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FORIS AG Annual Report 2021

May 30, 2022

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Foris AG Jahresabschluss 20 21 FORIS AG Kennzahlen 01.01. – 31.12.2021 TEUR 01.01. – 31.12.2020 TEUR Umsatzerlöse 2.737 490 1.928 1.058 2.214 1.513 -1.407 -8,0ꢀ% -73,0ꢀ% -1.639 -641 Bruttoergebnis vom Umsatz Personalkosten 2.378 Sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis im Berichtszeitraum Eigenkapitalrendite Umsatzrendite 1.476 -1.773 -11,3ꢀ% -64,8ꢀ% -1.977 -1.559 EBIT EBITDA 31.12.2021 TEUR 31.12.2020 TEUR Gesamtkapital 18.030 13.862 76,9ꢀ% 150 17.139 15.635 91,2ꢀ% 186 Eigenkapital Eigenkapitalquote Zahlungsmittel Verbindlichkeiten Rückstellungen Marktkapitalisierung 569 781 599 723 12.143 13.163 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Schlusskurs 2,62 2,84 Inhaltsverzeichnis 4 A. Lagebericht der FORIS AG 4 12 23 24 34 35 36 37 1. Grundlagen des Konzerns 2. Wirtschaftsbericht 3. Nachtragsbericht 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 5. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung 6. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten 7. Übernahmerelevante Angaben 8. Ergänzende Informationen zur FORIS AG 42 B. Jahresabschluss der FORIS AG (HGB) 42 43 44 45 48 59 Anlage 1: Bilanz zum 31. Dezember 2021 (Aktiva) Anlage 2: Bilanz zum 31. Dezember 2021 (Passiva) Anlage 3: Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021 I. Allgemeine Angaben sowie Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Bilanz III. Sonstige Angaben 64 C. Versicherung der gesetzlichen Vertreter 65 D. Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 74 Unternehmenskalender / LAGEBERICHT DER FORIS AG Lagebericht A. der FORIS AG 1. Grundlagen des Konzerns I. Geschäftsmodell des Konzerns I.1 FORIS-Konzern Die FORIS AG mit Sitz in Bonn ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und Mutter- gesellschaft des FORIS-Konzerns. Zum FORIS-Konzern gehören neben der FORIS AG einige direkt oder indirekt beherrschte Tochtergesellschaften. Das Geschäftsmodell des Konzerns besteht in der Erbringung verschiede- ner rechtsnaher Dienstleistungen für unterschiedliche Zielgruppen. Es handelt sich hierbei nicht um anwalt- liche Rechtsberatung, sondern um periphere Leistungen. Hierzu zählen im Wesentlichen die Finanzierung von Prozessen gegen eine Erlösbeteiligung (Prozessfinanzierung), der Handel mit Vorratsgesellschaften sowie die Gründung von Gesellschaften in Irland und U.K. und damit in Zusammenhang stehende Betreuungsleistungen. Alle Dienstleistungen, die über verschiedene organisatorische Geschäftsbereiche erbracht werden, sind von- einander unabhängig und haben unterschiedliche Geschäftsmodelle. Die Prozessfinanzierung wird von der FORIS AG erbracht, die die Kundenbeziehungen hält und Vertragspartner der jeweiligen Finanzierungsverträge ist. In einigen wenigen Fällen ist die BGGK GmbH, eine einhundertprozen- tige Tochtergesellschaft der FORIS AG, involviert, und zwar als Vehikel, um in Kartellschadensfällen die Ansprü- che mehrerer Kläger zu bündeln und somit eine kosteneffizientere Geltendmachung zu ermöglichen. Der Handel mit Vorratsgesellschaften wird über die FORIS Gründungs GmbH betrieben, in der Außendarstel- lung ebenfalls unter der Marke FORIS. Die Gründung von englischen und irischen Limited-Gesellschaften sowie die Erbringung von Betreuungsleistun- gen für diese Gesellschaften erfolgt über die GO AHEAD GmbH, die die entsprechenden Kundenbeziehungen hält. Die FORIS Vermögensverwaltungs AG übt als Eigentümerin und Vermieterin der zum Teil selbst als Büro genutz- ten und fremdvermieteten Immobilien kein operatives Geschäft im engeren Sinne aus. Weitere Tochtergesellschaften sind mehrheitlich Unternehmen zu Finanzierungszwecken oder rein administra- tive Einheiten ohne eigenes operatives Geschäft. Synergetische Effekte über alle Bereiche hinweg werden unter anderem über die gemeinsame Nutzung zen- traler IT-Plattformen, ein Cash-Pooling und Liquiditätsmanagement auf Konzern-Ebene sowie über bereichs- übergreifende Zentralfunktionen erzielt. So sind die wesentlichen Managementfunktionen des Konzerns, etwa Rechnungswesen/Controlling, Personalwesen sowie die Betreuung der IT-Infrastruktur, in der FORIS AG zentra- lisiert. Der Vorstand der FORIS AG trägt die Gesamtverantwortung für die Geschäftsleitung auf Konzernebene Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 4 / LAGEBERICHT DER FORIS AG und fungiert zugleich als Vorstand beziehungsweise Geschäftsführer der betreffenden Konzerngesellschaften. Die einzelnen Geschäftsbereiche sind als Profitcenter mit eigener Berichtslinie organisiert und werden vom Vor- stand zentral geführt. Diese schlanke und der Unternehmensgröße weiter anzupassende Organisationsform soll sicherstellen, dass der Konzern in den einzelnen Geschäftsbereichen schnell und flexibel, vor allem aber unter Wahrung einer einheitlichen Gesamtstrategie notwendige Anpassungen planen und umsetzen kann. Ab- gesehen von Teamleitern für zwei Geschäftsbereiche, die den Vorstand punktuell in koordinierender Funktion unterstützen, und einem Führungskreis, dem neben dem Vorstand und den Teamleitern auch der kaufmänni- sche Leiter angehört, verzichtet der FORIS-Konzern derzeit auf zusätzliche Hierarchien. Er setzt stattdessen auf den direkten Austausch mit allen Mitarbeitern und auf enge Projektarbeit. I.2 FORIS AG Prozessfinanzierung und Monetarisierung Die FORIS AG bietet seit 1998 die von ihr selbst im deutschsprachigen Raum etablierte Prozessfinanzierung an und unterstützt dabei Kläger, ihre Forderungen vor staatlichen Gerichten oder privaten Schiedsgerichten durchzusetzen. Das Geschäftsmodell von FORIS besteht darin, für den Kläger sowohl die Kosten des Prozesses vorzufinanzieren als auch das Kostenrisiko für den Fall des Unterliegens zu übernehmen. Als Gegenleistung hierfür erhält FORIS eine vertraglich vereinbarte, angemessene Erlösbeteiligung, die FORIS (erst) nach Beendi- gung des Prozesses zufließt. Das Geschäftsmodell beinhaltet somit neben der Risikokomponente eines poten- tiellen Unterliegens eine langfristige Vorfinanzierung. Bei der Auswahl der in die Finanzierung genommenen Fälle legt FORIS daher besondere Aufmerksamkeit auf die Erfolgsaussichten sowie die zu erwartende Laufzeit der Prozesse. Die üblicherweise in Finanzierung genommenen Streitigkeiten stammen aus sehr unterschiedlichen Rechtsge- bieten und Branchen, wie zum Beispiel Arzthaftungsfälle, erbrechtliche Streitigkeiten, Kartellschadensersatzpro- zesse und internationale Schiedsverfahren. Stark im Wachstum befindet sich die Finanzierung von Rechtstreitig- keiten in Insolvenzfällen, insbesondere die Geltendmachung von Ansprüchen zur Mehrung der Insolvenzmasse. Prozessfinanzierungen durch FORIS werden in Anspruch genommen, wenn Kläger entweder außerstande sind, die gegebenenfalls existenzbedrohenden Prozesskosten zu tragen, oder sich aus strategischen Gründen dazu entscheiden, die eigene Liquidität für andere Zwecke einzusetzen. Selbst solvente Unternehmen, die Rechts- streitigkeiten im Wege eines aktiven Risikomanagements steuern, lagern das Kostenrisiko oftmals aus, um ihre strategischen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die Prozessfinanzierung bietet hier ein geeignetes Werk- zeug modernen Risikomanagements, das Unternehmen mehr und mehr für sich entdecken. Da jede Fallkons- tellation unterschiedlich ist, passt FORIS die Prozessfinanzierung flexibel an die jeweiligen Kundenbedürfnisse an, von der Finanzierung außergerichtlicher Streitbeilegung zur Teil- oder Vollfinanzierung der Gerichtsverfah- ren, erforderlichenfalls über mehrere Instanzen. Die Monetarisierung ergänzt die Prozessfinanzierung als sog. Cash-Advance-Lösung. In geeigneten Fällen über- nimmt FORIS nicht nur die Prozesskosten, sondern stellt dem Kunden einen Teil der Klageforderung als Vorab- erlös zur Verfügung. Geht der Rechtsstreit verloren, braucht der Kunde den Voraberlös nicht zurückzuzahlen. Geographisch liegt für FORIS der Finanzierungsschwerpunkt auf dem deutschsprachigen Rechtsmarkt, aller- dings engagiert sich FORIS auch in internationalen Schiedsverfahren und ausgewählten Gerichtsprozessen in Europa. Insgesamt ist ein Anstieg an Anfragen nach Prozessfinanzierungen zu verzeichnen, und zwar sowohl aus dem deutschsprachigen Raum als auch international. In Bezug auf den Wettbewerb zeichnet sich eine Dreiteilung des Marktes ab. Einerseits drängen zunehmend internationale Prozessfinanzierer, vor allem aus dem anglo-amerikanischen Raum, in den Markt ein. Diese haben in der Regel einen Fokus auf kostenintensive Groß- oder Massenverfahren wie zum Beispiel Klagen wegen manipulierter Abgaswerte. Die Streitwerte dieser Verfahren liegen überwiegend jenseits des Fokus von FORIS. Akteure in diesem Bereich sind Unternehmen wie Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 5 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Augusta Ventures, Burford Capital oder Nivalion. Am anderen Ende findet sich eine aufstrebende Legal-Tech- Branche, die meist technologiebasiert massenweise gleichgelagerte Ansprüche (etwa bei Flugverspätungen oder unberechtigten Mieterhöhungen) durchzusetzen sucht und für die Finanzierung auf Prozessfinanzierer in der einen oder anderen Form zurückgreift. Dazwischen gibt es das mittlere Segment, in dem auch FORIS tätig ist und das die Finanzierung von ausgewählten Fällen mit Streitwerten zwischen 100.000 und mehreren Millio- nen EUR im Fokus hat. In dem zuvor beschriebenen Wettbewerbsumfeld sieht sich FORIS mit seinem Fokus auf Fälle mit Streitwerten ab 100.000 EUR ausgezeichnet positioniert. Aufgrund der anerkannten Expertise und langjährigen Tätigkeit in diesem Bereich ist FORIS mit der Zielgruppe der in diesem Segment tätigen Anwaltskanzleien hervorragend vernetzt und für eine schnelle und kundenfreundliche Umsetzung von einzelfallbezogenen, individuellen Finanzierungslösungen bekannt. Die im Geschäftsjahr 2021 vorgenommene Fokussierung auf einige spezielle Bereiche hat diese Entwicklung und Positionierung noch weiter gefördert. Nach vorne blickend wird FORIS im Bereich der Prozessfinanzierung weiter an seinem Produktportfolio arbeiten, um die Wertschöpfungstiefe für unsere Kunden zu erhöhen und als breit aufgestellter Partner für Konfliktlösungen wahrgenommen zu werden. I.3 Vorratsgesellschaften Im Bereich der Vorratsgesellschaften gründet FORIS zunächst Gesellschaften für sich selbst ohne eigene wirt- schaftliche Tätigkeit auf Vorrat und überträgt sie anschließend auf einen Erwerber. Damit ermöglicht FORIS einen besonders schnellen Zugang zu einer handlungsfähigen Kapitalgesellschaft und nimmt dem Erwerber das Risiko, über Zwischenlösungen im Gründungsstadium eine persönliche Haftung zu übernehmen. Anders als bei der Prozessfinanzierung, wo eine langfristige Vorfinanzierung notwendig ist, beinhaltet das Geschäftsmodell die Erzielung kurzfristiger, sofortiger Erlöse unmittelbar zum Verkaufszeitpunkt. Zum Portfolio der Vorratsgesellschaften gehören heute alle gängigen deutschen Gesellschaftsformen wie die AG, GmbH, UG, KG, GmbH & Co. KG und die Europäische Aktiengesellschaft (SE). Bei allen vorgegründeten und zum Erwerb bereitstehenden Gesellschaften ist das gesetzlich vorgeschriebene Grund- bzw. Stammkapital im Voraus vollständig eingezahlt. Sie sind im Handelsregister eingetragen, haben noch keine Geschäftstätigkeit ausgeübt und sind daher frei von (versteckten) Altlasten. Erwerber können ihre Vorratsgesellschaften unkom- pliziert per Telefon, Telefax, E-Mail oder online reservieren und im Regelfall innerhalb von 24 Stunden über- nehmen. Die so erworbene Gesellschaft ist sofort nutzbar, so dass beispielsweise Verträge unmittelbar mit dieser neuen Gesellschaft geschlossen werden können. Neben diesen gegründeten Gesellschaften bietet FORIS auch maßgeschneiderte Gründungen an, etwa, wenn ein Kunde eine besonders große Zahl von Gesellschaften, einen anderen Gründungsort oder eine vorgegliederte Konzernstruktur im Rahmen komplexer Transaktionen benötigt. Mit dem Angebot eines Online-Tools hat FORIS zudem eine Lösung geschaffen, das Kunden bei der Reservierung und Abwicklung des gesamten Kauf-Prozesses langfristig und für manche Konstellationen noch effizienter sowie „rund um die Uhr“ unterstützt. Hauptansprechpartner sind Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Private-Equity-Unternehmen. Einer der wesentlichen Absatzmärkte für Vorratsgesell- schaften ist vor allem das Transaktionsgeschäft. FORIS ist einer der führenden Anbieter bei der Gründung und dem Vertrieb von Vorratsgesellschaften in Deutschland. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 6 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Für das Geschäft mit Vorratsgesellschaften sind gesetzgeberische Reformvorhaben von Bedeutung, die die Gesellschaftsgründung insgesamt digitaler und damit schneller machen sollen. Ein geringerer Verwaltungs- aufwand bei der Gründung birgt die Gefahr, dass das Geschäftsmodell der Vorratsgesellschaften langfristig für manche Konstellationen an Attraktivität verlieren könnte. Um negative Auswirkungen auf das Geschäfts- modell zu vermeiden, liegt der Fokus von FORIS auf der kontinuierlichen Verbesserung der Bestellprozesse, der Interaktivität zwischen den beteiligten Parteien und der Sicherstellung eines Produkts, das auch langfristig im Vergleich zur Neugründung erhebliche Vorteile für den Erwerber bieten wird. I.4 GO AHEAD GmbH Die GO AHEAD GmbH ist eine Gründungs- und Serviceagentur, die mit ihren Dienstleistungen Gründer und Unternehmer begleitet. Dabei steht GO AHEAD ihren Kunden nicht nur bei der Gründung englischer oder irischer Limiteds zur Verfügung, sondern erledigt als verlässlicher Partner auch bestimmte, wiederkehrende Berichtspflichten gegenüber den englischen beziehungsweise irischen Behörden. Das eigene Serviceteam von GO AHEAD ermöglicht Kunden, von den Vorteilen der englischen bzw. irischen Limited (z.ꢀB. geringe Kapital- erfordernisse) zu profitieren, indem sie die Kunden bei den administrativen Anforderungen (vor allem strenge, englischsprachige Registervorgaben) unterstützt. Das Geschäftsmodell von GO AHEAD besteht im Erzielen von Einmalerlösen aus der Gründung (oder späteren Löschung) der Gesellschaften, im Wesentlichen jedoch von wiederkehrenden Erlösen aus den Servicepaketen für die vorbeschriebenen Betreuungsleistungen. Diese wer- den von den Kunden als Jahres-Subskription erworben und verlängern sich automatisch von Jahr zu Jahr, sofern sie nicht aktiv gekündigt werden. Neben den englischen und irischen Gesellschaften stehen Gründern in Deutschland auch die klassische GmbH und die Unternehmergesellschaft „UG (haftungsbeschränkt)“ zur Verfügung, deren Gründungsprozess die GO AHEAD ebenfalls unterstützt. Im Übrigen sind Mischformen zwischen deutschen und englischen/irischen Gesellschaftsstrukturen auf Wunsch möglich, z.ꢀB. die Limited & Co. KG oder die UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG. Auch in Deutschland hilft die GO AHEAD bei der Erledigung von Berichtspflichten, wie der Veröffent- lichung von Jahresabschlüssen im elektronischen Bundesanzeiger. Im Verhältnis zu den Erlösen, die mit den englischen und irischen Gesellschaften erzielt werden, sind die hieraus erzielten Erlöse jedoch von untergeord- neter Bedeutung. Der sich bereits seit längerem abzeichnende, zum Jahreswechsel 2020/2021 dann endgültig vollzogene BREXIT, hat sich erwartungsgemäß als Zäsur für das Geschäftsmodell mit den englischen Limiteds erwiesen. Auch wenn zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichts eine dedizierte höchstrichterliche Rechtsprechung noch aussteht, werden die britischen Limited-Gesellschaften mit Verwaltungssitz in Deutschland seither als Perso- nengesellschaft angesehen, ohne haftungsbeschränkende Wirkung für die Gesellschafter. Für GO AHEAD und den seither noch verbleibenden Bestand an betreuten Limiteds stellt dies eine Herausforderung dar. Neugrün- dungen von britischen Limiteds sind für die bisherige Zielgruppe von GO AHEAD weniger attraktiv geworden, so dass nennenswerte Neuzugänge im Kundenbestand nicht mehr zu verzeichnen oder künftig zu erwarten sind. Basierend auf den Erkenntnissen, die GO AHEAD zu Beginn des Jahres 2021 aus dem Angebot einer Ent- scheidungshilfe für die Kunden gewinnen konnte, ist mit einem allmählichen, aber nicht explosionsartigen Abschmelzen des Kundenbestands zu rechnen. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 7 / LAGEBERICHT DER FORIS AG I.5 FORIS Vermögensverwaltungs AG Die FORIS Vermögensverwaltungs AG hält eine 1908 errichtete Immobilie in der Kurt-Schumacher-Straße 18–20 in Bonn und vermietet diese an die FORIS AG, die FORIS Gründungs GmbH, die GO AHEAD GmbH und verpach- tet den Gastronomiebereich an den Betreiber des Restaurants FORISSIMO. Auf dem Nachbargrundstück Kurt- Schumacher-Straße 22 hat die FORIS Vermögensverwaltungs AG im Jahr 2011 einen Büroneubau mit 1.038 m² Nutzfläche zzgl. Lager- und Archivflächen fertiggestellt und langfristig vollständig vermietet. Soweit nicht außergewöhnliche Umstände eintreten – wie etwa ein erheblicher Reparaturbedarf – ist der Geschäfts- bereich der FORIS Vermögensverwaltungs AG vergleichsweise konstant. I.6 Wesentliche Veränderungen in den Grundlagen des FORIS-Konzerns Das aktuelle Dienstleistungsspektrum des FORIS-Konzerns blieb im Wesentlichen unverändert. Zusätzlich zum gewöhnlichen, laufenden Geschäft hat GO AHEAD ihren Limited-Kunden Lösungsansätze für die BREXIT- Problematik und damit verbundene Dienste angeboten. Parallel dazu hat FORIS auch an anderen Stellen an ihrer Produkt- und Dienstleistungsstrategie gearbeitet. Ziel dieser Aktivitäten ist es, die einzelnen Produkte bzw. die Abläufe (sog. „Customer Experience“) attraktiver zu machen sowie die Wertschöpfungskette der einzelnen Produkte abzurunden. In diesem Zuge wurde zum Ende des Geschäftsjahres die Programmierung einer Platt- form zur Meldung der sog. „wirtschaftlich Berechtigten“ in das Transparenzregister aufgenommen. Die Eintra- gung in das Transparenzregister stellt eine neue Verpflichtung für alle Gesellschaften dar, die in Deutschland im Handelsregister eingetragen sind. Mit der Plattform und ergänzenden Dienstleistungen zielt FORIS darauf ab, das Dienstleistungsspektrum für bestehende und neue Kunden zu erweitern. II. Ziele, Strategien und Steuerungssystem Auf eine freiwillige Darstellung der strategischen Ziele und der zu ihrer Erreichung verfolgten Maßnahmen im Sinne des DRS 20 Tz. 39 – 44 und 56 wird verzichtet. Wir stellen nachfolgend das Steuerungssystem mit den für die FORIS AG bedeutsamsten finanziellen und nicht-finanziellen Steuerungsgrößen dar. Unser unternehmerisches Handeln zielt auf Ergebnisverbesserungen in allen Geschäftsbereichen ab. Bei einem dem Geschäftsmodell angemessenen, erhöhten Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf streben wir nach einer attrak- tiven Eigenkapitalverzinsung. Das Planungs- und Steuerungssystem des Unternehmens ist dahingehend konzi- piert, dass es sowohl speziell auf die einzelnen Geschäftsbereiche ausgelegte als auch geschäftsbereichsübergrei- fende Instrumente und Informationen bereitstellt. Diese Instrumente erlauben es, den aktuellen Geschäftsverlauf im konzerninternen Vergleich darzustellen und zu bewerten. Zum anderen bilden sie eine wesentliche Grundlage, um geschäftsbereichsspezifische und geschäftsbereichsübergreifende Strategien sowie Maßnahmenbündel zu entwickeln oder anzupassen und Investitionsentscheidungen zu treffen, sofern es die Unternehmensziele erfor- dern. Die Informationen unseres internen Steuerungssystems ermitteln wir im Regelfall monatlich und bewerten sie im Rahmen eines formalisierten Monatsberichts, den der Vorstand dem Aufsichtsrat zur Verfügung stellt. In Einzelfällen ermitteln und bewerten wir die Informationen anlassabhängig auch täglich. Steuerungsgrößen, die auf Konzernabschlusszahlen beruhen, ermitteln und bewerten wir mindestens halbjährlich und berichten hierüber nach Maßgabe der gesetzlichen Berichtspflichten öffentlich. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 8 / LAGEBERICHT DER FORIS AG II.1 Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren FORIS-Konzern Eigenkapitalrendite Die Eigenkapitalrendite dient der Beurteilung der Kapitaleffizienz und ergibt sich aus der Division des Perioden- ergebnisses im Berichtszeitraum des aktuellen Jahres durch den Stand des Eigenkapitals der Vorjahresperiode. Die Ermittlung und Analyse erfolgen halbjährlich. Eigenkapitalquote Zur Beurteilung der Kapitalstruktur und der finanziellen Flexibilität für das operative Geschäft wird die Eigen- kapitalquote herangezogen, die sich aus der Division des Eigenkapitals durch das Gesamtkapital zum Stichtag ergibt. Die Eigenkapitalquote wird monatlich unter Berücksichtigung der geschäftlichen Entwicklung in einer rollierenden Vorschau geschätzt und quartalsweise berichtet. Aufgrund des volatilen Geschäftsmodells im Bereich der Prozessfinanzierung erachten wir für unser Unternehmen eine im Vergleich zu anderen Dienst- leistungsunternehmen überdurchschnittliche Eigenkapitalquote für erforderlich. Umsatzrendite Die Umsatzrendite ermittelt sich aus dem Periodenergebnis und dem Umsatz im Berichtszeitraum und dient der Beurteilung der Rentabilität. Sie wird sowohl auf Konzern- als auch auf Bereichsebene ermittelt. Ein Ver- gleich mit anderen Dienstleistungsunternehmen ist hierbei nur eingeschränkt möglich, da der Umsatz im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften aufgrund der bilanziellen Vorschriften auch das eingezahlte Kapital der Vorratsgesellschaften enthält. Die Umsatzrendite ist daher niedrig im Vergleich mit anderen Dienstleistungs- unternehmen, die keine Vorratsgesellschaften verkaufen. Gleichwohl bietet die Analyse der Veränderungen auf Konzern- und Bereichsebene Anhaltspunkte für die geschäftliche Entwicklung. Die Umsatzrendite wird monat- lich im Rahmen des Monatsberichts ermittelt und mit Abweichungen zu Vorperioden dargestellt. Cashflow Die Ausstattung und Planung der Liquidität sowohl in der Prozessfinanzierung als auch bei den Vorratsgesell- schaften ist im Rahmen der Konzernfinanzierung aufgrund der Liquiditätsbindung von hoher Bedeutung. Der Liquiditätsstatus des gesamten Konzerns mit allen Tochtergesellschaften und die entsprechende Entwick- lung werden täglich abgebildet. Basierend auf den Monatsergebnissen wird eine Vorschau erstellt und analy- siert. Darüber hinaus wird halbjährlich eine Kapitalflussrechnung entsprechend IAS 7 erstellt und ausgewertet. EBITDA Die Kennziffer EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes Depreciation and Amortisation) beschreibt das Betriebs- ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Finanzierungsaufwendungen. Die Ermittlung des EBITDAs, die die operative Betriebsleistung aufzeigt, erfolgt monatlich sowohl auf Konzern- als auch auf Bereichsebene. Sie wird auf Plan-Ist-Abweichungen unter- sucht und mit Vorperioden vergleichen. EBIT Das EBIT (Earnings Before Interests and Taxes) baut auf dem EBITDA auf und berücksichtigt zusätzlich noch etwaige Abschreibungen. Anhand der Abschreibungen auf den Firmenwert der GO AHEAD wird erkennbar, welchen bedeutenden Einfluss dieser Sondereffekt auf das Ergebnis des Unternehmens haben kann. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 9 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis auf Bereichsebene Bei der Betrachtung der einzelnen Geschäftsbereiche werden jeweils die Leistungsindikatoren Umsatz, Roh- marge und Periodenergebnis ermittelt, mit den Vorperioden verglichen und auf das Jahr hochgerechnet. Diese Leistungsindikatoren sind Teil des Monatsberichts und werden mit den monatlichen Unternehmensplanzahlen abgeglichen und entsprechend analysiert. Dabei entsprechen die Umsatzerlöse und Periodenergebnisse den je- weiligen Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung. Die absolute Rohmarge ergibt sich aus dem Umsatz abzüglich des Materialaufwandes. Die relative Rohmarge ergibt sich aus der Division der absoluten Rohmarge durch den Umsatz; das Ergebnis ist dann mit 100 zu multiplizieren. In der Prozessfinan- zierung und Monetarisierung enthält der Materialaufwand im Wesentlichen die Verfahrenskosten für gewonne- ne als auch verlorene Verfahren. Bei den Vorratsgesellschaften ist neben den direkten Gründungskosten auch das voll eingezahlte Kapital enthalten. Im Bereich GO AHEAD sind im Materialaufwand im Wesentlichen die für die Leistungserbringung für die Limited-Gesellschaften notwendigen Kosten externer Dienstleister berücksich- tigt. Für die Steuerung des Bereichs Prozessfinanzierung und Monetarisierung sind monatlicher Umsatz, Roh- marge und Periodenergebnis aufgrund der Volatilität des Geschäftsmodells von untergeordneter Bedeutung. Zur internen Steuerung werden hier vor allem die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren herangezogen. II.2 Bedeutsame nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Über die zuvor genannten finanziellen Leistungsindikatoren hinaus werden für die einzelnen Bereiche der FORIS weitere Kennzahlen und Steuerungsgrößen im Rahmen der Monatsberichterstattung ermittelt, analysiert und an den Aufsichtsrat berichtet, auch soweit diese sich in der Rechnungslegung nicht unmittelbar betragsmäßig niederschlagen. Ein Vergleich erfolgt in der Regel mit dem Vormonat und in Abhängigkeit von der jeweiligen Steuerungsgröße auch mit den Werten der vergangenen zwölf Monate sowie der Unternehmensplanung. Prozessfinanzierung und Monetarisierung In den beiden verwandten Geschäftsbereichen Prozessfinanzierung und Monetarisierung ermitteln und bewer- ten wir verschiedene nicht-finanzielle Leistungsindikatoren, darunter etwa den Streitwert, unseren rechnerisch möglichen Erlös (Optionsvolumen), die Anzahl der in der jeweiligen Periode angefragten beziehungsweise in Finanzierung genommenen Verfahren, das Verhältnis von Anfragen und Ablehnungen, die Bearbeitungszeit pro Fall sowie die Verteilung auf unterschiedliche Rechtsgebiete beziehungsweise Streitsachverhalte zur Beurtei- lung etwaiger Klumpenrisiken. Der Streitwert stellt die Höhe des geltend gemachten klägerischen Anspruchs dar, dessen Durchsetzung die FORIS finanziert. Anhand des Streitwerts bemessen sich einerseits die Kosten des Gerichts- oder Schiedsverfah- rens und andererseits das Optionsvolumen von FORIS. Das Optionsvolumen der Prozessfinanzierung und Monetarisierung stellt den rechnerisch maximal möglichen Beteiligungserlös von FORIS aus den in Finanzierung genommenen Verfahren dar. Der tatsächliche, kaufmän- nische Wert der finanzierten Verfahren zeigt sich allerdings erst nach Abschluss der betreffenden Prozesse, gegebenenfalls sogar erst nach Durchsetzung beziehungsweise zwangsweiser Vollstreckung der titulierten For- derungen. Erst dann kann der tatsächlich erzielte Erlös (abzüglich der zu tragenden Kosten) errechnet werden. Bis dahin bleibt das Optionsvolumen ein erwarteter rechnerischer Wert. Das aktuelle Kostenrisiko umfasst im Wesentlichen die entstandenen und voraussichtlich noch entstehenden Kosten für den eigenen Anwalt, die Gerichtskosten und den gegnerischen Anwalt, die bis zum Abschluss der laufenden Instanz anfallen können. Dieser Wert stellt somit grundsätzlich den maximal möglichen bilanziellen Verlust von FORIS bis zur Beendigung der aktuellen Instanz dar. Die Kosten werden regelmäßig auf Grundlage der einschlägigen Gebührenordnungen ermittelt. Abhängig vom konkreten Fall werden höhere Kosten, etwa Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 10 / LAGEBERICHT DER FORIS AG für anwaltliche Stundenvergütungen oder Sachverständigengutachten, hinzugerechnet. Zum Teil muss auch auf Schätzungen zurückgegriffen werden, z.ꢀB. mit Blick auf die voraussichtliche Festsetzung des Streitwerts durch das Gericht. Hierdurch können sich Schätzunsicherheiten ergeben, insbesondere bei Änderungen in den Gebührenordnungen, bei Stufen- oder (Patent-)Nichtigkeitsklagen sowie Zurückverweisungen, ferner im Hin- blick auf Kosten für Sachverständigengutachten oder Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Auch die Anzahl der Gerichtstermine (vor allem bei Abrechnung nach Tagessätzen in ausländischen Rechtsordnungen, bei Schieds- verfahren und anwaltlichen Stundenvergütungen) führen zu Schätzunsicherheiten. Die tatsächlich bei FORIS anfallenden Kosten im Verlauf der kommenden Jahre hängen insbesondere vom Verlauf und dem Ausgang der einzelnen Prozesse ab. Unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit regelmäßig deutlich über 50ꢀ% liegen- den Erfolgsquote und unserer Erfahrungen über die Verfahrensverläufe erwarten wir, dass die tatsächlichen Kosten im Mittel signifikant unter den in diesem Geschäftsbericht angegebenen Bandbreiten des aktuellen Kostenrisikos liegen. Die angegebenen Risiken können sich im Verfahrensverlauf verändern, ohne dass diese Veränderung unmittelbare Auswirkungen auf das Ergebnis des entsprechenden Berichtsjahres hat. Die anzuwendende Rechnungslegungsmethode bestimmen wir vor dem Hintergrund der genannten Schätz- unsicherheiten auf Grundlage unserer Erfahrungswerte, Annahmen und Ermessensausübungen. Vorratsgesellschaften Für den Geschäftsbereich der Vorratsgesellschaften steht die Entwicklung der Gründungszahlen des statisti- schen Bundesamtes im Fokus der zusätzlichen Leistungsindikatoren. Die Kombination dieser Leistungsindikato- ren mit unseren Verkaufszahlen ermöglicht Rückschlüsse auf die eigene Produkt- und Servicequalität sowie den erwarteten mittelfristigen Erfolg der eingeleiteten Vertriebs- und sonstigen Maßnahmen. GO AHEAD GmbH Im Geschäftsbereich der GO AHEAD ziehen wir die Gründungszahlen je Rechtsform als Indikator für unsere Geschäftsentwicklung heran, daneben die Entwicklung unserer Bestandskunden für die englische und irische Limited. Außerdem bewerten wir die entsprechenden Löschungsquoten der Gesellschaften. Über den Ver- gleich der Marktentwicklung mit den eigenen Verkaufszahlen lassen sich Rückschlüsse auf die Marktfähigkeit der eigenen Produkte sowie die Qualität des Service ziehen. Aufgrund des final vollzogenen BREXITs und den damit einhergehenden Änderungen in Bezug auf die Rechtsform der englischen Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland stellen jedoch vergangenheitsorientierte Rückschlüsse nunmehr einen stark eingeschränkt geeig- neten Indikator dar. Seit dem 01.01.2021 hat diesbezüglich die post-BREXIT Entwicklung der Bestandskunden in Verbindung mit der Löschungsquote einen maßgeblicheren Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisplanung sowie sich hieraus eventuell ergebende Anpassungsnotwendigkeiten der Ressourcen. Ein weiterer Schwerpunkt der Steuerung liegt auf dem Forderungsmanagement. Daraus ziehen wir Rückschlüsse auf den Erfolg von Inkassomaßnahmen. III. Forschung und Entwicklung Aufgrund des Geschäftsmodells beschränkt sich der FORIS-Konzern bei Forschung und Entwicklung darauf, neue Produkte und Dienstleistungen zu planen und zu gestalten sowie darauf, bestehende Produkte und Dienstleistungen fortzuentwickeln. Leistungen Dritter werden hierfür in der Regel nicht oder nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 11 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 2. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das preisbedingte Bruttoinlandsprodukt erholte sich im zweiten Jahr der Corona Pandemie um 2,7ꢀ% gegen- über dem Vorjahr. Das statistische Bundesamt teilte dies in seiner Pressemittelung vom 14. Januar 2022 mit und vermeldete, dass auch wenn in fast allen Wirtschaftsbereichen die wirtschaftlichen Leistungen wieder etwas zunahmen, das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht werden konnte. Denn auch im Jahr 2021 war die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wesentlich von den Auswirkungen der Corona Pandemie in Form von Lieferengpässen oder anhaltenden Schutzmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung geprägt. Letzteres trifft ins- besondere die sonstigen Dienstleistungen sowie Sport, Kultur und Unterhaltung weiterhin stark. Im Euroraum ist die Entwicklung erneut durch die expansive Geldpolitik und eine Verlängerung beziehungs- weise Neuauflage von Konjunkturprogrammen und Stützungsmaßnahmen gekennzeichnet. Seit dem 10. März 2016 verfolgt die EZB neben Anleiheankäufen eine konsequente Null-Prozent-Leitzinspolitik, die ein immanentes Inflationsrisiko birgt. Das Inflationsrisiko verschärfte sich im Jahr 2021 aufgrund des deutlichen Anstieges der Verbraucherpreise. Dies führte zu einem stetigen Anstieg der Inflationsrate in der zweiten Jahreshälfte merklich über das von der EZB festgelegte Inflationsziel hinaus. So lag laut Pressemitteilung des statistischen Bundesamts vom 19. Januar 2022 die Jahresteuerungsrate im Jahresdurchschnitt um 3,1ꢀ% höher als im Vorjahr. Als primäre Auslöser für das höhere Inflationsgeschehen sind u.ꢀa. die temporäre Mehrwert- steuersenkung im Jahr 2020 sowie die spürbare Verteuerung der Energieprodukte und Lebensmittel zu nennen. Die Verschlechterung des Wirtschaftsklimas durch internationale Handelskonflikte, den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und durch die Corona-Pandemie bleibt ein erheblicher Unsicherheitsfaktor für die kon- junkturelle und branchenbezogene Entwicklung. II. Geschäftsverlauf II.1 FORIS-Konzern Eigenkapitalrendite Durch- 2021 -11,3 % -9,7 % 2020 2019 6,0 % -3,5 % 2018 -12,9 % -3,1 % 2017 schnitt Eigenkapitalrendite 2-Jahres-Schnitt -8,0 % -1,0 % 6,6 % 5,0 % -3,9 % -2,5 % Wie bereits im Vorjahreszeitraum belasten auch in diesem Jahr pandemiebedingte Verzögerungen bei Ver- fahrensbeendigungen in der Prozessfinanzierung sowie das Erfordernis einer weiteren Abschreibung auf den Firmenwert der GO AHEAD das Unternehmensergebnis. Hinzu kommt ein unerwarteter Prozessausgang zum Jahreswechsel in einem finanzierten, größeren Verfahren mit einem deutlich negativen Effekt auf das Perioden- ergebnis. In Summe tragen diese Effekte wesentlich zur negativen Eigenkapitalrendite bei. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 12 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Eigenkapitalquote Durch- 2017 2021 2020 2019 2018 schnitt Eigenkapitalquote 75,4 % 87,6 % 90,9 % 87,9 % 91,6 % 86,7 % Aufgrund des volatilen Geschäftsmodells der Prozessfinanzierung ist eine im Branchenvergleich signifikant überdurchschnittliche Eigenkapitalquote für die FORIS grundsätzlich sinnvoll. Die Eigenkapitalquote beträgt in Folge des negativen Konzernergebnisses sowie einer veränderten Kapitalstruktur zum Geschäftsjahresende 75,4ꢀ% und liegt damit unter der Quote des Vorjahres und des Durchschnittswerts für die Periode von 2017 bis 2021. Dennoch bleibt die Eigenkapitalquote hoch und liegt deutlich über dem Zielwert von mindestens 60ꢀ%, den der Vorstand zur Abdeckung möglicher Risiken aus der Prozessfinanzierung vorgegeben hat. Umsatzrendite Durch- schnitt 2021 2020 2019 2018 2017 Umsatzrendite -8,6 % -8,3 % 4,5 % -12,5 % 6,2 % -3,7 % Ein Vergleich mit anderen (Dienstleistungs-) Unternehmen ist für die Umsatzrendite nur eingeschränkt mög- lich, da der Umsatz im Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften aufgrund der bilanziellen Vorschriften auch das eingezahlte Grund- beziehungsweise Stammkapital der jeweiligen Gesellschaften enthält. Somit erfolgt hier ein Ausweis hoher Umsätze mit vergleichsweise geringer Marge. Das sehr volatile Geschäft der Prozessfinanzie- rung weist Jahr über Jahr Umsatzsprünge aus, die einer vergleichenden Jahresbetrachtung nicht zugängig sind. Cashflow 2021 TEUR 2020 TEUR 2019 TEUR 2018 TEUR 2017 TEUR Summe TEUR Cashflow aus laufender -2.418 -62 -1.536 -51 126 -67 -63 2.635 -210 -466 1.558 -50 366 -440 726 Geschäftstätigkeit Cashflow aus Investitionstätigkeit Cashflow aus 2.963 -463 -1.244 Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Verände- rungen des Finanzmittel- bestandes (Cashflow) 483 -2.050 -4 1.959 264 652 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 13 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis auf Bereichsebene 2021 TEUR 2020 TEUR Veränderung TEUR Umsatz Prozessfinanzierung 2.172 1.509 13.699 1.389 317 663 3.442 -276 21 Vorratsgesellschaften GO AHEAD 17.141 1.113 338 Vermögensverwaltung Sonstige Segmente FORIS-Konzern 12 91 -79 20.776 17.005 3.771 2021 TEUR 2020 TEUR Veränderung TEUR Rohmarge Prozessfinanzierung -75 1.812 959 639 1.533 1.238 317 -714 279 -279 21 Vorratsgesellschaften GO AHEAD Vermögensverwaltung Sonstige Segmente FORIS-Konzern 338 9 -2 11 3.043 3.725 -682 2021 TEUR 2020 TEUR Veränderung TEUR Periodenergebnis Prozessfinanzierung -2.629 765 -1.820 602 -809 163 314 18 Vorratsgesellschaften GO AHEAD 19 -295 122 Vermögensverwaltung Sonstige Segmente FORIS-Konzern 140 -77 -20 -57 -1.782 -1.411 -371 ꢀAusweis im Vergleich zum Vorjahresbericht aufgrund eines modifizierten Verteilungsschlüssels der segmentübergreifenden Aktivitäten angepasst. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 14 / LAGEBERICHT DER FORIS AG II.2 Prozessfinanzierung und Monetarisierung Die im Geschäftsbereich Prozessfinanzierung und Monetarisierung erzielten Umsatzerlöse aller in Abrechnung genommenen Verfahren (2.172 TEUR) liegen um 663 TEUR über denen des Vorjahreszeitraums (1.509 TEUR). Die erzielten Umsatzerlöse in der Prozessfinanzierung enthalten 102 TEUR, die im Rahmen der Verhandlungs- begleitung erzielt wurden (Vorjahr: 8 TEUR). 2021 2020 2019 2018 2017 In Abrechnung genommen (Anzahl) Positiv beendete Verfahren 25 14 20 13 28 20 10 16 11 26 Quote der positiv in Abrechnung genommenen Verfahren 80,0% 71,4% 80,0% 84,6% 92,9% In 2021 haben wir in der Prozessfinanzierung 25 Verfahren in Abrechnung genommen (Vorjahreszeitraum: 14 Verfahren). 80ꢀ% dieser Verfahren haben wir positiv abgerechnet. Als positiv abgerechnet gilt dabei ein Ver- fahren, das im Saldo einen positiven Nettoerlös erzielt hat. Hierbei handelte es sich überwiegend um kleinere Verfahren sowie um vier Verfahren mit außergerichtlicher Verhandlungsbegleitung (Vorjahr: 1 Verfahren). Die meisten größeren Verfahren, die ein höheres Erlöspotential bieten, wurden in 2021 nicht beendet und konnten somit auch nicht abgerechnet werden. 2021 2020 2019 2018 2017 Neu in Finanzierung genommene Fälle 29 30 36 27 5 Optionsvolumen neu in Finanzierung genommene Fälle (in Mio. EUR) 9,2 0,32 67,8 28,0 0,93 72,3 21,1 0,59 50,2 11,7 0,43 36,2 1,1 0,22 26,9 Durchschnittliches Optionsvolumen (in Mio. EUR) Gesamtvolumen zum Stichtag (in Mio. EUR) Im Geschäftsjahr 2021 haben wir in der Prozessfinanzierung 29 neue Verfahren mit einem Optionsvolumen von 9,2 Mio. EUR in Finanzierung genommen, womit das Optionsvolumen um 18,8 Mio. EUR unter dem Vorjahres- wert liegt. Der Vorjahreswert wurde wesentlich durch ein in Finanzierung genommenes, größeres Verfahren bestimmt, dass alleine ein Optionsvolumen von 20 Mio. EUR beigesteuert hat. Das Gesamtoptionsvolumen zum Stichtag hat sich von 72,3 Mio. EUR auf 67,8 Mio. EUR verringert. Dazu trug wesentlich ein verlorenes, ab- geschlossenes größeres Verfahren bei. Insgesamt bleibt der Portfolio-Bestand auf einem hohen Niveau. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 15 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 2021 2020 2019 2018 2017 Aktuelles Kostenrisiko von (Mio. EUR) 15,1 15,1 11,6 10,4 6,2 bis (Mio. EUR) 18,5 18,5 14,1 12,7 7,6 Kostenrisiko im Verhältnis zu Optionsvolumen 27,3 % 25,5 % 28,2 % 35,1 % 28,3 % Das im Vergleich zum Vorjahr in Summe unverändert gebliebene Kostenrisiko korreliert in der Regel mit dem Streitwert. Abweichungen von diesem Grundsatz können sich insbesondere aufgrund der Verfahrensdauer, einem Auslandsbezug (mit oftmals höheren Anwaltsvergütungen) oder vertraglichen Sondervereinbarungen ergeben. Die in der Prozessfinanzierung in den kommenden Jahren anfallenden Kosten hängen insbesonde- re vom Verlauf und dem Ausgang der einzelnen Prozesse ab. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Erfolgsquoten und unserer Erfahrungen über die Verfahrensverläufe werden die tatsächlichen Kosten im Mittel voraussichtlich signifikant unter den in diesem Geschäftsbericht angegebenen Bandbreiten des aktuellen Kostenrisikos liegen. II.3 Vorratsgesellschaften Auf Basis der durchschnittlichen Verkäufe in den Geschäftsjahren 2017 bis 2020 hat es im Vergleich zum Vor- jahr insbesondere bei den GmbH-Verkäufen einen signifikanten Anstieg gegeben. Auch die Verkaufszahl der SE’s ist im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Lediglich bei den AG-Verkäufen ist ein Rückgang zu erkennen. Insgesamt liegen die Verkäufe auf einem äußerst hohen Niveau und stellen ein weiteres Rekordjahr in der Geschäftsentwicklung der Vorratsgesellschaften dar. Verkäufe Vorratsgesellschaften 2021 2020 2019 2018 2017 GmbH-Verkäufe 122,7 % 96,2 % 99,2 % 105,9 % 98,7 % SE-Verkäufe 86,6 % 78,3 % 78,4 % 173,2 % 26,1 % 61,9 % 86,6 % AG-Verkäufe1) 104,3 % 121,7 % 147,8 % Gewerbeneugründungen Deutschland2) 2021 2020 2019 2018 2017 GmbH 111,3 % 98,2 % 105,3 % 99,8 % 96,6 % UG 93,9 % 56,6 % 86,6 % 66,8 % 88,2 % 83,5 % 99,9 % 141,6 % 131,4 % Limited3) 101,8 % 1) Durchschnitt 2017–2020 = 100ꢀ% 2)ꢀDie Gewerbeneugründungen für die aktuelle Berichtsperiode entsprechen den veröffentlichten Zahlen von DESTATIS. 3) Durchschnitt 2017–2020 = 100ꢀ% Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 16 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Ein Auf- oder Abwärtstrend bei den Gewerbeneugründungen der GmbHs wirkt sich auf die Absatzzahlen bei den Vorratsgesellschaften nur marginal aus. Andere Einflussfaktoren, wie zum Beispiel die Entwicklung des M&A-Marktes, das Wettbewerbsverhalten und eigene vertriebliche Aktivitäten beeinflussen die Umsatzentwick- lung stärker als die allgemeine Entwicklung von Neugründungen. II.4 GO AHEAD GmbH Der Markt für Limiteds in Deutschland hat sich erwartungsgemäß erneut negativ entwickelt. Die Löschungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 742 auf 1.052 gestiegen. Neue Gründungen fanden in Anbetracht des erfolgten Brexits bis auf eine Gründung nicht statt. Der Bestand an englischen Limited-Kunden verringerte sich zum Geschäftsjahresende auf 2.968 Gesellschafen (Vorjahr: 4.088 Gesellschaften). Das Geschäft mit den irischen Limiteds kann den Rückgang der englischen Limiteds nur unwesentlich kompensieren. Bestände Servicepakete 2021 2020 2019 5.888 16 2018 6.754 150 30 2017 7.619 148 (Limiteds GB) Anfangsbestand 4.088 4.832 Zugang Gründung Zugang Wechsler Abgang Wechsler Abgang Löschungen Korrekturen 1 5 12 14 34 44 -40 -19 -31 -48 -90 -1.052 -34 -742 -9 -1.007 -68 -957 -41 -1.012 45 Endbestand 2.968 4.088 4.832 5.888 6.754 Die in der obigen Tabelle genannten Korrekturen entstehen durch Ab- und Zugänge an Limiteds, wenn diese durch Dritte initiiert wurden. II.5 Sonstige Segmente im FORIS-Konzern Das Periodenergebnis der sonstigen Segmente im FORIS-Konzern hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 57 TEUR verringert und liegt im Berichtsjahr bei -77 TEUR (Vorjahr -20 TEUR). Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 17 / LAGEBERICHT DER FORIS AG III. Lage des FORIS-Konzerns Zur Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gegliedert und die Kapitalflussrechnung in verkürzter Form dargestellt. Abweichungen in der Summenbildung sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen. Die exakten Einzelwerte ergeben sich aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung. III.1 Ertragslage Hinsichtlich der Umsatz- und Ergebnisstruktur verweisen wir auf unsere Ausführung unter 2.II. 01.01.ꢀ– 31.12.2021 01.01.ꢀ– 31.12.2020 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Umsatzerlöse 20.776 100,0 17.005 100,0 3.771 22,2 Aufwendungen für bezogene Leistungen -17.733 3.043 -2.376 -552 -1.990 132 -85,4 14,6 -11,4 -2,7 -9,6 0,6 -13.280 3.725 -2.214 -1.132 -2.121 328 -78,1 21,9 -13,0 -6,7 -12,5 1,9 -4.452 -682 -162 581 131 -197 -329 -11 33,5 -18,3 7,3 Rohmarge Personalaufwand Abschreibungen -51,3 -6,2 Sonstige betriebliche Aufwen- dungen inkl. sonstige Steuern Sonstige betriebliche Erträge -59,9 23,3 -84,5 333,3 Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -1.743 2 -8,4 0,0 -1.414 13 -8,3 0,1 Zinserträge Zinsaufwendungen Finanzergebnis -39 -0,2 -0,2 0,0 -9 -0,1 0,0 -30 -37 4 -41 -1.051,3 75,0 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2 -1 0,0 -1 Periodenergebnis -1.782 -8,6 -1.411 -8,3 -371 26,3 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 18 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Die Umsatzerlöse konnten vor allem durch die hervorragende Anzahl der verkauften Vorratsgesellschaften im Vergleich zum Vorjahr um 3.771 TEUR auf 20.776 TEUR gesteigert werden. Demgegenüber ist der Rückgang der Betriebsleistung einerseits auf die insgesamt geringeren Umsatzerlöse aus der Prozessfinanzierung zurückzu- führen. Die Rohmarge und damit auch das EBIT sind zusätzlich in Höhe von 1,1 Mio. EUR durch ein zum Jahres- ende negativ abgeschlossenes im Ausland betriebenes Schiedsverfahren belastet. Die Abschreibungen haben sich im Vorjahresvergleich von 1.132 TEUR auf 552 TEUR verringert. Sie betreffen in Höhe von 364 TEUR (im Vorjahr 923 TEUR) Wertminderungen in Folge des Impairment-Tests auf den Geschäfts- oder Firmenwert der GO AHEAD GmbH und im Übrigen Einzelwertberichtigungen in finanzierten Fällen. Die im Jahr 2021 angefalle- nen Zinsaufwendungen entstanden aus der erstmaligen Aufnahme von Fremdkapital. III.2 Vermögens- und Finanzlage III.2.1 Vermögen 31.12.2021 TEUR 31.12.2020 TEUR + / - % % TEUR % Geschäfts- oder Firmenwert 186 2.477 1.911 84 1,0 550 2.542 1.971 207 3,1 -364 -66,2 Sachanlagen und übrige 13,4 10,3 0,5 14,1 11,0 1,1 -65 -60 -2,6 -3,1 immaterielle Vermögenswerte Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Sonstige langfr. Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte Vorräte -123 -612 261 466 -59,4 -11,6 16,6 7,4 4.658 1.832 6.783 25,1 9,9 5.270 1.571 6.317 29,2 8,7 Vermögenswerte aus 36,6 35,1 Prozessfinanzierung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 988 5,3 990 5,5 -2 -0,2 sonstige Forderungen Sonstige kurzfr. Vermögenswerte Zahlungsmittel 76 4.204 0,4 22,7 129 3.721 0,7 20,7 -52 483 -41,0 13,0 9,1 Kurzfristige Vermögenswerte Bilanzsumme 13.883 18.541 74,9 12.728 17.998 70,7 1.155 543 100,0 100,0 3,0 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 19 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Der Rückgang des ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerts resultiert aus dem Impairment der GO AHEAD GmbH. Bei den Sachanlagen und übrigen immateriellen Vermögenswerte handelt es sich im Wesentlichen um die eigengenutzte Immobilie, während es sich bei der Finanzinvestition um das fremd- vermietete Nachbargebäude handelt. Steuervorteile, die sich aus den zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 noch nicht genutzten Verlustvorträgen ergeben, haben wir in Höhe von 84 TEUR (Vorjahresstichtag zum 31. Dezember 2020: 84 TEUR) aktiviert. Die Vorräte enthalten ausschließlich das eingezahlte Grund- beziehungsweise Stammkapital der Vorrats- gesellschaften. Der Anstieg der Vorräte ist Folge einer höheren Nachfrage. Die Erhöhung der Vermögenswerte aus Prozessfinanzierung spiegeln die Entwicklung der in Finanzierung genommenen Verfahren und hier ins- besondere die für diese Verfahren verauslagten Kosten zeitverzögert wider. Abgeschlossene Fälle verringern hingegen die Vermögenswerte aus Prozessfinanzierung. Hinsichtlich der Veränderungen in den Zahlungsmitteln verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 2.III.2. III.2.2 Kapitalstruktur 31.12.2021 TEUR 31.12.2020 TEUR + / - % % TEUR % Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 4.635 10.958 649 25,0 4.635 10.958 649 25,8 0 0,0 59,1 3,5 60,9 3,6 0 0 0,0 0,0 Gewinnrücklagen Bilanzverlust/ -gewinn Eigenkapital -2.260 13.982 3.000 600 -12,2 75,4 16,2 3,1 -478 15.764 0 -2,7 87,5 0,0 -1.782 -1.782 3.000 -312 -224 -124 -15 372,8 -11,3 100,0 -34,2 -30,5 -31,5 -7,5 Finanzverbindlichkeiten Verbindlichkeiten Abgegrenzte Erträge Rückstellungen 912 5,1 511 2,8 735 4,1 269 1,5 393 2,2 Steuerschulden Schulden 179 1,0 194 1,1 4.559 18.541 24,6 100,0 2.234 17.998 12,5 100,0 2.326 543 104,1 3,0 Bilanzsumme Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 20 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Im Vordergrund des Finanzmanagements von FORIS steht aufgrund des Geschäftsmodells und der damit verbundenen notwendigen finanziellen Flexibilität die Sicherstellung einer überdurchschnittlichen Eigenkapi- talquote und ausreichender Liquidität. Das Management der finanzwirtschaftlichen Risiken von FORIS ist im Finanzbereich zentralisiert. Der Fokus liegt auf den Kapitalstruktur- und Kreditrisiken sowie den Liquiditäts- und Marktpreisrisiken. Hinsichtlich der Einzelheiten zu den Risiken und deren Management verweisen wir auf unse- re Ausführungen unter III.4. Mit einer hohen Eigenkapitalquote ist FORIS im Hinblick auf die Eigenkapitalausstattung weiterhin solide aufgestellt. Im Geschäftsjahr 2021 fielen zudem erstmalig Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3 Mio. EUR aus einer Bankfinanzierung an, wie in den nachfolgenden Ausführungen zur Liquidität näher erläutert wird. Die Verbindlichkeiten sind aufgrund stichtagsbedingter Schwankungen bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gesunken. Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen abgegrenzte Erträge. Diese stammen aus bereits im Jahr 2021 fakturierten und bezahlten Rechnungen für Leistungen des Folgejahres. Die Rückstellungen beinhalten die erkennbaren Risiken für FORIS zum Stichtag. III.2.3 Investitionen 31.12.2021 TEUR 31.12.2020 TEUR Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen 0 53 9 1 50 0 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Summe 62 51 Die im Jahr 2021 getätigten Investitionen haben sich unwesentlich gegenüber dem Vorjahr um 11 TEUR auf 62 TEUR erhöht. Die Investitionen wurden im Wesentlichen für EDV (10 TEUR), für Außenanlagen (10 TEUR), für geleistete Anzahlungen zwecks Erneuerung der Fernwärmeanlage (30 TEUR) und für Geringwertige Wirt- schaftsgüter (4 TEUR) aufgewendet. Die Investitionen für die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie fielen im Rahmen von kleineren Bauarbeiten an. III.2.4 Liquidität Neben der Finanzierung mit Eigenkapital ist der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit eine wichtige Finanzierungsquelle. Im Geschäftsjahr 2021 fiel der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit mit -2.418 TEUR (Vorjahr: -1.536 TEUR) erneut deutlich negativ aus. Auch hier ist auf die aufgestauten Mittelrückflüsse aus der Prozessfinanzierung in Folge der verzögerten Verfahrensbeendigungen hinzuweisen. Aufgrund dessen und dem kapitalintensiven Geschäftsmodell der Vorratsgesellschaften haben wir im Geschäftsjahr bei unserer Hausbank ein Darlehen in Höhe von 3 Mio. EUR aufgenommen, das unter Berücksichtigung der gezahlten Zin- sen die Veränderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr begründet. Dadurch ist eine ausreichende Liquiditätsversorgung sichergestellt. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 21 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Hinsichtlich des Cashflows aus Investitionen und der hierin erfassten Mittelabflüsse verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 2.III.2.2. Der Finanzmittelbestand beträgt zum Bilanzstichtag 4.204 TEUR und erhöhte sich um 483 TEUR gegenüber dem Vorjahr. Nachfolgend ist die Entwicklung der Liquidität im Rahmen einer verkürzten Kapitalflussrechnung dargestellt. Hinsichtlich der Details verweisen wir auf die Kapitalflussrechnung im Konzernabschluss. 01.01.ꢀ– 31.12.2021 01.01.ꢀ– 31.12.2020 EUR EUR Periodenergebnis -1.782 -636 -1.411 -125 Cashflow-Veränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2.418 -62 -1.536 -51 2.963 483 -463 Zahlungswirksame Veränderungen des -2.050 5.771 3.721 Finanzmittelbestandes (Cashflow) Finanzmittelfonds am 01.01. Finanzmittelfonds am 31.12. 3.721 4.204 Multifunktionslinie 31.12.2021 TEUR 31.12.2020 Es besteht derzeit bei einem Kreditinstitut eine Multi- funktionslinie, die mit Bürgschaften im Bereich der Prozessfinanzierung wie nebenstehend ausgenutzt wird. Die Linie wurde im zweiten Halbjahr 2021 um 5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr erhöht und trägt damit dem zuvor beschriebenen Ziel Rechnung, stets eine ausreichende Liquiditätsversorgung zu gewährleisten. TEUR Linie 10.500 -3.003 -3.000 4.497 5.500 Bürgschaften für Prozesse -3.003 0 Inanspruchnahme Kontokorrent Freie Linie 2.497 Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, besteht unverändert fort. Aufgrund des Immobilienbestands und der damit verbundenen Möglichkeit, grundbuchliche Sicherheiten zu gewähren bzw. zu erhöhen, haben wir Zugang zu Refinanzierungsmöglichkeiten für eine zusätzliche finanzielle Flexibilität zum Ausbau der Geschäftstätigkeit. Hinsichtlich der Quantifizierung der möglichen Liquiditätsrisiken verweisen wir auch auf unsere Ausführungen unter III.4 in den sonstigen Angaben. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 22 / LAGEBERICHT DER FORIS AG III.3 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Das Jahr 2021 schließt trotz der insgesamt von 17,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 20,8 Mio. EUR angestiegenen Um- sätze erneut mit einem negativen Periodenergebnis von 1,8 Mio. EUR nach 1,4 Mio. EUR im Vorjahr ab. Damit ist es deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die geringeren Umsatzerlöse in der Prozessfinanzie- rung und die Abrechnung des verlorenen, größeren Verfahrens aus der Prozessfinanzierung mit einem Netto- ergebniseffekt von EUR 1,1 Mio. führten zu einem negativen EBITDA in Höhe von 1,2 Mio. EUR. Hinzu kam noch der BREXIT-bedingte Sondereffekt der Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts der GO AHEAD GmbH in Höhe von fast 0,4 Mio. EUR. Die liquiden Mittel erhöhten sich in Folge der Kreditaufnahme um 0,5 Mio. EUR auf 4,2 Mio. EUR, womit der Konzern weiterhin über eine solide Finanz- und Vermögensstruktur verfügt. Die bestehenden Immobiliensicherheiten bieten darüber hinaus die notwendige finanzielle Flexibilität für die wei- tere Entwicklung. Insgesamt sind nach derzeitiger Kenntnis sämtliche eingegangenen Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllbar. IV. Sonstige Ereignisse des Geschäftsjahres Der zum 31.12.2020 vollzogene BREXIT machte eine erneute Anpassung des Firmenwerts im Rahmen des Impairment Tests der GO AHEAD GmbH um 364 TEUR auf 186 TEUR notwendig. Zudem hat sich der vorerwähn- te, unerwartete Prozessausgang zum Jahreswechsel in einem finanzierten, im Ausland betriebenen, größeren Schiedsverfahren mit 1,1 Mio. EUR negativ auf das Konzernergebnis ausgewirkt. 3. Nachtragsbericht Die Auswirkungen der fortwährenden Corona-Pandemie sowie jene aus dem im Februar ausgebrochenen Ukraine-Krieg sind für alle Wirtschaftsteilnehmer nicht abschließend einschätzbar. Wir verweisen hierzu auch auf unsere Ausführungen im nachstehenden Chancen- und Risikobericht. Der Aufsichtsrat der FORIS AG hat sich mit Herrn Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller auf eine vorzeitige Be- endigung seines Vorstandsmandats zum 30.06.2022 verständigt. Die Änderung geschieht auf ausdrücklichen Wunsch von Herrn Prof. Dr. Müller, den bis Ende 2023 laufenden Vertrag aus persönlichen, familiären Gründen aufzulösen. Der Aufsichtsrat hat entschieden, dass das Unternehmen künftig durch das Vorstandsmitglied Herrn Frederick Iwans als Alleinvorstand geführt wird. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 23 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht I. Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns unter Berücksichtigung der wesentlichen Chancen und Risiken Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion blieb auch im Jahr 2021 stark geprägt durch die Corona- Pandemie, allerdings in deutlich schwächerem Umfang als im Jahr 2020. Auch für 2022 ist davon auszugehen, dass die Pandemie Auswirkungen zeigen wird. Aufgrund von verbesserten Impfquoten dürften Beschränkun- gen, die sich auf die Wirtschaft auswirken, in den meisten Ländern geringer ausfallen als in der Vergangen- heit. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission vom 10.02.2022 dürfte sich das im Jahr 2021 erzielte Wirtschaftswachstum von 5,3ꢀ% im EU-Raum auch in 2022 fortsetzen, allerdings mit einer Rate von nur noch 4,0ꢀ%. Erhebliche Risikofaktoren verbleiben jedoch, vor allem durch globale Spannungen, die zunehmende Ver- schuldung vieler Industrienationen in Zusammenhang mit Hilfsmaßnahmen zur Abschwächung der Pandemie- folgen, weiterhin andauernde Lieferengpässe betreffend verschiedene Industrieprodukte, wie z.ꢀB. Halbleiter, sowie einem Anstieg der Energiepreise. Trotz vorsichtig optimistischer Prognose bleibt die künftige wirtschaft- liche Entwicklung in der EU somit von erheblichen Unsicherheiten geprägt, dem sich die Binnenwirtschaft in Deutschland nicht wird entziehen können. Besondere Risiken bestehen für Unternehmen, die die Pandemie bisher mit staatlichen Hilfsmaßnahmen überstehen konnten, sich nach deren Ende jedoch eigenständig im Markt behaupten müssen. Gemäß Einschätzung von Christine Lagarde am 25.02.2022 wirkt sich der am 24.02.2022 ausgebrochene Krieg zwischen Russland und der Ukraine vor allem auf die ohnehin schon hohen Energiepreise weiter belastend aus. Inwiefern sich dies noch zusätzlich auf die Gesamtwirtschaft auswirken wird, ist schwer zu prognostizieren. Diese gesamtwirtschaftliche Ausgangslage dürfte sich auf die verschiedenen Geschäftsbereiche des FORIS-Konzerns unterschiedlich auswirken. Für den Geschäftsbereich Prozessfinanzierung gehen wir davon aus, dass der sich bereits in den letzten Monaten von 2021 andeutende langsame Anstieg von Unternehmensinsolvenzen positiv auf die Neuakquise von Finanzierungsfällen in diesem für FORIS sehr attraktivem Segment auswirken wird. Aber auch außerhalb des Insolvenzbereichs könnten viele Unternehmen einen stärkeren Fokus auf die Liquiditätssicherung legen als in der Vergangenheit, was die Nachfrage nach Prozessfinanzierungen treiben könnte. In Bezug auf die Be- endigung von Finanzierungsfällen und daraus resultierende Erlöse für FORIS bleibt allerdings abzuwarten, wie schnell das Justizsystem den pandemiebedingten, nunmehr über 2 Jahre aufgelaufenen Bearbeitungsstau wird abbauen können. Hier können weitere Verzögerungen nicht ausgeschlossen werden. Der Geschäftsbereich Vorratsgesellschaften, der sich trotz Pandemie ganz ausgezeichnet entwickelt hat, könnte von Unternehmensneugründungen im Nachgang zu vermehrten Insolvenzen profitieren. Ebenso könnte dieser Bereich von einer Zunahme an M&A-Aktivitäten profitieren, die sich aus pandemiebedingten Marktbereinigun- gen (Übernahmen geschwächter Wettbewerber) ergeben. Die GO AHEAD erwartet aufgrund des BREXITs wie bereits im Vorjahr eine weiterhin sinkende Anzahl von Kunden bei den englischen Limiteds, wobei die Abschmelzung sich mit fortschreitender Zeit zunehmend verlangsamen könnte. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 24 / LAGEBERICHT DER FORIS AG I.1 FORIS-Konzern Eine verlässliche Prognose von Umsatz, Ergebnis und Cashflow erachten wir insgesamt für schwierig darstell- bar, weil der Geschäftsbereich Prozessfinanzierung hieran einen großen Anteil hat. Aufgrund der Volatilität der Prozessfinanzierung mit nur modelltheoretisch vorhersehbaren Zu- und Abflüssen über einen Prognosehori- zont von drei bis sieben Jahren ist eine quantitative Vorhersage, in welchem Umfang die Prozessfinanzierung im Jahr 2022 ihren Beitrag leisten wird, schwer. Dies sowie die zusätzliche Unwägbarkeit von Verfahrensdauern als Folge der Corona-Pandemie lassen somit eine sichere Prognose für die Ergebnis- und Umsatzentwicklung kaum zu. In unseren Planungen erwarten wir einen Umsatzanstieg und eine Ergebnisverbesserung. Für den Ge- schäftsbereich Vorratsgesellschaften erwarten wir für 2022 ein Ergebnis, das besser ist als das Ergebnis in 2021. Für GO AHEAD erwarten wir hingegen einen im Vergleich zu 2021 sinkenden Beitrag. Für den Konzern erwarten wir insgesamt einen Umsatzanstieg und eine Ergebnisverbesserung gegenüber dem Geschäftsjahr 2021. Eine weitergehende Quantifizierung der zukünftigen Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns und der damit verbundenen finanziellen Leistungsindikatoren erscheint uns insbesondere aufgrund der hohen Ergebnisvolatilität des Bereiches Prozessfinanzierung und der unsicheren konjunkturellen Entwick- lungen weiterhin als nicht sachgerecht. Wir weisen darauf hin, dass zukunftsbezogene Aussagen über erwartete Entwicklungen auf aktuellen Einschät- zungen beruhen und naturgemäß mit Risiken und Unsicherheiten behaftet sind. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den hier formulierten Aussagen abweichen. FORIS übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt nicht, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse zu aktualisieren. I.2 Prozessfinanzierung und Monetarisierung Nach unserer Erfahrung ist die Prozessfinanzierung weitgehend konjunkturunabhängig. Die Aktivitäten von FORIS im Markt sowohl bei den Anwälten als auch direkt bei den Anspruchsinhabern/Kunden sind ein wesent- licher Faktor, um neue Finanzierungsanfragen zu erhalten. Wir verfolgen im Hinblick auf unsere vertrieblichen Aktivitäten den Ansatz der persönlichen Ansprache und maßgeschneiderter Veranstaltungen weiter und ent- wickeln unser Netzwerk fort. Der wirtschaftliche Erfolg der Prozessfinanzierung ist aufgrund der Langfristigkeit der Verfahren nur schwer prognostizierbar und weiter als stark volatil einzuschätzen. Er hängt neben dem rechtlichen Ausgang der finanzierten Gerichts- und Schiedsverfahren auch von der wirtschaftlichen Durch- setzbarkeit der titulierten Forderungen ab. Das aktuelle Portfolio umfasst eine Vielzahl von Großverfahren mit Streitwerten größer 4 Mio. EUR, deren jeweiliger Ausgang einen nicht unerheblichen Einfluss im positiven wie auch negativen Sinne auf das gesamte Unternehmensergebnis entfalten kann. Unsere internen Prozesse zur Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit der zu finanzierenden Verfahren und der Bonität der jeweiligen Anspruchsgegner aktualisieren wir sowohl anlassbezogen als auch regelmäßig nach systematischer und analytischer Auswertung der abgeschlossenen Fälle. Eine weitergehende Prognose von Umsatz, Rohmarge und Periodenergebnis für den Bereich Prozessfinanzierung halten wir nicht für sachgerecht, da insbesondere der Zeitpunkt der Rechtskraft einer Entscheidung als Bezugspunkt für die Umsatzrealisierung auch modellhaft nicht verlässlich eingeschätzt werden kann. Zudem können einzelne größere Verfahren Um- satz und Ergebnis signifikant beeinflussen. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 25 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Bei der Akquise neuer Prozessfinanzierungen konnte der positive Trend auch im Jahr 2021 erfolgreich fortge- setzt werden. Der Markt für Prozessfinanzierungen wächst. FORIS scheint im Wettbewerb gut gerüstet, um in ihren Kernsegmenten erfolgreich zu sein. Eine Prognose darüber, inwiefern sich dieser Trend – gekennzeich- net vor allem durch den erheblichen Neugewinn an Kunden und Finanzierungsfällen –im weiteren Verlauf der kommenden Jahre direkt proportional zu ebenso guten Umsätzen führen wird, ist damit nicht zu verbinden. Wir erwarten zwar für 2022 einen Umsatzanstieg und eine Ergebnisverbesserung in der Prozessfinanzierung. Wie weiter oben bereits erläutert, sind geschäftsmodellbedingt verlässliche Prognosen schwierig, insbesondere weil auch externe, von FORIS nicht zu beeinflussende Faktoren, wie etwa die infolge der Corona-Pandemie deutlich verzögerten Verfahrensdauern gleichwohl eine nicht unerhebliche Rolle spielen. I.3 Vorratsgesellschaften Der bereits im Jahr 2020 begonnene und in 2021 fortgesetzte Ausbau von kundenspezifischen Vertriebsmaß- nahmen, gekoppelt mit notwendigen Anpassungen auf der Produkt- und Serviceseite, bilden die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022. Nach einem in diesem Segment überaus guten Jahr 2021 erwarten wir auch im Jahr 2022 in etwa vergleichbare Umsätze; gleiches gilt für das Ergebnis. Einer etwaigen konjunkturellen Ab- kühlung und möglichen Seitwärtsbewegung des Marktes versuchen wir weiterhin mit der Gewinnung von stra- tegischen Großkunden entgegenzuwirken. Da Vorratsgesellschaften unter anderem im Transaktionsgeschäft Verwendung finden, können auch Phasen mit erhöhtem Restrukturierungsbedarf in der Wirtschaft (z.ꢀB. wegen der Notwendigkeit, unrentable Geschäftsfelder zu veräußern) entsprechende Chancen bieten. Neue Software- anbindungen („elektronischer Lagerraum“ für Vorratsgesellschaften, virtuelle Webakten) und weitere Produk- toptimierungen in Bereichen wie KYC-Prozesse und Bankkonten sollen helfen, eine erhöhte Kundenbindung zu bewirken und Neukunden anzusprechen. I.4 GO AHEAD GmbH Die Zahl der durch die GO AHEAD betreuten Limiteds ist im Geschäftsjahr 2021 erwartungsgemäß weiter zurückgegangen, wenngleich in geringerem Umfang als angenommen. Nach Vollzug des BREXIT am 31.12.2020 haben wir im ersten Quartal des Jahres 2021 alle Limited-Kunden über die Rechtsfolgen des BREXIT und etwai- ge Perspektiven informiert sowie Entscheidungstools und verschiedene Handlungsoptionen angeboten. Es hat sich gezeigt, dass die Mehrzahl der Kunden nicht gewillt war, eine sofortige Umstellung auf eine andere Rechts- form vorzunehmen. Als Resultat konnten wir geringere Löschungsquoten, aber auch keine nennenswerte Nachfrage nach Substitutionsprodukten wie z.ꢀB. irische Limiteds oder deutsche Rechtsformen verzeichnen. Die Erträge aus den Serviceleistungen an die Limited-Kunden sichern somit weiterhin eine gewisse Umsatzbasis, wenngleich auf niedrigerem Level. Obgleich eine höchstrichterliche Entscheidung zum rechtlichen Status kon- kret von Bestandsgesellschaften aus der Zeit vor dem BREXIT noch aussteht, so ist aufgrund bereits ergangener untergerichtlicher Entscheidungen und behördlicher Maßnahmen davon auszugehen, dass die Beibehaltung dieser Gesellschaftsform zunehmend unattraktiv werden wird. Die Auswirkungen auf den Bestand der von uns betreuten englischen Limiteds ist vor diesem Hintergrund nur schwer vorhersehbar. In unserer im Dezem- ber 2021 erstellten Wirtschaftsplanung haben wir für das Jahr 2022 ein Abschmelzen um ein Drittel angenom- men, mit deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbußen im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund des Vorstehenden wurden die werblichen Aktivitäten der GO AHEAD mit dem Ziel der Neukundengewinnung zum Jahreswechsel 2022 eingestellt. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 26 / LAGEBERICHT DER FORIS AG I.5 Neue Produkte Aufgrund des Transparenzregister- und Finanzinformationsgesetz sind mit Wirkung ab 01. August 2021 alle in Deutschland im Handelsregister eingetragenen Gesellschaften verpflichtet, den wirtschaftlich Berechtigen zum sog. Transparenzregister zu melden. Für Gesellschaften, die vor diesem Stichtag gegründet wurden, ent- steht diese Pflicht – je nach Rechtsform – erstmalig zu bestimmten Stichtagen im Jahr 2022. Dies gilt nach Schät- zungen der Bundesregierung für rund 2,3 Mio. existierende Gesellschaften in Deutschland. Bei Nichtbeachtung drohen hohe Bußgelder. Entsprechend haben wir mit dem Transparenzregisterservice ein teil-digitalisiertes Produkt entwickelt, mit dem wir als Dienstleister betroffenen Unternehmen helfen möchten, ihrer Eintragungs- pflicht nachzukommen. Zielgruppe sind alle bisherigen oder künftigen Käufer unserer Vorratsgesellschaften, Konzerne oder mittelständische Unternehmen mit einer Vielzahl an meldepflichtigen Gesellschaften sowie alle existierenden individuellen Gesellschaften in Deutschland. Ziel ist es, vor allem über ein Subskriptionsmodell, welches sowohl die Erstmeldung als auch Aktualisierungen beinhaltet, langfristig planbare Umsätze zu generie- ren. Die Vermarktung des Produkts befindet sich noch in einer Frühphase, so dass sich noch nicht abzeichnen lässt, ob und in welchem Maße es angenommen werden wird. I.6 Vermögensverwaltung In der Kurt-Schumacher-Straße 18–20 steht im Geschäftsjahr 2022 der Abschluss der Erneuerung der Hei- zungsanlage an. Der Restaurant-Betrieb im FORISSIMO lief pandemiebedingt im ersten Halbjahr 2021 nur sehr eingeschränkt. Im zweiten Halbjahr erholte sich der Restaurantbetrieb durch die gelockerten Kontakteinschrän- kungen. Die FORIS ist bestrebt, das langjährige und vertrauensvolle Mietverhältnis dauerhaft fortzusetzen. Umsatz und Ergebnis erwarten wir auf Vorjahresniveau. I.7 Sonstige Segmente im FORIS-Konzern In den sonstigen Segmenten sind derzeit keine wesentlichen Änderungen geplant oder abzusehen. II. Risikobericht II.1 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Ziele Neben der Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen ist wesentliches Ziel des Risikomanagementsystems, die Sicherstellung des Erhalts des Unternehmens mit dem Fokus auf bestandsgefährdende Risiken sowie Risiken mit Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Wir verweisen auch auf unsere Ausführungen weiter unten unter Punkt 5 sowohl zum internen Kontrollsystem als auch zum Risikomanagementsystem in Bezug auf die Konzernrechnungslegung. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 27 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Strategie Basierend auf der Erkenntnis, dass unternehmerisches Handeln stets mit Risiken verbunden ist, verfolgen wir die Strategie, Risiken nach Möglichkeit nur dann einzugehen, wenn ihnen angemessene Chancen gegenüber- stehen. Um dies sicherzustellen, sind Transparenz über und der bewusste Umgang mit Risiken ein wesent- licher Aspekt des Risikomanagements. Wo möglich, werden regelmäßig auch die korrespondierenden Chancen erfasst. Dies beinhaltet im Geschäftsbereich der Prozessfinanzierung zum Beispiel das Erlöspotential, das mit dem eingegangenen (=getragenen) Finanzierungsrisiko einhergeht. Grundsätzliche Systematik Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Kontrolle der einzelnen Risiken erfolgen durch eine Vielzahl unab- hängiger, teils aber auch miteinander verzahnter Prozesse. Diese beinhalten neben anderen teils bereichsbe- zogenen Prozessen unter anderem ein Steuerungstool für das gesamte Portfolio der Prozessfinanzierung, ein Liquiditätsteuerungstool samt Controlling-Dashboard, eine Compliance- und Datenschutz-Organisation sowie ein Ad Hoc-Komitee, um Risiken zu erkennen, die sich aus kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten ergeben könnten. Übergeordnete Risiken werden zudem systematisch und regelmäßig in verschiedenen Kategorien erfasst und katalogisiert (Risikoidentifizierung). Im Geschäftsjahr 2021 waren dies die Kategorien Geschäfts- modellrisiken, Recht und Steuern, IT und Datenverarbeitung, Personal und Organisation, Prozessfinanzierung sowie Sonstige Risiken. Die Bewertung der Risiken erfolgt anhand der Parameter Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Schadenshöhe. Der Umgang mit den bestehenden Risiken wird festgelegt und entsprechende Maßnahmen werden zum Zwe- cke der Risikosteuerung eingeleitet. Zur Gewährleistung der Kontinuität und zum Zwecke der Vergleichbarkeit erfolgen die Erfassung und Ermittlung der Risiken im Rahmen eines standardisierten Prozesses und entspre- chender Dokumentation. Die Dokumentation beinhaltet zur Einschätzung und Verfolgung der Entwicklung der Risiken einen Vergleich mit der jeweiligen Vorperiode. Ein monatlich tagender Risikoausschuss, an dem neben dem Vorstand weitere Führungskräfte teilnehmen, be- wertet die jeweilige Ist-Situation in Hinblick auf die oben erläuterte Risikostrategie. Wesentliche Risiken werden zudem mit dem Aufsichtsrat erörtert. Damit ist eine ausreichende Kontrolle der Risiken gewährleistet. Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems Das Risikomanagementsystem, das einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegt und den spezifi- schen Geschäftsmodellen unseres Unternehmens Rechnung trägt, ist in die regelmäßigen Kontrollprozesse des Unternehmens integriert. Die dokumentierten Ergebnisse werden auch an den Aufsichtsrat kommuniziert, so dass dieser seiner Überwachungsfunktion bezüglich des Risikomanagementsystems nachkommen kann. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben prüft der Abschlussprüfer das Risikofrüherkennungssystem, das integraler Bestandteil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist. Er berichtet dem Aufsichtsrat gegebenenfalls über festgestellte Schwächen im internen Kontroll- und Risikomanagementsystem. Prozessfinanzierung und Monetarisierung Das Geschäftsfeld Prozessfinanzierung ist geprägt durch seine langfristigen Verfahrensdauern. Im Hinblick darauf dokumentieren wir sämtliche finanzierte Verfahren, deren Verfahrensstand, Verlauf, Schriftverkehr, Kommunikation, Kosten und Risiken in der unternehmenseigenen Software. Den Beschluss über die Annahme einer Finanzierung sowie über alle signifikanten Ausgabeentscheidungen einschließlich einer etwaigen Finan- zierungsbeendigung steuern wir nach einem festgelegten, dokumentierten Prozess und legen strenge Maßstä- be bei der Fallauswahl an. Hier sind stets mehrere erfahrene Volljuristen und ab gewissen Schwellwerten der Vorstand beteiligt. Zusätzlich erfolgt eine Bonitätsprüfung im Vorfeld auf Basis eines standardisierten Prozes- ses. Bei Überschreiten einer festgesetzten Grenze des Kostenrisikos je Einzelfall wird die Zustimmung des Auf- sichtsrats eingeholt. Die laufenden Verfahren werden immer durch mindestens einen Volljuristen betreut und Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 28 / LAGEBERICHT DER FORIS AG unterliegen wenigstens zweimal pro Jahr einer Inventur einschließlich Finanz- und Dokumentationskontrolle auf Aktualität und Vollständigkeit. Bedingt durch den anhaltenden Wachstumskurs und die damit einhergehende Vergrößerung des Portfolios mit teils sehr langfristigen Finanzierungsfällen, liegt ein besonderer Fokus auf der kontinuierlichen Optimierung des Risikomanagements, insbesondere betreffend die Parameter Kapitalbindung, Höhe und Zeitpunkt von notwendigen Einzahlungen sowie Mittelrückflüssen (Erlösen) und sich daraus ergeben- der Risikovorsorge/Liquidität. Vorratsgesellschaften Der weitgehend IT-gestützte Gründungs- und Verkaufsprozess und die verwendeten Dokumente unterliegen einer regelmäßigen rechtlichen Überprüfung, insbesondere auf Aktualität und Gesetzeskonformität. Gesetz- gebungsverfahren, die eine Auswirkung auf unsere Prozesse und rechtliche Rahmenbedingungen haben, beobachten wir regelmäßig, um zeitnah auf notwendige Änderungen reagieren zu können. Dies bezieht sich sowohl auf Änderungen, die rechtlich erforderlich sind als auch auf solche, die notwendig erscheinen, um auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können. GO AHEAD GmbH Für die Gründung und Betreuung von englischen und irischen Limiteds bzw. deutschen UGs gilt das oben zu den Vorratsgesellschaften genannte analog. Auch hier liegt unser besonderes Augenmerk auf der Sicherstel- lung der Aktualität und Gesetzeskonformität unserer – weitgehend ebenfalls digitalen – Prozesse und Leistun- gen. Ebenso stehen gesetzliche sowie politische Entwicklungen im Fokus, die Einfluss auf die Wettbewerbsfähig- keit unserer Produkte haben können, wie aktuell der zum 31.12.2020 final vollzogene Brexit (dazu weiter unten in Absatz II.2). Dem zusätzlichen Risiko des Forderungsausfalls, das dem massengeschäftsähnlichen Charakter der Leistungen der GO AHEAD geschuldet ist, begegnen wir mit einem stringenten Mahn- und Inkassowesen. Informationstechnische Risiken (EDV/IT) Risiken aus dem Bereich EDV/IT, die vor allem auf die Verfügbarkeit und damit das Service Level durchschlagen, begegnen wir durch ein Redundanzkonzept bei der Hardware auf virtualisierten Servern, verbunden mit einer täglichen Datensicherung, die eine zeitnahe Wiederherstellbarkeit ermöglicht. Dieser Bereich unterliegt eben- falls einer kontinuierlichen Überprüfung, um insbesondere auch auf Entwicklungen im Bereich der Cyberkrimi- nalität reagieren zu können. Bereichsübergreifend Hinsichtlich des Managements der finanzwirtschaftlichen Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen unter C.4.II.3. II.2 Unternehmensspezifische Risiken Prozessfinanzierung Nach inzwischen über 20-jähriger Praxis mit der Prozessfinanzierung haben wir hinreichende Erfahrungswerte, um die mittelfristige Erfolgswahrscheinlichkeit der von uns finanzierten Verfahren abzuschätzen. Gleichwohl ist und bleibt die Laufzeit der einzelnen Verfahren kaum kalkulierbar. Sie ist von zahlreichen Einflüssen geprägt, wie etwa der Auslastung der Gerichte, Richterwechsel oder der Dauer der Erstellung von Sachverständigen- gutachten, auf die FORIS keinen Einfluss hat. Soweit der Gesetzgeber die Möglichkeit einer Revision ausge- schlossen hat, kann die Einlegung einer sogenannten Nichtzulassungsbeschwerde durch den Prozessgegner die endgültige Rechtskraft weiter verzögern. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 29 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Die finanzierten Verfahren unterliegen der Einzelfallbetrachtung. Auch wenn wir die Einschätzung der recht- lichen und wirtschaftlichen Erfolgsaussichten durch erfahrene Juristen im Unternehmen auf Basis einer vom Anwalt des Anspruchsinhabers erstellten rechtlichen Analyse vornehmen, so hängt der rechtliche Ausgang der finanzierten Verfahren allein von der Einzelfallentscheidung der jeweils zuständigen Richter ab. Nach welcher Dauer und mit welcher rechtlichen Begründung eine richterliche Entscheidung getroffen wird, kann von FORIS dabei naturgemäß nicht beeinflusst werden. Auch die Einschätzung der Erfolgsaussichten der nach rechtskräf- tiger Entscheidung notwendigen wirtschaftlichen Durchsetzung des finanzierten Anspruchs erfolgt anhand der zur Verfügung stehenden Wirtschaftsdaten des Anspruchsgegners zum Zeitpunkt der Finanzierungszusage. Die Zahlungsfähigkeit des Anspruchsgegners kann sich während eines (zumal jahrelangen) Gerichtsverfahrens trotz fortlaufender Beobachtung verändern und ist nicht von FORIS beeinflussbar. Der Verfahrensgang in den finan- zierten Rechtsstreitigkeiten, z.ꢀB. durch Schriftsätze, mündliche Verhandlungen oder gerichtliche Hinweise und Verfügungen, erfordert regelmäßige Neubewertungen dahingehend, inwieweit die aktivierten Verfahrenskosten im Hinblick auf den Verfahrensgang noch werthaltig sind. Beim Abschluss neuer Prozessfinanzierungsverträge wird daher neben dem Risiko-/Ertragsverhältnis des Einzelfalls stets auch die aktuelle Zusammensetzung des gesamten Finanzierungsportfolios berücksichtigt, um unangemessene Klumpenrisiken zu vermeiden. Selbst wenn der Anspruchsinhaber obsiegt und FORIS ihren Kostenerstattungs- und Erlösanteil berechnet hat, können Forderungsausfälle nicht ausgeschlossen werden. Auch nach dem Verfahren können sich Vollstre- ckungshindernisse ergeben. Zwar nimmt FORIS eine Auskunft und Prognose zur Solvenz des Gegners stets vor Annahme der Finanzierung vor. Da Prognoseeinschätzungen jedoch auf unsicheren, hypothetischen Zukunfts- entwicklungen beruhen, sind sie naturgemäß nicht immer verlässlich; dies gilt umso mehr für den üblichen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren, die der üblichen Prozessdauer entsprechen. Wertberichtigungen auf die in einen Fall tatsächlich investierten Beträge (gezahlte Prozesskosten) nimmt FORIS dann vor, wenn konkrete Um- stände vorliegen, die eine erfolgreiche Durchsetzung der Forderungen derart beeinträchtigen, dass wir selbst eine Rückzahlung der investierten Beträge nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich erachten. Hinsichtlich der Definition und Entwicklung des aktuellen Kostenrisikos verweisen wir auch auf unsere Ausfüh- rungen unter 1.II und 2.II.2. Vorratsgesellschaften Bei den Vorratsgesellschaften können interne Fehler im Gründungs- und Verkaufsprozess nicht vollständig ausgeschlossen werden. Neben dem Reputationsschaden und dem damit verbundenen beziehungsweise drohenden Wegfall von Kundenbeziehungen können hieraus auch Schadensersatzansprüche entstehen. Auch der für diesen Geschäftsbereich wichtige Markt für Unternehmenstransaktionen bleibt stark abhängig von der konjunkturellen Lage. Diese Faktoren könnten sich als dämpfend für den Handel mit Vorratsgesellschaften erweisen. Mit den aktuell 2022 anstehenden gesetzlichen Änderungen, die einen deutlich verkürzten Gesell- schafts-Gründungsprozess zum Ziel haben, könnte zudem das Modell der Vorratsgesellschaften zumindest teilweise die Vorteile der deutlich kurzfristigeren Verfügbarkeiten einbüßen und an Attraktivität verlieren. Diesem Risiko versuchen wir, mit der Digitalisierung weiterer Prozessschritte entgegenzuwirken, um die Zu- sammenarbeit aller beim Erwerb einer Vorratsgesellschaft beteiligten Parteien noch effizienter zu gestalten. Ziel ist es hierbei, den Effizienz- und Zeitvorteil des Konzepts Vorratsgesellschaft gegenüber einer individuellen Neugründung auch künftig zu erhalten. GO AHEAD GmbH Die im Jahre 2008 erfolgte Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) („UG“) ging seit Jah- ren deutlich zulasten der Nachfrage von Limited-Gründungen. Trotz Aufnahme der Unternehmergesellschaft in unser Produktportfolio konnten und werden die damit erzielten Umsätze nicht an die Umsätze heranreichen, die mit der Gründung und Erbringung von Dienstleistungen an englischen Limiteds erzielbar waren. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 30 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Mit dem zum 31.12.2020 final vollzogenen BREXIT hat sich ein weiteres, signifikantes Risiko konkretisiert, da die Rechtsform der englischen Limited in der EU nicht weiter als Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung anerkannt wird. Obgleich eine höchstrichterliche Aussage konkret zur Frage des Bestandsschutzes von vor dem 31.12.2020 gegründeten Gesellschaften noch aussteht, ist aufgrund untergerichtlicher Entscheidungen und behördlicher Maßnahmen davon auszugehen, dass die Beibehaltung dieser Rechtsform für die jeweiligen Unternehmer zunehmend unattraktiv werden wird. Wie oben unter Ziffer 4.1.4 bereits beschrieben, ist mit einer weiteren Abschmelzung des Kundenbestands zu rechnen, die ggf. auch stärker ausfallen könnte als in der Wirtschaftsplanung vorgesehen. Hinzu kommen operative Risiken, die sich aus möglichen Fehlern bei der Leistungserbringung der Betreuungsverträge ergeben könnten. FORIS Vermögensverwaltungs AG Bei der FORIS Vermögensverwaltungs AG besteht ein finanzielles Risiko bei Eintritt von atypischen und nicht versicherbaren Schäden. Wir verweisen auf unsere Ausführungen weiter unten unter 6. Darüber hinaus besteht immer ein generelles Mietausfallrisiko, das wir teilweise durch eine vom Mieter gestellte Mietkaution abfedern. Letzteres Risiko kann sich durch Sondereffekte wie die in der jüngsten Vergangenheit Pandemie-bedingt an- geordneten Betriebsschließungen im Gastronomiebereich naturgemäß erhöhen. Informationstechnische Risiken (EDV/IT) Durch die Zunahme IT-gestützter Geschäftsprozesse können sich Ausfälle bei der IT-Infrastruktur im gesamten Konzern in höherem Maße auswirken. Durch den Einsatz von virtualisierten Servern und redundanter Hard- ware reduzieren wir die Ausfallwahrscheinlichkeit der gesamten IT-Infrastruktur deutlich. Zusätzlich verkürzen wir mit der neuen, extern gehosteten IT-Infrastruktur nicht nur die Wiederanlaufzeiten von relevanten Appli- kationsteilen signifikant, sondern erhöhen auch die Ausfallsicherheit merklich. Beginnend ab Q1 2022 findet zudem ein externes IT-Sicherheitsaudit statt, um latente Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und das Risiko insbesondere von Cyber-Attacken zu reduzieren. Eine entsprechende Versicherungspolice deckt dieses Thema zusätzlich ab. Neue intern entwickelte Software-Tools erhöhen zudem die Compliance-Sicherheit des Unter- nehmens. Weitere digitale Applikationsteile- und Funktionen erhöhen die Service-Qualität aus Kundensicht und schaffen die Basis für die Vernetzung mit Kunden und Partnern. Bereichsübergreifende Risiken Hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 4.II.3. II.3 Management und Darstellung der finanzwirtschaftlichen Risiken Das Management der finanzwirtschaftlichen Risiken von FORIS umfasst neben dem Kapitalstruktur- und Kredit- risikomanagement auch das Management von Liquiditäts- und Marktpreisrisiken. Kapitalstrukturmanagement Das wesentliche Kapitalstrukturrisiko besteht darin, dass aufgrund einer Substitution von Eigenkapital durch Fremdkapital der Verschuldungsgrad auf ein Maß ansteigt, dass es im Falle von auftretenden Verlusten zu einer Überschuldung oder zu erhöhten Fremdkapitalkosten aufgrund verschlechterter Bonität kommt. FORIS betreibt mit der Prozessfinanzierung einen Geschäftsbereich, der insbesondere durch seine Langfristigkeit über einzel- ne Geschäftsjahre hinaus Ertragsschwankungen unterliegt. Daher liegt der Fokus des Kapitalstrukturmanage- ments von FORIS auf einer überdurchschnittlichen Eigenkapitalausstattung und -quote. Die Entwicklung beider Parameter wird halbjährlich berichtet. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 31 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Kreditrisikomanagement Als Kreditrisiko oder Ausfallrisiko wird das Risiko bezeichnet, das sich aufgrund der Nichterfüllung von Zah- lungspflichten ergibt und zu entsprechenden finanziellen Verlusten führt. Das überwiegende Kreditrisiko von FORIS ergibt sich aus Gläubigerpositionen gegenüber Kunden und Finanzinstituten. Hinsichtlich der Quantifi- zierung des maximalen Kreditrisikos verweisen wir auf unsere Ausführungen im Konzernanhang unter D.6.III.5. Der überwiegende Teil der Kundenforderungen ergibt sich aus den Bereichen Prozessfinanzierung und GO AHEAD. Insoweit verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen unter 4.II.1 und 4.II.2. Bei Entscheidun- gen über die Zusammenarbeit mit einzelnen Finanzinstituten wird auf die Bonität beziehungsweise das Rating der jeweiligen Institute geachtet. Liquiditätsmanagement Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass FORIS zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage sein könnte, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Hinsichtlich der quantitativen Angaben zu den Liquiditätsrisiken verweisen wir auf den Konzernanhang unter 6.III.5. Die Steuerung und Beobachtung des Zahlungsmittelbedarfs unter Berücksichtigung der bestehenden Kreditlinien erfolgt täglich zentral im Finanzbereich. Basierend auf der geschäftlichen Entwicklung und der Planung erfolgt monatlich eine rollierende Vorausschau über die Entwick- lung der Zahlungsmittel und des Zahlungsmittelbedarfs. Marktpreisrisikomanagement Durch das Geschäftsmodell sind Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken für FORIS nur von untergeordneter Bedeutung. Aufgrund der Gesamtgröße des Konzerns werden sie einzeln im Finanz- bereich beobachtet und gesteuert. Hinsichtlich der quantitativen Angaben zu den Marktpreisrisiken verweisen wir auf den Konzernanhang unter 6.III.5. Inflationsrisiko Bei der Prozessfinanzierung wird durch die Anpassung des gesetzlichen Basiszinssatzes unter der Annahme einer gleichlaufenden Entwicklung von Inflationsrate und Basiszins das Inflationsrisiko deutlich gedämpft. Allerdings bietet dieser Zusammenhang wie bei den anderen Geschäftsbereichen keinen Schutz vor einer Hyperinflation oder einem deutlichen Auseinanderfallen von Inflationsrate und Basiszins. II.4 Gesamtaussage zu den Chancen und Risiken Das unternehmerische Handeln von FORIS beruht auf einer kontinuierlichen Bewertung und Abwägung von Chancen und Risiken. Die systematische Analyse von möglichen Chancen und Risiken ist Teil des fortlaufenden Strategie- und Planungsprozesses bei FORIS. Unter Berücksichtigung unserer aktuellen strategischen Aus- richtung hat sich unsere Chancen- und Risikosituation im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nicht wesentlich verändert. Insgesamt betrachtet sind durch die deutlich über dem Durchschnitt liegende Eigenkapitalquote geschäftsmodellimmanente Ergebnisschwankungen aus heutiger Sicht verkraftbar. Erhebliche Auswirkungen des am 31.12.2020 final vollzogenen Brexit erachten wir (nur) im Bereich GO AHEAD für wahrscheinlich, diese können sich allerdings kritisch auf das Gesamtergebnis auswirken. Wie an anderer Stelle bereits erläutert, ha- ben wir dieses Risiko durch eine entsprechende Planreduzierung berücksichtigt. Aufgrund der überragenden Bedeutung der Prozessfinanzierung für das Konzernergebnis und der in diesem Bereich zuvor geschilderten Planungsunsicherheit geben wir für den Konzern insgesamt keine detaillierte Um- satz- und Ergebnisprognose für 2022 ab. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 32 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Die weitere und noch andauernde Ausbreitung der Corona-Pandemie kann uns an verschiedenen Stellen treffen: > Dem Risiko einer Büroschließung aufgrund von Quarantänemaßnahmen begegnen wir proaktiv durch eine veränderte Arbeitsorganisation und der Möglichkeit des Home-Offices, um auch im Notfall einen angemes- senen Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten > Im Bereich der Prozessfinanzierung kann sich die Pandemie negativ auf die Bonität der Anspruchsgegner und damit auf die Bewertung unserer Vorräte und Forderungen auswirken. Eine Prüfung des aktuellen Be- standes hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichtes keine Anhaltspunkte für Bonitäts- auswirkungen gezeigt. Insgesamt bewerten wir das Risiko eines Totalausfalls als gering. Jedenfalls sind wir zuversichtlich, dass wir auch bei ungünstigen Bonitätsentwicklungen unsere verauslagten Kosten werden einziehen können. > Im Bereich der Vorratsgesellschaften kann es zu einer geringeren Nachfrage und Umsätzen kommen, die in Folgeperioden nur teilweise nachgeholt werden. Wir haben andererseits im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz Pandemie eine deutlich erhöhte Nachfrage von Kunden verzeichnen können, so dass wir auch für 2022 optimistisch sind. > Im Bereich der GO AHEAD kann sich die Pandemie negativ auf die Geschäfte der betreuten Kunden mit eng- lischen oder irischen Limiteds auswirken. Dies kann zur Folge haben, dass die Löschungsquote aufgrund von Geschäftsaufgaben steigt, unabhängig von und zusätzlich zu den Löschungen aufgrund der BREXIT-Auswir- kungen. Chancen ergeben sich hingegen aus dem Umstand, dass manche Kunden mit englischen Limiteds Pandemie-bedingt nicht imstande oder willens sind, ihr Geschäft in eine andere Rechtsform zu übertragen; diese blieben uns dann vorerst als Abnehmer eines Dienstleistungspakets erhalten. > Im Bereich der Vermögenverwaltung kann es zu Umsatz- und Forderungsausfällen kommen, wenn sich der Pächter des im Hause betriebenen Restaurants außerstande sehen sollte, die wegen etwaig angeordneter Betriebsschließungen ggf. zeitweilig gestundeten Pachtzinsen zu zahlen. In Anbetracht unseres diversifizierten, sich ergänzenden Geschäftsmodells, das unabhängig von physischen Betriebsschließungsanordnungen betrieben werden kann, sind nach Einschätzung des Vorstands derzeit keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Aus unserer Sicht bestehen mit Blick auf unsere strategische Ausrichtung und dem fortschreitenden Ausbau der Prozess- finanzierung erhebliche Chancen – sowohl in als auch nach der Corona-Krise. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 33 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 5. Internes Kontroll- und Risikomanagement- system in Bezug auf die Konzernrechnungslegung Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS) in Bezug auf die Konzernrechnungslegung der FORIS AG ist darauf ausgelegt, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungs- legung sowie die Einhaltung aller relevanten rechtlichen Normen im Konzern sicherzustellen. Wesentliches Ziel ist die Aufstellung eines Konzernabschlusses der FORIS AG nach den International Financial Reporting Stan- dards (IFRS) – wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind – und den ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften entsprechend § 315e Abs. 1 HGB. Darüber hinaus verfolgt FORIS das Ziel, ihren Jahresabschluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellen. Der Vorstand der FORIS AG ist für die Implementierung, die Ausgestaltung und den Umfang des IKS verantwort- lich. Dem Aufsichtsrat der FORIS AG obliegt gemäß § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG die Überwachung der Wirksamkeit des IKS. Eine interne Revision existiert nicht. Das gesamte IKS von FORIS ist nicht nur auf die Konzernrech- nungslegung beschränkt, sondern umfasst alle wesentlichen Geschäftsprozesse. Insoweit verweisen wir auf unsere Ausführungen oben unter 4.II. Es umfasst die Gesamtheit aller Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen (Regelungen), die der Erreichung der zuvor genannten Ziele dienen. Die Steuerung der Konzernrechnungs- legungsprozesse obliegt dem Bereich Finanzen und Controlling. Hier werden auch die relevanten rechtlichen Normen mit Bezug auf die Konzernrechnungslegung regelmäßig hinsichtlich ihrer Auswirkungen analysiert. Das IKS umfasst zur Konzernrechnungslegung sowohl präventive als auch anlassbezogene Kontrollen. Die Aus- gestaltung des IKS und der Kontrollen der FORIS AG basieren auf den folgenden Grundprinzipien: Das Trans- parenzprinzip besagt, dass auch unabhängige Dritte beurteilen können müssen, ob die beteiligten Personen sich an das etablierte Sollkonzept halten und danach handeln. Mit dem Vier-Augen-Prinzip soll sichergestellt werden, dass kein wesentlicher Vorgang ohne weitere Kontrolle bleibt. Das Vier-Augen-Prinzip der Funktions- trennung besagt im Wesentlichen, dass vollziehende, verbuchende und verwaltende Tätigkeiten eines Unter- nehmensprozesses nicht in einer Hand vereinigt sein sollen. Das Prinzip der Mindestinformation soll sicherstel- len, dass für die handelnden Personen innerhalb eines Prozesses nur diejenigen Informationen verfügbar sein sollen, die sie für die Ausführung ihrer Tätigkeit benötigen. Dies schließt auch die entsprechenden Sicherungs- maßnahmen bei IT-Systemen mit ein. Die operative Durchführung der Prozesse im Rechnungswesen erfolgt überwiegend im eigenen Haus, mit Ausnahme der ausgelagerten Personalbuchhaltung. Als Buchhaltungssys- tem wird konzernweit die Software hmd der hmd-Software AG eingesetzt, in der die Verbuchung der Einzel- abschlüsse und die anschließende Konsolidierung unter Einbeziehung von Teilkonzernen erfolgen. Der Zugang zum Buchhaltungssystem wird durch spezielle Sicherheitseinrichtungen nur einem eingeschränkten Personen- kreis ermöglicht. Dasselbe gilt auch für die zusätzlich zu erstellenden Dateien im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes. Unabhängig von der Ausgestaltung eines IKS lässt sich aus einer wirksamen Implementierung eines solchen Systems nicht die absolute Sicherheit der Vermeidung oder Aufdeckung wesentlicher Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung ableiten. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 34 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 6. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten Der FORIS Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in Form von Zinsänderungs-, Ausfall und Liquiditätsrisiken ausgesetzt und begegnet diesen mit einem aktiven Treasury Management. Deriva- tive Finanzinstrumente kommen im FORIS Konzern derzeit nicht zum Einsatz. Zinsrisiken Als Zinsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstru- ments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. Zinsrisiken bestehen bei FORIS derzeit im Wesentlichen nur bei den Finanzverbindlichkeiten in Form des Darlehenszinses für die Bereitstellung des Bank- kredits durch die Hausbank. Diese werden aufgrund der kurzen Restlaufzeit mit dem Buchwert bewertet. Das Zinsrisiko spielt für den FORIS Konzern aufgrund des derzeitigen Volumens eine nur untergeordnete Rolle. Ausfallrisiken Der Konzern unterliegt im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten und im operativen Bereich Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko respektive Kreditrisiko ist durch den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert eines jeden finanziellen Vermögenswerts ersichtlich. Zur Ermittlung von Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferun- gen und Leistungen nach IFRS 9 wird das vereinfachte Verfahren angewendet. Dies betrifft in diesem Zusam- menhang vor allem die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Geschäftsbereich GO AHEAD. Hierzu werden die erwarten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit der Finanzinstrumente ermittelt. Dabei ergibt sich die Einschätzung der erwarteten Ausfälle aus der Altersstruktur des Forderungsbestands sowie der Beurteilung der Kreditwürdigkeit einzelner Kunden. Diese Wertminderungen werden aufgrund der historischen und derzeit erwarteten Ausfallquoten als niedriges Risiko betrachtet. Mithilfe eines aktiven Forderungsmanage- ments, insbesondere durch die Beauftragung von Inkassounternehmen, wird Forderungsrisiken entgegenge- steuert. Potenzielle Ausfallrisiken im Zusammenhang mit der Anlage unserer liquiden Mittel, dem sog. Kontra- hentenrisiko, werden dadurch begrenzt, dass Anlagen nur bei sicheren Kontrahenten, Banken und Sparkassen mit Sitz in Deutschland erfolgen. Liquiditätsrisiken Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat. Aufgrund des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Stichtag ist der FORIS Konzern derzeit keinem Liquidi- tätsrisiko ausgesetzt. Um die Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität jederzeit sicherzustellen, werden Reserven in Form von Kreditlinien bei der Hausbank vorgehalten. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 35 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 7. Übernahmerelevante Angaben Hinsichtlich der Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals verweisen wir auf die Angaben im Konzern- anhang unter 6.II.2.13. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die die Stimmrechte und die Übertragung von Aktien be- treffen. Auch sind dem Vorstand keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten bekannt, die besondere Kont- rollbefugnisse verleihen. Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital des Unternehmens betreffen ausschließlich Organmitglieder. Insoweit verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang unter 6.III.11 sowie unter 6.III.13. Die Satzung der FORIS AG enthält keine Ergänzungen oder Vorschriften hinsichtlich der Ernennung und Ab- berufung von Mitgliedern des Vorstands, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Eine Änderung der Satzung kann nur mit einer Mehrheit von 80ꢀ% des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals erfolgen. Das betrifft auch Änderungen des Unternehmensgegenstandes. Gemäß Satzung der FORIS AG sind Vorstand und Aufsichtsrat ermächtigt, bis zu 90ꢀ% des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen ein- zustellen. Zudem bedarf laut Satzung der FORIS AG die Veräußerung von Immobilien eines Hauptversamm- lungsbeschlusses, der mit einer Mehrheit von 80ꢀ% des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals gefasst werden muss. Die Belastung von Immobilien zu anderen Zwecken als zur Sicherung des operativen Geschäfts- betriebes ist gemäß Satzung der FORIS AG nicht zulässig. Das Grundkapital der FORIS AG hat nach der Ein- ziehung der eigenen Aktien und der am 30. Juni 2017 im Handelsregister eingetragenen Kapitalherabsetzung zum 31. Dezember 2020 insgesamt 4.634.774,00 EUR (31. Dezember 2019: 4.656.933,00 EUR) betragen. Es war eingeteilt in 4.634.774 (31. Dezember 2019: 4.656.933) auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Juni 2017 wurde der Vorstand der FORIS AG bis zum 11. Juni 2022 ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10ꢀ% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die FORIS AG hat mit ihren Tochtergesellschaften keine Vereinbarungen getroffen, die bei einem Kontroll- wechsel im Falle eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich ändern oder enden. Es wurden keine Entschädigungsvereinbarungen der FORIS AG mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebotes getroffen. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 36 / LAGEBERICHT DER FORIS AG 8. Ergänzende Informationen zur FORIS AG Ergänzend zur vorangegangenen Berichterstattung über den FORIS-Konzern erläutern wir im Folgenden die Ent- wicklung der FORIS AG. Hinsichtlich der Einbindung in den FORIS-Konzern und die Geschäftstätigkeit der FORIS AG verweisen wir auf unsere Ausführungen unter 1. Der Jahresabschluss der FORIS AG wird nach deutschen Rech- nungslegungsgrundsätzen aufgestellt, während der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wird. I. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren der FORIS AG Die für die FORIS AG wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren stimmen mit denen unter 1.II beschriebenen Leistungsindikatoren für die Prozessfinanzierung überein. Darüber hinaus sind die Gewinne und Verluste aus der Ergebnisabführung mit der FORATIS AG, der GO AHEAD GmbH sowie der FORIS Vermögensverwaltungs AG wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren. II. Geschäftsverlauf der FORIS AG Die Ausführungen zum Geschäftsverlauf des Konzerns unter 2.II ff. gelten zum überwiegenden Teil auch für die FORIS AG. Die Ergebnisse der FORATIS AG, der GO AHEAD GmbH sowie der FORIS Vermögensverwaltungs AG fließen über die Ergebnisabführung in das Periodenergebnis der FORIS AG ein. Die Eigenkapitalquote der Muttergesellschaft FORIS AG entwickelte sich wie folgt: 2021 2020 2019 2018 2017 Durchschnitt Eigenkapitalquote 76,9 % 91,2 % 93,7 % 91,6 % 94,5 % 89,6 % Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 37 / LAGEBERICHT DER FORIS AG III. Lage der FORIS AG III.1 Ertragslage der FORIS AG 01.01.ꢀ–ꢀ31.12.2021 01.01.ꢀ–ꢀ31.12.2020 + / - TEUR % TEUR % TEUR % Umsatzerlöse 2.737 96,8 1.928 86,7 809 42,0 Sonstige betriebliche Erträge Betriebsleistung 90 3,2 297 13,3 -207 -69,7 2.827 100,0 2.225 100,0 602 27,1 Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.246 -79,4 -870 -39,1 -1.376 158,2 Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -2.043 -335 -72,3 -11,9 -1.925 -288 -86,5 -12,9 -118 -47 6,1 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversor- gung und Unterstützung 16,3 Abschreibungen -53 -1,9 -76 -3,4 23 37 -30,3 -2,4 Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.476 -52,2 -1.513 -68,0 Betriebsaufwand Betriebsergebnis Zinserträge -6.153 -3.326 257 -217,7 -117,7 -4.672 -2.447 245 -210,0 -110,0 -1.481 -879 12 31,7 35,9 Zinsaufwendungen -53 -13 -40 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlauf- vermögens -364 -923 559 Finanzergebnis -160 -691 531 Ergebnisabführungen 1.714 1.831 -117 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0 0 Sonstige Steuern 0 -1.772 -1.393 -100 -1.407 500 100 -365 Jahresfehlbetrag Gewinn-/Verlustvortrag aus Vorjahr -1.893 Einstellung in die Kapitalrücklage nach § 237 Abs. 5 AktG 0 -22 22 Dividende Vorjahr in Geschäftsjahr 0 -464 464 Bilanzverlustꢀ/ꢀBilanzgewinn -3.165 -1.393 -1.772 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 38 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Die Umsatzerlöse der FORIS AG enthalten die Umsätze aus dem Geschäftsbereich Prozessfinanzierung, so dass wir hinsichtlich der Entwicklung auf unsere Ausführungen unter 2.II.2 und 2.II.3 sowie 4.I.2 und 4.I.3 verweisen. Gleiches gilt für die korrespondierenden bezogenen Aufwendungen. Darüber hinaus enthalten die Umsätze Kostenweiterbelastungen im Konzern. Da sämtliche Mitarbeiter bei der FORIS AG angestellt sind, stellt diese ihren Tochtergesellschaften die für deren Geschäftsbetrieb anfallenden Personalkosten in Rechnung. Hinsicht- lich des Rückgangs der sonstigen betrieblichen Aufwendungen gelten die Ausführungen unter 2.III.1 im Wesent- lichen auch für die FORIS AG. Die Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Forde- rungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Verrechnungen und Finanzierungs- sachverhalten. Im Zinsaufwand sind zum einen neben Zinsen auf Steuerforderungen die Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungen enthalten. Die Verzinsung der Salden erfolgt seit dem 1. Januar 2019 zu dem vertraglich vereinbarten Zinssatz von 3,0ꢀ% p.ꢀa. Die interne Verzinsung spiegelt das derzeitig niedrige Zinsniveau am Geld- und Kapitalmarkt wider. Zum anderen werden im Zinsaufwand Aufwendungen für die im Geschäftsjahr 2021 aufgenommenen Bankkredite ausgewiesen. Diese umfassen 34,3 TEUR. Bei den sonstigen Steuern im Vorjahr handelt es sich im Wesentlichen um Aufwand aus der Einbuchung von Umsatzsteuerverbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem umsatzsteuerpflichtigen Angebot der Verhand- lungsbegleitung in den Vorjahren entstanden sind. III.2 Vermögens- und Finanzlage der FORIS AG III.2.1 Kapitalstruktur der FORIS AG 31.12.2021 31.12.2020 + / - TEUR % TEUR % TEUR 0 % Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 4.635 11.845 547 25,7 4.635 11.845 547 27,0 0,0 65,7 3,0 69,1 3,2 0 0 0,0 0,0 Gewinnrücklagen Bilanzverlust / -gewinn Eigenkapital -3.165 13.862 0 -17,6 76,9 0,0 -1.393 15.634 0 -8,1 91,2 0,0 -1.772 -1.772 0 127,2 -11,3 0,0 Steuerrückstellungen Sonstige Rückstellungen 599 3,3 723 4,2 -124 3.000 -213 2.663 891 -17,2 100,0 -27,2 176,9 5,2 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.000 569 16,6 3,2 0 0,0 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 782 4,6 Kurzfristige Verbindlichkeiten 4.168 18.030 23,1 100,0 1.505 17.139 8,8 100,0 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 39 / LAGEBERICHT DER FORIS AG Mit einer Eigenkapitalquote von 76,9ꢀ% ist die FORIS AG im Hinblick auf die Eigenkapitalausstattung weiterhin solide aufgestellt. Die Verringerung der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr ist in der veränderten Kapi- talstruktur als Folge der Aufnahme von Fremdkapital zu begründen. Die Rückstellungen beinhalten die erkennbaren Risiken für die FORIS AG zum Stichtag. Die sonstigen kurzfristi- gen Verbindlichkeiten reduzierten sich aufgrund des Abbaus von Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung. III.2.2 Vermögen der FORIS AG 31.12.2021 TEUR 31.12.2020 TEUR + / - % % TEUR % Immaterielle Vermögens- gegenstände 5 49 0,0 27 66 0,2 -22 -81,4 Sachanlagen 0,3 3,3 0,4 5,5 -17 -364 -403 536 -70 -25,5 -38,3 -38,6 8,6 Finanzanlagen 586 950 Langfristig gebundenes Vermögen Vorräte 640 3,5 1.043 6.241 813 6,1 6.777 743 37,6 4,1 36,4 4,7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -8,6 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 9.574 12 53,1 0,1 8.652 92 50,5 0,5 922 -80 10,7 -87,0 -19,4 85,2 8,1 Sonstige Vermögensgegenstände/ Wertpapiere Liquide Mittel 150 0,8 186 1,1 -36 Rechnungsabgrenzungsposten Kurzfristig gebundenes Vermögen Aktive latente Steuern 50 0,3 27 0,2 23 17.306 84 96,0 0,5 16.011 84 93,4 0,5 1.295 0 0,0 18.030 100,0 17.139 100,0 891 5,2 Im langfristig gebundenen Vermögen wirkt sich die Abschreibung auf den Beteiligungswert der GO AHEAD GmbH reduzierend aus. Die erhöhten Investitionen in laufenden Prozessfinanzierungen führen zu einem Anstieg der Vorräte, die einen wesentlichen Teil des Anstiegs des kurzfristig gebundenen Vermögens ausmachen. Darüber hinaus steigen die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund der Ansprüche aus den vertraglichen Gewinn- abführungen 2021. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 40 / LAGEBERICHT DER FORIS AG III.3 Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der FORIS AG Der Rückgang der Finanzanlagen ist in der außerplanmäßigen Abschreibung des Firmenwertes für die GO AHEAD um 364 TEUR begründet. Die gestiegenen Vorräte sind aufgrund der anhaltenden COVID-19- Pandemie bedingten Umsatzverschiebung sowie durch neue Prozesskostenfinanzierungen entstanden. Dem gegenüber kam es zu einer Reduzierung in den liquiden Mitteln sowie zu einem Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr auf 9.574 TEUR gestiegen. Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus den jüngsten Gewinnabführungen des Jahresergebnisses 2021 der Tochterunternehmen. Bezüglich der Finanzlage ist die Aufnahme von Finanzver- bindlichkeiten in Höhe von 3 Mio. EUR als wesentliche Veränderung der Kapitalstruktur zu nennen. Unter Be- rücksichtigung der noch ungenutzten Konzernfinanzierungsmöglichkeiten verfügt die FORIS AG weiterhin über eine solide Finanz- und Vermögensstruktur. Die bestehenden Immobiliensicherheiten der Tochtergesellschaft FORIS Vermögensverwaltungs AG gewährleisten die notwendige finanzielle Flexibilität für die weitere Entwick- lung. Insbesondere unter Berücksichtigung des bislang nicht vollständig ausgenutzten Finanzierungspotenzials sind nach derzeitiger Kenntnis sämtliche eingegangenen Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllbar. IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht der FORIS AG Aufgrund der Verflechtungen der FORIS AG mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern verweisen wir hinsichtlich der Prognose auf unsere Ausführungen unter 4.I dieses zusammengefassten Lage- berichtes, welche auch die Erwartungen für die FORIS AG widerspiegeln. Die hohe Volatilität der Prozessfi- nanzierung sowie die Unwägbarkeit von Verfahrensdauern in Folge der Corona-Pandemie lassen eine sichere Prognose für die Ergebnis- und Umsatzentwicklung kaum zu. In unseren Planungen erwarten wir einen Um- satzanstieg und ein verbessertes Ergebnis. Die Geschäftsentwicklung der FORIS AG unterliegt im Wesentlichen denselben Chancen und Risiken wie denen des FORIS-Konzerns, da aufgrund der Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge mit den wesentlichen Tochtergesellschaften FORATIS AG, GO AHEAD GmbH und FORIS Vermögensverwaltungs AG die Chancen und Risiken dieser Gesellschaften direkten Einfluss auf die FORIS AG haben. Hinsichtlich der Chancen und Risiken verweisen wir daher auf unsere Ausführungen unter Punkt 4 dieses zusammengefassten Lageberichtes. V. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie der Vergütungsbericht gemäß § 162 AktG beinhalten, sind auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich unter https://www.foris.com/aktionaere-investoren/corporate- governance/ veröffentlicht und den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 41 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG B. Jahresabschluss der FORIS AG Anlage 1: Bilanz zum 31. Dezember 2021 (Aktiva) 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR A. ANLAGEVERMÖGEN I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und 5.147,00 27.376,00 ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung 48.796,00 66.414,00 III. Finanzanlagen 586.106,00 950.206,00 Anteile an verbundenen Unternehmen B. UMLAUFVERMÖGEN I. Vorräte Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung 6.777.288,78 6.240.959,63 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 742.966,66 9.572.770,17 12.143,90 812.574,07 8.652.176,98 91.592,09 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. Sonstige Vermögensgegenstände III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN Rechnungsabgrenzungsposten D. AKTIVE LATENTE STEUERN 149.901,49 186.249,63 50.235,72 27.007,54 Aktive latente Steuern 84.406,00 84.406,00 SUMME AKTIVA 18.029.761,72 17.138.961,94 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 42 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 2: Bilanz zum 31. Dezember 2021 (Passiva) 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR A. EIGENKAPITAL I. Gezeichnetes Kapital II. Kapitalrücklage 4.634.774,00 11.845.165,01 547.357,41 4.634.774,00 11.845.165,01 547.357,41 III. Andere Gewinnrücklagen IV. Bilanzverlust -3.165.305,56 13.861.990,86 -1.392.688,62 15.634.607,80 B. RÜCKSTELLUNGEN 1. Sonstige Rückstellungen 598.988,90 723.223,67 C. VERBINDLICHKEITEN 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.000.000,00 164.983,01 220.114,39 0,00 473.258,91 100.391,83 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern: 174.343 EUR (Vorjahr: 190.597 EUR) 183.684,56 207.479,73 davon im Rahmen sozialer Sicherheit: 9.216 EUR (Vorjahr: 2.247 EUR) SUMME PASSIVA 18.029.761,72 17.138.961,94 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 43 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlage 3: Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021 01.01. – 31.12.2021 01.01. – 31.12.2020 EUR EUR 1. Umsatzerlöse 2.737.348,43 89.701,71 1.927.821,94 297.180,13 -870.091,47 2. Sonstige betriebliche Erträge 3. Aufwendungen für bezogene Leistungen 4. Personalaufwand -2.247.101,85 a) Löhne und Gehälter -2.043.027,30 -334.560,66 -1.925.419,26 -288.096,76 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung davon für Altersversorgung: 1.807 EUR (Vorjahr: 10.059 EUR) 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens- gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -53.441,01 -75.560,06 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.475.805,62 1.713.982,93 -1.512.649,61 1.830.616,27 7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen: 255.178 EUR (Vorjahr: 232.728 EUR) 257.384,94 -364.100,00 -52.998,51 245.242,98 -923.100,00 -12.893,87 9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unternehmen: 18.719 EUR (Vorjahr: 4.257 EUR) 11. Ergebnis nach Steuern 12. Sonstige Steuern -1.772.616,94 0,00 -1.306.949,71 -100.102,51 -1.407.052,22 500.000,00 13. Jahresfehlbetrag -1.772.616,94 -1.392.688,62 0,00 14. Verlust-/Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 15. Einstellung in die Kapitalrücklage nach § 237 Abs. 5 AktG -22.159,00 16. Dividende 0,00 -463.477,40 -1.392.688,62 17. Bilanzverlust -3.165.305,56 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 44 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I. Allgemeine Angaben sowie Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden I.1 Allgemeine Angaben Sitz der Gesellschaft ist die Kurt-Schumacher-Straße 18-20 in 53113 Bonn, Deutschland. Die Gesellschaft wird in Form der Aktiengesellschaft nach deutschem Recht betrieben. Die FORIS AG ist im deutschen Handelsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nummer HRB 13175 eingetragen. Sie ist Muttergesellschaft und gleichzeitig oberste Muttergesellschaft des FORIS Konzerns. Die Aktien der im General Standard gelisteten FORIS AG wer- den neben Frankfurt am Main auch an anderen deutschen Börsen gehandelt. Die FORIS AG ist eine kleine deutsche Aktiengesellschaft (§ 267 Abs. 1 HGB), die gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB aufgrund ihrer Börsennotierung als große Kapitalgesellschaft gilt. Die Erstellung des Jahresabschlusses und die Führung der Bücher erfolgen unter Beachtung der handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss ist in EURO aufgestellt. Bei der Angabe in Einheiten von je 1.000 (TEUR) ist er gerundet nach kaufmännischer Rechnungsmethode dargestellt. Wir weisen darauf hin, dass bei der Verwendung von ge- rundeten Beträgen und Prozentangaben Rundungsdifferenzen auftreten können. Die Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB. Die im Vorjahr unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Inanspruchnahmen von Rückstellungen für laufen- de Prozesskosten in Höhe von 202 TEUR wurden in die Aufwendungen für bezogene Leistungen umgegliedert. Die Vorjahresbeträge sind daher nur bedingt vergleichbar. Der Lagebericht der FORIS AG und der Konzernlagebericht sind nach § 315 Abs. 3 in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2021 veröffentlicht. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der FORIS AG erfolgt im Bundesanzeiger sowie auf der Internetseite der FORIS AG unter https://www.foris.com/aktionaere-investoren/unternehmenskalender-finanzberichte/ I.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden Einzelab- schlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. I.2.1 Umsatzrealisierung Die FORIS AG realisiert Umsatzerlöse grundsätzlich dann, wenn der Kunde die wirtschaftliche Verfügungs- macht über das gelieferte Gut erlangt hat oder die Dienstleistung erbracht wurde. Erlösschmälerungen werden hiervon abgezogen und getrennt erfasst. Zu dem jeweiligen Stichtag erfolgt eine Berücksichtigung nach dem Verhältnis der zu erbringenden Leistung zur Gesamtleistung. Abweichend hiervon werden im Bereich Prozessfinanzierung Umsatzerlöse dann realisiert, wenn ein Urteil rechtskräftig geworden ist, ein (Teil-)Vergleich geschlossen wird, eine anerkenntnisgleiche Zahlung erfolgt oder wenn nach Obsiegen in zweiter Instanz die Revision nicht zugelassen wurde. I.2.2 Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten werden im Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 45 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.2.3 Fremdwährungsumrechnung Geschäftsvorfälle in fremder Währung während des Geschäftsjahres werden zum entsprechenden Fremd- währungskurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalles umgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Entstehung oder dem niedrigeren Zeitwert (Forderungen) bzw. dem höheren Zeitwert (Verbindlichkeiten) am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen oder Verbindlichkeiten in Fremdwährung bestanden zum Bilanzstichtag nicht. I.2.4 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände mit bestimmter Nutzungsdauer werden zu An- schaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die jeweilige Nutzungsdauer (fortgeführte Anschaffungskosten), bewertet. Die unterstellte Nutzungsdauer beträgt bei den immateriellen Vermögens- gegenständen zwischen zwei und vier Jahren. Sämtliche Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer (fortgeführte Anschaffungskosten), bewertet. Die Anschaf- fungskosten beinhalten sämtliche dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Planmäßige Abschreibungen bei den Sachanlagen wurden wie folgt vorgenommen: Anlagegegenstände Abschreibungsmethode Nutzungsdauer in Jahren Büroeinrichtungen linear 10–12 EDV Hardware linear linear 3–5 10 Einbauten in fremde Gebäude Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode. Von der Möglichkeit der Sofortabschreibung geringwerti- ger Vermögensgegenstände bis 800,- EUR wird entsprechend der steuerlichen Vorschriften Gebrauch gemacht. Für Zwecke der Darstellung im Anlagengitter wird ein fiktiver Vollabgang unterstellt. I.2.5 Finanzanlagen Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. I.2.6 Vorräte (Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung) Unter dieser Position werden die mit den Prozessfinanzierungsverträgen erworbenen Rechte und eingegange- nen Pflichten bilanziert. Diese werden bei Zugang mit den Anschaffungskosten bewertet. Anschaffungskosten sind die direkt zurechenbaren Kosten, insbesondere die Anwalts- und Gerichtskosten und etwaige Kosten für Gutachter. Wertberichtigungen erfolgen dann, wenn die erfolgreiche Durchsetzung des jeweiligen rechtlichen Anspruches nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben ist und die fortgeführten Anschaffungs- kosten unterschritten werden. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 46 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG I.2.7 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert oder dem niedrigeren beizule- genden Wert angesetzt. Davon in Abzug gebracht werden Einzelwertberichtigungen, die entweder auf Basis der in Einzelfällen bekannten Ausfallrisiken bzw. pauschal aufgrund von Erfahrungswerten gebildet werden. Ausfall- risiken manifestieren sich in der Regel durch Zahlungsschwierigkeiten, wahrscheinliche Insolvenz oder Nicht- erfüllung. Soweit im Einzelfall etwa Vollstreckungsmaßnahmen im Bereich der Prozessfinanzierung erforderlich sind, kann der Zufluss auch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. I.2.8 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten Die Zahlungsmittel umfassen Bargeld sowie jederzeit verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten und sind zum Nennwert bilanziert. I.2.9 Rechnungsabgrenzungsposten Es handelt sich um Vorauszahlungen, deren Gegenleistungen in zukünftigen Dienstleistungen bestehen. Die Bewertung erfolgt zum Nominalwert. I.2.10 Aktive latente Steuern Unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden aktive latente Steuern ausgewiesen. Da keine passiven latenten Steuern vorhanden sind, ist der Aktivbetrag zugleich ausschüttungsgesperrt nach Maß- gabe des § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB. Die aktiven latenten Steuern umfassen zu erwartende Steuererstattungen bzw. zukünftige Ertragssteuermin- derungen aus der Nutzung von in Vorjahren entstandenen steuerlichen Verlustvorträgen. Die aktiven latenten Steuern werden mit den zukünftig gültigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des effektiven Inkrafttretens der Gesetzesänderung berücksichtigt werden. Der Berechnung liegt die vom Vorstand aufgestellte und vom Aufsichtsrat genehmigte Vierjahresplanung zugrunde, die für die Zwecke der Ermittlung der latenten Steuererstattungsansprüche um ein fünftes Jahr fortentwickelt wird. Wesentliche Annahmen, auf denen die Fortentwicklung beruht, sind Annahmen und Schätzungen zu Umsatz- entwicklung, Marktanteil, Wachstumsraten des Marktes, Entwicklung der Kosten sowie der Abschreibungen auf das Umlaufvermögen. Soweit die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern in Zukunft nicht hinreichend wahrscheinlich erscheint, erfolgt kein Ansatz. I.2.11 Eigenkapital Als gezeichnetes Kapital werden die Stammaktien der FORIS AG klassifiziert. Die im Rahmen der Aktienrückkäufe erworbenen Anteile wurden eingezogen und die entsprechende Satzungsänderung am 22. September 2014, am 30. Juni 2017 und am 13. Februar 2020 im Handelsregister eingetragen. Am 10. August 2015 hat der Vorstand der FORIS AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 10. Juni 2014 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch gemacht und beschlossen, eigene Aktien im Umfang von bis zu 10,00ꢀ% des Grundkapitals im Wege eines freiwilligen öffentlichen Kaufan- gebots zurückzukaufen. Im Rahmen dieses Angebots wurden 36.556 Aktien zurückgekauft. Die Gesamtzahl der zurückgekauften Aktien am 31. Dezember 2016 betrug 36.556 Stück oder insgesamt 0,74ꢀ% des Grundkapitals. Der Wert der eigenen Anteile zum 31. Dezember 2016 wurde offen vom Eigenkapital abgesetzt. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 47 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Am 11. April 2017 hat der Vorstand der FORIS AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 10. Juni 2014 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch gemacht und beschlossen, eigene Ak- tien im Umfang von bis zu 5,00ꢀ% des Grundkapitals im Wege eines freiwilligen öffentlichen Kaufangebots zurück- zukaufen. Das freiwillige öffentliche Kaufangebot wurde am 4. Mai 2017 abgeschlossen. Im Rahmen des Angebots wurden 247.025 Aktien zurückgekauft. Die in 2017 zurückgekauften Aktien entsprachen 5,00ꢀ% des Grundkapitals. Am 26. Februar 2019 hat der Vorstand der FORIS AG von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 12. Juni 2017 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch gemacht und beschlossen, eigene Aktien in Höhe von maximal 50.000 Stück (entspricht 1,07ꢀ% des Grundkapitals) im Wege eines außerbörslichen Erwerbs zurück- zukaufen. Im Rahmen dieses Angebots wurden insgesamt 22.159 Aktien zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtwert von 62.991,98 EUR. Der Wert der eigenen Anteile wird offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Die Aktien wurden durch Beschluss des Vorstands und mit Genehmigung des Aufsichtsrats Anfang 2020 ein- gezogen und die Satzungsänderung am 13. Februar 2020 in das Handelsregister eingetragen. I.2.12 Rückstellungen Die Rückstellungen werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags an- gesetzt. Sie wurden bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. I.2.13 Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. II. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Bilanz II.1 Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung II.1.1 Umsatzerlöse 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Prozessfinanzierung 2.069.888,96 1.500.766,69 Kostenweiterbelastungen im Konzern Verhandlungsbegleitung Summe 565.265,26 102.194,21 419.055,25 8.000,00 2.737.348,43 1.927.821,94 Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland erzielt. Wesentlicher Bestandteil der Kostenweiterbelastungen sind Weiterberechnungen von Personalkosten und allgemeine Kosten der IT-Infrastruktur. Da sämtliche Mitarbeiter bei der FORIS AG angestellt sind, stellt diese ihren Tochtergesellschaften die für deren Geschäftsbetrieb anfallenden Personalkosten in Rechnung. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 48 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.2 Sonstige betriebliche Erträge 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Periodenfremd Sonstige 47.423,26 254.071,58 42.278,45 43.108,55 Summe 89.701,71 297.180,13 Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen und Wertberich- tigungen. Die im Vorjahr unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Inanspruchnahmen von Rückstellungen und Auflösungen von Wertberichtigungen für laufende Prozessfinanzierungen in Höhe von 202 TEUR wurden in die Aufwendungen für bezogene Leistungen umgegliedert. Die Vorjahresbeträge sind daher nur bedingt vergleichbar. II.1.3 Aufwendungen für bezogene Leistungen 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Prozessfinanzierung 2.247.101,85 870.091,47 Summe 2.247.101,85 870.091,47 II.1.4 Personalaufwand Die Löhne und Gehälter enthalten zum überwiegenden Teil Gehälter. In den sozialen Abgaben sind die Arbeit- geberanteile der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge enthalten. II.1.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Immaterielle Vermögensgegenstände 22.229,00 37.781,11 Sachanlagen 31.212,01 37.778,95 Summe 53.441,01 75.560,06 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 49 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die periodenfremden sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind wie im Vorjahr von untergeordneter Bedeutung für die Beurteilung der Ertragslage. 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Wertberichtigungen 82.759,87 33.467,92 Rechts- und Beratungskosten Raumkosten 130.377,40 255.483,19 228.203,14 166.629,68 131.621,37 260.460,13 235.381,61 172.560,67 Werbe- und Bewirtungskosten EDV und Telefonkosten Buchführung, Jahresabschlussprüfung und Steuerberatung 117.420,05 159.795,65 Aufsichtsratsvergütung Börsenkosten inklusive Hauptversammlung Beiträge und Versicherungen Bücher, Zeitschriften und Fortbildung Reisekosten 105.186,00 130.420,94 30.157,73 44.446,98 9.833,58 171.219,50 112.657,49 34.030,16 54.194,37 15.654,15 95.303,10 0,00 Personalwerbung 58.238,11 1.282,62 Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben Übrige 115.366,33 1.475.805,62 36.303,49 1.512.649,61 Summe II.1.7 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR GO AHEAD GmbH FORATIS AG 551.652,67 796.091,46 956.414,30 205.915,96 844.140,70 190.384,11 FORIS Vermögensverwaltungs AG Summe 1.713.982,93 1.830.616,27 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 50 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.1.8 Zinserträge und ähnliche Erträge 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Interne Zinserträge aus Verrechnung Zinsen Prozessfinanzierung Übrige Zinsen und ähnliche Erträge Summe 255.177,93 232.728,18 2.033,97 173,04 12.335,44 179,36 257.384,94 245.242,98 Die internen Zinserträge ergeben sich aus der Verzinsung von Forderungen gegen verbundene Unternehmen. II.1.9 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Finanzanlagen 364.100,00 923.100,00 Summe 364.100,00 923.100,00 Wie bereits im vergangenen Jahr wird auch in diesem Jahr die außerplanmäßige Abschreibung auf die Beteili- gung an der GO AHEAD GmbH ausgewiesen. Der Buchwert der Beteiligung vermindert sich von 550.100 EUR auf 186.000 EUR. II.1.10 Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen 01.01.-31.12.2021 EUR 01.01.-31.12.2020 EUR Zinsaufwendungen aus Finanzverbindlichkeiten 34.279,57 0,00 Interne Zinsaufwendungen aus Verrechnung 18.718,94 0,00 4.256,87 8.637,00 Sonstige Summe 52.998,51 12.893,87 Die internen Zinsaufwendungen ergeben sich aus der Verzinsung von Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2021 sind Zinsaufwendungen aus der Aufnahme von Bankkrediten in Höhe von 34.280 EUR angefallen. II.1.11 Steuern vom Einkommen und Ertrag In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 sind aufgrund des Jahresfehlbetrags keine Steuern vom Einkommen und Ertrag angefallen. II.1.12 Sonstige Steuern Bei den sonstigen Steuern aus dem Vorjahr handelt es sich im Wesentlichen um Aufwand aus der Einbuchung von Umsatzsteuerverbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem umsatzsteuerpflichtigen Angebot der Ver- handlungsbegleitung in den Vorjahren entstanden sind. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 51 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2 Erläuterung zur Bilanz II.2.1 Anlagevermögen Anlagespiegel vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2021 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2021 EUR Bezeichnung IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerb- liche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 319.042,91 0,00 0,00 319.042,91 466.214,39 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 452.620,38 13.594,01 0,00 FINANZANLAGEN Anteile an verbundenen Unternehmen 3.672.279,00 0,00 0,00 3.672.279,00 Summe 4.443.942,29 13.594,01 0,00 4.457.536,30 Kumulierte Abschreibungen Buchwert 31.12.2021 31.12.2020 01.01.2021 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2021 EUR Bezeichnung EUR EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 291.666,91 386.206,38 22.229,00 31.212,01 0,00 313.895,91 417.418,39 5.147,00 27.376,00 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 48.796,00 66.414,00 FINANZANLAGEN Anteile an verbunde- nen Unternehmen 2.722.073,00 364.100,00 0,00 3.086.173,00 586.106,00 950.206,00 Summe 3.399.946,29 417.541,01 0,00 3.817.487,30 640.049,00 1.043.996,00 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 52 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Anlagespiegel vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 Anschaffungs- und Herstellungskosten 01.01.2020 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2020 EUR Bezeichnung IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerb- liche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 317.907,80 1.135,11 0,00 319.042,91 452.620,38 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 422.166,61 31.252,95 799,18 FINANZANLAGEN Anteile an verbundenen Unternehmen 3.672.279,00 0,00 0,00 3.672.279,00 Summe 4.412.353,41 32.388,06 799,18 4.443.942,29 Kumulierte Abschreibungen Buchwert 31.12.2020 31.12.2019 01.01.2020 EUR Zugang EUR Abgang EUR 31.12.2020 EUR Bezeichnung EUR EUR IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 253.885,80 349.225,61 37.781,11 37.778,95 0,00 291.666,91 386.206,38 27.376,00 64.022,00 SACHANLAGEN Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 798,18 66.414,00 72.941,00 FINANZANLAGEN Anteile an verbunde- nen Unternehmen 1.798.973,00 923.100,00 0,00 2.722.073,00 950.206,00 1.873.306,00 Summe 2.402.084,41 998.660,06 798,18 3.399.946,29 1.043.996,00 2.010.269,00 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 53 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.2 Finanzanlagevermögen Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Beteiligungsquote beträgt in allen Fällen 100ꢀ%. Wert der Beteiligung lt. Bilanz des Mutterunternehmens Bilanzielles Eigenkapital Perioden- ergebnis 01.01.– 31.12.2021 EUR 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR 31.12.2021 EUR Name, Sitz 25.000,00 1,00 25.000,00 1,00 1.491,71 0,00 -11.737,38 -445,29 -1.333,38 0,00 BGGK GmbH, Bonn CPM Cash Pool GmbH, Bonn Deutsche Geschäftsführer- tag GmbH, Bonn 25.000,00 50.000,00 0,00 25.000,00 50.000,00 0,00 29.977,30 55.000,00 8.736,83 25.000,00 255.000,00 56.724,17 100.000,00 0,00 FORATIS AG, Bonn 2) FORIS Administration Ltd. Dublin 1) 2.701,34 0,00 FORIS Gründungs GmbH, 0,00 0,00 2) Bonn 1) FORIS Vermögensverwal- tungs AG, Bonn 2) 250.000,00 50.000,00 186.000,00 100,00 1,00 250.000,00 50.000,00 550.100,00 100,00 1,00 0,00 Gewerbepark Zapfholzweg AG, Bonn 994,17 0,00 GO AHEAD GmbH, Bonn 2) Go Ahead Secreterial Services Limited, Dublin 0,00 Go Ahead Service Limited, Birmingham 0,00 0,00 Go Ahead Services Limited, Birmingham 1,00 1,00 13.330,16 25.000,00 0,00 33,51 0,00 lavend GmbH, Bonn 1) 0,00 0,00 On Behalf Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 On Behalf Service Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 0,00 On Behalf Services Limited, Birmingham 1,00 1,00 0,00 0,00 586.106 950.206 Summe 1) Es handelt sich um Tochterunternehmen der FORATIS AG. Das Stammkapital der FORIS Gründungs GmbH und lavend GmbH beträgt jeweils 25.000 EUR und das der FORIS Administration Ltd. 100 EUR, jeweils von der FORATIS AG gehalten. 2) Mit diesen Unternehmen bestehen unmittelbare und mittelbare Gewinnabführungsverträge. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 54 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.3 Vorräte II.2.3.1 Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung Die Einzelwertberichtigungen auf geleistete Anzahlungen aus der Prozessfinanzierung werden zum einen im Rahmen eines standardisierten Verfahrens aufgrund einer Einzelfallbetrachtung unter Berücksichtigung des jeweiligen Verfahrensstandes ermittelt. Zum anderen wird der durchschnittliche Erwartungswert auf der Grundlage von Szenarien berechnet und auf den Stichtag diskontiert. Wenn der Erwartungswert geringer als der aktivierte Betrag ist, wird abgewertet. 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Geleistete Anzahlungen auf Prozessfinanzierung ./. Einzelwertberichtigungen hierauf Summe 7.624.951,67 7.224.680,58 -847.662,89 -983.720,95 6.777.288,78 6.240.959,63 II.2.3.2 Anteile an zum Verkauf bestimmten Kapitalgesellschaften 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Vorratsgesellschaften - AG Einzahlungsverpflichtung - AG Wertberichtigungen - AG Summe 51.495,45 -50.000,00 -1.495,45 0,00 51.495,45 -50.000,00 -1.495,45 0,00 Unter den Vorräten werden die Anteile, die die FORIS AG an den Vorratsgesellschaften hält, ausgewiesen. II.2.4 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände II.2.4.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Forderungen Prozessfinanzierung ./. Einzelwertberichtigung hierauf Vermögenswert Prozessfinanzierung Forderungen aus Verhandlungsbegleitung Forderungen Gesamt 972.658,72 1.041.141,72 -235.672,76 736.985,96 5.980,70 -228.598,35 812.543,37 30,70 978.639,42 -235.672,76 742.966,66 1.041.172,42 -228.598,35 812.574,07 ./. Einzelwertberichtigungen hierauf Forderungen Gesamt Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 55 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Von den in 2020 ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hatten 122 TEUR eine Restlauf- zeit von über einem Jahr. Zum Geschäftsjahresende 2021 waren diese vollständig zurückgeführt und es bestan- den keine langfristigen Forderungen mehr. Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus der Prozessfinanzierung werden im Rahmen einer Einzel- fallbetrachtung ermittelt. II.2.4.2 Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Verrechnungen und Finanzierungssachverhalten. Die Verzinsung des Saldos erfolgt taggenau zu dem vertraglich vereinbarten Zinssatz von 3ꢀ% p.ꢀa. II.2.5 Sonstige Vermögensgegenstände Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind Darlehensforderungen zu nennen, die verzinslich sind. Die Tilgung erfolgt, soweit sie vereinbart wurde, planmäßig. Zinsänderungen hat es im Berichtszeitraum nicht gegeben. II.2.6 Aktive latente Steuern Infolge der erstmaligen Anwendung der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften wurden zum 1. Januar 2010 aktive latente Steuern von 1.716 TEUR erfolgsneutral über die anderen Gewinnrücklagen gebildet. Die FORIS AG verfügte zum 31. Dezember 2021 über steuerlich noch nicht genutzte Verlustvorträge entspre- chend der vorliegenden Steuerbescheide. Die sich daraus ergebenden Steuervorteile wurden in Höhe von 84 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR) aktiviert. II.2.7 Eigenkapital II.2.7.1 Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital der FORIS AG beträgt 4.634.774,00 EUR (Vorjahr: 4.634.774,00 EUR) und ist eingeteilt in 4.634.774 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 EUR. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Juni 2017 wurde die Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 10. Juni 2014 insoweit aufgehoben, als der Vorstand ermächtigt wurde, eigene Aktien zu erwerben. Die gleichzeitig erteilte Ermächtigung zur Einzie- hung der bereits unter dem Beschluss erworbenen und derzeit noch gehaltenen Aktien blieb bestehen. Am 26. Februar 2019 hat der Vorstand der FORIS AG von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 12. Juni 2017 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch gemacht und beschlossen, eigene Aktien in Höhe von maximal 50.000 Stück (entspricht 1,07ꢀ% des Grundkapitals) im Wege eines außerbörslichen Erwerbs zurück- zukaufen. Im Rahmen dieses Angebots wurden insgesamt 22.159 Aktien zurückgekauft. Dies entspricht einem Gesamtwert von 62.991,98 EUR. Der Wert der eigenen Anteile wird offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Die Gesamtzahl der zurückgekauften Aktien am 31. Dezember 2019 betrug 22.159 Stück oder 0,48ꢀ% des Grundkapitals (31. Dezember 2018: 0 Stück oder insgesamt 0,00ꢀ% des damaligen Grundkapitals). Die Aktien wurden durch Beschluss des Vorstands und mit Genehmigung des Aufsichtsrats Anfang 2020 ein- gezogen und die Satzungsänderung am 13. Februar 2020 in das Handelsregister eingetragen. 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Gezeichnetes Kapital 4.634.774,00 4.634.774,00 Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 56 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG II.2.7.2 Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage besteht gegenüber dem Vorjahr unverändert in Höhe von 11.845.165,01 EUR fort. Die Kapitalrücklage ist im Wesentlichen durch die Vereinnahmung des Agios bei der Aktienemission im Rahmen des Börsengangs entstanden. II.2.7.3 Andere Gewinnrücklagen Die anderen Gewinnrücklagen enthalten insbesondere die gesetzliche Rücklage gem. § 150 Abs. 1 AktG, Zuführungen nach § 58 Abs. 2 Satz 2 AktG sowie ein verbleibender Restbetrag aus der erstmaligen Berücksich- tigung von aktiven Steuerlatenzen im Geschäftsjahr 2010 in Folge des BilMoG. Ausschüttungsgesperrt gemäß § 268 Abs. 8 HGB ist ein Betrag in Höhe von 84 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR), der der Summe der aktivierten latenten Steuern entspricht. Die hier ausgewiesene Gewinnrücklage übersteigt diesen Betrag. 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Sonstige 547.357,41 547.357,41 547.357,41 547.357,41 II.2.7.4 Bilanzverlust 31.12.2021 EUR 31.12.2020 EUR Jahresfehlbetrag -1.772.616,94 -1.407.052,22 Verlust-/Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -1.392.688,62 0,00 500.000,00 -22.159,00 Einstellung in die Kapitalrücklage nach § 237 Abs. 5 AktG Dividende 0,00 -463.477,40 -1.392.688,62 Bilanzverlust -3.165.305,56 Wir schlagen der Hauptversammlung wegen des im Jahresabschluss der FORIS AG ausgewiesenen Bilanzver- lustes für das Geschäftsjahr 2021 vor, zu beschließen, keine Dividende an die Aktionäre auszuschütten und den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. II.2.8 Rückstellungen II.2.8.1 Steuerrückstellungen Für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 wurden infolge der Verluste keine Steuerrückstellungen gebildet. II.2.8.2 Sonstige Rückstellungen Die Rückstellung „Risiken Prozessfinanzierung“ bildet das Risiko der Inanspruchnahme durch Dritte aus finan- zierten Verfahren in diesem Bereich ab. In der Position Personalkosten sind die ergebnisunabhängigen Boni- fikationen für die Mitarbeiter, Resturlaub sowie Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung enthalten. Bei den ausstehenden Rechnungen handelt es sich um im Geschäftsjahr erhaltene Lieferungen oder Leistungen, für die zum Stichtag eine Rechnung noch nicht vorlag. Die Abschluss- und Prüfungskosten beinhalten sowohl die Kosten für die Erstellung als auch für die Prüfung des Jahresabschlusses. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 57 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Stand 01.01.2021 EUR Stand 31.12.2021 EUR Verbrauch EUR Auflösung Zuführung EUR EUR Risiken 313.836,41 137.636,25 20.534,00 25.749,01 134.849,29 137.636,25 0,00 0,00 49.883,56 228.870,68 129.991,22 20.534,00 6.250,00 Prozessfinanzierung Personalkosten 3.216,10 0,00 133.207,32 0,00 Aufbewahrungs- pflichten Prozesskosten 19.499,01 0,00 0,00 Kosten für Erstellung und Prüfung Jahres- abschluss, Erstellung Steuererklärungen 78.200,00 139.982,00 7.286,00 60.000,00 119.000,00 6.032,56 0,00 20.982,00 1.253,44 84.300,00 105.000,00 5.843,00 102.500,00 105.000,00 5.843,00 Aufsichtsrats- vergütung Berufsgenossen- schaftsbeiträge und Schwerbehinderten- ausgleichsabgabe 723.223,67 477.017,11 25.451,54 378.233,88 598.988,90 II.2.9 Verbindlichkeiten Restlaufzeit bis 1 Jahr 31.12.2021 EUR Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Gesamt 31.12.2021 EUR Gesamt 31.12.2020 EUR bis 1 Jahr 31.12.2020 EUR bis 5 Jahre 31.12.2021 EUR bis 5 Jahre 31.12.2020 EUR Verbindlichkeiten gegenüber Kredit- instituten 3.000.000,00 164.983,01 220.114,39 0,00 3.000.000,00 164.983,01 0,00 473.258,91 100.391,83 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 473.258,91 Verbindlichkeiten gegenüber verbunde- nen Unternehmen 100.391,83 207.479,73 220.114,39 183.684,56 Sonstige Verbindlich- keiten 183.684,56 207.479,73 0,00 0,00 3.568.781,96 781.130,47 3.568.781,96 781.130,47 0,00 0,00 In diesem Jahr erfolgt erstmalig der Ausweis von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Folge der Auf- nahme von Darlehen. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 58 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III. Sonstige Angaben III.1 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichtes ergaben sich keine Ereignisse oder Entwick- lungen von besonderer Bedeutung, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldposten oder zur Änderung von Angaben im Anhang zum 31. Dezember 2021 geführt hätten. III.2 Erfolgsunsicherheiten und Schätzungen Die Erfolgsunsicherheiten des Unternehmens sind, soweit solche bestehen, in diesem Abschluss derart be- rücksichtigt, dass Vermögenswerte mit dem wahrscheinlichen Erfolg der Realisierung ausgewiesen werden. Der Vorstand muss bei der Erstellung des Jahresabschlusses Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, welche die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angaben im Anhang und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Berichtszeitraumes beeinflussen. Den Annahmen und Schätzungen liegen wiederum Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Er- stellung des Jahresabschlusses beruhen. Dabei können die sich im Zeitablauf tatsächlich ergebenden Beträge, insbesondere im Bereich der Prozessfinanzierung, von diesen Schätzungen abweichen. III.3 Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB Die FORIS AG hat für die BGGK GmbH eine Patronatserklärung abgegeben und sich verpflichtet, die BGGK GmbH jederzeit so finanziell auszustatten, dass sie ihre rechtlichen Verpflichtungen aus Prozessfinanzierungs- und/ oder damit verbundenen oder in Zusammenhang stehenden Verträgen und Erklärungen jederzeit erfüllen kann. Das Risiko der Inanspruchnahme ist vergleichbar mit dem Risiko der FORIS AG hinsichtlich ihres Kernge- schäfts der Prozessfinanzierung. Für die angeführten, zu Nominalwerten angesetzten Eventualschulden wurden keine Rückstellungen gebildet, weil mit einer ergebniswirksamen Inanspruchnahme oder Belastung der Gesellschaft nicht gerechnet wird. III.4 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum 31. Dezember 2021 bestehen Mietverpflichtungen bis zu einem Jahr gegenüber der FORIS Vermögensver- waltungs AG aus dem Mietvertrag für die Büroimmobilie von 231 TEUR (Vorjahr: 231 TEUR). Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2021 keine wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 59 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.5 Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche Über die eigentliche Prozessfinanzierung hinaus ist die FORIS AG an mehreren Prozessen und Verfahren be- teiligt. Sämtliche Risiken aus zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bekannten Prozessen und Verfahren sind im vorliegenden Jahresabschluss entsprechend berücksichtigt. Maßgebliche Veränderungen im Verlauf der be- stehenden Verfahren und Prozesse sowie in der Zukunft eingeleitete Verfahren oder in anderer Weise geltend gemachte Ansprüche können einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der FORIS AG haben. III.6 Anzahl der Arbeitnehmer 31.12.2021 Personen 31.12.2020 Personen Juristen 5 5 Sonstige Angestellte Mitarbeiter gesamt 28 26 33 31 2021 2020 Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter für den Berichtszeitraum (einschließlich der sich in Mutterschutz befindlichen Mitarbeiter) 31 32 III.7 Honorierung der Abschlussprüfer Im Geschäftsjahr fielen Kosten für die Jahres- und Konzernabschlussprüfung in Höhe von 98 TEUR an. Hiervon entfielen 24,7 TEUR auf die Abschlussprüfung 2020 und 73,3 TEUR auf die Abschlussprüfung 2021. III.8 Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats Bezüglich der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den Vergütungsbericht, den wir auf unserer Website veröffentlicht haben. III.9 Nahestehende Unternehmen und Personen Hinsichtlich des Anteilsbesitzes des Aufsichtsrats verweisen wir auf die Ausführungen unter III.10 im Anhang. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Somit wird die FORIS AG als oberstes Mutterunternehmen des FORIS Konzerns nicht von einem einzelnen Unternehmen oder von einzelnen Personen beherrscht. Hinsichtlich der in den Konzern einbezogenen Tochtergesellschaften verweisen wir auf unsere Ausführungen unter II.2.2 im Anhang. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 60 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Zu den Gesellschaften, von denen Wertpapiere gehalten werden, bestanden über die reine Geldanlage hinaus keine Geschäftsbeziehungen. Hinsichtlich der Vergütung des Managements verweisen wir auf unsere Ausführungen unter III.8 im Anhang. Darüberhinausgehende kurzfristig fällige Leistungen, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, andere langfristig fällige Leistungen, Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder an- teilsbasierte Vergütungen wurden im Geschäftsjahr 2021 nicht gewährt. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie diesen Personen nahe Familienangehörige können zugleich Kunden oder auch Auftragnehmer der FORIS AG oder einer ihrer Tochterunternehmen sein. Im Ge- schäftsjahr 2021 wurden von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie diesen Personen nahen Familienangehörigen keine Dienstleistungen bezogen. Über die zuvor genannten Angaben hinaus haben in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 keine Geschäftsbezie- hungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen bestanden. Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen oder Unternehmen, die nicht Gesell- schaften der FORIS AG sind, bestehen über die Angaben unter III.8 hinaus weder zum 31. Dezember 2021 noch zum 31. Dezember 2020. III.10 Vorstand und Aufsichtsrat Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2021 sind gewesen: 31.12.2021 Anteilsbesitz Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller, Vorstand, Köln Frederick Iwans, Vorstand, Glashütten seit 15.02.2017 seit 04.01.2021 0,25 % 0,00 % Herr Iwans ist Mitglied im Board of Directors der WineJump A/S, Kopenhagen. Herr Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller ist Beiratsvorsitzender der mnoplus marketing GmbH, Bochum, Beirats- mitglied der VentuSolar Global Capital GmbH, München und auch der RECan Global GmbH, München, Halifax. Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2021 aus folgenden Personen: 31.12.2021 Anteilsbesitz Dr. Christian Rollmann, Rechtsanwalt, Bonn, seit 30.06.2009 seit 30.06.2009 seit 28.05.2018 6,07 % 0,06 % 0,00 % Vorsitzender des Aufsichtsrats Olaf Wilcke, Chief Sales Officer, Bonn, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Peter A. Börsch, Unternehmer, Köln Aufsichtsratsmitglied Anteilsbesitz gemäß letzter Schwellenwert-Mitteilung Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 61 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG Herr Dr. Rollmann ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Max and Mary AG, Frankfurt am Main. Herr Olaf Wilcke ist Vorstand bei German Sweets, einer Unterorganisation des BDSI (Bund der deutschen Süßwarenindustrie), Bonn. Herr Peter A. Börsch ist Vorsitzender des Beirates der Kipp & Grünhoff GmbH & Co. KG, Leverkusen, Vorsitzender des Beirates der Schmidt-Rudersdorf GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach, Vorsitzender des Bei- rates der DBH GmbH, Düsseldorf, Beiratsmitglied der C+S Service GmbH, Bergisch Gladbach, Beiratsmitglied der H.W. Schmitz-Gruppe, Andernach und Beiratsmitglied der Firma Hüttemann Holzfachzentrum GmbH, Düsseldorf tätig. III.11 Aktie III.11.1 Anzahl der ausstehenden Aktien Das Grundkapital ist eingeteilt in 4.634.774 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem auf die einzelne Aktie entfallenden anteiligen Betrag von 1,00 EUR. Der weit überwiegende Teil der Aktien wird von Privatanlegern gehalten und gehandelt. Ausweislich der Prä- senz bei der Hauptversammlung vom 12. Juni 2018 und unter Berücksichtigung der Stimmrechtsmitteilungen halten einzelne Aktionäre bis zu 5ꢀ% der Aktien und drei Aktionäre mehr als 5ꢀ% und weniger als 10ꢀ% der Aktien. III.11.2 Schwellenwert und Mitteilungen Die nachfolgende Übersicht zeigt die nach § 33 WpHG veröffentlichungspflichtige Mitteilungen, die der FORIS AG zugegangen und entsprechend veröffentlicht wurden. Zugang der Meldung Anteil laut Meldung Meldepflichtiger Schwelle1 Victor Rollmann 25.06.2015 25.06.2015 25.06.2015 07.07.2015 15.05.2017 17.05.2017 06.05.2019 12.06.2019 > 3 % 3,17 % 3,17 % 6,07 % 5,06 % 2,71 % 2,31 % 5,06 % 3,00 % Philipp Rollmann > 3 % < 10 % > 5 % < 3% Christian Rollmann Rossmann Beteiligungs GmbH, Burgwedel Scherzer & Co. Aktiengesellschaft, Köln Oliver Schmidt < 3% Alexander Rollmann > 5 % > 3 % Dr. Hans Cobet 1 < = Schwelle unterschritten; > = Schwelle überschritten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 62 / JAHRESABSCHLUSS – ANHANG III.11.3 Entwicklung der Aktie Der Kurs der FORIS Aktie hat am 31. Dezember 2021 2,62 EUR betragen (31. Dezember 2020: 2,84 EUR). III.12 Veröffentlichung und Hauptversammlung Die FORIS AG hat ihren testierten (Konzern-) Jahresabschluss 2020 am 29. März 2021 der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung gestellt. Die Hauptversammlung fand am 1. Juni 2021 statt. Im Bundesanzeiger erfolgten die Veröffentlichung des Jahresabschlusses der FORIS AG am 18. August 2021 und die des Konzernabschlusses am 10. Juni 2021. III.13 Nachtragsbericht Die Auswirkungen der fortwährenden Corona-Pandemie sowie jene aus dem im Februar ausgebrochenen Ukraine-Krieg sind für alle Wirtschaftsteilnehmer nicht abschließend einschätzbar. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Prognose- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts. Der Aufsichtsrat der FORIS AG hat sich mit Herrn Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller auf eine vorzeitige Be- endigung seines Vorstandsmandats zum 30.06.2022 verständigt. Die Änderung geschieht auf ausdrücklichen Wunsch von Herrn Prof. Dr. Müller, den bis Ende 2023 laufenden Vertrag aus persönlichen, familiären Gründen aufzulösen. Der Aufsichtsrat hat entschieden, dass das Unternehmen künftig durch das Vorstandsmitglied Herrn Frederick Iwans als Alleinvorstand geführt wird. Bonn, 28. März 2022 FORIS AG Der Vorstand Frederick Iwans Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 63 / VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER C. Versicherung der gesetzlichen Vertreter „Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags- lage der FORIS AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der FORIS AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwick- lung der FORIS AG beschrieben sind.“ Bonn, 28. März 2022 FORIS AG Der Vorstand Frederick Iwans Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 64