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EVN AG Interim / Quarterly Report 2022

May 25, 2022

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Interim / Quarterly Report

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Zukunft gestalten

Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2021/22

  1. Oktober 2021 – 31. März 2022 Halbjahresfinanzbericht

Inhalt

Kennzahlen 3
Highlights 4
Zwischenlagebericht 5
Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld 5
Geschäftsentwicklung 7
Risikobericht 10
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen
und Personen
13
Entwicklung der Segmente 14
Die EVN auf dem Kapitalmarkt 21
Die EVN Aktie 21
Aktionärsstruktur 22
Externe Ratings 22
Konzern-Zwischenabschluss 23
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 23
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 24
Konzern-Bilanz 25
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 26
Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung 27
Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss 28
Erklärung des Vorstands 35

Kennzahlen

2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
%
2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
2020/21
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 1.998 2.080 –3,9 1.034 1.032 0,2 3.997
davon erneuerbare Energie GWh 1.192 1.112 7,2 668 569 17,4 2.283
Stromverkauf an Endkund·innen GWh 11.755 10.976 7,1 6.198 5.802 6,8 20.207
Gasverkauf an Endkund·innen GWh 3.950 4.167 –5,2 2.111 2.341 –9,9 5.412
Wärmeverkauf an Endkund·innen GWh 1.782 1.733 2,9 940 949 –1,0 2.545
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.126,7 1.284,8 65,5 1.225,8 680,7 80,1 2.394,9
EBITDA Mio. EUR 420,2 535,8 –21,6 218,3 202,0 8,1 836,5
EBITDA-Marge1) % 19,8 41,7 –21,9 17,8 29,7 –11,9 34,9
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 211,0 254,5 –17,1 81,5 118,6 –31,3 386,4
EBIT-Marge1) % 9,9 19,8 –9,9 6,6 17,4 –10,8 16,1
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 179,7 233,5 –23,0 66,6 105,5 –36,9 366,4
Konzernergebnis Mio. EUR 127,4 176,0 –27,6 45,9 82,5 –44,5 325,3
Ergebnis je Aktie EUR 0,71 0,99 –27,6 0,26 0,46 –44,5 1,83
Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 11.943,2 9.342,9 27,8 11.943,2 9.342,9 27,8 11.139,8
Eigenkapital Mio. EUR 7.088,8 5.209,0 36,1 7.088,8 5.209,0 36,1 6.544,3
Eigenkapitalquote1) % 59,4 55,8 3,6 59,4 55,8 3,6 58,7
Nettoverschuldung2) Mio. EUR 1.134,4 929,9 22,0 1.134,4 929,9 22,0 813,8
Gearing1) % 16,0 17,9 –1,8 16,0 17,9 –1,8 12,4
Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio. EUR 389,6 591,0 –34,1 185,1 183,2 1,0 762,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR –84,1 311,6 –84,9 267,9 789,6
Investitionen3) Mio. EUR 191,5 155,8 22,9 81,4 69,0 18,0 415,0
Performance der EVN Aktie
Kurs per Ultimo EUR 23,30 18,36 26,9 23,30 18,36 26,9 22,95
Aktienumsatz 4) Mio. EUR 222,4 188,3 18,1 350,6
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 4.191 3.303 26,9 4.191 3.303 26,9 4.128
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ø 7.147 7.140 0,1 7.142 7.128 0,2 7.126

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Inkl. langfristige Personalrückstellungen

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4) Wiener Börse, Einmalzählung

Highlights

Verwerfungen historischer Dimension auf den internationalen Energiemärkten

  • Großhandelspreise für Energie und Energieträger seit Sommer 2021 auf Allzeit-Höchstständen
  • Geopolitisches Umfeld, insbesondere Krieg in der Ukraine, verschärft diese Entwicklung zusätzlich
  • Hohe Inflation und globale Lieferkettenproblematik schwächen Wirtschaftserholung nach Covid-19- Pandemie ab

Auswirkungen dieser Rahmenbedingungen auf die EVN

  • Rückgänge bei EBIT (–17,1 %) und Konzernergebnis (–27,6 %) im ersten Halbjahr 2021/22
  • Diversifizierte Geschäftsfelder im Konzern unterschiedlich betroffen; gestiegene Beschaffungskosten führten zu massivem Ergebnisdruck im Energievertrieb; geringes Kompensationspotenzial aufgrund des Eigendeckungsgrads von rund 17,0 %
  • Prognostizierter Ergebnisrückgang in Südosteuropa durch Anstieg der Energiebeschaffungskosten; außerordentliche staatliche bzw. regulatorische Maßnahmen zur Kompensation von Mehrkosten
  • Geänderte Risiko- und Ertragserwartung des Konzerns führte zu Wertminderung des Firmenwerts des internationalen Projektgeschäfts (52,9 Mio. Euro) sowie des Restbuchwerts der beiden Blockheizkraftwerke in Moskau (4,4 Mio. Euro)

Umfassendes Investitionsprogramm in Umsetzung

  • Steigerung der jährlichen Investitionen auf bis zu 500 Mio. Euro, davon rund drei Viertel in Niederösterreich
  • Schwerpunkte: Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung sowie Trinkwasserversorgung
  • Aktuell drei Windkraftprojekte mit insgesamt 67,2 MW in Umsetzung
  • Ausbauziele für erneuerbare Energie bis 2030: Erhöhung bei Windkraft um 350 MW auf 750 MW und bei Photovoltaik um 300 MW

Fokus auf Reduktion der CO₂-Emissionen

  • Reduktionspfad für CO₂-Emissionen bis 2034 mit Science Based Targets Initiative akkordiert
  • Beitrag der EVN zur Verwirklichung des 2°C-Ziels des Pariser Klimaabkommens

Externe Ratings unverändert bestätigt

  • Moody's: A1, Ausblick stabil (April 2022)
  • Scope Ratings: A+, Ausblick stabil (Mai 2022)

Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt

  • Die EVN erwartet für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von etwa 200 bis 240 Mio. Euro.
  • Stärkere oder länger anhaltende Verwerfungen auf den Energiemärkten könnten das erwartete Ergebnis jedoch negativ beeinflussen.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

BIP-Wachstum
%
2023f 2022f 2021 2020 2019
EU-271) 2)4) 2,3 bis 2,7 2,8 bis 3,3 5,3 –6,4 1,6
Österreich1)2)3)4) 2,0 bis 3,0 2,6 bis 3,9 4,5 –6,7 1,5
Bulgarien1)2) 3,1 bis 3,5 2,1 bis 3,3 4,2 –4,4 4,0
Kroatien1)2)4) 3,0 bis 4,0 2,7 bis 3,8 10,4 –8,1 3,5
Nordmazedonien4) 2,7 3,2 4,0 –6,1 3,9

1) Quelle: "European Economic Forecast, Spring 2022", EU-Kommission, Mai 2022

2) Quelle: "Frühlings-Prognose der österreichischen Wirtschaft 2022–2023", IHS, März 2022

3) Quelle: "Prognose für 2022 und 2023: Negative Angebotsschocks treffen auf kräftige Konjunktur", WIFO, März 2022

4) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, April 2022

Wirtschaftliches Umfeld

Nach einer kräftigen Expansion im letzten Quartal 2021 wird die Weltwirtschaft aktuell durch den Krieg in der Ukraine und die in der Folge gegen Russland verhängten Sanktionen in vielerlei Hinsicht belastet. Die drastischen Erhöhungen der Rohstoff- und besonders der internationalen Energiepreise treiben die bereits zuvor merklich gestiegene Inflation weiter an. Die Sanktionen reduzieren auch die Exporte westlicher Staaten nach Russland beträchtlich. Zumindest kurzfristig dürfte sich zudem die Lieferkettenproblematik verschärfen. Als Konsequenz daraus verlangsamt sich der vom Entfall der pandemiebedingten Hemmnisse getragene Wirtschaftsaufschwung wieder. Die Stimmungsindikatoren

haben sich in diesem Umfeld verschlechtert, vor allem bedingt durch die stark erhöhte Unsicherheit. In besonderem Maß gilt dies für die Entwicklung in der Eurozone. Nach einer starken Erholung mit einem Plus von 5,3 % im Jahr 2021 werden für das laufende Kalenderjahr BIP-Wachstumsraten zwischen 2,8 % und 3,3 % und für 2023 Zuwächse zwischen 2,3 % und 2,7 % erwartet.

Der Krieg in der Ukraine und seine wirtschaftlichen Folgen bremsen auch den Aufschwung der österreichischen Volkswirtschaft. Hatte sich der kräftige Aufholprozess zu Jahresbeginn noch fortgesetzt, zeigt sich der Ausblick seit Beginn des Kriegs Ende Februar jedoch eingetrübt. Treiber des nach unten revidierten Wachstums bleibt

Energiewirtschaftliches Umfeld 2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
Heizungsbedingter Energiebedarf 1)
Österreich % 101,6 104,0 96,3 105,5
Bulgarien % 106,5 93,4 103,0 97,5
Nordmazedonien % 104,9 98,3 108,0 104,4
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 73,8 41,6 80,2 47,6
Gas – NCG2) EUR/MWh 96,9 16,4 98,9 18,5
Kohle – API#23) EUR/Tonne 178,2 52,7 205,6 56,2
CO2-Emissionszertifikate EUR/Tonne 74,0 30,5 82,7 33,9
Strom – EPEX Spotmarkt4)
Grundlaststrom EUR/MWh 211,0 48,1 213,2 53,9
Spitzenlaststrom EUR/MWh 251,4 58,9 245,8 64,5

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht dem bereinigten langjährigen Durchschnitt der länderspezifischen Messwerte.

2) Trading Hub Europe (THE) – EEX-(European Energy Exchange)-Börsepreis für Erdgas

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EPEX Spot – European Power Exchange

2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
Absolut % 2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
1.998 2.080 –82 –3,9 1.034 1.032 0,2
1.192 1.112 80 7,2 668 569 17,4
805 968 –162 –16,8 366 463 –20,9
12.888 12.569 320 2,5 6.649 6.604 0,7
11.277 10.750 527 4,9 5.551 5.516 0,6
11.755 10.976 779 7,1 6.198 5.802 6,8
4.613 4.588 26 0,6 2.318 2.329 –0,5
7.142 6.389 754 11,8 3.880 3.473 11,7
3.950 4.167 –217 –5,2 2.111 2.341 –9,9
1.782 1.733 49 2,9 940 949 –1,0
1.599 1.569 30 1,9 831 847 –1,9
183 164 19 11,9 108 102 6,2
+/–

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

der private Konsum – allerdings ausgehend von einem durch die Pandemiemaßnahmen des Vorjahres verursachten niedrigen Niveau. Der robuste Arbeitsmarkt sowie eine Rücknahme der Sparquote erlauben trotz höherer Inflation eine Konsumausweitung. Auch der Tourismus wird mit seinem hohen Aufholpotenzial im Jahr 2022 zur Wachstumsstütze. Nach einem Anstieg des BIP um 4,5 % im vergangenen Jahr wird für 2022 ein Wirtschaftswachstum zwischen 2,6 % und 3,9 % und für 2023 eine Steigerung zwischen 2,0 % und 3,0 % erwartet.

Die wirtschaftliche Erholung in Bulgarien verläuft primär aufgrund der Covid-19-Pandemie schleppend. Bulgarien zählt im Europavergleich zu den Ländern mit geringer Impfquote. Dies schwächt in einigen Branchen die Produktion. Zudem wirkt sich die – auch durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine bedingte – Verschiebung öffentlicher und privater Investitionen negativ auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts aus. Eine Stütze des Wachstums ist in Bulgarien hingegen der Konsum. Der Verbrauch wird getragen von Lohnzuwächsen, die nicht zuletzt durch den engen Arbeitsmarkt verursacht sind. Im Jahr 2021 legte die bulgarische Wirtschaft um rund 4,2 % zu, für 2022 wird mit einem Wachstum zwischen 2,1 % und 3,3 % und für 2023 mit Zuwächsen zwischen 3,1 % und 3,5 % gerechnet.

Kroatiens Wirtschaft schien nach dem heftigen Einbruch im Jahr 2020 nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und mehreren schweren Erdbeben die Wende geschafft zu haben und erzielte 2021 eine Steigerung des BIP um 10,4 %. Dazu beigetragen haben sowohl der private Verbrauch und die Investitionen als auch die Ausfuhr von Gütern und Dienstleistungen. Eine tragende Rolle spielten dabei dank der starken Saison 2021 die Tourismusdienstleistungen. Die weitere Konjunkturerholung ist jedoch – nicht zuletzt wegen des Kriegs in der Ukraine – Risiken ausgesetzt. Das kroatische BIP soll 2022 um 2,7 % bis 3,8 % bzw. 2023 um 3,0 % bis 4,0 % wachsen.

Die Wirtschaft Nordmazedoniens kehrte 2021 mit einem Plus von 4,0 % nach der pandemiebedingten Rezession im Jahr zuvor auf den Wachstumskurs zurück. Neben dem Krieg in der Ukraine wirken sich aktuell jedoch auch die Lieferkettenprobleme speziell im Automobilzulieferbereich sowie die politische Unsicherheit dämpfend auf die weitere Entwicklung aus. Für 2022 rechnen die Wirtschaftsforscher mit einem Zuwachs von 3,2 % und für 2023 mit einem Anstieg von 2,7 %.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Im ersten Halbjahr 2021/22 lagen die Temperaturen in allen drei Kernmärkten der EVN unter dem langjährigen Durchschnitt. In Österreich blieb die Heizgradsumme – sie definiert den temperaturbedingten Energiebedarf – dabei leicht unter dem Vorjahresniveau, in Südosteuropa hingegen waren deutliche Anstiege zu verzeichnen: In Bulgarien stieg die Heizgradsumme um 13,1 Prozentpunkte an, in Nordmazedonien um 6,6 Prozentpunkte.

Die Preise für Primärenergie und CO₂-Emissionszertifikate unterlagen in der Berichtsperiode einem massiven Anstieg und

EBIT nach Segmenten 1. Halbjahr Mio. EUR 2020/21 2021/22 Erzeugung 122,4 60,5 Energie 37,9 56,7

Netze

signifikanten Marktverwerfungen, getrieben durch die voranschreitende Konjunkturerholung nach Covid-19 einerseits sowie den Krieg in der Ukraine andererseits. So vervielfachte sich der durchschnittliche EEX-Börsepreis für Erdgas von rund 16 Euro pro MWh auf knapp 97 Euro pro MWh, und der durchschnittliche Kohlepreis stieg von rund 53 Euro auf 178,2 Euro pro Tonne. Auch der Preis für CO₂-Emissionszertifikate liegt mittlerweile bei durchschnittlich 74 Euro pro Tonne (Vorjahr: 30,5 Euro pro Tonne).

Im Einklang mit diesen Trends verzeichneten auch die Marktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom im ersten Halbjahr 2021/22 einen signifikanten Anstieg: Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen mit durchschnittlich 211,0 Euro pro MWh bzw. 251,4 Euro pro MWh um ein Vielfaches über den Vorjahreswerten von 48,1 Euro pro MWh bzw. 58,9 Euro pro MWh.

Geschäftsentwicklung

Alle sonstigen Segmente

–49,9

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights

  • Umsatz: +65,5 % auf 2.126,7 Mio. Euro
  • EBITDA: –21,6 % auf 420,2 Mio. Euro
  • EBIT: –17,1 % auf 211,0 Mio. Euro
  • Konzernergebnis: –27,6 % auf 127,4 Mio. Euro

Die Umsatzerlöse der EVN verzeichneten im ersten Halbjahr 2021/22 einen Anstieg um 65,5 % auf 2.126,7 Mio. Euro, getrieben durch eine Vielzahl von Einzeleffekten: In Südosteuropa brachten vor allem die stark gestiegenen Strompreise deutliche Zuwächse im Energievertrieb, gleichzeitig führten im Netzbetrieb witterungs-

Umwelt

–17,3 Südosteuropa 38,0

19,9

82,0 79,5

35,8 43,2

Struktur der Investitionen 1. Halbjahr

%, Gesamtsummen Mio. EUR

Bilanzstruktur zum Stichtag

%

2020/21 2021/22

bedingte Mengeneffekte zu höheren Umsatzerlösen. In Österreich wiederum wirkten sich die per 1. Jänner 2021 und 1. Jänner 2022 von der E-Control festgelegten höheren Netznutzungsentgelte positiv auf die Netzerlöse aus. Weitere wichtige Impulse lieferten Preiseffekte in der erneuerbaren Stromerzeugung sowie positive Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften. Zudem konnte ein Anstieg der Abrufe des Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung durch den österreichischen Übertragungsnetzbetreiber den Entfall der Umsatzerlöse aus dem Kraftwerk Walsum 10 nach Abgabe der Beteiligung der EVN und Beendigung des Strombezugs aus der Anlage ausgleichen. Zuwächse ergaben sich schließlich auch im internationalen Projektgeschäft.

Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich im Periodenvergleich um 67,1 % auf 54,4 Mio. Euro, hauptsächlich verursacht durch den Entfall eines positiven Einmaleffekts im Zusammenhang mit der Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts aus dem Kraftwerk Walsum 10 im Vorjahr.

Analog zur Umsatzentwicklung nahm auch der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger – er belief sich auf 1.314,0 Mio. Euro (Vorjahr: 568,7 Mio. Euro) – deutlich zu. Diese Entwicklung resultierte vor allem aus den gestiegenen Energiebeschaffungskosten in Südosteuropa, insbesondere jenen zur Netzverlustabdeckung, dem höheren Primärenergieaufwand für das wie erwähnt häufiger eingesetzte Kraftwerk Theiß und aus höheren Beschaffungskosten der EVN Wärme.

Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand nahmen korrespondierend zur Umsatzentwicklung im internationalen Projektgeschäft um 20,6 % auf 290,4 Mio. Euro zu.

30.09.2021

31.03.2022

Mit 179,4 Mio. Euro lag der Personalaufwand im Berichtszeitraum infolge kollektivvertraglicher Anpassungen um 1,4 % über dem Vorjahresniveau. Der Personalstand stieg im Jahresabstand auf 7.147 Mitarbeiter·innen leicht an (Vorjahr: 7.140 Mitarbeiter·innen).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wuchsen aufgrund höherer Forderungswertberichtigungen in Nordmazedonien um 12,4 % auf 62,4 Mio. Euro.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter reduzierte sich um 33,0 % auf 85,2 Mio. Euro. Ein wesentlicher Teil dieses Rückgangs entfällt aufgrund gestiegener Beschaffungskosten von Strom und Erdgas auf die Vertriebsgesellschaft EVN KG in Österreich, ebenso ging der Ergebnisbeitrag der RAG zurück. Im Vorjahr war in dieser Position zudem eine Wertaufholung von 9,6 Mio. Euro beim Wasserkraftwerk Ashta (Albanien) enthalten gewesen.

Auf Basis dieser Entwicklungen lag das EBITDA der EVN im ersten Halbjahr 2021/22 mit 420,2 Mio. Euro um 21,6 % unter dem Vorjahresniveau.

Unter anderem getrieben durch den Verkauf der 49 %-Beteiligung der EVN am Kraftwerk Walsum 10 per 30. September 2021 nahmen die planmäßigen Abschreibungen im Vorjahresvergleich um 5,9 % auf 158,3 Mio. Euro ab. Für die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen wiederum – sie beliefen sich im Berichtszeitraum auf 50,9 Mio. Euro (Vorjahr: 113,1 Mio. Euro) – waren unterschiedliche Entwicklungen maßgeblich: Im zweiten Quartal 2021/22 erforderte die durch globale Verwerfungen geänderte Risikound Ertragserwartung des Konzerns für zukünftige Projekte die Wertminderung des Firmenwerts des internationalen Projektgeschäfts (52,9 Mio. Euro) sowie des Restbuchwerts der beiden klärschlammbetriebenen Blockheizkraftwerke in Moskau (4,4 Mio. Euro). Dem stand eine bereits im ersten Quartal 2021/22 erforderlich gewordene Wertaufholung von 6,4 Mio. Euro beim Windpark Kavarna in Bulgarien entgegen, die durch geänderte regulatorische Rahmenbedingungen in Kombination mit gestiegenen Strompreisen begründet war. Im Vorjahr hatte die Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts zu Wertminderungen auf das Kraftwerk Walsum 10 im Ausmaß von 113,1 Mio. Euro geführt. Per Saldo reduzierte sich damit das EBIT um 17,1 % auf 211,0 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis der EVN sank durch die im aktuellen Börsenumfeld rückläufige Performance des R138-Fonds sowie durch Fremdwährungskursentwicklungen auf –31,3 Mio. Euro (Vorjahr: –21,0 Mio. Euro).

In Summe ergab sich daraus im Berichtszeitraum ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 179,7 Mio. Euro, das um 23,0 % unter dem Vorjahreswert blieb. Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 44,1 Mio. Euro (Vorjahr: 38,7 Mio. Euro) und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile belief sich das Konzernergebnis auf 127,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 27,6 %.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis der EVN lag im ersten Halbjahr 2021/22 mit 389,6 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (591,0 Mio. Euro), der allerdings durch Ausgleichszahlungen für die Übernahme eines Strombezugsrechts überdurchschnittlich hoch gewesen war. Etwas abgeschwächt wurde der Rückgang durch höhere Dividendenausschüttungen von at Equity einbezogenen Unternehmen.

Deutlich geringere Veranlagungen der EVN KG im Cash-Pool der Gruppe sowie die negative Entwicklung im Working Capital aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise belasteten den Cash Flow aus dem operativen Bereich. Die im Periodenvergleich geringeren Ertragsteuern konnten diese Entwicklung nur teilweise ausgleichen. Damit fiel der Rückgang im Cash Flow aus dem operativen Bereich deutlicher aus als jener im Cash Flow aus dem Ergebnis.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich betrug im Berichtszeitraum –255,4 Mio. Euro (Vorjahr: –295,9 Mio. Euro). Neben den im Vorjahresvergleich gestiegenen Investitionen in das Sachanlagevermögen war er vor allem durch die Veränderung der in den kurzfristigen Finanzinvestitionen abgebildeten Veranlagungen in Cash-Fonds geprägt.

Ein deutlicher Anstieg im Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich auf 126,9 Mio. Euro (Vorjahr: –13,9 Mio. Euro) ist der Aufnahme von drei Bankkrediten über insgesamt 250 Mio. Euro geschuldet. Gegenläufig dazu wirkte die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2020/21.

In Summe ergab sich damit für den Berichtszeitraum ein Cash Flow von –212,6 Mio. Euro, die liquiden Mittel beliefen sich zum 31. März 2022 auf –90,7 Mio. Euro. Dieser negative Wert ergibt sich aus der Aufnahme von drei kurzfristigen Bankkrediten im Gesamtbetrag von 150 Mio. Euro. Zum 31. März 2022 standen der EVN vertraglich zugesagte, nicht gezogene Kreditlinien im Ausmaß von 602 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Bilanz

Die Bilanzsumme lag per 31. März 2022 mit 11.943,2 Mio. Euro um 7,2 % über dem Wert zum 30. September 2021. Dieser Anstieg war insbesondere durch die Kursentwicklung der Verbund-Aktie bedingt, die zu einer deutlichen Zunahme der langfristigen Vermögenswerte führte (Stichtagskurs von 95,50 Euro zum 31. März 2022 im Vergleich zu 87,70 Euro zum 30. September 2021). Einen Anstieg verzeichneten zudem die at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter, bei denen vor allem die Stichtagsbewertung von Absicherungsgeschäften der EVN KG und der EnergieAllianz positiv wirkte. Demgegenüber führte die Wertminderung des Firmenwerts des internationalen Projektgeschäfts (52,9 Mio. Euro) zu einem Rückgang der immateriellen Vermögenswerte. Per Saldo nahmen die langfristigen Vermögenswerte um 5,4 % auf 10.300,3 Mio. Euro zu.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtszeitraum um 20,2 % auf 1.642,9 Mio. Euro. Wesentlich zurückzuführen war dies auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die insbesondere in Südosteuropa angesichts der gestiegenen Strompreise deutlich zunahmen. Zudem beeinflussten höhere Veranlagungen in Cash-Fonds die Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte. Die Liquidität für diese Veranlagungen stammt vor allem aus der Aufnahme zusätzlicher Kredite.

Das Eigenkapital der EVN belief sich zum 31. März 2022 auf 7.088,8 Mio. Euro und lag damit trotz der im Februar 2022 erfolgten Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2020/21 um 8,3 % über dem Wert zum 30. September 2021. Hervorgerufen wurde dieser

Anstieg neben dem im Berichtszeitraum erzielten Ergebnis vor allem durch die im Eigenkapital abgebildeten positiven Effekte aus erfolgsneutralen Bewertungen. Wesentlichen Einfluss hatten hier der Kursanstieg der Verbund-Aktie sowie die Entwicklungen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen. Die Eigenkapitalquote belief sich zum 31. März 2022 auf 59,4 % (30. September 2021: 58,7 %).

Die langfristigen Schulden der EVN nahmen im Berichtszeitraum um 9,6 % auf 3.219,2 Mio. Euro zu. Maßgeblich verantwortlich dafür waren eine – durch den höheren Stichtagskurs der Verbund-Aktie verursachte – Zunahme der langfristigen Steuerverbindlichkeiten sowie die Aufnahme von drei Bankkrediten im Gesamtbetrag von 250 Mio. Euro mit Laufzeiten bis Februar, November und Dezember 2023.

Die kurzfristigen Schulden gingen gegenüber dem 30. September 2021 um 1,3 % auf 1.635,2 Mio. Euro zurück. Wesentliche Treiber dafür waren die zum 31. März 2022 deutlich gesunkenen, in den übrigen kurzfristigen Schulden ausgewiesenen Veranlagungen der EVN KG im Cash-Pool der Gruppe. Gegenläufig dazu wirkte die Aufnahme von drei kurzfristigen Bankkrediten im Gesamtbetrag von 150 Mio. Euro. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten enthielten zum 31. März 2022 auch noch die im April 2022 zurückbezahlte Anleihe mit einem Nennbetrag von 300 Mio. Euro.

Risikobericht

gemäß § 125 Abs. 4 Börsegesetz 2018

Risikoprofil

Das Risikoprofil des EVN Konzerns ist vor allem durch die branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten und insbesondere durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen geprägt. Die Kategorisierung all dieser Aspekte folgt dem Risikomanagementprozess der EVN.

Mit Beginn des Kriegs in der Ukraine am 24. Februar 2022 führte das zentrale Risikomanagement der EVN eine konzernweite Ad-hoc-Analyse möglicher Risiken sowie Auswirkungen der Kriegshandlungen durch und berichtete darüber auch dem Aufsichtsrat der EVN. Die für die EVN relevanten Ungewissheiten und Auswirkungen des Konflikts lassen sich den bereits bestehenden Risikokategorien zuordnen. Somit erfolgte die qualitative und quantitative Bewertung der im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg identifizierten Risiken entlang der in der Tabelle auf den folgenden Seiten aufgelisteten Risikokategorien. Diese Methodik gilt anwendungsgleich für mögliche Risiken bzw. Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die ebenfalls weiterhin laufend beobachtet werden.

Als wesentliche Unsicherheiten mit potenziell hohen Auswirkungen wurden u. a. identifiziert (Auswahl):

  • Margenreduktion durch gestiegene Energiebeschaffungskosten
  • Zahlungsverzögerungen bis hin zu Zahlungsausfällen bei Handelspartner·innen bzw. Großkund·innen
  • Lieferstopp von Erdgas nach Österreich und dadurch bedingtes Inkrafttreten staatlicher Energielenkungsmaßnahmen sowie negative Einflüsse auf die Bewirtschaftung der Erdgasspeicher
  • Steigende Beschaffungskosten für Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Probleme in der Lieferkette
  • Cybersecurity

Aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten hat sich das Gesamtrisikoprofil seit dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2021 erhöht. Allerdings sind gegenwärtig weiterhin keine Risiken für die Zukunft erkennbar, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten. Nachfolgend sollen die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten zusammenfassend erläutert werden.

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Deckungsbeitragsrisiko
(Preis- und Mengeneffekte)
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen
der geplanten Deckungsbeiträge
• Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs
und Absatzpreise (insb. für Energieträger)
• Nachfragerückgänge (insb. beeinflusst durch
Witterung bzw. Klimawandel, Politik,
Reputation oder Wettbewerb)
• Rückgang der Eigenerzeugung
• Rückgang des Projektvolumens im Umwelt
bereich (insb. infolge Marktsättigung,
eingeschränkter Ressourcen für Infrastruktur
projekte oder Nichtberücksichtigung bzw.
Unterliegen bei Ausschreibungen)
Potenzielles Klimarisiko
Auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungs
strategie; Absicherungsstrategien; Diversifizierung
der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder;
auf Kundenbedürfnisse abgestimmte Produkt
palette; längerfristiger Verkauf von Kraftwerks
kapazitäten
Lieferantenrisiko Überschreiten der geplanten (Projekt-)Kosten;
mangelhafte Erfüllung oder Nichterfüllung vertrag
lich zugesagter Leistungen
Partnerschaften; möglichst weitgehende
vertragliche Absicherung; externe Expertise
Finanzrisiken
Fremdwährungsrisiken Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste)
und Translationsrisiken bei der Fremdwährungs
umrechnung im Konzernabschluss; nicht währungs
konforme Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung; Limits; Absicherungsinstrumente
Liquiditäts-, Cash-Flow- und
Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener
Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche Liquidität/
Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den erwarteten
Konditionen beschaffen zu können; potenzielles
Klimarisiko
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte
Finanzplanung; Absicherung des benötigten
Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Preis-/Kursänderungsrisiken Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen
(z.B. Fonds) und börsenotierten strategischen
Beteiligungen (z.B. Verbund AG, Burgenland
Holding AG); potenzielles Klimarisiko
Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher
Value-at-Risk-Ermittlung; Anlagerichtlinien
Counterparty-/Kreditrisiken
(Ausfallrisiken)
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von
Geschäftspartner·innen oder Kund·innen
zugesagten Leistung
Vertragliche Konstruktionen; Bonitäts-Monitoring
und Kreditlimitsystem; laufendes Monitoring
des Kundenverhaltens; Absicherungsinstrumente;
Versicherungen; gezielte Diversifizierung der
Geschäftspartner·innen
Beteiligungsrisiken Nichterreichen der Gewinnziele einer
kerngeschäftsnahen Beteiligungsgesellschaft;
potenzielles Klimarisiko
Vertretung in Gremien der jeweiligen Beteiligungs
gesellschaft
Ratingveränderung Bei Verringerung der Ratingeinstufung höhere
Refinanzierungskosten; potenzielles Klimarisiko
Sicherstellung der Einhaltung relevanter
Finanzkennzahlen
Zinsänderungsrisiken Veränderungen der Marktzinsen; steigender Zins
aufwand; negative Auswirkungen eines niedrigen
Zinsniveaus auf die Bewertung von Vermögenswerten
und Rückstellungen sowie auf künftige Tarife
Einsatz von Absicherungsinstrumenten; Zinsbindung
in Finanzierungsverträgen

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Wertminderungs-/
Impairmentrisiken
Wertberichtigung von Forderungen; Wertminde
rung von Firmenwerten, Beteiligungen, Erzeugungs
anlagen und sonstigen Vermögenswerten (Wirt
schaftlichkeit/Werthaltigkeit maßgeblich von
Strom- und Primärenergiepreisen und energiewirt
schaftlichen Rahmenbedingungen abhängig);
potenzielles Klimarisiko
Monitoring mittels Sensitivitätsanalysen
Haftungsrisiko Finanzieller Schaden durch Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten; potenzielles Klimarisiko
Beschränkung der Haftungen auf erforderliches
Mindestmaß; laufendes Monitoring
Strategie- und Planungsrisiken
Technologierisiko Spätes Erkennen von und Reagieren auf neue
Technologien (verzögerte Investitionstätigkeit)
bzw. auf Veränderungen von Kundenbedürfnissen;
Investitionen in die "falschen" Technologien;
potenzielles Klimarisiko
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten;
eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte;
ständige Anpassung an den Stand der Technik
Planungsrisiko Modellrisiko; Treffen von falschen bzw. unvoll
ständigen Annahmen; Opportunitätsverluste
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene,
gut ausgebildete Mitarbeiter·innen; Monitoring
der Parameter und regelmäßige Updates;
Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische Risiken Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe und Schnitt
stellen; Doppelgleisigkeiten; potenzielles Klimarisiko
Prozessmanagement; Dokumentation; internes
Kontrollsystem (IKS)
Betriebsrisiken
Infrastrukturrisiken Falsche Auslegung und Nutzung der technischen
Anlagen; potenzielles Klimarisiko
Beheben von technischen Schwachstellen;
regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der
vorhandenen und künftig benötigten Infrastruktur
Störungen/Netzausfall (Eigen- und
Fremdanlagen), Unfälle
Versorgungsunterbrechung; Gefährdung von
Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch
Explosionen/Unfälle; potenzielles Klimarisiko
Technische Nachrüstung bei den Schnittstellen
der unterschiedlichen Netze; Ausbau und Instand
haltung der Netzkapazitäten
IT-/Sicherheitsrisiken
(inkl. Cybersecurity)
Systemausfälle; Datenverlust bzw. unbeabsichtigter
Datentransfer; Hackerangriffe
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung;
Back-up-Systeme; technische Wartung; externe Prü
fung; Arbeitssicherheitsmaßnahmen; Krisenübungen
Mitarbeiterrisiken Verlust von hochqualifizierten Mitarbeiter·innen;
Ausfall durch Arbeitsunfälle; personelle Über
oder Unterkapazitäten; Kommunikationsprobleme;
kulturelle Barrieren; Betrug; bewusste bzw.
unbewusste Fehldarstellung von Transaktionen
bzw. Jahresabschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld; Gesundheits- und
Sicherheitsvorsorge; flexible Arbeitszeitmodelle;
Schulungen; Veranstaltungen für Mitarbeiter·innen
zum Informationsaustausch und zum Networking;
internes Kontrollsystem (IKS)
Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische
und politische Risiken
Veränderung der politischen und rechtlichen Rah
menbedingungen sowie des regulatorischen Umfelds
(z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rah
menbedingungen, Änderung des Förderregimes,
Marktliberalisierung in Südosteuropa); politische und
wirtschaftliche Instabilität; Netzbetrieb: Nichtaner
kennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netz
tarif durch den Regulator; potenzielles Klimarisiko
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene; angemessene
Dokumentation und Leistungsverrechnung

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Rechts- und Prozessrisiko Nichteinhalten von Verträgen; Prozessrisiko aus
diversen Verfahren; regulatorische bzw. aufsichts
rechtliche Prüfungen
Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und
EU-weiten Interessenvertretungen; Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaft
liches Umfeld
Konjunkturelle Entwicklungen; Schulden-/Finanz
krise; stagnierende oder rückläufige Kaufkraft;
steigende Arbeitslosigkeit; potenzielles Klimarisiko
Weitestgehende Ausschöpfung von (anti-)zyklischen
Optimierungspotenzialen
Vertragsrisiken Nichterkennen von Problemen im juristischen,
wirtschaftlichen und technischen Sinn;
Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence; Zukauf von
Expertise/Rechtsberatung; Vertragsdatenbank und
laufendes Monitoring
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewährung,
Non-Compliance, datenschutz
rechtliche Vorfälle
Weitergabe vertraulicher interner Informationen an
Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption;
Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten
Interne Kontrollsysteme; einheitliche Richtlinien
und Standards; Verhaltenskodex; Compliance
Organisation
Projektrisiko Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau neuer
Kapazitäten; potenzielles Klimarisiko
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen
Parameter
Co-Investment-Risiko Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von
Großprojekten gemeinsam mit Partnerunternehmen;
potenzielles Klimarisiko
Vertragliche Absicherung; effizientes Projekt
management
Sabotage Sabotage z.B. bei Erdgasleitungen, Kläranlagen und
Müllverbrennungsanlagen
Geeignete Sicherheitsvorkehrungen; regelmäßige
Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte
Imagerisiko Reputationsschaden; potenzielles Klimarisiko Transparente und proaktive Kommunikation;
nachhaltige Unternehmenssteuerung

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang dargestellt.

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst sechs berichtspflichtige Segmente. Deren Abgrenzung bzw. Definition erfolgt gemäß IFRS 8 Geschäftssegmente ausschließlich auf Grundlage der internen Organisations- und Berichtsstruktur.

Im Segment Alle sonstigen Segmente werden dabei alle jene Geschäftstätigkeiten zusammengefasst, die mangels Überschreiten der quantitativen Schwellenwerte nicht separat berichtspflichtig sind.

Geschäftsbereiche Segmente Wesentliche Aktivitäten
Energiegeschäft Energie • Vermarktung des im Segment Erzeugung produzierten Stroms
• Beschaffung von Strom, Erdgas und Primärenergieträgern
• Handel mit und Verkauf von Strom und Erdgas an Endkund·innen
und auf Großhandelsmärkten
• Wärmeproduktion und -verkauf
• 45,0 %-Beteiligung an der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH1)
• Beteiligung als alleiniger Kommanditist an der
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG (EVN KG)1)
Erzeugung • Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie sowie thermischen
Produktionskapazitäten zur Netzstabilisierung an österreichischen
und internationalen Standorten
• Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in
Niederösterreich
• 13,0 %-Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH
(Deutschland)1)
• 49,99 %-Beteiligung am Laufkraftwerk Ashta (Albanien)1)
Netze • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom und
Erdgas in Niederösterreich
• Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen in
Niederösterreich und im Burgenland
Südosteuropa • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom in
Bulgarien und Nordmazedonien
• Stromverkauf an Endkund·innen in Bulgarien und Nordmazedonien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft und Photovoltaik in
Nordmazedonien
• Wärmeerzeugung, -verteilung und -verkauf in Bulgarien
• Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien
• Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt • Wasserver- und Abwasserentsorgung in Niederösterreich
• Internationales Projektgeschäft: Planung, Errichtung, Finanzierung
und Betriebsführung (je nach Projektauftrag) von Anlagen für die
Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische
Abfallverwertung
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Alle sonstigen Segmente • 50,03 %-Beteiligung an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft;
diese hält 100 % der Anteile an der RAG Austria AG (RAG)1)
• 73,63 %-Beteiligung an der Burgenland Holding AG;
diese ist mit 49,0 % an der Energie Burgenland AG beteiligt1)
• 12,63 %-Beteiligung an der Verbund AG2)
• Konzerndienstleistungen

1) Der Ergebnisbeitrag wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

2) Der Dividendenbeitrag wird im Finanzergebnis erfasst.

Energie

Absatzzuwächse bei Strom und Wärme, Rückgang bei Erdgas

  • Entwicklung bei Strom getragen durch neue Großkund·innen in Deutschland; Rückgang im Privatkundenbereich
  • Im Jahresvergleich mildere Temperaturen reduzierten Erdgasverbrauch bei Privatkund·innen

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern unter Vorjahresniveau

  • Massiver Umsatzanstieg durch Preiseffekte in der Vermarktung der eigenen Stromerzeugung sowie positive Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften; Absatzsteigerung und Preisanpassungen bei EVN Wärme sowie höhere Erlöse aus dem Handel mit CO₂-Emissionszertifikaten als weitere Treiber
  • Operativer Aufwand ebenfalls über Vorjahresniveau: höherer Primärenergieaufwand für das häufiger zur Netzstabilisierung abgerufene Gaskraftwerk Theiß, höherer Aufwand für Fremdenergiebezug sowie gestiegene Beschaffungskosten der EVN Wärme

  • Rückgang im operativen Ergebnis durch gestiegene Beschaffungskosten bei der at Equity einbezogenen Energievertriebsgesellschaft EVN KG

  • Anhebung der Preise für Strom ab 1. Jänner 2022 und bei Erdgas ab 1. Februar 2022 im Rahmen der EnergieAllianz

Investitionsvolumen um 36,9 % erhöht

• Fokus auf Projekte im Wärmebereich (z.B. Errichtung einer Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Krems)

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2021/22

  • Ohne die Einmaleffekte aus der Beendigung belastender Verträge, die sich auf Segmentebene im Vorjahr positiv ausgewirkt haben, ist für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 mit einem deutlich geringeren Segmentergebnis zu rechnen.
  • Die gestiegenen Beschaffungskosten, die gemäß Vertragsbedingungen nur zeitlich verzögert an die Kund·innen weitergegeben werden können, werden das Ergebnis der EVN KG im zweiten Halbjahr 2021/22 deutlich belasten.
Kennzahlen –
Energie1)
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkund·innen
Strom2) 4.613 4.588 26 0,6 2.318 2.329 –0,5
Erdgas2) 3.861 4.084 –224 –5,5 2.065 2.294 –10,0
Wärme 1.599 1.569 30 1,9 831 847 –1,9
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 389,0 188,8 200,2 214,4 95,5
Innenumsatz 5,9 2,3 3,7 1,7 1,7 0,4
Gesamtumsatz 394,9 191,1 203,8 216,0 97,1
Operativer Aufwand –387,9 –190,1 –197,7 –210,3 –112,1 –87,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
41,4 66,5 –25,0 –37,7 7,7 28,7 –73,1
EBITDA 48,5 67,4 –18,9 –28,1 13,4 13,8 –2,6
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–10,6 –10,7 0,1 1,1 –5,3 –5,4 1,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 37,9 56,7 –18,8 –33,2 8,1 8,4 –3,3
Finanzergebnis –1,3 –1,0 –0,3 –33,8 –0,7 –0,5 –31,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 36,6 55,7 –19,2 –34,4 7,5 7,9 –5,5
Gesamtvermögen 1.291,8 1.026,9 265,0 25,8 1.291,8 1.026,9 25,8
Gesamtschulden 610,0 892,7 –282,7 –31,7 610,0 892,7 –31,7
Investitionen3) 9,1 6,6 2,5 36,9 4,7 3,2 47,0

1) Die Vergleichswerte vergangener Perioden enthalten die Vermarktung des im Kraftwerk Walsum 10 produzierten Stroms, die nach Veräußerung der 49 %-Beteiligung an der STEAG-Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH und der gleichzeitigen Beendigung des Strombezugsvertrags aus dem Kraftwerk Walsum 10 per 30. September 2021 beendet wurde.

2) Enthält im Wesentlichen die Absatzmengen der EVN KG sowie der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH in Österreich und Deutschland; der Ergebnisbeitrag dieser beiden Vertriebs-

gesellschaften wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

Erzeugung

Stromerzeugung unter Vorjahresniveau

  • Überdurchschnittlich hohes Windaufkommen kompensierte Rückgang bei Wasserkraft
  • Veräußerung der 49 %-Beteiligung am Kraftwerk Walsum 10 per 30. September 2021 bewirkte Rückgang der thermischen Erzeugung, jedoch abgeschwächt durch Zunahme der Abrufe des Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung durch den österreichischen Übertragungsnetzbetreiber
  • Eigendeckungsgrad: 17,0 % (Vorjahr: 18,9 %)
  • Anteil erneuerbare Erzeugung: 59,7 % (Vorjahr: 53,5 %)

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • Höhere Strompreise führten trotz rückläufiger Stromerzeugung zu Umsatzanstieg
  • Rückgang des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter auf 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 10,1 Mio. Euro) nach Wertaufholung von 9,6 Mio. Euro beim Wasserkraftwerk Ashta im Vergleichszeitraum

• Rückgang der planmäßigen Abschreibungen einschließlich der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen: Entfall der Abschreibungen für das Kraftwerk Walsum 10 sowie Wertaufholung von 6,4 Mio. Euro beim Windpark Kavarna in Bulgarien im ersten Quartal 2021/22

Drei Windkraftprojekte mit insgesamt 67,2 MW in Umsetzung

  • Realisierung der Windparks Schildberg (Neuerrichtung) und Japons (Repowering bestehender Anlagen) im laufenden Geschäftsjahr; installierte Leistung jeweils 12,6 MW
  • Inbetriebnahme des Windparks Palterndorf-Dobermannsdorf mit 42 MW im nächsten Geschäftsjahr; erstmalige Errichtung hocheffizienter 6-MW-Windkraftanlagen durch die EVN

Anpassung des Segment-Ausblicks für 2021/22

• Aufgrund der gestiegenen Strompreise und der in den ersten sechs Monaten überdurchschnittlich hohen Stromerzeugung aus Windkraft wird ein Segment-Ergebnis über Vorjahresniveau erwartet.

Kennzahlen –
Erzeugung1)
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 1.592 1.677 –85 –5,1 821 808 1,7
davon erneuerbare Energie 1.011 930 81 8,7 574 465 23,3
davon Wärmekraftwerke 581 747 –166 –22,2 248 342 –27,6
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 160,2 65,3 94,9 127,0 32,9
Innenumsatz 38,7 92,4 –53,7 –58,1 –8,0 45,1
Gesamtumsatz 198,9 157,7 41,2 26,2 118,9 78,1 52,3
Operativer Aufwand –62,5 –65,1 2,5 3,9 –33,2 –42,0 20,9
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
0,6 10,1 –9,5 –94,3 1,0 9,8 –90,2
EBITDA 137,0 102,7 34,2 33,3 86,7 46,0 88,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–14,5 –42,2 27,7 65,6 –10,6 –21,2 50,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 122,4 60,5 62,0 76,1 24,8
Finanzergebnis –1,5 –4,8 3,3 69,3 –0,7 –2,5 71,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 121,0 55,7 65,3 75,4 22,3
Gesamtvermögen 847,8 1.102,4 –254,7 –23,1 847,8 1.102,4 –23,1
Gesamtschulden 365,5 663,1 –297,7 –44,9 365,5 663,1 –44,9
Investitionen2) 17,3 4,5 12,8 12,8 1,8

1) Die Vergleichswerte vergangener Perioden enthalten die als Joint Operation einbezogene 49 %-Beteiligung an der STEAG-Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, die nach ihrer Veräußerung und der gleichzeitigen Beendigung des Strombezugsvertrags aus dem Kraftwerk Walsum 10 per 30. September 2021 entkonsolidiert wurde.

Netze

Netzabsatz: stabile Entwicklung bei Strom, Anstieg bei Erdgas

  • Strom-Netzabsatz im ersten Halbjahr 2021/22 auf Vorjahresniveau
  • Geringerer Erdgas-Netzabsatz an Haushaltskund·innen durch höheren Kraftwerkseinsatz zur Netzstabilisierung kompensiert

Umsatzerlöse verbessert

  • Preiseffekte bei Strom, Preis- und Mengeneffekte bei Erdgas
  • Netznutzungsentgelt für Haushaltskund·innen per 1. Jänner 2022 bei Strom um durchschnittlich 8,4 %, bei Erdgas um durchschnittlich 4,7 % erhöht
  • Positive Umsatzentwicklung bei der kabelplus

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

• Hohes Investitionsniveau führte zu höheren planmäßigen Abschreibungen

Erneut deutlicher Anstieg der Investitionen in die Versorgungssicherheit um 29 %

  • Kontinuierlicher Smart-Meter-Roll-out
  • Ökostromausbau (Leitungsnetze und Trafostationen) sowie Erweiterung von Umspannwerken
  • Weiterhin starke Nachfrage nach Anschlüssen für Photovoltaik-Anlagen auf allen Spannungsebenen

Anpassung des Segment-Ausblicks für 2021/22

• Aufgrund marktpreisbedingt höherer Aufwendungen für Netzverluste, gestiegener allgemeiner Aufwände und investitionsbedingt höherer Abschreibungen wird für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Segmentergebnis unter dem Vorjahresniveau erwartet.

Kennzahlen – 2021/22 2020/21 +/– 2021/22 2020/21 +/–
Netze 1. Halbjahr 1. Halbjahr Absolut % 2. Quartal 2. Quartal %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 4.665 4.673 –8 –0,2 2.283 2.347 –2,7
Erdgas 11.103 10.583 520 4,9 5.460 5.421 0,7
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 295,3 282,4 12,9 4,6 153,5 148,4 3,4
Innenumsatz 29,0 24,8 4,2 16,9 14,2 12,5 13,8
Gesamtumsatz 324,3 307,2 17,1 5,6 167,7 160,9 4,2
Operativer Aufwand –169,9 –158,9 –11,1 –7,0 –92,2 –83,6 –10,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 154,4 148,3 6,0 4,1 75,5 77,3 –2,4
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–72,4 –68,8 –3,6 –5,2 –36,3 –34,6 –4,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 82,0 79,5 2,5 3,1 39,1 42,7 –8,3
Finanzergebnis –7,3 –6,2 –1,1 –18,1 –3,8 –2,6 –45,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 74,7 73,4 1,3 1,8 35,3 40,1 –11,8
Gesamtvermögen 2.283,7 2.216,8 66,8 3,0 2.283,7 2.216,8 3,0
Gesamtschulden 1.577,6 1.437,2 140,4 9,8 1.577,6 1.437,2 9,8
Investitionen1) 115,2 89,4 25,9 29,0 43,1 43,3 –0,4

Südosteuropa

Anstieg im Netz- und Energieabsatz

  • Temperaturbedingter Energiebedarf in Bulgarien und Nordmazedonien über Vorjahr und langjährigem Durchschnitt
  • Absatzwachstum durch Kundenwechsel aus dem liberalisierten Markt

Stromerzeugung über Vorjahresniveau

• Wasserdargebot in Nordmazedonien über langjährigem Durchschnitt, jedoch unter dem Vorjahresniveau

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern unter Vorjahr

  • Deutlicher Umsatzzuwachs, vor allem getrieben durch höhere Großhandelspreise und Mengeneffekte
  • Energiebeschaffungskosten in den regulierten Kundensegmenten stiegen zum Teil noch stärker: Verwerfungen auf den Energiemärkten trieben Kosten der Netzverlustabdeckung deutlich nach oben; höhere Forderungswertberichtigungen in Nordmazedonien

Außerordentliche staatliche bzw. regulatorische Maßnahmen

  • Bulgarien: staatliche Kompensation von Mehrkosten, die dem Verteilnetzbetreiber EP Yug durch Netzverlustabdeckung angesichts der stark gestiegenen Großhandelspreise entstanden sind • Nordmazedonien:
  • Außerordentliche Erhöhung der Strompreise für Haushaltskund·innen der EVN Home DOO um 9,5 % durch den Regulator (wirksam per 1. Jänner 2022)
  • Außerordentliche Erhöhung der Netzentgelte durch den Regulator (wirksam per 1. Jänner 2022) zur teilweisen Kompensation der deutlich gestiegenen Kosten zur Netzverlustabdeckung; die restlichen Mehrkosten sollten mit künftigen Tarifentscheidungen aufgeholt werden

Photovoltaik-Ausbau in Nordmazedonien

  • Inbetriebnahme einer Anlage mit 1,5 MW installierter Leistung im Oktober 2021
  • Bau von zwei weiteren Anlagen mit jeweils rund 1,1 MW installierter Leistung
Kennzahlen –
Südosteuropa
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 243 238 4 1,8 132 140 –5,6
davon erneuerbare Energie 59 58 0 0,6 33 41 –19,7
davon Wärmekraftewerke 184 180 4 2,2 99 99 0,2
Netzabsatz Strom 8.224 7.896 328 4,2 4.366 4.256 2,6
Energieverkauf an Endkund·innen 7.415 6.636 780 11,7 4.034 3.623 11,3
davon Strom 7.142 6.389 754 11,8 3.880 3.473 11,7
davon Erdgas 90 83 7 7,9 46 48 –4,2
davon Wärme 183 164 19 11,9 108 102 6,2
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 1.029,2 534,2 495,0 92,7 574,3 289,3 98,6
Innenumsatz 0,7 0,4 0,4 0,3 0,2
Gesamtumsatz 1.030,0 534,6 495,4 92,7 574,7 289,4 98,6
Operativer Aufwand –1.008,9 –460,0 –548,9 –560,6 –248,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 21,1 74,6 –53,5 –71,7 14,1 41,0 –65,6
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–38,4 –36,6 –1,8 –4,9 –19,4 –18,5 –4,7
Operatives Ergebnis (EBIT) –17,3 38,0 –55,3 –5,2 22,5
Finanzergebnis –6,7 –7,8 1,1 13,8 –3,5 –3,9 8,4
Ergebnis vor Ertragsteuern –24,0 30,2 –54,2 –8,8 18,6
Gesamtvermögen 1.372,4 1.232,4 140,0 11,4 1.372,4 1.232,4 11,4
Gesamtschulden 1.050,8 877,6 173,2 19,7 1.050,8 877,6 19,7
Investitionen1) 42,0 46,7 –4,7 –10,0 16,7 16,3 2,6

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2021/22

  • Die Verwerfungen auf den Energiemärkten, die durch den Krieg in der Ukraine weiter zugenommen haben, belasten die Ergebnisentwicklung in Südosteuropa deutlich; als Folge wird für das Gesamtjahr ein Ergebnisrückgang erwartet.
  • Auf Basis der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen sollten negative Effekte durch höhere Kosten zur Netzverlustabdeckung jedoch in den Folgejahren über die Tarifentwicklung wieder aufgeholt werden.

Umwelt

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern unter Vorjahr

  • Umsatz in der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich nahezu stabil; Projektfortschritt in Kuwait führte zu Umsatzanstieg im Segment insgesamt
  • Operativer Aufwand nahm durch Entwicklung im internationalen Projektgeschäft, Mehrkosten aufgrund vereinzelter Projektverzögerungen sowie Entfall eines positiven Einmaleffekts aus einer Energieabgaben-Rückvergütung bei der EVN Wasser im Jahresvergleich zu
  • Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter unter Vorjahresniveau

  • Geänderte Risiko- und Ertragserwartung für das internationale Projektgeschäft

  • Unsicheres geopolitisches und ökonomisches Umfeld, insbesondere bei globalen Lieferketten, erhöht Risiken für zukünftige Projekte
  • Geänderte Risiko- und Ertragserwartung des Konzerns führte zu Wertminderung des Firmenwerts des internationalen Projektgeschäfts (52,9 Mio. Euro)
  • Wertminderung des Restbuchwerts (4,4 Mio. Euro) der beiden klärschlammbetriebenen Blockheizkraftwerke in Moskau (gestiegene Länderrisikoprämie für Russland als zusätzlicher Faktor); darüber hinaus keine verbliebenen Aktivitäten in Russland
  • Finanzergebnis durch Fremdwährungskursentwicklungen belastet

Investitionen in die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich

  • Kommerzieller Vollbetrieb der bereits fünften Naturfilteranlage im Versorgungsgebiet der EVN seit März 2022
  • Inbetriebnahme des ersten von drei Bauabschnitten einer neuen überregionalen Verbindungsleitung von Krems nach Zwettl im März 2022
  • Weitere Transportleitungsprojekte in Planung und Errichtung
+/–
Mio. EUR 1. Halbjahr 1. Halbjahr Absolut % 2. Quartal 2. Quartal %
242,7 203,7 39,0 19,1 151,5 109,5 38,3
0,3 0,2 0,0 11,4 0,1 0,1
243,0 204,0 39,0 19,1 151,6 109,7 38,2
–224,7 –171,5 –53,3 –31,1 –147,5 –91,4 –61,4
5,6 7,0 –1,4 –20,4 2,5 3,3 –22,7
23,8 39,5 –15,7 –39,7 6,6 21,5 –69,1
–73,7 –19,6 –54,1 –65,5 –10,0
–49,9 19,9 –69,8 –58,8 11,6
–9,3 –4,9 –4,4 –91,1 –1,5 –4,4 66,6
–59,2 15,0 –74,3 –60,3 7,2
939,3 885,1 54,3 6,1 939,3 885,1 6,1
777,3 731,6 45,7 6,2 777,3 731,6 6,2
8,1 9,1 –1,0 –11,2 4,4 4,9 –10,3
2021/22 2020/21 +/– 2021/22 2020/21

Entwicklungen im internationalen Projektgeschäft

  • Auftrag für den zweiten Abschnitt des Projekts Trinkwasserversorgung Cluj-Sălaj im März 2022 (Errichtung von Transportleitungen, eines Hochbehälters sowie einer Reinigungsstation; Auftragswert rund 45 Mio. Euro)
  • Kommerzielle Inbetriebnahme der vom 50:50-Joint-Venture sludge2energy errichteten thermischen Klärschlammverwertungsanlage in Halle-Lochau im April 2022
  • Zwölf Projekte der WTE Wassertechnik in den Bereichen Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung und thermische Klärschlammverwertung (Deutschland, Polen, Litauen, Rumänien, Bahrain, Kuwait) in Bearbeitung
  • Zwei weitere thermische Klärschlammverwertungsanlagen des 50:50-Joint-Ventures sludge2energy in Errichtung (Hannover, Straubing)

Anpassung des Segment-Ausblicks für 2021/22

  • Aufgrund der im zweiten Quartal 2021/22 erforderlichen Wertminderungen wird für das laufende Geschäftsjahr nunmehr ein Rückgang des Segmentergebnisses erwartet.
  • Eine Verschärfung der internationalen Krisen könnte weitere Projektverzögerungen durch Beeinträchtigungen internationaler Lieferketten und damit eine zusätzliche rückläufige Ergebnisentwicklung verursachen.

Alle sonstigen Segmente

Geringerer Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

• Rückgänge bei RAG und Energie Burgenland

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern unter Vorjahresniveau

• Schwächere Performance des R138-Fonds führte zu Rückgang im Finanzergebnis

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2021/22

• Segmentergebnis aufgrund der Dividendenanhebung bei Verbund AG über dem Vorjahresniveau erwartet

Finanzkennzahlen –
Alle sonstigen Segmente
Mio. EUR 2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
Außenumsatz 10,2 10,3 –0,1 –1,1 5,1 5,1 1,6
Innenumsatz 37,1 36,3 0,8 2,1 18,4 18,1 2,0
Gesamtumsatz 47,3 46,7 0,7 1,4 23,6 23,1 1,9
Operativer Aufwand –47,9 –45,9 –2,0 –4,3 –22,8 –22,7 –0,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
37,7 43,7 –6,0 –13,8 22,0 25,2 –12,6
EBITDA 37,1 44,5 –7,4 –16,6 22,8 25,6 –11,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–1,2 –1,2 0,0 –1,3 –0,6 –0,6 –1,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 35,8 43,2 –7,4 –17,1 22,1 25,0 –11,4
Finanzergebnis 10,4 17,9 –7,6 –42,3 –4,7 0,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 46,2 61,2 –15,0 –24,5 17,5 25,8 –32,2
Gesamtvermögen 7.039,7 5.399,0 1.640,7 30,4 7.039,7 5.399,0 30,4
Gesamtschulden 2.235,1 2.095,2 139,8 6,7 2.235,1 2.095,2 6,7
Investitionen1) 0,5 0,3 0,2 70,1 0,3 0,2 26,9

Die EVN auf dem Kapitalmarkt

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Im Licht der Covid-19-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine entwickelten sich die internationalen Aktienmärkte im Berichtszeitraum uneinheitlich. Der deutsche Leitindex DAX verlor von Oktober 2021 bis März 2022 um 5,5 % an Wert, während der Wiener Leitindex ATX um 9,5 % nachgab und damit seine Aufholjagd gegenüber den internationalen Indizes nicht fortsetzen konnte. Dagegen erzielte der US-amerikanische Leitindex Dow Jones – wohl auch dank der geringeren unmittelbaren Betroffenheit durch den Krieg im Osten Europas – einen Zuwachs von 2,5 %.

Auch der für die EVN maßgebliche Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities konnte mit einem Zuwachs von knapp 4 % positiv überraschen. Ebenso gelang es der Aktie der EVN, in dem insgesamt herausfordernden Umfeld um 1,5 % an Wert zuzulegen.

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen an EVN Aktien lag im Berichtszeitraum bei 71.530 Stück (Einmalzählung).

Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 222,4 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 1,1 % am Gesamtumsatz des Prime Market entspricht.

Dividendenpolitik

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionär·innen an. Für das Geschäftsjahr 2020/21 wurde in der 93. ordentlichen Hauptversammlung am 3. Februar 2022 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,52 Euro je dividendenberechtige Aktie an die Aktionär·innen der EVN beschlossen. Ex-Dividendentag war der 9. Februar 2022, Dividendenzahltag der 11. Februar 2022.

Für die Zukunft zielt die Dividendenpolitik der EVN darauf ab, die absolute Höhe der Dividende von 0,52 Euro pro Aktie zumindest konstant zu halten. Zudem bekennt sich der Vorstand dazu, die Aktionär·innen der EVN an künftigen Ergebnissteigerungen in angemessener Höhe partizipieren zu lassen.

EVN Aktie – Performance 2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
Kurs per Ultimo März EUR 23,30 18,36
Höchstkurs EUR 27,70 21,00
Tiefstkurs EUR 20,35 13,38
Aktienumsatz1) Mio. EUR 222,4 188,3
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 71.530 85.015
Börsekapitalisierung per Ultimo März Mio. EUR 4.191 3.303
ATX-Gewichtung per Ultimo März % 2,30 1,95

1) Wiener Börse, Einmalzählung

Aktionärsstruktur

Auf Basis bundes- und landesverfassungsgesetzlicher Bestimmungen ist das Land Niederösterreich mit 51,00 % der Mehrheitsaktionär der EVN AG. Die Übertragbarkeit der über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehaltenen Anteile ist durch diese verfassungsrechtlichen Vorschriften eingeschränkt.

Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist mit 28,4 % die Wiener Stadtwerke GmbH, Wien, die zu 100 % im Eigentum der Stadt Wien steht. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zum Stichtag 0,9 %; der Streubesitz belief sich somit auf 19,7 %.

Externe Ratings

Unabhängige Bonitätsbeurteilungen durch die beiden Rating-Agenturen Moody's und Scope bilden ein wesentliches Element der Finanzierungsstrategie der EVN. Dabei strebt die EVN Ratings im soliden A-Bereich an.

Im April 2022 bzw. Mai 2022 wurden beide Ratings der EVN von den Rating-Agenturen unverändert bestätigt:

  • Moody's: A1, Ausblick stabil
  • Scope Ratings: A+, Ausblick stabil

Aktionärsstruktur1)

1) Per 31. März 2022

Konzern-Zwischenabschluss

nach IAS 34

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR 2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
%
2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
2020/21
Umsatzerlöse 2.126,7 1.284,8 65,5 1.225,8 680,7 80,1 2.394,9
Sonstige betriebliche Erträge 54,4 165,5 –67,1 25,5 27,7 –7,6 250,1
Fremdstrombezug und Energieträger –1.314,0 –568,7 –761,2 –326,5 –1.064,7
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –290,4 –240,8 –20,6 –179,7 –125,7 –43,0 –509,2
Personalaufwand –179,4 –176,9 –1,4 –88,1 –89,1 1,2 –361,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen –62,4 –55,5 –12,4 –37,2 –32,1 –16,2 –113,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
85,2 127,3 –33,0 33,2 67,1 –50,4 239,6
EBITDA 420,2 535,8 –21,6 218,3 202,0 8,1 836,5
Abschreibungen –158,3 –168,2 5,9 –79,6 –83,4 4,6 –337,7
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –50,9 –113,1 55,0 –57,3 –112,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 211,0 254,5 –17,1 81,5 118,6 –31,3 386,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 37,6
Zinserträge 3,3 4,0 –17,7 2,3 3,0 –23,0 6,1
Zinsaufwendungen –20,7 –23,5 11,8 –10,3 –11,6 11,5 –59,4
Sonstiges Finanzergebnis –13,9 –1,6 –6,9 –4,4 –55,8 –4,3
Finanzergebnis –31,3 –21,0 –49,0 –14,9 –13,0 –13,9 –20,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 179,7 233,5 –23,0 66,6 105,5 –36,9 366,4
Ertragsteuern –44,1 –38,7 –14,1 –16,1 –12,3 –31,2 –14,7
Ergebnis nach Ertragsteuern 135,6 194,8 –30,4 50,5 93,2 –45,9 351,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der
EVN AG (Konzernergebnis)
127,4 176,0 –27,6 45,9 82,5 –44,5 325,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender
Anteile
8,2 18,8 –56,4 4,6 10,7 –56,9 26,4
Ergebnis je Aktie in EUR1) 0,71 0,99 –27,6 0,26 0,46 –44,5 1,83

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
%
2021/22
2. Quartal
2020/21
2. Quartal
+/–
%
2020/21
Ergebnis nach Ertragsteuern 135,6 194,8 –30,4 50,5 93,2 –45,9 351,7
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht
in die Konzern-Gewinn-und-Verlust
Rechnung umgegliedert werden
338,8 509,0 –33,4 –27,3 –251,5 89,2 1.408,7
Neubewertung IAS 19 10,3 –4,6 13,3 –2,1 12,4
At Equity einbezogene Unternehmen –0,3 –0,1 –0,1 4,3
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum
beizulegenden Zeitwert bewertete Aktien
und andere Eigenkapitalinstrumente
341,7 683,4 –50,0 –149,8 –333,3 55,1 1.860,3
darauf entfallende Ertragsteuern –12,8 –169,7 92,5 109,3 83,9 30,3 –468,4
Posten, die in künftigen Perioden gege
benenfalls in die Konzern-Gewinn-und
Verlust-Rechnung umgegliedert werden 165,4 51,8 76,8 7,4 352,4
Währungsdifferenzen 1,9 0,5 –1,1 0,7 5,4
Cash Flow Hedges –20,4 1,0 –17,8 –13,7 –30,4 –0,4
At Equity einbezogene Unternehmen 228,1 68,7 111,5 22,8 462,1
darauf entfallende Ertragsteuern –44,2 –18,4 –15,7 –2,5 –114,6
Summe sonstiges Ergebnis
nach Ertragsteuern
504,2 560,8 –10,1 49,6 –244,1 1.761,1
Gesamtergebnis der Periode 639,8 755,6 –15,3 100,0 –150,9 2.112,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der
EVN AG
634,0 738,3 –14,1 98,1 –160,8 2.085,5
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender
Anteile
5,8 17,3 –66,7 2,0 9,9 –80,3 27,2

Konzern-Bilanz

31.03.2022 30.09.2021 +/–
Mio. EUR
Aktiva
Absolut %
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 177,7 216,5 –38,8 –17,9
Sachanlagen 3.725,7 3.692,1 33,6 0,9
At Equity einbezogene Unternehmen 1.779,9 1.577,5 202,4 12,8
Sonstige Beteiligungen 4.372,4 4.029,5 342,8 8,5
Aktive latente Steuern 56,7 57,0 –0,2 –0,4
Übrige Vermögenswerte 187,9 200,0 –12,1 –6,1
Kurzfristige Vermögenswerte 10.300,3 9.772,6 527,7 5,4
Vorräte 111,8 95,7 16,1 16,8
Forderungen 927,4 749,9 177,6 23,7
Wertpapiere 504,1 399,1 105,0 26,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 99,5 122,5 –22,9 –18,7
1.642,9 1.367,1 275,7 20,2
11.943,2 11.139,8 803,4 7,2
Summe Aktiva
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 330,0 330,0
Kapitalrücklagen 254,2 254,2
Gewinnrücklagen 2.897,7 2.863,0 34,7 1,2
Bewertungsrücklage 3.365,4 2.860,6 504,8 17,6
Währungsumrechnungsrücklage –6,3 –8,1 1,8 22,5
Eigene Aktien –18,5 –18,5
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 6.822,6 6.281,2 541,4 8,6
Nicht beherrschende Anteile 266,2 263,2 3,0 1,2
7.088,8 6.544,3 544,4 8,3
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 957,2 718,9 238,3 33,1
Passive latente Steuern 1.097,6 1.035,4 62,2 6,0
Langfristige Rückstellungen 428,1 445,3 –17,3 –3,9
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 623,5 622,2 1,3 0,2
Übrige langfristige Schulden 112,8 116,0 –3,2 –2,8
3.219,2 2.937,9 281,3 9,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 498,1 318,0 180,1 56,6
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 48,3 44,8 3,5 7,7
Lieferantenverbindlichkeiten 328,2 331,7 –3,5 –1,1
Kurzfristige Rückstellungen 132,9 124,8 8,0 6,4
Übrige kurzfristige Schulden 627,8 838,2 –210,4 –25,1
1.635,2 1.657,6 –22,3 –1,3
Summe Passiva 11.943,2 11.139,8 803,4 7,2

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Gezeichnetes Kapital und Rücklagen
der Aktionäre der EVN AG
Nicht beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2020 4.282,1 261,2 4.543,3
Gesamtergebnis der Periode 738,3 17,3 755,6
Dividende 2019/20 –87,3 –2,7 –90,0
Stand 31.03.2021 4.933,1 275,9 5.209,0
Stand 30.09.2021 6.281,2 263,2 6.544,3
Gesamtergebnis der Periode 634,0 5,8 639,8
Dividende 2020/21 –92,7 –2,7 –95,4
Stand 31.03.2022 6.822,6 266,2 7.088,8

Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR 2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2020/21
Ergebnis vor Ertragsteuern 179,7 233,5 –53,8 –23,0 366,4
+
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
209,2 281,3 –72,1 –25,6 450,1

Ergebnis von at Equity einbezogenen
Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
–85,3 –127,3 42,0 33,0 –277,2
+
Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und
sonstigen Beteiligungen
110,4 103,0 7,4 7,2 166,9
+
Zinsaufwendungen
20,7 23,5 –2,8 –11,8 59,4

Zinsauszahlungen
–15,6 –21,4 5,9 27,3 –42,6

Zinserträge
–3,3 –4,0 0,7 17,7 –6,1
+
Zinseinzahlungen
2,7 4,0 –1,3 –32,7 5,5
+/– Verluste-/Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen 7,9 3,3 4,6 5,8
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 1,6 –0,5 2,1 0,1

Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen
–28,4 –44,3 15,9 35,9 –70,4
+/– Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des
Investitionsbereichs
–0,8 –0,3 –0,5 0,8

Gewinne aus Entkonsolidierungen
–25,6

Abnahme von langfristigen Rückstellungen
–9,3 140,2 –149,5 129,2
Cash Flow aus dem Ergebnis 389,6 591,0 –201,5 –34,1 762,3

Veränderung der Vermögenswerte und Schulden aus
operativer Geschäftstätigkeit
–459,0 –217,2 –241,9 94,4
+/– Zahlungen für Ertragsteuern –14,6 –62,2 47,6 76,6 –67,0
Cash Flow aus dem operativen Bereich –84,1 311,6 –395,7 789,6
+
Einzahlungen aus Anlagenabgängen
1,5 1,8 –0,3 –17,3 7,3
+/– Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –153,2 –118,8 –34,4 –28,9 –338,1

Auszahlungen im Zusammenhang mit Entkonsolidierungen
–275,2
+/– Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
1,3 2,4 –1,0 –43,1 –0,3
+/– Veränderung bei kurzfristigen Finanzinvestitionen –105,0 –181,2 76,1 42,0 –148,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –255,4 –295,9 40,4 13,7 –754,3

Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG
–92,7 –87,3 –5,4 –6,1 –87,3

Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile
–2,7 –2,7 –25,3
+/– Verkauf/Erwerb eigener Anteile 0,9

Veränderung von Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
222,3 76,1 146,2 58,7
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 126,9 –13,9 140,8 –53,0
Cash Flow gesamt –212,6 1,8 –214,4 –17,7
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode1) 122,3 140,0 –17,7 –12,6 140,0
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel –0,2 –0,2 21,3 0,0
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode1) –90,7 141,6 –232,4 122,3

1) Durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten ergibt sich der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente laut Konzern-Bilanz.

Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2022 der EVN AG wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenabschluss im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem Jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2020/21 (Bilanzstichtag: 30. September 2021) gelesen werden.

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 30. September 2021 angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen neuen und erstmals im Geschäftsjahr anzuwendenden Bilanzierungsregeln des IASB, unverändert angewendet. Die Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses nach IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen, die die berichteten Werte beeinflussen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Millionen Euro (Mio. Euro) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätzen.

Berichterstattung nach IFRS

Folgende Standards und Interpretationen sind ab dem Geschäftsjahr 2021/22 verpflichtend anzuwenden:

Erstmals anwendbare Standards
und Interpretationen
Inkrafttreten1)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 39, IFRS 4,
IFRS 7, IFRS 9,
IFRS 16
Reform der Zinssatz-Benchmark –
Phase 2
01.01.2021
IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden
Befreiung von der Anwendung von IFRS 9
01.01.2021
IFRS 16 Mieterleichterungen im Zusammenhang
mit Covid-19
01.04.2021

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Durch die erstmalige verpflichtende Anwendung der sonstigen geänderten Standards und Interpretationen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-Zwischenabschluss.

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Besonders im Energiegeschäft der EVN sind witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz zu verzeichnen, weshalb im zweiten Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt werden. Das Umweltgeschäft ist jedoch ebenfalls durch saisonale Effekte geprägt, denn der Baubeginn vieler Großprojekte findet witterungsbedingt im Frühjahr statt. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres ist somit im Segment Umwelt in der Regel umsatzschwächer als das zweite Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, dennoch kann es bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Prüferische Durchsicht

Der Konzern-Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises der EVN erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Dementsprechend sind zum 31. März 2022 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft

26 inländische und 28 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2021: 26 inländische und 29 ausländische Tochterunternehmen). Zum 31. März 2022 wurden elf Tochterunternehmen (30. September 2021: elf) aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Veränderungen des
Konsolidierungskreises
Voll Anteilig (Joint
Operation)
Equity Summe
30.09.2020 60 1 17 78
Erstkonsolidierungen
Entkonsolidierungen –4 –1 –1 –6
Umgründungen –1 –1
30.09.2021 55 16 71
Erstkonsolidierungen –1
Entkonsolidierungen –1
31.03.2022 54 16 70
davon ausländische
Unternehmen
28 6 34

Zum 30. März 2022 wurde die EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH, Essen, Deutschland, infolge Unwesentlichkeit entkonsolidiert.

In der Berichtsperiode fanden keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

Auswirkungen von Covid-19 und des Ukrainekriegs

Mögliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und des Ukrainekriegs wurden im Rahmen des Konzernzwischenabschlusses insbesondere im Hinblick auf die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten gemäß IAS 36 bzw. IFRS 9 sowie weitere Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen überprüft.

Infolge der Covid-19-Pandemie ist mit einem Anstieg der Insolvenzen in den kommenden Jahren zu rechnen. Insofern wird erwartet, dass damit auch die Forderungsausfälle steigen werden. Die EVN Gruppe hat den prognostizierten Anstieg möglicher Forderungsausfälle analog zu den Geschäftsjahren 2019/20 und 2020/21 bereits in der "Forward-Looking-Komponente" berücksichtigt.

Darüber hinaus konnten, wie bereits im Konzernabschluss 2020/21 angeführt, Fortschritte im internationalen Projektgeschäft durch die coronabedingte Verzögerung nicht im ursprünglich erwarteten Ausmaß erzielt werden. Dieser Umstand führt zu Verschiebungen von Ergebnisbeiträgen auf Folgejahre.

Der Krieg in der Ukraine führt zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise. Diese Entwicklung zieht operative Belastungen für die EVN in der laufenden Periode nach sich, da die Anpassung der Preise aufgrund der Vertragsbedingungen erst verspätet bzw. in Südosteuropa infolge der regulatorischer Rahmenbedingungen erst in einer späteren Periode erfolgen kann. Darüber hinaus können die hohen Energiepreise zu höheren Forderungen an Kunden und damit einhergehenden Forderungsausfällen führen. Die mit der Covid-19-Pandemie berücksichtigte "Forward-Looking-Komponente" ist nach derzeitiger Einschätzung für die erwarteten Forderungsausfälle ausreichend – dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Regierungen in Österreich, Bulgarien, Kroatien und Nordmazedonien eine Vielzahl von Maßnahmen zur Stützung der Haushalts- und Gewerbekunden ergriffen haben. Die Belastung beim Endkunden wird durch unterschiedliche energiepolitische Instrumente (u. a. Kompensationszahlungen für Netzverluste, Energiegutscheine, Subvention der Energiepreise bei den Endkunden etc.) durch die Staaten abgefedert.

Im zweiten Quartal 2021/22 erforderte die durch globale Verwerfungen geänderte Risiko- und Ertragserwartung des Konzerns für zukünftige Projekte die Wertminderung des Firmenwerts des internationalen Projektgeschäfts.

Infolge der politischen Entwicklung in Russland hat die EVN die Blockheizkraftwerke in Moskau einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen und zur Gänze wertgemindert (siehe Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung).

Mögliche Gaslieferstopps aus Russland könnten je nach Zeitpunkt und Dauer Auswirkungen auf die Gasversorgung durch die EVN haben. Das Volumen an nicht russischem Gas sowie eine strategische Gasbevorratung werden kontinuierlich ausgebaut. Maßnahmen zur Versorgungssicherheit sind mit höheren Kosten verbunden und können zu Ergebnisbelastungen in einzelnen Perioden führen.

Stärkere oder länger anhaltende Verwerfungen auf den Energiemärkten könnten zu wesentlichen Beeinträchtigungen des Konzernergebnisses führen.

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Umsatzerlöse nach Produkten
Mio. EUR
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
Strom 1.568,0 801,2
Erdgas 85,9 81,3
Wärme 127,9 101,8
Umweltdienstleistungen 242,7 203,7
Sonstige Umsätze 102,2 96,7
Summe 2.126,7 1.284,8
1. Halbjahr
867,7 559,8
202,4 167,3
671,8 322,1
358,6 212,6
26,1 22,9
2.126,7 1.284,8
1. Halbjahr

Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter entwickelte sich wie folgt:

Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen
operativ 2021/22 2020/21
Mio. EUR 1. Halbjahr 1. Halbjahr
EVN KG 38,9 62,5
RAG 23,3 27,7
Energie Burgenland 14,3 15,9
ZOV; ZOV UIP 6,0 5,6
Umm Al Hayman Holding Company WLL 0,7 1,5
EAA 0,3 2,2
Ashta 0,1 9,6
Andere Gesellschaften 1,5 2,1
Summe 85,2 127,3

Der Anstieg der Umsatzerlöse ist im Wesentlichen auf die starke Zunahme der Energiepreise zurückzuführen, die jedoch auch zu einer deutlichen Steigerung der Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger führte. Da der Anstieg der Energiebeschaffungskosten infolge regulatorischer und vertraglicher Bedingungen nicht zur Gänze in der gleichen Periode weitergegeben werden kann, führt dies zu einem negativen operativen Ergebniseffekt und Periodenverschiebungen, da sich absatzseitige Preisanpassungen erst in Folgeperioden niederschlagen.

Im ersten Halbjahr 2021/22 wurden der EVN Ausgleichszahlungen für die stark gestiegenen Beschaffungskosten für Gas sowie Netzverluste seitens der bulgarischen Regierung zuerkannt. Kompensationszahlungen in der Höhe von 67,5 Mio. Euro wurden gemäß IAS 20.29 aufwandsreduzierend in der Position Fremdstrombezug und Energieträger erfasst.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter ging im ersten Halbjahr 2021/22 auf 85,2 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 127,3 Mio. Euro). Dieser Rückgang resultierte im wesentlichen aus operativen Ergebnisrückgängen im Vertriebsgeschäft und auf die Wertaufholung des Wasserkraftwerks Ashta aus dem Vorjahr.

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der am 31. März 2022 im Umlauf befindlichen Aktien von 178.181.157 Stück (31. März 2021: 178.137.693 Stück) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Auf Basis des Konzernergebnisses von 127,4 Mio. Euro (Vorjahr: 176,0 Mio. Euro) errechnet sich für das erste Halbjahr 2021/22 ein Ergebnis je Aktie von 0,71 Euro (Vorjahr: 0,99 Euro je Aktie).

Aufgrund geänderter regulatorischer Rahmenbedingungen in Bulgarien musste der Windpark Kavarna zum 31. Dezember 2021 einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen werden. Diese führte zu einer Wertaufholung in Höhe von 6,4 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 18,4 Mio. Euro (Vorjahr: 12,7 Mio. Euro). Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 4,31 % für den regulierten Zeitraum und von 4,58 % für den nicht regulierten Zeitraum verwendet (Vorjahr: 5,24 % bzw. 5,30 %).

Der Firmenwert der CGU "Internationales Projektgeschäft" wurde aufgrund geänderter Risiko- und Ertragserwartungen des Konzerns infolge des unsicheren geopolitischen und ökonomischen Umfelds zum 31. März 2022 einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Diese ergab eine Wertminderung des erfassten Firmenwerts in Höhe von 52,9 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 392,2 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 4,17 % (Vorjahr: 3,47 %) verwendet.

Infolge der politischen Entwicklungen und der gestiegenen Länderrisikoprämien in Russland wurden die Blockheizkraftwerke in Moskau einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen und zur Gänze wertgemindert. Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasste Wertminderung betrug 4,4 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und ergab einen negativen Betrag. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 16,38 % verwendet.

Im Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform im Nationalrat beschlossen. Der aktuell in Österreich gültige Körperschaftsteuersatz wird im Jahr 2023 von derzeit 25 % auf 24 % und im Jahr 2024 auf 23 % gesenkt. Die daraus resultierenden Umwertungen der Steuerlatenzen führen per 31. März 2022 zu einem erfolgswirksamen Ertrag in Höhe von 4,9 Mio. Euro. Die Steuersatzänderung wirkt auch auf die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral ausgewiesenen Bewertungseffekte und führt dort zu vergleichbaren Ergebnissen (siehe Konzern-Gesamtergebnisrechnung).

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Bilanz

Im ersten Halbjahr 2021/22 hat die EVN immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Wert von 191,5 Mio. Euro (Vorjahr: 155,8 Mio. Euro) aktiviert. Sachanlagen mit einem Nettobuchwert von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) wurden mit einem Veräußerungsgewinn von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) verkauft.

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 4.372,4 Mio. Euro, die überwiegend der Kategorie FVOCI zugeordnet sind, beinhalten die von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien mit einem Kurswert von 4.190,7 Mio. Euro, der sich damit gegenüber dem 30. September 2021 aufgrund der Kursentwicklung der Verbund-Aktie um 342,3 Mio. Euro erhöht hat. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden nach Berücksichtigung

des Abzugs latenter Steuern gemäß IFRS 9 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

Im Umlauf befindliche Aktien 2021/22
Stück 1. Halbjahr
Stand 30.09.2021 178.181.157
Erwerb eigener Aktien
Stand 31.03.2022 178.181.157

Zum Stichtag 31. März 2022 hielt die EVN 1.697.245 Stück eigene Aktien (das sind 0,94 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 18,5 Mio. Euro. Aus den eigenen Aktien stehen der EVN keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die 93. ordentliche Hauptversammlung der EVN hat am 3. Februar 2022 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2020/21 eine Dividende in Höhe von 0,52 Euro pro Aktie auszuschütten. Dies ergab eine Gesamtdividendenzahlung von 92,6 Mio. Euro. Ex-Dividendentag war der 9. Februar 2022, Dividendenzahltag der 11. Februar 2022.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Mio. EUR 31.03.2022 30.09.2021
Anleihen 315,4 319,6
Bankdarlehen 641,7 399,3
Summe 957,2 718,9

Der Rückgang der Anleihen um 4,2 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus der Wertveränderung des abgesicherten Fremdwährungsrisikos der JPY-Anleihe. Dem stand eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Absicherungsgeschäfte gegenüber.

Der Anstieg der Bankdarlehen ist auf die Neuaufnahme von Darlehen zurückzuführen. In den Bankdarlehen sind Schuldscheindarlehen in Höhe von 187,5 Mio. Euro (Vorjahr: 187,5 Mio. Euro) enthalten, die im Oktober 2012 sowie im April 2020 emittiert wurden.

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Energie Erzeugung Netze Südosteuropa
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
Außenumsatz 389,0 188,8 160,2 65,3 295,3 282,4 1.029,2 534,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 5,9 2,3 38,7 92,4 29,0 24,8 0,7 0,4
Gesamtumsatz 394,9 191,1 198,9 157,7 324,3 307,2 1.030,0 534,6
Operativer Aufwand –387,9 –190,1 –62,5 –65,1 –169,9 –158,9 –1.008,9 –460,0
Ergebnisanteil der at Equity ein
bezogenen Unternehmen operativ
41,4 66,5 0,6 10,1 0,0 0,0
EBITDA 48,5 67,4 137,0 102,7 154,4 148,3 21,1 74,6
Abschreibungen –10,6 –10,7 –14,5 –42,2 –72,4 –68,8 –38,4 –36,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 37,9 56,7 122,4 60,5 82,0 79,5 –17,3 38,0
Finanzergebnis –1,3 –1,0 –1,5 –4,8 –7,3 –6,2 –6,7 –7,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 36,6 55,7 121,0 55,7 74,7 73,4 –24,0 30,2
Gesamtvermögen 1.291,8 1.031,1 847,7 1.102,4 2.283,7 2.216,8 1.372,4 1.232,4
Investitionen1) 9,1 6,6 17,3 4,5 115,2 89,4 42,0 46,7
Umwelt Alle sonstigen Segmente Konsolidierung Summe
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
Außenumsatz 242,7 203,7 10,2 10,3 2.126,7 1.284,8
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 0,3 0,2 37,1 36,3 –111,7 –156,4
Gesamtumsatz 243,0 204,0 47,3 46,7 –111,7 –156,4 2.126,7 1.284,8
Operativer Aufwand –224,7 –171,5 –47,9 –45,9 110,2 215,2 –1.791,7 –876,3
Ergebnisanteil der at Equity ein
bezogenen Unternehmen operativ
5,6 7,0 37,7 43,7 0,0 85,2 127,3
EBITDA 23,8 39,5 37,1 44,5 –1,6 58,8 420,2 535,8
Abschreibungen –73,7 –19,6 –1,2 –1,2 1,6 –102,2 –209,2 –281,3
Operatives Ergebnis (EBIT) –49,9 19,9 35,8 43,2 0,0 –43,4 211,0 254,5
Finanzergebnis –9,3 –4,9 10,4 18,0 –15,5 –14,3 –31,3 –21,0
Ergebnis vor Ertragsteuern –59,2 15,0 46,2 61,2 –15,5 –57,7 179,7 233,5
Gesamtvermögen 939,3 885,1 7.039,7 5.398,8 –1.831,5 –2.523,7 11.943,2 9.342,9
Investitionen1) 8,1 9,1 0,5 0,3 –0,6 –0,7 191,5 155,8

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Die Vergleichswerte vergangener Perioden enthalten die als Joint Operation einbezogene 49 %-Beteiligung an der STEAG-Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, die nach ihrer Veräußerung und der gleichzeitigen Beendigung des Strombezugsvertrags aus dem Kraftwerk Walsum 10 per 30. September 2021 entkonsolidiert wurde. Insofern ergaben sich vor der Entkonsolidierung Überleitungsbeträge, die aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente Energie sowie Erzeugung und der Konzernebene im Hinblick auf die Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultierten.

Ausgewählte Angaben zu Finanzinstrumenten

Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR 31.03.2022 30.09.2021 Klassen Bewertungskategorie Fair-Value-Hierarchie (IFRS 13) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value Langfristige Vermögenswerte Sonstige Beteiligungen Beteiligungen FVOCI Stufe 3 176,3 176,3 177,0 177,0 Andere Beteiligungen FVOCI Stufe 1 4.190,7 4.190,7 3.848,4 3.848,4 Übrige langfristige Vermögenswerte Wertpapiere FVTPL Stufe 1 70,4 70,4 74,4 74,4 Ausleihungen AC Stufe 2 36,3 34,7 35,4 38,5 Forderungen aus Leasinggeschäften AC Stufe 2 13,3 13,6 14,0 15,2 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 4,5 4,5 4,9 4,9 Forderungen AC 12,8 12,8 10,8 10,8 Kurzfristige Vermögenswerte Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte Forderungen AC 598,5 598,5 453,6 453,6 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 55,7 55,7 58,7 58,7 Wertpapiere FVTPL Stufe 1 504,1 504,1 399,1 399,1 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten AC 99,5 99,5 122,5 122,5 Langfristige Schulden Langfristige Finanzverbindlichkeiten Anleihen AC Stufe 2 315,4 327,3 319,6 367,1 Bankdarlehen AC Stufe 2 641,7 664,6 399,3 467,3 Übrige langfristige Schulden Sonstige übrige Schulden AC 25,9 25,9 33,3 33,3 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 13,5 12,6 11,6 11,6 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 21,3 22,2 16,0 16,0 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten AC 498,1 498,1 318,0 318,0 Lieferantenverbindlichkeiten AC 328,2 328,2 331,7 331,7 Übrige kurzfristige Schulden Übrige finanzielle Verbindlichkeiten AC 217,7 217,7 417,2 417,2 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 109,0 109,0 141,9 141,9 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 33,2 33,2 9,8 9,8 davon aggregiert nach Bewertungskategorie Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis FVOCI 4.367,0 – 4.025,5 – Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden FVTPL 634,6 – 537,1 – Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Schulden AC 2.787,6 – 2.455,4 – Finanzielle Schulden, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden FVTPL 122,5 – 153,5 – In vorstehender Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Der Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, die an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forwardpreiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, die die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber dem letzten Konzernabschluss ergaben sich keine Veränderungen beim Kreis der nahestehenden Personen.

Die Transaktionen mit wesentlichen at Equity einbezogenen Unternehmen setzten sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity
einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2021/22
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
Umsätze 307,8 93,8
Aufwendungen für bezogene Leistungen 113,0 17,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17,8 17,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
16,2 9,6

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken erhöhten sich gegenüber dem 30. September 2021 um 80,2 Mio. Euro auf 1.047,6 Mio. Euro. Diese Veränderung resultierte überwiegend aus einer Erhöhung von Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften und Garantien für Projekte im Umweltbereich sowie aus der Erhöhung der planmäßigen Bestellungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Gegenläufig wirkte eine Reduktion der Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb von Kraftwerken.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der EAA abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 31. März 2022 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 0,8 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 280,0 Mio. Euro.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. März 2022 und dem Redaktionsschluss des Konzern-Zwischenabschlusses am 23. Mai 2022 traten folgende Ereignisse auf:

Im April 2022 emittierte die EVN eine Namensschuldverschreibung (Nominale 155 Mio. Euro, zwei Tranchen mit Laufzeiten von zwölf und 15 Jahren).

Im April bzw. Mai 2022 wurden beide Ratings der EVN von den Ratingagenturen unverändert bestätigt:

  • Moody's: A1, Ausblick stabil
  • Scope Ratings: A+, Ausblick stabil

In der am 25. April 2022 abgehaltenen 75. ordentlichen Hauptversammlung der Verbund AG wurde für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 1,05 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,75 Euro je Aktie) beschlossen.

Erklärung des Vorstands

gemäß § 125 Abs. 1 Z. 3 Börsegesetz 2018

Der Vorstand der EVN AG bestätigt, dass der in Einklang mit den maßgeblichen Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Zwischenabschluss nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht ein möglichst

Maria Enzersdorf, am 23. Mai 2022

EVN AG Der Vorstand

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

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Investor Relations

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Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Finanzkalender1)
Ergebnis 1.– 3. Quartal 2021/22 25.08.2022
Jahresergebnis 2021/22 15.12.2022
Basisinformationen2)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A1, stabil (Moody's); A+, stabil (Scope Ratings)

1) Vorläufig

2) Per 31. März 2022

Impressum

Herausgeber: EVN AG EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon: +43 2236 200-0 Telefax: +43 2236 200-2030

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Redaktionsschluss: 23. Mai 2022