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Gurktaler AG

Annual Report (ESEF) Jul 30, 2025

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GESCHÄFTSBERICHT 2024/25 Gurktaler Geschäftsbericht A4 Cover FINAL.indd 1 10.07.25 14:42 GESCHÄFTSBERICHT 2024/25 KENNZAHLEN Umsatz- und Ertragskennzahlen 2024/2025 2023/2024 Umsatz in EUR Mio. 3,9 3,8 Betriebsergebnis (EBIT) in EUR Mio. –0,5 –0,7 Jahresergebnis in EUR Mio. 2,3 2,9 Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in EUR Mio. 0,0 –0,1 Umsatzrentabilität (Return on Sales) in % 41,4 31,6 Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity – ROE) in % 6,5 5,1 Bilanzkennzahlen Bilanzsumme in EUR Mio. 25,7 26,1 Eigenkapital in EUR Mio. 24,5 25,3 Eigenkapitalquote in % 95,3 96,8 Finanzverbindlichkeiten in EUR Mio. 0,0 0,0 Börsekennzahlen Börsenkapitalisierung per 31.3. in EUR Mio. 25,2 16,8 Ergebnis je Aktie in EUR 1,08 1,40 Cashflow je Aktie in EUR 0,02 –0,05 Eigenkapital je Aktie in EUR 11,64 12,01 Dividende je Aktie in EUR 0,90 1 1,30 Ausschüttungsquote in % 83,3 93,0 Kennzahlen zur Vorzugsaktie ISIN AT0000A0Z9H1 Höchstkurs in EUR 10,50 11,90 Tiefstkurs in EUR 7,50 7,60 Kurs per 31.3. in EUR 10,00 8,00 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stk. 750.000 750.000 Kurs-Gewinn-Verhältnis 9,26 5,72 Kennzahlen zur Stammaktien ISIN AT0000A0Z9G3 Höchstkurs in EUR 18,50 21,00 Tiefstkurs in EUR 6,70 6,60 Kurs per 31.3. in EUR 13,10 8,00 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stk. 1.354.364 1.354.364 Kurs-Gewinn-Verhältnis 12,13 5,72 1 Vorschlag an die Hauptversammlung AKTIENGESELLSCHAFT VORWORT DES VORSTANDS 2 UNTERNEHMENSPORTRÄT 4 INVESTOR RELATIONS 8 FINANZKALENDER 10 CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT 11 BERICHT DES AUFSICHTSRATS 15 LAGEBERICHT 17 JAHRESABSCHLUSS 2024/2025 24 ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 42 GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG 43 Inhalt Die neuerliche Auszeichnung mit Goldmedaillen unterstreicht die hohe Produktqualität von Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher 2 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 VORWORT DES VORSTANDS Sehr geehrte Aktionär:innen! Wir berichten über das zwölfte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert. Das vergangene Wirtschaftsjahr war bereits das zweite in Folge mit der Neuausrichtung des operativen Geschäfts mittels Distribu- tionsverträgen und eines Lohnproduktionsvertrags mit verlässlichen Partnern in Österreich und in Deutschland. Wie schon im vergangenen Wirtschaftsjahr gibt es im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Jahresabschluss nach UGB, jedoch keinen Konzernabschluss, da es im Berichtszeitraum keine konsolidierungspflichtigen Tochtergesellschaften mehr gab. Die Kennzahlen der Gurktaler AG im Wirtschaftsjahr 2024/2025 spiegeln das seit April 2023 neu eingeführte Geschäftsmodell wider und sind darüber hinaus von den Beteiligungen in Ungarn und Deutschland geprägt. Der Umsatz der Gesellschaft im Berichtsjahr belief sich auf TEUR 3.894 und lag somit um TEUR 74 über dem Wert des Vorjahres. Hiervon entfielen TEUR 1.152 auf Exporterlöse, welche aufgrund von Preiserhöhungen um –22 % rückläufig waren. Nach einem Betriebsergebnis im Vorjahr in Höhe von TEUR –688 ergab das Geschäftsjahr 2024/2025 ebenfalls ein negatives, jedoch verbessertes Betriebsergebnis in Höhe von TEUR –472. Diese Entwicklung ist durch Umsatzsteigerungen und Einsparun- gen bei Werbung und den Sachkosten zurückzuführen. Dem stehen höhere Ausgaben für den Wareneinsatz, inflationsbedingt höhere Personalkosten sowie Markenaktivierungsmaßnahmen gegenüber. Das EBITDA lag mit TEUR –239 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (TEUR –216). Ungarn konnte im Wirtschaftsjahr 2024/2025 ein gutes Ergebnis erzielen und den Umsatz gegenüber dem Vorjahr erneut steigern. Besonders gut entwickelten sich die Marken Zwack Unicum, Kalumba sowie Unicum Trezor XO, welcher als Limited Edition auf dem ungarischen Markt sehr erfolgreich eingeführt wurde. Der Dividendenertrag aus der PZHAG lag nach TEUR 1.650 im Vorjahr im Wirtschaftsjahr 2024/2025 bei TEUR 1.700. Die Underberg GmbH & Co KG verzeichnete im laufenden Geschäftsjahr ein positives Ergebnis mit einer Ergebnisübernahme der Gurktaler AG von TEUR 267 nach einem Gewinn von TEUR 152 im Vorjahr. Das Finanzergebnis, das sich aus den Betei- ligungserträgen von Zwack Unicum Nyrt. und der Underberg GmbH & Co KG sowie den Zinserträgen und -aufwendungen zusammensetzt, beträgt EUR 2,1 Mio. nach EUR 1,9 Mio. (ohne Verschmelzungsergebnis) im Vorjahr (UGB). Das Ergebnis nach Steuern der Gurktaler AG beläuft sich auf EUR 1,9 Mio. (EUR 0,8 Mio. im Vorjahr nach UGB – ohne Berücksichtigung des Verschmelzungsergebnisses). Die Kursentwicklung der Gurktaler Stammaktie war im Zeitraum 1.4.2024 bis 31.3.2025 volatil. Die Stamm- und die Vorzugsaktie konnten im Verlauf des Berichtszeitraums Kursgewinne verzeichnen. Die Stammaktie lag zum Stichtag 31.3.2025 um 63,75 % über dem Vorjahreswert, die Vorzugsaktie konnte gegenüber dem Vorjahr einen Kursgewinn von 25 % erzielen. Die Marktkapi- talisierung ist um EUR 8,4 Mio. bzw. rund 50 % gestiegen. Der Jahresüberschuss der Gurktaler AG lag bei EUR 1,9 Mio. nach EUR 0,8 Mio. im Vorjahr (ohne Verschmelzungsergebnis). Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von EUR 1.893.927,60 vor, was einer Ausschüttung von EUR 0,90 je Stamm- und Vorzugsaktie entspricht. Mit dem Umstieg seit 1.4.2023 vom Pachtmodell auf ein Lohnfertigungs- und Distributionsmodell hat die Gesellschaft mehr Einflussnahme auf eine positive Weiterentwicklung der Marken, das operative Geschäft sowie die Absicherung des Beteiligungs- geschäfts. Der neue Markenauftritt des Gurktaler Alpenkräuter-Likörs und der neuen Sorte Gurktaler Alpen-Aperitif auf Basis von Sanddorn ist im Lebensmitteleinzelhandel gut etabliert. Auch der Gurktaler Alpen-Spritz in der Dose mit 4,5 % vol. wird positiv vom Konsumenten angenommen. Der Relaunch der Marke Rossbacher wurde umgesetzt und ist nun im Handel sichtbar. Die unverändert gedämpfte wirtschaftliche Entwicklung in den für die Gurktaler AG relevanten Volkswirtschaften Österreich, Deutschland und Ungarn stellen auch im laufenden Geschäftsjahr eine große Herausforderung dar. Mit freundlichen Grüßen Wien, am 24. Juni 2025 Mag. Wolfgang Spiller, Vorstand 3 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 VORWORT DES VORSTANDS UNTERNEHMENSPORTRÄT 4 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 KRÄUTERSPIRITUOSEN IM FOKUS DES UNTERNEHMENS Seit 8. Februar 2013 notiert die Gurktaler AG an der Wiener Börse. Der Name Gurktaler steht für Reinheit und Natürlichkeit. Mit seinen Marken positioniert sich das Unternehmen als der Spezialist für Kräuterspirituosen. In enger Zusammen- arbeit mit ausgewählten Partnern versteht sich Gurktaler als langfristiger Markengestalter und als Kompetenzzentrum der traditionsreichsten Spirituosenkategorie Kräuter. Neben Beteiligungen an der deutschen Underberg GmbH & Co KG, dem Hersteller des berühmten „Rheinberger Kräuters“, sowie dem ungarischen Kräuterbitterhersteller Zwack Unicum Nyrt. befinden sich zusätzlich die Kräuterspiritu- osenmarken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher im Eigentum der Gurktaler AG. Die Gurktaler AG verkauft in ihrem operativen Geschäft die bei der Mozart Distillerie GmbH hergestellten Produkte an die Dis- tributionspartner Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH (für das Geschäft in Österreich) und die Diversa Spezialitä- ten GmbH (für das Geschäft in Deutschland), die wiederum für das internationale Geschäft die Produkte an die Semper idem Underberg AG in Rheinberg verkauft. Zum anderen hält die Gurktaler AG Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus eine Aktie an Zwack Uni- cum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und an der Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnisanteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. Details zur Entwicklung der Umsatzerlöse und des Finanzergebnisses finden sich im Lagebericht ab Seite 17. Unternehmens- porträt Alle Informationen zum Unternehmen finden Sie unter: http://gruppe. gurktaler.at UNTERNEHMENSPORTRÄT 5 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 „Gurktaler – Alpen-Aperitif“ wurde seit 2023 erfolgreich mit zahlreichen Listungen im Lebensmitteleinzelhandel vertrieben und ist die heimische Antwort auf die italieni- sche Aperitivo-Kultur. Der fruchtige Sanddornlikör mit frischen Kräutern aus dem Gurktal besticht mit einem satten Orangen-Ton und einem köstlichen Aroma nach Sanddorn, Mandarine, Orange und Marille. Sanddorn wächst unter anderem im Alpen- und Voralpenraum und wird wegen seines frischen Geschmacks auch als „Zitrone des Nordens“ bezeichnet. Mit der Einführung des neuen Aperitifs verbindet Gurktaler das Lebensgefühl des Südens mit frischen Kräutern aus den Alpen. Ob pur auf Eis oder als „Sanddorn Alpen-Spritz“ gemixt mit trockenem Sekt, Prosecco, Tonic oder Soda – der Gurktaler Alpen-Aperitif ist vielseitig und avanciert in jeder Form zum trendigen, regionalen Sommer-Drink. Seit 2024 gibt es den Gurktaler Alpen-Aperitif als Spritz in der Dose mit nur 4,5 % vol. Der Gurktaler Alpen-Aperitif erhielt beim World Spirits Award (WSA) 2025 die Goldmedaille. DER MILDE DER FRUCHTIGE „Gurktaler® – der milde Alpenkräuter“ ist die größte österreichische Spirituosenmarke mit über 60-jähriger Tradition. Er wird nach einer geheimen Rezeptur aus getrockneten und frischen Kräutern aus dem Gurktal hergestellt und ist mit rund 12,2 Prozent Marktanteil die größte österreichische Kräuterspirituosenmarke. Die Werte, welche die Marke repräsentie- ren, sind klar: natürlicher frischer Kräutergenuss aus dem Gurktal, gelegen in Kärnten im Herzen der Alpen. Der Kräuterlikör im Zeichen des Gurker Domes besticht durch seinen ausgesprochen milden Geschmack und ist der Inbegriff des Alpenkräuters aus Österreich. Mit einer Exportquote nach Deutschland von 41 Prozent ist er ein Genussbotschafter im nahen Ausland. Seine Milde und Einzigartigkeit spiegelt sich auch in dem für Spirituosen verhältnismäßig niedrigen Alkoholgehalt wider. Die Spirituose wurde beim WSA 2025 mit der Verleihung einer Goldmedaille sowie als Kräuterlikör des Jahres prämiert. Jetzt neu als Spritz in der Dose mit nur 4,5 % vol.! UNTERNEHMENSPORTRÄT 6 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Rossbacher besteht als österreichischer Halbbitter seit 1897 am Markt und wurde für seine Qualität mehrfach prämiert. Eine neuerliche Auszeichnung der Wiener Kräuterspirituose mit der Goldmedaille beim World-Spirits Award (WSA) 2025 belegt die hohe Produktqualität von Rossbacher. Das Geheimnis des Kräuterlikörs liegt in der Zubereitung wie in den Zutaten, der intensive Geschmack wird durch Kombination von Mazeration, Perkolation oder Destillation erzielt. Mit Sorgfalt und langjähriger Erfahrung wurde erarbeitet, welches Verfahren bei wel- chen Rohstoffen zur Anwendung kommt. Dies ist seit jeher ein streng gehütetes Geheimnis. Seit Jänner 2017 erfolgt die Abfüllung und Veredelung der Produkte der Kräuterspiri- tuosenmarken Gurktaler und Rossbacher am modernisierten und auf Spirituosenher- stellung spezialisierten Produktionsstandort der Mozart Distillerie in Salzburg, einem Tochter unternehmen der Schlumberger Gruppe. Dadurch konnte die Produktqualität dieser Marken weiter gesteigert werden. UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG (DEUTSCHLAND) An dem traditionsreichen deutschen Unternehmen Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Niederrhein, hält die Gurktaler AG eine Finanzbeteiligung in Höhe von 14,423 %. Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und der Vertrieb von „Underberg – der Rheinberger Kräuter“ nach dem Fabrikationsgeheimnis der Familie Underberg. Dazu zählen auch das Halten und Verwalten der Warenzeichen unter anderem im Zusammen- hang mit der Marke Underberg sowie das Halten von Beteiligungen in Deutschland und anderen Ländern. Der Vertrieb der Produkte der Gurktaler AG wird in Deutschland durch die Diversa Spezialitäten GmbH (100 % Tochter der Semper idem Underberg AG) sowie über diese von der Semper idem Underberg AG (eine 100 % Tochter der Underberg GmbH & Co KG) das weitere internationale Geschäft abgewickelt. Seit 1846 wird das Geheimnis gehütet und gepflegt. Das Wissen der Familie Underberg um die schonende Gewinnung der wertvollen Wirkstoffe aus den erlesenen und aromatischen Kräutern aus 43 Ländern erfolgt mit Hilfe des besonders schonenden „Semper idem ® “- Geheimverfahrens. Es folgt ein monatelanger Reifeprozess in Fässern aus slowenischer Eiche. Das unverwechselbare Markenzeichen von Underberg ist die Portionsflasche mit 20 ml. Underberg wird weltweit in rund 100 Ländern vertrieben. DER STARKE UNTERNEHMENSPORTRÄT 7 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST (UNGARN) Zwack Unicum ist der traditionsreichste Bitterlikör mit starker Verwurzelung im ungarischen Geträn- kemarkt, der für das Unternehmen Zwack Unicum Nyrt. namensgebend ist. Das Unternehmen mit Sitz in Budapest, Ungarn, ist auf die Herstellung hochwertiger eigener Produkte sowie auf die Distribution von weiteren Spirituosen und Wein spezialisiert. Die bei der Gurktaler AG enthaltene Zwack Unicum Nyrt. ist der größte Spirituosenproduzent und -distributeur in Ungarn. Die Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, ist im Konzernabschluss der Peter Zwack & Consorten Handels Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, enthalten, die ein 49,998 %iges Tochterunternehmen der Gurktaler AG ist. Durchgerechnet beträgt die Beteiligung der Gurktaler AG an der Zwack Unicum Nyrt. daher 25 %. Das Rezept von Zwack Unicum ist seit über 230 Jahren ein Geheimnis der Familie Zwack. Der Bitterlikör wird aus mehr als 40 Kräutern und Gewürzen aus der ganzen Welt zubereitet, die im Vorfeld sorgfältig ausgewählt werden. Dazu wird ein Teil der Kräuter mazeriert, ein Teil destilliert. So entfalten sich das volle Aroma, der ausgewogene Geschmack und die optimale Wirkung der Kräuter. Die Kombination dieser zwei Produktionsverfahren und eine mehrmonatige Reifung in Eichenfässern verleihen Zwack Unicum seine komplexe Struktur und einzigartige Qualität. Nach der Einführung der überaus erfolgreichen Innovation Zwack Unicum Zwetschke im Jahr 2014 wurden 2016 mit Zwack Unicum Reserve sowie 2021 Unicum Barista weitere und mittlerweile erfolgreich etablierte Neuheiten auf den Markt gebracht. Neben dem bekannten Bitterlikör stellt Zwack auch verschiedene Brände, Schnäpse und andere Liköre sowie seit 2019 den Kräuter-Gin Kalumba her. UNTERNEHMENSSTRATEGIE Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich Qualität und Nachhaltigkeit und fokussiert sich in ihrer strategischen Ausrichtung auf die bewährte Kompetenz im Geschäftsfeld der Kräuterspirituosen. STRATEGISCHE ZIELE IM ÜBERBLICK Die Ziele der Gesellschaft orientieren sich an der langfristigen Unternehmensstrategie und konzentrieren sich in erster Linie auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Dies soll insbesondere durch die folgenden Ziele erreicht werden : • Schaffen von Markenwerten und Weiterentwicklung von star- ken Kräuterspirituosen-Warenzeichen mit höchster Qualität • Aufspüren von Marktchancen sowie Ausbau bestehender und Erschließung neuer Absatzkanäle im In- und Ausland • Ständige Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Produk- tionsverfahren und Produkte mit starkem regionalem Bezug • Einbindung beteiligter Unternehmen und die Schaffung von Synergien hinsichtlich Entwicklung, Produktion und Vermarktung Die Gurktaler AG beschäftigte im Schnitt sieben Mitarbeiter- Innen. Dienstleistungen, die von der Gesellschaft selbst bzw. durch außenstehende Dienstleister erbracht werden, werden zu marktüblichen Preisen an die leistungsempfangenden Gesellschaften der Gurktaler AG verrechnet. Die Gurktaler AG strebt, aufbauend auf den ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Wurzeln des Unterneh- mens, eine authentische und nachhaltige Wertorientierung an. Die langfristige Steigerung des Unternehmenswerts anhand „enkelfähiger Ziele“ stellt – unter dem Motto: „Alles kann man besser machen“ – die Ausrichtung des Unternehmens für die kommenden Jahre dar. INVESTOR RELATIONS 8 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 ABGESCHWÄCHTE KONJUNKTURDATEN In den letzten Jahren wurde Österreich sowohl von der Covid-19-Pandemie als auch vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine stark geprägt. Dennoch verzeichnete der ATX im Jahr 2024 ein erfreuliches Plus von 6,6 %. Auch der Markt für Anleihen zeigte eine positive Entwicklung mit einer deutlichen Zunahme neuer Listings. Dieser Aufwärts- trend setzte sich im ersten Quartal 2025 fort, wobei der ATX im Jahresvergleich erneut zulegte. Nach einem Rekordjahr 2024 bei neu emittierten Schuldverschreibungen bleibt das Interesse auch 2025 hoch. Insgesamt ist eine wachsende Tendenz der österreichischen Bevölkerung zur Investition in Aktien erkennbar. Di e Entwicklung des ungarischen Forint beeinflusst wesentlich die Beteiligungserträge der Gurktaler AG aus der Beteiligung an Zwack. Der Wechselkurs verzeichnete im Berichtszeitraum eine moderate Volatilität. Nach einer Auf- wertung des Euro im Jahr 2024 um etwa +7,6 % folgte eine leichte Abwertung von etwa –3,06 % im ersten Quartal 2025. Der EUR/HUF-Kurs zum Bilanzstichtag lag bei EUR/HUF 402,35. Im Jahresschnitt notierte der ungarische Forint bei EUR/HUF 400,08. Die Prognosen für den weiteren Verlauf im Jahr 2025 sind unterschiedlich, deuten jedoch insgesamt auf eine mögliche Stabilisierung oder leichte Aufwertung des Euro gegenüber dem Forint hin. DIE GURKTALER-AKTIE Das Grundkapital der am 10. Jänner 2013 im Firmenbuch eingetragenen und seit dem 8. Februar 2013 an der Börse gehandelten Gurktaler AG in Höhe von EUR 4,2 Mio. unter- teilt sich in 1.354.364 Stammaktien sowie 750.000 Vorzugs- aktien ohne Stimmrecht. Im Zeitraum vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 zeigte die Gurktaler AG Stammaktie eine bemerkenswerte Kursent- wicklung. Nach einem Rückgang auf EUR 6,70 Ende März 2024 sowie einem Anstieg der Aktie auf EUR 11,00 zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2024/2025 erholte sich der Kurs bis zum 30. Juni 2024 auf EUR 13,00. Am 30. Januar 2025 stieg der Kurs der Stammaktie um 22,1 % auf EUR 17,10 und erreichte am 17. Februar 2025 sein Jahreshoch von EUR 18,50. Zum 31. März 2025 notierte die Aktie bei EUR 13,10. Gegen- über dem Bilanzstichtag des Vorjahres stieg der Kurs der Stammaktie somit um 63,75 %. Im Zeitraum vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 ver- zeichnete die Gurktaler Vorzugsaktie erhebliche Kursbewe- gungen. Zu Beginn des Wirtschaftsjahres notierte die Aktie bei EUR 8,00 und stieg dann bis Juli, nach einer volatilen Phase, auf EUR 10,50 an, dem Höchstkurs der Aktie im Berichtszeitraum. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres fiel der Kurs der Aktie dann auf EUR 7,50 im Dezember, den Jahrestiefstand, und stieg dann bis Ende März wieder auf EUR 10,00 an, was dem Kurs zum Bilanzstichtag entspricht. Verglichen mit dem Kurs zum Bilanzstichtag des Vorjahres konnte die Vorzugsaktie ein Plus von 25 % erzielen. Per 31. März 2025 errechnete sich somit für die Gurktaler AG eine Marktkapitalisierung in Höhe von EUR 25,2 Mio. (im Vorjahr EUR 16,8 Mio.). Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 50 %. Investor Relations INVESTOR RELATIONS 9 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 DIVIDENDENPOLITIK Die Gurktaler AG strebt grundsätzlich eine stabile und kontinuierliche Dividendenpolitik für ihre Anleger an. Der Vorstand wird der Hauptversammlung für das Wirt- schaftsjahr 2024/2025 am 18. September 2025 vorschla- gen, eine Dividende in Höhe von EUR 0,90 je Stamm- und Vorzugsaktie nach je EUR 1,30 im Vorjahr auszuschütten. Diese Dividende entspricht 45 % des Grundkapitals. Gemes- sen am Schlusskurs vom 31. März 2025 errechnet sich eine Dividendenrendite von 9,0 % bei den Vorzugsaktien und 6,87 % bei den Stammaktien. AKTIONÄRSSTRUKTUR Zum Stichtag 31.3.2025 ist die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG mit 89,15 % der Stammaktien Hauptaktionär der Gurktaler AG. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,49 % der Stammaktien. Die restlichen Stammaktien mit einem Stimmrechtanteil befinden sich im Streubesitz, wobei der Gesellschaft keine weiteren Aktionäre bekannt sind, deren Beteiligungen zumin- dest 10 % im Sinne des § 243 Abs. 1 Z. 3 UGB betragen. VORSTAND Der Aufsichtsrat hat im Dezember 2023 Herrn Mag. Wolfgang Spiller zum Alleinvorstand für weitere zwei Jahre bis zum 31.12.2025 bestellt. Gespräche über eine Fortsetzung des Mandats wurden gestartet. AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM Bei der 12. ordentlichen Hauptversammlung wurde der Vorstand der Gurktaler AG ermächtigt, eigene Aktien sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Ferner wurde beschlossen, dass der Vorstand für die Veräußerung bzw. die Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot unter sinngemäßer Anwendung der Regelungen über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre beschlie- ßen kann und dass der Vorstand das Grundkapital durch AKTIENKURSENTWICKLUNG Die Gurktaler-Stammaktie verzeichnete im Berichts jahr einen Kursgewinn von 63,75 %, die Vorzugsaktie einen Kursgewinn von 25 %. Gurktaler AG ST Gurktaler AG VZ APR MAI JUNI JULI AUG SEPT OKT NOV DEZ JAN FEB MÄRZ 200 % 160 120 80 40 0 INVESTOR RELATIONS 10 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Einziehung dieser eignen Aktien ohne weiteren Hauptver- sammlungsbeschluss herabsetzen kann. Der Vorstand hat beschlossen, von der erteilten Ermächtigung Gebrauch zu machen. Das Aktienrückkaufprogramm läuft vom 18. Sep- tember 2024 bis zum 22. März 2027. Es wurden jedoch keine Aktien während der Laufzeit des Aktienrückkaufpro- gramms erworben. Weitere Details zum Aktienrückkaufpro- gramm sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter http://gruppe.gurktaler.at veröffentlicht. Frau Brigi tte Dudli verantwortet seit 2016 den Bereich Inves- tor Relations bei der Gurktaler AG. Di e oberste Zielsetzung aller Investor-Relations-Tätigkeiten bildet eine zeitnahe und transparente Informationspolitik gegenüber allen Aktionä- ren der Gurktaler AG. Auf der Unternehmenswebsite http://gruppe.gurktaler.at/ investor-relations werden Halbjahresfinanzberichte und Geschäftsberichte sowie weiterführende Informationen veröffentlicht. Dort findet sich auch eine detaillierte Über- sicht der Pflichtveröffentlichungen und Ad-hoc-Meldungen sowie Informationen zu Compliance und Corporate Gover- nance. KENNZAHLEN 2024/2025 2023/2024 (UGB) Börsenkapitalisierung per 31.3. in EUR Mio. 25,2 16,8 Ergebnis je Aktie in EUR 1,08 1,40 Cashflow je Aktie in EUR 0,02 –0,05 Eigenkapital je Aktie in EUR 11,64 12,01 Dividende je Aktie in EUR 0,90 1) 1,30 Ausschüttungsquote in % 83,3 % 93,0 % Kennzahlen zur Vorzugsaktie Höchstkurs in EUR 10,50 (17.7.2024) 11,90 (20.4.2023) Tiefstkurs in EUR 7,50 (18.12.2024) 7,60 (18.3.2024) Kurs 31.3. in EUR 10,00 8,00 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Tsd. Stück 750 750 Kurs-Gewinn-Verhältnis 9,26 5,72 Kennzahlen zur Stammaktie Höchstkurs in EUR 18,50 (17.2.2025) 21,00 (15.5.2023) Tiefstkurs in EUR 6,70 (29.10.2024) 6,60 (19.3.2024) Kurs per 31.3. in EUR 13,10 8,00 Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stück 1.354.364 1.354.364 Kurs-Gewinn-Verhältnis 12,13 5,72 1 Vorschlag an die Hauptversammlung FINANZKALENDER 24.06.2025 Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024/2025 Juli 2025 Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2024/2025 08.09.2025 Nachweisstichtag Hauptversammlung 18.09.2025 13. ordentliche Hauptversammlung 22.09.2025 Dividenden-Ex-Tag 23.09.2025 Nachweisstichtag Dividende 24.09.2025 Dividendenzahltag 03.12.2025 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht CORPORATE GOVERNANCE 11 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 TRANSPARENTE INFORMATIONSPOLITIK Die Gurktaler AG notiert seit Februar 2013 an der Wiener Börse und verfolgt eine transparente Informationspolitik gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen. Vorstand und Aufsichtsrat bekennen sich zu Transparenz und partnerschaft- lichen Umgang gegenüber allen Interessengruppen. Unsere Strategie am Markt ist es, den Marken durch Fokus auf die Kundenbedürfnisse zu weiterem Wachstum zu verhelfen und auch in Zukunft eine starke, zunehmend internationale Posi- tion bei Kräuterspirituosen einzunehmen. Die Organe der Gurktaler AG bekennen sich ausdrücklich zu den in Österreich für börsennotierte Gesellschaften geltenden Corporate-Governance-Bestimmungen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex, der im Oktober 2002 in Kraft gesetzt wurde, hat für das Berichtsjahr 2024/2025 in der Fas- sung vom Jänner 2023 Gültigkeit. STABILE AKTIONÄRSSTRUKTUR Zum Stichtag 31. März 2025 befanden sich 89,15 % der 1.354.364 Stammaktien im Eigentum der H. Underberg Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Deutschland. Die Sem- per idem Underberg AG hält weitere 3,49 % der Stammaktien. Die restlichen Stammaktien entfallen auf den Streubesitz. Es sind der Gesellschaft keine Aktionäre bekannt, deren direkte oder indirekte Beteiligung zumindest 10 % im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt. CORPORATE GOVERNANCE KODEX (§ 243B ABS. 1 Z. 1 UGB) Alle vom Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom Jänner 2023 geforderten Informationen sind in diesem Bericht und entsprechend der thematischen Zugehörigkeit entweder im Geschäftsbericht, Lagebericht oder auf der Website des Unternehmens enthalten. Der Kodex unterteilt sich in drei Kategorien, wobei die erste Kategorie, die L-Regeln (Legal Requirements), auf zwingenden Rechtsvorschriften beruht und somit verpflichtend anzuwen- den ist. Die zweite Kategorie, die C-Regeln (Comply or Explain), sollte eingehalten oder bei Abweichung begründet werden. Abweichungen von C-Regeln werden in diesem Bericht erör- tert. Von R-Regeln, die reinen Empfehlungscharakter haben, können die Unternehmen ohne Erklärung abweichen. Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Homepage des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance (www.corporate-governance.at) veröffentlicht und gilt an der Wiener Börse als allgemein anerkannt. ABWEICHUNGEN VOM CORPORATE GOVERNANCE KODEX Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der Gurktaler Unternehmenskultur. Die Abweichungen und die Erläuterungen zu den C-Regeln sind nachstehend dar- gestellt. Corporate- Governance-Bericht 2024/2025 Gemäß § 243b UGB CORPORATE GOVERNANCE 12 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Regel 18: Die Größe des Unternehmens mit nur sieben Mitarbeitern zum 31.3.2025 erfordert es, dass die Aufgabe der internen Revision durch den Vorstand selbst gemeinsam mit der Investor-Relations-Verantwortlichen wahrgenommen und darüber dem Prüfungsausschuss berichtet wird. Regel 41 und 43: Der Aufsichtsrat nimmt als Gesamtgremium die Nominie- rung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie die Regelung der Vorstandsvergütung wahr. Aus diesem Grund sind weder ein Nominierungs- noch ein Vergütungs- ausschuss eingerichtet. Regel 53 und 54: Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist nicht im Sinne des Kodex als unabhängig anzusehen. Als Kriterium für die Unabhängigkeit gilt das materielle Ausmaß der geschäftlichen Beziehung, das keinen wesentlichen Anteil am jeweiligen Einkommen haben soll. Die unabhängigen Mitglieder des Aufsichtsrats gemäß Regel 53 und 54 sind Herr Mempel und Herr KR Kranebitter. Regel 62: Aufgrund der geringen Komplexität des zugrundeliegenden Geschäftsmodells und aus Kostengründen wurde von der Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln und einem Bericht über das Ergebnis einer solchen Überprüfung Abstand genommen. Regel 68: Die Gesellschaft veröffentlicht ihre Berichte in deutscher Sprache, da aus Aktionärssicht bisher kein Erfordernis bestand, diese in englischer Sprache zu verfassen. Regel 83: Mit dem nunmehr vorherrschenden Lohnproduktions- und Distributionsmodell liegen die operativen Risiken bei den Vertragspartnern. Die damit verbundenen Risiken sind in entsprechenden marktüblichen Vertragsklauseln geregelt, weshalb kein eigener Bericht über die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements erstellt wurde. ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS MAG. WOLFGANG SPILLER, ALLEINVORSTAND SEIT 1.1.2021 Zuständig für Finanzen, Unternehmensbeteiligungen, Unternehmensstrategie, Öffentlichkeitsarbeit Geburtsjahr 1967 Erstmals bestellt am 10.1.2013 bis 31.12.2014 Wiederbestellt im November 2023 Ende der aktuellen Funktionsperiode: 31.12.2025 Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS DR. HUBERTINE UNDERBERG-RUDER, VORSITZENDE Geburtsjahr 1962 Erstmals bestellt am 30.11.2012 Ende der aktuellen Funktionsperiode: Mit Ende der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025/2026 im September 2026 beschließt Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn THOMAS MEMPEL, STELLVERTRETER DER VORSITZENDEN Geburtsjahr 1967 Erstmals bestellt am 23.9.2020 Ende der aktuellen Funktionsperiode: Mit Ende der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2027/2028 im September 2028 beschließt Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest CORPORATE GOVERNANCE 13 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 KR EDUARD KRANEBITTER, MITGLIED Geburtsjahr 1957 Erstmals bestellt am 11.9.2014 Ende der aktuellen Funktionsperiode: Mit Ende der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025/2026 im September 2026 beschließt Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine PROF. DR. TOBIAS BÜRGERS, MITGLIED Geburtsjahr 1962 Erstmals bestellt am 30.11.2012 Ausgeschieden am 18.9.2024 mit Ende der 12. ordentlichen Hauptversammlung Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine ARBEITSWEISE UND KONTROLLE Zur Sicherstellung einer hohen Transparenz sowie einer umfassenden und zeitgleichen Informationsaussendung an alle relevanten Interessengruppen überwacht der Vor- stand als Compliance-Verantwortlicher die Einhaltung des Compliance Kodex der Gurktaler AG. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft pfle- gen zusätzlich zu den ordentlichen Aufsichtsratssitzungen einen regen Gedankenaustausch zur strategischen Ausrich- tung des Unternehmens, zur Geschäftsentwicklung, zum Risikomanagement und zu wesentlichen Geschäftsfällen. Bei wichtigen Anlässen bzw. Ereignissen ergeht unverzüg- lich Nachricht an die Vorsitzende des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat übt seine Kontrolltätigkeit im Prüfungsaus- schuss bzw. als Gesamtgremium aus. Er entscheidet in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und bestimmt über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat traf sich im Geschäftsjahr 2024/2025 zu fünf ordentlichen Sitzungen. Es nahmen im Berichtsjahr bei fünf Sitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats per- sönlich oder über Webkonferenz teil. Die Teilnahmequote lag somit bei 100 %. Die Konstituierung des Aufsichtsrats fand in Form eines Umlaufbeschlusses statt. Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, des internen Kontrollsys- tems und des Jahresabschlusses sowie der Überprüfung und Auswahl des Abschlussprüfers. Alle diesbezüglichen Vorschriften des Kodex werden dabei beachtet. Dem Prüfungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an: Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende, Finanzexpertin) Herr Prof. Dr. Tobias Bürgers bis 18.9.2024 Herr Thomas Mempel seit 18.9.2024 Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2024/2025 fünf Mal, wobei jeweils beide Mitglieder persönlich oder via Telefonkonferenzschaltung anwesend waren. Bei einer der fünf Sitzungen war der Abschlussprüfer anwesend. VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS Die Gesamthöhe der Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung beschlossen, die Aufteilung der Summe wird dem Aufsichtsrat überlassen. Die 12. ordentliche Hauptversammlung beschloss im September 2024 über die Gesamthöhe der Aufsichtsrats- vergütungen. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 wurden an die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2024/2025 Vergütungen in folgender Höhe ausbezahlt: Dr. Hubertine Underberg-Ruder EUR 12.000 KR Eduard Kranebitter EUR 8.000 Prof. Dr. Tobias Bürgers EUR 8.000 Thomas Mempel EUR 8.000 EUR 36.000 Aufgrund des Austritts eines Aufsichtsratsmitglieds belaufen sich die Bezüge des Aufsichtsrat im GJ 24/25 auf EUR 28.000 und kommen im GJ 25/26 zur Auszahlung. CORPORATE GOVERNANCE 14 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Für Reisekosten fiel für Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2024/2025 eine Vergütung in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr TEUR 2) an. Jegliche Geschäfte mit nahe- stehenden Unternehmen und Personen werden wie mit unabhängigen Dritten durchgeführt und entsprechen den Prinzipien der Fremdüblichkeit. Details hierzu finden sich im Anhang zum Jahresabschluss unter „Beziehungen zu verbundenen Unternehmen“. Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden wie in den letzten Jahren keine zustimmungspflichtigen Verträge im Sinne der L-Regel 48 vereinbart. Sofern davor zustimmungspflichtige Verträge abgeschlossen wurden, waren diese vom Aufsichts- rat genehmigt und wurden, sofern sie über den Zeitraum eines Geschäftsjahres hinausreichten, vom Aufsichtsrat bestätigt. VERGÜTUNG DES VORSTANDS Die Aufwendungen für die Bezüge der Mitglieder des Vor- stands beliefen sich im Geschäftsjahr 2024/2025 gemäß Jah- resabschluss der Gurktaler AG auf TEUR 226,6 (im Vorjahr TEUR 207). Details laut Vergütungsbericht. GLEICHBEHANDLUNG Die Gurktaler AG beschäftigt mit Stichtag 31.3.2025 sieben MitarbeiterInnen bzw. im Jahresschnitt sechs MitarbeiterIn- nen. Die Besetzung von Positionen wird unter nachvollzieh- baren Kriterien und unter größter Objektivität getroffen. Die Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Kriterien nimmt dabei oberste Priorität ein. Bei der Gurktaler AG haben eine weibliche und ein männlicher Angestellter der sieben MitarbeiterInnen eine Führungsposi- tion. Vier der sieben MitarbeiterInnen sind Frauen. Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus drei Mitgliedern, der Aufsichtsratsvorsitzenden und zwei Mitgliedern des Auf- sichtsrats. Die Frauenquote liegt somit bei 33 %. Im Vorstand ist derzeit ausschließlich Herr Mag. Wolfgang Spiller tätig. ABSCHLUSSPRÜFER In der 12. ordentlichen Hauptversammlung vom 18. Septem- ber 2024 wurde Forvis Mazars Audit GmbH Wirtschafts- prüfungsgesellschaft, Wien zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2024/2025 bestellt. Die Honorare für die Aufwendungen des Abschlussprü- fers belaufen sich auf rund TEUR 23,5 (VJ: TEUR 43,5) und beinhalten die Prüfung des Jahresabschlusses und sonstige Bestätigungsleistungen. Wien, am 24. Juni 2025 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller Mehr Informationen erhalten Sie unter: http://gruppe.gurktaler.at sowie unter der Telefonnummer +43/1/368 22 58-0 Rückfragen an: Investor Relations: Brigitte Dudli, Gurktaler AG Tel: +43/1/368 60 38-300, E-Mail: [email protected] BERICHT DES AUFSICHTSRATS 15 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Sehr geehrte Aktionär:innen! Wir berichten über das zwölfte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert. Das vergangene Wirtschaftsjahr war von der immer noch anhaltenden Krise in der Ukraine und den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen sowie der Volatilität als Folge der neuen Administration in den USA geprägt. Österreich, Deutschland und Ungarn wiesen 2024 eine rückgängige Wirtschaftsleistung bzw. nur ein leichtes Wirtschaftswachstum auf. Für 2025 geht man ebenfalls von einer herausfordernden Wirtschaftslage mit einer teilweise rückläufigen Entwicklung aus. Der Aufsichtsrat der Gurktaler AG verantwortet die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens im Interesse der Aktionäre, begleitet das Unternehmen und nimmt umfassend die ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben wahr. Im Geschäftsjahr 2024/2025 traf sich der Aufsichtsrat zu fünf ordentlichen Sitzungen. Außerdem wurde der Aufsichtsrat neu konstituiert. Im Zuge dieser Sitzungen wurde er vom Vorstand über wesentliche Angelegenheiten der Geschäftsführung, die Geschäftsentwicklung sowie die Lage des Unternehmens und seiner Beteiligungen unterrichtet. Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Wirtschaftsjahr auf die Entwicklung des operativen Geschäfts und der Beteiligungen in dem durch geopoli- tische Unsicherheiten geprägten wirtschaftlichen Umfeld und der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich und Deutschland gelegt. Ferner beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Verlängerung der Lohnfertigungs- und Produktions- verträge sowie dem Vergütungsbericht der Gesellschaft, der bei der 12. ordentlichen Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt und von dieser angenommen wurde und der Entwicklung der Beteiligungen in Deutschland und Ungarn. Es nahmen bei den fünf ordentlichen Aufsichtsratssitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich oder über Video- konferenz teil. Die Teilnahmequote lag somit bei 100 %. Die Konstituierung des Aufsichtsrats wurde in Form eines Umlauf- beschlusses im Anschluss an die 12. ordentliche Hauptversammlung vom Aufsichtsrat vorgenommen. Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 gab es in den Gremien der Gesellschaft nachfolgende Veränderungen: Die Mitgliederzahl des Aufsichtsrats im Rahmen der durch die Satzung gezogenen Grenzen wurde von vier auf drei reduziert. Herr Prof. Dr. Tobias Bürgers schied am 18.9.2024 nach der 12. ordentlichen Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat aus. Ferner wurde Herr Thomas Mempel als Aufsichtsrat für weitere drei Jahre wiederbestellt. Herr Mempel folgte Herrn Prof. Dr. Bürgers mit 18.9.2024 als Mitglied in den Prüfungsausschuss. Eine detaillierte Aufstellung der Zusammensetzung sowie Arbeitsweise des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses im Wirtschaftsjahr 2024/2025 finden Sie im Corporate-Governance Bericht ab Seite 11. Die Forvis Mazars Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Wien wurde in der 12. ordentlichen Hauptversammlung im September 2024 für das Geschäftsjahr 2024/2025 zum Abschlussprüfer gewählt. Der Jahresabschluss zum 31. März 2025 wurde von der Forvis Mazars Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Wien geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ferner wurde vom Abschlussprüfer festgestellt, dass der vom Vorstand aufgestellte Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss steht. Der vom Abschlussprüfer verfasste Prüfbericht wurde gemäß § 273 Abs. 4 UGB den Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024/2025 geprüft und in seiner Sitzung vom 24. Juni 2025 den Jahresabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Gurktaler AG gemäß § Abs. 4 AktG festgestellt. Bericht des Aufsichtsrats BERICHT DES AUFSICHTSRATS 16 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Ebenfalls in der Sitzung vom 24. Juni 2025 hat der Aufsichtsrat in Entsprechung des § 270 Abs. 1 UGB beschlossen, der dies- jährigen 13. ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, die Forvis Mazars Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Wien, hinsichtlich des Jahresabschlusses der Gurktaler AG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2025/2026 zu wählen. Nach Prüfung stimmt der Aufsichtsrat ebenfalls dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich beim Vorstand sowie bei allen Mitarbeitenden für ihr Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit sowie den Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen. Wien, am 24. Juni 2025 Dr. Hubertine Underberg-Ruder Vorsitzende des Aufsichtsrats Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich Qualität, Nachhaltigkeit und Kompetenz bei Kräuterspirituosen. LAGEBERICHT 17 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Die nachstehenden Angaben umfassen den Lagebericht der Gurktaler AG. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN Global betrachtet erwies sich die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2024 mit einer Zuwachsrate von 3,2 % als relativ robust. Das entspricht der Wachstumsrate des Vorjahres. Ausschlaggebend dafür waren zum einen niedrigere Inflati- onsraten und zum anderen sinkende Leitzinsen. Gleichzeitig war gegen Jahresende 2024 jedoch zu beobachten, dass sich die wirtschaftliche Großwetterlage wieder eintrübte. Verantwortlich dafür sind weiterhin bestehende geopoliti- sche Unsicherheiten sowie die Aussicht auf neue Handels- barrieren und Zölle im Zusammenhang mit der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump. Die OECD ging unter diesen Rahmenbedingungen davon aus, dass das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 auf 3,1 % und 2026 auf 3,0 % zurückgehen wird. Der prog- nostizierte Rückgang soll vor allem in den USA überdurch- schnittlich groß sein. Wuchs die US-Wirtschaft im Jahr 2024 noch um 2,8 %, wird dieser Wert laut OECD 2025 auf 2,2 % und ein Jahr später auf 1,6 % sinken. Die globale Inflation wird voraussichtlich weiterhin stetig zurückgehen. Lag sie im Jahr 2024 noch bei 5,8 %, soll sie 2025 auf 4,2 % und 2026 auf 3,5 % fallen. Mit zunehmenden Handelsbarrieren werden sich die Wirtschaftsparameter verschlechtern. Europa Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone legte im Jahr 2024 um 0,7 % zu – ein kleines Plus im Vergleich zu den 0,4 % des Vorjahres. Die Prognosen für die Folgejahre sind leicht positiv: Einem Plus von 1,0 % im Jahr 2025 soll ein Zuwachs von 1,2 % im Jahr 2026 folgen. In der EU haben sich Maßnahmen zum Umgang mit den Auswirkungen der Covid- 19-Pandemie und der Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine negativ auf die Haushaltsbudgets der meisten Staaten ausgewirkt. Die damit verbundenen Sparmaßnahmen bremsen aktuell die Konjunktur. Die Infla- tion in der gesamten EU ist rückläufig (2,6 %). Österreich In Österreich schrumpfte das BIP 2024 im Jahresvergleich um 1,2 %. Damit dauert die Rezession hierzulande bereits zwei Jahre an. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche entwickelten sich negativ – vor allem die Warenproduktion, der Bau sowie Gastronomie und Beherbergung. Der Handel kehrte gegen Ende des Jahres 2024 allerdings wieder auf den Wachstums- pfad zurück. Passend zur Trendwende im Handel weist auch der Konsum im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum Vor- jahresquartal mit 1,5 % ein positives Wachstum auf. Während sich der Konsum privater Haushalte nach zwei rückläufigen Quartalen erstmals wieder erholte (+0,8 %), stieg der öffent- liche Konsum vergleichsweise kräftig (+3,1 %). Trotz der Rezession blieben sowohl die Arbeitslosenquote mit 5,2 % als auch die Erwerbstätigenquote mit 74,1 % im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Die heimische Inflationsrate lag 2024 bei 2,9 % – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 7,8 % aus dem Jahr 2023. Positiv bei- getragen haben die gesunkenen Energiepreise, wohingegen die Bereiche Gastronomie, Waren und Dienstleistungen für weitere Preiserhöhungen sorgten. Deutschland Bei Österreichs wichtigstem Handelspartner Deutschland sank die Wirtschaftsleistung 2024 ebenfalls erneut und zwar um 0,2 %. Der Grund dafür sind vor allem die gesunkenen Exportzahlen. Das Statistische Bundesamt kommt zum Schluss, dass zunehmende Konkurrenz für die deutsche Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024/2025 LAGEBERICHT 18 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Exportwirtschaft auf wichtigen Absatzmärkten, hohe Energie- kosten, ein nach wie vor erhöhtes Zinsniveau und unsichere wirtschaftliche Aussichten dafür verantwortlich sind. Das verarbeitende Gewerbe Deutschlands schrumpfte um 3,0 %. Vor allem wichtige Bereiche wie der Maschinenbau oder die Automobilindustrie produzierten deutlich weniger. In den energieintensiven Industriezweigen wie Chemie und Metall blieb die Produktion auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2023 war sie infolge der stark gestiegenen Energiepreise erheblich zurückge- gangen. Im Baugewerbe nahm die Bruttowertschöpfung 2024 gegenüber dem Vorjahr mit –3,8 % noch etwas stärker ab. Die deutschen Dienstleistungsbereiche entwickelten sich im Jahr 2024 insgesamt positiv (+0,8 %), jedoch uneinheitlich. Die Bereiche Handel, Verkehr und Gastgewerbe stagnierten. Dabei konnten der Einzelhandel und Anbieter von Verkehrs- dienstleistungen jeweils Zuwächse verzeichnen, während der Kfz- und Großhandel sowie die Gastronomie weniger erwirtschafteten als im Vorjahr. Die privaten Konsumausga- ben stiegen um 0,3 %. Die größten Zuwächse verzeichneten die Bereiche Gesundheit (+2,8 %) sowie Verkehr (+2,1 %). Demgegenüber gaben die privaten Haushalte deutlich weni- ger für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen aus als im Vorjahr (–4,4 %). Auch Bekleidung und Schuhe wurden weniger gekauft als im Jahr 2023 (–2,8 %). Das deutsche Bundesfinanzministerium rechnet für 2025 mit einem minimalen Anstieg der deutschen Wirtschafts- leistung um 0,3 %. Ungarn In Ungarn – einem weiteren für uns relevanten Markt – hat sich die Wirtschaftslage 2024 zwar ein wenig entspannt, ist jedoch weiterhin schwierig. Auf die hohe Inflation von über 17 % im Jahr 2023 folgte 2024 ein deutlicher Rückgang auf 3,7 %. Die ungarische Wirtschaft ist nach dem vorjährigen Rückgang 2024 wieder leicht um 0,6 % gewachsen. Als positiver Faktor hat sich vor allem der Dienstleistungssek- tor erwiesen, insbesondere Gastronomie und Tourismus. Eine große Wachstumsbremse stellt jedoch die Streichung von Fördergeldern durch die EU-Kommission dar, die auf anhaltende Verstöße gegen die Werte und Standards der Europäischen Union zurückzuführen ist. Negativ wirken sich zudem der schwache Forint sowie Rückgänge in den Bereichen Konsum und Investition aus. TOURISMUS IN ÖSTERREICH Im Kalenderjahr 2024 verzeichnete der heimische Tourismus mit 154,3 Mio. Nächtigungen ein Plus von 2,1 %. Damit konnten erstmals die Vor-Corona-Werte aus dem Jahr 2019 übertroffen werden (+1,0 %). Der Zuwachs lässt sich vor allem auf internationale Gäste zurückführen. Bei den Ankünften (46,71 Mio.) wurde nicht nur die Zahl aus dem Jahr 2023 um 3,3 % übertroffen, sondern auch jene aus dem bisher stärksten Jahr 2019 (+1,1 %). Die Zuwächse waren zwar bei Gästen aus dem Ausland am höchsten (+2,5 % Nächtigungen und +4,1 % Ankünfte), aber auch bei inländischen Gästen war ein Anstieg zu verzeichnen (+0,9 % Nächtigungen und +1,5 % Ankünfte). ÖSTERREICHISCHE EINZELHANDELSWIRTSCHAFT Der österreichische Einzelhandel setzte im Jahr 2024 um 2,1 % mehr um als im Vorjahr. Preisbereinigt (real) lag der Umsatz um 0,5 % über dem Vorjahresniveau. Nach spürba- ren Rückgängen im ersten Halbjahr konnte sich der Sektor deutlich erholen. Die höchsten Zuwächse verzeichnete dabei der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabak- waren (+4,3 %). Real entspricht das einem Plus von 1,7 %. Der private Konsum wird voraussichtlich durch Lohnerhöhungen und steigende Realeinkommen, unterstützt von einer rück- läufigen Inflation, weiterhin gestärkt. BRANCHENTRENDS UND WETTBEWERBSSITUATION AM ÖSTERREICHISCHEN GETRÄNKEMARKT Der Spirituosenmarkt in Österreich verzeichnete im Jahr 2024 einen Rückgang von 4,9 %. Damit verlangsamte sich die negative Entwicklung im Vergleich zu 2023 um 1 Prozent- punkt. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 0,9 % zurück. Verantwortlich für die Differenz zwischen Absatz- und Umsatzrückgang waren gestiegene Durchschnittspreise, die den Umsatzrückgang im Verhältnis zum Absatzrückgang abmilderten (Quelle: Nielsen). Der Kräuterbittermarkt, inklusive Hofer und Lidl, verzeich- nete im Jahr 2024 einen leichten Absatzrückgang von 0,4 %. Im Gegensatz dazu entwickelte sich der Umsatz der Kate- gorie positiv und stieg um 4,5 %, was auf einen höheren Durchschnittspreis von 3,7 % zurückzuführen ist. Gurktaler verzeichnete ein Absatzminus von 4,4 % und einen Umsatzrückgang von 4,9 %, was an einem geringeren Anteil an Kleinflaschen und deren hohem Literpreis begrün- det ist. Rossbacher verlor 12,5 % im Absatz und 6,4 % im Umsatz. Auch bei Rossbacher stieg der Durchschnittspreis um 7,3 %. Die Preiserhöhung aus dem Vorjahr zeigt kaum noch Wirkung, jedoch macht sich der geringere Anteil an Promotions bemerkbar. (Quelle: Nielsen) LAGEBERICHT 19 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 GURKTALER UND IHRE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN Die Gurktaler AG fungiert einerseits als geschäftsführende Hol- ding der Gurktaler Gruppe und erbringt für Beteiligungsunter- nehmen Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung, anderer- seits gibt es Produktions- und Vertriebsverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher für das Geschäft in Österreich und den Export, insbesondere nach und über Deutschland. Die Gesellschaft hält Finanzbeteiligungen an den Kräuterspi- rituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus einer Aktie an Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnisanteile der Beteiligung an der Under- berg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. Seit dem 1.4.2023 gibt es branchenübliche Vertriebsverträge mit Distributoren sowie einen Produktions- und Material- wirtschaftsvertrag, die das Pachtmodell ersetzen, welches in den bisherigen Geschäftsjahren bestand. Die Produktion der Marken Gurktaler und Rossbacher erfolgt durch die Mozart Distillerie GmbH, Salzburg. Der Vertrieb wird über die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH in Österreich und die Diversa Spezialitäten GmbH in Deutschland sowie durch diese über die Semper idem Underberg AG (Deutsch- land) für das weitere internationale Geschäft abgewickelt. GESCHÄFTSFELD DEUTSCHLAND: UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG Die Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, und die mit ihr verbundenen Gesellschaften sind im Wesentlichen auf die Herstellung und den Vertrieb von Underberg spezialisiert. Zudem hält sie die Warenzeichen der Marke Underberg und der Riemerschmied-Gruppe sowie Beteiligungen in Deutsch- land. Die gesetzlichen Bestimmungen für eine GmbH & Co KG nach deutschem Recht führen dazu, dass das Ergebnis des Geschäftsjahres 2024/25 der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, noch nicht berücksichtigt wird und somit im Abschluss des Geschäftsjahres 2024/25 der Gurktaler Gruppe nicht enthalten ist. GESCHÄFTSFELD UNGARN: ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST In Ungarn konnte sich das Geschäft gegenüber dem Vorjahr im Umsatz erneut steigern. Das Exportgeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr ebenfalls einen Zuwachs verzeichnen. Besonders gut entwickelt haben sich die Marken Unicum und Kalumba. Im dritten Quartal des Wirtschaftsjahres wurde die Produktinnovation Unicum Orange Bitter eingeführt. Zusätzlich wurde Unicum Trezor XO als limited Edition auf dem ungarischen Markt mit gro- ßem Erfolg eingeführt. Zwack Unicum Nyrt. ist Markführer bei Spirituosen in Ungarn. 90 % der Umsätze entfallen auf das Inlandsgeschäft. Auf- grund der wie schon eingangs erwähnt hohen Inflation und des damit verbundenen Verlusts der Kaufkraft entwickelte sich das Konsumverhalten in Ungarn stark rückläufig. Das Management der Zwack Unicum Nyrt. hat die entsprechen- den Maßnahmen getätigt, um diese Auswirkungen zu kom- pensieren. Die Gesellschaft ist bestrebt, ihre Marktführer- schaft zu festigen und die Exportaktivitäten zu intensivieren. ERGEBNIS- UND BILANZKENNZAHLEN – GURKTALER AG 2024/2025 2023/2024 (UGB) Umsatz in EUR Mio. 3,9 3,8 Betriebsergebnis in EUR Mio. –0,5 –0,7 Erträge aus Beteiligungen in EUR Mio. 2,0 1,8 Zinserträge und (-aufwendungen) in EUR Mio. 0,1 0,1 Erträge aus Zuschreibung zu Finanzanlagen (Verschmelzung) in EUR Mio. 0,0 2,8 Finanzergebnis in EUR Mio. 2,1 1,9 Ergebnis vor Ertragsteuern in EUR Mio. 1,6 1,2 Steuern vom Einkommen/Ertrag in EUR Mio. 0,4 –0,4 Ergebnis nach Steuern in EUR Mio. 2,0 0,8 Auflösung Gewinnrücklagen (freie RL) in EUR Mio. 0,1 2,1 Zuweisung Gewinnrücklagen (freie RL) in EUR Mio. 0,0 0,0 LAGEBERICHT 20 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 2024/2025 2023/2024 (UGB) Bilanzgewinn in EUR Mio. 2,3 2,9 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. 0,0 –0,1 Ergebnis je Aktie in EUR 1,08 1,40 Eigenkapitalquote in % 95,3 96,8 Umsatzrentabilität in % 41,4 31,6 Eigenkapitalrentabilität in % 6,5 5,2 * ohne Verschmelzungsergebnis UMSATZ Die Umsatzerlöse stammen zum einen aus der geschäfts- leitenden Verwaltung von verbundenen Unternehmen und aus weiterverrechneten Leistungen an verbundene Unter- nehmen. Diese Leistungen wurden ausschließlich im Inland erbracht. Die Umsatzerlöse des operativen Geschäfts zum anderen umfassen die Verkaufserlöse der Gurktaler AG an die Ver- triebspartner Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH für Österreich, die Diversa Spezialitäten GmbH für Deutsch- land und weitere Exportländer sowie an den Betreiber des Gurktaler Online-Shops. Sie betrugen im Wirtschaftsjahr 2024/2025 TEUR 3.894. Hiervon entfielen TEUR 1.152 auf Exporterlöse. Gegenüber dem Vorjahr (TEUR 3.820) ist der Umsatz somit um TEUR 74 leicht gestiegen. Die Absätze der Marke Gurktaler Alpenkräuter redu- zierten sich durch Preiserhöhungen im Vergleich zum Vorjahr im Inland um 6 %. Die positive Entwicklung des Gurktaler Alpen-Aperitifs und des Alpen-Spritz in der Dose konnten die Rückgänge beim Gurktaler der Milde nicht kompensieren. Bei den Exporten gingen als Folge der Preiserhöhungen Aktionen bei den Diskontern in Deutsch- land verloren. Die Absätze sanken im Berichtszeitraum um –22 %. Bei Rossbacher ging im Inland gegenüber dem Vorjahr der Absatz um –23 % zurück, da es aufgrund von Preiserhöhun- gen und Lagerabbau zu Absatzeinbußen in verschiedenen Absatzschienen kam. Aktuell gibt es keine nennenswerten Absätze im Export. ERGEBNIS Für das Geschäftsjahr 2024/25 wird ein Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR –472 ausgewiesen (Vorjahr: TEUR –688). Das verbesserte Ergebnis ist im Wesentlichen in Umsatz- steigerungen, Einsparungen bei der Werbung und den Sach- kosten, insbesondere durch die reduzierte Komplexität nach der Verschmelzung sowie einer niedrigeren Abschreibung auf Markenrechte begründet. Dem stehen höhere Ausgaben für den Warenverbrauch und inflationsbedingte Personalkos- ten sowie Markenaktivierungsmaßnahmen gegenüber. Das EBITDA konnte mit TEUR –239 nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr (TEUR –216) gehalten werden. Die Erträge aus Anteilen verbundener Unternehmen umfasst die Erträge der Beteiligung in Ungarn mit TEUR 1.700 (Vor- jahr: TEUR 1.650). Die Erträge aus Beteiligungen an der Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Deutsch- land, liegen bei TEUR 267 (Vorjahr: TEUR 152). Der Saldo aus Zinsaufwand und Zinserträgen liegt bei TEUR 117 (Vorjahr: TEUR 94). An Ertragssteuern wurden im Geschäftsjahr 2024/25 ein Steuerertrag in Höhe von TEUR 350 (Vorjahr Steueraufwand TEUR 408) verbucht. Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR 1,08 (Vorjahr: EUR 1,40). Der Bilanzgewinn beläuft sich auf TEUR 2.273, wovon unter Abzug der latenten Steuern in Höhe von TEUR 370 noch TEUR 1.903 zur Ausschüttung zur Verfügung stehen. Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 18. Sep- tember 2025 eine Dividende in Höhe von EUR 0,90 je bezugsberechtigter Aktie (Stamm- und Vorzugsaktie) nach je EUR 1,30 im Vorjahr vorschlagen. Die Ausschüttungsquote des auszuschüttenden Gewinns beträgt 83,3 % (VJ: 93 %). INVESTITIONEN Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden TEUR 52 für ein KFZ auf- gewendet. Ein KFZ wurde um TEUR 21 (Buchwert TEUR 12) veräußert. Die Firma verfügt über drei KFZ, eines davon ist ein vollelektrisches KFZ. Es gab keine weiteren Zugänge im Anlagevermögen in 2024/25. LAGEBERICHT 21 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Die Abschreibung auf das Anlagevermögen beträgt TEUR 40, davon TEUR 26 für KFZ und TEUR 10 für Formenkosten von Flaschen, der Rest für EDV und Marketinggüter. Die Marken- rechte von Gurktaler und Rossbacher werden auf 25 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen betragen in Summe TEUR 192. Die gesamte AfA liegt bei TEUR 232. VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. März 2025 belaufen sich auf EUR 24,5 Mio. (Vorjahr: EUR 25,2 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanzsumme von EUR 25,7 Mio. (Vor- jahr: EUR 26,1 Mio.) eine Eigenmittelquote von 95,3 % (Vorjahr: 96,8 %). Die Gesellschaft verfügt über eine solide Eigenmittelausstattung. CASHFLOW-KENNZAHLEN Der Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2024/25 EUR 0,0 Mio. (Vorjahr: EUR –0,1 Mio.) Die gesamten zahlungswirksamen Verände- rungen des Finanzmittelbestands sind im Wesentlichen auf die erhaltene Dividende von der Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft sowie auf die im September ausbezahlte Dividende an die Aktionäre zurückzuführen. 2024/2025 2023/2024 Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. 0,0 –0,1 Cashflow aus (De-)Investitionen in EUR Mio. 1,6 2,0 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in EUR Mio. –2,7 –0,2 Anfangsbestand der liquiden Mittel in TEUR 1.723 22 Endbestand der liquiden Mittel in TEUR 652 1.723 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Auch die Gurktaler Gruppe orientiert ihre Strategie und Vision an öko- logischer, ökonomischer und soziokultureller Nachhaltigkeit. Auch die Beteiligungsgesellschaften legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Das Leitbild der Underberg Gruppe sieht in Nachhaltigkeit ein ganzheitliches Handlungsprinzip, das durch konkrete Maßnahmen wie beispielsweise Biodiversität und optimierter Ressourceneinsatz als auch dem „New Work“- Ansatz als Kombination von beruflicher Entwicklung mit per- sönlicher Entfaltung, einen Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Bedürfnissen herstellt. Zwack Unicum Nyrt., die ungarische Beteiligung in Ungarn, nützt seit Herbst 2019 ausschließlich Ökostrom. Seit dem Jahr 2023 verwendet man vermehrt Erdwärme und Solar- energie als Energielieferanten. MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Im Geschäftsjahr 2024/25 waren in der Gurktaler AG im Durchschnitt sechs Mitarbeiter:innen beschäftigt (VJ: fünf). Zum Stichtag waren es sieben (VJ: sechs). Die Mitarbeiter:innen arbeiten zum Teil im Home-Office. Im August 2024 wurde ein Teilzeitmitarbeiter als Kräutermeister angestellt. Ein Mitarbeiter ist vorwiegend im Außendienst tätig. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Im Geschäftsjahr 2024/25 fielen keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an – die Aufwendungen für die Weiterentwicklung der Marken werden in den Marketingkos- ten erfasst. RISIKOMANAGEMENT Der Vorstand der Gurktaler AG hat ein effizientes Risiko- management etabliert. Ziel dieses Risikomanagements ist es, den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. Das Risikomanagement umfasst die Evaluierung der Beteiligun- gen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG, Wien (damit indirekt an der Zwack Unicium Nrt., Budapest) und an der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg. Darüber hinaus lag der Fokus des Risikomanagements auf der Überwachung des Geschäftsverlaufs des neuen Geschäftsmodells, welches seit 1. April 2023 mittels Produk- tions- und Vertriebsvereinbarungen mit der Schlumberger Gruppe sowie Vertriebsvereinbarungen mit der Underberg Gruppe umgesetzt wird, sowie auf der Bewertung der Mar- kenwerte für Gurktaler und Rossbacher. Ein weiteres Thema des Risikomanagements war das Beob- achten des Kurses des ungarischen Forint, der die Betei- LAGEBERICHT 22 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 ligungserträge aus der Peter Zwack & Consorten Handels AG beeinflusst. Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung der Markenrechte: Die Überprüfung, ob eine Wertminderung beim Markenrecht vorliegen würde, wird wie bisher jährlich vorgenommen. Wenn Anhaltspunkte vorliegen, die eine mögliche Wertminderung über die reguläre Abschreibungs- dauer von 25 Jahren hinaus zur Folge haben könnten, wird häufiger überprüft. Der Bestimmung des Nutzungswerts liegen Cashflow- Planungen zugrunde, die auf der vom Vorstand geneh- migten und zum Zeitpunkt der Durchführung gültigen Mittelfristplanung für eine Periode von vier Jahren basieren. Diese Planungen sind für das laufende und die kommenden Geschäftsjahre unverändert gültig und werden nach dem für die Brache so wichtigen Weihnachtsgeschäft aktualisiert. Per 30.9.2024 wurden die Diskontierungszinsätze für die Markenrechte aktualisiert und betrugen für das Markenrecht Gurktaler 5,27 % und für das Markenrecht Rossbacher 5,24 %. Der Diskontierungszinssatz vor Steuern wurde beim Jahres- abschluss zum 31.3.2025 für die Markenrechte Gurktaler mit 5,43 % (Vorjahr 5,61 %) und Rossbacher mit 5,39 % (Vorjahr 5,57 %) angenommen. Diese Diskontierungszinssätzen haben bei der Berechnung des Nutzungswerts folgende Auswirkungen auf die Marken- rechte zu verzeichnen: Markenrecht Rossbacher: kein Abwertungsbedarf. Marken- recht Gurktaler: kein Abwertungsbedarf Das interne Kontrollsystem der Gesellschaft sieht ein Vier- augenprinzip bei allen finanziellen Transaktionen vor. Die Berichterstattung an den Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig und gemäß der Satzung der Gurktaler AG. Der Vorstand und Aufsichtsrat sehen als gesetzliche Ver- treter der Gesellschaft keine existenzielle Gefahr aus den Auswirkungen der Krise in der Ukraine und geopolitischen Spannungen auf die Gurktaler AG, da die Gesellschaft über eine solide Eigenkapitalquote verfügt. Das Risikomanagement bei den Finanzbeteiligungen der Gurktaler AG wird durch ein aktives Beteiligungsmanage- ment umgesetzt und beinhaltet den Informationsaustausch mit den Entscheidungsträgern sowie ein regelmäßiges Berichtswesen. ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB Das Grundkapital der Gurktaler AG setzt sich aus 750.000 Vorzugsaktien und 1.354.364 Stammaktien zusammen, wobei jede Aktie am Grundkapital in gleichem Umfang betei- ligt ist. Die Vorzugsaktien sind stimmrechtslose Aktien mit einer Vorzugsdividende von 4 % auf den auf die Stückaktien entfallenden Anteil am Grundkapital, wobei für den nachzu- zahlenden Dividendenvorzug § 12a AktG gilt. Großaktionär der Gurktaler AG ist die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG Rheinberg, Deutschland, die mehr als 89 % der Stammaktien hält. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,49 % der Stamm- aktien. Die restlichen Stammaktien befinden sich im Streube- sitz. Die Gurktaler Stammaktie (ISIN AT 0000A0Z9G3) und Vorzugsaktie (ISIN AT 0000A0Z9H1) notieren im Segment „standard market auction“ der Wiener Börse. Dem Vorstand sind keine besonderen Kontrollrechte von Aktieninhabern bekannt. Es sind keine wesentlichen Beteiligungen von Mit- arbeitern der Gurktaler Gruppe bekannt. Wie jedem Aktionär steht es auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Aktienbesitz frei, ihre Stimmrechte in Hauptversammlungen auszuüben. Es bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz abge- leiteten Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft. Darüber hinaus existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsrats- mitgliedern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots. AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2025/2026 Seit 1. April 2023 wird das operative Geschäft über Lohnfer- tigungsverträge mit der Mozart Distillerie GmbH, Salzburg, sowie Distributionsverträge mit der Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH abgewickelt. Das Exportgeschäft wird ebenso wie die Bearbeitung des deutschen Markts zur Gänze von der Diversa Spezialitäten GmbH sowie von der Semper idem Underberg AG ausgeführt. Die Entwicklung für das Geschäftsjahr 2025/26 kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht prognostiziert werden, da das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft erst in einigen Monaten erfolgt und Preisanpassungen für das nächste Jahr erst geplant werden müssen. LAGEBERICHT 23 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Die Entwicklung der Finanzbeteiligungen war für das Jahr 2024/2025 durch Preiserhöhungen und damit verbundene Absatzrückgänge geprägt. Für das laufende Jahr sind Preis- anpassungen erneut erforderlich, weshalb die Auswirkung auf die Mengenentwicklung noch abgewartet werden muss. Der neue Markenauftritt des Gurktaler Alpenkräuter-Likörs und der neuen Sorte Gurktaler Alpen-Aperitif auf Basis von Sanddorn ist mittlerweile in den Regalen des Lebens- mittelhandels sichtbar. Neu ist ein fertig gemischter Gurktaler Alpen-Spritz in der Dose in den Regalen zu finden. Der Relaunch des Rossbacher Markenauftritts wurde umge- setzt und ist nun im Handel sichtbar. Das Unternehmen verfügt über ausreichende Reserven, um den etablierten Marken eine noch größere Attraktivität zu verleihen. BEDEUTENDE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Es sind darüber keine Ereignisse eingetreten, die eine geson- derte Erläuterung erfordern. Wien, am 24. Juni 2025 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller Gurktaler, der milde Alpenkräuter, schmeckt auch den jüngeren Konsumenten lt. Marktforschung Market Institut 04/2020 JAHRESABSCHLUSS 24 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 24 BILANZ 26 GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG 27 ANHANG 38 BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS BILANZ ZUM 31. MÄRZ 2025 AKTIVA 31.3.2025 31.3.2024 EUR EUR TEUR TEUR A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 3.266.947,61 3.459 II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 95.764,47 97 III.Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 17.374.393,20 17.374 20.737.105,28 20.930 B. Umlaufvermögen I. Vorräte Fertige Erzeugnisse und Waren 112.700,95 151 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 811.054,46 112 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0 2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.377.201,80 3.109 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0 3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 6.201,14 71 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.311,26 2 Zwischensumme II. Forderungen 4.194.457,40 3.292 III.Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 651.501,99 1.723 4.958.660,34 5.166 C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.490,79 21 D. Aktive latente Steuern 0,00 0 25.700.256,41 26.117 Jahresabschluss (Einzelabschluss) Gurktaler AG JAHRESABSCHLUSS 25 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 PASSIVA 31.3.2025 31.3.2024 EUR EUR TEUR TEUR A. Eigenkapital I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 4.208.728,00 4.209 Gezeichnetes Grundkapital 4.208.728,00 4.209 II. Kapitalrücklagen Gebundene 17.430.246,05 17.430 III.Gewinnrücklagen Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 583.794,42 689 IV. Bilanzgewinn 2.272.751,30 2.941 davon Gewinnvortrag 205.396,15 311 24.495.519,77 25.269 B. Rückstellungen 1. Rückstellungen für Abfertigungen 110.747,00 95 2. Steuerrückstellungen 111.402,15 309 3. Sonstige Rückstellungen 163.872,53 196 386.021,68 600 C. Verbindlichkeiten davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 818.714,96 248 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 772.034,13 213 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 772.034,13 213 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 0 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0 3. Sonstige Verbindlichkeiten 46.680,83 35 davon aus Steuern 27.036,97 16 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 15.061,51 16 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 46.680,83 35 davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0 818.714,96 248 25.700.256,41 26.117 JAHRESABSCHLUSS 26 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2024/2025 2024/2025 2023/2024 EUR EUR TEUR TEUR 1. Umsatzerlöse 3.894.401,20 3.820 2. Sonstige betriebliche Erträge a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 21.000,00 0 b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 47.054,52 24 c) Übrige 91,40 4 68.145,92 28 3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen a) Materialaufwand –2.814.143,94 –2.648 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 0,00 0 –2.814.143,94 –2.648 4. Personalaufwand a) Gehälter –615.952,05 –565 b) Soziale Aufwendungen –155.375,65 –134 davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen –22.418,78 –17 davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge –132.457,12 –116 –771.327,70 –699 5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –233.209,77 –471 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen –615.592,63 –717 7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6 –471.726,92 –687 8. Erträge aus Beteiligungen 1.967.417,03 1.801 davon aus verbundenen Unternehmen 1.967.417,03 1.650 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 116.779,41 97 davon aus verbundenen Unternehmen 85.434,60 64 10. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu 0,00 2.750 Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 0,00 –2 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon betreffend verbundene Unternehmen 0,00 0 12. Zwischensumme aus Z 8 bis 11 2.084.196,44 4.646 13. Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und Z 12) 1.612.469,52 3.959 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 350.175,63 –408 davon latente Steuern –198.290,45 377 davon Körperschaftsteuer aus Gruppenbesteuerung 3.500,00 8 davon weiterbelastet an Gruppenmitglieder 0,00 0 15. Ergebnis nach Steuern 1.962.645,15 3.551 16. Verschmelzungsgewinn 0,00 0 17. Jahresüberschuss 1.962.645,15 3.551 18. Auflösung von Gewinnrücklagen 104.710,00 2.061 19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0,00 –2.750 20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 205.396,15 79 21. Bilanzgewinn 2.272.751,30 2.941 JAHRESABSCHLUSS 27 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 A. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 1. ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE Auf den vorliegenden Jahresabschluss zum 31. März 2025 wurden die Rechnungslegungsbestimmungen des Unternehmensgesetz- buches in der geltenden Fassung angewandt. Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu ver- mitteln, aufgestellt. Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten. Bei der Bilanzierung und Bewertung wurde den allgemein aner- kannten Grundsätzen Rechnung getragen. Dabei wurden die im § 201 Abs. 2 UGB kodifizierten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ebenso beachtet wie die Gliederungs- und Bewer- tungsvorschriften für die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der §§ 195 bis 211 und 222 bis 235 UGB. Die Gewinn- und Verlust- rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Die Gurktaler AG fungiert einerseits als geschäftsführende Holding der Gurktaler Gruppe und erbringt für Beteiligungsunternehmen Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung, andererseits gibt es Produktions- und Vertriebsverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher für das Geschäft in Österreich und den Export, insbesondere nach und über Deutschland. Seit dem 1.4.2023 gibt es branchenübliche Vertriebsverträge mit Distributoren sowie einen Produktions- und Materialwirtschafts- vertrag, die das Pachtmodell ersetzen, welches in den Geschäfts- jahren bis 31.3.2023 bestand. Die Kommunikation und das Reporting wurden mit den Partnern für die Produktion und die Distribution durch die Umstellung des Geschäftsmodells anstelle des Pachtverhältnisses intensiviert, um sicherzustellen, dass insbesondere in der Startphase des neuen Geschäftsmodells die dazu getroffenen Annahmen zur Ausgestal- tung der Abläufe und Ergebnisse möglichst plankonform eintreten. Auch das zweite Geschäftsjahr konnte entsprechend dieser Annah- men plangemäß abgeschlossen werden. Unter Berücksichtigung der rollierend überarbeiteten Umsatzer- wartungen der Distributionspartner wurden die Planungen der Umsatzerlöse für die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, regelmä- ßig überarbeitet. Die gute Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung führen dazu, dass das Unternehmen in seinem Bestand nicht gefährdet ist. Bei den Beteiligungen an der Zwack Unicum NYRT, Budapest, und der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, wurden umfangreiche Maßnahmen zur Sicherheit der Mitarbeiter und Erfüllung der Ver- pflichtungen zur Warenversorgung getroffen. Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. April 2024 bis 31. März 2025 JAHRESABSCHLUSS 28 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, kann dank der vorhande- nen Reserven ihre vertraglichen Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllen. Im Geschäftsjahr 2024/25 waren in der Gurktaler AG im Durch- schnitt 6 Mitarbeiter:innen beschäftigt (VJ: 5). Zum Stichtag waren es 7 (VJ: 6). Die Mitarbeiter/innen sowie der Vorstand arbeiteten im Geschäftsjahr 2024/2025 teilweise aus dem „home-office“. Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grund- satz der Einzelbewertung angewandt. Das Unternehmen hat dem Vorsichtsprinzip Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verlust, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sach- verhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den Schätzungen berücksichtigt. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. 2. ANLAGEVERMÖGEN Im Rahmen der Verschmelzung im Mai 2023 wurden die Marken- rechte bei den immateriellen Vermögenswerten in den Jahresab- schluss mit aufgenommen. Die Bewertung erfolgte bei der Marke Rossbacher im Rahmen der Buchwertfortführung zu den ursprünglichen An schaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um die bisherige Abschreibung beziehungsweise bei der Marke Gurktaler mit dem beizulegenden Wert gemäß § 202 Absatz 1 UGB. Die Bewertung der ausschließlich entgeltlich erworbenen Sachan- lagen erfolgte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermin- dert um die der wirtschaftlichen Nutzungsdauer entsprechenden planmäßigen linearen Abschreibungen. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu je EUR 1.000 (Vorjahr: EUR 1.000) werden gemäß § 13 EStG im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel als Zugang und Abgang dargestellt. Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten zum Bilanz- stichtag bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag werden vor- genommen, sofern eine Wertminderung von Dauer vorliegt. Im Berichtsjahr erfolgte keine außerplanmäßige Abschreibung. Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermö- gens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplan- mäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt maximal auf den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt. 3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENS GEGENSTÄNDE Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit Nennwerten bilanziert. Forderungen in Fremdwährungen wurden mit dem Entstehungs- kurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen niedrigeren Stichtagskurs bewertet. 4. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 5. RÜCKSTELLUNGEN Die Rückstellungen für Abfertigungen und die Vorsorge für Jubiläumszuwendungen wurden unter Anwendung der AFRAC- Stellungnahme 27 „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtun- gen“ nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches (Juni 2022) nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsät- zen gemäß internationalen Rechnungslegungssätzen nach IAS 19 (projected unit credit method) unter Zugrundelegung der biome- trischen Richttafeln AVÖ 2018-P für Angestellte und einem Pensi- onseintrittsalter von 65 Jahren ermittelt. Der Berechnung wurde ein Gehaltstrend von 3,50 % (Vorjahr: 2,90 %) sowie eine Fluktuation abhängig von der Dauer der Dienstzugehörigkeit zugrunde gelegt. Der Ansammlungszeitraum beginnt mit dem Zeitpunkt, ab dem die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers erstmals Leistungen aus der Zusage begründet, und reicht bis zu jenem Zeitpunkt, zu dem vollständige Unverfallbarkeit eintritt. JAHRESABSCHLUSS 29 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden mit einem Rech- nungszinssatz von 3,6 % (Vorjahr: 3,6 %) und die Vorsorgen für Jubiläumszuwendungen wurden mit einem Rechnungszinssatz von 3,4 % (Vorjahr: 3,3 %) ermittelt. Bei den verwendeten Rech- nungszinssätzen handelt es sich um Stichtagszinssätze. Die Stich- tagszinssätze sind jene Zinssätze, zu dem sich ein Unternehmen mit hochklassiger Bonitätseinstufung am Abschlussstichtag für die durchschnittlichen Restlaufzeiten der Verpflichtungen im Wesentli- chen entsprechendes Fremdkapital beschaffen kann. Die Zinsaufwendungen betreffend die Abfertigungsrückstellungen und die Vorsorge für Jubiläumszuwendungen sowie die Auswirkun- gen aus einer Änderung des Zinssatzes werden im betreffenden Personalaufwand erfasst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkenn- baren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde. 6. VERBINDLICHKEITEN Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht mit ihrem Erfüllungsbetrag. Ver- bindlichkeiten in Fremdwährungen werden mit ihrem Entstehungs- kurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. 7. PASSIVE LATENTE STEUERN Passive und aktive latente Steuern werden auf Differenzen, die zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Markenrechten, Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungs- posten bestehen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussicht- lich abbauen, angesetzt. Vom Wahlrecht der Aktivierung latenter Steuern für steuerliche Verlustvorträge wurde Gebrauch gemacht, da durch die Umstellung des Geschäftsmodelles in Folgejahren mit operativen Überschüssen aus der laufenden Geschäftstätigkeit gerechnet wird. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem Steuersatz von 23 % (Vorjahr: 23 %) ohne Berücksichtigung einer Abzinsung. Eine Saldierung der passiven latenten Steuern mit aktiven latenten Steuern wurde vorgenommen, da eine Aufrechnung der tatsäch- lichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuer- schulden rechtlich möglich war. JAHRESABSCHLUSS 30 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 B. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ 1. AKTIVA ANLAGEVERMÖGEN Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte Stand 1.4.2024 Zugänge Zugänge/ Abgänge aus Verschmelzung Abgänge Stand 31.3.2025 Stand 1.4.2024 Zugänge Zugänge aus Verschmelzung Abgänge Stand 31.3.2025 Stand 31.3.2025 Stand 31.3.2024 EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 2 3.888.486,88 0,00 0,00 0,00 3.888.486,88 429.365,47 192.173,80 0,00 0,00 621.539,27 3.266.947,61 3.459.121,41 tt. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 184.876,53 52.902,04 0,00 40.912,04 196.866,53 88.311,48 41.035,97 0,00 28.245,39 101.102,06 95.764,47 96.565,05 III. Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 17.374.393,20 0,00 0,00 0,00 17.374.393,20 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 17.374.393,20 17.374.393,20 21.447.756,61 52.902,04 0,00 40.912,04 21.459.746,61 517.676,95 233.209,77 0,00 28.245,39 722.641,33 20.737.105,28 20.930.079,66 1 davon geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 204 (1a) UGB 2 davon a.o. Abschreibung 912,04 912,04 912,04 0,00 912,04 0,00 SACHANLAGEN Im Rahmen der Verschmelzung im Mai 2023 wurden die immateriellen Vermögenswerte – Markenrechte in den Jahresabschluss mit aufgenommen Die Berwertung erfolgte bei der Marke Rossbacher im Rahmen der Buchwertfortführung zu den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um die bisherige Abschreibung beziehungsweise bei der Marke Gurktaler mit dem beizulegenden Wert gemäß § 202 Absatz 1 UGB. Den linear vorgenommenen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Jahre Markenrechte 25 Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–4 Kraftfahrzeuge 5–8 Die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen Im folgenden Geschäftsjahr EUR In den folgenden 5 Geschäftsjahren EUR Verpflichtungen aus Leasingverträgen 0,00 0,00 davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 Verpflichtungen aus Mietverträgen 30.035,04 150.175,20 davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 30.035,04 150.175,20 JAHRESABSCHLUSS 31 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 1. AKTIVA ANLAGEVERMÖGEN Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte Stand 1.4.2024 Zugänge Zugänge/ Abgänge aus Verschmelzung Abgänge Stand 31.3.2025 Stand 1.4.2024 Zugänge Zugänge aus Verschmelzung Abgänge Stand 31.3.2025 Stand 31.3.2025 Stand 31.3.2024 EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen 2 3.888.486,88 0,00 0,00 0,00 3.888.486,88 429.365,47 192.173,80 0,00 0,00 621.539,27 3.266.947,61 3.459.121,41 tt. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 184.876,53 52.902,04 0,00 40.912,04 196.866,53 88.311,48 41.035,97 0,00 28.245,39 101.102,06 95.764,47 96.565,05 III. Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 17.374.393,20 0,00 0,00 0,00 17.374.393,20 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 17.374.393,20 17.374.393,20 21.447.756,61 52.902,04 0,00 40.912,04 21.459.746,61 517.676,95 233.209,77 0,00 28.245,39 722.641,33 20.737.105,28 20.930.079,66 1 davon geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 204 (1a) UGB 2 davon a.o. Abschreibung 912,04 912,04 912,04 0,00 912,04 0,00 SACHANLAGEN Im Rahmen der Verschmelzung im Mai 2023 wurden die immateriellen Vermögenswerte – Markenrechte in den Jahresabschluss mit aufgenommen Die Berwertung erfolgte bei der Marke Rossbacher im Rahmen der Buchwertfortführung zu den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um die bisherige Abschreibung beziehungsweise bei der Marke Gurktaler mit dem beizulegenden Wert gemäß § 202 Absatz 1 UGB. Den linear vorgenommenen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Jahre Markenrechte 25 Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–4 Kraftfahrzeuge 5–8 Die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen Im folgenden Geschäftsjahr EUR In den folgenden 5 Geschäftsjahren EUR Verpflichtungen aus Leasingverträgen 0,00 0,00 davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 Verpflichtungen aus Mietverträgen 30.035,04 150.175,20 davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 30.035,04 150.175,20 Vorjahr: Im folgenden Geschäftsjahr EUR In den folgenden 5 Geschäftsjahren EUR Verpflichtungen aus Leasingverträgen 0,00 0,00 davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 Verpflichtungen aus Mietverträgen 30.035,04 150.175,20 davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 30.035,04 150.175,20 BETEILIGUNGSVERHÄLTNISSE Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, hält zum 31. März 2025 Anteile an folgenden Gesellschaften: Name Sitz Abschluss Kapitalanteil Eigenkapital Jahresüber- schuss/ -fehlbetrag % TEUR TEUR Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft Wien 31.3.2025 49,998 24.327 3.497 Vorjahr: Name Sitz Abschluss Kapitalanteil Eigenkapital Jahresüber- schuss/ -fehlbetrag % TEUR TEUR Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft Wien 31.3.2024 49,998 24.130 3.481 JAHRESABSCHLUSS 32 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 Weiters werden noch Anteile von 14,423 % an der Underberg GmbH & Co. KG, Rheinberg, Deutschland, gehalten. Die Werthaltigkeit der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co. KG, Rheinberg, Deutschland, wird durch eine Put-Option gegenüber der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz, sichergestellt. Verbundene Unternehmen im Sinne des § 189a Z 8 UGB sind alle Unternehmen, die zur Firmengruppe der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz, gehören. Geschäfte mit diesen Gesellschaften werden wie mit unabhängigen Dritten abgewickelt. UMLAUFVERMÖGEN Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bein- halten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 94.882,97 (Vorjahr: TEUR 201) und Gesellschafterverrech- nung in Höhe von EUR 1.565.505,29 (Vorjahr: TEUR 1.249) sowie Gewinnausschüttungs- und Dividendenansprüche in Höhe von EUR 1.716.813,54 (Vorjahr: TEUR 1.659) von der Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien. Die sonstigen Forderungen enthalten Erträge in Höhe von EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0), die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. 2. PASSIVA EIGENKAPITAL Stand 1.4.2024 Zugänge Abgänge Stand 31.3.2025 EUR EUR EUR EUR FN Grundkapital 4.208.728,00 0,00 0,00 4.208.728,00 Kapitalrücklagen Gebundene 17.430.246,05 0,00 0,00 17.430.246,05 Gewinnrücklagen Freie Rücklagen 160.000,00 0,00 –10.000,00 150.000,00 1 Freie Rücklagen mit Ausschüttungssperre 528.504,42 0,00 –94.710,00 433.794,42 Bilanzgewinn 2.941.069,35 2.067.355,15 –2.735.673,20 2.272.751,30 2 25.268.547,82 2.067.355,15 –2.840.383,20 24.495.519,77 ad 1 Von den freien Rücklagen wurden EUR 104.710,00 aufgelöst und dem Jahresgewinn zugeführt. ad 2 Der Abgang betrifft zur Gänze die Dividende. Vorjahr: Stand 1.4.2023 Zugänge Abgänge Stand 31.3.2024 EUR EUR EUR EUR FN Grundkapital 4.208.728,00 0,00 0,00 4.208.728,00 Kapitalrücklagen Gebundene 17.430.246,05 0,00 0,00 17.430.246,05 Gewinnrücklagen Freie Rücklagen 0,00 160.000,00 0,00 160.000,00 1 Freie Rücklagen mit Ausschüttungssperre 0,00 528.504,42 0,00 528.504,42 Bilanzgewinn 310.548,31 2.862.001,08 –231.480,04 2.941.069,35 2 21.949.522,36 3.550.505,50 –231.480,04 25.268.547,82 ad 1 Aus der Verschmelzung entstanden freien Rücklagen in Höhe von EUR 2.750.014,41, davon wurden EUR 2.061.509,99 aufgelöst und dem Jahresgewinn zugeführt. Somit verbleiben EUR 160.000,00 an freien Rücklagen ohne und EUR 528.504,42 an freien Rücklagen mit Ausschüttungssperre. ad 2 Der Abgang betrifft zur Gänze die Dividende. JAHRESABSCHLUSS 33 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 VORSCHLAG ERGEBNISVERWENDUNG Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 2.272.751,30 (Vorjahr: TEUR 2.941) einen Betrag von EUR 1.893.927,60 (Vorjahr: TEUR 2.736) auszuschütten und den verbleibenden Betrag von EUR 378.823,70 (Vorjahr: TEUR 205) auf neue Rechnung vorzutragen. Es liegt gemäß § 235 (2) UGB eine Ausschüttungssperre in Höhe von EUR 369.527,85 (Vorjahr: TEUR 164) auf Grund der Aktivierung latenter Steuern vor. RÜCKSTELLUNGEN In den sonstigen Rückstellungen sind folgende Posten enthalten: 31.3.2025 EUR 31.3.2024 EUR Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten 33.500,00 35.750,00 Kosten der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 54.400,00 83.964,00 Andere 75.972,53 76.104,49 163.872,53 195.818,49 VERBINDLICHKEITEN Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Aufwendungen von EUR 46.680,83 (Vorjahr: TEUR 35), die erst nach dem Bilanzstichtag zah- lungswirksam werden.. PASSIVE LATENTE STEUERN Die passiven latenten Steuern beruhen auf temporären Diffe- renzen in den Markenrechten in Höhe von EUR 480.930,00 (1.4.2024: EUR 509.220,00) und in den Rückstellungen in Höhe von EUR 3.017,26 (1.4.2024: EUR 3.017,26) Die aktiven latenten Steuern beruhen auf temporären Differenzen im Anlagevermögen EUR 15.936,90 (1.4.2024: EUR 15.495,59) bzw. in den Rückstellun- gen EUR 26.691,73 (1.4.2024: EUR 22.953,54) und aufgrund von Verlustvorträgen EUR 329.916,48 (1.4.2024: EUR 164.095,53). Durch die Aktivierung des Markenrechts Rossbacher entstand per Saldo eine passive latente Steuer und dadurch erfolgte eine Umglie- derung der aktiven latenten Steuern von gesamt EUR 372.545,11 (1.4.2024: EUR 202.544,65) zu den Passiva. C. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UMSATZERLÖSE Die Umsatzerlöse stammen zum einen aus der geschäftsleitenden Verwaltung von verbundenen Unternehmen und aus weiterverrech- neten Leistungen an verbundene Unternehmen. Diese Leistungen wurden ausschließlich im Inland erbracht. Die Umsatzerlöse des operativen Geschäfts zum anderen umfas- sen die Verkaufserlöse der Gurktaler AG an die Vertriebspartner Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH für Österreich, die Diversa Spezialitäten GmbH für Deutschland und weitere Export- länder sowie an den Betreiber des Gurktaler Online-Shops. Im Geschäftsjahr 2024/2025 entfielen vom Gesamtumsatz i.H. von TEUR 3.894,4 (Vorjahr: TEUR 3.819,8), TEUR 2.239,1 (Vorjahr: TEUR 1.886,4) auf den Inlandsmarkt und TEUR 1.165,8 (Vorjahr: TEUR 1.491,6) auf Exporterlöse, wobei der Großteil der Exportum- sätze aus dem Geschäft mit Deutschland kommt. Auf die Erlöse aus dem Online-Shop entfielen im Geschäftsjahr 2024/2025 TEUR 108,4 (Vorjahr: TEUR 54,5). Der verbleibende Umsatz von TEUR 378,0 (Vorjahr: TEUR 387,3) betrifft weiterverrechnete Kosten. PERSONALAUFWAND Im Posten „Gehälter“ sind Aufwendungen für Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 2.035,00 (Vorjahr: TEUR 2) enthalten. In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von EUR 15.481,00 (Vorjahr: TEUR 11) enthalten. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen handelt es sich insbesondere um überrechnete Verwaltungsaufwendungen und Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten, Kosten der Veröffentli- chung des Jahresabschlusses sowie Kosten der Markenführung. JAHRESABSCHLUSS 34 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer belaufen sich auf EUR 23.500,00 (Vorjahr: TEUR 44) und untergliedern sich in fol- gende Tätigkeitsbereiche: 2024/2025 EUR 2023/2024 EUR Prüfung des Jahresabschlusses 23.500,00 28.500,00 Sonstige Bestätigungsleistungen 0,00 15.000,00 23.500,00 43.500,00 ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN In den Erträgen aus Beteiligungen sind Gewinne aus Personen- gesellschaften in Höhe von EUR 267.472,77 (Vorjahr: TEUR 151) enthalten. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beläuft sich im Geschäftsjahr aufgrund von Steuergutschriften aus Deutschland in Höhe von TEUR 155 und aufgrund der Auflösung von latenten Steuern in Höhe von TEUR 151 per Saldo auf eine Gut- schrift in Höhe von EUR -302.465,38 (Vorjahr: Aufwand TEUR 408), und untergliedert sich in folgende Bereiche: 2024/2025 EUR 2023/2024 EUR Steuern Inland 3.491,91 8.341,14 Latente Steuern –198.290,45 377.052,25 Ausländische Steuern –155.377,09 22.315,87 –350.175,63 407.709,26 Die Gesellschaft prüft, ob Sie in den Anwendungsbereich des Mindestbesteuerungsgesetzes (MinBestG) oder eines vergleich- baren ausländischen Steuergesetzes (Pillar-II-Gesetzgebung) fällt. Es wurden keine latenten Steuern berücksichtigt, die sich aus der Anwendung des MinBestG oder eines ausländischen Steuergeset- zes, das der Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 oder der dieser Richtlinie zugrundeliegenden Mustervorschrift der OECD für eine globale Mindestbesteuerung dient, ergeben. Gemäß der Pillar-II-Gesetzgebung fällt je Steuerhoheitsgebiet eine Ergänzungssteuer an, wenn der GloBE-Effektivsteuersatz den Mindeststeuersatz von idR 15% unterschreitet. Die Gesellschaft unterliegt in allen Steuerhoheitsgebieten einem Effektivsteuersatz von mindestens 15%. Das Unternehmen ist derzeit dabei, eine Einschätzung hinsichtlich der Auswirkungen der Pillar-II-Gesetzgebung zu treffen. Aufgrund der Komplexität der Anwendung der Pillar-II-Gesetzgebung und der Berechnung des GloBE-Effektivsteuersatzes sind die quantitativen Auswirkungen der beschlossenen oder in Kraft getretenen Gesetz- gebung noch nicht zuverlässig abschätzbar. Zur Unterstützung bei der Anwendung der Pillar II Gesetzgebung wird derzeit mit Steuerspezialisten zusammengearbeitet. D. SONSTIGE ANGABEN GRUNDKAPITAL Das Grundkapital des Unternehmens besteht aus 2.104.364 (Vor- jahr: 2.104.364) nennbetragslosen Stückaktien und setzten sich aus folgenden Aktiengattungen zusammen: EUR Stammaktien (1.354.364 Stück) 2.708.728 Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gemäß § 12a AktG (750.000 Stück) 1.500.000 4.208.728 JAHRESABSCHLUSS 35 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 EIGENE AKTIEN Zum 31. März 2025 hält die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, keine eigenen Aktien. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN, DIE NICHT IN DER BILANZ AUSGEWIESEN SIND Es liegen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen vor, die nicht in der Bilanz ausgewiesen sind. BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN Die Haupttätigkeit der Gesellschaft liegt in der Verwaltung von Beteiligungen, in der Erbringung von Dienstleistungen für verbun- dene Unternehmen sowie in der strategischen Entwicklung des Markenportfolios, der Markenführung und der operativen Umset- zung im Rahmen der Produktions- und Materialwirtschaftsverträge sowie der Distributionsverträge. Die Gesellschaft war gemäß Gruppen- und Steuerumlagevereinba- rung vom 13. März 2013 und 6. Februar 2015 körperschaftsteuerli- cher Gruppenträger folgender Konzerngesellschaften: • „Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien • Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Gurk Als Folge der Verschmelzung der Gurktaler Alpenkräuter GmbH und der „Rossbacher“ Vertriebs GmbH mit der Gurktaler AG, die mit der Firmenbuchlöschung am 6. Mai 2023 abgeschlossen wurde, geht durch den Umgründungsprozess die bestehende Steuergruppe ex lege unter. Für alle Gruppenmitglieder wurde bis zum 30. September 2022 die Steuerumlage im Wege einer fiktiven Veranlagung ermittelt. Durch die steuerliche Rückwirkungsfiktion der Verschmelzung auf den 1. Oktober 2022, wurden die Ergebnisse beider verbundener Unternehmen bereits der Muttergesellschaft zugerechnet. UMGRÜNDUNG IM VORJAHR Da die Umgründung der beiden verschmolzenen Gesellschafen der „Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien und der Gurktaler Alpen- kräuter GmbH, Gurk, mit 6. Mai 2023 im Firmenbuch eingetragen wurde, erfolgten die Verschmelzungsbuchungen erst zu diesem Stichtag und auch das wirtschaftliche Eigentum ist somit an die- sem Tag übergegangen. Im Zuge der Umgründung hat sich im Vorjahr im Zusammenhang mit der „Rossbacher“ Vertriebs GmbH ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von EUR 1.589.289,99 und mit der Gurktaler Alpenkräuter GmbH ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von EUR 1.160.724,42, gesamt somit ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von EUR 2.750.014,41 ergeben. Der gesamte Verschmelzungsgewinn wurde in eine freie Rücklage zugewiesen. In Summe wurden von der freien Rücklage ein Betrag von EUR 104.710,00 (Vorjahr: TEUR 2.062) aufgelöst und dem Bilanz- gewinn zugeordnet AUSSCHÜTTUNGSSPERRE Im Rahmen der Umgründung der Gurktaler Alpenkräuter GmbH entstand im Zusammenhang mit dem Verschmelzungsgewinn eine Ausschüttungssperre im Sinne des § 235 Abs 1 UGB in Höhe von EUR 528.504,42. Der gesamte Betrag wird unter den Freien Rücklagen im vorliegenden Jahresabschluss bilanziert. Im Geschäftsjahr konnten durch die laufende Abschreibung und Auf- lösung der passiven latenten Steuer EUR 94.710,00 von der Freien Rücklage aufgelöst werden, somit beträgt die Freie Rücklage, die mit einer Ausschüttungssperre versehen ist, zum Bilanzstichtag EUR 433.794,42. Durch die Bildung einer aktiven latenten Steuer für Verlustvor- träge besteht eine weitere Ausschüttungssperre in Höhe von EUR 329.916,48 (Vorjahr: TEUR 164) zum Bilanzstichtag. VERGLEICHBARKEIT MIT VORJAHRESZAHLEN Durch die Auswirkungen der Umgründung ist noch eine einge- schränkte Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen vor allem hinsichtlich des Finanzergebnisses und der Rücklagenbewegung gegeben. Die Änderung des Geschäftsmodells ist bereits zum 1.4.2024 erfolgt. Daher ist hinsichtlich Umsatzes und Wareneinsatz ein Vergleich der Zahlen des Geschäftsjahres mit den Vorjahreszahlen möglich. KONSOLIDIERUNGSKREIS Die Semper idem Underberg AG, Rheinberg, Deutschland ist jenes Mutterunternehmen, welches den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger in Deutschland veröffentlicht. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die Gesellschaft bedient sich keiner derivativen Finanzinstrumente. JAHRESABSCHLUSS 36 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 E. PFLICHTANGABEN ÜBER ORGANE UND ARBEITNEHMER DER GESELLSCHAFT Zum Bilanzstichtag waren sieben (Vorjahr: sechs) Angestellte beschäftigt. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr 2024/25 sechs Angestellte (2023/24: fünf Angestellte). An Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine Vorschüsse, Haftungen oder Kredite gewährt. Aufwendungen für die Altersversorgung für Vorstandsmitglieder im Sinne des § 80 AktG fielen nicht an. GESAMTBEZÜGE DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Die Aufwendungen für die Bezüge des Vorstandes betrugen im Geschäftsjahr TEUR 226,6 (Vorjahr: TEUR 207). Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betragen im Geschäftsjahr EUR 28.000,00 (Vorjahr: TEUR 36). ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr 2024/25 aus folgen- den Personen zusammen: Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende) Thomas Mempel (Stellvertreter der Vorsitzenden) KR Eduard Kranebitter (Mitglied des Aufsichtsrats) Herr Prof. Dr. Tobias Bürgers (Mitglied des Aufsichtsrats) ist mit Ende der Hauptversammlung das Geschäftsjahr 2023/2024 betref- fend im September 2024 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2024/25 aus folgender Person zusammen: Mag. Wolfgang Spiller (Vorsitzender seit 1. Jänner 2021). Wieder- bestellung für weitere zwei Jahre bis zum 31.12.2025. F. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG Es sind keine Ereignisse eingetreten, die eine gesonderte Erläuterung erfordern. Wien, den 24. Juni 2025 Der Vorstand: Mag. Wolfgang Spiller e.h. JAHRESABSCHLUSS 37 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN DER GURKTALER AKTIENGESELLSCHAFT UND DER KONSOLIDIERTEN GESELLSCHAFTEN Verbundene Unternehmen, die in die Vollkonsolidierung einbezogen sind Keine (Vj: Keine). Beteiligungen, die nach der Equity-Methode konsolidiert werden Keine (Vj: Keine). JAHRESABSCHLUSS 38 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 PRÜFUNGSURTEIL Wir haben den Jahresabschluss der Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2025, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresab- schluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2025 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichi- schen unternehmensrechtlichen Vorschriften. GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprü- fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlich- keiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Überein- stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderun- gen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prü- fungsurteil zu diesem Datum zu dienen. BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Wir haben folgenden besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert: BEWERTUNG DER MARKENRECHTE Der gesetzliche Vertreter hat die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände im Anhang im Abschnitt „A.2“ erläutert. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS Im Bilanzposten „Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen“ weist die Gurktaler Aktiengesellschaft Markenrechte, die aus einer Verschmelzung resultieren, in Höhe von TEUR 3.267 (Vorjahr: TEUR 3.459) aus. Gemäß § 204 Abs. 2 UGB sind immaterielle Vermögenswerte bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßig abzuschreiben. Der gesetzliche Vertreter führt jährlich eine Wert- haltigkeitsüberprüfung durch. Das Ergebnis dieser Werthaltig- keitsüberprüfung war, dass keine außerplanmäßige Abschreibung durchzuführen ist. Angesichts der Komplexität von Wertminderungsmodellen, deren Schätzungsunsicherheit, die mit der Ableitung der verwendeten Daten verbunden ist, sowie der immanenten Ermessensentschei- dungen, stellt die Werthaltigkeit der Markenrechte ein Risiko dar, dass die Bewertung fehlerhaft erfolgt und dadurch der Jahres- überschuss nicht zutreffend ermittelt wurde. Aus diesem Grund wird die Bewertung der Markenrechte als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt angesehen. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG Im Rahmen der Prüfung der Markenwerte haben wir die Werthal- tigkeit dahingehend gewürdigt, dass wir den jährlichen Prozess der Budgetierung erhoben haben. Wir haben insbesondere die Planannahmen im Detail mit dem Vorstand besprochen und uns Schwankungen im Umsatz und den Kosten erläutern lassen. Unsere internen Spezialisten haben die wesentlichen Bewertungspara- mater wie die Inputfaktoren für den Diskontierungszinssatz mit externen Markt- und Branchendaten verglichen. Die verwendeten Modelle entsprechen den anerkannten Bewertungsgrundsätzen und die verwendeten Annahmen sind plausibel und vertretbar. Bericht zum Jahresabschluss JAHRESABSCHLUSS 39 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 SONSTIGE INFORMATIONEN Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Infor- mationen im Gesamtbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Gesamtbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsver- merks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlang- ten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. VERANTWORTLICHKEITEN DES GESETZLICHEN VERTRETERS UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermögli- chen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätig- keit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungs- legungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, der gesetzliche Vertreter beabsichtigt, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmen- stätigkeit einzustellen, oder hat keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft. VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungs- urteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstim- mung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche fal- sche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffe- nen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen. Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmä- ßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt: • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prü- fungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beab- sichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. • Wir beurteilen die Angemessenheit der vom gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben. JAHRESABSCHLUSS 40 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch den gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenhei- ten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prü- fungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsver- merks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben. • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontroll- system, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängig- keit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehun- gen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaß- nahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs- sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvor- schriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil ver- nünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN BERICHT ZUM LAGEBERICHT Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmens- rechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresab- schluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortung zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unter- nehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrund- sätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt. Urteil Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss. Erklärung Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesell- schaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt. ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO Wir wurden von der Hauptversammlung am 18.9.2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir sind ununterbrochen seit dem Jah- resabschluss 31.03.2024 Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungs- ausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben. JAHRESABSCHLUSS 41 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschafts- prüferin ist Frau Mag. Bettina Maria Szaurer. Wien 24. Juni 2025 Forvis Mazars Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ppa Mag. Bettina Maria Szaurer Wirtschaftsprüferin Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. 42 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 ERKLÄRUNG Ich bestätige nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Unternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. Wien, am 24. Juni 2025 Der Vorstand Mag. Wolfgang Spiller e.h. ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER § 124 ABS. 3 BÖRSEG 43 GESCHÄFTSBERICHT 2024/2025 GEWINNVERWENDUNG Das Geschäftsjahr 2024/2025 schließt mit einem Jahresüberschuss von EUR 1.962.645,15. Zuzüglich des Gewinnvortrags in Höhe von EUR 205.396,15 und zuzüglich der Auflösung von Gewinnrücklagen in Höhe von EUR 104.710,00 errechnet sich ein Bilanzgewinn von EUR 2.272.751,30, wovon unter Abzug der latenten Steuern in Höhe von EUR 369.527,85 noch EUR 1.903.223,45 zur Ausschüttung zur Verfügung stehen. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, diesen Bilanz- gewinn wie folgt zu verwenden: • Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,90 je Vorzugsaktie und EUR 0,90 je Stammaktie, das ist insgesamt ein Ausschüt- tungsbetrag von EUR 1.893.927,60 und entspricht 45 % des Grundkapitals von EUR 4.208.728,00. • Weiters wird vorgeschlagen, den verbleibenden Restbetrag in Höhe von EUR 378.823,70 auf neue Rechnung vorzutragen. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG GURKTALER AKTIENGESELLSCHAFT HERAUSGEBER Gurktaler Aktiengesellschaft Heiligenstädter Straße 43, 1190 Wien Tel.: +43/1/367 08 49–0 E-Mail: [email protected] http://gruppe.gurktaler.at Geschäftssitz: Wien Reg. beim HG Wien unter FN 389840 w UID: ATU67694202 KONZEPT, BERATUNG UND PROJEKTMANAGEMENT Mensalia Unternehmensberatungs GmbH www.mensalia.at FOTO Mila Zytka (Vorstandsporträt) DRUCK KS Printsolution GmbH DISCLAIMER Dieser Geschäftsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt und unter gewissenhafter Prüfung sämtlicher Daten erstellt. Satz- und Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozent- angaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Bestimmte Aussagen in diesem Bericht sind „zukunftsgerichtete Aussagen“. Diese Aussage, welche die Wörter „glauben“, „beab- sichtigen“, „erwarten“ und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Gesellschaft wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis all- fälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich. GESCHLECHTSNEUTRALE FORMULIERUNG Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird bei personenbezoge- nen Begriffen wie „Kunden“ oder „Aktionäre“ auf die geschlechts- spezifische Differenzierung sowie auf die durchgängige Verwen- dung von akademischen Titeln verzichtet. IMPRESSUM

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