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EVN AG Annual Report 2017

Dec 14, 2017

742_10-k_2017-12-14_625ebffe-6cd3-4bbe-a7a5-1b7a414dca9b.pdf

Annual Report

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Katalog

Nähere Informationen zu den in der Ausstellung gezeigten Exponaten finden sich ab Seite 213 dieses Berichts.

Kennzahlen

+/–
2016/17 2015/16 % 2014/15
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 6.059 5.866 3,3 4.882
davon erneuerbare Energie GWh 2.093 2.026 3,3 2.106
Stromverkauf an Endkunden GWh 18.544 18.292 1,4 19.263
Erdgasverkauf an Endkunden GWh 5.744 5.134 11,9 5.241
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 2.293 2.082 10,1 2.038
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.215,6 2.046,6 8,3 2.135,8
EBITDA Mio. EUR 721,6 604,4 19,4 583,2
EBITDA-Marge 1) % 32,6 29,5 3,0 27,3
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 346,9 260,4 33,2 268,2
EBIT-Marge 1) % 15,7 12,7 2,9 12,6
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 325,5 198,9 63,7 207,9
Konzernergebnis Mio. EUR 251,0 156,4 60,4 148,1
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.454,9 6.556,5 –1,6 6.501,2
Eigenkapital Mio. EUR 3.150,1 2.770,7 13,7 2.590,1
Eigenkapitalquote 1) % 48,8 42,3 6,5 39,8
Nettofinanzverschuldung Mio. EUR 849,9 1.121,5 –24,2 1.230,9
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.213,2 1.523,3 –20,4 1.601,3
Gearing1) % 38,5 55,0 –16,5 61,8
Return on Equity (ROE)1) % 9,2 6,8 2,4 7,3
Konzern-Cash-Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 508,9 463,0 9,9 478,3
Investitionen2) Mio. EUR 303,8 315,4 –3,7 322,7
Net Debt Coverage (FFO)1) % 48,7 37,3 11,4 37,2
Interest Cover (FFO) x 10,1 8,5 18,5 7,4
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 425,7 327,4 30,0 341,0
Capital Employed3) Mio. EUR 4.173,5 4.290,7 –2,7 4.523,1
Operativer Return on Capital Employed (OpROCE)1) % 10,2 7,6 2,6 7,5
Weighted Average Cost of Capital (WACC) 1) % 6,3 6,5 –0,2 6,5
Economic Value Added (EVA®) 4) Mio. EUR 164,8 48,5 47,0
Aktie
Ergebnis EUR 1,41 0,88 60,4 0,83
Dividende EUR 0,44 + 0,035) 0,42 11,9 0,42
Dividendenrendite 1) % 3,6 4,0 –0,4 4,3
Performance der Aktie
Kurs per Ultimo 13,22 10,56 25,2 9,85
Höchstkurs EUR 13,40 10,60 26,4 10,56
EUR
Tiefstkurs EUR 10,47 9,65 8,5 9,50
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 2.377,0 1.899,0 25,2 1.773,0
Credit Rating
Moody's A2, stabil A3, stabil A3, stabil
Standard & Poor's A–, stabil BBB+, stabil BBB+, stabil

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

3) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

4) Definition laut Stern Stewart & Co.

5) Einmalige Bonusdividende von 0,03 Euro je Aktie; Vorschlag an die Hauptversammlung

2016/17 2015/16 2014/15
Mitarbeiter
Mitarbeiter gesamt Ø 6.840 6.830 6.973
davon Österreich Ø 2.368 2.350 2.378
davon Ausland Ø 4.472 4.480 4.595
Mitarbeiterfluktuation % 2,6 2,4 2,2
Frauenanteil % 23,3 22,6 21,9
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter Std. 31,3 27,2 30,7
Anzahl der Arbeitsunfälle 88 89 87
Umwelt
Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) t 2.802.582 3.065.819 2.396.633
Spezifische Treibhausgasemissionen (Scope 1) kg/MWh 321,83 367,57 334,31
Gefährliche Abfälle und Reststoffe1) t 11.744 13.128 11.246
Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser) 2.378.077 2.236.440 2.365.495

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

Cash Flow und Investitionen

Mio. EUR

Umsatzerlöse, EBITDA und EBITDA-Marge Mio. EUR und %

Mitarbeiter nach Regionen

Jahresdurchschnitt

Editorial

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

auf Grundlage einer soliden Position in unserem Heimmarkt Niederösterreich und in den Kernmärkten Bulgarien und Mazedonien zeichnen wir für die nachhaltige Versorgung von rund 4,6 Millionen Kunden mit Energie und Trinkwasser verantwortlich und tragen damit entscheidend zu Lebensqualität und wirtschaftlicher Prosperität in diesen Regionen bei. Versorgungssicherheit spielt dabei die zentrale Rolle – heute ebenso wie in Zukunft.

Überaus wichtig ist uns dabei eine ausgewogene Berücksichtigung der Interessen aller unserer Stakeholder. Ihre Anliegen bilden die Leitschnur unserer Konzernstrategie, die sich – auf der Grundlage unserer Unternehmenswerte und klarer Zielvorstellungen – eng an der EVN Wesentlichkeitsmatrix orientiert. Als Mitglied des UN Global Compact sehen wir uns zudem der Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns verpflichtet und leisten mit unseren Nachhaltigkeitsmaßnahmen einen konkreten Beitrag zur Erfüllung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals).

Dass es seit jeher Teil unserer Unternehmens-DNA ist, die Anliegen unserer Stakeholder zu wahren, zeigt ein Blick in das Archiv der EVN. Eindrücklich vor Augen geführt hat dies zuletzt die Vorbereitung einer Ausstellung

2

über historische Werbe- und Kommunikationsmittel in unserer Direktion. Wir möchten auch Ihnen auf den folgenden Seiten Gelegenheit zu einem virtuellen Rundgang durch diese Ausstellung geben und wünschen Ihnen viel Freude bei diesem Ausflug in die Welt der "beständigen Werte" der EVN.

Beständigkeit signalisiert auch das Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres 2016 /17 – und das verstehen wir nicht nur als Bestätigung unseres bisherigen Kurses, sondern gleichzeitig als Auftrag für die Zukunft. Denn solide operative Cash Flows sind die Voraussetzung dafür, dass wir unserer hohen Verantwortung gegenüber unseren Stakeholdern weiterhin gerecht werden können.

Im Sinn unseres Anspruchs an eine stabile Dividendenpolitik möchten wir ein positives Signal für unsere Aktionäre setzen. Deshalb werden wir der 89. Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 /17 die Ausschüttung einer Dividende von 0,44 Euro zuzüglich einer einmaligen Bonusdividende von 0,03 Euro pro Aktie vorschlagen. Diese Bonusdividende soll dem Umstand Rechnung tragen, dass die Verbesserung unseres Konzernergebnisses auch auf außerordentliche Umstände im abgelaufenen Geschäftsjahr, etwa die jahreszeitbezogenen außergewöhnlichen Temperaturen, und andere positive Rahmenbedingungen zurückzuführen war.

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Sprecher des Vorstands

Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Mitglied des Vorstands

Inhalt

Intro

Editorial 02 Highlights 2016/17 04

"... mit Stabilität und Kontinuität in eine erfolgreiche Zukunft …" (Im Gespräch mit den Vorständen der EVN) 06 Versorgungssicherheit 10

Kundennähe 12 Nachhaltigkeit 14 Zukunftsorientierung 16 Gesellschaftliche Verantwortung 18

Zum Bericht

Umschlag

Nichtfinanzielle Informationen

Die EVN – Energieunternehmen und Umweltdienstleister 20 Klar fokussierte Strategie 25 Die EVN auf dem Kapitalmarkt 30 Verlässliche Versorgung rund um die Uhr 32 Partner für zufriedene Kunden 36 Verantwortung für Umwelt und Klima 39 Wertorientierte und verantwortungsvolle Unternehmensführung 47 Nachhaltige Leistung für Stakeholder und Gesellschaft 60

Corporate Governance

Bericht des Aufsichtsrats 63 Corporate Governance-Bericht 65

Konzernlagebericht

Energiepolitisches Umfeld 75 Wirtschaftliches Umfeld 77 Energiewirtschaftliches Umfeld 78 Geschäftsentwicklung 79 Nichtfinanzielle Kennzahlen 86 Risikomanagement 88 Aktienstruktur und Angaben zum Kapital 94 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017/18 95

Segmentberichterstattung

Überblick 96 Energie 99 Erzeugung 100 Netze 102 Südosteuropa 104 Umwelt 106 Alle sonstigen Segmente 108

Konzernabschluss

Geschäftsjahr 2016/17 109

Service

Glossar 192 Nachhaltigkeitsprogramm 196 Validierung Nachhaltigkeitsbericht 200 GRI-Inhaltsindex 202 Beständige Werte – Exponate im Detail 213 Kontakt Umschlag Impressum Umschlag

3

Highlights 2016/ 17

Umfangreiche Investitionen

• Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung und Trinkwasserversorgung in Niederösterreich als Schwerpunkte

Positives Umfeld

  • Außergewöhnlich hoher temperaturbedingter Energiebedarf
  • Zuwächse im Energie-, Netz- und Wasserabsatz
  • Netzstabilisierung erfordert höheren Einsatz der thermischen Kraftwerke

Klärung wichtiger Rechtsfragen

  • Schiedsspruch reduziert Anschaffungskosten für das Kraftwerksprojekt Walsum 10
  • Positiver Einmaleffekt durch Einigung mit staatlicher bulgarischer Elektrizitätsgesellschaft NEK

Stärkung der Kapitalstruktur

• Nettoverschuldung sinkt auf 1.213,2 Mio. Euro

Höhere Dividende

• Vorschlag an die 89. Hauptversammlung: 0,44 Euro zuzüglich 0,03 Euro Bonusdividende je Aktie

Windkraft: Dynamischer Ausbau

• 500 MW als mittelfristiges Ausbauziel (bei entsprechenden Rahmenbedingungen)

5

Umsatz- und Ergebnissteigerung

• 2.215,6 Mio. Euro Umsatz • 346,9 Mio. Euro EBIT • 251,0 Mio. Euro Konzernergebnis

O1 1C
02
COS 14D
٠

EVN Ganzheitsbericht 2016/17

Das Energie- und Umweltgeschäft der EVN

Operative Geschäftsbereiche

Im Energiegeschäft setzt die EVN auf ein integriertes Geschäftsmodell und deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette in diesem Bereich ab. Dies umfasst die Erzeugung von Energie, den Betrieb von Netzen zur Übertragung von Energie und die Versorgung von Endkunden mit Energie. Dabei ist die EVN – mit unterschiedlichen Schwerpunkten in ihren verschiedenen Märkten – in den Bereichen Strom, Erdgas und Wärme tätig.

Die Aktivitäten im Umweltgeschäft umfassen in Niederösterreich die Trinkwasserversorgung und die Müllverbrennung (Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in Zwentendorf/Dürnrohr mit einer Jahreskapazität von 500.000 t). Zudem ist die EVN über ihre deutsche Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik GmbH im internationalen Projektgeschäft tätig, das – je nach Projektauftrag – die Planung, Errichtung, Finanzierung und Betriebsführung von energieezienten, ressourcenschonenden und ökologisch optimierten Anlagen für die Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung umfasst.

Internationales Projektgeschäft im Umweltbereich (Stand: 30.09.2017)

  • Sieben Abwasserentsorgungsprojekte in Kroatien, Mazedonien, Polen und Tschechien in Errichtung
  • Laufende Betriebsführung für drei Trinkwasserversorgungsanlagen in Deutschland und Montenegro
  • Laufende Betriebsführung für 20 Abwasserentsorgungsanlagen in Deutschland, Kroatien, Montenegro, Slowenien und Zypern
  • Laufende Betriebsführung für eine thermische Abfallverwertungsanlage in Russland (Moskau: Jahreskapazität 360.000 t)

Erweiterung der Wertschöpfungskette durch Beteiligungen

Mit den Beteiligungen an der Verbund AG und an der Burgenland Holding AG, die ihrerseits 49,0 % an der Energie Burgenland AG hält, profitiert die EVN von der Konzentration dieser Unternehmen auf die Stromerzeugung aus den erneuerbaren Quellen Wasser und Wind. Die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft wiederum bietet der EVN ein wertvolles Standbein mit dem Schwerpunkt im Erdgasspeichergeschäft in Österreich.

GRI-Indikatoren: Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen (102-2); Betriebsstätten (102-4); Bediente Märkte (102-6); Größenordnung der Organisation (102-7); Länge der Fern- und Verteilleitungen

Klar fokussierte Strategie

Auf der Grundlage ihrer Unternehmenswerte und klarer Zielvorstellungen verfolgt die EVN eine Konzernstrategie, die sich konsequent an der EVN Wesentlichkeitsmatrix und damit unmittelbar an den Interessen ihrer Stakeholder orientiert.

Unternehmenswerte und Verhaltensstandards

Unsere Vision

Als Energieunternehmen und Umweltdienstleister deckt die EVN täglich wesentliche Bedürfnisse ihrer Kunden und trägt durch ihre verlässliche und hochwertige Leistung nachhaltig zu deren Lebensqualität bei. Wir wollen die für unsere Kunden gewohnte Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicherstellen. Dabei hat umweltund klimaschonendes Handeln zentrale Bedeutung für uns. Denn nur so sind wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich.

Unsere Mission

Bei der Verwirklichung unserer Vision ist es uns ein Anliegen, auf die Bedürfnisse aller Stakeholder unseres Unternehmens einzugehen.

Unseren Kunden bieten wir wettbewerbsfähige Preise und höchste Qualität bei Produkten und Serviceleistungen. Für unsere Aktionäre streben wir eine nachhaltige Wertsteigerung an. Für unsere Mitarbeiter scha®en wir attraktive Arbeitsbedingungen. Mit unseren Stakeholdern führen wir einen aktiven Dialog, und zu unseren Lieferanten pflegen wir eine partnerschaftliche Beziehung. Dadurch erreichen wir hohe gesellschaftliche Akzeptanz.

Umwelt- und Klimaschutz spielen für uns eine zentrale Rolle. Wir setzen auf profundes Know-how, hohe Ezienz, modernste Infrastruktur und stetige Innovationsbereitschaft, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und eine kontinuierliche Verminderung der CO2-Emissionen sicherzustellen. Damit scha®en wir nachhaltige Leistung in der Strom-, Erdgas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Ausgehend von Niederösterreich hat die EVN ihre Geschäftsaktivitäten auf die Region Mittel- und Südosteuropa ausgeweitet und strebt durch Anwendung ihrer bewährten Prinzipien und Werte auch in ihren neuen Märkten langfristigen Erfolg an.

Unsere Grundsätze und Leitwerte

Neben der Vision und Mission definiert eine Reihe weiterer verbindlicher Dokumente den konzernweiten Verhaltens- und Handlungsrahmen der EVN:

  • Der EVN Verhaltenskodex: siehe Seite 47, 55 und 73f
  • Das Umweltleitbild der EVN: siehe Seite 39
  • Die Integritätsklausel für Lieferanten der EVN: siehe Seite 59
  • GRI-Indikator: Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen (102-16)

Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie

Die laufende (Weiter-)Entwicklung der Konzernstrategie sowie der Unternehmenswerte erfolgt in der EVN durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Dieser Prozess wird durch Lenkungsausschüsse und anlassbezogen zu unterschiedlichen Themenstellungen gebildete Arbeitsgruppen unterstützt. Für die Behandlung von Nachhaltigkeitsfragen wurde der CSR-Konzernausschuss eingerichtet, der sich aus leitenden Mitarbeitern verschiedenster Unternehmensbereiche einschließlich des Vorstands konstituiert und sich damit an der europäischen Best Practice orientiert. Diese breite Aufstellung ermöglicht eine zielgerichtete Steuerung der CSR-Agenden und die laufende Abstimmung mit der Unternehmensstrategie und den Zielen der operativen Unternehmensbereiche.

Die strategische Ausrichtung der EVN orientiert sich in hohem Maß an den Interessen ihrer internen und externen Stakeholder und berücksichtigt dabei die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf sozialem, ökologischem und wirtschaftlichem Gebiet. Als Grundlage für den Abgleich zwischen der Konzernstrategie und den Stakeholder-Interessen dient die EVN Wesentlichkeitsmatrix. Diese systematisierte Darstellung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen wurde zuletzt im Zuge der Stakeholder-Befragung 2016/17 überarbeitet und aktualisiert.

Die dabei vorgenommenen Änderungen sind nachfolgend im Überblick dargestellt:

Handlungsfeld "neu" Beschreibung Handlungsfeld "alt"
Versorgungssicherheit … steht für eine verlässliche Versorgung, auch in Krisensituationen.
Im Energiebereich spielen dabei eine vorausschauende Beschaffungs
strategie, ein flexibler Erzeugungsmix mit ausreichenden Reserve
und Speicherkapazitäten sowie die technische Netzqualität eine
bedeutende Rolle.
Versorgungssicherheit
Kundenzufriedenheit … steht für Produkte und Dienstleistungen, die individuelle
Bedürfnisse erfüllen und transparent sind, für hohe Service
qualität, eine zielgruppenadäquate Kommunikation sowie die
Unterstützung unserer Kunden bei einem effizienten Umgang
mit Energie.
Kunden im Fokus
Nachhaltige Unternehmens
wertsteigerung
… steht für unternehmerisches Handeln, das unter anderem
die stetige Anpassung an unser dynamisches Umfeld durch
gezielte Innovationen, eine wertorientierte Investitionsstrategie
sowie eine stabile Dividendenentwicklung im Fokus hat.
Nachhaltige Unternehmens
wertsteigerung
Verantwortungsvolle
Unternehmensführung
… steht für ethisches, regelkonformes Verhalten und eine voraus
schauende Weiterentwicklung des Geschäftsmodells mit Fokus auf
Digitalisierung und innovative Energiedienstleistungen. Dabei gilt
Verantwortungsvoller
Arbeitgeber
es auch, unsere Verantwortung als Arbeitgeber wahrzunehmen,
um eine nachhaltige Personalentwicklung in einem sich stets wan
Korruptionsprävention
delnden Arbeitsumfeld zu ermöglichen. One EVN
Umwelt- und Klimaschutz … steht für einen Systemumbau in Richtung einer klimaneutralen
Erzeugung mit Energiespeichern als Ausgleich. Bis dahin nehmen
thermische Kraftwerke eine Brückenfunktion ein, um die Ver
Umweltschutz und
Ressourcenschonung
sorgungssicherheit sicherzustellen. Effizienzsteigerungen und
Innovationsinitiativen leisten in allen Bereichen einen wichtigen
Beitrag. Denn unsere Produkte und Dienstleistungen sollen gene
rell so umweltschonend wie möglich bereitgestellt werden.
Nachhaltige Energieerzeugung
und Klimaschutz
Stakeholder-Einbindung … steht für den proaktiven Dialog mit unseren Anspruchsgruppen
und den verantwortungsvollen Umgang mit deren Anliegen,
z. B. durch die Einbindung von Anrainern beim Anlagenausbau
und -betrieb.
Stakeholder-Dialog
Verantwortung in der
Lieferkette
… steht für die Verankerung von sozialen und ökologischen
Aspekten in der Beschaffung und Auftragsvergabe sowie die
Sicherstellung der Einhaltung der Menschenrechte bei unseren
Verantwortung in der
Lieferkette
Lieferanten. Menschenrechte
Gesellschaftliches
Engagement
… steht für das Übernehmen von Verantwortung für Menschen
in herausfordernden Lebenssituationen, insbesondere für Kinder
und junge Menschen. Im Fokus befinden sich aber auch Maß
nahmen zur Bekämpfung von Energiearmut, die evn sammlung,
das EVN Archiv und der EVN Sozialfonds.
Gesellschaftliches
Engagement

Unternehmen und Strategie — Klar fokussierte Strategie

Nichtfinanzielle Informationen

EVN Wesentlichkeitsmatrix

Die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen ihrer Unternehmenstätigkeit ("Impact") im Zusammenhang mit den einzelnen Handlungsfeldern hat die EVN in einem Workshop mit externen und internen Experten ermittelt. Parallel dazu wurde im Rahmen einer online durchgeführten Stakeholder-Befragung die Einschätzung der unterschiedlichen Interessengruppen erfasst. Durch diesen strukturierten Erhebungsprozess, der sich alle drei Jahre wiederholen soll, kann die EVN auf jene Themen fokussieren, die den höchsten Stellenwert für ihre Stakeholder aufweisen und gleichzeitig hohe ökonomische, ökologische oder soziale Auswirkungen haben. Die Berichterstattung konzentriert sich dabei auf jene Handlungsfelder, die die wesentlichsten Themen widerspiegeln.

Details zum Stakeholder-Management siehe Seite 60®

GRI-Indikatoren: Wichtigste Auswirkungen, Risiken und Chancen (102-15); Befugniserteilende Stelle (102-19); Verantwortung der Führungsebene für ökonomische, ökologische und soziale Themen (102-20); Die Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Bestimmung von Zielen, Werten und Strategien (102-26); Schlüsselthemen und Anliegen (102-44); Liste der wesentlichen Themen (102-47); Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen (103-1)

Kernstrategien im Überblick

Die Kernstrategien der EVN schlagen eine Brücke zwischen den Handlungsfeldern der Wesentlichkeitsmatrix und dem Branchenumfeld im Energie- und Umweltgeschäft sowie aktuellen Trends, die aus heutiger Perspektive entscheidenden Einfluss auf die Aktivitäten der EVN und damit ihren mittel- und langfristigen Unternehmenserfolg haben werden.

Integriertes Geschäftsmodell als solide Basis

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Energiewende verursacht Verwerfungen auf den internationalen Energiemärkten

Neuausrichtung der Geschäftsmodelle einiger Energieversorger (vor allem in Deutschland)

Diversifizierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Stabile und regulierte Aktivitäten bilden robustes Rückgrat

Erweiterung und Verbesserung unserer Netzinfrastruktur

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Belastung der Netze durch den Transport steigender und volatiler Einspeisemengen aus erneuerbarer Erzeugung

Fokus auf Versorgungssicherheit und -qualität

Kontinuierlicher und zukunftsweisender Ausbau von Anlagen im regulierten Netzbereich

Weiterer Ausbau unserer Windkraftkapazität in Niederösterreich

Branchenumfeld und Trends

Globale Zielsetzungen für eine Reduktion der Treibhausgasemissionen

Europäische und österreichische Klimapolitik mit klarem Bekenntnis zu Systemumbau in Richtung erneuerbare Erzeugung

Unsere Strategie

Mittelfristiges Ausbauziel für die Windkraftkapazität von derzeit 269 MW auf rund 500 MW (bei entsprechenden Rahmenbedingungen)

Vermarktung unserer thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Hoher Bedarf an überregionalem Leistungsaustausch und Engpassmanagement zum Ausgleich der wachsenden erneuerbaren Erzeugungsmengen und damit zur Gewährleistung der Netzstabilität

Rahmenverträge über die Bereit stellung von Reservekapazitäten für Übertragungsnetzbetreiber

Flexible Einspeisung thermischer Leistung für das Engpassmanagement

Bekenntnis zu thermischen Kraftwerken als Brückentechnologie

Handlungsfelder

Versorgungssicherheit Kundenzufriedenheit Umwelt- und Klimaschutz Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Starke Verankerung im Endkundengeschäft

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Steigender Wettbewerb im Endkundenmarkt

Steigende Nachfrage nach Digitalisierung und smarten Technologien

Kompetenter Partner unserer Kunden für Versorgung, individuelle Beratung sowie Produkte und Dienstleistungen im Bereich Energieeffizienz

Kundennähe zur raschen Lösung von Anliegen und Bedürfnissen

Erweiterung des digitalen Produkt- und Dienstleistungsangebots

5 2

Optimierung unserer Aktivitäten in Südosteuropa

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

potenzial

Energieversorgung in Südosteuropa zwischen herausfordernden Rahmenbedingungen und Zukunfts-

Bekenntnis zu Versorgungssicherheit und -qualität auch in Südosteuropa

Fokussierung auf Maßnahmen zur Senkung der Netzverluste und zur Verbesserung der Inkassoquote

Effizienzsteigerungen im operativen Geschäft

Verstärkter Fokus auf Umweltdienstleistungen und Trinkwasserversorgung in Niederösterreich

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Steigender Wasserverbrauch durch demografische Veränderungen (Urbanisierung) sowie Zunahme witterungsbedingter Verbrauchsspitzen

Steigende Qualitätsanforderungen in der Wasserversorgung (z.B. Wasserhärte)

Bedarf an umweltfreundlichen Behandlungsmöglichkeiten für steigende Müllmengen angesichts des Bevölkerungswachstums

Kapazitätssteigerungen in den Pumpwerken zur Steigerung der Leistungsfähigkeit sowie Ausbau überregionaler Leitungsnetze

Errichtung von Naturfilteranlagen zur natürlichen Reduktion der Wasserhärte

Erschließung neuer Trinkwasserquellen

Nutzung des Know-hows im Bereich thermische Abfallverwertung aus dem Betrieb einer State-of-the-Art-Müllverbrennungsanlage in Zwentendorf / Dürnrohr

Diversifikation durch selektives Engagement im internationalen Umweltgeschäft

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Spezifische regionale Gegebenheiten und Rahmenbedingungen erfordern individuelle Lösungen im Bereich der kommunalen Wasserverund Abwasserentsorgung

Konzentration unserer Lösungskompetenz auf ausgewählte Aufträge in bonitätsstarken Kommunen und Ländern

Schaffung von Mehrwert für unsere Auftraggeber als Basis für unseren wirtschaftlichen Erfolg

Die EVN auf dem Kapitalmarkt

Durch aktive Kommunikation, zielgruppengerechte Information für alle Kapitalmarktteilnehmer und eine verlässliche Dividendenpolitik stärkt die EVN das langfristige Vertrauen in ihre Aktie und ihre Anleihen. Ratings im guten Investment-Grade-Bereich tragen ebenfalls dazu bei.

Investor Relations

Der Kapitalmarktauftritt der EVN ist den Prämissen Zeitnähe, Transparenz, Verständlichkeit und substanzielle Information verpflichtet. Ein besonderes Anliegen ist der EVN im Rahmen ihrer Investor-Relations-Aktivitäten die regelmäßige und aktive Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Zu diesem Zweck führt sie – neben vierteljährlichen Telefonkonferenzen anlässlich der Ergebnisverö®entlichungen – regelmäßig Gespräche mit Analysten und Investoren im Rahmen internationaler Roadshows und Investorenkonferenzen. Dabei geht die EVN besonders auf nachhaltig orientierte Anleger und deren Informationsbedürfnisse ein. Denn sie legt großen Wert darauf, dass die eingesetzten Kommunikationsmittel gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen ausgelegt sind. Auf diese Weise verfolgen der Vorstand und das Investor-Relations-Team das Ziel, die Aufmerksamkeit

und das Verständnis für die EVN kontinuierlich zu verbessern und dadurch das langfristige Vertrauen in die Aktie zu stärken.

Gegenüber Analysten und Investoren betont die EVN die folgenden Kernpunkte ihrer Equity-Story:

  • Hoher Anteil regulierter und stabiler Aktivitäten
  • Stabiler niederösterreichischer Heimmarkt
  • Integriertes Geschäftsmodell
  • Solide Geschäftsentwicklung und Kapitalstruktur
  • Attraktive Dividenden

Mehrere internationale Banken verö®entlichen regelmäßig Analysen über die Geschäftsentwicklung der EVN und Empfehlungen über das Kurspotenzial der Aktie.

Siehe auch www.investor.evn.at

Die EVN Aktie 2016/17 2015/16 2014/15
Kurs per Ultimo September EUR 13,22 10,56 9,85
Höchstkurs EUR 13,40 10,60 10,56
Tiefstkurs EUR 10,47 9,65 9,50
Kursveränderung % 25,2 7,1 –2,7
Total Shareholder Return % 29,2 11,4 1,5
Entwicklung ATX % 37,9 7,9 1,2
Entwicklung Dow Jones Euro Stoxx Utilities % 13,5 1,2 –15,7
Aktienumsatz1) Mio. EUR 97,9 65,8 79,2
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 33.921 26.031 31.598
Börsekapitalisierung per Ultimo September Mio. EUR 2.377 1.899 1.773
Gewichtung ATX-Prime % 0,81 0,93 0,97
Ergebnis je Aktie2) EUR 1,41 0,88 0,83
Dividende je Aktie EUR 0,44 + 0,033) 0,42 0,42
Kurs-Gewinn-Verhältnis X 9,4 12,0 11,8
Dividendenrendite % 3,6 4,0 4,3

1) Wiener Börse, Einmalzählung

2) Bezogen auf die per 30. September im Handel befindlichen Aktien

3) Einmalige Bonusdividende von 0,03 Euro je Aktie; Vorschlag an die Hauptversammlung

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Alle international bedeutenden Aktienindizes entwickelten sich im Zeitraum Oktober 2016 bis September 2017 ausnahmslos positiv. Besonders deutliche Zuwächse waren dabei an der Wiener Börse zu verzeichnen: Während der US-amerikanische Leitindex Dow Jones und der deutsche Leitindex DAX jeweils um knapp über 22 % anstiegen, konnte der Wiener Leitindex ATX um 37,9 % zulegen. Die EVN Aktie erzielte im selben Zeitraum ein Plus von 25,2 % und übertraf damit den für sie maßgeblichen Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities (+13,5 %) klar. Das durchschnittlich pro Tag gehandelte Aktienvolumen lag bei 33.921 Stück (Einmalzählung). Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 97,9 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 0,31 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht.

Mittelverwendungsstrategie und Dividende

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionäre an. Langfristig wird in diesem Sinn eine Ausschüttungsquote von rund 40 % des Konzernergebnisses angestrebt. Für das Geschäftsjahr 2016/17 wird der Vorstand der 89. Hauptversammlung am

  1. Jänner 2018 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,44 Euro sowie einer einmaligen Bonusdividende von 0,03 Euro je dividendenberechtige Aktie vorschlagen.

Aktienrückkaufprogramm

Der durch die 87. ordentliche Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 für eine Geltungsdauer von 30 Monaten erteilte Ermächtigungsbeschluss für den Erwerb eigener Aktien wird derzeit vom Vorstand nicht genutzt.

Siehe auch Seite 94

Externe Ratings für den Fremdkapitalmarkt

Die Diversifikation ihrer Finanzierungsinstrumente und -partner ist ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierungsstrategie der EVN. Aus diesem Grund ist neben guten Geschäftsbeziehungen zu regionalen, internationalen und multilateralen Banken der flexible Kapitalmarktzugang zu nationalen und internationalen Investoren von besonders hoher Bedeutung für die EVN. Eine wichtige Grundlage dafür sind die unabhängigen Bonitätsbeurteilungen durch die beiden internationalen Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's.

Im April 2017 erhöhten beide Rating-Agenturen ihre Einstufungen für die EVN:

  • Moody's: von A3 auf A2, Ausblick stabil
  • Standard & Poor's: von BBB+ auf A–, Ausblick stabil

Damit erfüllt die EVN weiterhin ihre eigene Zielvorgabe von Ratings im guten Investment-Grade-Bereich.

GRI-Indikator: Eigentum und Rechtsform (102-5)

Siehe auch Seite 94

Verlässliche Versorgung rund um die Uhr

Das zentrale Versprechen der EVN gegenüber ihren Kunden ist, Energie und Trinkwasser immer dann ausreichend und in höchster Qualität bereitzustellen, wenn sie benötigt werden. Um es zuverlässig einzuhalten, setzt die EVN auf ein breites Bündel von Maßnahmen.

Die verlässliche, hochwertige und jederzeit verfügbare Versorgung der Kunden mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser ist in der EVN als prioritäres Thema allgegenwärtig. Entsprechend findet sich der Begri "Versorgungssicherheit" an stets prominenter Stelle in Strategie, Wertegerüst und Wesentlichkeitsmatrix der Gruppe. Heruntergebrochen auf die einzelnen Geschäftsaktivitäten wird dieses Kundenversprechen in vielfältiger Weise konkret:

  • • Das lückenlose Funktionieren der Netzinfrastruktur ist die Grundlage für die Versorgung der Kunden und damit – auf übergeordneter Ebene – für das reibungslose Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Die Investitionen der EVN fokussieren daher in allen ihren Versorgungsgebieten ganz gezielt auf die Bereitstellung und Erweiterung einer funktionierenden Infrastruktur.
  • • Investitionen zur Sicherung und Verbesserung der technischen Netzeigenschaften gewährleisten darüber hinaus die Versorgungsqualität.
  • • Ein kontinuierlicher Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten, insbesondere im Bereich Windkraft, steigert den Eigendeckungsgrad und erhöht laufend die Unabhängigkeit in der Energiebescha ung.
  • • Die Verfügbarkeit eigener Speicherkraftwerke ermöglicht die emissionsfreie Optimierung der Erzeugung nach Maßgabe des Strombedarfs sowie den raschen Wiederaufbau des Netzbetriebs im Fall eines Stromausfalls.
  • • Die thermischen Kraftwerke der EVN haben mit ihrer hohen Verfügbarkeit und Verlässlichkeit angesichts der steigenden und gleichzeitig volatilen Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen wesentliche Bedeutung als Reservekapazität zur Netzstabilisierung und für das Engpassmanagement. Die EVN Wärmekraftwerke werden für Zwecke der Versorgungssicherheit als Brückentechnologie zumindest so lange benötigt, bis der Systemumbau auf Basis marktreifer, leistungsfähiger Großspeicher für erneuerbare Strom-Überproduktion abgeschlossen ist.

  • • Die vorausschauende Beschaffung von Energie und Primärenergieträgern sowie deren Bevorratung gewährleisten den Betrieb der Kraftwerke. Dadurch soll die thermische Stromproduktion auch während längerer Kälteperioden zur Versorgung der Kunden bzw. zur Erhaltung der Netzstabilität uneingeschränkt sichergestellt bleiben.

  • • Um die verlässliche Versorgung ihrer Kunden mit Erdgas zu garantieren, speichert die EVN in großem Umfang Gas in langfristig angemieteten Gasspeichern. Dadurch sorgt die EVN verantwortungsvoll für Perioden mit temperaturbedingt hohem Verbrauch sowie für mögliche Lieferengpässe auf europäischer Ebene (etwa aufgrund politischer Krisen) vor. Die Beteiligung der EVN an der RAG – sie ist sowohl in der Erdgasförderung als auch im Erdgasspeichergeschäft tätig – hat in diesem Kontext hohe strategische Bedeutung.
  • • Die EVN Wärme, Österreichs größter Naturwärmeversorger, erfüllt durch laufende Investitionen in die Instandhaltung und den Neubau von Biomasse-Heizwerken sowie die Erweiterung ihrer Fernwärmenetze neben der Versorgungssicherheit ein weiteres Versprechen gegenüber ihren Kunden: sie verlässlich und komfortabel mit erneuerbarer Energie aus heimischer, CO2-neutral genutzter Biomasse zu versorgen.
  • • Leistungsstarke Netz und Technikinfrastruktur bilden auch die Grundlage für jederzeit verlässliche und hochwertige Lösungen im Bereich der Telekommunikations-, Internet- und Kabel-TV-Dienstleistungen der EVN Gruppe.
  • • Mit der Errichtung einer flächendeckenden Grundversorgung an Stromladestationen in Niederösterreich hat die EVN in ihrem Heimmarkt schon frühzeitig einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung der E-Mobilität geleistet. Neben dem kontinuierlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen, zusehends aber auch im privaten Bereich begleiten zahlreiche Initiativen die dynamische Entwicklung im Bereich E-Mobilität aus der Perspektive eines Energieversorgers. Dazu zählen etwa Roaming-Kooperationen und andere Dienstleistungen rund ums Laden sowie die Entwicklung neuer Steuerungstechnologien für zeitlich flexible Aufladung während der Abend und Nachtstunden.

Die Bedeutung der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung

Der Systemumbau in Richtung erneuerbare Stromerzeugung verändert seit einigen Jahren das traditionelle Verständnis der Energiewirtschaft. Strom aus erneuerbaren Energieträgern genießt Vorrang bei der Einspeisung in die Netze. Damit hat der massive Ausbau der erneuerbaren Erzeugung – in Mitteleuropa insbesondere Windkraft, sowohl on als auch offshore, oder Photovoltaik – in den letzten Jahren zu regionalen Überkapazitäten geführt. Diese wiederum trugen zu einem Rückgang der Termin- und Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom bei, der die Wirtschaftlichkeit der thermischen Kraftwerke unter Druck gebracht hat.

Da das Wasser-, Wind- und Sonnenaufkommen aber nicht planbar ist, sind die erneuerbaren Einspeisemengen von hoher Volatilität geprägt, und dies bedeutet enorme Herausforderungen für die Stabilität der Stromnetze. Erschwerend kommt hinzu, dass in Zentraleuropa zu geringe Transportkapazitäten zwischen dem Norden mit seinen enormen Winderzeugungskapazitäten und dem Süden mit seinen besonders nachfrageintensiven Industrie- und Ballungszentren vorhanden sind. Zudem fehlen vorläufig noch marktreife Technologien für die umfangreichere Speicherung von überschüssigem Strom aus erneuerbarer Erzeugung.

In diesem Spannungsfeld kommt den thermischen Kraftwerken der EVN in Niederösterreich – zwei Gaskraftwerken in Theiß und Korneuburg sowie einem Steinkohlekraftwerk in Dürnrohr – besondere Bedeutung zu. Denn neben ihrer zentralen Rolle für die Versorgungssicherheit im Heimmarkt der EVN unterstützen die flexibel, rasch und rund um die Uhr einsetzbaren Kraftwerke dank ihrer zentralen Lage auch den überregionalen Leistungsaustausch. Dadurch reicht ihr Beitrag zur Netzstabilisierung bis in das zentraleuropäische Netz hinein.

Seit dem Geschäftsjahr 2010/11 standen die beiden Gaskraftwerke der EVN dazu während der Winterhalbjahre durchgehend als Reservekapazität für das deutsche Übertragungsnetz unter Vertrag, zeitweise galt dies auch für das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr. Immer häufiger werden die Kraftwerke auch tatsächlich zur Bereitstellung so genannter Regelenergie oder für das Engpassmanagement abgerufen, während des Geschäftsjahres 2016/17 standen sie im Schnitt bereits jeden zweiten Tag im Einsatz. Im Winterhalbjahr 2017/18 wird nun erstmals fast die gesamte thermische Kapazität der EVN in Niederösterreich im Ausmaß von 1.090 MW für den süddeutschen Raum vertraglich bereitgehalten.

Um für diesen zunehmenden Einsatz ihrer thermischen Kraftwerke gerüstet zu sein, setzt die EVN auf eine vorausschauende Beschaffung und Bevorratung der benötigten Primärenergieträger. Dies schließt auch die Vorhaltung eines eigenen Steinkohlelagers direkt beim Kraftwerk Dürnrohr und die umfangreiche Speicherung von Erdgas in Gasspeichern mit ein. Die Bedeutung dieser Maßnahmen rückt vor allem während längerer Kälteperioden ins Bewusstsein: So war selbst im außergewöhnlich kalten Winter 2016/17 der Betrieb der thermischen Kraftwerke der EVN zur Netzstabilisierung ebenso jederzeit sichergestellt wie die Versorgung ihrer Kunden mit Erdgas.

Ein österreichweites Blackout war bislang – zum Glück – nur ein theoretisches Krisenszenario. Die EVN ist jedoch auch auf diesen unwahrscheinlichen Fall bestens vorbereitet. Denn mit ihrem "schwarzstartfähigen" Gaskraftwerk Theiß, unterstützt durch das Pumpspeicherkraftwerk Ottenstein, kann sie nachweislich ohne externe Stromversorgung eigenständig wieder den Energiefluss im Stromnetz aufbauen.

  • • Innovations, Forschungs und Entwicklungsprojekte zu den Themen Energiespeicherung und nachfrageoptimierte Netzsteuerung dienen der Stärkung der Versorgungssicherheit.
  • • Die stetige Steigerung der Pump und Leitungskapazitäten, insbesondere auch durch die Verdichtung überregionaler Leitungsnetze, sichert schließlich die verlässliche Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser.
  • Zur Beschaffung von Energie und Primärenergieträgern siehe auch Seite 57f
  • Zu Innovations, Forschungs und Entwicklungsprojekten siehe auch Seite 86f

Effizienz der Netze und Kraftwerke

Netzverluste

Aufgrund von Unterschieden in den Kunden bzw. Netzstrukturen in den verschiedenen Versorgungsgebieten der EVN ist ein direkter Vergleich der Netzverluste nicht möglich. In Österreich bewegen sich die Netzverluste mit rund 4 % stabil auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die konstant hohen Investitionen der EVN in die Netzinfrastruktur erfolgen hier vor allem im Hinblick auf den dynamischen Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten (insbesondere im Bereich Windkraft), das anhaltende Bevölkerungswachstum und die hohen Ansprüche der EVN in Sachen Versorgungssicherheit und -qualität. In Bulgarien und Mazedonien zielt das Investitionsprogramm auf die weitere Reduktion der

Stromerzeugungskapazität der
EVN Kraftwerke
MW 30.09.2017
%
30.09.2016
MW
%
30.09.2015
MW
%
Erneuerbare Energie 624 26,1 618 25,9 600 25,3
davon Wasserkraft1) 306 12,8 306 12,8 306 12,9
davon Windkraft 269 11,2 268 11,2 250 10,5
davon Photovoltaik 5 0,2 5 0,2 5 0,2
davon Biomasse 18 0,8 13 0,5 13 0,5
davon Sonstige 2) 26 1,1 26 1,1 26 1,1
Wärmekraft3) 1.771 73,9 1.771 74,1 1.771 74,7
davon Erdgas 1.037 43,3 1.037 43,4 1.037 43,8
davon Steinkohle 734 30,6 734 30,7 734 30,9
Summe 2.395 100,0 2.389 100,0 2.371 100,0

1) Inkl. Strombezugsrechte aus den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie den Beteiligungen an den Kraftwerken Nussdorf in Wien und Ashta in Albanien sowie an der Verbund Innkraftwerke

2) Beinhaltet zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerksanlagen in Moskau

3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien;

Angabe der Kapazitäten (Nettoleistung) entsprechend den Beteiligungsansätzen

GRI-Indikator: Installierte Kapazität

Netzverluste und damit auf kontinuierliche E«zienzsteigerung ab. In Bulgarien konnten die Netzverluste seit dem Markteintritt im Geschäftsjahr 2004/05 von 20 % auf zuletzt 8,3 % gesenkt werden, in Mazedonien wurde eine Reduktion von 25 % im Jahr 2005/06 auf derzeit 14,3 % erzielt.

Stromunterbrechungen1)

Die mittlere Unterbrechungshäufigkeit, die mittels des System Average Interruption Frequency Index (SAIFI) gemessen wurde, betrug im Kalenderjahr 2016 0,94 (Vorjahr: 0,71). Ein SAIFIWert von 0,94 bedeutet, dass ein EVN Kunde weniger als einmal pro Jahr von einer Stromunterbrechung betro en war. Die durchschnittliche jährliche Dauer der ungeplanten Stromunterbrechungen, zu deren Berechnung der System Average Interruption Duration Index (SAIDI) herangezogen wurde, betrug im Kalenderjahr 2016 18,48 Minuten (Vorjahr: 25,70 Minuten) und lag damit unter dem österreichischen Durchschnitt von 24,22 Minuten (Vorjahr: 27,18 Minuten). Aufgrund der ungesicherten Datenbasis für die Berechnung der Kennzahlen SAIDI und SAIFI für die südosteuropäischen Standorte wird auf die Angabe verzichtet.

1) Quelle: Energie Control-Austria, Ausfalls- und Störungsstatistik 2015 und 2016.

GRIIndikatoren: Effizienz der Fernleitungen und Verteilnetze; Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen

Verfügbarkeit der EVN Kraftwerke

Maßgebliche Voraussetzungen für die verlässliche Versorgung der Kunden mit Strom sind ein störungsfreier Betrieb und die technische Sicherheit der EVN Kraftwerke. Um beides zu gewährleisten, werden regelmäßig Revisionen und Wartungsarbeiten durchgeführt, die geplante und aufeinander abgestimmte Stillstandszeiten nach sich ziehen. Die Gaskraftwerke der EVN in Korneuburg und Theiß waren im Berichtszeitraum mit Ausnahme von geplanten Revisionen bzw. marginalen ungeplanten Stillstandszeiten (0,9 % –1,0 %) in vollem Umfang verfügbar. Die ungeplanten Stillstandszeiten der Steinkohlekraftwerke Dürnrohr bzw. Walsum 10 betrugen 1,2 % bzw. – aufgrund einer außerplanmäßigen Revision – 25,6 %. Die Verfügbarkeit der EVN Windparks belief sich im Geschäftsjahr 2016/17 auf 94,1 % und lag damit aufgrund der durch den außergewöhnlich kalten Winter bedingten starken Vereisung unter dem Vorjahreswert von 96,4 %. Bei den Windparks wird dabei nicht zwischen geplanter und ungeplanter Nichtverfügbarkeit unterschieden.

GRI-Indikator: Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke

Energiespeicher als Schlüssel zur Energiewende

Die stetige Zunahme der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen stellt die Stromnetze sowie ihr Zusammenwirken mit der bestehenden Erzeugungsinfrastruktur vor große Herausforderungen. Hauptproblem sind die starken Schwankungen in der Produktion, die sich aus der natürlichen Volatilität des Wind-, Sonnenund Wasseraufkommens ergeben. Da diese Schwankungen im Interesse der Netzstabilität ausgeglichen werden müssen, gewinnen Speichertechnologien immer mehr an Bedeutung. Die EVN verfolgt deshalb verschiedene Innovationsinitiativen in diesem Bereich. Wichtige Erkenntnisse erho t sie sich hier vor allem aus einem gemeinsam mit der Technischen Universität Wien und dem AIT Austrian Institute of Technology initiierten Forschungsprojekt zum Thema Großbatteriespeicher. Gegenstand dieses Vorhabens ist ein LithiumIonenGroßbatteriespeicher der Netz NÖ mit einer Leistung von rund 2,5 MW und einer Kapazität von 2,2 MWh, der im November 2017 direkt beim Windpark Prottes der EVN in Betrieb genommen wurde.

Der Vorteil einer Batterie besteht darin, dass sie viel rascher auf Laständerungen im Netz reagieren kann als ein konventionelles Kraftwerk. Dadurch können z. B. die Netzfrequenz stabilisiert und Spannungsschwankungen kompensiert werden. Bis Februar 2019 werden die Experten der EVN nun gemeinsam mit ihren Forschungspartnern anhand verschiedener Versuche und Tests erheben, wie der Einsatz eines Großbatteriespeichers konkret zur Verbesserung der Netzstabilität beitragen und damit die gewohnt hohe Stromqualität trotz steigender Einspeisung von Strom aus erneuerbarer Erzeugung sichern kann. Da mit dem in Prottes untersuchten Speichertyp sogar ein so genannter "Schwarzstart" möglich ist, sollen auch Versuche in diese Richtung erfolgen.

Partner für zufriedene Kunden

Die EVN bemüht sich konsequent um eine faire und professionelle Partnerschaft mit ihren Kunden. Ihr Produktportfolio reicht dabei von der reinen Versorgung mit Energie und Trinkwasser bis hin zu individueller Beratung, umfangreichen Dienstleistungen und professionellem Service.

Nahe am Kunden durch regionale Präsenz und persönliche Beratung

Die Kunden stehen für die EVN im Fokus aller ihrer Tätigkeiten. Deshalb sind die Service- und Beratungsleistungen des Unternehmens auch konsequent auf höchste Professionalität und maximale Kundennähe ausgerichtet. Ein dichtes Netz an Kundenzentren im gesamten Versorgungsgebiet sowie bequeme Erreichbarkeit vorwiegend via E-Mail und über das EVN Service-Telefon bilden dafür eine wesentliche Voraussetzung. Im Interesse möglichst lückenloser Versorgung sind die Kundenzentren für den Fall etwaiger Störungen zudem auch außerhalb der Regelö nungszeiten zu jeder Tagesund Nachtzeit erreichbar. Zusätzlich bieten sieben zentral gelegene Service Centers in ausgewählten niederösterreichischen Städten die gesamte Palette der EVN an Dienstleistungen, Serviceangeboten und Produkten komfortabel unter einem Dach an. Dies betrifft insbesondere:

  • • Servicedienstleistungen für Strom, Erdgas, Wasser (Rechnungs und Tarifberatung, An und Abmeldungen etc.)
  • • Energieberatung
  • • Energieeffizienzprodukte
  • • Energiedienstleistungen
  • • EVN Bonuswelt
  • • KabelTV und Telekommunikationsdienstleistungen
  • Zu Energiee«zienzdienstleistungen siehe auch Seite 41f

Kundenbeirat

Der EVN Kundenbeirat ist ein weiteres wichtiges Instrument in den Bemühungen der EVN um ihre Kunden. Er bietet nicht nur Gelegenheit zu engem Kontakt mit repräsentativen Kundensegmenten, sondern versetzt das Unternehmen vor allem auch in die Lage, rechtzeitig auf aktuelle Trends, Fragestellungen und Anliegen zu reagieren. Die Rückmeldungen der 24 Kundenbeiräte prägen seit Jahren die Gestaltung von Serviceleistungen, Produkten oder Kommunikationsmaßnahmen der EVN entscheidend mit. Im Februar 2017 konstituierte sich der EVN Kundenbeirat in Niederösterreich bereits zum vierten Mal planmäßig für eine Funktionsperiode von zwei Jahren neu.

Siehe auch www.evn.at/Kundenbeirat

E-Mail-Anfragen an das Kundenservice

Anzahl (gerundet)

Der Kundenbeirat der EVN in Bulgarien wurde 2017 zum dritten Mal gewählt. Seit Beginn der Initiative fanden alljährlich zwei Treffen dieses Gremiums an verschiedenen Orten im Versorgungsgebiet statt, bei denen die Beiratsmitglieder Erfahrungen, Kritikpunkte und Ideen mit Vertretern des Unternehmens austauschten. Zudem wurden konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der angebotenen Produkte, Dienstleistungen und Services erarbeitet.

Energiepreissenkungen

Per 1. Oktober 2016 erfolgte im Rahmen der EnergieAllianz eine Senkung der Strom und ErdgasArbeitspreise für Haushalte um durchschnittlich 5 %. Durch diese Reduktion wurden die Einkaufsvorteile aus den Preisentwicklungen auf den Primärenergiemärkten an Haushaltskunden weitergegeben.

Initiativen zur Bekämpfung der Energiearmut

Zur Bekämpfung der Energiearmut kooperiert die EVN mit regionalen Interessenverbänden und sozialen Hilfsorganisationen und fördert dadurch Projekte, mit denen einkommensschwache Haushalte gezielt unterstützt werden. Im Rahmen des Projekts "Armutsgefährdete Haushalte" etwa werden Sozialarbeiter der Caritas gemäß dem Prinzip "Train the Trainer" von Experten der EVN zu Themen wie Energieeffizienzmaßnahmen, Einsparpotenziale oder Fördermöglichkeiten (z. B. Heizkostenzuschüsse) ausgebildet, um in weiterer Folge eigenständig Beratungsgespräche mit armutsgefährdeten-Menschen zum Thema Energiesparen führen zu können. Zusätzlich unterstützt die EVN die Sozialarbeiter mit Beratungsunterlagen (z. B. Leitfaden, Checklisten) und technischen Hilfsmitteln (z. B. Energiemessgeräten). Begleitende Weiterbildung durch die EVN sowie gemeinsame Beratungen vor Ort runden das Maßnahmenpaket ab. Das konkrete Ergebnis des Projekts sind letztlich die Kosteneinsparungen, die einkommensschwache Haushalte durch energiesparende Maßnahmen erzielen.

Kundenzufriedenheit

Kundenzufriedenheit wird für die EVN über Produkte und Dienstleistungen, die individuelle Bedürfnisse erfüllen und transparent abgerechnet werden, hohe Servicequalität, zielgruppengerechte Kommunikation sowie die Unterstützung der Kunden im e«zienten Umgang mit Energie definiert. Gerade beim Kundenservice ist die EVN bestrebt, sich durch besonderes Engagement vom Mitbewerb abzuheben und dadurch ihren Unternehmenserfolg zu steigern. Dies betrifft nicht zuletzt die prompte Bearbeitung von Anfragen. Die Leistungen und Aktivitäten der Mitarbeiter im Kundenkontakt standen deshalb auch neuerlich im Fokus der internationalen Customer Service Week, die Anfang Oktober 2017 stattfand und an der die EVN wieder in Österreich, Bulgarien, Mazedonien und Kroatien teilnahm.

Im Interesse kontinuierlicher Verbesserung wird die Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus regelmäßig auf Basis von systematischen Kundenbefragungen analysiert. Die erhobenen Daten und ihr Vergleich im Zeitverlauf dienen der Darstellung der Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus insgesamt sowie der Analyse relevanter Geschäftsfälle. Die Ergebnisse liefern wertvolle Rückschlüsse auf Verbesserungspotenziale. Nach Analyse durch die jeweiligen Fachbereiche werden Ansatzpunkte für zukünftige Maßnahmen definiert.

Österreich

Im Kalenderjahr 2016 wurden insgesamt rund 5.000 Haushaltskunden in Niederösterreich zu ihrer Zufriedenheit mit der EVN befragt. Die Erhebung erbrachte eine Gesamtzufriedenheit, die mit durchschnittlich 1,73 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) bewertet wurde. Damit konnte der Wert von 1,78 aus dem Vorjahr nochmals übertro en werden. Im Vergleich zu anderen Dienstleistungsunternehmen liegt die EVN deutlich vor Mobilfunk- und Internetanbietern und schnitt auch etwas besser ab als Banken und Versicherungen.

Was einzelne Faktoren des Gesamtbildes betrifft, schlägt sich etwa eine verbesserte Wahrnehmung des PreisLeistungsVerhältnisses der EVN nieder. Auch die Zufriedenheit mit der Versorgungssicherheit – dem zentralen Argument für die Versorgerwahl – bleibt auf sehr hohem Niveau. Als weitere Stärke der EVN wird die exzellente Kundenbetreuung am Telefon gesehen; hier konnte der bereits seit Jahren sehr hohe Zufriedenheitswert ein weiteres Mal gesteigert werden.

Auch die Loyalität ihrer Kunden misst die EVN mithilfe des monatlich ermittelten Customer Loyalty Index anhand verschiedener Indikatoren. Anliegen dieses strategischen MonitoringInstruments ist es, Veränderungen der Kundentreue und ihre Ursachen zeitnah festzustellen und durch geeignete Maßnahmen unmittelbar darauf zu reagieren. Eine besonders hohe Loyalität ließ das Monitoring bei jenen Kunden erkennen, die mit den ergänzenden Serviceleistungen der EVN näher vertraut sind.

Seit 2010 ist das Kundenservice der EVN auf Basis der Norm EN 15838 für Europäische Call Center zertifiziert, die einheitliche Anforderungen an die Dienstleistungsqualität von Kundenkontaktzentren definiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Zufriedenheit der Kunden mit den vier Komponenten Personal, Organisation, Prozess und Technik. Nach Ablauf der Gültigkeit dieses jeweils auf sechs Jahre vergebenen Qualitätssiegels beantragte die EVN 2016 eine neuerliche Zertifizierung. Das dafür erforderliche mehrtägige Audit absolvierte das EVN Kundenservice samt allen Hotlines, dem E-Mail-Management und dem dezentralen EVN Service Center erwartungsgemäß mit bestem Erfolg. Erstmals wurde dabei auch das Kundenservice von kabelplus für Privatkunden zertifiziert.

Bulgarien und Mazedonien

In Bulgarien wurde auch im Geschäftsjahr 2016/17 das Programm "EVN next to you" weitergeführt, bei dem sich Vertreter der EVN Bulgaria direkt mit den Kunden in deren Heimatstädten und dörfern treffen und grundlegende Anliegen besprechen, die die jeweilige Region betre en. Ebenso fortgesetzt wurden im Berichtsjahr die Befragungen zur Kundenzufriedenheit in Mazedonien. Insgesamt 5.803 Interviews (Vorjahr: 4.751) und 1.548 Mystery-Shopping-Tests (Vorjahr: 1.521) fanden zu diesem Zweck statt. Die Erhebungen zielten dabei vor allem darauf ab, unternehmensinterne Abläufe sowie den Kundenkontakt und die Beantwortung von Kundenanfragen durch Mitarbeiter zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Umfragen und zusätzlicher interner Qualitätsanalysen flossen direkt in Verbesserungs und Optimierungsprogramme ein.

GRIIndikatoren: Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung (10243); Schlüsselthemen und Anliegen (10244)

Produktverantwortung

Die Grundsätze der EVN zum Thema Produktverantwortung sind in den zentralen Leitbildern der Gruppe, so etwa dem Unternehmensleitbild und dem Umweltleitbild, verankert. Damit kommt auch ihr hoher Stellenwert in der Wertehierarchie des Unternehmens zum Ausdruck. Im Energiegeschäft setzt die EVN dabei in allen Kundensegmenten auf eine breite Produktpalette. Tarife mit fixen oder variablen Energiepreisen stehen hier ebenso zur Wahl wie die – extern zertifizierte – Lieferung von Strom aus 100 % erneuerbaren Energiequellen oder Mischvarianten, die neben einem hohen Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen auch Strom aus konventioneller Erzeugung enthalten. Das Prinzip der Versorgungssicherheit spielt dabei auch für das Produktangebot der EVN eine wesentliche Bedeutung: So achtet die EVN auf eine breite Streuung der Primärenergieträger und setzt etwa im Bereich der erneuerbaren Energie zusätzlich zu der in Österreich traditionell starken Wasserkraft auf weitere Formen wie Wind und Sonnenkraft, Biomasse oder Biogas.

Siehe auch www.verantwortung.evn.at

Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen

In Österreich informiert die EVN im Rahmen der gesetzlichen Stromkennzeichnungspflicht für den gesamten an Kunden gelieferten Strom über dessen geografische Herkunft, seine Zusammensetzung nach Primärenergieträgern sowie die bei seiner Erzeugung verursachten Umweltauswirkungen (CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall). Im Jahr 2016 beliefen sich die CO2-Emissionen des von der EVN KG an Endkunden gelieferten Stroms auf 192,67 g/kWh

CO2-Emissionen (Vorjahr: 201,76 g/kWh). Da sich die EVN in Österreich seit Jahren zu einem NullProzentAnteil von Atomstrom in ihrem Strommix bekennt, war – wie schon in den Vorjahren – in dem von der EVN Vertriebsgesellschaft gelieferten Strom kein solcher enthalten. Unabhängig von der verpflichtenden Stromkennzeichnung besteht bei der EVN zudem schon seit jeher kein GraustromAnteil. Die Herkunftsnachweise stammen wie im Vorjahr zu 100 % aus Österreich. Die Daten für das Kalenderjahr 2017 werden erst nach Redaktionsschluss dieses Ganzheitsberichts vorliegen.

In Bulgarien legt der Regulator den Strommix für den Energieverkauf an Kunden in den regulierten Marktsegmenten fest. Die bulgarische Vertriebsgesellschaft hat deshalb selbst keine Möglichkeit, die Stromzusammensetzung zu beeinflussen. In Mazedonien ist die Vertriebsgesellschaft der EVN gesetzlich verpflichtet, den Strom für die Versorgung der Kunden in regulierten Marktsegmenten von der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft ELEM zu beziehen. Auch sie hat deshalb keine Möglichkeit, die Zusammensetzung des gelieferten Stroms zu beeinflussen. Während ELEM die Anteile von erneuerbarem und nicht erneuerbarem Strom ausweist, ist die Vertriebsgesellschaft nicht zur Stromkennzeichnung verpflichtet.

  • Siehe auch www.evn.at/Herkunft
  • Zur Bescha ung von Energie siehe auch Seite 57f
  • GRIIndikator: Anforderungen für die Produkt und Dienstleistungsinformationen und Kennzeichnung (417-1)

Kundengesundheit und -sicherheit

Das hohe Verantwortungsniveau der EVN über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg minimiert auch allfällige Gesundheits- und Sicherheitsrisiken aus den vom Unternehmen angebotenen Produkten. Eine zentrale Rolle nimmt hier das EVN Qualitätsmanagement ein. Es fokussiert auf die Definition und verlässliche Beachtung hoher Standards bei der (Weiter)Entwicklung des Produktportfolios, bei Innovations, Entwicklungs und Forschungsaktivitäten sowie bei den Abläufen im Rahmen der Zertifizierung, Herstellung und Produktion, des Vertriebs, Marketings und der Verkaufsförderung sowie der Verwendung, Wartung, Entsorgung und Wiederverwendung der Produkte. Alle Produkt und Dienstleistungskategorien werden laufend durch umfassende Qualitätssicherung nach den Prinzipien ganzheitlicher Verantwortung im Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.

GRIIndikatoren: Vorsorgeprinzip oder Vorsichtsmaßnahmen (10211); Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit (416-1)

Verantwortung für Umwelt und Klima

Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz sind für die EVN von hoher Bedeutung. Nicht von ungefähr zielt das Handlungsfeld "Umwelt- und Klimaschutz" der EVN Wesentlichkeitsmatrix genau auf diese Anliegen ab.

Die EVN sieht die Sicherstellung einer flächendeckenden und stets verlässlichen Versorgung mit ihren Produkten und Dienstleistungen als die wichtigste Verpflichtung gegenüber ihren Kunden. Gleichzeitig ist sie sich ihrer hohen Verantwortung bewusst, als bedeutender Marktteilnehmer auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, und legt ihren Fokus hier auf den Systemumbau in Richtung einer klimaneutralen Erzeugung mit Energiespeichern als Ausgleich. Dazu investiert die EVN kontinuierlich in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energieträger (Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik sowie Biomasse) und unterstützt Aktivitäten zu deren Integration in das bestehende Energiesystem. Ein zentrales strategisches Ziel bleibt dabei weiterhin der kontinuierliche Ausbau der Netzinfrastruktur in Niederösterreich. Er schat die Voraussetzungen dafür, dass die EVN die Energiewende unterstützen und gleichzeitig Versorgungssicherheit und -qualität nachhaltig gewährleisten kann. Eine wichtige Brückenfunktion nehmen dabei die thermischen Kraftwerke der EVN ein. Darüber hinaus leisten Ezienzsteigerungsmaßnahmen und Innovationsaktivitäten in allen Bereichen wichtige Beiträge.

Umweltmanagement in der EVN

Die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Umweltschutz und Nachhaltigkeit verantwortet die Erfassung und Analyse der ökologischen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit in Bereichen wie Ressourceneinsatz, Energie- und Wasserverbrauch, Emissionen, Biodiversität, Transport sowie Abwasser und Abfall. Auf Basis ihrer Analysen unterstützt diese Abteilung die operativen Einheiten darin, Umweltauswirkungen zu verhindern bzw. zu minimieren. Damit nimmt sie eine zentrale Rolle im Management der Nachhaltigkeitsthemen der EVN ein, insbesondere jener, die sich aus dem Handlungsfeld "Umwelt- und Klimaschutz" ergeben.

Das Umweltmanagementsystem der EVN – es schließt als integriertes Managementsystem auch die Anforderungen des Arbeitsschutzes mit ein – wird nach den Anforderungen der Standards ISO 14001 und EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert. Diesen Zertifizierungen unterliegen alle thermischen

Kraftwerke in Niederösterreich, die thermische Abfallverwertungsanlage in Zwentendorf/Dürnrohr sowie über 50 Wärmeerzeugungsanlagen. Auch in Bulgarien und Mazedonien wurde ein integriertes Qualitäts- und Umweltmanagementsystem implementiert. Jenes in Bulgarien entspricht dabei den Anforderungen nach ISO 9001:2008, ISO 14001:2004 und BS OHSAS 18001:20017.

Das Umweltleitbild definiert die grundlegenden Ziele und Werte der EVN in ihrer Verantwortung für Umwelt und Klima. Es enthält etwa Vorgaben wie die Minimierung der Umweltbeeinflussung, Ressourcenschonung durch den Einsatz modernster Umwelttechnik und die stetige Verbesserung der Umweltleistung.

Siehe auch www.evn.at/Umweltleitbild

Darüber hinaus berät der 28 Mitglieder umfassende Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung den Vorstand in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen. Im Geschäftsjahr 2016/17 tagte er insbesondere zu den Themen "Energiewende in Österreich" und "Corporate Social Responsibility (CSR) – Trends, Chancen und Herausforderungen im internationalen Vergleich".

Siehe auch www.evn.at/Umweltbeirat

Die EVN erfasst für vollkonsolidierte und relevante Tochtergesellschaften in Österreich, deren umweltbezogene Gesamtausgaben in der Berichtsperiode über 10.000 Euro lagen, die Höhe der Umweltschutzausgaben und -investitionen. Grundlage der Erhebungen ist die Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 74,6 Mio. Euro (Vorjahr: 80,3 Mio. Euro). Darin enthalten sind Altlastensanierungs- und Schadensvermeidungskosten (Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung). Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkauf, Dampf aus Abfallverbrennung) beliefen sich in der Berichtsperiode auf 19,0 Mio. Euro (Vorjahr: 20,9 Mio. Euro).

Emissionen

Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen

Die Berechnung der in diesem Kapitel angegebenen Werte für direkte und indirekte Treibhausgasemissionen erfolgt nach den Regeln und anhand der Faktoren, die die EU-Emissionshandelsrichtlinie für die einzelnen Länder vorschreibt, und umfasst sämtliche CO2-Emissionen. Diese werden auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren für die jeweils eingesetzten Primärenergieträger berechnet. Die Zuordnung der Emissionen zu den einzelnen Kategorien (Scopes) folgt den Empfehlungen des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) des World Resource Institute (WRI).

Bedingt durch geringere Produktionsmengen aus dem Kraftwerk Walsum 10 nahm das absolute Gewicht der direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) im Geschäftsjahr 2016/17 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 8,6 % auf 2.802.582 t CO2 ab.

GRI-Indikatoren: Direkte THG-Emissionen (Scope 1) (305-1); Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2) (305-2); Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) (305-3); Intensität der THG-Emissionen (305-4)

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)1) 2016/17 2015/162) 2014/15
Österreich und Deutschland t CO2 2.628.249 2.910.956 2.232.258
Bulgarien t CO2 172.042 152.677 162.109
Mazedonien t CO2 2.291 2.187 2.266
Summe t CO2 2.802.582 3.065.819 2.396.633
t CO2 /GWh 321,83 367,57 334,31

1) Zu den direkten Emissionen (Scope 1) zählen bei der EVN jene CO2-Emissionen, die aus eigenen Anlagen und Betrieben durch den Einsatz

von Primärenergieträgern (Steinkohle, Erdgas, Heizöl) sowohl zur Energieproduktion als auch für den Eigenbedarf und Transport (Treibstoffe) entstehen.

2) Die Vorjahreswerte wurden retrospektiv aufgrund einer Änderung der Berechnungsmethodik nach dem GHG Protocol angepasst.

Indirekte THG-Emissionen (Scope 2)1) 2016/17 2015/16 2014/15
Österreich und Deutschland t CO2 204.741 236.489 126.222
Bulgarien t CO2 78.951 68.656 52.782
Mazedonien t CO2 9.527 9.346 3.933
Summe t CO2 293.220 314.491 182.937
t CO2 /GWh 478,45 512,49 336,27

1) Die indirekten Emissionen (Scope 2) sind Emissionen, die in der EVN verwendeten Mengen an Strom, Wärme oder Kälte zugerechnet werden und bei deren Produktion entstanden sind.

Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3)1) 2) 2016/17 2015/16 2014/15
Summe t CO2 7.649.451 7.284.536 6.376.738
t CO2 /GWh 412,50 398,25 302,53

1) Scope-3-Emissionen beinhalten weitere indirekte Emissionen, die in der Lieferkette (Emissionen aus dem Abbau und Transport der Primärenergieträger), durch an Endkunden verkaufte und durch diese genutzte Strom- und Gasmengen und aus der Reisetätigkeit von EVN Mitarbeitern mit Massentransportmitteln entstehen.

2) Die Vorjahreswerte wurden retrospektiv angepasst (erstmalige Einbeziehung der Upstream-CO2-Belastung der Primärenergieträger berechnet auf Basis der Faktoren des UNFCCC sowie Änderung der Berechnungsmethodik).

Intensität der THG-Emissionen1) 2) 2016/17 2015/16 2014/15
Summe CO2-Emissionen t CO2 /GWh 442,79 455,63 378,82

1) Spezifische Emissionen aus der Summe Scope 1–3 auf die abgesetzte Menge Strom und Erdgas (18.544 GWh Strom und 5.744 GWh Erdgas für 2016/17)

2) Die Vorjahreswerte wurden retrospektiv angepasst (erstmalige Einbeziehung der Upstream-CO2-Belastung der Primärenergieträger berechnet auf Basis der Faktoren des UNFCCC sowie Änderung der Berechnungsmethodik).

Emissionsmengen der Wärmekraftwerke

und Heiz(kraft)werke der EVN1)

in Mazedonien fallen keine Emissionsmengen aus der Stromproduktion an.

GRI-Indikator: Stickstooxide (NOX), Schwefeloxide (SOX) und andere signifikante Luftemissionen (305-7)

Maßnahmen zur Reduktion treibhausrelevanter Emissionen

Die EVN investiert laufend in Projekte zur Verringerung treibhausrelevanter Emissionen und erfüllt dadurch ihre strategische Zielvorgabe, den Anteil der umweltfreundlichen Energieerzeugung durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten, insbesondere aus Wind und Biomasse, zu steigern. In diesem Sinn strebt die EVN mittelfristig an, ihre installierte Windkraftkapazität von derzeit 269 MW auf rund 500 MW (bei entsprechenden Rahmenbedingungen) auszubauen.

Jährliche CO2-Einsparung
rund 1.225 t CO2
rund 66.000 t CO2
rund 7.500 t CO2

GRI-Indikator: Senkung der THG-Emissionen (305-5)

Umweltschutz und Ressourcenschonung

Energieezienzmaßnahmen und verantwortungsvolle Nutzung von Energie

Die EVN hat stets besonderes Augenmerk auf Maßnahmen gelegt, die ihre betriebliche Energieezienz verbessern und die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Emissionen auf Produktions-, Energiebeschaungs- sowie Kundenseite zu reduzieren. Seit 1. Jänner 2015 ist sie als Energielieferant in Österreich zudem gesetzlich verpflichtet, die Durchführung von Energieezienzmaßnahmen bei Endkunden im Umfang von 0,6 % des Vorjahres-Energieabsatzes nachzuweisen. Für das Jahr 2016 ergab sich daraus eine Zielvorgabe in Höhe von 56,8 GWh (Vorjahr: 64,7 GWh). Durch ein breites Bündel an Maßnahmen gelang es der EVN, diese Zielvorgabe im Jahr 2016 sogar zu übertreen.

Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch der EVN
nach (Primär-)Energieträgern 2016/17 2015/16 2014/15
Erdgas MWh 5.356 6.167 7.066
Strom MWh 604.937 598.285 536.562
Wärme MWh 11.056 9.642 9.116
Heizöl 1) MWh 477 153 307
Summe MWh 621.827 614.247 553.050

1) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.

Beispiele für diese Maßnahmen, die sich an die unterschiedlichsten Kundensegmente (Haushalte, Gewerbe und Industrie sowie Städte und Gemeinden) richten, sind:

  • • Energieberatungen
  • • Energiedienstleistungen (u. a. zur Hebung von Energiesparpotenzialen)
  • • Energieeffizienzprodukte
  • • Thermografie
  • • Tausch von Heizkesseln
  • • Umstieg auf effiziente LED-Straßenbeleuchtung in Unternehmen sowie Gemeinden
  • • Substitution wenig effizienter Heizsysteme durch Fernwärmeanschluss bei EVN Wärme
  • • Errichtung von Photovoltaik-Anlagen zur Verringerung des Strombedarfs aus dem öentlichen Stromnetz
  • • Förderung des Erwerbs energieeffizienter Produkte und Geräte im Rahmen der EVN Bonuswelt

Zusätzlich haben unternehmensinterne Energieezienzmaßnahmen wie die Umrüstung auf energieeziente LED-Beleuchtung und bedarfsgeregelte Geräte oder die Installation von Photovoltaik-Anlagen zur Deckung des Strom-Eigenbedarfs an Standorten der EVN zur Übererfüllung der Zielvorgabe beigetragen. Einige dieser

Maßnahmen resultieren aus dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Umweltmanagementsystems der Erzeugungsanlagen der EVN.

Im Geschäftsjahr 2016/17 betrug die Energieintensität1) der EVN 34,6 MWh Primärenergie pro abgesetzter GWh Strom (Vorjahr: 35,3 MWh). Durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen, auch im Zusammenhang mit zusätz lichen freiwilligen Zielvereinbarungen im Rahmen ihrer EMAS-Zertifizierungen, erzielt die EVN laufend weitere Ezienzsteigerungen.

1) Die Energieintensität enthält den konzerninternen Eigenverbrauch von Strom, Erdgas, Wärme und Heizöl im Verhältnis zum Energieabsatz.

GRI-Indikatoren: Energieverbrauch innerhalb der Organisation (302-1); Energieintensität (302-3); Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen (302-5)

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen Material

Die in der EVN eingesetzten Materialien sind zum Großteil Primärenergieträger wie fossile Brennstoe, Abfälle und Biomasse. Unter diesen Materialien findet sich aus technischen Gründen wenig Recycling-Material.

Materialeinsatz – Energieerzeugung1) 2016/17 2015/16 2014/15
Fossile Brennstoffe 2) Terajoule 35.781 34.910 26.483
Biomasse Terajoule 3.400 3.032 2.766
Abfälle 3) Terajoule 5.559 5.298 4.959

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich, Deutschland und Bulgarien sowie thermische Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr/Zwentendorf

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl

3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr/Zwentendorf

Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) 2016/17 2015/162) 2014/15
Leitungszuwachs Strom km 302 278 1.818
Leitungszuwachs Erdgas km 15 9 51
Leitungszuwachs Wärme km 15 15 113

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel- bzw. Rohrleitungen.

2) Aufgrund einer Änderung der Vermessungsmethode kommt es zu einer Differenz der Endsumme der Leitungsnetze.

Wassereinsatz1) 2016/17 2015/16 2014/15
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 424.429 424.495 463.771
Brauchwasser (Grundwasser) m3 1.953.648 1.811.945 1.901.724
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 288.899.211 284.705.109 163.007.226

1) Darin erfasst sind alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien.

In den Anlagen zur Energieerzeugung sowie zur Abwasserbehandlung werden als Nebenkomponenten diverse Inhaltsstoe verwendet.

GRI-Indikatoren: Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen (301-1); Eingesetzte rezyklierte Ausgangsstoe (301-2)

Betriebsmitteleinsatz in der Energie
erzeugung und Abwasserbehandlung1) 2016/17
Kalk t 21.657
Ammoniak t 1.073
Ammoniakwasser t 1.579
Deionat 214
Schmieröle t 2
Salzsäure t 188
Natronlauge t 62
Dosiermittel t 9
Steinsalz t 85
Kalkhydrat t 312
Fällungsmittel l 1.296
Flockungsmittel l 334
Zitronensäure l 2
Harnstoff t 15

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Deutschland sowie evn wasser und Abwasserreinigungsanlagen der WTE Wassertechnik

Wasser

Die Anlagen der EVN beziehen ihr Wasser von kommunalen Versorgern bzw. aus Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrug der Kühlwasserdurchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 285,5 Mio. m³ (Vorjahr: 280,3 Mio. m³). Dieser Wert entspricht 0,47 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, das sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 60.297 Mio. m³ beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten.

1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2014, BMLFUW

Die EVN nutzt das Sickerwasser sowie Niederschlagswässer der betriebseigenen Deponien üblicherweise in der Rauchgasreinigung. Da das Sickerwasserbecken Ende des Geschäftsjahres 2015/16 geleert wurde, wurde in der Berichtsperiode zur Rauchgasreinigung lediglich Regenwasser aus einem Auangbecken und Löschwasser verwendet. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde somit kein Sickerwasser rezykliert.

GRI-Indikatoren: Wasserentnahme nach Quelle (303-1); Durch Wasserentnahme erheblich beeinträchtigte Wasserquellen (303-2); Z urückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser (303-3)

Entwicklung der Abfallmengen1) 2016/17 2015/16 2014/15
Gefährliche Abfälle und Reststoffe t 11.744 13.128 11.246
Nicht gefährliche Abfälle und Reststoffe t 168.273 164.754 166.592
Export gefährlicher Abfälle2)
Gefährliche Abfälle t 0 0 0

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

2) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich

18.335 21.914 3.726

Flugasche

Verwertung Kraftwerksnebenprodukte –

Verwertung Kraftwerksnebenprodukte – Kraftwerk Walsum 10

Abwasser und Abfall

Die Material- und Stoströme der EVN werden genau verfolgt und gelenkt, um – in dieser Reihenfolge – Abfallvermeidung, Recycling und geeignete Entsorgung sicherzustellen. Zusätzlich werden Lieferanten für Materialien und Geräte sowie Partner zur Entsorgung nach ökologischen Gesichtspunkten ausgewählt.

2014/15 2015/16 2016/17

Die EVN ist mit ihren Tochtergesellschaften evn wasser und WTE Wassertechnik sowohl in der Trinkwasserversorgung als auch in der Abwasserbehandlung tätig und trägt dadurch zur Sicherstellung eines intakten Wasserkreislaufs bei. Im Bereich der Abwasserentsorgung bereitete die WTE Wassertechnik im Geschäftsjahr 2016/17 mit den von ihr betriebenen Anlagen bei einer mittleren Reinigungsleistung von 88,3 %1) insgesamt rund 130,2 Mio. m3 Abwasser auf (Vorjahr: 88,5 %; 144,4 Mio. m³). Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet, zum Teil wird er deponiert oder zur Wärmeproduktion eingesetzt. In Summe reinigen die mehr als 100 Abwasserbehandlungsanlagen, die die WTE Wassertechnik seit ihrem Bestehen geplant und errichtet hat, die Abwässer von rund

16,7 Mio. Menschen und führen diese dem Wasserkreislauf wieder zu. Derzeit befinden sich sechs Anlagen in Errichtung; bei 26 Anlagen verantwortet die EVN Gruppe auch den Anlagenbetrieb.

  • 1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor. Der Prozentwert bedeutet, dass 90,3 % der Schadstoffe abgebaut werden konnten.
  • GRI-Indikator: Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort (306-1)

Ein Großteil der Abwässer der EVN wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. Aus den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen. Wenn sich bei einem Standort Art oder Menge des Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, schließt die EVN im Fall eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung ab. Diese Verträge enthalten detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die

wesent lichen Inhaltsstoe und die erforderlichen Abwasseruntersuchungen. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch diverse wasserrecht liche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die strikte Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich der Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

GRI-Indikator: Von Abwassereinleitung und/oder Oberflächenabfluss betroene Gewässer (306-5)

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden auf Basis von Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsunternehmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß den gesetz lichen Vorschriften des jeweiligen Landes einer umweltgerechten Entsorgung zuführen. In der Berichtsperiode wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährliche Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.

Flug- und Grobasche sowie REALIT (Abfallprodukt aus der Rauchgasreinigung) werden bei der EVN zu 100 % verwertet. Die Biomasseasche aus der Fernwärmeproduktion wird etwa zur Hälfte über Entsorger einer Verwertung zugeführt.

Umweltrelevante Zwischenfälle jeglicher Art werden von der EVN in einem einheitlichen Meldewesen erfasst, das sämtliche Anlagen in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Mazedonien inkludiert. Im Geschäftsjahr 2016/17 verzeichnete der EVN Konzern zwei umwelt relevante Zwischenfälle, bei denen es zum Austritt von jeweils 40 l bis 50 l Öl kam, die durch sofortige Maßnahmen mitsamt dem verunreinigten Erdreich isoliert und entsorgt wurden.

GRI-Indikatoren: Abfall nach Art und Entsorgungsverfahren (306-2); Erheblicher Austritt schädlicher Substanzen (306-3); Transport von gefährlichem Abfall (306-4)

Biodiversität

Die EVN ist in allen ihren Aktivitäten bemüht, Eingrie in die Natur auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren. Dabei legt sie auch hohes Augenmerk auf den Schutz von Fauna und Flora sowie der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Umfeld ihrer Anlagen und Projekte. Eine behutsame Realisierung von Bauvorhaben ist hier ebenso selbstverständlich wie ein schonungsvoller Betrieb der Anlagen. Dies bedeutet:

  • • Minimierung des Ressourcen- und Raumverbrauchs
  • • Minimierung der Beeinträchtigung des Landschaftsbilds
  • • Minimierung von Energieverlusten in der Energieerzeugung und -übertragung

Durch die Infrastruktur der EVN – in erster Linie Kraftwerke und Netze – sind hauptsächlich Lebensräume im Wasser sowie in der Luft von möglichen Auswirkungen betroen. Bei Wasserkraftwerken kann es vor allem aufgrund der eingeschränkten Durchgängigkeit von Fließgewässern zu Auswirkungen auf die Biodiversität kommen, bei thermischen Kraftwerken hingegen durch die Temperatur der in Fließgewässer eingeleiteten Kühlwässer. Windkraftwerke und Freileitungen wiederum können für verschiedene Vogelarten sowie für Fledermäuse eine Gefahr darstellen, wenn sie sich in Höhe von deren Flugrouten befinden.

Rund 26 % der Fläche Niederösterreichs1), rund 4 % der Fläche Bulgariens2) und rund 9 % der Fläche Mazedoniens3) sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, setzt die EVN konsequent auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

  • 1) Quelle: www.noe.gv.at/noe/Naturschutz/Schutzgebiete_Naturdenkmaeler.html und www.naturparke.at/naturparke/niederoesterreich; Oktober 2017
  • 2) Quelle: Executive Environment Agency Register of protected areas in Bulgaria; Oktober 2017
  • 3) Quelle: Republic of Macedonia, Ministry of environment and physical planning; Designated Areas; Oktober 2017

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder

In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m²
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m²
Anzahl Fläche (in ha)
679 479,4
410 369,9
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 523 241,6
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften 19 24,2
Summe 1.631 1.115,1

1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich

Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume

Bei der Umsetzung ihrer Bauvorhaben ist die EVN bestrebt, Auswirkungen auf die Biodiversität durch eine ökologische Bauaufsicht zu minimieren. Zudem setzt sie zum Schutz der Lebensräume in ihrem Einflussbereich zahlreiche Initiativen und Programme um, die häufig in enger Zusammenarbeit mit externen Experten von NGOs und Behörden erfolgen. Konkrete Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt sind unter anderem:

  • • Erdverlegte Kabel statt Freileitungen, wo es technisch und wirtschaftlich möglich ist
  • • In Farbgebung und Höhe an das Landschaftsbild angepasste Strommaste
  • • Laufende Modernisierung des Gasleitungsnetzes
  • • Leitungsverlegung durch Pflügen als Alternative zum Graben
  • • Intensive Rekultivierungsmaßnahmen nach Erdarbeiten
  • • Betrieb einer Online-Monitoring-Anlage zur kontinuierlichen Überwachung der Wasserqualität in verschiedenen Wassertiefen des Stausees Ottenstein, um Rückschlüsse auf mögliche Auswirkungen durch den Rückpumpbetrieb und Starkregen auf die Wasserqualität zu ziehen sowie die Algenentwicklung zu erforschen
  • • Gebietspatenschaft für die Erweiterung des Naturschutzgebiets Buchberg zum Erhalt der Artenvielfalt im Rahmen des LIFE+ Projekts "Wirtschaft & Natur NÖ"
  • • Kooperation mit BirdLife Österreich bei der Isolation von Gittermasten zum Schutz der Kaiseradler im Laaer Becken
  • • Schaffung von Nestplattformen zum Schutz des bedrohten Weißstorchs in Bulgarien und Mazedonien

  • • Gemeinschaftsprojekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Rahmen des Projekts LIFE+)

  • • Gemeinschaftsprojekt mit dem bulgarischen Umweltschutzverband "Green Balkans" zum Schutz der Rötelfalken (EU LIFE+ Programm, LIFE11)
  • • Gemeinschaftsprojekt mit dem bulgarischen Verband für Vogelschutz zum Schutz des Kaiseradlers (EU LIFE+ Programm)
  • • Projekt zum Schutz von Schmutzgeiern in Bulgarien und Mazedonien (EU LIFE+ Programm, LIFE10)
  • • Errichtung von Fischwanderhilfen bei Kleinwasserkraftwerken
  • • Projekt zur nachhaltigen Fischereibewirtschaftung entlang der Ybbs
  • • Projekt zum Schutz von Schlangen durch den Einsatz von Ultraschallgeräten zur Nagetierabwehr in Netzinfrastrukturanlagen in Mazedonien

In der Berichtsperiode wurden zudem für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 106,7 ha (Vorjahr: 64,3 ha) vorgehalten. Die Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

GRI-Indikatoren: Eigene, gemietete oder verwaltete Betriebsstandorte, die sich in oder neben Schutzgebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert außerhalb von Schutzgebieten befinden (304-1); Erhebliche Auswirkungen von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auf die Biodiversität (304-2); Geschützte oder renaturierte Lebensräume (304-3)

Wertorientierte und verantwortungsvolle Unternehmensführung

Das Selbstverständnis der EVN als verantwortungsbewusstes Energie - und Umweltunternehmen drückt sich nicht zuletzt im hohen Stellenwert der strategischen Handlungsfelder "Verantwortungsvolle Unternehmensführung", "Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung" und "Verantwortung in der Lieferkette" der EVN Wesentlichkeitsmatrix aus.

Die EVN legt größten Wert auf ethisches und gesetzeskonformes Verhalten ihrer Mitarbeiter, Lieferanten und Geschäftspartner. Der in zehn Themenbereiche gegliederte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern. Als verantwortungsvolles Energie- und Umweltunternehmen ist die EVN zudem bestrebt, ihr Geschäftsmodell stets weiterzuentwickeln und an ihr dynamisches Umfeld anzupassen. Nicht zuletzt die zunehmende Digitalisierung erönet der EVN vielfältige Möglichkeiten, ihr Geschäft weiter zu verbessern und weiterzuentwickeln. Eine wertorientierte Investitionsstrategie, zielgerichtete und innovative Energiedienstleistungen sowie eine stabile Dividendenentwicklung stehen dabei im Fokus. Ebenso nehmen die Mitarbeiter eine zentrale Rolle bei allen Geschäftsaktivitäten ein. Die EVN ist sich der hohen strategischen Bedeutung ihrer qualifizierten Mitarbeiter bewusst und begegnet ihnen deshalb als verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Dies gewährleistet eine nachhaltige Personalentwicklung in einem sich stets wandelnden Arbeitsumfeld.

Zu den wichtigsten Kennzahlen der EVN siehe die vordere Flappe dieses Berichts sowie Seite 79

Verantwortung als Arbeitgeber

Die EVN kommt in ihrer Rolle als Arbeitgeber nicht nur ihren gesetzlich definierten Pflichten nach, sondern erbringt darüber hinaus eine Reihe freiwilliger Leistungen. Die EVN Leitwerte "ensure", "encourage" und "enable" sind dabei zentraler Bestandteil aller wesentlichen Instrumente, die die Unternehmens- und Führungskultur der EVN bestimmen, so z. B. auch des Führungsleitbilds sowie des Feedback- und Orientierungsgesprächs (FOG). Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeitern sind zudem in Form von folgenden konzernweit gültigen Grundsätzen definiert:

  • • Gleichbehandlung und Chancengleichheit
  • • Betriebliche Sozialpartnerschaft
  • • Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

  • • Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft

  • • Förderung des Mitarbeiterengagements für soziale und gesellschaftliche Anliegen
  • Zu den EVN Leitwerten siehe auch www.evn.at/Grundsatze-Personalwesen
  • GRI-Indikator: Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen (102-16)

Grundsätze des Personalwesens

Gleichbehandlung und Chancengleichheit

Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der Vielzahl an Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO). Insgesamt sind Mitarbeiter aus mehr als 20 Ländern im EVN Konzern beschäftigt, am stärksten vertreten sind Österreicher, Bulgaren und Mazedonier. Als Mitglied des UN Global Compact bekennt sich die EVN daneben explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Anforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu benachteiligen. Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Qualifikation sind in Bezug auf Einstellung, Fortbildung, Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln. Darüber hinaus versucht die EVN, vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Dies zeigt sich unter anderem in der Unterzeichnung der "Charta zur neuen Vereinbarkeit Eltern-Wirtschaft" im Mai 2011.

In der Berichtsperiode beschäftigte die EVN durchschnittlich 6.840 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis. Zum Stichtag 30. September 2017 gehörten der Belegschaft 23,3 % Frauen und 76,7 % Männer an. 113 Frauen und 218 Männern konnte in der Berichtsperiode ein neuer Arbeitsplatz angeboten werden. Zur Erhöhung des Frauenanteils im Konzern hat die EVN bereits im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" initiiert. Mittelfristig strebt die EVN

dadurch eine Frauenquote an, die das aktuelle ausbildungsbezogene Geschlechterverhältnis berufsgruppenspezifisch widerspiegelt. Die Vergütung aller Mitarbeiter der EVN – unabhängig vom Geschlecht – richtet sich nach dem Kollektiv vertrag bzw. der jeweiligen Tätigkeit und Qualifikation. Damit bestehen bei der EVN bei gleicher Ausbildung und Tätigkeit keine Unterschiede in der Vergütung zwischen Frauen und Männern.

GRI-Indikatoren: Neue Angestellte und Angestelltenfluktuation (401-1); Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern (405-2)

Zusätzlich waren in der EVN zum Bilanzstichtag 30. September 2017 263 Leasingmitarbeiter beschäftigt. Der Einsatz von Personalleasing im EVN Konzern erfolgt dabei aus mehreren Gründen: erstens als Vorstufe zu einem traditionellen Arbeitsverhältnis (Integrationsleasing), zweitens für zeitlich befristete Aufgaben sowie Projekte und drittens zur Abdeckung von Arbeitsspitzen. Die Vergütung von Leasingmitarbeitern orientiert sich dabei an jenem Entgelt, das aufgrund Kollektivvertrag oder Gesetz vergleichbaren Arbeitnehmern im Beschäftigerbetrieb für vergleichbare Tätigkeiten zusteht. Gleichberechtigung herrscht zudem auch beim Aus- und Weiterbildungsangebot, das allen Mitarbeitern unabhängig von ihrer Anstellungsart zur Verfügung steht.

Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn (202-1)

Entsprechend ihrem grundsätzlichen Bekenntnis zur Gleichbehandlung und Chancengleichheit fördert die EVN auch die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in das Unternehmen. Um diesen Mitarbeitern eine gleichberechtigte Einbindung in das Arbeitsgeschehen zu ermöglichen und ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern, wird vor allem auf eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (z. B. durch den Einsatz von Dolmetschern für Gebärdensprache) geachtet. Zudem werden bei Bedarf flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort angeboten. Im Geschäftsjahr 2016/17 beschäftigte die EVN in Summe 129 Menschen mit besonderen Bedürfnissen, dies entspricht 1,8 % der Gesamtbelegschaft. Einen Beitrag zur Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen leistet die EVN zusätzlich im Rahmen ihrer Beschaung. In der Berichtsperiode vergaben etwa die Netz NÖ und die EVN Wärme wieder Aufträge mit einem Warenwert von rund 583.000 Euro an geschützte Werkstätten.

Betriebliche Sozialpartnerschaft

Wesentliche unternehmerische Entscheidungen trit die EVN transparent im Einklang mit ihrem Führungsleitbild und auf Basis der diesbezüglichen rechtlichen Bestimmungen. Die Arbeitnehmervertreter werden in diesem Sinn laufend über wesentliche unternehmerische Entscheidungen zeitgerecht informiert bzw. im Vorfeld in die transparenten Entscheidungsprozesse eingebunden. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen oder Anpassungen im Personalbereich. Abgesehen von der EVN AG sind auch in allen anderen größeren Unternehmen der EVN Gruppe eigene Belegschaftsvertretungen eingerichtet. Neben regelmäßigen Jour-Fixe- Terminen werden bei betrieblichen Veränderungen Mitteilungsfristen gegenüber Arbeitnehmervertretern und Mitarbeitern eingehalten.

Mehr als 90 % aller Mitarbeiter der EVN (insbesondere in Österreich, Bulgarien und Mazedonien) werden durch EVN Mitarbeitervertretungen in Form von Betriebsräten oder Gewerkschaften vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. So sind die jeweiligen Mitarbeitervertretungen sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien regelmäßig maßgeblich in die Kollektivvertragsverhandlungen eingebunden. Zudem werden Mitarbeiterthemen in Arbeits- und Sicherheitsausschüssen behandelt, die sich unter anderem aus Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern zusammensetzen. Die Betriebsratsvertreter finden weiters sowohl im Aufsichtsrat als auch im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung Gehör. Das Mitspracherecht der Lehrlinge im Betriebsrat wird über gewählte Jugendvertrauensräte gewahrt. Über einen europäischen Betriebsrat werden zudem die südosteuropäischen

Tochterunternehmen eingebunden. Diesem Gremium, das mit seinen regelmäßigen Sitzungen als Kommunikations- und Austauschplattform dient, gehören Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien an.

Das Gehaltsschema von mehr als 90 % der Mitarbeiter der EVN orientiert sich an den Kollektivverträgen, die für die jeweiligen Hauptgeschäftsstandorte (Österreich, Bulgarien, Mazedonien und Deutschland) gelten. In diesen auch öffentlich einsehbaren Kollektivverträgen werden sowohl Gehaltsstufen als auch zeitabhängige Gehaltsteigerungen festgelegt. In Österreich wurde im Geschäftsjahr 2016/17 im Rahmen der jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen eine Anpassung der Gehälter um 1,2 % bis 2,1 % vorgenommen.

Das Verhältnis zwischen dem höchsten Gehalt und dem Durchschnittsgehalt bei der EVN in Österreich lag in der Berichtsperiode bei 7,2:1.

  • Zu den Bezügen der Mitglieder des Vorstands siehe Seite 179
  • GRI-Indikatoren: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung (102-38); Verhältnis der prozentualen Erhöhung der Jahresgesamtvergütung (102-39); Mindestmitteilungsfrist für betriebliche Veränderungen (402-1); Tarifverhandlungen (102-41)

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in sämtlichen Unternehmenseinheiten einen zentralen Stellenwert ein. Ihre Mitarbeiter in allen gesundheits- und sicherheitsrelevanten Bereichen bestmöglich aus- und weiterzubilden, ist der EVN deshalb ein großes Anliegen. Zu diesem Zweck hat sie einen sicherheitstechnischen Dienst eingerichtet, der die gesetzlichen Vorschriften um ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien erweitert hat, das einer ständigen Aktualisierung unterliegt. In alle Belange der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsvorsorge sind zudem der EVN Betriebsrat und die Gewerkschaft mit einbezogen. In Österreich, Bulgarien und Mazedonien sind alle Mitarbeiter der EVN sowie alle Leiharbeiter über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten. Zum Zweck der Gesundheitsvorsorge wurde zudem das Programm "Gesundheit@EVN" etabliert, das drei Ziele verfolgt: "Gesundheit sichern", "Zu gesunder Lebensweise ermutigen" und "Leistungsfähigkeit ermög lichen".

GRI-Indikatoren: Repräsentation von Mitarbeitern in formellen Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüssen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (403-1); Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen mit Gewerkschaften behandelt werden (403-4)

Im Rahmen ihrer umfangreichen Maßnahmen für Gesundheitsvorsorge und Arbeitssicherheit setzt die EVN folgende wesentliche Schwerpunkte:

  • Arbeitsmedizinische Betreuung: Die EVN bietet ihren Mitarbeitern eine weit über das gesetzliche Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung. In Österreich stehen zwei Arbeitsmedizinerinnen für alle Fragen rund um die Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz zur Verfügung und betreuen die Mitarbeiter im Rahmen der Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Zu den zahlreichen hier angebotenen Maßnahmen zählen neben Gesundenuntersuchungen, Impfungen oder Seh- und Hörtests auch psychologische Beratung, Coachings, Tipps zu gesunder Ernährung sowie zielgruppenspezifische Angebote für Mitarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Auch in den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien wurden Gesundheitsprogramme zur Bewusstseinsbildung und somit zur Erhöhung der Gesundheit der Mitarbeiter entwickelt. Zwar ist die EVN nicht in Ländern mit erhöhten Risiken bezüglich übertragbarer Krankheiten aktiv, dennoch bestehen für Ernstfälle Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die jeweils für alle Konzerngesellschaften gelten.
  • GRI-Indikator: Mitarbeiter mit einem hohen Auftreten von oder Risiko für Krankheiten, die mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Verbindung stehen (403-3)
Unfall- und Ausfallstatistik 2016/17 2015/16 2014/15
Arbeitsunfälle1) 88 89 87
Ausfalltage 2) 1.759 2.626 2.224
LTIF 3) 7,4 7,8 7,6

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

2) Ausfalltage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle).

3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden

Mitarbeiterkennzahlen 2016/17 2015/16 2014/15
Mitarbeiter gesamt1) Anzahl 6.840 6.830 6.973
davon Frauen % 23,3 22,6 21,9
Lehrlinge 2) Anzahl 62 57 55
Mitarbeiterfluktuation3) % 2,6 2,4 2,2
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 16,8 17,0 16,8
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 44,3 44,2 44,2
Umsatz/Mitarbeiter EUR 323.923 299.642 306.298
Krankheitstage/Mitarbeiter Anzahl 10 10 10
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz % 14,3 15,3 14,7

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich und Deutschland aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Pensionierungen

Mitarbeitergesundheit und sportliche Aktivitäten:

Neben den vielfältigen Angeboten und Aktivitäten des EVN Kultur- und Sportvereins ist der EVN Lauf aus dem sportlichen Geschehen des Unternehmens nicht mehr wegzudenken. Alljährlich im September drehen rund 400 Teilnehmer – Mitarbeiter und zum Teil auch deren Angehörige und Kinder – in den Bewerben "Laufen" und "Nordic Walking" für einen guten Zweck ihre Runden rund um die Konzernzentrale. Für jede der rund einen Kilometer langen Runden, die während der 90-minütigen Sportveranstaltung vollendet wird, spendet die EVN zwei Euro zugunsten eines hilfsbedürftigen Kindes.

Prävention von Arbeitsunfällen: Im EVN Konzern werden sämtliche Arbeitsunfälle zentral erfasst und ausgewertet. Dies ermöglicht es, Rückschlüsse auf das sicherheitsrelevante Verhalten der Mitarbeiter und daraus entstehende Unfallursachen zu ziehen. Dementsprechend können Schwerpunkte bei Sicherheitsunterweisungen veranlasst sowie gesellschaftsübergreifende Kennzahlenvergleiche erstellt werden. Das bereits sehr umfangreiche Angebot der EVN an Schulungen zu den Themen "Gesundheitsvorsorge", "Arbeitssicherheit" und "Brandschutz" wurde im Berichtsjahr unvermindert beibehalten. Zum ständigen Angebot zählen zudem Erst- und Aurischungskurse für Erste Hilfe.

GRI-Indikator: Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage und Abwesenheit sowie die Zahl arbeitsbedingter Todesfälle (403-2)

Mitarbeiterdiversität 2016/17 Österreich Bulgarien Mazedonien Andere Länder Summe
Geschlecht
Frauen % 19,9 25,8 23,3 31,9 23,3
Männer % 80,1 74,2 76,7 68,1 76,7
Beschäftigungsart1)
Arbeiter % 4,2 23,4 2,7
Angestellte % 95,8 100,0 100,0 76,6 97,3
Vertragstyp
Teilzeit gesamt % 11,2 0,5 7,4 9,3 6,7
Teilzeit Frauen % 8,6 0,2 5,0 8,2 4,9
Menschen mit besonderen Bedürfnissen % 2,1 1,7 1,3 3,0 1,8

1) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden.

Mitarbeiterfluktuation 2016/17 Österreich Bulgarien Mazedonien Andere Länder Summe
Fluktuation1) % 1,2 2,4 4,4 3,0 2,6
davon Frauen % 0,6 1,3 1,1 0,3 0,9
davon Männer % 0,7 1,1 3,3 2,7 1,6

1) In diesem Wert nicht berücksichtigt sind Konzernübertritte sowie Pensionierungen.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft

Durch die Mitarbeiterzeitung "EVN Intern" wird die Belegschaft der EVN regelmäßig ausführlich über aktuelle Entwicklungen im Konzern informiert. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, zum Thema Energieversorgung und zu Anliegen der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare und sonstige Ausbildungsveranstaltungen. Um die interne Nachbesetzung zu begünstigen, erfolgt die Ausschreibung vakanter Stellen ebenfalls prioritär über das Intranet. Diese und weitere Maßnahmen fördern den konzernweiten Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeitern. Auch sonst ist der EVN die Förderung der Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld und unter ihren jeweiligen Arbeitsbedingungen ein

zentrales Anliegen. In regelmäßigen Befragungen werden deshalb diesbezügliche Indikatoren sowie Anregungen zur Verbesserung erhoben.

Förderung des Mitarbeiterengagements für soziale und gesellschaftliche Anliegen

Zahlreiche Mitarbeiter der EVN sind neben ihrer Tätigkeit für das Unternehmen ehrenamtlich in Organisationen wie dem Roten Kreuz oder bei einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Insgesamt engagieren sich derzeit rund 380 Mitarbeiter bei solchen Hilfsorganisationen. Die EVN als Arbeitgeber unterstützt dieses Engagement unter anderem dadurch, dass die betroenen Mitarbeiter im Einsatzfall für bis zu 50 % der aufgewendeten Zeit von der Arbeit freistellt.

GRI-Indikatoren: Neue Angestellte und Angestelltenfluktuation (401-1); Informationen über Angestellte und andere Mitarbeiter (102-8); Vielfalt in Leitungsorganen und der Angestellten (405-1)

Personalentwicklung

Die EVN ist sich des hohen strategischen Werts ihrer qualifizierten Mitarbeiter bewusst. Ihr beachtliches Kompetenzniveau abzusichern, bildet deshalb einen Schwerpunkt des Personalmanagements. Organisiert werden die entsprechenden Aus- und Weiterbildungsangebote in Österreich, Bulgarien und Mazedonien jeweils durch die EVN Akademie.

Zu den wichtigsten Personalentwicklungsaktivitäten und -initiativen, die im Geschäftsjahr 2016/17 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:

  • • Kompetenzmodell
  • • Führungskräftebegleitprogramm
  • • Verankerung des dualen Ausbildungssystems in Bulgarien und Mazedonien
  • Zu den Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung siehe www.evn.at/Personalentwicklung/Aus-und-Weiterbildung

Bei einem Gesamtaufwand von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro) hat die EVN im Geschäftsjahr 2016/17 pro Mitarbeiter 288,6 Euro (Vorjahr: 263,4 Euro) in Weiterbildungsmaßnahmen investiert. Im Schnitt absolvierte jeder Mitarbeiter in der Berichtsperiode 31,3 Stunden (Vorjahr: 27,2 Stunden) an Weiterbildungsveranstaltungen. Die Schwerpunkte der Aus- und Weiterbildung lagen in Niederösterreich neben Fachseminaren in der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien wiederum lag der Schulungsschwerpunkt in der Berichtsperiode im Bereich Compliance. In Mazedonien lag der Fokus der Weiterbildungsmaßnahmen auf den Themen Compliance, Datenschutz, Gesundheit und Sicherheit.

GRI-Indikator: Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestelltem (404-1)

Nachwuchssicherung für Fach- und Führungskräfte

Das Durchschnittsalter der EVN Mitarbeiter beträgt 44 Jahre. Da das durchschnittliche Pensionsantrittsalter in den kommenden Jahren weiter ansteigen dürfte, ist davon auszugehen, dass sich dieser Wert in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird. Vom derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalter ausgehend, werden in den nächsten fünf Jahren 12,5 % und in den nächsten zehn Jahren 26,5 % der Mitarbeiter pensionsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Dieser Berechnung der EVN liegt ein konservativer Ansatz zugrunde, der den frühestmöglichen Pensionsantrittszeitpunkt der Mitarbeiter heranzieht. Dem künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften, der sich daraus ergibt, begegnet die EVN mit gezielten Ausbildungsprogrammen und Maßnahmen zum Wissenstransfer zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern.

Ausbildungsstruktur 2016/17

Altersstruktur 2016/17

Lehrlingsausbildung, Studierende, Praktika: Die Ausbildung von Lehrlingen hat für die EVN in Österreich und Deutschland einen traditionell hohen Stellenwert. Durchschnittlich 62 Lehrlinge standen im Berichtszeitraum bei der EVN in Ausbildung, darunter 22 Lehrlinge, die am 1. September 2017 ihre Lehre zum Elektrotechniker starteten. Um das Ausbildungsangebot bestmöglich abzurunden, werden neben der dualen Ausbildungsschiene aus Berufsschule und Einsatz im Unternehmen auch begleitende Kurse und Seminare angeboten, ebenso unterstützt die EVN Doppel- und Mehrfachqualifizierungen. Der Großteil der Lehrlinge wird nach dem Lehrabschluss als Mitarbeiter ins Unternehmen

übernommen. Dadurch kann die EVN ihren Bedarf an qualifizierten Fachkräften weitgehend innerbetrieblich abdecken.

Um interessierten Jugendlichen und Studenten – vor allem auch Mädchen – Einblick in den Berufsalltag bei einem Energieversorgungsunternehmen (z. B. jenen eines Elektrotechnikers) zu geben, ist die EVN in Österreich und auch international regelmäßig auf Lehrlings- und Berufsinformationsmessen vertreten. Darüber hinaus bietet sie jährlich mehr als 150 Schülern und Studenten die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen im Rahmen von Praktika anzuwenden und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Auch in Bulgarien und Mazedonien widmet sich die EVN mit großem Engagement der Einbindung von Studenten und jungen Fachkräften. In Bulgarien etwa nutzten in der Berichtsperiode 48 Studierende das Angebot eines Praktikums sowie die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs auf Gebieten wie Informationstechnologie und Elektrotechnik. In Mazedonien nahmen 69 Schüler und Studierende an Praktikumsprogrammen teil.

  • Führungskräfteentwicklung: Die Führungskräfteentwicklung bildet einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Ausund Weiterbildung der EVN Akademie in Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Ausgewählte Mitarbeiter sollen darauf vorbereitet werden, mittelfristig Führungs- und Expertenaufgaben zu übernehmen und damit interne Karrierechancen zu nutzen. Dafür steht den betreenden Mitarbeitern ein individuelles und maßgeschneidertes Führungskräfte-Begleitprogramm zur Verfügung. Im Geschäftsjahr 2016/17 nahmen insgesamt 57 Mitarbeiter an diesem Programm teil, davon 23 Frauen.
  • Talente-Management: Durch die Qualifizierung und Förderung ihrer Mitarbeiter unterstützt die EVN gezielt die Besetzung von Führungspositionen aus den eigenen Reihen. Ein Programm, das zu diesem Zweck implementiert wurde, ist die EVN Summer University "EVN SUN", eine Weiterbildungsund Vernetzungsplattform für zukünftige Führungskräfte,

die in Kooperation mit der Donauuniversität Krems jährlich abgehalten wird. An diesem Programm nahmen im Geschäftsjahr 2016/17 konzernweit acht Mitarbeiterinnen und 13 Mitarbeiter teil.

Einbeziehung und Förderung regionaler Mitarbeiter

Die Einbeziehung und Förderung von regionalen Mitarbeitern steigert das Verständnis für die Besonderheiten der lokalen Kultur und damit auch den wirtschaftlichen Nutzen der betrieblichen Tätigkeit. Deshalb stammen in allen Märkten der EVN nahezu sämtliche Mitarbeiter sowie ein Großteil der Führungskräfte (rund 95 %) aus der jeweiligen Region. Gerade die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie.

GRI-Indikator: Anteil der lokal angeworbenen Führungskräfte (202-2)

Feedback- und Orientierungsgespräche

Einmal jährlich finden in allen größeren Konzernunternehmen der EVN "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) statt, die unter anderem zur Definition konkreter Mitarbeiterziele dienen. Dieses wichtige Führungsinstrument ermöglicht neben der Beurteilung durch den Vorgesetzten ein strukturiertes gegenseitiges Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Mehr als 90 % der Mitarbeiter sind vom Konzept der FOG erfasst und erhalten damit auch regelmäßig Rückmeldung zu ihrer Leistung und ihrer Entwicklungsplanung.

GRI-Indikator: Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer Karriereentwicklung erhalten (404-3)

Sozialverträglichkeit bei Veränderungen

Die Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit stellte die EVN insbesondere bei der Integration ihrer südosteuropäischen Tochtergesellschaften vor wirtschaftliche und soziale Herausforderungen. Um den unternehmerischen Erfolg in Südosteuropa langfristig sichern zu können, war die laufende Erhöhung der betrieblichen Produktivität notwendig. Dies bedingte eine Reduktion der Mitarbeiteranzahl in diesen Ländern. Um diese notwendige Restrukturierungsmaßnahme möglichst sozialverträglich zu gestalten, wurden in Abstimmung mit den Betriebsgewerkschaften Sozialpläne ausgearbeitet, die die Richtlinien für den geplanten Mitarbeiterabbau im Detail festhielten. Betriebsbedingte Kündigungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Vorrangig setzte die EVN dabei auf den natürlichen Personalabgang bzw. auf attraktive Abfindungsmodelle.

Im Geschäftsjahr 2012/13 sah sich die EVN zudem stark mit den Verwerfungen auf den Energiemärkten konfrontiert. Die hohen Einspeisemengen von Strom aus erneuerbaren Energiequellen führten zu einem Überangebot, das wiederum zu einem Rückgang der

Strompreise an den Börsen nach sich zog. Die dadurch bedingten negativen Spannen zwischen Primärenergie- und Strompreisen machten den Betrieb von Gaskraftwerken unwirtschaftlich und hatten starke Auslastungsrückgänge zur Folge. Dies setzte naturgemäß auch Kapazitäten unter den speziell ausgebildeten Mitarbeitern frei. Insgesamt waren rund 200 Mitarbeiter der EVN davon betroen. Die EVN sah es jedoch als ihre Verantwortung an, die Auswirkungen der sich verändernden Energiemärkte nicht auf ihre Mitarbeiter abzuwälzen. Durch Maßnahmen wie Weiterbildungen, Umschulungen und EVN-interne Entwicklungsmöglichkeiten wurden den Mitarbeitern neue Perspektiven innerhalb des Unternehmens erö net. Wertvolles Know-how und Expertise konnten dadurch im Unternehmen gehalten und an anderer Stelle mit neuem Wissen verknüpft werden.

Die neue EVN Arbeitswelt

Der Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energie und die europaweite Liberalisierung bringen verstärkte Konkurrenz für Energieversorger. Neue Energietechnologien fördern zudem die Autarkie von klassischen Energiekunden. In diesen herausfordernden Zeiten gilt es daher, mit klarem Blick die Zukunft zu gestalten. Dazu gehört auch eine zeitgemäße Form des Arbeitens. Die dafür neu entwickelte EVN Arbeitswelt soll es ermöglichen, die vorhandenen Stärken noch besser zu bündeln, die Kundennähe zu steigern, die Handlungsoptionen zu erweitern sowie die Zusammenarbeit zu stärken und flexibler zu gestalten. Kernelemente der EVN Arbeitswelt sind unter anderem:

  • • Digitale Bürowelt
  • • Verkürzung der Abstimmungswege
  • • Flexible Arbeitswelt
  • • Ergonomisch optimierte Arbeitsplätze

Die Einbindung der Mitarbeiter ist bei diesem Projekt, das vorerst in der Konzernzentrale umgesetzt wird, ein wesentliches Erfolgskriterium. So wurden beispielsweise Befragungen durchgeführt, Workshops und Präsentationen organisiert, ein Infopoint eingerichtet sowie Arbeitswelt-Coaches eingesetzt, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Arbeitsweise und -methoden optimal zu erfüllen. Dieser intensive Austausch und Dialog aller Beteiligten wird über die gesamte Projekt- und Umsetzungsdauer fortgeführt.

GRI-Indikator: Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe (404-2)

Arbeiten und leben bei der EVN Flexible Arbeitszeitmodelle

Die Mitarbeiter der EVN können in vielen Bereichen ihre Arbeitszeit völlig frei gestalten. Grundlage dafür ist ein Gleitzeitmodell ohne Kernzeit, das eine denkbar flexible Gestaltung der Arbeitszeit ermöglicht, sofern nicht betriebliche Erfordernisse (z. B. Schichtdienst) entgegenstehen. Ergänzend dazu werden verschiedene Teilzeitmodelle angeboten, die besonders bei der beruflichen Förderung von Frauen eine wichtige Rolle spielen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Wiedereinstieg

Der EVN ist es ein Anliegen, ihre Mitarbeiter in der Harmonisierung ihres Berufs- und Familienlebens bestmöglich zu unterstützen. Dies gilt nicht zuletzt auch für jene Mitarbeiter, die vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme der ihnen gesetzlich zustehenden Karenzansprüche stehen. Hier bietet die EVN über die gesetzliche Karenzierung hinaus die Möglichkeit einer Freistellung bis zum 36. Lebensmonat eines Kindes. Zudem wird durch die Aufrechterhaltung des Kontakts während der Karenzzeit der berufliche Wiedereinstieg erleichtert, etwa durch spezifische Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter in Karenz oder das umfassende Aus- und Weiterbildungsprogramm der EVN, das auch karenzierten Mitarbeitern oensteht. Auch Männer nutzen die angebotenen Modelle in zunehmendem Maß – in der Berichtsperiode befanden sich 22 Männer und 39 Frauen in Elternkarenz. Beinahe alle Mütter und Väter kehren nach ihrer Karenz wieder in das Unternehmen zurück. Im Geschäftsjahr 2016/17 ist eine Mitarbeiterin nach der Karenz aus der EVN ausgeschieden (Vorjahr: kein Austritt).

GRI-Indikator: Elternzeit (401-3)

Ein weiteres Angebot, das den beruflichen Wiedereinstieg erleichtert, ist das "Eltern-Kind-Büro" der EVN. Es erlaubt den Mitarbeitern, ihr Kind an Tagen, an denen Betreuungsengpässe bestehen, zur Arbeit mitzunehmen. Die kindgerechte Ausstattung im Umfeld der beiden vollwertigen Arbeitsplätze des "Eltern-Kind-Büros" ermöglicht es den Eltern, in einer auch für ihr Kind angenehmen Atmosphäre zu arbeiten. Zudem hat die EVN im Sommer 2017 nun bereits zum siebenten Mal das Kinderferienprogramm "Ferien@EVN" für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren angeboten. Gemeinsam mit der Initiative Family Business wird über einen Zeitraum von vier Wochen ein buntes Programm aus Spiel- und Bastelaktionen, Ausflügen sowie einem Theater-Workshop für die Kinder von EVN Mitarbeitern veranstaltet.

Zusatzleistungen

Den Mitarbeitern einiger Unternehmen der EVN Gruppe stehen zusätzlich unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und Beschäftigungsausmaß freiwillige Leistungen zur Verfügung.

  • Krankenzusatzversicherung: Sowohl in Österreich als auch in Bulgarien bietet die EVN ihren Mitarbeitern als freiwillige Sozialleistung die Möglichkeit zum begünstigten Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Entsprechende Rahmenverträge mit geeigneten Versicherungsunternehmen in den jeweiligen Ländern sollen für alle teilnehmenden Mitarbeiter eine optimale ärztliche Betreuung sicherstellen.
  • Altersvorsorge: Die EVN bietet ihren anspruchsberechtigten Mitarbeitern mit einer Pensionskasse eine Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsvorsorge (ASVG-Pension) und somit die Möglichkeit, in Eigeninitiative – und unterstützt vom Unternehmen – ein zusätzliches privates Standbein für die Altersversorgung aufzubauen. Damit trägt die EVN zur Sicherung des späteren Lebensunterhalts ihrer Belegschaft bei. Die Pensionskasse bietet ein beitragsorientiertes Pensionssystem, bei dem sich die Höhe der künftigen Pension aus der Verrentung der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteile bis zum Pensionsantritt errechnet. Der Beitrag der EVN betrug im Geschäftsjahr 2016/17 zumindest 2 % des jeweiligen Mitarbeiterentgelts. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge ihre Verantwortung als Arbeitgeber wahr und hat für jeden (sowohl Voll- als auch Teilzeit-)Beschäftigten eine freiwillige Rentenversicherung abgeschlossen.

In Summe hat die EVN im Geschäftsjahr 2016/17 16,9 Mio. Euro (Vorjahr: 16,2 Mio. Euro) für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet. Dies entspricht einem Anteil von 5,3 % (Vorjahr: 5,2 %) des Personalaufwands insgesamt.

GRI-Indikatoren: Verpflichtungen aus leistungsorientierten oder anderen Pensionsplänen (201-3); Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmern oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden (401-2)

Ethik und Integrität

Im Verhaltenskodex der EVN sind all jene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit verankert, die Menschenrechte, Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreen. Er umfasst Unternehmensgrundsätze, die über geltendes Recht hinausgehen, und legt Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns fest. Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern sind dabei die zentralen Leitlinien. Der EVN Verhaltenskodex wird laufend an die aktuellen Entwicklungen

angepasst, insbesondere an die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Grundlagen des Kodex sind neben internen Organisationsvorschriften und den jeweiligen länderspezifischen gesetzlichen Bestimmungen auch internationale Regelwerke, darunter Leitsätze und Übereinkommen der OECD, der UN Global Compact oder Grundsatzerklärungen und Prinzipien der International Labour Organisation (ILO).

Der EVN Verhaltenskodex ist auf der EVN Website öentlich zugänglich. Er existiert neben Deutsch und Englisch auch in den Landessprachen der verschiedenen Tochtergesellschaften und steht damit konzernweit zur Verfügung. Interessierten Geschäftspartnern stellt die EVN zudem jederzeit vertiefende Informationen über ihr Compliance-Management zur Verfügung. Da die EVN auch von ihren Lieferanten und Auftragnehmern die Wahrung ihrer Grundsätze und Werte verlangt, werden diese zur Einhaltung der EVN Integritätsklausel verpflichtet. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge der Erbringung ihrer Leistungen auch auf die Einhaltung der Menschenrechte überprüft.

  • Siehe auch www.evn.at/verhaltenskodex.aspx
  • Zur Integritätsklausel für Lieferanten der EVN siehe Seite 59
  • GRI-Indikator: Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen (102-16)

Organisation des Compliance-Managements

Die direkt dem Gesamtvorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) verantwortet die Führung und die laufende Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems (CMS). Das CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

Konzernweite Erhebung von Compliance-Risiken

Compliance-Risiken werden regelmäßig systematisch und aus unterschiedlichen Blickwinkeln für den Gesamtkonzern erhoben. Bereits im Geschäftsjahr 2013/14 führte CCM eine übergreifende konzernweite Risikobewertung aus Compliance-Sicht durch, die derzeit überprüft und aktualisiert wird. Zusätzlich werden Compliance-Risiken auch im Zuge der jährlichen Risikoinventur erhoben, da Compliance- Verstöße im Risikomanagement der EVN einen Risikofaktor darstellen. Darüber hinaus wird im Rahmen aller Prüfungsprojekte der Internen Revision auf die Einhaltung sämtlicher compliance-relevanter Vorgaben und Regelungen geachtet.

Nachdem die Verantwortung für den Datenschutz bei der EVN in Österreich im Geschäftsjahr 2015/16 CCM übertragen worden war, traf diese im Berichtszeitraum wesentliche Vorbereitungen für die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Neben gezielter Bewusstseinsbildung bei besonders betroenen Bereichen zählten dazu etwa die Erstellung eines Verzeichnisses aller relevanten Datenverarbeitungstätigkeiten, die Bewertung von deren (Rechts-) Konformität sowie die Einleitung von Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen aus der DSGVO. Dies umfasst unter anderem die Entwicklung eines datenschutzrechtlichen Löschkonzepts, interner Datenschutzregelungen, datenschutzrechtlicher Zustimmungserklärungen sowie vertraglicher Vereinbarungen mit Dritten.

GRI-Indikatoren: Geschäftsstandorte, die in Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden (205-1); Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde (412-1)

Hinweisgeberverfahren

Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 steht den EVN Mitarbeitern konzernweit das vertrauliche und anonyme Hinweisgeberverfahren ("Whistle Blowing") zur Meldung von Bedenken in Bezug auf ethisch nicht vertretbares oder rechtswidriges Verhalten über das EVN Intranet bzw. spezielle Compliance-E-Mail-Adressen zur Verfügung. Auch Geschäftspartner können das Hinweisgeberverfahren über eigens eingerichtete Compliance-E-Mail-Adressen nutzen. Eine Konzernanweisung legt das Verfahren und den Umgang mit den gemeldeten Bedenken sowie den Schutz der Hinweisgeber gegen Vergeltungsmaßnahmen fest.

Compliance-Verstöße stellen gegebenenfalls eine Verletzung von Dienstpflichten dar; zusätzlich ist eine allfällige strafrechtliche Relevanz von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Ocer zu wenden.

In der Berichtsperiode wurden über das Intranet-basierte Hinweisgeberverfahren weder vermutete Verstöße gegen den Verhaltenskodex noch Fälle von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller

Orientierung, Religion oder politischer Ansichten gemeldet. In Bulgarien und Mazedonien wurde jeweils ein über die Compliance-E-Mail-Adressen gemeldeter Fall nach Prüfung auf Substanz und Wesentlichkeit weiter untersucht.

Überprüfung der Geschäftspartner

Im EVN Konzern sollen Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen vermieden werden, denen eine direkte oder indirekte Verwicklung in Delikte in Bereichen wie dem Menschen-, Korruptions-, Kartelloder Wirtschaftsrecht nachgewiesen wurde oder zur Last gelegt wird. Der Überprüfungsprozess, der auch das Screening von Sanktionslisten mit einschließt, folgt einem risikobasierten Ansatz, bei dem insbesondere Branchen- und Länderrisiken berücksichtigt werden. Für die Überprüfung nutzt die EVN zudem compliancerelevante Systeme und Daten eines spezialisierten externen Dienstleisters. Sofern diese Screenings sensible Ergebnisse erbringen, werden entsprechende Maßnahmen zur Risikoreduktion gesetzt. Nachdem dieser standardisierte Prozess zur Überprüfung von Geschäftspartnern im Geschäftsjahr 2015/16 bei den Konzerngesellschaften in Österreich sowie bei der WTE Wassertechnik eingeführt wurde, steht die Umsetzung in Bulgarien und Mazedonien in Vorbereitung.

GRI-Indikatoren: Verfahren für ethische Beratung und Bedenken (102-17); Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriene Maßnahmen (205-3); Diskriminierungsvorfälle und ergriene Abhilfemaßnahmen (406-1)

Compliance-Schulungen

Konzernweit werden alle Vorstandsmitglieder und Führungskräfte sowie Mitarbeiter regelmäßig auf korrektes Verhalten in den Bereichen Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten sensibilisiert. Dies erfolgt insbesondere im Rahmen von Schulungen und Workshops. Das Spektrum der Ausbildungen reicht dabei von verpflichtenden und standardisierten Präsenzschulungen, die im CMS der EVN einen besonders hohen Stellenwert haben, über ergänzende E-Learning-Programme bis hin zu Spezialschulungen für besonders risikoexponierte Bereiche; diese umfassen beispielsweise Mitarbeiter in wettbewerbsintensiven Geschäftsfeldern oder im internationalen Projektgeschäft sowie Mitarbeiter, die im Behördenkontakt stehen.

Compliance – Teilnahmestatistik verpflichtender Präsenzschulungen1) 2016/17 2015/16 2014/15
Vorstandsmitglieder und Führungskräfte % 95 93 88
Mitarbeiter % 82 72 80

1) Gesamtkonzern

CCM arbeitet zudem regelmäßig gemeinsam mit Führungskräften an der Vertiefung und Weiterentwicklung der Compliance-Grundsätze und -Regeln sowie der ethischen Werte der EVN. Ziel dieser mehrstündigen Workshops ist es außerdem, die Führungskräfte in die Lage zu versetzen, die erarbeiteten Inhalte an alle Mitarbeiter im Konzern weitervermitteln zu können. Im Berichtsjahr haben 80 österreichische Führungskräfte nach Teilnahme an entsprechenden Workshops nahezu alle Mitarbeiter in Österreich auf diese Weise zusätzlich geschult. Nun soll diese Form der Wissensvermittlung im Compliance-Bereich in den internationalen Konzerngesellschaften fortgesetzt werden.

GRI-Indikatoren: Informationen und Schulungen zu Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung (205-2); Sicherheitspersonal, das in Menschenrechtspolitik und -verfahren geschult wurde (410-1); Schulungen für Angestellte zu Menschenrechtspolitik und -verfahren (412-2);

Gerichtsverfahren

Im Jahr 2013 hat die bulgarische Wettbewerbskommission (CPC) ein Verfahren gegen die EP Yug (vormals EVN Bulgaria EP), die EVN Bulgaria EC, die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mög liche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens waren der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des Lieferantenwechsels durch Kunden. Mit Entscheidung vom 29. Juni 2017 stellte die CPC das Verfahren gegen die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria ein, das Verfahren gegen die EP Yug und die EVN Bulgaria EC ist weiterhin anhängig. Im Jahr 2016 erönete die CPC ein weiteres Verfahren gegen die EP Yug, die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria. Die Vorwürfe in diesem zweiten Verfahren decken sich im Wesentlichen mit jenen des im Jahr 2013 eröneten.

Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EP Yug acht weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission erönet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetz liche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts zu bewerten. In sieben dieser Verfahren hat die bulgarische Wettbewerbskommission festgestellt, dass die EVN Bulgaria EC und die EP Yug in Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Anforderungen gehandelt haben. Sechs dieser Beschlüsse sind rechtskräftig, in einem Fall wurde der Beschluss vom zuständigen Gericht zur neuerlichen Entscheidung an die CPC zurückverwiesen. In einem

Verfahren wurde ein Wettbewerbsverstoß festgestellt. Gegen dieses Urteil hat die EP Yug Berufung eingelegt, das Verfahren ist anhängig.

Der bulgarische Regulator hat bei der EP Yug Untersuchungen wegen diverser Verstöße durchgeführt. Die meisten dieser Verfahren betreen Verstöße gegen Vorgaben für Protokolle über den Ersatz kommerzieller Zähler. Die behaupteten Verstöße bestehen z. B. im Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen oder Mitarbeiter der EP Yug. Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator bisher in 304 Fällen Geldbußen in Höhe von umgerechnet rund 3,1 Mio. Euro verhängt. Die EP Yug hat vor den zuständigen bulgarischen Gerichten Berufung gegen diese Geldbußen eingelegt. Bislang wurden 124 Verurteilungen (rund 1,3 Mio. Euro) aufgehoben und 172 Verurteilungen (rund 1,8 Mio. Euro) bestätigt.

GRI-Indikator: Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung (206-1)

Lieferanten

Lieferkette

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit sowie ihrer Investitionsschwerpunkte in den Bereichen Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung und Trinkwasserversorgung spielt für die EVN die Zusammenarbeit mit Bauunternehmen, Anlagen-, Rohrleitungs- und Kabelleitungsbauern, aber auch mit Lieferanten von elektrotechnischen Anlagen und Komponenten, Rohren, Leiterseilen, Kabelleitungen, Zählern, Hardware und Software sowie Arbeitsbekleidung eine wichtige Rolle.

Im internationalen Projektgeschäft ist die deutsche Konzerngesellschaft WTE Wassertechnik mit der Planung und Errichtung von Anlagen für die Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung befasst. In ihrer Rolle als Generalunternehmer vergibt die WTE Wassertechnik Subunternehmeraufträge insbesondere an Bauunternehmen sowie an Lieferanten von maschinen- und elektrotechnischen Anlagen und Komponenten.

Beschaªung von Energie und Primärenergieträgern Strom

Neben der Erzeugung in den eigenen Kraftwerken erfolgt die Versorgung der österreichischen Kunden über mittelfristige Bezugsverträge und über den Großhandelsmarkt (EEX). Weiters bezieht die EVN Ökoenergie, die gemäß Ökostromgesetz je nach Anteil der EVN an der in der jeweiligen Regelzone insgesamt abgegebenen Strommenge zugewiesen wird. Der Strombezug auf dem

Großhandelsmarkt wird über die EnergieAllianz abgewickelt. Der Strom wird dabei entweder direkt über die Börse gehandelt oder bilateral bei Handelspartnern bzw. außerbörslich "Over the Counter" (OTC) zugekauft.

Zur Stromkennzeichnung siehe Seite 38

Zur Entwicklung der EEX-Börsepreise siehe Seite 78

Die Stromversorgungsunternehmen der EVN in Bulgarien und Mazedonien sind auf Basis gesetzlicher Vorgaben verpflichtet, den Strombedarf für den Verkauf an Kunden in den regulierten Marktsegmenten von den nationalen Stromerzeugern NEK bzw. ELEM zu beziehen. Der restliche, für die Versorgung von Kunden in den bereits liberalisierten Kundensegmenten benötigte Strom wird über die Großhandelsmärkte bezogen.

Erdgas

Die Erdgasbeschaung der EVN erfolgt zu einem erheblichen Teil auf Basis von langfristigen Bezugsverträgen. Der restliche Bedarf wird über den Großhandelsmarkt, also über nationale und internationale OTC-Handelsplätze und Börsen etwa in Österreich (CEGH), Deutschland (NCG) oder Holland (TTF), gedeckt. Abgewickelt wird der Großhandelsbezug zum überwiegenden Teil von der Energie-Allianz. Aus europäischer Sicht stammt der Großteil der Importmengen aus Russland und der Nordsee.

Steinkohle

Die Lieferkette der EVN bei der Primärenergiebeschaung für das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr in Niederösterreich ist dreigliedrig. Direkt der EVN gegenüber stehen Kohlegroßhändler bzw. Handelsund Speditionsagenten (Tier 1), die die Steinkohle entweder von Kohleaufbereitungsunternehmen oder von Exklusivexporteuren (Kohlegroßhändler) beziehen (Tier 2). Diese wiederum beschaen die Steinkohle direkt von den Minengesellschaften (Tier 3). Im Geschäftsjahr 2016/17 bezog die EVN Steinkohle von vier Tier-1- Lieferanten. Rund 50 % der angelieferten Steinkohle stammten aus Europa, der Rest aus Amerika. Zusätzlich hat die EVN am Standort Dürnrohr auch im Berichtsjahr wieder Steinkohle aus dem Lagerbestand des stillgelegten Kraftwerksblocks der Verbund AG übernommen. Die Kohlebeschaung für das Kraftwerk Walsum 10, an dem die EVN mit 49 % beteiligt ist, wird – so wie der Betrieb des Kraftwerks auch – vom Joint-Venture-Partner Steag verantwortet und liegt damit nicht im direkten Einflussbereich der EVN.

CO2-Emissionszertifikate

Im Bereich der Stromproduktion bezieht die EVN 100 % der benötigten Emissionszertifikate über den Markt. In der Wärmeproduktion begann im Jahr 2013 die Gratiszuteilung von Zertifikaten im Ausmaß von 80 % des im Vorfeld ermittelten CO2-Ausstoßes je

Produktionsanlage. Der Bezug der restlichen benötigten Zertifikate wird über die EnergieAllianz auf dem Großhandelsmarkt abgewickelt.

GRI-Indikatoren: Lieferkette (102-9); CO2-Emissionszertifikate

Organisation der Beschaªungsaktivitäten

Die Zuständigkeit für die Beschaung von Produkten und Dienstleistungen richtet sich nach der Beschaungsaktivität.

Beschaªungsaktivität Zuständige Organisationseinheit
Produkte und Dienstleistungen Beschaffung und Einkauf
Primärenergie und Primärenergieträger Energiebeschaffung und -vertrieb
Internationales Projektgeschäft
(im Umweltgeschäft)
Umwelt

Die Konzernfunktion Beschaung und Einkauf wickelte im Geschäftsjahr 2016/17 ein Bestellvolumen von rund 550,0 Mio. Euro (Vorjahr: rund 580,0 Mio. Euro) ab und pflegte in diesem Zeitraum direkte Lieferantenbeziehungen (Tier 1) zu konzernweit rund 1.420 Lieferanten und Auftragnehmern. In den Hauptgeschäftsstandorten Österreich, Bulgarien und Mazedonien entfällt der überwiegende Anteil des Bestellvolumens (jeweils mehr als 85 % im Berichtszeitraum) auf Lieferanten aus diesen Herkunftsländern.

Im Berichtszeitraum kam es im Bereich der Lieferkette bzw. in der Struktur und Organisation der Beschaungsaktivitäten zu keinen wesentlichen Änderungen.

GRI-Indikatoren: Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette (102-10); Anteil der Ausgaben für lokale Lieferanten (204-1)

Hohe Nachhaltigkeitsansprüche

Die EVN verpflichtet sich zu fairen, partnerschaftlichen und transparenten Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten unter Wahrung des Wirtschaftlichkeitsprinzips. Dabei werden strenge Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten gestellt. Diese Prinzipien sind unter dem Titel "Verantwortung in der Lieferkette" auch in einem eigenen Handlungsfeld der EVN verankert. Lieferanten werden auf Basis der Integritätsklausel der EVN zur Sicherstellung der Einhaltung hoher Standards in Bereichen wie insbesondere Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt- und Ressourcenschonung sowie Geschäftsethik verpflichtet.

Siehe auch www.evn.at/Integritaetsklausel

Die Integritätsklausel ist zentraler Bestandteil jeder Bestellung und gilt konzernweit ausnahmslos für alle Lieferanten von Produkten und Dienstleistungen sowie für Sublieferanten im internationalen Projektgeschäft. In Bezug auf die Einhaltung der Integritätsklausel wurden im Geschäftsjahr 2016/17 keine Beanstandungen gegenüber Lieferanten geltend gemacht.

Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und unterliegt diesbezüglich den entsprechenden Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes. Zudem befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Bei Ausschreibungen werden regelmäßig neue Bieter berücksichtigt. Als Sektorenauftraggeber ist die EVN auch gesetzlich verpflichtet, bei jedem Vergabeprojekt in der Auftragsbekanntmachung auf die Anlaufstelle für Beschwerdeverfahren in Niederösterreich hinzuweisen, bei der alle am Vergabeprozess teilnehmenden Bieter kostenlos und ohne Erfordernis eines Rechtsbeistands Beschwerde einlegen bzw. Aufklärung verlangen können. In den letzten Jahren gab es keine berechtigten Einwände.

Überwachung von Nachhaltigkeitskriterien

Um die Einhaltung ihrer hohen Nachhaltigkeitsansprüche an Lieferanten weiter zu verbessern, initiierte die EVN im

Geschäftsjahr 2016/17 eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen. In diesem Kontext wurde etwa die Integritätsklausel unter Beiziehung externer Experten inhaltlich überarbeitet. Zudem wurden die Beschaungsvorgänge der EVN hinsichtlich ihrer Relevanz für Nachhaltigkeitsaspekte analysiert und kategorisiert. Auf Basis dieser Kategorisierung werden nun zielgerichtete Maßnahmen entwickelt, um die Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele der EVN auch im Einkauf weiter verbessern zu können. Dieser Analyse- und Maßnahmenprozess wurde im Berichtsjahr hinsichtlich der Beschaungsvorgänge für Bauleistungen und Abfallentsorgung abgeschlossen und soll im Geschäftsjahr 2017/18 für weitere Beschaungsbereiche fortgesetzt werden. Ebenso steht die systematische Anwendung eines Selbstauskunftsbogens in Bezug auf die Integritätsklausel für alle Bieter bei Ausschreibungen in Vorbereitung. Zusätzlich werden im Rahmen mancher Vergabeverfahren bereits heute explizit Nachhaltigkeitskriterien für die Angebotsbeurteilung festgelegt.

In der Primärenergiebeschaung wird insbesondere die Lieferkette von Steinkohle regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Alle Kohleminen, deren Steinkohle die EVN im Geschäftsjahr 2016/17 zur Energieerzeugung eingesetzt hat, erfüllen demnach weitreichende internationale Standards und sind auch durchwegs nach ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Eine Mine in Amerika, von der die EVN Steinkohle bezieht, ist zudem nach OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety) zertifiziert. Zusätzlich werden bei der Steinkohlebeschaung in regelmäßigen Abständen Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2016/17 führte die EVN eine derartige Vor-Ort-Besichtigung in einer Mine in Tschechien durch, bei der keine Beanstandungen festgestellt wurden. Falls solche auftreten, werden diese den Betreibern direkt gemeldet, und es wird um Lösung des Problems ersucht.

GRI-Indikatoren: Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden (308-1); Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriene Maßnahmen (308-2); Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden (414-1); Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriene Maßnahmen (414-2)

Nachhaltige Leistung für Stakeholder und Gesellschaft

Als regional verwurzeltes und zugleich international ausgerichtetes Unternehmen strebt die EVN eine ausgewogene und gleichberechtigte Wahrung der Interessen und Ansprüche aller ihrer Stakeholder-Gruppen an und setzt sich zudem intensiv mit dem Thema gesellschaftliche Verantwortung auseinander.

Die EVN steht durch ihre Geschäftstätigkeit in Wechselwirkung mit verschiedensten Stakeholder-Gruppen und sieht sich dadurch auch mitverantwortlich für die gesellschaftliche Entwicklung in ihren Märkten. Dieser Verantwortung entspricht sie in Erfüllung des auch im EVN Verhaltenskodex festgeschriebenen Managementansatzes durch ein breites Bündel an Maßnahmen. Oberstes Prinzip ist dabei eine angemessene, balancierte Berücksichtigung der von den verschiedenen Stakeholder-Gruppen an das Unternehmen herangetragenen Anliegen. Der Bogen der diesbezüglichen Aktivitäten reicht von aktivem Stakeholder-Dialog und -Management bis hin zu sozialen und kulturellen Initiativen.

Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die auch gesellschaftsrelevante Aspekte berücksichtigt. Ein proaktiver Dialog ermöglicht es der EVN zudem, die Erwartungen und vielfältigen Ansprüche der unterschiedlichen Interessengruppen zu identifizieren, Risiken

frühzeitig zu erkennen und Chancen wahrzunehmen sowie gute Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und zu stärken. Stakeholder-Management versteht die EVN daher nicht als Pflichtübung, sondern vielmehr als Voraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensführung. Zudem ermöglicht es die Entwicklung wirkungsvoller Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens und des laufenden Nachhaltigkeitsprozesses. In diesem Sinn bedeutet erfolgreiches Stakeholder-Management für die EVN unter anderem:

  • • Förderung der Realisierbarkeit von Projekten
  • • Reduktion von Risiken und Imagegefahren
  • • Positive Wahrnehmung des Unternehmens und seiner Aktivitäten
  • • Hohe Sympathiewerte sowie hohe Akzeptanz bei internen und externen Stakeholdern

Die EVN verfügt zudem in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit – insbesondere in Risikobereichen, die auch die Bevölkerung

EVN Anspruchsgruppen

GRI-Indikatoren: Liste der Stakeholder-Gruppen (102-40); Bestimmen und Auswählen von Stakeholdern (102-42)

betreen könnten – über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne samt den dazugehörigen Schulungsprogrammen. An allen Standorten der EVN werden Krisensituationen regelmäßig geübt. In Niederösterreich werden zudem regelmäßig interne und externe Übungen und Schulungen zum Thema Krisenmanagement abgehalten. Mitarbeiter im Störungsdienst werden laufend geschult, ebenso erfolgen jährlich Trainings für alle Diensthabenden sowie Sicherheitsunterweisungen für sämtliche Mitarbeiter. In Bulgarien und Mazedonien bestehen ebenfalls eigene Krisenmana-

Stakeholder-Einbindung

gement-Systeme.

Den Kern des Stakeholder-Managements der EVN bilden die intensiven Beziehungen der Verantwortlichen aus allen Fachabteilungen zu den jeweiligen Stakeholdern und Vertretern dieser Gruppen. Die Identifikation, Priorisierung bzw. Überprüfung der für das Unternehmen relevanten Stakeholder erfolgt dabei im Rahmen der Aktualisierung der Wesentlichkeitsmatrix, die alle drei Jahre im Rahmen eines internen Workshops vorgenommen wird. Die Darstellung auf der Vorseite zeigt die Stakeholder-Gruppen der EVN in Form einer Ellipse. Ihre fünf Dimensionen spiegeln die wahrgenommene Nähe zum und den Einfluss auf das Unternehmen wider.

Um die regelmäßige Einbeziehung der Stakeholder auch auf strategischer Ebene zu garantieren, wurde im Jahr 2015 ein Leitfaden für das Stakeholder-Management entwickelt, der regelmäßig an die sich ändernden Anforderungen angepasst wird. Gemeinsam mit den internen Ansprechpartnern der unterschiedlichen Interessengruppen wurden dafür in Workshops die für jede Stakeholder-Gruppe bestehenden Kommunikationsaktivitäten und -kanäle erhoben und festgeschrieben. Diese umfassen:

  • • Projektbezogene Arbeitsgruppen
  • • Mediationen mit regionalen Bürgerinitiativen
  • • Systematische Befragungen
  • • Regelmäßige Newsletter und Zeitschriften

Zum kontinuierlichen Austausch in Nachhaltigkeitsfragen stehen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat neben einem abteilungsübergreifenden Nachhaltigkeits-Team zusätzlich institutionalisierte Beiräte zur Seite. Der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung etwa setzt sich aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern zusammen. Für Fragen des sozialen Engagements kann der Vorstand weiters auf das Wissen von externen Experten zurückgreifen, die sich im Beirat des EVN Sozialfonds engagieren. Auch für die Stakeholder-Gruppe der Kunden wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien ein beratendes Gremium ins Leben gerufen – der EVN Kundenbeirat. Der EVN Kunstrat

schließlich deckt den Aspekt Kultur ab. Für Kunden, aber auch für andere Stakeholder verfügt die EVN zudem über ein strukturiertes Beschwerdemanagement.

GRI-Indikator: Einbindung der Stakeholder bei ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen (102-21)

Besonderes Augenmerk legt die EVN auch auf proaktive Kommunikation sowie die Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen bei neuen Infrastrukturprojekten. Dabei setzt sie insbesondere auf die frühzeitige, umfassende und oene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Die durch die Stakeholder-Kommunikation gewonnenen Einsichten fließen in die vor Projektstart durchgeführten weitreichenden Due-Diligence-Prüfungen ein, die vom Vorstand bzw. je nach Projektgröße auch vom Aufsichtsrat der EVN zur Beurteilung der Vorhaben herangezogen werden.

GRI-Indikator: Bestimmung und Management ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen (102-29)

Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte und Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die frühzeitige Einbindung dieser Gruppen schat die Voraussetzung für breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Voraussetzung für Planungssicherheit. Eine zentrale Rolle nimmt in diesem Prozess der Bereich Projektkommunikation ein, der vor einigen Jahren etabliert wurde, um die projektbezogene Stakeholder-Kommunikation in der EVN zu institutionalisieren.

GRI-Indikatoren: Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung (102-43); Geschäftsstandorte mit Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (413-1); Geschäftstätigkeiten mit erheblichen tatsächlichen oder potenziellen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften (413-2)

Unterstützung von Interessenvertretungen und Initiativen

Mit dem Betrieb ihrer Infrastruktur und ihren vielfältigen Dienstleistungen leistet die EVN einen zentralen Beitrag für das Funktionieren des öentlichen Lebens und der Wirtschaft. Um diese Aufgaben bestmöglich erfüllen zu können, unterhält sie diverse Mitgliedschaften bei gesetzlichen und freiwilligen nationalen und internationalen Organisationen und Interessenvertretungen, so z. B. bei Oesterreichs Energie, der Branchenvereinigung der österreichischen Elektrizitätswirtschaft, bei Kammereinrichtungen wie dem Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen sowie bei Eurelectric,

European Distribution System Operators (for Smart Grids) etc. Beispiele für die Unterstützung externer Initiativen mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt sind u.a. OECD Guide lines for Multinational Enterprises, UN Global Compact, respACT – austrian business council for sustainable development oder Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT). Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit diesen Mitgliedschaften erfolgen im Einklang mit dem Verhaltensrahmen des Compliance-Management-Systems der EVN. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ist die EVN auch in das österreichische Lobbying- und Interessenvertretungsregister sowie in das Transparenz register der Europäischen Union eingetragen.

  • Zu den aktiven Mitgliedschaften siehe auch www.evn.at/Mitgliedschaften
  • GRI-Indikatoren: Externe Initiativen (102-12); Mitgliedschaft in Verbänden (102-13)

Gesellschaftliches Engagement

Im Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen setzt die EVN in ihrem Verantwortungsbereich auch außerhalb des operativen Kerngeschäfts Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen. Nachfolgend einige exemplarische Beispiele für diese Aktivitäten der EVN im gesellschaftlichen Kontext:

  • Jugend- und Schulplattform: Einen Schwerpunkt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sieht die EVN in der Förderung des Wissens zum Themenkreis "(Sorgsamer Umgang mit) Energie, Energieezienz sowie Energiesparen". Zu diesem Zweck wurde für Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien das EVN Schulservice initiiert, das Projekte, Vorträge und Wettbewerbe mit Kindern und Jugendlichen anbietet.
  • EVN Sozialfonds: Der EVN Sozialfonds, der mit jährlich etwa 100.000 Euro dotiert ist, unterstützt Kinder- und Jugendprojekte niederösterreichischer Institutionen. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trit. Die Empfehlungen an den Vorstand der EVN zur Mittelverwendung erfolgen einstimmig auf Basis eines vordefinierten Kriterienkatalogs. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden 20 Projekte mit einem Gesamtbeitrag von 157.997 Euro unterstützt.

evn sammlung: Seit 1995 besteht die evn sammlung, eine Kollektion zeitgenössischer internationaler Kunst, die von dem mit renommierten Experten besetzten EVN Kunstrat kuratiert wird. Die Firmensammlung versteht sich als Plattform zur Auseinandersetzung mit bildender Kunst und richtet sich gleichermaßen an Mitarbeiter und ihre Familien wie an Kunstinteressierte von außerhalb des Unternehmens.

Zudem ist eine Vielzahl der EVN Kraftwerke der Öentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich. Auch das nie in Betrieb genommene Atomkraftwerk Zwentendorf steht Privatpersonen und Firmen sowohl für Privatführungen als auch für Ausbildungs- und Übungszwecke zur Verfügung.

  • Siehe auch www.youngenergy.at
  • Siehe auch www.evn.at/Sozialfonds
  • Siehe auch www.evn-sammlung.at
  • GRI-Indikator: Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen (203-2)

Besucherzahlen in den Infozentren der EVN

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Geschäftsjahr 2016/17 konnte die EVN wiederum eine sehr solide Geschäftsentwicklung vorweisen. Dadurch ist gewährleistet, dass die Gruppe ihren zentralen Zielsetzungen weiterhin gerecht werden kann – dazu zählen insbesondere fokussierte Investitionen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit, die Beibehaltung einer soliden Kapitalstruktur sowie eine stabile Dividendenpolitik. Neben dem erfreulichen operativen Geschäftsverlauf ist positiv hervorzuheben, dass im vergangenen Geschäftsjahr wichtige Rechtsangelegenheiten geklärt und damit verbundene Unsicherheiten beseitigt werden konnten. Konkret betrit dies den Schiedsspruch zum Kraftwerksprojekt Walsum 10 zugunsten der Kraftwerksgesellschaft sowie die Einigung mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK über in der Vergangenheit von unserer bulgarischen Vertriebsgesellschaft vorfinanzierte Ökostrom-Mehrkosten.

Nachdem der bisherige Vorstandssprecher der EVN, Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr, im Juni 2017 um vorzeitige Beendigung seines Vorstandsmandats zum 30. September 2017 ersucht hatte, musste der Aufsichtsrat die personellen Weichen im Vorstand neu stellen. Der Aufsichtsrat bestellte daher mit Wirkung vom 1. Oktober 2017 Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA zum neuen Sprecher des Vorstands sowie Dipl.-Ing. Franz Mittermayer zum technischen Vorstand der EVN AG. Mit dem neuen Vorstandsteam wissen wir die EVN in besten Händen und für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichzeitig bedankt sich der Aufsichtsrat an dieser Stelle bei Peter Layr ausdrücklich für seine jahrzehntelange Tätigkeit für die EVN.

Erfüllung der Aufgaben

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung und Befugnis aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in vier Plenarsitzungen sowie in sechs Sitzungen seiner Ausschüsse die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Insbesondere auf Grundlage dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer oenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegrien.

Corporate Governance-Bericht, Österreichischer Corporate Governance Kodex

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 13. Dezember 2017 auf Basis des Berichts des Prüfungsausschusses vom 29. November 2017 gemäß § 96 AktG den Corporate Governance-Bericht gemäß der Stellungnahme des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee geprüft; diese Prüfung hat zu keinen Beanstandungen geführt.

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2015 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2015/16 in Kraft gesetzt. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, die die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreen, bis auf zwei Abweichungen, die im Corporate Governance-Bericht dargestellt sind, eingehalten.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2017 sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat hat den Prüfbericht des Abschlussprüfers erhalten und geprüft. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat dem Aufsichtsrat gemäß § 92 AktG in der Fassung des Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetzes 2016 über das Ergebnis der Abschlussprüfung und dessen Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung sowie über die Zusatzberichterstattung des Abschlussprüfers gemäß Art. 11 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (Abschlussprüfungsverordnung) berichtet.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2017 samt Anhang, Lagebericht und Corporate Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2017 gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt.

Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht geprüft und dem Aufsichtsrat darüber berichtet; dieser hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2016/17. Besonderer Dank gilt auch den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 13. Dezember 2017

Für den Aufsichtsrat:

Mag. Bettina Glatz-Kremsner Präsidentin

Corporate Governance-Bericht

Die EVN AG ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Vorgaben für Corporate Governance bei der EVN ergeben sich somit neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN, aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) – siehe www.corporate-governance.at – sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren hinsichtlich einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 hat sich die EVN dem ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2015 vollinhaltlich unterworfen.

Die Standards des ÖCGK unterteilen sich in drei Gruppen: Die Legal Requirements (L-Regeln) beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.evn.at/Corporate-Governance-Bericht im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln (Recommendations) hingegen, die reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, dass die EVN die C-Regeln des ÖCGK unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen vollständig beachtet und einhält; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Von der EVN werden folgende C-Regeln des ÖCGK nicht vollständig eingehalten:

Regel 16: Da der Vorstand unter Bedachtnahme auf die gegebene Aufgabenstellung im Vorstand sowie die Struktur der Gesellschaft aus zwei Mitgliedern besteht, hat der Aufsichtsrat im Bestellungsbeschluss keines der Vorstandsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Sind nur zwei Vorstandsmitglieder, jedoch kein Vorsitzender des Vorstands bestellt, erfolgt die Beschlussfassung nach folgenden Regeln: Zu einem gültigen Vorstandsbeschluss ist die ordnungsgemäße Einberufung und Teilnahme beider Vorstandsmitglieder erforderlich. Beschlüsse haben einstimmig zu erfolgen; die Stimmenthaltung ist nicht zulässig. Kommt kein einstimmiger Beschluss zustande, hat der Vorstand diesen Tagesordnungspunkt binnen zehn Tagen der neuerlichen Beratung und Beschlussfassung zuzuführen. Sollte wiederum kein Beschluss zustande kommen, hat der Vorstand dies dem Aufsichtsrat zu berichten. Auch bei zwei Vorstandsmitgliedern gibt es einen Sprecher des Vorstands; die Ausführungen zu Sitzungsleitung und Repräsentation gelten in diesem Fall für den Sprecher des Vorstands. Der Beschluss des Aufsichtsrats, keinen Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen, erfolgte unbefristet.

Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen im Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Das betreende, von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglied ist Vertreter eines Anteilseigners, der an der Gesellschaft unternehmerisch beteiligt ist. Diese Abweichung gilt auf die Dauer der Bestellung des betreenden Aufsichtsratsmitglieds.

Organe der Gesellschaft

Vorstand (seit 1. Oktober 2017)

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Sprecher des Vorstands

Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften, Master of Business Administration. 1993 Eintritt in die EVN, Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Oktober 2017 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 19. Jänner 2021. Verantwortlich für die Segmente Energie und Südosteuropa sowie für die Konzernfunktionen Controlling (inkl. Investor Relations), Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Aairs, Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Verwaltung und Bauwesen. Drei Aufsichtsratsmandate in anderen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK1).

1) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis zur Verschmelzung und Löschung der Gesellschaft am 7. Juli 2017) CEESEG Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats Wiener Börse AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Mitglied des Vorstands

Geboren 1958, Diplom-Ingenieur für Maschinenbau und Betriebswissenschaften. 1993 Eintritt in die EVN, Oktober 2017 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. September 2022. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung, Netze sowie Umwelt und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung, Beschaffung und Einkauf sowie Revision.

Vorstand (bis 30. September 2017)

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 1.106,9 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge).

Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. EUR 2016/17
Fixe Bezüge Variable Bezüge Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 392,3 137,4 14,2
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA1) 365,8 128,1 14,2

1) Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in Höhe von 54,8 Tsd. Euro geleistet.

Details zu den Bezügen der Vorstandsmitglieder siehe Anhang Seite 179

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Bestellung1) Unabhängigkeit
Regel 532)
Seit 21.01.2016 Ja
Seit 12.01.2001 Nein
Seit 15.01.2009 Ja
Seit 21.01.2016 Ja
Seit 17.01.2013
bis 19.01.2017
Ja
Seit 12.01.2006 Ja
Seit 12.01.2006 Ja
Seit 21.01.2016 Ja
Seit 16.01.2014 Ja
Seit 21.01.2016 Ja
Seit 19.01.2017 Ja

Arbeitnehmervertreter

Franz Hemm (1955) Seit 03.05.1994
Ing. Paul Hofer (1960) Seit 01.04.2007
Manfred Weinrichter (1961) Seit 01.01.2001
Friedrich Bußlehner (1962) Seit 01.01.2016
Mag. Dr. Monika Fraißl (1973) Seit 01.07.2013

1) Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019/20 zu beschließen hat. Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter seitens der Konzernvertretung ist unbefristet, jedoch können diese jederzeit von der Konzernvertretung abberufen werden.

2) Regel 53 ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

3) Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien Aktiengesellschaft

Zusammensetzung der Ausschüsse

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats setzen sich wie folgt zusammen:

Arbeitsausschuss

  • Mag. Bettina Glatz-Kremsner (Vorsitzende)
  • Dr. Norbert Griesmayr
  • Mag. Willi Stiowicek
  • Dr. Reinhard Meißl
  • Franz Hemm
  • Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

  • Mag. Bettina Glatz-Kremsner (Vorsitzende, Vergütungsexpertin)
  • Dr. Norbert Griesmayr
  • Mag. Willi Stiowicek

Prüfungsausschuss

  • Dr. Norbert Griesmayr (Vorsitzender)
  • Mag. Bettina Glatz-Kremsner
  • Mag. Willi Stiowicek
  • Dr. Reinhard Meißl (Finanzexperte)
  • Franz Hemm
  • Ing. Paul Hofer

Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats

Die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist insgesamt mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 118,8 Tsd. Euro pro Jahr und das Sitzungsentgelt mit 500 Euro pro Sitzung festgesetzt. Auf die Präsidentin entfallen 18,2 Tsd. Euro, auf die beiden Vizepräsidenten je 13,2 Tsd. Euro und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats je 10,6 Tsd. Euro. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Unternehmensleiter (D&O-Versicherung) einbezogen.

Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016/17 (Regel 51 ÖCGK)

EUR AR-Vergütung Sitzungsgelder
Mag. Bettina Glatz-Kremsner 18.200 5.500
Dr. Norbert Griesmayr 13.200 5.500
Mag. Willi Stiowicek 13.200 5.500
Mag. Philipp Gruber 10.600 1.500
Dkfm. Thomas Kusterer 5.300 1.000
Kommerzialrat Dieter Lutz 10.600 2.500
Dr. Reinhard Meißl 10.600 3.000
Mag. Susanne Scharnhorst 10.600 2.500
Dipl.-Ing. Angela Stransky 10.600 2.500
Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Zibuschka 10.600 2.500
Dr. Johannes Zügel 5.300 1.500

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden des Vorstands oder einen Sprecher des Vorstands ernannt hat, wählt der Vorstand seinen Sprecher. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie des öentlichen Interesses es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere aktien-, börse- und unternehmensrechtliche Vorschriften, sowie die Bestimmungen der Satzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der ÖCGK.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind jedoch der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso ab wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 88. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 19. Jänner 2017 können auf der EVN Webseite eingesehen werden (www.evn.at/Hauptversammlung.aspx).

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und der Präsidentin des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN gehörten per 30. September 2017 zehn von der Hauptversammlung gewählte und fünf vom Betriebsrat entsandte Mitglieder an. Der Aufsichtsrat wird von einer Präsidentin und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nach Regel 53 ÖCGK ist aus der Aufstellung auf Seite 67 ersichtlich.

Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der ÖCGK.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Nach Regel 53 ÖCGK ist ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem ÖCGK mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

  • in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
  • in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN oder eines Tochterunternehmens der EVN gewesen ist;
  • zur EVN oder einem Tochterunternehmen der EVN kein Geschäftsverhältnis in einem für das Mitglied bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß Regel 48 ÖCGK führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig;
  • in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
  • nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN Aufsichtsratsmitglied ist;
  • nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören soll. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten;
  • kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Nee) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweils gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:

• die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie die Erteilung von Empfehlungen oder Vorschlägen zur Gewährleistung seiner Zuverlässigkeit;

  • die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems, und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;
  • die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung unter Einbeziehung von Erkenntnissen und Schlussfolgerungen in Berichten der Abschlussprüferaufsichtsbehörde;
  • die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen; zusätzlich ist Art. 5 Abs. 5 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (Abschlussprüfungsverordnung) zu beachten;
  • die Erstattung des Berichts über das Ergebnis der Abschlussprüfung an den Aufsichtsrat und die Darlegung, wie die Abschlussprüfung zur Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung beigetragen hat, sowie die Rolle des Prüfungsausschusses dabei;
  • die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • gegebenenfalls die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts, des konsolidierten Corporate Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • die Durchführung des Verfahrens zur Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers) unter Bedachtnahme auf die Angemessenheit des Honorars sowie die Empfehlung für seine Bestellung an den Aufsichtsrat; es gilt hierzu Art. 16 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (Abschlussprüfungsverordnung).

Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Regel 40 ÖCGK geforderten Finanzexperten. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem das Unternehmen tätig ist, vertraut.

Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate im Vorstand zuständig und unterbreitet Vorschläge für die Nachbesetzung frei werdender Mandate im Aufsichtsrat. Dem Personalausschuss als Vergütungsausschuss steht die Aufsichtsratsvorsitzende als Vorsitzende vor, und ihm gehört ein Mitglied an, das über Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik verfügt (Regel 43 ÖCGK).

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, als Dringlichkeitsausschuss im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Nachwahl in den Aufsichtsrat

Da Dkfm. Thomas Kusterer seine Funktion als Mitglied des Aufsichtsrats mit Schreiben vom 17. November 2016 niedergelegt hat, wurde in der ordentlichen Hauptversammlung am 19. Jänner 2017 Dr. Johannes Zügel mit Wirkung zum Ablauf dieser Hauptversammlung und gemäß der Satzung der EVN AG für den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitglieds, somit bis zu jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019/20 zu beschließen hat, in den Aufsichtsrat der EVN AG gewählt. Herrn Dkfm. Thomas Kusterer wird der Dank für sein langjähriges erfolgreiches Wirken im Aufsichtsrat ausgesprochen.

Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in vier Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. In den Sitzungen des Aufsichtsrats wurden im Bericht des Vorstands sowie bei Behandlung der weiteren Tagesordnungspunkte regelmäßig auch wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Aspekte der jeweils behandelten Themen mitbeleuchtet.

Nachdem Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr um vorzeitige Auflösung seines Vorstandsmandats zum 30. September 2017 ersucht hatte, hat der Aufsichtsrat dessen Bestellung zum Mitglied des Vorstands der EVN AG mit Ablauf des 30. September 2017 beendet und die Funktion eines technischen Vorstandsmitglieds gemäß dem Stellenbesetzungsgesetz ausgeschrieben. Der Aufsichtsrat hat sodann Dipl.-Ing. Franz Mittermayer mit Wirkung vom 1. Oktober 2017 auf fünf Jahre, das ist bis zum 30. September 2022, zum Mitglied des Vorstands der EVN AG bestellt und Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, gleichfalls mit Wirkung vom 1. Oktober 2017, zum Sprecher des Vorstands der EVN AG bestellt. Vor diesem Hintergrund hat der Aufsichtsrat seine Geschäftsordnung sowie die Geschäftsordnung für den Vorstand mit Wirkung vom 1. Oktober 2017 angepasst.

Der Aufsichtsrat genehmigte mit Wirkung vom 1. Oktober 2017 die Erteilung der Gesamtprokura für die EVN AG an Mag. Werner Casagrande, Ulrike Jesche, Dipl.-Ing. Dr. Gerhard Kampichler und Ing. Mag. Klaus Stricker inklusive der Befugnis, Grundstücke zu veräußern oder zu belasten (Immobiliarklausel gem. § 49 Abs. 2 UGB). Diese Befugnis wurde den bereits eingetragenen Prokuristen der EVN AG ebenfalls eingeräumt.

Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats sind neben der Feststellung des Jahresabschlusses 2015/16 und der Genehmigung des Budgets 2017/18 für den EVN Konzern vor allem die Übertragung der EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft sowie außerbudgetäre Investitionen im Kraftwerks- und Wärmebereich hervorzuheben. Die Genehmigung des Budgets umfasste auch die Genehmigung von Investitionen in Wärme- und Windkraftanlagen, in Fern- und Nahwärmeanlagen, in Strom-, Erdgasund Wärmenetze sowie in IT-Infrastruktur, die insbesondere der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie dem Transport von erneuerbarer Energie dienen. Im Umweltbereich wurden Investitionen in die Verbesserung der Wasserqualität und in internationale Projekte zur Wasseraufbereitung und Müllverbrennung genehmigt. Der Aufsichtsrat genehmigte weiters einen Refinanzierungsrahmen in Höhe von 350 Mio. Euro und erteilte seine Zustimmung zur Finanzierung der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH sowie zum Verkauf einer Liegenschaft.

Der Aufsichtsrat hat den Bericht zur aktuellen Umsetzung der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) sowie den Bericht über Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen gemäß Regel 18a ÖCGK zur Kenntnis genommen. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat erneut mit möglichen Interessenkollisionen auseinandergesetzt und dabei keine Konflikte festgestellt.

Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder im Durchschnitt 94,4 %.

Schwerpunkte der Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der auch als Nominierungsund Vergütungsausschuss fungiert, hat im Geschäftsjahr 2016/17 in drei Sitzungen Angelegenheiten behandelt, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreen. Gegenstand der Beratungen waren die Vorbereitung der Nachwahl in den Aufsichtsrat, die Vorbereitung der Veränderungen im Vorstand, die variable Vergütung des Vorstands sowie Zielvereinbarungen.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats ist im Berichtsjahr nicht zusammengetreten.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats tagte dreimal im Geschäftsjahr 2016/17 und befasste sich dabei mit allen ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben (siehe Seite 69), vor allem mit der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2015/16 inklusive der Verwendung des Bilanzgewinns, der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers sowie dem Halbjahresabschluss 2016/17 inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions-,

Risiko- und Compliance-Management-System und hat die Kriterien für die Erbringung von Nichtprüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer neu festgelegt.

Nach Durchführung eines Vergabeverfahrens gemäß Art. 16 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (Abschlussprüfungsverordnung) erstattete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat unter Berücksichtigung des Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetzes 2016 eine Empfehlung für den Abschlussprüfer für den Jahres- und den Konzernabschluss der EVN für das Geschäftsjahr 2017/18.

Evaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der ÖCGK fordert eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln aus dem Kodex (Regel 62 ÖCGK). In diesem Sinn wurde im Geschäftsjahr 2014/15 eine externe Evaluierung vorgenommen, die zu dem Ergebnis kam, "dass die EVN die C-Regeln des ÖCGK im Geschäftsjahr eingehalten hat".

Gemäß der Anforderung des ÖCGK führte der Aufsichtsrat im Berichtsjahr neuerlich eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Die Evaluierung wurde anhand eines umfangreichen schriftlichen Fragebogens vorgenommen, der von den Mitgliedern des Aufsichtsrats beantwortet wurde. Das Ergebnis der Evaluierung wurde im Plenum erörtert.

Vergütungsbericht

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a

ÖCGK): Im Hinblick auf die Anforderungen des ÖCGK haben die sozietären Organe der Gesellschaft mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen. Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Im Sinn der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen ÖCGK ist es, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Mit der Einführung von mehrjährigen Zielvorgaben sowie dem Instrument einer Bonusreserve ist die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, der die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Aus der erreichten Bonusreserve werden nach Feststellung der Zielerreichung bis zu 50 % ausbezahlt, der verbleibende Betrag wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt: Einerseits entsteht damit eine Mehrjährigkeit, da die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil im Sinn eines Anfangsbestands in die nächste Periode fortgeschrieben wird. Andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit: Die quantitativen Zielgrößen werden jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen, z. B. Benchmarks, Peer-Vergleiche, Kapitalmarkt- und Rating-Beurteilungen, herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren wird die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert.

Aktien-Optionen (Regel 29 ÖCGK): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regeln 27, 30 ÖCGK):

Die Bezüge des Vorstands setzten sich im Geschäftsjahr 2016/17 zu rund 74 % aus fixen und zu rund 26 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2015/16. Die Erfolgsbeteiligung basiert zu 30 % auf der Steigerung des Economic Value Added (EVA®), zu 40 % auf dem durchschnittlichen Cash-Flow-Beitrag und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen. Für die quantitativen Leistungskriterien EVA® und Cash-Flow-Beitrag sind Zielerreichungskorridore definiert, die zu 0 % bis 200 % erreichbar sind, die individuell vereinbarten Ziele sind zu 0 % bis 100 % erreichbar.

Im Hinblick auf die Anforderungen des ÖCGK hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010/11 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems beschlossen. Im Übrigen wird auf die Ausführungen zum Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a ÖCGK) verwiesen.

Directors-and-O¥cers-Versicherung (D&O-Versicherung,

Regel 30 ÖCGK): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre sowie

der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten derartige Ansprüche gegen die Mitglieder der Geschäftsführung von konzernmäßig verbundenen Tochtergesellschaften sowie bestimmter Beteiligungsgesellschaften bedingungsgemäß als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats und der Organträger aus anderen Konzerngesellschaften zu keiner Prämienerhöhung.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitglie-

dern (Regel 48 ÖCGK): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51 ÖCGK): Siehe Ausführungen zum Aufsichtsrat auf Seite 67.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60 ÖCGK):

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten, ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Der Anteil der Frauen beträgt bei der EVN 23,3 %, jener von Frauen in leitenden Positionen rund 7,0 %. Im Vorstand der EVN sind keine Frauen vertreten. Der Frauenanteil im Gesamtaufsichtsrat liegt bei 26,7 %, unter den von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern bei 30 %. Zur Weiterentwicklung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" entwickelt. Es dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Dazu sollen Rahmenbedingungen geschaen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Aktuell sind konzernweit 13 Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten betraut (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entspricht. Die EVN setzt schon seit Langem Maßnahmen, die Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeitern oensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der die aktuelle Ausbildungsstruktur von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die betroenen Gesellschaften wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. oengelegt.

Directors' Dealings (Regel 73 ÖCGK): Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden der EVN bzw. der Finanzmarktaufsichtsbehörde keine Transaktionen mit EVN Aktien durch Personen, die bei der EVN Führungsaufgaben wahrnehmen, sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen gemäß Art. 19 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) gemeldet.

Related Party: Es besteht ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag zwischen der EVN und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH aus dem Jahr 2005. Zu den übrigen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinn von IAS 24 darf auf die Ausführungen zu den Grundsätzen der Rechnungslegung im Konzernanhang (Erläuterung 67.) verwiesen werden.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der EVN erfolgte im Geschäftsjahr 2016/17 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Davon entfielen 48,9 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr: 43,6 %), 38,0 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 48,1 %) und 13,1 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 8,3 %).

Revision und Risikomanagement

Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Die Konzerngesellschaften in Bulgarien und Mazedonien haben eigene Revisionsabteilungen installiert. In den Kompetenzbereich der Revisionsabteilungen fallen Prüfungen von Abläufen und Unternehmenseinheiten. Die Mitarbeiter der Revisionsabteilungen werden laufend durch Weiterbildungsmaßnahmen geschult. Von den Revisionsabteilungen werden nach Risikogesichtspunkten orientierte Jahresprüfungspläne erstellt. Diese werden von den zuständigen Gremien beschlossen und bei Bedarf durch Ad-hoc- und Sonderprüfungen ergänzt. Die von den Revisionsabteilungen durchgeführten Prüfungen erfolgen unter Berücksichtigung der "Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis (IPPF)", die das Institut of Internal Auditors (IIA) herausgibt. Die festgestellten Beanstandungen und

vorgeschlagenen Maßnahmen werden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen von Follow-up-Prüfungen verfolgt. Gravierende Beanstandungen, welche die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden im Zuge der oben angeführten Prüfungen nicht festgestellt.

Risikomanagement

Das Ziel des Risikomanagements der EVN besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikomanagement eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitern des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der zweistufige Prozess des Risikomanagements wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der wesentlichen Risiken der EVN und der Maßnahmen zur Risikosteuerung finden sich im Kapitel "Risikomanagement" im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2016/17.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung), des österreichischen Aktien- und Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden 21 ständige sowie fünf Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich gemäß Börsegesetz von einem Compliance-Verantwortlichen, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2016/17 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Verantwortlichen zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als Angehörige eines international tätigen Energie- und Umweltdienstleisters haben die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter der EVN weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland.

Der in einem konzernweiten Prozess entwickelte und 2012 aktualisierte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern. Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems (CMS) wurde per 1. Oktober 2012 die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Das CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 führt die EVN basierend auf einer eigens entwickelten Compliance-Box flächendeckend Schulungen ihrer Mitarbeiter in Bezug auf ethisches und gesetzeskonformes Verhalten durch. Grundlage der zumindest zweieinhalbstündigen Schulungen ist der Verhaltenskodex der EVN. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden so knapp 2.500 Mitarbeiter und Führungskräfte in vier unterschiedlichen Sprachen und fünf verschiedenen Ländern im Bereich Compliance trainiert. Darüber hinaus stehen den Mitarbeitern Informationsangebote im EVN Intranet zur Verfügung. Verpflichtend wird von jedem Mitarbeiter im Anschluss an die Präsenzschulung ein einstündiges modular aufgebautes E-Learning absolviert. Für besonders risikoexponierte Bereiche stehen darüber hinaus Spezialschulungen zu relevanten Themen bereit. So wurden mit über 100 Führungskräften in den internationalen Konzerngesellschaften jeweils halbtägige Workshops mit realistischen Compliance-Szenarien durchgeführt und entsprechende Vermeidungsstrategien und Reaktionsansätze erarbeitet. Gesamt wurden seit Einführung des CMS mehr als 9.000 Mitarbeiter und Führungskräfte zu den Themen "Kundinnen und Kunden", "Kapitalmarkt und Investoren", "Integrität und Vermeidung von Korruption" sowie "Datenschutz und Vertraulichkeit" des EVN Verhaltenskodex geschult.

Ein wesentliches Element des CMS stellt das anonyme Hinweisgebersystem dar, über das allfällige Verstöße gegen den EVN Verhaltenskodex gemeldet werden können. Das System beruht auf Freiwilligkeit und Anonymität. Die Identität des Meldungsgebers wird keinesfalls oengelegt.

Im Geschäftsjahr 2016/17 stand der Review der bisher gesetzten Maßnahmen im Fokus. Neben der laufenden Bewertung compliancerelevanter Themen und einem periodischen Assessment der Compliance-Risiken wurde das existierende CMS kritisch beurteilt. Maßnahmen zur weiteren Optimierung und noch e¹zienteren Gestaltung des CMS, die zu einer größeren Akzeptanz bei den Mitarbeitern beitragen und das ethische Verhalten nachhaltig verbessern helfen sollen, wurden erarbeitet.

Unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx ist der EVN Verhaltenskodex abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den

Stakeholder-Gruppen der EVN. Er soll alle Mitarbeiter bei der Umsetzung der Werte der EVN in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 12. Dezember 2016 wurde dem Aufsichtsrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Organisation berichtet und damit die Regel 18a ÖCGK erfüllt.

In Vorbereitung auf die per Mai 2018 in Kraft tretende verbindliche EU-Datenschutz-Grundverordnung werden durch den in der Stabsstelle CCM implementierten Datenschutzbeauftragten entsprechende aufbau- und ablauforganisatorische Strukturen geschaen, um den Anforderungen hinsichtlich des Schutzes personenbezogener Daten Rechnung zu tragen.

Prüfung der Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den Corporate Governance-Bericht gemäß § 96 Abs. 2 AktG der EVN AG geprüft und hierüber Bericht erstattet. Diesen Bericht über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie unter www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 20. November 2017

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Konzernlagebericht

Energiepolitisches Umfeld

Die energiepolitischen Rahmenbedingungen in Österreich sind wesentlich durch die europäische Energie- und Klimapolitik, die daraus resultierenden Ziele und Gesetze sowie die Interaktion mit den europäischen Akteuren im Bereich der Energiewirtschaft – etwa der Agentur für Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) oder der Energy Community – geprägt.

Europäische Energie- und Klimapolitik

Im Oktober 2014 einigte sich der Europäische Rat auf den Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis zum Jahr 2030 und definierte die folgenden drei Hauptziele, die wiederum im Einklang mit den im Dezember 2015 im Rahmen der Pariser UN-Klimakonferenz beschlossenen globalen Zielsetzungen stehen:

  • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % (gegenüber dem Stand des Jahres 1990)
  • Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energie am Gesamt-Energiemix auf mindestens 27 %
  • Steigerung der Energiee¹zienz um mindestens 27 % (gegenüber dem Stand des Jahres 2007)

Im November 2016 legte die Europäische Kommission Gesetzgebungsvorschläge zum Thema "Saubere Energie für alle Europäer" vor, die zur Erreichung der europäischen Zielsetzungen beitragen sollen und nunmehr vom Europäischen Parlament und vom Rat behandelt werden; die Verabschiedung wird bis Ende 2018 erwartet. Das Maßnahmenpaket umfasst insbesondere die Bereiche Gestaltung des Strommarkts, grenzüberschreitende Kooperation, Einspeisung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen, Versorgungssicherheit für Strom, Steuerung der zukünftigen Energieunion sowie Energiee¹zienz.

Ökostrom in Österreich

Im Juni 2017 beschloss der österreichische Nationalrat die so genannte "Kleine Ökostromnovelle", die unter anderem Änderungen im Ökostromgesetz beinhaltet. Dadurch wurde in einem ersten Schritt eine gesetzliche Übergangslösung geschaen, die Rechtssicherheit für den weiteren Systemumbau in Richtung erneuerbare Erzeugung in Österreich bringt. Im Bereich Windkraft beinhalten die Maßnahmen beispielsweise ein Sonderkontingent an Förderungen im Gesamtausmaß von 45 Mio. Euro für die Jahre 2017 und 2018 zum Abbau der Wartelisten bereits behördlich genehmigter Projekte. Neben Investitionsanreizen für Kleinwasserkraftwerke und Photovoltaik-Anlagen wurde mit dem Novellenpaket unter anderem auch noch eine Änderung im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz beschlossen, die eine vertragliche Vorhaltung von Kraftwerksleistung in ausreichendem Umfang (z. B. mittels mehrjähriger Vereinbarungen) zur Vermeidung und Beseitigung von Netzengpässen ermöglicht.

Die Vorgaben der EU-Richtlinie für staatliche Energie- und Umweltbeihilfen, denen zufolge Einspeisetarife nicht mehr im selben Umfang zulässig sind, sind in der aktuellen österreichischen Gesetzgebung noch nicht berücksichtigt.

Deutsch-österreichische Strompreiszone

Im Mai 2017 fixierten der österreichische und der deutsche Regulator einige Eckpunkte zur Einführung eines Engpassmanagements für den seit 2002 unbegrenzten Stromhandel zwischen Deutschland und Österreich. Demnach soll ab dem 1. Oktober 2018 zwischen den beiden Ländern eine langfristige Kapazitätsgrenze von 4,9 GW gelten. An der konkreten Umsetzung wird derzeit auf Ebene der Übertragungsnetzbetreiber in Abstimmung mit den Regulatoren gearbeitet.

Im Vorfeld der Einführung der neuen Engpasskapazität, die das Ende der seit 2002 zwischen Deutschland und Österreich bestehenden gemeinsamen Strompreiszone bedeutet, entwickelten sich an der Strombörse EEX in Leipzig Dierenzen zwischen den – bis zu dieser Ankündigung identen – Großhandelspreisen für Deutschland und Österreich. Deren Aussagekraft ist aber vorerst zu relativieren, da sich für Österreich bisher noch kein ausreichend liquider Markt gebildet hat. Die weitere Entwicklung des Verhältnisses der Großhandelspreise in den beiden Ländern ist daher aus heutiger Sicht noch nicht absehbar.

Regulatorisches Umfeld

Österreich

In Österreich betragen die Laufzeiten der Regulierungsperioden für die Strom- und die Erdgas-Verteilnetze jeweils fünf Jahre. Für die Erdgas-Verteilnetze tritt am 1. Jänner 2018 eine neue Regulierungsperiode in Kraft, für die Strom-Verteilnetze am 1. Jänner 2019. Die österreichische Regulierungsmethode sieht vor, dass Verteilnetzbetreiber auf Basis der Netztarife vergütet werden, die jährlich von der E-Control-Kommission festzulegen sind. Damit werden Investitionen und Aufwendungen für Errichtung, Instandhaltung und Betrieb der Netze abgegolten. Wesentliche Parameter bei der

Festlegung der Netztarife sind die verzinsliche Kapitalbasis (Regulatory Asset Base) und der gewichtete Kapitalkostensatz, der jeweils für die Dauer einer gesamten Regulierungsperiode fixiert wird. Im Sinn einer Anreizregulierung werden zudem Produktivitätsfaktoren definiert, die als individuelle Kostensenkungsvorgabe für das jeweilige Unternehmen fungieren und dabei auch Inflationsanpassungen berücksichtigen. Die Netzgesellschaft der EVN wird vom Regulator im Branchenvergleich hinsichtlich der Produktivität sehr positiv bewertet.

Bulgarien

Nach der vollständigen Marktliberalisierung für Industriekunden erhalten in Bulgarien sukzessive auch die Gewerbekunden Zugang zum freien Strommarkt. Zudem ermöglichen es regulatorische Vereinfachungen auch den Haushaltskunden, sich für die Teilnahme am liberalisierten Markt zu entscheiden. Die EVN Bulgaria EC beliefert in ihrem Versorgungsgebiet die Haushalts- und Gewerbekunden im regulierten Marktsegment und versorgt zudem als "Supplier of last Resort" jene Kunden im liberalisierten Marktsegment, die keinen anderen Anbieter wählen oder vom gewählten Anbieter unverschuldet keinen Strom beziehen können. Der Energieverkauf an Kunden in den regulierten Marktsegmenten erfolgt ebenso wie die Beschaung der entsprechenden Mengen zu regulierten Preisen, die größtenteils unter dem Marktniveau liegen. Die EVN Trading SEE agiert als Anbieter für alle restlichen, liberalisierten Kunden.

In Bulgarien begann für das Stromnetz mit 1. Juli 2017 das letzte Jahr der laufenden dreijährigen Regulierungsperiode. Die Regulierungsmethode für das Stromnetz sieht eine Erlösobergrenze vor, die die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und eine angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis (Regulatory Asset Base) umfasst. Zusätzlich berücksichtigt werden die prognostizierten Netzabsatzmengen sowie ein Investitionsfaktor, der jährlich festgelegt wird und geplante künftige Investitionen mit einschließt. Im Zuge der weiteren Umsetzung der Entflechtung der einzelnen Geschäftsfelder im Energiegeschäft (Unbundling) wurde die für den Betrieb der Stromverteilnetze zuständige EVN Bulgaria EP per 19. Mai 2017 in EP Yug umbenannt.

Ebenfalls am 1. Juli 2017 begann die neue einjährige Regulierungsperiode für Wärme und Strom. Nachdem die zuständige Regulierungsbehörde mit 7. April 2017 bereits unterjährig die Preise zur Weitergabe der gestiegenen Beschaungskosten an die Endkunden erhöht hatte (für Strom um rund 1,0 % bzw. für Wärme um rund 22,0 %), wurden diese per 1. Juli 2017 erneut um durchschnittlich 1,7 % für Strom bzw. 1,5 % für Wärme erhöht.

Mazedonien

Seit 1. Jänner 2014 ist die Entflechtung (Unbundling) der einzelnen Geschäftsfelder im Energiegeschäft in Mazedonien umgesetzt. Die EVN hat zur Erfüllung der damit verbundenen Anforderungen eine Vertriebsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL) und eine Produktionsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrani DOOEL) gegründet. Die beiden Gesellschaften bestehen zusätzlich zur bereits bestehenden EVN Macedonia AD, die weiterhin als Vertriebsgesellschaft für Kunden in den regulierten Marktsegmenten fungiert. Im Zuge des weiteren Unbundling hat mit 1. Jänner 2017 die neu gegründete EVN Elektrodistribucija DOOEL den Betrieb aufgenommen und übt nunmehr die Funktion des Verteilnetzbetreibers aus. Die Liberalisierung des Strommarkts wird in Mazedonien schrittweise – und zwar abhängig vom Jahresstromverbrauch der Abnehmer – bis Juli 2020 umgesetzt.

Auch in Mazedonien begann für das Stromnetz mit 1. Juli 2017 das letzte Jahr der laufenden dreijährigen Regulierungsperiode. Mit Tarifentscheid vom 1. Juli 2017 kam es neuerlich zu einer Senkung der Strom-Endkundenpreise um durchschnittlich 0,3 % (Vorjahr: Reduktion um durchschnittlich 0,3 %). Ähnlich wie in Bulgarien sieht die Regulierungsmethode für das Stromnetz eine Erlösobergrenze vor, die die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und eine angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis (Regulatory Asset Base) umfasst.

Kroatien

Die für April 2017 geplante Liberalisierung des kroatischen Gasmarkts auch für Haushaltskunden wurde bislang nur in sehr geringem Ausmaß umgesetzt, während der Markt für Gewerbe- und Industriekunden bereits seit 2012 geönet ist. Zur weiteren Liberalisierung des Gasmarkts für Haushaltskunden ist nun ein neues Gesetz in Vorbereitung. Für die Periode vom 1. April 2017 bis zum 31. Dezember 2017 wurden die Haushaltstarife im Versorgungsgebiet der EVN Croatia geringfügig um 0,8 % angehoben.

Wirtschaftliches Umfeld

Seit Mitte des Jahres 2016 verzeichnet die Weltwirtschaft einen soliden Aufschwung und zog auch 2017 nach einem etwas schwächeren Start im zweiten Quartal wieder merklich an. Nahezu alle großen Volkswirtschaften meldeten gute bzw. verbesserte Konjunkturzahlen, und auch in den ost- und mitteleuropäischen EU-Mitgliedsländern legte die Wirtschaftsleistung stark zu. Aktuell bewegen sich die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in der EU für 2017 zwischen 2,1 % und 2,4 % und für 2018 zwischen 2,1 % und 2,2 %.

Auch die österreichische Konjunktur befindet sich aktuell in guter Verfassung. Sie profitierte vom weltweit soliden Aufschwung ebenso wie von der robusten inländischen Nachfrage. Als Wachstumsstützen erwiesen sich insbesondere die Bauwirtschaft, der private Konsum und der Tourismus. Für das Jahr 2017 sagen die Experten ein Wachstum um die 2,7 % voraus, die Prognosen für 2018 liegen zwischen 2,1 % und 2,8 %. Damit liegen die Erwartungen für Österreich im Spitzenfeld der Eurozone.

In Bulgarien trieben positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und bei den Staatsfinanzen die Konjunkturerwartung zuletzt nach oben. Positiv auf das Umfeld wirkten zudem die Beruhigung der politischen Lage und die erfolgreiche Regierungsbildung im Vorfeld der Übernahme der EU-Präsidentschaft ab 1. Jänner 2018. Der

private Konsum legte weiter zu und blieb damit ebenfalls eine bedeutende Konjunkturstütze. In diesem Umfeld wird für 2017 mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 3,0 % und 4,0 % und für 2018 mit einem Plus zwischen 3,2 % und 3,8 % gerechnet.

Die wirtschaftliche Erholung in Kroatien wird sich nach aktueller Einschätzung auch 2017 und 2018 fortsetzen. Ähnlich wie in Bulgarien entwickelte sich der private Konsum zu einer der wichtigsten Konjunkturstützen – Schätzungen des Wirtschaftsinstituts Zagreb zufolge macht die Nachfrage der privaten Haushalte etwa die Hälfte des Wirtschaftswachstums im Jahr 2017 aus. Dies ist zum einen der steuerlichen Entlastung durch die Senkung der Körperschaft- und der Einkommensteuer ab 2017 zu verdanken, zum anderen bewirkte der konjunkturelle Aufschwung einen Anstieg der Löhne und eine Verbesserung der Beschäftigungslage. Einen gewichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung leistete zudem der Tourismus. Insgesamt liegen die Wachstumserwartungen für 2017 zwischen 2,9 % und 3,2 % und für 2018 zwischen 2,3 % und 2,8 %.

In Mazedonien hellten sich die wirtschaftlichen Aussichten nach der Bereinigung der monatelangen politischen Blockade weiter auf. Für positive Impulse sorgten zudem die florierenden Exporte, die mit zweistelligen Zuwachsraten aufwarten konnten. Hand in Hand damit gingen ein Anstieg der realen Einkommen und eine Zunahme des privaten Konsums. Für 2017 wird ein BIP-Wachstum zwischen 2,5 % und 2,8 %, für 2018 ein Plus zwischen 3,2 % und 3,3 % erwartet.

BIP-Wachstum % 2018f 2017e 2016 2015 2014
EU-281) 2) 2,1 – 2,2 2,1 – 2,4 1,9 2,2 1,6
Österreich2) 3) 2,1 – 2,8 2,6 – 2,8 1,5 1,0 0,4
Bulgarien1) 2) 4) 5) 3,2 – 3,8 3,0 – 4,0 3,4 3,6 1,3
Kroatien1) 2) 4) 6) 2,3 – 2,8 2,9 – 3,2 3,0 2,2 –0,5
Mazedonien5) 6) 3,2 – 3,3 2,5 – 2,8 2,4 3,8 3,6

1) Quelle: "European Economic Forecast, Autumn 2017", EU-Kommission, November 2017

2) Quelle: "Prognose der österreichischen Wirtschaft 2017–2018", IHS, September 2017

3) Quelle: "Prognose für 2017 und 2018: Höchstes Wirtschaftswachstum seit sechs Jahren", WIFO, September 2017

4) Quelle: "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2017", Raiffeisen Research, Oktober 2017

5) Quelle: "Global Economic Prospects", World Bank, Juni 2017

6) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, Oktober 2017

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die energiewirtschaftliche Entwicklung der EVN ist wesentlich durch externe Einflussfaktoren geprägt. Im Bereich der Haushaltskunden sind dies vor allem die Witterungsbedingungen, die für die Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme ausschlaggebend sind, während die Nachfrage der Industriekunden vor allem durch die wirtschaftliche Entwicklung bestimmt wird.

Das Geschäftsjahr 2016/17 war in den für die EVN relevanten Märkten sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch gemessen am Mehrjahresdurchschnitt von deutlich kühleren Temperaturen geprägt. In Österreich etwa lag die Heizgradsumme – sie definiert den temperaturbedingten Energiebedarf – um 18,7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Auch in Bulgarien und Mazedonien war es in der Berichtsperiode deutlich kälter. Die Heizgradsumme lag hier um 26,6 Prozentpunkte bzw. 16,7 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Der durchschnittliche EEX-Börsepreis für Erdgas stieg im Geschäftsjahr 2016/17 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 20,1 % auf

17,3 Euro pro MWh. Zurückzuführen war dies nicht zuletzt auf die kalten Wintertemperaturen, die zu einem Anstieg der Nachfrage auf den Spotmärkten führten. Die Durchschnittspreise für Kohle lagen im Berichtszeitraum vor allem aufgrund der europaweit sehr hohen Nachfrage im Winter mit 74,6 Euro je Tonne um 61,6 % über dem Niveau des Vorjahres. Hingegen setzte sich die rückläufige Entwicklung der Preise für CO2-Emissionszertifikate fort. Im Schnitt lagen diese mit 5,3 Euro je Tonne um 12,0 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die für den Berichtszeitraum geltenden Termin- und Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom entwickelten sich gegenläufig: Während die Terminpreise für Grundlaststrom um 7,2 % auf 28,2 Euro pro MWh und jene für Spitzenlaststrom um 8,2 % auf 35,0 Euro pro MWh sanken, verzeichneten die Spotmarktpreise aufgrund des temporären Stillstands von Produktionskapazitäten in Frankreich und der kalten Witterung einen Anstieg: Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom stiegen im Vergleich zur Vorjahresperiode im Schnitt um 26,9 % auf 35,3 Euro pro MWh, jene für Spitzenlaststrom lagen mit 43,0 Euro pro MWh um 25,7 % über dem Wert des Vorjahres.

Energiewirtschaftliches Umfeld –
Kennzahlen 2016/17 2015/16 2014/15
Temperaturbedingter Energiebedarf 1) %
Österreich 114,7 96,0 96,0
Bulgarien 108,7 82,1 108,1
Mazedonien 109,1 92,4 101,0
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 46,1 38,0 52,7
Erdgas – NCG2) EUR/MWh 17,3 14,4 21,4
Steinkohle – API#23) EUR/t 74,6 46,2 53,9
CO2-Emissionszertifikate EUR/t 5,3 6,1 7,2
Strom – EEX Forwardmarkt 4)
Grundlaststrom EUR/MWh 28,2 30,4 34,9
Spitzenlaststrom EUR/MWh 35,0 38,2 43,8
Strom – EPEX Spotmarkt5)
Grundlaststrom EUR/MWh 35,3 27,8 32,1
Spitzenlaststrom EUR/MWh 43,0 34,2 39,8

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht dem bereinigten langjährigen Durchschnitt der länderspezifischen Messwerte

2) Net Connect Germany (NCG) – Börsepreis für Erdgas an der EEX (European Energy Exchange)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX (European Energy Exchange)

5) EPEX Spot – European Power Exchange

Geschäftsentwicklung

Der Konsolidierungskreis und Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr werden im Konzeranhang erläutert.

Siehe auch Seite 119f

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights 2016/17

  • Positive energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Hoher Bedarf nach überregionalem Leistungsaustausch zur Netzstabilisierung
  • Witterungsbedingte Mengeneffekte im Energie- und Netzabsatz
  • Stichtagsbezogene Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften
  • Stromerzeugung um 3,3 % gesteigert
  • Höhere erneuerbare Erzeugung
  • Anstieg der thermischen Erzeugung durch verstärkten Einsatz der Kraftwerke zur Netzstabilisierung
  • Positiver Einmaleffekt durch Einigung mit staatlicher bulgarischer Elektrizitätsgesellschaft NEK

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der EVN stiegen im Geschäftsjahr 2016/17 um 169,1 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 2.215,6 Mio. Euro. Wesentliche Gründe dafür waren die – sowohl im Winter als auch im Sommer – in allen drei Versorgungsgebieten außergewöhnlichen Witterungsbedingungen, die zu deutlichen Zuwächsen in Energie- und Netzabsatz führten, sowie die Vermarktung der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung in Österreich und im süddeutschen Raum. Positive Impulse gingen zudem vom internationalen Projektgeschäft und der erneuerbaren Erzeugung aus.

Der im Ausland erzielte Umsatz der EVN betrug im Berichtszeitraum 1.046,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1.021,0 Mio. Euro). Sein Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns reduzierte sich dabei von 49,9 % im Vorjahr auf 47,2 %, da gleichzeitig auch der Inlandsumsatz anstieg.

Die sonstigen betrieblichen Erträge konnten dank der ertragswirksamen Elemente der Einigung zwischen der bulgarischen Vertriebsgesellschaft der EVN und der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK ebenfalls zulegen. In Summe lagen sie mit 101,9 Mio. Euro um 5,0 Mio. Euro bzw. 5,1 % über dem Vorjahreswert.

Einen Anstieg um 58,4 Mio. Euro bzw. 6,3 % auf 989,0 Mio. Euro verzeichnete im Berichtszeitraum der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger. Diese Entwicklung korrespondierte mit der witterungsbedingt höheren Energienachfrage und dem gesteigerten

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Kurzfassung
2016/17
Mio. EUR
2015/16
Mio. EUR
+/–
absolut
% 2014/15
Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.215,6 2.046,6 169,1 8,3 2.135,8
Sonstige betriebliche Erträge 101,9 97,0 5,0 5,1 108,4
Fremdstrombezug und Energieträger –989,0 –930,6 –58,4 –6,3 –1.066,5
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –313,7 –246,7 –66,9 –27,1 –254,0
Personalaufwand –316,8 –313,7 –3,1 –1,0 –313,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen –139,0 –141,6 2,5 1,8 –168,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen
mit operativem Charakter
162,6 93,5 69,0 73,8 141,1
EBITDA 721,6 604,4 117,2 19,4 583,2
Abschreibungen –262,3 –266,1 3,9 1,5 –260,3
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –112,5 –77,9 –34,6 –44,5 –54,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 346,9 260,4 86,4 33,2 268,2
Finanzergebnis –21,4 –61,6 40,2 65,2 –60,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 325,5 198,9 126,6 63,7 207,9
Ertragsteuern –53,9 –16,0 –37,9 –17,3
Ergebnis nach Ertragsteuern 271,5 182,8 88,7 48,5 190,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 251,0 156,4 94,5 60,4 148,1
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 20,5 26,4 –5,8 –22,1 42,6
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,41 0,88 0,53 60,4 0,83

1) Verwässert ist gleich unverwässert

Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung. Aufwandsmindernd wirkte hingegen die Einigung mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK.

Auch die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand nahmen um 66,9 Mio. Euro bzw. 27,1 % auf 313,7 Mio. Euro zu. Hauptfaktoren dieses Anstiegs waren eine im zweiten Quartal 2016/17 erforderlich gewordene Wertberichtigung der verbliebenen, in den Vorräten abgebildeten Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau sowie die positive Umsatzentwicklung im internationalen Projektgeschäft.

Der durchschnittliche Personalstand der EVN erhöhte sich im Jahresvergleich geringfügig auf 6.840 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.830 Mitarbeiter). Der Personalaufwand lag mit 316,8 Mio. Euro um 3,1 Mio. Euro bzw. 1,0 % über dem Vorjahreswert. Demgegenüber reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 2,5 Mio. Euro bzw. 1,8 % auf 139,0 Mio. Euro.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter nahm gegenüber dem Vorjahr um 69,0 Mio. Euro bzw. 73,8 % auf 162,6 Mio. Euro zu. Maßgeblich dafür waren die positive Entwicklung der EVN KG, die neben einem positiven operativen Geschäftsverlauf auch von der stichtagsbedingten Bewertung von Absicherungsgeschäften profitierte, sowie der Energie Burgenland.

Auf Basis dieser Entwicklungen legte das EBITDA der EVN um 117,2 Mio. Euro bzw. 19,4 % auf 721,6 Mio. Euro zu. Leicht rückläufig entwickelten sich hingegen die planmäßigen Abschreibungen mit 262,3 Mio. Euro (Vorjahr: 266,1 Mio. Euro), während die Eekte aus Wertminderungen um 34,6 Mio. Euro bzw. 44,5 % auf 112,5 Mio. Euro anstiegen. Sie betrafen insbesondere das von der EVN anteilig gehaltene Kraftwerk Walsum 10 (19,1 Mio. Euro) sowie Fernwärmeanlagen, Strombezugsrechte, erneuerbare und thermische Erzeugungsanlagen (40,5 Mio. Euro), das bulgarische Wasserkraftwerksprojekt Gorna Arda (28,9 Mio. Euro) sowie die bulgarische Fernwärmegesellschaft TEZ Plovdiv (24,0 Mio. Euro). Per Saldo resultierten diese Entwicklungen in einem EBIT von 346,9 Mio. Euro, das um 86,4 Mio. Euro bzw. 33,2 % über dem Vorjahreswert von 260,4 Mio. Euro lag.

Die Entwicklung des Finanzergebnisses – es belief sich in Summe auf –21,4 Mio. Euro (Vorjahr: –61,6 Mio. Euro) – war maßgeblich

Wertanalyse +/–
2016/17 2015/16 % 2014/15
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 2.960,4 2.680,4 10,4 2.611,4
WACC nach Ertragsteuern1) 2) % 6,3 6,5 –0,2 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)1) 3) % 10,2 7,6 2,6 7,5
Durchschnittliches Capital Employed3) Mio. EUR 4.173,5 4.290,7 –2,7 4.523,1
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 3) Mio. EUR 425,7 327,4 30,0 341,0
EVA® Mio. EUR 164,8 48,5 47,0

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Der angegebene WACC wird zum Zweck der Unternehmenssteuerung verwendet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konstant zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

durch positive Bewertungseekte aus über dem Bilanzansatz gelegenen Kurswerten von Verbund-Aktien geprägt, die im Juni 2017 im Rahmen von Strukturvereinfachungen von der at Equity bilanzierten WEEV Beteiligungs GmbH an die EVN AG übertragen wurden. Ebenso trugen höhere Zinserträge und niedrigere Zinsaufwände zur Verbesserung des Finanzergebnisses bei.

Per Saldo ergab sich ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 325,5 Mio. Euro, das den Vorjahreswert um 126,6 Mio. Euro bzw. 63,7 % übertraf. Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 53,9 Mio. Euro (Vorjahr: 16,0 Mio. Euro) und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile belief sich das Konzernergebnis auf 251,0 Mio. Euro. Es lag um 94,5 Mio. Euro bzw. 60,4 % über jenem des Vergleichszeitraums.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der EVN lag per 30. September 2017 mit 6.454,9 Mio. Euro um 101,6 Mio. Euro bzw. 1,6 % unter dem Vergleichswert zum 30. September 2016.

Die Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte war dabei von gegenläufigen Eekten geprägt. So führten die Reduktion der Anschaungskosten für das Kraftwerksprojekt Walsum 10 auf Basis des Schiedsspruchs vom November 2016 zugunsten der Projektgesellschaft und die Abschreibungen zu einer Abnahme der Sachanlagen. Zudem gingen die übrigen Vermögenswerte aufgrund der Abgeltung oener Forderungen zurück, die im Februar 2017 auf Basis der mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK erzielten Einigung

erfolgt war. Demgegenüber führten die im Juni 2017 im Rahmen von Strukturvereinfachungen erfolgte Übertragung von Verbund-Aktien von der at Equity bilanzierten WEEV Beteiligungs GmbH an die EVN AG sowie eine kursbedingte Erhöhung des Werts der Verbund-Beteiligung zu einem Anstieg der sonstigen Beteiligungen. Per Saldo erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte dadurch um 38,1 Mio. Euro bzw. 0,7 % auf 5.723,8 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte hingegen gingen um 135,9 Mio. Euro bzw. 15,7 % auf 731,0 Mio. Euro zurück. Ein zentraler Grund dafür war die Wertminderung der in den Vorräten abgebildeten Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau. Ebenso wirkte sich die Abnahme der Wertpapiere und des Fonds der liquiden Mittel aus, die für den Abbau der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten verwendet wurden.

Das Eigenkapital der EVN belief sich per 30. September 2017 auf 3.150,1 Mio. Euro und lag damit aufgrund des diesjährigen Konzernergebnisses und durch positive Eekte aus erfolgsneutralen Bewertungen um 379,4 Mio. Euro bzw. 13,7 % über dem Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich entsprechend auf 48,8 % (Vorjahr: 42,3 %).

Die langfristigen Schulden reduzierten sich – vor allem bedingt durch die vorzeitige Tilgung von Krediten sowie die Umgliederung langfristiger Finanzverbindlichkeiten in den kurzfristigen Bereich – um 148,5 Mio. Euro bzw. 5,8 % auf 2.392,2 Mio. Euro. Ebenfalls einen Rückgang verzeichneten die Rückstellungen.

Die kurzfristigen Schulden nahmen um 332,6 Mio. Euro bzw. 26,7 % auf 912,6 Mio. Euro ab, vor allem getrieben durch die planmäßige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten und eine Verringerung der Lieferantenverbindlichkeiten, die insbesondere auf die mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK erzielten Einigung zurückzuführen war. Zudem konnte im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch zum Kraftwerksprojekt Walsum 10 eine Verbindlichkeit ausgebucht werden, die nach der Ziehung der Vertragserfüllungsbürgschaft durch die Projektgesellschaft im Jahr 2013 gebildet werden musste.

Wertanalyse

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken zum Zweck der Unternehmenssteuerung mit 6,3 % angesetzt. Der im Geschäftsjahr 2016/17 erwirtschaftete Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) der EVN betrug 164,8 Mio. Euro (Vorjahr: 48,5 Mio. Euro).

+/–
Konzern-Bilanz
Kurzfassung
30.09.2017
Mio. EUR
30.09.2016
Mio. EUR
absolut % 30.09.2015
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.560,6 3.733,7 –173,1 –4,6 3.736,6
At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen 1.873,8 1.537,8 335,9 21,8 1.397,8
Sonstige langfristige Vermögenswerte 289,5 414,2 –124,7 –30,1 394,9
5.723,8 5.685,8 38,1 0,7 5.529,2
Kurzfristige Vermögenswerte 731,0 866,9 –135,9 –15,7 959,8
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 0,0 3,8 –3,8 –12,3
Summe Aktiva 6.454,9 6.556,5 –101,6 –1,6 6.501,2
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 2.892,1 2.510,8 381,3 15,2 2.334,8
Nicht beherrschende Anteile 258,0 259,8 –1,9 –0,7 255,4
3.150,1 2.770,7 379,4 13,7 2.590,1
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.125,4 1.314,5 –189,1 –14,4 1.535,7
Latente Steuerverbindlichkeiten und langfristige Rückstellungen 624,4 601,2 23,2 3,9 492,3
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse und
übrige langfristige Verbindlichkeiten
642,4 625,0 17,4 2,8 583,1
2.392,2 2.540,7 –148,5 –5,8 2.611,0
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 50,5 239,1 –188,6 –78,9 140,1
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 862,1 1.006,1 –144,0 –14,3 1.160,0
912,6 1.245,1 –332,6 –26,7 1.300,0
Summe Passiva 6.454,9 6.556,5 –101,6 –1,6 6.501,2
Nettoverschuldung 30.09.2017
Mio. EUR
30.09.2016
Mio. EUR
+/–
Mio. EUR
%
30.09.2015
Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.125,4 1.314,5 –189,1 –14,4 1.535,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 49,2 225,4 –176,2 –78,2 129,9
Fonds der liquiden Mittel –221,8 –223,5 1,7 0,8 –244,9
Lang- und kurzfristige Wertpapiere –59,0 –158,4 99,4 62,8 –154,5
Lang- und kurzfristige Ausleihungen –43,9 –36,5 –7,4 –20,2 –35,3
Nettofinanzverschuldung 849,9 1.121,5 –271,6 –24,2 1.230,9
Nettoverschuldung 1.213,2 1.523,3 –310,1 –20,4 1.601,3
Eigenkapital 3.150,1 2.770,7 379,4 13,7 2.590,1
Gearing (%)2) 38,5 55,0 –16,5 61,8

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Die operative Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) erreichte im Berichtsjahr 10,2 % (Vorjahr: 7,6 %).

Liquiditätslage

Aufgrund des starken Cash Flows aus dem operativen Bereich konnte die EVN ihre Nettofinanzverschuldung im Berichtszeitraum neuerlich um 271,6 Mio. Euro bzw. 24,2 % auf 849,9 Mio. Euro reduzieren. Die Nettoverschuldung, die zusätzlich die langfristigen Personalrückstellungen enthält, reduzierte sich um 310,1 Mio. Euro bzw. 20,4 % auf 1.213,2 Mio. Euro. Auf dieser Basis – und dank des gestiegenen Eigenkapitals – nahm auch die Gearing Ratio von 55,0 % auf 38,5 % ab.

Zur Sicherung ihrer finanziellen Flexibilität verfügt die EVN Gruppe über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro und zusätzlich über vertraglich zugesagte bilaterale Kreditlinien im Gesamtausmaß von rund 97,0 Mio. Euro, die per 30. September 2017 nicht gezogen waren und somit vollumfänglich zur Verfügung standen. Das Laufzeitende der syndizierten Kreditlinie ist im Juli 2021, und die Restlaufzeiten der mit fünf Banken abgeschlossenen bilateralen Kreditlinien betragen bis zu fünf Jahre. Die solide Ausstattung mit Liquiditätsreserven ist ein Zeichen der hohen finanziellen Stabilität und Flexibilität der EVN Gruppe.

Nettoverschuldung und Gearing

Mio. EUR und %

Zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten siehe Seite 154f

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis der EVN erhöhte sich im Berichtszeitraum um 34,4 Mio. Euro bzw. 6,4 % auf 572,3 Mio. Euro, hauptsächlich bedingt durch die Verbesserung des Ergebnisses vor Ertragsteuern sowie höhere Abschreibungen. Gegenläufig wirkten das höhere unbare Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen sowie eine Abnahme der langfristigen Rückstellungen. In den Cash Flow aus dem operativen Bereich floss die Reduktion von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch für das Kraftwerksprojekt Walsum 10 negativ ein, während eine Verbesserung im übrigen Working Capital gegenüber dem Vorjahr einen positiven Eekt hatte. In Summe lag der Cash Flow aus dem operativen Bereich mit 508,9 Mio. Euro um 45,9 Mio. Euro bzw. 9,9 % über dem Vorjahreswert.

Der Mittelabfluss im Cash Flow aus dem Investitionsbereich fiel – bei einem insgesamt leicht rückläufigen Investitionsniveau – dank des positiven Schiedsspruchs zum Kraftwerksprojekt Walsum 10, durch den die Anschaungskosten für das Kraftwerk nachträglich reduziert wurden, deutlich geringer aus als im Vorjahr. Zudem wirkte die stichtagsbedingte Abschichtung von Wertpapieren im Pensionsrückdeckungsfonds deutlich positiv und glich damit den gegenläufigen Eekt aus der Übertragung der bisher von der WEEV Beteiligungs GmbH gehaltenen Verbund-Aktien an die EVN AG aus. Per Saldo belief sich der Cash Flow aus dem Investitionsbereich damit im Berichtszeitraum auf –70,6 Mio. Euro (Vorjahr: –230,6 Mio. Euro).

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich betrug im Berichtszeitraum –439,9 Mio. Euro (Vorjahr: –253,9 Mio. Euro). In diesem Betrag sind die Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2015/16 an die Aktionäre der EVN AG und an nicht beherrschende Anteile sowie laufende Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten – insbesondere die planmäßige Tilgung einer Anleihe in Höhe von 150 Mio. Euro – berücksichtigt.

In Summe ergab sich im Geschäftsjahr 2016/17 ein Cash Flow von –1,6 Mio. Euro, die liquiden Mittel beliefen sich per 30. September 2017 auf 221,8 Mio. Euro. Zusätzlich standen der EVN Gruppe wie erwähnt vertraglich zugesagte, nicht gezogene Kreditlinien im Ausmaß von rund 497,0 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen der EVN lagen im Geschäftsjahr 2016/17 mit 303,8 Mio. Euro um 11,6 Mio. Euro bzw. 3,7 % unter dem Vorjahresvolumen.

Im Segment Erzeugung lag der Schwerpunkt weiterhin auf dem Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich. So befanden sich im Berichtsjahr zwei neue Windparks in Bau, deren Inbetriebnahme für das Geschäftsjahr 2017/18 geplant ist: Oberwaltersdorf (10 MW) im Oktober 2017 – hier wurde der Betrieb bereits plangemäß aufgenommen – sowie Sommerein (33 MW), geplant für das Frühjahr 2018. Das Investitionsvolumen des Segments blieb dennoch unter dem Vorjahreswert, der stark durch die Fertigstellung des Windparks Paasdorf-Lanzendorf geprägt gewesen war.

Konzern-Geldflussrechnung – 2016/17 2015/16 +/– 2014/15
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 325,5 198,9 126,6 63,7 207,9
Unbare Ergebniskomponenten 246,8 339,0 –92,2 –27,2 230,1
Cash Flow aus dem Ergebnis 572,3 537,9 34,4 6,4 438,1
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen –52,8 –75,5 22,7 30,1 35,5
Zahlungen für Ertragsteuern –10,5 0,6 –11,1 4,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 508,9 463,0 45,9 9,9 478,3
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen inkl. Baukosten- und Investitionszuschüsse
–144,5 –239,1 94,6 39,6 –242,5
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
–1,0 2,7 –3,7 250,4
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren 74,9 5,9 69,0 –80,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –70,6 –230,6 160,0 69,4 –72,7
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –439,9 –253,9 –186,0 –73,3 –357,3
Cash Flow gesamt –1,6 –21,5 19,9 92,4 48,3
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 223,5 244,9 –21,4 –8,7 197,2
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel –0,1 0,1 –0,2 –0,6
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 221,8 223,5 –1,7 –0,8 244,9
Investitionsschwerpunkte der EVN1) 2016/17 2015/16 +/– 2014/15
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Erzeugung 24,6 31,2 –6,6 –21,1 47,8
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 13,7 25,9 –12,2 –47,1 39,9
davon thermische Kraftwerke 10,3 5,0 5,3 5,8
Energie 20,0 26,0 –6,0 –23,2 22,7
davon Wärmeanlagen 19,9 26,0 –6,1 –23,5 22,4
Netze 153,3 154,7 –1,4 –0,9 160,2
davon Stromnetz 101,8 105,1 –3,3 –3,2 113,4
davon Gasnetz 35,8 35,2 0,6 1,8 33,9
davon Kabel-TV und Telekommunikation 15,7 14,5 1,2 8,6 13,0
Südosteuropa 92,0 93,5 –1,4 –1,5 78,5
Umwelt 11,5 8,1 3,4 42,1 10,9
davon überregionale Versorgungsleitungen und Ortsnetze
für Trinkwasser
8,3 7,3 1,0 13,3 9,4
Alle sonstigen Segmente 2,3 1,9 0,4 19,8 2,5
Summe 303,8 315,4 –11,6 –3,7 322,7

1) Nach Konsolidierung

Struktur der Investitionen

GRI-Indikator: Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen (203-1)

Im Segment Energie galt der Hauptfokus der Investitionstätigkeit erneut dem Ausbau der Fernwärmenetze der EVN und dem Bau von Nahwärmeanlagen bzw. Biomasseheizwerken.

Im Segment Netze lagen die Investitionen auf hohem Niveau, aber dennoch geringfügig unter dem Vorjahreswert. Im Fokus standen einmal mehr der Neubau bzw. die Erweiterung von Umspannwerken und der Ausbau der 110-kV-Leitungen.

Im Segment Südosteuropa legte die EVN den Schwerpunkt ihrer Investitionen weiterhin auf das Thema Versorgungssicherheit.

Im Segment Umwelt schließlich galt der Fokus erneut der Verbesserung von Versorgungssicherheit und -qualität in der Trinkwasserversorgung Niederösterreichs. Investitionen galten daher vor allem Kapazitätssteigerungen bei den Pumpwerken, dem Ausbau überregionaler Leitungsnetze sowie dem Bau einer weiteren Naturfilteranlage zur natürlichen Enthärtung und damit Qualitätssteigerung des Trinkwassers in Niederösterreich.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die obenstehende Tabelle.

Nichtfinanzielle Kennzahlen

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Soziales", "Ökologie" und "Ökonomie" als Gesamtheit und strebt deshalb einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der EVN Konzernstrategie und tragen damit wesentlich zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts der EVN bei. Als Grundlage für den Abgleich zwischen der Konzernstrategie und den Stakeholder-Interessen dient die EVN Wesentlichkeitsmatrix mit ihren Handlungsfeldern. Eine Reihe an Kennzahlen fand als Basis für ein gezieltes Controlling der Nachhaltigkeitsaktivitäten Eingang in das interne und externe Reporting der EVN Gruppe. Ein Auszug der wichtigsten nichtfinanziellen Kennzahlen für die EVN findet sich in diesem Abschnitt.

Versorgungssicherheit, Umwelt- und Klimaschutz

Energieerzeugung

Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit zählt zu den obersten Zielen der EVN. Im Energiebereich spielt dabei – neben vorausschauender Beschaung und hoher technischer Netzqualität – ein flexibler Erzeugungsmix mit ausreichenden Reserve- und Speicherkapazitäten eine wesentliche Rolle. Deshalb bildet der weitere Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen – vor allem aus Windkraft – einen zentralen strategischen Schwerpunkt der EVN. Entsprechende Rahmenbedingungen vorausgesetzt, soll die Windkraftkapazität im Heimmarkt Niederösterreich von derzeit rund 269 MW mittelfristig auf rund 500 MW erhöht werden. Generell verfolgt die EVN das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung nachhaltig zu steigern. Im Geschäftsjahr 2016/17 stammten 34,5 % der Gesamtstromproduktion der EVN aus erneuerbaren Quellen.

Innovation, Forschung und Entwicklung

Die wesentlichsten Handlungsfelder der EVN Wesentlichkeitsmatrix geben auch den Themenrahmen für die Innovations-, Forschungsund Entwicklungsaktivitäten der EVN vor. In diesem Sinn werden primär Projekte zur Versorgungssicherheit, zur Schonung von Umwelt und Ressourcen sowie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verfolgt. Generelle Zielsetzung ist die

Entwicklung von Lösungen für eine emissionsärmere Zukunft, einen e¹zienteren Energieeinsatz und – basierend auf den Kundenbedürfnissen – ein dezentrales Energiesystem.

Im Geschäftsjahr 2016/17 wendete die EVN 2,6 Mio. Euro (davon 5,9 % über Förderungen) für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf. Zu den Forschungsschwerpunkten, die im Berichtsjahr fortgesetzt bzw. vertieft wurden, zählte vor allem das Thema Stromspeicher. Denn der wachsende Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen stellt Stromnetze und bestehende Erzeugungsstrukturen vor große Herausforderungen. Besonders die große Volatilität der Stromerzeugung aus Wind und Sonne sowie die hohen Anforderungen an die Netzstabilität machen hier den Einsatz von Batteriespeichern im Stromnetz (z. B. auch in Haushalten) interessant. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die EVN deshalb verschiedene Batteriesysteme mit unterschiedlichen Eigenschaften und Anwendungszwecken im Rahmen von Forschungsprojekten getestet. Dazu zählten unter anderem:

  • Batteriespeicherprojekt im Windpark Prottes: Der Vorteil der hier eingesetzten Batterie liegt darin, dass sie im Millisekundenbereich arbeitet und deshalb viel rascher als ein konventionelles Kraftwerk auf Laständerungen im Netz reagieren kann. Der Einsatz eines solchen Speichers erlaubt es beispielsweise, die Netzfrequenz zu stabilisieren und Spannungsschwankungen zu kompensieren.
  • Smart-Grid-Projekt im Energiepark Lichtenegg: Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde neben Erzeugungsanlagen der EVN (Kleinwindkraft und Photovoltaik) und steuerbaren Verbrauchern eine Batterie in ein abgegrenztes Niederspannungsnetz (Microgrid) integriert. Das hier untersuchte Anwendungsgebiet eines Stromspeichers bezieht sich auf die nachhaltige, wirtschaftliche und sichere Elektrizitätsversorgung kleiner, abgegrenzter Regionen.
  • Power-to-Gas: Diese Form der Speicherung besteht darin, dass aus überschüssigem Strom aus erneuerbarer Produktion Wassersto und Methan erzeugt werden, die bei Bedarf in Gaskraftwerken wieder zur Stromproduktion eingesetzt werden können.
Energieerzeugung 2016/17 2015/16 2014/15
Anteil erneuerbarer Energie an der Gesamtproduktion % 34,5 34,5 43,1
Erzeugungskapazität aus Windkraftanlagen MW 269 268 250
Eigenerzeugungsquote % 32,7 32,1 25,3

Daneben hat die EVN im Berichtszeitraum folgende Projekte fortgesetzt bzw. initiiert:

  • Nachfolgeprojekt "CO2USE" zur CO2-Abscheideanlage der EVN im Kraftwerk Dürnrohr, um das abgeschiedene CO2 mithilfe biotechnologischer Methoden in einen biologisch abbaubaren Kunststo umzuwandeln
  • Projekt "Joulie", eine interaktive Online-Plattform, die Kunden maßgeschneiderte Produktkonfigurationen für dezentrale Energielösungen und weitere Produkte bietet
  • Projekte im Bereich E-Mobilität

Für die Entwicklung und Durchführung ihrer Innovationsprojekte nutzt die EVN – je nach konkreten Anforderungen angepasste – State-of-the-Art-Innovationsmethoden (z.B. Business Model Canvas). Die Forschungsprojekte finden – nach Maßgabe der konkreten Auf-

Aufwand Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte

1) Förderquote = Anteil der Förderungen am Gesamtaufwand für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte

GRI-Indikator: Finanzielle Unterstützung von Seiten der Regierung (201-4)

gabenstellung und Sinnhaftigkeit – zumeist in Kooperation unter schiedlicher Konzernbereiche mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Industrie statt. Da der Schwerpunkt der EVN in der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung liegt, ergänzen sich die Kompetenzen mit den auf Grundlagenforschung ausgerichteten Profilen der wissenschaftlichen Kooperationspartner.

Im Innovationsprozess wendet die EVN systematisch agile Methoden, z. B. Design Thinking, an, um insbesondere ihre Kundenorientierung gezielt zu vertiefen. Ebenso nutzt sie ein eigenes Technologieradar als Schüsselinstrument für das fokussierte Screening von Technologien.

Die EVN als verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Die EVN ist sich ihrer Verantwortung als Arbeitgeber bewusst und erfüllt hier nicht nur ihre gesetzlich definierten Pflichten. Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeitern sind dabei in Form konzernweiter Grundsätze festgeschrieben. Neben Vorgaben wie Gleichbehandlung und Chancengleichheit definieren diese auch Themen wie Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit sowie betriebliche Sozialpartnerschaft.

Im Geschäftsjahr 2016/17 beschäftigte die EVN durchschnittlich 6.840 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis, der Frauenanteil belief sich zum Stichtag 30. September 2017 auf 23,3 %. Mittelfristig strebt die EVN eine Frauenquote an, die das aktuelle ausbildungsbezogene Geschlechterverhältnis berufsgruppenspezifisch widerspiegelt. Bereits im Geschäftsjahr 2010/11 hat sie dafür das Programm "Frauen@EVN" initiiert.

Die Absicherung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus ihrer Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Personalmanagement der EVN. Organisiert werden die entsprechenden Aus- und Weiterbildungsangebote in Österreich, Bulgarien und Mazedonien durch die EVN Akademie. Ebenso nehmen Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen zentralen Stellenwert ein. Das hohe Sicherheitsniveau wird vor allem durch Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet.

Arbeiten bei der EVN 2016/17 2015/16 2014/15
Mitarbeiter gesamt (auf Vollzeitbasis, FTE) Durchschnitt 6.840 6.830 6.973
Frauenanteil % 23,3 22,6 21,9
Aus- und Weiterbildungsaufwand1) Mio. EUR 2,0 1,8 1,9
Aus- und Weiterbildungsaufwand pro Mitarbeiter1) EUR 288,6 263,4 275,7
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter Stunden 31,3 27,2 30,7
Arbeitsunfälle Anzahl 88 89 87

1) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

Risikomanagement

Risikodefinition

Im EVN Konzern ist Risiko als die potenzielle Abweichung von geplanten Unternehmenszielen definiert.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale durch aktive Risikosteuerung. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Hier werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung de finiert, für deren Umsetzung die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Ebenso erfolgt hier die Analyse des Risikoprofils der EVN. Die Erfassung und das Management von Nachhaltigkeitsund compliance-relevanten Risiken erfolgt im Einklang mit dem zentralen Risikomanagementprozess durch darauf spezialisierte Organisationseinheiten bzw. Prozesse. Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung bzw. Überarbeitung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risiken und entsprechenden Risikosteuerungsmaßnahmen
  • Bewertung und Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen
  • Berichterstattung: Diskussion und Beurteilung des Risikoprofils im Risikoarbeitsausschuss sowie im Konzernrisikoausschuss und gegebenenfalls Einleitung von weiteren Risikosteuerungsmaßnahmen; Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss
  • Prozess-Review: Definition jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind; regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind; regelmäßige Prüfung durch die Interne Revision

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss unterstützt das zentrale Risikomanagement bei der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagementprozesses. Er beurteilt und genehmigt Änderungen in Bezug auf die (Bewertungs-)Methodik und definiert Art und Umfang der Risikoberichterstattung. Stimmberechtigte Mitglieder des Risikoarbeitsausschusses auf Ebene des EVN Konzerns sind die Leiter der Konzernfunktionen Controlling, Generalsekretariat und Corporate Aairs, Finanzwesen, Rechnungswesen, Interne Revision, der Chief Compliance O¹cer (CCO) sowie ein (unternehmensinterner) energiewirtschaftlicher Experte.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus dem Vorstand der EVN AG, den Leitern der Organisationseinheiten und den Mitgliedern des Risikoarbeitsausschusses besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen und verabschiedet die Ergebnisse der Risikoinventur (Risikoberichte).

GRI-Indikator: Eektivität des Risikomanagementprozesses (102-30)

Risikoprofil

Neben den branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten ist das Risikoprofil der EVN vor allem durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen und Veränderungen im Wettbewerbsumfeld geprägt. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Risikoinventur, deren Ergebnisse im Bedarfsfall um Ad-hoc-Risikomeldungen aktualisiert werden, erfolgt eine Kategorisierung in Markt- und Wettbewerbs-, Finanz-, Betriebs-, Umfeld-, Strategieund Planungs- sowie sonstige Risiken, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Energiehandel und -vertrieb

Nachfragerückgänge aufgrund von witterungs- bzw. klimawandelbedingten, demografischen, politischen und technologischen Einflüssen sowie reputations- bzw. wettbewerbsbedingte Kunden- und Absatzmengenverluste können negative Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der EVN haben. Zudem können die Marktpreisentwicklung und -volatilität, eine suboptimale Beschaungsstrategie und sinkende Margen die energiewirtschaftlichen Deckungsbeiträge der EVN negativ beeinflussen.

GRI-Indikator: Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen (201-2)

Erzeugung/Aufbringung

Der Anstieg dezentraler und nicht regelbarer Produktion sowie Schwankungen in Windaufkommen, Wasserführung, Sonnenstunden und Witterungsverhältnissen können sich nachteilig auf das Ergebnis im Erzeugungsbereich auswirken (Preis- und Mengeneekte). Da die Wirtschaftlichkeit und die Werthaltigkeit der

Erzeugungsanlagen maßgeblich von Strom- und Primärenergiepreisen, Wirkungsgraden, energiepolitischen Rahmenbedingungen und Standorten abhängig sind, können nachteilige Entwicklungen einen Wertberichtigungsbedarf auslösen. Darüber hinaus könnte die Bildung bzw. Nachdotierung von Rückstellungen für Belastungen aus langfristigen (Bezugs-)Verträgen erforderlich werden. Trotz der bereits gesetzten Maßnahmen bestehen derartige Risiken weiterhin für thermische Erzeugungsanlagen, aber auch für Wasserkraftwerke und Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energie.

Umwelt

Im Umweltgeschäft sieht die EVN Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Aufgrund von Marktsättigung, eingeschränkten Ressourcen für Infrastrukturprojekte oder Nichtberücksichtigung bzw. Unterliegen in Ausschreibungsverfahren kann das Projektvolumen im Umweltbereich zurückgehen. Die EVN ist zudem Projektabwicklungs- und Lieferantenrisiken wie dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen ausgesetzt.

Finanzrisiken

Im Rahmen des Managements von Kredit- bzw. Forderungsausfallrisiken unterscheidet die EVN zwischen Forderungen gegenüber Endkunden und Forderungen im Finanz- und Energiehandelsbereich sowie bei Großprojekten/-anlagen. Im Endkundenbereich dienen insbesondere ein e¹zientes Forderungsmanagement, die Beurteilung der Kundenbonität auf Basis von Ratings und Erfahrungswerten sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken. Dennoch können die Energieerträge durch mangelnde Kaufkraft bzw. Zahlungsmoral der Kunden belastet werden.

Den Kreditrisiken wird insbesondere im Treasury- und im Energiehandelsbereich sowie im Projekt- und Beschaungsmanagement mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen, Absicherungsinstrumenten wie Bankgarantien sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet.

Im Bereich der kerngeschäftsnahen Beteiligungen (vor allem Verbund AG, Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, Burgenland Holding AG, ENERGIEALLIANZ Austria GmbH) besteht aufgrund des schwierigen energiepolitischen Umfelds die Gefahr, dass nachteilige Ergebnis- und Eigenkapitalentwicklungen auf die EVN durchschlagen.

Im Rahmen der aktiven Steuerung der Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken stellt das niedrige Zinsniveau eine zunehmende Herausforderung für die kurz- bis mittelfristige Veranlagung von liquiden Mitteln dar. Dies kann zu Opportunitätsverlusten führen und negative Auswirkungen auf die Bewertung von Personalrückstellungen sowie auf künftige Tarife haben.

Betriebsrisiken

Insbesondere im Energie- und Netzgeschäft können operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen und -störungen sowie IT- und sicherheitstechnische Probleme auftreten, wodurch es zu Versorgungsunterbrechungen und zum Schlagendwerden von Haftungsund Reputationsrisiken kommen kann. Auch im Umweltgeschäft besteht das Risiko von Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Risiken bestehen auch in der suboptimalen Auslegung und Nutzung technischer Anlagen und der Einschätzung und Umsetzung von technologischen Neuerungen. Zudem bestehen operationelle Risiken in Bezug auf Organisation, Planung, Personal und Compliance.

Umfeldrisiken

Regulierung, Energie- und Umweltgesetzgebung sowie die Veränderung von politischen und öentlichen Positionen zu Energie- und Infrastrukturprojekten sind wesentliche Risikotreiber. Eine Änderung des Förderregimes, das Ausbleiben von erwarteten Förderungen und eine Änderung der gesetzlich fixierten Tarife können die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Politische und wirtschaftliche Instabilität, willkürliche Rechtssetzungs- und Regulierungsmaßnahmen sowie Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen stellen Herausforderungen dar. Erforderliche Genehmigungen und Lizenzen könnten nicht erteilt, entzogen oder nicht verlängert werden.

Vertrags- und Rechtsrisiken bestehen im Zusammenhang mit potenziellen oder bereits anhängigen (Schieds-)Gerichts- und Investitionsschutzverfahren sowie regulatorischen bzw. aufsichtsrechtlichen Prüfungen.

Gesamtrisikoprofil

Neben den Ungewissheiten im Zusammenhang mit Geschäftsfeldern und -betrieben außerhalb von Österreich ist die EVN auch im Heimmarkt Niederösterreich mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld konfrontiert. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur wurden keine Risiken für die Zukunft identifiziert, die den Fortbestand der EVN gefährden könnten.

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Deckungsbeitragsrisiko
(Preis- und Mengene²ekte)
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen
der geplanten Deckungsbeiträge
• Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs
und Absatzpreise (insbesondere für Energieträger)
• Sinkende Nachfrage nach Produkten
bzw. Leistungen der EVN; Rückgang der
Eigenerzeugungsmenge
Auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungs
strategie; Absicherungsstrategien; Diversifizierung
der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder; auf
Kundenbedürfnisse abgestimmte Produktpalette;
längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten
Lieferantenrisiko Überschreiten der geplanten (Projekt-)Kosten;
Verzögerungen bei der Ausführung vertraglich
zugesagter Leistungen
Partnerschaften, möglichst weitgehende
vertragliche Absicherung, externe Expertise
Finanzrisiken1)
Fremdwährungsrisiken Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste) und
Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrech
nung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme
Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente
Liquiditäts-, Cash-Flow- und
Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener
Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche
Liquidität/Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den
erwarteten Konditionen beschaffen zu können
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte
Finanzplanung, Absicherung des benötigten
Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Preis-/Kursänderungsrisiken Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen
(z.B. Fonds) und börsenotierten strategischen Beteili
gungen (z.B. Verbund AG, Burgenland Holding AG)
Monitoring des Verlustpotenzials mittels
täglicher Value-at-Risk-Ermittlung; Anlagerichtlinien
Counterparty-/Kreditrisiken
(Ausfallrisiken)
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem
Geschäftspartner zugesagten Leistung
Vertragliche Konstruktionen, Bonitäts-Monitoring
und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifi
zierung der Geschäftspartner
Beteiligungsrisiken Nichterreichen der Gewinnziele einer
Beteiligungsgesellschaft
Vertretung im Aufsichtsrat bzw. in
Gesellschafter-/Risikoausschüssen der
jeweiligen Beteiligungsgesellschaft
Rating-Veränderung Bei Verringerung der Rating-Einstufung
höhere Refinanzierungskosten
Sicherstellung der Einhaltung relevanter
Finanzkennzahlen
Zinsänderungsrisiken Veränderungen der Marktzinsen,
steigender Zinsaufwand
Einsatz von Absicherungsinstrumenten
Wertminderungs-/Impairment-Risiken Wertberichtigung von Forderungen, Wertminderung
von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. sonstigen
Vermögenswerten
Monitoring mittels Sensitivitätsanalysen
Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten (Garantien)
Finanzieller Schaden durch Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten
Eventualverbindlichkeiten auf erforderliches
Mindestmaß beschränken; laufendes Monitoring
Strategie- und Planungsrisiken
Technologierisiko Spätes Erkennen von und Reagieren auf neue
Technologien (verzögerte Investitionstätigkeit) bzw.
auf Veränderungen von Kundenbedürfnissen;
Investitionen in die "falschen" Technologien
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten,
eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte,
ständige Anpassung an den Stand der Technik
Planungsrisiko Modellrisiko, Treffen von falschen bzw.
unvollständigen Annahmen, Opportunitätsverluste
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut
ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter
und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische Risiken Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe, Schnittstellen,
Doppelgleisigkeiten
Prozessmanagement, Dokumentation,
internes Kontrollsystem (IKS)

1) Zum Einsatz von Finanzinstrumenten siehe auch Seite 168ff und Seite 171ff

Risikokategorie
Betriebsrisiken
Beschreibung Maßnahme
Infrastrukturrisiken Falsche Auslegung und Nutzung der
technischen Anlagen
Beheben von technischen Schwachstellen,
regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen
der vorhandenen und künftig benötigten
Infrastruktur
Störungen/Netzausfall
(Eigen- und Fremdanlagen), Unfälle
Versorgungsunterbrechung, Gefährdung von
Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch
Explosionen/Unfälle
Technische Nachrüstung bei den Schnittstellen der
unterschiedlichen Netze, Ausbau und Instandhaltung
der Netzkapazitäten
IT-/Sicherheitsrisiken
(inkl. Cyber Security)
Systemausfälle; Datenverlust bzw. unbeabsichtigter
Datentransfer; Hackerangriffe
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung,
Back-up-Systeme, technische Wartung,
externe Prüfung, Arbeitssicherheitsmaßnahmen,
Krisenübungen
Mitarbeiterrisiken Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitern, Aus
fall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder
Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme,
kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste bzw.
unbewusste Fehldarstellung von Transaktionen
bzw. Jahresabschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld, Gesundheits- und
Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle,
Schulungen, Konzerntage, internes Kontroll
system (IKS)
Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische und
politische Risiken
Veränderung der politischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen
Umfelds (z.B. Umweltgesetze, wechselnde recht
liche Rahmenbedingungen, Marktliberalisierung
in Südosteuropa); Netzbetrieb: Nichtanerkennung
der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif
durch den Regulator
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene; angemessene
Dokumentation und Leistungsverrechnung
Rechts- und Prozessrisiko Nichteinhalten von Verträgen, Prozessrisiko aus
diversen Klagen
Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und
EU-weiten Interessenvertretungen, Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaftliches
Umfeld
Konjunkturelle Entwicklungen, Schulden-/Finanzkrise,
stagnierende oder rückläufige Kaufkraft, steigende
Arbeitslosigkeit
Weitestgehende Ausschöpfung von (anti-)zyklischen
Optimierungspotenzialen
Vertragsrisiken Nichterkennen von Problemen im juristischen,
wirtschaftlichen und technischen Sinn;
Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von
Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und
laufendes Monitoring
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewährung,
Non-Compliance
Weitergabe vertraulicher interner Informationen an
Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption
Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien
und Standards, Verhaltenskodex,
Compliance-Organisation
Projektrisiko z.B. Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau
neuer Kapazitäten
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen
Parameter
Co-Investment-Risiko Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von
Großprojekten gemeinsam mit Partnerunternehmen
Vertragliche Absicherung, effizientes
Projektmanagement
Sabotage Sabotage z.B. bei Erdgasleitungen,
Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen
Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige
Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte
Imagerisiko Reputationsschaden Transparente und proaktive Kommunikation,
nachhaltige Unternehmenssteuerung

Konzernlagebericht

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands und ist gemäß § 92 Abs. 4a Z. 4b AktG vom Prüfungsausschuss auf seine Wirksamkeit hin zu überwachen.

Das IKS für den Rechnungslegungsprozess der EVN wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht, und die Ergebnisse daraus werden dem Management und dem Prüfungsausschuss berichtet. Das IKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzberichterstattung weiter erhöht wird. Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale besteht aus den fünf zusammenhängenden Komponenten Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für alle Mitarbeiter des gesamten Konzerns.

Zum EVN Verhaltenskodex siehe www.evn.at/verhaltenskodex

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen der EVN. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und die sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister

oder qualifizierte Mitarbeiter erstellt. Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen – das sind im Wesentlichen die Leiter der Organisationseinheiten sowie der Konzernfunktionen – verantwortlich.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen. Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden. Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wichtigsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird mit dem ERP-Softwaresystem SAP, Modul FI (Finanz-/Rechnungswesen) geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt mit der Software Hyperion Financial Management, in die die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugrisberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Das IKS für die Finanzberichterstattung und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es im Geschäftsjahr Risikovorfälle gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden im Sinn der kontinuierlichen Weiterentwicklung des IKS für die Finanzberichterstattung Prozessanpassungen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht zweimal jährlich eine Berichterstattung über das IKS für die Finanzberichterstattung an den Vorstand und den Prüfungsausschuss, die als Informationsgrundlage zur Beurteilung der E¹zienz und Eektivität des IKS dient und die Steuerbarkeit des IKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch das IKS-Management in Zusammenarbeit mit dem IKS-Komitee auf Basis der Informationen der IKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden die relevanten Informationen zudem auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitern der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Die Interne Revision der EVN führt regelmäßig Prüfungen des IKS für die Finanzberichterstattung durch, deren Ergebnisse ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontrollsystems Berücksichtigung finden.

GRI-Indikatoren: Prüfung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen (102-31); Kommunikation kritischer Bedenken (102-33); Art und Gesamtzahl kritischer Bedenken (102-34)

Aktienstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch

    1. Per 30. September 2017 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, die jeweils im gleichen Umfang am Grundkapital beteiligt sind. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Es existiert nur diese eine Aktiengattung. Alle Aktien verkörpern die gleichen Rechte und Pflichten und werden auf dem Prime Market der Wiener Börse gehandelt.
    1. Es gibt keine über die Bestimmungen des Aktiengesetzes hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte bzw. Vereinbarungen über die Beschränkung der Übertragbarkeit von Aktien. Hinzuweisen ist jedoch darauf, dass die Übertragbarkeit der Beteiligung des Landes Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, durch bundes- und landesverfassungsgesetzliche Bestimmungen eingeschränkt ist.
    1. Auf Basis dieser verfassungsrechtlichen Vorschriften ist das Land Niederösterreich mit 51,0 % Mehrheitsaktionär der EVN AG. Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist der EnBW Trust e.V., ein im Vereinsregister des Amtsgerichts Mannheim unter VR 3737 eingetragener Verein mit Sitz in Karlsruhe, der zum 30. September 2017 Aktien im Ausmaß von 30,6 % des Grundkapitals treuhändig für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 107956, hielt. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zu diesem Stichtag 1,1 %; der Streubesitz belief sich somit auf 17,3 %.
    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht unmittelbar selbst bei der Hauptversammlung aus. Es besteht in der EVN AG kein Aktienoptionsprogramm.
    1. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und höchstens fünfzehn Mitgliedern. Sofern das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt, beschließt die Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. Mit Beschluss vom 21. Jänner 2016 ermächtigte die 87. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG den Vorstand, während einer Geltungsdauer von 30 Monaten auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck (i) der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Ausmaß von insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN zu erwerben. Derzeit macht der Vorstand von diesem Ermächtigungsbeschluss keinen Gebrauch.
    1. Aufgrund der oben in Punkt 2. und 3. erwähnten Rechtslage ist ein Kontrollwechsel im Sinn des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB in der EVN AG derzeit von Gesetzes wegen unzulässig. Allfällige Folgewirkungen eines Kontrollwechsels können daher nicht eintreten.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017/18

Die breite Aufstellung der EVN Gruppe entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette, ergänzt und zusätzlich diversifiziert durch das Umweltgeschäft, bildet eine solide Basis für einen stabilen Geschäftsverlauf. Die vergangenen Jahre zeigen auch, dass sich das integrierte Geschäftsmodell der EVN in einem herausfordernden Umfeld bewährt.

Die EVN wird auch im Geschäftsjahr 2017/18 einen Schwerpunkt auf Investitionen im Bereich ihrer Netzinfrastruktur legen. Umfangreiche Investitionen im Bereich der Stromnetze sind notwendig, um die steigenden Anlagenkapazitäten im Bereich der erneuerbaren Erzeugung, besonders Windkraft und Photovoltaik, adäquat anzubinden. Zentrale Zielsetzung ist dabei die Anpassung des Netzes an die Anforderungen, die eine dezentrale Erzeugung mit sich bringt.

Die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Erzeugungsmengen, deren volatiler Verlauf nicht planbar ist, macht zudem ausreichende Kraftwerkskapazitäten für die Netzstabilisierung unverzichtbar. Die thermischen Kraftwerke der EVN stehen deshalb schon seit Jahren für die Lieferung von Ausgleichsenergie und das Engpassmanagement zur Verfügung. Auch für das Winterhalbjahr 2017/18 hat die EVN einen entsprechenden Vertrag mit dem süddeutschen Übertragungsnetzbetreiber abgeschlossen.

Im Bereich der erneuerbaren Erzeugung steht vor allem die Windenergie im Zentrum der Ausbaupläne. Entsprechende Rahmenbedingungen vorausgesetzt, hält die EVN einen Ausbau ihrer Windkraftkapazitäten auf 500 MW über die nächsten Jahre für realistisch.

Einen weiteren Schwerpunkt der Investitionsstrategie der EVN bildet die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich. Hier zielen die Investitionen vor allem auf Versorgungssicherheit auch in

niederschlagsarmen Perioden und auf die natürliche Reduktion der Wasserhärte mithilfe von Naturfilteranlagen ab.

Nachdem die Netzverluste in Südosteuropa in den vergangenen Jahren bereits deutlich gesenkt werden konnten, sollen im kommenden Geschäftsjahr weitere Schritte in diese Richtung unternommen werden. Hinsichtlich des beim Schiedsgericht der Weltbank gegenüber der Republik Bulgarien angestrengten Verfahrens wird im Lauf des Geschäftsjahres 2017/18 der Schiedsspruch erwartet.

Am 1. Jänner 2018 beginnt in Österreich die neue fünfjährige Regulierungsperiode für den Erdgasnetzbetrieb. In der von der Regulierungsbehörde zugestandenen Vergütung für das eingesetzte Kapital wird sich das gesunkene allgemeine Zinsniveau widerspiegeln. Dies wird in weiterer Folge zu einer Reduktion der Netztarife führen.

Im Umweltbereich ist die für das internationale Projektgeschäft verantwortliche WTE Wassertechnik als Bestbieter aus der Ausschreibung für ein Abwasserprojekt in Kuwait hervorgegangen. Die endgültige Auftragsvergabe steht noch aus und hängt von der abschließenden Prüfung des Angebots durch die ausschreibende kuwaitische Behörde ab.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr trafen mehrere außerordentliche Umstände zusammen, die das Konzernergebnis 2016/17 positiv beeinflusst haben. Unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist für das Geschäftsjahr 2017/18 von einer Rückkehr auf ein normalisiertes Konzernergebnis im Schnitt der Geschäftsjahre 2015/16 und 2016/17 auszugehen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die eingeleiteten Verfahren in Bulgarien, die verbleibenden Verfahren im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Walsum 10 sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das Konzernergebnis jedoch wesentlich beeinflussen.

Maria Enzersdorf, am 20. November 2017

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Segmentberichterstattung

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst sechs berichtspflichtige Segmente. Deren Abgrenzung bzw. Definition erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich auf Grundlage der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Im Segment Alle sonstigen

Segmente werden dabei alle jene Geschäftstätigkeiten zusammengefasst, die mangels Überschreiten der quantitativen Schwellenwerte nicht separat berichtspflichtig sind.

Geschäftsbereiche Segmente Wesentliche Aktivitäten
Energiegeschäft Energie • Vermarktung des im Segment Erzeugung produzierten Stroms
• Beschaffung von Strom, Erdgas und Primärenergieträgern
• Handel mit und Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und
auf Großhandelsmärkten
• Wärmeproduktion und -verkauf
• 45,0 %-Beteiligung an der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH1)
• Beteiligung als alleiniger Kommanditist an der
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG (EVN KG)1)
Erzeugung • Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und
erneuerbarer Energie an österreichischen und internationalen
Standorten
• 13,0 %-Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH
(Deutschland)1)
• 49,0 %-Beteiligung am Steinkohlekraftwerk Walsum 10
(Deutschland)2)
• 49,99 %-Beteiligung am Laufkraftwerk Ashta (Albanien)1)
Netze • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom und Erdgas
in Niederösterreich
• Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen in
Niederösterreich und im Burgenland
Südosteuropa • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom in
Bulgarien und Mazedonien
• Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft in Mazedonien
• Wärmeerzeugung, -verteilung und -verkauf in Bulgarien
• Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien
• Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt • Wasserver- und Abwasserentsorgung in Niederösterreich
• Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in Niederösterreich
• Internationales Projektgeschäft: Planung, Errichtung, Finanzierung
und Betriebsführung (je nach Projektauftrag) von Anlagen für die
Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische
Abfallverwertung
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Alle sonstigen Segmente • 50,03 %-Beteiligung an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft;
diese hält 100 % der Anteile an der Rohöl-Aufsuchungs Aktien
gesellschaft (RAG)1)
• 73,63 %-Beteiligung an der Burgenland Holding AG;
diese ist mit 49,0 % an der Energie Burgenland AG beteiligt1)
• 12,63 %-Beteiligung an der Verbund AG3)
• Konzerndienstleistungen

1) Der Ergebnisbeitrag wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

2) Die Beteiligung an der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen (Joint Operation) abgebildet.

3) Der Dividendenbeitrag wird im Finanzergebnis erfasst.

EVN Stromerzeugung aus thermischen und erneuerbaren Energieträgern

EVN Wärmeerzeugung aus thermischen und erneuerbaren Energieträgern

1) Stromerzeugung aus Biomasse, Sonnenenergie und sonstigen erneuerbaren Energieträgern

1) Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

2) Dampf aus thermischer Abfallverwertung

GRI-Indikator: Erzeugte Energie nach Quelle

Energiewirtschaftliche Kennzahlen +/–
Konzern GWh 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Stromerzeugung 6.059 5.866 193 3,3 4.882
Erneuerbare Energie 2.093 2.026 67 3,3 2.106
Wärmekraftwerke 3.966 3.840 126 3,3 2.777
Netzabsatz
Strom 22.622 21.532 1.090 5,1 21.684
Erdgas1) 18.777 16.288 2.489 15,3 14.989
Energieverkauf an Endkunden
Strom 18.544 18.292 252 1,4 19.263
davon Mittel- und Westeuropa2) 6.493 6.410 83 1,3 6.804
davon Südosteuropa 12.051 11.882 169 1,4 12.459
Erdgas 5.744 5.134 611 11,9 5.241
Wärme 2.293 2.082 211 10,1 2.038
davon Mittel- und Westeuropa2) 2.062 1.898 163 8,6 1.827
davon Südosteuropa 231 184 47 25,7 211

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Energie

Highlights 2016/17

  • • Strom-, Erdgas- und Wärmeabsatz an Endkunden über Vorjahresniveau
  • • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern
  • • Wertminderungen im Wärmebereich

Entwicklung der Energieabsatzmengen

Die Energieabsatzmengen an Endkunden lagen im Geschäftsjahr 2016/17 sowohl bei Strom als auch bei Erdgas und Wärme über den Werten der Vergleichsperiode. Während der Stromabsatz um 83 GWh bzw. 1,3 % auf 6.493 GWh zunahm, lag der Erdgasabsatz aufgrund des kalten Winters mit 5.660 GWh um 562 GWh bzw. 11,0 % über dem Vorjahresniveau. Der Wärmeabsatz verzeichnete einen Anstieg um 163 GWh bzw. 8,6 % auf 2.062 GWh.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments lagen in der Berichtsperiode mit 520,5 Mio. Euro um 57,0 Mio. Euro bzw. 12,3 % über dem Vorjahreswert. Hauptelemente dieses Anstiegs waren höhere Erlöse aus der Vermarktung des in den – vermehrt zur Netzstabilisierung eingesetzten – thermischen Kraftwerken erzeugten Stroms, aus den Erdgashandelsaktivitäten und aus dem Wärmeverkauf. Gegenläufig wirkten hingegen Effekte aus der stichtagsbedingten Bewertung von Absicherungsgeschäften.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand verringerte sich trotz gestiegener Energieabsatzmengen um 35,7 Mio. Euro bzw. 6,5 % auf 518,1 Mio. Euro. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die in der Vergleichsperiode gebildete Rückstellung für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion. Aufwandsmindernd wirkte zudem die Stichtagsbewertung von Absicherungsgeschäften.

Kennzahlen – +/–
Energie 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Strom 6.493 6.410 83 1,3 6.804
Erdgas 5.660 5.098 562 11,0 5.241
Wärme 2.062 1.898 163 8,6 1.827
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 512,0 448,5 63,6 14,2 470,9
Innenumsatz 8,4 15,0 –6,6 –43,7 14,9
Gesamtumsatz 520,5 463,4 57,0 12,3 485,8
Operativer Aufwand –518,1 –553,8 35,7 6,5 –558,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 99,4 62,1 37,3 60,1 70,0
EBITDA 101,8 –28,3 130,1 –2,9
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –27,9 –17,4 –10,5 –60,5 –17,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 73,9 –45,7 119,6 –20,6
Finanzergebnis –2,7 –4,7 2,0 42,4 –5,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 71,2 –50,3 121,5 –25,6
Gesamtvermögen 696,3 682,0 14,3 2,1 612,8
Gesamtschulden 512,0 585,1 –73,0 –12,5 518,7
Investitionen1) 20,0 26,0 –6,0 –23,2 22,7

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter betrug in der Berichtsperiode 99,4 Mio. Euro (Vorjahr: 62,1 Mio. Euro). Die hier verzeichnete Erhöhung beruht neben einem positiven operativen Geschäftsverlauf auch auf der stichtagsbedingten Bewertung von Absicherungsgeschäften.

Operatives Ergebnis

Per Saldo lag das EBITDA mit 101,8 Mio. Euro um 130,1 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen nahmen um 10,5 Mio. Euro bzw. 60,5 % auf 27,9 Mio. Euro zu, von denen 9,7 Mio. Euro auf Wertminderungen im Wärmebereich entfielen (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). In Summe errechnet sich daraus ein Segment-EBIT von 73,9 Mio. Euro (Vorjahr: –45,7 Mio. Euro).

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 2,0 Mio. Euro bzw. 42,4 % auf –2,7 Mio. Euro. Damit ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 71,2 Mio. Euro (Vorjahr: –50,3 Mio. Euro).

Investitionen

Das Investitionsvolumen des Segments verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 6,0 Mio. Euro bzw. 23,2 % auf 20,0 Mio. Euro. Weiterhin lag der Fokus dabei ausschließlich auf dem Anlagen- und Netzausbau im Wärmebereich.

Ausblick

Das Geschäftsjahr 2017/18 hält mit der Preisentwicklung auf den Großhandelsmärkten, die einen tendenziellen Anstieg der Beschaffungskosten erwarten lässt, sowie dem zunehmenden Wettbewerb deutliche Herausforderungen für die EVN bereit. Zusätzlich kann der Geschäftsverlauf durch die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Vermarktung der eigenen Stromproduktion wesentlich beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund wird ein positives Ergebnis erwartet, das jedoch unter dem Niveau des Vorjahres liegen dürfte.

Erzeugung

Highlights 2016/17

  • • Anstieg der Stromproduktion aus erneuerbarer Energie
  • • Vermehrter Einsatz der Wärmekraftwerke zur Netzstabilisierung in Österreich und im süddeutschen Raum
  • • Verbessertes EBITDA
  • • Wertminderungen belasteten das Ergebnis

Entwicklung der Erzeugung

Die Stromerzeugung des Segments lag im Geschäftsjahr 2016/17 mit 5.280 GWh um 175 GWh bzw. 3,4 % über dem Niveau des Vorjahres. Dabei konnte die Erzeugung aus erneuerbarer Energie trotz des im Vergleich zum Vorjahr geringeren Wasserdargebots um 69 GWh bzw. 4,2 % auf 1.695 GWh weiter gesteigert werden. Hauptgrund dafür war – neben einem insgesamt höheren Winddargebot – der erstmals ganzjährige Betrieb des Windparks Paasdorf-Lanzendorf. Auch die Stromerzeugung aus Wärmekraftwerken erhöhte sich im Berichtszeitraum um 106 GWh bzw. 3,0 % auf 3.585 GWh. Während hier die Wärmekraftwerke der EVN vermehrt zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland eingesetzt wurden, ging die Stromerzeugung im Kraftwerk Walsum 10 zurück.

Im Berichtszeitraum konnten auf Konzernebene 32,7 % (Vorjahr: 32,1 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der gesamten Stromproduktion der EVN Gruppe lag bei 34,5 % (Vorjahr: 34,5 %).

Umsatzentwicklung

Dank der im Vergleich zur Vorjahresperiode höheren Erlöse aus der Bereitstellung von Regelenergie und Reservekapazitäten zur Netzstabilisierung stiegen die Umsatzerlöse des Segments um 18,3 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 240,0 Mio. Euro. Einen weiteren positiven Beitrag leistete der ganzjährige Betrieb des neuen Windparks Paasdorf-Lanzendorf in der Berichtsperiode.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand des Segments erhöhte sich im Jahresabstand um 11,6 Mio. Euro bzw. 10,2 % auf 125,1 Mio. Euro. Hauptgründe dafür waren ein Anstieg der Primärenergiekosten durch den vermehrten Einsatz der Wärmekraftwerke zur Netzstabilisierung sowie Aufwendungen für Kraftwerksinstandhaltungen.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verbesserte sich trotz einer Wertminderung der Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH im dritten

Kennzahlen – +/–
Erzeugung 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 5.280 5.105 175 3,4 4.089
davon erneuerbare Energie 1.695 1.626 69 4,2 1.673
davon Wärmekraftwerke 3.585 3.479 106 3,0 2.416
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 53,7 46,0 7,7 16,7 52,7
Innenumsatz 186,3 175,7 10,6 6,0 160,4
Gesamtumsatz 240,0 221,7 18,3 8,3 213,1
Operativer Aufwand –125,1 –113,5 –11,6 –10,2 –119,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter –11,1 –34,1 23,0 67,4 –24,6
EBITDA 103,7 74,1 29,7 40,1 68,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–110,7 –69,2 –41,5 –59,9 –79,2
Operatives Ergebnis (EBIT) –7,0 4,8 –11,8 –10,5
Finanzergebnis –10,0 –22,4 12,4 55,3 –18,2
Ergebnis vor Ertragsteuern –17,0 –17,6 0,6 3,4 –28,7
Gesamtvermögen 923,4 1.094,5 –171,0 –15,6 1.157,2
Gesamtschulden 662,6 845,0 –182,5 –21,6 959,1
Investitionen1) 26,3 33,8 –7,5 –22,3 54,4

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Quartal um 23,0 Mio. Euro bzw. 67,4 % auf –11,1 Mio. Euro. In der Vergleichsperiode hatten sich hier Einmaleffekte aus Wertminderungen der Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Ashta sowie der Verbund Innkraftwerke GmbH ergebnismindernd ausgewirkt.

Operatives Ergebnis

Per Saldo lag das EBITDA für das Segment Erzeugung im Geschäftsjahr 2016/17 mit 103,7 Mio. Euro um 29,7 Mio. Euro bzw. 40,1 % über jenem des Vorjahres. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen beliefen sich auf 110,7 Mio. Euro (Vorjahr: 69,2 Mio. Euro), davon entfielen 61,1 Mio. Euro auf Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Vorjahr: 15,9 Mio. Euro). Letztere betrafen vor allem Wertminderungen auf das geplante bulgarische Wasserkraftwerk Gorna Arda, auf Strombezugsrechte sowie auf erneuerbare und thermische Erzeugungsanlagen.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verbesserte sich auf der Grundlage positiver Einmaleffekte im Zinsergebnis in der Berichtsperiode um 12,4 Mio. Euro bzw. 55,3 % auf –10,0 Mio. Euro. In Summe lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit –17,0 Mio. Euro auf dem Niveau der Vergleichsperiode (Vorjahr: –17,6 Mio. Euro).

Investitionen

Das Investitionsvolumen des Segments verringerte sich um 7,5 Mio. Euro bzw. 22,3 % auf 26,3 Mio. Euro. Der Wert der Vergleichsperiode war allerdings stark durch die Fertigstellung des Windparks Paasdorf-Lanzendorf geprägt gewesen.

Ausblick

Die thermischen Erzeugungskapazitäten der EVN werden aufgrund der geringen oder negativen Spreads weiterhin primär zur Lieferung von Ausgleichsenergie und für das Engpassmanagement eingesetzt. Für das Winterhalbjahr 2017/18 stehen die thermischen Kraftwerke der EVN dabei erneut zur Netzstabilisierung im süddeutschen Raum unter Vertrag. Die Ergebnisse der Anlagen zur erneuerbaren Erzeugung hängen neben den Strompreisen auch vom Wasser- und Winddargebot ab. Hier sollte sich die zusätzliche Windstromproduktion positiv auswirken, die aus der Inbetriebnahme der Windparks in Oberwaltersdorf (10 MW) im Oktober 2017 sowie in Sommerein (33 MW; geplant für das Frühjahr 2018) resultiert. In Summe ist für 2017/18 – auch durch den Wegfall der Bewertungseffekte des Vorjahres – von einer Ergebnisverbesserung auszugehen. Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen können die Erlös- und Ergebnisentwicklung des Segments allerdings wesentlich beeinflussen.

Netze

Highlights 2016/17

  • • Anstieg des Netzabsatzes
  • Witterungsbedingte Mengeneffekte bei Strom und Erdgas
  • Zusätzliche Dynamik bei Erdgas durch höhere thermische Stromerzeugung zur Netzstabilisierung
  • • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern
  • • Investitionsfokus weiterhin auf Versorgungssicherheit

Entwicklung des Netzabsatzes

Die Netzabsatzmengen lagen sowohl bei Strom als auch bei Erdgas über dem Vorjahresniveau. Zurückzuführen ist dies teils auf den kalten Winter, teils aber auch auf höhere Nachfrage im Sommer. Bei Erdgas wirkte sich zusätzlich der häufigere Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung positiv auf die Mengenentwicklung aus. In Summe erhöhte sich der Stromnetzabsatz um 324 GWh bzw. 4,0 % auf 8.452 GWh, der Gasnetzabsatz lag mit 18.642 GWh um 2.426 GWh bzw. 15,0 % über dem Vorjahresniveau.

Umsatzentwicklung

Die österreichischen Strom- und Gasnetztarife werden im Rahmen der Anreizregulierung jeweils mit Beginn des Kalenderjahres durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2017 hat diese die Netznutzungsentgelte für Haushaltskunden bei Strom um durchschnittlich 9,2 % und bei Erdgas um durchschnittlich 13,3 % erhöht. Diese vom Regulator verfügten Erhöhungen korrespondieren mit der erforderlichen hohen Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren, insbesondere zur Einbindung von erneuerbarer Erzeugung, sowie mit dem Vergleich der Netzabsatzmengen zur jeweiligen Referenzperiode.

Auf Basis der beschriebenen Preis- und Mengeneffekte sowie einer positiven Geschäftsentwicklung der kabelplus im Business- und Internetbereich verzeichneten die Umsatzerlöse des Segments einen Anstieg um 73,8 Mio. Euro bzw. 15,0 % auf 566,7 Mio. Euro.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand blieb im Berichtsjahr mit 273,8 Mio. Euro nahezu konstant (Vorjahr: 272,3 Mio. Euro). Damit konnte das EBITDA um 72,2 Mio. Euro bzw. 32,7 % auf 292,9 Mio. Euro zulegen, und auch das EBIT nahm bei investitionsbedingt höheren Abschreibungen von 115,2 Mio. Euro (Vorjahr: 110,3 Mio. Euro) um 67,3 Mio. Euro bzw. 61,1 % auf 177,6 Mio. Euro deutlich zu.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis bewegte sich mit –16,6 Mio. Euro leicht über dem Vorjahresniveau von –17,5 Mio. Euro. Per Saldo erzielte das Segment Netze damit ein Ergebnis von Ertragsteuern von 161,0 Mio. Euro (Vorjahr: 92,8 Mio. Euro).

Investitionen

Investitionen in die niederösterreichische Netzinfrastruktur zur Stützung und kontinuierlichen Verbesserung von Versorgungssicherheit und -qualität bildeten auch im Geschäftsjahr 2016/17 den zentralen Schwerpunkt der EVN. Der Neubau oder die Erweiterung von Umspannwerken sichert den Transport von Windenergie von dezentralen Produktionsstandorten in den nachfrageintensiveren niederösterreichischen Zentralraum. Ein Beispiel dafür ist das nunmehr erweiterte und modernisierte Umspannwerk Eggenburg, das als zentraler 110-kV-Netzknoten zwischen dem Wald- und dem Weinviertel fungiert. Weitere Vorhaben, die gezielt der Integration von erneuerbarer Energie in die Netze dienen, betreffen den Ausbau des 110-kV-Leitungsnetzes der EVN. In Summe beliefen sich die Investitionen im Segment Netze im Berichtsjahr auf 153,3 Mio. Euro (Vorjahr: 154,7 Mio. Euro).

Ausblick

Auf Basis der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen werden die Netztarife für Strom im Geschäftsjahr 2017/18 mit 1. Jänner 2018 steigen und jene für Erdgas sinken. Mit Beginn der neuen Regulierungsperiode für das Erdgas-Verteilnetz am 1. Jänner 2018 wird zudem ein geringerer gewichteter Kapitalkostensatz zur Anwendung kommen, der bei der Festlegung des Netztarifs durch die E-Control-Kommission berücksichtigt ist. Durch die anhaltend intensive Investitionstätigkeit der EVN im Netzbereich werden auch die planmäßigen Abschreibungen in diesem Segment weiter steigen. In Summe ist daher für das Geschäftsjahr 2017/18 von einem Ergebnis unter dem Vorjahresniveau auszugehen.

Kennzahlen – +/–
Netze 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 8.452 8.128 324 4,0 8.121
Erdgas 18.642 16.216 2.426 15,0 14.958
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 497,9 434,2 63,8 14,7 412,8
Innenumsatz 68,8 58,7 10,0 17,1 59,2
Gesamtumsatz 566,7 492,9 73,8 15,0 472,0
Operativer Aufwand –273,8 –272,3 –1,5 –0,6 –270,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 292,9 220,6 72,2 32,7 201,2
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–115,2 –110,3 –4,9 –4,4 –105,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 177,6 110,3 67,3 61,1 95,5
Finanzergebnis –16,6 –17,5 0,8 4,8 –17,4
Ergebnis vor Ertragsteuern 161,0 92,8 68,2 73,4 78,1
Gesamtvermögen 1.921,3 1.883,5 37,7 2,0 1.831,5
Gesamtschulden 1.317,2 1.357,1 –39,8 –2,9 1.294,8
Investitionen1) 153,3 154,7 –1,4 –0,9 160,2

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Südosteuropa

Highlights 2016/17

  • • Temperaturbedingter Anstieg im Netz- und Energieabsatz
  • • Positiver Einmaleffekt durch Einigung mit der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK
  • • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen

Mit Vereinbarung vom 13. Februar 2017 einigten sich die Vertriebsgesellschaft EVN Bulgaria EC und die staatliche bulgarische Elektrizitätsgesellschaft NEK auf die Abgeltung noch offener Forderungen für von der EVN Bulgaria EC vorfinanzierte Ökostrom-Mehrkosten und Verzugszinsen durch die NEK. Die Umsetzung erfolgte durch die von beiden Parteien nunmehr anerkannte Aufrechnung der genannten Forderungen der EVN Bulgaria EC mit Forderungen der NEK aus Energielieferungen an die EVN Bulgaria EC. Diese Einigung führte bei der EVN Bulgaria EC zu einer Zuschreibung in der Vergangenheit wertberichtigter Forderungen.

Mit Entscheidung vom 4. August 2017 wurde das von der bulgarischen Regulierungsbehörde für den Strombereich gegen die EVN Bulgaria EC am 19. März 2014 wegen der erwähnten Aufrechnungen eingeleitete Verfahren zur Entziehung der Lizenz nach der im Februar 2017 erzielten Einigung mit der NEK formal eingestellt.

Das von der EVN gegenüber der Republik Bulgarien angestrengte internationale Schiedsgerichtsverfahren vor dem International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) bleibt weiterhin anhängig, die Klagsforderung wurde unter Berücksichtigung des oben angeführten Vergleichs mit der NEK entsprechend eingeschränkt.

  • Zum regulatorischen Umfeld siehe Seite 76
  • Zu wettbewerbsrechtlichen Verfahren siehe Seite 57

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung des Energie- und des Stromnetzabsatzes in Bulgarien und Mazedonien war im Geschäftsjahr 2016/17 durch die deutlich niedrigeren Temperaturen während des Winters geprägt. Einen Anstieg verzeichnete aber auch der kühlungsbedingte Energiebedarf während des Sommers. Vor diesem Hintergrund stieg der

Stromnetzabsatz im Segment Südosteuropa um 767 GWh bzw. 5,7 % auf 14.170 GWh, und auch der Stromabsatz an Endkunden legte um 169 GWh bzw. 1,4 % auf 12.051 GWh zu. Der Verkauf von Wärme an Endkunden in Bulgarien nahm um 47 GWh bzw. 25,7 % auf 231 GWh zu.

Die Stromerzeugung der EVN in Südosteuropa ging hingegen um 15 GWh bzw. 3,3 % auf 436 GWh zurück. Ein Anstieg der thermischen Stromerzeugung der Cogeneration-Anlage in Plovdiv um 31 GWh bzw. 11,2 % auf 306 GWh konnte dabei den Rückgang der erneuerbaren Erzeugung um 46 GWh bzw. 26,1 % auf 129 GWh nur teilweise ausgleichen. Verantwortlich für diese Reduktion war das Wasserdargebot in Mazedonien, das sowohl unter dem Vorjahresniveau als auch unter dem langjährigen Durchschnitt blieb.

Umsatzentwicklung

Auf Grundlage dieser energiewirtschaftlichen Entwicklungen erhöhten sich die Umsatzerlöse des Segments im Berichtsjahr um 8,3 Mio. Euro bzw. 0,9 % auf 958,0 Mio. Euro.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand lag mit 790,6 Mio. Euro um 29,6 Mio. Euro bzw. 3,6 % unter dem Wert des Vorjahres, zurückzuführen vor allem auf einen positiven Einmaleffekt aus der erwähnten Einigung mit der NEK. Damit erhöhte sich das EBITDA um 37,9 Mio. Euro bzw. 29,2 % auf 167,3 Mio. Euro. Einen Rückgang um 7,8 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 86,3 Mio. Euro zeigten die Abschreibungen einschließlich der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen. Zwar musste im Berichtsjahr aufgrund eines weiteren nachteiligen Preisentscheids des Regulators bei der bulgarischen Fernwärmegesellschaft TEZ Plovdiv erneut eine Wertminderung von 24,0 Mio. Euro vorgenommen werden, diese fiel jedoch im Gegensatz zum Vorjahr geringer aus. In Summe ergab sich daraus ein EBIT von 81,0 Mio. Euro (Vorjahr: 35,4 Mio. Euro).

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis des Segments blieb mit –23,0 Mio. Euro nahezu konstant (Vorjahr: –23,3 Mio. Euro). Per Saldo erwirtschaftete das Segment Südosteuropa somit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 58,0 Mio. Euro (Vorjahr: 12,1 Mio. Euro).

Investitionen

Die Investitionen des Segments lagen mit 92,0 Mio. Euro um 1,4 Mio. Euro bzw. 1,5 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Weiterhin investierte die EVN dabei in die Versorgungssicherheit sowie in die Reduktion der Netzverluste in Bulgarien und Mazedonien.

Kennzahlen – +/–
Südosteuropa 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 436 450 –15 –3,3 495
davon erneuerbare Energie 129 175 –46 –26,1 209
davon Wärmekraftewerke 306 276 31 11,2 286
Netzabsatz Strom 14.170 13.403 767 5,7 13.563
Energieverkauf an Endkunden 12.366 12.101 265 2,2 12.702
davon Strom 12.051 11.882 169 1,4 12.459
davon Erdgas 84 36 48 32
davon Wärme 231 184 47 25,7 211
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 957,5 949,4 8,1 0,9 1.037,9
Innenumsatz 0,5 0,3 0,2 50,5 0,2
Gesamtumsatz 958,0 949,7 8,3 0,9 1.038,1
Operativer Aufwand –790,6 –820,2 29,6 3,6 –917,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
EBITDA 167,3 129,5 37,9 29,2 120,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–86,3 –94,1 7,8 8,3 –62,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 81,0 35,4 45,6 57,8
Finanzergebnis –23,0 –23,3 0,3 1,2 –26,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 58,0 12,1 45,9 31,7
Gesamtvermögen 1.161,1 1.184,1 –23,0 –1,9 1.276,0
Gesamtschulden 937,6 1.006,3 –68,7 –6,8 1.119,4
Investitionen1) 92,0 93,5 –1,4 –1,5 78,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Ausblick

Im Segment Südosteuropa wird sich im Geschäftsjahr 2017/18 der Entfall der im Vorjahr verbuchten positiven Einmaleffekte aus der Einigung mit der NEK bezüglich der Ökostrom-Mehrkosten bemerkbar machen. Zudem wird wieder mit Temperaturen – und damit auch mit Netz- und Absatzmengen – im niedrigeren langjährigen Durchschnitt gerechnet. Ebenso könnte sich die fortschreitende Liberalisierung der südosteuropäischen Energiemärkte auf den Energieabsatz auswirken. Vor diesem Hintergrund ist ein rückläufiges, jedoch weiterhin positives Ergebnis zu erwarten. Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen könnten es allerdings zusätzlich beeinflussen. Erwartet wird im Lauf des Geschäftsjahres 2017/18 zudem der Schiedsspruch in dem beim Schiedsgericht der Weltbank gegenüber der Republik Bulgarien angestrengten Schiedsgerichtsverfahren.

Umwelt

Highlights 2016/17

  • • Investitionsschwerpunkt Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
  • • Positive Entwicklungen im internationalen Projektgeschäft
  • – Vertragsgemäße Übergabe des Trinkwasserprojekts Süd-West Moskau
  • – Bestbieter für ein Kläranlagenprojekt in Kuwait
  • • Operatives Ergebnis durch unbaren Einmaleffekt (Wertberichtigung von Vorräten) belastet

Umsatzentwicklung

Im Segment Umwelt stiegen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2016/17 aufgrund einer positiven Entwicklung im internationalen Projektgeschäft um 20,7 Mio. Euro bzw. 11,7 % auf 197,5 Mio. Euro. Unterstützt wurde diese Entwicklung zudem von höheren Umsätzen in der niederösterreichischen Wasserversorgung, in der die EVN während des trockenen Sommers 2017 witterungsbedingt Mengenzuwächse verzeichnete. Leicht unter dem Vorjahresniveau blieben hingegen die Erlöse aus der thermischen Abfallverwertung.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand des Segments lag in der Berichtsperiode mit 207,7 Mio. Euro um 70,7 Mio. Euro bzw. 51,6 % über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg war vor allem auf die positive Umsatzentwicklung im internationalen Projektgeschäft sowie eine im zweiten Quartal 2016/17 erforderlich gewordene Wertberichtigung der verbliebenen, in den Vorräten abgebildeten Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau zurückzuführen.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter stieg leicht um 0,5 Mio. Euro bzw. 4,1 % auf 13,9 Mio. Euro.

Operatives Ergebnis

Belastet durch die oben erwähnte Wertberichtigung – einen nicht liquiditätswirksamen Einmaleffekt – belief sich das Segment-EBITDA auf 3,7 Mio. Euro und lag damit um 49,5 Mio. Euro bzw. 93,1 % unter dem Vorjahreswert. Bei leicht gesunkenen Abschreibungen von 24,9 Mio. Euro (Vorjahr: 25,8 Mio. Euro) errechnet sich ein EBIT von –21,2 Mio. Euro (Vorjahr: 27,3 Mio. Euro).

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,9 Mio. Euro bzw. 35,7 % auf –1,6 Mio. Euro. Per Saldo ergibt sich damit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von –22,8 Mio. Euro (Vorjahr: 24,8 Mio. Euro).

Investitionen

Im Einklang mit dem von der EVN forcierten Investitionsschwerpunkt der weiteren Verbesserung von Versorgungssicherheit und -qualität in der Trinkwasserversorgung Niederösterreichs wurden die Investitionen im Segment Umwelt in der Berichtsperiode um 3,1 Mio. Euro bzw. 37,0 % auf 11,6 Mio. Euro erhöht. Investiert hat die EVN dabei erneut in die Kapazitätssteigerung ihrer Pumpwerke sowie in den Ausbau der überregionalen Leitungsnetze – beides Maßnahmen, die sich gerade in den niederschlagsarmen und heißen Sommermonaten bewähren. Auf dem Brunnenfeld Wienerherberg in Ebergassing, das die EVN seit fast 50 Jahren betreibt, begann im Berichtsjahr zudem die Errichtung einer weiteren Naturfilteranlage – und damit der vierten im Versorgungsgebiet der EVN. Naturfilteranlagen leisten einen natürlichen Beitrag zur Trinkwasserqualität, indem sie das Wasser mittels moderner Membrantechnologie rein mechanisch und ohne den Zusatz von Chemikalien enthärten. Dies reduziert wiederum den Einsatz von Wasserenthärtungs- und Entkalkungsmitteln in den Haushalten. Im Bereich der Ortwasserversorgung konnte die EVN im Oktober 2016 sowie im April und im Juli 2017 die Wasserleitungsnetze in drei weiteren niederösterreichischen Gemeinden in ihre Betriebsführung übernehmen.

Internationales Projektgeschäft

In dem von der deutschen Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik verantworteten internationalen Projektgeschäft arbeitete die EVN zum Stichtag 30. September 2017 an insgesamt sieben Generalunternehmeraufträgen zur Errichtung von Kläranlagen in Kroatien, Mazedonien, Polen und Tschechien. Vier dieser Projekte – drei in den mazedonischen Städten Kičevo, Radoviš und Strumica (Gesamtauftragswert rund 20,0 Mio. Euro) und eines im kroatischen Vodice (Auftragswert rund 6,0 Mio. Euro) – sind bereits weit fortgeschritten und sollen im Lauf des ersten Halbjahres 2017/18 in Betrieb gehen. Die Finanzierung dieser Vorhaben durch die Auftraggeber erfolgt aus EU-Fördermitteln. Den Zuschlag für ein weiteres Abwasserprojekt in Mazedonien erhielt die WTE Wassertechnik im Jänner 2017: In Kočani wird sie als Generalunternehmerin eine neue Kläranlage mit einem Auftragswert von rund 15,0 Mio. Euro errichten.

In Tschechien verlaufen die Bauarbeiten für den Umbau und die Erweiterung einer auf 1,2 Mio. Einwohner ausgelegten Kläranlage in Prag plangemäß. Innerhalb des Errichtungskonsortiums für dieses

Finanzkennzahlen – +/–
Umwelt Mio. EUR 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Außenumsatz 181,0 158,4 22,6 14,2 152,3
Innenumsatz 16,5 18,3 –1,8 –10,0 20,3
Gesamtumsatz 197,5 176,8 20,7 11,7 172,6
Operativer Aufwand –207,7 –137,0 –70,7 –51,6 –129,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
13,9 13,3 0,5 4,1 11,9
EBITDA 3,7 53,1 –49,5 –93,1 55,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–24,9 –25,8 0,9 3,6 –26,4
Operatives Ergebnis (EBIT) –21,2 27,3 –48,5 28,6
Finanzergebnis –1,6 –2,5 0,9 35,7 –7,6
Ergebnis vor Ertragsteuern –22,8 24,8 –47,6 21,0
Gesamtvermögen 816,4 895,1 –78,7 –8,8 940,6
Gesamtschulden 637,1 687,1 –49,9 –7,3 751,1
Investitionen1) 11,6 8,4 3,1 37,0 11,1

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Vorhaben zeichnet die WTE Wassertechnik gemeinsam mit einem Partner für die Maschinen-, Elektro- und Verfahrenstechnik verantwortlich. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2018 vorgesehen.

Im August 2017 erhielt die WTE Wassertechnik einen Generalunternehmerauftrag zur Erweiterung der Kläranlage in der polnischen Stadt Kęty; der Auftragswert dieses Projekts beträgt rund 5,0 Mio. Euro.

Per Ende Dezember 2016 endete nach zehnjähriger Vertragslaufzeit die Betriebsführung für die von der EVN errichtete und finanzierte Trinkwasserversorgungsanlage Süd-West Moskau. Mit Zahlung der letzten Rate erwarb die Stadt Moskau die lokale Objektgesellschaft. Im Zuge der vertragskonformen Übergabe des Wasserwerks führte die EVN noch vom Vertragspartner beauftragte Umbaumaßnahmen durch. Die Aktivitäten in Moskau beschränken sich damit nunmehr auf die Betriebsführung der von der EVN errichteten und finanzierten Müllverbrennungsanlage Nr. 3; der diesbezügliche Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2020. Zudem betreibt die EVN in Moskau zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerke. Beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 hatten bereits im Geschäftsjahr 2013/14

erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit des Vorhabens zu einer Wertberichtigung der Leasingforderungen und zur Umgliederung des auf die verwertbaren Anlagenkomponenten entfallenden Betrags in die Vorräte geführt. Der verbliebene Restbuchwert wurde nun wie erwähnt im abgelaufenen Geschäftsjahr wertberichtigt. Die EVN ist jedoch weiterhin bestrebt, ihre Ansprüche gegenüber den Vertragspartnern in diesem Projekt zu wahren.

Das Vergabeverfahren für ein Abwasseraufbereitungsprojekt in Kuwait, aus dem ein von der WTE Wassertechnik mit einem kuwaitischen Finanzinvestor gebildetes Bieterkonsortium im März 2017 als Bestbieter hervorging, dauert noch an. Die endgültige Auftragsvergabe durch die ausschreibenden Stellen wird für das Jahr 2018 erwartet.

Ausblick

Die Ergebnisentwicklung im Segment Umwelt ist wesentlich von der weiteren Auftragsakquisition und -abwicklung im internationalen Projektgeschäft beeinflusst. In Summe ist durch den Entfall des negativen Einmaleffekts aus der Wertberichtigung von Anlagenkomponenten für das Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wieder von einem positiven Ergebnis auszugehen.

Finanzkennzahlen – +/–
Alle sonstigen Segmente Mio. EUR 2016/17 2015/16 absolut % 2014/15
Außenumsatz 13,4 10,1 3,4 33,3 9,3
Innenumsatz 59,5 58,1 1,4 2,4 55,4
Gesamtumsatz 73,0 68,2 4,8 7,0 64,7
Operativer Aufwand –80,7 –74,8 –5,9 –7,9 –75,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
60,4 52,2 8,2 15,7 83,8
EBITDA 52,7 45,6 7,1 15,6 73,2
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–1,4 –1,6 0,2 10,9 –2,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 51,2 43,9 7,3 16,6 70,5
Finanzergebnis 45,6 22,1 23,5 30,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 96,8 66,1 30,8 46,6 101,1
Gesamtvermögen 3.040,0 2.720,8 319,2 11,7 2.580,4
Gesamtschulden 1.265,8 1.226,5 39,3 3,2 1.115,2
Investitionen1) 2,3 1,9 0,4 19,8 2,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Alle sonstigen Segmente

Highlights 2016/17

  • • Höherer Ergebnisbeitrag von Energie Burgenland und RAG
  • • Positiver Bewertungseffekt im Finanzergebnis
  • • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung

Die Umsatzerlöse dieses Segments stiegen im Geschäftsjahr 2016/17 um 4,8 Mio. Euro bzw. 7,0 % auf 73,0 Mio. Euro, gleichzeitig verzeichnete der operative Aufwand einen Anstieg um 5,9 Mio. Euro bzw. 7,9 % auf 80,7 Mio. Euro.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter lag mit 60,4 Mio. Euro um 8,2 Mio. Euro bzw. 15,7 % über dem Vorjahreswert. Maßgeblich für diesen Anstieg waren positive Entwicklungen bei der Energie Burgenland und der RAG. Per Saldo belief sich das EBITDA des Segments damit auf 52,7 Mio. Euro (Vorjahr: 45,6 Mio. Euro), das EBIT nahm auf 51,2 Mio. Euro (Vorjahr: 43,9 Mio. Euro) zu.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis des Segments zeigte einen Anstieg um 23,5 Mio. Euro auf 45,6 Mio. Euro. Hauptgründe dafür waren der Entfall des im Vorjahr verzeichneten negativen Ergebnisbeitrags der WEEV Beteiligungs GmbH sowie positive Bewertungseffekte aus über dem Bilanzansatz gelegenen Kurswerten von Verbund-Aktien, die im Juni 2017 im Rahmen von Strukturvereinfachungen von der WEEV Beteiligungs GmbH an die EVN AG übertragen wurden. Die EVN AG hält damit nunmehr 12,63 % der Aktien der Verbund AG direkt. Das Finanzergebnis enthält die geringere Dividende der Verbund AG für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 0,29 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,35 Euro je Aktie).

Per Saldo erzielte das Segment damit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 96,8 Mio. Euro (Vorjahr: 66,1 Mio. Euro).

Ausblick

Das Segmentergebnis wird wesentlich von den Ergebnisbeiträgen der RAG, der Energie Burgenland sowie der Verbund AG bestimmt. Der von der Verbund AG veröffentlichte Ergebnisausblick lässt zwar auf eine höhere Dividende für 2017 schließen. Angesichts der aktuellen Primärenergiepreise, die für die Performance der RAG maßgeblich sind, sowie des Entfalls von positiven Einmaleffekten bei der Energie Burgenland ist insgesamt jedoch von einem rückläufigen Trend im Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen auszugehen. Zusätzlich enthielt das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016/17 den positiven Bewertungseffekt aus den von der WEEV Beteiligungs GmbH an die EVN AG im Rahmen von Strukturvereinfachungen übertragenen Verbund-Aktien. Per Saldo ist damit von einem rückläufigen Segmentergebnis auszugehen.

Konzernabschluss 2016/17

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 110
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 111
Konzern-Bilanz 112
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 113
Konzern-Geldflussrechnung 114
Konzernanhang 115 Grundsätze der Rechnungslegung
118 Konsolidierung
121 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
135 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
142 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
163 Segmentberichterstattung
168 Sonstige Angaben
Beteiligungen der EVN 182
Bestätigungsvermerk 187

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR Erläuterung 2016/17 2015/16
Umsatzerlöse 25 2.215,6 2.046,6
Sonstige betriebliche Erträge 26 101,9 97,0
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 27 –1.302,6 –1.177,3
Personalaufwand 28 –316,8 –313,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 29 –139,0 –141,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter 30 162,6 93,5
EBITDA 721,6 604,4
Abschreibungen 31 –262,3 –266,1
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen 31 –112,5 –77,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 346,9 260,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter 12,2 –8,7
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 18,8 14,4
Zinserträge 19,5 16,7
Zinsaufwendungen –65,4 –77,4
Sonstiges Finanzergebnis –6,5 –6,5
Finanzergebnis 32 –21,4 –61,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 325,5 198,9
Ertragsteuern 33 –53,9 –16,0
Ergebnis nach Ertragsteuern 271,5 182,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 251,0 156,4
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 20,5 26,4
Ergebnis je Aktie in EUR1) 34 1,41 0,88
Dividende je Aktie in EUR 0,472) 0,42

1) Verwässert ist gleich unverwässert

2) Vorschlag an die Hauptversammlung: Dividende von 0,44 Euro + einmalige Bonusdividende von 0,03 Euro

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2016/17 2015/16
Ergebnis nach Ertragsteuern 271,5 182,8
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden 12,3 –27,7
Neubewertung IAS 19 47 26,6 –39,8
At Equity einbezogene Unternehmen 47 –7,6 1,8
Darauf entfallende Ertragsteuern 47 –6,6 10,3
Posten, die in künftigen Perioden gegebenenfalls in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden 190,6 121,8
Währungsdifferenzen 5 0,9 1,0
Available-for-Sale-Finanzinstrumente 47 245,3 119,5
Cash Flow Hedges 47 13,8 3,2
At Equity einbezogene Unternehmen 47 –3,7 33,0
Darauf entfallende Ertragsteuern 47 –65,7 –34,9
Summe sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 203,0 94,2
Gesamtergebnis der Periode 474,5 277,0
Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 454,9 250,6
Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 19,6 26,4

Konzern-Bilanz

Mio. EUR Erläuterung 30.09.2017 30.09.2016
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 35 177,1 221,2
Sachanlagen 36 3.383,6 3.512,5
At Equity einbezogene Unternehmen 37 954,8 925,8
Sonstige Beteiligungen 38 919,0 612,0
Aktive latente Steuern 51 79,6 100,5
Übrige Vermögenswerte 39 209,9 313,7
5.723,8 5.685,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 40 98,4 140,2
Forderungen 41 409,0 414,1
Wertpapiere 42 0,5 75,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 61 223,1 237,2
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 43 3,8
731,0 870,8
Summe Aktiva 6.454,9 6.556,5
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 44–48 2.892,1 2.510,8
Nicht beherrschende Anteile 49 258,0 259,8
3.150,1 2.770,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 50 1.125,4 1.314,5
Langfristige Steuerverbindlichkeiten 51 171,8 93,2
Langfristige Rückstellungen 52 452,6 508,0
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 53 584,1 560,7
Übrige langfristige Schulden 54 58,3 64,3
2.392,2 2.540,7
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 55 50,5 239,1
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 56 67,6 55,2
Lieferantenverbindlichkeiten 57 314,0 399,6
Kurzfristige Rückstellungen 58 91,6 97,8
Übrige kurzfristige Schulden 59 388,9 453,4
912,6 1.245,1
Summe Passiva 6.454,9 6.556,5

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
Unterschieds
betrag aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Gezeichnetes
Kapital und
Rücklagen
der Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 01.10.2015 330,0 253,0 1.868,2 –69,9 –24,0 –22,5 2.334,8 255,4 2.590,1
Gesamtergebnis der Periode 156,4 93,1 1,0 250,6 26,4 277,0
Dividende 2014/15 –74,7 –74,7 –19,7 –94,4
Kapitalherabsetzung –2,2 –2,2
Veränderung eigene Anteile –0,1 0,4 0,2 0,2
Sonstige Veränderungen –0,1 –0,1 –0,1
Stand 30.09.2016 330,0 252,9 1.949,9 23,2 –23,0 –22,2 2.510,8 259,8 2.770,7
Gesamtergebnis der Periode 251,0 203,0 0,9 454,9 19,6 474,5
Dividende 2015/16 –74,7 –74,7 –21,5 –96,2
Veränderung eigene Anteile 0,1 1,0 1,1 1,1
Sonstige Veränderungen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Stand 30.09.2017 330,0 253,0 2.126,2 226,2 –22,1 –21,2 2.892,1 258,0 3.150,1
Erläuterung 44 45 46 47 5 48 49

*) Kleinbetrag

Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2016/17 2015/16
Ergebnis vor Ertragsteuern 325,5 198,9
+ Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 31 374,8 344,0
– Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen
und sonstigen Beteiligungen 37, 38 –193,6 –99,1
+ Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen 129,2 135,2
+ Zinsaufwendungen 65,4 77,4
– Zinsauszahlungen –55,6 –63,6
– Zinserträge –19,5 –16,7
+ Zinseinzahlungen 17,3 13,7
– Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen –0,0*) 2,6
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 2,3 –2,0
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 26 –45,4 –43,7
– Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 1,6 0,7
+ Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 52 –29,6 –9,5
Cash Flow aus dem Ergebnis 572,3 537,9
+ Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen 107,8 69,8
+ Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen –6,3 –48,3
+ Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –154,3 –97,0
– Zahlungen für Ertragsteuern –10,5 0,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 508,9 463,0
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 98,2 4,4
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 63,7 72,4
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 90,7 45,9
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 135,7 10,4
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –306,4 –315,9
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –91,6 –43,3
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –60,9 –4,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –70,6 –230,6
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 46 –74,7 –74,7
– Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile –21,5 –19,7
– Zu-/+ Abgang Nennkapital 0,1 –2,2
– Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile 1,0 0,2
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –344,8 –157,5
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –439,9 –253,9
Cash Flow gesamt1) –1,6 –21,5
Fonds-Veränderungen
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 1) 61 223,5 244,9
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel –0,1 0,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 1) 221,8 223,5
Cash Flow gesamt2) –1,6 –21,5

1) Der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergibt sich durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten laut Konzern-Bilanz.

2) Zusatzangaben zur Konzern-Geldflussrechnung finden sich in Erläuterung 61. Konzern-Geldflussrechnung.

*) Kleinbetrag

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges führendes börsenotiertes Energieund Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts ist die EVN in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens, Kroatiens, Deutschlands und Albaniens tätig. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in neun Ländern in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst jeweils den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt.

Sofern nicht anders angegeben, wird der Konzernabschluss auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen sowie geänderte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Folgende Standards und Interpretationen sind im Geschäftsjahr 2016/17 erstmals anzuwenden:

Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen auf den
Konzernabschluss der EVN
Geänderte Standards und Interpretationen
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschafts
unternehmen, Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme
01.01.2016 Keine
Gemeinsame Vereinbarungen – Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 01.01.2016 Keine
Darstellung des Abschlusses – "Disclosure Initiative" 01.01.2016 Siehe unten
Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte –
Klarstellung zu zulässigen Abschreibungsmethoden
01.01.2016 Keine
Sachanlagen und Landwirtschaft – Fruchttragende Gewächse 01.01.2016 Keine
Einzelabschlüsse – Equity-Methode in Einzelabschlüssen 01.01.2016 Keine
Annual Improvements 2012–2014 01.01.2016 Siehe unten
Neue Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Mit der so genannten "Disclosure Inititative" wurden erste, kurzfristig umsetzbare Vorschläge zur Änderung des IAS 1 umgesetzt, die im Zusammenhang mit der Überarbeitung des IFRS-Rahmenkonzepts stehen. Die Änderungen beinhalten Bestimmungen im Hinblick auf die Wesentlichkeit im Zusammenhang mit Anhangangaben, Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung sowie Ausführungen zur Struktur einzelner Informationen des Anhangs, die zukünftig beispielsweise in Abhängigkeit von der Relevanz einzelner Informationen für das Verständnis der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens systematisiert werden können. Die Anwendung des überarbeiteten Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen für die EVN. Die Analyse der Auswirkungen wurde jedoch zum Anlass genommen, zum besseren Verständnis und zur leichteren Lesbarkeit eine generelle Überarbeitung und Straffung des Konzernanhangs vorzunehmen.

In den Annual Improvements 2012–2014 wurde in Bezug auf IAS 19 unter anderem klargestellt, dass die hochwertigen Unternehmensanleihen, die bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verwendet werden, in der gleichen Währung denominiert sein sollten wie die zu leistenden Zahlungen. Die Auswirkungen auf die Personalrückstellungen in Bulgarien und Mazedonien wurden dahingehend untersucht – mit dem Ergebnis, dass sich aus der Anwendung des überarbeiteten Standards keine wesentlichen Auswirkungen für die EVN ergeben.

Die Auswirkungen der Anwendung geänderter Standards und Interpretationen auf die zukünftige Darstellung des Konzernabschlusses und die zukünftigen Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.

Bereits von der EU übernommene,
aber noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen
Inkrafttreten1) Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen auf den
Konzernabschluss der EVN
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.2018 Siehe unten
IFRS 15 Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018 Siehe unten
Geänderte Standards und Interpretationen

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

IFRS 9 beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sowie erweiterte Regelungen hinsichtlich der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte und umfasst ferner neue Regelungen zum Hedge Accounting. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN werden hinsichtlich der Klassifikation und Bewertung finanzieller Vermögenswerte erwartet, derzeit kann jedoch noch keine Aussage betreffend die Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemacht werden. Die Vorschriften zur Erfassung von Wertminderungen und die Umstellung auf das "Expected-Credit-Loss-Modell" werden tendenziell dazu führen, dass Wertberichtigungen auf Forderungen zeitlich früher vorgenommen werden. Aus heutiger Sicht ist mit keinen wesentlichen Auswirkungen im Bereich des Hedge Accounting zu rechnen, die drei aktuell designierten Sicherungsbeziehungen sollten die Kriterien des IFRS 9 erfüllen. IFRS 9 ist mit Ausnahme der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen retrospektiv anzuwenden. Die EVN plant die Anwendung des neuen Standards zum Zeitpunkt der verpflichten Erstanwendung im Geschäftsjahr 2018/19. Weitere detaillierte Analysen werden im nächsten Geschäftsjahr durchgeführt.

IFRS 15 sieht ein fünfstufiges Modell zur Bilanzierung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden vor und ersetzt alle bisher anzuwendenden Standards und die dazugehörigen Interpretationen. Nach diesem Modell erfasst ein Unternehmen Erlöse in der Höhe, in der für die übernommenen Leistungsverpflichtungen zur Übertragung von Waren und Dienstleistungen entsprechende Gegenleistungen erwartet werden. Beim Abschluss eines Vertrags ist demnach festzustellen, ob die aus dem Vertrag resultierenden Erlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg zu erfassen sind. Umsatzerlöse werden demzufolge realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. Der Standard enthält zudem umfangreiche Vorschriften in Bezug auf qualitative und quantitative Angaben zu Vermögenswerten, die aus aktivierten Kosten für die Erlangung und die Erfüllung eines Vertrags mit einem Kunden resultieren. Im Rahmen eines noch laufenden Projekts wurden Kundenverträge analysiert, um jene Verträge zu identifizieren, die zu einer potenziellen Änderung der bisherigen Umsatzrealisierung führen könnten. Die analysierten Verträge umfassten hauptsächlich Umsätze aus den Geschäftsbereichen Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abfallverwertung sowie Telekommunikation. Bei einigen dieser Kundenverträge konnten eigenständig abgrenzbare Leistungsverpflichtungen identifiziert werden. Mit wesentlichen Änderungen der

Umsatzrealisierung ist aus heutiger Sicht nicht zu rechnen, da die identifizierten separaten Leistungsverpflichtungen über denselben Zeitraum erfüllt werden. Weiters wurden Verkaufsprovisionen als Vertragsanbahnungskosten identifiziert, die in Zukunft als Vermögenswert aktiviert werden müssen. Zudem können nicht rückerstattungsfähige Anfangszahlungen, die über die Laufzeit von Verträgen verteilt werden, in Zukunft zu einem Anstieg der Umsatzerlöse führen. Weitere detaillierte Analysen werden im nächsten Geschäftsjahr durchgeführt. Die EVN plant die Anwendung des modifizierten retrospektiven Ansatzes und wendet IFRS 15 somit für noch nicht erfüllte Verträge ab dem Geschäftsjahr 2018/19 an.

Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, von der EU jedoch noch nicht übernommen.

Noch nicht anwendbare und von der EU noch
nicht übenommene Standards und Interpretationen
Inkrafttreten1) Voraussichtliche wesentliche
Auswirkungen auf den
Konzernabschluss der EVN
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.20162) Keine
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 Siehe unten
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2021 Keine
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 10,
IAS 28
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschafts
unternehmen – Veräußerung oder Einlagen von Vermögenswerten
an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen
01.01.20163) Siehe Fußnote
IAS 7 Angabeninitiative – Geldflussrechnung 01.01.2017 Siehe unten
IAS 12 Ansatz von aktiv latenten Steuern für nicht realisierte Verluste 01.01.2017 Keine
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen 01.01.2018 Keine
IFRS 4 Anwendung des IFRS 9, Finanzinstrumente mit IFRS 4, Versicherungsverträge 01.01.2018 Keine
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen – Klarstellungen 01.01.2018 Siehe oben
Diverse Annual Improvements 2014 –2016 01.01.2018/
01.01.2017
Keine
IFRIC 22 Vorauszahlungen im Zusammenhang mit Fremdwährungstransaktionen 01.01.2018 Keine
IAS 40 Übertragung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 01.01.2018 Keine
IFRIC 23 Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern 01.01.2019 Keine

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Europäische Kommission hat beschlossen, den Übernahmeprozess dieses Interimsstandards nicht zu starten.

3) Das IASB hat vorgeschlagen, diesen Erstanwendungszeitpunkt auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

IFRS 16 wurde vom IASB im Jänner 2016 veröffentlicht und wird den bisherigen Standard zu Leasingverhältnissen IAS 17 sowie die bisherigen Interpretationen ersetzen. IFRS 16 enthält sowohl eine geänderte Definition des Begriffs eines Leasingvertrags als auch wesentlich geänderte Regeln zur Bilanzierung beim Leasingnehmer. Durch die neuen Regelungen entfällt die frühere Unterscheidung zwischen Financeund Operating-Leasingverhältnissen. Insofern werden Operating-Leasingverhältnisse künftig analog zu Finance-Leasingverhältnissen in der Bilanz zu erfassen sein. Ausgenommen davon sind Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger bzw. Fälle, in denen es sich um einen geringwertigen Vermögenswert handelt. Die Vereinfachungen stellen Wahlrechte dar. Die EVN tritt aktuell als Leasingnehmer bei Operating-Leasingverhältnissen auf, weshalb durch die Anwendung des IFRS 16 Auswirkungen zu erwarten sind. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Projekt zur Erhebung und Identifikation von Verträgen, die unter die neue Leasingdefiniton fallen, gestartet. Eine Quantifizierung der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

IAS 7 "Angabeninitiative zur Geldflussrechnung" erfordert zusätzliche Angaben zur Veränderung der Finanzverbindlichkeiten. Die zusätzlichen Angaben betreffen sowohl zahlungswirksame als auch nicht zahlungswirksame Veränderungen. Die Änderungen werden zu umfangreicheren Anhangangaben im Konzernabschluss der EVN führen.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der übertragenen Gegenleistung mit dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte und Schulden.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei denen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Die EVN verfügt über beherrschenden Einfluss auf ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus dem Unternehmen bestehen, deren Höhe die EVN durch ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen beeinflussen kann.

Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses, die Einbeziehung endet mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die nicht beherrschenden Anteile an Tochterunternehmen werden mit dem anteiligen Wert am Nettovermögen (ohne Berücksichtigung anteiliger Firmenwerte) bewertet. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) als Firmenwert aktiviert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe Erläuterungen 35. Immaterielle Vermögenswerte bzw. 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen). Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. In der Berichtsperiode fanden ebenso wie im Vorjahr keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen (Joint Arrangements) werden abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien in den Konzernabschluss der EVN einbezogen: Bestehen lediglich Rechte am Nettovermögen des gemeinsam beherrschten Unternehmens, handelt es sich gemäß IFRS 11 um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), das at Equity einbezogen wird. Bestehen Rechte an den der gemeinsamen Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für deren Schulden, besteht gemäß IFRS 11 eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation), die anteilsmäßig in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Assoziierte Unternehmen – das sind jene Gesellschaften, bei denen die EVN AG direkt oder indirekt über einen maßgeblichen Einfluss verfügt – werden at Equity einbezogen.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, das anteilige Eigenkapital, der Außenumsatz sowie das Jahresergebnis des zuletzt verfügbaren Jahresabschlusses des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10. Dementsprechend sind zum 30. September 2017 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 27 inländische und 36 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 30 inländische und 37 ausländische vollkonsolidierte Tochterunternehmen). 19 Tochterunternehmen (Vorjahr: 25) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementär ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der EnergieAllianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG besteht gemeinsame Beherrschung, womit es sich bei der EVN KG um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11 handelt. Daher erfolgt die Konsolidierung der EVN KG at Equity. Weiters handelt es sich bei der EnergieAllianz-Gruppe (EnergieAllianz sowie deren Tochterunternehmen) aufgrund vertraglicher Vereinbarungen um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11, das ebenfalls at Equity in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Die vollkonsolidierte RBG, an der die EVN AG unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG at Equity einbezogen.

Die Bioenergie Steyr, an der die EVN Wärme 51,0 % der Anteile hält, wird at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht.

Die Verbund Innkraftwerke, Deutschland, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 13,0 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Bei jenen Gesellschaften, an denen 50,00 % gehalten werden, ist keine Beherrschung gemäß IFRS 10 gegeben. Diese sind aufgrund der jeweils bestehenden vertraglichen Vereinbarungen durchwegs Gemeinschaftsunternehmen im Sinn des IFRS 11 und werden daher at Equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 182 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Detaillierte Angaben zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen befinden sich in den Erläuterungen 49. Nicht beherrschende Anteile und 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen.

Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll Anteilig (Joint Operation) Equity Summe
30.09.2015 68 1 19 88
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –1 –1
Umgründungen –2 –1 –3
30.09.2016 67 1 17 85
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –2 –2
Umgründungen1) –3 –3
30.09.2017 63 1 17 81
davon ausländische Unternehmen 36 1 5 42

1) konzerninterne Umgründungen

Die im Geschäftsjahr 2015/16 neu gegründete EVN Elektrodistribucija DOOEL, Skopje, Mazedonien, wurde bisher aufgrund von Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen. Im zweiten Quartal 2016/17 wurde sie erstmals als vollkonsolidierte Gesellschaft im Konzernabschluss berücksichtigt.

Die bisher vollkonsolidierte WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien, wurde nach erfolgter Liquidation am 23. Jänner 2017 im Firmenbuch gelöscht und somit im zweiten Quartal 2016/17 entkonsolidiert.

In Moskau wurde Ende Dezember 2016 das Trinkwasserprojekt Süd-West Moskau vertragsgemäß endabgewickelt. Mit Zahlung der letzten Rate erwarb die Regierung der Stadt Moskau das Recht, die Anteile an der OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland, zu erwerben. Diese Option wurde im Anschluss von der Regierung auch gezogen. Die Eintragung der Aktienübertragung an die Regierung der Stadt Moskau in das Aktionärsregister und damit die Entkonsolidierung der OAO "WTE Süd-West" erfolgte am 28. Dezember 2016. Damit endete nach zehn Jahren auch die Betriebsführung der Trinkwasseranlage durch die EVN.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei jenen Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich im Geschäftsjahr 2016/17 eine Eigenmittelveränderung von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro), darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2016/17 ein Betrag von 0,4 Mio. Euro vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert.

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

Währungsumrechnung 2016/17 2015/16
Währung Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1) Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1)
Albanischer Lek 133,50000 134,95000 137,52000 138,06308
Bulgarischer Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Kroatische Kuna 7,49500 7,46918 7,52200 7,56384
Ungarischer Forint 310,67000 308,96538 309,79000 312,61846
Mazedonischer Denar 61,46800 61,59076 61,49400 61,63142
Polnischer Zloty 4,30420 4,29246 4,31920 4,33474
Russischer Rubel 68,25190 66,16763 70,51400 74,78526
Serbischer Dinar 119,36590 122,35314 123,29290 122,44939
Tschechische Krone 25,98100 26,68462 27,02100 27,05638

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bewertet. Bei bestimmbarer begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, der zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheidet.

Dienstleistungskonzessionen, die die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Voraussetzungen des IFRIC 12 werden derzeit im Besonderen beim at Equity einbezogenen Wasserkraftwerk Ashta sowie beim at Equity einbezogenen Kläranlagenprojekt Zagreb erfüllt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bewertet. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der künftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen der Instandhaltung von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für die die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend, entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–50
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten bilanziert. In den Folgeperioden werden die Buchwerte der Anteile um den Anteil der EVN am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltener Dividenden und um den Anteil der EVN am sonstigen Ergebnis und an andere Änderungen im Eigenkapital angepasst. Anteile, die nach der at Equity-Methode erfasst werden, werden bei Anzeichen einer Wertminderung einem Wertminderungstest nach IAS 36 unterzogen (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen. Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter wird als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen (siehe Erläuterungen 30. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter, 32. Finanzergebnis und 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei der EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available for Sale, "AFS")
  • • Kredite und Forderungen (Loans and Receivables, "LAR")
  • • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden, sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem oder negativem Marktwert (At Fair Value through Profit or Loss, "@FVTPL")
  • • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (Financial Liabilities at Amortised Cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellten sich bei der EVN wie folgt dar:

Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
(Andere) Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Wertpapiere AFS
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Originäre finanzielle Vermögenswerte werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn der EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten (mit Ausnahme der Bewertungskategorie @FVTPL). Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Die unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere werden @FVTPL bewertet, da diese auf Basis des beizulegenden Zeitwerts gesteuert werden. Die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente, die @FVTPL bilanziert werden, beinhalten Zinsen. Die Zuordnung eines finanziellen Vermögenswerts in die Bewertungskategorie AFS erfolgt bei nicht derivativen finanziellen Vermögenswerten, die weder als Kredite und Forderungen noch als @FVTPL eingestuft werden.

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallenden finanziellen Vermögenswerten mit Ausnahme von finanziellen Vermögenswerten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden, wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob objektive Hinweise für Wertminderungen vorliegen. Ein Wertminderungsbedarf wird für finanzielle Vermögenswerte entsprechend der zugehörigen Bewertungskategorie gemäß den Regelungen des IAS 39 ermittelt und erfasst. Bei Eigenkapitalinstrumenten, die der Bewertungskategorie AFS zugeordnet sind, erfolgen Wertminderungen bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter dessen Anschaffungskosten. Als signifikanter oder länger anhaltender Rückgang wird bei der EVN ein Rückgang von über 20 % zum Bewertungsstichtag bzw. ein permanenter Rückgang über die Dauer von neun Monaten definiert.

Derivative Finanzinstrumente

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt die EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein. Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von der EVN abgeschlossenen Forward- und Future-Verträge zum Kauf oder Verkauf von Strom, Erdgas und CO2-Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Strom- und Gaslieferungen bzw. CO2-Emissionszertifikate sowie zur Sicherung der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Erfolgt eine physische Erfüllung entsprechend dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf, liegen regelmäßig die Voraussetzungen der so genannten "Own Use Exemption" gemäß IAS 39 vor, womit es sich nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinn des IAS 39 handelt, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden. Sofern die Voraussetzungen für die Own Use Exemption nicht erfüllt sind, beispielsweise bei Geschäften zur kurzfristigen Optimierung, erfolgt die Bilanzierung als Derivat gemäß IAS 39.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihrem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den Anschaffungskosten entspricht, angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt, wobei auch eine Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos stattfindet. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei derivativen Finanzinstrumenten, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Cash Flow Hedges werden zur Absicherung von Zinsrisiken aus Finanzverbindlichkeiten eingesetzt.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 bilanziell als Cash Flow Hedges designiert wurden, werden mit ihrem effektiven Teil im sonstigen Ergebnis in der Bewertungsrücklage unter Berücksichtigung latenter Steuerschulden/-ansprüche gemäß IAS 39 erfasst. Der ineffektive Teil wird unmittelbar in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung berücksichtigt. Der im Eigenkapital kumuliert erfasste Betrag verbleibt im sonstigen Ergebnis und wird in derselben Periode bzw. denselben Perioden als Umgliederungsbetrag vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert, in der bzw. denen das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird oder mit der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet werden kann. Die Laufzeit des Sicherungsinstruments ist auf den Eintritt der zukünftigen Transaktion abgestimmt.

Fair Value Hedges werden zur Absicherung von Währungsrisiken eingesetzt.

Mit derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 bilanziell als Fair Value Hedges designiert wurden, werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgesichert. Bei Fair Value Hedges wird neben der Fair-Value-Veränderung des Derivats auch die gegenläufige Fair-Value-Änderung des Grundgeschäfts, soweit sie auf das gesicherte Risikoentfällt, erfolgswirksam erfasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Die von der EVN zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate stellen wirksame Absicherungen dar. Den Marktwertänderungen der Derivate stehen nahezu kompensierende Wertänderungen der Grundgeschäfte gegenüber. Die Sicherungsbeziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument sowie deren Effektivität werden bei Abschluss der Beziehung und in weiterer Folge laufend analysiert und dokumentiert.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position "Sonstige Beteiligungen" umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Diese werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die restlichen sonstigen Beteiligungen sind der Kategorie AFS zugeordnet. Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Ist dieser nicht verlässlich ermittelbar, erfolgt der Wertansatz zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Der beizulegende Zeitwert wird – so weit wie möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Wertminderungen (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente) werden ergebniswirksam erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als @FVTPL klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie LAR zugeordnet. Der Wertansatz entspricht zum Zeitpunkt des Zuganges dem beizulegenden Zeitwert. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode und Berücksichtigung von allfälligen Wertminderungen.

Die Forderungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte und der langfristigen Primärenergiereserven erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Im Fall einer Unterdeckung der Vollkosten der Stromerzeugung aus Primärenergievorräten werden diese mit dem niedrigeren Marktpreis (dieser stellt die beste verfügbare Bewertungsgrundlage dar) bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, die in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die Forderungen aus derivativen Geschäften, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die kurzfristigen Wertpapiere sind als AFS eingestuft. Die Bewertung erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind flüssige Mittel und Sichtguthaben zusammengefasst. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Ist die Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten hinreichend wahrscheinlich, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet. Bis zum Verkaufszeitpunkt erfolgen keine weiteren Abschreibungen. Die Darstellung in der Bilanz erfolgt getrennt von anderen Vermögenswerten. Ein Gewinn oder Verlust, der bis zum Tag der Veräußerung eines langfristigen Vermögenswerts nicht erfasst wurde, wird am Tag der Ausbuchung erfasst (siehe Erläuterung 43. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte).

17. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen vom Eigenkapital abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den im sonstigen Ergebnis erfassten Posten werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren (Available-for-Sale-Finanzinstrumente), den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

18. Rückstellungen

Personalrückstellungen

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Abfertigungsrückstellungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 52. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils im Finanzergebnis.

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitern, die bis zum 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der Netz NÖ beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von der EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die überbetriebliche Pensionskasse VBV Pensionskasse AG (VBV) geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der VBV abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der VBV finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die VBV. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitern sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Fall der Kündigung durch den Arbeitgeber, bei einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Bildung der Rückstellung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit aufweist.

Als Abzinsungssätze werden risikolose Zinssätze vor Steuern verwendet. Risiken und Unsicherheiten der zu erwartenden Ausgaben finden in der Schätzung über die künftigen Cash Flows Berücksichtigung.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Die Neuregelung im Kollektivvertrag für Angestellte der österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen, wonach für Angestellte, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2009 begonnen hat, ein Jubiläumsgeld in der Höhe eines Monatsgehalts nach 15, 20, 25, 30 und 35 Jahren und in der Höhe eines halben Monatsgehalts nach 40 Jahren gebührt, wurde entsprechend berücksichtigt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 ergebniswirksam erfasst. Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils im Finanzergebnis.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden künftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst. Der Abschreibungsbetrag ist entsprechend dem verbleibenden Restbuchwert zu berichtigen und über die restliche Nutzungsdauer des zugrunde gelegten Vermögenswerts abzuschreiben. Wenn der Vermögenswert das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht hat, sind alle späteren Änderungen der Rückstellung erfolgswirksam zu erfassen.

Rückstellungen für belastende Verträge werden in Höhe des unvermeidlichen Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

19. Schulden

Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, jener mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 50. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Wird die Erfüllung einer Schuld innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag erwartet, wird dieser Teil als kurzfristig klassifiziert.

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar und stehen im Strom- und Gasnetzbereich im Zusammenhang mit einer Versorgungsverpflichtung durch die EVN. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

20. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit dem Entstehen des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei der EVN fallen erhaltene Baukostenzuschüsse zum Teil in den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Baukostenzuschüsse im Strom- und Gasnetzbereich stehen im Zusammenhang mit der Versorgungsverpflichtung der EVN und werden passivisch abgegrenzt und über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei der EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere PPP-Projekte – Public Private Partnerships) und die damit im Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads (Percentage-of-Completion-Methode) erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die Cost-to-Cost-Methode festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, die während der verbleibenden Laufzeit eines Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

21. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

Ertragsteuersätze
% 2016/17 2015/16
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 15,0 15,0
Bulgarien 10,0 10,0
Deutschland – Bereich Umwelt 30,3 30,3
Deutschland – Bereich Erzeugung 32,4 33,7
Estland1) 20,0 20,0
Kroatien 18,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 16,0 16,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 15,0 15,0
Slowenien 19,0 17,0
Tschechien 19,0 19,0
Zypern 12,5 12,5

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen zum 30. September 2017 durch Bildung einer (Vorjahr: eine) Unternehmensgruppe Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in dieser Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Für diese Zwecke wurde ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen. Der EVN steht es demnach frei weitere Konzerngesellschaften als Gruppenmitglieder in die Gruppe mit aufzunehmen.

Die steuerlichen Ergebnisse der dieser Gruppe zugehörigen Konzerngesellschaften werden dabei jeweils der EVN AG zugerechnet. Diese ermittelt durch Verrechnung aller zugerechneten steuerlichen Ergebnisse ein zusammengefasstes Ergebnis. Im Fall eines positiven zusammengefassten Ergebnisses ist im Vertrag die Leistung einer positiven Steuerumlage, die sich an der Stand-Alone-Methode orientiert, vorgesehen. Im Fall eines zusammengefassten negativen Ergebnisses werden die steuerlichen Verluste evident gehalten und mit künftigen positiven Ergebnissen verrechnet. Der Ausweis erfolgt jeweils unter den Ertragsteuern. Aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften innerhalb der Gruppenbesteuerung wird für die künftige Verpflichtung zur Zahlung von Ertragsteuern eine Verbindlichkeit in Höhe des Nominalbetrags ausgewiesen.

Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse der Konzerngesellschaften wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der Stand-Alone-Methode orientiert. Dabei werden überrechnete steuerliche Verluste aufseiten der Gruppenmitglieder als interne Verlustvorträge evident gehalten und mit künftigen positiven Ergebnissen verrechnet. Ausnahmen davon bilden die Verträge mit den Gruppenmitgliedern WEEV Beteiligungs GmbH und Burgenland Holding, die vorsehen, dass der WEEV Beteiligungs GmbH und der Burgenland Holding im Fall der Zurechnung eines negativen steuerlichen Ergebnisses eine negative Steuerumlage gutgeschrieben wird, wenn das Gruppenergebnis insgesamt positiv ist. Ansonsten wird der jeweilige Verlust als interner Verlustvortrag berücksichtigt und in Folgejahren als negative Steuerumlage vergütet, sobald er in einem zusammengefassten positiven Ergebnis Deckung findet.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der Liability-Methode mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht und die Absicht auf Aufrechnung der Steuern bestehen.

22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Werthaltigkeitsprüfungen werden bei der EVN nach Maßgabe des IAS 36 durchgeführt. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich Firmenwerte werden bei Vorliegen von internen oder externen Indikatoren für eine Wertminderung auf Ihre Werthaltigkeit hin überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer und Firmenwerte werden zumindest jährlich auf Werthaltigkeit geprüft.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Bei der EVN wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im EVN Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom-, Erdgas- und Wasserverteilungsanlagen, Windparks, Strombezugsrechte, Telekomnetze sowie Anlagen im Umweltbereich.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt entsprechend den Regelungen des IAS 36. Aufgrund der Langfristigkeit von Investitionen in Erzeugungsanlagen verwendet die EVN Cash-Flow-Prognosen, die der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen entsprechen. Bei Werthaltigkeitsprüfungen von Wasserkraftwerken wird in der Regel von einer Wiedererteilung der Konzession und daher von einem unendlichen Bestehen der jeweiligen Standorte ausgegangen. Nach einem Detailplanungszeitraum von vier Jahren schließt bei Erzeugungsanlagen ein Grobplanungszeitraum bis zum Ende der wirtschaftlichen Nutzungsdauer, allerdings beschränkt mit dem Zeitraum des Vorliegens externer Strompreisprognosen (aktuell 2040), an.

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgt grundsätzlich entsprechend der Bemessungshierachie des IFRS 13. Da für die bewertungsgegenständlichen CGUs bzw. Vermögenswerte der EVN in der Regel keine Marktwerte ablesbar sind, erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts entsprechend der Bemessungshierachie der Stufe 3. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der CGU erfolgt dabei mittels eines WACC-basierten Discounted-Cash-Flow-Verfahrens, das konzeptionell dem Verfahren des Nutzungswerts ähnelt, jedoch Anpassungen der in das DCF-Berechnungsmodell einfließenden Parameter aus der Sicht eines Marktteilnehmers berücksichtigt.

Sowohl die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten als auch des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Die Cash-Flow-Prognosen basieren auf den jüngsten vom Management genehmigten Finanzplänen. Die zukünftigen Strompreisannahmen werden von den Terminmarktnotierungen an der European Energy Exchange AG, Leipzig, abgeleitet. Für darüber hinausgehende Zeiträume, erfolgt eine Durchschnittsbildung (50:50) anhand zweier Prognosen renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Die Durchschnittsbildung erfolgt zum Erhalt eines ausgewogenen Bildes über die zukünftige Strompreisentwicklung. Für die Bewertungen wird der Low Case der Preisprognosen der beiden Informationsdienstleister herangezogen. Damit werden die Risiken umfassend berücksichtigt, die die Strompreise in Zukunft beeinflussen können.

Als Abzinsungssatz wird ein Kapitalkostensatz unter Berücksichtigung von Ertragsteuern (WACC) verwendet. Die Eigenkapitalkosten des WACC setzen sich aus dem risikolosen Zinssatz, einem Länderzuschlag sowie einer Risikoprämie zusammen, die die Markt-Risikoprämie und den Beta-Faktor auf Basis von Peer-Group-Kapitalmarktdaten umschließt. Die Fremdkapitalkosten setzen sich aus dem Basiszinssatz, dem Länderzuschlag und einem dem Rating entsprechenden Risikozuschlag zusammen. Für die Gewichtung der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten wird auf Basis von Peer-Group-Daten eine für die betreffende CGU adäquate Kapitalstruktur zu Marktwerten unterstellt. Mit dem so ermittelten WACC werden die Zahlungsströme der jeweiligen CGU abgezinst.

Die EVN ermittelt zur Bestimmung des erzielbaren Betrags zunächst den Nutzungswert. Sollte der so ermittelte Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswerts bzw. der CGU liegen, wird im Bedarfsfall der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt.

23. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, die die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Insbesondere die folgenden Annahmen und Schätzungen können in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden führen.

Bei den Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduktion der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen. Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde aus einer adäquaten Peer Group abgeleitet. Vor dem Hintergrund des derzeit volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) laufend beobachtet (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Für die Bewertung des Erzeugungsportfolios wurde das Preisgerüst ab dem fünften Jahr (keine aussagekräftigen Marktpreise an den Strombörsen mehr verfügbar) anhand der durchschnittlichen Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Es werden jeweils die letzten aktuell verfügbaren Studien verwendet, die aufgrund der derzeitigen Volatilität der Strommärkte jährlich aktualisiert werden. Die Sensitivität dieser Annahmen wird für die buchmäßig größten CGUs, für die Wertminderungstests erstellt wurden, in den Erläuterungen 35. Immaterielle Vermögenswerte, 7. Sachanlagen sowie 37. At Equity einbezogene Unternehmen dargestellt.

Die wesentlichen Prämissen und Ermessensentscheidungen bei der Festlegung des Konsolidierungskreises sind in Erläuterung 4. Konsolidierungskreis beschrieben.

Mit Vereinbarung vom 13. Februar 2017 wurde der Rechtsstreit zwischen der EVN Bulgaria und der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK hinsichtlich umstrittener Aufrechnungen außergerichtlich verglichen. Dieser Vergleich umfasst insbesondere die Abgeltung des noch offenen Teils der vom 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 entstandenen und von der EVN Bulgaria vorfinanzierten Ökostrom-Mehrkosten und Verzugszinsen, die die NEK der EVN Bulgaria zu ersetzen hat. Die Umsetzung erfolgte durch die von beiden Parteien nunmehr anerkannte Aufrechnung der genannten Forderungen der EVN Bulgaria mit Forderungen der NEK aus Energielieferungen. Mit Entscheidung vom 4. August 2017 wurde das im März 2014 von der staatlichen bulgarischen Kommission für Energie- und Wasserregulierung wegen der erwähnten Aufrechnung eingeleitete administrative Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria eingestellt. Das von der EVN im Juli 2013 angestrengte internationale Schiedsgerichtsverfahren vor dem von der Weltbank eingerichteten International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) gegenüber der Republik Bulgarien bleibt weiterhin anhängig. Der Ausgang des Verfahrens kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit dem im Projekt der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Die von der EVN gegen die behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung des Investitionsvertrags eingeleiteten Verfahren waren nicht erfolgreich. Aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung des Investitionsvertrags hat die Projektgesellschaft zur Verwirklichung des Projekts der MPZ1 beim London Court of International Arbitration gegen die Fa Tabrin OÜ (nunmehr Veealliance) mit Sitz in Tallinn, Estland, mit

  1. April 2016 einen Schiedsantrag und mit 11. Oktober 2016 eine Klage auf Rückzahlung der geleisteten Zahlungen zur Verschaffung der Rechte aus dem Investitionsvertrag mit der Regierung der Stadt Moskau eingebracht. Diese Entwicklungen beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau ließen bereits im Geschäftsjahr 2013/14 erhebliche Zweifel an dessen Realisierbarkeit aufkommen, weshalb die bestehende Leasingforderung wertberichtigt und der auf die verwertbaren Anlagenkomponenten entfallende Betrag in die Vorräte umgegliedert worden war. Es muss weiter davon ausgegangen werden, dass die Anlage nicht errichtet werden wird, sondern vom Auftraggeber bzw. Projektverkäufer entsprechende Kompensation zu fordern ist. Nach Durchführung von Verhandlungen wird nun der Spruch des Schiedsgerichts erwartet. Die weiteren Entwicklungen in diesem Projekt einschließlich der Auflösung oder Rückabwicklung bestehender Lieferverträge mit Sublieferanten können in folgenden Berichtsperioden zu Änderungen des Ausweises und zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterungen 39. Übrige langfristige Vermögenswerte und 40. Vorräte).

Die Projektgesellschaft Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, an der die EVN zu 49,0 % beteiligt ist, hat am 17. Dezember 2013 eine Schiedsklage gegen das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH und am 10. Dezember 2013 eine gerichtliche Klage gegen einen Versicherer eingebracht. Die geltend zu machenden Ansprüche beruhen auf Schäden, die der Projektgesellschaft infolge verspäteter Fertigstellung des Kraftwerks Walsum 10 entstanden sind, und umfassen pauschalierten Schadenersatz für Verzug, verzögerungsbedingte Mehrkosten, die vorfinanzierten Reparaturkosten und für den Schaden aus entgangener Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten sowie Ansprüche gegen einen Versicherer. Widerklagend hat das Hitachi-Konsortium in diesem Verfahren Ansprüche gegen die Projektgesellschaft geltend gemacht. Mit dem am 23. November 2016 von der ICC veröffentlichen Schiedsspruch wurden der SEK Ansprüche im Ausmaß von rund 200 Mio. Euro zugesprochen, die Ansprüche von Hitachi laut Widerklage wurden abgewiesen. Der Versicherer hat in einer mittlerweile verbundenen Klage Rückzahlung von bereits geleisteten Abschlagszahlungen gefordert. Im gerichtlichen Verfahren gegen den Versicherer ist am 1. Juli 2015 ein Teil-Grund- und Teil-Schlussurteil zugunsten der Projektgesellschaft ergangen, wonach der Versicherer zur Zahlung von Versicherungsleistungen wegen des Kraftwerksschadens vom April 2011 dem Grunde nach verpflichtet ist, gegen das dieser und auch die Projektgesellschaft (in Bezug auf die Anerkennung der Rechtsanwaltskosten) Berufung eingelegt haben. Mittlerweile konnte zwischen SEK und dem Versicherer eine kommerzielle Einigung herbeigeführt werden, wonach der Versicherer insgesamt 60 Mio. Euro für die beiden Kesselschäden an SEK zu leisten hat. SEK und der Versicherer werden ihre wechselseitig eingebrachten Klagen zurückziehen. Nach der ersten Betriebszeit des Kraftwerks lassen sich aus den Statistiken höhere spezifische Wärmeverbräuche und somit ein niedrigerer Wirkungsgrad ableiten, als vom Generalunternehmer zugesagt. Eine entsprechende Kontrollmessung hat dies mittlerweile bestätigt. Deshalb wurde am 16. September 2015 eine weitere Schiedsklage gegen das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH Hitachi eingebracht. Mit einem Ende dieses Schiedsverfahrens ist im Jahr 2019 zu rechnen; der Ausgang der Verfahren kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 36. Sachanlagen).

Die EVN hält auf Basis eines Vertrags aus dem Jahr 2007 für die Wien Energie einen Strombezugsrechtsvertrag gegenüber der SEK und verrechnet die für die Stromlieferungen zu entrichtenden Entgelte. Bestandteil des Endpreises ist der so genannte "Leistungspreis 1", der vorrangig durch die (noch nicht endgültig feststehenden) Investitionskosten des Kraftwerks Walsum 10 bestimmt wird. Die Wien Energie hat die EVN mit Schiedsklage vom 24. Mai 2017 beim Ständigen Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Wien auf Rechnungslegung durch Aufschlüsselung des Leistungspreises 1 geklagt. Die Wien Energie erteilte der EVN auch mehrfach Weisungen betreffend die Vorgehensweise gegenüber der SEK, insbesondere betreffend Geltendmachung einer Wirtschaftsklausel. Die EVN hat hiezu mit 25. September 2017 ebenfalls beim Ständigen Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Wien eine Widerklage auf Feststellung eingebracht, dass die Wien Energie nicht berechtigt ist, derartige Weisungen zu erteilen. Der Ausgang dieser Verfahren kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen.

Die EVN und die Verbund Thermal Power betreiben aufgrund des Vertrags vom 28. April 1980 bzw. 16. April 1980 das Kraftwerk Dürnrohr, wobei jedem Vertragspartner einer der beiden Blöcke zur Bewirtschaftung zugewiesen ist. Verbund Thermal Power hat im Dezember 2014 den bestehenden Betriebsführungsvertrag zum 30. Juni 2015 gekündigt und im April 2015 die endgültige Auflassung ihres Kraftwerksblocks am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr erklärt. Dies führte in weiterer Folge zu erhöhten Instandhaltungs- und Betriebskosten für die EVN. Die EVN steht auf dem Standpunkt, dass die ausgesprochene Kündigung rechtlich unwirksam sowie der bestehende Vertrag auf die technische Lebensdauer der Anlagen des Kraftwerks Dürnrohr abgeschlossen ist und daher unverändert aufrecht besteht. Sie hat zu diesem Zweck eine Feststellungsklage beim Handelsgericht Wien eingebracht. Der Ausgang dieses Verfahrens kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 36. Sachanlagen).

Der Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen zugrunde gelegt, deren Anpassung in künftigen Perioden zu Bewertungsänderungen führen kann. Ferner können künftige Änderungen von Strom- und Gaspreistarifen zu Bewertungsänderungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen führen (siehe Erläuterung 52. Langfristige Rückstellungen).

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 18. Rückstellungen) und Einschätzungen zu sonstigen Verpflichtungen und Risiken (siehe Erläuterung 66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen) und in der Ertragsrealisierung (siehe Erläuterung 20. Ertragsrealisierung). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

24. Grundsätze zur Segmentberichterstattung

Die Identifikation der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und der internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Für jedes operative Segment überprüft der Vorstand des EVN Konzerns (Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8) interne Managementberichte mindestens vierteljährlich. Die Segmentabgrenzung in Erzeugung, Energie, Netze, Südosteuropa, Umwelt und Alle sonstigen Segmente entspricht zur Gänze der internen Berichtsstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht im Einklang mit den IFRS. Zur Bewertung der Ertragskraft der Segmente wird das EBITDA herangezogen, das für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (siehe Erläuterung 60. Segmentberichterstattung).

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

25. Umsatzerlöse

Die externen Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

Umsatzerlöse
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Erzeugung 53,7 46,0
Energie 512,0 448,5
Netze 497,9 434,2
Südosteuropa 957,5 949,4
Umwelt 181,0 158,4
Alle sonstigen Segmente 13,4 10,1
Summe 2.215,6 2.046,6

26. Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 45,4 43,7
Aktivierte Eigenleistungen 20,7 20,9
Zinsen für verspätete Zahlungen 17,6 7,5
Entschädigungen und Vergütungen 5,8 13,0
Miet- und Pachterträge 2,2 1,9
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –1,6 –0,7
Bestandsveränderungen –3,3 –1,2
Übrige sonstige betriebliche Erträge 15,2 11,8
Summe 101,9 97,0

Der Anstieg der Zinsen für verspätete Zahlungen ist auf die im Februar 2017 zwischen der Vertriebsgesellschaft EVN Bulgaria EC und der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK erzielte Einigung hinsichtlich vorfinanzierter Ökostrom-Mehrkosten, konkret auf die zugesprochenen Verzugszinsen, zurückzuführen. Der Rückgang der Entschädigungen und Vergütungen resultiert überwiegend aus in der Vergleichsperiode erhaltenen Versicherungsentschädigungen für Winterschäden in Südosteuropa.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen insbesondere Prämien, Subventionen sowie Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Fremdstrombezug und Energieträger 989,0 930,6
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 313,7 246,7
Summe 1.302,6 1.177,3

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassen insbesondere Strom-, Erdgas-, Steinkohle- und Biomassebezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratiszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2 -Emissionszertifikate in Höhe von 15,3 Mio. Euro (Vorjahr: 12,3 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand stehen überwiegend im Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Segments Umwelt sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters sind in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

Der Anstieg der Position "Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand" ist im Wesentlichen auf eine Wertberichtigung in Höhe von 45,5 Mio. Euro der in den Vorräten abgebildeten Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau zurückzuführen (siehe Erläuterung 40. Vorräte).

28. Personalaufwand

Personalaufwand
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Gehälter und Löhne 241,5 240,6
Aufwendungen für Abfertigungen 6,3 5,5
Aufwendungen für Pensionen 10,1 9,6
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 52,1 51,4
Sonstige Sozialaufwendungen 6,8 6,6
Summe 316,8 313,7

Im Personalaufwand sind Beiträge an die VBV Pensionskasse in Höhe von 9,9 Mio. Euro (Vorjahr: 6,2 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) enthalten. Der Anstieg der Beiträge an die VBV Pensionskasse ist auf eine Einmalzahlung in Höhe von 3,8 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf der EVN Pensionskasse zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde erstmals der Pensionssicherungsbeitrag laut NÖ Landes- und Gemeindebezügegesetz berücksichtigt. Dies reduzierte die Aufwendungen für Pensionen um 2,9 Mio. Euro.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:

Mitarbeiter nach Segmenten1) 2016/17 2015/16
Erzeugung 135 143
Netze 1.218 1.227
Energie 305 292
Südosteuropa 4.161 4.166
Umwelt 501 497
Alle sonstigen Segmente 521 504
Summe 6.840 6.830

1) Anzahl im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 97,3 % aus Angestellten und zu 2,7 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 97,2 % Angestellte und 2,8 % Arbeiter). Da in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird, erfolgt eine Zurechnung bei den Angestellten.

29. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Forderungsabschreibungen 23,1 20,7
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 18,3 22,7
Betriebssteuern und Abgaben 18,0 12,4
Werbeaufwand 11,8 12,3
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 11,2 10,0
Telekommunikation und Portospesen 9,6 9,6
Versicherungen 9,4 9,5
Wartung und Instandhaltung 7,0 8,1
Mieten 6,7 5,6
Weiterbildung 2,0 1,8
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 22,1 28,8
Summe 139,0 141,6

Die Position "Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken" umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozesskosten und -risiken. Die Position "Mieten" umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen und Mitgliedsbeiträge sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

30. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter
Mio. EUR 2016/17 2015/16
EVN KG 96,1 55,9
RAG 43,4 42,3
Energie Burgenland 17,0 9,9
ZOV; ZOV UIP 12,5 12,4
Ashta –6,8
Verbund Innkraftwerke –11,4 –27,5
Andere Gesellschaften 5,0 7,3
Summe 162,6 93,5

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter (siehe Erläuterung 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

Er umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen (siehe Erläuterung 37. At Equity einbezogene Unternehmen).

Der Anstieg des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter ist im Wesentlichen auf die EVN KG, die Energie Burgenland und die Verbund Innkraftwerke zurückzuführen. Der im Vergleich zum Vorjahr höhere Ergebnisbeitrag der EVN KG beruht auf gesunkenen Bezugskosten, witterungsbedingten Faktoren sowie positiven Bewertungseffekten von Absicherungsgeschäften. Die Entwicklung des Ergebnisbeitrags der Energie Burgenland ist überwiegend auf positive Einmaleffekte im Bereich der Ertragsteuern zurückzuführen.

Der negative Ergebnisbeitrag der Verbund Innkraftwerke ist durch eine deutlich verschlechterte Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung sowie eines Anstiegs des WACC begründet. Dies führte zu einer Wertminderung der Anteile an diesem at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 13,1 Mio. Euro. Bereits im Vorjahr waren aufgrund verschlechterter Einschätzungen der Strompreisentwicklung Wertminderungen in Höhe von 27,6 Mio. Euro vorgenommen worden (siehe Erläuterung 37. Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen).

Die nicht angesetzten kumulativen Verluste der Ashta betrugen 5,4 Mio. Euro (Vorjahr: Verluste von 5,8 Mio. Euro).

31. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR
2016/17 2015/16
Immaterielle Vermögenswerte 59,5 21,5
Sachanlagen 316,7 326,6
Zuschreibungen auf Sachanlagen –1,4 –4,1
Summe 374,8 344,0
Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Abschreibungen 262,3 266,1
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Wertminderungen)1) 113,9 82,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Wertaufholungen)1) –1,4 –4,1
Summe 374,8 344,0

1) Details siehe Erläuterungen 35. Immaterielle Vermögenswerte und 36. Sachanlagen

32. Finanzergebnis

Finanzergebnis
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Beteiligungsergebnis
WEEV Beteiligungs GmbH 12,1 –8,8
Andere Gesellschaften 0,0*) 0,0*)
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter 12,2 –8,7
Dividendenzahlungen 19,0 17,6
davon Verbund AG 11,6 14,0
davon andere Gesellschaften 7,3 3,6
Wertminderungen/Abgänge –0,1 –3,3
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 18,8 14,4
Summe Beteiligungsergebnis 31,0 5,6
Zinsergebnis
Zinserträge aus Vermögenswerten 8,8 11,5
Übrige Zinserträge 10,7 5,2
Summe Zinserträge 19,5 16,7
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten –54,6 –60,0
Zinsaufwand Personalrückstellungen –5,9 –9,6
Übrige Zinsaufwendungen –4,9 –7,8
Summe Zinsaufwendungen –65,4 –77,4
Summe Zinsergebnis –45,9 –60,7
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens –1,5 –1,8
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen –0,0*) –0,0*)
Währungskursgewinne/-verluste 0,0*) –2,6
Übriges Finanzergebnis –5,0 –2,1
Summe sonstiges Finanzergebnis –6,5 –6,5
Finanzergebnis –21,4 –61,6
*) Kleinbetrag

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter (siehe Erläuterung 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen.

Die WEEV Beteiligungs GmbH wurde zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung der Verbund AG gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG gegründet und erstmals im Geschäftsjahr 2010/11 at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte werden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Geschäftsjahr 2016/17 kam es zu einer Umstrukturierung der WEEV. Die von der WEEV gehaltenen Verbund-Anteile wurden an die Mutterunternehmen EVN und Wiener Stadtwerke übertragen. Der Verbund-Aktienkurs belief sich zum Verkaufsstichtag auf 16,15 Euro (IFRS-Buchwert 11,23 Euro), woraus sich im Wesentlichen der positive Ergebnisanteil von 12,1 Mio. Euro ergibt. Mit dem Erlös aus dem Aktienverkauf wurden die entsprechenden Finanzierungen zurückgeführt und die überschüssige Liquidität ausgeschüttet. Die im sonstigen Ergebnis angesetzte positive Kursentwicklung wurde durch den Aktienverkauf erfolgswirksam in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert und betrug 10,2 Mio. Euro (siehe auch 47. Bewertungsrücklagen). Die nicht angesetzten Verluste der WEEV beliefen sich auf 4,5 Mio. Euro.

Die Zinserträge aus Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investment-Fonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus liquiden Mitteln und

Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens. Die Zinserträge für Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beliefen sich auf 18,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,3 Mio. Euro).

Die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, die Aufwendungen für kurzfristige Kredite und Pachtverbindlichkeiten für Biomasseanlagen sowie Verteil- und Wärmenetze. Die Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beliefen sich auf 59,5 Mio. Euro (Vorjahr: 67,8 Mio. Euro).

33. Ertragsteuern

Ertragsteuern
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Laufender Ertragsteuerertrag/-aufwand 26,9 –3,5
davon österreichische Gesellschaften 10,5 –15,0
davon ausländische Gesellschaften 16,4 11,4
Latenter Steuerertrag/-aufwand 27,0 19,6
davon österreichische Gesellschaften 34,5 8,6
davon ausländische Gesellschaften –7,5 11,0
Summe 53,9 16,0

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2017 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und dem ausgewiesenen Konzernsteueraufwand aufgrund des Konzernergebnisses für das Geschäftsjahr 2016/17 gemäß Konzern-Gewinnund-Verlust-Rechnung stellen sich wie folgt dar:

Ermittlung des Effektivsteuersatzes 2016/17 2015/16
% Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 325,5 198,9
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 81,4 25,0 49,7
– Abweichende ausländische Steuersätze –3,0 –9,6 –1,5 –3,1
– Steuerfreie Beteiligungserträge –8,8 –28,6 –6,5 –12,9
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 2,9 9,3 1,8 3,6
– Steuerrechtliche Beteiligungsbewertungen und Wertminderungen
auf Konzernforderungen
–0,7 –2,3 –11,8 –23,5
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 0,9 3,0 1,0 2,0
– Steuerfreie Erträge –0,1 –0,3 –0,5 –0,9
+ Aperiodische Steuererhöhungen 0,1 0,2 0,7 1,4
+/– Sonstige Posten 0,3 0,9 –0,2 –0,3
Effektivsteuersatz/-aufwand 16,6 53,9 8,1 16,0

Die steuerrechtlichen Beteiligungsbewertungen betreffen im Wesentlichen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Abschreibungen der Beteiligungen an Hydro Power Company Gorna Arda, TEZ Plovdiv, EVN Nk BuB, EVN Bulgaria, OOO EVN Umwelt Service (Vorjahr: EVN Nk BuB, EVN UBS, OOO EVN Umwelt Service, Shkodra, TEZ Plovdiv) und die Zuschreibungen der Beteiligungen an EVN Macedonia und Energie Allianz.

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2016/17 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 16,6 % (Vorjahr: 8,1 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften (siehe Erläuterung 51. Latente Steuern).

34. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2016/17 in Umlauf befindlichen Aktien von 177.856.536 Stück (Vorjahr: 177.763.333 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch so genannte "potenzielle Aktien" aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für die EVN bestehen jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war. Auf Basis des Konzernergebnisses von 251,0 Mio. Euro (Vorjahr: 156,4 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2016/17 ein Ergebnis je Aktie von 1,41 Euro (Vorjahr: 0,88 Euro).

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

35. Immaterielle Vermögenswerte

Die Firmenwerte sind den CGUs "Internationales Projektgeschäft" und "Sonstige CGUs" zugeteilt. In den Rechten werden Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, ausgewiesen. Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden in der Vergangenheit insbesondere die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger ausgewiesen.

Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte
Geschäftsjahr 2016/17 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2016 216,7 372,8 99,6 689,1
Zugänge 10,5 3,0 13,5
Abgänge –2,2 –0,0*) –2,2
Bruttowert 30.09.2017 216,7 381,2 102,4 700,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2016 –160,9 –220,1 –86,9 –467,9
Planmäßige Abschreibungen –12,0 –2,6 –14,5
Wertminderungen –44,8 –0,2 –45,0
Abgänge 1,5 –0,0*) 1,6
Umbuchungen 2,8 –0,2 2,5
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2017 –160,9 –272,6 –89,8 –523,3
Nettowert 30.09.2016 55,8 152,7 12,7 221,2
Nettowert 30.09.2017 55,8 108,6 12,6 177,1
Geschäftsjahr 2015/16
Mio. EUR
Firmenwerte Rechte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2015 216,7 358,0 98,4 673,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,0*) 0,0*)
Zugänge 20,3 1,2 21,5
Abgänge –6,0 –0,1 –6,1
Umbuchungen 0,4 0,4
Bruttowert 30.09.2016 216,7 372,8 99,6 689,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –160,4 –208,7 –83,7 –452,9
Währungsdifferenzen –0,0*) –0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –13,0 –3,1 –16,1
Wertminderungen –0,5 –4,8 –0,1 –5,4
Zuschreibungen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Abgänge 6,0 0,0*) 6,0
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2016 –160,9 –220,1 –86,9 –467,9
Nettowert 30.09.2015 56,3 149,3 14,7 220,2
Nettowert 30.09.2016 55,8 152,7 12,7 221,2

*) Kleinbetrag

Die Buchwerte der Firmenwerte verteilen sich mit 52,9 Mio. Euro auf die CGU "Internationales Projektgeschäft" und mit 2,9 Mio. Euro auf die CGU "Sonstige CGUs".

Der Buchwert des Nettovermögens der CGU "Internationales Projektgeschäft" betrug 223,4 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 359,0 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,92 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 6,41 % entspricht, verwendet. Der erzielbare Betrag der CGU lag damit um 60,70 % über ihrem Buchwert. Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 1,0 % wäre es im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 91,9 Mio. Euro gekommen (Überdeckung in Höhe von 195,3 Mio. Euro). Bei einem WACC nach Steuern in Höhe von 10,42 % entspräche der erzielbare Betrag dem Buchwert.

Im Segment Erzeugung wurde aufgrund der verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung sowie eines Anstiegs des WACC eine Wertminderung der Strombezugsrechte aus dem Donaukraftwerk Freudenau in Höhe von 16,9 Mio. Euro notwendig. Die EVN hält am Donaukraftwerk Freudenau Strombezugsrechte im Ausmaß von 12,5 % auf die Betriebsdauer des Kraftwerks. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 22,9 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,84 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 6,40 % entspricht, verwendet. Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % wäre es im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Wertminderung in Höhe von 19,3 Mio. Euro gekommen (Wertminderung in Höhe von 14,0 Mio. Euro). Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % wäre es im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Wertminderung von 12,9 Mio. Euro (Wertminderung von 20,9 Mio. Euro) gekommen.

Aufgrund geänderter energiepolitischer Rahmenbedingungen in Bulgarien wurde die weitere Umsetzung des Wasserkraftwerksprojekts Gorna Arda ausgesetzt. Das Projekt ist im aktuellen Umfeld nicht realisierbar. Aus diesem Grund wurde der entsprechende Buchwert in Höhe von 28,9 Mio. Euro im Segment Erzeugung zur Gänze wertgemindert.

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden insgesamt 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet; davon wurden 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) aktiviert.

36. Sachanlagen

Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsjahr 2016/17
Grundstücke
Technische
Geschäfts
Anlagen
Mio. EUR
und Bauten
Leitungen
Anlagen
Zähler
ausstattung
in Bau
809,8
3.959,5
3.014,7
238,5
174,4
170,7
Bruttowert 30.09.2016
Währungsdifferenzen
0,0)
0,2
2,3
0,0
)
0,0)
0,0
)
Zugänge
7,0
110,9
43,6
27,3
19,7
81,8
Abgänge
–5,6
–13,4
–113,9
–10,6
–10,2
–1,7
Umbuchungen
7,2
54,5
19,4
0,1
0,8
–82,0
818,4
4.111,6
2.966,1
255,3
184,7
168,8
Bruttowert 30.09.2017
–447,7
–2.144,8
–1.973,4
–148,7
–133,1
–7,4
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2016
Währungsdifferenzen
–0,0)
–0,1
–1,6
–0,0
)
–0,0)

Planmäßige Abschreibungen
–20,2
–105,9
–90,4
–15,8
–15,4

Wertminderungen
–7,9
–13,3
–45,9
–0,1
–0,7
–1,0
Zuschreibungen
0,6
0,3
0,5



Abgänge
2,3
13,3
16,1
9,0
9,9

Umbuchungen
–6,1
3,5
3,2
–0,1
–0,2
0,0
)
–479,1
–2.247,0
–2.091,5
–155,8
–139,5
–8,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2017
362,1
1.814,8
1.041,3
89,8
41,3
163,3
Nettowert 30.09.2016
Entwicklung der Sachanlagen
Summe
8.367,6
2,6
290,3
–155,4
–0,2
8.504,9
–4.855,0
–1,7
–247,7
–68,9
1,4
50,5
0,2
–5.121,3
3.512,5
Nettowert 30.09.2017 339,3 1.864,6 874,6 99,5 45,2 160,4 3.383,6
Geschäftsjahr 2015/16
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2015 790,1 3.808,8 2.972,2 224,9 200,6 167,2 8.164,0
Währungsdifferenzen 0,4 1,0 3,2 0,1 0,1 0,2 5,0
Konsolidierungskreisänderungen 2,2 6,1 2,4 0,0*) 10,7
Zugänge 8,1 103,2 63,6 21,7 13,7 99,8 310,1
Abgänge –10,2 –9,4 –52,1 –8,4 –43,1 –0,1 –123,2
Umbuchungen 19,2 49,8 25,4 0,1 3,1 –96,5 1,0
Bruttowert 30.09.2016 809,8 3.959,5 3.014,7 238,5 174,4 170,7 8.367,6
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –433,7 –2.037,8 –1.865,3 –142,4 –161,0 –7,4 –4.647,7
Währungsdifferenzen –0,2 –0,5 –2,3 –0,0*) –0,1 –3,1
Konsolidierungskreisänderungen
Planmäßige Abschreibungen –20,9 –102,7 –97,4 –14,6 –14,5 –250,1
Wertminderungen –4,2 –14,3 –58,1 –0,0*) –0,0*) –76,6
Zuschreibungen 1,8 1,5 0,7 4,1
Abgänge 9,4 9,2 48,7 8,3 42,7 118,3
Umbuchungen 0,2 –0,3 0,3 0,0*) –0,2 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2016 –447,7 –2.144,8 –1.973,4 –148,7 –133,1 –7,4 –4.855,0
Nettowert 30.09.2015 356,4 1.771,0 1.106,9 82,5 39,6 159,9 3.516,3
Nettowert 30.09.2016 362,1 1.814,8 1.041,3 89,8 41,3 163,3 3.512,5

*) Kleinbetrag

In der Position "Grundstücke und Bauten" waren Grundwerte in Höhe von 56,1 Mio. Euro (Vorjahr: 62,9 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro.

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,7 % –3,8 % (Vorjahr: 1,9 % –3,7 %).

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 8,3 Mio. Euro (Vorjahr: 9,8 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte wiesen einen Buchwert von 0,0 Mio. Euro auf (Vorjahr: 40,0 Mio. Euro).

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 23. November 2016 bekanntgegeben, hat ein Schiedsgericht der Projektgesellschaft zur Errichtung des Kraftwerks Walsum 10, an der die EVN AG mittelbar zu 49 % beteiligt ist, Ansprüche in Höhe von rund 200 Mio. Euro zuerkannt. Das Ergebnis des Schiedsspruchs führte im überwiegenden Ausmaß zu einer Reduktion der Anschaffungskosten für das Kraftwerk.

Im Geschäftsjahr 2016/17 führte die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 zu folgenden Wertminderungen:

Aufgrund der verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung sowie einer geänderten Einschätzung des Betrachtungszeitraums aufgrund der derzeit in Europa diskutierten Änderung der CO2-Gesetzgebung wurde eine Wertminderung beim anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Walsum 10 in Höhe von 19,1 Mio. Euro notwendig.1) Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 162,3 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,25 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 6,79 % entspricht, verwendet. Bei der Bewertung wurden aktuelle Annahmen für den Ausgang der anhängigen Rechtsverfahren getroffen (siehe Erläuterung 23. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen). Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % wäre es beim anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Walsum 10 im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Wertminderung in Höhe von 25,8 Mio. Euro (Wertminderung in Höhe von 12,2 Mio. Euro) gekommen. Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % wäre es im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Werterholung von 5,5 Mio. Euro (Wertminderung von 44,1 Mio. Euro) gekommen. Bei einem unveränderten Betrachtungszeitraum von 30 Jahren würde sich eine Werterholung von 1,7 Mio. Euro ergeben.

1) Die Impairment-Betrachtung des Kraftwerksanteils erfolgt rein auf Konzernebene, auf Segmentebene erfolgt die Bildung einer Rückstellung für die Vermarktung der eigenen Stromproduktion, die Wertminderung wird daher in der Überleitungsspalte "Konsolidierung" ausgewiesen.

In Bulgarien musste aufgrund weiterer nachteiliger regulatorischer Tarifentscheidungen im Wärmebereich eine Wertminderung in Höhe von 24,0 Mio. Euro an den Cogeneration-Anlagen der TEZ Plovdiv im Segment Südosteuropa vorgenommen werden. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 36,9 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 7,40 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 8,23 % entspricht, verwendet. Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % wäre es im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Wertminderung in Höhe von 27,9 Mio. Euro gekommen (Wertminderung in Höhe von 20,7 Mio. Euro).

Bei der Energieversorgungszentrale beim Kraftwerk Dürnrohr liegen aufgrund in kürzeren Intervallen erforderlicher Reinvestitionen und höherer Instandhaltungsaufwendungen substanzielle Hinweise einer Überalterung der Anlage vor. Dies führte zu einer Wertminderung von 3,9 Mio. Euro im Segment Erzeugung. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug –1,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,77 %, der einem iterativ Abgeleiteten WACC vor Steuern von 4,65 % entspricht, verwendet.

Bei der Wärmeversorgung Großraum Mödling mussten mangels eines Nachfolgetarifs für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in der im Juli 2017 beschlossenen Novelle des Ökostromgesetzes Wertminderungen von 3,7 Mio. Euro im Segment Energie vorgenommen werden. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 30,3 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,68 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 7,77 % entspricht, verwendet.

Werthaltigkeitsprüfungen bei der EVN Naturkraft führten aufgrund verschlechterter Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung und eines Anstiegs des WACC bei vier Windparks und vier Kleinwasserkraftwerken zu Wertminderungen von 4,5 Mio. Euro im Segment Erzeugung. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug in Summe 26,4 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern in einer Bandbreite von 5,24 % – 5,84 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern in einer Bandbreite von 5,66 % – 23,85 % entspricht, verwendet.

Werthaltigkeitsprüfungen bei der EVN Wärme führten aufgrund von Verschlechterungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei elf Wärmeanlagen zu Wertminderungen von 5,4 Mio. Euro im Segment Energie. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug in Summe 17,5 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,67 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern in einer Bandbreite von 5,67 % – 6,89 % entspricht, verwendet.

Bei den der EVN Wärme zurechenbaren CGUs "Schärding" und "Bruck/Leitha" wurde eine Wertaufholung von 1,3 Mio. Euro im Segment Erzeugung erfasst. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug in Summe 4,5 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,67 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern in einer Bandbreite von 8,26 % – 9,24 % entspricht, verwendet.

In der Vergleichsperiode waren aufgrund der verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung Abwertungen von 32,6 Mio. Euro beim anteilig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Walsum 10 sowie von 2,3 Mio. Euro beim Windpark der EVN in Kavarna notwendig geworden. Weiters kam es aufgrund von nachteiligen regulatorischen Änderungen im Wärmebereich sowie aufgrund einer verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung in Bulgarien zu einer Wertminderung von 31,3 Mio. Euro an den Cogeneration-Anlagen der TEZ Plovdiv. Sonstige Wertminderungen betrafen im wesentlichen Kleinwasserkraftwerke und Windparks der EVN Naturkraft.

37. At Equity einbezogene Unternehmen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 182 unter Beteiligungen der EVN dargestellt. In Erläuterung 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen finden sich Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen, die at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN liegt. Für die at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen
-- ---------------------------------------------------- -- -- --

Geschäftsjahr 2016/17

Mio. EUR
Bruttowert 30.09.2016 934,7
Zugänge 2,7
Abgänge –26,4
Bruttowert 30.09.2017 911,0
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2016 –8,9
Währungsdifferenzen –0,1
Wertminderungen –13,1
Laufendes anteiliges Ergebnis 187,8
Ausschüttungen –110,3
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –11,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2017 43,8
Nettowert 30.09.2016 925,8
Nettowert 30.09.2017 954,8

Geschäftsjahr 2015/16

Mio. EUR
Bruttowert 30.09.2015 918,6
Zugänge 24,4
Abgänge –8,2
Bruttowert 30.09.2016 934,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –20,5
Währungsdifferenzen 1,5
Abgänge 8,2
Wertminderungen –45,7
Laufendes anteiliges Ergebnis 130,4
Ausschüttungen –117,6
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen 34,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2016 –8,9
Nettowert 30.09.2015 898,1
Nettowert 30.09.2016 925,8

Im Geschäftsjahr 2016/17 wurde aufgrund der verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung sowie eines Anstiegs des WACC bei der Verbund Innkraftwerke eine Wertminderung von 13,1 Mio. Euro notwendig. Der erzielbare Betrag für den Anteil der EVN an der Verbund Innkraftwerke wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 62,5 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,32 %, der einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern von 6,37 % entspricht, verwendet (siehe auch Erläuterung 30. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter). Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % wäre es bei der at Equity einbezogenen Verbund Innkraftwerke im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Wertminderung von 20,5 Mio. Euro (Wertminderung von 4,0 Mio. Euro) gekommen. Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % wäre es im Geschäftsjahr 2016/17 ceteris paribus zu einer Wertminderung von 5,5 Mio. Euro (Wertminderung von 20,6 Mio. Euro) gekommen.

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital im Besitz der EVN zum 30. September 2017 103,1 Mio. Euro betrug (Vorjahr: 95,5 Mio. Euro), wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten.

38. Sonstige Beteiligungen

Die Position "Sonstige Beteiligungen" umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die sonstigen Beteiligungen, die zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bewertet werden, beliefen sich im Geschäftsjahr auf 7,0 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro). Die sonstigen Beteiligungen, die der Kategorie AFS zugeordnet sind, setzen sich im Wesentlichen aus Aktien der Verbund AG in Höhe von 875,2 Mio. Euro (Vorjahr: 595,7 Mio. Euro) und aus weiteren sonstigen Beteiligungen in Höhe von 36,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,8 Mio. Euro) zusammen.

Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien der Verbund AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der stimmberechtigten Aktien der Verbund AG. Trotz des Bestehens des Syndikatsvertrags ist der Umfang eines möglichen Einflusses auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Verbund AG aus diesem Syndikatsvertrag sehr begrenzt. Ein maßgeblicher Einfluss gemäß IAS 28 liegt somit nicht vor. Die Anteile an der Verbund AG werden daher entsprechend IAS 39 bilanziert.

Im Zuge der Umstrukturierung der WEEV im Geschäftsjahr 2016/17 (siehe Erläuterung 32. Finanzergebnis) wurden die von der WEEV gehaltenen Verbund-Anteile an die EVN AG verkauft, daraus resultierte ein Zugang in Höhe von 60,9 Mio. Euro. Die Wertänderungen aufgrund des Anstiegs des Verbund-Aktienkurses wurden im Umfang von 218,7 Mio. Euro (Vorjahr: 119,5 Mio. Euro) im sonstigen Ergebnis erfasst.

Aufgrund konstanter Gewinnausschüttungen in den letzten Jahren und der damit zusammenhängenden Reduktion des Risikos von Fehleinschätzungen wurde im Geschäftsjahr erstmals eine Bewertung der Beteiligung an der CEESEG AG mittels Discounted-Cash-Flow-Verfahren durchgeführt. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 17,4 Mio. Euro, wodurch sich ein Zuschreibungsbedarf von 9,8 Mio. Euro ergab. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 6,16 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet prognostizierte Ausschüttungen der kommenden vier Jahre sowie eine ewige Rente ohne Wachstumsrate.

Aufgrund konstanter Gewinnausschüttungen in den letzten Jahren und der damit zusammenhängenden Reduktion des Risikos von Fehleinschätzungen wurde im Geschäftsjahr erstmals eine Bewertung der Beteiligung an der Verbund Hydro Power AG mittels Discounted-Cash-Flow-Verfahren durchgeführt. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 19,6 Mio. Euro, wodurch sich ein Zuschreibungsbedarf in Höhe von 17,2 Mio. Euro ergab. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,66 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell setzt auf den öffentlich verfügbaren Jahresabschlussinformationen auf und prognostiziert anhand vorliegender Strompreisinformationen die kommenden vier Jahre sowie eine ewige Rente ohne Wachstumsrate.

39. Übrige langfristige Vermögenswerte

Übrige langfristige Vermögenswerte
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Wertpapiere 58,4 82,9
Ausleihungen 40,6 30,9
Forderungen aus Leasinggeschäften 86,9 104,3
Forderungen aus derivativen Geschäften 9,0 22,5
Primärenergiereserven 14,4 14,4
Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte 0,5 58,6
Summe 209,9 313,7

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investment-Fonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag.

Die Forderungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von PPP-Projekten. Der Rückgang im Geschäftsjahr ist im Wesentlichen auf die vertraglich vereinbarten Tilgungszahlungen zurückzuführen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten positive Marktwerte von Derivaten im Energiebereich.

Der Rückgang der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte ist auf die im Februar 2017 zwischen der Vertriebsgesellschaft EVN Bulgaria EC und der staatlichen bulgarischen Elektrizitätsgesellschaft NEK erzielten Einigung zurückzuführen. Diese bezog sich auf offene Forderungen für von der EVN Bulgaria EC vorfinanzierten Ökostrom-Mehrkosten (zuzüglich Verzugszinsen).

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

Fristigkeiten der Forderungen aus Leasinggeschäften Mio. EUR

Restlaufzeit zum 30.09.2017 Restlaufzeit zum 30.09.2016
Ausstehende
Leasingzahlungen
Zinsen Summe der
ausstehenden
Leasingzahlungen
Ausstehende
Leasingzahlungen
Zinsen Summe der
ausstehenden
Leasingzahlungen
< 5 Jahre 45,4 9,8 55,2 57,9 11,9 69,8
> 5 Jahre 41,5 6,9 48,4 46,3 7,0 53,4
Summe 86,9 16,7 103,7 104,3 18,9 123,2

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert. Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2016/17 wurden in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

40. Vorräte

Vorräte
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Primärenergievorräte 60,3 49,9
CO2-Emissionszertifikate 0,5 0,6
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 31,1 26,9
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 6,4 17,2
Anlagenkomponenten 0,2 45,6
Summe 98,4 140,2

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Steinkohle- und Gasvorräten.

Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 58. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

Die Anlagenkomponenten stammen aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden Wertminderungen von 45,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) vorgenommen. Diese Wertberichtigung war erforderlich geworden, da die bislang geplante alternative Verwendung dieser Anlagenkomponenten für andere Müllverbrennungsprojekte aus heutiger Sicht nicht mehr wahrscheinlich ist.

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise musste im Berichtsjahr nicht durch eine Wertberichtigung Rechnung getragen werden (Vorjahr: Wertminderung: 0,5 Mio. Euro). Dem standen Zuschreibungen in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) gegenüber. Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

41. Forderungen

Forderungen
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 280,8 253,0
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 15,9 15,4
Forderungen gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 3,7 5,1
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 9,3 9,3
Forderungen aus derivativen Geschäften 18,0 9,1
Forderungen aus Leasinggeschäften 30,6 34,7
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 27,6 53,8
385,8 380,5
Sonstige Forderungen
Forderungen aus Abgaben und Steuern 22,4 33,4
Geleistete Anzahlungen 0,8 0,3
23,2 33,7
Summe 409,0 414,1

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Erdgas- und Wärmekunden.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus Dienstleistungen gegenüber diesen Unternehmen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten im Wesentlichen positive Marktwerte von Derivaten im Finanz- und Energiebereich.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten unter anderem Forderungen aus Versicherungen und kurzfristige Ausleihungen.

Der Buchwert der Forderungen, die als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro).

Wertberichtigungen zu Forderungen

Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Brutto
forderungen
Wert
berichtigung
Netto
forderungen
Brutto
forderungen
Wert
berichtigung
Netto
forderungen
Österreich 66,8 10,6 56,2 46,3 6,9 39,4
Deutschland 27,2 1,4 25,8 23,8 0,4 23,4
Bulgarien 137,0 22,1 114,9 134,7 24,1 110,6
Mazedonien 301,6 229,2 72,4 289,5 220,2 69,3
Sonstige 14,0 2,6 11,4 10,4 10,4
Summe 546,7 265,9 280,8 504,7 251,6 253,0
Fälligkeiten der nicht wertberichtigten Forderungen
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Noch nicht fällig 150,5 126,1
Überfällig 1– 90 Tage 104,3 58,1
Überfällig 91–180 Tage 12,1 32,0
Überfällig 181–360 Tage 8,9 29,9
Überfällig >360 Tage 5,0 7,0
Nettoforderung 280,8 253,0

Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Da eine Forderungsabschreibung mit steuerrechtlicher Wirkung in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich ist, nimmt der Prozess der Forderungsbetreibung entsprechend lange Zeiträume in Anspruch. Dadurch und auch durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen sukzessive. Im Geschäftsjahr 2016/17 betrug die Zunahme der Wertberichtigung 14,3 Mio. Euro (Vorjahr: 10,9 Mio. Euro).

42. Wertpapiere

Zusammensetzung Wertpapiere
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Fonds-Anteile 0,5 75,4
davon Cash-Fonds 74,7
davon sonstige Fonds-Produkte 0,5 0,7
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 0,5 75,4
*) Kleinbetrag

Durch den Abgang der Wertpapiere fiel ein Veräußerungsverlust in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) an. Aufgrund gestiegener Börsekurse wurde im Geschäftsjahr 2016/17 eine erfolgsneutrale Wertänderung in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) vorgenommen.

43. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Die im Geschäftsjahr 2015/16 ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in Höhe von 3,8 Mio. Euro stehen im Zusammenhang mit der EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft ("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf. Am 7. Juli 2017 wurde die Verschmelzung der EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft mit der VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft als übernehmende Gesellschaft in das Firmenbuch eingetragen. Damit erfolgte die Übertragung der EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft an die VBV-Gruppe.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2016/17 und 2015/16 ist auf Seite 113 dargestellt.

44. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 Stückaktien (Vorjahr: 179.878.402).

45. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 204,4 Mio. Euro (Vorjahr: 204,4 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 58,3 Mio. Euro (Vorjahr: 58,3 Mio. Euro).

46. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 2.126,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.949,9 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG
Mio. EUR
Ausgewiesener Jahresüberschuss 2016/17 338,0
Zuzüglich Gewinnvortrag aus dem Geschäftsjahr 2015/16 0,1
Abzüglich Zuweisung an freie Rücklagen –254,3
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 83,7
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –83,6
Ergebnisvortrag für das Geschäftsjahr 2017/18 0,1

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2016/17 in Höhe von 0,47 Euro je Aktie inklusive einer einmaligen Bonusdividende von 0,03 Euro ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2015/16 in Höhe von 74,7 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro pro Aktie hat die 88. ordentliche Hauptversammlung am 19. Jänner 2017 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 27. Jänner 2017.

47. Bewertungsrücklagen

In der Bewertungsrücklage werden Wertänderungen von Available-for-Sale-Finanzinstrumenten und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

Darüber hinaus sind anteilige Wertänderungen von Bewertungsrücklagen in Höhe von –0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) in der Gesamtergebnisrechnung (siehe Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Seite 111) enthalten, die den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen sind.

In dem auf at Equity einbezogene Unternehmen entfallenden Teil der Bewertungsrücklage sind mit Ausnahme der von der WEEV Beteiligungs GmbH letztmalig erfassten Wertänderungen im Zusammenhang mit den ursprünglich von der WEEV gehaltenen Aktien an der Verbund AG (siehe Erläuterung 32. Finanzergebnis) im Wesentlichen erfolgsneutrale Komponenten hinsichtlich Cash Flow Hedges, Neubewertungen gemäß IAS 19 und Bewertungen von AFS-Instrumenten abgebildet.

Bewertungsrücklagen
Mio. EUR
Vor Steuern 30.09.2017
Steuern
Nach Steuern Vor Steuern 30.09.2016
Steuern
Nach Steuern
Im sonstigen Ergebnis erfasste Posten aus
Available-for-Sale-Finanzinstrumenten 452,5 –113,1 339,4 207,2 –51,8 155,4
Cash Flow Hedges –32,0 10,5 –21,5 –45,7 14,8 –30,9
Neubewertungen IAS 19 –103,9 25,8 –78,1 –130,5 32,5 –98,0
At Equity einbezogenen Unternehmen –12,3 –1,4 –13,6 –1,9 –1,4 –3,3
Summe 304,4 –78,1 226,2 29,0 –5,8 23,2

Betreffend Cash Flow Hedges wurden im Geschäftsjahr 2016/17 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert. Zum Stichtag ergab sich aus dem ineffektiven Teil von Cash Flow Hedges ein Aufwand in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro).

48. Eigene Anteile

Von der 87. Hauptversammlung wurde die vorzeitige Beendigung des am 16. Jänner 2014 begonnenen Aktienrückkaufprogramms beschlossen und dem Vorstand die Ermächtigung für ein neues Aktienrückkaufprogramm über höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN während einer Geltungsdauer von 30 Monaten erteilt. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und den Rückkauf von bis zu 1.000.000 Stück Aktien beschlossen. Dies entspricht bis zu 0,556 % des derzeitigen Grundkapitals. Mit Beschluss vom 5. Oktober 2016 hat der Vorstand dieses Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendet. Der durch die 87. ordentliche Hauptversammlung erteilte Ermächtigungsbeschluss für den Erwerb eigener Aktien wird derzeit vom Vorstand nicht genutzt.

Im Geschäftsjahr 2016/17 erfolgte kein Zukauf von eigenen Aktien. Im Vorjahr hatte die EVN 110.800 Stück (bzw. 0,06 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 1,1 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 1,2 Mio. Euro zugekauft. Weiters veräußerte die EVN im Geschäftsjahr 2016/17 85.215 Stück eigene Aktien, um diese für eine aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehene Sonderzahlung ausgeben zu können (Vorjahr: 133.050 Stück). Aus den eigenen Aktien stehen der EVN keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

Entwicklung der Anzahl der
in Umlauf befindlichen Anteile
Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.09.2015 179.878.402 –2.058.319 177.820.083
Erwerb eigener Aktien –110.800 –110.800
Verkauf eigener Aktien 133.050 133.050
30.09.2016 179.878.402 –2.036.069 177.842.333
Erwerb eigener Aktien
Verkauf eigener Aktien 85.215 85.215
30.09.2017 179.878.402 –1.950.854 177.927.548

Der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile, der als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 177.856.536 Stück (Vorjahr: 177.763.333 Stück).

49. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Die folgende Tabelle zeigt Informationen zu jedem vollkonsolidierten Tochterunternehmen der EVN mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen:

Finanzinformationen von Tochterunternehmen
mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
Mio. EUR
30.09.2017 30.09.2016
Tochterunternehmen RBG BUHO EVN Macedonia RBG BUHO EVN Macedonia
Nicht beherrschende Anteile in Prozent 49,97 % 26,37 % 10,00 % 49,97 % 26,37 % 10,00 %
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 198,2 39,5 20,0 197,1 36,7 17,8
Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesenes Ergebnis 21,7 4,5 2,1 21,1 2,7 2,7
Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Dividenden 19,0 2,5 17,5 2,2
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 396,2 186,3 295,7 394,0 176,6 289,9
Kurzfristige Vermögenswerte 0,2 9,4 96,8 0,1 8,4 95,3
Langfristige Schulden 0,5 104,8 120,4
Kurzfristige Schulden 0,1 0,0*) 89,5 0,0*) 0,0*) 87,9
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 0,0*) 345,1 0,0*) 357,4
Ergebnis nach Ertragsteuern 43,4 17,2 21,1 42,3 10,1 26,7
Cash Flow
Cash Flow aus dem operativen Bereich 38,1 10,6 45,8 35,0 9,4 58,4
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –22,8 –20,2
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –38,0 –9,5 –20,2 –35,1 –8,3 –23,8

*) Kleinbetrag

Langfristige Schulden

50. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Zusammensetzung
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Nominal
verzinsung
(%)
Laufzeit Nominale Buchwert
30.09.2017
Mio. EUR
Buchwert
30.09.2016
Mio. EUR
Marktwert
30.09.2017
Mio. EUR
Anleihen 532,0 550,3 637,1
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,9 29,8 32,4
EUR-Anleihe 4,250 2011–2022 293,0 Mio. EUR 286,2 284,7 341,8
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 93,5 113,5 104,3
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 100,0 Mio. EUR 97,9 97,7 126,9
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 25,0 Mio. EUR 24,6 24,6 31,7
Bankdarlehen (inkl. Schuldscheindarlehen) 0,07–4,99 bis 2047 593,3 764,2 651,5
Summe 1.125,4 1.314,5 1.288,6

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

Fälligkeitsstruktur langfristige
Finanzverbindlichkeiten Restlaufzeit zum 30.09.2017 Restlaufzeit zum 30.09.2016
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 316,1 216,0 532,0 29,8 520,4 550,3
davon fix verzinst 316,1 122,4 438,5 29,8 406,9 436,8
davon variabel verzinst 93,5 93,5 113,5 113,5
Bankdarlehen 204,0 389,3 593,3 310,6 453,6 764,2
davon fix verzinst 199,2 381,2 580,4 226,2 431,7 657,9
davon variabel verzinst 4,8 8,1 12,9 84,4 21,9 106,3
Summe 520,1 605,3 1.125,4 340,4 974,0 1.314,5

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Die Anleihe in fremder Währung wird hinsichtlich Zins- und Währungsrisiken mittels Cross Currency Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleiheverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber. Das Ergebnis aus dem Absicherungsgeschäft der JPY-Anleihe mittels Cross Currency Swaps belief sich im Geschäftsjahr 2016/17 auf –1,1 Mio. Euro (davon Bewertung der Anleihe 20,5 Mio. Euro und Bewertung der Swaps –21,6 Mio. Euro; Vorjahr: 2,4 Mio. Euro Ergebniseffekt, davon Bewertung der Anleihe –14,1 Mio. Euro und Bewertung der Swaps 16,5 Mio. Euro). Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihekurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschafts-Fonds gefördert sind. In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

51. Latente Steuern

Latente Steuern
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –45,1 –53,2
Verlustvorträge –11,8 –9,5
Beteiligungsabschreibungen –51,9 –61,2
Sachanlagen –37,2 –38,9
Finanzinstrumente –17,5 –25,3
Rückstellungen –6,8 –10,7
Sonstige aktive latente Steuern –0,3 –4,8
Passive latente Steuern
Sachanlagen 14,2 25,1
Immaterielle Vermögenswerte 0,1 12,8
Unversteuerte Rücklagen 32,6 25,7
Finanzinstrumente 116,6 41,2
Rückstellungen 81,8 75,3
Sonstige passive latente Steuern 17,7 16,0
Summe 92,2 –7,3
davon aktive latente Steuern –79,6 –100,5
davon latente Steuerverbindlichkeiten 171,8 93,2

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

Veränderung latente Steuern
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Latenter Steuersaldo 01.10. –7,3 –55,2
– Erfolgsneutrale Veränderungen aus Währungsdifferenzen und sonstige Veränderungen 0,1 3,8
– Erfolgswirksame Veränderung 27,0 19,6
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage 72,3 24,6
Latenter Steuersaldo 30.09. 92,2 –7,3

Verluste, für die aktive latente Steuern angesetzt wurden, können auf Grundlage der steuerlichen Ergebnisplanung innerhalb der nächsten Jahre verwertet werden. Aktive latente Steuern in Höhe von 93,8 Mio. Euro (Vorjahr: 84,8 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert. Davon verfallen in den nächsten fünf Jahren 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro). Die übrigen nicht aktivierten Verlustvorträge sind unbegrenzt vortragsfähig.

Für Differenzen zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital bzw. zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und Buchwert der at Equity einbezogenen Beteiligungen (Outside-Basis Differences) wurden passive latente Steuern in Höhe von 97,8 Mio. Euro (Vorjahr: 70,5 Mio. Euro) für temporäre Differenzen in Höhe von 397,9 Mio. Euro (Vorjahr: 284,4 Mio. Euro) nicht angesetzt, da diese in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden.

52. Langfristige Rückstellungen

Langfristige Rückstellungen
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Rückstellung für Pensionen 250,4 282,0
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 22,8 24,8
Rückstellung für Abfertigungen 90,1 95,1
Sonstige langfristige Rückstellungen 89,3 106,1
Summe 452,6 508,0

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie der Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen anhand folgender Rechnungsgrundlagen:

  • • Zinssatz 1,85 % p. a. (Vorjahr: 1,35 % p. a.)
  • • Bezugserhöhungen 2,00 % p. a.; Folgejahre 2,00 % p. a. (Vorjahr: Bezugserhöhungen 2,00 % p. a., Folgejahre 2,00 % p. a.)

• Pensionserhöhungen 2,00 % p. a.; Folgejahre 2,00 % p. a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,00 % p. a., Folgejahre 2,00 % p.a.)

• Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler"

Entwicklung der Rückstellungen für Pensionen
Mio. EUR
2016/17 2015/16
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 282,0 259,6
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) –0,5 2,2
+ Zinsaufwand 3,8 6,3
– Pensionszahlungen –14,9 –15,2
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –20,0 29,1
davon aus
demografischen Annahmen
finanziellen Annahmen –17,3 36,1
erfahrungsbedingten Annahmen –2,6 –7,0
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 250,4 282,0

Zum 30. September 2017 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen 13,0 Jahre (Vorjahr: 13,6 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2017/18 werden Zahlungen für Pensionen in Höhe von 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,1 Mio. Euro) erwartet.

Entwicklung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Barwert der pensionsähnlichen Verpflichtungen (DBO) 01.10. 24,8 20,5
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 0,6 0,5
+ Zinsaufwand 0,3 0,5
– Pensionszahlungen –0,8 –0,9
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –2,0 4,2
davon aus
demografischen Annahmen
finanziellen Annahmen –2,1 4,2
erfahrungsbedingten Annahmen 0,2 0,0*)
Barwert der pensionsähnlichen Verpflichtungen (DBO) 30.09. 22,8 24,8

*) Kleinbetrag

Zum 30. September 2017 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der pensionsähnlichen Verpflichtungen 17,4 Jahre (Vorjahr: 18,4 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2017/18 werden Zahlungen für pensionsähnliche Verpflichtungen in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) erwartet.

Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Mio. EUR
2016/17 2015/16
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 95,1 90,3
– Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 3,5 3,8
+ Zinsaufwand 1,4 2,3
– Abfertigungszahlungen –6,0 –6,8
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –4,0 5,4
davon aus
demografischen Annahmen –0,0*)
finanziellen Annahmen –3,2 7,1
erfahrungsbedingten Annahmen –0,8 –1,7
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 90,1 95,1

Zum 30. September 2017 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 9,1 Jahre (Vorjahr: 9,6 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2017/18 werden Zahlungen für Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,4 Mio. Euro) erwartet.

Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter wirkt sich ceteris paribus auf die Rückstellungen für Pensionen, pensionsähnliche Verpflichtungen und Abfertigungen wie folgt aus:

Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für

Pensionen
% 30.09.2017 30.09.2016
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 6,95 –6,18 7,36 –6,53
Bezugserhöhung 1,00 –2,68 2,88 –2,93 3,19
Pensionserhöhung 1,00 –10,20 12,42 –10,66 13,06
Restlebenserwartung 1 Jahr –4,79 4,89 –4,93 5,03

Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen

% 30.09.2017 30.09.2016
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 9,40 –8,20 10,05 –8,70
Bezugserhöhung 1,00
Pensionserhöhung 1,00 –12,49 15,63 –13,02 16,40
Restlebenserwartung 1 Jahr –4,04 4,06 –4,22 4,25

Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Abfertigungen

% 30.09.2017 30.09.2016
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 4,68 –4,37 5,00 –4,64
Bezugserhöhung 1,00 –9,38 10,62 –9,90 11,30

Die Sensitivitätsanalyse wurde für jeden wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter separat durchgeführt. Während für die Analyse jeweils nur ein wesentlicher Parameter verändert wurde, wurden gleichzeitig alle anderen Einflussgrößen konstant gehalten ("ceteris paribus"). Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgte analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung. Die Grenzen dieser Methode bestehen darin, dass keine Interdependenzen zwischen den einzelnen versicherungsmathematischen Parametern berücksichtigt wurden. Bei den Abfertigungsverpflichtungen wurde auf eine Darstellung der Sensitivität der Restlebenserwartung verzichtet, da diese die Verpflichtung nur unwesentlich beeinflusst.

Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen Mio. EUR

Jubiläumsgelder Mieten für
Netzzutritte
Prozesskosten/
-risiken
Umwelt- und
Entsorgungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2016 22,9 6,4 14,7 56,8 3,5 106,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Zinsaufwand 0,4 0,0*) 0,0*) 0,7 0,0*) 1,2
Verwendung –1,2 –3,0 –7,6 –1,1 –12,9
Auflösung –0,4 –0,2 –5,4 –0,8 –3,1 –10,0
Zuführung 0,6 0,1 2,2 0,9 4,4 8,1
Umbuchung 0,0*) 0,1 0,0*) –0,2 –0,1
Umgliederung –0,1 0,0*) 0,1 –1,3 –3,1
Buchwert 30.09.2017 22,1 6,4 8,7 48,5 3,5 89,3

*) Kleinbetrag

Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, die großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, werden in den Prozesskosten/-risiken abgebildet. Umwelt- und Entsorgungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruchund Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt- und Altlastenrisiken. Derzeit wird mit einer Inanspruchnahme der Rückstellungen für Umwelt- und Entsorgungsrisiken in einem Zeitraum von zwei bis neunundzwanzig Jahren gerechnet.

53. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Investitionszuschüsse betreffen insbesondere Wärmeanlagen, Anlagen der evn wasser, Kleinwasserkraftwerke und Windkraftanlagen der EVN Naturkraft sowie Anlagen der Netz NÖ.

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse
Mio. EUR
Baukosten
zuschüsse
Investitions
zuschüsse
Summe
Buchwert 01.10.2016 496,3 64,4 560,7
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Zugänge 65,0 7,7 72,7
Auflösung –5,3 –0,0*) –5,3
Umbuchung –38,6 –5,4 –44,0
Buchwert 30.09.2017 517,4 66,7 584,1

*) Kleinbetrag

54. Übrige langfristige Schulden

Übrige langfristige Schulden
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Pachtverbindlichkeiten 12,7 14,3
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 1,1 1,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 32,2 37,3
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 12,4 11,2
Summe 58,3 64,3

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken. Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleiheverbindlichkeit gegenübersteht, sowie von Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Walsum 10.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem abgegrenzte Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Steuergruppe in Österreich sowie abgegrenzte langfristige Stromlieferverpflichtungen und langfristige Kundenanzahlungen.

Fristigkeiten der übrigen langfristigen Schulden

Mio. EUR
Restlaufzeit zum 30.09.2017 Restlaufzeit zum 30.09.2016
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 6,6 6,1 12,7 7,3 7,0 14,3
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 1,1 1,1 1,5 0,0*) 1,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 26,4 5,8 32,2 25,1 12,2 37,3
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 3,8 8,6 12,4 3,7 7,6 11,2
Summe 37,9 20,5 58,3 37,5 26,8 64,3

*) Kleinbetrag

Kurzfristige Schulden

55. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Bankdarlehen 49,2 75,5
Anleiheverbindlichkeiten 149,9
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 1,3 13,7
Summe 50,5 239,1

Kredite im Ausmaß von 49,2 Mio. Euro wurden in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert, da diese nun innerhalb eines Jahres fällig sind (Vorjahr: 75,5 Mio. Euro).

56. Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern

Die Position "Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern" setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Energieabgaben 30,8 24,2
Umsatzsteuer 18,7 16,5
Körperschaftsteuer 10,1 5,5
Sonstige Posten 8,1 9,0
Summe 67,6 55,2

57. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 80,7 Mio. Euro (Vorjahr: 84,4 Mio. Euro) enthalten.

58. Kurzfristige Rückstellungen

Entwicklung der
kurzfristigen Rückstellungen
Mio. EUR
Personal
ansprüche
Belastende
Verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Sonstige kurz
fristige Rück
stellungen
Summe
Buchwert 01.10.2016 76,7 5,2 2,8 4,4 8,7 97,8
Währungsdifferenzen 0,0*) –0,0*) 0,0*) 0,0*)
Verwendung –10,3 –11,3 –1,4 –2,2 –25,3
Auflösung –0,0*) –1,4 –1,4
Zuführung 9,2 5,4 0,4 2,6 17,6
Umbuchung –0,0*) –0,1 0,4 0,3
Umgliederung –0,6 1,8 –0,0*) –0,1 1,5 2,5
Buchwert 30.09.2017 75,0 1,1 2,7 3,1 9,7 91,6

*) Kleinbetrag

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus Vorruhestandsregelungen, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden können. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: 8,8 Mio. Euro) ausgewiesen.

59. Übrige kurzfristige Schulden

Übrige kurzfristige Schulden
Mio. EUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen
Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen
Zinsenabgrenzungen
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
30.09.2017
30.09.2016
149,8 134,7
2,8 10,4
15,5 17,6
33,3 18,8
77,2 143,7
278,6 325,1
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 45,5 65,4
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 47,8 46,4
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 17,0 16,4
110,3 128,3
Summe 388,9 453,4

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Cash-Pooling-Salden der EVN AG mit at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Verbindlichkeiten gegenüber EAA aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Strom.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften enthalten im Wesentlichen negative Marktwerte von Derivaten im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten mit 36,2 Mio. Euro (Vorjahr: 45,8 Mio. Euro) eine im Zusammenhang mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien angesetzte Verbindlichkeit aufgrund der Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden. Ansonsten sind in dieser Position Zinsenabgrenzungen, Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern sowie erhaltene Kautionen ausgewiesen.

Der Rückgang der übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten steht im Zusammenhang mit dem Schiedsspruch zum Kraftwerksprojekt Walsum 10, hier konnte eine Verbindlichkeit ausgebucht werden, die nach der Ziehung der Vertragserfüllungsbürgschaft durch die Projektgesellschaft im Jahr 2013 in Höhe von 60,9 Mio. Euro gebildet worden war.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten erhaltene Anzahlungen, für Strom-, Erdgas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen. Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit gegenüber Sozialversicherungsträgern sowie vereinnahmte Baukostenund Investitionszuschüsse, die innerhalb eines Jahres ertragswirksam werden.

Segmentberichterstattung

Segmentberichterstattung
Mio. EUR Energie Erzeugung Netze Südosteuropa
2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Außenumsatz 512,0 448,5 53,7 46,0 497,9 434,2 957,5 949,4
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 8,4 15,0 186,3 175,7 68,8 58,7 0,5 0,3
Gesamtumsatz 520,5 463,4 240,0 221,7 566,7 492,9 958,0 949,7
Operativer Aufwand –518,1 –553,8 –125,1 –113,5 –273,8 –272,3 –790,6 –820,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen operativ
99,4 62,1 –11,1 –34,1
EBITDA 101,8 –28,3 103,7 74,1 292,9 220,6 167,3 129,5
Abschreibungen –27,9 –17,4 –110,7 –69,2 –115,2 –110,3 –86,3 –94,1
davon Wertminderung –9,7 –2,1 –61,1 –15,9 –0,1 –24,0 –31,3
davon Zuschreibung 1,3 2,6 0,2 1,4 0,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 73,9 –45,7 –7,0 4,8 177,6 110,3 81,0 35,4
EBIT-Marge (%) 14,2 –9,9 –2,9 2,2 31,3 22,4 8,5 3,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen finanziell
Zinserträge 0,2 0,2 8,0 0,9 0,2 0,2 0,4 0,4
Zinsaufwendungen –2,9 –4,2 –15,8 –20,7 –16,9 –17,7 –21,6 –23,7
Finanzergebnis –2,7 –4,7 –10,0 –22,4 –16,6 –17,5 –23,0 –23,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 71,2 –50,3 –17,0 –17,6 161,0 92,8 58,0 12,1
Firmenwerte 1,8 1,8
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
190,7 146,6 70,1 79,7
Gesamtvermögen 696,3 682,0 923,4 1.094,5 1.921,3 1.883,5 1.161,1 1.184,1
Gesamtschulden 599,2 585,1 662,6 845,0 1.317,2 1.357,1 937,6 1.006,3
Investitionen1) 20,0 26,0 26,3 33,8 153,3 154,7 92,0 93,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Umwelt Alle sonstigen Segmente Konsolidierung2) Summe
2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Außenumsatz 181,0 158,4 13,4 10,1 2.215,6 2.046,6
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 16,5 18,3 59,5 58,1 –340,0 –326,1
Gesamtumsatz 197,5 176,8 73,0 68,2 –340,0 –326,1 2.215,6 2.046,6
Operativer Aufwand –207,7 –137,0 –80,7 –74,8 339,6 436,1 –1.656,6 –1.535,6
Ergbnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen operativ
13,9 13,3 60,4 52,2 162,6 93,5
EBITDA 3,7 53,1 52,7 45,6 –0,4 109,9 721,6 604,4
Abschreibungen –24,9 –25,8 –1,4 –1,6 –8,4 –25,6 –374,8 –344,0
davon Wertminderung –0,0*) –0,0*) –19,1 –32,6 –113,9 –82,0
davon Zuschreibung 1,4 4,1
Operatives Ergebnis (EBIT) –21,2 27,3 51,2 43,9 –8,8 84,3 346,9 260,4
EBIT-Marge (%) –10,7 15,5 70,2 64,4 –0,0*) 15,7 12,7
Ergbnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen finanziell
12,2 –8,7 12,2 –8,7
Zinserträge 8,1 10,5 28,6 31,9 –25,9 –27,3 19,5 16,7
Zinsaufwendungen –9,9 –9,8 –24,2 –28,6 25,9 27,3 –65,4 –77,4
Finanzergebnis –1,6 –2,5 45,6 22,1 –13,0 –13,4 –21,4 –61,6
Ergebnis vor Ertragsteuern –22,8 24,8 96,8 66,1 –21,8 71,0 325,5 198,9
Firmenwerte 54,0 54,0 55,8 55,8
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
106,7 97,8 587,3 601,7 954,8 925,8
Gesamtvermögen 816,4 895,1 3.040,0 2.720,8 –2.103,7 –1.903,5 6.454,9 6.556,5
Gesamtschulden 637,1 687,1 1.265,8 1.226,5 –2.114,8 –1.921,2 3.304,8 3.785,8
Investitionen1) 11,6 8,4 2,3 1,9 –1,7 –2,9 303,8 315,4

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

2) Nachfolgend in der Erläuterung zur Segmentberichterstattung beschrieben

*) Kleinbetrag

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Strom 1.548,2 1.472,8
Erdgas 219,3 161,1
Wärme 135,1 125,2
Umweltdienstleistungen 181,0 158,4
Sonstige 132,0 129,0
Summe 2.215,6 2.046,6
Segmentinformationen nach Ländern – Umsatz1)
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Österreich 1.169,4 1.025,6
Deutschland 66,1 52,5
Bulgarien 571,4 568,2
Mazedonien 384,9 382,3
Sonstige 23,9 18,0
Summe 2.215,6 2.046,6

1) Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Ländern erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

Segmentinformationen nach Ländern –

Langfristige Vermögenswerte1)
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
Österreich 107,1 2.381,7 124,7 2.375,9
Deutschland 45,1 197,0 45,2 328,7
Bulgarien 20,6 470,6 47,5 480,5
Mazedonien 4,3 293,4 3,7 288,4
Sonstige 0,0*) 40,8 0,0*) 39,1
Summe 177,1 3.383,6 221,2 3.512,5

1) Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Ländern erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

*) Kleinbetrag

60. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Wesentliche Aktivitäten
Energiegeschäft Energie • Vermarktung des im Segment Erzeugung produzierten Stroms
• Beschaffung von Strom, Erdgas und Primärenergieträgern
• Handel mit und Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und
auf Großhandelsmärkten
• Wärmeproduktion und -verkauf
• 45,0 %-Beteiligung an der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH1)
• Beteiligung als alleiniger Kommanditist an der
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG (EVN KG)1)
Erzeugung • Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und
erneuerbarer Energie an österreichischen und internationalen
Standorten
• 13,0 %-Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH
(Deutschland)1)
• 49,0 %-Beteiligung am Steinkohlekraftwerk Walsum 10
(Deutschland)2)
• 49,99 %-Beteiligung am Laufkraftwerk Ashta (Albanien)1)
Netze • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom und Erdgas
in Niederösterreich
• Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen in
Niederösterreich und im Burgenland
Südosteuropa • Betrieb von Verteilnetzen und Netzinfrastruktur für Strom in
Bulgarien und Mazedonien
• Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft in Mazedonien
• Wärmeerzeugung, -verteilung und -verkauf in Bulgarien
• Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien
• Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt • Wasserver- und Abwasserentsorgung in Niederösterreich
• Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in Niederösterreich
• Internationales Projektgeschäft: Planung, Errichtung, Finanzierung
und Betriebsführung (je nach Projektauftrag) von Anlagen für die
Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische
Abfallverwertung
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Alle sonstigen Segmente • 50,03 %-Beteiligung an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft;
diese hält 100 % der Anteile an der Rohöl-Aufsuchungs Aktien
gesellschaft (RAG)1)
• 73,63 %-Beteiligung an der Burgenland Holding AG;
diese ist mit 49,0 % an der Energie Burgenland AG beteiligt1)
• 12,63 %-Beteiligung an der Verbund AG3)
• Konzerndienstleistungen

1) Der Ergebnisbeitrag wird als Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

2) Die Beteiligung an der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen (Joint Operation) abgebildet.

3) Der Dividendenbeitrag wird im Finanzergebnis erfasst.

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, die aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente Erzeugung sowie Energie und der Konzernebene im Hinblick auf die Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultieren. Während im Segment Erzeugung das dort anteilig enthaltene Kraftwerk aus der Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment Energie hinsichtlich der Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks Walsum 10 vor. Aus diesem Sachverhalt resultiert ein Überleitungsbetrag aus der Summe der Segmente auf das Konzern-EBIT in Höhe von –8,8 Mio. Euro (Vorjahr: 84,3 Mio. Euro).

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Ländern (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Ländern) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Sonstige Angaben

61. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Lauf des Berichtsjahres. Die Darstellung erfolgt nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Fonds der liquiden Mittel
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Liquide Mittel 223,1 237,2
davon Zahlungsmittel (Kassenbestände) 0,6 0,5
davon Guthaben bei Kreditinstituten 222,4 236,7
Kontokorrentverbindlichkeiten –1,3 –13,7
Summe 221,8 223,5

Von den ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten betreffen 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro) Verpfändungen.

62. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert die EVN das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken und sich somit Auswirkungen auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital ergeben. Der Risikominimierung dienen die laufende Überwachung des Zinsrisikos, ein Limitsystem sowie Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterungen 9. Finanzinstrumente und 64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt bei der EVN neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen unter anderem auch im Rahmen einer täglichen Value-at-Risk-(VaR)-Berechnung, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro). Im Rückgang des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag spiegeln sich der Rückgang der Volatilität der Zinsen im Lauf des Geschäftsjahres und die vorzeitige Rückführung langfristiger Finanzverbindlichkeiten wider.

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für die EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden. Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden (u. a. BGN, HRK, JPY, MKD, PLN, RUB), können Währungsrisiken schlagend werden. Der wesentliche Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich ist bei der EVN eine in japanischen Yen (JPY) begebene Anleihe. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über die zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross Currency Swaps (siehe Erläuterungen 9. Finanzinstrumente und 50. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Der Fremdwährungs-VaR bezogen auf die wesentlichen Währungsrisikotreiber im Finanzbereich belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 2,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 9,2 Tsd. Euro) und ist weiterhin von untergeordneter Bedeutung.

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht die EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, CO2 -Emissionszertifikaten, Strom sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von Strom, Erdgas, Steinkohle und CO2 -Emissionszertifikaten.

Die EVN verwendet für Preisabsicherungen im Energiebereich sowohl reine Finanzderivate, die ausnahmslos in Cash ausgeglichen werden, als auch Commodity-Derivate, denen in der Regel eine physische Lieferung zugrunde liegt. Commodity-Derivate werden bei der EVN nach Verträgen, die einer möglichen weiteren Optimierung unterliegen, und Verträgen, die gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf der Versorgung der Kunden und der Anlagen der EVN bzw. der Vermarktung der in den Anlagen der EVN erzeugten Energie dienen (Own Use), differenziert. In der Tabelle auf Seite 173 sind die zum Stichtag offenen Kontrakte aus der Optimierung aufgelistet (siehe auch Erläuterung 64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von der EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der Verbund AG. Der Preisänderungs-VaR der von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 27,0 Mio. Euro). Dabei wäre von einer Preisbeeinflussung bei Veräußerung eines großen Pakets an Verbund-Aktien durch die EVN auszugehen. Der VaR-Anstieg gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist im Wesentlichen auf einen höheren Kurs-/Marktwert der Position zurückzuführen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. Die EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanz- und Liquiditätsplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.

Die Liquiditätsreserve bestand zum Bilanzstichtag aus liquiden Mitteln in Höhe von 222,3 Mio. Euro (Vorjahr: 298,9 Mio. Euro). Darüber hinaus standen der EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 97,0 Mio. Euro (Vorjahr: 122,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 38,5 % (Vorjahr: 55,0 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme aus Finanzverbindlichkeiten und übrigen Schulden

Geschäftsjahr 2016/17 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 532,0 694,6 22,3 400,6 271,8
Bankdarlehen 642,5 779,2 62,9 251,0 465,3
Pachtverbindlichkeiten 14,8 16,4 2,0 8,2 6,2
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 65,5 70,5 31,2 25,1 14,2
Summe 1.254,8 1.560,7 118,4 684,9 757,4
Geschäftsjahr 2015/16 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 700,1 896,5 180,5 117,8 598,1
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 700,1 896,5 180,5 117,8 598,1
Bankdarlehen 839,7 995,3 92,9 363,3 539,2
Pachtverbindlichkeiten 16,5 18,4 2,2 9,7 6,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 56,1 57,8 18,4 30,3 9,1
Summe 1.612,4 1.968,0 294,1 521,1 1.152,9

Kreditrisiko

Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist das Risiko, aufgrund von Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen durch den Geschäftspartner Verluste zu erleiden. Dieses Risiko ergibt sich zwingend aus allen Vereinbarungen mit aufgeschobenem Zahlungsziel bzw. mit Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt. Um das Kreditrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäftsabschluss nach Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring und die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgen für Finanzforderungen und für Derivat- bzw. Termingeschäfte, die zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, sowie in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren.

Zur Reduktion des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kredit-Ratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei der EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird dabei vornehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. Die EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken.

Wertminderungen nach Klassen
Mio. EUR
30.09.2017 30.09.2016
Abschreibungen/Wertberichtigungen
Langfristige Vermögenswerte
Ausleihungen 0,3
0,3
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 23,1 20,7
Summe 23,1 21,0

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2017 und zum 30. September 2016 entspricht den in den Erläuterungen 39. Übrige langfristige Vermögenswerte, 41. Forderungen und 42. Wertpapiere dargestellten Buchwerten ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in Erläuterung 66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

63. Kapitalmanagement

Die EVN ist bestrebt, eine solide Kapitalstruktur einzuhalten, um die daraus resultierende Finanzkraft für die Realisierung wertsteigender Investitionsvorhaben und eine attraktive Dividendenpolitik zu nutzen. Dazu hat die EVN eine Eigenkapitalquote größer 40 % und eine Net Debt Coverage größer 30 % als Ziel definiert. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 48,8 % (Vorjahr: 42,3 %). Die Net Debt Coverage wird als Verhältnis der Funds from Operations zur Nettoverschuldung gemessen und betrug zum Bilanzstichtag 48,7 % (Vorjahr: 37,3 %). Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, kurz- und langfristiger Wertpapiere sowie Ausleihungen und zuzüglich langfristiger Personalrückstellungen.

30.09.2017 30.09.2016
1.125,4 1.314,5
49,2 225,4
–221,8 –223,5
–59,0 –158,4
–43,9 –36,5
849,9 1.121,5
363,3 401,8
1.213,2 1.523,3
591,2 568,7
3.150,1 2.770,7
38,5 55,0
48,7 37,3

1) Exklusive der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Exklusive Jubiläumsgeldrückstellung

Im EVN Konzern erfolgt ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und zur Optimierung der Zinsen. Zwischen der EVN AG und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurden dazu entsprechende Verträge abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, z. B. durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt. Die für die Berechnungen notwendigen Inputfaktoren werden nachstehend erläutert.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nicht börsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, die auf einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihe verbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

In der nachstehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Zur Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, die an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forward-Preiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, die die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016 Klassen Bewertungskategorie Fair-Value-Hierarchie (IFRS 13) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value Langfristige Vermögenswerte Sonstige Beteiligungen Beteiligungen AFS Stufe 3 36,8 36,8 9,8 – Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 875,2 875,2 595,7 595,7 Übrige langfristige Vermögenswerte Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 58,4 58,4 82,9 82,9 Ausleihungen LAR Stufe 2 40,6 48,4 30,9 39,5 Forderungen aus Leasinggeschäften LAR Stufe 2 86,9 99,6 104,3 118,0 Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 8,0 8,0 6,3 6,3 Forderungen aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 1,0 1,0 16,2 16,2 Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte LAR 0,5 0,5 58,6 58,6 Kurzfristige Vermögenswerte Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte Forderungen LAR 367,8 367,8 371,6 371,6 Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 18,0 18,0 9,1 9,1 Wertpapiere AFS Stufe 1 0,5 0,5 75,4 75,4 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 223,1 223,1 237,2 237,2 Langfristige Schulden Langfristige Finanzverbindlichkeiten Anleihen FLAC Stufe 2 532,0 637,1 550,3 683,7 Bankdarlehen FLAC Stufe 2 593,3 651,5 764,2 838,5 Übrige langfristige Schulden Pachtverbindlichkeiten FLAC Stufe 2 12,7 14,6 14,3 16,5 Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 1,1 1,1 1,5 1,5 Sonstige übrige Schulden FLAC 12,4 12,4 11,2 11,2 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 9,8 9,8 8,4 8,4 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 22,4 22,4 28,8 28,8 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 50,5 50,5 239,1 239,1 Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 314,0 314,0 399,6 399,6 Übrige kurzfristige Schulden Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 245,3 245,3 306,4 306,4 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 25,9 25,9 12,2 12,2 Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 7,4 7,4 6,6 6,6 davon aggregiert nach Bewertungskategorie Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 912,5 680,8 Kredite und Forderungen LAR 718,9 802,6 Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden @FVTPL 84,4 98,3 Zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC

1.761,3 2.286,6

bewertete finanzielle Schulden

Mio. EUR 2016/17 2015/16
Klassen Nettoergebnis davon
Wertberichtigungen
Nettoergebnis davon
Wertberichtigungen
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AFS) –0,1 –2,8 –2,8
Kredite und Forderungen (LAR) –28,0 –23,1 –26,0 –21,0
Finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die als erfolgswirk
sam zum beizulegenden Wert bewertet wurden (@FVTPL)
–5,8 –1,5
Finanzielle Vermögenswerte und Schulden (Hedging) –21,6 16,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Schulden (FLAC)
20,5 –14,1
Summe –35,0 –23,1 –27,9 –23,8

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Im Zuge einer detaillierteren und transparenteren Darstellung der Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien wurde im Geschäftsjahr 2016/17 eine Trennung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden in @FVTPL und Hedging vorgenommen. Weiters wurde das Bewertungsergebnis der JPY-Anleihe in der Tabelle in "Ergebnis aus dem Sicherungsgeschäft" (@FVTPL) und "Ergebnis aus der Anleihebewertung" (FLAC) aufgegliedert.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Derivative Finanzinstrumente dienen der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach ihrem Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

Derivative 30.09.2017 30.09.2016
Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwerte2) Nominalwert1) Marktwerte2)
Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Währungsswaps
Mio. JPY (> 5 Jahre)3) 12.000,0 –5,0 –5,0 12.000,0 16,2 16,2
Zinsswaps
Mio. EUR (< 5 Jahre)3) 20,2 –2,4 –2,4
Mio. EUR (> 5 Jahre)3) 169,3 1,0 –22,5 –21,5 216,0 –35,5 –35,5
Derivate Energiebereich
Swaps 65,0 –26,8 15,0 –1,7 13,4 54,6 –15,4 9,0 –3,6 5,4
Futures 17,5 –35,5 5,0 –6,0 –1,0 9,4 –13,6 0,2 –3,4 –3,2
Forwards 34,2 –113,3 5,9 –27,9 –22,0 35,1 –142,3 6,3 –13,7 –7,3

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten). Die Fälligkeitsanalyse der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten ist in der Tabelle zum Liquiditäsrisiko dargestellt (siehe Erläuterung 62. Risikomanagement).

In der folgenden Tabelle wird die Fälligkeit der als Cash Flow Hedges designierten Zinsswaps dargestellt. Die Laufzeiten der Sicherungsinstrumente sind auf den Eintritt der zukünftigen Transaktionen abgestimmt. Die Perioden, in denen die Zahlungsströme eintreten, entsprechen jenen, in denen sie sich voraussichtlich auf das Periodenergebnis auswirken.

Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme aus Cash Flow Hedges
Geschäftsjahr 2016/17 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Mio. EUR Zahlungsströme < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –197,0 –18,4 –85,6 –93,0
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –26,5 –6,2 –16,3 –4,1
Geschäftsjahr 2015/16 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Mio. EUR Zahlungsströme < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –221,4 –19,1 –76,7 –125,6
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –37,7 –6,7 –21,9 –9,1

65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 182 unter Beteiligungen der EVN angeführt.

Im Folgenden werden Angaben zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen gemacht, die im Geschäftsjahr 2016/17 at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

Die folgende Übersicht zeigt die Zuordnung der at Equity einbezogenen Unternehmen nach operativem und finanziellem Charakter:

Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures),
die gemäß IFRS 11 at Equity in den Konzernabschluss zum
30.09.2017 einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Bioenergie Steyr GmbH
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s.
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H.
EnergieAllianz
EVN KG
EVN-WE Wind KG
Fernwärme St.Pölten GmbH
Fernwärme Steyr GmbH
RAG
Ashta
sludge2energy GmbH
WEEV Beteiligungs GmbH
ZOV
Assoziierte Unternehmen, die gemäß IAS 28 at Equity in den
Konzernabschluss zum 30.09.2017 einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
Energie Burgenland
Verbund Innkraftwerke
ZOV UIP

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen zu den in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures):

Finanzinformationen für sich genommen

wesentlicher Gemeinschaftsunternehmen

Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Gemeinschaftsunternehmen EVN KG RAG ZOV EVN KG RAG ZOV
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 14,8 627,1 245,1 14,9 649,2 253,5
Kurzfristige Vermögenswerte 209,4 71,4 52,4 181,9 91,8 47,1
Langfristige Schulden 0,0*) 350,7 61,2 0,0*) 418,3 79,9
Kurzfristige Schulden 77,3 109,5 24,2 92,0 93,7 24,4
Überleitung auf den Buchwert des Anteils der
EVN am Gemeinschaftsunternehmen
Nettovermögen 146,9 238,2 212,1 104,8 229,0 196,3
Anteil der EVN am Nettovermögen in Prozent 100,00 % 100,00 % 48,50 % 100,00 % 100,00 % 48,50 %
Anteil der EVN am Nettovermögen 146,9 238,2 102,9 104,8 229,0 95,2
+/– Umwertungen1) 165,7 0,2 –0,0*) 172,7 0,3
Buchwert des Anteils der EVN am
Gemeinschaftsunternehmen 146,9 403,9 103,1 104,8 401,7 95,5
2016/17 2015/16
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 444,7 468,6 21,3 431,0 411,5 16,5
Planmäßige Abschreibungen –0,0*) –50,2 –0,0*) –0,0*) –52,7
Zinserträge 0,4 0,4 0,1 0,0*) 0,2
Zinsaufwendungen –0,0*) –4,0 –6,9 –0,0*) –5,1 –7,8
Ertragsteuern –20,3 –5,4 –17,3 –5,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 96,1 50,6 23,5 55,9 50,6 23,5
Sonstiges Ergebnis 0,1 –3,2 1,0 17,3 –0,4 1,0
Gesamtergebnis 96,2 47,4 24,5 73,2 50,2 24,5
An EVN ausgezahlte Dividende 54,1 38,0 4,7 64,0 35,0 5,0

*) Kleinbetrag

1) Entspricht dem Firmenwert

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen:

Finanzinformationen für sich genommen
unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen (EVN Anteil)
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Buchwert an den Gemeinschaftsunternehmen zum jeweiligen Bilanzstichtag 55,5 71,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 20,8 –1,0
Sonstiges Ergebnis –10,7 16,8
Gesamtergebnis 10,1 15,8

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen wesentlichen assoziierten Unternehmen:

Finanzinformationen wesentlicher
assoziierter Unternehmen
Mio. EUR
30.09.2017 30.09.2016
Assoziiertes Unternehmen Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 1.225,8 0,2 658,1 1.256,2 0,3 728,2
Kurzfristige Vermögenswerte 22,5 3,8 195,6 27,5 4,1 152,3
Langfristige Schulden 64,2 170,0 83,9 163,6
Kurzfristige Schulden 6,8 1,5 362,2 11,4 1,7 409,5
Überleitung auf den Buchwert des Anteils der
EVN am assoziierten Unternehmen
Nettovermögen 1.177,2 2,6 321,4 1.188,4 2,7 307,4
Anteil der EVN am Nettovermögen
in Prozent
13,00 % 31,00 % 36,08 % 13,00 % 31,00 % 36,08 %
Anteil der EVN am Nettovermögen 153,0 0,8 116,0 154,5 0,8 110,9
+/– Umwertungen1) –89,2 67,4 –78,2 64,6
Buchwert des Anteils der EVN am
assoziierten Unternehmen
63,8 0,8 183,3 76,3 0,8 175,5
2016/17 2015/16
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 68,7 15,7 311,4 66,4 12,4 305,7
Ergebnis nach Ertragsteuern –2,1 3,4 21,1 –6,1 3,2 10,5
Sonstiges Ergebnis 2,4 1,0
Gesamtergebnis –2,1 3,4 23,4 –6,1 3,2 11,6
An EVN ausgezahlte Dividende 1,0 1,1 10,3 2,0 1,0 9,3

1) Entspricht dem Firmenwert

In den Konzernabschluss einbezogene für sich genommen unwesentliche assoziierte Unternehmen bestehen nicht.

66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die durch die EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR 30.09.2017 30.09.2016
Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften 77,6 75,6
Garantien für Projekte im Umweltbereich 52,5 59,8
Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung bzw. dem Betrieb von
Energienetzen 5,3 1,1
Kraftwerken 101,4 109,8
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 94,8 64,0
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 0,3 0,3
Summe 331,9 310,6
davon im Zusammenhang mit at Equity einbezogenen Unternehmen 120,4 122,6

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risiken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen von 41,3 Mio. Euro (Vorjahr: 65,1 Mio. Euro) gegenüber.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der EAA abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei sinkenden Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei steigenden Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2017 eine Eventualverbindlichkeit von 47,0 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 264,0 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2017 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 7,7 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 264,0 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen die EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen im Einzelnen und insgesamt keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben werden.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassen im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

67. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, sonstige nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und deren Tochterunternehmen, EnBW Trust e.V., Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige. Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 182 unter Beteiligungen der EVN enthalten.

Beim Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, handelt es sich um eine öffentliche Stelle, die aufgrund des Aktien-Mehrheitsbesitzes einen beherrschenden Einfluss auf die EVN AG ausübt. Die Befreiung nach IAS 24.25, wonach Geschäftsvorfälle und ausstehende Salden mit nahestehenden Unternehmen und Personen nicht anzugeben sind, wenn eine öffentliche Stelle das berichtende Unternehmen beherrscht, wird in Anspruch genommen.

Am 20. Dezember 2013 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit der EnBW Trust einen Treuhandvertrag im Rahmen eines so genannten "Contractual-Trust-Arrangement-Modells" abgeschlossen. In dessen Folge übertrug die EnBW ihren 32,5 %-Anteil an der EVN AG treuhänderisch an den EnBW Trust. Per 30. September 2017 beträgt der Anteil des EnBW Trust an der EVN AG 30,6 %.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags hat die EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen.

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht die EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit der EAA wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Strom und Gas getroffen, mit der Verbund Innkraftwerke wiederum wurden langfristige Bezugsverträge über Elektrizität abgeschlossen.

Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

Transaktionen mit at Equity einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Umsätze 365,7 278,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen –112,9 –58,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15,9 15,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 82,5 23,6
Ausleihungen 20,5 12,8
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 9,6
Verbindlichkeiten aus dem Cash Pooling 67,3 111,1
Zinserträge aus Ausleihungen 0,6 0,6
Zinsaufwand aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten 0,1
Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Mio. EUR 2016/17 2015/16
Umsätze
Aufwendungen für bezogene Leistungen –6,0 –42,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,7 0,6

Transaktionen mit nahestehenden Personen Vorstand und Aufsichtsrat Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt 1.106,9 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge; Vorjahr: 1.087,7 Tsd. Euro).

Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. EUR 2016/17 2015/16
Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 392,3 137,4 14,2 386,5 134,4 13,5
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA 365,8 128,1 14,2 360,4 125,3 13,5

Darüber hinaus ergab sich im Geschäftsjahr 2016/17 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr bei der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen eine Veränderung in Höhe von –1.707,7 Tsd. Euro (davon 128,9 Tsd. Euro Zinsaufwand und –2.069,4 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Im Vorjahr war eine Dotierung von 1.784,0 Tsd. Euro erfolgt (davon 185,3 Tsd. Euro Zinsaufwand und 1.405,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 54,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 54,1 Tsd. Euro) geleistet. Weiters ergab sich für Mag. Szyszkowitz bei der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen eine Veränderung in Höhe von –354,5 Tsd. Euro (davon 58,2 Tsd. Euro Zinsaufwand und –592,3 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Im Vorjahr war ein Dotierung von 1.137,3 Tsd. Euro erfolgt (davon 75,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und 928,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die Veränderung der Vorsorge für Abfertigungen betrug im Geschäftsjahr 2016/17 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 47,7 Tsd. Euro (davon 7,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und –536,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 22,6 Tsd. Euro (davon 12,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und –2,5 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Beiträge in die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von 7,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 7,6 Tsd. Euro) geleistet.

Die Veränderung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten und aus der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich der Abfertigung die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Weiters besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf den ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der VBV-Pensionskasse angerechnet werden.

Die Bezüge an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. an deren Hinterbliebene betrugen 1.201,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.181,5 Tsd. Euro).

Für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte ergab sich in Summe ein Aufwand von 18,9 Tsd. Euro (davon 157,4 Tsd. Euro Zinsaufwand und –1.244,8 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr ein Aufwand in Höhe von 3.697,4 Tsd. Euro (davon 192,4 Tsd. Euro Zinsaufwand und 3.083,7 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die genannten Werte beinhalten Aufwendungen nach nationalem Recht, wie sie gemäß Österreichischem Corporate Governance Kodex anzugeben sind. Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste werden nach IFRS gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 109,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 29,1 Tsd. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance-Berichts dargestellt.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle der EVN mit Tochterunternehmen sind somit nicht ausgewiesen. Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung grundsätzlich nicht angeführt.

Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis auf marktüblichen Konditionen beruhen und im Geschäftsjahr 2016/17 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich waren. Die daraus zum 30. September 2017 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

68. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die österreichische E-Control-Kommission hat in dem Begutachtungsentwurf zu den Netztarifen eine Erhöhung für Strom und eine Reduktion für Erdgas vorgesehen. Die neuen Netztarife treten jährlich mit 1. Jänner in Kraft.

69. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Sprecher des Vorstands (seit 01.10.2017) Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands (bis 30.09.2017) Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands (bis 30.09.2017) Dipl.-Ing. Franz Mittermayer – Mitglied des Vorstands (seit 01.10.2017)

Aufsichtsrat Präsidentin Mag. Bettina Glatz-Kremsner

Vizepräsidenten Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Mag. Willi Stiowicek

Mitglieder Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Dipl.-Ing. Angela Stransky Mag. Susanne Scharnhorst

Arbeitnehmervertreter/-innen Zentralbetriebsratsvorsitzender Vizepräsident Franz Hemm Mag. Dr. Monika Fraißl Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Paul Hofer Friedrich Bußlehner Stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Kammerrat Manfred Weinrichter

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Zibuschka Dr. Johannes Zügel, LL.M. (seit 19.01.2017) Mag. Philipp Gruber Vorstandsdirektor Dkfm. Thomas Kusterer (bis 19.01.2017)

70. Freigabe des Konzernabschlusses 2016/17 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem Datum der Unterfertigung vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 13. Dezember 2017 dem Aufsichtsrat zur Prüfung, der Einzelabschluss zur Feststellung vorgelegt.

71. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgte für das Geschäftsjahr 2016/17 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Davon entfielen 48,9 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 38 % auf Steuerberatungsleistungen und 13,1 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 20. November 2017

EVN AG Der Vorstand

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Franz Mittermayer Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Beteiligungen der EVN gemäß § 245a Abs. 1 i. V. m. § 265 Abs. 2 UGB

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung für die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Energie≥ 20,0 % per 30.09.2017

1.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2016/17
Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH, Wien1) EVN 49,99 31.12.2016 E
Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg EVN Wärme 51,00 30.09.2017 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH ("EnergieAllianz"), Wien EVN 45,00 30.09.2017 E
Elektrorazpredelenie Yug EAD ("EP Yug"), Plovdiv, Bulgarien BG SN Holding 100,00 31.12.2016 V
EVN Bulgaria Elektrosnabdiavane EAD ("EVN Bulgaria EC"), Plovdiv, Bulgarien BG SV Holding 100,00 31.12.2016 V
EVN Bulgaria EAD ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2016 V
EVN Bulgaria Fernwärme Holding GmbH ("BG FW Holding"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
EVN Bulgaria RES Holding GmbH ("EVN Bulgaria RES"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 100,00 30.09.2017 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien BG FW Holding 100,00 31.12.2016 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien Kroatien Holding 100,00 31.12.2016 V
EVN Elektrodistribucija DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2016 V
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG ("EVN KG"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 E
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2016 V
EVN Geoinfo GmbH ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2017 V
EVN Kavarna EOOD ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria RES 100,00 31.12.2016 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH ("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. ("EVN LV"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2017 V
EVN Macedonia AD ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN 90,00 31.12.2016 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2016 V
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2016 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 31.12.2016 V
EVN Mazedonien GmbH ("EVN Mazedonien"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH ("EVN Nk BuB"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 100,00 30.09.2017 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. ("EVN Naturkraft"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2016 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN Trading SEE 100,00 31.12.2016 V
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Trading SEE 100,00 31.12.2016 V
EVN Trading South East Europe EAD ("EVN Trading SEE"), Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2016 V
EVN Wärme GmbH ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG
("EVN-WE Wind KG"), Wien
EVN Naturkraft 50,00 30.09.2017 E
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN 49,00 31.12.2016 E
Fernwärme Steyr GmbH, Steyr EVN Wärme 49,00 30.09.2017 E
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Sofia, Bulgarien EVN 70,00 31.12.2016 V
kabelplus GmbH ("kabelplus"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2017 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Tochterunternehmen

NV: Nicht konsolidiertes Tochterunternehmen

E: At Equity einbezogenes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes Unternehmen

JO: Als Joint Operation einbezogenens Unternehmen NJO: Nicht als Joint Operation einbezogenes Unternehmen

1.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2016/17
Netz Niederösterreich GmbH ("Netz NÖ"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH ("SEK"), Essen, Deutschland EVN Kraftwerk 49,00 31.12.2016 JO
Verbund Innkraftwerke GmbH, ("Verbund Innkraftwerke"), Töging, Deutschland2) EVN Nk BuB 13,00 31.12.2016 E
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH ("WTK"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 70,00 30.09.2017 V

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2016/17 mit der bisher at Equity einbezogenen Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien, verschmolzen.

2) Bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, wird die Gesellschaft at Equity in den Konzernabschluss einbezogen und in obiger Tabelle trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % angeführt.

1.2. In den Konzernabschluss der EVN aufgrund
von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung % Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2016/17
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 110
(100)
49
(39)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR 208
(253)
–46
(–26)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH, Wiener Neustadt EVN Wärme 90,00 EUR 501
(539)
–38
(–100)
31.12.2016
(31.12.2015)
NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 268
(223)
45
(75)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
Energiespeicher Sulzberg GmbH, Maria Enzersdorf EVN Sulzberg 51,00 EUR 44
(23)
–49
(–1.533)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
EVN Albania SHPK in Liquidation, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 42
(–)
–16
(–)
30.04.2016
(–)
NV
EVN Asset Management EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 6
(6)
0
(0)
31.12.2016
(31.12.2015)
NV
EVN Bulgaria Stromerzeugung Holding GmbH
("BG SE Holding"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 31
(30.707)
–26.145
(0)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
EVN Bulgaria Stromnetz Holding GmbH
("BG SN Holding"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 300.082
(300.082)
14.991
(15.000)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
EVN Bulgaria Stromvertrieb Holding GmbH
("BG SV Holding"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 71.917
(35.955)
–10
(8.868)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
EVN Energiespeicher Sulzberg Beteiligungs GmbH
("EVN Sulzberg"), Maria Enzersdorf
EVN Naturkraft 100,00 EUR 60
(39)
–49
(–1.897)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
EVN Kroatien Holding GmbH
("Kroatien Holding"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 14.126
(12.627)
–1
(–1)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
EVN TRADING L.L.C., Pristina, Kosovo EVN Trading SEE 100,00 EUR
(–)

(–)
31.12.2016
(31.12.2015)
NV
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und
Betriebs GmbH ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien
EVN Naturkraft 50,00 EUR 43
(42)
1
(1)
30.09.2016
(30.09.2015)
NE
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 66
(158)
–92
(–97)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
FWG-Fernwärmeversorgung Amstetten registrierte
Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Amstetten
EVN Wärme 100,00 EUR 675
(914)
28
(84)
30.06.2016
(30.06.2015)
NE
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 389
(1.769)
–1.375
(–6)
31.12.2016
(31.12.2015)
NV
1.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung % Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2016/17
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und
Betriebs GmbH, Wien
EVN Naturkraft 33,33 EUR 47
(44)
3
(3)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und
Betriebs GmbH & Co KG, Wien
EVN Naturkraft 33,33 EUR 7.243
(6.878)
364
(349)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD –3
(–)
0
(–)
31.12.2016
(–)
NV
Netz Niederösterreich Beteiligung 30 GmbH
("Netz Bet. 30"), Maria Enzersdorf
Utilitas 100,00 EUR 1.786
(1.788)
–1
(0)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
Netz Niederösterreich Grundstücksverwaltung
Bergern GmbH, Maria Enzersdorf
Netz Bet. 30 100,00 EUR 1.783
(1.778)
5
(–1)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV

2. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20,0 % per 30. September 2017

2.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2016/17
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf EVN Abfall 50,00 30.09.2017 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 30.09.2017 V
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s., Prag, Tschechische Republik WTE Wassertechnik 35,00 31.12.2016 E
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH ("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf EVN/ EVN Bet. 52 100,00 30.09.2017 V
EVN Beteiligung 52 GmbH ("EVN Bet. 52"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH ("EVN MVA1"),
Essen, Deutschland
WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH ("EVN MVA3"),
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/Utilitas 100,00 30.09.2017 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH ("EVN UBS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 30.09.2017 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH ("EVN UFS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 30.09.2017 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH ("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H. ("evn wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2017 V
OAO BUDAPRO-ZAVOD No. 1, Moskau, Russland EVN MVA1 100,00 31.12.2016 V
OAO "EVN MSZ 3" ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 31.12.2016 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2016 V
OOO EVN Umwelt, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2016 V
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH ("Süd Butowo"),
Essen, Deutschland
WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH ("Zelenograd"),
Essen, Deutschland
WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland WTE Wassertechnik 50,00 31.12.2016 E
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
WTE Abwicklungsgesellschaft Russland mbH ("Abwicklung"), Essen, Deutschland International 100,00 30.09.2017 V
WTE Betriebsgesellschaft mbH ("WTE Betrieb"), Hecklingen, Deutschland WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Wassertechnik 100,00 31.12.2016 V
2.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen Beteiligung Jahresabschluss Konsolidierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % zum 2016/17
WTE International GmbH ("International"), Essen, Deutschland WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
WTE otpadne vode Budva DOO, Podgorica, Montenegro WTE Wassertechnik 100,00 31.12.2016 V
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH ("WTE Hyp"), EVN UFS / 100,00 30.09.2017 V
Essen, Deutschland WTE Wassertechnik
WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o., Beograd-Vracar, Serbien WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
WTE Wassertechnik GmbH ("WTE Wassertechnik"), Essen, Deutschland EVN Bet. 52 100,00 30.09.2017 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Wassertechnik 100,00 30.09.2017 V
Zagrebacke otpadne vode d.o.o. ("ZOV"), Zagreb, Kroatien WTE Wassertechnik 48,50 31.12.2016 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o. ("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien WTE Wassertechnik 33,00 31.12.2016 E
2.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung % Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2016/17
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH,
Offenbach am Main, Deutschland
WTE
Wassertechnik
49,00 EUR 644
(624)
20
(45)
30.09.2017
(30.09.2016)
NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs
und Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen
EVN Abfall 26,00 EUR 37
(37)
0
(0)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB –7.564
(325)
–7.900
(–291)
31.12.2016
(31.12.2015)
NV
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o.,
Zagreb, Kroatien
WTE
Wassertechnik
50,00 HRK 432
(432)
11
(11)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland
WTE
Wassertechnik
49,00 EUR 546
(544)
3
(3)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H,
Untertullnerbach
evn wasser 50,00 EUR 866
(868)
–2
(–1)
31.12.2016
(31.12.2015)
NE
WTE Abwicklungsgesellschaft Kuwait GmbH ("Kuwait"),
Essen, Deutschland
International 100,00 EUR 23
(23)
0
(0)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE
Wassertechnik
100,00 EUR 109
(161)
–52
(–30)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH ("Kurjanovo"),
Essen, Deutschland
WTE
Wassertechnik
100,00 EUR 20
(21)
–1
(–1)
30.09.2017
(30.09.2016)
NV

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich sonstige Geschäftsaktivitäten ≥20,0 % per 30. September 2017

3.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2016/17
Burgenland Holding Aktiengesellschaft ("Burgenland Holding" bzw. "BUHO"), Eisenstadt EVN 73,63 30.09.2017 V
Energie Burgenland AG, Eisenstadt BUHO 49,00 30.09.2017 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2017 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2017 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH ("EVN WEEV"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 31.08.2017 V
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 30.09.2017 E
R 138-Fonds, Wien EVN/Netz NÖ/
evn wasser
100,00 30.09.2017 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft ("RBG"), Maria Enzersdorf EVN 50,03 31.03.2017 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft ("RAG"), Wien RBG 100,00 31.12.2016 E
UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H ("Utilitas"),
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 30.09.2017 V
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf EVN WEEV 50,00 30.06.2017 E
3.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung % Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2016/17
EVN Beteiligung 40 GmbH EVN 100,00 EUR 24 –2 30.09.2017 NV
("EVN Bet. 40"), Maria Enzersdorf (26) (–2) (30.09.2016)

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2017, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2017 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Sachanlagen

Siehe Anhang Punkte 22, 31 und 36 und Konzernlagebericht Kapitel Geschäftsentwicklung

Das Risiko für den Abschluss

Die Sachanlagen mit einem Buchwert von insgesamt 3.383,6 Mio. EUR stellen 52,4 % des ausgewiesenen Vermögens des EVN AG Konzerns zum Bilanzstichtag dar und umfassen im Wesentlichen Leitungen und technische Anlagen.

An jedem Abschlussstichtag wird überprüft, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen erzielbaren Betrag und damit für außerplanmäßige Abschreibungen der Sachanlagen vorliegen. Für jene Sachanlagen, die in den Vorjahren außerplanmäßig abgeschrieben wurden, wird überprüft, ob die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind und somit eine Zuschreibung erforderlich ist.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Sachanlagen, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZGE). Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit ermittelt die Gesellschaft zunächst den Nutzungswert. Sollte der so ermittelte Betrag unter dem Buchwert der ZGE bzw. des Vermögensgegenstandes liegen, wird im Bedarfsfall der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Sowohl die Berechnung des Nutzungswerts als auch des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgt als Barwert der zukünftig erzielbaren Zahlungsmittelströme mittels eines anerkannten Discounted Cash Flow-Verfahrens.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von Planungsannahmen und den Einschätzungen der künftigen Zahlungsmittelströme des Vorstands sowie von den im Rahmen der Bewertungsmodelle verwendeten Diskontierungszinssätzen abhängig und sind daher mit bedeutenden Schätzungsunsicherheiten behaftet, sodass dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Beurteilung, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder Wertaufholungen von Sachanlagen vorliegen, kritisch hinterfragt und mit unseren Erkenntnissen aus der Konzernabschlussprüfung verglichen.

Das Bewertungsmodell, die Planungsannahmen und die Bewertungsparameter haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten überprüft. Die bei der Bestimmung der Zinssätze herangezogenen Annahmen wurden durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt. Die der Bewertung zugrunde gelegten Plandaten haben wir auf die vom Management genehmigten mittelfristigen Planungsrechnungen übergeleitet. Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir in Stichproben die tatsächlichen Zahlungsmittelströme mit den in Vorperioden angenommenen Planzahlen verglichen und Abweichungen mit dem Management besprochen. Die betroffenen Buchwerte haben wir mit der Anlagenbuchhaltung abgestimmt.

Umsatzerlöse aus dem Endkundengeschäft

Siehe Anhang Punkte 20, 25 und Konzernlagebericht Kapitel Geschäftsentwicklung

Das Risiko für den Abschluss

Im Konzernabschluss der EVN AG werden in der Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung Umsatzerlöse von 2.215,6 Mio. EUR ausgewiesen.

Ein wesentlicher Teil davon betrifft Umsatzerlöse aus dem Endkundengeschäft in Österreich, die angesichts der Komplexität der für die zutreffende Erfassung und Abgrenzung erforderlichen Systeme und dem Einfluss fortwährender Änderungen der Geschäfts-, Preis- und Tarifmodelle einem besonderen Risiko unterliegen. Die Erlöse werden mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Der Ansatz und die Bewertung dieses spezifischen und betragsmäßig bedeutsamen Umsatzbestandteils bedarf in hohem Maße Einschätzungen und Annahmen des Vorstands und benötigt die Anwendung von komplexen Berechnungsverfahren, sodass dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unter Berücksichtigung der Kenntnis, dass aufgrund der Komplexität und der vorzunehmenden Einschätzungen und Annahmen ein erhöhtes Risiko in der korrekten Ermittlung der Umsatzerlöse besteht, haben wir die vom Konzern eingerichteten relevanten Prozesse und Kontrollen zur Erfassung der Umsatzerlöse aus dem Endkundengeschäft einschließlich der zum Einsatz kommenden IT Systeme unter Einbeziehung unserer Spezialisten aus dem Bereich Information Risk Management (IRM) beurteilt.

Zusätzlich haben wir angemessene Analysen sowie Detailprüfungshandlungen hinsichtlich der korrekten Ermittlung und Realisierung der Umsatzerlöse durchgeführt und die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen kritisch gewürdigt.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

  • • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

  • • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

  • • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
  • • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahres- bzw Konzernabschluss, den Lage- bzw Konzernlagebericht und die diesbezüglichen Bestätigungsvermerke.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu überlegen, ob es wesentliche Unstimmigkeiten zwischen den sonstigen Informationen und dem Konzernabschluss oder mit unserem, während der Prüfung erlangten Wissen gibt oder diese sonstigen Informationen sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Jänner 2017 als Abschlussprüfer gewählt und am 26. April 2017 vom Aufsichtsrat mit der Konzernabschlussprüfung der Gesellschaft beauftragt. Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 1992 Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von den Konzernunternehmen gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Rainer Hassler.

Wien, am 20. November 2017

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler Wirtschaftsprüfer

Glossar

Aus Gründen der Lesbarkeit werden in diesem Bericht für Konzerngesellschaften der EVN zum Teil Kurzbezeichnungen verwendet. Die vollen Firmenwortlaute finden sich in der Beteiligungsübersicht ab Seite 182.

Ausschüttungsquote

Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme bzw. Kälte genutzt werden.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert

künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden.

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel bzw. EU-Emissionshandel

Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedstaaten CO2-Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2-Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Emissionszertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Corporate Governance Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die

sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Swaps, Futures. Durch deren Einsatz können Finanzrisiken minimiert werden.

Directors-and-Ocers- (D&O)-Versicherung

Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

EBIT (Earnings before Interest and Taxes)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA®)

Differenz aus dem Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

EEX (European Energy Exchange)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

E-Control

(Energie-Control Austria)

Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Stromund Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigendeckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und der Einwohnergleichwerte: EW = EZ + EGW.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC) Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/ International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS) Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities

Identification Number (ISIN) Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines Photovoltaik-Moduls bzw. einer Solarstromanlage.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung × Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) × 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh × 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh × 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm3 1 m3 Erdgas = 11,07 kWh

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit

after Tax (NOPAT) Versteuertes Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und langfristige Personalrück -

stellungen minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen dem in ein Netzsystem eingespeisten und dem entnommenen Strom im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Ökostrom

Strom, der ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas erzeugt wird.

Operatives Ergebnis (EBIT) Siehe EBIT.

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Sowohl fossile Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle als auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind zählen dazu.

PPP-Modell

(Public Private Partnership) Im Rahmen von PPP-Projekten werden Anlagen für öffentlichrechtliche Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen. Diese Projekte wur-

den in der Vergangenheit als BOOT-Projekte bezeichnet.

Regulatory Asset Base (RAB – Finanzierungskostenbasis)

Die verzinsliche Kapitalbasis setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögensgegenstände und dem Sachanlagevermögen abzüglich passivierter Netzzutritts- und Netzbereitstellungsentgelte (Baukostenzuschüsse/BKZ) und etwaiger Firmenwerte auf der Basis von bilanziellen Werten zusammen. Anpassungen erfolgen in Bezug auf die Standardisierung der Abschreibungsdauern und der Standardisierung der Auflösung der BKZ.

ROCE (Return on Capital Employed)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbund AG nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

ROE (Return on Equity)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buch mäßigen Eigenkapital gesetzt.

Smart Meter/Metering

Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der es dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträglich ergänzte Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände aus der Ferne abzulesen.

Sonstiges Ergebnis

Das sonstige Ergebnis, das auch mit dem englischen Begriff "Other Comprehensive Income" (OCI) bezeichnet wird, ist die Summe aller ergebnisneutralen Erträge abzüglich der Summe aller ergebnisneutralen Aufwendungen der Berichtsperiode.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss

weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Förderung ökologischer und ökonomischer Anliegen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

VaR (Value at Risk)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimm ten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen

oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

WACC (Weighted Average Cost of Capital)

Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt; die Eigenkapitalkostenentsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugtem Strom im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

Service — Glossar

Nachhaltigkeitsprogramm

Das Nachhaltigkeitsprogramm der EVN wurde in einem iterativen Prozess im Zuge von Zielgesprächen erarbeitet. Dabei wurden auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix bereichsspezifische Themenschwerpunkte konkretisiert und – darauf aufbauend – unternehmensweite Nachhaltigkeitsziele sowie entsprechende Maßnahmen definiert. Das Nachhaltigkeitsprogramm wird laufend unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche aktualisiert bzw. erweitert.

Zudem wurde erhoben, welche Ziele bzw. Maßnahmen bereits einen konkreten Beitrag zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDG) leisten. Eine Zuordnung zu den jeweiligen SDG und den entsprechenden Unterzielen wird im folgenden Abschnitt dargestellt.

Zur EVN Wesentlichkeitsmatrix siehe auch Seite 27

Zu den SDG und den jeweiligen Unterzielen siehe auch https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs

Unternehmensweite Ziele nach Handlungsfeldern (Auszug)

Versorgungssicherheit

Ziel: Steigerung des konzernweiten Eigendeckungsgrads auf 30 % der Stromabsatzmenge

• Status: Eigendeckung im Geschäftsjahr 2016/17: 32,7 % (Vorjahr: 32,1 %)

Ziel: Beibehaltung der hohen Netzqualität und der geringen Ausfallzeiten trotz der laufenden Zunahme volatiler und dezentraler Erzeugungskapazitäten im Markt

• Status: Im Branchenvergleich minimale Werte bei Ausfallzeiten; für detaillierte Informationen siehe Angaben zu den Stromunterbrechungen auf Seite 34

Umwelt- und Klimaschutz

Ziel: Mittelfristiger Ausbau der Windkraftkapazität auf 500 MW

• Status: Installierte Leistung per 30. September 2017: rund 269 MW (Vorjahr: rund 268 MW)

Ziel: Langfristig Erzeugung von 50 % der Gesamtstromproduktion aus erneuerbarer Energie

• Status: Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen im Geschäftsjahr 2016/17: 34,5 % (Vorjahr: 34,5 %)

Verantwortungsvolle Unternehmensführung

Ziel: Erhöhung des Frauenanteils im Unternehmen (die Frauenquote soll das aktuelle ausbildungsbezogene Geschlechterverhältnis berufsgruppenspezifisch widerspiegeln)

• Status: Frauenanteil im Geschäftsjahr 2016/17: 23,3 % (Vorjahr: 22,6 %)

Ziel: Kontinuierliche Reduktion der LTIF; Erreichen eines sehr guten Werts im Branchenvergleich

• Status: LTIF im Geschäftsjahr 2016/17: 7,4 (Vorjahr: 7,8)

Zur Umsetzung der unternehmensweiten Ziele wurden u. a. folgende Projektziele erarbeitet und Maßnahmen ergrien:

Projektziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2017
SDG
Versorgungssicherheit
• Versorgungssicherheit bei
Strom, Gas, Wärme und
Wasser für die Kunden
• Absicherung der Versor
gungssicherheit bei
Systemumbau auf erneu
erbare Energie
• Investitionen in Netzausbau zur
Integration der erneuerbaren
Erzeugung
• Dezentrale Erzeugungskapazitä
ten zur Netzstabilisierung
Kontinuität in der
Investitionsstrate
gie – Fortführung
der Investitions
ožensive in die
Netzinfrastruktur
Weiterhin starker Fokus auf höchst
mögliche Verfügbarkeit in Versor
gung und von Dienstleistungen
• SDG 7 Erneuerbare Energie
(7.1, 7.2)
• SDG 9 Innovation und
Infrastruktur (9.4)
• Sicherung der Qualität
der Trinkwasserversor
gung
• Optimierung des Quali
tätssicherungsprozesses
• Qualitätsverbesserung durch
Wasserenthärtung
• Einsatz weiterer kontinuierlicher
Messsysteme wird überlegt
Inbetriebnahme
der Naturfilter
anlage auf dem
Brunnenfeld
Wienerherberg im
Frühjahr 2020
• Qualitätssicherungsprozess
wurde weiterentwickelt
• Naturfilteranlagen Drösing,
Obersiebenbrunn und Zwenten
dorf in Betrieb; jene auf dem
Brunnenfeld Wienerherberg der
zeit in Bau, weitere in Planung
SDG 6 Sauberes Wasser und
Sanitäre Einrichtungen (6.3)
Umwelt- und Klimaschutz
• Systemweiterentwicklung
in Richtung dezentrale
erneuerbare Erzeugung
• Ergänzung durch steuer
bare zentrale und dezent
rale Energiespeicher
• Investitionen in erneuerbare
Energie als wichtige Maßnahme
für den Klimaschutz
• Stromspeicher/Flexibilisierungs
lösungen ausbauen
• Innovative Speicherlösungen
entwickeln und testen
Laufend • 269 MW installierte Windkraft
kapazität und 306 MW installierte
Wasserkraftkapazität
• Bestehender Kraftwerkspark
auf Netzstützungsanforderungen
umgerüstet
• Forschungs-Setup für Test einer
Großbatterie in Prottes errichtet
• Power2Gas-/Wind2Hydrogen
Projekt abgeschlossen
• Power2Heat-Anlage in Theiß
in Betrieb
• Dezentrale Energielösungen
(Photovoltaik, Speicher, Energie
management) für Kunden im
Angebot
• SDG 7 Erneuerbare Energie
(7.1, 7.2)
• SDG 9 Innovation und
Infrastruktur (9.4)
• SDG 12 Verantwortungsvoller
Konsum
Energieeffizienz
• zur verantwortungsvollen
und vernünftigen Nutzung
von Ressourcen und
• in der Bereitstellung der
eigenen Produkte und
Dienstleistungen
• Durchführung von Energieeffizi
enzmaßnahmen bei Kunden und
im Unternehmen selbst
• Unterstützung der Kunden in
effizientem Verbrauchsverhalten
• Reduktion des Eigenbedarfs bei
Erzeugungsanlagen
• Energieeffizienzmaßnahmen im
eigenen Gebäudebestand
• Laufende
Weiterführung
der eingeleite
ten Energie
e¡zienzmaß
nahmen im
Kerngeschäft
(Produkte und
Dienstleistun
gen)
• Erfüllung der gesetzlichen Vor
gaben aus dem Energieeffizienz
gesetz sowie darüber hinaus
gehende Leistungen bei der EVN
und den Kunden
SDG 7 Erneuerbare Energie (7.3)
Projektziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2017
SDG
Verbesserung der Umwelt
leistung der EVN
• Institutionalisiertes
Umweltmanagement und
-controlling
• EMAS bei Wärme- und
Stromerzeugungsanlagen
Jährliche Umwelt
programme mit
Verbesserungs
maßnahmen
Umweltprogramm 2016/17
abgeschlossen
• SDG 7 Erneuerbare Energie
(7.3)
• SDG 8 Gute Arbeits -
plätze/Wirtschaftliches
Wachstum (8.4)
• SDG 12 Verantwortungsvoller
Konsum (12.2)
• SDG 13 Maßnahmen zum
Klimaschutz (13.1)
• SDG 15 Leben an Land (15.5)
Weiterentwicklung der
Nachhaltigkeitsinitiativen in
Südosteuropa
• Investitionen in Stromnetz und
Zähler
• Reduktion der Netzverluste
• Weiterentwicklung von Umwelt
und Naturschutz (Abfallmanage
ment und Vogelschutz)
• Aktivitäten zur Steigerung von
Energieeffizienz und technischem
Verständnis bei Kunden
Laufend • Fokus auf Investitionen in netz
relevante Infrastruktur
• Zusammenarbeit mit Behörden,
NGOs und Kunden im Umwelt
schutz und bei der Verbesserung
der Energieeffizienz
• SDG 7 Erneuerbare Energie
(7.3)
• SDG 9 Innovation und
Infrastruktur (9.1, 9.4)
• SDG 12 Verantwortungsvoller
Konsum (12.4, 12.5)
• SDG 15 Leben an Land (15.5)
Verwertung von Neben
und Abfallprodukten
• Vollständige stoffliche Verwer
tung von Realit sowie Grob- und
Flugasche
• Auftrag an Entsorger, Biomasse
asche möglichst zu verwerten
• Prüfung der Verwendbarkeit von
Biomasseasche als Zuschlagstoff
zur Kompostierung
Schrittweise
Erhöhung des
Verwertungs
anteils
20 % der Biomasseasche werden
als Ersatzstoff verwertet
SDG 12 Verantwortungsvoller
Konsum (12.5)
Reduktion von umwelt
relevanten Chemikalien
• Erstellung einer übergreifenden
Betriebsmittelliste zur Bewertung
und Auswahl der Produkte
• Umweltfreundliche Unkrautent
fernung bei Betriebsanlagen
• Errichtung einer Umkehrosmose
Anlage zur Wasseraufbereitung
(anstelle herkömmlich durch
Einsatz von Chemikalien)
Fertigstellung der
Umkehrosmose
Anlage Ende 2018
In Planung • SDG 12 Verantwortungsvoller
Konsum (12.4)
• SDG 15 Leben an Land (15.5)

Verantwortungsvolle Unternehmensführung

• Frauenanteil im
Unternehmen erhöhen
• Frauen für technische
Berufe begeistern
• Arbeitszeit für Männer und
Frauen attraktiv gestalten und
Flexibilität bei Arbeitszeit und
-ort erhöhen
• Unterstützung von frauenspezifi
schen Trainingsmaßnahmen und
beim Aufbau von Netzwerken
mit anderen erfolgreichen Frauen
aus externen Bereichen
• Verstärkter Auftritt auf relevanten
Messen zu den Themen Beruf
und Ausbildung zur Erhöhung
des generellen Frauenanteils in
technischen Berufen
• Gezielte Meinungsbildung im
Führungskräftekreis
Laufend • Derzeit liegt der Frauenanteil
im Recruiting über dem
Frauenanteil im Konzern
• Überdurchschnittliche
Teilnahmequote von Frauen
an Personalentwicklungs
maßnahmen
SDG 5 Gleichberechtigung der
Geschlechter (5.5)
Projektziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2017
SDG
Sicherstellung der Zukunfts
fähigkeit des Unternehmens
mit Fokus auf ergebnisorien
tiertes Arbeiten und Mitar
beiterzufriedenheit
• Kontinuierliche Weiterentwick
lung der Unternehmensorganisa
tion zwecks Anpassung an die sich
ständig verändernde Arbeitswelt
• Förderung von Mobilität und
dezentralem Arbeiten, u. a. durch
Investitionen in modernste
mobile Enduser-Geräte
• Prozessbegleitung der Mitarbeiter
und ständiger Erfahrungsaus
tausch zur Optimierung der
Arbeitswelt mit externen und
internen Stakeholdern
Laufende
Umsetzung
In der Außenorganisation der EVN
weit fortgeschritten, in der Direktion
schrittweise in Umsetzung
SDG 8 Gute Arbeitsplätze/Wirt
schaftliches Wachstum (8.2)

Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Weiterentwicklung des
Geschäftsmodells unter
Berücksichtigung der
Digitalisierung
• Verstärkter Fokus auf Stromnetz
steuerung
• Digitale Kundeninteraktion
• Schutz kritischer Infrastruktur
• Bereitstellung von innovativen
Energiedienstleistungen
• Aktivitäten in Forschung und
Technologieentwicklung
Laufend • Schrittweise Einführung von
automatisierter Steuerung bei
internen und externen Assets
• Online-Konfigurator für Kunden
ausgerollt (Joulie)
SDG 9 Innovation und
Infrastruktur
Unterstützung der Verbrei
tung alternativer Antriebs
systeme in der Mobilität
• Aufbau einer flächendeckenden
Ladeinfrastruktur für Kunden
• Schaffung einer österreichweiten
Plattform für die kundenfreund
liche Ladung von E-Fahrzeugen
• Schrittweise Umstellung des
EVN Fuhrparks auf Fahrzeuge mit
alternativen Antrieben
• Laufender
weiterer
Ausbau des
Ladenetzes
• 2.300 Lade
punkte in
Österreich bis
Ende 2017
• Schrittweise
Umstellung auf
E-Autos bei
EVN geplant
• Derzeit 800 Ladepunkte in
Niederösterreich
• Plattform funktionsfähig seit
März 2017
• SDG 7 Erneuerbare Energie
• SDG 9 Innovation und
Infrastruktur (9.4)

Verantwortung in der Lieferkette

Stakeholder-Einbindung

Überarbeitung des Stake
holder-Dialogs der EVN zum
Thema Nachhaltigkeit
• Weiterentwicklung des bestehen
den Stakeholder-Dialogs zur
externen Beurteilung der Hand
lungsfelder der EVN
Externe
Beurteilung der
Handlungsfelder
alle drei Jahre
Überarbeitung des Konzepts zum
Stakeholder-Dialog wurde gestartet
------------------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------ ----------------------------------------------------------------------

SDG 17 Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

Validierung Nachhaltigkeitsbericht

zum EVN Ganzheitsbericht 2016/17, Geschäftsjahr 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

Umfang und Kriterien der Bescheinigung

Die TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH wurde von der EVN AG beauftragt, den Ganzheitsbericht 2016/17, und zwar jene Abschnitte, die CorporateSocialResponsibility(CSR)Themen enthalten, sowie den GRI Index für das Geschäftsjahr 2016/17, beginnend mit 1. Oktober 2016 und endend mit 30. September 2017 (im Folgenden als "Bericht" bezeichnet), zu validieren.

Der Bericht bezieht sich auf alle CSRDaten und Informationen aller Aktivitäten des EVN Konzerns in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserversorgung und -aufbereitung sowie Abfallverbrennung.

Geografisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten des EVN Konzerns in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren Ländern.

Verantwortung des Managements

Das Management der EVN war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von TÜV SÜD umfasste die Durchführung einer Überprüfung des Berichts entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG.

Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

Methodik

Die Überprüfung wurde auf Basis der GRI Sustainability Reporting Standards durchgeführt und orientierte sich am Nachhaltigkeits und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG).

Die Zielsetzung der Überprüfung war:

  • • zu bestätigen, dass der Bericht den Anforderungen von GRI Sustainability Reporting Standards, Option "umfassend", entspricht
  • • die Prüfung der Zuverlässigkeit der Nachhaltigkeitsleistungsdaten und CSRInformationen der EVN.

Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:

  • • Rückblick auf den StakeholderProzess und damit zusammenhängende Informationen
  • • Überprüfung der CSRWesentlichkeitsmatrix
  • • Evaluierung der durch die EVN ermittelten Wesentlichkeitskriterien
  • • Feststellung, wie die EVN wesentliche Kriterien identifiziert, darauf reagiert und darüber berichtet
  • • Interviews mit einer Auswahl an Mitarbeitern der EVN in Österreich sowie im Ausland
  • • Prüfung des EVNDatenmanagementprozesses und Überprüfung von unterstützenden Nachweisen, die uns von der EVN zugänglich gemacht wurden

Anmerkung 1: Die Verifizierung wurde in der Zentrale der EVN in Maria Enzersdorf, Österreich, durchgeführt. Die Verifizierung wurde entsprechend unserem Vertrag durchgeführt und beinhaltete nicht die Verifizierung der Daten bis zu deren Originalquellen sowie die Verifizierung der Richtigkeit und Vollständigkeit der von den einzelnen Standorten übermittelten Daten. Anmerkung 2: Ökonomische Leistungsdaten wurden direkt vom geprüften Geschäftsbericht übernommen.

  • • Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse
  • • Überprüfung, ob der GRIIndex den Stakeholdern Zugang zu CSRLeistungsindikatoren verschafft

Level of Assurance & Wesentlichkeitsschwelle

Dieser Stellungnahme liegt ein "Limited Level of Assurance" sowie eine auf fachkundiger Bewertung basierende Wesentlichkeitsschwelle zugrunde.

Prüfungsurteil

Basierend auf unserer Prüfmethode haben wir keine Hinweise erlangt, die uns zu dem Ergebnis führen würden, dass der Bericht nicht die Anforderungen nach GRI Sustainability Reporting Standards, Option "umfassend", erfüllt. Wir haben nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt.

Darüber hinaus sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EVN keine wesentlichen Aspekte im Bericht ausgeschlossen hat und der Prozess zur Berichterstattung zuverlässige CSRDaten und CSRInformationen liefert.

Datum: 28. November 2017

Gutachterorganisation der TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH Campus 21 Europaring A04301, 2345 Brunn am Gebirge

GRI-Inhaltsindex

Der GRIInhaltsindex ist das Grundgerüst des EVN Ganzheitsberichts 2016/17. Er beschreibt gemäß den Anforderungen der Global Reporting Initiative ("umfassend"), an welcher Stelle in diesem Bericht die universellen Standardangaben sowie die themenspezifischen Standardangaben zu den einzelnen wesentlichen Themen aufgrund der Einstufung der Wesentlichkeit zu finden sind. Darüber hinausgehende unternehmensspezifische Zusatzindikatoren wurden ebenfalls am Ende des GRIInhaltsindex vermerkt.

Zum GRIInhaltsindex siehe auch www.evn.at/GRIContentIndex

GRIIndikator: GRIInhaltsindex (10255)

GRI-Standard Angabe

Verweis auf die Seite im Bericht bzw. auf Online-Informationen oder Auslassung

Allgemeine Angaben

GRI 102: Allgemeine Angaben 2016

Organisationsprofil
102-1 Name der Organisation EVN AG als Mutterunternehmen des
EVN Konzerns (EVN)
102-2 Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen 20ž
102-3 Ort des Hauptsitzes 2344 Maria Enzersdorf, Österreich
102-4 Betriebsstätten 20ff; Hauptmärkte sind Österreich, Bulgarien,
Mazedonien und Deutschland
102-5 Eigentum und Rechtsform Aktiengesellschaft, 31
102­6 Bediente Märkte 22f
102-7 Größenordnung der Organisation 20ž, vordere Flappe
102­8 Informationen über Angestellte und andere Mitarbeiter 47ž
102­9 Lieferkette 57f
102-10 Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette 58
102-11 Vorsorgeprinzip oder Vorsichtsmaßnahmen Editorial, 38, 88ff
102-12 Externe Initiativen 61f
102-13 Mitgliedschaft in Verbänden www.evn.at/Mitgliedschaften
Strategie
102-14 Aussagen der Führungskräfte Editorial, " mit Stabilität und Kontinuität
in eine erfolgreiche Zukunft "
(Gespräch mit den Vorständen), 25ž
102-15 Wichtigste Auswirkungen, Risiken und Chancen 25ff, 88ff
Ethik und Integrität
102­16 Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen 25, 47, 55
102-17 Verfahren für ethische Beratung und Bedenken 56
Führung
102­18 Führungsstruktur 66ff
102­19 Befugniserteilende Stelle 25
102-20 Verantwortung der Führungsebene für ökonomische, ökologische und
soziale Themen
25
GRI-Standard Angaben Verweis auf die Seite im Bericht bzw. auf
Online-Informationen oder Auslassung
102-21 Einbindung der Stakeholder bei ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen 61
102-22 Die Zusammensetzung des höchsten Kontrollorgans und seiner Gremien 66ff
102-23 Vorstand des höchsten Kontrollorgans 66ff
102-24 Nominierung und Wahl des höchsten Kontrollorgans 69f
102-25 Interessenkonflikte 65ff
102­26 Die Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Bestimmung von Zielen, Werten
und Strategien
25ž
102-27 Gemeinwissen des höchsten Kontrollorgans In den Sitzungen des Aufsichtsrats wurden im
Bericht des Vorstands sowie auch bei Behandlung
der weiteren Tagesordnungspunkte regelmäßig
auch wirtschaftliche, ökologische und gesellschaft
liche Aspekte der jeweils erörterten Themen
mitbeleuchtet.
102­28 Leistungsbewertung des höchsten Kontrollorgans 200 (Validierung Nachhaltigkeitsbericht)
102­29 Bestimmung und Management ökonomischer, ökologischer und sozialer
Auswirkungen
61
102-30 Ežektivität des Risikomanagementprozesses 88
102-31 Prüfung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen 92
102-32 Die Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung Mitglieder des Vorstands
102-33 Kommunikation kritischer Bedenken 92f
102-34 Art und Gesamtzahl kritischer Bedenken 92f
102-35 Vergütungspolitik 66f, 71f, 179
102­36 Verfahren zur Festsetzung der Vergütung 71f
102-37 Die Beteiligung der Stakeholder an der Vergütung 71f
102­38 Verhältnis der Jahresgesamtvergütung 49
102­39 Verhältnis der prozentualen Erhöhung der Jahresgesamtvergütung 49
Einbeziehung von Stakeholdern
102-40 Liste der Stakeholder­Gruppen 60
102-41 Tarifverhandlungen 48f
102-42 Bestimmen und Auswählen von Stakeholdern 60f
102-43 Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung 61
102-44 Schlüsselthemen und Anliegen 27
Vorgehensweise bei der Berichterstattung
102-45 Entitäten, die in den Konzernabschlüssen erwähnt werden 182ff
102­46 Bestimmung von Berichtsinhalt und Themenabgrenzung 27, hintere Flappe (Zum Bericht)
102-47 Liste der wesentlichen Themen 26f
102­48 Neuformulierung der Informationen Keine wesentliche Neuformulierung
102­49 Änderungen bei der Berichterstattung Keine wesentlichen Änderungen, hintere Flappe
(Zum Bericht)
102-50 Berichtszeitraum Hintere Flappe (Zum Bericht)
102-51 Datum des aktuellsten Berichts Hintere Flappe (Zum Bericht)
102-52 Berichtszyklus Hintere Flappe (Zum Bericht)
102-53 Kontaktangaben bei Fragen zum Bericht Hintere Flappe (Impressum)
102-54 Aussagen zu Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI­Standards 200 (Validierung Nachhaltigkeitsbericht)
102-55 GRI­Inhaltsindex 202
102­56 Externe Prüfung 200

Verweis auf die Seite im Bericht bzw. auf Online-Informationen oder Auslassung

GRI-Standard Angaben

Wesentliche Themen Serie: Wirtschaft

Wirtschaftliche Leistung

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 47, 115ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 47, 115ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 47, 115ž

GRI 201: Wirtschaftliche Leistung 2016

201-1 Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert Vordere Flappe, 79ff
201-2 Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen 88
201-3 Verpflichtungen aus leistungsorientierten und anderen Pensionsplänen 55
201-4 Finanzielle Unterstützung von Seiten der Regierung 87

Marktpräsenz

GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 20ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 20ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 20ž

GRI 202: Marktpräsenz 2016

202-1 Verhältnis der nach Geschlecht aufgeschlüsselten Standardeintrittsgehälter zum
lokalen Mindestlohn
47f
202-2 Anteil der lokal angeworbenen Führungskräfte 53

Indirekte ökonomische Auswirkungen

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 62, 86f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 62, 86f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 62, 86f

GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen 2016

203-1 Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen 84ff
203-2 Erhebliche indirekte ökonomische Auswirkungen 62

Bescha«ungspraktiken

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 57ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 57ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 57ž
GRI 204: Bescha«ungspraktiken 2016
204-1 Anteil der Ausgaben für lokale Lieferanten 58
Verweis auf die Seite im Bericht bzw. auf
GRI-Standard Angaben Online-Informationen oder Auslassung

Korruptionsbekämpfung

GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 55ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 55ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 55ž
GRI 205: Korruptionsbekämpfung 2016
205-1 Geschäftsstandorte, die in Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden 55f
205-2 Informationen und Schulungen zu Strategien und Maßnahmen zur
Korruptionsbekämpfung
56f
205-3 Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergrižene Maßnahmen 56

Wettbewerbswidriges Verhalten

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzung 55ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 55ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 55ž
GRI 206: Wettbewerbswidriges Verhalten 2016
206­1 Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder 57
Kartell- und Monopolbildung

Serie: Ökologie

Materialien

GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzung 39, 42f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 39, 42f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 39, 42f

GRI 301: Materialien 2016

301-1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen 42f
301-2 Eingesetzte rezyklierte Ausgangsstože 42f
301-3 Wiederverwertete Produkte und ihre Verpackungsmaterialien Aufgrund des Unternehmensgegenstands
nicht relevant

Energie

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 41f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 41f
103-3 Wiederverwertete Produkte und ihre Verpackungsmaterialien 41f
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GRI 302: Energie 2016

302-1 Energieverbrauch innerhalb der Organisation 41f
302-2 Energieverbrauch außerhalb der Organisation Aufgrund des Unternehmensgegenstands
nicht relevant
302-3 Energieintensität 41f
302-4 Verringerung des Energieverbrauchs 41f
302-5 Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen Aufgrund des Unternehmensgegenstands
nicht relevant

Wasser

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 43
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 43
103-3 Prüfung des Managementansatzes 43

GRI 303: Wasser 2016

303-1 Wasserentnahme nach Quelle 43
303-2 Durch Wasserentnahme erheblich beeinträchtigte Wasserquellen 43
303-3 Zurückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser 43

Biodiversität

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 45f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 45f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 45f

GRI 304: Biodiversität 2016

304-1 Eigene, gemietete oder verwaltete Betriebsstandorte, die sich in oder neben Schutz
gebieten und Gebieten mit hohem Biodiversitätswert von Schutzgebieten befinden
45f
304-2 Erhebliche Auswirkungen von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auf
die Biodiversität
45f
304-3 Geschützte oder renaturierte Lebensräume 45f
304-4 Arten auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) und auf nationalen
Listen geschützter Arten, die ihren Lebensraum in Gebieten haben, die von
Geschäftstätigkeiten betrožen sind
www.evn.at/Naturschutz

Emissionen

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 40f, 26
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 40f, 26
103-3 Prüfung des Managementansatzes 40f, 26
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GRI 305: Emissionen 2016

305-1 Direkte THG-Emissionen (Scope 1) 40
305-2 Indirekte energiebedingte THG­Emissionen (Scope 2) 40
305-3 Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) 40
305-4 Intensität der THG­Emissionen 40
305-5 Senkung der THG-Emissionen 41
305­6 Emissionen Ozon abbauender Substanzen (ODS) Alle EVN Anlagen sind geschlossene Anlagen
305-7 Stickstožoxide (NOX), Schwefeloxide (SOX) und andere signifikante Luftemissionen 41

Abwasser und Abfall

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 44f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 44f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 44f

GRI 306: Abwasser und Abfall 2016

306­1 Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort 44
306­2 Abfall nach Art und Entsorgungsverfahren 45
306­3 Erheblicher Austritt schädlicher Substanzen 45
306­4 Transport von gefährlichem Abfall 45
306­5 Von Abwassereinleitung und/oder Oberflächenabfluss betroffene Gewässer 44f

Umwelt-Compliance

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 39
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 39
103-3 Prüfung des Managementansatzes 39

GRI 307: Umwelt-Compliance 2016

307-1
Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen
Keine relevanten Vorkommnisse
--------------------------------------------------------------------- -------------------------------

Umweltbewertung der Lieferanten

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 59
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 59
103-3 Prüfung des Managementansatzes 59
GRI 308: Umweltbewertung der Lieferanten 2016
308­1 Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden 59

3082 Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen 59

GRI-Standard Angaben

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Serie: Soziales

Beschäftigung
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 47ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 47ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 47ž
GRI 401: Beschäftigung 2016
401-1 Neue Angestellte und Angestelltenfluktuation 47f, 51
401-2 Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber
Zeitarbeitnehmern oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden
54f
401-3 Elternteilzeit 54
Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 47ž
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 47ž
103-3 Prüfung des Managementansatzes 47ž
GRI 402: Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
402-1 Mindestmitteilungsfrist für betriebliche Veränderungen 48f
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 49
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 49
103-3 Prüfung des Managementansatzes 49
GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 2016
403-1 Repräsentation von Mitarbeitern in formellen Arbeitgeber
Mitarbeiter-Ausschüssen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
49
403-2 Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage,
Abwesenheit und Zahl der arbeitsbedingten Todesfälle
49f
403-3 Mitarbeiter mit einem hohen Auftreten von oder Risiko für Krankheiten,
die mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Verbindung stehen
49f
403-4 Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen
mit Gewerkschaften behandelt werden
49
Aus- und Weiterbildung
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
103-2
Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen
Der Managementansatz und seine Komponenten
52
52
103-3 Prüfung des Managementansatzes 52
GRI-Standard Angaben Verweis auf die Seite im Bericht bzw. auf
Online-Informationen oder Auslassung
GRI 404: Aus- und Weiterbildung 2016
404-1 Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellte 52
404-2 Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur
Übergangshilfe
52ž
404-3 Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und
ihrer Karriereentwicklung erhalten
53
Vielfalt und Chancengleichheit
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 47
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 47
103-3 Prüfung des Managementansatzes 47
GRI 405: Vielfalt und Chancengleichheit 2016
405-1 Vielfalt in Leitungsorganen und der Angestellten 51
405-2 Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt
und zur Vergütung von Männern
47f
Gleichbehandlung GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 47
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 47
103-3 Prüfung des Managementansatzes 47
GRI 406: Gleichbehandlung 2016
406­1 Diskriminierungsvorfälle und ergrižene Abhilfemaßnahmen 56
Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektiv
verhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesell
schaften an allen ihren Standorten ein zentraler
Aspekt in der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte sowie der Kernarbeitsnormen
der International Labour Organization (ILO).
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten Siehe oben
103-3 Prüfung des Managementansatzes Siehe oben
GRI 407: Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen 2016
407-1 Geschäftsstandorte und Lieferanten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit
und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte
Siehe oben
Sicherheitspraktiken
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 55f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 55f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 55f
GRI-Standard Angaben Verweis auf die Seite im Bericht bzw. auf
Online-Informationen oder Auslassung
GRI 410: Sicherheitspraktiken 2016
410-1 Sicherheitspersonal, das in Menschenrechtspolitik und -verfahren geschult wurde 56f
Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 55f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 55f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 55f
GRI 412: Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte 2016
412-1 Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte
oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde
55f
412-2 Schulungen für Angestellte zu Menschenrechtspolitik und -verfahren 56f
412-3 Erhebliche Investitionsvereinbarungen und ­verträge, die Menschenrechtsklauseln
enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden
Keine Fälle
Lokale Gemeinschaften GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 60ff
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 60ff
103-3 Prüfung des Managementansatzes 60ff
GRI 413: Lokale Gemeinschaften 2016
413-1 Geschäftsstandorte mit Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen
und Förderprogrammen
61
413-2 Geschäftstätigkeiten mit erheblichen tatsächlichen oder potenziellen negativen
Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften
61
Soziale Bewertung der Lieferanten
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 59
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 59
103-3 Prüfung des Managementansatzes 59
GRI 414: Soziale Bewertung der Lieferanten 2016
414-1 Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden 59
414-2 Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen 59
Politische Einflussnahme
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 75f, 88ff
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 75f, 88ff
103-3 Prüfung des Managementansatzes 75f, 88ff
GRI 415: Politische Einflussnahme 2016
415-1 Parteispenden Keine relevanten Fälle
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Kundengesundheit und Kundensicherheit

GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 38
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 38
103-3 Prüfung des Managementansatzes 38
GRI 416: Kundengesundheit und Kundensicherheit 2016
416­1 Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und
Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit
38
416­1 Verstöße im Zusammenhang mit den Gesundheits- und
Sicherheitsauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen
Keine relevanten Fälle
Marketing und Kennzeichnung
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 38
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 38
103-3 Prüfung des Managementansatzes 38

GRI 417: Marketing und Kennzeichnung 2016

417-1 Anforderungen für die Produkt- und Dienstleistungsinformationen und
Kennzeichnung
38
417-2 Verstöße im Zusammenhang mit den Produkt- und Dienstleistungsinformationen
und der Kennzeichnung
Keine relevanten Fälle
417-3 Verstöße im Zusammenhang mit Marketing und Kommunikation Keine relevanten Fälle

Schutz der Kundendaten

GRI 103: Managementansatz 2016

103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 36f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 36f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 36f

GRI 418: Schutz der Kundendaten 2016

418­1 Begründete Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes und den Keine begründeten Beschwerden
Verlust von Kundendaten

Sozioökonomische Compliance

GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 36f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 36f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 36f

GRI 419: Sozioökonomische Compliance 2016

419­1 Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Keine relevanten Fälle
Bereich
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Versorgungssicherheit (unternehmensspezifische Zusatzindikatoren)

GRI 103: Managementansatz 2016
103-1 Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen 33f
103-2 Der Managementansatz und seine Komponenten 33f
103-3 Prüfung des Managementansatzes 33f
Unternehmensspezifische Zusatzindikatoren
Installierte Kapazität 34
Erzeugte Energie nach Quelle 98
Länge der Fern­ und Verteilleitungen 20ž
CO2-Emissionszertifikate 58
E¡zienz der Fernleitungen und Verteilnetze 33f
Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen 34
Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke 34
Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung In allen Ländern, in denen die EVN tätig ist, kann
von einem vollen Zugang zur Grundversorgung mit

von einem vollen Zugang zur Grundversorgung mit Energie ausgegangen werden.

Beständige Werte – Exponate im Detail 1)

Versorgungssicherheit

01

Tatendrang Plakat Netz NÖ GmbH, 2016 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Ein ewiger Held der Strombranche: der Mastkletterer als Symbol von Mut und Kompetenz. Die EVN bzw. ihre Tochtergesellschaft Netz NÖ GmbH sind stolz auf ihre hervorragend ausgebildeten Monteurinnen und Monteure. Wenn Störungen auftreten, werden sie rasch behoben. Neue Leitungen zur Aufnahme von Windstrom erhöhen die Versorgungssicherheit. Als Folge des Unbundling von Stromerzeugung, Netz und Vertrieb wirbt die Netz NÖ eigenständig, weil sie allen Marktteilnehmern gleichermaßen dient.

02 NIOGAS 1982 Geschäftsbericht NIOGAS, 1983 21 × 21 cm

Von 1976 bis 1985 verwendeten NEWAG und NIOGAS für die Titelbilder ihrer Geschäftsberichte Reportagefotos aus dem Arbeitsleben, die die technische Kompetenz und die soziale Einstellung der Landesunternehmen hervorhoben. Der arbeitende Mensch stand dabei jeweils im Mittelpunkt. Die NIOGAS hat sich als erstes Gasversorgungsunternehmen in Österreich zum Aufbau einer Flächengasversorgung außerhalb der Städte entschlossen. Immer mehr Privathaushalte und Betriebe in ländlichen Regionen konnten dadurch Erdgas nutzen. Im Waldviertel wurde 1982 ein Hochdruck--Leitungssystem mit 86 km Länge fertiggestellt. Das Foto zeigt das Umladen von Gasrohren von der Eisenbahn auf einen Lkw.

03

Heute und morgen Gas Folder NIOGAS, 1965 21 × 10 cm (aufgeklappt 21 × 20 cm, aufgefaltet 21 × 60 cm)

In den ersten drei Jahrzehnten der Erdgasversorgung durch die NIOGAS, bis Mitte der 1980er Jahre also, dienten Kugelgasbehälter zur Speicherung von Erdgas. Im Gegensatz zur Stromversorgung befinden sich die Anlagen zur Gasversorgung meist unter der Erde und sind daher für die Kunden unsichtbar. Die Kugelgasbehälter hingegen waren imposante Blickpunkte der Erdgaswirtschaft und ermöglichten es, das Produkt Erdgas technisch in Szene zu setzen. Mittlerweile hat das Gasnetz in seiner Gesamtheit ein so großes Volumen, dass die Kugelgasbehälter überflüssig geworden sind. Große Vorräte werden in unterirdischen Lagerstätten gespeichert.

04

So sicher wie der Sommer. Plakat EVN, 2001 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Das sommerliche Badevergnügen hat drei Voraussetzungen: Sonne, Wasser und Energie. Für sauberes Wasser und die Energie, um das Wasser angenehm zu temperieren, sorgt die EVN. Bei den Kampstauseen sind Stromerzeugung und Badespaß sogar direkt verbunden.

1) Die historischen Originalvorlagen stammen aus dem EVN Archiv, Maria Enzersdorf. Die Maßangaben beziehen sich jeweils auf die Originalvorlage.

Ottenstein – das niederösterreichische Kaprun Reprofoto eines Plakats Elektrogemeinschaft NÖ, um 1960 Originalgröße ca. 84 × 59 cm

Das Tauernkraftwerk Kaprun wurde etwas früher als die Kampkraftwerke gebaut und war wie diese ein Leitprojekt des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. Bis heute ist das 1957 fertiggestellte Pumpspeicherwerk Ottenstein das leistungsstärkste Wasserkraftwerk der EVN. Die Elektrogemeinschaft NÖ war eine gemeinsame Plattform von Elektroinstallationsbetrieben, Händlern und der NEWAG, vergleichbar mit den heutigen EVN Power Partnern.

06

Gas kommt auf uns zu Broschüre NIOGAS, 1965 21 × 14,9 cm, 30 Seiten (Basis der Reproduktion ist ein Originalentwurf des Grafikers Gustav Schwenk 29,7 × 21 cm)

Diese "Informationsschrift für den Gasinteressenten", herausgegeben von der NIOGAS, enthielt detaillierte Informationen über Erdgas, dessen Verwendungsmöglichkeiten im Haushalt, die Kosten von Gasinstallationen und -geräten sowie die Tarife der NIOGAS. Die Broschüre erschien in den Anfangsjahren der internationalen Erdgaswirtschaft, die die Kontinente Afrika, Europa und Asien nach und nach mit einem gigantischen Leitungsnetz überzogen hat.

Kundennähe

01

Erdgas im Gespräch Broschüre NIOGAS/ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach), 1973 21 × 10 cm, 48 Seiten

Als diese Broschüre erschien, war die Umstellung von aus Kohle erzeugtem Stadtgas auf Erdgas voll im Gang. Der Branchenverband für das Gas- und Wasserfach ÖVGW informierte über Geschichte, physikalische Eigenschaften, Technik und praktische Nutzung von Erdgas in Frage- und Antwortform. Ein Beispiel: "Gibt es bei Erdgas besonders günstige Tag- und Nachttarife? Erdgas kommt immer zum gleich günstigen Preis. Tag und Nacht, Sommer wie Winter."

02

Für die Zukunft planen – mit Strom und Gas Dokumentarfoto des Ausstellungsstands von NEWAG und NIOGAS, Wiener Neustadt, 1966 Farbdia, 6 × 6 cm

"Frau Kollar kocht für Sie Grillspezialitäten und Salzburger Nockerl" steht auf dem Ankünder mit der Uhr. Die Kochshows der Haushaltsberaterin Maria Christine Kollar zählten zu den fixen Programmpunkten auf Messen und Ausstellungen. Bei besonderen Anlässen trat sie gemeinsam mit dem Komiker Maxi Böhm auf. Das Standdesign mit den leuchtenden Farben stammte vom NEWAG-Grafiker Gustav Schwenk.

Wärmeschutz und Raumklima Folder NEWAG und NIOGAS, 1978 29,6 × 20,9 cm (aufgefaltet 29,6 × 62,4 cm)

Die sprunghaften Ölpreissteigerungen in den 1970er Jahren und das steigende Umweltbewusstsein führten zu einer besseren Wärmedämmung von Neubauten. Der Folder von NEWAG und NIOGAS informierte die Kunden über verschiedene Methoden der Wärmedämmung von Fassaden und Dächern. Die Mitarbeiterzeitung von NEWAG und NIOGAS berichtete zum selben Thema: "[…] Es gilt vor allem aufzuzeigen, dass ein sinnvoller Einsatz von Energie nicht nur aus dem Blickwinkel der Handelsbilanz (Energieimporte) oder der Erschöpfung der Reserven von Erdöl betrachtet werden kann, sondern es müssen dem einzelnen Kunden auch die persönlichen Vorteile (Einsparungen), welche er aus einem verminderten Energieverbrauch ziehen kann, vor Augen geführt werden." (Energie Rundschau, März 1978) Damit wurden die heutigen Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes sinngemäß vorweggenommen.

04 Sammlerwert Plakat EVN, 2015 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Die EVN ist gemäß Energieeffizienzgesetz verpflichtet, ihre Kundinnen und Kunden beim Energiesparen zu unterstützen. Mit der EVN Bonuswelt werden energiesparende Anschaffungen, z. B. der Kauf von energieeffizienten Haushaltsgeräten, und die Inanspruchnahme von Energiedienstleistungen, mit Bonuspunkten belohnt.

05

Gut geplant Plakat EVN, 2015 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

"Ganz einfach Ihr Sanierprojekt starten!" Das Sanierservice ist eine der Dienstleistungen, die im Rahmen der EVN Bonuswelt gefördert werden. Es umfasst alle Schritte eines Bauprojekts von der ersten Idee bis zur fertigen Übergabe: Energieberatung, Saniervarianten mittels Energieausweis, Planung, Einreichung, Bauaufsicht und Kostenkontrolle.

06 Oft geht es heiß her. Plakat/Inserat EVN, 2001 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Im Jahr 2001 wurde der Strommarkt für alle Kundinnen und Kunden geöffnet. Besonders Gewerbekunden waren in der ersten Zeit nach der Liberalisierung stark umkämpft. Die Tischlergemeinschaft Linie 8 aus dem Pielachtal bestätigte die Rolle der EVN als regional verwurzelter Energiedienstleister. Die junge Tischlerin und ihr Kollege dienen als Sympathieträger für modernes Gewerbe und für die EVN.

07

Service. Service. Service. Plakat/Inserat EVN, 2001 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Gastwirtin Elfriede Sommer in Auersthal spricht sich für die EVN aus, weil das EVN Service nah und schnell ist und auf ihre Bedürfnisse eingeht – und weil die EVN ihren gesamten Energiebedarf deckt. Eine zufriedene Kundin im Jahr 1 nach der vollständigen Marktöffnung. Bei der EVN gibt es eben alles aus einer Hand.

Nachhaltigkeit

01

Mein Strom Plakat EVN, 2016 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Strom aus Photovoltaik-Anlagen ist eine besonders für Hausbesitzer attraktive Form erneuerbarer Energie. In Verbindung mit Batteriespeichern, die die EVN ebenfalls anbietet, kann der eigene Strom selbst dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint. Für die Kundinnen und Kunden bedeutet das einen hohen Eigenversorgungsgrad. Für das Stromnetz wiederum bedeutet es einen Sicherheitsgewinn, wenn starke Schwankungen der Stromeinspeisung ins Netz vermieden werden.

02

Frischer Wind Mit erneuerbarer Energie in die Zukunft. Plakat EVN, 2017 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Die EVN bekennt sich zum Ziel des langfristigen Ausstiegs aus fossilen Energieträgern und investiert stark in Windenergie. Daneben werden aber auch Wärmekraftwerke nach wie vor dringend gebraucht. Sie stehen bereit, wenn dem Wind die Puste ausgeht, und sorgen gleichzeitig für die erforderliche Netzstabilität. Bei besonders guten Windverhältnissen decken die Windkraftwerke bereits den Strombedarf ganz Niederösterreichs, dies allerdings immer nur für einige Stunden.

03

Kühl- und Gefriergeräte erleichtern die Haushaltsführung Inserat NEWAG, um 1975 Veröffentlicht in einem gemeinsamen Folder von NEWAG und VEÖ (Verband der Elektrizitätswerke Österreichs) aus der Serie "Im Blick", Ausgabe "Kühlen, Tiefkühlen, Gefrieren" 27 × 18 cm

Der kombinierte Kühl- und Gefrierschrank in der Einbauküche löste in den 1970er Jahren den einzeln stehenden Kühlschrank mit kleinem Gefrierfach ab. Der Fokus des Fotos liegt auf dem Komfort. Das Energiespargebot war weniger streng als heute, Konsumsteigerung wurde positiv gesehen, wie die gute Befüllung zeigt. Der Folder gab in der Tradition einer exklusiv an die Hausfrau gerichteten Haushaltsberatung Hinweise zum richtigen Einfrieren verschiedener Lebensmittel.

04

Sein Traum: mehr saubere Energie aus jedem Stück Kohle. EVN, 2008 29,7 × 21 cm

In den frühen 2000er Jahren wurde intensiv an der CO2-Abscheidung aus Rauchgasen gearbeitet. Das CO2 hätte in ehemaligen Erdgaslagerstätten gespeichert werden können. Der damals sehr hohe Ölpreis und die mittlerweile überholte Peak-Oil-Theorie ließen Kohle als längerfristig unverzichtbar erscheinen. Heute stehen Ausstiegsszenarien aus der Kohle im Vordergrund.

Niederösterreicher erhaltet Euch den kostbaren Waldbestand – verwendet Elektrogeräte Plakat Elektrogemeinschaft NÖ, um 1960 83,8 × 58,7 cm

Die betagte Bäuerin hat vom holzbeheizten Küchenherd auf einen Elektroherd mit elektrischem Backrohr umgestellt. Traditionell gekleidet geht sie dennoch mit der Zeit und schont den Wald. Ab den 1990er Jahren beschreitet die EVN dann effiziente und saubere Wege, um nachwachsende Biomasse zu nutzen, sei es in Fernwärmeanlagen oder in Heizkraftwerken.

06

Unser Wasser, unsere Chance EVN, 2001 Inserat Verschiedene Formate

Anlässlich der Übernahme des Landeswasserversorgers NÖSIWAG durch die EVN wurden im Jänner 2001 in allen Tageszeitungen und Magazinen Inserate geschaltet, um das neue Geschäftsfeld bekanntzumachen. Kurz darauf wurde die Marke evn wasser eingeführt. Die evn wasser arbeitet beständig an der Verbesserung der Wasserqualität und der Versorgungssicherheit. Vergleichbar mit dem Stromnetz während der Elektrifizierung Niederösterreichs wachsen die Wasserversorgungsanlagen der evn wasser zu einem flächendeckenden Netz zusammen.

07

Erdgas + Elektrizität. Reine Luft, gesunder Lebensraum Prospekt NEWAG und NIOGAS, um 1975 Aufgeklappt (Vorder- und Rückseite) 20,9 × 29,5 cm

Industrie, Verkehr und Heizung (Hausbrand) werden im Prospekt als Hauptursachen der Luftverschmutzung benannt, Strom und Gas als saubere Alternativen zu Festbrennstoffen und Erdöl beworben. Seit dem Erscheinen des ersten Berichts des Club of Rome 1972 und der Ölkrise 1973/74 beschäftigen die Themen Umweltschutz und Energiesparen die Öffentlichkeit. NEWAG und NIOGAS arbeiteten auch auf diesem Gebiet bereits lang vor ihrer Verschmelzung eng zusammen, wovon auch dieser gemeinsame Prospekt zeugt.

Zukunftsorientierung

01

Die Entscheidung für Naturstrom traf Mäuschen. Inserat EVN, 2002 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Seit 2002 bietet die EVN das Produkt Naturstrom für umweltfreundlich erzeugten Strom aus erneuerbaren Quellen an. Das Plakat verknüpft zwei Werthaltungen: ein modernes Familienbild, in dem Väter unmittelbar Verantwortung für Kleinkinder übernehmen, und die Vorsorge für künftige Generationen. Damit die kleine Tochter in einer intakten Umwelt aufwachsen kann, bezieht der verantwortungsvolle Vater nachhaltig erzeugten Strom.

IBM Magnetbandmaschinen NEWAG und NIOGAS Generaldirektion, Maria Enzersdorf, 1965 Dokumentarfoto Farbdia, 6 × 7 cm

Zugleich mit der Übersiedlung der Generaldirektion von NEWAG und NIOGAS nach Maria Enzersdorf, Südstadt im Sommer 1963 wurde ein neuer IBM-Großrechner in Betrieb genommen. Charakteristisch für die Computer dieser Zeit waren Magnetbänder als Speichermedien.

03

Dauerläufer Plakat EVN, 2012 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Im Übergang zum postfossilen Zeitalter spielen die EVN Wärmekraftwerke nach wie vor eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit. Sie können Versorgungsengpässe ausgleichen, wenn die Windräder stillstehen oder Niedrigwasser die Erzeugung von Wasserkraftstrom beschränkt. Noch ist es zu früh, die Gas- und Dampfturbinen stillzulegen, wie der häufige Einsatz der von der EVN bereit gehaltenen Reserveleistung auch im vergangenen Winter wieder bewiesen hat.

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NIOGAS ein guter Tausch Folder NIOGAS, 1967 Grafik: Gustav Schwenk 14,8 × 21 cm

Die NIOGAS stellte die seit dem 19. Jahrhundert bestehenden städtischen Gaswerke von Baden, Wiener Neustadt, St. Pölten, Krems und Stockerau auf reine Erdgasversorgung um. Alte Gasgeräte für Stadtgas, das aus Kohle gewonnen wurde, mussten gegen neue getauscht werden. Die Installationsbetriebe der Erdgasgemeinschaft NÖ veranstalteten 1967/68 eine Herdumtauschaktion, bei der jeder Umtausch mit 400 Schilling prämiert wurde. Denn: "Ein Allgasherd ist Goldes wert."

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Sturmbö. Achtung gebündelte Energie Plakat EVN, 2001 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Die EVN bietet gebündelte Dienstleistungen aus einer Hand an, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie alle mit Energie bzw. netzgebundener Versorgung zu tun haben. Strom, Gas, Wasser, Wärme, TV und Internet sowie Abfallverwertung bilden ein technisches Ganzes und beruhen auf ähnlichen Kernkompetenzen.

Nicht jedes EVN Kraftwerk sieht aus wie ein Kraftwerk. Plakat EVN, 2009 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

Die EVN betreibt rund 70 Kleinwasserkraftwerke, die im Spannungsfeld unterschiedlicher Stakeholder-Ansprüche stehen. An erster Stelle steht dabei naturgemäß die Stromerzeugung. Der Paddler soll darauf hinweisen, dass Energie aus Wasserkraft und Wassersport gut zusammenpassen. Ansprüchen der Fischerei kommt die EVN mit Fischaufstiegshilfen an Laufkraftwerken und Fischbesatz von Stauseen entgegen. Ein vernünftiger Interessenausgleich ist also möglich.

07

Auf der langen Leitung stehen hat Zukunft Inserat/Kleinplakat EVN, 1992 27,8 × 42,5 cm

1992 warb die EVN in Zeitungen und auf Plakaten mit paradoxen Slogans wie diesem, der auf den Ausbau des Gasleitungsnetzes hinweisen sollte und die Umweltvorteile der Gasheizung gegenüber Öl und festen Brennstoffen betonte. Irritierende Werbesujets waren kein Tabu.

Gesellschaftliche Verantwortung

01

Wärme für uns alle Prospekt NEWAG, um 1980 29,6 × 20,7 cm, 20 Seiten

In diesem Prospekt informierte die NEWAG über Wärmepumpen. Wärmepumpen gelten bis heute als effiziente und zukunftsträchtige Technik zur Raumheizung und als Alternative zu Öl und Gas – damals aus Preisgründen und wegen der erwarteten Verknappung fossiler Energieträger, heute vor allem für den Klimaschutz. Die NEWAG (Niederösterreichische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft) war die direkte Vorläufergesellschaft der EVN.

02

Achtung! Lebensgefahr Plakat NEWAG, um 1950 59 × 41,8 cm

Sicherheit für Kundinnen und Kunden sowie Arbeitssicherheit haben seit jeher einen hohen Stellenwert für die EVN und ihre Vorläuferunternehmen. Dazu gehören auch die Freihaltung von Leitungstrassen von Ästen und, wie im Fall des Plakats, das Angebot der NEWAG, ihren Kunden mit fachkundigem Rat zu helfen. Bemerkenswert ist, dass der Baumfäller noch mit Axt und Zugsäge arbeitet. Motorsägen sollten sich bald durchsetzen.

Fernwärme Broschüre VEÖ (Verband der Elektrizitätswerke Österreichs), um 1970 Grafik: Gustav Schwenk 21 × 21 cm, 16 Seiten

"Die vorliegende Broschüre soll zeigen, dass wir im Begriff sind, durch die Einführung der Fernheizung einen neuen Schritt auf dem Weg zum schöneren Leben und zur Befreiung von den nirgends geschätzten niedrigen Dienstleistungen zu tun." (S.1) 1962 ging das Fernheizkraftwerk Mödling der NIOGAS in Betrieb und versorgte öffentliche Gebäude und Haushalte mit Fernwärme. Zu den im Werbetext erwähnten "niedrigen Dienstleistungen" zählte damals oft noch das mühsame Herauftragen von Kohle aus dem Keller in die Wohnung. Die NIOGAS (Niederösterreichische Gasvertriebs-Aktiengesellschaft) wurde 1986 mit der NEWAG zur NEWAG-NIOGAS fusioniert. Ab 1988 firmierte das Unternehmen dann unter der Marke EVN.

04

Ohne Titel Skulptur aus Weihnachtsschmuck Marepe, Künstler aus Santo Antônio de Jesus, Bahia, Brasilien, 2003 11 × 38 × 30 cm evn sammlung, Inv.-Nr. 0135

Die Kunstwerke der 1995 gegründeten evn sammlung wirken wie Seismografen für Veränderungen der Gesellschaft, des Markts und des politischen Umfelds. "Marepes künstlerische Arbeiten können als Auslöser bezeichnet werden, als Verstärker. Dinge, die für etwas gebraucht werden können, ja, die oft eine Aufforderung zum Handeln vermitteln. Angesichts der globalen Dimension der ständig beschleunigten Kunstwelt fordert Marepe nachdrücklich, dass Kunst nicht jenseits der Möglichkeiten des Menschen und ihrer körperlichen und seelischen Bedürfnisse stattfinden soll, ebenso wenig abgesondert von ihren Empfindungen. In seinem Werk geht es nicht um Repräsentation, es hat eher etwas Anthropologisches. Es führt uns verschiedene Eigenschaften räumlicher Objekte vor Augen, wie sie Dingen und Geschöpfen Leben einhauchen können – deutlich zu sehen an der Serie von Christbaum-Kugel-Skulpturen." (Aus einem Text von Heike Maier und Hans Ulrich Obrist)

05

Unser Song Plakat EVN, 2013 Digitale Vorlage, verschiedene Druckformate

2013 fand das Global 2002 Tomorrow Festival auf dem AKW-Gelände in Zwentendorf statt. Das Kraftwerksgelände gehört seit 2005 zu 100% der EVN. 10.000 Besucherinnen und Besucher konnten ausgelassen feiern, auch dank der lückenlosen Stromversorgung durch die EVN – und das ohne Atomenergie.

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Alles Energie! Folder EVN Schulservice, 2014 21 × 10,1 cm

Der Hase Joulius ist das Maskottchen des EVN Schulservice für Volksschulen. Er spielt auch in den von der EVN zur Verfügung gestellten Experimentier-Sets "Alles Energie!", mit deren Hilfe Volksschulkinder die naturwissenschaftlichen und praktischen Grundlagen der Elektrizität erlernen können, eine wichtige Rolle. "Es werden geheimnisvolle Phänomene der Elektrizität untersucht, Stromkreise gebaut sowie die Umwandlung von verschiedenen Energiequellen in Strom demonstriert. Erforscht wird außerdem, was man mit Strom alles machen kann und wie man sparsam damit umgehen kann." (www.young.evn.at) EVN Schulbetreuer, durchwegs bewährte Techniker aus der betrieblichen Praxis, besuchen Schulklassen und geben authentische Informationen. Für die Sekundarstufe wird ein eigenes Programm angeboten.

Zum Bericht

Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erstellt die EVN jährlich unter dem Titel "Ganzheitsbericht" einen integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht. Die gleichrangige Behandlung von Nachhaltigkeitsinhalten einschließlich des Nachhaltigkeitsprogramms mit dem Geschäftsbericht und dem Corporate Governance-Bericht bringt das Selbstverständnis der EVN als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen zum Ausdruck. Ein zentrales Element im integrierten Geschäftsmodell der EVN ist dabei die ausgewogene Berücksichtigung der Ansprüche ihrer unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen. Diese spiegeln sich insbesondere in der EVN Wesentlichkeitsmatrix wider, der eine regelmäßige Erhebung der für die unterschiedlichen Interessengruppen relevanten Schwerpunktthemen zugrunde liegt. Durch eine verstärkt an den wichtigsten Handlungsfeldern orientierte Gliederung des vorliegenden Ganzheitsberichts sollen die vielfältigen und unterschiedlich gelagerten Informationsbedürfnisse zielgruppengerecht erfüllt werden. Zusätzlich liefert der GRI-Inhaltsindex am Ende des Berichts im Einklang mit den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) eine zusammenfassende Inhaltsangabe zu den wesentlichsten Themen. Darüber hinausgehende GRI-Inhaltsangaben werden nicht ausgewiesen. Der vorliegende Bericht entspricht zudem den hohen Anforderungen des UN Global Compact und dient auch der Darstellung der diesbezüglichen Fortschritte.

Umfang des Berichts

Das Geschäftsjahr der EVN beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September. In den Geschäfts- sowie Nachhaltigkeitsberichtsteilen sind die Gesellschaften des Konsolidierungskreises der EVN, über den per 30. September 2017 gemäß Konsolidierungsvorschriften zu berichten ist, erfasst. Der Konsolidierungskreis ist im Anhang dargestellt.

Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) Standards "umfassend" und geht darüber hinaus auf unternehmensspezifische Zusatzindikatoren ein, die zusätzlich in den GRI-Inhaltsindex aufgenommen wurden. Die EVN strebt eine fundierte Ausrichtung auf jene Themen an, die für ihre Stakeholder von zentraler Bedeutung sind. Die Berichtsinhalte orientieren sich an den gesetzlichen Vorschriften, den Informationsbedürfnissen der Stakeholder sowie den wichtigsten Handlungsfeldern der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Im Vergleich zum Vorjahresbericht wurden weder die Darstellung von Informationen noch der Berichtsumfang wesentlich geändert. In Übereinstimmung mit den GRI-Berichtsstandards wird auf Angaben von geringerer Relevanz verzichtet, um durch den Fokus auf die Wesentlichkeit von Themen eine möglichst hohe Aussagekraft und Transparenz des Berichts zu

gewährleisten. Die für die EVN nicht relevanten Themen wurden daher auch nicht in den GRI-Inhaltsindex aufgenommen.

Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgte durch die Bereiche Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Als Grundlage dienten die jeweiligen GRI-Standards, die so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurden. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde durch das unabhängige Prüfinstitut TÜV SÜD überprüft und o¡ziell bestätigt.

Die EVN ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern bemüht, so auch in diesem Ganzheitsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

Verweise

Zum Teil finden sich weiterführende Inhalte auf der Homepage der EVN und werden durch Verweise im Bericht gekennzeichnet. Zudem enthält der Ganzheitsbericht Verweise auf GRI-Standards sowie auf Informationen an anderen Stellen des Berichts. Mit einer Di¤erenzierung der unterschiedlichen Verweisarten wollen wir eine bessere Orientierung innerhalb und außerhalb des Berichts ermöglichen. Hier ein Überblick der verwendeten Verweisarten:

  • Verweis innerhalb des Ganzheitsberichts
  • Verweis auf Inhalte im Internet
  • Verweis auf GRI-Standard

Druck

Für den Druck des Ganzheitsberichts werden nur Materialien verwendet, die schadsto¤frei und kreislau¤ähig sind. Dies betri¤t neben dem verwendeten Papier auch die für den Druck herangezogenen Farben, die aus rein pflanzlichen Inhaltssto¤en bestehen.

Redaktionsschluss war der 20. November 2017.

  • Zur EVN Wesentlichkeitsmatrix siehe Seite 27
  • Zur Validierung Nachhaltigkeitsbericht siehe Seite 200f
  • Zum GRI-Inhaltsindex siehe Seite 202¤
  • Zur Global Reporting Initiative siehe www.globalreporting.org

Impressum Herausgeber: EVN AG, EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon +43 2236 200-0 Fax +43 2236 200-2030

O¤enlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/o¤enlegung

Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendi¤erenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getro¤en haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begri¤en wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 20. November 2017 Veröentlichung: 14. Dezember 2017

Fotos: Lisa Rastl, Gabriele Moser (Seite 7), Raimo Rudi Rumpler (Cover Rückseite) Lithografie: Martina Hejduk Konzept und Beratung: be.public Corporate & Financial Communications GmbH Redaktion: Georg Male (be.public), EVN Investor Relations Art Direction: Nadja Lessing (EVN Information und Kommunikation) Satz und Reinzeichnung: gugler* brand & digital, 3100 St. Pölten, www.gugler-brand-digital.at Druck: Grasl FairPrint, 2540 Bad Vöslau

Dieses Produkt entspricht dem Österreichischen Umweltzeichen für schadstoffarme Druckprodukte (UZ 24), UW-Nr. 715 Grasl FairPrint, Bad Vöslau, www.grasl.eu

Kontakt

Ansprechpartner Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger, Telefon +43 2236 200-12698 Mag. Matthias Neumüller, Telefon +43 2236 200-12128 Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473 E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner Nachhaltigkeit

Mitglieder des Nachhaltigkeitsteams

Konzernbeauftragter für Umweltschutz und Nachhaltigkeit: Dipl.-Ing. Dr. Hans-Georg Rych, Telefon +43 2236 200-12526, [email protected]

Konzernbeauftragter-Stellvertreter für Nachhaltigkeit: Mag. Alexander Sipek, Telefon +43 2236 200-12360, [email protected] Investor Relations: Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473, [email protected]

Service-Telefon für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Online-Report

EVN Online-Ganzheitsbericht 2016/17 www.investor.evn.at/gb/gb2017

Finanzkalender 2017/181)
Nachweisstichtag Hauptversammlung 08.01.2018 Ergebnis 1. Quartal 2017/18 28.02.2018
89. ordentliche Hauptversammlung 18.01.2018 Ergebnis 1. Halbjahr 2017/18 30.05.2018
Ex-Dividendentag 24.01.2018 Ergebnis 1.– 3. Quartal 2017/18 23.08.2018
Record Date Dividende 25.01.2018 Jahresergebnis 2017/18 13.12.2018
Dividendenzahltag 26.01.2018
Basisinformationen2)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A2, stabil (Moody's); A–, stabil (Standard & Poor's)

1) Vorläufig

2) Per 30. September 2017