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EVN AG Interim / Quarterly Report 2023

May 25, 2023

742_ir_2023-05-25_d9d74ea2-f2ac-442b-899d-b343ccc362db.pdf

Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2022/23

  1. Oktober 2022 – 31. März 2023 Halbjahresfinanzbericht

Kennzahlen

2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
%
2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
2021/22
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 1.573 1.998 –21,2 810 1.034 –21,6 3.365
davon erneuerbare Energie GWh 1.134 1.192 –4,9 634 668 –5,2 2.248
Stromverkauf an Endkund*innen GWh 10.172 11.755 –13,5 5.196 6.198 –16,2 20.853
Gasverkauf an Endkund*innen GWh 3.361 3.950 –14,9 1.831 2.111 –13,2 4.987
Wärmeverkauf an Endkund*innen GWh 1.629 1.782 –8,6 932 940 –0,9 2.545
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.192,6 2.126,7 3,1 1.018,4 1.225,8 –16,9 4.062,2
EBITDA Mio. EUR 466,4 420,2 11,0 184,7 218,3 –15,4 754,8
EBITDA-Marge1) % 21,3 19,8 1,5 18,1 17,8 0,3 18,6
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 303,8 211,0 44,0 102,6 81,5 26,0 331,6
EBIT-Marge1) % 13,9 9,9 3,9 10,1 6,6 3,4 8,2
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 276,2 179,7 53,7 85,3 66,6 28,0 301,2
Konzernergebnis Mio. EUR 217,4 127,4 70,6 68,0 45,9 48,3 209,6
Ergebnis je Aktie EUR 1,22 0,71 70,6 0,38 0,26 48,3 1,18
Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 11.141,7 11.943,2 –6,7 11.141,7 11.943,2 –6,7 12.430,5
Eigenkapital Mio. EUR 6.392,2 7.088,8 –9,8 6.392,2 7.088,8 –9,8 7.321,1
Eigenkapitalquote1) % 57,4 59,4 –2,0 57,4 59,4 –2,0 58,9
Nettoverschuldung2) Mio. EUR 1.748,4 1.134,4 54,1 1.748,4 1.134,4 54,1 1.245,1
Gearing1) % 27,4 16,0 11,3 27,4 16,0 11,3 17,0
Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio. EUR 634,3 389,6 62,8 324,9 185,1 75,5 734,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR –94,4 –84,1 –12,3 161,5 –84,9 151,0
Investitionen3) Mio. EUR 219,4 191,5 14,6 112,5 81,4 38,2 564,0
Performance der EVN Aktie
Kurs per Ultimo EUR 20,45 23,30 –12,2 20,45 23,30 –12,2 17,04
Aktienumsatz 4) Mio. EUR 259,6 222,4 16,7 490,0
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 3.678 4.191 –12,2 3.678 4.191 –12,2 3.065
Mitarbeiter*innen Ø 7.185 7.147 0,5 7.221 7.142 1,1 7.135

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Inkl. langfristige Personalrückstellungen

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4) Wiener Börse, Einmalzählung

Inhalt

Kennzahlen 2
Highlights 4
Zwischenlagebericht 5
Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld 5
Geschäftsentwicklung 8
Risikobericht 10
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen
und Personen
13
Entwicklung der Segmente 14
Die EVN auf dem Kapitalmarkt 21
Die EVN Aktie 21
Aktionär*innenstruktur 21
Externe Ratings 21
Konzern-Zwischenabschluss 22
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 22
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 23
Konzern-Bilanz 24
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 25
Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung 26
Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss 27
Erklärung des Vorstands 35

Highlights

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2022/23

  • Anstieg im Umsatz (+3,1 %), EBITDA (+11,0 %) und Konzernergebnis (+70,6 %)
  • Segmentergebnisse unterschiedlich stark von den volatilen Rahmenbedingungen betroffen
  • Positive Entwicklung des Konzernergebnisses vor allem durch die Segmente Erzeugung und Südosteuropa bedingt

Deutliche Belastungen bei der Vertriebsgesellschaft EVN KG

  • Halbjahresverlust von 223,1 Mio. Euro
  • Zeitverzögerte Weitergabe von gestiegenen Beschaffungskosten führt zu Belastung des operativen Ergebnisses
  • Geringere Stichtagsbewertungen von Absicherungsgeschäften
  • Dotierung von Rückstellungen für drohende Verluste aus vertraglichen Lieferverpflichtungen
  • Ergebnisbelastung aus der Bewertung der Erdgasvorräte, die im Vorjahr angesichts drohender Gaslieferstopps zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit – jedoch zu deutlich höheren Großhandelspreisen – angeschafft worden waren

Bundesgesetz über den Energiekrisenbeitrag-Strom

  • Abschöpfung von 90 % der Überschusserlöse aus der Stromerzeugung (befristet von 1. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2023)
  • Schwellenwert zur Ermittlung der Überschusserlöse: 140 Euro pro MWh; kann sich unter Berücksichtigung der anrechenbaren Investitionen in erneuerbare Energien auf bis zu 176 Euro pro MWh erhöhen
  • Gemäß Beschluss der Bundesregierung (10. Mai 2023) werden die Schwellenwerte ab Juni 2023 auf 120 Euro pro MWh bzw. auf 156 Euro pro MWh gesenkt

Beschleunigung des Erneuerbaren-Ausbaus in Niederösterreich

• Anteil der erneuerbaren Erzeugung im ersten Halbjahr 2022/23 auf 72,0 % gestiegen (Vorjahr: 59,7 %)

  • Inbetriebnahme des im Rahmen eines Repowerings neu errichteten Windparks Japons (12,6 MW) im Jänner 2023 sowie einer Photovoltaikanlage in Grafenwörth (EVN-Anteil: 12,2 MWp) im Februar 2023
  • Weitere Windkraft- und Photovoltaikprojekte mit einer Gesamtleistung von rund 110 MW in Umsetzung

Ausweitung des Investitionsprogramms

  • Anhebung der jährlichen Investitionen auf über 600 Mio. Euro, davon rund drei Viertel in Niederösterreich
  • Schwerpunkte: Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung sowie Trinkwasserversorgung

Positive Entwicklungen im internationalen Projektgeschäft

  • Guter Fortschritt beim Großprojekt in Kuwait
  • Zuschlag für die Errichtung einer Kläranlage sowie einer Klärschlammverbrennungsanlage in Skopje, Nordmazedonien (Auftragswert: rund 184 Mio. Euro)

Externe Ratings bestätigt

  • Moody's: A1, Ausblick stabil (April 2023)
  • Scope Ratings: A+, Ausblick stabil (Mai 2023)

Ausblick und Sonderdividende für das laufende Geschäftsjahr

  • Wie am 15. Mai 2023 ad-hoc gemeldet, wird der Beitrag der operativen Geschäftstätigkeiten der EVN zum Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2022/23 am oberen Ende der bisher kommunizierten Bandbreite bei rund 250 Mio. Euro liegen. Zusätzlich fließt dem Konzernergebnis 2022/23 der Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an der Verbund AG in Höhe von 158 Mio. Euro zu.
  • Zudem hat der Vorstand am 15. Mai 2023 beschlossen, dass er der 95. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG am 1. Februar 2024 eine Sonderdividende von 0,62 Euro pro Aktie zusätzlich zur Basisdividende für das Geschäftsjahr 2022/23 vorschlagen wird. Die Basisdividende soll zumindest 0,52 Euro pro Aktie betragen.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

BIP-Wachstum % 2024f 2023f 2022 2021 2020
EU-271) 2)4) 1,4 bis 1,6 0,6 bis 1,1 3,5 5,4 –6,1
Österreich1)2)3)4) 1,1 bis 1,8 0,3 bis 0,5 5,0 4,6 –6,5
Bulgarien1)2) 2,4 bis 3,5 1,3 bis 1,7 3,1 bis 3,4 7,6 –4,0
Kroatien1)2)4) 2,3 bis 3,1 0,8 bis 1,7 6,2 bis 6,6 13,1 –8,6
Nordmazedonien4) 2,7 bis 3,6 1,4 bis 2,4 2,1 bis 2,2 3,9 –4,7

1) Quelle: "European Economic Forecast, Spring 2023", EU-Kommission, Mai 2023

2) Quelle: "Frühlings-Prognose der österreichischen Wirtschaft 2023–2024", IHS, März 2023

3) Quelle: "Prognose für 2023 und 2024: Konjunkturbelebung ab dem 2. Halbjahr 2023", WIFO, März 2023

4) Quelle: "Global Economic Prospects", World Bank, Jänner 2023

5) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, April 2023

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft, die im Lauf des Jahres 2022 deutlich an Schwung verloren hatte, legte auch zu Jahresende kaum zu. Bremsend wirkten der starke Anstieg der Energiepreise, die hohe Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine sowie die Straffung der Geldpolitik. Der private Konsum litt unter der hohen Inflation, während die Anlageninvestitionen durch die schlechten Finanzierungsbedingungen gedämpft wurden. Auch für die Zukunft lassen die Indikatoren nur eine sehr langsame Belebung der Weltkonjunktur erwarten. So verschlechterte die notwendige Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen

gleichermaßen. Umgekehrt hellten die fallenden Rohstoff- und Energiepreise die Stimmung bei Haushalten und Unternehmen seit der Jahreswende weltweit wieder etwas auf, und auch die Lieferengpässe haben sich wieder deutlich verringert. Für die Eurozone werden nach einem Wachstum von 3,5 % für 2022 nunmehr BIP-Wachstumsraten zwischen 0,6 und 1,1 % für 2023 bzw. von 1,4 bis 1,6 % für 2024 erwartet.

Der internationale Konjunkturabschwung, der im zweiten Halbjahr 2022 eingesetzt und auch die österreichische Wirtschaft erfasst hatte, dämpft auch noch im ersten Halbjahr 2023 das BIP-Wachstum in Österreich. Durch die deutliche Entspannung

Energiewirtschaftliches Umfeld 2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
Heizungsbedingter Energiebedarf 1)
Österreich % 91,9 101,6 92,0 96,3
Bulgarien % 76,7 106,5 79,1 103,0
Nordmazedonien % 82,6 104,9 90,4 108,0
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 84,2 73,8 78,9 80,2
Gas – NCG2) EUR/MWh 77,0 96,9 55,8 98,9
Kohle – API#23) EUR/Tonne 187,0 178,2 141,5 205,6
CO2-Emissionszertifikate EUR/Tonne 83,1 74,0 89,2 82,7
Strom – EPEX Spotmarkt4)
Grundlaststrom EUR/MWh 178,3 211,0 140,3 213,2
Spitzenlaststrom EUR/MWh 215,8 251,4 163,6 245,8

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht dem bereinigten langjährigen Durchschnitt der länderspezifischen Messwerte.

2) Trading Hub Europe (THE) – EEX-(European Energy Exchange)-Börsepreis für Erdgas

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EPEX Spot – European Power Exchange

Energiewirtschaftliche Kennzahlen – Konzern
GWh
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Absolut +/–
%
2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
Stromerzeugung 1.573 1.998 –424 –21,2 810 1.034 –21,6
Erneuerbare Energie 1.134 1.192 –59 –4,9 634 668 –5,2
Wärmekraftwerke 440 805 –366 –45,4 178 366 –51,3
Netzabsatz
Strom 11.642 12.888 –1.246 –9,7 6.099 6.649 –8,3
Erdgas1) 8.289 11.277 –2.988 –26,5 4.172 5.551 –24,8
Energieverkauf an Endkund*innen
Strom 10.172 11.755 –1.583 –13,5 5.196 6.198 –16,2
davon Mittel- und Westeuropa2) 4.187 4.613 –426 –9,2 2.000 2.318 –13,7
davon Südosteuropa 5.986 7.142 –1.157 –16,2 3.197 3.880 –17,6
Erdgas 3.361 3.950 –590 –14,9 1.831 2.111 –13,2
Wärme 1.629 1.782 –153 –8,6 932 940 –0,9
davon Mittel- und Westeuropa2) 1.487 1.599 –111 –7,0 845 831 1,7
davon Südosteuropa 142 183 –41 –22,6 86 108 –20,4

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

auf den Energiemärkten hat sich die Stimmung bei den Unternehmen und privaten Haushalten jedoch wieder etwas verbessert. In diesem Umfeld sollte es auch der österreichischen Wirtschaft um die Jahresmitte wieder gelingen, Tritt zu fassen und die Produktion auszuweiten. Ausgehend von der Exportwirtschaft dürfte die Konjunkturbelebung in vielen Bereichen der heimischen Wirtschaft zu spüren sein. Auch der Tourismus, der besonders stark unter der Covid-19-Pandemie gelitten hatte, erholte sich 2022 deutlich. Diese Entwicklung sollte sich 2023 fortsetzen. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt legte 2022 um 5,0 % zu, für 2023 wird mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,3 bis 0,5 % gerechnet. Im Jahr 2024 sollte sich das Wirtschaftswachstum wieder auf 1,1 bis 1,8 % beschleunigen.

Bulgariens Wirtschaft hat sich 2022 weiter von der Covid-19- Pandemie erholt, allem voran getrieben durch Dienstleistungsexporte und den privaten Verbrauch. Im laufenden Kalenderjahr wird jedoch der Anstieg der Inflation zunehmend zu einem Problem für das Wirtschaftswachstum. Die hohen Energiekosten für private Haushalte werden die Nachfrage auf dem Binnenmarkt drosseln, ebenso wird die Exportnachfrage angesichts der schwächeren Konjunktur in der Eurozone abflauen. Auch die anhaltende politische Krise ist in diesem Kontext wenig hilfreich. Die eingeschränkte Handlungsfähigkeit des Landes wird auch für den geplanten Beitritt Bulgariens zur Eurozone zunehmend zum Problem. Nach 3,1 bis 3,4 % für 2022 wird für 2023 ein reales BIP-Wachstum von 1,3 bis 1,7 % prognostiziert. Für 2024 wird ein Plus von 2,4 bis 3,5 % erwartet.

Auch die kroatische Wirtschaft scheint die Folgen der Coronakrise hinter sich gelassen zu haben. Nach einem außerordentlich guten Jahr 2021 mit einem Rekordwachstum von 13,1 % legte das Bruttoinlandsprodukt auch 2022 mit einem Plus von 6,2 bis 6,6 % kräftig zu. Gestützt wird die positive Entwicklung durch steigende Exporte, einen florierenden Tourismus, anhaltende Investitionen und einen starken privaten Konsum. Für einen kräftigen Dämpfer sorgte zuletzt jedoch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Dessen direkte Auswirkungen halten sich zwar in Grenzen, doch wird Kroatien die Folgen der eingetrübten Konjunktur in der gesamten EU zu spüren bekommen. Im Besonderen gilt dies für die Exportnachfrage aus wichtigen Handelspartnerländern wie Italien und Deutschland. Zudem reduziert die verschlechterte Sicherheitslage in Europa, die auf die Reisefreudigkeit drückt, den für Kroatien wichtigen Beitrag aus dem Tourismus. Konkret soll das kroatische BIP-Wachstum nach einer Abkühlung auf 0,8 bis 1,7 % im Jahr 2023 im darauffolgenden Jahr 2024 wieder auf 2,3 bis 3,1 % steigen.

Nach einer Wartezeit von knapp 17 Jahren haben im Sommer 2022 die Beitrittsverhandlungen Nordmazedoniens mit der EU begonnen. Dafür hatte das Land einige Hürden zu meistern und musste unter anderem seinen Namen ändern. Doch der Schwung der Annäherung an die EU wird von den Nachwirkungen der Covid-19- Pandemie und des Kriegs in der Ukraine gebremst. Die hohe Inflation untergräbt die Kaufkraft der Haushalte und übt Druck auf die Betriebe aus, die Löhne anzuheben. Gleichzeitig führt die restriktive Finanzpolitik dazu, dass Kredite für private Haushalte und

EBIT nach Segmenten 1. Halbjahr Mio. EUR 2021/22 2022/23 Erzeugung 132,7 –57,1 82,0 122,4 37,9 Energie

Alle sonstigen Segmente

–49,9

Netze

–17,3

Unternehmen teurer werden und damit die Inlandsnachfrage dämpfen. Schließlich setzt auch die schwächelnde Konjunktur in der EU der Exportwirtschaft Nordmazedoniens zu. Nach einem moderaten Wirtschaftswachstum von rund 2,1 % im Jahr 2022 wird für 2023 ein Wachstum zwischen 1,4 und 2,4 % und für 2024 mit einem Plus von 2,7 bis 3,6 % gerechnet.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Das erste Halbjahr 2022/23 war von milden Temperaturen geprägt. Die Heizgradsumme – sie definiert den temperaturbedingten Energiebedarf – lag in allen drei Kernmärkten der EVN unter dem Niveau des Vorjahres und auch unter dem langjährigen Durchschnittsniveau. Besonders deutlich war dies in Bulgarien, wo nur 76,7 % des üblichen Mittelwerts erreicht wurden.

Die Preise für Primärenergie waren – nach starken Schwankungen in der vorangegangenen Berichtsperiode – großteils wieder rückläufig. So reduzierte sich der durchschnittliche EEX-Börsepreis für Erdgas von rund 97 Euro pro MWh auf 77 Euro pro MWh. Auch die Marktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom verzeichneten im ersten Halbjahr 2022/23 einen deutlichen Rückgang, befinden sich aber weiterhin auf hohem Niveau: Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen mit durchschnittlich 178,3 Euro pro MWh bzw. 215,8 Euro pro MWh unter den Vorjahreswerten von 211,0 Euro pro MWh bzw. 251,4 Euro pro MWh.

Umwelt

49,0

35,8

18,4

Südosteuropa

82,8

77,9

Eine Ausnahme bildete der Preis für CO2-Emissionszertifikate, der in der Berichtsperiode auf rund 83 Euro pro Tonne zunahm (Vorjahr: 74 Euro pro Tonne).

Struktur der Investitionen 1. Halbjahr

%, Gesamtsummen Mio. EUR

Bilanzstruktur zum Stichtag

%

Geschäftsentwicklung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights

  • Umsatz: +3,1 % auf 2.192,6 Mio. Euro
  • EBITDA: +11,0 % auf 466,4 Mio. Euro
  • EBIT: +44,0 % auf 303,8 Mio. Euro
  • Konzernergebnis: +70,6 % auf 217,4 Mio. Euro

Die Umsatzerlöse der EVN verzeichneten im ersten Halbjahr 2022/23 einen Anstieg um 3,1 % auf 2.192,6 Mio. Euro. Zurückzuführen war dies vor allem auf Preiseffekte in der erneuerbaren Stromerzeugung, Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften sowie höhere Absatzpreise bei der EVN Wärme. In Südosteuropa konnten höhere Netzentgelte sowie eine außerordentliche Erhöhung der Strompreise im regulierten Haushaltskundensegment in Nordmazedonien die Umsatzrückgänge aufgrund gesunkener Netz- und Energieabsatzmengen sowie rückläufiger Strompreise nur teilweise ausgleichen. Zuwächse ergaben sich auch im internationalen Projektgeschäft durch den Fortschritt beim Großprojekt in Kuwait.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Berichtszeitraum um 13,8 % auf 61,9 Mio. Euro.

Korrespondierend zur Umsatzentwicklung in Südosteuropa verzeichnete der Aufwand für Fremdenergiebezug und Energieträger gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 22,1 % auf 1.024,2 Mio. Euro. Gegenläufig dazu wirkten insbesondere höhere Kosten für Netzverluste und vorgelagerte Netzkosten in der Netz Niederösterreich sowie gestiegene Energiebeschaffungskosten bei der EVN Wärme. Zudem hatten im Vorjahr Kompensationszahlungen des bulgarischen Staats zur Netzverlustabdeckung infolge der gestiegenen Strompreise aufwandsmindernd gewirkt.

Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand nahmen getrieben durch die Umsatzentwicklung im internationalen Projektgeschäft, aber auch durch inflationäre Effekte um 12,5 % auf 326,7 Mio. Euro zu.

Infolge kollektivvertraglicher Anpassungen lag der Personalaufwand im Berichtszeitraum mit 193,2 Mio. Euro um 7,7 % über dem Vorjahresniveau. Der Personalstand erhöhte sich im Periodenabstand auf 7.185 Mitarbeiter*innen (Vorjahr: 7.147 Mitarbeiter*innen).

Einen Anstieg um 61,5 % auf 100,8 Mio. Euro verzeichneten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die auch den seit Dezember 2022 in Österreich auf Überschusserlöse aus der Stromerzeugung zu entrichtenden Energiekrisenbeitrag-Strom enthalten (Details zur zugrunde liegenden gesetzlichen Regelung siehe Seite 16).

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter belief sich im ersten Halbjahr 2022/23 auf –143,3 Mio. Euro (Vorjahr: 85,2 Mio. Euro). Hervorgerufen wurde dies – wie bereits im ersten Quartal berichtet und für den weiteren Jahresverlauf prognostiziert – durch die Energievertriebsgesellschaft EVN KG, die im Berichtszeitraum durch mehrere Faktoren stark belastet wurde: Neben hohen Beschaffungskosten für Energie, die nur zeitverzögert weitergegeben werden können, waren dies geringere Stichtagsbewertungen von Absicherungsgeschäften, die Dotierung von Rückstellungen für drohende Verluste aus vertraglichen Lieferverpflichtungen sowie die Bewertung von Erdgasvorräten, die im Vorjahr angesichts drohender Gaslieferstopps zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit – jedoch zu deutlich höheren Großhandelspreisen – angeschafft worden waren. Gegenläufig dazu verbesserten sich die Ergebnisbeiträge der RAG, der Verbund Innkraftwerke und der Burgenland Energie.

Auf Basis dieser Entwicklungen lag das EBITDA der EVN im ersten Halbjahr 2022/23 mit 466,4 Mio. Euro um 11,0 % über dem Vorjahresniveau.

Die planmäßigen Abschreibungen erhöhten sich investitionsbedingt um 2,7 % auf 162,6 Mio. Euro. Beim Periodenvergleich dieser Position ist zudem der Entfall der im Vorjahr erforderlichen Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen von 50,9 Mio. Euro zu beachten: Wertminderungen im internationalen Projektgeschäft (57,3 Mio. Euro) war hier eine Wertaufholung von 6,4 Mio. Euro beim Windpark Kavarna in Bulgarien gegenübergestanden. Per Saldo stieg das EBIT der EVN damit um 44,0 % auf 303,8 Mio. Euro.

Trotz gestiegener Zinsaufwendungen sowie Bewertungseffekten aus Fremdwährungsentwicklungen verbesserte sich das Finanzergebnis im Periodenvergleich auf –27,5 Mio. Euro (Vorjahr: –31,3 Mio. Euro). Dieser Anstieg resultierte aus der besseren Performance des R138-Fonds und der Cash-Fonds der EVN.

In Summe errechnet sich daraus für den Berichtszeitraum ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 276,2 Mio. Euro, das damit um 53,7 % über dem Vorjahreswert lag. Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 35,2 Mio. Euro (Vorjahr: 44,1 Mio. Euro) und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile belief sich das Konzernergebnis auf 217,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 70,6 %.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis der EVN lag im ersten Halbjahr 2022/23 mit 634,3 Mio. Euro um 62,8 % über dem Vorjahreswert. Hauptgründe dafür waren das im Berichtszeitraum gestiegene Ergebnis vor Ertragsteuern der EVN sowie die Korrektur des negativen Ergebnisses der at Equity einbezogenen EVN KG. Abgeschwächt wurde diese positive Entwicklung jedoch durch geringere Dividendenausschüttungen von at Equity einbezogenen Unternehmen.

Belastet insbesondere durch die von Ausleihungen der EVN KG aus dem Cash Pool der Gruppe verursachte Kapitalbindung im Working Capital sowie die im Periodenvergleich höheren Zahlungen für Ertragsteuern belief sich der Cash Flow aus dem operativen Bereich im Berichtszeitraum auf –94,4 Mio. Euro.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich betrug im Berichtszeitraum –126,5 Mio. Euro (Vorjahr: –255,4 Mio. Euro). Höheren Investitionen stand hier die Abschichtung der im Vergleichszeitraum dotierten Veranlagungen in Cash-Fonds entgegen. Zudem leistete die EVN einen Kapitalzuschuss an die EVN KG.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich belief sich im ersten Halbjahr 2022/23 auf –72,8 Mio. Euro (Vorjahr: 126,9 Mio. Euro). Er bildet neben der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021/22 auch planmäßige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten ab. Gegenläufig dazu erfolgte die Aufnahme von drei langfristigen Bankkrediten über insgesamt 150 Mio. Euro.

In Summe ergab sich damit für den Berichtszeitraum ein Cash Flow von –293,7 Mio. Euro, die liquiden Mittel beliefen sich zum 31. März 2023 auf –250,5 Mio. Euro. Zum 31. März 2023 standen der EVN AG vertraglich zugesagte, nicht gezogene Kreditlinien im Ausmaß von 666 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN lag per 31. März 2023 mit 11.141,7 Mio. Euro um 10,4 % unter dem Wert zum 30. September 2022. Einen starken Rückgang verzeichneten dabei insbesondere die at Equity einbezogenen Unternehmen, bei denen vor allem die Stichtagsbewertung von Absicherungsgeschäften der EVN KG und der EnergieAllianz sowie der Periodenverlust der EVN KG negativ wirkten. Die Kursentwicklung der Verbund-Aktie (Stichtagskurs von 80,00 Euro zum 31. März 2023 im Vergleich zu 87,45 Euro zum 30. September 2022) bewirkte gleichzeitig einen Rückgang der sonstigen Beteiligungen. Gegenläufig dazu nahmen die übrigen Vermögenswerte aufgrund eines Anstiegs der aktiven latenten Steuern zu. Insgesamt reduzierten sich die langfristigen Vermögenswerte damit um 14,5 % auf 9.161,4 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte der EVN nahmen im Berichtszeitraum hingegen um 15,2 % auf 1.980,3 Mio. Euro zu.

Wesentliche Treiber dafür waren gestiegene Forderungen gegenüber der EVN KG aufgrund von Ausleihungen aus dem Cash Pool der Gruppe sowie Forderungen aus Absicherungsgeschäften. Eine Zunahme war auch bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem internationalen Projektgeschäft zu verzeichnen. Rückläufig entwickelten sich indessen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Südosteuropa sowie die Vorräte. Zudem führten die hohen Investitionen und die Kapitalbindung im Working Capital zu einer Reduktion der Veranlagungen in Cash-Fonds sowie der liquiden Mittel.

Obwohl das Ergebnis nach Ertragsteuern der Berichtsperiode über der im Februar 2023 erfolgten Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021/22 in Höhe von 0,52 Euro pro Aktie lag, zeigte das Eigenkapital zum 31. März 2023 mit 6.392,2 Mio. Euro einen Rückgang um 12,7 % gegenüber dem Wert zum 30. September 2022. Zurückzuführen war dies vor allem auf die im Eigenkapital abgebildeten negativen Effekte aus erfolgsneutralen Bewertungen, insbesondere bei den at Equity einbezogenen Unternehmen. Die Eigenkapitalquote belief sich zum 31. März 2023 auf 57,4 % (30. September 2022: 58,9 %).

Die langfristigen Schulden der EVN nahmen im Berichtszeitraum um 12,1 % auf 2.974,4 Mio. Euro ab. Maßgeblich dafür verantwortlich war ein – durch die gesunkene Bewertung der at Equity einbezogenen Unternehmen getriebener – Rückgang der langfristigen Steuerverbindlichkeiten. Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten wirkte der Umgliederung von Bankkrediten (insgesamt rund 150 Mio. Euro) sowie der JPY-Anleihe (rund 85 Mio. Euro) in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten der Neuaufnahme von drei langfristigen Bankkrediten über insgesamt 150 Mio. Euro entgegen.

Die kurzfristigen Schulden verzeichneten im Berichtszeitraum einen Anstieg um 2,8 % auf 1.775,0 Mio. Euro. Geprägt war diese Entwicklung durch gegenläufige Effekte: Einem Anstieg der kurzfristigen Finanz- und Steuerverbindlichkeiten standen bei den übrigen kurzfristigen Schulden eine Abnahme der Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften sowie eine Reduktion von Verbindlichkeiten aus der Beschaffung strategischer Gasreserven zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit gegenüber. Hinzu kam weiters ein Rückgang der Lieferverbindlichkeiten.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang dargestellt.

Risikobericht

gemäß § 125 Abs. 4 Börsegesetz 2018

Risikoprofil

Das Risikoprofil des EVN Konzerns ist vor allem durch die branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten und insbesondere durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen geprägt. Die Kategorisierung all dieser Aspekte folgt dem Risikomanagementprozess der EVN.

Vor dem Hintergrund der geänderten Rahmenbedingungen auf den Energiemärkten führte das zentrale Risikomanagement der EVN zum Ende des ersten Halbjahres 2022/23 eine aktualisierte Bewertung der wesentlichen Risiken mit potenziell hohen Auswirkungen durch und berichtete über diese Risiken sowie deren Auswirkungen auch dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der EVN.

Als wesentliche Unsicherheiten mit potenziell hohen Auswirkungen wurden u. a. identifiziert und folglich mit besonderem Augenmerk analysiert (Auswahl):

  • Margenrisiko und Wettbewerbssituation; Weitergabe der Energiebeschaffungskosten an Endkund*innen
  • Kompensation der Kosten der Netzverlustabdeckung in Südosteuropa bei gestiegenen Strompreisen
  • Zahlungsverzögerungen bis hin zu Zahlungsausfällen bei Handelspartner*innen bzw. Großkund*innen
  • Lieferstopp von Erdgas nach Österreich und dadurch bedingtes Inkrafttreten staatlicher Energielenkungsmaßnahmen sowie negative Einflüsse auf die Bewirtschaftung der Erdgasspeicher
  • Inflationsbedingt steigende Beschaffungskosten für Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Fertigstellungsrisiko bei internationalen Großprojekten im Umweltbereich
  • Cybersecurity

Seit dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2022 haben die Unsicherheiten abgenommen und damit das Gesamtrisikoprofil der EVN reduziert. Gegenwärtig sind keine Risiken für die Zukunft erkennbar, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten. Nachfolgend sollen die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten zusammenfassend erläutert werden.

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Deckungsbeitragsrisiko
(Preis- und Mengeneffekte)
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen
der geplanten Deckungsbeiträge
• Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs
und Absatzpreise (insb. für Energieträger)
• Nachfragerückgänge (insb. beeinflusst
durch Witterung bzw. Klimawandel, Politik,
Reputation oder Wettbewerb)
• Rückgang der Eigenerzeugung
• Rückgang des Projektvolumens im Umwelt
bereich (insb. infolge Marktsättigung,
eingeschränkter Ressourcen für Infrastruktur
projekte oder Nichtberücksichtigung bzw.
Unterliegen bei Ausschreibungen)
Potenzielles Klimarisiko
Auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungs
strategie; Absicherungsstrategien; Diversifizierung
der Kundinnensegmente sowie Geschäftsfelder;
auf Kund
innenbedürfnisse abgestimmte Produkt
palette; längerfristiger Verkauf von Kraftwerks
kapazitäten
Lieferant*innenrisiko Überschreiten der geplanten (Projekt-)Kosten;
mangelhafte Erfüllung oder Nichterfüllung vertrag
lich zugesagter Leistungen
Partnerschaften; möglichst weitgehende
vertragliche Absicherung; externe Expertise
Finanzrisiken
Fremdwährungsrisiken Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste)
und Translationsrisiken bei der Fremdwährungs
umrechnung im Konzernabschluss; nicht währungs
konforme Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung; Limits; Absicherungsinstrumente
Liquiditäts-, Cash-Flow- und
Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener
Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche Liquidität/
Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den erwarteten
Konditionen beschaffen zu können; potenzielles
Klimarisiko
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte
Finanzplanung; Absicherung des benötigten
Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Preis-/Kursänderungsrisiken Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen
(z.B. Fonds) und börsenotierten strategischen
Beteiligungen (z.B. Verbund AG, Burgenland
Holding); potenzielles Klimarisiko
Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher
Value-at-Risk-Ermittlung; Anlagerichtlinien
Counterparty-/Kreditrisiken
(Ausfallrisiken)
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von
Geschäftspartnerinnen oder Kundinnen
zugesagten Leistung
Vertragliche Konstruktionen; Bonitäts-Monitoring
und Kreditlimitsystem; laufendes Monitoring
des Kundinnenverhaltens; Absicherungsinstru
mente; Versicherungen; gezielte Diversifizierung der
Geschäftspartner
innen
Beteiligungsrisiken Nichterreichen der Gewinnziele einer
kerngeschäftsnahen Beteiligungsgesellschaft;
potenzielles Klimarisiko
Vertretung in Gremien der jeweiligen Beteiligungs
gesellschaft
Ratingveränderung Bei Verringerung der Ratingeinstufung höhere
Refinanzierungskosten; potenzielles Klimarisiko
Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanz
kennzahlen
Zinsänderungsrisiken Veränderungen der Marktzinsen; steigender Zins
aufwand; negative Auswirkungen eines niedrigen
Zinsniveaus auf die Bewertung von Vermögenswer
ten und Rückstellungen sowie auf künftige Tarife
Einsatz von Absicherungsinstrumenten; Zinsbindung
in Finanzierungsverträgen

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Wertminderungs-/
Impairmentrisiken
Wertberichtigung von Forderungen; Wertminde
rung von Firmenwerten, Beteiligungen, Erzeu
gungsanlagen und sonstigen Vermögenswerten
(Wirtschaftlichkeit/Werthaltigkeit maßgeblich von
Strom- und Primärenergiepreisen und energiewirt
schaftlichen Rahmenbedingungen abhängig);
potenzielles Klimarisiko
Monitoring mittels Sensitivitätsanalysen
Haftungsrisiko Finanzieller Schaden durch Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten; potenzielles Klimarisiko
Haftungen auf erforderliches Mindestmaß
beschränken; laufendes Monitoring
Strategie- und Planungsrisiken
Technologierisiko Spätes Erkennen von und Reagieren auf neue
Technologien (verzögerte Investitionstätigkeit)
bzw. auf Veränderungen von Kund*innenbedürf
nissen; Investitionen in die "falschen" Technolo
gien; potenzielles Klimarisiko
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten;
eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte;
ständige Anpassung an den Stand der Technik
Planungsrisiko Modellrisiko; Treffen von falschen bzw. unvollstän
digen Annahmen; Opportunitätsverluste
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut
ausgebildete Mitarbeiter*innen; Monitoring der Para
meter und regelmäßige Updates; Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische Risiken Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe und Schnitt
stellen; Doppelgleisigkeiten; potenzielles Klimarisiko
Prozessmanagement; Dokumentation; internes
Kontrollsystem (IKS)
Betriebsrisiken
Infrastrukturrisiken Falsche Auslegung und Nutzung der technischen
Anlagen; potenzielles Klimarisiko
Beheben von technischen Schwachstellen;
regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der
vorhandenen und künftig benötigten Infrastruktur
Störungen/Netzausfall (Eigen- und
Fremdanlagen), Unfälle
Versorgungsunterbrechung; Gefährdung von
Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch
Explosionen/Unfälle; potenzielles Klimarisiko
Technische Nachrüstung bei den Schnittstellen
der unterschiedlichen Netze; Ausbau und Instand
haltung der Netzkapazitäten
IT-/Sicherheitsrisiken
(inkl. Cybersecurity)
Systemausfälle; Datenverlust bzw. unbeabsichtigter
Datentransfer; Hackerangriffe
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung;
Back-up-Systeme; technische Wartung; externe Prü
fung; Arbeitssicherheitsmaßnahmen; Krisenübungen
Mitarbeiter*innenrisiken Verlust von hochqualifizierten Mitarbeiter*innen;
Ausfall durch Arbeitsunfälle; personelle Über- oder
Unterkapazitäten; Kommunikationsprobleme;
kulturelle Barrieren; Betrug; bewusste bzw. unbe
wusste Fehldarstellung von Transaktionen bzw.
Jahresabschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld; Gesundheits- und
Sicherheitsvorsorge; flexible Arbeitszeitmodelle;
Schulungen; Veranstaltungen für Mitarbeiter*innen
zum Informationsaustausch und zum Networking;
internes Kontrollsystem (IKS)
Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische
und politische Risiken
Veränderung der politischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen
Umfelds (z. B. Umweltgesetze, wechselnde
rechtliche Rahmenbedingungen, Änderung des
Förderregimes, Marktliberalisierung in Südost
europa); politische und wirtschaftliche Instabilität;
Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten
des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator;
potenzielles Klimarisiko
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene; angemessene Dokumen
tation und Leistungsverrechnung

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie
Beschreibung
Maßnahme
Rechts- und Prozessrisiko Nichteinhalten von Verträgen; Prozessrisiko aus
diversen Verfahren; regulatorische bzw. aufsichts
rechtliche Prüfungen
Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und
EU-weiten Interessenvertretungen; Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaft
liches Umfeld
Konjunkturelle Entwicklungen; Schulden-/Finanz
krise; stagnierende oder rückläufige Kaufkraft;
steigende Arbeitslosigkeit; potenzielles Klimarisiko
Weitestgehende Ausschöpfung von (anti-)zyklischen
Optimierungspotenzialen
Vertragsrisiken Nichterkennen von Problemen im juristischen,
wirtschaftlichen und technischen Sinn;
Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence; Zukauf von
Expertise/Rechtsberatung; Vertragsdatenbank und
laufendes Monitoring
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewährung,
Non-Compliance, datenschutz
rechtliche Vorfälle
Weitergabe vertraulicher interner Informationen an
Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption;
Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten
Interne Kontrollsysteme; einheitliche Richtlinien
und Standards; Verhaltenskodex; Compliance
Organisation
Projektrisiko Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau neuer
Kapazitäten; potenzielles Klimarisiko
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen
Parameter
Co-Investment-Risiko Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung
von Großprojekten gemeinsam mit Partner*innen
unternehmen; potenzielles Klimarisiko
Vertragliche Absicherung; effizientes Projekt
management
Sabotage Sabotage z.B. bei Erdgasleitungen, Kläranlagen
und Müllverbrennungsanlagen
Geeignete Sicherheitsvorkehrungen; regelmäßige
Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte
Imagerisiko Reputationsschaden; potenzielles Klimarisiko Transparente und proaktive Kommunikation;
nachhaltige Unternehmenssteuerung

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst sechs berichtspflichtige Segmente. Deren Abgrenzung bzw. Definition erfolgt gemäß IFRS 8 Geschäftssegmente ausschließlich auf Grundlage der internen Organisations- und Berichtsstruktur.

Im Segment Alle sonstigen Segmente werden dabei alle jene Geschäftstätigkeiten zusammengefasst, die mangels Überschreiten der quantitativen Schwellenwerte nicht separat berichtspflichtig sind.

Geschäftsbereiche Segmente Wesentliche Aktivitäten
Energiegeschäft Energie • Vermarktung des im Segment Erzeugung produzierten Stroms
• Beschaffung von Strom, Erdgas und Primärenergieträgern
• Handel mit und Verkauf von Strom und Erdgas an Endkund*innen
und auf Großhandelsmärkten
• Wärmeproduktion und -verkauf
• 45,0 %-Beteiligung an der EnergieAllianz1)
• Beteiligung als alleinige Kommanditistin an der EVN KG1)
Erzeugung • Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie sowie in thermischen
Produktionskapazitäten zur Netzstabilisierung an österreichischen
und internationalen Standorten
• Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in
Niederösterreich
• 13,0 %-Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke (Deutschland)1)
• 49,99 %-Beteiligung am Laufkraftwerk Ashta (Albanien)1)
Netze • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom und
Erdgas in Niederösterreich
• Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen in
Niederösterreich und im Burgenland
Südosteuropa • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom in
Bulgarien und Nordmazedonien
• Stromverkauf an Endkund*innen in Bulgarien und Nordmazedonien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft und Photovoltaik in
Nordmazedonien
• Wärmeerzeugung, -verteilung und -verkauf in Bulgarien
• Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien
• Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt • Wasserver- und Abwasserentsorgung in Niederösterreich
• Internationales Projektgeschäft: Planung, Errichtung, Finanzierung
und Betriebsführung (je nach Projektauftrag) von Anlagen für die
Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische
Abfall- und Klärschlammverwertung
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Alle sonstigen Segmente • 50,03 %-Beteiligung an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft;
diese hält 100 % der Anteile an der RAG1)
• 73,63 %-Beteiligung an der Burgenland Holding;
diese ist mit 49,0 % an der Burgenland Energie beteiligt1)
• 12,63 %-Beteiligung an der Verbund AG2)
• Konzerndienstleistungen

1) Der Ergebnisbeitrag wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

2) Der Dividendenbeitrag wird im Finanzergebnis erfasst.

Energie

Absatzrückgänge bei Strom, Erdgas und Wärme

  • Mildere Temperaturen sowohl im Jahresvergleich als auch gegenüber dem langjährigen Durchschnitt – dämpften Nachfrage nach Erdgas und Wärme
  • Kundenseitige Einsparungseffekte als zusätzlicher Faktor

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • Deutlicher Umsatzanstieg vor allem durch Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften sowie durch Preiseffekte in der Vermarktung der eigenen Stromerzeugung und im Wärmegeschäft
  • Operativer Aufwand steigt durch höhere Beschaffungskosten für Biomasse bei der EVN Wärme sowie für Erdgas
  • Ergebnis der at Equity einbezogenen Energievertriebsgesellschaft EVN KG massiv unter Druck:
    • Höhere Beschaffungskosten können nur verzögert an Kund*innen weitergegeben werden; die Kampagne zur Ablösung des bisherigen Klassik-Tarifs, bei der rund 292.500 Kund*innen ein neues Vertragsangebot gemacht wurde, läuft bis Ende Juni

– Zusätzliche Belastungen durch geringere Stichtagsbewertungen von Absicherungsgeschäften, die Dotierung von Rückstellungen für drohende Verluste aus vertraglichen Verpflichtungen sowie die Bewertung von strategischen Erdgasvorräten, die im Vorjahr angesichts drohender Gaslieferstopps zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit – jedoch zu deutlich höheren Großhandelspreisen – angeschafft worden waren

Höheres Investitionsvolumen

• Fertigstellung der neuen Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Krems

Anpassung des Segment-Ausblicks für 2022/23

  • Der hohe Verlust der EVN KG im ersten Halbjahr 2022/23 sowie das anhaltend schwierige Marktumfeld im Vertrieb werden die Ergebnisentwicklung im Segment auch im Gesamtjahr belasten.
  • Dadurch wird ein negatives Segmentergebnis in der Größenordnung des Vorjahres erwartet. Stichtagseffekte in der Bewertung der Absicherungspositionen könnten jedoch noch zu Abweichungen führen.
Kennzahlen –
Energie
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkund*innen
Strom1) 4.187 4.613 –426 –9,2 2.000 2.318 –13,7
Erdgas1) 3.290 3.861 –570 –14,8 1.793 2.065 –13,2
Wärme 1.487 1.599 –111 –7,0 845 831 1,7
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 606,1 389,0 217,1 55,8 254,1 214,4 18,5
Innenumsatz 9,9 5,9 3,9 66,2 5,3 1,7
Gesamtumsatz 616,0 394,9 221,0 56,0 259,4 216,0 20,1
Operativer Aufwand –447,9 –387,9 –60,1 –15,5 –222,5 –210,3 –5,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
–214,4 41,4 –255,8 –150,9 7,7
EBITDA –46,4 48,5 –94,8 –114,1 13,4
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–10,7 –10,6 –0,2 –1,5 –5,4 –5,3 –2,2
Operatives Ergebnis (EBIT) –57,1 37,9 –95,0 –119,5 8,1
Finanzergebnis –1,6 –1,3 –0,3 –24,2 –0,9 –0,7 –25,7
Ergebnis vor Ertragsteuern –58,7 36,6 –95,3 –120,3 7,5
Gesamtvermögen 830,4 1.291,8 –461,4 –35,7 830,4 1.291,8 –35,7
Gesamtschulden 496,8 610,0 –113,2 –18,6 496,8 610,0 –18,6
Investitionen2) 18,8 9,1 9,7 12,8 4,7

1) Enthält im Wesentlichen die Absatzmengen der EVN KG sowie der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH in Österreich und Deutschland; der Ergebnisbeitrag dieser beiden Vertriebsgesellschaften wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

Erzeugung

Bundesgesetz über den Energiekrisenbeitrag-Strom

  • Befristete Gültigkeit: 1. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2023
  • Abschöpfung von 90 % der Überschusserlöse aus der Stromerzeugung, zu verbuchen als Betriebsabgabe in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
  • Der Schwellenwert zur Ermittlung der Überschusserlöse beträgt aktuell 140 Euro pro MWh und kann sich unter Berücksichtigung der anrechenbaren Investitionen in erneuerbare Energien auf bis zu 176 Euro pro MWh erhöhen.
  • Gemäß Beschluss der Bundesregierung (10. Mai 2023) werden die Schwellenwerte ab Juni 2023 auf 120 Euro pro MWh bzw. auf 156 Euro pro MWh gesenkt.

Stromerzeugung unter Vorjahresniveau

  • Gestiegene Stromproduktion aus Wasserkraft konnte Rückgang der erneuerbaren Erzeugung infolge des deutlich unterdurchschnittlichen Windaufkommens nicht ausgleichen
  • Rückgang der Abrufe des Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung durch den österreichischen Übertragungsnetzbetreiber

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern höher als im Vorjahr

  • Umsatzerlöse aufgrund gestiegener Strompreise über Vorjahresniveau
  • Höherer operativer Aufwand durch den ab 1. Dezember 2022 geltenden Energiekrisenbeitrag-Strom
  • Anstieg der planmäßigen Abschreibungen einschließlich der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen durch den Entfall der im Vorjahr erforderlichen Wertaufholung von 6,4 Mio. Euro beim Windpark Kavarna in Bulgarien

Hohe Dynamik beim Erneuerbaren-Ausbau

  • Inbetriebnahme des im Rahmen eines Repowerings neu errichteten Windparks Japons (12,6 MW) im Jänner 2023 sowie einer Photovoltaikanlage in Grafenwörth (EVN-Anteil: 12,2 MWp) im Februar 2023
  • Drei Windparks (Gesamtleistung rund 72 MW) sowie drei Photovoltaikprojekte (Gesamtleistung rund 36 MW) in Errichtung
Kennzahlen – 2022/23 2021/22 +/– 2022/23 2021/22 +/–
Erzeugung 1. Halbjahr 1. Halbjahr Absolut % 2. Quartal 2. Quartal %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 1.194 1.592 –398 –25,0 606 821 –26,2
davon erneuerbare Energie 959 1.011 –52 –5,2 539 574 –6,0
davon Wärmekraftwerke 235 581 –346 –59,6 66 248 –73,2
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 82,9 160,2 –77,3 –48,2 41,8 127,0 –67,1
Innenumsatz 170,7 38,7 131,9 99,3 –8,0
Gesamtumsatz 253,6 198,9 54,7 27,5 141,1 118,9 18,6
Operativer Aufwand –107,2 –62,5 –44,7 –71,5 –57,8 –33,2 –74,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 8,4 0,6 7,8 5,1 1,0
EBITDA 154,7 137,0 17,7 12,9 88,3 86,7 1,9
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –21,9 –14,5 –7,4 –51,2 –11,3 –10,6 –6,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 132,7 122,4 10,3 8,4 77,0 76,1 1,2
Finanzergebnis –0,6 –1,5 0,9 62,8 0,1 –0,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 132,2 121,0 11,2 9,3 77,1 75,4 2,3
Gesamtvermögen 1.094,6 847,8 246,8 29,1 1.094,6 847,8 29,1
Gesamtschulden 441,6 365,5 76,1 20,8 441,6 365,5 20,8
Investitionen1) 36,2 17,3 18,9 13,4 12,8 4,5

Anpassung des Segment-Ausblicks

• Angesichts geringerer Erzeugungsmengen – hervorgerufen durch unterdurchschnittliche energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen – und aktuell sinkender Strompreise wird für das Geschäftsjahr 2022/23 nunmehr ein Ergebnis auf zwar weiterhin hohem Niveau, jedoch unter jenem des Vorjahres erwartet.

Netze

Strom- und Erdgas-Netzabsatz unter Vorjahresniveau

  • Rückgang im Strom- und Erdgas-Netzabsatz sowohl bei Industrie- als auch Haushaltskund*innen, bedingt durch milde Witterung sowie Einsparungsmaßnahmen von Kund*innen
  • Erdgasabsatz zusätzlich durch geringeren Kraftwerkseinsatz zur Netzstabilisierung belastet

Umsatzerlöse verbessert

  • Positive Preiseffekte bei Strom, mengenbedingt geringere Umsatzerlöse bei Erdgas
  • Systemnutzungsentgelt für Haushaltskund*innen im Bereich Strom per 1. Jänner 2023 um durchschnittlich 40,0 % erhöht; seit 1. März 2023 übernimmt die Republik Österreich einen großen Anteil der Kostensteigerung.
  • Systemnutzungsentgelt für Haushaltskund*innen im Bereich Erdgas per 1. Jänner 2023 um durchschnittlich 17,2 % erhöht
  • Positive Umsatzentwicklung bei der kabelplus

EBITDA und EBIT leicht über, Ergebnis vor Ertragsteuern leicht unter Vorjahresniveau

• Hohes Inflationsniveau bewirkte deutlichen Anstieg der Kosten für Netzverluste und vorgelagerte Netzkosten

+/–
%
GWh
4.263 4.665 –401 –8,6 2.106 2.283 –7,8
8.106 11.103 –2.997 –27,0 4.071 5.460 –25,4
Mio. EUR
322,7 295,3 27,3 9,3 186,3 153,5 21,3
34,2 29,0 5,3 18,3 19,1 14,2 34,8
356,9 324,3 32,6 10,1 205,4 167,7 22,5
–200,6 –169,9 –30,7 –18,0 –117,6 –92,2 –27,5
156,3 154,4 1,9 1,3 87,8 75,5 16,3
–73,5 –72,4 –1,1 –1,6 –36,8 –36,3 –1,2
82,8 82,0 0,8 1,0 51,0 39,1 30,3
–10,2 –7,3 –2,9 –39,9 –5,2 –3,8 –38,0
72,6 74,7 –2,1 –2,8 45,8 35,3 29,5
2.370,0 2.283,7 86,3 3,8 2.370,0 2.283,7 3,8
1.626,6 1.577,6 49,0 3,1 1.626,6 1.577,6 3,1
102,5 115,2 –12,8 –11,1 59,9 43,1 39,1
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Absolut +/–
%
2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal

Investitionen in die Versorgungssicherheit weiterhin auf hohem Niveau

  • Ökostromausbau (Leitungsnetze und Trafostationen)
  • Erweiterung von Umspannwerken
  • Investitionen in Datenübertragung und Informationstechnik

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2022/23

• Bedingt durch den geringeren gewichteten Kapitalkostensatz in der seit 1. Jänner 2023 laufenden neuen Regulierungsperiode für das Erdgas-Verteilnetz, kund*innenseitige Einsparungen beim Strom- und Erdgasverbrauch sowie inflationsbedingt steigende operative Kosten wird das Ergebnis vor Ertragsteuern im Gesamtjahr unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Südosteuropa

Rückgang im Netz- und Energieabsatz

• Temperaturbedingter Energiebedarf in Bulgarien und Nordmazedonien deutlich unter Vorjahreswerten und langjährigem Durchschnittsniveau

Stromerzeugung im Jahresvergleich gestiegen

  • Wasserdargebot in Nordmazedonien über Vorjahresniveau und langjährigem Mittelwert
  • Zusätzliche Stromproduktion aus einer im Oktober 2022 in Betrieb genommenen Photovoltaikanlage in Nordmazedonien
Kennzahlen –
Südosteuropa
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 253 243 11 4,3 141 132 6,5
davon erneuerbare Energie 72 59 13 22,5 42 33 28,5
davon Wärmekraftewerke 182 184 –3 –1,4 98 99 –0,8
Netzabsatz Strom 7.379 8.224 –845 –10,3 3.993 4.366 –8,5
Energieverkauf an Endkunden 6.198 7.415 –1.217 –16,4 3.321 4.034 –17,7
davon Strom 5.986 7.142 –1.157 –16,2 3.197 3.880 –17,6
davon Erdgas 70 90 –19 –21,3 38 46 –16,1
davon Wärme 142 183 –41 –22,6 86 108 –20,4
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 900,4 1.029,2 –128,9 –12,5 420,0 574,3 –26,9
Innenumsatz 1,1 0,7 0,3 42,9 0,5 0,3 35,3
Gesamtumsatz 901,4 1.030,0 –128,6 –12,5 420,5 574,7 –26,8
Operativer Aufwand –783,7 –1.008,9 225,1 22,3 –349,6 –560,6 37,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 117,7 21,1 96,5 70,9 14,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–39,8 –38,4 –1,4 –3,6 –19,9 –19,4 –2,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 77,9 –17,3 95,2 51,0 –5,2
Finanzergebnis –5,8 –6,7 1,0 14,2 –3,2 –3,5 8,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 72,1 –24,0 96,1 47,8 –8,8
Gesamtvermögen 1.366,4 1.372,4 –6,0 –0,4 1.366,4 1.372,4 –0,4
Gesamtschulden 928,3 1.050,8 –122,5 –11,7 928,3 1.050,8 –11,7
Investitionen1) 56,9 42,0 14,9 35,5 24,6 16,7 47,0

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • Geringerer Absatz sowie rückläufige Strompreise führten zu Umsatzrückgang im Segment, teilweise kompensiert durch höhere Netzentgelte in Bulgarien sowie eine außerordentliche Erhöhung der Strompreise im regulierten Haushaltskundensegment in Nordmazedonien
  • Korrespondierend zur Umsatzentwicklung geringerer Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger
  • Rückgang der Kosten zur Netzverlustabdeckung in Nordmazedonien durch staatlich subventionierte Bezugspreise
  • Entfall der staatlichen Kompensationszahlungen für Netzverluste, die in Bulgarien im Vorjahr aufwandsmindernd gewirkt hatten
  • Höhere Forderungsabschreibungen in Nordmazedonien

Investitionen um 35,5 % über Vorjahresniveau

• Fokus auf Versorgungssicherheit im Netzbereich sowie steigende Investitionen zur Einbindung der auch in Bulgarien und Nordmazedonien zunehmenden erneuerbaren Erzeugung

Anpassung des Segment-Ausblicks für 2022/23

• Auf Basis des Geschäftsverlaufs im 1. Halbjahr 2022/23 sowie der regulatorischen Maßnahmen zum Ausgleich der Mehrkosten für Netzverluste wird für das Gesamtjahr ein Ergebnis über der in Normaljahren üblichen EBIT-Bandbreite von 40 Mio. Euro bis 60 Mio. Euro erwartet.

Umwelt

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • Dynamischer Projektfortschritt beim Großprojekt in Kuwait als wesentlicher Treiber für Anstiege im Umsatz und – korrespondierend dazu – im operativen Aufwand
  • Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen ebenfalls durch das Projekt in Kuwait gesteigert
  • Entfall der in der Vergleichsperiode erforderlich gewesenen Wertminderungen im internationalen Projektgeschäft (57,3 Mio. Euro)
  • Gestiegene Zinsaufwendungen sowie anhaltende Belastung durch Fremdwährungskurse führten zu negativem Finanzergebnis

Entwicklungen im internationalen Projektgeschäft

  • Planmäßiger Fortschritt beim Abwasserprojekt Umm Al Hayman: Ende März 2023 lag der Fertigstellungsgrad der Kläranlage bei etwa 85 %, jener der Abwasserinfrastruktur bei etwa 60 %
  • Übernahme des 50 %-Anteils an der für die Errichtung der thermischen Klärschlammverwertungsanlage in Hannover verantwortlichen sludge2energy vom bisherigen Joint-Venture-Partner Huber SE durch die WTE; Vollkonsolidierung per 31. März 2023
  • Zuschlag für die Errichtung einer Kläranlage sowie einer Klärschlammverbrennungsanlage in Skopje, Nordmazedonien, im Rahmen eines Generalunternehmerauftrags (Auftragswert: rund 184 Mio. Euro)
Finanzkennzahlen –
Umwelt
Mio. EUR 2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
Außenumsatz 267,4 242,7 24,7 10,2 109,5 151,5 –27,7
Innenumsatz 0,3 0,3 0,0 19,0 0,1 0,1
Gesamtumsatz 267,7 243,0 24,7 10,2 109,6 151,6 –27,7
Operativer Aufwand –242,0 –224,7 –17,2 –7,7 –100,3 –147,5 32,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
9,7 5,6 4,1 74,2 5,8 2,5
EBITDA 35,4 23,8 11,6 49,0 15,1 6,6
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–17,1 –73,7 56,7 76,9 –8,9 –65,5 86,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 18,4 –49,9 68,3 6,2 –58,8
Finanzergebnis –13,7 –9,3 –4,4 –46,9 –10,7 –1,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 4,7 –59,2 63,9 –4,5 –60,3 92,5
Gesamtvermögen 1.134,5 939,3 195,2 20,8 1.134,5 939,3 20,8
Gesamtschulden 907,1 777,3 129,7 16,7 907,1 777,3 16,7
Investitionen1) 6,7 8,1 –1,4 –17,3 3,4 4,4 –23,0

• 14 Projekte in den Bereichen Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung und thermische Klärschlammverwertung in Deutschland, Polen, Litauen, Rumänien, Nordmazedonien, Bahrain und Kuwait in Bearbeitung

Investitionen in die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich

  • Planung und Errichtung von Transport- und Anschlussleitungen zur weiteren Verbesserung bzw. Gewährleistung der Versorgungssicherheit
  • Baubeginn für den zweiten Abschnitt der 60 km langen Transportleitung von Krems nach Zwettl
  • Inbetriebnahme einer Naturfilteranlage in Bisamberg (Investitionsvolumen: 7 Mio. Euro); diese bereits sechste Anlage im Versorgungsgebiet der EVN versorgt rund 50.000 Kund*innen im nördlichen Umland von Wien mit natürlich enthärtetem Trinkwasser; im Sommer 2023 Baubeginn für die siebente Naturfilteranlage in Obersulz

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2022/23

• Auf Basis der Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten und ohne die Einmaleffekte aus den im Vorjahr erforderlichen Wertminderungen ist für das Geschäftsjahr 2022/23 mit einer Ergebnisverbesserung im Segment Umwelt zu rechnen.

Alle sonstigen Segmente

Höherer Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

• Anstieg des Ergebnisbeitrags vor allem der RAG dank eines guten operativen Geschäftsverlaufs

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

• Anstieg im Finanzergebnis aufgrund stärkerer Performance des R138-Fonds

Anpassung des Segment-Ausblicks für 2022/23

  • Für RAG und Burgenland Energie ist von einer stabilen bis positiven Ergebnisentwicklung auszugehen
  • Segmentergebnis enthält auch die Dividendenausschüttung der Verbund AG, die im Ergebnis des dritten Quartals enthalten sein wird
Finanzkennzahlen –
Alle sonstigen Segmente
Mio. EUR 2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
Außenumsatz 13,2 10,2 3,0 29,0 6,8 5,1 31,3
Innenumsatz 39,7 37,1 2,6 6,9 19,7 18,4 7,0
Gesamtumsatz 52,9 47,3 5,5 11,7 26,5 23,6 12,3
Operativer Aufwand –55,6 –47,9 –7,7 –16,0 –29,0 –22,8 –26,9
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
53,0 37,7 15,4 40,8 40,0 22,0 81,7
EBITDA 50,3 37,1 13,2 35,6 37,5 22,8 64,9
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–1,2 –1,2 0,0 –0,8 –0,6 –0,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 49,0 35,8 13,2 36,8 36,9 22,1 66,7
Finanzergebnis 22,2 10,4 11,9 2,5 –4,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 71,2 46,2 25,0 54,2 39,4 17,5
Gesamtvermögen 6.376,2 7.039,7 –663,5 –9,4 6.376,2 7.039,7 –9,4
Gesamtschulden 2.309,8 2.235,1 74,8 3,3 2.309,8 2.235,1 3,3
Investitionen1) 0,3 0,5 –0,1 –27,1 0,2 0,3 –19,3

Die EVN auf dem Kapitalmarkt

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Die internationalen Aktienmärkte haben im Berichtszeitraum Oktober 2022 bis März 2023 den zahlreichen Krisen widerstanden und sich ausnahmslos positiv entwickelt. Der deutsche Leitindex DAX stieg in dieser Zeit um 29 %, der Wiener Leitindex ATX um 19,2 %. Auch der US-amerikanische Leitindex Dow Jones konnte um 15,8 % zulegen.

Sowohl der für die EVN maßgebliche Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities als auch die Aktie der EVN konnten mit der erfreulichen Entwicklung der größeren Indizes Schritt halten und erzielten ihrerseits einen Zuwachs von jeweils 20 %.

Das in den letzten Monaten kontinuierlich angestiegene Umsatzvolumen sichert den Verbleib der Aktie der EVN im Wiener Leitindex ATX komfortabel ab.

Aktionär*innenstruktur

Auf Basis bundes- und landesverfassungsgesetzlicher Bestimmungen ist das Land Niederösterreich mit 51,00 % der Mehrheitsaktionär der EVN AG. Die Übertragbarkeit der über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehaltenen Anteile ist durch diese verfassungsrechtlichen Vorschriften eingeschränkt.

Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist mit 28,4 % die Wiener Stadtwerke GmbH, Wien, die zu 100 % im Eigentum der Stadt Wien steht. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zum Stichtag 0,9 %; der Streubesitz belief sich somit auf 19,7 %.

Aktionär*innenstruktur1)

1) Per 31. März 2023

Externe Ratings

Unabhängige Bonitätsbeurteilungen durch die beiden Ratingagenturen Moody's und Scope Ratings bilden ein wesentliches Element der Finanzierungsstrategie der EVN. Dabei strebt die EVN Ratings im soliden A-Bereich an.

Im April 2023 bzw. im Mai 2023 wurden beide Ratings der EVN von den Ratingagenturen bestätigt:

  • Moody's: A1, Ausblick stabil
  • Scope Ratings: A+, Ausblick stabil
EVN Aktie – Performance 2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Kurs per Ultimo März EUR 20,45 23,30
Höchstkurs EUR 21,10 27,70
Tiefstkurs EUR 15,56 20,35
Aktienumsatz1) Mio. EUR 259,6 222,4
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 108.994 71.530
Börsekapitalisierung per Ultimo März Mio. EUR 3.678 4.191
ATX-Gewichtung per Ultimo März % 2,17 2,30

1) Wiener Börse, Einmalzählung

Konzern-Zwischenabschluss

nach IAS 34

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR 2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
%
2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
2021/22
Umsatzerlöse 2.192,6 2.126,7 3,1 1.018,4 1.225,8 –16,9 4.062,2
Sonstige betriebliche Erträge 61,9 54,4 13,8 32,3 25,5 26,4 109,5
Fremdstrombezug und Energieträger –1.024,2 –1.314,0 22,1 –470,9 –761,2 38,1 –2.278,2
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –326,7 –290,4 –12,5 –144,6 –179,7 19,6 –707,1
Personalaufwand –193,2 –179,4 –7,7 –97,4 –88,1 –10,6 –372,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen –100,8 –62,4 –61,5 –53,0 –37,2 –42,4 –158,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
–143,3 85,2 –100,0 33,2 98,9
EBITDA 466,4 420,2 11,0 184,7 218,3 –15,4 754,8
Abschreibungen –162,6 –158,3 –2,7 –82,0 –79,6 –3,1 –318,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –50,9 100,0 –57,3 100,0 –105,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 303,8 211,0 44,0 102,6 81,5 26,0 331,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 0,1 0,1 51,4
Zinserträge 5,4 3,3 62,4 3,6 2,3 56,1 5,4
Zinsaufwendungen –27,0 –20,7 –30,2 –14,8 –10,3 –44,2 –37,9
Sonstiges Finanzergebnis –6,1 –13,9 56,4 –6,3 –6,9 9,1 –49,4
Finanzergebnis –27,5 –31,3 11,9 –17,4 –14,9 –17,1 –30,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 276,2 179,7 53,7 85,3 66,6 28,0 301,2
Ertragsteuern –35,2 –44,1 20,3 1,1 –16,1 –64,0
Ergebnis nach Ertragsteuern 241,1 135,6 77,8 86,3 50,5 71,1 237,1
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der
EVN AG (Konzernergebnis)
217,4 127,4 70,6 68,0 45,9 48,3 209,6
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender
Anteile
23,7 8,2 18,3 4,6 27,5
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,22 0,71 70,6 0,38 0,26 48,3 1,18

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
+/–
%
2022/23
2. Quartal
2021/22
2. Quartal
+/–
%
2021/22
241,1 135,6 77,8 86,3 50,5 71,1 237,1
–269,8 338,8 28,3 –27,3 147,2
–11,0 10,3 –9,1 13,3 78,1
2,9 –0,3 2,4 –0,1 16,8
2,3
81,6 –12,8 –7,7 109,3 50,0
–804,7 165,4 –17,2 76,8 511,1
–11,4 1,9 0,1 –1,1 31,4
231,5 –20,4 31,5 –17,8 –184,1
–1.271,5 228,1 –56,0 111,5 793,6
246,7 –44,2 7,2 –15,7 –129,7
–1.074,5 504,2 11,1 49,6 –77,5 658,3
–833,4 639,8 97,5 100,0 –2,6 895,4
–860,0 634,0 76,7 98,1 –21,8 858,5
26,6 5,8 20,7 2,0 36,9
–343,3 341,7 42,8 –149,8

Konzern-Bilanz

+/–
Mio. EUR 31.03.2023 30.09.2022 Absolut %
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 186,8 190,9 –4,1 –2,1
Sachanlagen 3.990,7 3.880,4 110,3 2,8
At Equity einbezogene Unternehmen 1.018,7 2.388,0 –1.369,4 –57,3
Sonstige Beteiligungen 3.689,9 4.034,0 –344,1 –8,5
Aktive latente Steuern 101,0 55,6 45,4 81,6
Übrige Vermögenswerte 174,4 163,0 11,3 6,9
9.161,4 10.712,0 –1.550,6 –14,5
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 170,0 206,8 –36,8 –17,8
Forderungen 1.630,0 993,5 636,4 64,1
Wertpapiere 49,9 216,8 –167,0 –77,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 125,6 292,0 –166,4 –57,0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 4,8 9,3 –4,5 –48,4
1.980,3 1.718,5 261,8 15,2
Summe Aktiva 11.141,7 12.430,5 –1.288,8 –10,4
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 330,0 330,0
Kapitalrücklagen 254,6 254,6
Gewinnrücklagen 3.104,6 2.979,9 124,7 4,2
Bewertungsrücklage 2.412,3 3.478,3 –1.066,0 –30,6
Währungsumrechnungsrücklage 11,7 23,2 –11,4 –49,4
Eigene Aktien –18,1 –18,1
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionär*innen der EVN AG 6.095,1 7.047,8 –952,7 –13,5
Nicht beherrschende Anteile 297,2 273,3 23,8 8,7
6.392,2 7.321,1 –928,9 –12,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.055,3 1.150,8 –95,4 –8,3
Passive latente Steuern 818,8 1.126,7 –308,0 –27,3
Langfristige Rückstellungen 348,9 336,2 12,7 3,8
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 651,8 631,3 20,5 3,2
Übrige langfristige Schulden 99,6 137,8 –38,1 –27,7
2.974,4 3.382,8 –408,4 –12,1
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 626,3 377,4 248,9 65,9
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 107,9 54,9 53,0 96,7
Lieferantenverbindlichkeiten 308,8 436,7 –127,9 –29,3
Kurzfristige Rückstellungen 165,3 135,5 29,8 22,0
Übrige kurzfristige Schulden 566,1 720,7 –154,6 –21,5
Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten 0,6 1,3 –0,8 –57,5
1.775,0 1.726,5 48,5 2,8
Summe Passiva 11.141,7 12.430,5 –1.288,8 –10,4

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Gezeichnetes Kapital und Rücklagen
der Aktionär*innen der EVN AG
Nicht beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2021 6.281,2 263,2 6.544,3
Gesamtergebnis der Periode 634,0 5,8 639,8
Dividende 2020/21 –92,7 –2,7 –95,4
Stand 31.03.2022 6.822,6 266,2 7.088,8
Stand 30.09.2022 7.047,8 273,3 7.321,1
Gesamtergebnis der Periode –860,0 26,6 –833,4
Dividende 2021/22 –92,7 –2,7 –95,4
Stand 31.03.2023 6.095,1 297,2 6.392,2

Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR
1. Halbjahr
1. Halbjahr
Absolut
%
276,2
179,7
96,5
53,7
Ergebnis vor Ertragsteuern
301,2
+
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
162,6
209,2
–46,6
–22,3
425,0

Ergebnis von at Equity einbezogenen
Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
143,2
–85,3
228,5
–150,3
+
Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und
sonstigen Beteiligungen
81,1
110,4
–29,3
–26,6
204,0
+
Zinsaufwendungen
27,0
20,7
6,3
30,2
37,9

Zinsauszahlungen
–18,4
–15,6
–2,8
–18,2
–36,1

Zinserträge
–5,4
–3,3
–2,1
–62,4
–5,4
+
Zinseinzahlungen
4,8
2,7
2,1
76,5
5,2
+/– Verluste-/Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen
6,9
7,9
–0,9
–11,8
27,1
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis
–0,4
1,6
–2,0
15,0

Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen
–31,4
–28,4
–3,0
–10,7
–58,8
+/– Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des
Investitionsbereichs
–2,5
–0,8
–1,7
2,8

Gewinn aus der Einbringung des Teilbetriebs
–1,3

Abnahme von langfristigen Rückstellungen
–8,1
–9,3
1,2
13,3
–33,3
634,3
389,6
244,8
62,8
Cash Flow aus dem Ergebnis
734,3

Veränderung der Vermögenswerte und Schulden aus
operativer Geschäftstätigkeit
–698,9
–459,0
–239,8
–52,2
–556,7
+/– Zahlungen für Ertragsteuern
–29,8
–14,6
–15,3
–26,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich
–94,4
–84,1
–10,3
–12,3
151,0
+
Einzahlungen aus Anlagenabgängen
4,3
1,5
2,8
3,9
+/– Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
–163,8
–153,2
–10,6
–6,9
–481,3
+/– Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
–133,9
1,3
–135,3
–50,7
+/– Veränderung bei kurzfristigen Finanzinvestitionen
167,0
–105,0
272,0
191,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich
–126,5
–255,4
128,9
50,5
–336,7

Gewinnausschüttung an die Aktionär*innen der EVN AG
–92,7
–92,7

–92,7

Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile
–2,7
–2,7

–26,7
+/– Verkauf/Erwerb eigener Anteile



0,8
+/– Veränderung von Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
22,6
222,3
–199,6
–89,8
234,4
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich
–72,8
126,9
–199,7
115,8
Cash Flow gesamt
–293,7
–212,6
–81,1
–38,1
–69,8
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode1)
36,9
122,3
–85,3
–69,8
122,3
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel
6,2
–0,2
6,4
–15,5
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode1)
–250,5
–90,7
–159,8
36,9

1) Durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten ergibt sich der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente laut Konzern-Bilanz.

Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2023 der EVN AG wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenabschluss im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem Jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2021/22 (Bilanzstichtag: 30. September 2022) gelesen werden.

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 30. September 2022 angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen neuen und erstmals im Geschäftsjahr anzuwendenden Bilanzierungsregeln des IASB, unverändert angewendet. Die Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses nach IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen, die die berichteten Werte beeinflussen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Millionen Euro (Mio. Euro) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätzen.

Berichterstattung nach IFRS

Folgende Standards und Interpretationen sind ab dem Geschäftsjahr 2022/23 verpflichtend anzuwenden:

Erstmals anwendbare Standards
und Interpretationen
Inkrafttreten1)
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022
IAS 16 Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung 01.01.2022
IAS 37 Kosten für die Erfüllung eines Vertrags 01.01.2022
Diverse Jährliche Verbesserungen an den
IFRS 2018 –2020
01.01.2022

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Durch die erstmalige verpflichtende Anwendung der sonstigen geänderten Standards und Interpretationen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-Zwischenabschluss.

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Besonders im Energiegeschäft der EVN sind witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz zu verzeichnen, weshalb im zweiten Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt werden. Das Umweltgeschäft ist jedoch ebenfalls durch saisonale Effekte geprägt, denn der Baubeginn vieler Großprojekte findet witterungsbedingt im Frühjahr statt. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres ist somit im Segment Umwelt in der Regel umsatzschwächer als das zweite Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, dennoch kann es bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Prüferische Durchsicht

Der Konzern-Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises der EVN erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Dementsprechend sind zum 31. März 2023 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft

27 inländische und 28 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2022: 25 inländische und 27 ausländische Tochterunternehmen). Zum 31. März 2023 wurden 13 Tochterunternehmen (30. September 2022: 16) aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Veränderungen des
Konsolidierungskreises
Voll Equity Summe
30.09.2021 55 16 71
Erstkonsolidierungen
Entkonsolidierungen –3 –3
30.09.2022 52 16 68
Unternehmenserwerb 1 –1
Erstkonsolidierungen 2 1 3
Entkonsolidierungen
31.03.2023 55 16 71
davon ausländische
Unternehmen
28 5 33

Zum 1. Jänner 2023 wurden die bislang aufgrund Unwesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften WTE Projektentwicklung GmbH, Maria Enzersdorf, und EVN-ECOWIND Sonnenstromerzeugungs GmbH, Maria Enzersdorf, in den Konzernabschluss einbezogen. Seit 1. Jänner 2023 wird die WTE Projektentwicklung GmbH) somit vollkonsolidiert und die EVN-ECOWIND at Equity konsolidiert.

Die bislang aufgrund Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogene EVN Energieservices GmbH wurde mit 28. Februar erstkonsolidiert. An dieser Gesellschaft hält die EVN AG sämtliche Anteile. Im Zuge einer konzerninternen Umstrukturierung infolge einer Neuausrichtung der Vertriebsaktivitäten des EVN Konzerns wurde mit 28. Februar 2023 der Teilbetrieb "Vertriebs- und energienahe Dienstleistungen" der at Equity einbezogenen EVN KG in die EVN Energieservices GmbH eingebracht. Die EVN KG soll sich damit künftig ausschließlich auf Strom- und Gaslieferungen an Endkund*innen und die EVN Energieservice auf Vertriebs- und energienahe Dienstleistungen fokussieren. Die Einbringung des Teilbetriebs stellt einen Erwerb eines Geschäftsbetriebs nach IFRS 3 dar. Die übertragene Gegenleistung für den Teilbetrieb betrug 3,4 Mio. Euro.

Die erstmals vollkonsolidierte EVN Energieservices GmbH und der erworbene Teilbetrieb "Vertriebs- und energienahe Dienstleistungen" werden dem Segment Energie zugeordnet. Die zum Fair Value bewerteten und identifizierten Vermögenswerte und Schulden des Teilbetriebs stellten sich zum Erwerbszeitpunkt am 28. Februar 2023 wie folgt dar:

Erworbene Vermögenswerte
und Schulden
Fair Value
Mio. EUR 28.02.2023
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 9,7
Vorräte
Kurzfristige Forderungen und sonstige
Vermögenswerte1)
3,3
13,3
Summe beizulegender Zeitwert der
Vermögenswerte
26,4
Langfristige Rückstellungen –1,7
Übrige langfristige Schulden –2,3
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten –0,4
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen –3,2
Übrige kurzfristige Schulden –14,0
Summe beizulegender Zeitwert der Schulden –21,6
Reinvermögen 4,7
Übertragene Gegenleistung 3,4
Erfolgswirksam erfasster Gewinn aus der
Einbringung zum Erwerbszeitpunkt
1,3

1) Der beizulegende Zeitwert der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht den Buchwerten. Die Bruttoforderungen betragen hingegen 14,7 Mio. Euro. Insofern beträgt der zum Erwerbszeitpunkt bestmöglich geschätzte Teil, der voraussichtlich uneinbringlich sein wird, 1,4 Mio. Euro.

Aus der Einbringung ergab sich für den EVN Konzern zum Erwerbszeitpunkt ein Gewinn von 1,3 Mio. Euro, der erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde. Die vereinbarte Gegenleistung in Höhe von 3,4 Mio. Euro basiert auf einer Bewertung des Teilbetriebs zum Stichtag 30. September 2022. Insofern resultiert der Gewinn aus der Transaktion im Wesentlichen aus der tatsächlichen Entwicklung des Teilbetriebs in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2022/23.

Der Teilbetrieb hat ab dem Zeitpunkt des Erwerbs bis zum 31. März 2023 einen Beitrag zu den Umsatzerlösen von 5,3 Mio. Euro und zum Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von –1,6 Mio. Euro erzielt. Wäre der Teilbetrieb bereits ab Geschäftsjahresbeginn in den Konzernabschluss der EVN einbezogen worden, hätte dies zu einer Erhöhung der Umsatzerlöse um 21,8 Mio. Euro geführt. Da das Periodenergebnis der EVN KG zu 100% in das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter des Konzernabschlusses einbezogen wird, hätte es allerdings bis auf den oben dargestellten Erstkonsolidierungsgewinn keine Veränderung im Konzern-Periodenergebnis gegeben.

Die EVN hat bislang 50 % der Anteile an der sludge2energy GmbH (s2e) gehalten und diese Gesellschaft at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Mit Wirkung vom 1. Jänner 2023 hat die EVN die restlichen 50 % der Anteile an der s2e erworben und hält damit 100 % der Anteile. Aus diesem Grund wird die Gesellschaft seit 1. Jänner 2023 vollkonsolidiert.

Wesentlicher Geschäftsgegenstand der s2e ist die Planung, die Errichtung und der Betrieb von Anlagen zur Behandlung und Verwertung von Schlämmen und Reststoffen sowie die Erzeugung von thermischer und elektrischer Energie. Die Gesellschaft verfügt derzeit über eine neu errichtete Klärschlammverbrennungsanlage in Halle-Lochau, Deutschland, und errichtet gegenwärtig eine Klärschlammverbrennungsanlage für einen deutschen Kunden. Die EVN strebt mit dem Erwerb der s2e durch die WTE Gruppe einen Ausbau der Marktposition in der Planung und der schlüsselfertigen Errichtung von Klärschlammverbrennungsanlagen sowie eine Erweiterung und Attraktiverung des Produktportfolios für Umweltinfrastrukturprojekte im internationalen Projektgeschäft an.

Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt am 1. Jänner 2023 stellen sich wie folgt dar:

Erworbene Vermögenswerte
und Schulden Fair Value
Mio. EUR 01.03.2023
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 12,4
Übriges langfristiges Vermögen 1,3
Kurzfristige Forderungen und
sonstige Vermögenswerte1) 23,5
Liquide Mittel 1,5
Summe beizulegender Zeitwert der
Vermögenswerte 38,7
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen –4,4
Kurzfristige Rückstellungen –9,3
Übrige kurzfristige Schulden –22,7
Summe beizulegender Zeitwert der Schulden –36,5
Reinvermögen 2,2
Übertragene Gegenleistung 2,2
davon bisheriger At-Equity-Anteil (50 %) 1,1
davon Gegenleistung erworbener Anteil (50 %) 1,1
Unterschiedsbetrag 0,0

1) Die Buchwerte der kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entsprechen den Bruttoforderungen sowie dem beizulegenden Zeitwert zum 01. März 2023

Der Kaufpreis entsprach dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Reinvermögens. Die s2e hat ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum 31. März 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 1,0 Mio. Euro erzielt und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von –0,6 Mio. Euro. Wäre die Gesellschaft bereits ab Geschäftsjahresbeginn vollkonsolidiert worden, hätte dies zu einer Erhöhung der Umsatzerlöse in Höhe von 6,0 Mio. Euro geführt. Die Gesellschaft erzielte im ersten Quartal 2022/23 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2,0 Mio. Euro. Nachdem die s2e bereits zum 30. September 2022 buchmäßig über ein negatives Eigenkapital verfügte, konnten die überschießenden Verluste nicht erfolgswirksam erfasst werden.

Es handelt sich hierbei um einen Unternehmenszusammenschluss durch sukzessiven Erwerb von Anteilen zur Kontrollerlangung. Der At-Equity-Ansatz betrug vor dem Unternehmenserwerb 0,0 Mio. Euro. Insofern folgte zunächst eine erfolgswirksame Aufwertung des bestehenden At-Equity-Anteils auf den beizulegenden Wert von 1,1 Mio. Euro. Der Gewinn aufgrund dieser Neubewertung wurde in der Position "Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter" der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

In der Berichtsperiode fanden keine weiteren Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

Makroökonomisches Umfeld

Für die möglichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie des Ukrainekriegs und der damit einhergehenden hohen Inflation wird auf die Angaben im Konzernabschluss zum 30. September 2022 verwiesen. Die EVN Gruppe hat im Rahmen der Erstellung des Konzern-Zwischenabschlusses zum 31. März 2023 insbesondere die Werthaltigkeit von Vermögenswerten gemäß IAS 36 bzw. IFRS 9 sowie weitere Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen überprüft.

Aufgrund der Entwicklung des makroökonomischen Umfelds wird ein Anstieg von Forderungsausfällen in den nächsten Jahren erwartet. Wie im Geschäftsjahr 2021/22 wird dies bei der Expected-Credit-Loss-Ermittlung durch die von der EVN Gruppe angesetzte Forward-Looking-Komponente berücksichtigt.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 führte zu einem äußerst belasteten Verhältnis zwischen der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft und der Russischen Föderation sowie zu einer Reihe von wechselseitigen Sanktionen sowohl durch die EU als auch durch die Russische

Föderation. In weiterer Folge hatte dies einen extremen Anstieg der Energiepreise zufolge, die sich gegen Ende des Kalenderjahres jedoch wieder etwas stabilisierten. Die weitere Entwicklung ist aufgrund der angespannten Situation ungewiss und könnte jederzeit wieder zu steigenden Energiepreisen führen. Weitere gegenseitige Sanktionen sowie mögliche Gaslieferstopps durch Russland könnten den Energiemarkt wesentlich beeinflussen. Etwaige Mehrbelastungen bei den Endkund*innen durch hohere Energiepreise können zu höheren Forderungsausfällen führen.

Abgesehen von den Preissteigerungen auf den Energiemärkten und deren unterschiedlichen Auswirkungen auf die Aktivitäten bzw. Geschäftsfelder der EVN ist die EVN im Rahmen ihrer Investitionen und betrieblichen Aufwendungen auch von den stark steigenden Inflationsraten betroffen. Diese Kostensteigerungen können möglicherweise nur verzögert an die Kund*innen weitergegeben werden. Diese makroökonomischen Entwicklungen können – direkt und indirekt – zudem auch die Energienachfrage negativ beeinflussen und gemeinsam mit den Kostensteigerungen zu Ergebnisbelastungen führen.

Zum 31. März 2023 gab es keine Anhaltspunkte für Wertminderungen von Vermögenswerten der EVN Gruppe.

Die Entwicklungen im Ukrainekrieg und das makroökonomische Umfeld werden von der EVN laufend evaluiert. Aktuell ist jedenfalls von einer Unternehmensfortführung auszugehen.

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Umsatzerlöse nach Produkten
Mio. EUR
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Strom 1.485,8 1.568,0
Erdgas 171,0 85,9
Wärme 167,4 127,9
Umweltdienstleistungen 267,4 242,7
Sonstige Umsätze 101,0 102,2
Summe 2.192,6 2.126,7
Umsatzerlöse nach Ländern
Mio. EUR
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Österreich 1.034,3 867,7
Deutschland 224,3 202,4
Bulgarien 569,1 671,8
Nordmazedonien 330,3 358,6
Sonstige 34,6 26,1
Summe 2.192,6 2.126,7

Seit 1. Dezember 2022 erfolgt nach dem Bundesgesetz über den Energiekrisenbeitrag-Strom eine Abschöpfung von 90 % der Überschusserlöse aus der Stromerzeugung in Österreich. Der Schwellenwert für die Ermittlung der Überschusserlöse beträgt 140 Euro pro MWh, allerdings kann sich dieser unter Berücksichtigung der anrechenbaren Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen auf bis zu 176 Euro pro MWh erhöhen. Die Aufwendungen aus dieser Abgabe werden in der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung erfasst.

Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter entwickelte sich wie folgt:

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

operativ 2022/23 2021/22
1. Halbjahr
Mio. EUR 1. Halbjahr
EVN KG –223,1 38,9
RAG 36,8 23,3
Burgenland Energie 16,2 14,3
Verbund Innkraftwertke 7,7 –0,8
ZOV; ZOV UIP 5,7 6,0
EAA 4,5 0,3
Umm Al Hayman Holding Company WLL 2,9 0,7
Andere Gesellschaften 6,1 1,5
Summe –143,3 85,2

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter ging im ersten Halbjahr 2022/23 auf –143,3 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 85,2 Mio. Euro). Dies resultierte im Wesentlichen aus der Entwicklung in der EVN KG. Um die Energieversorgung sicherzustellen, hat die EVN KG sukzessive Gasvorräte angeschafft und Termingeschäfte für Strom abgeschlossen. Die Entwicklung der Marktpreise für Strom und Gas führte zum 31. März 2023 zu negativen Bewertungseffekten der bilanzierten Gasvorräte sowie der derivativen Termingeschäfte. Darüber hinaus mussten Drohverlustrückstellungen gebildet werden.

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionär*innen der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der am 31. März 2023 im Umlauf befindlichen Aktien von 178.219.045 Stück (31. März 2022: 178.181.157 Stück) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Auf Basis des Konzernergebnisses von 217,4 Mio. Euro (Vorjahr: 127,4 Mio. Euro) errechnet sich für das erste Halbjahr 2022/23 ein Ergebnis je Aktie von 1,22 Euro (Vorjahr: 0,71 Euro je Aktie).

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Bilanz

Im ersten Halbjahr 2022/23 hat die EVN immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Wert von 219,4 Mio. Euro (Vorjahr: 191,5 Mio. Euro) aktiviert. Sachanlagen mit einem Nettobuchwert von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) wurden mit einem Veräußerungsgewinn von 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) verkauft.

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 3.689,9 Mio. Euro, die überwiegend der Kategorie FVOCI zugeordnet sind, beinhalten die von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien mit einem Kurswert von 3.510,5 Mio. Euro, der sich damit gegenüber dem 30. September 2022 aufgrund der Kursentwicklung der Verbund-Aktie um 326,9 Mio. Euro reduzierte. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IFRS 9 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

2022/23
1. Halbjahr
178.219.045
178.219.045

Zum Stichtag 31. März 2023 hielt die EVN 1.659.357 Stück eigene Aktien (das sind 0,92 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 18,1 Mio. Euro. Aus den eigenen Aktien stehen der EVN keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die 94. Hauptversammlung der EVN hat am 2. Februar 2023 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2021/22 eine Dividende in Höhe von 0,52 Euro pro Aktie auszuschütten. Dies ergab eine Gesamtdividendenzahlung von 92,7 Mio. Euro. Ex-Dividendentag war der 7. Februar 2023, Dividendenzahltag der 10. Februar 2023.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

31.03.2023 30.09.2022
469,4 556,7
585,9 594,0
1.055,3 1.150,8

Der Rückgang der Anleihen um 87,3 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus der Umgliederung einer Anleihe in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, da die geplante Fälligkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate liegt.

In den Bankdarlehen sind Schuldscheindarlehen in Höhe von 247,0 Mio. Euro (Vorjahr: 247,0 Mio. Euro) enthalten, die im Oktober 2012, im April 2020 sowie im Juli 2022 emittiert wurden.

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Energie Erzeugung Netze Südosteuropa
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Außenumsatz 606,1 389,0 82,9 160,2 322,7 295,3 900,4 1.029,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 9,9 5,9 170,7 38,7 34,2 29,0 1,1 0,7
Gesamtumsatz 616,0 394,9 253,6 198,9 356,9 324,3 901,4 1.030,0
Operativer Aufwand –447,9 –387,9 –107,2 –62,5 –200,6 –169,9 –783,7 –1.008,9
Ergebnisanteil der at Equity ein
bezogenen Unternehmen operativ
–214,4 41,4 8,4 0,6 0,0 0,0 0,0 0,0
EBITDA –46,4 48,5 154,7 137,0 156,3 154,4 117,7 21,1
Abschreibungen –10,7 –10,6 –21,9 –14,5 –73,5 –72,4 –39,8 –38,4
Operatives Ergebnis (EBIT) –57,1 37,9 132,7 122,4 82,8 82,0 77,9 –17,3
Finanzergebnis –1,6 –1,3 –0,6 –1,5 –10,2 –7,3 –5,8 –6,7
Ergebnis vor Ertragsteuern –58,7 36,6 132,2 121,0 72,6 74,7 72,1 –24,0
Gesamtvermögen 830,4 1.291,8 1.094,5 847,7 2.370,0 2.283,7 1.366,4 1.372,4
Investitionen1) 18,8 9,1 36,2 17,3 102,5 115,2 56,9 42,0
Umwelt Alle sonstigen Segmente Konsolidierung Summe
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Außenumsatz 267,4 242,7 13,2 10,2 0,0 0,0 2.192,6 2.126,7
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 0,3 0,3 39,7 37,1 –255,8 –111,7 0,0 0,0
Gesamtumsatz 267,7 243,0 52,9 47,3 –255,8 –111,7 2.192,6 2.126,7
Operativer Aufwand –242,0 –224,7 –55,6 –47,9 254,2 110,2 –1.582,9 –1.791,7
Ergebnisanteil der at Equity ein
bezogenen Unternehmen operativ
9,7 5,6 53,0 37,7 0,0 0,0 –143,3 85,2
EBITDA 35,4 23,8 50,3 37,1 –1,6 –1,6 466,4 420,2
Abschreibungen –17,1 –73,7 –1,2 –1,2 1,6 1,6 –162,6 –209,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 18,4 –49,9 49,0 35,8 0,0 0,0 303,8 211,0
Finanzergebnis –13,7 –9,3 22,2 10,4 –17,9 –15,5 –27,5 –31,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 4,7 –59,2 71,2 46,2 –17,9 –15,5 276,2 179,7
Gesamtvermögen 1.134,5 939,3 6.376,2 7.039,7 –2.030,4 –1.831,5 11.141,7 11.943,2
Investitionen1) 6,7 8,1 0,3 0,5 –2,0 –0,6 219,4 191,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert.

Ausgewählte Angaben zu Finanzinstrumenten

Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR 31.03.2023 30.09.2022 Klassen Bewertungskategorie Fair-Value-Hierarchie (IFRS 13) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value Langfristige Vermögenswerte Sonstige Beteiligungen Beteiligungen FVOCI Stufe 3 173,7 173,7 190,3 190,3 Andere Beteiligungen FVOCI Stufe 1 3.510,5 3.510,5 3.837,5 3.837,5 Übrige langfristige Vermögenswerte Wertpapiere FVTPL Stufe 1 73,3 73,3 68,8 68,8 Ausleihungen AC Stufe 2 23,6 22,7 25,1 24,4 Forderungen aus Leasinggeschäften AC Stufe 2 11,4 11,0 12,7 12,1 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 1,4 1,4 – – Forderungen aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 19,6 19,6 – – Forderungen AC 8,3 8,3 13,9 13,9 Kurzfristige Vermögenswerte Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte Forderungen AC 1.016,3 1.016,3 549,5 549,5 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 3 0,0 0,0 16,2 16,2 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 97,8 97,8 10,8 10,8 Forderungen aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 83,7 83,7 – – Wertpapiere FVTPL Stufe 1 49,9 49,9 216,8 216,8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten AC 125,6 125,6 292,0 292,0 Langfristige Schulden Langfristige Finanzverbindlichkeiten Anleihen AC Stufe 2 469,4 404,9 556,7 480,1 Bankdarlehen AC Stufe 2 585,9 554,3 594,0 552,7 Übrige langfristige Schulden Sonstige übrige Schulden AC 11,5 11,5 19,2 19,2 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 3 1,9 1,9 – – Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 13,3 13,3 24,1 24,1 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 5,1 5,1 39,1 39,1 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten AC 626,3 626,3 377,4 377,4 Lieferantenverbindlichkeiten AC 308,8 308,8 436,7 436,7 Übrige kurzfristige Schulden Übrige finanzielle Verbindlichkeiten AC 186,2 186,2 278,1 278,1 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 3 6,0 6,0 – – Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 23,2 23,2 97,9 97,9 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 43,8 43,8 133,3 133,3 davon aggregiert nach Bewertungskategorie Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis FVOCI 3.684,3 – 4.027,7 – Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden FVTPL 222,5 – 312,6 – Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Schulden AC 3.373,4 – 3.155,4 – Finanzielle Schulden, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden FVTPL 44,4 – 122,1 – In vorstehender Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Der Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, die an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forwardpreiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, die die Annahmen widerspiegeln, auf die sich eine Marktteilnehmering bzw. ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber dem letzten Konzernabschluss ergaben sich keine Veränderungen beim Kreis der nahestehenden Personen.

Die Transaktionen mit wesentlichen at Equity einbezogenen Unternehmen setzten sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity
einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2022/23
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
Umsätze 282,8 307,8
Aufwendungen für bezogene Leistungen 98,2 113,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 52,4 17,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
60,6 16,2

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken erhöhten sich gegenüber dem 30. September 2022 um 434,8 Mio. Euro auf 1.509,7 Mio. Euro. Diese Veränderung resultierte überwiegend aus einer Erhöhung von Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften und aus der Erhöhung der planmäßigen Bestellungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Gegenläufig wirkte eine Reduktion der Garantien für Projekte im Umweltbereich.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die für die Beschaffung bzw. Vermarktung von Energie abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 31. März 2023 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 376,2 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 558,1 Mio. Euro.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. März 2023 und dem Redaktionsschluss des Konzern-Zwischenabschlusses am 23. Mai 2023 traten folgende Ereignisse auf:

Im April bzw. Mai 2023 wurden beide Ratings der EVN von den Ratingagenturen bestätigt:

  • Moody's: A1, Ausblick stabil
  • Scope Ratings: A+, Ausblick stabil

In der am 25. April 2023 abgehaltenen 76. ordentlichen Hauptversammlung der Verbund AG wurde für das Geschäftsjahr 2022 die Ausschüttung einer Dividende von 2,44 Euro pro Aktie sowie einer Sonderdividende von 1,16 Euro pro Aktie, also insgesamt 3,60 Euro pro Aktie (Vorjahr: 1,05 Euro pro Aktie) beschlossen.

Erklärung des Vorstands

gemäß § 125 Abs. 1 Z. 3 Börsegesetz 2018

Der Vorstand der EVN AG bestätigt, dass der in Einklang mit den maßgeblichen Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Zwischenabschluss nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht ein möglichst

Maria Enzersdorf, am 23. Mai 2023

EVN AG Der Vorstand

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Kontakt

Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger Telefon: +43 2236 200-12698

Mag. Matthias Neumüller Telefon: +43 2236 200-12128

Mag. Karin Krammer Telefon: +43 2236 200-12867

Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser Telefon: +43 2236 200-12473

E-Mail: [email protected]

Service-Telefon für Kund*innen: 0800 800 100

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Finanzkalender 2022/20231)
Nachweisstichtag für die Teilnahme an der 33. außerordentlichen Hauptversammlung 09.06.2023
33. außerordentliche Hauptversammlung 19.06.2023
Ergebnis 1.– 3. Quartal 2022/23 24.08.2023
Jahresergebnis 2022/23 14.12.2023
Finanzkalender 2023/20241)
Nachweisstichtag für die Teilnahme an der 95. ordentlichen Hauptversammlung 22.01.2024
95. ordentliche Hauptversammlung 01.02.2024
Ex-Dividendentag 06.02.2024
Record-Date Dividende 07.02.2024
Dividendenzahltag 09.02.2024
Ergebnis 1. Quartal 2023/24 29.02.2024
Ergebnis 1. Halbjahr 2023/24 29.05.2024
Ergebnis 1.– 3. Quartal 2023/24 29.08.2024
Jahresergebnis 2023/24 12.12.2024
Basisinformationen2)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
Ratings A1, stabil (Moody's); A+, stabil (Scope Ratings)

1) Vorläufig

2) Per 31. März 2023

Impressum

Herausgeber: EVN AG EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon: +43 2236 200-0 Telefax: +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung Redaktionsschluss: 23. Mai 2023