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FORIS AG — Management Reports 2024
Apr 2, 2025
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Download source file4 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG Zusammengefasster Lagebericht der FORIS AG A. 14 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.1 FORIS-Konzern im Überblick Die FORIS AG mit Sitz in Bonn ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und Mutter- gesellschaft des FORIS-Konzerns. Zum FORIS-Konzern gehören neben der FORIS AG einige direkt oder indirekt beherrschte Tochtergesellschaften. Das Geschäftsmodell des Konzerns besteht in der Erbringung verschiede- ner rechtsnaher Dienstleistungen für unterschiedliche Zielgruppen. Hierzu zählen im Wesentlichen die Finan- zierung von Prozessen gegen eine Erlösbeteiligung (Prozessfinanzierung), der Handel mit Vorratsgesellschaften, die Betreuungsleistungen für in England gegründete Gesellschaften sowie einige weitere rechtsnahe Dienst- leistungen (Corporate Services, wie z. B. die Datenpflege im Transparenzregister). Alle diese Aktivitäten, die über verschiedene organisatorische Geschäftsbereiche ausgeübt werden, sind voneinander unabhängig, ergänzen sich aber auch. Die Prozessfinanzierung wird von der FORIS AG erbracht, die die Kundenbeziehungen hält und Vertragspartner der jeweiligen Finanzierungsverträge ist. In einigen wenigen Fällen ist die BGGK GmbH involviert, eine einhun- dertprozentige Tochtergesellschaft der FORIS AG; sie dient als Dienstleister, um die Ansprüche mehrerer Kläger kosteneffizient zu bündeln. Der Handel mit Vorratsgesellschaften wird über die FORIS Gründungs GmbH betrieben, in der Außendarstel- lung ebenfalls unter der Marke FORIS. Die Betreuung von englischen und (bis Jahresende 2023) irischen Limited-Gesellschaften erfolgt über die GO AHEAD GmbH, die die entsprechenden Kundenbeziehungen hält. In der Außendarstellung werden diese Leistungen unter der Marke GO AHEAD erbracht. Weitere rechtsnahe Dienstleistungen (Corporate Services), wie z. B. die Eintragung und Datenpflege im Trans- parenzregister, werden über die FORIS Service GmbH und in der Außendarstellung unter der Marke FORIS erbracht. Die FORIS Vermögensverwaltungs AG übt als Eigentümerin und Vermieterin der zum Teil selbst als Büro genutz- ten und fremdvermieteten Immobilien kein operatives Geschäft im engeren Sinne aus. 1. Grundlagen des Konzerns I. Geschäftsmodell des Konzerns Zusammengefasster Lagebericht B. 5 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 15 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Weitere Tochtergesellschaften sind mehrheitlich Unternehmen zu Finanzierungszwecken oder rein administra- tive Einheiten ohne eigenes operatives Geschäft. Synergetische Effekte über alle Bereiche hinweg werden unter anderem über die gemeinsame Nutzung zent- raler IT-Plattformen, dem Cash-Pooling und Liquiditätsmanagement auf Konzern-Ebene sowie über bereichs- übergreifende Zentralfunktionen erzielt. So sind die wesentlichen Managementfunktionen des Konzerns, etwa Rechnungswesen/Controlling, Personalwesen sowie die Betreuung der IT-Infrastruktur, in der FORIS AG zentralisiert. Der Vorstand der FORIS AG trägt die Gesamtverantwortung für die Geschäftsleitung auf Konzern- ebene und fungiert zugleich als Vorstand beziehungsweise Geschäftsführer der meisten Konzerngesellschaften. Die einzelnen Geschäftsbereiche sind als Profitcenter organisiert und werden von insgesamt drei Bereichs- leitern mit Berichtslinie an den Vorstand geführt. Diese schlanke Organisationsform soll sicherstellen, dass der Konzern in den einzelnen Geschäftsbereichen schnell und flexibel, gleichzeitig aber auch unter Wahrung einer einheitlichen Gesamtstrategie operieren kann. Vorstand und Bereichsleiter stellen zudem das zentrale Lei- tungsgremium für bereichsübergreifende Aspekte dar. I.2 FORIS AG Prozessfinanzierung Die FORIS AG bietet seit 1998 die von ihr selbst im deutschsprachigen Raum etablierte Prozessfinanzierung an und unterstützt dabei Kläger, ihre Forderungen vor staatlichen Gerichten oder Schiedsgerichten durchzuset- zen. Hierfür übernimmt FORIS für den Kläger die Kosten des Prozesses und das Kostenrisiko für den Fall des Unterliegens. Als Gegenleistung erhält FORIS eine vertraglich vereinbarte Erlösbeteiligung, die FORIS erst nach Beendigung des Prozesses im Erfolgsfall zufließt. Das Geschäftsmodell zielt somit auf die Erwirtschaftung eines Erlöses als Prämie für die Kosten einer ggf. langfristigen Vorfinanzierung und der Übernahme des Risikos für den Fall des Unterliegens. Bei der Auswahl der finanzierten Fälle legt FORIS daher besondere Aufmerksamkeit auf die Erfolgsaussichten und die zu erwartende Laufzeit der Prozesse. Prozessfinanzierungen durch FORIS werden in Anspruch genommen, wenn Kläger entweder außerstande sind, die gegebenenfalls existenzbedrohenden Prozesskosten zu tragen, oder sich aus strategischen Gründen dazu entscheiden, die eigene Liquidität für andere Zwecke einzusetzen, und sich zugleich gegen das Kostenrisiko im Fall eines Prozessverlustes abzusichern. Selbst solvente Unternehmen, die Rechtsstreitigkeiten im Wege eines aktiven Risikomanagements steuern, lagern das Kostenrisiko oftmals aus, um sich auf ihre strategischen Ziele zu fokussieren. Die Prozessfinanzierung bietet hier ein geeignetes Werkzeug modernen Risikomanagements. Da jede Fallkonstellation unterschiedlich ist, passt FORIS die Prozessfinanzierung flexibel an die jeweiligen Kun- denbedürfnisse an, von der Finanzierung außergerichtlicher Streitbeilegung zur Teil- oder Vollfinanzierung der Gerichtsverfahren, erforderlichenfalls über mehrere Instanzen. Die finanzierten Streitigkeiten kommen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten und Branchen, wobei FORIS be- sondere Schwerpunkte auf Arzthaftungsfälle, erbrechtliche Streitigkeiten, Kartellschadensersatzprozesse, inter- nationale Schiedsverfahren, Patentstreitigkeiten und Streitigkeiten in Insolvenzverfahren legt. Geographisch liegt der Finanzierungsschwerpunkt auf dem deutschsprachigen Rechtsmarkt, mit gelegentlichem Engagement auch in internationalen Schiedsverfahren und ausgewählten Gerichtsprozessen in Europa. FORIS finanziert Rechtstreitigkeiten in der Regel ab einem Streitwert von 100.000 EUR. 6 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 16 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.3 FORIS Gründungs GmbH und FORIS Service GmbH Vorratsgesellschaften und Corporate Services Mit dem Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften, der über die FORIS Gründungs GmbH betrieben wird, ist FORIS einer der führenden Anbieter beim Vertrieb von vorgegründeten, nicht-operativen Gesellschaften in Deutschland. FORIS gründet zunächst Gesellschaften ohne eigene wirtschaftliche Tätigkeit auf Vorrat und über- trägt sie anschließend auf einen Erwerber. Damit ermöglicht FORIS einen besonders schnellen Zugang zu einer handlungsfähigen Kapitalgesellschaft und nimmt dem Erwerber das Risiko einer persönlichen Haftung. Anders als bei der Prozessfinanzierung, bei der eine langfristige Vorfinanzierung notwendig ist, zielt das Geschäftsmo- dell auf die Generierung kurzfristiger, sofortiger Erlöse unmittelbar zum Verkaufszeitpunkt. Hauptzielgruppe sind Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Private-Equity-Unternehmen. Einer der wesentli- chen Absatzmärkte für Vorratsgesellschaften ist das Transaktionsgeschäft. Zum Portfolio der Vorratsgesellschaften gehören heute alle gängigen deutschen Gesellschaftsformen wie die AG, GmbH, UG, KG, GmbH & Co. KG und die Europäische Aktiengesellschaft (SE). Bei allen vorgegründeten und zum Erwerb bereitstehenden Gesellschaften ist das gesetzlich vorgeschriebene Grund- bzw. Stammkapital im Voraus vollständig eingezahlt. Sie sind im Handelsregister eingetragen, haben noch keine Geschäftstätigkeit ausgeübt und sind daher frei von versteckten Altlasten. Erwerber können ihre Vorratsgesellschaften im Regel- fall innerhalb von 24 Stunden übernehmen und sofort nutzen, beispielsweise für den Abschluss von Verträgen. Neben diesen vorgegründeten Gesellschaften bietet FORIS auch maßgeschneiderte Lösungen an, etwa wenn ein Kunde eine besonders große Zahl von Gesellschaften, einen speziellen Gründungsort oder eine vorge- gliederte Konzernstruktur im Rahmen komplexer Transaktionen benötigt. Mit dem Angebot von Online-Tools (integriert in die Website auch als App) bietet FORIS zudem Lösungen, die die Reservierung und Abwicklung des gesamten Kauf-Prozesses hochgradig effizient machen und 24/7 genutzt werden können. Ergänzt wird das An- gebot um Dienstleistungen in der Peripherie, sog. Corporate Services wie z. B. die im Jahr 2022 neu eingeführte Datenpflege im Transparenzregister (Transparenzregister-Service); diese Dienstleistungen werden von der FORIS Service GmbH erbracht und sind dem Segment Vorratsgesellschaften zugeordnet. I.4 GO AHEAD GmbH Betreuung und Löschung britischer und irischer Limiteds Die GO AHEAD GmbH ist eine Gründungs- und Serviceagentur, die mit ihren Dienstleistungen Gründer und Unternehmer begleitet. Hauptgeschäft der GO AHEAD ist vor allem die dauerhafte Betreuung und Löschung britischer und (bis Jahresende 2023) irischer Gesellschaften ebenso wie die Unterstützung der Gesellschafter in Bezug auf bestimmte, wiederkehrende Berichtspflichten gegenüber den britischen Behörden. Das Serviceteam von GO AHEAD ermöglicht deutschen Kunden somit, von den vergleichsweise geringen Kapitalanforderungen an britische Limiteds zu profitieren, indem es diese Kunden bei den administrativen Anforderungen (vor allem strenge, englischsprachige Registervorgaben) unterstützt. Das Geschäftsmodell von GO AHEAD besteht im Wesentlichen aus wiederkehrenden Erlösen aus den Servicepaketen für die vorbeschriebenen Betreuungs- leistungen. Diese werden von den Kunden als Jahres-Subskription bestellt und verlängern sich automatisch von Jahr zu Jahr, sofern sie nicht gekündigt werden. Aufgrund von BREXIT-bedingten rechtlichen Änderungen zum Jahreswechsel 2020/2021 hat die Rechtsform der britischen Limited-Gesellschaft in Deutschland erheblich an Attraktivität verloren, so dass GO AHEAD diesbezüglich mit einem allmählich abschmelzenden Kundenbestand konfrontiert ist. Die Betreuung irischer Limiteds wurde unter Rentabilitätsgesichtspunkten zum Jahresende 2023 eingestellt. 7 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 17 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.5 FORIS Vermögensverwaltungs AG Vermögensverwaltung Die FORIS Vermögensverwaltungs AG hält eine 1908 errichtete Immobilie in der Kurt-Schumacher-Straße 18–20 in Bonn und vermietet diese an die FORIS AG, die FORIS Gründungs GmbH sowie die GO AHEAD GmbH und verpachtet den Gastronomiebereich im Erdgeschoss an den Betreiber des Restaurants FORISSIMO. Auf dem Nachbargrundstück Kurt-Schumacher-Straße 22 besitzt die FORIS Vermögensverwaltungs AG einen im Jahr 2011 errichteten Büroneubau mit 1.038 m² Nutzfläche zzgl. Lager- und Archivflächen, den sie langfris- tig vollständig vermietet hat. Soweit nicht außergewöhnliche Umstände eintreten – wie etwa ein erheblicher Reparaturbedarf – ist der Geschäftsbereich der FORIS Vermögensverwaltungs AG konstant. I.6 Wesentliche Veränderungen in den Grundlagen des FORIS-Konzerns Im Geschäftsjahr 2024 hat es keine wesentlichen Veränderungen in den Grundlagen des FORIS-Konzerns gegeben. II. Das Planungs- und Steuerungssystem im FORIS-Konzern Unser unternehmerisches Handeln zielt auf Ergebnisverbesserungen in allen Geschäftsbereichen ab. Bei einem dem Geschäftsmodell angemessenen Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf streben wir zudem nach einer attrak- tiven Eigenkapitalverzinsung. Unser Planungs- und Steuerungssystem ist so konzipiert, dass es sowohl auf einzelne Geschäftsbereiche ausge- legte als auch geschäftsbereichsübergreifende Instrumente und Informationen bereitstellt. Diese Instrumente erlauben es, jederzeit den aktuellen Geschäftsverlauf darzustellen und zu bewerten. Des Weiteren bilden sie eine wesentliche Grundlage, um bereichsspezifische und bereichsübergreifende Strategien zu entwickeln und Investitionsentscheidungen zu treffen. Die Informationen unseres internen Steuerungssystems ermitteln wir im Regelfall monatlich und bewerten sie im Rahmen eines formalisierten Monatsberichts, den der Vorstand dem Aufsichtsrat zur Verfügung stellt. In Einzelfällen ermitteln und bewerten wir die Informationen anlassabhängig auch täglich. Steuerungsgrößen, die auf Konzernabschlusszahlen beruhen, ermitteln und bewerten wir mindes- tens halbjährlich und berichten hierüber nach Maßgabe der gesetzlichen Berichtspflichten. Nachstehend stellen wir das Steuerungssystem mit den für FORIS bedeutsamsten finanziellen und nicht-finan- ziellen Steuerungsgrößen dar. Sie gelten sowohl für den Konzern mit ihren Segmenten als auch für die FORIS AG. II.1 Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis auf Bereichsebene In Bezug auf die einzelnen Geschäftsbereiche werden jeweils die Leistungsindikatoren Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis ermittelt, mit den Vorperioden verglichen und auf das Jahr hochgerechnet. Diese Leistungs- indikatoren sind Teil des Monatsberichts, werden mit den monatlichen Unternehmensplanzahlen abgeglichen und entsprechend analysiert. Dabei entsprechen die Umsatzerlöse und Periodenergebnisse den jeweiligen Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns. Die absolute Rohmarge ergibt sich aus Umsatz abzüglich Materialaufwand. Die relative Rohmarge ergibt sich aus der Division der absoluten Rohmarge durch den Umsatz; das Ergebnis ist dann mit 100 zu multiplizieren. In der Prozessfinanzierung enthält der Material- aufwand im Wesentlichen die Verfahrenskosten für gewonnene als auch verlorene Verfahren. Bei den Vorrats- 8 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 18 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT gesellschaften ist neben den direkten Gründungskosten auch das voll eingezahlte Kapital enthalten. Im Bereich GO AHEAD sind im Materialaufwand im Wesentlichen die für die Leistungserbringung für die Limited-Gesell- schaften notwendigen Kosten externer Dienstleister berücksichtigt. Für die Steuerung des Bereichs Prozess- finanzierung sind monatlicher Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis aufgrund der Volatilität des Geschäfts- modells von untergeordneter Bedeutung. Zur internen Steuerung werden hier vor allem die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren herangezogen. EBITDA Die Kennziffer EBITDA (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation) beschreibt das Be- triebsergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschrei- bungen und Finanzierungsaufwendungen. Die Ermittlung des EBITDAs, die die operative Betriebsleistung auf- zeigt, erfolgt monatlich sowohl auf Konzern- als auch auf Segmentebene. Sie wird auf Plan-Ist-Abweichungen untersucht und mit Vorperioden verglichen. EBIT Das EBIT (Earnings Before Interests and Taxes) baut auf dem EBITDA auf und berücksichtigt zusätzlich noch etwaige Abschreibungen. Anhand der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert bzw. in der AG auf den Beteiligungswert der GO AHEAD wird erkennbar, welchen bedeutenden Einfluss dieser Sondereffekt auf das Ergebnis des Konzerns und der FORIS AG hat. Eigenkapitalrendite Die Eigenkapitalrendite dient der Beurteilung der Kapitaleffizienz und ergibt sich aus dem Ergebnis der zu berichtenden Periode dividiert durch den Stand des Eigenkapitals der Vorjahresperiode. Die Ermittlung und Analyse erfolgen halbjährlich. Eigenkapitalquote Zur Beurteilung der Kapitalstruktur und der finanziellen Flexibilität für das operative Geschäft wird die Eigen- kapitalquote herangezogen, die sich aus der Division des Eigenkapitals durch das Gesamtkapital zum Stichtag ergibt. Die Eigenkapitalquote wird monatlich unter Berücksichtigung der geschäftlichen Entwicklung in einer rollierenden Vorschau geschätzt. Aufgrund des volatilen Geschäftsmodells im Bereich der Prozessfinanzierung erachten wir für unser Unternehmen eine im Vergleich zu anderen Dienstleistungsunternehmen überdurch- schnittliche Eigenkapitalquote für angemessen. Umsatzrendite Die Umsatzrendite ermittelt sich aus dem Periodenergebnis und dem Umsatz im Berichtszeitraum und dient der Beurteilung der Rentabilität. Sie wird sowohl auf Konzern- als auch auf Bereichsebene ermittelt. Ein Ver- gleich mit anderen Dienstleistungsunternehmen ist hierbei nur eingeschränkt möglich, da der Umsatz im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften aufgrund der bilanziellen Vorschriften auch das eingezahlte Kapital der Vorratsgesellschaften enthält. Die Umsatzrendite ist daher niedrig im Vergleich zu anderen Dienstleistungsun- ternehmen. Gleichwohl bietet die Analyse der Veränderungen auf Konzern- und Bereichsebene Anhaltspunkte für die geschäftliche Entwicklung. Die Umsatzrendite wird monatlich im Rahmen des Monatsberichts ermittelt und mit Abweichungen zu Vorperioden dargestellt. Cashflow Die Ausstattung und Planung der Liquidität sowohl in der Prozessfinanzierung als auch bei den Vorratsgesell- schaften ist im Rahmen der Konzernfinanzierung aufgrund der Liquiditätsbindung von hoher Bedeutung. Der Liquiditätsstatus des gesamten Konzerns mit allen Tochtergesellschaften und die entsprechende Entwicklung werden täglich abgebildet. Basierend auf den Monatsergebnissen wird eine Vorschau erstellt und analysiert. Darüber hinaus wird halbjährlich eine Kapitalflussrechnung entsprechend IAS 7 erstellt und ausgewertet. 9 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 19 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT II.2 Bedeutsame nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Über die zuvor genannten finanziellen Leistungsindikatoren hinaus werden für die einzelnen Geschäftsbereiche weitere Kennzahlen und Steuerungsgrößen im Rahmen der Monatsberichterstattung ermittelt, analysiert und an den Aufsichtsrat berichtet, selbst wenn sich diese in der Rechnungslegung nicht unmittelbar betragsmäßig niederschlagen sollten. Ein Vergleich erfolgt in der Regel mit dem Vormonat und in Abhängigkeit von der jewei- ligen Steuerungsgröße auch mit den Werten der vergangenen zwölf Monate sowie der Unternehmensplanung. Prozessfinanzierung Im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung ermitteln und bewerten wir verschiedene nicht-finanzielle Leistungs- indikatoren, darunter den Streitwert, den rechnerisch möglichen Erlös (Optionsvolumen), das aktuelle und maximale Kostenrisiko, die Anzahl der in der jeweiligen Periode angefragten beziehungsweise in Finanzierung genommenen Verfahren, das Verhältnis von Anfragen und Ablehnungen, die Bearbeitungszeit pro Fall sowie die Verteilung auf unterschiedliche Rechtsgebiete beziehungsweise Streitsachverhalte zur Beurteilung etwaiger Klumpenrisiken. Der Streitwert stellt die Höhe des geltend gemachten klägerischen Anspruchs dar, dessen Durchsetzung FORIS finanziert. Anhand des Streitwerts bemessen sich die Kosten des Verfahrens und in der Regel auch das Options- volumen. Das Optionsvolumen stellt den rechnerisch maximal möglichen Beteiligungserlös von FORIS aus den in Finan- zierung genommenen Verfahren dar. Der tatsächliche, kaufmännische Wert der finanzierten Verfahren zeigt sich allerdings erst nach Abschluss der betreffenden Prozesse, gegebenenfalls sogar erst nach Durchsetzung beziehungsweise zwangsweiser Vollstreckung der titulierten Forderungen. Erst dann kann der tatsächlich erzielte Erlös abzüglich der zu tragenden Kosten errechnet werden. Bis dahin bleibt das Optionsvolumen ein rein rechnerischer Wert. Das aktuelle Kostenrisiko umfasst alle Kosten, die bis zum Abschluss der laufenden Instanz anfallen können. Dieser Wert stellt somit grundsätzlich den maximal möglichen bilanziellen Verlust von FORIS bis zur Been- digung der aktuellen Instanz dar. Das maximale Kostenrisiko bildet die Kosten ab, die bei Durchlaufen aller denkbaren Instanzen anfallen könnten. In beiden Fällen beinhaltet dies die Kosten für den Anwalt der von FORIS finanzierten Partei, die Gerichtskosten sowie die Kosten des gegnerischen Anwalts. Die Kosten werden regelmäßig auf Grundlage der einschlägigen Gebührenordnungen ermittelt, mitunter jedoch auch auf Basis von Honorarvereinbarungen (Stundensätze, Budgets). Abhängig von den konkreten Umständen fallen mitunter zusätzliche Kosten an, etwa für Sachverständigengutachten und Zeugen. Zum Teil muss auch auf Schätzungen zurückgegriffen werden, z. B. bei Streitwertfestsetzungen durch das Gericht. Hierdurch sowie auch aus anderen Gründen können sich mitunter Schätzunsicherheiten ergeben, insbesondere bei Änderungen in den Gebühren- ordnungen, bei Stufen- oder (Patent-) Nichtigkeitsklagen sowie Zurückverweisungen an die Vor instanz, ferner im Hinblick auf Kosten für Sachverständigengutachten oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Auch die An- zahl der Gerichtstermine vor allem bei Abrechnung nach Tagessätzen in ausländischen Rechtsordnungen, bei Schiedsverfahren und anwaltlichen Stundenvergütungen führen zu Schätzunsicherheiten. Die tatsächlichen, in den kommenden Jahren bei FORIS anfallenden Kosten hängen insbesondere vom Verlauf und dem Aus- gang der einzelnen Prozesse ab. Unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit regelmäßig deutlich über 60 % liegenden Erfolgsquote und unseren Erfahrungen über die Verfahrensverläufe erwarten wir, dass die tatsächlichen Kosten im Mittel signifikant unter den in diesem Geschäftsbericht angegebenen Bandbreiten des aktuellen Kostenrisikos liegen werden. Die angegebenen Risiken können sich im Verfahrensverlauf verändern, ohne dass diese Veränderung unmittelbare Auswirkungen auf das Ergebnis des entsprechenden Berichtsjahres haben muss. 10 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 20 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die anzuwendende Rechnungslegungsmethode bestimmen wir vor dem Hintergrund der genannten Schätzun- sicherheiten auf Grundlage unserer Erfahrungswerte, Annahmen und Ermessensausübungen. Vorratsgesellschaften (inklusive Corporate Services) Für den Geschäftsbereich der Vorratsgesellschaften steht die Entwicklung der Gründungszahlen des statisti- schen Bundesamtes bzw. der Registergerichte im Fokus der zusätzlichen Leistungsindikatoren. Der Vergleich dieser Leistungsindikatoren mit unseren Verkaufszahlen ermöglicht Rückschlüsse auf die eigene Produkt- und Servicequalität sowie den zu erwartenden mittelfristigen Erfolg der Vertriebs- und Produktstrategie. Weitere Leistungsindikatoren sind die Anzahl und der Mix der Rechtsformen der verkauften Gesellschaften sowie der Abgleich dieser mit dem Gesamtmarkt der Unternehmensgründungen und dem Anteil an Vorratsgesellschaften an diesem. Für die Corporate Services sind der Inhalt neuer gesetzlicher Regelungen bedeutsam, die eine Einschätzung dahingehend ermöglichen, wie sich die Nachfrage nach bestehenden oder potentiellen neuen Dienstleistungen entwickeln könnte. GO AHEAD GmbH Im Geschäftsbereich der GO AHEAD waren vormals vor allem die Gründungszahlen je Rechtsform der Indikator für unsere Geschäftsentwicklung, daneben die Entwicklung unserer Bestandskundenbasis für die englischen Limited-Gesellschaften. Da als Ergebnis des BREXIT die Attraktivität vor allem der englischen Limiteds nach- gelassen hat, ist seither die Löschungsquote bei den Bestandskunden der maßgebliche Faktor für die Umsatz- und Ergebnisplanung sowie die sich hieraus eventuell ergebende Notwendigkeit, die internen Ressourcen anzupassen. Ein weiterer Schwerpunkt der Steuerung liegt auf dem Forderungsmanagement. Daraus ziehen wir Rückschlüsse auf den Erfolg von Inkassomaßnahmen. III. Forschung und Entwicklung Aufgrund des Geschäftsmodells beschränkt sich der FORIS-Konzern bei Forschung und Entwicklung darauf, neue Produkte und Dienstleistungen auszugestalten oder fortzuentwickeln. Der dafür entstehende Aufwand ist allerdings von untergeordneter Bedeutung. Leistungen Dritter werden hierfür in der Regel nicht oder nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. 11 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 21 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im Geschäftsjahr 2024 fiel die weltweite wirtschaftliche Entwicklung erneut sehr moderat aus und war zusätz- lich zu einem stockenden Rückgang der Inflationsrate zuletzt von neuen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten geprägt. So belief sich die Wachstumsrate auf 3,2 %, gegenüber 3,3 % noch im Jahr 2023, getrieben hauptsäch- lich durch China (4,9 %), Indien (6,7 %) und andere ostasiatische Länder (4,0 %) (IfW Kiel, Weltwirtschaft im Win- ter 2024, 12/2024). Ein ähnlich moderater globaler Wachstumswert wird vom IfW Kiel sowohl für 2025 als auch 2026 erwartet, und zwar jeweils in Höhe von 3,1 % (IfW Kiel, Weltwirtschaft im Winter 2024, 12/2024). Im Euro-Raum ist das Wirtschaftswachstum mit lediglich 0,8 % deutlich verhaltener ausgefallen. Hierbei bildete Deutschland mit einer Wirtschaftsentwicklung von -0,2 % im Vergleich zu den anderen großen Volkswirtschaf- ten Frankreichs (1,1 %), Italiens (0,5 %) und Spaniens (3,1 %) wie bereits im Vorjahr erneut das Schlusslicht (IfW Kiel, Weltwirtschaft im Winter 2024, 12/2024). Hatte die deutsche Wirtschaft zum Ende der Corona-Pandemie zu Beginn des Jahres 2022 zunächst erfolgversprechend angezogen, so änderte sich die Tendenz als Folge des Ukraine-Krieges, der anziehenden Energiepreise, der resultierenden Inflation und der anziehenden Zinsen. Auch wenn der Inflationshöhepunkt bereits im Jahr 2023 überschritten wurde, so haben vor allem die weiter- hin erhöhten Energiepreise, die Kosten der Dekarbonisierung, das Hinterherhinken bei der Digitalisierung, der demografische Wandel sowie die geänderte Rolle Chinas zu einer tiefgreifenden strukturellen Krise geführt, die deutliche Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen hat (IfO Institut, Konjunkturprognose vom 05. Sep- tember 2024). Entsprechend verhalten sind daher auch die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025, die auf lediglich 0,1 % geschätzt werden und damit erneut deutlich hinter allen anderen entwickel- ten Volkswirtschaften zurückbleiben (IfW Kiel, Weltwirtschaft im Winter 2024, 12/2024). In Bezug auf das Geschäftsmodell von FORIS haben sich die vorgeschilderten Effekte vor allem auf die allgemei- ne Nachfrage nach Vorratsgesellschaften ausgewirkt. Insbesondere im Vergleich zum Jahr 2021 war erneut eine deutlich schwächere Nachfrage aus dem Immobiliengewerbe und Bausektor zu verzeichnen. Dies korreliert mit der Entwicklung der Bauinvestitionen, die bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2024 um geschätzt 2,2 % gegenüber der bereits schwachen Vorjahresperiode eingebrochen waren (Das Deutsche Baugewerbe, Konjunk- turprognose 2024, Halbjahresbilanz Baukonjunktur 2024), was einem Rückgang im vierten Jahr in Folge ent- spricht. Leicht zugenommen hat hingegen die Nachfrage aus dem M&A-Bereich, was ebenfalls mit der aktuellen Marktentwicklung korreliert. Gemessen an der Anzahl der mit deutscher Beteiligung abgeschlossenen oder angekündigten Deals konnte der Markt gegenüber dem Vorjahr um 5,1 % zulegen. Eine ähnliche Wachstums- rate wird auch für 2025 erwartet (Oaklins Germany M&A-Marktbericht 2024). Sowohl für Bauprojekte als auch in Zusammenhang mit M&A-Transaktionen werden häufig Vorratsgesellschaf- ten benötigt, so dass sich die Entwicklungen dieser beiden Segmente unmittelbar auf das Geschäft von FORIS ausgewirkt haben. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl der deutschlandweit von allen Anbietern gegründeten Vorratsgesellschaften wider, die FORIS auf Grundlage von Handelsregisterdaten ermittelt hat. Demnach wur- den im Kalenderjahr 2024 von den nach Gründungszahlen wichtigsten Vertreibern von Vorratsgesellschaften (inklusive FORIS) insgesamt zwar 12 % mehr Gesellschaften gegründet als im sehr nachfrageschwachen Vorjahr. Im Vergleich zum letzten sehr guten Jahr 2021 belief sich der Rückstand der Anzahl aller gegründeten Vor- ratsgesellschaften jedoch auf -23 %. Die Gründungszahlen lassen auch Rückschlüsse auf die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften schließen, da alle Anbieter ihre Bevorratung üblicherweise an der Nachfrage ausrichten. Ebenfalls leicht gewachsen, allerdings nur um 1,5 % im Vergleich zu 2023, ist die Anzahl aller Gesellschaftsgrün- dungen in Deutschland (von denen Vorratsgesellschaften wie bereits im Vorjahr ca. 4 % ausgemacht haben). 2. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 12 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 22 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im vorbeschriebenen, konjunkturell herausfordernden Umfeld hat der FORIS-Konzern in Bezug auf das Jahres- ergebnis ausgezeichnet und nochmals deutlich besser abgeschnitten als im Vorjahr. Bei fast allen Kennzahlen konnten – teils bereits im dritten Jahr in Folge – erhebliche Verbesserungen erzielt und somit der positive Trend fortgesetzt werden. Vertrieblich ist das Geschäftsjahr 2024, unter Berücksichtigung der Umstände, ebenfalls sehr gut verlaufen, wie nachstehend zu den einzelnen Geschäftsbereichen noch ausgeführt werden wird. So weist FORIS für das Geschäftsjahr 2024 auf konsolidierter Konzernebene gegenüber dem Vorjahr deutliche Steigerungen in Bezug auf Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis aus. Mit 29.767 TEUR (Vorjahr: 23.065 TEUR) konnte der Umsatz um 29 % gesteigert werden. Beim Rohertrag, der in Höhe von 7.647 TEUR (Vorjahr 6.488 TEUR) erwirtschaftet wurde, beläuft sich die Steigerung auf 18 %. Und mit einem Perioden ergebnis in Höhe von 2.913 TEUR (Vorjahr: 1.088 TEUR) konnte eine Steigerung um 168 % erzielt werden. Der Cashflow hat sich mit +2.284 TEUR (Vorjahr: -2.015 TEUR) ebenfalls deutlich verbessert, was die Rück- zahlung fast aller in Anspruch genommenen Fremdmittel ermöglicht hat. Im Geschäftsjahr 2024 haben zudem alle Segmente positive Ergebnisse erwirtschaftet. In Bezug auf die einzelnen Geschäftsbereiche stellen sich diese Kennziffern wie folgt dar: Abweichend hiervon gab es im Bereich Prozessfinanzierung keine Auswirkungen der konjunkturellen oder geopolitischen Gesamtsituation. Weder Anzahl noch Art der zu finanzierenden Prozesse haben sich verändert. Positiv ist zudem festzustellen, dass sich der in den Pandemiejahren aufgelaufene Rückstau an den Gerichten erneut weiter abgebaut hat, was sich u.a. an der Anzahl der beendeten Verfahren widerspiegelt. Allerdings zeigt sich auch, dass das deutsche Justizsystem zunehmend überlastet ist, was sich in teils sehr langen Verfahrens- laufzeiten widerspiegelt. Ebenfalls keine Auswirkungen der schwachen allgemeinen Konjunkturlage konnten wir in Bezug auf das Geschäft des Bereichs GO AHEAD verzeichnen. Dieses geht zwar kontinuierlich zurück, jedoch ist dies im wesentlichen Brexit bedingt und weist keine Korrelation mit aktuellen Entwicklungen auf. II. Geschäftsverlauf II.1 FORIS-Konzern Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis auf Segmentebene Umsatz 2024 TEUR 2023 TEUR Veränderung TEUR Prozessfi nanzierung 10.159 6.285 3.873 Vorratsgesellschaften 18.736 15.849 2.887 GO AHEAD 507 555 -49 Vermögensverwaltung 365 375 -10 FORIS-Konzern 29.767 23.065 6.702 13 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 23 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Rohmarge 2024 TEUR 2023 TEUR Veränderung TEUR Prozessfi nanzierung 4.840 3.950 890 Vorratsgesellschaften 2.012 1.678 333 GO AHEAD 430 484 -54 Vermögensverwaltung 365 375 -10 FORIS-Konzern 7.647 6.488 1.159 Periodenergebnis 2024 TEUR 2023 TEUR Veränderung TEUR Prozessfi nanzierung 2.046 454 1.592 Vorratsgesellschaften 546 331 215 GO AHEAD 136 159 -24 Vermögensverwaltung 194 158 37 Sonstige Segmente -10 -15 6 FORIS-Konzern 2.913 1.088 1.825 14 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 24 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Eigenkapitalrendite 2024 2023 2022 2021 2020 Durch- schnitt Eigenkapitalrendite 19,1 % 7,7 % 1,1 % -11,3 % -8,0 % 1,7 % Eigenkapitalquote Umsatzrendite Aufgrund des volatilen Geschäftsmodells der Prozessfinanzierung streben wir eine im Vergleich zu anderen Unternehmen signifikant überdurchschnittliche Eigenkapitalquote an. Wegen des guten Cashflows wurden im letzten Jahr fast alle Darlehen zurückgezahlt, die wir unter bestehenden Kreditlinien aufgenommen hatten. Die Eigenkapitalquote belief sich daher zum Bilanzstichtag auf 87,9 %. Sie hat sich somit deutlich verbessert und liegt signifikant über dem Zielwert von mindestens 60 %, den der Vorstand zur Abdeckung möglicher Risiken aus der Prozessfinanzierung für angemessen erachtet. Das im Vergleich zu den beiden Vorjahren nochmals deutlich bessere Konzernergebnis spiegelt sich auch im Anstieg der Eigenkapitalrendite wider. Den größten Einfluss auf die Umsatzrendite hat das Ergebnis des Geschäftsbereichs Prozessfinanzierung. Aufgrund des guten Ergebnisses konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Umsatzrendite von 9,8 % erzielt werden. Ein Vergleich mit anderen (Dienstleistungs-) Unternehmen ist für die Umsatzrendite allerdings nur eingeschränkt möglich, da der Umsatz im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften aufgrund der bilanziellen Vorschriften auch das eingezahlte Grund- beziehungsweise Stammkapital der jeweiligen Gesellschaften enthält. Somit erfolgt hier ein Ausweis hoher Umsätze mit vergleichsweise geringer Marge. Bereinigt um den vorbe- schriebenen Sondereffekt des (Mit)verkaufs der Kapitaleinlagen im Bereich Vorratsvorratsgesellschaften belief sich die Umsatzrendite auf 21,5 %. 2024 2023 2022 2021 2020 Durch- schnitt Eigenkapitalquote 87,9 % 69,0 % 69,5 % 75,4 % 87,6 % 77,9 % 2024 2023 2022 2021 2020 Durch- schnitt Umsatzrendite 9,8 % 4,7 % 0,7 % -8,6 % -8,3 % -0,3 % Bereinigte Umsatzrendite 21,5 % 11,6 % 2,4 % -30,6 % -28,2 % -4,7 % 15 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 25 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Cashflow 2024 TEUR 2023 TEUR 2022 TEUR 2021 TEUR 2020 TEUR Summe TEUR Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 7.235 -1.858 -1.978 -2.418 -1.536 -2.611 Cashfl ow aus Investitionstätigkeit -109 -109 -134 -62 -51 -569 Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit -4.842 -48 1.789 2.963 -463 749 Zahlungswirksame Verände- rungen des Finanzmittel- bestandes (Cashfl ow) 2.284 -2.015 -322 483 -2.050 -2.431 Im abgelaufenen Jahr konnte ein deutlich positiver Cashflow erzielt werden. Eine ausführliche Darstellung des Cashflows finden Sie in Anlage 5: Kapitalflussrechnung 2024. Die im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung erzielten Umsatzerlöse aller in Abrechnung genommenen Verfah- ren (10.159 TEUR) fielen um 3.873 TEUR höher aus als im Vorjahreszeitraum (6.285 TEUR). Im Geschäftsjahr 2024 haben wir in der Prozessfinanzierung 34 Verfahren in Abrechnung genommen (Vorjah- reszeitraum: 24 Verfahren). 79,4 % dieser Verfahren haben wir positiv abgerechnet. Als positiv abgerechnet gilt dabei ein Verfahren, das im Saldo einen positiven Nettoerlös erzielt hat. II.2 Prozessfinanzierung 2024 2023 2022 2021 2020 In Abrechnung genommen (Anzahl) 34 24 17 25 14 Positiv beendete Verfahren 27 19 12 20 10 Quote der positiv in Abrechnung genommenen Verfahren 79,4% 79,2 % 70,6 % 80,0 % 71,4 % 2024 2023 2022 2021 2020 Neu in Finanzierung genommene Fälle 31 52 32 29 30 Optionsvolumen neu in Finanzierung genommene Fälle (in Mio. EUR) 13,3 9,7 32,5 9,2 28,0 Durchschnittliches Optionsvolumen (in Mio. EUR) 0,43 0,19 1,02 0,32 0,93 Gesamtvolumen zum Stichtag (in Mio. EUR) 72,8 94,6 92,6 67,8 72,3 16 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 26 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der Markt für Vorratsgesellschaften scheint die Talsohle durchschritten zu haben und wir freuen uns, ca. 12 % mehr Gesellschaften als im Jahr 2023 verkauft und damit ein historisches Rekordergebnis erzielt zu haben. Hinsichtlich der Verteilung auf die Rechtsformen gab es zudem zwei positive Entwicklungen. So wurden Gesell- schaften sowohl in der Rechtsform der SE als auch der AG (letztere allerdings in geringeren absoluten Stückzah- len) im abgelaufenen Jahr deutlich verstärkt angefragt. Aufbauend auf einer ebenfalls starken Nachfrage nach GmbHs als Basis haben die Verkäufe dieser margenstarken Rechtsformen einen zusätzlichen positiven Einfluss auf das Ergebnis gehabt. Bezogen auf den Durchschnittswert einer rollierenden 5-Jahres-Periode stellt sich die Entwicklung der Verkaufs- zahlen der drei wichtigsten Gesellschaftsformen wie folgt dar: II.3 Vorratsgesellschaften (inklusive Corporate Services) 1) Durchschnitt 2020–2024 = 100 % Einhergehend mit der Beendigung einiger größerer Verfahren und des daraus resultierenden temporären Rück- gangs des Gesamtoptionsvolumens zum Bilanzstichtag hat sich auch das aktuelle Kostenrisiko reduziert. Die in der Prozessfinanzierung in den kommenden Jahren tatsächlich anfallenden Kosten hängen vom Verlauf und Ausgang der einzelnen Prozesse ab. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Erfolgsquoten und unserer Erfahrungen werden die tatsächlichen Kosten im Mittel voraussichtlich signifikant unter den in diesem Ge- schäftsbericht angegebenen Bandbreiten des aktuellen Kostenrisikos liegen. Aktuelles Kostenrisiko 2024 2023 2022 2021 2020 von (Mio. EUR) 90 % akt. KR 16,4 17,7 16,4 15,1 15,1 bis (Mio. EUR) 110 % akt. KR 20,0 21,6 20,1 18,5 18,5 Kostenrisiko im Verhältnis zu Optionsvolumen 27,8 % 22,8 % 21,7 % 27,3 % 25,5 % Verkäufe Vorratsgesellschaften 2024 2023 2022 2021 2020 GmbH-Verkäufe 1) 116,9 % 103,6 % 106,3 % 111,9 % 87,7 % SE-Verkäufe 106,1 % 64,4 % 125,0 % 79,5 % 72,0 % AG-Verkäufe 187,5 % 112,5 % 87,5 % 112,5 % 150,0 % Im Geschäftsjahr 2024 konnte FORIS in der Prozessfinanzierung 31 Verfahren mit einem Optionsvolumen von 13,3 Mio. EUR neu in Finanzierung nehmen. Das Gesamtoptionsvolumen belief sich zum Stichtag auf 72,8 Mio. EUR. Der temporäre Rückgang beruht darauf, dass im Berichtszeitraum einige großvolumige Verfah- ren beendet wurden, die durch die neu akquirierten Fälle nicht vollständig ersetzt werden konnten. Aufgrund von zahlreichen Finanzierungsanfragen mit großen Streitwerten, die sich aktuell in Prüfung befinden, erwarten wir für das Jahr 2025 perspektivisch wieder einen Anstieg des Gesamtoptionsvolumens. 17 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 27 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der Markt für Limiteds in Deutschland ist erwartungsgemäß weiter geschrumpft. Die Anzahl der Löschungen haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar von 462 auf 326 verringert. Neue Gründungen fanden nicht statt. Der Bestand an englischen Limited-Kunden verringerte sich daher zum Geschäftsjahresende auf 1.539 Gesellschaften (Vorjahr: 1.858 Gesellschaften). Die Sonstigen Segmente umfassen mehrere kleine Gesellschaften des FORIS-Konzerns, die kein berichtens- wertes Geschäft betreiben. Das Periodenergebnis der Sonstigen Segmente im FORIS-Konzern ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben (Geschäftsjahr: -10 TEUR, Vorjahr: -15 TEUR). II.4 GO AHEAD II.5 Sonstige Segmente im FORIS-Konzern Bestände Servicepakete (Limiteds GB) 2024 2023 2022 2021 2020 Anfangsbestand 1.858 2.315 2.968 4.088 4.832 Zugang Gründung 0 0 0 1 12 Zugang Wechsler 4 1 0 5 14 Abgang Wechsler -13 -3 -7 -40 -19 Abgang Löschungen -310 -462 -629 -1.052 -742 Endbestand 1.539 1.858 2.315 2.968 4.088 Zur Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind nachstehend die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gegliedert und die Kapitalflussrechnung in ver- kürzter Form dargestellt. Abweichungen in der Summenbildung sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen. Die exakten Einzelwerte ergeben sich aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalfluss- rechnung im Konzernabschluss der FORIS AG. III. Lage des FORIS-Konzerns 18 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 28 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Hinsichtlich der detaillierten Umsatz- und Ergebnisstruktur verweisen wir auf unsere vorherigen Ausführungen weiter oben unter B.2.II. III.1 Ertragslage 01.01. – 31.12.2024 01.01. – 31.12.2023 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Umsatzerlöse 29.767 100,0 23.065 100,0 6.702 29,1 Aufwendungen für bezogene Leistungen -22.120 -74,3 -16.577 -71,9 -5.542 33,4 Rohmarge 7.647 25,7 6.488 28,1 1.159 17,9 Personalaufwand -2.870 -9,6 -2.654 -11,5 -216 8,1 Abschreibungen -191 -0,6 -182 -0,8 -9 5,1 Sonstige betriebliche Aufwen- dungen inkl. sonstige Steuern -2.043 -6,9 -2.515 -10,9 473 -18,8 Sonstige betriebliche Erträge 640 2,2 295 1,3 345 117,1 Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 3.183 10,7 1.432 6,2 1.752 122,4 EBITDA 3.374 11,3 1.613 7,0 1.761 123,0 Zinserträge 5 0,0 2 0,0 4 214,5 Zinsaufwendungen -246 -0,8 -344 -1,5 97 -28,2 Finanzergebnis -240 -0,8 -342 -1,5 101 -29,4 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -29 -0,1 -2 0,0 -27 1.408,7 Periodenergebnis 2.913 9,8 1.088 4,7 1.826 167,9 Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Rohmarge um 1.159 TEUR auf 7.647 TEUR verbessert werden. Wesentlicher Treiber waren die signifikant höheren, margenstarke Umsätze im Bereich Prozessfinanzierung, flankiert durch die ebenfalls besseren Verkaufszahlen im Bereich Vorratsgesellschaften sowie das Wachstum der Corporate Services. Einem leicht höheren Personalaufwand (+216 TEUR) und geringfügig höheren Abschreibungen (+9 TEUR) stehen deutlich geringere Sonstige betriebliche Aufwendungen (-473 TEUR) gegenüber, bedingt unter anderem durch einen geringeren Wertberichtigungsbedarf, der sich auf 241 TEUR beläuft (Vorjahr: 788 TEUR). Zusätzlich haben sich die Sonstigen betrieblichen Erträge um 345 TEUR erhöht, vor allem wegen der Auflösung von in der Vor periode vorsorg- lich gebildeten Rückstellungen und Wertberichtigungen. In Summe führten diese gegenläufigen Effekte zu einem deutlichen Zuwachs des positiven Betriebsergebnisses, und zwar um 1.752 TEUR auf ein EBIT von 3.183 TEUR. Die im Geschäftsjahr 2024 deutlich reduzierten Zinsaufwendungen (-28 %) lassen sich darauf zurückführen, dass zum Ende des Geschäftsjahres der von der Hausbank in Anspruch genommenen Kredit vollständig zurückgezahlt werden konnte. 19 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 29 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT III.2 Vermögens- und Finanzlage III.2.1 Vermögen 31.12.2024 31.12.2023 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Geschäfts- oder Firmenwert 120 0,6 120 0,5 0 0,0 Sachanlagen und übrige immaterielle Vermögenswerte 2.462 12,0 2.465 11,2 -3 -0,1 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1.739 8,5 1.818 8,2 -79 -4,3 Sonstige langfr. Vermögenswerte 198 1,0 84 0,4 113 133,7 Langfristige Vermögenswerte 4.518 22,0 4.487 20,3 31 0,7 Vorräte 1.389 6,8 1.319 6,0 70 5,3 Vermögenswerte aus Prozessfi nanzierung 7.326 35,7 9.577 43,4 -2.251 -23,5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 2.894 14,1 4.675 21,2 -1.780 -38,1 Sonstige kurzfr. Vermögenswerte 250 1,2 132 0,6 118 89,5 Zahlungsmittel 4.151 20,2 1.867 8,5 2.283 122,3 Kurzfristige Vermögenswerte 16.011 78,0 17.570 79,7 -1.559 -8,9 Bilanzsumme 20.529 100 22.057 100,0 -1.528 -6,9 Der zuletzt ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert der Einheit GO AHEAD konnte beim diesjährigen Im- pairment Test bestätigt werden und wurde daher unverändert fortgeführt. Bei den Sachanlagen und übrigen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um die eigengenutzte Immobilie, während es sich bei der Finanzinvestition um das fremdvermietete Nachbargebäude handelt. Die leichte Reduzierung bei beiden beruht auf planmäßigen Abschreibungen (AfA). Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte reflektieren vorrangig die Steuervorteile für ein durchschnittliches Geschäftsjahr, die sich aus den zum Bilanzstichtag noch nicht genutzten Verlustvorträgen ergeben. Diese haben wir im Jahre 2024 auf Basis eines Vier-Jahresschnitts neu errechnet und auf 198 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR) angepasst. Die Vorräte enthalten ausschließlich die Kapitaleinlagen in den im Bestand befindlichen Vorratsgesellschaften. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es hier keine wesentliche Veränderung. Die Vermögenswerte aus Prozessfinanzierung spiegeln die Investitionen in noch laufende, finanzierte Verfahren wider. Der diesbezügliche Rückgang zum Bilanzstichtag resultiert aus der Beendigung und Abrechnung von 34 Verfahren in 2024. 20 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 30 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls reduziert, und zwar um 1.780 TEUR. Hintergrund sind im Wesentlichen die Zahlungseingänge auf bereits in der Vorperiode erfolgreich abgeschlossene Verfahren. Der aktuelle Stand in Höhe von 2.894 TEUR reflektiert über- wiegend neue Forderungen aus Verfahren, die im Berichtsjahr beendet wurden. Hinsichtlich der Veränderungen bei den Zahlungsmitteln verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 2 III.2.4. III.2.2 Kapitalstruktur 31.12.2024 31.12.2023 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Gezeichnetes Kapital 4.635 22,6 4.635 21,0 0 -0,7 Eigene Anteile -34 -0,2 0 0 -34 0,0 Kapitalrücklage 10.958 53,4 10.958 49,7 0 0,0 Gewinnrücklagen 604 2,9 649 2,9 -45 -6,9 Bilanzgewinn / -verlust 1.893 9,2 -1.021 -4,6 2.914 -285,3 Eigenkapital 18.055 87,9 15.222 69,0 2.833 18,6 Finanzverbindlichkeiten 672 3,3 5.194 23,5 -4.523 100,0 Verbindlichkeiten 791 3,8 873 3,9 -82 -9,4 Abgegrenzte Erträge 435 2,1 305 1,4 130 42,5 Rückstellungen 335 1,6 459 2,1 -124 -27,1 Steuerschulden 242 1,2 4 0,0 238 6.088,3 Schulden 2.474 12,1 6.836 31,0 -4.363 -63,8 Bilanzsumme 20.529 100,0 22.057 100,0 -1.528 -6,9 Aufgrund des Geschäftsmodells und der dafür benötigten finanziellen Flexibilität steht die Sicherstellung einer überdurchschnittlichen Eigenkapitalquote und jederzeit ausreichende Liquidität im Vordergrund des Finanzma- nagements. Der Fokus liegt auf den Kapitalstruktur- und Kreditrisiken sowie den Liquiditäts- und Marktpreisrisi- ken. Hinsichtlich der Details und zum Risikomanagement verweisen wir auf unsere Ausführungen unter B.4. Mit einer hohen Eigenkapitalquote ist FORIS im Hinblick auf die Eigenkapitalausstattung weiterhin solide aufgestellt. Die Finanzverbindlichkeiten wurden um 4.523 TEUR auf nunmehr 672 TEUR reduziert, bedingt vor allem durch die starken Mittelzuflüsse aus der Prozessfinanzierung. Weitere Erläuterungen hierzu befinden sich im Abschnitt B.2.III.2.4. 21 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 31 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Im Geschäftsjahr 2024 wurden 68 TEUR für angefallene interne Kosten für die Programmierung und Erstellung einer neuen Software als immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Weitere 18 TEUR wurden in den Erwerb von Software und Software-Lizenzen investiert. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Beträge beinhalten zum einen Investitionen in das vermietete Grund- stück Kurt-Schumacher-Str. 22 und zum anderen den Kauf von Hardware. III.2.3 Investitionen 31.12.2024 TEUR 31.12.2023 TEUR Immaterielle Vermögenswerte 87 30 Sachanlagen 22 30 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0 49 Summe 109 109 Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund stichtagsbedingter Schwankungen geringfügig gesunken. Die abgegrenzten Erträge enthalten im Geschäftsjahr 2024 fakturierte, aber erst im Folgejahr zu erbringende Leistungen. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Leistungen des Bereichs Go AHEAD oder um Corporate Services, die im Voraus (insbesondere als Abo-Modell) bezahlt wurden. Die Rückstellungen zeigen die zum Stichtag erkennbaren Risiken. Sie beinhalten vor allem Risiken einer Inanspruchnahme durch Dritte aus den finanzierten Verfahren, wenn sich die Pflicht zur Tragung der Kosten der Gegenseite abzeichnet. Die Steuerschulden betreffen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. 22 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 32 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Neben der Finanzierung mit Eigenkapital ist der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit eine wichtige Finanzierungsquelle. Im Geschäftsjahr 2024 fiel der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit 7.235 TEUR (Vorjahr: -1.858 TEUR) deutlich positiv aus. Begründet ist dies im Wesentlichen mit Zahlungen auf bereits zum Bilanzstichtag 2023 offenen Forderungen aus erfolgreich abgeschlossenen Verfahren in der Prozessfinanzierung, sowie Zahlungseingängen aus Verfahren, die im Berichtsjahr beendet wurden. Mit diesen Mitteln konnte die Inanspruchnahme der Kreditlinie bei unserer Hausbank vollständig zurückgefahren werden, was sich in der Abnahme der Finanzverbindlichkeiten um 4.842 TEUR auf 652 TEUR zeigt. Hinsichtlich des Cashflows aus Investitionen und der hierin erfassten Mittelabflüsse verweisen wir auf unsere Ausführungen im vorherigen Abschnitt unter B.2.III.2.3 Zusätzlich zum Rückgang der Finanzverbindlichkeiten zeigen sich die guten Mittelrückflüsse auch im Finanz- mittelbestand, der sich zum Bilanzstichtag auf 4.150 TEUR belief und sich somit im Vergleich zum Vorjahr um 2.284 TEUR verbessert hat. Es besteht derzeit bei unserer Hausbank eine Multifunktionslinie, die für Bürgschaften für die Prozessfinanzie- rung sowie für Kontokorrente wie nebenstehend in Anspruch genommen wird. Multifunktionslinie 31.12.2024 TEUR 31.12.2023 TEUR Linie 10.500 10.500 Bürgschaften für Prozesse 3.003 3.003 Inanspruchnahme Kontokorrent 0 4.450 Freie Linie 7.497 3.047 01.01. – 31.12.2024 01.01. – 31.12.2023 TEUR TEUR Periodenergebnis 2.913 1.088 Cashfl ow-Veränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit 4.322 -2.946 Cashfl ow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 7.235 -1.858 Cashfl ow aus der Investitionstätigkeit -109 -109 Cashfl ow aus der Finanzierungstätigkeit -4.842 -48 Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes (Cashfl ow) 2.284 -2.015 Finanzmittelfonds am 01.01. 1.867 3.882 Finanzmittelfonds am 31.12. 4.150 1.867 III.2.4 Liquidität 23 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 33 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, besteht aufgrund der vorhandenen Zah- lungsmittel und der freien Kreditlinien unverändert fort. Aufgrund des Immobilienbestands und der damit ver- bundenen Möglichkeit, grundbuchliche Sicherheiten zu gewähren bzw. zu erhöhen, haben wir weiterhin Zugang zu Refinanzierungsmöglichkeiten für eine zusätzliche finanzielle Flexibilität zum Ausbau der Geschäftstätigkeit. Hinsichtlich der Quantifizierung der möglichen Liquiditätsrisiken verweisen wir auch auf unsere Ausführungen unten im Konzernanhang unter C.III.4. III.3 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Das Jahr 2024 endet mit einem deutlich positiven Periodenergebnis von 2.913 TEUR. Es haben alle Segmente Gewinn erzielen können. Vor allem die Prozessfinanzierung hat deutlich zugelegt und maßgeblich zum Konzernergebnis beigetragen. Die Finanzlage des Unternehmens zeichnet sich durch eine starke Liquidität bei insgesamt sehr geringer Fremdkapitalaufnahme aus. Dies eröffnet dem Unternehmen erhebliches Potential, um in neue Fälle zu in- vestieren oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel in Höhe von 4.15 Mio. EUR sowie eine ungenutzte und somit freie Kreditlinie in Höhe von 7,5 Mio. EUR bieten dem Konzern weiterhin eine solide Finanz- und Vermögensstruktur. Für das Geschäft mit Vorratsgesellschaften bietet eine separate, noch freie Kreditlinie von 1,3 Mio. EUR zusätzlichen Handlungsspielraum. Die bestehenden Immobiliensicherheiten bieten darüber hinaus zusätzliche Möglichkeiten für eine Ausweitung des finanziellen Handlungsspielraums, sofern dies notwendig werden sollte. Insgesamt sind nach derzeitiger Kenntnis sämtliche eingegangenen Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllbar. IV. Sonstige Ereignisse des Geschäftsjahres Es gibt keine weiteren Ereignisse im Geschäftsjahr 2024, über die an dieser Stelle zu berichten ist. 3. Nachtragsbericht Diesbezüglich verweisen wir auf unsere Angaben im Anhang zum Konzernabschluss bzw. im Anhang zum Einzelabschluss der FORIS AG. Des Weiteren besteht bei einem anderen Kreditinstitut eine Kreditlinie speziell für die Kapitaleinlagen der Vorratsgesellschaften. Funktionslinie Vorratsgesellschaften 31.12.2023 TEUR 31.12.2023 TEUR Linie 2.000 2.000 Inanspruchnahme -672 -744 Freie Linie 1.328 1.256 24 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 34 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Für das Jahr 2025 ist von einem weiterhin herausfordernden weltwirtschaftlichen Umfeld auszugehen. Weder ist ein Ende des Ukraine-Kriegs oder des Gaza-Kriegs abzusehen noch sind nennenswerte Verbesserungen der wesentlichen Faktoren zu erwarten, die insbesondere die deutsche Wirtschaft beeinflussen, nämlich die hohen Energiekosten, der eklatante Fachkräftemangel sowie die Folgen politischer Entscheidungen wegen der heraus- fordernden Haushaltslage. Zusätzliche Gefahren ergeben sich aus angedrohten Zöllen und möglichen Handels- konflikten in Zusammenhang mit der neuen US-Regierung sowie der Frage, ob und wie die künftige Bundes- regierung auf die Herausforderungen reagieren wird können. Diese gesamtwirtschaftliche Ausgangslage dürfte sich auf die verschiedenen Geschäftsbereiche des FORIS- Konzerns unterschiedlich auswirken, wie wir nachstehend in Bezug auf die einzelnen Geschäftsbereiche und sodann zusammenfassend für die Konzern-Ebene detaillierter ausführen werden. I.1 Prozessfinanzierung Für den Geschäftsbereich Prozessfinanzierung gehen wir davon aus, dass das gesamtwirtschaftliche Umfeld keine negativen Auswirkungen haben dürfte. Prozessfinanzierung ist weitgehend konjunkturunabhängig, da wirtschaftliche Zyklen keinen oder wenig Einfluss darauf haben, ob gestritten wird oder nicht. Anders als in der Pandemie gehen wir aktuell auch von keinen weiteren Lockdowns aus, die das Funktionieren des Justizwesens generell deutlich verlangsamen würden. Zudem dürfte sich der in der Pandemie aufgelaufene Bearbeitungs- stau bei den Gerichten weiter abbauen. Vertrieblich sind wir für das Geschäftsjahr 2025 zuversichtlich. Insgesamt verzeichnen wir ein Nachfrageniveau, dass mit dem der Vorjahre vergleichbar ist, und zwar sowohl aus dem deutschsprachigen Raum als auch international. In Bezug auf den Wettbewerb hat sich die bereits in den letzten Jahren abzeichnende Dreiteilung des Marktes erneut bestätigt. Einerseits drängen zunehmend internationale Prozessfinanzierer, vor allem aus dem anglo- amerikanischen Raum, in den Markt ein. Diese haben in der Regel einen Fokus auf kostenintensive Groß- oder Massenverfahren wie zum Beispiel Klagen wegen manipulierter Abgaswerte oder Massenverfahren in Kontext mit dem Wirecard-Skandal. Am anderen Ende findet sich eine aufstrebende Legal-Tech-Branche, die meist technologiebasiert massenweise gleichgelagerte Ansprüche (etwa bei Flugverspätungen oder unberechtigten Mieterhöhungen) durchzusetzen sucht und für die Finanzierung auf Prozessfinanzierer in der einen oder ande- ren Form zurückgreift. Dazwischen gibt es das mittlere Segment („MidCap“), in dem auch FORIS seit Jahrzehnten mit der Finanzierung von ausgewählten Fällen mit Streitwerten zwischen 100.000 EUR und mehreren Millionen EUR erfolgreich tätig ist. Zusätzliches Wachstumspotential sowie eine nochmals verbesserte Marktpositionierung erwarten wir auf- grund der Umsetzung einer grundlegenden strategischen Entscheidung, nämlich der Erweiterung unseres Geschäftsmodells auf die Finanzierung deutlich größerer Verfahren jenseits des MidCap-Segments mittels eines zwischenzeitlich initiierten Prozessfinanzierungsfonds. Mit dem in Liechtenstein domizilierten FORIS Centris Prozessfinanzierungsfonds I, den wir für professionelle Anleger speziell im deutschsprachigen Raum gemeinsam mit Partnern aufgelegt haben, wird die Finanzierbarkeit von deutlich größeren Streitfällen ermög- licht. FORIS selbst ist nicht nur Fachberater des Fonds, sondern auch mit 5 Millionen EUR als namensgebender Ankerinvestor an dem Fonds beteiligt. Zum 31.12.2024 erfolgte noch kein Kapitalabruf, sodass die Beteilligung I. Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns unter Berücksichtigung der wesentlichen Chancen und Risiken 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 25 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 35 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT zum Jahresabschluss nicht bilanziert wurde. Ende Februar 2025 erfolgte die Liberierung des Fonds und eine erste Kapitaleinzahlung der FORIS in den Fonds in Höhe von 2,2 Mio. EUR. Zusätzlich zum Bezug einer Fachbe- rater-Vergütung wird FORIS mittel- und langfristig anteilig an allen Ausschüttungen partizipieren, die der Fonds auf Basis von erfolgreichen Verfahrensabschlüssen vornehmen wird. In dem zuvor beschriebenen Wettbewerbsumfeld sieht sich FORIS ausgezeichnet positioniert. Mit der Finanzie- rung von Streitfällen sowohl im MidCap-Segment (Eigenfinanzierung durch FORIS) als auch verstärkt von sehr großen Verfahren mit Streitwerten ab ca. 25 Mio. EUR (Finanzierung über den Prozessfinanzierungsfonds) dürf- te FORIS die größte Finanzierungsbandbreite unter allen Akteuren im Markt abdecken und somit der geeignete Ansprechpartner für die allermeisten interessanten Finanzierungsanfragen sein. Und speziell im Segment der ganz großen Verfahren bietet FORIS vor allem für Finanzierungsanfragen aus dem deutschsprachigen Raum künftig eine gute Alternative zu den anglo-amerikanischen Prozessfinanzierern. Diesbezüglich dürfte FORIS davon profitieren, aufgrund der anerkannten Expertise und langjährigen Tätigkeit in der deutschen Anwalt- schaft hervorragend vernetzt und für eine schnelle und kundenfreundliche Umsetzung von einzelfallbezo- genen, individuellen Finanzierungslösungen bekannt zu sein. Daher gehen wir auch für die Zukunft von einer erfolgreichen Neuakquise und einem damit einhergehenden weiteren Portfoliowachstum aus. In Bezug auf eine konkrete Umsatz- oder Profitabilitätsprognose für ein bestimmtes Geschäftsjahr ist allerdings zu bedenken, dass der wirtschaftliche Erfolg der Prozessfinanzierung aufgrund der Langfristigkeit der Verfah- ren nur schwer vorhersehbar und weiter als stark volatil einzuschätzen ist. Er hängt neben der Dauer und dem rechtlichen Ausgang der finanzierten Verfahren auch von der wirtschaftlichen Durchsetzbarkeit der titulierten Forderungen ab. Welches Verfahren in welchem Jahr mit einem bestimmten Ausgang beendet werden wird, lässt sich kaum vorhersagen. Das aktuelle Portfolio umfasst zudem eine Vielzahl von größeren Verfahren mit Streitwerten größer 4 Mio. EUR, deren jeweiliger Ausgang für sich alleine einen nicht unerheblichen Einfluss im positiven wie auch negativen Sinne auf das Unternehmensergebnis im jeweiligen Geschäftsjahr entfalten kann. Gemäß unserer internen Planung, unter Berücksichtigung möglicher Fallabschlüsse sowie des aktuellen Op- tionsvolumens, gehen wir langfristig, bei einer Betrachtung über mehrere Jahre, von einem deutlichen Zuwachs beim Umsatz, der Rohmarge und dem Segmentergebnis aus. Dies basiert auf unserer internen, regelmäßig aktualisierten Einschätzung von Dauer und Erfolgswahrscheinlichkeit der Verfahren, der Bonität der jeweiligen Beklagten sowie auf einer systematischen und analytischen Auswertung der abgeschlossenen Fälle. Gleichwohl können erhebliche Abweichungen von unseren internen Planungen nicht ausgeschlossen werden, da das Er- gebnis geschäftsmodellbedingt von vielen Faktoren abhängig ist, die wir nicht beeinflussen können. Insbeson- dere kann der Zeitpunkt der Rechtskraft einer Entscheidung als Bezugspunkt für die Umsatzrealisierung selbst modellhaft nicht verlässlich eingeschätzt werden. Zudem können einzelne größere Verfahren, wie vorstehend bereits erwähnt, Umsatz und Ergebnis signifikant beeinflussen. I.2 Vorratsgesellschaften Wie wir im Geschäftsjahr 2024 erneut erlebt haben, ist der Bereich Vorratsgesellschaften anfälliger für konjunk- turbedingte Entwicklungen. Vor allem die Bauindustrie sowie die Immobilienwirtschaft generell dürften weiter- hin von den deutlich gestiegenen Kosten und anderen erschwerenden Faktoren beeinträchtigt bleiben, was die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften aus diesem Segment beeinflussen dürfte. Für den M&A-Bereich, der ebenfalls von konjunkturellen Faktoren beeinflusst wird, erwarten die Experten hingegen für 2025 eine deut- liche Belebung, was die Nachfrage nach Vorratsgesellschaften steigern könnte. Zusätzliche Chancen könnten sich zudem aufgrund eines anziehenden Restrukturierungsbedarfs ergeben. Neben dem fortgesetzten Ausbau von kundenspezifischen Vertriebsmaßnahmen, verbunden mit notwendigen Anpassungen auf der Produkt- und Serviceseite, haben wir damit begonnen, das Produktportfolio um weitere rechtsnahe Dienstleistungen für die Erwerber der Gesellschaften zu ergänzen (dazu auch weiter unten in Absatz I.4). Wir verfolgen hiermit das 26 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 36 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Ziel, durch die Ansprache und Gewinnung neuer Kundengruppen einen möglichen, temporären Nachfragerück- gang insbesondere aus den Segmenten Bauindustrie und Immobilienwirtschaft zu kompensieren. Insgesamt erwarten wir daher für den Bereich Vorratsgesellschaften im Jahr 2025 Umsätze, eine Rohmarge und ein Seg- mentergebnis, die mit dem Vorjahr vergleichbar sein dürften. I.3 GO AHEAD GmbH Die Zahl der durch die GO AHEAD betreuten Limiteds ist im Geschäftsjahr 2024 erwartungsgemäß weiter zurückgegangen, wenngleich erneut in geringerem Umfang als angenommen. Mit dem BREXIT-bedingten Attraktivitätsverlust der britischen Limited-Gesellschaften ist auch künftig von einem weiteren Abschmelzen des Kundenbestands auszugehen, allerdings auf sich verlangsamender Basis. Damit einhergehend ist ein fort- gesetzter Rückgang der Erträge aus den im Subskriptionsmodell angebotenen Serviceleistungen zu erwarten. Um den Geschäftsbereich zumindest mittelfristig noch weiterhin profitabel betreiben zu können, wurde im Geschäftsjahr 2023 eine Preisanpassung für die Servicepakete erfolgreich umgesetzt. In unserer Wirtschafts- planung für das Jahr 2025 gehen wir für den Geschäftsbereich GO AHEAD insgesamt von einer Umsatz- abschmelzung um ca. 23 % aus. Dies führt plangemäß zu einem weiteren Rückgang der Rohmarge und des Segmentergebnisses. I.4 Neue Produkte und Geschäftsmodelle Als ersten Baustein unserer neuen Corporate Services hatten wir im Geschäftsjahr 2022 mit dem Transparenz- registerservice ein teil-digitalisiertes Produkt eingeführt, mit dem wir Unternehmer dabei unterstützen, ihren seit Sommer 2022 bestehenden Pflichten zur Meldung der sogenannten wirtschaftlich Berechtigten nachzu- kommen. Seither haben annähernd 2.000 Kunden diesen Service in Anspruch genommen. Für die Zukunft erwarten wir hier ein weiteres Wachstum sowie einen Ausbau der Kundenbasis, die potenziell auch Abnehmer weiterer Produkte werden könnten. Als zusätzliche Bausteine unserer Corporate Services haben wir ergänzend weitere rechtsnahe Dienstleistungen eingeführt, wie z. B. das Angebot von virtuellen Geschäftssitzen, Postweiterleitungsdiensten, die temporäre Stellung von geschäftsführenden Organen für erworbene Vorratsgesellschaften sowie die Unterstützung bei behördlichen Themen wie der Beantragung von Steuernummern oder Gewerbeerlaubnissen. Diese Leistungen werden sowohl einzeln als auch in Bündelpaketen angeboten, sind kostenpflichtig und flankieren unser Ange- bot der Vorratsgesellschaften. Diese Dienstleistungen wurden im letzten Jahr ebenfalls verstärkt abgerufen, so dass wir hier auch künftig von einer Zunahme der Nachfrage ausgehen. Unter dem Produktnamen „mySE“ bieten wir zudem eine Dienstleistung an, um im Auftrag von Kunden Gesell- schaften in der Rechtsform der SE zu gründen. Dieses Konzept ist eine Lösung für Konstellationen, in denen ein Kunde nicht auf eine (vorgegründete) Vorratsgesellschaft zurückgreifen möchte, selbst aber nicht die rechtlichen Voraussetzungen mitbringt, um (alleine) eine SE zu gründen. Wir freuen uns, dass wir mit dieser Dienstleistung einige Kundenprojekte erfolgreich abwickeln konnten. Auch wenn es sich mit „mySE“ um ein Nischenprodukt handelt und große Nachfragezahlen nicht zu erwarten sind, so stärkt dieses Konzept die Kundenbindung und Kompetenzvermarktung. Auch künftig werden wir das Portfolio an Corporate Services weiter ausbauen, um unser Angebot weiter abzu- runden. Die Umsätze aller dieser Dienstleistungen sind und werden im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften abgebildet. Auf die Erweiterung des Geschäftsmodells der Prozessfinanzierung wurde weiter oben bereits eingegangen. 27 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 37 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT I.5 Vermögensverwaltung Im vergleichsweise stabilen Segment der Vermögensverwaltung erwarten wir keine nennenswerten Änderun- gen. Die Mietverhältnisse für das Objekt Kurt-Schuhmacher-Straße 22 sowie für das Restaurant im Erdgeschoss des Objekts Kurt-Schumacher-Straße 18–20 sind langfristig angelegt. Steigende Energiekosten werden an die Mieter weiterbelastet. Der Restaurantbetrieb läuft gut, was sich in den erfreulichen umsatzabhängigen Pacht- zahlungen widerspiegelt. Trotz weiterhin bestehender konjunktureller Unsicherheiten ist aktuell auch keine Trendwende absehbar, so dass wir für den Bereich Vermögensverwaltung insgesamt mit Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau rechnen. I.6 Sonstige Segmente im FORIS-Konzern In den sonstigen Segmenten sind derzeit ebenfalls keine wesentlichen Änderungen geplant oder abzusehen. I.7 FORIS-Konzern Gemäß unseren internen Planungen erwarten wir für den FORIS-Konzern, vor allem bedingt durch die positiven Erwartungen in der Prozessfinanzierung, aber auch der erwarteten anziehenden Nachfrage nach Vorratsgesell- schaften und Corporate Services, langfristig einen weiteren Anstieg von Umsatz und Ergebnis. Gleichwohl können erhebliche Abweichungen zwischen unseren Erwartungen und den tatsächlichen Ergebnissen nicht ausgeschlossen werden, gerade weil der Geschäftsbereich Prozessfinanzierung hieran einen großen Anteil hat. Aufgrund ihrer Volatilität mit nur modelltheoretisch vorhersehbaren Zu- und Abflüssen über einen Prognose- horizont von drei bis sieben Jahren, dem Einfluss einzelner Fälle auf das Gesamtergebnis sowie insbesondere der weiter oben bereits erläuterten Faktoren jenseits unserer Kontrolle, die ausschlaggebend sind für den Zeitpunkt der Erlösrealisierung, können selbst bei dem erwarteten positiven Langfristtrend einzelne Jahre deutlich schwä- cher oder stärker ausfallen. Daher ist eine verlässliche, quantitative Vorhersage, in welchem Umfang die Prozess- finanzierung im Jahr 2025 ihren Beitrag leisten wird, nicht zu treffen. Eine weitergehende Quantifizierung der zukünftigen Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns und der damit verbundenen finanziellen Leistungsindikatoren wäre aus diesem Grund mit erheblicher Unsicherheit verbunden. 28 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 38 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT II. Risikobericht II.1 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Ziele Neben der Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen ist wesentliches Ziel des Risikomanagementsystems die Sicherstellung des Erhalts des Unternehmens mit dem Fokus auf bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken mit Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen weiter unten unter Punkt 5 sowohl zum internen Kontrollsystem als auch zum Risikomanagementsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung. Strategie Basierend auf der Erkenntnis, dass unternehmerisches Handeln stets mit Risiken verbunden ist, verfolgen wir die Strategie, Risiken nach Möglichkeit nur dann einzugehen, wenn ihnen angemessene Chancen gegenüber- stehen. Um dies sicherzustellen, sind Transparenz über und der bewusste Umgang mit Risiken ein wesentlicher Aspekt des Risikomanagements. Wo möglich, werden regelmäßig auch die korrespondierenden Chancen er- fasst. Dies beinhaltet im Geschäftsbereich der Prozessfinanzierung das Erlöspotential, das mit dem eingegange- nen (=getragenen) Finanzierungsrisiko einhergeht. Grundsätzliche Systematik Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Kontrolle der einzelnen Risiken erfolgen durch eine Vielzahl un- abhängiger, teils aber auch miteinander verzahnter Prozesse. Diese beinhalten neben anderen teils bereichs- bezogenen Prozessen unter anderem ein Steuerungstool für das gesamte Portfolio der Prozessfinanzierung, ein Liquiditätsteuerungstool, eine Compliance- und Datenschutz-Organisation sowie ein Ad Hoc-Komitee, um Risiken zu erkennen, die sich aus kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ergeben könnten. Übergeordne- te Risiken werden zudem systematisch und regelmäßig in verschiedenen Kategorien erfasst und katalogisiert (Risiko identifizierung). Im Geschäftsjahr 2024 waren dies die Kategorien Geschäftsmodellrisiken, Recht und Steuern, IT und Datenverarbeitung, Personal und Organisation, Prozessfinanzierung sowie Sonstige Risiken. Die Bewertung der Risiken erfolgt anhand der Parameter Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Schadenhöhe. Der Umgang mit den bestehenden Risiken wird festgelegt und entsprechende Maßnahmen werden zum Zwecke der Risikosteuerung eingeleitet. Zur Gewährleistung der Kontinuität und zum Zwecke der Vergleich- barkeit erfolgen die Erfassung und Ermittlung der Risiken im Rahmen eines standardisierten Prozesses und ent- sprechender Dokumentation. Die Dokumentation beinhaltet zur Einschätzung und Verfolgung der Entwicklung der Risiken einen Vergleich mit der jeweiligen Vorperiode. Ein monatlich tagender Risikoausschuss, an dem neben dem Vorstand weitere Führungskräfte teilnehmen, be- wertet die jeweilige Ist-Situation in Hinblick auf die oben erläuterte Risikostrategie. Wesentliche Risiken werden zudem mit dem Aufsichtsrat erörtert, unter anderem mittels eines quartalsweisen Risikoberichts. Damit ist eine ausreichende Kontrolle der Risiken gewährleistet. Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems Das Risikomanagementsystem, das einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegt und den spezi- fischen Geschäftsmodellen unseres Unternehmens Rechnung trägt, ist in die regelmäßigen Kontrollprozesse des Unternehmens integriert. Die dokumentierten Ergebnisse werden auch an den Aufsichtsrat kommuniziert, so dass dieser seiner Überwachungsfunktion bezüglich des Risikomanagementsystems nachkommen kann. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben prüft der Abschlussprüfer das Risikofrüherkennungssystem, das integraler Bestandteil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist. Er berichtet dem Aufsichtsrat gegebenenfalls über festgestellte Schwächen im internen Kontroll- und Risikomanagementsystem. 29 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 39 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Maßnahmen im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung Das Geschäftsfeld Prozessfinanzierung ist geprägt durch langfristige Verfahrensdauern. Im Hinblick darauf dokumentieren wir sämtliche finanzierte Verfahren, deren Verfahrensstand, Verlauf, Schriftverkehr, Kommu- nikation, Kosten und Risiken in der unternehmenseigenen Software. Den Beschluss über die Annahme einer Finanzierung sowie über alle signifikanten Ausgabeentscheidungen einschließlich einer etwaigen Finanzierungs- beendigung steuern wir nach einem festgelegten, dokumentierten Prozess und legen strenge Maßstäbe bei der Fallauswahl an. Hier sind stets mehrere erfahrene Volljuristen beteiligt. Zusätzlich erfolgt eine Bonitätsprü- fung im Vorfeld auf Basis eines standardisierten Prozesses. Bei Überschreiten einer festgesetzten Grenze des Kostenrisikos je Einzelfall wird zusätzlich die Zustimmung des Aufsichtsrats eingeholt. Die laufenden Verfahren werden immer durch mindestens einen Volljuristen betreut und unterliegen wenigstens zweimal pro Jahr einer Inventur einschließlich Finanz- und Dokumentationskontrolle auf Aktualität und Vollständigkeit. Bedingt durch den anhaltenden Wachstumskurs und die damit einhergehende Vergrößerung des Portfolios mit teils sehr langfristigen Finanzierungsfällen, liegt ein besonderer Fokus auf der kontinuierlichen Optimierung des Risiko- managements, insbesondere betreffend die Parameter Kapitalbindung, Höhe und Zeitpunkt von notwendigen Einzahlungen sowie Mittelrückflüssen (Erlösen) und sich daraus ergebender Risikovorsorge/Liquidität. Maßnahmen im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften (inklusive Corporate Services) Der weitgehend IT-gestützte Gründungs- und Verkaufsprozess und die verwendeten Dokumente unterliegen einer regelmäßigen rechtlichen Überprüfung, insbesondere auf Aktualität und Gesetzeskonformität. Gesetz- gebungsverfahren, die eine Auswirkung auf unsere Prozesse und rechtliche Rahmenbedingungen haben, beobachten wir regelmäßig, um zeitnah auf notwendige Änderungen reagieren zu können. Dies bezieht sich sowohl auf Änderungen, die rechtlich erforderlich sind, als auch auf solche, die notwendig erscheinen, um auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können. Die gleichen Maßnahmen werden auch in Bezug auf neue rechtsnahe Dienstleistungen in Zusammenhang mit den Vorrats- gesellschaften (Corporate Services) angewendet. Maßnahmen im Geschäftsbereich GO AHEAD Für die Gründung und Betreuung von englischen Limiteds bzw. deutschen UGs gilt das oben zu den Vorratsge- sellschaften Genannte analog. Auch hier liegt unser besonderes Augenmerk auf der Sicherstellung der Aktu- alität und Gesetzeskonformität unserer – weitgehend ebenfalls digitalen – Prozesse und Leistungen. Ebenso stehen gesetzliche sowie politische Entwicklungen im Fokus, die Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte haben können, wie der zum 31.12.2020 final vollzogene Brexit (mehr dazu weiter unten in Absatz II.2). Dem zusätzlichen Risiko des Forderungsausfalls, das dem massengeschäftsähnlichen Charakter der Leistungen der GO AHEAD geschuldet ist, begegnen wir mit einem stringenten Mahn- und Inkassowesen. Maßnahmen im Bereich der Informationstechnischen Risiken (EDV / IT) Risiken aus dem Bereich EDV/IT, die vor allem auf die Verfügbarkeit und damit das Service Level durchschla- gen, begegnen wir durch ein Redundanzkonzept bei der Hardware auf virtualisierten Servern, verbunden mit einer täglichen Datensicherung, die eine zeitnahe Wiederherstellbarkeit ermöglicht. Dieser Bereich unterliegt ebenfalls einer kontinuierlichen Überprüfung, um insbesondere auch auf Entwicklungen im Bereich der Cyber- kriminalität reagieren zu können. Sonstige bereichsübergreifende Maßnahmen Hinsichtlich des Managements der finanzwirtschaftlichen Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen unter II.3. 30 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 40 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT II.2 Unternehmensspezifische Risiken Risiken im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung Nach inzwischen über 25-jähriger Praxis mit der Prozessfinanzierung haben wir hinreichende Erfahrungswerte, um die mittelfristige Erfolgswahrscheinlichkeit der von uns finanzierten Verfahren abzuschätzen. Gleichwohl ist und bleibt die Laufzeit der einzelnen Verfahren kaum kalkulierbar. Sie ist von zahlreichen Einflüssen geprägt, wie etwa der Auslastung der Gerichte, Richterwechsel oder der Dauer der Erstellung von Sachverständigengut- achten, auf die FORIS keinen Einfluss hat. Soweit der Gesetzgeber die Möglichkeit einer Revision ausgeschlos- sen hat, kann die Einlegung einer sogenannten Nichtzulassungsbeschwerde durch den Prozessgegner die endgültige Rechtskraft weiter verzögern. Die finanzierten Verfahren unterliegen der Einzelfallbetrachtung. Auch wenn wir die Einschätzung der recht- lichen und wirtschaftlichen Erfolgsaussichten durch erfahrene Juristen im Unternehmen auf Basis einer vom Anwalt des Klägers erstellten rechtlichen Analyse vornehmen, so hängt der rechtliche Ausgang der finanzierten Verfahren allein von der Einzelfallentscheidung der jeweils zuständigen Richter ab. Nach welcher Dauer und mit welcher rechtlichen Begründung eine richterliche Entscheidung getroffen wird, kann FORIS naturgemäß nicht beeinflussen. Auch die Einschätzung der Erfolgsaussichten der nach rechtskräftiger Entscheidung notwendigen wirtschaftlichen Durchsetzung des finanzierten Anspruchs erfolgt anhand der zur Verfügung stehenden Wirt- schaftsdaten des Beklagten zum Zeitpunkt der Finanzierungszusage. Die Zahlungsfähigkeit des Beklagten kann sich während eines (zumal jahrelangen) Gerichtsverfahrens verändern und ist nicht von FORIS beeinflussbar. Der Verfahrensgang in den finanzierten Rechtsstreitigkeiten, z. B. durch Schriftsätze, mündliche Verhandlungen oder gerichtliche Hinweise und Verfügungen, erfordert regelmäßige Neubewertungen dahingehend, inwieweit die aktivierten Verfahrenskosten im Hinblick auf den Verfahrensgang noch werthaltig sind. Beim Abschluss neuer Prozessfinanzierungsverträge wird daher neben dem Risiko-/Ertragsverhältnis des Einzelfalls stets auch die aktuelle Zusammensetzung des gesamten Finanzierungsportfolios berücksichtigt, um unangemessene Klumpenrisiken zu vermeiden. Selbst wenn der Kläger obsiegt und FORIS ihren Kostenerstattungs- und Erlösanteil berechnet hat, können Forderungsausfälle nicht ausgeschlossen werden. Auch nach dem Verfahren können sich Vollstreckungshinder- nisse ergeben. Zwar nimmt FORIS eine Auskunft und Prognose zur Solvenz des Gegners stets vor Annahme der Finanzierung vor. Da Prognoseeinschätzungen jedoch auf unsicheren, hypothetischen Zukunftsentwicklungen beruhen, sind sie naturgemäß nicht immer verlässlich. Dies gilt umso mehr für einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren, die der üblichen Prozessdauer entsprechen. Wertberichtigungen auf die in einen Fall tatsächlich investierten Beträge (gezahlte Prozesskosten) nimmt FORIS dann vor, wenn konkrete Umstände vorliegen, die eine erfolgreiche Durchsetzung der Forderungen derart beeinträchtigen, dass selbst eine Rückzahlung Beträge nicht mehr überwiegend wahrscheinlich ist. Hinsichtlich der Definition und Entwicklung des aktuellen Kostenrisikos verweisen wir auch auf unsere Ausfüh- rungen unter 1.II und 2.II.2. Ein latentes neues, allerdings langfristiges Risiko besteht in den politischen Bestrebungen des EU-Parlaments, künftig die Prozessfinanzierung in Europa zu regulieren. Dies birgt für FORIS Chancen und Risiken, die davon abhängen, ob und mit welchen inhaltlichen Regelungen unser konkretes Geschäftsmodell tangiert würde. Aktu- ell ist es zu früh, um konkrete Auswirkungen prognostizieren zu können, zumal der eigentliche Gesetzgebungs- prozess in der EU-Kommission erst im Anfangsstadium steckt. FORIS wird den Fortgang weiter beobachten und sich erforderlichenfalls in geeignetem Rahmen engagieren. 31 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 41 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Einhergehend mit den Chancen, die uns die Initiierung eines Prozessfinanzierungsfonds eröffnet hat (mehr dazu oben in Absatz I.4), besteht das Risiko, dass dieser frühzeitig beendet und abgewickelt werden muss. Dies könnte der Fall sein, wenn entweder nicht genug Fälle akquiriert oder hinreichend Investoren gewonnen werden können, um den Fonds wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben. Hieraus resultiert für FORIS ein Kostenrisiko in Bezug auf die Initiierungs- und Abwicklungskosten, welches jedoch kalkulierbar ist und wir insbesondere in Anbetracht der sich durch die Fonds-Auflage ergebenden Chancen für vertretbar erachten. Risiken im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften Bei den Vorratsgesellschaften können interne Fehler im Gründungs- und Verkaufsprozess nicht vollständig aus- geschlossen werden. Neben dem Reputationsschaden und dem damit verbundenen oder drohenden Wegfall von Kundenbeziehungen können hieraus auch Schadensersatzansprüche entstehen. Auch können konjunktu- rell-bedingte Nachfragerückgänge bei wichtigen Zielgruppen (z. B. Akteure aus den Bereichen M&A, Immobilien, Projektentwicklung) nie ausgeschlossen werden. Solche Faktoren könnten sich als dämpfend für den Handel mit Vorratsgesellschaften erweisen. Mit den im Kalenderjahr 2022 umgesetzten gesetzlichen Änderungen, die einen deutlich verkürzten Gesellschafts-Gründungsprozess zum Ziel haben, könnte mittel- bis langfristig zudem das Modell der Vorratsgesellschaften zumindest teilweise die Vorteile der deutlich kurzfristigeren Verfügbar- keiten einbüßen und an Attraktivität verlieren. Diesem Risiko versuchen wir mit der Digitalisierung weiterer Pro- zessschritte entgegenzuwirken, um die Zusammenarbeit aller beim Erwerb einer Vorratsgesellschaft beteiligten Parteien noch effizienter zu gestalten. Ziel ist es den Effizienz- und Zeitvorteil des Konzepts Vorratsgesellschaft gegenüber einer individuellen Neugründung auch künftig zu erhalten. Das gleiche Ziel verfolgen wir mit der Ein- führung neuer Dienstleistungen, insbesondere den Corporate Services. Hierdurch soll das Gesamtpaket einer Vorratsgesellschaft nebst Services für unsere Zielgruppen deutlich vorteilhafter bleiben als eine Neugründung, selbst wenn der reine Zeitvorteil im Laufe der Zeit abschmelzen sollte. Risiken im Geschäftsbereich GO AHEAD Die im Jahre 2008 erfolgte Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) („UG“) ging seit Jah- ren deutlich zulasten der Nachfrage von Limited-Gründungen. Trotz Aufnahme der Unternehmergesellschaft in unser Produktportfolio konnten und werden die damit erzielten Umsätze nicht an die Umsätze heranreichen, die mit der Gründung und Erbringung von Dienstleistungen an englischen Limiteds erzielbar waren. Mit dem zum 31.12.2020 final vollzogenen BREXIT hat sich ein weiteres, signifikantes Risiko realisiert, da die Rechtsform der englischen Limited in der EU nicht weiter als Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung an- erkannt wird und somit die Attraktivität dieser Rechtsform stark gesunken ist. Dementsprechend verzeichnen wir seit einigen Jahren bereits eine Abschmelzung des Kundenbestands, die künftig ggf. auch stärker ausfallen könnte als in der Wirtschaftsplanung vorgesehen und dazu führen könnte, dass der Betrieb des Geschäfts- bereichs unwirtschaftlich wird und nicht länger fortgesetzt werden kann. Hinzu kommen operative Risiken, die sich aus möglichen Fehlern bei der Leistungserbringung der Betreuungsverträge ergeben könnten. Risiken im Geschäftsbereich FORIS Vermögensverwaltung Bei der FORIS Vermögensverwaltungs AG besteht ein finanzielles Risiko bei Eintritt von atypischen und nicht versicherbaren Schäden, bei den Immobilien. Darüber hinaus besteht immer ein generelles Mietausfall risiko, das wir teilweise durch eine vom Mieter gestellte Mietkaution abfedern. Letzteres Risiko kann sich durch Sondereffekte, wie die in der jüngsten Vergangenheit pandemiebedingt angeordneten Betriebsschließungen im Gastronomiebereich, naturgemäß erhöhen. Informationstechnische Risiken (EDV/IT) Durch die Zunahme IT-gestützter Geschäftsprozesse können sich Ausfälle bei der IT-Infrastruktur im gesamten Konzern in höherem Maße auswirken. Gleiches gilt für das Risiko von Angriffen durch Dritte (Hackerangriffe), die darauf abzielen könnten, FORIS über den Abgriff oder die Verschlüsselung von Daten zu schaden und / oder zu bestimmten Handlungen, insbesondere Zahlungen zu nötigen. Dem Risiko der Ausfallsicherheit begegnen 32 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 42 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT wir mit dem Einsatz von virtualisierten Servern und redundanter Hardware, die in externen, ausfallsicheren Rechenzentren betrieben werden. Ein Firewall-Konzept, regelmäßige Back-Ups sowie Überprüfungen durch Experten runden das Konzept ab. Eine entsprechende Versicherungspolice deckt informationstechnische Risiken zusätzlich ab. Sonstige bereichsübergreifende Risiken Diesbezüglich verweisen wir auf die finanzwirtschaftlichen Risiken, auf die wir im nachstehenden Absatz eingehen. II.3 Management und Darstellung der finanzwirtschaftlichen Risiken Das Management der finanzwirtschaftlichen Risiken von FORIS umfasst neben dem Kapitalstruktur- und Kredit- risikomanagement auch das Management von Liquiditäts- und Marktpreisrisiken. Kapitalstrukturmanagement Das wesentliche Kapitalstrukturrisiko besteht in erster Linie in den Kosten der Fremdkapitalaufnahme, die zudem im Fall allgemeiner Zinssteigerungen und/oder einer ungünstigeren, bonitätsverschlechternden Kapital- struktur ansteigen und somit das Ergebnis stärker belasten könnten. Dies gilt insbesondere, wenn das Eigen- kapital unter einen kreditvertraglich vereinbarten Wert fallen sollte (sog. Covenants). Zudem betreibt FORIS mit der Prozessfinanzierung einen Geschäftsbereich, der einerseits von einer Langfristigkeit über mehrere Geschäftsjahre hinaus geprägt ist und andererseits Ertragsschwankungen unterliegt. Daher liegt der Fokus unseres Kapitalstrukturmanagements auf der Sicherstellung einer überdurchschnittlichen, angemessenen Eigenkapitalausstattung und -quote. Die Entwicklung und Einhaltung beider Parameter werden kontinuierlich überwacht und halbjährlich berichtet. Die im Jahre 2024 begonnenen Aktienrückkaufprogramme dienen dazu, vorhandene liquide Mittel im Sinne der Bestandsaktionäre zum Aufkauf und Einzug zu verwenden. Der Aktienrückkauf erfolgte auf der Grundlage der Ermächtigung der Hauptversammlung der FORIS AG vom 1. Juni 2022. Alleiniger Zweck des Rückkaufs eigener Aktien war der Erwerb zur Einziehung und Durchführung einer damit verbundenen Kapitalherabsetzung. Im Zuge des öffentlichen Rückkaufsprogrammes im ersten Halbjahr 2024 wurden 11.147 Aktien erworben. Bei den Rückkäufen über die Börse im zweiten Halbjahr konnten 23.280 Aktien vom Markt genommen werden, sodass zum Jahresende in Summe 34.427 Aktien im Eigenbestand waren. Kreditrisikomanagement Als Kreditrisiko oder Ausfallrisiko wird das Risiko bezeichnet, das sich aufgrund der Nichterfüllung von Zah- lungspflichten ergibt und zu entsprechenden finanziellen Verlusten führt. Das überwiegende Kreditrisiko von FORIS ergibt sich aus Gläubigerpositionen gegenüber Kunden und Finanzinstituten. Hinsichtlich der Quantifizie- rung des maximalen Kreditrisikos verweisen wir auf unsere Ausführungen im Konzernanhang unter C.III.4. Der überwiegende Teil der Kundenforderungen ergibt sich aus den Bereichen Prozessfinanzierung und GO AHEAD. Insoweit verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen unter B.4.II.1 und B.4.II.2. Bei Entscheidungen über die Zusammenarbeit mit einzelnen Finanzinstituten wird auf die Bonität beziehungsweise das Rating der jeweiligen Institute geachtet. Liquiditätsmanagement Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass FORIS zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Hinsichtlich der quantitativen Angaben zu den Liquiditätsrisiken verweisen wir auf den Konzernanhang unter C.III.4. Die Steuerung und Beobachtung des Zahlungsmittelbedarfs unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinien erfolgt täglich zentral im Finanzbereich. Basierend auf der geschäftlichen Entwicklung und der Planung erfolgt monatlich eine rollierende Vorausschau über die Entwick- lung der Zahlungsmittel und des Zahlungsmittelbedarfs. 33 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 43 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Marktpreisrisikomanagement Durch das Geschäftsmodell sind Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken für FORIS nur von untergeordneter Bedeutung. Aufgrund der Gesamtgröße des Konzerns werden sie einzeln im Finanz- bereich beobachtet und gesteuert. Hinsichtlich der quantitativen Angaben zu den Marktpreisrisiken verweisen wir auf den Konzernanhang unter C.III.4. Inflationsrisiko Bei der Prozessfinanzierung wird durch die Anpassung des gesetzlichen Basiszinssatzes unter der Annahme einer gleichlaufenden Entwicklung von Inflationsrate und Basiszins das Inflationsrisiko deutlich gedämpft. Allerdings bietet dieser Zusammenhang wie bei den anderen Geschäftsbereichen keinen Schutz vor einer stark überdurchschnittlichen Inflation oder einem deutlichen Auseinanderfallen von Inflationsrate und Basiszins. II.4 Gesamtaussage zu den Chancen und Risiken Das unternehmerische Handeln von FORIS beruht auf einer kontinuierlichen Bewertung und Abwägung von Chancen und Risiken. Die systematische Analyse von möglichen Chancen und Risiken ist Teil des fortlaufenden Strategie- und Planungsprozesses bei FORIS. Unter Berücksichtigung der aktuellen strategischen Ausrichtung hat sich unsere Chancen- und Risikosituation im Vergleich zum Vorjahr insgesamt verbessert. Dies liegt vor allem am signifikanten Anstieg der Eigenkapitalquote, der Freisetzung erheblicher Liquiditätsreserven sowie der sich daraus ergebenden Möglichkeit, in erheblichem Umfang in neue Fälle zu investieren, insbesondere auch über den neuen Prozessfinanzierungsfonds. Die geschäftsimmanenten Ergebnisschwankungen sind aufgrund der deutlich über dem Durchschnitt liegen- den Eigenkapitalquote zu verkraften. Die zum Bilanzstichtag nicht mehr genutzten und somit freien Kreditlinien geben weiteren Liquiditätsspielraum. Unmittelbare Auswirkungen der geopolitischen und konjunkturellen Gesamtlage erwarten wir allenfalls im Ge- schäftsbereich der Vorratsgesellschaften, wo wir jedoch im Rahmen des Möglichen gegensteuern werden und – wie weiter oben bereits beschrieben – durchaus auch Chancen sehen. Auswirkungen auf die Geschäftsbereiche Prozessfinanzierung, GO AHEAD oder Vermögensverwaltung erwarten wir nicht. Nach Einschätzung des Vorstands sind derzeit keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Aus unserer Sicht bestehen mit Blick auf unsere strategische Ausrichtung und den fortschreitenden Ausbau der Prozessfinanzierung erhebliche Chancen, auch wenn aufgrund der über- ragenden Bedeutung der Prozessfinanzierung für das Konzernergebnis und die in diesem Bereich weiter oben erläuterte Planungsunsicherheit für den Konzern insgesamt nur eine mit erheblichen Unsicherheiten verbunde- ne Umsatz- und Ergebnisprognose für 2025 möglich wäre. 34 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 44 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS) in Bezug auf die Konzernrechnungslegung der FORIS AG ist darauf ausgelegt, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungs- legung sowie die Einhaltung aller relevanten rechtlichen Normen im Konzern sicherzustellen. Wesentliches Ziel ist die Aufstellung eines Konzernabschlusses der FORIS AG nach den International Financial Reporting Stan- dards (IFRS) – wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind – und den ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften entsprechend § 315e Abs. 1 HGB. Darüber hinaus verfolgt FORIS das Ziel, ihren Jahresabschluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellen. Der Vorstand der FORIS AG ist für die Implementierung, die Ausgestaltung und den Umfang des IKS verantwort- lich. Dem Aufsichtsrat der FORIS AG obliegt gemäß § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG die Überwachung der Wirksamkeit des IKS. Eine interne Revision existiert nicht. Das gesamte IKS von FORIS ist nicht nur auf die Konzernrech- nungslegung beschränkt, sondern umfasst alle wesentlichen Geschäftsprozesse. Insoweit verweisen wir auf unsere Ausführungen oben unter B.5. Es umfasst die Gesamtheit aller Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen (Regelungen), die der Erreichung der zuvor genannten Ziele dienen. Die Steuerung der Konzernrechnungs- legungsprozesse obliegt dem Bereich Finanzen und Controlling. Hier werden auch die relevanten rechtlichen Normen mit Bezug auf die Konzernrechnungslegung regelmäßig hinsichtlich ihrer Auswirkungen analysiert. Das IKS umfasst zur Konzernrechnungslegung sowohl präventive als auch anlassbezogene Kontrollen. Die Ausgestaltung des IKS und der Kontrollen der FORIS AG basieren auf den folgenden Grundprinzipien: Das Transparenzprinzip besagt, dass auch unabhängige Dritte beurteilen können müssen, ob die beteiligten Per- sonen sich an das etablierte Sollkonzept halten und danach handeln. Mit dem Vier-Augen-Prinzip soll sicher- gestellt werden, dass kein wesentlicher Vorgang ohne weitere Kontrolle bleibt. Das Vier-Augen-Prinzip der Funktionstrennung besagt im Wesentlichen, dass vollziehende, verbuchende und verwaltende Tätigkeiten eines Unternehmensprozesses nicht in einer Hand vereinigt sein sollen. Das Prinzip der Mindestinformation soll sicherstellen, dass für die handelnden Personen innerhalb eines Prozesses nur diejenigen Informationen ver- fügbar sein sollen, die sie für die Ausführung ihrer Tätigkeit benötigen. Dies schließt auch die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen bei IT-Systemen mit ein. Die operative Durchführung der Prozesse im Rechnungswesen erfolgt überwiegend im eigenen Haus, mit Ausnahme der ausgelagerten Personalbuchhaltung. Als Buchhal- tungssystem ist das Buchhaltungssystem „SelectLine“ der SelectLine Software GmbH im Einsatz, auf dessen Basis der Jahresabschluss 2024 erstellt wurde. Der Zugang zum Buchhaltungssystem wurde und wird durch spezielle Sicherheitseinrichtungen nur einem eingeschränkten Personenkreis ermöglicht. Dasselbe gilt auch für die zusätzlich zu erstellenden Dateien im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlage- berichtes. Unabhängig von der Ausgestaltung eines IKS lässt sich aus einer wirksamen Implementierung eines solchen Systems nicht die absolute Sicherheit der Vermeidung oder Aufdeckung wesentlicher Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung ableiten. 5. Internes Kontroll- und Risikomanagement system in Bezug auf die Konzernrechnungslegung 35 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 45 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Der FORIS Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in Form von Zinsänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt und begegnet diesen mit einem aktiven Treasury Management. Derivative Finanzinstrumente kommen im FORIS Konzern derzeit nicht zum Einsatz. Zinsrisiken Als Zinsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstru- ments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Zinsrisiken bestehen bei FORIS derzeit im Wesentlichen nur bei den Finanzverbindlichkeiten in Form des Darlehenszinses für die Inanspruchnahme von Kreditlinien durch die Hausbank. Diese werden aufgrund der kurzen Restlaufzeit mit dem Buchwert bewertet. Das Zinsrisiko spielt für den FORIS Konzern aufgrund des in Anspruch genommenen Kreditvolumens, das der- zeit sehr gering ist, für das Gesamtergebnis des Konzerns allenfalls eine untergeordnete Rolle. Ausfallrisiken Der Konzern unterliegt im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten und im operativen Bereich Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko respektive Kreditrisiko ist durch den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert eines jeden finanziellen Vermögenswerts ersichtlich. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen auf Basis der in Einzelfällen be- kannten Ausfallrisiken beziehungsweise pauschalisiert für die einzelnen Forderungen aufgrund von Erfahrungs- werten gebildet. Ausfallrisiken manifestieren sich in der Regel durch Zahlungsschwierigkeiten, wahrscheinliche Insolvenz oder Nichterfüllung. Soweit im Einzelfall etwa Vollstreckungsmaßnahmen im Bereich der Prozess- finanzierung erforderlich sind, kann der Zufluss auch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Wertberich- tigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden immer in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts bewertet. Aufgrund der historischen Betrachtung der Ausfälle wird angenommen, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes nicht signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Die erwarteten Kreditverluste werden immer über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt. Die Wertminderungen werden aufgrund der historischen und derzeit erwarteten Ausfallquoten als niedriges Risiko betrachtet. Mithilfe eines aktiven Forderungsmanagements, insbesondere durch die Beauftragung von Inkassounternehmen, wird Forderungsrisiken entgegengesteuert. Potenzielle Ausfallrisiken im Zusammenhang mit der Anlage unserer liquiden Mittel (Kontrahentenrisiken) werden dadurch begrenzt, dass Anlagen nur bei sicheren Kontrahenten in Form von Banken und Sparkassen mit Sitz in Deutschland erfolgen. Liquiditätsrisiken Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat. Aufgrund des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Stichtag ist FORIS derzeit keinem Liquiditätsrisiko aus- gesetzt. Um die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität jederzeit sicherzustellen, werden zudem Reserven in Form der Kreditlinie bei der Hausbank vorgehalten. 6. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten 36 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 47 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Ergänzend zur vorangegangenen Berichterstattung über den FORIS-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung des Jahresabschlusses der FORIS AG. Hinsichtlich der Einbindung in den FORIS-Konzern und die Geschäftstätigkeit der FORIS AG verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 1. Der Jahresabschluss der FORIS AG wird nach deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsgrundsätzen aufgestellt, während der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wird. I. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren der FORIS AG Die für die FORIS AG wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stimmen mit denen unter B.1.II beschriebenen Leistungsindikatoren für die Prozessfinanzierung überein. Darüber hinaus sind die Gewinne und Verluste aus der Ergebnisabführung mit der FORATIS AG, der GO AHEAD GmbH sowie der FORIS Vermögensverwaltungs AG wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren. II. Geschäftsverlauf der FORIS AG Die Ausführungen zum Geschäftsverlauf des Konzerns unter B.2.II gelten zum überwiegenden Teil auch für die FORIS AG. Die Ergebnisse der FORATIS AG, der GO AHEAD GmbH sowie der FORIS Vermögensverwaltungs AG fließen über die Ergebnisabführung in das Periodenergebnis der FORIS AG ein. Die Eigenkapitalquote der Mutter- gesellschaft FORIS AG entwickelte sich wie folgt: 8. Ergänzende Informationen zur FORIS AG 2024 2023 2022 2021 2020 Durchschnitt Eigenkapitalquote 84,4 % 67,1 % 70,2 % 76,9 % 91,2 % 78,0 % 7. Ergänzende Informationen zur FORIS AG 37 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 48 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT III.1 Ertragslage der FORIS AG III. Lage der FORIS AG 01.01. – 31.12.2024 01.01. – 31.12.2023 + / - TEUR TEUR TEUR Umsatzerlöse 10.540 6.728 3.812 Sonstige betriebliche Erträge 625 248 377 Betriebsleistung 11.165 6.976 4.189 Aufwendungen für bezogene Leistungen -5.412 -2.249 -3.163 Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -1.723 -2.266 543 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersver- sorgung und Unterstützung -410 -389 -21 Abschreibungen -47 -44 -3 Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.598 -2.098 500 Betriebsaufwand -9.190 -7.046 -2.144 Betriebsergebnis 1.975 -70 2.045 Zinserträge 552 371 181 Zinsaufwendungen -486 -376 -110 Abschreibungen auf Finanz - anlagen und Wertpapiere des Umlauf vermögens 0 0 0 Ergebnisabführungen 1.138 934 204 Finanzergebnis 1.204 929 275 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -27 -2 -25 Jahresüberschuss 3.152 859 2.293 Gewinn-/Verlustvortrag aus Vorjahr -2.156 -3.015 859 Bilanzgewinn / -verlust 996 -2.156 3.152 38 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 49 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Die Umsatzerlöse der FORIS AG enthalten die Umsätze aus dem Geschäftsbereich Prozessfinanzierung, so dass wir hinsichtlich der Entwicklung auf unsere Ausführungen unter B.2.II.2 und B.2.II.3 sowie B.4.I.2 und B.4.I.3 verweisen. Gleiches gilt für die korrespondierenden bezogenen Aufwendungen. Darüber hinaus enthalten die Umsätze Kostenweiterbelastungen im Konzern. Da sämtliche Mitarbeiter bei der FORIS AG angestellt sind, stellt diese ihren Tochtergesellschaften die für deren Geschäftsbetrieb anfallenden Personalkosten in Rechnung. Hinsichtlich des Rückgangs der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gelten die Ausführungen unter B.2.III.1 Ertragslage im Wesentlichen auch für die FORIS AG. Die Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Ergebnisabführungen, Verrech- nungen und Finanzierungssachverhalten. Im Zinsaufwand sind die Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen enthalten, als auch Zinsen für Bankkredite. Mit Wirkung zum 01.07.2022 wurden neue Verträge zu den Intercompany-Konten abgeschlossen und in diesem Zu- sammenhang auch die Zinssätze den aktuellen Kapitalmarktentwicklungen angepasst. Der Zinsaufwand für die im Geschäftsjahr 2024 aufgenommenen Bankkredite beläuft sich auf 220 TEUR. III.2 Vermögens- und Finanzlage der FORIS AG 31.12.2024 31.12.2023 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Gezeichnetes Kapital 4.635 21,8 4.635 20,9 0 0,0 Eigene Anteile -34 -0,2 0 0,0 -34 0,0 Kapitalrücklage 11.845 55,7 11.845 53,5 0 0,0 Gewinnrücklagen 503 2,4 547 2,5 -44 -8,0 Bilanzgewinn / -verlust 996 4,7 -2.156 -9,7 3.152 -146,2 Eigenkapital 17.945 84,4 14.871 67,1 3.074 20,7 Steuerrückstellungen 239 1,1 0 0,0 239 0,0 Sonstige Rückstellungen 913 4,3 930 4,2 -17 -1,8 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0,0 4.450 20,1 -4.450 -100,0 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 2.155 10,1 1.899 8,6 256 13,5 Kurzfristige Verbindlichkeiten 3.307 15,6 7.279 32,9 -3.972 -54,6 Bilanzsumme 21.252 100,0 22.150 100,0 -898 -4,1 III.2.1 Kapitalstruktur der FORIS AG 39 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 50 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Durch den erfolgreichen Abschluss von großvolumigen Fällen in der Prozessfinanzierung sanken sowohl die in den Vorräten ausgewiesenen aktivierten Prozesskosten (-2.281 TEUR) als auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-1.737 TEUR). Im Gegenzug stiegen die Forderungen gegen Verbundene Unternehmen um 714 TEUR als auch die liquiden Mittel um 2.186 TEUR. III.2.2 Vermögen der FORIS AG Mit einer Eigenkapitalquote von 84,4 % ist die FORIS AG im Hinblick auf die Eigenkapitalausstattung weiter- hin solide aufgestellt. Die Erhöhung der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr ist auf die veränderte Kapitalstruktur als Folge des Abbaus der Verbindlichkeiten um 3.972 TEUR zurückzuführen, bei einem Rückgang der Bilanzsumme um 898 TEUR. Die Rückstellungen beinhalten alle erkennbaren Risiken für die FORIS AG zum Stichtag. 31.12.2024 31.12.2023 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Immaterielle Vermögens- gegenstände 156 0,7 86 0,4 70 81,5 Sachanlagen 40 0,2 53 0,2 -13 -24,2 Finanzanlagen 570 2,7 570 2,6 0 0,0 Langfristig gebundenes Vermögen 766 3,6 709 3,2 57 8,0 Vorräte 7.386 34,8 9.667 43,6 -2.281 -23,6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.294 10,8 4.031 18,2 -1.737 -43,1 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.882 37,1 7.168 32,4 714 10,0 Sonstige Vermögensgegenstände/ Wertpapiere 182 0,9 144 0,7 38 26,4 Liquide Mittel 2.493 11,7 307 1,4 2.186 712,1 Rechnungsabgrenzungsposten 51 0,2 39 0,2 12 30,8 Kurzfristig gebundenes Vermögen 20.288 95,5 21.356 96,4 -1.068 -5,0 Aktive latente Steuern 198 0,9 84 0,4 114 135,7 Bilanzsumme 21.252 100,0 22.150 100,0 -898 -4,1 40 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT DER FORIS AG 51 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2024 / ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT III.3 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der FORIS AG Die Ertragslage im Jahr 2024 zeigte sich zum Vorjahr deutlich verbessert. Die höheren Umsätze in der Prozess- finanzierung führten zu einem Periodenergebnis von 3.152 TEUR. Dies entspricht einer Verbesserung um 2.293 TEUR gegenüber dem Vorjahr. Bezüglich der Finanzlage ist der vollständige Abbau der Finanzverbindlich- keiten (Vorjahr: 4.450 TEUR) als wesentliche Veränderung der Kapitalstruktur zu nennen. Zugleich erhöhten sich die sonstigen kurzfristen Verbindlichkeiten um 256 TEUR, was zusammen mit einer Erhöhung des Eigen kapitals um 3.074 TEUR aus dem positiven Jahresergebnis 2024 eine Reduzierung der Bilanzsumme auf 21.252 TEUR nach sich zog. Unter Berücksichtigung der noch ungenutzten Konzernfinanzierungsmöglichkeiten verfügt die FORIS AG weiterhin über eine solide Finanz- und Vermögensstruktur. Die bestehenden Immobiliensicherheiten der Tochtergesellschaft FORIS Vermögensverwaltungs AG gewährleisten die notwendige finanzielle Flexibilität für die weitere Entwicklung. Insbesondere unter Berücksichtigung des bislang nicht vollständig ausgenutzten Finanzierungspotenzials sind nach derzeitiger Kenntnis sämtliche eingegangenen Zahlungs verpflichtungen jederzeit erfüllbar. IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht der FORIS AG Aufgrund der Verflechtungen der FORIS AG mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern verweisen wir hinsichtlich der Prognose auf unsere Ausführungen unter B.4.I dieses zusammengefassten Lage- berichtes, welche auch die Erwartungen für die FORIS AG widerspiegeln. Gemäß unserer internen Planungen gehen wir langfristig bei einer Betrachtung über mehrere Jahre von einem Zuwachs beim Umsatz, der Roh- marge und dem Jahresergebnis aus. Gleichwohl können erhebliche Abweichungen von unseren internen Pla- nungen nicht ausgeschlossen werden, da das Ergebnis geschäftsmodellbedingt von vielen Faktoren abhängig ist, insbesondere von einer hohen Volatilität der Prozessfinanzierung sowie die Unwägbarkeit von Verfahrens- dauern, die wir nicht beeinflussen können. Die Geschäftsentwicklung der FORIS AG unterliegt im Wesentlichen denselben Chancen und Risiken wie denen des FORIS-Konzerns, da aufgrund der Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge mit den wesentlichen Tochtergesellschaften FORATIS AG, GO AHEAD GmbH und FORIS Vermögensverwaltungs AG die Chancen und Risiken dieser Gesellschaften direkten Einfluss auf die FORIS AG haben. Hinsichtlich der Chancen und Risiken verweisen wir daher auf unsere Ausführungen unter Punkt B.4 dieses zusammengefassten Lageberichtes. V. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG beinhalten, sind auf der Internetseite der Ge- sellschaft öffentlich zugänglich unter https://www.foris.com/aktionaere-investoren/corporategovernance veröffentlicht und den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. 41 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 1: Bilanz zum 31. Dezember 2024 (Aktiva) 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 156.178 85.989 II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 40.063 52.897 III. Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 570.106 570.106 B. UMLAUFVERMÖGEN I. Vorräte Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung 7.386.037 9.666.859 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.294.183 4.030.961 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.881.774 7.168.402 3. Sonstige Vermögensgegenstände 181.495 143.710 III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 2.492.532 307.280 C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN Rechnungsabgrenzungsposten 51.341 39.498 D. AKTIVE LATENTE STEUERN Aktive latente Steuern 198.000 84.406 SUMME AKTIVA 21.251.709 22.150.106 Jahresabschluss der FORIS AG B. 42 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 2: Bilanz zum 31. Dezember 2024 (Passiva) 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR A. EIGENKAPITAL I. 1. Gezeichnetes Kapital 4.634.774 4.634.774 2. Eigene Anteile -34.427 II. Kapitalrücklage 11.845.165 11.845.165 III. Andere Gewinnrücklagen 502.782 547.357 IV. Bilanzgewinn / -verlust 995.767 -2.156.180 17.944.061 14.871.116 B. RÜCKSTELLUNGEN I. Steuerrückstellungen 929.802 0 II. Sonstige Rückstellungen 929.802 929.802 C. VERBINDLICHKEITEN I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 4.450.000 II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 124.806 239.669 III. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.985.161 1.467.813 IV. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern: 42.363 EUR (Vorjahr: 155.604 EUR) davon im Rahmen sozialer Sicherheit: 2.606 EUR (Vorjahr: 14.729 EUR) 45.582 191.705 SUMME PASSIVA 21.251.709 19.950.543 43 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG 01.01. – 31.12.2024 EUR 01.01. – 31.12.2023 EUR 1. Umsatzerlöse 10.540.495 6.728.377 2. Sonstige betriebliche Erträge 624.855 247.608 3. Aufwendungen für bezogene Leistungen -5.412.141 -2.249.495 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -1.723.236 -2.265.680 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung davon für Altersversorgung: 5.741 EUR (Vorjahr: 4.393 EUR) -410.276 -388.646 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens- gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -46.605 -44.068 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.598.169 -2.097.640 7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 1.138.384 933.564 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen: 546.714 EUR (Vorjahr: 369.694 EUR) 551.704 371.421 9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0 0 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unternehmen: 264.444 EUR (Vorjahr: 37.688 EUR) -485.740 -375.712 11. Aufwendungen aus Verlustübernahmen 0 0 12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -27.323 -157 13. Ergebnis nach Steuern 3.151.947 859.573 14. Sonstige Steuern 0 0 15. Jahresüberschuss 3.151.947 859.573 16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -2.156.180 -3.015.753 17. Bilanzgewinn / -verlust 995.767 -2.156.180 Anlage 3: Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024 44 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 4: Anhang Sitz der Gesellschaft ist die Kurt-Schumacher-Straße 18-20 in 53113 Bonn, Deutschland. Die Gesellschaft wird in Form der Aktiengesellschaft nach deutschem Recht betrieben. Die FORIS AG ist im deutschen Handelsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nummer HRB 13175 eingetragen. Sie ist Muttergesellschaft und gleich- zeitig oberste Muttergesellschaft des FORIS Konzerns. Die Aktien der im General Standard gelisteten FORIS AG werden neben Frankfurt am Main auch an anderen deutschen Börsen gehandelt. Die FORIS AG ist eine kleine deutsche Aktiengesellschaft (§ 267 Abs. 1 HGB), die gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB aufgrund ihrer Börsennotierung als große Kapitalgesellschaft gilt. Die Erstellung des Jahresabschlusses und die Führung der Bücher erfolgen unter Beachtung der handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss ist in EURO aufgestellt. Bei der Angabe in Einheiten von je 1.000 (TEUR) ist er gerundet nach kaufmännischer Rechnungsmethode dargestellt. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben Rundungsdifferenzen auftreten können. Die Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB. Der Lagebericht der FORIS AG und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 3 in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2024 veröffentlicht. Die Veröffentlichung des Jahresab- schlusses und des Konzernabschlusses der FORIS AG erfolgt im Bundesanzeiger sowie auf der Internetseite der FORIS AG unter https://www.foris.com/aktionaere-investoren/unternehmenskalender-finanzberichte I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Konzern- abschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. I.1 Umsatzrealisierung Die FORIS AG realisiert Umsatzerlöse grundsätzlich dann, wenn der Kunde die wirtschaftliche Verfügungs- macht über das gelieferte Gut erlangt hat oder die Dienstleistung erbracht wurde. Erlösschmälerungen werden hiervon abgezogen und getrennt erfasst. Zu dem jeweiligen Stichtag erfolgt eine Berücksichtigung nach dem Verhältnis der zu erbringenden Leistung zur Gesamtleistung. Abweichend hiervon werden im Bereich Prozessfinanzierung Umsatzerlöse dann realisiert, wenn ein Urteil rechtskräftig geworden ist, ein (Teil-)Vergleich geschlossen wird, eine anerkenntnisgleiche Zahlung erfolgt oder wenn nach Obsiegen in zweiter Instanz die Revision nicht zugelassen wurde. I.2 Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten werden im Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. 45 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.3 Fremdwährungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung während des Geschäftsjahres werden zum entsprechenden Fremd- währungskurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles umgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Entstehung oder dem niedrigeren Zeitwert (Forderungen) bzw. dem höheren Zeitwert (Verbindlichkeiten) am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen oder Verbindlichkeiten in Fremdwährung bestanden zum Bilanzstichtag nicht. I.4 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände mit bestimmter Nutzungsdauer werden zu An- schaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die jeweilige Nutzungsdauer (fortgeführte Anschaffungskosten), bewertet. Die unterstellte Nutzungsdauer beträgt bei den immateriellen Vermögens- gegenständen zwischen zwei und vier Jahren. Sämtliche Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer (fortgeführte Anschaffungskosten), bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten sämtliche dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Planmäßige Abschreibungen bei den Sachanlagen wurden wie folgt vorgenommen: Anlagegegenstände Abschreibungsmethode Nutzungsdauer in Jahren Büroeinrichtungen linear 10–12 EDV Hardware linear 3–5 Einbauten in fremde Gebäude linear 10 Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode. Von der Möglichkeit der Sofortabschreibung gering- wertiger Vermögensgegenstände bis 800,- EUR wird entsprechend der steuerlichen Vorschriften Gebrauch gemacht. Für Zwecke der Darstellung im Anlagengitter wird ein fiktiver Vollabgang unterstellt. I.5 Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. 46 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.6 Vorräte (Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung) Unter dieser Position werden die mit den Prozessfinanzierungsverträgen erworbenen Rechte und eingegange- nen Pflichten bilanziert. Diese werden bei Zugang mit den Anschaffungskosten bewertet. Anschaffungskosten sind die direkt zurechenbaren Kosten, insbesondere die Anwalts- und Gerichtskosten und etwaige Kosten für Gutachter. Wertberichtigungen erfolgen dann, wenn die erfolgreiche Durchsetzung des jeweiligen rechtlichen Anspruches nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben ist und die fortgeführten Anschaffungs- kosten unterschritten werden. I.7 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert oder dem niedrigeren beizule- genden Wert angesetzt. Davon in Abzug gebracht werden Einzelwertberichtigungen, die entweder auf Basis der in Einzelfällen bekannten Ausfallrisiken bzw. pauschal aufgrund von Erfahrungswerten gebildet werden. Ausfall- risiken manifestieren sich in der Regel durch Zahlungsschwierigkeiten, wahrscheinliche Insolvenz oder Nicht- erfüllung. Soweit im Einzelfall etwa Vollstreckungsmaßnahmen im Bereich der Prozessfinanzierung erforderlich sind, kann der Zufluss auch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. I.8 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Die Zahlungsmittel umfassen Bargeld sowie jederzeit verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten und sind zum Nennwert bilanziert. I.9 Rechnungsabgrenzungsposten Es handelt sich um Vorauszahlungen, deren Gegenleistungen in zukünftigen Dienstleistungen bestehen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert. I.10 Aktive latente Steuern Unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden aktive latente Steuern ausgewiesen. Da keine passiven latenten Steuern vorhanden sind, ist der Aktivbetrag zugleich ausschüttungsgesperrt nach Maßgabe des § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB. Die aktiven latenten Steuern umfassen zu erwartende Steuererstattungen bzw. zukünftige Ertragssteuermin- derungen aus der Nutzung von in Vorjahren entstandenen steuerlichen Verlustvorträgen. Die aktiven latenten Steuern werden mit den zukünftig gültigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des effektiven Inkrafttretens der Gesetzesänderung berücksichtigt werden. Die FORIS AG verfügte zum 31. Dezember 2024 über steuerlich noch nicht genutzte Verlustvorträge ent sprechend den vorliegenden Steuerbescheiden und der diesbezüglichen Fortschreibung in Höhe von rd. 5,1 Mio. EUR (31. Dezember 2023: rd. 7 Mio. EUR). Die FORIS AG hat sich entschlossen, den langjährig unveränderten Betrag im Jahr 2024 anzupassen. Hierzu wurde das Ergebnis der letzten vier Geschäftsjahre (2021–2024) gemittelt und der sich für ein durchschnittliches Geschäftsjahr errechnete steuerliche Vorteil aktiviert. Dies führte zu einem geringfügigen Anstieg des Bilanzansatzes von 84 TEUR auf 190 TEUR. Bei der Berechnung wurden die voraus- sichtlich im Zeitpunkt der geplanten Verlustnutzung geltenden Steuersätze von zusammen 33 % zugrunde gelegt. 47 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Trotz optimistischer Konzernplanung 2025 bis 2028 hat der Vorstand sich entschieden, den Ansatz der latenten Steueransprüche weiterhin deutlich unter dem maximal möglichen Wert (1,7 Mio. EUR) fortzuführen. Hinter- grund ist der im Lagebericht ausführlich erläuterte erhebliche Einfluss des Segments Prozessfinanzierung auf das Gesamtergebnis, insbesondere dessen Volatilität und die daraus resultierenden (und auch in den letzten Jahren deutlich erkennbaren) Unsicherheiten bezüglich Höhe und Zeitpunkt des Entstehens von Erlösansprüchen. I.11 Eigenkapital Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unter- nehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhalte- nen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Ausgabekosten erfasst. Ausgabekosten sind solche Kosten, die ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Rückkäufe von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden unterhalb des Eigenkapitals in einem gesonderten Posten ausgewiesen. Weder Kauf noch Verkauf, Ausgabe oder Einziehung von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Von einem Konzernunternehmen emittierte Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung und den Definitionen als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert. Als gezeichnetes Kapital werden die Stammaktien der FORIS AG klassifiziert. Die im Rahmen des Aktienrückkaufs 2013, 2015, 2017 und 2019 erworbenen Anteile wurden eingezogen und die entsprechenden Satzungsänderungen im Handelsregister eingetragen. Die im Jahre 2024 erworbenen Aktien sind noch nicht eingezogen. I.12 Rückstellungen Die Rückstellungen werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags an- gesetzt. Sie wurden bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. I.13 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. 48 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Bilanz II.1 Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung II.1.1 Umsatzerlöse 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Prozessfinanzierung 10.466.637,85 5.442.399,46 Kostenweiterbelastungen im Konzern 73.357,20 761.227,40 Verhandlungsbegleitung 500,00 524.750,57 Summe 10.540.495,05 6.728.377,43 Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland erzielt. Wesentlicher Bestandteil der Kostenweiterbelas- tungen sind Weiterberechnungen von Personalkosten und allgemeine Kosten der IT-Infrastruktur. Da sämtliche Mitarbeiter bei der FORIS AG angestellt sind, stellt diese ihren Tochtergesellschaften die für deren Geschäfts- betrieb anfallenden Personalkosten in Rechnung. II.1.2 Sonstige betriebliche Erträge 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Periodenfremd 514.719,25 177.459,70 Sonstige 110.135,99 70.148,31 Summe 624.855,24 247.608,01 Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen und Wertberichti- gungen. II.1.3 Aufwendungen für bezogene Leistungen 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Prozessfinanzierung 5.412.141,04 2.249.494,57 Summe 5.412.141,04 2.249.494,57 II.1.4 Personalaufwand Die Löhne und Gehälter enthalten zum überwiegenden Teil Gehälter. In den sozialen Abgaben sind die Arbeit- geberanteile der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge enthalten. II.1.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Immaterielle Vermögensgegenstände 16.744,47 12.503,76 Sachanlagen 29.860,39 31.564,61 Summe 46.604,86 44.068,37 49 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen Bei den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Geschäftsjahr 2024 ein Rückgang der Wertberichtigungen von 776 TEUR auf 214 TEUR bemerkenswert. Im Vorjahr waren aufgrund von negativen Entwicklungen erhöhte Aufwendungen in diesem Bereich notwendig geworden. Im Zuge der Gewinnung neuer Verfahren und rund um den Anlauf des Prozessfinanzierungsfonds fielen im Jahr 2024 leicht erhöhte Werbekosten an. In Summe zeigt sich über alle Kostenpositionen eine hohe Kostendisziplin. 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Raumkosten 251.787,34 250.387,32 EDV und Telefonkosten 235.306,60 284.355,82 Werbe- und Bewirtungskosten 212.677,69 151.444,21 Buchführung, Jahresabschlussprüfung und Steuerberatung 139.173,02 141.912,82 Aufsichtsratsvergütung 105.000,00 105.000,00 Rechts- und Beratungskosten 101.691,92 93.448,14 Börsenkosten inklusive Hauptversammlung 140.130,25 68.328,58 Beiträge und Versicherungen 47.021,21 47.563,63 Bücher, Zeitschriften und Fortbildung 45.049,30 37.087,25 Personalwerbung 49.977,90 74.858,69 Übrige 36.264,23 23.508,14 Reisekosten 19.627,75 19.649,00 Wertberichtigungen 214.461,94 776.296,37 periodenfremde Aufwendungen 0,00 23.800,00 Summe 1.598.169,15 2.097.639,97 II.1.7 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR GO AHEAD GmbH 178.826,57 233.078,60 FORATIS AG 711.405,53 488.009,57 FORIS Vermögensverwaltungs AG 248.151,63 212.475,85 Summe 1.138.383,73 933.564,02 50 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.8 Zinserträge und ähnliche Erträge 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Interne Zinserträge aus Verrechnung 546.713,54 369.693,99 Zinsen auf Steuererstattungen 0,00 0,00 Zinsen Prozessfinanzierung 4.990,30 1.132,47 Übrige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 594,74 Summe 551.703,84 371.421,20 II.1.9 Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten 219.949,05 338.023,61 Interne Zinsaufwendungen aus Verrechnung 264.443,92 37.687,99 Sonstige 1.347,00 0,00 Summe 485.739,97 357.711,60 Die internen Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung von Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unter- nehmen. II.1.10 Steuern vom Einkommen und Ertrag Im Geschäftsjahr 2024 sind aufgrund des positiven Jahresergebnisses und der nur eingeschränkt verwend- baren Verlustvorträge Steuern vom Einkommen und Ertrag angefallen. 01.01.-31.12.2024 EUR 01.01.-31.12.2023 EUR Veränderung latente Steuern 113.594,00 0,00 Kapitalertragssteuer -1.255,24 -148,69 Körperschaftsteuer -81.785,47 -8,17 Gewerbesteuer -156.954,00 0,00 Sonstige Steuern, insb. Umsatzsteuer 99.077,56 0,00 Summe -27.323,15 -156,86 Die Veränderung der latenten Steuern ist vorstehend erläutert. Im Zuge des Abschlusses einer Betriebsprüfung konnten die FORIS AG vorsorglich eingebuchte Umsatzsteuerverbindlichkeiten auflösen. 51 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2 Erläuterung zur Bilanz II.2.1 Anlagevermögen Anlagengitter vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 Bezeichnung Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2024 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2024 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 420.513,80 30.214,30 0,00 450.728,10 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 527.049,13 21.781,61 0,00 548.830,74 FINANZANLAGEN Anteile an verbundenen Unternehmen 3.722.279,00 50.000,00 0,00 3.772.279,00 Summe 4.669.841,93 101.995,91 0,00 4.771.837,84 Bezeichnung Kumulierte Abschreibungen Buchwert 01.01.2024 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2024 EUR 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 334.525,26 16.744,47 0,00 351.269,73 438.225,34 420.513,80 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus stattung 474.153,13 29.860,39 0,00 504.013,52 517.266,13 527.050,13 ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN Grund und Boden 3.152.173,00 0,00 0,00 3.152.173 3.772.279,00 3.722.279,00 Summe 3.960.851,39 46.604,86 0,00 4.007.456,25 4.727.770,47 4.669.842,93 52 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlagengitter vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 Bezeichnung Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2023 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2023 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 390.299,50 30.214,30 0,00 420.513,80 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 505.267,52 21.781,61 0,00 527.049,13 FINANZANLAGEN Anteile an verbundenen Unternehmen 3.672.279,00 50.000,00 0,00 3.722.279,00 Summe 4.567.846,02 101.995,91 0,00 4.669.841,93 Bezeichnung Kumulierte Abschreibungen Buchwert 01.01.2023 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2023 EUR 31.12.2023 EUR 31.12.2022 EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 322.021,50 12.503,76 0,00 334.525,26 85.990,54 68.278,00 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus stattung 442.588,52 31.564,61 0,00 474.153,13 52.896,00 62.680,00 ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN Grund und Boden 3.152.173,00 0,00 0,00 3.152.173,00 570.106,00 520.106,00 Summe 3.916.783,02 44.068,37 0,00 3.960.851,39 708.992,54 651.064,00 53 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.2 Finanzanlagevermögen Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Beteiligungsquote beträgt in allen Fällen 100 %. Wert der Beteiligung lt. Bilanz des Mutterunternehmens Bilanzielles Eigenkapital Perioden- ergebnis 01.01.– 31.12.2024 EURName, Sitz 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR 31.12.2024 EUR BGGK GmbH, Bonn 75.000 75.000 35.445,97 -10.063,02 CPM Cash Pool GmbH, Bonn 1 1 -4.090,56 -2.537,99 Deutsche Geschäftsführertag GmbH, Bonn 25.000 25.000 30.234,47 95,90 FORATIS AG, Bonn 2) 50.000 50.000 55.000,00 0,00 FORIS Administration Ltd. Dublin 1) 0 0 18.127,61 2.804,97 FORIS Gründungs GmbH, Bonn 1) 2) 0 0 25.000,00 0,00 FORIS Vermögensverwaltungs AG, Bonn 2) 250.000 250.000 255.000,00 0,00 Gewerbepark Zapfholzweg AG, Bonn 50.000 50.000 61.145,81 1.371,82 GO AHEAD GmbH, Bonn 2) 120.000 120.000 100.000,00 0,00 Go Ahead Secreterial Services Limited, Dublin 100 100 0,00 0,00 Go Ahead Service Limited, Birmingham 1 1 0,00 -1.205,66 Go Ahead Services Limited, Birmingham 1) 2 1 1 11.289,61 0,00 FORIS-Service GmbH, Bonn (ehem. Lavend GmbH, Bonn) 1) 2) 1 1 25.000,00 0,00 On Behalf Limited, Birmingham 1 1 0,00 0,00 On Behalf Service Limited, Birmingham 1 1 0,00 0,00 On Behalf Services Limited, Birmingham 1 1 0,00 0,00 Summe 570.106,00 570.106,00 1) Es handelt sich um Tochterunternehmen der FORATIS AG. Das Stammkapital der FORIS Gründungs GmbH und FORIS-Service GmbH beträgt jeweils 25.000 EUR und das der FORIS Administration Ltd. 100 EUR, jeweils von der FORATIS AG gehalten. 2) Mit diesen Unternehmen bestehen unmittelbare und mittelbare Gewinnabführungsverträge. 54 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.3 Vorräte II.2.3.1 Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung Die Einzelwertberichtigungen auf geleistete Anzahlungen aus der Prozessfinanzierung werden zum einen im Rahmen eines standardisierten Verfahrens aufgrund einer Einzelfallbetrachtung unter Berücksichtigung des jeweiligen Verfahrensstandes ermittelt. Zum anderen wird der durchschnittliche Erwartungswert auf der Grundlage von Szenarien berechnet und auf den Stichtag diskontiert. Wenn der Erwartungswert geringer als der aktivierte Betrag ist, wird abgewertet. 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung 8.594.319,78 10.418.700,58 ./. Einzelwertberichtigungen hierauf -1.268.074,17 -751.841,83 Summe 7.326.245,61 9.666.858,75 II.2.4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände II.2.4.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR Forderungen Prozessfinanzierung 2.918.964,49 4.734.904,19 ./. Einzelwertberichtigung hierauf -624.781,19 -703.943,61 Vermögenswert Prozessfinanzierung 2.294.183,30 4.030.960,58 Forderungen Gesamt 2.918.964,49 4.734.904,19 ./. Einzelwertberichtigungen hierauf -624.781,19 -703.943,61 Forderungen Gesamt 2.294.183,30 4.030.960,58 Von den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sämtliche eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus der Prozessfinanzierung werden im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung ermittelt 55 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.4.2 Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Ergebnisabführungen, Verrech- nungen und Finanzierungssachverhalten. Im Zinsaufwand sind die Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen enthalten, als auch Zinsen für Bankkredite. Mit Wirkung zum 01.07.2022 wurden neue Verträge zu den Intercompany-Konten abgeschlossen und in diesem Zu- sammenhang auch die Zinssätze den aktuellen Kapitalmarktentwicklungen angepasst. Der Zinsaufwand für die im Geschäftsjahr 2024 aufgenommenen Bankkredite beläuft sich auf 220 TEUR. II.2.5 Sonstige Vermögensgegenstände Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind Darlehensforderungen zu nennen, die verzinslich sind. Die Tilgung erfolgt, soweit sie vereinbart wurde, planmäßig. Zinsänderungen hat es im Berichtszeitraum nicht gegeben. II.2.6 Aktive latente Steuern Infolge der erstmaligen Anwendung der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften wurden zum 1. Januar 2010 aktive latente Steuern von 84 TEUR erfolgsneutral über die anderen Gewinnrücklagen gebildet. Die FORIS AG verfügte zum 31. Dezember 2024 über steuerlich noch nicht genutzte Verlustvorträge entsprechend den vorliegenden Steuerbescheiden und der diesbezüglichen Fortschreibung in Höhe von rd. 5,1 Mio. EUR (31. Dezember 2023: rd. 7 Mio. EUR). Die FORIS AG hat sich entschlossen, den langjährig unveränderten Betrag im Jahr 2024 anzupassen. Hierzu wurde das Ergebnis der letzten vier Geschäftsjahre (2021–2024) gemittelt und der sich für ein durchschnitt- liches Geschäftsjahr errechnete steuerliche Vorteil aktiviert. Dies führte zu einem geringfügigen Anstieg des Bilanz ansatzes von 84 TEUR auf 190 TEUR. Bei der Berechnung wurden die voraussichtlich im Zeitpunkt der geplanten Verlustnutzung geltenden Steuersätze von zusammen 33 % zugrunde gelegt. II.2.7 Eigenkapital II.2.7.1 Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital der FORIS AG beträgt 4.634.774,00 EUR (Vorjahr: 4.634.774,00 EUR) und ist eingeteilt in 4.634.774 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR. Die Hauptversammlung am 01. Juni 2022 hat den Vorstand ermächtigt, eigene Anteile zum Zwecke der Einziehung am Markt zu erwerben. Die Umsetzung dieser Käufe ist insbesondere von der Kurs-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung unter Berücksichtigung etwaiger Dividendenzahlungen ab- hängig. Im Rahmen der Aktienrückkaufprogramme 2024 wurden 34.427 Aktien erworben. Ein Einzug bzw. eine Kapitalherabsetzung ist noch nicht erfolgt. 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR Gezeichnetes Kapital 4.634.774,00 4.634.774,00 Eigene Anteile -34.427,00 0,00 Gezeichnetes Kapital Gesamt 4.600.347,00 4.634.774,00 II.2.7.2 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage besteht gegenüber dem Vorjahr unverändert in Höhe von 11.845.165,01 EUR fort. Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen durch die Vereinnahmung des Agios bei der Aktienemission im Rahmen des Börsengangs entstanden. 56 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.7.3 Andere Gewinnrücklagen Die Dotierung der anderen Gewinnrücklagen (BilMoG) erfolgte über die erstmalige Berücksichtigung von aktiven Steuerlatenzen im Geschäftsjahr 2010 in Folge des BilMoG. Ausschüttungsgesperrt gemäß § 268 Abs. 8 HGB ist ein Betrag in Höhe von 190 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR), der der Summe der aktivierten latenten Steuern entspricht. Die hier ausgewiesene Gewinnrücklage übersteigt diesen Betrag. 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR Anfangsbestand 547.357,41 547.357,41 Eigene Anteile zur Einziehung -44.575,06 0,00 Endbestand 502.782,35 547.357,41 II.2.7.4 Bilanzgewinn / -verlust 31.12.2024 EUR 31.12.2023 EUR Jahresüberschuss 3.151.947,25 859.572,75 Verlust- / Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -2.156.180,38 -3.015.753,13 Bilanzgewinn / -verlust 995.766,87 -2.156.180,38 Gewinnverwendung Wir schlagen der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von 0,15 EUR je Aktie aus dem im Jahres- abschluss der FORIS AG ausgewiesenen Bilanzgewinn auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Sollte sich die Zahl der für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 dividendenberechtigten Stückaktien bis zur Hauptversammlung verändern, wird in der Hauptversammlung ein entsprechend angepass- ter Beschlussvorschlag zur Abstimmung gestellt, der eine Dividende von 0,15 EUR je dividendenberechtigter Stückaktie sowie einen entsprechend angepassten Gewinnvortrag vorsehen wird. II.2.8 Rückstellungen II.2.8.1 Steuerrückstellungen Für das Geschäftsjahr 2024 wurden aufgrund des guten Ergebnisses Steuerrückstellungen gebildet. Stand 01.01.2024 EUR Verbrauch EUR Umbuchung EUR Auflösung EUR Zuführung EUR Stand 31.12.2024 EUR Gewerbesteuer 0,00 0,00 0,00 0,00 156.954,00 156.954,00 Körperschaft- steuer 0,00 0,00 0,00 0,00 81.777,00 81.777,00 0,00 0,00 0,00 0,00 238.731,00 238.731,00 57 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.8.1 Sonstige Rückstellungen Die Rückstellung „Risiken Prozessfinanzierung“ bildet das Risiko der Inanspruchnahme durch Dritte aus finan- zierten Verfahren in diesem Bereich ab. In der Position Personalkosten sind die ergebnisunabhängigen Boni- fikationen für die Mitarbeiter, Resturlaub sowie Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung enthalten. Bei den ausstehenden Rechnungen handelt es sich um im Geschäftsjahr erhaltene Lieferungen oder Leistungen, für die zum Stichtag eine Rechnung noch nicht vorlag. Die Abschluss- und Prüfungskosten beinhalten sowohl die Kosten für die Erstellung als auch für die Prüfung des Jahresabschlusses. Stand 01.01.2024 EUR Verbrauch EUR Auflösung EUR Zuführung EUR Stand 31.12.2024 EUR Risiken Prozessfinanzierung 402.893,28 153.312,24 51.919,81 89.056,04 286.717,27 Personalkosten 218.763,33 218.431,37 331,96 354.885,83 354.885,83 Sonstige Rückstellungen 40.643,33 23.772,33 0,00 3.663,00 20.534,00 Kosten für Erstellung und Prüfung Jahres- abschluss, Erstellung Steuererklärungen 154.400,00 135.794,27 15.374,99 133.700,00 136.930,74 Aufsichtsrats- vergütung 105.000,00 105.000,00 0,00 105.000,00 105.000,00 Berufsgenossen- schaftsbeiträge und Schwerbehinderten- ausgleichsabgabe 8.102,11 7.982,11 120,00 9.300,00 9.300,00 929.802,05 644.292,32 67.746,76 695.604,87 913.367,84 II.2.9 Verbindlichkeiten Gesamt 31.12.2024 TEUR Gesamt 31.12.2023 TEUR Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.12.2024 TEUR Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.12.2023 TEUR Restlaufzeit bis 5 Jahre 31.12.2024 TEUR Restlaufzeit bis 5 Jahre 31.12.2023 TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kredit- instituten 0 4.450 0 4.450 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 125 240 125 240 0 0 Verbindlichkeiten gegenüber verbunde- nen Unternehmen 1.985 1.468 1.985 1.468 0 0 Sonstige Verbindlich- keiten 41 192 41 192 0 0 2.151 6.349 2.151 6.349 0 0 58 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Im Jahr 2023 erfolgte der Ausweis von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Folge der Aufnahme von Darlehen, die im Geschäftsjahr vollständig zurückgeführt wurden. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. III. Sonstige Angaben III.1 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Liberierung des FORIS Centris Prozessfinanzierungsfonds I Ende Februar 2025 eröffnet der FORIS die Möglichkeit Verfahren mit höheren Streitwerten zu finanzieren. Darüber hinaus gab bis zum Zeitpunkt der Ver- öffentlichung dieses Geschäftsberichtes keine Ereignisse oder Entwicklungen von besonderer Bedeutung, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuld- posten oder zur Änderung von Angaben im Anhang zum 31. Dezember 2024 geführt hätten. III.2 Erfolgsunsicherheiten und Schätzungen Die Erfolgsunsicherheiten des Unternehmens sind, soweit solche bestehen, in diesem Abschluss derart be- rücksichtigt, dass Vermögenswerte mit dem wahrscheinlichen Erfolg der Realisierung ausgewiesen werden. Der Vorstand muss bei der Erstellung des Jahresabschlusses Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, welche die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Berichtszeitraumes beeinflussen. Den Annahmen und Schätzungen liegen wiederum Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Er- stellung des Jahresabschlusses beruhen. Dabei können die sich im Zeitablauf tatsächlich ergebenden Beträge, insbesondere im Bereich der Prozessfinanzierung, von diesen Schätzungen abweichen. III.3 Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB Die FORIS AG hat für die BGGK GmbH eine Patronatserklärung abgegeben und sich verpflichtet, die BGGK GmbH jederzeit so finanziell auszustatten, dass sie ihre rechtlichen Verpflichtungen aus Prozessfinanzierungs- verträgen und/oder damit verbundenen oder in Zusammenhang stehenden Verträgen und Erklärungen jeder- zeit erfüllen kann. Das Risiko der Inanspruchnahme ist vergleichbar mit dem Risiko der FORIS AG hinsichtlich ihres Kerngeschäfts der Prozessfinanzierung. Für die angeführten, zu Nominalwerten angesetzten Eventualschulden wurden keine Rückstellungen gebildet, weil mit einer ergebniswirksamen Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft nicht gerechnet wird. III.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum 31. Dezember 2024 bestehen Mietverpflichtungen bis zu einem Jahr gegenüber der FORIS Vermögens- verwaltungs AG aus dem Mietvertrag für die Büroimmobilie von 231 TEUR (Vorjahr: 231 TEUR). Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2023 keine wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen. 59 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.5 Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche Über die eigentliche Prozessfinanzierung hinaus ist die FORIS AG an mehreren Prozessen und Verfahren beteiligt. Sämtliche Risiken aus zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bekannten Prozessen und Verfahren sind im vorlie- genden Jahresabschluss entsprechend berücksichtigt. Maßgebliche Veränderungen im Verlauf der bestehenden Verfahren und Prozesse sowie in der Zukunft eingeleitete Verfahren oder in anderer Weise geltend gemachte An- sprüche können einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der FORIS AG haben. III.6 Anzahl der Arbeitnehmer 31.12.2024 Personen 31.12.2023 Personen Juristen 6 5 Sonstige Angestellte 28 28 Arbeitnehmer gesamt 34 33 2024 2023 Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter für den Berichtszeitraum (einschließlich der sich in Mutterschutz befindlichen Mitarbeiter) 34 33 III.7 Honorierung der Abschlussprüfer Im Geschäftsjahr wurden für die Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2023 100 TEUR berechnet, die im Vorjahr zurückgestellt wurden. Für das Geschäftsjahr 2024 werden leicht gestiegene Kosten erwartet und sind bereits in den Rückstellungen zum Jahresende enthalten. III.8 Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats Bezüglich der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den Vergütungsbericht, den wir auf unserer Website veröffentlicht haben. III.9 Nahestehende Unternehmen und Personen Hinsichtlich des Anteilsbesitzes des Aufsichtsrats verweisen wir auf die Ausführungen unter III.10 im Anhang. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Somit wird die FORIS AG als oberstes Mutterunternehmen des FORIS Konzerns nicht von einem einzelnen Unternehmen oder von einzelnen Personen beherrscht. Hinsichtlich der in den Konzern einbezogenen Tochtergesellschaften verweisen wir auf unsere Ausführungen unter II.2.2 im Anhang. Zu den Gesellschaften, von denen Wertpapiere gehalten werden, bestanden über die reine Geldanlage hinaus keine Geschäftsbeziehungen. 60 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Hinsichtlich der Vergütung des Managements verweisen wir auf unsere Ausführungen unter III.8 im Anhang. Darüberhinausgehende kurzfristig fällige Leistungen, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, andere langfristig fällige Leistungen, Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder an- teilsbasierte Vergütungen wurden im Geschäftsjahr 2024 nicht gewährt. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie diesen Personen nahe Familienangehörige können zugleich Kunden oder auch Auftragnehmer der FORIS AG oder einer ihrer Tochterunternehmen sein. Im Ge- schäftsjahr 2024 wurden von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie diesen Personen nahen Familienangehörigen keine Dienstleistungen bezogen. Über die zuvor genannten Angaben hinaus haben in den Geschäftsjahren 2023 und 2024 keine Geschäftsbezie- hungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen bestanden. Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen oder Unternehmen, die nicht Gesell- schaften der FORIS AG sind, bestehen über die Angaben unter III.8 hinaus weder zum 31. Dezember 2024 noch zum 31. Dezember 2023. III.10 Vorstand und Aufsichtsrat Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2024 waren: 31.12.2024 Anteilsbesitz Frederick Iwans, Vorstand, Glashütten seit 04.01.2021 0,00 % Herr Iwans ist Mitglied im Board of Directors der WineJump A/S, Kopenhagen. Er ist des weiteren Geschäfts- führer der Iwans Beteiligungen UG, Glashütten. Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2024 aus folgenden Personen: Herr Dr. Christian Rollmann ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Max and Mary AG, Frankfurt am Main. Herr Olaf Wilcke ist Berater und Kaufmann, Bonn. Herr Peter A. Börsch ist Vorsitzender des Beirats der Kipp & Grünhoff GmbH & Co. KG, Leverkusen, Vorsitzen- der des Beirats der Schmidt-Rudersdorf GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach, Vorsitzender des Beirats der DBH GmbH, Düsseldorf, Beiratsmitglied der C+S Service GmbH, Bergisch Gladbach und Vorsitzender des Beirats der Firma Hüttemann Holzfachzentrum GmbH, Düsseldorf tätig. 31.12.2024 Anteilsbesitz Dr. Christian Rollmann, Rechtsanwalt, Bonn, Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 30.06.2009 6,07 % Olaf Wilcke, Berater und Kaufmann, Bonn, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 30.06.2009 0,06 % Peter A. Börsch, Unternehmer, Köln Aufsichtsratsmitglied seit 28.05.2018 0,00 % * Anteilsbesitz gemäß letzter Schwellenwert-Mitteilung 61 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.11 Aktie III.11.1 Anzahl der ausstehenden Aktien Die Anzahl der ausstehenden Aktien beträgt 4.634.774 Stück. Die FORIS AG hält zum 31.12.2024 insgesamt 34.427 eigene Aktien im Bestand, die weder stimm- noch dividendenberechtigt sind. Somit sind 4.600.347 Aktien im Umlauf. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Unter Berücksichtigung der Stimmrechtsmitteilungen hielten zum Bilanzstichtag drei Aktionäre bis zu 5 % der Aktien und zwei Aktionäre zwischen 5 % und 10 % der Aktien. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Ausweislich der Präsenz bei der Hauptversammlung vom 12. Juni 2018 und unter Berücksichtigung der Stimmrechtsmitteilungen halten einzelne Aktionäre bis zu 5 % der Aktien und drei Aktionäre mehr als 5 % und weniger als 10 % der Aktien. III.11.2 Schwellenwert und Mitteilungen Die nachfolgende Übersicht zeigt die nach § 33 WpHG veröffentlichungspflichtige Mitteilungen mit Stand 31.12.2024, die der FORIS AG zugegangen und entsprechend veröffentlicht wurden. Meldepflichtiger Zugang der Meldung Schwelle 1 Anteil laut Meldung Victor Rollmann 25.06.2015 > 3 % 3,17 % Philipp Rollmann 25.06.2015 > 3 % 3,17 % Dr. Christian Rollmann 25.06.2015 < 10 % 6,07 % Alexander Rollmann 06.05.2019 > 5 % 5,06 % Dr. Hans Cobet 12.06.2019 > 3 % 3,00 % Die Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel, Deutschland, hat der FORIS AG am 9. Februar 2024 nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der FORIS AG, Bonn, Deutschland, am 7. Februar 2024 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Tag 4,79 % (222.000 Stimmrechte) betragen hat. Die Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel hat der FORIS AG am 26. März 2024 nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der FORIS AG, Bonn, Deutschland, am 22. März 2024 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Tag 2,86 % (132.720 Stimmrechte) betragen hat. III.11.3 Entwicklung der Aktie Der Kurs der FORIS Aktie hat am 31. Dezember 2024 2,54 EUR betragen (31. Dezember 2023: 2,38 EUR). *1 < = Schwelle unterschritten; > = Schwelle überschritten 62 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.12 Veröffentlichung und Hauptversammlung Die FORIS AG hat ihren testierten (Konzern-) Jahresabschluss 2023 am 29. März 2024 der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung gestellt. Die Hauptversammlung fand am 05. Juni 2024 statt. Im Bundesanzeiger erfolg- ten die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der FORIS AG am 19. April 2024 Bonn, 27. März 2025 FORIS AG Der Vorstand Frederick Iwans 63 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 / VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Ich versichere nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließ- lich des Geschäftsergebnisses die Lage des Konzerns so dargestellt ist, dass ein den tatsächlichen Verhältnis- sen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Bonn, 27. März 2025 FORIS AG Der Vorstand Frederick Iwans Versicherung der gesetzlichen Vertreter C.