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EVN AG Interim / Quarterly Report 2021

May 27, 2021

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Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2020 / 21

  1. Oktober 2020–31. März 2021 Halbjahresfinanzbericht

Inhalt

Kennzahlen 3
Highlights 4
Zwischenlagebericht 5
Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld 5
Geschäftsentwicklung 7
Risikobericht 10
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen
und Personen
13
Entwicklung der Segmente 14
Die EVN auf dem Kapitalmarkt 21
Die EVN Aktie 21
Aktionärsstruktur 22
Externe Ratings 22
Konzern-Zwischenabschluss 23
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 23
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 24
Konzern-Bilanz 25
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 26
Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung 27
Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss 28
Erklärung des Vorstands 35

Kennzahlen

2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
%
2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
2019/20
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 2.079 2.146 –3,1 1.032 1.052 –1,9 3.785
davon erneuerbare Energie GWh 1.112 1.155 –3,7 569 611 –6,9 2.250
Stromverkauf an Endkunden GWh 10.976 10.905 0,7 5.802 5.851 –0,8 19.813
Gasverkauf an Endkunden GWh 4.167 3.907 6,7 2.341 2.188 7,0 4.957
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.733 1.581 9,6 949 874 8,7 2.303
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 1.284,8 1.194,4 7,6 680,7 618,1 10,1 2.107,5
EBITDA Mio. EUR 535,8 388,8 37,8 202,0 198,2 1,9 590,4
EBITDA-Marge1) % 41,7 32,6 9,1 29,7 32,1 –2,4 28,0
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 254,5 230,7 10,3 118,6 111,9 5,9 273,1
EBIT-Marge1) % 19,8 19,3 0,5 17,4 18,1 –0,7 13,0
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 233,5 201,7 15,8 105,5 93,6 12,8 257,3
Konzernergebnis Mio. EUR 176,0 152,7 15,3 82,5 69,7 18,4 199,8
Ergebnis je Aktie EUR 0,99 0,86 15,2 0,46 0,39 18,4 1,12
Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 9.342,9 7.268,8 28,5 9.342,9 7.268,8 28,5 8.365,7
Eigenkapital Mio. EUR 5.209,0 3.996,5 30,3 5.209,0 3.996,5 30,3 4.543,3
Eigenkapitalquote1) % 55,8 55,0 0,8 55,8 55,0 0,8 54,3
Nettoverschuldung2) Mio. EUR 929,9 1.191,2 –21,9 929,9 1.191,2 –21,9 1.037,7
Gearing1) % 17,9 29,8 –12,0 17,9 29,8 –12,0 22,8
Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio. EUR 591,0 321,1 84,1 183,2 181,4 1,5 497,1
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 311,6 31,2 267,9 60,1 412,0
Investitionen3) Mio. EUR 155,8 128,4 21,3 69,0 52,2 32,1 367,9
Performance der EVN Aktie
Kurs per Ultimo EUR 18,36 13,34 37,6 18,36 13,34 37,6 14,28
Aktienumsatz 4) Mio. EUR 188,3 127,0 48,3 190,1
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 3.303 2.400 37,6 3.303 2.400 37,6 2.569
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ø 7.140 7.021 1,7 7.128 7.026 1,5 7.007

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Inkl. langfristige Personalrückstellungen

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4) Wiener Börse, Einmalzählung

Highlights

Sehr guter Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2020/21

  • • Verbesserung in Umsatz (+7,6 %), EBIT (+10,3 %) und Konzernergebnis (+15,3 %)
  • • Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter und Einmaleffekt bedingen einen EBITDA-Anstieg (+37,8 %), der durch eine Wertminderung teilweise wieder ausgeglichen wird (siehe dazu auch Seite 10)
  • • Covid-19-Pandemie hat nur punktuell Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung; integriertes Geschäftsmodell und breite Kundendiversifikation wirken stabilisierend

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

  • • Temperaturbedingter Energiebedarf in Österreich über Vorjahreswert und langjährigem Durchschnitt
  • • Temperaturen in Südosteuropa niedriger als im außergewöhnlich milden Vorjahr, jedoch höher als im langjährigen Durchschnitt
  • • Windaufkommen deutlich unter Vorjahresniveau und langjährigem Mittelwert
  • • Überdurchschnittlich gutes Wasserdargebot
  • • Preisanstiege bei Erdgas, CO2-Emissionszertifikaten sowie Grund- und Spitzenlaststrom

Umfassendes Investitionsprogramm für die nächsten Jahre

  • • Jährliche Investitionen von bis zu 450 Mio. Euro, davon rund drei Viertel in Niederösterreich
  • • Umfangreiche Netzinvestitionen sichern Versorgungssicherheit, CO2-freie Energiezukunft sowie Wachstum im Segment Netze
  • • Weitere Schwerpunkte: erneuerbare Erzeugung (Windkraft, Photovoltaik und Biomasse) sowie Trinkwasserversorgung

Anstieg der installierten Windkraftkapazität auf 376 MW

  • • Inbetriebnahme des Windparks Kettlasbrunn II (8,4 MW) Ende Dezember 2020
  • • Anteil der erneuerbaren Erzeugung: 53,5 % (Vorjahr: 53,8 %)

Errichtung einer Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Krems

  • • 5 MW elektrische und 15 MW thermische Leistung
  • • Investitionsvolumen rund 40 Mio. Euro
  • • Ökostrom für 15.000 Haushalte und Naturwärme für bis zu 30.000 Haushalte
  • • Baustart im ersten Quartal 2021, geplante Inbetriebnahme im ersten Quartal 2023

Neuer Generalunternehmerauftrag in Rumänien für das internationale Projektgeschäft

  • • Modernisierung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage
  • • Auftragswert rund 12 Mio. Euro

Ausblick für das Geschäftsjahr 2020/21 bestätigt

  • • Unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen erwartet die EVN für das Geschäftsjahr 2020/21 ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von etwa 200 bis 230 Mio. Euro.
  • • Der weitere Verlauf der Coronakrise und daraus folgende gesamtwirtschaftliche Auswirkungen könnten einzelne Geschäftsbereiche der EVN und damit die Ergebnisentwicklung des Konzerns jedoch negativ beeinflussen.

Bestätigung der Dividendenpolitik

• Die Dividendenpolitik der EVN zielt darauf ab, die absolute Höhe der Dividende von zuletzt 0,49 Euro pro Aktie zumindest konstant zu halten.

Rückkehr der EVN in den ATX

• Seit dem 22. März 2021 ist die EVN wieder im Leitindex der Wiener Börse enthalten.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

% 2018
3,6 bis 4,4 4,3 bis 4,4 –6,6 1,3 1,9
4,0 bis 4,7 1,5 bis 3,5 –6,6 1,4 2,6
3,7 bis 4,7 3,3 bis 3,5 –4,2 bis –5,1 3,7 3,1
4,8 bis 6,1 4,5 bis 5,0 –8,0 bis –9,0 2,9 2,8
3,5 bis 4,0 3,6 bis 3,8 –5,1 bis –4,5 3,2 2,9
2022f 2021f 2020 2019

1) Quelle: "European Economic Forecast, Spring 2021", EU-Kommission, Mai 2021

2) Quelle: "Prognose der österreichischen Wirtschaft 2020–2021", IHS, Oktober 2020

3) Quelle: "Prognose für 2020 und 2021: Zähe Konjunktur nach kräftigem Rebound", WIFO, Oktober 2020

4) Quelle: "Global Economic Prospects", World Bank, Jänner 2021

5) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, Oktober 2020

Wirtschaftliches Umfeld

Die globale Wirtschaftslage und auch der Ausblick sind weiterhin von der Covid-19-Pandemie und ihren schwerwiegenden ökonomischen Folgen geprägt. Weltweit schrumpfte die wirtschaftliche Aktivität in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres äußerst kräftig, allerdings legte die Weltwirtschaft seit dem dritten Quartal 2020 wieder deutlich zu. Unterstützend wirken die umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen, die zur Begrenzung der negativen Folgen der Pandemie ergriffen wurden. All dies gilt gleichermaßen für die Entwicklung in der Eurozone: Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um rund 6,6 %

im Jahr 2020 wird für 2021 mit einem Wachstum zwischen 4,3 % und 4,4 % gerechnet. Für 2022 wird ein Plus zwischen 3,6 % und 4,4 % erwartet.

Mit dem globalen Wirtschaftsaufschwung und der Rücknahme der Eindämmungsmaßnahmen kehrt wohl auch die österreichische Wirtschaft auf einen soliden Wachstumskurs zurück. Während vom ersten Lockdown im Frühjahr 2020 nahezu alle Wirtschaftszweige betroffen waren, konzentrierten sich die Nachfrageausfälle zuletzt auf unmittelbar von den Einschränkungen betroffene Bereiche wie Handel, Tourismus oder die

Energiewirtschaftliches Umfeld 2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
Heizungsbedingter Energiebedarf 1)
Österreich % 104,0 93,2 105,5 93,6
Bulgarien % 93,4 80,0 97,5 84,0
Nordmazedonien % 98,3 84,9 104,4 98,7
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 41,6 52,1 47,6 46,0
Gas – NCG2) EUR/MWh 16,4 11,6 18,5 10,2
Kohle – API#23) EUR/Tonne 52,7 48,0 56,2 45,2
CO2-Emissionszertifikate EUR/Tonne 30,5 24,7 33,9 24,1
Strom – EEX Forwardmarkt4)
Grundlaststrom EUR/MWh 41,9 51,3 41,9 51,2
Spitzenlaststrom EUR/MWh 52,9 63,6 53,1 63,0
Strom – EPEX Spotmarkt5)
Grundlaststrom EUR/MWh 48,1 35,7 53,9 31,5
Spitzenlaststrom EUR/MWh 58,9 43,3 64,5 37,9

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht dem bereinigten langjährigen Durchschnitt der länderspezifischen Messwerte.

2) Net Connect Germany (NCG) – EEX-(European Energy Exchange)-Börsepreis für Erdgas

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

5) EPEX Spot – European Power Exchange

Energiewirtschaftliche Kennzahlen – Konzern
GWh
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
Stromerzeugung 2.079 2.146 –67 –3,1 1.032 1.052 –1,9
Erneuerbare Energie 1.112 1.155 –43 –3,7 569 611 –6,9
Wärmekraftwerke 968 991 –24 –2,4 463 442 4,9
Netzabsatz
Strom 12.569 12.164 404 3,3 6.604 6.398 3,2
Erdgas1) 10.750 10.336 413 4,0 5.516 5.376 2,6
Energieverkauf an Endkunden
Strom 10.976 10.905 71 0,7 5.802 5.851 –0,8
davon Mittel- und Westeuropa2) 4.588 4.422 166 3,7 2.329 2.308 0,9
davon Südosteuropa 6.389 6.483 –95 –1,5 3.473 3.544 –2,0
Erdgas 4.167 3.907 261 6,7 2.341 2.188 7,0
Wärme 1.733 1.581 151 9,6 949 874 8,7
davon Mittel- und Westeuropa2) 1.569 1.425 144 10,1 847 779 8,8
davon Südosteuropa 164 156 7 4,8 102 95 7,4

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Veranstaltungsbranche. Die österreichischen Warenexporte und die Sachgütererzeugung waren von den letzten Lockdown-Maßnahmen kaum betroffen und profitieren maßgeblich von der Erholung der weltweiten Industrieproduktion und des globalen Warenhandels. Die hohe Unsicherheit im vergangenen Jahr hat die Ausgabenbereitschaft der Haushalte gedämpft und zu einem Anstieg der Sparquote auf 14,5 % geführt. Mit den sukzessiven Lockerungen und der fortschreitenden Durchimpfung sollte der private Konsum im weiteren Jahresverlauf jedoch zu einem Treiber des Wachstums werden. Nach einem Einbruch der Wirtschaft um rund 6,6 % im Jahr 2020 dürfte das reale BIP 2021 zwischen 1,5 % und 3,5 % wachsen. Für das Jahr 2022 wird mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 4,0 % und 4,7 % gerechnet.

Auch die bulgarische Wirtschaft litt unter der Covid-19-Krise und hat im vergangenen Jahr rund 4,5 % eingebüßt. Die Parlamentswahlen im April 2021 brachten keine eindeutigen Mehrheiten. Die Regierungsbildung ist offen; auch Neuwahlen sind nicht ausgeschlossen. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft sollten sich mit dem einsetzenden Frühling und einem Anstieg der Immunisierung zusehends abschwächen. Für das laufende Jahr wird ein Anstieg des BIP um rund 3,4 %, für 2022 ein Plus zwischen 3,7 % und 4,7 % erwartet.

Kroatien, das sich bis 2019 auf Wachstumskurs befand, musste im vergangenen Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu 9,0 % hinnehmen. Die generell hohe Abhängigkeit vom Tourismus und der starke Rückgang des Konsums der

Haushalte aufgrund der Verunsicherung durch die Pandemie waren die Hauptgründe für die negative gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die globale Erholung, insbesondere im Euroraum, sollte sich positiv auf die kroatische Wirtschaft auswirken. Die BIP-Wachstumsprognose für 2021 beläuft sich auf 4,5 % bis 5,0 %. Für das Jahr 2022 wird mit einem Plus von bis zu 6,1 % gerechnet.

In der Republik Nordmazedonien hat die Corona-Pandemie ebenfalls zu einer Schrumpfung der Wirtschaft um rund 5,0 % geführt. Das Land kommt nur in sehr geringem Ausmaß zu Impfstoffdosen, und es ist absehbar, dass der Impfprozess länger andauern wird als in den Nachbarregionen. Dennoch wird für 2021 eine Erholung der Konjunktur um rund 3,7 % prognostiziert, 2022 soll die Wirtschaft zwischen 3,5 % und 4,0 % wachsen.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Das erste Halbjahr 2020/21 war in allen drei Kernmärkten der EVN von niedrigeren Temperaturen geprägt als die Vergleichsperiode des Vorjahres. Die Heizgradsumme – sie definiert den temperaturbedingten Energiebedarf – überstieg dabei in Österreich das Vorjahresniveau um 10,7 Prozentpunkte und lag damit auch über dem langjährigen Durchschnitt. In Bulgarien und Nordmazedonien war ein Anstieg um jeweils 13,4 Prozentpunkte zu verzeichnen.

Die Preise für Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate waren im Vergleichszeitraum des letzten Jahres stark vom Ausbruch der Covid-19-Pandemie und einer damit einhergehend geringeren

EBIT nach Segmenten 1. Halbjahr Mio. EUR 2019/20 2020/21 Energie 56,7 55,0

Umwelt Alle sonstigen Segmente Netze Südosteuropa 38,0 31,6 43,2 33,8 79,5 68,9 19,9 3,3 Erzeugung 60,5 32,1

Nachfrage beeinflusst gewesen. Mit Voranschreiten der Konjunkturerholung und einer temperaturbedingt höheren Energienachfrage brachte das erste Halbjahr 2020/21 im Jahresvergleich wieder Anstiege des durchschnittlichen EEX-Börsepreises für Erdgas um 41,5 % auf 16,4 Euro pro MWh und des durchschnittlichen Kohlepreises um 9,7 % auf 52,7 Euro pro Tonne. Auch der Preis für CO2-Emissionszertifikate ist auf durchschnittlich rund 30 Euro pro Tonne angestiegen (Vorjahr: rund 24 Euro pro Tonne). Für zusätzlichen Auftrieb sorgten hier die Zielverschärfungen auf EU-Ebene zur Reduktion der CO2-Emissionen.

Die Marktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom verzeichneten im ersten Halbjahr 2020/21 entsprechend der Entwicklung der Preise für Primärenergie und CO2-Zertifikate ebenfalls einen Anstieg. Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen mit durchschnittlich 48,1 Euro pro MWh bzw. 58,9 Euro pro MWh um 34,7 % bzw. 35,9 % über den Vorjahreswerten.

Geschäftsentwicklung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights

  • • Umsatz: +7,6 % auf 1.284,8 Mio. Euro
  • • EBITDA: +37,8 % auf 535,8 Mio. Euro
  • • EBIT: +10,3 % auf 254,5 Mio. Euro
  • • Konzernergebnis: +15,3 % auf 176,0 Mio. Euro

Die Umsatzerlöse der EVN beliefen sich im ersten Halbjahr 2020/21 auf 1.284,8 Mio. Euro und verzeichneten damit einen Anstieg um 7,6 %. Zurückzuführen war dies vor allem auf das internationale Projektgeschäft und hier auf das im Sommer 2020 gestartete

Struktur der Investitionen 1. Halbjahr

%, Gesamtsummen Mio. EUR

%

Bilanzstruktur zum Stichtag

Abwasserprojekt in Kuwait. Zuwächse ergaben sich zudem im Netzbetrieb – neben der kühleren Witterung in allen drei Kernmärkten wirkten sich hier die per 1. Jänner 2021 von der E-Control in Österreich festgelegten höheren Netznutzungsentgelte positiv aus. Gegenläufig dazu wirkten geringere Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften für die Stromerzeugung sowie geringere Umsatzerlöse aus dem Erdgashandel.

Der bei den sonstigen betrieblichen Erträgen verzeichnete Anstieg auf 165,5 Mio. Euro (Vorjahr: 41,9 Mio. Euro) ist primär den Effekten aus der Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts aus dem Kraftwerk Walsum 10 geschuldet (siehe dazu auch Seite 10).

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger nahm aufgrund der im zweiten Quartal 2020/21 erforderlich gewordenen Dotierung einer Rückstellung für belastende Verträge um 2,4 % auf 568,7 Mio. Euro zu. Gegenläufig dazu wirkte der Umsatzrückgang im Erdgashandel hier aufwandsmindernd.

Getrieben durch die Entwicklungen im internationalen Projektgeschäft stiegen die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand um 81,4 % auf 240,8 Mio. Euro an.

Mit 176,9 Mio. Euro lag der Personalaufwand im Berichtszeitraum um 4,1 % über dem Vorjahresniveau. Neben kollektivvertraglichen Anpassungen beruhte dies u. a. auf der Aufnahme zusätzlicher Mitarbeiter für das Abwasserprojekt in Kuwait. Der durchschnittliche Personalstand der EVN betrug im Berichtszeitraum 7.140 Mitarbeiter (Vorjahr: 7.021 Mitarbeiter).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen um 9,2 % auf 55,5 Mio. Euro zu.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verbesserte sich auf 127,3 Mio. Euro (Vorjahr: 61,2 Mio. Euro), wesentlich getrieben von einer operativen Ergebnisverbesserung sowie Veränderungen von Bewertungseffekten aus Absicherungsgeschäften bei der EVN KG. Neben höheren Ergebnisbeiträgen der RAG und der Energie Burgenland trug zu dieser Verbesserung auch noch eine Wertaufholung von 9,6 Mio. Euro beim Wasserkraftwerk Ashta dank der wieder gesunkenen Länderrisikoprämie bei. Im Vorjahr war hier angesichts des Anstiegs der Länderrisikoprämie durch die Covid-19-Pandemie eine Wertminderung von 4,9 Mio. Euro erforderlich geworden.

Auf Basis dieser Entwicklungen lag das EBITDA der EVN im ersten Halbjahr 2020/21 mit 535,8 Mio. Euro um 37,8 % über dem Vorjahreswert.

Die planmäßigen Abschreibungen stiegen investitionsbedingt sowie infolge der Abschreibung von aktivierten Projektvorlaufkosten für das Projekt in Kuwait um 17,2 % auf 168,2 Mio. Euro. Im Zusammenhang mit der Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts waren zudem Wertminderungen auf das Kraftwerk Walsum 10 im Ausmaß 113,1 Mio. Euro erforderlich. Im Vergleichszeitraum hatten die mit dem Einsetzen der Covid-19- Pandemie gestiegenen Länderrisikoprämien zu Wertminderungen von 14,5 Mio. Euro geführt. Per Saldo erzielte die EVN damit ein um 10,3 % höheres EBIT von 254,5 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis verbesserte sich insbesondere aufgrund einer verbesserten Performance des R 138-Fonds um 27,8 % auf –21,0 Mio. Euro.

In Summe ergab sich daraus im Berichtszeitraum ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 233,5 Mio. Euro, das um 15,8 % über dem Vorjahreswert lag. Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 38,7 Mio. Euro (Vorjahr: 33,2 Mio. Euro) und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile belief sich das Konzernergebnis auf 176,0 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 15,3 %.

Geldflussrechnung

Im Cash Flow aus dem Ergebnis der EVN für das erste Halbjahr 2020/21 – er belief sich auf 591,0 Mio. Euro (Vorjahr: 321,1 Mio. Euro) – werden die unbaren Bewertungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Übernahme eines Strombezugsrechts aus dem Kraftwerk Walsum 10 korrigiert. Konkret betrifft dies die Wertminderung des Kraftwerks, die vorzeitige Auflösung des entsprechenden Baukostenzuschusses sowie die Bildung einer Rückstellung für belastende Verträge (siehe dazu auch die Erläuterungen auf Seite 10). Die deutliche Erhöhung gegenüber dem Wert der Vergleichsperiode beruht somit auf den Ausgleichszahlungen für die Übernahme des Strombezugsrechts und auf den höheren ausgeschütteten Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen.

Im Cash Flow aus dem operativen Bereich konnte die gegenüber der Vergleichsperiode bessere Entwicklung im Working Capital höhere Zahlungen für Ertragsteuern ausgleichen. Damit übertraf der Anstieg im Cash Flow aus dem operativen Bereich jenen im Cash Flow aus dem Ergebnis.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich betrug im Berichtszeitraum –295,9 Mio. Euro (Vorjahr: 57,2 Mio. Euro). Neben den im Vorjahresvergleich gestiegenen Investitionen in das Sachanlagevermögen war er vor allem durch zusätzliche Veranlagungen in Cash-Fonds geprägt. Beim Jahresvergleich ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr Veranlagungen in Cash Fonds sowie in Wertpapiere des R 138-Fonds reduziert wurden. Zudem hatte sich hier im Vorjahr die Garantiezahlung der Republik Montenegro für das Kläranlagenprojekt in Budva ausgewirkt.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich belief sich auf –13,9 Mio. Euro (Vorjahr: –150,8 Mio. Euro). In diesem Betrag ist neben den planmäßigen Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten die im Rahmen einer Privatplatzierung erfolgte Emission einer grünen Anleihe (Nominale von 101 Mio. Euro) sowie die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019/20 berücksichtigt.

Im Summe ergab sich damit für den Berichtszeitraum ein Cash Flow von 1,8 Mio. Euro, die liquiden Mittel beliefen sich zum 31. März 2021 auf 141,6 Mio. Euro. Zusätzlich standen der EVN Gruppe vertraglich zugesagte, nicht gezogene Kreditlinien im Ausmaß von 551,0 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN lag per 31. März 2021 mit 9.342,9 Mio. Euro um 11,7 % über dem Wert zum 30. September 2020. Dieser Anstieg war insbesondere durch die Kursentwicklung der Verbund-Aktie bedingt, die zu einer Zunahme bei den langfristigen Vermögenswerten führte (Stichtagskurs von 62,00 Euro zum 31. März 2021 im Vergleich zu 46,68 Euro zum 30. September 2020). Einen Anstieg verzeichneten daneben auch die at Equity einbezogenen Unternehmen, bei denen insbesondere der höhere Ergebnisbeitrag der EVN KG und erfolgsneutrale Bewertungen positiv wirkten. Gegenläufig dazu führte die bereits im ersten Quartal berücksichtigte Wertminderung des Kraftwerks Walsum 10 zu einem Rückgang der Sachanlagen. Insgesamt erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte um 8,2 % auf 8.034,6 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen im Berichtszeitraum um 39,5 % auf 1.308,2 Mio. Euro zu. Zurückzuführen war dies primär auf saisonal höhere Forderungen aus dem Energiegeschäft und dem internationalen Projektgeschäft. Zudem beeinflussten höhere Veranlagungen in Cash-Fonds sowie für die Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts erhaltene Ausgleichszahlungen die Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte.

Das Eigenkapital belief sich per 31. März 2021 auf 5.209,0 Mio. Euro und lag damit trotz der im Jänner 2021 erfolgten Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019/20 um 14,7 % über dem Wert zum 30. September 2020.

Getrieben wurde dieser deutliche Anstieg neben dem im Berichtszeitraum erzielten Ergebnis vor allem durch die im Eigenkapital abgebildeten positiven Effekte aus erfolgsneutralen Bewertungen. Wesentlichen Einfluss hatten hier insbesondere der Kursanstieg der Verbund-Aktie und die erwähnten Effekte bei at Equity einbezogenen Unternehmen. Die Eigenkapitalquote belief sich per 31. März 2021 auf 55,8 % (30. September 2020: 54,3 %).

Die langfristigen Schulden der EVN nahmen im Berichtszeitraum um 14,0 % auf 3.190,5 Mio. Euro zu. Maßgeblich dafür waren eine – durch den höheren Stichtagskurs der Verbund-Aktie verursachte – Zunahme der langfristigen Steuerverbindlichkeiten

sowie die Bildung von Rückstellungen für belastende Verträge. Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten führte die im Rahmen einer Privatplatzierung erfolgte Emission einer 15-jährigen, endfälligen grünen Anleihe mit einem Nominale von 101 Mio. Euro zu einem Anstieg, dem jedoch die Umgliederung von Krediten in den kurzfristigen Bereich entgegenwirkte.

Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich gegenüber dem 30. September 2020 um 7,9 % auf 943,4 Mio. Euro. Wesentliche Treiber dafür waren eine stichtagsbedingte Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten, geringere Finanz- und Steuerverbindlichkeiten sowie ein Rückgang der übrigen kurzfristigen Schulden.

Übernahme eines Strombezugsrechts

Im Dezember 2020 hat die EVN ein zusätzliches Strombezugsrecht aus dem Kraftwerk Walsum 10 im Ausmaß von 150 MW übernommen. Die Übernahme des Strombezugsrechts ermöglichte die Vereinfachung der bestehenden Vertragsbeziehungen im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Walsum 10 vor dem Hintergrund des in Deutschland beschlossenen Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes. Im Folgenden werden die aus der Übernahme des Strombezugsrechts resultierenden bilanziellen Auswirkungen per 31. März 2021 beschrieben:

  • • Die Übernahme des Strombezugsrechts und der damit verbundenen Vermarktungsrisiken wurde durch eine Ausgleichszahlung an die EVN kompensiert. Einem Teil der Ausgleichszahlung steht eine erfolgsneutral eingebuchte Rückstellung für belastende Verträge gegenüber, die sich auf das Risiko aus der Vermarktung des über den Beteiligungsansatz der EVN am Kraftwerk hinausgehenden Strombezugsrechts bezieht. Der Rest der Ausgleichszahlung ist als sonstiger betrieblicher Ertrag erfolgswirksam abgebildet.
  • • Ein in der Vergangenheit vereinnahmter und in den langfristigen Schulden ausgewiesener Baukostenzuschuss wurde vorzeitig ergebniswirksam aufgelöst.
  • • Die Übernahme des Strombezugsrechts und der Vermarktungsrisiken führte zu einer Wertminderung bei dem in den Sachanlagen anteilsmäßig enthaltenen Kraftwerk Walsum 10 im Ausmaß von 113,1 Mio. Euro.

• Zum 31. Dezember 2020 führte die Transaktion per Saldo zu einem negativen Ergebniseffekt von 2,0 Mio. Euro. Geänderte energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen führten zum 31. März 2021 zur Dotierung einer zusätzlichen Rückstellung für belastende Verträge.

Risikobericht

gemäß § 125 Abs. 4 Börsegesetz 2018

Risikoprofil

Das Risikoprofil des EVN Konzerns ist vor allem durch die branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten und insbesondere durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen geprägt. Die Kategorisierung all dieser Aspekte folgt dem Risikomanagementprozess der EVN.

Mögliche Risiken bzw. Auswirkungen der Covid-19-Pandemie werden weiterhin laufend beobachtet. Wie zum 30. September 2020 erhoben, lassen sich die für die EVN relevanten Ungewissheiten und Auswirkungen einer Pandemie den bereits bestehenden Risikokategorien zuordnen. Somit erfolgte die qualitative und quantitative Bewertung der im Zusammenhang mit der Coronakrise identifizierten Risiken entlang der in der folgenden Tabelle aufgelisteten Risikokategorien.

Das identifizierte Gesamtrisikoprofil hat sich seit dem Ende des vergangenen Geschäftsjahres am 30. September 2020 nicht wesentlich verändert und bleibt daher auch noch für die restlichen sechs Monate des Geschäftsjahres 2020/21 aufrecht. Gegenwärtig sind keine Risiken für die Zukunft erkennbar, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten. Nachfolgend sollen die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten zusammenfassend erläutert werden.

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Deckungsbeitragsrisiko
(Preis- und Mengeneffekte)
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen
der geplanten Deckungsbeiträge
• Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs
und Absatzpreise (insb. für Energieträger)
• Nachfragerückgänge (insb. beeinflusst
durch Witterung bzw. Klimawandel, Politik,
Reputation oder Wettbewerb)
• Rückgang der Eigenerzeugung
• Rückgang des Projektvolumens im Umwelt
bereich (insb. infolge Marktsättigung,
eingeschränkter Ressourcen für Infrastruktur
projekte oder Nichtberücksichtigung bzw.
Unterliegen bei Ausschreibungen)
Potenzielles Klimarisiko
Auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungs
strategie; Absicherungsstrategien; Diversifizierung
der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder;
auf Kundenbedürfnisse abgestimmte Produkt
palette; längerfristiger Verkauf von Kraftwerks
kapazitäten
Lieferantenrisiko Überschreiten der geplanten (Projekt-)Kosten;
mangelhafte Erfüllung oder Nichterfüllung vertrag
lich zugesagter Leistungen
Partnerschaften; möglichst weitgehende
vertragliche Absicherung; externe Expertise
Finanzrisiken
Fremdwährungsrisiken Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste)
und Translationsrisiken bei der Fremdwährungs
umrechnung im Konzernabschluss; nicht währungs
konforme Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung; Limits; Absicherungsinstrumente
Liquiditäts-, Cash-Flow- und
Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener
Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche Liquidität/
Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den erwarteten
Konditionen beschaffen zu können; potenzielles
Klimarisiko
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte
Finanzplanung; Absicherung des benötigten
Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Preis-/Kursänderungsrisiken Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen
(z.B. Fonds) und börsenotierten strategischen
Beteiligungen (z.B. Verbund AG, Burgenland
Holding AG); potenzielles Klimarisiko
Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher
Value-at-Risk-Ermittlung; Anlagerichtlinien
Counterparty-/Kreditrisiken
(Ausfallrisiken)
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem
Geschäftspartner oder Kunden zugesagten Leistung
Vertragliche Konstruktionen; Bonitäts-Monitoring
und Kreditlimitsystem; laufendes Monitoring
des Kundenverhaltens; Absicherungsinstrumente;
Versicherungen; gezielte Diversifizierung der
Geschäftspartner
Beteiligungsrisiken Nichterreichen der Gewinnziele einer
kerngeschäftsnahen Beteiligungsgesellschaft;
potenzielles Klimarisiko
Vertretung in Gremien der jeweiligen Beteiligungs
gesellschaft
Rating-Veränderung Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere
Refinanzierungskosten; potenzielles Klimarisiko
Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanz
kennzahlen
Zinsänderungsrisiken Veränderungen der Marktzinsen; steigender Zins
aufwand; negative Auswirkungen eines niedrigen
Zinsniveaus auf die Bewertung von Vermögenswer
ten und Rückstellungen sowie auf künftige Tarife
Einsatz von Absicherungsinstrumenten; Zinsbindung
in Finanzierungsverträgen

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Wertminderungs-/
Impairment-Risiken
Wertberichtigung von Forderungen; Wertminde
rung von Firmenwerten, Beteiligungen, Erzeugungs
anlagen und sonstigen Vermögenswerten (Wirt
schaftlichkeit/Werthaltigkeit maßgeblich von
Strom- und Primärenergiepreisen und energiewirt
schaftlichen Rahmenbedingungen abhängig);
potenzielles Klimarisiko
Monitoring mittels Sensitivitätsanalysen
Haftungsrisiko Finanzieller Schaden durch Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten; potenzielles Klimarisiko
Haftungen auf erforderliches Mindestmaß
beschränken; laufendes Monitoring
Strategie- und Planungsrisiken
Technologierisiko Spätes Erkennen von und Reagieren auf neue
Technologien (verzögerte Investitionstätigkeit)
bzw. auf Veränderungen von Kundenbedürfnissen;
Investitionen in die "falschen" Technologien;
potenzielles Klimarisiko
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten;
eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte;
ständige Anpassung an den Stand der Technik
Planungsrisiko Modellrisiko; Treffen von falschen bzw. unvollstän
digen Annahmen; Opportunitätsverluste
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut
ausgebildete Mitarbeiter; Monitoring der Parameter
und regelmäßige Updates; Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische Risiken Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe und Schnitt
stellen; Doppelgleisigkeiten; potenzielles Klimarisiko
Prozessmanagement; Dokumentation; internes
Kontrollsystem (IKS)
Betriebsrisiken
Infrastrukturrisiken Falsche Auslegung und Nutzung der technischen
Anlagen; potenzielles Klimarisiko
Beheben von technischen Schwachstellen;
regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der
vorhandenen und künftig benötigten Infrastruktur
Störungen/Netzausfall
(Eigen- und Fremdanlagen),
Unfälle
Versorgungsunterbrechung; Gefährdung von
Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch
Explosionen/Unfälle; potenzielles Klimarisiko
Technische Nachrüstung bei den Schnittstellen
der unterschiedlichen Netze; Ausbau und Instand
haltung der Netzkapazitäten
IT-/Sicherheitsrisiken
(inkl. Cybersecurity)
Systemausfälle; Datenverlust bzw. unbeabsichtigter
Datentransfer; Hackerangriffe
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung;
Back-up-Systeme; technische Wartung; externe Prü
fung; Arbeitssicherheitsmaßnahmen; Krisenübungen
Mitarbeiterrisiken Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitern; Ausfall
durch Arbeitsunfälle; personelle Über- oder Unter
kapazitäten; Kommunikationsprobleme; kulturelle
Barrieren; Betrug; bewusste bzw. unbewusste
Fehldarstellung von Transaktionen bzw. Jahres
abschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld; Gesundheits- und
Sicherheitsvorsorge; flexible Arbeitszeitmodelle;
Schulungen; Veranstaltungen für Mitarbeiter zum
Informationsaustausch und zum Networking;
internes Kontrollsystem (IKS)
Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische
und politische Risiken
Veränderung der politischen und rechtlichen Rah
menbedingungen sowie des regulatorischen Umfelds
(z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rah
menbedingungen, Änderung des Förderregimes,
Marktliberalisierung in Südosteuropa); politische und
wirtschaftliche Instabilität; Netzbetrieb: Nichtaner
kennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netz
tarif durch den Regulator; potenzielles Klimarisiko
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene; angemessene
Dokumentation und Leistungsverrechnung

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Rechts- und Prozessrisiko Nichteinhalten von Verträgen; Prozessrisiko aus
diversen Verfahren; regulatorische bzw. aufsichts
rechtliche Prüfungen
Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und
EU-weiten Interessenvertretungen; Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaft
liches Umfeld
Konjunkturelle Entwicklungen; Schulden-/Finanz
krise; stagnierende oder rückläufige Kaufkraft;
steigende Arbeitslosigkeit; potenzielles Klimarisiko
Weitestgehende Ausschöpfung von (anti-)zyklischen
Optimierungspotenzialen
Vertragsrisiken Nichterkennen von Problemen im juristischen,
wirtschaftlichen und technischen Sinn;
Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence; Zukauf von
Expertise/Rechtsberatung; Vertragsdatenbank und
laufendes Monitoring
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewäh
rung, Non-Compliance,
datenschutzrechtliche Vorfälle
Weitergabe vertraulicher interner Informationen an
Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption;
Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten
Interne Kontrollsysteme; einheitliche Richtlinien
und Standards; Verhaltenskodex; Compliance
Organisation
Projektrisiko Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau neuer
Kapazitäten; potenzielles Klimarisiko
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen
Parameter
Co-Investment-Risiko Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von
Großprojekten gemeinsam mit Partnerunternehmen;
potenzielles Klimarisiko
Vertragliche Absicherung; effizientes Projekt
management
Sabotage Sabotage z.B. bei Erdgasleitungen, Kläranlagen und
Müllverbrennungsanlagen
Geeignete Sicherheitsvorkehrungen; regelmäßige
Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte
Imagerisiko Reputationsschaden; potenzielles Klimarisiko Transparente und proaktive Kommunikation;
nachhaltige Unternehmenssteuerung

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang dargestellt.

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst sechs berichtspflichtige Segmente. Deren Abgrenzung bzw. Definition erfolgt gemäß IFRS 8 Geschäftssegmente ausschließlich auf Grundlage der internen Organisations- und Berichtsstruktur.

Im Segment Alle sonstigen Segmente werden dabei alle jene Geschäftstätigkeiten zusammengefasst, die mangels Überschreiten der quantitativen Schwellenwerte nicht separat berichtspflichtig sind.

Geschäftsbereiche Segmente Wesentliche Aktivitäten
• Vermarktung des im Segment Erzeugung produzierten Stroms
• Beschaffung von Strom, Erdgas und Primärenergieträgern
• Handel mit und Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und
auf Großhandelsmärkten
• Wärmeproduktion und -verkauf
• 45,0 %-Beteiligung an der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH1)
• Beteiligung als alleiniger Kommanditist an der
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG (EVN KG)1)
Energiegeschäft Energie
Erzeugung • Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und
erneuerbarer Energie an österreichischen und internationalen
Standorten
• Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in
Niederösterreich
• 13,0 %-Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH
(Deutschland)1)
• 49,0 %-Beteiligung am Steinkohlekraftwerk Walsum 10
(Deutschland)2)
• 49,99 %-Beteiligung am Laufkraftwerk Ashta (Albanien)1)
Netze • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom und
Erdgas in Niederösterreich
• Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen in
Niederösterreich und im Burgenland
Südosteuropa • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom in
Bulgarien und Nordmazedonien
• Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Nordmazedonien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft in Nordmazedonien
• Wärmeerzeugung, -verteilung und -verkauf in Bulgarien
• Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien
• Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt • Wasserver- und Abwasserentsorgung in Niederösterreich
• Internationales Projektgeschäft: Planung, Errichtung, Finanzierung
und Betriebsführung (je nach Projektauftrag) von Anlagen für die
Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische
Abfallverwertung
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Alle sonstigen Segmente • 50,03 %-Beteiligung an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft;
diese hält 100 % der Anteile an der RAG Austria AG (RAG)1)
• 73,63 %-Beteiligung an der Burgenland Holding AG;
diese ist mit 49,0 % an der Energie Burgenland AG beteiligt1)
• 12,63 %-Beteiligung an der Verbund AG3)
• Konzerndienstleistungen

1) Der Ergebnisbeitrag wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

2) Die Beteiligung an der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen (Joint Operation) abgebildet.

3) Der Dividendenbeitrag wird im Finanzergebnis erfasst.

Energie

Absatzzuwächse bei Strom, Erdgas und Wärme

  • • Entwicklung bei Strom gestützt durch neue Industriekunden und Anstieg im Privatkundenbereich
  • • Witterungsbedingt gestiegene Nachfrage bei Erdgas und Wärme
  • • Kein wesentlicher negativer Einfluss durch Covid-19-Pandemie

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • • Umsatzrückgang vor allem bedingt durch geringeren Stromverkauf aus thermischer Erzeugung sowie im Vorjahresvergleich geringere Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften; zudem rückläufige Entwicklung im Erdgashandel und bei der EVN Wärme
  • • Operativer Aufwand per Saldo um 12,0 % geringer, insbesondere geprägt durch folgende gegenläufige Effekte:
  • – Höhere sonstige betriebliche Erträge aufgrund der Übernahme eines zusätzlichen Strombezugsrechts aus dem Kraftwerk Walsum 10 (siehe dazu auch die Erläuterungen auf Seite 10)
  • – Dotierung einer zusätzlichen Rückstellung für belastende Verträge im zweiten Quartal 2020/21
  • – Geringerer Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger im Einklang mit dem Umsatzrückgang im Erdgashandel

• Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Anteil steigt auf 66,5 Mio. Euro (Vorjahr: 22,1 Mio. Euro), hauptsächlich bedingt durch eine operative Ergebnisverbesserung in der EVN KG sowie eine im Vorjahresvergleich positive Entwicklung der Stichtagsbewertung von Absicherungsgeschäften der EVN KG

Errichtung einer Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Krems

  • • 5 MW elektrische und 15 MW thermische Leistung
  • • Investitionsvolumen rund 40 Mio. Euro
  • • Ökostrom für umgerechnet 15.000 Haushalte und Naturwärme für umgerechnet bis zu 30.000 Haushalte
  • • Baustart im ersten Quartal 2021, geplante Inbetriebnahme im ersten Quartal 2023

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2020/21

  • • Segmentergebnis 2019/20 durch bessere Beschaffungspreise der EVN Wärme und die Auflösung einer in der Vergangenheit gebildeten Rückstellung für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion positiv geprägt
  • • Segmentergebnis 2020/21 daher unter Vorjahresniveau erwartet
Kennzahlen – 2020/21 2019/20 +/– 2020/21 2019/20 +/–
Energie 1. Halbjahr 1. Halbjahr Absolut % 2. Quartal 2. Quartal %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom1) 4.588 4.422 166 3,7 2.329 2.308 0,9
Erdgas1) 4.084 3.842 242 6,3 2.294 2.152 6,6
Wärme 1.569 1.425 144 10,1 847 779 8,8
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 188,8 256,9 –68,1 –26,5 95,5 127,0 –24,9
Innenumsatz 2,3 2,2 0,1 2,5 1,7 1,0 69,6
Gesamtumsatz 191,1 259,1 –68,1 –26,3 97,1 128,0 –24,1
Operativer Aufwand –190,1 –216,0 25,9 12,0 –112,1 –108,4 –3,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 66,5 22,1 44,3 28,7 13,9
EBITDA 67,4 65,2 2,2 3,3 13,8 33,5 –58,8
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –10,7 –10,2 –0,4 –4,3 –5,4 –5,2 –3,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 56,7 55,0 1,7 3,1 8,4 28,3 –70,3
Finanzergebnis –1,0 –0,8 –0,2 –19,2 –0,5 –0,4 –23,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 55,7 54,2 1,6 2,9 7,9 27,9 –71,7
Gesamtvermögen 1.026,9 760,4 266,5 35,0 1.026,9 760,4 35,0
Gesamtschulden 892,7 623,9 268,8 43,1 892,7 623,9 43,1
Investitionen2) 6,6 10,7 –4,1 –38,1 3,2 4,3 –24,8

1) Enthält im Wesentlichen die Absatzmengen der EVN KG sowie der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH in Österreich und Deutschland; der Ergebnisbeitrag dieser beiden Vertriebsgesellschaften wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

Erzeugung

Erneuerbare und thermische Stromerzeugung unter Vorjahresniveau

  • • Überdurchschnittlich gutes Wasserdargebot konnte geringeres Windaufkommen nur zum Teil kompensieren
  • • Stromerzeugung in Wärmekraftwerken auf 747 GWh reduziert (geringere Abrufe des Kraftwerks Theiß zur Netzstabilisierung)
  • • Eigendeckungsgrad von 18,9 % (Vorjahr: 19,7 %)

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • • Rückgang im operativen Aufwand dank höherer sonstiger betrieblicher Erträge (vorzeitige Auflösung des Baukostenzuschusses für das Kraftwerk Walsum 10, siehe dazu auch die Erläuterungen auf Seite 10)
  • • Zunahme des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter auf 10,1 Mio. Euro (Vorjahr: –3,2 Mio. Euro), hauptsächlich bedingt durch eine Wertaufholung von 9,6 Mio. Euro beim Wasserkraftwerk

Ashta infolge einer geringeren Länderrisikoprämie (Vorjahr: Wertminderung von 4,9 Mio. Euro durch Anstieg der Länderrisikoprämie mit Beginn der Covid-19-Pandemie)

• Abschreibungen einschließlich der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen stiegen investitionsbedingt auf 42,2 Mio. Euro

Anstieg der installierten Windkraftkapazität auf 376 MW

• Inbetriebnahme des Windparks Kettlasbrunn II (8,4 MW) Ende Dezember 2020

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2020/21

  • • Segmentergebnis im Vorjahr durch negative Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen beeinflusst (insbesondere Wertminderung von 20,7 Mio. Euro bei der at Equity einbezogenen Verbund Innkraftwerke GmbH)
  • • Segmentergebnis über Vorjahresniveau erwartet (unter der Annahme eines dem langjährigen Durchschnitt entsprechenden Wind- und Wasserdargebots)
Kennzahlen –
Erzeugung
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 1.677 1.749 –72 –4,1 807 835 –3,3
davon erneuerbare Energie 930 978 –48 –4,9 465 516 –9,9
davon Wärmekraftwerke 747 771 –24 –3,1 342 319 7,3
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 65,3 70,5 –5,3 –7,5 32,9 37,9 –13,1
Innenumsatz 92,4 76,5 15,9 20,9 45,1 35,3 27,8
Gesamtumsatz 157,7 147,0 10,7 7,2 78,1 73,2 6,6
Operativer Aufwand –65,1 –77,0 11,9 15,5 –42,0 –37,0 –13,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
10,1 –3,2 13,4 9,8 –3,9
EBITDA 102,7 66,8 35,9 53,8 46,0 32,3 42,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–42,2 –34,7 –7,6 –21,8 –21,2 –18,1 –17,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 60,5 32,1 28,4 88,3 24,8 14,3 73,7
Finanzergebnis –4,8 –7,4 2,6 35,3 –2,5 –2,9 15,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 55,7 24,7 31,0 22,3 11,4 96,6
Gesamtvermögen 1.102,4 1.168,6 –66,2 –5,7 1.102,4 1.168,6 –5,7
Gesamtschulden 663,1 773,1 –110,0 –14,2 663,1 773,1 –14,2
Investitionen1) 4,5 11,7 –7,2 –61,7 1,8 5,6 –68,0

Netze

Anstieg im Strom- und Erdgas-Netzabsatz

  • • Strom-Netzabsatz vor allem getrieben durch deutlich höhere Nachfrage von Haushaltskunden
  • Gegenläufig dazu leichter Rückgang im Stromverbrauch bei Gewerbekunden
  • • Temperaturbedingter Anstieg des Erdgas-Netzabsatzes an Endkunden

Umsatzerlöse durch Preis- und Mengeneffekte verbessert

  • • Netznutzungsentgelt für Haushaltskunden per 1. Jänner 2021 bei Strom um durchschnittlich 6,3 %, bei Erdgas um durchschnittlich 6,4 % erhöht
  • • Positive Umsatzentwicklung bei der kabelplus

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

• Hohes Investitionsniveau führte zu höheren planmäßigen Abschreibungen

Investitionen in die Versorgungssicherheit über Vorjahresniveau

  • • Flächendeckender Einbau von Smart Meters
  • • Laufender Ausbau der Leitungsnetze, Umspannwerke und Trafostationen
  • • Verstärkte Nachfrage nach Anschlüssen von Photovoltaik-Anlagen auf allen Spannungsebenen
  • • Anstieg der Investitionen im Interesse der Versorgungssicherheit und -qualität um 51,8 %

Segment-Ausblick für 2020/21

  • • Investitionsbedingter Anstieg der planmäßigen Abschreibungen
  • • Für das Segment Netze wird eine stabile bis leicht positive Ergebnisentwicklung erwartet
Kennzahlen –
Netze
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 4.673 4.545 128 2,8 2.347 2.261 3,8
Erdgas 10.583 10.193 390 3,8 5.421 5.295 2,4
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 282,4 269,8 12,6 4,7 148,4 136,6 8,7
Innenumsatz 24,8 22,8 1,9 8,4 12,5 11,5 8,7
Gesamtumsatz 307,2 292,7 14,5 5,0 160,9 148,0 8,7
Operativer Aufwand –158,9 –159,0 0,1 0,1 –83,6 –82,9 –0,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 148,3 133,7 14,7 11,0 77,3 65,1 18,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–68,8 –64,8 –4,0 –6,1 –34,6 –32,5 –6,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 79,5 68,9 10,7 15,5 42,7 32,6 30,8
Finanzergebnis –6,2 –4,5 –1,7 –38,1 –2,6 –1,3 –95,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 73,4 64,4 9,0 13,9 40,1 31,3 28,0
Gesamtvermögen 2.216,8 2.031,0 185,9 9,2 2.216,8 2.031,0 9,2
Gesamtschulden 1.437,2 1.395,3 41,9 3,0 1.437,2 1.395,3 3,0
Investitionen1) 89,4 58,9 30,5 51,8 43,3 26,1 65,9

Südosteuropa

Anstieg im Netzabsatz, Rückgang im Energieverkauf an Endkunden

  • • Temperaturbedingter Energiebedarf in Bulgarien und Nordmazedonien über Vorjahr, aber unter langjährigem Durchschnitt • Stärkerer Wettbewerb in Bulgarien nach Marktliberalisierung
  • für Gewerbekunden ab Oktober 2020

Stromerzeugung über Vorjahresniveau

• Besseres Wasserdargebot in Nordmazedonien

EBITDA unter Vorjahresniveau, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahr

  • • Höhere Umsatzerlöse stehen gestiegenen Energiebeschaffungskosten sowie geringeren Margen im regulierten Vertrieb in Nordmazedonien gegenüber
  • • Abschreibungen einschließlich der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen mit 36,6 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert; dieser war durch Wertminderungen angesichts höherer Länderrisikoprämien im Zusammenhang mit Covid-19 belastet gewesen

Errichtung einer Photovoltaik-Anlage in Nordmazedonien

  • • Rund 1,5 MW installierte Leistung
  • • Erste Anlage in Nordmazedonien mit doppelseitigen Photovoltaik-Modulen; Nutzung von reflektierten Lichtstrahlen erhöht die Stromproduktion

Errichtung von fünf Warmwasserkesseln durch die bulgarische Fernwärmegesellschaft TEZ Plovdiv

  • • Moderne und effiziente Anlagen
  • • Höhere Versorgungssicherheit für die etwa 31.500 Fernwärmekunden in Plovdiv

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2020/21

• Das Segment-EBIT 2020/21 wird in einer Bandbreite von 40 bis 60 Mio. Euro erwartet (unter der Annahme stabiler regulatorischer Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr)

Kennzahlen – 2020/21 2019/20 +/– 2020/21 2019/20 +/–
Südosteuropa 1. Halbjahr 1. Halbjahr Absolut % 2. Quartal 2. Quartal %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 238 234 4 1,9 140 132 5,5
davon erneuerbare Energie 58 52 6 10,9 41 31 30,0
davon Wärmekraftewerke 180 182 –1 –0,7 99 101 –2,1
Netzabsatz Strom 7.896 7.619 276 3,6 4.256 4.137 2,9
Energieverkauf an Endkunden 6.636 6.704 –69 –1,0 3.623 3.675 –1,4
davon Strom 6.389 6.483 –95 –1,5 3.473 3.544 –2,0
davon Erdgas 83 64 19 29,0 48 36 32,9
davon Wärme 164 156 7 4,8 102 95 7,4
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 534,2 520,2 14,0 2,7 289,3 281,8 2,6
Innenumsatz 0,4 0,4 0,0 –7,6 0,2 0,2 –6,7
Gesamtumsatz 534,6 520,6 14,0 2,7 289,4 282,0 2,6
Operativer Aufwand –460,0 –440,4 –19,6 –4,5 –248,4 –235,1 –5,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 74,6 80,2 –5,6 –7,0 41,0 46,9 –12,5
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–36,6 –48,6 11,9 24,6 –18,5 –30,7 39,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 38,0 31,6 6,3 20,0 22,5 16,1 39,8
Finanzergebnis –7,8 –11,2 3,4 30,4 –3,9 –5,8 33,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 30,2 20,4 9,7 47,7 18,6 10,3 80,9
Gesamtvermögen 1.232,4 1.209,1 23,3 1,9 1.232,4 1.209,1 1,9
Gesamtschulden 877,6 901,0 –23,4 –2,6 877,6 901,0 –2,6
Investitionen1) 46,7 49,7 –3,1 –6,2 16,3 14,7 10,7

Umwelt

Trinkwasserabsatz in Niederösterreich leicht über Vorjahresniveau

Umsatzanstieg im internationalen Projektgeschäft

• Hauptgrund ist das im Sommer 2020 gestartete Abwasserprojekt in Kuwait (Umsatzerlöse aus Generalunternehmeraufträgen werden gemäß Projektfortschritt nach der Percentage-of-Completion-Methode erfasst)

EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern über Vorjahresniveau

  • • Anstieg im operativen Aufwand weitgehend im Einklang mit der Entwicklung im internationalen Projektgeschäft, primär getrieben durch eine Zunahme der Fremdleistungen und des sonstigen Materialaufwands
  • • Positiver Einmaleffekt aus einer Energieabgaben-Rückvergütung bei der evn wasser
  • • Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter leicht über Vorjahresniveau
  • • Höhere Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen, getrieben durch die planmäßige Abschreibung von aktivierten Projektvorlaufkosten für das Projekt in Kuwait

Hohes Investitionsniveau mit Schwerpunkt Trinkwasserversorgung in Niederösterreich

• Errichtung der fünften Naturfilteranlage im Versorgungsgebiet sowie Ausbau der überregionalen Versorgungsleitungen

Neues Projekt in Rumänien

  • • Auftrag zur Sanierung und Modernisierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage Gilau zur Versorgung der Stadt Cluj-Napoca im Februar 2021
  • • Auftragswert rund 12 Mio. Euro

Solider Auftragsstand im internationalen Projektgeschäft

  • • Neun Projekte der WTE Wassertechnik in den Bereichen Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung und thermische Klärschlammverwertung in Planung und Errichtung (Deutschland, Polen, Litauen, Rumänien, Bahrain und Kuwait)
  • • Drei weitere Klärschlammverwertungsprojekte der sludge2energy1) in Planung bzw. Errichtung (Halle-Lochau, Hannover und Straubing)

Auswirkungen der globalen Covid-19-Pandemie

• Lockdowns, Reisebeschränkungen und Beeinträchtigungen internationaler Lieferketten erschweren das internationale Projektgeschäft

1) 50 : 50-Joint-Venture der WTE Wassertechnik mit der Huber SE

Finanzkennzahlen –
Umwelt
Mio. EUR 2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
Außenumsatz 203,7 65,1 138,6 109,5 28,3
Innenumsatz 0,2 0,2 0,0 8,1 0,1 0,1 9,6
Gesamtumsatz 204,0 65,4 138,6 109,7 28,4
Operativer Aufwand –171,5 –63,0 –108,5 –91,4 –28,9
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
7,0 6,9 0,1 1,6 3,3 4,2 –22,3
EBITDA 39,5 9,2 30,2 21,5 3,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–19,6 –5,9 –13,6 –10,0 –2,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 19,9 3,3 16,6 11,6 0,8
Finanzergebnis –4,9 –3,4 –1,5 –44,9 –4,4 –2,2 –97,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 15,0 –0,1 15,1 7,2 –1,4
Gesamtvermögen 885,1 684,3 200,8 29,3 885,1 684,3 29,3
Gesamtschulden 731,6 542,5 189,2 34,9 731,6 542,5 34,9
Investitionen1) 9,1 3,7 5,3 4,9 1,1
  • • Auswirkungen werden den Auftraggebern jeweils fristgerecht mitgeteilt, etwaige Verzögerungen sollen ehestmöglich aufgeholt werden
  • • Teilweise Verschiebung der erwarteten Ergebnisbeiträge in Folgejahre; eine finale Abschätzung der möglichen Auswirkungen ist aktuell nicht möglich

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2020/21

  • • Ergebnisentwicklung im Segment Umwelt wesentlich von Auftragsabwicklung im internationalen Projektgeschäft beeinflusst
  • • Unter der Annahme einer planmäßigen Abwicklung der laufenden Projekte, insbesondere des Abwasserprojekts in Kuwait, wird für das laufende Geschäftsjahr eine Steigerung des Segmentergebnisses erwartet

Alle sonstigen Segmente

Höherer Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

  • • Anstieg bei der RAG aufgrund höherer Umsatzerlöse aus der Gasspeicherung
  • • Verbesserter Ergebnisbeitrag auch bei der Energie Burgenland

Zuwächse in EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Bestätigung des Segment-Ausblicks für 2020/21

• Segmentergebnis etwas unter dem Vorjahreswert erwartet, der vor allem von einem positiven Einmaleffekt bei der Energie Burgenland beeinflusst war

Finanzkennzahlen –
Alle sonstigen Segmente
Mio. EUR 2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
Absolut
% 2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
Außenumsatz 10,3 10,3 0,1 0,6 5,1 5,0 0,5
Innenumsatz 36,3 33,8 2,6 7,7 18,1 16,6 8,6
Gesamtumsatz 46,7 44,0 2,7 6,0 23,1 21,7 6,7
Operativer Aufwand –45,9 –44,5 –1,4 –3,1 –22,7 –22,2 –2,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
43,7 35,4 8,3 23,3 25,2 17,9 40,9
EBITDA 44,5 34,9 9,5 27,3 25,6 17,3 47,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–1,2 –1,1 –0,1 –11,6 –0,6 –0,6 –11,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 43,2 33,8 9,4 27,8 25,0 16,8 48,9
Finanzergebnis 17,9 14,0 3,9 28,2 0,8 –3,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 61,2 47,8 13,4 27,9 25,8 13,0 98,7
Gesamtvermögen 5.399,0 3.734,5 1.664,5 44,6 5.399,0 3.734,5 44,6
Gesamtschulden 2.095,2 1.455,5 639,8 44,0 2.095,2 1.455,5 44,0
Investitionen1) 0,3 1,0 –0,8 –73,5 0,2 0,5 –49,4

Die EVN auf dem Kapitalmarkt

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Im unverändert von der Krise rund um Covid-19 geprägten Berichtszeitraum Oktober 2020 bis März 2021 entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte erstaunlich positiv. Während der deutsche Leitindex DAX um 17,6 % zulegte, holte der Wiener Leitindex ATX in seiner Performance deutlich auf und gewann sogar 49,8 % an Wert. Ähnlich wie der DAX setzte auch der US-amerikanische Leitindex Dow Jones seinen Rekordlauf mit einem Zuwachs von 18,7 % fort. Sowohl der DAX als auch der Dow Jones bewegten sich mit den erzielten Niveaus auf historischen Höchstwerten.

Der für die EVN AG maßgebliche Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities steigerte im selben Zeitraum seinen Wert um knapp 10 %. In diesem Umfeld ist es auch der Aktie der EVN gelungen, mit einem Anstieg von 28,6 % wieder an Performance aufzuholen. Das durchschnittlich täglich gehandelte Aktienvolumen lag bei 85.015 Stück (Einmalzählung). Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 188,3 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 1,08 % am Gesamtumsatz im Prime Market entspricht. Die durch den Kursanstieg erzielte hohe Marktkapitalisierung und das ebenfalls angestiegene Umsatzvolumen führten im März 2021 zu einer Wiederaufnahme der EVN Aktie in den Wiener Leitindex ATX.

Dividendenpolitik

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionäre an. Für das Geschäftsjahr 2019/20 wurde in der 92. ordentlichen Hauptversammlung am 21. Jänner 2021 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,49 Euro je dividendenberechtige Aktie an die Aktionäre der EVN beschlossen. Ex-Dividendentag war der 27. Jänner 2021, Dividendenzahltag der 29. Jänner 2021.

Für die Zukunft zielt die Dividendenpolitik der EVN darauf ab, die absolute Höhe der Dividende von 0,49 Euro pro Aktie zumindest konstant zu halten.

EVN Aktie – Performance 2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
Kurs per Ultimo März EUR 18,36 13,34
Höchstkurs EUR 21,00 18,36
Tiefstkurs EUR 13,38 11,22
Aktienumsatz1) Mio. EUR 188,3 127,0
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 85.015 65.357
Börsekapitalisierung per Ultimo März Mio. EUR 3.303 2.400
ATX-Prime-Gewichtung per Ultimo März % 1,78 1,36

1) Wiener Börse, Einmalzählung

Aktionärsstruktur

Auf Basis bundes- und landesverfassungsgesetzlicher Bestimmungen ist das Land Niederösterreich mit 51,00 % der Mehrheitsaktionär der EVN AG. Die Übertragbarkeit der über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehaltenen Anteile ist durch diese verfassungsrechtlichen Vorschriften eingeschränkt.

Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist mit 28,4 % die Wiener Stadtwerke GmbH, Wien, die zu 100 % im Eigentum der Stadt Wien steht. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zum Stichtag 1,0 %; der Streubesitz belief sich somit auf 19,6 %.

Externe Ratings

Unabhängige Bonitätsbeurteilungen durch die beiden Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's bilden ein wesentliches Element der Finanzierungsstrategie der EVN. Dabei strebt die EVN Ratings im soliden A-Bereich an.

Im Mai 2021 wurden beide Ratings der EVN von den Rating-Agenturen unverändert bestätigt:

  • • Standard & Poor's: A, Ausblick negativ
  • • Moody's: A1, Ausblick stabil

Aktionärsstruktur1)

1) Per 31. März 2021

Konzern-Zwischenabschluss

nach IAS 34

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR 2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
%
2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
2019/20
Umsatzerlöse 1.284,8 1.194,4 7,6 680,7 618,1 10,1 2.107,5
Sonstige betriebliche Erträge 165,5 41,9 27,7 21,6 28,2 64,4
Fremdstrombezug und Energieträger –568,7 –555,2 –2,4 –326,5 –292,1 –11,8 –888,3
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –240,8 –132,7 –81,4 –125,7 –66,9 –88,0 –316,9
Personalaufwand –176,9 –169,9 –4,1 –89,1 –84,5 –5,4 –349,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen –55,5 –50,8 –9,2 –32,1 –30,1 –6,6 –121,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
127,3 61,2 67,1 32,1 94,1
EBITDA 535,8 388,8 37,8 202,0 198,2 1,9 590,4
Abschreibungen –168,2 –143,6 –17,2 –83,4 –71,9 –16,0 –296,7
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –113,1 –14,5 –14,4 –20,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 254,5 230,7 10,3 118,6 111,9 5,9 273,1
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 33,3
Zinserträge 4,0 2,6 57,2 3,0 1,3 4,5
Zinsaufwendungen –23,5 –23,2 –1,1 –11,6 –11,3 –3,1 –47,0
Sonstiges Finanzergebnis –1,6 –8,4 81,5 –4,4 –8,3 46,8 –6,7
Finanzergebnis –21,0 –29,1 27,8 –13,0 –18,3 28,9 –15,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 233,5 201,7 15,8 105,5 93,6 12,8 257,3
Ertragsteuern –38,7 –33,2 –16,5 –12,3 –15,8 22,1 –28,7
Ergebnis nach Ertragsteuern 194,8 168,5 15,7 93,2 77,8 19,9 228,6
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der
EVN AG (Konzernergebnis)
176,0 152,7 15,3 82,5 69,7 18,4 199,8
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender
Anteile
18,8 15,8 19,1 10,7 8,1 32,5 28,9
Ergebnis je Aktie in EUR1) 0,99 0,86 15,2 0,46 0,39 18,4 1,12

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
+/–
%
2020/21
2. Quartal
2019/20
2. Quartal
+/–
%
2019/20
Ergebnis nach Ertragsteuern 194,8 168,5 15,7 93,2 77,8 19,9 228,6
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht
in die Konzern-Gewinn-und-Verlust
Rechnung umgegliedert werden
509,0 –566,0 –251,5 –391,0 35,7 –112,0
Neubewertung IAS 19 –4,6 15,5 –2,1 12,3 10,2
At Equity einbezogene Unternehmen –0,1 1,3 0,0 –0,4 100,0 –2,2
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum
beizulegenden Zeitwert bewertete Aktien
und andere Eigenkapitalinstrumente
683,4 –771,9 –333,3 –532,3 37,4 –156,5
darauf entfallende Ertragsteuern –169,7 189,1 83,9 129,4 –35,2 36,5
Posten, die in künftigen Perioden gege
benenfalls in die Konzern-Gewinn-und
Verlust-Rechnung umgegliedert werden 51,8 –66,5 7,4 –45,0 –14,8
Währungsdifferenzen 0,5 –7,7 0,7 –7,7 –3,8
Cash Flow Hedges 1,0 4,0 –75,7 –13,7 0,9 2,8
At Equity einbezogene Unternehmen 68,7 –82,9 22,8 –51,5 –14,1
darauf entfallende Ertragsteuern –18,4 20,1 –2,5 13,3 0,3
Summe sonstiges Ergebnis
nach Ertragsteuern
560,8 –632,4 –244,1 –436,0 44,0 –126,8
Gesamtergebnis der Periode 755,6 –464,0 –150,9 –358,2 57,9 101,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der
EVN AG
738,3 –482,4 –160,8 –368,1 56,3 74,5
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender
Anteile
17,3 18,4 –5,7 9,9 9,9 0,6 27,3

Konzern-Bilanz

+/–
Mio. EUR 31.03.2021 30.09.2020 Absolut %
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 223,3 216,9 6,5 3,0
Sachanlagen 3.586,3 3.703,4 –117,1 –3,2
At Equity einbezogene Unternehmen 1.093,1 1.002,1 91,0 9,1
Sonstige Beteiligungen 2.854,7 2.168,7 685,9 31,6
Aktive latente Steuern 72,4 75,4 –3,0 –4,0
Übrige Vermögenswerte 204,8 261,0 –56,2 –21,5
Kurzfristige Vermögenswerte 8.034,6 7.427,6 607,0 8,2
Vorräte 77,4 66,6 10,8 16,2
Forderungen 605,9 403,2 202,7 50,3
Wertpapiere 432,5 253,8 178,7 70,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 192,5 214,6 –22,1 –10,3
1.308,2 938,1 370,2 39,5
Summe Aktiva 9.342,9 8.365,7 977,2 11,7
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 330,0 330,0
Kapitalrücklagen 253,8 253,8
Gewinnrücklagen 2.713,8 2.625,0 88,8 3,4
Bewertungsrücklage 1.667,6 1.105,7 561,9 50,8
Währungsumrechnungsrücklage –13,0 –13,5 0,4 3,1
Eigene Aktien –19,0 –19,0
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 4.933,1 4.282,1 651,1 15,2
Nicht beherrschende Anteile 275,9 261,2 14,6 5,6
5.209,0 4.543,3 665,7 14,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.115,8 1.045,3 70,5 6,7
Passive latente Steuern 676,8 490,0 186,8 38,1
Langfristige Rückstellungen 653,6 506,4 147,3 29,1
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 609,4 619,1 –9,7 –1,6
Übrige langfristige Schulden 134,9 137,5 –2,6 –1,9
3.190,5 2.798,3 392,2 14,0
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 93,4 110,0 –16,7 –15,1
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 51,1 75,5 –24,4 –32,3
Lieferantenverbindlichkeiten 244,0 298,4 –54,4 –18,2
Kurzfristige Rückstellungen 109,2 96,2 13,0 13,5
Übrige kurzfristige Schulden 445,7 444,0 1,8 0,4
943,4 1.024,1 –80,7 –7,9
Summe Passiva 9.342,9 8.365,7 977,2 11,7

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Gezeichnetes Kapital und Rücklagen
der Aktionäre der EVN AG
Nicht beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2019 4.295,6 256,5 4.552,1
Gesamtergebnis der Periode –482,4 18,4 –464,0
Dividende 2018/19 –89,0 –2,6 –91,6
Stand 31.03.2020 3.724,2 272,3 3.996,5
Stand 30.09.2020 4.282,1 261,2 4.543,3
Gesamtergebnis der Periode 738,3 17,3 755,6
Dividende 2019/20 –87,3 –2,7 –90,0
Stand 31.03.2021 4.933,1 275,9 5.209,0

Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung

2020/21 2019/20 +/– 2019/20
Mio. EUR 1. Halbjahr
233,5
1. Halbjahr
201,7
Absolut
31,8
%
15,8
257,3
Ergebnis vor Ertragsteuern
+
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
sowie übrige langfristige Vermögenswerte 281,3 158,1 123,2 77,9 317,3

Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen
Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
–127,3 –61,2 –66,1 –127,5
+
Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und
sonstigen Beteiligungen
103,0 46,6 56,4 113,3
+
Zinsaufwendungen
23,5 23,2 0,3 1,1 47,0

Zinsauszahlungen
–21,4 –20,8 –0,7 –3,2 –40,2

Zinserträge
–4,0 –2,6 –1,5 –57,2 –4,5
+
Zinseinzahlungen
4,0 2,6 1,5 57,2 3,8
+/– Verluste-/Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen 3,3 3,0 0,3 9,8 4,1
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –0,5 5,7 –6,2 0,7

Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen
–44,3 –25,7 –18,6 –72,5 –52,1

Abnahme von langfristigen Rückstellungen
140,2 –10,3 150,6 –21,4
+/– Verluste-/Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des
Investitionsbereichs
–0,3 0,8 –1,1 –0,7
Cash Flow aus dem Ergebnis 591,0 321,1 269,9 84,1 497,1

Veränderung der Vermögenswerte und Schulden aus
operativer Geschäftstätigkeit
–217,2 –264,1 47,0 17,8 –40,7
+/– Zahlungen für Ertragsteuern –62,2 –25,7 –36,5 –44,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 311,6 31,2 280,4 412,0
+
Einzahlungen aus Anlagenabgängen
1,8 1,0 0,8 73,0 6,7
+/– Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –118,8 –96,7 –22,2 –22,9 –306,8
+/– Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
2,4 63,5 –61,1 –96,3 34,0
+/– Veränderung bei kurzfristigen Finanzinvestitionen –181,2 89,4 –270,5 –162,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –295,9 57,2 –353,0 –428,6

Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG
–87,3 –89,0 1,7 2,0 –89,0

Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile
–2,7 –2,6 –0,2 –6,2 –22,6
+/– Verkauf/Erwerb eigener Anteile 1,0

Veränderung von Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
76,1 –59,2 135,3 21,8
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –13,9 –150,8 136,9 90,8 –88,8
Cash Flow gesamt 1,8 –62,4 64,3 –105,4
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode1) 140,0 246,2 –106,3 –43,2 246,2
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel –0,2 –0,4 0,2 53,6 –0,9
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode1) 141,6 183,4 –41,8 –22,8 140,0

1) Durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten ergibt sich der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente laut Konzern-Bilanz.

Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2021 der EVN AG wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenabschluss im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem Jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2019/20 (Bilanzstichtag: 30. September 2020) gelesen werden.

Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses zum 30. September 2020 angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen neuen und erstmals im Geschäftsjahr anzuwendenden Bilanzierungsregeln des IASB, unverändert angewendet. Die Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses nach IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen, die die berichteten Werte beeinflussen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Millionen Euro (Mio. Euro) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätzen.

Berichterstattung nach IFRS

Folgende Standards und Interpretationen sind ab dem Geschäftsjahr 2020/21 verpflichtend anzuwenden:

Erstmals anwendbare Standards
und Interpretationen
Inkrafttreten1)
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 3 Änderung zur Definition eines
Geschäftsbetriebs
01.01.2020
IAS 39
IFRS 7
IFRS 9
Reform der Zinssatz-Benchmark 01.01.2020
IAS 1
IAS 8
Definition von Wesentlichkeit 01.01.2020
IFRS 16 Mieterleichterungen im Zusammenhang
mit Covid-19
01.06.2020
Diverse Änderungen der Verweise auf das
Rahmenkonzept zur Rechnungslegung
01.01.2020

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die veröffentlichten Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7 Interest Benchmark Reform wurden durch die EVN bereits freiwillig vorzeitig im Geschäftsjahr 2019/20 angewendet. Die Auswirkungen werden im folgenden Kapitel näher erläutert.

Durch die erstmalige verpflichtende Anwendung der sonstigen geänderten Standards und Interpretationen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-Zwischenabschluss.

Reform der Zinssatz-Benchmark

Die Änderungen sehen eine vorübergehende Befreiung von der Anwendung spezifischer Anforderungen an die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften auf Sicherungsbeziehungen vor, die direkt von der IBOR-Reform betroffen sind. Die in der IBOR-Reform festgelegten Erleichterungen sollten nicht dazu führen, dass die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften beendet wird. In diesem Zusammenhang ist anzunehmen, dass die Referenzzinssätze, auf denen das Grundgeschäft und die Sicherungsinstrumente basieren, durch die IBOR-Reform nicht verändert werden. Mögliche Ineffektivitäten sind jedoch weiterhin erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen.

Entsprechend den Übergangsbestimmungen wurden die Änderungen rückwirkend auf Sicherungsbeziehungen, die zu Beginn der Berichtsperiode bestanden, und auf den zu diesem Zeitpunkt in der Cash-Flow-Hedge-Rücklage kumulierten Betrag angewendet. Weder im Geschäftsjahr 2019/20 noch im zweiten Quartal 2020/21 war eine Anpassung der Cash-Flow-Hedge-Rücklage erforderlich, da keine Auswirkungen festgestellt werden konnten.

Für folgende Hedge-Beziehungen könnten künftige Änderungen des Referenzzinssatzes Auswirkungen haben:

Für die Absicherung der JPY-Anleihe werden im Wesentlichen EUR/JPY Cross-Currency Swaps eingesetzt. Die Cross-Currency Swaps (für Nominale 12 Mrd. JPY bis 15. Jänner 2019 und für Nominale 10 Mrd. JPY seither) stellen eine Absicherung des beizulegenden Zeitwerts dar und werden im Treasury-Management-System abgebildet und bewertet, als Sicherungsgeschäfte designiert und dokumentiert. Der entsprechenden Veränderung der Anleiheverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber.

Im Zuge der Effektivitätsberechnung für die Absicherung der JPY-Anleihe wird bei der Abbildung des hypothetischen Derivats der Sechs-Monats-JPY-LIBOR verwendet. Die zukünftige Umstellung auf einen neuen Referenzzinssatz wird aus derzeitiger Sicht keine Auswirkungen auf die Effektivität haben.

Zur Absicherung variabel verzinster Finanzverbindlichkeiten werden Zinsswaps eingesetzt und variable Zinsen gegen fixe Zinsen getauscht. Alle Geschäfte werden im Treasury-Management-System abgebildet und bewertet, als Sicherungsgeschäfte designiert und dokumentiert.

Sämtliche Zinsswaps, die zur Absicherung von bestehenden Risiken angewendet werden, basieren grundsätzlich auf dem Sechs-Monats- bzw. Zwölf-Monats-EURIBOR. Nach der abgeschlossenen Umstellung des EURIBOR hin zu einer transaktionsbasierten Berechnungsmethodik Ende 2019 ist der EURIBOR als Referenzzinssatz konform mit der EU-Benchmark-Verordnung. Die Umstellung führt daher zu keinen Änderungen an bestehenden Verträgen.

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Besonders im Energiegeschäft der EVN sind witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz zu verzeichnen, weshalb im zweiten Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt werden. Das Umweltgeschäft ist jedoch ebenfalls durch saisonale Effekte geprägt, denn der Baubeginn vieler Großprojekte findet witterungsbedingt im Frühjahr statt. Das erste Halbjahr des Geschäftsjahres ist somit im Segment Umwelt in der Regel umsatzschwächer als das zweite Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, dennoch kann es bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Prüferische Durchsicht

Der Konzern-Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises der EVN erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Dementsprechend sind zum

  1. März 2021 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 30 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2020: 28 inländische und 32 ausländische Tochterunternehmen). Zum 31. März 2021 wurden 14 Tochterunternehmen (30. September 2020: 13) aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.
Voll Anteilig (Joint
Operation)
Equity Summe
61 1 16 78
2 1 3
–1 –1
–2 –2
60 1 17 78
–3 –1 –4
–1 –1
56 1 16 73
30 1 6 37

Folgende bislang vollkonsolidierten Gesellschaften wurden im ersten Halbjahr 2020/21 infolge Unwesentlichkeit nicht mehr im Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Gesellschaft, Sitz Zeitpunkt
WTE Abwicklungsgesellschaft Russland mbH, Essen 31.12.2020
EVN WEEV Beteiligungs GmbH in Liqu., Maria Enzersdorf 31.12.2020
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad 31.03.2021

Die EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf, wurde als übertragende Gesellschaft mit der Netz Niederösterreich GmbH, Maria Enzersdorf, als übernehmende Gesellschaft verschmolzen. Die Löschung der Gesellschaft im Firmenbuch wurde am 7. März 2021 eingetragen.

Die e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien, ist eine 50 %-Tochtergesellschaft der EVN AG und wird zum 31. Dezember 2020 aufgrund von Unwesentlichkeit nicht mehr at Equity konsolidiert.

In der Berichtsperiode fanden keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

Auswirkungen von Covid-19

Mögliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wurden im Rahmen des Konzernzwischenabschlusses erneut überprüft, insbesondere in Hinblick auf die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten gemäß IAS 36 bzw. IFRS 9 sowie weitere Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen. Infolge der Covid-19-Pandemie ist laut führenden Kreditversicherern künftig mit einer steigendenden Insolvenzquote zu rechnen. Insofern wird erwartet, dass damit auch die Forderungsausfälle steigen werden. Die EVN Gruppe hat den prognostizierten Anstieg möglicher Forderungsausfälle analog zum Geschäftsjahr 2019/20 bereits in der "Forward-Looking-Komponente" berücksichtigt. Insgesamt hat die Covid-19-Pandemie nur punktuelle Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung der EVN Gruppe.

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Umsatzerlöse nach Produkten 2020/21 2019/20
Mio. EUR 1. Halbjahr 1. Halbjahr
Strom 801,2 827,6
Erdgas 81,3 101,5
Wärme 101,8 104,0
Umweltdienstleistungen 203,7 65,1
Sonstige Umsätze 96,7 96,1
Summe 1.284,8 1.194,4
Umsatzerlöse nach Ländern
Mio. EUR
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
Österreich 559,8 622,9
Deutschland 167,3 32,0
Bulgarien 322,1 313,0
Nordmazedonien 212,6 206,6
Sonstige 22,9 19,9
Summe 1.284,8 1.194,4

Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter entwickelte sich wie folgt:

Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen
operativ 2020/21 2019/20
Mio. EUR 1. Halbjahr 1. Halbjahr
EVN KG 62,5 20,3
RAG 27,7 23,1
Energie Burgenland 15,9 12,3
Ashta 9,6 –4,5
ZOV; ZOV UIP 5,6 6,6
EAA 2,2 –1,8
Verbund Innkraftwerke 0,1 0,6
Andere Gesellschaften 3,5 4,4
Summe 127,3 61,2

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter stieg im ersten Halbjahr 2020/21 auf 127,3 Mio. Euro an (Vorjahr: 61,2 Mio. Euro). Dieser Anstieg

resultierte im Wesentlichen aus einer Ergebnisverbesserung bei der EVN KG. Die Steigerung ergibt sich überwiegend aus der Verbesserung des operativen Ergebnisses und wird durch stichtagsbedingte Bewertungseffekte verstärkt.

Darüber hinaus wurde im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Ashta bei der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH infolge gesunkener Länderrisikoprämien zum 31. März 2021 eine Wertaufholung in Höhe von 9,6 Mio. Euro erfasst. Der erzielbare Betrag für den Anteil der EVN an der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 9,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 9,09 % für den regulierten Zeitraum und von 9,10 % für den nicht regulierten Zeitraum verwendet, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 10,37 % bzw. 9,39 % entspricht.

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der am 31. März 2021 im Umlauf befindlichen Aktien von 178.137.693 Stück (31. März 2020: 178.068.106 Stück) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie. Auf Basis des Konzernergebnisses von 176,0 Mio. Euro (Vorjahr: 152,7 Mio. Euro) errechnet sich für das erste Halbjahr 2020/21 ein Ergebnis je Aktie von 0,99 Euro (Vorjahr: 0,86 Euro je Aktie).

Im Dezember 2020 hat die EVN ein zusätzliches Strombezugsrecht aus dem Kraftwerk Walsum 10 im Ausmaß von 150 MW übernommen. Für die Übernahme des Strombezugsrechts und der damit verbundenen Vermarktungsrisiken wurde eine Ausgleichszahlung als Kompensation vereinnahmt.

Einem Teil der Ausgleichszahlung steht eine erfolgsneutral eingebuchte Rückstellung für belastende Verträge gegenüber, die sich auf das Risiko aus der Vermarktung des über den Beteiligungsansatz der EVN am Kraftwerk hinausgehenden Strombezugsrechts bezieht. Der Rest der Ausgleichszahlung ist als sonstiger betrieblicher Ertrag erfolgswirksam abgebildet. Die in der Vergangenheit vereinnahmten und in den langfristigen Schulden ausgewiesenen Baukostenzuschüsse wurden infolge dessen erfolgswirksam über die sonstigen betrieblichen Erträge aufgelöst. Insgesamt erhöhten sich dadurch die sonstigen betrieblichen-Erträge um 111,1 Mio. Euro.

Infolge der Übernahme der zusätzlichen Vermarktungsrisiken musste das anteilsmäßig als Joint Operation einbezogene Kraftwerk Walsum 10 einer Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 unterzogen werden. Diese führte zu einer erfolgswirksamen Wertminderung in Höhe von 113,1 Mio. Euro.

Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 0,0 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 3,61 % (Vorjahr: 3,62 %) verwendet, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 6,04 % (Vorjahr: 5,54 %) entspricht. Bei Erhöhung des WACC um 0,5 Prozentpunkte wäre es im ersten Halbjahr 2020/21 zu keiner Veränderung gekommen. Bei Erhöhung der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % wäre es im ersten Halbjahr 2020/21 ceteris paribus zu einer Wertminderung von 107,0 Mio. Euro gekommen.

Infolge verschlechterter Spreads musste zum 31. März 2021 die Rückstellung für belastende Strombezugsverträge um 35,5 Mio. Euro erhöht werden.

Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Bilanz

Im ersten Halbjahr 2020/21 hat die EVN immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Wert von 155,8 Mio. Euro (Vorjahr: 128,4 Mio. Euro) aktiviert. Sachanlagen mit einem Nettobuchwert von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro) wurden mit einem Veräußerungsgewinn von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: Veräußerungsverlust von 0,8 Mio. Euro) verkauft.

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 2.854,7 Mio. Euro, die überwiegend der Kategorie FVOCI zugeordnet sind, beinhalten die von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien mit einem Kurswert von 2.720,7 Mio. Euro, der sich damit gegenüber dem 30. September 2020 aufgrund der Kursentwicklung der Verbund-Aktie um 672,3 Mio. Euro erhöht hat. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IFRS 9 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet.

Zum 31. März 2021 führte die Bewertung der Beteiligung an der Verbund Hydro Power AG mittels Discounted-Cash-Flow-Verfahren zu einer erfolgsneutralen Wertaufholung von 7,9 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 101,3 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 4,38 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell setzt auf den öffentlich verfügbaren Jahresabschlussinformationen auf und prognostiziert anhand vorliegender Strompreisinformationen die Entwicklung der kommenden Jahre bis 2040 sowie eine ewige Rente ohne Wachstumsrate.

Darüber hinaus wurde die Beteiligung an der Wiener Börse AG mittels Discounted-Cash-Flow-Verfahren bewertet und dies führte zum 31. März 2021 zu einer erfolgsneutralen Wertaufholung von 3,3 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 22,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 7,03 % verwendet.

Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet prognostizierte Ausschüttungen für das kommende Jahr sowie eine ewige Rente ohne Wachstumsrate.

Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

Im Umlauf befindliche Aktien
Stück
2020/21
1. Halbjahr
Stand 30.09.2020 178.137.693
Erwerb eigener Aktien
Stand 31.03.2021 178.137.693

Zum Stichtag 31. März 2021 hielt die EVN 1.740.709 Stück eigene Aktien (das sind 0,97 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 19,0 Mio. Euro. Aus den eigenen Aktien stehen der EVN keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die 92. Hauptversammlung der EVN hat am 21. Jänner 2021 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2019/20 eine Dividende in Höhe von 0,49 Euro pro Aktie auszuschütten. Dies ergab eine Gesamtdividendenzahlung von 87,3 Mio. Euro. Ex-Dividendentag war der 27. Jänner 2021, Dividendenzahltag der 29. Jänner 2021.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

31.03.2021 30.09.2020
611,1 514,5
504,7 530,8
1.115,8 1.045,3

Der Anstieg der Anleihen resultiert im Wesentlichen aus der Emission einer endfälligen grünen Anleihe mit einem Nominale von 101,0 Mio. Euro. Darüber hinaus verminderten sich die bestehenden Anleihen um insgesamt 2,7 Mio. Euro. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus der Wertveränderung des abgesicherten Fremdwährungsrisikos aus der JPY-Anleihe. Dem stand eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Absicherungsgeschäfte gegenüber.

In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 187,5 Mio. Euro (Vorjahr: 187,5 Mio. Euro) enthalten, die im Oktober 2012 sowie im April 2020 emittiert wurden.

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Energie Erzeugung Netze Südosteuropa
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
Außenumsatz 188,8 256,9 65,3 70,5 282,4 269,8 534,2 520,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 2,3 2,2 92,4 76,5 24,8 22,8 0,4 0,4
Gesamtumsatz 191,1 259,1 157,7 147,0 307,2 292,7 534,6 520,6
Operativer Aufwand –190,1 –216,0 –65,1 –77,0 –158,9 –159,0 –460,0 –440,4
Ergebnisanteil der at Equity ein
bezogenen Unternehmen operativ
66,5 22,1 10,1 –3,2
EBITDA 67,4 65,2 102,7 66,8 148,3 133,7 74,6 80,2
Abschreibungen –10,7 –10,2 –42,2 –34,7 –68,8 –64,8 –36,6 –48,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 56,7 55,0 60,5 32,1 79,5 68,9 38,0 31,6
Finanzergebnis –1,0 –0,8 –4,8 –7,4 –6,2 –4,5 –7,8 –11,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 55,7 54,2 55,7 24,7 73,4 64,4 30,2 20,4
Gesamtvermögen 1.031,1 760,4 1.102,4 1.168,6 2.216,8 2.031,0 1.232,4 1.209,1
Investitionen1) 6,6 10,7 4,5 11,7 89,4 58,8 46,7 49,7
Umwelt Alle sonstigen Segmente Konsolidierung Summe
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
Außenumsatz 203,7 65,1 10,3 10,3 1,4 1.284,8 1.194,4
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 0,2 0,2 36,3 33,8 –156,4 –135,9
Gesamtumsatz 204,0 65,4 46,7 44,0 –156,4 –134,4 1.284,8 1.194,4
Operativer Aufwand –171,5 –63,0 –45,9 –44,5 215,2 133,2 –876,3 –866,8
Ergebnisanteil der at Equity ein
bezogenen Unternehmen operativ
7,0 6,9 43,7 35,4 127,3 61,2
EBITDA 39,5 9,2 44,5 34,9 58,8 –1,2 535,8 388,8
Abschreibungen –19,6 –5,9 –1,2 –1,1 –102,2 7,2 –281,3 –158,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 19,9 3,3 43,2 33,8 –43,4 6,0 254,5 230,7
Finanzergebnis –4,9 –3,4 18,0 14,0 –14,3 –15,8 –21,0 –29,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 15,0 –0,1 61,2 47,8 –57,7 –9,8 233,5 201,7
Gesamtvermögen 885,1 684,3 5.398,8 3.734,5 –2.523,7 –2.319,1 9.342,9 7.268,8
Investitionen1) 9,1 3,7 0,3 1,0 –0,7 –7,4 155,8 128,4

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, die aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente Energie sowie Erzeugung und der Konzernebene im Hinblick auf die Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als

Joint Operation resultieren. Während im Segment Erzeugung das dort anteilig enthaltene Kraftwerk Walsum 10 aus der Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment Energie hinsichtlich der Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks vor.

Ausgewählte Angaben zu Finanzinstrumenten

Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR 31.03.2021 30.09.2020 Klassen Bewertungskategorie Fair-Value-Hierarchie (IFRS 13) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value Langfristige Vermögenswerte Sonstige Beteiligungen Beteiligungen FVOCI Stufe 3 129,3 129,3 115,9 115,9 Andere Beteiligungen FVOCI Stufe 1 2.720,7 2.720,7 2.048,4 2.048,4 Übrige langfristige Vermögenswerte Wertpapiere FVTPL Stufe 1 73,9 73,9 72,0 72,0 Ausleihungen AC Stufe 2 31,3 34,4 32,9 37,0 Forderungen aus Leasinggeschäften AC Stufe 2 14,7 15,6 15,4 15,7 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 0,9 0,9 0,1 0,1 Forderungen aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 – – 1,0 1,0 Forderungen AC 12,3 12,3 10,9 10,9 Kurzfristige Vermögenswerte Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte Forderungen AC 415,7 415,7 281,4 281,4 Forderungen aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 4,3 4,3 6,4 6,4 Wertpapiere FVTPL Stufe 1 432,5 432,5 253,8 253,8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten AC 192,5 192,5 214,6 214,6 Langfristige Schulden Langfristige Finanzverbindlichkeiten Anleihen AC Stufe 2 611,1 676,0 514,5 592,3 Bankdarlehen AC Stufe 2 504,7 580,5 530,8 613,3 Übrige langfristige Schulden Pachtverbindlichkeiten AC Stufe 2 Abgrenzungen aus Finanztransaktionen AC – – 0,1 0,1 Sonstige übrige Schulden AC 42,7 42,7 47,7 47,7 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 4,9 4,9 0,7 0,7 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 18,6 18,6 16,2 16,2 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten AC 93,4 93,4 110,0 110,0 Lieferantenverbindlichkeiten AC 244,0 244,0 298,4 298,4 Übrige kurzfristige Schulden Übrige finanzielle Verbindlichkeiten AC 180,8 180,8 208,3 208,3 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften FVTPL Stufe 2 18,7 18,7 4,3 4,3 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 4,3 4,3 4,6 4,6 davon aggregiert nach Bewertungskategorie Zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis FVOCI 2.850,0 2.164,3 Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden FVTPL 511,6 332,2 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Schulden AC 2.343,0 2.265,0 Finanzielle Schulden, die als erfolgswirksam zum

beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden FVTPL 23,6 5,0

In der vorhergehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Der Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, die an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forwardpreiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, die die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Gegenüber dem letzten Konzernabschluss ergaben sich keine Veränderungen beim Kreis der nahestehenden Personen.

Die EVN hielt auf Basis eines Vertrags aus dem Jahr 2007 für die Wien Energie GmbH, eine 100 %-Tochtergesellschaft der Wiener Stadtwerke GmbH, einen Strombezugsvertrag gegenüber der STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft und verrechnete die für die Stromlieferungen zu entrichtenden Entgelte. Insgesamt betrug das Transaktionsvolumen aus dem Strombezugsrecht mit der Wien Energie GmbH im ersten Halbjahr 2020/21 9,0 Mio. Euro. Im Dezember 2020 haben die EVN und die Wien Energie GmbH den bestehenden Strombezugsrechtsvertrag aus dem Kraftwerk Walsum 10 einvernehmlich aufgelöst. Im Zuge dessen hat die EVN ein zusätzliches Strombezugsrecht aus diesem Kraftwerk im Ausmaß von 150 MW übernommen. Die bilanziellen Auswirkungen dieser Transaktion werden in den Abschnitten "Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung" und "Ausgewählte Anhangangaben zur Konzern-Bilanz" erläutert.

Die Transaktionen mit wesentlichen at Equity einbezogenen Unternehmen setzten sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity
einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2020/21
1. Halbjahr
2019/20
1. Halbjahr
Umsätze 93,8 108,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen 17,8 25,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17,9 18,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 9,6 10,8

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken erhöhten sich gegenüber dem 30. September 2020 um 57,2 Mio. Euro auf 936,5 Mio. Euro. Diese Veränderung resultierte überwiegend aus einer Zunahme der Garantien für Projekte im Umweltbereich sowie aus der Erhöhung der planmäßigen Bestellungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Gegenläufig wirkte eine Reduktion der Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb von Kraftwerken.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der EAA abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 31. März 2021 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 11,2 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 289,0 Mio. Euro.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. März 2021 und dem Redaktionsschluss des Konzern-Zwischenabschlusses am 21. Mai 2021 traten folgende Ereignisse auf:

Im Mai 2021 wurden beide Ratings der EVN von den Rating-Agenturen unverändert bestätigt:

  • • Standard & Poor's: A, Ausblick negativ
  • • Moody's: A1, Ausblick stabil

Erklärung des Vorstands

gemäß § 125 Abs. 1 Z. 3 Börsegesetz 2018

Der Vorstand der EVN AG bestätigt, dass der in Einklang mit den maßgeblichen Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Zwischenabschluss nach bestem Wissen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht ein möglichst

Maria Enzersdorf, am 21. Mai 2021

EVN AG Der Vorstand

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Kontakt

Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger Telefon: +43 2236 200 -12698

Mag. Matthias Neumüller Telefon: +43 2236 200 -12128

Mag. Karin Krammer Telefon: +43 2236 200-12867

Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser (derzeit in Karenz)

E-Mail: [email protected]

Service-Telefon für Anleger/innen: 0800 800 200 Service-Telefon für Kunden/innen: 0800 800 100

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Finanzkalender1)
Ergebnis 1.– 3. Quartal 2020/21 26.08.2021
Jahresergebnis 2020/21 16.12.2021
Basisinformationen2)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A1, stabil (Moody's); A, negativ (Standard & Poor's)

1) Vorläufig

2) Per 31. März 2021

Impressum

Herausgeber: EVN AG EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon: +43 2236 200-0 Telefax: +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Redaktionsschluss: 21. Mai 2021