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Lenzing AG Annual Report (ESEF) 2020

Mar 11, 2021

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Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Lagebericht 2020

Allgemeines Marktumfeld

Weltwirtschaft

Die COVID-19-Pandemie und die Beschränkungen großer Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens stürzten die Weltwirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession. Der Internationale Währungsfonds (IWF) revidierte zwar seine Schätzung in der jüngsten Prognose leicht nach oben, geht aber nach wie vor von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent aus – nach einem Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2019. Das wäre ein schlimmerer Wirtschaftseinbruch als jener nach der globalen Finanzkrise 2008/2009. In jener Finanzkrise hatte die Weltwirtschaft in etwa stagniert, betroffen waren primär Industriestaaten. In der globalen COVID-19-Krise sind de facto alle Länder in Mitleidenschaft gezogen. Für die Industriestaaten erwartet der IWF ein Minus von 4,9 Prozent (2019: +1,6 %). Die USA dürften als größte Volkswirtschaft um 3,4 Prozent schrumpfen. Für die 19 Länder der Euro-Zone rechnet der IWF mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 7,2 Prozent (2019: +1,3 %). Nur China dürfte mit einem Plus von 2,3 Prozent ein positives Wachstum verzeichnen (2019: +6 %). 2021 soll die globale Wirtschaft laut jüngster Prognose um 5,5 Prozent wachsen. Eine wirtschaftliche Erholung ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Weltfasermarkt

Starker Rückgang bei Textilfasern, Vliesfasern legen zu

Die COVID-19-Krise beeinflußte im Berichtsjahr die gesamte Textil- und Bekleidungsindustrie, ausgehend vom Einzelhandel, und damit auch den Weltfasermarkt negativ. Die Schließung von Geschäften im Einzelhandel ließ die Nachfrage nach Textilien und Bekleidung zuerst in China und später in praktisch allen Märkten weltweit erheblich zurückgehen. In den USA und großen europäischen Märkten ging der Umsatz im stationären Handel teilweise um mehr als 80 Prozent zurück. Die schrittweise Lockerung von Maßnahmen und Öffnung von Geschäften führten ab Ende des 2. Quartals zu einer Erholung der Nachfrage. Die Erholung am Fasermarkt setzte zeitverzögert in beinahe allen Produktgruppen mit dem Ende der üblichen saisonalen Nachfrageschwankungen während der Sommermonate ein und führte auch zu einem Rückgang der Lagerbestände. Der hohe Bedarf an Medizin- und Hygieneprodukten führte gleichzeitig zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Vliesfasern – insbesondere in den ersten beiden Quartalen.

Das Produktionsniveau am Weltfasermarkt dürfte sich 2020 infolge dieser Entwicklungen deutlich verringert haben. Erste Prognosen gehen von einem Rückgang des Faserangebotes von 6,5 Prozent auf 106,1 Mio. Tonnen aus. Der weltweite Faserverbrauch ging um 3,6 Prozent auf 106,1 Mio. Tonnen zurück. Das Baumwollangebot ging nach vorläufigen Prognosen um 8,1 Prozent auf 24,1 Mio. Tonnen zurück. Die Nachfrage erhöhte sich 2020 um 5,8 Prozent auf 24,1 Mio. Tonnen. Der Markt für holzbasierte Cellulosefasern entwickelte sich erstmals seit 2009 rückläufig. Die weltweite Produktion ging um 8,3 Prozent auf 6,6 Mio. Tonnen zurück. Bei Fasern aus synthetischen Polymeren war erstmals seit der Finanzkrise 2008 eine rückläufige Produktionsmenge zu verzeichnen. Das weltweite Angebot an Polyester, Polyamid und anderen synthetischen Fasern ging laut ersten Schätzungen um 6,3 Prozent auf 69,4 Mio. Tonnen zurück.

Preisentwicklung durch COVID-19 beeinflußt

Die Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus bei Stapelfasern aus China war 2020 stark durch COVID-19 und ihre Auswirkungen geprägt.

Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe

Geschäftsentwicklung der Segmente

Investitionen

Forschung und Entwicklung

Nichtfinanzielle Erklärung

Risikobericht

Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB)

Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital

Ausblick

Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe

Corporate Governance Bericht 2020

Bericht des Aufsichtsrates

Inhalt

Konzernabschluss 2020

Notes

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Bilanz

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes)

Bestätigungsvermerk

Erklärung des Vorstandes

Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe

Finanzkalender 2021

Einzelabschluss 2020

Lagebericht 2020

Jahresabschluss 2020

Bestätigungsvermerk

Erklärung des Vorstandes

"You have been teaching me a lot and we grow up with you every day as you explore, uncover and point out to us so many things with your curious nature and fresh perspective.” Dear Haasini Grace, my little Wonder I was wondering what future we may offer you. You may wonder why your dad was wondering about these

2020-12-31 2019-12-31 2018-12-31
IssuedCapitalMember EUR EUR EUR
CapitalReserveMember EUR EUR EUR
OtherEquityInterestMember EUR EUR EUR
ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember EUR EUR EUR
ReserveOfGainsAndLossesOnFinancialAssetsMeasuredAtFairValueThroughOtherComprehensiveIncomeMember EUR EUR EUR
ReserveOfCashFlowHedgesMember EUR EUR EUR
ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember EUR EUR EUR
RetainedEarningsMember EUR EUR EUR
EquityAttributableToOwnersOfParentMember EUR EUR EUR
NoncontrollingInterestsMember EUR EUR EUR
2020-01-01 to 2020-12-31 2019-01-01 to 2019-12-31
IssuedCapitalMember EUR EUR
CapitalReserveMember EUR EUR
OtherEquityInterestMember EUR EUR
ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember EUR EUR
ReserveOfGainsAndLossesOnFinancialAssetsMeasuredAtFairValueThroughOtherComprehensiveIncomeMember EUR EUR
ReserveOfCashFlowHedgesMember EUR EUR
ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember EUR EUR
RetainedEarningsMember EUR EUR
EquityAttributableToOwnersOfParentMember EUR EUR
NoncontrollingInterestsMember EUR EUR
2019-01-01 to 2019-12-31
ReserveOfGainsAndLossesOnHedgingInstrumentsThatHedgeInvestmentsInEquityInstrumentsMember EUR

Die COVID-19-Pandemie und die Beschränkungen großer Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens stürzten die Weltwirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ¹ revidierte zwar seine Schätzung in der jüngsten Prognose leicht nach oben, geht aber nach wie vor von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent aus – nach einem Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2019. Das wäre ein schlimmerer Wirtschaftseinbruch als jener nach der globalen Finanzkrise 2008/2009. In jener Finanzkrise hatte die Weltwirtschaft in etwa stagniert, betroffen waren primär Industriestaaten. In der globalen COVID-19-Krise sind de facto alle Länder in Mitleidenschaft gezogen. Für die Industriestaaten erwartet der IWF ein Minus von 4,9 Prozent (2019: +1,6 %). Die USA dürften als größte Volkswirtschaft um 3,4 Prozent schrumpfen. Für die 19 Länder der Euro-Zone rechnet der IWF mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 7,2 Prozent (2019: +1,3 %). Nur China dürfte mit einem Plus von 2,3 Prozent ein positives Wachstum verzeichnen (2019: +6 %). 2021 soll die globale Wirtschaft laut jüngster Prognose um 5,5 Prozent wachsen. Eine wirtschaftliche Erholung ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Weltfasermarkt

Starker Rückgang bei Textilfasern, Vliesfasern legen zu

Die COVID-19-Krise beeinflußte im Berichtsjahr die gesamte Textil- und Bekleidungsindustrie, ausgehend vom Einzelhandel, und damit auch den Weltfasermarkt negativ. Die Schließung von Geschäften im Einzelhandel ließ die Nachfrage nach Textilien und Bekleidung zuerst in China und später in praktisch allen Märkten weltweit erheblich zurückgehen. In den USA und großen europäischen Märkten ging der Umsatz im stationären Handel teilweise um mehr als 80 Prozent zurück. Die schrittweise Lockerung von Maßnahmen und Öffnung von Geschäften führten ab Ende des 2. Quartals zu einer Erholung der Nachfrage. Die Erholung am Fasermarkt setzte zeitverzögert in beinahe allen Produktgruppen mit dem Ende der üblichen saisonalen Nachfrageschwankungen während der Sommermonate ein und führte auch zu einem Rückgang der Lagerbestände. Der hohe Bedarf an Medizin- und Hygieneprodukten führte gleichzeitig zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Vliesfasern – insbesondere in den ersten beiden Quartalen.

Das Produktionsniveau am Weltfasermarkt dürfte sich 2020 infolge dieser Entwicklungen deutlich verringert haben. Erste Prognosen gehen von einem Rückgang des Faserangebotes von 6,5 Prozent auf 106,1 Mio. Tonnen aus. Der weltweite Faserverbrauch ging um 3,6 Prozent auf 106,1 Mio. Tonnen zurück. Das Baumwollangebot ging nach vorläufigen Prognosen um 8,1 Prozent auf 24,1 Mio. Tonnen zurück. Die Nachfrage erhöhte sich 2020 um 5,8 Prozent auf 24,1 Mio. Tonnen. Der Markt für holzbasierte Cellulosefasern entwickelte sich erstmals seit 2009 rückläufig. Die weltweite Produktion ging um 8,3 Prozent auf 6,6 Mio. Tonnen zurück. Bei Fasern aus synthetischen Polymeren war erstmals seit der Finanzkrise 2008 eine rückläufige Produktionsmenge zu verzeichnen. Das weltweite Angebot an Polyester, Polyamid und anderen synthetischen Fasern ging laut ersten Schätzungen um 6,3 Prozent auf 69,4 Mio. Tonnen zurück.

Alle Produktionszahlen in diesem Kapitel wurden gegenüber den im Geschäftsbericht 2019 angeführten ersten Schätzungen aktualisiert.
Quelle: ICAC, IWF, Cotton Outlook, CCFG, FAO

Allgemeines Marktumfeld

Der Baumwollmarkt war in diesem Marktumfeld mit geringer Nachfrage zunächst von einem weiteren Anstieg der Lagerbestände und einer stark rückläufigen Preisentwicklung gekennzeichnet. Der Preis für Baumwolle ging im 1. Quartal gemessen am Cotlook A-Index von 77,9 US-Cent bis auf ca. 60 US-Cent pro Pfund und damit auf den niedrigsten Wert seit mehr als 10 Jahren zurück. Die Erholung der chinesischen Volkswirtschaft und die chinesischen Importe aus den USA wirkten sich ab dem 3. Quartal stabilisierend aus, auch die nach unten revidierten Ernteprognosen für die Saison 2020/2021 zeigten Wirkung.
Der Baumwollpreis lag per 31. Dezember 2020 bei 84,6 US-Cent pro Pfund. Dies entspricht einem Plus von 8,7 Prozent gegenüber dem Preisniveau zu Jahresanfang. Im Durchschnitt des Berichtsjahres lag der Baumwollpreis 7,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Infolge der COVID-19-Pandemie blieb über weite Strecken des Berichtsjahres auch die Nachfrage am Polyestermarkt aus. Die stark fallenden Rohstoffpreise setzten die Preisentwicklung im weiteren Verlauf der Berichtsperiode zusätzlich unter Druck. Per 30. September lag der Polyesterpreis in China mit RMB 5.250 pro Tonne 23,9 Prozent unter dem Wert von RMB 6.900 pro Tonne zu Beginn des Berichtsjahres und markierte damit ein neues historisches Tief. Die positive Entwicklung zum Ende des Jahres ließ den Polyesterpreis auf RMB 5.850 pro Tonne steigen. Im Jahresvergleich lag der Preis damit aber immer noch um 15,2 Prozent niedriger. Der durchschnittliche Preis war 2020 um 25 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Der Preis für Standardviscose lag bereits Ende 2019 aufgrund eines Kapazitätsüberhangs auf einem historischen Tiefstand. Der großflächige Lockdown, sinkende Rohstoffpreise und die üblichen saisonalen Nachfrageschwankungen während der Sommermonate drückten den Preis bis Ende Juli von RMB 9.450 auf ein neues Allzeittief von RMB 8.300 pro Tonne. Die im 3. Quartal einsetzende Erholung mit steigenden Umsätzen und sinkenden Lagerbeständen führte schließlich ab August auch zu einer Erholung der Preisentwicklung. Per 31. Dezember lag der Preis für Standardviscose in China bei RMB 11.500 pro Tonne und damit 21,7 Prozent im Plus. Im Durchschnitt des Berichtsjahres notierte der Preis für Standardviscose aber nach wie vor 19 Prozent niedriger als 2019.

Der generelle Nachfrageeinbruch am Fasermarkt, gepaart mit der großen Preisdifferenz zu anderen Fasertypen, wirkte sich im Berichtsjahr auch bei den Preisen für holzbasierte Spezialfasern negativ aus. Ein deutlicher Anstieg der Nachfrage sorgte ab Ende des 3. Quartals jedoch für eine schrittweise Erholung der Preise.

¹ Quelle: IWF, World Economic Outlook, Jänner 2021
² Quelle: ICAC, CIRFS, TFY, Lenzing Estimates

Die Lenzing Gruppe hat sich in diesem äußerst schwierigen Marktumfeld mit erhöhtem Preis- und Mengendruck infolge der COVID-19-Krise gut geschlagen.

Lenzing profitierte 2020 von ihrem diversifizierten Geschäftsmodell mit den Geschäftsbereichen Textil- und Vliesfasern sowie einem globalen Produktions-, Vertriebs- und Marketingnetzwerk. Um den Effekt der unter Druck geratenen Faserpreise und Fasernachfrage zu mindern, verstärkte Lenzing die Zusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertschöpfungsketten und passte die Produktionsmengen agil und flexibel dem Bedarf an. Die disziplinierte Umsetzung der Unternehmensstrategie sCore TEN und der Fokus auf Spezialitäten wirkten sich ebenfalls erneut positiv aus. Lenzing intensivierte im Berichtsjahr die Maßnahmen zur strukturellen Ergebnisverbesserung und nahm darüber hinaus, um der geforderten Flexibilität Rechnung zu tragen, für ca. 1.500 Mitarbeiter/innen das von der österreichischen Bundesregierung temporär eingeführte Kurzarbeitsmodell in Anspruch.

Die unmittelbaren Auswirkungen der COVID-19-Krise erhöhten den Preisdruck im Bereich der Textilfasern über das gesamte Produktsortiment hinweg. Die Umsatzerlöse verringerten sich infolgedessen 2020 von EUR 2,11 Mrd. um 22,4 Prozent auf EUR 1,63 Mrd. Neben den Preiseffekten spürte Lenzing auch die geringere Nachfrage nach Textilfasern in allen Regionen. Die etwas höhere Nachfrage nach Fasern für den Medizin- und Hygienebedarf konnten die Verluste verringern, aber nicht kompensieren. Der Anteil der Spezialfasern stieg gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von 51,6 Prozent auf 62 Prozent.

2020 entfielen EUR 1,62 Mrd. der Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe auf das Segment Fasern. Das Segment Lenzing Technik steuerte Umsatzerlöse von EUR 9 Mio. bei. Die Umsatzerlöse im Segment Sonstige lagen im Berichtszeitraum bei EUR 1,9 Mio.

Die Ergebnisentwicklung reflektiert im Wesentlichen den Umsatzrückgang. Die Umsetzung von Maßnahmen zur strukturellen Ergebnisverbesserung in allen Regionen minderte diesen negativen Effekt. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging 2020 um 39,9 Prozent auf EUR 196,6 Mio. zurück. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 15,5 Prozent auf 12 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 76,5 Prozent auf EUR 38,1 Mio. und die EBIT-Marge von 7,7 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich um 86,4 Prozent auf EUR 22,3 Mio. Der Jahresüberschuss/-fehlbetrag lag bei EUR minus 10,6 Mio. (nach EUR 114,9 Mio. 2019) und das Ergebnis je Aktie bei EUR 0,24 (nach EUR 4,63 2019).

Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Berichtsjahr wie folgt dar:

Vereinfachte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR Mio. 2020
Umsatzerlöse 1.630,3
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Dienstleistungen -914,8
Herstellungskosten -423,3
Sonstige betriebliche Erträge 16,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -102,8
Ergebnis aus normalen betrieblichen Tätigkeiten 175,5
Personalaufwand -186,5
Abschreibungen -158,5
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 196,6
Betriebsergebnis (EBIT) 38,1
Finanzielle Erträge 2,4
Finanzielle Aufwendungen -28,2
Ergebnis vor Steuern (EBT) 22,3
Ertragsteuern -32,9
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -10,6
davon: Den Gesellschaftern der Lenzing AG zugerechnet -10,6
Ergebnis je Aktie (Basis, verd.**) 0,24

Quelle: CCA, CCFEI, CCFG# Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe

Jahresnanzbericht 2020

Lenzing Gruppe 30

Die Lenzing Gruppe hat sich in diesem äußerst schwierigen Marktumfeld mit erhöhtem Preis- und Mengendruck infolge der COVID-19-Krise gut geschlagen. Lenzing protierte 2020 von ih- rem diversifizierten Geschäftsmodell mit den Geschäftsberei- chen Textil- und Vliesfasern sowie einem globalen Produktions-, Vertriebs- und Marketingnetzwerk. Um den Eekt der unter Druck geratenen Faserpreise und Fasernachfrage zu mindern, verstärkte Lenzing die Zusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertschöp- fungsketten und passte die Produktionsmengen agil und flexibel dem Bedarf an. Die disziplinierte Umsetzung der Unternehmens- strategie sCore TEN und der Fokus auf Spezialitäten wirkten sich ebenfalls erneut positiv aus. Lenzing intensivierte im Berichtsjahr die Maßnahmen zur strukturellen Ergebnisverbesserung und nahm darüber hinaus, um der geforderten Flexibilität Rechnung zu tragen, für ca. 1.500 Mitarbeiter/innen das von der österrei- chischen Bundesregierung temporär eingeführte Kurzarbeitsmo- dell in Anspruch. Die unmittelbaren Auswirkungen der COVID-19-Krise erhöhten den Preisdruck im Bereich der Textilfasern über das gesamte Produktsortiment hinweg. Die Umsatzerlöse verringerten sich in- folgedessen 2020 von EUR 2,11 Mrd. um 22,4 Prozent auf EUR 1,63 Mrd. Neben den Preiseekten spürte Lenzing auch die geringere Nachfrage nach Textilfasern in allen Regionen. Die etwas höhere Nachfrage nach Fasern für den Medizin- und Hygienebedarf konnten die Verluste verringern, aber nicht kompensieren. Der An- teil der Spezialfasern stieg gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von 51,6 Prozent auf 62 Prozent. 2020 entfielen EUR 1,62 Mrd. der Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe auf das Segment Fasern. Das Segment Lenzing Technik steuerte Umsatzerlöse von EUR 9 Mio. bei. Die Umsatzerlöse im Segment Sonstige lagen im Berichtszeitraum bei EUR 1,9 Mio. Die Ergebnisentwicklung reflektiert im Wesentlichen den Umsatz- rückgang. Die Umsetzung von Maßnahmen zur strukturellen Er- gebnisverbesserung in allen Regionen minderte diesen negativen Effekt. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging 2020 um 39,9 Prozent auf EUR 196,6 Mio. zurück. Die EBITDA- Marge verringerte sich von 15,5 Prozent auf 12 Prozent. Das Be- triebsergebnis (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 76,5 Prozent auf EUR 38,1 Mio. und die EBIT-Marge von 7,7 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verrin- gerte sich um 86,4 Prozent auf EUR 22,3 Mio. Der Jahresüber- schuss/-fehlbetrag lag bei EUR minus 10,6 Mio. (nach EUR 114,9 Mio. 2019) und das Ergebnis je Aktie bei EUR 0,24 (nach EUR 4,63 2019). Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Be-

richtsjahr wie folgt dar:

Vereinfachte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR Mio. Veränderung 2020 2019 Absolut Relativ
Umsatzerlöse 1.631,5 2.100,3 -468,8 -22,3%
Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge und Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten 5,7 5,8 -0,1 -1,7%
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -898,4 -1.256,3 357,9 -28,5%
Personalaufwand -355,8 -395,7 39,9 -10,1%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -317,6 -354,5 36,9 -10,4%
EBITDA 196,6 327,0 -130,4 -39,9%
Abschreibungen -158,5 -160,8 2,3 -1,4%
Erträge aus der Auösung von Investitionszuschüssen 0,0 0,0 0,0 0,0%
EBIT 38,1 161,0 -122,9 -76,3%
Finanzerfolg -15,8 10,3 -26,1 -253,4%
EBT 22,3 171,3 -149,0 -86,9%
Steueraufwand -32,8 -48,9 16,1 -32,9%
Jahresüberschuss/- fehlbetrag -10,6 114,9 -125,5 -109,2%

1) Die vollständige Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss dargestellt.

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungs- leistungen gingen 2020 um 28,5 Prozent auf EUR 898,4 Mio. zu- rück. In Relation zu den Umsatzerlösen belaufen sich die Auf- wendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungs- leistungen im Berichtszeitraum auf 55 Prozent (nach 59,7 Prozent 2019). Die Gründe dafür waren geringere Produktionsmengen und rückläuge Marktpreise, insbesondere für Zellstoff, Natronlauge und Energie. Der Personalaufwand reduzierte sich im Berichtsjahr um 10,1 Prozent auf EUR 355,8 Mio., wobei ein wesentlicher Teil des Rückgangs sich aus der Kurzarbeitsregelung in Österreich ergab. In Relation zu den Umsatzerlösen der Lenzing Gruppe lagen die Per- sonalaufwendungen bei 21,8 Prozent (nach 18,8 Prozent 2019). Der Steueraufwand in Höhe von EUR 32,8 Mio. (nach EUR 48,9 Mio. 2019) ist durch Währungseffekte und die Wert- berichtigung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge einzelner Konzernunternehmen beeinflusst.

Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe 8

Jahresnanzbericht 2020

Lenzing Gruppe 32

Geschäftsbericht 2020

Lenzing Gruppe

Segment Fasern

Das Segment Fasern bündelt sämtliche Produktionsschritte der Lenzing Gruppe von Holz über Zellsto und Bioranerie-Produkte bis zu den Fasern.

Lenzing Gruppe 31

Das Ergebnis auf das eingesetzte Kapital (ROCE) ging 2020 von 5,3 Prozent auf minus 0,6 Prozent zurück. Die Eigenkapitalrentabi- lität (ROE) verringerte sich von 10,5 Prozent auf 1,3 Prozent. Die Gesamtkapitalrentabilität (ROI) des Konzerns el von 5,6 Prozent auf 1 Prozent.

Erhöhte Investitionstätigkeit

Der Brutto-Cashflow ging 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 56,9 Prozent auf EUR 126,8 Mio. zurück. Dieser Rückgang ist vor allem auf die Ergebnisentwicklung zurückzuführen. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit verringerte sich auf EUR 48,9 Mio. (2019: EUR 244,6 Mio.). Der Free Cashflow lag aufgrund der Investitions- tätigkeit im Rahmen der Projekte in Thailand und Brasilien bei EUR minus 614,8 Mio. (nach EUR 0,8 Mio. 2019). Die Investitionen in im- materielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich 2020 auf EUR 668,8 Mio. nahezu verdreifacht. Der Liquiditätsbestand nahm gegenüber Ende 2019 um 86,1 Pro- zent zu und lag per 31. Dezember 2020 bei EUR 1,08 Mrd. Per Ende des Berichtsjahres standen der Lenzing Gruppe darüber hinaus ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 1,03 Mrd. zur Verfügung (nach EUR 266,6 Mio. per 31. Dezember 2019).

Solide Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der Lenzing Gruppe stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um 33,4 Prozent auf EUR 4,16 Mrd. per 31. De- zember 2020. Die wesentlichsten Veränderungen betreffen die Erhöhung des Sachanlagevermögens aufgrund der gestiegenen Investitionstätigkeiten sowie die Einbringung von biologischen Vermögenswerten in Form von Bäumen, die als Rohstoff für die Zellstoffproduktion in Brasilien verwendet werden. Das bereinigte Eigenkapital stieg 2020 um 22,3 Prozent auf EUR 1,91 Mrd. per 31. Dezember 2020. Lenzing platzierte im Be- richtsjahr eine nachrangige Hybridanleihe über EUR 500 Mio., die nach IFRS als Eigenkapital eingestuft wurde. Die Anleihe stärkt die Kapitalstruktur des Unternehmens zusätzlich. Die bereinigte Eigenkapitalquote ging aufgrund der Ausweitung der Bilanzsumme von 50 Prozent auf 45,8 Prozent zurück. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um 17,7 Prozent auf EUR 471,4 Mio. Für die Finanzierung des weiteren operativen Wachstums platzierte Lenzing 2019 als eines der ersten Unternehmen weltweit ein Schuldscheindarlehen, das an die ei- gene Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt ist. Das Gesamtvolu- men des Darlehens liegt bei ca. EUR 500 Mio. Ein Teil der Summe stand dem Unternehmen erst im Geschäftsjahr 2020 zur Verfügung. Das Verhältnis Nettonanzverschuldung zu EBITDA lag per Ende 2020 bei 2,4 nach einem Wert von 1,2 per Ende 2019. Das Net Ge- aring war mit 24,7 Prozent zum Stichtag leicht niedriger (nach 25,7 Prozent per 31.12.2019). Das Trading Working Capital ging 2020 um 4,9 Prozent auf EUR 383,8 Mio. zurück. Das Verhältnis Trading Working Capital zu annualisierten Konzernumsatzerlösen stieg von 20,7 Prozent per Ende 2019 auf 21,9 Prozent per Ende 2020.# Geschäftsentwicklung der Segmente

Segment Fasern

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und die Erhöhung des Spezialfaseranteils im Sinne der sCore TEN Strategie stellten auch 2020 den Kern der Aktivitäten im Segment Fasern dar. Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand. Die COVID-19-Krise und die allgemein gesunkene Nachfrage nach Fasern am Weltmarkt wirkten sich auch negativ auf die Faserverkaufsmenge der Lenzing aus und führten zu einer niedrigeren Auslastung der Zellstoff- und Faserproduktion bzw. zu einem Lageraufbau. Die Umsatzerlöse des Segments Fasern gingen 2020 um 22,4 Prozent auf EUR 1,62 Mrd. zurück. Das Segmentergebnis (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 41 Prozent auf EUR 190,8 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 80,4 Prozent auf EUR 30,9 Mio.

Holz

Die negativen Folgen des Klimawandels stellen den Holzmarkt seit nunmehr drei Jahren auf eine extreme Belastungsprobe. Für den mitteleuropäischen Markt, der für den Holzeinkauf der Lenzing Gruppe relevant ist, gab es aufgrund der anhaltenden Trockenheit auch 2020 keine Entlastung. Der Befall der Bäume durch Borkenkäfer verursachte erneut große Mengen an Kalamitätsholz. Die COVID-19-Krise und die marktbedingten Produktionsrücknahmen in der Zellstoffindustrie in Kombination mit einer vergleichsweise regen Nachfrage der Säge- und Plattenindustrie trugen zu einer weiteren Destabilisierung des Marktgleichgewichtes bei. Insbesondere bei Nadelindustrieholz führte dadurch ein erhebliches Überangebot zu einem weiteren Rückgang der Preise im Berichtsjahr. Der Markt und die Preise für Laubindustrieholz entwickelten sich vergleichsweise stabil.

Die Lenzing Gruppe konnte in der Berichtsperiode eine gute Versorgungslage ihrer beiden Zellstoffwerke an den Standorten Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) sicherstellen. Die Auditierung nach den Forstzertifizierungssystemen Forest Stewardship Council ® (FSC ® ) und Programme for the Endorsement of Forest Certification™ (PEFC™) bestätigte auch 2020 für beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC™- und FSC ® -zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen¹.

Biorenerie Zellstoff

Der Bereich Zellstoff & Holz versorgt die Faserproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff und betreibt an den Standorten Lenzing und Paskov eigene Faserzellstoffwerke. Damit werden ca. zwei Drittel des Zellstoffbedarfes der Lenzing Gruppe abgedeckt. Der Rest wird auf Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den beiden Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wurden 2020 insgesamt ca. 578.000 Tonnen Faserzellstoff produziert.

Der Preis für laubholzbasierten Faserzellstoff in China ging in den ersten beiden Quartalen 2020 bedingt durch das äußerst schwierige Marktumfeld bei Standardviscose und Papierzellstoff weiter zurück und markierte im Juli ein neues historisches Tief von USD 607 pro Tonne. Im 2. Halbjahr erholte sich der Preis und lag mit USD 730 pro Tonne per 31. Dezember 15,5 Prozent über dem Wert zu Jahresanfang. Im Durchschnitt des Berichtsjahres notierte der Preis für laubholzbasierten Faserzellstoff mit USD 643 pro Tonne 15,9 Prozent niedriger als 2019.

Im 1. Halbjahr 2020 erfolgte die Fertigstellung des Ausbauprojektes am Standort Paskov. Lenzing steigerte dadurch die Zellstoffkapazitäten vor Ort von 270.000 Tonnen auf 285.000 Tonnen pro Jahr. Die Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten erfolgte schrittweise seit 2018. Die Erhöhung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff ist ein wesentlicher Schritt in der Umsetzung der sCore TEN Strategie.

Die Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien lief auch im Berichtsjahr weiterhin nach Plan. Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2019 beteiligte sich die Duratex-Gruppe im 1. Quartal des Berichtsjahres vereinbarungsgemäß mit einem Anteil von 49 Prozent am Joint-Venture LD Celulose. Lenzing hält 51 Prozent der Anteile dieses vollkonsolidierten Tochterunternehmens. Die erwarteten Baukosten liegen bei USD 1,38 Mrd. Finanziert wird das Projekt mittels Eigen- und langfristigem Fremdkapital. Der Abschluss der Finanzierungsverträge erfolgte ebenfalls planmäßig im 2. Quartal 2020. IFC, ein Mitglied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mitglied der IDB Group, unterstützen das Investitionsprogramm des Joint-Ventures LD Celulose. Die Exportkreditagentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligen sich ebenfalls am Finanzierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist unverändert für das 1. Halbjahr 2022 geplant.

Ein besonderer Fokus wurde bei der Planung des neuen Werks auf die Nachhaltigkeitsaspekte gelegt. Das Joint-Venture hat sich einen über 44.000 ha großen, FSC ® -zertifizierten Nutzwald für die Bereitstellung der Biomasse gesichert¹. Diese Plantagen stehen ganz im Einklang mit der Richtlinie und den hohen Standards der Lenzing Gruppe für die Beschaffung von Holz und Zellstoff. Das Werk wird zu den produktivsten und energieeffizientesten Werken der Welt zählen und mehr als 50 Prozent des erzeugten Stroms als erneuerbare Energie ins öffentliche Netz einspeisen. Damit setzt Lenzing einen Meilenstein in der Umsetzung ihrer Klimaneutralitäts-Strategie.

Biorenerie-Produkte

In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Zellstoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet, wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz stofflich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmittel-, Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die biobasierten Produkte aus Lenzing.

Die Preise für die Bioraffinerie-Produkte LENZING™ Acetic Acid Biobased und LENZING™ Furfural Biobased entwickelten sich 2020 auf einem niedrigeren Niveau. Im Durchschnitt gaben die Preise um 12 Prozent (LENZING™ Acetic Acid Biobased) bzw. 23 Prozent (LENZING™ Furfural Biobased) gegenüber dem Vorjahr nach. Die Verkaufsmengen gingen aufgrund der Anpassung der Produktionsmengen im Durchschnitt um 6 Prozent (LENZING™ Acetic Acid Biobased) bzw. 9 Prozent (LENZING™ Furfural Biobased) zurück.

Das Thema Nachhaltigkeit steht auch im Geschäftsfeld der Bioraffinerie-Produkte im Vordergrund. Die vom Forschungsinstitut Quantis durchgeführte Lebenszyklus-Analyse bestätigte, dass Essigsäure der Marke LENZING™ Acetic Acid Biobased einen um mehr als 85 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck aufweist als vergleichbare Produkte auf Basis fossiler Rohstoffe. Dieser Produktvorteil wird zunehmend als nutzenstiftend von Kunden wahrgenommen.

Energie

Die Lenzing Gruppe zählt mit ihrem Bioraffinerie-Konzept an den Standorten Lenzing und Paskov zu den Vorreitern einer möglichst energieautarken Zellstoff- und Faserproduktion. Für die anderen Produktionsstandorte entwickelt Lenzing Programme für mehr Energieeffizienz. Der Anteil erneuerbarer Energieträger wie Biomasse, Wasser und Abfall am weltweiten Energiemix der Lenzing Gruppe lag im Berichtsjahr 2020 bei 55,8 Prozent (2019: 51,6 %).

Die Einkaufsstrategie der Lenzing Gruppe für die Hauptkostenträger Strom und Erdgas basiert auf kurzfristiger Beschaffung und einem hohen Spotmarktanteil. Die Energiepreise sind 2020 im Zuge der Mobilitätsbeschränkungen und Produktionsrücknahmen infolge der COVID-19-Krise deutlich gefallen. Die Ölpreise gingen bis Mitte April, bis sich die großen Ölproduzenten darauf einigten, die Produktion zu drosseln, stark zurück. Im Durchschnitt lagen die Ölpreise 2020 ca. 34 Prozent unter den Vorjahreswerten. Die Preise für Erdgas gingen 2020 ebenfalls weiter zurück und erreichten im 2. Quartal historische Tiefstände. Dies war neben dem Einbruch der Wirtschaftstätigkeit infolge der Pandemie insbesondere auf eine geringe Gasnachfrage im Winter und ein entsprechendes Überangebot an Flüssigerdgas zurückzuführen. Im Durchschnitt lagen die Gaspreise 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die negativen Auswirkungen von COVID-19 führten auch zu einem Rückgang der Strompreise, die durchschnittlich ca. 15 Prozent niedriger waren als im Vorjahr. Dass die Strompreise nicht in ähnlicher Weise fielen wie die Öl- und Gaspreise, lag vor allem daran, dass sich auch die Kohlepreise mit minus 16 Prozent gegenüber 2019 vergleichsweise stabil entwickelten. Zum anderen hielten sich die Preise für CO₂-Zertifikate trotz des wirtschaftlichen Abschwungs konstant. Gegen Ende 2020 erreichten sie sogar neue Rekordstände, nachdem die EU ihre Zielvorgabe für die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf mindestens 55 Prozent erhöht hatte.

Die Energieanlagen der Lenzing Gruppe liefen auch 2020 im Normalbetrieb. Am Standort Lenzing stellen erneuerbare Energieträger, die zu einem großen Teil aus der Bioraffinerie kommen, dank der optimalen Anlagenstruktur traditionell die wichtigste Energiequelle dar. Der Einsatz von klassischen fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas lag 2020 bei 12,7 Prozent des Gesamtverbrauches (2019: 15,7 %). Ursache waren primär die COVID-19-bedingten Anpassungen der Produktionsmenge am Standort. Die kontinuierliche Verbesserung und Optimierung der Anlagen und des Verbrauches wurde im Berichtsjahr konsequent fortgesetzt.

Die Anlagen in Paskov liefen auch im Berichtsjahr im Normalbetrieb. Die überschüssige Energie wurde ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

¹ Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92 (Lenzing) bzw. FSC-C118737 und PEFC/08-31-0025 (Paskov)# Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand.

Die COVID-19-Krise und die allgemein gesunkene Nachfrage nach Fasern am Weltmarkt wirkten sich auch negativ auf die Faserverkaufsmenge der Lenzing aus und führten zu einer niedrigeren Auslastung der Zellstoff- und Faserproduktion bzw. zu einem Lageraufbau.

Die Umsatzerlöse des Segments Fasern gingen 2020 um 22,4 Prozent auf EUR 1,62 Mrd. zurück. Das Segmentergebnis (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 41 Prozent auf EUR 190,8 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 80,4 Prozent auf EUR 30,9 Mio.

Holz

Die negativen Folgen des Klimawandels stellen den Holzmarkt seit nunmehr drei Jahren auf eine extreme Belastungsprobe. Für den mitteleuropäischen Markt, der für den Holzeinkauf der Lenzing Gruppe relevant ist, gab es aufgrund der anhaltenden Trockenheit auch 2020 keine Entlastung. Der Befall der Bäume durch Borkenkäfer verursachte erneut große Mengen an Kalamitätsholz. Die COVID-19-Krise und die marktbedingten Produktionsrücknahmen in der Zellstoffindustrie in Kombination mit einer vergleichsweise regen Nachfrage der Säge- und Plattenindustrie trugen zu einer weiteren Destabilisierung des Marktgleichgewichtes bei. Insbesondere bei Nadelindustrieholz führte dadurch ein erhebliches

1 Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92 (Lenzing) bzw. FSC-C118737 und PEFC/08-31-0025 (Paskov)

Überangebot zu einem weiteren Rückgang der Preise im Berichtsjahr. Der Markt und die Preise für Laubindustrieholz entwickelten sich vergleichsweise stabil.

Die Lenzing Gruppe konnte in der Berichtsperiode eine gute Versorgungslage ihrer beiden Zellstoffwerke an den Standorten Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) sicherstellen. Die Auditierung nach den Forstzertifizierungssystemen Forest Stewardship Council ® (FSC ® ) und Programme for the Endorsement of Forest Certification™ (PEFC™) bestätigte auch 2020 für beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC™- und FSC ® -zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen 1 .

Bioraffinerie Zellstoff

Der Bereich Zellstoff & Holz versorgt die Faserproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff und betreibt an den Standorten Lenzing und Paskov eigene Faserzellstoffwerke. Damit werden ca. zwei Drittel des Zellstoffbedarfes der Lenzing Gruppe abgedeckt. Der Rest wird auf Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den beiden Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wurden 2020 insgesamt ca. 578.000 Tonnen Faserzellstoff produziert.

Der Preis für laubholzbasierten Faserzellstoff in China ging in den ersten beiden Quartalen 2020 bedingt durch das äußerst schwierige Marktumfeld bei Standardviscose und Papierzellstoff weiter zurück und markierte im Juli ein neues historisches Tief von USD 607 pro Tonne. Im 2. Halbjahr erholte sich der Preis und lag

Geschäftsentwicklung der Segmente

10 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 34

Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die Anlagen in Purwakarta (Indonesien) wurden mit hohen Verfügbarkeiten betrieben und weiter optimiert. Der historisch betrachtet immer noch hohe Kohlepreis in Asien sorgte im 1. Halbjahr 2020 für anhaltend hohe Energiekosten. Im 2. Halbjahr ging der Kohlepreis um ca. 10 Prozent zurück. Der Strompreis entwickelte sich auf einem ähnlichen Niveau wie 2019. Die Dampfkosten am Standort Nanjing (China) konnten im Berichtsjahr trotz des hohen Kohlepreises deutlich reduziert werden. Im Durchschnitt lagen die Dampfkosten um ca. 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Umstellung der Energieerzeugung von Kohle auf Erdgas mit dem Ziel, CO 2 -Emissionen zu reduzieren, wurde auch im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Der Netzstrompreis lag um ca. 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weitere Rohstoffe

Der wirtschaftliche Schock infolge der COVID-19-Pandemie führte 2020 zu einem deutlichen Rückgang der globalen Rohstoffpreise.

Natronlauge

Natronlauge kommt bei der Herstellung von Zellstoff zum Einsatz und ist ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von Viscose- und Modalfasern. Es fällt als Kuppelprodukt bei der Chlorproduktion an. Die Preise für Natronlauge entwickelten sich 2020 in Europa wie in Asien deutlich rückläufig. Der deutlich schwächeren Nachfrage infolge der COVID-19-Krise stand aufgrund der generell guten Nachfrage nach Chlor eine vergleichsweise hohe Produktionsmenge gegenüber. Dies führte zu einem erheblichen Überangebot an Natronlauge und in weiterer Folge zu der Preisreduktion.

Schwefel

Schwefel ist ein wesentliches Ausgangsprodukt für die Herstellung der Rohstoffe Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure, die wiederum für die Produktion von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden. Die Schwefelpreise gingen infolge der COVID-19-Pandemie zwischenzeitlich ebenfalls zurück, verzeichneten jedoch gegen Ende des Berichtsjahres eine spürbare Erholung.

Fasern

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strategische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, wurde erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennkapazität von 100.000 to beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bauarbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch 2020 planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Mit der Neupositionierung ihrer Produktmarken sendete die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2018 eine starke Botschaft an die Konsument/innen. Mit TENCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Textilbereich, VEOCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Vliesstoffbereich und LENZING™ für alle industriellen Anwendungen bringt das Unternehmen gezielt seine Stärken zum Ausdruck. Lenzing erhöhte die Sichtbarkeit ihrer Marken im Berichtsjahr durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen weiter.

Die Lenzing Gruppe erzielte 2020 einen reinen Faserumsatz in Höhe von EUR 1,36 Mrd. Davon entfielen ca. 62 Prozent auf Fasern für Textilien sowie ca. 38 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe und Fasern für Spezialanwendungen. Absatzregionen waren: North Asia gefolgt von AMEA (Asia, Middle East & Africa) sowie Europe & Americas. Die Gesamtfaserverkaufsmenge verringerte sich 2020 infolge der COVID-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Textil- und Bekleidungsindustrie um 12,4 Prozent auf ca. 787.000 Tonnen (2019: ca. 899.000 Tonnen).

Der Anteil von Spezialfasern am Konzernumsatz lag mit 62 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 51,6 Prozent. Der Anteil der Standardfasern verringerte sich 2020 von 33,7 Prozent auf 21,7 Prozent. Der Anteil sonstiger Geschäftsfelder stieg von 14,7 Prozent auf 16,3 Prozent.

11 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe 35

Fasern für Textilien

Das Geschäft mit Textilfasern wurde 2020 stark durch die COVID-19-Krise beeinträchtigt. Die Schließung von Geschäften im Einzelhandel ließ die Fasernachfrage im 1. Quartal 2020 ausgehend von China und später in praktisch allen Märkten weltweit stark zurückgehen. Die globalen Auswirkungen der Pandemie waren auch für Lenzing deutlich spürbar und führten über alle Segmente und Fasertypen im Bereich der Textilfasern hinweg zu deutlichen Umsatzrückgängen.

Die schrittweise Lockerung von Maßnahmen und Öffnung von Geschäften führte ab Ende des 2. Quartals zu einer Rückkehr der Nachfrage, insbesondere nach holzbasierten Spezialfasern wie TENCEL™ Modal. Diese kommen wegen ihrer besonderen Weichheit und ihres hohen Tragekomforts stark in körpernahen Anwendungen (Innerwear) zum Einsatz und profitierten aufgrund der anhaltenden Einschränkungen des sozialen Lebens und der Home-Office-Regelungen als Erstes von der Erholung. In den darauffolgenden Monaten erholte sich auch die Nachfrage nach TENCEL™ Lyocellfasern und LENZING™ ECOVERO™ Fasern spürbar. Eine vergleichsweise langsame Erholung verzeichnete der Absatz des Hochleistungs-Fasertyps Lenzing FR für Arbeits- und Schutzbekleidung. Das Interesse der Modemarken für TENCEL™ x REFIBRA™ Fasern entwickelte sich trotz COVID-19 auch im Berichtsjahr auf einem hohen Niveau. Die REFIBRA™ Technologie ist die weltweit einzige Technologie zur Herstellung von neuen Lyocellfasern auf Basis von Resten aus der Produktion von Baumwollbekleidung und getragenen Kleidungsstücken im kommerziellen Maßstab, und ist daher einen wichtiger Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie.

Ungeachtet der COVID-19-Krise arbeitete Lenzing 2020 auch im Bereich Textilfasern konsequent an der Umsetzung ihrer sCore TEN Strategie. Im Berichtsjahr stellte Lenzing ihre zweite Pilot-Fertigungslinie für TENCEL™ Luxe Filamente fertig. Mit der neuen Anlage, für die am Standort Lenzing EUR 30 Mio. investiert wurden, sind nun ausreichend Kapazitäten verfügbar, um kommerzielle Programme und weitere Faserapplikationen zu entwickeln.

Um die Dekarbonisierung der eigenen Wertschöpfung und der gesamten textilen Lieferkette voranzutreiben, entwickelte Lenzing auch ihr Produktangebot weiter und führte im 3. Quartal die ersten CO 2 -neutralen Fasern am Markt ein. Die neuen Fasern, die unter der Marke TENCEL™ vertrieben werden, sind gemäß der Richtlinie des „CarbonNeutral Protocol“ als CarbonNeutral ® -Produkte für die Textilindustrie zertifiziert. Lenzing und ihre Premiummarke im Textilbereich arbeiten im Rahmen der Kampagne „True Carbon Zero“ eng mit verschiedenen Partnern, darunter Modemarken, Designern und Nichtregierungsorganisationen, zusammen, um das gemeinsame Ziel der CO 2 -Neutralität zu erreichen.# Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Nachhaltigkeit und Transparenz entlang der Wertschöpfungskette

Neben Umweltschutz stellt auch die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette eine große Herausforderung für die Textilin- dustrie dar. Lenzing bietet in Kooperation mit TextileGenesis™ eine innovative Lösung auf Basis der Blockchain-Technologie an, um dieser gerecht zu werden. Nach mehreren erfolgreichen Pilotpro- jekten mit namhaften Modemarken erfolgte im 4. Quartal die Ein- führung dieser digitalen Plattform, die die Rückverfolgbarkeit von Textilien über alle Produktions- und Vertriebsstufen bis zur Faser sicherstellen kann. Mehr als 100 Kunden und Partner entlang der textilen Wertschöpfungskette aus Indien, Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka konnten den entsprechenden Onboarding-Prozess bis Ende 2020 erfolgreich abschließen. Dank der innovativen Fiber- coin™-Technologie der TextileGenesis™-Plattform können Lenzing und ihre Partner sogenannte „Blockchain Assets“ im direkten Verhält- nis zu den physischen Faserlieferungen der Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ ausgeben. Diese digitalen Assets funktio- nieren wie ein „Fingerabdruck“ und beugen Fälschungen vor.

Die Sichtbarkeit der Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ wurde 2020 trotz der anhaltenden COVID-19-Krise weiter erhöht. Die Zahl der Endprodukte, die für den Vertrieb dieser Marken lizensiert sind, stieg im Vorjahresvergleich um 33 Prozent. Die Zahl der Co-Branding-Partner konnte um ca. 56 Prozent gestei- gert werden. Mit #FeelsSoRight rückt Lenzing das Thema nachhaltige Mode ge- meinsam mit 31 Co-Branding-Partner, darunter Jockey, Camper ® und Zalora, und internationalen Lifestyle-Magazinen wie Vogue, ELLE und Cosmopolitan in das Bewusstsein von Konsument/innen. Bis Ende 2020 erreichte die globale Kampagne mehr als 90 Mio. Menschen weltweit (Impressions). Das digitale Vermarktungskonzept „Where to buy“ auf der Produkt- website www.tencel.com ermöglicht die Präsentation und Ver- knüpfung von Produkten mit TENCEL™ Fasern in den Online- Shops von inzwischen mehr als 220 Partnern. Die Produktwebsite generierte 2020 mehr als 1,3 Mio. Seitenabrufe (Page Views) und damit um 48,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjah- res. Lenzing Fasern verzeichneten auch bei der diesjährigen Oscar- Verleihung in Los Angeles einen tollen Erfolg. Gleich drei Kleider, getragen von nominierten und siegreichen Filmstars, wurden aus Stoen mit TENCEL™ Luxe Filamenten handgefertigt. Die starke Resonanz in den sozialen Medien bot eine hervorragende Platt- form für dieses nachhaltige und innovative Produkt der Lenzing Gruppe.

Energie und Rohstoffe

Energie

Die Anlagen in Purwakarta (Indonesien) wurden mit hohen Verfüg- barkeiten betrieben und weiter optimiert. Der historisch betrachtet immer noch hohe Kohlepreis in Asien sorgte im 1. Halbjahr 2020 für anhaltend hohe Energiekosten. Im 2. Halbjahr ging der Kohlepreis um ca. 10 Prozent zurück. Der Strompreis entwickelte sich auf ei- nem ähnlichen Niveau wie 2019. Die Dampfkosten am Standort Nanjing (China) konnten im Be- richtsjahr trotz des hohen Kohlepreises deutlich reduziert werden. Im Durchschnitt lagen die Dampfkosten um ca. 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Umstellung der Energieerzeugung von Kohle auf Erdgas mit dem Ziel, CO 2 -Emissionen zu reduzieren, wurde auch im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Der Netzstrom- preis lag um ca. 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weitere Rohstoffe

Natronlauge

Natronlauge kommt bei der Herstellung von Zellsto zum Einsatz und ist ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von Viscose- und Modalfasern. Es fällt als Kuppelprodukt bei der Chlorproduk- tion an. Die Preise für Natronlauge entwickelten sich 2020 in Eu- ropa wie in Asien deutlich rückläug. Der deutlich schwächeren Nachfrage infolge der COVID-19-Krise stand aufgrund der generell guten Nachfrage nach Chlor eine vergleichsweise hohe Produkti- onsmenge gegenüber. Dies führte zu einem erheblichen Überan- gebot an Natronlauge und in weiterer Folge zu der Preisreduktion.

Schwefel

Schwefel ist ein wesentliches Ausgangsprodukt für die Herstellung der Rohstoffe Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure, die wiede- rum für die Produktion von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden. Die Schwefelpreise gingen infolge der COVID-19-Pandemie zwischenzeitlich ebenfalls zurück, verzeichneten jedoch gegen Ende des Berichtsjahres eine spürbare Erholung.

Fasern

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strategi- sche Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, wurde erreicht. Um künftig noch wider- standsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hoch- modernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennkapazität von 100.000 to beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bauarbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch 2020 planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Mit der Neupositionierung ihrer Produktmarken sendete die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2018 eine starke Botschaft an die Konsument/innen. Mit TENCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitä- ten im Textilbereich, VEOCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Vliesstoffbereich und LENZING™ für alle industriellen Anwendun- gen bringt das Unternehmen gezielt seine Stärken zum Ausdruck. Lenzing erhöhte die Sichtbarkeit ihrer Marken im Berichtsjahr durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen weiter.

Die Lenzing Gruppe erzielte 2020 einen reinen Faserumsatz in Höhe von EUR 1,36 Mrd. Davon entelen ca. 62 Prozent auf Fasern für Textilien sowie ca. 38 Prozent auf Fasern für Vliesstoe und Fa- sern für Spezialanwendungen. Absatzregionen waren: North Asia gefolgt von AMEA (Asia, Middle East & Africa) sowie Europe & Americas. Die Gesamtfaserverkaufsmenge verringerte sich 2020 infolge der COVID-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Textil- und Be- kleidungsindustrie um 12,4 Prozent auf ca. 787.000 Tonnen (2019: ca. 899.000 Tonnen).

Der Anteil von Spezialfasern am Konzernumsatz lag mit 62 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 51,6 Prozent. Der Anteil der Standardfasern verringerte sich 2020 von 33,7 Prozent auf 21,7 Prozent. Der Anteil sonstiger Geschäftsfelder stieg von 14,7 Prozent auf 16,3 Prozent.

Fasern für Vliesstoe

Der Bereich Fasern für Vliesstoe stellte 2020 mehr denn je eine wichtige strategische Stütze für Lenzing dar. Der Markt für Feucht- tücher setzte seinen langfristigen Trend fort und verzeichnete er- neut ein starkes Wachstum. Der Bereich der Vliesfasern protierte darüber hinaus auch vom dringenden Bedarf an Hygiene- und Me- dizinprodukten. Das durch COVID-19 gesteigerte Hygienebe- wusstsein führte insbesondere zu einer starken Nachfrage nach Reinigungs-, Hygiene- und Desinfektionstüchern. Im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN konzentriert sich Lenzing auch im Bereich Vliesfasern weiterhin auf nachhaltige In- novationen, die optimal auf die Bedürfnisse der Wertschöpfungs- kette abgestimmt sind. Mit dem neuen Vliessto-Entwicklungs- Zentrum am Campus Münchberg in Deutschland, das im Septem- ber 2020 eröffnet wurde, unterstützen Lenzing und die Hochschule Hof die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Hygiene-, Körperpege- und Medizinbranche.

Der Gewinn des österreichischen Staatspreises für Innovation im Oktober des Berichtsjahres ist ein weiterer Beleg für die Leistungen und die Strategie der Lenzing, ausschließlich mit nachhaltigen Innovationen zu wachsen. Lenzing überzeugte die Jury mit ihrer LENZING™ Web Technology. Das neuartige Verfahren ist eine echte Pionierleistung und vereint die Faser- und Vliesherstellung in nur einem Schritt und setzt damit neue Standards in Hinblick auf Ezienz, Kreislaufwirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit.

2020 erfolgte außerdem die Einführung der neuen LENZING™ Lyocell Fine Skin und LENZING™ Lyocell Micro Skin Fasern unter der Marke VEOCEL™ Beauty. Diese innovativen Fasern zeichnen sich durch ein hohes Maß an Feinheit, Weichheit und Lichtdurch- lässigkeit aus und eignen sich insbesondere für Gesichtsmasken. Zudem wird ein spezielles Identikationssystem eingesetzt. Dieses sorgt für mehr Transparenz in der Lieferkette und ermöglicht es, Lyocellfasern der Marke VEOCEL™ im Endprodukt zu identizie- ren.

Der Trend zu nachhaltigeren Lösungen aus nachwachsenden Roh- stoen und biologisch abbaubaren Materialien in Kombination mit neuen Regularien wie der 2019 herausgegebenen Einwegkunst- sto-Richtlinie der EU unterstützt die Nachfrage nach Fasern der Lenzing für Vliesstoe. Die EU sieht gemäß der Richtlinie eine ein- heitliche Kennzeichnung von Kunststoen in Feuchttüchern vor. Mit ihren holzbasierten Cellulosefasern der Marke VEOCEL™ bie- tet Lenzing eine umweltverträgliche Alternative zu erdölbasierten Fasern. Markenpartner können ihre Produkte unter Einhaltung ge- nau denierter Lizenzkriterien mit dem Logo der Marke kennzeich- nen und damit mehr Transparenz für Konsument/innen schaen. Diese Kriterien stellen sicher, dass Produkte mit dem Logo der Marke VEOCEL™ frei von synthetischen Fasern sind. Neben den Cellulosefasern der Marke VEOCEL™ müssen folglich auch alle weiteren Inhaltsstoe biologisch abbaubar sein.

Die Marke VEOCEL™ konnte ihr Netzwerk an Co-Branding-Part- ner im Berichtsjahr um neue Unternehmen und Marken wie Kotex ® , Amway und Earth Rated ® erweitern und sich damit weiter am Markt etablieren. Mit der Umweltinitiative #ItsInOurHands er- reichte Lenzing bis Ende 2020 mehr als 40 Mio.# 13 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe 37

Segment Lenzing Technik

Die Lenzing Technik GmbH wurde per 30. September 2020 mit der Lenzing Aktiengesellschaft verschmolzen und ist damit ab diesem Zeitpunkt ein eigener Geschäftsbereich innerhalb der Lenzing AG. Lenzing Technik tritt in den Bereichen Filtrations- und Separationstechnik sowie Mechanische Fertigung als Anbieter am Markt auf. Beide Bereiche dienen auch als Kompetenzzentren für die Fasertechnologien der Lenzing Gruppe.

Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete die Lenzing Technik Umsatzerlöse in der Höhe von EUR 23 Mio. nach EUR 30,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019. Das entspricht einem Rückgang von 23,6 Prozent. Vom Segmentumsatz entelen EUR 9 Mio. auf Kunden außerhalb der Lenzing Gruppe (nach EUR 11,5 Mio. im Vorjahr). Das EBITDA lag bei EUR 2,1 Mio. nach EUR 3,2 Mio. im Vorjahr. Der Personalstand der Lenzing Technik betrug zum 31. Dezember 2020 exklusive Lehrlinge 159 (Ende 2019: 170).

Filtrations- und Separationstechnik

Als Vorreiter auf dem Fachgebiet der Fest-Flüssig-Trennung beschäftigt sich der Bereich der Filtrations- und Separationstechnik mit der Entwicklung und Realisierung von kundenspezifischen Filtrationsanwendungen. Die innovativen Filtrationssysteme ermöglichen Kunden effizientere Produktionsprozesse und damit eine höhere Wirtschaftlichkeit.

Mechanische Fertigung

Die mechanische Fertigung ist Hersteller Know-how- und produktionskritischer Maschinen- und Anlagenkomponenten für alle Standorte der Lenzing Gruppe. Zudem leistet der Bereich einen wertvollen Beitrag zum Schutz des geistigen Eigentums als Entwicklungspartner und Dienstleister innerhalb der Lenzing Gruppe – von der Forschung bis zur fertigen Anlage und darüber hinaus.

Segment Sonstige

Der Umsatz im Segment Sonstige ging im Geschäftsjahr 2020 um 23,7 Prozent auf EUR 4,6 Mio. zurück. Vom Segmentumsatz entelen EUR 1,9 Mio. auf Kunden außerhalb der Lenzing Gruppe (nach EUR 2,5 Mio. im Vorjahr). Das EBITDA el auf EUR 1,2 Mio. und das EBIT auf EUR 1 Mio.

36 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Fasern für Vliesstoffe

Der Bereich Fasern für Vliesstoffe stellte 2020 mehr denn je eine wichtige strategische Stütze für Lenzing dar. Der Markt für Feuchttücher setzte seinen langfristigen Trend fort und verzeichnete erneut ein starkes Wachstum. Der Bereich der Vliesfasern profitierte darüber hinaus auch vom dringenden Bedarf an Hygiene- und Medizinprodukten. Das durch COVID-19 gesteigerte Hygienebewusstsein führte insbesondere zu einer starken Nachfrage nach Reinigungs-, Hygiene- und Desinfektionstüchern.

Im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN konzentriert sich Lenzing auch im Bereich Vliesfasern weiterhin auf nachhaltige Innovationen, die optimal auf die Bedürfnisse der Wertschöpfungskette abgestimmt sind. Mit dem neuen Vliesstoff-Entwicklungs-Zentrum am Campus Münchberg in Deutschland, das im September 2020 eröffnet wurde, unterstützen Lenzing und die Hochschule Hof die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Hygiene-, Körperpflege- und Medizinbranche.

Der Gewinn des österreichischen Staatspreises für Innovation im Oktober des Berichtsjahres ist ein weiterer Beleg für die Leistungen und die Strategie der Lenzing, ausschließlich mit nachhaltigen Innovationen zu wachsen. Lenzing überzeugte die Jury mit ihrer LENZING™ Web Technology. Das neuartige Verfahren ist eine echte Pionierleistung und vereint die Faser- und Vliesherstellung in nur einem Schritt und setzt damit neue Standards in Hinblick auf Effizienz, Kreislaufwirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit.

2020 erfolgte außerdem die Einführung der neuen LENZING™ Lyocell Fine Skin und LENZING™ Lyocell Micro Skin Fasern unter der Marke VEOCEL™ Beauty. Diese innovativen Fasern zeichnen sich durch ein hohes Maß an Feinheit, Weichheit und Lichtdurchlässigkeit aus und eignen sich insbesondere für Gesichtsmasken. Zudem wird ein spezielles Identifikationssystem eingesetzt. Dieses sorgt für mehr Transparenz in der Lieferkette und ermöglicht es, Lyocellfasern der Marke VEOCEL™ im Endprodukt zu identifizieren.

Der Trend zu nachhaltigeren Lösungen aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubaren Materialien in Kombination mit neuen Regularien wie der 2019 herausgegebenen Einwegkunststoff-Richtlinie der EU unterstützt die Nachfrage nach Fasern der Lenzing für Vliesstoffe. Die EU sieht gemäß der Richtlinie eine einheitliche Kennzeichnung von Kunststoffen in Feuchttüchern vor. Mit ihren holzbasierten Cellulosefasern der Marke VEOCEL™ bietet Lenzing eine umweltverträgliche Alternative zu erdölbasierten Fasern. Markenpartner können ihre Produkte unter Einhaltung genau definierter Lizenzkriterien mit dem Logo der Marke kennzeichnen und damit mehr Transparenz für Konsument/innen schaffen. Diese Kriterien stellen sicher, dass Produkte mit dem Logo der Marke VEOCEL™ frei von synthetischen Fasern sind. Neben den Cellulosefasern der Marke VEOCEL™ müssen folglich auch alle weiteren Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sein.

Die Marke VEOCEL™ konnte ihr Netzwerk an Co-Branding-Partner im Berichtsjahr um neue Unternehmen und Marken wie Kotex®, Amway und Earth Rated® erweitern und sich damit weiter am Markt etablieren. Mit der Umweltinitiative #ItsInOurHands erreichte Lenzing bis Ende 2020 mehr als 40 Mio. Menschen und steigerte damit nicht nur die Sichtbarkeit der Marke VEOCEL™, sondern auch das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit für einen umweltbewussten Umgang mit Feuchttüchern. Die Initiative startete im 4. Quartal 2019 und klärt darüber auf, dass ein Großteil der am Markt erhältlichen Feuchttücher Plastik enthält und dieses eine starke Belastung für die Umwelt darstellt. Lenzing gestaltete 2020 auch ihre Produktwebsite www.veocel.com neu. Diese ist nun in 9 Sprachen verfügbar und enthält darüber hinaus eine „Where-to-buy“-Plattform mit 20 Markenpartnern.

Fasern für Spezialanwendungen

Die holzbasierten Cellulosefasern der Lenzing kommen auch in einer breiten Palette von technischen Spezialanwendungen zum Einsatz. Lenzing erfreut sich aufgrund der besonderen Eigenschaften ihrer innovativen Lösungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität einer wachsenden Nachfrage in diesem Geschäftsfeld und richtet ihren Fokus zunehmend auf hochwertige Anwendungen wie Komponenten für die E-Mobilität, Baustoffverstärkungen, Auskleidungen von Hochtemperaturöfen, Kaffee- und Teefilterverpackungen und biologisch abbaubare Spezialtücher.

Co-Produkte der Faserproduktion

Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder Modal­fasern produziert, als Co-Produkt LENZING™ Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und Glasindustrie sowie für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln eingesetzt. Die Verkaufsmenge am Standort Lenzing verringerte sich 2020 bei einem um 3 Prozent höheren Preis um 14 Prozent. Seit 2019 produziert und vermarktet Lenzing mit dem LENZING™ Calciumsulfat ein weiteres Co-Produkt.

Hygiene Austria LP GmbH

Im 2. Quartal 2020 gründeten Lenzing und die Palmers Textil AG das Joint-Venture Hygiene Austria LP GmbH mit dem Ziel, den erhöhten Bedarf der Bevölkerung an hochwertigen Hygiene- und Schutzartikeln zu decken. Das neue, nach der Equity-Methode bewertete Unternehmen, an dem Lenzing 50,1 Prozent und Palmers 49,9 Prozent hält, startete ab Mai des Berichtsjahres mit der Produktion und dem Verkauf von MNS- und FFP2-Masken. Das Produktsortiment wurde in einem nächsten Schritt um Masken für Kinder erweitert. Mit der Einführung eines Online-Shops (https://hygiene-austria.at) wurde im 3. Quartal ein weiterer Vertriebsweg geschaffen.# Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Erhöhung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klimaziele im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN stellten auch im Berichtsjahr den Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe dar. Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich 2020 auf EUR 668,8 Mio. nahezu verdreifacht (2019: EUR 244 Mio.).

Der starke Anstieg des Investitionsvolumens ist auf die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand zurückzuführen. Die Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien schreitet weiterhin planmäßig voran. Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2019 beteiligte sich die Duratex-Gruppe im 1. Quartal des Berichtsjahres vereinbarungsgemäß mit einem Anteil von 49 Prozent am Joint-Venture LD Celulose. Lenzing hält 51 Prozent der Anteile.

Die erwarteten Baukosten liegen bei USD 1,38 Mrd. Finanziert wird das Projekt im Wesentlichen mittels langfristigem Fremdkapital. Der Abschluss der entsprechenden Finanzierungsverträge erfolgte planmäßig im 2. Quartal 2020. IFC, ein Mitglied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mitglied der IDB Group, unterstützen das Investitionsprogramm des Joint-Ventures LD Celulose. Die Exportkreditagentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligten sich ebenfalls am Finanzierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist für das 1. Halbjahr 2022 geplant.

Im 1. Halbjahr 2020 erfolgte die Fertigstellung des Ausbauprojektes am Standort Paskov. Lenzing steigerte dadurch die Zellstoffkapazitäten vor Ort von 270.000 Tonnen auf 285.000 Tonnen pro Jahr. Die Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten erfolgte schrittweise seit 2018.

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strategische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, ist bereits erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden.

Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennkapazität von 100.000 Tonnen beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bauarbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch im Berichtsjahr planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Im Berichtsjahr stellte Lenzing außerdem ihre zweite Pilot-Fertigungslinie für TENCEL™ Luxe Filamente fertig. Mit der neuen Anlage, für die am Standort Lenzing EUR 30 Mio. investiert wurden, sind nun ausreichend Kapazitäten verfügbar, um kommerzielle Programme und weitere Faserapplikationen zu entwickeln.

Im Juni 2019 gab Lenzing bekannt, ihren CO2-Ausstoß substanziell zu reduzieren und dafür in den kommenden Jahren mehr als EUR 100 Mio. in nachhaltige Technologien und Produktionsanlagen zu investieren. Ein Großteil der Investitionen fließt in den Ausbau der geschlossenen Produktionsprozesse und in die Modernisierung der Abwasseraufbereitungsanlagen. Darüber hinaus investiert Lenzing in die Verbesserung des Energiemix. Am Standort Nanjing wurde etwa im Berichtsjahr die Umstellung der Energieerzeugung von Kohle auf Erdgas weiter vorangetrieben.

Die Entscheidung, EUR 40 Mio. in die Erweiterung der Produktion des Rohstoffes Schwefelsäure am Standort Lenzing zu investieren ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Mit einer neuen Luftreinigungs- und Wiederaufbereitungsanlage werden nicht nur die Eigenversorgung optimiert und die Prozesssicherheit erhöht. Die Investition trägt auch wesentlich zur Verbesserung des ökologischen Fußabdruckes am Standort Lenzing bei.

Investitionen

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing Gruppe sind im zentralen Bereich Research and Development (R&D) am Standort Lenzing gebündelt. Per Ende 2020 waren 212 Mitarbeiter/innen in dem Bereich beschäftigt. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E), berechnet nach Frascati (abzüglich erhaltener Förderungen), beliefen sich auf EUR 34,8 Mio. nach EUR 53,2 Mio. im Jahr 2019. Der Rückgang resultiert aus Vorbereitungen auf Investitionen, die sich erst in den kommenden Quartalen in höherem Maße auf das Volumen der F&E-Ausgaben auswirken werden, sowie COVID-19-bedingten Restriktionen. In Relation zu den Umsatzerlösen beliefen sich die F&E-Ausgaben auf 2,1 Prozent (nach 2,5 Prozent im Jahr 2019).

Die von R&D erbrachten Leistungen zeigen sich auch an den 1.369 Patenten und Patentanmeldungen (aus 180 Patentfamilien), welche die Lenzing Gruppe weltweit in 55 Ländern hält.

Die Pandemie und die einhergehenden Einschränkungen beein- flussten auch den Bereich R&D. Die Schlüsselprojekte konnten 2020 dennoch umgesetzt bzw. weiter vorangetrieben werden, auch die Serviceleistungen für andere Bereiche der Organisationen konnten aufrechterhalten werden.

Schwerpunkte 2020

Im Oktober 2020 wurde Lenzing mit dem österreichischen „Staatspreis Innovation“ ausgezeichnet. Lenzing ging mit dem Projekt LENZING™ Web Technology als Sieger hervor und erhielt damit die höchste Anerkennung für besonders innovative Leistungen in Österreich. Lenzing erhielt im Oktober 2020 auch den Pegasus Award in Silber in der Kategorie „Innovationskaiser“. Beide Auszeichnungen setzen ein Hauptaugenmerk auf Nachhaltigkeitsaspekte und unterstreichen daher die Leistungen der Lenzing im Bereich nachhaltigen Innovationen.

Mit der LENZING™ Web Technology setzt Lenzing neue Standards in Hinblick auf Effizienz, Kreislaufwirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit. Das Verfahren erlaubt die Herstellung von cellulo- sischen Vliesstoffen direkt aus der Spinmasse, wodurch Verarbeitungsschritte entlang der Wertschöpfungskette entfallen. Darüber hinaus ermöglicht es die Herstellung von Vliesstoffen mit Eigenschaften, die sonst mit dem Rohmaterial Cellulose nicht zu realisieren sind. So wurde 2020 kurzfristig mit der Entwicklung eines Vlieses, das in Schutzmasken einsetzbar sowie biobasiert und biologisch abbaubar ist, begonnen. Dieses Projekt wird im Rahmen des Emergency-Call der FFG zur Erforschung von COVID-19 gefördert.

Der Einsatz von holzbasierten Cellulosefasern in Vlies-Anwen- dungen war aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach biobasierten Produkten in dem Bereich ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Berichtsjahr. Neben der Entwicklung neuer Anwendungen gemeinsam mit den Partnern wurde insbesondere das Abbauverhalten dieser Produkte in unterschiedlichen Umgebungen untersucht.

Mit den neuen LENZING™ Lyocell Fine Skin und LENZING™ Lyocell Micro Skin Fasern für den Beauty-Bereich brachte Lenzing darüber hinaus Fasern auf den Markt, die das eigens entwickelte Identifikationssystem erstmals auch im Vliesstoff-Bereich zum Einsatz bringen und somit eine zweifelsfreie Identifikation der Fasern erlauben. Der Einsatz der Blockchain-Technologie zur Rückverfolgung der Lenzing Fasern wurde gemeinsam mit dem Partner TextileGenesis™ weiterentwickelt und in ersten Regionen erfolgreich eingeführt.

Nachhaltigkeit ist auch bei der Weiterentwicklung der Produkti- onsprozesse für Zellstoff und Fasern ein wesentlicher Aspekt. So wurden im Zuge der Bioraffinerie-Aktivitäten zusätzliche Produkte evaluiert, um die stoffliche Verwertung des Rohstoffes Holz weiter zu steigern. Auch an weiterer Kreislaufschließung und verbesserter Rückgewinnung wurde gearbeitet.

Auf der Faserseite wurden um- fangreiche Aktivitäten zur Ressourcen- und Energieeffizienz ge- startet mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß weiter zu senken und die von Lenzing gesetzten Klimaziele zu erreichen. Im Zuge dieser Aktivitäten ist Lenzing auch Partner in einem Projekt der Modellregion NEFI (New Energy for Industry). Ziel dabei ist, den Einsatz von neuartigen Wärmepumpen im industriellen Umfeld zu etablieren und damit etwa den CO2-Ausstoß weiter zu senken.

Innovationszentren und Kooperationen

Einen intensiven Austausch gibt es auch mit den Applikations- und Innovationszentren in Hongkong und Purwakarta. Dort werden vor Ort gemeinsam mit Kunden neue Anwendungen für die Textilfa- sern der Lenzing Gruppe entwickelt. Lenzing intensiviert durch diese gemeinsame Entwicklungsarbeit die globale Zusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette.

Ein Beispiel für eine Entwicklung im Lenzing Application Innovation Center (AIC) in Hongkong ist die Zusammenarbeit mit Smartex. Dabei wird im AIC ein System von Kameras und Technologien im- plementiert, die in Rundstrickmaschinen installiert werden können, um Stofffehlerprüfungen in Echtzeit durchzuführen und somit Textilabfälle zu reduzieren.

Lenzing intensivierte 2020 trotz des schwierigen Umfelds die Zu- sammenarbeit mit Universitäten, NGOs und Firmen. So ist Lenzing Gründungsmitglied der Renewable Carbon Initiative (RCI). Elf führende Unternehmen aus sechs Ländern haben im September 2020 unter der Leitung des nova-Instituts (Deutschland) diese Initiative gegründet. Ziel der Initiative ist es, den Übergang von fossilen Roh- stoen wie Erdöl, Erdgas und Kohle zu erneuerbarem Kohlenstoff für alle organischen Chemikalien und Materialien zu unterstützen und zu beschleunigen.

Im September 2020 wurde auch das neue Vliesstoff-Entwicklungszentrum an der Hochschule Hof (Deutsch- land) eröffnet. Als strategischer Partner erhält Lenzing damit Zu- gang zu den hochmodernen Anlagen, in denen künftig nachhaltige Lösungen für die Hygiene-, Körperpflege- und Medizinbranche entwickelt werden.# Forschung und Entwicklung

38 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Erhöhung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klimaziele im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN stellten auch im Berichtsjahr den Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe dar. Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich 2020 auf EUR 668,8 Mio. nahezu verdreifacht (2019: EUR 244 Mio.). Der starke Anstieg des Investitionsvolumens ist auf die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand zurückzuführen.

Die Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien schreitet weiterhin planmäßig voran. Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2019 beteiligte sich die Duratex-Gruppe im 1. Quartal des Berichtsjahres vereinbarungsgemäß mit einem Anteil von 49 Prozent am Joint-Venture LD Celulose. Lenzing hält 51 Prozent der Anteile. Die erwarteten Baukosten liegen bei USD 1,38 Mrd. Finanziert wird das Projekt im Wesentlichen mittels langfristigem Fremdkapital. Der Abschluss der entsprechenden Finanzierungsverträge erfolgte planmäßig im 2. Quartal 2020. IFC, ein Mitglied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mitglied der IDB Group, unterstützen das Investitionsprogramm des Joint-Ventures LD Celulose. Die Exportkreditagentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligten sich ebenfalls am Finanzierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist für das 1. Halbjahr 2022 geplant.

Im 1. Halbjahr 2020 erfolgte die Fertigstellung des Ausbauprojektes am Standort Paskov. Lenzing steigerte dadurch die Zellstoffkapazitäten vor Ort von 270.000 Tonnen auf 285.000 Tonnen pro Jahr. Die Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten erfolgte schrittweise seit 2018.

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strategische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, ist bereits erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennkapazität von 100.000 Tonnen beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bauarbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch im Berichtsjahr planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Im Berichtsjahr stellte Lenzing außerdem ihre zweite Pilot-Fertigungslinie für TENCEL™ Luxe Filamente fertig. Mit der neuen Anlage, für die am Standort Lenzing EUR 30 Mio. investiert wurden, sind nun ausreichend Kapazitäten verfügbar, um kommerzielle Programme und weitere Faserapplikationen zu entwickeln.

Im Juni 2019 gab Lenzing bekannt, ihren CO2-Ausstoß substanziell zu reduzieren und dafür in den kommenden Jahren mehr als EUR 100 Mio. in nachhaltige Technologien und Produktionsanlagen zu investieren. Ein Großteil der Investitionen fließt in den Ausbau der geschlossenen Produktionsprozesse und in die Modernisierung der Abwasseraufbereitungsanlagen. Darüber hinaus investiert Lenzing in die Verbesserung des Energiemix. Am Standort Nanjing wurde etwa im Berichtsjahr die Umstellung der Energieerzeugung von Kohle auf Erdgas weiter vorangetrieben. Die Entscheidung, EUR 40 Mio. in die Erweiterung der Produktion des Rohstoffes Schwefelsäure am Standort Lenzing zu investieren ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Mit einer neuen Luftreinigungs- und Wiederaufbereitungsanlage werden nicht nur die Eigenversorgung optimiert und die Prozesssicherheit erhöht. Die Investition trägt auch wesentlich zur Verbesserung des ökologischen Fußabdruckes am Standort Lenzing bei.

16 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

40 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die Themen Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Verantwortung für Menschen gehören zu den strategischen Grundwerten der Lenzing Gruppe. Nachhaltigkeit ist daher fest in der sCore TEN Strategie verankert. Aktuelle Informationen zum Nachhaltigkeitsansatz finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe, der gleichzeitig den konsolidierten nichtfinanziellen Bericht im Sinne des § 267a Unternehmensgesetzbuch darstellt.

Nicht-finanzielle Erklärung

17 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

41

Aktuelles Risikoumfeld

Für eine ausführliche Bestandsaufnahme der Entwicklungen am Weltfasermarkt im Berichtsjahr und den damit zusammenhängenden Risiken für die Lenzing Gruppe siehe Kapitel „Allgemeines Marktumfeld“.

Das aktuelle Risikoumfeld ist durch die globale COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent aus. 2021 soll die globale Wirtschaft laut jüngster Prognose um 5,5 Prozent wachsen. Eine wirtschaftliche Erholung ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Darüber hinaus beeinflussen die Folgen des Klimawandels und die damit verbundenen, immer häufiger auftretenden Wetterextreme sowie zunehmende politische Polarisierung auf globaler Ebene das Risikoumfeld.

Risikoausblick für 2021

Die weitere Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe kann aufgrund der weltweiten COVID-19-Krise und der dadurch stark eingeschränkten Visibilität nach wie vor nur grob eingeschätzt werden. Trotz einer deutlichen Erholung am Fasermarkt ab dem 3. Quartal 2020 stellt die weiter anhaltende Unsicherheit bezüglich der Preis- und Nachfrageentwicklung bei allen Fasertypen ein hohes Risikopotenzial für das operative Ergebnis dar.

Der generelle Nachfrageeinbruch, gepaart mit der großen Preisdifferenz zu anderen Fasertypen wie Baumwolle und Polyester wirkte sich 2020 auch auf die Preise für holzbasierte Spezialfasern negativ aus. Die sCore TEN Strategie zielt darauf ab, die Auswirkungen dieser Entwicklung zu mindern.

Die Versorgung der Faserwerke mit Zellstoff gilt durch den kontinuierlichen Ausbau der bestehenden Zellstoffkapazitäten der Lenzing Gruppe sowie die ausreichende Verfügbarkeit am Weltmarkt als gesichert. Lenzing erweitert aktuell seine Zellstoffmengen durch den Bau einer neuen Anlage in Brasilien mit einer jährlichen Kapazität von 500.000 Tonnen und sichert die Rohstoffversorgung damit langfristig ab.

Der wirtschaftliche Schock infolge der COVID-19-Pandemie führte 2020 auch zu einem deutlichen Preisrückgang bei produktionskritischen Rohstoffen wie Natronlauge und Schwefel.

Der US-Dollar schwankte 2020 gegenüber dem Euro in einer Bandbreite von ca. 15 Prozent. Der chinesische Yuan hielt sich gegenüber dem Euro in einer Bandbreite von ca. 10 Prozent. Eine Abwertung des US-Dollar oder des Yuan gegenüber dem Euro würde sich negativ auf das offene Währungsvolumen der Lenzing Gruppe auswirken.

Das Liquiditätsrisiko wird für das Jahr 2021 aufgrund der sehr stabilen Finanzstruktur als gering eingeschätzt. Die Liquidität wurde durch eine neu begebene Hybridanleihe mit einem Volumen von EUR 500 Mio. zusätzlich verbessert.

In der Kategorie der betrieblichen Risiken sowie der Umwelt- und Haftungsrisiken gab es 2020 keine wesentlichen Schadensfälle, die ein hohes Schadenspotenzial beinhalten.

Bei der Hygiene Austria LP GmbH fand Anfang März 2021 eine Hausdurchsuchung in Zusammenhang mit vermuteten Gesetzesverstößen statt. Da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts zum Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses nicht möglich. Die im Konzernabschluss der Lenzing Gruppe (Note 21 und 38) angeführten Vermögenswerte und Haftungen im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Hygiene Austria unterliegen aufgrund der aktuellen Ereignisse einem Wertveränderungsrisiko, das zum derzeitigen Zeitpunkt nicht einschätzbar ist.

Risikomanagement

Der Hauptzweck des Risikomanagements der Lenzing Gruppe besteht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch eine richtige und transparente Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken. Der Vorstand der Lenzing Gruppe übernimmt dabei gemeinsam mit den Leitern der ihm jeweils zugeordneten Einheiten umfangreiche Steuerungs- und Controlling-Aufgaben im Rahmen eines internen, alle Standorte umfassenden, integrierten Kontrollsystems. Das rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf strategische und operative Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Führungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen.

Grundlagen dafür sind ein einheitliches und konzernweites, auf Monatsbasis aufgebautes Berichtswesen und eine laufende Überwachung der operativen und strategischen Pläne. Lenzing hat ein unternehmensweites Risikomanagement-System, welches die zentrale Koordination und Überwachung des Risikomanagement-Prozesses für den gesamten Konzern durchführt. Es erfasst und bewertet gemeinsam mit den operativen Einheiten die wesentlichen Risiken und kommuniziert diese direkt dem Vorstand und dem Management. Eine präventive Analyse von potenziellen oder Beinahe-Ereignissen ist ebenso Ziel des Risikomanagements. Zusätzlich ist es auch Aufgabe des Risikomanagements, Risiken aktiv zu steuern und entsprechende Maßnahmen mit den betroffenen Unternehmensbereichen zu evaluieren.

2020 wurden erstmals Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel identifiziert und bewertet. Ab 2021 werden diese Risiken sowie entsprechende Mitigationsmaßnahmen im Risikomanagement-Prozess berücksichtigt.# Risikomanagement-Strategie

Damit soll in weiterer Folge den Anforderungen der TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) zu klimabe- zogenen Risiken Rechnung getragen werden.

Risikobericht

Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die Themen Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Verant- wortung für Menschen gehören zu den strategischen Grundwer- ten der Lenzing Gruppe. Nachhaltigkeit ist daher fest in der sCore TEN Strategie verankert. Aktuelle Informationen zum Nachhaltig- keitsansatz nden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe, der gleichzeitig den konsolidierten nichtnanziel- len Bericht im Sinne des § 267a Unternehmensgesetzbuch darstellt.

Nichtnanzielle Erklärung

Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Risikoanalyse (nach COSO ®1 Framework)

Das zentrale Risikomanagement führt halbjährliche Risiko-Assess- ments in sämtlichen Produktionsstandorten und funktionalen Ein- heiten mit einem Zeithorizont von fünf Jahren durch. Die wesentli- chen Risiken werden gemäß den internationalen COSO ® -Stan- dards erfasst und bewertet. Es werden nur Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt. Dabei wird die nanzielle Auswirkung eines möglichen Schadens auf das Kon- zern-EBITDA oder auf die liquiden Mittel berücksichtigt. Die prog- nostizierte künftige Ergebnisentwicklung wird unter Berücksichti- gung der Risiken simuliert (EBITDA-at-risk) und die Bandbreite der möglichen Abweichungen zum jeweiligen Budget ermittelt. Lenzing bedient sich dazu einer Simulationssoftware, die auch weitere KPIs wie den Value at Risk (Wert im Risiko), einen risiko- adjustierten ROCE und eine Sensitivitätsanalyse errechnet.

Risikomitigation

Es wird versucht, je nach Auswirkung auf das Unternehmen, Risi- ken durch entsprechende Maßnahmen zu minimieren, zu vermei- den oder auch in bestimmten Fällen bewusst einzugehen.

Verantwortlichkeit

Die Zuordnung der Risiken erfolgt aufgrund der bestehenden Or- ganisationsmatrix. Jedes Risiko ist einem Risikoverantwortlichen zugewiesen.

Risikoüberwachung/-kontrolle

Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage- ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH ge- mäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung auditiert und bestätigt.

Berichterstattung

Die Hauptrisiken werden in einem Bericht ausführlich dargestellt und mit dem Vorstand als auch dem Prüfungsausschuss bespro- chen.

Marktumfeldrisiken

Marktrisiko

Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von makroökonomischen Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwicklung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei Fasern für Vliesstoe zyklisch, da sie von globalen und regionalen Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärk- ten konkurrieren Lenzing Fasern mit Baumwolle und synthetischen Fasern. Deren Preisentwicklung beeinusst somit auch die Ent- wicklung der Umsätze und Verkaufsmengen von Lenzing Fasern. Diesem Risiko wirkt die Lenzing Gruppe durch einen ständig stei- genden Spezialitätenanteil im globalen Produktportfolio sowie ei- ner konsequenten Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie ent- gegen. Ziel ist, den Anteil der Spezialfasern bis 2024 auf 75 Pro- zent des Faserumsatzes zu erhöhen sowie die Rolle als führendes Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit im Faserbereich weiter auszubauen. Hohe Qualitätsstandards in Verbindung mit dem An- gebot von Mehrwertdiensten im Standardbereich zielen ebenfalls auf die Sicherung der Marktführerschaft von Lenzing ab. Die Lenzing Gruppe setzt auf eine starke internationale Marktprä- senz, speziell in Asien, in Verbindung mit einem erstklassigen, regi- onalen Betreuungsnetzwerk für die Kunden sowie einer hohen kun- denorientierten Produktdiversikation. Im Berichtsjahr wurde in Kooperation mit der Textil- und Mode-Vereinigung von Singapur ein Center für Mode-Designer erönet, um die Marke TENCEL™ bei Konsument/innen präsenter zu machen.

Absatzrisiko

Die Lenzing Gruppe erzielt etwa die Hälfte des Faserumsatzes mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Großkunden. Abnahme- ausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänzliche Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Ersatz zu nden, stel- len gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen durch seine glo- bale Präsenz und die laufende Erweiterung des Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein strenges Forderungsma- nagement und den Einsatz einer weltweiten Kreditversicherung ab- gedeckt.

Innovationsrisiko und Wettbewerbsrisiko

Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf dem Fasermarkt durch steigenden Wettbewerb oder neue Technologien von Mitbewerbern zu verlieren. Der Verlust der Marktposition könnte insbesondere eintreten, wenn die Lenzing Gruppe nicht in der Lage wäre, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, Produkte nicht den Vorgaben oder Qualitätsstandards der Kunden entsprächen oder die Kundenbetreuung hinter den Erwartungen zurückbliebe. Diesem Risiko steuert Lenzing durch eine für die Branche überdurchschnittliche Forschungs- und Entwicklungstä- tigkeit, eine hohe Produktinnovationsrate sowie durch ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die Lenzing Gruppe sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets mit dem Risiko konfrontiert, dass annehmbare oder sogar überlegene Alternativprodukte ver- fügbar werden und zu günstigeren Preisen als holzbasierte Cellu- losefasern erhältlich werden könnten.

Gesetze und Verordnungen

Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter- schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter fallen auch Importzölle, Produktklassizierungen, Umweltauagen etc., sowie die strengere Auslegung von Gesetzen können zu er- heblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnachteilen führen. Die Lenzing Gruppe verfügt mit der Abteilung „Legal Management, Intellectual Property und Compliance“ über einen eigenen Unter- nehmensbereich der entsprechende Beratungsleistungen und Risi- koeinschätzungen durchführt. Infolge der weitreichenden Auswirkungen der globalen Erwär- mung auf die Gesellschaft und Ökosysteme ist mit zu rechnen, dass Regierungen mit einer Verschärfung der Gesetze reagieren. Neben der Reduktion der in der EU ausgegebenen CO 2 -Zertikate droht beispielsweise auch die Einführung neuer Steuern auf CO 2 - Emissionen. Die Durchsetzung ähnlicher Vorhaben ist derzeit auch in anderen Regionen und Ländern geplant. Eine Implementierung regional unterschiedlicher Maßnahmen kann den gesellschaftlichen Erfolg der Lenzing Gruppe negativ beeinussen. Um die klimabe- dingten Übergangsrisiken zu mindern und die Resilienz in diesem Bereich weiter zu erhöhen, setzt die Lenzing Gruppe eine Vielzahl an Maßnahmen um.

Markenrisiken

Es besteht das Risiko von fehlendem oder unvollständigem Schutz von geistigem Eigentum und Marken für Produkte von Lenzing. Die Lenzing Gruppe steuert diese Risiken mittels eigener Abteilungen für den Schutz von Marken und geistigem Eigentum. Darüber hin- aus wird diesem Risiko mit einer klaren Markenstrategie und inte- grierten Prozessen Rechnung getragen.

Klimawandel und Verschmutzung der Meere

Das Bewusstsein für die Probleme, die Klimawandel und Erderwär- mung mit sich bringen, ist deutlich gestiegen. Der Meeresspiegel steigt mit zunehmendem Abschmelzen der Gletscher an. Gleich- zeitig werden wetterbedingte Katastrophen noch extremer. Die Lenzing Gruppe ist sich der weitreichenden Auswirkungen des Kli- mawandels auf die Gesellschaft und die Ökosysteme bewusst und setzt sich ambitionierte und klare Nachhaltigkeitsziele. Lenzing wird ihre CO 2 -Emissionen in den nächsten Jahren substanziell re- duzieren. Das Ziel für 2050 lautet klimaneutral zu sein. Die strate- gische Festlegung bis 2024 sieht vor, die Emissionen je Tonne Pro- dukt um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 zu senken. Um die Dekarbonisierung der eigenen Wertschöpfung und der ge- samten textilen Lieferkette voranzutreiben, entwickelt Lenzing auch ihr Produktangebot kontinuierlich weiter. Im 3. Quartal 2020 führte Lenzing die ersten CO 2 -neutralen Fasern am Markt ein. Die neuen Fasern, die unter der Marke TENCEL™ vertrieben werden, sind gemäß der Richtlinie des „CarbonNeutral Protocol“ als Car- bonNeutral ® -Produkte für die Textilindustrie zertiziert. Lenzing sucht kontinuierlich nach Möglichkeiten zur Erhöhung ih- rer Energieezienz sowie nach Gelegenheiten zur Nutzung erneu- erbarer Energiequellen oder solcher mit geringeren CO 2 -Emissio- nen. Lenzing plant beispielsweise auf einer Fläche von 55.000 m² die Errichtung der größten Photovoltaik-Freiächenanlage Ober- österreichs. Der Baubeginn ist für den Sommer 2021, die Inbetrieb- nahme für das 2. Halbjahr 2021 geplant. Die Belastung der Weltmeere durch Plastikmüll und Mikroplastik stellt ebenso eine globale Bedrohung dar. Lenzing wirkt dieser Ent- wicklung durch die nachhaltige Herstellung biologisch abbaubarer und kompostierbarer Fasern entgegen. Mehr über die Ziele und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie „Naturally positive“ lesen Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiko (inkl. Zellstoversorgung)

Zur Herstellung von Cellulosefasern muss die Lenzing Gruppe große Mengen an Rohstoen (Holz, Zellsto, Chemikalien) und Energie zukaufen. Die Faserproduktion und deren Margen sind Ri- siken der Verfügbarkeit und der Preisentwicklung dieser Rohstoe unterworfen, die zum Nachteil der Lenzing Gruppe schwanken und durch den Klimawandel weiter verstärkt werden können.# 42 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Risikoanalyse (nach COSO ®1 Framework)

Das zentrale Risikomanagement führt halbjährliche Risiko-Assessments in sämtlichen Produktionsstandorten und funktionalen Einheiten mit einem Zeithorizont von fünf Jahren durch. Die wesentlichen Risiken werden gemäß den internationalen COSO ® -Standards erfasst und bewertet. Es werden nur Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt. Dabei wird die nanzielle Auswirkung eines möglichen Schadens auf das Konzern-EBITDA oder auf die liquiden Mittel berücksichtigt. Die prog- nostizierte künftige Ergebnisentwicklung wird unter Berücksichti- gung der Risiken simuliert (EBITDA-at-risk) und die Bandbreite der möglichen Abweichungen zum jeweiligen Budget ermittelt. Lenzing bedient sich dazu einer Simulationssoftware, die auch weitere KPIs wie den Value at Risk (Wert im Risiko), einen risiko- adjustierten ROCE und eine Sensitivitätsanalyse errechnet.

Risikomitigation

Es wird versucht, je nach Auswirkung auf das Unternehmen, Risi- ken durch entsprechende Maßnahmen zu minimieren, zu vermei- den oder auch in bestimmten Fällen bewusst einzugehen.

Verantwortlichkeit

Die Zuordnung der Risiken erfolgt aufgrund der bestehenden Or- ganisationsmatrix. Jedes Risiko ist einem Risikoverantwortlichen zugewiesen.

Risikoüberwachung/-kontrolle

Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage- ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH ge- mäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung auditiert und bestätigt.

Berichterstattung

Die Hauptrisiken werden in einem Bericht ausführlich dargestellt und mit dem Vorstand als auch dem Prüfungsausschuss bespro- chen.

Marktumfeldrisiken

Marktrisiko

Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von makroökonomischen Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwicklung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei Fasern für Vliesstoffe zyklisch, da sie von globalen und regionalen Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärk- ten konkurrieren Lenzing Fasern mit Baumwolle und synthetischen Fasern. Deren Preisentwicklung beeinusst somit auch die Ent- wicklung der Umsätze und Verkaufsmengen von Lenzing Fasern. Diesem Risiko wirkt die Lenzing Gruppe durch einen ständig stei- genden Spezialitätenanteil im globalen Produktportfolio sowie ei- ner konsequenten Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie ent- gegen. Ziel ist, den Anteil der Spezialfasern bis 2024 auf 75 Pro- zent des Faserumsatzes zu erhöhen sowie die Rolle als führendes Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit im Faserbereich weiter auszubauen. Hohe Qualitätsstandards in Verbindung mit dem An- gebot von Mehrwertdiensten im Standardbereich zielen ebenfalls auf die Sicherung der Marktführerschaft von Lenzing ab. Die Lenzing Gruppe setzt auf eine starke internationale Marktprä- senz, speziell in Asien, in Verbindung mit einem erstklassigen, regi- onalen Betreuungsnetzwerk für die Kunden sowie einer hohen kun- denorientierten Produktdiversikation. Im Berichtsjahr wurde in Kooperation mit der Textil- und Mode-Vereinigung von Singapur ein Center für Mode-Designer erönet, um die Marke TENCEL™ bei Konsument/innen präsenter zu machen.

Absatzrisiko

Die Lenzing Gruppe erzielt etwa die Hälfte des Faserumsatzes mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Großkunden. Abnahme- ausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänzliche Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Ersatz zu nden, stel- len gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen durch seine glo- bale Präsenz und die laufende Erweiterung des Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein strenges Forderungsma- nagement und den Einsatz einer weltweiten Kreditversicherung abgedeckt.

Innovationsrisiko und Wettbewerbsrisiko

Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf dem Fasermarkt durch steigenden Wettbewerb oder neue Technologien von Mitbewerbern zu verlieren. Der Verlust der Marktposition könnte insbesondere eintreten, wenn die Lenzing Gruppe nicht in der Lage wäre, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, Produkte nicht den Vorgaben oder Qualitätsstandards der Kunden entsprächen oder die Kundenbetreuung hinter den Erwartungen zurückbliebe. Diesem Risiko steuert Lenzing durch eine für die Branche überdurchschnittliche Forschungs- und Entwicklungstä- tigkeit, eine hohe Produktinnovationsrate sowie durch ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die Lenzing Gruppe sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets mit dem Risiko konfrontiert, dass annehmbare oder sogar überlegene Alternativprodukte ver- fügbar werden und zu günstigeren Preisen als holzbasierte Cellu- losefasern erhältlich werden könnten.

Gesetze und Verordnungen

Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter- schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter fallen auch Importzölle, Produktklassifizierungen, Umweltauflagen etc., sowie die strengere Auslegung von Gesetzen können zu er- heblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnachteilen führen. Die Lenzing Gruppe verfügt mit der Abteilung „Legal Management, Intellectual Property und Compliance“ über einen eigenen Unter- nehmensbereich, der entsprechende Beratungsleistungen und Risi- koeinschätzungen durchführt. Infolge der weitreichenden Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Gesellschaft und Ökosysteme ist mit zu rechnen, dass Regierungen mit einer Verschärfung der Gesetze reagieren. Neben der Reduktion der in der EU ausgegebenen CO 2 -Zertifikate droht beispielsweise auch die Einführung neuer Steuern auf CO 2 -Emissionen. Die Durchsetzung ähnlicher Vorhaben ist derzeit auch 1 Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission


Die- sen Risiken wirkt Lenzing durch eine sorgfältige Auswahl der Lie- feranten nach den Kriterien Preis, Zuverlässigkeit und Qualität, EcoVadis-basierte Nachhaltigkeitsbewertungen, aber auch durch langjährig ausgerichtete, stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen mit teilweise mehrjährigen Abnahmeverträgen entgegen. Alle Zu- lieferer sind außerdem verpichtet, den Globalen Lieferanten-Ver- haltenskodex von Lenzing einzuhalten. Dennoch besteht das Risiko von Verstößen mit negativen Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe und ihre Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette. Lieferkettenrisiken können sich auch aus Störungen ergeben, die durch Naturereignisse ausgelöst werden. Lenzing ist mit einigen Rohstofflieferanten und Dienstleistungs- partnern langfristige Vertragsbeziehungen eingegangen. Diese verpichten Lenzing dazu, festgesetzte Mengen an Rohstoffen zu standardisierten Konditionen und mit möglichen Preisanpassungs- klauseln abzunehmen. Daraus kann für Lenzing resultieren, dass Preise, Abnahmemengen oder andere Vertragsbedingungen nicht unmittelbar an die geänderten Marktbedingungen angepasst wer- den können. Teil der sCore TEN Strategie ist, eine verstärkte Rückwärtsintegration durch den Ausbau der konzerneigenen Zellstoffproduktion zu erzie- len.

Logistikrisiko

Die zunehmende Vernetzung der globalen Beschaffungs- und Ab- satzmärkte, sowie stark kostenfokussierte Lieferketten können zu un- erwarteten Ereignissen wie Lieferantenausfällen und daraus resultie- renden Nachfrageproblemen bei den Faserstandorten führen. Auf- grund der teilweise langen Transportwege kann es dadurch zu Pro- duktionsausfällen bei Lenzing aber auch zu Engpässen bei unseren Kunden kommen. Lenzing hat eine eigene „Global Logistics“-Abtei- lung, die sich laufend damit beschäftigt, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und alternative Transportmethoden zu erarbeiten. Im Be- richtsjahr wurde erstmals die Beförderung von Fasern von Europa nach China über die Bahnstrecke durchgeführt.

Betriebliche Risiken, Umweltrisiken und Risiken im Zusammenhang mit Naturgefahren

Zur Herstellung von holzbasierten Cellulosefasern bedarf es kom- plexer chemischer und physikalischer Vorgänge, die gewisse Um- weltrisiken bedingen. Durch proaktives und nachhaltiges Umwelt- management, geschlossene Produktionskreisläufe und laufendes Monitoring der Emissionen werden diese Risiken sehr gut be- herrscht. Lenzing arbeitet beständig daran, Sicherheit und Um- weltstandards durch freiwillige Referenzen, wie das EU Ecolabel, weiter zu erhöhen. Da die Lenzing Gruppe seit Jahrzehnten Pro- duktionsstätten an mehreren Orten betreibt, können Risiken für Umweltschäden aus früheren Perioden nicht gänzlich ausge- schlossen werden. Obwohl die Lenzing Gruppe bei Bau, Betrieb und Erhaltung ihrer Produktionsstandorte sehr hohe Standards im Bereich Technik und Sicherheit anlegt, kann das Risiko von Betriebsstörungen und -un- fällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Solche Störungen können auch von äußeren Faktoren verursacht werden, die sich dem Ein- flussbereich von Lenzing entziehen. Gegen Naturgefahren (Wirbelstürme, Erdbeben, Überflutungen etc.) ist keine unmittel- bare Absicherung möglich. Zudem besteht das Risiko von Perso-


nen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb als auch außer- halb der Betriebstätten, welche zusätzlich zu beträchtlichen Schadenersatzforderungen und strafrechtlicher Verantwortlich- keit führen können. Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Be- triebsstätten beeinusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele der Lenzing Gruppe.

Produkthaftungsrisiko

Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen welt- weit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der Lieferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines man- gelhaften Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen verursacht werden.


20 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe


44 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe


Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter- schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter fallen auch Importzölle, Produktklassifizierungen, Umweltauflagen etc., sowie die strengere Auslegung von Gesetzen können zu er- heblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnachteilen führen. Die Lenzing Gruppe verfügt mit der Abteilung „Legal Management, Intellectual Property und Compliance“ über einen eigenen Unter- nehmensbereich, der entsprechende Beratungsleistungen und Risi- koeinschätzungen durchführt. Infolge der weitreichenden Auswirkungen der globalen Er- wärmung auf die Gesellschaft und Ökosysteme ist mit zu rechnen, dass Regierungen mit einer Verschärfung der Gesetze reagieren. Neben der Reduktion der in der EU ausgegebenen CO 2 -Zertifikate droht beispielsweise auch die Einführung neuer Steuern auf CO 2 - Emissionen. Die Durchsetzung ähnlicher Vorhaben ist derzeit auch# Risikobericht

Betriebliche Risiken

Produkthaftungsrisiko

Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen weltweit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der Lieferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangelhaften Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen verursacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Verschmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöpfungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäftigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die möglichen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing wirkt diesem Risiko durch eine eigene Abteilung entgegen, die sich ausschließlich mit Verarbeitungsproblemen unserer Produkte beim Kunden bzw. Reklamationen beschäftigt. Angemessene Vorsichtsmaßnahmen im Produktionsprozess sowie regelmäßige Qualitätskontrollen sind implementiert. Drittschäden, welche durch Lenzing verursacht werden, werden in einem globalen Haftpflichtprogramm versichert.

Finanzrisiken

Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf den Konzernanhang, Note 35 bis 38, verwiesen.

Steuerrisiko

Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweiligen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen sowohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steuerbelastungen führen.

Compliance

Die ständige Verschärfung internationaler Verhaltensrichtlinien und Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhaltung und Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende Kontrollen in den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumentation können zur Verletzung von geltenden Regeln führen und die Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg durch Compliance-Verstöße erheblich gefährden. Lenzing begegnet diesem Risiko unter anderem mit der ständigen Weiterentwicklung ihrer konzernweiten Compliance-Organisation, einem gruppenweit gültigen Verhaltenskodex, einer „Anti-Bribery und Corruption Directive“, einer „Antitrust Directive“ sowie einer „Anti Money-Laundering Directive“. Für weitere Informationen zum Thema Compliance siehe „Corporate Governance Bericht“.

Personelle Risiken

Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter/innen in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeiter/innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Die Lenzing Gruppe hat eine global aufgestellte Personalabteilung, die sich in Fragen der Personalplanung mit den jeweiligen Standorten abstimmt und sämtliche Personalthemen zentral steuert und kontrolliert. Dazu gehören unter anderem globale Management- und Ausbildungsprogramme für potenzielle Führungskräfte, die von der Personalabteilung organisiert werden. Mitarbeiter/innen der Lenzing Gruppe sowie Arbeiter und Angestellte von Fremdfirmen sind in den Produktionsstätten einem Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Lenzing Programm „Heartbeat for Health & Safety“ berücksichtigt dieses Risiko und enthält einen strategischen Ansatz für Gefahrenminderung, Vorsichtsmaßnahmen und ausgiebige Schulungen. Mehr Informationen zum Thema Sicherheit und Gesundheit lesen Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe. Weiters entstehen bei der Beauftragung von Fremdfirmen vor allem im Zusammenhang mit den beiden Großprojekten in Thailand und Brasilien Risiken im Zusammenhang mit der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.

Risiken im Zusammenhang mit Großprojekten

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und die Erhöhung des Spezialfaseranteils im Sinne der sCore TEN Strategie stellten auch 2020 einen wesentlichen Kern der Aktivitäten der Lenzing Gruppe dar. Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand. Derartige Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer Kosten- und Zeitüberschreitung in sich. Lenzing wirkt diesen Risiken mit einer konsequenten Planung, konsequentem Projektmanagement, laufenden Kostenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Risikotransfer entgegen. Bei Projekten dieser Größe werden zusätzlich zum laufenden Risikomanagement Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt, um die Sensitivität der wesentlichsten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen darzustellen. Die Umsetzung der beiden Großprojekte in Brasilien und Thailand verlief im Berichtsjahr unverändert nach Plan.

Risiken aus externer Sicht

Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähnten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegenüber den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe. Als einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer der Produktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesellschaft. Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken (Partnerschaften für systemischen Wandel) und zur Schaffung von Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der Innovations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Als Beispiele können hier gemeinsame Aktivitäten mit NGOs wie Canopy genannt werden. Weiters wurde im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie in der 21 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe 45 Berichtsperiode ein Projekt in Albanien gestartet, das die Förderung nachhaltiger Waldwirtschaft und die Verbesserung der lokalen Lebensbedingungen forciert. Gemeinsam mit ihren Partnern arbeitet die Lenzing Gruppe daran, die Risiken für Stakeholder zu verstehen und Lösungen zur Minimierung der Risiken zu finden. Dies erfolgt durch offene Kommunikation und Transparenz genauso wie durch die ständige Verbesserung der Technologien und nachhaltigen Praktiken. 44 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe nen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb als auch außerhalb der Betriebstätten, welche zusätzlich zu beträchtlichen Schadenersatzforderungen und strafrechtlicher Verantwortlichkeit führen können. Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Betriebsstätten beeinflusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele der Lenzing Gruppe.# Risiken im Zusammenhang mit Großprojekten

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und die Erhöhung des Spezialfaseranteils im Sinne der sCore TEN Strategie stellten auch 2020 einen wesentlichen Kern der Aktivitäten der Lenzing Gruppe dar. Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand. Derartige Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer Kosten- und Zeitüberschreitung in sich. Lenzing wirkt diesen Risiken mit einer konsequenten Planung, konsequentem Projektmanagement, laufenden Kostenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Risikotransfer entgegen. Bei Projekten dieser Größe werden zusätzlich zum laufenden Risikomanagement Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt, um die Sensitivität der wesentlichsten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen darzustellen. Die Umsetzung der beiden Großprojekte in Brasilien und Thailand verlief im Berichtsjahr unverändert nach Plan.

Risiken aus externer Sicht

Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähnten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegenüber den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe. Als einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer der Produktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesellschaft. Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken (Partnerschaften für systemischen Wandel) und zur Schaffung von Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der Innovations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Als Beispiele können hier gemeinsame Aktivitäten mit NGOs wie Canopy genannt werden. Weiters wurde im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie in der

22 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 46 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Das interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie die Abbildung von Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und Konzern-GuV.

Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und das interne Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuweisungen auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen Standorten alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globalen Präsenz der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesellschafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentlichen Unternehmensfunktionen in Corporate Centern Rechnung getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Geschäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen Management.

Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein stark ausgeprägtes und umfangreiches Regelwerk gekennzeichnet. Dies stellt eine angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und Kontrollsystem dar. Die wesentlichen Bereiche im Hinblick auf Freigaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die „Lenzing Group Mandates“. Die Überwachung der Einhaltung der Regelungen und Kontrollen liegt in der Verantwortung des jeweils zuständigen Managements.

Finanzberichterstattung

Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern ist zentral der Bereich „Corporate Accounting & Tax“ zuständig. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das konzernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, einheitlich umzusetzen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vorliegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lokalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei von „Corporate Accounting & Tax“ unterstützt und überwacht.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates ist in das rechnungslegungsbezogene Kontrollsystem eingebunden. Daneben gibt es auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und einen freiwilligen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.

Der Bereich „Global Treasury“, und insbesondere der Zahlungsverkehr, ist aufgrund des direkten Zugriffs auf Vermögenswerte des Unternehmens, als besonders sensibel einzustufen. Dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis wird durch umfassende Regelungen und Anweisungen im Bereich der einschlägigen Prozesse entsprechend Rechnung getragen. Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien. Die Vorgaben werden weitgehend durch ein gruppenweites IT-System unterstützt und sehen unter anderem eine strikte Funktionstrennung, ein klares Berechtigungskonzept zur Vermeidung von Berechtigungskonflikten sowie ein strenges Vier-Augen-Prinzip in der Abwicklung von Transaktionen insbesondere bei Zahlungen, sowie laufende Informationen vor. Die Überwachung der Anwendung und Einhaltung der Kontrollen im operativen Betrieb obliegt der Abteilung „Internal Audit“.

Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften

Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird von der Abteilung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenommen. Diese zentrale Funktion ist für Rechtsangelegenheiten der Lenzing Gruppe zuständig: Die Abteilung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ ist für das Compliance Management System (CMS) verantwortlich und regelt mit dem Vorstand gruppenweit, wie gesetzliche und unternehmensinterne Vorschriften einzuhalten sind, einschließlich der Prävention von gesetzes- oder regelwidrigen Handlungen. Die Abteilung untersteht direkt dem Vorstandsvorsitzenden der Lenzing Gruppe. Im CMS werden Compliance-relevante Risiken evaluiert, Normabweichungen analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verminderung getroffen. Des Weiteren erstellt die Abteilung Compliance-relevante Richtlinien und schult Mitarbeiter/innen weltweit. Dem Vorstand und Aufsichtsrat bzw. dem Prüfungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-Maßnahmen berichtet.

Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss delegiert.

Die Abteilung „Internal Audit“ ist unabhängig von den Organisationseinheiten und Geschäftsprozessen, untersteht und berichtet direkt dem Finanzvorstand. Sie überprüft, ob die eingesetzten Ressourcen rechtmäßig, sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verwendet werden. Dabei orientiert sich „Internal Audit“ an den internationalen Standards IIA (Institute of Internal Auditors). Eine regelmäßige Berichterstattung an den Gesamtvorstand und den Prüfungsausschuss gewährleisten das Funktionieren des internen Kontrollsystems.

Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB)

23 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe 47

Abbildung von Risiken außerhalb der Bilanz und GuV

Die Abteilung „Risikomanagement“ bildet die Risken außerhalb der Konzern-Bilanz und Konzern-GuV ab, indem ein halbjährlicher Risikobericht erstellt wird. Die wesentlichen Risken des Risikoberichtes sind auch im Geschäftsbericht erwähnt. Beim Risikobericht wird nach den international anerkannten Standards von COSO ® (Committee of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission) vorgegangen.

46 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Das interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie die Abbildung von Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und Konzern-GuV.

Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und das interne Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuweisungen auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen Standorten alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globalen Präsenz der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesellschafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentlichen Unternehmensfunktionen in Corporate Centern Rechnung getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Geschäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen Management.

Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein stark ausgeprägtes und umfangreiches Regelwerk gekennzeichnet. Dies stellt eine angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und Kontrollsystem dar. Die wesentlichen Bereiche im Hinblick auf Freigaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die „Lenzing Group Mandates“.# Die Überwachung der Einhaltung der Regelungen und Kontrollen liegt in der Verantwortung des jeweils zuständigen Managements.

Finanzberichterstattung

Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern ist zentral der Bereich „Corporate Accounting & Tax“ zuständig. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das konzernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, einheitlich umzusetzen.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vorliegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lokalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei von „Corporate Accounting & Tax“ unterstützt und überwacht.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates ist in das rechnungslegungsbezogene Kontrollsystem eingebunden. Daneben gibt es auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und einen freiwilligen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.

Der Bereich „Global Treasury“, und insbesondere der Zahlungsverkehr, ist aufgrund des direkten Zugriffs auf Vermögenswerte des Unternehmens, als besonders sensibel einzustufen. Dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis wird durch umfassende Regelungen und Anweisungen im Bereich der einschlägigen Prozesse entsprechend Rechnung getragen. Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien.

Die Vorgaben werden weitgehend durch ein gruppenweites IT-System unterstützt und sehen unter anderem eine strikte Funktionstrennung, ein klares Berechtigungskonzept zur Vermeidung von Berechtigungskonflikten sowie ein strenges Vier-Augen-Prinzip in der Abwicklung von Transaktionen insbesondere bei Zahlungen, sowie laufende Informationen vor. Die Überwachung der Anwendung und Einhaltung der Kontrollen im operativen Betrieb obliegt der Abteilung „Internal Audit“.

Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften

Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird von der Abteilung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenommen. Diese zentrale Funktion ist für Rechtsangelegenheiten der Lenzing Gruppe zuständig:

Die Abteilung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ ist für das Compliance Management System (CMS) verantwortlich und regelt mit dem Vorstand gruppenweit, wie gesetzliche und unternehmensinterne Vorschriften einzuhalten sind, einschließlich der Prävention von gesetzes- oder regelwidrigen Handlungen. Die Abteilung untersteht direkt dem Vorstandsvorsitzenden der Lenzing Gruppe.

Im CMS werden Compliance-relevante Risiken evaluiert, Normabweichungen analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verminderung getroffen. Des Weiteren erstellt die Abteilung Compliance-relevante Richtlinien und schult Mitarbeiter/innen weltweit. Dem Vorstand und Aufsichtsrat bzw. dem Prüfungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-Maßnahmen berichtet.

Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss delegiert.

Die Abteilung „Internal Audit“ ist unabhängig von den Organisationseinheiten und Geschäftsprozessen, untersteht und berichtet direkt dem Finanzvorstand. Sie überprüft, ob die eingesetzten Ressourcen rechtmäßig, sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verwendet werden. Dabei orientiert sich „Internal Audit“ an den internationalen Standards IIA (Institute of Internal Auditors). Eine regelmäßige Berichterstattung an den Gesamtvorstand und den Prüfungsausschuss gewährleisten das Funktionieren des internen Kontrollsystems.

Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB)

24 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe | 48 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Grundkapital und Aktionärsstruktur

Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag EUR 27.574.071,43 und ist eingeteilt in 26.550.000 Stückaktien. Die B&C Gruppe ist Mehrheitsaktionär mit einem Anteil der Stimmrechte von 50 Prozent plus zwei Aktien. Die Bank of Montreal (BMO) und Impax Asset Management halten jeweils ca. 4 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca. 42 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internationale Investoren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.

Stellung der Aktionäre

Jede Stückaktie gewährt dem Aktionär in der Hauptversammlung der Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptversammlungen werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktiengesetzes etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Juni 2020 wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an gemäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogrammes der Lenzing Aktie liegen.

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Ermächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden können. Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wiederkaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien zu erhöhen und den Ausgabekurs und die weiteren Ausgabebedingungen festzulegen (genehmigtes Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.

Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise auszuschließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von Spitzenbeträgen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzusetzen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preisfindungsverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis zum 12. April 2023.# Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital

25 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre bei der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen, (i) wenn die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen gegen Sacheinlagen zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste- henden Vermögensgegenständen erfolgt oder (ii) für den Ausgleich von Spitzenbeträgen, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben. Der Vorstand wurde darüber hinaus ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen, sofern der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass der Aus- gabebetrag der Wandelschuldverschreibungen zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert nicht unterschreitet und der Wandlungs- preis bzw. der Bezugspreis (Ausgabebetrag) der Bezugsaktien, je- weils nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie des Kurses der Stammaktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preisfindungsverfahren ermittelt wird und nicht unter dem Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft während der letzten 20 Handelstage vor dem Tag der Ankündigung der Begebung der Wandelschuldverschreibungen liegt. Der Vorstand hat von den bestehenden Ermächtigungen im Berichtsjahr keinen Gebrauch gemacht.

Die 76. ordentliche Hauptversammlung der Lenzing AG wurde auf- grund der COVID-19-Pandemie in virtueller Form via Livestream am 18. Juni 2020 durchgeführt. Ausführliche Informationen über die Hauptversammlung, Beschlussvorschläge und Abstimmungsergeb- nisse sind auf der Internetseite der Lenzing AG abrufbar: https://www.lenzing.com/de/investoren/hauptversammlung/2020. Die 77. ordentliche Hauptversammlung findet am 14. April 2021 statt und wird aufgrund der andauernden COVID-19-Pandemie ebenfalls in virtueller Form via Livestream durchgeführt.

Weitere Offenlegung gemäß § 243a UGB

Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben- den Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mit- glieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeange- bots wirksam, sich ändern oder enden würden. Es existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates oder Arbeit- nehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots.

48 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Grundkapital und Aktionärsstruktur

Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag EUR 27.574.071,43 und ist eingeteilt in 26.550.000 Stückaktien. Die B&C Gruppe ist Mehrheitsaktionär mit einem Anteil der Stimm- rechte von 50 Prozent plus zwei Aktien. Die Bank of Montreal (BMO) und Impax Asset Management halten jeweils ca. 4 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca. 42 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internationale Investo- ren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.

Stellung der Aktionäre

Jede Stückaktie gewährt dem Aktionär in der Hauptversammlung der Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptversammlungen werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktiengesetzes etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der abge- gebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapitalmehrheit erfor- derlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Juni 2020 wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an ge- mäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen ei- gene Aktien zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogram- mes der Lenzing Aktie liegen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ein- ziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu ver- äußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Er- mächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden können. Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Ver- äußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse oder ein öf- fentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wieder- kaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der Sat- zungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesell- schaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien zu erhöhen und den Ausgabekurs und die weiteren Ausgabebedingungen fest- zulegen (genehmigtes Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen. Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Auf- sichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhö- hung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise auszu- schließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen, Be- trieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste- henden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von Spitzenbeträgen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe- schluss vom 12. April 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Auf- sichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschrei- bungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzuset- zen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preisfin- dungverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis zum 12. April 2023. Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital 26

Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

50 Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Der Internationale Währungsfonds rechnet für das Jahr 2021 mit einem globalen Wachstum von 5,5 Prozent. Die wirtschaftliche Er- holung nach der tiefen Rezession durch COVID-19 ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pan- demie ab. Das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wich- tigen Regionen voraussichtlich volatil.

Die globalen Faser- und Zellstoffmärkte gerieten infolge der CO- VID-19-Krise erheblich unter Druck. Die deutliche Erholung der Nachfrage ab dem 3. Quartal 2020, ausgehend von China, setzte sich bis in das 1. Quartal 2021 fort und sorgt derzeit für ein freund- liches Marktumfeld. Im Markt für Baumwolle zeichnet sich in der laufenden Erntesaison 2020/2021 eine Verknappung des Angebo- tes, insbesondere bei Bio-Baumwolle, und damit einhergehend eine gleichbleibende Entwicklung der Lagermengen ab. Gleichzeitig geht Lenzing unverändert von einem steigenden Be- darf an nachhaltigen Fasern für die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranche aus. Dieser Trend dürfte sich, nicht zuletzt auch aufgrund diverser Gesetzesinitiativen, auch nach der COVID-19-Pandemie ungebremst fortsetzen.# Ausblick

Mit der Aussicht auf baldige Impfung einer breiten Bevölkerungsgruppe gegen COVID-19 wachsen auch in der textilen Wertschöpfungskette der Optimismus und das Vertrauen in eine baldige Rückkehr zur Normalität. Das derzeit positive Umfeld ist jedoch nach wie vor von einer großen Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Die Ergebnis-Visibilität bleibt daher eingeschränkt. Die Lenzing Gruppe erwartet für 2021, unter Berücksichtigung der genannten Faktoren, eine Entwicklung des operativen Ergebnisses, die auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorkrisenjahr 2019 liegen wird. Lenzing sieht sich angesichts dieser Entwicklungen und mit ihrer Unternehmensstrategie sCore TEN sehr gut positioniert und wird insbesondere die strategischen Investitionsprojekte, die ab 2022 einen signifikanten Ergebnisbeitrag liefern werden, entschlossen vorantreiben.

Lenzing, am 08. März 2021
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Dr. Stefan Doboczky, MBA
Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA
Mitglied des Vorstandes

DI Stephan Sielaff
Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Mitglied des Vorstandes

Der Internationale Währungsfonds rechnet für das Jahr 2021 mit einem globalen Wachstum von 5,5 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung nach der tiefen Rezession durch COVID-19 ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wichtigen Regionen voraussichtlich volatil. Die globalen Faser- und Zellstoffmärkte gerieten infolge der COVID-19-Krise erheblich unter Druck. Die deutliche Erholung der Nachfrage ab dem 3. Quartal 2020, ausgehend von China, setzte sich bis in das 1. Quartal 2021 fort und sorgt derzeit für ein freundliches Marktumfeld. Im Markt für Baumwolle zeichnet sich in der laufenden Erntesaison 2020/2021 eine Verknappung des Angebotes, insbesondere bei Bio-Baumwolle, und damit einhergehend eine gleichbleibende Entwicklung der Lagermengen ab. Gleichzeitig geht Lenzing unverändert von einem steigenden Bedarf an nachhaltigen Fasern für die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranche aus. Dieser Trend dürfte sich, nicht zuletzt auch aufgrund diverser Gesetzesinitiativen, auch nach der COVID-19-Pandemie ungebremst fortsetzen.

Mit der Aussicht auf baldige Impfung einer breiten Bevölkerungsgruppe gegen COVID-19 wachsen auch in der textilen Wertschöpfungskette der Optimismus und das Vertrauen in eine baldige Rückkehr zur Normalität. Das derzeit positive Umfeld ist jedoch nach wie vor von einer großen Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Die Ergebnis-Visibilität bleibt daher eingeschränkt. Die Lenzing Gruppe erwartet für 2021, unter Berücksichtigung der genannten Faktoren, eine Entwicklung des operativen Ergebnisses, die auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorkrisenjahr 2019 liegen wird. Lenzing sieht sich angesichts dieser Entwicklungen und mit ihrer Unternehmensstrategie sCore TEN sehr gut positioniert und wird insbesondere die strategischen Investitionsprojekte, die ab 2022 einen signifikanten Ergebnisbeitrag liefern werden, entschlossen vorantreiben.

Lenzing, am 08. März 2021
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Erläuterung zentraler Finanzkennzahlen

Nachfolgend werden zentrale Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Die Werte dieser Kennzahlen sind insbesondere in den Abschnitten „Ausgewählte Kennzahlen der Lenzing Gruppe“ und „Fünf-Jahres-Übersicht der Lenzing Gruppe“ im Geschäftsbericht ersichtlich. Die Definitionen dieser Finanzkennzahlen sind im Glossar im Geschäftsbericht zusammengefasst. Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützliche Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing Gruppe vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden und meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten aufweisen (insbesondere bei Investor/innen, Banken und Analyst/innen).

Die Erstanwendung des IFRS 16 (Leasingverhältnisse) per 1. Jänner 2019 wirkt sich mit eher untergeordneter Bedeutung auf die Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe aus. Weitere Erläuterungen zur Auswirkung der Erstanwendung des IFRS 16 können dem Konzernabschluss 2019 in Note 2 entnommen werden. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftstätigkeit, Unternehmensleistung sowie damit im Zusammenhang stehende Unsicherheiten werden im Lagebericht erläutert. Weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen auf den Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere auf Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen sind im Konzern-Anhang (Note 1) enthalten.

EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge

Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing Gruppe als Maßstäbe für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance) vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Aufgrund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – werden diese Kennzahlen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und zum Vergleich der Margen im Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge bzw. EBIT-Marge bezeichnet) dargestellt.

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 372.747.539 309.079.188 350.617.371 277.028.162 259.187.526
/ Umsatzerlöse 2.070.068.187 2.067.406.378 2.157.825.145 2.097.488.325 2.048.762.488
EBITDA-Marge 18.0% 15.0% 16.3% 13.2% 12.6%
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis (EBIT) 198.119.589 211.761.298 241.434.520 185.131.091 169.297.404
/ Umsatzerlöse 2.070.068.187 2.067.406.378 2.157.825.145 2.097.488.325 2.048.762.488
EBIT-Marge 9.6% 10.2% 11.2% 8.8% 8.3%

EBT

Das EBT wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Ertragskraft vor Steuern verwendet. Es ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Brutto-Cashflow

Der Brutto-Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Fähigkeit, Gewinne/Verluste aus der operativen Geschäftstätigkeit (vor Veränderung des Working Capital) in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umzuwandeln, verwendet. Er wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

Free Cashflow

Der Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für den zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapitalgebern frei verfügbaren, aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschafteten Cashflow – nach Abzug von Investitionen – verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten.

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 259.742.124 295.887.430 298.567.579 241.375.161 214.875.196
- Cashflow aus der Investitionstätigkeit -77.777.451 -76.561.009 -71.433.531 -73.915.444 -71.836.241
- Netto-Zufluss aus der Veräußerung und dem Abgang von Tochterunternehmen und sonstigen Unternehmenseinheiten 8.000 7.000 -15.000 -7.000 -16.000
+ Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 60.749 173.841 90.000 117.184 78.000
- Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen Vermögenswerten -13.701 -64.506 -20.000 -21.979 -7.000
Free Cashflow 175.749.721 216.742.756 206.604.048 160.442.922 128.020.955

Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe

CAPEX

Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

Liquiditätsbestand

Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfügbare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung etc.; siehe dazu weiter unten).

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 174.075.819 205.478.187 186.718.734 171.554.370 106.615.878
+ Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 13.531.365 6.272.800 11.203.513 6.284.667 11.283.965
Liquiditätsbestand 187.607.184 211.750.987 197.922.247 177.839.037 117.899.843

Trading Working Capital und Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen

Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet. Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags in Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Vorräte 185.476.416 174.607.957 174.519.912 178.514.469 185.476.416
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 196.113.979 190.915.673 175.663.857 174.985.132 170.509.793
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -165.078.995 -187.717.435 -170.730.365 -174.614.541 -177.994.739
Trading Working Capital 216.511.399 177.796.195 179.453.404 178.885.060 178.071.470
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse (= jeweils 4. Quartal) 570.276.680 541.766.868 526.532.399 526.532.399 526.532.399
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse) 2.281.106.720 2.167.067.472 2.106.129.596 2.106.129.596 2.106.129.596
Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen 9.5% 8.2% 8.5% 8.5% 8.5%

Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte Eigenkapitalquote

Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart.

| EUR Mio. per 31.12. |
| :----------------- |# Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Nettofinanzverschuldung, Nettofinanzverschuldung/EBITDA, Net Gearing und Nettoverschuldung

Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur verwendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kennzahl wird in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch einen Anhaltspunkt, wie viele Perioden das gleiche EBITDA erwirtschaftet werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzudecken. Das Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Eigenkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettoverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen verwendet.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1,620 1,470 1,550 1,480 1,730
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2,188 1,045 1,650 1,209 1,141
- Liquiditätsbestand -1,161 -1,134 -1,021 -1,030 -1,067
Nettofinanzverschuldung 2,647 1,381 1,179 1,659 1,804
/ Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 1,745 1,450 1,140 1,060 1,190
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 1.52 0.95 1.04 1.56 1.52
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Nettofinanzverschuldung 2,647 1,381 1,179 1,659 1,804
/ Bereinigtes Eigenkapital 2,765 2,079 2,090 2,178 2,019
Net Gearing 0.96 0.66 0.56 0.76 0.89
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Nettofinanzverschuldung 2,647 1,381 1,179 1,659 1,804
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 1,590 1,162 1,591 1,520 1,515
Nettoverschuldung 4,237 2,543 2,770 3,179 3,319

29 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

CAPEX

Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt.

Liquiditätsbestand

Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfügbare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung etc.; siehe dazu weiter unten).

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1,311 1,030 1,176 1,115 1,085
+ Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 118 126 118 115 118
Liquiditätsbestand 1,429 1,156 1,294 1,230 1,203

Trading Working Capital und Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen

Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet. Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags in Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Vorräte 1,756 1,620 1,620 1,715 1,756
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,560 1,530 1,550 1,514 1,500
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1,609 -1,517 -1,530 -1,414 -1,459
Trading Working Capital 1,707 1,633 1,640 1,815 1,800
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse (= jeweils 4. Quartal) 1,700 1,740 1,765 1,754 1,700
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse) 2,720 2,784 2,824 2,806 2,720
Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen 62.7 % 58.7 % 58.1 % 64.7 % 66.2 %

Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte Eigenkapitalquote

Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Eigenkapital 2,477 2,309 2,305 2,260 2,151
+ Langfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 1,700 1,021 1,500 1,310 1,250
+ Kurzfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 1,700 1,530 1,100 1,070 1,130
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -500 -150 -159 -151 -160
Bereinigtes Eigenkapital 2,774 2,710 2,746 2,489 2,371
/ Bilanzsumme 3,735 3,474 3,456 3,475 3,410
Bereinigte Eigenkapitalquote 74.3 % 78.0 % 79.5 % 71.6 % 69.5 %

Nettofinanzverschuldung, Nettofinanzverschuldung/EBITDA, Net Gearing und Nettoverschuldung

Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur verwendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kennzahl wird in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch einen Anhaltspunkt, wie viele Perioden das gleiche EBITDA erwirtschaftet werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzudecken. Das Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Eigenkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettoverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen verwendet.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1,620 1,470 1,550 1,480 1,730
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2,188 1,045 1,650 1,209 1,141
- Liquiditätsbestand -1,161 -1,134 -1,021 -1,030 -1,067
Nettofinanzverschuldung 2,647 1,381 1,179 1,659 1,804
/ Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 1,745 1,450 1,140 1,060 1,190
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 1.52 0.95 1.04 1.56 1.52
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Nettofinanzverschuldung 2,647 1,381 1,179 1,659 1,804
/ Bereinigtes Eigenkapital 2,774 2,710 2,746 2,489 2,371
Net Gearing 0.96 0.51 0.43 0.76 0.89
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Nettofinanzverschuldung 2,647 1,381 1,179 1,659 1,804
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 1,590 1,162 1,591 1,520 1,515
Nettoverschuldung 4,237 2,543 2,770 3,179 3,319

30 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)

Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed) verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE (Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität) sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing Gruppe messen sollen.

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis (EBIT) -720 120 114 150 117
- Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) -167 -109 -159 -160 -140
Betriebsergebnis (EBIT) abzüglich anteiligem laufendem Ertragsteueraufwand (NOPAT) -887 11 -45 -10 -23
/ Durchschnittliches Capital Employed 2,000 2,300 2,500 2,400 2,400
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) -44.4 % 0.5 % -1.8 % -0.4 % -1.0 %

Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) | -167 | -109 | -159 | -160 | -140
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand | 29 | 10 | 10 | 10 | 10
Laufender Ertragsteueraufwand | -138 | -99 | -149 | -150 | -130

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bilanzsumme 4,400 4,100 4,100 4,000 4,000
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -200 -180 -180 -160 -160
- Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile -140 0 0 -140 -130
- Langfristige sonstige Verbindlichkeiten -170 -150 -150 -170 -140
- Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -140 -140 -140 -130 -130
- Verbindlichkeiten für laufende Steuern -140 -140 -140 -120 -120
- Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) -140 -140 -140 -140 -140
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -90 -150 -170 -170 -150
- Kurzfristige Rückstellungen -190 -140 -130 -130 -120
- Langfristige Rückstellungen -270 -270 -270 -270 -250
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 1,590 1,162 1,591 1,520 1,515
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1,429 -1,156 -1,294 -1,230 -1,203
- Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -170 -170 -110 -140 -120
- Finanzanlagen -140 -140 -180 -180 -120
Stand zum 31.12. 2,300 2,300 2,300 2,300 2,300
Stand zum 01.01. 2,300 2,300 2,300 2,300 2,300
Durchschnittliches Capital Employed 2,300 2,300 2,300 2,300 2,300

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2 im Konzern-Anhang 2020).

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bereinigtes Eigenkapital 31.12. 2,774 2,710 2,746 2,489 2,371
Bereinigtes Eigenkapital 01.01. 2,710 2,746 2,489 2,371 2,305
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2,742 2,728 2,618 2,430 2,338# Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)

Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed) verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE (Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität) sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing Gruppe messen sollen.

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis (EBIT)      
/ Durchschnittliches Capital Employed     
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) -        
Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) - - - - -
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand     
Laufender Ertragsteueraufwand - - - - -

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bilanzsumme     
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - - - -
Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile -   - -
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten - -  -  -  - 
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten - -  -  -  - 
Verbindlichkeiten für laufende Steuern - - - - -
Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) - - - - -
Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln - - - - -
Kurzfristige Rückstellungen - -  -  -  - 
Langfristige Rückstellungen - -  -  -  - 
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen          
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - - - -
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden - - - - -
Finanzanlagen - - - - -
Stand zum 31.12.     
Stand zum 01.01.     
Durchschnittliches Capital Employed     

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2 im Konzern-Anhang 2020).


EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bereinigtes Eigenkapital 31.12.     
Bereinigtes Eigenkapital 01.01.     
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital     
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Ergebnis vor Steuern (EBT)     
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital     
ROE (Eigenkapitalrentabilität)         

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bilanzsumme 31.12.     
Bilanzsumme 01.01.     
Durchschnittliche Bilanzsumme     
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis (EBIT)     
/ Durchschnittliche Bilanzsumme     
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)         

31 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Organe der Lenzing Aktiengesellschaft

Die Aufgabenverteilung des Vorstandes im Geschäftsjahr 2020 stellt sich wie folgt dar:

Vorstand

Dr. Stefan Doboczky, MBA (1967)
Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer
Erstbestellung: 01. Juni 2015
Ende laufende Funktionsperiode: 31. Dezember 2022
Aufgabenbereiche: Corporate Strategy, Corporate Human Resources, Corporate Communication, Sustainability, Corporate Legal Affairs, Investor Relations & Capital Markets, Research & Development, Digital Innovation, Corporate Office
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: OMV
Leitungs- und Überwachungsaufgaben in wesentlichen Tochterunternehmen: keine

Mag. Thomas Obendrauf, MBA (1970)
Mitglied des Vorstandes, Chief Financial Officer
Erstbestellung: 01. März 2016
Ende laufende Funktionsperiode: 30. Juni 2022
Aufgabenbereiche: Finance Fibers, Finance Pulp, Corporate Controlling, Information Technology, Corporate Accounting, Shared Service, Project T3, Business Processes, Treasury, Corporate Audit & Risk Management
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Leitungs- und Überwachungsaufgaben in wesentlichen Tochterunternehmen: keine

Robert van de Kerkhof, MBA (1964)
Mitglied des Vorstandes, Fibers
Erstbestellung: 01. Mai 2014
Ende laufende Funktionsperiode: 31. Dezember 2023
Aufgabenbereiche: Textiles BM, Nonwovens BM, BU Noble Fibers, Marketing & Branding, Sales Admin, Demand Planning, Product Stewardship, Trade Marketing & Distribution
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Leitungs- und Überwachungsaufgaben in wesentlichen Tochterunternehmen: Lenzing Fibers Holding GmbH

DI Stephan Helmut Sielaff (1966)
Mitglied des Vorstandes, Fibers
Erstbestellung: 01. März 2020
Ende laufende Funktionsperiode: 28. Februar 2023
Aufgabenbereiche: Operations Lyocell Standard, Operations Lyocell Specialties, Operations Viscose/Modal, Global QESH, Global Engineering, Global Purchasing, Fiber Supply Planning, P.I.T. (Performance Improvement Team), Lenzing Technik
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
Leitungs- und Überwachungsaufgaben in wesentlichen Tochterunternehmen: Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd.

DI Christian Skilich, MBA, LLM (1968)
Mitglied des Vorstandes, Pulp & Wood
Erstbestellung: 01. Juni 2020
Ende laufende Funktionsperiode: 31. Mai 2023
Aufgabenbereiche: Operations & Technology Pulp, Purchasing Wood, Commercial Affairs Pulp, Commercial Affairs Co-Products, Project Amadeus, Site LDC, Global Logistics, Site Lenzing
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Labewood s.r.o. (seit 01.01.2021)
Leitungs- und Überwachungsaufgaben in wesentlichen Tochterunternehmen: Biocel Paskov a.s.

Der Vorstand führt im Rahmen des Gesetzes, der Satzung und einer vorliegenden Geschäftsordnung die Geschäfte der Lenzing Aktiengesellschaft. Die Verteilung der Geschäfte unter den einzelnen Vorstandsmitgliedern erfolgt gemäß eines der Geschäftsordnung angegliederten Geschäftsverteilungsplans. In der Geschäftsordnung ist auch die Zusammenarbeit des Vorstandes geregelt. Weiters hat sich der Vorstand auch zur vollständigen Einhaltung der Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex verpflichtet.


32 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Corporate Governance Bericht 2020

Mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird österreichischen Aktiengesellschaften ein Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung des Unternehmens zur Verfügung gestellt. Dieser enthält die international üblichen Standards für gute Unternehmensführung, aber auch die in diesem Zusammenhang bedeutsamen Regelungen des österreichischen Aktienrechts. Der Kodex verfolgt das Ziel einer verantwortlichen, auf nachhaltige und langfristige Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen. Mit dem Kodex soll ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder des Unternehmens erreicht werden.

Verpflichtungserklärung

Die Lenzing Aktiengesellschaft respektiert den ÖCGK und verpflichtete sich 2010 erstmals zur Einhaltung der dort dokumentierten Bestimmungen. Auch der Aufsichtsrat hat einstimmig den Beschluss gefasst, den Kodex vollinhaltlich zu erfüllen. Der Kodex steht im Internet unter https://www.corporate-governance.at in der aktuell gültigen Fassung (Jänner 2021) zur Verfügung.

Entsprechend L-Regel 60 ÖCGK hat die Lenzing Aktiengesellschaft einen Corporate Governance Bericht aufzustellen. Der Corporate Governance Bericht der Lenzing Aktiengesellschaft entspricht auch dem konsolidierten Corporate Governance Bericht der Lenzing Gruppe. Dieser Corporate Governance Bericht ist auf der Website der Lenzing Aktiengesellschaft unter https://www.lenzing.com/de/investoren/corporate-governance öffentlich zugänglich (C-Regel 61 ÖCGK).


33 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Aufsichtsrat

Zusammensetzung

Dipl.-Bw. Peter Edelmann (1959)
Erstbestellung: 12. April 2018
Seit 17. April 2019: Vorsitzender
Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2020 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: AMAG Austria Metall AG, Orcan Energy AG

Dr. Veit Sorger (1942)
Erstbestellung: 04. Juni 2004
Seit 29. März 2011: Stellvertretender Vorsitzender
Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2020 beschließt
Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Mondi AG, Binder+Co AG, GrECo International Holding AG

Mag. Helmut Bernkopf (1967)
Erstbestellung: 23.# Lenzing Gruppe

Jahresfinanzbericht 2020

Corporate Bericht 2020 35

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

  • Dr. Veit Sorger (1954)
    • Erstbestellung: 17. April 2019
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2022 beschließt
  • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Oesterreichische Entwicklungsbank AG, OeKB CSD GmbH, Acredia Versicherung AG, OeKB EH Beteiligungs- und Management AG, Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH
  • Dr. Christian Bruch (1970)
    • Erstbestellung: 17. April 2019
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2022 beschließt
    • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
  • Dr. Stefan Fida (1979)
    • Erstbestellung: 17. April 2019
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2020 beschließt
    • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Semperit AG Holding
  • Dr. Franz Gasselsberger, MBA (1959)
    • Erstbestellung: 24. April 2013
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2022 beschließt
    • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, BKS Bank AG, voestalpine AG
  • Mag. Patrick Prügger (1975)
    • Erstbestellung: 29. März 2011
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2021 beschließt
    • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: AMAG Austria Metall AG
  • Dr. Astrid Skala-Kuhmann (1953)
    • Erstbestellung: 19. April 2012
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2021 beschließt
    • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: Semperit AG Holding, B&C Industrieholding GmbH
  • Melody Harris-Jensbach, BFA (1961)
    • Erstbestellung: 18. Juni 2020
    • Ende laufende Funktionsperiode: bis zur Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2023 beschließt
    • Aufsichtsratsmandate in anderen Gesellschaften: keine
  • Dr. Felix Fremerey (1961)
    • Erstbestellung: 12. April 2018
    • Dr. Felix Fremerey ist mit Beendigung der Hauptversammlung am 18. Juni 2020 auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.

Vom Betriebsrat delegierte Aufsichtsräte:

  • Helmut Kirchmair (1968)
    • Erstbestellung: 2015
  • Georg Liftinger (1961)
    • Erstbestellung: 2008
  • Ing. Daniela Födinger (1964)
    • Erstbestellung: 2014
  • Johann Schernberger (1964)
    • Erstbestellung: 2001
  • Herbert Brauneis (1987)
    • Erstbestellung: 2018

Jahresfinanzbericht 2020 36 Lenzing Gruppe

Unabhängigkeit (C-Regeln 53 und 54 ÖCGK)

Der Aufsichtsrat hat die Leitlinien für die Unabhängigkeit gemäß Anhang 1 des ÖCGK übernommen. Danach haben alle Mitglieder des Aufsichtsrates erklärt, von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig zu sein. Gemäß C-Regel 54 ÖCGK haben die Mitglieder des Aufsichtsrates Dr. Veit Sorger, Mag. Helmut Bernkopf, Dr. Christian Bruch, Dr. Franz Gasselsberger, MBA und Melody Harris-Jensbach erklärt, im Geschäftsjahr 2020 weder selbst Anteilseigner an der Gesellschaft mit einer Beteiligung von jeweils mehr als 10 Prozent gewesen zu sein noch die Interessen solcher Anteilseigner vertreten zu haben.

Arbeitsweise des Aufsichtsrates

Zur Erfüllung seiner Aufgabe, der Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes, tritt der Aufsichtsrat der Lenzing Aktiengesellschaft mindestens vierteljährlich zu Sitzungen zusammen. Im Berichtsjahr fanden acht Aufsichtsratssitzungen statt (C-Regel 36). Der Aufsichtsrat hat sich vom Vorstand über den Geschäftsverlauf sowie wesentliche Geschäftsfälle und Maßnahmen informieren lassen, die Arbeit des Vorstandes beaufsichtigt und den Vorstand bei wesentlichen strategischen Weichenstellungen beratend begleitet. Zentrale Sitzungsinhalte waren die Entwicklung der Geschäftslage, die strategische Weiterentwicklung des Konzerns, laufende und geplante Expansionsprojekte, Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte, Personalmaßnahmen, Finanzierungsmaßnahmen sowie die Diskussion und die Genehmigung des Budgets für das Geschäftsjahr 2021.

Der Aufsichtsrat der Lenzing Aktiengesellschaft hat im Geschäftsjahr 2020 aus seiner Mitte sieben Ausschüsse bestellt (C-Regeln 34 und 39 ÖCGK):

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss nimmt die ihm gemäß § 92 Absatz 4a AktG zugewiesenen Aufgaben wahr. Demnach hat der Prüfungsausschuss insbesondere den Rechnungslegungsprozess zu überwachen und Empfehlungen oder Vorschläge zur Gewährleistung seiner Zuverlässigkeit zu erteilen. Weiters überwacht der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, der internen Revision und des Risikomanagementsystems. Er überwacht des Weiteren die Abschlussprüfung und die Konzernabschlussprüfung, prüft und überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und genehmigt und kontrolliert die von ihm erbrachten Nichtprüfungsleistungen. Der Prüfungsausschuss prüft ferner den Jahresabschluss, bereitet dessen Feststellung vor und prüft den Vorschlag des Vorstandes für die Gewinnverteilung, den Lagebericht und den Corporate Governance Bericht. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses legt die wechselseitige Kommunikation zwischen dem Abschlussprüfer und dem Prüfungsausschuss fest (C-Regel 81 a ÖCGK). Der Ausschuss hat dem Aufsichtsrat über seine Tätigkeit zu berichten. Im Geschäftsjahr 2020 ist der Prüfungsausschuss zu drei Sitzungen zusammengetreten. Es wurden Berichte und Arbeiten des Abschlussprüfers, der Bereich Compliance, die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die Abarbeitung des internen Revisionsplans und der Risikobericht behandelt.

Mitglieder: Mag. Patrick Prügger (Vorsitzender, Finanzexperte), Dipl.-Bw. Peter Edelmann, Dr. Franz Gasselsberger, Johann Schernberger, Georg Liftinger

Nominierungsausschuss

Der Aufsichtsrat hat einen Nominierungsausschuss eingerichtet. Dieser unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung neuer oder freier Mandate im Vorstand und befasst sich mit Fragen der Nachfolgeplanung. Es werden auch Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten an die Hauptversammlung vorbereitet. Im Geschäftsjahr 2020 haben zwei Sitzungen des Nominierungsausschusses stattgefunden.

Mitglieder: Dipl.-Bw. Peter Edelmann (Vorsitzender), Dr. Veit Sorger, Dr. Astrid Skala-Kuhmann, Johann Schernberger, Georg Liftinger

Corporate Bericht 2020 37 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Vergütungsausschuss

Der Aufsichtsrat hat einen Vergütungsausschuss eingerichtet. Dieser befasst sich mit dem Inhalt von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern und sorgt für die Umsetzung der C-Regeln 27, 27a und 28 ÖCGK. Zusätzlich ist der Vergütungsausschuss für die Vorbereitung und Überprüfung der Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder sowie für die Kontrolle der Umsetzung der Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder zuständig. Im Geschäftsjahr 2020 haben drei Sitzungen des Vergütungsausschusses stattgefunden, die sich insbesondere mit der Vorstandsevaluierung und den Zielvereinbarungen sowie mit weiteren allgemeinen Vergütungsthemen des Vorstandes beschäftigt haben.

Mitglieder: Dipl.-Bw. Peter Edelmann (Vorsitzender), Dr. Veit Sorger

Strategieausschuss

Der Aufsichtsrat hat einen Strategieausschuss eingerichtet. Dieser befasst sich mit der Überprüfung der strategischen Positionierung des Unternehmens und dem Monitoring der Strategieumsetzung. 2020 hat der Vorstand vor allem Fragen der Marktpositionierung, die Weiterentwicklung der sCore TEN Strategie sowie das Wettbewerbsumfeld mit dem Strategieausschuss diskutiert. Im Geschäftsjahr 2020 haben zwei Sitzungen stattgefunden.

Mitglieder: Dipl.-Bw. Peter Edelmann (Vorsitzender), Dr. Astrid Skala-Kuhmann, Dr. Veit Sorger, Mag. Patrick Prügger, Dr. Christian Bruch, Johann Schernberger, Georg Liftinger, Helmut Kirchmair, Melody Harris-Jensbach

Ausschuss für dringende Fälle

Der Aufsichtsrat hat einen Ausschuss für dringende Fälle eingerichtet. Dieser ist in Fällen besonderer Dringlichkeit befugt, Entscheidungen über Geschäfte zu treffen, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen. Im Geschäftsjahr 2020 haben keine Sitzungen stattgefunden.

Mitglieder: Dipl.-Bw. Peter Edelmann (Vorsitzender), Mag. Patrick Prügger, Johann Schernberger

Ausschuss für Large-CAPEX Projekte

Der Aufsichtsrat hat einen Ausschuss für Large CAPEX-Projekte eingerichtet. Dieser befasst sich mit der laufenden Begleitung, Beratung und Kontrolle der beiden Großprojekte zur Errichtung einer Lyocellfaseranlage in Thailand sowie mit der Errichtung eines Faserzellstoffwerkes in Brasilien. Im Geschäftsjahr 2020 haben fünf Sitzungen stattgefunden.

Mitglieder: Dipl.-Bw. Peter Edelmann (Vorsitzender), Dr. Christian Bruch, Johann Schernberger

Ausschuss für Finanzierung Projekt Amadeus

Der Aufsichtsrat der Lenzing Aktiengesellschaft hat diesen Ausschuss insbesondere im Kontext der gleichzeitigen Umsetzung von mehreren strategischen Großprojekten eingerichtet. Im Geschäftsjahr 2020 haben drei Sitzungen stattgefunden.

Mitglieder: Dipl.-Bw. Peter Edelmann (Vorsitzender), Mag. Patrick Prügger, Dr. Franz Gasselsberger, Mag. Helmut Bernkopf, Johann Schernberger, Georg Liftinger

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat über grundsätzliche Fragen der künftigen Geschäftspolitik der Gesellschaft und ihres Konzerns, sowie die künftige Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Weiters berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft und ihres Konzerns im Vergleich zur Vorschau-rechnung unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung. Der Vorstand und der Aufsichtsrat besprechen ebenfalls in einer separaten Strategiesitzung die langfristigen Wachstumsziele der Lenzing Gruppe.# Selbstevaluierung Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020 wieder eine Selbstevaluierung gemäß C-Regel 36 ÖCGK in Form eines Fragebogens, mit Schwerpunktthemen wie der Kontrollfunktion des Aufsichtsrates gegenüber dem Bericht 2020 38 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Vorstand sowie der Einhaltung von Informationspich- ten des Vorstandes an den Aufsichtsrat, durchgeführt. Das Ergebnis der Selbstevaluierung zeigt, dass die Tä- tigkeit des Aufsichtsrates der Lenzing AG wieder als insgesamt gut bewertet wird. Der Aufsichtsrat hat ein-
zelne Anregungen aus dem Selbstevaluierungsprozess aufgegrien. Aus den Ergebnissen wurden Maßnahmen abgeleitet, welche eine weitere Ezienzsteigerung der Tätigkeiten des Aufsichtsrates gewährleisten sollen.

Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat (C-Regel 30 ÖCGK)

Mit dem Aktienrechts-Veränderungsgesetz 2019 (BGBI I 2019/63) entfallen die Bestimmungen zur Angabe der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder und der Grundsätze der Vergütungspolitik. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde erstmalig ein eigen-
ständiger Vergütungsbericht erstellt, der auf die Vergü-
tung des Vorstandes bzw. Aufsichtsrates eingeht und nach seiner Behandlung in der Hauptversammlung auf der Website https://www.lenzing.com einsehbar ist.

Förderung von Frauen im Vorstand, im Aufsichtsrat und in leitenden Stellen (L-Regel 60 ÖCGK)

Die Gesellschaft achtet auf die strenge Gleichbehand-
lung der Geschlechter in allen Funktionen und Hierar-
chieebenen und fördert die Entwicklung von Frauen in Führungspositionen für alle Funktionen. Im Zuge dessen liegt im Rahmen einer CSR Initiative im Jahr 2020 ein verstärkter Fokus auf Transparenz von Corporate Social Responsibility und Diversity. Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehören Frau Dr. Astrid Skala-Kuhmann, Frau Melody Harris-Jensbach, BFA und Frau Ing. Daniela Födinger an. Die Positionen Vice President Operations & Technology Pulp und Glo-
bal Commercial Director Biorenery & Co-Products als Mitglieder des obersten Führungsgremiums der Pulp und Wood Division werden von Frauen besetzt, die di-
rekt an das Vorstandsmitglied Pulp & Wood berichten. Einer der sieben Produktionsstandorte – Lenzing Biocel Paskov – wird seit 2019 von einer Frau geleitet. Mehr als die Hälfte des Top-Führungsteams im Bereich Global Human Resources besteht aus Frauen. In der strategischen HR-Ausrichtung sind „Moderne Arbeitsbedingungen“ als Schwerpunkt deniert. Unter anderem ist hierunter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein zentrales Thema und so wurde neben den bestehenden exiblen Arbeitszeitmodellen, Heimarbeit und Elternzeit für beide Elternteile im Jahr 2018 die zweisprachige (English – Deutsch) betriebliche Tages- eltern-Betreuungsstätte „Fasernest“ in unmittelbarer Nähe des Standortes Lenzing eingerichtet.

Compliance

Lenzing Globaler Verhaltenskodex

Lenzing legt größten Wert auf die Integrität und das ge-
setzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter/innen sowie aller Geschäftspartner. Als Angehörige eines internatio-
nal tätigen Unternehmens haben die Führungskräfte so-
wie die Mitarbeiter/innen von Lenzing Vorbildwirkung im In- und Ausland. Der Globale Verhaltenskodex von Lenzing bildet die Grundlage dafür. Er ist im Intranet („Lenzing Connect“) für alle Mitarbeiter/innen in den Konzernsprachen verfügbar und auf der Website des Unternehmens auch für externe Stakeholder zugäng-
lich. Ergänzt wird der Globale Verhaltenskodex durch den Globalen Verhaltenskodex für Lieferanten.

Compliance Organisation

Als weiterer Schritt zur Implementierung des Complian-
ce Management Systems in der Lenzing Gruppe wur-
den Compliance Ocer an den Standorten in Asien und Gornan Corporate Bericht 2020 39 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe
Brasilien geschult. Das Training umfasste Compliance- relevante Themen wie Code of Conduct, Bestechung und Korruption, Antitrust etc. sowie den Aufbau und die Durchführung von Compliance-Schulungen für die Mit-
arbeiter/innen vor Ort.

Trainings

Eine wichtige Grundvoraussetzung für „richtiges“ Ver-
halten ist das Verständnis für Regeln und Vorschriften. Daher wurden im Berichtsjahr die eLearnings kontinu-
ierlich erweitert. Dadurch werden die wichtigsten Inhal-
te der Compliance-Direktiven ezient vermittelt. Neue Mitarbeiter/innen erhalten Willkommens-Map-
pen und eine Onboarding-Schulung zum Verhaltensko-
dex sowie zu den Themen „Bestechung und Korruption“ und „Emittenten Compliance“. Darüber hinaus erhält jede/r Mitarbeiter/in eLearnings zum Thema Daten-
schutz, Whistleblowing und IP Protection. Die beiden letztgenannten eLearnings wurden im Berichtszeitraum global ausgerollt. Im Berichtszeitraum wurden weltweit ca. 3.000 Mit-
arbeiter/innen zu verschiedenen Compliance-Themen geschult (das sind ca. 41 Prozent der Gesamtbeleg-
schaft). Bedingt durch COVID-19 wurden diese Schu-
lungen hauptsächlich via eLearning bzw. Online-Mee-
tings abgewickelt.

Hinweisgebersystem

Rechtzeitige Mitteilungen über ethisches Fehlverhal-
ten sind von großer Bedeutung, um vorbeugend Maß-
nahmen zur Vermeidung oder Verringerung von nan-
ziellen Verlusten oder Reputationsschäden ergreifen zu können. Unsere Mitarbeiter/innen sind hier – neben anderen Stakeholdern – die primäre und wertvollste In-
formationsquelle. Vor allem sie können uns bei der Fest-
stellung von Verstößen gegen unseren Globalen Verhal-
tenskodex unterstützen. Um unseren Mitarbeiter/innen sowie anderen Stakehol-
dern das Melden von Bedenken im Zusammenhang mit Themen wie Korruption, Bestechungsgeldern, Interes-
senskonikten, Kartellgesetzen und dem Kapitalmarkt-
recht zu ermöglichen, wurde bereits im Sommer 2017 ein online-basiertes Hinweisgebersystem eingerichtet. Die Meldung von Bedenken kann hier weltweit anonym und ohne Angst vor Vergeltung erfolgen. Im Berichtszeitraum gab es vier Meldungen (davon drei mit eingerichtetem Postkasten), die entsprechend der internen Investigation-Direktive zielgerichtet bearbeitet wurden. Der Prüfungsausschuss wird zweimal im Jahr über die eingegangenen Hinweise informiert.

Maßnahmen zur Bekämpfung von Internet-Kriminalität

Lenzing setzt schon seit einigen Jahren gezielte tech-
nische und organisatorische Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandskraft gegen Datendiebstahl, Manipu-
lation von Geschäftsabläufen und anderen Arten von Internet-Kriminalität. Wie andere österreichische Unternehmen auch, wird Lenzing dabei immer intensiver und mit immer ausge-
klügelteren Methoden angegrien. Wiederkehrende Informationen und Schulungen, insbesondere für expo-
nierte Abteilungen, aber auch technische Maßnahmen, wie intelligente Filter- und Abwehrsysteme, tragen dazu bei, verantwortungsvoll handelnde Mitarbeiter/innen bestmöglich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unter-
stützen und unsere Daten und Unternehmenswerte wirksam zu schützen. Darüber hinaus wird die Bedro-
hungslage beobachtet und aktuelle Vorkommnisse im geschäftlichen Umfeld werden analysiert. Anhand der daraus gewonnenen Erkenntnisse werden die Schutz-
maßnahmen kontinuierlich verbessert.

Update Direktiven

Im Berichtsjahr wurde die upgedatete Direktive zum Thema „Know-how-Schutz“ gruppenweit aktualisiert und ausgerollt. Eine Direktive zum Thema „Geldwäsche und Terrorismusnanzierung“ wurde erstellt, der grup-
penweite Roll-out ist für das 1. Quartal 2021 geplant.

Untersuchungen

Im Berichtszeitraum gab es in der Lenzing Gruppe eine behördliche Untersuchung. Diese Untersuchung wurde ohne Folgemaßnahmen abgeschlossen. Eine behördli-
che Untersuchung aus dem Jahr 2019 dauert noch an.
Bericht 2020 40 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Compliance-Verstöße

Compliance-Verstöße werden in der Abteilung „Legal, IP und Compliance“ gesammelt. Im Jahr 2020 wurden bei Lenzing wie in den Vorjahren keine wesentlichen Fälle von Korruption gemeldet. Es gab keine öentli-
che Klagen in Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen das Unternehmen oder dessen Angestellte eingeleitet wurden. Ebenso mussten keine wesentlichen Bußgelder wegen Verletzung von Rechts-
vorschriften entrichtet werden. Es sind keine Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens anhängig. In der Sitzung des Prüfungsausschusses des Aufsichts-
rates am 9. September 2020 wurde vom Compliance Ocer in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Orga-
nisation, den Aufbau des Compliance-Management Systems, Trainings sowie interne und externe Untersu-
chungen berichtet.

Directors’ Dealings

Die Bekanntgabe von Aktienkäufen und -verkäufen von Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates er-
folgt gemäß den geltenden Rechtsvorschriften [Art. 19 VERORDNUNG (EU) Nr. 596/2014]. [Aktienkäufe bzw. -verkäufe werden auf der Website des Unternehmens veröentlicht.]

Risikomanagement und Corporate Audit

Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements wurde im Berichtsjahr vom Wirtschaftsprüfer KPMG Aust-
ria GmbH gemäß C-Regel 83 ÖCGK uneingeschränkt attestiert und das Ergebnis dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Darüber hinaus berichtet der Leiter des Risi-
komanagements in den Prüfungsausschusssitzungen über die aktuellen Risiken. Die Abteilung „Corporate Audit“ berichtet direkt dem Vorstand. Der Jahres-Revisionsplan wird in enger Ab-
stimmung mit dem Vorstand sowie dem Prüfungsaus-
schuss festgelegt. Ebenfalls regelmäßig berichtet der Leiter des „Corporate Audit“ in den Prüfungsausschuss-
sitzungen über die wesentlichen Prüfungserkenntnisse.

Externe Evaluierung

Gemäß C-Regel 62 ÖCGK hat die Gesellschaft regel-
mäßig, mindestens alle drei Jahre eine externe Instituti-
on mit der Evaluierung zur Einhaltung der C-Regeln des Kodex zu beauftragen. Lenzing hat PwC Oberösterreich Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH mit der Evaluierung des Corporate Governance Berichtes 2020 beauftragt.# Gornan Corporate Bericht 2020

41 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Diversitätskonzept

Respekt, Diversität und Inklusion sind integrale und unverzichtbare Bestandteile der Unternehmenskultur der Lenzing Aktiengesellschaft, die bei der Besetzung aller Funktionen berücksichtigt werden. Für die Vorschläge zur Besetzung von Aufsichtsratsmandaten an die Hauptversammlung und bei der Nominierung von Vorstandsmitgliedern wird auf eine fachliche und diversitätsbezogene Ausgewogenheit geachtet, da diese maßgeblich zur Professionalität und Eektivität der Arbeit von Aufsichtsrat und Vorstand beiträgt. Hierbei ießen neben der fachlichen und persönlichen Qualikation auch Aspekte wie Altersstruktur, Herkunft, Geecht, Ausbildung und Erfahrungshintergrund ein. Im Berichtsjahr wurde bei der Besetzung freiwerdender Aufsichtsratsmandate die Diversität im Aufsichtsrat weiter verbessert.

Bericht 2020

Dr. Stefan Doboczky, MBA
Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA
Mitglied des Vorstandes

Dipl.-Ing. Stephan Siela
Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Mitglied des Vorstandes

Lenzing Aktiengesellschaft
Lenzing, 08. März 2021

Der Vorstand

42 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe des Aufsichtsrates

An die 77. ordentliche Hauptversammlung

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Geschäftsjahr 2020 war für die Lenzing Aktien- gesellschaft, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und allen Stakeholdern ein überaus herausfor- derndes Jahr, das trotz schwieriger Rahmenbedingun- gen einen den Umständen entsprechenden positiven Verlauf zeigte.

Ausgehend von sehr niedrigen Preisen für Standardviscose zu Beginn des Jahres, hat sich mit den Auswirkungen von COVID-19 ab dem 1. Quartal 2020 die Nachfrage auf den globalen Fasermärkten rasch ver- schlechtert. Dies führte zu einem historischen Tief der Preise für Standardviscose im August 2020 bei gleich- zeitigem Rückgang der Absatzmengen im Bereich Textil.

Trotz COVID-19-bedingter eingetrübter Marktlage konn- te die Lenzing Aktiengesellschaft mit einer fokussierten strategischen Ausrichtung auf Basis der sCore TEN Stra- tegie und der konsequenten Umsetzung umfassender Ezienzsteigerungs- und Kostenreduktionsprogramme auch im Geschäftsjahr 2020 die Ertragskraft und Wett- bewerbsfähigkeit absichern und gleichzeitig die Umset- zung der beiden Großprojekte in Thailand und in Brasi- lien weiter vorantreiben. Darüber hinaus sicherte sich die Lenzing Aktiengesellschaft auf Basis ihrer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie als Neueinsteiger gleich zwei Platzierungen in der „A-Liste“ der globalen gemeinnüt- zigen Umweltorganisation CDP und unterstreicht damit ihre führende Position im Bereich Nachhaltigkeit inner- halb der textilen Wertschöpfungskette.

Neben der Begleitung des Vorstands im durch COVID-19-bedingten schwierigen wirtschaftlichen Marktumfeld, lagen die Schwerpunkte der Aufsichts- ratsarbeit auch in der laufenden Beratung und Kontrolle der disziplinierten Umsetzung der beiden Großprojekte in Thailand und Brasilien, die sich innerhalb des Budget- rahmens und Zeitplans benden.

Nachdem sich der Vorstand im Geschäftsjahr 2020 mit den neuen Vorständen DI Stephan Siela (CTO) und DI Christian Skilich (Vorstand „Wood & Pulp“) neu for- miert hat, wurde in diesem Jahr eine Organisations- änderung mit der Etablierung von zwei eigenständigen Business Units für „Fibers“ und „Wood & Pulp“ erfolg- reich umgesetzt. Sowohl die Neuformierung des Vor- standsteams als auch die neue Organisation werden sicherstellen, dass die Lenzing Aktiengesellschaft der zukünftigen Bedeutung des Bereiches Faserzellsto für die strategische Weiterentwicklung gerecht wird und zukünftig noch schneller auf Marktchancen im Bereich des Fasergeschäfts reagieren kann.

Bei diesen Aktivitäten hat der Aufsichtsrat seinen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zugewiesenen Verpichtungen entsprechend die Aufsicht geführt, war in den grundlegenden Entscheidungen frühzeitig in- volviert und hat den Vorstand beratend begleitet. Der Vorstand wiederum hat den Aufsichtsrat regelmäßig anhand ausführlicher schriftlicher Berichte über die

43 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Lenzing Ak- tiengesellschaft und der Lenzing Gruppe informiert. Darüber hinaus hat der Vorstand dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates auch außerhalb der Sitzungen re- gelmäßig über den Geschäftsverlauf, die Lage der Ge- sellschaft und wesentliche Geschäftsvorfälle Bericht erstattet. Einzelne Bereiche wurden vertiefend in den vom Aufsichtsrat eingerichteten Ausschüssen behan- delt, die wiederum dem Gesamtaufsichtsrat über ihre Tätigkeiten berichtet haben.

Vor dem Hintergrund der Auswirkungen von COVID-19 wurde im Geschäftsjahr 2020 die Mehrzahl der Sitzungen virtuell per Video- Konferenz abgehalten.

Sitzungen des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat der Lenzing Aktiengesellschaft hat sich im Berichtsjahr in acht Sitzungen vom Vorstand über den Geschäftsverlauf sowie wesentliche Geschäftsfälle und Maßnahmen informieren lassen, die Arbeit des Vor- stands beaufsichtigt und den Vorstand bei wesentlichen strategischen Weichenstellungen beratend begleitet. Zusätzlich fand eine vertiefende Sitzung zur Nachhal- tigkeitsstrategie statt.

Vor dem Hintergrund der Auswir- kungen von COVID-19 hat sich der Austausch mit dem Vorstand nochmals intensiviert und es wurden in enger Abstimmung mit dem Vorstand kontinuierlich Schritte zur Mitigation der COVID-19-Risiken auf das Geschäft der Lenzing Aktiengesellschaft umgesetzt und laufend evaluiert.

Zentrale Sitzungsinhalte waren die Entwick- lung der Geschäftslage, die strategische Weiterent- wicklung des Konzerns einschließlich eines Updates der sCore TEN Strategie und deren Ziele, die Nach- haltigkeitsstrategie und ESG-Themen, Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte, Digitalisierung, Personal- maßnahmen, Finanzierungsmaßnahmen sowie die Diskussion und die Genehmigung des Budgets für das Geschäftsjahr 2021. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit des Aufsichtsrats im Kontext der Finanzierungs- maßnahmen war die Begleitung und Beratung des Vor- stands im Rahmen der Platzierung einer Hybridanleihe in Höhe von EUR 500 Mio. im November 2020 zur wei- teren Stärkung und Diversizierung der Kapitalstruktur. Zudem wurde die Vergütungspolitik verabschiedet und Entscheidungen über laufende und geplante Investi- tionsprojekte zur kontinuierlichen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit getroen.

Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit der Ezienz seiner eigenen Arbeitsweise auseinandergesetzt. In der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Juni 2020 wurden Frau Melody Harris-Jensbach neu in den Auf- sichtsrat gewählt. Mag. Patrick Prügger und Dr. Franz Gasselsberger wurden in den Aufsichtsrat wiederge- wählt. Dr. Felix Fremerey schied zum 18. Juni 2020 aus dem Aufsichtsrat aus. Wir danken Dr. Felix Fremerey für seine vertrauensvolle und konstruktive Mitarbeit.

44 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe des Aufsichtsrates

Ausschusssitzungen

Der vom Aufsichtsrat eingerichtete Vergütungs- ausschuss hat sich im Berichtsjahr in drei Sitzungen schwerpunktmäßig mit der Leistungsbeurteilung und den Zielsetzungen der Vorstandsmitglieder sowie mit weiteren allgemeinen Vergütungsthemen des Vorstan- des beschäftigt. Weiters war der Vergütungsausschuss mit der Erarbeitung der Vergütungspolitik der Lenzing Aktiengesellschaft befasst.

Der eingerichtete Nominierungsausschuss hat im Be- richtsjahr zweimal getagt. In den Sitzungen wurden vor allem Personalentwicklungsmaßnahmen und Fragen der Nachfolgeplanung behandelt. Er hat über die Wahl- vorschläge in den Aufsichtsrat beraten und entspre- chende Beschlussvorschläge ausgesprochen.

Der Strategieausschuss ist im Berichtsjahr in zwei Sit- zungen zusammengetroen. In den Sitzungen wurde die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie sCore TEN, der Nachhaltigkeitsstrategie sowie ein Up- date der daraus abgeleiteten strategischen Stoßrich- tungen und Investitionen gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert. Zudem wurden im Ausschuss die Updates zu einzelnen Produktstrategien, zur Qualitätsstrategie so- wie zu kontinuierlichen Ezienzsteigerungs- und Kos- tensenkungsprogrammen mit dem Vorstand diskutiert. Die Ergebnisse wurden anschließend im gesamten Auf- sichtsrat erörtert.

Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr dreimal ge- tagt. An den Sitzungen nahmen auch Vertreter des Ab- schlussprüfers teil, um über ihre Prüfungstätigkeit zu berichten. Ebenfalls wurden spezische Bilanzierungs- themen im Beisein des Wirtschaftsprüfers diskutiert. Neben der Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahres- und des Konzernabschlusses hat sich der Prüfungsausschuss mit den zusätzlichen Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG beschäftigt, insbesondere wurde die Funktionsweise und die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagement- systems kritisch hinterfragt und überwacht. Die Ergeb- nisse wurden anschließend im gesamten Aufsichtsrat erörtert.

Der vom Aufsichtsrat eingerichtete Ausschuss für Large CAPEX-Projekte hat im Berichtsjahr fünfmal getagt und sich dabei mit der laufenden Begleitung, Beratung und Kontrolle der beiden Großprojekte zur Errichtung einer Lyocellfaseranlage in Thailand sowie mit der Errichtung eines Faserzellstowerks in Brasilien befasst.

Der eingerichtete strategische Ausschuss für Finanzie- rungsfragen hat im Berichtsjahr dreimal getagt und sich mit der Entscheidung über wesentliche Finanzierungs- themen im Hinblick auf die gleichzeitige Umsetzung der initiierten strategischen Großprojekte befasst.Wesentlicher Schwerpunkt der Ausschusssitzungen war die Begleitung und Beratung des Vorstands beim Abschluss eines Finanzierungspakets im Zusammenhang mit der Finanzierung der Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. im Juni 2020. Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seine Vergütung sind dem Corporate Governance Bericht bzw. dem Vergütungsbericht der Lenzing Aktiengesellschaft zu entnehmen.

Prüfung des Jahresabschlusses samt Lagebericht, des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Linz, hat als Abschlussprüfer den Jahresabschluss samt Lagebericht der Lenzing AG sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Lenzing Gruppe inklusive der nichtfinanziellen Erklärung und die nach § 245a UGB geforderten Angaben zum 31. Dezember 2020 geprüft. Der Abschlussprüfer hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Corporate Governance Bericht wurde von PwC Oberösterreich Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH, Linz, evaluiert. Es wurde festgestellt, dass die abgegebene Erklärung der Lenzing AG zur Einhaltung des Corporate Governance Kodex (Jänner 2018) den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates hat sich intensiv mit dem Jahres- und Konzernabschluss, dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht, dem Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie dem Corporate Governance Bericht befasst und die Ergebnisse der Abschlussprüfung eingehend mit dem Abschlussprüfer erörtert. Aufgrund der eigenen Prüfung hat sich der Prüfungsausschuss den Ergebnissen der Prüfung des Abschlussprüfers angeschlossen. Hierüber hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat pflichtgemäß Bericht erstattet und diesem zudem empfohlen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft zu bestellen.

Der Aufsichtsrat erklärt sich nach eigener Erörterung mit dem erstatteten Lagebericht und dem Corporate Governance Bericht einverstanden und billigt den Jahresabschluss 2020, der damit gemäß § 96 Absatz 4 AktG als festgestellt gilt. Der Aufsichtsrat erklärt sich weiterhin mit dem gemäß § 244 UGB in Verbindung mit § 245a UGB aufgestellten Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht einverstanden. Der Aufsichtsrat berichtet gemäß § 96 Abs. 1 und 2 AktG, dass ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) erstellt wurde und dieser geprüft wurde. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinns an. Der Aufsichtsrat folgt zudem der Empfehlung des Prüfungsausschusses und wird der 77. ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 zu bestellen.

Interessenskonflikte von Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern, über die die Hauptversammlung zu informieren wäre, sind dem Aufsichtsrat gegenüber im Berichtszeitraum nicht offengelegt worden.

Dank

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lenzing Aktiengesellschaft Dank und Anerkennung für ihr hohes Engagement aus. Durch ihren persönlichen Einsatz konnte die Lenzing Aktiengesellschaft die durch COVID-19 verursachten besonderen Herausforderungen bewältigen und die sCore TEN Strategie weiter mit unverminderter Kraft umsetzen. Ein besonderer Dank gilt auch den Kunden, den Aktionärinnen und Aktionären sowie den Lieferanten und Geschäftspartnern von Lenzing für das entgegengebrachte Vertrauen.

Wien, 08. März 2021

Dipl.-Bw. Peter Edelmann
Vorsitzender des Aufsichtsrats

„Auch im Geschäftsjahr 2020 konnte Lenzing ihre Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit absichern und gleichzeitig die Errichtung der beiden Großprojekte weiter vorantreiben.“
Dipl.-Bw. Peter Edelmann

46 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Allgemeine Erläuterungen 53
Note 1. Grundlagen 53
Note 2. Änderung der Rechnungslegungsmethoden 55
Note 3. Konsolidierung 56
Note 4. Segmentbericht 58
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 62
Note 5. Umsatzerlöse 62
Note 6. Sonstige betriebliche Erträge 62
Note 7. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 62
Note 8. Personalaufwand 63
Note 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 63
Note 10. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing 63
Note 11. Honorare des Abschlussprüfers 64
Note 12. Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 64
Note 13. Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 64
Note 14. Finanzierungskosten 64
Note 15. Ertragsteueraufwand 65
Note 16. Ergebnis je Aktie 66
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz, zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung und zur Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 67
Note 17. Immaterielle Anlagen 67
Note 18. Sachanlagen 72
Note 19. Biologische Vermögenswerte 74
Note 20. Nutzungsrechte Leasing 75
Note 21. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 76
Note 22. Finanzanlagen 79
Note 23. Sonstige langfristige Vermögenswerte 79
Note 24. Vorräte 79
Note 25. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79
Note 26. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 80
Note 27. Eigenkapital 80
Note 28. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 84
Note 29. Finanzverbindlichkeiten 85
Note 30. Steuerabgrenzung (aktive und passive latente Steuern) und laufende Steuern 86
Note 31. Rückstellungen 88
Note 32. Sonstige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 94
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung 95
Note 33. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung 95
Erläuterungen zum Risikomanagement 96
Note 34. Kapitalrisikomanagement 96
Note 35. Angaben zu Finanzinstrumenten 97
Note 36. Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sowie Fremdwährungsergebnis 105
Note 37. Finanzrisikomanagement 106
Erläuterungen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen sowie zu den Organen 118
Note 38. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen 118
Note 39. Organe der Gesellschaft 120
Sonstige Erläuterungen 121
Note 40. Finanzielle Garantieverträge, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken 121
Note 41. Konzernunternehmen 122
Note 42. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 123
Note 43. Freigabe des Konzernabschlusses 123

46 Geschäftsbericht 2019 Lenzing Gruppe

Inhalt 2020

Note 47

Lenzing AG Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

TEUR Note 2020 2019
Umsatzerlöse (6) 5 1.632.607 2.105.231
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -41.299 -18.427
Andere aktivierte Eigenleistungen 60.509 56.276
Sonstige betriebliche Erträge (5) 6 59.145 78.594
Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten (19) -10.334 0
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen (7) -898.392 -1.257.290
Personalaufwand (8) -355.754 -395.928
Sonstige betriebliche Aufwendungen (9) -249.905 -278.402
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 1 196.578 326.908
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing (10) -160.448 -166.959
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen 1.979 2.394
Betriebsergebnis (EBIT) 1 38.109 162.343
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (12) 5.674 1.375
Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten (13) -5.402 9.828
Finanzierungskosten (14) -16.130 -9.700
Finanzerfolg -15.859 1.502
Ergebnis vor Steuern (EBT) 1 22.251 163.845
Ertragsteueraufwand (15) -32.846 -48.904
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag -10.595 114.941
Anteil am Jahresüberschuss/ -fehlbetrag:
Davon Aktionäre der Lenzing AG 6.277 122.806
Davon nicht beherrschende Gesellschafter -18.762 -7.864
Davon vorgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer (27) 1.890 0
Ergebnis je Aktie
EUR EUR
Verwässert = unverwässert (16) 0,24 4,63

1) EBITDA: Betriebsergebnis vor Abschreibungen bzw. Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing und vor Erträgen aus der Auflösung von Investitionszuschüssen.
EBIT: Betriebsergebnis bzw. Ergebnis vor Zinsen und Steuern.
EBT: Ergebnis vor Steuern.

48 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Lenzing AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31.# Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

TEUR Note 2020 2019
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag -10.595 114.941
Posten, die nicht in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen () 633 -9.355
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/ -verlust aus der Neubewertung () -2.646 2.079
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern () 259 1.802
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (nach Steuern) () -106 -404
Posten, die in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdierenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind () -111.317 19.016
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte (Fremdkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/ -verlust aus der Neubewertung () -34 -59
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte (Fremdkapitalinstrumente) – Umgliederung von Beträgen aus der Neubewertung von in der Berichtsperiode abgegangenen nanziellen Vermögenswerten () 0 -103
Cashow Hedges – eektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value -Änderungen und nicht designierte Komponenten () -118.851 -9.353
Cashow Hedges – Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung () 3.901 20.778
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern () 6.447 -2.451
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity -Methode bilanziert werden (nach Steuern) () -6.574 -82
-226.428 27.746
Sonstiges Ergebnis (netto) -228.289 21.869
Gesamtergebnis -238.884 136.810
Anteil am Gesamtergebnis:
Davon Aktionäre der Lenzing AG -160.540 144.011
Davon nicht beherrschende Gesellschafter -80.234 -7.201
Davon v orgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer 1.890 0

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2020

TEUR Note 31.12.2020 31.12.2019
Vermögenswerte
Immaterielle Anlagen () 29.669 28.221
Sach anlagen () 2.068.059 1.597.163
Biologische Vermögenswerte () 84.254 0
Nutzungsrechte Leasing () 65.761 37.811
Beteiligungen, die nach der Equity -Methode bilanziert werden () 29.088 29.215
Finanzanlagen () 40.890 41.803
Steuerabgrenzung (aktive latente Steuern) () 2.409 6.953
Forderungen aus laufenden Steuern () 15.157 25.631
Sonstige langfristige Vermögenswerte () 25.915 17.090
Langfristige Vermögenswerte 2.361.202 1.783.887
Vorräte () 329.370 395.683
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen () 249.662 251.436
Forderungen aus laufenden Steuern () 7.410 1.154
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte () 145.347 117.429
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.069.998 571.479
Kurzfristige Vermögenswerte 1.801.786 1.337.180
Bilanzsumme 4.162.988 3.121.068

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

TEUR Note 2020 2019
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag -10.595 114.941
Posten, die nicht in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen () 633 -9.355
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/ -verlust aus der Neubewertung () -2.646 2.079
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern () 259 1.802
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (nach Steuern) () -106 -404
Posten, die in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdierenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind () -111.317 19.016
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte (Fremdkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/ -verlust aus der Neubewertung () -34 -59
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte (Fremdkapitalinstrumente) – Umgliederung von Beträgen aus der Neubewertung von in der Berichtsperiode abgegangenen nanziellen Vermögenswerten () 0 -103
Cashow Hedges – eektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value -Änderungen und nicht designierte Komponenten () -118.851 -9.353
Cashow Hedges – Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung () 3.901 20.778
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern () 6.447 -2.451
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity -Methode bilanziert werden (nach Steuern) () -6.574 -82
-226.428 27.746
Sonstiges Ergebnis (netto) -228.289 21.869
Gesamtergebnis -238.884 136.810
Anteil am Gesamtergebnis:
Davon Aktionäre der Lenzing AG -160.540 144.011
Davon nicht beherrschende Gesellschafter -80.234 -7.201
Davon v orgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer 1.890 0

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

Note Grundkapital Kapitalrücklagen Hybridkapital Fremdwährungs- umrechnungs- rücklage Andere Rücklagen Gewinnrücklagen Anteil der Aktionäre der Lenzing AG Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
Stand zum 01.01.2019 27.574 133.919 0 43.043 18.146 1.332.802 1.501.747 32.178 1.533.925
Jahresüberschuss 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstiges Ergebnis (netto) 0 0 0 18.146 -102.259 0 -102.259 -7.864 114.941
Gesamtergebnis 0 0 0 18.146 -102.259 0 -102.259 -7.864 114.941
Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen im Konsolidierungs kreis 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Stand zum 31.12.2019 = 01.01.2020 27.574 133.919 0 61.189 -41.069 1.332.802 1.513.006 24.854 1.537.860
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 0 0 0 0 0 0 -10.595 0 -10.595
Sonstiges Ergebnis (netto) 0 0 0 0 -102.259 0 -102.259 -80.234 -228.289
Gesamtergebnis 0 0 0 0 -102.259 0 -112.854 -80.234 -238.884
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögens -werte und in die Vorräte umgegliedert worden sind 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen im Konsolidierungs kreis 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Kapitalzuführung 0 0 496.582 0 0 0 496.582 0 496.582
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungs -ergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Transaktionen mit Anteilsinhabern 0 0 496.582 0 0 0 496.582 0 496.582
Stand zum 31.12.2020 27.574 133.919 496.582 -41.069 133.919 1.192.800 1.732.947 148.480 1.881.427

Andere Rücklagen

TEUR Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve und nicht designierte Komponenten) Versicherungs- mathematische Gewinne/Verluste Anteil der Aktionäre der Lenzing AG und der Hybridkapital- besitzer Nicht beherrschende Anteile Eigenkapital
9.259 -5.163 -39.688 1.332.802 1.501.747 32.178 1.533.925
0 0 0 122.806 122.806 -7.864 114.941
0 0 0 -102.259 -102.259 -80.234 -228.289
0 0 0 -132.750 -132.750 -140.341 -140.341
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 496.582 0 496.582
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 496.582 0 496.582
0 0 0 8.167 8.167 -18.762 -10.595
0 0 0 20.232 20.232 16.041 36.273
0 0 0 2.118 2.118 100.206 102.324
0 0 0 0 496.582 0 496.582
-132.750 -132.750 -140.341 1.192.800 1.732.947 148.480 1.881.427# Lenzing AG Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020
Note Grundkapital Kapitalrücklagen Hybridkapital Fremdwährungsumrechnungsrücklage
Stand zum 01.01.2019 150.000 121.106 0 -1.121
Jahresüberschuss - - - -
Sonstiges Ergebnis (netto) - - - 9.764
Gesamtergebnis - - - 8.643
Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis (Δ) - - - -
Gezahlte Dividenden - - - -
Stand zum 31.12.2019 = 01.01.2020 150.000 121.106 0 -1.121
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag - - - -
Sonstiges Ergebnis (netto) - - - -14.876
Gesamtergebnis - - - -14.876
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind - - - -
Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis (Δ) - - - -
Kapitalzuführung (Δ) - 68.870 - -
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungs-ergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen (Δ) - - - -
Gezahlte Dividenden - - - -
Transaktionen mit Anteilsinhabern - -105.248 - -
Stand zum 31.12.2020 (Σ) 150.000 84.728 0 -12.354

Lenzing Gruppe

Lenzing AG Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

TEUR Note 2020 2019
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag -10.595 114.941
+ Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing (SGA) 160.448 166.959
+/- Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten (SAB) 10.334 0
– Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen -1.979 -2.394
+/- Veränderung langfristiger Rückstellungen -5.394 -5.286
–/+ Ertrag / Aufwand aus latenten Steuern 10.768 -11.798
+/- Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern -15.299 5.801
+/- Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -4.883 -1.334
–/+ Sonstige unbare Erträge / Aufwendungen (SB) -16.568 27.072
Brutto-Cashflow 126.831 293.961
+/- Veränderung Vorräte 81.439 -29.138
+/- Veränderung Forderungen -38.360 30.502
+/- Veränderung Verbindlichkeiten -120.965 -50.711
Veränderung des Working Capital -77.885 -49.347
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 48.946 244.615
– Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX) -668.760 -244.009
– Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -4.050 -15.587
+ Erlöse aus der Veräußerung von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten 5.046 153
+ Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (SB) 1.546 4.749
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -666.219 -254.694
+ Einzahlungen von Eigenkapital in vollkonsolidierte Gesellschaften von nicht beherrschenden Gesellschaftern 84.458 0
+ Aufnahme von Hybridkapital (SB) 495.443 0
– Gezahlte Dividenden -200 -132.875
+ Investitionszuschüsse 1.618 1.760
+ Aufnahme von Anleihen und Schuldscheindarlehen (SB) 131.691 414.479
+ Aufnahme von übrigen Finanzverbindlichkeiten (SB) 604.277 222.249
– Rückzahlung von Anleihen und Schuldscheindarlehen (SB) -37.500 -34.000
– Rückzahlung von übrigen Finanzverbindlichkeiten (SB) -144.691 -138.360
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.135.096 333.253
Veränderung der liquiden Mittel gesamt 517.823 323.174
Liquide Mittel zu Jahresbeginn 571.479 243.865
Währungsdifferenz auf liquide Mittel -19.304 4.440
Liquide Mittel zu Jahresende 1.069.998 571.479

Ergänzende Informationen zu Zahlungen im Cashflow aus der Betriebstätigkeit:

2020 2019
Zinseinzahlungen 1.742 1.687
Zinsauszahlungen 19.449 11.126
Gezahlte Ertragsteuern 33.533 53.763
Erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 40 40

53 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Lenzing AG Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020

Allgemeine Erläuterungen

Note 1. Grundlagen

Beschreibung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit

Die Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG), Sitz in 4860 Lenzing, Werkstrasse 2, Österreich, ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe (die „Gruppe“ bzw. der „Konzern“). Die Aktien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in Wien, Österreich, gelistet. Die Hauptaktionärin der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 ist die B&C Gruppe, welche direkt und indirekt mit 50 Prozent plus zwei Aktien (31. Dezember 2019: 50 Prozent plus zwei Aktien) am Grundkapital der Lenzing AG beteiligt ist. Die unmittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Lenzing AG ist die B&C IB Holding GmbH, Wien. Die mittelbare Mehrheitsgesellschafterin der Lenzing AG, die einen Konzernabschluss aufstellt und veröffentlicht, in den die Lenzing Gruppe einbezogen ist, ist die B&C Holding Österreich GmbH, Wien. Das oberste Mutterunternehmen der B&C Gruppe, und somit auch der Lenzing AG, ist die B&C Privatstiftung, Wien.

Das Kerngeschäft der Lenzing Gruppe liegt in der Erzeugung und Vermarktung von botanischen Cellulosefasern. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem gewichtigen Teil in eigenen Zellstoffwerken hergestellt bzw. teilweise zugekauft. Daneben ist die Lenzing Gruppe im Maschinen- sowie Anlagenbau tätig und bietet Engineering-Dienstleistungen an.

Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss für den Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2020 wurde unter Beachtung aller zum Bilanzstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards („IFRS“) und Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs. 1 UGB (österreichisches Unternehmensgesetzbuch) erfüllt.

Die Berichtswährung ist der Euro (EUR), der auch funktionale Währung der Lenzing AG ist. Die funktionale Währung eines Großteils der Tochterunternehmen ist der Euro (EUR) sowie der US-Dollar (USD).

Die Zahlenangaben im vorliegenden Konzernabschluss und in den Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angegeben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbedingte Rechen differenzen auftreten.

Auswirkungen der COVID-19-Krise auf das Jahresergebnis

Die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 wurde maßgeblich durch die COVID-19-Krise beeinflusst. Die Lenzing Gruppe verzeichnete in diesem Zeitraum vor allem im Segment Fibers deutliche Umsatzrückgänge vor allem aufgrund rückläufiger Absatzmengen und eines geringeren Verkaufspreisniveaus. Dem gegenüber stehen Rückgänge der Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen aufgrund geringerer Produktionsmengen und rückläufige Marktpreise für die Rohstoffe (insbesondere für Zellstoff, Natronlauge und Energie) und des Personalaufwandes aufgrund der Inanspruchnahme der Kurzarbeitsbeihilfen an den österreichischen Standorten.

In der Berichtsperiode wurden Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln in Höhe von TEUR 13.288 erfolgswirksam erfasst, die aus öffentlichen Förderungen stammen, insbesondere aus Kurzarbeitsbeihilfen aufgrund von COVID-19.

Der Steueraufwand in Höhe von TEUR 32.846 (2019: TEUR 48.904) ist in der Relation zum EBT von TEUR 22.251 überproportional hoch. Dies lässt sich im Wesentlichen auf die Wertberichtigung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge einzelner Konzernunternehmen und Effekte aus abweichenden funktionalen Währungen zurückführen.

Im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses ist es die Aufgabe des Managements die Fähigkeit der Unternehmensfortführung zu beurteilen. Wenn wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf Ereignisse oder Bedingungen vorliegen, die signifikante Zweifel an der Fähigkeit der Unternehmensfortführung aufwerfen, dann sind diese Unsicherheiten zu erläutern. Nach Einschätzungen des Managements der Lenzing Gruppe und unter Berücksichtigung aller

Lenzing AG Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020# Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Dezember 2020 TEUR

Note 2020 2019
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag - -
+ Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing ()  
+/– Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten () 
– Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen - -
+/– Veränderung langfristiger Rückstellungen - -
–/+ Ertrag / Aufwand aus latenten Steuern  -
+/– Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern - 
+/– Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden - -
–/+ Sonstige unbare Erträge / Aufwendungen () - 
Brutto-Cashflow  
+/– Veränderung Vorräte  -
+/– Veränderung Forderungen - 
+/– Veränderung Verbindlichkeiten - -
Veränderung des Working Capital - -
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  
– Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX) - -
– Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden - -
+ Erlöse aus der Veräußerung von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten  
+ Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden ()  
Cashflow aus der Investitionstätigkeit - -
+ Einzahlungen von Eigenkapital in vollkonsolidierte Gesellschaften von nicht beherrschenden Gesellschaftern 
+ Aufnahme von Hybridkapital () 
– Gezahlte Dividenden - -
+ Investitionszuschüsse  
+ Aufnahme von Anleihen und Schuldscheindarlehen ()  
+ Aufnahme von übrigen Finanzverbindlichkeiten ()  
– Rückzahlung von Anleihen und Schuldscheindarlehen () - -
– Rückzahlung von übrigen Finanzverbindlichkeiten () - -
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit  
Veränderung der liquiden Mittel gesamt  
Liquide Mittel zu Jahresbeginn  
Währungsdifferenz auf liquide Mittel - 
Liquide Mittel zu Jahresende  

Ergänzende Informationen zu Zahlungen im Cashflow aus der Betriebstätigkeit:

2020 2019
Zinseinzahlungen  
Zinsauszahlungen  
Gezahlte Ertragsteuern  
Erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden  

54 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Verfügbaren Informationen über die Zukunft, die mindestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag umfasst, liegen solche Unsicherheiten nicht vor. Der Ausbruch der COVID-19-Krise und die damit verbundenen Umsatzrückgänge auf Basis gesunkener Absatzmengen und Verkaufspreise hatten und haben eine negative Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe. Aufgrund einer gesicherten Liquiditätssituation, einer weiterhin starken Position auf den für Lenzing relevanten Märkten sowie einem zu erwartendem sukzessiven Abklingen der negativen Auswirkungen der COVID-19-Krise im Laufe des Jahres 2021 hat das Management die Einschätzung getroffen, dass der Konzern zum Zeitpunkt seiner Genehmigung über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss unter Zugrundelegung der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise und den von der Lenzing Gruppe gesetzten Maßnahmen finden sich im Konzern-Lagebericht der Lenzing Gruppe im Abschnitt Geschäftsentwicklung.

Bewertungsgrundlagen

Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erfolgt überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten. Davon abweichend kommen für folgende wesentliche Posten andere Bewertungsmethoden zur Anwendung:

  • Biologische Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
  • Rückstellungen werden zum Barwert des erwarteten Erfüllungsbetrages bewertet.
  • Latente Steueransprüche und -schulden werden mit dem Nominalwert angesetzt und auf Basis der bestehenden temporären Differenzen zum Bilanzstichtag und des Steuersatzes zum Zeitpunkt der erwarteten Realisierung der bestehenden Differenzen ermittelt.
  • Derivative Finanzinstrumente und erfolgswirksam sowie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Schätzungsunsicherheiten und Ermessenentscheidungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS verwendet der Vorstand der Lenzing AG Schätzungen, Annahmen und Ermessenentscheidungen. Diese Schätzungen, Annahmen und Ermessenentscheidungen richten sich nach den angenommenen Verhältnissen zum Bilanzstichtag und können einen erheblichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Sie betreffen den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten, den Ausweis von Cashflows sowie Erträgen und Aufwendungen (einschließlich sonstiger Ergebnisse) und die Darstellung von Angaben im Konzernanhang.

Annahmen und Schätzungen

Die folgenden zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen am Bilanzstichtag bestehenden Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten können wesentliche Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss der Lenzing Gruppe haben:

  • Immaterielle Anlagen (siehe Note 17) und Sachanlagen (siehe Note 18): Ermittlung des erzielbaren Betrages im Rahmen von Werthaltigkeitstests im Sinne des IAS 36 (Wertminderungen).
  • Biologische Vermögenswerte (siehe Note 19): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich der Verkaufskosten.
  • Finanzinstrumente (siehe Note 37): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowie der erwarteten Kreditverluste.
  • Rückstellungen (siehe Note 31): Ermittlung des erwarteten Erfüllungsbetrages und der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne.
  • Kündbare nicht beherrschende Anteile (siehe Note 3): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Verkaufskosten
  • Latente Steuern und Forderungen aus laufenden Steuern (siehe Note 30): Beurteilung der Verwertbarkeit latenter Steuererstattungsansprüche (insbesondere aus Verlustvorträgen) und Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen aus laufenden Steuern.
  • Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (siehe Note 18): Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit und Werthaltigkeit von Entwicklungsaufwendungen.

Annahmen und Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Überlegungen, die vom Vorstand für angemessen erachtet werden. Die letztlich realisierten Beträge können aber von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die angenommenen Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln.

Ermessensentscheidungen bei Anwendung von Rechnungslegungsmethoden

Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe folgende bedeutende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Konzernabschluss wesentlich beeinflussen:

  • Verbindlichkeiten im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen (siehe Note 32): Beurteilung des Vorliegens der Ausbuchungsvoraussetzungen im Sinne des IFRS 9 (Finanzinstrumente).
  • Vollkonsolidierung und Equity-Methode (siehe Note 3 und Note 41): Beurteilung des Vorliegens von Kontrolle über Tochterunternehmen, Beurteilung des Vorliegens von gemeinschaftlicher Führung bzw. maßgeblichem Einfluss. Anwendung der Present-Access-Methode bei kündbaren nicht beherrschenden Anteilen.
  • Forderungen aus der Veräußerung sowie der Beteiligungsansatz von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (siehe Note 21): Beurteilung der Bewertung der Forderungen aus der Teilveräußerung und der Beteiligungsansatz an der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB), Kelheim, Deutschland.
  • Anhaltspunkte für Wertminderung (siehe Note 17): Beurteilung des Vorliegens von Anhaltspunkten für eine Wertminderung beziehungsweise bei wertgeminderten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Beurteilung des Eintritts von wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

55 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Auswirkungen der COVID-19-Krise auf Schätzungsunsicherheiten und Ermessenentscheidungen

Die COVID-19-Krise hat Auswirkungen auf den Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere auf Annahmen, Schätzungen und Ermessenentscheidungen. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-Krise unterliegen diese Annahmen, Schätzungen und Ermessenentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Beim Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 der Lenzing Gruppe kamen Annahmen, Schätzungen sowie die Ausübung von Ermessenentscheidungen vor allem in folgenden Bereichen zur Anwendung:

  • Die COVID-19-Krise löste Anhaltspunkte auf Wertminderungen gemäß IAS 36 Wertminderungen und damit die Durchführung von Wertminderungstests von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit und ohne Firmenwert aus (siehe Note 17 Abschnitt Wertminderungstests).
  • Die Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit und Werthaltigkeit von aktivierten Entwicklungsaufwendungen ergaben keine wesentlichen Änderungen zur bisherigen Einschätzung (siehe Note 17).
  • Für das Hedge Accounting wurde eine Aktualisierung der Einschätzung vorgenommen, inwieweit der Eintritt von erwarteten Transaktionen weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Per 31. Dezember 2020 ergaben sich daraus keine wesentlichen Änderungen (siehe Note 35).
  • Durch die COVID-19-Krise kann es zu erhöhten Forderungsausfällen durch die Verschlechterung des Kreditrisikos der Vertragsparteien kommen. Die Verschlechterung des Kreditrisikos wurde in den Berechnungsmodellen für die Expected Credit Losses per 31. Dezember 2020 berücksichtigt. Sie war betragsmäßig von untergeordneter Bedeutung.# Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

2 Änderung der Rechnungslegungsmethoden

Die Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr, mit Ausnahme der in diesem Abschnitt erläuterten Änderungen, beibehalten.

Verpflichtende Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden von der EU in den Rechtsbestand übernommen und waren im Geschäftsjahr 2020 von der Lenzing Gruppe erstmalig verpflichtend anzuwenden:

Standards/Interpretationen Veröffentlichung durch das IASB Anwendungspflicht laut IASB für Geschäftsjahre ab Übernahme durch die EU zum 31.12.2020
Rahmenkonzept Änderung von Verweisen auf das Rahmenkonzept   ja ja
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Definition eines Geschäftsbetriebes   ja ja
IAS 1, IAS 8 Änderung der Definition von wesentlich   ja ja
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7 IBOR-Reform (Phase 1)   ja ja

Die neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, welche ab dem 1. Jänner 2020 anzuwenden sind, führen zu keinen wesentlichen Änderungen des Abschlusses der Lenzing Gruppe.

Die folgenden bei Aufstellung des Konzernabschlusses bereits vom IASB veröffentlichten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen waren auf Geschäftsjahre, die am oder vor dem 1. Jänner 2020 begannen, noch nicht zwingend von der Lenzing Gruppe anzuwenden:

Standards/Interpretationen Veröffentlichung durch das IASB Anwendungspflicht laut IASB für Geschäftsjahre ab Übernahme durch die EU zum 31.12.2020
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept   nein
IFRS 10, IAS 28 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture  unbekannt nein
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten   nein
IFRS 16 Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen   ja
IFRS 17 Versicherungsverträge   nein
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16 IBOR-Reform (Phase 2)   ja
IAS 1 Änderungen an der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig   nein
IAS 16 Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung   nein
IAS 37 Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrages   nein
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS -  

1) Anwendungsbeginn durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben.
2) Die Europäische Kommission schlägt den Interimsstandard IFRS 14 derzeit nicht zur Übernahme in EU-Recht vor.

verfügbaren Informationen über die Zukunft, die mindestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag umfasst, liegen solche Unsicherheiten nicht vor. Der Ausbruch der COVID-19-Krise und die damit verbundenen Umsatzrückgänge auf Basis gesunkener Absätze und Verkaufspreise hatten und haben eine negative Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe. Aufgrund einer gesicherten Liquiditätssituation, einer weiterhin starken Position auf den für Lenzing relevanten Märkten sowie einem zu erwartendem sukzessiven Abklingen der negativen Auswirkungen der COVID-19-Krise im Laufe des Jahres 2021 hat das Management die Einschätzung getroffen, dass der Konzern zum Zeitpunkt seiner Genehmigung über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss unter Zugrundelegung der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise und den von der Lenzing Gruppe gesetzten Maßnahmen finden sich im Konzern-Lagebericht der Lenzing Gruppe im Abschnitt Geschäftsentwicklung.

Bewertungsgrundlagen

Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erfolgt überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten. Davon abweichend kommen für folgende wesentliche Posten andere Bewertungsmethoden zur Anwendung:

  • Biologische Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
  • Rückstellungen werden zum Barwert des erwarteten Erfüllungsbetrages bewertet.
  • Latente Steueransprüche und -schulden werden mit dem Nominalwert angesetzt und auf Basis der bestehenden temporären Differenzen zum Bilanzstichtag und des Steuersatzes zum Zeitpunkt der erwarteten Realisierung der bestehenden Differenzen ermittelt.
  • Derivative Finanzinstrumente und erfolgswirksam sowie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Schätzungsunsicherheiten und Ermessenentscheidungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS verwendet der Vorstand der Lenzing AG Schätzungen, Annahmen und Ermessenentscheidungen. Diese Schätzungen, Annahmen und Ermessenentscheidungen richten sich nach den angenommenen Verhältnissen zum Bilanzstichtag und können einen erheblichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Sie betreffen den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten, den Ausweis von Cashflows sowie Erträgen und Aufwendungen (einschließlich sonstiger Ergebnisse) und die Darstellung von Angaben im Konzernanhang.

Annahmen und Schätzungen

Die folgenden zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen am Bilanzstichtag bestehenden Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten können wesentliche Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss der Lenzing Gruppe haben:

  • Immaterielle Anlagen (siehe Note 17) und Sachanlagen (siehe Note 18): Ermittlung des erzielbaren Betrages im Rahmen von Werthaltigkeitstests im Sinne des IAS 36 (Wertminderungen).
  • Biologische Vermögenswerte (siehe Note 19): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich der Verkaufskosten.
  • Finanzinstrumente (siehe Note 37): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowie der erwarteten Kreditverluste.
  • Rückstellungen (siehe Note 31): Ermittlung des erwarteten Erfüllungsbetrages und der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne.
  • Kündbare nicht beherrschende Anteile (siehe Note 3): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Verkaufskosten.
  • Latente Steuern und Forderungen aus laufenden Steuern (siehe Note 30): Beurteilung der Verwertbarkeit latenter Steuererstattungsansprüche (insbesondere aus Verlustvorträgen) und Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen aus laufenden Steuern.
  • Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (siehe Note 18): Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit und Werthaltigkeit von Entwicklungsaufwendungen.

Annahmen und Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Überlegungen, die vom Vorstand für angemessen erachtet werden. Die letztlich realisierten Beträge können aber von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die angenommenen Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln.

Ermessensentscheidungen bei Anwendung von Rechnungslegungsmethoden

Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe folgende bedeutende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Konzernabschluss wesentlich beeinflussen:

  • Verbindlichkeiten im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen (siehe Note 32): Beurteilung des Vorliegens der Ausbuchungsvoraussetzungen im Sinne des IFRS 9 (Finanzinstrumente).
  • Vollkonsolidierung und Equity-Methode (siehe Note 3 und Note 41): Beurteilung des Vorliegens von Kontrolle über Tochterunternehmen, Beurteilung des Vorliegens von gemeinschaftlicher Führung bzw. maßgeblichem Einfluss. Anwendung der Present-Access-Methode bei kündbaren nicht beherrschenden Anteilen.
  • Forderungen aus der Veräußerung sowie der Beteiligungsansatz von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (siehe Note 21): Beurteilung der Bewertung der Forderungen aus der Teilveräußerung und der Beteiligungsansatz an der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB), Kelheim, Deutschland.
  • Anhaltspunkte für Wertminderung (siehe Note 17): Beurteilung des Vorliegens von Anhaltspunkten für eine Wertminderung beziehungsweise bei wertgeminderten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Beurteilung des Eintritts von wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Die Lenzing Gruppe wendet die Erleichterung zur Bilanzierung von COVID-19 bedingten Mietzugeständnissen rückwirkend an. Die Änderung umfasst einen freiwilligen praktischen Behelf für Leasingverhältnisse, bei denen die Lenzing Gruppe Leasingnehmer ist. Das heißt für Leasingverhältnisse, für die die Lenzing Gruppe den praktischen Behelf anwenden kann, muss nicht beurteilt werden, ob qualifizierende Mietzugeständnisse, die eine unmittelbare Folge der COVID-19-Pandemie sind, eine Änderung eines Leasingverhältnisses darstellen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden Mietreduktionen in Höhe von TEUR 58 als negative variable Leasingzahlung in der Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung erfasst. Die übrigen obigen neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden nicht vorzeitig von der Lenzing Gruppe angewendet und sind entweder nicht relevant für die Gruppe oder haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, das Vermögen oder die Verbindlichkeiten sowie die Cashflows der Lenzing Gruppe.# Anhang zum Konzernabschluss

Die Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist grundsätzlich mit der verpflichtenden Anwendung in der EU geplant (nach dem sogenannten „Endorsement“).

Freiwillige Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Die Darstellung von abgegrenzten Schulden erfolgte bislang innerhalb der Rückstellungen. Im Rahmen der jährlichen Analyse zur Optimierung der Darstellung hat die Lenzing Gruppe ein Überwiegen des Verbindlichkeitscharakters für diese Art von Schulden festgestellt. Es erfolgte daher eine Umgliederung nach IAS 1.41 von kurzfristigen abgegrenzten Schulden in Höhe von TEUR 48.925 (31.12.2019: TEUR 73.016; 1.1.2019: TEUR 94.072) von den kurzfristigen Rückstellungen in die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten und von langfristigen abgegrenzten Schulden in Höhe von TEUR 1.523 (31.12.2019: TEUR 538; 1.1.2019: TEUR 1.109) von den langfristigen Rückstellungen in die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten. Die Höhe der Verbindlichkeiten bleibt dadurch insgesamt unverändert. Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine freiwilligen Änderungen der Rechnungslegungsmethoden.

Note 3. Konsolidierung

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Lenzing Gruppe sind die Lenzing AG als Mutterunternehmen und ihre Tochterunternehmen jeweils auf Basis von Abschlüssen zum 31. Dezember 2020 einbezogen. Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich wie folgt verändert:

Entwicklung der Anzahl konsolidierter Unternehmen (inkl. Mutterunternehmen)

2020 2019
Vollkonsolidierung Equitykonsolidierung
Stand zum 01.01. 23 14
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 3 9
Im Berichtsjahr verschmolzen - 8
Im Berichtsjahr endkonsolidiert 2 -
Stand zum 31.12. 26 15
Davon in Österreich 5 6
Davon im Ausland 21 9

Eine Aufstellung aller Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2020 findet sich in Note 42. Die wesentlichen Konzernunternehmen sind in der Erzeugung und Vermarktung von botanischen Cellulosefasern und teilweise von Zellstoff tätig (Segment Fibers).

Die Lenzing AG beherrscht aufgrund ihrer umfassenden Mitbestimmungsrechte Vermögen am Großanlegerfonds GF 82, ein Sondervermögen gemäß § 20a öInvFG (österreichisches Investmentfondsgesetz). Der Fonds wird daher als strukturiertes Unternehmen eingestuft und vollkonsolidiert. Die im Fonds enthaltenen Wertpapiere dienen insbesondere der nach § 14 öEStG (österreichisches Einkommensteuergesetz) erforderlichen steuerlichen Wertpapierdeckung der Pensionsrückstellungen aus österreichischen Pensionsplänen. Die wesentlichen, unveränderten Risiken des Fonds bestehen in den klassischen Veranlagungsrisiken (insbesondere Ausfalls- und Marktpreisrisiken). Die Lenzing Gruppe hat derzeit nicht die Absicht, dem Fonds eine Finanzhilfe oder sonstige Hilfe zu gewähren bzw. bei der Beschaffung einer Finanzhilfe behilflich zu sein.

Im Jänner 2020 hat sich die Duratex-Gruppe vereinbarungsgemäß mit 49 Prozent an der LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien beteiligt. Die Lenzing AG verfügt mit 51 Prozent über die Mehrheit der Anteile und beherrscht somit die LD Celulose S.A. Die Änderung der Anteilsverhältnisse erfolgte mittels asymmetrischer Kapitalerhöhung, welche von beiden Parteien geleistet wurde. Das anteilige Eigenkapital (49 Prozent) der LD Celulose S.A. betrug im Zeitpunkt des Anteilserwerbs durch die Duratex-Gruppe TEUR 100.205 und entspricht dem unter den Anteile anderer Gesellschafter erfassten Betrag. Der dafür von der Duratex-Gruppe geleistete Betrag entspricht TEUR 102.362. Die Differenz von TEUR 2.158 wurde erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst. Im Rahmen der Kapitalerhöhung hat die Duratex-Gruppe biologische Vermögenswerte und Sachanlagen als Sacheinlage in die LD Celulose eingebracht sowie weitere Kapitalerhöhungen in bar geleistet.

Die Duratex-Gruppe verfügt über eine Put-Option ihrer Anteile (kündbare nicht beherrschende Anteile), welche im Zuge der Anteilsänderung in Höhe von TEUR 89.366 erfasst wurde. Zur Bilanzierung dieser kündbaren nicht beherrschenden Anteile wendet die Lenzing AG die Present-Access-Methode an. Bei dieser Methode werden die Anteile der Duratex-Gruppe an der LD Celulose S.A. im Eigenkapital ausgewiesen und für deren kündbaren Anteil eine finanzielle Verbindlichkeit angesetzt. Die Bewertung der Verbindlichkeit erfolgt über die Gewinnrücklagen (erfolgsneutral) zum beizulegenden Zeitwert.

Im Februar 2020 wurden alle Anteile an dem assoziierten Unternehmen WWE Wohn- und Wirtschaftspark Entwicklungsgesellschaft m.b.H., Wien verkauft und endkonsolidiert.

Im April 2020 wurde das Gemeinschaftsunternehmen Hygiene Austria LP GmbH, Wiener Neudorf zur Produktion von Atemschutzmasken gegründet und at-equity in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Im Juli 2020 wurden 100 Prozent der Anteile an der Nanjing Fabor Waste Water Treatment Co., Ltd, Nanjing, China, erworben und in den Vollkonsolidierungskreis aufgenommen. Es wurden überwiegend Vermögenswerte, die in ihrer Gesamtheit eine Anlage zur effizienten Klärung der Abwässer der Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China, bilden, an die Lenzing Gruppe verkauft. Der Kaufpreis betrug TEUR 16.060 und wurde in bar bezahlt. Der Erwerb wurde daher als Asset-Deal im Konzernabschluss erfasst. Die Zahlung ist in der Konzern-Kapitalflussrechnung unter dem Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX) erfasst. Zum Erwerbszeitpunkt wurde der Kaufpreis auf die einzelnen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden proportional auf Grundlage ihrer beizulegenden Zeitwerte zugeordnet.

Die Vermögenswerte und Schulden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt stellen sich wie folgt dar:

Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt TEUR
Immaterielle Anlagen 28.551
Sachanlagen 24.788
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 563
Forderungen aus laufenden Steuern 713
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10
Summe Vermögenswerte 54.625
Verbindlichkeiten für laufende Steuern 45
Summe Verbindlichkeiten 45
Nettovermögen 54.580

Im September 2020 wurde das Tochterunternehmen Lenzing Technik GmbH, Lenzing, Österreich, auf die Lenzing AG verschmolzen.

Im Dezember 2020 wurde das Tochterunternehmen Lenzing Fibers India Private Limited, Coimbatore, Indien, gegründet und in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Im November 2019 wurde das Tochterunternehmen Lenzing E-commerce (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China gegründet und in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen.

Im Juni 2019 wurde das Tochterunternehmen Lenzing Tawain Fibers Ltd., Taipeh, Taiwan gegründet und in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen.

Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen sind Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Mutterunternehmens stehen. Die Lenzing Gruppe entscheidet bei jedem Erwerb von Tochterunternehmen individuell, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder auf Basis des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens erfasst werden. Die nicht beherrschenden Anteile (Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) werden beim Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des Nettovermögens bewertet. Sie werden grundsätzlich im Eigenkapital und im Ergebnis als „Anteil anderer Gesellschafter“ ausgewiesen.

Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Berichtswährung der Lenzing AG und der Lenzing Gruppe ist der Euro. Die Tochterunternehmen stellen die Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf. Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in die Berichtswährung Euro herangezogen:

Einheit Währung 2020 (Stichtag) 2020 (Durchschnitt) 2019 (Stichtag) 2019 (Durchschnitt)
1 EUR = USD US-Dollar 1,2209 1,2227 1,2226 1,1114
1 EUR = GBP Britisches Pfund 0,8745 0,8659 0,8690 0,8770
1 EUR = CZK Tschechische Krone 25,1750 25,1778 26,1745 26,1766
1 EUR = CNY Renminbi Yuan 8,1072 8,0642 7,0742 7,0651
1 EUR = BRL Brasilianischer Real 5,4710 5,2644 4,1726 4,1725

Die Lenzing Gruppe wendet die Erleichterung zur Bilanzierung von COVID-19 bedingten Mietzugeständnissen rückwirkend an. Die Änderung umfasst einen freiwilligen praktischen Behelf für Leasingverhältnisse, bei denen die Lenzing Gruppe Leasingnehmer ist. Das heißt für Leasingverhältnisse, für die die Lenzing Gruppe den praktischen Behelf anwenden kann, muss nicht beurteilt werden, ob qualifizierende Mietzugeständnisse, die eine unmittelbare Folge der COVID-19-Pandemie sind, eine Änderung eines Leasingverhältnisses darstellen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden Mietreduktionen in Höhe von TEUR 58 als negative variable Leasingzahlung in der Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung erfasst.

Die übrigen obigen neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden nicht vorzeitig von der Lenzing Gruppe angewendet und sind entweder nicht relevant für die Gruppe oder haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, das Vermögen oder die Verbindlichkeiten sowie die Cashflows der Lenzing Gruppe. Die Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist grundsätzlich mit der verpflichtenden Anwendung in der EU geplant (nach dem sogenannten „Endorsement“).

Freiwillige Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Die Darstellung von abgegrenzten Schulden erfolgte bislang innerhalb der Rückstellungen. Im Rahmen der jährlichen Analyse zur Optimierung der Darstellung hat die Lenzing Gruppe ein Überwiegen des Verbindlichkeitscharakters für diese Art von Schulden festgestellt.# Note 3. Konsolidierung

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Lenzing Gruppe sind die Lenzing AG als Mutterunternehmen und ihre Tochterunternehmen jeweils auf Basis von Abschlüssen zum 31. Dezember 2020 einbezogen. Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich wie folgt verändert:

Entwicklung der Anzahl konsolidierter Unternehmen (inkl. Mutterunternehmen)

2020 2019
Vollkonsolidierung Equity-Konsolidierung
Stand zum 01.01. 20 10
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 4 0
Im Berichtsjahr verschmolzen 0 1
Im Berichtsjahr endkonsolidiert 1 0
Stand zum 31.12. 23 9
Davon in Österreich 5 0
Davon im Ausland 18 9

Eine Aufstellung aller Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2020 findet sich in Note 42. Die wesentlichen Konzernunternehmen sind in der Erzeugung und Vermarktung von botanischen Cellulosefasern und teilweise von Zellstoff tätig (Segment Fibers).

Die Lenzing AG beherrscht aufgrund ihrer umfassenden Mitbestimmungsrechte Vermögen am Großanlegerfonds GF 82, ein Sondervermögen gemäß § 20a öInvFG (österreichisches Investmentfondsgesetz). Der Fonds wird daher als strukturiertes Unternehmen eingestuft und vollkonsolidiert. Die im Fonds enthaltenen Wertpapiere dienen insbesondere der nach § 14 öEStG (österreichisches Einkommensteuergesetz) erforderlichen steuerlichen Wertpapierdeckung der Pensionsrückstellungen aus österreichischen Pensionsplänen. Die wesentlichen, unveränderten Risiken des Fonds bestehen in den klassischen Veranlagungsrisiken (insbesondere Ausfalls- und Marktpreisrisiken). Die Lenzing Gruppe hat derzeit nicht die Absicht, dem Fonds eine Finanzhilfe oder sonstige Hilfe zu gewähren bzw. bei der Beschaffung einer Finanzhilfe behilflich zu sein.

Im Jänner 2020 hat sich die Duratex-Gruppe vereinbarungsgemäß mit 49 Prozent an der LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien beteiligt. Die Lenzing AG verfügt mit 51 Prozent über die Mehrheit der Anteile und beherrscht somit die LD Celulose S.A. Die Änderung der Anteilsverhältnisse erfolgte mittels asymmetrischer Kapitalerhöhung, welche von beiden Parteien geleistet wurde. Das anteilige Eigenkapital (49 Prozent) der LD Celulose S.A. betrug im Zeitpunkt des Anteilserwerbs durch die Duratex-Gruppe TEUR 100.205 und entspricht dem unter den Anteile anderer Gesellschafter erfassten Betrag. Der dafür von der Duratex-Gruppe geleistete Betrag entspricht TEUR 102.362. Die Differenz von TEUR 2.158 wurde erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst. Im Rahmen der Kapitalerhöhung hat die Duratex-Gruppe biologische Vermögenswerte und Sachanlagen als Sacheinlage in die LD Celulose eingebracht sowie weitere Kapitalerhöhungen in bar geleistet. Die Duratex-Gruppe verfügt über eine Put-Option ihrer Anteile (kündbare nicht beherrschende Anteile), welche im Zuge der Anteilsänderung in Höhe von TEUR 89.366 erfasst wurde. Zur Bilanzierung dieser kündbaren nicht beherrschenden Anteile wendet die Lenzing AG die Present-Access-Methode an. Bei dieser Methode werden die Anteile der Duratex-Gruppe an der LD Celulose S.A. im Eigenkapital ausgewiesen und für deren kündbaren Anteil

Note 4. Segmentbericht

In der Lenzing Gruppe werden die Segmente aufgrund der Unterschiede zwischen den Produkten bzw. Dienstleistungen eingeteilt; sie erfordern unterschiedliche Technologien und Marktstrategien. Jedes Segment wird basierend auf den Ressortzuständigkeiten der Vorstände geführt. Der für den Segmentbericht relevante Hauptentscheidungsträger ist der Gesamtvorstand der Lenzing AG. Im internen Berichtswesen für den Vorstand werden in der Lenzing Gruppe folgende Segmente separat dargestellt:

Segment Fibers

Im Segment Fibers werden botanische Cellulosefasern erzeugt und unter den Produktmarken TENCEL™, VEOCEL™ und LENZING™ vermarktet. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem gewichtigen Teil in eigenen Zellstoffwerken hergestellt bzw. teilweise zugekauft. Der wichtigste Rohstoff zur Zellstofferzeugung ist Holz, das zugekauft wird. Das Segment Fibers stellt das Kerngeschäft der Lenzing Gruppe dar. Im Segment Fibers sind insbesondere die Bereiche Textile Fibers (Fasern für Textilien), Nonwoven Fibers (Fasern für nicht gewebte Vliesstoffe) und Pulp & Wood (Zellstoff, Holz und Biochemikalien) zusammengefasst, da diese hinsichtlich der wesentlichen wirtschaftlichen Merkmale der Cellulosefaserindustrie (Produkte, Produktionsprozesse, Kunden bzw. Vertriebsmethoden) miteinander vergleichbar sind. Die genannten Bereiche sind Teil einer integrierten Wertschöpfungskette (vom Rohstoff Holz über das Vorprodukt Zellstoff bis hin zur fertigen Faser) mit vergleichbaren Chancen und Risiken. Außerdem wird insbesondere der Bereich Energy dem Segment Fibers zugeordnet, da das Segment Fibers aufgrund des energieintensiven Faser- und Zellstoffproduktionsprozesses den weitaus größten Energiebedarf in der Lenzing Gruppe aufweist.

Segment Lenzing Technik

Das Segment Lenzing Technik ist im Maschinen- sowie Anlagenbau tätig und bietet Engineering-Dienstleistungen an. Es umfasst den Bereich Lenzing Technik.

Sonstige

Das Restsegment Sonstige umfasst im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit des BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing, (Ausbildung und Personalentwicklung). Im Restsegment Sonstige sind keine Geschäftssegmente enthalten, welche die quantitativen Schwellenwerte für berichtspflichtige Segmente überschreiten würden.

Informationen über Geschäftssegmente

TEUR 2020 bzw. 31.12.2020

Fibers Lenzing Technik Sonstige Segment- summe Überleitung Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden 2.141.700 114.600 101.700 2.357.900 0
Innenumsätze 783.600 849.200 783.500 2.416.300 - 2.333.100
Summe Umsatzerlöse 3.201.300 963.800 885.200 4.774.200 - 2.333.100
EBITDA (Segmentergebnis) 354.800 102.400 81.300 538.500 - 232.000
EBIT 155.000 70.500 68.500 294.000 - 186.900
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing 199.800 31.900 12.800 244.500 - 46.200
Davon wertgemindert 0 0 0 0 0
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 14.900 0 54.500 69.400 0
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 22.800 51.800 79.500 154.100 - 21.800
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX) 277.500 80.500 22.000 380.000 0
EBITDA-Marge ¹ 11.1% 10.6% 9.2% 11.3%
EBIT-Marge ² 4.8% 7.3% 7.7% 6.2%
Segmentvermögen 3.589.300 909.700 869.000 5.368.000 2.275.300
Davon Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 69.900 0 129.100 199.000 0
Segmentverbindlichkeiten 1.864.200 197.500 103.500 2.165.200 31.100

¹ EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
² EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).

Informationen über Geschäftssegmente (Vorjahr)

TEUR 2019 bzw. 31.12.2019

Fibers Lenzing Technik Sonstige Segment- summe Überleitung Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden 1.210.880 106.450 106.600 1.423.930 0
Innenumsätze 605.100 140.200 108.000 853.300 - 816.400
Summe Umsatzerlöse 1.815.980 246.650 214.600 2.277.230 - 816.400
EBITDA (Segmentergebnis) -108.100 -10.200 -12.100 -130.400 -10.500
EBIT -157.900 -13.700 -14.500 -186.100 -15.400
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing 49.800 3.500 2.400 55.700 -11.200
Davon wertgemindert 10.400 0 0 10.400 0
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 10.800 0 -12.100 -1.300 0
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 45.100 13.700 -500 58.300 0
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX) 165.100 15.500 11.100 191.700 0
EBITDA-Marge ¹ -5.9% -4.1% -5.6% -5.7%
EBIT-Marge ² -8.7% -5.5% -6.7% -8.2%
Segmentvermögen 1.163.200 155.700 114.400 1.433.300 521.700
Davon Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 12.500 0 -11.800 700 0
Segmentverbindlichkeiten 814.100 118.200 124.000 1.056.300 1.169.300

¹ EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
² EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).

Bei den sonstigen wesentlichen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen handelt es sich um unbare Bewertungseffekte aus Rückstellungen und abgegrenzten Schulden.

Zur Performancemessung der Segmente wird das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing und vor Erträgen aus der Auflösung von Investitionszuschüssen) herangezogen.## Note 4. Segmentbericht

Die Überleitungsrechnung vom Segmentergebnis über das Betriebsergebnis (EBIT) auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) stellt sich wie folgt dar:

Überleitung vom Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) zum Ergebnis vor Steuern (EBT)

TEUR 2020 2019
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 151.513 115.123
Segmentabschreibungen -34.816 -34.138
Konsolidierung 10.609 -12.116
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen 10.579 -12.957
Betriebsergebnis (EBIT) 137.885 76.101
Finanzerfolg -18.714 10.819
Ergebnis vor Steuern (EBT) 119.171 86.920

Das Segmentvermögen setzt sich im Wesentlichen aus immateriellen Anlagen und Sachanlagen, biologischen Vermögenswerten, Nutzungsrechten Leasing, Beteiligungen die nach der Equity-Methode bilanziert werden, Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen, ausgenommen Ertragsteuerforderungen, zusammen.

Die Überleitungsrechnung vom Segmentvermögen zum Konzernvermögen (entspricht der Bilanzsumme, d. h. der Summe aus lang- und kurzfristigen Vermögenswerten bzw. der Summe aus Eigenkapital und lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten) stellt sich wie folgt dar:

Überleitung vom Segment - zum Konzernvermögen

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Segmentvermögen 1.156.907 1.064.319
Den Segmenten nicht zugeordnete Vermögenswerte
Finanzanlagen 11.216 11.472
Aktive latente Steuern und Forderungen aus laufenden Steuern 17.151 17.151
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 112.729 112.729
Konsolidierung -2.111 -17.151
Konzernvermögen 1.295.692 1.198.510

In der Lenzing Gruppe werden die Segmente aufgrund der Unterschiede zwischen den Produkten bzw. Dienstleistungen eingeteilt; sie erfordern unterschiedliche Technologien und Marktstrategien. Jedes Segment wird basierend auf den Ressortzuständigkeiten der Vorstände geführt. Der für den Segmentbericht relevante Hauptentscheidungsträger ist der Gesamtvorstand der Lenzing AG. Im internen Berichtswesen für den Vorstand werden in der Lenzing Gruppe folgende Segmente separat dargestellt:

Segment Fibers

Im Segment Fibers werden botanische Cellulosefasern erzeugt und unter den Produktmarken TENCEL™, VEOCEL™ und LENZING™ vermarktet. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem gewichtigen Teil in eigenen Zellstoffwerken hergestellt bzw. teilweise zugekauft. Der wichtigste Rohstoff zur Zellstofferzeugung ist Holz, das zugekauft wird. Das Segment Fibers stellt das Kerngeschäft der Lenzing Gruppe dar. Im Segment Fibers sind insbesondere die Bereiche Textile Fibers (Fasern für Textilien), Nonwoven Fibers (Fasern für nicht gewebte Vliesstoffe) und Pulp & Wood (Zellstoff, Holz und Biochemikalien) zusammengefasst, da diese hinsichtlich der wesentlichen wirtschaftlichen Merkmale der Cellulosefaserindustrie (Produkte, Produktionsprozesse, Kunden bzw. Vertriebsmethoden) miteinander vergleichbar sind. Die genannten Bereiche sind Teil einer integrierten Wertschöpfungskette (vom Rohstoff Holz über das Vorprodukt Zellstoff bis hin zur fertigen Faser) mit vergleichbaren Chancen und Risiken. Außerdem wird insbesondere der Bereich Energy dem Segment Fibers zugeordnet, da das Segment Fibers aufgrund des energieintensiven Faser- und Zellstoffproduktionsprozesses den weitaus größten Energiebedarf in der Lenzing Gruppe aufweist.

Segment Lenzing Technik

Das Segment Lenzing Technik ist im Maschinen- sowie Anlagenbau tätig und bietet Engineering-Dienstleistungen an. Es umfasst den Bereich Lenzing Technik.

Sonstige

Das Restsegment Sonstige umfasst im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit des BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing, (Ausbildung und Personalentwicklung). Im Restsegment Sonstige sind keine Geschäftssegmente enthalten, welche die quantitativen Schwellenwerte für berichtspflichtige Segmente überschreiten würden.

Informationen über Geschäftssegmente

TEUR 2020
Fibers Lenzing Technik Sonstige Segment- summe Überleitung Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden 2.174.763 217.251 217.764 2.609.778 - 2.609.778
Innenumsätze 702.859 846.275 702.156 2.251.290 -2.251.290 -
Summe Umsatzerlöse 2.877.622 1.063.526 920.000 4.861.068 -2.251.290 2.609.778
EBITDA (Segmentergebnis) 345.217 21.045 17.758 384.020 15.151 399.171
EBIT 151.513 14.647 14.227 180.387 -18.714 161.673
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing 193.704 6.398 3.531 203.633 - 203.633
Davon wertgemindert - - - - - -
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 8.181 - 7.133 15.314 - 15.314
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -21.377 -7.151 -17.524 -46.052 2.718 -43.334
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten (CAPEX) 177.877 8.181 22.652 208.710 - 208.710
EBITDA - Marge 1 12,0% 9,7% 8,2% 14,7% 15,3%
EBIT - Marge 2 5,3% 6,7% 6,5% 6,9% 6,2%
Segmentvermögen 1.156.907 145.939 17.933 1.320.779 -125.079 1.195.700
Davon Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 65.188 - 1.777 66.965 - 66.965
Segmentverbindlichkeiten 762.319 137.412 21.810 921.541 125.079 1.046.620

1) EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
2) EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).

Die Segmentverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln, Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten, ausgenommen Verbindlichkeiten für laufende Steuern. Die Überleitungsrechnung von den Segmentverbindlichkeiten zu den Konzernverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

Überleitung von den Segment- zu den Konzernverbindlichkeiten

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Segmentverbindlichkeiten 921.541 921.541
Den Segmenten nicht zugeordnete Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten 107.771 107.771
Passive latente Steuern und Verbindlichkeiten für laufende Steuern 8.109 8.109
Konsolidierung -15.793 -15.793
Konzernverbindlichkeiten 1.021.628 1.021.628

Die Wertansätze für die Segmentberichterstattung entsprechen den auf den IFRS-Konzernabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Informationen über Produkte und Dienstleistungen

Die Umsatzerlöse von externen Kunden setzen sich nach Produkten bzw. Dienstleistungen gegliedert wie folgt zusammen:

Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienstleistungen

TEUR 2020 2019
Botanische Cellulosefasern 1.755.307 1.755.307
Natriumsulfat und Schwarzlauge 87.788 70.882
Zellstoff, Holz, Energie und Sonstiges 59.786 58.966
Segment Fibers 1.902.881 1.885.155
Maschinen- und Anlagenbau sowie Engineering-Dienstleistungen 217.251 217.251
Segment Lenzing Technik 217.251 217.251
Sonstige und Konsolidierung -17.830 -17.830
Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2.102.302 2.084.576

Es gibt keinen einzelnen externen Kunden, der mehr als 10 Prozent zu den externen Umsätzen beiträgt.

Informationen über geografische Gebiete

Die Umsatzerlöse von externen Kunden nach Absatzmärkten, gegliedert nach geografischen Gebieten, stellt sich wie folgt dar:

Umsatzerlöse von externen Kunden nach geografischen Gebieten

TEUR 2020 2019
Österreich 8.374 7.146
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei) 8.188 7.770
Asien 10.777 7.851
Amerika 7.778 7.675
Restliche Welt 1.781 1.781
Segment Fibers
Österreich 5.777 5.777
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei) 5.511 5.511
Asien 7.896 7.896
Amerika 4.797 4.797
Restliche Welt 8.774 8.774
Segment Lenzing Technik
Sonstige und Konsolidierung -17.830 -17.830
Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2.102.302 2.084.576

Die Umsätze werden nach dem Standort der geografischen Region der Kunden zugeordnet.

Das langfristige Vermögen (ohne Finanzinstrumente und Steueransprüche; übergeleitet auf die Konzernwerte des gesamten langfristigen Vermögens) sowie das Gesamtvermögen (entspricht der Bilanzsumme) und die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX), gegliedert nach geografischen Gebieten, stellen sich wie folgt dar:

Informationen über langfristige Vermögenswerte, Gesamtvermögen und CAPEX nach geografischen Gebieten

TEUR Langfristige Vermögenswerte 31.12.2020 Langfristige Vermögenswerte 31.12.2019 Gesamtvermögen 31.12.2020 Gesamtvermögen 31.12.2019 CAPEX 31.12.2020 CAPEX 31.12.2019
Österreich 786.977 786.812 786.977 786.812 78.170 70.317
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei) 701.864 701.118 1.380.870 1.379.463 71.830 71.589
Asien 77.778 76.318 102.488 102.117 71.191 70.891
Amerika 71.277 74.176 171.118 171.098 18.411 18.371
Zwischensumme 1.737.896 1.738.424 2.441.453 2.439.490 239.602 231.168
Überleitung auf Konzern werte 78.442 76.142 74.176 74.176 - -
Konzern summe 1.816.338 1.814.566 2.515.629 2.513.666 239.602 231.168

Das Vermögen und die Investitionen werden nach dem geografischen Standort des Vermögens zugeordnet. Die obigen Werte umfassen alle Segmente der Lenzing Gruppe. Weitere Ausführungen zu den Segmenten sind dem Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2020 der Lenzing Gruppe zu entnehmen.

Die Segmentverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln, Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten, ausgenommen Verbindlichkeiten für laufende Steuern.# Die Über- leitungsrechnung von den Segmentverbindlichkeiten zu den Kon- zernverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

Übe rleitung von den Segment- zu den Konzernverbindlichkeiten
| TEUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 |
| :-------------------- | :-------- | :-------- |
| Segmentverbindlichkeiten |   | |
| Den Segmenten nicht zugeordnete Verbindlichkeiten | | |
| Finanzverbindlichkeiten |  |  |
| Passive latente Steuern und Verbindlichkeiten für laufende Steuern |  |  |
| Konsolidierung | - | - |
| Konzernverbindlichkeiten |  |  |

Die Wertansätze für die Segmentberichterstattung entsprechen den auf den IFRS-Konzernabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Informationen über Produkte und Dienstleistungen

Die Umsatzerlöse von externen Kunden setzen sich nach Produk- ten bzw. Dienstleistungen gegliedert wie folgt zusammen:

Umsatzerlöse von externen K unden nach Produkten und Dienstleistungen
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :------------------------ | :--------------- | :------------- |
| Botanische Cellulosefasern |  |  |
| Natriumsulfat und Schwarzlauge |  |  |
| Zellsto, Holz, Energie und Sonstiges |  |  |
| Segment Fibers |  |  |
| Maschinen - und Anlagenbau sowie Engineering -Dienstleistungen |  |  |
| Segment Lenzing Technik |   | |
| Sonstige und Konsolidierung | - | - |
| Umsatzerlöse laut Konzern -Gewinn- und Verlustrechnung |  |  |

Es gibt keinen einzelnen externen Kunden, der mehr als 10 Prozent zu den externen Umsätzen beiträgt.

Informationen über geograsche Gebiete

Die Umsatzerlöse von externen Kunden nach Absatzmärkten, ge- gliedert nach geograschen Gebieten, stellt sich wie folgt dar:

Umsat zerlöse von externen Kunden nach geograschen Gebieten
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :-------------------------------- | :----------- | :----------- |
| Österreich |  |  |
| Europa (ohne Österreich inkl. Türkei) |  |  |
| Asien |  |  |
| Amerika |  |  |
| Restliche Welt |  |  |
| Segment Fibers |  |  |
| Österreich |  |  |
| Europa (ohne Österreich inkl. Türkei) |  |  |
| Asien |  |  |
| Amerika |  |  |
| Restliche Welt |  | - |
| Segment Lenzing Technik |   | |
| Sonstige und Konsolidierung | - | - |
| Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung |  |  |

Die Umsätze werden nach dem Standort der geograschen Region der Kunden zugordnet.

Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 5. Umsatzerlöse

Die Aufgliederungen der Umsatzerlöse sind im Segmentbericht er- sichtlich (siehe Note 4, insbesondere die Informationen über Pro- dukte und Dienstleistungen sowie über geograsche Gebiete).

Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden). Die Um- satzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäfts- tätigkeit der Lenzing Gruppe resultieren.

Im Segment Fibers werden überwiegend botanische Cellulose- fasern verkauft. Daneben werden unter anderem Natriumsulfat und Schwarzlauge verkauft. Die Erfassung der Erträge erfolgt zeit- punktbezogen und somit dann, wenn das Eigentum an den Pro- dukten auf den Kunden übertragen wurde (somit mit Gefahren- übergang), die Höhe der Erträge bzw. die zugehörigen Kosten zu- verlässig ermittelbar sind und der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft wahrscheinlich zuießen wird.

Im Segment Lenzing Technik wird Maschinen- und Anlagenbau betrieben und es werden Engineering-Dienstleistungen erbracht.

Da in der Lenzing Gruppe ausschließlich Leistungsverpichtigun- gen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr bestehen, wird von der Angabe der verbleibenden Leistungsverpichtungen abgese- hen. Die Vertragsverbindlichkeiten sind unter den sonstigen Verbind- lichkeiten ausgewiesen und setzen sich aus den erhaltenen Anzah- lungen von TEUR 20.918 (31. Dezember 2019: TEUR 16.834) und abgegrenzten Schulden aus Nachlässen und Rabatten von TEUR 1.725 (31. Dezember 2019: TEUR 2.357) zusammen (siehe Note 32). Der zum 31. Dezember 2019 in den Vertragsverbindlich- keiten enthaltene Betrag von TEUR 18.569 wurde im Geschäftsjahr 2020 als Umsatzerlöse erfasst (2019: TEUR 12.173).

Note 6. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusam- men:

Sonstige betriebliche Erträge
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :---------- |
| Erträge aus Ökostromvergütung |  |  |
| Erträge aus Leistungsverrechnungen und sonstigen Produkten |  |  |
| Erträge aus der Auösung des Passivpostens für Emissionszertikate sowie aus Förderungen |  |  |
| Mieterträge |  |  |
| Versicherungsvergütungen |  |  |
| Übrige |  |  |
| Summe |  |  |

Note 7. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungs- leistungen

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstel- lungsleistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Material und son stige bezogene Herstellungsleistungen
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :--------------------------------------- | :------------ | :------------ |
| Material |  |  |
| Sonstige bezogene Herstellungsleistungen |  |  |
| Summe |  |  |

Die Aufwendungen für Material betreffen im Wesentlichen die verbrauchten Einsatzfaktoren, nämlich Zellstoff (bzw. Holz bei Ei- genproduktion von Zellstoff), Schlüsselchemikalien (Natronlauge, Kohlenstoffdisulfid und Schwefelsäure) und Handelswaren. Die Aufwendungen für bezogene Herstellungsleistungen betreffen im Wesentlichen die verbrauchte Energie. Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoe wird nach der Me- thode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Note 8. Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Personalaufwand
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :--------------------------------- | :----------- | :----------- |
| Löhne und Gehälter |  |  |
| Aufwendungen für Abfertigungen und Abndungen |  |  |
| Aufwendungen für Altersversorgung |  |  |
| Gesetzlicher Sozialaufwand |  |  |
| Sonstige Sozialaufwendungen |  |  |
| Summe |  |  |

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Zuschüsse aus öentlichen Mitteln in Höhe von TEUR 13.288 (2019: TEUR 0) erfolgswirksam mit dem Personalaufwand saldiert, die aus Kurzarbeitsbeihilfen in Öster- reich aufgrund von COVID-19 stammen.

Der Mitarbeiter/innenstand in der Lenzing Gruppe stellt sich wie folgt dar:

Anzahl Mitarbeiter/innen (Köpfe) 2020 2019
Durch schnitt  
Stand zum 31.12.  

Der Mitarbeiter/innenstand in der Lenzing AG und in den österrei- chischen Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe stellt sich wie folgt dar:

Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter/innen in Österreich (Köpfe)
| | 2020 | 2019 |
| :-------- | :------ | :------ |
| Arbeiter |  |  |
| Angestellte |  |  |
| Summe |  |  |

Note 9. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige betriebliche Aufwendungen
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :---------------------------------------------------- | :---------- | :---------- |
| Vertriebsaufwendungen für Ausgangsfrachten |  |  |
| Aufwendungen für Instandhaltung, Wartung und sonstige Fremdleistungen |  |  |
| Miet - und Leasingaufwendungen |  |  |
| Vertriebsaufwendungen für Provisionen und Werbung |  |  |
| Rechts -, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen |  |  |
| Versicherungsaufwendungen |  |  |
| Aufwendungen für Abfallentsorgung |  |  |
| Fremdwährungsverluste |  |  |
| Gebühren, Beiträge, Spenden und Bankspesen |  |  |
| Anmelde - und Verteidigungskosten für Patente und Marken |  |  |
| Vermögenssteuern und ähnliche Steuern |  |  |
| Aufwendungen für Emissionszertikate |  |  |
| Reiseaufwendungen |  |  |
| Verluste aus Anlagenabgängen |  |  |
| Aufwendungen für Lebensmittel |  |  |
| Übrige |  |  |
| Summe |  |  |

Note 10. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing

Der Posten Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanla- gen und Nutzungsrechte Leasing setzt sich wie folgt zusammen:

Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :-------------------------------- | :---------- | :---------- |
| Planmäßige Abschreibungen |  |  |
| Wertminderungen |  |  |
| Summe |  |  |

Im Geschäftsjahr 2020 sind Wertminderungen in Höhe von TEUR 0 (2019: TEUR 12.853) unter den Abschreibungen auf Sach- anlagen im Anlagenspiegel (siehe Note 18) erfasst. Die Wertminde- rungen auf Sachanlagen im Geschäftsjahr 2019 betrafen im We- sentlichen Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau. Weitere Details zur Wertminderung werden in der Note 17 erläutert.

Note 5. Umsatzerlöse

Die Aufgliederungen der Umsatzerlöse sind im Segmentbericht er- sichtlich (siehe Note 4, insbesondere die Informationen über Pro- dukte und Dienstleistungen sowie über geograsche Gebiete).

Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden). Die Um- satzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäfts- tätigkeit der Lenzing Gruppe resultieren.

Im Segment Fibers werden überwiegend botanische Cellulose- fasern verkauft. Daneben werden unter anderem Natriumsulfat und Schwarzlauge verkauft. Die Erfassung der Erträge erfolgt zeit- punktbezogen und somit dann, wenn das Eigentum an den Pro- dukten auf den Kunden übertragen wurde (somit mit Gefahren- übergang), die Höhe der Erträge bzw. die zugehörigen Kosten zu- verlässig ermittelbar sind und der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft wahrscheinlich zuießen wird.

Im Segment Lenzing Technik wird Maschinen- und Anlagenbau betrieben und es werden Engineering-Dienstleistungen erbracht.

Da in der Lenzing Gruppe ausschließlich Leistungsverpichtigun- gen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr bestehen, wird von der Angabe der verbleibenden Leistungsverpichtungen abgese- hen. Die Vertragsverbindlichkeiten sind unter den sonstigen Verbind- lichkeiten ausgewiesen und setzen sich aus den erhaltenen Anzah- lungen von TEUR 20.918 (31. Dezember 2019: TEUR 16.834) und abgegrenzten Schulden aus Nachlässen und Rabatten von TEUR 1.725 (31. Dezember 2019: TEUR 2.357) zusammen (siehe Note 32). Der zum 31. Dezember 2019 in den Vertragsverbindlich- keiten enthaltene Betrag von TEUR 18.569 wurde im Geschäftsjahr 2020 als Umsatzerlöse erfasst (2019: TEUR 12.173).

Note 6.# Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige betriebliche Erträge TEUR 2020 2019
Erträge aus Ökostromvergütung  
Erträge aus Leistungsverrechnungen und sonstigen Produkten  
Erträge aus der Auflösung des Passivpostens für Emissionszertifikate sowie aus Förderungen  
Mieterträge  
Versicherungsvergütungen  
Übrige  
Summe  

Note 7. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstel- lungsleistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen TEUR 2020 2019
Material  
Sonstige bezogene Herstellungsleistungen  
Summe  

Die Aufwendungen für Material betreffen im Wesentlichen die verbrauchten Einsatzfaktoren, nämlich Zellstoff (bzw. Holz bei Eigenproduktion von Zellstoff), Schlüsselchemikalien (Natronlauge, Kohlenstoffdisulfid und Schwefelsäure) und Handelswaren. Die Aufwendungen für bezogene Herstellungsleistungen betreffen im Wesentlichen die verbrauchte Energie. Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

64 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 11. Honorare des Abschlussprüfers

Die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria GmbH, Linz, setzen sich wie folgt zusammen:

Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers TEUR 2020 Lenzing AG Tochterunternehmen Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)   
Andere Bestätigungsleistungen  
Sonstige Leistungen  
Summe   
Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers (Vorjahr) TEUR 2019 Lenzing AG Tochterunternehmen Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)   
Andere Bestätigungsleistungen   
Sonstige Leistungen  
Summe   

Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen vor allem Entgelte für die prüferische Durchsicht des Konzernhalbjahresabschlusses und den Comfort Letter.

Note 12. Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Das Ergebnis in Höhe von TEUR 5.674 (2019: TEUR 1.375) resultiert aus dem Anteil der Gruppe am laufenden Ergebnis der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Im Geschäftsjahr 2019 war eine Wertminderung der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB) in Höhe von TEUR minus 3.442 enthalten (siehe auch Note 21).

Note 13. Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten

Das Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögens- werten setzt sich wie folgt zusammen:

Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten TEUR 2020 2019
Erträge aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
Zinserträge aus Bankguthaben, Ausleihungen und Forderungen  
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten  
Zinserträge und Erträge aus dem Abgang von Fremdkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet  
Dividendenerträge aus gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet  
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert  
Netto-Fremdwährungsgewinne aus finanziellen Vermögenswerten  
INGESAMT  
Aufwendungen aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten -  - 
Bewertung und Verluste aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert -  - 
Netto-Fremdwährungsverluste aus finanziellen Vermögenswerten -   - 
Summe -  

Note 14. Finanzierungskosten

Die Finanzierungskosten setzen sich wie folgt zusammen:

Finanzierungskosten TEUR 2020 2019
Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten  
Zinsaufwand aus Anleihen und Schuldscheindarlehen -  - 
Zinsaufwand aus Bankkrediten, sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -  - 
Summe - -

Note 15. Ertragsteueraufwand

Als Ertragsteueraufwand werden der laufende Ertragsteuerauf- wand und der Ertrag/Aufwand aus der Steuerabgrenzung (Verän- derung der aktiven und passiven latenten Steuern) ausgewiesen. Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Ertragsteueraufwand nach Herkunft TEUR 2020 2019
Laufender Ertragsteueraufwand
Österreich  
Ausland  
INGESAMT  
Ertrag/Aufwand aus Steuerabgrenzung  - 
Summe  
Ertragsteueraufwand nach Ursachen TEUR 2020 2019
Laufender Ertragsteueraufwand
Steueraufwand laufendes Jahr  
Minderung aufgrund der Nutzung steuerlicher Verluste -  - 
Minderung aufgrund der Nutzung von Steuergutschriften  - 
Anpassung für periodenfremde Ertragsteuern  
INGESAMT  
Ertrag/Aufwand aus Steuerabgrenzung
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen  - 
Auswirkungen von Steuersatzänderungen  
Veränderung der aktivierten Verlustvorträge -  - 
Auswirkungen bisher nicht berücksichtigter temporärer Differenzen früherer Perioden -  - 
Veränderung der Ansatzkorrektur auf latente Steueransprüche (ohne Verlustvorträge) -  
INGESAMT  - 
Summe  

Die Überleitung vom errechneten Ertragsteueraufwand gemäß ös- terreichischem Körperschaftsteuersatz von 25 Prozent (31. De- zember 2019: 25 Prozent) zum effektiven Ertragsteueraufwand stellt sich wie folgt dar:

Steuerüberleitungsrechnung TEUR 2020 2019
Ergebnis vor Steuern (EBT)  
Errechneter Ertragsteueraufwand (25 % des Ergebnisses vor Steuern)  
Steuerfreie Erträge und Steuerfreibeträge (insbesondere Forschungsfreibetrag) -  - 
Nicht abzugsfähige Aufwendungen, Quellen-steuern und ähnliche permanente Differenzen  
Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen -  - 
Steuersatzunterschiede -  - 
Steuersatzänderungen  
Steuern aus Vorperioden  
Wechselkursdifferenzen aufgrund der Umrechnung von Steuerposten von lokaler in funktionale Währung  - 
Veränderung des in Bezug auf Verlustvorträge, Steuergutschriften und temporäre Differenzen nicht angesetzten Aktivpostens  
Sonstige  
Effektiver Ertragsteueraufwand  

Die Relation zwischen dem effektiven Ertragsteueraufwand und dem Ergebnis vor Steuern ist im Geschäftsjahr 2020 überproporti- onal hoch. Das Ergebnis vor Steuern ist aufgrund der Auswirkun- gen der COVID-19-Krise im Vergleich zum Vorjahr niedrig. Gleich- zeitig liegen im Geschäftsjahr 2020 verhältnismäßig hohe Überlei- tungsposten aus Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge (insbesondere Anlaufverluste und laufende Verluste ausländischer Standorte) und aus der Umrechnung von Steuerposten von der lokalen in die funktionale Währung (insbe- sondere Indonesien, Brasilien und Thailand) entstanden. In dem Posten „Steuern aus Vorperioden“ ist eine Steuergutschrift von TEUR 24 (2019: TEUR 688) aus der steuerlichen Unterneh- mensgruppe mit der B&C Gruppe enthalten (siehe dazu auch Note 38). Die Lenzing AG und die österreichischen Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe unterliegen einem Ertragsteuersatz von 25 Pro- zent (31. Dezember 2019: 25 Prozent). Die angewandten Ertrag- steuersätze für ausländische Gesellschaften liegen zwischen 11 Prozent und 34 Prozent (31. Dezember 2019 zwischen 11 Prozent und 34 Prozent).

Note 11. Honorare des Abschlussprüfers

Die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria GmbH, Linz, setzen sich wie folgt zusammen:

Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers TEUR 2020 Lenzing AG Tochterunternehmen Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)   
Andere Bestätigungsleistungen  
Sonstige Leistungen  
Summe   
Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers (Vorjahr) TEUR 2019 Lenzing AG Tochterunternehmen Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)   
Andere Bestätigungsleistungen   
Sonstige Leistungen  
Summe   

Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen vor allem Entgelte für die prüferische Durchsicht des Konzernhalbjahresabschlusses und den Comfort Letter.

Note 12. Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Das Ergebnis in Höhe von TEUR 5.674 (2019: TEUR 1.375) resultiert aus dem Anteil der Gruppe am laufenden Ergebnis der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Im Geschäftsjahr 2019 war eine Wertminderung der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB) in Höhe von TEUR minus 3.442 enthalten (siehe auch Note 21).

Note 13.# Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten

Das Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten setzt sich wie folgt zusammen:

Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten

TEUR 2020 2019
Erträge aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
Zinserträge aus Bankguthaben, Ausleihungen und Forderungen 1.580.903 1.563.894
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten
Zinserträge und Erträge aus dem Abgang von Fremdkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet 8.721 8.096
Dividendenerträge aus gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet 3.608 2.050
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Netto-Fremdwährungsgewinne aus finanziellen Vermögenswerten 8.606 1.733
Summe 1.601.838 1.575.773
Aufwendungen aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten -1.478 -1.831
Bewertung und Verluste aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert -818 -109
Netto-Fremdwährungverluste aus finanziellen Vermögenswerten -10.270 -1.913
Summe -12.566 -3.853
Summe 1.589.272 1.571.920

Note 14. Finanzierungskosten

Die Finanzierungskosten setzen sich wie folgt zusammen:

Finanzierungskosten

TEUR 2020 2019
Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten -10.270 -1.424
Zinsaufwand aus Anleihen und Schuldscheindarlehen -8.163 -9.367
Zinsaufwand aus Bankkrediten, sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.029 -7.210
Summe -20.462 -17.990

66 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 16. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie errechnet sich wie folgt:

Ergebnis je Aktie

TEUR 2020 2019
In der Berechnung des Ergebnisses je Aktie verwendeter Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Jahresüberschuss 19.040 47.770
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in Stück 17.835.501 17.835.501
EUR 1,07 2,68
Verwässert = unverwässert 1,07 2,68

Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden Hybridkapitalzinsen in Höhe von TEUR 1.890 (2019: TEUR 0) vom Jahresüberschuss abgezogen.

67 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 17. Immaterielle Anlagen

Entwicklung der immateriellen Anlagen:

Entwicklung der immateriellen Anlagen

TEUR Firmenwerte Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2020 143.489 115.474 211.758 470.721
Währungsumrechnungsdifferenzen -1.090 -168 -350 -1.608
Zugänge 0 3.556 1.755 5.311
Abgänge -300 -22.688 -22.688 -45.676
Stand zum 31.12.2020 142.099 95.674 190.475 428.744
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 01.01.2020 -40.491 -29.013 -20.165 -89.669
Währungsumrechnungsdifferenzen 121 0 350 471
Planmäßige Abschreibungen -7.315 -8.388 -9.471 -25.174
Abgänge 300 22.688 22.688 45.676
Stand zum 31.12.2020 -47.385 -14.713 -6.608 -68.706
Buchwert zum 01.01.2020 102.998 86.461 191.593 381.052
Buchwert zum 31.12.2020 94.714 80.961 183.867 360.042

68 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Entwicklung der immateriellen Anlagen (Vorjahr)

TEUR Firmenwerte Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2019 140.950 116.150 209.210 466.310
Währungsumrechnungsdifferenzen 1.490 68 2.010 3.568
Zugänge 0 4.140 5.226 9.366
Abgänge 0 -4.884 -4.884 -9.768
Stand zum 31.12.2019 142.440 115.474 211.552 469.476
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 01.01.2019 -28.741 -24.170 -15.514 -68.425
Währungsumrechnungsdifferenzen -1.031 -36 -230 -1.297
Planmäßige Abschreibungen -10.720 -10.742 -7.408 -28.870
Abgänge 0 4.884 4.884 9.768
Stand zum 31.12.2019 -39.492 -29.064 -18.268 -86.824
Buchwert zum 01.01.2019 112.209 91.980 193.696 397.885
Buchwert zum 31.12.2019 102.948 86.410 193.284 382.642

Die Zugänge im Geschäftsjahr 2020 betreffen mit TEUR 1.755 (2019: TEUR 4.140) entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte und mit TEUR 3.556 (2019: TEUR 5.226) selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte (das sind im Wesentlichen Prozess- und Produktentwicklungen). Entwicklungskosten werden als immaterielle Vermögenswerte angesetzt, wenn die spezifischen Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind, insbesondere die Erzielbarkeit eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens. Das Wahlrecht zur Neubewertung wird nicht ausgeübt. Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:

Nutzungsdauern für immaterielle Anlagen

Jahre |
---|---
Software/Computerprogramme | 3 bis 7
Lizenzen und sonstige immaterielle Vermögenswerte |
Entgeltlich erworbene | 7 bis 12
Aus eigener Entwicklung | 12 bis 20

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Im Geschäftsjahr 2020 sind in der Lenzing Gruppe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen nach Frascati in Höhe von TEUR 34.818 (2019: TEUR 53.248) bzw. nach IFRS in Höhe von TEUR 20.152 (2019: TEUR 24.614) angefallen.

Wertminderungstests für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)

Bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 werden immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing sowie die umfassenden zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units/CGUs) auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Zum Stichtag jedes Konzernabschlusses bzw. jedes Konzernzwischenabschlusses erfolgt eine qualitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen beziehungsweise bei wertgeminderten CGUs wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr eingetreten sind. Die Grundlage für diese Analyse folgt den Vorgaben des Managements der Lenzing AG. Sind die immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing einer CGU mit Firmenwert zugeordnet, werden die immateriellen Anlagen, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests für den Firmenwert mitgeprüft. In der Lenzing Gruppe sind die CGUs insbesondere die einzelnen Produktionsstandorte. Die Lenzing Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Vorstand und Aufsichtsrat bewilligen das Budget und die Mittelfristpläne für die nächsten fünf Jahre. Diese bilden den Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen auf Nachsteuerbasis für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten. Nach einem Detailplanungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird grundsätzlich die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre im jeweiligen Land verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Dieser Wert gleicht tendenziell die allgemeine Teuerung aus. Die geplanten bzw. prognostizierten Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischsatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital/ WACC). Für die Wertminderungstests 2020 von firmenwerttragenden CGUs wurden WACCs nach Steuern zwischen 5,4 Prozent und 7,8 Prozent verwendet (2019 zwischen 6,4 Prozent und 7,3 Prozent). Bei der Bestimmung der WACCs wurden großteils extern verfügbare Kapitalmarktdaten von Vergleichsunternehmen verwendet (insbesondere zur Bestimmung der Risikoprämie). Die Planungen bzw. Prognosen von Free Cashflows basieren insbesondere auf internen und externen Annahmen über die künftig erwarteten Absatzpreise und -mengen (insbesondere Faser und Zellstoff) sowie die dazu notwendigen Kosten (insbesondere Rohstoffe wie Zellstoff, Holz und Energie, daneben auch Personal und Steuern) unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung. Daneben spielen auch die angenommenen Investitionen und die Veränderungen des Working Capital eine Rolle. Diese internen Annahmen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. Sie werden um externe Marktannahmen ergänzt, etwa branchenspezifische Marktstudien und Konjunkturaussichten. Im aktuellen Geschäftsjahr und im Geschäftsjahr 2019 wurden keine Wertminderungen gemäß IAS 36 bei CGUs erfasst. Die Lenzing Gruppe hat alle für die Wertminderungstests wesentlichen Annahmen vor dem Hintergrund der COVID-19-Krise entsprechend der bisherigen Methoden überprüft.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz, zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung und zur Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Note 16. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie errechnet sich wie folgt:

Ergebnis je Aktie

TEUR 2020 2019
In der Berechnung des Ergebnisses je Aktie verwendeter Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Jahresüberschuss 19.040 47.770
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in Stück 17.835.501 17.835.501
EUR 1,07 2,68
Verwässert = unverwässert 1,07 2,68

Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurden Hybridkapitalzinsen in Höhe von TEUR 1.890 (2019: TEUR 0) vom Jahresüberschuss abgezogen.

68 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe# Anhang

Bei den zahlungs- mittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units/CGUs) wurden die für die Cashflow-Prognosen notwendigen Budgets neu erstellt und die Mittelfristplanungen adaptiert. Bei den WACCs (Weighted Average Cost of Capital) wurde die durch die COVID-19- Krise veränderte Situation auf den Kapitalmärkten berücksichtigt. Im Rahmen einer erweiterten Sensitivitätsanalyse für alle CGUs wurden jeweils folgende Parameteränderungen einzeln simuliert: es wurden eine Minderung des geplanten EBITDA um 5 Prozent, eine Erhöhung des WACC um 5 Prozent und eine Reduktion der Wachstumsrate um 0,5 Prozentpunkte in der ewigen Rente angenommen. Bei diesen Simulationen würde sich, mit Ausnahme der CGU Fiber Site China, kein Wertminderungsbedarf ergeben.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site China

Der Buchwert der in vorhergehenden Geschäftsjahren wertgeminderten immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing der CGU Fiber Site China beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 43.063 (31. Dezember 2019: TEUR 45.387). Darin berücksichtigt sind kumulierte fortgeschriebene Wertminderungen in Höhe von TEUR 15.850 (31. Dezember 2019: TEUR 20.045) aus den bisherigen durchgeführten Wertminderungstests.

Entwicklung der immateriellen Anlagen (Vorjahr)

TEUR 2019
Firmenwerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Summe
Anschaungs - und Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2019 1.281.000 -1.167 1.420 -1.084 39.194 - 4.503 - 2.257 - 37.970
Währungs umrechnungsdierenzen -11.018 1.567 - 1.041 - - - - - - -
Zugänge 18.070 6.058 - 7.432 1.172 - 16.614 - 1.128 - 34.772
Abgänge -68.041 - - -16.588 - - - - - - -69.531
Stand zum 31.12.2019 1.217.011 6.458 1.420 -8.119 40.366 - 21.117 - 3.385 - 3.084
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 01.01.2019 -854.059 -1.420 - -12.459 -18.284 - -8.155 - -1.385 - -26.282
Währungs umrechnungsdierenzen -1.490 - - - - - - - - - -
Planmäßige Abschreibungen -158.084 -1.046 - -5.989 -1.657 - -8.144 - -1.108 - -16.295
Abgänge 15.715 - - - - - - - - - 14.700
Stand zum 31.12.2019 -997.918 -2.466 - -18.448 -19.941 - -16.300 - -2.493 - -25.309
Buchwert zum 01.01.2019 426.941 -1.167 1.420 -11.179 20.910 - -3.652 - 872 - 11.688
Buchwert zum 31.12.2019 219.093 3.992 1.420 -26.567 20.425 - 4.817 - 892 - -22.225

70
Jahresbericht 2020
Lenzing Gruppe

Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 wurde der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site China für den Konzernabschluss 2020 ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Buchwerte würden insbesondere dann steigen (fallen), wenn das geplante EBITDA, die langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente sich erhöht (verringert) oder der Abzinsungssatz (WACC) sich verringert (erhöht). Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 1 Prozent um TEUR 3.205 steigen (fallen). Bei einer Erhöhung (Verringerung) der langfristigen Wachstumsrate der ewigen Rente um 0,1 Prozent steigt der erzielbare Betrag um TEUR 2.191 bzw. fällt um TEUR 2.130. Bei einer Verringerung (Erhöhung) des Abzinsungssatzes (WACC) um 0,25 Prozent steigt der erzielbare Betrag um TEUR 6.234 bzw. fällt um TEUR 5.858.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site Indonesia

Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 wurde der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site Indonesia ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site USA

Aufgrund der Fokussierung auf den Lyocellfaser-Ausbau in Thailand und der damit verbundenen Verschiebung der Investition in den USA wurde die CGU Fiber Site USA auf Werthaltigkeit überprüft. Dabei wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Seit dem vorläufigen Baustopp von zusätzlichen Lyocell-Kapazitäten in Mobile, Alabama, USA im Geschäftsjahr 2018 evaluiert der Vorstand regelmäßig, ob sich Unsicherheiten bezüglich der künftigen Nutzbarkeit der Vermögenswerte bei Wiederaufnahme des Projekts ergeben. Es wurden unter den Sachanlagen Anlagen in Bau (Engineering-Kosten) identifiziert, für die sowohl der beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten als auch der Nutzungswert unter dem Buchwert geschätzt wird und eine Wertminderung in Höhe von TEUR 0 (Geschäftsjahr 2019: TEUR 12.853) erfasst.

Wertminderungstest der firmenwerttragenden CGUs

Die Firmenwerte sind zum Bilanzstichtag folgenden Segmenten bzw. CGUs zugeordnet:

Firmenwerte nach Segmenten bzw. CGUs

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Segment Fibers
CGU Pulp Site Czech Republic 542.935 505.785
Übrige CGUs 20.411 22.421
Summe 563.346 528.206

Der erzielbare Betrag der im Geschäftsjahr 2020 größten firmenwerttragenden CGU – der CGU Pulp Site Czech Republic – wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet. Folgende individuelle Annahmen aus den zuletzt erstellten Wertminderungstests wurden beim jährlichen Test verwendet:

Annahmen beim Impairment Test der größten firmenwerttragenden CGU

Geschäftsjahr 2020 Geschäftsjahr 2019
CGU Pulp Site Czech Republic CGU Pulp Site Czech Republic
Durchschnittliche operative Marge im Planungszeitraum p.a. 29,5 %
Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente 1,5 %
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern 5,75 %

Der Detailplanungszeitraum der CGU Pulp Site Czech Republic beträgt fünf Jahre. Das durchschnittliche Umsatzwachstum beträgt im Detailplanungszeitraum 3,2 Prozent p. a. (2019: 3,0 Prozent p. a.). Die vorgenommene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der CGU Pulp Site Czech Republic übersteigt den Buchwert um TEUR 123.524 (Geschäftsjahr 2019: TEUR 116.609). Die Schätzung wird für angemessen erachtet. Geänderte Annahmen oder veränderte Umstände können allerdings Korrekturen notwendig machen. Die folgende Tabelle zeigt im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hypothetische Szenarien wesentlicher Annahmen und jene mögliche wertmäßige Veränderung zum Bilanzstichtag, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der CGU zuzüglich des Firmenwerts wäre. Für die übrigen CGUs mit Firmenwert wurde eine langfristige Wachstumsrate von 0,5 Prozent bis zu 0,8 Prozent (2019: von 0,9 Prozent bis zu 1,0 Prozent) in der ewigen Rente berücksichtigt.

71
Jahresbericht 2020
Lenzing Gruppe

Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen Wertmäßige Veränderung der wesentlichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre
CGU Pulp Site Czech Republic
Operative Marge 1,8 Prozentpunkte minus
Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente 0,24 Prozentpunkte minus
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern 0,66 Prozentpunkte plus

Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test (Vorjahr)

Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen Wertmäßige Veränderung der wesentlichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre
CGU Pulp Site Czech Republic
Operative Marge 1,27 Prozentpunkte minus
Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente 0,18 Prozentpunkte minus
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern 0,63 Prozentpunkte plus

Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 wurde der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site China für den Konzernabschluss 2020 ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Buchwerte würden insbesondere dann steigen (fallen), wenn das geplante EBITDA, die langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente sich erhöht (verringert) oder der Abzinsungssatz (WACC) sich verringert (erhöht). Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 1 Prozent um TEUR 3.205 steigen (fallen). Bei einer Erhöhung (Verringerung) der langfristigen Wachstumsrate der ewigen Rente um 0,1 Prozent steigt der erzielbare Betrag um TEUR 2.191 bzw. fällt um TEUR 2.130. Bei einer Verringerung (Erhöhung) des Abzinsungssatzes (WACC) um 0,25 Prozent steigt der erzielbare Betrag um TEUR 6.234 bzw. fällt um TEUR 5.858.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site Indonesia

Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 wurde der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site Indonesia ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.

Wertminderungstest der CGU Fiber Site USA

Aufgrund der Fokussierung auf den Lyocellfaser-Ausbau in Thailand und der damit verbundenen Verschiebung der Investition in den USA wurde die CGU Fiber Site USA auf Werthaltigkeit überprüft. Dabei wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt. Seit dem vorläufigen Baustopp von zusätzlichen Lyocell-Kapazitäten in Mobile, Alabama, USA im Geschäftsjahr 2018 evaluiert der Vorstand regelmäßig, ob sich Unsicherheiten bezüglich der künftigen Nutzbarkeit der Vermögenswerte bei Wiederaufnahme des Projekts ergeben. Es wurden unter den Sachanlagen Anlagen in Bau (Engineering-Kosten) identifiziert, für die sowohl der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten als auch der Nutzungswert unter dem Buchwert geschätzt wird und eine Wertminderung in Höhe von TEUR 0 (Geschäftsjahr 2019: TEUR 12.853) erfasst.

Wertminderungstest der firmenwerttragenden CGUs

Die Firmenwerte sind zum Bilanzstichtag folgenden Segmenten bzw. CGUs zugeordnet:

Firmenwerte nach Segmenten bzw. CGUs

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Segment Fibers
CGU Pulp Site Czech Republic 542.935 505.785
Übrige CGUs 20.411 22.421
Summe 563.346 528.206

Der erzielbare Betrag der im Geschäftsjahr 2020 größten firmenwerttragenden CGU – der CGU Pulp Site Czech Republic – wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet. Folgende individuelle Annahmen aus den zuletzt erstellten Wertminderungstests wurden beim jährlichen Test verwendet:

Annahmen beim Impairment Test der größten firmenwerttragenden CGU

Geschäftsjahr 2020 Geschäftsjahr 2019
CGU Pulp Site Czech Republic CGU Pulp Site Czech Republic
Durchschnittliche operative Marge im Planungszeitraum p.a. 29,5 %
Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente 1,5 %
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern 5,75 %

Entwicklung

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Sachanlagen

TEUR 2020 Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Summe
Anschaungs- und Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2020 4.102.441 10.412.860 2.054.680 16.569.981
Währungsumrechnungsdifferenzen -2.489 -2.189.150 -7.992 -2.200.631
Umgliederung zu Nutzungsrechte Leasing 0 0 0 0
Zugänge 2.104.579 9.254.159 4.290.145 15.648.883
Abgänge -1.501.474 -1.902.149 -2.754.274 -6.157.897
Umbuchungen 1.501.974 1.101.243 -1.072.490 1.530.727
Stand zum 31.12.2020 6.104.031 16.464.713 1.415.069 23.983.813
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 01.01.2020 -8.074.577 -10.139.577 -2.975.575 -21.189.729
Währungsumrechnungsdifferenzen 871.518 1.904.204 2.419 2.778.141
Umgliederung zu Nutzungsrechte Leasing 0 0 0 0
Planmäßige Abschreibungen -2.101.095 -2.671.789 -1.793.700 -6.566.584
Wertminderungen 0 0 0 0
Abgänge 1.041.491 -1.502.149 0 -460.658
Stand zum 31.12.2020 -7.262.663 -12.109.202 -4.766.856 -24.138.721
Buchwert zum 01.01.2020 2.027.864 303.283 -920.895 -4.622.748
Buchwert zum 31.12.2020 -1.158.632 4.355.511 -3.351.787 -754.908

Entwicklung der Sachanlagen (Vorjahr)

TEUR 2019 Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau Summe
Anschaungs- und Herstellungskosten
Stand zum 01.01.2019 4.091.841 9.018.185 2.215.827 15.325.853
Währungsumrechnungsdifferenzen -1.009 -1.234.814 -1.088 -1.236.911
Umgliederung zu Nutzungsrechte Leasing -1.754 -474 -727 -2.955
Zugänge 2.100.753 8.106.505 2.005.238 12.212.496
Abgänge -1.507 -20.847 -2.737 -25.091
Umbuchungen 1.123.250 1.306.794 -771.704 1.658.340
Stand zum 31.12.2019 6.209.524 16.176.300 2.665.003 25.050.827
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 01.01.2019 -7.213.540 -9.065.039 -2.134.407 -18.412.986
Währungsumrechnungsdifferenzen -1.081 -1.284.900 -1.088 -1.287.069
Umgliederung zu Nutzungsrechte Leasing 0 0 0 0
Planmäßige Abschreibungen -1.574.142 -2.076.174 -1.797.291 -5.447.607
Wertminderungen 0 -232.390 0 -232.390
Abgänge 12.948 15.071 0 28.019
Stand zum 31.12.2019 -8.775.855 -12.581.432 -4.932.786 -26.289.943
Buchwert zum 01.01.2019 -3.121.700 -846.854 81.420 -3.087.133
Buchwert zum 31.12.2019 -2.566.331 3.594.868 -2.267.783 -4.239.117

Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:

Nutzungsdauern für Sachanlagen Jahre
Landnutzungsrechte 15 bis 33
Gebäude 15 bis 30
Faserproduktionslinien 15 bis 20
Energieanlagen 15 bis 25
Sonstige maschinelle Anlagen 8 bis 25
Fahrzeuge 8 bis 25
Büroeinrichtungen und sonstige Einbauten 8 bis 30
EDV -Hardware 9 bis 30

Sind die Anschaungs- oder Herstellungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage – gemessen an den gesamten Anschaungs- der Herstellungskosten der Sachanlage – wesentlich, werden diese Komponenten separat bilanziert und auf ihre voraus- sichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen ein anderer Abschreibungsverlauf dem Nutzungs- verlauf besser gerecht wird. Als wesentlich wird eine Komponente dann angesehen, wenn ihre Anschaungs- oder Herstellungskos- ten über einem festgelegten Schwellenwert liegen. Spätere Kosten für den Ausbau, den (teilweisen) Ersatz oder die Instandhaltung von Sachanlagen werden aktiviert, soweit sie nach dem Komponenten- ansatz den Ersatz von Teilen einer Einheit darstellen und die Kosten zuverlässig messbar sind. Der Buchwert einer ausgetauschten Komponente wird ausgebucht. Alle Sachanlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit über- prüft (Details siehe Note 17).

Operating-Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Zum 31. Dezember 2020 bestehen für Grundstücke und Bauten mit Anschaungs- und Herstellungskosten von TEUR 40.401 (31. De- zember 2019: TEUR 40.098) Operating-Leasingverhältnisse. Der Buchwert dieser Grundstücke und Bauten beträgt zum 31. Dezem- ber 2020 TEUR 10.305 (31. Dezember 2019: TEUR 11.613). Im Ge- schäftsjahr 2020 wurden aus diesen Vermögenswerten Abschrei- bungen in Höhe von TEUR 920 (2019: 885) erfasst. Weitere Details zu den Mieterträgen aus Operating-Leasingverhältnissen siehe Note 20.

Aktivierung von Fremdkapitalkosten

Im Geschäftsjahr 2020 werden TEUR 3.981 (2019: TEUR 1.391) an Fremdkapitalkosten auf Sachanlagen aktiviert. Dabei wird ein Fremdkapitalkostensatz in Höhe von 1,1 Prozent (2019: 1,5 Prozent) verwendet. Die Lenzing Gruppe deniert qualizierte Vermögenswerte als Bauprojekte oder andere Vermögenswerte, für die mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten ge- brauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Die Aktivie- rung erfolgt über den Posten „andere aktivierte Eigenleistungen“ so- wie das zugehörige Anlagenbestandskonto. Die Abschreibung er- folgt über den Posten „Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing“. Alle anderen Fremdka- pitalkosten werden in der Periode im Finanzergebnis erfasst, in der sie anfallen.

Note 19. Biologische Vermögenswerte

Die biologischen Vermögenswerte bestehen aus stehenden Bäu- men einer Plantage in Minas Gerais, Brasilien, die als Rohsto für die Zellstoproduktion verwendet werden. Nach IAS 41 (Landwirt- schaft) müssen biologische Vermögenswerte in der Konzern-Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Die Plantage wird auf Stufe 3 des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der ge- schätzten Verkaufskosten bei der Ernte bilanziert. Es wird davon ausgegangen, dass beizulegende Zeitwerte gemessen werden können. Die Bewertung basiert auf einem Discounted-Cashow- Modell auf der Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftungs- pläne, Branchenbenchmarks für Holzpreise und Lieferkosten sowie unter Berücksichtigung des Wachstumspotenzials. Die jährliche Ernte aus dem prognostizierten Baumwachstum wird mit den Holzpreisen multipliziert und die Kosten für Waldbau und Ernte werden abgezogen. Der beizulegende Zeitwert der Plantage wird als Barwert der Ernte aus einem Wachstumszyklus auf der Grund- lage des produktiven Waldgebiets unter Berücksichtigung von Um- welteinschränkungen und anderen Vorbehalten gemessen. Junges stehendes Holz, das jünger als ein Jahr ist, gilt als unreifer Vermö- genswert und wird zu Anschaungskosten bilanziert. Bei der Ernte werden die biologischen Vermögenswerte in die Position Vorräte der Konzern-Bilanz überführt. Wertänderungen von Sicherungsge- schäften in Bezug auf das Wechselkursrisiko werden in der Kon- zern-Gewinn- und Verlustrechnung unter Gewinnen und Verlusten aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologi- schen Vermögenswerten erfasst.

Die Plantage ist im Jänner 2020 in Höhe von TEUR 103.109 zuge- gangen. Am 31. Dezember 2020 standen dort rund 39.892 Hektar Eukalyptusholz und 1.001 Hektar Pinienholz. Das Holz ist bis zu 12 Jahre alt. Holz in Höhe von TEUR 2.486 ist jünger als ein Jahr und gilt daher als unreifer Vermögenswert.

Die biologischen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung biologische Vermögenswerte

TEUR 2020 Stand zum 01.01. Zugang Käufe Verkäufe Aktivierte Herstellkosten Veränderung des beizulegenden Zeitwerts Währungsumrechnungsdifferenzen Sonstige Änderungen Stand zum 31.12.
103.109 14.994 0 -7.994 4.272 -10.334 -2.475 -1.118 107.404

Die Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten in Höhe von TEUR minus 10.334 setzen sich zusammen aus der regelmäßigen Neubewertung in Höhe von TEUR minus 12.943 sowie aus Wertän- derungen von Sicherungsgeschäften in Bezug auf das Wechsel- kursrisiko in Höhe von TEUR 2.608.# Note 19. Biologische Vermögenswerte

Die biologischen Vermögenswerte bestehen aus stehenden Bäu- men einer Plantage in Minas Gerais, Brasilien, die als Rohsto für die Zellstoproduktion verwendet werden. Nach IAS 41 (Landwirt- schaft) müssen biologische Vermögenswerte in der Konzern-Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Die Plantage wird auf Stufe 3 des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der ge- schätzten Verkaufskosten bei der Ernte bilanziert. Es wird davon ausgegangen, dass beizulegende Zeitwerte gemessen werden können. Die Bewertung basiert auf einem Discounted-Cashow- Modell auf der Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftungs- pläne, Branchenbenchmarks für Holzpreise und Lieferkosten sowie unter Berücksichtigung des Wachstumspotenzials. Die jährliche Ernte aus dem prognostizierten Baumwachstum wird mit den Holzpreisen multipliziert und die Kosten für Waldbau und Ernte werden abgezogen. Der beizulegende Zeitwert der Plantage wird als Barwert der Ernte aus einem Wachstumszyklus auf der Grund- lage des produktiven Waldgebiets unter Berücksichtigung von Um- welteinschränkungen und anderen Vorbehalten gemessen. Junges stehendes Holz, das jünger als ein Jahr ist, gilt als unreifer Vermö- genswert und wird zu Anschaungskosten bilanziert. Bei der Ernte werden die biologischen Vermögenswerte in die Position Vorräte der Konzern-Bilanz überführt. Wertänderungen von Sicherungsge- schäften in Bezug auf das Wechselkursrisiko werden in der Kon- zern-Gewinn- und Verlustrechnung unter Gewinnen und Verlusten aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologi- schen Vermögenswerten erfasst.

Im Oktober 2020 ereignete sich ein Brand auf der Plantage. Durch den Brand kommt es zu einer Reduktion des Verkaufpreises für das beschädigte Holz. Die Abwertung nach Berücksichtigung der Ver- sicherungsdeckung beträgt TEUR 3.192 und ist in der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts enthalten. Folgende Annahmen wurden per 31. Dezember 2020 verwendet:

Annahmen der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte

31.12.2020

Wert
Marktpreis EUR/m³ 93.75
Abzinsungssatz 7.90%
Holzvolumen m³ 23.54

Die folgende Tabelle zeigt im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hy- pothetische Szenarien wesentlicher Annahmen und jene mögliche wertmäßige Veränderung zum Bilanzstichtag.

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2020

Steigerung Rückgang
Marktpreisveränderung (+/- 1 %) 93.75 -93.75
Abzinsungssatz (+/- 1 %) -76.64 76.64
Holzvolumen (+/- 5 %) 1,748.83 -1,748.83

Die biologischen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung biologische Vermögenswerte

TEUR 2020
Stand zum 01.01. 103,109
Zugang -
Käufe 108
Verkäufe -24,726
Aktivierte Herstellkosten 3,960
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts -40,275
Währungsumrechnungsdifferenzen -3,279
Sonstige Änderungen -1,580
Stand zum 31.12. 30,915

Die Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten in Höhe von TEUR minus 10.334 setzen sich zusammen aus der regelmäßigen

Note 20. Nutzungsrechte Leasing

Lenzing Gruppe als Leasingnehmer

Es bestehen Verpichtungen aus Leasing-, Miet- und Pachtverträ- gen für Sachanlagen, die entsprechend IFRS 16 als Nutzungsrechte Leasing in der Konzern-Bilanz ausgewiesen werden. Die korres- pondierenden Leasingverbindlichkeiten werden als Teil der Finanz- verbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Note 29). Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Nutzungs- rechte Leasing je Anlagenklasse:

Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing

TEUR 2020
Grundstücke und Bauten
Buchwerte zum 01.01. 2,840,709
Zugänge 7,848
Abgänge -40
Abschreibungen im Geschäftsjahr -4,776
Währungs umrechnungs- dierenzen -490
Buchwerte zum 31.12. 2,838,251
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung
Buchwerte zum 01.01. 20,940
Zugänge 7,375
Abgänge -40,215
Abschreibungen im Geschäftsjahr -40,817
Währungs umrechnungs- dierenzen -300
Buchwerte zum 31.12. -5,437
Summe
Buchwerte zum 01.01. 2,861,649
Zugänge 15,223
Abgänge -40,255
Abschreibungen im Geschäftsjahr -45,593
Währungs umrechnungs- dierenzen -790
Buchwerte zum 31.12. 2,832,814

Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing

TEUR 2019
Grundstücke und Bauten
Buchwerte zum 01.01. 2,840,970
Zugänge 7,107
Abgänge -50
Abschreibungen im Geschäftsjahr -3,411
Währungs umrechnungs- dierenzen 17
Buchwerte zum 31.12. 2,843,633
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung
Buchwerte zum 01.01. 20,610
Zugänge 5,402
Abgänge -2,722
Abschreibungen im Geschäftsjahr -40,411
Währungs umrechnungs- dierenzen 3
Buchwerte zum 31.12. -19,418
Summe
Buchwerte zum 01.01. 2,861,580
Zugänge 12,509
Abgänge -2,772
Abschreibungen im Geschäftsjahr -43,822
Währungs umrechnungs- dierenzen 20
Buchwerte zum 31.12. 2,824,215

Im Geschäftsjahr 2020 wurden Nutzungsrechte Leasing in Höhe von TEUR 44.610 für das Land, auf dem sich die biologischen Ver- mögenswerte benden, erfasst. Die Konditionen der wesentlichen Leasing-Vereinbarungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Landnutzungsrechte: Die biologischen Vermögenswerte (siehe Note 19) befinden sich auf Land, das sich nicht im Ei- gentum der Lenzing Gruppe befindet. Für dieses Land beste- hen Landnutzungsrechte. Die Leasingvereinbarung hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Es besteht die Möglichkeit, die Lea- singvereinbarung nach 30 Jahren um 19 Jahre zu verlängern. Diese Verlängerungsoption wurde bei der Einschätzung der voraussichtlichen Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht be- rücksichtigt, weil die Nutzung der biologischen Vermögens- werte in 30 Jahren aus heutiger Sicht noch nicht hinreichend sicher ist. Es bestehen Preisanpassungsklauseln.
  • Büro- und Lagerräumlichkeiten: Die Leasingvereinbarungen haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren bzw. gibt es Ver- träge mit unbestimmter Nutzungsdauer. Bei unbestimmter Nutzungsdauer für Büro- und Lagerräumlichkeiten, bei denen wirtschaftliche Austrittsbarrieren bestehen, wurde die be- triebsgewöhnliche Nutzungsdauer herangezogen. Bei diesen Verträgen besteht keine Möglichkeit, die Büro- und Lager- räumlichkeiten am Ende der vertraglichen Laufzeit zu erwer- ben. Es gibt teilweise Verlängerungsmöglichkeiten und Preis- anpassungsklauseln.
  • Waggons: Die Leasingvereinbarungen haben eine Laufzeit von bis zu zwölf Jahren. Es besteht die Möglichkeit, die Ver- träge nach einer Mindestlaufzeit zu kündigen. Es gibt teilweise Preisanpassungsklauseln.
  • Kläranlagen: Die Leasingvereinbarung betrit ein Finanzie- rungsleasingverhältnis über eine industrielle Vorkläranlage und ihre Erweiterungsinvestitionen. Nach Ablauf der Vereinbarun- gen kann die Anlage inklusive Grundstück gegen Bezahlung einer Ablösesumme in das Eigentum der Lenzing Gruppe übergehen. Die Vertragslaufzeit beträgt bis zu 16 Jahre. Kündigungs- und Verlängerungsoptionen werden bei der Einschät- zung der voraussichtlichen Laufzeit der Leasingverhältnisse be- rücksichtigt, sofern deren Ausübung beziehungsweise Nichtaus- übung hinreichend sicher ist.

Die Lenzing Gruppe schätzt, dass mögliche künftige Zahlungsabüsse aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind, zu einer Erhöhung der Leasingverbindlichkeit und

Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungs- dauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nut- zungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:

Nutzungsdauern für Sachanlagen

Jahre
Landnutzungsrechte
Gebäude
Faserproduktionslinien
Energieanlagen
Sonstige maschinelle Anlagen
Fahrzeuge
Büroeinrichtungen und sonstige Einbauten
EDV -Hardware

Sind die Anschaungs- oder Herstellungskosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage – gemessen an den gesamten An- schaungs- der Herstellungskosten der Sachanlage – wesentlich, werden diese Komponenten separat bilanziert und auf ihre voraus- sichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen ein anderer Abschreibungsverlauf dem Nutzungs- verlauf besser gerecht wird. Als wesentlich wird eine Komponente dann angesehen, wenn ihre Anschaungs- oder Herstellungskos- ten über einem festgelegten Schwellenwert liegen. Spätere Kosten für den Ausbau, den (teilweisen) Ersatz oder die Instandhaltung von Sachanlagen werden aktiviert, soweit sie nach dem Komponenten- ansatz den Ersatz von Teilen einer Einheit darstellen und die Kosten zuverlässig messbar sind. Der Buchwert einer ausgetauschten Komponente wird ausgebucht. Alle Sachanlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit über- prüft (Details siehe Note 17).

Operating-Leasingverhältnisse als Leasinggeber

Zum 31. Dezember 2020 bestehen für Grundstücke und Bauten mit Anschaungs- und Herstellungskosten von TEUR 40.401 (31. De- zember 2019: TEUR 40.098) Operating-Leasingverhältnisse. Der Buchwert dieser Grundstücke und Bauten beträgt zum 31. Dezem- ber 2020 TEUR 10.305 (31. Dezember 2019: TEUR 11.613). Im Ge- schäftsjahr 2020 wurden aus diesen Vermögenswerten Abschrei- bungen in Höhe von TEUR 920 (2019: 885) erfasst. Weitere Details zu den Mieterträgen aus Operating-Leasingverhältnissen siehe Note 20.

Aktivierung von Fremdkapitalkosten

Im Geschäftsjahr 2020 werden TEUR 3.981 (2019: TEUR 1.391) an Fremdkapitalkosten auf Sachanlagen aktiviert. Dabei wird ein Fremdkapitalkostensatz in Höhe von 1,1 Prozent (2019: 1,5 Prozent) verwendet. Die Lenzing Gruppe deniert qualizierte Vermögenswerte als Bauprojekte oder andere Vermögenswerte, für die mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten ge- brauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Die Aktivie- rung erfolgt über den Posten „andere aktivierte Eigenleistungen“ so- wie das zugehörige Anlagenbestandskonto. Die Abschreibung er- folgt über den Posten „Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing“. Alle anderen Fremdka- pitalkosten werden in der Periode im Finanzergebnis erfasst, in der sie anfallen.# Anhang

Leasingverhältnisse

Die künftigen undiskontierten Mindestleasingzahlungen während der unkündbaren Laufzeit der Leasingverträge betreen im We- sentlichen Grundstücke und Gebäude und stellen sich, aufgeglie- dert nach Jahren, wie folgt dar:

Undiskontierte jährliche fällige Mindestleasingzahlungen als Leasinggeber TEUR
31.12.2020
Im Folgejahr 7.111
In den folgenden 1-2 Jahren 7.518
In den folgenden 2 -3 Jahren 7.518
In den folgenden 3 -4 Jahren 7.597
In den folgenden 4 -5 Jahren 7.597
Danach 20.416
Summe 57.757
TEUR
31.12.2019
Im Folgejahr 10.742
In den folgenden 1-2 Jahren 10.145
In den folgenden 2 -3 Jahren 10.145
In den folgenden 3 -4 Jahren 10.197
In den folgenden 4 -5 Jahren 10.197
Danach 21.313
Summe 72.739

Der wesentlichste Leasingvertrag betrit ein Grundstück, auf dem eine Reststoverwertungsanlage betrieben wird. Die Leasingzah- lungen sind indexgesichert. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Laufzeit abgeschlossen und ist unter Einhaltung einer sechsjähri- gen Kündigungsfrist, erstmals zum 31. Dezember 2029, kündbar. Die Mieterträge für das Geschäftsjahr 2020 sind in Note 6 „sons- tige betriebliche Erträge“ ersichtlich. Die Lenzing Gruppe klassiziert diese Leasingverhältnisse als Ope- rating Leasing, da die wesentlichen mit dem Eigentum verbunde- nen Chancen und Risiken zurückbehalten werden.

Im Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen aus Leasingver- hältnissen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

Aufwendungen aus Nutzungsrechten Leasing in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

TEUR TEUR
2020 2019
Kurzfristige Leasingverhältnisse 1.210 1.248
Variable Leasingaufwendungen 5.567 4.487
Leasingaufwendungen mit geringem Wert 12 14
Nichtleasingkomponenten 1.797 1.716
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.805 11.054
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 3.344 5.678
= Finanzierungskosten 22.735 24.197

Als kurzfristige Leasingverhältnisse wurden jene Leasingverhält- nisse erfasst, deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt. Bei Ver- trägen ohne Laufzeit sind jene Leasingverhältnisse als kurzfristig eingestuft, bei denen für beide Parteien ein Kündigungsrecht vor- liegt, welches ohne Zustimmung der Gegenpartei durchgesetzt werden kann und keine Kündigungsstrafen sowie wirtschaftlichen Barrieren vorhanden sind. Die Leasingverhältnisse mit ausschließ- lich variablen Leasingzahlungen, ohne Koppelung an einen Index oder (Zins-)Satz, werden nicht als Nutzungsrechte Leasing aktiviert. In den variablen Leasingaufwendungen sind im Wesentlichen vari- able Mietzahlungen für Lagerhallen basierend auf monatlichen La- germengen enthalten.

Die gesamten Zahlungsmittelabüsse für Leasingverhältnisse be- tragen TEUR 30.216 (2019: TEUR 20.051). Hierin sind kurzfristige, variable und Leasingaufwendungen für Vermögenswerte mit ge- ringem Wert enthalten. Die Aufwendungen aus Nutzungsrechten Leasing und Finanzie- rungskosten sind zur Gänze zahlungswirksam und im Cashow aus der Betriebstätigkeit enthalten. Die im Zusammenhang mit der Til- gung von Leasingverbindlichkeiten anfallenden Cashows werden in Note 33 erläutert.

Lenzing Gruppe als Leasinggeber

Die künftigen undiskontierten Mindestleasingzahlungen während der unkündbaren Laufzeit der Leasingverträge betreen im We- sentlichen Grundstücke und Gebäude und stellen sich, aufgeglie- dert nach Jahren, wie folgt dar:

Undiskontierte jährliche fällige Mindestleasingzahlungen als Leasinggeber TEUR TEUR
31.12.2020 31.12.2019
Im Folgejahr 7.111 10.742
In den folgenden 1-2 Jahren 7.518 10.145
In den folgenden 2 -3 Jahren 7.518 10.145
In den folgenden 3 -4 Jahren 7.597 10.197
In den folgenden 4 -5 Jahren 7.597 10.197
Danach 20.416 21.313
Summe 57.757 72.739

Der wesentlichste Leasingvertrag betrit ein Grundstück, auf dem eine Reststoverwertungsanlage betrieben wird. Die Leasingzah- lungen sind indexgesichert. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Laufzeit abgeschlossen und ist unter Einhaltung einer sechsjähri- gen Kündigungsfrist, erstmals zum 31. Dezember 2029, kündbar. Die Mieterträge für das Geschäftsjahr 2020 sind in Note 6 „sons- tige betriebliche Erträge“ ersichtlich. Die Lenzing Gruppe klassiziert diese Leasingverhältnisse als Ope- rating Leasing, da die wesentlichen mit dem Eigentum verbunde- nen Chancen und Risiken zurückbehalten werden.

Note 21. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, setzen sich wie folgt zusammen:

Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

TEUR TEUR
31.12.2020 31.12.2019
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB) 10.574 11.126
Hygiene Austria LP GmbH (HGA) 10.729 4.678
LD Florestal S.A. (LDF) 5.708 15.801
Übrige assoziierte Unternehmen 10.451 10.876
Übrige Gemeinschafts unternehmen 1.622 1.622
Summe 39.084 44.003

Die wesentlichen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bi- lanziert werden, betreen insbesondere die Beteiligung an der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB), Kelheim, Deutschland, die Hygiene Austria LP GmbH (HGA), Wiener Neu- dorf sowie die LD Florestal S.A. (LDF), Sao Paulo, Brasilien, die dem Segment Fibers zugeordnet sind. Zur strategischen Bedeutung der übrigen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren Beziehungen zur Lenzing Gruppe siehe Note 38.

77 Jahresnanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

TEUR EFB Übrige assoziierte Unternehmen HGA LDF Übrige Gemeinschafts unternehmen Summe
2020
Stand zum 01.01. 11.126 10.876 4.678 15.801 1.622 44.103
Kapitalerhöhung
Ergebnis aus Bewertung der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Anteil am Gewinn oder Verlust von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -575 -425 6.051 -10.100 -5.000
Sonstiges Ergebnis – Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen und Sonstiges -32 -32
Sonstiges Ergebnis – Kursdierenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind -170 -22 -7 -200
Ausschüttungen
Stand zum 31.12. 10.519 10.281 10.729 5.679 1.615 38.823

Entwicklung der Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Vorjahr)

TEUR EFB Übrige assoziierte Unternehmen HGA LDF Übrige Gemeinschafts unternehmen Summe
2019
Stand zum 01.01. 12.140 10.350 0 12.175 1.622 36.287
Kapitalerhöhung 3.500 3.500
Ergebnis aus Bewertung der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -5.442 -5.442
Anteil am Gewinn oder Verlust von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 4.542 526 4.678 3.130 12.876
Sonstiges Ergebnis – Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen und Sonstiges -878 -878
Sonstiges Ergebnis – Kursdierenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind 356 -95 -7 254
Ausschüttungen
Stand zum 31.12. 10.362 11.232 4.678 18.610 1.615 46.517

Im Geschäftsjahr 2019 wurde eine Wertminderung des Beteili- gungsbuchwertes der EFB in Höhe von TEUR 3.442 vorgenommen. Diese Wertminderung wurde aufgrund weiter anhaltender geringe- rer Ertragskraft nötig. Die geplanten bzw. prognostizierten Casflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discoun- ted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde bei den ausstehenden Kaufpreisfor- derungen bzw. langfristigen Darlehen gegenüber dem Käufer der EFB (einschließlich dessen Tochterunternehmen) eine Abschrei- bung in Höhe von TEUR 1.384 (2019: Zuschreibung in Höhe von TEUR 5.548) erfasst (siehe Note 37 Abschnitt Ausfallsrisiko). Die Buchwerte der ausstehenden Kaufpreisforderungen bzw. langfris- tigen Darlehen gegenüber dem Käufer der EFB (einschließlich de- ren Tochterunternehmen) betragen per 31. Dezember 2020 insge- samt TEUR 10.678 (31. Dezember 2019: TEUR 11.062) und sind un- ter den Finanzanlagen ausgewiesen. Sie sind bankmäßig verzinst. Die Lenzing Gruppe besitzt ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der EFB. Zusätzlich besteht ein langfristiger erfolgsabhängiger Kaufpreisbestandteil, dieser hängt von der künftigen wirtschaftli- chen Ertragskraft der Gesellschaft ab und ist per 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 4.087 (31. Dezember 2019: TEUR 4.087) als Barwert diskontiert und unter den sonstigen langfristigen Ver- mögenswerten ausgewiesen. Darüber hinaus wurde dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 6.622 (31. Dezember 2019: TEUR 10.910) eingeräumt, der im Fall von vordenierten nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EFB am Absatzmarkt bis längstens 31. Dezember 2025 in Anspruch genom- men werden kann. Dieser Rahmen war per 31. Dezember 2020 so- wie im Vorjahr per 31. Dezember 2019 nicht ausgenützt. Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2020 20 Prozent (31. Dezember 2019: 20 Prozent) am Kapital und an den Stimm- rechten. Das Kerngeschäft der nicht börsennotierten EFB besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von botanischen Cellulosefasern. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.# Lenzing Gruppe als Leasinggeber

Die künftigen undiskontierten Mindestleasingzahlungen während der unkündbaren Laufzeit der Leasingverträge betreen im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude und stellen sich, aufgeglie- dert nach Jahren, wie folgt dar:

Undiskontierte jährliche fällige Mindestleasingzahlungen als Leasinggeber

31.12.2020 31.12.2019
Im Folgejahr 7.106 6.188
In den folgenden 1-2 Jahren 7.106 6.188
In den folgenden 2 -3 Jahren 7.106 6.188
In den folgenden 3 -4 Jahren 7.106 6.188
In den folgenden 4 -5 Jahren 7.106 6.188
Danach 7.329 7.329
Summe 42.865 37.319

Der wesentlichste Leasingvertrag betrit ein Grundstück, auf dem eine Reststoverwertungsanlage betrieben wird. Die Leasingzah- lungen sind indexgesichert. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Laufzeit abgeschlossen und ist unter Einhaltung einer sechsjähri- gen Kündigungsfrist, erstmals zum 31. Dezember 2029, kündbar. Die Mieterträge für das Geschäftsjahr 2020 sind in Note 6 „sons- tige betriebliche Erträge“ ersichtlich. Die Lenzing Gruppe klassiziert diese Leasingverhältnisse als Operating Leasing, da die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken zurückbehalten werden.

Note 21. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, setzen sich wie folgt zusammen:

Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity -Methode bilanziert werden

31.12.2020 31.12.2019
EQUI -Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB) 18.530 11.346
Hygiene Austria LP GmbH (HGA) 18.776 0
LD Florestal S.A. (LDF) 26.108 25.860
Übrige assoziierte Unternehmen 18.450 18.765
Übrige Gemeinschafts unternehmen 1.565 1.575
Summe 83.429 57.546

Die wesentlichen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bi- lanziert werden, betreen insbesondere die Beteiligung an der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB), Kelheim, Deutschland, die Hygiene Austria LP GmbH (HGA), Wiener Neu- dorf sowie die LD Florestal S.A. (LDF), Sao Paulo, Brasilien, die dem Segment Fibers zugeordnet sind. Zur strategischen Bedeutung der übrigen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren Beziehungen zur Lenzing Gruppe siehe Note 38.

Zusammengefasste Finanzinformationen der EFB nach IFRS (100 Prozent)

31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 36.829.865 34.717.996
Kurzfristige Vermögenswerte 10.513.020 10.764.450
Eigenkapital 45.104.822 40.571.639
Langfristige Verbindlichkeiten 1.804.272 1.366.233
Kurzfristige Verbindlichkeiten 10.433.791 13.544.574
2020 2019
Umsatzerlöse 14.103.479 14.744.931
Ergebnis vor Steuern (EBT) 11.241.947 10.137.898
Gesamtergebnis 13.820.789 11.717.784
Davon Jahresüberschuss 13.830.880 11.722.963
Davon sonstiges Ergebnis -10.091 -5.179

Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der EFB

31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 45.104.822 40.571.639
Davon: Beteiligungsquote des Konzerns (20 %; Vorjahr: 20 %) 9.020.964 8.114.328
Konsolidierungs- und sonstige Effekte -20 -20
Wertminderungen -10.808 -10.808
Buchwert 9.009.936 8.093.499

Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2020 an der HGA 50,1 Prozent (31. Dezember 2019: 0 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten HGA besteht in der Erzeugung von hochwertiger Schutzausrüstung, ins- besondere Mund-Nasen-Schutz-Masken. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dar- gestellt.

Zusammengefasste Finanzinformationen der HGA nach IFRS (100 Prozent)

31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 18.074.157 0
Kurzfristige Vermögenswerte 18.074.145 0
Eigenkapital 14.270.116 0
Langfristige Verbindlichkeiten 3.170.148 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 10.708.038 0
2020 2019
Umsatzerlöse 15.395.177 0
Ergebnis vor Steuern (EBT) 10.100.242 0
Gesamtergebnis 10.100.242 0
Davon Jahresüberschuss 10.100.242 0
Davon sonstiges Ergebnis 0 0

Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der HGA

31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 14.270.116 0
Davon: Beteiligungsquote des Konzerns (50,1 %) 7.149.328 0
Konsolidierungs- und sonstige Effekte -8 0
Buchwert 7.149.320 0

Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2020 an der LDF 50 Prozent (31. Dezember 2019: 50 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten LDF besteht in der Überlassung von Nutzungsrechten. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.

Zusammengefasste Finanzinformationen der LDF nach IFRS (100 Prozent)

31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 10.001.988 10.772.415
Kurzfristige Vermögenswerte 1.258.766 1.340.184
Eigenkapital 11.742.932 11.545.185
Langfristige Verbindlichkeiten 8.101.947 8.080.395
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.415.875 1.487.019
2020 2019
Umsatzerlöse 0 0
Ergebnis vor Steuern (EBT) 17.052 55.777
Gesamtergebnis 17.052 80.710
Davon Jahresüberschuss 17.052 80.710
Davon sonstiges Ergebnis 0 0

Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LDF

31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 11.742.932 11.545.185
Davon: Beteiligungsquote des Konzerns (50 %; Vorjahr: 50 %) 5.871.466 5.772.593
Buchwert 5.871.466 5.772.593

Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen betreen Anteile an Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einuss auf die Ge- schäfts- und Finanzpolitik durch die Lenzing Gruppe ausgeübt werden kann. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Ver- einbarungen, bei denen die Lenzing Gruppe gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern die gemeinschaftliche Führung ausübt und Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung hat.

Note 22. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

Finanzanlagen

31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Wertpapiere 18.791 18.930
Sonstige Beteiligungen 14.340 11.949
Ausleihungen 11.749 10.797
Summe 44.880 41.676

Die langfristigen Wertpapiere setzen sich wie folgt zusammen:

Langfristige Wertpapiere nach Vermögensklassen

Marktwert 31.12.2020 Marktwert 31.12.2019
Staatsanleihen 6.899 6.501
Sonstige Wertpapiere und Wertrechte (überwiegend Aktien) 11.892 12.429
Summe 18.791 18.930

Die Lenzing Gruppe hat Eigenkapitalinstrumente mit einem beizu- legenden Zeitwert von TEUR 24.753 zum 31. Dezember 2020 als „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ bewertet designiert (31. Dezember 2019: TEUR 24.877). Die erfolgsneutral zum beizu- legenden Zeitwert bewerteten langfristigen Wertpapiere und sonstige Beteiligungen beinhalten Anteile an Gesellschaften mit ei- nem Beteiligungsausmaß von weniger als 20 Prozent. Das Wahl- recht zur erfolgsneutralen Bewertung für diese Eigenkapitalinstru- mente wurde aufgrund der langfristigen Halteabsicht ausgeübt. Unter den sonstigen Beteiligungen per 31. Dezember 2020 wird im Wesentlichen die Beteiligung an der LP Beteiligungs & Manage- ment GmbH, Lenzing in Höhe von TEUR 12.419 (31. Dezember 2019: TEUR 10.947) ausgewiesen. Unter den langfristigen Wertpapieren werden im Wesentlichen die Oberbank-Stammaktien in Höhe von TEUR 11.821 (31. Dezember 2019: TEUR 13.418) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2020 gab es eine Dividendenausschüttungen der LP Beteiligungs & Management GmbH in Höhe von TEUR 829 (31. Dezember 2019: TEUR 829). Im Vorjahr gab es eine Ausschüt- tung der Oberbank Stammaktie in Höhe von TEUR 154.

Note 23. Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige langfristige Vermögenswerte

31.12.2020 31.12.2019
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (insbesondere aus Derivaten und sonstige finanzielle Forderungen) 10.928 14.908
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögens- werte (insbesondere aus sonstigen Steuern) 7.057 6.178
Summe 17.985 21.086

Note 24. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

Vorräte

31.12.2020 31.12.2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoe 100.047 96.780
Unfertige Erzeugnisse 4.746 5.181
Fertige Erzeugnisse und Waren 15.825 11.696
Geleistete Vorauszahlungen 2.683 2.710
Summe 123.301 116.367

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen Holz für die Zellstoffproduktion, Zellstoff und Chemikalien für die Cellulo- sefasererzeugung und diverse Kleinmaterialien. Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt. Die fertigen und unfertigen Erzeug- nisse umfassen Cellulosefasern, Natriumsulfat, Essigsäure, Furfural sowie Produkte des Segments Lenzing Technik. Im Geschäftsjahr wurden aufwandswirksam TEUR 8.689 an Wert- berichtigungen auf Vorräte gebildet (2019: TEUR 34.897). Der Buchwert der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte beträgt TEUR 118.706 (31. Dezember 2019: TEUR 121.575). Die Vor- räte, die als Materialaufwand in der Berichtsperiode erfasst werden, betragen TEUR 770.254 (2019: TEUR 1.110.200).

Note 25. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2020 31.12.2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) 97.912 96.561
Wertberichtigungen -8.112 -11.065
Summe 89.799 85.496

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristige Vermögenswerte eingestuft. Weitere Ausführungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Note 35 (Abschnitt „Factoring“) und Note 37 (Abschnitt „Aus- fallsrisiko“) zu entnehmen.## Zusammengefasste Finanzinformationen der EFB

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 88,736 87,787
Kurzfristige Vermögenswerte 105,389 101,588
Eigenkapital 45,747 35,886
Langfristige Verbindlichkeiten 42,871 17,467
Kurzfristige Verbindlichkeiten 105,386 110,018
2020 2019
Umsatzerlöse 11,816 11,974
Ergebnis vor Steuern (EBT) 11,821 11,793
Gesamtergebnis 3,854 7,785
Davon Jahresüberschuss 3,308 7,759
Davon sonstiges Ergebnis - -4,575

Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der EFB

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 45,747 35,886
Davon: Beteiligungsquote des Konzerns (20 %; Vorjahr: 20 %) 9,149 7,177
Konsolidierungs- und sonstige Effekte - -
Wertminderungen - -
Buchwert 9,149 7,177

Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2020 an der HGA 50,1 Prozent (31. Dezember 2019: 0 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten HGA besteht in der Erzeugung von hochwertiger Schutzausrüstung, insbesondere Mund-Nasen-Schutz-Masken. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.

Zusammengefasste Finanzinformationen der HGA

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 8,518 -
Kurzfristige Vermögenswerte 8,510 -
Eigenkapital 3,712 -
Langfristige Verbindlichkeiten 3,173 -
Kurzfristige Verbindlichkeiten 10,543 -
2020 2019
Umsatzerlöse 5,407 -
Ergebnis vor Steuern (EBT) 1,015 -
Gesamtergebnis 1,166 -
Davon Jahresüberschuss 1,166 -
Davon sonstiges Ergebnis - -

Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der HGA

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 3,712 -
Davon: Beteiligungsquote des Konzerns (50,1 %) 1,859 -
Konsolidierungs- und sonstige Effekte - -
Buchwert 1,859 -

Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2020 an der LDF 50 Prozent (31. Dezember 2019: 50 Prozent) am Kapital und an den Stimmrechten. Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten LDF besteht in der Überlassung von Nutzungsrechten. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.

Zusammengefasste Finanzinformationen der LDF

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 10,288 10,914
Kurzfristige Vermögenswerte 11,587 11,308
Eigenkapital 15,743 8,545
Langfristige Verbindlichkeiten 8,187 10,480
Kurzfristige Verbindlichkeiten 7,845 3,207
2020 2019
Umsatzerlöse - -
Ergebnis vor Steuern (EBT) 1,770 5,515
Gesamtergebnis 1,770 2,710
Davon Jahresüberschuss 1,770 2,710
Davon sonstiges Ergebnis - -

Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LDF

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 15,743 8,545
Davon: Beteiligungsquote des Konzerns (50 %; Vorjahr: 50 %) 7,872 4,273
Buchwert 6,401 5,119

Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen betreffen Anteile an Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik durch die Lenzing Gruppe ausgeübt werden kann. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei denen die Lenzing Gruppe gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern die gemeinschaftliche Führung ausübt und Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung hat.

80 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 26. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Noch nicht abgerechnete Derivate (offene Positionen) 8,919 8,188
Verrechnung Instandhaltung 2,127 3,153
Forderungen aus Förderzusagen 1,300 1,373
Übrige 7,159 5,208
Summe 19,505 17,922
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben 8,128 2,802
Geleistete Vorauszahlungen 9,153 1,593
Emissionszertifikate 5,120 2,349
Rechnungsabgrenzungsposten 1,226 8,278
Übrige 8,342 5,000
Summe 31,869 19,022
Summe 51,374 36,944

Note 27. Eigenkapital

Grundkapital und Kapitalrücklagen

Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 beträgt EUR 27.574.071,43 (31. Dezember 2019: EUR 27.574.071,43) und ist in 26.550.000 Stückaktien (31. Dezember 2019: 26.550.000) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausgabebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Anteilen sind nicht ausgegeben worden.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – wurde der Vorstand neuerlich ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückaktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätestens 12. April 2023 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Aktien gewähren bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung kann über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Juni 2020 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 12. April 2018 – wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert muss innerhalb einer Bandbreite von +/-25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogramms der Lenzing Aktie liegen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z7 öUGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wiederkaufrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.

Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2020 bestehenden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eigener Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht.

Bei den Kapitalrücklagen handelt es sich um gebundene Rücklagen der Lenzing AG, die nur zum Ausgleich eines Bilanzverlustes der Lenzing AG verwendet werden dürfen. Sie wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche von den Aktionären über das Grundkapital hinaus der Lenzing AG zugeflossen sind.

Andere Rücklagen

Die anderen Rücklagen enthalten alle kumulierten sonstigen Ergebnisse und setzen sich aus der Fremdwährungsumrechnungsrücklage, der Rücklage für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, der Hedging-Reserve und den versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten zusammen.

81 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Sonstiges Ergebnis

Die auf Bestandteile des sonstigen Ergebnisses des Geschäftsjahres entfallenden Beträge setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstiges Ergebnis 2020 2019
Vor Steuern Steue Nach S Vor Steuern Steue Nach S
reffekt teuern reffekt teuern
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen - - - - - -
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -20,156 - -20,156 -71 - -71
Fremdwährungsumrechnungsrücklage -11,198 6,534 -4,664 10,164 - 10,164
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte -5,821 - -5,821 1,810 -419 1,391
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen - - - - - -
Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve) -11,499 4,805 -6,694 -14,145 -4,965 -9,180
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen 2,000 - 2,000 - - -
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden - - - -6,186 - -6,186
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 6,549 -3,449 3,100 -8,160 4,655 -3,505
Summe -38,086 7,890 -30,191 -7,198 -760 -6,438

Veränderungen der Hedging Reserve

TEUR 2020 2019
Während der Berichtsperiode erfasste Erträge/Aufwendungen aus Cashflow Hedges
Aus Devisentermingeschäften -596 -404
Aus sonstigen Derivaten -32 -15
Summe -628 -419
Umgliederung von Beträgen aus Cashflow Hedges, die ergebniswirksam erfasst wurden
Aus Devisentermingeschäften 620 602
Aus sonstigen Derivaten -17 -17
Summe 603 585

Bei den in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen aus Cashflow Hedges handelt es sich im Wesentlichen um die Absicherung von Fremdwährungsgeschäften zum Bau von Anlagen sowie die Absicherung von Umsatzerlösen in fremder Währung. Die obigen Beträge aus der ergebniswirksamen Umgliederung von Cashflow Hedges aus Devisentermingeschäften werden im Betriebsergebnis (EBIT) vor allem in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die obigen Beträge aus der ergebniswirksamen Umgliederung von Cashflow Hedges aus sonstigen Derivaten werden im Finanzerfolg ausgewiesen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen setzen sich wie folgt zusammen:

Gewinnrücklagen 31.12.2020 31.12.2019
Freie Gewinnrücklagen der Lenzing AG nach österreichischem Recht (öUGB) 533.093 491.615
Bilanzgewinn der Lenzing AG nach österreichischem Recht (öUGB) 0 10.641
Einbehaltene Gewinne der Tochterunternehmen einschließlich der Auswirkung der Anpassung der Abschlüsse der Lenzing AG und ihrer Tochter- unternehmen von den lokalen Vorschriften auf IFRS 347.439 370.124
Summe (ohne andere Rücklagen) 880.532 872.380

Die freien Gewinnrücklagen der Lenzing AG können jederzeit aufgelöst und als Teil des Bilanzgewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Nach österreichischem Recht können Dividenden nur jeweils aus dem Bilanzgewinn gemäß festgestelltem Jahresab- schluss der Muttergesellschaft nach öUGB ausgeschüttet werden.

Note 26. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 31.12.2020 31.12.2019
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Noch nicht abgerechnete Derivate (offene Positionen) 2.550 1.810
Verrechnung Instandhaltung 1.354 1.236
Forderungen aus Förderzusagen 1.210 1.210
Übrige 4.549 1.545
Summe 9.663 4.801
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben 4.168 921
Geleistete Vorauszahlungen 1.957 1.535
Emissionszertifikate 824 1.072
Rechnungsabgrenzungsposten 2.815 2.870
Übrige 722 2.017
Summe 10.486 8.415
Summe 20.149 13.216

Note 27. Eigenkapital

Grundkapital und Kapitalrücklagen

Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 beträgt EUR 27.574.071,43 (31. Dezember 2019: EUR 27.574.071,43) und ist in 26.550.000 Stückaktien (31. Dezember 2019: 26.550.000) einge- teilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausgabebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Anteilen sind nicht aus- gegeben worden.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleich- zeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbe- schlüsse vom 22. April 2015 – wurde der Vorstand neuerlich ermäch- tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückaktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe- schluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätes- tens 12. April 2023 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldver- schreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Aktien ge- währen bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung kann über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Juni 2020 – unter gleich- zeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversamm- lungsbeschlüsse vom 12. April 2018 – wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an ermäch- tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesell- schaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erwor- benen eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesell- schaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Ge- genwert muss innerhalb einer Bandbreite von +/-25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogramms der Lenzing Aktie liegen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, er- worbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbe- schluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Er- mächtigung des Aufsichtsrates, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wie- der zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z7 öUGB) oder für Rechnung der Ge- sellschaft durch Dritte ausgeübt werden. Weiters wurde der Vor- stand für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräu- ßerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch un- ter Ausschluss des Wiederkaufrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.

Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2020 beste- henden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Aus- gabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eige- ner Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht.

Bei den Kapitalrücklagen handelt es sich um gebundene Rücklagen der Lenzing AG, die nur zum Ausgleich eines Bilanzverlustes der Lenzing AG verwendet werden dürfen. Sie wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche von den Aktionären über das Grund- kapital hinaus der Lenzing AG zugeflossen sind.

Andere Rücklagen

Die anderen Rücklagen enthalten alle kumulierten sonstigen Er- gebnisse und setzen sich aus der Fremdwährungsumrechnungs- rücklage, der Rücklage für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeit- wert bewertete finanzielle Vermögenswerte, der Hedging-Reserve und den versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten zu- sammen.

82 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

An die Aktionäre der Lenzing AG wurden folgende Dividenden be- schlossen und gezahlt:

Beschlossene und gezahlte Dividenden der Lenzing AG

Für das Geschäftsjahr Gesamt Anzahl der Aktien Dividende je Aktie TEUR EUR
Für das Geschäftsjahr 2019 in der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Juni 2020 beschlossene Dividende ¹) 26.550.000 0,00 0 0,00
Für das Geschäftsjahr 2018 in der ordentlichen Hauptversammlung am 17. April 2019 beschlossene Dividende (Zahlung ab 25. April 2019) 26.550.000 1,00 265 1,00

¹) Der im Konzernabschluss 2019 veröffentlichte Vorschlag für eine Dividendenaus- schüttung von EUR 1,00 wurde aufgrund der COVID-19 Krise neu bewertet.

Für die Verteilung des Bilanzgewinnes 2020 im Jahresabschluss der Lenzing AG nach öUGB unterbreitet der Vorstand folgenden Vorschlag:

Gewinnverteilungsvorschlag für den Bilanzgewinn 2020

Das Geschäftsjahr 2020 der Lenzing AG endet mit einem Jahresgewinn nach österreichischem Recht (öUGB) von 307.361 TEUR. Nach Zuweisung zu (freien) Gewinnrücklagen von -307.361 TEUR und nach Hinzurechnung des Gewinnvortrages 2019 von 10.641 TEUR verbleibt ein Bilanzgewinn von 10.641 TEUR.

Der Vorstand schlägt folgende Verteilung des Bilanzgewinnes vor:

  • Ausschüttung einer Dividende entsprechend einem Betrag von EUR 0,00 je Aktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital von EUR 27.574.071,43 bzw. 26.550.000 Stückaktien: 0 TEUR
  • Auf neue Rechnung werden vorgetragen: 10.641 TEUR

Die Dividende aus dem obigen Vorschlag ist abhängig von der Ge- nehmigung durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung und wird daher zum Bilanzstichtag im Eigenkapital erfasst.

Hybridkapital

Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe (Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000 und einer Verzinsung von 5,75 Prozent p.a. emittiert. Das Hybridka- pital hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und kann erstmals am 7. Dezember 2025 durch die Lenzing AG gekündigt und getilgt werden. Die Investoren haben kein Kündigungsrecht. Falls das Hybridkapital nicht gekündigt wird, wird das Hypridkapital ab dem 8. Dezember 2025 mit einem veränderten Zinssatz verzinst (dann geltender 5-Jahres Swapsatz plus Marge von 11,208 Prozent). Die Zinsen sind nachträglich am 7. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht entscheidet, die betreende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgescho- bene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der Lenzing AG beschließt eine Dividende zu leisten. Die Anleihe erfüllt die Kriterien nach IAS 32 (Finanzinstrumente: Ausweis) für Eigenkapital. Die Zinskupons werden demgemäß als Teil der Ergebnisverwendung in der Konzern-Gewinn- und Verlust- rechnung gezeigt. Das Hybridkapital hat direkt zurechenbare Transaktionskosten nach Abzug von Steuern in Höhe von TEUR 3.418 verursacht, die gegen das Eigenkapital verrechnet wur- den.# Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter betreffen den Anteilsbesitz Dritter an den vollkonsolidierten Konzernunternehmen (nicht beherrschende Anteile bzw. Gesellschafter). Die Gesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen sind unter Note 41 im Abschnitt „vollkonsolidierte Gesellschaften“ dargestellt und betreffen dort jene Unternehmen, bei denen die Lenzing Gruppe einen Anteil unter 100 Prozent besitzt und die nicht unter den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ausgewiesen sind.

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital bestehen per 31. Dezember 2020 mit TEUR 133.283 (31. Dezember 2019: TEUR 0) an der LD Celulose S.A. (LDC), Sao Paulo, Brasilien, die dem Segment Fibers zugeordnet ist. Die nicht beherrschenden Gesellschafter halten per 31. Dezember 2020 49,0 Prozent (31. Dezember 2019: 0,0 Prozent) am Kapital und den Stimmrechten der nicht börsenotierten LDC. Das Kerngeschäft der LDC soll nach Fertigstellung des Werkes in der Erzeugung und im Vertrieb von Zellstoff bestehen.

83 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LDC nach IFRS (100 Prozent):

Zusammengefasste Finanzinformationen der LDC

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 833.485 825.716
Kurzfristige Vermögenswerte 660.289 781.088
Eigenkapital 585.288 313.413
Davon Anteil am Eigenkapital der Aktionäre der Lenzing AG 351.173 313.413
Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 234.115 0
Langfristige Verbindlichkeiten 480.288 540.435
Kurzfristige Verbindlichkeiten 975.217 780.435
2020 2019
918.888 8
- 690.877 - 419.315
- 666.418 - 410.404
- 770.740 - 410.404
- 680.160 - 410.404
0 8
- 310.848 - 405
- 419.324 - 856
170.017 410
8.179 8

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital bestehen per 31. Dezember 2020 mit TEUR 14.615 (31. Dezember 2019: TEUR 24.240) an der PT South Pacific Viscose (SPV), Purwakarta, Indonesien, die dem Segment Fibers zugeordnet ist. Die nicht beherrschenden Gesellschafter halten per 31. Dezember 2020 11,92 Prozent (31. Dezember 2019: 11,92 Prozent) am Kapital und den Stimmrechten der nicht börsenotierten SPV. Das Kerngeschäft der SPV besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von botanischen Cellulosefasern.

Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der SPV nach IFRS (100 Prozent):

Zusammengefasste Finanzinformationen der SPV

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 83.444 80.176
Kurzfristige Vermögenswerte 100.406 664.218
Eigenkapital 67.798 84.447
Davon Anteil am Eigenkapital der Aktionäre der Lenzing AG 59.731 72.507
Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 8.067 11.940
Langfristige Verbindlichkeiten 43.287 8.139
Kurzfristige Verbindlichkeiten 60.060 66.317
2020 2019
77.409 433.106
- 99.285 - 380.205
- 38.807 - 970.959
- 90.800 - 903.404
- 20.060 - 203.404
- 6.400 0
- 6.600 0
- 4.300 8
- 6.600 - 709
- 8.400 - 918

An die nicht beherrschenden Gesellschafter gezahlte Dividenden 8 8

An die Aktionäre der Lenzing AG wurden folgende Dividenden be- schlossen und gezahlt:

Beschlossene und gezahlte Dividenden der Lenzing AG

Gesamt Anzahl der Aktien Dividende je Aktie
26.550.000 EUR 1,00
26.550.000 EUR 0,80

1) Der im Konzernabschluss 2019 veröffentlichte Vorschlag für eine Dividendenaus- schüttung von EUR 1,00 wurde aufgrund der COVID-19 Krise neu bewertet.

Für die Verteilung des Bilanzgewinnes 2020 im Jahresabschluss der Lenzing AG nach öUGB unterbreitet der Vorstand folgenden Vorschlag:

Gewinnverteilungsvorschlag für den Bilanzgewinn 2020

TEUR

Das Geschäftsjahr 2020 der Lenzing AG endet mit einem Jahresgewinn nach österreichischem Recht (öUGB) von 32.661 nach Zuweisung zu (freien) Gewinnrücklagen von -10.353 und nach Hinzurechnung des Gewinnvortrages 2019 von 4.567 verbleibt ein Bilanzgewinn von 26.875.

Der Vorstand schlägt folgende Verteilung des Bilanzgewinnes vor:

Ausschüttung einer Dividende entsprechend einem Betrag von EUR 0,00 je Aktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital von EUR 27.574.071,43 bzw. 26.550.000 Stückaktien 32.661

Auf neue Rechnung werden vorgetragen 0

Die Dividende aus dem obigen Vorschlag ist abhängig von der Ge- nehmigung durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung und wird daher zum Bilanzstichtag im Eigenkapital erfasst.

Hybridkapital

Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe (Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000 und einer Verzinsung von 5,75 Prozent p.a. emittiert. Das Hybridka- pital hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und kann erstmals am 7. Dezember 2025 durch die Lenzing AG gekündigt und getilgt werden. Die Investoren haben kein Kündigungsrecht. Falls das Hybridkapital nicht gekündigt wird, wird das Hypridkapital ab dem 8. Dezember 2025 mit einem veränderten Zinssatz verzinst (dann geltender 5-Jahres Swapsatz plus Marge von 11,208 Prozent). Die Zinsen sind nachträglich am 7. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgescho- bene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der Lenzing AG beschließt eine Dividende zu leisten. Die Anleihe erfüllt die Kriterien nach IAS 32 (Finanzinstrumente: Ausweis) für Eigenkapital. Die Zinskupons werden demgemäß als Teil der Ergebnisverwendung in der Konzern-Gewinn- und Verlust- rechnung gezeigt. Das Hybridkapital hat direkt zurechenbare Transaktionskosten nach Abzug von Steuern in Höhe von TEUR 3.418 verursacht, die gegen das Eigenkapital verrechnet wur- den.

Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter betreffen den Anteilsbesitz Dritter an den vollkonsolidierten Konzernunternehmen (nicht beherr- schende Anteile bzw. Gesellschafter). Die Gesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen sind unter Note 41 im Abschnitt „vollkon- solidierte Gesellschaften“ dargestellt und betreffen dort jene Un- ternehmen, bei denen die Lenzing Gruppe einen Anteil unter 100 Prozent besitzt und die nicht unter den kündbaren nicht be- herrschenden Anteilen ausgewiesen sind.

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital bestehen per 31. Dezember 2020 mit TEUR 133.283 (31. Dezember 2019: TEUR 0) an der LD Celulose S.A. (LDC), Sao Paulo, Brasilien, die dem Seg- ment Fibers zugeordnet ist. Die nicht beherrschenden Gesellschaf- ter halten per 31. Dezember 2020 49,0 Prozent (31. Dezember 2019: 0,0 Prozent) am Kapital und den Stimmrechten der nicht börseno- tierten LDC. Das Kerngeschäft der LDC soll nach Fertigstellung des Werkes in der Erzeugung und im Vertrieb von Zellsto beste- hen.

84 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die Veränderung der Anteile anderer Gesellschafter von bereits beherrschten Tochterunternehmen durch Änderung der Beteili- gungsquoten aufgrund des Erwerbs oder der Veräußerung von An- teilen durch die Lenzing Gruppe ohne Verlust der Beherrschung ist in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ausgewiesen und hatte folgende Auswirkungen auf die Anteile anderer Gesellschafter:

Auswirkungen des Erwerbs und der Veräußerung von weiteren Anteilen an bereits beherrschten Tochterunternehmen

TEUR 2020 2019
Lenzing Modi Fibers India Private Limited (2020: +0,02 %, 2019: +0,02 %) 0 0
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile im Eigenkapital 0 0

Auf die anderen Gesellschafter von Tochterunternehmen der Lenzing AG entfallen insgesamt folgende Anteile am sonstigen Ergebnis:

Anteil anderer Gesellschafter am sonstigen Ergebnis

TEUR 2020 2019
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen 0,93 - 14,223
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern - 0,27 - 2,423
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind - 14.073 31.113
Cashflow Hedges – effektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen und nicht designierte Komponenten - 7.205 23
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern 0.215 23
Sonstiges Ergebnis (netto) - 1.678.090 6.609

Note 28.# Note 29. Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

Finanzverbindlichkeiten 31.12.2020 31.12.2019
TEUR Währung Nominale Buchwert Durchschnittliche Verzinsung in % TEUR Währung Nominale
Schuldschein darlehen
Fix verzinst EUR 1.250.000 1.220.547 3,38 EUR 1.100.000
Variabel verzinst EUR 550.000 542.878 3,40 EUR 100.000
Variabel verzinst USD 30.000 24.525 3,40 USD 40.000
Summe 2.023.773
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Darlehen:
Fix verzinst EUR 1.000.000 1.000.000 2,80 EUR 1.200.000
Fix verzinst USD 20.000 16.350 2,81 USD 0
Variabel verzinst EUR 1.000.000 998.464 2,75 EUR 800.000
Variabel verzinst USD 40.000 32.701 2,95 USD 0
Betriebsmittelkredite 1 :
Variabel verzinst CNY 110.000 13.749 4,15 CNY 120.000
Summe 2.061.464
Leasing verbindlichkeiten
Fix verzinst EUR 200.000 197.886 3,30 EUR 210.000
Summe 197.886
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
Fix verzinst EUR 5.000 5.000 2,50 EUR 5.000
Teilweise fix verzinst EUR 100.000 99.361 3,15 EUR 170.000
Variabel verzinst USD 10.000 8.145 3,40 USD 10.000
Variabel verzinst BRL 55.000 9.000 7,25 BRL 55.000
Summe 121.506
Summe 4.404.629
Davon kurzfristig 839.885
Davon langfristig 3.564.744

1 Revolvierende Kreditvereinbarungen und Kontokorrentkonten

Im Geschäftsjahr 2012 hat die Lenzing Gruppe Schuldscheine begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 200.000. Es wurden Laufzeiten von 4 und 7 Jahren mit jeweils fixer und variabler Verzinsung und mit einer Laufzeit von 10 Jahren nur mit fixer Verzinsung vereinbart. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt ca. 6 Jahre. Im Geschäftsjahr 2016 hat die Lenzing Gruppe von den bestehenden Schuldscheinen TEUR 40.500 planmäßig zurückgezahlt. Im Geschäftsjahr 2015 hat sich die Lenzing Gruppe auf die Refinanzierung der Schuldscheine samt Volumensausdehnung geeinigt. Bestehende Schuldscheine in Höhe von TEUR 89.500 wurden gekündigt und mit verlängerten Laufzeiten neu ausgegeben. Außerdem wurden zusätzlich Schuldscheine in Höhe von TEUR 60.500 ausgegeben. Insgesamt wurden somit TEUR 150.000 an Schuldscheinen platziert, welche eine durchschnittliche Laufzeit von 7 Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2020 wurden TEUR 37.500 (2019: TEUR 34.000) zurückbezahlt.

Im Geschäftsjahr 2019 hat die Lenzing Gruppe weitere Schuld- scheindarlehen begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 375.000 und TUSD 45.000. Es wurde eine Laufzeit von 5 bis 15 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lenzing Gruppe weitere Schuld- scheindarlehen begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 114.000 und TUSD 20.000. Es wurde eine Laufzeit von 5 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.

In 2020 wurden eine Finanzierung von der Oesterreichischen Kon- trollbank AG in Höhe von TEUR 200.000 aufgenommen. Es wurde eine Laufzeit von 3 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.

Die Veränderung der Anteile anderer Gesellschafter von bereits beherrschten Tochterunternehmen durch Änderung der Beteiligungsquoten aufgrund des Erwerbs oder der Veräußerung von An- teilen durch die Lenzing Gruppe ohne Verlust der Beherrschung ist in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ausgewiesen und hatte folgende Auswirkungen auf die Anteile anderer Gesellschafter:

Auswirkungen des Erwerbs und der Veräußerung von weiteren Anteilen an bereits beherrschten Tochterunternehmen TEUR 2020 TEUR 2019
Lenzing Modi Fibers India Private Limited (2020: +0,02 %, 2019: +0,02 %) -- --
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile im Eigenkapital -- --

Auf die anderen Gesellschafter von Tochterunternehmen der Lenzing AG entfallen insgesamt folgende Anteile am sonstigen Ergebnis:

Anteil anderer Gesellschafter am sonstigen Ergebnis TEUR 2020 TEUR 2019
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen -- --2.003
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern -- --1.002
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdif- ferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind -- --1.471
Cashflow Hedges – effektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen und nicht designierte Komponenten --1.200 --2.003
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern --1.000 --1.302
Sonstiges Ergebnis (netto) --2.200 --4.774

Die Finanzierung für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien wurde im Geschäftsjahr 2020 in Form von Darlehen gesichert (Vo- lumen in TUSD 1.147.200). Zum 31. Dezember 2020 sind von den Darlehen TEUR 237.504 (31. Dezember 2019: TEUR 0) ausgenutzt.

Details zu den bestehenden Financial Covenants werden in Note 35 erläutert.

Die nächste Zinsanpassung bei den variablen und teilweise fix ver- zinsten Darlehen erfolgt je nach Kreditvereinbarung innerhalb der nächsten sechs Monate. Die Konditionen für die mehrmals aus- nutzbaren (revolvierenden) Kredite sind für eine bestimmte Zeit fixiert und grundsätzlich variabel verzinst.

Die sonstigen Darlehen betref- fen vorwiegend die Verpflich- tungen gegenüber dem Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft und dem ERP-Fonds sowie Darlehen von nicht be- herrschten Gesellschaften.

Note 28. Zuschüsse aus öentlichen Mitteln

Der unter diesem Posten abgegrenzte Betrag resultiert im Wesentli- chen aus gewährten Zuschüssen zur Förderung von Investitionen in wirtschaftlich strukturschwachen Regionen, von Investitionen in den Umweltschutz und aus allgemein zur Investitionsförderung ge- währten Zuschüssen. In der Berichtsperiode wurden Zuschüsse aus öentlichen Mitteln in Höhe von TEUR 12.752 (2019: TEUR 17.944) erfolgswirksam er- fasst, die überwiegend aus der Förderung von Forschungsaktivitä- ten resultieren. Mit diesen Zuschüssen allenfalls verbundene Auf- lagen wurden erfüllt, sodass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass diese auch nur teilweise wieder zurückzuzahlen sind.

Unter den Zuschüssen aus öentlichen Mitteln sind die Emissions- zertikate zum 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 18.048 ent- halten (31. Dezember 2019: TEUR 11.249). Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissions- zertikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroe- nen Gesellschaften in der Lenzing Gruppe für 2020 insgesamt 428.566 Emissionszertikate unentgeltlich zugeteilt (2019: 385.579 Emissionszertikate).

Emissionszertikate werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Zuteilung aktiviert. Die Dierenz zwischen dem Zeit- wert und dem von der Gesellschaft für die Anschaung aufgewen- deten Betrag wird in den Posten „Zuschüsse aus öentlichen Mit- teln“ eingestellt. Zu jedem Berichtsstichtag wird eine Rückstellung für die bis zu diesem Stichtag verbrauchten Zertikate gebildet. Die Rückstellung wird, soweit die verbrauchten Zertikate in den von der Gesellschaft zu diesem Stichtag gehaltenen Zertikaten De- ckung nden, mit dem für diese Zertikate angesetzten Aktivwert bewertet. Soweit die verbrauchten Zertikate die im Bestand be- ndlichen Zertikate übersteigen, wird die Rückstellung mit dem Zeitwert der (nachzuschaenden) Zertikate zu dem betreenden Stichtag bewertet. Zum 31. Dezember 2020 wurde für eine Unter- deckung an Emissionszertikaten mit einer Rückstellung in Höhe von TEUR 553 (31. Dezember 2019: TEUR 989) vorgesorgt.# Steuerabgrenzung (aktive und passive latente Steuern) und laufende Steuern

Die Steuerabgrenzung für aktive und passive latenten Steuern beträgt folgende Bilanzposten:

Aktive Steuerlatenz

31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen 3.661.453 3.433.814
Finanzanlagen 4.553.328 3.446.147
Vorräte 1.498.874 1.820.905
Sonstige Vermögenswerte 1.625.145 1.584.885
Rückstellungen 1.345.247 1.408.146
Investitionszuschüsse 620.657 469.885
Leasingverbindlichkeiten 1.470.662 1.687.769
Sonstige Verbindlichkeiten 2.582.626 2.770.149
Verlustvorträge 3.614.194 2.484.975
Aktive Steuerlatenz brutto – vor Ansatzkorrektur 21.379.586 21.211.875
Ansatzkorrektur auf latente Steueransprüche -4.376.850 -2.648.781
Davon auf steuerliche Verlustvorträge -3.772.871 -1.704.236
Aktive Steuerlatenz brutto 17.002.736 18.563.094
Verrechenbar mit passiver Steuerlatenz -6.107.010 -5.485.891
Aktive Steuerlatenz netto 10.895.726 13.077.203

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Passive Steuerlatenz

31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen 1.124.395 1.131.766
Nutzungsrechte Leasing 1.493.831 1.124.395
Biologische Vermögenswerte 2.155.125 1.395.125
Finanzanlagen 1.310.113 1.034.149
Vorräte 1.789.049 1.249.340
Sonstige Vermögenswerte 2.168.789 2.078.965
Steuerliche Sonderabschreibungen 1.487.120 1.136.427
Rückstellungen 0 0
Investitionszuschüsse 1.092.789 1.017.384
Sonstige Verbindlichkeiten 1.833.466 1.473.212
Passive Steuerlatenz brutto 14.454.677 11.640.763
Verrechenbar mit aktiver Steuerlatenz -6.107.010 -5.485.891
Passive Steuerlatenz netto 8.347.667 6.154.872

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Von den aktiven latenten Steuern brutto sind TEUR 16.109 (31. Dezember 2019: TEUR 18.316) innerhalb eines Jahres fällig. Von den passiven latenten Steuern brutto sind TEUR 6.480 (31. Dezember 2019: TEUR 4.221) innerhalb eines Jahres fällig. Die restlichen Beträge sind in mehr als einem Jahr fällig.

Die Steuerabgrenzungen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Steuerabgrenzungen

2020 2019
Stand zum 01.01. -4.975.791 -4.671.098
Im Gewinn oder Verlust erfasst 4.338.968 4.524.058
Im sonstigen Ergebnis erfasst 1.157.046 0
Währungsumrechnungsdifferenzen -59.759 -44.751
Stand zum 31.12. -135.736 -191.791

Im Konzern bestehen per 31. Dezember 2020 steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 166.162 (31. Dezember 2019: TEUR 83.122). Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:

Verlustvorträge (Bemessungsgrundlage)

31.12.2020 31.12.2019
Summe 150.577.086 83.122.256
Davon aktivierte Verlustvorträge 2.227.647 1.280.517
Davon nicht aktivierte Verlustvorträge 148.349.439 81.841.739

Möglicher Verfall von nicht aktivierten Verlustvorträgen

31.12.2020 31.12.2019
Innerhalb von 1 Jahr 0 1.071.888
Innerhalb von 2 Jahren 1.449.652 0
Innerhalb von 3 Jahren 1.713.144 1.034.695
Innerhalb von 4 Jahren 2.348.489 1.712.388
Innerhalb von 5 Jahren oder länger 6.767.292 4.387.777
Unbeschränkt vortragsfähig 136.070.862 73.634.991

Per 31. Dezember 2020 wurden latente Steuerforderungsüberhänge von insgesamt TEUR 2.409 (31. Dezember 2019: TEUR 6.953) aktiviert, davon TEUR 18 (31. Dezember 2019: TEUR 27) in Konzerneinheiten, die im abgelaufenen Jahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschaftet haben.

Bei den nicht aktivierten Verlustvorträgen bestehen Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Wäre eine Nutzbarkeit aller steuerlichen Verlustvorträge in voller Höhe möglich, würden die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge statt TEUR 9.155 (31. Dezember 2019: TEUR 2.856) TEUR 38.889 (31. Dezember 2019: TEUR 20.872) betragen.

In den aktiven Steuerlatenzen sind in den Posten Finanzanlagen und sonstige Vermögenswerte Beträge für offene Siebentel aus steuerlichen Teilwertabschreibungen in Zusammenhang mit Beteiligungen gemäß § 12 Abs. 3 Z. 2 öKStG (österreichisches Körperschaftsteuergesetz) entsprechend einer Bemessungsgrundlage in Höhe von TEUR 17.937 (31. Dezember 2019: TEUR 22.892) enthalten. Im laufenden Jahr wurden Siebentel aus Teilwertabschreibungen in Höhe von TEUR 4.419 (2019: TEUR 4.526) steuerlich verwertet.

Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und dem anteiligen Nettovermögen, das von Konzerngesellschaften gehalten wird, mit einer Bemessungsgrundlage von TEUR 446.410 (31. Dezember 2019: TEUR 550.247) wurden keine latenten Steuerschulden erfasst, da sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht auflösen werden.

In den Forderungen aus laufenden Steuern sind Steuerguthaben aus Vorauszahlungen gegenüber ausländischen Finanzbehörden enthalten. Wenn die Werthaltigkeit wahrscheinlich ist, werden die Werte angesetzt, andernfalls wird eine Ansatzkorrektur vorgenommen.

Die Lenzing AG und die im Gruppenvertrag einbezogenen Tochtergesellschaften sind Gruppenmitglieder in der zwischen der B&C Holding Österreich GmbH als Gruppenträger und der Lenzing AG sowie weiteren Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Gruppenmitglieder am 20. Juli 2017 abgeschlossenen steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 öKStG (österreichisches Körperschaftsteuergesetz).

Im Zuge der Gruppenbesteuerung kommt es zwischen den einbezogenen Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerlichen Gewinnen und Verlusten. Aufgrund der gemeinsamen Veranlagung werden aktive und passive latente Steuern der einbezogenen Gruppenmitglieder saldiert. Zukünftige Steuerverpflichtungen aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften werden ohne Abzinsung im Konzernabschluss erfasst.

Der Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag verpflichtet die Lenzing AG, eine Steuerumlage in Höhe der auf den steuerpflichtigen Gewinn der Gesellschaft und der in der Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften entfallenden Körperschaftsteuer zu entrichten. Allfällige beim Gruppenträger auf das gesamte Gruppenergebnis effektiv anrechenbare in- und ausländische Quellensteuern sowie weitergeleitete Mindestkörperschaftsteuern kürzen die von der Lenzing AG zu zahlende Steuerumlage.

Sofern im Veranlagungsjahr laufende Verluste bzw. Verlustvorträge, die vom Gruppenträger selbst verursacht wurden, gegen positive Ergebnisse der Steuergruppe der Lenzing AG verrechnet werden können, kommt es zu einer Reduktion der von der Lenzing AG zu leistenden Steuerumlage. Die Reduktion der Steuerumlage beträgt 25 Prozent (2019: 25 Prozent) des geltenden Körperschaftsteuersatzes (somit derzeit 6,25 Prozent; 2019: 6,25 Prozent) der in einem Veranlagungsjahr des Gruppenträgers mit positiven Ergebnissen verrechneten gruppenträgereigenen laufenden Verluste bzw. Verlustvorträge.

Ein steuerlicher Verlust der Lenzing AG inklusive der beteiligten Tochtergesellschaften wird evident gehalten und mit künftigen steuerlichen Gewinnen verrechnet. Für bei Beendigung des Vertrages nicht verrechnete Verluste ist eine Ausgleichszahlung vereinbart.

Bei der Feststellung der Höhe von tatsächlichen und latenten Steuern berücksichtigt die Lenzing Gruppe die Auswirkungen von ungewissen Steuerpositionen. Ein Ansatz von davon betroffenen Steueransprüchen erfolgt in Fällen, in denen der Anspruch hinreichend sicher ist, mit dem erwarteten Betrag der Rückerstattung.

Die Steuererklärungen der Unternehmen der Lenzing Gruppe werden regelmäßig von den Steuerbehörden geprüft. Unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren, unter anderem der Auslegung, Kommentierung und Rechtsprechung zur jeweiligen Steuergesetzgebung sowie der Erfahrungen aus der Vergangenheit sind entsprechende Vorsorgen für zukünftig mögliche Steuerverpflichtungen gebildet worden. Die Beurteilung ungewisser Steuerpositionen erfolgt auf Basis von Schätzungen und Annahmen über künftige Ereignisse. Es können in der Zukunft neue Informationen zur Verfügung stehen, die die Gruppe dazu veranlassen, ihre Annahmen hinsichtlich der Angemessenheit der Steuerpositionen zu ändern. Solche Änderungen werden Auswirkungen auf den Steueraufwand in der Periode haben, in der eine solche Feststellung getroffen wird.

Die Basis für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern sind grundsätzlich – nach Abzug der passiven temporären Differenzen – die zukünftigen positiven steuerlichen Ergebnisse entsprechend den vom Vorstand genehmigten Planungen. Diese Planungen werden auch bei den Werthaltigkeitstests verwendet (Details dazu siehe insbesondere Note 18, Abschnitt „Wertminderungstests bei immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing“). Bei der Beurteilung der noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften werden ergänzend die Nutzungsvoraussetzungen berücksichtigt.

Die Finanzierung für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien wurde im Geschäftsjahr 2020 in Form von Darlehen gesichert (Volumen in TUSD 1.147.200). Zum 31. Dezember 2020 sind von den Darlehen TEUR 237.504 (31. Dezember 2019: TEUR 0) ausgenutzt. Details zu den bestehenden Financial Covenants werden in Note 35 erläutert. Die nächste Zinsanpassung bei den variablen und teilweise fix verzinsten Darlehen erfolgt je nach Kreditvereinbarung innerhalb der nächsten sechs Monate. Die Konditionen für die mehrmals ausnutzbaren (revolvierenden) Kredite sind für eine bestimmte Zeit fixiert und grundsätzlich variabel verzinst. Die sonstigen Darlehen betreffen vorwiegend die Verpflichtungen gegenüber dem Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft und dem ERP-Fonds sowie Darlehen von nicht beherrschten Gesellschaften.

Note 30.# Steuerabgrenzung (aktive und passive latente Steuern) und laufende Steuern

Die Steuerabgrenzung für aktive und passive latenten Steuern be-
trit folgende Bilanzposten:

Aktive Steuerlatenz

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen  
Finanzanlagen  
Vorräte  
Sonstige Vermögenswerte  
Rückstellungen  
Investitionszuschüsse  
Leasingverbindlichkeiten  
Sonstige Verbindlichkeiten  
Verlustvorträge  
Aktive Steuerlatenz brutto – vor Ansatzkorrektur  
Ansatzkorrektur auf latente Steueransprüche -  - 
Davon auf steuerliche Verlustvorträge -  - 
Aktive Steuerlatenz brutto  
Verrechenbar mit passiver Steuerlatenz -  - 
Aktive Steuerlatenz netto  

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Passive Steuerlatenz

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen  
Nutzungsrechte Leasing  
Biologische Vermögenswerte  
Finanzanlagen  
Vorräte  
Sonstige Vermögenswerte  
Steuerliche Sonderabschreibungen  
Rückstellungen  - 
Investitionszuschüsse  
Sonstige Verbindlichkeiten  
Passive Steuerlatenz brutto  
Verrechenbar mit aktiver Steuerlatenz -  - 
Passive Steuerlatenz netto  

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Von den aktiven latenten Steuern brutto sind TEUR 16.109 (31. De-
zember 2019: TEUR 18.316) innerhalb eines Jahres fällig. Von den passiven latenten Steuern brutto sind TEUR 6.480 (31. Dezember 2019: TEUR 4.221) innerhalb eines Jahres fällig. Die restlichen Be-
träge sind in mehr als einem Jahr fällig.

Die Steuerabgrenzungen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der Steuerabgrenzungen

TEUR 2020 2019
Stand zum 01.01. -  - 
Im Gewinn oder Verlust erfasst -  
Im sonstigen Ergebnis erfasst  - 
Währungsumrechnungsdifferenzen  - 
Stand zum 31.12. -  - 

Im Konzern bestehen per 31. Dezember 2020 steuerliche Verlust-
vorträge in Höhe von TEUR 166.162 (31. Dezember 2019: TEUR 83.122).

Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge kön-
nen wie folgt genutzt werden:

Verlustvorträge (Bemessungsgrundlage)

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Summe  
Davon aktivierte Verlustvorträge  
Davon nicht aktivierte Verlustvorträge  

Möglicher Verfall von nicht aktivierten Verlustvorträgen

Innerhalb von 1 Jahr Innerhalb von 2 Jahren Innerhalb von 3 Jahren Innerhalb von 4 Jahren Innerhalb von 5 Jahren oder länger Unbeschränkt vortragsfähig
TEUR      

88 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 31. Rückstellungen

Der Posten Rückstellungen der Lenzing Gruppe gliedert sich wie folgt:

Rückstellungen

TEUR Gesamt 31.12.2020 Gesamt 31.12.2019 Davon kurzfristig 31.12.2020 Davon kurzfristig 31.12.2019 Davon langfristig 31.12.2020 Davon langfristig 31.12.2019
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpichtungen
Pensionen und Abfertigungen      
Jubiläumsgelder      
Sonstige Rückstellungen
Garantie und Gewährleistung    
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse      
Emissionszertikate    
Übrige    
Summe      

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpichtungen

Pensionen und Abfertigungen

Die Lenzing Gruppe ist Verpichtungen für Pensionen und Abferti-
gungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen, die unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen sind, und beitragsorientierten Versorgungsplänen eingegangen.

Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)

Die Versorgungsleistungen richten sich bei den leistungsorientier-
ten Plänen für Pensionen und Abfertigungen nach dem letzten Ak-
tivbezug und nach dem Dienstalter. Sie erfordern keine Beitrags-
leistungen von den Arbeitnehmern. Die leistungsorientierten Pensionspläne basieren auf vertraglichen Verpichtungen.

Der bedeutendste leistungsorientierte Pensions-
plan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Dieser leistungsori-
entierte Pensionsplan gilt für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Jänner 2000 eingetreten sind und sich für den Verbleib im Plan entschie-
den haben. Die Ansprüche entstanden im Allgemeinen nach einer Wartezeit von mindestens 10- bzw. 15-jähriger Dienstzeit. Bei den Anwartschaftsberechtigten wird von einem Pensionsalter von 58 bis 63 Jahren, abhängig vom Geschlecht, ausgegangen. Der Plan um-
fasst derzeit zum Großteil bereits pensionierte Arbeitnehmer. Es be-
stehen zum Teil qualifizierte Versicherungspolizzen, welche als Planvermögen erfasst sind, und Bedeckungen der Verpichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen.

Die leistungsorientierten Abfertigungspläne basieren auf gesetzli-
chen und kollektivvertraglichen Verpichtungen. Der bedeu-
tendste leistungsorientierte Abfertigungsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Nach diesem Plan haben Arbeitnehmer, de-
ren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, einen gesetzlichen An-
spruch auf eine Abfertigung in besonderen Fällen, insbesondere bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung (System „Abfertigung alt“). Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses und von der Dauer des Dienstverhältnisses. Wesentliche ähnliche leistungsorientierte Ab-
fertigungspläne bestehen auch in Indonesien und Tschechien. Sie gelten dort für alle Arbeitnehmer unabhängig vom Eintrittsdatum. Für die leistungsorientierten Abfertigungspläne bestehen keine Ver-
mögenswerte zur Deckung, sie sind rein rückstellungsfinanziert.

89 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne sind im Wesentlichen mit folgenden Risiken verbunden, welche die Höhe der zu bilanzierenden Verpichtungen beeinussen:

  • Veranlagungsrisiko: Wenn der Ertrag aus dem Planvermögen den Abzinsungssatz unterschreitet, führt das zu einem Plande-
    zit und zu einer Erhöhung der Verpichtungen.
  • Zinsrisiko: Eine Senkung des Abzinsungssatzes durch gerin-
    gere Anleihezinsen am Kapitalmarkt führt zu einer Erhöhung der Verpichtungen.
  • Gehalts- und Pensionstrend: Sollte die tatsächliche Entwick-
    lung über den angenommenen zukünftigen Gehalts- und Pen-
    sionsentwicklungsraten liegen, führt dies zu einer Erhöhung der Verpichtungen.
  • Fluktuations- und Austrittsrisiko: Eine Verringerung der an-
    genommenen Fluktuationsraten führt zu einer Erhöhung der Verpichtungen.
  • Langlebigkeitsrisiko: Ein Anstieg der Lebenserwartung der Anspruchsberechtigten führt zu einer Erhöhung der Verpich-
    tungen.

Daneben ist die Lenzing Gruppe bei diesen Plänen auch Wäh-
rungsrisiken ausgesetzt. Die Lenzing Gruppe ergreift verschiedene Maßnahmen, um die Ri-
siken aus leistungsorientierten Plänen zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere die Ausnanzierung der leistungsorientierten Pläne durch Planvermögen oder Bedeckung der Verpichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen, und die Ab-
ndung von bestehenden leistungsorientierten Plänen durch Ab-
schlagszahlungen. Zudem werden Pensions- und ähnliche Zusa-
gen, soweit möglich und rechtlich zulässig, nur mehr in Form von beitragsorientierten Leistungszusagen abgeschlossen.

Die Ziele der Investitionspolitik sind beim Planvermögen ein opti-
mierter Aufbau und die Deckung der bestehenden Ansprüche der betreenden Arbeitnehmer. Die Anlagestrategien (Asset Alloca-
tions) des Planvermögens sind vertraglich geregelt. Für einen Teil der Ansprüche des österreichischen Pensionsplanes wurde eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen und als Planvermögen in der Höhe von TEUR 2.730 (31. Dezember 2019: TEUR 2.863) dar-
gestellt. Dabei handelt es sich um eine klassische Lebensversiche-
rung, die entsprechend dem Fälligkeitsprol der zu Grunde liegen-
den Ansprüche mit dem Ziel hoher Sicherheit bei der Veranlagung vorwiegend in Schuldinstrumente investiert. Beiträge in die Versi-
cherung werden durch die Lenzing Gruppe nicht mehr geleistet.

Die Fair Values der oben angeführten Eigenkapital- und Schuldin-
strumente wurden auf Basis von Preisnotierungen auf einem akti-
ven Markt festgelegt. Der Fair Value der Versicherung wird nicht auf einem aktiven Markt festgelegt; er entspricht dem bilanzmäßi-
gen Deckungskapital. Im Planvermögen sind keine eigenen Finanz-
instrumente oder selbstgenutzte Vermögenswerte der Lenzing Gruppe enthalten. Der Fair Value der Zahlungsmittel und Zahlungs-
mitteläquivalente entsprach dem Nominale zum Bilanzstichtag.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen TEUR 149 (2019: TEUR 148). Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpichtungen und die Erträge aus dem Planvermögen) wird im Personalaufwand erfasst.

Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Pa-
rameter der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne stellen sich wie folgt dar:

Versicherungsmathematische Annahmen der leistungs-

orientierten Pensions- und Abfertigungspläne p. a.# Note 31. Rückstellungen

Der Posten Rückstellungen der Lenzing Gruppe gliedert sich wie folgt:

Rückstellungen Gesamt Davon kurzfristig Davon langfristig
31.12.2020 31.12.2019¹ 31.12.2020
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionen und Abfertigungen 1.388.896 1.178.169 108.042
Jubiläumsgelder 19.138 31.730 2.045
Summe 1.408.034 1.209.899 110.087
Sonstige Rückstellungen
Garantie und Gewährleistung 452 452 0
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse 14.959 17.322 1.228
Emissionszertifikate 813 813 0
Übrige 1.211 1.111 0
Summe 17.435 19.708 1.228
Gesamt 1.425.469 1.229.607 111.315

¹ Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionen und Abfertigungen

Die Lenzing Gruppe ist Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen, die unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen sind, und beitragsorientierten Versorgungsplänen eingegangen.

Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)

Die Versorgungsleistungen richten sich bei den leistungsorientierten Plänen für Pensionen und Abfertigungen nach dem letzten Aktivbezug und nach dem Dienstalter. Sie erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.

Die leistungsorientierten Pensionspläne basieren auf vertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Pensionsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Dieser leistungsorientierte Pensionsplan gilt für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Jänner 2000 eingetreten sind und sich für den Verbleib im Plan entschieden haben. Die Ansprüche entstanden im Allgemeinen nach einer Wartezeit von mindestens 10- bzw. 15-jähriger Dienstzeit. Bei den Anwartschaftsberechtigten wird von einem Pensionsalter von 58 bis 63 Jahren, abhängig vom Geschlecht, ausgegangen. Der Plan umfasst derzeit zum Großteil bereits pensionierte Arbeitnehmer. Es bestehen zum Teil qualifizierte Versicherungspolizzen, welche als Planvermögen erfasst sind, und Bedeckungen der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen.

Die leistungsorientierten Abfertigungspläne basieren auf gesetzlichen und kollektivvertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Abfertigungsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Nach diesem Plan haben Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung in besonderen Fällen, insbesondere bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung (System „Abfertigung alt“). Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses und von der Dauer des Dienstverhältnisses. Wesentliche ähnliche leistungsorientierte Abfertigungspläne bestehen auch in Indonesien und Tschechien. Sie gelten dort für alle Arbeitnehmer unabhängig vom Eintrittsdatum. Für die leistungsorientierten Abfertigungspläne bestehen keine Vermögenswerte zur Deckung, sie sind rein rückstellungsfinanziert.

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Verpflichtungen (Buchwerte) aus leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsplänen setzen sich wie folgt zusammen:

2020 2019 2020 2019 2020 2019
Barwert der Pensions- und Abfertigungsverpflichtung (DBO) Beizulegender Wert des Planvermögens Buchwert der leistungsorientierten Pläne
Stand zum 01.01. 1.229.607 1.207.519 107.519 105.335 1.122.088 1.102.184
Dienstzeitaufwand
Laufender Dienstzeitaufwand 39.014 39.014 - - 39.014 39.014
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand - - - - - -
Ergebnis aus Plankürzungen 0 -4.467 - - 0 -4.467
Nettozinsen 20.107 24.760 2.420 1.809 17.687 22.951
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pläne 59.121 59.307 2.420 1.809 56.701 57.498
Neubewertung der Periode
Aufgrund demografischer Annahmen 0 - - - 0 -
Aufgrund finanzieller Annahmen -6.656 -14.937 - - -6.656 -14.937
Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen -5.790 -4.155 - - -5.790 -4.155
Aufgrund von Erträgen aus Planvermögen exklusive Beträge, die in den Zinserträgen enthalten sind - - 1.405 1.405 - -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen -12.446 -19.092 1.405 1.405 -13.851 -20.497
Cashflows
Aus dem Plan geleistete Zahlungen -47.173 -47.173 - - -47.173 -47.173
Direkte Zahlungen und Beiträge des Arbeitgebers -5.510 -6.084 - - -5.510 -6.084
Währungsumrechnungsdifferenzen -1.054 1.601 - - -1.054 1.601
Sonstige Überleitungspositionen -1.210 -1.220 - - -1.210 -1.220
Stand zum 31.12. 1.207.519 1.229.607 111.349 107.519 1.096.170 1.122.088
2020 2019 2020 2019
Davon Pensionen Österreich Davon Abfertigungen Österreich Davon Pensionen und Abfertigungen übrige Länder
Stand zum 31.12. 1.030.766 1.055.646 65.404 66.442

Zur Beurteilung des Risikos der Veränderung versicherungsmathe- matischer Parameter hinsichtlich der Bewertung des Barwerts der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die Sensitivitätsanalysen stellen Aus- wirkungen aus hypothetischen Änderungen von wesentlichen Parametern auf den Barwert der Verpflichtungen dar, die sich bei vernünftiger Betrachtungsweise am Bilanzstichtag hätten ändern können. Es wurde jeweils ein Parameter verändert, während die übrigen Parameter konstant gehalten wurden. Als Basis für die Sensitivitätsanalysen werden die Barwerte der Verpflichtungen zum Bilanzstichtag vor Abzug der Planvermögen (Bruttoschuld bzw. DBO) herangezogen.

Die Sensitivitäten der Parameter stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen

Veränderung der Parameter (Prozentpunkte) Abnahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR Zunahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
31.12.2020
Zinssatz 0,1% -10.917 11.137
Gehaltssteigerung 0,1% -9.177 9.281
Pensionssteigerung 0,1% -1.478 1.481

Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Vorjahr)

Veränderung der Parameter (Prozentpunkte) Abnahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR Zunahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
31.12.2019
Zinssatz 0,1% -14.215 14.743
Gehaltssteigerung 0,1% -1.620 1.622
Pensionssteigerung 0,1% -817 818

Die oben dargestellten Sensitivitätsanalysen stellen hypothetische Änderungen aufgrund der getroffenen Annahmen dar. Tatsächliche Abweichungen von den Annahmen führen zu anderen Auswirkungen. Insbesondere können die oben isoliert veränderten Parameter in der Realität miteinander korrelieren. Der Abzug der Planvermögen wird zu einer weiteren Verringerung der Auswirkungen führen.# Other Provisions

The other provisions developed as follows:

Development of Other Provisions

TEUR 2020
As of 01.01. 10,158
Currency translation differences -14
Reclassification -11
Usage -86
Dissolution -133
Reversal 71
As of 31.12. 9,907
Of which short-term 6,756
Of which long-term 3,151

Guarantee and warranty | 2,108 |
Provisions for impending losses and other risks | 10,732 |
Emission certificates | 1,218 |
Other | 166 |
Total | 14,224 |

Development of Other Provisions (Previous Year)

TEUR 2019
As of 01.01. 14,145
Currency translation differences 2
Reclassification -33
Usage -3,421
Dissolution -3,450
Reversal 550
As of 31.12. 7,893
Of which short-term 7,167
Of which long-term 726

Guarantee and warranty | 1,129 |
Provisions for impending losses and other risks | 17,742 |
Emission certificates | 1,452 |
Other | 286 |
Total | 20,609 |

1) Including interest capitalization TEUR 144 (2019: TEUR 254).
2) Reclassification between other liabilities and provisions according to IAS 1 (see Note 2).

In the assessment of provisions, experience from the past, current cost and price information as well as assessments and expert opinions from internal and external valuers and experts are used. The assumptions underlying the provisions are continuously reviewed. The actual values may deviate from the assumptions made if the framework conditions develop contrary to expectations at the balance sheet date. Changes are recognised in profit or loss when they become known and the premises are adjusted accordingly.

The other provisions for guarantee and warranty primarily include provisions for warranty risks from the sale of defective products and guaranteed obligations in favour of third parties.

The other provisions for impending losses and other risks primarily include provisions for obligations from infrastructure services to be provided in the amount of TEUR 7,973 (31 December 2019: TEUR 8,874), provisions for claims from supply contracts in the amount of TEUR 11,800 (31 December 2019: TEUR 0) and for other disadvantageous contracts.

The other provisions for emission certificates include the value of consumed emission certificates. The remaining other provisions as of January 1, 2019, primarily related to obligations from legal disputes. The legal disputes particularly included a provision of TEUR 6,000 for a legal proceeding in which the Lenzing Group took action against patent infringements and which the parties concluded in the 2019 financial year.

For short-term other provisions, the outflow of funds is expected within the next twelve months. For the long-term portions of other provisions, the outflow of funds depends on various factors (in particular on guarantee and warranty periods, contract terms and other events):

  • For other provisions for guarantee and warranty, the outflow of funds is expected within the next twelve months.
  • For other provisions for impending losses and other risks, the outflow of funds is expected as follows:

Expected Outflow of Other Provisions (Long-Term) for Impending Losses and Other Risks (as of Balance Sheet Date)

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
In the 2nd year 992 921
In the 3rd to 5th year 1,671 1,645
In the 6th to 10th year

Note 32. Sonstige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Verbindlichkeiten

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere aus Derivaten) 259.933 236.081
Langfristige nicht finanzielle abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen 42.193 40.609
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere aus Verpflichtungen aus Altersteilzeit) 35.651 35.613
Summe sonstige Verbindlichkeiten langfristig 337.777 312.303

Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

31.12.2020 31.12.2019
Noch nicht abgerechnete Derivate (offene Positionen) 14.367 7.123
Übrige abgegrenzte Schulden 22.488 15.638
Vertragsverbindlichkeiten – abgegrenzte Schulden aus Nachlässen und Rabatten (siehe Note 5) 19.441 17.879
Übrige 5.279 4.354
Summe sonstige Verbindlichkeiten kurzfristig 61.575 44.994

Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

31.12.2020 31.12.2019
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 23.625 26.529
Lohn - und Gehaltsverbindlichkeiten 37.136 31.965
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 35.870 31.140
Vertragsverbindlichkeiten – erhaltene Anzahlungen (siehe Note 5) 21.870 10.137
Abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen 28.415 17.171
Rechnungsabgrenzungsposten und Übrige 12.087 11.467
Summe sonstiger kurzfristiger nicht finanzieller Verbindlichkeiten 138.903 97.309

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2). Unter dem Posten „Sonstige Verbindlichkeiten“ sind auch abgegrenzte Schulden erfasst. Diese stehen in der Regel dem Grunde nach fest und sind hinsichtlich der Höhe und des Eintrittszeitpunktes nur mit einem unwesentlichen Risiko behaftet. Die abgegrenzten Schulden für Personalaufwendungen enthalten vor allem Verbindlichkeiten für kurzfristige Ansprüche von bestehenden und ehemaligen Mitarbeitern/innen (insbesondere für noch nicht konsumierten Urlaub und Zeitausgleich, Überstunden und Leistungsprämien). Die übrigen abgegrenzten Schulden enthalten vor allem antizipierte Ertragseinbußen aus Erlösminderungen bzw. Aufwandserhöhungen aus dem Kunden- und Lieferantenverkehr (insbesondere Nachlässe und Rabatte) sowie Verbindlichkeiten für bereits von Dritten erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen. Für Verbindlichkeiten, welche Teil von Reverse-Factoring-Vereinbarungen sind, wird untersucht, ob die ursprüngliche Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung weiterhin ausgewiesen werden muss oder ob sie aufgrund der Vereinbarung auszubuchen und eine neue finanzielle Verbindlichkeit zu erfassen ist. Maßgebend ist, ob die Lenzing Gruppe von ihrer ursprünglichen Verpflichtung entbunden wurde. Wurde die Lenzing Gruppe von ihrer ursprünglichen Verpflichtung nicht entbunden, wird geprüft, ob die Lenzing Gruppe durch die Reverse-Factoring-Vereinbarung eine neue Verpflichtung eingegangen ist, die zusätzlich zur Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung zu bilanzieren ist. Ist auch dies nicht der Fall, wird im Rahmen eines Barwerttests geprüft, ob es im Rahmen der Reverse-Factoring-Vereinbarung zu wesentlichen Änderungen der Vertragsbedingungen bei der Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung kommt, die zu einer Ausbuchung der Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung und der Einbuchung einer neuen finanziellen Verbindlichkeit führt. Lieferanten der Lenzing Gruppe finanzieren ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Lenzing Gruppe im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen. Die Lieferanten dürfen dabei ihre Banken mit vorzeitigen Bezahlungen der Forderungen beauftragen. Bei den Vereinbarungen kommt es aufgrund des durchgeführten Barwerttests zu keiner wesentlichen Änderung der Vertragsbedingungen. Diese Vereinbarungen führen aus Sicht der Lenzing Gruppe weder zivilrechtlich noch nach den Vorschriften der IFRS zu einer Umqualifizierung der betroffenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in eine andere Art von Verbindlichkeiten. Deshalb kommt es zu keiner Änderung im Ausweis in der Konzern-Bilanz (dort unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) und Konzern-Kapitalflussrechnung (dort im Cashflow aus der Betriebstätigkeit). Zum 31. Dezember 2020 waren davon potenziell insgesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 54.294 (31. Dezember 2019: TEUR 100.618) betroffen. Das Liquiditätsrisiko der Reverse-Factoring-Vereinbarungen besteht in einer Konzentration, da die Reverse-Factoring-Vereinbarungen derzeit nur mit einem einzigen Finanzinstitut bestehen und das Risiko somit in der Widerrufung der Reverse-Factoring-Vereinbarung durch dasselbe Finanzinstitut besteht. Die von den Reverse-Factoring-Vereinbarungen betroffenen Verbindlichkeiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit beglichen. Die damit verbundenen, geschätzten Abflüsse werden in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Die Lenzing Gruppe beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich ausreichender Finanzierungsquellen eher als niedrig, weil die Risikostreuung bei den Finanzierungen der Lenzing Gruppe auf verschiedene Finanzinstitute gewahrt ist. Die Reverse-Factoring-Vereinbarungen beinhalten darüber hinaus keine wesentliche Finanzierungskomponente und ihr Wegfall hätte damit auch keine signifikante Erhöhung des Finanzierungsbedarfs zur Folge. Die Verbindlichkeiten aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen betragen zum Bilanzstichtag 3,5 Prozent (31. Dezember 2019: 10,3 Prozent) im Verhältnis zu den gesamten Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, sowie 51,4 Prozent (31. Dezember 2019: 77,6 Prozent) im Verhältnis zu den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Informationen zum Liquiditäts- und Fremdwährungsrisiko des Gruppenexposure sind in Note 37 Finanzrisikomanagement dargestellt.

Note 33. Angaben zur Konzern- Kapitalflussrechnung

Der Fonds der liquiden Mittel entspricht der Bilanzposition Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betreffen Kassenbestände, täglich fällige Gelder, Schecks und kurzfristige Termineinlagen bei Banken sowie liquide kurzfristige Wertpapiere mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten, die nur geringfügigen Wertschwankungen unterliegen. Die sonstigen unbaren Erträge bzw. Aufwendungen enthalten im Geschäftsjahr 2020 und im Vorjahr die Abschreibungen auf Vorräte sowie die Zu- und Abschreibung auf Finanzanlagen und sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte. Darüber hinaus sind in den sonstigen unbaren Erträgen bzw. Aufwendungen unrealisierte Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste sowie Bewertungseffekte aus Forderungen enthalten. Die noch nicht zahlungswirksamen Transaktionen aus dem Erwerb von immateriellen Anlagen und Sachanlagen sind nicht im Cashflow aus der Investitionstätigkeit der aktuellen Periode enthalten. Im Wesentlichen sind das die noch nicht erfolgten Zahlungen an Lieferanten in Höhe von TEUR 41.179 (2019: TEUR 15.616). In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten werden Bankkonten mit negativen Beständen berücksichtigt, wenn Aufrechnungsvereinbarungen bestehen (siehe Note 35).

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

TEUR Schuldscheindarlehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern Leasingverbindlichkeiten Zwischensumme übrige Finanzverbindlichkeiten Summe
Stand zum 01.01. 202.205 102.095 13.351 19.055 12.774 347.480
Zahlungs - wirksam
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 3.065 8.638 758 0 4.776 17.237
Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten -1.487 -14.859 -1.579 0 -1.367 -19.292
Nicht - zahlungs - wirksam
Währungsumrechnungsdifferenzen -100 -1.495 -106 0 -1.082 -2.783
Auf-/Abzinsung 792 436 0 1.052 1.048 3.328
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten 0 0 0 1.808 1.808 1.808
Sonstige Veränderungen 0 0 0 -68 -68 -68
Stand zum 31.12. 201.470 95.215 11.314 21.047 13.077 342.123

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten (Vorjahr)

TEUR Schuldscheindarlehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern Leasingverbindlichkeiten Zwischensumme übrige Finanzverbindlichkeiten Summe
Stand zum 01.01. 197.301 101.148 13.341 20.827 15.872 348.489

Note 32. Sonstige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Verbindlichkeiten TEUR

31.12.2020 31.12.2019
Sonstige langfristige nanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere aus Derivaten) 265.140 259.340
Langfristige nicht nanzielle abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen 2.362 2.441
Sonstige langfristige nicht nanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere aus Verpichtungen aus Altersteilzeit) 5.586 7.734
Summe sonstige Verbindlichkeiten langfristig 273.088 269.515
Sonstige kurzfristige nanzielle Verbindlichkeiten
Noch nicht abgerechnete Derivate (oene Positionen) 912 390
Übrige abgegrenzte Schulden 11.402 12.899
Vertragsverbindlichkeiten – abgegrenzte Schulden aus Nachlässen und Rabatten (siehe Note 5) 2.941 3.576
Übrige 100.082 65.482
Sonstige kurzfristige nicht nanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 1.528 3.679
Lohn - und Gehaltsverbindlichkeiten 1.367 1.788
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 1.572 1.495
Vertragsverbindlichkeiten – erhaltene Anzahlungen (siehe Note 5) 26.506 80.657
Abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen 14.048 7.461
Rechnungsabgrenzungsposten und Übrige 1.081 1.350
Summe sonstige Verbindlichkeiten kurzfristig 161.339 178.777

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).

Unter dem Posten „Sonstige Verbindlichkeiten“ sind auch abgegrenzte Schulden erfasst. Diese stehen in der Regel dem Grunde nach fest und sind hinsichtlich der Höhe und des Eintrittszeitpunktes nur mit einem unwesentlichen Risiko behaftet. Die abgegrenzten Schulden für Personalaufwendungen enthalten vor allem Verbindlichkeiten für kurzfristige Ansprüche von bestehenden und ehemaligen Mitarbeitern/innen (insbesondere für noch nicht konsumierten Urlaub und Zeitausgleich, Überstunden und Leistungsprämien). Die übrigen abgegrenzten Schulden enthalten vor allem antizipierte Ertragseinbußen aus Erlösminderungen bzw. Aufwandserhöhungen aus dem Kunden- und Lieferantenverkehr (insbesondere Nachlässe und Rabatte) sowie Verbindlichkeiten für bereits von Dritten erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen.

Für Verbindlichkeiten, welche Teil von Reverse-Factoring-Vereinbarungen sind, wird untersucht, ob die ursprüngliche Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung weiterhin ausgewiesen werden muss oder ob sie aufgrund der Vereinbarung auszubuchen und eine neue finanzielle Verbindlichkeit zu erfassen ist. Maßgebend ist, ob die Lenzing Gruppe von ihrer ursprünglichen Verpflichtung entbunden wurde. Wurde die Lenzing Gruppe von ihrer ursprünglichen Verpflichtung nicht entbunden, wird geprüft, ob die Lenzing Gruppe durch die Reverse-Factoring-Vereinbarung eine neue Verpflichtung eingegangen ist, die zusätzlich zur Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung zu bilanzieren ist. Ist auch dies nicht der Fall, wird im Rahmen eines Barwerttests geprüft, ob es im Rahmen der Reverse-Factoring-Vereinbarung zu wesentlichen Änderungen der Vertragsbedingungen bei der Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung kommt, die zu einer Ausbuchung der Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung und der Einbuchung einer neuen finanziellen Verbindlichkeit führt.

Lieferanten der Lenzing Gruppe finanzieren ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Lenzing Gruppe im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen. Die Lieferanten dürfen dabei ihre Banken mit vorzeitigen Bezahlungen der Forderungen beauftragen. Bei den Vereinbarungen kommt es aufgrund des durchgeführten Barwerttests zu keiner wesentlichen Änderung der Vertragsbedingungen. Diese Vereinbarungen führen aus Sicht der Lenzing Gruppe weder zivilrechtlich noch nach den Vorschriften der IFRS zu einer Umqualifizierung der betroffenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in eine andere Art von Verbindlichkeiten. Deshalb kommt es zu keiner Änderung im Ausweis in der Konzern-Bilanz (dort unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) und Konzern-Kapitalflussrechnung (dort im Cashflow aus der Betriebstätigkeit). Zum 31. Dezember 2020 waren davon potenziell insgesamt Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 54.294 (31. Dezember 2019: TEUR 100.618) betroffen.

Das Liquiditätsrisiko der Reverse-Factoring-Vereinbarungen besteht in einer Konzentration, da die Reverse-Factoring-Vereinbarungen derzeit nur mit einem einzigen Finanzinstitut bestehen und das Risiko somit in der Widerrufung der Reverse-Factoring-Vereinbarung durch dasselbe Finanzinstitut besteht. Die von den Reverse-Factoring-Vereinbarungen betroffenen Verbindlichkeiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit beglichen. Die damit verbundenen, geschätzten Abflüsse werden in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Die Lenzing Gruppe beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich ausreichender Finanzierungsquellen eher als niedrig, weil die Risikostreuung bei den Finanzierungen der Lenzing Gruppe auf verschiedene Finanzinstitute gewahrt ist. Die Reverse-Factoring-Vereinbarungen beinhalten darüber hinaus keine wesentliche Finanzierungskomponente und ihr Wegfall hätte damit auch keine signifikante Erhöhung des Finanzierungsbedarfs zur Folge. Die Verbindlichkeiten aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen betragen zum Bilanzstichtag 3,5 Prozent (31. Dezember 2019: 10,3 Prozent) im Verhältnis zu den gesamten Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, sowie 51,4 Prozent (31. Dezember 2019: 77,6 Prozent) im Verhältnis zu den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Informationen zum Liquiditäts- und Fremdwährungsrisiko des Gruppenexposure sind in Note 37 Finanzrisikomanagement dargestellt.

Note 34. Kapitalrisikomanagement

Grundlagen

Die Lenzing Gruppe steuert ihr Eigen- und Fremdkapital mit dem klaren Ziel, Erträge, Kosten und Assets der einzelnen Operations/Bereiche bzw. der gesamten Gruppe im Sinne einer nachhaltig hohen Ertragskraft und soliden Bilanzstruktur zu optimieren. Hierfür spielen finanzielle Leveragefähigkeiten, jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung und klare Orientierung an cashnahen Kennzahlen und Steuerungsgrößen vor dem Hintergrund der strategischen Stoßrichtung und der langfristigen Ziele der Gruppe eine wesentliche Rolle. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Darüber hinaus tragen das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital dazu bei, dass die Lenzing AG flexibel weiteres Eigenkapital zur Nutzung von sich zukünftig ergebenden Marktchancen aufnehmen kann.

Die Eigenkapitalmanagementstrategie der Lenzing Gruppe zielt darauf ab, dass die Lenzing AG und die anderen Konzerngesellschaften eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung haben. Einige Kreditverträge mit Banken enthalten außerdem Financial Covenants, die sich insbesondere auf die Höhe des Eigenkapitals, das Verhältnis zwischen Net Financial Debt und EBITDA sowie auf andere Finanzkennzahlen oder finanzielle Kriterien des Konzerns oder einzelner, teilweise zusammengefasster Konzerngesellschaften beziehen. Bei Nichteinhaltung dieser Financial Covenants können die Banken teilweise vorzeitige Rückzahlungen der Finanzverbindlichkeiten verlangen. Die Financial Covenants werden laufend vom Global Treasury überwacht und bei der Bemessung von Ausschüttungen der betroffenen Konzerngesellschaften berücksichtigt. Im Berichtsjahr wurden alle diesbezüglichen Kapitalanforderungen erfüllt.

Das Management verwendet intern zur Steuerung eine bereinigte Eigenkapitalquote. Das bereinigte Eigenkapital wird nach IFRS ermittelt und umfasst, neben dem Eigenkapital, auch die Investitionszuschüsse abzüglich der darauf entfallenden latenten Steuern. Die bereinigte Eigenkapitalquote (= bereinigtes Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) betrug zum 31. Dezember 2020 45,8 Prozent (31. Dezember 2019: 50,0 Prozent).

Das bereinigte Eigenkapital stellt sich wie folgt dar:

Bereinigtes Eigenkapital TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 845.998 896.607
+ Zuschüsse aus öentlichen Mitteln 177.516 177.516
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öentlichen Mitteln -12.534 -12.534
Summe 1.010.980 1.061.589

Die Dividendenpolitik der Lenzing AG als Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe orientiert sich an den Prinzipien der Kontinuität und Langfristigkeit mit dem Ziel, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu fördern, den Aktionären eine der Chancen- und Risikosituation des Unternehmens angepasste Dividende auszuschütten und auch die Interessen aller anderen für den Unternehmenserfolg entscheidenden Beteiligten (Stakeholder) angemessen einzubeziehen.

Nettonanzverschuldung (Net Financial Debt)

Der Vorstand der Lenzing AG überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat regelmäßig die Entwicklung der Nettonanzverschuldung, da diese Kennzahl eine wesentliche Schlüsselgröße im Management der Gruppe als auch auf Seite der nanzierenden Banken ist. Die weitere optimale Entwicklung der Lenzing Gruppe ist nur mit einer sehr starken Eigennanzierungskraft als Grundlage für eine erhöhte Verschuldungsfähigkeit gegeben.# Erläuterungen zum Risikomanagement 97

Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 34. Kapitalrisikomanagement

Grundlagen

Die Lenzing Gruppe steuert ihr Eigen- und Fremdkapital mit dem klaren Ziel, Erträge, Kosten und Assets der einzelnen Operations/Bereiche bzw. der gesamten Gruppe im Sinne einer nachhaltig hohen Ertragskraft und soliden Bilanzstruktur zu optimieren. Hierfür spielen finanzielle Leveragefähigkeiten, jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung und klare Orientierung an cashnahen Kennzahlen und Steuerungsgrößen vor dem Hintergrund der strategischen Stoßrichtung und der langfristigen Ziele der Gruppe eine wesentliche Rolle. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Darüber hinaus tragen das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital dazu bei, dass die Lenzing AG flexibel weiteres Eigenkapital zur Nutzung von sich zukünftig ergebenden Marktchancen aufnehmen kann.

Die Eigenkapitalmanagementstrategie der Lenzing Gruppe zielt darauf ab, dass die Lenzing AG und die anderen Konzerngesellschaften eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung haben. Einige Kreditverträge mit Banken enthalten außerdem Financial Covenants, die sich insbesondere auf die Höhe des Eigenkapitals, das Verhältnis zwischen Net Financial Debt und EBITDA sowie auf andere Finanzkennzahlen oder finanzielle Kriterien des Konzerns oder einzelner, teilweise zusammengefasster Konzerngesellschaften beziehen. Bei Nichteinhaltung dieser Financial Covenants können die Banken teilweise vorzeitige Rückzahlungen der Finanzverbindlichkeiten verlangen. Die Financial Covenants werden laufend vom Global Treasury überwacht und bei der Bemessung von Ausschüttungen der betroffenen Konzernunternehmen berücksichtigt. Im Berichtsjahr wurden alle diesbezüglichen Kapitalanforderungen erfüllt.

Das Management verwendet intern zur Steuerung eine bereinigte Eigenkapitalquote. Das bereinigte Eigenkapital wird nach IFRS ermittelt und umfasst, neben dem Eigenkapital, auch die Investitionszuschüsse abzüglich der darauf entfallenden latenten Steuern. Die bereinigte Eigenkapitalquote (= bereinigtes Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) betrug zum 31. Dezember 2020 45,8 Prozent (31. Dezember 2019: 50,0 Prozent).

Das bereinigte Eigenkapital stellt sich wie folgt dar:

Bereinigtes Eigenkapital (TEUR) 31.12.2020 31.12.2019
Eigenkapital 1.678.334 1.684.638
+ Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 241.010 253.141
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -21.961 -23.110
Summe 1.897.383 1.914.669

Die Dividendenpolitik der Lenzing AG als Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe orientiert sich an den Prinzipien der Kontinuität und Langfristigkeit mit dem Ziel, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu fördern, den Aktionären eine der Chancen- und Risikosituation des Unternehmens angepasste Dividende auszuschütten und auch die Interessen aller anderen für den Unternehmenserfolg entscheidenden Beteiligten (Stakeholder) angemessen einzubeziehen.

Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt)

Der Vorstand der Lenzing AG überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat regelmäßig die Entwicklung der Nettofinanzverschuldung, da diese Kennzahl eine wesentliche Schlüsselgröße im Management der Gruppe als auch auf Seite der finanzierenden Banken ist. Die weitere optimale Entwicklung der Lenzing Gruppe ist nur mit einer sehr starken Eigenfinanzierungskraft als Grundlage für eine erhöhte Verschuldungsfähigkeit gegeben.

Die zinstragenden Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Zinstragende Finanzverbindlichkeiten (TEUR) 31.12.2020 31.12.2019
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 865.844 788.319
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 145.537 129.662
Summe 1.011.381 917.981

Der Liquiditätsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

Liquiditätsbestand (TEUR) 31.12.2020 31.12.2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 454.388 298.972
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 48.000 29.000
Summe 502.388 327.972

Die Nettofinanzverschuldung absolut und im Verhältnis zum EBITDA (laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung) stellen sich wie folgt dar:

Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt) absolut (TEUR)

31.12.2020 31.12.2019
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten 1.011.381 917.981
- Liquiditätsbestand -502.388 -327.972
Summe 508.993 590.009

Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt) im Verhältnis zum EBITDA (TEUR)

31.12.2020 31.12.2019
EBITDA 314.579 343.115
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 1,62 1,72

Erläuterungen zum Risikomanagement 98

Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 35. Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte, beizulegende Zeitwerte, Bewertungskategorien und Bewertungs- methoden

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Ver- bindlichkeiten für jede einzelne Klasse sowie auch für jede Bewer- tungskategorie nach IFRS 9 dar und leitet diese auf die entspre- chenden Bilanzposten über. Da die Bilanzposten sonstige Forde- rungen (lang- und kurzfristig) sowie sonstige Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) sowohl Finanzinstrumente als auch nicht-finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten enthalten, er- möglicht die Spalte „keine Finanzinstrumente“ die vollständige Überleitung auf die Bilanzposten. Auch Leasingverbindlichkeiten, die zwar als finanzielle Verbindlichkeiten anzusehen sind, aber kei- ner Bewertungskategorie nach IFRS 9 zuzuordnen sind, werden in dieser Spalte ausgewiesen.

Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value- Hierarchie von Finanzinstrumenten (TEUR)

Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2020 Zu fortge-führten An-schaungs- kosten Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert Erfolgsneutral zum beizu- legenden Zeitwert Kein Finanz- instrument Summe Beizu- legender Zeitwert Fair Value- Hierarchie
Ausleihungen 1.143 1.143 1.143 1.143 Stufe 1
Langfristige Wertpapiere 100 1.140 1.240 1.240 Stufe 1
Sonstige Beteiligungen 1.273 1.273 1.273 1.273 Stufe 2
Finanzanlagen 1.557 2.236 3.793 3.793
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.131 18.131 18.131 Stufe 2
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges) 1.143 1.143 1.143 Stufe 3
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 1.459 1.459 1.459 Stufe 3
Sonstige 1.842 1.383 1.722 4.947 4.947 Stufe 2
Sonstige Vermögenswerte (kurz - und langfristig) 1.757 1.471 3.228 3.228 Fremdkapitalinstrumente, Eigenkapitalinstrumente, Cashflow Hedges
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.208.333 1.208.333 1.208.333
Summe 1.017.871 6.193 4.138 0 1.028.202 1.028.202
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2020 Zu fortge-führten An-schaungs- kosten Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert Erfolgsneutral zum beizu- legenden Zeitwert Kein Finanz- instrument Summe Beizu- legender Zeitwert Fair Value- Hierarchie
Schuldscheindarlehen 596.784 596.784 596.842 Stufe 2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 872.801 872.801 875.175 Stufe 2
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern 69.148 69.148 69.441 Stufe 2
Leasingverbindlichkeiten 1.409 1.409 1.409 1.409
Finanzverbindlichkeiten 1.586.228 1.586.228 1.587.715
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.314.175 2.314.175 2.314.175
Rückstellungen (kurzfristig) 1.148.707 1.148.707 1.148.707
Kündbare nicht beherrschende Anteile 1.000 1.000 1.000 Stufe 2
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges) 610 610 610 Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 1.459 1.459 1.459 Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges) 3.430 3.430 3.430 Stufe 2
Sonstige Verbindlichkeiten (kurz - und langfristig) 1.709 1.618 3.327 3.327
Summe 1.474.065 7.117 0 1.151.116 2.632.298 2.634.797

1) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.# Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value -Hierarchie von Finanzinstrumenten

(Vorjahr)

TEUR Buchwert Zeitwert Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2019 Zu fortge- führten An- schaungs- kosten Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Kein Finanz- instrument Summe Beizu- legender Zeitwert Fair Value- Hierarchie
Fremd- kapital- instrumente Eigen- kapital- instrumente Cashow Hedges Ausleihungen
Langfristige Wertpapiere
Sonstige Beteiligungen 113.000 113.000 113.000 Stufe 3
Finanzanlagen 54.240 12.112 12.112 24.224 24.224 Stufe 2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.830 16.830 16.830
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges) 13.500 13.500 13.500 Stufe 4
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 800 800 800 Stufe 4
Sonstige 163.489 Stufe 2
Sonstige Vermögenswerte (kurz- und langfristig) 16.586 16.586 16.586
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 26.812 26.812 26.812
Summe 591.477 542.052 12.112 12.112 13.500 16.830 26.812 591.477 591.477
TEUR Buchwert Zeitwert Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2019 Zu fortge- führten An- schaungs- kosten Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Kein Finanz- instrument Summe Beizu- legender Zeitwert Fair Value- Hierarchie
Cashow Hedges/ Fair Value Hedges Gewinn- rücklage Schuldscheindarlehen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 480.316 480.316 480.316 Stufe 2
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern 10.437 10.437 10.437 Stufe 2
Leasingverbindlichkeiten 70.881 70.881 70.881
Finanzverbindlichkeiten 10.014.173 10.014.173 10.014.173 10.014.173
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.074 13.074 13.074
Rückstellungen (kurzfristig)
Kündbare nicht beherrschende Anteile Stufe 10
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges) 13.080 13.080 13.080 Stufe 4
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 834 834 834 Stufe 4
Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges) 834 834 834 Stufe 2
Sonstige 14.285
Sonstige Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 15.086 15.086 15.086
Summe 10.678.203 10.580.978 10.014.173 13.080 834 834 15.086 10.678.203 10.678.203

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2).
2) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value -Hierarchie von Finanzinstrumenten

TEUR Buchwert Zeitwert Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2020 Zu fortge- führten An- schaungs- kosten Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Kein Finanz- instrument Summe Beizu- legender Zeitwert Fair Value- Hierarchie
Fremd- kapital- instrumente Eigen- kapital- instrumente Cashow Hedges Ausleihungen
Ausleihungen 11.000 11.000 11.000
Langfristige Wertpapiere 60 60 60 Stufe 1
Sonstige Beteiligungen 11.000 11.000 11.000 Stufe 2
Finanzanlagen 16.370 7.218 7.218 16.370 16.370
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.125 15.125 15.125
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges) 11.000 11.000 11.000 Stufe 3
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 1.400 1.400 1.400 Stufe 3
Sonstige 123.417 Stufe 2
Sonstige Vermögenswerte (kurz- und langfristig) 16.150 16.150 16.150
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 23.300 23.300 23.300
Summe 208.462 196.344 7.218 7.218 11.000 15.125 23.300 208.462 208.462
TEUR Buchwert Zeitwert Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2020 Zu fortge- führten An- schaungs- kosten Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert Kein Finanz- instrument Summe Beizu- legender Zeitwert Fair Value- Hierarchie
Cashow Hedges/ Fair Value Hedges Gewinn- rücklage Schuldscheindarlehen
Schuldscheindarlehen 91.000 91.000 91.000 Stufe 2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 70.000 70.000 70.000 Stufe 2
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern 10.000 10.000 10.000 Stufe 2
Leasingverbindlichkeiten 70.000 70.000 70.000
Finanzverbindlichkeiten 6.057.125 6.057.125 6.057.125 6.057.125
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.000 13.000 13.000
Rückstellungen (kurzfristig)
Kündbare nicht beherrschende Anteile Stufe 10
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges) 6.000 6.000 6.000 Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 1.400 1.400 1.400 Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges) 1.300 1.300 1.300 Stufe 2
Sonstige 10.400
Sonstige Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) 12.000 12.000 12.000
Summe 6.241.125 6.187.125 6.057.125 6.000 1.400 1.300 12.000 6.241.125 6.241.125

1) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

100 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Je nach Klassifizierung werden die Finanzinstrumente im Rahmen der Folgebewertung entweder zu (fortgeführten) Anschaffungskosten oder zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. In der Lenzing Gruppe werden die Bewertungskategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“, „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ und „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ eingesetzt. Die Bewertungskategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ wird ausschließlich für verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte verwendet. Zur Absicherung des Währungsrisikos von hochwahrscheinlich erwarteten zusätzlichen Kapitaleinzahlungen für eine Tochtergesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2020 Cashflow Hedges abgeschlossen. Mit Realisierung der Devisentermingeschäfte werden die zunächst im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge der Wertänderungen in die Währungsumrechnungsrücklage umgebucht. Zum 31. Dezember 2020 wurden TEUR 24.018 (31. Dezember 2019 TEUR 0) in die Währungsumrechnungsrücklage umgebucht.

Die Lenzing Gruppe berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-Hierarchie am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderungen eintreten. Im Geschäftsjahr gab es bei Finanzinstrumenten keine Verschiebungen zwischen den verschiedenen Stufen der beizulegenden Zeitwerte-Hierarchie.

Die Bewertung der Finanzinstrumente wird von der Lenzing Gruppe überwacht und geprüft. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert. Angesichts variierender Einflussfaktoren können die dargestellten beizulegenden Zeitwerte nur als Indikatoren für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden.

Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Anleihen leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab und verändern sich insbesondere aufgrund der Veränderung der Marktzinssätze und der Bonität der Anleihenschuldner. Die beizulegenden Zeitwerte der Aktien leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.

Die beizulegenden Zeitwerte der Investmentfonds leiten sich von den aktuellen rechnerischen Werten ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.

Die Bewertung der Beteiligungen inklusive als Absicherungsbeziehung (Fair Value Hedge) designierter Derivate werden der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis eines marktbasierten Ansatzes ermittelt und ist in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie zu kategorisieren. Das Bewertungsmodell basiert auf Marktmultiplikatoren, welche von börsennotierten Vergleichsunternehmen abgeleitet sind und um einen Abschlag in Höhe von 25 Prozent für Größe und Marktgängigkeit der Beteiligungsunternehmen angepasst werden. Der ermittelte beizulegende Zeitwert der Beteiligung würde insbesondere dann steigen (fallen), wenn das geplante EBITDA oder der Marktmultiplikator sich erhöht (verringert). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde steigen (fallen), wenn sich der Abschlag auf den Marktmultiplikator verringert (erhöht). Der ermittelte beizulegende Zeitwert des Derivates verhält sich gegenläufig hinsichtlich der genannten Parameter. Die angepassten Marktmultiplikatoren betragen zum 31. Dezember 2020 rund 7,8 und 10,1 (31. Dezember 2019: 7,1 und 8,1).

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der Beteiligungen und zugehöriger Derivate der Stufe 3:

Entwicklung beizulegender Werte der Beteiligungen und zugehöriger Derivate der Stufe 3

TEUR 2020 Beteiligungen Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges) Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung
Stand zum 01.01. 44.250 -9.157
Stand zum 31.12. 44.000 -9.000

Entwicklung beizulegender Werte der Beteiligungen und zugehöriger Derivate der Stufe 3 (Vorjahr)

TEUR 2019 Beteiligungen Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges) Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/ -verlust aus der Neubewertung
Stand zum 01.01. 52.000 -11.784
Stand zum 31.12. 44.250 -9.157 # Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der Beteiligungen und der dazugehörigen Derivate folgendermaßen auswirken:

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für Beteiligungen und zugehörige Derivate zum 31.12.2020

TEUR Sonstiges Ergebnis (netto)
Steigerung Rückgang
Beteiligungen
Derivate mit negativen Marktwert (Fair Value Hedges)
Summe
Beteiligungen
Derivate mit negativen Marktwert (Fair Value Hedges)
Summe
EBITDA (+/ - 5 %) + 8.568 - 8.568
Marktmultiplikator (+/- 1) + 1.256 - 1.256
Veränderung Abschlag auf Marktmultiplikator (+/- 10 %) - 6.482 + 6.482

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für Beteiligungen und zugehörige Derivate zum 31.12.2019 (Vorjahr)

TEUR Sonstiges Ergebnis (netto)
Steigerung Rückgang
Beteiligungen
Derivate mit negativen Marktwert (Fair Value Hedges)
Summe
Beteiligungen
Derivate mit negativen Marktwert (Fair Value Hedges)
Summe
EBITDA (+/ - 5 %) + 8.576 - 8.576
Marktmultiplikator (+/- 1) + 1.258 - 1.258
Veränderung Abschlag auf Marktmultiplikator (+/- 10 %) - 3.241 + 3.241

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte aus Earn-Out-Vereinbarungen werden der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert dieser sonstigen finanziellen Vermögenswerte wird auf Basis eines einkommensbasierten Ansatzes ermittelt. Er ist in Stufe 3 in der Fair Value Hierarchie zu kategorisieren. Das Bewertungsmodell basiert auf den geplanten EBITDAs, dem Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern und den Rückzahlungsmodalitäten. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn das EBITDA steigt (fällt). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der WACC nach Steuern steigt (fällt). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde steigen, wenn die Rückzahlung zwei Jahre früher erfolgt.

Entwicklung beizulegender Wert der sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3

TEUR 2020 2019
Stand zum 01.01. 12.548 -12.166
Bewertungsergebnis erfasst im Finanzerfolg + 5.717 + 11.109
Stand zum 31.12. 18.265 18.265

Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte folgendermaßen auswirken:

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für sonstige finanzielle Vermögenswerte

T EUR Finanzerfolg 31.12.2020 Finanzerfolg 31.12.2019
Steigerung Rückgang
EBITDA (+/ - 5 %) + 1.440 - 1.440
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern (+/ - 1 %) - 8.380 + 7.240
Rückzahlung 2 Jahre früher + 5.160 n/a

Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem die Bewertungen mit den geänderten Parametern nochmals durchgeführt werden. Die Duratex-Gruppe verfügt über eine Put-Option, ihre Anteile bei Eintritt eines Kontrollwechsels beim Eigentümer der Lenzing Gruppe zu verkaufen („Change-of-Control-Klausel“). Diese Verpflichtung wird unter den Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ausgewiesen. Kündbare nicht beherrschende Anteile werden der Kategorie „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert dieser kündbaren nicht beherrschenden Anteile wird auf Basis der geplanten bzw. prognostizierten Cashflows abzüglich Veräußerungskosten sowie Nettoverschuldung zum Bewertungsstichtag ermittelt. Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen bilden das vom Vorstand und Aufsichtsrat bewilligte Budget und die Mittelfristplanung. Nach dem Detailplanungszeitraum von 5 Jahren wird basierend auf den Annahmen des letztes Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate von 0,9 Prozent gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Der Planungszeitraum zur Berechnung des beizulegenden Zeitwerts ist vertraglich auf maximal 30 Jahre begrenzt. Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischzinssatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital/ WACC). Zum Bewertungsstichtag wurde ein WACC nach Steuern von 8,0 Prozent verwendet. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn die operative Marge oder die Wachstumsrate steigen (fallen). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der WACC nach Steuern steigt (fällt).

Entwicklung beizulegender Wert der kündbaren nicht beherrschenden Anteile der Stufe 3

TEUR 2020
Stand zum 01.01. 9.827
Mit den Gewinnrücklagen verrechneter Zugang aufgrund Änderung Beteiligungsverhältnis 8.266
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen -1.740
Stand zum 31.12. 16.353

Je nach Klassifizierung werden die Finanzinstrumente im Rahmen der Folgebewertung entweder zu (fortgeführten) Anschaffungskosten oder zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. In der Lenzing Gruppe werden die Bewertungskategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“, „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ und „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ eingesetzt. Die Bewertungskategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ wird ausschließlich für verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte verwendet. Zur Absicherung des Währungsrisikos von hochwahrscheinlich erwarteten zusätzlichen Kapitaleinzahlungen für eine Tochtergesellschaft wurden im Geschäftsjahr 2020 Cashflow Hedges abgeschlossen. Mit Realisierung der Devisentermingeschäfte werden die zunächst im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge der Wertänderungen in die Währungsumrechnungsrücklage umgebucht. Zum 31. Dezember 2020 wurden TEUR 24.018 (31. Dezember 2019 TEUR 0) in die Währungsumrechnungsrücklage umgebucht.

Die Lenzing Gruppe berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-Hierarchie am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderungen eintreten. Im Geschäftsjahr gab es bei Finanzinstrumenten keine Verschiebungen zwischen den verschiedenen Stufen der beizulegenden Zeitwerte-Hierarchie. Die Bewertung der Finanzinstrumente wird von der Lenzing Gruppe überwacht und geprüft. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert. Angesichts variierender Einflüssefaktoren können die dargestellten beizulegenden Zeitwerte nur als Indikatoren für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden. Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Anleihen leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab und verändern sich insbesondere aufgrund der Veränderung der Marktzinssätze und der Bonität der Anleihenschuldner. Die beizulegenden Zeitwerte der Aktien leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Die beizulegenden Zeitwerte der Investmentfonds leiten sich von den aktuellen rechnerischen Werten ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Die Bewertung der Beteiligungen inklusive als Sicherungsbeziehung (Fair Value Hedge) designierter Derivate werden der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis eines marktbasierten Ansatzes ermittelt und ist in Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie zu kategorisieren. Das Bewertungsmodell basiert auf Marktmultiplikatoren, welche von börsennotierten Vergleichsunternehmen abgeleitet sind und um einen Abschlag in Höhe von 25 Prozent für Größe und Marktgängigkeit der Beteiligungsunternehmen angepasst werden. Der ermittelte beizulegende Zeitwert der Beteiligung würde insbesondere dann steigen (fallen), wenn das geplante EBITDA oder der Marktmultiplikator sich erhöht (verringert). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde steigen (fallen), wenn sich der Abschlag auf den Marktmultiplikator verringert (erhöht). Der ermittelte beizulegende Zeitwert des Derivates verhält sich gegenläufig hinsichtlich der genannten Parameter. Die angepassten Marktmultiplikatoren betragen zum 31. Dezember 2020 rund 7,8 und 10,1 (31. Dezember 2019: 7,1 und 8,1).

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der Beteiligungen und zugehöriger Derivate der Stufe 3:

Entwicklung beizulegender Werte der Beteiligungen und zugehöriger Derivate der Stufe 3

TEUR 2020
Beteiligungen
Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges)
Stand zum 01.01. 88.678
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung 5.671
Stand zum 31.12. 94.349

Entwicklung beizulegender Werte der Beteiligungen und zugehöriger Derivate der Stufe 3 (Vorjahr)

TEUR 2019
Beteiligungen
Derivate mit negativem Marktwert (Fair Value Hedges)
Stand zum 01.01. 72.570
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung 16.108
Stand zum 31.12. 88.678

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für kündbare nicht beherrschende Anteile zum 31.12.2020

TEUR Steigerung Rückgang
Operative Marge (+/ - 1 %) 5.344 -5.344
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern (+/ - 0,25 %) -4.028 4.028
Wachstumsrate (+/ - 0,1 %) 1.017 -1.017

Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem die Bewertungen mit den geänderten Parametern nochmals durchgeführt werden.

Die Darlehensverträge, welche für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien abgeschlossen wurden (siehe Note 29), enthalten auf Projektgesellschaftsebene Financial Covenants, die sich insbesondere auf das Verhältnis zwischen Net Financial Debt und EBITDA beziehen und bei Verstoß eine Rückzahlungspflicht der Finanzverbindlichkeiten auslösen können. Auf Lenzing-Konzern-ebene bestehen marktübliche beschränkende Zusicherungen.

Die Financial Covenants werden laufend vom Global Treasury überwacht und bei der Bemessung von Ausschüttungen der betroffenen Konzernunternehmen berücksichtigt.

Die Lenzing AG und der Joint-Venture-Partner haben sich zu einer fixen Debt-/Equity-Ratio der Projektgesellschaft verpflichtet (63/37) und garantieren die Finanzverbindlichkeiten der Projektgesellschaft in Höhe ihres Kapitalanteils. Somit garantiert die Lenzing AG 51 Prozent. In der Konzern-Bilanz sind auf Grund der Vollkonsolidierung 100 Prozent der Finanzverbindlichkeiten der Projektgesellschaft enthalten.

Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen Finanzverbindlichkeiten werden nach anerkannten Bewertungsmethoden basierend auf der Discounted Cash Flow-Methode ermittelt. Der wesentliche Inputfaktor ist hierbei der Diskontierungssatz, welcher die vorliegenden Marktdaten (risikolose Zinssätze) und die nicht am Markt beobachtbare Bonität der Lenzing Gruppe berücksichtigt.

Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Garantieverträge entsprechen dem geschätzten erwarteten Ausfallsbetrag, der sich aus der maximal möglichen Zahlungsverpflichtung und dem erwarteten Verlust ergibt.

Zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Transaktionen auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden im Vorhinein auf Basis der voraussichtlichen Ein- und Verkäufe in der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Die Lenzing Gruppe wendet auf diese derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des Hedge Accounting an. Bei den Absicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je abgesichertem Risiko in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die retrospektive Sicherungswirkung bzw. Ineffektivität wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode durch Vergleich der periodischen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Grundgeschäfte mit den periodischen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsgeschäfte nach der Kompensierungsmethode beurteilt. Im Rahmen der Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung („Cashflow Hedges“) wird in der Lenzing Gruppe typischerweise das Risiko bis zum Zeitpunkt der Zahlung in Fremdwährung gesichert.

Zur Absicherung gegen Zinswährungsrisiken aus der Aufnahme von Schuldscheindarlehen in Fremdwährung werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu die Variabilität zwischen den Zins- und Tilgungszahlungen der erhaltenen Schuldscheindarlehen in USD auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden zur Absicherung des Fremdwährungsänderungsrisikos aus der Aufnahme der Schuldscheindarlehen in USD und den Rück- und Zinszahlungen in Fremdwährung sowie des Zinsrisikos, welches aus den variablen Zinszahlungen des gesicherten Grundgeschäfts resultiert, festgelegt.

Die Lenzing Gruppe wendet auf diese derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 an. Bei den Absicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je abgesichertem Risiko in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die retrospektive Sicherungswirkung bzw. Ineffektivität wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode durch Vergleich der periodischen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Grundgeschäfte mit den periodischen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsgeschäfte nach der Kompensierungsmethode beurteilt. Im Rahmen der Absicherung des Wechselkursänderungsrisikos, resultierend aus der Aufnahme und den Rück- und Zinszahlungen eines Schuldscheindarlehens, sowie des Zinsänderungsrisikos („Cashflow Hedges“) wird in der Lenzing Gruppe typischerweise das Risiko bis zur Rückzahlung des Schuldscheindarlehens gesichert.

Die Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert von Derivaten entspricht dem Marktwert oder wird mit marktüblichen Bewertungsmethoden auf Basis der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (insbesondere Wechselkurse und Zinssätze) ermittelt. Die Bewertung von Devisen- und Warentermingeschäften erfolgt mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Zur Schätzung der Bewertung werden eigene Modelle verwendet. Bei der Bewertung von Derivaten wird grundsätzlich auch das Kontrahentenrisiko (Kreditrisiko, Gegenparteirisiko bzw. Risiko der Nichterfüllung) in Form von Abschlägen vom Marktwert berücksichtigt, das ein Marktteilnehmer bei der Preisfindung ansetzen würde.

Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Die Lenzing Gruppe hat Aufrechnungsrahmenvereinbarungen (insbesondere Globalnettingvereinbarungen) abgeschlossen. Grundsätzlich werden die Beträge, die gemäß solchen Verträgen von jeder Gegenpartei an einem einzelnen Tag im Hinblick auf alle ausstehenden Transaktionen in gleicher Währung geschuldet werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammengefasst, der von einer Partei an die andere zu zahlen ist. Die nachfolgenden Tabellen enthalten Angaben über die Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz aufgrund von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen. In der Spalte „Effekt von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen“ werden die Beträge ausgewiesen, die Gegenstand einer solchen Vereinbarung sind, aber die Voraussetzung für eine Aufrechnung in der Konzernbilanz nach IFRS nicht erfüllen.

Saldierung von Finanzinstrumenten

TEUR Finanzielle Vermögenswerte (brutto) Bilanzierte finanzielle Vermögenswerte (netto) Effekt von Aufrechnungs- rahmenvereinbarungen Nettobeträge
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2020
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 1.849.810 1.849.810 0 1.849.810
Sonstige finanzielle Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert 14.176 14.176 -1.678 12.498
Summe 1.864.000 1.864.000 -1.678 1.862.322
TEUR Finanzielle Verbindlichkeiten (brutto) Bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten (netto) Effekt von Aufrechnungs- rahmenvereinbarungen Nettobeträge
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.224.718 4.224.718 0 4.224.718
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert 1.248 1.248 -1.678 -430
Summe 4.225.966 4.225.966 -1.678 4.224.288

Saldierung von Finanzinstrumenten (Vorjahr)

TEUR Finanzielle Vermögenswerte (brutto) Bilanzierte finanzielle Vermögenswerte (netto) Effekt von Aufrechnungs- rahmenvereinbarungen Nettobeträge
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 851.570 851.570 0 851.570
Sonstige finanzielle Vermögenswerte – Derivate mit positivem Marktwert 12.075 12.075 -1.112 10.963
Summe 863.645 863.645 -1.112 862.533
TEUR Finanzielle Verbindlichkeiten (brutto) Bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten (netto) Effekt von Aufrechnungs- rahmenvereinbarungen Nettobeträge
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 640.140 640.140 0 640.140
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – Derivate mit negativem Marktwert 1.200 1.200 -1.112 88
Summe 641.340 641.340 -1.112 641.428

geplanten bzw. prognostizierten Cashflows abzüglich Veräußerungskosten sowie Nettoverschuldung zum Bewertungsstichtag ermittelt. Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen bilden das vom Vorstand und Aufsichtsrat bewilligte Budget und die Mittelfristplanung. Nach dem Detailplanungszeitraum von 5 Jahren wird basierend auf den Annahmen des letztes Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate von 0,9 Prozent gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Der Planungszeitraum zur Berechnung des beizulegenden Zeitwerts ist vertraglich auf maximal 30 Jahre begrenzt.

Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischzinssatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital/ WACC). Zum Bewertungsstichtag wurde ein WACC nach Steuern von 8,0 Prozent verwendet.Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn die operative Marge oder die Wachstumsrate steigen (fallen). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der WACC nach Steuern steigt (fällt).

Entwicklung beizulegender Wert der kündbaren nicht beherrschenden Anteile der Stufe 3
TEUR | 2020
---|---
Stand zum 01.01. |  Mit den Gewinnrücklagen verrechneter Zugang aufgrund Änderung Beteiligungsverhältnis 
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen | 
Stand zum 31.12. | 

Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der kündbaren nicht beherrschenden Anteile folgendermaßen auswirken:

Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für kündbare nicht beherrschende Anteile zum 31.12.2020
TEUR | Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen | Kündbare nicht beherrschende Anteile
---|---|---
Operative Marge (+/ - 1 %) |  | -
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern (+/ - 0,25 %) | - | 
Wachstumsrate (+/ - 0,1 %) |  | -

Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem die Bewertungen mit den geänderten Parametern nochmals durchgeführt werden.

Die Darlehensverträge, welche für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien abgeschlossen wurden (siehe Note 29), enthalten auf Projektgesellschaftsebene Financial Covenants, die sich insbesondere auf das Verhältnis zwischen Net Financial Debt und EBITDA beziehen und bei Verstoß eine Rückzahlungspflicht der Finanzverbindlichkeiten auslösen können. Auf Lenzing-Konzern-Ebene bestehen marktübliche beschränkende Zusicherungen. Die Financial Covenants werden laufend vom Global Treasury überwacht und bei der Bemessung von Ausschüttungen der betroffenen Konzernunternehmen berücksichtigt. Die Lenzing AG und der Joint-Venture-Partner haben sich zu einer fixen Debt-/Equity-Ratio der Projektgesellschaft verpflichtet (63/37) und garantieren die Finanzverbindlichkeiten der Projektgesellschaft in Höhe ihres Kapitalanteils. Somit garantiert die Lenzing AG 51 Prozent. In der Konzern-Bilanz sind auf Grund der Vollkonsolidierung 100 Prozent der Finanzverbindlichkeiten der Projektgesellschaft enthalten.

Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen Finanzverbindlichkeiten werden nach anerkannten Bewertungsmethoden basierend auf der Discounted Cash Flow-Methode ermittelt. Der wesentliche Inputfaktor ist hierbei der Diskontierungssatz, welcher die vorliegenden Marktdaten (risikolose Zinssätze) und die nicht am Markt beobachtbare Bonität der Lenzing Gruppe berücksichtigt. Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Garantieverträge entsprechen dem geschätzten erwarteten Ausfallsbetrag, der sich aus der maximal möglichen Zahlungsverpflichtung und dem erwarteten Verlust ergibt.

Zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Transaktionen auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden im Vorhinein auf Basis der voraussichtlichen Ein- und Verkäufe in der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Die Lenzing Gruppe wendet auf diese derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des Hedge Accounting an. Bei den Absicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je abgesichertem Risiko in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die retrospektive Sicherungswirkung bzw. Ineffektivität wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode durch Vergleich der periodischen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Grundgeschäfte mit den periodischen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsgeschäfte nach der Kompensierungsmethode beurteilt. Im Rahmen der Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung („Cashflow Hedges“) wird in der Lenzing Gruppe typischerweise das Risiko bis zum Zeitpunkt der Zahlung in Fremdwährung gesichert.

Zur Absicherung gegen Zinswährungsrisiken aus der Aufnahme von Schuldscheindarlehen in Fremdwährung werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu die Variabilität zwischen den Zins- und Tilgungszahlungen der erhaltenen Schuldscheindarlehen in USD auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden zur Absicherung des Fremdwährungsänderungsrisikos aus der Aufnahme der Schuldscheindarlehen in USD und den Rück- und Zinszahlungen in Fremdwährung sowie des Zinsrisikos, welches aus den variablen Zinszahlungen des gesicherten Grundgeschäfts resultiert, festgelegt. Die Lenzing Gruppe wendet auf diese derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 an. Bei den Absicherungen werden die

104 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)

Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Lenzing Gruppe über ein monatlich revolvierendes Nominalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing Gruppe ist zum Verkauf dieser Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Vereinbarungen mit einer Frist aufzukündigen und dann auslaufen zu lassen. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. Dezember 2020 ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von insgesamt TEUR 72.214 (31. Dezember 2019 TEUR 73.406). Diese sind seit dem Geschäftsjahr 2017 stillgelegt.

105 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 36. Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sowie Fremdwährungsergebnis

Zins- und Nettoergebnis

Das Zins- und Nettoergebnis aus den Finanzinstrumenten nach Klassen bzw. Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 setzt sich wie folgt zusammen:

Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
TEUR | 2020 | | | | | | | |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zinsertrag | Zinsaufwand | Nettozinsen | Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam | Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral | Erfolgsneutrale Bewertung und Umgliederung in GuV | Wertberichtigung /Zuschreibung | Abgangs- ergebnis | Netto- ergebnis (Summe)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte |  |  |  |  |  |  | - |  | 
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |  |  |  | - |  |  | - |  | 
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente |  |  |  |  | - |  |  |  | -
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente |  |  |  |  | - |  | - |  |
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |  | - | - |  |  |  |  |  | -
Summe |  | - | - | - | - |  | - | - | -

Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten (Vorjahr)
TEUR | 2019 | | | | | | | |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zinsertrag | Zinsaufwand | Nettozinsen | Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam | Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral | Erfolgsneutrale Bewertung und Umgliederung in GuV | Wertberichtigung | Abgangs- ergebnis | Netto- ergebnis (Summe)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte |  |  |  |  |  |  |  |  | 
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |  |  |  |  |  |  |  |  | 
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente |  |  |  |  |  |  |  |  | 
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Schuldinstrumente |  |  |  |  | - | - |  |  | -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |  | - | - |  |  |  |  |  | -
Summe |  | - | - |  |  | - |  |  | 

Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)

Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Lenzing Gruppe über ein monatlich revolvierendes Nominalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing Gruppe ist zum Verkauf dieser Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Vereinbarungen mit einer Frist aufzukündigen und dann auslaufen zu lassen. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. Dezember 2020 ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von insgesamt TEUR 72.214 (31. Dezember 2019 TEUR 73.406). Diese sind seit dem Geschäftsjahr 2017 stillgelegt.

106 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten umfasst das Zinsergebnis (laufende Zinserträge und -aufwendungen einschließlich Fortschreibung von Agien und Disagien sowie Ausschüttungen, soweit sie nicht at-equity bewertete Unternehmen betreffen), die Bewertungsergebnisse aus der erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sowie das Ergebnis aus Wertberichtigungen (Bildung und Auflösung von Wertberichtigungen bzw. Bewertungen) und Abgängen. Im Ergebnis aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten sind die Ergebnisse aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und der Umgliederung in den Gewinn oder Verlust erfasst. Nicht enthalten sind Fremdwährungskursgewinne/-verluste (mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente) und Ergebnisse aus Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedges). Die Veränderung der Wertberichtigungen auf „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen“ ist in den „sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ ausgewiesen.Der erfolgsneutrale Teil aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumente ist in der Rücklage „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete nanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen. Die restlichen Komponenten des Nettoergebnisses sind im „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen nanziellen Vermögenswerten“ bzw. den „Finanzierungskosten“ enthalten. Im laufenden Geschäftsjahr wurden Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.045 (2019: TEUR 927) für die Bereitstellung von Krediten im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.

Fremdwährungsergebnis
In den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen sind Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste in Höhe von TEUR minus 7.513 (2019: TEUR minus 980), im Ergebnis aus lang- und kurz- fristigen nanziellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR mi- nus 6.696 (2019: TEUR plus 1.363) und in den Finanzierungskosten in Höhe von TEUR plus 6.391 (2019: TEUR plus 1.454) enthalten.

Note 37. Finanzrisikomanagement
Der Konzern ist als international tätiges Unternehmen nanziellen Risiken und sonstigen Marktrisiken ausgesetzt. Durch ein unter- nehmensweites Risikomanagementsystem, welches in Richtlinien umfassend geregelt ist, werden potenzielle Risiken frühzeitig iden- tiziert und bewertet. Höchste Risikotransparenz und Informati- onsqualität soll durch die Quantizierung aller Risikokategorien, insbesondere im Hinblick auf Risikokonzentrationen, erreicht wer- den. Die Effizienz des konzernweiten Risikomanagements wird sowohl durch das interne Kontrollsystem (IKS) als auch durch die interne Revision laufend beurteilt und überwacht.

Die nanziellen Risiken aus Finanzinstrumenten – Ausfallsrisiko, Liquiditätsrisiko, Fremdwährungsrisiko (insbesondere BRL, THB, USD, CNY und CZK), Rohstopreisrisiko und Zinsrisiko – werden als für die Lenzing Gruppe relevante Risiken eingestuft. Mittels ent- sprechender Absicherungsmaßnahmen wird versucht, diese Risi- ken zu minimieren. Die erworbenen Aktien fremder Unternehmen sind als langfristige Investitionen klassiziert und werden daher nicht als kurz- bzw. mittelfristig relevantes Marktpreisrisiko gesehen.

Ausfallsrisiko
Das Ausfallsrisiko bezeichnet das Risiko von Vermögensverlusten, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das dem Grundgeschäft im- manente Bonitätsrisiko ist bei Liefergeschäften (insbesondere For- derungen aus Lieferungen und Leistungen) zu einem großen Teil durch namhafte Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherhei- ten (Garantien, Akkreditive, Wechsel etc.) abgesichert. Die Außen- stände und Kundenlimits werden laufend überwacht.

Das Kredit- risiko bei Banken aus Veranlagungen (insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) und Derivaten mit positiven Markt- werten wird dadurch reduziert, dass Geschäfte grundsätzlich nur mit Vertragspartnern von guter Bonität abgeschlossen werden. Forderungen werden einzeln bewertet. Auf Forderungen werden individuelle Einzelwertberichtigungen gebildet, wenn Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität (Einzelbewertung) vorliegen und diese voraussichtlich nicht voll einbringlich sind. Dies trit insbe- sondere dann zu, wenn erhebliche nanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Verzug von Zahlungen oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Insolvenz geht, vorliegen und die betroene Forderung nicht ausreichend besichert ist.

Auf- grund des umfassenden Debitorenmanagements der Lenzing Gruppe (weitgehende Absicherung durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten sowie laufende Überwachung der Außenstände und Kundenlimits) sind die erwarteten Verluste un- tergeordnet. Zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfes für nicht einzelwert- berichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in der Lenzing Gruppe die Ausfälle der letzten Jahre evaluiert. Die Analyse hat ergeben, dass nur ein unwesentliches Risiko für Forde- rungen mit einer gewissen Überfälligkeit besteht. Die Verlustquoten basieren auf historischen Ausfallsquoten der letzten neun Jahre und es wird nach Gesellschaften und Überfäl- ligkeiten unterschieden. Durch die COVID-19 Krise ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Ausfallsquoten im Geschäfts-jahr. Die diesbezügliche Entwicklung wird laufend vom Manage- ment überwacht.

Bei langfristigen Fremdkapitalinstrumenten, die der Kategorie „Er- folgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet sind, Auslei- hungen und sonstigen nanziellen Vermögenswerten (kurz- und langfristig), die zu fortgeführten Anschaungskosten bewertet werden sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten er- folgt die Berechnung des Wertminderungsbedarfes auf Basis der durchschnittlichen Ausfallsquoten. Der Wertminderungsbedarf er- mittelt sich aus der Ausfallsquote je Rating für das jeweilige Finanz- instrument. Eine signikante Änderung des Kreditrisikos wird auf Basis von Rating und Zahlungsverzug bestimmt. Die Lenzing Gruppe geht bei Instrumenten mit niedrigem Ausfallsrisiko davon aus, dass sich das Ausfallsrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signikant erhöht hat. Folglich wird für solche Instrumente stets der Zwölf-Monats-Kreditverlust erfasst. Da der erwartete Wertminde- rungsbedarf unwesentlich ist, wird für diese nanzielle Vermögens- werte kein erwarteter Ausfall gebucht.

107 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe
Aufgrund der verringerten wirtschaftlichen Ertragskraft und Unsi- cherheiten insbesondere als Folge eines Werksbrandes im Ge- schäftsjahr 2018 bei dem Käufer der EFB (einschließlich dessen Tochterunternehmen) ergibt sich ein erhöhtes Ausfallsrisiko der Forderungen gegenüber diesen Gesellschaften. Deshalb wurde die Ermittlung der Wertberichtigung für diese Ausleihungen von dem erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlust auf die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste im Geschäftsjahr 2018 geändert. Die er- warteten Kreditverluste wurden auf Basis der Dierenz zwischen den vertraglichen Zahlungen und sämtlichen Zahlungen, die das Management voraussichtlich zukünftig erwartet, ermittelt. Im Ge- schäftsjahr wurde eine Aufzinsung von wertberichtigten Forderun- gen in Höhe von TEUR 0 (2019: TEUR 421) im Zinsergebnis erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als ausgefal- len betrachtet, wenn sie mehr als 270 Tage überfällig sind bzw. wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seinen Verpich- tungen ohne Verwertung von Sicherheiten nachkommen kann. Dieser lange Zeitraum ergibt sich daraus, dass etwa 90 Prozent der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch eine Kredit- versicherung versichert sind. Eine direkte Ausbuchung der nanziellen Vermögenswerte erfolgt nur, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den nanzi- ellen Vermögenswerten endgültig nicht mehr bestehen (insbeson- dere im Insolvenzfall). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberich- tigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten An- schaungskosten.

Der Konzern beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich der For- derungen aus Lieferungen und Leistungen eher als niedrig, da seine Kunden in verschiedenen Ländern ansässig sind, verschiede- nen Branchen angehören und auf weitgehend unabhängigen Märkten tätig sind. Die Forderungen sind zudem in einem eher ge- ringen Ausmaß überfällig und nicht einzelwertgemindert (siehe Ta- belle unten „Altersstruktur der nanziellen Forderungen“). Wesent- liche Eekte für eine Veränderung der Wertberichtigungen können mögliche Zahlungsausfälle von großen Kunden sein bzw. der allge- meine Anstieg des Forderungsbestands zum Stichtag. Im Ge- schäftsjahr gab es keinen wesentlichen Anstieg bei den Zahlungs- ausfällen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum 31. Dezember 2020 gesunken.

Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung und Überleitung der Wertberichtigungen
| TEUR | Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Portfolio- bewertung) | Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Einzel- bewertung) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
| :--- | :--- | :--- | :--- |
| Wertberichtigungen zum 01.01.2020 |   | | |
| Transfer zu „Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit" |  - | | |
| Auösung | - | - | |
| Dotierung |   | | |
| Währungsumrechnungsdierenzen | - | - | |
| Wertberichtigungen zum 31.12.2020 |  |  | |

Entwicklung und Überleitung der Wertberichtigungen (Vorjahr)
| TEUR | Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Portfolio- bewertung) | Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Einzel- bewertung) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
| :--- | :--- | :--- | :--- |
| Wertberichtigungen zum 01.01.2019 |   | | |
| Transfer zu „Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit “ |  - | | |
| Auösung | - | - | |
| Dotierung |   | | |
| Währungsumrechnungsdierenzen |   | | |
| Wertberichtigungen zum 31.12.2019 |   | | |

Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Einzel bewertung)
| TEUR | 2020 | 2019 |
| :--------------------------------- | :---------- | :---------- |
| Ausleihungen zu fortgeführten Anschaungskosten | | |
| Wertberichtigungen zum 01.01. |  |  |
| Verbrauch | | |
| Auösung |  - | |
| Dotierung |  |  |
| Währungsumrechnungsdierenzen | - | - |
| Wertberichtigungen zum 31.12. |  |  |
| Sonstige nanzielle Vermögenswerte (lang - und kurzfristig) | | |
| Wertberichtigungen zum 01.01. |   | |
| Verbrauch |   | |
| Dotierung |   | |
| Wertberichtigungen zum 31.12. |   | |

In den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, in Höhe von TEUR 650 (2019: TEUR 2.750) enthalten. Bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Wertberichtigun- gen für überfällige, nicht versicherte Forderungen.Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten

Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten umfasst das Zinsergebnis (laufende Zinserträge und -aufwendungen einschließlich Fortschreibung von Agien und Disagien sowie Ausschüttungen, soweit sie nicht at-equity bewertete Unternehmen betreffen), die Bewertungsergebnisse aus der erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sowie das Ergebnis aus Wertberichtigungen (Bildung und Auflösung von Wertberichtigungen bzw. Bewertungen) und Abgängen. Im Ergebnis aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten sind die Ergebnisse aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und der Umgliederung in den Gewinn oder Verlust erfasst. Nicht enthalten sind Fremdwährungskursgewinne/-verluste (mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente) und Ergebnisse aus Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedges). Die Veränderung der Wertberichtigungen auf „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen“ ist in den „sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ ausgewiesen. Der erfolgsneutrale Teil aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumente ist in der Rücklage „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen. Die restlichen Komponenten des Nettoergebnisses sind im „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten“ bzw. den „Finanzierungskosten“ enthalten. Im laufenden Geschäftsjahr wurden Aufwendungen in Höhe von TEUR 2.045 (2019: TEUR 927) für die Bereitstellung von Krediten im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.

Fremdwährungsergebnis

In den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen sind Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste in Höhe von TEUR minus 7.513 (2019: TEUR minus 980), im Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR minus 6.696 (2019: TEUR plus 1.363) und in den Finanzierungskosten in Höhe von TEUR plus 6.391 (2019: TEUR plus 1.454) enthalten.

Note 37. Finanzrisikomanagement

Der Konzern ist als international tätiges Unternehmen finanziellen Risiken und sonstigen Marktrisiken ausgesetzt. Durch ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, welches in Richtlinien umfassend geregelt ist, werden potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert und bewertet. Höchste Risikotransparenz und Informationsqualität soll durch die Quantifizierung aller Risikokategorien, insbesondere im Hinblick auf Risikokonzentrationen, erreicht werden. Die Effizienz des konzernweiten Risikomanagements wird sowohl durch das interne Kontrollsystem (IKS) als auch durch die interne Revision laufend beurteilt und überwacht. Die finanziellen Risiken aus Finanzinstrumenten – Ausfallsrisiko, Liquiditätsrisiko, Fremdwährungsrisiko (insbesondere BRL, THB, USD, CNY und CZK), Rohstoffpreisrisiko und Zinsrisiko – werden als für die Lenzing Gruppe relevante Risiken eingestuft. Mittels entsprechender Absicherungsmaßnahmen wird versucht, diese Risiken zu minimieren. Die erworbenen Aktien fremder Unternehmen sind als langfristige Investitionen klassifiziert und werden daher nicht als kurz- bzw. mittelfristig relevantes Marktpreisrisiko gesehen.

Ausfallsrisiko

Das Ausfallsrisiko bezeichnet das Risiko von Vermögensverlusten, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das dem Grundgeschäft immanente Bonitätsrisiko ist bei Liefergeschäften (insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) zu einem großen Teil durch namhafte Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive, Wechsel etc.) abgesichert. Die Außenstände und Kundenlimits werden laufend überwacht. Das Kreditrisiko bei Banken aus Veranlagungen (insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) und Derivaten mit positiven Marktwerten wird dadurch reduziert, dass Geschäfte grundsätzlich nur mit Vertragspartnern von guter Bonität abgeschlossen werden. Forderungen werden einzeln bewertet. Auf Forderungen werden individuelle Einzelwertberichtigungen gebildet, wenn Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität (Einzelbewertung) vorliegen und diese voraussichtlich nicht voll einbringlich sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Verzug von Zahlungen oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Insolvenz geht, vorliegen und die betroffene Forderung nicht ausreichend besichert ist. Aufgrund des umfassenden Debitorenmanagements der Lenzing Gruppe (weitgehende Absicherung durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten sowie laufende Überwachung der Außenstände und Kundenlimits) sind die erwarteten Verluste untergeordnet. Zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfes für nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in der Lenzing Gruppe die Ausfälle der letzten Jahre evaluiert. Die Analyse hat ergeben, dass nur ein unwesentliches Risiko für Forderungen mit einer gewissen Überfälligkeit besteht. Die Verlustquoten basieren auf historischen Ausfallsquoten der letzten neun Jahre und es wird nach Gesellschaften und Überfälligkeiten unterschieden. Durch die COVID-19 Krise ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Ausfallsquoten im Geschäftsjahr. Die diesbezügliche Entwicklung wird laufend vom Management überwacht.

Bei langfristigen Fremdkapitalinstrumenten, die der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet sind, Ausleihungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten (kurz- und langfristig), die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erfolgt die Berechnung des Wertminderungsbedarfes auf Basis der durchschnittlichen Ausfallsquoten. Der Wertminderungsbedarf ermittelt sich aus der Ausfallsquote je Rating für das jeweilige Finanzinstrument. Eine signifikante Änderung des Kreditrisikos wird auf Basis von Rating und Zahlungsverzug bestimmt. Die Lenzing Gruppe geht bei Instrumenten mit niedrigem Ausfallsrisiko davon aus, dass sich das Ausfallsrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Folglich wird für solche Instrumente stets der Zwölf-Monats-Kreditverlust erfasst. Da der erwartete Wertminderungsbedarf unwesentlich ist, wird für diese finanziellen Vermögenswerte kein erwarteter Ausfall gebucht.

108 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die Altersstruktur der finanziellen Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

TEUR 31.12.2020 Brutto-buchwert Erwarteter Kreditverlust
Nicht überfällig 598.422 419
Bis 30 Tage überfällig 85.550 198
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig 15.090 71
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig 2.080 10
Mehr als 1 Jahr überfällig 70 7
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung) 215.900 9
Summe 917.112 714

Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr)

TEUR 31.12.2019 Brutto-buchwert Erwarteter Kreditverlust
Nicht überfällig 720.797 303
Bis 30 Tage überfällig 120.287 179
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig 10.840 20
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig 125 0
Mehr als 1 Jahr überfällig 1.730 15
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung) 190.880 9
Summe 1.044.659 526

Entwicklung erwarteter Kreditverlust ohne finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität

TEUR Stand zum 01.01.2019 Veränderung Stand zum 31.12.2019 = 01.01.2020 Veränderung Stand zum 31.12.2020
100 -18 82 19 101

Altersstruktur der finanziellen Forderungen

TEUR Ausleihungen Sonstige finanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.2020 89.492 57.866
Davon zum Abschlussstichtag: Nicht überfällig 78.123 51.900
Davon wertgemindert 11.369 5.966

Altersstruktur der finanziellen Forderungen (Vorjahr)

TEUR Ausleihungen Sonstige finanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.2019 89.120 73.103
Davon zum Abschlussstichtag: Nicht überfällig 77.581 62.776
Davon wertgemindert 12.080 5.171

Wertpapiere im Anwendungsbereich der Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben überwiegend ein Rating zwischen AAA und BBB. An der Einbringlichkeit von finanziellen Vermögenswerten, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen aus heutiger Sicht keine Zweifel.

Das maximale Ausfallsrisiko aus bilanzierten finanziellen Vermögenswerten stellt sich wie folgt dar:

Maximales Ausfallsrisiko aus bilanzierten finanziellen Vermögenswerten

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Buchwert der aktivseitigen Finanzinstrumente (vgl. Note 35) 30.548.414 30.982.300
Abzüglich Risikominderungen bei Forderungen durch Erhaltene Kreditversicherungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Selbstbehalte) -10.471.700 -11.778.972
Erhaltene Garantien für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -5.741.464 -4.303.300
Summe 14.335.250 14.900.028

Das maximale Ausfallsrisiko aus finanziellen Garantieverträgen und Eventualverbindlichkeiten ist in Note 40 ersichtlich.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich nicht jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos nimmt in der Lenzing Gruppe einen hohen Stellenwert ein. Die Unternehmensrichtlinien schreiben eine konzernweit einheitliche und vorausschauende Liquiditätsplanung und Mittelfristplanung vor. Das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses wird in der Lenzing Gruppe laufend überwacht. Durch die COVID-19 Krise haben sich zusätzliche Unsicherheiten in der Liquiditätsplanung ergeben, die das Management in ihrer Planung berücksichtigt und mit entsprechenden Maßnahmen reagiert hat. Die Lenzing Gruppe verfügt über einen Liquiditätsbestand in Höhe von TEUR 1.081.122 (31.Fälligkeitsanalyse der originären  nanziellen Schulden

TEUR Buchwert zum 31.12.2020 Cashflows 2021 Cashflows 2022 bis 2025 Cashows ab 2026
Schuldschein darlehen 1.191.763 163.972 331.759 696.032
Verbindlich keiten gegen über Kredit- instituten 880.044 258.972 135.978 485.094
Verbindlich keiten gegen über sonstigen Darlehens gebern 109.635 11.117 70.317 28.201
Leasing verbindlich- keiten 157.076 78.516 45.712 32.848
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 251.599 251.599 - -
Kündbare nicht beherrschende Anteile 23.579 - - 23.579
Sonstige nanzielle Verbindlichkeiten ¹ 158.443 158.443 - -
Summe 2.752.139 872.622 583.066 1.265.754
Davon:
Fix verzinst 239.146 73.513 111.089 54.544
Teilweise x verzinst 97.258 21.285 43.721 32.252
Variabel verzinst 772.565 777.824 428.256 1.178.958
Tilgung 1.643.170 0 0 0

¹ Bei den nanziellen Garantieverträgen sind die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen enthalten. Die Beträge werden als im ersten Jahr fällig angenommen.

Fälligkeitsanalyse der originären  nanziellen Schulden (Vorjahr)

TEUR Buchwert zum 31.12.2019 Cashows 2020 Cashows 2021 bis 2024 Cashows ab 2025
Schuldschein darlehen 1.070.061 701.268 258.729 110.064
Verbindlich keiten gegen über Kredit- instituten 708.481 151.103 405.718 151.660
Verbindlich keiten gegen über sonstigen Darlehens gebern 102.967 11.312 70.244 21.411
Leasing verbindlich- keiten 106.155 74.110 24.722 7.323
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 197.407 197.407 - -
Kündbare nicht beherrschende Anteile - - - -
Sonstige nanzielle Verbindlichkeiten ¹ 107.346 107.346 - -
Summe 2.292.417 1.242.546 759.413 290.458
Davon:
Fix verzinst 132.519 64.793 51.386 16.340
Teilweise x verzinst 117.535 71.411 44.539 2.585
Variabel verzinst 101.644 117.892 663.488 271.533
Tilgung 1.930.719 988.450 0 0

¹ Bei den nanziellen Garantieverträgen sind die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen enthalten. Die Beträge werden als im ersten Jahr fällig angenommen.

² Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2). In der Tabelle wurden alle originären nanziellen Schulden, die am Bilanzstichtag im Bestand waren, einbezogen. Planzahlen für zukünftige Schulden wurden nicht einbezogen. Fremdwährungsbe- träge wurden mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Die vari- ablen Zinszahlungen wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gexten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rück- zahlbare nanzielle Schulden sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

Die Altersstruktur der nanziellen Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

TEUR 31.12.2020 Erwarteter Kreditverlust
Brutto- buchwert
Nicht überfällig 486.012 4.137
Bis 30 Tage überfällig 107.168 868
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig 59.178 606
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig 4.096 135
Mehr als 1 Jahr überfällig 1.578 100
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung) 1.162 1.162
Summe 709.194 6.998

Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr)

TEUR 31.12.2019 Erwarteter Kreditverlust
Brutto- buchwert
Nicht überfällig 143.255 1.038
Bis 30 Tage überfällig 103.792 1.017
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig 11.143 92
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig 1.187 20
Mehr als 1 Jahr überfällig 1.076 1.076
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung) 1.186 1.186
Summe 261.639 4.429

Entwicklung erwarteter Kreditverlust ohne nanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität

TEUR Stand zum 01.01.2019 Veränderung Stand zum 31.12.2019 = 01.01.2020 Veränderung Stand zum 31.12.2020
7.561 -1.095 6.466 532 6.998

Altersstruktur der nanziellen Forderungen

TEUR Aus- leihungen Sonstige nanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.2020 309.137 38.840
Davon zum Abschlussstichtag: Nicht überfällig 110.140 28.174
Davon wertgemindert 1.162 1.186

Altersstruktur der nanziellen Forderungen (Vorjahr)

TEUR Aus- leihungen Sonstige nanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.2019 168.180 103.668
Davon zum Abschlussstichtag: Nicht überfällig 11.653 81.664
Davon wertgemindert 1.186 1.138

Wertpapiere im Anwendungsbereich der Wertminderungsvor- schriften des IFRS 9 sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- equivalente haben überwiegend ein Rating zwischen AAA und BBB. An der Einbringlichkeit von nanziellen Vermögenswerten, die we- der überfällig noch wertgemindert sind, bestehen aus heutiger Sicht keine Zweifel.

Das maximale Ausfallsrisiko aus bilanzierten nanziellen Vermö- genswerten stellt sich wie folgt dar:

Maximales Ausfallsrisiko aus bilanzierten nanziellen Vermögenswerten

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Buchwert der aktivseitigen Finanzinstrumente (vgl. Note 35) 135.419 112.471
Abzüglich Risikominderungen bei Forderungen durch Erhaltene Kreditversicherungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Selbstbehalte) -8.964 -11.793
Erhaltene Garantien für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.436 -1.167
Summe 125.019 99.511

Das maximale Ausfallsrisiko aus nanziellen Garantieverträgen und Eventualverbindlichkeiten ist in Note 40 ersichtlich.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich nicht jederzeit Fi- nanzmittel beschaen zu können, um eingegangene Verbindlich- keiten zu begleichen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos nimmt in der Lenzing Gruppe einen hohen Stellenwert ein. Die Unterneh- mensrichtlinien schreiben eine konzernweit einheitliche und vo- rausschauende Liquiditätsplanung und Mittelfristplanung vor. Das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses wird in der Lenzing Gruppe laufend überwacht. Durch die COVID-19 Krise haben sich zusätzliche Unsicherheiten in der Liquiditätsplanung ergeben, die das Management in ihrer Planung berücksichtigt und mit entspre- chenden Maßnahmen reagiert hat.

Die Lenzing Gruppe verfügt über einen Liquiditätsbestand in Höhe von TEUR 1.081.122 (31. Dezember 2019: TEUR 580.983) in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und liquiden Wechseln (siehe Note 34). Zur Finanzierung notwendiger Betriebs- mittel sowie zur Überbrückung eventueller konjunkturbedingter Fehlbeträge bestehen zum 31. Dezember 2020 ungenutzte Kredit- linien im Ausmaß von TEUR 1.031.364 (31. Dezember 2019: TEUR 266.591). Die mittel- und langfristige Finanzierung der Lenzing Gruppe erfolgt über Eigenkapital und Finanzverbindlich- keiten, insbesondere Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Kurz- fristige Finanzverbindlichkeiten können regelmäßig verlängert oder bei anderen Fremdkapitalgebern renanziert werden. Die Verbind- lichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dienen der kurzfristigen Finanzierung der bezogenen Lieferungen und Leistungen. Die von den Reverse-Factoring-Vereinbarungen betroffenen Verbindlich- keiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit begli- chen; die damit verbundenen Abflüsse werden in der Liquiditäts- planung planmäßig berücksichtigt. Der Konzern beurteilt aus die- sem Grund die Risikokonzentration hinsichtlich ausreichender Fi- nanzierungsquellen eher als niedrig.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungs- zahlungen der derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente

TEUR Buchwert zum 31.12.2020 Cashows 2021 Cashows 2022 bis 2025 Cashows ab 2026
Währungs- /Zinswährungsderivate
Derivate mit positivem Marktwert (Cashow Hedges) 99.912 81.414 17.516 1.000
Derivate mit positivem Marktwert (Cashow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 1.616 1.616 - -
Positiver Marktwert 101.528 83.030 17.516 1.000
Derivate mit negativem Marktwert (Cashow Hedges) -43.925 -11.989 -10.277 -21.659
Derivate mit negativem Marktwert (Cashow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) -1.616 -1.616 - -
Negativer Marktwert -45.541 -13.605 -10.277 -21.659
Summe 55.987 69.425 7.239 -20.659

Die Cashows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente. Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe

Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente (Vorjahr)

TEUR Buchwert zum 31.12.2019 Cashows 2020 Cashows 2021 bis 2024 Cashows ab 2025
Währungs- /Zinswährungsderivate
Derivate mit positivem Marktwert (Cashow Hedges) 37.278 25.710 10.909 659
Derivate mit positivem Marktwert (Cashow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) 435 435 - -
Positiver Marktwert 37.713 26.145 10.909 659
Derivate mit negativem Marktwert (Cashow Hedges) -17.265 -17.038 -133 -94
Derivate mit negativem Marktwert (Cashow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) -1.398 -1.398 - -
Negativer Marktwert -18.663 -18.436 -133 -94
Summe 19.050 7.709 10.776 565

Die Cashows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente. Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe

Fremdwährungsrisiko

Aufgrund von Zahlungsüssen aus Investitionen und aus dem ope- rativen Geschäft sowie aus Veranlagungen und Finanzierungen in Fremdwährungen sind die Konzerngesellschaften der Lenzing Gruppe Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Risiken aus Fremdwäh- rungen werden weitestgehend gesichert, soweit sie die Cashows der Gruppe beeinussen.# Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Fremdwährungsrisiko

Aufgrund von Zahlungsflüssen aus Investitionen und aus dem operativen Geschäft sowie aus Veranlagungen und Finanzierungen in Fremdwährungen sind die Konzerngesellschaften der Lenzing Gruppe Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Risiken aus Fremdwährungen werden weitestgehend gesichert, soweit sie die Cashflows der Gruppe beeinflussen. Im operativen Bereich sind die einzelnen Konzerngesellschaften einem Fremdwährungsrisiko im Zusammen-hang mit geplanten Zahlungsein- bzw. -ausgängen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Das Wechselkursrisiko aus Fremdwährungspositionen aus erwarteten künftigen Transaktionen in Fremdwährung von Konzerngesellschaften wird mittels Devisen-termingeschäften gesichert, welche zum Marktwert bilanziert wer-den. Die Lenzing Gruppe betreibt einen Faserproduktionsstandort in Grimsby, Großbritannien. Aus heutiger Sicht wird von der Lenzing Gruppe erwartet, dass die durch den Brexit möglicherweise verur-sachte GBP-Abwertung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Standort in Grimsby und die übrige Lenzing Gruppe haben, da der Standort Grimsby im Wesentlichen seine Umsätze nicht in GBP fakturiert. Die Aufwände des Standorts in Grimsby sind überwie-gend in GBP und haben somit keinen negativen Fremdwährungs-efekt. Die weitere Entwicklung und deren Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe bleibt abzuwarten. Für Gesellschaften mit gleicher funktionaler Währung werden die jeweiligen Netto-Exposures in Fremdwährung für das folgende Umsatzjahr im Zuge der Budgetierung ermittelt. Die Einkäufe in ei-ner bestimmten Fremdwährung und die Verkäufe in einer be-stimmten Fremdwährung werden jeweils zu einer Gruppe zusam-mengefasst. Das budgetierte Netto-Exposure des folgenden Ge-schäftsjahres für das in der Lenzing Gruppe dominierende Wäh-rungspaar EUR/USD war zum 31. Dezember 2020 zu ca. 73 Prozent (31. Dezember 2019: ca. 26 Prozent) abgesichert. Der Rückgang im Vorjahr war dadurch begründet, dass im folgenden Geschäftsjahr USD Kredite gezogen wurden. Daneben spielt der CNY eine bedeutende Rolle. Die Höhe der daraus resultierenden Risikokonzentration zum Bilanzstichtag kann den Tabellen unten entnommen werden (insbesondere Tabellen zur „Sensitivitätsana-lyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken“). Auf Konzernebene wird auch das Translationsrisiko regelmäßig be-wertet und beobachtet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko be-zeichnet, das aufgrund der Konsolidierung ausländischer Beteili-gungen entsteht, deren funktionale Währung nicht der EUR ist. Die größte Risikoposition stellt dabei der USD dar.

111 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Instrumente zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos

Cashflow Hedge-Derivate sind Ein- und Verkäufen aus dem ope-rativen Geschäft der nachfolgenden Geschäftsjahre in der jeweils abgesicherten Währung zuzuordnen. Die Cashflow Hedge-Deri-vate, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam er-fasst wurde, dienen zur Absicherung bereits zum Bilanzstichtag ge-buchter Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsver-bindlichkeiten, welche erst nach dem Bilanzstichtag cashwirksam werden. Die wesentlichen Konditionen der Zahlungen aus den Grundge-schäften und Sicherungsinstrumenten (insbesondere Nominale und Zahlungszeitpunkte) sind grundsätzlich identisch bzw. verhal-ten sich gegenläufg („Critical Terms Match“). Deshalb schätzt der Vorstand den Ausgleich der Wertänderungen der Grundgeschäfte und der Sicherungsgeschäfte durch Änderungen des Wechselkur-ses bei Eingehen der Bewertungseinheit als äußerst efektiv ein. Der wirtschaftliche Zusammenhang bei den Fair Value Hedge-Derivaten (Call-Option) ist dadurch gewährleistet, da die Wertent-wicklung von Grund- und Sicherungsgeschäften gegenläufg ist. Die Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft ist gegenläu-fig und daher effektiv. Risiken für Ineffektivität sind das Ausfallsri-siko eines Kontrahenten, signifikante Änderung des Kreditrisikos einer Vertragspartei der Sicherungsbeziehung oder die Änderung des Zahlungszeitpunktes des gesicherten Grundgeschäfts, Verrin-gerung des Gesamtrechnungsbetrages oder Preises des gesicher-ten Grundgeschäfts. Die Risiken werden stets in ihrer Gesamtheit gesichert. Die Sicherungsquote für die abgesicherten Nominalen beträgt 100 Prozent.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungs-zahlungen der derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente

TEUR Buchwert zum 31.12.2020 Cashflows 2021 Cashflows 2022 bis 2025 Cashflows ab 2026
Währungs- /Zinswährungsderivate
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges) +1.670 +7.447 +5.440 4.000
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) +1.390 +1.390 0 0
Positiver Marktwert 3.060 8.837 5.440 4.000
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges) -5.215 -9.619 -8.241 8.000
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) -1.525 -1.525 0 0
Negativer Marktwert -6.740 -11.144 -8.241 8.000
Summe -3.680 -2.307 -2.801 12.000

Die Cashflows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente. Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe

Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente (Vorjahr)

TEUR Buchwert zum 31.12.2019 Cashflows 2020 Cashflows 2021 bis 2024 Cashflows ab 2025
Währungs- /Zinswährungsderivate
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges) +3.750 +5.750 +7.400 0
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) +455 +455 0 0
Positiver Marktwert 4.205 6.205 7.400 0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges) -7.500 -7.500 -5.000 0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) -2.000 -2.000 0 0
Negativer Marktwert -9.500 -9.500 -5.000 0
Summe -5.295 -3.295 2.400 0

Die Cashflows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente. Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe

112 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken

Nominale und Marktwerte der Cashflow Hedge-Derivate stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken

31.12.2020
TEUR Nominale in TSD Marktwert positiv Marktwert negativ Marktwert netto Sicherungs-zeitraum bis Durchschnitt-licher Sicherungs-kurs Veränderung des beizu- legenden Zeitwerts, der zur Berech- nung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
CNY/CNH -Verkauf / EUR-Kauf 41.864 5.700 4 5.696 7/5/2026 1.515,88 -9.426
CNY/CNH -Verkauf / GBP-Kauf 25.167 5.690 -5.734 -44 6/5/2026 1.765,60 -7.080
CZK -Kauf / EUR-Verkauf 10.600 6.600 -5.300 1.300 6/5/2026 1.528,75 7.128
EUR -Kauf / USD-Verkauf 170.000 6.460 0 6.460 4/5/2025 1.099,72 6.460
CNY/CNH -Kauf / GBP-Verkauf 10.000 0 -6.700 -6.700 4/5/2026 1.515,88 -9
BRL -Kauf / EUR-Verkauf 100.000 0 -9.230 -9.230 4/5/2025 1.515,88 -9.230
BRL -Kauf / USD-Verkauf 6.646 0 -2.120 -2.120 4/5/2025 1.515,88 -2.120
THB -Kauf / USD-Verkauf 9.800 6.500 0 6.500 4/5/2026 1.063,07 7.408
USD -Kauf / CNY-Verkauf 3.000 0 -2.790 -2.790 6/5/2026 1.063,07 -2.090
EUR -Kauf / BRL-Verkauf 1.000 3 0 3 4/5/2026 1.063,07 3
EUR -Verkauf / GBP-Kauf 6.000 0 0 0 6/5/2026 1.063,07 0
USD -Verkauf / CZK-Kauf 4.300 8.330 0 8.330 6/5/2026 1.063,07 8.006
USD -Verkauf / EUR-Kauf 1.900 5.200 0 5.200 6/5/2026 1.063,07 5.200
Zinswährungsderivate
USD -Kauf / EUR-Verkauf 10.000 0 -12.250 -12.250 6/5/2025 1.063,07 -12.250
Summe 12.181 33.423 -36.494 -3.071 -12.033

Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing```markdown

Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken

Die Nominale und Marktwerte der Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde, stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Nominale und Marktwert von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde

31.12.2020 TEUR

Nominale in TSD Marktwert positiv Marktwert negativ Marktwert netto Durchschnittlicher Sicherungskurs Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
CNY/CNH -Verkauf / EUR-Kauf 34.056 7.57 -3.38 4.19 7.10/5.406 -1.18
CNY/CNH -Verkauf / GBP-Kauf 17.769 19.9 -2.81 -2.62 4.10/7.111 -0.59
CNY/CNH -Kauf / EUR-Verkauf 7.967 5.0 -1.49 -1.49 8.10/4.111 -0.15
CNY/CNH -Kauf / GBP-Verkauf 3.645 5.0 -1.55 -1.55 7.10/8.18 -0.24
USD -Kauf / CNY-Verkauf 8.615 5.0 -3.93 -3.93 8.10/7.77 -0.55
USD -Verkauf / CZK-Kauf 15.767 19.9 0.00 19.9 7.5/5.406 1.30
USD -Verkauf / EUR-Kauf 16.889 9.5 0.00 9.5 8.5/5.406 0.51
Summe 104.608 67.37 -14.71 52.66

Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.

31.12.2019 TEUR

Nominale in TSD Marktwert positiv Marktwert negativ Marktwert netto Durchschnittlicher Sicherungskurs Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
CNY/CNH -Verkauf / EUR-Kauf 77.527 5.20 -5.69 -0.49 7.4/5.406 -0.46
CNY/CNH -Verkauf / GBP-Kauf 16.160 7.1 -0.67 0.43 4.7/5.406 0.18
CNY/CNH -Kauf / EUR-Verkauf 8.969 5.0 -0.87 -0.87 8.1/5.406 -0.03
USD -Verkauf / CZK-Kauf 15.267 5.0 -0.11 -0.11 7.5/5.406 -0.09
USD -Verkauf / EUR-Kauf 13.423 6.30 -1.45 -1.15 8.5/5.406 -0.15
THB -Kauf / USD-Verkauf 80.147 6.95 0.00 6.95 4.0/5.406 0.18
USD -Kauf / CNY-Verkauf 15.625 6.56 -0.41 -0.41 6.4/5.406 0.06
USD -Verkauf / CZK-Kauf 7.347 1.74 -0.69 0.05 4.5/5.406 -0.04
USD -Verkauf / EUR-Kauf 13.423 6.30 -1.45 -1.15 8.5/5.406 -0.15
Summe 234.268 42.75 -11.27 31.48

Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.

Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken

Die Nominale, Marktwerte und Sicherungszeiträume von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken

31.12.2020 TEUR

Nominale in TSD Marktwert positiv Marktwert negativ Marktwert netto Sicherungszeitraum bis Durchschnittlicher Sicherungskurs Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
CNY/CNH -Verkauf / EUR-Kauf 34.056 5.76 0.00 5.76 2025/2026 7.10/5.406 -0.94
CNY/CNH -Verkauf / GBP-Kauf 16.160 5.69 0.00 5.69 2025/2026 4.7/5.406 0.18
CZK -Kauf / EUR-Verkauf 16.540 5.34 0.00 5.34 2025/2026 8.1/5.406 -0.03
THB -Kauf/USD-Verkauf 80.147 6.95 0.00 6.95 2025/2026 4.0/5.406 0.18
USD -Kauf / CNY-Verkauf 15.625 6.56 0.00 6.56 2025/2026 6.4/5.406 0.06
USD -Verkauf / CZK-Kauf 7.347 1.74 0.00 1.74 2025/2026 4.5/5.406 -0.04
USD -Verkauf / EUR-Kauf 13.423 6.30 0.00 6.30 2025/2026 8.5/5.406 -0.15
Summe 183.298 37.34 0.00 37.34

Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.

31.12.2019 TEUR

Nominale in TSD Marktwert positiv Marktwert negativ Marktwert netto Sicherungszeitraum bis Durchschnittlicher Sicherungskurs Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
CNY/CNH -Verkauf / EUR-Kauf 77.527 5.20 -5.69 -0.49 2025/2026 7.4/5.406 -0.46
CNY/CNH -Verkauf / GBP-Kauf 16.160 7.10 -0.67 0.43 2025/2026 4.7/5.406 0.18
CZK -Kauf / EUR-Verkauf 16.540 5.34 -0.87 -0.87 2025/2026 8.1/5.406 -0.03
THB -Kauf/USD-Verkauf 80.147 6.95 0.00 6.95 2025/2026 4.0/5.406 0.18
USD -Kauf / CNY-Verkauf 15.625 6.56 -0.41 -0.41 2025/2026 6.4/5.406 0.06
USD -Verkauf / CZK-Kauf 7.347 1.74 -0.11 0.05 2025/2026 4.5/5.406 -0.04
USD -Verkauf / EUR-Kauf 13.423 6.30 -1.45 -1.15 2025/2026 8.5/5.406 -0.15
Summe 226.770 42.69 -9.20 33.49

Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.

Cashflow Hedge-Derivate für Zinswährungsrisiken

Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos für die begebene USD-Tranche mit variabler Verzinsung des Schuldscheindarlehens wurde im Geschäftsjahr 2019 ein Zinswährungsswap abgeschlossen. Die Nominale der Cashflow Hedge-Derivate betragen zum 31. Dezember 2020 TEUR 40.861 und TEUR 18.160 (31. Dezember 2019: TEUR 40.861 und TEUR 18.160). Der Marktwert der Cashflow Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR minus 6.279 (31. Dezember 2019: TEUR 179). Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde beträgt TEUR minus 1.890 (für die USD 20 Mio. Tranche) (31. Dezember 2019: TEUR 212) und TEUR minus 4.258 (für die USD 45 Mio. Tranche) (31. Dezember 2019: TEUR minus 260). Der ineffektive Anteil zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 0 (31. Dezember 2019: TEUR minus 124) und wurde im Finanzergebnis erfasst. Der durchschnittliche feste Zinssatz über die Laufzeit beträgt 0,75 Prozent.

Fair Value Hedge-Derivate für Optionen

Die Nominale der Fair Value Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 11.723 (31. Dezember 2019: TEUR 12.260). Der Marktwert der Fair Value Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR minus 5.547 (31. Dezember 2019: TEUR minus 3.026). Der Buchwert der Beteiligung zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 12.419 (31. Dezember 2019: TEUR 10.947). Das Grundgeschäft wird unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Die Wertänderung für das Grund- und Sicherungsgeschäft, die für die Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde, beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR minus 5.547 (31. Dezember 2019: TEUR minus 3.026). Es wurden weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr Ineffektivitäten erfolgswirksam erfasst. Risikomanagementziel ist die Absicherung des Beteiligungswertes gegen Wertschwankungen. Zur Sicherung wird eine Put-/Call-Option eingesetzt. Die Sicherungsquote wird auf Basis der Nominalen festgelegt. Die Sicherungsinstrumente laufen bis 2021 und 2022.

Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken

Die Buchwerte, die Hedging Reserve sowie die Ineffektivität der als Hedging Instrumente designierten Grundgeschäfte (Einkäufe und Verkäufe) stellen sich wie folgt dar:

Angaben zu den Grundgeschäften der Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken – Ineffektivitäten

TEUR 2020 2019
Fremdwährungsrisiken Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde Ineffektivität Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Verkäufe 2.345 6 Finanzerfolg -7.322
Einkäufe -9.834 6 Finanzerfolg 4.367
Summe -7.489 12 -2.955

Veränderungen der Hedging Reserve

TEUR 2020 2019
Hedging Reserve Cost of Hedging Summe Hedging Reserve Cost of Hedging Summe
Hedging Reserve zum 01.01. 8.327 8.565 16.890 -9.308 -7.666 -16.974
Cashflow Hedges – in der Berichtsperiode erfasste Fair Value-Änderung -8.565 8.565 0 -8.856 8.565 -291
Umgliederung in die Umsatzerlöse 7.456 9.482 16.938 8.637 7.482 16.119
Umgliederung in die Vorräte 9.577 -7.178 2.399 7.217 -8.178 -961
Umgliederung in das Anlagevermögen -7.724 0 -7.724 -8.10 -8.10 -16.20
Umgliederung in den Finanzerfolg -8.04 0 -8.04 8.52 0 8.52
Hedging Reserve zum 31.12. 8.471 11.534 20.005 -8.327 -8.797 -17.124
```# 115 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken

Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse folgende Annahmen zu Grunde:

  • Als Basis für die Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes werden die Forderungen und Verbindlichkeiten der Konzerngesellschaften, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft denominiert sind, und die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen. Die Buchwerte der Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Nominalen der Derivate entsprechen dem Exposure. Für die Aggregation zum Gruppen-Exposure werden die einzelnen Exposures einheitlich gegen die Währungen USD bzw. EUR dargestellt.
  • Als Basis für die Sensitivität des sonstigen Ergebnisses werden die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen. Die Nominale der offenen Derivate entspricht dem Exposure.

Die Sensitivitäten und die Risikopositionen für das Fremdwährungsrisiko stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken (EUR)

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Gruppenexposure in Bezug auf EUR
Sensitivität bei Abwertung des EUR um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des EUR um 10 %
Gruppenexposure in Bezug auf EUR
Sensitivität bei Abwertung des EUR um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des EUR um 10 %
EUR -USD 8.166 -1.046
-5.988 1.672
EUR -GBP -2.301 -1.180
-1.165 1.013
EUR -CNY/CNH 3.737 1.020
-1.078 -1.086
EUR -CZK -4.810 -1.975
1.468 1.391
EUR -HKD -1.347 -1.400
1.023 1.243
EUR -THB 5 5
-5 -5
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes (durch Forderungen und Verbindlichkeiten) 4.100 -1.180
Sensitivität des sonstigen Ergebnisses (durch Cashflow Hedge-Derivate) -1.577 1.165
Sensitivität des Eigenkapitals -1.577 1.165

Gruppenexposure: + Forderung, – Verbindlichkeit; Sensitivität: + Erhöhung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses, – Verminderung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses

Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken (USD/GBP)

TEUR 31.12.2020 31.12.2019
Gruppenexposure in Bezug auf USD/GBP
Sensitivität bei Abwertung des USD/GBP um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des USD/GBP um 10 %
Gruppenexposure in Bezug auf USD/GBP
Sensitivität bei Abwertung des USD/GBP um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des USD/GBP um 10 %
USD -IDR -4.982 3.903
-4.070 1.087
USD -GBP -1.728 1.111
-1.717 1.301
USD -CNY/CNH 4.171 -1.941
-2.174 2.174
USD -CZK -4.874 -1.942
2.834 2.200
USD -THB -14.222 3.090
-11.280 1.912
USD -BRL -1.077 1.790
-1.145 1.150
GBP -CNY/CNH 5.288 -1.712
2.880 -1.991
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes (durch Forderungen und Verbindlichkeiten) -7.325 4.397
Sensitivität des sonstigen Ergebnisses (durch Cashflow Hedge-Derivate) 5.680 -1.712
Sensitivität des Eigenkapitals 5.680 -1.712

Gruppenexposure: + Forderung, – Verbindlichkeit; Sensitivität: + Erhöhung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses, – Verminderung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses

Cashflow Hedge-Derivate für Zinswährungsrisiken

Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos für die begebene USD-Tranche mit variabler Verzinsung des Schuldscheindarlehens wurde im Geschäftsjahr 2019 ein Zinswährungsswap abgeschlossen. Die Nominale der Cashflow Hedge-Derivate betragen zum 31. Dezember 2020 TEUR 40.861 und TEUR 18.160 (31. Dezember 2019: TEUR 40.861 und TEUR 18.160). Der Marktwert der Cashflow Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR minus 6.279 (31. Dezember 2019: TEUR 179). Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde beträgt TEUR minus 1.890 (für die USD 20 Mio. Tranche) (31. Dezember 2019: TEUR 212) und TEUR minus 4.258 (für die USD 45 Mio. Tranche) (31. Dezember 2019: TEUR minus 260). Der ineffektive Anteil zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 0 (31. Dezember 2019: TEUR minus 124) und wurde im Finanzergebnis erfasst. Der durchschnittliche feste Zinssatz über die Laufzeit beträgt 0,75 Prozent.

Fair Value Hedge-Derivate für Optionen

Die Nominale der Fair Value Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 11.723 (31. Dezember 2019: TEUR 12.260). Der Marktwert der Fair Value Hedge-Derivate beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR minus 5.547 (31. Dezember 2019: TEUR minus 3.026). Der Buchwert der Beteiligung zum 31. Dezember 2020 beträgt TEUR 12.419 (31. Dezember 2019: TEUR 10.947). Das Grundgeschäft wird unter den Finanzanlagen ausgewiesen. Die Wertänderung für das Grund- und Sicherungsgeschäft, die für die Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde, beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR minus 5.547 (31. Dezember 2019: TEUR minus 3.026). Es wurden weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr Ineffektivitäten erfolgswirksam erfasst. Risikomanagementziel ist die Absicherung des Beteiligungswertes gegen Wertschwankungen. Zur Sicherung wird eine Put-/Call-Option eingesetzt. Die Sicherungsquote wird auf Basis der Nominalen festgelegt. Die Sicherungsinstrumente laufen bis 2021 und 2022.

Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken

Die Buchwerte, die Hedging Reserve sowie die Ineffektivität der als Hedging Instrumente designierten Grundgeschäfte (Einkäufe und Verkäufe) stellen sich wie folgt dar:

Angaben zu den Grundgeschäften der Cashflow Hedge -Derivate für Fremdwährungsrisiken – Ineffektivitäten

TEUR 2020 2019
Fremdwährungsrisiken Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde Ineffektivität Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlust- rechnung
Verkäufe 3.338 0 Finanzerfolg
Einkäufe -9.245 0 Finanzerfolg
Summe -5.907 0

Veränderungen der Hedging Reserve

TEUR 2020 2019
Hedging Reserve Cost of Hedging
Hedging Reserve zum 01.01. 8.275 8.156
Cashflow Hedges – in der Berichts- periode erfasste Fair Value-Änderung -4.468 -4.468
Umgliederung in die Umsatzerlöse 5.347 4.827
Umgliederung in die Vorräte 1.750 -1.700
Umgliederung in das Anlagevermögen 1.944 0
Umgliederung in den Finanzerfolg -4.400 0
Hedging Reserve zum 31.12. -1.082 -1.243

116 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Rohstoffpreisrisiko

Das Gaspreisrisiko wird durch Bezugsverträge physisch gesichert. Ansonsten unterliegt die Gruppe mit ihrer Geschäftstätigkeit branchenüblichen Marktpreisrisiken (insbesondere bei Holz, Chemikalien, Zellstoff und Energie), die nicht über Derivate bzw. Finanzinstrumente, sondern über andere Sicherungsmaßnahmen (insbesondere lang- und kurzfristige Bezugsverträge bei verschiedenen Lieferanten) abgesichert werden.

Zinsrisiken

Die Lenzing Gruppe ist aufgrund von geschäftsbedingten Finanzierungs- bzw. Veranlagungsaktivitäten einem Zinsrisiko ausgesetzt. Zinsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei fix verzinsten Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten zu Schwankungen der Cashflows aus den Zinszahlungen führen. Die Steuerung des Zinsrisikos und der daraus resultierenden Risikokonzentrationen erfolgt durch laufende Überwachung und Anpassung der Zusammensetzung der fix und variabel verzinsten originären Finanzinstrumente sowie verein-zelt durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten.

Sensitivitätsanalyse und Exposure für Zinsrisiken

Das Exposure für Zinsrisiken stellt sich zu den Bilanzstichtagen in Form der Buchwerte der zinstragenden originären Finanzinstrumente wie folgt dar:

Risikoposition für Zinsrisiken

TEUR Fix verzinst Teilweise fix verzinst Variabel verzinst Nicht verzinst Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 0 0 280.578 0 280.578
Finanzanlagen¹ 1.987 0 141.633 2.468 146.088
Finanzverbindlichkeiten -30.279 -10.848 -18.578 0 -59.705
Summe -28.292 -10.848 303.633 2.468 266.963
  • Forderungen, - Verbindlichkeiten
    ¹ Enthält unter anderem die Veranlagungen des Großanlegerfonds GF82, dessen Erträge ausgeschüttet oder thesauriert werden.

Risikoposition für Zinsrisiken (Vorjahr)

TEUR Fix verzinst Teilweise fix verzinst Variabel verzinst Nicht verzinst Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 0 0 110.889 0 110.889
Finanzanlagen¹ 1.077 0 143.678 1.245 145.999
Finanzverbindlichkeiten -14.277 -14.179 -17.947 0 -46.403
Summe -13.200 -14.179 136.619 1.245 110.485
  • Forderungen, - Verbindlichkeiten
    ¹ Enthält unter anderem die Veranlagungen des Großanlegerfonds GF82, dessen Erträge ausgeschüttet oder thesauriert werden.

117 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Für das Zinsrisiko aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Sie stellen Effekte aus hypothetischen Änderungen von Zinssätzen auf den Gewinn oder Verlust, das sonstige Ergebnis bzw. das Eigenkapital dar. Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse für das Zinsrisiko der variabel verzinsten Finanzinstrumente folgende Annahmen zu Grunde:

  • Als Basis für die Sensitivität werden alle variabel verzinsten originären Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag herangezogen.
  • Das Exposure entspricht hierbei dem Buchwert der variabel verzinsten Finanzinstrumente.# Die Sensitivitäten und das Exposure für das Zinsrisiko aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:

Sensitivitätsanalyse für Zinsrisiken aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten

TEUR 31.12.2020
Exposure variabel verzinst Sensitivität bei Anstieg des Zins- niveaus um 100 bps Sensitivität bei Abfall des Zinsniveaus um 100 bps
1 Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 78.928.711 79.899 -79.899
1 Finanzverbindlichkeiten -20.189.245 -20.837 20.837
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes bzw. Eigenkapitals 58.739.466 59.062 -59.062

Sensitivitätsanalyse für Zinsrisiken aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten (Vorjahr)

TEUR 31.12.2019
Exposure variabel verzinst Sensitivität bei Anstieg des Zins- niveaus um 100 bps Sensitivität bei Abfall des Zinsniveaus um 100 bps
1 Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 23.787.245 23.872 -23.872
1 Finanzverbindlichkeiten -24.238.717 -24.106 21.097
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes bzw. Eigenkapitals -451.472 -234 -2.775

1) Bei Reduktion der Basispunkte reduziert sich die Sensitivität aliquot.
2) Annahme, dass Negativzinsen bezahlt werden.
3) Verbindlichkeiten, bei denen keine negativen Zinsen berechnet werden, werden bei der Auswertung nicht berücksichtigt.

Weiterführende Erläuterungen zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten sind im Risikobericht des Konzernlage- berichts zum 31. Dezember 2020 der Lenzing Gruppe enthalten.

Rohstoffpreisrisiko

Das Gaspreisrisiko wird durch Bezugsverträge physisch gesichert. Ansonsten unterliegt die Gruppe mit ihrer Geschäftstätigkeit branchenüblichen Marktpreisrisiken (insbesondere bei Holz, Chemika- lien, Zellstoff und Energie), die nicht über Derivate bzw. Finanzin- strumente, sondern über andere Sicherungsmaßnahmen (insbe- sondere lang- und kurzfristige Bezugsverträge bei verschiedenen Lieferanten) abgesichert werden.

Zinsrisiken

Die Lenzing Gruppe ist aufgrund von geschäftsbedingten Finanzie- rungs- bzw. Veranlagungsaktivitäten einem Zinsrisiko ausgesetzt. Zinsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei fix verzinsten Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel ver- zinsten Finanzinstrumenten zu Schwankungen der Cashflows aus den Zinszahlungen führen. Die Steuerung des Zinsrisikos und der daraus resultierenden Risikokonzentrationen erfolgt durch lau- fende Überwachung und Anpassung der Zusammensetzung der fix und variabel verzinsten originären Finanzinstrumente sowie verein- zelt durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten.

Sensitivitätsanalyse und Exposure für Zinsrisiken

Das Exposure für Zinsrisiken stellt sich zu den Bilanzstichtagen in Form der Buchwerte der zinstragenden originären Finanzinstru- mente wie folgt dar:

Risikoposition für Zinsrisiken

TEUR 31.12.2020 Fix verzinst Teilweise fix verzinst Variabel verzinst Nicht verzinst Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 78.928.711 0 0 78.928.711 0 78.928.711
Finanzanlagen 1 1.974.950 1.729 108.745 1.864.476 0 1.974.950
Finanzverbindlichkeiten -20.189.245 -18.454.760 -1.734.485 0 -0 -20.189.245
Summe 50.714.416 -18.453.031 -1.625.740 78.928.711 0 58.849.940
+ Forderungen, - Verbindlichkeiten

1) Enthält unter anderem die Veranlagungen des Großanlegerfonds GF82, dessen Erträge ausgeschüttet oder thesauriert werden.

Risikoposition für Zinsrisiken (Vorjahr)

TEUR 31.12.2019 Fix verzinst Teilweise fix verzinst Variabel verzinst Nicht verzinst Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel äquivalente 23.787.245 0 0 23.787.245 0 23.787.245
Finanzanlagen 1 1.970.978 1.772 108.415 1.860.791 0 1.970.978
Finanzverbindlichkeiten -24.238.717 -14.231.607 -14.736.226 0 -0 -24.238.717
Summe 1.519.506 -14.230.117 -14.627.811 23.787.245 0 1.519.506
+ Forderungen, - Verbindlichkeiten

1) Enthält unter anderem die Veranlagungen des Großanlegerfonds GF82, dessen Erträge ausgeschüttet oder thesauriert werden.

118 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Note 38. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Überblick

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der Lenzing Gruppe zählen insbesondere die Unternehmen der B&C Gruppe einschließlich deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunter-nehmen und assoziierten Unternehmen und deren Organe (Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aufsichtsrat, wenn vorhanden) sowie die nahen Familienangehörigen der Organe und unter deren Einfluss stehende Unternehmen (siehe dazu Note 1 Abschnitt „Beschrei-bung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit“ und Note 39). Die Beträge und Transaktionen zwischen der Lenzing AG und ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden hier nicht weiter erläutert.

Die B&C Privatstiftung wird durch einen Stiftungsvorstand geleitet. Kein Mitglied des Vorstandes der Lenzing AG hat einen Sitz im Stif-tungsvorstand oder in der Geschäftsführung bzw. im Vorstand von Tochterunternehmen der B&C Privatstiftung, mit Ausnahme von Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe. Die Lenzing Gruppe hat keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der B&C Privatstiftung.

Die Mitglieder der Organe der Lenzing AG (insbesondere des Aufsichtsrates) und der weiter oben genannten Rechtsträger sind teil-weise Organe oder Gesellschafter anderer Unternehmen, mit de-nen die Lenzing AG gewöhnliche Geschäftsbeziehungen unterhält. Mit Banken bestehen gewöhnliche Geschäftsbeziehungen, unter anderem im Bereich der Finanzierung, der Veranlagung und bei den Derivaten.

Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen

Aus der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der B&C Gruppe (siehe dazu Note 30) hat die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2020 eine Steuergutschrift von TEUR 24 (2019: TEUR 688) ergeb-niswirksam verbucht. Im Jahr 2020 erfolgten gemäß der vertragli-chen Verpflichtung die Zahlung bzw. Vorauszahlung der Steuerum-lage an die B&C Gruppe von in Summe TEUR 19.196 (2019: TEUR 21.275). Zum 31. Dezember 2020 bilanziert die Lenzing Gruppe aus der Steuerumlage nach Abzug der Vorauszahlung eine Forderung in Höhe von TEUR 4.568 (31. Dezember 2019: eine Ver-bindlichkeit in Höhe von TEUR 13.398) gegenüber der B&C Gruppe. Der steuerliche Verlust in Höhe von TEUR 3.256 (31. Dezember 2019: TEUR 0) wurde in den aktiven latenten Steuern erfasst. Im Jahr 2020 wird aus der Steuerumlage ein Ertragsteueraufwand in Höhe von TEUR 1.229 (2019: TEUR 36.219) gegenüber der B&C Gruppe ausgewiesen.

Beziehungen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen

Die Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen:

Wesentliche Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH und deren Tochterunternehmen (EFB) Vertrieb von Fasern, Lieferung von Zellstoff, Darlehensvergabe
Lenzing Papier GmbH (LPP) Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH (RVL) Betrieb einer Reststoffverwertungs anlage und Abnahme des erzeugten Dampfes; Miete eines Grundstücks
Hygiene Austria LP GmbH (HGA) Lieferung von Rohstoffen, Erbringung von Dienstleistungen, Darlehensforderung, abgegebene Garantie und Einkauf von Schutzmasken
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck (GSG) Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
PT. Pura Golden Lion (PGL) Darlehensverbindlichkeit
Wood Paskov s.r.o. (L WP) Erwerb von Holz
LD Florestal S.A. (LDF) Landnutzungsrechte, Darlehensverbindlichkeit

Der Umfang der wesentlichen Geschäftsvorfälle und der Betrag der ausstehenden Salden mit Unternehmen, die nach der Equity-Me-thode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunter-nehmen stellen sich wie folgt dar:

Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen

TEUR 2020 EFB Übrige assozi- ierte Unter- nehmen HGA LDF Übrige Gemein- schafts- unter- nehmen Summe
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 19.698 16.040 1.081 1.000 4.081 41.800
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen 3.425 2.125 1.045 0 1.045 7.640
Forderungen per 31.12. 16.864 12.070 5.094 10 4.010 38.048
Verbindlichkeiten per 31.12. 0 1.541 1.086 1.342 5.460 9.429

Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen (Vorjahr)

TEUR 2019 EFB Übrige assozi- ierte Unter- nehmen HGA LDF Übrige Gemein- schafts- unter- nehmen Summe
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 10.685 8.424 0 0 4.140 23.249
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen 10.065 0 0 0 3.665 13.730
Forderungen per 31.12. 8.258 7.041 0 0 1.171 16.470
Verbindlichkeiten per 31.12. 0 1.540 0 2.441 1.045 4.026

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Unterneh-men, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden, wurden TEUR 2.100 Ertrag (2019: TEUR 1.250 Ertrag) an Wertberichtigun-gen erfolgswirksam erfasst.

Die Kelheim Fibres GmbH, Kelheim, Deutschland, ein Tochterun-ternehmen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kel-heim, Deutschland, hat im Geschäftsjahr 2017 ein langfristiges, un-gesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig.

Die Hygiene Austria LP GmbH hat im Geschäftsjahr 2020 ein lang-fristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 2.000 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig. Die Lenzing AG garantiert seit dem Geschäftsjahr 2020 gegenüber einem Lie-feranten der Hygiene Austria LP GmbH bis maximal TEUR 1.000.

Die LD Florestal S.A. hat im Geschäftsjahr 2019 ein langfristiges ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 27.913 an das vollkon-solidierte Tochterunternehmen LD Celulose S.A. begeben. Die Ver-zinsung ist bankmäßig. Das Darlehen ist in Höhe von TEUR 21.318 zum 31.# 38. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Überblick

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der Lenzing Gruppe zählen insbesondere die Unternehmen der B&C Gruppe einschließlich deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunter-nehmen und assoziierten Unternehmen und deren Organe (Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aufsichtsrat, wenn vorhanden) sowie die nahen Familienangehörigen der Organe und unter deren Ein-fluss stehende Unternehmen (siehe dazu Note 1 Abschnitt „Beschrei-bung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit“ und Note 39).

Die Beträge und Transaktionen zwischen der Lenzing AG und ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden hier nicht weiter erläutert.

Die B&C Privatstiftung wird durch einen Stiftungsvorstand geleitet. Kein Mitglied des Vorstandes der Lenzing AG hat einen Sitz im Stif-tungsvorstand oder in der Geschäftsführung bzw. im Vorstand von Tochterunternehmen der B&C Privatstiftung, mit Ausnahme von Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe. Die Lenzing Gruppe hat keinen Ein-fluss auf die Geschäftstätigkeit der B&C Privatstiftung.

Die Mitglieder der Organe der Lenzing AG (insbesondere des Auf-sichtsrates) und der weiter oben genannten Rechtsträger sind teil-weise Organe oder Gesellschafter anderer Unternehmen, mit de-nen die Lenzing AG gewöhnliche Geschäftsbeziehungen unterhält. Mit Banken bestehen gewöhnliche Geschäftsbeziehungen, unter anderem im Bereich der Finanzierung, der Veranlagung und bei den Derivaten.

Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen

Aus der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der B&C Gruppe (siehe dazu Note 30) hat die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2020 eine Steuergutschrift von TEUR 24 (2019: TEUR 688) ergeb-niswirksam verbucht. Im Jahr 2020 erfolgten gemäß der vertragli-chen Verpflichtung die Zahlung bzw. Vorauszahlung der Steuerum-lage an die B&C Gruppe von in Summe TEUR 19.196 (2019: TEUR 21.275). Zum 31. Dezember 2020 bilanziert die Lenzing Gruppe aus der Steuerumlage nach Abzug der Vorauszahlung eine Forderung in Höhe von TEUR 4.568 (31. Dezember 2019: eine Ver-bindlichkeit in Höhe von TEUR 13.398) gegenüber der B&C Gruppe. Der steuerliche Verlust in Höhe von TEUR 3.256 (31. Dezember 2019: TEUR 0) wurde in den aktiven latenten Steuern erfasst. Im Jahr 2020 wird aus der Steuerumlage ein Ertragsteueraufwand in Höhe von TEUR 1.229 (2019: TEUR 36.219) gegenüber der B&C Gruppe ausgewiesen.

Beziehungen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen

Die Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen:

Wesentliche Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH und deren Tochterunternehmen (EFB) Vertrieb von Fasern, Lieferung von Zellstoff, Darlehensvergabe
Lenzing Papier GmbH (LPP) Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH (RVL) Betrieb einer Reststoffverwertungsanlage und Abnahme des erzeugten Dampfes; Miete eines Grundstücks
Hygiene Austria LP GmbH (HGA) Lieferung von Rohstoffen, Erbringung von Dienstleistungen, Darlehensforderung, abgegebene Garantie und Einkauf von Schutzmasken
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck (GSG) Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
PT. Pura Golden Lion (PGL) Darlehensverbindlichkeit
Wood Paskov s.r.o. (L WP) Erwerb von Holz
LD Florestal S.A. (LDF) Landnutzungsrechte, Darlehensverbindlichkeit

Der Umfang der wesentlichen Geschäftsvorfälle und der Betrag der ausstehenden Salden mit Unternehmen, die nach der Equity-Me-thode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunter-nehmen stellen sich wie folgt dar:

Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity- Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen TEUR 2020
EFB
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge 23.059
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen 4.022
Forderungen per 31.12. 28.645
Verbindlichkeiten per 31.12. 15.494

Erläuterungen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen sowie zu den Organen

120 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Die LD Florestal S.A. der LD Celulose S.A. im Geschäftsjahr 2020 ein Landnutzungsrecht eingeräumt. Der Buchwert der daraus entstandenen Leasingverbindlichkeit beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 39.620. Mit den übrigen nicht konsolidierten Tochtergesellschaften gab es in beiden Geschäftsjahren keine wesentlichen Transaktionen.

Beziehungen zu den Mitgliedern des Vorstandes und den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Lenzing AG

Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüsselpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklusive Rückstellungsveränderungen):

Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen (aufgewendet) TEUR 2020 2019
Vergütung des Vorstandes
Grundgehalt 1.100 1.159
Sachbezüge und andere Vorteile (insbesondere zur Nutzung überlassene Geschäftsfahrzeuge) 84 86
Kurzfristiger variabler Leistungsbonus (Short-Term Incentive; STI) 0 120
Außerordentliche Vergütungsleistungen (Sonderboni) 654 100
Kurzfristig fällige Leistungen 1.838 1.465
Langfristiger variabler Leistungsbonus (Long-Term Incentive; LTI) 812 800
Außerordentliche Vergütungsleistungen (Sonderboni) 600 100
Andere langfristig fällige Leistungen 3.476 1.046
Beiträge zur überbetrieblichen Pensionskasse 458 410
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 168 164
Einmalige Abfindung 0 100
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 600
Vergütung des Vorstandes 7.354 5.900
Vergütung des Aufsichtsrates
Kurzfristig fällige Leistungen 412 483
Summe 7.766 6.383

Die Zielgröße für den langfristigen Bonusanteil (Long-Term Incentive; LTI) der Vorstände setzt sich aus ausgewählten Kennzahlen der Lenzing Gruppe zusammen, jeweils über einen dreijährigen Be-rechnungszeitraum. Zusätzlich wird in diesen Berechnungszeiträu-men die Kapitalmarktperformance der Gesellschaft im Vergleich zu einer ausgewählten Gruppe börsennotierter Unternehmen bewer-tet. Hierzu wird der Total Shareholder Return – also die Aktienkurs-entwicklung inklusive Dividendenausschüttung – ermittelt und der Vergleichsgruppe gegenübergestellt. Die Auszahlung des langfris-tigen Bonusanteiles erfolgt in Tranchen jeweils nach Ablauf des entsprechenden Berechnungszeitraumes, unabhängig von einer Verlängerung des Vorstandsmandates. Die Auszahlung erfolgt in Form einer Geldleistung und wird als andere langfristig fällige Leis-tung eingestuft.

Für die Erfüllung noch bestehender Ansprüche aus langfristigen Bonusmodellen im Rahmen von Altverträgen wurde im Abschluss zum 31. Dezember 2019 eine Rückstellung gebildet, die im Geschäftsjahr 2020 verbraucht wurde (andere langfristig fällige Leistungen).

Den vom Betriebsrat delegierten Arbeitnehmervertretern im Auf-sichtsrat steht neben der Vergütung für ihre Tätigkeit im Aufsichts-rat (insbesondere Sitzungsgelder) eine reguläre Entlohnung (Lohn oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätig-keit im Unternehmen.

In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den Mitgliedern des Vorstandes, wie auch tlw. ihren leitenden Ange-stellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geld-werte Vorteile angesehen werden. So besteht Versicherungsschutz (D&O, Unfall, Rechtsschutz etc.), dessen Kosten von der Lenzing Gruppe getragen wird. Es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezielle Zuordnung an den Vor-stand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem werden den Mitgliedern des Vorstandes und tlw. den leitenden Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Daneben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates Aufwands-ersatz für angefallene Kosten, insbesondere für Reisespesen. Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht 2020 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht.

Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing Gruppe ist keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des Aufsichtsrates eingegangen.

Directors’ Dealings-Meldungen der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden auf der Website der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde veröf-fentlicht (siehe http://www.fma.gv.at ).

Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG o-der deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von Aufwendungen in der Ge-winn- und Verlustrechnung sowie Neubewertungen im sonstigen Ergebnis in Höhe von TEUR 607 (2019: TEUR 2.193) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensionsrückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 7.285 (31. Dezember 2019: TEUR 7.562).

39. Organe der Gesellschaft

Mitglieder des Aufsichtsrates

  • Dipl.-Bw. Peter Edelmann Vorsitzender (seit 17. April 2019)
  • Dr. Veit Sorger Stellvertretender Vorsitzender
  • Mag. Helmut Bernkopf
  • Dr. Christian Bruch (seit 17. April 2019)
  • Dr. Stefan Fida (seit 17. April 2019)
  • KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
  • Melody Harris-Jensbach (seit 18. Juni 2020)
  • Mag. Patrick Prügger
  • Dr. Astrid Skala-Kuhmann
  • Dr.# Note 40. Finanzielle Garantieverträge, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken

Es bestehen nicht bereits durch Verbindlichkeiten erfasste Haftungen, insbesondere zur Sicherstellung von Ansprüchen von bestimmten verkauften Beteiligungen und von Lieferanten sowie für allfällige Zahlungsausfälle bei verkauften Forderungen (siehe auch Note 35) und bei konzernfremden Dritten, in Höhe von TEUR 5.484 (31. Dezember 2019: TEUR 6.796) und, in untergeordnetem Ausmaß, gewährte Haftrücklässe. Die angegebenen Beträge stellen jeweils die maximal mögliche Zahlungsverpflichtung aus Sicht der Lenzing Gruppe dar. Möglichkeiten einer Rückerstattung bestehen nur eingeschränkt.

Es bestehen gewährte Kreditrahmen gegenüber Dritten in Höhe von TEUR 6.622 (31. Dezember 2019: TEUR 10.910). Diese Rahmen waren per 31. Dezember 2020 bzw. 31. Dezember 2019 nicht ausgenützt (siehe dazu auch Note 21).

Für die zukünftigen Eigenkapitaleinschüsse der Lenzing AG in die LD Celulose S.A. in den Jahren 2020 bis 2022 bestehen Bankgarantien in Höhe von TEUR 56.021 (31. Dezember 2019: TEUR 295.648). Diese Bankgarantien waren zum 31. Dezember 2020 bzw. 31. Dezember 2019 nicht gezogen.

Die Lenzing Gruppe trägt Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen für ehemalige Mitarbeiter/innen von bestimmten verkauften Beteiligungen bis zur Höhe der fiktiven Ansprüche zum Zeitpunkt des Verkaufes. Diese Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag in Höhe des Barwerts nach versicherungsmathematischen Grundsätzen rückgestellt.

Daneben hat insbesondere die Lenzing AG Haftungen zur Sicherstellung von Ansprüchen Dritter gegenüber vollkonsolidierten Unternehmen übernommen, bei denen es als unwahrscheinlich eingeschätzt wird, dass diese schlagend werden.

Weitere finanzielle Verpflichtungen mit wesentlichen Auswirkungen auf die derzeitige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sieht der Vorstand nicht.

Die Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung von immateriellen Anlagen und Sachanlagen belaufen sich zum 31. Dezember 2020 auf TEUR 354.390 (31. Dezember 2019: TEUR 70.968).

In der Lenzing Gruppe bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Rohstoffversorgung insbesondere für Holz, Zellstoff, Chemikalien sowie Energie.

Als international tätiger Konzern ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von rechtlichen und sonstigen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produktmängel, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Arbeitnehmer und Umweltschutz (insbesondere aus Umweltschäden an Produktionsstandorten). Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben können.

Weitere Ausführungen sind dem Risikobericht des Konzernlageberichtes zum 31. Dezember 2020 der Lenzing Gruppe zu entnehmen.

Sonstige Erläuterungen oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit im Unternehmen.

In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den Mitgliedern des Vorstandes, wie auch tlw. ihren leitenden Angestellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geldwerte Vorteile angesehen werden. So besteht Versicherungsschutz (D&O, Unfall, Rechtsschutz etc.), dessen Kosten von der Lenzing Gruppe getragen wird. Es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuordnung an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem werden den Mitgliedern des Vorstandes und tlw. den leitenden Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Daneben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates Aufwandersatz für angefallene Kosten, insbesondere für Reisespesen.

Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht 2020 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht.

Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing Gruppe ist keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des Aufsichtsrates eingegangen.

Directors’ Dealings-Meldungen der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden auf der Website der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde veröffentlicht (siehe http://www.fma.gv.at ).

Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG oder deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie Neubewertungen im sonstigen Ergebnis in Höhe von TEUR 607 (2019: TEUR 2.193) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensionsrückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 7.285 (31. Dezember 2019: TEUR 7.562).

Note 39. Organe der Gesellschaft

Mitglieder des Aufsichtsrates

  • Dipl.-Bw. Peter Edelmann Vorsitzender (seit 17. April 2019)
  • Dr. Veit Sorger Stellvertretender Vorsitzender
  • Mag. Helmut Bernkopf
  • Dr. Christian Bruch (seit 17. April 2019)
  • Dr. Stefan Fida (seit 17. April 2019)
  • KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
  • Melody Harris-Jensbach (seit 18. Juni 2020)
  • Mag. Patrick Prügger
  • Dr. Astrid Skala-Kuhmann
  • Dr. Felix Fremerey (bis 18. Juni 2020)
  • Dr. Hanno Bästlein (bis 17. April 2019) Vorsitzender
  • Dr. Christoph Kollatz (bis 17. April 2019) Stellvertretender Vorsitzender

Vom Betriebsrat delegiert

  • Johann Schernberger Vorsitzender des Konzernbetriebsrates Vorsitzender des Betriebsausschusses (bis 18. Jänner 2021) Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • Helmut Kirchmair Vorsitzender des Betriebsausschusses (seit 18. Jänner 2021) Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • Georg Liftinger Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
  • Herbert Brauneis Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • Ing. Daniela Födinger Stellvertretende Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates

Mitglieder des Vorstandes

  • Dr. Stefan Doboczky, MBA Vorstandsvorsitzender
  • Mag. Thomas Obendrauf, MBA Finanzvorstand
  • Robert van de Kerkhof, MBA Mitglied des Vorstandes
  • DI Stephan Siela Mitglied des Vorstandes (seit 1. März 2020)
  • DI Christian Skilich, MBA, LLM Mitglied des Vorstandes (seit 1. Juni 2020)
  • Dr. Heiko Arnold Mitglied des Vorstandes (bis 1. Dezember 2019)

Note 41. Konzernunternehmen

Die Lenzing Gruppe verfügt – neben der Lenzing AG – über folgende Konzernunternehmen (Aufstellung der Konzernunternehmen nach § 245a Abs. 1 in Verbindung mit § 265 Abs. 2 öUGB):

Konzernunternehmen 31.12.2020 31.12.2019
Stammkapital Anteil in % Stammkapital Anteil in %
Vollkonsolidierte Gesellschaften
Avit Investments Limited, Providenciales, Turks & Caicos USD 1.795.000 100.00 USD 1.795.000 100.00
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR 30.000 100.00 EUR 30.000 100.00
BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR 115.000 100.00 EUR 115.000 100.00
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 10.500.000.000 37.50 USD 18.280.000 100.00
Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechien CZK 100.000.000 100.00 CZK 100.000.000 100.00
Lenzing E-commerce (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY 40.000.000 100.00 EUR 10.850.000 100.00
Lenzing Elyaf Anonim Şirketi, Istanbul, Türkei TRY 20.000.000 100.00 TRY 20.000.000 100.00
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 10.000.000 100.00 USD 10.000.000 100.00
Lenzing Fibers GmbH, Heiligenkreuz EUR 277.000 100.00 EUR 277.000 100.00
Lenzing Fibers Grimsby Limited, Grimsby, UK GBP 3 100.00 GBP 3 100.00
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR 130.000 100.00 EUR 130.000 100.00
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hongkong, China HKD 20.000.000 100.00 HKD 10.000.000 100.00
Lenzing Fibers Inc., Axis, USA USD 30 100.00 USD 30 100.00
Lenzing Fibers India Private Limited, Coimbatore, Indien TRY 20.000.000 100.00 - -
Lenzing Fibers Ltd., Manchester, UK GBP 3 100.00 GBP 3 100.00
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR 130.000 100.00 EUR 130.000 100.00
Lenzing Holding GmbH, Lenzing EUR 130.000 100.00 EUR 130.000 100.00
Lenzing Korea Yuhan Hoesa, Seoul, Republik Korea KRW 100.000.000 100.00 KRW 100.000.000 100.00
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD 30.000 100.00 USD 30.000 100.00
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR 350.000.000 49.00 INR 350.000.000 49.00
Lenzing

Die Lenzing Gruppe verfügt – neben der Lenzing AG – über folgende Konzernunternehmen (Aufstellung der Konzernunternehmen nach § 245a Abs. 1 in Verbindung mit § 265 Abs. 2 öUGB):

Konzernunternehmen

31.12.2020 31.12.2019 Währung Stammkapital Anteil in % Stammkapital Anteil in %
Vollkonsolidierte Gesellschaften
Avit Investments Limited, Providenciales, Turks & Caicos USD    
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR    
BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR    
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL    
Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechien CZK    
Lenzing E -commerce (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China CNY    
Lenzing Elyaf Anonim Şirketi, Istanbul, Türkei TRY    
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD    
Lenzing Fibers GmbH, Heiligenkreuz EUR    
Lenzing Fibers Grimsby Limited, Grimsby, UK GBP  
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR    
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hongkong, China HKD    
Lenzing Fibers Inc., Axis, USA USD    
Lenzing Fibers India Private Limited, Coimbatore, Indien INR   - -
Lenzing Fibers Ltd., Manchester, UK GBP  
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR    
Lenzing Holding GmbH, Lenzing EUR    
Lenzing Korea Yuhan Hoesa, Seoul, Republik Korea KRW    
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD    
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR    
Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China USD    
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR    
Lenzing Taiwan Fibers Ltd., Taipeh, Taiwan TWD    
Lenzing Technik GmbH, Lenzing ¹ EUR - -  
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB    
Nanjing Fabor Waste Water Treatment Co., Ltd, Nanjing, China CNY   - -
Penique S.A., Panama, Panama USD    
PT. South Pacic Viscose, Purwakarta, Indonesien ² IDR    
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR    
Reality Paskov s.r.o., Paskov, Tschechien CZK    
Wasserreinhaltungsverband Lenzing – Lenzing AG, Lenzing ³ EUR  Mitgliedschaft  Mitgliedschaft
Gesellschaften, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden
Assoziierte Unternehmen
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR    
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck, Lenzing ⁴ EUR    
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR    
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR    
WWE Wohn- und Wirtschaftspark Entwicklungsgesellschaft m.b.H., Wien EUR - -  
Gemeinschaftsunternehmen
Hygiene Austria LP GmbH, Wiener Neudorf EUR   - -
LD Florestal S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL    
RVL Reststoverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR    
Wood Paskov s.r.o., Paskov, Tschechien CZK    

Anmerkungen:
1) Im Geschäftsjahr 2020 wurde die Beteiligung an der Lenzing Technik GmbH, Lenzing auf die Lenzing AG, Lenzing verschmolzen.
2) Der von der Lenzing Gruppe direkt gehaltene Anteil beträgt 88,08 Prozent (31. Dezember 2019: 88,08 Prozent). Weitere 11,92 Prozent der Anteile werden indirekt über die PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien, einem assoziierten Unternehmen der Lenzing Gruppe, gehalten. Der durchgerechnete gesamte Anteil beträgt somit 92,85 Prozent.
3) Die Lenzing Gruppe ist durch eine Mitgliedschaft beteiligt. Sie verfügt über 50 Prozent der Stimmrechte und kann die Hälfte der Vorstandsmitglieder bestellen. Nachdem gesellschaftsrechtlich alle Vermögenswerte dem jeweiligen Grundstückseigentümer zuzurechnen sind, handelt es sich um ein ktives separates Unternehmen (eine sogenannte „Silo-Struktur“). In die Konsolidierung werden deshalb jene Vermögenswerte einbezogen, die sich auf den Grundstücken der Lenzing Gruppe benden.
4) Die Beteiligung wird nicht als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen, obwohl die Lenzing Gruppe 99,9 Prozent der Stimmrechte an diesem Unternehmen hält. Die Lenzing Gruppe beherrscht dieses Unternehmen nach dem Gesamtbild der vorliegenden Verhältnisse nicht, da die Verfügungsgewalt eingeschränkt ist und die Renditen kaum schwanken bzw. kaum durch die Lenzing Gruppe beeinusst werden können. Sie übt insbesondere aufgrund ihrer Vertretung in Leitungsgremien und ihrer Teilnahme an Entscheidungsprozessen einen maßgeblichen Einuss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik aus.

Note 42. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit Anfang März 2021 hat die Lenzing AG versucht, die Beherrschung über die Hygiene Austria LP GmbH (HGA) durch vertragliche Vereinbarungen von Anfang Februar 2021 ohne monetäre Gegenleistung zu übernehmen. Die Anteilsverhältnisse haben sich dadurch nicht verändert: Lenzing hält weiterhin 50,1 Prozent und Palmers 49,9 Prozent. Die Ausübung der operativen Geschäftsführung war bisher nicht möglich, weil die Lenzing AG keinen Zugang zu wichtigen Unterlagen hatte. Es besteht die Absicht, einen Wirtschaftstreuhänder mit der Verwaltung der Lenzing-Anteile an der HGA zu betrauen. Weitere Informationen zur HGA sind insbesondere in Note 21 und 38 ersichtlich.

Bei der HGA fand Anfang März 2021 eine Hausdurchsuchung in Zusammenhang mit vermuteten Gesetzesverstößen statt. Da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts zum Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses nicht möglich. Die in Note 21 und 38 angeführten Vermögenswerte und Haftungen in Zusammenhang mit der Beteiligung an der HGA unterliegen auf Grund der aktuellen Ereignisse einem Wertveränderungsrisiko, das zum derzeitigen Zeitpunkt nicht einschätzbar ist.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing Gruppe bekannt geworden, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

Note 43. Freigabe des Konzernabschlusses

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 08. März 2021 (Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019: 03. März 2020) vom Vorstand zur Prüfung durch den Aufsichtsrat, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat kann im Rahmen der ihm obliegenden Prüfung eine Änderung des Konzernabschlusses veranlassen.

Lenzing, am 08. März 2021

Lenzing Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Stefan Doboczky, MBA
Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA
Mitglied des Vorstandes

DI Stephan Sielaff
Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Mitglied des Vorstandes# Bericht zum Konzernabschluss

Nachhaltigkeitsbericht 2020 Lenzing Gruppe

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der Lenzing Aktiengesellschaft, Lenzing, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), beste- hend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrech- nung, der Konzern-Kapitalussrechnung und der Konzern-Eigen- kapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäfts- jahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den ge- setzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Überein- stimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforde- rungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprü- fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwort- lichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab- schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weiterge- hend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Überein- stimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufs- rechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen berui- chen Pichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen er- füllt. Wir sind der Auassung, dass die von uns erlangten Prüfungs- nachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausrei- chend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsur- teil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“

Siehe Anhang Note 17 „Immaterielle Anlagen“.

Das Risiko für den Abschluss
Im Geschäftsjahr 2020 hat Lenzing Aktiengesellschaft Anhalts- punkte für eine Wertminderung für die zahlungsmittelgenerieren- den Einheiten „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“ identi- ziert. Der in Folge ermittelte erzielbare Betrag (Wertminderungs- test) ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Bewertung des erzielbaren Betrags von zahlungsmittelgenerie- renden Einheiten erfordert Annahmen und Schätzungen, wie bei- spielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungsüberschüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden Diskontierungszinssat- zes. Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht an- gemessene Annahmen und Schätzungen eine wesentliche Auswir- kung auf den erzielbaren Betrag und damit den Wertansatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in der Konzernbilanz und das operative Ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrech- nung haben können.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die vom Unternehmen erstellten Wertminderungstests unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten wie folgt be- urteilt:
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten inter- nen Planungen haben wir uns ein Verständnis über den Planungs- prozess verschat, die Annahmen über Wachstumsraten und ope- rative Ergebnisse in Gesprächen mit den zuständigen leitenden Personen im Unternehmen erörtert und die der Bewertung zu- grunde gelegten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichts- rat genehmigten Budgetzahlen sowie der vom Vorstand freigege- benen Mittelfristplanung abgeglichen. Die Planungstreue haben wir durch Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den tatsächlich eingetretenen Werten be- urteilt. Unsere Bewertungsspezialisten haben die Methodik der durchge-führten Wertminderungstests nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden Standards entsprechen. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Bewertungsspezialisten mit markt- und branchenspezischen Richtwerten abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit des Be- rechnungsschemas überprüft. Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zu den Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“ im Konzernabschluss sachgerecht sind.

Ausweis der im Geschäftsjahr 2020 emittierten Hybridanleihe als Eigenkapital

Siehe Anhang Note 27 „Eigenkapital“.

Das Risiko für den Abschluss
Lenzing Aktiengesellschaft hat am 30. November 2020 eine Hyb- ridanleihe mit einem Gesamtvolumen von 500 Mio EUR emittiert. Die Anleihe ist nachrangig, unbesichert, hat eine unendliche Lauf- zeit und kann erstmals nach fünf Jahren durch die Lenzing Aktien- gesellschaft, nicht jedoch durch die Gläubiger, gekündigt und ge- tilgt werden. Die Zahlung von Zinsen kann teilweise oder gänzlich von der Emittentin ausgesetzt werden. Auf Basis der Anleihebedingungen klassizierte Lenzing Aktienge- sellschaft die Hybridanleihe gem. IAS 32 „Finanzinstrumente: Dar- stellung“ als Eigenkapital. Der Emissionserlös abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten in Höhe von 496,6 Mio EUR wird in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020 unter der Posi- tion „Hybridkapital“ innerhalb des Konzerneigenkapitals ausgewie- sen. Für den Konzernabschluss und Konzernlagebericht besteht damit das Risiko, dass eine fehlerhafte Klassizierung der Hybridanleihe als Eigenkapital eine wesentliche Auswirkung auf die Darstellung des Konzerneigenkapitals, des Finanz- und des Jahresergebnisses sowie der davon abgeleiteten Angaben und Kennzahlen im Kon- zernabschluss und Konzernlagebericht haben kann.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die vom Unternehmen getroene Einstufung der am 30. November 2020 emittierten Hybridanleihe als Eigenkapital ge- mäß IAS 32 wie folgt beurteilt:
Wir haben die Anleihebedingungen des Emissionsprospektes der Gesellschaft analysiert und die durch die Gesellschaft vorgenom- mene Einordnung als Eigenkapital gemäß den Bestimmungen des IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ überprüft. Wir haben die direkt der Emission zurechenbaren Transaktionskos- ten analysiert und beurteilt, ob sie entsprechend den Vorschriften von IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ vom Emissionserlös in Abzug gebracht wurden. Darüber hinaus haben wir geprüft, ob die Darstellung der Hybrid- anleihe in der Konzerneigenmittelüberleitung und die Erläuterun- gen im Konzernanhang sachgerecht sind.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen ver- antwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informati- onen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusi- cherung darauf. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen we- sentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informatio- nen vorliegt, sind wir verpichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Überein- stimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter ver- antwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen order Irrtümern ist.# Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der Lenzing Aktiengesellschaft, Lenzing, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“

Siehe Anhang Note 17 „Immaterielle Anlagen“.

Das Risiko für den Abschluss

Im Geschäftsjahr 2020 hat Lenzing Aktiengesellschaft Anhaltspunkte für eine Wertminderung für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“ identifiziert. Der in Folge ermittelte erzielbare Betrag (Wertminderungstest) ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Bewertung des erzielbaren Betrags von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfordert Annahmen und Schätzungen, wie beispielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungsüberschüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes. Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den erzielbaren Betrag und damit den Wertansatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in der Konzernbilanz und das operative Ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben können.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die vom Unternehmen erstellten Wertminderungstests unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten wie folgt beurteilt:

  • Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen haben wir uns ein Verständnis über den Planungs prozess verschafft, die Annahmen über Wachstumsraten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den zuständigen leitenden Personen im Unternehmen erörtert und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichtsrat genehmigten Budgetzahlen sowie der vom Vorstand freigegebenen Mittelfristplanung abgeglichen.
  • Die Planungstreue haben wir durch Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den tatsächlich eingetretenen Werten beurteilt.
  • Unsere Bewertungsspezialisten haben die Methodik der durchgeführten Wertminderungstests nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden Standards entsprechen.
  • Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Bewertungsspezialisten mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
  • Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zu den Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site China“ und „Fiber Site Indonesia“ im Konzernabschluss sachgerecht sind.

Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.# Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufs- grundsatzten zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Juni 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 27. Juli 2020 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungstleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschafts- prüfer ist Frau Mag. Gabriele Lehner.

Linz, am 08. März 2021

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Gabriele Lehner
Wirtschaftsprüfer

Die Veröentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestäti- gungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen.# Erklärung des Vorstandes gemäß § 124 (1) Z 3 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß International Financial Reporting Standards (IFRSs) aufgestellte Konzernabschluss der Lenzing Gruppe zum 31. Dezember 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Lenzing Gruppe so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen die Lenzing Gruppe ausgesetzt ist.

Lenzing, am 08. März 2021
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Dr. Stefan Doboczky, MBA
Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA
Mitglied des Vorstandes

DI Stephan Siela
Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Mitglied des Vorstandes

Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe

Ergebnis - und Rentabilitätskennzahlen

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Umsatzerlöse 1.748.714 1.734.102 1.712.853 1.751.097 1.747.414
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) 283.704 298.706 290.300 276.207 251.200
EBITDA -Marge 16,2 % 17,2 % 17,0 % 15,8 % 14,4 %
EBIT (Betriebsergebnis) 173.700 187.100 171.200 164.400 151.800
EBIT -Marge 9,9 % 10,8 % 10,0 % 9,4 % 8,7 %
EBT (Ergebnis vor Steuern) 154.700 182.400 172.100 154.400 151.300
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag -140.500 111.700 104.400 137.200 131.100
Ergebnis je Aktie in EUR -1,40 1,12 1,04 1,40 1,31
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) -1,4 % 0,0 % 4,9 % 7,2 % 6,8 %
ROE (Eigenkapitalrentabilität) 1,8 % 1,5 % 1,7 % 2,4 % 2,5 %
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 1,4 % 0,9 % 0,8 % 1,4 % 1,4 %

Cashflow-Kennzahlen

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Brutto-Cashflow 194.400 166.700 156.700 141.700 140.500
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 175.700 177.700 178.100 174.100 161.700
Free Cashflow -214.700 -40.000 -15.000 -10.700 -12.100
CAPEX 229.200 177.700 174.800 171.000 167.300
Liquiditätsbestand per 31.12. 1.389.300 780.400 753.300 649.800 716.400
Ungenutzte Kreditlinien per 31.12. 1.388.400 1.214.100 1.157.400 1.175.000 1.172.100

Bilanzkennzahlen

EUR Mio. per 31.12. 2020 per 31.12. 2019 per 31.12. 2018 per 31.12. 2017 per 31.12. 2016
Bilanzsumme 1.541.400 1.374.200 1.299.000 1.260.700 1.271.200
Bereinigtes Eigenkapital 1.294.500 1.298.700 1.299.700 1.298.700 1.295.600
Bereinigte Eigenkapitalquote 84,0 % 94,5 % 92,9 % 92,0 % 91,8 %
Nettofinanzverschuldung 114.700 111.700 115.300 127.600 120.700
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 0,4 0,4 0,4 0,5 0,5
Nettoverschuldung 737.700 741.400 109.600 114.700 111.800
Net Gearing 5,7 % 5,5 % 7,4 % 7,4 % 7,4 %
Trading Working Capital 177.900 156.700 150.300 154.100 164.700
Trading Working Capital zu annualisierten Konzern - Umsatzerlösen 10,2 % 9,0 % 8,8 % 8,8 % 9,4 %

Börsenkennzahlen

EUR 2020 2019 2018 2017 2016
Börsenkapitalisierung in Mio. per 31.12. 3.579.000 3.579.000 3.560.100 3.490.500 2.759.800
Aktienkurs per 31.12. 45,000 45,000 39,150 42,800 41,300
Dividende je Aktie 0,00 1,00 0,00 0,00 0,10

Mitarbeiter/innen

Anzahl (Beschäftigte) per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Anzahl (Beschäftigte) per 31.12. 13.971 13.807 12.867 12.588 12.718

1) Auf Basis Gewinnausschüttungsvorschlag.
2) Der im Konzernabschluss 2019 verö ffentlichte Vorschlag für eine Dividendenausschüttung von EUR 1,00 wurde aufgrund der COVID-19 Krise neu bewertet.

Die oben dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Abschnitt „Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe“, dem Glossar zum Geschäftsbericht und dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe. Bei der Darstellung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können Rundungsdi fferenzen auftreten.

Erklärung des Vorstandes gemäß § 124 (1) Z 3 Börsegesetz

Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß International Financial Reporting Standards (IFRSs) aufgestellte Konzernabschluss der Lenzing Gruppe zum 31. Dezember 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Lenzing Gruppe so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen die Lenzing Gruppe ausgesetzt ist.

Lenzing, am 08. März 2021
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand

Dr. Stefan Doboczky, MBA
Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA
Mitglied des Vorstandes

DI Stephan Siela
Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Mitglied des Vorstandes

Finanzkalender 2021

Verö fentlichung Finanzkalender 2021 (lt. Prime Market regulation) Datum
Bilanzergebnisse 2020
Nachweisstichtag „Hauptversammlung“
77. Hauptversammlung
Ex-Dividendentag
Nachweisstichtag „Dividenden“
Dividenden-Auszahlung
Ergebnisse des 1. Quartals 2021
Halbjahresergebnisse 2021
Ergebnisse des 3. Quartals 2021

Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen der Lenzing Gruppe beruhen. Angaben unter Verwendung der Worte „sollen“, „dürfen“, „werden“, „erwartet“, „angestrebt“, „geht davon aus“, „nimmt an“, „schätzt“, „plant“, „beabsichtigt“, „ist der Ansicht“, „nach Kenntnis“, „nach Einschätzung“ oder ähnliche Formulierungen deuten auf solche zukunftsbezogene Aussagen hin. Die Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Lenzing Gruppe beziehen, stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der zum Zeitpunkt der Drucklegung des Geschäftsberichts vorhandenen Informationen gemacht wurden. Sollten die den Prognosen zugrundeliegenden Annahmen nicht eintre ffen oder Risiken in nicht kalkulierter Höhe eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den Prognosen abweichen. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können Rundungsdi fferenzen auftreten. Der Geschäftsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, um die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in allen Teilen sicherzustellen. Rundungs-, Satz- und Druckfehler können dennoch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Hinweise:
up for future generations

alettertoachild

Geschäftsbericht 2020
Lenzing AG
www.lenzing.com

Lagebericht 2020

Allgemeines

Marktumfeld

Weltwirtschaft

Weltfasermarkt

Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe

Geschäftsentwicklung der Segmente

Segment Fasern
Fasern
Segment Lenzing Technik
Segment Sonstige

Investitionen

Forschung und Entwicklung

Innovationszentren und Kooperationen

Nichtfinanzielle Erklärung

Geschäftsentwicklung der Lenzing AG (Einzelabschluss)

Lagebericht 2020

Bilanzstruktur und Liquidität der Lenzing AG (Einzelabschluss)

Kennzahlen der Lenzing AG (Einzelabschluss)

Kennzahlen

Definition der Finanzkennzahlen

Erläuterungen zu den Finanzkennzahlen

Risikobericht

Aktuelles Risikoumfeld

Risikoausblick für 2021

Risikomanagement

Risikomanagement-Strategie
Marktumfeldrisiken
Operative Risiken
Finanzrisiken
Personelle Risiken
Risiken im Zusammenhang mit Großprojekten
Risiken aus externer Sicht

Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB)

Finanzberichterstattung

Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften

Abbildung von Risiken außerhalb der Bilanz und GuV

Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital

Grundkapital und Aktionärsstruktur

Stellung der Aktionäre

Weitere Offenlegung gemäß § 243a UGB

Ausblick

Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe

„Ich arbeite bei einem Faserunternehmen, welches nachhaltig denkt und mit unseren kostbaren Ressourcen sorgsam umgeht. Unsere Fasern sind ursprünglich aus Holz. Sie sind biologisch abbaubar und kompostierbar, und es entsteht durch sie keine Belastung der Gewässer. Es geht dabei um die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, also auch deine Kinder und Enkelkinder.“ bist. Die Rohstoffe unserer Erde sind begrenzt. Deshalb ist es wichtig, dass wir achtsam mit ihnen umgehen. Ich wünsche mir für dich und dein zukünftiges Geschwisterchen eine unbeschwerte, sorgenfreie Zukunft.

Weltwirtschaft

Die COVID-19-Pandemie und die Beschränkungen großer Teile des ö fentlichen und wirtschaftlichen Lebens stürzten die Weltwirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession. Der Internationale Währungsfonds (IWF) revidierte zwar seine Schätzung in der jüngsten Prognose leicht nach oben, geht aber nach wie vor von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent aus – nach einem Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2019. Das wäre ein schlimmerer Wirtschaftseinbruch als jener nach der globalen Finanzkrise 2008/2009. In jener Finanzkrise hatte die Weltwirtschaft in etwa stagniert, betroffen waren primär Industriestaaten. In der globalen COVID-19-Krise sind de facto alle Länder in Mitleidenschaft gezogen. Für die Industriestaaten erwartet der IWF ein Minus von 4,9 Prozent (2019: +1,6 %). Die USA dürften als größte Volkswirtschaft um 3,4 Prozent schrumpfen.# Weltwirtschaft

Die COVID-19-Pandemie und die Beschränkungen großer Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens stürzten die Weltwirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession. Der Internationale Währungsfonds (IWF) revidierte zwar seine Schätzung in der jüngsten Prognose leicht nach oben, geht aber nach wie vor von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent aus – nach einem Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2019. Das wäre ein schlimmerer Wirtschaftseinbruch als jener nach der globalen Finanzkrise 2008/2009. In jener Finanzkrise hatte die Weltwirtschaft in etwa stagniert, betroffen waren primär Industriestaaten. In der globalen COVID-19-Krise sind de facto alle Länder in Mitleidenschaft gezogen. Für die Industriestaaten erwartet der IWF ein Minus von 4,9 Prozent (2019: +1,6 %). Die USA dürften als größte Volkswirtschaft um 3,4 Prozent schrumpfen. Für die 19 Länder der Euro-Zone rechnet der IWF mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 7,2 Prozent (2019: +1,3 %). Nur China dürfte mit einem Plus von 2,3 Prozent ein positives Wachstum verzeichnen (2019: +6 %). 2021 soll die globale Wirtschaft laut jüngster Prognose um 5,5 Prozent wachsen. Eine wirtschaftliche Erholung ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

Quelle: IWF, World Economic Outlook, Jänner 2021

Weltfasermarkt

Starker Rückgang bei Textilfasern, Vliesfasern legen zu

Die COVID-19-Krise beeinflusste im Berichtsjahr die gesamte Textil- und Bekleidungsindustrie, ausgehend vom Einzelhandel, und damit auch den Weltfasermarkt negativ. Die Schließung von Geschäften im Einzelhandel ließ die Nachfrage nach Textilien und Bekleidung zuerst in China und später in praktisch allen Märkten weltweit erheblich zurückgehen. In den USA und großen europäischen Märkten ging der Umsatz im stationären Handel teilweise um mehr als 80 Prozent zurück. Die schrittweise Lockerung von Maßnahmen und Öffnung von Geschäften führten ab Ende des 2. Quartals zu einer Erholung der Nachfrage. Die Erholung am Fasermarkt setzte zeitverzögert in beinahe allen Produktgruppen mit dem Ende der üblichen saisonalen Nachfrageschwankungen während der Sommermonate ein und führte auch zu einem Rückgang der Lagerbestände. Der hohe Bedarf an Medizin- und Hygieneprodukten führte gleichzeitig zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Vliesfasern – insbesondere in den ersten beiden Quartalen.

Das Produktionsniveau am Weltfasermarkt dürfte sich 2020 infolge dieser Entwicklungen deutlich verringert haben. Erste Prognosen gehen von einem Rückgang des Faserangebotes von 6,5 Prozent auf 106,1 Mio. Tonnen aus. Der weltweite Faserverbrauch ging um 3,6 Prozent auf 106,1 Mio. Tonnen zurück. Das Baumwollangebot ging nach vorläufigen Prognosen um 8,1 Prozent auf 24,1 Mio. Tonnen zurück. Die Nachfrage erhöhte sich 2020 um 5,8 Prozent auf 24,1 Mio. Tonnen. Der Markt für holzbasierte Cellulosefasern entwickelte sich erstmals seit 2009 rückläufig. Die weltweite Produktion ging um 8,3 Prozent auf 6,6 Mio. Tonnen zurück. Bei Fasern aus synthetischen Polymeren war erstmals seit der Finanzkrise 2008 eine rückläufige Produktionsmenge zu verzeichnen. Das weltweite Angebot an Polyester, Polyamid und anderen synthetischen Fasern ging laut ersten Schätzungen um 6,3 Prozent auf 69,4 Mio. Tonnen zurück.

Alle Produktionszahlen in diesem Kapitel wurden gegenüber den im Geschäftsbericht 2019 angeführten ersten Schätzungen aktualisiert. Quelle: ICAC, IWF, Cotton Outlook, CCFG, FAO

Allgemeines Marktumfeld

Preisentwicklung durch COVID-19 beeinflusst

Die Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus bei Stapelfasern aus China war 2020 stark durch COVID-19 und ihre Auswirkungen geprägt. Der Baumwollmarkt war in diesem Marktumfeld mit geringer Nachfrage zunächst von einem weiteren Anstieg der Lagerbestände und einer stark rückläufigen Preisentwicklung gekennzeichnet. Der Preis für Baumwolle ging im 1. Quartal gemessen am Cotlook A-Index von 77,9 US-Cent bis auf ca. 60 US-Cent pro Pfund und damit auf den niedrigsten Wert seit mehr als 10 Jahren zurück. Die Erholung der chinesischen Volkswirtschaft und die chinesischen Importe aus den USA wirkten sich ab dem 3. Quartal stabilisierend aus, auch die nach unten revidierten Ernteprognosen für die Saison 2020/2021 zeigten Wirkung.

Der Baumwollpreis lag per 31. Dezember 2020 bei 84,6 US-Cent pro Pfund. Dies entspricht einem Plus von 8,7 Prozent gegenüber dem Preisniveau zu Jahresanfang. Im Durchschnitt des Berichtsjahres lag der Baumwollpreis 7,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Infolge der COVID-19-Pandemie blieb über weite Strecken des Berichtsjahres auch die Nachfrage am Polyestermarkt aus. Die stark fallenden Rohstoffpreise setzten die Preisentwicklung im weiteren Verlauf der Berichtsperiode zusätzlich unter Druck. Per 30. September lag der Polyesterpreis in China mit RMB 5.250 pro Tonne 23,9 Prozent unter dem Wert von RMB 6.900 pro Tonne zu Beginn des Berichtsjahres und markierte damit ein neues historisches Tief. Die positive Entwicklung zum Ende des Jahres ließ den Polyesterpreis auf RMB 5.850 pro Tonne steigen. Im Jahresvergleich lag der Preis damit aber immer noch um 15,2 Prozent niedriger. Der durchschnittliche Preis war 2020 um 25 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Der Preis für Standardviscose lag bereits Ende 2019 aufgrund eines Kapazitätsüberhangs auf einem historischen Tiefstand. Der großflächige Lockdown, sinkende Rohstoffpreise und die üblichen saisonalen Nachfrageschwankungen während der Sommermonate drückten den Preis bis Ende Juli von RMB 9.450 auf ein neues Allzeittief von RMB 8.300 pro Tonne. Die im 3. Quartal einsetzende Erholung mit steigenden Umsätzen und sinkenden Lagerbeständen führte schließlich ab August auch zu einer Erholung der Preisentwicklung. Per 31. Dezember lag der Preis für Standardviscose in China bei RMB 11.500 pro Tonne und damit 21,7 Prozent im Plus. Im Durchschnitt des Berichtsjahres notierte der Preis für Standardviscose aber nach wie vor 19 Prozent niedriger als 2019.

Der generelle Nachfrageeinbruch am Fasermarkt, gepaart mit der großen Preisdifferenz zu anderen Fasertypen, wirkte sich im Berichtsjahr auch bei den Preisen für holzbasierte Spezialfasern negativ aus. Ein deutlicher Anstieg der Nachfrage sorgte ab Ende des 3. Quartals jedoch für eine schrittweise Erholung der Preise.

Quelle: ICAC, CIRFS, TFY, Lenzing Estimates

Quelle: CCA, CCFEI, CCFG

Die Lenzing Gruppe hat sich in diesem äußerst schwierigen Marktumfeld mit erhöhtem Preis- und Mengendruck infolge der COVID-19-Krise gut geschlagen. Lenzing profitierte 2020 von ihrem diversifizierten Geschäftsmodell mit den Geschäftsbereichen Textil- und Vliesfasern sowie einem globalen Produktions-, Vertriebs- und Marketingnetzwerk. Um den Effekt der unter Druck geratenen Faserpreise und Fasernachfrage zu mindern, verstärkte Lenzing die Zusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertschöpfungsketten und passte die Produktionsmengen agil und flexibel dem Bedarf an.# Lenzing Gruppe

Die Lenzing Gruppe hat sich in diesem äußerst schwierigen Marktumfeld mit erhöhtem Preis- und Mengendruck infolge der COVID-19-Krise gut geschlagen. Lenzing profitierte 2020 von ihrem diversifizierten Geschäftsmodell mit den Geschäftsbereichen Textil- und Vliesfasern sowie einem globalen Produktions-, Vertriebs- und Marketingnetzwerk. Um den Effekt der unter Druck geratenen Faserpreise und Fasernachfrage zu mindern, verstärkte Lenzing die Zusammenarbeit mit Partnern entlang der Wertschöpfungsketten und passte die Produktionsmengen agil und flexibel dem Bedarf an.

Die disziplinierte Umsetzung der Unternehmensstrategie sCore TEN und der Fokus auf Spezialitäten wirkten sich ebenfalls erneut positiv aus. Lenzing intensivierte im Berichtsjahr die Maßnahmen zur strukturellen Ergebnisverbesserung und nahm darüber hinaus, um der geforderten Flexibilität Rechnung zu tragen, für ca. 1.500 Mitarbeiter/innen das von der österreichischen Bundesregierung temporär eingeführte Kurzarbeitsmodell in Anspruch.

Die unmittelbaren Auswirkungen der COVID-19-Krise erhöhten den Preisdruck im Bereich der Textilfasern über das gesamte Produktsortiment hinweg. Die Umsatzerlöse verringerten sich infolgedessen 2020 von EUR 2,11 Mrd. um 22,4 Prozent auf EUR 1,63 Mrd. Neben den Preiseffekten spürte Lenzing auch die geringere Nachfrage nach Textilfasern in allen Regionen. Die etwas höhere Nachfrage nach Fasern für den Medizin- und Hygienebedarf konnten die Verluste verringern, aber nicht kompensieren. Der Anteil der Spezialfasern stieg gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres von 51,6 Prozent auf 62 Prozent.

2020 entfielen EUR 1,62 Mrd. der Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe auf das Segment Fasern. Das Segment Lenzing Technik steuerte Umsatzerlöse von EUR 9 Mio. bei. Die Umsatzerlöse im Segment Sonstige lagen im Berichtszeitraum bei EUR 1,9 Mio.

Die Ergebnisentwicklung reflektiert im Wesentlichen den Umsatzrückgang. Die Umsetzung von Maßnahmen zur strukturellen Ergebnisverbesserung in allen Regionen minderte diesen negativen Effekt. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging 2020 um 39,9 Prozent auf EUR 196,6 Mio. zurück. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 15,5 Prozent auf 12 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 76,5 Prozent auf EUR 38,1 Mio. und die EBIT-Marge von 7,7 Prozent auf 2,3 Prozent gesunken. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich um 86,4 Prozent auf EUR 22,3 Mio. Der Jahresüberschuss/-fehlbetrag lag bei EUR minus 10,6 Mio. (nach EUR 114,9 Mio. 2019) und das Ergebnis je Aktie bei EUR 0,24 (nach EUR 4,63 2019).

Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Berichtsjahr wie folgt dar:

Vereinfachte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

EUR Mio. Veränderung
2020 2019 Absolut
Umsatzerlöse 1.630,5 2.109,4 -478,9
Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge und Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten -12,7 -20,9 8,2
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -898,4 -1.256,8 358,4
Personalaufwand -355,8 -395,9 40,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -292,1 -325,7 33,6
EBITDA 196,6 326,4 -129,8
Abschreibungen -158,5 -153,2 -5,3
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen 1,6 2,8 -1,2
EBIT 38,1 176,0 -137,9
Finanzerfolg -15,8 -42,9 27,1
EBT 22,3 133,1 -110,8
Steueraufwand -32,8 -18,2 -14,6
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -10,6 114,9 -125,5

1) Die vollständige Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss dargestellt.

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen gingen 2020 um 28,5 Prozent auf EUR 898,4 Mio. zurück. In Relation zu den Umsatzerlösen belaufen sich die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen im Berichtszeitraum auf 55 Prozent (nach 59,7 Prozent 2019). Die Gründe dafür waren geringere Produktionsmengen und rückläufige Marktpreise, insbesondere für Zellstoff, Natronlauge und Energie.

Der Personalaufwand reduzierte sich im Berichtsjahr um 10,1 Prozent auf EUR 355,8 Mio., wobei ein wesentlicher Teil des Rückgangs sich aus der Kurzarbeitsregelung in Österreich ergab. In Relation zu den Umsatzerlösen der Lenzing Gruppe lagen die Personalaufwendungen bei 21,8 Prozent (nach 18,8 Prozent 2019).

Der Steueraufwand in Höhe von EUR 32,8 Mio. (nach EUR 48,9 Mio. 2019) ist durch Währungseffekte und die Wertberichtigung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge einzelner Konzernunternehmen beeinflusst.

Das Ergebnis auf das eingesetzte Kapital (ROCE) ging 2020 von 5,3 Prozent auf minus 0,6 Prozent zurück. Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) verringerte sich von 10,5 Prozent auf 1,3 Prozent. Die Gesamtkapitalrentabilität (ROI) des Konzerns fiel von 5,6 Prozent auf 1 Prozent.

Erhöhte Investitionstätigkeit

Der Brutto-Cashflow ging 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 56,9 Prozent auf EUR 126,8 Mio. zurück. Dieser Rückgang ist vor allem auf die Ergebnisentwicklung zurückzuführen. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit verringerte sich auf EUR 48,9 Mio. (2019: EUR 244,6 Mio.). Der Free Cashflow lag aufgrund der Investitionstätigkeit im Rahmen der Projekte in Thailand und Brasilien bei EUR minus 614,8 Mio. (nach EUR 0,8 Mio. 2019). Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich 2020 auf EUR 668,8 Mio. nahezu verdreifacht.

Der Liquiditätsbestand nahm gegenüber Ende 2019 um 86,1 Prozent zu und lag per 31. Dezember 2020 bei EUR 1,08 Mrd. Per Ende des Berichtsjahres standen der Lenzing Gruppe darüber hinaus ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 1,03 Mrd. zur Verfügung (nach EUR 266,6 Mio. per 31. Dezember 2019).

Solide Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der Lenzing Gruppe stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um 33,4 Prozent auf EUR 4,16 Mrd. per 31. Dezember 2020. Die wesentlichsten Veränderungen betreffen die Erhöhung des Sachanlagevermögens aufgrund der gestiegenen Investitionstätigkeiten sowie die Einbringung von biologischen Vermögenswerten in Form von Bäumen, die als Rohstoff für die Zellstoffproduktion in Brasilien verwendet werden.

Das bereinigte Eigenkapital stieg 2020 um 22,3 Prozent auf EUR 1,91 Mrd. per 31. Dezember 2020. Lenzing platzierte im Berichtsjahr eine nachrangige Hybridanleihe über EUR 500 Mio., die nach IFRS als Eigenkapital eingestuft wurde. Die Anleihe stärkt die Kapitalstruktur des Unternehmens zusätzlich. Die bereinigte Eigenkapitalquote ging aufgrund der Ausweitung der Bilanzsumme von 50 Prozent auf 45,8 Prozent zurück.

Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um 17,7 Prozent auf EUR 471,4 Mio. Für die Finanzierung des weiteren operativen Wachstums platzierte Lenzing 2019 als eines der ersten Unternehmen weltweit ein Schuldscheindarlehen, das an die eigene Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt ist. Das Gesamtvolumen des Darlehens liegt bei ca. EUR 500 Mio. Ein Teil der Summe stand dem Unternehmen erst im Geschäftsjahr 2020 zur Verfügung.

Das Verhältnis Nettofinanzverschuldung zu EBITDA lag per Ende 2020 bei 2,4 nach einem Wert von 1,2 per Ende 2019. Das Net Gearing war mit 24,7 Prozent zum Stichtag leicht niedriger (nach 25,7 Prozent per 31.12.2019). Das Trading Working Capital ging 2020 um 4,9 Prozent auf EUR 383,8 Mio. zurück. Das Verhältnis Trading Working Capital zu annualisierten Konzernumsatzerlösen stieg von 20,7 Prozent per Ende 2019 auf 21,9 Prozent per Ende 2020.# Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe

138 Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

32 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG


Veränderung 2020 2019 Absolut Relativ
Umsatzerlöse 2.159,7 Mio. 2.780,2 Mio. -620,5 Mio. -22,3 %
Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge und Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten 2,2 Mio. 7,3 Mio. -5,1 Mio. -69,9 %
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen -898,4 Mio. -1.256,0 Mio. 357,6 Mio. -28,5 %
Personalaufwand -355,8 Mio. -395,8 Mio. 40,0 Mio. -10,1 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen -303,0 Mio. -373,8 Mio. 70,8 Mio. -19,0 %
EBITDA 604,7 Mio. 751,9 Mio. -147,2 Mio. -19,6 %
Abschreibungen -104,0 Mio. -107,1 Mio. 3,1 Mio. -2,9 %
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen 0,1 Mio. 0,1 Mio. 0,0 Mio. -100,0 %
EBIT 500,8 Mio. 645,0 Mio. -144,2 Mio. -22,4 %
Finanzerfolg -12,9 Mio. 5,5 Mio. -18,4 Mio. n.a.
EBT 487,9 Mio. 650,5 Mio. -162,6 Mio. -25,0 %
Steueraufwand -32,8 Mio. -48,9 Mio. 16,1 Mio. -32,9 %
Jahresüberschuss/- fehlbetrag 455,1 Mio. 601,6 Mio. -146,5 Mio. -24,3 %

1) Die vollständige Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss dargestellt. Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen gingen 2020 um 28,5 Prozent auf EUR 898,4 Mio. zurück. In Relation zu den Umsatzerlösen belaufen sich die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen im Berichtszeitraum auf 55 Prozent (nach 59,7 Prozent 2019). Die Gründe dafür waren geringere Produktionsmengen und rückläufige Marktpreise, insbesondere für Zellstoff, Natronlauge und Energie. Der Personalaufwand reduzierte sich im Berichtsjahr um 10,1 Prozent auf EUR 355,8 Mio., wobei ein wesentlicher Teil des Rückgangs sich aus der Kurzarbeitsregelung in Österreich ergab. In Relation zu den Umsatzerlösen der Lenzing Gruppe lagen die Personalaufwendungen bei 21,8 Prozent (nach 18,8 Prozent 2019). Der Steueraufwand in Höhe von EUR 32,8 Mio. (nach EUR 48,9 Mio. 2019) ist durch Währungseffekte und die Wertberichtigung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge einzelner Konzernunternehmen beeinflusst. Das Ergebnis auf das eingesetzte Kapital (ROCE) ging 2020 von 5,3 Prozent auf minus 0,6 Prozent zurück. Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) verringerte sich von 10,5 Prozent auf 1,3 Prozent.


Lenzing Gruppe

139 Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

33 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG


Segment Fasern

Das Segment Fasern bündelt sämtliche Produktionsschritte der Lenzing Gruppe von Holz über Zellstoff und Bioraffinerie-Produkte bis zu den Fasern. Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und die Erhöhung des Spezialfaseranteils im Sinne der sCore TEN Strategie stellten auch 2020 den Kern der Aktivitäten im Segment Fasern dar. Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand. Die COVID-19-Krise und die allgemein gesunkene Nachfrage nach Fasern am Weltmarkt wirkten sich auch negativ auf die Faserverkaufsmenge der Lenzing aus und führten zu einer niedrigeren Auslastung der Zellstoff- und Faserproduktion bzw. zu einem Lageraufbau. Die Umsatzerlöse des Segments Fasern gingen 2020 um 22,4 Prozent auf EUR 1,62 Mrd. zurück. Das Segmentergebnis (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 41 Prozent auf EUR 190,8 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 80,4 Prozent auf EUR 30,9 Mio.

Holz

Die negativen Folgen des Klimawandels stellen den Holzmarkt seit nunmehr drei Jahren auf eine extreme Belastungsprobe. Für den mitteleuropäischen Markt, der für den Holzeinkauf der Lenzing Gruppe relevant ist, gab es aufgrund der anhaltenden Trockenheit auch 2020 keine Entlastung. Der Befall der Bäume durch Borkenkäfer verursachte erneut große Mengen an Kalamitätsholz. Die COVID-19-Krise und die marktbedingten Produktionsrücknahmen in der Zellstoffindustrie in Kombination mit einer vergleichsweise regen Nachfrage der Säge- und Plattenindustrie trugen zu einer weiteren Destabilisierung des Marktgleichgewichtes bei. Insbesondere bei Nadelindustrieholz führte dadurch ein erhebliches 1 Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92 (Lenzing) bzw. FSC-C118737 und PEFC/08-31-0025 (Paskov) Überangebot zu einem weiteren Rückgang der Preise im Berichtsjahr. Der Markt und die Preise für Laubindustrieholz entwickelten sich vergleichsweise stabil. Die Lenzing Gruppe konnte in der Berichtsperiode eine gute Versorgungslage ihrer beiden Zellstoffwerke an den Standorten Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) sicherstellen. Die Auditierung nach den Forstzertifizierungssystemen Forest Stewardship Council ® (FSC ® ) und Programme for the Endorsement of Forest Certification™ (PEFC™) bestätigte auch 2020 für beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC™- und FSC ® -zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen 1.

Bioraffinerie Zellstoff

Der Bereich Zellstoff & Holz versorgt die Faserproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff und betreibt an den Standorten Lenzing und Paskov eigene Faserzellstoffwerke. Damit werden ca. zwei Drittel des Zellstoffbedarfes der Lenzing Gruppe abgedeckt. Der Rest wird auf Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den beiden Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wurden 2020 insgesamt ca. 578.000 Tonnen Faserzellstoff produziert. Der Preis für laubholzbasierten Faserzellstoff in China ging in den ersten beiden Quartalen 2020 bedingt durch das äußerst schwierige Marktumfeld bei Standardviscose und Papierzellstoff weiter zurück und markierte im Juli ein neues historisches Tief von USD 607 pro Tonne. Im 2. Halbjahr erholte sich der Preis und lag Geschäftsentwicklung der Segmente 139 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 33 mit USD 730 pro Tonne per 31. Dezember 15,5 Prozent über dem Wert zu Jahresanfang. Im Durchschnitt des Berichtsjahres notierte der Preis für laubholzbasierten Faserzellstoff mit USD 643 pro Tonne 15,9 Prozent niedriger als 2019. Im 1. Halbjahr 2020 erfolgte die Fertigstellung des Ausbauprojektes am Standort Paskov. Lenzing steigerte dadurch die Zellstoffkapazitäten vor Ort von 270.000 Tonnen auf 285.000 Tonnen pro Jahr. Die Erhöhung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff ist ein wesentlicher Schritt in der Umsetzung der sCore TEN Strategie. Die Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien lief auch im Berichtsjahr weiterhin nach Plan. Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2019 beteiligte sich die Duratex-Gruppe im 1. Quartal des Berichtsjahres vereinbarungsgemäß mit einem Anteil von 49 Prozent am Joint-Venture LD Celulose. Lenzing hält 51 Prozent der Anteile dieses vollkonsolidierten Tochterunternehmens. Die erwarteten Baukosten liegen bei USD 1,38 Mrd. Finanziert wird das Projekt mittels Eigen- und langfristigem Fremdkapital. Der Abschluss der Finanzierungsverträge erfolgte ebenfalls planmäßig im 2. Quartal 2020. IFC, ein Mitglied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mitglied der IDB Group, unterstützen das Investitionsprogramm des Joint-Ventures LD Celulose. Die Exportkreditagentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligen sich ebenfalls am Finanzierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist unverändert für das 1. Halbjahr 2022 geplant. Ein besonderer Fokus wurde bei der Planung des neuen Werks auf die Nachhaltigkeitsaspekte gelegt. Das Joint-Venture hat sich einen über 44.000 ha großen, FSC ® -zertifizierten Nutzwald für die Bereitstellung der Biomasse gesichert 1. Diese Plantagen stehen ganz im Einklang mit der Richtlinie und den hohen Standards der Lenzing Gruppe für die Beschaffung von Holz und Zellstoff. Das Werk wird zu den produktivsten und energieeffizientesten Werken der Welt zählen und mehr als 50 Prozent des erzeugten Stroms als erneuerbare Energie ins öffentliche Netz einspeisen. Damit setzt Lenzing einen Meilenstein in der Umsetzung ihrer Klimaneutralitäts-Strategie.

Bioraffinerie-Produkte

In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Zellstoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet, wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz stofflich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmittel-, Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die biobasierten Produkte aus Lenzing. Die Preise für die Bioraffinerie-Produkte LENZING™ Acetic Acid Biobased und LENZING™ Furfural Biobased entwickelten sich 2020 auf einem niedrigeren Niveau. Im Durchschnitt gaben die Preise um 12 Prozent (LENZING™ Acetic Acid Biobased) bzw. 23 Prozent (LENZING™ Furfural Biobased) gegenüber dem Vorjahr nach. Die Verkaufsmengen gingen aufgrund der Anpassung der Produktionsmengen im Durchschnitt um 6 Prozent (LENZING™ Acetic Acid Biobased) bzw. 9 Prozent (LENZING™ Furfural Biobased) zurück. 1 FSC-Lizenzcode: FSC-C006042 Das Thema Nachhaltigkeit steht auch im Geschäftsfeld der Bioraffinerie-Produkte im Vordergrund. Die vom Forschungsinstitut Quantis durchgeführte Lebenszyklusanalyse bestätigte, dass Essigsäure der Marke LENZING™ Acetic Acid Biobased einen um mehr als 85 Prozent geringeren CO 2 -Fußabdruck aufweist als vergleichbare Produkte auf Basis fossiler Rohstoffe. Dieser Produktvorteil wird zunehmend als nutzenstiftend von Kunden wahrgenommen.

Energie

Die Lenzing Gruppe zählt mit ihrem Bioraffinerie-Konzept an den Standorten Lenzing und Paskov zu den Vorreitern einer möglichst energieautarken Zellstoff- und Faserproduktion. Für die anderen Produktionsstandorte entwickelt Lenzing Programme für mehr Energieeffizienz. Der Anteil erneuerbarer Energieträger wie Biomasse, Wasser und Abfall am weltweiten Energiemix der Lenzing Gruppe lag im Berichtsjahr 2020 bei 55,8 Prozent (2019: 51,6 %). Die Einkaufsstrategie der Lenzing Gruppe für die Hauptkostenträger Strom und Erdgas basiert auf kurzfristiger Beschaffung und einem hohen Spotmarktanteil. Die Energiepreise sind 2020 im Zuge der Mobilitätsbeschränkungen und Produktionsrücknahmen infolge der COVID-19-Krise deutlich gefallen.# Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Die Energieanlagen der Lenzing Gruppe

Die Ölpreise gingen bis Mitte April, bis sich die großen Ölproduzenten darauf einigten, die Produktion zu drosseln, stark zurück. Im Durchschnitt lagen die Ölpreise 2020 ca. 34 Prozent unter den Vorjahreswerten. Die Preise für Erdgas gingen 2020 ebenfalls weiter zurück und erreichten im 2. Quartal historische Tiefstände. Dies war neben dem Einbruch der Wirtschaftstätigkeit infolge der Pandemie insbesondere auf eine geringe Gasnachfrage im Winter und ein entsprechendes Überangebot an Flüssigerdgas zurückzuführen. Im Durchschnitt lagen die Gaspreise 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die negativen Auswirkungen von COVID-19 führten auch zu einem Rückgang der Strompreise, die durchschnittlich ca. 15 Prozent niedriger waren als im Vorjahr. Dass die Strompreise nicht in ähnlicher Weise fielen wie die Öl- und Gaspreise, lag vor allem daran, dass sich auch die Kohlepreise mit minus 16 Prozent gegenüber 2019 vergleichsweise stabil entwickelten. Zum anderen hielten sich die Preise für CO2-Zertifikate trotz des wirtschaftlichen Abschwungs konstant. Gegen Ende 2020 erreichten sie sogar neue Rekordstände, nachdem die EU ihre Zielvorgabe für die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf mindestens 55 Prozent erhöht hatte.

Die Energieanlagen der Lenzing Gruppe liefen auch 2020 im Normalbetrieb. Am Standort Lenzing stellen erneuerbare Energieträger, die zu einem großen Teil aus der Bioraffinerie kommen, dank der optimalen Anlagenstruktur traditionell die wichtigste Energiequelle dar. Der Einsatz von klassischen fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas lag 2020 bei 12,7 Prozent des Gesamtverbrauches (2019: 15,7 %). Ursache waren primär die COVID-19-bedingten Anpassungen der Produktionsmenge am Standort. Die kontinuierliche Verbesserung und Optimierung der Anlagen und des Verbrauches wurde im Berichtsjahr konsequent fortgesetzt. Die Anlagen in Paskov liefen auch im Berichtsjahr im Normalbetrieb. Die überschüssige Energie wurde ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

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Segment Fasern

Das Segment Fasern bündelt sämtliche Produktionsschritte der Lenzing Gruppe von Holz über Zellstoff und Bioraffinerie-Produkte bis zu den Fasern. Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und die Erhöhung des Spezialfaseranteils im Sinne der sCore TEN Strategie stellten auch 2020 den Kern der Aktivitäten im Segment Fasern dar. Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand. Die COVID-19-Krise und die allgemein gesunkene Nachfrage nach Fasern am Weltmarkt wirkten sich auch negativ auf die Faserverkaufsmenge der Lenzing aus und führten zu einer niedrigeren Auslastung der Zellstoff- und Faserproduktion bzw. zu einem Lageraufbau.

Die Umsatzerlöse des Segments Fasern gingen 2020 um 22,4 Prozent auf EUR 1,62 Mrd. zurück. Das Segmentergebnis (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 41 Prozent auf EUR 190,8 Mio. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 80,4 Prozent auf EUR 30,9 Mio.

Holz

Die negativen Folgen des Klimawandels stellen den Holzmarkt seit nunmehr drei Jahren auf eine extreme Belastungsprobe. Für den mitteleuropäischen Markt, der für den Holzeinkauf der Lenzing Gruppe relevant ist, gab es aufgrund der anhaltenden Trockenheit auch 2020 keine Entlastung. Der Befall der Bäume durch Borkenkäfer verursachte erneut große Mengen an Kalamitätsholz. Die COVID-19-Krise und die marktbedingten Produktionsrücknahmen in der Zellstoffindustrie in Kombination mit einer vergleichsweise regen Nachfrage der Säge- und Plattenindustrie trugen zu einer weiteren Destabilisierung des Marktgleichgewichtes bei. Insbesondere bei Nadelindustrieholz führte dadurch ein erhebliches

1 Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92 (Lenzing) bzw. FSC-C118737 und PEFC/08-31-0025 (Paskov)

Überangebot zu einem weiteren Rückgang der Preise im Berichtsjahr. Der Markt und die Preise für Laubindustrieholz entwickelten sich vergleichsweise stabil.

Die Lenzing Gruppe konnte in der Berichtsperiode eine gute Versorgungslage ihrer beiden Zellstoffwerke an den Standorten Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) sicherstellen. Die Auditierung nach den Forstzertifizierungssystemen Forest Stewardship Council ® (FSC ® ) und Programme for the Endorsement of Forest Certification™ (PEFC™) bestätigte auch 2020 für beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC™- und FSC ® -zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen 1 .

Bioraffinerie Zellstoff

Der Bereich Zellstoff & Holz versorgt die Faserproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe mit hochwertigem Faserzellstoff und betreibt an den Standorten Lenzing und Paskov eigene Faserzellstoffwerke. Damit werden ca. zwei Drittel des Zellstoffbedarfes der Lenzing Gruppe abgedeckt. Der Rest wird auf Basis langfristiger Verträge zugekauft. In den beiden Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wurden 2020 insgesamt ca. 578.000 Tonnen Faserzellstoff produziert. Der Preis für laubholzbasierten Faserzellstoff in China ging in den ersten beiden Quartalen 2020 bedingt durch das äußerst schwierige Marktumfeld bei Standardviscose und Papierzellstoff weiter zurück und markierte im Juli ein neues historisches Tief von USD 607 pro Tonne. Im 2. Halbjahr erholte sich der Preis und lag

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Die Anlagen in Purwakarta (Indonesien) wurden mit hohen Verfügbarkeiten betrieben und weiter optimiert. Der historisch betrachtet immer noch hohe Kohlepreis in Asien sorgte im 1. Halbjahr 2020 für anhaltend hohe Energiekosten. Im 2. Halbjahr ging der Kohlepreis um ca. 10 Prozent zurück. Der Strompreis entwickelte sich auf einem ähnlichen Niveau wie 2019. Die Dampfkosten am Standort Nanjing (China) konnten im Berichtsjahr trotz des hohen Kohlepreises deutlich reduziert werden. Im Durchschnitt lagen die Dampfkosten um ca. 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Umstellung der Energieerzeugung von Kohle auf Erdgas mit dem Ziel, CO 2 -Emissionen zu reduzieren, wurde auch im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Der Netzstrompreis lag um ca. 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weitere Rohstoffe

Der wirtschaftliche Schock infolge der COVID-19-Pandemie führte 2020 zu einem deutlichen Rückgang der globalen Rohstoffpreise.

Natronlauge

Natronlauge kommt bei der Herstellung von Zellstoff zum Einsatz und ist ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von Viscose- und Modalfasern. Es fällt als Kuppelprodukt bei der Chlorproduktion an. Die Preise für Natronlauge entwickelten sich 2020 in Europa wie in Asien deutlich rückläufig. Der deutlich schwächeren Nachfrage infolge der COVID-19-Krise stand aufgrund der generell guten Nachfrage nach Chlor eine vergleichsweise hohe Produktionsmenge gegenüber. Dies führte zu einem erheblichen Überangebot an Natronlauge und in weiterer Folge zu der Preisreduktion.

Schwefel

Schwefel ist ein wesentliches Ausgangsprodukt für die Herstellung der Rohstoffe Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure, die wiederum für die Produktion von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden. Die Schwefelpreise gingen infolge der COVID-19-Pandemie zwischenzeitlich ebenfalls zurück, verzeichneten jedoch gegen Ende des Berichtsjahres eine spürbare Erholung.

Fasern

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strategische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, wurde erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennkapazität von 100.000 to beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bauarbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch 2020 planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden. Mit der Neupositionierung ihrer Produktmarken sendete die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2018 eine starke Botschaft an die Konsument/innen. Mit TENCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Textilbereich, VEOCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Vliesstoffbereich und LENZING™ für alle industriellen Anwendungen bringt das Unternehmen gezielt seine Stärken zum Ausdruck. Lenzing erhöhte die Sichtbarkeit ihrer Marken im Berichtsjahr durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen weiter.

Die Lenzing Gruppe erzielte 2020 einen reinen Faserumsatz in Höhe von EUR 1,36 Mrd. Davon entfielen ca. 62 Prozent auf Fasern für Textilien sowie ca. 38 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe und Fasern für Spezialanwendungen. Absatzregionen waren: North Asia gefolgt von AMEA (Asia, Middle East & Africa) sowie Europe & Americas. Die Gesamtfaserverkaufsmenge verringerte sich 2020 infolge der COVID-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Textil- und Bekleidungsindustrie um 12,4 Prozent auf ca. 787.000 Tonnen (2019: ca. 899.000 Tonnen). Der Anteil von Spezialfasern am Konzernumsatz lag mit 62 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 51,6 Prozent. Der Anteil der Standardfasern verringerte sich 2020 von 33,7 Prozent auf 21,7 Prozent. Der Anteil sonstiger Geschäftsfelder stieg von 14,7 Prozent auf 16,3 Prozent.

141 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

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Fasern für Textilien

Das Geschäft mit Textilfasern wurde 2020 stark durch die COVID-19-Krise beeinträchtigt. Die Schließung von Geschäften im Einzelhandel ließ die Fasernachfrage im 1. Quartal 2020 ausgehend von China und später in praktisch allen Märkten weltweit stark zurückgehen.# Die globalen Auswirkungen der Pandemie waren auch für Lenzing deutlich spürbar und führten über alle Segmente und Fasertypen im Bereich der Textilfasern hinweg zu deutlichen Umsatzrückgängen.

Die schrittweise Lockerung von Maßnahmen und Öffnung von Geschäften führte ab Ende des 2. Quartals zu einer Rückkehr der Nachfrage, insbesondere nach holzbasierten Spezialfasern wie TENCEL™ Modal. Diese kommen wegen ihrer besonderen Weichheit und ihres hohen Tragekomforts stark in körpernahen Anwendungen (Innerwear) zum Einsatz und profitierten aufgrund der anhaltenden Einschränkungen des sozialen Lebens und der Home-Office-Regelungen als Erstes von der Erholung. In den darauffolgenden Monaten erholte sich auch die Nachfrage nach TENCEL™ Lyocellfasern und LENZING™ ECOVERO™ Fasern spürbar. Eine vergleichsweise langsame Erholung verzeichnete der Absatz des Hochleistungs-Faser- typs Lenzing FR für Arbeits- und Schutzbekleidung. Das Interesse der Modemarken für TENCEL™ x REFIBRA™ Fasern entwickelte sich trotz COVID-19 auch im Berichtsjahr auf einem hohen Niveau. Die REFIBRA™ Technologie ist die weltweit einzige Technologie zur Herstellung von neuen Lyocellfasern auf Basis von Resten aus der Produktion von Baumwollbekleidung und getragenen Kleidungsstücken im kommerziellen Maßstab, und ist daher einen wichtiger Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie.

Ungeachtet der COVID-19-Krise arbeitete Lenzing 2020 auch im Bereich Textilfasern konsequent an der Umsetzung ihrer sCore TEN Strategie. Im Berichtsjahr stellte Lenzing ihre zweite Pilot-Fertigungslinie für TENCEL™ Luxe Filamente fertig. Mit der neuen Anlage, für die am Standort Lenzing EUR 30 Mio. investiert wurden, sind nun ausreichend Kapazitäten verfügbar, um kommerzielle Programme und weitere Faserapplikationen zu entwickeln.

Um die Dekarbonisierung der eigenen Wertschöpfung und der gesamten textilen Lieferkette voranzutreiben, entwickelte Lenzing auch ihr Produktangebot weiter und führte im 3. Quartal die ersten CO 2 -neutralen Fasern am Markt ein. Die neuen Fasern, die unter der Marke TENCEL™ vertrieben werden, sind gemäß der Richtlinie des „CarbonNeutral Protocol“ als CarbonNeutral ® -Produkte für die Textilindustrie zertifiziert. Lenzing und ihre Premiummarke im Textilbereich arbeiten im Rahmen der Kampagne „True Carbon Zero“ eng mit verschiedenen Partnern, darunter Modemarken, Designern und Nichtregierungsorganisationen, zusammen, um das gemeinsame Ziel der CO 2 -Neutralität zu erreichen.

Neben Umweltschutz stellt auch die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette eine große Herausforderung für die Textilindustrie dar. Lenzing bietet in Kooperation mit TextileGenesis™ eine innovative Lösung auf Basis der Blockchain-Technologie an, um dieser gerecht zu werden. Nach mehreren erfolgreichen Pilotprojekten mit namhaften Modemarken erfolgte im 4. Quartal die Einführung dieser digitalen Plattform, die die Rückverfolgbarkeit von Textilien über alle Produktions- und Vertriebsstufen bis zur Faser sicherstellen kann. Mehr als 100 Kunden und Partner entlang der textilen Wertschöpfungskette aus Indien, Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka konnten den entsprechenden Onboarding-Prozess bis Ende 2020 erfolgreich abschließen. Dank der innovativen Fiber- coin™-Technologie der TextileGenesis™-Plattform können Lenzing und ihre Partner sogenannte „Blockchain Assets“ im direkten Verhältnis zu den physischen Faserlieferungen der Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ ausgeben. Diese digitalen Assets funktionieren wie ein „Fingerabdruck“ und beugen Fälschungen vor.

Die Sichtbarkeit der Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ wurde 2020 trotz der anhaltenden COVID-19-Krise weiter erhöht. Die Zahl der Endprodukte, die für den Vertrieb dieser Marken lizensiert sind, stieg im Vorjahresvergleich um 33 Prozent. Die Zahl der Co-Branding-Partner konnte um ca. 56 Prozent gesteigert werden. Mit #FeelsSoRight rückt Lenzing das Thema nachhaltige Mode gemeinsam mit 31 Co-Branding-Partner, darunter Jockey, Camper ® und Zalora, und internationalen Lifestyle-Magazinen wie Vogue, ELLE und Cosmopolitan in das Bewusstsein von Konsument/innen. Bis Ende 2020 erreichte die globale Kampagne mehr als 90 Mio. Menschen weltweit (Impressions). Das digitale Vermarktungskonzept „Where to buy“ auf der Produktwebsite www.tencel.com ermöglicht die Präsentation und Verknüpfung von Produkten mit TENCEL™ Fasern in den Online-Shops von inzwischen mehr als 220 Partnern. Die Produktwebsite generierte 2020 mehr als 1,3 Mio. Seitenabrufe (Page Views) und damit um 48,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Lenzing Fasern verzeichneten auch bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in Los Angeles einen tollen Erfolg. Gleich drei Kleider, getragen von nominierten und siegreichen Filmstars, wurden aus Stoffen mit TENCEL™ Luxe Filamenten handgefertigt. Die starke Resonanz in den sozialen Medien bot eine hervorragende Plattform für dieses nachhaltige und innovative Produkt der Lenzing Gruppe.

Fasern für Vliesstoffe

Der Bereich Fasern für Vliesstoffe stellte 2020 mehr denn je eine wichtige strategische Stütze für Lenzing dar. Der Markt für Feuchttücher setzte seinen langfristigen Trend fort und verzeichnete erneut ein starkes Wachstum. Der Bereich der Vliesfasern profitierte darüber hinaus auch vom dringenden Bedarf an Hygiene- und Medizinprodukten. Das durch COVID-19 gesteigerte Hygienebewusstsein führte insbesondere zu einer starken Nachfrage nach Reinigungs-, Hygiene- und Desinfektionstüchern. Im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN konzentriert sich Lenzing auch im Bereich Vliesfasern weiterhin auf nachhaltige Innovationen, die optimal auf die Bedürfnisse der Wertschöpfungskette abgestimmt sind.

Energie und Rohstoffe

Energie

Die Anlagen in Purwakarta (Indonesien) wurden mit hohen Verfügbarkeiten betrieben und weiter optimiert. Der historisch betrachtet immer noch hohe Kohlepreis in Asien sorgte im 1. Halbjahr 2020 für anhaltend hohe Energiekosten. Im 2. Halbjahr ging der Kohlepreis um ca. 10 Prozent zurück. Der Strompreis entwickelte sich auf einem ähnlichen Niveau wie 2019. Die Dampfkosten am Standort Nanjing (China) konnten im Berichtsjahr trotz des hohen Kohlepreises deutlich reduziert werden. Im Durchschnitt lagen die Dampfkosten um ca. 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Umstellung der Energieerzeugung von Kohle auf Erdgas mit dem Ziel, CO 2 -Emissionen zu reduzieren, wurde auch im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Der Netzstrompreis lag um ca. 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weitere Rohstoffe

Natronlauge

Natronlauge kommt bei der Herstellung von Zellstoff zum Einsatz und ist ein wichtiges Vorprodukt für die Herstellung von Viscose- und Modalfasern. Es fällt als Kuppelprodukt bei der Chlorproduktion an. Die Preise für Natronlauge entwickelten sich 2020 in Europa wie in Asien deutlich rückläufig. Der deutlich schwächeren Nachfrage infolge der COVID-19-Krise stand aufgrund der generell guten Nachfrage nach Chlor eine vergleichsweise hohe Produktionsmenge gegenüber. Dies führte zu einem erheblichen Überangebot an Natronlauge und in weiterer Folge zu der Preisreduktion.

Schwefel

Schwefel ist ein wesentliches Ausgangsprodukt für die Herstellung der Rohstoffe Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure, die wiederum für die Produktion von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden. Die Schwefelpreise gingen infolge der COVID-19-Pandemie zwischenzeitlich ebenfalls zurück, verzeichneten jedoch gegen Ende des Berichtsjahres eine spürbare Erholung.

Fasern

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strategische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, wurde erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennkapazität von 100.000 to beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bauarbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch 2020 planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Mit der Neupositionierung ihrer Produktmarken sendete die Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2018 eine starke Botschaft an die Konsument/innen. Mit TENCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Textilbereich, VEOCEL™ als Dachmarke für alle Spezialitäten im Vliesstoffbereich und LENZING™ für alle industriellen Anwendungen bringt das Unternehmen gezielt seine Stärken zum Ausdruck. Lenzing erhöhte die Sichtbarkeit ihrer Marken im Berichtsjahr durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen weiter.

Die Lenzing Gruppe erzielte 2020 einen reinen Faserumsatz in Höhe von EUR 1,36 Mrd. Davon entfielen ca. 62 Prozent auf Fasern für Textilien sowie ca. 38 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe und Fasern für Spezialanwendungen. Absatzregionen waren: North Asia gefolgt von AMEA (Asia, Middle East & Africa) sowie Europe & Americas. Die Gesamtfaserverkaufsmenge verringerte sich 2020 infolge der COVID-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Textil- und Bekleidungsindustrie um 12,4 Prozent auf ca. 787.000 Tonnen (2019: ca. 899.000 Tonnen). Der Anteil von Spezialfasern am Konzernumsatz lag mit 62 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert von 51,6 Prozent. Der Anteil der Standardfasern verringerte sich 2020 von 33,7 Prozent auf 21,7 Prozent. Der Anteil sonstiger Geschäftsfelder stieg von 14,7 Prozent auf 16,3 Prozent.

Geschäftsbericht 2020 Lenzing Gruppe
142 Jahresfinanzbericht 2020
Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG
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Lenzing AG

Segment Lenzing Technik

Die Lenzing Technik GmbH wurde per 30. September 2020 mit der Lenzing Aktiengesellschaft verschmolzen und ist damit ab diesem Zeitpunkt ein eigener Geschäftsbereich innerhalb der Lenzing AG. Lenzing Technik tritt in den Bereichen Filtrations- und Separationstechnik sowie Mechanische Fertigung als Anbieter am Markt auf. Beide Bereiche dienen auch als Kompetenzzentren für die Fasertechnologien der Lenzing Gruppe.

Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete die Lenzing Technik Umsatzerlöse in der Höhe von EUR 23 Mio. nach EUR 30,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019. Das entspricht einem Rückgang von 23,6 Prozent. Vom Segmentumsatz entfielen EUR 9 Mio. auf Kunden außerhalb der Lenzing Gruppe (nach EUR 11,5 Mio. im Vorjahr). Das EBITDA lag bei EUR 2,1 Mio. nach EUR 3,2 Mio. im Vorjahr. Der Personalstand der Lenzing Technik betrug zum 31. Dezember 2020 exklusive Lehrlinge 159 (Ende 2019: 170).

Filtrations- und Separationstechnik

Als Vorreiter auf dem Fachgebiet der Fest-Flüssig-Trennung beschäftigt sich der Bereich der Filtrations- und Separationstechnik mit der Entwicklung und Realisierung von kundenspezifischen Filtrationanwendungen. Die innovativen Filtrationssysteme ermöglichen Kunden effizientere Produktionsprozesse und damit eine höhere Wirtschaftlichkeit.

Mechanische Fertigung

Die mechanische Fertigung ist Hersteller Know-how- und produktionskritischer Maschinen- und Anlagenkomponenten für alle Standorte der Lenzing Gruppe. Zudem leistet der Bereich einen wertvollen Beitrag zum Schutz des geistigen Eigentums als Entwicklungspartner und Dienstleister innerhalb der Lenzing Gruppe – von der Forschung bis zur fertigen Anlage und darüber hinaus.

Segment Sonstige

Der Umsatz im Segment Sonstige ging im Geschäftsjahr 2020 um 23,7 Prozent auf EUR 4,6 Mio. zurück. Vom Segmentumsatz entfielen EUR 1,9 Mio. auf Kunden außerhalb der Lenzing Gruppe (nach EUR 2,5 Mio. im Vorjahr). Das EBITDA fiel auf EUR 1,2 Mio. und das EBIT auf EUR 1 Mio.

Lenzing Gruppe

Vliesfasern

darüber hinaus auch vom dringenden Bedarf an Hygiene- und Medizinprodukten. Das durch COVID-19 gesteigerte Hygienebewusstsein führte insbesondere zu einer starken Nachfrage nach Reinigungs-, Hygiene- und Desinfektionstüchern. Im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN konzentriert sich Lenzing auch im Bereich Vliesfasern weiterhin auf nachhaltige Innovationen, die optimal auf die Bedürfnisse der Wertschöpfungskette abgestimmt sind.

Mit dem neuen Vliesstoff-Entwicklungs-Zentrum am Campus Münchberg in Deutschland, das im September 2020 eröffnet wurde, unterstützen Lenzing und die Hochschule Hof die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Hygiene-, Körperpflege- und Medizinbranche. Der Gewinn des österreichischen Staatspreises für Innovation im Oktober des Berichtsjahres ist ein weiterer Beleg für die Leistungen und die Strategie der Lenzing, ausschließlich mit nachhaltigen Innovationen zu wachsen. Lenzing überzeugte die Jury mit ihrer LENZING™ Web Technology. Das neuartige Verfahren ist eine echte Pionierleistung und vereint die Faser- und Vliesherstellung in nur einem Schritt und setzt damit neue Standards in Hinblick auf Effizienz, Kreislaufwirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit.

2020 erfolgte außerdem die Einführung der neuen LENZING™ Lyocell Fine Skin und LENZING™ Lyocell Micro Skin Fasern unter der Marke VEOCEL™ Beauty. Diese innovativen Fasern zeichnen sich durch ein hohes Maß an Feinheit, Weichheit und Lichtdurchlässigkeit aus und eignen sich insbesondere für Gesichtsmasken. Zudem wird ein spezielles Identifikationssystem eingesetzt. Dieses sorgt für mehr Transparenz in der Lieferkette und ermöglicht es, Lyocellfasern der Marke VEOCEL™ im Endprodukt zu identifizieren.

Der Trend zu nachhaltigeren Lösungen aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubaren Materialien in Kombination mit neuen Regularien wie der 2019 herausgegebenen Einwegkunststoff-Richtlinie der EU unterstützt die Nachfrage nach Fasern der Lenzing für Vliesstoffe. Die EU sieht gemäß der Richtlinie eine einheitliche Kennzeichnung von Kunststoffen in Feuchttüchern vor. Mit ihren holzbasierten Cellulosefasern der Marke VEOCEL™ bietet Lenzing eine umweltverträgliche Alternative zu erdölbasierten Fasern. Markenpartner können ihre Produkte unter Einhaltung genau definierter Lizenzkriterien mit dem Logo der Marke kennzeichnen und damit mehr Transparenz für Konsument/innen schaffen. Diese Kriterien stellen sicher, dass Produkte mit dem Logo der Marke VEOCEL™ frei von synthetischen Fasern sind. Neben den Cellulosefasern der Marke VEOCEL™ müssen folglich auch alle weiteren Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sein.

Die Marke VEOCEL™ konnte ihr Netzwerk an Co-Branding-Partner im Berichtsjahr um neue Unternehmen und Marken wie Kotex ®, Amway und Earth Rated ® erweitern und sich damit weiter am Markt etablieren. Mit der Umweltinitiative #ItsInOurHands erreichte Lenzing bis Ende 2020 mehr als 40 Mio. Menschen und steigerte damit nicht nur die Sichtbarkeit der Marke VEOCEL™, sondern auch das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit für einen umweltbewussten Umgang mit Feuchttüchern. Die Initiative startete im 4. Quartal 2019 und klärt darüber auf, dass ein Großteil der am Markt erhältlichen Feuchttücher Plastik enthält und dieses eine starke Belastung für die Umwelt darstellt. Lenzing gestaltete 2020 auch ihre Produktwebsite www.veocel.com neu. Diese ist nun in 9 Sprachen verfügbar und enthält darüber hinaus eine „Where-to-buy“-Plattform mit 20 Markenpartnern.

Fasern für Spezialanwendungen

Die holzbasierten Cellulosefasern der Lenzing kommen auch in einer breiten Palette von technischen Spezialanwendungen zum Einsatz. Lenzing erfreut sich aufgrund der besonderen Eigenschaften ihrer innovativen Lösungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität einer wachsenden Nachfrage in diesem Geschäftsfeld und richtet ihren Fokus zunehmend auf hochwertige Anwendungen wie Komponenten für die E-Mobilität, Baustoffverstärkungen, Auskleidungen von Hochtemperaturöfen, Kaffee- und Teefilterverpackungen und biologisch abbaubare Spezialtücher.

Co-Produkte der Faserproduktion

Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder Modalfasern produziert, als Co-Produkt LENZING™ Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und Glasindustrie sowie für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln eingesetzt. Die Verkaufsmenge am Standort Lenzing verringerte sich 2020 bei einem um 3 Prozent höheren Preis um 14 Prozent. Seit 2019 produziert und vermarktet Lenzing mit dem LENZING™ Calciumsulfat ein weiteres Co-Produkt.

Hygiene Austria LP GmbH

Im 2. Quartal 2020 gründeten Lenzing und die Palmers Textil AG das Joint-Venture Hygiene Austria LP GmbH mit dem Ziel, den erhöhten Bedarf der Bevölkerung an hochwertigen Hygiene- und Schutzartikeln zu decken. Das neue, nach der Equity-Methode bewertete Unternehmen, an dem Lenzing 50,1 Prozent und Palmers 49,9 Prozent hält, startete ab Mai des Berichtsjahres mit der Produktion und dem Verkauf von MNS- und FFP2-Masken. Das Produktsortiment wurde in einem nächsten Schritt um Masken für Kinder erweitert. Mit der Einführung eines Online-Shops (https://hygiene-austria.at) wurde im 3. Quartal ein weiterer Vertriebsweg geschaffen.

143 Jahresfinanzbericht 2020# Menschen und steigerte damit nicht nur die Sichtbarkeit der Marke VEOCEL™, sondern auch das Bewusstsein einer breiten Öentlichkeit für ei-
nen umweltbewussten Umgang mit Feuchttüchern. Die Initiative startete im 4. Quartal 2019 und klärt darüber auf, dass ein Großteil der am Markt erhältlichen Feuchttücher Plastik enthält und dieses eine starke Belastung für die Umwelt darstellt. Lenzing gestaltete 2020 auch ihre Produktwebsite www.veocel.com neu. Diese ist nun in 9 Sprachen verfügbar und enthält darüber hinaus eine „Where-to-buy“-Plattform mit 20 Markenpartnern.

Fasern für Spezialanwendungen

Die holzbasierten Cellulosefasern der Lenzing kommen auch in ei- ner breiten Palette von technischen Spezialanwendungen zum Ein- satz. Lenzing erfreut sich aufgrund der besonderen Eigenschaften ihrer innovativen Lösungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität einer wachsenden Nachfrage in diesem Geschäftsfeld und richtet ihren Fokus zunehmend auf hochwertige Anwendungen wie Kom- ponenten für die E-Mobilität, Baustoverstärkungen, Auskleidun- gen von Hochtemperaturöfen, Kaee- und Teelterverpackungen und biologisch abbaubare Spezialtücher.

Co-Produkte der Faserproduktion

Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder Mo- dalfasern produziert, als Co-Produkt LENZING™ Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und Glasindustrie sowie für die Er- zeugung von Lebens- und Futtermitteln eingesetzt. Die Verkaufs- menge am Standort Lenzing verringerte sich 2020 bei einem um 3 Prozent höheren Preis um 14 Prozent. Seit 2019 produziert und vermarktet Lenzing mit dem LENZING™ Calciumsulfat ein weiteres Co-Produkt.

Hygiene Austria LP GmbH

Im 2. Quartal 2020 gründeten Lenzing und die Palmers Textil AG das Joint-Venture Hygiene Austria LP GmbH mit dem Ziel, den er- höhten Bedarf der Bevölkerung an hochwertigen Hygiene- und Schutzartikeln zu decken. Das neue, nach der Equity-Methode be- wertete Unternehmen, an dem Lenzing 50,1 Prozent und Palmers 49,9 Prozent hält, startete ab Mai des Berichtsjahres mit der Pro- duktion und dem Verkauf von MNS- und FFP2-Masken. Das Pro- duktsortiment wurde in einem nächsten Schritt um Masken für Kin- der erweitert. Mit der Einführung eines Online-Shops (https://hygiene-austria.at) wurde im 3. Quartal ein weiterer Ver- triebsweg geschaen.

144 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 38 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Er- höhung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klima- ziele im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN stellten auch im Berichtsjahr den Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe dar. Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio- logische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich 2020 auf EUR 668,8 Mio. nahezu verdreifacht (2019: EUR 244 Mio.). Der starke Anstieg des Investitionsvolumens ist auf die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand zurückzuführen.

Die Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien schreitet weiterhin planmäßig voran. Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2019 beteiligte sich die Duratex-Gruppe im 1. Quartal des Berichtsjahres vereinbarungsgemäß mit einem Anteil von 49 Prozent am Joint-Venture LD Celulose. Lenzing hält 51 Pro- zent der Anteile. Die erwarteten Baukosten liegen bei USD 1,38 Mrd. Finanziert wird das Projekt im Wesentlichen mit- tels langfristigem Fremdkapital. Der Abschluss der entsprechen- den Finanzierungsverträge erfolgte planmäßig im 2. Quartal 2020. IFC, ein Mitglied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mit- glied der IDB Group, unterstützen das Investitionsprogramm des Joint-Ventures LD Celulose. Die Exportkreditagentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligten sich ebenfalls am Finan- zierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist für das 1. Halbjahr 2022 geplant.

Im 1. Halbjahr 2020 erfolgte die Fertigstellung des Ausbauprojektes am Standort Paskov. Lenzing steigerte dadurch die Zellstoffkapazi- täten vor Ort von 270.000 Tonnen auf 285.000 Tonnen pro Jahr. Die Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten erfolgte schrittweise seit 2018.

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strate- gische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, ist bereits erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennka- pazität von 100.000 Tonnen beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bau- arbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch im Berichtsjahr planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Im Berichtsjahr stellte Lenzing außerdem ihre zweite Pilot-Ferti- gungslinie für TENCEL™ Luxe Filamente fertig. Mit der neuen An- lage, für die am Standort Lenzing EUR 30 Mio. investiert wurden, sind nun ausreichend Kapazitäten verfügbar, um kommerzielle Pro- gramme und weitere Faserapplikationen zu entwickeln.

Im Juni 2019 gab Lenzing bekannt, ihren CO 2 -Ausstoß substanziell zu reduzieren und dafür in den kommenden Jahren mehr als EUR 100 Mio. in nachhaltige Technologien und Produktionsanla- gen zu investieren. Ein Großteil der Investitionen ießt in den Aus- bau der geschlossenen Produktionsprozesse und in die Moderni- sierung der Abwasseraufbereitungsanlagen. Darüber hinaus inves- tiert Lenzing in die Verbesserung des Energiemix. Am Standort Nanjing wurde etwa im Berichtsjahr die Umstellung der Energieer- zeugung von Kohle auf Erdgas weiter vorangetrieben. Die Ent- scheidung, EUR 40 Mio. in die Erweiterung der Produktion des Rohstoes Schwefelsäure am Standort Lenzing zu investieren ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Mit ei- ner neuen Luftreinigungs- und Wiederaufbereitungsanlage werden nicht nur die Eigenversorgung optimiert und die Prozesssicherheit erhöht. Die Investition trägt auch wesentlich zur Verbesserung des ökologischen Fußabdruckes am Standort Lenzing bei.

Investitionen 145 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 39

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing Gruppe sind im zentralen Bereich Research and Development (R&D) am Standort Lenzing gebündelt. Per Ende 2020 waren 212 Mitarbei- ter/innen in dem Bereich beschäftigt. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E), berechnet nach Frascati (abzüglich erhal- tener Förderungen), beliefen sich auf EUR 34,8 Mio. nach EUR 53,2 Mio. im Jahr 2019. Der Rückgang resultiert aus Vorberei- tungen auf Investitionen, die sich erst in den kommenden Quarta- len in höherem Maße auf das Volumen der F&E-Ausgaben auswir- ken werden, sowie COVID-19-bedingten Restriktionen. In Relation zu den Umsatzerlösen beliefen sich die F&E-Ausgaben auf 2,1 Pro- zent (nach 2,5 Prozent im Jahr 2019).

Die von R&D erbrachten Leis- tungen zeigen sich auch an den 1.369 Patenten und Patentanmel- dungen (aus 180 Patentfamilien), welche die Lenzing Gruppe welt- weit in 55 Ländern hält. Die Pandemie und die einhergehenden Einschränkungen beein- ussten auch den Bereich R&D. Die Schlüsselprojekte konnten 2020 dennoch umgesetzt bzw. weiter vorangetrieben werden, auch die Serviceleistungen für andere Bereiche der Organisationen konnten aufrechterhalten werden.

Schwerpunkte 2020

Im Oktober 2020 wurde Lenzing mit dem österreichischen „Staatspreis Innovation“ ausgezeichnet. Lenzing ging mit dem Pro- jekt LENZING™ Web Technology als Sieger hervor und erhielt da- mit die höchste Anerkennung für besonders innovative Leistungen in Österreich. Lenzing erhielt im Oktober 2020 auch den Pegasus Award in Silber in der Kategorie „Innovationskaiser“. Beide Aus- zeichnungen setzen ein Hauptaugenmerk auf Nachhaltigkeitsas- pekte und unterstreichen daher die Leistungen der Lenzing im Be- reich nachhaltigen Innovationen.

Mit der LENZING™ Web Technology setzt Lenzing neue Stan- dards in Hinblick auf Ezienz, Kreislaufwirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit. Das Verfahren erlaubt die Herstellung von cellulo- sischen Vliesstoen direkt aus der Spinmasse, wodurch Verarbei- tungsschritte entlang der Wertschöpfungskette entfallen. Darüber hinaus ermöglicht es die Herstellung von Vliesstoen mit Eigen- schaften, die sonst mit dem Rohmaterial Cellulose nicht zu reali- sieren sind. So wurde 2020 kurzfristig mit der Entwicklung eines Vlieses, das in Schutzmasken einsetzbar sowie biobasiert und bio- logisch abbaubar ist, begonnen. Dieses Projekt wird im Rahmen des Emergency-Call der FFG zur Erforschung von COVID-19 ge- fördert.

Der Einsatz von holzbasierten Cellulosefasern in Vlies-Anwendun- gen war aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach biobasierten Produkten in dem Bereich ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Berichtsjahr. Neben der Entwicklung neuer Anwendungen gemeinsam mit den Partnern wurde insbe- sondere das Abbauverhalten dieser Produkte in unterschiedlichen Umgebungen untersucht. Mit den neuen LENZING™ Lyocell Fine Skin und LENZING™ Lyocell Micro Skin Fasern für den Beauty- Bereich brachte Lenzing darüber hinaus Fasern auf den Markt, die das eigens entwickelte Identikationssystem erstmals auch im Vliessto-Bereich zum Einsatz bringen und somit eine zweifelsfreie Identikation der Fasern erlauben. Der Einsatz der Blockchain- Technologie zur Rückverfolgung der Lenzing Fasern wurde ge- meinsam mit dem Partner TextileGenesis™ weiterentwickelt und in ersten Regionen erfolgreich eingeführt.

Nachhaltigkeit ist auch bei der Weiterentwicklung der Produkti- onsprozesse für Zellsto und Fasern ein wesentlicher Aspekt.# Forschung und Entwicklung

Bioranerie-Aktivitäten und Kreislaufwirtschaft

So wurden im Zuge der Bioranerie-Aktivitäten zusätzliche Produkte evaluiert, um die stoiche Verwertung des Rohstoes Holz weiter zu steigern. Auch an weiterer Kreislaufschließung und verbesserter Rückgewinnung wurde gearbeitet. Auf der Faserseite wurden um- fangreiche Aktivitäten zur Ressourcen- und Energieezienz ge- startet mit dem Ziel, den CO 2 -Ausstoß weiter zu senken und die von Lenzing gesetzten Klimaziele zu erreichen. Im Zuge dieser Ak- tivitäten ist Lenzing auch Partner in einem Projekt der Modellregion NEFI (New Energy for Industry). Ziel dabei ist, den Einsatz von neu- artigen Wärmepumpen im industriellen Umfeld zu etablieren und damit etwa den CO 2 -Ausstoß weiter zu senken.

Innovationszentren und Kooperationen

Einen intensiven Austausch gibt es auch mit den Applikations- und Innovationszentren in Hongkong und Purwakarta. Dort werden vor Ort gemeinsam mit Kunden neue Anwendungen für die Textilfa- sern der Lenzing Gruppe entwickelt. Lenzing intensiviert durch diese gemeinsame Entwicklungsarbeit die globale Zusammenar- beit mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette. Ein Beispiel für eine Entwicklung im Lenzing Application Innovation Center (AIC) in Hongkong ist die Zusammenarbeit mit Smartex. Dabei wird im AIC ein System von Kameras und Technologien im- plementiert, die in Rundstrickmaschinen installiert werden können, um Stofehlerprüfungen in Echtzeit durchzuführen und somit Tex- tilabfälle zu reduzieren.

Lenzing intensivierte 2020 trotz des schwierigen Umfelds die Zu- sammenarbeit mit Universitäten, NGOs und Firmen. So ist Lenzing Gründungsmitglied der Renewable Carbon Initiative (RCI). Elf füh- rende Unternehmen aus sechs Ländern haben im September 2020 unter der Leitung des nova-Instituts (Deutschland) diese Initiative gegründet. Ziel der Initiative ist es, den Übergang von fossilen Roh- stoen wie Erdöl, Erdgas und Kohle zu erneuerbarem Kohlensto für alle organischen Chemikalien und Materialien zu unterstützen und zu beschleunigen.

Im September 2020 wurde auch das neue Vliessto-Entwicklungszentrum an der Hochschule Hof (Deutsch- land) erönet. Als strategischer Partner erhält Lenzing damit Zu- gang zu den hochmodernen Anlagen, in denen künftig nachhaltige Lösungen für die Hygiene-, Körperpege- und Medizinbranche entwickelt werden.

Investitionen

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff, die Er- höhung des Spezialitätenanteils und die Umsetzung der Klima- ziele im Sinne der Unternehmensstrategie sCore TEN stellten auch im Berichtsjahr den Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe dar.

Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio- logische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich 2020 auf EUR 668,8 Mio. nahezu verdreifacht (2019: EUR 244 Mio.). Der starke Anstieg des Investitionsvolumens ist auf die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand zurückzuführen.

Die Errichtung des Zellstoffwerks in Brasilien schreitet weiterhin planmäßig voran. Nach der finalen Investitionsentscheidung im Dezember 2019 beteiligte sich die Duratex-Gruppe im 1. Quartal des Berichtsjahres vereinbarungsgemäß mit einem Anteil von 49 Prozent am Joint-Venture LD Celulose. Lenzing hält 51 Pro- zent der Anteile. Die erwarteten Baukosten liegen bei USD 1,38 Mrd. Finanziert wird das Projekt im Wesentlichen mit- tels langfristigem Fremdkapital. Der Abschluss der entsprechen- den Finanzierungsverträge erfolgte planmäßig im 2. Quartal 2020. IFC, ein Mitglied der World Bank Group, und IDB Invest, ein Mit- glied der IDB Group, unterstützen das Investitionsprogramm des Joint-Ventures LD Celulose. Die Exportkreditagentur Finnvera und sieben Geschäftsbanken beteiligten sich ebenfalls am Finan- zierungspaket in Höhe von USD ca. 1,15 Mrd. Die Inbetriebnahme des Zellstoffwerks ist für das 1. Halbjahr 2022 geplant.

Im 1. Halbjahr 2020 erfolgte die Fertigstellung des Ausbauprojektes am Standort Paskov. Lenzing steigerte dadurch die Zellstoffkapazi- täten vor Ort von 270.000 Tonnen auf 285.000 Tonnen pro Jahr. Die Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten erfolgte schrittweise seit 2018.

Spezialfasern sind die ganz große Stärke von Lenzing. Die strate- gische Zielvorgabe, 2020 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes mit Spezialfasern zu erzielen, ist bereits erreicht. Um künftig noch widerstandsfähiger gegen die Schwankungen des Marktes zu sein, will Lenzing in diesem Bereich weiter organisch wachsen. Im Fokus der nächsten Jahre steht dabei ganz klar die Errichtung der neuen hochmodernen Lyocellanlage in Thailand. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen des Segments Fasern soll dadurch bis 2024 auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Nennka- pazität von 100.000 Tonnen beträgt etwa EUR 400 Mio. Die Bau- arbeiten starteten im 2. Halbjahr 2019 und verliefen auch im Berichtsjahr planmäßig. Gegen Ende des Jahres 2021 soll die Produktion aufgenommen werden.

Im Berichtsjahr stellte Lenzing außerdem ihre zweite Pilot-Ferti- gungslinie für TENCEL™ Luxe Filamente fertig. Mit der neuen An- lage, für die am Standort Lenzing EUR 30 Mio. investiert wurden, sind nun ausreichend Kapazitäten verfügbar, um kommerzielle Pro- gramme und weitere Faserapplikationen zu entwickeln.

Im Juni 2019 gab Lenzing bekannt, ihren CO 2 -Ausstoß substanziell zu reduzieren und dafür in den kommenden Jahren mehr als EUR 100 Mio. in nachhaltige Technologien und Produktionsanla- gen zu investieren. Ein Großteil der Investitionen ießt in den Aus- bau der geschlossenen Produktionsprozesse und in die Moderni- sierung der Abwasseraufbereitungsanlagen. Darüber hinaus inves- tiert Lenzing in die Verbesserung des Energiemix. Am Standort Nanjing wurde etwa im Berichtsjahr die Umstellung der Energieer- zeugung von Kohle auf Erdgas weiter vorangetrieben. Die Ent- scheidung, EUR 40 Mio. in die Erweiterung der Produktion des Rohstoes Schwefelsäure am Standort Lenzing zu investieren ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Mit ei- ner neuen Luftreinigungs- und Wiederaufbereitungsanlage werden nicht nur die Eigenversorgung optimiert und die Prozesssicherheit erhöht. Die Investition trägt auch wesentlich zur Verbesserung des ökologischen Fußabdruckes am Standort Lenzing bei.

Nichtnanzielle Erklärung

Die Themen Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Verant- wortung für Menschen gehören zu den strategischen Grundwerten der Lenzing Gruppe. Nachhaltigkeit ist daher fest in der sCore TEN Strategie verankert. Aktuelle Informationen zum Nachhaltigkeitsan- satz der Lenzing AG finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe, der gleichzeitig den konsolidierten nichtfinanziellen Bericht darstellt und auch die Angaben im Sinne des § 243b Unter- nehmensgesetzbuch für die Lenzing AG beinhaltet.

Jahresnanzbericht 2020 – Lenzing Gruppe – Lenzing AG

Umsatz- und Rentabilitätsentwicklung der Lenzing AG

Die Umsatz- und Rentabilitätsentwicklung der Lenzing AG 1 war im Geschäftsjahr 2020 stark von der COVID-19-Pandemie und ihren unmittelbaren Auswirkungen geprägt. Die Umsatzerlöse gingen gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Prozent auf EUR 788 Mio. zurück. Die Ursache dafür lag im Wesentlichen in den Preiseekten und der geringeren Nachfrage nach Textilfa- sern infolge der COVID-19-bedingten Lockdowns in praktisch allen wichtigen Absatzmärkten. Positiv wirkte die höhere Nachfrage nach Fasern für den Medizin- und Hygienebedarf, die Verluste konnten dadurch aber nicht kompensiert werden.

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeug- nissen von EUR minus 4 Mio. (nach EUR 17,4 Mio. 2019) umfasste im Wesentlichen die fertigen Erzgeugnisse sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoe. Die anderen aktivierten Eigenleistungen blieben aufgrund der hohen Investitionstätigkeit auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr und lagen per 31. Dezember 2020 bei EUR 21,1 Mio. (nach EUR 23,5 Mio. per 31. Dezember 2019).

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen um 44,2 Prozent auf EUR 16,4 Mio. zurück. Die Ergebnisentwicklung reektiert im Wesentlichen den Umsatz- rückgang. Die Umsetzung von Maßnahmen zur strukturellen Er- gebnisverbesserung in der Lenzing AG minderte diesen negativen Eekt.

Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen lagen mit EUR 346,2 Mio. um 20,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von EUR 436,6 Mio. Für den Rückgang der Materialkosten sorgten geringere Produktionsmengen und rückläuge Marktpreise, insbesondere für Zellsto, Natronlauge und Energie.

Der Personalaufwand reduzierte sich unter Inanspruchnahme der Kurzarbeit um 11,4 Prozent auf EUR 229,4 Mio.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging um 50,9 Prozent auf EUR 83,1 Mio. zurück. Die EBITDA-Marge verrin- gerte sich von 16,9 Prozent auf 10,5 Prozent.

Die Höhe der Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des An- lagevermögens und Sachanalgen lag mit EUR 75,8 Mio. um 4,3 Pro- zent über dem Vorjahreswert von EUR 72,7 Mio. Der Anstieg der Ab- schreibungen ist auf das gestiegene Sachanlagevermögen infolge der hohen Investitionen der vergangenen Jahre zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen um 8 Prozent auf EUR 162,8 Mio. im Berichtsjahr zurück.

Das Betriebsergebnis (EBIT) ist um 91,9 Prozent auf EUR 7,3 Mio. und die EBIT-Marge von 9,4 Prozent auf 0,9 Prozent gesunken.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich um 73,3 Prozent auf EUR 51,4 Mio. Nach Abzug der Steuer ergibt sich ein Jahresüber- schuss von EUR 78,3 Mio. (nach EUR 171,5 Mio. 2019).

Nach der Zuweisung zu den Gewinnrücklagen beträgt der Bilanzgewinn der Lenzing AG im Geschäftsjahr 2020 EUR 0 Mio. (nach EUR 26,6 Mio. 2019).


1 Die dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Jahresabschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet und werden in den folgenden Abschnitten näher deniert und erläutert.# Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing AG werden im Wesentlichen im Kapitel Forschung und Entwicklung beschrieben.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (CAPEX) gingen um 25,6 Prozent auf EUR 89,9 Mio. zurück. Der Rückgang ist einerseits auf COVID-19, andererseits auf die Fertigstellung des Erweiterungs- und Modernisierungsprojektes des Faserzellstoffwerks 2019, das sich in höherem Maße auf das Investitionsvolumen ausgewirkt hat, zurückzuführen.

Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) lag mit 5,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 23,5 Prozent. Die Gesamtkapitalrentabilität (ROI) ging 2020 von 5,2 Prozent auf 0,3 Prozent zurück. Die Rentabilität auf das eingesetzte Kapital (ROCE) ist im Berichtsjahr von 7,9 Prozent auf 0,9 Prozent gesunken.

Geschäftsentwicklung der Lenzing AG (Einzelabschluss)

Die Themen Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Verantwortung für Menschen gehören zu den strategischen Grundwerten der Lenzing Gruppe. Nachhaltigkeit ist daher fest in der sCore TEN Strategie verankert. Aktuelle Informationen zum Nachhaltigkeitsansatz der Lenzing AG finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe, der gleichzeitig den konsolidierten nichtfinanziellen Bericht darstellt und auch die Angaben im Sinne des § 243b Unternehmensgesetzbuch für die Lenzing AG beinhaltet.

Das bereinigte Eigenkapital der Lenzing AG 1 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 lag mit EUR 923,2 Mio. um 9,9 Prozent über dem Vorjahreswert von EUR 840,2 Mio. Die bereinigte Eigenkapitalquote ging von 42,2 Prozent auf 31,3 Prozent zurück. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um 72,9 Prozent auf EUR 959,6 Mio. Das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu EBITDA erhöhte sich von 3,4 auf 11,5 per 31. Dezember 2020.

Lenzing platzierte im Berichtsjahr eine nachrangige Hybridanleihe über EUR 500 Mio. Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen erhöhten sich von um 19,7 Prozent auf EUR 658,1 Mio. Für die Finanzierung des weiteren operativen Wachstums platzierte Lenzing 2019 als eines der ersten Unternehmen weltweit ein Schuldscheindarlehen, das an die eigene Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt ist. Das Gesamtvolumen des Darlehens liegt bei ca. EUR 500 Mio. Ein Teil der Summe stand dem Unternehmen erst im Geschäftsjahr 2020 zur Verfügung. EUR 23,5 Mio. wurden 2020 aus einem Schuldscheindarlehen zudem planmäßig getilgt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um 83,9 Prozent auf EUR 455,5 Mio., weil eine OeKB Beteiligungsfinanzierung genutzt wurde. Rückgezahlt wurden EUR 38 Mio. an kurzfristigen Kreditlinien. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich stark von EUR 319,1 Mio. auf EUR 738,7 Mio. Das Net Gearing stieg infolge der Erhöhung des Hybridkapitals, der Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen und gegenüber Kreditinstituten und des bereinigten Eigenkapitals von 66,1 Prozent auf 103,9 Prozent per 31. Dezember 2020.

Das Trading Working Capital legte um 7,1 Prozent auf EUR 238,3 Mio. zu, was auf höhere Vorräte und einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen war. Das Verhältnis Trading Working Capital zu Umsatzerlösen stieg von 23 Prozent auf 30,2 Prozent.

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 1,3 Prozent auf EUR 213,5 Mio. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war mit EUR minus 644,3 Mio. niedriger als der Vorjahreswert von EUR minus 221,9 Mio. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war aufgrund der Aufnahme neuer Finanzmittel mit EUR 838,4 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 319,3 Mio.

Der deutliche Anstieg der liquiden Mittel der Lenzing AG zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 ist in erster Linie auf die Aufnahme von Hybridkapital in Höhe von EUR 500 Mio., die Platzierung des nachhaltigen Schuldscheindarlehens und die OeKB Beteiligungsfinanzierung in Höhe von EUR 200 Mio. zurückzuführen. Per 31. Dezember 2020 standen darüber hinaus ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 306,3 Mio. zur Verfügung.

Bilanzstruktur und Liquidität der Lenzing AG (Einzelabschluss)

Das bereinigte Eigenkapital der Lenzing AG 1 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 lag mit EUR 923,2 Mio. um 9,9 Prozent über dem Vorjahreswert von EUR 840,2 Mio. Die bereinigte Eigenkapitalquote ging von 42,2 Prozent auf 31,3 Prozent zurück. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um 72,9 Prozent auf EUR 959,6 Mio. Das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu EBITDA erhöhte sich von 3,4 auf 11,5 per 31. Dezember 2020.

Lenzing platzierte im Berichtsjahr eine nachrangige Hybridanleihe über EUR 500 Mio. Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen erhöhten sich von um 19,7 Prozent auf EUR 658,1 Mio. Für die Finanzierung des weiteren operativen Wachstums platzierte Lenzing 2019 als eines der ersten Unternehmen weltweit ein Schuldscheindarlehen, das an die eigene Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt ist. Das Gesamtvolumen des Darlehens liegt bei ca. EUR 500 Mio. Ein Teil der Summe stand dem Unternehmen erst im Geschäftsjahr 2020 zur Verfügung. EUR 23,5 Mio. wurden 2020 aus einem Schuldscheindarlehen zudem planmäßig getilgt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um 83,9 Prozent auf EUR 455,5 Mio., weil eine OeKB Beteiligungsfinanzierung genutzt wurde. Rückgezahlt wurden EUR 38 Mio. an kurzfristigen Kreditlinien. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich stark von EUR 319,1 Mio. auf EUR 738,7 Mio. Das Net Gearing stieg infolge der Erhöhung des Hybridkapitals, der Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen und gegenüber Kreditinstituten und des bereinigten Eigenkapitals von 66,1 Prozent auf 103,9 Prozent per 31. Dezember 2020.

Das Trading Working Capital legte um 7,1 Prozent auf EUR 238,3 Mio. zu, was auf höhere Vorräte und einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen war. Das Verhältnis Trading Working Capital zu Umsatzerlösen stieg von 23 Prozent auf 30,2 Prozent.

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 1,3 Prozent auf EUR 213,5 Mio. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war mit EUR minus 644,3 Mio. niedriger als der Vorjahreswert von EUR minus 221,9 Mio. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war aufgrund der Aufnahme neuer Finanzmittel mit EUR 838,4 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 319,3 Mio.

Der deutliche Anstieg der liquiden Mittel der Lenzing AG zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 ist in erster Linie auf die Aufnahme von Hybridkapital in Höhe von EUR 500 Mio., die Platzierung des nachhaltigen Schuldscheindarlehens und die OeKB Beteiligungsfinanzierung in Höhe von EUR 200 Mio. zurückzuführen. Per 31. Dezember 2020 standen darüber hinaus ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 306,3 Mio. zur Verfügung.

1 Die dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Jahresabschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet und werden in den folgenden Abschnitten näher definiert und erläutert.

Kennzahlen Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen

2020 2019 2018
Umsatzerlöse 1.770,4 1.946,9 1.717,7
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) 236,7 256,6 241,7
EBITDA-Marge in % 13,4 % 13,2 % 14,1 %
EBIT (Betriebsergebnis) 63,9 81,4 71,7
EBIT-Marge in % 3,6 % 4,2 % 4,2 %
Ergebnis vor Steuern 17,4 20,3 24,3
Jahresüberschuss 12,6 14,7 18,7
ROE in % 5,8 % 23,5 % 27,0 %
ROI in % 0,3 % 5,2 % 4,4 %
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) in % 0,9 % 7,9 % 7,7 %

Bilanzkennzahlen

2020 2019 2018
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag 923,2 840,2 719,3
Bereinigte Eigenkapitalquote in % 31,3 % 42,2 % 34,1 %
Nettofinanzverschuldung am Bilanzstichtag 959,6 555,1 403,7
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 4,1 2,2 1,7
Net Gearing in % am Bilanzstichtag 103,9 % 66,1 % 56,3 %
Nettoverschuldung am Bilanzstichtag 1.428,2 987,5 719,6
Trading Working Capital 238,3 222,4 215,4
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen 13,4 % 11,4 % 12,5 %

Cashflow-Kennzahlen

2020 2019 2018
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 213,5 210,8 105,8
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -644,3 -221,9 -73,1
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 838,4 319,3 79,4
Veränderung der liquiden Mittel 418,9 318,3 10,1
Anfangsbestand der liquiden Mittel Einbringung LTG 110,0 77,1 77,1
Anfangsbestand liquide Mittel 177,1 110,0 77,1
Endbestand liquide Mittel 738,7 319,1 110,0
Ungenutzte Kreditlinien per 31.12. 306,3 246,7 179,1
CAPEX 89,9 119,5 185,9

Kennzahlen der Lenzing AG ( Einzelabschluss )

Börsenkennzahlen

2020 2019 2018
Grundkapital am Bilanzstichtag in EUR Mio 74,1 74,1 74,1
Anzahl der Aktien am Bilanzstichtag in Stk. 10.270.555 10.270.555 10.270.555
Börsenkapitalisierung in EUR Mio 1.876,9 1.876,9 1.876,9
Aktienkurs am Bilanzstichtag in EUR 182,75 182,75 192,25

Definition der Finanzkennzahlen

Definition und Ableitung von im Lagebericht verwendeten Finanzkennzahlen, die nicht direkt im Jahresabschluss nach österreichischem Unternehmensgesetzbuch (UGB) dargestellt sind:

Bereinigtes Eigenkapital: Eigenkapital zuzüglich Zuschüsse der öffentlichen Hand abzüglich anteiliger Ertragsteuern.# 151 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

2 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Börsenkennzahlen 2020

2020 2019 2018
Grundkapital am Bilanzstichtag in EUR Mio 30.000 30.000 30.000
Anzahl der Aktien am Bilanzstichtag in Stk. 10.900.919.999 10.900.919.999 10.900.919.999
Börsenkapitalisierung in EUR Mio 2.857.500.000 2.857.500.000 2.859.500.000
Aktienkurs am Bilanzstichtag in EUR 261.69 261.69 271.00

Denition der Finanzkennzahlen

Denition und Ableitung von im Lagebericht verwendeten Finanzkennzahlen, die nicht direkt im Jahresabschluss nach österreichischem Unternehmensgesetzbuch (UGB) dargestellt sind:

  • Bereinigtes Eigenkapital: Eigenkapital zuzüglich Zuschüsse der öentlichen Hand abzüglich anteiliger Ertragsteuern.
  • Bereinigte Eigenkapitalquote: Prozent-Verhältnis bereinigtes Eigenkapital zur Bilanzsumme.
  • Bilanzsumme: Summe aus Anlage- und Umlaufvermögen sowie Rechnungsabgrenzungsposten und Aktive latente Steuern bzw. die Summe aus Eigenkapital, Zuschüsse der öentlichen Hand, Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Die genaue Ableitung ist aus der Bilanz ersichtlich.
  • Börsenkapitalisierung bzw. Marktkapitalisierung: Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs zum Stichtag.
  • CAPEX: Capital expenditures; entspricht dem Erwerb von immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Wird im Cashow dargestellt.
  • Capital Employed: Bilanzsumme abzüglich nicht verzinsliches Fremdkapital abzüglich Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, abzüglich Wertpapiere des Umlaufvermögens und abzüglich Finanzanlagen.
  • Cashow: Berechnung erfolgt auf Basis des Fachgutachtens der Kammer der Wirtschaftstreuhänder KFS/BW2 über die Geldussrechnung als Ergänzung des Jahresabschlusses und Bestandteil des Konzernabschlusses.
  • EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen): Earnings before interest, tax, depreciation and amortization; EBIT (Betriebsergebnis) zuzüglich Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen abzüglich Erträge aus der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanz anlagen abzüglich Auösung Investitionszuschüsse der öentlichen Hand.
  • EBITDA-Marge: Prozent-Verhältnis EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) zu den Umsatzerlösen.
  • EBIT (Betriebsergebnis): Earnings before interest and tax; Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 lt. Gewinn- und Verlustrechnung.
  • EBIT-Marge: %-Verhältnis EBIT (Betriebsergebnis) zu den Umsatzerlösen.
  • Finanzergebnis: Zwischensumme aus Zier 10 bis 15 lt. Gewinn- und Verlustrechnung.
  • Liquide Mittel: Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten.
  • Nettonanzverschuldung: Net nancial debt; Verzinsliches Fremdkapital ohne Sozialkapital abzüglich Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Wert-papiere des Umlaufvermögens.
  • Nettonanzverschuldung / EBITDA: Nettonanzverschuldung im Verhältnis zum EBITDA.
  • Net Gearing: Prozent-Verhältnis Nettonanzverschuldung zum bereinigten Eigenkapital.
  • Nettoverschuldung: Net debt; Verzinsliches Fremdkapital abzüglich Kassenbestand, Gut-haben bei Kreditinstituten und Wertpapiere des Umlaufvermögens.
  • Nicht verzinsliches Fremdkapital: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis zuzüglich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen zuzüglich sonstiger Verbindlichkeiten zuzüglich anteiliger latenter Steuern auf Zuschüsse der öffentlichen Hand zuzüglich Rückstellungen ohne Sozialkapital zuzüglich passiver Rechnungsabgrenzungsposten.
  • NOPAT: Net operating prot after tax; EBIT (Betriebsergebnis) abzüglich anteiliger Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das EBIT).
  • ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital): Return on capital employed; Prozent-Verhältnis NOPAT zum durch-schnittlichen Capital Employed (Durchschnitt aus 01.01. und 31.12.).
  • ROE (Eigenkapitalrentabilität): Return on equity; Prozent-Verhältnis Ergebnis vor Steuern zum durchschnittlich bereinigten Eigenkapital (Durchschnitt aus 01.01. und 31.12.).

3 ROI (Gesamtkapitalrentabilität)

Return on investment; Prozent-Verhältnis EBIT (Betriebsergebnis) zur durchschnittlichen Bilanzsumme (Durchschnitt aus 01.01. und 31.12.).

Sozialkapital

Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen.

Trading Working Capital

Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen.

Trading Working Capital zu Umsatzerlösen

Prozent-Verhältnis Trading Working Capital zu den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres.

Verzinsliches Fremdkapital

Anleihen, Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen, Verbindlich-keiten gegenüber Kreditinstituten, sonstige zinstragende Verbind-lichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus verzinslichen Darlehen und Rückstellungen für Sozialkapital.

Erläuterungen zu den Finanzkennzahlen

Nachfolgend werden die zentralen Finanzkennzahlen der Lenzing AG näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Jahresabschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet. Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützliche Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing AG vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden und meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten aufweisen (insbesondere bei Investor/innen, Banken und Analyst/innen).

EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge

Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing AG als Maßstäbe für die operative Ertragskraft und Protabilität (Performance) vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Aufgrund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – werden diese Kennzahlen ermittelt und zum Vergleich der Margen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge bzw. EBIT- Marge bezeichnet) dargestellt.## EBITDA

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 273 296 268
+ Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 237 261 214
- Auflösung Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand -23 -23 -24
EBITDA 487 534 458
/ Umsatzerlöse 2,330 2,765 2,301
EBITDA-Marge in % 21 19 20

EBIT

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 273 296 268
/ Umsatzerlöse 2,330 2,765 2,301
EBIT-Marge in % 12 11 12

152 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 4 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

CAPEX

Der CAPEX wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Höhe von Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen verwendet. Er wird im Cashflow dargestellt.

Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag und bereinigte Eigenkapitalquote

Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält neben dem Eigenkapital nach UGB auch die Zuschüsse der öffentlichen Hand abzüglich anteiliger Ertragsteuern. Es wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart.

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Eigenkapital 1,708 1,665 1,515
+ Zuschüsse der öffentlichen Hand 740 380 319
- 25 % anteilige Ertragsteuern -260 -95 -76
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag 2,188 1,950 1,758
/ Bilanzsumme 4,024 4,211 4,215
Bereinigte Eigenkapitalquote in % 54 46 42

153 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 4 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

CAPEX

Der CAPEX wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Höhe von Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen verwendet. Er wird im Cashflow dargestellt.

Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag und bereinigte Eigenkapitalquote

Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält neben dem Eigenkapital nach UGB auch die Zuschüsse der öffentlichen Hand abzüglich anteiliger Ertragsteuern. Es wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart.

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Eigenkapital 1,708 1,665 1,515
+ Zuschüsse der öffentlichen Hand 740 380 319
- 25 % anteilige Ertragsteuern -260 -95 -76
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag 2,188 1,950 1,758
/ Bilanzsumme 4,024 4,211 4,215
Bereinigte Eigenkapitalquote in % 54 46 42

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 5

Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)

Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed) verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE (Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität) sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing AG messen sollen.

ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 273 296 268
- Anteilige laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das EBIT) -64 -67 -61
NOPAT 209 229 207
/ Durchschnittliches Capital Employed 973 1,133 1,141
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) 22 20 18

Anteilige laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das EBIT)

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Anteilige laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das EBIT) -64 -67 -61
Anteilige laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das Finanzergebnis) -15 -25 -25
laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -79 -92 -86
Stand 31.12. Stand 01.01. Durchschnittliches Capital Employed
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bilanzsumme 4,024 4,211 4,118
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -319 -344 -332
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Lieferungen und Leistungen) -24 -24 -24
- Sonstige Verbindlichkeiten -274 -274 -274
- Anteilige Ertragsteuern auf Zuschüsse der öffentlichen Hand -17 -22 -19
- Rückstellungen -1,125 -1,145 -1,135
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen (Sozialkapital) 514 511 513
- Passiver Rechnungsabgrenzungsposten -72 -72 -72
- Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten -305 -305 -305
- Finanzanlagen -655 -655 -655
Durchschnittliches Capital Employed 973
2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2,069 1,803 1,636

ROE (Eigenkapitalrentabilität)

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Ergebnis vor Steuern 195 201 183
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 2,069 1,803 1,636
ROE (Eigenkapitalrentabilität) 9 11 11
2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bilanzsumme 31.12. 4,024 4,211 4,215
Bilanzsumme 01.01. 4,211 4,215 4,247
Durchschnittliche Bilanzsumme 4,118 4,213 4,231

ROI (Gesamtkapitalrentabilität)

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) 273 296 268
/ Durchschnittliche Bilanzsumme 4,118 4,213 4,231
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 7 7 6

Nettofinanzverschuldung, Nettofinanzverschuldung/EBITDA, Net Gearing und Nettoverschuldung

Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing AG als Maßstab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur verwendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kennzahl wird in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch einen Anhaltspunkt, wieviele Perioden das gleiche EBITDA erwirtschaftet werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzudecken. Das Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Eigenkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettoverschuldung wird in der Lenzing AG als Maßstab für die finanzielle Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen verwendet.

154 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 6 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Nettofinanzverschuldung

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
+ Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 127 109 115
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 222 162 164
+ Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten 210 175 170
+ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (verzinsliche Darlehen) 110 107 107
- Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten -261 -158 -110
Nettofinanzverschuldung 208 195 146
/ EBITDA 487 534 458
Nettofinanzverschuldung / EBITDA 0.4 0.4 0.3

Nettofinanzverschuldung

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Nettofinanzverschuldung 208 195 146
+ Rückstellungen für Abfertigungen 26 15 24
+ Rückstellungen für Pensionen 71 71 70
Nettoverschuldung am Bilanzstichtag 305 281 240

Trading Working Capital und Trading Working Capital zu Umsatzerlösen

Das Trading Working Capital wird in der Lenzing AG als Maßstab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet.

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Vorräte 274 277 196
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 151 176 176
+ Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 10 15 15
+ Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (Lieferungen und Leistungen) 119 117 66
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -107 -131 -109
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Lieferungen und Leistungen) -10 -15 -15
Trading Working Capital 437 449 333
/ Umsatzerlöse 2,330 2,765 2,301
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen 19 16 14

Cashflow

Der Cashflow dient in der Lenzing AG zur Beurteilung der Finanzlage, insbesondere der Fähigkeit Zahlungsüberschüsse zu erwirtschaften und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Ergebnis vor Steuern 195 201 183
+ Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 237 261 214
+/- sonstige Überleitungen 13 -27 -13
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 445 435 384
- CAPEX -189 -177 -181
- Auszahlungen für Finanzanlagen -107 -177 -117
+ Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen 15 11 10
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -281 -343 -288
- Dividende -70 -71 -71
+ Investitionszuschüsse 0 17 15
+/- Einzahlungen/Auszahlungen von verzinslichem Fremdkapital (ohne Sozialkapital) 117 -94 -71
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 47 -148 -127
Veränderung der liquiden Mittel 211 -46 -31
Anfangsbestand der liquiden Mittel Einbringung LTG 180 171 171
Anfangsbestand der liquiden Mittel 158 171 171
Endbestand der liquiden Mittel 391 125 140

155 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 6 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Nettofinanzverschuldung

2020 2019 2018
EUR Mio EUR Mio EUR Mio EUR Mio
+ Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 127 109 115
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 222 162 164
+ Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten 210 175 170
+ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (verzinsliche Darlehen) 110 107 107
- Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten -261 -158 -110
Nettofinanzverschuldung 208 195 146
/ EBITDA 487 534 458

Nettonanzverschuldung    / bereinigtes Eigenkapital   

Net Gearing in % am Bilanzstichtag      

2020 (EUR Mio) 2019 (EUR Mio) 2018 (EUR Mio)
Nettonanzverschuldung   
+ Rückstellungen für Abfertigungen   
+ Rückstellungen für Pensionen   
Nettoverschuldung am Bilanzstichtag   

Trading Working Capital und Trading Working Capital zu Umsatzerlösen

Das Trading Working Capital wird in der Lenzing AG als Maßstab für die potenzielle Liquidität und die Kapitalezienz verwendet.

2020 (EUR Mio) 2019 (EUR Mio) 2018 (EUR Mio)
Vorräte   
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   
+ Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht   
+ Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (Lieferungen und Leistungen)   
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - -
- Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Lieferungen und Leistungen) - - -
Trading Working Capital   
/ Umsatzerlöse   
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen      

Cashow

Der Cashow dient in der Lenzing AG zur Beurteilung der Finanzlage, insbesondere der Fähigkeit Zahlungsüberschüsse zu erwirtschaften und Zahlungsverpichtungen zu erfüllen.

2020 (EUR Mio) 2019 (EUR Mio) 2018 (EUR Mio)
Ergebnis vor Steuern   
+ Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   
+/- sonstige Überleitungen  - -
Cashow aus der Geschäftstätigkeit   
- CAPEX - - -
- Auszahlungen für Finanzanlagen - - -
+ Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen   
Cashow aus der Investitionstätigkeit - - -
- Dividende  - -
+ Investitionszuschüsse   
+/- Einzahlungen/Auszahlungen von verzinslichem Fremdkapital (ohne Sozialkapital)   
Cashow aus der Finanzierungstätigkeit   
Veränderung der liquiden Mittel   -
Anfangsbestand der liquiden Mittel (Einbringung LTG)   
Anfangsbestand der liquiden Mittel   
Endbestand der liquiden Mittel   

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 43

Aktuelles Risikoumfeld

Für eine ausführliche Bestandsaufnahme der Entwicklungen am Welt- fasermarkt im Berichtsjahr und den damit zusammenhängenden Risi- ken für die Lenzing Gruppe siehe Kapitel „Allgemeines Marktumfeld“.

Das aktuelle Risikoumfeld ist durch die globale COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen gesellschaftlichen, politischen und wirt- schaftlichen Unsicherheiten geprägt. Der Internationale Währungs- fonds (IWF) geht von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleis- tung im Jahr 2020 um 3,5 Prozent aus. 2021 soll die globale Wirt- schaft laut jüngster Prognose um 5,5 Prozent wachsen. Eine wirt- schaftliche Erholung ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor al- lem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Darüber hinaus beeinflus- sen die Folgen des Klimawandels und die damit verbundenen, immer häufiger auftretenden Wetterextreme sowie zunehmende politische Polarisierung auf globaler Ebene das Risikoumfeld.

Risikoausblick für 2021

Die weitere Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe kann auf- grund der weltweiten COVID-19-Krise und der dadurch stark einge- schränkten Visibilität nach wie vor nur grob eingeschätzt werden. Trotz einer deutlichen Erholung am Fasermarkt ab dem 3. Quartal 2020 stellt die weiter anhaltende Unsicherheit bezüglich der Preis- und Nachfrageentwicklung bei allen Fasertypen ein hohes Risikopo- tenzial für das operative Ergebnis dar.

Der generelle Nachfrageeinbruch, gepaart mit der großen Preisdiffe- renz zu anderen Fasertypen wie Baumwolle und Polyester wirkte sich 2020 auch auf die Preise für holzbasierte Spezialfasern negativ aus. Die sCore TEN Strategie zielt darauf ab, die Auswirkungen dieser Entwicklung zu mindern.

Die Versorgung der Faserwerke mit Zellsto gilt durch den konti- nuierlichen Ausbau der bestehenden Zellstokapazitäten der Lenzing Gruppe sowie die ausreichende Verfügbarkeit am Welt- markt als gesichert. Lenzing erweitert aktuell seine Zellstoff- mengen durch den Bau einer neuen Anlage in Brasilien mit einer jährlichen Kapazität von 500.000 Tonnen und sichert die Roh- stoffversorgung damit langfristig ab.

Der wirtschaftliche Schock infolge der COVID-19-Pandemie führte 2020 auch zu einem deut- lichen Preisrückgang bei produktionskritischen Rohstoen wie Natronlauge und Schwefel.

Der US-Dollar schwankte 2020 gegen- über dem Euro in einer Bandbreite von ca. 15 Prozent. Der chinesische Yuan hielt sich gegenüber dem Euro in einer Bandbreite von ca. 10 Prozent. Eine Abwertung des US-Dollar oder des Yuan gegenüber dem Euro würde sich negativ auf das offene Währungsvolumen der Lenzing Gruppe auswirken.

Das Liquiditätsrisiko wird für das Jahr 2021 aufgrund der sehr stabilen Finanzstruktur als gering eingeschätzt. Die Liquidität wurde durch eine neu begebene Hybridanleihe mit einem Volumen von EUR 500 Mio. zusätzlich verbessert.

In der Kategorie der betrieblichen Risiken sowie der Umwelt- und Haftungsrisiken gab es 2020 keine wesentlichen Schadensfälle, die ein hohes Schadenspotenzial beinhalten.

Bei der Hygiene Austria LP GmbH fand Anfang März 2021 eine Hausdurchsuchung in Zusammenhang mit vermuteten Gesetzes- verstößen statt. Da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts zum Zeit- punkt der Erstellung des Abschlusses nicht möglich. Die im Kon- zernabschluss der Lenzing Gruppe (Note 21 und 38) angeführten Vermögenswerte und Haftungen im Zusammenhang mit der Be- teiligung an der Hygiene Austria unterliegen aufgrund der aktuellen Ereignisse einem Wertveränderungsrisiko, das zum derzeitigen Zeitpunkt nicht einschätzbar ist.

Risikomanagement

Der Hauptzweck des Risikomanagements der Lenzing Gruppe be- steht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch eine richtige und transparente Einschätzung der nanziellen, operativen und strategischen Risiken. Der Vorstand der Lenzing Gruppe über- nimmt dabei gemeinsam mit den Leitern der ihm jeweils zugeord- neten Einheiten umfangreiche Steuerungs- und Controlling-Auf- gaben im Rahmen eines internen, alle Standorte umfassenden, in- tegrierten Kontrollsystems. Das rechtzeitige Erkennen, Evaluieren und Reagieren auf strategische und operative Risiken ist ein we- sentlicher Bestandteil der Führungstätigkeit dieser Einheiten und leistet einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen. Grundlagen dafür sind ein einheitliches und konzernweites, auf Monatsbasis aufgebautes Berichtswesen und eine laufende Über- wachung der operativen und strategischen Pläne.

Lenzing hat ein unternehmensweites Risikomanagement-System, welches die zentrale Koordination und Überwachung des Risiko- management-Prozesses für den gesamten Konzern durchführt. Es erfasst und bewertet gemeinsam mit den operativen Einheiten die wesentlichen Risiken und kommuniziert diese direkt dem Vorstand und dem Management. Eine präventive Analyse von potenziellen oder Beinahe-Ereignissen ist ebenso Ziel des Risikomanagements. Zusätzlich ist es auch Aufgabe des Risikomanagements, Risiken ak- tiv zu steuern und entsprechende Maßnahmen mit den betroenen Unternehmensbereichen zu evaluieren.

2020 wurden erstmals Ri- siken im Zusammenhang mit dem Klimawandel identiziert und bewertet. Ab 2021 werden diese Risiken sowie entsprechende Mi- tigationsmaßnahmen im Risikomanagement-Prozess berücksich- tigt. Damit soll in weiterer Folge den Anforderungen der TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) zu klimabe- zogenen Risiken Rechnung getragen werden.

Risikomanagement-Strategie

Lenzing verfolgt bei ihrer Risikomanagement-Strategie einen mehrstugen Ansatz:

Risikobericht 156 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 44 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Risikoanalyse (nach COSO ®1 Framework)

Das zentrale Risikomanagement führt halbjährliche Risiko-Assess- ments in sämtlichen Produktionsstandorten und funktionalen Ein- heiten mit einem Zeithorizont von fünf Jahren durch. Die wesentli- chen Risiken werden gemäß den internationalen COSO ® -Stan- dards erfasst und bewertet. Es werden nur Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt. Dabei wird die nanzielle Auswirkung eines möglichen Schadens auf das Kon- zern-EBITDA oder auf die liquiden Mittel berücksichtigt. Die prog- nostizierte künftige Ergebnisentwicklung wird unter Berücksichti- gung der Risiken simuliert (EBITDA-at-risk) und die Bandbreite der möglichen Abweichungen zum jeweiligen Budget ermittelt. Lenzing bedient sich dazu einer Simulationssoftware, die auch wei- tere KPIs wie den Value at Risk (Wert im Risiko), einen risikoadjus- tierten ROCE und eine Sensitivitätsanalyse errechnet.

Risikomitigation

Es wird versucht, je nach Auswirkung auf das Unternehmen, Risi- ken durch entsprechende Maßnahmen zu minimieren, zu vermei- den oder auch in bestimmten Fällen bewusst einzugehen.

Verantwortlichkeit

Die Zuordnung der Risiken erfolgt aufgrund der bestehenden Or- ganisationsmatrix. Jedes Risiko ist einem Risikoverantwortlichen zugewiesen.

Risikoüberwachung/-kontrolle

Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage- ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH ge- mäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung auditiert und bestätigt.

Berichterstattung

Die Hauptrisiken werden in einem Bericht ausführlich dargestellt und mit dem Vorstand als auch dem Prüfungsausschuss bespro- chen.

Marktumfeldrisiken

Marktrisiko

Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von makroökonomischen Risiken ausgesetzt.# Die Preis- und Mengenentwicklung ist bei Fasern für Textilien und in geringe- rem Maße auch bei Fasern für Vliesstoe zyklisch, da sie von globalen und regionalen Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärkten konkurrieren Lenzing Fasern mit Baumwolle und syn- thetischen Fasern. Deren Preisentwicklung beeinusst somit auch die Entwicklung der Umsätze und Verkaufsmengen von Lenzing Fasern. Diesem Risiko wirkt die Lenzing Gruppe durch einen ständig stei- genden Spezialitätenanteil im globalen Produktportfolio sowie ei- ner konsequenten Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie ent- gegen. Ziel ist, den Anteil der Spezialfasern bis 2024 auf 75 Prozent des Faserumsatzes zu erhöhen sowie die Rolle als führendes Un- ternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit im Faserbereich weiter aus- zubauen. Hohe Qualitätsstandards in Verbindung mit dem Angebot von Mehrwertdiensten im Standardbereich zielen ebenfalls auf die Sicherung der Marktführerschaft von Lenzing ab. Die Lenzing Gruppe setzt auf eine starke internationale Marktprä- senz, speziell in Asien, in Verbindung mit einem erstklassigen, regi- onalen Betreuungsnetzwerk für die Kunden sowie einer hohen kun- dẹnorientierten Produktdiversikation. Im Berichtsjahr wurde in Kooperation mit der Textil- und Mode-Vereinigung von Singapur ein Center für Mode-Designer erönet, um die Marke TENCEL™ bei Konsument/innen präsenter zu machen.

Absatzrisiko

Die Lenzing Gruppe erzielt etwa die Hälfte des Faserumsatzes mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Großkunden. Abnahme- ausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänzliche Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Ersatz zu nden, stel- len gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen durch seine glo- bale Präsenz und die laufende Erweiterung des Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein strenges Forderungsma- nagement und den Einsatz einer weltweiten Kreditversicherung abgedeckt.

Innovationsrisiko und Wettbewerbsrisiko

Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf dem Fasermarkt durch steigenden Wettbewerb oder neue Technologien von Mitbewerbern zu verlieren. Der Verlust der Marktposition könnte insbesondere eintreten, wenn die Lenzing Gruppe nicht in der Lage wäre, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, Pro- dukte nicht den Vorgaben oder Qualitätsstandards der Kunden entsprächen oder die Kundenbetreuung hinter den Erwartungen zurückbliebe. Diesem Risiko steuert Lenzing durch eine für die Branche überdurchschnittliche Forschungs- und Entwicklungs- tätigkeit, eine hohe Produktinnovationsrate sowie durch ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die Lenzing Gruppe sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets mit dem Risiko konfrontiert, dass annehmbare oder sogar überlegene Alternativprodukte ver- fügbar werden und zu günstigeren Preisen als holzbasierte Cellu- losefasern erhältlich werden könnten.

Gesetze und Verordnungen

Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter- schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter fallen auch Importzölle, Produktklassizierungen, Umweltauagen etc., sowie die strengere Auslegung von Gesetzen können zu er- heblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnachteilen führen. Die Lenzing Gruppe verfügt mit der Abteilung „Legal Management, In- tellectual Property und Compliance“ über einen eigenen Unterneh- mensbereich der entsprechende Beratungsleistungen und Risi- koeinschätzungen durchführt. Infolge der weitreichenden Auswirkungen der globalen Erwär- mung auf die Gesellschaft und Ökosysteme ist mit zu rechnen, dass Regierungen mit einer Verschärfung der Gesetze reagieren. Neben der Reduktion der in der EU ausgegebenen CO 2 -Zertikate droht beispielsweise auch die Einführung neuer Steuern auf CO 2 - Emissionen. Die Durchsetzung ähnlicher Vorhaben ist derzeit auch in anderen Regionen und Ländern geplant. Eine Implementierung regional unterschiedlicher Maßnahmen kann den gesellschaftli- chen Erfolg der Lenzing Gruppe negativ beeinussen. Um die klimabedingten Übergangsrisiken zu mindern und die Resilienz in diesem Bereich weiter zu erhöhen, setzt die Lenzing Gruppe eine Vielzahl an Maßnahmen um.

Markenrisiken

Es besteht das Risiko von fehlendem oder unvollständigem Schutz von geistigem Eigentum und Marken für Produkte von Lenzing. Die Lenzing Gruppe steuert diese Risiken mittels eigener Abteilungen für den Schutz von Marken und geistigem Eigentum. Darüber hin- aus wird diesem Risiko mit einer klaren Markenstrategie und inte- grierten Prozessen Rechnung getragen.

Klimawandel und Verschmutzung der Meere

Das Bewusstsein für die Probleme, die Klimawandel und Erderwär- mung mit sich bringen, ist deutlich gestiegen. Der Meeresspiegel steigt mit zunehmendem Abschmelzen der Gletscher an. Gleich- zeitig werden wetterbedingte Katastrophen noch extremer. Die Lenzing Gruppe ist sich der weitreichenden Auswirkungen des Kli- mawandels auf die Gesellschaft und die Ökosysteme bewusst und setzt sich ambitionierte und klare Nachhaltigkeitsziele. Lenzing wird ihre CO 2 -Emissionen in den nächsten Jahren substanziell re- duzieren. Das Ziel für 2050 lautet klimaneutral zu sein. Die strate- gische Festlegung bis 2024 sieht vor, die Emissionen je Tonne Pro- dukt um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 zu senken. Um die Dekarbonisierung der eigenen Wertschöpfung und der ge- samten textilen Lieferkette vorzutreiben, entwickelt Lenzing auch ihr Produktangebot kontinuierlich weiter. Im 3. Quartal 2020 führte Lenzing die ersten CO 2 -neutralen Fasern am Markt ein. Die neuen Fasern, die unter der Marke TENCEL™ vertrieben werden, sind gemäß der Richtlinie des „CarbonNeutral Protocol“ als Car- bonNeutral ® -Produkte für die Textilindustrie zertiziert. Lenzing sucht kontinuierlich nach Möglichkeiten zur Erhöhung ih- rer Energieezienz sowie nach Gelegenheiten zur Nutzung erneu- erbarer Energiequellen oder solcher mit geringeren CO 2 -Emissio- nen. Lenzing plant beispielsweise auf einer Fläche von 55.000 m² die Errichtung der größten Photovoltaik-Freiächenanlage Oberösterreichs. Der Baubeginn ist für den Sommer 2021, die Inbetriebnahme für das 2. Halbjahr 2021 geplant. Die Belastung der Weltmeere durch Plastikmüll und Mikroplastik stellt ebenso eine globale Bedrohung dar. Lenzing wirkt dieser Ent- wicklung durch die nachhaltige Herstellung biologisch abbaubarer und kompostierbarer Fasern entgegen. Mehr über die Ziele und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie „Naturally positive“ lesen Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe.

Operative Risiken

Beschaungsrisiko (inkl. Zellstoversorgung)

Zur Herstellung von Cellulosefasern muss die Lenzing Gruppe große Mengen an Rohstoen (Holz, Zellsto, Chemikalien) und Energie zukaufen. Die Faserproduktion und deren Margen sind Ri- siken der Verfügbarkeit und der Preisentwicklung dieser Rohstoe unterworfen, die zum Nachteil der Lenzing Gruppe schwanken und durch den Klimawandel weiter verstärkt werden können. Die- sen Risiken wirkt Lenzing durch eine sorgfältige Auswahl der Lie- feranten nach den Kriterien Preis, Zuverlässigkeit und Qualität, EcoVadis-basierte Nachhaltigkeitsbewertungen, aber auch durch langjährig ausgerichtete, stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen mit teilweise mehrjährigen Abnahmeverträgen entgegen. Alle Zu- lieferer sind außerdem verpichtet, den Globalen Lieferanten-Ver- haltenskodex von Lenzing einzuhalten. Dennoch besteht das Risiko von Verstößen mit negativen Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe und ihre Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette. Lieferkettenrisiken können sich auch aus Störungen ergeben, die durch Naturereignisse ausgelöst werden. Lenzing ist mit einigen Rohstoieferanten und Dienstleistungs- partnern langfristige Vertragsbeziehungen eingegangen. Diese verpichten Lenzing dazu, festgesetzte Mengen an Rohstoen zu standardisierten Konditionen und mit möglichen Preisanpassungs- klauseln abzunehmen. Daraus kann für Lenzing resultieren, dass Preise, Abnahmemengen oder andere Vertragsbedingungen nicht unmittelbar an die geänderten Marktbedingungen angepasst wer- den können. Teil der sCore TEN Strategie ist, eine verstärkte Rückwärtsintegration durch den Ausbau der konzerneigenen Zellstoffproduktion zu erzie- len.

Logistikrisiko

Die zunehmende Vernetzung der globalen Beschaffungs- und Ab- satzmärkte, sowie stark kostenfokussierte Lieferketten können zu un- erwarteten Ereignissen wie Lieferantenausfällen und daraus resultie- renden Nachfrageproblemen bei den Faserstandorten führen. Auf- grund der teilweise langen Transportwege kann es dadurch zu Pro- duktionsausfällen bei Lenzing aber auch zu Engpässen bei unseren Kunden kommen. Lenzing hat eine eigene „Global Logistics“-Abtei- lung, die sich laufend damit beschäftigt, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und alternative Transportmethoden zu erarbeiten. Im Be- richtsjahr wurde erstmals die Beförderung von Fasern von Europa nach China über die Bahnstrecke durchgeführt.

Betriebliche Risiken, Umweltrisiken und Risiken im Zusammenhang mit Naturgefahren

Zur Herstellung von holzbasierten Cellulosefasern bedarf es kom- plexer chemischer und physikalischer Vorgänge, die gewisse Um- weltrisiken bedingen. Durch proaktives und nachhaltiges Umwelt- management, geschlossene Produktionskreisläufe und laufendes Monitoring der Emissionen werden diese Risiken sehr gut be- herrscht. Lenzing arbeitet beständig daran, Sicherheit und Um- weltstandards durch freiwillige Referenzen, wie das EU Ecolabel, weiter zu erhöhen. Da die Lenzing Gruppe seit Jahrzehnten Pro- duktionsstätten an mehreren Orten betreibt, können Risiken für Umweltschäden aus früheren Perioden nicht gänzlich ausge- schlossen werden.# Risikoanalyse (nach COSO ® -Framework)

Obwohl die Lenzing Gruppe bei Bau, Betrieb und Erhaltung ihrer Produktionsstandorte sehr hohe Standards im Bereich Technik und Sicherheit anlegt, kann das Risiko von Betriebsstörungen und -unfällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Solche Störungen können auch von äußeren Faktoren verursacht werden, die sich dem Einflussbereich von Lenzing entziehen. Gegen Naturgefahren (Wirbelstürme, Erdbeben, Überflutungen etc.) ist keine unmittelbare Absicherung möglich. Zudem besteht das Risiko von Personen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb als auch außerhalb der Betriebsstätten, welche zusätzlich zu beträchtlichen Schadensersatzforderungen und strafrechtlicher Verantwortlichkeit führen können. Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Betriebsstätten beeinflusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele der Lenzing Gruppe.

Das zentrale Risikomanagement führt halbjährliche Risiko-Assessments in sämtlichen Produktionsstandorten und funktionalen Einheiten mit einem Zeithorizont von fünf Jahren durch. Die wesentlichen Risiken werden gemäß den internationalen COSO ® -Standards erfasst und bewertet. Es werden nur Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und der Konzern-GuV dargestellt. Dabei wird die finanzielle Auswirkung eines möglichen Schadens auf das Konzern-EBITDA oder auf die liquiden Mittel berücksichtigt. Die prognostizierte künftige Ergebnisentwicklung wird unter Berücksichtigung der Risiken simuliert (EBITDA-at-risk) und die Bandbreite der möglichen Abweichungen zum jeweiligen Budget ermittelt. Lenzing bedient sich dazu einer Simulationssoftware, die auch weitere KPIs wie den Value at Risk (Wert im Risiko), einen risikoadjustierten ROCE und eine Sensitivitätsanalyse errechnet.

Risikomitigation

Es wird versucht, je nach Auswirkung auf das Unternehmen, Risiken durch entsprechende Maßnahmen zu minimieren, zu vermeiden oder auch in bestimmten Fällen bewusst einzugehen.

Verantwortlichkeit

Die Zuordnung der Risiken erfolgt aufgrund der bestehenden Organisationsmatrix. Jedes Risiko ist einem Risikoverantwortlichen zugewiesen.

Risikoüberwachung/-kontrolle

Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH gemäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung auditiert und bestätigt.

Berichterstattung

Die Hauptrisiken werden in einem Bericht ausführlich dargestellt und mit dem Vorstand als auch dem Prüfungsausschuss besprochen.

Marktumfeldrisiken

Marktrisiko

Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von makroökonomischen Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwicklung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei Fasern für Vliesstoffe zyklisch, da sie von globalen und regionalen Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärkten konkurrieren Lenzing Fasern mit Baumwolle und synthetischen Fasern. Deren Preisentwicklung beeinflusst somit auch die Entwicklung der Umsätze und Verkaufsmengen von Lenzing Fasern. Diesem Risiko wirkt die Lenzing Gruppe durch einen ständig steigenden Spezialitätenanteil im globalen Produktportfolio sowie einer konsequenten Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie entgegen. Ziel ist, den Anteil der Spezialfasern bis 2024 auf 75 Prozent des Faserumsatzes zu erhöhen sowie die Rolle als führendes Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit im Faserbereich weiter auszubauen. Hohe Qualitätsstandards in Verbindung mit dem Angebot von Mehrwertdiensten im Standardbereich zielen ebenfalls auf die Sicherung der Marktführerschaft von Lenzing ab. Die Lenzing Gruppe setzt auf eine starke internationale Marktpräsenz, speziell in Asien, in Verbindung mit einem erstklassigen, regionalen Betreuungsnetzwerk für die Kunden sowie einer hohen kundenorientierten Produktdiversifikation. Im Berichtsjahr wurde in Kooperation mit der Textil- und Mode-Vereinigung von Singapur ein Center für Mode-Designer eröffnet, um die Marke TENCEL™ bei Konsument/innen präsenter zu machen.

Absatzrisiko

Die Lenzing Gruppe erzielt etwa die Hälfte des Faserumsatzes mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Großkunden. Abnahmeausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänzliche Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Ersatz zu finden, stellen gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen durch seine globale Präsenz und die laufende Erweiterung des Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein strenges Forderungsmanagement und den Einsatz einer weltweiten Kreditversicherung abgedeckt.

Innovationsrisiko und Wettbewerbsrisiko

Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf dem Fasermarkt durch steigenden Wettbewerb oder neue Technologien von Mitbewerbern zu verlieren. Der Verlust der Marktposition könnte insbesondere eintreten, wenn die Lenzing Gruppe nicht in der Lage wäre, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, Produkte nicht den Vorgaben oder Qualitätsstandards der Kunden entsprächen oder die Kundenbetreuung hinter den Erwartungen zurückbliebe. Diesem Risiko steuert Lenzing durch eine für die Branche überdurchschnittliche Forschungs- und Entwicklungs- tätigkeit, eine hohe Produktinnovationsrate sowie durch ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die Lenzing Gruppe sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets mit dem Risiko konfrontiert, dass annehmbare oder sogar überlegene Alternativprodukte verfügbar werden und zu günstigeren Preisen als holzbasierte Cellulosefasern erhältlich werden könnten.

Gesetze und Verordnungen

Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unterschiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen, darunter fallen auch Importzölle, Produktklassifzierungen, Umweltauflagen etc., sowie die strengere Auslegung von Gesetzen können zu erheblichen Mehrkosten oder Wettbewerbsnachteilen führen. Die Lenzing Gruppe verfügt mit der Abteilung „Legal Management, Intellectual Property und Compliance“ über einen eigenen Unternehmensbereich der entsprechende Beratungsleistungen und Risikoeinschätzungen durchführt. Infolge der weitreichenden Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Gesellschaft und Ökosysteme ist mit zu rechnen, dass Regierungen mit einer Verschärfung der Gesetze reagieren. Neben der Reduktion der in der EU ausgegebenen CO 2 -Zertifikate droht beispielsweise auch die Einführung neuer Steuern auf CO 2 -Emissionen. Die Durchsetzung ähnlicher Vorhaben ist derzeit auch in anderen Regionen und Ländern geplant. Eine Implementierung von ähnlichen Vorhaben ist in anderen Regionen und Ländern geplant.

Finanzrisiken

Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf den Konzernanhang, Note 35 bis 38, verwiesen.

Steuerrisiko

Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweiligen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen sowohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steuerbelastungen führen.

Compliance

Die ständige Verschärfung internationaler Verhaltensrichtlinien und Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhaltung und Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende Kontrollen in den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumentation können zur Verletzung von geltenden Regeln führen und die Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg durch Compliance-Verstöße erheblich gefährden. Lenzing begegnet diesem Risiko unter anderem mit der ständigen Weiterentwicklung ihrer konzernweiten Compliance-Organisation, einem gruppenweit gültigen Verhaltenskodex, einer „Anti-Bribery und Corruption Directive“, einer „Antitrust Directive“ sowie einer „Anti Money-Laundering Directive“. Für weitere Informationen zum Thema Compliance siehe „Corporate Governance Bericht“.

Personelle Risiken

Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter/innen in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeiter/innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Die Lenzing Gruppe hat eine global aufgestellte Personalabteilung, die sich in Fragen der Personalplanung mit den jeweiligen Standorten abstimmt und sämtliche Personalthemen zentral steuert und kontrolliert. Dazu gehören unter anderem globale Management- und Ausbildungsprogramme für potenzielle Führungskräfte, die von der Personalabteilung organisiert werden.

Produkthaftungsrisiko

Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen weltweit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der Lieferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangelhaften Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen verursacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Verschmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöpfungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäftigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die möglichen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing wirkt diesem Risiko durch eine eigene Abteilung entgegen, die sich ausschließlich mit Verarbeitungsproblemen unserer Produkte beim Kunden bzw. Reklamationen beschäftigt. Angemessene Vorsichtsmaßnahmen im Produktionsprozess sowie regelmäßige Qualitätskontrollen sind implementiert. Drittschäden, welche durch Lenzing verursacht werden, werden in einem globalen Haftpflichtprogramm versichert.# Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020

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Produkthaftungsrisiko

Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen weltweit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der Lieferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangelhaften Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen verursacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Verschmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöpfungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäftigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die möglichen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing wirkt diesem Risiko durch eine eigene Abteilung entgegen, die sich ausschließlich mit Verarbeitungsproblemen unserer Produkte beim Kunden bzw. Reklamationen beschäftigt. Angemessene Vorsichtsmaßnahmen im Produktionsprozess sowie regelmäßige Qualitätskontrollen sind implementiert. Drittschäden, welche durch Lenzing verursacht werden, werden in einem globalen Haftpflichtprogramm versichert.

Finanzrisiken

Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf den Konzernanhang, Note 35 bis 38, verwiesen.

Steuerrisiko

Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweiligen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen sowohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steuerbelastungen führen.

Compliance

Die ständige Verschärfung internationaler Verhaltensrichtlinien und Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhaltung und Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende Kontrollen in den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumentation können zur Verletzung von geltenden Regeln führen und die Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg durch Compliance-Verstöße erheblich gefährden. Lenzing begegnet diesem Risiko unter anderem mit der ständigen Weiterentwicklung ihrer konzernweiten Compliance-Organisation, einem gruppenweit gültigen Verhaltenskodex, einer „Anti-Bribery und Corruption Directive“, einer „Antitrust Directive“ sowie einer „Anti Money-Laundering Directive“. Für weitere Informationen zum Thema Compliance siehe „Corporate Governance Bericht“.

Personelle Risiken

Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter/innen in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeiter/innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Die Lenzing Gruppe hat eine global aufgestellte Personalabteilung, die sich in Fragen der Personalplanung mit den jeweiligen Standorten abstimmt und sämtliche Personalthemen zentral steuert und kontrolliert. Dazu gehören unter anderem globale Management- und Ausbildungsprogramme für potenzielle Führungskräfte, die von der Personalabteilung organisiert werden.

Mitarbeiter/innen der Lenzing Gruppe sowie Arbeiter und Angestellte von Fremdfirmen sind in den Produktionsstätten einem Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Lenzing Programm „Heartbeat for Health & Safety“ berücksichtigt dieses Risiko und enthält einen strategischen Ansatz für Gefahrenminderung, Vorsichtsmaßnahmen und ausgiebige Schulungen. Mehr Informationen zum Thema Sicherheit und Gesundheit lesen Sie im Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe. Weiters entstehen bei der Beauftragung von Fremdfirmen vor allem im Zusammenhang mit den beiden Großprojekten in Thailand und Brasilien Risiken im Zusammenhang mit der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.

Risiken im Zusammenhang mit Großprojekten

Die Erweiterung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und die Erhöhung des Spezialfaseranteils im Sinne der sCore TEN Strategie stellten auch 2020 einen wesentlichen Kern der Aktivitäten der Lenzing Gruppe dar. Im Fokus stand die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand. Derartige Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer Kosten- und Zeitüberschreitung in sich. Lenzing wirkt diesen Risiken mit einer konsequenten Planung, konsequentem Projektmanagement, laufenden Kostenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Risikotransfer entgegen. Bei Projekten dieser Größe werden zusätzlich zum laufenden Risikomanagement Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt, um die Sensitivität der wesentlichsten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen darzustellen. Die Umsetzung der beiden Großprojekte in Brasilien und Thailand verlief im Berichtsjahr unverändert nach Plan.

Risiken aus externer Sicht

Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähnten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegenüber den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe. Als einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer der Produktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesellschaft. Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken (Partnerschaften für systemischen Wandel) und zur Schaffung von Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der Innovations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Als Beispiele können hier gemeinsame Aktivitäten mit NGOs wie Canopy genannt werden. Weiters wurde im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie in der

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Jahresfinanzbericht 2020

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Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

Das interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie die Abbildung von Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und Konzern-GuV. Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und das interne Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisation bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuweisungen auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen Standorten alle internationalen Tochtergesellschaften.# Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB)

Das interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe

Das interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie die Abbildung von Risiken außerhalb der Konzern-Bilanz und Konzern-GuV. Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und das interne Kontrollsystem im Unternehmen.

Aufbauorganisation

Im Bereich der Aufbauorganisation bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuweisungen auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebenen des Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen Standorten alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globalen Präsenz der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesellschafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von wesentlichen Unternehmensfunktionen in Corporate Centern Rechnung getragen. Die Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Geschäftstätigkeiten obliegt dem jeweiligen Management.

Ablauforganisation

Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein stark ausgeprägtes und umfangreiches Regelwerk gekennzeichnet. Dies stellt eine angemessene Basis für ein starkes Kontrollumfeld und Kontrollsystem dar. Die wesentlichen Bereiche im Hinblick auf Freigaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die „Lenzing Group Mandates“. Die Überwachung der Einhaltung der Regelungen und Kontrollen liegt in der Verantwortung des jeweils zuständigen Managements.

Finanzberichterstattung

Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern ist zentral der Bereich „Corporate Accounting & Tax“ zuständig. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das konzernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, einheitlich umzusetzen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vorliegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lokalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei von „Corporate Accounting & Tax“ unterstützt und überwacht. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates ist in das rechnungslegungsbezogene Kontrollsystem eingebunden. Daneben gibt es auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und einen freiwilligen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.

Global Treasury (Zahlungsverkehr)

Der Bereich „Global Treasury“, und insbesondere der Zahlungsverkehr, ist aufgrund des direkten Zugriffes auf Vermögenswerte des Unternehmens, als besonders sensibel einzustufen. Dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis wird durch umfassende Regelungen und Anweisungen im Bereich der einschlägigen Prozesse entsprechend Rechnung getragen. Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzern einheitlichen Richtlinien. Die Vorgaben werden weitgehend durch ein gruppenweites IT-System unterstützt und sehen unter anderem eine strikte Funktionstrennung, ein klares Berechtigungskonzept zur Vermeidung von Berechtigungskonflikten sowie ein strenges Vier-Augen-Prinzip in der Abwicklung von Transaktionen insbesondere bei Zahlungen, sowie laufende Informationen vor. Die Überwachung der Anwendung und Einhaltung der Kontrollen im operativen Betrieb obliegt der Abteilung „Internal Audit“.

Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften

Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird von der Abteilung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenommen. Diese zentrale Funktion ist für Rechtsangelegenheiten der Lenzing Gruppe zuständig: Die Abteilung „Legal, Intellectual Property & Compliance“ ist für das Compliance Management System (CMS) verantwortlich und regelt mit dem Vorstand gruppenweit, wie gesetzliche und unternehmensinterne Vorschriften einzuhalten sind, einschließlich der Prävention von gesetzes- oder regelwidrigen Handlungen. Die Abteilung untersteht direkt dem Vorstandsvorsitzenden der Lenzing Gruppe. Im CMS werden Compliance-relevante Risiken evaluiert, Normabweichungen analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verminderung getroffen. Des Weiteren erstellt die Abteilung Compliance-relevante Richtlinien und schult Mitarbeiter/innen weltweit. Dem Vorstand und Aufsichtsrat bzw. dem Prüfungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-Maßnahmen berichtet.

Corporate Governance

Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss delegiert.

Internal Audit

Die Abteilung „Internal Audit“ ist unabhängig von den Organisationseinheiten und Geschäftsprozessen, untersteht und berichtet direkt dem Finanzvorstand. Sie überprüft, ob die eingesetzten Ressourcen rechtmäßig, sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verwendet werden. Dabei orientiert sich „Internal Audit“ an den internationalen Standards IIA (Institute of Internal Auditors). Eine regelmäßige Berichterstattung an den Gesamtvorstand und den Prüfungsausschuss gewährleisten das Funktionieren des internen Kontrollsystems.

Abbildung von Risiken außerhalb der Bilanz und GuV

Die Abteilung „Risikomanagement“ bildet die Risken außerhalb der Konzern-Bilanz und Konzern-GuV ab, indem ein halbjährlicher Risikobericht erstellt wird. Die wesentlichen Risken des Risikoberichtes sind auch im Geschäftsbericht erwähnt. Beim Risikobericht wird nach den international anerkannten Standards von COSO ® (Committee of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission) vorgegangen.# Weitere Offenlegung gemäß § 243a UGB

Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates.

Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam, sich ändern oder enden würden.

Es existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Grundkapital und Aktionärsstruktur

Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag EUR 27.574.071,43 und ist eingeteilt in 26.550.000 Stückaktien. Die B&C Gruppe ist Mehrheitsaktionär mit einem Anteil der Stimmrechte von 50 Prozent plus zwei Aktien. Die Bank of Montreal (BMO) und Impax Asset Management halten jeweils ca. 4 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca. 42 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internationale Investoren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.

Stellung der Aktionäre

Jede Stückaktie gewährt dem Aktionär in der Hauptversammlung der Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptversammlungen werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktiengesetzes etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. Juni 2020 wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an gemäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien zehn Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogrammes der Lenzing Aktie liegen.

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Ermächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden können.

Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wieder kaufrechts (Bezugsrechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung der Satzungsänderung in das Firmenbuch das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates, allenfalls in mehreren Tranchen, gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien zu erhöhen und den Ausgabekurs und die weiteren Ausgabebedingungen festzulegen (genehmigtes Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.

Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Bezugsrecht der Aktionäre bei einer Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise auszuschließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zweck des Erwerbes von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von Spitzenbeträgen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzusetzen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preisfindungsverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis zum 12. April 2023.

Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionären dabei in der Weise eingeräumt werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionären entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital

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The International Monetary Fund expects global growth of 5.5 percent for the year 2021. However, the economic recovery after the deep recession caused by COVID-19 is fraught with risks and depends primarily on the further course of the pandemic. The exchange rate environment is expected to remain volatile in regions that are important for Lenzing. The global fiber and pulp markets came under considerable pressure as a result of the COVID-19 crisis. The significant recovery in demand from the 3rd quarter of 2020, originating from China, continued into the 1st quarter of 2021 and currently ensures a favorable market environment. In the cotton market, a scarcity of supply is emerging in the current 2020/2021 harvest season, particularly for organic cotton, with a corresponding stable development in inventory levels. At the same time, Lenzing continues to anticipate a growing demand for sustainable fibers for the textile and apparel industry as well as the hygiene and medical sectors. This trend is likely to continue unabated after the COVID-19 pandemic, not least due to various legislative initiatives. With the prospect of widespread vaccination against COVID-19 for the population in the near future, optimism and confidence in a swift return to normality are also growing in the textile value chain. However, the currently positive environment is still characterized by great uncertainty due to the COVID-19 pandemic. Earnings visibility therefore remains limited. For 2021, taking into account the aforementioned factors, Lenzing Group expects the operating result to develop at a comparable level to the pre-crisis year 2019. Lenzing sees itself very well positioned in view of these developments and with its sCore TEN corporate strategy and will resolutely push ahead with strategic investment projects, which will deliver a significant earnings contribution from 2022 onwards.

Lenzing, March 08, 2021

Lenzing Aktiengesellschaft

The Management Board

Dr. Stefan Doboczky, MBA
Chairman of the Management Board

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Chief Financial Officer

Robert van de Kerkhof, MBA
Member of the Management Board

DI Stephan Sielaff
Member of the Management Board

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Member of the Management Board

Ausblick

Nachfolgend werden zentrale Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Die Werte dieser Kennzahlen sind insbesondere in den Abschnitten „Ausgewählte Kennzahlen der Lenzing Gruppe“ und „Fünf-Jahres-Übersicht der Lenzing Gruppe“ im Geschäftsbericht ersichtlich. Die Definitionen dieser Finanzkennzahlen sind im Glossar im Geschäftsbericht zusammengefasst.

Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützliche Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing Gruppe vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden und meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten aufweisen (insbesondere bei Investor/innen, Banken und Analyst/innen).

Die Erstanwendung des IFRS 16 (Leasingverhältnisse) per 1. Jänner 2019 wirkt sich mit eher untergeordneter Bedeutung auf die Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe aus. Weitere Erläuterungen zur Auswirkung der Erstanwendung des IFRS 16 können dem Konzernabschluss 2019 in Note 2 entnommen werden. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Geschäftstätigkeit, Unternehmensleistung sowie damit im Zusammenhang stehende Unsicherheiten werden im Lagebericht erläutert. Weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen auf den Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere auf Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen sind im Konzern-Anhang (Note 1) enthalten.# EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge

Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing Gruppe als Maßstäbe für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance) vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Auf Grund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – werden diese Kennzahlen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und zum Vergleich der Margen im Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge bzw. EBIT-Marge bezeichnet) dargestellt.

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 321 296 290 280 259
/ Umsatzerlöse 2,157 2,097 2,071 2,084 2,100
EBITDA-Marge 14.9% 14.1% 14.0% 13.4% 12.3%
Betriebsergebnis (EBIT) 190 184 174 165 141
/ Umsatzerlöse 2,157 2,097 2,071 2,084 2,100
EBIT-Marge 8.8% 8.8% 8.4% 7.9% 6.7%

EBT

Das EBT wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Ertragskraft vor Steuern verwendet. Es ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Brutto-Cashflow

Der Brutto-Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Fähigkeit, Gewinne/Verluste aus der operativen Geschäftstätigkeit (vor Veränderung des Working Capital) in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umzuwandeln, verwendet. Er wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

Free Cashflow

Der Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für den zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapitalgebern frei verfügbaren, aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschafteten Cashflow – nach Abzug von Investitionen – verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten.

EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Cashflow aus der Betriebstätigkeit 259 266 258 243 215
- Cashflow aus der Investitionstätigkeit -111 -276 -215 -239 -185
- Netto-Zufluss aus der Veräußerung und dem Abgang von Tochterunternehmen und sonstigen Unternehmenseinheiten 10 10 -15 -21 -16
+ Erwerb von finanziellen Vermögenswerten und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 15 17 15 11 17
- Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von finanziellen Vermögenswerten -17 -14 -10 -18 -17
Free Cashflow -103 -107 78 -107 -17

Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe 52 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Der Internationale Währungsfonds rechnet für das Jahr 2021 mit einem globalen Wachstum von 5,5 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung nach der tiefen Rezession durch COVID-19 ist jedoch mit Risiken behaftet und hängt vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wichtigen Regionen voraussichtlich volatil. Die globalen Faser- und Zellstoffmärkte gerieten infolge der COVID-19-Krise erheblich unter Druck. Die deutliche Erholung der Nachfrage ab dem 3. Quartal 2020, ausgehend von China, setzte sich bis in das 1. Quartal 2021 fort und sorgt derzeit für ein freundliches Marktumfeld. Im Markt für Baumwolle zeichnet sich in der laufenden Erntesaison 2020/2021 eine Verknappung des Angebotes, insbesondere bei Bio-Baumwolle, und damit einhergehend eine gleichbleibende Entwicklung der Lagermengen ab. Gleichzeitig geht Lenzing unverändert von einem steigenden Bedarf an nachhaltigen Fasern für die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranche aus. Dieser Trend dürfte sich, nicht zuletzt auch aufgrund diverser Gesetzesinitiativen, auch nach der COVID-19-Pandemie ungebremst fortsetzen. Mit der Aussicht auf baldige Impfung einer breiten Bevölkerungsgruppe gegen COVID-19 wachsen auch in der textilen Wertschöpfungskette der Optimismus und das Vertrauen in eine baldige Rückkehr zur Normalität. Das derzeit positive Umfeld ist jedoch nach wie vor von einer großen Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie geprägt. Die Ergebnis-Visibilität bleibt daher eingeschränkt. Die Lenzing Gruppe erwartet für 2021, unter Berücksichtigung der genannten Faktoren, eine Entwicklung des operativen Ergebnisses, die auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorkrisenjahr 2019 liegen wird. Lenzing sieht sich angesichts dieser Entwicklungen und mit ihrer Unternehmensstrategie sCore TEN sehr gut positioniert und wird insbesondere die strategischen Investitionsprojekte, die ab 2022 einen signifikanten Ergebnisbeitrag liefern werden, entschlossen vorantreiben.

Lenzing, am 08. März 2021
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Stefan Doboczky, MBA V orstandsvorsitzender
Mag. Thomas Obendrauf, MBA Finanzvorstand
Robert van de Kerkhof, MBA Mitglied des Vorstandes
DI Stephan Siela Mitglied des Vorstandes
DI Christian Skilich, MBA, LLM Mitglied des Vorstandes

166 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

CAPEX

Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

Liquiditätsbestand

Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfügbare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung etc.; siehe dazu weiter unten).

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 297 207 187 175 165
+ Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) 115 67 118 167 118
Liquiditätsbestand 412 274 305 342 283

Trading Working Capital und Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen

Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet. Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags in Verhältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Vorräte 159 156 151 159 159
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 185 183 185 185 183
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -150 -187 -185 -174 -179
Trading Working Capital 194 152 151 170 163
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse (= jeweils 4. Quartal) 709 709 654 659 655
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse) 2,836 2,836 2,616 2,636 2,620
Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen 6.8% 5.4% 5.8% 6.5% 6.2%

167 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte Eigenkapitalquote

Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähigkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es wird zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Eigenkapital 2,110 2,109 2,109 2,106 2,095
+ Langfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 170 160 150 110 160
+ Kurzfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 170 190 70 100 130
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -10 -15 -9 -9 -15
Bereinigtes Eigenkapital 2,440 2,444 2,420 2,307 2,470
/ Bilanzsumme 2,415 2,147 2,195 2,187 2,150
Bereinigte Eigenkapitalquote 101.0% 113.9% 110.2% 105.5% 114.9%

Nettofinanzverschuldung, Nettofinanz- verschuldung/EBITDA, Net Gearing und Nettoverschuldung

Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur verwendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kennzahl wird in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch einen Anhaltspunkt, wieviele Perioden das gleiche EBITDA erwirtschaftet werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzudecken. Das Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Eigenkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettoverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen verwendet.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 150 147 155 147 177
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten 217 104 165 120 114
- Liquiditätsbestand -412 -274 -305 -342 -283
Nettofinanzverschuldung -45 -23 -75 -75 -92
/ Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 321 296 290 280 259
Nettofinanzverschuldung / EBITDA -0.1x -0.1x -0.3x -0.3x -0.4x
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Nettofinanzverschuldung -45 -23 -75 -75 -92
/ Bereinigtes Eigenkapital 2,440 2,444 2,420 2,307 2,470
Net Gearing -1.8% -0.9% -3.1% -3.3% -3.7%
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Nettofinanzverschuldung -45 -23 -75 -75 -92
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 159 136 159 150 151
Nettoverschuldung 114 113 84 75 59

CAPEX

Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt.

Liquiditätsbestand

Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfügbare Liquidität zu begleichen, verwendet.# Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)

Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed) verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE (Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität) sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing Gruppe messen sollen.

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis (EBIT) 174.092 170.270 231.905 195.168 207.318
- Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) -50.140 -71.905 -54.140 -57.970 -71.480
Betriebsergebnis (EBIT) abzüglich anteiligem laufendem Ertragsteueraufwand (NOPAT) 123.952 98.365 177.765 137.198 135.838
/ Durchschnittliches Capital Employed 1.202.020 1.180.995 1.190.453 1.175.942 1.174.168
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) 10,3 % 8,3 % 14,9 % 11,7 % 11,6 %
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT) -50.140 -71.905 -54.140 -57.970 -71.480
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand 24.090 10.100 13.050 20.150 13.050
Laufender Ertragsteueraufwand -17.379 -31.400 -15.740 -20.720 -17.391
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bilanzsumme 1.425.710 1.382.071 1.287.071 1.284.130 1.285.164
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -127.510 -104.378 -105.129 -102.914 -102.190
- Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile -148.170 0 0 -14.104 -13.140
- Langfristige sonstige Verbindlichkeiten -102.107 -15.110 -15.130 -11.120 -14.150
- Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -147.240 -124.924 -114.100 -110.230 -117.130
- Verbindlichkeiten für laufende Steuern -10.140 -10.219 -10.140 -10.127 -10.159
- Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) -14.024 -14.137 -15.140 -15.129 -15.117
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln -4.015 -1.090 -1.130 -1.114 -1.150
- Kurzfristige Rückstellungen -10.159 -14.140 -13.140 -13.130 -10.140
- Langfristige Rückstellungen -10.140 -10.137 -10.140 -10.130 -10.150
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 15.130 15.129 15.140 15.129 15.140
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -10.000 -10.000 -10.000 -10.000 -10.000
- Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -10.140 -10.137 -10.140 -10.130 -10.150
- Finanzanlagen -14.137 -14.137 -10.137 -10.137 -10.137
Stand zum 31.12. 741.000 741.000 741.000 741.000 741.000
Stand zum 01.01. 741.000 741.000 741.000 741.000 741.000
Durchschnittliches Capital Employed 741.000 741.000 741.000 741.000 741.000

1) Umgliederung zwischen sonstigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen gemäß IAS 1 (siehe Note 2 im Konzern-Anhang 2020).

EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bereinigtes Eigenkapital 31.12. 174.092 170.270 177.765 137.198 135.838
Bereinigtes Eigenkapital 01.01. 170.270 177.765 137.198 135.838 135.600
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 172.181 174.018 137.481 136.518 135.719
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Ergebnis vor Steuern (EBT) 107.000 158.000 179.000 115.000 116.000
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital 17.218 17.402 13.748 13.652 13.572
ROE (Eigenkapitalrentabilität) 6,2 % 9,1 % 13,0 % 8,4 % 8,5 %
EUR Mio. per 31.12. 2020 2019 2018 2017 2016
Bilanzsumme 31.12. 1.425.710 1.382.071 1.287.071 1.284.130 1.285.164
Bilanzsumme 01.01. 1.382.071 1.287.071 1.284.130 1.285.164 1.285.000
Durchschnittliche Bilanzsumme 1.403.891 1.334.571 1.285.600 1.284.647 1.285.082
EUR Mio. 2020 2019 2018 2017 2016
Betriebsergebnis (EBIT) 174.092 170.270 231.905 195.168 207.318
/ Durchschnittliche Bilanzsumme 140.389 133.457 128.560 128.465 128.508
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 12,4 % 12,8 % 18,0 % 15,2 % 16,1 %

Jahresabschluss 2020

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020

Anhang zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020

Allgemeine Angaben

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva
Passiva

Haftungsverhältnisse

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

Angaben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziellen Geschäften
Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten

Organe und Arbeitnehmer/innen

Beziehungen zu den Mitgliedern des Vorstandes und den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Lenzing AG
Honorare des Abschlussprüfers

Angaben zur Gruppenbesteuerung

Direkte Beteiligungen zum 31.12.2020

Direkte Beteiligungen zum 31.12.2019

Gewinnverteilungsvorschlag für den Bilanzgewinn 2020

Organe der Gesellschaft

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Entwicklung des Anlagevermögens

Entwicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand

Bestätigungsvermerk

Erklärung des Vorstandes

Es gibt Plätze auf der Welt, wo es einfach anders ist. Das viele Plastik in den Weltmeeren oder die Luftverschmutzung durch die Industrie, die Städte, die Autos. Der Wald ist die Lunge unserer Erde. Das dürfen wir nie vergessen! Leider ist es nicht selbstverständlich, an solch einem schönen Ort zu leben.# Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

Bilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva 31.12.2020 31.12.2019
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte 5.172.814,68 5.552.991,46
2. Firmenwert 54.438.833,43 54.700.502,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 168.141.790,10 171.042.843,86
2. Technische Anlagen und Maschinen 355.148.516,15 360.613.943,33
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 118.097.653,18 117.942.186,79
4. Anlagen in Bau 35.219.944,60 31.190.377,18
5. Geleistete Anzahlungen 8.650.881,58 8.035.725,54
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 132.359.753,41 130.162.312,32
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 152.533.083,77 152.413.802,35
3. Beteiligungen 14.848.592,92 14.139.673,45
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 18.928.413,76 18.919.028,45
5. Sonstige Ausleihungen 15.614.340,87 15.241.914,91
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 119.458.781,67 117.780.962,45
2. Unfertige Erzeugnisse 7.538.123,35 7.058.401,67
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 119.090.425,68 117.553.284,99
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen 16.399.693,99 15.662.247,62
5. Geleistete Anzahlungen 14.262.658,05 13.197.497,32
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 142.141.122,09 141.317.416,36
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 126.789.987,20 121.837.548,09
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 17.765.955,46 15.471.913,89
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0,00
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 19.207.469,91 17.610.338,75
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 7.186.371,95 7.125.566,56
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 141.849.392,55 114.842.816,45
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.312.632,66 7.410,53
D. Aktive latente Steuern 23.247.259,44 18.179,30
Gesamtsumme Aktiva 1.607.037.078,49 1.489.453.200,51

Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

Passiva

31.12.2020 31.12.2019
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes, einbezahltes und gezeichnetes Grundkapital 10.000.000,00 10.000.000,00
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 202.787.693,78 202.787.693,78
2. Nicht gebundene 9.102.706,65 9.102.706,65
III. Gewinnrücklagen
Freie Rücklagen 315.728.469,42 299.095.996,57
IV. Bilanzgewinn, davon Gewinnvortrag 26.550.000,00 0,00
B. Zuschüsse der öffentlichen Hand 25.183.105,94 18.894,40
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 20.890.363,63 14.642.682,68
2. Rückstellungen für Pensionen 12.270.657,49 11.407.389,54
3. Steuerrückstellungen 14.672.269,66 14.064.296,69
4. Sonstige Rückstellungen 17.595.164,16 13.956.529,84
D. Verbindlichkeiten
1. Hybridkapital 100.000.000,00 100.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 100.000.000,00 100.000.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 140.492.751,94 140.642.213,89
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 140.492.751,94 140.642.213,89
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.484.004,28 10.580.899,08
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 19.672.100,00 5.770.348,72
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 80.811.904,28 4.810.550,36
4. Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten 14.513.003,68 12.833.313,04
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 4.028.400,85 7.777.777,77
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 10.484.602,83 5.055.535,27
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 11.075.193,40 11.039.459,72
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 11.075.193,40 11.039.459,72
6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.779.533,94 10.068.804,60
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 10.779.533,94 10.068.804,60
7. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 15.788.355,60 15.280.792,41
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 14.834.718,78 14.254.201,76
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 953.636,82 1.026.590,65
8. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 1.981.495,70 1.981.495,70
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.981.495,70 1.981.495,70
9. Sonstige Verbindlichkeiten 14.797.976,06 14.526.231,10
davon aus Steuern 1.194.333,47 569,50
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.993.926,38 4.830,30
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 10.908.878,68 10.502.170,67
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 5.173.751,12 5.286.451,47
E. Rechnungsabgrenzungsposten 233.021,45 165,90
Gesamtsumme Passiva 1.166.571.477,78 1.022.116.660,99

Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

2020 2019
1. Umsatzerlöse 1.009.458.530,64 1.001.252.236,20
2. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -8.821.631,72 15.344.975,37
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 4.853.012,55 4.711.883,35
4. Sonstige betriebliche Erträge:
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 4.020.646,87 2.357.161,89
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.445.303,80 1.061.325,98
c) Übrige 1.342.953,01 1.168.724,01
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand -467.576.545,02 -403.106.215,25
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -42.615.854,03 -40.181.259,40
6. Personalaufwand:
a) Löhne -100.202.518,37 -104.524.253,98
aa) davon Erträge aus Zuschüssen iZm Kurzarbeitsbeihilfen EUR 4.142.490,64 (2019: TEUR 0,0)
b) Gehälter -128.952.769,87 -127.941.358,27
aa) davon Ertäge aus Zuschüssen iZm Kurzarbeitsbeihilfen EUR 6.499.814,66 (2019: TEUR 0,0)
c) soziale Aufwendungen -81.742.121,32 -79.751.361,23
aa) davon Aufwendungen für Altersversorgung EUR -3.126.407,23 (2019: TEUR -5.092,3)
bb) davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen EUR -3.691.628,10 (2019: TEUR -9.215,6)
cc) davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge EUR -50.292.769,78 (2019: TEUR -49.152,5)
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
a) Planmäßige Abschreibungen -71.176.215,68 -71.409.979,70
b) Auflösung Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand 16.070.750,14 16.554.154,99
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Ziffer 19 fallen -1.734.947,52 -1.547.986,37
b) Übrige -127.578.385,51 -127.382.905,10
9. Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 (Übertrag) 232.680.841,82 225.558.940,48
10. Erträge aus Beteiligungen 73.070.000,00 102.503,00
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 73.070.000,00 (2019: TEUR 102.503,0)
11.
Position 2020 EUR 2019 TEUR
1. Umsatzerlöse 1.001.600.040,00 924.000,00
2. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -35.449.255,42 -21.000,00
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 7.764.771,32 3.000,00
4. Sonstige betriebliche Erträge:
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 2.581.015,21 2.000,00
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.331.356,74 5.000,00
c) Übrige 2.717.364,56 2.000,00
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand -495.233.580,56 -436.000,00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -116.718.962,98 -73.000,00
6. Personalaufwand:
a) Löhne -90.758.834,60 -83.000,00
aa) davon Erträge aus Zuschüssen iZm Kurzarbeitsbeihilfen 4.142.490,64 0,00
b) Gehälter -122.174.530,15 -109.000,00
aa) davon Erträge aus Zuschüssen iZm Kurzarbeitsbeihilfen 6.499.814,66 0,00
c) soziale Aufwendungen -84.057.806,30 -62.000,00
aa) davon Aufwendungen für Altersversorgung -3.126.407,23 -5.092,30
bb) davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -3.691.628,10 -9.215,60
cc) davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -50.292.769,78 -49.152,50
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
a) Planmäßige Abschreibungen -70.984.164,35 -71.000,00
b) Auflösung Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand 0,00 0,00
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Ziffer 19 fallen -4.000.000,00 -3.000,00
b) Übrige -51.751.024,46 -30.000,00
9. Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 (Übertrag) 160.831.486,50 148.000,00

Finanzergebnis

Position 2020 EUR 2019 TEUR
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 6.964.331,22 2.708,80
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 6.964.331,22 (2019: TEUR 2.708,8)
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 944.488,68 900,80
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 944.488,68 (2019: TEUR 900,8)
12. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 0,00 0,00
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (2019: TEUR 0,0)
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen -1.548.899,05 -268,60
a) davon Abschreibungen EUR -1.548.899,05 (2019: TEUR -268,6)
b) davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen -21.969.015,27 -457,10
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -672.219,76 -765,90
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR -672.219,76 (2019: TEUR -765,9)
15. Zwischensumme aus Ziffer 10 bis 14 -13.246.303,91 -382,80
16. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Ziffer 9 und Ziffer 15) 147.585.182,59 147.617,20
17. Einbringungs - und Verschmelzungsergebnis 0,00 0,00
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.499.682,47 -19.354,10
a) davon laufende Steuern 2.485.781,21 -20.425,20
b) davon latente Steuern 4.013.901,26 1.071,10
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 141.085.500,12 128.263,10
20. Zuweisung zu Gewinnrücklagen (freie) 0,00 0,00
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0,00
22. Bilanzgewinn 141.085.500,12 128.263,10

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Anhang zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020

Allgemeine Angaben

Der Vorstand der Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG) hat den vorliegenden Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der aktuellen Fassung aufgestellt. Er umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2020.

Die Lenzing AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft österreichischen Rechts. Sie ist im Firmenbuch beim Handels- als Landesgericht Wels, Österreich, unter der Nummer FN 96499 k eingetragen. Ihr Sitz ist in 4860 Lenzing, Werkstraße 2, Österreich. Die Aktien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in Wien, Österreich, gelistet.

Das Kerngeschäft der Lenzing AG liegt in der Erzeugung und Vermarktung von botanischen Cellulosefasern. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem großen Teil im eigenen Zellstoffwerk hergestellt und teilweise zugekauft. Der wichtigste Rohstoff zur Zellstofferzeugung ist Holz, das zugekauft wird. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft.

Die Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses im Vergleich zum Vorjahr beibehalten.

Die Lenzing AG ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe und erstellt einen Konzernabschluss. Der Konzernabschluss der Lenzing AG ist beim Firmenbuch Wels hinterlegt, am Sitz der Gesellschaft in Lenzing erhältlich und auf der Homepage http://www.lenzing.com abrufbar.

Die Hauptaktionärin der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 ist die B&C Gruppe, welche direkt oder indirekt mit 50 Prozent plus zwei Aktien (31. Dezember 2019: 50 Prozent plus zwei Aktien) am Grundkapital der Lenzing AG beteiligt ist. Der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, der öffentlich zugänglich ist und in den die Gesellschaft und ihre konsolidierten Unternehmen einbezogen sind, wird von der B&C Holding Österreich GmbH, Wien aufgestellt und beim Firmenbuch Wien hinterlegt. Das oberste Mutterunternehmen der B&C Holding Österreich GmbH, und somit der Gesellschaft, ist die B&C Privatstiftung, Wien.

Die Zahlenangaben im vorliegenden Jahresabschluss und in den Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angegeben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbedingte Rechen differenzen auftreten.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundlagen

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.

Das Unternehmen hat dem Vorsichtsgrundsatz Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, werden diese bei Schätzungen berücksichtigt.

Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Geschäftsjahr 2020 beibehalten.

Der Ausbruch der COVID-19-Krise hatte eine negative Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung 2020 der Lenzing AG. Die Lenzing AG verzeichnete deutliche Rückgänge in den Umsatzerlösen vor allem aufgrund rückläufiger Absatzmengen und eines geringeren Verkaufspreisniveaus. Dem gegenüber stehen Rückgänge der Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen aufgrund geringerer Produktionsmengen und rückläufige Marktpreise für die Rohstoffe (insbesondere für Zellstoff, Natronlauge und Energie) und des Personalaufwandes aufgrund der Inanspruchnahme der Kurzarbeitsbeihilfe. In der Berichtsperiode wurden Zuschüsse aus Kurzarbeitsbeihilfen aufgrund von COVID-19 in Höhe von TEUR 10.642,3 erfolgswirksam erfasst.

Die COVID-19-Krise hat Auswirkungen auf Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-Krise unterliegen diese Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2020 kamen Annahmen, Schätzungen sowie die Ausübung von Ermessensentscheidungen vor allem in folgenden Bereichen zur Anwendung:

  • Aufgrund der COVID-19-Krise wurde per 31. Dezember 2020 überprüft, ob ein Bedarf an außerplanmäßigen Abschreibungen im Anlagevermögen notwendig ist. Dabei ergaben sich, mit Ausnahme des Finanzanlagevermögens, keine Anhaltspunkte bzw. wesentlichen Auffälligkeiten im Vergleich zu Vorperioden. Die Aufwendungen aus Finanzanlagen werden im Kapitel „Finanzergebnis“ erläutert.
  • Die COVID-19-Krise löste Schwankungen bzw. Rückgänge von Absatz- und Beschaffungspreisen aus. Es wurden die Auswirkungen auf die Bewertung der Vorräte und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Absatzverträgen überprüft. Per 31. Dezember 2020 ergaben sich daraus keine wesentlichen Änderungen.
  • Durch die COVID-19-Krise kann es zu erhöhten Forderungsausfällen durch die Verschlechterung des Kreditrisikos der Vertragsparteien kommen. Die Verschlechterung des Kreditrisikos wurde in den Berechnungen der Wertberichtigungen auf Forderungen berücksichtigt und war betragsmäßig von untergeordneter Bedeutung.
  • Für die Sicherungsbeziehungen wurde eine Aktualisierung der Einschätzung vorgenommen, inwieweit der Eintritt von erwarteten Transaktionen weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Per 31. Dezember 2020 ergaben sich daraus keine wesentlichen Änderungen.
  • Es fand eine Überprüfung der Aktivierung von latenten Steueransprüchen aus temporären Differenzen und Verlustvorträgen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit künftiger zu versteuernder Erträge statt.# Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Allgemeine Angaben

Der Vorstand der Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG) hat den vorliegenden Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der aktuellen Fassung aufgestellt. Er umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2020.

Die Lenzing AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft österreichischen Rechts. Sie ist im Firmenbuch beim Handels- als Landesgericht Wels, Österreich, unter der Nummer FN 96499 k eingetragen. Ihr Sitz ist in 4860 Lenzing, Werkstraße 2, Österreich. Die Aktien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in Wien, Österreich, gelistet.

Das Kerngeschäft der Lenzing AG liegt in der Erzeugung und Vermarktung von botanischen Cellulosefasern. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem großen Teil im eigenen Zellstoffwerk hergestellt und teilweise zugekauft. Der wichtigste Rohstoff zur Zellstofferzeugung ist Holz, das zugekauft wird. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft.

Die Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses im Vergleich zum Vorjahr beibehalten. Die Lenzing AG ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe und erstellt einen Konzernabschluss. Der Konzernabschluss der Lenzing AG ist beim Firmenbuch Wels hinterlegt, am Sitz der Gesellschaft in Lenzing erhältlich und auf der Homepage http://www.lenzing.com abrufbar.

Die Hauptaktionärin der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 ist die B&C Gruppe, welche direkt oder indirekt mit 50 Prozent plus zwei Aktien (31. Dezember 2019: 50 Prozent plus zwei Aktien) am Grundkapital der Lenzing AG beteiligt ist. Der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, der öffentlich zugänglich ist und in den die Gesellschaft und ihre konsolidierten Unternehmen einbezogen sind, wird von der B&C Holding Österreich GmbH, Wien aufgestellt und beim Firmenbuch Wien hinterlegt. Das oberste Mutterunternehmen der B&C Holding Österreich GmbH, und somit der Gesellschaft, ist die B&C Privatstiftung, Wien.

Die Zahlenangaben im vorliegenden Jahresabschluss und in den Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angegeben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbedingte Rechen differenzen auftreten.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundlagen

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt. Das Unternehmen hat dem Vorsichtsgrundsatz Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, werden diese bei Schätzungen berücksichtigt.

Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Geschäftsjahr 2020 beibehalten.

Der Ausbruch der COVID-19-Krise hatte eine negative Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung 2020 der Lenzing AG. Die Lenzing AG verzeichnete deutliche Rückgänge in den Umsatzerlösen vor allem aufgrund rückläufiger Absatzmengen und eines geringeren Verkaufspreisniveaus. Dem gegenüber stehen Rückgänge der Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen aufgrund geringerer Produktionsmengen und rückläufige Marktpreise für die Rohstoffe (insbesondere für Zellstoff, Natronlauge und Energie) und des Personalaufwandes aufgrund der Inanspruchnahme der Kurzarbeitsbeihilfe. In der Berichtsperiode wurden Zuschüsse aus Kurzarbeitsbeihilfen aufgrund von COVID-19 in Höhe von TEUR 10.642,3 erfolgswirksam erfasst.

Die COVID-19-Krise hat Auswirkungen auf Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-Krise unterliegen diese Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2020 kamen Annahmen, Schätzungen sowie die Ausübung von Ermessensentscheidungen vor allem in folgenden Bereichen zur Anwendung:

Im Ergebnis waren alle derartigen Beträge vollständig werthaltig (siehe Kapitel „Aktive latente Steuern“). Aufgrund einer gesicherten Liquiditätssituation, einer weiterhin starken Position auf den für die Lenzing AG relevanten Märkten sowie einem zu erwartendem sukzessiven Abklingen der negativen Auswirkungen der COVID-19-Krise im Laufe des Jahres 2021 hat das Management die Einschätzung getroffen, dass die Lenzing AG zum Zeitpunkt seiner Genehmigung über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Jahresabschluss unter Zugrundelegung der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise und den gesetzten Maßnahmen finden sich im Lagebericht im Abschnitt „Geschäftsentwicklung“.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Einbringung der Anteile an der Lenzing Technik GmbH durch die Pulp Trading GmbH in die Lenzing AG und die anschließende Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH auf die Lenzing AG unter Anwendung des UmGrStG steuerneutral zum Buchwert mit Wirkung zum 1. Jänner 2020 durchgeführt. Das Vermögen der Lenzing Technik GmbH ging daher im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Lenzing AG über. Neue Anteile wurden in diesem Zusammenhang nicht gewährt. Die Eintragung beider Umgründungsmaßnahmen in das Firmenbuch ist am 1. Oktober 2020 erfolgt. Die Auswirkung der Einbringung und Verschmelzung auf den Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2020 ist unter dem Punkt „Einbringungs- und Verschmelzungsgewinn“ erläutert.

Mit dem Einbringungsvertrag vom 29. März 2019 wurde beschlossen, dass der Teilbetrieb Zellstofftechnik (LTZ) von der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing Technik GmbH im Wege einer steuerneutralen Einbringung in die Lenzing AG mit Wirkung vom 1. Jänner 2019 übertragen wird. Dabei wurden insbesondere die Personalverpflichtungen für die betroffenen Mitarbeiter/innen von der Lenzing AG übernommen. Die Auswirkung der Einbringung auf den Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2019 ist unter dem Punkt „Einbringungsverlust“ erläutert.

Anlagevermögen

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um die planmäßige, nach der linearen Methode vorgenommene Abschreibung angesetzt. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden als Aufwand erfasst. Die Herstellungskosten von selbsterstellten Sachanlagen umfassen die Einzelkosten, angemessene Teile der Materialgemeinkosten und Fertigungsgemeinkosten sowie Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen, für betriebliche Altersversorgung und für Abfertigungen. Vom Wahlrecht der Aktivierung von Fremdkapitalzinsen wird nicht Gebrauch gemacht.

Der Rahmen der Nutzungsdauer beträgt für die einzelnen Anlagegruppen:

Nutzungsdauer in Jahren von bis
Immaterielle Vermögensgegenstände
a) Lizenzen, Know-how und Mietrechte 5 15
b) Software 3 3
c) Firmenwert 10 10
Sachanlagen
a) Gebäude
Wohngebäude 25 50
Geschäfts- und Fabriksgebäude 25 50
b) Technische Anlagen und Maschinen 4 15
c) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 10

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlusstichtag niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen, wenn die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Für Firmenwerte, die vor dem 1. Jänner 2016 zugegangen sind, wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag angesetzt. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung grundsätzlich das Discounted Cash-Flow-Verfahren gemäß dem Fachgutachten zur Unternehmensbewertung KFS/BW 1 der Kammer der Wirtschaftstreuhänder herangezogen. Der beizulegende Wert bzw. der Unternehmenswert wird aus den mit den gewichteten Kapitalkosten diskontierten geschätzten künftigen Cashflows abgeleitet. Die Cashflows werden aus den Planungen bzw. Prognosen abgeleitet und beruhen auf zukunftsbezogenen Annahmen, im Unternehmensbereich Fasern insbesondere auf Preis- und Mengenentwicklungen beim Absatz, den Produktionsmengen sowie den dazu notwendigen Kosten speziell für Rohstoffe, Energie, Personal und Steuern. Diese Daten basieren insbesondere auf internen Annahmen unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung sowie auf externen Marktannahmen aus Marktstudien oder Konjunkturaussichten. Nach dem Detailplanungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Planjahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model ermittelter Mischsatz aus der Fremdkapitalverzinsung und der Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (WACC).

8 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG
178 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe
Diese Daten basieren insbesondere auf internen Annahmen unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung sowie auf externen Marktannahmen aus Marktstudien oder Konjunkturaussichten. Nach dem Detailplanungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Planjahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model ermittelter Mischsatz aus der Fremdkapitalverzinsung und der Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (WACC). Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider.

Ausleihungen werden mit dem Nominalwert, bei Unverzinslichkeit mit dem Barwert bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag angesetzt.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet. In den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens sind auch Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung für Pensionsverpflichtungen enthalten, die in Höhe des Deckungskapitals aktiviert werden. Die Erträge aus dieser Rückdeckungsversicherung werden in den Aufwendungen für Altersversorgung erfasst.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt. Beim Firmenwert unterbleibt gemäß § 208 Abs. 2 UGB die Zuschreibung.

Umlaufvermögen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungskosten nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet.

Unfertige Erzeugnisse und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten (im Sinne des § 206 UGB), jedoch höchstens zum voraussichtlichen Verkaufserlös – abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten – angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung sowie Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen, für betriebliche Altersversorgung und für Abfertigungen. Aufwendungen für Fremdkapitalzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten werden nicht aktiviert. Wirtschaftliche und technische Risiken werden durch Abschläge angemessen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden gemäß dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Forderungen werden einzeln bewertet. Falls Risiken hinsichtlich der Einbringlichkeit bestehen, werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Bei der Ermittlung der Höhe der Einzelwertberichtigung werden erhaltene Sicherheiten, wie Bankgarantien und Kreditversicherungen, angemessen berücksichtigt. Ist eine Forderung gänzlich uneinbringlich, wird die Forderung mit 100 Prozent wertberichtigt (auf Basis des Nettobetrages). Pauschale Wertberichtigungen werden nicht gebildet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung nicht mehr bestehen. Betreffend die Bewertung von Forderungen in Fremdwährungen verweisen wir auf den Punkt Fremdwährungsumrechnung.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikate werden in der Bilanz entsprechend der AFRAC-Stellungnahme „Bilanzierung von CO2-Emissionszertifikaten gemäß UGB“ vom Dezember 2015 dargestellt. Emissionszertifikate werden mit dem Marktwert zum Zeitpunkt der Zuteilung in den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen aktiviert. Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesellschaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Zuschüssen der öffentlichen Hand eingestellt. Die aus dem aktuellen Geschäftsjahr und dem Vorjahr nicht verbrauchten Emissionszertifikate belaufen sich auf insgesamt 1.246.821 Stück (31. Dezember 2019: 995.633 Stück).

Betreffend die Bewertung von Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwährungen wird auf die unter dem Punkt Fremdwährungsumrechnung beschriebene Vorgehensweise verwiesen.

Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs. 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatzes von 25 Prozent gebildet. Das Wahlrecht zum Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird ab dem Geschäftsjahr 2020 ausgeübt.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden im Einklang mit der AFRAC-Stellungnahme „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den Vorschriften des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“, wie dieser in der EU anzuwenden ist, unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie Fluktuationsabschläge werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden zur Gänze im Periodenaufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die in der Bilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung aus einem Versorgungsplan stellt den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung dar.

Änderungen der oben genannten Personalrückstellungen, darunter auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung dieser Rückstellungen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand ausgewiesen. Übersteigen in einem Geschäftsjahr die Verminderungen insgesamt die Zuweisungen an die jeweiligen Personalrückstellungen, wird der positive Saldo im Posten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen ausgewiesen. Zahlungen für beitragsorientierte Verpflichtungen werden im Personalaufwand erfasst.

In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Bei der Bewertung werden Rückgriffsansprüche auf andere Parteien angemessen berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen werden mit einem marktüblichen und laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung von Verbindlichkeiten in Fremdwährungen wird unter dem Punkt „Fremdwährungsumrechnung“ erläutert.

Fremdwährungsumrechnung

Bestehen Sicherungsgeschäfte in Bezug auf eine Währung, so werden auf diese Währung lautende monetäre Posten bis zum /=Nominale der Sicherungsgeschäfte mit einem Kurs umgerechnet, der dem gewogenen Durchschnitt aus den Terminkursen der Sicherungsgeschäfte entspricht. Soweit das Nominale der monetären Posten über das Nominale der Sicherungsgeschäfte hinausgeht und sofern keine Sicherungsgeschäfte bestehen, so werden auf diese Währung lautende monetäre Posten entsprechend dem imparitätischen Realisationsprinzip mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Ersterfassung, im Fall eines Kursverlustes aber mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in Euro herangezogen:

Fremdwährungskurse 31.12.2020 31.12.2019
Forderungen
Stichtagskurs EUR/USD 0.827745 0.899025
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/USD - 0.907287
Stichtagskurs EUR/CNY 0.540702 0.633020
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/CNY 0.539340 0.640606
Stichtagskurs EUR/BRL 0.152002 0.183501
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/BRL - -
Verbindlichkeiten
Stichtagskurs EUR/USD 0.827745 0.899025

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden gemäß dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Forderungen werden einzeln bewertet. Falls Risiken hinsichtlich der Einbringlichkeit bestehen, werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Bei der Ermittlung der Höhe der Einzelwertberichtigung werden erhaltene Sicherheiten, wie Bankgarantien und Kreditversicherungen, angemessen berücksichtigt. Ist eine Forderung gänzlich uneinbringlich, wird die Forderung mit 100 Prozent wertberichtigt (auf Basis des Nettobetrages). Pauschale Wertberichtigungen werden nicht gebildet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung nicht mehr bestehen. Betreffend die Bewertung von Forderungen in Fremdwährungen verweisen wir auf den Punkt Fremdwährungsumrechnung.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikate werden in der Bilanz entsprechend der AFRAC-Stellungnahme „Bilanzierung von CO2-Emissionszertifikaten gemäß UGB“ vom Dezember 2015 dargestellt. Emissionszertifikate werden mit dem Marktwert zum Zeitpunkt der Zuteilung in den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen aktiviert. Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesellschaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Zuschüssen der öffentlichen Hand eingestellt. Die aus dem aktuellen Geschäftsjahr und dem Vorjahr nicht verbrauchten Emissionszertifikate belaufen sich auf insgesamt 1.246.821 Stück (31. Dezember 2019: 995.633 Stück).

Betreffend die Bewertung von Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwährungen wird auf die unter dem Punkt Fremdwährungsumrechnung beschriebene Vorgehensweise verwiesen.

Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs. 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatzes von 25 Prozent gebildet. Das Wahlrecht zum Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird ab dem Geschäftsjahr 2020 ausgeübt.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden im Einklang mit der AFRAC-Stellungnahme „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den Vorschriften des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“, wie dieser in der EU anzuwenden ist, unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie Fluktuationsabschläge werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden zur Gänze im Periodenaufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die in der Bilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung aus einem Versorgungsplan stellt den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung dar.

Änderungen der oben genannten Personalrückstellungen, darunter auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung dieser Rückstellungen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand ausgewiesen. Übersteigen in einem Geschäftsjahr die Verminderungen insgesamt die Zuweisungen an die jeweiligen Personalrückstellungen, wird der positive Saldo im Posten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen ausgewiesen. Zahlungen für beitragsorientierte Verpflichtungen werden im Personalaufwand erfasst.

180 Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

10 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Aktiva

Anlagevermögen

Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel angeführt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Der Posten Rechte beinhaltet zum Großteil ein Mitbenützungsrecht an der Abwasserreinigungsanlage des Wasserreinhaltungsverbandes Lenzing-Lenzing AG sowie das Recht auf Energiebezug von der RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, einer von der Gesellschaft gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH betriebenen Reststoffverwertungsanlage.

In den immateriellen Vermögensgegenständen sind solche immaterielle Vermögensgegenstände, die von einem verbundenen Unternehmen erworben wurden, mit einem Buchwert von TEUR 209,7 (31. Dezember 2019: TEUR 246,6) enthalten. Im Geschäftsjahr 2020 und 2019 gab es keine Zugänge von immateriellen Vermögensgegenständen von verbundenen Unternehmen.

Der Firmenwert wird planmäßig, nach der linearen Methode über die Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die gewählte Nutzungsdauer orientiert sich an der durchschnittlichen Restlaufzeit der im Zuge der Übernahme übernommenen Verpflichtungen.

Nach Unternehmensbereichen ergibt sich folgende Aufgliederung der Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen:

Unternehmensbereich 2020 TEUR 2019 TEUR
Fasern 90.844 86.427
Zentralbereiche (Umwelt, Information & Kommunikation, Infrastruktur etc.) 18.245 25.490
Energie 13.040 14.458
Zellstoff 10.832 10.800
Übrige 2.428 2.505
Gesamt 145.389 139.680

Die Abgänge von immateriellen Vermögensgegenständen und von Sachanlagen hatten Anschaffungs- und Herstellungskosten von TEUR 4.531,7 (2019: TEUR 9.815,3) und einen Buchwert von TEUR 187,0 (2019: TEUR 70,1).

Finanzanlagen

Die Auflistung der Anteile an verbundenen Unternehmen der Lenzing AG kann im Abschnitt „Direkte Beteiligungen zum 31.12.2020“ dieses Anhangs entnommen werden.

Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen eine Kapitalerhöhung der LD Celulose S.A. in Höhe von TEUR 221.003,6 (2019: TEUR 0,0), Lenzing (Thailand) Co., Ltd. in Höhe von TEUR 16.949,9 (2019: TEUR 36.589,6) sowie einen Zuschuss für die Kapitalerhöhung der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd. in Höhe von TEUR 10.595,1 (2019: TEUR 29.233,2).

Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Anteile in Höhe von TEUR 88.106,0 an der indirekten Tochtergesellschaft PT South Pacific Viscose von den direkten Tochtergesellschaften Avit Investments Limited sowie Penique S.A. erworben. Weiters wurde an die Lenzing Fibers (Hong Kong) Ltd. eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 1.163,7 (2019: TEUR 0,0) geleistet.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Anteile an der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing Technik GmbH in die Lenzing AG eingebracht. Als gesellschaftsrechtliche Begleitmaßnahme wurde von der Lenzing AG ein Gesellschaftszuschuss in Höhe von TEUR 28.100,0 an die direkte Tochtergesellschaft Pulp Trading GmbH geleistet.

Im Jänner 2020 hat sich die Duratex-Gruppe vereinbarungsgemäß mit 49 Prozent an der LD Celulose S.A. beteiligt. Die Lenzing AG verfügt mit 51 Prozent weiterhin über die Mehrheit der Anteile und beherrscht somit die LD Celulose S.A. Die Änderung der Anteilsverhältnisse erfolgte mittels asymmetrischer Kapitalerhöhung, welche von beiden Parteien geleistet wurde.

Die Zugänge bei den Beteiligungen betreffen die Stammkapital- sowie Sacheinlageeinbringung in die Hygiene Austria GmbH (TEUR 1.669,6).

Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:

Ausleihungen Bilanzwert TEUR mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr TEUR mit einer Restlaufzeit über 1 Jahr TEUR
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 607.370 666.845 631.475
Vorjahr 983.342 935.845 952.782
Sonstige Ausleihungen 15.639 605.474 15.121
Vorjahr 11.063 11.063 0
Gesamt 623.009 1.272.319 646.596
Vorjahr 994.405 946.908 952.782

Bei den Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen waren die wesentlichen Zugänge gegenüber der Lenzing (Thailand) Co., Ltd. in Höhe von TEUR 181.005,7 sowie der Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 33.385,8, und die wesentlichen Abgänge gegenüber der Lenzing Fibers Inc. in Höhe von TEUR 33.217,4.

In den Sonstigen Ausleihungen sind ausstehende Kaufpreisforderungen bzw. langfristige Darlehen aus der teilweisen Veräußerung der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH im Jahr 2016 gegenüber dem Käufer (einschließlich dessen Tochterunternehmen) in Höhe von TEUR 10.678,2 (31. Dezember 2019: TEUR 11.062,5) enthalten. Sie sind bankmäßig verzinst. Die Einbringlichkeit wurde insbesondere auf Basis der wirtschaftlichen Lage beurteilt und führte im Geschäftsjahr 2020 zu einer Abschreibung in Höhe von TEUR 1.384,3. Im Geschäftsjahr 2019 wurde aufgrund der jährlichen Einschätzung des Ausfallsrisikos eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 3.419,4 erfasst.

Die Lenzing AG besitzt ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH. Darüber hinaus wurde dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 6.622,0 (2019: TEUR 10.910,0) eingeräumt, der im Fall von vordefinierten nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH am Absatzmarkt bis längstens 31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden kann. Dieser Rahmen war per 31. Dezember 2020 sowie im Vorjahr per 31. Dezember 2019 nicht ausgenützt.

Des Weiteren hat die Hygiene Austria LP GmbH im Geschäftsjahr 2020 ein langfristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 2.000,0 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig.

Die Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens enthalten den Großanlegerfonds GF82 von TEUR 4.870,8 (31. Dezember 2019: TEUR 4.953,6), der zur Deckung der Pensionsrückstellung dient.

Erläuterungen zur Bilanz 181

Jahresbericht 2020 Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

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Bei den Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen waren die wesentlichen Zugänge gegenüber der Lenzing (Thailand) Co., Ltd. in Höhe von TEUR 181.005,7 sowie der Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 33.385,8, und die wesentlichen Abgänge gegenüber der Lenzing Fibers Inc. in Höhe von TEUR 33.217,4.

In den Sonstigen Ausleihungen sind ausstehende Kaufpreisforderungen bzw. langfristige Darlehen aus der teilweisen Veräußerung der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH im Jahr 2016 gegenüber dem Käufer (einschließlich dessen Tochterunternehmen) in Höhe von TEUR 10.678,2 (31. Dezember 2019: TEUR 11.062,5) enthalten. Sie sind bankmäßig verzinst. Die Einbringlichkeit wurde insbesondere auf Basis der wirtschaftlichen Lage beurteilt und führte im Geschäftsjahr 2020 zu einer Abschreibung in Höhe von TEUR 1.384,3. Im Geschäftsjahr 2019 wurde aufgrund der jährlichen Einschätzung des Ausfallsrisikos eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 3.419,4 erfasst.

Die Lenzing AG besitzt ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH. Darüber hinaus wurde dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 6.622,0 (2019: TEUR 10.910,0) eingeräumt, der im Fall von vordefinierten nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH am Absatzmarkt bis längstens 31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden kann. Dieser Rahmen war per 31. Dezember 2020 sowie im Vorjahr per 31. Dezember 2019 nicht ausgenützt.

Des Weiteren hat die Hygiene Austria LP GmbH im Geschäftsjahr 2020 ein langfristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 2.000,0 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig.

Die Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens enthalten den Großanlegerfonds GF82 von TEUR 4.870,8 (31. Dezember 2019: TEUR 4.953,6), der zur Deckung der Pensionsrückstellung dient.Im Geschäftsjahr wurde ein Fondsergebnis aus 2020 in Höhe von TEUR 68,8 (2019: TEUR 128,2) ausgeschüttet. Dieser Fonds veranlagt nach den Vorschriften des Pensionskassengesetzes und ist per Jahresende im Wesentlichen in Euro-Anleihen veranlagt. Ebenfalls beinhaltet dieser Posten Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen von TEUR 2.729,5 (31. Dezember 2019: TEUR 2.863,4) betreffend Pensionsverpflichtungen und sonstige Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens von TEUR 7.600,3 (31. Dezember 2019: TEUR 6.483,7).

Umlaufvermögen
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen Holz und Zellstoff für die Faserproduktion, Chemikalien für sämtliche Geschäftsbereiche sowie diverse Kleinmaterialien und Ersatzteile. Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen betreffen im Wesentlichen Fasern und Faserzellstoff. Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind TEUR 46.177,9 (31. Dezember 2019: TEUR 61.358,1) nach Abzug von Selbstbehalten versichert und in Höhe von TEUR 4.597,0 (31. Dezember 2019: TEUR 5.080,0) durch Garantien besichert. Wechselmäßige Verbriefungen liegen weder zum 31. Dezember 2020 noch zum 31. Dezember 2019 vor. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen in Höhe von TEUR 69.451,4 (31. Dezember 2019: TEUR 82.189,7) sowie sonstigen Verrechnungen von TEUR 3.819,5 (31. Dezember 2019: TEUR 152,2) und Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von TEUR 16.573,9 (31. Dezember 2019: TEUR 23.797,0). Soweit Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen verbundenen Unternehmen in wirtschaftlicher Betrachtungsweise einander aufrechenbar gegenüberstehen, werden diese bei gleichem Gläubiger und Schuldner gegeneinander aufgerechnet. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren im Wesentlichen aus der Leistungsverrechnung an die Lenzing Papier GmbH.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten:

Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 31.12.2020 TEUR 31.12.2019 TEUR
Guthaben aus der Verrechnung mit dem Finanzamt 7.419,8 8.449,7
Emissionszertifikate 2.071,9 1.784,1
Abgrenzung von Kostenersätzen 1.031,7 736,7
Anzahlungen und Vorauszahlungen 1.357,8 783,2
Übrige 3.156,1 1.752,7
Gesamt 15.037,3 13.506,4

In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind Erträge in Höhe von TEUR 45.903,9 (31. Dezember 2019: TEUR 35.361,6) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Aktive latente Steuern
Die latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:

Stand der temporären Differenzen 31.12.2020 TEUR 31.12.2019 TEUR
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 7.713,1 6.970,3
Finanzanlagen 1.207,8 1.150,8
Forderungen 40,9 38,6
Unversteuerte Rücklagen und Zuschüsse der öffentlichen Hand -1.429,7 -2.709,1
Rückstellungen 1.425,6 1.067,3
Finanzverbindlichkeiten 0,0 0,0
Verbindlichkeiten -1.060,5 -527,0
Betrag Gesamtdifferenzen 8.297,6 6.000,9
Daraus resultierende aktive latente Steuern per 31.12. (25 %) 2.074,4 1.500,2
Verlustvortrag 1.181,5 2.658,5
Gesamte aktive Steuerlatenz 3.255,9 4.158,7

Im Posten Rückstellungen sind im Wesentlichen zeitliche Unterschiede zwischen dem unternehmensrechtlichen und dem steuerlichen Wertansatz bei Rückstellungen für Sozialkapital (Pensionen und Abfertigungen) und Jubiläumsgelder sowie Unterschiede bei den Wertansätzen von langfristigen Rückstellungen einbezogen. Temporäre Unterschiede aufgrund von steuerlichen Siebentelabschreibungen (§ 12 Abs. 3 Z 2 KStG) sind mit TEUR 17.253,1 (31. Dezember 2019: TEUR 19.893,5) im Posten Finanzanlagen enthalten. Die unversteuerten Rücklagen sind entsprechend RÄG 2014 in den Gewinnrücklagen enthalten (Umgliederung per 31. Dezember 2015). Temporäre Unterschiede zum steuerrechtlichen Wertansatz führen zu passiven latenten Steuern (vor Saldierung). Die Lenzing AG und die in den Gruppenvertrag mit der B&C Industrieholding Österreich GmbH einbezogenen Konzerngesellschaften haben im Geschäftsjahr 2020 einen steuerlichen Verlust in Höhe von TEUR 13.023,7 realisiert. Für die steuerlichen Verluste wurden im Geschäftsjahr 2020 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 3.255,9 gebildet. Auf Basis der Unternehmensplanung (2021-2025) ist von einer vollständigen künftigen Verwertung der Verlustvorträge auszugehen.

Entwicklung der latenten Steuern
| | 31.12.2020 TEUR | 31.12.2019 TEUR |
| :---------------------------------- | :------------- | :------------- |
| Stand am 01.01. (aktive latente Steuern) | 4.158,7 | 4.952,3 |
| Zugang aus Umgründung | 0,0 | 0,0 |
| Erfolgswirksame Veränderung | -902,8 | -793,6 |
| Verlustvortrag | 0,0 | 0,0 |
| Stand am 31.12. (aktive latente Steuern) | 3.255,9 | 4.158,7 |

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Aktiva

Anlagevermögen

Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel angeführt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Der Posten Rechte beinhaltet zum Großteil ein Mitbenützungsrecht an der Abwasserreinigungsanlage des Wasserreinhaltungsverbandes Lenzing-Lenzing AG sowie das Recht auf Energiebezug von der RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, einer von der Gesellschaft gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH betriebenen Reststoffverwertungsanlage. In den immateriellen Vermögensgegenständen sind solche immateriellen Vermögensgegenstände, die von einem verbundenen Unternehmen erworben wurden, mit einem Buchwert von TEUR 209,7 (31. Dezember 2019: TEUR 246,6) enthalten. Im Geschäftsjahr 2020 und 2019 gab es keine Zugänge von immateriellen Vermögensgegenständen von verbundenen Unternehmen. Der Firmenwert wird planmäßig, nach der linearen Methode über die Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die gewählte Nutzungsdauer orientiert sich an der durchschnittlichen Restlaufzeit der im Zuge der Übernahme übernommenen Verpflichtungen.

Nach Unternehmensbereichen ergibt sich folgende Aufgliederung der Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen:

Unternehmensbereich 2020 TEUR 2019 TEUR
Fasern 13.690,9 17.106,9
Zentralbereiche (Umwelt, Information & Kommunikation, Infrastruktur etc.) 4.591,0 3.573,1
Energie 2.014,1 2.169,0
Zellstoff 3.434,1 2.234,6
Übrige 155,3 62,6
Gesamt 23.885,4 25.146,2

Die Abgänge von immateriellen Vermögensgegenständen und von Sachanlagen hatten Anschaffungs- und Herstellungskosten von TEUR 4.531,7 (2019: TEUR 9.815,3) und einen Buchwert von TEUR 187,0 (2019: TEUR 70,1).

Finanzanlagen

Die Auflistung der Anteile an verbundenen Unternehmen der Lenzing AG kann im Abschnitt „Direkte Beteiligungen zum 31.12.2020“ dieses Anhangs entnommen werden. Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen eine Kapitalerhöhung der LD Celulose S.A. in Höhe von TEUR 221.003,6 (2019: TEUR 0,0), Lenzing (Thailand) Co., Ltd. in Höhe von TEUR 16.949,9 (2019: TEUR 36.589,6) sowie einen Zuschuss für die Kapitalerhöhung der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd. in Höhe von TEUR 10.595,1 (2019: TEUR 29.233,2). Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Anteile in Höhe von TEUR 88.106,0 an der indirekten Tochtergesellschaft PT South Pacific Viscose von den direkten Tochtergesellschaften Avit Investments Limited sowie Penique S.A. erworben. Weiters wurde an die Lenzing Fibers (Hong Kong) Ltd. eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 1.163,7 (2019: TEUR 0,0) geleistet. Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Anteile an der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing Technik GmbH in die Lenzing AG eingebracht. Als gesellschaftsrechtliche Begleitmaßnahme wurde von der Lenzing AG ein Gesellschaftszuschuss in Höhe von TEUR 28.100,0 an die direkte Tochtergesellschaft Pulp Trading GmbH geleistet. Im Jänner 2020 hat sich die Duratex-Gruppe vereinbarungsgemäß mit 49 Prozent an der LD Celulose S.A. beteiligt. Die Lenzing AG verfügt mit 51 Prozent weiterhin über die Mehrheit der Anteile und beherrscht somit die LD Celulose S.A. Die Änderung der Anteilsverhältnisse erfolgte mittels asymmetrischer Kapitalerhöhung, welche von beiden Parteien geleistet wurde. Die Zugänge bei den Beteiligungen betreffen die Stammkapital- sowie Sacheinlageeinbringung in die Hygiene Austria GmbH (TEUR 1.669,6).

Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:

Ausleihungen Bilanzwert TEUR mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr TEUR mit einer Restlaufzeit über 1 Jahr TEUR
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 140.000,0 10.000,0 130.000,0
Vorjahr 103.435,1 5.683,3 97.751,8
Sonstige Ausleihungen 56.297,8 6.000,0 50.297,8
Vorjahr 45.265,4 4.297,8 40.967,6
Gesamt 196.297,8 16.000,0 180.297,8
Vorjahr 148.700,5 9.981,1 138.719,4

Erläuterungen zur Bilanz 182 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Passiva

Eigenkapital

Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 beträgt EUR 27.574.071,43 (31. Dezember 2019: EUR 27.574.071,43) und ist in 26.550.000 Stückaktien (31. Dezember 2019: 26.550.000) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausgabebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Anteilen sind nicht ausgegeben worden. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – wurde der Vorstand neuerlich ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückaktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23.## Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entwickeln sich wie folgt:

2020 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Rückstellungen für Stand 31.12.2019 Verbrauch Auflösung Zuführung Zugang aus Verschmelzung Stand 31.12.2020
Drohende Verluste 426.078 -27.884 -2.299 31.140 1.815 426.850
Schadensfälle 75.218 -28.489 -1.528 1.528 - 46.729
Noch nicht abgerechnete Lieferungen/Leistungen 80.350 -1.477 -2.091 10.088 1.775 88.145
Jubiläumsgelder 35.417 -3.198 - 1.528 - 33.747
Sonderzahlungen 35.893 -3.198 - -394 - 32.301
Resturlaube 15.116 -1.805 - 2.757 - 13.068
Sonstige Personalaufwendungen 10.141 -1.268 -2.714 1.268 - 7.427
Übrige 17.736 -819 -1.514 732 2.707 18.142
Gesamt 805.950 -68.149 -10.145 59.695 6.300 762.409
2019 TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Rückstellungen für Stand 31.12.2018 Verbrauch Auflösung Zuführung Umgliederung Stand 31.12.2019
Drohende Verluste 217.075 -11.570 -1.258 2.818 1.775 208.040
Schadensfälle 75.218 - -7.522 7.522 - 75.218
Noch nicht abgerechnete Lieferungen/Leistungen 70.186 -1.170 -2.714 10.088 - 76.390
Jubiläumsgelder 17.093 -1.710 - 1.014 - 16.397
Sonderzahlungen 8.475 -8.475 - 10.475 - 10.475
Resturlaube 15.116 -1.512 - 1.412 - 15.016
Sonstige Personalaufwendungen 10.141 -118 -2.114 1.268 - 9.181
Übrige 15.736 -1.574 -2.091 1.014 - 13.085
Gesamt 431.040 -14.559 -15.599 35.671 1.775 448.802

Die Rückstellungen für drohende Verluste betreen im Wesentlichen Vorsorgen für nachteilige Verträge und Verpflichtungen aus zu erbringenden Infrastrukturleistungen. Die übrigen Rückstellungen betreen vor allem verbrauchte Emissionszertifikate, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Nachlässe, Rabatte und Provisionen.

rechtlichen Wertansatz bei Rückstellungen für Sozialkapital (Pensionen und Abfertigungen) und Jubiläumsgelder sowie Unterschiede bei den Wertansätzen von langfristigen Rückstellungen einbezogen. Temporäre Unterschiede aufgrund von steuerlichen Siebentelabschreibungen (§ 12 Abs. 3 Z 2 KStG) sind mit TEUR 17.253,1 (31. Dezember 2019: TEUR 19.893,5) im Posten Finanzanlagen enthalten. Die unversteuerten Rücklagen sind entsprechend RÄG 2014 in den Gewinnrücklagen enthalten (Umgliederung per 31. Dezember 2015). Temporäre Unterschiede zum steuerrechtlichen Wertansatz führen zu passiven latenten Steuern (vor Saldierung). Die Lenzing AG und die in den Gruppenvertrag mit der B&C Industrieholding Österreich GmbH einbezogenen Konzerngesellschaften haben im Geschäftsjahr 2020 einen steuerlichen Verlust in Höhe von TEUR 13.023,7 realisiert. Für die steuerlichen Verluste wurden im Geschäftsjahr 2020 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 3.255,9 gebildet. Auf Basis der Unternehmensplanung (2021-2025) ist von einer vollständigen künftigen Verwertung der Verlustvorträge auszugehen.

Entwicklung der latenten Steuern

31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR TEUR
Stand am 01.01. (aktive latente Steuern) 1.807.147 1.507.800
Zugang aus Umgründung 0 0
Erfolgswirksame Veränderung -16.168 299.347
Verlustvortrag 3.256 0
Stand am 31.12. (aktive latente Steuern) 1.794.235 1.807.147

Passiva

Eigenkapital

Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 beträgt EUR 27.574.071,43 (31. Dezember 2019: EUR 27.574.071,43) und ist in 26.550.000 Stückaktien (31. Dezember 2019: 26.550.000) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausgabebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Anteilen sind nicht ausgegeben worden.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – wurde der Vorstand neuerlich ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückaktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 23. Mai 2018 eingetragen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 22. April 2015 – ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätestens 12. April 2023 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Aktien gewähren bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung kann über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen.

Ebenfalls mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. April 2018 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 20. April 2016 – wurde der Vorstand für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert muss innerhalb einer Bandbreite von +/-25 Prozent zum gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten 20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufprogramms der Lenzing Aktie liegen.

Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, erworbene eigene Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu veräußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.Wei- ters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Veräußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wiederkaufrechts (Bezugs- rechts) der Aktionäre, zu beschließen und die Veräußerungsbedin- gungen festzusetzen. Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2020 beste- henden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Aus- gabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eige- ner Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht. Die gebundenen Kapitalrücklagen dürfen nur zum Ausgleich ei- nes Bilanzverlustes verwendet werden. Sie wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche von den Aktionären über das Grund- kapital hinaus zugeflossen sind. Die freien Gewinnrücklagen können jederzeit aufgelöst und als Teil des Bilanzgewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Zuschüsse der öffentlichen Hand Die Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand einschließlich der Emissionszertifikate werden als gesonderter Hauptposten zwischen Eigenkapital und Fremdkapital ausgewiesen. Die Aufglie- derung ist aus der Übersicht über die Entwicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand ersichtlich. Die Auflösung der Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand er- folgt entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Anlagen und wird offen mit den Abschreibungen saldiert. Der Zuschuss aus Emissionszertifikat wurde dem Verbrauch entsprechend aufge- löst.

Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

14 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Die Entwicklung der Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder stellt sich wie folgt dar:

2020

Rückstellungen für Pensionen TEUR Abfertigungen TEUR Jubiläumsgelder TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2019 1.168.796 1.173.062 2.222.425
Zugang aus Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH 790 4.681 3.266
Periodenaufwand 76.771 76.915 76.827
Auszahlungen -24.440 -44.277 -60.892
Rückstellung zum 31.12.2020 1.214.497 1.175.381 2.241.026
Wert nach § 14 EStG 194.904 189.470 34.836
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand 3.577 -6.444 6.758
Zinsaufwand 22.786 40.806 6.300
Realisierung versicherungs - mathematischer Verlust (+) /Gewinn (-) -7.103 -6.443 -2.818
Periodenaufwand 19.260 31.157 13.240

Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2020:

Diskontierungszinssatz 2,00 % 2,00 % 1,50 %
Pensionssteigerung bis zu 8,00 % - -
Gehaltssteigerung 2,00 % 2,00 % 2,00 %
Pensionseintrittsalter Frauen/Männer/Schwerarbeiter 64/65/62 Jahre 64/65/62 Jahre 64/65/62 Jahre
Fluktuationsabschlag - - 17,8-88,4 %

Am 1. Jänner 2020 wurden durch die Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH mit der Lenzing AG die Personalverpflichtungen gegenüber den Mitarbeiter/innen übernommen. Mit Wirkung vom 1. Jänner 2019 ist der Teilbetrieb Lenzing Zellstofftechnik (LTZ) von der Lenzing Technik GmbH in die Lenzing AG eingebracht worden. Dabei wurden Personalverpflichtungen für die betroffenen Mitarbeiter/innen übernommen.

2019

Rückstellungen für Pensionen TEUR Abfertigungen TEUR Jubiläumsgelder TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2018 1.108.204 1.274.116 2.159.715
Zugang aus Teilbetrieb Zellstofftechnik 790 2.338 6.770
Periodenaufwand 87.700 91.959 9.576
Auszahlungen -26.262 -79.203 -68.725
Rückstellung zum 31.12.2019 1.168.796 1.173.062 2.222.425
Wert nach § 14 EStG 17.900 189.823 30.788
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand 2.917 -6.420 8.203
Zinsaufwand 19.579 13.986 6.827
Realisierung versicherungs - mathematischer Verlust (+) /Gewinn (-) -8.769 9.766 -8.786
Periodenaufwand 13.727 17.174 6.352

Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2019:

Diskontierungszinssatz 2,30 % 1,50 % 1,60 %
Pensionssteigerung 2,00 %/2,00 %/ - -
Gehaltssteigerung 2,00 % 2,00 % 2,00 %
Pensionseintrittsalter Frauen/Männer/Schwerarbeiter 64/65/62 Jahre 64/65/62 Jahre 64/65/62 Jahre
Fluktuationsabschlag - - 17,40-87,0 %

Für die Berechnung der Pension-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathemati-kers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden da-bei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Für die Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne werden im Geschäftsjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Angestellte verwendet.

Die Berechnung der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung erfolgt unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen Fluktuationsraten. Diese werden nach Dienstjahren gestaffelt ermittelt und beruht auf den durchschnittlichen Austrittszahlen der letzten fünf Jahre. Bei der Berechnung der Rückstellungen für die leistungsorientierten Abfertigungspläne werden dabei nur Austritte mit Abfertigungsanspruch berücksichtigt. In der Lenzing AG gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorien-tierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszu-sagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prä-mien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen. Das Ri-siko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensions-plänen verbleibt bei der Lenzing AG. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den Vorschriften des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“. Mitarbeiter/innen, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben, erwerben keine Abfertigungsansprüche. Für sie sind Bei-träge in Höhe von 1,53 Prozent des Lohnes bzw. Gehaltes an eine Mitarbeitervorsorgekasse zu zahlen. Aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen ist die Lenzing AG ver-pflichtet, Jubiläumsgeldzahlungen zu leisten, sofern ein Arbeitneh-mer für eine bestimmte Dauer im Unternehmen beschäftigt war. Diese Zahlungen basieren auf der Höhe des Bezuges zum Zeit-punkt des betreffenden Dienstnehmerjubiläums. Die bei den be-treffenden Jubiläen voraussichtlich zu zahlenden Beträge werden auf die Dienstzeit bis zu den Jubiläen verteilt. Der Barwert des auf die Dienstzeit bis zum Bilanzstichtag entfallenden Betrages wird rückgestellt. In der Lenzing AG besteht eine Umwandlungsoption für die Mitarbeiter, das Dienstjubiläum in Zeitguthaben umwandeln zu können. Die Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeitern des verkauften Geschäftsbereiches Kunstststoffmaschinen (nunmehr SML Maschinengesellschaft mbH) und Folie (nunmehr Lenzing Plastics GmbH & Co KG) sowie Bildungszentrum (nunmehr BZL-Bildungs-zentrum Lenzing GmbH) werden bis zur Höhe der fiktiven Ansprüche zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. der Ausgliederung weiterhin von der Gesellschaft getragen. Der Barwert zum Bilanzstichtag wird in Bezug auf diese Verpflichtungen rückgestellt, wobei für die Barwertermittlung angenommen wird, dass die Abfertigungen mit dem Übertritt der betreffenden Dienstnehmer in den Ruhestand fällig werden.

Verbindlichkeiten

In den Verbindlichkeiten sind folgende Verbindlichkeiten mit ei-ner Restlaufzeit über 5 Jahren enthalten:

Verbindlichkeiten 31.12.2020 TEUR 31.12.2019 TEUR
Hybridkapital 500.000 0
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen 248.742 212.325
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 194.400 194.400
Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten 28.169 57.126
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0

Das Hybridkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 500.000,0 (31. Dezember 2019: TEUR 0,0). Es ist keine ver-tragliche Restlaufzeit vorgesehen. Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000,0 und einer Verzin-sung von 5,75 % p.a. emittiert. Die Anleihe hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und kann erstmals am 7. Dezember 2025 durch die Lenzing AG gekündigt und getilgt werden. Die Investoren haben kein Kündigungsrecht. Falls die Anleihe nicht gekündigt wird, wird die Anleihe ab dem 8. Dezember 2025 mit einem veränderten- Zinssatz verzinst (dann geltender 5-Jahres Swapsatz plus Marge von 11,208 %). Die Zinsen sind nachträglich am 7. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der Lenzing AG beschließt, eine Dividende zu leisten.# Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen stellen sich wie folgt dar:

Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2020 Fälligkeit bis Ursprungslaufzeit in Jahren Buchwert TEUR Verzinsung
Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr 2022/05 2022/05 20.000 variabel
2022/11 2024/12 80.000 4,14%
2024/12 2025/05 60.000 4,14%
2025/11 2026/12 60.000 4,14%
2026/12 2026/12 80.000 variabel
2029/12 2029/12 60.000 variabel
2034/12 2034/12 60.000 4,14%
Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 14.000

Die Entwicklung der Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder stellt sich wie folgt dar:

2020

Rückstellungen für Pensionen TEUR Abfertigungen TEUR Jubiläumsgelder TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2019 358.305 110.576 25.923
Zugang aus Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH 1.981 0 0
Periodenaufwand 27.691 20.939 27.260
Auszahlungen -24.474 -4.712 -6.010
Rückstellung zum 31.12.2020 363.503 126.803 47.173
Wert nach § 14 EStG 34.889 18.026 3.911
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand 25.248 18.019 23.579
Zinsaufwand 2.267 4.015 6.010
Realisierung versicherungsmathematischer Verlust (+) /Gewinn ( -) -1.088 -2.860 -8.631
Periodenaufwand 26.427 19.174 20.958

Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2020:

Diskontierungszinssatz 1,80% 1,80% 1,80%
Pensionssteigerung bis zu 2,00% - -
Gehaltssteigerung 2,50% 2,50% 2,50%
Pensionseintrittsalter Frauen/Männer/Schwerarbeiter 60/63/58 Jahre 60/63/58 Jahre 60/63/58 Jahre
Fluktuationsabschlag - - 3,0-6,0%

Am 1. Jänner 2020 wurden durch die Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH mit der Lenzing AG die Personalverpflichtungen gegenüber den Mitarbeiter/innen übernommen. Mit Wirkung vom 1. Jänner 2019 ist der Teilbetrieb Lenzing Zellstofftechnik (LTZ) von der Lenzing Technik GmbH in die Lenzing AG eingebracht worden. Dabei wurden Personalverpflichtungen für die betroffenen Mitarbeiter/innen übernommen.

2019

Rückstellungen für Pensionen TEUR Abfertigungen TEUR Jubiläumsgelder TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2018 306.638 114.136 28.368
Zugang aus Teilbetrieb Zellstofftechnik 1.981 0 0
Periodenaufwand 18.898 15.054 10.474
Auszahlungen -2.424 -18.594 -13.020
Rückstellung zum 31.12.2019 324.093 110.596 25.822
Wert nach § 14 EStG 26.989 19.106 2.794
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand 14.106 11.332 7.666
Zinsaufwand 1.825 3.185 2.810
Realisierung versicherungsmathematischer Verlust (+) /Gewinn ( -) -1.238 -3.911 -8.183
Periodenaufwand 14.693 10.606 2.293

Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2019:

Diskontierungszinssatz 1,80% 1,80% 1,80%
Pensionssteigerung 2,00%/2,70%/ 2,00% - -
Gehaltssteigerung 2,70% 2,70% 2,70%
Pensionseintrittsalter Frauen/Männer/Schwerarbeiter 60/63/58 Jahre 60/63/58 Jahre 60/63/58 Jahre
Fluktuationsabschlag - - 3,0-5,0%

Für die Berechnung der Pension-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathematikers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Für die Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne werden im Geschäftsjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Angestellte verwendet.

Lenzing Gruppe 186 Jahresfinanzbericht 2020

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 16

Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2019

Fälligkeit bis Ursprungslaufzeit in Jahren Buchwert TEUR Verzinsung
2020/05 2020/05 9.870 4,14%
2020/05 2022/05 20.000 variabel
2022/05 2022/05 10.000 4,14%
2022/05 2022/11 20.000 variabel
2022/11 2024/12 10.000 4,14%
2024/12 2025/05 20.000 4,14%
2025/05 2026/12 10.000 4,14%
2026/12 2026/12 20.000 variabel
2029/12 2029/12 10.000 variabel
2029/12 2034/12 10.000 4,14%
Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 16.490

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lenzing Gruppe weitere Schuld-scheindarlehen begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 114.000 und TUSD 20.000 (Buchwert TEUR 18.001,8) (2019: TUSD 45.000,00 (Buchwert TEUR 40.562,50)). Es wurde eine Lauf-zeit von 5 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart. Von den bestehenden Schuldscheinen hat die Lenzing AG im Ge-schäftsjahr 2020 TEUR 23.500,0 (2019: TEUR 34.000,00) planmäßig zurückgezahlt. Die sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten enthalten ERP-Kredite, Forschungsförderungskredite und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten von TEUR 502.257,3 (31. Dezember 2019: TEUR 272.598,3) sind wie im Vorjahr keine durch Grundpfandrechte und sonstige dingliche Sicherheiten be-sichert. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unterneh-men betreffen TEUR 6.499,3 (31. Dezember 2019: TEUR 13.349,1) Lieferungen und Leistungsverrechnungen, TEUR 92.226,9 (31. De-zember 2019: TEUR 475,4) sonstige Verrechnungen, davon betref-fen im Geschäftsjahr 2020 TEUR 88.000,0 die Kaufpreisverbind-lichkeit für den Erwerb von 43,81 % an der PT. South Pacific Viscose sowie TEUR 7.625,6 (31. Dezember 2019: TEUR 21.211,7) Verbind-lichkeiten aus Steuerumlagen. Weiters bestehen Verbindlichkeiten aus Darlehen in Höhe von TEUR 38.000,0 (31. Dezember 2019: TEUR 52.000,0) gegenüber der Lenzing Global Finance GmbH aus der Weiterverrechnung der vereinnahmten finanziellen Mittel aus den von der Lenzing Global Finance GmbH im Geschäftsjahr 2015 und 2012 begebenen Schuldscheinen. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 19.445,7 (31. Dezember 2019: TEUR 15.629,0) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Davon betreffen TEUR 1.890,4 noch nicht bezahlte Zinsen für die unbefristete Anleihe und TEUR 4.484,5 (31. Dezember 2019: TEUR 4.665,6) Verbindlichkeiten für das Altersteilzeitmodell gem. § 27 ALVG.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die passive Rechnungsabgrenzung beinhaltet im Wesentlichen transitorisch abgegrenzte Zinsenzuschüsse des Umwelt- und des Forschungsförderungsfonds.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

Haftungsverhältnisse 31.12.2020 TEUR 31.12.2019 TEUR
Bürgschafts- und Garantieerklärungen für den Wasserverrechnungsverband Lenzing-Lenzing AG für den Bau der zweiten und dritten Ausbaustufe der Abwasserreinigungsanlage 8.585 8.585
Haftungsübernahmen für verbundene Unternehmen 10.674 9.162
Haftungsübernahmen gegenüber Dritten 11.790 11.790
Gesamt 30.049 29.537

Die Lenzing AG hat harte Patronatserklärungen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind, abgegeben. Die Lenzing AG verpflichtet sich darin, die Lenzing Fibers (Grimsby) Limited sowie die Lenzing Fibers Inc. mit ausreichenden Mitteln auszustatten, damit sie ihre finanziellen Verpflichtungen aus abgeschlossenen Energielieferverträgen erfüllen können. Die Patronatserklärungen können von Seiten der Lenzing AG gekündigt werden. Des Weiteren besteht eine Garantieerklärung der Lenzing AG, die in ihrer Höhe unbestimmt ist, in der sie garantiert, dass die Pulp Trading GmbH ihre finanziellen Verpflichtungen aus einem abgeschlossenen Liefervertrag erfüllt. Darüber hinaus besteht eine Garantieerklärung der Lenzing AG in der sie garantiert, dass die PT. South Pacific Viscose ihre Verpflichtungen aus einem abgeschlossenen Liefervertrag in Höhe von TUSD 150.000,0 – d.s. TEUR 122.000,0 erfüllt. Des Weiteren bestehen Garantieerklärungen der Lenzing AG, in der sie garantiert, dass die Lenzing (Thailand) Co., Ltd. ihre Bankverpflichtungen bis maximal TUSD 36.000,0 – d.s. TEUR 29.313,6 (31.12.2019: bis maximal TUSD 36.000,0 – d.s. TEUR 32.174,5) und bis maximal TEUR 16.000,0 erfüllt. Die Lenzing AG garantiert seit dem Geschäftsjahr 2020 gegenüber einem Lieferanten der Hygiene Austria LP GmbH bis maximal TEUR 1.000,0.

Als international tätiges Unternehmen ist die Lenzing AG einer Vielzahl von rechtlichen und sonstigen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produktmängel, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Arbeitnehmer und Umweltschutz (insbesondere aus Umweltschäden an Produktionsstandorten). Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing AG haben können. Weitere Ausführungen sind dem Risikobericht im Lagebericht zum 31. Dezember 2020 der Lenzing AG zu entnehmen.

Lenzing Gruppe 187 Jahresfinanzbericht 2020

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 17

Umsatzerlöse

Der Umsatz setzt sich wie folgt zusammen:

Umsatzerlöse nach Märkten 2020 TEUR 2019 TEUR
Österreich 134.807 129.837
Europa inkl.

Umsatzerlöse nach Bereichen

2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Fibers 763.3 648.5
Pulp, Energy, Sonstige 367.8 398.4
Gesamt 1,131.1 1,046.9

Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten:

Übrige sonstige betriebliche Erträge 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Forschungsprämie 8.0 2.0
Beiträge des österreichischen Forschungsförderungsfonds 0.3 0.9
Auflösung von Wertberichtigungen 0.6 0.9
Auflösung von Zuschüssen (Emissionszertifikaten) 0.3 0.7
Übrige 0.2 0.4
Gesamt 9.4 4.9

Personalaufwand

Die Aufwendungen für Altersversorgung (inkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen sowie Erträgen aus der Rückdeckungsversicherung) setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Beitragsorientierte Pläne (Pensionskassenbeiträge) 10.8 10.7
Leistungsorientierte Pläne 10.1 4.3
Gesamt 20.9 15.0

Die Aufwendungen für Altersversorgung (inkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen sowie Erträgen aus der Rückdeckungsversicherung) verteilen sich wie folgt:

Aufwendungen für 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Mitglieder des Vorstandes
Aktive Mitglieder 0.1 0.2
Ehemalige Mitglieder und deren Hinterbliebene 0.1 0.1
Leitende Arbeitnehmer/innen 0.0 0.0
Andere Arbeitnehmer/innen 0.0 0.0
Gesamt 0.2 0.3

Die Lenzing AG hat eine Rückdeckungsversicherung für Pensionsansprüche abgeschlossen. Der Aufwand aus diesen Pensionszusagen (exkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen) in Höhe von TEUR 688,8 (2019: TEUR 674,6) sowie der Ertrag aus der Rückdeckungsversicherung von TEUR 149,5 (2019: TEUR 147,6) sind im Posten Aufwendungen für Altersversorgung enthalten.

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (inkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen der Rückstellung für Abfertigungen) setzen sich wie folgt zusammen:

Aufwendungen für 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Abfertigungen (inkl. freiwilligen Abfertigungen) 10.1 9.5
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 0.5 0.8
Gesamt 10.6 10.3

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (inkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:

Aufwendungen für 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Mitglieder des Vorstandes
Aktive Mitglieder 0.1 0.2
Leitende Arbeitnehmer/innen 0.0 -0.1
Andere Arbeitnehmer/innen 0.0 0.0
Gesamt 0.1 0.1

Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2019

Fälligkeit bis Jahre Ursprungs­ laufzeit Buchwert TEUR Verzinsung Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
2020/05 10/2015 23,500,0 fix
2020/05 10/2015 11,958,8 variabel
2022/05 05/2017 10,000,0 fix
2022/05 05/2017 9,688,5 variabel
2022/11 10/2017 20,000,0 fix
2024/12 10/2014 20,000,0 fix
2024/12 10/2014 14,399,4 variabel
2025/05 10/2015 10,000,0 fix
2026/12 10/2016 10,000,0 fix
2026/12 10/2016 11,454,4 variabel
2029/12 10/2019 10,000,0 variabel
2029/12 10/2019 5,000,0 fix
2034/12 10/2019 20,000,0 fix
Gesamt 176,391.3 23,500,0 114,000,0

Im Geschäftsjahr 2020 hat die Lenzing Gruppe weitere Schuld­
scheindarlehen begeben. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf TEUR 114.000 und TUSD 20.000 (Buchwert TEUR 18.001,8) (2019: TUSD 45.000,00 (Buchwert TEUR 40.562,50)). Es wurde eine Lauf­
zeit von 5 bis 7 Jahren mit fixer und variabler Verzinsung vereinbart.
Von den bestehenden Schuldscheinen hat die Lenzing AG im Ge­
schäftsjahr 2020 TEUR 23.500,0 (2019: TEUR 34.000,00) planmäßig zurückgezahlt.

Die sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten enthalten ERP­
Kredite, Forschungsförderungskredite und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten von TEUR 502.257,3 (31. Dezember 2019: TEUR 272.598,3) sind wie im Vorjahr keine durch Grundpfandrechte und sonstige dingliche Sicherheiten be­
sichert.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unterneh­
men betreffen TEUR 6.499,3 (31. Dezember 2019: TEUR 13.349,1) Lieferungen und Leistungsverrechnungen, TEUR 92.226,9 (31. De­
zember 2019: TEUR 475,4) sonstige Verrechnungen, davon betref­
fen im Geschäftsjahr 2020 TEUR 88.000,0 die Kaufpreisverbind­
lichkeit für den Erwerb von 43,81 % an der PT. South Pacific Viscose sowie TEUR 7.625,6 (31. Dezember 2019: TEUR 21.211,7) Verbind­
lichkeiten aus Steuerumlagen. Weiters bestehen Verbindlichkeiten aus Darlehen in Höhe von TEUR 38.000,0 (31. Dezember 2019: TEUR 52.000,0) gegenüber der Lenzing Global Finance GmbH aus der Weiterverrechnung der vereinnahmten finanziellen Mittel aus den von der Lenzing Global Finance GmbH im Geschäftsjahr 2015 und 2012 begebenen Schuldscheinen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 19.445,7 (31. Dezember 2019: TEUR 15.629,0) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Davon betreffen TEUR 1.890,4 noch nicht bezahlte Zinsen für die unbefristete Anleihe und TEUR 4.484,5 (31. Dezember 2019: TEUR 4.665,6) Verbindlichkeiten für das Altersteilzeitmodell gem. § 27 ALVG.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die passive Rechnungsabgrenzung beinhaltet im Wesentlichen transitorisch abgegrenzte Zinsenzuschüsse des Umwelt- und des Forschungsförderungsfonds.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:

Haftungsverhältnisse 31.12.2020 31.12.2019
TEUR TEUR TEUR
Bürgschafts- und Garantieerklärungen für den Wasserreinhalteverband Lenzing -Lenzing AG für den Bau der zweiten und dritten Ausbaustufe der Abwasserreinigungsanlage 0.9 0.9
Haftungsübernahmen für verbundene Unternehmen 10,000.0 5,000.0
Haftungsübernahmen gegenüber Dritten 11,230.6 11,254.5
Gesamt 21,231.5 16,255.4

Die Lenzing AG hat harte Patronatserklärungen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind, abgegeben. Die Lenzing AG verpflichtet sich darin, die Lenzing Fibers (Grimsby) Limited sowie die Lenzing Fibers Inc. mit ausreichenden Mitteln auszustatten, damit sie ihre finanziellen Verpflichtungen aus abgeschlossenen Energielieferverträgen erfüllen können. Die Patronatserklärungen können von Seiten der Lenzing AG gekündigt werden.

Des Weiteren besteht eine Garantieerklärung der Lenzing AG, die in ihrer Höhe unbestimmt ist, in der sie garantiert, dass die Pulp Trading GmbH ihre finanziellen Verpflichtungen aus einem abgeschlossenen Liefervertrag erfüllt. Darüber hinaus besteht eine Garantieerklärung der Lenzing AG in der sie garantiert, dass die PT. South Pacific Viscose ihre Verpflichtungen aus einem abgeschlossenen Liefervertrag in Höhe von TUSD 150.000,0 – d. s. TEUR 122.000,0 erfüllt. Des Weiteren bestehen Garantieerklärungen der Lenzing AG, in der sie garantiert, dass die Lenzing (Thailand) Co., Ltd. ihre Bankverpflichtungen bis maximal TUSD 36.000,0 – d.s. TEUR 29.313,6 (31.12.2019: bis maximal TUSD 36.000,0 – d.s. TEUR 32.174,5) und bis maximal TEUR 16.000,0 erfüllt. Die Lenzing AG garantiert seit dem Geschäftsjahr 2020 gegenüber einem Lieferanten der Hygiene Austria LP GmbH bis maximal TEUR 1.000,0.

Als international tätiges Unternehmen ist die Lenzing AG einer Vielzahl von rechtlichen und sonstigen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produktmängel, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Arbeitnehmer und Umweltschutz (insbesondere aus Umweltschäden an Produktionsstandorten). Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing AG haben können. Weitere Ausführungen sind dem Risikobericht im Lagebericht zum 31. Dezember 2020 der Lenzing AG zu entnehmen.

Aufwendungen für Jubiläumsgelder

Die Aufwendungen für Jubiläumsgelder (inkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:

Aufwendungen für 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Löhne 0.3 0.2
Gehälter 0.1 0.1
Soziale Aufwendungen 0.1 0.1
Gesamt 0.5 0.4

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anla­
gevermögens und Sachanlagen beinhalten die planmäßigen Ab­
schreibungen in Höhe von TEUR 76.572,6 (2019: TEUR 73.464,4).
Die Erträge aus der Auflösung der Investitionszuschüsse der öf­
fentlichen Hand vermindern die Abschreibungen in Höhe von TEUR 805,2 (2019: TEUR 811,4).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen:

Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 2020 2019
TEUR TEUR TEUR
Vertriebsaufwendungen (inkl. Werbeaufwendungen) 52.5 51.2
Instandhaltungen und Fremdleistungen 34.8 35.5
Konzernleistungen 15.4 13.3
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 13.0 13.1
Miet- und Leasingaufwendungen 4.5 4.6
Reise- und Fahrtkosten 4.3 4.3
Schulung der Belegschaft 3.4 3.5
Abfallentsorgung 3.3 3.2
Gebühren, Spesen und sonstige Beiträge 3.1 3.3
Versicherungsaufwendungen 2.7 2.5
Fremdwährungsdifferenzen 0.8 0.4
Sonstige Aufwendungen 1.6 1.4
Gesamt 131.5 130.1

In den sonstigen Aufwendungen sind vor allem Transaktionskosten für Hybridkapital, Aufwendungen für Patente und Lizenzen Auf­
wendungen für den Verbrauch von Büromaterial, allgemeine Ver­
waltungskosten, Aufwendungen für Schutzartikel und Schutzklei­
dung, Aufwendungen des Aufsichtsrates, der Verbrauch von Le­
bensmitteln der werkseigenen Küche sowie Wertberichtigungen enthalten.# Finanzergebnis

Die Erträge aus Beteiligungen betreffen im Wesentlichen Dividenden der Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 37.300,0 (2019: TEUR 63.000,0), der Lenzing Fibers Holding GmbH von TEUR 35.167,6 (2019: TEUR 25.000,0) und der BZL - Bildungszentrum Lenzing GmbH in Höhe von TEUR 600,0 (2019: TEUR 375,0). Im Vorjahr waren Dividenden der Avit Investments Limited in Höhe von TEUR 10.596,0 und der Penique S.A. in Höhe von TEUR 3.532,0 enthalten.

In den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind Erträge aus Zinsforderungen an verbundene Unternehmen von TEUR 6.964,3 (2019: TEUR 2.708,8) erfasst. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Aufzinsung von Ausleihungen in Höhe von TEUR 944,5 (2019: TEUR 900,8) und aus Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 54,2 (2019: TEUR 120,8).

Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen enthalten Erträge aus dem Verkauf der Beteiligung der WWE Wohn- und Wirtschaftspark Entwicklungsgesellschaft m.b.H. in Höhe von TEUR 750,0. Im Vorjahr waren im Wesentlichen Erträge aus der Zuschreibungen von Ausleihungen in Höhe von TEUR 3.419,4 sowie Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 83,2 enthalten.

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen Fremdwährungsverluste auf Ausleihungen in Höhe von TEUR 21.969,0 (2019: TEUR 457,1) sowie Abschreibungen von Ausleihungen und zugehörigen Zinsforderungen in Höhe von TEUR 1.466,0 (2019: TEUR 268,6).

Einbringungs- und Verschmelzungsergebnis

Die Einbringung der Anteile an der Lenzing Technik GmbH durch die Pulp Trading GmbH erfolgte zum unternehmensrechtlichen Buchwert in Höhe von EUR 6.942,7 und ergibt einen Einbringungsgewinn. Aus der Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH auf die Lenzing AG ergibt sich ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von TEUR 13.452,0. Dem unternehmensrechtlichen Beteiligungsbuchwert an der Lenzing Technik GmbH in Höhe von TEUR 6.942,7 stand ein unternehmensrechtliches Eigenkapital der Lenzing Technik GmbH zum 1. Jänner 2020 (= 31. Dezember 2019) von TEUR 20.394,7 gegenüber.

Der Einbringungsverlust im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von TEUR 1.368,8 resultiert aus der Einbringung des Teilbetriebs Zellstofftechnik von der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing Technik GmbH in die Lenzing AG. Die Einbringung erfolgte mit Wirkung 1. Jänner 2019 unter Anwendung der Buchwertfortführung. Dabei wurden insbesondere die Personalverpflichtungen für die betroffenen Mitarbeiter/innen übernommen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2020 2019
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung 29.547 25.622
Steuergutschrift vom Gruppenträger -24,1 -687,6
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder 5.069 5.039
Steuerumlagen an Gruppenmitglieder -5.029 -4.879
Sonstige Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.756 1.401
Gesamt 26.263 21.496

In der Position Steuergutschrift vom Gruppenträger sind auch Beträge aus Vorperioden enthalten; dies führt im Geschäftsjahr 2020 zu einem Steuerertrag in Höhe von TEUR 24,1 (2019: TEUR 687,6).

Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein latenter Steuerertrag für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 3.255,9 (31. Dezember 2019: TEUR 0,0) und für aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 758,0 (31. Dezember 2019: TEUR 1.071,1) erfasst.

Die sonstigen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen Körperschaftsteuern aus Vorperioden und ausländische Quellensteuern.

Abschreibungen

Die Aufwendungen für Jubiläumsgelder (inkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:

Aufwendungen für 2020 2019
Löhne 2.700 2.040
Gehälter 6.780 4.810
Soziale Aufwendungen 9.070 8.030
Gesamt 18.550 12.880

Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen beinhalten die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 76.572,6 (2019: TEUR 73.464,4). Die Erträge aus der Auflösung der Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand vermindern die Abschreibungen in Höhe von TEUR 805,2 (2019: TEUR 811,4).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen:

Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 2020 2019
Vertriebsaufwendungen (inkl. Werbeaufwendungen) 7.202.000 9.001.000
Instandhaltungen und Fremdleistungen 6.012.000 6.010.000
Konzernleistungen 3.312.000 6.708.000
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen 2.000.000 2.000.000
Miet- und Leasingaufwendungen 8.000.000 9.008.000
Reise- und Fahrtkosten 2.005.000 2.000.000
Schulung der Belegschaft 6.003.000 9.006.000
Abfallentsorgung 6.003.000 7.000.000
Gebühren, Spesen und sonstige Beiträge 7.002.000 7.005.000
Versicherungsaufwendungen 10.006.000 7.000.000
Fremdwährungsdifferenzen 2.005.000 3.007.000
Sonstige Aufwendungen 2.709.000 2.007.000
Gesamt 48.017.000 52.204.000

In den sonstigen Aufwendungen sind vor allem Transaktionskosten für Hybridkapital, Aufwendungen für Patente und Lizenzen, Aufwendungen für den Verbrauch von Büromaterial, allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für Schutzartikel und Schutzkleidung, Aufwendungen des Aufsichtsrates, der Verbrauch von Lebensmitteln der werkseigenen Küche sowie Wertberichtigungen enthalten.

Finanzergebnis

Die Erträge aus Beteiligungen betreffen im Wesentlichen Dividenden der Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 37.300,0 (2019: TEUR 63.000,0), der Lenzing Fibers Holding GmbH von TEUR 35.167,6 (2019: TEUR 25.000,0) und der BZL - Bildungszentrum Lenzing GmbH in Höhe von TEUR 600,0 (2019: TEUR 375,0). Im Vorjahr waren Dividenden der Avit Investments Limited in Höhe von TEUR 10.596,0 und der Penique S.A. in Höhe von TEUR 3.532,0 enthalten.

In den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind Erträge aus Zinsforderungen an verbundene Unternehmen von TEUR 6.964,3 (2019: TEUR 2.708,8) erfasst. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Aufzinsung von Ausleihungen in Höhe von TEUR 944,5 (2019: TEUR 900,8) und aus Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 54,2 (2019: TEUR 120,8).

Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen enthalten Erträge aus dem Verkauf der Beteiligung der WWE Wohn- und Wirtschaftspark Entwicklungsgesellschaft m.b.H. in Höhe von TEUR 750,0. Im Vorjahr waren im Wesentlichen Erträge aus der Zuschreibungen von Ausleihungen in Höhe von TEUR 3.419,4 sowie Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 83,2 enthalten.

Die Aufwendungen aus Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen Fremdwährungsverluste auf Ausleihungen in Höhe von TEUR 21.969,0 (2019: TEUR 457,1) sowie Abschreibungen von Ausleihungen und zugehörigen Zinsforderungen in Höhe von TEUR 1.466,0 (2019: TEUR 268,6).

Einbringungs- und Verschmelzungsergebnis

Die Einbringung der Anteile an der Lenzing Technik GmbH durch die Pulp Trading GmbH erfolgte zum unternehmensrechtlichen Buchwert in Höhe von EUR 6.942,7 und ergibt einen Einbringungsgewinn. Aus der Verschmelzung der Lenzing Technik GmbH auf die Lenzing AG ergibt sich ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von TEUR 13.452,0. Dem unternehmensrechtlichen Beteiligungsbuchwert an der Lenzing Technik GmbH in Höhe von TEUR 6.942,7 stand ein unternehmensrechtliches Eigenkapital der Lenzing Technik GmbH zum 1. Jänner 2020 (= 31. Dezember 2019) von TEUR 20.394,7 gegenüber.

Der Einbringungsverlust im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von TEUR 1.368,8 resultiert aus der Einbringung des Teilbetriebs Zellstofftechnik von der indirekten Tochtergesellschaft Lenzing Technik GmbH in die Lenzing AG. Die Einbringung erfolgte mit Wirkung 1. Jänner 2019 unter Anwendung der Buchwertfortführung. Dabei wurden insbesondere die Personalverpflichtungen für die betroffenen Mitarbeiter/innen übernommen.

Angaben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziellen Geschäften

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen aufgrund von Leasing-, Pacht- und Mietverträgen in folgendem Umfang vor:

Nutzungsverpflichtungen 31.12.2020 31.12.2019
Im Folgejahr 4.005.000 4.009.000
In den folgenden fünf Jahren 17.000.000 10.008.000

Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung von Sachanlagen liegen in folgender Höhe vor:

Bestellobligo 31.12.2020 31.12.2019
Bestellobligo für Investitionsvorhaben 10.004.000 3.000.000
Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 7.000 5.000.000

Aufgrund der Personalüberlassung von Mitarbeiter/innen der Lenzing Fibers (Grimsby) Limited hat sich die Lenzing AG verpflichtet, die Lenzing Fibers (Grimsby) Limited aus diesem Titel schad- und klaglos zu halten. Im Übrigen gibt es rechtlich unverbindliche Erklärungen, Tochtergesellschaften mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten („weiche Patronatserklärungen“), die sich nicht an bestimmte Personen richten.

Die Bankgarantien für Verbindlichkeiten aus laufenden Geschäftsbeziehungen betragen zum 31. Dezember 2020 TEUR 1.357,8 (31. Dezember 2019: TEUR 1.201,2). Für die zukünftigen Eigenkapitaleinschüsse der Lenzing AG in die LD Celulose S.A. in den Jahren 2021 bis 2022 bestehen Bankgarantien in Höhe von TEUR 61.489. Diese Bankgarantien waren zum 31. Dezember 2020 nicht gezogen.

Verkauf von Forderungen / Factoring

Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Lenzing Gruppe über ein monatlich revolvierendes Nominalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing Gruppe ist zum Verkauf dieser Forderungen berechtigt.# Sonstige Angaben

Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten

Die Lenzing AG setzt Devisentermingeschäfte sowie Zinswährungsderivate als Sicherungsgeschäfte ein, um Zins- und Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft zu vermindern. Die Devisentermingeschäfte werden jährlich im Vorhinein auf Basis der voraussichtlichen Umsatzerlöse bzw. Materialaufwendungen in der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Die Zinswährungsderivate dienen zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos eines im Geschäftsjahr 2019 begebenen Schuldscheindarlehens in USD mit variabler Verzinsung. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte und Zinswährungsderivate:

31.12.2020

Art der derivativen Finanzinstrumente Nominale¹ (in TEUR) Sicherungszeitraum Beizulegender Wert² (positiv/negativ) Buchwert (TEUR) Bilanzposten
Devisentermingeschäfte
CNY/CNH -Verkauf/EUR-Kauf CNY/CNH 5.627 07/18/2025 +1.288 -217 übrige Rückstellungen
BRL -Verkauf/EUR-Kauf BRL 21.377 04/19/2024 -1.625 -1.625
CZK -Verkauf/EUR-Kauf CZK 2.405 02/17/2025 -928 -217
Summe -665 -2.059
Zinswährungsderivate
USD -Kauf/EUR-Verkauf USD 13.677 07/18/2025 -1.891 -217
Nettoposition -2.556 -2.276

¹ Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen
² beizulegender Wert: + = Forderung / - = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing AG

31.12.2019

Art der derivativen Finanzinstrumente Nominale¹ (in TEUR) Sicherungszeitraum Beizulegender Wert² (positiv/negativ) Buchwert (TEUR) Bilanzposten
Devisentermingeschäfte
CNY/CNH -Verkauf/EUR-Kauf CNY/CNH 8.320 07/18/2025 -2.638 -315 übrige Rückstellungen
USD -Verkauf/EUR-Kauf USD 1.800 04/19/2024 -2.648 -217
CZK -Verkauf/EUR-Kauf CZK 1.050 02/17/2025 -188 -217
Summe -5.474 -749
Zinswährungsderivate
USD -Kauf/EUR-Verkauf USD 13.677 07/18/2025 -1.533 -217
Nettoposition -6.007 -966

¹ Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen
² beizulegender Wert: + = Forderung / - = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing AG

Die in den obigen Tabellen angegebenen beizulegenden Werte der derivativen Finanzinstrumente entsprechen den Marktwerten zum Bilanzstichtag. Sie wurden unter Anwendung anerkannter finanzmathematischer und ggf. statistischer Bewertungsmodelle und aktueller Marktparameter zum Bilanzstichtag durch Banken, andere externe Partner bzw. intern ermittelt. Bei den beizulegenden Werten der Sicherungsgeschäfte handelt es sich um unrealisierte Gewinne bzw. Verluste, die sich mit den gegenläufigen Verlusten bzw. Gewinnen aus den dazugehörigen Grundgeschäften ausgleichen.

Angaben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziellen Geschäften

Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen aufgrund von Leasing-, Pacht- und Mietverträgen in folgendem Umfang vor:

Nutzungsverpflichtungen

31.12.2020 (TEUR) 31.12.2019 (TEUR)
Im Folgejahr 1.495 1.189
In den folgenden fünf Jahren 7.147 4.777

Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung von Sachanlagen liegen in folgender Höhe vor:

Bestellobligo

31.12.2020 (TEUR) 31.12.2019 (TEUR)
Bestellobligo für Investitionsvorhaben 10.745 1.709
Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 787 541

Aufgrund der Personalüberlassung von Mitarbeiter/innen der Lenzing Fibers (Grimsby) Limited hat sich die Lenzing AG verpflichtet, die Lenzing Fibers (Grimsby) Limited aus diesem Titel schad- und klaglos zu halten. Im Übrigen gibt es rechtlich unverbindliche Erklärungen, Tochtergesellschaften mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten („weiche Patronatserklärungen“), die sich nicht an bestimmte Personen richten.

Die Bankgarantien für Verbindlichkeiten aus laufenden Geschäftsbeziehungen betragen zum 31. Dezember 2020 TEUR 1.357,8 (31. Dezember 2019: TEUR 1.201,2). Für die zukünftigen Eigenkapitaleinschüsse der Lenzing AG in die LD Celulose S.A. in den Jahren 2021 bis 2022 bestehen Bankgarantien in Höhe von TEUR 61.489. Diese Bankgarantien waren zum 31. Dezember 2020 nicht gezogen.

Verkauf von Forderungen / Factoring

Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Lenzing Gruppe über ein monatlich revolvierendes Nominalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing Gruppe ist zum Verkauf dieser Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Vereinbarungen mit einer Frist aufzukündigen und dann auslaufen zu lassen. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. Dezember 2020 ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von insgesamt TEUR 50.000,0 (31. Dezember 2019: TEUR 50.000,0). Diese sind seit dem Geschäftsjahr 2017 stillgelegt.

In Anwendung der AFRAC-Stellungnahme „Die unternehmensrechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumenten“ vom September 2017 werden zum Bilanzstichtag dokumentierte Sicherungsbeziehungen (Bewertungseinheiten) zwischen Devisentermingeschäften bzw. Zinswährungsderivaten, die als Sicherungsinstrumente dienen, und Grundgeschäften zur Absicherung von Fremdwährungs- bzw. Zinsrisiken gebildet. Liegt eine derartige Bewertungseinheit vor, ist ein Derivat am Bilanzstichtag nicht gesondert zu bewerten. Bewertungsobjekt ist vielmehr das bereits bilanzierte abgesicherte Grundgeschäft (Fremdwährungsforderung bzw. -verbindlichkeit, bzw. die variabel verzinste Verbindlichkeit) zusammen mit dem Sicherungsgeschäft (Devisentermingeschäft bzw. Zinswährungsswap).

Zur Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken aus der Aufnahme von Schuldscheindarlehen in Fremdwährung werden in der Lenzing AG Zinswährungsswaps eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu die Variabilität zwischen den Zins- und Tilgungszahlungen der erhaltenen Schuldscheindarlehen in USD auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden zur Absicherung des Fremdwährungsänderungsrisikos aus der Aufnahme der Schuldscheindarlehen in USD und den Rück- und Zinszahlungen in Fremdwährung sowie des Zinsrisikos, welches aus den variablen Zinszahlungen des gesicherten Grundgeschäfts resultiert, festgelegt.

Die ineffektiven Anteile der Derivate werden, sofern negativ, als Drohverlust rückgestellt (per 31. Dezember 2020: TEUR 0,0) (per 31. Dezember 2019: TEUR 0,00). Die Bestimmung der Ineffektivität erfolgt unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode unter Rückgriff auf ein hypothetisches Derivat.

Bei Devisentermingeschäften werden bei der Bemessung einer allfälligen Drohverlustrückstellung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintretende gegenläufige, erfolgswirksame Zahlungsströme berücksichtigt (zukünftige Zahlungseingänge aus geplanten Umsatzerlösen bzw. Zahlungsausgänge aus geplanten Materialaufwendungen in Fremdwährung).

Im Jahresabschluss 2020 wurde eine Rückstellung für drohende Verluste für negative Marktwerte von Derivaten mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten in Höhe von TEUR 7.971,4 (31. Dezember 2019: TEUR 533,4) gebildet. Zum 31. Dezember 2020 wurde auf eine Drohverlustrückstellung aus kurzfristigen Sicherungsbeziehungen zukünftiger Zahlungsströme in Höhe von TEUR 108,0 (31. Dezember 2019: TEUR 2.791,3) verzichtet, da sich diese unrealisierten Verluste mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit mit den gegenläufigen unrealisierten Gewinnen aus den zukünftigen Zahlungseingängen bzw. Zahlungsausgängen in Fremdwährung ausgleichen werden.

Der wirksame Ausgleich zwischen unrealisierten Verlusten und Gewinnen wird durch Effektivitätstests nachgewiesen. Bei Fremdwährungsabsicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je Währung in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die prospektive Sicherungswirkung der Sicherungsbeziehungen wird durch einen Vergleich der wesentlichsten Konditionen nachgewiesen. Dabei werden die geplanten Grundgeschäfte den abgeschlossenen Sicherungsinstrumenten gegenübergestellt. Die retrospektive Sicherungswirkung der Bewertungseinheiten wird durch Vergleich der seit Sicherungsbeginn tatsächlich erfolgten Zahlungsströme der Grundgeschäfte mit den tatsächlichen Zahlungsströmen der Sicherungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode beurteilt. Aufgrund der identen, aber gegenläufigen Parameter kann von einer hoch wirksamen Sicherungsbeziehung ausgegangen werden. An der Bonität der Kontrahenten, die an einer Bewertungseinheit beteiligt sind, bestehen zum Bilanzstichtag keinerlei Zweifel.

Organe und Arbeitnehmer/innen

Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter/innen (Köpfe)

2020 2019
Angestellte 4.565 4.567
Arbeiter/innen 4.505 4.159
Gesamt 9.070 8.726

Beziehungen zu den Mitgliedern des Vorstandes und den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Lenzing AG

Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüsselpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklusive Rückstellungsveränderungen):

Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen (aufgewendet)

TEUR (2020) TEUR (2019)
Vergütung des Vorstandes
Grundgehalt 1.778 1.809
Sachbezüge und andere Vorteile (insb.

Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüsselpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklusive Rückstellungsveränderungen):

Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen (aufgewendet)

TEUR 2020 TEUR 2019
Vergütung des Vorstandes
Grundgehalt 755.109.3 752.919.2
Sachbezüge und andere Vorteile (insb. zur Nutzung überlassene Geschäftsfahrzeuge) 10.510.5 10.510.5
Kurzfristiger variabler Leistungsbonus (Short-Term Incentive; STI) 0.512.2 5.122.2
Außerordentliche Vergütungsleistungen (Sonderboni) 5.709.0 0.909.0
Kurzfristig fällige Leistungen (1.080.7) (1.690.8)
Langfristiger variabler Leistungsbonus (Long-Term Incentive; LTI) 8.279.0 8.169.0
Außerordentliche Vergütungsleistungen (Sonderboni) 5.009.0 0.909.0
Andere langfristig fällige Leistungen 10.437.2 1.807.2
Beiträge zur überbetrieblichen Pensionskasse 4.748.0 4.519.0
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (1.608.0) (1.970.0)
Einmalige Abfertigung 0.409.0 0.909.0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0.410.0 0.610.0
Vergütung des Vorstandes 787.560.8 777.276.0
Vergütung des Aufsichtsrates
Kurzfristig fällige Leistungen 452.0 474.0
Summe 788.012.8 777.750.0

Die Zielgröße für den langfristigen Bonusanteil (Long-Term Incentive / LTI) der Vorstände setzt sich aus ausgewählten Kennzahlen der Lenzing Gruppe zusammen, jeweils über einen dreijährigen Berechnungszeitraum. Zusätzlich wird in diesen Berechnungszeiträumen die Kapitalmarktperformance der Gesellschaft im Vergleich zu 193 Jahresnanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 23 einer ausgewählten Gruppe börsennotierter Unternehmen bewertet. Hierzu wird der Total Shareholder Return – also die Aktienkursentwicklung inklusive Dividendenausschüttung – ermittelt und der Vergleichsgruppe gegenübergestellt. Die Auszahlung des langfristigen Bonusanteiles erfolgt in Tranchen jeweils nach Ablauf des entsprechenden Berechnungszeitraumes, unabhängig von einer Verlängerung des Vorstandsmandates. Die Auszahlung erfolgt in Form einer Geldleistung und wird als andere langfristig fällige Leistung eingestuft. Für die Erfüllung noch bestehender Ansprüche aus langfristigen Bonusmodellen im Rahmen von Altverträgen wurde im Abschluss zum 31. Dezember 2019 eine Rückstellung gebildet, die im Geschäftsjahr 2020 verbraucht wurde (andere langfristige fällige Leistungen).

Den vom Betriebsrat delegierten Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat steht neben der Vergütung für Ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat (insbesondere Sitzungsgelder) eine reguläre Entlohnung (Lohn oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit im Unternehmen.

In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den Mitgliedern des Vorstandes, wie auch tlw. ihren leitenden Angestellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geldwerte Vorteile angesehen werden. So besteht Versicherungsschutz (D&O, Unfall, Rechtsschutz etc.), dessen Kosten von der Lenzing Gruppe getragen wird. Es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuordnung an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem werden den Mitgliedern des Vorstandes und tlw. den leitenden Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Daneben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates Aufwandssatz für angefallene Kosten, insbesondere für Reisespesen. Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Corporate Governance-Bericht 2020 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht. Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing Gruppe ist keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des Aufsichtsrates eingegangen. Directors’ Dealings-Meldungen der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden auf der Website der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde veröffentlicht (siehe http://www.fma.gv.at).

Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG oder deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von TEUR 607,0 (2019: TEUR 2.193,5) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensionsrückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2020 TEUR 7.284,8 (31. Dezember 2019: TEUR 7.561,7).

Honorare des Abschlussprüfers

Die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria GmbH, Linz setzten sich wie folgt zusammen:

Vereinbarte Honorare des Abschlussprüfers 2020 Vereinbarte Honorare des Abschlussprüfers 2019
TEUR TEUR
Prüfung des Jahresabschlusses (inkl. Konzernabschluss) 105.109.3 107.109.2
Andere Bestätigungsleistungen 203.105.3 30.207.6
Sonstige Leistungen 352.107.1 50.201.6
Gesamt 788.012.8 777.750.0

22 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

In Anwendung der AFRAC-Stellungnahme „Die unternehmensrechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumenten“ vom September 2017 werden zum Bilanzstichtag dokumentierte Sicherungsbeziehungen (Bewertungseinheiten) zwischen Devisentermingeschäften bzw. Zinswährungsderivaten, die als Sicherungsinstrumente dienen, und Grundgeschäften zur Absicherung von Fremdwährungs- bzw. Zinsrisiken gebildet. Liegt eine derartige Bewertungseinheit vor, ist ein Derivat am Bilanzstichtag nicht gesondert zu bewerten. Bewertungsobjekt ist vielmehr das bereits bilanzierte abgesicherte Grundgeschäft (Fremdwährungsforderung bzw. -verbindlichkeit, bzw. die variabel verzinste Verbindlichkeit) zusammen mit dem Sicherungsgeschäft (Devisentermingeschäft bzw. Zinswährungsswap).

Zur Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken aus der Aufnahme von Schuldscheindarlehen in Fremdwährung werden in der Lenzing AG Zinswährungsswaps eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu die Variabilität zwischen den Zins- und Tilgungszahlungen der erhaltenen Schuldscheindarlehen in USD auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden zur Absicherung des Fremdwährungsänderungsrisikos aus der Aufnahme der Schuldscheindarlehen in USD und den Rück- und Zinszahlungen in Fremdwährung sowie des Zinsrisikos, welches aus den variablen Zinszahlungen des gesicherten Grundgeschäfts resultiert, festgelegt. Die ineffektiven Anteile der Derivate werden, sofern negativ, als Drohverlust rückgestellt (per 31. Dezember 2020: TEUR 0,0) (per 31. Dezember 2019: TEUR 0,00). Die Bestimmung der Ineffektivität erfolgt unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode unter Rückgriff auf ein hypothetisches Derivat. Bei Devisentermingeschäften werden bei der Bemessung einer allfälligen Drohverlustrückstellung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintretende gegenläufige, erfolgswirksame Zahlungsströme berücksichtigt (zukünftige Zahlungseingänge aus geplanten Umsatzerlösen bzw. Zahlungsausgänge aus geplanten Materialaufwendungen in Fremdwährung).

Im Jahresabschluss 2020 wurde eine Rückstellung für drohende Verluste für negative Marktwerte von Derivaten mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 12 Monaten in Höhe von TEUR 7.971,4 (31. Dezember 2019: TEUR 533,4) gebildet. Zum 31. Dezember 2020 wurde auf eine Drohverlustrückstellung aus kurzfristigen Sicherungsbeziehungen zukünftiger Zahlungsströme in Höhe von TEUR 108,0 (31. Dezember 2019: TEUR 2.791,3) verzichtet, da sich diese unrealisierten Verluste mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit mit den gegenläufigen unrealisierten Gewinnen aus den zukünftigen Zahlungseingängen bzw. Zahlungsausgängen in Fremdwährung ausgleichen werden.

Der wirksame Ausgleich zwischen unrealisierten Verlusten und Gewinnen wird durch Effektivitätstests nachgewiesen. Bei Fremdwährungsabsicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je Währung in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die prospektive Sicherungswirkung der Sicherungsbeziehungen wird durch einen Vergleich der wesentlichsten Konditionen nachgewiesen. Dabei werden die geplanten Grundgeschäfte den abgeschlossenen Sicherungsinstrumenten gegenübergestellt. Die retrospektive Sicherungswirkung der Bewertungseinheiten wird durch Vergleich der seit Sicherungsbeginn tatsächlich erfolgten Zahlungsströme der Grundgeschäfte mit den tatsächlichen Zahlungsströmen der Sicherungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode beurteilt. Aufgrund der identen, aber gegenläufigen Parameter kann von einer hoch wirksamen Sicherungsbeziehung ausgegangen werden. An der Bonität der Kontrahenten, die an einer Bewertungseinheit beteiligt sind, bestehen zum Bilanzstichtag keinerlei Zweifel.

Organe und Arbeitnehmer/innen

Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter/innen (Köpfe)

2020 2019
Angestellte 7.776 7.777
Arbeiter/innen 7.655 7.615
Gesamt 15.431 15.392

Angaben zur Gruppenbesteuerung

Die Lenzing AG und die im Gruppenvertrag einbezogenen Tochtergesellschaften sind Gruppenmitglieder in der zwischen der B&C Holding Österreich GmbH als Gruppenträger und der Lenzing AG sowie weiteren Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Gruppenmitglieder am 20. Juli 2017 abgeschlossenen steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG.

Im Zuge der Gruppenbesteuerung kommt es zwischen den einbezogenen Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerlichen Gewinnen und Verlusten. Zukünftige Steuerverpflichtungen aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften werden ohne Abzinsung im Jahresabschluss erfasst.

Der Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag verpflichtet die Lenzing AG, eine Steuerumlage in Höhe der auf den steuerpflichtigen Gewinn der Gesellschaft und der in die Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften entfallenden Körperschaftsteuer zu entrichten. Allfällige beim Gruppenträger auf das gesamte Gruppenergebnis effektiv anrechenbare in- und ausländische Quellensteuern sowie weitergeleitete Mindestkörperschaftsteuern kürzen die von der Lenzing AG zu zahlende Steuerumlage.

Bei nachträglichen Abweichungen des Steuererfordernisses werden die Steuerverrechnungen gegenüber den Gruppenmitgliedern angepasst. Sofern im Veranlagungsjahr laufende Verluste bzw. Verlustvorträge, die vom Gruppenträger selbst verursacht wurden, gegen positive Ergebnisse der Steuergruppe der Lenzing AG verrechnet werden können, kommt es zu einer Reduktion der von der Lenzing AG zu leistenden Steuerumlage. Die Reduktion der Steuerumlage beträgt 25 Prozent des geltenden Körperschaftsteuersatzes (somit 6,25 Prozent) der in einem Veranlagungsjahr des Gruppenträgers mit positiven Ergebnissen verrechneten gruppenträgereigenen laufenden Verluste bzw. Verlustvorträge.

Aus der steuerlichen Unternehmensgruppe hat die Lenzing AG im Geschäftsjahr 2020 (inklusive Beträge aus Vorperioden) eine Steuergutschrift in Höhe von TEUR 24,1 (2019: TEUR 687,6) ergebniswirksam verbucht.

Im Jahr 2020 erfolgten gemäß der vertraglichen Verpflichtung die Zahlung bzw. Vorauszahlung der Steuerumlage an den Gruppenträger in Summe von TEUR 19.195,7 (2019: TEUR 21.274,6).

Zum 31. Dezember 2020 bilanziert die Lenzing AG aus der Steuerumlage nach Abzug der Vorauszahlung eine Forderung in Höhe von TEUR 4.568,2 gegenüber dem Gruppenträger. Diese wird im Bilanzposten „Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen“ ausgewiesen (per 31. Dezember 2019: unter „Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen“ TEUR 13.398,4).

Der steuerliche Verlust in Höhe von TEUR 3.255,9 (31. Dezember 2019: TEUR 0,0) wurde unter dem Posten „Forderung aus aktiven latenten Steuern“ aktiviert.

Ein steuerlicher Verlust der Lenzing AG inklusive der beteiligten Tochtergesellschaften wird evident gehalten und mit künftigen steuerlichen Gewinnen verrechnet. Für bei Beendigung des Vertrages nicht verrechnete Verluste ist eine Ausgleichszahlung vereinbart.

Mit den einbezogenen Tochtergesellschaften wurde ein Ergänzungsvertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag verpflichtet das jeweilige österreichische Gruppenmitglied, eine Steuerumlage in Höhe der auf seinen steuerpflichtigen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer an die Lenzing AG zu entrichten. Die Lenzing AG ist verpflichtet, der jeweiligen Gesellschaft im Fall eines Verlustes eine Steuergutschrift in der Höhe der durch den Verlust bewirkten Steuerentlastung zu erteilen.

Lenzing AG

Direkte Beteiligungen zum 31.12.2020

Beteiligung Währung Nennkapital Anteil in Prozent Eigenkapital 31.12.2020 Jahresüberschuss/ fehlbetrag 2020
Avit Investments Limited, Providenciales, Turks & Caicos USD 1.271.792 100,00 24.732.004 -4.897.698
Beech Investments s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR 200.000 100,00 3.330.011 1.101.195
BZL -Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR 543.815 100,00 17.471.019 2.741.077
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR 10.000.000 100,00 37.288.843 4.194.885
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck, Lenzing EUR 1.757.328 100,00 22.215.244 -4.125.585
Hygiene Austria LP GmbH EUR 400.000 100,00 19.124.797 3.121.475
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 1.027.500.000 50,00 122.120.214 -10.113.488
LD Florestal S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 300.000.000 100,00 48.787.740 7.050.198
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 150.000.000 100,00 13.437.859 -7.541.156
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD 1.500.000 100,00 17.028.415 1.431.767
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 10.000.000 100,00 14.589.777 4.656.792
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR 400.000 100,00 14.577.777 -5.782.581
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR 100.000 100,00 3.380.004 -3.080.004
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD 10.000 100,00 274.000 -3.380.005
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR 3.042.250.000 50,00 197.157.078 -4.550.846
Lenzing Fibers India Private Ltd INR 3.042.250.000 100,00 47.090 -20.000
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR 400.000 100,00 17.130.997 1.075.100
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR 100.000 100,00 7.723.180 -7.350.172
Penique S.A., Panama, Panama USD 100.000 100,00 1.217.477 -3.484.438
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR 50.000.000.000 50,00 5.140.287 -1.003.230
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR 70.000.000.000 100,00 17.555.547 -13.852.445
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR 500.000 100,00 7.519.154 -4.319.075
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR 430.000 100,00 7.000 -10.000

1) 2019
2) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 88,08 Prozent, inkl. der indirekt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 92,85 Prozent.
3) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
5) Vorläufig# Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 26

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Direkte Beteiligungen zum 31.12.2019

Beteiligung Währung Nennkapital Anteil in Prozent Eigenkapital 31.12.2019 Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 2019
Avit Investments Limited, Providenciales, Turks & Caicos USD 250.000 25,00 % 47.949 7.846
Beech Investments s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR 33.333 100,00 % 155.058 10.880
BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR 5.410 100,00 % 75.167 4.285
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR 75.000 75,00 % 71.485 -4.131
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck, Lenzing EUR 41.096 100,00 % 16.804 4.186
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 43.195 100,00 % 13.061 -3.130
LD Florestal S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 42.477 100,00 % 19.508 -2.125
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 120.000 100,00 % 17.892 -3.178
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD 60.000 100,00 % 15.725 -8.000
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 100.000 100,00 % 2.303 -7.045
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR 200.000 100,00 % 50.388 15.198
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR 100.000 100,00 % 5.162 -7.014
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD 10.000 100,00 % 1.543 -2.126
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR 100.000 50,00 % 3.745 -5.304
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR 200.000 100,00 % 15.472 10.075
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR 100.000 100,00 % 16.164 -4.543
Penique S.A., Panama, Panama USD 10.000 100,00 % 12.485 1.074
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR 10.000.000 100,00 % 4.481 -7.048
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR 10.000.000 100,00 % 15.066 -3.511
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR 10.000 100,00 % 15.974 1.558
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR 40.000 100,00 % 2.042 -4.284

1) 2018
2) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 44,27 Prozent, inkl. der indirekt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 92,85 Prozent.
3) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
5) Vorläufiger Gewinnverteilungsvorschlag für den Bilanzgewinn 2020 EUR

Das Geschäftsjahr 2020 endet mit einem Jahresüberschuss von 67,2 Mio. EUR nach Zuweisung zu (freien) Gewinnrücklagen von -14,7 Mio. EUR und nach Hinzurechnung des Gewinnvortrages 2019 von 10,2 Mio. EUR verbleibt ein Bilanzgewinn von 62,7 Mio. EUR.

Der Vorstand schlägt folgende Verteilung des Bilanzgewinnes vor:

  • 62,7 Mio. EUR Ausschüttung einer Dividende entsprechend einem Betrag von EUR 0,00 je Aktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital von EUR 27.574.071,43 bzw. 26.550.000 Stückaktien
  • 0,00 EUR Auf neue Rechnung werden vorgetragen

197 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 27

Organe der Gesellschaft

Mitglieder des Aufsichtsrates

  • Dipl.-Bw. Peter Edelmann Vorsitzender
  • Dr. Veit Sorger Stellvertretender Vorsitzender
  • Mag. Helmut Bernkopf
  • Dr. Christian Bruch
  • Dr. Stefan Fida
  • KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
  • Melody Harris-Jensbach (seit 18. Juni 2020)
  • Mag. Patrick Prügger
  • Dr. Astrid Skala-Kuhmann
  • Dr. Felix Fremerey (bis 18. Juni 2020)
  • Dr. Hanno Bästlein (bis 17. April 2019) Vorsitzender
  • Dr. Christoph Kollatz (bis 17. April 2019) Stellvertretender Vorsitzender

Vom Betriebsrat delegiert

  • Johann Schernberger Vorsitzender des Konzernbetriebsrates Vorsitzender des Betriebsausschusses Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • Georg Liftinger Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
  • Helmut Kirchmair Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • Herbert Brauneis Stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
  • Ing. Daniela Födinger Stellvertretende Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates

Mitglieder des Vorstandes

  • Dr. Stefan Doboczky, MBA Vorstandsvorsitzender
  • Mag. Thomas Obendrauf, MBA Finanzvorstand
  • Robert van de Kerkhof, MBA Mitglied des Vorstandes
  • Dipl.-Ing. Stephan Siela Mitglied des Vorstandes (seit 1. März 2020)
  • Dipl.-Ing. Christian Skilich, MBA, LLM Mitglied des Vorstandes (seit 1. Juni 2020)
  • Dr. Heiko Arnold Mitglied des Vorstandes (bis 1. Dezember 2019)

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 26

Direkte Beteiligungen zum 31.12.2019

Beteiligung Währung Nennkapital Anteil in Prozent Eigenkapital 31.12.2019 Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 2019
Avit Investments Limited, Providenciales, Turks & Caicos USD 250.000 25,00 % 47.949 7.846
Beech Investments s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR 33.333 100,00 % 155.058 10.880
BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR 5.410 100,00 % 75.167 4.285
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR 75.000 75,00 % 71.485 -4.131
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck, Lenzing EUR 41.096 100,00 % 16.804 4.186
LD Celulose S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 43.195 100,00 % 13.061 -3.130
LD Florestal S.A., Sao Paulo, Brasilien BRL 42.477 100,00 % 19.508 -2.125
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand THB 120.000 100,00 % 17.892 -3.178
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD 60.000 100,00 % 15.725 -8.000
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD 100.000 100,00 % 2.303 -7.045
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR 200.000 100,00 % 50.388 15.198
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR 100.000 100,00 % 5.162 -7.014
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD 10.000 100,00 % 1.543 -2.126
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR 100.000 50,00 % 3.745 -5.304
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR 200.000 100,00 % 15.472 10.075
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR 100.000 100,00 % 16.164 -4.543
Penique S.A., Panama, Panama USD 10.000 100,00 % 12.485 1.074
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR 10.000.000 100,00 % 4.481 -7.048
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR 10.000.000 100,00 % 15.066 -3.511
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR 10.000 100,00 % 15.974 1.558
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR 40.000 100,00 % 2.042 -4.284

1) 2018
2) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 44,27 Prozent, inkl. der indirekt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 92,85 Prozent.
3) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
5) Vorläufiger Gewinnverteilungsvorschlag für den Bilanzgewinn 2020 EUR

Das Geschäftsjahr 2020 endet mit einem Jahresüberschuss von 67,2 Mio. EUR nach Zuweisung zu (freien) Gewinnrücklagen von -14,7 Mio. EUR und nach Hinzurechnung des Gewinnvortrages 2019 von 10,2 Mio. EUR verbleibt ein Bilanzgewinn von 62,7 Mio. EUR.

Der Vorstand schlägt folgende Verteilung des Bilanzgewinnes vor:

  • 62,7 Mio. EUR Ausschüttung einer Dividende entsprechend einem Betrag von EUR 0,00 je Aktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital von EUR 27.574.071,43 bzw. 26.550.000 Stückaktien
  • 0,00 EUR Auf neue Rechnung werden vorgetragen

198 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 28

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit Anfang März 2021 hat die Lenzing AG versucht, die Beherrschung über die Hygiene Austria LP GmbH (HGA) durch vertragliche Vereinbarungen von Anfang Februar 2021 ohne monetäre Gegenleistung zu übernehmen. Die Anteilsverhältnisse haben sich dadurch nicht verändert: Lenzing hält weiterhin 50,1 Prozent und Palmers 49,9 Prozent. Die Ausübung der operativen Geschäftsführung war bisher nicht möglich, weil die Lenzing AG keinen Zugang zu wichtigen Unterlagen hatte. Es besteht die Absicht, einen Wirtschaftstreuhänder wird mit der Verwaltung der Lenzing-Anteile an der HGA zu betrauen. Weitere Informationen zur HGA sind insbesondere in den Abschnitten „Sonstige Ausleihungen“ und „Haftungsverhältnisse“ ersichtlich.

Bei der HGA fand Anfang März 2021 eine Hausdurchsuchung in Zusammenhang mit vermuteten Gesetzesverstößen statt. Da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts zum Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses nicht möglich. Die Beteiligung an der HGA (TEUR 1.669,6) und die in den Abschnitten „Sonstige Ausleihungen“ und „Haftungsverhältnisse“ angeführten Vermögensgegenstände und Haftungen in Zusammenhang mit dieser Beteiligung unterliegen auf Grund der aktuellen Ereignisse einem Wertveränderungsrisiko, das zum derzeitigen Zeitpunkt nicht einschätzbar ist.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing AG bekannt geworden, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

Lenzing, am 8. März 2021

Lenzing Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Stefan Doboczky, MBA Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA Mitglied des Vorstandes

DI Stephan Siela Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM Mitglied des Vorstandes

199 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG 28

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Seit Anfang März 2021 hat die Lenzing AG versucht, die Beherrschung über die Hygiene Austria LP GmbH (HGA) durch vertragliche Vereinbarungen von Anfang Februar 2021 ohne monetäre Gegenleistung zu übernehmen. Die Anteilsverhältnisse haben sich dadurch nicht verändert: Lenzing hält weiterhin 50,1 Prozent und Palmers 49,9 Prozent.# Lenzing AG

Die Ausübung der operativen Geschäftsführung war bisher nicht möglich, weil die Lenzing AG keinen Zugang zu wichtigen Unterlagen hatte. Es besteht die Absicht, einen Wirtschaftstreuhänder wird mit der Verwaltung der Lenzing-Anteile an der HGA zu betrauen. Weitere Informationen zur HGA sind insbesondere in den Abschnitten „Sonstige Ausleihungen“ und „Haftungsverhältnisse“ ersichtlich. Bei der HGA fand Anfang März 2021 eine Hausdurchsuchung in Zusammenhang mit vermuteten Gesetzesverstößen statt. Da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts zum Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses nicht möglich. Die Beteiligung an der HGA (TEUR 1.669,6) und die in den Abschnitten „Sonstige Ausleihungen“ und „Haftungsverhältnisse“ angeführten Vermögensgegenstände und Haftungen in Zusammenhang mit dieser Beteiligung unterliegen auf Grund der aktuellen Ereignisse einem Wertveränderungsrisiko, das zum derzeitigen Zeitpunkt nicht einschätzbar ist. Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing AG bekannt geworden, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

Lenzing, am 8. März 2021

Lenzing Aktiengesellschaft

Der Vorstand
Dr. Stefan Doboczky, MBA
Vorstandsvorsitzender

Mag. Thomas Obendrauf, MBA
Finanzvorstand

Robert van de Kerkhof, MBA
Mitglied des Vorstandes

DI Stephan Sieler
Mitglied des Vorstandes

DI Christian Skilich, MBA, LLM
Mitglied des Vorstandes


200 Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

Anschaffungskosten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 01.01.2020 Zugang aus Verschmelzung 2020 Zugänge 2020 Umbuchungen 2020 Abgänge 2020 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte 1.120.358.908 120.493.787 252.367.443 125.716.841 -20.361.111 1.698.965.888
2. Firmenwert 346.282.001 - - - - 346.282.001
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.466.640.909 120.493.787 252.367.443 125.716.841 -20.361.111 2.045.247.889
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a) Wohngebäude
Grundwert 767.074.632 - - - - 767.074.632
Gebäudewert 1.702.999.088 - - - - 1.702.999.088
b) Geschäfts- und Fabriksgebäude und andere Baulichkeiten
Grundwert 2.196.035.224 - - - - 2.196.035.224
Gebäudewert 1.679.571.301 - 12.538.672 15.945.425 -15.720.112 1.692.335.286
c) Unbebaute Grundstücke 1.571.397.410 - - - - 1.571.397.410
1.470.137.886 400.000 3.712.462 15.945.425 -17.277.248 1.472.818.525
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.476.714.576 12.704.086 8.205.311 16.405.231 -21.212.900 2.492.811.293
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 176.394.500 1.241.944 2.153.496 - -15.832.754 163.956.786
4. Anlagen in Bau 120.517.750 16.854.500 15.287.999 - -14.857.201 147.703.048
5. Geleistete Anzahlungen 18.217.745 15.407.263 10.761.088 - -10.980.972 23.405.124
Summe Sachanlagen 9.473.717.085 145.607.853 32.299.029 47.902.081 -78.350.235 9.574.316.141
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 156.245.158 - 25.968.262 - - 182.213.420
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 116.741.443 - 12.364.621 - -40.199.876 88.906.188
3. Beteiligungen 110.543.466 - 7.380.162 - -10.783.967 107.140.661
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 115.187.892 - - - -15.964.001 99.223.891
5. Sonstige Ausleihungen 108.226.306 78.578.877 11.341.254 - -15.925.431 182.210.006
Summe Finanzanlagen 606.944.265 78.578.877 57.054.299 - -82.873.274 749.694.166
10.477.292.179 224.072.667 341.452.771 173.619.000 -103.233.509 11.849.159.196

1) inklusive geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 473.757,56.


200 Jahresfinanzbericht 2020

Lenzing Gruppe

Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

Anschaffungskosten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 01.01.2020 Zugang aus Verschmelzung 2020 Zugänge 2020 Umbuchungen 2020 Abgänge 2020 Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte 1.120.358.908 120.493.787 252.367.443 125.716.841 -20.361.111 1.698.965.888
2. Firmenwert 346.282.001 - - - - 346.282.001
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.466.640.909 120.493.787 252.367.443 125.716.841 -20.361.111 2.045.247.889
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a) Wohngebäude
Grundwert 767.074.632 - - - - 767.074.632
Gebäudewert 1.702.999.088 - - - - 1.702.999.088
b) Geschäfts- und Fabriksgebäude und andere Baulichkeiten
Grundwert 2.196.035.224 - - - - 2.196.035.224
Gebäudewert 1.679.571.301 - 12.538.672 15.945.425 -15.720.112 1.692.335.286
c) Unbebaute Grundstücke 1.571.397.410 - - - - 1.571.397.410
1.470.137.886 400.000 3.712.462 15.945.425 -17.277.248 1.472.818.525
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.476.714.576 12.704.086 8.205.311 16.405.231 -21.212.900 2.492.811.293
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 176.394.500 1.241.944 2.153.496 - -15.832.754 163.956.786
4. Anlagen in Bau 120.517.750 16.854.500 15.287.999 - -14.857.201 147.703.048
5. Geleistete Anzahlungen 18.217.745 15.407.263 10.761.088 - -10.980.972 23.405.124
Summe Sachanlagen 9.473.717.085 145.607.853 32.299.029 47.902.081 -78.350.235 9.574.316.141
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 156.245.158 - 25.968.262 - - 182.213.420
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 116.741.443 - 12.364.621 - -40.199.876 88.906.188
3. Beteiligungen 110.543.466 - 7.380.162 - -10.783.967 107.140.661
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 115.187.892 - - - -15.964.001 99.223.891
5. Sonstige Ausleihungen 108.226.306 78.578.877 11.341.254 - -15.925.431 182.210.006
Summe Finanzanlagen 606.944.265 78.578.877 57.054.299 - -82.873.274 749.694.166
10.477.292.179 224.072.667 341.452.771 173.619.000 -103.233.509 11.849.159.196

1) inklusive geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 473.757,56.


30 Geschäftsbericht 2020

Lenzing AG

kumulierte Abschreibung 01.01.2020 Buchwert 01.01.2020 Abschreibungen 2020 kumuliert Zugang aus Verschmelzung 2020 Zuschreibungen 2020 Umbuchungen 2020 Abgänge 2020 Abschreibungen kumuliert 31.12.2020 Buchwert 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte 1.120.358.908 120.493.787 252.367.443 125.716.841 -20.361.111 - 1.698.965.888 2.045.247.889
2. Firmenwert 346.282.001 - - - - - 346.282.001 346.282.001
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.466.640.909 120.493.787 252.367.443 125.716.841 -20.361.111 - 2.045.247.889 2.391.530.900
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a) Wohngebäude
Grundwert 767.074.632 - - - - - 767.074.632 767.074.632
Gebäudewert 1.702.999.088 - - - - - 1.702.999.088 1.702.999.088
b) Geschäfts- und Fabriksgebäude und andere Baulichkeiten
Grundwert 2.196.035.224 - - - - - 2.196.035.224 2.196.035.224
Gebäudewert 1.679.571.301 - 12.538.672 15.945.425 -15.720.112 - 1.692.335.286 1.692.335.286
c) Unbebaute Grundstücke 1.571.397.410 - - - - - 1.571.397.410 1.571.397.410
1.470.137.886 400.000 3.712.462 15.945.425 -17.277.248 - 1.472.818.525 1.472.818.525
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.476.714.576 12.704.086 8.205.311 16.405.231 -21.212.900 - 2.492.811.293 2.492.811.293
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 176.394.500 1.241.944 2.153.496 - -15.832.754 - 163.956.786 163.956.786
4. Anlagen in Bau 120.517.750 16.854.500 15.287.999 - -14.857.201 - 147.703.048 147.703.048
5. Geleistete Anzahlungen 18.217.745 15.407.263 10.761.088 - -10.980.972 - 23.405.124 23.405.124
Summe Sachanlagen 9.473.717.085 145.607.853 32.299.029 47.902.081 -78.350.235 - 9.574.316.141 9.574.316.141
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 156.245.158 - 25.968.262 - - - 182.213.420 182.213.420
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 116.741.443 - 12.364.621 - -40.199.876 - 88.906.188 88.906.188
3. Beteiligungen 110.543.466 - 7.380.162 - -10.783.967 - 107.140.661 107.140.661
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 115.187.892 - - - -15.964.001 - 99.223.891 99.223.891
5. Sonstige Ausleihungen 108.226.306 78.578.877 11.341.254 - -15.925.431 - 182.210.006 182.210.006
Summe Finanzanlagen 606.944.265 78.578.877 57.054.299 - -82.873.274 - 749.694.166 749.694.166
10.477.292.179 224.072.667 341.452.771 173.619.000 -103.233.509 - 11.849.159.196 11.849.159.196

Lenzing AG

Entwicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand für den Zeitraum 01. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2020

Zuschüsse der öffentlichen Hand Stand am 01.01.2020 Zugang Abgang Auflösung Umbuchung Stand am 31.12.2020
A. Investitionszuschüsse
I. Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund 100.000.000 100.000 100.000 - 100.000 100.000.000
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.000.000 100.000 100.000 - 100.000 8.000.000
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 400.000 100.000 100.000 - 100.000 400.000
108.400.000 300.000 300.000 - 300.000 108.400.000

II.# Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den Jahresabschluss der Lenzing Aktiengesellschaft, Lenzing, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Wir haben bestimmt, dass es keine besonders wichtigen Prüfungssachverhalte gibt, die in unserem Vermerk mitzuteilen sind.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflußen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind.# Bestätigungsvermerk
    Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichtes durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

205 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe 34 Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Juni 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 27. Juli 2020 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss 2017 Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben. Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Gesellschaft und für die von dieser beherrschte Unternehmen erbracht:

Angabe der Leistungen aber nicht zwingend der Honorare

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Frau Mag. Gabriele Lehner.

Linz, am 8. März 2021

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Gabriele Lehner Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

206 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe Geschäftsbericht 2020 Lenzing AG

Erklärung des Vorstandes gemäß § 124 (1) Z 3 Börsegesetz

Wir erklären nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß UGB aufgestellte Jahresabschluss der Lenzing AG zum 31. Dezember 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing AG vermittelt. Ebenso erklären wir nach bestem Wissen, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Lenzing AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild deren Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen die Lenzing AG ausgesetzt ist.

Lenzing, am 8. März 2021

Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Stefan Doboczky, MBA Vorstandsvorsitzender
Mag. Thomas Obendrauf, MBA Finanzvorstand
Robert van de Kerkhof, MBA Mitglied des Vorstandes
DI Stephan Sielaff Mitglied des Vorstandes
DI Christian Skilich, MBA, LLM Mitglied des Vorstandes

Erklärung des Vorstandes
207 Jahresfinanzbericht 2020 Lenzing Gruppe

Eigentümer & Herausgeber

Lenzing Aktiengesellschaft
4860 Lenzing, Österreich
www.lenzing.com

Konzeption, Redaktion

Filip Miermans, Daniel Winkelmeier (Lenzing Gruppe)

Layout und Gestaltung

ElectricArts Werbeagentur GmbH

Textseiten

4-30, 47-129, 134-168, 172-206

Inhouse produziert mit

FIRE.sys

Fotos

Al Dente Entertainment GmbH
Farknot Architect/shutterstock.com

Impressum

www.lenzing.com

Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen der Lenzing AG beruhen. Angaben unter Verwendung der Worte „sollen“, „dürfen“, „werden“, „erwartet“, „angestrebt“, „geht davon aus“, „nimmt an“, „schätzt“, „plant“, „beabsichtigt“, „ist der Ansicht“, „nach Kenntnis“, „nach Einschätzung“ oder ähnliche Formulierungen deuten auf solche zukunftsbezogene Aussagen hin. Die Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Lenzing AG beziehen, stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der zum Zeitpunkt der Drucklegung des Geschäftsberichts vorhandenen Informationen gemacht wurden. Sollten die den Prognosen zugrunde liegenden Annahmen nicht eintreffen oder Risiken in nicht kalkulierter Höhe eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den Prognosen abweichen. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten. Der Geschäftsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, um die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in allen Teilen sicherzustellen. Rundungs-, Satz- und Druckfehler können dennoch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Hinweise: