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FORIS AG — Annual Report 2022
Apr 3, 2023
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Download source file529900W65VE206C6PC25-2022-12-31-de 4 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG Zusammengefasster Lagebericht der FORIS AG A. 14 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.1 FORIS-Konzern im Überblick Die FORIS AG mit Sitz in Bonn ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und Mutter- gesellschaft des FORIS-Konzerns. Zum FORIS-Konzern gehören neben der FORIS AG einige direkt oder indirekt beherrschte Tochtergesellschaften. Das Geschäftsmodell des Konzerns besteht in der Erbringung verschiede- ner rechtsnaher Dienstleistungen für unterschiedliche Zielgruppen. Es handelt sich hierbei nicht um anwaltliche Rechtsberatung, sondern um periphere Leistungen. Hierzu zählen im Wesentlichen die Finanzierung von Pro- zessen gegen eine Erlösbeteiligung (Prozessfinanzierung), der Handel mit Vorratsgesellschaften, die Gründung von Gesellschaften in Irland und U.K. nebst damit in Zusammenhang stehenden Betreuungsleistungen sowie einige weitere rechtsnahe Dienstleistungen wie z. B. die Datenpflege im Transparenzregister. Alle diese Aktivi- täten, die über verschiedene organisatorische Geschäftsbereiche ausgeübt werden, sind voneinander unabhän- gig, ergänzen sich aber auch teilweise. Sie unterliegen zudem unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Die Prozessfinanzierung wird von der FORIS AG erbracht, die die Kundenbeziehungen hält und Vertragspartner der jeweiligen Finanzierungsverträge ist. In einigen wenigen Fällen ist die BGGK GmbH involviert, eine einhun- dertprozentige Tochtergesellschaft der FORIS AG; sie dient als Vehikel, um in Kartellschadensfällen die Ansprü- che mehrerer Kläger kosteneffizient zu bündeln. Der Handel mit Vorratsgesellschaften wird über die FORIS Gründungs GmbH betrieben, in der Außen- darstellung ebenfalls unter der Marke FORIS. Die Gründung von englischen und irischen Limited-Gesellschaften sowie die Erbringung von Betreuungsleistun- gen für diese Gesellschaften erfolgt über die GO AHEAD GmbH, die die entsprechenden Kundenbeziehungen hält. In der Außendarstellung werden diese Leistungen unter der Marke GO AHEAD erbracht. Weitere rechtsnahe Dienstleistungen, insbesondere die Eintragung und Datenpflege im Transparenzregister, die im Geschäftsjahr 2022 als neues Produkt eingeführt wurde, werden über die FORIS Service GmbH und in der Außendarstellung unter der Marke FORIS erbracht. Die FORIS Vermögensverwaltungs AG übt als Eigentümerin und Vermieterin der zum Teil selbst als Büro genutzten und fremdvermieteten Immobilien kein operatives Geschäft im engeren Sinne aus. Weitere Tochtergesellschaften sind mehrheitlich Unternehmen zu Finanzierungszwecken oder rein administrative Einheiten ohne eigenes operatives Geschäft. 1. Grundlagen des Konzerns I. Geschäftsmodell des Konzerns Zusammengefasster Lagebericht B. 5 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 15 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Synergetische Effekte über alle Bereiche hinweg werden unter anderem über die gemeinsame Nutzung zent- raler IT-Plattformen, dem Cash-Pooling und Liquiditätsmanagement auf Konzern-Ebene sowie über bereichs- übergreifende Zentralfunktionen erzielt. So sind die wesentlichen Managementfunktionen des Konzerns, etwa Rechnungswesen/Controlling, Personalwesen sowie die Betreuung der IT-Infrastruktur, in der FORIS AG zentralisiert. Der Vorstand der FORIS AG trägt die Gesamtverantwortung für die Geschäftsleitung auf Konzern- ebene und fungiert zugleich als Vorstand beziehungsweise Geschäftsführer der meisten Konzerngesellschaf- ten. Die einzelnen Geschäftsbereiche sind als Profitcenter organisiert und werden von insgesamt drei Bereichs- leitern mit Berichtslinie an den Vorstand geführt. Diese schlanke Organisationsform soll sicherstellen, dass der Konzern in den einzelnen Geschäftsbereichen schnell und flexibel, gleichzeitig aber auch unter Wahrung einer einheitlichen Gesamtstrategie operieren kann. Vorstand und Bereichsleiter stellen zudem das zentrale Leitungsgremium für bereichsübergreifende Aspekte dar. I.2 FORIS AG Prozessfinanzierung Die FORIS AG bietet seit 1998 die von ihr im deutschsprachigen Raum etablierte Prozessfinanzierung an und unterstützt dabei Kläger, ihre Forderungen vor staatlichen Gerichten oder privaten Schiedsgerichten durchzu- setzen. Hierfür finanziert FORIS für den Kläger die Kosten des Prozesses und übernimmt zusätzlich das Kosten- risiko für den Fall des Unterliegens. Als Gegenleistung erhält FORIS eine vertraglich vereinbarte Erlösbeteili- gung, die FORIS (erst) nach Beendigung des Prozesses im Erfolgsfall zufließt. Das Geschäftsmodell zielt somit auf die Erwirtschaftung eines Erlöses als Prämie für die Kosten einer ggf. langfristigen Vorfinanzierung und der Übernahme eines Risikos für den Fall des Unterliegens. Bei der Auswahl der finanzierten Fälle legt FORIS daher besondere Aufmerksamkeit auf die Erfolgsaussichten und die zu erwartende Laufzeit der Prozesse. Prozessfinanzierungen durch FORIS werden in Anspruch genommen, wenn Kläger entweder außerstande sind, die gegebenenfalls existenzbedrohenden Prozesskosten zu tragen, oder sich aus strategischen Gründen dazu entscheiden, die eigene Liquidität für andere Zwecke einzusetzen. Selbst solvente Unternehmen, die Rechts- streitigkeiten im Wege eines aktiven Risikomanagements steuern, lagern das Kostenrisiko oftmals aus, um sich auf ihre strategischen Ziele fokussieren zu können. Die Prozessfinanzierung bietet hier ein geeignetes Werk- zeug modernen Risikomanagements. Da jede Fallkonstellation unterschiedlich ist, passt FORIS die Prozessfinan- zierung flexibel an die jeweiligen Kundenbedürfnisse an, von der Finanzierung außergerichtlicher Streitbeile- gung zur Teil- oder Vollfinanzierung der Gerichtsverfahren, erforderlichenfalls über mehrere Instanzen. Die finanzierten Streitigkeiten kommen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten und Branchen, wobei FORIS besondere Schwerpunkte auf Arzthaftungsfälle, erbrechtliche Streitigkeiten, Kartellschadensersatzprozesse, in- ternationale Schiedsverfahren, Patentstreitigkeiten und Streitigkeiten in Insolvenzverfahren legt. Geographisch liegt der Finanzierungsschwerpunkt auf dem deutschsprachigen Rechtsmarkt, mit gelegentlichem Engagement auch in internationalen Schiedsverfahren und ausgewählten Gerichtsprozessen in Europa. FORIS finanziert Rechtstreitigkeiten ab einem Streitwert von in der Regel 100.000,00 EUR. 6 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 16 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.3 FORIS Gründungs GmbH Vorratsgesellschaften Mit dem Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften, der über die FORIS Gründungs GmbH betrieben wird, ist FORIS einer der führenden Anbieter beim Vertrieb von vorgegründeten, nicht-operativen Gesellschaften in Deutschland. FORIS gründet zunächst Gesellschaften für sich selbst ohne eigene wirtschaftliche Tätigkeit auf Vorrat und überträgt sie anschließend auf einen Erwerber. Damit ermöglicht FORIS einen besonders schnellen Zugang zu einer handlungsfähigen Kapitalgesellschaft und nimmt dem Erwerber das Risiko, über Zwischenlösungen im Gründungsstadium eine persönliche Haftung zu übernehmen. Anders als bei der Prozessfinanzierung, wo eine langfristige Vorfinanzierung notwendig ist, zielt das Geschäftsmodell auf die Reali- sierung kurz fristiger, sofortiger Erlöse unmittelbar zum Verkaufszeitpunkt ab. Zum Portfolio der Vorratsgesellschaften gehören heute alle gängigen deutschen Gesellschaftsformen wie die AG, GmbH, UG, KG, GmbH & Co. KG und die Europäische Aktiengesellschaft (SE). Bei allen vorgegründeten und zum Erwerb bereitstehenden Gesellschaften ist das gesetzlich vorgeschriebene Grund- bzw. Stammkapital im Voraus vollständig eingezahlt. Sie sind im Handelsregister eingetragen, haben noch keine Geschäftstätigkeit ausgeübt und sind daher frei von (versteckten) Altlasten. Erwerber können ihre Vorratsgesellschaften im Regel- fall innerhalb von 24 Stunden übernehmen und sofort nutzen, beispielsweise für den Abschluss von Verträgen. Neben diesen vorgegründeten Gesellschaften bietet FORIS auch maßgeschneiderte Lösungen an, etwa wenn ein Kunde eine besonders große Zahl von Gesellschaften, einen speziellen Gründungsort oder eine vorgeglie- derte Konzernstruktur im Rahmen komplexer Transaktionen benötigt. Ergänzt wird das Angebot um Dienst- leistungen in der Peripherie, wie z. B. die im Jahr 2022 neu eingeführte Datenpflege im Transparenzregister (Transparenzregister-Service). Mit dem Angebot von Online-Tools (integriert in die Website als auch als App) hat FORIS zudem Lösungen, die die Reservierung und Abwicklung des gesamten Kauf-Prozesses hochgradig effizi- ent machen und 24/7 genutzt werden können. Hauptzielgruppe sind Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschafts- prüfer sowie Private-Equity-Unternehmen. Einer der wesentlichen Absatzmärkte für Vorratsgesellschaften ist vor allem das Transaktionsgeschäft. I.4 GO AHEAD GmbH Gründung, Löschung und Betreuung britischer und irischer Limiteds Die GO AHEAD GmbH ist eine Gründungs- und Serviceagentur, die mit ihren Dienstleistungen Gründer und Unternehmer begleitet. Hauptgeschäft der GO AHEAD ist die Gründung und Löschung britischer und irischer Gesellschaften in der Rechtsform einer Limited, vor allem aber deren dauerhafte Betreuung und Unterstüt- zung in Bezug auf bestimmte, wiederkehrende Berichtspflichten gegenüber den britischen beziehungsweise irischen Behörden. Das Serviceteam von GO AHEAD ermöglicht deutschen Kunden somit, von den vergleichs- weise geringen Kapitalanforderungen an britische oder irische Limiteds zu profitieren, indem es diese Kunden bei den administrativen Anforderungen (vor allem strenge, englischsprachige Registervorgaben) unterstützt. Das Geschäftsmodell von GO AHEAD besteht im Erzielen von Einmalerlösen aus der Gründung (oder späteren Löschung) der Gesellschaften, im Wesentlichen jedoch von wiederkehrenden Erlösen aus den Servicepaketen für die vorbeschriebenen Betreuungsleistungen. Diese werden von den Kunden als Jahres-Subskription erwor- ben und verlängern sich automatisch von Jahr zu Jahr, sofern sie nicht aktiv gekündigt werden. Aufgrund von BREXIT-bedingten rechtlichen Änderungen zum Jahreswechsel 2020/2021 hat die Rechtsform der britischen Limited-Gesellschaft in Deutschland erheblich an Attraktivität verloren, so dass GO AHEAD diesbezüglich mit einem allmählich abschmelzenden Kundenbestand konfrontiert ist. 7 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 17 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Neben dem Geschäft mit den britischen und irischen Limited-Gesellschaften, aus Sicht der erzielten Erlöse jedoch von untergeordneter Bedeutung, bietet GO AHEAD Gründern auch Gesellschaften in der deutschen Rechtsform von UG und GmbH an, ebenso internationale Mischformen wie z.B. die Limited & Co. KG. sowie die Erledigung bestimmter Berichtspflichten in Deutschland. I.5 FORIS Vermögensverwaltungs AG Vermögensverwaltung Die FORIS Vermögensverwaltungs AG hält eine 1908 errichtete Immobilie in der Kurt-Schumacher-Straße 18–20 in Bonn und vermietet diese an die FORIS AG, die FORIS Gründungs GmbH sowie die GO AHEAD GmbH und verpachtet den Gastronomiebereich an den Betreiber des Restaurants FORISSIMO. Auf dem Nachbargrund- stück Kurt-Schumacher-Straße 22 hat die FORIS Vermögensverwaltungs AG im Jahr 2011 einen Büroneubau mit 1.038 m² Nutzfläche zzgl. Lager- und Archivflächen fertiggestellt und langfristig vollständig vermietet. Soweit nicht außergewöhnliche Umstände eintreten – wie etwa ein erheblicher Reparaturbedarf – ist der Geschäftsbe- reich der FORIS Vermögensverwaltungs AG vergleichsweise konstant. I.6 Wesentliche Veränderungen in den Grundlagen des FORIS-Konzerns Mit der vorzeitigen Auflösung des Vorstandsvertrags mit Herrn Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller zum 30.06.2022 hat sich der Aufsichtsrat entschieden, dass das Unternehmen künftig durch Herrn Frederick Iwans als Alleinvorstand geführt werden soll. Diese Änderung ist entsprechend umgesetzt worden. Beginnend mit diesem Geschäftsbericht werden wir zudem auf ein weiteres Eingehen auf das Konzept der Monetarisierung verzichten, da es aktuell eine vernachlässigbare Rolle spielt und im Vergleich zur reinen Prozessfinanzierung von untergeordneter Bedeutung ist. II. Das Planungs- und Steuerungssystem im FORIS-Konzern Unser unternehmerisches Handeln zielt auf Ergebnisverbesserungen in allen Geschäftsbereichen ab. Bei einem dem Geschäftsmodell angemessenen Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf streben wir zudem nach einer attrak- tiven Eigenkapitalverzinsung. Unser Planungs- und Steuerungssystem ist so konzipiert, dass es sowohl auf einzelne Geschäftsbereiche ausge- legte als auch geschäftsbereichsübergreifende Instrumente und Informationen bereitstellt. Diese Instrumente erlauben es, jederzeit den aktuellen Geschäftsverlauf darzustellen und zu bewerten. Des Weiteren bilden sie eine wesentliche Grundlage, um bereichsspezifische und bereichsübergreifende Strategien zu entwickeln und Investitionsentscheidungen zu treffen. Die Informationen unseres internen Steuerungssystems ermitteln wir im Regelfall monatlich und bewerten sie im Rahmen eines formalisierten Monatsberichts, den der Vorstand dem Aufsichtsrat zur Verfügung stellt. In Einzelfällen ermitteln und bewerten wir die Informationen anlassabhängig auch täglich. Steuerungsgrößen, die auf Konzernabschlusszahlen beruhen, ermitteln und bewerten wir mindes- tens halbjährlich und berichten hierüber nach Maßgabe der gesetzlichen Berichtspflichten öffentlich. Nachstehend stellen wir das Steuerungssystem mit den für FORIS bedeutsamsten finanziellen und nicht-finanziellen Steuerungsgrößen dar. Sie gelten sowohl für den Konzern mit ihren Segmenten als auch für die FORIS AG. 8 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 18 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT II.1 Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis auf Bereichsebene In Bezug auf die einzelnen Geschäftsbereiche werden jeweils die Leistungsindikatoren Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis ermittelt, mit den Vorperioden verglichen und auf das Jahr hochgerechnet. Diese Leistungs- indikatoren sind Teil des Monatsberichts, werden mit den monatlichen Unternehmensplanzahlen abgeglichen und entsprechend analysiert. Dabei entsprechen die Umsatzerlöse und Periodenergebnisse den jeweiligen Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Gesamtergebnisrechnung des Konzerns. Die absolute Rohmarge ergibt sich aus dem Umsatz abzüglich des Materialaufwandes. Die relative Rohmarge ergibt sich aus der Division der absoluten Rohmarge durch den Umsatz; das Ergebnis ist dann mit 100 zu multiplizieren. In der Prozessfinanzierung enthält der Materialaufwand im Wesentlichen die Verfahrenskosten für gewonnene als auch verlorene Verfahren. Bei den Vorratsgesellschaften ist neben den direkten Gründungskosten auch das voll eingezahlte Kapital enthalten. Im Bereich GO AHEAD sind im Materialaufwand im Wesentlichen die für die Leis- tungserbringung für die Limited-Gesellschaften notwendigen Kosten externer Dienstleister berücksichtigt. Für die Steuerung des Bereichs Prozessfinanzierung sind monatlicher Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis aufgrund der Volatilität des Geschäftsmodells von untergeordneter Bedeutung. Zur internen Steuerung werden hier vor allem die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren herangezogen. EBITDA Die Kennziffer EBITDA (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation) beschreibt das Betriebsergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Finanzierungsaufwendungen. Die Ermittlung des EBITDAs, die die operative Betriebs- leistung aufzeigt, erfolgt monatlich sowohl auf Konzern- als auch auf Segmentebene. Sie wird auf Plan-Ist- Abweichungen untersucht und mit Vorperioden verglichen. EBIT Das EBIT (Earnings Before Interests and Taxes) baut auf dem EBITDA auf und berücksichtigt zusätzlich noch etwaige Abschreibungen. Anhand der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert bzw. in der FORIS AG auf den Beteiligungswert der GO AHEAD wird erkennbar, welchen bedeutenden Einfluss dieser Sondereffekt auf das Ergebnis des Konzerns und der FORIS AG haben kann. Eigenkapitalrendite Die Eigenkapitalrendite dient der Beurteilung der Kapitaleffizienz und ergibt sich aus der Division des Perioden- ergebnisses im Berichtszeitraum des aktuellen Jahres durch den Stand des Eigenkapitals der Vorjahresperiode. Die Ermittlung und Analyse erfolgen halbjährlich. Eigenkapitalquote Zur Beurteilung der Kapitalstruktur und der finanziellen Flexibilität für das operative Geschäft wird die Eigen- kapitalquote herangezogen, die sich aus der Division des Eigenkapitals durch das Gesamtkapital zum Stichtag ergibt. Die Eigenkapitalquote wird monatlich unter Berücksichtigung der geschäftlichen Entwicklung in einer rollierenden Vorschau geschätzt und quartalsweise berichtet. Aufgrund des volatilen Geschäftsmodells im Bereich der Prozessfinanzierung erachten wir für unser Unternehmen eine im Vergleich zu anderen Dienstleis- tungsunternehmen überdurchschnittliche Eigenkapitalquote für notwendig. 9 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 19 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Umsatzrendite Die Umsatzrendite ermittelt sich aus dem Periodenergebnis und dem Umsatz im Berichtszeitraum und dient der Beurteilung der Rentabilität. Sie wird sowohl auf Konzern- als auch auf Bereichsebene ermittelt. Ein Ver- gleich mit anderen Dienstleistungsunternehmen ist hierbei nur eingeschränkt möglich, da der Umsatz im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften aufgrund der bilanziellen Vorschriften auch das eingezahlte Kapital der Vorratsgesellschaften enthält. Die Umsatzrendite ist daher niedrig im Vergleich zu anderen Dienstleistungs- unternehmen, die keine Vorratsgesellschaften verkaufen. Gleichwohl bietet die Analyse der Veränderungen auf Konzern- und Bereichsebene Anhaltspunkte für die geschäftliche Entwicklung. Die Umsatzrendite wird monat- lich im Rahmen des Monatsberichts ermittelt und mit Abweichungen zu Vorperioden dargestellt. Cashflow Die Ausstattung und Planung der Liquidität sowohl in der Prozessfinanzierung als auch bei den Vorratsgesell- schaften ist im Rahmen der Konzernfinanzierung aufgrund der Liquiditätsbindung von hoher Bedeutung. Der Liquiditätsstatus des gesamten Konzerns mit allen Tochtergesellschaften und die entsprechende Entwicklung werden täglich abgebildet. Basierend auf den Monatsergebnissen wird eine Vorschau erstellt und analysiert. Darüber hinaus wird halbjährlich eine Kapitalflussrechnung entsprechend IAS 7 erstellt und ausgewertet. II.2 Bedeutsame nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Über die zuvor genannten finanziellen Leistungsindikatoren hinaus werden für die einzelnen Geschäftsbereiche weitere Kennzahlen und Steuerungsgrößen im Rahmen der Monatsberichterstattung ermittelt, analysiert und an den Aufsichtsrat berichtet, selbst wenn sich diese in der Rechnungslegung nicht unmittelbar betragsmäßig niederschlagen sollten. Ein Vergleich erfolgt in der Regel mit dem Vormonat und in Abhängigkeit von der jewei- ligen Steuerungsgröße auch mit den Werten der vergangenen zwölf Monate sowie der Unternehmensplanung. Prozessfinanzierung Im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung ermitteln und bewerten wir verschiedene nicht-finanzielle Leistungs- indikatoren, darunter den Streitwert, unseren rechnerisch möglichen Erlös (Optionsvolumen), das aktuelle und maximale Kostenrisiko, die Anzahl der in der jeweiligen Periode angefragten beziehungsweise in Finanzierung genommenen Verfahren, das Verhältnis von Anfragen und Ablehnungen, die Bearbeitungszeit pro Fall sowie die Verteilung auf unterschiedliche Rechtsgebiete beziehungsweise Streitsachverhalte zur Beurteilung etwaiger Klumpenrisiken. Der Streitwert stellt die Höhe des geltend gemachten klägerischen Anspruchs dar, dessen Durchsetzung FORIS finanziert. Anhand des Streitwerts bemessen sich die Kosten des Verfahrens und in der Regel auch das Options- volumen von FORIS. Das Optionsvolumen stellt den rechnerisch maximal möglichen Beteiligungserlös von FORIS aus den in Finan- zierung genommenen Verfahren dar. Der tatsächliche, kaufmännische Wert der finanzierten Verfahren zeigt sich allerdings erst nach Abschluss der betreffenden Prozesse, gegebenenfalls sogar erst nach Durchsetzung beziehungsweise zwangsweiser Vollstreckung der titulierten Forderungen. Erst dann kann der tatsächlich er- zielte Erlös (abzüglich der zu tragenden Kosten) errechnet werden. Bis dahin bleibt das Optionsvolumen ein erwarteter rechnerischer Wert. 10 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 20 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Das aktuelle Kostenrisiko umfasst alle Kosten, die bis zum Abschluss der laufenden Instanz anfallen können. Dieser Wert stellt somit grundsätzlich den maximal möglichen bilanziellen Verlust von FORIS bis zur Beendigung der aktuellen Instanz dar. Das maximale Kostenrisiko bildet die Kosten ab, die bei Durchlaufen aller denkbaren Instanzen anfallen könnten. In beiden Fällen beinhaltet dies die Kosten für den Anwalt der von FORIS finan- zierten Partei, die Gerichtskosten sowie die Kosten des gegnerischen Anwalts. Die Kosten werden regelmäßig auf Grundlage der einschlägigen Gebührenordnungen ermittelt, mitunter jedoch auch auf Basis von Honorar- vereinbarungen (Stundensätze, Budgets). Abhängig von den konkreten Umständen fallen mitunter zusätzliche Kosten an, etwa für Sachverständigengutachten. Zum Teil muss auch auf Schätzungen zurückgegriffen wer- den, z. B. bei Streitwertfestsetzungen durch das Gericht. Hierdurch sowie auch aus anderen Gründen können sich mitunter Schätzunsicherheiten ergeben, insbesondere bei Änderungen in den Gebührenordnungen, bei Stufen- oder (Patent-)Nichtigkeitsklagen sowie Zurückverweisungen, ferner im Hinblick auf Kosten für Sachver- ständigengutachten oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Auch die Anzahl der Gerichtstermine (vor allem bei Abrechnung nach Tagessätzen in ausländischen Rechtsordnungen, bei Schiedsverfahren und anwaltlichen Stundenvergütungen) führen zu Schätzunsicherheiten. Die tatsächlichen, in den kommenden Jahren bei FORIS anfallenden Kosten hängen insbesondere vom Verlauf und dem Ausgang der einzelnen Prozesse ab. Unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit regelmäßig deutlich über 50 % liegenden Erfolgsquote und unseren Erfahrungen über die Verfahrensverläufe erwarten wir, dass die tatsächlichen Kosten im Mittel signifikant unter den in diesem Geschäftsbericht angegebenen Bandbreiten des aktuellen Kostenrisikos liegen werden. Die an- gegebenen Risiken können sich im Verfahrensverlauf verändern, ohne dass diese Veränderung unmittelbare Auswirkungen auf das Ergebnis des entsprechenden Berichtsjahres haben muss. Die anzuwendende Rechnungslegungsmethode bestimmen wir vor dem Hintergrund der genannten Schätzun- sicherheiten auf Grundlage unserer Erfahrungswerte, Annahmen und Ermessensausübungen. Vorratsgesellschaften Für den Geschäftsbereich der Vorratsgesellschaften steht die Entwicklung der Gründungszahlen des statisti- schen Bundesamtes bzw. der Registergerichte im Fokus der zusätzlichen Leistungsindikatoren. Der Vergleich dieser Leistungsindikatoren mit unseren Verkaufszahlen ermöglicht Rückschlüsse auf die eigene Produkt- und Servicequalität sowie den zu erwartenden mittelfristigen Erfolg der Vertriebs- und Produktstrategie. Weitere Leistungsindikatoren sind die Anzahl und der Mix der Rechtsformen der verkauften Gesellschaften sowie der Abgleich dieser mit der Marktentwicklung insgesamt neu gegründeter Unternehmen sowie des Anteils von Vor- ratsgesellschaften an diesen, soweit ermittelbar. GO AHEAD GmbH Im Geschäftsbereich der GO AHEAD ziehen wir die Gründungszahlen je Rechtsform als Indikator für unsere Geschäftsentwicklung heran, daneben die Entwicklung unserer Bestandskundenbasis für die englischen und irischen Limited-Gesellschaften. Außerdem bewerten wir die entsprechenden Löschungsquoten. Über den Ver- gleich der Marktentwicklung mit den eigenen Verkaufszahlen lassen sich Rückschlüsse auf die Marktfähigkeit der eigenen Produkte sowie die Qualität des Service ziehen. Aufgrund des final vollzogenen BREXITs und den damit einhergehenden Änderungen in Bezug auf die Rechtsform der englischen Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland stellen jedoch vergangenheitsorientierte Rückschlüsse nurmehr einen stark eingeschränkt geeig- neten Indikator dar. Seit dem 01.01.2021 hat diesbezüglich die post-BREXIT Entwicklung der Bestandskunden in Verbindung mit der Löschungsquote einen maßgeblicheren Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisplanung sowie sich hieraus eventuell ergebende Anpassungsnotwendigkeiten der Ressourcen. Ein weiterer Schwer- punkt der Steuerung liegt auf dem Forderungsmanagement. Daraus ziehen wir Rückschlüsse auf den Erfolg von Inkassomaßnahmen. 11 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 21 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT III. Forschung und Entwicklung Aufgrund des Geschäftsmodells beschränkt sich der FORIS-Konzern bei Forschung und Entwicklung darauf, neue Produkte und Dienstleistungen auszugestalten oder fortzuentwickeln. Der dafür entstehende Aufwand ist allerdings von untergeordneter Bedeutung. Leistungen Dritter werden hierfür in der Regel nicht oder nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. 12 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 22 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im Geschäftsjahr 2022 lasteten eine hohe Inflation, ansteigende Zinsen, der Krieg in der Ukraine mit einher- gehenden Energieverknappungen sowie weiterhin die Folgen der Covid-19-Pandemie und anhaltende Liefer- kettenprobleme auf der weltwirtschaftlichen Entwicklung. So senkte der International Monetary Fund (IMF) im Verlaufe des Jahres seine globale Wachstumsprognose für 2022 von ursprünglich 4,9 % in mehreren Schritten bis auf 3,2 %. Im Vorjahr betrug die Prognose noch 6,0 %. Auch für 2023 prognostiziert der IMF ein Wachstum von lediglich 2,9 % (IMF, World Economic Outlook, Januar 2023). Im Euro-Raum setzte die Wirtschaft – trotz des im Februar 2022 begonnenen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – eine sich nach 2 Jahren Pandemie bereits im Jahr 2021 abzeichnende Erholung bis Mitte 2022 zu- nächst fort. Basis hierfür waren die konjunkturellen Antriebskräfte durch den zunehmenden Wegfall pandemie- bedingter Einschränkungen. So expandierte die Produktionsleistung trotz der Verwerfungen des Ukraine-Kriegs zunächst weiter. Im zweiten Halbjahr 2022 sorgten jedoch der anhaltende Energiepreisschock, eine zunehmend hohe Inflation sowie ein deutlicher Zinsanstieg für eine ausgeprägte konjunkturelle Schwächephase. Im Dezem- ber belief sich die Wachstumsprognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) bezüglich des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Kalenderjahr 2022 im Euro-Raum auf lediglich 3,4 % und für 2023 nur auf 0,6 %. Die Einschätzungen für Deutschland lagen mit 1,9 % für 2022 bzw. 0,3 % für 2023 sogar noch darunter (IfW Kiel, Eckdatentabelle Euro-Raum, Eckdatentabelle Deutschland, jeweils Stand Dezember 2022). In Bezug auf das Geschäftsmodell von FORIS haben sich neben der Verunsicherung betreffend die Entwick- lungen der globalen Wirtschaft die deutlich angestiegenen Leitzinsen ausgewirkt, und zwar vor allem auf die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften. Mit dem in mehreren Schritten erfolgten Anstieg der Leitzinsen (sog. Hauptrefinanzierungssatz) von ursprünglich 0 % auf 2,5 % per Ende 2022 war eine deutliche Abkühlung des Baugewerbes sowie der Anzahl an M&A-Transaktionen zu verzeichnen. So geht das IfW in Bezug auf Bauinvesti- tionen im gewerblichen und privaten Sektor von einem Rückgang um -2,2 % für das Jahr 2022 und um -2,0 % für 2023 aus (IfW Kiel, Gemeinschaftsdiagnose Nr. 2, Herbst 2022, S. 48, 49). Im M&A-Bereich, d.h. im Bereich der Unternehmensübernahmen und Verschmelzungen, konnte etwa ab Jahresmitte ein starker Einbruch verzeich- net werden. In Deutschland resultierte dies in einem Rückgang des gesamten Transaktionsvolumens um 36 % gegenüber dem (sehr guten) Jahr 2021 (siehe dazu z. B. Finance-Magazin, 12. Januar 2023). Sowohl in Bauprojekten als auch in Zusammenhang mit M&A-Transaktionen werden häufig Vorratsgesellschaf- ten benötigt, so dass sich die Schwächen insbesondere dieser beiden Segmente unmittelbar auf das Geschäft von FORIS ausgewirkt haben. Dies spiegelt sich auch in den deutschlandweiten Gründungszahlen wider, die FORIS auf Grundlage von Handelsregisterdaten ermittelt hat. Demnach wurden in der Periode von Januar bis Juni 2022 von den nach Gründungszahlen 6 wichtigsten Vertreibern von Vorratsgesellschaften (inklusive FORIS) insgesamt 2,8 % mehr Gesellschaften neu gegründet als in der gleichen Periode des Vorjahres, in der Periode Juli bis Dezember dann jedoch 34 % weniger als im Vorjahr. Auf das gesamte Jahr gerechnet resultierte dies in einem Rückgang der Gründungen von Vorratsgesellschaften um 14 % im Vergleich zum Jahr 2021. Die Grün- dungszahlen lassen üblicherweise auch Rückschlüsse auf die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften schließen. Korrelierend dazu schrumpfte auch die Anzahl aller Gesellschaftsgründungen in Deutschland (von denen Vor- ratsgesellschaften nur ca. 4 % ausmachen) um 16 % gegenüber dem Vorjahr. 2. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 13 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 23 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im vorbeschriebenen, konjunkturell herausfordernden Umfeld hat sich der FORIS-Konzern in Bezug auf das Jahresergebnis zwar nicht ausgezeichnet, aber zumindest passabel geschlagen. Vertrieblich ist das Geschäfts- jahr 2022, unter Berücksichtigung der Umstände, sogar sehr gut verlaufen, wie nachstehend zu den einzelnen Geschäftsbereichen noch ausgeführt werden wird. So weist FORIS für das Geschäftsjahr 2022 auf konsolidierter Konzernebene gegenüber dem Vorjahr deutliche Steigerungen in Bezug auf Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis aus. Mit 21.912 TEUR (Vorjahr: 20.776 TEUR) konnte der Umsatz um 5,5 % gesteigert werden. Bei der Rohmarge, die in Höhe von 4.401 TEUR (Vorjahr 3.043 TEUR) erwirtschaftet wurde, beläuft sich die Steigerung auf 45 %. Und mit 152 TEUR (Vorjahr: -1.782 TEUR) konnte zu- mindest ein leicht positives Periodenergebnis erzielt werden. In Bezug auf die einzelnen Geschäftsbereiche stellen sich diese Kennziffern wie folgt dar: Abweichend hiervon konnten im Bereich Prozessfinanzierung keine Auswirkungen der konjunkturellen oder geopolitischen Gesamtsituation verzeichnet werden. Weder Anzahl der Anfragen noch Art der zu finanzieren- den Prozesse haben sich verändert. Und anders als in den ersten beiden Jahren der Pandemie waren keine neuen Verzögerungen in der Justiz festzustellen, wenngleich der in der Pandemie entstandene Rückstau an den Gerichten noch nicht vollständig abgearbeitet ist. Gleiches gilt für das Geschäft des Bereichs GO AHEAD, das zwar kontinuierlich zurückgeht, dies jedoch im wesentlichen Brexit-bedingt ist und keine Korrelation mit aktuellen Entwicklungen aufweist. II. Geschäftsverlauf II.1 FORIS-Konzern Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis auf Segmentebene Umsatz 2022 TEUR 2021 TEUR Veränderung TEUR Prozessfi nanzierung 3.137 2.172 965 Vorratsgesellschaften 17.630 17.141 489 GO AHEAD 771 1.113 -342 Vermögensverwaltung 372 338 34 Sonstige Segmente 2 12 -10 FORIS-Konzern 21.912 20.776 1.136 14 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 24 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Rohmarge 2022 TEUR 2021 TEUR Veränderung TEUR Prozessfi nanzierung 1.565 -75 1.640 Vorratsgesellschaften 1.808 1.812 -4 GO AHEAD 654 959 -305 Vermögensverwaltung 372 338 34 Sonstige Segmente 2 9 -7 FORIS-Konzern 4.401 3.043 1.358 Periodenergebnis 2022 TEUR 2021 TEUR Veränderung TEUR Prozessfi nanzierung -626 -2.629 2.003 Vorratsgesellschaften 436 765 -329 GO AHEAD 155 19 136 Vermögensverwaltung 202 140 62 Sonstige Segmente -14 -77 63 FORIS-Konzern 152 -1.782 1.934 15 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 25 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Eigenkapitalrendite 2022 2021 2020 2019 2018 Durch- schnitt Eigenkapitalrendite 1,1 % -11,3 % -8,0 % 6,0 % -12,9 % -5,0 % 2-Jahres-Schnitt -5,1 % -9,7 % -1,0 % -3,5 % -3,1 % -4,5 % Eigenkapitalquote Umsatzrendite Aufgrund des volatilen Geschäftsmodells der Prozessfinanzierung streben wir eine im Vergleich zu anderen Unternehmen signifikant überdurchschnittliche Eigenkapitalquote an. Die Eigenkapitalquote beträgt in Folge einer höheren Inanspruchnahme bestehender Kreditlinien (im Wesentlichen als Ergebnis des angewachsenen Portfolios in der Prozessfinanzierung) zum Geschäftsjahresende 69,5 % und ist damit geringer als die Quote des Vorjahres und unter dem Durchschnittswert für die Periode von 2018 bis 2022. Dennoch bleibt die Eigenkapital- quote noch über dem Zielwert von mindestens 60 %, den der Vorstand zur Abdeckung möglicher Risiken aus der Prozessfinanzierung vorgegeben hat. Das im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich bessere, leicht positive Konzernergebnis führt zu einer ent- sprechenden positiven Eigenkapitalrendite. Ein Vergleich mit anderen (Dienstleistungs-)Unternehmen ist für die Umsatzrendite nur eingeschränkt mög- lich, da der Umsatz im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften aufgrund der bilanziellen Vorschriften auch das eingezahlte Grund- beziehungsweise Stammkapital der jeweiligen Gesellschaften enthält. Somit erfolgt hier ein Ausweis hoher Umsätze mit vergleichsweise geringer Marge. Das sehr volatile Geschäft der Prozessfinanzie- rung weist Jahr über Jahr Umsatzsprünge aus, die einer vergleichenden Jahresbetrachtung nicht zugängig sind. 2022 2021 2020 2019 2018 Durch- schnitt Eigenkapitalquote 69,5 % 75,4 % 87,6 % 90,9 % 87,9 % 82,2 % 2022 2021 2020 2019 2018 Durch- schnitt Umsatzrendite 0,7 % -8,6 % -8,3 % 4,5 % -12,5 % -4,8 % 16 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 26 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Cashflow 2022 TEUR 2021 TEUR 2020 TEUR 2019 TEUR 2018 TEUR Summe TEUR Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit -1.978 -2.418 -1.536 126 2.635 -3.170 Cashfl ow aus Investitionstätigkeit -134 -62 -51 -67 -210 -524 Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit 1.789 2.963 -463 -63 -466 3.760 Zahlungswirksame Verände- rungen des Finanzmittel- bestandes (Cashfl ow) -322 483 -2.050 -4 1.959 66 Eine ausführliche Darstellung des Cashflows des Konzerns erfolgt in Anlage 5. 17 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 27 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung erzielten Umsatzerlöse aller in Abrechnung genommenen Ver- fahren (3.137 TEUR) fielen um 965 TEUR höher aus als im Vorjahreszeitraum (2.172 TEUR). Die erzielten Umsatz- erlöse in der Prozessfinanzierung enthalten im laufenden Geschäftsjahr keine Erlöse aus der Verhandlungsbe- gleitung (Vorjahr: 102 TEUR). In 2022 haben wir in der Prozessfinanzierung 17 Verfahren in Abrechnung genommen (Vorjahreszeitraum: 25 Verfahren). 70,6 % dieser Verfahren haben wir positiv abgerechnet. Als positiv abgerechnet gilt dabei ein Ver- fahren, das im Saldo einen positiven Nettoerlös erzielt hat. Hierbei handelte es sich überwiegend um kleinere Verfahren sowie um ein größeres Verfahren mit mehr als 1 Mio. EUR Forderungsvolumen. II.2 Prozessfinanzierung Im Geschäftsjahr 2022 konnte FORIS in der Prozessfinanzierung 32 neue Verfahren mit einem Optionsvolumen von 32,5 Mio. EUR in Finanzierung nehmen, womit das Optionsvolumen um 23,3 Mio. EUR über dem Vorjahres- wert liegt. Ausschlaggebend war im Wesentlichen ein in Finanzierung genommenes, größeres Verfahren be- stimmt, das alleine ein Optionsvolumen von 23,7 Mio. EUR beigesteuert hat. Das Gesamtoptionsvolumen zum Stichtag hat sich von 67,8 Mio. EUR auf 92,6 Mio. EUR deutlich erhöht. 2022 2021 2020 2019 2018 In Abrechnung genommen (Anzahl) 17 25 14 20 13 Positiv beendete Verfahren 12 20 10 16 11 Quote der positiv in Abrechnung genommenen Verfahren 70,6 % 80,0 % 71,4 % 80,0 % 84,6 % 2022 2021 2020 2019 2018 Neu in Finanzierung genommene Fälle 32 29 30 36 27 Optionsvolumen neu in Finanzierung genommene Fälle (in Mio. EUR) 32,5 9,2 28,0 21,1 11,7 Durchschnittliches Optionsvolumen (in Mio. EUR) 1,02 0,32 0,93 0,59 0,43 Gesamtvolumen zum Stichtag (in Mio. EUR) 92,6 67,8 72,3 50,2 36,2 18 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 28 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Auf Basis der durchschnittlichen Verkäufe in den Geschäftsjahren 2018 bis 2022 hat es im Vergleich zum Vor- jahr insbesondere bei den SE-Verkäufen einen signifikanten Anstieg gegeben. Bei den GmbH-Verkäufen ist hingegen ein leichter Rückgang zu erkennen. Insgesamt liegen die Verkäufe weiterhin auf einem äußerst hohen Niveau und knüpfen fast an das Rekordjahr 2021 an. II.3 Vorratsgesellschaften 1) Durchschnitt 2018–2022 = 100 % 2) Die Gewerbeneugründungen für die aktuelle Berichtsperiode entsprechen den veröffentlichten Zahlen von DESTATIS. Das im Vergleich zum Vorjahr in Summe gestiegene aktuelle Kostenrisiko weist einen minder starken Anstieg auf als das zuvor dargestellte Wachstum des Optionsvolumens. Ursache hierfür ist ein vorteilhaftes Verhältnis von Optionsvolumen zu Kostenrisiko bei einigen der neu in Finanzierung genommenen Fällen. Die in der Prozess- finanzierung in den kommenden Jahren anfallenden Kosten hängen im Übrigen insbesondere vom Verlauf und dem Ausgang der einzelnen Prozesse ab. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Erfolgsquoten und un- serer Erfahrungen betreffend die Verfahrensverläufe werden die tatsächlichen Kosten im Mittel voraussichtlich signifikant unter den in diesem Geschäftsbericht angegebenen Bandbreiten des aktuellen Kostenrisikos liegen. Aktuelles Kostenrisiko 2022 2021 2020 2019 2018 von (Mio. EUR) 16,4 15,1 15,1 11,6 10,4 bis (Mio. EUR) 20,1 18,5 18,5 14,1 12,7 Kostenrisiko im Verhältnis zu Optionsvolumen 21,7 % 27,3 % 25,5 % 28,2 % 35,1 % Verkäufe Vorratsgesellschaften 2022 2021 2020 2019 2018 GmbH-Verkäufe 1) 107,9 % 113,5 % 89,0 % 91,8 % 97,9 % SE-Verkäufe 126,9 % 80,8 % 73,1 % 161,5 % 57,7 % AG-Verkäufe 77,8 % 100,0 % 133,3 % 33,3 % 155,6 % Gewerbeneugründungen Deutschland 2) 2022 2021 2020 2019 2018 GmbH 130,2 % 99,2 % 87,6 % 93,9 % 89,0 % UG 109,6 % 104,1 % 96,0 % 97,7 % 92,6 % Limited 42,8 % 79,6 % 93,9 % 143,2 % 140,5 % 19 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 29 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der Markt für Limiteds in Deutschland hat sich erwartungsgemäß negativ entwickelt. Die Anzahl der Löschun- gen haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar von 1.052 auf 629 verringert. Neue Gründungen fanden allerdings nicht statt. Der Bestand an englischen Limited-Kunden verringerte sich daher zum Geschäfts- jahresende auf 2.315 Gesellschaften (Vorjahr: 2.968 Gesellschaften). Das (deutlich kleinere) Geschäft mit den irischen Limiteds war im Geschäftsjahr 2022 ebenfalls leicht rückläufig. Das Periodenergebnis der sonstigen Segmente im FORIS-Konzern hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 63 TEUR verbessert und liegt im Berichtsjahr bei -14 TEUR (Vorjahr -77 TEUR). Die in der obigen Tabelle genannten Korrekturen entstehen durch Löschungen von Limiteds, wenn diese nicht durch uns beauftragt wurden. II.4 GO AHEAD II.5 Sonstige Segmente im FORIS-Konzern Bestände Servicepakete (Limiteds GB) 2022 2021 2020 2019 2018 Anfangsbestand 2.968 4.088 4.832 5.888 6.754 Zugang Gründung 0 1 12 16 150 Zugang Wechsler 0 5 14 34 30 Abgang Wechsler -7 -40 -19 -31 -48 Abgang Löschungen -629 -1.052 -742 -1.007 -957 Korrekturen -17 -34 -9 -68 -41 Endbestand 2.315 2.968 4.088 4.832 5.888 20 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 30 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Zur Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gegliedert und die Kapitalflussrechnung in verkürzter Form dargestellt. Abweichungen in der Summenbildung sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen. Die exakten Einzelwerte ergeben sich aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung. Hinsichtlich der Umsatz- und Ergebnisstruktur verweisen wir auf unsere Ausführung unter 2.II. III. Lage des FORIS-Konzerns III.1 Ertragslage 01.01. – 31.12.2022 01.01. – 31.12.2021 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Umsatzerlöse 21.912 100,00 20.776 100,0 1.136 5,5 Aufwendungen für bezogene Leistungen -17.510 -79,9 -17.733 -85,4 223 -1,3 Rohmarge 4.401 20,1 3.043 14,6 1.358 44,6 Personalaufwand -2.537 -11,6 -2.376 -11,4 -161 6,8 Abschreibungen -232 -1,1 -552 -2,7 320 -58,0 Sonstige betriebliche Aufwen- dungen inkl. sonstige Steuern -1.634 -7,5 -1.990 -9,6 356 -18,0 Sonstige betriebliche Erträge 268 1,2 132 0,6 136 103,3 Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 266 1,2 -1.743 -8,4 2.009 -115,3 Zinserträge 0 0,0 2 0,0 -2 -100,0 Zinsaufwendungen -111 -0,5 -39 -0,2 -72 179,7 Finanzergebnis -111 -0,5 -37 -0,2 -74 199,0 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -3 0,0 -2 0,0 -1 58,6 Periodenergebnis 152 0,7 -1.782 -8,6 1.934 -108,6 21 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 31 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die Umsatzerlöse konnten im Geschäftsjahr vor allem durch die erhöhten Umsätze in der Prozessfinanzierung im Vergleich zum Vorjahr um 1.136 TEUR auf 21.912 TEUR gesteigert werden. Dem leicht gestiegenen Personalauf- wand stehen deutliche Einsparungen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen insbesondere bei Verwaltungs- und Beratungskosten gegenüber. Zudem haben sich die sonstigen betrieblichen Erträge vor allem aufgrund von Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen erhöht. Die Abschreibungen haben sich im Vorjahresvergleich von 552 TEUR auf 232 TEUR deutlich verringert. Sie beinhalten in Höhe von 66 TEUR (im Vorjahr 364 TEUR) Wertminderungen in Folge des Impairment-Tests auf den Geschäfts- oder Firmenwert der GO HEAD GmbH. Dies alles führt zum einem positiven EBIT in Höhe von 266 TEUR (Vorjahr: -1.743 TEUR). Das EBITDA verbesserte sich im Vorjahresvergleich von -1.192 TEUR um 1.690 TEUR auf 498 TEUR. Die im Jahr 2022 gestiegenen Zinsaufwendungen resultieren aus der Zunahme der Fremdfinanzierung durch die erhöhte Inanspruchnahme einer bestehenden Kreditlinie und dem geänderten Zinsniveau am Kapitalmarkt. III.2 Vermögens- und Finanzlage III.2.1 Vermögen 31.12.2022 31.12.2021 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Geschäfts- oder Firmenwert 120 0,6 186 1,0 -66 -35,5 Sachanlagen und übrige immaterielle Vermögenswerte 2.515 12,4 2.477 13,4 38 1,5 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1.841 9,0 1.911 10,3 -70 -3,6 Sonstige langfr. Vermögenswerte 84 0,4 84 0,5 -1 -0,9 Langfristige Vermögenswerte 4.560 22,4 4.658 25,1 -98 -2,1 Vorräte 1.312 6,4 1.832 9,9 -520 -28,4 Vermögenswerte aus Prozessfi nanzierung 8.290 40,7 6.783 36,6 1.507 22,2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 2.159 10,6 988 5,3 1.172 118,6 Sonstige kurzfr. Vermögenswerte 141 0,7 76 0,4 65 85,7 Zahlungsmittel 3.882 19,1 4.204 22,7 -322 -7,7 Kurzfristige Vermögenswerte 15.784 77,6 13.883 74,9 1.901 13,7 Bilanzsumme 20.344 100,0 18.541 100,0 1.803 9,7 22 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 32 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der Rückgang des ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerts resultiert aus weiteren Wertminderungen in- folge des Impairment Tests für die zahlungsmittelgenerierende Einheit GO AHEAD. Bei den Sachanlagen und übrigen immateriellen Vermögenswerte handelt es sich im Wesentlichen um die eigengenutzte Immobilie, während es sich bei der Finanzinvestition um das fremdvermietete Nachbargebäude handelt. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht vor allem auf Ansprüchen aus gewonne- nen Verfahren in der Prozessfinanzierung. Steuervorteile, die sich aus den zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 noch nicht genutzten Verlustvorträgen ergeben, haben wir unverändert in Höhe von 84 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR) aktiviert. Die Vorräte enthalten ausschließlich das eingezahlte Grund- beziehungsweise Stammkapital der im Bestand befindlichen Vorratsgesellschaften. Der Rückgang der Vorräte ist auf einen starken Verkauf von Gesellschaf- ten im Dezember 2022 zurückzuführen. Die Zunahme der Vermögenswerte aus Prozessfinanzierung spiegeln die Entwicklung der in Finanzierung genommenen Verfahren und hier insbesondere die für diese Verfahren verauslagten Kosten zeitverzögert wider. Abgeschlossene Fälle verringern hingegen die Vermögenswerte aus Prozessfinanzierung. Hinsichtlich der Veränderungen in den Zahlungsmitteln verweisen wir auf unsere Ausführungen unter III.2.4. III.2.2 Kapitalstruktur 31.12.2022 31.12.2021 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Gezeichnetes Kapital 4.635 22,8 4.635 25,0 0 0,0 Kapitalrücklage 10.958 53,9 10.958 59,1 0 0,0 Gewinnrücklagen 649 3,2 649 3,5 0 0,0 Bilanzverlust -2.108 -10,4 -2.260 -12,2 152 -6,7 Eigenkapital 14.134 69,5 13.982 75,4 152 1,1 Finanzverbindlichkeiten 4.900 24,1 3.000 16,2 1.900 100,0 Verbindlichkeiten 509 2,4 600 3,1 -91 -15,2 Abgegrenzte Erträge 376 1,8 511 2,8 -135 -26,3 Rückstellungen 254 1,3 269 1,5 -15 -5,5 Steuerschulden 171 0,8 179 1,0 -8 -4,9 Schulden 6.210 30,5 4.559 24,6 1.651 36,2 Bilanzsumme 20.344 100,0 18.541 100,0 1.803 9,7 23 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 33 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im Vordergrund des Finanzmanagements von FORIS steht aufgrund des Geschäftsmodells und der damit verbundenen notwendigen finanziellen Flexibilität die Sicherstellung einer überdurchschnittlichen Eigenka- pitalquote und ausreichender Liquidität. Der Fokus liegt auf den Kapitalstruktur- und Kreditrisiken sowie den Liquiditäts- und Marktpreisrisiken. Hinsichtlich der Einzelheiten zu den Risiken und deren Management verwei- sen wir auf unsere Ausführungen unter III.4. Mit einer hohen Eigenkapitalquote ist FORIS im Hinblick auf die Eigenkapitalausstattung weiterhin solide aufgestellt. Die Finanzverbindlichkeiten haben sich um 1,9 Mio. EUR auf nunmehr 4,9 Mio. EUR erhöht, bedingt vor allem durch die gestiegenen Investitionen in der Prozessfinanzierung. Weitere Erläuterungen hierzu befinden sich im Abschnitt III.2.4. Die Verbindlichkeiten sind aufgrund stichtagsbedingter Schwankungen bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gesunken. Die abgegrenzten Erträge stammen aus bereits im Jahr 2022 fakturierten und bezahl- ten Rechnungen für Leistungen des Folgejahres. Die Rückstellungen beinhalten die erkennbaren Risiken für FORIS zum Stichtag. Sie beinhalten vor allem Risiken einer Inanspruchnahme durch Dritte aus den finanzierten Verfahren. Die Steuerschulden betreffen insbesondere Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern und Lohnsteuern. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte resultiert vor allem aus dem Austausch des bisherigen Buch- haltungssystems „HMD“ gegen die neu erworbene Buchhaltungssoftware „SelectLine“ sowie der Implementie- rung der neuen Digitalisierungslösung „DocuVita“ für den beleglosen Datenfluss. FORIS hatte im Vorfeld der Implementierung an mehreren Verlosungsverfahren für eine Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie teilgenommen und konnte sich dadurch einen Zuschuss in Höhe von 49 TEUR für das im Dezember 2022 erfolgreich abgeschlossene Projekt sichern. Im Jahre 2022 wurde die Heizungsanlage in der selbstgenutzten Immobilie Kurt-Schumacher-Str. 18–20 um- fangreich erneuert. Insbesondere wurde dabei der individuell gefertigte Wärmetauscher für die Fernwärme ersetzt. Die FORIS Vermögensverwaltung AG hat im Zuge dieser Maßnahme die Möglichkeiten der staatlichen Förderung von Heizungserneuerungen genutzt und daher einen Zuschuss in Höhe von 30 % der Investitions- summe anschaffungskostenmindernd berücksichtigen können. III.2.3 Investitionen 31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR Immaterielle Vermögenswerte 71 0 Sachanlagen 62 53 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 9 Summe 134 62 24 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 34 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT III.2.4 Liquidität Neben der Finanzierung mit Eigenkapital ist der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit eine wichtige Finanzierungsquelle. Im Geschäftsjahr 2022 fiel der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit -1.978 TEUR (Vorjahr: -2.418 TEUR) erneut deutlich negativ aus. Hier ist zum einen auf die aufgestauten Mittelrückflüsse aus der Prozessfinanzierung in Folge der verzögerten Verfahrensbeendigungen hinzuweisen als auch auf den Anstieg der Forderungen. Daher haben wir im Geschäftsjahr 2022 die Inanspruchnahme der bei unserer Haus- bank bestehenden Kreditlinie (Multifunktionslinie) um weitere 1,9 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR erhöht. Hinsichtlich des Cashflows aus Investitionen und der hierin erfassten Mittelabflüsse verweisen wir auf unsere Ausführungen im vorherigen Abschnitt unter III.2.3. Der Finanzmittelbestand betrug zum Bilanzstichtag 3.882 TEUR und verringerte sich somit um 322 TEUR gegen- über dem Vorjahr. Nachfolgend ist die Entwicklung der Liquidität im Rahmen einer verkürzten Kapitalflussrechnung dargestellt. Hinsichtlich der Details verweisen wir auf die Kapitalflussrechnung im Konzernabschluss. Es besteht derzeit bei einem Kreditinstitut eine Multi- funktionslinie, die für Bürgschaften für die Prozess- finanzierung sowie für Kontokorrente wie nebenste- hend in Anspruch genommen wird. Multifunktionslinie 31.12.2022 TEUR 31.12.2021 TEUR Linie 10.500 10.500 Bürgschaften für Prozesse 3.003 3.003 Inanspruchnahme Kontokorrent 4.900 3.000 Freie Linie 2.597 4.497 01.01. – 31.12.2022 01.01. – 31.12.2021 EUR EUR Periodenergebnis 152 -1.782 Cashfl ow-Veränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit -2.129 -636 Cashfl ow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -1.978 -2.418 Cashfl ow aus der Investitionstätigkeit -134 -62 Cashfl ow aus der Finanzierungstätigkeit 1.789 2.963 Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes (Cashfl ow) -322 483 Finanzmittelfonds am 01.01. 4.204 3.721 Finanzmittelfonds am 31.12. 3.882 4.204 25 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 35 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, besteht aufgrund der vorhandenen Zahlungsmittel und der freien Linie unverändert fort. Aufgrund des Immobilienbestands und der damit verbun- denen Möglichkeit, grundbuchliche Sicherheiten zu gewähren bzw. zu erhöhen, haben wir weiterhin Zugang zu Refinanzierungsmöglichkeiten für eine zusätzliche finanzielle Flexibilität zum Ausbau der Geschäftstätigkeit. Hinsichtlich der Quantifizierung der möglichen Liquiditätsrisiken verweisen wir auch auf unsere Ausführungen im Konzernanhang unter C.III.4. III.3 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Das Jahr 2022 endet mit einem leicht positiven Periodenergebnis von 152 TEUR. Die gestiegenen Umsätze in der Prozessfinanzierung haben zu einer Verbesserung des entsprechenden Segmentergebnisses geführt, und zwar von -2.629 TEUR auf -626 TEUR. Trotz unverkennbar positiven Trends verdeutlicht dies allerdings auch, dass noch höhere Umsatzerlöse aus dem Abschluss von in Finanzierung be- findlichen Verfahren notwendig sind, um in diesem Segment nachhaltig erfolgreich zu sein. Das Segment Vorratsgesellschaften hat trotz konstanter Umsätze ein etwas schwächeres Segmentergebnis (436 TEUR nach 765 TEUR im Vorjahr) erzielt. Dies ist auf leicht erhöhte Personalkosten zum Aufbau weiterer Dienstleistungen als auch auf verstärkte Werbeaktivitäten zurückzuführen. Die Vermögensverwaltung konnte ihr Segmentergebnis ebenso steigern wie die GO AHEAD, die bei deutlich sinkenden Umsätzen und Erträgen von der niedrigeren Abwertung des Firmenwertes profitierte. Die Finanzlage des Unternehmens zeichnet sich durch eine weiterhin starke Liquidität bei erhöhter Fremdka- pitalaufnahme aus. Die im Rahmen der Liquiditätsplanung berücksichtigten Mittelzuflüsse aus noch laufenden Verfahren, die vor dem Abschluss stehen, sollten in 2023 zu entsprechenden Rückflüssen führen. Die liquiden Mittel in Höhe von 3,9 Mio. EUR sowie eine noch ungenutzte und somit freie Kreditlinie in Höhe von 2,6 Mio. EUR bieten dem Konzern weiterhin eine solide Finanz- und Vermögensstruktur. Die bestehenden Immobiliensi- cherheiten bieten darüber hinaus die notwendige finanzielle Flexibilität für die weitere Entwicklung. Insgesamt sind nach derzeitiger Kenntnis sämtliche eingegangenen Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllbar. IV. Sonstige Ereignisse des Geschäftsjahres Der Vorstandsvertrag mit Herrn Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller wurde auf Wunsch von Herrn Prof. Dr. Müller in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat mit Wirkung zum 30.06.2022 vorzeitig beendet. Herr Frederick Iwans führt das Unternehmen seither als Alleinvorstand. Darüber hinaus gibt es keine weiteren Ereignisse im Geschäftsjahr 2022, über die an dieser Stelle zu berichten ist. 3. Nachtragsbericht Diesbezüglich verweisen wir auf unsere Angaben im Konzernanhang bzw. im entsprechenden Anhang zur FORIS AG. 26 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 36 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Für das Jahr 2023 ist von einem weiterhin herausfordernden weltwirtschaftlichen Umfeld auszugehen. Weder ist ein Ende des Ukraine-Kriegs abzusehen noch ist ein erheblicher Rückgang der Inflation zu erwarten. Zu den gesamtwirtschaftlichen Prognosen verweisen wir auf die Angaben im Wirtschaftsbericht unter Abschnitt 2.1. Diese gesamtwirtschaftliche Ausgangslage dürfte sich auf die verschiedenen Geschäftsbereiche des FORIS- Konzerns unterschiedlich auswirken, wie wir nachstehend in Bezug auf die einzelnen Geschäftsbereiche und sodann zusammenfassend für die Konzern-Ebene detaillierter ausführen werden. I.1 Prozessfinanzierung Für den Geschäftsbereich Prozessfinanzierung gehen wir davon aus, dass das gesamtwirtschaftliche Umfeld keine negativen Auswirkungen haben dürfte. Prozessfinanzierung ist weitgehend konjunkturunabhängig, da wirtschaftliche Zyklen keinen oder wenig Einfluss darauf haben, ob gestritten wird oder nicht. Anders als in der Pandemie gehen wir aktuell auch von keinen weiteren Lockdowns aus, die das Funktionieren des Justizwesens generell deutlich verlangsamen würden. Zudem dürfte sich der in der Pandemie aufgelaufene Bearbeitungs- stau bei den Gerichten weiter abbauen. Vertrieblich sind wir für das Geschäftsjahr 2023 zuversichtlich. Insgesamt verzeichnen wir ein Nachfrageniveau, das mit den Vorjahren vergleichbar ist, und zwar sowohl aus dem deutschsprachigen Raum als auch international. In Bezug auf den Wettbewerb zeichnet sich eine Dreiteilung des Marktes ab. Einerseits drängen zunehmend internationale Prozessfinanzierer, vor allem aus dem anglo-amerikanischen Raum, in den Markt ein. Diese ha- ben in der Regel einen Fokus auf kostenintensive Groß- oder Massenverfahren wie zum Beispiel Klagen wegen manipulierter Abgaswerte. Die Streitwerte dieser Verfahren liegen überwiegend jenseits des Fokus von FORIS. Am anderen Ende findet sich eine aufstrebende Legal-Tech-Branche, die meist technologiebasiert massenweise gleichgelagerte Ansprüche (etwa bei Flugverspätungen oder unberechtigten Mieterhöhungen) durchzusetzen sucht und für die Finanzierung auf Prozessfinanzierer in der einen oder anderen Form zurückgreift. Dazwischen gibt es das mittlere Segment, in dem auch FORIS tätig ist und die Finanzierung von ausgewählten Fällen mit Streitwerten zwischen 100.000 EUR und mehreren Millionen EUR im Fokus hat. In dem zuvor beschriebenen Wettbewerbsumfeld sieht sich FORIS mit seinem Fokus auf Fälle mit Streitwerten ab 100.000 EUR ausgezeichnet positioniert. Aufgrund der anerkannten Expertise und langjährigen Tätigkeit in diesem Bereich ist FORIS mit der Zielgruppe der in diesem Segment tätigen Anwaltskanzleien hervorragend vernetzt und für eine schnelle und kundenfreundliche Umsetzung von einzelfallbezogenen, individuellen Finan- zierungslösungen bekannt. Basierend auf der Anzahl der im Jahr 2022 neu in Finanzierung genommenen Fälle gehen wir daher auch für die Zukunft von einer erfolgreichen Neuakquise und einem damit einhergehenden weiteren Portfoliowachstum aus. Der wirtschaftliche Erfolg der Prozessfinanzierung ist aufgrund der Langfristigkeit der Verfahren allerdings nur schwer prognostizierbar und weiter als stark volatil einzuschätzen. Er hängt neben dem rechtlichen Ausgang der finanzierten Gerichts- und Schiedsverfahren auch von der wirtschaftlichen Durchsetzbarkeit der titulierten Forderungen ab. Das aktuelle Portfolio umfasst eine Vielzahl von Großverfahren mit Streitwerten größer 4 Mio. EUR, deren jeweiliger Ausgang einen nicht unerheblichen Einfluss im positiven wie auch negativen Sinne auf das gesamte Unternehmensergebnis entfalten kann. I. Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns unter Berücksichtigung der wesentlichen Chancen und Risiken 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 27 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 37 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Unsere internen Prozesse zur Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit der zu finanzierenden Verfahren und der Bonität der jeweiligen Beklagten aktualisieren wir anlassbezogen sowie regelmäßig nach systematischer und analytischer Auswertung der abgeschlossenen Fälle. Gemäß unseren internen Planungen, unter Berück- sichtigung möglicher Fallabschlüsse sowie des angestiegenen Optionsvolumens, gehen wir sowohl für das Geschäftsjahr 2023 als auch langfristig von einem deutlichen Zuwachs beim Umsatz, der Rohmarge und dem Segmentergebnis aus. Gleichwohl können erhebliche Abweichungen von unseren internen Planungen nicht ausgeschlossen werden, da das Ergebnis geschäftsmodellbedingt von vielen Faktoren abhängig ist, die wir nicht beeinflussen können. Insbesondere kann der Zeitpunkt der Rechtskraft einer Entscheidung als Bezugspunkt für die Umsatzrealisierung selbst modellhaft nicht verlässlich eingeschätzt werden. Zudem können einzelne größe- re Verfahren Umsatz und Ergebnis signifikant beeinflussen. I.2 Vorratsgesellschaften Wie wir im Geschäftsjahr 2022 erlebt haben, ist der Bereich Vorratsgesellschaften anfälliger für konjunktur- bedingte Entwicklungen. Vor allem die Bauindustrie sowie die Immobilienwirtschaft dürften weiterhin von den deutlich gestiegenen Zinsen beeinträchtigt bleiben, was die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften aus diesem Wirtschaftsbereich beeinflussen dürfte. Im M&A-Bereich gehen wir zumindest ab der zweiten Jahreshälfte hingegen von einer allmählichen Normalisierung aus, ggf. auch wegen eines anziehenden Restrukturierungsbe- darfs, der die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften ankurbeln könnte. Ungeachtet dessen erwarten wir, dass wir diese nicht beeinflussbaren, von Unsicherheit geprägten Faktoren mit verschiedenen Maßnahmen zum Teil werden abfedern können. Neben dem fortgesetzten Ausbau von kundenspezifischen Vertriebsmaßnahmen, ge- koppelt mit notwendigen Anpassungen auf der Produkt- und Serviceseite, planen wir eine Ergänzung des Pro- duktportfolios um weitere rechtsnahe Dienstleistungen für die Erwerber der Gesellschaften (dazu auch weiter unten in Absatz I.4). Wir verfolgen hiermit das Ziel, durch die Ansprache und Gewinnung neuer Kundengruppen einen möglichen, temporären Nachfragerückgang insbesondere aus der Bauindustrie und dem M&A-Bereich zu kompensieren. Insgesamt erwarten wir daher für den Bereich Vorratsgesellschaften im Jahr 2023 Umsätze, eine Rohmarge und ein Segmentergebnis, die mit dem Vorjahr vergleichbar sein dürften. I.3 GO AHEAD GmbH Die Zahl der durch die GO AHEAD betreuten Limiteds ist im Geschäftsjahr 2022 erwartungsgemäß weiter zurückgegangen, wenngleich in geringerem Umfang als angenommen. Mit dem BREXIT-bedingten Attraktivi- tätsverlust der britischen Limited-Gesellschaften ist auch künftig von einem weiteren Abschmelzen des Kun- denbestands auszugehen. Damit einhergehend ist ein fortgesetzter Rückgang der Erträge aus den im Sub- skriptionsmodell angebotenen Serviceleistungen zu erwarten. Um den Geschäftsbereich zumindest mittelfristig noch weiterhin profitabel betreiben zu können, ist für das Geschäftsjahr 2023 eine Preiserhöhung für die Servicepakete vorgesehen. Wir erwarten hiervon im Vergleich zur Beibehaltung des aktuellen Preises eine Um- satz- und Ergebnisverbesserung, selbst unter Berücksichtigung einer zu erwartenden einmalig erhöhten Anzahl an Kündigungen. Das vom Volumen her vernachlässigbare Geschäft mit der Betreuung von Gesellschaften in der Rechtsform einer irischen Limited werden wir hingegen im Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich einstellen. In unserer Wirtschaftsplanung für das Jahr 2023 gehen wir für den Geschäftsbereich GO AHEAD insgesamt von einer Umsatzabschmelzung um ca. 30 % aus. Dies führt plangemäß zu einem signifikanten Rückgang der Roh- marge und des Segmentergebnisses. 28 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 38 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.4 Neue Produkte Im Geschäftsjahr 2022 haben wir mit dem Transparenzregisterservice ein teil-digitalisiertes Produkt eingeführt, mit dem wir Unternehmer dabei unterstützen, ihren seit Sommer 2022 bestehenden Pflichten zur Meldung der so genannten wirtschaftlich Berechtigten nachzukommen. Per Stand letztes Jahr waren nach Schätzung der Bundesregierung rund 2,3 Millionen bereits existierende Gesellschaften meldepflichtig, und pro Jahr gibt es mehr als 100.000 Neugründungen, die ebenfalls meldepflichtig sind. Das Produkt, das wir den Käufern unserer Vorratsgesellschaften sowie auch Drittkunden anbieten, ist im Jahr 2022 noch verhalten angenommen worden. Allerdings gehen wir davon aus, dass vielfach noch Unkenntnis über die Meldepflichten herrscht und dass das Produkt im Laufe der Zeit stärker nachgefragt werden wird. Im Verhältnis zu den Bereichen Prozessfi- nanzierung oder Vorratsgesellschaften wird dieses Produkt – zumindest als „Stand Alone“-Dienstleistung – trotz erwartetem Wachstum – ertragsseitig gleichwohl von untergeordneter Bedeutung bleiben. Mit der für 2023 ge- planten Einführung weiterer rechtsnaher Dienstleistungen, u. a. sog. Corporate Services, rechnen wir jedoch mit zusätzlichen Erlösquellen, die langfristig stabile Erträge erwirtschaften können. Konkretere Prognosen hierzu lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nicht abgeben. Das Ergebnis des Transparenzregister- service ist aktuell im Segmentergebnis des Geschäftsbereichs Vorratsgesellschaften enthalten. I.5 Vermögensverwaltung Im vergleichsweise stabilen Segment der Vermögensverwaltung erwarten wir keine nennenswerten Änderun- gen. Die Mietverhältnisse für das Objekt Kurt-Schuhmacher-Straße 22 sowie für das Restaurant im Erdgeschoss des Objekts Kurt-Schumacher-Straße 18–20 sind langfristig angelegt. Gestiegene Energiekosten werden an die Mieter weiterbelastet. Nach Auslaufen der pandemie-bedingten Restriktionen hat sich der Restaurantbetrieb deutlich erholt, was sich in den höheren Pachtzahlungen widerspiegelt. Diesbezüglich ist aktuell keine Trend- wende absehbar, so dass wir für den Bereich Vermögensverwaltung insgesamt mit Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau rechnen. I.6 Sonstige Segmente im FORIS-Konzern In den sonstigen Segmenten sind derzeit ebenfalls keine wesentlichen Änderungen geplant oder abzusehen. I.7 FORIS-Konzern Gemäß unseren internen Planungen erwarten wir für den FORIS-Konzern, vor allem bedingt durch die positiven Erwartungen in der Prozessfinanzierung, einen signifikanten Anstieg des Umsatzes und Ergebnisses gegenüber dem Geschäftsjahr 2022. Gleichwohl können erhebliche Abweichungen zwischen unseren Erwartungen und den tatsächlichen Ergebnis- sen nicht ausgeschlossen werden, gerade weil der Geschäftsbereich Prozessfinanzierung hieran einen großen Anteil hat. Aufgrund der Volatilität der Prozessfinanzierung mit nur modelltheoretisch vorhersehbaren Zu- und Abflüssen über einen Prognosehorizont von drei bis sieben Jahren, des Einflusses einzelner Fälle auf das Ge- samtergebnis sowie insbesondere der weiter oben bereits erläuterten Faktoren jenseits unserer Kontrolle, die ausschlaggebend sind für den Zeitpunkt der Erlösrealisierung, ist eine verlässliche, quantitative Vorhersage, in welchem Umfang die Prozessfinanzierung im Jahr 2023 ihren Beitrag leisten wird, nicht zu treffen. 29 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 39 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Daher ist eine weitergehende Quantifizierung der zukünftigen Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns und der damit verbundenen finanziellen Leistungsindikatoren mit erheblicher Unsicherheit verbunden. II. Risikobericht II.1 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Ziele Neben der Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen ist wesentliches Ziel des Risikomanagementsystems die Sicherstellung des Erhalts des Unternehmens mit dem Fokus auf bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken mit Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen weiter unten unter Punkt 5 sowohl zum internen Kontrollsystem als auch zum Risikomanagementsystem in Bezug auf die Konzernrech- nungslegung. Strategie Basierend auf der Erkenntnis, dass unternehmerisches Handeln stets mit Risiken verbunden ist, verfolgen wir die Strategie, Risiken nach Möglichkeit nur dann einzugehen, wenn ihnen angemessene Chancen gegenüber- stehen. Um dies sicherzustellen, sind Transparenz über und der bewusste Umgang mit Risiken ein wesentli- cher Aspekt des Risikomanagements. Wo möglich, werden regelmäßig auch die korrespondierenden Chancen erfasst. Dies beinhaltet im Geschäftsbereich der Prozessfinanzierung zum Beispiel das Erlöspotential, das mit dem eingegangenen (=getragenen) Finanzierungsrisiko einhergeht. Grundsätzliche Systematik Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Kontrolle der einzelnen Risiken erfolgen durch eine Vielzahl unab- hängiger, teils aber auch miteinander verzahnter Prozesse. Diese beinhalten neben anderen teils bereichsbe- zogenen Prozessen unter anderem ein Steuerungstool für das gesamte Portfolio der Prozessfinanzierung, ein Liquiditätsteuerungstool samt Controlling-Dashboard, eine Compliance- und Datenschutz-Organisation sowie ein Ad Hoc-Komitee, um Risiken zu erkennen, die sich aus kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ergeben könnten. Übergeordnete Risiken werden zudem systematisch und regelmäßig in verschiedenen Kategorien erfasst und katalogisiert (Risikoidentifizierung). Im Geschäftsjahr 2022 waren dies die Kategorien Geschäfts- modellrisiken, Recht und Steuern, IT und Datenverarbeitung, Personal und Organisation, Prozessfinanzierung sowie Sonstige Risiken. Die Bewertung der Risiken erfolgt anhand der Parameter Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Schadenshöhe. Der Umgang mit den bestehenden Risiken wird festgelegt und entsprechende Maßnahmen werden zum Zwecke der Risikosteuerung eingeleitet. Zur Gewährleistung der Kontinuität und zum Zwecke der Vergleichbar- keit erfolgen die Erfassung und Ermittlung der Risiken im Rahmen eines standardisierten Prozesses und ent- sprechender Dokumentation. Die Dokumentation beinhaltet zur Einschätzung und Verfolgung der Entwicklung der Risiken einen Vergleich mit der jeweiligen Vorperiode. Ein monatlich tagender Risikoausschuss, an dem neben dem Vorstand weitere Führungskräfte teilnehmen, be- wertet die jeweilige Ist-Situation in Hinblick auf die oben erläuterte Risikostrategie. Wesentliche Risiken werden zudem mit dem Aufsichtsrat erörtert, unter anderem mittels eines quartalsweisen Risikoberichts. Damit ist eine ausreichende Kontrolle der Risiken gewährleistet. 30 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 40 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems Das Risikomanagementsystem, das einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegt und den spezifi- schen Geschäftsmodellen unseres Unternehmens Rechnung trägt, ist in die regelmäßigen Kontrollprozesse des Unternehmens integriert. Die dokumentierten Ergebnisse werden auch an den Aufsichtsrat kommuniziert, so dass dieser seiner Überwachungsfunktion bezüglich des Risikomanagementsystems nachkommen kann. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben prüft der Abschlussprüfer das Risikofrüherkennungssystem, das integraler Bestandteil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist. Er berichtet dem Aufsichtsrat gegebenenfalls über festgestellte Schwächen im internen Kontroll- und Risikomanagementsystem. Maßnahmen im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung Das Geschäftsfeld Prozessfinanzierung ist geprägt durch seine langfristigen Verfahrensdauern. Im Hinblick darauf dokumentieren wir sämtliche finanzierte Verfahren, deren Verfahrensstand, Verlauf, Schriftverkehr, Kommunikation, Kosten und Risiken in der unternehmenseigenen Software. Den Beschluss über die Annahme einer Finanzierung sowie über alle signifikanten Ausgabeentscheidungen einschließlich einer etwaigen Finan- zierungsbeendigung steuern wir nach einem festgelegten, dokumentierten Prozess und legen strenge Maß- stäbe bei der Fallauswahl an. Hier sind stets mehrere erfahrene Volljuristen beteiligt. Zusätzlich erfolgt eine Bonitätsprüfung im Vorfeld auf Basis eines standardisierten Prozesses. Bei Überschreiten einer festgesetzten Grenze des Kostenrisikos je Einzelfall wird zusätzlich die Zustimmung des Aufsichtsrats eingeholt. Die laufen- den Verfahren werden immer durch mindestens einen Volljuristen betreut und unterliegen wenigstens zweimal pro Jahr einer Inventur einschließlich Finanz- und Dokumentationskontrolle auf Aktualität und Vollständigkeit. Bedingt durch den anhaltenden Wachstumskurs und die damit einhergehende Vergrößerung des Portfolios mit teils sehr langfristigen Finanzierungsfällen, liegt ein besonderer Fokus auf der kontinuierlichen Optimierung des Risikomanagements, insbesondere betreffend die Parameter Kapitalbindung, Höhe und Zeitpunkt von notwen- digen Einzahlungen sowie Mittelrückflüssen (Erlösen) und sich daraus ergebender Risikovorsorge/Liquidität. Maßnahmen im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften Der weitgehend IT-gestützte Gründungs- und Verkaufsprozess und die verwendeten Dokumente unterliegen einer regelmäßigen rechtlichen Überprüfung, insbesondere auf Aktualität und Gesetzeskonformität. Gesetzge- bungsverfahren, die eine Auswirkung auf unsere Prozesse und rechtliche Rahmenbedingungen haben, beob- achten wir regelmäßig, um zeitnah auf notwendige Änderungen reagieren zu können. Dies bezieht sich sowohl auf Änderungen, die rechtlich erforderlich sind als auch auf solche, die notwendig erscheinen, um auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können. Die gleichen Maßnah- men werden auch in Bezug auf neue Produkte in Zusammenhang mit den Vorratsgesellschaften (wie aktuell dem Transparenzregister-Service) angewendet. Maßnahmen im Geschäftsbereich GO AHEAD Für die Gründung und Betreuung von englischen und irischen Limiteds bzw. deutschen UGs gilt das oben zu den Vorratsgesellschaften genannte analog. Auch hier liegt unser besonderes Augenmerk auf der Sicherstel- lung der Aktualität und Gesetzeskonformität unserer – weitgehend ebenfalls digitalen – Prozesse und Leistun- gen. Ebenso stehen gesetzliche sowie politische Entwicklungen im Fokus, die Einfluss auf die Wettbewerbsfä- higkeit unserer Produkte haben können, wie der zum 31.12.2020 final vollzogene Brexit (dazu weiter unten in Absatz II.2). Dem zusätzlichen Risiko des Forderungsausfalls, das dem massengeschäftsähnlichen Charakter der Leistungen der GO AHEAD geschuldet ist, begegnen wir mit einem stringenten Mahn- und Inkassowesen. 31 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 41 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Maßnahmen im Bereich der Informationstechnischen Risiken (EDV/IT) Risiken aus dem Bereich EDV/IT, die vor allem auf die Verfügbarkeit und damit das Service Level durchschlagen, begegnen wir durch ein Redundanzkonzept bei der Hardware auf virtualisierten Servern, verbunden mit einer täglichen Datensicherung, die eine zeitnahe Wiederherstellbarkeit ermöglicht. Dieser Bereich unterliegt eben- falls einer kontinuierlichen Überprüfung, um insbesondere auch auf Entwicklungen im Bereich der Cyberkrimi- nalität reagieren zu können. Sonstige bereichsübergreifende Maßnahmen Hinsichtlich des Managements der finanzwirtschaftlichen Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen unter II.3. II.2 Unternehmensspezifische Risiken Risiken im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung Die nachfolgend beschriebenen unternehmensspezifischen Einzelrisiken gelten sowohl für den Konzern als auch über die Beteiligungen für die FORIS AG. Nach inzwischen über 20-jähriger Praxis mit der Prozessfinanzierung haben wir hinreichende Erfahrungswerte, um die mittelfristige Erfolgswahrscheinlichkeit der von uns finanzierten Verfahren abzuschätzen. Gleichwohl ist und bleibt die Laufzeit der einzelnen Verfahren kaum kalkulierbar. Sie ist von zahlreichen Einflüssen geprägt, wie etwa der Auslastung der Gerichte, Richterwechsel oder der Dauer der Erstellung von Sachverständigen- gutachten, auf die FORIS keinen Einfluss hat. Soweit der Gesetzgeber die Möglichkeit einer Revision ausge- schlossen hat, kann die Einlegung einer sogenannten Nichtzulassungsbeschwerde durch den Prozessgegner die endgültige Rechtskraft weiter verzögern. Die finanzierten Verfahren unterliegen der Einzelfallbetrachtung. Auch wenn wir die Einschätzung der recht- lichen und wirtschaftlichen Erfolgsaussichten durch erfahrene Juristen im Unternehmen auf Basis einer vom Anwalt des Klägers erstellten rechtlichen Analyse vornehmen, so hängt der rechtliche Ausgang der finanzierten Verfahren allein von der Einzelfallentscheidung der jeweils zuständigen Richter ab. Nach welcher Dauer und mit welcher rechtlichen Begründung eine richterliche Entscheidung getroffen wird, kann von FORIS naturgemäß nicht beeinflusst werden. Auch die Einschätzung der Erfolgsaussichten der nach rechtskräftiger Entscheidung notwendigen wirtschaftlichen Durchsetzung des finanzierten Anspruchs erfolgt anhand der zur Verfügung stehenden Wirtschaftsdaten des Beklagten zum Zeitpunkt der Finanzierungszusage. Die Zahlungsfähigkeit des Beklagten kann sich während eines (zumal jahrelangen) Gerichtsverfahrens verändern und ist nicht von FORIS beeinflussbar. Der Verfahrensgang in den finanzierten Rechtsstreitigkeiten, z. B. durch Schriftsätze, münd- liche Verhandlungen oder gerichtliche Hinweise und Verfügungen, erfordert regelmäßige Neubewertungen dahingehend, inwieweit die aktivierten Verfahrenskosten im Hinblick auf den Verfahrensgang noch werthaltig sind. Beim Abschluss neuer Prozessfinanzierungsverträge wird daher neben dem Risiko-/Ertragsverhältnis des Einzelfalls stets auch die aktuelle Zusammensetzung des gesamten Finanzierungsportfolios berücksichtigt, um unangemessene Klumpenrisiken zu vermeiden. 32 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 42 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Selbst wenn der Kläger obsiegt und FORIS ihren Kostenerstattungs- und Erlösanteil berechnet hat, können Forderungsausfälle nicht ausgeschlossen werden. Auch nach dem Verfahren können sich Vollstreckungshinder- nisse ergeben. Zwar nimmt FORIS eine Auskunft und Prognose zur Solvenz des Gegners stets vor Annahme der Finanzierung vor. Da Prognoseeinschätzungen jedoch auf unsicheren, hypothetischen Zukunftsentwicklungen beruhen, sind sie naturgemäß nicht immer verlässlich; dies gilt umso mehr für einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren, die der üblichen Prozessdauer entsprechen. Wertberichtigungen auf die in einen Fall tatsächlich investierten Beträge (gezahlte Prozesskosten) nimmt FORIS dann vor, wenn konkrete Umstände vorliegen, die eine erfolgreiche Durchsetzung der Forderungen derart beeinträchtigen, dass selbst eine Rückzahlung der in- vestierten Beträge nicht mehr überwiegend wahrscheinlich ist. Hinsichtlich der Definition und Entwicklung des aktuellen Kostenrisikos verweisen wir auch auf unsere Ausfüh- rungen unter 2.II.2. Ein latentes neues, allerdings langfristiges Risiko besteht in den politischen Bestrebungen des EU-Parlaments, künftig die Prozessfinanzierung in Europa zu regulieren. Dies birgt für FORIS Chancen und Risiken, die davon abhängen, ob und mit welchen inhaltlichen Regelungen unser konkretes Geschäftsmodell tangiert würde. Aktuell ist es noch zu früh, um konkrete Auswirkungen prognostizieren zu können, zumal der eigentliche Ge- setzgebungsprozess in der EU-Kommission noch nicht begonnen hat. FORIS wird die weiteren Entwicklungen beobachten und sich erforderlichenfalls in geeignetem Rahmen engagieren. Risiken im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften Bei den Vorratsgesellschaften können interne Fehler im Gründungs- und Verkaufsprozess nicht vollständig ausgeschlossen werden. Neben dem Reputationsschaden und dem damit verbundenen beziehungsweise drohenden Wegfall von Kundenbeziehungen können hieraus auch Schadensersatzansprüche entstehen. Auch der für diesen Geschäftsbereich wichtige Markt für Unternehmenstransaktionen bleibt stark abhängig von der konjunkturellen Lage. Diese Faktoren könnten sich als dämpfend für den Handel mit Vorratsgesellschaften erweisen. Mit den im Kalenderjahr 2022 umgesetzten gesetzlichen Änderungen, die einen deutlich verkürzten Gesellschafts-Gründungsprozess zum Ziel haben, könnte mittel- bis langfristig zudem das Modell der Vorrats- gesellschaften zumindest teilweise die Vorteile der deutlich kurzfristigeren Verfügbarkeiten einbüßen und an Attraktivität verlieren. Diesem Risiko versuchen wir, mit der Digitalisierung weiterer Prozessschritte entgegenzu- wirken, um die Zusammenarbeit aller beim Erwerb einer Vorratsgesellschaft beteiligten Parteien noch effizien- ter zu gestalten. Ziel ist es hierbei, den Effizienz- und Zeitvorteil des Konzepts Vorratsgesellschaft gegenüber einer individuellen Neugründung auch künftig zu erhalten. Das gleiche Ziel verfolgen wir mit der Einführung neuer Dienstleistungen, wie z. B. dem im Geschäftsjahr 2022 eingeführten Transparenzregister-Service oder künftigen weiteren rechtsnahen Dienstleistungen wie z. B. Corporate Services. Hierdurch soll das Gesamtpaket einer Vorratsgesellschaft nebst Services für unsere Zielgruppe deutlich vorteilhafter bleiben als eine Neugrün- dung. 33 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 43 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Risiken im Geschäftsbereich GO AHEAD Die im Jahre 2008 erfolgte Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) („UG“) ging seit Jah- ren deutlich zulasten der Nachfrage von Limited-Gründungen. Trotz Aufnahme der Unternehmergesellschaft in unser Produktportfolio konnten und werden die damit erzielten Umsätze nicht an die Umsätze heranreichen, die mit der Gründung und Erbringung von Dienstleistungen an englischen Limiteds erzielbar waren. Mit dem zum 31.12.2020 final vollzogenen BREXIT hat sich ein weiteres, signifikantes Risiko konkretisiert, da die Rechtsform der englischen Limited in der EU nicht weiter als Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung an- erkannt wird und somit die Attraktivität dieser Rechtsform stark gesunken ist. Dementsprechend verzeichnen wir seit einigen Jahren bereits eine Abschmelzung des Kundenbestands, die künftig ggf. auch stärker ausfallen könnte als in der Wirtschaftsplanung vorgesehen. Insbesondere die für das Geschäftsjahr 2023 vorgesehene Preiserhöhung könnte in einer höheren als geplanten Kündigungsquote resultieren, mit entsprechenden Aus- wirkungen auf die künftigen Erträge. Hinzu kommen operative Risiken, die sich aus möglichen Fehlern bei der Leistungserbringung der Betreuungsverträge ergeben könnten. Risiken im Geschäftsbereich FORIS Vermögensverwaltung Bei der FORIS Vermögensverwaltungs AG besteht ein finanzielles Risiko bei Eintritt von atypischen und nicht versicherbaren Schäden, insbesondere bei den Immobilien. Darüber hinaus besteht immer ein generelles Miet- ausfallrisiko, das wir teilweise durch eine vom Mieter gestellte Mietkaution abfedern. Letzteres Risiko kann sich durch Sondereffekte, wie die in der jüngsten Vergangenheit pandemiebedingt angeordneten Betriebsschließun- gen im Gastronomiebereich, naturgemäß erhöhen. Informationstechnische Risiken (EDV/IT) Durch die Zunahme IT-gestützter Geschäftsprozesse können sich Ausfälle bei der IT-Infrastruktur im gesamten Konzern in höherem Maße auswirken. Gleiches gilt für das Risiko von Angriffen durch Dritte (Hackerangriffe), die darauf abzielen könnten, FORIS über den Abgriff oder die Verschlüsselung von Daten zu schaden und/oder zu bestimmten Handlungen, insbesondere Lösegeldzahlungen zu nötigen. Dem Risiko der Ausfallsicherheit be- gegnen wir mit dem Einsatz von virtualisierten Servern und redundanter Hardware, die im Geschäftsjahr 2022 weitgehend in externe Rechenzentren migriert wurde. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Syste- me aktualisiert, um auch in Hinblick auf die IT-Sicherheit Verbesserungen zu erzielen. Mittels eines externen IT- Sicherheitsaudits wurde im Geschäftsjahr 2022 zudem eine Überprüfung des Firewall-Konzepts durchgeführt, um die Gefahr von Cyber-Attacken zu reduzieren. Eine entsprechende Versicherungspolice deckt informations- technisch Risiken zusätzlich ab. Sonstige bereichsübergreifende Risiken Diesbezüglich verweisen wir auf die finanzwirtschaftlichen Risiken, auf die wir nachstehenden Absatz 4.II.3 eingehen. 34 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 44 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT II.3 Management und Darstellung der finanzwirtschaftlichen Risiken Das Management der finanzwirtschaftlichen Risiken von FORIS umfasst neben dem Kapitalstruktur- und Kredit- risikomanagement auch das Management von Liquiditäts- und Marktpreisrisiken. Kapitalstrukturmanagement Das wesentliche Kapitalstrukturrisiko besteht in erster Linie in den Kosten der Fremdkapitalaufnahme, die zu- dem im Falle allgemeiner Zinssteigerungen und/oder einer ungünstigeren, bonitätsverschlechternden Kapital- struktur ansteigen und somit das Ergebnis stärker belasten könnten. Dies gilt insbesondere, wenn das Eigen- kapital unter einen kreditvertraglich vereinbarten Wert fallen sollte (sog. Covenants). Zudem betreibt FORIS mit der Prozessfinanzierung einen Geschäftsbereich, der einerseits von einer Langfristigkeit über mehrere Geschäftsjahre hinaus geprägt ist und andererseits Ertragsschwankungen unterliegt. Daher liegt der Fokus des Kapitalstrukturmanagements von FORIS auf der Sicherstellung einer überdurchschnittlichen, angemessenen Eigenkapitalausstattung und -quote. Die Entwicklung und Einhaltung beider Parameter werden kontinuierlich überwacht und über diese wird halbjährlich berichtet. Kreditrisikomanagement Als Kreditrisiko oder Ausfallrisiko wird das Risiko bezeichnet, das sich aufgrund der Nichterfüllung von Zah- lungspflichten ergibt und zu entsprechenden finanziellen Verlusten führt. Das überwiegende Kreditrisiko von FORIS ergibt sich aus Gläubigerpositionen gegenüber Kunden und Finanzinstituten. Hinsichtlich der Quantifi- zierung des maximalen Kreditrisikos verweisen wir auf unsere Ausführungen im Konzernanhang unter III.4. Der überwiegende Teil der Kundenforderungen ergibt sich aus den Bereichen Prozessfinanzierung und GO AHEAD. Insoweit verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen unter 4.II.1 und 4.II.2. Bei Entscheidungen über die Zusammenarbeit mit einzelnen Finanzinstituten wird auf die Bonität beziehungsweise das Rating der jewei- ligen Institute geachtet. Liquiditätsmanagement Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass FORIS zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Hinsichtlich der quantitativen Angaben zu den Liquiditätsrisiken verweisen wir auf den Konzernanhang unter III.4. Die Steuerung und Beobachtung des Zahlungsmittelbedarfs unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinien erfolgt täglich zentral im Finanzbereich. Basierend auf der geschäftlichen Entwicklung und der Planung erfolgt monatlich eine rollierende Vorausschau über die Entwick- lung der Zahlungsmittel und des Zahlungsmittelbedarfs. Marktpreisrisikomanagement Durch das Geschäftsmodell sind Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken für FORIS nur von untergeordneter Bedeutung. Aufgrund der Gesamtgröße des Konzerns werden sie einzeln im Finanz- bereich beobachtet und gesteuert. Hinsichtlich der quantitativen Angaben zu den Marktpreisrisiken verweisen wir auf den Konzernanhang unter III.4. Inflationsrisiko Bei der Prozessfinanzierung wird durch die Anpassung des gesetzlichen Basiszinssatzes unter der Annahme einer gleichlaufenden Entwicklung von Inflationsrate und Basiszins das Inflationsrisiko deutlich gedämpft. Allerdings bietet dieser Zusammenhang wie bei den anderen Geschäftsbereichen keinen Schutz vor einer stark überdurchschnittlichen Inflation oder einem deutlichen Auseinanderfallen von Inflationsrate und Basiszins. 35 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 45 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT II.4 Gesamtaussage zu den Chancen und Risiken Das unternehmerische Handeln von FORIS beruht auf einer kontinuierlichen Bewertung und Abwägung von Chancen und Risiken. Die systematische Analyse von möglichen Chancen und Risiken ist Teil des fortlau- fenden Strategie- und Planungsprozesses bei FORIS. Unter Berücksichtigung unserer aktuellen strategischen Ausrichtung hat sich unsere Chancen- und Risikosituation im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nicht wesentlich verändert. Insgesamt betrachtet sind durch die deutlich über dem Durchschnitt liegende Eigenkapitalquote geschäfts- modellimmanente Ergebnisschwankungen aus heutiger Sicht verkraftbar. Die zwischenzeitliche Erhöhung der Aufnahme von Fremdkapital, die zur Finanzierung unseres Wachstumskurses erforderlich ist, zieht entspre- chende Zinszahlungen nach sich. Diese wirken sich ergebnismindernd aus. Rückflüsse aus entscheidungsreifen Verfahren lassen jedoch eine zukünftige Reduzierung der Fremdkapitalaufnahme erwarten. Von den steigenden Fremdkapitalkosten abgesehen, erwarten wir unmittelbare Auswirkungen der geopoli- tischen und konjunkturellen Gesamtlage nur im Geschäftsbereich der Vorratsgesellschaften, wo wir jedoch mit entsprechenden Maßnahmen im Rahmen des Möglichen gegensteuern werden. Auswirkungen auf die Geschäftsbereiche Prozessfinanzierung, GO AHEAD oder Vermögensverwaltung erwarten wir nicht. Die Aus- wirkungen des BREXIT, die den Geschäftsbereich GO AHEAD betreffen, sind wie bereits in den Vorjahren in der internen Planung berücksichtigt. Unmittelbare Auswirkungen eines Wiederaufflammens der Pandemie, wie wir sie vor allem in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 erlebt haben, können wir für die Zukunft nicht gänzlich ausschließen, gleichwohl erwarten wir solche aktuell nicht. Nach Einschätzung des Vorstands sind derzeit keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Aus unserer Sicht bestehen mit Blick auf unsere strategische Ausrichtung und dem fortschreitenden Ausbau der Prozessfinanzierung erhebliche Chancen, auch wenn wir aufgrund der überragenden Bedeutung der Prozessfinanzierung für das Konzernergebnis und die in diesem Bereich weiter oben erläuterte Planungsunsicherheit für den Konzern insgesamt nur eine mit erheblichen Unsicherheiten ver- bundene Umsatz- und Ergebnisprognose für 2023 abgeben können. 36 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 46 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS) in Bezug auf die (Konzern-)Rechnungslegung der FORIS AG ist darauf ausgelegt, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der (Konzern-)Rech- nungslegung sowie die Einhaltung aller relevanten rechtlichen Normen im Konzern sicherzustellen. Wesentli- ches Ziel ist die Aufstellung eines Konzernabschlusses der FORIS AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind – und den ergänzenden handelsrecht- lichen Vorschriften entsprechend § 315e Abs. 1 HGB. Darüber hinaus verfolgt FORIS das Ziel, ihren Jahresab- schluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellen. Der Vorstand der FORIS AG ist für die Implementierung, die Ausgestaltung und den Umfang des IKS verantwort- lich. Dem Aufsichtsrat der FORIS AG obliegt gemäß § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG die Überwachung der Wirksamkeit des IKS. Eine interne Revision existiert nicht. Das gesamte IKS von FORIS ist nicht nur auf die Konzernrech- nungslegung beschränkt, sondern umfasst alle wesentlichen Geschäftsprozesse. Insoweit verweisen wir auf unsere Ausführungen oben unter 4.II. Es umfasst die Gesamtheit aller Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen (Regelungen), die der Erreichung der zuvor genannten Ziele dienen. Die Steuerung der (Konzern-)Rechnungs- legungsprozesse obliegt dem Bereich Finanzen und Controlling. Hier werden auch die relevanten rechtlichen Normen mit Bezug auf die (Konzern-)Rechnungslegung regelmäßig hinsichtlich ihrer Auswirkungen analysiert. Das IKS umfasst zur (Konzern-)Rechnungslegung sowohl präventive als auch anlassbezogene Kontrollen. Die Ausgestaltung des IKS und der Kontrollen der FORIS AG basieren auf den folgenden Grundprinzipien: Das Transparenzprinzip besagt, dass auch unabhängige Dritte beurteilen können müssen, ob die beteiligten Per- sonen sich an das etablierte Sollkonzept halten und danach handeln. Mit dem Vier-Augen-Prinzip soll sicher- gestellt werden, dass kein wesentlicher Vorgang ohne weitere Kontrolle bleibt. Das Vier-Augen-Prinzip der Funktionstrennung besagt im Wesentlichen, dass vollziehende, verbuchende und verwaltende Tätigkeiten eines Unternehmensprozesses nicht in einer Hand vereinigt sein sollen. Das Prinzip der Mindestinformation soll sicherstellen, dass für die handelnden Personen innerhalb eines Prozesses nur diejenigen Informationen ver- fügbar sein sollen, die sie für die Ausführung ihrer Tätigkeit benötigen. Dies schließt auch die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen bei IT-Systemen mit ein. Die operative Durchführung der Prozesse im Rechnungswesen erfolgt überwiegend im eigenen Haus, mit Ausnahme der ausgelagerten Personalbuchhaltung. Als Buchhal- tungssystem wurde bis November 2022 konzernweit die Software hmd der hmd-Software AG eingesetzt, in der die Verbuchung der Einzelabschlüsse und die anschließende Konsolidierung unter Einbeziehung von Teilkon- zernen erfolgten. Nach erfolgreicher Migration ist seit Dezember das Buchhaltungssystem SelectLine der Select- Line Software GmbH im Einsatz, auf dessen Basis auch der Jahresabschluss 2022 erstellt wurde. Der Zugang zum Buchhaltungssystem wurde und wird durch spezielle Sicherheitseinrichtungen nur einem eingeschränkten Personenkreis ermöglicht. Dasselbe gilt auch für die zusätzlich zu erstellenden Dateien im Rahmen der Erstel- lung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes. Unabhängig von der Ausgestaltung eines IKS lässt sich aus einer wirksamen Implementierung eines solchen Systems nicht die absolute Sicherheit der Vermei- dung oder Aufdeckung wesentlicher Falschaussagen in der (Konzern-)Rechnungslegung ableiten. 5. Internes Kontroll- und Risikomanagement system in Bezug auf die (Konzern-)Rechnungslegung 37 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 47 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der FORIS Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in Form von Zinsänderungs-, Ausfall und Liquiditätsrisiken ausgesetzt und begegnet diesen mit einem aktiven Treasury Management. Deriva- tive Finanzinstrumente kommen im FORIS Konzern derzeit nicht zum Einsatz. Zinsrisiken Als Zinsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstru- ments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Zinsrisiken bestehen bei FORIS derzeit im Wesentlichen nur bei den Finanzverbindlichkeiten in Form des Darlehenszinses für die Inanspruchnahme von Kreditlinien durch die Hausbank. Diese werden aufgrund der kurzen Restlaufzeit mit dem Buchwert bewertet. Das Zinsrisiko spielt für den FORIS Konzern aufgrund des derzeitigen Volumens, trotz unverkennbar ansteigen- der Zinskosten, für das Gesamtergebnis des Konzerns eine nur untergeordnete Rolle. Ausfallrisiken Der Konzern unterliegt im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten und im operativen Bereich Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko respektive Kreditrisiko ist durch den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert eines jeden finanziellen Vermögenswerts ersichtlich. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen auf Basis der in Einzelfällen be- kannten Ausfallrisiken beziehungsweise pauschalisiert für die einzelnen Forderungen aufgrund von Erfahrungs- werten gebildet. Ausfallrisiken manifestieren sich in der Regel durch Zahlungsschwierigkeiten, wahrscheinliche Insolvenz oder Nichterfüllung. Soweit im Einzelfall etwa Vollstreckungsmaßnahmen im Bereich der Prozess- finanzierung erforderlich sind, kann der Zufluss auch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Wertberich- tigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden immer in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts bewertet. Aufgrund der historischen Betrachtung der Ausfälle wird angenommen, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes nicht signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Es werden die erwarteten Kreditverluste immer über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt. Die Wertminderungen werden aufgrund der historischen und derzeit erwarteten Ausfallquoten als niedriges Risiko betrachtet. Mithilfe eines aktiven Forderungsmanagements, insbesondere durch die Beauftragung von Inkassounternehmen, wird Forderungsrisiken entgegengesteuert. Potenzielle Ausfallrisiken im Zusammenhang mit der Anlage unserer liquiden Mittel, dem sog. Kontrahentenrisiko, werden dadurch begrenzt, dass Anlagen nur bei sicheren Kontrahenten, Banken und Sparkassen mit Sitz in Deutschland erfolgen. Liquiditätsrisiken Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat. Aufgrund des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Stichtag ist der FORIS Konzern derzeit keinem Liquidi- tätsrisiko ausgesetzt. Um die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität jederzeit sicherzustellen, werden Reserven in Form von Kreditlinien bei der Hausbank vorgehalten. 6. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten 38 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 48 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Hinsichtlich der Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals verweisen wir auf die Angaben im Konzernan- hang unter 6.II.2.13. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die die Stimmrechte und die Über- tragung von Aktien betreffen. Auch sind dem Vorstand keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten bekannt, die besondere Kontrollbefugnisse verleihen. Bezüglich direkter oder indirekter Beteiligungen am Kapital des Unternehmens wird auf die Angaben im Konzernanhang (siehe dort Abschnitt III.12) verwiesen. Die Satzung der FORIS AG enthält keine Ergänzungen oder Vorschriften hinsichtlich der Ernennung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Eine Änderung der Satzung kann nur mit einer Mehrheit von 80 % des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals erfolgen. Das betrifft auch Änderungen des Unternehmensgegenstandes. Gemäß Satzung der FORIS AG sind Vorstand und Aufsichtsrat ermächtigt, bis zu 90 % des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen einzustellen. Zudem bedarf laut Satzung der FORIS AG die Veräußerung von Immobilien eines Hauptversammlungsbeschlusses, der mit einer Mehrheit von 80 % des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals gefasst werden muss. Die Belastung von Immobilien zu anderen Zwecken als zur Sicherung des operativen Geschäftsbetriebes ist gemäß Satzung der FORIS AG nicht zulässig. Das Grundkapital der FORIS AG hat nach der Einziehung der eigenen Ak- tien und der am 30. Juni 2017 im Handelsregister eingetragenen Kapitalherabsetzung zum 31. Dezember 2020 insgesamt 4.634.774,00 EUR (31. Dezember 2019: 4.656.933,00 EUR) betragen. Es ist eingeteilt in 4.634.774 (31. Dezember 2019: 4.656.933) auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfal- lenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 01. Juni 2022 wurde der Vorstand der FORIS AG bis zum 13. Mai 2027 ermächtigt, eigene Aktien der Gesell- schaft im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die FORIS AG hat mit ihren Tochtergesellschaften keine Vereinbarungen getroffen, die bei einem Kontrollwechsel im Falle eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden. Es wurden keine Entschädigungsvereinbarungen der FORIS AG mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitneh- mern für den Fall eines Übernahmeangebotes getroffen. 7. Übernahmerelevante Angaben 39 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 49 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Ergänzend zur vorangegangenen Berichterstattung über den FORIS-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung des Jahresabschlusses der FORIS AG. Hinsichtlich der Einbindung in den FORIS-Konzern und die Geschäftstätigkeit der FORIS AG verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 1. Der Jahresabschluss der FORIS AG wird nach deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt, während der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wird. I. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren der FORIS AG Die für die FORIS AG wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stimmen mit denen unter 1.II beschriebenen Leistungsindikatoren für die Prozessfinanzierung überein. Darüber hinaus sind die Gewinne und Verluste aus der Ergebnisabführung mit der FORATIS AG, der GO AHEAD GmbH sowie der FORIS Vermögensverwaltungs AG wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren. II. Geschäftsverlauf der FORIS AG Die Ausführungen zum Geschäftsverlauf des Konzerns unter 2.II ff. gelten zum überwiegenden Teil auch für die FORIS AG. Die Ergebnisse der FORATIS AG, der GO AHEAD GmbH sowie der FORIS Vermögensverwaltungs AG fließen über die Ergebnisabführung in das Periodenergebnis der FORIS AG ein. Die Eigenkapitalquote der Mutter- gesellschaft FORIS AG entwickelte sich wie folgt: 8. Ergänzende Informationen zur FORIS AG 2022 2021 2020 2019 2018 Durchschnitt Eigenkapitalquote 70,2 % 76,9 % 91,2 % 93,7 % 91,6 % 83,1 % 40 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 50 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT III.1 Ertragslage der FORIS AG III. Lage der FORIS AG 01.01. – 31.12.2022 01.01. – 31.12.2021 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Umsatzerlöse 3.886 94,6 2.737 96,8 1.150 42,0 Sonstige betriebliche Erträge 222 5,4 90 3,2 133 147,2 Betriebsleistung 4.109 100,0 2.827 100,0 1.282 45,3 Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.572 -38,3 -2.246 -79,4 675 -30,0 Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -2.175 -52,9 -2.043 -72,3 -132 6,5 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersver- sorgung und Unterstützung -357 -8,7 -335 -11,9 -22 6,6 Abschreibungen -33 -0,8 -53 -1,9 20 -37,7 Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.162 -28,3 -1.476 -52,2 314 -21,3 Betriebsaufwand -5.299 -129,0 -6.153 -217,7 855 -13,9 Betriebsergebnis -1.190 -29,0 -3.326 -117,7 2.137 -64,2 Zinserträge 352 257 95 Zinsaufwendungen -125 -53 -72 Abschreibungen auf Finanzanlagen -66 -364 298 Ergebnisabführungen 1.179 1.714 -535 Finanzergebnis 1.340 1.553 -214 Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag 149 -1.772 1.924 Verlustvortrag aus Vorjahr -3.165 -1.393 -1.772 Bilanzverlust -3.016 -3.165 149 41 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 51 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die Umsatzerlöse der FORIS AG enthalten die Umsätze aus dem Geschäftsbereich Prozessfinanzierung, so dass wir hinsichtlich der Entwicklung auf unsere Ausführungen unter 2.II.2 und 2.II.3 sowie 4.I.1 und 4.I.2 verweisen. Gleiches gilt für die korrespondierenden bezogenen Aufwendungen. Darüber hinaus enthalten die Umsätze Kostenweiterbelastungen im Konzern. Da sämtliche Mitarbeiter bei der FORIS AG angestellt sind, stellt diese ihren Tochtergesellschaften die für deren Geschäftsbetrieb anfallenden Personalkosten in Rechnung. Hinsicht- lich des Rückgangs der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gelten die Ausführungen unter 2.III.1 im Wesent- lichen auch für die FORIS AG. Die Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Ergebnisabführungen, Verrech- nungen und Finanzierungssachverhalten. Im Zinsaufwand sind die Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen enthalten, als auch Zinsen für Bankkredite. Die Verzinsung der Intercompany-Salden erfolgte bis zum 30.06.2022 auf dem seit dem 1. Januar 2019 vertraglich vereinbarten Zinssatz von 3,0 % p. a.. Mit Wirkung zum 01.07.2022 wurden neue Verträge zu den Intercompany- Konten abgeschlossen und in diesem Zusammenhang auch die Zinssätze den aktuellen Kapitalmarktentwick- lungen angepasst. Ausleihungen wurden mit 4,44 % p. a. verzinst, Guthaben mit 3,44 % p. a.. Der Zinsaufwand für die im Geschäftsjahr 2022 aufgenommenen Bankkredite beläuft sich auf 111 TEUR. III.2 Vermögens- und Finanzlage der FORIS AG 31.12.2022 31.12.2021 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Gezeichnetes Kapital 4.635 23,2 4.635 25,7 0 0,0 Kapitalrücklage 11.845 59,4 11.845 65,7 0 0,0 Gewinnrücklagen 547 2,7 547 3,0 0 0,0 Bilanzverlust / -gewinn -3.016 -15,1 -3.165 -17,6 149 -4,7 Eigenkapital 14.011 70,2 13.862 76,9 149 1,1 Sonstige Rückstellungen 611 3,1 599 3,3 12 2,0 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.900 24,6 3.000 16,6 1.900 63,3 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 427 2,1 569 3,2 142 -25,5 Kurzfristige Verbindlichkeiten 5.935 29,8 4.168 23,1 1.767 42,4 Bilanzsumme 19.950 100,0 18.030 100,0 1.920 100,0 III.2.1 Kapitalstruktur der FORIS AG 42 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 52 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im langfristig gebundenen Vermögen wirkt sich die Abschreibung auf den Beteiligungswert der GO AHEAD GmbH um 66 TEUR reduzierend aus. Die erhöhten Investitionen in laufenden Prozessfinanzierungen führen zu einem Anstieg der Vorräte, die einen wesentlichen Teil des Anstiegs des kurzfristig gebundenen Vermögens ausmachen. Der Zuwachs ist immer noch beeinflusst durch den Aufschub von Gerichtsverhandlungen aufgrund der COVID- 19-Pandemie. Hierdurch verschieben sich die Umsätze weiterhin, so dass auch der Bestand nicht weiter abgebaut werden kann. Darüber hinaus steigen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen infolge der Zunahme der erfolgreich abgerechneten Fälle von Prozessfinanzierungen, vor allem bedingt durch ein erfolgreich abgeschlos- III.2.2 Vermögen der FORIS AG Mit einer Eigenkapitalquote von 70,2 % ist die FORIS AG im Hinblick auf die Eigenkapitalausstattung weiterhin solide aufgestellt. Die Verringerung der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr ist in der veränderten Kapi- talstruktur als Folge der Aufnahme von weiterem Fremdkapital zu begründen. Die Rückstellungen beinhalten die erkennbaren Risiken für die FORIS AG zum Stichtag. 31.12.2022 31.12.2021 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Immaterielle Vermögens- gegenstände 68 0,3 5 0,0 63 1.260,1 Sachanlagen 63 0,3 49 0,3 14 28,9 Finanzanlagen 520 2,6 586 3,3 -66 -11,3 Langfristig gebundenes Vermögen 651 3,3 640 3,5 11 1,7 Vorräte 8.290 41,6 6.777 37,6 1.513 22,3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.807 9,1 743 4,1 1.064 143,2 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.681 43,5 9.574 53,1 -893 -9,3 Sonstige Vermögensgegenstände/ Wertpapiere 133 0,6 12 0,1 121 975,0 Liquide Mittel 266 1,3 150 0,8 116 77,3 Rechnungsabgrenzungsposten 39 0,2 50 0,3 -11 -22,0 Kurzfristig gebundenes Vermögen 19.212 96,3 17.306 96,0 1.906 11,0 Aktive latente Steuern 84 0,4 84 0,5 0 0,0 Bilanzsumme 19.950 100,0 18.030 100,0 1.920 10,6 43 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 53 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT senes Schiedsverfahren. Der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen betrifft vor allem die Forderungen gegenüber der FORIS Gründungs GmbH und resultiert aus dem laufenden Verrechnungsverkehr (um 286 TEUR), dem die Zunahme aus den Ergebnisabführungen von insgesamt 1.179 TEUR gegenübersteht. III.3 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der FORIS AG Die Ertragslage im Jahr 2022 zeigte sich zum Vorjahr deutlich verbessert, gleichwohl die gestiegenen Umsätze in der Prozessfinanzierung immer noch unter Plan liegen und daher zu einem Jahresfehlbetrag führten. Bezüglich der Finanzlage ist die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 4,9 Mio. EUR als wesentliche Ver- änderung der Kapitalstruktur zu nennen. Diese ist erfolgt, um weitere Investitionen in der Prozessfinanzierung vornehmen zu können. Dadurch hat sich das Bilanzvolumen erhöht und ist die EK-Quote gesunken ist. Unter Berücksichtigung der noch ungenutzten Konzernfinanzierungsmöglichkeiten verfügt die FORIS AG weiterhin über eine solide Finanz- und Vermögensstruktur. Die bestehenden Immobiliensicherheiten der Tochtergesell- schaft FORIS Vermögensverwaltungs AG gewährleisten die notwendige finanzielle Flexibilität für die weitere Entwicklung. Insbesondere unter Berücksichtigung des bislang nicht vollständig ausgenutzten Finanzierungs- potenzials sind nach derzeitiger Kenntnis sämtliche eingegangenen Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllbar. IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht der FORIS AG Aufgrund der Verflechtungen der FORIS AG mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern verweisen wir hinsichtlich der Prognose auf unsere Ausführungen unter 4.I dieses zusammengefassten Lage- berichtes, welche auch die Erwartungen für die FORIS AG widerspiegeln. Gemäß unseren internen Planungen gehen wir sowohl für das Geschäftsjahr 2023 als auch langfristig von einem deutlichen Zuwachs beim Um- satz, der Rohmarge und dem Jahresergebnis aus. Gleichwohl können erhebliche Abweichungen von unseren internen Planungen nicht ausgeschlossen werden, da das Ergebnis geschäftsmodellbedingt von vielen Faktoren abhängig ist, insbesondere von einer hohen Volatilität der Prozessfinanzierung sowie der Unwägbarkeit von Verfahrensdauern, die wir nicht beeinflussen können. Die Geschäftsentwicklung der FORIS AG unterliegt im Wesentlichen denselben Chancen und Risiken wie denen des FORIS-Konzerns, da aufgrund der Ergebnisabfüh- rungs- und Beherrschungsverträge mit den wesentlichen Tochtergesellschaften FORATIS AG, GO AHEAD GmbH und FORIS Vermögensverwaltungs AG die Chancen und Risiken dieser Gesellschaften direkten Einfluss auf die FORIS AG haben. Hinsichtlich der Chancen und Risiken verweisen wir daher auf unsere Ausführungen unter Punkt 4 dieses zusammengefassten Lageberichtes. V. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG beinhalten, sind auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich unter https://www.foris.com/aktionaere-investoren/corporate-governance veröffentlicht und den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. 44 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 1: Bilanz zum 31. Dezember 2022 (Aktiva) 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 68.278 5.147 II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 62.680 48.796 III. Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 520.106 586.106 B. UMLAUFVERMÖGEN I. Vorräte Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung 8.290.204 6.777.289 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.806.616 742.967 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.680.811 9.572.770 3. Sonstige Vermögensgegenstände 132.677 12.144 III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 265.706 149.901 C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN Rechnungsabgrenzungsposten 39.059 50.236 D. AKTIVE LATENTE STEUERN Aktive latente Steuern 84.406 84.406 SUMME AKTIVA 19.950.543 18.029.762 Jahresabschluss der FORIS AG B. 45 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 2: Bilanz zum 31. Dezember 2022 (Passiva) 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR A. EIGENKAPITAL I. Gezeichnetes Kapital 4.634.774 4.634.774 II. Kapitalrücklage 11.845.165 11.845.165 III. Andere Gewinnrücklagen 547.357 547.357 IV. Bilanzverlust -3.015.753 -3.165.306 14.011.543 13.861.991 B. RÜCKSTELLUNGEN 1. Sonstige Rückstellungen 611.083 598.989 C. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.900.000 3.000.000 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 96.333 164.983 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 172.161 220.114 4. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern: 149.706 EUR (Vorjahr: 174.343 EUR) davon im Rahmen sozialer Sicherheit: 5.543 EUR (Vorjahr: 9.213 EUR) 159.423 183.685 SUMME PASSIVA 19.950.543 18.029.762 46 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG 01.01. – 31.12.2022 EUR 01.01. – 31.12.2021 EUR 1. Umsatzerlöse 3.886.580 2.737.348 2. Sonstige betriebliche Erträge 222.176 89.702 3. Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.571.686 -2.247.102 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -2.175.458 -2.043.027 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung davon für Altersversorgung: 3.130 EUR (Vorjahr: 1.807 EUR) -356.506 -334.561 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens- gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -33.296 -53.441 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.161.966 -1.475.806 7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 1.178.776 1.713.983 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen: 352.379 EUR (Vorjahr: 255.178 EUR) 352.379 257.385 9. Abschreibungen auf Finanzanlagen -66.000 -364.100 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unternehmen: 14.411 EUR (Vorjahr: 18.719 EUR) -125.446 -52.999 11. Jahresüberschuss / -fehlbetrag 149.553 -1.772.617 12. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -3.165.306 -1.392.689 13. Bilanzverlust -3.015.753 -3.165.306 Anlage 3: Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022 47 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I. Allgemeine Angaben sowie Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden I.1 Allgemeine Angaben Sitz der Gesellschaft ist die Kurt-Schumacher-Straße 18-20 in 53113 Bonn, Deutschland. Die Gesellschaft wird in Form der Aktiengesellschaft nach deutschem Recht betrieben. Die FORIS AG ist im deutschen Handelsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nummer HRB 13175 eingetragen. Sie ist oberste Muttergesellschaft des FORIS Konzerns. Die Aktien der im General Standard gelisteten FORIS AG werden neben Frankfurt am Main auch an anderen deutschen Börsen gehandelt. Die FORIS AG ist eine kleine deutsche Aktiengesellschaft (§ 267 Abs. 1 HGB), die gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB aufgrund ihrer Börsennotierung als große Kapitalgesellschaft gilt. Die Erstellung des Jahresabschlusses und die Führung der Bücher erfolgen unter Beachtung der handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss ist in EURO aufgestellt. Bei der Angabe in Einheiten von je 1.000 (TEUR) ist er gerundet nach kaufmännischer Rechnungsmethode dargestellt. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben Rundungsdifferenzen auftreten können. Die Gewinn- und Verlust- rechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB. Der Lagebericht der FORIS AG und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 3 in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2022 veröffentlicht. Die Veröffentlichung des Jahresab- schlusses und des Konzernabschlusses der FORIS AG erfolgt im Bundesanzeiger sowie auf der Internetseite der FORIS AG unter https://www.foris.com/aktionaere-investoren/unternehmenskalender-finanzberichte/ I.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Einzel- abschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. I.2.1 Umsatzrealisierung Die FORIS AG realisiert Umsatzerlöse grundsätzlich dann, wenn der Kunde die wirtschaftliche Verfügungs- macht über das gelieferte Gut erlangt hat oder die Dienstleistung erbracht wurde. Erlösschmälerungen werden hiervon abgezogen und getrennt erfasst. Zu dem jeweiligen Stichtag erfolgt eine Berücksichtigung nach dem Verhältnis der zu erbringenden Leistung zur Gesamtleistung. Abweichend hiervon werden im Bereich Prozessfinanzierung Umsatzerlöse dann realisiert, wenn ein Urteil rechtskräftig geworden ist, ein (Teil-)Vergleich geschlossen wird, eine anerkenntnisgleiche Zahlung erfolgt oder wenn nach Obsiegen in zweiter Instanz die Revision nicht zugelassen wurde. I.2.2 Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten werden im Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. 48 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.2.3 Fremdwährungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung während des Geschäftsjahres werden zum entsprechenden Fremd- währungskurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles umgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Entstehung oder dem niedrigeren Zeitwert (Forderungen) bzw. dem höheren Zeitwert (Verbindlichkeiten) am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen oder Verbindlichkeiten in Fremdwährung bestanden zum Bilanzstichtag nicht. I.2.4 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände mit bestimmter Nutzungsdauer werden zu An- schaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die jeweilige Nutzungsdauer (fortgeführte Anschaffungskosten), bewertet. Die unterstellte Nutzungsdauer beträgt bei den immateriellen Vermögens- gegenständen zwischen zwei und vier Jahren. Sämtliche Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer (fortgeführte Anschaffungskosten), bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten sämtliche dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Planmäßige Abschreibungen bei den Sachanlagen wurden wie folgt vorgenommen: Anlagegegenstände Abschreibungsmethode Nutzungsdauer in Jahren Büroeinrichtungen linear 10–12 EDV Hardware linear 3–5 Einbauten in fremde Gebäude linear 10 Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode. Von der Möglichkeit der Sofortabschreibung geringwerti- ger Vermögensgegenstände bis 800,- EUR wird entsprechend der steuerlichen Vorschriften Gebrauch gemacht. Für Zwecke der Darstellung im Anlagengitter wird ein fiktiver Vollabgang unterstellt. I.2.5 Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. I.2.6 Vorräte (Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung) Unter dieser Position werden die mit den Prozessfinanzierungsverträgen erworbenen Rechte und eingegange- nen Pflichten bilanziert. Diese werden bei Zugang mit den Anschaffungskosten bewertet. Anschaffungskosten sind die direkt zurechenbaren Kosten, insbesondere die Anwalts- und Gerichtskosten und etwaige Kosten für Gutachter. Wertberichtigungen erfolgen dann, wenn die erfolgreiche Durchsetzung des jeweiligen rechtlichen Anspruches nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben ist und die fortgeführten Anschaffungs- kosten unterschritten werden. 49 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.2.7 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert oder dem niedrigeren beizule- genden Wert angesetzt. Davon in Abzug gebracht werden Einzelwertberichtigungen, die entweder auf Basis der in Einzelfällen bekannten Ausfallrisiken bzw. pauschal aufgrund von Erfahrungswerten gebildet werden. Ausfall- risiken manifestieren sich in der Regel durch Zahlungsschwierigkeiten, wahrscheinliche Insolvenz oder Nicht- erfüllung. Soweit im Einzelfall etwa Vollstreckungsmaßnahmen im Bereich der Prozessfinanzierung erforderlich sind, kann der Zufluss auch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. I.2.8 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Die Zahlungsmittel umfassen Bargeld sowie jederzeit verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten und sind zum Nennwert bilanziert. I.2.9 Rechnungsabgrenzungsposten Es handelt sich um Vorauszahlungen, deren Gegenleistungen in zukünftigen Dienstleistungen bestehen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert. I.2.10 Aktive latente Steuern Unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden aktive latente Steuern auf den Aktivüberhang ausgewiesen. Der Aktivüberhang ist zugleich ausschüttungsgesperrt nach Maßgabe des § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB. Die aktiven latenten Steuern umfassen zu erwartende Steuererstattungen bzw. zukünftige Ertragssteuerminde- rungen aus der Nutzung von in Vorjahren entstandenen steuerlichen Verlustvorträgen. Die aktiven latenten Steu- ern werden mit den zukünftig gültigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des effektiven Inkrafttretens der Gesetzesänderung berücksichtigt werden. Der Be rechnung liegt die vom Vorstand aufgestellte und vom Aufsichtsrat genehmigte Planung zugrunde. Wesentliche An nahmen, auf denen die Fortentwicklung beruht, sind Annahmen und Schätzungen zu Umsatzentwicklung, Marktanteil, Wachs - tumsraten des Marktes, Entwicklung der Kosten sowie der Abschreibungen auf das Umlaufvermögen. I.2.11 Eigenkapital Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Ausgabekosten erfasst. Ausgabekosten sind solche Kosten, die ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Rückkäufe von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden unterhalb des Eigenkapitals in einem gesonderten Posten ausgewiesen. Weder Kauf noch Verkauf, Ausgabe oder Einziehung von eigenen Eigenkapitalinstrumen- ten werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Von einem Konzernunternehmen emittierte Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung und den Definitionen als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert. Als gezeichnetes Kapital werden die Stammaktien der FORIS AG klassifiziert. Die im Rahmen des Aktienrückkaufs 2013, 2015, 2017 und 2019 erworbenen Anteile wurden eingezogen und die entsprechenden Satzungsänderungen im Handelsregister eingetragen. I.2.12 Rückstellungen Die Rückstellungen werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags an- gesetzt. Sie wurden bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. 50 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.2.13 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Bilanz II.1 Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung II.1.1 Umsatzerlöse 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Prozessfinanzierung 3.136.572,84 2.069.888,96 Kostenweiterbelastungen im Konzern 743.507,54 565.265,26 Verhandlungsbegleitung 0,00 102.194,21 Transparenzregister 6.500,00 0,00 Summe 3.886.580,38 2.737.348,43 Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland erzielt. Wesentlicher Bestandteil der Kostenweiterbelastungen sind Weiterberechnungen von Personalkosten und allgemeine Kosten der IT-Infrastruktur. Da sämtliche Mitarbeiter bei der FORIS AG angestellt sind, stellt diese ihren Tochtergesellschaften die für deren Geschäftsbetrieb anfallenden Personalkosten in Rechnung. 51 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.2 Sonstige betriebliche Erträge 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Periodenfremd 180.750,44 47.423,26 Sonstige 41.425,26 42.278,45 Summe 222.175,70 89.701,71 Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen und Wertberichti- gungen. II.1.3 Aufwendungen für bezogene Leistungen 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Prozessfinanzierung 1.571.685,74 2.247.101,85 Summe 1.571.685,74 2.247.101,85 II.1.4 Personalaufwand Die Löhne und Gehälter enthalten zum überwiegenden Teil Gehälter. In den sozialen Abgaben sind die Arbeit- geberanteile der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge enthalten. II.1.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Immaterielle Vermögensgegenstände 8.125,59 22.229,00 Sachanlagen 25.170,13 31.212,01 Summe 33.295,72 53.441,01 52 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die periodenfremden sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind wie im Vorjahr von untergeordneter Bedeutung für die Beurteilung der Ertragslage. 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Raumkosten 250.530,97 255.483,19 EDV und Telefonkosten 166.793,82 166.629,68 Werbe- und Bewirtungskosten 163.041,78 228.203,14 Buchführung, Jahresabschlussprüfung und Steuerberatung 117.382,57 117.420,05 Aufsichtsratsvergütung 105.000,00 105.186,00 Rechts- und Beratungskosten 102.458,05 130.377,40 Börsenkosten inklusive Hauptversammlung 95.032,07 130.420,94 Beiträge und Versicherungen 45.135,67 30.157,73 Bücher, Zeitschriften und Fortbildung 30.899,53 44.446,98 Personalwerbung 29.890,11 58.238,11 Übrige 30.323,65 116.648,95 Reisekosten 20.360,94 9.833,58 Wertberichtigungen 5.116,58 82.759,87 Summe 1.161.965,74 1.475.805,62 II.1.7 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR GO AHEAD GmbH 309.637,81 551.652,67 FORATIS AG 619.283,21 956.414,30 FORIS Vermögensverwaltungs AG 249.854,68 205.915,96 Summe 1.178.775,70 1.713.982,93 53 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.8 Zinserträge und ähnliche Erträge 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Interne Zinserträge aus Verrechnung 352.378,90 255.177,93 Zinsen Prozessfinanzierung 0,00 2.033,97 Übrige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 173,04 Summe 352.378,90 257.384,94 Die internen Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung von Forderungen gegen verbundene Unternehmen. II.1.9 Abschreibungen auf Finanzanlagen 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Beteiligung an der GO AHEAD GmbH 66.000,00 364.100,00 Summe 66.000,00 364.100,00 II.1.10 Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen 01.01.-31.12.2022 EUR 01.01.-31.12.2021 EUR Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten 111.035,58 34.279,57 Interne Zinsaufwendungen aus Verrechnung 14.410,65 18.718,94 Summe 125.446,23 52.998,51 Die internen Zinsaufwendungen ergeben sich aus der Verzinsung von Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. 54 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2 Erläuterung zur Bilanz II.2.1 Anlagevermögen Anlagespiegel vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 Bezeichnung Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2022 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2022 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerb- liche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 319.042,91 71.256,59 0,00 390.299,50 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 466.214,39 39.053,13 0,00 505.267,52 FINANZANLAGEN Anteile an verbundenen Unternehmen 3.672.279,00 0,00 0,00 3.672.279,00 Summe 4.457.536,30 110.309,72 0,00 4.567.846,02 Bezeichnung Kumulierte Abschreibungen Buchwert 01.01.2022 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2022 EUR 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 313.895,91 8.125,59 0,00 322.021,50 68.278,00 5.147,00 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus stattung 417.418,39 25.170,13 0,00 442.588,52 62.680,00 48.796,00 FINANZANLAGEN Anteile an verbunde- nen Unternehmen 3.086.173,00 66.000,00 0,00 3.152.173,00 520.106,00 586.106,00 Summe 3.817.487,30 99.295,72 0,00 3.916.783,02 651.064,00 640.049,00 55 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlagespiegel vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 Bezeichnung Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2021 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2021 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerb- liche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 319.042,91 0,00 0,00 319.042,91 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 452.620,38 13.594,01 0,00 466.214,39 FINANZANLAGEN Anteile an verbundenen Unternehmen 3.672.279,00 0,00 0,00 3.672.279,00 Summe 4.443.942,29 13.594,01 0,00 4.457.536,30 Bezeichnung Kumulierte Abschreibungen Buchwert 01.01.2021 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2021 EUR 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 291.666,91 22.229,00 0,00 313.895,91 5.147,00 27.376,00 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus stattung 386.206,38 31.212,01 0,00 417.418,39 48.796,00 66.414,00 FINANZANLAGEN Anteile an verbunde- nen Unternehmen 2.722.073,00 364.100,00 0,00 3.086.173,00 586.106,00 950.206,00 Summe 3.399.946,29 417.541,01 0,00 3.817.487,30 640.049,00 1.043.996,00 56 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.2 Finanzanlagevermögen Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Beteiligungsquote beträgt in allen Fällen 100 %. Wert der Beteiligung lt. Bilanz des Mutterunternehmens Bilanzielles Eigenkapital Perioden- ergebnis 01.01.– 31.12.2022 EURName, Sitz 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR 31.12.2022 EUR BGGK GmbH, Bonn 25.000,00 25.000,00 312,58 -1.179,13 CPM Cash Pool GmbH, Bonn 1,00 1,00 -1.063,94 -618,65 Deutsche Geschäftsführer- tag GmbH, Bonn 25.000,00 25.000,00 29.191,32 -785,98 FORATIS AG, Bonn 2) 50.000,00 50.000,00 55.000,00 0,00 FORIS Administration Ltd. Dublin 1) 0,00 0,00 13.499,63 4.762,63 FORIS Gründungs GmbH, Bonn 1) 2) 0,00 0,00 25.000,00 0,00 FORIS Vermögensverwal- tungs AG, Bonn 2) 250.000,00 250.000,00 255.000,00 0,00 Gewerbepark Zapfholzweg AG, Bonn 50.000,00 50.000,00 57.910,52 1.186,35 GO AHEAD GmbH, Bonn 2) 120.000,00 186.000,00 100.000,00 0,00 Go Ahead Secreterial Services Limited, Dublin 100,00 100,00 0,00 0,00 Go Ahead Service Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 0,00 Go Ahead Services Limited, Birmingham 1,00 1,00 12.872,35 457,81 FORIS-Service GmbH, Bonn (vormals lavend GmbH) 1) 0,00 0,00 25.000,00 0,00 On Behalf Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 0,00 On Behalf Service Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 0,00 On Behalf Services Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 0,00 Summe 520.106,00 586.106,00 1) Es handelt sich um Tochterunternehmen der FORATIS AG. Das Stammkapital der FORIS Gründungs GmbH und FORIS-Service GmbH (ehemals lavend) beträgt jeweils 25.000 EUR und das der FORIS Administration Ltd. 100 EUR, jeweils von der FORATIS AG gehalten. 2) Mit diesen Unternehmen bestehen unmittelbare und mittelbare Gewinnabführungsverträge. 57 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.3 Vorräte II.2.3.1 Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung Die Einzelwertberichtigungen auf geleistete Anzahlungen aus der Prozessfinanzierung werden zum einen im Rahmen eines standardisierten Verfahrens aufgrund einer Einzelfallbetrachtung unter Berücksichtigung des jeweiligen Verfahrensstandes ermittelt. Zum anderen wird der durchschnittliche Erwartungswert auf der Grundlage von Szenarien berechnet und auf den Stichtag diskontiert. Wenn der Erwartungswert geringer als der aktivierte Betrag ist, wird grundsätzlich abgewertet, es sei denn es gibt konkrete Anhaltspunkte, die keinen Wertberichtigungsbedarf erfordern. 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung 9.078.634,94 7.624.951,67 ./. Einzelwertberichtigungen hierauf -788.431,34 -847.662,89 Summe 8.290.203,60 6.777.288,78 II.2.3.2 Anteile an zum Verkauf bestimmten Kapitalgesellschaften 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR Vorratsgesellschaften - AG 51.495,45 51.495,45 Einzahlungsverpflichtung - AG -50.000,00 -50.000,00 Wertberichtigungen - AG -1.495,45 -1.495,45 Summe 0,00 0,00 Unter den Vorräten werden die Anteile, die die FORIS AG an den Vorratsgesellschaften hält, ausgewiesen. II.2.4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände II.2.4.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR Forderungen Prozessfinanzierung 1.961.537,98 972.658,72 ./. Einzelwertberichtigung hierauf -209.214,37 -235.672,76 Vermögenswert Prozessfinanzierung 1.752.323,61 736.985,96 Forderungen aus Verhandlungsbegleitung 0,00 5.980,70 Übrige Forderungen 54.292,00 0,00 Forderungen Gesamt 2.015.829,98 978.639,42 ./. Einzelwertberichtigungen hierauf -209.214,37 -235.672,76 Forderungen Gesamt 1.806.615,61 742.966,66 58 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Von den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sämtliche eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus der Prozessfinanzierung werden im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung ermittelt. II.2.4.2 Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Ergebnisabführungen, Verrechnungen und Finanzierungssachverhalten. Im Zinsaufwand sind die Zinsaufwendungen aus Verbindlich- keiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen enthalten, als auch Zinsen für Bankkredite. Die Ausfallrisiken sind durch ausreichende Vermögenswerte und Liquidität in den jeweiligen Gesellschaften gesichert. Die Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Verzinsung der Salden erfolgte bis zum 30.06.2022 auf dem seit dem 1. Januar 2019 vertraglich vereinbar- ten Zinssatz von 3,0 % p. a. Mit Wirkung zum 01.07.2022 wurden neue Verträge zu den Intercompany-Konten abgeschlossen und in diesem Zusammenhang auch die Zinssätze den aktuellen Kapitalmarktentwicklungen angepasst. Ausleihungen wurden mit 4,44 % p.a. verzinst, Guthaben mit 3,44 % p.a. II.2.5 Sonstige Vermögensgegenstände Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind Darlehensforderungen zu nennen, die verzinslich sind. Die Tilgung erfolgt, soweit sie vereinbart wurde, planmäßig. Zinsänderungen hat es im Berichtszeitraum nicht gegeben. II.2.6 Aktive latente Steuern Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2022 über steuerlich noch nicht genutzte Verlustvorträge entspre- chend den vorliegenden Steuerbescheiden und der entsprechenden Fortschreibung, wie im Vorjahr, in Höhe von 6,4 Mio. EUR (Körperschaftssteuer) bzw. 7,9 Mio. EUR (Gewerbesteuer). Es wurden verrechenbaren Steuer- vorteile in Höhe von 84 TEUR wie im Vorjahr angesetzt. Die Planung bezieht sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Bei der Berechnung wurde der voraussichtlich im Zeitpunkt der geplanten Verlustnutzung geltende kombinierte Steuersatz von rd. 33 % zugrunde gelegt. Trotz optimistischer Konzernplanung 2023 bis 2026 hat der Vorstand entschieden, über die gebildeten latenten Steueransprüche hinaus keine weiteren latenten Steuern auf Verlustvorträge anzusetzen. Hintergrund ist der im Lagebericht ausführlich erläuterte erhebliche Einfluss des Segments Prozessfinanzierung auf das Gesamter- gebnis, insbesondere dessen Volatilität und die daraus resultierenden (und auch in den letzten Jahren deutlich erkennbaren) Unsicherheiten bezüglich Höhe und Zeitpunkt des Entstehens von Erlösansprüchen. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit der Verlustnutzung unter Berücksichtigung der Verlusthistorie der vergange- nen fünf Jahre unsicher. 59 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.7 Eigenkapital II.2.7.1 Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital der FORIS AG beträgt 4.634.774,00 EUR (Vorjahr: 4.634.774,00 EUR) und ist eingeteilt in 4.634.774 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR. Die Hauptversammlung am 01. Juni 2022 hat den Vorstand ermächtigt, eigene Anteile zum Zwecke der Einziehung am Markt zu erwerben. Die Umsetzung dieser Käufe ist insbesondere von der Kurs-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung unter Berücksichtigung etwaiger Dividendenzahlungen abhän- gig. Ein fixes beziehungsweise über das oben dargestellte Rückkaufprogramm wie auch Aktienoptionsprogram- me bestehen derzeit nicht. 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR Gezeichnetes Kapital 4.634.774,00 4.634.774,00 II.2.7.2 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage besteht gegenüber dem Vorjahr unverändert in Höhe von 11.845.165,01 EUR fort. Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen durch die Vereinnahmung des Agios bei der Aktienemission im Rahmen des Börsengangs entstanden. II.2.7.3 Andere Gewinnrücklagen Die Dotierung der anderen Gewinnrücklagen erfolgte über die erstmalige Berücksichtigung von aktiven Steuerlatenzen im Geschäftsjahr 2010 in Folge des BilMoG. Ausschüttungsgesperrt gemäß § 268 Abs. 8 HGB ist ein Betrag in Höhe von 84 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR), der der Summe der aktivierten latenten Steuern entspricht. Die hier ausgewiesene Gewinnrücklage übersteigt diesen Betrag. 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR Sonstige 547.357,41 547.357,41 547.357,41 547.357,41 II.2.7.4 Bilanzverlust 31.12.2022 EUR 31.12.2021 EUR Jahresüberschuss / -fehlbetrag 149.552,43 -1.772.616,94 Verlustvortrag aus dem Vorjahr -3.165.305,56 -1.392.688,62 Bilanzverlust -3.015.753,13 -3.165.305,56 Wir schlagen der Hauptversammlung vor zu beschließen, den im Jahresabschluss der FORIS AG ausgewiesenen Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 auf neue Rechnung vorzutragen. 60 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.8 Rückstellungen Stand 01.01.2022 EUR Verbrauch EUR Auflösung EUR Zuführung EUR Stand 31.12.2022 EUR Risiken Prozessfinanzierung 228.870,68 157.634,73 0,00 128.306,16 199.542,11 Personalkosten 129.991,22 129.991,22 0,00 172.637,00 172.637,00 Aufbewahrungs- pflichten 20.534,00 0,00 0,00 0,00 20.534,00 Prozesskosten 6.250,00 0,00 1.000,00 0,00 5.250,00 Kosten für Erstellung und Prüfung Jahres- abschluss, Erstellung Steuererklärungen 102.500,00 72.620,51 16.487,65 86.928,24 100.320,08 Aufsichtsrats- vergütung 105.000,00 105.000,00 0,00 105.000,00 105.000,00 Berufsgenossen- schaftsbeiträge und Schwerbehinderten- ausgleichsabgabe 5.843,00 5.759,88 83,12 7.800,00 7.800,00 598.988,90 471.006,34 17.570,77 500.671,40 611.083,19 II.2.8.1 Sonstige Rückstellungen Die Rückstellung „Risiken Prozessfinanzierung“ bildet das Risiko der Inanspruchnahme durch Dritte aus finan- zierten Verfahren in diesem Bereich ab. In der Position Personalkosten sind die ergebnisunabhängigen Boni- fikationen für die Mitarbeiter, Resturlaub sowie Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung enthalten. Bei den ausstehenden Rechnungen handelt es sich um im Geschäftsjahr erhaltene Lieferungen oder Leistungen, für die zum Stichtag eine Rechnung noch nicht vorlag. Die Abschluss- und Prüfungskosten beinhalten sowohl die Kosten für die Erstellung als auch für die Prüfung des Jahresabschlusses. II.2.9 Verbindlichkeiten Gesamt 31.12.2022 EUR Gesamt 31.12.2021 EUR Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.12.2022 EUR Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.12.2021 EUR Restlaufzeit bis 5 Jahre 31.12.2022 EUR Restlaufzeit bis 5 Jahre 31.12.2021 EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kredit- instituten 4.900 3.000 4.900 3.000 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 96 165 96 165 0 0 Verbindlichkeiten gegenüber verbunde- nen Unternehmen 172 220 172 220 0 0 Sonstige Verbindlich- keiten 159 184 159 184 0 0 5.327 3.569 5.327 3.569 0 0 61 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind beläuft sich auf 4,9 Mio. EUR. Für den Kreditrahmen von 10,5 Mio. EUR, in dessen Rahmen die Kredite aufgenommen wurden, hat die FORIS Sicherheiten in Form von Grundschulden in Höhe von 6,84 Mio. EUR bestellt. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. III. Sonstige Angaben III.1 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichtes ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen von besonderer Bedeutung, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. III.2 Erfolgsunsicherheiten und Schätzungen Die Erfolgsunsicherheiten des Unternehmens sind, soweit solche bestehen, in diesem Abschluss derart be- rücksichtigt, dass Vermögenswerte mit dem wahrscheinlichen Erfolg der Realisierung ausgewiesen werden. Der Vorstand muss bei der Erstellung des Jahresabschlusses Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, welche die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Berichtszeitraumes beeinflussen. Den Annahmen und Schätzungen liegen wiederum Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Er- stellung des Jahresabschlusses beruhen. Dabei können die sich im Zeitablauf tatsächlich ergebenden Beträge, insbesondere im Bereich der Prozessfinanzierung, von diesen Schätzungen abweichen. III.3 Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB Die FORIS AG hat für die BGGK GmbH eine harte Patronatserklärung abgegeben und sich verpflichtet, die BGGK GmbH jederzeit so finanziell auszustatten, dass sie ihre rechtlichen Verpflichtungen aus Prozess- finanzierungs- und / oder damit verbundenen oder in Zusammenhang stehenden Verträgen und Erklärungen jederzeit erfüllen kann. Das Risiko der Inanspruchnahme ist vergleichbar mit dem Risiko der FORIS AG hinsicht- lich ihres Kern geschäfts der Prozessfinanzierung. Für die angeführten, zu Nominalwerten angesetzten Eventualschulden wurden keine Rückstellungen gebildet, weil mit einer ergebniswirksamen Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft nicht gerechnet wird. III.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum 31. Dezember 2022 bestehen Mietverpflichtungen bis zu einem Jahr gegenüber der FORIS Vermögensver- waltungs AG aus dem Mietvertrag für die Büroimmobilie von 231 TEUR (Vorjahr: 231 TEUR). Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2022 keine wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen. 62 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.5 Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche Über die eigentliche Prozessfinanzierung hinaus ist die FORIS AG an mehreren Prozessen und Verfahren be- teiligt. Sämtliche Risiken aus zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bekannten Prozessen und Verfahren sind im vorliegenden Jahresabschluss entsprechend berücksichtigt. Maßgebliche Veränderungen im Verlauf der be- stehenden Verfahren und Prozesse sowie in der Zukunft eingeleitete Verfahren oder in anderer Weise geltend gemachte Ansprüche können einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der FORIS AG haben. III.6 Anzahl der Arbeitnehmer 31.12.2022 Personen 31.12.2021 Personen Juristen 5 5 Sonstige Angestellte 28 26 Mitarbeiter gesamt 33 31 2022 2021 Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter für den Berichtszeitraum (einschließlich der sich in Mutterschutz befindlichen Mitarbeiter) 31 31 III.7 Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr 2022 fielen Gesamtvergütungen für die Tätigkeiten von Vorstand und Aufsichtsrat in Höhe von 320,5 TEUR bzw. 105 TEUR an. Weitere individualisierte Angaben und Erläuterungen befinden sich im Vergütungsbericht auf unserer Webseite. III.8 Nahestehende Unternehmen und Personen Hinsichtlich des Anteilsbesitzes des Aufsichtsrats verweisen wir auf die Ausführungen unter III.10 im Anhang. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Somit wird die FORIS AG als oberstes Mutterunternehmen des FORIS Konzerns nicht von einem einzelnen Unternehmen oder von einzelnen Personen beherrscht. Hinsichtlich der in den Konzern einbezogenen Tochtergesellschaften verweisen wir auf unsere Ausführungen unter II.2.2 im Anhang. Zu den Gesellschaften, von denen Wertpapiere gehalten werden, bestanden über die reine Geldanlage hinaus keine Geschäftsbeziehungen. 63 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Hinsichtlich der Vergütung des Managements verweisen wir auf unsere Ausführungen unter III.7 im Anhang. Darüberhinausgehende kurzfristig fällige Leistungen, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, andere langfristig fällige Leistungen, Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder anteilsbasierte Vergütungen wurden im Geschäftsjahr 2022 nicht gewährt. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie diesen Personen nahestehende Familienangehörige können zugleich Kunden oder auch Auftragnehmer der FORIS AG oder einer ihrer Tochterunternehmen sein oder in sonstigen Rechtsbeziehungen zueinander stehen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden für die Zeit vom 01.07. bis 31.12.2022 nach Ausscheiden von Herrn Prof. Dr. Müller als Vorstand von diesem Dienstleistungen vertrieblicher Art bezogen, für die eine Vergütung in Höhe von 7,1 TEUR gezahlt wurde. Zudem wurden im Ge- schäftsjahr 2022 von Herrn Olaf Wilcke strategische Beratungsleistungen in Zusammenhang mit einem speziell definierten Vertriebs- und Marketingprojekt bezogen, für die Herr Wilcke eine Vergütung in Höhe von 6,0 TEUR erhalten hat. Über die zuvor genannten Angaben hinaus haben sowohl im Geschäftsjahr 2022 als auch im Geschäftsjahr 2021 keine Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen bestanden. Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen oder Unternehmen, die nicht Gesell- schaften der FORIS AG sind, bestehen über die Angaben unter III.7 hinaus weder zum 31. Dezember 2022 noch zum 31. Dezember 2021. III.9 Abschlussprüferhonorar Es wird auf die Angaben im Konzernabschluss der FORIS AG verwiesen. III.10 Vorstand und Aufsichtsrat Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2022 sind gewesen: 31.12.2022 Anteilsbesitz Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller, Vorstand, Köln bis 30.06.2022 0,25 % Frederick Iwans, Vorstand, Glashütten seit 04.01.2021 0,00 % Herr Iwans ist Mitglied im Board of Directors der WineJump A/S, Kopenhagen. Er ist des weiteren Geschäfts- führer der Iwans Beteiligungen UG, Glashütten. Herr Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller ist Beiratsvorsitzender der mnoplus marketing GmbH, Bochum, Beirats- mitglied der VentuSolar Global Capital GmbH, München und auch der RECan Global GmbH, München, Halifax. 64 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2022 aus folgenden Personen: 31.12.2022 Anteilsbesitz Dr. Christian Rollmann, Rechtsanwalt, Bonn, Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 30.06.2009 6,07 % Olaf Wilcke, Chief Sales Officer, Bonn, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 30.06.2009 0,06 % Peter A. Börsch, Unternehmer, Köln Aufsichtsratsmitglied seit 28.05.2018 0,00 % Herr Dr. Rollmann ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Max and Mary AG, Frankfurt am Main. Herr Olaf Wilcke ist Vorstand bei German Sweets, einer Unterorganisation des BDSI (Bund der deutschen Süßwarenindustrie), Bonn. Herr Peter A. Börsch ist Vorsitzender des Beirates der Kipp & Grünhoff GmbH & Co. KG, Leverkusen, Vorsitzen- der des Beirates der Schmidt-Rudersdorf GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach, Vorsitzender des Beirates der DBH GmbH, Düsseldorf, Beiratsmitglied der C+S Service GmbH, Bergisch Gladbach, Beiratsmitglied der H.W. Schmitz-Gruppe, Andernach und und Vorsitzender des Beirats der Firma Hüttemann Holzfachzentrum GmbH, Düsseldorf tätig. III.11 Aktie III.11.1 Anzahl der ausstehenden Aktien Die Anzahl der ausstehenden Aktien beträgt 4.634.774 Stück. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Ausweislich der Präsenz bei der letzten nicht digitalen Hauptversammlung vom 28. Mai 2019 und unter Berücksichtigung der Stimmrechtsmitteilungen halten einzelne Aktionäre bis zu 5 % der Aktien und drei Aktionäre mehr als 5 % und weniger als 10 % der Aktien. Anteilsbesitz gemäß letzter Schwellenwert-Mitteilung 65 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.11.2 Schwellenwert und Mitteilungen Die nachfolgende Übersicht zeigt die nach § 33 WpHG veröffentlichungspflichtige Mitteilungen, die der FORIS AG zugegangen und entsprechend veröffentlicht wurden. Meldepflichtiger Zugang der Meldung Schwelle 1 Anteil laut Meldung Victor Rollmann 25.06.2015 > 3 % 3,17 % Philipp Rollmann 25.06.2015 > 3 % 3,17 % Christian Rollmann 25.06.2015 < 10 % 6,07 % Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel 07.07.2015 > 5 % 5,06 % Alexander Rollmann 06.05.2019 > 5 % 5,06 % Dr. Hans Cobet 12.06.2019 > 3 % 3,00 % III.11.3 Entwicklung der Aktie Der Kurs der FORIS Aktie hat am 31. Dezember 2022 2,60 EUR betragen (31. Dezember 2021: 2,62 EUR). III.12 Veröffentlichung und Hauptversammlung Die FORIS AG hat ihren testierten (Konzern-) Jahresabschluss 2021 am 30. März 2022 der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung gestellt. Die Hauptversammlung fand am 1. Juni 2022 statt. Im Bundesanzeiger erfolgten die Veröffentlichung des Jahresabschlusses der FORIS AG am 30. Mai 2022 und die des Konzernabschlusses am 30. Mai 2022. Bonn, 29. März 2023 FORIS AG Der Vorstand Frederick Iwans 1 < = Schwelle unterschritten; > = Schwelle überschritten 66 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 / VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER „Ich versichere nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss der FORIS AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der FORIS AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tat- sächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der FORIS AG beschrieben sind.“ Bonn, 29. März 2023 FORIS AG Der Vorstand Frederick Iwans Versicherung der gesetzlichen Vertreter C.