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EVN AG Interim / Quarterly Report 2010

May 16, 2010

742_10-q_2010-05-16_eb2db5a1-fdeb-4f9a-8f68-6efe8b7967d2.pdf

Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief

  1. Halbjahr 2009/10 1. Oktober 2009 – 31. März 2010

Umsatz +0,6% (1.625,1 Mio. EUR) EBITDA +12,8% (312,9 Mio. EUR) EBIT +5,7% (194,4 Mio. EUR) Konzernergebnis +23,5% (208,5 Mio. EUR) Cash Flow aus dem Ergebnis +19,9% (288,9 Mio. EUR)

  • Absatzentwicklung im Energiebereich von kalter Witterung geprägt
  • Abschluss aller Projekte des Energiekonzepts Zentralraum Niederösterreich
  • Erstes internationales Wasserkraftprojekt mit der Verbundgesellschaft
  • Neuer Auftrag für die Errichtung einer Abwasserbehandlungsanlage auf Zypern
  • Positiver Ausblick für das Geschäftsjahr 2009/10 bestätigt

Kennzahlen

2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
202009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 2.541 2.390 6,3 1.336 1.134 17,7
Stromverkauf an Endkunden GWh 11.075 10.871 1,9 5.853 5.822 0,5
Gasverkauf an Endkunden GWh 5.396 5.200 3,8 3.141 3.016 4,2
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.280 1.191 7,5 720 672 7,2
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 1.625,1 1.615,6 0,6 855,9 879,6 –2,7
EBITDA Mio. EUR 312,9 277,3 12,8 155,8 143,8 8,3
EBITDA-Marge1) % 19,3 17,2 2,1 18,2 16,4 1,8
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 194,4 184,0 5,7 99,3 96,1 3,3
EBIT-Marge1) % 12,0 11,4 0,6 11,6 10,9 0,7
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 266,1 215,2 23,6 167,4 141,3 18,5
Konzernergebnis Mio. EUR 208,5 168,8 23,5 134,3 113,9 17,9
Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.836,1 6.511,4 5,0 6.836,1 6.511,4 5,0
Eigenkapital Mio. EUR 3.109,7 2.828,4 9,9 3.109,7 2.828,4 9,9
Eigenkapitalquote1) % 45,5 43,4 2,1 45,5 43,4 2,1
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.514,2 1.526,2 –0,8 1.514,2 1.526,2 –0,8
Gearing1) % 48,7 54,0 –5,3 48,7 54,0 –5,3
Return on Equity (ROE)1) % 6,9 6,0 0,9 4,6 4,1 0,5
Return on Capital Employed (ROCE)1) % 4,8 4,6 0,3 2,9 2,7 0,2
Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio. EUR 288,9 241,0 19,9 142,5 133,1 7,1
Investitionen2) Mio. EUR 171,6 154,9 10,7 71,8 76,5 –6,2
Mitarbeitende
Insgesamt Ø 8.619 9.061 –4,9 8.546 8.886 –3,8
davon Österreich Ø 2.552 2.568 –0,6 2.543 2.556 –0,5
davon Ausland Ø 6.067 6.493 –6,6 6.002 6.330 –5,2
Aktie
Ergebnis EUR 1,27 1,03 23,5 0,82 0,70 17,9

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Vorstands 3
Zwischenlagebericht 4 Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld
5 Geschäftsentwicklung
5 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
6 Geldflussrechnung
7 Bilanz
8 Risikobericht gemäß § 87 Abs 4 Börsegesetz
9 Segmentberichterstattung
9 Überblick
9 Energiewirtschaftliche Kennzahlen
9 Erzeugung
11 Netzinfrastruktur Inland
12 Energiehandel und -vertrieb
13 Energieversorgung Südosteuropa
14 Umwelt
16 Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzern-Zwischenabschluss 17 Bilanz
nach IAS 34 18 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
18 Segmentberichterstattung
19 Gesamtergebnisrechnung
19 Entwicklung des Eigenkapitals
19 Verkürzte Geldflussrechnung
20 Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss
Erklärung des Vorstands gemäß
§ 87 Abs 1 Z3 Börsegesetz 25
Die EVN Aktie 26

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 hat EVN trotz der nach wie vor ungünstigen wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Einflussfaktoren ein respektables Ergebnis erreicht. In der Berichtsperiode (1. Oktober bis 31. März 2010) stiegen die Umsatzerlöse um 0,6 % auf 1.625,1 Mio. Euro. Der vergleichsweise kalte Winter führte im Strom-, Gas- und Wärmebereich zu einer größeren Nachfrage nach Energie. Im Segment Umwelt blieben aufgrund witterungsbedingter Projektverzögerungen die Umsatzerlöse leicht unter dem Vorjahresniveau. Nach einem markanten Rückgang der Aufwandsposition Fremdstrombezug und Energieträger lag trotz eines deutlichen Anstiegs der Abschreibungen und einer leichten Erhöhung des Personalaufwands sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen das operative Ergebnis mit 194,4 Mio. Euro um 5,7 % über dem Vorjahresniveau. Bedingt durch eine Verbesserung des Beteiligungsergebnisses sowie eine wesentliche Steigerung im Zins- und sonstigen Finanzergebnis hat sich das Finanzergebnis von 31,3 Mio. Euro in der Vergleichsperiode auf 71,7 Mio. Euro mehr als verdoppelt. In Summe konnte das Konzernergebnis um 23,5 % auf 208,5 Mio. Euro gesteigert werden.

Vor zwei jahren hat EVN mehrere Projekte für den niederösterreichischen Zentralraum mit einem Investitionsvolumen von insgesamt über 200 Mio. Euro angekündigt, die aufgrund der dadurch ermöglichten Substitution von Kohle einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir haben unser Versprechen gehalten und mit der Inbetriebnahme der letzten drei Anlagen nun alle geplanten Vorhaben vollständig und erfolgreich realisiert. Seit Anfang Oktober 2009 liefert EVN über eine 31 km lange Transportleitung zwei Drittel des gesamten Wärmebedarfs der landeshauptstadt St.Pölten. In der Berichtsperiode ging auch die linie 3 der thermischen Abfallverwertung in Zwentendorf mit einer Kapazität von 225.000 Tonnen in Vollbetrieb und hat bis Ende März etwa 65.000 Tonnen Müll thermisch behandelt. Zur Optimierung der Brennstoffbeschaffung und -anlieferung für das Kraftwerk Dürnrohr wurde im März 2010 ein Rohrgurtförderer in Betrieb genommen. Künftig werden 50 % der Energieträger auf dem umweltfreundlichen Wasserweg angeliefert und mit einem ummantelten Förderband von der Donaulände bis ins Kraftwerk Dürnrohr transportiert.

Auf Zypern setzt EVN im Bereich Umwelt ihren Erfolgskurs fort: In der Berichtsperiode erhielt EVN den Zuschlag für die Planung und den Bau von mehreren Abwasserbehandlungsanlagen. Im Oktober 2009 gewann EVN den Auftrag für die Errichtung zweier Anlagen in Famagusta und Morphou mit einem Projektvolumen von insgesamt 11,4 Mio. Euro und einem leistungsumfang von etwa 44.000 Einwohnerwerten (EW). In einem Konsortium mit einer lokalen Baufirma erhielt EVN im Februar 2010 den Zuschlag für den Neubau und zur anschließenden zehnjährigen Betriebsführung einer Abwasseranlage in der Hauptstadt Nikosia. Mit einem Projektvolumen von 45,0 Mio. Euro wird eine Kapazität von etwa 270.000 EW und eine Schlammbehandlungsanlage mit Biogasgewinnung errichtet werden. Die Bauzeit wurde mit 27 Monaten veranschlagt.

Die erste internationale Partnerschaft zwischen EVN und Verbundgesellschaft wurde am 21. April 2010 mit der Unterzeichnung des Syndikatsvertrags für die Errichtung des Wasserkraftwerks Ashta, Albanien, abgeschlossen. Beide Gesellschaften werden zu jeweils 50 % am Kraftwerk beteiligt sein, das mit einer Gesamtinvestition von etwa 200 Mio. Euro am Fluss Drin realisiert wird. Die Anlage wurde mit einer Kapazität von 50 MW konzipiert und soll ab 2012 jährlich mehr als 240 Millionen Kilowattstunden zur Stromversorgung von rund 100.000 albanischen Haushalten erzeugen. Albanien ist mit einem prognostizierten Anstieg des Stromverbrauchs von 4 % pro jahr nach wie vor ein Wachstumsmarkt in Südosteuropa.

Nach dem 1. Halbjahr erwarten wir aus heutiger Sicht für das Geschäftsjahr 2009/10 – trotz schwieriger, sich weiter unsicher entwickelnder gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie hoher Preisvolatilitäten im Energiebereich – unverändert ein Konzernergebnis über dem Vorjahresniveau.

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Sprecher des Vorstands im Mai 2010

Projekte für Zentralraum Niederösterreich sind abgeschlossen

Neuprojekte auf Zypern im Bereich Umwelt

Erstes gemeinsames Kraftwerkprojekt mit Verbundgesellschaft im Ausland

Ausblick

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

Kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum vor 2011

Im Gesamtjahr 2009 ging das BIP in der Eurozone um 4,1 % zurück. Österreich schloss mit einem Rückgang um 3,6 % besser als der Durchschnitt ab. Für 2010 wird für den Euroraum bzw. für Österreich ein BIP-Wachstum von 1,2 % bzw. 1,4 % erwartet.

Der Wirtschaftsraum Südosteuropa konnte sich der weltweiten Rezession nicht entziehen. Trotz einer Rückkehr auf den Wachstumspfad des 4. Quartals 2009 rutschte die bulgarische Wirtschaft 2009 mit einem BIP-Rückgang um 5,1 % in eine tiefe Rezession. Für 2010 wird von einer Stabilisierung ausgegangen. Im jahr 2009 schrumpfte die mazedonische Wirtschaft um 2,5%. Aufgrund des BIP-Anstiegs um 1,2 % im 4. Quartal 2009 im Vergleich zum Vorquartal wird für 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 % gerechnet.

Energiewirtschaftliches Umfeld 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Temperaturbedingter Energiebedarf1)
Österreich % 104 100 3,7 106 107 –0,5
Bulgarien % 82 99 –17,0 93 102 –9,5
Mazedonien % 94 91 2,9 93 104 –10,2
Rohöl – Brent EUR/Barrel 53,59 39,70 35,0 56,02 35,15 59,4
Gas – GIMP2) EUR/MWh 20,34 32,48 –37,4 21,61 29,24 –26,1
Kohle – API#23) EUR/Tonne 62,38 64,76 –3,7 67,87 53,28 27,4
CO2-Zertifikate (1. und 2. Periode) EUR/Tonne 13,49 14,97 –9,9 13,09 11,46 14,2
Strom – Spotmarkt EEX4)
Grundlast EUR/MWh 39,91 57,69 –30,8 41,06 47,35 –13,3
Spitzenlast EUR/MWh 51,96 77,77 –33,2 50,78 60,87 –16,6
Strom – Forwardmarkt EEX5)
Grundlast EUR/MWh 54,65 76,18 –28,3 51,44 78,65 –34,6
Spitzenlast EUR/MWh 77,51 106,45 –27,2 72,14 111,02 –35,0

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100%) entspricht in Österreich und Bulgarien dem Durchschnittswert 1997 – 2006,

in Mazedonien jenem von 2003 – 2009.

2) Gasimportpreis (GIMP); ab diesem Geschäftsjahr erfolgt der Ausweis in EUR/MWh, die Vorjahreswerte wurden dementsprechend angepasst. 3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange

5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

In der Berichtsperiode Oktober 2009 bis März 2010 bewegten sich die europäischen Großhandelspreise für Strom sowie die Preise für CO2-Zertifikate infolge der geringen Nachfrage unverändert auf niedrigem Niveau. Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenstrom lagen um 30,8 % bzw. 33,2 % unter dem Vorjahresniveau. Die Terminpreise für Strom blieben – trotz der leichten Erholung der Weltwirtschaft im letzten Quartal 2009 – deutlich unter dem Vorjahreswert. Der Preis für Öl in Euro stieg vor allem infolge der niedrigeren Fördermengen. Die Gaspreise und die Preise für Kohle notierten um 37,4 % bzw. 3,7 % unter dem Wert des Vorjahres.

Geschäftsentwicklung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die EVN konnte im 1. Halbjahr 2009/10 trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein leichtes Umsatzplus von 0,6 % bzw. 9,5 Mio. EUR auf 1.625,1 Mio. EUR erzielen, wobei in den einzelnen Bereichen unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten waren, auf die in der Segmentberichterstattung ab Seite 9 eingegangen wird. Umsatzsteigerungen in den Segmenten Netzinfrastruktur Inland und Energieversorgung Südosteuropa standen vor allem Rückgänge in der Erzeugung und im Umweltbereich gegenüber.

Die übrigen Erträge gingen aufgrund positiver Einmaleffekte im Vorjahr um 4,9 Mio. Euro auf 27,1 Mio. Euro zurück, ebenso verminderte sich die Position Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen aufgrund der Abrechnung von Kundenprojekten um 3,9 Mio. Euro auf 5,4 Mio. Euro.

Trotz des gestiegenen Absatzes im Energiebereich konnte vor allem aufgrund rückläufiger Großhandelspreise für Strom und Primärenergie ein deutlicher Rückgang der Aufwandsposition Fremdstrombezug und Energieträger um 3,9 % bzw. 40,1 Mio. Euro auf 976,1 Mio. Euro erreicht werden. Im Material- und Betriebsaufwand führten ein geringeres Volumen aus dem Projektgeschäft im Umweltbereich sowie rückläufige Instandhaltungsaufwendungen ebenfalls zu einem Rückgang um 5,2 Mio. Euro bzw. 4,1 % auf 119,7 Mio. Euro.

Der durchschnittliche Mitarbeiterstand lag mit 8.619 aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen in Südosteuropa um 442 Mitarbeitende bzw. 4,9% unter dem Niveau der Vergleichsperiode. Diese rückläufige Mitarbeiterzahl spiegelt sich jedoch aufgrund der kollektivvertraglichen lohn- und Gehaltssteigerungen, die in Südosteuropa deutlich höher ausfielen als in Österreich, nicht im Personalaufwand wider, der sich um 2,4 Mio. Euro bzw. 1,5 % auf 161,9 Mio. Euro erhöhte.

Im Abschreibungsbereich wirkten sich das hohe Niveau der Investitionstätigkeit der letzten jahre, die Erstkonsolidierung des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net sowie die Wertminderung beim Windpark in Kavarna aus. In Summe verzeichneten die Abschreibungsaufwendungen einen Anstieg um 25,1 Mio. Euro bzw. 26,9 % auf 118,5 Mio. Euro. Vor allem höhere Forderungsabschreibungen sowie gegenüber dem Vorjahr gestiegene Beratungsaufwendungen führten zu einer Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 8,0 Mio. Euro auf 87,0 Mio. Euro.

Aufgrund dieser Entwicklung konnte per Saldo ein deutlicher Anstieg im EBITDA um 35,6 Mio. Euro bzw. 12,8 % auf 312,9 Mio. Euro erzielt werden. Das EBIT lag trotz des deutlich gestiegenen Niveaus der Abschreibungen mit 194,4 Mio. Euro immer noch um 10,4 Mio. Euro bzw. 5,7 % über dem Wert der Vergleichsperiode.

Das Finanzergebnis entwickelte sich aufgrund mehrerer Faktoren überaus positiv. Im Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen, das sich um 5,8 Mio. Euro bzw. 24,0 % auf 29,8 Mio. Euro erhöhte, konnte der Rückgang bei der RAG aufgrund gesunkener Rohölpreise durch Verbesserungen bei BEGAS, BEWAG und ZOV mehr als kompensiert werden. Das Ergebnis aus anderen Beteiligungen von 53,0 Mio. Euro lag vor allem aufgrund der höheren Dividende der Verbundgesellschaft um 7,4 Mio. Euro über der Vergleichsperiode. Das Zinsergebnis verbesserte sich aufgrund der gesunkenen Zinssätze für die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten und aktivierter Bauzeitzinsen um 6,4 Mio. Euro auf –13,9 Mio. Euro. Das sonsti-

Umsatz nach Segmenten1) 1. Halbjahr in Mio. EUR

  • Energiehandel und -vertrieb
  • Energieversorgung Südosteuropa
  • Umwelt
  • Strategische Beteiligungen und Sonstiges

1) Außenumsatz

EBIT nach Segmenten 1. Halbjahr in Mio. EUR

  • Erzeugung
  • Netzinfrastruktur Inland
  • Energiehandel und -vertrieb Energieversorgung Südosteuropa
  • Umwelt

ge Finanzergebnis, das im Vorjahr durch Marktwertänderungen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise negativ beeinflusst war, lieferte aufgrund der Erholung auf den Kapitalmärkten einen positiven Beitrag in Höhe von 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: –18,0 Mio. Euro). Insgesamt konnte damit das Finanzergebnis um 40,4 Mio. Euro auf 71,7 Mio. Euro gesteigert werden.

Aufgrund dieser Entwicklungen lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 266,1 Mio. Euro um 23,6 % über dem Vorjahresniveau von 215,2 Mio. Euro. Nach Berücksichtigung höherer Ertragsteuern errechnet sich ein Ergebnisanstieg von 34,7 Mio. Euro bzw. 19,1 % auf 215,8 Mio. Euro. Der Ergebnisanteil anderer Gesellschafter fiel vor allem aufgrund der anteiligen Berücksichtigung der Wertminderung beim Windpark in Kavarna und des Rückgangs des Ergebnisbeitrags der RAG mit 7,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 12,4 Mio. Euro deutlich geringer aus. Das Konzernergebnis belief sich damit auf 208,5 Mio. Euro, was einem Anstieg von 39,7 Mio. Euro bzw. 23,5 % entspricht.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis konnte im 1. Halbjahr 2009/10 deutlich um 47,9 Mio. Euro bzw. 19,9 % auf 288,9 Mio. Euro gesteigert werden. Die unbaren Ergebniskomponenten verringerten sich trotz der markant gestiegenen Abschreibungen auf Sachanlagen aufgrund der geringeren negativen Erfolgsbeiträge im sonstigen Finanzergebnis nur geringfügig um 3,0 Mio. Euro auf 22,8 Mio. Euro. Der Anstieg im Cash Flow aus dem Ergebnis resultierte daher in erster linie aus dem um 50,9 Mio. Euro bzw. 23,6 % auf 266,1 Mio. Euro gestiegenen Ergebnis vor Ertragsteuern.

Aufgrund des im Vorjahresvergleich deutlich geringeren Anstiegs des Working Capitals konnte der operative Cash Flow massiv um 159,4 Mio. Euro von –82,2 Mio. Euro im Vorjahr auf 77,2 Mio. Euro verbessert werden.

Aufgrund der im Vorjahr getätigten Zahlungen für den Erwerb von B.net sowie höherer Investitionen in at Equity einbezogene Unternehmen (Aufstockung der Beteiligung an der EconGas und Aufbringung von Eigenmittelanteilen für die Kraftwerksprojekte in Deutschland und Albanien) lag der Mittelabfluss aus dem Cash Flow aus dem Investitionsbereich mit –90,4 Mio. Euro um 55,2 Mio. Euro unter dem Wert der Vergleichsperiode.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich war geprägt durch die Realisierung einer Projektfinanzierung zur Errichtung der Natriumhypochloritanlage in Moskau in Höhe von 100,3 Mio. Euro und durch eine Teilziehung der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 100,0 Mio. Euro zur Zwischenfinanzierung. Demgegenüber standen die laufenden planmäßigen Kredittilgungen sowie die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro. Per Saldo beträgt der Zufluss des Cash Flows aus dem Finanzierungsbereich 110,9 Mio. Euro.

In Summe errechnete sich für das 1. Halbjahr 2009/10 ein positiver Cash Flow von 97,8 Mio. Euro, womit die liquiden Mittel von 113,6 Mio. Euro auf 211,4 Mio. Euro erhöht wurden. Darüber hinaus stehen Finanzmittel in Form von kurzfristigen Wertpapierveranlagungen in Höhe von 33,8 Mio. Euro (30. September 2009: 86,7 Mio. Euro) zur Verfügung. Von der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro wurden zum Quartalsstichtag 100,0 Mio. Euro (30. September 2009: 0,0 Mio. Euro) ausgenützt. In Summe stehen demnach ausreichende liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftsentwicklung zur Verfügung, und die liquiditätssituation der EVN ist weiterhin als stabil zu beurteilen.

Bilanz

Die Bilanzsumme der EVN erhöhte sich gegenüber dem letzten Bilanzstichtag, dem 30. September 2009, um 2,1 % bzw. 140,7 Mio. Euro auf 6.836,1 Mio. Euro.

Im langfristigen Bereich konnte der Rückgang aufgrund der negativen Marktwertänderung der Verbundgesellschaft zum Teil durch Erhöhungen aufgrund des kontinuierlichen Investitionsprogramms im Sachanlagenbereich und der laufenden thesaurierten Ergebnisanteile der at Equity einbezogenen Unternehmen zum Teil kompensiert werden. Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich jedoch insgesamt um 165,9 Mio. Euro bzw. 2,9 % auf 5.595,3 Mio. Euro, womit ihr Anteil von 86,0 % auf 81,8 % sank.

Im Bereich der kurzfristigen Vermögenswerte wirkten sich neben der stichtagsbedingten Abgrenzung der Verbund-Dividende in den sonstigen Forderungen vor allem der saisonal bedingte Anstieg der Forderungen aus dem Energiegeschäft sowie der Anstieg der liquiden Mittel erhöhend aus. Demgegenüber stand eine Reduktion aufgrund von Verkäufen kurzfristiger Wertpapiere, wodurch sich die kurzfristigen Vermögenswerte per Saldo um 306,7 Mio. Euro bzw. 32,8 % auf 1.240,8 Mio. Euro erhöhten.

Das Eigenkapital ging um 17,5 Mio. Euro bzw. 0,6 % auf 3.109,7 Mio. Euro zurück; dem im 1. Halbjahr 2009/10 erzielten Ergebnis stehen die erfolgsneutral erfasste Marktwertänderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft und die Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 60,3 Mio. Euro gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt damit zum 31. März 2010 45,5%. Bei einer Nettoverschuldung von 1.514,2 Mio. Euro errechnet sich zu diesem Stichtag ein Gearing von 48,7%, das damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 54,0 % zu liegen kam.

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich trotz einer Kreditaufnahme zur Finanzierung des Baus einer Produktionsanlage für Natriumhypochlorit in Moskau durch planmäßige Tilgungen sowie einer Umgliederung eines im Februar 2011 rückzahlbaren endfälligen Kredits in den kurzfristigen Bereich um 5,0 % bzw. 85,3 Mio. Euro auf 1.617,2 Mio. Euro. Darüber hinaus wirkte sich noch die Reduktion der latenten Steuerverbindlichkeiten aufgrund der Marktwertänderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft mindernd auf die langfristigen Schulden aus, die in Summe um 151,2 Mio. Euro bzw. 5,2 % auf 2.772,5 Mio. Euro reduziert wurden.

In den kurzfristigen Schulden standen der Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten aufgrund der erwähnten Umgliederung sowie der Ziehung eines Teils der syndizierten Kreditlinie und der stichtagsbedingt höheren Steuerverbindlichkeiten ein Rückgang der lieferverbindlichkeiten gegenüber. In Summe waren daher die kurzfristigen Schulden per Saldo mit 954,0 Mio. Euro um 309,4 Mio. Euro bzw. 48,0 % höher ausgewiesen.

Bilanzstruktur in %

Risikobericht gemäß § 87 Abs 4 Börsegesetz

Zur Beurteilung der Risiken und Ungewissheiten, die den Geschäftsverlauf der EVN in den restlichen sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres beeinflussen könnten, ist festzuhalten, dass sich das Risikoprofil seit Ende des Geschäftsjahres zum 30. September 2009 nicht wesentlich verändert hat.

Risikoprofil

Risiken im Bereich Energie Marktrisiken der EVN im Bereich Energie beziehen sich auf die kommerzielle Verwertung von Strom, Gas,
Kohle und CO2. Deckungsbeitragsrisiken können bei der Vermarktung von Strom, Gas und Wärme sowie
durch nachteilige Beschaffungspreise für Primärenergieträger entstehen. Absicherungsstrategien wie brei
tere Kundensegmente, längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten sowie Fixpreisvereinbarun
gen bewirken eine Risikominimierung.
Risiken im Umweltsegment Im Umweltsegment sieht der EVN Konzern die Risiken in mögliche Betriebsstörungen von thermischen
Abfallverwertungsanlagen sowie Betriebsunterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersyste
men. Die EVN bedient sich modernster Technologien und passt diese regelmäßig an den letzten Stand
der Technik an. Weiters werden die dem Geschäftsmodell zugrundeliegenden Projektrisiken in diesem
Segment durch die konsequente Anwendung moderner Risikomanagement-Methoden in allen Projekt
phasen minimiert.
Finanzrisiken Die EVN begegnet Finanzrisiken aus Zins- und Wechselkursrisiken mit dem Einsatz von derivativen Ab
sicherungsinstrumenten. Den Kreditrisiken wird mit Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der
Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige liquiditätsanalysen, langfristig abgestimm
te und zentral gesteuerte Finanzplanungen sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs
ermöglichen es, dem liquiditätsrisiko vorzubeugen.
Politische und rechtliche Risiken Politische und rechtliche Risiken können vor allem aus regulatorischen Vorschriften, der Einflussnahme bei
Großprojekten und einer verschärften Umweltgesetzgebung resultieren. Zudem stellen wechselnde recht
liche Rahmenbedingungen in den Auslandsmärkten eine große Herausforderung dar, der in Kooperation
mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet
wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partner
schaften bei Großprojekten reduziert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche
Strukturierungen gesteuert werden.
Gesamtrisikoprofil Expansionsbedingt verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Neben dem stabilen Heimmarkt
richtet sich die Wachstumsstrategie des EVN Konzerns zunehmend auf Südosteuropa. Die aufstrebenden
länder Südosteuropas bieten einen attraktiven Wachstumsmarkt, welcher neue Chancen, betreffend die
Erschließung neuer Geschäftsfelder und Märkte, darstellt. Trotz des volatilen Umfeldes wurden keine be
standsgefährdenden Risiken identifiziert.

Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem

Aufgrund von Änderungen im Unternehmensrechtsänderungsgesetz 2008 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen nun verpflichtet, die wichtigsten Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im lagebericht offenzulegen. Gemäß dieser Verpflichtung hat die EVN ihr Internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt. Das RIKS gewährleistet die Ablaufsicherheit sowie klare Zuständigkeiten, eliminiert überflüssige Prozessschritte, und die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten wird weiter erhöht.

Segmentberichterstattung

Überblick

Unternehmensbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft S
Erzeugung
Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV
und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf von Strom und
Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Energieversorgung Südosteuropa Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und Betrieb
von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung in
Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Unter Beachtung des ab dem Geschäftsjahr 2009/10 verpflichtend anzuwendenden IFRS 8 "Geschäftssegmente" erfolgt die Identifizierung der operativen Segmente nunmehr ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Die EVN Segmentberichterstattung wurde, dieser Bestimmung folgend, adaptiert. Die vormals als Business Units des Segments Energie abgebildeten Bereiche werden fortan als eigene Segmente dargestellt. Im Zuge dieser Änderungen wurden zur klareren Abgrenzung der Segmentinhalte die Segmentbezeichnungen angepasst.

Neue Segmentierung

Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Stromerzeugung 2.541 2.390 6,3 1.336 1.134 17,7
Netzabsatz
Strom 11.411 11.370 0,4 6.018 6.028 –0,2
Gas1) 13.440 12.381 8,6 7.109 6.288 13,1
Energieverkauf an Endkunden
Strom2) 11.075 10.871 1,9 5.853 5.822 0,5
Gas 5.396 5.200 3,8 3.141 3.016 4,2
Wärme 1.280 1.191 7,5 720 672 7,2

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Inkl. Energieverkauf an Netzinfrastruktur Inland für Netzverluste

Nachstehend werden die operative Entwicklung der nunmehr sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Erzeugung

Das Segment Erzeugung umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Deutschland, Bulgarien und Albanien. Hinsichtlich der thermischen Erzeugung der EVN AG wird der Optionswert der Kraftwerke – somit im Wesentlichen die Differenz zwischen den Marktpreisen für Strom und den anfallenden Brennstoffkosten – abgebildet. Die Vermarktung des erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden hingegen im Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst.

Kennzahlen 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 2.541 2.390 6,3 1.336 1.134 17,7
davon Wärmekraftwerke 1.957 1.769 10,6 1.042 810 28,6
davon erneuerbare Energie 585 622 –5,9 294 325 –9,4
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 14,3 16,1 –11,4 4,2 5,4 –21,8
Innenumsatz 55,2 55,7 –0,8 22,6 29,9 –24,4
Gesamtumsatz1) 69,5 71,8 –3,2 26,8 35,3 –24,0
Operativer Aufwand –47,1 –35,5 –32,7 –16,8 –16,2 3,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 22,4 36,3 –38,2 10,0 19,1 –47,5
EBIT-Marge (%)2) 32,3 50,6 –18,3 37,4 54,1 –16,7
Finanzergebnis –1,4 –4,1 66,5 –2,1 –2,3 9,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 21,1 32,2 –34,6 7,9 16,8 –52,7
Investitionen 38,2 18,6 21,0 10,4

1) Im Umsatz wird hinsichtlich der thermischen Erzeugung der EVN AG der Optionswert der Kraftwerke abgebildet.

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Die Stromerzeugung der EVN lag im 1. Halbjahr 2009/10 mit 2.541 GWh um 6,3 % über dem Wert der Vergleichsperiode. Trotz der ungünstigen Marktpreissituation waren die Erzeugungsmengen in den eigenen Wärmekraftwerken mit 1.957 GWh um 10,6 % höher als das relativ niedrige Niveau des Vorjahres. Demgegenüber stand ein Rückgang im Bereich der erneuerbaren Energien um 37 GWh bzw. 5,9 % auf 585 GWh, der aus dem nachteiligen Winddargebot resultierte. Dadurch konnten insgesamt im 1. Halbjahr 2009/10 auf Konzernebene 22,9 % (Vorjahr: 22,0%) des abgesetzten Stroms aus eigener Produktion abgedeckt werden. Ohne Berücksichtigung des Energieverkaufs in Südosteuropa, wo derzeit noch keine nennenswerten Erzeugungskapazitäten zur Verfügung stehen, wurde ein Deckungsgrad von 68,7 % (Vorjahr: 67,9%) erzielt. Der Trend der rückläufigen Strompreise im Zeitraum, der für die Berechnung des Optionswerts herangezogen wurde, und die geringere Erzeugung aus erneuerbarer Energie führten zu einem Rückgang der Umsatzerlöse um 3,2 % bzw. 2,3 Mio. Euro auf 69,5 Mio. Euro. Der operative Aufwand erhöhte sich hingegen deutlich um 11,6 Mio. Euro auf 47,1 Mio. Euro, wovon 10,7 Mio. Euro auf die eingetretene Wertminderung beim Windpark in Kavarna entfielen. Daraus resultierte insgesamt ein operatives Ergebnis von 22,4 Mio. Euro gegenüber 36,3 Mio. Euro in der Vergleichsperiode. Der Rückgang im Ergebnis vor Ertragsteuern um 11,1 Mio. Euro auf 21,1 Mio. Euro fiel aufgrund des verbesserten Finanzergebnisses geringer aus. Zur Optimierung der Brennstoffbeschaffung und -anlieferung für das Kraftwerk Dürnrohr erfolgte im März die Inbetriebnahme der Rohrgurtförderanlage mit einer länge von 3.150 m von der Donau Chemie AG zum Kraftwerk Dürnrohr. Künftig werden 50 % der für den Kraftwerksbetrieb erforderlichen Energieträger auf dem umweltfreundlichen Wasserweg angeliefert und mit einem ummantelten Förderband von der Donaulände bis ins Kraftwerk Dürnrohr geliefert. Der primäre Fokus bei den Investitionen lag auf der Errichtung des Windparks in Kavarna, Bulgarien, wofür in der Berichtsperiode 32,4 Mio. Euro aufgewendet wurden. Energiewirtschaftliche Entwicklung Umsatz- und Ertragslage Investitionen

Netzinfrastruktur Inland

Das Segment Netzinfrastruktur Inland umfasst den Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze und der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und seit dem 2. Quartal 2008/09 im Burgenland.

Kennzahlen 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
Netzabsatz
Strom 3.985 3.956 0,7 2.029 2.003 1,3
Gas1) 13.440 12.381 8,6 7.109 6.288 13,1
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 258,0 241,5 6,9 136,0 128,4 5,9
Innenumsatz 29,7 28,4 4,6 16,1 15,9 1,4
Gesamtumsatz 287,7 269,8 6,6 152,1 144,3 5,4
Operativer Aufwand –196,2 –200,4 2,1 –100,9 –110,1 8,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 91,5 69,4 31,8 51,2 34,3 49,5
EBIT-Marge (%)2) 31,8 25,7 6,1 33,7 23,7 9,9
Finanzergebnis –6,3 –6,5 1,9 –3,1 –2,7 –13,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 85,2 63,0 35,3 48,2 31,6 52,6
Investitionen 45,3 37,6 20,4 19,6 18,2 7,6

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Im Strom- und Gasbereich werden im Zuge der Anreizregulierung die Netztarife jeweils per 1. jänner durch Beschluss der E-Control Kommission angepasst. Per 1. jänner 2010 wurden die Stromnetztarife um durchschnittlich 2,0 % gesenkt (per 1. jänner 2009 Anstieg um 1,0%) und die Gasnetztarife um durchschnittlich 8,2 % erhöht (per 1. jänner 2009 Erhöhung um durchschnittlich 7,3%).

Der Netzabsatz war positiv geprägt durch die Witterungseinflüsse – die Heizgradsumme im 1. Halbjahr 2009/10 lag um 3,7 % leicht über dem Vorjahr. Der Strom-Netzabsatz lag deshalb mit 3.985 GWh um 0,7 % bzw. 29 GWh geringfügig über dem Vorjahresniveau. Der Gasbereich, bei dem sich Witterungseinflüsse generell deutlich stärker auswirken, war darüber hinaus vor allem durch den gestiegenen Einsatz der Gaskraftwerke der EVN positiv beeinflusst. Insgesamt konnte ein Anstieg des Netzabsatzes von 8,6 % bzw. 1.059 GWh auf 13.440 GWh erzielt werden.

Diese Absatzentwicklung sowie die Netztarifanpassungen im Gasbereich führten zu einem Anstieg der Netzerlöse um 9,8 Mio. Euro bzw. 4,3 % auf 235,7 Mio. Euro. Im Kabel-TV- und Telekombereich führte der Erstkonsolidierungseffekt aus der B.net, die in der Vergleichsperiode nur teilweise enthalten war, von 7,2 Mio. Euro zu einer weiteren Umsatzsteigerung. In Summe konnte damit ein deutlicher Umsatzanstieg um 6,6 % bzw. 17,9 Mio. Euro auf 287,7 Mio. Euro verzeichnet werden. Vor allem durch geringere Kosten für Netzverluste und Ausgleichsenergie aufgrund sinkender Strommarktpreise reduzierten sich die operativen Aufwendungen um 4,2 Mio. Euro bzw. 2,1 % auf 196,2 Mio. Euro. Das operative Ergebnis konnte damit deutlich um 22,1 Mio. Euro gesteigert werden. Unter Berücksichtigung der Finanzierungskosten für die Netzinfrastruktur wurde ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 85,2 Mio. Euro gegenüber 63,0 Mio. Euro im Vorjahr erzielt.

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Umsatz- und Ertragslage

Investitionen

Beim bedeutendsten Bauvorhaben, dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene", in das in der Berichtsperiode 18,0 Mio. Euro investiert wurden, erfolgt der Baufortschritt zügig und plangerecht. Auf der "Westschiene", bei der im 1. Halbjahr 2009/10 Investitionen in Höhe von 2,0 Mio. Euro angefallen sind, laufen die Vorabeiten auf Hochtouren. Die restlichen Investitionen von 25,3 Mio. Euro wurden für die Modernisierung und leistungssteigerung des niederösterreichischen Gas- und Stromnetzes getätigt. Die Gesamtinvestitionen des Segments beliefen sich damit auf 45,3 Mio. Euro.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst die Beschaffung von Strom, Gas und anderen Primärenergieträgern, den Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf – vorwiegend am österreichischen Heimmarkt.

Kennzahlen 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 3.701 3.522 5,1 1.894 1.830 3,5
Gas1) 5.396 5.200 3,8 3.141 3.016 4,2
Wärme 1.067 974 9,6 593 535 10,9
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 746,5 751,4 –0,7 392,6 409,8 –4,2
Innenumsatz 25,4 18,7 35,9 9,1 11,4 –20,2
Gesamtumsatz 772,0 770,1 0,2 401,7 421,2 –4,6
Operativer Aufwand –698,4 –698,5 0,1 –367,3 –383,2 4,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 73,6 71,7 2,7 34,4 37,9 –9,4
EBIT-Marge (%)2) 9,5 9,3 0,2 8,6 9,0 –0,4
Finanzergebnis 8,0 7,7 3,6 4,0 2,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 81,6 79,4 2,8 38,4 39,9 –3,9
Investitionen 6,6 12,6 –47,7 1,5 6,5 –77,4

1) Inkl. Energieverkauf an Netzinfrastruktur Inland für Netzverluste

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Der Stromverkauf an Endkunden konnte – bei einem relativ stabilen Absatz in Niederösterreich – in erster linie aufgrund der Tätigkeit der EnergieAllianz außerhalb des Versorgungsgebiets der EVN insgesamt um 5,1 % bzw. 179 GWh auf 3.701 GWh erhöht werden. Der Gasabsatz konnte vorwiegend aufgrund der kühlen Witterung um 3,8 % bzw. 196 GWh auf 5.396 GWh erhöht werden.

Der Absatz im Wärmebereich in Österreich konnte aufgrund der kühlen Witterung sowie der Inbetriebnahme der Fernwärmeleitung St. Pölten deutlich um 9,6 % bzw. 93 GWh auf 1.067 GWh gesteigert werden.

Die rückläufigen Primärenergiepreise ermöglichten eine neuerliche Weitergabe der daraus resultierenden Vorteile an die Endkunden im Gasbereich. Die Tarife konnten nach Reduktionen im jänner und März 2009 am 1. Dezember 2009 neuerlich um rund 7,0 % gesenkt werden.

Die Vermarktungserlöse aus der Kraftwerkserzeugung lagen aufgrund der negativen Strompreisentwicklung trotz der höheren Erzeugung in etwa auf Vorjahresniveau. Die durchgeführten Preisanpassungen im Gasbereich wirkten den Absatzsteigerungen entgegen, wodurch die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2009/10 per Saldo nur geringfügig 0,2 % bzw. 1,8 Mio. Euro auf 772,0 Mio. Euro gesteigert werden konnten. Aufgrund der langfristig ausgerichteten Beschaffungsstrategie wirkten sich die rückläufigen Strombezugs- und Primärenergiepreise nur zum Teil positiv auf die operativen Aufwendungen aus. Dem stand eine Erhöhung aufgrund des Absatzanstiegs und des höheren Einsatzes der Kraftwerke gegenüber, wodurch die operativen Aufwendungen insgesamt mit 698,4 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres lagen. Dennoch konnte das Segment einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 1,9 Mio. Euro auf 73,6 Mio. Euro erzielen.

Das Finanzergebnis, das neben dem Ergebnisbeitrag von EconGas die Finanzierungskosten für die Errichtung der Wärmeanlagen enthält, lag mit 9,5 Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Ertragsteuern belief sich damit auf 81,6 Mio. Euro (Vorjahr: 79,4 Mio. Euro).

Im 1. Quartal 2009/10 konnte ein wesentliches Projekt erfolgreich abgeschlossen werden: Seit 1. Oktober 2009 versorgt EVN über Österreichs längste Fernwärme-Transportleitung St.Pölten mit Fernwärme aus dem Kraftwerk Dürnrohr. Bis Ende April wurden bereits über 120 GWh Fernwärme nach St. Pölten geliefert. In den Wintermonaten betrug die maximale Fernwärmeleistung 50 MW. Somit konnte die ursprünglich angestrebte Wärmeleistung von 40 MW um mehr als 20 % gesteigert werden.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, die Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst. Weiters ist die Projektgesellschaft zur Errichtung für die Gasnetze in Split und Zadar in Kroatien erfasst.

Kennzahlen 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
Netzabsatz Strom1) 7.425 7.414 0,2 3.989 4.025 –0,9
davon Bulgarien 4.412 4.349 1,4 2.440 2.392 2,0
davon Mazedonien 3.014 3.065 –1,7 1.549 1.633 –5,1
Wärmeverkauf an Endkunden 212 217 –2,1 127 137 –7,3
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 496,6 494,5 0,4 270,8 275,5 –1,7
Innenumsatz
Gesamtumsatz 496,6 494,5 0,4 270,8 275,5 –1,7
Operativer Aufwand –486,3 –489,9 0,7 –261,3 –270,9 3,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 10,3 4,6 9,5 4,6
EBIT-Marge (%)2) 2,1 0,9 1,1 3,5 1,7 1,8
Finanzergebnis –11,3 –16,6 31,9 –6,0 –7,3 18,3
Ergebnis vor Ertragsteuern –1,0 –12,0 91,8 3,5 –2,7
Investitionen 46,8 53,9 –13,1 15,8 20,8 –23,9

1) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Umsatz- und Ertragslage

Investitionen

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Im 1. Halbjahr 2009/10 waren unterschiedliche Witterungseinflüsse im Versorgungsgebiet der EVN in Südosteuropa zu verzeichnen. Während sich die kälteren Temperaturen in Mazedonien positiv auswirkten (die Heizgradsumme lag um 2,9 % leicht über dem Vorjahr), war es in Bulgarien gegenüber der Vergleichsperiode spürbar wärmer (die Heizgradsumme lag um 17,0 % deutlich unter dem Vorjahr). Trotz dieser Witterungseinflüsse führten in Mazedonien die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu einem Absatzrückgang von 1,7 % bzw. 51 GWh auf 3.014 GWh. In Bulgarien konnte hingegen aufgrund guter Erfolge bei der Reduktion der Netzverluste eine Erhöhung des Stromabsatzes von 1,4 % bzw. 62 GWh auf 4.412 GWh erreicht werden. Im Wärmebereich in Bulgarien wirkten sich die Witterungseinflüsse mit einem Absatzrückgang von 2,1 % bzw. 4 GWh auf 212 GWh negativ aus.

Umsatz- und Ertragslage

Insgesamt erhöhten sich die Umsatzerlöse des Segments geringfügig um 0,4 % bzw. 2,1 Mio. Euro auf 496,6 Mio. Euro. In Mazedonien wurden aufgrund eines positiven Preisentscheids per 1. jänner die Endkundenpreise um rund 10 % angehoben – von der Gesamterhöhung entfallen rund 51 % auf die EVN Macedonia – sodass trotz Absatzrückgang ein Umsatzanstieg erzielt werden konnte. In Bulgarien hingegen musste ein Umsatzrückgang verzeichnet werden; Absatzsteigerungen im Strombereich konnten die Senkung der Endkundenpreise um rund 1,0 % per 1. juli 2009 und den Rückgang des Wärmeabsatzes nicht kompensieren. Aufgrund niedrigerer Beschaffungskosten konnte insgesamt trotz höherer planmäßiger Abschreibungen für Sachanlagen und Forderungsabschreibungen ein deutlicher Anstieg im operativen Ergebnis um 5,7 Mio. Euro auf 10,3 Mio. Euro erzielt werden. Das Finanzergebnis verbesserte sich vor allem wegen des rückläufigen Zinsniveaus und aufgrund in der Vorperiode enthaltener einmaliger Belastungen um 5,3 Mio. Euro auf –11,3 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern konnte von –12,0 Mio. Euro der Vorjahresperiode auf –1,0 Mio. Euro verbessert werden.

Investitionen

Das Investitionsvolumen lag mit 46,8 Mio. Euro um 7,1 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Der Schwerpunkt lag weiterhin im Ausbau der Netzinfrastrukturen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie im Austausch von Zählern zur weiteren Reduktion der Netzverluste.

Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung im Inland und das internationale Projektgeschäft in 14 ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas.

Finanzkennzahlen Mio. EUR 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Außenumsatz 96,6 101,2 –4,6 47,7 55,6 –14,3
Innenumsatz 7,3 5,2 41,6 4,1 2,6 59,2
Gesamtumsatz 103,9 106,4 –2,3 51,8 58,2 –11,0
Operativer Aufwand –104,4 –99,0 –5,4 –54,5 –53,8 –1,2
Operatives Ergebnis (EBIT) –0,5 7,4 –2,7 4,4
EBIT-Marge (%)1) –0,5 6,9 –7,4 –5,2 7,9 –13,1
Finanzergebnis 10,9 3,5 6,8 6,5 4,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 10,5 10,9 –3,8 4,1 10,9 –62,2
Investitionen 35,4 31,7 11,5 14,7 20,3 –27,4

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Die Umsatzerlöse des Segments reduzierten sich trotz der Steigerungen aus dem laufenden Betrieb der Müllverbrennungsanlage, wo durch die Inbetriebnahme der linie 3 ein Anstieg von 6,7 Mio. Euro erzielt werden konnte, aufgrund eines witterungsbedingten Umsatzrückgangs im Projektgeschäft leicht um 2,5 Mio. Euro auf 103,9 Mio. Euro. In den operativen Aufwendungen stand ein analoger Rückgang aus den Projektgeschäften einer Erhöhung der Abschreibungen aufgrund der Inbetriebnahmen der linie 3 und des Blockheizkraftwerks in Kurjanovo, Moskau, gegenüber. Darüber hinaus musste aufgrund des Konkurses eines Großkunden im Abfallbereich eine Forderungsabschreibung in Höhe von 3,3 Mio. Euro vorgenommen werden. Daraus resultierte insgesamt ein Anstieg der operativen Aufwendungen um 5,4 Mio. Euro auf 104,4 Mio. Euro. Aufgrund dieser Entwicklungen wird ein EBIT von –0,5 Mio. Euro nach 7,4 Mio. Euro in der Vergleichsperiode ausgewiesen.

Das Finanzergebnis konnte von 3,5 Mio. Euro auf 10,9 Mio. Euro gesteigert werden. Dies war im Wesentlichen auf höhere Erfolgsbeiträge aus der Abwasserbehandlungsanlage in Zagreb und sinkende Zinsaufwendungen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus zurückzuführen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag damit mit 10,5 Mio. Euro nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau von 10,9 Mio. Euro.

Den Investitionsschwerpunkt bildet die Erweiterung der Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr um 225.000 Tonnen; die errichtete linie konnte im Dezember 2009 in Betrieb genommen werden.

Als Konsortialführer baut EVN für die Stadt Istanbul eine Kläranlage im Stadtteil Ataköy für 2 Millionen Einwohner mit Gesamtinvestitionen von 108,5 Mio. Euro. Die Anlage steht kurz vor Inbetriebnahme; ab juni 2010 übernimmt EVN die Betriebsführung für fünf jahre.

Die Errichtung von zwei Kläranlagen in Stettin, Polen, wurde abgeschlossen. In Zdroje ist die Wasserlinie bereits seit April 2008 in Betrieb, die Anlage wurde in der Berichtsperiode an den Kunden übergeben. In Pomorzany wird die Wasserlinie seit Anfang Oktober 2009 unter Volllast gefahren. Die offizielle Eröffnung der Anlage fand Mitte Mai 2010 statt.

Im Oktober 2009 erhielt EVN den Auftrag für Planung und Bau von zwei Abwasserbehandlungsanlagen für Famagusta und Morphou, Zypern. Finanziert durch die Europäische Kommission wird die Übergabe der schlüsselfertigen Anlagen mit einer Investitionssumme von insgesamt 11,4 Mio. Euro und einem leistungsumfang von insgesamt 44.250 Einwohnerwerten (EW) innerhalb von 24 Monaten erfolgen.

Anfang Februar 2010 unterschrieb EVN im Konsortium mit einer lokalen Baufirma den Auftrag zum Neubau und zur anschließenden zehnjährigen Betriebsführung der Abwasseranlage in Nord-Nikosia. Mit einem Projektvolumen von 45,0 Mio. Euro wird in einer Bauzeit von 27 Monaten eine Kapazität von 30.000 m³ pro Tag bzw. ca. 270.000 EW realisiert. Zusätzlich wird eine Schlammbehandlungsanlage mit Biogasgewinnung errichtet.

Im Dezember 2009 bekam EVN den Zuschlag zum Bau einer Abfallverwertungsanlage für Moskau. Die endgültige Kapazität der Anlage ist abhängig von der noch ausstehenden Umweltgenehmigung, deren Eingang in Kürze erwartet wird.

Neues Abfallverwertungsprojekt in Moskau, Russland

Umsatz- und Ertragslage

Investitionen

Laufende Projekte in Istanbul, Türkei und Stettin, Polen

Neue Abwasserprojekte auf Zypern

Eröffnung der Abwasserreinigungsanlage in Tulln

Nach nur 22 Monaten Bauzeit fand am 3. März 2010 die Eröffnung der neu errichteten Abwasserreinigungsanlage der Stadtgemeinde Tulln statt. Das Projekt sieht die Errichtung in zwei Stufen vor. Die erste Ausbaustufe, welche nun in Betrieb gegangen ist, wird die Abwässer von 22.500 EW vollbiologisch reinigen. In einer weiteren Ausbaustufe soll die Anlage auf 45.000 EW ausgeweitet werden. Die Gesamtkosten für die Errichtung der Anlage betragen 11,5 Mio. Euro.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Die strategischen Beteiligungen dieses Segments umfassen im Wesentlichen die Beteiligungen an BEGAS, BEWAG, RAG und der Verbundgesellschaft. Zudem sind in diesem Segment die zentralen Konzernfunktionen sowie auch Gesellschaften abgebildet, die Konzerndienstleistungen innerhalb der EVN erbringen.

Finanzkennzahlen
Mio. EUR
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Außenumsatz 13,1 10,9 19,9 4,6 4,9 –5,7
Innenumsatz 31,4 32,1 –2,1 16,4 15,8 3,4
Gesamtumsatz 44,5 43,0 3,5 21,0 20,8 1,3
Operativer Aufwand –47,5 –48,4 1,9 –24,3 –25,0 3,0
Operatives Ergebnis (EBIT) –3,0 –5,4 45,2 –3,3 –4,3 23,9
EBIT-Marge (%)1) –6,7 –12,6 5,9 –15,5 –20,6 5,1
Finanzergebnis 73,1 49,0 49,1 68,5 49,1 39,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 70,1 43,6 60,8 65,3 44,8 45,6
Investitionen 0,3 0,5 –40,7 0,2 0,4 –56,0

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Umsatz- und Ertragslage

Der Ertrag aus der Erhöhung der Dividende der Verbundgesellschaft um 8,0 Mio. Euro auf 50,1 Mio. Euro spiegelt sich – nachdem der Rückgang der Ergebnisbeiträge der RAG durch verbesserte Ergebnisse bei BEWAG und BEGAS nahezu kompensiert werden konnte – fast zur Gänze in einem Anstieg des Beteiligungsergebnisses um 6,5 Mio. Euro auf 70,0 Mio. Euro wider. Im sonstigen Finanzergebnis, das im Vorjahr durch Marktwertänderungen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise negativ beeinflusst war, war eine Erholung zu beobachten: die Kursänderungen von Wertpapieren und langfristigen finanziellen Vermögenswerten lieferten einen positiven Beitrag von 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: –17,0 Mio. Euro). Das Zinsergebnis war aufgrund geringerer Zinserträge bei kurzfristigen Geldveranlagungen mit 1,4 Mio. Euro nur leicht positiv (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro). Insgesamt konnte damit das für dieses Segment primär relevante Finanzergebnis aufgrund der erfreulichen Entwicklung gegenüber dem Vorjahr deutlich um 49,1 % bzw. 24,1 Mio. Euro auf 73,1 Mio. Euro gesteigert werden.

Konzern-Zwischenabschluss nach IAS 34

Bilanz Veränderung
Mio. EUR 31.3.2010 30.9.2009 absolut in % 30.9.2008
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 362,7 365,2 –2,5 –0,7 357,5
Sachanlagen 2.713,0 2.653,1 59,9 2,3 2.392,0
At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen 749,5 712,5 37,0 5,2 641,5
Sonstige Beteiligungen 1.152,2 1.409,7 –257,5 –18,3 1.723,5
Aktive latente Steuern 3,1 1,2 1,9 0,9
Übrige Vermögenswerte 614,8 619,5 –4,8 –0,8 597,0
5.595,3 5.761,2 –165,9 –2,9 5.712,4
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 140,8 137,3 3,5 2,6 97,6
Forderungen
Wertpapiere
822,1
33,8
579,7
86,7
242,5
–53,0
41,8
–61,1
569,4
136,0
liquide Mittel 244,1 130,5 113,6 87,1 121,0
1.240,8 934,2 306,7 32,8 923,9
Summe Aktiva 6.836,1 6.695,4 140,7 2,1 6.636,3
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 300,0 300,0 300,0
Kapitalrücklagen 108,4 108,4 108,4
Gewinnrücklagen1) 1.809,6 1.661,4 148,2 8,9 1.558,1
Bewertungsrücklage gem. IAS 39 548,4 725,4 –177,0 –24,4 1.012,0
Währungsumrechnungsrücklage –0,3 –3,4 3,1 91,4 2,1
Eigene Aktien –8,0 –8,0 –4,8
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.758,0 2.783,8 –25,7 –0,9 2.975,9
Anteile anderer Gesellschafter 351,6 343,4 8,2 2,4 232,5
3.109,7 3.127,2 –17,5 –0,6 3.208,5
Langfristige Schulden
langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.617,2 1.702,5 –85,3 –5,0 1.358,9
latente Steuerverbindlichkeiten 245,0 307,1 –62,1 –20,2 420,0
langfristige Rückstellungen2) 449,7 444,8 4,9 1,1 430,2
Vereinnahmte Baukosten- und
Investitionszuschüsse 387,8 379,1 8,8 2,3 354,3
Übrige langfristige Verbindlichkeiten2) 72,7 90,2 –17,5 –19,4 91,8
2.772,5 2.923,7 –151,2 –5,2 2.655,3
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 303,5 17,0 286,5 153,9
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten 138,9 58,7 80,2 60,5
lieferantenverbindlichkeiten 273,0 328,7 –55,8 –17,0 283,7
Kurzfristige Rückstellungen 87,1 83,6 3,5 4,2 96,4
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 151,6 156,5 –4,9 –3,1 178,0
954,0 644,5 309,4 48,0 772,5
Summe Passiva 6.836,1 6.695,4 140,7 2,1 6.636,3

1) Inklusive der Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3 in Höhe von 7,1 Mio. Euro, die im Vorjahr noch als eigene Position ausgewiesen war. 2) Die Werte per 30.9.2008 wurden im Geschäftsjahr 2008/09 aufgrund einer neuen Darstellung angepasst.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Mio. EUR
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Umsatzerlöse 1.625,1 1.615,6 0,6 855,9 879,6 –2,7
Sonstige betriebliche Erträge 27,1 32,0 –15,3 9,3 14,1 –34,1
Bestandsveränderungen und
aktivierte Eigenleistungen
5,4 9,2 –41,8 4,0 3,9 2,1
Fremdstrombezug und Energieträger –976,1 –1.016,2 3,9 –527,6 –568,1 7,1
Material- und Betriebsaufwand –119,7 –124,9 4,1 –55,7 –60,8 8,4
Personalaufwand –161,9 –159,5 –1,5 –80,9 –77,9 –3,8
Abschreibungen –118,5 –93,4 –26,9 –56,5 –47,7 –18,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen –87,0 –79,0 –10,1 –49,2 –46,9 –5,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 194,4 184,0 5,7 99,3 96,1 3,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
29,8 24,0 24,0 22,1 16,3 35,9
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 53,0 45,6 16,3 53,0 45,6 16,3
Zinserträge 19,7 25,4 –22,3 9,6 11,5 –16,3
Zinsaufwendungen –33,6 –45,8 26,5 –16,6 –19,8 16,3
Sonstiges Finanzergebnis 2,8 –18,0 –0,1 –8,4 99,4
Finanzergebnis 71,7 31,3 68,1 45,2 50,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 266,1 215,2 23,6 167,4 141,3 18,5
Ertragsteuern –50,3 –34,1 –47,5 –23,4 –17,9 30,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 215,8 181,1 19,1 144,0 123,4 16,7
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 7,3 12,4 –40,8 9,7 9,5 2,1
davon Ergebnisanteil der Aktionäre
der EVN AG (Konzernergebnis)
208,5 168,8 23,5 134,3 113,9 17,9
Ergebnis je Aktie1)
EUR
1,27 1,03 23,5 0,82 0,70 17,9

1) Verwässert ist gleich unverwässert

Stromerzeugung
Netzinfrastruktur Inland
Energiehandel und -vertrieb Energieversorgung Südosteuropa
Segmentberichterstattung1)
Mio. EUR
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Außenumsatz 14,3 14,3 16,1 258,0 241,5 746,5 751,4 496,6 494,5
Innenumsatz 55,2 55,7 29,7 28,4 25,4 18,7
Gesamtumsatz 69,5 71,8 287,7 269,8 772,0 770,1 496,6 494,5
Operativer Aufwand –47,1 –35,5 –196,2 –200,4 –698,4 –698,5 –486,3 –489,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 22,4 36,3 91,5 69,4 73,6 71,7 10,3 4,6
EBIT-Marge (%) 32,3 50,6 31,8 25,7 9,5 9,3 2,1 0,9
Finanzergebnis –1,4 –4,1 –6,3 –6,5 8,0 7,7 –11,3 –16,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 21,1 32,2 85,2 63,0 81,6 79,4 –1,0 –12,0
Investitionen2) 38,2 18,6 45,3 37,6 6,6 12,6 46,8 53,9
Umwelt Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Konsolidierung Summe
Mio. EUR 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Außenumsatz 96,6 101,2 13,1 10,9 1.625,1 1.615,6
Innenumsatz 7,3 5,2 31,4 32,1 –149,1 –140,0
Gesamtumsatz 103,9 106,4 44,5 43,0 –149,1 –140,0 1.625,1 1.615,6
Operativer Aufwand –104,4 –99,0 –47,5 –48,4 149,1 140,0 –1.430,7 –1.431,6
Operatives Ergebnis (EBIT) –0,5 7,4 –3,0 –5,4 194,4 184,0
EBIT-Marge (%) –0,5 6,9 –6,7 –12,6 12,0 11,4
Finanzergebnis 10,9 3,5 73,1 49,0 –1,3 –1,9 71,7 31,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 10,5 10,9 70,1 43,6 –1,3 –1,9 266,1 215,2
Investitionen2) 35,4 31,7 0,3 0,5 –1,1 171,6 154,9

1) Gemäß neuer Segmentierung ab dem 1. Quartal 2009/10

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Gesamtergebnisrechnung
Mio. EUR
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Veränderung
in %
2009/10
2. Quartal
2008/09
2. Quartal
Veränderung
in %
Ergebnis nach Ertragsteuern 215,8 181,1 19,1 144,0 123,4 16,7
Direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse vor Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen 3,1 –8,8 2,2 –4,7
Marktbewertung von Wertpapieren –257,1 –584,3 56,0 –63,0 –159,4 60,5
Cash Flow Hedges 18,1 –39,8 0,9 4,3 –80,0
At Equity einbezogenen assoziierten
Unternehmen
3,8 –19,6 1,6 3,2 –51,5
Summe direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse vor Ertragsteuern
–232,1 –652,6 64,4 –58,4 –156,6 62,7
darauf entfallende Ertragsteuern 60,0 156,2 –61,6 15,7 38,9 –59,6
Summe direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern
–172,1 –496,4 65,3 –42,6 –117,7 63,8
Gesamtergebnis 43,7 –315,2 101,4 5,7
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 9,2 12,4 –26,0 9,7 9,5 2,1
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 34,6 –327,6 91,7 –3,7
Entwicklung des Eigenkapitals Mio. EUR Anteile der Aktionäre der
EVN AG
Anteile anderer
Gesellschafter
Summe
Stand 30.9.2008 2.975,9 232,5 3.208,5
Gesamtergebnis –327,6 12,4 –315,2
Aktienerwerb vollkonsolidierter Unternehmen –1,0 –1,0
Dividende 2007/08 –60,3 –1,7 –62,0
Erwerb eigener Anteile –3,3 –3,3
Kapitaleinzahlung von Minderheitengesellschafter 1,5 1,5
Stand 31.3.2009 2.584,8 243,7 2.828,4
Stand 30.9.2009 2.783,8 343,4 3.127,2
Gesamtergebnis 34,6 9,2 43,7
Dividende 2008/09 –60,3 –1,7 –62,0
Kapitaleinzahlung von Minderheitengesellschaftern 0,8 0,8
Stand 31.3.2010 2.758,0 351,6 3.109,7
2009/10 2008/09 Veränderung 2007/08
Verkürzte Geldflussrechnung
Mio. EUR
1. Halbjahr 1. Halbjahr absolut in % 1. Halbjahr
Ergebnis vor Ertragsteuern 266,1 215,2 50,9 23,6 232,5
Unbare Ergebniskomponenten 22,8 25,8 –3,0 –11,6 46,4
Cash Flow aus dem Ergebnis 288,9 241,0 47,9 19,9 278,9
Cash Flow aus dem operativen Bereich 77,2 –82,2 159,4 177,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –90,4 –145,5 55,2 37,9 –170,4
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 110,9 214,8 –103,9 –48,4 –14,6
Cash Flow gesamt 97,8 –12,9 110,7 –7,5
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 113,6 94,1 19,5 20,7 54,4
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 211,4 81,3 130,1 46,9

Anhang zum Konzern-Zwischenabschluss

Grundsätze der Rechnungslegung

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzern-Zwischenabschluss zum 31. März 2010 der EVN AG wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenabschluss im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht zum Geschäftsjahr 2008/09 (Bilanzstichtag: 30. September 2009) gelesen werden.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 30. September 2009 wurden – abgesehen von den nachfolgend beschriebenen Auswirkungen durch die erstmalige Anwendung von Standards und Interpretationen – unverändert angewendet. Die Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses nach IFRS erfordert Schätzungen und Annahmen, die die berichteten Werte beeinflussen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenabschluss einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen.

Berichterstattung nach IFRS

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2009/10 angewendet:

Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.2009
IFRIC 13 Kundentreueprogramme 1.1.2009
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungs
vorschriften und ihre Wechselwirkung
1.1.2009
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb 1.7.2009
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 1.1.2009
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1.1.2009
IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS 1.1. / 1.7.2009
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.1.2009
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.11.2008/1.1/ 1.7.2009
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.2009
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 1.7.2009
IFRS 4 Versicherungsverträge 1.1.2009
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.11.2008/1.1.2009
IFRIC 9 Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate 1.1.2009
Diverse "Annual Improvements 2006 – 2008" 1.1. / 1.7.2009

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Im neuen IFRS 8 sind die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen geregelt. Die Identifizierung der operativen Segmente ist auf Basis der internen Steuerung (Management Approach) vorgeschrieben. Daraus resultierend wurden die früheren Business Units des Segments Energie nunmehr als eigene Segmente dargestellt.

Aufgrund der neuen Interpretationen IFRIC 13, IFRIC 14 und IFRIC 16 ergaben sich keine Änderungen im Zwischenabschluss der EVN.

Durch die Änderung des IAS 1 wurde der Zwischenabschluss um die Darstellung einer Gesamtergebnisrechnung ergänzt, in der sämtliche in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Ertrags- und Aufwandsposten sowie alle ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Erfolgsbestandteile dargestellt werden. Die Entwicklung des Eigenkapitals umfasst folglich lediglich Details zu Geschäftsvorfällen mit Anteilseignern, während sämtliche übrige Eigenkapitalveränderungen nunmehr in einer einzigen Zeile dargestellt werden.

Die wesentlichen Änderungen von IAS 27 und IFRS 3 beziehen sich auf die Vorschriften zur Bilanzierung von Unternehmenserwerben. Dabei ist besonderes Augenmerk auf die Neuerungen bei sukzessiven Anteilserwerben und auf die Bewertung von Minderheitsanteilen bei Unternehmenserwerben zu legen. Darüber hinaus sind Anschaffungsnebenkosten künftig als Aufwand zu erfassen.

Die wesentliche Änderung des IAS 23 betrifft die Streichung des Wahlrechts, Fremdkapitalkosten sogleich als Aufwand zu erfassen, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Da EVN in der Vergangenheit von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht hat, ergeben sich durch diese Änderung auch keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Änderungen in IFRS 7 betreffen die Erweiterung der Angabepflichten um Informationen zur Ermittlung der Fair Values und beziehen sich somit gänzlich auf die Aufbereitung der externen Berichterstattung.

Aufgrund der Änderungen zu IAS 32, IAS 39, IFRS 2, IFRS 4 und den "Annual Improvements 2006 – 2008" ergaben sich keine Änderungen auf den Zwischenabschluss der EVN.

Noch nicht in Kraft getretene neue Standards und Interpretationen werden nicht angewendet.

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz sind besonders im Geschäftsbereich Energie zu verzeichnen. Aufgrund dieser Abhängigkeit des Energiegeschäfts von der Witterung werden im zweiten Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt. Der Umweltbereich ist ebenfalls durch saisonale Effekte geprägt. Der Baubeginn vieler Großprojekte wird witterungsbedingt im Frühjahr gestartet. Die ersten beiden Quartale des Geschäftsjahres sind somit im Umweltsegment in der Regel umsatzschwächer als das zweite Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, trotzdem kann es jedoch bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Prüferische Durchsicht

Der Konzern-Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 31. März 2010 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 32 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2009: 26 inländische und 27 ausländische Tochterunternehmen). 35 (30. September 2009: 36) verbundene Unternehmen wurden aufgrund untergeordneter Bedeutung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht einbezogen.

Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.9.2009 53 5 14 72
Neugründungen/Erstkonsolidierungen 5 5
31.3.2010 58 5 14 77
davon ausländische Unternehmen 32 4 36

Im 1. Halbjahr 2009/10 fanden keine Unternehmenserwerbe statt. In der Vergleichsperiode des Geschäftsjahres 2008/09 erfolgte zu einem Kaufpreis von 22,0 Mio. Euro die vollständige Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net sowie der Dataservice GmbH, Eisenstadt, durch Kabelsignal. Aus der finalen Wertermittlung der Sachanlagen der B.net ergaben sich gegenüber dem Bilanzstichtag 30. September 2009 keine Änderungen.

Im juli 2009 erhielt WTE Wassertechnik GmbH, Essen, Deutschland, den Auftrag zur Errichtung von Abwasserbeseitigungsanlagen in Budva, Montenegro, und deren Betrieb über einen Zeitraum von 30 jahren. Aus diesem Anlass wurde bereits im September 2009 die WTE odpadne vode Budva DOO, Podgorica, Montenegro, gegründet, die im 1. Quartal 2009/10 erstmals vollkonsolidiert wurde.

EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien, und EVN Trading DOOEl, Skopje, Mazedonien, an denen EVN Trading SEE EAD, Sofia, Bulgarien, 100 % der Anteile hält, führen die Abwicklung von Energie-Handelsgeschäften in den jeweiligen ländern durch und werden seit dem 1. Quartal 2009/10 aufgrund von Wesentlichkeit erstmals in den Konzern-Zwischenabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN Plin d.o.o., Zagreb, Kroatien, die in den Gespannschaften Zadar und Split Gasverteilernetze planen, bauen, betreiben und instandhalten wird, wird aufgrund der Aufnahme der operativen Tätigkeit nunmehr ab dem 2. Quartal in den Zwischenbericht der EVN einbezogen.

Die Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien, an der EVN 100 % der Anteile hält, wird ab dem 2. Quartal 2009/10 vollkonsolidiert. Die Gesellschaft betreibt in Blatec, Bulgarien, eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 1 MW und einer jährlichen Stromproduktion von 1,3 GWh.

Ausgewählte Anhangsangaben

Erläuterungen zur Bilanz

Im 1. Halbjahr 2009/10 wurden von EVN immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 171,6 Mio. Euro (Vorjahr: 154,9 Mio. Euro) erworben. Demgegenüber wurden Sachanlagen mit einem Nettobuchwert in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) veräußert. Dabei wurde ein Veräußerungsverlust in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Veräußerungsgewinn von 0,2 Mio. Euro) erzielt.

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 1.152,2 Mio. Euro, die der Kategorie "Available for Sale" zugeordnet sind, beinhalten Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 1.128,7 Mio. Euro, die sich gegenüber dem Vorjahr um 257,1 Mio. Euro reduzierten. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 verrechnet.

Zum Stichtag 31. März 2010 wurden unverändert 534.864 Stück eigene Aktien (das sind 0,33 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8,0 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 6,9 Mio. Euro (30. September 2009: 7,3 Mio. Euro) gehalten. Aus diesen stehen der EVN AG keine Rechte zu, sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die Hauptversammlung der EVN AG hat am 21. jänner 2010 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2008/09 eine Dividende in Höhe von 0,37 Euro je Aktie auszuschütten (Gesamtdividendenzahlung: 60,3 Mio. Euro). Ex-Dividendentag war der 26. jänner 2010, die Ausschüttung an die Aktionäre der EVN AG erfolgte am 29. jänner 2010.

Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten stand den laufenden, planmäßigen Tilgungen in Höhe von 37,0 Mio. Euro im Wesentlichen eine Kreditziehung für die Finanzierung der Errichtung einer Natriumhypochloritanlage in Moskau in Höhe von 100,3 Mio. Euro gegenüber. Ein im Februar 2011 rückzahlbarer endfälliger Kredit in Höhe von 170,8 Mio. Euro wurde in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich zudem aufgrund eines zur kurzfristigen Zwischenfinanzierung gezogenen Teils der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 100,0 Mio. Euro.

Im 1. Halbjahr 2009/10 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten eine dauerhafte Wertminderung (Impairment Test) gemäß IAS 36 aufgrund einer erwarteten zeitlichen Verzögerung des Projektabschlusses einen Abwertungsbedarf auf Sachanlagen beim Windpark in Kavarna in Höhe von 10,7 Mio. Euro. Darüber hinaus führten das hohe Niveau der Investitionstätigkeit und die Erstkonsolidierung der B.net insgesamt zu einem Anstieg der Abschreibungen von 25,1 Mio. Euro auf 118,5 Mio. Euro.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Das Beteiligungsergebnis, das die Ergebnisanteile der at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Dividenden von nicht konsolidierten Gesellschaften umfasst, entwickelte sich wie folgt:

Zusammensetzung Beteiligungsergebnis
Tsd. EUR
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
RAG1) 12.167,5 21.922,3
EconGas 7.205,8 6.256,2
ZOV; ZOV UIP 6.067,8 1.698,1
BEWAG; BEGAS2) 3.735,0 –5.876,0
Andere Gesellschaften 576,0 –5,5
Ergebnis der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 29.752,1 23.995,2
Verbundgesellschaft 50.139,0 42.116,8
Andere Gesellschaften 2.885,5 3.489,0
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 53.024,5 45.605,8
Beteiligungsergebnis 82.776,6 69.601,0

1) Indirekt über RBG gehalten

2) jeweils 49 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien von 162.990.956 Stück (31. März 2009: 163.027.646 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestehen jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie dem verwässerten Ergebnis je Aktie entspricht. Auf Basis des Konzernergebnisses von 208,5 Mio. Euro (31. März 2009: 168,8 Mio. Euro) errechnet sich zum Quartalsstichtag 31. März 2010 ein Ergebnis je Aktie von 1,27 Euro (31. März 2009: 1,03 Euro).

Erläuterungen zur Geldflussrechnung Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen werden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im 1. Halbjahr 2009/10 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Die Zinseinzahlungen beliefen sich auf 17,5 Mio. Euro (Vorjahr: 22,8 Mio. Euro), Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 23,8 Mio. Euro (Vorjahr: 35,4 Mio. Euro) geleistet. Die Auswirkungen der Unternehmenserwerbe in Höhe von 20,9 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2008/09 wurden im Cash Flow aus dem Investitionsbereich dargestellt. Im 1. Halbjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb statt.

Sonstige Angaben

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es ergaben sich gegenüber dem letzten Konzernabschluss keine Veränderungen im Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen. Die Transaktionen mit wesentlichen at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
Mio. EUR
2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
Umsätze 180,9 193,5
Aufwendungen für bezogene leistungen 477,1 484,6
Forderungen aus lieferungen und leistungen 93,6 154,81)
Verbindlichkeiten aus lieferungen und leistungen 48,0 13,41)

1) Wert zum 30.9.2009

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken erhöhten sich gegenüber dem 30. September 2009 um 91,5 Mio. Euro auf 885,3 Mio. Euro. Dieser Anstieg resultiert zum einen aus einer Erhöhung der Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung des Kraftwerks in Duisburg-Walsum und zum anderen aus einer Erhöhung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften. Im Falle des Kraftwerks in Duisburg-Walsum handelt es sich um die planmäßige Ausweitung der Fremdfinanzierung entsprechend des Baufortschrittes, für die Haftungen abgegeben wurden. Die Erhöhung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften resultiert aus einer stichtagsbezogenen Ausweitung des Energiehandels. Die restlichen Positionen blieben im Wesentlichen unverändert.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. März 2010 und der Veröffentlichung des Konzern-Zwischenabschlusses am 27. Mai 2010 traten folgende Ereignisse auf:

Der zum Bilanzstichtag 31. März 2010 ausgenützte Teil dersyndizierten Kreditlinie in Höhe von 100,0 Mio. Euro wurde am 1. April 2010 zurückbezahlt.

In der am 7. April 2010 abgehaltenen 63. ordentlichen Hauptversammlung der Verbundgesellschaft wurde für das Geschäftsjahr 2009 die Ausschüttung einer Dividende von EUR 1,00 pro Stückaktie und einer Sonderdividende von EUR 0,25 pro Stückaktie beschlossen. Die Dividende wurde bereits im vorliegenden Konzern-Zwischenabschluss in der Bewertung der Beteiligung und im Finanzergebnis entsprechend abgebildet.

Am 21. April 2010 haben EVN und Verbund einen Syndikatsvertrag für das Wasserkraftwerk Ashta unterschrieben, das bis 2012 im Norden Albaniens errichtet wird. Das Kraftwerk am Fluss Drin wird eine Kapazität von mehr als 50 MW haben. Die Realisierung des Kraftwerkprojekts ist Aufgabe der Projektgesellschaft Energji Ashta mit Sitz in Tirana, an der beide Partner jeweils 50 % halten werden.

Am 16. Mai 2010 hat sich der Salzburger Baukonzern Alpine Bau GmbH aus dem mit EVN AG und NEK EAD geplanten Projekt zur Errichtung von Wasserkraftwerken am Fluss Gorna Arda in Bulgarien zurückgezogen. EVN wird das Projekt gemeinsam mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK EAD entwickeln.

Erklärung des Vorstands gemäß § 87 Abs 1 Z 3 Börsegesetz

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offenzulegenden wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Maria Enzersdorf, am 27. Mai 2010 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dr. Burkhard Hofer: Mit Verantwortung für die Segmente Umwelt und Energiehandel und -vertrieb Dipl.-Ing. Dr. Peter layr: Mit Verantwortung für die Segmente Netzinfrastruktur Inland und Energieversorgung Südosteuropa Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher: Mit Verantwortung für das Segment Erzeugung Die zentralen Konzernfunktionen sind auf die drei Vorstandsbereiche aufgeteilt.

Die EVN Aktie

Während der letzten Monate meldete der Euroraum eine deutliche Verbesserung seiner Wirtschaftsdaten. Im 1. Halbjahr 2010 sollte aufgrund der wichtigen Konjunkturvorlaufindikatoren die Wirtschaftsdynamik in Europa weiter an Fahrt gewinnen, im 2. Halbjahr ist jedoch ein leicht schwächeres Wachstum zu erwarten.

Die anhaltend expansive Geldpolitik aller relevanten Notenbanken sollte kurzfristig unverändert bleiben. Die Konjunkturaufhellung muss sich als nachhaltig erweisen, bevor mit ersten Maßnahmen seitens der Zentralbanken zu rechnen ist. Vor diesem Hintergrund befinden sich 2010 die leitzinsen sowohl in den USA als auch in der Eurozone auf historisch niedrigen Rekordniveaus. Die Finanzierungskosten für Unternehmen sind deutlich günstiger als noch vor sechs bis zwölf Monaten.

Im Zeitraum von Oktober 2009 bis März 2010 hat sich die Dynamik des Anstiegs der internationalen Aktienindizes etwas abgeschwächt, weist jedoch nach wie vor eine leicht positive Tendenz auf: Der deutsche Aktienindex DAX hat 8,4%, der amerikanische leitindex Dow jones sogar 11,8 % zugelegt.

Der Wiener leitindex ATX konnte mit den internationalen Indizes nicht Schritt halten und verzeichnete einen leichten Rückgang von 0,1%. Der für die EVN AG relevante Branchenindex Dow jones Euro Stoxx Utilities verzeichnete einen Kursverlust von rund 3,0%. Die Aktie der EVN AG musste einen Verlust von 6,0 % hinnehmen und notierte per 31. März 2010 bei 12,86 Euro. Dies bedeutet aktuell eine Marktkapitalisierung von 2,1 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen in EVN Aktien hat sich im Vergleich zu den vorangegangenen Vergleichsperioden auf niedrigerem Niveau bei einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 49.700 Stück (Einmalzählung) stabilisiert.

EVN Aktie –
Indexgewichtung
31.3.2010
ATX 1,40 %
WBI
(Wiener Börse Index) 2,57 %

Das Umsatzvolumen an der Wiener Börse belief sich auf 79,7 Mio. Euro (Einmalzählung). Dies entspricht einem Anteil von 0,39 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse. Die Gewichtung der EVN Aktie im ATX lag per Ende März 2010 bei 1,40%.

Kursentwicklung der EVN Aktie im relativen Vergleich

EVN Aktie – Performance 2009/10
1. Halbjahr
2008/09
1. Halbjahr
2007/08
1. Halbjahr
Kurs per Ultimo März EUR 12,86 10,85 20,12
Höchstkurs EUR 13,75 16,00 23,38
Tiefstkurs EUR 12,40 10,11 18,85
Aktienumsatz1) Mio. EUR 79 90 218
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 49.700 61.552 80.240
Anteil am Gesamtumsatz1) % 0,39 0,52 0,49
Börsekapitalisierung per Ultimo März Mio. EUR 2.103 1.774 3.290

1) Wiener Börse, Einmalzählung

In der 81. Hauptversammlung am 21. jänner 2010 wurde die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 60,3 Mio. Euro bzw. 0,37 Euro je Aktie beschlossen. Ex-Dividendentag war der 26. jänner 2010, die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 29. jänner 2010.

Ebenfalls in der 81. Hauptversammlung wurde der Vorstand der EVN AG für höchstens fünf jahre nach Eintragung einer entsprechenden Satzungsänderung ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 30,0 Mio. Euro, allenfalls in mehreren Tranchen, durch Ausgabe von bis zu 16.352.582 Stück auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen und die jeweilige Ausübung, den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen, sofern sichergestellt ist, dass der Anteil der Beteiligung der NÖ landes-Beteiligungsholding GmbH an der EVN AG auch nach der Kapitalerhöhung nicht unter 51,0 % des Grundkapitals an der EVN AG fällt. Von dieser Genehmigung wurde in der Berichtsperiode kein Gebrauch gemacht.

Im 1. Halbjahr 2009/10 kam es zu keiner Veränderung in der Aktionärsstruktur der EVN AG: Unverändert werden 51 % der Aktien von der NÖ landes-Beteiligungsholding GmbH, St.Pölten, gehalten, zweitgrößter Aktionär ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit einem Anteil von > 35%. Die restlichen < 14 % befinden sich in Streubesitz.

Stabile Dividende für das Geschäftsjahr 2008/09

Ermächtigung durch die 81. ordentliche Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung

Unveränderte Aktionärsstruktur

Finanzkalender 2009/101)

Ergebnis 1.–3. Quartal 2009/10 26.8.2010
jahresergebnis 2009/10 16.12.2010

1) vorläufig

EVN Aktie – Basisinformation

Grundkapital 300.000.000,00 EUR
Stückelung 163.525.820 nennwertlose Stückaktien
ISIN Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); EVN (Dow jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A2, negative (Moody's); A–, negative (Standard & Poor's)

EVN AG

Direktion

EVN Platz 2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Investor Relations

Dr. Klára Székffy Telefon +43 2236 200-12745 Telefax +43 2236 200-82745 [email protected]

Service-Telefon für Anleger/innen 0800 800 200

Service-Telefon für Kunden/innen 0800 800 100

Online-Aktionärsbrief

http://www.finanzbericht.evn.at/?report=DE2010-Q2

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

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