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EVN AG Interim / Quarterly Report 2008

Feb 26, 2009

742_rns_2009-02-26_9a6c2f6d-13db-4f9b-8873-ad82c38ba364.pdf

Interim / Quarterly Report

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Aktionärsbrief

  1. Quartal 2008/09 1. Oktober – 31. Dezember 2008

Umsatz +10,2% (736,0 Mio EUR) EBITDA –2,4% (133,5 Mio EUR) EBIT –4,5% (87,9 Mio EUR) Konzernergebnis –29,3% (54,8 Mio EUR) Cash Flow aus dem Ergebnis –8,6% (107,9 Mio EUR)

  • Absatzentwicklung im Energiebereich von milder Witterung geprägt
  • Konzessionsvertrag zur Errichtung von drei Speicherkraftwerken in Albanien unterschrieben
  • Baubeginn eines Windparks im Nordosten von Bulgarien
  • Auftrag zur Errichtung einer Schlammbehandlungsanlage in Litauen
  • Zuschlag bei der Ausschreibung einer Meerwasserentsalzungsanlage auf Zypern
  • Übernahmevertrag für den burgenländischen Kabelnetzbetreiber B.net unterzeichnet

Energie vernünftig nutzen

Kennzahlen

2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
Veränderung
in%
2007/08 2006/07
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 1.256 1.486 –15,5 4.022 3.451
Stromverkauf an Endkunden GWh 5.049 4.987 1,2 19.372 18.043
Gasverkauf an Endkunden GWh 2.184 2.710 –19,4 6.759 5.603
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 519 406 27,8 1.362 911
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio EUR 736,0 667,7 10,2 2.397,0 2.233,1
EBITDA Mio EUR 133,5 136,8 –2,4 362,3 350,7
EBITDA-Marge1) % 18,1 20,5 –2,4 15,1 15,7
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio EUR 87,9 92,0 –4,5 166,6 197,3
EBIT-Marge1) % 11,9 13,8 –1,9 7,0 8,8
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio EUR 73,9 102,9 –28,1 235,5 287,4
Konzernergebnis Mio EUR 54,8 77,6 –29,3 186,9 227,0
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio EUR 6.368,4 6.809,8 –6,5 6.636,3 6.261,9
Eigenkapital Mio EUR 2.883,3 3.325,7 –13,3 3.208,5 3.014,7
Eigenkapitalquote1) % 45,3 48,8 –3,5 48,3 48,1
Nettoverschuldung Mio EUR 1.315,7 959,8 37,1 1.131,3 825,3
Gearing1) % 45,6 28,9 16,7 35,3 27,4
Return on Equity (ROE)1) % 1,9 2,6 –0,7 7,4 9,0
Return on Capital Employed (ROCE)1) % 1,8 2,3 –0,5 6,3 7,1
Konzern-Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem Ergebnis Mio EUR 107,9 118,1 –8,6 426,7 412,1
Investitionen2) Mio EUR 78,4 111,1 –29,4 415,6 277,7
Mitarbeiter
Mitarbeiter Ø 9.167 9.508 –3,6 9.342 9.535
davon Österreich Ø 2.511 2.444 2,7 2.468 2.365
davon Ausland Ø 6.656 7.064 –5,8 6.874 7.170
Aktie
Ergebnis3) EUR 0,34 0,47 –29,3 1,14 1,39

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

3) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Vorjahreswerte angepasst.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Vorstands 3
Konzernzwischenlagebericht 4 Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld
4 Geschäftsentwicklung
4 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
5 Konzern-Cash Flow
6 Konzern-Bilanz
7 Unternehmensbereiche
7 Segmente im Überblick
7 Segment Energie
11 Segment Umwelt
12 Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzern-Zwischenbericht
nach IAS 34 13 Konzern-Bilanz
14 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
14 Verkürzte Konzern-Geldflussrechnung
15 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
15 Segmentergebnis nach Geschäftsbereichen
15 Segmentergebnis nach Regionen
16 Anhang zum Konzern-Zwischenbericht
Die EVN Aktie 22
Finanzkalender 2008/09 23

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Die EVN konnte im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 (1. Oktober bis 31. Dezember 2008) die Umsatzerlöse um 10,2% auf 736,0 Mio EUR steigern. Trotz im Vergleich zur Vorjahresperiode milderer Temperaturen verzeichneten die Umsatzerlöse im Segment Energie ein Plus von 9,2% auf 684,5 Mio EUR. Im Segment Umwelt konnte eine Umsatzsteigerung um 28,8% auf 45,5 Mio EUR realisiert werden. Massive Preiserhöhungen für Fremdstrom und Primärenergie sowie der Anstieg des Material- und Betriebs- sowie Personalaufwands führten zu einem operativen Ergebnis, das mit 87,9 Mio EUR um 4,5% unter dem Vorjahresniveau liegt. Infolge eines niedrigeren Beteiligungsergebnisses sowie aufgrund von negativen Bewertungserfolgen im Zuge der Finanzmarktkrise drehte das Finanzergebnis von 11,0 Mio EUR im Vorjahr auf –13,9 Mio EUR. Das Konzernergebnis für das 1. Quartal 2008/09 sank insgesamt um 29,3% auf 54,8 Mio EUR.

Im 1. Quartal 2008/09 konnten im Bereich der erneuerbaren Energien weitere Expansionsschritte in Südosteuropa gesetzt werden. Der Konzessionsvertrag für die Errichtung von drei Spitzenlast-Speicherkraftwerken am Fluss Devoll in Albanien mit dem norwegischen Joint-Venture-Partner Statkraft wurde im Dezember 2008 unterzeichnet. Am 21. Jänner 2009 wurde der Konzessionsvertrag durch den albanischen Ministerrat ratifiziert, die Ratifizierung durch das albanische Parlament wird bis Ende Februar 2009 erwartet. Ein Windparkprojekt mit 25 Anlagen und einer Gesamtkapazität von 50 MW wurde im Oktober in Kavarna, im Nordosten Bulgariens, von evn naturkraft mit dem deutschen Partner Enertrag AG gestartet. Die Gesamtinvestition beträgt etwa 95 Mio EUR, die Fertigstellung ist für Ende 2009 geplant. Im Telekommunikationsbereich wurde ein weiterer bedeutender Wachstumsschub umgesetzt: Im Dezember konnte der Vertrag zur Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net Burgenland Telekom GmbH inklusive der ungarischen Tochtergesellschaften sowie der Dataservice GmbH durch die kabelsignal AG unterzeichnet werden. Das Closing wird nach Vorliegen der kartellrechtlichen Genehmigung und diverser sonstiger Bedingungen noch für Februar 2009 erwartet.

Im Segment Umwelt konnte WTE im 1. Quartal 2008/09 unter anderem folgende neue Aufträge gewinnen: Im November 2008 erhielt WTE den Auftrag zum Bau einer Schlammbehandlungsanlage mit einer Kapazität von 600.000 Einwohnergleichwerten und einer Gesamtinvestition von 45 Mio EUR für die litauische Hauptstadt Vilnius. Ende Dezember 2008 konnte WTE mit dem Auftrag zur Errichtung einer Meerwasserentsalzungsanlage nahe Limassol ein weiteres Projekt auf Zypern akquirieren. Das als BOOT-Modell geführte Projekt wird nach einer zweijährigen Bauzeit von WTE während 20 Jahre auch betrieben werden.

Erneuerbare Energieprojekte in Südosteuropa

Expansion im Telekommmunikationsbereich

Neuaufträge im Segment Umwelt

Auswirkung der Finanz- und Wirtschaftskrise

Ausblick

Im Geschäftsjahr 2008/09 wird auch die Entwicklung der EVN Gruppe von der Finanzkrise, die zunehmend auf die Realwirtschaft rezessive Einflüsse ausübt, beeinträchtigt werden. Neben möglichen Absatzrückgängen im Bereich Energie sind auch die im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen der EVN vom Preisverfall auf den Rohstoffmärkten stark betroffen und werden voraussichtlich deutlich niedrigere Ergebnisbeiträge erwirtschaften. Im Finanzvermögen wird ebenfalls mit einer negativen Wertentwicklung zu rechnen sein. Wenngleich die aktuelle Rezession der Gesamtwirtschaft zu entsprechenden Auswirkungen auf das Ergebnis führen wird, kann aus heutiger Sicht die operative Geschäftsentwicklung dennoch kontinuierlich fortgesetzt werden.

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Sprecher des Vorstandes im Februar 2009

Konzernzwischenlagebericht

Wirtschaftliches und energiewirtschaftliches Umfeld

Auf dem Weg in die globale Rezession

In der zweiten Hälfte 2008 verschlechterte sich die weltweite Konjunkturlage weiter. Die Finanzkrise griff auf die reale Weltwirtschaft über und führte sie in eine Rezessionsphase. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird 2009 die Wirtschaft der Industriestaaten schrumpfen. Für den Euroraum wird 2009 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von etwa 0,5% erwartet, für Österreich eine Stagnation nach einem BIP-Wachstum von 1,8% in 2008. Weder die Dauer noch die Intensität dieses Abschwungs lassen sich angesichts der aktuellen Entwicklungen prognostizieren.

Dieser Konjunktureinbruch erreichte auch die ost- bzw. südosteuropäische Region. Für diesen Wirtschaftsraum wird im Durchschnitt ein reales BIP-Wachstum von rund 1,0%, nach 6,4% im Jahr 2008, gerechnet. In Bulgarien wird sich die Wachstumsrate von 6,0% auf 2,5 % mehr als halbieren, ebenso die Inflationsrate von 13,0% auf voraussichtlich 7,0%. Für Mazedonien wird ein Wirtschaftswachstum von 4,0% prognostiziert.

Energiewirtschaftliches Umfeld Energiewirtschaftliches Umfeld 2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
Veränderung
in%
2006/07
1. Quartal
Temperaturbedingter Energiebedarf1) % 92 113 –21,0 82
Rohöl – Brent EUR/Barrel 44,25 61,00 –27,5 47,05
Gas – GIMP2) Cent/m³ 32,31 24,19 33,6 23,20
Kohle – API#23) EUR/Tonne 76,26 81,71 –6,7 52,19
CO2-Zertifikate (1. und 2. Periode) EUR/Tonne 18,47 0,08 9,58
Strom – Spotmarkt EEX4)
Grundlaststrom EUR/MWh 68,02 57,75 17,8 44,67
Spitzenlaststrom EUR/MWh 94,20 90,88 3,7 65,53
Strom – Forwardmarkt EEX5)
Grundlaststrom EUR/MWh 73,71 49,66 48,4 57,45
Spitzenlaststrom EUR/MWh 101,88 75,42 35,1 82,59

1) Berechnet nach Heizgradsummen in Österreich; die Basis (100%) entspricht dem Durchschnittswert 1997–2006;

ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

2) Gasimportpreis (GIMP)

1. Quartal in Mio EUR

Umsatz nach Segmenten

4) EEX – European Energy Exchange 5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Geschäftsentwicklung

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die EVN konnte im 1. Quartal 2008/09 ein Umsatzplus von 10,2% bzw. 68,3 Mio EUR auf 736,0 Mio EUR verzeichnen. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung war der Umsatzanstieg im Segment Energie um 9,2% bzw. 57,6 Mio EUR auf 684,5 Mio EUR. Das Segment Umwelt konnte aufgrund mehrerer Projektakquisitionen eine deutliche Umsatzsteigerung von 28,8% bzw. 10,2 Mio EUR auf 45,5 Mio EUR erzielen.

Nach einem nur leicht höheren Strom- und einem rückläufigen Gasabsatz stieg die Aufwandsposition Fremdstrombezug und Energieträger bedingt durch den massiven Preisanstieg für Primärenergie um 13,9% bzw. 54,7 Mio EUR auf 448,1 Mio EUR. Vorwiegend höhere Volumina im Projektgeschäft lösten einen Anstieg des Material- und Betriebsaufwands um 24,0% auf 64,1 Mio EUR aus.

Der durchschnittliche Personalstand des EVN Konzerns verringerte sich im 1. Quartal 2008/09 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,6% bzw. 341 auf 9.167 Mitarbeiter. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl in Südosteuropa ging um 6,1% bzw. 410 Mitarbeiter zurück, in Österreich zeigt der Vergleichswert einen Anstieg um 2,7% bzw. 67 Mitarbeiter. Dem per Saldo rückläufigen Personalstand standen hohe kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie Kosten für Restrukturierungsprogramme gegenüber, die zu einer Erhöhung des Personalaufwands um 14,9% bzw. 10,6 Mio EUR auf 81,6 Mio EUR führten.

Die Abschreibungen blieben mit einem Anstieg von 1,8% bzw. 0,8 Mio EUR auf 45,6 Mio EUR annähernd auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen vor allem aufgrund geringerer Forderungsabschreibungen um 14,7% bzw. 5,5 Mio EUR auf 32,1 Mio EUR zurück.

Per Saldo verzeichnete das EBITDA einen Rückgang um 2,4% bzw. 3,3 Mio EUR auf 133,5 Mio EUR. Mit 87,9 Mio EUR lag das EBIT um 4,5% unter dem Vorjahresniveau, womit die EBIT-Marge von 13,8% auf 11,9% zurückging. Die höheren Umsatzerlöse des Segments Energie konnten den Anstieg der korrespondierenden Aufwendungen, besonders jene für Fremdstrombezug und Energieträger sowie Material- und Betriebs- sowie Personalaufwand, nicht ausgleichen, weshalb sich das EBIT des Segments um 4,8% bzw. 4,4 Mio EUR auf 86,0 Mio EUR verringerte. Ebenso konnten im Segment Umwelt steigende Umsatzerlöse die höheren Material- und Betriebsaufwendungen nicht kompensieren, das Segment-EBIT reduzierte sich um 3,8 % bzw. 0,1 Mio EUR auf 2,9 Mio EUR.

Das Finanzergebnis fiel insgesamt deutlich um 24,9 Mio EUR auf –13,9 Mio EUR. Ausschlaggebend dafür war ein starker Rückgang des Beteiligungsergebnisses von 15,7 Mio EUR auf 7,7 Mio EUR. Der Beitrag der Rohöl-Aufsuchungs AG, Wien, ("RAG"), ging infolge des gesunkenen Ölpreises zurück, jener aus der Burgenländischen Elektrizitätswirtschaft-Aktiengesellschaft, Eisenstadt, ("BEWAG"), aufgrund von Abschreibungen im Finanzvermögen. Im Zinsergebnis, das sich um –1,3 Mio EUR auf –12,0 Mio EUR veränderte, wirkte sich der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten stärker aus als der seit kurzem stattfindende Rückgang der Zinssätze. Das durch die negative Kapitalmarktsituation bewertungsbedingt belastete sonstige Finanzergebnis in Höhe von –9,6 Mio EUR verstärkte die negative Entwicklung.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 73,9 Mio EUR um 28,1% unter dem Vorjahreswert. Das Konzernergebnis ging trotz eines geringeren Ergebnisanteils anderer Gesellschafter um 29,3% bzw. 22,8 Mio EUR auf 54,8 Mio EUR zurück.

Konzern-Cash Flow

Der Cash Flow aus dem Ergebnis lag im 1. Quartal 2008/09 mit 107,9 Mio EUR um 8,6% unter dem Vorjahresniveau. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf ein mit 73,9 Mio EUR um 28,1% niedrigeres Ergebnis vor Ertragsteuern sowie auf höhere unbare Ergebniskomponenten besonders aus dem Finanzergebnis. Aufgrund der gegenüber dem Vorjahr markanten Erhöhung der Forderungen und der gleichzeitigen Verringerung der kurzfristigen Verbindlichkeiten fiel der Rückgang im operativen Cash Flow mit 196,7 Mio EUR wesentlich deutlicher aus.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich zeigte im Vorjahresvergleich aufgrund geringerer Investitionen mit –88,6 Mio EUR einen um 50,1 Mio EUR verminderten Mittelabfluss. Im Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich war vor allem aufgrund der Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten ein Mittelzufluss von 147,3 Mio EUR gegenüber 47,7 Mio EUR im Vorjahr zu verzeichnen.

Umsatz nach Regionen 1. Quartal in Mio EUR

EBIT nach Segmenten 1. Quartal in Mio EUR

Bilanzstruktur in%

Kurzfristige Schulden

Langfristige Schulden Eigenkapital

Struktur der Investitionen 1. Quartal in%

Südosteuropa

  • Erzeugung
  • Netze
  • Vertrieb

In Summe errechnet sich für das 1. Quartal 2008/09 ein leicht negativer Cash Flow von –0,2 Mio EUR, womit die liquiden Mittel von 94,1 Mio EUR auf 93,9 Mio zurückgingen. Unter Berücksichtigung der Veranlagungen in kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 128,5 Mio EUR (30. September 2008: 136,0 Mio EUR) ist die Liquiditätssituation der EVN weiterhin als sehr stabil zu beurteilen.

Konzern-Bilanz

Die Bilanzsumme des EVN Konzerns verringerte sich seit dem letzten Bilanzstichtag, dem 30. September 2008, um 4,0% bzw. 267,8 Mio EUR auf 6.368,4 Mio EUR. Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 6,7% bzw. 381,8 Mio EUR auf 5.330,6 Mio EUR zurück, ihr Anteil am Gesamtvermögen von 86,1% auf 83,7%. Ausschlaggebend dafür war vor allem die Marktwertbewertung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft. Demgegenüber standen Wertzuwächse durch laufende Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die jedoch mit 78,4 Mio EUR um 29,4% bzw. 32,7 Mio EUR geringer ausfielen als im Vorjahr.

Aufgrund der Erhöhung der Vorräte sowie der kurzfristigen Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte um 12,3% bzw. 114,0 Mio EUR auf 1.037,9 Mio EUR an.

Das niedrigere Ergebnis vor Ertragsteuern des 1. Quartals 2008/09 und vor allem die erfolgsneutral erfasste Marktwertveränderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft führten zu einem Rückgang des Eigenkapitals um 10,1% bzw. 325,2 Mio EUR auf 2.883,3 Mio EUR. Die Eigenkapitalquote beträgt damit zum Quartalsende 45,3%, bei einer Nettoverschuldung von 1.315,7 Mio EUR errechnet sich zu diesem Stichtag ein Gearing von 45,6%.

Die langfristigen Schulden nahmen im Berichtszeitraum um 1,5% bzw. 40,6 Mio EUR auf 2.695,9 Mio EUR zu. Einem Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten, der vereinnahmten Baukosten- und Investitionszuschüsse sowie der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten stand eine Verringerung der langfristigen Rückstellungen sowie der latenten Steuerverbindlichkeiten – aufgrund der Marktwertveränderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft – gegenüber. Im Bereich der langfristigen Finanzverbindlichkeiten hat EVN im 1. Quartal 2008/09 weitere 100 Mio EUR von der am 12. September 2006 unterzeichneten syndizierten, revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 600 Mio EUR gezogen, womit in Summe 300 Mio EUR in Anspruch genommen wurden.

Bei den kurzfristigen Schulden stand einer Reduktion der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der kurzfristigen Rückstellungen eine Erhöhung der Steuer-, Finanz- und übrigen Verbindlichkeiten gegenüber, womit sie per Saldo mit 789,3 Mio EUR um 2,2% bzw. 16,8 Mio EUR über dem Bilanzwert vom 30. September 2008 lagen.

Unternehmensbereiche

Segmente im Überblick

Segment Geschäftsfelder
Energie1) Erzeugung, Netze, Energiebeschaffung und -vertrieb2)
sowie Südosteuropa
Umwelt Wasserver- und Abwasserentsorgung, Thermische Abfallverwertung
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

1) Die angeführten Geschäftsfelder bilden gleichzeitig die vier Business Units des Segments. 2) In weiterer Folge nur "Vertrieb" genannt

Segment Energie

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Stromerzeugung 1.256 1.486 –230 –15,5 1.246
davon Wärmekraftwerke 959 1.152 –193 –16,8 995
davon erneuerbare Energie 297 334 –37 –11,1 251
Netzabsatz
Strom 5.342 5.279 63 1,2 4.937
davon Österreich 1.953 1.988 –35 –1,8 1.909
davon Bulgarien 1.957 1.915 42 2,2 1.771
davon Mazedonien 1.432 1.376 56 4,1 1.257
Gas1) 6.093 7.117 –1.024 –14,4 5.993
Energieverkauf an Endkunden
Strom2) 5.049 4.987 62 1,2 4.712
Gas 2.184 2.710 –526 –19,4 2.061
Wärme3) 519 406 113 27,8 332

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

3) Ab 1.1.2008 inkl. Wärmeabsatz in Bulgarien (EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD)

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Finanzkennzahlen
Mio EUR
1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Außenumsatz 684,5 626,9 57,6 9,2 543,0
Innenumsatz 5,0 3,5 1,5 43,3 2,5
Operativer Aufwand –561,6 –498,8 –62,8 –12,6 –440,4
EBITDA 128,0 131,6 –3,7 –2,8 105,2
Abschreibungen –41,9 –41,2 –0,7 –1,7 –37,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 86,0 90,4 –4,4 –4,8 67,3
EBIT-Marge (%)1) 12,5 14,3 –1,9 12,3
Finanzergebnis –9,0 –9,5 0,5 5,0 –4,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 77,0 80,9 –3,9 –4,8 62,6
Investitionen 66,9 104,8 –38,0 –36,2 37,2

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Stromerzeugung: –15,5% Im 1. Quartal 2008/09 lag die Stromerzeugung der EVN mit 1.256 GWh um 15,5% unter dem Vergleichswert
des Vorjahres. Sowohl die rückläufige Stromerzeugung in eigenen Wärmekraftwerken als auch die geringere
Erzeugung aus Wasserkraftwerken waren für diese Entwicklung verantwortlich.
Der Einsatz der eigenen Wärmekraftwerke war von außergewöhnlich hohen Gaspreisen sowie den starken
Strom- bzw. Primärenergiepreisschwankungen geprägt, weshalb die Stromerzeugung in den eigenen Wärme
kraftwerken um 16,8% auf 959 GWh reduziert wurde. Bereits seit dem 2. Quartal 2007/08 können, wenn
auch nur in geringem Umfang, erstmalig thermische Erzeugungskapazitäten im Ausland genutzt werden. Im
Berichtszeitraum betrug der Anteil der Stromerzeugung des Fernwärmekraftwerks EVN Bulgaria Toplofikatsia
EAD, Plovdiv, Bulgarien, ("TEZ Plovdiv"), an der Gesamterzeugung 2,5%.
Die Stromerzeugung der Wasserkraftwerke war geprägt von einer Wasserführung, die im Vergleich zum
Vorjahr unvorteilhaft war. In Summe verzeichnete die Stromproduktion aus erneuerbaren Energieträgern
einen Rückgang um 11,1% auf 297 GWh.
Strom-Netzabsatz: +1,2% Der Strom-Netzabsatz der EVN erhöhte sich um 1,2% auf 5.342 GWh. Getragen wurde diese Entwick
lung zur Gänze durch Netzabsatzanstiege von 2,2% auf 1.957 GWh im bulgarischen bzw. von 4,1% auf
1.432 GWh im mazedonischen Versorgungsgebiet. In Österreich wurde aufgrund von milden Temperaturen
im Netzabsatz ein leichter Rückgang von 1,8% auf 1.953 GWh verzeichnet. Auch im Gasbereich, der ge
nerell sensibler auf Witterungseinflüsse reagiert, war der Netzabsatz mit 6.093 GWh um –14,4% geringer
als in der Vergleichsperiode des Vorjahres.
Stromverkauf: +1,2% Der Stromverkauf der EVN an Endkunden in Niederösterreich lag mit 5.049 GWh um 1,2% über dem
Vorjahreswert, wobei hier die gleiche Tendenz wie beim Strom-Netzabsatz zu verzeichnen war.
Deckungsgrad aus
Eigenerzeugung: 24,9%
Im Berichtszeitraum konnten 24,9% (Vorjahr: 29,8%) des gesamten Stromabsatzes aus eigener Pro
duktion abgedeckt werden. Ohne Berücksichtigung des Energieverkaufs in Bulgarien und Mazedonien,
wo derzeit noch keine nennenswerten Erzeugungskapazitäten zur Verfügung stehen, beläuft sich der
Deckungsgrad auf 72,1% (Vorjahr: 87,6%).
Gasverkauf: –19,4% Im Gasbereich betrug der Absatz an Endkunden in Niederösterreich im Berichtszeitraum 2.184 GWh, was
einem Rückgang von 19,4% gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode entspricht.
Wärmeverkauf: +27,8% Trotz der milden Witterung in der Berichtsperiode konnte im Bereich des Wärmeverkaufs eine beachtliche
Absatzsteigerung von 27,8% auf 519 GWh erzielt werden. Maßgebend für diese Entwicklung waren
der erstmalige Einbezug des bulgarischen Fernwärmeversorgers TEZ Plovdiv seit dem 2. Quartal 2007/08
sowie die seit dem 3. Quartal 2007/08 laufenden Dampflieferungen aus dem Kraftwerk Dürnrohr an
die Bioethanolanlage der Agrana AG, Wien, sowie der kontinuierliche Netzausbau. In Österreich konnte
der Wärmeabsatz um 8,1% auf 439 GWh gesteigert werden, der in Bulgarien erzielte Wärmeverkauf
entspricht einem Anteil von 15,4% am Gesamtwärmeabsatz.
Umsatz: +9,2%
EBIT: –4,8%
Die Umsatzerlöse des Segments Energie konnten im Vorjahresvergleich um 9,2% bzw. 57,6 Mio EUR auf
684,5 Mio EUR gesteigert werden. Im Wesentlichen führten Preisanpassungen per 1. November 2008 im
Strom- und Gasbereich in Niederösterreich sowie eine Steigerung des Stromabsatzes zu dieser Entwicklung.
Gestiegene Aufwendungen besonders in den Bereichen Fremdstrombezug und Energieträger, Material
und Betriebs- sowie Personalaufwand führten zu einem Rückgang im EBIT des Segments Energie um 4,8 %
bzw. 4,4 Mio EUR auf 86,0 Mio EUR.

Business Unit Erzeugung

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Erzeugung Mio EUR 1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Umsatz 36,5 31,6 4,9 15,6 29,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 17,2 15,7 1,5 9,6 12,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 15,4 13,7 1,7 12,3 10,9
Investitionen 8,2 7,0 1,2 16,7 0,7

Höhere Marktpreise lösten im Berichtszeitraum trotz einer geringeren Eigenerzeugung eine Umsatzsteigerung im Business Unit Erzeugung um 15,6% bzw. 4,9 Mio EUR auf 36,5 Mio EUR aus. Der Anstieg der Primärenergiepreise, aber auch höherer Personal- und sonstiger betrieblicher Aufwand verhinderten, dass die Entwicklung des EBIT konform zu jener des Umsatzes verlief. In Summe konnte eine Steigerung des EBIT um 9,6 % bzw. 1,5 Mio EUR auf 17,2 Mio EUR verzeichnet werden.

Im Business Unit Erzeugung werden kontinuierlich Investitionen in die bestehenden Kraftwerke getätigt, wobei der Fokus auf erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik, Geothermie, Wind und Wasser liegt.

Business Unit Netze

Im Bereich des Stromnetzes kam es im Rahmen der Tarifrunde per 1. Jänner 2008 aufgrund des Anreizregulierungsmodells zu keiner Senkung der Strom-Netznutzungstarife der EVN. Seit 1. Februar 2008 ist das System der Anreizregulierung auch im Gasbereich in Kraft. Für den Haushaltskunden ergab sich auf Basis der neuen Tarifverordnung eine Reduktion des Entgelts für die Nutzung des Gasnetzes von rund 2,0%. Per 1. Jänner 2009 wurden aufgrund der regulatorischen Bestimmungen die Strom-Netznutzungstarife um durchschnittlich 1,0% und die Gas-Systemnutzungstarife um etwa 7,0% angepasst. Die damit verbundenen Effekte werden erst ab dem 2. Quartal 2008/09 schlagend.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Netze Mio EUR 1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Umsatz 125,5 135,4 –9,9 –7,3 129,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 35,2 40,3 –5,1 –12,7 40,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 31,4 36,7 –5,3 –14,4 37,8
Investitionen 19,4 23,2 –3,9 –16,6 15,3

Witterungsbedingt rückläufige Umsätze – im Strombereich um 0,9% und im Gasbereich um 16,9% – führten zu einer Reduktion des Netzumsatzes um 6,4 % bzw. 7,2 Mio EUR auf 104,1 Mio EUR. Unter Berücksichtigung geringerer Umsätze im Kabel-TV- und Telekombereich verzeichnete das Business Unit einen Umsatzrückgang von 7,3% bzw. 9,9 Mio EUR auf 125,5 Mio EUR. Aufgrund höherer Personal- und Abschreibungsaufwendungen ging das EBIT um 12,7% bzw. 5,1 Mio EUR auf 35,2 Mio EUR zurück.

Im Business Unit Netze bildete der Ausbau des niederösterreichischen Strom- und Gasnetzes weiterhin den zentralen Investitionsschwerpunkt. Fokussiert wurden der Ausbau und die Erneuerung von Hochspannungsleitungen sowie der Neubau von Umspannwerken, die die Versorgungssicherheit weiter stärken. Im Gasnetz wurde im Niederdrucksystem kontinuierlich in die Erschließung neuer Ortsteile bzw. in die Verdichtung bestehender Netzgebiete investiert, zudem wird das Erdgashochdrucknetz laufend modernisiert, um dem stetig steigenden Gasabsatz entsprechen zu können. Der Baubeginn der Südschiene des überregionalen Gasfernleitungsprojekts ist für Mitte März 2009 geplant, die Inbetriebnahme für September 2011. Dieses Projekt, das besonders im Süden Österreichs Transportengpässe beheben und den steigenden Transportbedarf abdecken soll, erfolgt in Kooperation mit der OMV Gas GmbH und der Gasnetz Steiermark GmbH.

Umsatz: +15,6% EBIT: +9,6%

Anpassung Strom-Netznutzungstarife und Gas-Systemnutzungstarife

Umsatz: –7,3% EBIT: –12,7%

Business Unit Vertrieb

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Vertrieb Mio EUR 1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Umsatz 349,0 334,1 14,9 4,4 274,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 33,7 46,4 –12,6 –27,3 24,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 39,5 49,4 –10,0 –20,2 26,2
Investitionen 6,2 6,2 2,1

Umsatz: +4,4% EBIT: –27,3%

Die witterungsbedingten Absatzrückgänge im Strom- und Gasbereich konnten durch den Mengenzuwachs im Wärmebereich und die per 1. November 2008 aufgrund von gestiegenen Primärenergiepreisen notwendig gewordenen Verkaufspreisanpassungen im Strom- und Gasbereich mehr als ausgeglichen werden. In Summe verzeichnete das Business Unit Vertrieb im 1. Quartal 2008/09 einen Umsatzanstieg von 4,4% bzw. 14,9 Mio EUR auf 349,0 Mio EUR. Aufgrund deutlich höherer Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger durch stark gestiegene Energiebeschaffungspreise und eines Anstiegs der Personalsowie Material- und Betriebsaufwendungen musste ein Rückgang des EBIT um 27,3% auf 33,7 Mio EUR verzeichnet werden.

Die Investitionen im Business Unit Vertrieb beliefen sich auf 6,2 Mio EUR. Nach der bereits erfolgten Inbetriebnahme der Biogasanlage Orth an der Donau wurde zügig am Ausbau des Fernwärmenetzes in diesem Bereich gearbeitet, sodass die Inbetriebnahme in Kürze erfolgen wird. Bereits im Juli 2008 erhielt EVN den Zuschlag für die Errichtung eines Biomasseheizwerks inklusive Fernwärmenetz für die Universität in Maria Gugging. Die Arbeiten sind in vollem Gange, die Inbetriebnahme soll im April 2009 erfolgen. Fortschritte waren auch beim Bau der Wärmetransportleitung zwischen Dürnrohr und St. Pölten zu verzeichnen: Die Arbeiten verlaufen plangemäß, einige Bauabschnitte konnten bereits fertiggestellt werden.

Business Unit Südosteuropa

Seit Dezember 2007 erfasst das Busines Unit Südosteuropa zusätzlich zu den bulgarischen und mazedonischen Gesellschaften auch die Aktivitäten des bulgarischen Fernwärmeversorgers TEZ Plovdiv.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Südosteuropa Mio EUR 1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Umsatz 219,0 183,6 35,4 19,3 153,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 0,0 –11,9 11,9 –9,6
Ergebnis vor Ertragsteuern –9,3 –19,0 9,7 51,0 –12,3
Investitionen 33,1 74,5 –41,3 –55,5 19,1

Umsatz: +35,4 Mio EUR EBIT: +11,9 Mio EUR

Durch Netzabsatzsteigerungen von 2,2% in Bulgarien bzw. 4,1% in Mazedonien konnte das Business Unit Südosteuropa im 1. Quartal 2008/09 einen Umsatzanstieg von 19,3% auf 219,0 Mio EUR erzielen. Trotz der negativen Effekte der ungünstigen Preisentscheidungen der bulgarischen und mazedonischen Regulatoren wurde das operative Ergebnis um 11,9 Mio EUR verbessert. Diese positive Entwicklung ermöglichten vor allem der Absatzanstieg und die kontinuierliche Verringerung der Netzverluste, die aufgrund der erhöhten Investitionstätigkeiten erzielt werden konnten.

Gleichzeitig musste ein Anstieg aller Aufwandspositionen, besonders jene für Fremdstrombezug und Energieträger, vor allem in Bulgarien, verzeichnet werden. Somit konnte die Steigerung des Umsatzes im Business Unit Südosteuropa nicht voll auf das EBIT übertragen werden.

In Südosteuropa wurden insgesamt 33,1 Mio EUR in den Ausbau der Netz- und Zählertechnik investiert. Neben der Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität liegt die Konzentration auf der weiteren Reduktion der Netzverluste.

Segment Umwelt

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Finanzkennzahlen
Mio EUR
1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Außenumsatz 45,5 35,3 10,2 28,8 63,4
Innenumsatz 2,6 2,2 0,4 19,3 2,3
Operativer Aufwand –41,6 –31,1 –10,6 –34,0 –53,0
EBITDA 6,5 6,5 12,7
Abschreibungen –3,6 –3,4 –0,1 –4,2 –3,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 2,9 3,1 –0,1 –3,8 8,9
EBIT-Marge (%)1) 6,1 8,2 –2,0 13,6
Finanzergebnis –2,9 2,9 –5,8 –0,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 0,0 5,9 –5,9 8,4
Investitionen 11,4 6,0 5,4 89,5 4,9

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Die in den Vorjahren initiierten Projekte lieferten höhere bzw. erstmalige Umsatzbeiträge, wodurch das Segment Umwelt im 1. Quartal 2008/09 einen Anstieg der Umsatzerlöse um 10,2 Mio EUR auf 45,5 Mio EUR verzeichnen konnte. Diese positive Entwicklung konnte durch Steigerungen aller Aufwandspositionen, besonders jedoch der Material- und Betriebsaufwendungen sowie der sonstigen operativen Aufwendungen, nicht auf das EBIT übertragen werden; das EBIT sank leicht um 0,1 Mio EUR auf 2,9 Mio EUR. Die Entwicklung des Finanzergebnisses war bestimmt von geringeren Beiträgen der Zagrebacke otpadne vode d.o.o., Zagreb, Kroatien, ("ZOV"), sowie durch bewertungsbedingte negative Währungseffekte. Dadurch sank das Ergebnis vor Ertragsteuern um 5,9 Mio EUR.

Im Segment Umwelt erhöhten sich die Investitionen von 6,0 Mio EUR auf 11,4 Mio EUR. Der Großteil entfiel auf den Ausbau der Linie 3 der Thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr. Im Trinkwasserbereich standen neben der Erweiterung des Endkundengeschäfts die Versorgungssicherheit und Qualitätsverbesserung im Vordergrund.

Im November 2008 wurde WTE mit der Errichtung einer Schlammbehandlungsanlage für die litauische Hauptstadt Vilnius mit einer Gesamtinvestitionssumme von 45 Mio EUR beauftragt.

Mit der Ende Dezember 2008 gewonnenen Ausschreibung für Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb einer Meerwasserentsalzungsanlage nahe Limassol konnte WTE, nach der bereits im Juni 2008 fertiggestellten und übergebenen Kläranlage Anthoupolis in Nikosia, ein weiteres Projekt auf Zypern akquirieren. Das als BOOT-Modell geführte Projekt wird nach einer zweijährigen Bauzeit während einer Laufzeit von 20 Jahren auch von WTE betrieben.

Auf den bereits fertiggestellten Moskauer Kläranlagen in Kurjanovo und Ljuberzy errichtet WTE jeweils ein Blockheizkraftwerk. Als Hauptenergiequelle dient das aus dem Klärschlamm gewonnene Biogas der Großkläranlagen. Am Standort Kurjanovo wurden die Aggregate Ende 2008 in Betrieb genommen.

Umsatz: +28,8% EBIT: –3,8%

Schlammbehandlungsanlage in Vilnius, Litauen

BOOT-Projekt: Meerwasserentsalzungsanlage, Zypern

Blockheizkraftwerke in Kurjanovo und Ljuberzy, Moskau

Kläranlage Czajka, Polen Im Konsortium mit internationalen Partnern modernisiert und erweitert WTE die Kläranlage Czajka für
2,1 Mio Einwohner in der polnischen Hauptstadt Warschau. Die Arbeiten konnten nach Baugenehmigung
im Dezember 2008 planmäßig aufgenommen werden. Nach dem Auftrag Kielce zum Bau einer Kläranlage
und dem Auftrag zur Errichtung der größten Abwasserreinigungsanlage Polens in Warschau wurde damit
ein weiteres Projekt in Polen akquiriert.
Kläranlage Ataköy, Türkei Als Konsortialführer baut WTE im Auftrag der Istanbuler Stadtentwässerung die Kläranlage Ataköy für 2,0 Mio
Einwohner. Der Baufortschritt verläuft planmäßig.

Baufortschritte Thermische Abfallverwertungsanlage Linie 3, Dürnrohr

Die im Juni 2007 begonnene Erweiterung der Thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr um die Linie 3 konnte planmäßig fortgeführt werden.

Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Finanzkennzahlen Mio EUR 1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Außenumsatz 6,0 5,5 0,5 9,7 5,8
Innenumsatz 16,2 16,0 0,3 1,6 10,1
Operativer Aufwand –22,9 –22,5 –0,4 –1,7 –16,2
EBITDA –0,7 –1,1 0,4 36,7 –0,3
Abschreibungen –0,4 –0,4 –0,5
Operatives Ergebnis (EBIT) –1,1 –1,5 0,4 24,6 –0,8
EBIT-Marge (%)1) –5,1 –7,0 1,9 –5,0
Finanzergebnis –0,1 19,5 –19,5 31,9
Ergebnis vor Ertragsteuern –1,2 18,0 –19,2 31,1
Investitionen 0,2 0,3 –0,1 –47,2 0,1

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Ergebnis vor Ertragsteuern: –19,2 Mio EUR

Die leichte Steigerung der Umsatzerlöse konnte die marginal gestiegenen Aufwendungen mehr als kompensieren, wodurch im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges eine Verbesserung des EBIT um 24,6% bzw. 0,4 Mio EUR erzielt wurde. Hauptverantwortlich für das schwächere Finanzergebnis waren marktbedingt negative Kursänderungen von Wertpapieren und langfristigen finanziellen Vermögenswerten sowie ein Rückgang des Ergebnisses der at Equity einbezogenen Beteiligungsunternehmen, im besonderen jene der RAG und BEWAG. Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Vorjahres konnte infolge dieser Entwicklungen nicht gehalten werden und verringerte sich aufgrund des schlechteren Finanzergebnisses um 19,2 Mio EUR.

Konzern-Zwischenbericht nach IAS 34

Konzern-Bilanz
Mio EUR
31.12.2008 30.9.2008 absolut Veränderung
%
30.9.2007
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 361,7 357,5 4,1 1,1 327,9
Sachanlagen 2.421,8 2.392,0 29,8 1,2 2.149,1
At Equity einbezogene Unternehmen 636,5 641,5 –5,0 –0,8 460,3
Andere finanzielle Vermögenswerte 1.322,1 1.723,5 –401,4 –23,3 1.613,4
Übrige langfristige Vermögenswerte 588,5 597,9 –9,4 –1,6 615,3
5.330,6 5.712,4 –381,8 –6,7 5.166,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 106,7 97,6 9,2 9,4 84,1
Kurzfristige Forderungen und
sonstige kurzfristige Vermögenswerte
678,5 569,4 109,1 19,2 539,9
Liquide Mittel 252,7 256,9 –4,3 –1,7 471,9
1.037,9 923,9 114,0 12,3 1.095,9
Summe Aktiva 6.368,4 6.636,3 –267,8 –4,0 6.261,9
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital 300,0 300,0 99,1
Kapitalrücklagen 108,4 108,4 309,4
Gewinnrücklagen 1.605,9 1.551,0 54,8 3,5 1.425,4
Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3 7,1 7,1 7,1
Bewertungsrücklage gem. IAS 39 637,4 1.012,0 –374,6 –37,0 946,0
Währungsumrechnungsrücklage –2,0 2,1 –4,1 1,1
Eigene Aktien –8,0 –4,8 –3,3 –69,1
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.648,8 2.975,9 –327,5 –11,0 2.788,0
Anteile anderer Gesellschafter 234,5 232,5 1,9 0,8 226,7
2.883,3 3.208,5 –325,2 –10,1 3.014,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.520,6 1.358,9 161,7 11,9 1.172,6
Latente Steuerverbindlichkeiten 308,7 420,0 –111,3 –26,5 399,8
Langfristige Rückstellungen 436,3 456,4 –20,0 –4,4 457,1
Vereinnahmte Baukosten- und
Investitionszuschüsse 363,8 354,3 9,4 2,7 324,0
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 66,5 65,7 0,8 1,2 47,0
2.695,9 2.655,3 40,6 1,5 2.400,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 165,1 153,9 11,2 7,3 247,2
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten 95,4 60,5 34,9 57,8 58,9
Lieferantenverbindlichkeiten 235,3 283,7 –48,4 –17,1 298,0
Kurzfristige Rückstellungen 80,7 96,4 –15,7 –16,3 93,0
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 212,7 178,0 34,7 19,5 149,6
789,3 772,5 16,8 2,2 846,6
Summe Passiva 6.368,4 6.636,3 –267,8 –4,0 6.261,9
Konzern-Gewinn-und-Verlust 2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Rechnung
Mio EUR
1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Umsatzerlöse Energie 684,5 626,9 57,6 9,2 543,0
Umsatzerlöse Umwelt 45,5 35,3 10,2 28,8 63,4
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 6,0 5,5 0,5 9,7 5,8
Umsatzerlöse 736,0 667,7 68,3 10,2 612,2
Bestandsveränderungen und
aktivierte Eigenleistungen 5,3 6,5 –1,2 –18,7 1,9
Sonstige betriebliche Erträge 17,9 16,3 1,7 10,3 10,6
Fremdstrombezug und Energieträger –448,1 –393,4 –54,7 –13,9 –337,8
Material- und Betriebsaufwand –64,1 –51,7 –12,4 –24,0 –75,4
Personalaufwand –81,6 –71,0 –10,6 –14,9 –65,8
Abschreibungen –45,6 –44,8 –0,8 –1,8 –42,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –32,1 –37,7 5,5 14,7 –28,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 87,9 92,0 –4,1 –4,5 75,4
Beteiligungsergebnis 7,7 23,4 –15,7 –67,0 28,7
Zinserträge 13,9 12,5 1,5 11,8 2,7
Zinsaufwendungen –26,0 –23,2 –2,8 –12,0 –18,2
Sonstiges Finanzergebnis –9,6 –1,7 –7,9 11,6
Finanzergebnis –13,9 11,0 –24,9 24,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 73,9 102,9 –28,9 –28,1 100,2
Ertragsteuern –16,2 –19,2 3,0 15,4 –19,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 57,7 83,8 –26,1 –31,1 80,4
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 2,9 6,2 –3,3 –53,2 7,0
davon Ergebnisanteil der Aktionäre
der EVN AG (Konzernergebnis) 54,8 77,6 –22,8 –29,3 73,4
Ergebnis je Aktie1)
EUR
0,34 0,47 –0,13 –29,3 0,45

1) Verwässert ist gleich unverwässert; Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Vorjahreswerte angepasst.

Verkürzte Konzern 2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Geldflussrechnung
Mio EUR
1. Quartal 1. Quartal absolut % 1. Quartal
Ergebnis vor Ertragsteuern 73,9 102,9 –29,0 –28,1 100,2
Unbare Ergebniskomponenten 34,0 15,1 18,9 0,0
Cash Flow aus dem Ergebnis 107,9 118,1 –10,2 –8,6 100,2
Cash Flow aus dem operativen Bereich –58,9 137,8 –196,7 33,8
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –88,6 –138,7 50,1 36,1 –86,6
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 147,3 47,7 99,6 50,9
Cash Flow gesamt –0,2 46,8 –47,0 –1,9
Liquide Mittel am Anfang der Periode 94,1 54,4 39,7 73,0 76,8
Liquide Mittel am Ende der Periode 93,9 101,2 –7,3 –7,2 74,9
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals Mio EUR Anteile
der Aktionäre
der EVN AG
Anteile anderer
Gesellschafter
Summe
Stand 30.9.2007 2.788,0 226,7 3.014,7
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse nach Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen 0,2 0,2
Marktbewertung von Wertpapieren 221,6 221,6
Cash Flow Hedges 2,5 2,5
At Equity einbezogenen Unternehmen 3,0 3,0
Summe im Eigenkapital erfasste Ergebnisse nach Ertragsteuern 227,2 227,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 2007/08 77,6 6,2 83,8
Gesamtergebnis der Periode 304,8 6,2 311,0
Stand 31.12.2007 3.092,8 232,9 3.325,7
Stand 30.9.2008 2.975,9 232,5 3.208,5
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse nach Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen –4,1 –4,1
Marktbewertung von Wertpapieren –318,7 –318,7
Cash Flow Hedges –33,0 –33,0
At Equity einbezogenen Unternehmen –22,9 –22,9
Summe im Eigenkapital erfasste Ergebnisse nach Ertragsteuern –378,7 –378,7
Ergebnis nach Ertragsteuern 2008/09 54,8 2,9 57,7
Gesamtergebnis der Periode –323,9 2,9 –321,0
Erwerb eigener Anteile –3,3 –3,3
Aktienerwerb vollkonsolidierter Unternehmen –1,0 –1,0
Stand 31.12.2008 2.648,8 234,5 2.833,3
Energie Umwelt und Sonstiges Strategische Beteiligungen Konsolidierung Summe
Segmentergebnis nach
Geschäftsbereichen
Mio EUR 2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
Außenumsatz 684,5 626,9 45,5 35,3 6,0 5,5 – 736736,0 667,7
Innenumsatz 5,0 3,5 2,6 2,2 16,2 16,0 –23,9 –21,6
Operativer Aufwand –561,6 –498,8 –41,6 –31,1 –22,9 –22,5 23,6 21,5 –602,5 –530,9
EBITDA 128,0 131,6 6,5 6,5 –0,7 –1,1 –0,3 –0,2 133,5 136,8
Abschreibungen –41,9 –41,2 –3,6 –3,4 –0,4 –0,4 0,3 0,2 –45,6 –44,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 86,0 90,4 2,9 3,1 –1,1 –1,5 87,987,9 92,0
EBIT-Marge (%) 12,5 14,3 6,1 8,2 –5,1 –7,0 11,9 13,8
Finanzergebnis –9,0 –9,5 –2,9 2,9 –0,1 19,5 –1,9 –1,8 –13,9 11,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 77,0 80,9 0,0 5,9 –1,2 18,0 –1,9 –1,8 73,9 102,9
Investitionen1) 66,9 104,8 11,4 6,0 0,2 0,3 78,4 111,1

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Österreich Südosteuropa Mittel- und Osteuropa Summe
Segmentergebnis nach Regionen Mio EUR 2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
Umsatz 485,7 463,5 219,0 183,6 31,3 20,6 736,0 667,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 87,2 103,8 0,0 –11,9 0,6 0,1 87,9 92,0
Investitionen1) 44,4 35,9 33,1 74,5 0,9 0,7 78,4 111,1

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Anhang zum Konzern-Zwischenbericht

Berichterstattung nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Der Konzernabschluss der EVN AG wurde in Anwendung von §245a UGB nach den Vorschriften aller am 30. September 2008 vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRSs sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Dementsprechend wurde der Konzern-Zwischenbericht der EVN AG für die am 31. Dezember 2008 endende Zwischenberichtsperiode in Übereinstimmung mit IAS 34 erstellt.

Vom Wahlrecht nach IAS 34, einen verkürzten Anhang zu erstellen, wurde Gebrauch gemacht. Somit enthält dieser Konzern-Zwischenbericht im Einklang mit IAS 34 einen gegenüber dem Jahresabschluss verkürzten Berichtsumfang sowie ausgewählte Informationen und Angaben zum Berichtszeitraum und sollte daher gemeinsam mit dem Geschäftsbericht vom 30. September 2008 gelesen werden. Alle Beträge in Kommentaren und tabellarischen Übersichten werden, soweit nicht anders vermerkt, zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit in Tausend Euro (TEUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Abschlüsse der in den Konzern-Zwischenbericht einbezogenen Unternehmen folgen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die im Oktober 2008 veröffentlichten Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7 mit dem Titel "Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten" erlauben unter seltenen Umständen und, sofern eine kurzfristige Verkaufs- oder Rückkaufsabsicht nicht weiter besteht, eine Umklassifizierung nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte aus der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" in die Kategorie "zur Veräußerung verfügbar". Nach der Verordnung (EG) Nr. 1004/2008 vom 15. Oktober 2008 wird die derzeitige Finanzmarktkrise als ein seltener Umstand betrachtet.

EVN hat im Einklang mit diesen Änderungen im kurzfristigen Bereich ausgewiesene Wertpapiere in Höhe von 23.367,5 TEUR, die bisher als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft worden waren, zum 11. November 2008 mit dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen Marktwert in die Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" umkategorisiert.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vom 30. September 2008 werden abgesehen von diesen Änderungen unverändert angewendet.

Prüferische Durchsicht

Der vorliegende Konzern-Zwischenbericht wurde keiner externen prüferischen Durchsicht unterzogen und ist somit ungeprüft.

Saisonale Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit

Witterungsbedingte Schwankungen in Produktion und Absatz sind besonders im Segment Energie zu verzeichnen. Aufgrund dieser Abhängigkeit des Energiegeschäfts von der Witterung werden im 2. Halbjahr eines Geschäftsjahres grundsätzlich geringere Ergebnisse erzielt. Der Umweltbereich ist ebenso durch saisonale Effekte geprägt. Der Baubeginn vieler Großprojekte wird witterungsbedingt im Frühjahr ge-

Grundsätze der Rechnungslegung startet. Die ersten beiden Quartale des Geschäftsjahres sind somit im Umweltsegment in der Regel umsatzschwächer als das 2. Halbjahr. Dadurch wird der Saisonalität des Energiegeschäfts zwar grundsätzlich entgegengewirkt, trotzdem kann es jedoch bei Großprojekten zu Schwankungen in der Umsatz- und Ergebnisrealisierung kommen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen.

Konsolidierungsmethoden

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 31. Dezember 2008 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 25 inländische und 27 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen (30. September 2008: 25 inländische und 26 ausländische Tochterunternehmen). Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen erfolgt quotal. Assoziierte Unternehmen werden at Equity einbezogen. Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. 30 (30. September 2008: 28) verbundene Unternehmen wurden aufgrund dieser untergeordneten Bedeutung nicht einbezogen.

Konsolidierungskreis

Die Veränderungen im Konsolidierungskreis im 1. Quartal 2008/09 umfassen die vollkonsolidierte EVN-ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien, ("Enertrag"), die als Gemeinschaftsunternehmen quotal in den Konzern-Zwischenbericht einbezogene EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien, ("EAA-EGM"), und die at Equity einbezogene AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf, ("AUL").

Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.9.2008 51 4 13 68
Neugründungen/Erstkonsolidierungen 1 1 1 3
31.12.2008 52 5 14 71
davon ausländische Unternehmen 27 3 30

Im Oktober 2008 erfolgte die Gründung der "Enertrag", einer als 70%-Beteiligung der evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH, Maria Enzersdorf, als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzern-Zwischenbericht der EVN AG einbezogenen Gesellschaft, zum Zweck der Errichtung eines Windparks mit einer Gesamtkapazität von 25 Windkraftanlagen bzw. 50 MW im bulgarischen Kavarna. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich auf knapp 95,0 Mio EUR. Mit den Bauarbeiten wurde im Oktober 2008 begonnen, die Inbetriebnahme des Windparks ist für Ende 2009 geplant.

Die bereits im August 2008 gegründete "EAA-EGM", an der EVN über die Energieallianz Austria GmbH, Wien, ("EAA"), 45,0% hält, wurde im 1. Quartal 2008/09 erstmalig aufgrund von Wesentlichkeit als Bestandteil des "EAA"-Teilkonzerns quotal in den Konzern-Zwischenbericht der EVN AG einbezogen. Mit der Gründung der "EAA-EGM" setzt die "EAA" einen Schritt in Richtung alternativer Energieformen. Das Engagement der "EAA-EGM" als 100%-Tochter der "EAA" liegt in der Errichtung, der Belieferung und in weiterer Folge dem Ausbau von Erdgastankstellen sowie deren Wartung und Instandhaltung insbesondere in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Die im Dezember 2008 als Joint Venture zwischen der AVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, Maria Enzersdorf, und der Entsorgungslogistik Austria GmbH, Wien, gegründete "AUL" dient der Errichtung und dem Betrieb von Müllumladestationen sowie der Erbringung von Dienstleistungen auf den Gebieten der Abfallsammlung, der Abfalltransport- und der Umladelogistik. Der Anteil von EVN beträgt 50,0%.

Konsolidierung

Auswirkungen von Unternehmenserwerben1) TEUR
2007/08
Langfristige Vermögenswerte 35.259,5
Kurzfristige Vermögenswerte 6.258,1
41.517,6
Eigenkapital 25.552,8
Langfristige Schulden 5.769,2
Kurzfristige Schulden 10.195,6
41.517,6

1) Im 1. Quartal 2008/09 lag kein Unternehmenserwerb vor.

Im 1. Quartal 2008/09 fanden keine Unternehmenserwerbe statt. In der Vergleichsperiode des Geschäftsjahres 2007/08 wurde im Versorgungsgebiet der EVN in Bulgarien die zweitgrößte bulgarische Fernwärmegesellschaft "TEZ Plovdiv" zur Gänze übernommen und mit 14. Dezember 2007 erstmalig konsolidiert. Der Kaufpreis inklusive sämtlicher Anschaffungskosten betrug 35.177,2 TEUR.

Die Position andere finanzielle Vermögenswerte umfasst Anteile an verbundenen und at Equity einbezogenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht konsolidiert werden, sowie Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20%, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind. Die Umbuchungen im 1. Quartal 2008/09 betreffen die im Einklang mit den Änderungen von IAS 39 und IFRS 7 durchgeführte Umklassifizierung von im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen Wertpapieren in Höhe von 23.367,5 TEUR,

Ausgewählte Anhangsangaben

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

die bisher als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft worden waren, in die Kategorie "zur Veräußerung verfügbar". Zum Quartalsstichtag sind in den sonstigen Beteiligungen Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 1.306.020,60 TEUR (30. September 2008: 1.707.661,3 TEUR) enthalten. Bei den anderen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 9.002,9 TEUR (30. September 2008: 15.842,9 TEUR) handelt es sich um nicht-börsenotierte Gesellschaften. Entwicklung der anderen finanziellen Vermögenswerte TEUR Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Sonstige Beteiligungen Summe Bruttowert 30.9.2008 12.284,6 376.446,6 388.731,2 Zugänge 182,6 16,6 199,1 Abgänge – –3,5 –3,5 Umbuchungen – 23.367,5 23.367,5 Bruttowert 31.12.2008 12.467,1 399.827,2 412.294,3 Kumulierte Wertänderungen 30.9.2008 –5.431,5 1.340.204,5 1.334.772,9 Wertminderungen – –425.008,2 –425.008,2 Kumulierte Wertänderungen 31.12.2008 –5.431,5 915.196,3 909.764,8

Nettowert 30.9.2008 6.853,1 1.716.651,1 1.723.504,2 Nettowert 31.12.2008 7.035,6 1.315.023,5 1.322.059,1

Im Geschäftsjahr 2007/08 beschloss der Vorstand, von der in der 79. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2008 gegebenen Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch zu machen. Beabsichtigt war, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entsprach bis zu 0,612% des derzeitigen Grundkapitals – über die Wiener Börse rückzukaufen. Das Rückkaufprogramm begann am 24. Juli 2008, zum 31. Dezember 2008 befanden sich 534.864 Stück eigene Aktien (das sind 0,33% des Grundkapitals; 30. September 2008: 278.035 Stück eigene Aktien bzw. 0,17% des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8.037,8 TEUR und einem Kurswert zum Stichtag von 5.898,4 TEUR (30. September 2008: Anschaffungswert von 4.753,9 TEUR bzw. Kurswert von 4.167,7 TEUR) im Bestand der EVN AG.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien entwickelte sich wie folgt:

Entwicklung der Anzahl der in
Umlauf befindlichen Aktien
Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf
befindliche Aktien
1.10.2007 40.881.455 40.881.455
Aktiensplit Verhältnis 1:4 122.644.365 122.644.365
Kauf eigener Aktien –278.035 –278.035
30.9.2008 163.525.820 –278.035 163.247.785
Kauf eigener Aktien –256.829 –256.829
31.12.2008 163.525.820 –534.864 162.990.956

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Aktien zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich zum 31. Dezember 2008 auf 163.055.163 Stück (30. September 2008: 163.488.927 Stück). Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Auf Grund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 wurde das mit Beschluss der 79. ordentlichen Hauptversammlung vom 17. Jänner 2008 genehmigte Aktienrückkaufprogramm der EVN AG vorzeitig beendet. Diese Ermächtigung der 80. ordentlichen Hauptversammlung vom 15. Jänner 2009 ersetzt die durch Beschluss der 79. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2008 erteilte Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien. Vom derzeit genehmigten Aktienrückkaufprogramm wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Die Hauptversammlung der EVN AG hat am 15. Jänner 2009 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, für das Geschäftsjahr 2007/08 eine Dividende in Höhe von 0,37 EUR je Aktie auszuschütten (Gesamtdividendenzahlung: 60.306,6 TEUR).

Bei den langfristigen Finanzverbindlichkeiten standen den laufenden, planmäßigen Tilgungen vor allem Kreditziehungen für die Finanzierung der Kapazitätssteigerung der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr und des Investitionsprogramms in Bulgarien gegenüber.

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien von 163.055.163 Stück (31. Dezember 2007: 163.525.820 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestehen jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie ist. Auf Basis des Konzernergebnisses von 54.827,1 TEUR (31. Dezember 2007: 77.579,8 TEUR) errechnet sich für das 1. Quartal 2008/09 ein Ergebnis je Aktie von 0,34 EUR (31. Dezember 2007: 0,47 EUR). Infolge des Aktiensplits per 17. April 2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Vorjahreswerte angepasst.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterungen zur Konzern-Geldflussrechnung

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen werden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im 1. Quartal 2008/09 281,0 TEUR (Vorjahr: 0,0 TEUR). Die Zinseinzahlungen beliefen sich auf 12.925,6 TEUR (Vorjahr: 12.052,3 TEUR), Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 30.313,1 TEUR (Vorjahr: 23.921,1 TEUR) geleistet. Die Auswirkungen des Unternehmenserwerbs in Höhe von 35.021,8 TEUR im Geschäftsjahr 2007/08 wurden im Cash Flow aus dem Investitionsbereich dargestellt. Im 1. Quartal 2008/09 fand kein Unternehmenserwerb statt.

Sonstige Angaben

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen zählen neben den Hauptgesellschaftern NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, ("EnBW"), die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige sowie sämtliche at Equity einbezogene Unternehmen. Im 1. Quartal 2008/09 wurde der Kreis der nahestehenden Unternehmen um "AUL" als at Equity einbezogenes Unternehmen erweitert. Bis auf diese Veränderungen blieb der Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen gegenüber dem letzten Konzernabschluss unverändert.

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Darunter befinden sich auch solche nahestehende Unternehmen, die at Equity in den Konzern-Zwischenbericht einbezogen werden. Mit e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H, Wien, wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen. Ebenso wurden mit EconGas GmbH, Wien, langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS – Burgenländische Erdgasversorgungs-Aktiengesellschaft, Eisenstadt, betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Mit NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern. Die Transaktionen mit sämtlichen at Equity einbezogenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

Transaktionen mit at Equity einbezogenen Unternehmen TEUR 2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
Umsätze 91.738,6 90.524,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen 229.506,6 187.809,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 131.481,8 123.402,31)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47.063,3 59.686,31)

1) Wert zum 30.9.2008

Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die sonstigen Verpflichtungen und Risiken verringerten sich gegenüber dem 30. September 2008 um 376.473,2 TEUR auf 540.147,9 TEUR. Dieser Rückgang resultiert zum Großteil aus einer Verringerung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften. Dagegen wirkten die Veränderung der Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von Kraftwerken sowie die Veränderung des Bestellobligos für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhend. Die Verringerung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften resultiert aus einer Umstellung der Berechnungssystematik zu Gunsten der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H., Wien, betreffend die abgegebenen Garantien. Die Eventualverbindlichkeiten werden hierfür nunmehr nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Das der Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug per 31. Dezember 2008 422.800,7 TEUR.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zwischen dem Quartalsstichtag 31. Dezember 2008 und der Veröffentlichung des Konzern-Zwischenberichts am 26. Februar 2008 kam es zu folgenden Ereignissen:

Am 7. Jänner 2009 wurde von der EVN AG eine mit 3,130% verzinste endfällige JPY-Anleihe mit einem Volumen von 12 Mrd JPY und einer Laufzeit von 15 Jahren erfolgreich begeben, am 20. Februar 2009 eine mit 3,625% verzinste endfällige CHF-Anleihe mit einem Volumen von 250 Mio CHF und einer Laufzeit von 5 Jahren.

Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2007/08 in Höhe von 60.306,6 TEUR bzw. 0,37 EUR je Aktie wurde von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen und in der 79. Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 beschlossen. Ex-Dividendentag war der 20. Jänner 2009, die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 27. Jänner 2009.

Die EVN Aktie

Anhaltende Finanzkrise zeigt erste Auswirkungen auf die Realwirtschaft

Die seit Sommer 2007 anhaltende internationale Finanzkrise hat im Berichtszeitraum an negativer Dynamik zugelegt. Starke Abstürze an den Aktienmärkten, Bankenpleiten, staatliche Übernahmen im Bankensektor und eine hohe Volatilität, auch bei den Wechselkursentwicklungen, prägten das Bild. Erste konjunkturelle Auswirkungen sind bereits erkennbar, Firmenpleiten und der Personalabbau nehmen zu – und die Wirtschaftsprognosen geben keinerlei Anlass zur Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise. Auch auf die Refinanzierungskosten der Unternehmen und vor allem der Banken hat die aktuelle Krise weiterhin erheblichen negativen Einfluss. Die Finanzierungskosten für Akquisitionen und Projekte haben sich damit verteuert. Die Zentralbanken und Regierungen sind bemüht, durch den Beschluss von umfangreichen Rettungspaketen für das Finanzsystem die Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu begrenzen.

Die US-Notenbank Fed agiert nach wie vor sehr aggressiv mit weiteren Zinssenkungen; der US-Leitzins ist mittlerweile bei 0% angelangt. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen in mehreren Schritten auf 2,0% gesenkt.

In diesem Umfeld haben die internationalen Aktienmärkte weiter stark nachgegeben. Der amerikanische Dow-Jones-Index hat im letzten Quartal 2008 19,1% verloren, der deutsche Aktienindex DAX hat 17,5% eingebüßt. Einen starken Rückgang verzeichnete der japanische Aktienindex Nikkei mit einem Minus von 21,3%. Noch negativer entwickelte sich der ATX mit einem Verlust von 36,7%. Begründet wurde dies vor allem mit dem beträchtlichen Ost-Exposure der in Wien notierten Unternehmen. Im Vergleich dazu hat im Berichtszeitraum der für die EVN AG relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities einen weit geringeren Rückgang von 13,6% verzeichnet.

EVN Aktie –
Indexgewichtung 30.12.2008
ATX Prime 1,62%
WBI
(Wiener Börse Index) 3,41%

Aktienmärkte geben weltweit

stark nach

Die Aktie der EVN AG notierte per Ende Dezember 2008 mit einem Kurs von 11,00 EUR, was einem Rückgang seit Ende September 2008 von 26,6% und einer Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd EUR entspricht. Die Aktie entwickelte sich somit besser als der Wiener Markt, blieb aber unter der Kursperformance der Branche. Mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 61.373 Stück (Einmalzählung) blieb das Handelsvolumen mit EVN Aktien unter jenem der Vorperioden. Das Umsatzvolumen an der Wiener Börse belief sich auf 46 Mio EUR (Einmalzählung), was einem Anteil von 0,45% am Gesamtumsatz der Wiener Börse entsprach. Die Gewichtung der EVN Aktie im ATX Prime lag per Ende Dezember 2008 bei 1,62%.

Kursentwicklung der EVN Aktie im relativen Vergleich

EVN Aktie – Performance 2008/09
1. Quartal
2007/08
1. Quartal
2006/07
1. Quartal
Kurs per Ultimo Dezember1) EUR 11,00 22,14 22,24
Höchstkurs1) EUR 16,00 23,25 22,75
Tiefstkurs1) EUR 10,11 20,56 20,75
Aktienumsatz2) Mio EUR 46 100 81
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) 2) Stück 61.373 75.832 63.156
Anteil am Gesamtumsatz2) % 0,45 0,45 0,52
Börsekapitalisierung per Ultimo Dezember Mio EUR 1.799 3.620 3.636

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Vorjahreswerte angepasst.

2) Wiener Börse, Einmalzählung

Die Hauptversammlung hat in ihrer ordentlichen Sitzung am 15. Jänner 2009 den Vorstand ermächtigt, auf Inhaber lautende Stückaktien bis höchstens 10% des Grundkapitals während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Dieser Beschluss ersetzt die Ermächtigung der 79. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2008. Der Vorstand der EVN AG hat am 17. Juli 2008 beschlossen, von der Ermächtigung durch die 79. Hauptversammlung Gebrauch zu machen. Beabsichtigt war, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entspricht bis zu 0,612% des derzeitigen Grundkapitals – über die Wiener Börse rückzukaufen. Per 31. Dezember 2008 befanden sich 534.864 Stück eigene Aktien bzw. 0,17% des Grundkapitals im Bestand der EVN AG. Aufgrund der Ermächtigung der 80. ordentlichen Hauptversammlung zum Aktienrückerwerb, von der die EVN bislang jedoch keinen Gebrauch gemacht hat, wurde am 22. Januar 2009 das Aktienrückkaufprogramm vorzeitig abgeschlossen.

Im 1. Quartal 2008/09 kam es zu keiner Veränderung in der Aktionärsstruktur der EVN AG: Unverändert werden 51% der Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten, zweitgrößter Aktionär ist die EnBW Energie Baden-Württemberg mit einem Anteil von >35%. Die restlichen <14% befinden sich in Streubesitz.

Ermächtigung der 80. ordentlichen Hauptversammlung zum Aktienrückkauf

Unveränderte Aktionärsstruktur

Finanzkalender1)

Ergebnis 1. Halbjahr 2008/09 28.5.2009
Ergebnis 1.–3. Quartal 2008/09 27.8.2009
Jahresergebnis 2008/09 10.12.2009
1) vorläufig

EVN Aktie – Basisinformation

Grundkapital 300.000.000,00 EUR
Stückelung 163.525.820 nennwertlose Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A1, stable (Moody's); A, negative (Standard & Poor's)

EVN AG

Direktion

EVN Platz 2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Investor Relations

Dr. Klára Székffy Telefon +43 2236 200-12745 Telefax +43 2236 200-82745 [email protected]

Service-Telefon für Anleger 0800 800 200

Service-Telefon für Kunden 0800 800 100

Informationen im Internet www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Online-Aktionärsbrief http://finanzberichte.evn.at/2008-09/qb/1

Dieses Druckprodukt wurde auf umweltfreundlichem Papier gedruckt. Es enthält mind. 50% FSC-zertifizierten Zellstoff. Die Produktion erfolgte mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern unter Berücksichtigung der strengen Öko-Richtlinien von greenprint*. Die bei der Papier- und Druckproduktion entstandenen CO2-Emissionen wurden durch Erwerb von Gold Standard Zertifikaten neutralisiert. Der Beitrag fließt in ein vom WWF ausgewähltes Klimaschutzprojekt in Indien.