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EVN AG Annual Report 2016

Dec 13, 2016

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Annual Report

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Ganzheitsbericht 2015/16

Kennzahlen

+/–
2015/16 2014/15 % 2013/14
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 5.866 4.882 20,1 4.395
davon erneuerbare Energie GWh 2.026 2.106 –3,8 1.868
Stromverkauf an Endkunden GWh 18.292 19.263 –5,0 19.318
Gasverkauf an Endkunden GWh 5.134 5.241 –2,0 5.383
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 2.082 2.038 2,2 1.991
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.046,6 2.135,8 –4,2 1.974,8
EBITDA Mio. EUR 604,4 583,2 3,6 184,1
EBITDA-Marge 1) % 29,5 27,3 9,3
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 260,4 268,2 –2,9 –341,4
EBIT-Marge 1) % 12,7 12,6 –17,3
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 198,9 207,9 –4,4 –373,3
Konzernergebnis Mio. EUR 156,4 148,1 5,6 –299,0
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.556,5 6.501,2 0,9 6.841,8
Eigenkapital Mio. EUR 2.770,7 2.590,1 7,0 2.632,7
Eigenkapitalquote 1) % 42,3 39,8 38,5
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.121,5 1.230,9 –8,9 1.622,4
Gearing1) % 40,5 47,5 61,6
Return on Equity (ROE)1) % 6,8 7,3 –9,5
Konzern-Cash-Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 463,0 478,3 –3,2 546,0
Investitionen2) Mio. EUR 315,4 322,7 –2,2 396,3
Net Debt Coverage (FFO)1) % 50,7 48,4 41,3
Interest Cover (FFO) x 8,5 7,4 14,8 8,1
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 327,4 341,0 –4,0 144,5
Capital Employed3) Mio. EUR 4.290,7 4.523,1 –5,1 4.900,5
Operativer Return on Capital Employed (OpROCE)1) % 7,6 7,5 2,9
Weighted Average Cost of Capital (WACC) 1) % 6,5 6,5 6,5
Economic Value Added (EVA®) 4) Mio. EUR 48,5 47,0 3,2 –174,1
Aktie
Ergebnis EUR 0,88 0,83 5,7 –1,68
Dividende EUR 0,425) 0,42 0,42
Ausschüttungsquote 1) % 47,7 50,4
Dividendenrendite 1) % 4,0 4,3 4,1
Performance der Aktie
Kurs per Ultimo EUR 10,56 9,85 7,1 10,13
Höchstkurs EUR 10,60 10,56 0,4 12,50
Tiefstkurs EUR 9,65 9,50 1,5 9,76
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 1.899,0 1.773,0 7,1 1.821,0
Credit Rating
Moody's A3, stabil A3, stabil A3, negativ
Standard & Poor's BBB+, stabil BBB+, stabil BBB+, stabil

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

3) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

4) Definition laut Stern Stewart & Co.

5) Vorschlag an die Hauptversammlung

2015/16 2014/15 2013/14
Mitarbeiter
Mitarbeiter gesamt Ø 6.830 6.973 7.314
davon Österreich Ø 2.350 2.378 2.407
davon Ausland Ø 4.480 4.595 4.907
Mitarbeiterfluktuation % 2,4 2,2 2,8
Frauenanteil % 22,6 21,9 21,4
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter Std. 27,2 30,7 34,9
Anzahl der Arbeitsunfälle 89 87 104
Umwelt
Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) t 3.076.337 2.396.633 2.215.563
Spezifische Treibhausgasemissionen (Scope 1) kg/MWh 381,37 334,31 336,21
NOX-Emissionen t 1.233 893 823
Gefährliche Abfälle1) t 13.123 11.246 10.703
Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser) 2.154.152 2.275.214 2.279.469

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

Eigenkapital, Nettoverschuldung und Gearing

Cash Flow und Investitionen

Umsatzerlöse, EBITDA und EBITDA-Marge

Mio. EUR und %

Mio. EUR und %

Mitarbeiter nach Regionen

Ob es um die Erzeugung bzw. Beschaffung von Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser geht, um deren Verteilung und Lieferung oder um Beratung und Service – die EVN ist immer und überall nahe an ihren Kunden und gewährleistet sichere Versorgung ebenso wie umfassende Servicierung.

Editorial

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,

wir blicken in einem weiterhin herausfordernden Umfeld auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2015/16 zurück. In Umsetzung unserer Strategie bauen wir auf ein integriertes Geschäftsmodell und positionieren uns entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Energiegeschäft. Damit sind wir in unserer Branche, die gerade eine grundlegende Transformation durchläuft, sehr solide aufgestellt.

Ein wesentlicher Bestandteil für unsere nachhaltige Geschäftsentwicklung – und ebenso für die Versorgungssicherheit, unser wichtigstes Versprechen an unsere Kunden – sind die Assets in unseren einzelnen Geschäftsfeldern. Daher investieren wir laufend in die Erweiterung und die Verbesserung unserer Anlagen. Dies betrifft vor allem die Bereiche Netzinfrastruktur und erneuerbare Erzeugung, doch ebenso die Trinkwasserversorgung.

Einige dieser Anlagen bilden den illustrativen Schwerpunkt dieses Geschäftsberichts – und zeigen gleichzeitig einen repräsentativen Querschnitt unseres diversifizierten Geschäftsmodells. Diese fiktive Reise durch den Kosmos der EVN spannt einen Bogen von unseren Netzen über die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die Wasserversorgung und unser vielfältiges Kundenservice bis hin zu unseren thermischen Kraftwerken, die angesichts der stetig wachsenden, jedoch volatilen erneuerbaren Erzeugung als "Brückentechnologie" für die Netzstabilität noch unverzichtbar sind. Lassen Sie sich überraschen, wie vielfältig die EVN ist.

Auch im Geschäftsjahr 2015/16 hat die EVN wieder einen starken operativen Cash Flow erwirtschaftet. Dieser legt nicht nur das finanzielle Fundament für unsere umfangreichen Investitionen, sondern er stärkt auch unsere Kapitalstruktur und ermöglicht gleichzeitig eine stabile Dividendenpolitik. Wie schon im Vorjahr werden wir der 88. Hauptversammlung deshalb für das Geschäftsjahr 2015/16 die Ausschüttung einer Dividende von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen.

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands

Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands

Inhalt

Intro

Editorial 2 Highlights 2015 /16 4 "... sicher positioniert für die Zukunft." (Im Gespräch mit den Vorständen der EVN) 6 Nah dran. Mit Sicherheit. 10

Unternehmen und Strategie

Die EVN – Energieunternehmen und Umweltdienstleister 22 Klar fokussierte Strategie 28

Stakeholder

Stakeholder-Management 33 Kundinnen und Kunden 36 Aktionäre und Anleger 42 Gesellschaft 45 Umwelt und Klima 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 58 Lieferanten 68

Corporate Governance

Bericht des Aufsichtsrats 73 Corporate Governance-Bericht 75 Corporate Governance und Nachhaltigkeit 86

Konzernlagebericht

Energiepolitisches Umfeld 88 Wirtschaftliches Umfeld 90 Energiewirtschaftliches Umfeld 91 Geschäftsentwicklung 92 Nichtfinanzielle Kennzahlen 99 Risikomanagement 101 Aktienstruktur und Angaben zum Kapital 106 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016/17 107

Segmentberichterstattung

Entwicklung der Segmente 108 Erzeugung 111 Energiehandel und -vertrieb 113 Netzinfrastruktur Inland 114 Energieversorgung Südosteuropa 116 Umwelt 118 Strategische Beteiligungen und Sonstiges 119

Konzernabschluss

Geschäftsjahr 2015/16 121

Service

Glossar 206 CSR-Programm 210 CSR-Bestätigungsvermerk 224 GRI G4 Content Index 226 Kontakt Umschlag Zum Bericht Umschlag Impressum Umschlag

Highlights 2015/16

Die EVN erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/16 ein solides Konzernergebnis und einen starken operativen Cash Flow. Damit schuf sie die Basis für die Umsetzung ihrer laufenden Investitionsinitiative (vor allem in Niederösterreich), die weitere Reduktion ihrer Nettoverschuldung und eine stabile Dividendenpolitik.

Stromerzeugung

Anstieg der thermischen Erzeugung durch höheren Bedarf für Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland

5.866 GWh (+20,1 %)

Windkraftkapazität

Inbetriebnahme des Windparks Paasdorf-Lanzendorf mit einer Kapazität von rund 19 MW

Investitionen

1-Mrd.-Euro-Investitionsprogramm in den Bereichen Netze, erneuerbare Erzeugung und Trinkwasser im dritten von vier Jahren planmäßig fortgesetzt

315,4 Mio. Euro

Deutliche Stärkung der Eigenkapitalquote

Nettoverschuldung und Gearing sinken auf 1.121,5 Mio. Euro bzw. 40,5 %

EBITDA

verbessertes energiewirtschaftliches Ergebnis

Anstieg um 21,2 % vor allem durch ein

604,4 Mio. Euro

0,42 Euro je Aktie

Konzernergebnis

Verbesserung um 5,6 % Operativer ROCE 7,6 %

156,4 Mio. Euro

Dividende

Vorschlag an die 88. Hauptversammlung am 19. Jänner 2017

"... sicher positioniert für die Zukunft."

Im Gespräch mit den Vorständen der EVN, Peter Layr und Stefan Szyszkowitz.

Herr Layr, der diesjährige Ganzheitsbericht der EVN trägt den Titel "Nah dran. Mit Sicherheit." Wie lautet Ihre erste Assoziation zu diesem Titel?

Layr: Das sind ganz klar die Themen "Versorgungssicherheit" und "Kunden im Fokus". Sie stehen für uns bei allen unseren Produkten und Dienstleistungen an zentraler Stelle. Dies gilt gleichermaßen für das Energie- und Umweltgeschäft in Niederösterreich wie auch in unseren Auslandsmärkten. Die hohe Bedeutung der beiden Themen wird auch im Dialog mit unseren Stakeholdern regelmäßig bekräftigt. Führt man sich die gegenwärtige Veränderung des Energiesektors in Richtung erneuerbare Energie vor Augen, sind Versorgungssicherheit und Kundenfokus dabei weit mehr als prägnante Slogans; es sind die wichtigsten Anforderungen, denen wir uns mit großem Einsatz stellen.

Herr Szyszkowitz, wie wirkt sich die dynamische Entwicklung der Erneuerbaren auf die EVN aus?

Szyszkowitz: Wir setzen hier im Rahmen unserer Konzernstrategie an drei zentralen Punkten an: mit dem Ausbau unserer eigenen Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Quellen, mit der Bereitstellung von Erzeugungskapazität zur Stärkung der Versorgungssicherheit und mit dem Ausbau unserer Netze. Beim Ausbau unserer eigenen erneuerbaren Kapazität sind wir im Geschäftsjahr 2015/16 unserem Mittelfristziel von 300 MW allein aus Windkraft wieder einen deutlichen Schritt näher gekommen: Nach der Inbetriebnahme des Windparks Paasdorf-Lanzendorf im Juli 2016 liegt unsere Windkraftkapazität derzeit bei rund 268 MW. In den nächsten beiden Geschäftsjahren werden wir weitere, behördlich bereits genehmigte Projekte umsetzen und dadurch die 300-MW-Schwelle überschreiten.

"Vertrauen ist eine ganz wesentliche Grundlage für starke Kundenbeziehungen." Peter Layr

Layr: Der zweite strategische Ansatz basiert auf der anhaltend hohen Nachfrage nach Engpassmanagement und der Vorhaltung von Leistung zur Netzstabilisierung in Österreich und Süddeutschland. Im Sinn der Versorgungssicherheit stehen wir vor der Herausforderung, unsere thermischen Kraftwerke als Reservekapazität verfügbar zu halten. Damit gewährleisten wir die Stabilität der Netze trotz der stetig wachsenden Einspeisung von Strom aus erneuerbarer Erzeugung, die ja von Natur aus volatil ist. Im Geschäftsjahr 2015/16 hat der Einsatz unserer thermischen Kraftwerke aufgrund der Nachfrage für überregionalen Leistungsaustausch wieder neue Höchstwerte erreicht. Das unterstreicht auch die Bedeutung, die unseren Gaskraftwerken als "Brückentechnologie" noch zukommt: Solange keine marktreifen, leistungsfähigen Großspeicher für Strom-Überproduktion aus Wind- und Sonnenenergie sowie steuerbarer Leistungsbedarf verfügbar sind, sind thermische Kraftwerke als Back-up für eine zuverlässige Stromversorgung unverzichtbar.

Szyszkowitz: Der dritte wichtige strategische Beitrag sind unsere massiven Investitionen in den Netzausbau: Im Rahmen eines im Jahr 2013 gestarteten Investitionsprogramms in Höhe von insgesamt 1 Mrd. Euro fließen über einen Zeitraum von vier Jahren rund

700 Mio. Euro in die Erweiterung und Verbesserung unserer Netzinfrastruktur in Niederösterreich. Damit stellen wir den Transport und die Verteilung der steigenden Mengen an Wind- und Solarstrom nachhaltig sicher. Darüber hinaus leisten wir mit diesen Investitionen einen wichtigen Beitrag für die österreichische Volkswirtschaft. Denn Branchenstudien haben ergeben, dass jeder Euro, der im Bereich der Netze investiert wird, eine volkswirtschaftliche Wertschöpfung von zwei Euro bewirkt.

Die EVN positioniert sich also an neuralgischen Punkten der Energieversorgung. Welche Konzepte gibt es sonst noch für das herausfordernde Branchenumfeld?

Layr: Wir setzen seit Jahren auf unser integriertes Geschäftsmodell im Energiegeschäft und vertiefen es gezielt durch Diversifizierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neben der Erzeugung auf der einen und der Versorgung unserer Kunden auf der anderen Seite bildet der stabile Netzbetrieb im Strom- und Erdgasbereich das Rückgrat unserer Aktivitäten. Vielfalt zeichnet auch unser Produktportfolio aus: In unserem niederösterreichischen Heimmarkt sind wir in den Bereichen Strom, Erdgas und Wärme tätig. Ergänzt werden diese Geschäftsfelder durch den Netzbetrieb, Produktangebote für Kabel-TV und Telekommunikation sowie thermische Abfallverwertung und Trinkwasserversorgung.

Im Energievertrieb steigt der Wettbewerb um Kunden und Marktanteile. Welche Strategien hat die EVN für diese Herausforderung?

Szyszkowitz: Eine unserer großen Stärken liegt im differenzierten Eingehen auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Dabei setzen wir auf eine breite Palette an maßgeschneiderten Produktlösungen und Dienstleistungsangeboten. Lassen Sie mich ein paar Beispiele dafür nennen, welche Wege wir zur individuellen – und damit bestmöglichen – Servicierung unserer Kunden beschreiten: Als Qualitätsanbieter gehen wir derzeit etwa bewusst einen weiteren Schritt auf unsere Kunden zu, indem wir in niederösterreichischen Städten zentral gelegene Service Center eröffnen. An diesen modern gestalteten Standorten bieten wir das vielfältige Produkt-, Dienstleistungs- und Beratungsangebot der EVN unter einem Dach an. Die EVN Bonuswelt, unser Kundenbindungsprogramm, das Markentreue mit Vergünstigungen für energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen verbindet, ist eine weitere Initiative, um unsere Kunden mit attraktiven Angeboten zu überzeugen. Gleichzeitig ist es uns aber auch wichtig, für die Kundenbedürfnisse von morgen gerüstet zu sein und die Chancen zu nutzen, die Energiewende und Digitalisierung für unser Unternehmen bieten.

Überwiegen somit aus Ihrer Sicht die Chancen oder die Herausforderungen beim Thema Digitalisierung?

Szyszkowitz: Digitalisierung bedeutet einmal primär mehr Effizienz bei bestehenden Tätigkeiten, aber auch das Entwickeln neuer Geschäftsmöglichkeiten entlang unserer aktuellen Aktivitäten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die EVN Geoinfo. Auf Basis der vor Jahren digitalisierten Pläne und Geodaten bieten wir heute umfangreiche Services für niederösterreichische Gemeinden. So wie in diesem Beispiel entwickeln wir in allen unseren Geschäftsfeldern Lösungen zum Thema Digitalisierung, um für unsere Kunden die sich bietenden Zukunftsmöglichkeiten auf möglichst breiter Ebene zu nutzen.

Beim Schlagwort Digitalisierung denkt man im Fall eines Netzbetreibers unweigerlich an das Thema Smart Meters. Was bedeutet diese Entwicklung für die Kunden?

Layr: Vertrauen ist eine ganz wesentliche Grundlage für starke Kundenbeziehungen. Diesen Weg gehen wir auch bei der Einführung der intelligenten Stromzähler, der Smart Meter. Unsere Kunden im Fokus zu haben, bedeutet in diesem Kontext, dass wir das Projekt Zählertausch sehr gewissenhaft vorbereitet haben und in Sachen Datensicherheit auf bestmögliche technische Standards setzen. Wesentlich ist für uns zudem, dass wir unseren Kunden die Entscheidung über den Einbau eines Smart Meter überlassen. Im Geschäftsjahr 2016/17 starten wir auf Basis dieser Prämissen den Rollout der intelligenten Stromzähler.

Stichwort Trinkwasserversorgung: Wie positioniert sich die EVN in diesem Bereich?

Szyszkowitz: Wir reagieren frühzeitig auf Entwicklungen wie witterungsbedingte Engpässe, steigenden Wasserbrauch sowie

steigende Qualitätsanforderungen, denn wir wollen das Versprechen der Versorgungssicherheit unseren Kunden gegenüber auch im Bereich der Trinkwasserversorgung langfristig erfüllen können. Wir werden daher in den nächsten Jahren verstärkt in die Versorgungsinfrastruktur investieren. Schwerpunkte setzen wir hier bei Kapazitätssteigerungen unserer Pumpwerke, beim Ausbau unserer überregionalen Leitungsnetze und bei der Errichtung weiterer Naturfilteranlagen, in denen die Wasserhärte auf natürliche Weise reduziert wird. Damit wollen wir auch die Voraussetzungen schaffen, die Wachstumspotenziale in diesem Bereich mittelfristig zu realisieren.

Herr Layr, wir haben jetzt viel über die strategische Positionierung der EVN in ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern gehört. Wie würden Sie zusammenfassend das Alleinstellungsmerkmal der EVN beschreiben?

Layr: Unsere Stärke besteht in der Fähigkeit, unser technisches Know-how optimal zu nutzen und dabei stets die Bedürfnisse unserer Kunden im Blick zu halten. Die langjährige Erfahrung, die wir im Bereich der Strom-, Erdgas- und Wärmeversorgung gesammelt haben, hilft uns auch bei der Realisierung der geplanten Investitionen im Wasserbereich, insbesondere der weiteren überregionalen Verdichtung unserer Leitungsnetze.

Welche strategischen Schwerpunkte wird die EVN im Geschäftsjahr 2016/17 in ihren Auslandsmärkten setzen?

Szyszkowitz: Im Energiegeschäft werden wir die kontinuierliche Konsolidierung und Optimierung unserer Aktivitäten in Südosteuropa fortsetzen und damit unsere strategische Stoßrichtung beibehalten. Wir sehen uns auch in diesen Märkten unseren Kernstrategien verpflichtet und setzen auf Versorgungssicherheit

"Wir wollen eine stabile und kalkulierbare Größe auf dem Kapitalmarkt sein." Stefan Szyszkowitz

und bestmögliches Service für unsere Kunden – von denen wir als lokale Netzbetreiber und Energielieferanten in Bulgarien aktuell rund 1,7 Mio. und in Mazedonien mehr als 800.000 betreuen. Das Erwirtschaften positiver operativer Cash Flows ist in diesen Märkten die Voraussetzung für weitere Investitionen, daher konzentrieren wir uns in beiden Ländern auf die weitere Reduktion der Netzverluste sowie die weitere Verbesserung der Inkassoquote. Anorganisches Wachstum im internationalen Energiegeschäft, etwa durch Zukäufe oder neue Großprojekte in Südosteuropa, planen wir derzeit nicht.

Layr: Unser aktuelles Auftragsportfolio im internationalen Projektgeschäft im Umweltgeschäft ist repräsentativ für unsere Bemühungen, als Generalunternehmer Abwasserprojekte in Ost- und Südosteuropa zu realisieren, bei denen der Auftraggeber die Finanzierung selbst bereitstellt bzw. über Fördermittel internationaler Institutionen, etwa der Europäischen Union, gesichert hat. Zudem evaluieren wir sehr sorgsam potenzielle neue Märkte für das Umweltgeschäft. So bereiten etwa rohstoffreiche – und daher bonitätsstarke – Länder auf der Arabischen Halbinsel mit Unterstützung internationaler Berater Projekte in den Bereichen Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung vor, die in Kooperation mit Partnern auch interessante Marktpotenziale für uns bieten können.

Herr Szyszkowitz, welche Erwartungen dürfen die Aktionäre in die Aktie der EVN setzen?

Szyszkowitz: Die EVN steht für eine solide Geschäftsentwicklung. Unsere zuletzt stets starken operativen Cash Flows ermöglichen umfangreiche Investitionen, die vor allem in die regulierten und stabilen Geschäftsfelder fließen. Damit unterstreichen wir unser Engagement gegenüber unseren Kunden, die Versorgungssicherheit auch im herausfordernden Umfeld der Energiewende zu gewährleisten. Zudem ist es uns trotz umfassender Investitionen gelungen, unsere Nettoverschuldung kontinuierlich zu reduzieren. Wir wollen eine stabile und kalkulierbare Größe auf dem Kapitalmarkt sein. Stabilität bedeutet für uns Planbarkeit, die sich auch in einer stabilen Dividendenentwicklung ausdrückt. In diesem Sinn werden wir der Hauptversammlung auch heuer wieder eine Dividende von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen.

Täuscht der Eindruck, oder blicken Sie trotz Ihres herausfordernden Branchenumfelds durchaus positiv in die Zukunft?

Layr: Das tun wir in der Tat, denn dank unserer kompetenten und engagierten Mitarbeiter verfügen wir über die erforderliche Flexibilität, trotz herausfordernder Rahmenbedingungen die richtigen Lösungen zu entwickeln und umzusetzen: für die Versorgungssicherheit, für unsere Kunden – und damit für unsere Aktionäre. Die EVN ist für die Zukunft sicher positioniert. Wie es auch der Titel unseres Geschäftsberichts auf den Punkt bringt: Nah dran. Mit Sicherheit.

Wir bedanken uns für das Gespräch!

"Wir sind rund um die Uhr im Einsatz, damit bei unseren Kunden das Licht nie ausgeht."

Rupert Überacker, Hochspannungs-Team SüdWest

Immer und überall bestens vernetzt

Transport- und Verteilnetze bilden das Rückgrat der Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser. Ihr lückenloses Funktionieren ist essentiell für Menschen und Wirtschaft.

Egal, ob man sie sehen kann oder ob sie in der Erde verborgen sind: Ohne ein dichtes Netz an Leitungen käme nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit verlässlich Strom "aus der Steckdose", hätten wir nicht jederzeit Erdgas, Fernwärme oder Wasser zu unserer Verfügung. Damit bilden die insgesamt rund 155.000 km Leitungen der EVN einen

Die EVN investiert stark in den Ausbau ihrer Netze und gewährleistet damit die Versorgungssicherheit.

wesentlichen Grundstein unserer heute selbstverständlichen Lebensqualität. Für die EVN bedeutet das eine große Verantwortung, der sie sich sehr bewusst und mit hohem finanziellem Aufwand stellt: Fast 700 Mio. Euro

fließen z.B. im Rahmen eines vierjährigen Investitionsprogramms zwischen 2013 und 2017 allein in den Ausbau der niederösterreichischen Netze. Und auch in ihren Versorgungsgebieten in Bulgarien und Mazedonien arbeitet sie laufend an der Optimierung der Netzinfrastruktur.

Wertvolle Impulse für erneuerbare Energie

Mit diesen Investitionen stärkt die EVN nicht nur das Rückgrat ihres breit aufgestellten Versorgungsgeschäfts, sondern sie leistet auch einen wichtigen Beitrag für den Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energie. Denn nur ein leistungsfähiges, hoch modernes Netz kann den Strom aus Wind- und Sonnenkraftwerken effizient zum Verbraucher transportieren und gleichzeitig auch bei schwankenden Erzeugungsmengen die erforderliche Systemstabilität garantieren.

"Allein mit diesen Windrädern kann man unseren ganzen Ort mit Strom versorgen."

Hedwig Schmelzer, Anrainerin

Erneuerbare Energie, sichere Zukunft

Frischer Wind für den Wind

Seit Jahren nimmt der Anteil des in Windparks generierten Stroms am gesamten Erzeugungsvolumen zu, und auch für die Zukunft ist ein weiteres Anwachsen dieses Segments zu erwarten. Zuletzt hat die UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 massive Impulse für den Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energie gebracht. Wind und Sonne als "saubere" Energielieferanten gewinnen damit immer mehr an Bedeutung. Für die EVN eine Bestätigung des Weges, den auch sie seit Jahren aktiv mitgeht.

Ausbau auf mehr als 300 MW

268 MW beträgt die Erzeugungskapazität der in einer sehr guten Windregion gelegenen EVN Windparks derzeit, auf mehr als 300 MW soll sie in den nächsten zwei

Jahren zunehmen. Gleichzeitig erweitert die EVN laufend ihr Portfolio an Biomasse-Heizkraftwerken – von denen sie schon heute mehr als 60 betreibt – und steigert auch dadurch ihr Stromund Wärmeaufkommen aus erneuerbaren Ressourcen. In Summe investiert sie dafür

260 Mio. Euro investiert die EVN aktuell in den Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen.

zwischen 2013 und 2017 rund 260 Mio. Euro. Dass diese umweltfreundlichen Anlagen auch ökologisch verantwortungsvoll realisiert werden, ist für die EVN selbstverständlich. Außerdem werden die Anrainer bei Projektvorhaben frühzeitig eingebunden.

CO2-Reduktion durch die gezielte Nutzung von Windund Sonnenenergie sowie Biomasse ist für die EVN seit vielen Jahren gelebter Alltag.

Energielieferant, Speicher und Lebensraum

Wasserkraftwerke sind ein wertvoller Baustein im Energiesystem. Sie erzeugen umweltfreundlichen Strom und fungieren als natürliche Energiespeicher sowie als Habitat.

Klares Wasser, sauberer Strom. So könnte man Kraftwerke wie jenes in Ottenstein am Kamp auf eine kurze Formel bringen. Emissionsfreie Stromerzeugung, gepaart mit hoher Lebensqualität für Menschen, Fauna und Flora. Seit Jahrzehnten dient der Stausee als Naherholungsgebiet und gleichzeitig als Zuhause für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Das Kraftwerk wiederum leistet einen wertvollen Beitrag für das Stromnetz der EVN.

Natürliche Batterie

Zusätzlich fungiert der Stausee als Speicher und bildet damit einen wichtigen Baustein im gesamten Versorgungssystem. Denn als Pumpspeicherkraftwerk kann Ottenstein zu Zeiten geringerer Stromnachfrage Wasser in den Stausee pumpen und damit Energie für Zeiten höheren Bedarfs speichern.

Als Pumpspeicherkraftwerk kann Ottenstein Strom nicht nur erzeugen, sondern auch speichern.

Auf diese Weise lässt sich z.B. die volatile Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie besser mit dem Strombedarf abstimmen. Und im Fall eines Stromausfalls spielt gerade das Kraftwerk Ottenstein eine tragende Rolle beim raschen Wiederaufbau des Netzbetriebs.

"Wenn es drauf ankommt, sind wir in wenigen Minuten mit unserer vollen Leistung am Netz."

Erich Binder, Werksleiter der Kampkraftwerke

Modernste Technik im Einklang mit der Natur

Die kalorischen Kraftwerke der EVN sind vor allem in Zeiten hohen Strombedarfs unverzichtbar. Ihre unmittelbare Umgebung präsentiert sich dabei erstaunlich naturbelassen.

"Die Artenvielfalt in Dürnrohr ist im ganzen Tullnerfeld einzigartig."

Dipl.-Ing. Alexander Mrkvicka, Wildbiologe

Man könnte sagen, das Kraftwerk Theiß ist das flotteste Pferd im Stall der EVN. Denn es ist mit 765 MW nicht nur ihr leistungsstärkstes kalorisches Kraftwerk, es ist auch am schnellsten "von null auf hundert" und liefert seine volle Leistung genau dann, wenn sie gebraucht wird.

Wertvolle Reservekapazität

Zudem ist es "schwarzstartfähig" – kann also auch bei einem Blackout eigenständig mit dem Wiederaufbau des Netzes beginnen – und damit von hoher Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Im Alltag dient das um die Jahrtausendwende umfassend modernisierte Kraftwerk – ebenso wie jene in Dürnrohr und Korneuburg – vor allem als wertvolle Reservekapazität für Zeiten hohen Strombedarfs. Zudem kommt es regelmäßig zur Netzstabilisierung in Österreich und im süddeutschen Raum zum Einsatz. Damit trägt es indirekt auch zum Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie bei.

Geschützter Lebensraum Wer würde bei alldem vermuten, dass sich das Umfeld der Kraftwerke Theiß und Dürnrohr als Naturoase präsentiert? Verbirgt sich in den Kraftwerken selbst modernste Technik, konnte sich die Tierund Pflanzenwelt auf dem weitgehend brach liegenden Gelände rundum im Lauf der

Die Sicherung der Netzstabilität fördert gleichzeitig den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung.

Zeit nahezu ungestört entfalten. Ein Teil des unberührten Grundstücks in Theiß wird heute sogar als Schafweide genutzt. Selbst Biologen sind von der Artenvielfalt rund um die Kraftwerke immer wieder beeindruckt. In Dürnrohr hat eine Habitatstudie kürzlich gezeigt, dass das rund 140 Hektar große Kraftwerksareal sogar seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergt, die andernorts vom Aussterben bedroht sind. Hier finden sie einen neuen – geschützten – Lebensraum.

Vom Versorger zum Energiepartner

Ressourcenbewusste Energie- und Wasserversorgung endet nicht mit der Lieferung an den Kunden. Sie schließt individuelle Beratung und umfangreiche Dienstleistungen ebenso mit ein.

"Hut ab. Keine unserer Fragen ist unbeantwortet geblieben."

Melanie Reiner, EVN Kundin

Energie, Wasser und mehr. In Zeiten forcierter Ressourcenschonung und Emissionsreduktion geht es für ein Unternehmen wie die EVN nicht nur um die reine Bereitstellung von Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser. Ihre Verantwortung reicht wesentlich weiter – von der umweltbewussten Erzeugung und Beschaffung bis hin zum sinnvollen Einsatz beim Kunden. Das ist nicht

Mit einem vielfältigen Portfolio an Dienstleistungen unterstützt die EVN ihre Kunden bei der Optimierung ihres Verbrauchs.

nur gut für künftige Generationen, sondern auch gut fürs Geschäft. Denn mit innovativen Dienstleistungen rund um das Thema Energie bietet die EVN nicht nur ihren Kunden attraktive Zusatzservices,

sondern erschließt damit auch interessante neue Geschäftsoptionen, sehr hohe Zufriedenheitswerte inklusive.

... mit einem breiten Beratungsangebot

Der Bogen des vielfältigen Angebots reicht von einfachen Energiespartipps über die Beratung zu Effizienzmaßnahmen und die EVN Bonuswelt bis hin zur umfassenden Betreuung in Sachen erneuerbare Energie und Energie-Eigenversorgung, etwa mittels Photovoltaik. Kompetente, umfassend geschulte Mitarbeiter stehen den Kunden dafür in allen Versorgungsgebieten der EVN flächendeckend zur Verfügung. Um ihre Kundennähe noch weiter zu forcieren, etabliert die EVN in Niederösterreich zudem gerade mehrere zentral gelegene Service Center. Als One-Stop Shops konzipiert, bieten sie die gesamte Palette der EVN an Dienstleistungen, Serviceangeboten und Produkten komfortabel unter einem Dach.

"Sauberes Wasser bedeutet für unsere Kunden Lebensqualität."

Peter Hiller, Wassermeister, Betriebsstelle Zwentendorf

Jeder Tropfen wie frisch von der Quelle

Versorgungssicherheit und Qualität bilden auch in der Wasserversorgung die zwei obersten Prämissen der EVN.

In Europa eine Selbstverständlichkeit, in anderen Regionen der Welt ein oft unerfüllbarer Traum: sauberes Trinkwasser in jeder gewünschten Menge und zu jeder Zeit. Doch auch

Was selbstverständlich scheint, setzt profundes Know-how und hohe Investitionen voraus.

eine scheinbare Selbstverständlichkeit setzt erhebliche Leistungen voraus, nicht zuletzt umfangreiche Investitionen in die Erschließung

von Quellen, in Pumpwerke, Filteranlagen und Leitungen.

Sauberes Wasser für mehr als 560.000 Niederösterreicher

Im Portfolio der EVN gewinnt die Wasserversorgung zunehmend an Bedeutung, immer größere Gebiete Niederösterreichs versorgt sie bereits flächendeckend mit quellfrischem Trinkwasser. Insgesamt beziehen heute mehr als 560.000 Niederösterreicher ihr Trinkwasser direkt oder indirekt von der EVN. Und die bekennt sich auch hier kompromisslos zu zwei Prinzipien: verlässlicher Versorgung und erstklassiger Qualität.

Ausbau und Optimierung

Um auf beiden Gebieten immer besser zu werden und zudem ihr Versorgungsgebiet weiter auszubauen, investiert die EVN zwischen 2013 und 2017 rund 50 Mio. Euro. Wichtige Schwerpunkte bilden dabei überregionale Ringleitungen, mit denen die Versorgung noch verlässlicher sichergestellt werden kann, sowie Naturfilteranlagen zur natürlichen Reduktion der Wasserhärte. Laufend vertrauen zudem neue Gemeinden ihre Wassernetze der EVN an, die in der Breitenversorgung über jahrzehntelange Erfahrung verfügt.

Die EVN – Energieunternehmen und Umweltdienstleister

Die Aktivitäten der EVN umfassen das Energie- und das Umweltgeschäft. Sitz der international tätigen EVN ist Niederösterreich, das flächenmäßig größte österreichische Bundesland. In Summe ist die EVN derzeit in elf Ländern tätig.

Konzernumsatz

davon: 49,8 % in Österreich 46,9 % in Südosteuropa 3,3 % in Mittel- und Osteuropa

2,0 Mrd. Euro

Stromerzeugungskapazität

davon: 1.771 MW (74,1 %) thermische Erzeugung und 618 MW (25,9 %) erneuerbare Erzeugung

2.389 MW

Leitungsnetze im Energiegeschäft

davon: 139.648 km für Strom 14.858 km für Erdgas 836 km für Wärme

155.342 km

Kunden im Netzbetrieb

davon: Strom 3.358.100 Erdgas 293.700 Fernwärme 86.600 Trinkwasser (davon 103.750 direkt) 563.500 Kabel-TV und Telekommunikation 237.100

4,5 Mio.

Mitarbeiter

davon: 2.350 in Österreich 2.215 in Bulgarien 1.924 in Mazedonien 231 in Deutschland 110 in anderen Ländern 6.830

Netzabsatz

davon: Strom 21.532 GWh Erdgas 16.288 GWh

37.820 GWh

Energieverkauf

davon: 18.292 GWh Strom 5.134 GWh Erdgas 2.082 GWh Wärme

Deutschland

Tätigkeitsfelder

  • Erzeugung: Strom
  • Energieversorgung: Strom
  • Internationales Projektgeschäft im Umweltbereich über die Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik GmbH

Erzeugungskapazitäten

  • Strom: 396 MW
  • 41 MW Bezugsrechte aus Wasserkraft (13,0 %-Beteiligung an der Verbund-Innkraftwerke GmbH)
  • 355 MW Steinkohle (49,0 %-Beteiligung am Kraftwerk Duisburg-Walsum)

Albanien

Zagreb

Wien

Erzeugungskapazitäten

  • Strom:
  • 26 MW Wasserkraft (49,99 %-Beteiligung am Laufkraftwerk Ashta)

Österreich

Tätigkeitsfelder

  • Erzeugung: Strom und Wärme
  • Netzbetrieb: Strom, Erdgas, Wärme, Kabel-TV und Telekommunikation
  • Energieversorgung: Strom, Erdgas und Wärme
  • Trinkwasserversorgung
  • Thermische Abfallverwertung
  • Erdgasspeicherung sowie Öl- und Erdgasförderung in Salzburg, Ober- und Niederösterreich durch die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft

Kundenanzahl

2,0 Mio. Strom-, Erdgas-, Wärme-, Trinkwasser- sowie Kabel-TV- und Telekommunikationskunden

Kroatien

Tätigkeitsfelder

• Netzbetrieb: Erdgas

Erzeugungskapazitäten

  • Strom: 1.769 MW
  • 109 MW Wasserkraft
  • 82 MW Bezugsrechte für Wasserkraft
  • 252 MW Windkraft
  • 13 MW Biomasse
  • 2 MWp Sonnenkraft
  • 379 MW Steinkohle
  • 932 MW Erdgas
  • Wärme: 66 Fernwärmesysteme

Bulgarien

Tätigkeitsfelder

  • Erzeugung: Strom und Wärme
  • Netzbetrieb: Strom
  • Energieversorgung: Strom und Wärme

Kundenanzahl

1,7 Mio. Strom- und Wärmekunden

Erzeugungskapazitäten

  • Strom: 124 MW
  • 16 MW Windkraft
  • 3 MWp Sonnenkraft
  • 105 MW Erdgas

Sofia Tirana Skopje Mazedonien Tätigkeitsfelder • Erzeugung: Strom • Netzbetrieb: Strom • Energieversorgung: Erdgas Kundenanzahl 700 Erdgaskunden

• Energieversorgung: Strom

Kundenanzahl

834.200 Stromkunden

Erzeugungskapazitäten

• Strom:

– 48 MW Wasserkraft

Das Energie- und Umweltgeschäft der EVN

Energie- und Umweltgeschäft – die beiden operativen Geschäftsbereiche der EVN

Im Energiegeschäft setzt die EVN auf ein integriertes Geschäftsmodell und deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette in diesem Bereich ab. Dies umfasst die Erzeugung von Energie, den Betrieb von Netzen zur Übertragung von Energie und die Versorgung von Endkunden mit Energie. Dabei ist die EVN – mit unterschiedlichen Schwerpunkten in ihren verschiedenen Märkten – in den Bereichen Strom, Erdgas und Wärme tätig.

Die Aktivitäten im Umweltgeschäft umfassen in Niederösterreich die Trinkwasserversorgung und die Müllverbrennung (Betrieb einer thermischen Abfallverwertungsanlage in Zwentendorf/Dürnrohr mit einer Jahreskapazität von 500.000 t). Zudem ist die EVN über ihre deutsche Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik GmbH im internationalen Projektgeschäft tätig. Als eines der führenden europäischen Dienstleistungsunternehmen für Wasser- und Umweltwirtschaftsprojekte plant und errichtet die WTE energieeffiziente, ressourcenschonende und ökologisch optimierte Anlagen für die Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung. Die Betriebsführung der Anlagen sowie die Bereitstellung der Finanzierung für Projekte komplettieren das Leistungsspektrum im internationalen Projektgeschäft.

Internationales Projektgeschäft im Umweltbereich (Stand: 30.09.2016)

  • Sechs Abwasserentsorgungsprojekte in Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Tschechien in Errichtung
  • Laufende Betriebsführung für vier Trinkwasserversorgungsanlagen in Deutschland, Montenegro und Russland
  • Laufende Betriebsführung für 21 Abwasserentsorgungsanlagen in Deutschland, Kroatien, Montenegro, Slowenien und Zypern
  • Laufende Betriebsführung für eine thermische Abfallverwertungsanlage in Russland (Moskau: Jahreskapazität 360.000 t)

Strategische Beteiligungen – Vertiefung der Wertschöpfungskette

Die strategischen Beteiligungen der EVN stellen eine sinnvolle Erweiterung der vertikalen Wertschöpfungskette dar. Mit den Beteiligungen an der Verbund AG und an der Burgenland Holding AG, die ihrerseits 49,0 % an der Energie Burgenland AG hält, profitiert die EVN von der Konzentration dieser Unternehmen auf die Stromerzeugung aus den erneuerbaren Quellen Wasser und Wind. Die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft wiederum bietet der EVN ein wertvolles Standbein in der Öl- und Erdgasexploration sowie im Erdgasspeichergeschäft in Österreich.

Strategische Beteiligungen der EVN (Stand: 30.09.2016)

  • RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft (50,03 %) Diese hält 100 % der Anteile an der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, einem Öl- und Erdgasförderungs- sowie Erdgasspeicherungsunternehmen.
  • Burgenland Holding AG (73,63 %) Diese ist mit 49,0 % an der Energie Burgenland AG, einem regionalen Strom- und Erdgasversorgungsunternehmen, beteiligt.
  • Verbund AG (12,63 %) Im direkten Eigentum der EVN AG stehen 11,55 %, der restliche Anteil wird indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH, ein 2010 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen mit der Wiener Stadtwerke Holding AG, gehalten.
Stromerzeugungskapazität der
EVN Kraftwerke
30.09.2016 30.09.2015 30.09.2014
Erneuerbare Energie MW
618
%
25,9
MW
600
%
25,3
MW
563
%
24,1
davon Wasserkraft1) 306 12,8 306 12,9 306 13,1
davon Windkraft 268 11,2 250 10,5 213 9,1
davon Photovoltaik 5 0,2 5 0,2 5 0,2
davon Biomasse 13 0,5 13 0,5 13 0,6
davon Sonstige 2) 26 1,1 26 1,1 26 1,1
Wärmekraft3) 1.771 74,1 1.771 74,7 1.771 75,9
davon Erdgas 1.037 43,4 1.037 43,8 1.037 44,4
davon Steinkohle 734 30,7 734 30,9 734 31,4
Summe 2.389 100,0 2.371 100,0 2.334 100,0

1) Inkl. Strombezugsrechte aus den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie den Beteiligungen an den

Kraftwerken Nussdorf in Wien und Ashta in Albanien sowie an der Verbund-Innkraftwerke GmbH

2) Beinhaltet zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerksanlagen in Moskau

3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien; Angabe der Kapazitäten (Nettoleistung) entsprechend den Beteiligungsansätzen

GRI-Indikatoren: Name der Organisation (G4-3); Überblick Produkte (G4-4); Hauptsitz der Organisation (G4-5); Überblick wichtigste Standorte (G4-6); Märkte (G4-8); Größe der Organisation (G4-9); Installierte Kapazität (EU1); Kundenanzahl (EU3); Länge der Fern- und Verteilleitungen (EU4)

Klar fokussierte Strategie

Auf der Grundlage ihrer Unternehmenswerte und klarer Zielvorstellungen verfolgt die EVN eine Konzernstrategie, die sich konsequent an den Interessen ihrer Stakeholder orientiert.

Unternehmenswerte und Verhaltensstandards

Unsere Vision

Als Energieunternehmen und Umweltdienstleister deckt die EVN täglich wesentliche Bedürfnisse ihrer Kunden und trägt durch ihre verlässliche und hochwertige Leistung nachhaltig zu deren Lebensqualität bei. Wir wollen die für unsere Kunden gewohnte Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicherstellen. Dabei hat umwelt- und klimaschonendes Handeln zentrale Bedeutung für uns. Denn nur so sind wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich.

Unsere Mission

Bei der Verwirklichung unserer Vision ist es uns ein Anliegen, auf die Bedürfnisse aller Stakeholder unseres Unternehmens ein zugehen.

Unseren Kunden bieten wir wettbewerbsfähige Preise und höchste Qualität bei Produkten und Serviceleistungen. Für unsere Aktionäre streben wir eine nachhaltige Wertsteigerung an. Für unsere Mitarbeiter schaffen wir attraktive Arbeitsbedingungen. Mit unseren Stakeholdern führen wir einen aktiven Dialog, und zu unseren Lieferanten pflegen wir eine partnerschaftliche Beziehung. Dadurch erreichen wir hohe gesellschaftliche Akzeptanz.

Umwelt- und Klimaschutz spielen für uns eine zentrale Rolle. Wir setzen auf profundes Know-how, hohe Effizienz, modernste Infrastruktur und stetige Innovationsbereitschaft, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und eine kontinuierliche Verminderung der CO2-Emissionen sicherzustellen. Damit schaffen wir nachhaltige Leistung in der Strom-, Erdgas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Ausgehend von Niederösterreich hat die EVN ihre Geschäftsaktivitäten auf die Region Mittel- und Südosteuropa ausgeweitet und strebt durch Anwendung ihrer bewährten Prinzipien und Werte auch in ihren neuen Märkten langfristigen Erfolg an.

Unsere Grundsätze und Leitwerte

Neben unserer Vision und Mission definiert eine Reihe weiterer verbindlicher Dokumente den konzernweiten Verhaltens- und Handlungsrahmen der EVN:

  • Zum EVN Verhaltenskodex siehe Seite 45 und 84f
  • Zur Integritätsklausel für Lieferanten der EVN siehe Seite 69f
  • Zum Umweltleitbild der EVN siehe Seite 50
  • Siehe www.evn.at/Grundsatze-Personalwesen
  • GRI-Indikator: Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (G4-56)

Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie

Die strategische Ausrichtung der EVN orientiert sich in einem hohen Ausmaß an den Interessen der internen und externen Stakeholder. Als Grundlage für den Abgleich zwischen der Konzernstrategie und den Stakeholder-Interessen dient die Wesentlichkeitsmatrix. Diese systematisierte Darstellung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen aus Sicht der Unternehmensführung sowie externer Experten wurde zuletzt im Zuge der Stakeholder-Befragung im Jahr 2014 überarbeitet und aktualisiert. Die Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Unternehmensstrategie und damit im Kerngeschäft der EVN erfolgt auf Basis der sechs wichtigsten Handlungsfelder der Wesentlichkeitsmatrix:

  • Versorgungssicherheit
  • Kunden im Fokus
  • Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz
  • Verantwortungsvoller Arbeitgeber
  • Umweltschutz und Ressourcenschonung
  • Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

EVN Wesentlichkeitsmatrix

Die nächste Stakeholder-Befragung ist für das Jahr 2017 in Vorbereitung. Auf Basis ihrer Ergebnisse sollen Form und Inhalt der EVN Wesentlichkeitsmatrix überarbeitet und aktualisiert werden.

  • Details zum Stakeholder-Management siehe Seite 33ff
  • Siehe auch www.evn.at/CSR-Strategie/CSR-Wesentlichkeitsmatrix
  • GRI-Indikatoren: Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb und außerhalb der Organisation (G4-20 und 21)

Kernstrategien im Überblick

Grundlage für die Konzernstrategie der EVN sind die sechs wichtigsten Handlungsfelder der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Sie wurden in den Kontext des Branchenumfelds im Energieund Umweltgeschäft sowie aktueller Trends gestellt, die aus heutiger Perspektive entscheidenden Einfluss auf die Aktivitäten der EVN und damit auf ihren mittel- und langfristigen Unternehmenserfolg haben werden. Auf Grundlage dieser Analyse wurden für die einzelnen Handlungsfelder die nachstehenden Kernstrategien formuliert.

1 Versorgungssicherheit (Strom, Erdgas und Wärme)

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Internationale Energiemärkte im Umbruch

  • Energiewende verursacht Verwerfungen auf den Energiemärkten
  • Belastung der Netze durch den Transport steigender und volatiler Einspeisemengen an erneuerbarer Energie

Steigender Bedarf nach Ausgleichsenergie und Engpassmanagement zur Gewährleistung der Netzstabilität

Fokus auf unser integriertes Geschäftsmodell und Bekenntnis zu einer diversifizierten Wertschöpfungskette

Stärkung unserer stabilen Aktivitäten im Heimmarkt Niederösterreich durch ein Investitionsprogramm im Volumen von 1 Mrd. Euro, das im Geschäftsjahr 2013/14 gestartet wurde und über vier Geschäftsjahre verteilt umgesetzt wird; rund 70 % dieser Summe fließen in den Ausbau der Netzinfrastruktur

Unterstützung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Erzeugung

  • Kontinuierlicher und zukunftsweisender Ausbau unserer Netzinfrastruktur in Niederösterreich
  • Bereitstellung unserer thermischen Kraftwerke als Reservekapazität zur Netzstabilisierung und Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit

1 Versorgungssicherheit (Wasser)

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Zunahme witterungsbedingter Trinkwasserengpässe durch häufigere Perioden mit hohen Temperaturen und geringem Niederschlag

Urbanisierung und steigender Wasserverbrauch im städtischen Raum

Steigende Qualitätsanforderung (z.B. Wasserhärte)

Nachhaltiger wirtschaftlicher Ausbau der Versorgungsinfrastruktur

  • Investitionen in die Verbesserung der natürlichen Wasserqualität sowie der Leitungsinfrastruktur
  • Aufrechterhaltung einer hochwertigen und ökologisch nachhaltigen Trinkwasser versorgung in Niederösterreich

EVN Wesentlichkeitsmatrix – die sechs wichtigsten Handlungsfelder

  • Versorgungssicherheit
  • Kunden im Fokus
  • Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz
  • Verantwortungsvoller Arbeitgeber
  • Umweltschutz und Ressourcenschonung
  • Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

2 Kunden im Fokus

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Steigender Wettbewerb im Endkundenmarkt

Intensivierung Kundennähe/-service Positionierung als regionaler Anbieter in Niederösterreich mit

EVN Bonuswelt und Energieberatungen

breitem Produktangebot

5 Umweltschutz und Ressourcenschonung

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Klimaschutz und Energiewende

• Klimaziele der UN-Klimakonferenz Paris 2015

• Sustainable Development Goals (Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen)

Breites Spektrum an Dienstleistungen und Produkten zur Steigerung der Energieeffizienz

Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte (z.B. Energiespeicher, Carbon-Capture-and-Use-Projekte oder Lastenmanagement)

3 Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

und Biomasse

Klimaschutz und Energiewende

  • Klimaziele der UN-Klimakonferenz Paris 2015
  • Sustainable Development Goals (Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen)
  • Steigerung der umweltfreundlichen Energieerzeugung durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten, insbeson-

dere aus Wind, Wasserkraft

  • Mittelfristiger Ausbau der Windkraftkapazität auf über 300 MW
  • Investitionen in Biomasseanlagen und -netze

6 Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Energieversorgung Südosteuropa zwischen herausfordernden Rahmenbedingungen und erheblichem Zukunftspotenzial

Auf internationaler Ebene erfordern spezifische regionale Gegebenheiten und Rahmenbedingungen individuelle Lösungen im Bereich der kommunalen Wasserver- und Abwasserentsorgung

Digitalisierung und smarte Technologien

Effizienzsteigerungen im operativen Geschäft unserer südosteuropäischen Konzerngesellschaften

Fokussierung auf Maßnahmen zur Senkung der Netzverluste und zur Verbesserung der Inkassoquote

Konzentration unserer Lösungskompetenz im internationalen Projektgeschäft auf ausgewählte Aufträge, um Mehrwert für unsere Auftraggeber und damit die Basis für unseren wirtschaftlichen Erfolg zu schaffen

EVN Trendmonitor als konzernweite Plattform zur systematischen Erfassung energiewirtschaftlich relevanter Trends und als innovative Basis für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

4 Verantwortungsvoller Arbeitgeber

Branchenumfeld und Trends Unsere Strategie

Suche nach den besten Köpfen Flexibilisierung der Arbeitswelten Betriebliche Gesundheitsförderung

Laufende Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Belegschaft zur Sicherstellung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften

Arbeitsmodelle zur Harmonisierung des Berufs- und Familienlebens sowie zur Wahrung der Work-Family Balance

Karriereentwicklungsperspektiven für weibliche Mitarbeiter im Rahmen des Programms "Frauen@EVN"

Steigerung der Arbeitssicherheit und Ausbau zielgruppenspezifischer Gesundheitsprogramme

Abgleich mit den UN Sustainable Development Goals

Der hohe Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit für die Unternehmensführung der EVN zeigt sich auch in dem Bestreben, aktuelle Entwicklungen im CSR-Bereich möglichst zeitnah hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Unternehmen zu beurteilen. In diesem Sinn wurden die Handlungsfelder der EVN im Geschäftsjahr 2015/16 unter dem Blickwinkel der am 1. Jänner 2016 in Kraft getretenen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, "SDG") analysiert. Dabei wurde auch erhoben, welche Elemente des CSR-Programms der EVN bereits einen konkreten Beitrag zur Erreichung einzelner dieser Ziele leisten. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im Folgenden exemplarisch anhand der sechs wichtigsten Handlungsfelder der EVN dargestellt.

  • Siehe auch Seite 210ff
  • Siehe auch https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs

Versorgungssicherheit

  • Innovation und Infrastruktur
  • Erneuerbare Energie
  • Keine Armut
  • Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen

Kunden im Fokus

  • Erneuerbare Energie
  • Verantwortungsvoller Konsum
  • Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Reduzierte Ungleichheiten

Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

  • Innovation und Infrastruktur
  • Erneuerbare Energie
  • Verantwortungsvoller Konsum
  • Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum

Verantwortungsvoller Arbeitgeber

  • Gute Gesundheitsversorgung
  • Hochwertige Bildung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
  • Keine Armut
  • Reduzierte Ungleichheiten

Umweltschutz und Ressourcenschonung

  • Erneuerbare Energie
  • Innovation und Infrastruktur
  • Verantwortungsvoller Konsum
  • Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
  • Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen
  • Leben unter dem Wasser
  • Leben an Land

Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

  • Erneuerbare Energie
  • Innovation und Infrastruktur
  • Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
  • Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

Stakeholder-Management

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen strebt die EVN eine ausgewogene und gleichberechtigte Wahrung der Interessen und Ansprüche aller ihrer Stakeholder-Gruppen an.

Ein proaktiver Dialog ermöglicht es der EVN, die Erwartungen und vielfältigen Ansprüche der unterschiedlichen Interessengruppen zu identifizieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen wahrzunehmen sowie gute Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und zu stärken. Stakeholder-Management versteht die EVN daher nicht als Notwendigkeit, sondern vielmehr als Voraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensführung. Zudem ermöglicht es die Entwicklung wirkungsvoller Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens und des laufenden Nachhaltigkeitsprozesses.

Erfolgreiches Stakeholder-Management bedeutet für die EVN:

  • Förderung der Realisierbarkeit von Projekten
  • Reduktion von Risiken und Imagegefahren
  • Positive Wahrnehmung des Unternehmens und seiner Aktivitäten
  • Hohe Sympathiewerte sowie hohe Akzeptanz bei internen und externen Stakeholdern

Den Kern des EVN Stakeholder-Managements bilden die intensiven Beziehungen der Verantwortlichen aus allen strategischen Geschäftsfeldern und Fachabteilungen mit den jeweiligen Stakeholdern und Vertretern dieser Gruppen. Die Identifikation, Priorisierung bzw. Überprüfung der für das Unternehmen relevanten Stakeholder erfolgt alle drei Jahre im Rahmen eines internen Workshops. Die untenstehende Darstellung zeigt die Stakeholder-Gruppen der

EVN in Form einer Ellipse. Ihre fünf Dimensionen spiegeln die wahrgenommene Nähe zum und den Einfluss auf das Unternehmen wider.

GRI-Indikatoren: Liste der Stakeholder (G4-24); Auswahl der Stakeholder (G4-25)

Um die regelmäßige Einbeziehung der Stakeholder auch auf strategischer Ebene zu garantieren, hat die EVN im Jahr 2015 einen Leitfaden für das Stakeholder-Management entwickelt. Gemeinsam mit den internen Ansprechpartnern der unterschiedlichen Interessengruppen wurden dafür in Workshops die für jede Stakeholder-Gruppe bestehenden Kommunikationsaktivitäten und -kanäle erhoben und festgeschrieben. Diese umfassen:

  • Projektbezogene Arbeitsgruppen
  • Mediationen mit regionalen Bürgerinitiativen
  • Systematische Befragungen
  • Regelmäßige Newsletter und Zeitschriften

Zum kontinuierlichen Austausch in Nachhaltigkeitsfragen stehen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat zusätzlich institutionalisierte Beiräte wie der EVN Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung, der EVN Kundenbeirat, der EVN Sozialfonds oder der EVN Kunstrat zur Seite. Der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung etwa setzt sich aus unabhängigen externen und internen Experten

EVN Anspruchsgruppen

sowie Personalvertretern zusammen. Für Fragen des sozialen Engagements kann der Vorstand weiters auf das Wissen von externen Experten zurückgreifen, die sich im Beirat des EVN Sozialfonds engagieren. Auch für die Stakeholder-Gruppe der Kunden wurde 2011 ein beratendes Gremium ins Leben gerufen, das sich der Intensivierung des Kundendialogs widmet: Der EVN Kundenbeirat setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen, die die Interessen der Kunden aus Niederösterreich vertreten. Dieser Beirat wird im Zweijahresrhythmus neu bestellt. Der EVN Kunstrat schließlich deckt den Aspekt Kultur ab. Für Kunden, aber auch für andere Stakeholder verfügt die EVN zudem über ein strukturiertes Beschwerdemanagement. Hinsichtlich der Angelegenheiten von Mitarbeitern herrscht eine intensive Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat.

  • Zum EVN Kundenbeirat siehe auch Seite 37
  • Zum EVN Sozialfonds siehe auch Seite 47
  • Siehe auch www.evn.at/Umweltbeirat sowie www.evn.at/Sozialfonds
  • GRI-Indikator: Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und dem Vorstand (G4-37)

Regelmäßige Erhebung der aktuellen Schwerpunktthemen

Zur Systematisierung und Strukturierung der Stakeholder-Beziehungen gilt es auch, in regelmäßigen Abständen die Anliegen und Bedürfnisse der Stakeholder zu identifizieren. Dazu führt die EVN seit 2010 spezifische Stakeholder-Befragungen durch. Die nächste Befragung wird – dem dafür vorgesehenen Drei-Jahres-Rhythmus folgend – im Jahr 2017 stattfinden. Die Ergebnisse dieser Erhebungen dienen dazu, die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte zu identifizieren und eine fokussierte strategische Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der EVN sicherzustellen. Die Befragungen liefern zudem wertvolle Beiträge für die Früherkennung wichtiger wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Themenstellungen. Die Ergebnisse der Stakeholder-Befragungen fließen in Form von strategischen Handlungsfeldern unmittelbar in die Strategie der EVN ein.

Im Geschäftsjahr 2015/16 hat die EVN zu den Handlungsfeldern "Versorgungssicherheit", "Kunden im Fokus" sowie "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" vertiefende Fokusgruppen-Workshops durchgeführt. Hier wurden vor allem die Themenfelder "Kundenservice und -bindung", "Produkte und Dienstleistungen", "Unternehmensstrategie und -ziele" sowie "Marke und Markenpositionierung" diskutiert und bearbeitet. Insgesamt fanden dazu zwei Workshops mit externen Stakeholdern und ein Workshop mit Führungskräften und Mitarbeitern der EVN statt. In jedem Workshop wurden – nachdem zu Beginn jeweils ein aktueller Status zum jeweiligen Themenfeld erstellt worden war – ein Zielbild sowie Maßnahmen zur Zielerreichung erarbeitet.

GRI-Indikatoren: Festlegung der Berichtsinhalte (G4-18); Einbindung der Stakeholder und Ergebnisse (G4-26 und 27)

Stakeholder der EVN und
Art ihrer Einbeziehung
(Auszug)
Befragung1) Laufender und
regelmäßiger
Kontakt
Arbeitsgruppe,
Forum,
Jahresversammlung2)
Beiräte,
Expertengremien2)
Aufsichtsrat
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Kundinnen und Kunden
Lieferanten
NGOs
Medien
Investoren

1) Mitarbeiter- und Kundenbefragung in regelmäßigen Abständen, Stakeholder-Befragung 2010, 2014

2) Ein- bis zweimal pro Jahr oder öfter

Projektbezogene Einbindung der Stakeholder und ihrer Interessen

Die EVN ist sich der gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit bewusst und berücksichtigt diese über die Richtlinien internationaler Vereinbarungen und nationaler Gesetzgebung hinaus. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen sowie auf proaktiver Kommunikation bei neuen Infrastrukturprojekten. Dabei setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte und Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die frühzeitige Einbindung dieser Gruppen schafft die Voraussetzung für breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Voraussetzung für Planungssicherheit ("Licence to operate").

Eine zentrale Rolle nimmt in diesem Prozess der Bereich Projektkommunikation ein, der vor einigen Jahren zur Institutionalisierung der projektbezogenen Stakeholder-Kommunikation in der EVN etabliert wurde. Dieser Bereich bildet die konzernweite Kompetenzstelle für Partizipation, Projekt- und Stakeholder-Kommunikation sowie Konfliktprävention und -management und steht in dieser Rolle im direkten Kontakt mit den Leitern sämtlicher relevanten Infrastrukturprojekte. Mit der Schaffung dieses Bereichs ist es der EVN gelungen, bei Projekten eine Brücke zwischen den technischen, finanziellen und rechtlichen Anforderungen, den Konzernvorgaben in Bezug auf Partizipation, Transparenz und proaktive Kommunikation sowie den Bedürfnissen und Sichtweisen relevanter Stakeholder-Gruppen zu schaffen.

Die durch die Stakeholder-Kommunikation gewonnenen Einsichten fließen in die vor Projektstart durchgeführten weitreichenden Due-Diligence-Prüfungen ein, die vom Vorstand bzw. je nach Projektgröße auch vom Aufsichtsrat der EVN zur Beurteilung der Vorhaben herangezogen werden.

GRI-Indikatoren: Stakeholder-Einbindung (G4-26); Rolle des Vorstands hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-45); Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (G4-SO1); Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativem Einfluss auf lokale Gemeinschaften (G4-SO2)

Unterstützung von Interessenvertretungen und Initiativen

Mit dem Betrieb ihrer Infrastruktur und ihren vielfältigen Dienstleistungen für ihre Kunden leistet die EVN einen zentralen Beitrag für das Funktionieren des öffentlichen Lebens. Um diese Aufgaben bestmöglich erfüllen zu können, unterhält die EVN diverse Mitgliedschaften sowohl bei gesetzlichen und freiwilligen nationalen und internationalen Organisationen und Interessenvertretungen, so z. B. bei Österreichs E-Wirtschaft (Oesterreichs Energie), bei Kammereinrichtungen wie dem Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen sowie bei Eurelectric, EDSO etc.

Beispiele für die Unterstützung externer Initiativen mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt sind u. a. OECD Guidelines for Multinational Enterprises, UN Global Compact, respACT – austrian business council for sustainable development oder Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT). Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit diesen Mitgliedschaften erfolgen im Einklang mit dem Verhaltensrahmen des Compliance-Management-Systems der EVN. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ist die EVN auch in das österreichische Lobbying- und Interessenvertretungsregister sowie in das Transparenzregister der Europäischen Union eingetragen.

Siehe auch www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSR-Strategie/Content.aspx

GRI-Indikator: Unterstützung externer Initiativen (G4-15)

Kundinnen und Kunden

Die Kunden stehen für die EVN im Fokus aller ihrer Tätigkeiten. Dies wird auch durch die hohe Bedeutung der Handlungsfelder "Kunden im Fokus" sowie "Versorgungssicherheit" in der EVN Wesentlichkeitsmatrix verdeutlicht.

Rund 4,5 Mio. Kunden vertrauten im Geschäftsjahr 2015/16 auf die sichere Versorgung mit Energie- und Umweltprodukten bzw. -dienstleistungen, die ihnen die EVN aus einer Hand anbietet. Zwei Drittel der Kunden im Energiegeschäft sind Haushalte, der Rest verteilt sich auf Gewerbeunternehmen, Industriebetriebe und öffentliche Einrichtungen. Das breite Portfolio, das die Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser, die Abwasserentsorgung, die thermische Abfallverwertung sowie Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste umfasst, trägt entscheidend zur Lebensqualität der Menschen in den Ländern Zentral- und Südosteuropas bei, in denen die EVN tätig ist.

Zur Kundenanzahl siehe auch Seite 23

Nahe am Kunden durch regionale Präsenz und persönliche Beratung

Kundenservice der EVN

Die EVN bemüht sich konsequent um eine faire und professionelle Partnerschaft mit ihren Kunden. Diesem Ziel dient auch die auf Kundennähe ausgelegte Struktur ihres Kundenservice: So sorgen ein dichtes Netz an Kundenzentren im gesamten Versorgungsgebiet sowie das EVN Service-Telefon stets für bequeme Erreichbarkeit. Im Interesse möglichst lückenloser Versorgungssicherheit sind die Kundenzentren für den Fall etwaiger Störungen zudem auch außerhalb der Regelöffnungszeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar.

Noch näher am Kunden

Als Ergänzung zu den Aktivitäten der Kundenzentren und des 2011 neu geschaffenen EVN Service Centers in Wiener Neustadt eröffnete die EVN im Geschäftsjahr 2015/16 in Stockerau, Horn, Deutsch-Wagram und Tulln vier weitere Service Center. Damit bündelt sie ihre breite Palette an Dienstleistungen, Service angeboten und Produkten jeweils an einem Standort und kann ihre Kunden gesamthaft zu den verschiedensten Themen beraten:

  • Servicedienstleistungen Strom, Erdgas, Wasser (Rechnungs- und Tarifberatung, An- und Abmeldungen etc.)
  • Energieberatung
  • Energieeffizienzprodukte
  • Energiedienstleistungen
  • EVN Bonuswelt
  • Kabelplus (Fernsehen, Internet, Telefon)

Persönliche Beratung für effizienten Umgang mit Energie

Mobile Beratungsteams sowie die Mitarbeiter der EVN Service Center liefern in persönlichen Beratungsgesprächen und mit individuellen Serviceleistungen hilfreiche Tipps und wertvolles Wissen zur Nutzung von Energiesparpotenzialen. Zu diesen Dienstleistungen zählen beispielsweise das so genannte "SanierService", der Heizungstausch, die Wartung von Elektro- und Gasanlagen, die Berechnung des in Österreich für neue Gebäude, Sanierungen und Immobilienverkäufe geforderten Energieausweises oder die Unterstützung bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen. Produktseitig werden unter anderem technische Lösungen zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit zur Senkung des Energieverbrauchs angeboten. Individuelle und flexibel gestaltbare Energietarife runden das Angebot für die Kunden ab.

Zu Energieeffizienzmaßnahmen siehe auch Seite 52

Die "EVN Bonuswelt" ist eine zusätzliche Initiative, um den Kunden in Niederösterreich Anreize für einen bewussten und effizienten Umgang mit Energie zu bieten: Strom- und Erdgaskunden erhalten durch ihren Energiebezug oder die Nutzung von EVN Services automatisch Bonuspunkte, die sie in Form von Vergünstigungen für energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen einlösen können. Zudem besteht seit dem Frühjahr 2016 auf Basis einer Kooperation mit dem Land Niederösterreich die Möglichkeit, Bonuspunkte für den Erwerb der Niederösterreich-CARD, die Vergünstigungen für zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele bietet, einzulösen. Diese Kooperation wurde im Herbst 2016 durch ein attraktives Angebot erweitert, das 10.000 Niederösterreich-CARD-Besitzern den kostenlosen Bezug von EVN Energiesparsets im Wert von je 30 Euro ermöglicht.

Energiepreissenkungen

Die EVN Vertriebsgesellschaft gab ihren Haushaltskunden im Geschäftsjahr 2015/16 im Rahmen der EnergieAllianz erneut Einkaufsvorteile aus Preisentwicklungen weiter: Nach einer fünfprozentigen Senkung der Energiepreise für Strom und Erdgas im Oktober 2015 wurden per 1. Mai 2016 die Erdgas-Arbeitspreise für Haushalte im Schnitt um weitere 7 % gesenkt. Zudem erfolgte zum 1. Oktober 2016 eine neuerliche Senkung der Strom- und Erdgas-Arbeitspreise für Haushalte um durchschnittlich 5 %.

Zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung der Energiearmut

Zur Bekämpfung der Energiearmut setzt die EVN auf Maßnahmen zur gezielten Unterstützung einkommensschwacher Haushalte. Die von der EVN entwickelten Projekte werden dabei in Kooperation mit regionalen Interessenverbänden und sozialen Hilfsorganisationen umgesetzt, um die soziale Treffsicherheit der Maßnahmen zu gewährleisten. In diesem Sinn wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr das gemeinsame Projekt "Armutsgefährdete Haushalte" von EVN und Caritas erfolgreich fortgesetzt. Gemäß dem Prinzip "Train the Trainer" werden dazu Sozialarbeiter der Caritas von Experten der EVN zu Themen wie Energieeffizienzmaßnahmen, Einsparpotenziale oder Fördermöglichkeiten (z. B. Heizkostenzuschüsse) ausgebildet, um in weiterer Folge eigenständig Beratungsgespräche mit armutsgefährdeten Menschen zum Thema Energiesparen führen zu können. Zusätzlich unterstützt die EVN die Sozialarbeiter mit Beratungsunterlagen (z. B. Leitfaden, Checklisten) und technischen Hilfsmitteln (z. B. Energiemessgeräten). Begleitende Weiterbildung durch die EVN sowie gemeinsame Beratungen vor Ort runden das Maßnahmenpaket ab. Das konkrete Ergebnis des Projekts sind letztlich die Kosteneinsparungen, die einkommensschwache Haushalte durch energiesparende Maßnahmen erzielen.

Enge Zusammenarbeit mit den Kunden im internationalen Umweltgeschäft

Im internationalen Projektgeschäft im Umweltbereich arbeitet die Tochtergesellschaft WTE Wassertechnik überwiegend mit öffentlichen Auftraggebern wie Städten und Gemeinden sowie den mit ihrer Verwaltung betrauten Behörden zusammen. Größe und Struktur der Vorhaben bedingen in diesem Bereich über alle Projektphasen hinweg einen intensiven Austausch mit den Auftraggebern. Als Generalunternehmer und Anbieter maßgeschneiderter Lösungen hat die WTE Wassertechnik dabei die Rolle des Kommunikators zwischen den einzelnen Projektbeteiligten inne und betrachtet daher nicht nur den direkten Auftraggeber als ihren Kunden, sondern auch sämtliche in die Realisierung involvierten Organisationen.

Kundenbeirat

Der EVN Kundenbeirat ist eine wichtige Grundlage für einen intensiven Kundendialog und bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, mehr über die Meinungen, Anliegen und Bedürfnisse seiner Kunden zu erfahren. Dieser direkte Austausch unterstützt die kontinuierlichen Bemühungen der EVN, die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. Der Kundenbeirat hat eine wichtige beratende Funktion, zeigt aktuelle Trends und Fragestellungen auf, bringt frische Ideen und Vorschläge ein und prägt damit wesentlich die Gestaltung von Serviceleistungen, Produkten oder Kommunikationsmaßnahmen der EVN.

Im Geschäftsjahr 2015/16 erarbeitete der niederösterreichische Kundenbeirat bei seinen beiden Treffen mit Mitarbeitern und dem Vorstand der EVN Vorschläge zu Themen wie den neu eröffneten Service Centern, den Tarifinformationen auf der Homepage und der neuen EVN Bonuswelt.

Siehe auch www.evn.at/Kundenbeirat

Der Kundenbeirat der EVN in Bulgarien wurde 2015 zum zweiten Mal gewählt. Seit Beginn der Initiative fanden alljährlich zwei Treffen dieses Gremiums an verschiedenen Orten im Versorgungsgebiet statt, bei denen die 24 Beiratsmitglieder Erfahrungen, Kritikpunkte und Ideen mit Vertretern des Unternehmens austauschten. Zudem wurden konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der angebotenen Produkte, Dienstleistungen und Services erarbeitet. Auch in Mazedonien ist die Einführung eines Kundenbeirats aufgrund der positiven Erfahrungen in den anderen Versorgungsgebieten der EVN in Planung.

Kundenzufriedenheit

Die Zufriedenheit der Kunden ist für die EVN in allen ihren Märkten von höchster Bedeutung. Neben dem persönlichen Dialog mit den Kunden vor Ort oder am Telefon sind einfach und übersichtlich gestaltete Stromrechnungen, detaillierte Informationen auf der Homepage und regelmäßige Zufriedenheitsanalysen weitere Instrumente, mit denen die EVN danach strebt, das hohe Vertrauen ihrer Kunden und deren große Erwartungen zu erfüllen.

Customer Service – Kundenservice – trägt maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Die EVN möchte sich hier durch besonderes Engagement vom Mitbewerb abheben. Anfang Oktober 2016

beteiligte sie sich deshalb in Österreich, Bulgarien, Mazedonien und erstmals auch in Kroatien wieder an der internationalen Customer Service Week. Bei diesem renommierten internationalen Event, an dem mehrere tausend Unternehmen aus weltweit 40 Ländern teilnahmen, wurde die Bedeutung der Kundenzufriedenheit und der Mitarbeiter in kundenorientierten Bereichen in den Mittelpunkt der Aktivitäten gerückt. In allen Ländern fanden in dieser Woche diverse interne Aktivitäten für die im direkten Kundenkontakt tätigen sowie für alle sonst am Kundenservice interessierten Mitarbeiter statt.

Österreich

Im Kundenservice der EVN in Österreich gingen im Geschäftsjahr 2015/16 rund 655.000 (Vorjahr: 642.000) telefonische Kundenanfragen und 126.000 (Vorjahr: 120.000) E-Mail-Anfragen ein. Bestmöglicher Kundenservice bei der Bearbeitung dieser Anfragen ist für die EVN eine Selbstverständlichkeit. Im Interesse kontinuierlicher Verbesserung wird die Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus deshalb regelmäßig auf Basis von systematischen Kundenbefragungen analysiert. Die erhobenen Daten und ihr Vergleich im Zeitverlauf dienen der Darstellung der Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus insgesamt sowie der Analyse relevanter Geschäftsfälle. Die Ergebnisse liefern wertvolle Rückschlüsse auf Verbesserungspotenziale. Nach Analyse durch die jeweiligen Fachbereiche werden Ansatzpunkte für zukünftige Maßnahmen definiert.

Im Kalenderjahr 2015 wurden insgesamt rund 4.300 Haushaltskunden und 1.200 Gewerbekunden in Niederösterreich zu ihrer Zufriedenheit mit der EVN befragt. Die Erhebung erbrachte eine Gesamtzufriedenheit, die mit durchschnittlich 1,78 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) bewertet wurde. Der sehr gute Wert von 1,75 im Jahr zuvor konnte damit annähernd wieder erreicht werden; die Zufriedenheit befindet sich somit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Noch besser bewertet wurde dieses Jahr die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der EVN, dem große Bedeutung für die Grundzufriedenheit sowie für die Loyalität der Kunden zukommt. Weitere Stärken der EVN waren nach Ansicht der befragten Kunden die hohe Versorgungssicherheit, die gute Kundenbetreuung am Telefon und in der Störungsbehebung sowie die Kundenzeitschrift "EVN Journal".

Mithilfe des Customer Loyalty Index, der monatlich ermittelt wird, misst die EVN auf Basis verschiedener Indikatoren die Loyalität ihrer Kunden. Ziel dieses strategischen Monitoring-Instruments ist es, Veränderungen der Kundentreue und ihre Ursachen zeitnah festzustellen und durch geeignete Maßnahmen unmittelbar darauf zu reagieren. Eine besonders hohe Loyalität ließ das Monitoring bei jenen Kunden erkennen, die mit den ergänzenden Serviceleistungen der EVN näher vertraut sind.

Um die Erfüllung interner Qualitätsstandards bei der Beantwortung von Kundenanfragen und -beschwerden zu überprüfen, setzt die EVN seit Jahren auf ein Qualitätsverbesserungsprogramm. Dabei werden Kundenorientierung und Servicequalität im direkten Kundenkontakt von einem externen Marktforschungsinstitut überprüft. Im Geschäftsjahr 2015/16 erfolgten dazu insgesamt 1.850 telefonische sowie persönliche Mystery-Shopping-Tests. Ziel dieser Überprüfung war eine Analyse der Bearbeitungsqualität spezifischer Szenarien und das Aufzeigen von Verbesserungsmöglichkeiten, aus denen entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden können.

Bulgarien und Mazedonien

Die Mitarbeiter des Kundenservice der EVN Bulgaria bearbeiteten im Geschäftsjahr 2015/16 rund 487.000 (Vorjahr: 547.000) Anfragen per Telefon und rund 23.100 (Vorjahr: 22.000) Anfragen per E-Mail. In der EVN Macedonia waren es rund 424.000 Anfragen per Telefon (Vorjahr: 444.600) und 48.638 Anfragen per E-Mail (Vorjahr: 36.700).

In Bulgarien wurde im Geschäftsjahr 2015/16 die Kundenbefragung nach der "Net-Promoter-Score-Methode" weitergeführt, in deren Rahmen auf Basis der Frage nach der Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung die Kundenzufriedenheit und -loyalität bewertet werden. Die Umfrage, die sich an insgesamt rund 2.800 Kunden richtete, wurde von Mitarbeitern des Call Centers der EVN Bulgaria durchgeführt. Schwerpunkte der Befragung waren Themen wie Neuanschluss, Kundenservice, Fernablesung, Dienstleistungen oder Störungsbehebung. Die Ergebnisse der Kundenbefragung wurden verwendet, um organisatorische Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen.

In Mazedonien fanden zur Erhebung der Kundenzufriedenheit in der Berichtsperiode 4.751 Interviews (Vorjahr: 6.350) und 1.521 Mystery-Shopping-Tests (Vorjahr: 1.350) statt. Die Ergebnisse dieser Umfragen und zusätzlicher interner Qualitätsanalysen flossen wieder direkt in Verbesserungs- und Optimierungsprogramme ein.

GRI-Indikator: Befragung zur Kundenzufriedenheit (G4-PR5)

Die EVN Bulgaria führte zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit das Programm "EVN next to you" fort, das Treffen von Vertretern der EVN Bulgaria mit den Kunden direkt in deren Heimatstädten und -dörfern vorsieht. Den Kunden soll dadurch Gelegenheit gegeben werden, über grundlegende Anliegen und Probleme in der jeweiligen Region mit kompetenten Ansprechpartnern der EVN zu diskutieren.

GRI-Indikator: Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (G4-SO1)

Versorgungssicherheit mit Strom: Funktionierende Infrastruktur und Zugang zur Grundversorgung

Als Netzbetreiber fühlt sich die EVN dafür verantwortlich, den Kunden in ihren Versorgungsgebieten einen verlässlichen Zugang zu Energie zu gewährleisten. Deshalb stellt sie die Zuverlässigkeit ihrer Netze durch eine Investitionspolitik sicher, die ganz gezielt auf Versorgungssicherheit fokussiert.

Effizienz der Fernleitungen und Verteilnetze Netzverluste

Während der Fokus dabei in Niederösterreich auf dem Ausbau und der Stabilisierung der Netzinfrastruktur liegt, gilt das Hauptaugenmerk in Bulgarien und Mazedonien der weiteren Reduktion der Netzverluste. Diese konnten seit dem Markteintritt in Bulgarien kontinuierlich von 20 % im Jahr 2004/05 auf zuletzt rund 9 % gesenkt werden, in Mazedonien wurde eine Reduktion von 25 % im Jahr 2005/06 auf derzeit rund 15 % erzielt. In Österreich bewegen sich die Netzverluste mit rund 4 % stabil auf niedrigem Niveau1).

1) Aufgrund von Unterschieden in den Kunden- bzw. Netzstrukturen in den verschiedenen Versorgungsgebieten der EVN ist ein direkter Vergleich der Netzverluste nicht möglich.

Stromunterbrechungen1)

Die mittlere Unterbrechungshäufigkeit, die mittels des System Average Interruption Frequency Index (SAIFI) gemessen wurde, betrug im Kalenderjahr 2015 0,71 (Vorjahr: 0,83). Ein SAIFI-Wert von 0,71 bedeutet, dass ein EVN Kunde weniger als einmal pro Jahr von einer Stromunterbrechung betroffen war. Die durchschnittliche jährliche Dauer der ungeplanten Stromunterbrechungen, zu deren Berechnung der System Average Interruption Duration Index (SAIDI) herangezogen wurde, betrug im Kalenderjahr 2015 25,70 Minuten (Vorjahr: 51,95 Minuten) und lag damit unter dem österreichischen Durchschnitt von 27,18 Minuten (Vorjahr: 33,26 Minuten). Aufgrund der ungesicherten Datenbasis für die Berechnung der Kennzahlen SAIDI und SAIFI an den südosteuropäischen Standorten wird auf die Angabe verzichtet. 1) Quelle: Energie Control-Austria, Ausfalls- und Störungsstatistik 2014 und 2015.

GRI-Indikatoren: Effizienz der Fernleitungen und Verteilnetze (EU12); Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen (EU28 und 29)

Verfügbarkeit der EVN Kraftwerke

Maßgebliche Voraussetzungen für die verlässliche Versorgung der Kunden mit Strom sind ein störungsfreier Betrieb und die technische Sicherheit der EVN Kraftwerke. Um beides zu gewährleisten, werden regelmäßig Revisionen und Wartungsarbeiten durchgeführt, die geplante und aufeinander abgestimmte Stillstandszeiten nach sich ziehen. Die Gaskraftwerke der EVN in Korneuburg und Theiß waren im Berichtszeitraum mit Ausnahme von geplanten Revisionen bzw. marginalen ungeplanten Stillstandszeiten (0,1 % – 0,7 %) in vollem Umfang verfügbar. Die ungeplanten Stillstandszeiten der Steinkohlekraftwerke in Dürnrohr und Duisburg-Walsum betrugen 0,2 % bzw. 10,7 %. Die Verfügbarkeit der EVN Windparks belief sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf 96,4 %. Bei den Windparks wird dabei nicht zwischen geplanter und ungeplanter Nichtverfügbarkeit unterschieden.

GRI-Indikator: Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke (EU30)

Stromabschaltungen bei Zahlungsrückständen

Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung sowie die Möglichkeit von Ratenzahlungen an. Dennoch sah sie sich in der Vergangenheit – vor allem in Bulgarien und Mazedonien – mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert. Im Geschäftsjahr 2015/16 konnten in Bulgarien jedoch bereits eine Einbringungsrate von 99,6 % und in Mazedonien ein Wert von 93,0 % erreicht werden. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen. Während in Österreich die Anzahl der Abschaltungen stabil auf niedrigem Niveau liegt, muss in Bulgarien und Mazedonien – wo die Zählerstände anders als in Österreich monatlich abgelesen und abgerechnet werden – häufiger auf diese letzte Maßnahme zurückgegriffen werden.1) Nach Einbringung der Zahlungsrückstände oder Abschluss einer Stundungs- oder Ratenvereinbarung werden Lieferunterbrechungen in allen Versorgungsgebieten der EVN in der Regel binnen 24 Stunden wieder aufgehoben.

1) Die allgemeinen Aufzeichnungen zu Stromabschaltungen beziehen sich auf Netzversorgungsgebiete und nicht auf einzelne Lieferanten, da der Netzbetreiber nach Aufforderung des Lieferanten für die Stromabschaltung technisch verantwortlich ist. Durch diese Art der Erhebung kommt es zu einer Verzerrung der Statistik, sodass von einer Angabe abgesehen wird.

Die EVN hat in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um ihren Kunden die Einhaltung ihrer Zahlungsverpflichtungen zu erleichtern. Dazu zählt etwa in Bulgarien die Möglichkeit einer Erinnerung per E-Mail oder SMS über den Ablauf einer Zahlungsfrist, um Abschaltungen aufgrund versehentlichen Zahlungsverzugs vorzubeugen. Falls der Kunde dennoch alle Fristen überschreitet, wird er zumindest drei Tage vor der Abschaltung nochmals davon in Kenntnis gesetzt – entweder per E-Mail bzw. SMS oder über das Kundenportal auf der Webseite der EVN Bulgaria. Zusätzlich hat sich die EVN in letzter Zeit gezielt der verlässlichen Zustellung von Rechnungen und einer einfachen Zahlungsabwicklung gewidmet.

GRI-Indikator: Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen (EU27)

Produktverantwortung

Grundsätze

Die Grundsätze der Produktverantwortung sind in den zentralen Leitbildern der EVN wie dem Unternehmensleitbild und dem Umweltleitbild verankert. Damit kommt auch ihr hoher Stellenwert in der Wertehierarchie des Unternehmens zum Ausdruck. Ebenso unterstreichen die Leitwerte "ensure", "encourage" und "enable" die Bedeutung des Markenversprechens der EVN, das nur mit dem Einsatz aller Mitarbeiter gehalten werden kann.

Siehe auch www.verantwortung.evn.at

Im Energiegeschäft bietet die EVN eine breite Palette an maßgeschneiderten Lösungen an. Die Kunden können z. B. aus unterschiedlichen Tarifen das für sie passende Modell auswählen und sich für fixe oder variable Energiepreise bzw.für Strom aus zu 100 % erneuerbaren Energiequellen bzw. Biogas entscheiden.

Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen

Gemäß der gesetzlichen Stromkennzeichnungspflicht legt die EVN für den gesamten an Kunden in Österreich gelieferten Strom auf der Rechnung die Herkunft ebenso offen wie die Umweltauswirkungen seiner Erzeugung (CO2-Emissionen und radioaktiver Abfall). Im Rahmen der Prüfung der Stromkennzeichnung auf den Rechnungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, konnte für das Geschäftsjahr 2014/15 für alle gelieferten Strommengen die Herkunft aus österreichischer Produktion belegt werden. Die Daten für das Kalenderjahr 2016 werden erst nach Redaktionsschluss dieses Ganzheitsberichts vorliegen.

Die Berechnung des Labeling wurde per 31. Dezember 2015 auf Kalenderjahre umgestellt. Die Umweltauswirkungen des Versorgungsmix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2015 beliefen sich auf 201,76 g/kWh CO2-Emissionen (Geschäftsjahr 2013/14: 116,46 g/kWh) und 0 mg/kWh (Vorjahr: 0 mg/kWh) radioaktiven Abfall. Da die Produktion und der Verkauf von Strom aus Atomkraftwerken im öffentlichen Diskurs umstritten sind, bekennt sich die EVN seit Jahren zu einem 0 %-Anteil von Atombzw. Graustrom in ihrem Strommix.

  • Zur Strombeschaffung in Bulgarien und Mazedonien siehe Seite 69
  • GRI-Indikatoren: Produktinformation (G4-PR3); Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte (G4-PR6)

Kundengesundheit und -sicherheit

Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimiert etwaige Risiken hinsichtlich Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen der von der EVN angebotenen Produkte. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das EVN Qualitätsmanagement ein. Im Fokus stehen hier die Definition

Zusammensetzung des Gaspreises in Niederösterreich1)

% per 01.10.2015 per 01.10.2016

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh

und die Beachtung hoher Standards bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktportfolios, bei Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten sowie bei den Abläufen im Rahmen der Zertifizierung, Herstellung und Produktion, des Vertriebs, Marketings und der Verkaufsförderung sowie der Verwendung, Wartung, Entsorgung und Wiederverwendung der Produkte. Alle Produktund Dienstleistungskategorien werden laufend durch umfassende Qualitätssicherung nach den Prinzipien ganzheitlicher Verantwortung im Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.

GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus (G4-PR1)

Trotz umfassender Sicherheitsvorkehrungen vonseiten des Unternehmens können sich im Fall der Missachtung von Sicherheitsvorschriften Unfälle ereignen. Im Berichtsjahr kam es im Versorgungsgebiet der Netz Niederösterreich GmbH zur Elektrisierung zweier betriebsfremder Personen, die beim Abkippen von Klärerde bzw. bei Kran-Verladearbeiten in Kontakt mit einer Freileitung gelangten. Es kam bei beiden Personen zu keinen ersichtlichen Verletzungen.

GRI-Indikator: Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit; EU25)

Aktionäre und Anleger

Durch aktive Kommunikation, zielgruppengerechte Information für alle Kapitalmarktteilnehmer und verlässliche Dividendenausschüttungen stärkt die EVN das langfristige Vertrauen in ihre Aktie und ihre Anleihen. Ratings im guten Investment-Grade-Bereich tragen ebenfalls dazu bei.

Investor Relations

Der Kapitalmarktauftritt der EVN ist den Prämissen Zeitnähe, Transparenz, Verständlichkeit und substanzielle Information verpflichtet. Ein besonderes Anliegen ist der EVN im Rahmen ihrer Investor-Relations-Aktivitäten die regelmäßige und aktive Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Zu diesem Zweck führt sie – neben vierteljährlichen Telefonkonferenzen anlässlich der Ergebnisveröffentlichungen – regelmäßig Gespräche mit Analysten und Investoren im Rahmen internationaler Roadshows und Investorenkonferenzen. Dabei geht die EVN besonders auf nachhaltig orientierte Anleger und deren Informationsbedürfnisse ein. Denn sie legt großen Wert darauf, dass die eingesetzten Kommunikationsmittel gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen ausgelegt sind. Auf diese Weise verfolgen der Vorstand und das Investor-Relations-Teamdas Ziel, die Aufmerksamkeit und das Verständnis für die EVN kontinuierlich zu verbessern und dadurch das langfristige Vertrauen in die Aktie zu stärken.

Mehrere internationale Banken veröffentlichen regelmäßig Analysen über die Geschäftsentwicklung der EVN und Empfehlungen über das Kurspotenzial der Aktie. Zum 30. September 2016 bestanden für die EVN Aktie vier Kauf- und zwei Halteempfehlungen, das durchschnittliche Kursziel lag bei 12,00 Euro.

Siehe auch www.investor.evn.at

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Die internationalen Aktienmärkte entwickelten sich im Berichtszeitraum mehrheitlich positiv. Nach einer Schwächephase Anfang 2016 und einem Anstieg der Volatilität, gepaart mit kurzfristigen Kursverlusten aufgrund des Referendums über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union gegen Ende Juni, konnten die wichtigsten Aktienmärkte vor allem im dritten Quartal 2016 überzeugen. Dies gilt sowohl für den amerikanischen Leitindex Dow Jones, der von Oktober 2015 bis September 2016 um 12,4 % zulegte, als auch für den deutschen Leitindex DAX, der im selben Zeitraum einen Anstieg von 8,8 % verzeichnete. Ähnlich positiv präsentierte sich auch der Kursverlauf des Wiener Leitindex ATX, der aufgrund einer vor allem gegen Ende der Berichtsperiode guten Performance insgesamt um 7,9 % an Wert gewann. Dagegen erzielte der für die EVN relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities lediglich einen Kursanstieg um 1,2 %. Im Vergleich dazu entwickelte sich die EVN Aktie mit einem Plus von 7,1 % ähnlich gut wie der gesamte österreichische Aktienmarkt. Das durchschnittliche tägliche Umsatzvolumen lag im Geschäftsjahr 2015/16 bei 26.031 Stück (Einmalzählung). Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 65,8 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 0,24 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht.

Aktienrückkaufprogramm

Die 87. Hauptversammlung beendete am 21. Jänner 2016 das seit 16. Jänner 2014 laufende Aktienrückkaufprogramm vorzeitig und beschloss ein neues Aktienrückkaufprogramm, indem sie den Vorstand ermächtigte, während einer Geltungsdauer von 30 Monaten auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck (i) der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Ausmaß von insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN zu erwerben. Auf Basis dieser Ermächtigung beschloss der Vorstand am 21. Jänner 2016, befristet bis 31. Oktober 2016, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen. Im Rahmen dieses neuen Aktienrückkaufprogramms wurden zwischen 28. Jänner und 30. September 2016 90.000 Aktien erworben; dies entspricht 0,05 % des Grundkapitals. Einschließlich der bereits in früheren Jahren rückgekauften Aktien besitzt die EVN per 30. September 2016 2.036.069 eigene Aktien, die einem Anteil von 1,1 % am Grundkapital entsprechen.

Am 5. Oktober 2016 beschloss der Vorstand die vorzeitige Beendigung des aktuellen Aktienrückkaufprogramms. Der Ermächtigungsbeschluss der 87. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG bleibt davon unberührt und ist weiterhin gültig.

Aktionärsstruktur

Siehe auch Seite 106

GRI-Indikator: Eigentümerverhältnisse und Rechtsform (G4-7)

Mittelverwendungsstrategie und Dividende

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionäre an. Langfristig wird in diesem Sinn eine Ausschüttungsquote von rund 40 % des Konzernergebnisses angestrebt. Für das Geschäftsjahr 2014/15 wurde in der 87. Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 die Zahlung einer Dividende von 74,7 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro je dividendenberechtige Aktie an die Aktionäre der EVN AG beschlossen. Ex-Dividendentag war der 27. Jänner 2016, die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 29. Jänner 2016.

Für das Geschäftsjahr 2015/16 wird der Vorstand der 88. Hauptversammlung am 19. Jänner 2017 ebenfalls die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,42 Euro je dividendenberechtige Aktie vorschlagen.

Die EVN Aktie 2015/16 2014/15 2013/14
Kurs per Ultimo September EUR 10,56 9,85 10,13
Höchstkurs EUR 10,60 10,56 12,50
Tiefstkurs EUR 9,65 9,50 9,76
Kursveränderung % 7,1 –2,7 –10,3
Total Shareholder Return % 11,4 1,5 –6,6
ATX Entwicklung % 7,9 1,2 –12,8
Dow Jones Euro Stoxx Utilities Entwicklung % 1,2 –15,7 23,2
Aktienumsatz1) Mio. EUR 65,8 79,2 120,4
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 26.031 31.598 45.167
Anteil am Gesamtumsatz1) % 0,24 0,29 0,53
Börsekapitalisierung per Ultimo September Mio. EUR 1.899 1.773 1.821
ATX-Prime-Gewichtung % 0,93 0,97 0,87
WBI-(Wiener Börse Index)-Gewichtung % 2,21 2,21 2,29
Ergebnis je Aktie2) EUR 0,88 0,83 –1,68
Dividende je Aktie EUR 0,423) 0,42 0,42
Cash Flow je Aktie2) 4) EUR 3,03 2,46 1,90
Buchwert je Aktie2) EUR 15,59 14,56 14,80
Kurs-Gewinn-Verhältnis X 12,0 11,8
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis4) X 3,5 4,0 5,3
Kurs-Buchwert-Verhältnis X 0,7 0,8 0,8
Dividendenrendite % 4,0 4,3 4,1
Ausschüttungsquote % 47,7 50,4

1) Wiener Börse, Einmalzählung

2) Bezogen auf die per 30. September im Handel befindlichen Aktien

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

4) Cash Flow aus dem Ergebnis

Die EVN Anleihen

Finanzierungsstrategie

Die Diversifikation der Finanzierungsinstrumente und -partner ist ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierungsstrategie der EVN. Aus diesem Grund ist neben guten Geschäftsbeziehungen zu regionalen, internationalen und multilateralen Banken der flexible Kapitalmarktzugang zu nationalen und internationalen Investoren von besonders hoher Bedeutung für die EVN. Die Basis dafür sind die bereits etablierte Präsenz der EVN auf den Fremdkapitalmärkten, die von Moody's und Standard & Poor's erstellten externen Ratings des Unternehmens sowie die bestehende Rahmendokumentation (Debt-Issuance-Programm) für Kapitalmarktemissionen. Die Rahmendokumentation wurde im Jänner 2016 erneuert und ermöglicht ein Emissionsvolumen von bis zu 2,0 Mrd. Euro. Per 30. September 2016 waren im Rahmen des Debt-Issuance-Programms öffentliche Anleihen und Privatplatzierungen im Volumen von rund 680,0 Mio. Euro begeben.

Siehe auch Seite 172f

Die aushaftenden Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen weisen ein ausgewogenes Fälligkeitenprofil auf, das sich über einen Zeitraum von 2017 bis 2032 erstreckt. Im Geschäftsjahr 2015/16 war eine Privatplatzierung im Nominale von 28,5 Mio. Euro zur Rückzahlung fällig. Diese Rückzahlung wurde aus dem operativen Cash Flow finanziert. Neuemissionen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erfolgt.

Bonitätsbeurteilung durch Rating-Agenturen

Die EVN wird regelmäßig unabhängigen Bonitätseinstufungen durch die beiden internationalen Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's unterzogen. Im Geschäftsjahr 2015/16 haben beide Rating-Agenturen ihre Ratings im Zuge der jährlichen Aktualisierung bestätigt: Moody's bekräftigte im Februar 2016 das Rating A3 mit stabilem Ausblick, und auch Standard & Poor's beließ in einer Analyse Anfang April das Rating bei BBB+ und stabilem Ausblick. Damit erfüllt die EVN weiterhin ihre eigene Zielvorgabe von Ratings im guten Investment-Grade-Bereich.

Gesellschaft

Als regional verwurzeltes und zugleich international ausgerichtetes Unternehmen setzt sich die EVN intensiv mit dem Thema gesellschaftliche Verantwortung auseinander. Dabei strebt sie eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte an.

Die EVN ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mitverantwortlich für die gesellschaftliche Entwicklung in ihren Märkten und hat aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Verflechtungen Einfluss auf lokale Stakeholder. Der im EVN Verhaltenskodex festgeschriebene Managementansatz umfasst dabei all jene gesellschaftlichen Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die auch gesellschaftsrelevante Aspekte berücksichtigt.

Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit – insbesondere in Risikobereichen, die auch die Bevölkerung betreffen könnten – über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne samt den dazugehörigen Schulungsprogrammen. An allen Standorten der EVN werden Krisensituationen regelmäßig geübt. In Niederösterreich werden zudem interne und externe Übungen und Schulungen zum Thema Krisenmanagement abgehalten. Mitarbeiter im Störungsdienst werden laufend geschult, und jährlich erfolgen Trainings für alle Diensthabenden sowie Sicherheitsunterweisungen für sämtliche Mitarbeiter. In Bulgarien und Mazedonien bestehen ebenfalls eigene Krisenmanagement-Systeme.

Ethik und Integrität

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Der in zehn Themenbereiche gegliederte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern. Er umfasst Unternehmensgrundsätze, die über geltendes Recht hinausgehen, und legt Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns fest. Er dient zur Orientierung bei der täglichen Arbeit und zielt auf Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern ab. Das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeiter wird dabei gezielt gefördert. Der EVN Verhaltenskodex wird laufend an die aktuellen Entwicklungen angepasst, insbesondere an die gesetzlichen Rahmenbedingungen, und steht neben Deutsch auch in Englisch

und in den Sprachen der Tochtergesellschaften zur Verfügung. Grundlagen des Kodex sind neben internen Organisationsvorschriften und den jeweiligen länderspezifischen gesetzlichen Bestimmungen auch internationale Regelwerke, wie beispielsweise Leitsätze und Übereinkommen der OECD, der UN Global Compact oder Grundsatzerklärungen und Prinzipien der International Labour Organisation (ILO).

  • Siehe auch www.evn.at/Verhaltenskodex.aspx
  • GRI-Indikator: Werte, Grundsätze und Normen (G4-56)

Compliance-Management

Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems (CMS) wurde im Geschäftsjahr 2012/13 die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Das von ihr betreute CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

Um der ab 2018 verbindlichen EU-Datenschutz-Grundverordnung zum weiteren Schutz personenbezogener Daten Rechnung zu tragen, wurde im Geschäftsjahr 2015/16 die Stabsstelle CCM um einen Datenschutzbeauftragten erweitert. Die Implementierung eines Datenschutz-Management-Systems (DMS) ermöglicht

  • die Schaffung aufbau- und ablauforganisatorischer Strukturen für den Datenschutz,
  • die Herausgabe, Weiterentwicklung und Überwachung interner Datenschutzleitlinien sowie
  • die Koordination, Schulung und Unterstützung der mit dem DMS befassten Mitarbeiter.
  • Siehe auch Seite 84f
  • GRI-Indikator: Interne und externe Verfahren zu Compliance und Integrität (G4-57)

Compliance-Schulungen

Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 führt die EVN flächendeckend Schulungen ihrer Mitarbeiter in Bezug auf ethisches und gesetzeskonformes Verhalten durch. Als Schulungsunterlage wurde eine

Compliance-Box entwickelt. Die Grundlage für den inhaltlichen Teil der zumindest zweieinhalbstündigen Schulungen ist der Verhaltenskodex der EVN. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden über 550 Mitarbeiter und Führungskräfte in vier unterschiedlichen Sprachen und fünf verschiedenen Ländern im Bereich Compliance trainiert.

GRI-Indikatoren: Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern in Bezug auf die Menschenrechtspolitik und -verfahren der Organisation (G4-HR2); Schulungen zur Korruptionsprävention (G4-SO4)

Laufende Weiterentwicklung des Compliance-Managements

Neue compliance-relevante Inhalte und Themenbereiche werden von den Experten der EVN laufend beobachtet. Nach Maßgabe einer Risikobewertung werden sie gegebenenfalls in geeigneter Form in die Compliance-Box integriert. Zur weiteren Vertiefung der Inhalte erfolgen für besonders risikoexponierte Bereiche Spezialschulungen zu den relevanten Themen. Im Sinn der laufenden Bearbeitung des Themas und der Festigung bereits vermittelter Inhalte sind neben den im EVN Intranet abrufbaren Inhalten auch E-Learning-Module für alle Mitarbeiter der EVN implementiert. Darüber hinausgehend werden spezielle Schulungen für Geschäftsführer, Leiter von Infrastrukturprojekten oder Vertriebsmitarbeiter angeboten.

Prävention von Compliance-Verstößen

Compliance-Verstöße stellen einen Risikofaktor im unternehmensinternen Risikomanagement dar, zu dem anhand der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex in allen Konzerngesellschaften regelmäßig einschlägige Unterweisungen erfolgen. Darüber hinaus wird im Rahmen aller Prüfungsprojekte der Internen Revision auf die Einhaltung sämtlicher compliance-relevanten Vorgaben und Regelungen geachtet. Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 steht den EVN Mitarbeitern konzernweit zudem das vertrauliche und anonyme Hinweisgeberverfahren ("Whistle Blowing") zur Meldung von Bedenken in Bezug auf ethisch nicht vertretbares oder rechtswidriges Verhalten über das EVN Intranet zur Verfügung. Die Mitarbeiter können über das Intranet und Geschäftspartner über eigens eingerichtete Compliance-E-Mail-Adressen (z. B. [email protected]) das Hinweisgeberverfahren nutzen. Eine Konzernanweisung legt das Verfahren und den Umgang mit den gemeldeten Bedenken sowie den Schutz des Hinweisgebers gegen Vergeltungsmaßnahmen fest.

Compliance-Verstöße stellen gegebenenfalls eine Verletzung von Dienstpflichten dar; zusätzlich ist eine allfällige strafrechtliche Relevanz von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich

direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Officer zu wenden. In der Berichtsperiode wurden zwei vermutete Verstöße gegen den Verhaltenskodex (zum Thema Beschaffung bzw. im Zusammenhang mit einer Kundenbeschwerde) über das Hinweisgebersystem gemeldet. Beide Verdachtsmomente haben sich nach interner Untersuchung nicht bestätigt.

GRI-Indikatoren: Meldung von Bedenken zu Integrität (G4-58); Untersuchung von Korruptionsrisiken (G4-SO3); Antikorruptionsmaßnahmen (G4-SO5)

Menschenrechte

Die EVN sieht es als ihre Verpflichtung an, die uneingeschränkte Wahrung der Menschenrechte in allen ihren Handlungsbereichen sicherzustellen. Die diesbezüglichen Agenden liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der darin vom EVN Compliance Officer unterstützt wird. Wichtige Werkzeuge sind in diesem Kontext die Menschenrechtsklauseln in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, das Verbot von Kinderarbeit, das Verbot von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und die Rechte indigener Gruppen.

Überprüfung der Einhaltung

Die für alle Mitarbeiter verbindlichen Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgehalten und allgemein zugänglich. Da die EVN auch von ihren Lieferanten und Auftragnehmern die Wahrung ihrer Grundsätze und Werte verlangt, werden diese zur Einhaltung der EVN Integritätsklausel verpflichtet. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge der Erbringung ihrer Leistungen auf die Einhaltung der Menschenrechte überprüft.

  • Zur EVN Integritätsklausel bei Lieferanten siehe Seite 69f
  • GRI-Indikatoren: Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln (G4-HR1); Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen (G4-HR9)

Beim Einsatz von Sicherheitspersonal wird großer Wert auf die verlässliche Wahrung der Menschenrechte gelegt – insbesondere auch an den Geschäftsstandorten der EVN in Südosteuropa. Deshalb werden sowohl Sicherheitskräfte mit Arbeitsvertrag als auch externe Dienstleister explizit zur Einhaltung der Menschenrechtsaspekte des EVN Verhaltenskodex bzw. der Integritätsklausel verpflichtet. Menschenrechtsverletzungen durch das Sicherheitspersonal sind somit nahezu ausgeschlossen und würden auch streng sanktioniert.

GRI-Indikator: Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte (G4-HR7)

Rechte der Mitarbeiter der EVN und ihrer Lieferanten

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesellschaften an allen ihren Standorten ein zentraler Aspekt in der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO). Dieses Recht ist auch fest in der Integritätsklausel der EVN verankert. Die EVN und ihre Tochtergesellschaften üben keine Geschäftstätigkeiten aus, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell jener auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnte. In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt. Darüber hinaus hat die EVN neben der in ihren österreichischen Konzerngesellschaften bestehenden Belegschaftsvertretung die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der die Wahrung der genannten und weiterer Menschen- und Mitarbeiterrechte an den EU-Standorten der EVN sicherstellt.

Eine Analyse der Länder bzw. geografischen Gebiete, in denen Tochtergesellschaften der EVN tätig sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU Russland von den maßgeblichen Institutionen als Risikoland im Bereich der Menschenrechte bezeichnet wird. Aus diesem Grund hat sich die EVN intensiv mit der Frage der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte der russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorte im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte besonders zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem neuen internationalen Projekt die damit verbundenen relevanten Risiken.

GRI-Indikator: Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen (G4-HR4)

Als eine der Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden auf das Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert werden. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten bekannt.

  • Zur Anwendung der EVN Integritätsklausel für Lieferanten und Auftragnehmer siehe Seite 69f
  • GRI-Indikator: Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Maßnahmen (G4-HR3)

Wertschaffung für die Gesellschaft

Als börsenotierte Aktiengesellschaft sowie als Anbieter von Energie- und Umweltdienstleistungen löst die EVN eine Reihe von indirekten und direkten positiven Effekten für die Gesellschaft in ihren Versorgungsgebieten aus. In Form von Gehältern, Zahlungen an Lieferanten, Dividendenausschüttungen sowie Steuern führt die EVN den Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist, direkte finanzielle Leistungen zu.

Zu den wichtigsten Kennzahlen der EVN siehe die vordere Flappe dieses Berichts sowie Seite 92ff

EVN Sozialfonds

In ihrer Verantwortung gegenüber unterschiedlichen Stakeholdern setzt die EVN auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Der EVN Sozialfonds etwa, der mit jährlich 100.000 Euro dotiert ist, unterstützt Kinder- und Jugendprojekte niederösterreichischer Institutionen. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trifft. Die Empfehlungen an den Vorstand der EVN zur Mittelverwendung erfolgen einstimmig auf Basis eines vordefinierten Kriterienkatalogs. In der Berichtsperiode wurden 14 Projekte mit einem Gesamtbeitrag von 95.475 Euro unterstützt.

Siehe auch www.evn.at/Sozialfonds

Auch außerhalb ihres Heimmarkts Niederösterreich engagiert sich die EVN und fördert insbesondere Kindergärten und -heime sowie Schulen in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien. Die Volunteering-Aktion "EVN für Bulgarien 2015" beispielsweise widmete sich dem korporativen freiwilligen Mitarbeiter-Engagement. Mehr als 420 Mitarbeiter nahmen mit Unterstützung des Unternehmens an insgesamt 60 freiwilligen Aktionen in 28 Ortschaften in Südostbulgarien teil. Gefördert wurden beispielsweise Zentren für familiäre Unterkunft für Kinder, Wohnheime für Senioren, Zentren für Kinder mit Behinderung, Kindergärten, Schulen, ein Flüchtlingszentrum, Gemeindezentren, Theater oder Museen.

GRI-Indikatoren: Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen (G4-EC8); Direkt verteilter wirtschaftlicher Wert (G4-EC1)

Investitionen und Dienstleistungen im öffentlichen Interesse

Im Geschäftsjahr 2015/16 hat die EVN 315,4 Mio. Euro (Vorjahr: 322,7 Mio. Euro) in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Infrastruktur sowie ihrer Erzeugungsanlagen investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und stehen damit letztlich im öffentlichen Interesse. Zudem ist eine Vielzahl der EVN Kraftwerke der Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich. So steht das nie in Betrieb genommene Atomkraftwerk Zwentendorf Privatpersonen und Firmen sowohl für Privatführungen als auch für Ausbildungs- und Übungszwecke zur Verfügung. Die gesellschaftliche Verantwortung der EVN kommt auch in speziellen Projekten für Kinder und Jugendliche zum breiten Themenfeld der Energie und zum bewussten Umgang mit dieser zum Ausdruck.

Siehe auch www.youngenergy.at

GRI-Indikator: Entwicklung von Infrastrukturinvestitionen und geförderten Dienstleistungen (G4-EC7)

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2015/16 hat die EVN 1,6 Mio. Euro (davon 14,4 % über Förderungen) für Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte aufgewendet. Soweit vereinzelte Gesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie etwa im Zusammenhang mit dem Ökostromgesetz oder der steuerlichen Forschungsprämie, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die für ihre jeweiligen Projekte vorgesehenen finanziellen Unterstützungen.

  • Zu den Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten siehe Seite 100
  • GRI-Indikator: Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand (G4-EC4)

Verfahren, Geldbußen und Sanktionen

Vor der bulgarischen Wettbewerbskommission (Bulgarian Commission for Protection of Competition) wurde ein Verfahren gegen die EVN Bulgaria EP, die EVN Bulgaria EC, die EVN TSEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mögliche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens waren der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des Lieferantenwechsels. Das Verfahren vor der Wettbewerbskommission ist noch ausständig. Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria EP acht weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission eröffnet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetzliche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts (Bulgarian Competitive Protection Act) zu bewerten.

In sieben dieser Verfahren hat die bulgarische Wettbewerbskommission festgestellt, dass die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria EP in Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Anforderungen gehandelt haben. Zwei dieser Beschlüsse sind in Kraft getreten, in fünf weiteren Fällen wurden die Beschlüsse von den Klägern angefochten. In einem Verfahren wurde ein Wettbewerbsverstoß festgestellt. Gegen dieses Urteil hat die EVN Bulgaria EP Berufung eingelegt.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit dem für das Projekt der Müllverbrennungsanlage MPZ1 der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig.

GRI-Indikator: Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung (G4-SO7)

Im März 2014 hat die staatliche bulgarische Kommission für Energie- und Wasserregulierung (EWRC/"der Regulator") ein administratives Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria EC eingeleitet. Als Grund für diesen Schritt nannte die EWRC die Gegenverrechnung von Forderungen an die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) durch die EVN Bulgaria EC. Der Regulator behauptete, die Gegenverrechnung habe zur Verringerung der Barreserven bei der NEK geführt und dadurch deren Fähigkeit gefährdet, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Mit Entscheidung vom 15. September 2016 hat das Schiedsgericht der bulgarischen Industrie- und Handelskammer die Gegenverrechnung von Forderungen an NEK durch EVN Bulgaria EC für berechtigt erkannt.

Seitens der EWRC wurden auch bei der EVN Bulgaria EP Untersuchungen wegen diverser Verstöße durchgeführt. Die meisten dieser Geldbußen betreffen Verstöße gegen Vorgaben für Protokolle über das Ersetzen kommerzieller Zähler ("Commercial Metering Devices", CMD). Die behaupteten Verstöße bestehen z. B. im Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen oder Mitarbeiter der EVN Bulgaria EP auf diesen Protokollen. Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator bisher in 304 Fällen Geldbußen in Höhe von zusammen 6,08 Mio. bulgarischen Lew (3,10 Mio. Euro) verhängt. Die EVN Bulgaria EP hat vor dem zuständigen bulgarischen Gericht Berufung gegen alle Geldbußen eingelegt. Bislang wurden 103 Verurteilungen aufgehoben und 172 Verurteilungen bestätigt. Die restlichen Gerichtsverfahren sind noch anhängig.

GRI-Indikator: Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen (G4-SO8); Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften (G4-PR2); Bußgelder wegen Verstößen gegen Produktund Dienstleistungsauflagen (G4-PR9)

Umwelt und Klima

Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz sind für die EVN von hoher Bedeutung. Nicht von ungefähr zielen zwei zentrale Handlungsfelder der EVN Wesentlichkeitsmatrix genau auf diese Anliegen ab.

Organisation des Umweltmanagements in der EVN

Die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Umweltschutz und -controlling verantwortet die Erfassung und Analyse der ökologischen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit in Bereichen wie Ressourceneinsatz, Energie- und Wasserverbrauch, Emissionen, Biodiversität, Transport sowie Abwasser und Abfall. Auf Basis ihrer Analysen unterstützt diese Abteilung die operativen Einheiten darin, Umweltauswirkungen zu verhindern bzw. zu minimieren. Damit nimmt sie eine zentrale Rolle im Management der Nachhaltigkeitsthemen der EVN, insbesondere der beiden Handlungsfelder "Umweltschutz und Ressourcenschonung" sowie "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" aus der EVN Wesentlichkeitsmatrix ein.

Die grundlegenden Ziele und Werte der EVN für diesen Bereich definiert das Umweltleitbild. Es enthält etwa Vorgaben wie die Minimierung der Umweltbeeinflussung, Ressourcenschonung durch den Einsatz modernster Umwelttechnik und die stetige Verbesserung der Umweltleistung.

Siehe auch www.evn.at/Umweltleitbild

EMAS-Zertifizierungen

Das Umweltmanagementsystem der EVN – es schließt als integriertes Managementsystem auch die Anforderungen des Arbeitsschutzes mit ein – wird nach den Anforderungen der Standards ISO 14001 und EMAS (Eco-Management und Audit Scheme) zertifiziert. Diesen Zertifizierungen unterliegen die thermischen Kraftwerke in

Niederösterreich sowie 49 Wärmeerzeugungs-

anlagen. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde auch die thermische Abfallverwertungsanlage in Zwentendorf/Dürnrohr sowohl nach ISO 14001 als auch nach EMAS auditiert. Die Eintragung im EMAS-Register wird für Ende 2016 erwartet.

Im Frühjahr 2016 wurde der 28 Mitglieder umfassende Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung – er berät den Vorstand in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen – neu zusammengesetzt. Die erste Sitzung des neu konstituierten Beirats fand im Herbst 2016 statt.

Siehe auch www.evn.at/Umweltbeirat

Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Emissionen

Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen

Die Berechnung der in diesem Kapitel angegebenen Werte für direkte und indirekte Treibhausgasemissionen erfolgt nach den Regeln und anhand der Faktoren, die die EU-Emissionshandelsrichtlinie für die einzelnen Länder vorschreibt, und umfasst sämtliche CO2-Emissionen. Diese werden auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren für die jeweils eingesetzten Primärenergieträger berechnet. Die Zuordnung der Emissionen zu den einzelnen Kategorien (Scopes) folgt den Empfehlungen des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) des World Resource Institute (WRI).

Die absolute Menge der direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) belief sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf 3.076.337 t CO2 (Vorjahr: 2.396.633 t CO2). Der hier verzeichnete Anstieg ist auf die deutlich höhere Nachfrage nach thermischer Produktion zur Netzstabilisierung zurückzuführen.

Maßnahmen zur Reduktion treibhausrelevanter Emissionen

Die EVN investiert laufend in Projekte zur Verringerung treibhausrelevanter Emissionen und erfüllt dadurch ihre strategische Zielsetzung, den Anteil der umweltfreundlichen Energieerzeugung durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten, insbesondere aus Wind und Biomasse, zu steigern.

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)1) 2015/16 2014/15 2013/14
Österreich und Deutschland t CO2 2.921.473 2.232.258 2.058.900
Bulgarien t CO2 152.677 162.109 154.198
Mazedonien t CO2 2.187 2.266 2.465
Summe t CO2 3.076.337 2.396.633 2.215.563
t CO2 /GWh 381,37 334,31 336,21

1) Zu den direkten Emissionen (Scope 1) zählen bei der EVN jene CO2-Emissionen, die aus eigenen Anlagen und Betrieben durch den Einsatz

von Primärenergieträgern (Steinkohle, Gas, Öl) sowohl zur Energieproduktion als auch für den Eigenbedarf und Transport (Treibstoffe) entstehen.

Indirekte THG-Emissionen (Scope 2)1) 2015/16 2014/15 2013/14
Österreich und Deutschland t CO2 151.266 126.222 110.248
Bulgarien t CO2 50.723 52.782 53.374
Mazedonien t CO2 3.924 3.933 4.051
Summe t CO2 205.913 182.937 167.674
t CO2 /GWh 340,12 336,27 358,79

1) Die indirekten Emissionen (Scope 2) sind Emissionen, die in der EVN verwendeten Mengen an Strom, Wärme oder Kälte zugerechnet werden und bei deren Produktion entstanden sind.

Maßnahme Jährliche CO2-Einsparung
Ausbau Windkraftanlagen
Inbetriebnahme 2015/16 rund 28.200t CO2
Geplante Inbetriebnahmen bis 2017/18 rund 67.000t CO2
Ausbau Biomasseanlagen
Inbetriebnahme 2015/16 rund 1.900t CO2
Geplante Inbetriebnahmen bis 2016/17 rund 7.500t CO2

Wirkungsgrade

Der durchschnittliche Nutzungsgrad (Grad der tatsächlichen Umsetzung des Brennstoffs in Strom bzw. Wärme) der Anlagen der EVN zur Energieerzeugung aus Erdgas in Österreich und Bulgarien betrug im Geschäftsjahr 2015/16 durchschnittlich 55,1 %1) (Vorjahr: 70,4 %). Der hier verzeichnete Rückgang resultierte aus Revisionsarbeiten im Kraftwerk Theiß. Der durchschnittliche Nutzungsgrad für die Anlagen der EVN zur Energieerzeugung aus Steinkohle belief sich auf durchschnittlich 51,9 % (Vorjahr: 53,6 %). 1) Nach Kapazität gewichteter Wert

GRI-Indikator: Wirkungsgrade (EU11)

Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3)1) 2015/16 2014/15 2013/14
Summe t CO2 6.024.556 6.376.738 7.045.323
t CO2 /GWh 329,36 302,53 318,76

1) Scope-3-Emissionen beinhalten weitere indirekte Emissionen, die in der Lieferkette (Emissionen aus dem Abbau und Transport der Primärenergieträger), durch an Endkunden verkaufte und durch diese genutzte Strom- und Gasmengen und aus der Reisetätigkeit

von EVN Mitarbeitern mit Massentransportmitteln entstehen.

Intensität der THG-Emissionen1) 2015/16 2014/15 2013/14
Summe CO2-Emissionen t CO2 /GWh 397,29 378,82 385,97

1) Spezifische Emissionen aus der Summe Scope 1–3 auf die abgesetzte Menge Strom und Erdgas (18.292 GWh Strom und 5.134 GWh Erdgas für 2015/16)

Emissionsmengen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1)

GRI-Indikatoren: Direkte THG-Emissionen (Scope 1) (G4-EN15); Indirekte THG-Emissionen (Scope 2 und 3) (G4-EN16, G4-EN17); Intensität der THG-Emissionen (G4-EN18); Reduktion der THG-Emissionen (G4-EN19); NOx, SOx und andere signifikante Luftemissionen (G4-EN21)

Umweltschutz und Ressourcenschonung

Energieeffizienzmaßnahmen und verantwortungsvolle Nutzung von Energie

Die EVN hat stets besonderes Augenmerk auf Maßnahmen gelegt, die ihre betriebliche Energieeffizienz verbessern und die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Emissionen auf Produktions-, Energiebeschaffungs- sowie Kundenseite zu reduzieren. Seit 1. Jänner 2015 ist sie als Energielieferant in Österreich zudem gesetzlich verpflichtet, die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden im Umfang von 0,6 % des Vorjahres-Energieabsatzes nachzuweisen. Für das Jahr 2015 ergab sich daraus eine Zielvorgabe in Höhe von 64,7 GWh. Durch ein Bündel an Maßnahmen gelang es der EVN, diese Zielvorgabe sogar zu übertreffen.

Beispiele für diese Maßnahmen, die sich an die unterschiedlichsten Kundensegmente (Haushalte, Gewerbe und Industrie sowie Städte und Gemeinden) richten, sind:

  • Energieberatungen
  • Tausch von Heizkesseln
  • Verteilung von Energiesparsets
  • Neuinstallation von LED-Lampen
  • Umstieg auf effiziente LED-Straßenbeleuchtung in Unternehmen sowie Gemeinden
  • Substitution wenig effizienter Heizsysteme durch Fernwärmeanschluss bei EVN Wärme
  • Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Verringerung des Strombedarfs aus dem öffentlichen Stromnetz
  • Einlösen von EVN Bonuspunkten beim Erwerb energieeffizienter Produkte und Geräte
Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch der EVN
aufgeschlüsselt nach (Primär-)Energieträgern
2015/16 2014/15 2013/14
Erdgas MWh 6.167 7.066 5.258
Strom MWh 598.285 536.562 459.049
Wärme MWh 9.642 9.116 8.283
Heizöl
1)
MWh 153 307 179
Summe MWh 623.502 553.050 472.769

1) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.

Zusätzlich haben unternehmensinterne Energieeffizienzmaßnahmen wie die Umrüstung auf energieeffiziente LED-Beleuchtung und bedarfsgeregelte Geräte oder die Installation von Photovoltaik-Anlagen zur Deckung des Strom-Eigenbedarfs an Standorten der EVN zur Übererfüllung der Zielvorgabe beitragen. Einige dieser Maßnahmen resultieren aus dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Umweltmanagementsystems der Erzeugungsanlagen.

Zu den diesbezüglichen Fortschritten siehe Seite 210ff

Zum Demand Side Management siehe Seite 100

Die Energieintensität 1) der EVN beträgt 35,1 MWh (Vorjahr: 29,1 MWh) Primärenergie pro abgesetzter GWh Strom. Durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen, auch im Zusammenhang mit zusätzlichen freiwilligen Zielvereinbarungen im Rahmen ihrer EMAS-Zertifizierungen, erzielt die EVN laufend weitere Effizienzsteigerungen.

1) Die Energieintensität enthält den konzerninternen Eigenverbrauch von Strom, Erdgas, Wärme und Heizöl im Verhältnis zum Energieabsatz.

GRI-Indikatoren: Energieverbrauch innerhalb der Organisation (G4-EN3); Energieintensität (G4-EN5); Verringerung des Energieverbrauchs (G4-EN6)

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen Material

Die in der EVN eingesetzten Materialien sind zum Großteil Primärenergieträger wie fossile Brennstoffe, Abfälle und Biomasse. Unter diesen Materialien findet sich aus technischen Gründen wenig Recycling-Material. In den Anlagen zur Energieerzeugung sowie zur Abwasserbehandlung werden als Nebenkomponenten diverse Inhaltsstoffe verwendet.

GRI-Indikatoren: Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen (G4-EN1); Einsatz von Recycling-Material (G4-EN2)

Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) 2015/16 2014/15 2013/14
Fossile Brennstoffe 2) Terajoule 34.910 26.483 24.157
Biomasse Terajoule 3.032 2.766 2.750
Abfälle 3) Terajoule 5.298 4.959 4.682

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich, Deutschland und Bulgarien sowie thermische Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr/Zwentendorf

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl

3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr/Zwentendorf

Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) 2015/162) 2014/15 2013/14
Leitungszuwachs Strom km 278 1.818 1.350
Leitungszuwachs Erdgas km 9 51 34
Leitungszuwachs Wärme km 15 113 35

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel- bzw. Rohrleitungen.

2) Aufgrund einer geänderten Vermessungsmethode kommt es zu einer Differenz der Endsumme der Leitungsnetze.

Wassereinsatz1) 2015/16 2014/15 2013/14
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 342.207 373.491 360.338
Brauchwasser (Grundwasser) m3 1.811.945 1.901.724 1.919.131
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 284.705.109 163.007.226 158.617.752

1) Darin umfasst sind alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien.

Betriebsmitteleinsatz in der Energie
erzeugung und Abwasserreinigung1) 2015/161)
Kalk t 24.404
Ammoniak t 1.346
Ammoniakwasser t 1.509
Deionat 181
Schmieröle t 2
Salzsäure t 189
Natronlauge t 69
Dosiermittel t 10
Steinsalz t 85
Kalkhydrat t 288
Fällungsmittel l 937
Flockungsmittel l 1.024
Zitronensäure l
Harnstoff t 15

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Deutschland sowie EVN Wasser und Abwasserreinigungsanlagen der WTE Wassertechnik

Wasser

Der Anstieg des Kühlwassereinsatzes ist im Wesentlichen mit dem in Summe gestiegenen Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung zu erklären.

GRI-Indikator: Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen (G4-EN8)

Die Anlagen der EVN beziehen ihr Wasser von kommunalen Versorgern bzw. aus Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2015/16 betrug der Kühlwasserdurchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 280,3 Mio. m³. Dieser Wert entspricht 0,46 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, das sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 59.981 Mio. m³ beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten.

1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2013, BMLFUW

GRI-Indikator: Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen (G4-EN9)

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden am Standort des Kraftwerks Dürnrohr 331m³ Sickerwasser aus den Deponien (Messung mit Wasserzähler) sowie etwa 1.000 m³ Niederschlagswasser aus dem Sickerwasserbecken (Schätzung auf Basis der Niederschlagsmengen) in der Rauchgasreinigung wiederverwendet. Darüber hinaus nutzt die EVN kein rezykliertes Wasser oder Grauwasser.

GRI-Indikator: Rückgewonnenes, wiederverwendetes Wasser (G4-EN10)

Biodiversität

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität Die EVN ist in allen ihren Aktivitäten bemüht, Eingriffe in die Natur auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren. Dabei legt sie auch besonderes Augenmerk auf den Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Umfeld ihrer Anlagen und Projekte. Durch die Infrastruktur der EVN – Kraftwerke und Netze – sind hauptsächlich Lebensräume im Wasser sowie in der Luft von möglichen Auswirkungen betroffen. Bei Wasserkraftwerken kann es vor allem aufgrund der eingeschränkten Durchgängigkeit von Fließgewässern zu Auswirkungen auf die Biodiversität kommen, bei thermischen Kraftwerken hingegen durch die Temperatur der in Fließgewässer eingeleiteten Kühlwässer. Windkraftwerke und Freileitungen können für verschiedene Vogelarten sowie für Fledermäuse eine Gefahr darstellen, wenn sie sich in Höhe von deren Flugrouten befinden.

GRI-Indikator: Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität (G4-EN12)

Habitatstudie Kraftwerk Dürnrohr

Im Frühjahr 2016 startete im Auftrag der EVN eine neue umfassende Habitatstudie über das etwa 120 ha große Areal rund um das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr. Bereits 2009 hatte eine ausführliche Bestandsaufnahme der Fauna und Flora in diesem Gebiet, das seit dem Bau des Kraftwerks in den 1980er Jahren brach liegt und durch die Einzäunung frei von externen Einflüssen ist, eine überraschende Artenvielfalt ergeben: Insgesamt wurden damals mehr als 500 Arten entdeckt. Knapp 50 davon fanden sich auf der Roten Liste bedrohter Arten in Niederösterreich, hatten jedoch hier einen neuen Lebensraum gefunden. Mit der neuen Habitatstudie leistet die EVN einen Beitrag zum Arten- und Umweltschutz, und die für das Projekt verantwortlichen Biologen zeigten sich noch vor dem offiziellen Projektabschluss begeistert: In diesem Jahr konnten noch mehr Tier- und Pflanzenarten gefunden und identifiziert werden. Eine detaillierte Projektvorstellung ist für das Frühjahr 2017 geplant.

Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume

Bei der Umsetzung ihrer Bauvorhaben ist die EVN bestrebt, Auswirkungen auf die Biodiversität durch eine ökologische Bauaufsicht zu minimieren. Zudem setzt sie zum Schutz der Lebensräume in ihrem Einflussbereich zahlreiche Initiativen und Programme um, die häufig in enger Zusammenarbeit mit externen

Experten von NGOs und Behörden erfolgt. Aktuelle Projekte zum Schutz der Artenvielfalt sind:

  • Betrieb einer Online-Monitoring-Anlage zur kontinuierlichen Überwachung der Wasserqualität in verschiedenen Wassertiefen des Ottensteiner Stausees, um Rückschlüsse auf mögliche Auswirkungen durch den Rückpumpbetrieb und Starkregen auf die Wasserqualität zu ziehen sowie die Algenentwicklung zu erforschen
  • Gebietspatenschaft für die Erweiterung des Naturschutzgebiets Buchberg zum Erhalt der Artenvielfalt im Rahmen des LIFE+ Projekts "Wirtschaft & Natur NÖ"
  • Errichtung von Fischwanderhilfen bei den Kleinwasserkraftwerken Wieselburg und Blumau
  • Projekt zur nachhaltigen Fischereibewirtschaftung entlang der Ybbs
  • Errichtung eines Feuchtbiotops im Ausmaß von 5 ha im Gebiet um den Windpark Paasdorf-Lanzendorf zum Schutz des Schwarzstorchs
  • Kooperation mit BirdLife Österreich zur Installation von Vogelschutzhauben für Gittermasten der Netz Niederösterreich GmbH
  • Gemeinschaftsprojekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Rahmen des Projekts LIFE+)
  • Schaffung von Nestplattformen für Störche in Bulgarien und Mazedonien
  • Gemeinschaftsprojekt mit dem bulgarischen Verband für Vogelschutz zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken (EU LIFE+ Programm)
  • Projekt zum Schutz von Schmutzgeiern in Bulgarien (LIFE10)
  • Projekt zum Schutz von Schlangen durch den Einsatz von Ultraschallgeräten zur Nagetierabwehr in Netzinfrastrukturanlagen in Mazedonien
  • GRI-Indikator: Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume (G4-EN13)
Gefährdete Arten gemäß roter Liste
des IUCN mit Lebensraum in Bulgarien,
Mazedonien und Österreich
Tierarten Pflanzen
arten
Vom Aussterben bedroht
(critically endangered)
5 0
Stark gefährdet (endangered) 17 9
Gefährdet (vulnerable) 48 7
Geringfügig gefährdet (near threatened) 102 11
Nicht gefährdet (least concern) 776 337

GRI-Indikator: Gefährdete Arten laut IUCN und nationalen Listen mit Lebensraum in Geschäftsgebieten (G4-EN14)

Für eine flächendeckende Versorgung der Kunden ist ein ausreichend dichtes Strom- und Gasleitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, setzt die EVN konsequent auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

  • Siehe auch www.evn.at/Schutzgebiete
  • GRI-Indikator: Flächennutzung in Schutzgebieten (G4-EN11)

In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 64,3 ha vorgehalten. Die Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

GRI-Indikator: Biodiversität von Ersatzflächen (EU13)

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder

angrenzend an Schutzgebiete1) Anzahl Fläche (in ha)
In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 679 479,4
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 410 369,9
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 526 244,1
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften 19 24,2
Summe 1.634 1.117,6

1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich

Abfall

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden auf Basis von Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß den gesetzlichen Vorschriften der jeweiligen Länder einer umweltgerechten Entsorgung zuführen. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährliche Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.

Flug- und Grobasche sowie REALIT (Abfallprodukt aus der Rauchgasreinigung) werden bei der EVN zu 100 % verwertet. Die Biomasseasche aus der Fernwärmeproduktion wird etwa zur Hälfte über Entsorger einer Verwertung zugeführt.

GRI-Indikatoren: Abfall nach Art und Entsorgungsmethode (G4-EN23); Gewicht des importierten, exportierten Abfalls, der als gefährlich eingestuft ist (G4-EN25)

Umweltrelevante Zwischenfälle jeglicher Art werden von der EVN in einem einheitlichen Meldewesen erfasst, das sämtliche Anlagen in Österreich, Bulgarien und Mazedonien inkludiert. Im Geschäftsjahr 2015/16 kam es im EVN Konzern zu keinem umweltrelevanten Zwischenfall.

GRI-Indikator: Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen (G4-EN24)

Abwasser

Die EVN ist mit ihren Tochtergesellschaften EVN Wasser und WTE Wassertechnik sowohl in der Trinkwasserversorgung als auch in der Abwasserbehandlung tätig und trägt dadurch zur Sicherstellung eines intakten Wasserkreislaufs bei. Im Bereich der Abwasserentsorgung bereitete die WTE Wassertechnik im Jahr 2015/16 mit den von ihr betriebenen Anlagen bei einer mittleren Reinigungsleistung von 90,3 %1) insgesamt rund 143,0 Mio. m3 Abwasser auf.

Entwicklung der Abfallmengen1) 2015/16 2014/15 2013/14
Gefährliche Abfälle t 13.123 11.246 10.703
Nicht gefährliche Abfälle t 175.883 166.592 180.512
Export gefährlicher Abfälle2)
Gefährliche Abfälle t 0 0 0

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

2) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich

Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet, zum Teil wird er deponiert oder zur Wärmeproduktion eingesetzt. In Summe reinigen die mehr als 100 Abwasserbehandlungsanlagen, die die WTE Wassertechnik seit ihrem Bestehen geplant und errichtet hat, die Abwässer von rund 17,8 Mio. Menschen und führen diese dem Wasserkreislauf wieder zu. Derzeit befinden sich sechs Anlagen in Errichtung; bei 30 Anlagen verantwortet die WTE Wassertechnik auch den Anlagenbetrieb.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor. Der Prozentwert bedeutet, dass 90,3 % der Schadstoffe abgebaut werden konnten.

GRI-Indikator: Gesamte Abwassereinleitungen (G4-EN22)

Ein Großteil der Abwässer der EVN wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. Aus den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

Wenn sich bei einem Standort Art oder Menge des Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, schließt die EVN im Fall eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung ab. Diese Verträge enthalten detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe und die erforderlichen Abwasseruntersuchungen. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch diverse wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die strikte Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich der Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

Umweltschutzausgaben und -investitionen

Die Umweltkostenrechnung der EVN umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des Konzerns in Österreich, deren umweltbezogene Gesamtausgaben in der Berichtsperiode über

10.000 Euro lagen. Grundlage der Erhebungen ist die Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar.

Im Geschäftsjahr 2015/16 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 80,3 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten, z. B. solche für Altlastensanierung, und Schadensvermeidungskosten, etwa Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung, teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größte Position zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkauf, Dampf aus Abfallverbrennung) beliefen sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf 20,9 Mio. Euro.

GRI-Indikator: Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen (G4-EN31)

GRI-Indikator: Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer (G4-EN26)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die zentrale Bedeutung der Mitarbeiter für die EVN und ihre Stakeholder drückt sich nicht zuletzt im hohen Stellenwert des strategischen Handlungsfelds "Verantwortungsvoller Arbeitgeber" aus. Die EVN ist daher bestrebt, allen Mitarbeitern ein rundum positives Arbeitsumfeld zu bieten.

Im Geschäftsjahr 2015/16 beschäftigte die EVN durchschnittlich 6.830 Mitarbeiter. Diese weisen – als Folge der internationalen Expansion des EVN Konzerns – eine große kulturelle Vielfalt auf. Um die Identität und das Markenversprechen der EVN gegenüber ihren Stakeholdern dennoch in allen Ländern nach den gleichen

hohen Standards einzuhalten wie im Heimmarkt Niederösterreich, wurden die EVN Leitwerte "ensure", "encourage" und "enable" im gesamten Konzern etabliert. Sie sind zentraler Bestandteil aller wichtigen Instrumente, die die Unternehmens- und Führungskultur der EVN bestimmen, so z. B. auch des Führungsleitbilds sowie des Feedback- und Orientierungsgesprächs (FOG).

Zu den EVN Leitwerten siehe auch www.evn.at/Grundsatze-Personalwesen

Grundsätze des Personalwesens

Die EVN kommt in ihrer Rolle als Arbeitgeber nicht nur ihren gesetzlich definierten Pflichten nach, sondern erbringt darüber hinaus eine Reihe freiwilliger Leistungen. Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeitern sind in Form von konzernweit gültigen Grundsätzen definiert.

Gleichbehandlung und Chancengleichheit

Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der Vielzahl an Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO). Als Mitglied des UN Global Compact bekennt sie sich auch

Mitarbeiterkennzahlen 2015/16 2014/15 2013/14
Mitarbeiterstand1) Anzahl 6.830 6.973 7.314
davon Frauen % 22,6 21,9 21,4
Lehrlinge 2) Anzahl 57 55 52
Mitarbeiterfluktuation3) % 2,4 2,2 2,8
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 17,0 16,8 16,0
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 44,2 44,2 43,8
Umsatz/Mitarbeiter EUR 299.642 306.298 270.007
Krankheitstage/Mitarbeiter Anzahl 10 10 10
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz % 15,3 14,7 15,9

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich und Deutschland aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen

explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Anforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Qualifikation sind in Bezug auf Einstellung, Fortbildung, Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln. Darüber hinaus versucht die EVN, vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Dies zeigt sich unter anderem in der Unterzeichnung der "Charta zur neuen Vereinbarkeit Eltern-Wirtschaft" im Mai 2011. Zur Verbesserung der Chancen und Perspektiven für Frauen in der EVN hat die EVN bereits im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" initiiert. Zudem hat sie in der Berichtsperiode gemeinsam mit USAID (U.S. Agency for International Development) in Mazedonien das Projekt "Engendering Utilities" gestartet, das vor allem auf die Gleichstellung von Frauen bei der EVN Macedonia abzielt.

Zu USAID siehe www.usaid.gov

Betriebliche Sozialpartnerschaft

Wesentliche unternehmerische Entscheidungen trifft die EVN transparent im Einklang mit ihrem Führungsleitbild und auf Basis der diesbezüglichen rechtlichen Bestimmungen. Selbstverständlich werden dabei auch die Arbeitnehmervertreter informiert bzw. mit eingebunden.

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten einen zentralen Stellenwert ein. Das geforderte hohe Sicherheitsniveau wird vor allem durch Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet. Neben den gesetzlichen Vorschriften hat die EVN hier ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien entwickelt. Sein Kernstück ist das speziell auf die Arbeitsbedingungen der Energiewirtschaft zugeschnittene "Handbuch Sicherheit", das jedem Mitarbeiter im Intranet zur Verfügung steht.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft

Die Mitarbeiterzeitung "EVN Intern" informiert die Belegschaft regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Konzern. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, der Energieversorgung und der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare und sonstige Ausbildungsveranstaltungen. Um die interne Nachbesetzung zu begünstigen, erfolgt die Ausschreibung vakanter Stellen auch über das Intranet. Diese und weitere Maßnahmen fördern den konzernweiten Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeitern.

Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen

Zahlreiche Mitarbeiter der EVN leisten neben ihrer Tätigkeit für das Unternehmen freiwillig auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge. So ist eine große Zahl von ihnen in Organisationen wie dem Roten Kreuz oder einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Insgesamt sind 382 Mitarbeiter der EVN bei freiwilligen Hilfsorganisationen tätig. Die EVN als Arbeitgeber unterstützt dieses Engagement unter anderem dadurch, dass sie diese Mitarbeiter im Einsatzfall für bis zu 50 % der aufgewendeten Zeit von der Arbeit freistellt. Im Rahmen flexibler Arbeitszeitmodelle ist die EVN zudem bemüht, Möglichkeiten zur Einarbeitung der für die ehrenamtlichen Tätigkeiten aufgewendeten Freizeit zu bieten. Dieses Engagement wird auch honoriert: Im Berichtsjahr wurde die EVN z. B. als "Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber 2015" ausgezeichnet.

Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens

Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Geschäftsjahr 2015/16 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:

  • Schaffung der neuen EVN Arbeitswelt
  • "Engendering Utilies" in Mazedonien
  • Gesundheitsprogramme: Weiterentwicklung in Österreich und Bulgarien, Launch in Mazedonien
  • Expertenkarriere
  • Kompetenzmodell
  • HR Days 2016 Themen der Zukunft: konzernweiter Know-how-Transfer und Dialog
  • Weiterentwicklung des Feedback- und Orientierungsgesprächs (FOG) in Richtung verstärkter Ergebnisorientierung
  • Ferienbetreuung "Ferien@EVN"
  • Eltern-Kind-Büro
  • EVN Summer University (SUN) in Kooperation mit der Donauuniversität Krems
  • Führungskräftebegleitprogramm
  • Diverse Trainee-Programme
  • Lehrlingsförderung der EVN

Die neue EVN Arbeitswelt

Der Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energie und die europaweite Liberalisierung bringen verstärkte Konkurrenz für Energieversorger. Neue Energietechnologien fördern zudem die Autarkie von klassischen Energiekunden. In diesen herausfordernden Zeiten gilt es daher, mit klarem Blick die Zukunft zu gestalten. Dazu gehört auch eine zeitgemäße Form des Arbeitens. Die neue EVN Arbeitswelt soll das Unternehmen für die zukünftigen Herausforderungen des Markts stärken. Die EVN Arbeitswelt ermöglicht es, die vorhandenen Stärken noch besser zu bündeln, die Kundennähe zu steigern und die Handlungsoptionen zu erweitern. Teamarbeitsplätze, Rückzugsmöglichkeiten sowie eine ausreichende Anzahl von schalloptimierten Besprechungsräumlichkeiten und von Räumen für vertrauliche Gespräche sollen die Zusammenarbeit stärken und flexibler gestalten. Die Einbindung der Mitarbeiter ist bei diesem Projekt, das vorerst in der Konzernzentrale umgesetzt wird, ein wesentliches Erfolgskriterium. So wurden beispielsweise Befragungen durchgeführt, Workshops und Präsentationen organisiert, ein Infopoint eingerichtet sowie Arbeitswelt-Coaches eingesetzt, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Arbeitsweisen optimal zu erfüllen. Dieser intensive Austausch und Dialog aller Beteiligten wird über die gesamte Projekt- und Umsetzungsdauer fortgeführt.

Mitarbeiterzufriedenheit

Die Förderung der Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter in deren Arbeitsumfeld und unter ihren jeweiligen Arbeitsbedingungen ist ein zentrales Anliegen für die EVN. In regelmäßigen Befragungen werden diesbezügliche Indikatoren sowie Anregungen zur Verbesserung erhoben. Die Mitarbeiterfluktuation der EVN lag in der Berichtsperiode bei 2,4 %. In diesem Wert nicht berücksichtigt sind Konzernübertritte, Pensionierungen sowie einvernehmliche Austritte auf Basis von (länderspezifischen) Sozialplänen.

Fluktuation im Geschäftsjahr 2015/16 an den Hauptgeschäftsstandorten der EVN

%
Gesamt EVN Konzern 2,4
Bulgarien 1,9
Mazedonien 3,6
Österreich 1,5
Andere Länder 5,0

GRI-Indikator: Mitarbeitergesamtzahl und Fluktuation (G4-LA1)

Diversität der Belegschaft

Nationalität

Im Einklang mit dem international ausgerichteten Geschäftsmodell der EVN setzen sich auch ihre Mitarbeiter aus verschiedenen Nationalitäten zusammen. Insgesamt sind Mitarbeiter aus mehr als 20 Ländern bei der EVN beschäftigt. Die am stärksten vertretenen Nationen sind Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Frauen und Männer

Zum Stichtag 30. September 2016 waren bei der EVN in Summe 1.606 Frauen (22,6 %) und 5.512 Männer (77,4 %) beschäftigt. Dabei konnte in der Berichtsperiode 108 Frauen und 208 Männern ein neuer Arbeitsplatz in der EVN angeboten werden.

Zur Erhöhung des Frauenanteils im Konzern – mittelfristig strebt die EVN hier eine Quote an, die das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt – bestehen in der EVN das in der Berichtsperiode in Mazedonien initiierte Projekt "Engendering Utilities", das Programm "Frauen@EVN" sowie ein internes Frauennetzwerk in Österreich. Letzteres zielt darauf ab, Frauen die Übernahme von qualifizierten Tätigkeiten sowie von Fach- und Führungsfunktionen zu erleichtern, die ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechen. Dazu bietet es die Möglichkeit, im Rahmen diverser Workshops Maßnahmen zur Optimierung der Rahmenbedingungen zu erarbeiten. Zudem hat die EVN im Berichtszeitraum eine Seminarreihe mit den Schwerpunkten "Eigene Chancen und Ressourcen nutzen" und "Gekonnt auftreten" ins Leben gerufen.

Beschäftigungsform

Alle Mitarbeiter der EVN AG und der Netz Niederösterreich GmbH sind Angestellte. Per 1. Jänner 2016 wurden zudem alle Arbeiter der EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH freiwillig in das Angestelltenverhältnis übernommen. In Mazedonien und Bulgarien gibt es keine Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern. Die Anzahl der bei der EVN in Ausbildung stehenden Lehrlinge betrug in der Berichtsperiode durchschnittlich 57. Zudem waren in der EVN zum Bilanzstichtag 30. September 2016 268 Leasingmitarbeiter beschäftigt. Der Einsatz von Personalleasing im EVN Konzern erfolgt aus dreierlei Gründen: erstens als Vorstufe zu einem traditionellen Arbeitsverhältnis (Integrationsleasing), zweitens für zeitlich befristete Projekte und drittens zur Abdeckung von Arbeitsspitzen.

Diversität der Mitarbeiter 2015/16 Österreich Bulgarien Mazedonien Andere
Länder
Summe
Geschlecht
Frauen % 19,6 25,8 21,2 30,6 22,6
Männer % 80,4 74,2 78,8 69,4 77,4
Beschäftigungsart1)
Arbeiter % 4,4 24,5 2,8
Angestellte % 95,6 100,0 100,0 75,5 97,2
Vertragstyp
Teilzeit gesamt % 10,6 0,5 0,2 9,4 4,5
Teilzeit Frauen % 8,4 0,2 0,0 7,7 3,5
Menschen mit besonderen Bedürfnissen % 2,0 1,5 0,9 2,5 1,6

1) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden.

Altersstruktur der Mitarbeiter 2015/16

GRI-Indikatoren: Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region (G4-10); Diversität der Mitarbeiter und leitenden Organe (G4-LA12)

Ältere Arbeitnehmer

Das Durchschnittsalter der EVN Mitarbeiter beträgt 44,2 Jahre. Aufgrund des zu erwartenden Anstiegs des durchschnittlichen Pensionsantrittsalters ist davon auszugehen, dass sich dieser Wert in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird. Zusätzlich zu spezifischen Personalentwicklungsmaßnahmen hat die EVN Altersteilzeitmodelle eingeführt. Diese wurden im Geschäftsjahr 2015/16 von 94 Mitarbeitern von EVN AG, Netz Niederösterreich GmbH, EVN Wasser, Kabelplus, EVN Abfallverwertung und EVN Business Service in Anspruch genommen.

Vom derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalter ausgehend, werden in den nächsten fünf Jahren 11,4 % und in den nächsten zehn Jahren 26,3 % der Mitarbeiter pensionsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Dieser Berechnung liegt ein konservativer Ansatz der EVN zugrunde, der den frühestmöglichen Pensionsantrittszeitpunkt ihrer Mitarbeiter heranzieht. Dem künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften, der sich daraus ergibt, begegnet die EVN mit gezielten Ausbildungsprogrammen und Maßnahmen zum Wissenstransfer zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern.

In ihrem unternehmenseigenen Gesundheitsprogramm geht die EVN auf die unterschiedlichen Anforderungen der diversen Altersgruppen ein.

GRI-Indikator: Pensionierungen in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren (EU15)

Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter 2015/16

Weiblich: 108 Männlich: 208 Neu eingetretene Mitarbeiter 2015/16 Bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31–40 Jahre 41– 50 Jahre 51– 60 Jahre Über 60 Jahre 1 1 21 145 105 35 8 2 20 94 64 22 7 1 1 51 41 13

Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Die EVN bekennt sich zur Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in das Unternehmen. Um diesen Mitarbeitern eine gleichberechtigte Einbindung in das Arbeitsgeschehen zu ermöglichen und ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern, wird vor allem auf eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (z. B. den Einsatz von Dolmetschern für Gebärdensprache) geachtet. Zudem werden bei Bedarf flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort angeboten. 21 der insgesamt 26 EVN Kundenzentren in Niederösterreich sind bereits barrierefrei zugänglich. Die in der Berichtsperiode neu errichteten EVN Service Center in Stockerau, Horn und Tulln wurden ebenfalls barrierefrei gestaltet.

Im Geschäftsjahr 2015/16 beschäftigte die EVN in Summe 112 Menschen mit besonderen Bedürfnissen, das entspricht 1,6 % der Gesamtbelegschaft. Zudem vergaben die Netz Niederösterreich GmbH und die EVN Wärme GmbH im Geschäftsjahr 2015/16 Aufträge zu einem Warenwert von rund 574.300 Euro an geschützte Werkstätten und leisteten auch auf diesem Weg einen Beitrag zur Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Jugendliche

Im Geschäftsjahr 2015/16 beschäftigte die EVN durchschnittlich 57 Auszubildende, darunter 20 Lehrlinge, die am 1. September 2016 ihre Ausbildung zum Elektrotechniker starteten. Neben der dualen Ausbildungsschiene aus Berufsschule und Einsatz im Unternehmen werden auch begleitende Kurse und Seminare angeboten, um das Ausbildungsspektrum abzurunden. Zur Förderung fachübergreifender Kompetenz unterstützt die EVN auch Doppelund Mehrfachqualifizierungen, so etwa Lehrausbildungen als Gas- und als Wärmetechniker.

Der Großteil der Lehrlinge wird nach dem Lehrabschluss von der EVN als Mitarbeiter übernommen, was die hohe Qualität der Ausbildung im Unternehmen einmal mehr bestätigt. Zudem kann die EVN dadurch ihren Bedarf an qualifizierten Fachkräften weitgehend innerbetrieblich abdecken. Alle neun Lehrlinge, die ihre Ausbildung 2011 bei der Netz Niederösterreich GmbH begonnen hatten, schlossen ihre Lehre im Berichtszeitraum erfolgreich ab, acht von ihnen waren zum 30. September 2016 auch noch bei der EVN beschäftigt. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrung sicher.

Betriebliche Sozialpartnerschaften

"Überzeugung vor Zwang" – so lautet das Motto der betrieblichen Sozialpartnerschaft der EVN. Die Arbeitnehmervertreter werden deshalb laufend über wesentliche unternehmerische Entscheidungen informiert bzw. in die transparenten Entscheidungsprozesse eingebunden, die im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN sowie auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen stattfinden. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen oder Anpassungen im Personalbereich. Neben der EVN AG sind auch in allen anderen größeren Unternehmen der EVN Gruppe eigene Belegschaftsvertretungen eingerichtet.

Die Wahrung der Mitarbeiterinteressen wird durch die EVN Mitarbeitervertretungen in Form von Betriebsräten oder Gewerkschaften gewährleistet. Mehr als 90 % aller Mitarbeiter der EVN (insbesondere in Österreich, Bulgarien und Mazedonien) werden durch diese Einrichtungen vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. So sind die jeweiligen Mitarbeitervertretungen sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien regelmäßig maßgeblich in die Kollektivvertragsverhandlungen eingebunden. Zudem werden Mitarbeiterthemen in Arbeits- und Sicherheitsausschüssen behandelt, die sich unter anderem aus Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern zusammensetzen. Die Betriebsratsvertreter finden sowohl im Aufsichtsrat als auch im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung Gehör. Das Mitspracherecht der Lehrlinge im Betriebsrat wird über gewählte Jugendvertrauensräte umgesetzt. Die Wahl hiezu fand zuletzt im Juni 2016 statt. Über einen europäischen Betriebsrat werden zudem die südosteuropäischen Tochterunternehmen eingebunden. Diesem Gremium, das mit seinen regelmäßigen Sitzungen als Kommunikations- und Austauschplattform dient, gehören Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien an.

GRI-Indikatoren: Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen (G4-LA4); Anteil der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird (G4-LA5); Anteil der Mitarbeiter mit Kollektivverträgen (G4-11)

Im Geschäftsjahr 2015/16 betrug das Verhältnis zwischen dem höchsten Gehalt und dem Durchschnittsgehalt bei der EVN in Österreich rund 7:1. Das Gehaltsschema von mehr als 90 % der Mitarbeiter der EVN orientiert sich an den Kollektivverträgen, die für die jeweiligen Hauptgeschäftsstandorte gelten. In diesen auch öffentlich einsehbaren Kollektivverträgen werden sowohl Gehaltsstufen als auch zeitabhängige Gehaltsteigerungen festgelegt. In Österreich wurde im Geschäftsjahr 2015/16 im Rahmen der jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen eine Anpassung der Gehälter um 1,34 % bis 2,10 % vorgenommen.

  • Zu den Bezügen der Mitglieder des Vorstands siehe Seite 76
  • GRI-Indikatoren: Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der Jahresvergütung aller Beschäftigten (G4-54); Verhältnis der prozentualen Steigerung der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der prozentualen Steigerung der Jahresvergütung aller Beschäftigten (G4-55); Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum lokalen Mindestlohn an Hauptgeschäftsstandorten (G4-EC5); Lohnunterschiede nach Geschlecht (G4-LA13)

Arbeiten und leben bei der EVN

Work-Family Balance

Die EVN unterstützt ihre Mitarbeiter aktiv in der möglichst guten Harmonisierung ihres Berufs- und Familienlebens. Dies gilt nicht zuletzt auch für jene Mitarbeiter, die vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme der ihnen gesetzlich zustehenden Karenzansprüche stehen. Zudem wird durch die Aufrechterhaltung des Kontakts während der Karenzzeit der berufliche Wiedereinstieg erleichtert, etwa durch spezifische Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter in Karenz oder das umfassende Aus- und Weiterbildungsprogramm der EVN, das auch karenzierten Mitarbeitern offensteht. Eltern können sich weiters für ein Teilzeitmodell entscheiden und dadurch ihre Arbeitszeit individuell anpassen. Diese flexiblen Regelungen bieten für beide Seiten Vorteile: Die EVN kann das Wissen ihrer qualifizierten Mitarbeiter über die Phase intensiver Kinderbetreuung hinweg nutzen und stellt damit auch die Rentabilität der Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung sicher. Aufseiten der Eltern erleichtern die enge Bindung und der laufende Kontakt zum Unternehmen den Wiedereinstieg und sorgen dafür, dass das berufliche Know-how auf dem aktuellen Stand gehalten wird.

Die EVN bietet über die gesetzliche Karenzierung hinaus die Möglichkeit einer Freistellung bis zum 36. Lebensmonat eines Kindes. Auch Männer nutzen die angebotenen Modelle in zunehmendem Maß – im abgelaufenen Geschäftsjahr befanden sich 15 Männer und 43 Frauen in Elternkarenz. Aufgrund der individuellen Lösungsmöglichkeiten kehren bei EVN AG, Netz Niederösterreich GmbH, EVN Wärme, Kabelplus, EVN Abfallverwertung und EVN Business Service beinahe alle Mütter und Väter nach ihrer Karenz wieder in das Unternehmen zurück. In der Berichtsperiode sind keine Mitarbeiter nach einer Karenz aus der EVN ausgeschieden (Vorjahr: kein Austritt).

Ein weiteres Angebot, das den beruflichen Wiedereinstieg erleichtert, ist das "Eltern-Kind-Büro" der EVN. Es erlaubt den Mitarbeitern, ihr Kind an Tagen, an denen Betreuungsengpässe bestehen, zur Arbeit mitzunehmen. Die kindgerechte Ausstattung im Umfeld der beiden vollwertigen Arbeitsplätze des "Eltern-Kind-Büros" ermöglicht es den Eltern, in einer auch für ihr Kind angenehmen Atmosphäre zu arbeiten.

Für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren hat die EVN im Sommer 2016 nun bereits zum sechsten Mal das beliebte vierwöchige Kinderferienprogramm "Ferien@EVN" in den Räumlichkeiten der EVN Direktion, auf der angrenzenden Grünfläche sowie in St. Pölten angeboten. An dem bunten Programm aus Spiel- und Bastelaktionen, Ausflügen und einem Theater-Workshop, der gemeinsam mit der Initiative Family Business veranstaltet wurde, nahmen insgesamt mehr als 60 Kinder von EVN Mitarbeitern teil. Insgesamt wurden in den letzten sechs Jahren im Rahmen von 17 Wochen Kinderferienprogramm mehr als 300 Kinder betreut.

GRI-Indikator: Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und Verbleibsrate nach der Elternzeit (G4-LA3)

Zusatzleistungen

Zusätzlich stehen sämtlichen Mitarbeitern einiger Unternehmen der EVN Gruppe unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und Beschäftigungsausmaß gleichberechtigt freiwillige Leistungen zur Verfügung. Dazu zählen etwa eine Krankenzusatzversicherung und die EVN Pensionskasse:

  • EVN Pensionskasse: Die EVN bietet den anspruchsberechtigten Mitarbeitern mit einer unternehmenseigenen Pensionskasse eine Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsvorsorge (ASVG-Pension) und somit die Möglichkeit, in Eigeninitiative – und unterstützt vom Unternehmen – ein zusätzliches privates Standbein für die Altersversorgung aufzubauen. Damit trägt die EVN zur Sicherung des späteren Lebensunterhalts ihrer Belegschaft bei. Die Pensionskasse bietet ein beitragsorientiertes Pensionssystem, bei dem sich die Höhe der künftigen Pension aus der Verrentung der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteile bis zum Pensionsantritt errechnet. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersversorgung ihre Verantwortung als Arbeitgeber wahr und hat für jeden (sowohl Voll- als auch Teilzeit-)Beschäftigten eine freiwillige Rentenversicherung abgeschlossen.
  • Krankenzusatzversicherung: Als weitere freiwillige Sozialleistung bietet die EVN ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum begünstigten Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Ein entsprechender Rahmenvertrag mit einem österreichischen Versicherungsunternehmen soll für alle teilnehmenden Mitarbeiter eine optimale ärztliche Betreuung sicherstellen.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden insgesamt 16,2 Mio. Euro (Vorjahr: 12,1 Mio. Euro) für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet. Dies entspricht einem Anteil von 5,2 % (Vorjahr: 3,9 %) des Personalaufwands.

GRI-Indikatoren: Deckung der Verpflichtungen der Organisation aus dem leistungsorientierten Pensionsplan (G4-EC3); Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden (G4-LA2)

Personalentwicklung

Die unternehmerische Leistung der EVN beruht auf ihren erstklassig qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Nicht nur mit ihrem Wissen, auch mit ihrem Engagement und ihrer ständigen Lernbereitschaft tragen sie wesentlich zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bei. Vor diesem Hintergrund bildet die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Belegschaft auch den Schwerpunkt des Personalmanagements der EVN. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde neben Österreich auch in Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. Im Rahmen dieser Initiative wurden in jedem Konzernbereich EVN Mitarbeiter als Bildungsbeauftragte nominiert. Ihre Aufgaben liegen darin, Entwicklungsbedürfnisse einzelner Personen zu erheben, diese an die Teams der EVN Akademie weiterzuleiten und die Qualifizierungsmaßnahmen zu koordinieren.

  • Zu den Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung siehe www.evn.at/Personalentwicklung/Aus-und-Weiterbildung
  • GRI-Indikator: Programme für Kompetenzmanagement und lebenslanges Lernen (G4-LA10)

Laufende Aus- und Weiterbildung

Bei einem Gesamtaufwand von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro) hat die EVN im Geschäftsjahr 2015/16 pro Mitarbeiter 263,4 Euro (Vorjahr: 275,7 Euro) in Weiterbildungsmaßnahmen investiert. Im Schnitt absolvierte jeder Mitarbeiter in der Berichtsperiode 27,2 Stunden (Vorjahr: 30,7 Stunden) an Weiterbildungsveranstaltungen.

Die Schwerpunkte der Aus- und Weiterbildung lagen in Niederösterreich neben Fachseminaren in der Stärkung der sozialen Kompetenzen. Wie schon im Jahr zuvor wurden im Geschäftsjahr 2015/16 verstärkt CSR-Inhalte in bestehende Schulungen integriert und auf dieser Grundlage 288 Mitarbeiter (Vorjahr: 320 Mitarbeiter) besonders zu CSR-Aspekten geschult.

1) Inkludiert aufgrund der länderspezifischen Ausbildungsstrukturen den höheren Schulabschluss in Mazedonien, der dem Maturaabschluss gleichzustellen ist

In Bulgarien lag der Schulungsschwerpunkt in der Berichtsperiode weiterhin auf technischen Schulungen sowie auf Persönlichkeitsentwicklung. Weiters wurde der Einsatz von E-Learning-Programmen forciert. Bereits im Geschäftsjahr 2014/15 wurde hier ein Kompetenzmodell eingeführt, das alle wesentlichen Kompetenzen, die ein Mitarbeiter ausweisen sollte, mit einschließt.

In Mazedonien lag der Fokus der Weiterbildungsmaßnahmen in der Berichtsperiode auf Persönlichkeitsentwicklung. Zudem nahmen 364 Mitarbeiter an Trainings im Bereich Kommunikation und Konfliktmanagement teil.

GRI-Indikator: Aus- und Weiterbildung (G4-LA9)

Nachwuchssicherung für Fach- und Führungskräfte

Um den künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften zuverlässig decken zu können, setzt die EVN umfangreiche Maßnahmen um:

Talente-Management: Durch die Qualifizierung und Förderung ihrer Mitarbeiter unterstützt die EVN gezielt die Besetzung von Führungspositionen aus den eigenen Reihen. Ein Programm, das zu diesem Zweck implementiert wurde, ist die EVN Summer University "EVN SUN", eine Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform für zukünftige Führungskräfte. Bei der diesjährigen Summer University, die vom 11. bis zum 16. September 2016 in Kooperation mit der Donauuniversität Krems

stattfand, führten internationale Vortragende in die Themen "Cross-Cultural Management", "Innovation und Change Management" und "Digitization and focus on the customer" ein und vertieften die Theorie durch zahlreiche praktische Fallstudien. Darüber hinaus konnten verschiedene für diesen Kontext interessante Fragestellungen mit dem EVN Management diskutiert werden. An diesem Programm nahmen konzernweit acht Mitarbeiterinnen und 14 Mitarbeiter teil.

  • Führungskräfteentwicklung: Die Führungskräfteentwicklung bildet einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Ausund Weiterbildung der EVN Akademie in Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Ausgewählte Mitarbeiter sollen darauf vorbereitet werden, mittelfristig Führungs- und Expertenaufgaben zu übernehmen und damit interne Karrierechancen zu nutzen. Dafür steht den betreffenden Mitarbeitern ein individuelles und maßgeschneidertes Führungskräfte-Begleitprogramm zur Verfügung. Die EVN unterstützt zudem auch Weiterbildungen auf Hochschulniveau, so etwa MBA-Programme. Zudem finden regelmäßig Gruppentreffen zum Erfahrungsaustausch statt, um herausfordernde Situationen im Arbeitsalltag gemeinsam zu reflektieren.
  • Lehrlingsausbildung, Studierende, Praktika: Die Ausbildung von Lehrlingen hat für die EVN in Österreich und Deutschland einen traditionell hohen Stellenwert. Um interessierten Jugendlichen und Studenten – vor allem auch Mädchen – Einblick in den Berufsalltag bei einem Energieversorgungsunternehmen (z. B. jenen eines Elektrotechnikers) zu geben, ist die EVN auch international regelmäßig auf Lehrlings- und Berufsinformationsmessen vertreten. Darüber hinaus bietet sie jährlich mehr als 150 Schülern und Studenten die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen im Rahmen von Praktika anzuwenden und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Damit verfolgt die EVN das Ziel, jungen Menschen schon früh Perspektiven zu vermitteln und ihre Begeisterung für Berufe im Energie- und Umweltsektor zu wecken. Für ihr diesbezügliches Engagement wurde sie 2015 mit dem 3. Platz (2014: 1. Platz) beim Wettbewerb "Place to Perform" ausgezeichnet, der jährlich die besten Praktikumsangebote österreichischer Unternehmen bewertet. Auch in Bulgarien und Mazedonien widmet sich die EVN mit großem Engagement der Einbindung von Studenten und jungen Fachkräften. In Bulgarien nutzten in der Berichtsperiode 34 Studierende das Angebot eines Praktikums sowie die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches auf Gebieten wie Informationstechnologie und Elektrotechnik. In Mazedonien nahmen 50 Schüler und 57 Studierende an Praktikumsprogrammen teil.
  • GRI-Indikator: Sicherstellung des Fachkräftebedarfs (EU14)

Die Einbeziehung und Förderung von regionalen Mitarbeitern steigert das Verständnis für die Besonderheiten der lokalen Kultur und damit auch den wirtschaftlichen Nutzen der betrieblichen Tätigkeit. Deshalb stammen in allen Märkten der EVN nahezu sämtliche Mitarbeiter sowie ein Großteil der Führungskräfte (rund 95 %) aus der jeweiligen Region. Gerade die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie. Deshalb unterstützt die EVN etwa die Karriereplanung von lokalen Mitarbeitern in Bulgarien und Mazedonien durch spezifische Führungskräftetrainings und internationale Programme, wie etwa die EVN Summer University.

GRI-Indikator: Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer (G4-EC6)

Feedback- und Orientierungsgespräche

Einmal jährlich finden in allen größeren Konzernunternehmen der EVN "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) statt, die unter anderem zur Definition konkreter Mitarbeiterziele dienen. Dieses wichtige Führungsinstrument ermöglicht neben der Beurteilung durch den Vorgesetzten ein strukturiertes gegenseitiges Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Mehr als 90 % der Mitarbeiter sind vom Konzept der FOG erfasst und erhalten damit auch regelmäßig Rückmeldung zu ihrer Leistung und ihrer Entwicklungsplanung.

GRI-Indikator: Mitarbeiter, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten (G4-LA11)

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Ihre Mitarbeiter in allen gesundheits- und sicherheitsrelevanten Bereichen bestmöglich aus- und weiterzubilden, ist der EVN ein großes Anliegen. Zu diesem Zweck hat sie einen sicherheitstechnischen Dienst eingerichtet, der die gesetzlichen Vorschriften um ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien erweiterte. In alle Belange der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsvorsorge sind zudem der Betriebsrat und die Gewerkschaft mit einbezogen. Das daneben zum Zweck der Gesundheitsvorsorge etablierte Programm "Gesundheit@EVN" hat sich folgende drei Ziele gesetzt: "Gesundheit sichern", "Zu gesunder Lebensweise ermutigen" und "Leistungsfähigkeit ermöglichen".

Arbeitsmedizinische Betreuung

Die EVN bietet ihren Mitarbeitern eine weit über das gesetzliche Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung. Zwei Arbeitsmedizinerinnen stehen für alle Fragen rund um die Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz zur

Verfügung und betreuen die Mitarbeiter im Rahmen der Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Zu den zahlreichen hier angebotenen Maßnahmen zählen neben Gesundenuntersuchungen, Impfungen oder Seh- und Hörtests auch psychologische Beratung, Coachings, Tipps zur gesunden Ernährung sowie zielgruppenspezifische Angebote für Mitarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Zwar ist die EVN nicht in Ländern mit erhöhten Risiken bezüglich übertragbarer Krankheiten aktiv, dennoch bestehen für Ernstfälle Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die jeweils für alle Konzerngesellschaften gelten. Die insbesondere auf Grippepandemien ausgelegten Anweisungen sollen das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz minimieren und dadurch die betrieblichen Aktivitäten sowie die Versorgung der Kunden mit den Dienstleistungen der EVN auch im Ernstfall sicherstellen. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden bei der EVN AG und der Netz Niederösterreich GmbH 853 Schutzimpfungen durchgeführt. 236 Mitarbeiter nutzten zudem die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung, und 687 Mitarbeiter nahmen Konsultationen in Anspruch.

In Bulgarien wurde in der Berichtsperiode weiter an der Entwicklung des Gesundheitsprogramms der EVN Bulgaria gearbeitet. Dessen erste Initiativen beinhalteten Fokusgruppen unter den Mitarbeitern, Informationskampagnen zu sportlichen Aktivitäten, die Errichtung von Fahrradparkplätzen, ein Pilotseminar zu gesunder Ernährung sowie eine eigene Intranetseite zu Gesundheitsthemen und Ausgleich in der Freizeit. Das Gesundheitsprogramm der EVN Macedonia wurde im Geschäftsjahr 2015/16 fertig entwickelt und befindet sich in Umsetzung.

Mitarbeitergesundheit und sportliche Aktivitäten

Neben den vielfältigen Angeboten und Aktivitäten des EVN Kulturund Sportvereins ist der EVN Lauf aus dem sportlichen Geschehen des Unternehmens nicht mehr wegzudenken. Alljährlich im September drehen rund 350 Teilnehmer – Mitarbeiter und zum Teil auch deren Angehörige und Kinder – in den Bewerben "Laufen" und "Nordic Walking" für einen guten Zweck ihre Runden rund um die Konzernzentrale. Für jede der rund einen Kilometer langen Runden, die während der 90-minütigen Sportveranstaltung vollendet wird, spendet die EVN 2,0 Euro zugunsten eines hilfsbedürftigen Kindes.

Prävention von Arbeitsunfällen

Im EVN Konzern werden sämtliche Arbeitsunfälle zentral erfasst und ausgewertet. Dies ermöglicht es, Rückschlüsse auf das sicherheitstechnische Verhalten der Mitarbeiter und daraus entstehende Unfallursachen zu ziehen. Dementsprechend können Schwerpunkte bei Sicherheitsunterweisungen veranlasst sowie

Unfall- und Ausfallstatistik 2015/16 2014/15 2013/14
Anzahl der Arbeitsunfälle1) 89 87 104
Anzahl der Ausfalltage 2) 2.621 2.224 2.146
LTIF 3) 7,8 7,6 9,0

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

2) Ausfalltage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle).

3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden

Brandstatistik1) 2015/16 2014/15 2013/14
Anzahl 7 4 6
Schäden Tsd. EUR 46,2 29,4 46,0

1) Österreich

gesellschaftsübergreifende Kennzahlenvergleiche erstellt werden. Das bereits sehr umfangreiche Angebot der EVN an Schulungen zu den Themen "Gesundheitsvorsorge", "Arbeitssicherheit" und "Brandschutz" wurde im Berichtsjahr unvermindert beibehalten. Schulungsthemen im Bereich der Sicherheit waren dabei z. B. "Arbeiten unter Spannung" oder auch "Verwendung von Absturzsicherungssystemen". Zum ständigen Angebot zählen zudem Erst- und Auffrischungskurse für Erste Hilfe. In Österreich sind alle Mitarbeiter der EVN über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten.

GRI-Indikatoren: Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten (G4-LA7); Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden (G4-LA8)

Die Anzahl der Arbeitsunfälle im EVN Konzern ist im Geschäftsjahr 2015/16 um 2,3 % auf 89 (Vorjahr: 87) gestiegen. Bei den Ausfalltagen gab es ebenso einen Anstieg von 17,9 % auf 2,621 Tage (Vorjahr: 2.224). Im Berichtszeitraum kam es zu keinem tödlichen Unfall von Mitarbeitern.

GRI-Indikator: Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle (G4-LA6)

Lieferanten

Die EVN verpflichtet sich zu fairen, partnerschaftlichen und transparenten Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten unter Wahrung des Wirtschaftlichkeitsprinzips. Dabei werden strenge Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten gestellt.

Organisation der Beschaffungsaktivitäten

Die Zuständigkeit für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen richtet sich nach der Beschaffungsaktivität.

Beschaffungsaktivität Zuständige Organisationseinheit
Produkte und Dienstleistungen Beschaffung und Einkauf
Primärenergie und
Primärenergieträger
Energiebeschaffung und -vertrieb
Internationales Projektgeschäft
(im Umweltgeschäft)
Umwelt

Die Konzernfunktion Beschaffung und Einkauf wickelte im Geschäftsjahr 2015/16 ein Bestellvolumen von rund 580,0 Mio. Euro (Vorjahr: rund 450,0 Mio. Euro) ab und pflegte in diesem Zeitraum Lieferantenbeziehungen zu konzernweit rund 1.440 Lieferanten und Auftragnehmern.

Herkunftsländer der Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten

GRI-Indikator: Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten (G4-EC9)

Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und unterliegt diesbezüglich den entsprechenden Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes. Zudem befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Bei Ausschreibungen werden regelmäßig neue Bieter berücksichtigt. Als Sektorenauftraggeber ist die EVN auch gesetzlich verpflichtet, bei jedem Vergabeprojekt in der Auftragsbekanntmachung auf die Anlaufstelle für Beschwerdeverfahren in Niederösterreich hinzuweisen, bei der alle am Vergabeprozess teilnehmenden Bieter kostenlos und ohne Erfordernis eines Rechtsbeistands Beschwerde einlegen bzw. Aufklärung verlangen können. In den letzten Jahren gab es keine berechtigten Einwände.

Lieferkette

Sowohl im Energie- als auch im Umweltgeschäft spielen Bautätigkeiten für Infrastruktur, Anlagen und Gebäude eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang arbeitet die EVN beispielsweise mit Auftragnehmern wie Planungsfirmen, Baufirmen, Professionisten der einzelnen Gewerke, Anlagen-, Rohrleitungs- und Kabelleitungsbauern, aber auch Lieferanten von Kunststoffrohren, Leiterseilen/ Kabelleitungen, elektrotechnischen Anlagen, Zählern, Hardware und Software für den Betrieb von Anlagen und Infrastruktur sowie Arbeitsbekleidung zusammen.

Im internationalen Projektgeschäft ist die deutsche Konzerngesellschaft WTE Wassertechnik mit der Planung und Errichtung von Anlagen für die Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung befasst. Die WTE Wassertechnik agiert bei diesen Vorhaben als Generalunternehmer für kommunale Auftraggeber und vergibt in dieser Rolle Subunternehmeraufträge insbesondere an Baufirmen sowie Lieferanten von maschinen- und elektrotechnischen Anlagen und Komponenten. Die Kernkompetenz der WTE Wassertechnik besteht in der maßgeschneiderten Planung und Errichtung der Anlagen. Voraussetzung einer erfolgreichen Projektabwicklung ist daher die Wahl der je nach Projekt, Technik und Land bestgeeigneten Lieferanten. Im internationalen Projektgeschäft werden – insbesondere für Bauleistungen – auch Anbieter im Land des Projektstandorts zu Ausschreibungen eingeladen. Die Ungleichbehandlung von Bietern und

somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist jedoch unzulässig. Die maschinen- und elektrotechnischen Anlagen und Komponenten stammen – nicht zuletzt aus Gründen der Qualitätssicherung – in der Regel aus dem EU-Raum, fallweise auch aus der Schweiz oder der Türkei.

Beschaffung von Energie und Primärenergieträgern

Strom

Die Strombeschaffung der EVN zur Versorgung österreichischer Kunden erfolgt – abgesehen von der Erzeugung in eigenen Kraftwerken – einerseits durch die Übernahme der gemäß Ökostromgesetz zugewiesenen Ökoenergie aus Österreich und andererseits über mittelfristige Bezugsverträge bzw. den Großhandelsmarkt. Der Großhandelsbezug wird von der EnergieAllianz abgewickelt, die den Strom über die Strombörse EEX sowie bilateral bei Handelspartnern im außerbörslichen Handel über "Over-the-Counter-(OTC)-Handelsplattformen" zukauft.

Zur Stromzusammensetzung siehe Seite 40

Zur Entwicklung der EEX-Börsepreise siehe Seite 91

Die Stromversorgungsunternehmen der EVN in Bulgarien und Mazedonien sind auf Basis gesetzlicher Vorgaben verpflichtet, den Großteil ihres Strombedarfs von den nationalen Stromerzeugern NEK bzw. ELEM zu beziehen. Die Herkunft dieser Energie ist aufgrund der in Bulgarien und Mazedonien noch fehlenden gesetzlichen Verpflichtung zur Stromkennzeichnung für die EVN derzeit nicht nachvollziehbar, ebenso hat die EVN keine Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Stromherkunft. Der restliche benötigte Strom wird über die Großhandelsmärkte bezogen.

Erdgas

Die Erdgasbeschaffung erfolgt weiterhin zum erheblichen Teil auf Basis von langfristigen Bezugsverträgen über die EconGas GmbH, auch wenn die EVN ihren 16,5%-Anteil an dieser Gesellschaft im Geschäftsjahr 2015/16 abgegeben hat. Der restliche Bedarf wird über den Großhandelsmarkt, also über nationale und internationale OTC-Handelsplätze und Börsen etwa in Österreich (CEGH), Deutschland (NCG) oder Holland (TTF), gedeckt. Abgewickelt wird der Großhandelsbezug zum überwiegenden Teil von der EnergieAllianz. Aus europäischer Sicht stammt der Großteil der Importmengen aus Russland und der Nordsee.

Steinkohle

Die Lieferkette der EVN bei der Primärenergiebeschaffung für das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr in Niederösterreich ist dreigliedrig. Direkt der EVN gegenüber stehen Kohlegroßhändler bzw. Handelsund Speditionsagenten (Tier 1), die die Steinkohle entweder von Kohleaufbereitungsunternehmen oder von Exklusivexporteuren (Kohlegroßhändler) beziehen (Tier 2). Diese wiederum beschaffen die Steinkohle direkt von den Minengesellschaften (Tier 3).

Im Geschäftsjahr 2015/16 bezog die EVN Steinkohle von zwei Tier-1-Lieferanten. Rund 70 % der angelieferten Steinkohle stammten aus Europa, die restlichen 30 % aus Amerika. Zusätzlich hat die EVN am Standort Dürnrohr auch im Berichtsjahr wieder Steinkohle aus dem Lagerbestand des stillgelegten Kraftwerksblocks der Verbund AG übernommen.

Die Kohlebeschaffung für das Kraftwerk Duisburg-Walsum, an dem die EVN mit 49 % beteiligt ist, wird – so wie der Betrieb des Kraftwerks auch – vom Joint-Venture-Partner Steag verantwortet und liegt damit nicht im direkten Einflussbereich der EVN.

GRI-Indikator: Beschreibung der Lieferkette (G4-12)

Hohe Nachhaltigkeitsansprüche an Lieferanten

Die EVN stellt an ihre Lieferanten hohe Ansprüche in Bezug auf gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsvolles Handeln. Daher werden im Rahmen von Vergabeverfahren fallweise explizit Nachhaltigkeitskriterien für die Angebotsbeurteilung festgelegt, so beispielsweise das Ausmaß transportbedingter Emissionen im Rahmen einer Ausschreibung für das Umweltgeschäft in Niederösterreich.

Richtlinien und Überwachung

Die Integritätsklausel der EVN regelt in elf Punkten, die insbesondere die Bereiche Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt- und Ressourcenschonung sowie Geschäftsethik abdecken, die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte. Die Integritätsklausel ist zentraler Bestandteil jeder Bestellung und gilt konzernweit ausnahmslos für alle Lieferanten von Produkten und Dienstleistungen sowie für Sublieferanten im internationalen Projektgeschäft.

Siehe auch www.evn.at/Integritaetsklausel

Die Einhaltung der Integritätsklausel überprüft die EVN stichprobenweise mithilfe eines speziell für diesen Zweck entwickelten Kontrollbogens. Die wichtigsten Lieferanten der EVN werden regelmäßig einer entsprechenden Kontrolle unterzogen, ebenso erfolgen bei der Vergabe von wesentlichen Aufträgen an neue Lieferanten standardmäßig Kontrollen zu Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten. Darüber hinaus wird der Kontrollbogen bei der Ausschreibung von Risikoprodukten unterstützend eingesetzt, um weiterführende Informationen zur Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit von Produkten und Verpackungen sowie zu Zertifizierungen der Hersteller zu erheben. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden keine Beanstandungen gegenüber Lieferanten in Bezug auf die Einhaltung der Integritätsklausel geltend gemacht.

Aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht von dort über ihren zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte. In der Primärenergiebeschaffung wird insbesondere die Lieferkette von Steinkohle regelmäßig einer Überprüfung unterzogen. Alle Kohleminen, deren Steinkohle die EVN im Geschäftsjahr 2015/16 zur Energieerzeugung einsetzte, erfüllen weitreichende internationale Standards und sind auch durchwegs nach ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Eine Mine in Amerika, von der die EVN Steinkohle bezieht, ist zudem nach OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety) zertifiziert.

Zusätzlich werden bei der Steinkohlebeschaffung in regelmäßigen Abständen Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2015/16 führte die EVN eine derartige Vor-Ort-Besichtigung in einer Mine in Polen durch, bei der keine Beanstandungen festgestellt wurden. Falls solche auftreten, werden diese den Betreibern direkt gemeldet, und es wird um Lösung des Problems ersucht.

GRI-Indikatoren: Anteil neuer Lieferanten, die anhand von ökologischen Kriterien (G4-EN32) bzw. im Hinblick auf Menschenrechte (G4-HR10), Arbeitspraktiken (G4-LA14) und Auswirkungen auf die Gesellschaft (G4-SO9) überprüft wurden

Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

Um Risiken bezüglich der Arbeitssicherheit zu minimieren, arbeitet die EVN nur mit ausgesuchten Partnern zusammen und verpflichtet diese vertraglich dazu, ausschließlich geschultes Personal einzusetzen. Zur Überprüfung der Einhaltung dieser Vorgaben werden erfahrene und gut ausgebildete Mitarbeiter der EVN eingesetzt, so etwa als Baukoordinatoren oder als Bauaufsicht. Auftragnehmer und Sublieferanten kommen, insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Übertragungsnetze, zeitlich begrenzt zum Einsatz. Eine zentrale Erfassung der geleisteten Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten wird von der EVN nicht vorgenommen, da dies keine wesentliche Aussagekraft zu deren Arbeitspraktiken hätte.

Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien – Neuerungen bei der Überwachung

Angesichts der immer strengeren Anforderungen hat die Stabsstelle Corporate Compliance Management den Prozess zur Überprüfung von Geschäftspartnern im Geschäftsjahr 2015/16 angepasst und weiter formalisiert. So sollen in den Konzerngesellschaften der EVN in Österreich sowie bei der WTE Wassertechnik Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen vermieden werden, denen eine direkte oder indirekte Verwicklung in Delikte in Bereichen wie dem Menschen-, Korruptions-, Kartell- oder Wirtschaftsrecht nachgewiesen wurde oder zur Last gelegt wird. Der Überprüfungsprozess, der auch das Screening von Sanktionslisten mit einschließt, folgt einem risikobasierten Ansatz, sodass insbesondere Branchen- und Länderrisiken berücksichtigt werden. Für die Überprüfung werden zudem compliance-relevante Systeme und Daten eines spezialisierten externen Dienstleisters

genutzt. Bei etwaigen sensiblen Ergebnissen dieser Screenings werden entsprechende Maßnahmen zur Risikoreduktion gesetzt. Für das Geschäftsjahr 2016/17 ist die Implementierung dieses Prozesses zur Überprüfung von Geschäftspartnern der bulgarischen und mazedonischen Gesellschaften der EVN vorgesehen.

Darüber hinaus initiierte die Konzernfunktion Beschaffung und Einkauf im Berichtsjahr die Überarbeitung des Überprüfungskonzepts für Lieferanten. In einem ersten Schritt wird nun ein Fragebogen für Lieferanten zur Selbstauskunft über Nachhaltigkeitsaspekte entwickelt. Die Vorlage dieser Selbstauskunft soll künftig bei öffentlichen Ausschreibungen der EVN für alle potenziellen Lieferanten verpflichtend vorgesehen werden.

Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z. B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge von 58 präqualifizierten Unternehmen bezogen. Als integrierende Bestellgrundlage schreibt die EVN Integritätsklausel unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Einschulung für deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen die Unternehmen ihre Mitarbeiter gemäß § 14 ASchG und § 154 BauV unterweisen. Dieselben Regelungen gelten für die von ihnen beauftragten Subunternehmer. Nachweise über die entsprechenden Unterweisungen müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer haben zudem bei Aufforderung zu bestätigen, dass sie über die entsprechende Befugnis und Befähigung für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten verfügen. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.

GRI-Indikatoren: Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung (EU17); Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben (EU18)

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Geschäftsjahr 2015/16 war weiterhin von einem herausfordernden energiewirtschaftlichen Umfeld – bedingt vor allem durch den Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energie – geprägt. Dank ihres integrierten Geschäftsmodells konnte sich die EVN jedoch auch in diesem Berichtsjahr gut positionieren und ein solides Ergebnis erzielen. Oberstes Ziel der EVN ist es, ihren Kunden das höchstmögliche Maß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dazu hat sie bereits im Geschäftsjahr 2013/14 ein Investitionsprogramm gestartet, das Investitionen in Höhe von insgesamt 1 Mrd. Euro in die Schwerpunkte Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und Wasserversorgung vorsieht und nun bereits im dritten Jahr plangemäß umgesetzt wurde. Zudem hält die EVN ihre thermischen Kraftwerksreserven stets betriebsbereit, um Schwankungen in der erneuerbaren Erzeugung ausgleichen und damit die Netzstabilität sicherstellen zu können. Der im Berichtsjahr neuerlich gestiegene Einsatz dieser Kraftwerksreserven verdeutlicht die hohe Nachfrage nach Reservekapazität zur Netzstabilisierung.

Erfüllung der Aufgaben

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung und Befugnis aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in fünf Plenarsitzungen sowie in fünf Sitzungen seiner Ausschüsse die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Insbesondere auf Grundlage dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Corporate Governance-Bericht, Österreichischer Corporate Governance Kodex

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 12. Dezember 2016 auf Basis des Berichts des Prüfungsausschusses vom 30. November 2016 gemäß § 96 AktG den Corporate Governance-Bericht gemäß der Stellungnahme des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee geprüft; diese Prüfung hat zu keinen Beanstandungen geführt.

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2015 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2015/16 in Kraft gesetzt. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden alle Regeln, die die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf zwei Abweichungen, die im Corporate Governance-Bericht entsprechend dargestellt sind, eingehalten.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015/16 vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2016 sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat hat den Prüfbericht des Abschlussprüfers erhalten und geprüft. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat dem Aufsichtsrat gemäß § 92 AktG in der Fassung des Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetzes 2016 über das Ergebnis der Abschlussprüfung und dessen Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung berichtet.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2016 samt Anhang, Lagebericht und Corporate Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2016 gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt.

Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht geprüft und dem Aufsichtsrat darüber berichtet; dieser hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2015/16. Besonderer Dank gilt auch den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 12. Dezember 2016

Für den Aufsichtsrat:

Mag. Bettina Glatz-Kremsner Präsidentin

Corporate Governance-Bericht

Die EVN AG ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Vorgaben für Corporate Governance bei der EVN ergeben sich somit neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN, aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) – siehe www.corporate-governance.at – sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren hinsichtlich einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 hat sich die EVN dem ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2015 vollinhaltlich unterworfen.

Die Standards des ÖCGK unterteilen sich in drei Gruppen: Die so genannten Legal Requirements (L-Regeln) beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.evn.at/Corporate-Governance-Bericht im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln (Recommendations) hingegen, die reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, dass die EVN die C-Regeln des ÖCGK unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen vollständig beachtet und einhält; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Von der EVN werden folgende C-Regeln des ÖCGK nicht vollständig eingehalten:

Regel 16: Da der Vorstand unter Bedachtnahme auf die gegebene Aufgabenstellung im Vorstand sowie die Struktur der Gesellschaft aus zwei Mitgliedern besteht, hat der Aufsichtsrat im Bestellungsbeschluss keines der Vorstandsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Sind nur zwei Vorstandsmitglieder bestellt, erfolgt die Beschlussfassung nach folgenden Regeln: Zu einem gültigen Vorstandsbeschluss ist die ordnungsgemäße Einberufung und Anwesenheit beider Vorstandsmitglieder erforderlich. Beschlüsse haben einstimmig zu erfolgen; die Stimmenthaltung ist nicht zulässig. Kommt kein einstimmiger Beschluss zustande, hat der Vorstand diesen Tagesordnungspunkt binnen zehn Tagen der neuerlichen Beratung und Beschlussfassung zuzuführen. Sollte wiederum kein Beschluss zustande kommen, hat der Vorstand dies dem Aufsichtsrat zu berichten. Auch bei zwei Vorstandsmitgliedern gibt es einen Sprecher des Vorstands; die Ausführungen zu Sitzungsleitung und Repräsentation gelten in diesem Fall für den Sprecher des Vorstands. Der Beschluss des Aufsichtsrats, keinen Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen, erfolgte unbefristet.

Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen im Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Das betreffende, von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglied ist Vertreter eines Anteilseigners, der an der Gesellschaft unternehmerisch beteiligt ist. Diese Abweichung gilt auf die Dauer der Bestellung des betreffenden Aufsichtsratsmitglieds.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands

Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1. Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN, 20. Jänner 2011 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 30. September 2019. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland sowie Umwelt und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung, Beschaffung und Einkauf sowie Revision. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK1).

1) Verbund AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands

Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften, Master of Business Administration. 20. Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN. Bestellung bis 19. Jänner 2021. Verantwortlich für die Segmente Energiehandel und -vertrieb sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Controlling (inklusive Investor Relations), Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Verwaltung und Bauwesen. Drei Aufsichtsratsmandate in anderen nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK1).

1) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats CEESEG Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats Wiener Börse AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2015/16 insgesamt 1.087,7 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge).

Die Bezüge der im Geschäftsjahr 2015/16 aktiven Vorstandsmitglieder stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. Euro 2015/16
Fixe Bezüge Variable Bezüge Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 386,5 134,4 13,5
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA1) 360,4 125,3 13,5

1) Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in Höhe von 54,1 Tsd. Euro geleistet.

Details zu den Bezügen der Vorstandsmitglieder siehe Anhang Seite 196f

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Bestellung Funktionen in börsenotierten Gesellschaften
und andere wichtige Funktionen
Unabhängigkeit
Regel 531)
Kapitalvertreter
Präsident Dr. Burkhard Hofer (1944)
Vorsitzender bis 21.01.2016
seit 20.01.2011
bis 21.01.2016
Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien Aktiengesellschaft Nein
Präsidentin Mag. Bettina Glatz-Kremsner (1962)
Vorsitzende seit 21.01.2016
seit 21.01.2016 Mitglied des Vorstands der Casinos Austria Aktiengesellschaft, Geschäfts
führerin bzw. Mitglied des Aufsichtsrats in mehreren Gesellschaften
der Casinos Austria Gruppe, Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen
Wien Aktiengesellschaft sowie der NÖ Kulturwirtschaft GesmbH
Ja
Dipl.-Ing. Stefan Schenker (1946)
1. Vizepräsident bis 21.01.2016
seit 12.12.1996
bis 21.01.2016
Selbstständiger Land- und Forstwirt Nein
Dr. Norbert Griesmayr (1957)
1. Vizepräsident seit 21.01.2016
seit 12.01.2001 Vorsitzender des Vorstands der VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft,
Mitglied des Vorstands der Privatstiftung zur Verwaltung von Anteils
rechten sowie der Hutschinski Privatstiftung, Mitglied des Aufsichtsrats
der Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung
Nein
Mag. Willi Stiowicek (1956)
2. Vizepräsident
seit 15.01.2009 Leiter der Präsidiale des Magistrats der Landeshauptstadt St. Pölten,
Mitglied des Aufsichtsrats der NÖ Regional GmbH
Ja
Mag. Philipp Gruber (1979) seit 21.01.2016 Verwaltungsjurist Ja
Dkfm. Thomas Kusterer (1968) seit 17.01.2013 Mitglied des Vorstands der EnBW Energie Baden-Württemberg AG,
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Verbundnetz Gas AG,
Mitglied des Aufsichtsrats der Netze BW GmbH
Ja
Kommerzialrat Dieter Lutz (1954) seit 12.01.2006 Geschäftsführer der BENDA LUTZ-WERKE GmbH sowie der IMMRE-LUTZ
GmbH, Mitglied des Vorstands der Benda-Lutz Skawina GmbH in Polen,
Mitglied des Aufsichtsrats der NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH,
Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich
Ja
Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.01.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amtes der Niederösterreichischen
Landesregierung, Geschäftsführer der NÖ Holding GmbH sowie der
NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
Ja
Bernhard Müller, BA, MPA (1973) seit 12.01.2006
bis 21.01.2016
Verwaltungsbediensteter Ja
Dkfm. Edwin Rambossek (1943) seit 20.01.2011
bis 21.01.2016
Unternehmensberater Ja
Mag. Susanne Scharnhorst (1961) seit 21.01.2016 Unternehmensberaterin Ja
Dipl.-Ing. Angela Stransky (1960) seit 16.01.2014 Prokuristin der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG
sowie Geschäftsführerin in mehreren Gesellschaften der Raiffeisen-Gruppe
Ja
Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Zibuschka (1950) seit 21.01.2016 Ao. Universitätsprofessor am Institut für Verkehrswesen an der
Universität für Bodenkultur Wien, Unbeschränkt haftender Gesellschafter
der Zibuschka Regional Consulting OG
Ja
Arbeitnehmervertreter
Franz Hemm (1955) seit 03.05.1994 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Netz Niederösterreich GmbH
Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
Ing. Paul Hofer (1960) seit 01.04.2007 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Manfred Weinrichter (1961) seit 01.01.2001 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Netz Niederösterreich GmbH
Friedrich Bußlehner (1962) seit 01.01.2016 Zentralbetriebsrat
Mag. Dr. Monika Fraißl (1973) seit 01.07.2013 Betriebsrätin
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.05.2005
bis 31.12.2015
Zentralbetriebsrat

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung,

die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019/20 zu beschließen hat. Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter

seitens der Konzernvertretung ist unbefristet, jedoch können diese jederzeit von der Konzernvertretung abberufen werden.

1) Regel 53 ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

Zusammensetzung der Ausschüsse

Arbeitsausschuss

Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender bis 21.01.2016) Mag. Bettina Glatz-Kremsner (Vorsitzende seit 21.01.2016) Dipl.-Ing. Stefan Schenker (bis 21.01.2016) Dr. Norbert Griesmayr (seit 21.01.2016) Mag. Willi Stiowicek Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender bis 21.01.2016) Mag. Bettina Glatz-Kremsner (Vorsitzende seit 21.01.2016) Dipl.-Ing. Stefan Schenker (bis 21.01.2016) Dr. Norbert Griesmayr (seit 21.01.2016) Mag. Willi Stiowicek

Prüfungsausschuss

Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender bis 21.01.2016) Dr. Norbert Griesmayr (Vorsitzender seit 21.01.2016) Dr. Burkhard Hofer (bis 21.01.2016) Mag. Bettina Glatz-Kremsner (seit 21.01.2016) Mag. Willi Stiowicek Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats

Die Aufsichtsratsvergütung war bis 21. Jänner 2016 mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 98 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfielen 15,1 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 11,0 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp 9,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsentgelt betrug 190 Euro.

In der 87. ordentlichen Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 wurden die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats mit Ablauf dieser Hauptversammlung insgesamt mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 118,8 Tsd. Euro pro Jahr und das Sitzungsentgelt mit 500 Euro pro Sitzung festgesetzt sowie der Aufsichtsrat ermächtigt, die Aufsichtsratsvergütung unter seinen Mitgliedern funktionsbezogen aufzuteilen. Der Vorstand wurde ermächtigt, eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Unternehmensleiter (D&O-Versicherung), die auch die Mitglieder des Aufsichtsrats umfasst, abzuschließen.

Aufgrund der Ermächtigung durch die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat die pauschalierte Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von insgesamt 118,8 Tsd. Euro pro Jahr so verteilt, dass auf die Präsidentin 18,2 Tsd. Euro, auf die beiden Vizepräsidenten je 13,2 Tsd. Euro und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats je 10,6 Tsd. Euro entfallen.

Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2015/16 (C-Regel 51 ÖCGK)

EUR AR-Vergütung Sitzungsgelder
Dr. Burkhard Hofer 7.400 950
Mag. Bettina Glatz-Kremsner 9.100 3.500
Dipl.-Ing. Stefan Schenker 5.400 950
Dr. Norbert Griesmayr 11.000 4.070
Mag. Willi Stiowicek 12.000 4.450
Mag. Philipp Gruber 5.300 2.000
Dkfm. Thomas Kusterer 7.500 1.190
Kommerzialrat Dieter Lutz 9.700 2.380
Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl 9.700 2.570
Bernhard Müller, BA, MPA 4.400 380
Dkfm. Edwin Rambossek 4.400 570
Mag. Susanne Scharnhorst 5.300 2.000
Dipl.-Ing. Angela Stransky 9.700 2.570
Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Zibuschka 5.300 2.000

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden des Vorstands oder einen Sprecher des Vorstands ernannt hat, wählt der Vorstand seinen Sprecher. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie des öffentlichen Interesses es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere aktien-, börse- und unternehmensrechtliche Vorschriften, sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der ÖCGK.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen.

Die Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso ab wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 87. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 21. Jänner 2016 können auf der EVN Webseite eingesehen werden (www.evn.at/Hauptversammlung.aspx).

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und der Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN gehörten per 30. September 2016 zehn von der Hauptversammlung gewählte und fünf vom Betriebsrat entsandte Mitglieder an. Der Aufsichtsrat wird von einer Präsidentin und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit

50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nach Regel 53 ÖCGK ist aus der Aufstellung auf Seite 77 ersichtlich.

Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der ÖCGK.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Nach Regel 53 ÖCGK ist ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem ÖCGK mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

  • in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
  • in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN oder eines Tochterunternehmens der EVN gewesen ist;
  • zur EVN oder einem Tochterunternehmen der EVN kein Geschäftsverhältnis in einem für das Mitglied bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 ÖCGK führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig;
  • in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
  • nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN Aufsichtsratsmitglied ist;

  • nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören soll. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten;

  • kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweils gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie die Erteilung von Empfehlungen oder Vorschlägen zur Gewährleistung seiner Zuverlässigkeit;
  • die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems, und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;
  • die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung unter Einbeziehung von Erkenntnissen und Schlussfolgerungen in Berichten der Abschlussprüferaufsichtsbehörde;
  • die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen; zusätzlich ist Art. 5 Abs. 5 der Abschlussprüfungsverordnung (VO (EU) 537/2014) zu beachten;
  • die Erstattung des Berichts über das Ergebnis der Abschlussprüfung an den Aufsichtsrat und die Darlegung, wie die Abschlussprüfung zur Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung beigetragen hat, sowie die Rolle des Prüfungsausschusses dabei;
  • die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • gegebenenfalls die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts, des konsolidierten Corporate

Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;

• die Durchführung des Verfahrens zur Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers) unter Bedachtnahme auf die Angemessenheit des Honorars sowie die Empfehlung für seine Bestellung an den Aufsichtsrat; es gilt hierzu Art. 16 der Abschlussprüfungsverordnung (VO (EU) 537/2014).

Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Regel 40 ÖCGK geforderten Finanzexperten. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem das Unternehmen tätig ist, vertraut.

Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstands mitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate im Vorstand zuständig und unterbreitet Vorschläge für die Nachbesetzung frei werdender Mandate im Aufsichtsrat. Dem Personalausschuss als Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats steht die Aufsichtsratsvorsitzende als Vorsitzende des Ausschusses vor, und ihm gehört ein Mitglied an, das über Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik verfügt (Regel 43 ÖCGK).

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, als Dringlichkeitsausschuss im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Aufgrund des Ablaufs der Funktionsperiode wurde in der ordentlichen Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 der gesamte Aufsichtsrat mit Wirkung zum Ablauf dieser Hauptversammlung und gemäß der Satzung auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Zeit – somit bis zu jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019/20 zu beschließen hat – in den Aufsichtsrat gewählt. Dabei wurden Mag. Bettina Glatz-Kremsner, Mag. Philipp Gruber, Mag. Susanne Scharnhorst und Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Zibuschka neu sowie Dr. Norbert Griesmayr, Dkfm. Thomas Kusterer, Kommerzialrat Dieter Lutz, Dr. Reinhard Meißl, Mag. Willi Stiowicek sowie Dipl.-Ing. Angela Stransky wieder in den Aufsichtsrat gewählt. Der Betriebsrat hat Franz Hemm, Ing. Paul Hofer, Friedrich Bußlehner, Mag. Dr. Monika Fraißl und Manfred Weinrichter als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat entsandt. Die Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats blieb unverändert.

In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 21. Jänner 2016 wurden Mag. Bettina Glatz-Kremsner zur Vorsitzenden sowie Dr. Norbert Griesmayr zum ersten Stellvertreter der Vorsitzenden und Mag. Willi Stiowicek zum zweiten Stellvertreter der Vorsitzenden gewählt. Gemäß den Anforderungen des Aktiengesetzes, des ÖCGK und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Nominierungs- und Vergütungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet.

Den ausgeschiedenen Mitgliedern Dr. Burkhard Hofer, Dipl.-Ing. Stefan Schenker, Bernhard Müller, BA, MPA, und Mag. Edwin Rambossek wird der Dank für ihr langjähriges erfolgreiches Wirken im Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen ausgesprochen. Besonderer Dank gilt Dr. Burkhard Hofer für seine Tätigkeit als Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Dipl.-Ing. Stefan Schenker für seine Tätigkeit als erster Stellvertreter des Vorsitzenden.

Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Im Rahmen eines Vortrags zum Thema "Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft" wurden anhand zahlreicher Beispiele die aktien-, börse- und unternehmensrechtlichen Rahmenbedingungen für die Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats praxisnah dargestellt. Weiters wurde der Aufsichtsrat im Rahmen einer Klausur umfassend zu den Themen "Trends in der Energiewirtschaft" sowie "Innovation in der EVN" informiert.

Der Aufsichtsrat hat seine Geschäftsordnung nach Inkrafttreten des Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetzes 2016 (APRÄG 2016) geändert und den Aufgabenbereich des Prüfungsausschusses gemäß § 92 Abs. 4a AktG in der Fassung des APRÄG 2016 angepasst.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsordnung für den Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung aktualisiert, die Mitglieder des Beirats neu bestellt, Mag. Bettina Glatz-Kremsner zur Vorsitzenden des Beirats gewählt sowie die Vergütung für die Tätigkeit im Beirat neu festgesetzt. Die Zusammensetzung des Beirats kann auf der EVN Webseite eingesehen werden (www.evn.at/EVN-Group/ Uberblick/Organe/Beirat-fur-Umwelt-und-soziale-Verantwortung).

Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats ist neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Genehmigung des Budgets 2016/17 für den EVN Konzern vor allem die Abtretung der Geschäftsanteile an der EconGas GmbH hervorzuheben. Die Genehmigung des Budgets umfasste auch die Genehmigung von Investitionen in Wärme- und Windkraftanlagen,

in Fern- und Nahwärmeanlagen, in Strom-, Erdgas- und Wärmenetze sowie in IT-Infrastruktur, die insbesondere der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie dem Transport von erneuerbarer Energie dienen. Im Umweltbereich wurden Investitionen in die Verbesserung der Wasserqualität und in internationale Projekte zur Wasseraufbereitung und Müllverbrennung genehmigt. Der Aufsichtsrat erteilte seine Zustimmung zur Aufstockung von Garantielinien für Energiehandelsaktivitäten in Bulgarien und für die Stärkung der Eigenkapitalbasis der WEEV Beteiligungs GmbH. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand zudem über aktuelle Entwicklungen in Kroatien und in Montenegro informiert.

Der Aufsichtsrat hat den Bericht über Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen gemäß Regel 18a ÖCGK zur Kenntnis genommen. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat erneut mit möglichen Interessenkollisionen auseinandergesetzt und dabei keine Konflikte festgestellt.

Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder im Durchschnitt rund 94,7 %. Ein Mitglied des Aufsichtsrats (Dkfm. Thomas Kusterer) hat im Berichtsjahr an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen (Regel 58 ÖCGK).

Schwerpunkte der Tätigkeit der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der auch als Nominierungsund Vergütungsausschuss fungiert, hat im Geschäftsjahr 2015/16 in drei Sitzungen Angelegenheiten behandelt, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen. Gegenstand der Beratungen waren die Vorbereitung der Neuwahl des Aufsichtsrats, die variable Vergütung des Vorstands sowie Zielvereinbarungen.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats ist im Berichtsjahr nicht zusammengetreten. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2015/16 zweimal und befasste sich dabei mit allen ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben (siehe Seite 80), vor allem mit der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss 2014/15 inklusive der Verwendung des Bilanzgewinns, der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers sowie dem Halbjahresabschluss 2015/16 inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions-, Risiko- und Compliance-Management-System.

Evaluierung der Tätigkeit des Aufsichtsrats

Der ÖCGK fordert eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln aus dem Kodex (Regel 62 ÖCGK). In diesem Sinn wurde im Geschäftsjahr 2014/15 eine externe

Evaluierung vorgenommen, die zu dem Ergebnis kam, "dass die EVN die C-Regeln des ÖCGK im Geschäftsjahr eingehalten hat".

Gemäß der Anforderung des ÖCGK führte der Aufsichtsrat im Berichtsjahr neuerlich eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Die Evaluierung wurde anhand eines umfangreichen schriftlichen Fragebogens vorgenommen, der von den Mitgliedern des Aufsichtsrats beantwortet wurde.

Vergütungsbericht

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a ÖCGK): Im Hinblick auf die Anforderungen des ÖCGK haben die sozietären Organe der Gesellschaft mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen. Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Im Sinn der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen ÖCGK ist es, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Mit der Einführung von mehrjährigen Zielvorgaben sowie dem Instrument einer Bonusreserve ist die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, der die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Aus der erreichten Bonusreserve werden nach Feststellung der Zielerreichung bis zu 50 % ausbezahlt, der verbleibende Betrag wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt: Einerseits entsteht damit eine Mehrjährigkeit, da die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil im Sinn eines Anfangsbestands in die nächste Periode fortgeschrieben wird. Andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit: Die quantitativen Zielgrößen werden jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen, wie z. B. Benchmarks, Peer-Vergleiche, Kapitalmarkt- und Rating-Beurteilungen, herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren wird die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert.

Aktien-Optionen (Regel 29 ÖCGK): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regeln 27, 30 ÖCGK): Die Bezüge des Vorstands setzten sich im Geschäftsjahr 2015/16 zu rund 74 % aus fixen und zu rund 26 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2014/15. Die Erfolgsbeteiligung basiert zu 30 % auf der Steigerung des Economic Value Added (EVA®), zu 40 % auf dem durchschnittlichen Cash-Flow-Beitrag und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen. Für die quantitativen Leistungskriterien EVA® und Cash-Flow-Beitrag sind Zielerreichungskorridore definiert, die zu 0 % bis zu 200 % erreichbar sind, die individuell vereinbarten Ziele sind zu 0 % bis zu 100 % erreichbar.

Im Hinblick auf die Anforderungen des ÖCGK hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010/11 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems beschlossen. Im Übrigen wird auf die Ausführungen zum Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a ÖCGK) verwiesen.

Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung, Regel 30 ÖCGK): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre sowie der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten derartige Ansprüche gegen die Mitglieder der Geschäftsführung von konzernmäßig verbundenen Tochtergesellschaften sowie bestimmter Beteiligungsgesellschaften bedingungsgemäß als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats und der Organträger aus anderen Konzerngesellschaften zu keiner Prämienerhöhung.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48 ÖCGK): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51 ÖCGK): Siehe Ausführungen zum Aufsichtsrat auf Seite 78.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60 ÖCGK):

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten, ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Der Anteil der Frauen beträgt bei der EVN 22,6 %, jener von Frauen in leitenden Positionen rund 7,0 %. Im Vorstand der EVN sind keine Frauen vertreten. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt bei 26,7 %. Zur Weiterentwicklung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" entwickelt. Es dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Dazu sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Im Berichtszeitraum konnten zwei leitende Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt werden. Aktuell sind konzernweit elf Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten betraut (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entspricht. Die EVN setzt schon seit Langem Maßnahmen, die Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeitern offensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der die aktuelle Ausbildungsstruktur von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die betroffenen Gesellschaften wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. offengelegt.

Directors' Dealings (Regel 73 ÖCGK): Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden der EVN bzw. der Finanzmarktaufsichtsbehörde keine Transaktionen von EVN Aktien durch Personen, die bei der EVN

Führungsaufgaben wahrnehmen, sowie in enger Beziehung zu ihnen stehende Personen gemäß Art. 19 EU-Marktmissbrauchsverordnung (VO 596/2014) gemeldet.

Related Party: Es besteht ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag zwischen der EVN und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH aus dem Jahr 2005. Zu den übrigen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinn von IAS 24 darf auf die Ausführungen zu den Grundsätzen der Rechnungslegung im Konzernanhang (Erläuterung 68.) verwiesen werden.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgte im Geschäftsjahr 2015/16 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Davon entfielen 43,6 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr: 48,2 %), 48,1 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 48,8 %) und 8,3 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 3,0 %).

Revision und Risikomanagement

Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Die Konzerngesellschaften in Bulgarien und Mazedonien haben eigene Revisionsabteilungen installiert. In den Kompetenzbereich der Revisionsabteilungen fallen Prüfungen von Abläufen und Unternehmenseinheiten. Die Mitarbeiter der Revisionsabteilungen werden laufend durch Weiterbildungsmaßnahmen geschult. Von den Revisionsabteilungen werden nach Risikogesichtspunkten orientierte Jahresprüfungspläne erstellt. Diese werden von den zuständigen Gremien beschlossen und bei Bedarf durch Ad-hoc- und Sonderprüfungen ergänzt. Die von den Revisionsabteilungen durchgeführten Prüfungen erfolgen unter Berücksichtigung der International Standards for the Professional Practice of Internal Auditing (IIA). Die festgestellten Beanstandungen und vorgeschlagenen Maßnahmen werden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen so genannter "Follow-up-Prüfungen" verfolgt. Gravierende Beanstandungen, welche die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden im Zuge der oben angeführten Prüfungen nicht festgestellt.

Risikomanagement

Das Ziel des Risikomanagements der EVN besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikomanagement eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitern des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der zweistufige Prozess des Risikomanagements wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der wesentlichen Risiken der EVN und der Maßnahmen zur Risikosteuerung finden sich im Kapitel Risikomanagement im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2015/16.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktienund Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden 21 ständige sowie fünf Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich gemäß Börsegesetz von einem Compliance-Verantwortlichen, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2015/16 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Verantwortlichen zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als Angehörige eines international tätigen Energie- und Umweltdienstleisters haben die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter der EVN weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland.

Der in einem konzernweiten Prozess entwickelte und 2012 aktualisierte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern. Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems (CMS) wurde per 1. Oktober 2012 die direkt dem Vorstand

unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Das CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

In den vergangenen beiden Jahren lag der Schwerpunkt der Compliance-Organisation auf der Schulung der Mitarbeiter, wobei vorerst die Führungskräfte aller strategischen Geschäftseinheiten in jeweils fünfstündigen Workshops auf das Thema sensibilisiert wurden. In der Folge wurden alle Mitarbeiter in zweistündigen Schulungen durch die jeweils zuständigen Compliance-Officer mit dem anonymen Hinweisgeberverfahren und den Themen "Kundinnen und Kunden", "Kapitalmarkt und Investoren", "Integrität und Vermeidung von Korruption" sowie "Datenschutz und Vertraulichkeit" des EVN Verhaltenskodex vertraut gemacht. Mehr als 8.000 Mitarbeiter und 200 Führungskräfte wurden in zehn Sprachen an mehr als 100 Orten zu den angeführten Inhalten geschult. Damit ist sichergestellt, dass alle Mitarbeiter und Führungskräfte des EVN Konzerns auf die aus der Einhaltung der Compliance-Anforderungen resultierenden Herausforderungen gut vorbereitet sind.

Ein wesentliches Element des CMS stellt das anonyme Hinweisgebersystem dar, über das allfällige Verstöße gegen den EVN Verhaltenskodex gemeldet werden können. Das System beruht auf Freiwilligkeit und Anonymität. Die Identität des Meldungsgebers wird keinesfalls offengelegt.

Unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx ist der EVN Verhaltenskodex abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den Stakeholder-Gruppen der EVN. Er soll alle Mitarbeiter bei der Umsetzung der Werte der EVN in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

Für besonders risikoexponierte Bereiche werden Spezialschulungen zu bestimmten Themen durchgeführt. Neben den im EVN Intranet abrufbaren Inhalten wurden auch E-Learning-Module für alle Mitarbeiter entwickelt. Die Umsetzung dieser E-Learnings ist in allen strategischen Geschäftseinheiten und Konzerngesellschaften in Österreich, der WTE Gruppe, der EVN Bulgaria und der EVN Croatia abgeschlossen. In der EVN Macedonia wurde die Vermittlung dieser Inhalte eingeleitet. Darüber hinausgehend wurden spezielle Inhalte für Geschäftsführer, Infrastrukturprojektleiter oder Vertriebsmitarbeiter angeboten. Mittels eines auf die Zielgruppen abgestimmten Kommunikationsplans wird zielgruppenadäquat das Bewusstsein zu Compliance-Themen in allen Konzerngesellschaften national und international aufrechterhalten und weiterentwickelt.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden aus Compliance-Sicht besonders risikobehaftete interne Abläufe mit so genannten ComplianceKontrollen versehen und im Prozessmanagementsystem der EVN technisch implementiert. Diese Kontrollen werden laufend durchgeführt und geben so zusätzliche Sicherheit in der Einhaltung der Compliance-Vorgaben des Konzerns.

Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Intensivierung der Geschäftspartnerüberprüfung. Risikoadäquat werden Geschäftspartner der EVN Gruppe in Österreich und der WTE Gruppe unter Zuziehung eines externen Dienstleisters zur Geschäftspartnerüberprüfung auf compliance-relevante Sachverhalte hin überprüft. Bei allfälligen sensiblen Ergebnissen dieses Screenings werden zur Risikoreduktion entsprechende Maßnahmen gesetzt. Die Umsetzung in den anderen Gesellschaften im Konzern ist vorbereitet.

Die bisherige Implementierung des Compliance-Management-Systems wurde in einer Umfrage unter Führungskräften und Mitarbeitern getestet. Mit den Führungskräften wurde zusätzlich ein so genannter "Compliance Dialog" zu den künftigen Compliance-Herausforderungen geführt. Nach Analyse und Aufarbeitung der Ergebnisse dieser internen Analysen wird das Compliance-Management-System der EVN weiter optimiert und den künftigen Anforderungen entsprechend gestaltet werden.

In der Aufsichtsratssitzung vom 9. Dezember 2015 wurde dem Aufsichtsrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Organisation berichtet und damit die Regel 18a ÖCGK erfüllt.

Um das Thema Datenschutz im EVN Konzern angemessen zu etablieren, wurde ein Datenschutzbeauftragter für den EVN Konzern in Österreich ernannt. Dieser ist der Stabsstelle Corporate Compliance Management zugeordnet und somit unmittelbar dem Vorstand unterstellt. Er ist weisungsfrei in der Ausübung seiner Funktion, außerhalb der Geschäftsprozesse etabliert und wird ein konzernweites und funktionsübergreifendes Datenschutz-Management-System aufbauen, führen und weiterentwickeln. So wird den mit der EU-Datenschutzgrundverordnung verbundenen Herausforderungen entsprechend zeitgerecht und effektiv begegnet.

Prüfung der Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den Corporate Governance-Bericht gemäß § 96 Abs. 2 AktG der EVN AG geprüft und hierüber Bericht erstattet. Diesen Bericht über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie unter www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 17. November 2016

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Corporate Governance und Nachhaltigkeit

Im Zuge ihrer Internationalisierung trat die EVN im Jahr 2005 dem UN Global Compact bei. Damit verpflichtete sie sich zur Einhaltung global anerkannter Prinzipien ethischen und ökologischen wirtschaftlichen Handelns. Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerksvertreten. Ziel dieses seit 2009 bestehenden Lenkungskreises ist die Evaluierung vergangener und die Planung zukünftiger Aktivitäten des österreichischen UNGC-Netzwerks.

GRI-Indikator: Unterstützung externer Initiativen (G4-15)

Einbindung der Unternehmensführung und des höchsten Kontrollorgans in Nachhaltigkeitsthemen

Die laufende (Weiter-)Entwicklung der Konzernstrategie sowie die Erstellung und Überarbeitung von Unternehmensrichtlinien und -leitbildern erfolgen in der EVN durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Dieser Prozess wird durch Lenkungsausschüsse und anlassbezogen zu unterschiedlichen Themenstellungen gebildete Arbeitsgruppen unterstützt. Für die Behandlung von Nachhaltigkeitsfragen wurde der CSR-Konzernausschuss eingerichtet, der sich aus leitenden Mitarbeitern verschiedenster Unternehmensbereiche einschließlich des Vorstands konstituiert und sich damit an der europäischen Best Practice orientiert. Diese breite Aufstellung ermöglicht eine zielgerichtete Steuerung der CSR-Agenden und die laufende Abstimmung mit der Unternehmensstrategie und den Zielen der operativen Unternehmensbereiche.

Inhaltliche und organisatorische Unterstützung erfährt der Ausschuss durch das CSR-Beratungsteam, das als Schlüsselstelle und Bindeglied zwischen strategischer Entscheidung und operativer Umsetzung fungiert. Es unterstützt die Abteilungen bei der Entwicklung von Zielen, Maßnahmen und Standards, die in weiterer Folge vom CSR-Konzernausschuss genehmigt werden. Daneben zeigt es laufend aktuelle Trends und Entwicklungen im Themenfeld der Nachhaltigkeit auf. Die Nominierung von CSR-Verantwortlichen aus allen Fachbereichen stellt dabei sicher, dass alle Unternehmenseinheiten einbezogen und zusätzliche CSR-Potenziale identifiziert werden. Die CSR-Verantwortlichen tragen dafür Sorge, dass die bisherigen CSR-Aktivitäten regelmäßig reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungsansätze diskutiert und umgesetzt werden. Die Einbindung von CSR-Themen in den

Alltag der Tochtergesellschaften der EVN in Bulgarien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland wurde durch die Implementierung eigener CSR-Organisationen analog zum System in Österreich erreicht.

Nach außen vertreten wird das CSR-Management durch den Sprecher des Vorstands.

  • Zum UN Global Compact siehe www.unglobalcompact.org
  • Zur CSR-Organisation siehe www.verantwortung.evn.at
  • GRI-Indikatoren: Prozess des Nachhaltigkeits-Managements Verantwortungsbereiche und Umsetzungsprozess ausgehend vom höchsten Kontrollorgan (G4-35); Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Themen an das höchste Kontrollorgan (G4-36); Zuständigkeiten des Vorstands hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-42)

Der Aufsichtsrat kommt alljährlich zu einer Klausur zusammen, in deren Rahmen er umfassend zu aktuellen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen von Relevanz für die EVN informiert wird. Themen der Aufsichtsratsklausur im Geschäftsjahr 2015/16 waren "Trends in der Energiewirtschaft" sowie "Innovation in der EVN". Zweimal jährlich berichten zudem die Leiter der Internen Revision, des Rechnungswesens (IKS), des Risikomanagements sowie des Corporate Compliance Managements im Rahmen des Prüfungsausschusses an den Aufsichtsrat. Hier zur Sprache kommende compliance-relevante Themenstellungen können auch kritische Anliegen an den Aufsichtsrat beinhalten. Weiters wird der Aufsichtsrat bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf Verstöße mit potenziell bestandsgefährdenden wirtschaftlichen Auswirkungen bzw. Reputationsschäden gesondert informiert. Eine Information des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats erfolgt bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf Verstöße mit potenziell wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen bzw. Reputationsschäden. Bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf schwerwiegende Compliance-Verstöße, die alle Vorstandsmitglieder betreffen, bzw. bei Untätigkeit des Vorstands wird die Aufsichtsratsvorsitzende direkt eingeschaltet. Im Lauf des Geschäftsjahres 2015/16 wurden keine kritischen Anliegen an den Aufsichtsrat herangetragen.

GRI-Indikatoren: Weiterentwicklung der Kenntnisse des Aufsichtsrats zu wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen (G4-43); Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an den Aufsichtsrat (G4-49); Art und Gesamtzahl der kritischen Anliegen (G4-50)

Im Jahr 2010 wurde das Vergütungssystem für leitende Angestellte der EVN angepasst. Diese Anpassung setzte unter anderem folgende Schwerpunkte:

  • Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen
  • Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung des jeweiligen Bereichs

Die Aktionäre der EVN haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der jährlich stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung zur Vergütung des Managements einschließlich der Vergütungspolitik zu äußern.

GRI-Indikator: Meinungsäußerungen der Stakeholder bezüglich der Vergütung des Managements (G4-53)

Kontrolle und Leistungsbeurteilung hinsichtlich Nachhaltigkeit

Neben der Einhaltung der Bestimmungen des österreichischen Corporate Governance Kodex ist das wirkungsvollste Instrument zur Beurteilung der Nachhaltigkeitsleistung – und somit auch des Vorstands – der EVN der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zum Zweck der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI G4, Anwendungsebene "umfassend". Die Nachhaltigkeitsleistung sowie die im EVN Ganzheitsbericht 2015/16 enthaltene Darstellung von CSR-Themen, insbesondere die nach GRI G4 berichteten Inhalte und der GRI-Index, wurden im Auftrag der EVN durch das unabhängige Prüfinstitut TÜV SÜD verifiziert. Im Rahmen dieser Verifizierung

befragte das Prüfinstitut auch die Mitglieder des Vorstands sowie des CSR-Konzernausschusses und teilte diesen nach Abschluss der Verifizierung die externe Einschätzung der Nachhaltigkeitsleistung in Form eines Management Letter mit.

In Niederösterreich werden die drei thermischen Kraftwerke sowie 49 Wärmeerzeugungsanlagen der EVN im Rahmen der EMAS-Zertifizierungen regelmäßigen externen Audits unterzogen.

Listing in Nachhaltigkeitsindizes dank guter SRI-Ratings

Im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen wird die EVN von unterschiedlichen Rating-Agenturen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsleistung bewertet. Je nach Agentur liegen die Schwerpunkte der Bewertung auf den Themen Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung. Im Rahmen des Carbon Disclosure Project (CDP) berichtet die EVN einmal jährlich über ihre Treibhausgasemissionen sowie damit zusammenhängende Ziele, Maßnahmen und Konzepte. Weitere Nachhaltigkeits-Agenturen, die in regelmäßigen Abständen Analysen und Bewertungen der EVN durchführen, sind z.B. oekom research, Sustainalytics, imug oder Vigeo. Die EVN Aktie ist zudem in mehreren Nachhaltigkeitsindizes abgebildet, so z. B. im österreichischen VÖNIX, und wird auch dadurch regelmäßigen Überprüfungen unterzogen.

GRI-Indikatoren: Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorgans bezüglich nachhaltiger Entwicklung (G4-44); höchstes Komitee oder Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht prüft (G4-48)

Konzernlagebericht

Energiepolitisches Umfeld

Europäische Energie- und Klimapolitik

Europäische Klimapolitik

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben im Oktober 2014 – aufbauend auf dem Klima- und Energiepaket 2020 – einen Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 festgelegt. Demnach ist die Europäische Union bestrebt, bis zum Jahr 2030 die folgenden drei Hauptziele zu erreichen:

  • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % (gegenüber dem Stand des Jahres 1990)
  • Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energie am Gesamt-Energiemix auf mindestens 27 %
  • Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 27 % (gegenüber dem Stand des Jahres 2007)

Diese Vorgaben sollen die längerfristigen Zielsetzungen für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft bis 2050, des Energiefahrplans 2050 und des Verkehrsweißbuchs erfüllen. Damit folgt die europäische Klimapolitik den globalen Zielsetzungen, die im Rahmen der UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris beschlossen wurden.

Emissionshandel

Auf Beschluss der Europäischen Kommission wurden die Versteigerung von 900 Mio. CO2-Emissionszertifikaten in die Jahre 2019 und 2020 verschoben ("Backloading") und eine Verknappung der Zertifikate ab dem Jahr 2019 festgelegt, die über eine Marktstabilitätsreserve gesteuert werden soll. Dieser Mechanismus soll dem Markt je nach konjunktureller Lage Emissionszertifikate entziehen oder zuführen. In der letzten Handelsperiode (2021–2030) wird die Anzahl an Zertifikaten jährlich um jeweils 2,2 % reduziert.

Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten

Im Bereich der Stromproduktion bezieht die EVN 100 % der benötigten Emissionszertifikate über den Markt. In der Wärmeproduktion begann im Jahr 2013 die Gratiszuteilung von Zertifikaten im Ausmaß von 80 % des im Vorfeld ermittelten CO2-Ausstoßes je Produktionsanlage. Bis zum Jahr 2020 ist eine lineare Reduktion dieser Gratiszuteilung auf 30 % der Anlagenemissionen vorgesehen. Darüber hinaus wird der Umfang der Zertifikatszuteilung auch im Fall einer erheblichen Reduktion der Wärmeproduktion gekürzt.

GRI-Indikator: Kontingent der CO2-Emissionszertifikate (EU5)

Marktdesign für Strom

Für Ende 2016 wird die Vorlage des so genannten "Winterpakets" zum Strommarktdesign erwartet. Mit den darin enthaltenen neuen gesetzlichen Vorgaben will die EU-Kommission unter anderem die marktorientierte Implementierung von erneuerbarer Erzeugung

sowie die für die Versorgungssicherheit erforderliche Bereitstellung von ausreichenden Erzeugungskapazitäten gewährleisten.

Deutsch-österreichische Strompreiszone

Die Agentur für die Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden (ACER) wie auch die deutsche Bundesnetzagentur treten aktuell für Maßnahmen ein, die mittelfristig zu einer Teilung der seit 2002 zwischen Deutschland und Österreich bestehenden gemeinsamen Strompreiszone führen würden. Von österreichischer Seite – insbesondere von Österreichs Energie und dem österreichischen Stromregulator – werden derartige Bestrebungen unter anderem mit Verweis auf das Ziel eines integrierten EU-Energiebinnenmarkts sowie der weiterhin bestehenden innerdeutschen Netzengpässe abgelehnt. Ungeachtet des aus heutiger Sicht unklaren Ausgangs der zu diesem Thema aktuell laufenden Verhandlungen zwischen ACER und dem Verband europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) ist davon auszugehen, dass die Änderungen der deutsch-österreichischen Strompreiszone keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der EVN im Geschäftsjahr 2016/17 haben werden. Spätere Auswirkungen sind aus heutiger Sicht noch nicht absehbar.

Energiestrategie 2030

Die österreichische Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Energiestrategie für die Zeit bis 2030 zu definieren. Das angestrebte Energiesystem soll effizient, leistbar und sozial verträglich sein. Als übergeordnete Ziele wurden die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit, des Wohlstands und der Wettbewerbsfähigkeit sowie eine intakte Umwelt definiert. Die EVN unterstützt diese Ziele und trägt mit ihrem auf den Heimmarkt Niederösterreich fokussierten Investitionsprogramm zu ihrer Umsetzung bei.

Im Frühjahr 2016 hat die österreichische Bundesregierung ein Grünbuch als Grundlage für eine informierte und faktenbasierte Diskussion über eine integrierte Energie- und Klimastrategie zur Konsultation vorgelegt. Dabei hat die Bundesregierung neben den Zielen bis 2030 auch langfristige Perspektiven bis 2050 im Blick. Auf Basis der nunmehr abgeschlossenen Konsultationen soll im Lauf des ersten Halbjahres 2017 ein Weißbuch erarbeitet werden.

Regulatorisches Umfeld

Österreich

In Österreich begannen für Erdgas am 1. Jänner 2013 und für Strom am 1. Jänner 2014 neue Regulierungsperioden. Beide Perioden laufen über fünf Jahre. Demnach wird im Lauf des Jahres 2017 die neue, ab 1. Jänner 2018 geltende Regulierungsmethodik für die Erdgas-Verteilnetze fixiert werden. Die verzinsliche Kapitalbasis wird durch die "Regulatory Asset Base" bestimmt. Weitere wesentliche Parameter des Regulierungsmodells sind der gewichtete Kapitalkostensatz (derzeit 6,42 %) und die Produktivitätsfaktoren,

die generell für alle Unternehmen und zusätzlich individuell pro Unternehmen festgesetzt werden. Sie bilden die für das jeweilige Unternehmen individuell geltende Kostensenkungsvorgabe, in der Inflationsanpassungen ebenfalls berücksichtigt werden. Die Netzgesellschaft der EVN wird vom Regulator im Branchenvergleich hinsichtlich der Produktivität sehr positiv bewertet.

Bulgarien

In Bulgarien werden die Haushalts- und Gewerbekunden zu regulierten Preisen beliefert, während die Geschäftskunden sukzessive in den liberalisierten Markt übergeführt werden. In diesem Kundensegment tritt die EVN mit ihrer Handelstochter EVN Trading South East Europe EAD auf. Die EVN Bulgaria Electrosnabdiavane EAD, die auch die im regulierten Markt befindlichen Haushalts- und Gewerbekunden beliefert, ist "Supplier of last Resort" und versorgt jene Kunden im liberalisierten Marktsegment, die keinen anderen Anbieter auswählen oder vom gewählten Anbieter unverschuldet keinen Strom beziehen können. Der Energieverkauf an Kunden in den regulierten Marktsegmenten erfolgt ebenso wie die Beschaffung der entsprechenden Mengen zu regulierten Preisen, die unter dem Marktniveau liegen.

In Bulgarien begannen für Strom am 1. August 2015 und für Wärme am 1. Juli 2016 neue Regulierungsperioden. Die Periode für Strom läuft über drei Jahre, jene für Wärme über ein Jahr. Die Regulierungsmethode für das Stromnetz legt eine Erlösobergrenze fest, die die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und eine angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis (Regulatory Asset Base) umfasst. Zudem berücksichtigt die Methode einen Investitionsfaktor, der jährlich festgelegt wird.

Mit 1. Juli 2016 erhöhte die zuständige Regulierungskommission in Bulgarien die Strom-Endkundenpreise im Versorgungsgebiet der EVN um durchschnittlich 0,83 %. Für den Berichtszeitraum hauptsächlich relevant war allerdings noch die zum 1. August 2015 erfolgte Preissenkung um 0,4 %. Im Bereich Wärme wurden die Endkundenpreise im Geschäftsjahr 2015/16 gegenüber dem Niveau vom 1. Juli 2015 schrittweise um 1,9 % gesenkt. Das im Juni 2013 eingeleitete Schiedsgerichtsverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) verfolgt die EVN weiterhin aktiv. Bereits im Geschäftsjahr 2013/14 war die EVN mit einem Verwaltungsverfahren konfrontiert gewesen, das von der lokalen Regulierungsbehörde eingeleitet wurde und auf einen Lizenzentzug für die bulgarische Stromvertriebstochter EVN Bulgaria Electrosnabdiavane EAD abzielte. Das Verfahren wurde bislang noch immer nicht eingestellt.

Mazedonien

Seit 1. Jänner 2014 ist die Entflechtung ("Unbundling") der einzelnen Geschäftsfelder im Energiegeschäft in Mazedonien umgesetzt. Die EVN hat zur Erfüllung der damit verbundenen Anforderungen eine Vertriebsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL) und eine Produktionsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrani DOOEL) gegründet. Die beiden Gesellschaften bestehen zusätzlich zur bereits bestehenden EVN Macedonia AD, die weiterhin als Netzgesellschaft und derzeit noch als Vertriebsgesellschaft für regulierte Kundensegmente fungiert. Die Liberalisierung des Strommarkts wird in Mazedonien schrittweise – und zwar abhängig vom Jahresstromverbrauch der Abnehmer – bis Juli 2020 umgesetzt.

Mit Tarifentscheid vom 1. Juli 2016 wurden die Strom-Endkundenpreise um durchschnittlich 0,3 % gesenkt. Die aktuelle Regulierungsperiode, die am 1. Jänner 2015 begann, läuft über drei Jahre. Ähnlich wie in Bulgarien legt die Regulierungsmethode für das Stromnetz eine Erlösobergrenze fest, die die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und eine angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis (Regulatory Asset Base) umfasst.

Kroatien

Mit April 2017 soll die Liberalisierung des Gasmarkts auch für Haushaltskunden eingeführt werden, nachdem der Markt für Gewerbe- und Industriekunden bereits seit 2012 liberalisiert ist. Die Lieferung an Haushaltskunden erfolgt bis 31. März 2017 weiterhin zu regulierten Tarifen. Für die Periode vom 1. April 2016 bis zum 31. Dezember 2016 wurden die Haushaltstarife im Versorgungsgebiet der EVN Croatia um durchschnittlich 16,5 % gesenkt. Der Regulator hat Änderungen zur Verbesserung der Regulierung sowie zur Implementierung von Bilanzenergieregeln im gesamten Gasmarkt vorgenommen. Letztere ist Teil der Harmonisierung der kroatischen Regulierungsbestimmungen mit jenen der umgebenden Gasmärkte sowie den EU-Richtlinien. EVN Croatia konnte die Ausgleichsenergierisiken im Gaspreis berücksichtigen und an den Bilanzgruppenverantwortlichen weitergeben. Dadurch wird für die Verteilgesellschaft das Ausgleichsenergierisiko vermieden.

BIP-Wachstum % 2017f 2016e 2015 2014 2013
EU-281) 2) 1,4 –1,6 1,7–1,8 2,2 1,5 0,2
Österreich2) 3) 1,3–1,5 1,5–1,7 1,0 0,4 0,3
Bulgarien1)2) 4)5) 2,7–3,0 2,2–3,1 3,0 1,5 1,3
Kroatien1) 2) 4) 6) 2,0–2,5 1,9–2,6 1,6 –0,4 –1,1
Mazedonien5) 6) 3,5–4,0 2,2–3,7 3,7 3,5 2,9

1) Quelle: "European Economic Forecast, Autumn 2016", EU-Kommission, November 2016

2) Quelle: "Prognose der österreichischen Wirtschaft 2016 –2017", IHS, September 2016

3) Quelle: "Prognose für 2016 bis 2017: Konsum wächst erstmals seit drei Jahren wieder", WIFO, September 2016

4) Quelle: "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2016", Raiffeisen Research, Oktober 2016

5) Quelle: "Global Economic Prospects", World Bank, Juni 2016

6) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, Oktober 2016

Wirtschaftliches Umfeld

Die internationale Konjunktur belebt sich seit Mitte des Jahres 2015 nur zögerlich. Belastend wirken Unsicherheiten, darunter etwa die Entscheidung der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union, protektionistische Tendenzen und geopolitische Risiken. Trotz der weiterhin bestehenden strukturellen Probleme zeigen sich jedoch deutliche Hinweise auf eine Stabilisierung der Wirtschaftslage in den Schwellenländern. Diese profitieren von den gestiegenen Rohstoffpreisen und der konjunkturellen Festigung in China. Die Prognosen für die US-Wirtschaft wurden hingegen zuletzt etwas nach unten revidiert, damit fällt das erwartete BIP-Wachstum auch hinter jenes der Europäischen Union zurück. Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in der EU liegen zwischen 1,7 % und 1,8 % für 2016 und zwischen 1,4 % und 1,6 % für das Jahr 2017.

Die konjunkturelle Entwicklung Österreichs im Jahr 2016 kann bislang als moderat bezeichnet werden – ein Trend, der sich nach den zuletzt veröffentlichten Vorlaufindikatoren auch fortsetzen dürfte. Die zaghafte Belebung der Wirtschaft ist dabei weiterhin von der Inlandsnachfrage getragen. Zwar scheint sich das Wachstum des privaten Konsums etwas schwächer zu entwickeln, als zu Jahresbeginn erhofft. Hingegen erwarten die Wirtschaftsforscher weiterhin positive Impulse seitens der Bauwirtschaft, die ihre Krise überwunden zu haben scheint, und der Bruttoanlageninvestitionen, die heuer das stärkste Wachstum seit 2011 verzeichnen dürften. Dies sollte dazu führen, dass Österreich der konjunkturelle Anschluss an den EU-Durchschnitt gelingt: Für das laufende Jahr 2016 wird mit einem Wachstum zwischen 1,5 % und 1,7 % gerechnet. Ein etwas niedrigerer Wert von 1,3 % bis 1,5 % wird für 2017 erwartet; er korrespondiert allerdings mit der ebenfalls leicht reduzierten Prognose für die gesamte Europäische Union.

Bulgariens Wirtschaftsdynamik hat sich zuletzt im Vergleich zu 2015 etwas abgeschwächt. Hauptgrund dafür waren die nachlassenden Investitionen, die durch den Ausbau der Infrastruktur und des Energiesektors in den kommenden Jahren jedoch wieder angekurbelt werden sollen. Getragen wird das Wachstum der bulgarischen Wirtschaft zur Zeit primär von den Exporten und vom privaten Konsum. In diesem Umfeld wird für das laufende Jahr 2016 mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 2,2 % und 3,1 % gerechnet, für 2017 liegt die Prognose zwischen 2,7 % und 3,0 %.

In Kroatien hat sich die Konjunkturerholung, hauptsächlich getragen von der Inlandsnachfrage, unverändert fortgesetzt. Der Privatkonsum ist weiterhin durch anhaltende Preisrückgänge, eine Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt und solide Tourismuskennzahlen gut abgestützt. Überhaupt kann der Tourismus als wichtigster Wirtschaftsmotor Kroatiens bezeichnet werden. Positiv wirkte zusätzlich eine Zunahme der Bruttoanlageninvestitionen, die vor allem auf der gesteigerten Dynamik im Bausektor beruhte. In Summe wird für 2016 ein BIP-Wachstum zwischen 1,9 % und 2,6 % und für 2017 ein Plus zwischen 2,0 % und 2,5 % erwartet.

Nach Wachstumsraten von mehr als 3,0 % in den letzten Jahren verhindert die in Mazedonien seit Längerem schwelende innenpolitische Krise derzeit eine dynamischere Entwicklung. Sollte es gelingen, den politischen Konflikt in absehbarer Zeit beizulegen, könnte sich der Wachstumskurs der mazedonischen Wirtschaft jedoch weiterhin auf hohem Niveau fortsetzen. Die Konsumneigung der Bevölkerung scheint vorerst kaum unter dem politisch instabilen Umfeld zu leiden, und auch der mazedonische Außenhandel ist von möglichen Negativeffekten bisher weitgehend verschont geblieben. Sehr wohl bemerkbar macht sich die politische Situation allerdings durch verstärkte Zurückhaltung im Bereich der ausländischen Investitionen. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist daher für 2016 mit einem BIP-Wachstum von 2,2 % bis 3,7 % und für 2017 mit einem Plus von 3,5 % bis 4,0 % zu rechnen.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die energiewirtschaftliche Geschäftsentwicklung der EVN ist wesentlich durch externe Einflussfaktoren geprägt. Im Bereich der Haushaltskunden sind dies vor allem die Wetterbedingungen, die für die Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme ausschlaggebend sind, während die Nachfrage der Industriekunden vor allem durch die wirtschaftliche Entwicklung bestimmt wird.

Die Durchschnittstemperaturen zeigten sich in den für die EVN relevanten Märkten im Berichtszeitraum überaus mild. Besonders die Wintermonate waren in allen drei Kernmärkten deutlich wärmer als üblich: In Österreich lag die Heizgradsumme wie schon im Vorjahr unter dem langjährigen Mittelwert. Bulgarien verzeichnete in der Berichtsperiode außergewöhnlich warme Temperaturen, die Heizgradsumme blieb hier um 23,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert; und auch in Mazedonien lag die Heizgradsumme aufgrund des milden Winters um 8,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

Der Durchschnittspreis für Rohöl der Sorte Brent lag im Geschäftsjahr 2015/16 vor allem aufgrund des weltweit vorherrschenden Überangebots mit 38,0 Euro pro Barrel um 27,9 % unter dem Wert des Vorjahres. Auch der durchschnittliche EEX-Börsepreis für Erdgas nahm im Periodenvergleich um 32,5 % auf 14,4 Euro

pro MWh ab, nicht zuletzt hervorgerufen durch die höheren Temperaturen im Berichtszeitraum, die die Nachfrage auf den Spotmärkten dämpften. Der Preis für Kohle wiederum ging vor allem aufgrund der in China schwächeren Nachfrage um 14,4 % auf 46,2 Euro je Tonne zurück. Nach einem starken Anstieg der Preise für CO2-Emissionszertifikate im ersten Quartal 2015/16 auf 8,4 Euro je Tonne war danach ein Rückgang auf 6,1 Euro je Tonne zum Ende des Geschäftsjahres zu verzeichnen.

Auch der Rückgang der Termin- und Spotmarktpreise für Grundbzw. Spitzenlaststrom setzte sich im Berichtszeitraum fort. Ausschlaggebend dafür waren der weitere Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energieträgern in Österreich und Deutschland sowie die niedrigen Preise für Primärenergieträger und CO2-Emissionszertifikate. Gegen Ende des Geschäftsjahres stiegen die Strom-Forwardpreise sowie die Preise für Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate aufgrund des temporären Stillstands von Produktionskapazitäten in Frankreich zwar an. Im Schnitt sanken die Terminpreise für Grundlaststrom im Berichtszeitraum dennoch um 12,8 % auf 30,4 Euro pro MWh, jene für Spitzenlaststrom um 13,0 % auf 38,2 Euro pro MWh. Die Spotmarktpreise für Grundlaststrom gingen um 13,2 % auf 27,8 Euro pro MWh zurück, jene für Spitzenlaststrom reduzierten sich um 14,2 % auf 34,2 Euro pro MWh.

Energiewirtschaftliches Umfeld –
Kennzahlen
2015/16 2014/15 2013/14
Temperaturbedingter Energiebedarf 1) %
Österreich 96,0 96,0 94,8
Bulgarien 73,1 96,3 82,2
Mazedonien 92,4 101,0 90,5
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 38,0 52,7 79,7
Erdgas – NCG2) EUR/MWh 14,4 21,4 22,1
Steinkohle – API#23) EUR/t 46,2 53,9 59,5
CO2-Emissionszertifikate EUR/t 6,1 7,2 5,2
Strom – EEX Forwardmarkt 4)
Grundlaststrom EUR/MWh 30,4 34,9 38,6
Spitzenlaststrom EUR/MWh 38,2 43,8 49,2
Strom – EPEX Spotmarkt5)
Grundlaststrom EUR/MWh 27,8 32,1 33,5
Spitzenlaststrom EUR/MWh 34,2 39,8 42,2

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht dem bereinigten langjährigen Durchschnitt der länderspezifischen Messwerte

2) Net Connect Germany (NCG) – Börsepreis für Erdgas an der EEX (European Energy Exchange)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX (European Energy Exchange)

5) EPEX Spot – European Power Exchange

Geschäftsentwicklung

Der Konsolidierungskreis und Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr werden im Konzeranhang erläutert.

Siehe auch Seite 131ff

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Highlights 2015/16

  • Stromerzeugung um 20,1 % gesteigert
  • Anstieg der thermischen Stromproduktion durch höheren Bedarf für Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland
  • Rückgang der erneuerbaren Stromproduktion aufgrund geringen Wind- und Wasserdargebots
  • Rückgang im EBIT und Anstieg im Konzernergebnis
  • Operative Ergebnisverbesserung im Segment Netzinfrastruktur Inland
  • Gedämpfte Energienachfrage in Südosteuropa durch milden Winter und fortschreitende Liberalisierung bei geringeren Energiebeschaffungskosten und operativen Aufwendungen
  • Verschlechterte Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung führten zu Wertminderungen im Erzeugungsbereich

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der EVN verringerten sich im Geschäftsjahr 2015/16 um 89,3 Mio. Euro bzw. 4,2 % auf 2.046,6 Mio. Euro. Gesteigerte Erlöse aus der thermischen Erzeugung, zurückzuführen auf den häufigeren Einsatz der Wärmekraftwerke zur Netzstabilisierung, sowie aus dem niederösterreichischen Netzgeschäft konnten dabei geringere Erlöse aus den reduzierten Erdgashandelsaktivitäten sowie einen – insbesondere durch die fortschreitende Liberalisierung und den milden Winter beeinflussten – Umsatzrückgang in Südosteuropa nicht ausgleichen.

Der im Ausland erzielte Umsatz der EVN verringerte sich um 84,5 Mio. Euro bzw. 7,6 % auf 1.026,9 Mio. Euro. Sein Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns reduzierte sich dadurch von 52,0 % im Vorjahr auf 50,2 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verzeichneten im Berichtszeitraum einen Rückgang um 11,4 Mio. Euro bzw. 10,5 %. Maßgeblich dafür war der im Vorjahr in dieser Position abgebildete Verkauf der Anteile an der Projektgesellschaft für die Natriumhypochloritanlage in Moskau, der im Vorjahr einen positiven Einmaleffekt ergeben hatte. Ein gegenläufiger Einmaleffekt resultierte hingegen aus den im Berichtsjahr erzielten Versicherungserlösen zum Ausgleich der Winterschäden in Bulgarien.

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger betrug 930,6 Mio. Euro und ging damit im Vergleich zum Vorjahr um 135,9 Mio. Euro bzw. 12,7 % zurück. Diese Entwicklung korrespon-

135,6

Südosteuropa

Österreich

Mittel- und Osteuropa

459,0

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2015/16 2014/15 +/– 2013/14
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR absolut % Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.046,6 2.135,8 –89,3 –4,2 1.974,8
Sonstige betriebliche Erträge 97,0 108,4 –11,4 –10,5 71,1
Fremdstrombezug und Energieträger –930,6 –1.066,5 135,9 12,7 –1.032,2
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –246,7 –254,0 7,2 2,8 –251,9
Personalaufwand –313,7 –313,5 –0,2 –0,1 –313,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –141,6 –168,1 26,5 15,8 –359,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen
mit operativem Charakter 93,5 141,1 –47,5 –33,7 94,0
EBITDA 604,4 583,2 21,2 3,6 184,1
Abschreibungen –266,1 –260,3 –5,9 –2,3 –256,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –77,9 –54,7 –23,1 –42,3 –269,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 260,4 268,2 –7,8 –2,9 –341,4
Finanzergebnis –61,6 –60,3 –1,3 –2,1 –31,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 198,9 207,9 –9,1 –4,4 –373,3
Ertragsteuern –16,0 –17,3 1,2 7,1 102,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 182,8 190,7 –7,8 –4,1 –270,5
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 156,4 148,1 8,4 5,6 –299,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 26,4 42,6 –16,2 –38,0 28,5
Ergebnis je Aktie in EUR1) 0,88 0,83 0,05 5,7 –1,68

1) Verwässert ist gleich unverwässert

dierte insbesondere mit den Volumenrückgängen in der Gasvermarktung sowie im Energieabsatz in Südosteuropa. Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand lagen mit 246,7 Mio. Euro ebenfalls um 7,2 Mio. Euro bzw. 2,8 % unter dem Vorjahreswert.

Der Personalaufwand entwickelte sich stabil und blieb mit 313,7 Mio. Euro weitgehend auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 313,5 Mio. Euro). Aufwandssteigerungen infolge kollektivvertraglicher Lohn- und Gehaltsanpassungen wurden durch den Entfall vorjähriger Einmaleffekte aus Restrukturierungsmaßnahmen in den südosteuropäischen Gesellschaften ausgeglichen. Der durchschnittliche Personalstand sank aufgrund kontinuierlicher Reorganisations- und Optimierungsmaßnahmen im Jahres vergleich um 143 Personen auf 6.830 Mitarbeiter.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 26,5 Mio. Euro bzw. 15,8 % auf 141,6 Mio. Euro. Dieser signifikante Rückgang stammte vor allem aus weiteren Steigerungen der Inkassoquote in Südosteuropa und einer gleichzeitigen Kostenreduktion in der gesamten EVN Gruppe.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verringerte sich um 47,5 Mio. Euro bzw. 33,7 % auf 93,5 Mio. Euro. Dieser Rückgang war vor allem auf die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft sowie Wertminderungen der Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH und der Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH – jeweils aufgrund ungünstigerer Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung – zurückzuführen. Ergebniszuwächse bei anderen at Equity einbezogenen Unternehmen konnten diese Reduktion nicht ausgleichen. In Summe führten diese Entwicklungen zu einer Steigerung des EBITDA um 21,2 Mio. Euro bzw. 3,6 % auf 604,4 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich dadurch ebenfalls von 27,3 % auf 29,5 %.

Die planmäßigen Abschreibungen erhöhten sich bedingt durch die anhaltende Investitionstätigkeit des Konzerns um 5,9 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 266,1 Mio. Euro. Einen Anstieg um 23,1 Mio. Euro bzw. 42,3 % auf 77,9 Mio. Euro verzeichneten auch die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen. Diese betrafen insbesondere das anteilige Kraftwerk Duisburg-Walsum mit 32,6 Mio. Euro sowie diverse Wind- und Wasserkraftwerke mit 12,4 Mio. Euro und beruhten auf

Wertanalyse

Wertanalyse +/–
2015/16 2014/15 % 2013/14
ROE1) % 6,8 7,3 –0,5 –9,5
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 2.680,4 2.611,4 2,6 2.856,0
WACC nach Ertragsteuern1) 2) % 6,5 6,5 0,0 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)1) 3) % 7,6 7,5 0,1 2,9
Durchschnittliches Capital Employed3) Mio. EUR 4.290,7 4.523,1 –5,1 4.900,5
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 3) Mio. EUR 327,4 341,0 –4,0 144,5
EVA® Mio. EUR 48,5 47,0 3,2 –174,1

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Der angegebene WACC wird zum Zweck der Unternehmenssteuerung verwendet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konstant zu ermitteln, wird die Martkbewertung der Beteiligung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

der weniger günstigen Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung. Eine weitere Wertminderung von 31,3 Mio. Euro musste bei der Fernwärmegesellschaft TEZ Plovdiv aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen des bulgarischen Regulators im Wärmebereich vorgenommen werden. Per Saldo resultierten diese Entwicklungen in einem EBIT von 260,4 Mio. Euro, das damit um 7,8 Mio. Euro bzw. 2,9 % unter dem Vorjahreswert lag.

Das Finanzergebnis betrug –61,6 Mio. Euro und fiel damit um 1,3 Mio. Euro bzw. 2,1 % geringer aus als im Vorjahr. Während sich der Entfall der im Vorjahr hier erfassten Aufwendungen für die Auflösung der Investitionsgarantie der Bundesrepublik Deutschland und des Zinssicherungsgeschäfts für das Projekt Natriumhypochloritanlage in Moskau positiv auswirkte, lieferte die WEEV Beteiligungs GmbH im Geschäftsjahr 2015/16 einen negativen Ergebnisbeitrag. Dieser beruhte auf der anhaltend negativen Abweichung des laufenden Börsekurses von den bilanziellen Anschaffungskosten der in dieser Gesellschaft gehaltenen Aktien der Verbund AG.

Per Saldo ergab sich damit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 198,9 Mio. Euro (Vorjahr: 207,9 Mio. Euro). Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 16,0 Mio. Euro und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile belief sich das Konzernergebnis auf 156,4 Mio. Euro. Es lag damit um 8,4 Mio. Euro bzw. 5,6 % über dem Vorjahresniveau.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Mit 6.556,5 Mio. Euro lag die Bilanzsumme der EVN per 30. September 2016 um 55,3 Mio. Euro bzw. 0,9 % über dem Vergleichswert zum 30. September 2015.

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich dabei um 156,6 Mio. Euro bzw. 2,8 % auf 5.685,8 Mio. Euro, und auch ihr Anteil am Gesamtvermögen der EVN nahm auf 86,7 % zu (Vorjahr: 85,0 %). Einen geringfügigen Rückgang um 2,8 Mio. Euro bzw. 0,1 % auf 3.733,7 Mio. Euro verzeichneten dabei die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Der Ansatz der at Equity einbezogenen Unternehmen und der sonstigen Beteiligungen lag mit 1.537,8 Mio. Euro um 140,1 Mio. Euro bzw. 10,0 % über dem Vorjahreswert, in erster Linie zurückzuführen auf die höhere Marktbewertung der von der EVN AG direkt gehaltenen Verbund-Aktien. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte stiegen – insbesondere durch eine Veränderung bei den aktiven latenten Steuern sowie den langfristigen Forderungen aus derivativen Geschäften – um 19,3 Mio. Euro bzw. 4,9 % auf 414,2 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich im Berichtszeitraum um 105,1 Mio. Euro bzw. 10,8 % auf 866,9 Mio. Euro. Ein wesentlicher Grund dafür war eine erlösbedingte Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Das Eigenkapital der EVN belief sich per 30. September 2016 auf 2.770,7 Mio. Euro und lag damit um 180,5 Mio. Euro bzw. 7,0 % über dem Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im Einklang damit auf 42,3 % (Vorjahr: 39,8 %).

Einen Rückgang um 70,3 Mio. Euro bzw. 2,7 % auf 2.540,7 Mio. Euro zeigten im Berichtszeitraum die langfristigen Schulden. Die Umgliederung kurzfristiger Anteile aus den langfristigen Schulden kompensierte hier eine Erhöhung der Rückstellungen, der langfristigen Steuerverbindlichkeiten sowie der vereinnahmten Baukostenzuschüsse.

Die kurzfristigen Schulden verringerten sich ebenfalls um 54,9 Mio. Euro bzw. 4,2 % auf 1.245,1 Mio. Euro. Wesentliche Gründe dafür waren Rückgänge bei den Lieferantenverbindlichkeiten, den kurzfristigen Rückstellungen sowie den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten. Einen gegenläufigen Effekt hatte hingegen der Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Umgliederung einer im Juni 2017 planmäßig fälligen Anleihe im Volumen von 150,0 Mio. Euro.

Konzern-Bilanz 30.09.2016 30.09.2015 +/– 30.09.2014 Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR absolut % Mio. EUR Aktiva Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.733,7 3.736,6 –2,8 –0,1 3.738,7 At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen 1.537,8 1.397,8 140,1 10,0 1.553,8 Sonstige langfristige Vermögenswerte 414,2 394,9 19,3 4,9 485,2 5.685,8 5.529,2 156,6 2,8 5.777,7 Kurzfristige Vermögenswerte 866,9 972,0 –105,1 –10,8 840,4 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 3,8 0,0 3,8 – 223,7 Summe Aktiva 6.556,5 6.501,2 55,3 0,9 6.841,8 Passiva Eigenkapital Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 2.510,8 2.334,8 176,1 7,5 2.395,2 Nicht beherrschende Anteile 259,8 255,4 4,5 1,7 237,5 2.770,7 2.590,1 180,5 7,0 2.632,7 Langfristige Schulden Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.314,5 1.535,7 –221,2 –14,4 1.747,7 Latente Steuerverbindlichkeiten und langfristige Rückstellungen 601,2 492,3 108,9 22,1 545,5 Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 625,0 583,1 42,0 7,2 609,4 2.540,7 2.611,0 –70,3 –2,7 2.902,6 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 239,1 140,1 99,0 70,7 194,2 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.006,1 1.160,0 –153,9 –13,3 1.112,3 1.245,1 1.300,0 –54,9 –4,2 1.306,5 Summe Passiva 6.556,5 6.501,2 55,3 0,9 6.841,8

Bilanzstruktur

Nettoverschuldung 30.09.2016
Mio. EUR
30.09.2015
Mio. EUR
+/–
Mio. EUR
% 30.09.2014
Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.314,5 1.535,7 –221,2 –14,4 1.747,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 225,4 129,9 95,5 73,5 173,8
Fonds der liquiden Mittel –223,5 –244,9 21,4 8,7 –197,2
Lang- und kurzfristige Wertpapiere –158,4 –154,5 –3,8 –2,5 –62,9
Lang- und kurzfristige Ausleihungen –36,5 –35,3 –1,2 –3,5 –38,9
Nettoverschuldung 1.121,5 1.230,9 –109,4 –8,9 1.622,4
Eigenkapital 2.770,7 2.590,1 180,5 7,0 2.632,7
Gearing (%) 40,5 47,5 –14,8 61,6

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

Wertanalyse

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken zum Zweck der Unternehmenssteuerung mit 6,5 % angesetzt. Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) der EVN lag im Geschäftsjahr 2015/16 bei 6,8 % (Vorjahr: 7,3 %), der erwirtschaftete Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) betrug 48,5 Mio. Euro (Vorjahr: 47,0 Mio. Euro). Die operative Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) erreichte im Berichtsjahr 7,6 % (Vorjahr: 7,5 %).

Liquiditätslage

Aufgrund des starken Cash Flows aus dem operativen Bereich konnte die EVN ihre Nettoverschuldung im Berichtszeitraum um 109,4 Mio. Euro bzw. 8,9 % auf 1.121,5 Mio. Euro reduzieren. Auf dieser Basis – und dank des gestiegenen Eigenkapitals – nahm auch die Gearing Ratio von 47,5 % auf 40,5 % ab.

Zur Sicherung ihrer finanziellen Flexibilität verfügt die EVN Gruppe über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro und zusätzlich über vertraglich zugesagte bilaterale Kreditlinien im Gesamtausmaß von 122,0 Mio. Euro, die per 30. September 2016 nicht gezogen waren und somit vollumfänglich zur Verfügung standen. Für die syndizierte Kreditlinie wurde im abgelaufenen

Geschäftsjahr auch die zweite im Kreditvertrag enthaltene Verlängerungsmöglichkeit um ein Jahr genutzt, wodurch das Laufzeitende auf Juli 2021 (statt bisher Juli 2020) erstreckt wurde. Die Restlaufzeiten der mit fünf Banken abgeschlossenen bilateralen Kreditlinien betragen bis zu drei Jahre. Die solide Ausstattung mit Liquiditätsreserven ist ein Zeichen der hohen finanziellen Stabilität und Flexibilität der EVN Gruppe.

Mio. EUR und %

Zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten siehe Seite 172

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis erhöhte sich im Berichtszeitraum um 99,8 Mio. Euro bzw. 22,8 % auf 537,9 Mio. Euro. Dieser Anstieg resultierte – trotz des niedrigeren Ergebnisses vor Ertragsteuern – aus höheren unbaren Ergebniskomponenten, die auf höhere Abschreibungen und niedrigere Ergebnisse von at Equity einbezogenen Unternehmen sowie eine Veränderung der langfristigen Rückstellungen zurückzuführen waren. Unter Einbeziehung der Veränderungen im Working Capital ergab sich ein Cash Flow aus dem operativen Bereich von 463,0 Mio. Euro, der um 15,2 Mio. Euro bzw. 3,2 % unter jenem des Vergleichszeitraums lag.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich blieb mit –230,6 Mio. Euro um 157,9 Mio. Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Wesentlicher Grund dafür war der im Vorjahr erfolgte Verkauf des Projekts Natriumhypochloritanlage in Moskau.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich belief sich im Berichtszeitraum auf –253,9 Mio. Euro (Vorjahr: –357,3 Mio. Euro). Im Vorjahr war diese Position maßgeblich von der Rückführung der Finanzierungen im Zusammenhang mit dem Projekt Natriumhypochloritanlage geprägt gewesen. Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2015/16 war neben Dividendenzahlungen an die Aktionäre der EVN AG und an Minderheitengesellschafter auch durch planmäßige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten bestimmt.

In Summe ergab sich im Geschäftsjahr 2015/16 ein Cash Flow von –21,5 Mio. Euro. Die liquiden Mittel beliefen sich per 30. September 2016 auf 223,5 Mio. Euro. Zusätzlich standen der EVN Gruppe nicht gezogene Kreditlinien im Ausmaß von 522,0 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen der EVN lagen im Geschäftsjahr 2015/16 mit 315,4 Mio. Euro um 7,2 Mio. Euro bzw. 2,2 % unter dem Vorjahresvolumen.

Im Segment "Erzeugung" lag der Schwerpunkt weiterhin auf dem Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich. So erhöhte die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Windparks Paasdorf-Lanzendorf die hier verfügbare Windkraftkapazität im Berichtszeitraum um rund 19 MW, wodurch die EVN nun insgesamt über rund 268 MW an Windkraftkapazitäten verfügt. Aufgrund des geplanten Projektverlaufs der einzelnen Vorhaben waren die Investitionen im Bereich Erzeugung jedoch rückläufig.

Im Segment "Energiehandel und -vertrieb" lag der Hauptfokus der Investitionstätigkeit auf dem Ausbau der Fernwärmenetze der EVN und auf dem Bau von Nahwärmeanlagen bzw. Biomasse-Heizwerken.

2015/16
Mio. EUR
2014/15
Mio. EUR
+/–
Mio. EUR
% 2013/14
Mio. EUR
198,9 207,9 –9,1 –4,4 –373,3
339,0 230,1 108,9 47,3 710,8
537,9 438,1 99,8 22,8 337,4
–75,4 35,5 –110,9 228,1
0,6 4,6 –4,0 –86,6 –19,6
463,0 478,3 –15,2 –3,2 546,0
–239,1 –242,5 3,3 1,4 –300,5
2,6 250,4 –247,7 –98,9 14,2
5,9 –80,5 86,4 43,1
–230,6 –72,7 –157,9 –243,3
–253,9 –357,3 103,4 28,9 –335,0
–21,5 48,3 –69,8 –32,3
244,9 197,2 47,7 24,2 229,5
0,1 –0,6 0,7 0,0
223,5 244,9 –21,4 –8,7 197,2
2013/14
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
31,2 47,8 –16,7 –34,8 84,1
25,9 39,9 –13,9 –34,9 36,1
5,0 5,8 –0,8 –13,5 47,6
0,0 1,5 –1,5 0,0
26,0 22,7 3,3 14,7 32,3
26,0 22,4 3,7 16,3 30,7
154,7 160,2 –5,5 –3,4 186,8
105,1 113,4 –8,2 –7,3 135,4
35,2 33,9 1,3 3,8 38,6
14,5 13,0 1,5 11,5 11,8
93,5 78,5 14,9 19,0 77,5
8,1 10,9 –2,8 –25,6 13,3
7,3 9,4 –2,1 –22,1 9,4
1,9 2,5 –0,6 –23,3 2,5
315,4 322,7 –7,2 –2,2 396,3
2015/16 2014/15 +/–

1) Nach Konsolidierung

Struktur der Investitionen

%, Gesamtsummen: Mio. EUR

Im Segment "Netzinfrastruktur Inland" befanden sich die Investitionen auf hohem Niveau, aber unter dem Vorjahreswert. Der Fokus lag einmal mehr auf dem Neubau bzw. der Erweiterung von Umspannwerken und dem Ausbau der 110-kV-Leitungen.

Im Segment "Energieversorgung Südosteuropa" galt der Schwerpunkt Investitionen zur weiteren Reduktion der Netzverluste. Darüber hinaus wurde in Kroatien der Ausbau der Erdgasversorgung entlang der dalmatinischen Küste fortgesetzt. In Summe lagen die Investitionen in diesem Segment über dem Vorjahresniveau.

Im Segment "Umwelt" lag der Fokus vor allem auf der Trinkwasserversorgung und dabei insbesondere dem Bau von Naturfilteranlagen zur natürlichen Qualitätssteigerung des Trinkwassers in Niederösterreich sowie Investitionen in die Leistungsfähigkeit der Leitungsnetze.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die obenstehende Tabelle.

Nichtfinanzielle Kennzahlen

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie und tragen damit wesentlich zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts der EVN bei. Als Basis für ein gezieltes Controlling der CSR-Aktivitäten fand auch eine Reihe an CSR-Kennzahlen Eingang in das interne und externe Reporting der EVN Gruppe. Einen Auszug der wichtigsten nichtfinanziellen Kennzahlen für die EVN finden sich in diesem Kapitel.

Arbeiten bei der EVN 2015/16 2014/15 2013/14
Mitarbeiter gesamt Durchschnitt 6.830 6.973 7.314
Frauenanteil % 22,6 21,9 21,4
Aus- und Weiterbildungsaufwand1) Mio. EUR 1,8 1,9 2,3
Aus- und Weiterbildungsaufwand pro Mitarbeiter1) EUR 263,4 275,7 310,4
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter Stunden 27,2 30,7 34,9
Arbeitsunfälle Anzahl 89 87 104

1) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

Die EVN als verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Der Frauenanteil unter den EVN Mitarbeitern betrug in der Berichtsperiode 22,6 %. Bereits im Geschäftsjahr 2010/11 hatte die EVN das Programm "Frauen@EVN" initiiert. Es strebt insbesondere die Verbesserung jener Rahmenbedingungen an, die Frauen traditionell stärker nachteilig betreffen als Männer. Ziele sind dabei die Gewährleistung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern sowie die Erhöhung des Frauenanteils in der EVN.

Die EVN ist sich des hohen strategischen Werts ihrer qualifizierten Mitarbeiter bewusst. Die Absicherung und Erweiterung ihres hohen Kompetenzniveaus bildet deshalb einen Schwerpunkt im Personalmanagement. Organisiert werden die entsprechenden Aus- und Weiterbildungsangebote in Österreich, Bulgarien und Mazedonien durch die EVN Akademie.

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen zentralen Stellenwert ein. Das hohe Sicherheitsniveau wird vor allem durch Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet.

Versorgungssicherheit, Umweltschutz und Ressourcenschonung, nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz Energieerzeugung

Ein flexibler Erzeugungsmix ist für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit und ebenso für die Zukunftsfähigkeit der EVN von entscheidender Bedeutung. Deshalb stellt der weitere Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen – vor allem aus Wind- und Wasserkraft, aber auch aus Biomasse und Sonnenenergie – einen zentralen strategischen Schwerpunkt dar. Die EVN verfolgt das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung nachhaltig zu steigern. Im Geschäftsjahr 2015/16 stammten 34,5 % der Gesamtstromproduktion der EVN aus erneuerbaren Quellen. Im Heimmarkt Niederösterreich werden dazu vor allem die Windkraftanlagen ausgebaut, um die Erzeugungskapazität in diesem Bereich von derzeit rund 268 MW mittelfristig auf mehr als 300 MW zu erhöhen.

Neben der ökologischen Verantwortung trägt die EVN auch ökonomische Verantwortung. Deshalb strebt sie die Erreichung einer soliden Eigenerzeugungsquote an; 30 % des konzernweiten

Energieerzeugung 2015/16 2014/15 2013/14
Anteil erneuerbarer Energie an der Gesamtproduktion % 34,5 43,1 42,5
Erzeugungskapazität aus Windkraftanlagen MW 268 250 213
Eigenerzeugungsquote % 32,1 25,3 22,7

Stromabsatzes sollen aus eigener Erzeugung bzw. aus Strombezugsrechten abgedeckt werden. Im Geschäftsjahr 2015/16 betrug die Eigenerzeugungsquote 32,1 %.

Innovation, Forschung und Entwicklung

Die wichtigsten Handlungsfelder der EVN Wesentlichkeitsmatrix geben unter anderem den Themenrahmen für die Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der EVN vor. Vor diesem Hintergrund werden primär Projekte zur Schonung von Umwelt und Ressourcen, zur Versorgungssicherheit sowie zur Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verfolgt. Zielsetzungen sind die Entwicklung von Lösungen für eine emissionsärmere Zukunft, einen effizienteren Energieeinsatz und ein dezentrales Energiesystem basierend auf den Kundenbedürfnissen.

Innovationsprojekte werden zunehmend je nach Anforderungen mit State-of-the-Art-Innovationsmethoden (wie Design Thinking und Business Model Canvas) entwickelt und durchgeführt. Forschungsprojekte werden – je nach konkreter Anforderung und Sinnhaftigkeit – in Kooperation unterschiedlicher Konzernbereiche sowie in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Industrie durchgeführt. Da der Schwerpunkt der EVN in der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung liegt, ergänzen sich die Kompetenzen mit den auf Grundlagenforschung ausgerichteten Profilen der wissenschaftlichen Kooperationspartner. Der Erfahrungsaustausch in nationalen und internationalen Projekten trägt nicht nur zum Erfolg von Projekten der EVN bei, sondern versorgt auch Hochschulen und öffentliche Forschungs-

Förderquote

Aufwand Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte

einrichtungen mit aktuellen Forschungsthemen und leistet damit einen Beitrag zur qualifizierten und praxisnahen Ausbildung von Studenten.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wendete die EVN 1,6 Mio. Euro (davon 14,4 % über Förderungen) für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf. Zu den Forschungsschwerpunkten, die im Berichtsjahr fortgesetzt bzw. vertieft wurden, zählten unter anderem:

  • Projekte zur Nutzung der Überproduktion aus erneuerbarer Erzeugung, z. B. mittels Energiespeicherung bzw. Kombinationen aus Energiespeicherung und -wandlung sowie im Rahmen von Demand Side Management (Power-to-Heat, Power-to-Gas)
  • Projekte im Bereich der Großbatterie-Speicher
  • Smart-Grid-Projekte zur Erforschung von Speichermöglichkeiten und deren Zusammenwirken mit weiteren Komponenten aus den Bereichen Erzeugung, Netze und Verbrauch
  • Projekte im Bereich "Virtuelle Kraftwerke"
  • Projekte im Bereich "Dezentrale Energielösungen"
  • "Green Storage Grid Projekt" zur Untersuchung innovativer Wärmespeicher und deren Einsatzmöglichkeiten zur Flexibilisierung von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung
  • Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie zur Optimierung des Energiebedarfs für Anlagen im Energie- und Umweltbereich
  • Nachfolgeprojekt "CO2USE" zur CO2-Abscheideanlage der EVN im Kraftwerk Dürnrohr, um das abgeschiedene CO2 mithilfe von biotechnologischen Methoden in einen biologisch abbaubaren Kunststoff umzuwandeln

Der seit dem Geschäftsjahr 2013/14 bestehende EVN Trendmonitor wurde im Berichtsjahr fortgeführt und verbessert. Bei dieser Innovationsinitiative handelt es sich um eine konzernweite, von EVN Experten kuratierte Plattform, die es allen Mitarbeitern ermöglicht, aktuelle Medienbeiträge und Informationen zu den für die EVN relevanten Trends und Technologien zu teilen bzw. diese zu verfolgen. Der EVN Trendmonitor fördert einen offenen Wissensaustausch, stärkt die Wissensbasis der Mitarbeiter und dient damit letztlich als Inspiration für die Entwicklung neuer Ideen und Geschäftsmodelle.

1) Förderquote = Anteil der Förderungen am Gesamtaufwand für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Risikomanagement

Risikodefinition

Im EVN Konzern ist Risiko als die potenzielle Abweichung von geplanten Unternehmenszielen definiert.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale durch aktive Risikosteuerung. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Hier werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Ebenso erfolgt hier die Analyse des Risikoprofils der EVN. Die Erfassung und das Management von Nachhaltigkeits- und compliance-relevanten Risiken erfolgt im Einklang mit dem zentralen Risikomanagementprozess durch darauf spezialisierte Organisationseinheiten bzw. Prozesse. Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung bzw. Überarbeitung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risiken und entsprechenden Risikosteuerungsmaßnahmen
  • Bewertung und Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen
  • Berichterstattung: Diskussion und Beurteilung des Risikoprofils im Risikoarbeitsausschuss sowie im Konzernrisikoausschuss und gegebenenfalls Einleitung von weiteren Risikosteuerungsmaßnahmen; Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss
  • Prozess-Review: Definition jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind; regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind; regelmäßige Prüfung durch die Interne Revision

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss unterstützt das zentrale Risikomanagement bei der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagementprozesses. Er beurteilt und genehmigt Änderungen in Bezug auf die (Bewertungs-)Methodik und definiert Art und Umfang der Risikoberichterstattung. Stimmberechtigte Mitglieder des Risikoarbeitsausschusses auf Ebene des EVN Konzerns sind die Leiter der Konzernfunktionen Controlling, Generalsekretariat und Corporate

Affairs, Finanzwesen, Rechnungswesen und Interne Revision, der Chief Compliance Officer (CCO) sowie ein (unternehmensinterner) energiewirtschaftlicher Experte.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus dem Vorstand der EVN AG, den Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und den Mitgliedern des Risikoarbeitsausschusses besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen und verabschiedet die Ergebnisse der Risikoinventur (Risikoberichte).

GRI-Indikator: Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Prüfung des Risikomanagements hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Risiken (G4-46)

Risikoprofil

Neben den branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten ist das Risikoprofil der EVN vor allem durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen und Veränderungen im Wettbewerbsumfeld geprägt. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Risikoinventur, deren Ergebnisse im Bedarfsfall um Ad-hoc-Risikomeldungen aktualisiert werden, erfolgt eine Kategorisierung in Markt- und Wettbewerbs-, Finanz-, Betriebs-, Umfeld-, Strategieund Planungs- sowie sonstige Risiken, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Energiehandel und -vertrieb

Nachfragerückgänge aufgrund von witterungs- bzw. klimawandelbedingten, demografischen, politischen und technologischen Einflüssen sowie reputations- bzw. wettbewerbsbedingte Kundenund Absatzmengenverluste können negative Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der EVN haben. Zudem können die Marktpreisentwicklung und -volatilität, eine suboptimale Beschaffungsstrategie und sinkende Margen die energiewirtschaftlichen Deckungsbeiträge der EVN negativ beeinflussen.

GRI-Indikator: Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen für die Aktivitäten der Organisation (G4-EC2)

Erzeugung/Aufbringung

Der Anstieg dezentraler und nicht regelbarer Produktion sowie Schwankungen bei Windaufkommen, Wasserführung, Sonnenstunden und Witterungsverhältnissen können sich nachteilig auf das Ergebnis im Erzeugungsbereich auswirken (Preis- und Mengeneffekte). Da die Wirtschaftlichkeit und die Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen maßgeblich von Strom- und PrimärKonzernlagebericht

energiepreisen, Wirkungsgraden, energiepolitischen Rahmenbedingungen und Standorten abhängig sind, können nachteilige Entwicklungen einen Wertberichtigungsbedarf auslösen. Darüber hinaus könnte die Bildung bzw. Nachdotierung von Rückstellungen für Belastungen aus langfristigen (Bezugs-)Verträgen erforderlich werden. Trotz der bereits gesetzten Maßnahmen bestehen derartige Risiken weiterhin für thermische Erzeugungsanlagen, aber auch für Wasserkraftwerke und Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energie.

Umwelt

Im Umweltgeschäft sieht die EVN Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Aufgrund von Marktsättigung, eingeschränkten Ressourcen für Infrastrukturprojekte oder Nichtberücksichtigung bzw. Unterliegen in Ausschreibungsverfahren kann das Projektvolumen im Umweltbereich zurückgehen. Die EVN ist zudem Projektabwicklungs- und Lieferantenrisiken wie dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen ausgesetzt.

Finanzrisiken

Im Rahmen des Managements von Kredit- bzw. Forderungsausfallrisiken unterscheidet die EVN zwischen Forderungen gegenüber Endkunden und Forderungen im Finanz- und Energiehandelsbereich sowie bei Großprojekten/-anlagen. Im Endkundenbereich dienen insbesondere ein effizientes Forderungsmanagement, die Beurteilung der Kundenbonität auf Basis von Ratings und Erfahrungswerten sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken. Dennoch können die Energieerträge durch mangelnde Kaufkraft bzw. Zahlungsmoral der Kunden belastet werden.

Den Kreditrisiken wird insbesondere im Treasury- und im Energiehandelsbereich sowie im Projekt- und Beschaffungsmanagement mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen, Absicherungsinstrumenten wie Bankgarantien sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet.

Im Bereich der kerngeschäftsnahen Beteiligungen (vor allem Verbund AG, Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, Burgenland Holding AG, ENERGIEALLIANZ Austria GmbH) besteht aufgrund des schwierigen energiepolitischen Umfelds die Gefahr, dass nachteilige Ergebnis- und Eigenkapitalentwicklungen auf die EVN durchschlagen.

Im Rahmen der aktiven Steuerung der Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken stellt das niedrige Zinsniveau eine zunehmende Herausforderung für die kurz- bis

mittelfristige Veranlagung von liquiden Mitteln dar. Dies kann zu Opportunitätsverlusten führen und negative Auswirkungen auf die Bewertung von Personalrückstellungen sowie auf künftige Tarife haben.

Betriebsrisiken

Insbesondere im Energie- und Netzgeschäft können operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen und -störungen sowie IT- und sicherheitstechnische Probleme auftreten, wodurch es zu Versorgungsunterbrechungen und zum Schlagendwerden von Haftungs- und Reputationsrisiken kommen kann. Auch im Umweltgeschäft besteht das Risiko von Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Risiken bestehen auch in der suboptimalen Auslegung und Nutzung technischer Anlagen und der Einschätzung und Umsetzung von technologischen Neuerungen. Zudem bestehen operationelle Risiken in Bezug auf Organisation, Planung, Personal und Compliance.

Umfeldrisiken

Regulierung, Energie- und Umweltgesetzgebung sowie die Veränderung von politischen und öffentlichen Positionen zu Energie- und Infrastrukturprojekten sind wesentliche Risikotreiber. Eine Änderung des Förderregimes, das Ausbleiben von erwarteten Förderungen und eine Änderung der gesetzlich fixierten Tarife können die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Politische und wirtschaftliche Instabilität, willkürliche Rechtssetzungs- und Regulierungsmaßnahmen sowie Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen stellen Herausforderungen dar. Erforderliche Genehmigungen und Lizenzen könnten nicht erteilt, entzogen oder nicht verlängert werden. In diesem Zusammenhang ist das von der bulgarischen Regulierungsbehörde eingeleitete Lizenzentzugsverfahren für den Strombereich (EWRC) gegen die Stromvertriebsgesellschaft der EVN in Bulgarien (EVN Bulgaria ElectrosnabdIavane EAD) zu nennen.

Vertrags- und Rechtsrisiken bestehen im Zusammenhang mit potenziellen oder bereits anhängigen (Schieds-)Gerichts- und Investitionsschutzverfahren sowie regulatorischen bzw. aufsichtsrechtlichen Prüfungen.

Gesamtrisikoprofil

Neben den Ungewissheiten im Zusammenhang mit Geschäftsfeldern und -betrieben außerhalb von Österreich ist die EVN auch im Heimmarkt Niederösterreich mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld konfrontiert. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur wurden keine Risiken für die Zukunft identifiziert, die den Fortbestand der EVN gefährden könnten.

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Das IKS der EVN wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht, und die Ergebnisse daraus werden dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das IKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird. Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale besteht aus den fünf zusammenhängenden Komponenten Kontroll umfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für alle Mitarbeiter des gesamten Konzerns.

Zum EVN Verhaltenskodex siehe www.evn.at/verhaltenskodex

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen der EVN. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und die sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeiter erstellt. Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen – das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen – verantwortlich.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen. Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden. Die Überprüfung der Abschluss-daten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wichtigsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird mit dem ERP-Softwaresystem SAP, Modul FI (Finanz-/Rechnungswesen) geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt mit der Software Hyperion Financial Management, in die die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Das IKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es im Geschäftsjahr Risikovorfälle gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden im Sinn der kontinuierlichen Weiterentwicklung des IKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht zweimal jährlich eine IKS-Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat, die als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des IKS dient und die Steuerbarkeit des IKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch das IKS-Management in Zusammenarbeit mit dem IKS-Komitee auf Basis der Informationen der IKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

GRI-Indikator: Häufigkeit der Überprüfung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen, Risiken, Chancen durch das höchste Kontrollorgan (G4-47)

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Deckungsbeitragsrisiko
(Preis- und Mengeneffekte)
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen
der geplanten Deckungsbeiträge
• Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs
und Absatzpreise (insbesondere für Energieträger)
• Sinkende Nachfrage nach Produkten
bzw. Leistungen der EVN; Rückgang der
Eigenerzeugungsmenge
Auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungs
strategie; Absicherungsstrategien; Diversifizierung
der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder; auf
Kundenbedürfnisse abgestimmte Produktpalette;
längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten
Lieferantenrisiko Überschreiten der geplanten (Projekt-)Kosten;
Verzögerungen bei der Ausführung vertraglich
zugesagter Leistungen
Partnerschaften, möglichst weitgehende
vertragliche Absicherung, externe Expertise
Finanzrisiken1)
Fremdwährungsrisiken Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste) und
Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrech
nung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme
Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente
Liquiditäts-, Cash Flow- und
Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener
Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche
Liquidität/Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den
erwarteten Konditionen beschaffen zu können
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte
Finanzplanung, Absicherungen des benötigten
Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Preis-/Kursänderungsrisiken Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen
(z.B. Fonds) und börsenotierten strategischen Beteili
gungen (z.B. Verbund AG, Burgenland Holding AG)
Monitoring des Verlustpotenzials mittels
täglicher Value-at-Risk-Ermittlung; Anlagerichtlinien
Counterparty-/Kreditrisiken
(Ausfallrisiken)
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem
Geschäftspartner zugesagten Leistung
Vertragliche Konstruktionen, Bonitäts-Monitoring
und Kreditlimitsystem, Versicherungen und
Diversifizierung der Geschäftspartner
Beteiligungsrisiken Nichterreichen der Gewinnziele einer
Beteiligungsgesellschaft
Vertretung im Aufsichtsrat bzw. in
Gesellschafter-/Risikoausschüssen der
jeweiligen Beteiligungsgesellschaft
Rating-Veränderung Bei Verringerung der Rating-Einstufung
höhere Refinanzierungskosten
Sicherstellung der Einhaltung relevanter
Finanzkennzahlen
Zinsänderungsrisiken Veränderungen der Marktzinsen,
steigender Zinsaufwand
Einsatz von Absicherungsinstrumenten
Wertminderungs-/Impairment-Risiken Wertberichtigung von Forderungen, Wertminderung
von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. sonstigen
Vermögenswerten
Monitoring mittels Sensitivitätsanalysen
Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten (Garantien)
Finanzieller Schaden durch Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten
Eventualverbindlichkeiten auf erforderliches
Mindestmaß beschränken; laufendes Monitoring
Strategie- und Planungsrisiken
Technologierisiko Spätes Erkennen von und Reagieren auf neue
Technologien (verzögerte Investitionstätigkeit) bzw.
auf Veränderungen von Kundenbedürfnissen;
Investitionen in die "falschen" Technologien
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten,
eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte,
ständige Anpassung an den Stand der Technik
Planungsrisiko Modellrisiko, Treffen von falschen bzw.
unvollständigen Annahmen, Opportunitätsverluste
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut
ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter
und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische Risiken Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe, Schnittstellen,
Doppelgleisigkeiten
Prozessmanagement, Dokumentation,
internes Kontrollsystem (IKS)

1) Zum Einsatz von Finanzinstrumenten siehe auch Seite 185ff und Seite 188f

Risikokategorie
Betriebsrisiken
Beschreibung Maßnahme
Infrastrukturrisiken Falsche Auslegung und Nutzung der
technischen Anlagen
Beheben von technischen Schwachstellen,
regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen
der vorhandenen und künftig benötigten
Infrastruktur
Störungen/Netzausfall
(Eigen- und Fremdanlagen), Unfälle
Versorgungsunterbrechung, Gefährdung von
Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch
Explosionen/Unfälle
Technische Nachrüstung bei den Schnittstellen der
unterschiedlichen Netze, Ausbau und Instandhaltung
der Netzkapazitäten
IT-/Sicherheitsrisiken
(inkl. Cyber Security)
Systemausfälle; Datenverlust bzw. unbeabsichtigter
Datentransfer; Hackerangriffe
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung,
Back-up-Systeme, technische Wartung,
externe Prüfung, Arbeitssicherheitsmaßnahmen,
Krisenübungen
Mitarbeiterrisiken Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitern, Ausfall
durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder
Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme,
kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste
bzw. unbewusste Fehldarstellung von
Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld, Gesundheits- und
Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle,
Schulungen, Konzerntage, internes Kontrollsystem
(IKS)
Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische und
politische Risiken
Veränderung der politischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen
Umfelds (z.B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche
Rahmenbedingungen, Marktliberalisierung in
Südosteuropa); Netzbetrieb: Nichtanerkennung
der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif
durch den Regulator
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene; angemessene
Dokumentation und Leistungsverrechnung
Rechts- und Prozessrisiko Nichteinhalten von Verträgen, Prozessrisiko aus
diversen Klagen
Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und
EU-weiten Interessenvertretungen, Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaftliches
Umfeld
Konjunkturelle Entwicklungen, Schulden-/Finanzkrise,
stagnierende oder rückläufige Kaufkraft, steigende
Arbeitslosigkeit
Weitestgehende Ausschöpfung von (anti-)zyklischen
Optimierungspotenzialen
Vertragsrisiken Nichterkennen von Problemen im juristischen,
wirtschaftlichen und technischen Sinn;
Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von
Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und
laufendes Monitoring
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewährung,
Non-Compliance
Weitergabe vertraulicher interner Informationen
an Dritte und unerlaubte
Vorteilsgewährung/Korruption
Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien
und Standards, Verhaltenskodex,
Compliance-Organisation
Projektrisiko z.B. Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau
neuer Kapazitäten
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen
Parameter
Co-Investment-Risiko Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von
Großprojekten gemeinsam mit Partnerunternehmen
Vertragliche Absicherung, effizientes
Projektmanagement
Sabotage Sabotage z.B. bei Erdgasleitungen,
Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen
Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige
Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte
Imagerisiko Reputationsschaden Transparente und proaktive Kommunikation,
nachhaltige Unternehmenssteuerung

GRI-Indikator: Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-2)

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden die relevanten Informationen zudem auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitern der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Die Interne Revision der EVN führt regelmäßig Prüfungen des IKS durch, deren Ergebnisse ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontrollsystems Berücksichtigung finden.

Aktienstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch

    1. Per 30. September 2016 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, die jeweils im gleichen Umfang am Grundkapital beteiligt sind. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Es existiert nur diese eine Aktiengattung. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten und werden auf dem Prime Market der Wiener Börse gehandelt.
    1. Es gibt keine über die Bestimmungen des Aktiengesetzes hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte bzw. Vereinbarungen über die Beschränkung der Übertragbarkeit von Aktien. Hinzuweisen ist jedoch darauf, dass die Übertragbarkeit der Beteiligung des Landes Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, durch bundes- und landesverfassungsgesetzliche Bestimmungen eingeschränkt ist.
    1. Auf Basis dieser verfassungsrechtlichen Vorschriften ist das Land Niederösterreich mit 51,0 % Mehrheitsaktionär der EVN AG. Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist der EnBW Trust e.V., ein im Vereinsregister des Amtsgerichts Mannheim unter VR 3737 eingetragener Verein mit Sitz in Karlsruhe, der Aktien im Ausmaß von 32,0 % des Grundkapitals treuhändig für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe,

eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 107956, hält. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zum 30. September 2016 1,1 %; der Streubesitz belief sich somit auf 15,9 %.

    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht unmittelbar selbst bei der Hauptversammlung aus. Es besteht in der EVN AG kein Aktienoptionsprogramm.
    1. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und höchstens fünfzehn Mitgliedern. Sofern das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt, beschließt die Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. Die ordentliche Hauptversammlung vom 21. Jänner 2016 beschloss, das seit 16. Jänner 2014 laufende Aktienrückkaufprogramm zu beenden und den Vorstand erneut zu ermächtigen, während einer Geltungsdauer von 30 Monaten auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck (i) der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Ausmaß von insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN zu erwerben.

Siehe auch Seite 42

    1. Aufgrund der oben in Punkt 2. und 3. erwähnten Rechtslage ist ein Kontrollwechsel im Sinn des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB in der EVN AG derzeit von Gesetzes wegen unzulässig. Allfällige Folgewirkungen eines Kontrollwechsels können daher nicht eintreten.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016/17

Der stetig voranschreitende Ausbau der erneuerbaren Erzeugung bringt wesentliche Herausforderungen auf den Energiegroßhandelsmärkten mit sich. Niedrige Preise führen dazu, dass die thermischen Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig werden Ausgleichsenergie bzw. Engpassmanagement-Kapazitäten zur Stabilisierung der Stromnetze benötigt. Die EVN stellt ihre thermischen Kraftwerke bereits seit Jahren zur Netzstabilisierung zur Verfügung. Auch für die Winterhalbjahre 2016/17 und 2017/18 und für den Sommer 2017 wurden entsprechende Vereinbarungen getroffen.

Im Bereich der Infrastruktur wird die EVN auch im Geschäftsjahr 2016/17 wieder umfangreiche Investitionen vornehmen. In Niederösterreich werden die Stromnetze für die ansteigende Einspeisung aus volatiler erneuerbarer Energie aufgerüstet, in Südosteuropa sollen wie schon in den vergangenen Jahren die Netzverluste weiter reduziert werden. Dazu setzt die EVN auf moderne Netze, die westeuropäischen Standards entsprechen, sowie auf fernauslesbare Zähler.

Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liegt im Ausbau der erneuerbaren Erzeugung in Niederösterreich. So sollen insbesondere im Bereich Windenergie neue Projekte umgesetzt werden, um das Ausbauziel von mehr als 300 MW in den nächsten zwei Jahren zu erreichen. Bei den Naturwärmeanlagen sind Netzverdichtungen und Modernisierungen bestehender Anlagen geplant. Darüber hinaus baut die EVN ihre Leitungs-

Maria Enzersdorf, am 17. November 2016

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

netze in der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich aus, um ihre Versorgungsstandards auch in niederschlagsärmeren Regionen und während Trockenphasen halten zu können. Mithilfe von Naturfilteranlagen, die die Wasserhärte mittels Membrantechnik auf natürliche Weise reduzieren, wird die bereits heute hohe Qualität in der Wasserversorgung laufend weiter gesteigert.

Im internationalen Projektgeschäft des Umweltsegments wird die EVN in den kommenden Monaten wieder verstärkt in der Projektakquisition tätig sein. Neue Märkte mit entsprechendem Potenzial sind dabei von besonderem Interesse. Auf die Vermeidung oder Absicherung politischer Risiken wird dabei Bedacht genommen.

Das integrierte Geschäftsmodell der EVN bewährt sich in diesem herausfordernden Umfeld seit Jahren. Die breite Aufstellung der Gruppe entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette und die zusätzliche Diversifizierung durch das Umweltgeschäft fördern die Stabilität des Ergebnisses.

Vor diesem Hintergrund und unter Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2016/17, das sich aus dem operativen Geschäft ergibt, weitgehend stabil erwartet. Effekte aus den Verfahren im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sind davon getrennt zu betrachten. Weitere Einflüsse auf das Ergebnis können sich aus regulatorischen Rahmenbedingungen, den eingeleiteten Verfahren in Bulgarien sowie aus dem Fortgang der Aktivitäten in Moskau ergeben.

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Segmentberichterstattung

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie den Bereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Erdgas sind es die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern

sowie durch regionale Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserver- und der Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie
an österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel mit und
Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandels
märkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

EVN Stromerzeugung aus thermischen und erneuerbaren Energieträgern

EVN Wärmeerzeugung aus thermischen und erneuerbaren Energieträgern

1) Stromerzeugung aus Biomasse, Sonnenenergie und sonstigen erneuerbaren Energieträgern

1) Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

2) Dampf aus thermischer Abfallverwertung

GRI-Indikator: Erzeugte Energie nach Quelle (EU2)

Energiewirtschaftliche Kennzahlen +/–
Konzern GWh 2015/16 2014/15 absolut % 2013/14
Stromerzeugung 5.866 4.882 983 20,1 4.395
Erneuerbare Energie 2.026 2.106 –80 –3,8 1.868
Wärmekraftwerke 3.840 2.777 1.063 38,3 2.527
Netzabsatz
Strom 21.532 21.684 –153 –0,7 20.908
Erdgas1) 16.288 14.989 1.299 8,7 14.143
Energieverkauf an Endkunden
Strom 18.292 19.263 –972 –5,0 19.318
davon Mittel- und Westeuropa2) 6.410 6.804 –394 –5,8 6.787
davon Südosteuropa 11.882 12.459 –577 –4,6 12.321
Erdgas 5.134 5.241 –107 –2,0 5.383
Wärme 2.082 2.038 44 2,2 1.991
davon Mittel- und Westeuropa2) 1.898 1.827 71 3,9 1.806
davon Südosteuropa 184 211 –27 –12,8 185

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Erzeugung

Das Segment "Erzeugung" umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich und Bulgarien. Die Vermarktung des im Segment erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb abgebildet.

Die Ergebnisbeiträge aus den Beteiligungen der EVN an der Verbund Innkraftwerke GmbH sowie der EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG werden als Ergebnisanteile at Equity einbezogener Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst. Die Beteiligung an der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen abgebildet.

Highlights 2015/16

  • Steigerung der Energieproduktion durch stärkeren Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung
  • Rückgang der Stromproduktion aus erneuerbarer Energie aufgrund geringeren Winddargebots
  • Wertminderungen in Österreich und Deutschland belasten das Ergebnis
  • Gesteigertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Entwicklung der Erzeugung

Die Stromerzeugung im Segment Erzeugung erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015/16 um 1.016 GWh bzw. 24,8 % auf 5.105 GWh. Während die Erzeugung aus erneuerbarer Energie mit 1.626 GWh um 48 GWh bzw. 2,8 % unter dem Vergleichswert des Vorjahre blieb, nahm die Erzeugung in den Wärmekraftwerken um 1.063 GWh bzw. 44,0 % auf 3.479 GWh zu.

Im Bereich der erneuerbaren Erzeugung lagen im Berichtsjahr insbesondere das Winddargebot, geringfügig aber auch das Wasserdargebot unter dem Niveau des Vorjahres und bedingten damit einen Rückgang des Produktionsvolumens. Dieser konnte auch durch den erstmaligen Ganzjahresbetrieb des 37-MW-Windparks Prottes-Ollersdorf und die Inbetriebnahme des Windparks Paasdorf-Lanzendorf nicht ausgeglichen werden.

Der Anstieg der Stromerzeugung aus Wärmekraftwerken ist auf den deutlich stärkeren Einsatz der Kraftwerke der EVN zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland zurückzuführen. Wie schon in den vergangenen vier Jahren standen die Kraftwerke Theiß und Korneuburg auch im Winter 2015/16 als Reservekapazität für den süddeutschen Raum zur Verfügung; darüber hinaus auch im Sommer 2016 für Österreich. Die Verträge zur Bereitstellung der Kraftwerke laufen bis zum Ende des Winterhalbjahres 2017/18. Zudem lag die Produktion des Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum über dem Vorjahresniveau.

In der Berichtsperiode konnten auf Konzernebene 32,1 % (Vorjahr: 25,3 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden; in Österreich und Deutschland lag dieser Wert bei 80,0 % (Vorjahr: 60,2 %). Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion auf Konzernebene lag bei 34,5 % (Vorjahr: 43,1 %).

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments haben sich im Geschäftsjahr 2015/16 um 8,6 Mio. Euro bzw. 4,0 % auf 221,7 Mio. Euro erhöht. Vor allem der Anstieg der Erlöse aus der Lieferung von Regelenergie, aus dem Engpassmanagement in Österreich und aus der Bereitstellung von Reservekapazitäten zur Netzstabilisierung im süddeutschen Raum konnte die mengen- und preisbedingt geringeren Umsatzerlöse aus der erneuerbaren Erzeugung mehr als ausgleichen.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand verringerte sich – trotz höherer Energieeinsatzkosten durch den vermehrten Einsatz der thermischen Kraftwerke – in der Berichtsperiode um 6,2 Mio. Euro bzw. 5,1 % auf 113,5 Mio. Euro. Dies war primär auf einen positiven Einmaleffekt in der Betriebskostenabrechnung einzelner Anlagen zur erneuerbaren Erzeugung zurückzuführen.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Mio. Euro bzw. 38,3 % auf –34,1 Mio. Euro. Maßgeblich verantwortlich dafür waren die Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH, für die auf Basis der aktuellen Annahmen zur zukünftigen Strompreisentwicklung im vierten Quartal eine Wertminderung durchgeführt werden musste, sowie eine Wertminderung bei der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Ashta.

Operatives Ergebnis

Per Saldo ergab sich für den Berichtszeitraum ein positives EBITDA in Höhe von 74,1 Mio. Euro, das um 5,3 Mio. Euro bzw. 7,7 % über jenem des Vorjahres lag. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen verringerten sich um 10,0 Mio. Euro bzw. 12,6 % auf 69,2 Mio. Euro; die laufenden

Kennzahlen – +/–
Erzeugung 2015/16 2014/15 absolut % 2013/14
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 5.105 4.089 1.016 24,8 3.720
davon erneuerbare Energie 1.626 1.673 –48 –2,8 1.534
davon Wärmekraftwerke 3.479 2.416 1.063 44,0 2.186
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 46,0 52,7 –6,7 –12,7 33,7
Innenumsatz 175,7 160,4 15,3 9,6 153,8
Gesamtumsatz 221,7 213,1 8,6 4,0 187,5
Operativer Aufwand –113,5 –119,7 6,2 5,1 –115,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter –34,1 –24,6 –9,4 –38,3 –38,9
EBITDA 74,1 68,7 5,3 7,7 33,6
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –69,2 –79,2 10,0 12,6 –86,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 4,8 –10,5 15,3 –53,1
Finanzergebnis –22,4 –18,2 –4,2 –22,9 –25,3
Ergebnis vor Ertragsteuern –17,6 –28,7 11,1 38,7 –78,4
Gesamtvermögen 1.094,5 1.157,2 –62,8 –5,4 1.218,2
Gesamtschulden 845,0 959,1 –114,0 –11,9 1.034,7
Investitionen1) 33,8 54,4 –20,6 –37,9 88,9

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Abschreibungen blieben dabei annähernd konstant. Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen, die sich aus der weniger günstigen Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung ergaben, lagen mit –15,9 Mio. Euro um 8,6 Mio. Euro bzw. 35,3 % unter dem Vorjahreswert. In Summe ergab sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein EBIT von 4,8 Mio. Euro, das damit um 15,3 Mio. Euro höher ausfiel als im Vorjahr.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von –22,4 Mio. Euro ergibt sich für das Geschäftsjahr 2015/16 ein Ergebnis vor Ertragsteuern von –17,6 Mio. Euro, das um 11,1 Mio. Euro bzw. 38,7 % über dem Vorjahreswert lag.

Investitionen

Das Investitionsvolumen des Segments verringerte sich in der Berichtsperiode um 20,6 Mio. Euro bzw. 37,9 % auf 33,8 Mio. Euro, die nahezu vollständig auf Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie entfielen. Der Rückgang gegenüber dem

Vorjahr ergab sich aus dem geplanten Projektverlauf der einzelnen Vorhaben. Eröffnet wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr der Windpark Paasdorf-Lanzendorf mit einer Kapazität von rund 19 MW. Damit betreibt die EVN nun insgesamt 16 Windparks mit einer Gesamterzeugungskapazität von rund 268 MW.

Ausblick

Die thermischen Erzeugungskapazitäten der EVN werden aufgrund der niedrigen oder negativen Spreads weiterhin hauptsächlich für das Engpassmanagement und zur Lieferung von Ausgleichsenergie eingesetzt. Die Ergebnisse der erneuerbaren Erzeugung hängen neben den Strompreisen vor allem auch vom Wasser- und Winddargebot ab. Ein positiver Effekt sollte hier im Geschäftsjahr 2016/17 aus dem erstmals ganzjährigen Betrieb des Windparks Paasdorf-Lanzendorf resultieren. In Summe ist 2016/17 durch den Wegfall der Bewertungseffekte des Vorjahres von einer Ergebnisverbesserung auszugehen. Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen können die Erlös- und Ergebnisentwicklung des Segments allerdings wesentlich beeinflussen.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment "Energiehandel und -vertrieb" umfasst den Handel mit und den Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden vorwiegend auf dem österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie die Produktion und den Verkauf von Wärme.

Die Erträge aus den Beteiligungen der EVN an den Vertriebsgesellschaften EVN Energievertrieb GmbH & Co KG und ENERGIEALLIANZ Austria GmbH werden als Ergebnisanteile at Equity einbezogener Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA erfasst.

Highlights 2015/16

• Energieverkauf

  • Rückgänge im Strom- und Erdgasabsatz
  • Anstieg beim Wärmeabsatz
  • EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern durch die Bildung einer Rückstellung belastet

Energieabsatz

Der Strom- sowie der Erdgasabsatz der EVN entwickelten sich im Geschäftsjahr 2015/16 rückläufig: Der Stromabsatz ging um 5,8 % auf 6.410 GWh zurück, und der Erdgasabsatz sank um 2,7 % auf 5.098 GWh. Diese Entwicklung ist vor allem auf den intensiven Wettbewerb im Business- und Haushaltskundenmarkt zurückzuführen. Der Wärmeabsatz hingegen nahm dank Netzverdichtungsmaßnahmen und einer gesteigerten Nachfrage der Industriekunden gegenüber dem Vorjahr um 3,9 % auf 1.898 GWh zu.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments gingen in der Berichtsperiode um 22,4 Mio. Euro bzw. 4,6 % auf 463,4 Mio. Euro zurück. Hauptfaktoren dafür waren vor allem geringere Erlöse aus den reduzierten Erdgashandelsaktivitäten, ein mengenbedingter Rückgang bei der Vermarktung der Wasserkraftproduktion sowie ein niedrigeres Niveau der Großhandelspreise. Positiv wirkte sich umgekehrt ein Anstieg der Erlöse aus der Vermarktung des in thermischen Kraftwerken erzeugten Stroms aus.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand reduzierte sich in der Berichtsperiode um 4,9 Mio. Euro bzw. 0,9 % auf 553,8 Mio. Euro. Verantwortlich

Kennzahlen –
Energiehandel und -vertrieb
+/–
2015/16 2014/15 absolut % 2013/14
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Strom 6.410 6.804 –394 –5,8 6.787
Erdgas 5.098 5.241 –143 –2,7 5.383
Wärme 1.898 1.827 71 3,9 1.806
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 448,5 470,9 –22,5 –4,8 431,5
Innenumsatz 15,0 14,9 0,1 0,5 17,2
Gesamtumsatz 463,4 485,8 –22,4 –4,6 448,6
Operativer Aufwand –553,8 –558,7 4,9 0,9 –448,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 62,1 70,0 –7,9 –11,3 55,2
EBITDA –28,3 –2,9 –25,4 55,3
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –17,4 –17,7 0,3 1,8 –16,1
Operatives Ergebnis (EBIT) –45,7 –20,6 –25,1 39,2
Finanzergebnis –4,7 –5,0 0,3 6,9 –3,0
Ergebnis vor Ertragsteuern –50,3 –25,6 –24,8 –96,9 36,2
Gesamtvermögen 682,0 612,8 69,2 11,3 509,4
Gesamtschulden 585,1 518,7 66,4 12,8 409,3
Investitionen1) 26,0 22,7 3,3 14,7 32,3

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

dafür waren im Einklang mit der rückläufigen Umsatzentwicklung vor allem geringere Aufwände für den Erdgasbezug zu Handelszwecken sowie niedrigere Primärenergiebezugskosten. Aufwandssteigernd wirkte hingegen die Bildung einer Rückstellung für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter sank um 7,9 Mio. Euro bzw. 11,3 % auf 62,1 Mio. Euro.

Operatives Ergebnis

Per Saldo lag das EBITDA des Segments mit –28,3 Mio. Euro um 25,4 Mio. Euro unter dem Wert des Vorjahres. Etwa auf Vorjahresniveau bewegten sich im Geschäftsjahr 2015/16 die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen. In Summe führte dies zu einem Rückgang des EBIT um 25,1 Mio. Euro auf –45,7 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis erhöhte sich im Berichtszeitraum um 0,3 Mio. Euro bzw. 6,9 % auf –4,7 Mio. Euro. Damit ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein um 24,8 Mio. Euro bzw. 96,9 % auf –50,3 Mio. Euro verringertes Ergebnis vor Ertragsteuern.

Investitionen

Das Investitionsvolumen des Segments lag im Geschäftsjahr 2015/16 mit 26,0 Mio. Euro um 3,3 Mio. Euro bzw. 14,7 % über dem Vorjahreswert. Die Investitionen konzentrierten sich auf den Wärmebereich der EVN, Schwerpunkte bildeten der Ausbau der Fernwärmenetze sowie der Bau von Nahwärme- bzw. Biomasse-Heizwerken.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2016/17 ist mit einem positiven Ergebnis zu rechnen, das allerdings von der Preisentwicklung auf den Großhandelsmärkten, dem zunehmenden Wettbewerb sowie der Vermarktung der eigenen Stromproduktion beeinflusst werden könnte.

Netzinfrastruktur Inland

Im Segment "Netzinfrastruktur Inland" werden neben dem Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland auch Konzerndienstleistungen erbracht. Diese Leistungen, die vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten anfallen, werden als konzerninterne Umsätze abgebildet.

Highlights 2015/16

  • Deutlicher Anstieg der Gas-Netzabsatzmengen
  • Strom-Netzabsatzmengen auf Vorjahresniveau
  • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern
  • Investitionsfokus weiterhin auf Versorgungssicherheit

Entwicklung des Netzabsatzes

Die österreichischen Strom- und Gasnetztarife werden im Rahmen der Anreizregulierung jeweils mit Beginn des Kalenderjahres durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2016 hat diese die Netznutzungsentgelte für Strom und Erdgas für Haushaltskunden um durchschnittlich jeweils 11,0 % erhöht. Im Jahr davor waren der entsprechende Netztarif für Strom um 1,0 % und jener für Erdgas um 3,0 % gesenkt worden.

Die Netzabsatzmengen für Strom lagen im Geschäftsjahr 2015/16 mit 8.128 GWh leicht über dem Vorjahresniveau von 8.121 GWh. Der Gasnetzabsatz hingegen verzeichnete im Berichtsjahr einen deutlicheren Anstieg um 1.258 GWh bzw. 8,4 % auf 16.216 GWh, zurückzuführen auf die höhere Nachfrage der überregionalen Netzbetreiber nach thermischer Erzeugung zur Netzstabilisierung in Österreich und Süddeutschland.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments stiegen im Geschäftsjahr 2015/16 aufgrund der erwähnten Preis- und Mengenentwicklung um 20,9 Mio. Euro bzw. 4,4 % auf 492,9 Mio. Euro. Einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnete die EVN zudem im Bereich Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen.

2015/16 2014/15 absolut % 2013/14
GWh
8.128 8.121 7 0,1 7.874
16.216 14.958 1.258 8,4 14.131
Mio. EUR
434,2 412,8 21,4 5,2 430,9
58,7 59,2 –0,5 –0,8 53,7
492,9 472,0 20,9 4,4 484,6
–272,3 –270,8 –1,5 –0,5 –297,8
220,6 201,2 19,5 9,7 186,8
–110,3 –105,6 –4,7 –4,4 –103,6
110,3 95,5 14,8 15,4 83,3
–17,5 –17,4 –0,1 –0,3 –19,8
92,8 78,1 14,7 18,8 63,4
1.883,5 1.831,5 52,0 2,8 1.787,7
1.357,1 1.294,8 62,3 4,8 1.298,2
154,7 160,2 –5,5 –3,4 186,8
+/–

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand reduzierte sich hingegen um 1,5 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 272,3 Mio. Euro. Damit nahm das EBITDA insgesamt um 19,5 Mio. Euro bzw. 9,7 % auf 220,6 Mio. Euro zu. Auch das EBIT erhöhte sich um 14,8 Mio. Euro bzw. 15,4 % auf 110,3 Mio. Euro, obwohl die Abschreibungen einen investitionsbedingten Anstieg um 4,7 Mio. Euro bzw. 4,4 % zeigten.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis entwickelte sich mit –17,5 Mio. Euro stabil (Vorjahr: –17,4 Mio. Euro). Per Saldo ergab sich damit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 92,8 Mio. Euro, das den Vorjahreswert um 14,7 Mio. Euro bzw. 18,8 % übertraf.

Investitionen

Das im Geschäftsjahr 2013/14 gestartete vierjährige Investitionsprogramm der EVN, das Investitionen von 1 Mrd. Euro in Niederösterreich vorsieht, wurde im Berichtszeitraum plangemäß im nunmehr dritten Jahr fortgesetzt. Rund 70 % des gesamten Investitionsvolumens entfallen auf das Segment Netzinfrastruktur Inland und dienen angesichts der laufend steigenden, volatilen Strommengen aus dezentraler erneuerbarer Erzeugung insbesondere der Erweiterung bzw. dem Neubau von Anlagen im Netzbereich. Im Berichtszeitraum beliefen sich die Investitionen des Segments auf 154,7 Mio. Euro. Aufgrund der Verschiebung einzelner Bauvorhaben lag dieser Wert um 5,5 Mio. Euro bzw. 3,4 % unter jenem des Vorjahres.

Ausblick

Auf Basis der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen werden die Netztarife für Strom und Erdgas im Geschäftsjahr 2016/17 mit 1. Jänner 2017 steigen. Dies korrespondiert mit der erforderlichen hohen Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren, insbesondere zur Einbindung von erneuerbarer Erzeugung, sowie mit dem Vergleich der Netzabsatzmengen zur jeweiligen Referenzperiode. Der resultierende Anstieg der planmäßigen Abschreibungen hat einen gegenläufigen Effekt, weshalb auf Segmentebene von einem stabilen Ergebnis für das Geschäftsjahr 2016/17 ausgegangen wird.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment "Energieversorgung Südosteuropa" werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien, die Stromerzeugung in Mazedonien, der Gasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.

Highlights 2015/16

  • Wasserführung in Mazedonien über langjährigem Durchschnitt, jedoch unter Vorjahresniveau
  • Niedrigere Umsatzerlöse durch milden Winter und fortschreitende Liberalisierung
  • Geringere Energiebeschaffungskosten und operative Aufwendungen
  • Verbessertes EBITDA
  • EBIT und Ergebnis vor Steuern durch Wertminderung im bulgarischen Wärmegeschäft belastet

Regulatorische Rahmenbedingungen

Mit 1. Juli 2016 erhöhte die zuständige Regulierungskommission in Bulgarien die Strom-Endkundenpreise im Versorgungsgebiet der EVN um durchschnittlich 0,83 %. Für den Berichtszeitraum vor allem relevant war allerdings noch die zum 1. August 2015 erfolgte Preissenkung um 0,4 %. Im Bereich Wärme wurden die Endkundenpreise im Geschäftsjahr 2015/16 gegenüber dem Niveau vom 1. Juli 2015 schrittweise um 1,9 % gesenkt. Weiterhin aktiv verfolgt die EVN das im Juni 2013 eingeleitete Schiedsgerichtsverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID). In Mazedonien kam es mit Tarifentscheid vom 1. Juli 2016 wie im Vorjahr neuerlich zu einer Senkung der Strom-Endkundenpreise um durchschnittlich 0,3 %.

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Die Stromerzeugung der EVN in Südosteuropa verringerte sich im Geschäftsjahr 2015/16 um 45 GWh bzw. 9,1 % auf 450 GWh. Zwar lag das Wasserdargebot in Mazedonien im Berichtszeitraum über dem langjährigen Durchschnitt, der Rekordwert des Vorjahres konnte jedoch nicht erreicht werden. Dies resultierte in einem Rückgang der erneuerbaren Produktion um 34 GWh bzw. 16,4 % auf 175 GWh. Die thermische Stromerzeugung nahm aufgrund des sehr milden Temperaturverlaufs, der zu einer Reduktion der Einsatzzeiten der Cogeneration-Anlage in Plovdiv führte, ebenfalls um 11 GWh bzw. 3,7 % auf 276 GWh ab.

Die Strom-Netzabsatzmengen lagen mit 13.403 GWh in Summe um 160 GWh bzw. 1,2 % unter dem Vorjahreswert, vor allem zurückzuführen auf den milderen Winter. Ebenfalls aufgrund der höheren Temperaturen, aber auch durch die im Berichtszeitraum umgesetzten Liberalisierungsschritte reduzierte sich der Stromabsatz an Endkunden um 577 GWh bzw. 4,6 % auf 11.882 GWh. Der Wärmeabsatz an Endkunden in Bulgarien nahm ebenfalls um 27 GWh bzw. 12,8 % auf 184 GWh ab.

Umsatzentwicklung

Als Folge der Tarifentscheide des Jahres 2015 in Bulgarien und Mazedonien, der in beiden Ländern umgesetzten Liberalisierungsschritte sowie der milderen Temperaturen verringerten sich die Umsatzerlöse des Segments um 88,4 Mio. Euro bzw. 8,5 % auf 949,7 Mio. Euro.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand entwickelte sich analog zum Umsatz rückläufig und ging um 97,2 Mio. Euro bzw. 10,6 % auf 820,2 Mio. Euro zurück. Abgesehen von einer preis- und absatzbedingten Abnahme der Energiebeschaffungskosten sorgte hier vor allem die weitere Reduktion der Netzverluste für einen Rückgang im Fremdenergiebezug. Positiv wirkten auch die kontinuierliche Verbesserung der Inkassoquote sowie kontinuierliche Kosteneinsparungen innerhalb der Organisation. Per Saldo erhöhte sich das EBITDA damit um 8,8 Mio. Euro bzw. 7,2 % auf 129,5 Mio. Euro. Die Abschreibungen einschließlich der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen nahmen um 31,2 Mio. Euro bzw. 49,5 % auf 94,1 Mio. Euro zu, hauptsächlich hervorgerufen durch eine Wertminderung von 31,3 Mio. Euro bei der bulgarischen Fernwärmegesellschaft TEZ Plovdiv, die aufgrund der fortgesetzt nachteiligen Regelungen des Regulators im Wärmebereich vorgenommen werden musste. In Summe resultierte daraus ein EBIT von 35,4 Mio. Euro, das um 22,4 Mio. Euro bzw. 38,8 % unter dem Vorjahreswert lag.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verbesserte sich in der Berichtsperiode um 2,8 Mio. Euro bzw. 10,7 % auf –23,3 Mio. Euro. Dies lag zum einen an der planmäßigen Rückführung von Kreditfinanzierungen, zum anderen an einem weiteren Rückgang des Zinsniveaus. Damit lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 12,1 Mio. Euro um 19,6 Mio. Euro bzw. 61,8 % unter jenem des Vorjahres.

2015/16 2014/15 absolut % 2013/14
GWh
450 495 –45 –9,1 400
175 209 –34 –16,4 127
276 286 –11 –3,7 273
13.403 13.563 –160 –1,2 13.034
12.066 12.670 –604 –4,8 12.717
11.882 12.459 –577 –4,6 12.531
184 211 –27 –12,8 185
Mio. EUR
949,4 1.037,9 –88,5 –8,5 900,4
0,3 0,2 0,1 45,0 0,4
949,7 1.038,1 –88,4 –8,5 900,8
–820,2 –917,4 97,2 10,6 –880,6
129,5 120,7 8,8 7,2 20,2
–94,1 –62,9 –31,2 –49,5 –252,9
35,4 57,8 –22,4 –38,8 –232,8
–23,3 –26,1 2,8 10,7 –29,2
12,1 31,7 –19,6 –61,8 –262,0
1.184,1 1.276,0 –91,9 –7,2 1.251,8
1.006,3 1.119,4 –113,1 –10,1 1.137,8
93,5 78,5 14,9 19,0 77,5
+/–

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Investitionen

Die Investitionen des Segments wurden im Geschäftsjahr 2015/16 um 14,9 Mio. Euro bzw. 19,0 % auf 93,5 Mio. Euro gesteigert. Die Schwerpunkte lagen dabei neben einem Zähleraustauschprogramm in Bulgarien weiterhin auf der Effizienzsteigerung der Netze durch den Ausbau der Infrastruktur sowie auf Maßnahmen zur Reduktion der Netzverluste.

Ausblick

Die EVN sieht sich gut gerüstet für den steigenden Wettbewerb, der sich aus der fortschreitenden Liberalisierung der südosteuro päischen Energiemärkte ergibt. Dennoch sind für das Geschäftsjahr 2016/17 Auswirkungen der Marktöffnung auf das Segment ergebnis zu erwarten. In Summe ist durch den Entfall des Einmaleffekts aus der im Berichtszeitraum enthaltenen Wertminderung von einer stabilen Entwicklung mit positiver Tendenz auszugehen. Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die eingeleiteten Verfahren in Bulgarien könnten das Ergebnis des Segments wesentlich beeinflussen.

Umwelt

Das Segment "Umwelt" umfasst die Bereiche Trinkwasserversorgung, Abwasseraufbereitung sowie thermische Abfallverwertung im Inland, das internationale Projektgeschäft in Mittel-, Ostund Südosteuropa sowie den Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken in Moskau. Die Ergebnisanteile der Kläranlagenprojekte Zagreb (ZOV und ZOV UIP) und Prag werden als Ergebnisanteile der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA ausgewiesen.

Highlights 2015/16

  • Neuaufträge über insgesamt vier Abwasserprojekte in Kroatien und Mazedonien
  • EBITDA und EBIT durch Entfall positiver Einmaleffekte aus dem Vorjahr rückläufig
  • Verbessertes Ergebnis vor Ertragsteuern

Umsatzentwicklung

Dank höherer Erlöse aus der thermischen Abfallverwertung in Niederösterreich sowie aus dem internationalen Projektgeschäft stiegen die Umsatzerlöse des Segments Umwelt im Geschäftsjahr 2015/16 um 4,2 Mio. Euro bzw. 2,4 % auf 176,8 Mio. Euro. Die Umsätze in der niederösterreichischen Wasserversorgung blieben hingegen geringfügig unter dem Vergleichswert, da die im Vorjahr aufgrund des außergewöhnlich trockenen Sommers abgesetzten Mengen heuer nicht ganz erreicht werden konnten.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand betrug in der Berichtsperiode 137,0 Mio. Euro (Vorjahr: 129,5 Mio. Euro). Der hier verzeichnete Anstieg ist im Wesentlichen auf den Entfall des im Vorjahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen verbuchten und damit im operativen Aufwand enthaltenen positiven Einmaleffekts zurückzuführen, der sich aus dem Verkauf der Anteile an der Objektgesellschaft für das Projekt Natriumhypochloritanlage in Moskau ergeben hatte. Gegenläufig wirkten der Entfall der im Vorjahr durchgeführten Wertberichtigung der Rauchgasreinigungsanlage aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter stieg um 1,4 Mio. Euro bzw. 11,6 % auf 13,3 Mio. Euro.

Operatives Ergebnis

In Summe ergaben diese Entwicklungen ein EBITDA von 53,1 Mio. Euro; dies entspricht einem Rückgang von 1,9 Mio. Euro bzw. 3,5 %. Bei leicht zurückgegangenen Abschreibungen von 25,8 Mio. Euro (Vorjahr: 26,4 Mio. Euro) erwirtschaftete das Segment ein EBIT von 27,3 Mio. Euro, das um 1,3 Mio. Euro bzw. 4,6 % unter jenem des Vorjahres lag.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Die im Finanzergebnis erzielte Verbesserung um 5,1 Mio. Euro bzw. 67,3 % auf –2,5 Mio. Euro beruhte primär auf dem Entfall der im Vorjahr verbuchten Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Auflösung des Sicherungsgeschäfts und der Bundesanlagengarantie für das Projekt Natriumhypochloritanlage in Moskau. Per Saldo erwirtschaftete das Segment Umwelt ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 24,8 Mio. Euro (Vorjahr: 21,0 Mio. Euro).

Investitionen

Im Segment Umwelt investierte die EVN im Berichtsjahr in Summe 8,4 Mio. Euro und damit um 2,6 Mio. Euro bzw. 23,6 % weniger als in der Vergleichsperiode. Dabei setzte sie ihren auf die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich ausgerichteten Investitionsschwerpunkt konsequent fort: In Zwentendorf an der Zaya etwa ging die bereits dritte Naturfilteranlage in Niederösterreich in Betrieb. Damit werden nun rund 50.000 Einwohner im nordöstlichen Weinviertel mit auf natürliche Weise enthärtetem Wasser versorgt und können in ihren Haushalten den Einsatz von Waschund Kalkschutzmitteln entsprechend verringern. Im Waldviertel wiederum wurde die Leistungsfähigkeit der Pumpwerke für das Trinkwasserleitungsnetz um rund 25 % erhöht, um Verbrauchsspitzen in trockenen Monaten besser abdecken und damit die Versorgungssicherheit weiter verbessern zu können. Darüber hinaus übernahm die EVN per 1. Jänner 2016 die Ortsnetzbetreuung der Trinkwasserversorgung für die Gemeinde Litschau (rund 2.500 Einwohner) sowie per 1. Oktober 2016 jene für die Gemeinde Schwadorf (rund 2.000 Einwohner).

Internationales Projektgeschäft

Im internationalen Projektgeschäft schloss die EVN im Lauf des Geschäftsjahres 2015/16 jeweils zwei Abwasserprojekte in Polen und Rumänien sowie das Kläranlagenprojekt in Kotar-Tivat in Montenegro mit der Übergabe der Anlagen an die Auftraggeber erfolgreich ab. In der zypriotischen Stadt Larnaca wurde im ersten Quartal 2015/16 der einjährige Probebetrieb der von der EVN errichteten Kläranlage aufgenommen.

Zum Stichtag 30. September 2016 arbeitete die EVN an der Umsetzung von insgesamt sechs Projekten in Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Tschechien. Mit vier dieser Projekte – alle im

Mio. EUR 2015/16 2014/15 absolut % 2013/14
158,4 152,3 6,1 4,0 168,9
18,3 20,3 –2,0 –9,8 22,2
176,8 172,6 4,2 2,4 191,1
–137,0 –129,5 –7,5 –5,8 –347,5
13,3 11,9 1,4 11,6 11,7
53,1 55,1 –1,9 –3,5 –144,6
–25,8 –26,4 0,6 2,4 –70,2
27,3 28,6 –1,3 –4,6 –214,9
–2,5 –7,6 5,1 67,3 –4,0
24,8 21,0 3,8 18,0 –218,8
895,1 940,6 –45,5 –4,8 1.197,6
687,1 751,1 –64,0 –8,5 1.004,8
8,4 11,1 –2,6 –23,6 13,5
+/–

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Abwasserbereich in Südosteuropa – war die EVN im Lauf des Geschäftsjahres 2015/16 neu beauftragt worden: In Mazedonien wird sie als Generalunternehmer drei Abwasserbehandlungsanlagen in den Städten Kičevo, Radoviš und Strumica errichten; der Gesamtauftragswert beträgt rund 20,0 Mio. Euro. Das vierte Neuprojekt betrifft den Bau einer Kläranlage in Vodice an der kroatischen Adriaküste (Auftragswert rund 6,0 Mio. Euro). Die Finanzierung dieser Vorhaben erfolgt durch die Auftraggeber jeweils aus EU-Fördermitteln. Aktuell laufen bei allen Projekten die Vorbereitungen für den Baubeginn, der jeweils im Lauf des Geschäftsjahres 2016/17 erfolgen soll.

In Tschechien konnte im Berichtszeitraum mit Vorliegen der Baugenehmigung mit den Bauarbeiten für den Umbau und die Erweiterung einer Kläranlage in Prag begonnen werden, deren Kapazität auf 1,2 Mio. Einwohner ausgelegt ist. Der Fortschritt des Projekts, das die EVN in einem Konsortium mit Partnern realisiert, verläuft plangemäß, die Fertigstellung ist für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 vorgesehen.

In Montenegro betreibt die EVN die von ihr errichtete Kläranlage in Budva. Der Baubeginn für die Errichtung einer zweiten Kläranlage im Ortsteil Buljarica wird mit der Stadt Budva abgestimmt.

Ausblick

Das Ergebnis des Segments Umwelt enthält stabile Ergebnisbeiträge der Bereiche Trinkwasserversorgung und thermische Abfallverwertung in Niederösterreich. Die Entwicklung des ebenfalls enthaltenen internationalen Projektgeschäfts ist abhängig vom jeweiligen Projektverlauf sowie von der weiteren Projektakquisition. Für das Geschäftsjahr 2016/17 ist für das Segment von einem leicht rückläufigen bis stabilen Geschäftsverlauf auszugehen.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" werden die Ergebnisbeiträge der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG) und der Energie Burgenland AG als Ergebnisanteile der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im EBITDA ausgewiesen. Die Ergebnisbeiträge der direkt von der EVN gehaltenen sowie der indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH gehaltenen Aktien an der Verbund AG werden im Finanzergebnis dieses Segments ausgewiesen. Darüber hinaus werden in diesem Segment zentrale Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts, die hauptsächlich interne Konzerndienstleistungen erbringen, erfasst.

Finanzkennzahlen –
Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Mio. EUR 2015/16 2014/15 +/–
absolut
% 2013/14
Außenumsatz 10,1 9,3 0,8 9,0 9,5
Innenumsatz 58,1 55,4 2,7 4,8 61,5
Gesamtumsatz 68,2 64,7 3,5 5,4 71,0
Operativer Aufwand –74,8 –75,2 0,4 0,6 –77,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
52,2 83,8 –31,6 –37,7 66,0
EBITDA 45,6 73,2 –27,7 –37,8 59,4
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–1,6 –2,7 1,1 40,7 –1,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 43,9 70,5 –26,6 –37,7 57,6
Finanzergebnis 22,1 30,6 –8,5 –27,8 61,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 66,1 101,1 –35,1 –34,7 119,4
Gesamtvermögen 2.720,8 2.580,4 140,4 5,4 2.750,3
Gesamtschulden 1.226,5 1.115,2 111,4 10,0 1.116,5
Investitionen1) 1,9 2,5 –0,6 –23,3 2,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Highlights 2015/16

  • Geringerer Ergebnisbeitrag der RAG
  • Höherer Ergebnisbeitrag der Energie Burgenland
  • Geringeres EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung

Die Umsatzerlöse dieses Segments stiegen im Berichtsjahr um 3,5 Mio. Euro bzw. 5,4 % auf 68,2 Mio. Euro, während sich der operative Aufwand mit 74,8 Mio. Euro nahezu stabil entwickelte (Vorjahr: 75,2 Mio. Euro).

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen ging um 31,6 Mio. Euro bzw. 37,7 % auf 52,2 Mio. Euro zurück. Maßgeblich dafür verantwortlich war der mit 42,3 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (76,4 Mio. Euro) geringere Ergebnisbeitrag der RAG. Der Beitrag der ebenfalls in dieser Position enthaltenen Energie Burgenland verzeichnete mit 9,9 Mio. Euro hingegen einen Anstieg (Vorjahr: 7,4 Mio. Euro). In Summe führten diese Entwicklungen zu einem EBITDA von 45,6 Mio. Euro (Vorjahr: 73,2 Mio. Euro) und einem EBIT von 43,9 Mio. Euro (Vorjahr: 70,5 Mio. Euro).

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis des Segments verzeichnete einen Rückgang um 8,5 Mio. Euro bzw. 27,8 % auf 22,1 Mio. Euro. Zurückzuführen war dies auf zwei gegenläufige Entwicklungen, über die bereits im dritten Quartal 2015/16 berichtet wurde: So stieg zwar das Beteiligungsergebnis aus der Dividende der Verbund AG für das Geschäftsjahr 2015 durch die höhere Gewinnausschüttung von 0,35 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,29 Euro je Aktie) an. Zu einer Belastung führte hingegen ein negativer Ergebnisbeitrag der WEEV Beteiligungs GmbH, der auf einer Wertminderung der von ihr gehaltenen Aktien der Verbund AG beruhte. Diese musste angesichts der anhaltend negativen Abweichung des laufenden Aktienkurses von den bilanziellen Anschaffungskosten vorgenommen werden. Per Saldo erzielte das Segment damit ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 66,1 Mio. Euro (Vorjahr: 101,1 Mio. Euro).

Ausblick

Das Segmentergebnis wird wesentlich von den Ergebnisbeiträgen der RAG, der Energie Burgenland sowie der Verbund AG bestimmt. Angesichts der anhaltend niedrigen Öl- und Erdgaspreise, die neben dem Speichergeschäft für die Ergebnisentwicklung der RAG maßgeblich sind, sowie des von der Verbund AG veröffentlichten Ergebnisausblicks ist von einem stabilen bis leicht rückläufigen Segmentergebnis auszugehen.

Konzernabschluss 2015/16

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 122
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 123
Konzern-Bilanz 124
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 125
Konzern-Geldflussrechnung 126
Konzernanhang 127 Grundsätze der Rechnungslegung
130 Konsolidierung
135 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
151 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
157 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
181 Segmentberichterstattung
185 Sonstige Angaben
Beteiligungen der EVN 199
Bestätigungsvermerk 204

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR Erläuterung 2015/16 2014/15
Umsatzerlöse 26 2.046,6 2.135,8
Sonstige betriebliche Erträge 27 97,0 108,4
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 28 –1.177,3 –1.320,4
Personalaufwand 29 –313,7 –313,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30 –141,6 –168,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter 31 93,5 141,1
EBITDA 604,4 583,2
Abschreibungen 32 –266,1 –260,3
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen 32 –77,9 –54,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 260,4 268,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter –8,7 0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 14,4 11,6
Zinserträge 16,7 21,7
Zinsaufwendungen –77,4 –91,1
Sonstiges Finanzergebnis –6,5 –2,9
Finanzergebnis 33 –61,6 –60,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 198,9 207,9
Ertragsteuern 34 –16,0 –17,3
Ergebnis nach Ertragsteuern 182,8 190,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 156,4 148,1
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 26,4 42,6
Ergebnis je Aktie in EUR1) 35 0,88 0,83
Dividende je Aktie in EUR 0,422) 0,42

1) Verwässert ist gleich unverwässert

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2015/16 2014/15
Ergebnis nach Ertragsteuern 182,8 190,7
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
–27,7 1,6
Neubewertung IAS 19 48 –39,8 21,2
At Equity einbezogene Unternehmen 48 1,8 –13,9
Darauf entfallende Ertragsteuern 48 10,3 –5,6
Posten, die in künftigen Perioden gegebenenfalls in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
121,8 –139,4
Währungsdifferenzen 5 1,0 –10,7
Available-for-Sale-Finanzinstrumente 48 119,5 –163,5
Cash Flow Hedges 48 3,2 5,4
At Equity einbezogene Unternehmen 48 33,0 –12,9
Darauf entfallende Ertragsteuern 48 –34,9 42,2
Summe sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 94,2 –137,9
Gesamtergebnis der Periode 277,0 52,9
Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 250,6 15,4
Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 26,4 37,5

Konzern-Bilanz

Mio. EUR Erläuterung 30.09.2016 30.09.2015
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 36 221,2 220,2
Sachanlagen 37 3.512,5 3.516,3
At Equity einbezogene Unternehmen 38 925,8 898,1
Sonstige Beteiligungen 39 612,0 499,7
Aktive latente Steuern 52 100,5 86,4
Übrige Vermögenswerte 40 313,7 308,4
5.685,8 5.529,2
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 41 140,2 132,5
Forderungen 42 414,1 503,2
Wertpapiere 43 75,4 81,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 62 237,2 255,1
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 44 3,8
870,8 972,0
Summe Aktiva 6.556,5 6.501,2
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 45–49 2.510,8 2.334,8
Nicht beherrschende Anteile 50 259,8 255,4
2.770,7 2.590,1
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 51 1.314,5 1.535,7
Langfristige Steuerverbindlichkeiten 52 93,2 31,2
Langfristige Rückstellungen 53 508,0 461,1
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 54 560,7 507,4
Übrige langfristige Schulden 55 64,3 75,6
2.540,7 2.611,0
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 56 239,1 140,1
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 57 55,2 63,6
Lieferantenverbindlichkeiten 58 399,6 472,3
Kurzfristige Rückstellungen 59 97,8 146,1
Übrige kurzfristige Schulden 60 453,4 477,9
1.245,1 1.300,0
Summe Passiva 6.556,5 6.501,2

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
Unterschieds
betrag aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Gezeichnetes
Kapital und
Rücklagen
der Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 01.10.2014 330,0 253,1 1.794,9 52,1 –13,2 –21,6 2.395,2 237,5 2.632,7
Gesamtergebnis der Periode 148,1 –122,0 –10,7 15,4 37,5 52,9
Dividende 2013/14 –74,7 –74,7 –19,6 –94,3
Veränderung eigene Anteile –0,1 –1,0 –1,1 –1,1
Stand 30.09.2015 330,0 253,0 1.868,2 –69,9 –24,0 –22,5 2.334,8 255,4 2.590,1
Gesamtergebnis der Periode 156,4 93,1 1,0 250,6 26,4 277,0
Dividende 2014/15 –74,7 –74,7 –19,7 –94,4
Kapitalherabsetzung –2,2 –2,2
Veränderung eigene Anteile –0,1 0,4 0,2 0,2
Sonstige Veränderungen –0,1 –0,1 –0,1
Stand 30.09.2016 330,0 252,9 1.949,9 23,2 –23,0 –22,2 2.510,8 259,8 2.770,7
Erläuterung 45 46 47 48 5 49 50

Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2015/16 2014/15
Ergebnis vor Ertragsteuern 198,9 207,9
+ Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 32 344,0 315,0
– Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen
und sonstigen Beteiligungen 38, 39 –99,1 –153,1
+ Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen 135,2 120,7
+ Zinsaufwendungen 77,4 91,1
– Zinsauszahlungen –63,6 –76,6
– Zinserträge –16,7 –21,7
+ Zinseinzahlungen 13,7 20,3
– Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen 2,6 1,2
– /+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –2,0 2,2
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 27 –43,7 –38,7
– Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 0,7 –0,2
+ Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 53 –9,5 –30,1
Cash Flow aus dem Ergebnis 537,9 438,1
+ Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen 69,8 53,4
+ Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen –48,3 10,8
+ Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –97,0 –28,6
– Zahlungen für Ertragsteuern 0,6 4,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 463,0 478,3
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 4,4 2,1
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 72,4 78,1
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 45,9 290,9
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 10,4 94,7
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –315,9 –322,7
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –43,3 –40,7
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –4,5 –175,2
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –230,6 –72,7
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 47 –74,7 –74,7
– Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile –19,7 –19,6
– Zu- /+ Abgang Nennkapital –2,2
– Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile 0,2 –1,1
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –157,5 –261,9
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –253,9 –357,3
Cash Flow gesamt1) –21,5 48,3
Fonds-Veränderungen 62
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 1) 244,9 197,2
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel 0,1 –0,6
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 1) 223,5 244,9
Cash Flow gesamt2) –21,5 48,3

1) Der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergibt sich durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten laut Konzern-Bilanz.

2) Zusatzangaben zur Konzern-Geldflussrechnung finden sich in Erläuterung 62. Konzern-Geldflussrechnung.

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts ist die EVN in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens und Kroatiens tätig. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in neun Ländern in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst jeweils den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt.

Sofern nicht anders angegeben, wird der Konzernabschluss auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen sowie geänderte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Folgende Standards und Interpretationen sind erstmals im Geschäftsjahr 2015/16 anzuwenden:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer – Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge 01.02.20152)
Diverse Annual Improvements 2010 –2012 01.02.20152)
Diverse Annual Improvements 2011–2013 01.01.20152)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung bereits im Geschäftsjahr 2014/15

Das Kernziel der jährlichen Verbesserungen an den IFRS ist die Steigerung der Qualität der Standards. Dies soll dadurch erreicht werden, dass bestehende IFRS zwecks Klarstellung von Leitlinien und Formulierungen geändert bzw. berichtigt werden. Mit den Annual Improvements 2010–2012 wurden an sieben Standards Änderungen vorgenommen. Betroffen sind die Standards IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24 und IAS 38. Daneben ergeben sich aus den Änderungen der Annual Improvements 2010–2012 auch Auswirkungen auf die Anhangangaben. Mit dem Annual Improvements 2011–2013 wurden an vier Standards Änderungen vorgenommen. Betroffen sind die Standards IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 und IAS 40.

Die erstmalige Anwendung der übrigen geänderten Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Auswirkungen geänderter Standards und Interpretationen auf die zukünftige Darstellung des Konzernabschlusses und die zukünftigen Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.

2. Bereits von der EU übernommene, aber noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 10, IFRS 12
IAS 28
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme
01.01.2016
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen – Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 01.01.2016
IAS 1 Darstellung des Abschlusses – "Disclosure Initiative" 01.01.2016
IAS 16, IAS 38 Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte – Klarstellung zu zulässigen Abschreibungsmethoden 01.01.2016
IAS 16, IAS 41 Sachanlagen und Landwirtschaft – Fruchttragende Gewächse 01.01.2016
IAS 27 Einzelabschlüsse – Equity-Methode in Einzelabschlüssen 01.01.2016
Diverse Annual Improvements 2012–2014 01.01.2016

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Mit der so genannten "Disclosure Inititative" wurden erste, kurzfristig umsetzbare Vorschläge zur Änderung des IAS 1 umgesetzt, die im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Rahmenkonzepts stehen. Die Änderungen beinhalten Bestimmungen in Hinblick auf die Wesentlichkeit im Zusammenhang mit Anhangangaben, Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung sowie Ausführungen zur Struktur einzelner Informationen des Anhangs, die zukünftig beispielsweise in Abhängigkeit der Relevanz einzelner Informationen für das Verständnis der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens systematisiert werden können. Die EVN rechnet nicht mit materiellen Auswirkungen aus diesen geänderten Bestimmungen. Potenzielle Anpassungen könnten sich aus einer überarbeiteten Berichtsstruktur des Konzernabschlusses ergeben.

In den Annual Improvements 2012–2014 wurde in Bezug auf IAS 19 unter anderem klargestellt, dass die hochwertigen Unternehmensanleihen, die bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verwendet werden, in der gleichen Währung denominiert sein sollten wie die zu leistenden Zahlungen. Die Auswirkungen auf die Personalrückstellungen in Bulgarien und Mazedonien werden im kommenden Geschäftsjahr im Detail untersucht.

Aus der im kommenden Geschäftsjahr erstmaligen Anwendung der übrigen geänderten Standards und Interpretationen laut obiger Tabelle rechnet die EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und wurden von der EU noch nicht übernommen.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.2018
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.20162)
IFRS 15 Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden 01.01.20183)
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019
Geänderte Standards und Interpretationen
IFRS 10,
IAS 28
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen –
Veräußerung oder Einlagen von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen
oder ein Gemeinschaftsunternehmen
01.01.20164)
IAS 7 Angabeninitiative – Geldflussrechnung 01.01.2017
IAS 12 Ansatz von aktiv latenten Steuern für nicht realisierte Verluste 01.01.2017
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen 01.01.2018
IFRS 4 Anwendung des IFRS 9, Finanzinstrumente mit IFRS 4, Versicherungsverträge 01.01.2018
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 01.01.2018

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Europäische Kommission hat beschlossen, den Übernahmeprozess dieses Interimsstandards nicht zu starten.

3) Übernahme erfolgte mit Bekanntmachung im Amtsblatt am 22. Oktober 2016.

4) Das IASB hat vorgeschlagen, diesen Erstanwendungszeitpunkt auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Am 24. Juli 2014 veröffentlichte das IASB die finale Version des IFRS 9, des Nachfolgestandards von IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Das 2008 als Reaktion auf die Finanzkrise begonnene Projekt kam damit zu einem Abschluss, wobei die neuen Regelungen verpflichtend erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, anzuwenden sind. Eine frühere Anwendung ist zulässig, die Übernahme durch die EU steht jedoch noch aus. IFRS 9 beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sowie erweiterte Regelungen hinsichtlich der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte und umfasst ferner neue Regelungen zum Hedge Accounting. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN werden hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte erwartet, wobei derzeit noch keine Aussage betreffend die Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemacht werden kann. Weiters wird mit geringfügigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Bereich des Hedge Accounting gerechnet, da die zukünftigen Regelungen stärker mit der Realität des Risikomanagements einhergehen und damit Abweichungen von der bisherigen Bilanzierungspraxis wahrscheinlich machen. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 9 werden mit Übernahme in europäisches Recht im Detail untersucht werden.

IFRS 14 wurde vom IASB am 30. Jänner 2014 als so genannter Interimsstandard veröffentlicht. IFRS 14 erlaubt Unternehmen, welche die internationalen Rechnungslegungsstandards erstmals anwenden, preisregulierte Absatzgeschäfte in Übereinstimmung mit den von ihnen bisher angewendeten Rechnungslegungsvorschriften abzubilden. Als Interimsstandard stellt IFRS 14 eine Zwischenlösung dar, bis sich das IASB im Rahmen des Projekts "Rate-regulated Activities" auf die Bilanzierung dieses Sachverhalts geeinigt hat. Bisher finden sich in den IFRS keine Regelungen zur Bilanzierung von preisregulierten Absatzgeschäften, wohingegen in einigen Ländern – so auch in Österreich – nationale Vorschriften die Erfassung von regulatorischen Abgrenzungsposten fordern. Nach herrschender Meinung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einem nach IFRS erstellten Abschluss kein Ansatz eines regulatorischen Vermögenswerts bzw. einer regulatorischen Schuld zulässig. Die EVN ist von den Regelungen des IFRS 14 nicht unmittelbar betroffen, da sich diese rein an IFRS-Erstanwender richten. Am 30. Oktober 2015 wurde bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission den Interimsstandard IFRS 14 nicht zur Übernahme in EU-Recht vorschlagen, sondern auf den endgültigen Standard warten wird.

IFRS 15 wurde vom IASB am 28. Mai 2014 veröffentlicht und regelt die Umsatzrealisierung bei Verträgen mit Kunden. Ziel des gemeinsamen mehrjährigen Standardsetzungsprozesses von IASB und dem FASB war es, die bisher sehr unterschiedlichen Vorschriften in den IFRS und den US-GAAP zu vereinheitlichen und branchenübergreifend prinzipienbasierte Regelungen festzulegen. IFRS 15 ersetzt für IFRS-Anwender IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IAS 18 Erlöse sowie einige Interpretationen, wie unter anderen IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden, in dessen Anwendungsbereich bei der EVN zum Teil erhaltene Baukostenbeiträge fallen. Der neue Standard basiert auf einem fünfstufigen Modell, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist, sofern nicht andere Standards, z. B. für Leasingverhältnisse, speziellere Regelungen vorsehen. Im Hinblick auf die zeitliche Erfassung von Umsatzerlösen regelt IFRS 15 detailliert,

ob die Erlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg zu erfassen sind. Zentral für die Beurteilung ist dabei der Zeitpunkt der Erfüllung einer bestimmten Leistungsverpflichtung, wobei IFRS 15 auf ein allgemeines Beherrschungsmodell abstellt. Der Übergang der Beherrschungsmacht determiniert demnach die zeitliche Erfassung der Erlöse. Letztlich schreibt IFRS 15 im Bereich der Umsatzrealisierung neue umfangreiche Anhangangaben im Konzernabschluss vor. Das IASB hat im September 2015 das Datum zur verpflichtenden Anwendung des IFRS 15 um ein Jahr auf Geschäftsjahre, die nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, angepasst. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 15 werden im Zuge eines kürzlich gestarteten Projekts im nächsten Geschäftsjahr im Detail untersucht werden.

IFRS 16 wurde vom IASB im Jänner 2016 veröffentlicht und wird den bisherigen Standard zu Leasingverhältnissen IAS 17 sowie die bisherigen Interpretationen ersetzen. IFRS 16 enthält sowohl eine geänderte Definition des Begriffs eines Leasingvertrags als auch wesentlich geänderte Regeln zur Bilanzierung beim Leasingnehmer. Durch die neuen Regelungen entfällt die vormalige Unterscheidung zwischen Finance- und Operating-Leasingverhältnissen. Insofern werden Operating-Leasingverhältnisse künftig analog zu Finance-Leasingverhältnissen in der Bilanz zu erfassen sein. Ausgenommen davon sind Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger, oder wenn es sich dabei um einen geringwertigen Vermögenswert handelt. Die Vereinfachungen stellen Wahlrechte dar. Die EVN tritt aktuell als Leasingnehmer bei Operating-Leasingverhältnissen auf, weshalb durch die Anwendung des IFRS 16 Auswirkungen zu erwarten sind. Eine Quantifizierung der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich und wird im Zuge eines kürzlich gestarteten Projekts im nächsten Geschäftsjahr im Detail untersucht werden.

IAS 7 Angabeninitiative zur Geldflussrechnung erfordert zusätzliche Angaben zur Veränderung der Finanzverbindlichkeiten. Die zusätzlichen Angaben betreffen sowohl zahlungswirksame als auch nicht zahlungswirksame Veränderungen. Die Änderungen werden zu umfangreicheren Anhangangaben im Konzernabschluss der EVN führen.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der übertragenen Gegenleistung mit dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte und Schulden.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei denen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Die EVN verfügt über beherrschenden Einfluss auf ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus dem Unternehmen bestehen, deren Höhe die EVN durch ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen beeinflussen kann.

Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses, die Einbeziehung endet mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die nicht beherrschenden Anteile an Tochterunternehmen werden mit dem anteiligen Wert am Nettovermögen (ohne Berücksichtigung anteiliger Firmenwerte) bewertet. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden)

des erworbenen Unternehmens und der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen (Joint Arrangements) werden abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien in den Konzernabschluss der EVN einbezogen: Bestehen lediglich Rechte am Nettovermögen des gemeinsam beherrschten Unternehmens, handelt es sich gemäß IFRS 11 um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), das at Equity einbezogen wird. Bestehen Rechte an den der gemeinsamen Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für deren Schulden, besteht gemäß IFRS 11 eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation), die anteilsmäßig in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Assoziierte Unternehmen – das sind jene Gesellschaften, bei denen die EVN AG direkt oder indirekt über einen maßgeblichen Einfluss verfügt – werden at Equity einbezogen.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, das anteilige Eigenkapital, der Außenumsatz sowie das Jahresergebnis des zuletzt verfügbaren Jahresabschlusses des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10 (siehe auch Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS). Dementsprechend sind zum 30. September 2016 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 30 inländische und 37 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 31 inländische und 37 ausländische vollkonsolidierte Tochterunternehmen). 25 Tochterunternehmen (Vorjahr: 36) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der EnergieAllianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG besteht gemeinsame Beherrschung, womit es sich bei der EVN KG um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11 handelt. Daher erfolgt die Konsolidierung der EVN KG at Equity. Weiters handelt es sich bei der EnergieAllianz-Gruppe (EnergieAllianz sowie deren Tochterunternehmen) aufgrund vertraglicher Vereinbarungen um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11, das ebenfalls at Equity in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Die vollkonsolidierte RBG, an der die EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG at Equity einbezogen.

Die Bioenergie Steyr GmbH, an der die EVN Wärme GmbH 51,0 % der Anteile hält, wird at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht.

Die Verbund Innkraftwerke Deutschland GmbH, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 13,0 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Bei jenen Gesellschaften, an denen 50,00 % gehalten werden, ist keine Beherrschung gemäß IFRS 10 gegeben. Diese sind aufgrund der jeweils bestehenden vertraglichen Vereinbarungen durchwegs Gemeinschaftsunternehmen im Sinn des IFRS 11 und werden daher at Equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 199 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Detaillierte Angaben zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen befinden sich in den Erläuterungen 50. Nicht beherrschende Anteile und 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen.

Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll Anteilig
(Joint Operation)
Equity Summe
30.09.2014 69 1 19 89
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –2 –2
30.09.2015 68 1 19 88
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –21) –2 –4
30.09.2016 67 1 17 85
davon ausländische Unternehmen 37 1 5 43

1) Verschmelzungen

Die in den Konzernabschluss der EVN bisher aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene Nevawasser Projektgesellschaft mbH, Essen, Deutschland, wurde im dritten Quartal 2015/16 aus der WTE Wassertechnik GmbH, Essen, Deutschland, in die WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH, Essen, Deutschland, abgespalten und gleichzeitig in WTE Abwicklungsgesellschaft Russland mbH, Essen, Deutschland, umbenannt. Im dritten Quartal 2015/16 wurde die WTE Abwicklungsgesellschaft Russland mbH, Essen, Deutschland, erstmals vollkonsolidiert.

Die bisher vollkonsolidierte Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien, wurde mit 8. März 2016 mit der EVN Kavarna EOOD, Plovdiv, Bulgarien, verschmolzen und somit im zweiten Quartal 2015/16 entkonsolidiert.

Die bisher vollkonsolidierte EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf, wurde mit Verschmelzungsvertrag vom 4. Mai 2016 rückwirkend auf den 30. September 2015 mit der EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf, verschmolzen und somit im dritten Quartal 2015/16 entkonsolidiert.

Der operative Betrieb der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H, Wien, wurde zum 1. Oktober 2015 an die ENERGIEALLIANZ Austria GmbH (EAA) veräußert. Anschließend wurde die Gesellschaft mit Verschmelzungsvertrag vom 3. Dezember 2015 rückwirkend auf den 30. September 2015 mit der Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H, Wien, verschmolzen und entkonsolidiert.

Die bisher at Equity in den Konzernabschluss einbezogene EconGas GmbH, Wien, wurde am 20. Mai 2016 an die OMV Gas & Power GmbH verkauft und somit im dritten Quartal 2015/16 entkonsolidiert.

Im Zuge der Entflechtung ("Unbundling") der einzelnen Geschäftsfelder im Energiegeschäft in Mazedonien soll das Netzgeschäft aus der EVN Macedonia AD, Skopje, Mazedonien, in die dafür neu gegründete EVN Elektrodistribucija DOOEL, Skopje, Mazedonien, ausgegliedert werden. Die EVN Macedonia AD, Skopje, Mazedonien, die bisher als Netzgesellschaft fungierte, hält 100,0 % der Anteile an der EVN Elektrodistribucija DOOEL, Skopje, Mazedonien. Die neu gegründete EVN Elektrodistribucija DOOEL, Skopje, Mazedonien, wird aktuell aufgrund von Unwesentlichkeit nicht in den EVN Konzernabschluss einbezogen.

Die EVN Wärme hat am 13. Juli 2016 50,0 % der Genossenschaftsanteile an der FWG-Fernwärmeversorgung Amstetten registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Amstetten, erworben. Die Gesellschaft wird aufgrund von Unwesentlichkeit nicht in den EVN Konzernabschluss einbezogen.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften im Geschäftsbereich Umwelt, OOO WTE Wassertechnik West, Moskau, Russland, OAO WTE Kurjanovo, Moskau, Russland, OAO EVN Ljuberzy, Moskau, Russland, ZAO STAER, Moskau, Russland, ZAO STAER-ZWK, Moskau, Russland, sowie OOO Nordwasserwerk, Moskau Russland, wurden mit 14. September 2016 auf die OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland, verschmolzen.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene B3 ENERGIE GmbH, Maria Enzersdorf, wurde mit Verschmelzungsvertrag vom 16. September 2016 rückwirkend auf den 31. Dezember 2015 auf die EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, verschmolzen.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Liquidation, Göllersdorf, wurde nach erfolgter Liquidation am 2. Juli 2016 im Firmenbuch gelöscht.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene WTE Projektmanagement GmbH, Essen, Deutschland, wurde nach erfolgter Liquidation am 15. April 2016 im Firmenbuch gelöscht.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene ALBNOR Company DOO, Tetovo, Mazedonien, wurde im dritten Quartal 2015/16 verkauft.

Die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH, Maria Enzersdorf, wurde mit Verschmelzungsvertrag vom 11. November 2015 rückwirkend auf den 30. September 2015 mit der EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, verschmolzen.

In der Berichtsperiode fanden ebenso wie im Vorjahr keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei jenen Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich im Geschäftsjahr 2015/16 eine Eigenmittelveränderung von 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: –10,7 Mio. Euro), darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2015/16 ein Betrag von 3,0 Mio. Euro vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert.

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

5. Währungsumrechnung 2015/16 2014/15
Währung Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1) Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1)
Albanische Lek 137,52000 138,06308 139,73000 140,05154
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Kroatische Kuna 7,52200 7,56384 7,64450 7,63091
Mazedonische Denar 61,49400 61,63142 61,69470 61,60592
Polnische Zloty 4,31920 4,33474 4,24480 4,17391
Russische Rubel 70,51400 74,78526 73,24160 64,71495
Serbische Denar 123,29290 122,44939 119,74910 120,38277
Tschechische Krone 27,02100 27,05638 27,18700 27,44215

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe Erläuterungen 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen, welche die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Voraussetzungen des IFRIC 12 werden derzeit im Besonderen beim at Equity einbezogenen Wasserkraftwerk Ashta sowie beim at Equity einbezogenen Kläranlagenprojekt Zagreb erfüllt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der künftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Materialund Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen der Instandhaltung von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend, entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der

jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen
Gebäude Jahre
10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag gemäß IAS 39 geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Liegen solche vor, ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen. Weiters ist gegebenenfalls eine Wertminderung im Ergebnis des at Equity einbezogenen Unternehmens zu erfassen (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter (siehe Erläuterung 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei der EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available for Sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (Loans and Receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden, sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem oder negativem Marktwert (At Fair Value through Profit or Loss, "@FVTPL")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (Financial Liabilities at Amortised Cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellten sich bei der EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie

Langfristige Vermögenswerte

Sonstige Beteiligungen
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Wertpapiere AFS
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR

Langfristige Schulden

Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Kurzfristige Schulden

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn der EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt (mit Ausnahme der Bewertungskategorie @FVTPL) zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Die unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere werden @FVTPL bewertet, da diese auf Portfoliobasis gesteuert werden. Die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente, die @FVTPL bilanziert werden, beinhalten Zinsen. Die Zuordnung eines finanziellen Vermögenswerts in die Bewertungskategorie AFS erfolgt bei nicht derivativen finanziellen Vermögenswerten, die weder als Kredite und Forderungen noch als @FVTPL eingestuft werden.

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallenden finanziellen Vermögenswerten mit Ausnahme von finanziellen Vermögenswerten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden, wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob objektive Hinweise für Wertminderungen vorliegen. Ein Wertminderungsbedarf wird für finanzielle Vermögenswerte entsprechend der zugehörigen Bewertungskategorie gemäß den Regelungen des IAS 39 ermittelt und erfasst. Bei Eigenkapitalinstrumenten, die der Bewertungskategorie AFS zugeordnet sind, erfolgen Wertminderungen bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter dessen Anschaffungskosten. Als signifikanter oder länger anhaltender Rückgang wird bei der EVN ein Rückgang von über 20 % zum Bewertungsstichtag bzw. ein Rückgang permanent über die Dauer von neun Monaten definiert.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei der EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Forwards und Futures.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt die EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von der EVN abgeschlossenen Forward- und Future-Verträge zum Kauf oder Verkauf von Strom, Erdgas und CO2-Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Strom- und Gaslieferungen bzw. CO2-Emissionszertifikate sowie zur Sicherung der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Erfolgt eine physische Erfüllung entsprechend dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf liegen regelmäßig die Voraussetzungen der so genannten "Own Use Exemption" gemäß IAS 39 vor, womit es sich nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinn des IAS 39 handelt, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden. Sofern die Voraussetzungen für die Own Use Exemption nicht erfüllt sind, beispielsweise bei Geschäften zur kurzfristigen Optimierung, erfolgt die Bilanzierung als Derivat gemäß IAS 39.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt, wobei auch eine Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos stattfindet. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Cash Flow Hedges werden zur Absicherung von Energiepreisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken aus Finanzverbindlichkeiten eingesetzt.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 bilanziell als Cash Flow Hedge designiert wurden, werden mit ihrem effektiven Teil ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis in der Bewertungsrücklage unter Berücksichtigung latenter Steuerschulden/-ansprüche gemäß IAS 39 erfasst. Der ineffektive Teil wird unmittelbar in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung berücksichtigt. Der im Eigenkapital kumuliert erfasste Betrag verbleibt im sonstigen Ergebnis und wird in der selben Periode oder denselben Perioden als Umgliederungsbetrag vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird oder mit der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet werden kann. Die Laufzeit des Sicherungsinstruments ist auf den Eintritt der zukünftigen Transaktion abgestimmt.

Sofern das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder die Fortsetzung Teil der dokumentierten Sicherungsstrategie des Unternehmens ist, oder wenn die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsinstrument nicht mehr erfüllt sind, verbleiben die bislang im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis

die erwartete Transaktion eingetreten ist. Wird mit dem Eintritt einer erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, wird der bisher im Eigenkapital kumuliert erfasste Betrag in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Die Sicherungsbeziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument sowie deren Effektivität wird bei Abschluss der Beziehung und in weiterer Folge laufend analysiert und dokumentiert.

Fair Value Hedges werden zur Absicherung von Währungsrisiken eingesetzt.

Mit derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 bilanziell als Fair Value Hedge designiert wurden, werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgesichert. Bei Fair Value Hedges wird neben der Fair-Value-Veränderung des Derivats auch die gegenläufige Fair-Value-Änderung des Grundgeschäfts, soweit sie auf das gesicherte Risiko entfällt, erfolgswirksam erfasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Sofern das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder die Fortsetzung Teil der dokumentierten Sicherungsstrategie des Unternehmens ist, oder wenn die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsinstrument nicht mehr erfüllt sind, ist die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft einzustellen.

Die Sicherungsbeziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument sowie deren Effektivität werden bei Abschluss der Beziehung und in weiterer Folge laufend analysiert und dokumentiert.

Die von der EVN zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate stellen wirksame Absicherungen dar. Den Marktwertänderungen der Derivate stehen nahezu kompensierende Wertänderungen der Grundgeschäfte gegenüber.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position "Sonstige Beteiligungen" umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Diese werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die restlichen sonstigen Beteiligungen sind der Kategorie AFS zugeordnet. Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Ist dieser nicht verlässlich ermittelbar, erfolgt der Wertansatz zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Der beizulegende Zeitwert wird – so weit wie möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Wertminderungen (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente) werden ergebniswirksam erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als @FVTPL klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie LAR zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen Ausleihungen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 23. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte und der langfristigen Primärenergiereserven erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Im Fall einer Unterdeckung der Vollkosten der Stromerzeugung aus Primärenergievorräten werden diese mit den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten (diese stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage dar) bewertet. Primärenergievorräte für Handelszwecke werden zum beizulegenden Zeitwert (Börsekurs, Stufe 1 gemäß IFRS 13) abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2-Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, die in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die kurzfristigen Wertpapiere sind als AFS eingestuft. Die Bewertung erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind flüssige Mittel und Sichtguthaben zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Ist die Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten hinreichend wahrscheinlich, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet. Bis zum Verkaufszeitpunkt erfolgen keine weiteren Abschreibungen. Die Darstellung in der Bilanz erfolgt getrennt von anderen Vermögenswerten. Ein Gewinn oder Verlust, der bis zum Tag der Veräußerung eines langfristigen Vermögenswerts nicht erfasst wurde, wird am Tag der Ausbuchung erfasst. Die im Geschäftsjahr 2015/16 ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte stehen im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf der EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft ("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf (siehe Erläuterung 44. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte).

17. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen vom Eigenkapital abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den im sonstigen Ergebnis erfassten Posten werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren (Available-for-Sale-Finanzinstrumente), den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

18. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitern, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der Netz Niederösterreich GmbH beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von der EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die EVN Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investment-Fonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitern sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 53. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Fall der Kündigung durch den Arbeitgeber, bei einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischen Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 53. Langfristige Rückstellungen). Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichtag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Bildung der Rückstellung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit aufweist.

Als Abzinsungssätze wurden Sätze vor Steuern verwendet, welche die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt widerspiegeln. Die für die Schuld spezifischen Risiken finden in der Schätzung über die künftigen Cash Flows Berücksichtigung.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Die Neuregelung im Kollektivvertrag für Angestellte der Elektrizitätsversorgungsunternehmen, wonach für Angestellte, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2009 begonnen hat, ein Jubiläumsgeld in der Höhe eines Monatsgehalts nach 15, 20, 25, 30 und 35 Jahren und in der Höhe eines halben Monatsgehalts nach 40 Jahren gebührt, wurde entsprechend berücksichtigt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 ergebniswirksam erfasst. Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden künftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst. Der Abschreibungsbetrag ist entsprechend dem verbleibenden Restbuchwert zu berichtigen und über die verbleibende Nutzungsdauer des zugrunde gelegten Vermögenswertes abzuschreiben. Wenn der Vermögenswert das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht hat, sind alle späteren Änderungen der Rückstellung erfolgswirksam zu erfassen.

Rückstellungen für belastende Verträge werden in Höhe des unvermeidlichen Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

19. Schulden

Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, jener einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 51. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Wird die Erfüllung einer Schuld innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag erwartet, wird dieser Teil als kurzfristig klassifiziert.

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar und stehen im Strom- und Gasnetzbereich im Zusammenhang mit einer Versorgungsverpflichtung durch die EVN. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

20. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit dem Entstehen des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei der EVN fallen erhaltene Baukostenzuschüsse zum Teil in den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Baukostenzuschüsse im Strom- und Gasnetzbereich stehen im Zusammenhang mit der Versorgungsverpflichtung durch die EVN und werden passivisch abgegrenzt und über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei der EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Regulierungskonto

In regelmäßigen Abständen werden seitens der Strom- und Gasnetzregulierungsbehörden angemessene "Zielerlöse" für die einzelnen Marktteilnehmer festgesetzt und laufend evaluiert. Gegenüber diesen Zielerlösen erzielte Mehr- oder Mindererlöse werden auf dem Regulierungskonto vorgetragen und im Rahmen der künftigen tariflichen Anpassung berücksichtigt.

In Österreich wurde mit der am 3. März 2011 in Kraft getretenen Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) eine in § 50 ElWOG neu normierte Ex-Post-Regulierung der Erlöse des Netzbetreibers über das Regulierungskonto eingeführt. Diese Systematik wurde auch in den § 71 des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 (GWG) übernommen. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. des § 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen.

Entsprechend der aktuellen Auffassung hinsichtlich der Bilanzierung von regulatorischen Abgrenzungsposten wird von einem Ansatz regulatorischer Vermögenswerte und regulatorischer Verbindlichkeiten abgesehen (siehe auch Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS).

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere PPP-Projekte – Public Private Partnerships) und die damit im Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads (Percentage-of-Completion-Methode) erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die Cost-to-Cost-Methode festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, die während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

21. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

21. Ertragsteuersätze
% 2015/16 2014/15
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 15,0 15,0
Bulgarien 10,0 10,0
Deutschland – Bereich Umwelt 30,3 30,3
Deutschland – Bereich Erzeugung 33,7 33,5
Estland1) 20,0 20,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 16,0 16,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 15,0 15,0
Slowenien 17,0 17,0
Tschechien 19,0 19,0
Zypern 12,5 12,5

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen zum 30. September 2016 durch Bildung einer (Vorjahr: zwei) Unternehmensgruppe Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in dieser Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der dieser Gruppe zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der Stand-Alone-Methode orientiert.

Dabei werden überrechnete steuerliche Verluste auf Seite der Gruppenmitglieder als interne Verlustvorträge evident gehalten und mit künftigen positiven Ergebnissen verrechnet. Ausnahmen davon bilden die Verträge mit den Gruppenmitgliedern WEEV Beteiligungs GmbH und Burgenland Holding AG, die vorsehen, dass der WEEV Beteiligungs GmbH und der Burgenland Holding AG im Fall der Zurechnung eines negativen steuerlichen Ergebnisses eine negative Steuerumlage gutgeschrieben wird, wenn das Gruppenergebnis insgesamt positiv ist. Ansonsten wird der jeweilige Verlust als interner Verlustvortrag berücksichtigt und in Folgejahren als negative Steuerumlage vergütet, sobald er in einem zusammengefasten positiven Ergebnis Deckung findet.

Aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften innerhalb der Gruppenbesteuerung wird für die künftige Verpflichtung zur Zahlung von Ertragsteuern eine Verbindlichkeit in Höhe des Nominalbetrags ausgewiesen.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der Liability-Methode mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern

berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht und die Absicht auf Aufrechnung der Steuern bestehen.

22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf etwaige vorzunehmende Wertminderungen hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Fall von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom-, Erdgas- und Wasserverteilungsanlagen, Windparks, Strombezugsrechte, Telekomnetze sowie Anlagen im Umweltbereich.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird als erzielbarer Betrag der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt.

Der Nutzungswert stellt einen subjektiven, aus der Sicht des Managements ermittelten Unternehmenswert dar. Die Berechnung des Nutzungswerts umfasst die Ermittlung der künftigen Cash Flows aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts und die Ermittlung eines angemessenen Abszinsungssatzes für die künftigen Cash Flows.

Bei der Berechnung des Nutzungswerts kommt es zu keiner Berücksichtigung von Erweiterungsinvestitionen bzw. Restrukturierungsmaßnahmen, eine Berücksichtigung spezifischer Synergien bei der Zeitwertermittlung kann jedoch zum Tragen kommen. Der Berechnung des Nutzungswerts liegt in der Regel ein Detailplanungszeitraum von maximal fünf Jahren zugrunde, gefolgt von einer gleichbleibenden "ewigen Rente".

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgt grundsätzlich entsprechend der Bemessungshierachie des IFRS 13. Da für die bewertungsgegenständlichen CGUs bzw. Vermögenswerte der EVN in der Regel keine Marktwerte ablesbar sind, erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts entsprechend der Bemessungshierachie der Stufe 3. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der CGU erfolgt dabei mittels eines WACC-basierten Discounted-Cash-Flow-Verfahrens, das konzeptionell dem Verfahren des Nutzungswerts ähnelt, jedoch Anpassungen der in das DCF-Berechnungsmodell einfließenden Parameter im Sinn der Sicht eines Marktteilnehmers berücksichtigt. Im Gegensatz zum Nutzungswert entspricht der Planungshorizont der technischen Lebensdauer der CGU.

Sowohl die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten als auch des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Die Cash-Flow-Prognosen basieren auf den jüngsten vom Management genehmigten Finanzplänen und erstrecken sich auf einen Zeitraum, für den verlässliche Planungsrechnungen erstellt werden können. Die zukünftigen Strompreisannahmen werden von den Terminmarktnotierungen an der European Energy Exchange AG, Leipzig, abgeleitet. Für darüber hinausgehende Zeiträume, die nur für die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten von Relevanz sind, erfolgt eine Durchschnittsbildung anhand zweier Prognosen renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Im Gegensatz zu vorangegangenen Bewertungen wurde bei den Bewertungen zum 30. September 2016 der Low Case (bisher Central Case) der Preisprognosen der beiden Informationsdienstleister herangezogen. Ursache dafür sind die gesunkenen Preisnotierungen an den Börsen und damit einhergehend die gesunkenen langfristigen Strompreiserwartungen. Die Durchschnittsbildung erfolgt zum Erhalt eines ausgewogenen Bildes über die zukünftige Strompreisentwicklung. Damit werden die Risiken umfassend berücksichtigt, die die Strompreise in Zukunft beeinflussen können. In die Wertermittlung des

beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten sowie des Nutzungswerts werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Fall von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird.

Als Abzinsungssatz wird ein Kapitalkostensatz unter Berücksichtigung von Ertragsteuern (WACC) verwendet. Die Eigenkapitalkosten des WACC setzen sich aus dem risikolosen Zinssatz, einem Länderzuschlag sowie einer Risikoprämie zusammen, welche die Markt-Risikoprämie und den Beta-Faktor auf Basis von Peer-Group-Kapitalmarktdaten umschließt. Die Fremdkapitalkosten setzen sich aus dem Basiszinssatz, dem Länderzuschlag und einem dem Rating entsprechenden Risikozuschlag zusammen. Für die Gewichtung der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten wird auf Basis von Peer-Group-Daten eine für die betreffende CGU adäquate Kapitalstruktur zu Marktwerten unterstellt. Mit dem so ermittelten WACC werden die Zahlungsströme der jeweiligen CGU abgezinst.

Die EVN ermittelt zur Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU zunächst den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten mittels allgemein anerkannter Bewertungsverfahren. Sollte der so ermittelte Betrag unter dem Buchwert der CGU liegen, wird im Bedarfsfall der Nutzungswert ermittelt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU den erzielbaren Betrag, wird zunächst im Fall des Vorhandenseins eines Firmenwerts dieser in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt. Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

Die Buchwerte der Firmenwerte stellen sich wie folgt dar:

22. Zuordnung der Firmenwerte auf Cash Generating Units
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Internationales Projektgeschäft 52,9 52,9
Sonstige CGUs 2,9 3,4
Summe Firmenwerte 55,8 56,3

In der Position "Sonstige CGUs" ist der Firmenwert der CGU "Hollabrunn" enthalten. Von diesem Firmenwert in Höhe von ursprünglich 0,5 Mio. Euro wurde im Geschäftsjahr 2015/16 ein Betrag in Höhe von 0,5 Mio. Euro wertgemindert (siehe Erläuterung 36. Immaterielle Vermögenswerte).

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des erzielbaren Betrags für die Firmenwerte verwendet werden, sind neben den Cash-Flow-Prognosen der Abzinsungssatz (WACC) und die Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum.

Der Buchwert des Nettovermögens der CGU "Internationales Projektgeschäft" betrug 237,1 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 357,3 Mio. Euro. Als Diskontierungssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,84 % (VJ 7,98 %) verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von 4 Jahren, darauf folgend eine Grobplanungsphase bis 2030 sowie eine ewige Rente mit einer Wachstumsrate von 0,0 % (VJ 0,0 %). Der erzielbare Betrag der CGU lag damit um 50,7 % über ihrem Buchwert.

Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 1 % wäre es im Geschäftsjahr 2015/16 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 76,1 Mio. Euro gekommen (Überdeckung in Höhe von 180,5 Mio. Euro). Bei Erhöhung (Verminderung) des Wachstumsfaktors um 1 % wäre es im Geschäftsjahr 2015/16 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 144,3 Mio. Euro gekommen (Überdeckung in Höhe von 103,0 Mio. Euro). Bei einem WACC nach Steuern in Höhe von 9,51 % entspräche der erzielbare Betrag dem Buchwert.

23. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen von PPP-Projekten anfallen, bei denen eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

24. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Insbesondere die folgenden Annahmen und Schätzungen können in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden führen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduktion der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen. Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde aus einer adäquaten Peer Group abgeleitet. Vor dem Hintergrund des derzeit volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) laufend beobachtet (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Für die Bewertung des Erzeugungsportfolios wurde das Preisgerüst ab dem fünften Jahr (keine aussagekräftigen Marktpreise an den Strombörsen mehr verfügbar) anhand der durchschnittlichen Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Es werden jeweils die letzten aktuell verfügbaren Studien verwendet, die aufgrund der derzeitigen Volatilität der Strommärkte jährlich aktualisiert werden.

Die Sensitivität dieser Annahmen ist für die buchmäßig zwei größten Stromerzeugungsanlagen der EVN, das anteilsmäßig als Joint Operation einbezogene Kraftwerk Steag-EVN Walsum sowie die at Equity einbezogene Verbund Innkraftwerke GmbH, in Erläuterung 37. Sachanlagen sowie Erläuterung 38. At Equity einbezogene Unternehmen dargestellt.

Die wesentlichen Prämissen und Ermessensentscheidungen bei der Festlegung des Konsolidierungskreises sind in Erläuterung 4. Konsolidierungskreis beschrieben.

Im März 2014 hat die staatliche bulgarische Kommission für Energie- und Wasserregulierung (EWRC/"der Regulator") ein administratives Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria EC eingeleitet. Als Grund für diesen Schritt nannte die EWRC die Gegenverrechnung von Forderungen an die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) durch die EVN Bulgaria EC. Der Regulator behauptet, die Gegenverrechnung habe zur Verringerung der Barreserven bei der NEK geführt und dadurch deren Fähigkeit

gefährdet, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das administrative Verfahren vor dem Regulator ist noch anhängig. Die Bewertung der bulgarischen Vermögenswerte basiert auf aktuellen Annahmen. Das eingeleitete Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) wird weiter verfolgt und soll bewirken, dass die Nachteile aus den regulatorischen Entscheidungen kompensiert werden.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit dem im Projekt der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Die von der EVN gegen die behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung des Investitionsvertrags eingeleiteten Verfahren waren nicht erfolgreich, ein außerordentliches Rechtsmittel ist noch anhängig. Aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung des Investitionsvertrags hat die Projektgesellschaft zur Verwirklichung des Projekts der MPZ1 beim London Court of International Arbitration gegen die Fa Tabrin OÜ (nunmehr Veealliance) mit Sitz in Tallinn, Estland, mit 27. April 2016 einen Schiedsantrag und mit 11. Oktober 2016 eine Klage auf Rückzahlung der geleisteten Zahlungen zur Verschaffung der Rechte aus dem Investitionsvertrag mit der Regierung der Stadt Moskau eingebracht. Diese Entwicklungen beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau ließen bereits im Geschäftsjahr 2013/14 erhebliche Zweifel an dessen Realisierbarkeit erscheinen, weshalb die bestehende Leasingforderung wertberichtigt und der auf die verwertbaren Anlagenkomponenten entfallende Betrag in die Vorräte umgegliedert worden war. Es wird davon ausgegangen, dass die Anlage nicht errichtet werden wird, sondern vom Auftraggeber bzw. Projektverkäufer entsprechende Kompensation zu fordern ist. Die weiteren Entwicklungen in diesem Projekt einschließlich der Auflösung oder Rückabwicklung bestehender Lieferverträge mit Sublieferanten können in folgenden Berichtsperioden zu Änderungen des Ausweises und zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterungen 40. Übrige langfristige Vermögenswerte und 41. Vorräte).

Die Projektgesellschaft zur Errichtung des Kraftwerks Duisburg-Walsum, an der die EVN zu 49,0 % beteiligt ist, hat am 17. Dezember 2013 eine Schiedsklage gegen das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH und am 10. Dezember 2013 eine gerichtliche Klage gegen einen Versicherer eingebracht. Die geltend zu machenden Ansprüche beruhen auf Schäden, die der Projektgesellschaft infolge verspäteter Fertigstellung des Kraftwerks Duisburg-Walsum entstanden sind, und umfassen pauschalierten Schadenersatz für Verzug, verzögerungsbedingte Mehrkosten, die vorfinanzierten Reparaturkosten und für den Schaden aus entgangener Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten sowie Ansprüche gegen einen Versicherer. Widerklagend hat das Hitachi-Konsortium in diesem Verfahren Ansprüche gegen die Projektgesellschaft geltend gemacht. Der Versicherer hat in einer mittlerweile verbundenen Klage Rückzahlung von bereits geleisteten Abschlagszahlungen gefordert. Im gerichtlichen Verfahren gegen den Versicherer ist am 1. Juli 2015 ein Teil-Grund- und Teil-Schlussurteil zugunsten der Projektgesellschaft ergangen, wonach der Versicherer zur Zahlung von Versicherungsleistungen wegen des Kraftwerksschadens vom April 2011 dem Grunde nach verpflichtet ist, gegen das dieser und auch die Projektgesellschaft (in Bezug auf die Anerkennung der Rechtsanwaltskosten) Berufung eingelegt haben. Über die Höhe des der Projektgesellschaft zustehenden Versicherungsanspruchs wird anschließend in einem separaten gerichtlichen Betragsverfahren entschieden. Nach der ersten Betriebszeit des Kraftwerks lassen sich aus den Statistiken höhere spezifische Wärmeverbräuche und somit ein niedrigerer Wirkungsgrad ableiten, als vom Generalunternehmer zugesagt. Eine entsprechende Kontrollmessung hat dies mittlerweile bestätigt. Deshalb wurde am 16. September 2015 eine weitere Schiedsklage gegen das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH Hitachi eingebracht. Der Ausgang der Verfahren kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 37. Sachanlagen).

Die EVN AG und die Verbund Thermal Power GmbH & Co KG iL betreiben aufgrund des Vertrags vom 28. April 1980 bzw. 16. April 1980 das Kraftwerk Dürnrohr, wobei jedem Vertragspartner einer der beiden Blöcke zur Bewirtschaftung zugewiesen ist. Verbund hat im Dezember 2014 den bestehenden Betriebsführungsvertrag zum 30. Juni 2015 gekündigt und im April 2015 die endgültige Auflassung ihres Kraftwerksblocks am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr erklärt. Dies führt in weiterer Folge zu erhöhten Instandhaltungs- und Betriebskosten für die EVN. Die EVN steht auf dem Standpunkt, dass die ausgesprochene Kündigung rechtlich unwirksam sowie der bestehende Vertrag auf die technische Lebensdauer der Anlagen des Kraftwerks Dürnrohr abgeschlossen ist und daher unverändert aufrecht besteht. Sie hat zu diesem Zweck eine Feststellungsklage beim Handelsgericht Wien eingebracht. Der Ausgang dieses Verfahrens kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 37. Sachanlagen).

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet, die in künftigen Perioden zu Bewertungsänderungen führen können. Ferner können künftige Änderungen von Strom- und Gaspreistarifen zu Bewertungsänderungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen führen. Eine Berücksichtigung des Pensionssicherungsbeitrags laut NÖ Landes- und Gemeindebezügegesetz könnte außerdem künftig in geringeren Pensionsrückstellungen münden (siehe Erläuterung 53. Langfristige Rückstellungen).

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 18. Rückstellungen) und Einschätzungen zu sonstigen Verpflichtungen und Risiken (siehe Erläuterung 67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

25. Grundsätze zur Segmentberichterstattung

Die Identifizierung der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und der internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Für jedes operative Segment überprüft der Vorstand des EVN Konzerns (Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8) interne Managementberichte mindestens vierteljährlich. Die Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Energiehandel und -vertrieb", "Netzinfrastruktur Inland", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" entspricht vollständig der internen Berichtsstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRS. Zur Bewertung der Ertragskraft der Segmente wird das EBITDA herangezogen, das für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (siehe Erläuterung 61. Segmentberichterstattung).

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

26. Umsatzerlöse

Die externen Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

26. Umsatzerlöse
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Erzeugung 46,0 52,7
Energiehandel und -vertrieb 448,5 470,9
Netzinfrastruktur Inland 434,2 412,8
Energieversorgung Südosteuropa 949,4 1.037,9
Umwelt 158,4 152,3
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 10,1 9,3
Summe 2.046,6 2.135,8

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von PPP-Projekten in Höhe von 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,3 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 40. Übrige langfristige Vermögenswerte).

27. Sonstige betriebliche Erträge

27. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 43,7 38,7
Aktivierte Eigenleistungen 20,9 18,2
Bestandsveränderungen –1,2 0,9
Entschädigungen und Vergütungen 13,0 6,1
Zinsen für verspätete Zahlungen 7,5 8,2
Miet- und Pachterträge 1,9 2,4
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –0,7 0,2
Übrige sonstige betriebliche Erträge 11,8 33,8
Summe 97,0 108,4

Neben Prämien, Subventionen sowie Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen, umfassten die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge im Vorjahr das Ergebnis aus dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage.

Die Veränderung bei den Entschädigungen und Vergütungen resultiert überwiegend aus erhaltenen Versicherungsentschädigungen für erlittene Winterschäden in Südosteuropa.

28. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Strom-, Erdgas-, Steinkohle- und Biomassebezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratiszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2-Emissionszertifikate in Höhe von 12,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend im Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

28. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Fremdstrombezug und Energieträger 930,6 1.066,5
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 246,7 254,0
Summe 1.177,3 1.320,4

29. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN Pensionskasse in Höhe von 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 6,2 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro) enthalten.

29. Personalaufwand
Mio. EUR
2015/16 2014/15
Gehälter und Löhne 240,6 242,7
Aufwendungen für Abfertigungen 5,5 7,7
Aufwendungen für Pensionen 9,6 5,5
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
51,4 51,1
Sonstige Sozialaufwendungen 6,6 6,6
Summe 313,7 313,5

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:

29. Mitarbeiter nach Segmenten1) 2015/16 2014/15
Erzeugung 143 154
Netzinfrastruktur Inland 1.227 1.254
Energiehandel und -vertrieb 292 280
Energieversorgung Südosteuropa 4.166 4.276
Umwelt 497 507
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 504 501
Summe 6.830 6.973

1) Anzahl im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 97,2 % aus Angestellten und zu 2,8 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 96,2 % Angestellte und 3,8 % Arbeiter), wobei in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird und damit eine Zurechnung bei den Angestellten erfolgt.

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 22,7 16,5
Forderungsabschreibungen 20,7 37,2
Betriebssteuern und Abgaben 12,4 16,3
Werbeaufwand 12,3 12,7
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 10,0 10,4
Telekommunikation und Portospesen 9,6 10,6
Versicherungen 9,5 9,2
Wartung und Instandhaltung 8,1 7,6
Mieten 5,6 6,2
Weiterbildung 1,8 1,9
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 28,8 39,4
Summe 141,6 168,1

Die Position "Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken" umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozesskosten und -risiken. Die Position "Mieten" umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Vergleichsperiode enthielten neben Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträge sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen Aufwendungen für die Bildung einer Rückstellung für drohende Zahlungen aus Haftungen für die EconGas GmbH.

31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter
Mio. EUR 2015/16 2014/15
EVN KG 55,9 63,8
RAG 42,3 76,4
Energie Burgenland 9,9 7,4
ZOV; ZOV UIP 12,4 12,1
Shkodra –6,8 0,7
Verbund Innkraftwerke –27,5 –25,9
Andere Gesellschaften 7,3 6,4
Summe 93,5 141,1

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter (siehe Erläuterung 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen (siehe Erläuterung 38. At Equity einbezogene Unternehmen).

Der negative Ergebnisbeitrag der Verbund Innkraftwerke GmbH ist durch deutlich verschlechterte Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung, die auf aktuellen Marktanalysen beruhen, begründet. Die neuen Strompreisannahmen führten zu einer Wertminderung der Anteile an diesem at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 27,6 Mio. Euro. Bereits im Vorjahr waren aufgrund verschlechterter Einschätzungen der Strompreisentwicklung Wertminderungen in Höhe von 26,8 Mio. Euro vorgenommen worden.

Der negative Ergebnisanteil der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH ist durch deutlich verschlechterte Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung, im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Ashta begründet. Bereits im ersten Quartal kam es zu einer Wertminderung in Höhe von 4,1 Mio. Euro. Die aktualisierten Strompreisannahmen führten zu einer weiteren Wertminderung der Anteile zum 30. September in Höhe von 4,1 Mio. Euro.

Die nicht angesetzten kumulativen Verluste der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH betrugen –7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro), die nicht angesetzten Verluste der Econgas GmbH betrugen im Vorjahr –7,6 Mio. Euro.

32. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

32. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Immaterielle Vermögenswerte 21,5 17,0
Sachanlagen 326,6 300,3
Zuschreibungen auf Sachanlagen –4,1 –2,4
Summe 344,0 315,0
32. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Abschreibungen 266,1 260,3
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Wertminderungen)1) 82,0 57,1
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Wertaufholungen)1) –4,1 –2,4
Summe 344,0 315,0

1) Details siehe Erläuterungen 36. Immaterielle Vermögenswerte und 37. Sachanlagen

33. Finanzergebnis

33. Finanzergebnis
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Beteiligungsergebnis
WEEV Beteiligungs GmbH –8,8 0,4
Andere Gesellschaften 0,0*) 0,0*)
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter –8,7 0,4
Dividendenzahlungen 17,6 14,1
davon Verbund AG 14,0 11,6
davon andere Gesellschaften 3,6 2,4
Wertminderungen/Abgänge –3,3 –2,5
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 14,4 11,6
Summe Beteiligungsergebnis 5,6 12,0
Zinsergebnis
Zinserträge aus Vermögenswerten 11,5 16,3
Übrige Zinserträge 5,2 5,3
Summe Zinsertrag 16,7 21,7
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten –60,0 –65,2
Zinsaufwand Personalrückstellungen –9,6 –10,5
Übrige Zinsaufwendungen –7,8 –15,3
Summe Zinsaufwendungen –77,4 –91,1
Summe Zinsergebnis –60,7 –69,4
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens (@FVTPL) –1,8 1,5
Währungskursgewinne/-verluste –2,6 –1,2
Übriges Finanzergebnis –2,1 –3,2
Summe sonstiges Finanzergebnis –6,5 –2,9
Finanzergebnis –61,6 –60,3

*) Kleinbetrag

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter (siehe Erläuterung 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen.

Die WEEV Beteiligungs GmbH wurde zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung der Verbund AG gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG gegründet und erstmals im Geschäftsjahr 2010/11 at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte werden nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Fall eines signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses erfordern die Bestimmungen der IFRS die Vornahme einer ergebniswirksamen Wertminderung (siehe Erläuterung 48. Bewertungsrücklagen). Die nicht angesetzten negativen sonstigen Ergebnisse der WEEV Beteiligungs GmbH betrugen 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: –2,7 Mio. Euro).

Die Zinserträge aus Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investment-Fonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus liquiden Mitteln und Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens. Die Zinserträge für Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beliefen sich auf 15,3 Mio. Euro (Vorjahr: 20,2 Mio. Euro).

Die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtverbindlichkeiten für Biomasseanlagen sowie Verteil- und Wärmenetze. Die Zinsaufwendungen für

Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beliefen sich auf 67,8 Mio. Euro (Vorjahr: 74,6 Mio. Euro).

34. Ertragsteuern

34. Ertragsteuern
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Laufender Ertragsteuerertrag/-aufwand –3,5 –4,4
davon österreichische Gesellschaften –15,0 –18,8
davon ausländische Gesellschaften 11,4 14,4
Latenter Steuerertrag/-aufwand 19,6 21,7
davon österreichische Gesellschaften 8,6 8,2
davon ausländische Gesellschaften 11,0 13,4
Summe 16,0 17,3

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2016 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und dem ausgewiesenen Konzernsteuerertrag aufgrund des Konzernergebnisses des Geschäftsjahres 2015/16 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich wie folgt dar:

34. Ermittlung des Effektivsteuersatzes 2015/16 2014/15
% Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 198,9 207,9
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 49,7 25,0 52,0
– Abweichende ausländische Steuersätze –1,5 –3,1 –4,0 –8,3
– Steuerfreie Beteiligungserträge –6,5 –12,9 –12,1 –25,1
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 1,8 3,6 2,9 6,0
– Steuerrechtliche Beteiligungsbewertungen und Wertminderungen
auf Konzernforderungen
–11,8 –23,5 –5,1 –10,6
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,0 2,0 1,4 2,9
– Steuerfreie Erträge –0,5 –0,9 –0,2 –0,4
+ Aperiodische Steuererhöhungen 0,7 1,4 0,2 0,4
– /+ Sonstige Posten –0,2 –0,3 0,1 0,3
Effektivsteuersatz/-aufwand 8,1 16,0 8,3 17,3

Die steuerrechtlichen Beteiligungsbewertungen betreffen im Wesentlichen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungsabschreibungen an EVN Nk BuB, EVN UBS, OOO EVN Umwelt Service, Shkodra, TEZ Plovdiv (Vorjahr: EVN Kavarna und EVN Nk BuB) und die Beteiligungszuschreibung bei EVN Bulgaria EC.

Die effektive Steuerbelastung (Vorjahr: Steuerbelastung) der EVN für das Geschäftsjahr 2015/16 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 8,1 % (Vorjahr: 8,3 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften (siehe Erläuterung 52. Latente Steuern).

35. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2015/16 im Umlauf befindlichen Aktien von 177.763.333 Stück (Vorjahr: 177.871.236 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch so genannte "potenzielle Aktien" aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für die EVN bestehen jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war. Auf Basis des Konzernergebnisses von 156,4 Mio. Euro (Vorjahr: 148,1 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2015/16 ein Ergebnis je Aktie von 0,88 Euro (Vorjahr: 0,83 Euro).

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2015/16 ergaben.

36. Immaterielle Vermögenswerte

In den Rechten waren Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, ausgewiesen. Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden in der Vergangenheit insbesondere die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2015/16 ergab die Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten hinsichtlich Firmenwerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 0,5 Mio. Euro im Segment "Energiehandel und -vertrieb". Die EVN hatte im Geschäftsjahr 2011/12 100 % der Anteile an der Fernwärmegenossenschaft (FWG) Hollabrunn erworben. Im Zuge der Erstkonsolidierung der Gesellschaft wurde ein Firmenwert in Höhe von 2,8 Mio. Euro aktiviert und der CGU "Hollabrunn" zugeordnet und im Geschäftsjahr 2014/15 auf 0,5 Mio. Euro wertgemindert. Die CGU besteht aus dem Fernheizwerk Hollabrunn inklusive des dazugehörigen Fernwärmenetzes Hollabrunn. Im Geschäftsjahr 2015/16 ergab sich ein weiterer Wertminderungsbedarf in Höhe von 0,7 Mio. Euro, der mit 0,5 Mio. Euro dem Firmenwert und mit 0,2 Mio. Euro dem Sachanlagevermögen zugeordnet wurde. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 3,1 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,53 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine auf Basis der zugunde liegenden Nutzungsdauern zeitlich begrenzte Rente. Die angenommenen Wärmeerlöse basieren auf einer linearen Preisentwicklung und einem kontinuierlichen Absatz. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde im Segment "Erzeugung" aufgrund der deutlich verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung eine Wertminderung der Strombezugsrechte aus dem Donaukraftwerk Freudenau in Höhe von 4,5 Mio. Euro notwendig. Die EVN hält am Donaukraftwerk Freudenau Strombezugsrechte im Ausmaß von 12,5 % auf die Betriebsdauer des Kraftwerks. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 41,2 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,51 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren, darauf folgend eine Grobplanungsphase bis 2040 sowie eine ewige Rente mit einer Wachstumsrate von 0,0 %. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen.

Sonstige Wertminderungen in Höhe von 0,4 Mio. Euro betrafen insbesondere Stromnetzzutritte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte bei Windparks.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden insgesamt 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet; davon wurden 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) aktiviert.

36. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2015/16 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2015 216,7 358,0 98,4 673,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,0*) 0,0*)
Zugänge 20,3 1,2 21,5
Abgänge –6,0 –0,1 –6,1
Umbuchungen 0,4 0,4
Bruttowert 30.09.2016 216,7 372,8 99,6 689,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –160,4 –208,7 –83,7 –452,9
Währungsdifferenzen –0,0*) –0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –13,0 –3,1 –16,1
Wertminderungen –0,5 –4,8 –0,1 –5,4
Zuschreibungen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Abgänge 6,0 0,0*) 6,0
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2016 –160,9 –220,1 –86,9 –467,9
Nettowert 30.09.2015 56,3 149,3 14,7 220,2
Nettowert 30.09.2016 55,8 152,7 12,7 221,2
Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2014 216,7 336,7 95,3 648,7
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen –0,1 –0,1
Zugänge 9,3 3,8 13,1
Abgänge –16,1 –0,3 –16,3
Umbuchungen 28,2 –0,4 27,8
Bruttowert 30.09.2015 216,7 358,0 98,4 673,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –158,1 –213,9 –80,2 –452,2
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 0,1
Planmäßige Abschreibungen –10,6 –3,5 –14,0
Wertminderungen –2,4 –0,4 –0,3 –3,0
Abgänge 16,0 0,3 16,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –160,4 –208,7 –83,7 –452,9
Nettowert 30.09.2014 58,6 122,8 15,1 196,5
Nettowert 30.09.2015 56,3 149,3 14,7 220,2

*) Kleinbetrag

37. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,9 % – 3,7 % (Vorjahr: 1,0 % – 3,7 %).

In der Position "Grundstücke und Bauten" waren Grundwerte in Höhe von 62,9 Mio. Euro (Vorjahr: 60,7 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr 2015/16 führte die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 zu folgenden Wertminderungen:

Aufgrund der deutlich verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung wurde eine Wertminderung beim anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Steag-EVN Walsum in Höhe von 32,6 Mio. Euro notwendig. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 282,9 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,31 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren, darauf folgend eine Grobplanungsphase bis 2040, sowie eine Fortschreibungsphase, die das letzte Planjahr der Grobplanungsphase bis 2043 fortschreibt. Die angenommenen Energieerlöse orientieren sich im Detailplanungszeitraum an der Price Forward Curve für Terminnotierungen der European Energy Exchange AG, Leipzig, und in der Grobplanungsphase an einem Preisgerüst auf Basis von Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Bei der Bewertung wurden aktuelle Annahmen für den Ausgang der anhängigen Rechtsverfahren getroffen (siehe Erläuterung 24. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen). Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen in der Grobplanungsphase wurden mit 2,0 % angenommen.

Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % wäre es beim anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Steag-EVN Walsum im Geschäftsjahr 2015/16 ceteris paribus zu einer Wertminderung in Höhe von 44,0 Mio. Euro (Wertminderung in Höhe von 20,3 Mio. Euro) gekommen. Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % wäre es im Geschäftsjahr 2015/16 ceteris paribus zu einer Werterholung von 9,9 Mio. Euro (Wertminderung von 76,3 Mio. Euro) gekommen.

In Bulgarien musste aufgrund der anhaltend nachteiligen regulatorischen Änderungen im Wärmebereich sowie aufgrund der deutlich verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklungen eine Wertminderung in Höhe von 31,3 Mio. Euro an den Cogeneration-Anlagen bei der TEZ Plovdiv vorgenommen werden. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 52,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 7,61 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren, eine Grobplanungsphase bis ins Jahr 2026 sowie eine ewige Rente mit einer Wachstumsrate von 2,0 %. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 1,1 % – 2,5 % angenommen.

Weiters kam es aufgrund der deutlich verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklungen zu Wertminderungen in Höhe von 2,3 Mio. Euro am Windpark der EVN in Kavarna. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 10,7 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 7,66 % für die Phase der geförderten Einspeisetarife und von 8,21 % für die Phase der freien Vermarktung verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine Grobplanungsphase bis zum Ende der Nutzungsdauer. Die angenommenen Energieerlöse beruhen nach dem Ende des angenommenen Förderzeitraums im Jahr 2019 auf einem Preisgerüst auf Basis von Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden zwischen 1,0 % und 2,5 % angenommen.

Weitere Werthaltigkeitsprüfungen aufgrund verschlechterter Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung führten zu Wertminderungen in Höhe von 6,7 Mio. Euro an Kleinwasserkraftwerken und Windparks der EVN Naturkraft. Die erzielbaren Beträge wurden auf Basis von beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrugen in Summe 35,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,51 % verwendet.

Sonstige Wertminderungen betrafen mit 2,1 Mio. Euro weitere thermische Anlagen.

37. Entwicklung der Sachanlagen

Geschäftsjahr 2015/16
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2015 790,1 3.808,8 2.972,2 224,9 200,6 167,2 8.164,0
Währungsdifferenzen 0,4 1,0 3,2 0,1 0,1 0,2 5,0
Konsolidierungskreisänderungen 2,2 6,1 2,4 0,0*) 10,7
Zugänge 8,1 103,2 63,6 21,7 13,7 99,8 310,1
Abgänge –10,2 –9,4 –52,1 –8,4 –43,1 –0,1 –123,2
Umbuchungen 19,2 49,8 25,4 0,1 3,1 –96,5 1,0
Bruttowert 30.09.2016 809,8 3.959,5 3.014,7 238,5 174,4 170,7 8.367,6
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –433,7 –2.037,8 –1.865,3 –142,4 –161,0 –7,4 –4.647,7
Währungsdifferenzen –0,2 –0,5 –2,3 –0,0*) –0,1 –3,1
Konsolidierungskreisänderungen
Planmäßige Abschreibungen –20,9 –102,7 –97,4 –14,6 –14,5 –250,1
Wertminderungen –4,2 –14,3 –58,1 –0,0*) –0,0*) –76,6
Zuschreibungen 1,8 1,5 0,7 4,1
Abgänge 9,4 9,2 48,7 8,3 42,7 118,3
Umbuchungen 0,2 –0,3 0,3 0,0*) –0,2 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2016 –447,7 –2.144,8 –1.973,4 –148,7 –133,1 –7,4 –4.855,0
Nettowert 30.09.2015 356,4 1.771,0 1.106,9 82,5 39,6 159,9 3.516,3
Nettowert 30.09.2016 362,1 1.814,8 1.041,3 89,8 41,3 163,3 3.512,5
Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsaus
stattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2014 762,1 3.695,9 2.817,8 216,1 222,4 239,9 7.954,2
Währungsdifferenzen –0,1 –0,2 –24,2 –0,0*) –0,1 –6,9 –31,6
Konsolidierungskreisänderungen –0,2 –0,2 –0,3 –0,7
Zugänge 13,1 94,9 83,8 17,5 12,2 93,2 314,8
Abgänge –1,5 –8,1 –6,4 –8,4 –19,2 –0,9 –44,6
Umbuchungen 16,7 26,3 101,5 –0,2 –14,4 –158,1 –28,2
Bruttowert 30.09.2015 790,1 3.808,8 2.972,2 224,9 200,6 167,2 8.164,0
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –402,0 –1.962,1 –1.694,5 –138,3 –178,2 –36,9 –4.412,0
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,1 12,3 0,0*) 0,1 6,7 19,2
Konsolidierungskreisänderungen 0,2 0,2 0,2 0,6
Planmäßige Abschreibungen –20,0 –100,8 –98,3 –12,6 –14,5 –246,2
Wertminderungen –12,3 –1,5 –40,1 –0,2 –0,0*) –54,1
Zuschreibungen 0,3 1,3 0,8 2,4
Abgänge 1,1 8,1 5,5 8,2 19,0 42,0
Umbuchungen –1,2 17,2 –51,2 0,3 12,6 22,9 0,5
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –433,7 –2.037,8 –1.865,3 –142,4 –161,0 –7,4 –4.647,7
Nettowert 30.09.2014 360,1 1.733,8 1.123,3 77,8 44,2 203,0 3.542,2
Nettowert 30.09.2015 356,4 1.771,0 1.106,9 82,5 39,6 159,9 3.516,3

*) Kleinbetrag

Bei den der EVN Wärme zurechenbaren CGUs "Eggenburg", "Dürnrohr Umgebung", "Mistelbach", "Waidhofen/Thaya", "Wiener Neustadt" und "Zwettl" wurde eine Wertaufholung in Höhe von 2,6 Mio. Euro erfasst. Der erzielbare Betrag wurde für die CGUs "Eggenburg" und "Zwettl" auf Basis des Nutzungswerts und für die restlichen CGUs auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 23,3 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,53 % verwendet, welcher einem iterativ abgeleiteten WACC vor Steuern in Höhe von 8,84 % bei der CGU "Eggenburg" bzw. 6,16 % bei der CGU "Zwettl" entspricht.

Sonstige Wertaufholungen betrafen mit 0,1 Mio. Euro Telekomnetze der Kabelplus, mit 1,1 Mio. Euro Windparks sowie mit 0,3 Mio. Euro ein Kleinwasserkraftwerk.

In der Vergleichsperiode waren Abwertungen in Höhe von 1,1 Mio. Euro bei der EVN Naturkraft sowie Abwertungen in Höhe von 27,6 Mio. Euro beim anteilig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Steag-EVN Walsum aufgrund einer verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung bzw. aufgrund eines erhöhten Wärmeverbrauchs und eines niedrigeren Wirkungsgrads notwendig geworden. Weiters kam es aufgrund von nachteiligen regulatorischen Änderungen für die Stromproduktion in Bulgarien zu einer Wertminderung in Höhe von 4,4 Mio. Euro am Windpark der EVN in Kavarna. Außerdem waren aufgrund der Schließung eines Kraftwerksblocks durch den Verbund am Gemeinschaftskraftwerk Dürnrohr Wertminderungen in Höhe von 17,0 Mio. Euro notwendig geworden.

In der Position "Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau" waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 162,9 Mio. Euro (Vorjahr: 158,3 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 9,8 Mio. Euro (Vorjahr: 10,7 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte wiesen einen Buchwert in Höhe von 40,0 Mio. Euro auf (Vorjahr: 44,7 Mio. Euro).

38. At Equity einbezogene Unternehmen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 199 unter Beteiligungen der EVN dargestellt. Unter 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen finden sich Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen, die at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt. Für die at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde eine Wertminderung an der Verbund Innkraftwerke GmbH in Höhe von 27,6 Mio. Euro aufgrund einer verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung notwendig.Der erzielbare Betrag für den EVN-Anteil an der Verbund Innkraftwerke GmbH wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 75,9 Mio. Euro. Der WACC nach Steuern betrug 5,01 %. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren, darauf folgend eine Grobplanungsphase bis 2040 sowie eine ewige Rente mit einer Wachstumsrate von 0,0 %. Bereits im Vorjahr waren aufgrund einer verschlechterten Einschätzung der Strompreisentwicklung Wertminderungen in Höhe von 26,8 Mio. Euro notwendig geworden (siehe auch Erläuterung 31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter).

Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % wäre es bei der at Equity einbezogenen Verbund Innkraftwerke GmbH im Geschäftsjahr 2015/16 ceteris paribus zu einer Wertminderung in Höhe von 40,8 Mio. Euro (Wertminderung in Höhe von 11,2 Mio. Euro) gekommen. Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % wäre es im Geschäftsjahr 2015/16 ceteris paribus zu einer Wertminderung in Höhe von 18,1 Mio. Euro (Wertminderung in Höhe von 37,1 Mio. Euro) gekommen.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Ashta eine Wertminderung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH in Höhe von 8,2 Mio. Euro vorgenommen. Eine im Oktober 2015 erfolgte Kapitalerhöhung gab Anlass für die Überprüfung der Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes und führte zu einer Wertminderung von 4,1 Mio. Euro. Aufgrund einer deutlich verschlechterten Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung wurde zum 30. September erneut eine Wertminderung in Höhe von 4,1 Mio. Euro notwendig. Der erzielbare Betrag für den EVN-Anteil an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug –14,9 Mio. Euro. Der WACC nach Steuern betrug 12,48 %. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Planungszeitraum bis 2027 für die regulierte Phase, einen Planungszeitraum bis 2040 für die freie Vermarktung sowie im Anschluss eine zeitlich begrenzte Rente bis 2043. Im Anschluss wird das Kraftwerk dem Eigentum des Staates Albanien zugeführt (siehe auch Erläuterung 31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter).

Im Geschäftsjahr kam es zu einem signifikanten und länger andauernden Rückgang der von der WEEV gehaltenen Aktien an der Verbund AG unter die Anschaffungskosten. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte wurden vom Zeitpunkt der letztmaligen Wertminderung zum 30. Juni 2013 nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Fall eines signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses erfordern die Bestimmungen der IFRS die Vornahme einer ergebniswirksamen Wertminderung. Dies führte zu einer Wertminderung der Anteile an der WEEV Beteiligungs GmbH in Höhe von 9,9 Mio. Euro (siehe Erläuterung 48. Bewertungsrücklagen).

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital im Besitz der EVN zum 30. September 2016 95,5 Mio. Euro betrug (Vorjahr: 87,1 Mio. Euro), wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten.

38. Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen
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Geschäftsjahr 2015/16

Mio. EUR
Bruttowert 30.09.2015 918,6
Zugänge 24,4
Abgänge –8,2
Bruttowert 30.09.2016 934,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –20,5
Währungsdifferenzen 1,5
Abgänge 8,2
Wertminderungen –45,7
Laufendes anteiliges Ergebnis 130,4
Ausschüttungen –117,6
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen 34,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2016 –8,9
Nettowert 30.09.2015 898,1
Nettowert 30.09.2016 925,8
Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR
Bruttowert 30.09.2014 918,4
Zugänge 0,1
Bruttowert 30.09.2015 918,6
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –29,3
Währungsdifferenzen 0,8
Wertminderungen –26,8
Laufendes anteiliges Ergebnis 168,3
Ausschüttungen –106,7
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –26,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –20,5
Nettowert 30.09.2014 889,1
Nettowert 30.09.2015 898,1

39. Sonstige Beteiligungen

Die Position "Sonstige Beteiligungen" umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 595,7 Mio. Euro (Vorjahr: 476,1 Mio. Euro) enthalten, von denen 7,4 Mio. Euro (Vorjahr: 30,9 Mio. Euro) zu Besicherungszwecken verwendet werden. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 16,3 Mio. Euro (Vorjahr: 23,5 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert werden, handelt es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen bei den sonstigen Beteiligungen betrafen mit 119,5 Mio. Euro (Vorjahr: –163,5 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse.

Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der Verbund AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der

stimmberechtigten Aktien an der Verbund AG. Trotz des Bestehens des Syndikatsvertrags ist der Umfang eines möglichen Einflusses auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Verbund AG aus diesem Syndikatsvertrag sehr begrenzt. Ein maßgeblicher Einfluss gemäß IAS 28 liegt somit nicht vor. Die Anteile an der Verbund AG werden daher entsprechend IAS 39 bilanziert.

39. Entwicklung der sonstigen Beteiligungen
Geschäftsjahr 2015/16
Mio. EUR
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2015 15,4 403,3 418,7
Zugänge 0,2 1,2 1,4
Abgänge –3,5 –0,9 –4,4
Umbuchungen zu den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten –3,8 –3,8
Bruttowert 30.09.2016 8,3 403,5 411,8
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –6,6 87,6 81,0
Wertminderungen –2,4 –0,4 –2,8
Abgänge 2,5 2,5
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen 119,5 119,5
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2016 –6,6 206,8 200,1
Nettowert 30.09.2015 8,8 490,9 499,7
Nettowert 30.09.2016 1,7 610,3 612,0
Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2014 14,4 403,7 418,2
Konsolidierungskreisänderungen –0,0*) –0,0*)
Zugänge 1,0 1,0
Abgänge –0,0*) –0,4 –0,5
Bruttowert 30.09.2015 15,4 403,3 418,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –4,2 250,7 246,5
Wertminderungen –2,5 –2,5
Abgänge 0,4 0,4
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –163,5 –163,5
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –6,6 87,6 81,0
Nettowert 30.09.2014 10,3 654,4 664,7
Nettowert 30.09.2015 8,8 490,9 499,7

*) Kleinbetrag

40. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investment-Fonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2015/16

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von PPP-Projekten. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 54,4 Mio. Euro (Vorjahr: 51,3 Mio. Euro). Ebenso sind in den Zugängen aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 3,87 % – 4,91 % (Vorjahr: 4,15 % – 5,15 %).

Am 16. Juli 2012 beschloss die bulgarische Regulierungsbehörde Energy and Water Regulatory Commission (EWRC) für den Zeitraum ab 1. Juli 2012 eine Änderung der Methodik für die Tarifberechnung, um die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbarer Energie sowie für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen (Ökostrom-Mehrkosten) auszugleichen. Wie im bulgarischen "Energy Act" geregelt, sind die Energieversorungsunternehmen verpflichtet, den Strom von Produzenten erneuerbarer Energie zu beschaffen. Die wachsende Zahl der neuen Verträge mit Netzanbindung von Produzenten erneuerbarer Energie führte zu höheren Absatzmengen, welche die Strom-Beschaffungskosten der EVN in Bulgarien signifikant erhöhten. Das bulgarische Gesetz sieht eine Entschädigung für diese zusätzlichen Kosten vor, die letztlich vom Endkunden zu tragen sind. Gegen den Beschluss vom 16. Juli 2012 hat die EVN Rechtsmittel eingelegt bzw. Verfahren eingeleitet, wonach weiterhin eine unmittelbare Abgeltung durch die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) zu erfolgen habe. Mit Wirkung ab 1. August 2013 wurde diese Methodik erneut in der Weise geändert, dass die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbarer Energie und für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen von der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK getragen werden müssen. Vom 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 sind der EVN daraus Kosten in Höhe von 127,1 Mio. Euro entstanden, die einer Zwischenfinanzierung bedürfen. Mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 wurden die entstandenen zusätzlichen Kosten der Höhe und dem Grunde nach bestätigt und klargestellt, dass diese direkt von NEK zu ersetzen sind. Mit Entscheidung vom 15. September 2016 hat das Schiedsgericht der bulgarischen Industrie- und Handelskammer die Gegenverrechnung von Forderungen an NEK durch EVN Bulgaria EC für berechtigt erkannt. Auf dieser Basis wurde der vom Verfahren umfasste Teil der Forderungen mit Verbindlichkeiten gegenüber der NEK bilanziell aufgerechnet, wodurch sich der Stand der Bruttoforderungen auf 90,2 Mio. Euro (Vorjahr 127,1 Mio. Euro) reduziert.

Zum 30. September 2016 betrug die verbleibende Nettoforderung 57,9 Mio. Euro (Vorjahr: 94,4 Mio. Euro). Diese wird nunmehr zur Gänze in den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen (Vorjahr: 51,9 Mio. Euro in den übrigen langfristigen Vermögenswerten und 42,5 Mio. Euro in den Forderungen im kurzfristigen Bereich; siehe Erläuterung 42. Forderungen).

Die Grundlage für die Bewertung der Forderung bilden weiterhin im Wesentlichen die gegenüber NEK erfolgten Aufrechnungen und Einbehalte von Rechnungsbeträgen. Die Forderung ist mit 32,4 Mio. Euro (Vorjahr: 32,7 Mio. Euro) wertberichtigt. Aufgrund der Tatsache, dass alle erwarteten zukünftigen Leistungen von den Handlungen und Entscheidungen der bulgarischen Regulierungsbehörde abhängen, bestehen jedoch Schätzunsicherheiten hinsichtlich der Bewertung der Forderung. Aus diesem Grund besteht das Risiko einer Anpassung im nächsten Geschäftsjahr.

40. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Mio. EUR

Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Primärenergie
reserven
Summe
Bruttowert 30.09.2015 74,3 34,0 319,5 5,7 86,5 15,1 535,2
Zugänge 10,5 1,8 3,1 0,0*) 15,4
Abgänge –2,9 –1,2 –37,1 –0,0*) –41,1
Marktwertänderungen 2,1 16,8 18,8
Umbuchungen –3,8 –26,9 41,3 10,6
Bruttowert 30.09.2016 84,0 30,9 295,7 22,5 90,9 15,1 539,0
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2015
–1,0 –1,0 –191,4 –32,7 –0,6 –226,8
Abgänge 1,0 0,0*) 1,0
Wertminderungen1) –0,0*) –0,0*)
Zuschreibungen1) 0,4 0,4
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2016
–1,0 –191,4 –32,3 –0,6 –225,4
Nettowert 30.09.2015 73,3 33,1 128,1 5,7 53,8 14,4 308,4
Nettowert 30.09.2016 82,9 30,9 104,3 22,5 58,6 14,4 313,7

1) Wertminderungen im Vorjahr: –1,1 Mio. Euro; Zuschreibungen im Vorjahr: 0 Mio. Euro.

*) Kleinbetrag

Mio. EUR

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

40. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.09.2016 Restlaufzeit zum 30.09.2015
Ausstehende
Leasingzahlungen
Zinsen Summe der
ausstehenden
Leasingzahlungen
Ausstehende
Leasingzahlungen
Zinsen Summe der
ausstehenden
Leasingzahlungen
< 5 Jahre 57,9 11,9 69,8 79,3 21,4 100,8
> 5 Jahre 46,3 7,0 53,4 48,8 11,8 60,6
Summe 104,3 18,9 123,2 128,1 33,2 161,4

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert. Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2015/16 wurden in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

41. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Steinkohlevorräten.

Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 59. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

41. Vorräte
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Primärenergievorräte 49,9 38,6
CO2-Emissionszertifikate 0,6 0,8
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 26,9 28,8
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 17,2 18,6
Anlagenkomponenten 45,6 45,6
Summe 140,2 132,5

Die Anlagenkomponenten stammen aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau und sollen in zukünftigen Projekten Verwendung finden. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden Wertminderungen in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 11,0 Mio. Euro) auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert vorgenommen.

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise wurde durch eine zusätzliche Erhöhung der Wertberichtigung um 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 7,3 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem standen Zuschreibungen in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro) gegenüber. Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

42. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Erdgas- und Wärmekunden.

Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Da eine Forderungsabschreibung mit steuerrechtlicher Wirkung in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich ist, nimmt der Prozess der Forderungsbetreibung entsprechend lange Zeiträume in Anspruch. Dadurch und auch durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen sukzessive. Im Geschäftsjahr 2015/16 betrug die Zunahme der Wertberichtigung 10,9 Mio. Euro (Vorjahr: 16,0 Mio. Euro).

42. Wertberichtigungen zu Forderungen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Brutto
forderungen
Wert
berichtigung
Netto
forderungen
Brutto
forderungen
Wert
berichtigung
Netto
forderungen
Österreich 46,3 6,9 39,4 56,1 4,4 51,7
Deutschland 23,8 0,4 23,4 22,2 0,4 21,8
Bulgarien 134,7 24,1 110,6 157,4 25,3 132,1
Mazedonien 289,5 220,2 69,3 291,1 210,6 80,5
Sonstige 10,4 10,4 11,6 11,6
Summe 504,7 251,6 253,0 538,3 240,7 297,6
42. Fälligkeiten der nicht wertberichtigten Forderungen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Noch nicht fällig 126,1 151,7
Überfällig 1– 90 Tage 58,1 80,9
Überfällig 91–180 Tage 32,0 23,1
Überfällig 181–360 Tage 29,9 17,1
Überfällig >360 Tage 7,0 24,7
Nettoforderung 253,0 297,6

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus Dienstleistungen gegenüber diesen Unternehmen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen positive Marktwerte von Derivaten im Energiebereich.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten mit 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 42,5 Mio. Euro) Forderungen gegenüber NEK aufgrund der Kompensation der Ökostrom-Mehrkosten (siehe auch Erläuterung 40. Übrige langfristige Vermögenswerte). Weiters sind in dieser Position unter anderem Forderungen aus Versicherungen, kurzfristige Ausleihungen sowie geleistete Anzahlungen enthalten.

Der Buchwert der Forderungen, die als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro).

42. Forderungen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 253,0 297,6
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 15,4 45,8
Forderungen gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 5,1 0,8
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 9,3 1,5
Forderungen aus derivativen Geschäften 9,1 7,3
Forderungen aus Leasinggeschäften 34,7 46,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 54,1 80,5
380,7 479,8
Sonstige Forderungen
Forderungen aus Abgaben und Steuern 33,4 23,4
33,4 23,4
Summe 414,1 503,2

43. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sieht zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

43. Zusammensetzung Wertpapiere
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Fonds-Anteile 75,4 81,2
davon Cash-Fonds 74,7 80,4
davon sonstige Fonds-Produkte 0,7 0,8
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 75,4 81,3

*) Kleinbetrag

Während durch Abgänge von Wertpapieren in der Berichtsperiode kein Veräußerungsgewinn anfiel (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro), wurde aufgrund gestiegener Börsekurse eine erfolgsneutrale Wertänderung in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) vorgenommen.

44. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Die im Geschäftsjahr 2015/16 ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in Höhe von 3,8 Mio. Euro stehen im Zusammenhang mit der EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft ("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf. Die EVN-Pensionskasse wird aktuell aufgrund von Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen; der Beteiligungsansatz wird zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

Die EVN-Pensionskasse bietet als betriebliche Pensionskasse im Rahmen eines beitragsorientierten Pensionskassenmodells ausschließlich für leistungsberechtigte Mitarbeiter des EVN Konzerns eine Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenpension. Die EVN-Pensionskasse hat dazu mit EVN AG, Netz Niederösterreich GmbH, EVN Wärme GmbH, EVN Wasser GmbH, kabelplus GmbH, EVN Umweltholding und Betriebs GmbH, EVN Geoinfo GmbH sowie EVN Business Service GmbH jeweils Pensionskassenverträge abgeschlossen.

Das sich stark verändernde Umfeld der Finanzmärkte sowie die zunehmenden regulatorischen Bestimmungen für Pensionskassen haben zu einer Konsolidierung sowohl bei betrieblichen als auch bei überbetrieblichen Pensionskassen in Österreich geführt. Nach der aktualisierten Konzernstrategie 2020 steht die Konsolidierung des EVN Konzerns verbunden mit selektivem Wachstum durch die Stärkung des Kerngeschäfts im Vordergrund. Der Vorstand der EVN AG hat daher die Ausgliederung der EVN-Pensionskasse beschlossen. Als geeignetste Variante der Ausgliederung wird aktuell eine Verschmelzung auf eine überbetriebliche Pensionskasse unter Leistung einer Barabfindung für den Verzicht auf Anteilsgewährung geprüft. Das Closing der Transaktion soll nach Vorliegen der aufsichtsbehördlichen Genehmigungen bis spätestens 30. Juni 2017 erfolgen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2015/16 und 2014/15 ist auf Seite 125 dargestellt.

45. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 Stückaktien (Vorjahr: 179.878.402).

46. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,6 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 57,2 Mio. Euro (Vorjahr: 57,3 Mio. Euro).

47. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.949,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.868,2 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

47. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG
Mio. EUR
Ausgewiesener Jahresüberschuss 2015/16 44,9
Zuzüglich Gewinnvortrag aus dem Geschäftsjahr 2014/15 0,2
Zuzüglich Auflösung unversteuerter Rücklagen 0,8
Zuzüglich Auflösung freier Gewinnrücklagen 29,0
Abzüglich Dotierung unversteuerter Rücklagen –0,1
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 74,8
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –74,7
Ergebnisvortrag für das Geschäftsjahr 2016/17 0,1

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2015/16 in Höhe von 0,42 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2014/15 in Höhe von 74,7 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro pro Aktie hat die 87. ordentliche Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 29. Jänner 2016.

48. Bewertungsrücklagen

In der Bewertungsrücklage werden Wertänderungen von Available-for-Sale-Finanzinstrumenten und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

Darüber hinaus sind anteilige Wertänderungen von Bewertungsrücklagen in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: –5,2 Mio. Euro) in der Gesamtergebnisrechnung (siehe Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Seite 123) enthalten, die den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen sind.

48. Bewertungsrücklagen 30.09.2016 30.09.2015
Mio. EUR Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern
Im sonstigen Ergebnis erfasste Posten aus
Available-for-Sale-Finanzinstrumenten 207,2 –51,8 155,4 87,6 –21,9 65,7
Cash Flow Hedges –45,7 14,8 –30,9 –48,9 15,5 –33,4
Neubewertungen IAS 19 –130,5 32,5 –98,0 –90,6 22,2 –68,5
At Equity einbezogenen Unternehmen –1,9 –1,4 –3,3 –36,7 3,0 –33,7
Summe 29,0 –5,8 23,2 –88,7 18,8 –69,9

In dem auf at Equity einbezogene Unternehmen entfallenden Teil der Bewertungsrücklage sind mit Ausnahme der von der WEEV Beteiligungs GmbH erfassten Wertänderungen im Zusammenhang mit den von der WEEV gehaltenen Aktien an der Verbund AG (AFS-Finanzinstrumente) im Wesentlichen erfolgsneutrale Komponenten hinsichtlich Cash Flow Hedges und Neubewertungen gemäß IAS 19 abgebildet.

Betreffend Cash Flow Hedges wurden im Geschäftsjahr 2015/16 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 7,2 Mio. Euro) vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert. Zum Stichtag ergab sich aus dem ineffektiven Teil von Cash Flow Hedges ein Aufwand in Höhe von 0,1 Mio. Euro.

Durch die in Erläuterung 48. Bewertungsrücklagen angegebene Wertminderung bei der WEEV Beteiligungs GmbH wurde im Geschäftsjahr 2015/16 ein Betrag von 5,0 Mio. Euro vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert.

49. Eigene Anteile

Von der 87. Hauptversammlung wurde die vorzeitige Beeindigung des am 16. Jänner 2014 begonnenen Aktienrückkaufprogramms beschlossen und dem Vorstand die Ermächtigung für ein neues Aktienrückkaufprogramm über höchstens 10 des Grundkapitals der EVN während einer Geltungsdauer von 30 Monaten erteilt. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und den Rückkauf von bis zu 1.000.000 Stück Aktien beschlossen. Dies entspricht bis zu 0,556 des derzeitigen Grundkapitals. Mit Beschluss vom 5. Oktober 2016 hat der Vorstand dieses Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendet.

Im Geschäftsjahr 2015/16 erfolgte der Zukauf von eigenen Aktien im Ausmaß von 110.800 Stück (das sind 0,06 des Grundkapitals; Vorjahr: 186.571 Stück bzw. 0,10 des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 1,1 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 1,2 Mio. Euro (30. September 2015: Anschaffungswert von 1,9 Mio. Euro bzw. Kurswert von 1,8 Mio. Euro) sowie der Verkauf von 133.050 Stück eigenen Aktien, um diese aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können (Vorjahr: 68.244 Stück). Aus den eigenen Aktien stehen der EVN keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
179.878.402 –1.939.992 177.938.410
–186.571 –186.571
68.244 68.244
179.878.402 –2.058.319 177.820.083
–110.800 –110.800
133.050 133.050
179.878.402 –2.036.069 177.842.333

Der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile, der als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 177.763.333 Stück (Vorjahr: 177.871.236 Stück).

50. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Die folgende Tabelle zeigt Informationen zu jedem vollkonsolidierten Tochterunternehmen der EVN mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen:

50. Finanzinformationen von Tochterunternehmen
mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Tochterunternehmen RBG BUHO EVN Macedonia RBG BUHO EVN Macedonia
Nicht beherrschende Anteile in Prozent 49,97 26,37 10,00 49,97 26,37 10,00
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 197,1 36,7 17,8 193,8 36,1 15,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesenes Ergebnis 21,1 2,7 2,7 38,2 2,0 2,5
Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Dividenden 17,5 2,2 17,5 2,1
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 394,0 176,6 289,9 387,1 175,5 285,8
Kurzfristige Vermögenswerte 0,1 8,4 95,3 0,2 7,1 92,6
Langfristige Schulden 120,4 130,5
Kurzfristige Schulden 0,0*) 0,0*) 87,9 0,0*) 0,0*) 98,9
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 0,0*) 357,4 0,0*) 375,5
Ergebnis nach Ertragsteuern 42,3 10,1 26,7 76,4 7,4 24,9
Cash Flow
Cash Flow aus dem operativen Bereich 35,0 9,4 58,4 35,0 8,2 43,9
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –20,2 –18,6
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –35,1 –8,3 –23,8 –35,0 –8,1 –27,5

*) Kleinbetrag

Langfristige Schulden

51. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position "Langfristige Finanzverbindlichkeiten" setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

51. Zusammensetzung
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Nominal
verzinsung
(%)
Laufzeit Nominale Buchwert
30.09.2016
Mio. EUR
Buchwert
30.09.2015
Mio. EUR
Marktwert
30.09.2016
Mio. EUR
Anleihen 550,3 679,4 683,7
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 149,6
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,8 29,8 33,8
EUR-Anleihe 4,250 2011–2022 293,0 Mio. EUR 284,7 285,1 354,2
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 113,5 92,8 124,8
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 100,0 Mio. EUR 97,7 97,6 136,8
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 25,0 Mio. EUR 24,6 24,5 34,2
Bankdarlehen (inkl. Schuldscheindarlehen) 0,07–5,37 bis 2047 764,2 856,2 838,5
Summe 1.314,5 1.535,7 1.522,2

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

51. Fälligkeitsstruktur langfristige
Finanzverbindlichkeiten Restlaufzeit zum 30.09.2016 Restlaufzeit zum 30.09.2015
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 29,8 520,4 550,3 179,4 500,1 679,4
davon fix verzinst 29,8 406,9 436,8 179,4 407,2 586,6
davon variabel verzinst 113,5 113,5 92,8 92,8
Bankdarlehen 310,6 453,6 764,2 356,5 499,8 856,2
davon fix verzinst 226,2 431,7 657,9 245,2 469,8 715,0
davon variabel verzinst 84,4 21,9 106,3 111,3 30,0 141,2
Summe 340,4 974,0 1.314,5 535,8 999,9 1.535,7

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Die Anleihe in fremder Währung wird hinsichtlich Zins- und Währungsrisiken mittels Cross Currency Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleiheverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber. Das Ergebnis aus dem Absicherungsgeschäft der JPY-Anleihe mittels Cross Currency Swaps belief sich im Geschäftsjahr 2015/16 auf 2,4 Mio. Euro (davon Bewertung der Anleihe 14,1 Mio. Euro, davon Bewertung der Swaps 16,5 Mio. Euro; Vorjahr: 0,6 Mio. Euro Ergebniseffekt, davon Bewertung der Anleihe 4,8 Mio. Euro, davon Bewertung der Swaps 4,2 Mio. Euro). Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihekurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschafts-Fonds gefördert sind. In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

52. Latente Steuern

Im Zuge einer transparenteren und detaillierteren Darstellung der latenten Steuern wurden auch die Vorjahresbeträge angepasst.

52. Latente Steuern
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –53,2 –43,0
Verlustvorträge –9,5 –18,4
Beteiligungsabschreibungen –61,2 –56,1
Sachanlagen –38,9 –28,9
Finanzinstrumente –25,3 –25,9
Rückstellungen –10,7 –1,8
Sonstige aktive latente Steuern –4,8 –4,3
Passive latente Steuern
Sachanlagen 25,1 15,6
Immaterielle Vermögenswerte 12,8 15,6
Unversteuerte Rücklagen 25,7 26,5
Finanzinstrumente 41,2 15,3
Rückstellungen 75,3 45,4
Sonstige passive latente Steuern 16,0 4,8
Summe –7,3 –55,2
davon aktive latente Steuern –100,5 –86,4
davon latente Steuerverbindlichkeiten 93,2 31,2

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

52. Veränderung latente Steuern
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Latenter Steuersaldo 01.10. –55,2 –39,0
– Erfolgsneutrale Veränderungen aus Währungsdifferenzen und sonstige Veränderungen 3,8 –1,4
– Erfolgswirksame Veränderung 19,6 21,7
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage 24,6 –36,6
Latenter Steuersaldo 30.09. –7,3 –55,2

Verluste, für die aktive latente Steuern angesetzt wurden, können auf Grundlage der steuerlichen Ergebnisplanung innerhalb der nächsten Jahre verwertet werden. Aktive latente Steuern in Höhe von 84,8 Mio. Euro (Vorjahr: 79,5 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert. Davon verfallen in den nächsten fünf Jahren 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro). Die übrigen nicht aktivierten Verlustvorträge sind unbegrenzt vortragsfähig.

Für Differenzen zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital bzw. zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und Buchwert der at Equity einbezogenen Beteiligungen (Outside-Basis Differences) wurden passive latente Steuern in Höhe von 70,5 Mio. Euro (Vorjahr: 8,6 Mio. Euro) für temporäre Differenzen in Höhe von 284,4 Mio. Euro (Vorjahr: 67,8 Mio. Euro) nicht angesetzt, da diese in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden.

53. Langfristige Rückstellungen

53. Langfristige Rückstellungen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Rückstellung für Pensionen 282,0 259,6
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 24,8 20,5
Rückstellung für Abfertigungen 95,1 90,3
Sonstige langfristige Rückstellungen 106,1 90,7
Summe 508,0 461,1

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie der Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

• Zinssatz 1,35 p. a. (Vorjahr: 2,40 p. a.)

• Bezugserhöhungen 2,00 p. a.; Folgejahre 2,00 p. a. (Vorjahr: Bezugserhöhungen 2,00 p. a., Folgejahre 2,00 p. a.)

  • Pensionserhöhungen 2,00 p. a.; Folgejahre 2,00 p. a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,00 p. a., Folgejahre 2,00)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"

Zum 30. September 2016 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen 13,6 Jahre (Vorjahr: 13,9 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2016/17 werden Zahlungen für Pensionen in Höhe von 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro) erwartet.

53. Entwicklung der Rückstellungen für Pensionen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 259,6 282,4
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 2,2 2,5
+ Zinsaufwand 6,3 6,8
– Pensionszahlungen –15,2 –16,1
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 29,1 –16,0
davon aus
demografischen Annahmen
finanziellen Annahmen 36,1 –15,8
erfahrungsbedingten Annahmen –7,0 –0,1
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 282,0 259,6
53. Entwicklung der Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Barwert der pensionsähnlichen Verpflichtungen (DBO) 01.10. 20,5 31,8
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 0,5 0,6
+ Zinsaufwand 0,5 0,8
– Pensionszahlungen –0,9 –11,3
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 4,2 –1,4
davon aus
demografischen Annahmen
finanziellen Annahmen 4,2 –0,5
erfahrungsbedingten Annahmen 0,0*) –0,9
Barwert der pensionsähnlichen Verpflichtungen (DBO) 30.09. 24,8 20,5

*) Kleinbetrag

Zum 30. September 2016 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der pensionsähnlichen Verpflichtungen 18,4 Jahre (Vorjahr: 17,3 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2016/17 werden Zahlungen für pensionsähnliche Verpflichtungen in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) erwartet.

53. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 90,3 93,6
+/– Konsolidierungskreisänderungen –0,2
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 3,8 3,2
+ Zinsaufwand 2,3 2,4
– Abfertigungszahlungen –6,8 –4,8
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 5,4 –3,8
davon aus
demografischen Annahmen
finanziellen Annahmen 7,1 –3,4
erfahrungsbedingten Annahmen –1,7 –0,4
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 95,1 90,3

Zum 30. September 2016 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 9,6 Jahre (Vorjahr: 10,9 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2016/17 werden Zahlungen für Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 5,4 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro) erwartet.

Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter wirkt sich ceteris paribus auf die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie auf die Rückstellung für Abfertigungen wie folgt aus:

53. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Pensionen
%
30.09.2016 30.09.2015
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 7,36 –6,53 6,87 –6,13
Bezugserhöhung 1,00 –2,93 3,19 –2,81 3,16
Pensionserhöhung 1,00 –10,66 13,06 –9,67 11,75
Restlebenserwartung 1 Jahr –4,93 5,03 –4,56 4,62

53. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen

% 30.09.2016 30.09.2015
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 10,05 –8,70 9,10 –7,95
Bezugserhöhung 1,00
Pensionserhöhung 1,00 –13,02 16,40 –11,89 14,76
Restlebenserwartung 1 Jahr –4,22 4,25 –3,86 3,87

53. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Abfertigungen

% 30.09.2016 30.09.2015
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 5,00 –4,64 4,99 –4,65
Bezugserhöhung 1,00 –9,90 11,30 –10,15 11,56

Die Sensitivitätsanalyse wurde für jeden wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter separat durchgeführt. Während für die Analyse jeweils nur ein wesentlicher Parameter verändert wurde, wurden gleichzeitig alle anderen Einflussgrößen konstant gehalten ("ceteris paribus"). Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgte analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung. Die Grenzen dieser Methode bestehen darin, dass keine Interdependenzen zwischen den einzelnen versicherungsmathematischen Parametern berücksichtigt wurden. Bei den Abfertigungsverpflichtungen wurde auf eine Darstellung der Sensitivität der Restlebenserwartung verzichtet, da diese die Verpflichtung nur unwesentlich beeinflusst.

53. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Mio. EUR
Jubiläumsgelder Mieten für
Netzzutritte
Prozesskosten/
-risiken
Umwelt- und
Entsorgungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2015 21,4 7,0 10,4 49,4 2,3 90,7
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Zinsaufwand 0,7 0,1 0,2 0,5 0,3 1,8
Verwendung 0,1 –1,3 –0,4 –0,4 –2,0
Auflösung –0,6 –1,2 –1,0 –3,6 –0,1 –6,5
Zuführung 1,5 0,3 5,2 9,7 1,6 20,2
Umbuchung –0,3 0,2 1,3 1,0 –0,4 1,9
Buchwert 30.09.2016 22,9 6,4 14,7 56,8 3,5 106,1

*) Kleinbetrag

Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, die großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, werden in den Prozesskosten/-risiken abgebildet. Umwelt- und Entsorgungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruchund Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt- und Altlastenrisiken.

54. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Investitionszuschüsse betreffen insbesondere Wärmeanlagen, Anlagen der EVN Wasser, Kleinwasserkraftwerke und Windkraftanlagen der EVN Naturkraft und Anlagen der Netz Niederösterreich.

54. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse
Mio. EUR
Baukosten
zuschüsse
Investitions-
zuschüsse
Summe
Buchwert 01.10.2015 454,3 53,1 507,4
Währungsdifferenzen 0,2 0,2
Konsolidierungskreisänderungen 2,6 2,6
Zugänge 83,1 14,4 97,5
Auflösung –0,0*) –0,0*)
Umbuchung –41,2 –5,7 –46,9
Buchwert 30.09.2016 496,3 64,4 560,7

*) Kleinbetrag

55. Übrige langfristige Schulden

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken. Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleiheverbindlichkeit gegenübersteht, sowie von Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderen abgegrenzte Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Steuergruppe in Österreich sowie abgegrenzte langfristige Stromlieferverpflichtungen und langfristige Kundenanzahlungen.

55. Übrige langfristige Schulden
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Pachtverbindlichkeiten 14,3 16,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 1,5 2,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 37,3 48,7
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 11,2 8,9
Summe 64,3 75,6

55. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Schulden

Mio. EUR
Restlaufzeit zum 30.09.2016 Restlaufzeit zum 30.09.2015
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 7,3 7,0 14,3 7,7 8,3 16,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 1,5 0,0*) 1,5 1,8 0,1 2,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 25,1 12,2 37,3 32,1 16,7 48,7
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 3,7 7,6 11,2 2,2 6,7 8,9
Summe 37,5 26,8 64,3 43,8 31,8 75,6

*) Kleinbetrag

Kurzfristige Schulden

56. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

56. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Bankdarlehen 75,5 101,4
Anleiheverbindlichkeiten 149,9 28,5
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 13,7 10,2
Summe 239,1 140,1

Kredite im Ausmaß von 75,5 Mio. Euro wurden in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert, da diese nun innerhalb eines Jahres fällig sind (Vorjahr: 101,1 Mio. Euro). Die Anleiheverbindlichkeiten (EUR-Anleihe) sind am 23. Juni 2017 endfällig und wurden daher vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert.

57. Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern

Die Position "Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern" setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

57. Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Energieabgaben 24,2 29,2
Umsatzsteuer 16,5 18,1
Körperschaftsteuer 5,5 7,8
Sonstige Posten 9,0 8,6
Summe 55,2 63,6

58. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 84,4 Mio. Euro (Vorjahr: 102,6 Mio. Euro) enthalten.

59. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 8,8 Mio. Euro (Vorjahr: 7,2 Mio. Euro) ausgewiesen.

59. Entwicklung der
kurzfristigen Rückstellungen
Mio. EUR
Personal
ansprüche
Belastende
Verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Sonstige
kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2015 74,3 51,1 3,0 3,8 14,0 146,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Verwendung –9,4 –39,3 –1,0 –1,7 –51,4
Auflösung –0,1 –2,0 –2,1
Zuführung 9,9 –6,6 0,9 1,7 5,8
Umbuchung 2,0 –0,2 0,8 –3,4 –0,8
Buchwert 30.09.2016 76,7 5,2 2,8 4,4 8,6 97,8

*) Kleinbetrag

60. Übrige kurzfristige Schulden

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Cash-Pooling-Salden der EVN Finanzservice mit at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Verbindlichkeiten gegenüber EAA aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Strom. Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten mit 45,8 Mio. Euro (Vorjahr: 55,5 Mio. Euro) eine im Zusammenhang mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien angesetzte Verbindlichkeit aufgrund der Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden. Weiters ist eine Verbindlichkeit in Höhe von 60,9 Mio. Euro aus der im November 2013 gezogenen Vertragserfüllungsbürgschaft im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum mit einem Buchwert von 65,7 Mio. Euro (Vorjahr: 63,6 Mio. Euro) enthalten. Ansonsten sind in dieser Position Zinsenabgrenzungen, Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern sowie erhaltene Kautionen ausgewiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten erhaltene Anzahlungen, die für Strom-, Erdgas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen erfolgten, Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit gegenüber Sozialversicherungsträgern sowie vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse, die innerhalb eines Jahres ertragswirksam werden.

60. Übrige kurzfristige Schulden
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 134,7 151,8
Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 10,4 9,5
Zinsenabgrenzungen 17,6 18,3
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 18,8 17,7
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 143,7 148,2
325,1 345,4
Sonstige Verbindlichkeiten 128,3 132,5
Summe 453,4 477,9

Segmentberichterstattung

Segmentberichterstattung
Mio. EUR
Erzeugung Energiehandel und -vertrieb Netzinfrastruktur Inland Energieversorgung
Südosteuropa
2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Außenumsatz 46,0 52,7 448,5 470,9 434,2 412,8 949,4 1.037,9
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 175,7 160,4 15,0 14,9 58,7 59,2 0,3 0,2
Gesamtumsatz 221,7 213,1 463,4 485,8 492,9 472,0 949,7 1.038,1
Operativer Aufwand –113,5 –119,7 –553,8 –558,7 –272,3 –270,8 –820,2 –917,4
Ergbnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen operativ
–34,1 –24,6 62,1 70,0
EBITDA 74,1 68,7 –28,3 –2,9 220,6 201,2 129,5 120,7
Abschreibungen –69,2 –79,2 –17,4 –17,7 –110,3 –105,6 –94,1 –62,9
davon Wertminderung –15,9 –24,5 –2,1 –3,3 –0,1 –31,3 –0,5
davon Zuschreibung 1,4 2,6 2,4 0,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 4,8 –10,5 –45,7 –20,6 110,3 95,5 35,4 57,8
EBIT-Marge (%) 2,2 –4,9 –9,9 –4,2 22,4 20,2 3,7 5,6
Ergbnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen finanziell
Zinserträge 0,9 0,5 0,2 0,2 0,2 0,1 0,4 0,5
Zinsaufwendungen –20,7 –22,9 –4,2 –1,9 –17,7 –17,6 –23,7 –26,3
Finanzergebnis –22,4 –18,2 –4,7 –5,0 –17,5 –17,4 –23,3 –26,1
Ergebnis vor Ertragsteuern –17,6 –28,7 –50,3 –25,6 92,8 78,1 12,1 31,7
Firmenwerte 0,5 1,8 1,8
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
79,7 110,1 146,6 130,5
Gesamtvermögen 1.094,5 1.157,2 682,0 612,8 1.883,5 1.831,5 1.184,1 1.276,0
Gesamtschulden 845,0 959,1 585,1 518,7 1.357,1 1.294,8 1.006,3 1.119,2
Investitionen1) 33,8 54,4 26,0 22,7 154,7 160,2 93,5 78,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentberichterstattung
Mio. EUR
Strategische Beteiligungen
Konsolidierung2)
und Sonstiges
Umwelt Summe
2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15 2015/16 2014/15
Außenumsatz 158,4 152,3 10,1 9,3 2.046,6 2.135,8
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 18,3 20,3 58,1 55,4 –326,1 –310,5
Gesamtumsatz 176,8 172,6 68,2 64,7 –326,1 –310,5 2.046,6 2.135,8
Operativer Aufwand –137,0 –129,5 –74,8 –75,2 436,1 377,7 –1.535,6 –1.693,6
Ergbnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen operativ
13,3 11,9 52,2 83,8 93,5 141,1
EBITDA 53,1 55,1 45,6 73,2 109,9 67,2 604,4 583,2
Abschreibungen –25,8 –26,4 –1,6 –2,7 –25,6 –20,4 –344,0 –315,0
davon Wertminderung –0,0*) –1,2 –32,6 –27,6 –82,0 –57,1
davon Zuschreibung 4,1 2,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 27,3 28,6 43,9 70,5 84,3 46,8 260,4 268,2
EBIT-Marge (%) 15,5 16,6 64,4 109,0 12,7 12,6
Ergbnisanteil der at Equity einbezoge
nen Unternehmen finanziell
–8,7 0,4 –8,7 0,4
Zinserträge 10,5 14,9 31,9 31,1 –27,3 –25,7 16,7 21,7
Zinsaufwendungen –9,8 –21,6 –28,6 –26,5 27,3 25,7 –77,4 –91,1
Finanzergebnis –2,5 –7,6 22,1 30,6 –13,4 –16,6 –61,6 –60,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 24,8 21,0 66,1 101,1 71,0 30,1 198,9 207,9
Firmenwerte 54,0 54,0 55,8 56,3
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
97,8 88,3 601,7 569,3 925,8 898,1
Gesamtvermögen 895,1 940,6 2.720,8 2.580,4 –1.903,5 –1.897,3 6.556,5 6.501,2
Gesamtschulden 687,1 751,1 1.226,5 1.115,2 –1.921,2 –1.847,1 3.785,8 3.911,1
Investitionen1) 8,4 11,1 1,9 2,5 –2,9 –6,7 315,4 322,7

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

2) Nachfolgend in der Erläuterung zur Segmentberichterstattung beschrieben

*) Kleinbetrag

61. Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Strom 1.472,8 1.522,8
Erdgas 161,1 203,0
Wärme 125,2 133,1
Umweltdienstleistungen 158,4 152,3
Sonstige 129,0 124,7
Summe 2.046,6 2.135,8
2015/16
2014/15
Mio. EUR
1.025,6
1.022,7
Österreich
Deutschland
52,5
47,5
Bulgarien
568,2
638,4
Mazedonien
382,3
401,5
61. Segmentinformationen nach Ländern – Umsatz1)
Sonstige 18,0 25,8
2.046,6
2.135,8
Summe
61. Segmentinformationen nach Ländern –
Langfristige Vermögenswerte1)
30.09.2016 30.09.2015
Mio. EUR Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
Österreich 124,7 2.375,9 122,4 2.329,7
Deutschland 45,2 328,7 45,5 374,7
Bulgarien 47,5 480,5 48,4 489,9
Mazedonien 3,7 288,4 3,9 283,2
Sonstige 0,0*) 39,1 0,0*) 38,7
Summe 221,2 3.512,5 220,2 3.516,3

1) Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Ländern erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

*) Kleinbetrag

61. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie
an österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel mit und
Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandels
märkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, die aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente "Erzeugung" sowie "Energiehandel und -vertrieb" und der Konzernebene im Hinblick auf die Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultieren. Während im Segment "Erzeugung" das dort anteilig enthaltene Kraftwerk aus der Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment "Energiehandel und -vertrieb" hinsichtlich der Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks Duisburg-Walsum vor. Aus diesem Sachverhalt resultiert ein Überleitungsbetrag aus der Summe der Segmente auf das Konzern-EBIT in Höhe von 84,3 Mio. Euro (Vorjahr: 46,8 Mio. Euro).

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Ländern (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Ländern) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Sonstige Angaben

62. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Lauf des Berichtsjahres. Die Darstellung erfolgt nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

62. Fonds der liquiden Mittel
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Liquide Mittel 237,2 255,1
davon Zahlungsmittel (Kassenbestände) 0,5 0,6
davon Guthaben bei Kreditinstituten 236,7 254,5
Kontokorrentverbindlichkeiten –13,7 –10,2
Summe 223,5 244,9

Von den ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten betreffen 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro) Verpfändungen.

63. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert die EVN das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken und sich somit Auswirkungen auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital ergeben. Der Risikominimierung dienen die laufende Überwachung des Zinsrisikos, ein Limitsystem sowie Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt bei der EVN neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen unter anderem auch im Rahmen einer täglichen Value-at-Risk-(VaR)-Berechnung, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 6,6 Mio. Euro (Vorjahr: 8,3 Mio. Euro). Der Rückgang der Volatilität der Zinsen im Lauf des Geschäftsjahres spiegelt sich auch in einem Rückgang des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag wider.

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für die EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden. Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden (u. a. BGN, HRK, JPY, MKD, PLN, RUB), können Währungsrisiken schlagend werden. Der wesentliche Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich ist bei der EVN eine in japanischen Yen (JPY) begebene Anleihe. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über die zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross Currency Swaps (siehe Erläuterungen 9. Finanzinstrumente und 51. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Der Fremdwährungs-VaR bezogen auf die wesentlichen Währungsrisikotreiber im Finanzbereich belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 9,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 3,7 Tsd. Euro) und ist weiterhin von untergeordneter Bedeutung.

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht die EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, CO2 -Emissionszertifikaten, Strom sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Erdgas, Steinkohle, Öl und CO2 -Emissionszertifikaten.

Die EVN verwendet für Preisabsicherungen im Energiebereich sowohl reine Finanzderivate, die ausnahmslos in Cash ausgeglichen werden, als auch Commodity-Derivate, denen in der Regel eine physische Lieferung zugrunde liegt. Commodity-Derivate werden bei der EVN nach Verträgen, die einer möglichen weiteren Optimierung unterliegen, und Verträgen, die gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf der Versorgung der Kunden und der Anlagen der EVN bzw. der Vermarktung der in den Anlagen der EVN erzeugten Energie dienen (Own Use), differenziert. In der nachstehenden Tabelle sind die zum Stichtag offenen Kontrakte aus der Optimierung und dem erwarteten Nutzungsbedarf aufgelistet.

63. Preisabsicherungen im Energiebereich

2015/16 2014/15
Marktwerte Marktwerte
Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
54,6 –15,4 8,3 –3,1 5,2 62,5 –6,8 1,0 –12,7 –11,7
10,4 –18,8 0,4 –3,7 –3,3 10,6 –26,7 4,3 4,3
45,1 –154,6 9,5 –14,8 –5,3 48,0 –146,0 18,3 –1,7 16,6
Nominalvolumina Nominalvolumina

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von der EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der Verbund AG. Der Preisänderungs-VaR der von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 27,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,0 Mio. Euro), wobei von einer Preisbeeinflussung bei Veräußerung eines großen Pakets an Verbund-Aktien durch die EVN auszugehen wäre. Der VaR-Anstieg gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist im Wesentlichen auf einen höheren Kurs-/Marktwert der Position zurückzuführen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. Die EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanz- und Liquiditätsplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.

Die Liquiditätsreserve bestand zum Bilanzstichtag aus liquiden Mitteln und kurzfristigen Wertpapieren in Höhe von 298,9 Mio. Euro (Vorjahr: 326,2 Mio. Euro). Darüber hinaus standen der EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 122,0 Mio. Euro (Vorjahr: 175,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 40,5 % (Vorjahr: 47,5 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

63. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme aus Finanzverbindlichkeiten und übrigen Schulden

Geschäftsjahr 2015/16 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 700,1 896,5 180,5 117,8 598,1
Bankdarlehen 839,7 995,3 92,9 363,3 539,2
Pachtverbindlichkeiten 16,5 18,4 2,2 9,7 6,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften1) 56,1 57,8 18,4 30,3 9,1
Summe 1.612,4 1.968,0 294,1 521,1 1.152,9
Geschäftsjahr 2014/15 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 707,9 930,8 58,7 274,8 597,3
Bankdarlehen 957,7 1.147,7 101,4 443,3 603,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften1) 66,4 75,8 8,8 41,5 25,5
Pachtverbindlichkeiten 17,9 19,4 1,9 10,6 6,8
Summe 1.749,9 2.173,8 170,8 770,3 1.232,6

1) Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 420,5 Mio. Euro (Vorjahr: 324,3 Mio. Euro)

63. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme aus Cash Flow Hedges

Geschäftsjahr 2015/16 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Mio. EUR Zahlungsströme < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –221,4 –19,1 –76,7 –125,6
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –37,7 –6,7 –21,9 –9,1
Geschäftsjahr 2014/15 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Mio. EUR Zahlungsströme < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –243,9 –19,1 –78,0 –146,7
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –50,0 –9,3 –28,0 –12,8

Kreditrisiko

Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist das Risiko, aufgrund von Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen durch den Geschäftspartner Verluste zu erleiden. Dieses Risiko ergibt sich zwingend aus allen Vereinbarungen mit aufgeschobenem Zahlungsziel bzw. mit Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt. Um das Kreditrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäftsabschluss nach Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring und die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgen für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate), für Derivat- bzw. Termingeschäfte, die zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, sowie in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren.

Zur Reduktion des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kredit-Ratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei der EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird dabei vornehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. Die EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung.

Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken.

63. Wertminderungen nach Klassen
Mio. EUR
30.09.2016 30.09.2015
Abschreibungen/Wertberichtigungen
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 2,8 2,5
Ausleihungen 0,3 1,0
3,1 3,4
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 20,7 37,2
Summe 23,8 40,6

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2016 und zum 30. September 2015 entspricht den in den Erläuterungen 40. Übrige langfristige Vermögenswerte, 42. Forderungen und 43. Wertpapiere dargestellten Buchwerten ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 65. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in Erläuterung 67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

64. Kapitalmanagement

Die EVN ist bestrebt, eine solide Kapitalstruktur einzuhalten, um die daraus resultierende Finanzkraft für die Realisierung wertsteigender Investitionsvorhaben und eine attraktive Dividendenpolitik zu nutzen. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 42,3 % (Vorjahr: 39,8 %). Weiters wird das Gearing als Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital gemessen. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, kurz- und langfristiger Wertpapiere sowie Ausleihungen. Der Wert per 30. September 2016 betrug 40,5 % (Vorjahr: 47,5 %).

64. Kapitalmanagement
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.314,5 1.535,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 225,4 129,9
Fonds der liquiden Mittel –223,5 –244,9
Langfristige und kurzfristige Wertpapiere –158,4 –154,5
Langfristige und kurzfristige Ausleihungen –36,5 –35,3
Nettoverschuldung 1.121,5 1.230,9
Eigenkapital 2.770,7 2.590,1
Gearing (%) 40,5 47,5

1) Exklusive der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

Im EVN Konzern erfolgt ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und zur Optimierung der Zinsen. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurden dazu entsprechende Verträge abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

65. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, z. B. durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt. Die für die Berechnungen notwendigen Inputfaktoren werden nachstehend erläutert.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nicht börsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, die auf einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleiheverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

In der nachstehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Zur Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, die an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forward-Preiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, welche die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

65. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR
30.09.2016 30.09.2015
Klassen Bewertungs
kategorie
Fair-Value
Hierarchie
(IFRS 13)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Nicht finanzielle Vermögenswerte 6,6 13,8
Beteiligungen AFS 9,8 9,8
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 595,7 595,7 476,1 476,1
Übrige langfristige Vermögenswerte 612,0 499,7
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 82,9 82,9 73,3 73,3
Ausleihungen LAR Stufe 2 30,9 39,5 33,1 40,4
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR Stufe 2 104,3 118,0 128,1 146,1
Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 6,3 6,3 5,7 5,7
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 16,2 16,2
Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte LAR 58,6 58,6 53,8 53,8
Nicht finanzielle Vermögenswerte (Primärenergiereserven) 14,4 14,4
313,7 308,4
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 371,6 371,6 472,6 472,6
Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 9,1 9,1 7,3 7,3
Nicht finanzielle Vermögenswerte 33,4 23,4
414,1 503,2
Wertpapiere AFS Stufe 1 75,4 75,4 81,3 81,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 237,2 237,2 255,1 255,1
237,2 237,2 255,1 255,1
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC Stufe 2 550,3 683,7 679,4 805,3
Bankdarlehen FLAC Stufe 2 764,2 838,5 856,2 916,7
1.314,5 1.535,7
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC Stufe 2 14,3 16,5 16,0 16,4
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 1,5 1,5 2,0 2,0
Sonstige übrige Schulden FLAC 11,2 11,2 8,9 8,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 8,4 8,4 4,2 4,2
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 28,8 28,8 44,5 44,5
64,3 75,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
FLAC 239,1 239,1 140,1 140,1
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 399,6 399,6 472,3 472,3
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 306,4 306,4 327,7 327,7
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 12,2 12,2 1,1 1,1
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging Stufe 2 6,6 6,6 16,6 16,6
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 128,3 132,5
453,4 477,9
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 680,8 567,2
Kredite und Forderungen LAR 802,6 942,6
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 98,3 86,3
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.286,6 2.502,7
2014/15
davon
Wertberichtigungen
–2,5
–38,1
–40,6

65. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach ihrem Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2015
Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
12.000,0 16,2 12.000,0 –3,8
216,0 –35,5 234,5 –48,4
0,0 0,0 20,0 –5,2
–72,2 –5,3 –39,7 4,5
30.09.2016

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Aufgrund der zum Stichtag 30. September 2016 durchgeführten Effektivitätsmessungen wurden die Sicherungsbeziehungen in Bezug auf Steinkohle aufgelöst. Der kumulierte Verlust in Höhe von 0,5 Mio. Euro bleibt weiterhin gesondert im Eigenkapital ausgewiesen, bis die vormals abgesicherten Transaktionen eintreten.

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 199 unter Beteiligungen der EVN angeführt.

Im Folgenden werden Angaben zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen gemacht, die im Geschäftsjahr 2015/16 at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

Die folgende Übersicht zeigt die Zuordnung der at Equity einbezogenen Unternehmen nach operativem und finanziellem Charakter:

66. Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures),
die gemäß IFRS 11 at Equity in den Konzernabschluss zum
30.09.2016 einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Bioenergie Steyr GmbH
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s.
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H.
EnergieAllianz
EVN KG
EVN-WE Wind KG
Fernwärme St.Pölten GmbH
Fernwärme Steyr GmbH
RAG
Shkodra
sludge2energy GmbH
WEEV Beteiligungs GmbH
ZOV
66. Assoziierte Unternehmen, die gemäß IAS 28 at Equity in den
Konzernabschluss zum 30.09.2016 einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
Energie Burgenland AG
Verbund Innkraftwerke GmbH
ZOV UIP

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen zu den in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures):

66. Finanzinformationen für sich genommen
wesentlicher Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Gemeinschaftsunternehmen EVN KG RAG ZOV EVN KG RAG ZOV
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 14,9 649,2 253,5 12,1 630,8 257,0
Kurzfristige Vermögenswerte 181,9 91,8 47,1 161,7 62,7 43,1
Langfristige Schulden 0,0*) 418,3 79,9 1,7 399,3 97,3
Kurzfristige Schulden 92,0 93,7 24,4 76,5 80,4 24,1
Überleitung auf den Buchwert des Anteils der
EVN am Gemeinschaftsunternehmen
Nettovermögen 104,8 229,0 196,3 95,6 213,8 178,7
Anteil der EVN am Nettovermögen in Prozent 100,0 % 100,00 % 48,50 % 100,00 % 100,00 % 48,50 %
Anteil der EVN am Nettovermögen 104,8 229,0 95,2 95,6 213,8 86,7
+/– Umwertungen –0,0*) 172,7 0,3 0,0*) 181,0 0,5
Buchwert des Anteils der EVN am
Gemeinschaftsunternehmen 104,8 401,7 95,5 95,6 394,8 87,1
2015/16 2014/15
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 431,0 411,5 16,5 504,5 417,6 17,8
Planmäßige Abschreibungen –0,0*) –52,7 0,0*) –53,5
Zinserträge 0,1 0,0*) 0,2 0,1 0,1 0,5
Zinsaufwendungen –0,0*) –5,1 –7,8 0,0*) –5,8 –9,0
Ertragsteuern –17,3 –5,9 0,0*) –22,4 –5,7
Ergebnis nach Ertragsteuern 55,9 50,6 23,5 63,8 65,4 23,0
Sonstiges Ergebnis 17,3 –0,4 1,0 –9,8 –11,5 1,2
Gesamtergebnis 73,2 50,2 24,5 54,1 53,9 24,2
An EVN ausgezahlte Dividende 64,0 35,0 5,0 53,8 35,0 3,5

*) Kleinbetrag

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen:

66. Finanzinformationen für sich genommen
unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen (EVN-Anteil)
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Buchwert an den Gemeinschaftsunternehmen zum jeweiligen Bilanzstichtag 71,2 39,5
Ergebnis nach Ertragsteuern –1,0 8,5
Sonstiges Ergebnis 16,8 –7,7
Gesamtergebnis 15,8 0,8

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen wesentlichen assoziierten Unternehmen:

66. Finanzinformationen wesentlicher
assoziierter Unternehmen
Mio. EUR 30.09.2016 30.09.2015
Assoziiertes Unternehmen Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
EconGas Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 1.256,2 0,3 728,2 48,9 1.288,8 0,2 765,5
Kurzfristige Vermögenswerte 27,5 4,1 152,3 1.393,3 17,2 3,3 143,6
Langfristige Schulden 83,9 163,6 98,8 88,5 170,4
Kurzfristige Schulden 11,4 1,7 409,5 1.388,1 10,0 0,7 425,4
Überleitung auf den Buchwert des Anteils der
EVN am assoziierten Unternehmen
Nettovermögen 1.188,4 2,7 307,4 –44,7 1.207,5 2,8 313,3
Anteil der EVN am Nettovermögen
in Prozent
13,00 % 31,00 % 36,08 % 16,51 % 13,00 % 31,00 % 36,08 %
Anteil der EVN am Nettovermögen 154,5 0,8 110,9 –7,4 157,0 0,9 113,0
+/– Umwertungen –78,2 64,6 7,4 –51,3 61,3
Buchwert des Anteils der EVN am
assoziierten Unternehmen
76,3 0,8 175,5 105,7 0,9 174,4
2015/16 2014/15
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 66,4 12,4 305,7 1.630,3 77,4 10,7 332,5
Ergebnis nach Ertragsteuern –6,1 3,2 10,5 –2,2 5,5 3,4 19,2
Sonstiges Ergebnis 1,0 0,1 4,6
Gesamtergebnis –6,1 3,2 11,6 –2,1 5,5 3,4 25,4
An EVN ausgezahlte Dividende 2,0 1,0 9,3 3,9 1,0 8,3

In den Konzernabschluss einbezogene für sich genommen unwesentliche assoziierte Unternehmen bestehen nicht.

67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die durch die EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:

67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR
30.09.2016 30.09.2015
Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften 75,6 105,3
Garantien für Projekte im Umweltbereich 59,8 43,4
Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung bzw. dem Betrieb von
Energienetzen 1,1 5,2
Kraftwerken 109,8 156,4
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 64,0 68,7
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 0,3 0,5
Summe 310,6 379,4
davon im Zusammenhang mit at Equity einbezogenen Unternehmen 122,6 150,4

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risiken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 95,6 Mio. Euro (Vorjahr: 95,6 Mio. Euro) gegenüber.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der EAA abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2016 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 45,0 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 283,5 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2016 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 37,8 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 283,5 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen die EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen im Einzelnen und insgesamt keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben werden.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

68. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, sonstige nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und deren Tochterunternehmen, EnBW Trust e.V., Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige. Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 199 unter Beteiligungen der EVN enthalten.

Am 20. Dezember 2013 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit der EnBW Trust einen Treuhandvertrag im Rahmen eines so genannten "Contractual-Trust-Arrangement-Modells" abgeschlossen. In dessen Folge übertrug die EnBW ihren 32,5 %-Anteil an der EVN AG treuhänderisch an den EnBW Trust. Per 30. September 2016 beträgt der Anteil des EnBW Trust an der EVN AG 32,0 %.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2016 eine kurzfristige Forderung gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 16,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,9 Mio. Euro).

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht die EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit der EAA (vormals e&t) wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität und Gas getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Die Beteiligung an der EconGas wurde im Geschäftsjahr 2015/16 verkauft und ist daher in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2015/16 nicht enthalten.

Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

68. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Umsätze 278,1 276,1
Aufwendungen für bezogene Leistungen –58,4 –63,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15,4 44,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23,6 51,4
Ausleihungen 12,8 9,3
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 9,6 9,6
Forderungen aus dem Cash Pooling
Verbindlichkeiten aus dem Cash Pooling 111,1 100,1
Zinserträge aus Ausleihungen 0,6 0,6
Zinsaufwand aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten 0,1 0,1
Zinsensaldo aus dem Cash Pooling 0,0 0,0*)

*) Kleinbetrag

68. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Mio. EUR 2015/16 2014/15
Umsätze
Aufwendungen für bezogene Leistungen –42,5 –78,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,6 0,2

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2015/16 insgesamt 1.087,7 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge; Vorjahr: 987,9 Tsd. Euro).

68. Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. EUR 2015/16 2014/15
Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 386,5 134,4 13,5 380,5 91,3 11,3
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA 360,4 125,3 13,5 354,8 85,2 11,3

Darüber hinaus ergab sich im Geschäftsjahr 2015/16 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr bei der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen eine Dotierung in Höhe von 1.784,0 Tsd. Euro (davon 185,3 Tsd. Euro Zinsaufwand und 1.405,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Im Vorjahr ergab sich eine Veränderung von –271,2 Tsd. Euro (davon 192,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und –668,7 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in Höhe von

54,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 53,5 Tsd. Euro) geleistet. Weiters erfolgte für Mag. Szyszkowitz bei der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen eine Dotierung in Höhe von 1.137,3 Tsd. Euro (davon 75,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und 928,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Im Vorjahr hatte sich eine Veränderung von –283,8 Tsd. Euro ergeben (davon 82,4 Tsd. Euro Zinsaufwand und –522,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die Zuweisung zu den Abfertigungsrückstellungen für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr betrug im Geschäftsjahr 2015/16 22,6 Tsd. Euro (davon 12,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und –2,5 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 21,4 Tsd. Euro (davon 11,6 Tsd. Euro Zinsaufwand und –3,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Beiträge in die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von 7,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 6,9 Tsd. Euro) geleistet.

Die Veränderung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten und aus der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich der Abfertigung die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Weiters besteht jeweils ein vertraglich vereinbarter Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf den ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN-Pensionskasse angerechnet werden.

Die Bezüge an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. an deren Hinterbliebene betrugen 1.181,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.200,2 Tsd. Euro).

Für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte ergab sich in Summe ein Aufwand in Höhe von 3.697,4 Tsd. Euro (davon 192,4 Tsd. Euro Zinsaufwand und 3.083,7 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr ein Ertrag in Höhe von –31,3 Tsd. Euro (davon 250,1 Tsd. Euro Zinsaufwand und –786,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die genannten Werte beinhalten Aufwendungen nach nationalem Recht, wie sie gemäß Österreichischem Corporate Governance Kodex gefordert werden. Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste werden nach IFRS gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance-Berichts dargestellt.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle der EVN mit Tochterunternehmen sind somit nicht ausgewiesen. Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung grundsätzlich nicht angeführt.

Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis auf marktüblichen Konditionen beruhen und im Geschäftsjahr 2015/16 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich waren. Die daraus zum 30. September 2016 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

69. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 5. Oktober 2016 beschloss der Vorstand die vorzeitige Beendigung des aktuellen Aktienrückkaufprogramms. Der Ermächtigungsbeschluss der 87. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG bleibt davon unberührt und ist weiterhin gültig.

Die österreichische E-Control-Kommission hat im Begutachtungsentwurf eine Erhöhung der Strom- und Gasnetztarife beschlossen, die per 1. Jänner 2017 wirksam werden wird. Diese Erhöhung korrespondiert mit der erforderlichen hohen Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren, insbesondere zur Einbindung von erneuerbarer Erzeugung, sowie mit dem Vergleich der Netzabsatzmengen zur jeweiligen Referenzperiode.

70. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat

Präsident/-in Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (bis 21.01.2016) Mag. Bettina Glatz-Kremsner – Vorsitzende (seit 21.01.2016)

Vizepräsidenten

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (bis 21.01.2016) Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (seit 21.01.2016) Mag. Willi Stiowicek

Mitglieder

Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (bis 21.01.2016) Mag. Philipp Gruber (seit 21.01.2016) Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Vorstandsdirektor Dkfm. Thomas Kusterer Bürgermeister Bernhard Müller, BA, MPA (bis 21.01.2016) Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Dipl.-Ing. Angela Stransky Dkfm. Edwin Rambossek (bis 21.01.2016) Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Zibuschka (bis 21.01.2016) Mag. Susanne Scharnhorst (seit 21.01.2016)

Arbeitnehmervertreter

Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Paul Hofer Mag. Dr. Monika Fraißl Ing. Otto Mayer (bis 31.12.2015) Friedrich Bußlehner (seit 01.01.2016)

Zentralbetriebsratsvorsitzender Vizepräsident Franz Hemm Stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Kammerrat Manfred Weinrichter

71. Freigabe des Konzernabschlusses 2015/16 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem Datum der Unterfertigung vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 12. Dezember 2016 dem Aufsichtsrat zur Prüfung, der Einzelabschluss zur Feststellung vorgelegt.

72. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgte für das Geschäftsjahr 2015/16 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Davon entfielen 43,6 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 48,1 % auf Steuerberatungsleistungen und 8,3 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 17. November 2016

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Beteiligungen der EVN gemäß § 245a Abs. 1 i. V. m. § 265 Abs. 2 UGB

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung für die in den Konzernabschluss der EVN aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Energie ≥ 20,0 % per 30.09.2016

1.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2015/16
Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg EVN Wärme 51,00 30.09.2016 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH ("EnergieAllianz"), Wien EVN 45,00 30.09.2015 E
EVN Beteiligungsgesellschaft Alpha GmbH ("EVN Bet. Alpha"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD ("EVN Bulgaria EP"), Plovdiv, Bulgarien BG SN Holding 100,00 31.12.2015 V
EVN Bulgaria Electrosnabdiavane EAD ("EVN Bulgaria EC"), Plovdiv, Bulgarien BG SV Holding 100,00 31.12.2015 V
EVN Bulgaria EAD ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2015 V
EVN Bulgaria Fernwärme Holding GmbH ("BG FW Holding"), Maria Enzersdorf EVN Bet. Alpha 100,00 30.09.2016 V
EVN Bulgaria RES Holding GmbH ("EVN Bulgaria RES"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 100,00 30.09.2016 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien BG FW Holding 100,00 31.12.2015 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien Kroatien Holding 100,00 31.12.2015 V
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG ("EVN KG"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 E
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2015 V
EVN Geoinfo GmbH ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2016 V
EVN Kavarna EOOD ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria RES 100,00 31.12.2015 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH ("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. ("EVN LV"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2016 V
EVN Macedonia AD ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN 90,00 31.12.2015 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2015 V
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2015 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 31.12.2015 V
EVN Mazedonien GmbH ("EVN Mazedonien"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH ("EVN Nk BuB"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 100,00 30.09.2016 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. ("EVN Naturkraft"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2015 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 31.12.2015 V
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 31.12.2015 V
EVN Trading South East Europe EAD ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2015 V
EVN Wärme GmbH ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG
("EVN-WE Wind KG"), Wien
EVN Naturkraft 50,00 30.09.2015 E
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN 49,00 31.12.2015 E
Fernwärme Steyr GmbH, Steyr EVN Wärme 49,00 30.09.2015 E
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien EVN 70,00 31.12.2015 V
kabelplus GmbH ("kabelplus"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2016 V

Konsolidierungsart:

  • V: Vollkonsolidiertes Tochterunternehmen
  • NV: Nicht konsolidiertes Tochterunternehmen
  • JO: Als Joint Operation einbezogenens Unternehmen
  • NJO: Nicht als Joint Operation einbezogenes Unternehmen
  • E: At Equity einbezogenes Unternehmen
  • NE: Nicht at Equity einbezogenes Unternehmen
1.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2015/16
Netz Niederösterreich GmbH ("Netz NÖ"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH ("Shkodra"), Wien EVN 49,99 31.12.2015 E
Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, Essen, Deutschland EVN Kraftwerk 49,00 31.12.2015 JO
Verbund Innkraftwerke GmbH, Töging, Deutschland1) EVN Nk BuB 13,00 31.12.2015 E
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH ("WTK"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 70,00 30.09.2016 V

1) Bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, wird die Gesellschaft at Equity in den Konzernabschluss einbezogen und in obiger Tabelle trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % angeführt.

1.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2015/16
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 100
(86)
39
(25)
31.12.2015
(31.12.2014)
NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR 253 –26 31.12.2015 NE
(280) (49) (31.12.2014)
ARGE GIP.nö, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 60,00 EUR 0 17 31.12.2015 NE
(–17) (–17) (31.12.2014)
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH, Wiener Neustadt EVN Wärme 90,00 EUR 539 –100 31.12.2015 NV
(639) (–17) (31.12.2014)
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 223 75 31.12.2015 NE
(148) (57) (31.12.2014)
Energiespeicher Sulzberg GmbH, Maria Enzersdorf EVN Sulzberg 51,00 EUR 23 –1.533 30.09.2016 NV
(1.735) (0) (30.09.2015)
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien (in Liquidation) EVN 100,00 ALL NV
(112) (–50) (31.12.2014)
EVN Asset Management EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 6 0 31.12.2015 NV
(6) (–1) (31.12.2014)
EVN Bulgaria Beteiligungs- und Managementholding EVN 100,00 EUR 35.954 8.866 30.09.2016 NV
20 GmbH ("EVN BuM 20"), Maria Enzersdorf (27.090) (–2) (30.09.2015)
EVN Bulgaria Beteiligungs- und Managementholding EVN 100,00 EUR 285.095 0 30.09.2016 NV
21 GmbH ("EVN BuM 21"), Maria Enzersdorf (308.587) (23.513) (30.09.2015)
EVN Bulgaria Stromerzeugung Holding GmbH EVN 100,00 EUR 30.707 0 30.09.2016 NV
("BG SE Holding"), Maria Enzersdorf (30.675) (–2) (30.09.2015)
EVN Bulgaria Stromnetz Holding GmbH EVN BuM 21 100,00 EUR 300.082 15.000 30.09.2016 NV
("BG SN Holding"), Maria Enzersdorf (308.589) (23.516) (30.09.2015)
EVN Bulgaria Stromvertrieb Holding GmbH EVN BuM 20 100,00 EUR 35.955 8.868 30.09.2016 NV
("BG SV Holding"), Maria Enzersdorf (27.089) (–2) (30.09.2015)
EVN Energiespeicher Sulzberg Beteiligungs GmbH EVN Naturkraft 100,00 EUR 39 –1.897 30.09.2016 NV
("EVN Sulzberg"), Maria Enzersdorf (1.735) (0) (30.09.2015)
EVN Kroatien Holding GmbH EVN 100,00 EUR 12.627 –1 30.09.2016 NV
("Kroatien Holding"), Maria Enzersdorf (12.628) (–1) (30.09.2015)
EVN TRADING L.L.C., Pristina, Kosovo EVN SEE 100,00 EUR 31.12.2015 NV
(–) (–) (31.12.2014)
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 6 –5 31.12.2015 NV
(11) (–8) (31.12.2014)
1.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2015/16
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und EVN Naturkraft 50,00 EUR 42 1 30.09.2015 NE
Betriebs GmbH ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien (40) (1) (30.09.2014)
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 158 –97 31.12.2015 NE
(255) (–247) (31.12.2014)
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.769 –6 31.12.2015 NV
(1.755) (–18) (31.12.2014)
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und EVN Naturkraft 33,33 EUR 44 3 31.12.2015 NE
Betriebs GmbH, Wien (42) (6) (31.12.2014)
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und EVN Naturkraft 33,33 EUR 6.878 349 31.12.2015 NE
Betriebs GmbH & Co KG, Wien (6.530) (344) (31.12.2014)
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien (in Liquidation) EVN 100,00 MKD NV
(0) (0) (31.12.2014)
Netz Niederösterreich Beteiligung 30 GmbH Utilitas 100,00 EUR 1.788 0 30.09.2016 NV
("Netz Bet. 30"), Maria Enzersdorf (1.789) (0) (30.09.2015)
Netz Niederösterreich Grundstücksverwaltung Netz Bet. 30 100,00 EUR 1.778 –1 30.09.2016 NV
Bergern GmbH, Maria Enzersdorf (1.780) (4) (30.09.2015)
FWG-Fernwärmeversorgung Amstetten registrierte EVN Wärme 50,00 EUR 914 84 30.06.2015 NE
Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Amstetten (–) (–) (30.06.2014)
EVN Elektrodistribucija DOOEL, Skopje, Mazedonien1) EVN Macedonia 100,00 MKD NV
(–) (–) (–)

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2015/16 neu gegründet.

2. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20,0 % per 30. September 2016

2.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2015/16
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf EVN Abfall 50,00 30.09.2016 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 30.09.2016 V
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s., Prag, Tschechische Republik WTE Essen 35,00 31.12.2015 E
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH ("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf EVN Bet. 51/52 100,00 30.09.2016 V
EVN Beteiligung 51 GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN Beteiligung 52 GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH ("EVN MVA1"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH ("EVN MVA3"),
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 30.09.2016 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH ("EVN UBS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 30.09.2016 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH ("EVN UFS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 30.09.2016 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH ("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H. ("EVN Wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2016 V
OAO BUDAPRO-ZAVOD No. 1, Moskau, Russland EVN MVA1 100,00 31.12.2015 V
OAO "EVN MSZ 3" ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 31.12.2015 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 31.12.2015 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2015 V
OOO EVN Umwelt, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2015 V
2.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2015/16
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH ("Süd Butowo"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH ("Zelenograd"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland WTE Essen 50,00 31.12.2015 E
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
WTE Betriebsgesellschaft mbH ("WTE Betrieb"), Hecklingen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 31.12.2015 V
WTE otpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro WTE Essen 100,00 31.12.2015 V
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH ("WTE Hyp"), Essen, Deutschland EVN UFS /
WTE Essen
100,00 30.09.2016 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH ("Süd-West"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o., Beograd-Vracar, Serbien WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
WTE Wassertechnik GmbH ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Bet. 52 100,00 30.09.2016 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 30.09.2016 V
Zagrebacke otpadne vode d.o.o. ("ZOV"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 31.12.2015 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o. ("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 33,00 31.12.2015 E
WTE Abwicklungsgesellschaft Russland mbH ("Abwicklung"), Essen, Deutschland Süd-West 100,00 30.09.2016 V
2.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2015/16
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH, WTE Essen 49,00 EUR 624 45 30.09.2016 NE
Offenbach am Main, Deutschland (579) (–1) (30.09.2015)
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und EVN Abfall 26,00 EUR 37 0 31.12.2015 NE
Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen (37) (0) (31.12.2014)
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 325 –291 31.12.2015 NV
(593) (14) (31.12.2014)
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 1.804 266 31.12.2015 NV
(2.065) (721) (31.12.2014)
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH ("Ljuberzy"), Süd-West 100,00 EUR 23 0 30.09.2016 NV
Essen, Deutschland (23) (0) (30.09.2015)
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., WTE Essen 50,00 HRK 432 11 31.12.2015 NE
Zagreb, Kroatien (414) (–46) (31.12.2014)
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft WTE Essen 49,00 EUR 544 3 31.12.2015 NE
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland (540) (4) (31.12.2014)
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach EVN Wasser 50,00 EUR 868 –1 31.12.2015 NE
(870) (–2) (31.12.2014)
WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 EUR 161 –30 30.09.2016 NV
(682) (51) (30.09.2015)
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH ("Kurjanovo"), WTE Essen 100,00 EUR 21 –1 30.09.2016 NV
Essen, Deutschland (21) (–1) (30.09.2015)

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥20,0 % per 30. September 2016

3.1. In den Konzernabschluss der EVN einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2015/16
Burgenland Holding Aktiengesellschaft ("BUHO"), Eisenstadt EVN 73,63 30.09.2016 V
Energie Burgenland AG, Eisenstadt BUHO 49,00 30.09.2015 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2016 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH ("EVN FM"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2016 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 30.09.2016 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 31.08.2016 V
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 30.09.2016 E
R 138-Fonds, Wien EVN/Netz NÖ/ 100,00 30.09.2016 V
EVN Wasser
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft ("RBG"), Maria Enzersdorf EVN 50,03 31.03.2016 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft ("RAG"), Wien RBG 100,00 31.12.2015 E
UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H ("Utilitas"), EVN 100,00 30.09.2016 V
Maria Enzersdorf
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf1) EVN WEEV 50,00 30.06.2016 E

1) An der Verbund AG werden 12,63 % gehalten, davon indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH 1,09 %.

3.2. In den Konzernabschluss der EVN
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2015/16
EVN Beteiligung 40 GmbH EVN 100,00 EUR 26 –2 30.09.2016 NV
("EVN Bet. 40"), Maria Enzersdorf (29) (0) (30.09.2015)
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft EVN 100,00 EUR 4.463 321 31.12.2015 NV
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf (4.142) (162) (31.12.2014)

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2016, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerngeldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing – ISA). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2016 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 17. November 2016

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler Wirtschaftsprüfer

Glossar

Ausschüttungsquote

Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme bzw. Kälte genutzt werden.

Brent

Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden.

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel bzw. EU-Emissionshandel

Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedstaaten CO2-Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2-Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Emissionszertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Corporate Governance Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Deckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch deren Einsatz können Finanzrisiken minimiert werden.

Directors-and-Officers- (D&O)-Versicherung

Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA®)

Differenz aus dem Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit

dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

E-Control (Energie-Control Austria)

Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Stromund Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und der Einwohnergleichwerte: EW = EZ + EGW.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV)

Eine 2007 in Kraft getretene Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde über Grundsätze für Informationsweitergabe im Unternehmen sowie zu organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von Insiderinformationsmissbrauch für Emittenten.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)

Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/ International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)

Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities

Identification Number (ISIN) Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines Photovoltaikmoduls bzw. einer Solarstromanlage.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung × Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) × 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh × 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh × 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm3 1 m3 Erdgas = 11,07 kWh

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT)

Versteuertes Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Ökostrom

Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas erzeugt wird.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization.

Service

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Sowohl fossile Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle als auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind zählen dazu.

PPP-Modell

(Public Private Partnership) Im Rahmen von PPP-Projekten werden Anlagen für öffentlichrechtliche Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen. Diese Projekte wurden in der Vergangenheit als BOOT-Projekte bezeichnet.

Regulatory Asset Base (RAB – Finanzierungskostenbasis)

Die verzinsliche Kapitalbasis setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögensgegenstände und dem Sachanlagevermögen abzüglich passivierter Netzzutritts- und Netzbereitstellungsentgelte (Baukostenzuschüsse/BKZ) und etwaiger Firmenwerte auf der Basis von bilanziellen Werten zusammen. Anpassungen erfolgen in Bezug auf die Standardisierung der Abschreibungsdauern und der Standardisierung der Auflösung der BKZ.

Return on Capital Employed (ROCE)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund AG Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Smart Meter/Metering

Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträglich ergänzte Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände über die Ferne auszulesen.

Sonstiges Ergebnis

Das sonstige Ergebnis, das auch mit dem englischen Begriff "Other Comprehensive Income" (OCI) bezeichnet wird, ist die Summe aller ergebnisneutralen Erträge abzüglich der Summe aller ergebnisneutralen Aufwendungen der Berichtsperiode.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Förderung ökologischer und ökonomischer Anliegen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen

am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt; die Eigenkapitalkostenentsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

CSR-Programm

Das CSR-Programm der EVN wurde in einem iterativen Prozess im Zuge von CSR-Zielgesprächen erarbeitet. Dabei wurden auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix bereichsspezifische Schwerpunkte konkretisiert und – darauf aufbauend – unternehmensweite CSR-Ziele sowie entsprechende Maßnahmen definiert. Das CSR-Programm wird laufend unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche aktualisiert bzw. erweitert. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde zudem erhoben, welche Ziele bzw. Maßnahmen bereits einen konkreten Beitrag zur Erreichung der am 1. Jänner 2016 in Kraft getretenen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, "SDG") leisten. Die im Zuge dieser Erhebung erfolgte Zuordnung zu den jeweiligen Unterzielen der SDG wird im folgenden Abschnitt mit dargestellt.

  • Zur EVN Wesentlichkeitsmatrix siehe auch Seite 28f
  • Zum Maßnahmenprogramm siehe auch www.verantwortung.evn.at
  • Siehe auch https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs

CSR-Maßnahmen nach Handlungsfeldern

Handlungsfeld: Versorgungssicherheit

Ziel: Steigerung des konzernweiten Eigendeckungsgrads auf 30 % der Stromabsatzmenge

• Status: 32,1 % (Vorjahr: 25,3 %)

Ziel: Beibehaltung der hohen Netzqualität und der geringen Ausfallzeiten trotz zunehmend volatiler und dezentraler Erzeugungskapazitäten am Markt

• Status: siehe die Angaben zu den Stromunterbrechungen auf Seite 39

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 30 % der
Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten;
dabei soll die Erweiterung der Erzeugungs
kapazitäten vorwiegend im Bereich der
erneuerbaren Energie erfolgen; dazu zählen
insbesondere Wind- und Wasserkraftwerke
im Inland
Laufend In Umsetzung 7.2
EMAS-Ziel EVN Wärme: Erhöhung der Ver
sorgungssicherheit bei den Nah
wärmeanlagen; Verminderung
des Einsatzes von Ersatzbrenn
stoffen
Aufbau eines flächendeckenden Störmelde
systems aller Nahwärmeanlagen
Laufend In Umsetzung: schrittweises
Ausrollen der Module auf alle
Anlagen; Übernahme beste
hender Störmeldesysteme in das
neue zentrale System; neue
Störmeldezentrale ist aufgebaut,
Anbindung der Anlagen erfolgt
9.1
EVN Wasser: Risikomanagement
zu potenziellen Verschmutzungs
gefahren
Erarbeitung von Wassersicherheitsplänen;
Risikoanalyse des Einzugsgebiets
01.12.2017 Geplant 6.3
EVN Wasser: Notfallpläne für
den Fall von Versorgungs
engpässen/Qualitätsproblemen
Kooperation mit dem Österreichischen
Bundesheer zur Aufrechterhaltung der
Versorgung im Katastrophenfall
01.09.2016 Erfolgreich abgeschlossen 6.3
Meilenstein Status per
Abteilungsziel Maßnahmen Termin 30. September 2016 SDG
EVN Abfall: Verbesserung der
Abfallqualität
Optimierung des Prozesses
"Eingangskontrollen durchführen"
Laufend Erfolgreich abgeschlossen 9.1
Verbesserung der Kundeninformation über
Annahmekriterien auf der Homepage
01.11.2016 In Umsetzung 9.1
Kabelplus: Aufrechterhaltung und
weitere Verbesserung der Netz
stabilität im gesamten Kabelplus
Netz in Niederösterreich
Tausch von rund 12.000 Verstärkern
und Verteilern im gesamten Kabelplus-Netz
in Niederösterreich
2014/15 –
2018/19
In Umsetzung: Ausschreibung
abgeschlossen; Vergabe erfolgt;
Austausch gestartet
9.1

Handlungsfeld: Kunden im Fokus

Ziel: Steigerung der Anzahl an Energieberatungen

• Status: Anzahl an Energieberatungen: 9.200 (Vorjahr: 7.950)

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Verbesserter Kundenservice Mitarbeiterausbildung für die neuen
Kundenshops; höhere Erreichbarkeit
31.12.2017 In Umsetzung: sechs Service
Center bereits eröffnet; weitere
in Planung
4
Optimiertes Schulungskonzept für Mitarbeiter
im Kundenkontakt: Integration der Kunden
dienstmitarbeiter und Teamleiter von
Kabelplus in das Kundendienstzentrum des
Konzerns; gegenseitiger Wissensaustausch
von EVN und Kabelplus-Mitarbeitern zum
Aufbau eines "Mitarbeiter-Back-up-Pools";
Gesprächs-Coaching
31.03.2017 In Umsetzung: teilweise
umgesetzt
Verbesserung der
Kundenzufriedenheit
Konzept zur Intensivierung der Kommunikation
mit Kunden zu den Themen "Energiesparen",
"Energieeffizienz" und "Nachhaltiger Umgang
mit Ressourcen" im Zusammenhang mit
EVN Produkten; Prüfung der Maßnahmen
umsetzung; Erarbeitung eines mehrstündigen
Schulungsmoduls
31.12.2016 In Umsetzung: Konzept liegt
im Entwurf vor, Maßnahmen
werden geprüft
7.3
Ausweitung der Dienstleistungs
produkte und Tarife im Bereich
erneuerbare Energie
Zu jedem Stromtarifprodukt der EVN (Klassik,
Float, Float Cap, Garant) wird auch eine
Version "Wasserkraft" angeboten, die zu 100 %
auf erneuerbarer Energie beruht
Ab
01.10.2015
Erfolgreich abgeschlossen
Ausweitung der Dienstleistungs
produkte im Bereich Energieeffizienz
Entwicklung neuer Produkte, die Kunden den
ressourcenschonenden bzw. reduzierten
Einsatz von Energie ermöglichen; die Produkte
beinhalten Analyse, Beratung und Umsetzung,
richten sich an Business- und Haushaltskunden
und betreffen Themen wie Lichtservice,
Sonnenkraftwerk, E-Mobilität, Energy Check,
Heizungstausch, Sanierservice, Smart Home,
Thermografie etc.
Laufend In Umsetzung: Maßnahmen
teilweise nach dem Energie
effizienzgesetz anrechenbar
7.3
Kundenfreundliche Verträge Gestaltung von transparenten und
verständlichen Verträgen
Laufend In Umsetzung 17
Störungsinformation an Kunden Störungsübersicht für Kunden auf der
EVN Website
31.12.2016 Geplant 9.1
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Bonuswelt: Verbesserung des
Kundenservices
Ausweitung der Einlösungen auf die
Niederösterreich-Card
Laufend Erfolgreich abgeschlossen
Weiterentwicklung der Strategie bei
Energieeffizienzdienstleistungen
Entwicklung und Einführung bzw. Erweiterung
von effizienten Energiedienstleistungen
(z. B.: Photovoltaik-Anlagen und Batterie
speicher zur Eigennutzungsoptimierung,
Heizungsförderung, Ausbau von Energiebe
ratung als Energieeffizienzdienstleistung,
Energieeffizienzaudits für Betriebe, Durch
führung von Energieeffizienzkampagnen etc.)
Laufend In Umsetzung 7.3
Vernünftige, darstellbare und
nachvollziehbare Preispolitik
Laufende Anpassung der Arbeitspreise für
Strom und Erdgas für Haushaltskunden im
Rahmen der EnergieAllianz (z. B. durchschnitt
lich minus 5 % für Strom und Erdgas zum
1. Oktober 2016)
01.10.2016 Erfolgreich abgeschlossen
Unterstützung von armuts
gefährdeten Haushalten
Kunden, die GIS-befreit sind (= armutsgefähr
dete Kunden), wurden einzeln angeschrie
ben und konnten einmalig 1.500 Bonus
punkte (Gegenwert 30,0 Euro) gegen ein
Energiesparpaket eintauschen
30.10.2016 Erfolgreich abgeschlossen 1.4
Umbenennung der Produkte aus
100 % erneuerbarer Energie:
vom Namenszusatz "Wasserkraft"
zu "Natur"
Der Produktmix der Stromprodukte aus 100 %
erneuerbarer Energie weist ein sehr hoch
wertiges Labeling aus: 60 % Wasserkraft,
40 % andere erneuerbare Energien; ab
1. Oktober 2016 tragen die Stromprodukte
aus 100 % erneuerbarer Energie den
Namenszusatz "Natur"
01.10.2016 Erfolgreich abgeschlossen 7.2
EVN Hochwasserhilfe Seit 2002 (Hochwasserkatastrophe in Nieder
österreich) besteht die Hochwasserhilfe der
EVN (für Kunden, die sich aktiv melden);
für die Hochwasseropfer 2016 gilt dies in
Kulanz ebenfalls (nur Haushaltskunden):
betroffene Kunden erhalten einen Monat
Gratisenergie nach Erhalt Ihrer nächsten
Jahresrechnung
Laufend Erfolgreich abgeschlossen 9.1
Know-how-Aufbau und -Transfer Forschungsprojekt für Smart Grids,
Erkenntnisse weitergeben und nutzen
Ende 2017 In Umsetzung: Forschungsaktivi
täten in Lichtenegg, Südstadt,
Seitenstetten und Korneuburg
9.2
EVN Bulgaria: Sensibilisierung der
Kunden für einen bewussten
Umgang mit natürlichen Ressourcen
Informationsprogramm über den Bezug
der Rechnung per E- Mail oder SMS; Nutzen
der Online-Plattform Online+
Laufend In Umsetzung 12.2
EVN Macedonia: Erhöhung des
Bewusstseins für Energieeffizienz
sowie der Sicherheit im Umgang
mit Strom
Zielgruppe Schüler und Jugendliche:
Energieeffizienzclubs sowie Unterrichtsstunden
zum Thema; Workshops zu erneuerbarer
Energie anhand der Lego-Methode
Laufend In Umsetzung: Energieeffizienz
clubs in zwölf Schulen, Work -
shops für Jugendliche mit einer
innovativen Lego-Methode zu
erneuerbarer Energie
7.3
Gründung einer gemeinsamen Energie
effizienzplattform mit dem Wirtschafts
ministerium und der Energie-Agentur
Laufend In Umsetzung: Bewusstseins
bildung der Kunden zum Energie
sparen durch eine TV-Kampagne:
Energie-Mathematik, Energie
sparkampagne über Medien,
Broschüren und Energieberatung
online oder durch das Customer
Care Center
7.3
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
EVN Macedonia: Errichtung und
Betrieb eines Informationszentrums
im Wasserkraftwerk Matka
Einrichtung eines Museums im historischen
Wasserkraftwerk Matka; dieses stellt das erste
Museum seiner Art in Mazedonien dar und
informiert auch interaktiv über die Geschichte
des Kraftwerks und die Elektrifizierung in
Mazedonien
Laufend In Umsetzung 4.7
Kabelplus: Entwicklung eines
TV-Geräts in Kombination mit einem
Steuerungs-Tablet, das als Spiele-,
Videokommunikations- und
Informationsportal für ältere
Menschen dient
Kooperation von Kabelplus mit den Wissen
schaftspartnern der FH St. Pölten zur Weiter
entwicklung des Prototyps "Brelomat 2"
2016/17 In Umsetzung 9.1
Kabelplus: Einführung des Produkts
Funktelefonie, um jenen Kunden,
die Internet nur über Funk beziehen
können, erstmals die Möglichkeit zu
bieten, einen Alternativanbieter
für die Festnetztelefonie zu wählen
Kabelplus bietet ihren Kunden über
die Funkanbindung "Mimo" künftig auch
Telefoniedienste an
2015/16 Erfolgreich abgeschlossen 9.1
Kabelplus: Security Awareness Projekt zur Schaffung und Erhaltung von
Bewusstsein für Informationssicherheit bei
den Kunden
2016/17 Geplant 9.1

Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Ziel: Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit in Österreich halten sowie weiterhin in den

Nachhaltigkeitsindizes gelistet bleiben bzw. in neuen derartigen Indizes gelistet werden

  • Status: die EVN Aktie ist in mehreren Nachhaltigkeitsindizes abgebildet, so z. B. im österreichischen VÖNIX
  • Ziel: Langfristige Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Risikomanagement
  • Status: 8,3 % (Vorjahr: 8,3 %) der Risiken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Etablierung eines gruppenweiten
CSR-Standards
Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der
CSR-Ziele, Organisation und Prozesse
2016/17 In Umsetzung: Weiterent
wicklung der gruppenweiten
CSR-Ziele
Langfristige CSR-Perspektive und Fokussie
rung erarbeiten; diesbezügliche Entscheidung
im CSR-Konzernausschuss
2016/17 In Umsetzung: Workshop mit
CSR-Verantwortlichen hat
stattgefunden, Vorschläge zur
CSR-Fokussierung wurden
erarbeitet; Entscheidung im
CSR-Konzernausschuss offen
Stakeholder-Befragung zur CSR-Wesentlich
keitsmatrix durchführen
30.09.2017 Geplant
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Integration von CSR-Kennzahlen
in Controlling-Berichte
Definition, Erhebung und Abbildung von
CSR-relevanten Key Performance Indicators
in internen Konzernlenkungsunterlagen für
das Management
2016/17 In Umsetzung: Analyse der
Relevanz und Erhebbarkeit
einzelner Indikatoren mit
den jeweiligen Abteilungen;
Datenerhebung wurde begonnen
Konsolidierung in den Kernmärkten:
aktives Portfolio-Management
Identifikation von Beteiligungen, die nicht
der Unternehmensstrategie entsprechen;
Erarbeitung von Vorschlägen an die
Entscheidungsträger
Laufend In Umsetzung: Konzept
entwickelt; Umsetzung findet
laufend statt
Erfolgreiche Integration von
neuen Beteiligungen
Bei der Integration von neuen Beteiligungen
sollen durch die Fortführung der aus bisheri
gen Integrationsprojekten entwickelten
Benchmarks alle Stakeholder-Interessen
angemessen berüchsichtigt werden
Laufend In Umsetzung: Konzept erfolg
reich aufgestellt; bis jetzt
keine Integrationsprojekte
durchgeführt
CSR-Programm in das Prüfprogramm
der Internen Revision aufnehmen
Bei Standardprüfungen CSR-Aspekt vorsehen;
CSR-spezifische Prüfung in Jahresprüfplan
vorsehen
Laufend Erfolgreich abgeschlossen
WTE Wassertechnik: Weiterentwick
lung von Dokumentation und
Kontrolle der Prozesse der Finanz
berichterstattung
Aufrechterhaltung des
Internen Kontrollsystems (IKS)
Laufend Erfolgreich abgeschlossen
EVN Macedonia:
Ideenmanagement
Ideen werden von externen und internen
Stakeholdern gesammelt, um die Prozesse im
Unternehmen zu optimieren
Laufend In Umsetzung: Das Ideen
management ist in vier
Phasen gegliedert: Sammlung,
Analyse, Bewertung und
Umsetzung der Ideen; externe
Ideen werden über Kooperatio
nen mit Universitäten,
Unternehmen und Research
Institute erarbeitet
EVN Macedonia:
Innovationsmanagement
Einführung einer systematischen Planung,
Steuerung und Kontrolle von Innovationen
und deren Umsetzung in wirtschaftlich
erfolgreiche Produkte bzw. Dienstleistungen
Laufend In Umsetzung 9.4

Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber

Ziel: Förderung des internen Arbeitsmarkts und Ausbau des internen Recruitings

• Status: 90 % der Führungskräfte wurden im Geschäftsjahr 2015/16 intern besetzt (Vorjahr: 80 %)

Ziel: Höherer Anteil an neu aufgenommenen Frauen als derzeitiger Frauenanteil im Unternehmen (je Position) und höhere Teilnahmequote von Frauen an Personalentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte als Frauenanteil unter Führungskräften

• Status: Frauenanteil im Unternehmen im Geschäftsjahr 2015/16: 22,6 % (Vorjahr: 21,9 %); Anteil der im Geschäftsjahr 2015/16 neu aufgenommenen Frauen: 34,2 % (Vorjahr: 41,7 %); Frauenanteil an Führungskräften im Geschäftsjahr 2015/16: 7 % (Vorjahr: 7 %); Frauenanteil an Führungskräfteentwicklungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2015/16: 36 % (Vorjahr: 28 %)

Ziel: Erarbeitung und Umsetzung zielgruppenspezifischer Gesundheitsprogramme für alle Mitarbeiter

• Status: 50 % der Mitarbeiter nahmen an präventiven Maßnahmen teil (Vorjahr: 50 %)

Ziel: Kontinuierliche Reduktion des LTIF und der Unfallschwere; Erreichen eines sehr guten Werts im Branchenvergleich

• Status: LTIF: 7,8 (Vorjahr: 8,5); Unfallschwere: 29,4 (Vorjahr: 21,4)

Ziel: Bewusstseinsbildung zum Thema Nachhaltigkeit durch Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in bestehende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen

• Status: 288 Mitarbeiter wurden im Geschäftsjahr 2015/16 erreicht (Vorjahr: 320)

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Verbesserung der Work-Life
Balance; offene Gesprächskultur
fördern; Mitarbeiterschutz;
Verbesserung des Betriebsklimas
Neuer Sozialraum; zusätzliche Meeting
Räume und Gesprächsinseln; Lärmampeln;
Tageslichtlampen; Aufzeichnung der
Kundengespräche zum Schutz der Mitarbeiter
30.06.2016 Erfolgreich abgeschlossen
Verbesserung der Zufriedenheit
und der Unternehmensidentifikation
der Mitarbeiter
Weiterentwicklung der Feedback- und
Orientierungsgespräche (FOG): unterjährige
Begleitung der Mitarbeiter durch Führungs
kraft, Abgleich der Zielerreichung im
nächsten Jahr
Laufend Erfolgreich abgeschlossen
Förderung des Gesundheits
bewusstseins der Mitarbeiter
Weiterentwicklung des
Gesundheitsprogramms
31.03.2016 Erfolgreich abgeschlossen 3.8
Erste-Hilfe-Kurse und
Vorsorgeuntersuchungen
Laufend In Umsetzung 3.8
Jährlich ein Vortrag über Gesundheit Laufend In Umsetzung 3.8
Entwicklung nachhaltiger Lösungen
für von Unternehmenserwerben
bzw. -veräußerungen betroffene
Arbeitnehmer
Aktive Kommunikationspolitik, Sicherstellung
der Interessen der Arbeitnehmer
Laufend In Umsetzung: einheitlicher
M&A-Prozess wurde aufgesetzt
und implementiert
Ideenmanagement Sammlung von Ideen interner und externer
Stakeholder zur Verbesserung von Abläufen
und Services im Unternehmen
Laufend In Umsetzung: systematische
Erfassung und Evaluierung der
Ideen, Zusammenarbeit mit
Universitäten, erfolgreiche
Einführung der Ideen
Mitarbeitergesundheit Regionalität der in der EVN angebotenen
Säfte (z. B. in der Region heimische Früchte)
Laufend Erfolgreich abgeschlossen 12.7
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Bewusstsein zum Thema Digitalisie
rung verstärken und das Thema
vorantreiben
Internes Wissen verstärkt digital vermitteln
(Abteilungs-WIKIs im Personalbereich,
Seminare etc.)
30.09.2017 In Umsetzung 4.4
Informationsfilme zur Bewusstseinsstärkung
zum Thema Digitalisierung sind verfügbar
30.09.2017 In Umsetzung 4.4
Digitalisierung in bestehenden Prozessen
forcieren
30.09.2018 In Umsetzung 4.4
Verbesserung der Zielorientierung,
Erhöhung der Kundennähe und
Stärkung der Zusammenarbeit:
EVN Arbeitswelt
EVN Arbeitswelt: umfassendes Führungs
kräftebegleitprogramm zum Thema
Arbeitswelt: Führung im Kontext der neuen
Arbeitswelt und des Wandels
30.09.2020 In Umsetzung 8.2
Pilotprojekt für mobile Arbeitsstunden 30.09.2017 In Umsetzung 8.2
Installation von Arbeitswelt-Coaches als
Bindeglied zu den Abteilungen
30.09.2020 In Umsetzung 8.2
Umfassende Kommunikationsmaßnahmen:
Mitarbeiterbefragungen, Workshops,
Präsentation, Infopoints, Pilotbüro etc.
30.09.2020 In Umsetzung 8.2
EVN Abfall: Einführung eines
Sicherheits-Unterweisungssystems
Umstellung auf elektronisches Unterwei
sungssystem und Umbau im Eingangsbereich
2016 In Umsetzung 8.8
EVN Bulgaria: Erhöhung des
Gesundheitsbewusstseins
Health & Balance @ EVN Bulgaria –
Interne Informationsinitiative zur Erhöhung
des Gesundheitsbewusstseins
2016 In Umsetzung: interne
Informationsaktionen zum
Thema "Gesunde Ernährung"
3.8
EVN Bulgaria: Erhöhung der
Arbeitssicherheit
Einrichtung eines neuen Trainingszentrums
für Mitarbeiter in Stara Zagora ermöglicht
Training der Arbeitsmethoden "Arbeiten
unter Spannung" ("live working") und
"Arbeiten im freigeschalteten Zustand"
("switched-off") auf Niederspannungs
Freileitungen; für alle KEZ läuft eine lang
fristige interne Kampagne mit Preisen
zum Thema Arbeitssicherheit, in der unfall
freie Tage gezählt und belohnt werden
Laufend In Umsetzung: 320 Monteure
haben im Geschäftsjahr 2015/16
zweitägige Schulungen im
neuen Trainingszentrum
abgeschlossen; Zielerreichung
hinsichtlich der Kampagne
zu unfallfreien Tagen in 13 KEZ
(999 Tage ohne Unfälle)
8.8
EVN Croatia: Know-how und
Effizienz steigern
Wissenstransfer mit dem Konzern;
Sprachkurse; Ausbildung zum Gasmeister;
Computerausbildung; Einführung eines
Schulungspasses für Monteure
2017 In Umsetzung: für 2016/17
(Communication Days)
EVN Croatia: Gesundheitsvorsorge
der Mitarbeiter
Zusätzliche Krankenversicherung 2015 Erfolgreich abgeschlossen 3.8
EVN Macedonia: Erhöhung der
Diversität im Unternehmen
Volle Teilnahme von Frauen und Chancen
gleichheit bei der Übernahme von Führungs
positionen in der Energiebranche
2018/19 In Umsetzung 5.5
EVN Macedonia: Positionierung
als attraktiver Arbeitgeber
Stipendien für Studierende von technischen
Universitäten, Praktika für Studierende und
Schüler, Traineeprogramm für Universitäts
absolventen, Kooperation mit Universitäten
Laufend In Umsetzung: im Geschäfts
jahr 2015/16 wurden sechs
Stipendien, 18 Traineestellen
und 53 Praktika vergeben
4.4

Handlungsfeld: Umweltschutz und Ressourcenschonung

Ziel: Primärenergieeinsparung von ca. 2,5 GWh jährlich bei der EVN Wärme

• Status: Einsparung im Geschäftsjahr 2015/16: 50 % (Vorjahr: 15 %)

Ziel: Steigerung der Energieeffizienz in Anlagen bzw. Gebäuden der EVN (Einsparung gemessen in MWh)

• Status: Einsparung im Geschäftsjahr 2015/16: 1.764,9 MWh (Vorjahr: 3,1 MWh)

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
EMAS-Ziel Verbesserung der Umweltleistung
in der EVN Direktion
Einführung eines Umweltmanagement
systems in der EVN Direktion
2017 In Umsetzung: Aspekte
bewertung und Ableitung der
Maßnahmen durchgeführt,
aktuell Legal Compliance
Bewertung
12.6
Papierloses Büro Ressourcenschonung durch Forcierung
von Online-Korrespondenz und E-Mail
Rechnungen
30.09.2016 Erfolgreich abgeschlossen 12.4
Bewusstsein über Bedeutung und
Wert von Energie bei Schülern
schaffen sowie zu reflektiertem
Umgang mit Energie anregen
Neugestaltung der Lernmaterialien zur Wärme
pumpe; Adaptierung aller Kindergarten
materialien; Entwicklung eines Konzepts zum
Thema "Energiesparen an Schulen" im Rahmen
eines Pilotprojekts in Wiener Neustadt
2015/16 Erfolgreich abgeschlossen 4.7
Neuer Lehrbehelf mit Schwerpunkt erneuer
bare Energie für die Sekundarstufe I;
neue Schul-Website www.young.evn.at;
neuer Vortrag über Energiesparen für
Mittelschulen und AHS
2015/16 Erfolgreich abgeschlossen 4.7
Stromverbrauch in der IT-Abteilung
um 5 % jährlich senken
Automatische Abschaltung der Computer in
der Nacht über Wake on LAN
2018/19 In Umsetzung: in IT-Abteilung
testweise umgesetzt;
technische Schwierigkeiten für
eine EVN-weite Umsetzung
identifiziert; Alternativlösungen
in Evaluierung
12.2
Druckseitenreduktion um 20 % Gesamtlieferant für Scannen/Drucken/
Kopieren; Einführung Intranet 2.0
2017 Geplant 12.5
Steigerung der Energieeffizienz
(Einsparung gemessen in MWh)
Energieeffizienzmaßnahmen in EVN Anlagen
bzw. Gebäuden: optimiertes LED-Beleuch
tungskonzept in Wasserkraftwerken; Steige
rung der Strom-Eigenerzeugung durch
Photovoltaikanlagen auf Naturfilteranlagen
(z. B. Drösing); Einbau einer Regelung zur
Feuchteregulierung in den Kraftwerken
Schütt und Dorfmühle
Laufend In Umsetzung 7.3
Vogelschutz in Österreich Verkabelung bzw. Kennzeichnung von
Freileitungen zum Schutz von Großtrappen
in Niederösterreich im Rahmen des
Projekts LIFE+
2015 Erfolgreich abgeschlossen;
Folgeprojekt in Umsetzung
(bis 2022)
15.5
BirdLife-Projekt zum Schutz der Kaiseradler
im Laaer Becken
2017 Geplant: Isolation der
Gittermasten
15.5
Reduktion von Pestiziden Schaffung einer Naturwiese auf dem
Direktionsgelände; Versuch und Beobachtung
für einige Jahre; danach Evaluierung und
Entscheidung über eine Ausweitung
2018/19 In Umsetzung: Anpassung
der Fauna und Flora verläuft
naturgemäß langsam
12.4
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
EVN Abfall: Einführung eines
Umweltmanagementsystems
EMAS-Zertifizierung 2016 In Umsetzung 11.6
EVN Abfall: Klärschlammverwer
tung – Adaptierung der Pyrolyse
anlage zur Wärmegewinnung
Optimierung der Vorschaltanlage am
Standort Dürnrohr
2016/17 In Umsetzung 12.4
EVN Abfall: Maßnahmen zur
Energieeffizienzsteigerung
Versuche zur stufenweisen Reduktion der
Abgastemperatur, Umbau Linie 1+2
2018 Geplant 7.3
Versuche zur stufenweisen Reduktion der
Abgastemperatur Linie 3
2017 In Umsetzung 7.3
EMAS-Ziel EVN Wärme: kontinuierliche
Verbesserung der Anlagenkenn
zahlen in den Fernheizwerken
Laufende Erhöhung der Datenqualität,
Erfassung und Kontrolle der Daten, Einführung
von Bewertungsmodellen zur Optimierung
im Rahmen des technischen Controllings
und damit Verbesserung der Anlagenkenn
zahlen, z. B. des Anlagenwirkungsgrads
Mehrjähriges
Ziel
In Umsetzung: Grundsystem im
Aufbau; Inbetriebnahme im
ersten Halbjahr 2013; Fernheiz
werke werden über fünf Jahre an
das neue System angeschlossen
9.1
EVN Wärme: Einsparung von
Primärenergie im Ausmaß von
rund 2,5 GWh jährlich
Substitution des Dampfnetzes Süd Mödling
durch ein Heißwassernetz
Ende
2017/18
In Umsetzung 13.2
EMAS-Ziel EVN Wärme:
Ressourceneinsparung bei den
Biomasseanlagen
Verwertung von 80 % der anfallenden Bio
masseasche pro Jahr als wertvoller Ersatzstoff
und somit Einsparung von Ressourcen,
treibhausrelevanten Emissionen und Depo
nierungskosten
Laufend In Umsetzung: im Geschäfts
jahr 2015/16 Verwertung von
56 % der Biomasseasche
13.2
Kabelplus: nachhaltige Entsorgung
der in großen Mengen anfallen
den Wertstoffe durch Verstärker
tauschprojekt
Wertstoffe wie Aluminium, Stahl und Kupfer,
die in Form von Elektroschrott anfallen, sollen
im Rahmen eines Sozialprojekts fraktioniert
und dann verkauft bzw. recycelt werden
2014 bis
2019
Erfolgreich abgeschlossen: Verein
Sozius konnte als Abfallentsor
gungspartner gewonnen werden
12.5
WTE Wassertechnik: Büroräume Austausch Leuchtmittel durch LED 01.07.2016 Erfolgreich abgeschlossen 12.2
WTE Wassertechnik: Management
systeme
Durchführung Energieaudit EN 16247 01.12.2016 In Umsetzung 7.3
EVN Bulgaria: Sensibilisierung der
Mitarbeiter für den schonenden
Umgang mit Ressourcen
Programm zur Wiederverwendung von
Abfällen
Laufend In Umsetzung: im Geschäfts
jahr 2015/16 wurden insgesamt
1.259 Tonnen Abfälle, darunter
24 Tonnen Papier, recycelt
12.4
EVN Bulgaria: Vogelschutz
in Bulgarien
Isolierung von gefährlichen Masten
und Leitungen mit Unterstützung des
bulgarischen Vogelschutzvereins
(BDZP, BirdLife)
2018 In Umsetzung: Installation von
weiteren 285 Nestplattformen
und Isolation von 742 Masten
im Geschäftsjahr 2015/16;
seit Beginn der Initiative wurden
insgesamt 1.936 Nestplatt
formen installiert und 4.606 Iso
lationen durchgeführt
15.5
EVN Bulgaria: Schutz des
Kaiseradlers in Bulgarien
Projekt Life+: Minimierung der Risiken
und Gefahren von Stromleitungen für den
Kaiseradler; geplante Maßnahmen:
Verkabelung von ca. 40 km Freileitungen;
Schutzisolatoren für 2.740 Masten;
Populationsmonitoring
2018 In Umsetzung: im Geschäfts
jahr 2015/16 Verkabelung von
35 km Freileitungen, Errichtung
von 14 Trafostationen und
einer Schaltstation sowie Schutz
isolatoren für 481 Masten;
Populationsmonitoring
15.5
EVN Bulgaria: Erhöhung des
Bewusstseins für Energieeffizienz
und Sicherheit beim Umgang
mit Strom
Programm "Energieeffizienz in Schulen" für
Schüler der 2.–4. Klasse – Aufklärung zum
Thema Sicherheit und Energieeffizienz in
Kooperation mit dem Unterrichtsministerium
und den Schulinspektoren
Laufend In Umsetzung: Einbeziehung von
rund 20.000 Schülern seit Beginn
der Initiative im Jahr 2009;
weitere 11.000 Schüler im
Geschäftsjahr 2015/16 erreicht
7.3
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
EVN Macedonia: Erhöhung
des Bewusstseins zum Umgang
mit Elektroschrott
Kampagne zur Bewusstseinsbildung bei
Mitarbeitern über die Gefahren von Elektro
schrott sowie dazugehörige Sammelaktion
2016/17 In Umsetzung: Kooperation mit
Unternehmen zur Sammlung
von Elektroschrott durch Mitar
beiter der EVN Macedonia;
diese bekommen im Gegenzug
einen Gutschein als Beitrag für
ein neues Gerät
12.5
EVN Wasser: Senkung des
Stromverbrauchs
Verwendung von Ausgleichsenergie beim
Befüllen der Hochbehälter; Stromversorgung
mithilfe von Photovoltaikanlagen
01.12.2017 In Umsetzung: drei Photovoltaik
anlagen bereits errichtet
7.2

Handlungsfeld: Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Ziel: Mittelfristiger Ausbau der Windkraftkapazität auf 300 MW

• Status: Installierte Leistung per 30. September 2016: rund 268 MW (Vorjahr: rund 250 MW)

Ziel: Langfristig Erzeugung von 50 % der Gesamtstromproduktion aus erneuerbarer Energie

• Status: Erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen im Geschäftsjahr 2015/16: 34,5 % (Vorjahr: 43,1 %)

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
50 % der Stromerzeugung aus
erneuerbaren Quellen
Weiterer Ausbau der Erzeugungsanlagen
in den Bereichen Windkraft, Wasserkraft und
Photovoltaik
2020 In Umsetzung: Status derzeit:
34,5 %
7.2
Ausbau der Windkraftkapazität auf
über 300 MW
Bau des Windparks Paasdorf-Lanzendorf
(rund 19 MW)
2016 Erfolgreich abgeschlossen 7.2
Bau des Windparks Oberwaltersdorf (9,2 MW) 2017 Geplant: behördlich bewilligt;
Tarif gesichert
7.2
Bau einer weiteren Windkraftanlage im
bestehenden Windpark Glinzendorf (1 MW)
2016 In Umsetzung: Anlage in Bau 7.2
Bau des Windparks Sommerein (33 MW) 2018 Geplant: behördlich bewilligt;
Tarif gesichert
7.2
Laufende Ökologisierung und
technische Revitalisierung
der 72 EVN Wasserkraftwerke
Laufende Projekte zur Ökologisierung,
z. B. durch den Bau von Fischaufstiegshilfen,
bei gleichzeitiger technischer Revitalisierung
für ein gleichbleibendes Erzeugungsniveau
Laufend In Umsetzung 7.2
Steigerung der Wirkungsgrade der
thermischen Kraftwerke
Optimierung des Startvorgangs im Kraftwerk
Korneuburg sowie Emissionsreduktion und
Gaseinsparungen im Kraftwerk Dürnrohr
durch Optimierung der Fernwärmeabgabe
Laufend In Umsetzung 7.3
Lastmanagement:
Methodenentwicklung
Entwicklung von Methoden zur Integration
der zunehmenden Erzeugung aus erneuer
barer Energie in den Markt und zur Bewerk
stelligung jener Aufgaben zur Netzstabili
sierung, die derzeit von thermischen Kraftwerken
übernommen werden
2014/15 –
2017/18
Diverse Projekte in Umsetzung 7.2
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Forschung und Entwicklung zur
besseren Ausnutzung des Energie
gehalts der eingesetzten Brenn
stoffe sowie zu innovativen Speicher
lösungen und zur Senkung von
CO2-Emissionen
Biokunststoff aus Algen, Wärmespeicher,
CO2, Sonnenlicht und innovative Speicher
technologien (inkl. Power-to-Gas)
Laufend In Umsetzung:
– Nachfolgeprojekt zu CO2USE,
Demonstrationsprojekt wird
vorbereitet
– Projekt GreenStorageGrid:
Integration von innovativen
Speicherlösungen in den
Wärmeknoten Dürnrohr
werden analysiert
– Power-to-Gas:
Analyse, wie Projekte in eine
industrielle Umsetzung
überführt werden können
9.4
Stromkennzeichnung: Reduktion
von drei auf zwei Labelling
Gruppen
Interne Umstellung des Labellings auf zwei
Produktmix-Gruppen: "Erneuerbare Energie"
(aktuell 60 % Wasserkraft und 40 %
andere erneuerbare Energieträger) und
"Konventionelle Energie"
01.05.2016 Erfolgreich abgeschlossen 7.2
Veranstaltungen mehr nach dem
Gesichtspunkt der CO2-Neutralität
planen
Leitfaden und Checkliste für CO2-neutrale
Veranstaltungen erstellen
2017/18 In Umsetzung:
Konzept wird erstellt
13.2
EVN Abfall: Verringerung des
Strom- und Druckluftverbrauchs
Optimierung des Druckluftnetzes in der
MVA Dürnrohr mit dem Ziel, den Verbrauch
von Strom für die Erzeugung von Druckluft
zu minimieren
2016/17 In Umsetzung 7.3
EVN Abfall: CO2-Einsparung beim
Abfalltransport
Weiterer Ausbau des Abfalltransports per
Bahn durch Schaffung von Entlademöglich
keiten für alle auf dem Markt gängigen
Transportbehälter und Waggons in der Müll
verbrennungsanlage in Dürnrohr
Laufend In Umsetzung 12.2
EVN Wärme: Ausbau der
Nahwärmeanlagen mit Biogas
mischprodukt
Bau von acht Anlagen 2016/17 Geplant 13.2
EMAS-Ziel EVN Wärme: Reduktion von
Emissionen aus dem Hausbrand
durch Errichtung neuer Heizwerke
Bau und Betrieb weiterer Biomasse-Fernheiz
werke; aktuelles Projekt: Großenzersdorf
2016/17 In Umsetzung 13.2
Südosteuropa: Erhöhung der
Energieeffizienz
Neugestaltung und Sanierung der Fassade
der Direktion in Skopje; Einsparung von rund
65 % des derzeitigen Energieverbrauchs
2016/17 In Umsetzung 7.3
Erneuerung des Fernwärmenetzes Plovdiv Laufend In Umsetzung 7.3
Bereitstellung von Kälteenergie über das
Fernwärmenetz
Laufend In Umsetzung 7.3

Neben den sechs wichtigsten Handlungsfeldern wurde noch in weiteren wichtigen Handlungsfeldern an Abteilungszielen und zahlreichen Maßnahmen gearbeitet:

Handlungsfeld: Korruptionsprävention

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Bewusstseinsbildung bei den
Mitarbeitern zur Vermeidung von
Korruption sowie zur Sicherstellung
von fairem Wettbewerbsverhalten
und der Einhaltung der Menschen
rechte
Weiterentwicklung des umfassenden konzern
weiten Compliance-Management-Systems;
Beratung und Schulung aller Führungskräfte
und Mitarbeiter durch CCO/DCO/NCO inkl.
Einsatz elektronischer Medien; Vermittlung
an Mitarbeiter über Führungskräfte unter
Mitwirkung von CCO/DCO/NCO
30.09.2016 Erfolgreich abgeschlossen:
Präsenzschulungen flächen
deckend umgesetzt; laufende
Beratung und E-Learning
konzernweit in Umsetzung
16.5
Aufdeckung von Fehlverhalten Einrichtung eines konzernweiten Hinweis
geberverfahrens (Whistle Blowing)
30.09.2016 Erfolgreich abgeschlossen: alle
Hinweise in allen Regionen werden
entsprechend dem Hinweis
geberverfahren abgewickelt
16.5
Compliance-Kontrollen in Prozessen Setzen gesonderter Kontrollen aus
Compliance-Sicht in besonders risikobehaf
teten Prozessen in allen organisatorischen
Einheiten und laufendes Assessement
hinsichtlich Durchführung der Kontrollen
und deren Wirksamkeit
30.09.2018 In Umsetzung: Implementierung
in Österreich erfolgt;
Implementierung in Bulgarien,
Mazedonien, Kroatien und bei
der WTE Wassertechnik in
Vorbereitung
16.6
Akzeptanz für Compliance und
organisatorische Implementierung
des CMS optimieren
Bisherige Implementierung des CMS und
Anforderungen an Compliance in internen
Umfragen und Interviews mit Führungs
kräften evaluieren
30.12.2016 In Umsetzung: Umsetzung in
Österreich erfolgt; Implementie
rung in Bulgarien, Mazedonien,
Kroatien und bei der WTE
Wassertechnik in Vorbereitung
16.6
Third Party Due Diligence Einrichtung und Ausrollung eines Systems
(technisch und organisatorisch) zur
Geschäftspartnerüberprüfung
30.09.2016 Erfolgreich abgeschlossen:
Umsetzung in Österreich und bei
WTE erfolgt; Implementierung
in Bulgarien, Mazedonien und
Kroatien in Vorbereitung

Handlungsfeld: Stakeholder-Dialog

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Kontinuierlicher Dialog mit
allen Stakeholdern
Regelmäßiger Dialog mit den Beiräten der
EVN und im Rahmen von Fokusgruppen
sowie periodische Befragungen der
Stakeholder zur Wesentlichkeitsmatrix
Laufend In Umsetzung: Fokusgruppen
erfolgreich abgeschlossen, Er
gebnisse werden in die Organisa
tion eingebracht; Befragung
hinsichtlich der wesentlichen
Handlungsfelder im nächsten
Geschäftsjahr
Aktive Kommunikation und
Kooperation mit anderen Unterneh
men; Organisation von und
Teilnahme an CSR-Veranstaltungen
Austausch im Rahmen von externen
CSR-Veranstaltungen, Mitarbeit im Steering
Committee des UN Global Compact (UNGC)
Laufend In Umsetzung: Teilnahme an
UNGC Steering Comittee, an
Arbeitsgruppe SDG, beim
Österreichischen CSR Tag 2016,
respACT Mitgliedertreffen,
Erfahrungsaustausch
17
Stakeholder-Dialog zum Ausbau
von Windkraftanlagen
In Zusammenarbeit mit der Abteilung
Kommunikation führt evn naturkraft inten
sive Stakeholder-Prozesse (mit Bürgern,
Gemeinden, NGO etc.) durch
Laufend Erfolgreich abgeschlossen 16.7
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Verständnis für Projekte von
Netz NÖ bei Stakeholdern schaffen
Bei größeren Projekten Stakeholder-Dialog
(z. B. Dialogveranstaltungen mit Betroffenen)
durchführen
Laufend In Umsetzung: Abstimmung von
möglichen Bürgerversammlungen
mit Gemeinden
16.7
EVN Croatia: Dialog- und
Transparenzsteigerung
Stakeholder-Befragung zu den wesentlichen
Handlungsfeldern des Unternehmens
2015 Erfolgreich abgeschlossen 16.7

Handlungsfeld: One EVN

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Etablierung eines gruppenweiten
CSR-Standards
Konzernweiter Aufbau einer CSR-Organisation
(Aufbau- und Ablauforganisation) analog
der Struktur in Österreich; Kommunikation mit
den CSR-Verantwortlichen in Bulgarien,
Mazedonien, Kroatien und Deutschland
Laufend In Umsetzung: externe und
interne Stakeholder-Befragungen
wurden in Bulgarien und Kroatien
durchgeführt; für EVN Macedonia
und WTE Wassertechnik im
Geschäftsjahr 2016/17 geplant
Integration, Modernisierung Interne Veranstaltungen und bereichs- und
länderübergreifender Know-how-Transfer
Laufend In Umsetzung
EVN Macedonia: Internal Branding Einführung der EVN Leitwerte zur Erhöhung
der Motivation der Mitarbeiter und zur
Etablierung einer gemeinsamen Unterneh
menskultur
2015/16 Erfolgreich abgeschlossen

Handlungsfeld: Menschenrechte

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Verbesserung des Verständnisses
menschenrechtlicher Anforderungen
Teilnahme an Veranstaltungen des UNGC,
Analyse von Leitfäden zum Thema
Menschenrechte, im Anschluss interner
Know-how-Transfer
2016/17 In Umsetzung: Statuserhebung,
Analyse mit CSR-Verantwort
lichen, Erarbeitung einer
Menschenrechtsgrundsatz
erklärung

Handlungsfeld: Verantwortung in der Lieferkette

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Verankerung der Integritätsklausel
(inkl. sozialer, ökologischer und
korruptionsbezogener Aspekte) bei
Laufende Anpassung der Integritätsklausel
und lückenlose Verankerung als Bestandteil
aller Rahmenvereinbarungen und Bestellungen
Laufend In Umsetzung 12.7
allen Auftragnehmern Überprüfung wesentlicher – neuer und laut
Wesentlichkeitsmatrix ermittelter – Auftrag
nehmer auf Einhaltung der Integritätsklausel
2017 In Umsetzung 12.7
Nachschulung bei Nichteinhaltung
wesentlicher Bestandteile der Integritäts
klausel
Laufend In Umsetzung: im Zuge der
Überprüfung der Einhaltung der
Integritätsklausel
12.7
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Überarbeitung des Kontrollbogens für
nachhaltige Beschaffung
2017/18 In Umsetzung 12.7
Überarbeitung der Integritätsklausel 2017/18 In Umsetzung 12.7
Anlassbezogene Prüfungen bei
Ausschreibungen/Vergaben
Laufend In Umsetzung 12.7
Erstellung eines Selbstauskunftsbogens auf
Basis der Integritätsklausel
2017/18 In Umsetzung 12.7
Selbstauskunftsbogen als Beilage für Bewerber
bei Ausschreibungen in der Oberschwelle
2018/19 In Umsetzung 12.7

Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2016
SDG
Kabelplus: Unterstützung sozialer
Einrichtungen
Kabelplus lässt ihre rund 17.000 Verstärker-/
Verteilerschränke in Niederösterreich
mit neuen "k+"-Aufklebern bekleben; dieses
Projekt wurde durch den Verein Socius
umgesetzt, der dadurch Arbeitssuchende aus
dem Segment 50+ über Monate beschäftigen
konnte
2015/16 Erfolgreich abgeschlossen 1.2
EVN Bulgaria: Erhöhung des
Interesses an technischen Berufen,
höhere Qualität der Ausbildung,
Mitarbeitersuche
Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und
Universitäten in Bulgarien
Laufend In Umsetzung: Besichtigungen
von Anlagen, Beratung von
Diplomanden, Teilnahme an
Karrieretagen, Sponsoring
Maßnahmen; im Geschäfts
jahr 2015/16 Firmenbesuche
von 137 Studenten von
technischen Universitäten,
Hochschulen und Gymnasien
4.4
EVN Bulgaria: soziale Aktivitäten im
Versorgungsgebiet Bulgarien
"EVN for Bulgaria 2016": Unterstützungs
programm für externe soziale Projekte
2016 In Umsetzung: Finanzierung von
vier externen sozialen Projekten
mit Schwerpunkt Energieeffi
zienz, die von großer spezifischer
Bedeutung für die Region sind
1.4
EVN Croatia: Teilnahme an
gesellschaftlichen Aktivitäten
Unterstützung eines Rehabilitationszentrums:
sportliche Aktivitäten mit Jugendlichen;
Unterstützung von Schulen und Universitäten
mit Unterrichtsmaterialien; Kooperation mit
der Technischen Universität in Split:
Unterstützung beim Ausbau eines Labors
2017 In Umsetzung 4.7
WTE Wassertechnik: Fokussierung
der Sozialsponsoring-Aktivitäten
auf Projekte zur Kinder- und
Jugendförderung in Deutschland
WTE Sozialfonds mit jährlich 10.000 EUR Laufend In Umsetzung 4

Bestätigungsvermerk

zum EVN Ganzheitsbericht 2015/16, Geschäftsjahr 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016

An die Leserinnen und Leser des Nachhaltigkeitsberichtsteils des Ganzheitsberichts der EVN AG.

Umfang und Kriterien der Bescheinigung

Die TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH wurde von der EVN AG beauftragt, den Ganzheitsbericht 2015/16, und zwar jene Abschnitte, die Corporate-Social-Responsibility-(CSR)-Themen enthalten, sowie den GRI Index für das Geschäftsjahr 2015/16, beginnend mit 1. Oktober 2015 und endend mit 30. September 2016 (im Folgenden als "Bericht" bezeichnet), zu verifizieren.

Der Bericht bezieht sich auf alle CSR-Daten und Informationen aller Aktivitäten der EVN in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserversorgung und -aufbereitung sowie Abfallverbrennung.

Geografisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der EVN in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren Ländern.

Verantwortung des Managements

Das Management der EVN war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröffentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von TÜV SÜD umfasste die Durchführung einer Überprüfung des Berichts entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG.

Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

Methodik

Die Überprüfung wurde auf Basis der Global Reporting Initiative – G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung 2013 (GRI G4) und der G4 Sector Disclosures (Branchenanforderungen) "Electric Utilities" 2013 durchgeführt.

Die Zielsetzung der Überprüfung war:

  • zu bestätigen, dass der Bericht den Anforderungen von GRI G4, Option "umfassend", entspricht
  • die Prüfung der Zuverlässigkeit der Nachhaltigkeitsleistungsdaten und CSR-Informationen der EVN.

Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:

  • Rückblick auf den Stakeholder-Prozess und damit zusammenhängende Informationen
  • Überprüfung der CSR-Wesentlichkeitsmatrix
  • Evaluierung der durch die EVN ermittelten Wesentlichkeitskriterien
  • Feststellung, wie die EVN wesentliche Kriterien identifiziert, darauf reagiert und darüber berichtet
  • Interviews mit einer Auswahl an Mitarbeitern der EVN in Österreich sowie im Ausland
  • Prüfung des EVN-Datenmanagementprozesses und Überprüfung von unterstützenden Nachweisen, die uns von der EVN zugänglich gemacht wurden

Anmerkung 1: Die Verifizierung wurde in der Zentrale der EVN in Maria Enzersdorf, Österreich, durchgeführt. Die Verifizierung wurde entsprechend unserem Vertrag durchgeführt und beinhaltete nicht die Verifizierung der Daten bis zu deren Originalquellen sowie die Verifizierung der Richtigkeit und Vollständigkeit der von den einzelnen Standorten übermittelten Daten. Anmerkung 2: Ökonomische Leistungsdaten wurden direkt vom geprüften Geschäftsbericht übernommen.

  • Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse
  • Überprüfung, ob der GRI-Index den Stakeholdern Zugang zu CSR-Leistungsindikatoren verschafft

Level of Assurance & Wesentlichkeitsschwelle

Der in diesem Bestätigungsvermerk verfassten Stellungnahme wurden ein "Limited Level of Assurance" sowie eine auf fachkundiger Bewertung basierende Wesentlichkeitsschwelle zugrunde gelegt.

Prüfungsurteil

Basierend auf unserer Prüfmethode haben wir keine Hinweise erlangt, die uns zu dem Ergebnis führen würden, dass der Bericht nicht die Anforderungen nach GRI G4, Option "umfassend" sowie die GRI G4 Sector Disclosures "Electric Utilities" erfüllt. Wir haben nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt.

Darüber hinaus sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EVN keine wesentlichen Aspekte im Bericht ausgeschlossen hat und der Prozess zur Berichterstattung zuverlässige CSR-Daten und CSR-Informationen liefert.

Dipl.-Ing. Christof Böwing

Gutachter TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH

Datum: 17. November 2016

GRI G4 Content Index

Der GRI G4 Content Index ist das Grundgerüst des EVN Ganzheitsberichts 2015/16. Er gibt zum einen an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren zu finden sind; zum anderen wird hier dargestellt, welche Aspekte und/oder Indikatoren aufgrund der Einstufung der Wesentlichkeit berichtet oder nicht berichtet werden. Im Fall von partiellen Auslassungen würde direkt an der jeweiligen Textstelle im Bericht darauf verwiesen werden. Im Zuge der Berichtsprüfung durch den TÜV SÜD wurden alle wesentlichen Aspekte und Indikatoren überprüft (siehe Seite 224f). Der Index ist auch im Internet unter www.evn.at/GRI-Content-Index abgebildet.

Allgemeine
Standardangabe
Beschreibung Verweis auf die Seite
im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende Angaben
Allgemeine Standardangaben
Strategie und Analyse
G4-1 Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers 28ff
G4-2 Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen 101ff
Organisationsprofil
G4-3 Name der Organisation 22ff
G4-4 Überblick Produkte 22ff
G4-5 Hauptsitz der Organisation 22ff
G4-6 Überblick wichtigste Standorte 24f Die Hauptgeschäftsstandorte
sind Österreich, Bulgarien,
Mazedonien und Deutschland.
G4-7 Eigentümerverhältnisse und Rechtsform 43
G4-8 Märkte 24f
G4-9 Größe der Organisation 22ff, vordere Flappe
G4-10 Beschäftigungsprofil 58ff
G4-11 Anteil der Mitarbeiter mit Kollektivverträgen 63
G4-12 Beschreibung der Lieferkette 68f
G4-13 Veränderungen in der Aktionärsstruktur, Veränderungen in der Lieferkette
Wesentliche Veränderungen in der Organisation
Keine wesentlichen Veränderungen
G4-14 Vorsorgeprinzip 28ff, 50
G4-15 Unterstützung externer Initiativen 35, 86
G4-16 Aktive Mitgliedschaften Content.aspx www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSRStrategie/
EU1 Installierte Kapazität 27
EU2 Erzeugte Energie nach Quelle 110
EU3 Kundenanzahl 23ff
EU4 Länge der Fern- und Verteilleitungen 22
EU5 Kontingent der CO2-Emissionszertifikate 88
Ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen
G4-17 Unternehmen im konsolidierten Jahresabschluss 199ff
G4-18 Festlegung der Berichtsinhalte 34, hintere Flappe
G4-19 Wesentliche Aspekte 28f
G4-20 Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb der Organisation 28f
G4-21 Abgrenzung der wesentlichen Aspekte außerhalb der Organisation 28f
G4-22 Neudarstellung in der Berichterstattung Keine wesentliche Neudarstellung
G4-23 Änderung im Umfang und in den Grenzen der Aspekte Keine wesentliche Änderung
Einbindung von Stakeholdern
G4-24 Liste der Stakeholder 33
G4-25 Auswahl der Stakeholder 33
G4-26 Einbindung der Stakeholder 33ff, 35
G4-27 Ergebnisse der Einbindung 33ff
Standardangabe Beschreibung Online-Informationen Ergänzende Angaben
Allgemeine im Bericht bzw. auf
Verweis auf die Seite
Berichtsprofil
G4-28 Berichtszeitraum Hintere Flappe
G4-29 Vorheriger Bericht Hintere Flappe
G4-30 Berichtszyklus Hintere Flappe
G4-31 Kontakt zu Nachhaltigkeitsmanagement Hintere Flappe
G4-32 GRI-Index 226
G4-33 Externe Prüfung 224f
Unternehmensführung
G4-34 Führungsstruktur und Kontrollorgane, Komitees für Nachhaltigkeit 75ff
G4-35 Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements – Verantwortungsbereiche und
Umsetzungsprozess ausgehend vom höchsten Kontrollorgan
86
G4-36 Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer, gesellschaftlicher Themen an
höchstes Kontrollorgan
86
G4-37 Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und dem höchsten Kontrollorgan 33f
G4-38 Zusammensetzung des höchsten Kontrollorgans und seiner Komitees 75ff
G4-39 Trennung Aufsichtsrat und Vorstand 75ff
G4-40 Nominierungs- und Auswahlverfahren für das höchste Kontrollorgan 75ff
G4-41 Verfahren, um Interessenkonflikte zu vermeiden 75ff
G4-42 Zuständigkeiten des höchsten Kontrollorgans bei der Festlegung der Ziele,
Werte und Strategien im Zusammenhang mit wirtschaftlichen, ökologischen
und gesellschaftlichen Auswirkungen
86
G4-43 Weiterentwicklung der Kenntnisse des höchsten Kontrollorgans in Bezug auf
Nachhaltigkeit
86
G4-44 Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorgans bezüglich nachhaltiger
Entwicklung
87
G4-45 Rolle des höchsten Kontrollorgans hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer
und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen
35
G4-46 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Prüfung des Risikomanagements
hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Risiken
101
G4-47 Häufigkeit der Prüfung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen
Auswirkungen, Risiken und Chancen durch das höchste Kontrollorgan
103
G4-48 Höchstes Komitee oder höchste Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht
der Organisation prüft
87
G4-49 Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an das höchste Kontrollorgan 86
G4-50 Art und Gesamtzahl der kritischen Anliegen, die dem höchsten Kontrollorgan
mitgeteilt wurden
86
G4-51 Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte 76, 78, 82f
G4-52 Festlegung der Vergütung 82f
G4-53 Meinungsäußerungen der Stakeholder bezüglich der Vergütung 86f
G4-54 Verhältnis der Jahresgesamtvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum
mittleren Niveau der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten
63
G4-55 Verhältnis der prozentualen Steigerung der Jahresgesamtvergütung des höchst
bezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der prozentualen Steigerung der
Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten
63
Ethik und Integrität
G4-56 Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen 28, 45
G4-57 Interne und externe Verfahren zu Compliance und Integrität 45
G4-58 Meldung von Bedenken zur Integrität 46
Verweis auf die Seite
Spezifische im Bericht bzw. auf
Standardangabe Beschreibung Online-Informationen Ergänzende Angaben

Spezifische Standardangaben

KATEGORIE: WIRTSCHAFTLICH

Wirtschaftliche Leistung 92ff, 121ff
G4-EC1 Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert 47
G4-EC2 Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und
Chancen für die Aktivitäten der Organisation
101
G4-EC3 Deckung der Verpflichtungen der Organisation aus dem leistungsorientierten
Pensionsplan
64
G4-EC4 Finanzielle Unterstützung vonseiten der Regierung 48
Marktpräsenz 24ff
G4-EC5 Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum
lokalen Mindestlohn an Hauptgeschäftsstandorten
63
G4-EC6 Anteil der lokal angeworbenen Führungskräfte an Hauptgeschäftsstandorten 65f
Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen 47f
G4-EC7 Entwicklung und Auswirkung von Infrastrukturinvestitionen und geförderten
Dienstleistungen
48
G4-EC8 Art und Umfang erheblicher indirekter wirtschaftlicher Auswirkungen 47
Beschaffung
G4-EC9
Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten 68ff
68
Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit 28ff
EU10 Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage 30f
Demand Side Management 100f
Forschung und Entwicklung 100f
Stilllegung von Atomkraftwerken Nicht relevant, da die EVN keine Atomkraftwerke betreibt
Effizienz der Infrastruktur
EU11 Effizienz thermischer Kraftwerke 51
EU12 Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze 39
KATEGORIE: ÖKOLOGISCH
Materialien
G4-EN1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht und Volumen 53
G4-EN2 Anteil der Sekundärrohstoffe am Gesamtmaterialeinsatz 53
Energie
G4-EN3 Energieverbrauch innerhalb der Organisation 52f
G4-EN4 Energieverbrauch außerhalb der Organisation Aufgrund des Unternehmens
gegenstands nicht relevant
G4-EN5 Energieintensität 52f
G4-EN6 Verringerung des Energieverbrauchs 52f
G4-EN7 Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen Aufgrund des Unternehmens
gegenstands nicht anwendbar
Wasser
G4-EN8 Gesamtwasserentnahme nach Quelle 53f
G4-EN9
G4-EN10
Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen
Prozentsatz und Gesamtvolumen des wieder zugeführten und
wiederverwendeten Wassers
54
54

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Spezifische
Standardangabe
Beschreibung im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende Angaben
Biodiversität
G4-EN11 Standorte angrenzend an Schutzgebiete und Gebiete mit hohem Biodiversitäts
wert außerhalb von Schutzgebieten
55
G4-EN12 Beschreibung erheblicher Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten, Produktion
und Dienstleistungen auf die Biodiversität
54
EU13 Biodiversität von Ersatzflächen 55
G4-EN13 Geschützte oder renaturierte Lebensräume 54f
G4-EN14 Gefährdete Arten laut IUCN und nationalen Listen mit Lebensraum
in Geschäftsgebieten 55
Emissionen
G4-EN15
Direkte THG-Emissionen (Scope 1) 50ff
G4-EN16 Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2) 50ff
G4-EN17 Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3) 50ff
G4-EN18 Intensität der THG-Emissionen 50ff
G4-EN19 Reduktion der THG-Emissionen 50ff
G4-EN20 Emissionen Ozon abbauender Stoffe Alle EVN Anlagen sind
geschlossene Anlagen
G4-EN21 NOX, SOX und andere signifikante Luftemissionen 50ff
Abwasser und Abfall
G4-EN22 Gesamtvolumen der Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort 56f
G4-EN23 Abfall 56
G4-EN24 Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen 56
G4-EN25 Gefährlicher exportierter/importierter Abfall 56
G4-EN26 Bezeichnung, Größe, Schutzstatus und Biodiversität von Gewässern und damit
verbundenen Lebensräumen, die von der Organisation betroffen sind
57
Produkte und Dienstleistungen
G4-EN27 Reduktion der ökologischen Auswirkungen von Produkten keine Berichterstattung Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
G4-EN28 Prozentsatz der zurückgenommenen verkauften Produkte und
Verpackungsmaterialien nach Kategorie
Aufgrund des Unternehmens
gegenstands nicht relevant
Compliance
G4-EN29
Bußgelder und nicht monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung von
Umweltgesetzen und -vorschriften
Keine relevanten Vorkommnisse
Transport
G4-EN30
Erhebliche ökologische Auswirkungen durch den Transport Aufgrund des Unternehmens
gegenstands nicht relevant
Insgesamt
GN-EN31
Gesamte Aufwendungen und Investitionen für Umweltschutz 57
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN32 Anteil der auf Umweltschutz geprüften Lieferanten 69f
G4-EN33 Ökologische Auswirkungen in der Lieferkette keine Berichterstattung Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
Beschwerdeverfahren hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN34 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf ökologische Auswirkungen Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix

keine Berichterstattung

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Standardangabe Beschreibung Online-Informationen Ergänzende Angaben

KATEGORIE: GESELLSCHAFTLICH

Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

Beschäftigung
G4-LA1 Gesamtzahl der Mitarbeiter und Fluktuation 58, 60
G4-LA2 Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden 64
EU14 Sicherstellung des Fachkräftebedarfs 65
EU15 Anteil der Mitarbeiter, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Pension
gehen werden
61
EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten,
Wartungen, Instandhaltung
70f
EU18 Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings
absolviert haben
70f
G4-LA3 Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und Verbleibsrate nach der Elternzeit 63f
G4-LA4 Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen
63
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
G4-LA5 Anteil der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird 63
G4-LA6 Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte
Todesfälle
67
G4-LA7 Arbeiter mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung im Zusammenhang
mit ihrer Beschäftigung
66f
G4-LA8 Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen
mit Gewerkschaften behandelt werden
66f
Aus- und Weiterbildung
G4-LA9 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter 64f
G4-LA10 Programme für Kompetenzmanagement 64ff
G4-LA11 Mitarbeiter mit regelmäßiger Beurteilung 66
Vielfalt und Chancengleichheit
G4-LA12 Vielfalt und Chancengleichheit 60f
Gleicher Lohn für Männer und Frauen
G4-LA13 Lohnunterschiede nach Geschlecht 63
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA14 Anteil der auf Arbeitspraktiken geprüften Lieferanten 69f
G4-LA15 Auswirkungen auf Arbeitspraktiken in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA16 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf Arbeitspraktiken Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Menschenrechte
Investitionen
G4-HR1 Menschenrechte bei Investitionen 46
G4-HR2 Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern in Bezug auf
Menschenrechtspolitik und -verfahren der Organisation
45f

Gleichbehandlung

G4-HR3 Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen 47

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im Bericht bzw. auf
Standardangabe Beschreibung Online-Informationen
Ergänzende Angaben
Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
G4-HR4 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen 47
Kinderarbeit
G4-HR5 Geschäftsstandorte und Lieferanten mit Risiko von Kinderarbeit Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Zwangs- oder Pflichtarbeit
G4-HR6 Geschäftsstandorte und Lieferanten mit Risiko von Zwangs- und Pflichtarbeit Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Sicherheitspraktiken
G4-HR7 Sicherheitspersonal, das auf Menschenrechte geschult wurde 46
Rechte der indigenen Bevölkerung
G4-HR8 Vorfälle mit Verletzung der Rechte indigener Bevölkerung Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Prüfung bezüglich Menschenrechte
G4-HR9 Geschäftsstandorte, die auf Menschenrechte geprüft wurden 46
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechte
G4-HR10 Anteil der auf Menschenrechte geprüften Lieferanten 69f
G4-HR11 Auswirkungen auf Menschenrechte in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich Menschenrechte
G4-HR12 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf menschenrechtliche Auswirkungen Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Gesellschaft
Lokale Gemeinschaften
G4-SO1 Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften,
Folgenabschätzungen und Förderprogrammen 35, 38
EU22 Umsiedlungen Keine Umsiedlungen in der Berichtsperiode
G4-SO2 Geschäftstätigkeiten mit erheblichen negativen Auswirkungen
auf lokale Gemeinschaften 35
Korruptionsbekämpfung
G4-SO3 Geprüfte Geschäftsstandorte 46
G4-SO4 Schulungen zur Korruptionsprävention 45f
G4-SO5 Korruptionsfälle 46
Politik
G4-SO6 Gesamtwert der politischen Spenden, dargestellt nach Land und Keine relevanten Fälle
Empfänger/Begünstigtem
G4-SO7 Wettbewerbswidriges Verhalten
Wettbewerbsrecht
48f
Compliance
G4-SO8 Signifikante Bußgelder 48f
Disaster- und Notfallplanung 45
G4-SO9 Bewertung Lieferanten hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
Anteil der auf Gesellschaft geprüften Lieferanten
69f
G4-SO10 Auswirkungen auf Gesellschaft in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix
keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen

keine Berichterstattung

Spezifische
Standardangabe
Beschreibung im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende Angaben
Produktverantwortung
Kundengesundheit und -sicherheit
G4-PR1 Produkte, die auf Kundengesundheit geprüft wurden 40f
G4-PR2 Fälle von Nichteinhaltung von Produktsicherheit und Kundengesundheit 49
EU 25 Unfälle an Anlagen, bei denen unternehmensexterne Personen zu Schaden
kamen (z. B. Kunden, Anrainer)
41
Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
G4-PR3 Produktinformation 40
G4-PR4 Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln
in Bezug auf die Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
Keine relevanten Fälle
G4-PR5 Befragung zur Kundenzufriedenheit 37f
Marketing
G4-PR6
G4-PR7
Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte
Gesamtzahl der Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen
Verhaltensregeln in Bezug auf Werbung
40
Keine relevanten Fälle
G4-PR8 Schutz der Privatsphäre von Kunden
Gesamtzahl begründeter Beschwerden in Bezug auf die Verletzung der
Privatsphäre von Kunden und den Verlust von Kundendaten
Keine begründeten Beschwerden
Compliance
G4-PR9
Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen in Bezug auf die Bereitstellung
und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen
49
EU26 Zugang zu Grundversorgung
Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung
In allen Ländern, in denen die EVN tätig ist,
kann von einem vollen Zugang zur Grundversorgung
mit Energie ausgegangen werden.
EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen 39
EU28 Häufigkeit von Stromausfällen aus regulatorischen Gründen 39
EU29 Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls 39
EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke 39
Barrierefreie Kundeninformation 36, 62

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Zum Bericht

Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erstellt die EVN jährlich unter dem Titel Ganzheitsbericht einen integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht. Die gleichrangige Behandlung von Nachhaltigkeitsinhalten einschließlich des CSR-Programms mit dem Geschäftsbericht und dem Corporate Governance-Bericht spiegelt das Selbstverständnis der EVN als verantwortungsbewusstes Energieund Umweltdienstleistungsunternehmen wider. Ein zentrales Element im integrierten Geschäftsmodell der EVN ist die ausgewogene Berücksichtigung der Ansprüche ihrer unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen. Durch eine verstärkt an den Stakeholder-Gruppen orientierte Gliederung des Ganzheitsberichts können die vielfältigen und unterschiedlich gelagerten Informationsbedürfnisse zielgruppengerecht erfüllt werden. Der Bericht entspricht zudem den hohen Anforderungen des "Advanced Level" des UN Global Compact und dient auch der Darstellung der diesbezüglichen Fortschritte.

Verweise

Zum Teil finden sich weiterführende Inhalte auf der Homepage der EVN und werden durch Verweise im Bericht gekennzeichnet. Zudem enthält der Ganzheitsbericht Verweise auf GRI-Standards sowie auf Informationen an anderen Stellen des Berichts. Mit einer Differenzierung der unterschiedlichen Verweisarten wollen wir eine bessere Orientierung innerhalb und außerhalb des Berichts ermöglichen. Hier ein Überblick der verwendeten Verweisarten:

  • Verweis innerhalb des Ganzheitsberichts
  • Verweis auf Inhalte im Internet
  • Verweis auf GRI-Standard

Druck

Der Ganzheitsbericht ist nach dem Prinzip "Cradle to Cradle" gedruckt. Das bedeutet, dass beim Druck nur Materialien verwendet werden, die schadstofffrei und kreislauffähig sind.

Umfang des Berichts

Das Geschäftsjahr der EVN beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September. In den Geschäfts- sowie Nachhaltigkeitsberichtsteilen sind die Gesellschaften des Konsolidierungskreises der EVN, über den per 30. September 2016 gemäß Konsolidierungsvorschriften zu berichten ist, erfasst. Der Konsolidierungskreis ist im Anhang dargestellt.

Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) Version 4 "umfassend" und geht auch auf die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) ein. Die EVN strebt eine fundierte Ausrichtung auf jene Themen an, die für ihre Stakeholder von zentraler Bedeutung sind. Die Berichtsinhalte orientieren sich an den gesetzlichen Vorschriften, den Informationsbedürfnissen der Stakeholder sowie den wichtigsten Handlungsfeldern der EVN Wesentlichkeitsmatrix.

Im Vergleich zum Vorjahresbericht wurden weder die Darstellung von Informationen noch der Berichtsumfang wesentlich geändert. In Übereinstimmung mit den GRI-Berichtsstandards wird auf Angaben von geringerer Relevanz verzichtet, um durch den Fokus auf die Wesentlichkeit von Themen eine möglichst hohe Aussagekraft und Transparenz des Berichts zu gewährleisten. Die für die EVN nicht relevanten Indikatoren sind im GRI Content Index gekennzeichnet.

Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgte durch die Bereiche Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen sowie Umweltschutz und -controlling. Als Grundlage diente das GRI-Indikatorenprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde durch das unabhängige Prüfinstitut TÜV SÜD überprüft und offiziell bestätigt.

Die EVN ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern bemüht, so auch in diesem Ganzheitsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

Redaktionsschluss war der 17. November 2016.

  • Zur EVN Wesentlichkeitsmatrix siehe Seite 28f
  • Zum CSR-Bestätigungsvermerk siehe Seite 224f
  • Zum GRI Content Index siehe Seite 226ff
  • Zur Global Reporting Initiative siehe www.globalreporting.org

Impressum

Herausgeber: EVN AG, EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich T +43 2236 200-0 F +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 17. November 2016 Veröffentlichung: 13. Dezember 2016

Fotos: Udo Titz

Illustrationen: Kerstin Luttenfeldner/carolineseidler.com Konzept und Beratung: be.public Corporate & Financial Communications GmbH Redaktion: Georg Male (be.public), EVN Investor Relations Art Direction: Nadja Lessing (EVN Information und Kommunikation) Satz und Reinzeichnung: gugler* brand, 3390 Melk, www.gugler.at/brand Druck: gugler* print, 3390 Melk, www.gugler.at/print

Gedruckt nach der Richtlinie "Druckerzeugnisse" des Österreichischen Umweltzeichens. gugler*print, Melk, UWZ-Nr. 609, www.gugler.at

Höchster Standard für Ökoeffektivität. Cradle to CradleTM zertifizierte Druckprodukte innovated by gugler*. Bindung ausgenommen

Kontakt

Ansprechpartner Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger, Telefon +43 2236 200-12698 Mag. Matthias Neumüller, Telefon +43 2236 200-12128 Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473 E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner CSR-Themen

Mitglieder des CSR-Beratungsteams

CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] CSR-Organisation, Personalwesen: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected] Innovationsbeauftragte: Dipl.-Ing. Dr. Andrea Edelmann, Telefon +43 2236 200-12190, [email protected] Generalsekretariat und Corporate Affairs: MMag. Maximilian Hoyer, Telefon +43 2236 200-12142, [email protected] Information und Kommunikation: Dipl.-Ing. Felicitas Gruber, Telefon +43 2236 200-13402, [email protected] Investor Relations: Mag. Matthias Neumüller, Telefon +43 2236 200-12128, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, MSc, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected] Corporate Compliance Management: Mende Christian, Telefon +43 2236 200-12363, [email protected]

Service-Telefon für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Online-Report

EVN Online-Ganzheitsbericht 2015/16 www.investor.evn.at/gb/gb2016

Finanzkalender 2016/171)
Nachweisstichtag Hauptversammlung 09.01.2017 Ergebnis 1. Quartal 2016/17 28.02.2017
88. ordentliche Hauptversammlung 19.01.2017 Ergebnis 1. Halbjahr 2016/17 24.05.2017
Ex-Dividendentag 25.01.2017 Ergebnis 1.– 3. Quartal 2016/17 24.08.2017
Record-Date Dividende 26.01.2017 Jahresergebnis 2016/17 14.12.2017
Dividendenzahltag 27.01.2017
Basisinformationen2)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR =1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A3, stabil (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's)
1) Vorläufig

2) Per 30. September 2016