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EVN AG Annual Report 2015

Dec 10, 2015

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Annual Report

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Ganzheitsbericht 2014 /15

EVN Zukunftslabor @ EVN_Zukunftslabor

Die Welt von morgen? # Wir_haben_Antworten

Die Gestaltung der Zukunft mit ihren verschiedenen Facetten ist das zentrale Thema dieses Ganzheitsberichts. Den daraus erwachsenden Herausforderungen stellt sich die EVN aktiv und ganz bewusst. Um Zukunftsszenarien auszuloten und ganzheitlich zu betrachten, hat sie deshalb im Geschäftsjahr 2014/15 das EVN Zukunftslabor – einen internen Think Tank – ins Leben gerufen. Kernthemen seiner Analyse waren mögliche Ausprägungen des Umfelds, die eigene Standortbestimmung sowie die Identifikation zukunftsfähiger Geschäftsmodelle. Der vorliegende Ganzheitsbericht gibt Einblick in die Prozesse des EVN Zukunftslabors und die bisher erarbeiteten Ergebnisse.

Allen Teilnehmern des EVN Zukunftslabors sei an dieser Stelle für ihren Einsatz gedankt!

Kennzahlen

+/–
2014/15 2013/14 in % 2012/131)
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 4.882 4.395 11,1 3.332
davon erneuerbare Energie GWh 2.106 1.868 12,8 1.181
Stromverkauf an Endkunden GWh 19.263 19.318 –0,3 20.403
Gasverkauf an Endkunden GWh 5.241 5.383 –2,6 6.475
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 2.038 1.991 2,4 1.911
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.135,8 1.974,8 8,2 2.105,9
EBITDA Mio. EUR 583,2 184,1 540,0
EBITDA-Marge 2) % 27,3 9,3 25,6
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 268,2 –341,4 242,2
EBIT-Marge 2) % 12,6 –17,3 11,5
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 207,9 –373,3 170,7
Konzernergebnis Mio. EUR 148,1 –299,0 109,3
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.501,2 6.841,8 –5,0 7.283,7
Eigenkapital Mio. EUR 2.590,1 2.632,7 –1,6 3.079,2
Eigenkapitalquote 2) % 39,8 38,5 42,3
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.230,9 1.622,4 –24,1 1.809,6
Gearing2) % 47,5 61,6 58,8
Return on Equity (ROE)2) % 7,3 –9,5 5,0
Konzern-Cash-Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 478,3 546,0 –12,4 570,0
Investitionen3) Mio. EUR 322,7 396,3 –18,6 372,9
Net Debt Coverage (FFO)2) % 48,4 41,3 38,3
Interest Cover (FFO) x 7,4 8,1 –9,0 8,8
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 341,0 144,5 307,3
Capital Employed4) Mio. EUR 4.523,1 4.900,5 –7,7 5.046,6
Return on Capital Employed (ROCE) 2) % 5,3 –3,8 3,9
Operativer ROCE 2) % 7,5 2,9 6,1
Weighted Average Cost of Capital (WACC) 2) % 6,5 6,5 6,5
Economic Value Added (EVA®) 5) Mio. EUR 47,0 –174,1 –20,7
Aktie
Ergebnis EUR 0,83 –1,68 0,61
Dividende EUR 0,426) 0,42 0,42
Ausschüttungsquote 2) % 50,4 68,6
Dividendenrendite 2) % 4,3 4,1 3,7
Performance der Aktie
Kurs per Ultimo EUR 9,85 10,13 –2,7 11,29
Höchstkurs EUR 10,56 12,50 –15,6 12,66
Tiefstkurs EUR 9,50 9,76 –2,6 9,42
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 1.773,0 1.821,0 –2,6 2.031,0
Credit Rating
Moody's A3, stabil A3, negativ A3, stabil
Standard & Poor's BBB+, stabil BBB+, stabil BBB+, stabil

1) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

2) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

5) Definition laut Stern Stewart & Co.

6) Vorschlag an die Hauptversammlung

2014/15 2013/14 2012/13
Mitarbeiter
Mitarbeiter gesamt Ø 6.973 7.314 7.445
davon Österreich Ø 2.378 2.407 2.407
davon Ausland Ø 4.595 4.907 5.038
Mitarbeiterfluktuation % 2,2 2,8 3,2
Frauenanteil % 21,9 21,4 21,9
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter Std. 30,7 34,9 31,3
Anzahl der Arbeitsunfälle 83 97 121

Umwelt

Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) t 2.610.312 2.215.563 1.677.385
Spezifische Treibhausgasemissionen (Scope 1) kg/MWh 334,31 336,21 281,54
NOX-Emissionen t 893 823 1.065
Gefährliche Abfälle1) t 11.246 10.703 9.266
Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser) 2.275.214 2.279.469 2.040.738

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

Eigenkapital, Nettoverschuldung in Mio. EUR Gearing in %

Cash Flow und Investitionen in Mio. EUR

Investitionen

Umsatz, EBITDA in Mio. EUR EBITDA-Marge in %

Mitarbeiter nach Regionen

Österreich

Inhalt

Intro 2 Zum Bericht
3 Editorial
4 "Intelligente Netze und Energie-Management sind die Zukunft "
(Interview mit den Mitgliedern des Vorstands)
10 Bericht des Aufsichtsrats
13 Operative Highlights 2014/15
14 "EVN Zukunftslabor: Neue Impulse, neues Mindset"
Unternehmen & Strategie 27 Unternehmen und Ressourcen
34 Strategie
Stakeholder 42 Stakeholder
45 Kundinnen und Kunden
55 Aktionäre und Anleger
60 Gesellschaft
67 Umwelt und Klima
79 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
91 Lieferanten
Corporate Governance 96 Corporate Governance-Bericht
105 Corporate Governance und Nachhaltigkeit
Konzernlagebericht 106 Energiepolitisches Umfeld
109 Wirtschaftliches Umfeld
110 Energiewirtschaftliches Umfeld
111 Geschäftsentwicklung
118 Nichtfinanzielle Kennzahlen
120 Risikomanagement
125 Aktienstruktur und Angaben zum Kapital
126 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015/16
Segmentberichterstattung 128 Entwicklung der Segmente
130 Erzeugung
132 Energiehandel und -vertrieb
133 Netzinfrastruktur Inland
135 Energieversorgung Südosteuropa
137 Umwelt
139 Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzernabschluss 2014/15 141
Service 220 Glossar
224 CSR-Programm
234 Beiräte und Gremien
235 CSR-Bestätigungsvermerk
237 GRI G4 Content Index
Umschlag Kontakt
Umschlag Wesentliche Beteiligungen der EVN AG
Umschlag Impressum

Zum Bericht

Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erstellt die EVN jährlich unter dem Titel Ganzheitsbericht einen integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht. Die gleichrangige Behandlung von Nachhaltigkeitsinhalten einschließlich des CSR-Programms mit dem Geschäftsbericht und dem Corporate Governance-Bericht spiegelt das Selbstverständnis der EVN als verantwortungsbewusstes Energieund Umweltdienstleistungsunternehmen wider. Ein zentrales Element im integrierten Geschäftsmodell der EVN ist die ausgewogene Berücksichtigung der Ansprüche ihrer unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen. Durch eine verstärkt an den Stakeholder-Gruppen orientierte Gliederung des Ganzheitsberichts können die vielfältigen und unterschiedlich gelagerten Informationsbedürfnisse zielgruppengerecht erfüllt werden. Der Bericht entspricht zudem den hohen Anforderungen des "Advanced Level" des UN Global Compact und dient auch der Darstellung der diesbezüglichen Fortschritte.

Verweise

Zum Teil finden sich weiterführende Inhalte auf der Homepage der EVN und werden durch Verweise im Bericht gekennzeichnet. Zudem enthält der Ganzheitsbericht Verweise auf GRI-Standards sowie auf Informationen an anderen Stellen des Berichts. Mit einer Differenzierung der unterschiedlichen Verweisarten wollen wir eine bessere Orientierung innerhalb und außerhalb des Berichts ermöglichen. Hier ein Überblick der verwendeten Verweisarten:

  • Verweis auf GRI-Standard
  • Verweis innerhalb des Ganzheitsberichts
  • Verweis auf Inhalte im Internet

Druck

Der Ganzheitsbericht ist nach dem Prinzip "Cradle to Cradle" gedruckt. Das bedeutet, dass beim Druck nur Materialien verwendet werden, die schadstofffrei und kreislauffähig sind. Dadurch wird auch bei der Produktion des Ganzheitsbericht der für uns hohe Stellenwert der Nachhaltigkeit unterstrichen.

Umfang des Berichts

Das Geschäftsjahr der EVN beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September. In den Geschäfts- sowie Nachhaltigkeitsberichtsteilen sind die Gesellschaften des Konsolidierungskreises der EVN, über den per 30. September 2015 gemäß Konsolidierungsvorschriften zu berichten ist, erfasst. Der Konsolidierungskreis ist im Anhang dargestellt.

Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) Version 4 "umfassend" und geht auch auf die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) ein. Die EVN strebt eine fundierte Ausrichtung auf jene Themen an, die für ihre Stakeholder von zentraler Bedeutung sind. Die Berichtsinhalte orientieren sich an den gesetzlichen Vorschriften, den Informationsbedürfnissen der Stakeholder sowie den wesentlichsten Handlungsfeldern der EVN Wesentlichkeitsmatrix (Seite 37). Bei der Entwicklung dieser Matrix wurden von internen und externen Stakeholdern der EVN jene Bereiche identifiziert, die die größten Auswirkungen und Chancen, aber auch Risiken für das Unternehmen und seine Stakeholder in sich bergen. Die CSR-Wesentlichkeitsmatrix wird regelmäßig einer Evaluierung unterzogen, um auf neue Trends und für die Anspruchsgruppen aktuelle Themen einzugehen. Eine detaillierte Auflistung der Handlungsfelder und der dazugehörigen GRI-Aspekte, auf deren Basis die Berichtsinhalte festgelegt wurden, findet sich im Internet unter www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSR-Berichterstattung.aspx.

Im Vergleich zum Vorjahresbericht wurden weder die Darstellung von Informationen noch der Berichtsumfang wesentlich geändert. In Übereinstimmung mit den GRI-Berichtsstandards wird auf Angaben von geringerer Relevanz verzichtet, um durch den Fokus auf die Wesentlichkeit von Themen eine möglichst hohe Aussagekraft und Transparenz des Berichts zu gewährleisten. Die für die EVN nicht relevanten Indikatoren sind im GRI Content Index am Ende dieses Berichts gekennzeichnet.

Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgte durch die Bereiche Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen sowie Umweltschutz und -controlling. Als Grundlage diente das GRI-Indikatorprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde vom TÜV SÜD überprüft und offiziell bestätigt (siehe Seite 235).

Die EVN ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern bemüht, so auch in diesem Ganzheitsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

Redaktionsschluss war der 25. November 2015.

  • Für weiterführende Informationen zur Festlegung der Berichtsinhalte siehe Seite 42f.
  • Informationen zur Global Reporting Initiative unter: www.globalreporting.org
  • Ab Seite 237 finden Sie den GRI Content Index.

Editorial

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren!

Im Geschäftsjahr 2014/15 ist das operative Geschäft zufriedenstellend verlaufen, und dank einer guten Entwicklung des Cash Flow konnten wir unsere Nettoverschuldung deutlich reduzieren (siehe Seite 116).

Die strukturellen Themenstellungen für den Energiemarkt sind aber weiterhin aufrecht. So ist aufgrund der Verwerfungen auf den Großhandelsmärkten vor allem ein rentabler Einsatz von Gaskraftwerken weiterhin nicht möglich. Es entwickeln sich aber zusehends neue Marktmechanismen, in denen die Bereitstellung von Kraftwerksreserven berücksichtigt wird. Die EVN stellt ihre Gaskraftwerke bereits seit 2011 als Reserve für den süddeutschen Raum zur Verfügung und wird dies auch weiterhin tun (siehe Seite 130).

In Südosteuropa schreitet die Öffnung der Strommärkte weiter voran. Dabei werden in Bulgarien die Geschäftskunden bereits sukzessive in den liberalisierten Markt übergeführt, während die Haushalts- und Gewerbekunden noch zu regulierten Preisen beliefert werden. In Mazedonien erfolgt die Liberalisierung schrittweise für einzelne Kundengruppen, jeweils in Abhängigkeit von ihrem Jahresstromverbrauch. In beiden Ländern hat sich die EVN bereits mit eigenen Liefer- und Handelsgesellschaften positioniert, um am liberalisierten Markt teilnehmen zu können (siehe Seite 107f bzw. Seite 135ff).

Im internationalen Projektgeschäft haben wir im Geschäftsjahr 2014/15 eine Einigung mit der Stadt Moskau bezüglich der Natriumhypochloritanlage gefunden. Die Anlage wurde an das städtische Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen veräußert und im März erfolgreich in Betrieb genommen. Nach diesem Schritt werden wir uns in diesem Bereich nun wieder auf neue Projekte konzentrieren (siehe Seite 137).

Die Investitionsstrategie der EVN sieht einen klaren Fokus auf den Heimmarkt Niederösterreich vor. Innerhalb von vier Jahren soll hier 1 Mrd. Euro in die Bereiche Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und Wasserversorgung fließen. Der Hauptschwerpunkt liegt dabei auf Netzinvestitionen, um das erhöhte Einspeisevolumen aus erneuerbarer Erzeugung transportieren und die Netzstabilität gewährleisten zu können. Oberstes Ziel ist bei alldem die Gewährleistung der Versorgungssicherheit für unsere Kunden. Im Bereich Windkraft haben wir zuletzt den Windpark Prottes-Ollersdorf mit einer Leistung von 37 MW fertiggestellt. Damit verfügt die EVN über eine Kapazität von 250 MW zur Erzeugung von Windstrom und kommt ihrem Ausbauziel von 300 MW immer näher. In der Wasserversorgung sind wir laufend dabei, unsere Leitungsnetze in den Ballungsräumen zu verstärken. Gleichzeitig errichten wir Naturfilteranlagen zur natürlichen Reduktion der Wasserhärte, um den steigenden Anforderungen der Kunden an die Wasserqualität zu entsprechen. Zwei solcher Anlagen konnten bereits in Betrieb genommen werden, eine weitere Anlage befindet sich derzeit in Bau.

Die Energiewirtschaft befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Altbewährte Prinzipien scheinen nicht mehr zu gelten, neue Geschäftsmodelle etablieren sich, und neue Wettbewerber werden aktiv. Die EVN hat sich vor diesem Hintergrund in den vergangenen Monaten intensiv mit Szenarien und Optionen für die künftige Unternehmensentwicklung befasst. Deshalb möchten wir das Thema Zukunft in diesem Ganzheitsbericht ganz in den Mittelpunkt rücken. Dazu beschreiben wir den Prozess, den wir durchlaufen haben, um mögliche Zukunftsszenarien zu erarbeiten. In weiterer Folge beschäftigen wir uns dann näher mit jenen Szenarien, die wir für wahrscheinlich halten, und zeigen mögliche Antworten der EVN auf (siehe Seite 14ff).

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Detaillierte Informationen zu den Mitgliedern des Vorstands und ihrer Ressortverantwortung finden sich im Corporate Governance-Bericht ab Seite 96.

"Intelligente Netze und Energie-Management sind die Zukunft ..."

Peter Layr und Stefan Szyszkowitz, die beiden Mitglieder des Vorstands der EVN AG, im Interview zu den Energiemärkten im Allgemeinen und zur Entwicklung des EVN Konzerns im Geschäftsjahr 2014/15 im Besonderen.

Herr Layr, die EVN ist in unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig. Wie lässt sich Ihr Unternehmen am treffendsten beschreiben?

Layr: Wir verwenden gern den Begriff des "umfassenden Versorgers". Wir beliefern unsere Kunden mit unterschiedlichen Produkten des täglichen Bedarfs: Energie in Form von Strom, Gas und Wärme, sauberes Trinkwasser sowie Dienstleistungen im Bereich der Telekommunikation. Darüber hinaus sorgen wir dafür, dass Abwasser in gereinigter Form wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt und Abfall thermisch verwertet wird. Abgerundet wird dieses Angebotsspektrum durch Beratungsdienstleistungen im Bereich der Energieversorgung. Damit bieten wir unseren Kunden eine umfassende Palette, aus der sie einzelne Produkte oder Kombinationen wählen können. Das Credo der EVN ist, dass wir bei allen unseren Produkten und Dienstleistungen die Qualität und die Versorgungssicherheit an die oberste Stelle setzen.

Wäre es nicht einfacher, sich auf einzelne Produkte bzw. einzelne Bereiche zu konzentrieren?

Layr: Wir richten uns nach den Bedürfnissen unserer Kunden aus, deshalb sind wir von diesem breiten Angebot in der öffentlichen Versorgung überzeugt. Denn für die Kunden hat unser Geschäftsmodell den Vorteil, dass sie alle Leistungen – die ja in einem engen Zusammenhang stehen – aus einer Hand beziehen können. Mit unseren Kundenzentren sowie unserem Störungsdienst stehen den Kunden rund um die Uhr kompetente Mitarbeiter als persönliche Ansprechpartner zu all diesen Themen zur Verfügung.

Szyszkowitz: Wir sind als integriertes Unternehmen im Energiegeschäft auf sämtlichen Stufen der Wertschöpfungskette tätig. Wir erzeugen Strom in unseren eigenen erneuerbaren und thermischen Kraftwerken und Anlagen, wir transportieren Energie über unsere Netzinfrastruktur, und wir liefern die Energie im Rahmen der Energie-Allianz Austria zu unseren Kunden nach Hause. Die eigenen Erzeugungsanlagen stellen dabei eine natürliche Absicherung dar. Wir können unseren Kunden dadurch ausreichend Energie zur Verfügung stellen, auch wenn diese auf dem Markt nicht oder nur sehr teuer erhältlich sein sollte. Und mit unseren Strom-, Gas- und Wärmenetzen stellen wir sicher, dass die Energie auch beim Kunden ankommt.

Seinen Kunden mit einer breiten Angebotspalette Sicherheit und Komfort bieten zu können, bringt ohne Zweifel Vorteile für ein erfolgreiches Bestehen im Markt. Inwieweit profitiert das Unternehmen selbst von diesem Ansatz?

Layr: Für das Unternehmen sehen wir zwei wesentliche Vorteile: Zum einen wird durch ein umfassendes Angebot die Kundenbindung erhöht. Wenn wir die Kunden in einem Bereich mit unserer Service-

qualität überzeugen, dann trauen sie uns diese Kompetenz auch in anderen Bereichen zu. Die Zufriedenheit unserer Kunden spiegelt sich in einer hohen Loyalität zum Unternehmen wider, und dadurch verfügen wir über eine breite und stabile Kundenstruktur. Der zweite positive Effekt ist eine kerngeschäftsnahe Diversifikation und damit eine Stabilisierung der Ergebnisse im Konzern. Insbesondere können wir damit die in den verschiedenen Zyklen der Energiewirtschaft variierenden Ergebnisbeiträge der einzelnen Wertschöpfungsstufen ausgleichen.

Welche Rolle spielt dabei das Umweltgeschäft?

Szyszkowitz: Das Umweltgeschäft mit seiner Unabhängigkeit von energiewirtschaftlichen Entwicklungen sorgt für einen zusätzlichen Stabilisierungseffekt im Konzern. Zudem stärkt es unsere Positionierung als verantwortungsbewusstes Unternehmen, das mit seiner Geschäftstätigkeit einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leistet.

Diversifikation ist ein zentrales Strategieelement der EVN. Welche Bedeutung hat dies für die unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen?

Szyszkowitz: Die Aktionäre können mit einer stabilen Geschäftsentwicklung rechnen. Die Kunden verfügen über einen verlässlichen Partner, der das Versprechen einer sicheren und nachhaltig ausgerichteten Versorgung einhalten kann. Und die Mitarbeiter profitieren von einem verlässlichen Arbeitgeber.

Kommen wir nun zur Entwicklung im Geschäftsjahr 2014/15. Wie ist das Jahr gelaufen?

Layr: In Anbetracht des schwierigen Umfelds auf dem Energiemarkt sind wir mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Wir haben ein deutlich positives Ergebnis erreicht. Die Struktur unserer Bilanz kann als solide bezeichnet werden, und unsere Ratings sind im guten Investment-Grade-Bereich angesiedelt.

Szyszkowitz: Der operative Cash Flow war stark und konnte unsere Investitionen und auch die Dividendenzahlung abdecken. Gleichzeitig ist es gelungen, die Nettoverschuldung deutlich zu senken. Dank dieser Entwicklungen sind wir auf dem Kapitalmarkt gern gesehen und können jederzeit Finanzmittel durch die Emission von Anleihen oder die Aufnahme von Krediten beziehen.

Sie haben die Investitionen erwähnt. Wie sieht die Investitionsstrategie der EVN generell aus?

Layr: Wir investieren innerhalb eines vierjährigen Zeitraums 1 Milliarde Euro in Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und Wasser-

"Wir investieren 1 Milliarde Euro in Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und Wasserversorgung in Niederösterreich." Peter Layr

versorgung in Niederösterreich. In den vergangenen zwei Jahren haben wir schon viel umgesetzt; gleichzeitig haben wir aber noch viel vor uns.

Warum gerade diese Bereiche?

Layr: Das hängt mit unserem Anspruch zusammen, die Versorgungssicherheit für unsere Kunden hoch zu halten. Gut ausgebaute Netze sind die Voraussetzung dafür, dass die immer stärker zunehmende, gleichzeitig aber auch sehr volatile Erzeugung aus erneuerbaren Quellen verlässlich zu den Verbrauchern transportiert werden kann. Den Ausbau der erneuerbaren Erzeugung forcieren wir, um unseren konzernweiten Eigendeckungsgrad (Anteil des selbst produzierten Stroms am gesamten Verkaufsvolumen, Anm.) sowie den Anteil biogener Energieproduktion zu erhöhen. In der Wasserversorgung verhält es sich ähnlich, auch hier genießen die Themen Qualität und Versorgungssicherheit höchste Priorität. Mit unseren Investitionen stellen wir weiterhin sicher, dass bei einer gesteigerten Nachfrage selbst in den verbrauchsstarken Sommermonaten ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht.

Wie stellen Sie sicher, dass sich die Investitionen auch rechnen?

Szyszkowitz: Als börsenotiertes Unternehmen sind wir unseren Aktionären gegenüber verpflichtet, die Wirtschaftlichkeit der Investitionen zu beachten. Abgesehen davon ist dies eine Grundvoraussetzung für nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften. Im Netzgeschäft hält uns das in Österreich geltende Anreizmodell dazu an, unsere Kosten zu optimieren und die Produktivität zu steigern. So profitiert jeder von effizienten Strukturen. Mit der höheren Eigenerzeugung, die wir auch durch den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energie erreichen wollen, sichern wir uns zudem noch besser gegen Marktschwankungen an den Strombörsen ab. Die erneuerbare Energie forcieren wir aber ganz bewusst nur in Österreich – und hier natürlich in unserem Heimmarkt Niederösterreich –, da wir hier auf die Stabilität der Rahmenbedingungen vertrauen können. In der Wasserversorgung wiederum können wir durch die Bindung des Wasserpreises an den Verbraucherpreisindex unseren Kunden ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Auch in diesem Geschäftsfeld ist der Erfolg von der Kosteneffizienz abhängig.

Herr Layr, Sie haben vor einigen Monaten gesagt, dass Sie nicht mehr in die Erzeugung aus fossilen Energieträgern investieren wollen. Wie sieht die Perspektive der thermischen Kraftwerke aus?

Layr: Es ist richtig, dass der Zug eindeutig in Richtung erneuerbare Energie fährt. Die thermische Erzeugung und im Speziellen die Gaskraftwerke spielen als Reservekapazitäten aber weiterhin eine wichtige Rolle im Energiesystem. Diese Reservekapazitäten sind zur Netzstabilisierung unbedingt erforderlich. Denn sie stellen in Zeiten geringen Wind- bzw. Sonnenaufkommens die benötigte Energie zur Verfügung; und bei einem hohen Angebot an Sonnen- und Windstrom erhalten sie durch ihre Flexibilität die Stabilität der Netze.

Welche Ziele haben Sie sich beim Ausbau der erneuerbaren Energie gesetzt?

Szyszkowitz: Unser Ziel ist es, mittelfristig den Anteil des selbst produzierten Stroms aus erneuerbarer Energie zu steigern. Beim weiteren Ausbau konzentrieren wir uns auf die Windenergie in Niederösterreich. Hier verfügen wir bereits über 250 MW installierte Kapazität; in den nächsten drei Jahren werden wir ein Niveau von 300 MW erreichen. Zusätzlich haben wir weitere Projekte in der Pipeline, für die wir teilweise schon Bewilligungen haben oder uns im Prozess der Bewilligung befinden. Die Umsetzung dieser Projekte wird auch von der Weiterentwicklung der großtechnischen Energspeichertechnologien abhängen.

Stichwort Speichertechnologien: Welche Maßnahmen setzt die EVN zur Weiterentwicklung der Möglichkeiten zur "Aufbewahrung" von Strom?

Layr: Hier sind wir auf verschiedenen Ebenen aktiv. Wichtigstes Projekt ist derzeit die Errichtung eines Großspeichers mit einer Leistung von 2,5 MW. Dies entspricht etwa der Leistung von 100 E-Autos der Mittelklasse. Gemeinsam mit der TU Wien werden wir dann über einen Zeitraum von zwei Jahren die Möglichkeiten der Netzstabilisierung mithilfe dieses Großspeichers wissenschaftlich untersuchen. Der Zeithorizont des Pilotprojekts ist aber wesentlich größer: Die Batterie hat eine Lebensdauer von 15 Jahren.

Werden solche Batteriespeicher andere Reservekapazitäten ersetzen können?

Szyszkowitz: Die Lösung des Speicherproblems ist die zentrale Zukunftsfrage für das Gelingen der Energiewende. Wir denken, dass Batterien aufgrund der noch hohen Kosten das Problem der Speicherung großer Strommengen derzeit nicht lösen werden, aber sie können sehr wohl ihren Beitrag zur Netzstabilisierung leisten.

Wie kann ein darüber hinausgehender Energiebedarf gedeckt werden?

Szyszkowitz: Flexibel einsetzbare thermische Erzeugungsanlagen werden auch weiterhin notwendig sein. Im Unterschied zur Vergangenheit werden diese aber nicht kontinuierlich in das Netz einspeisen, sondern nur temporär den Spitzenbedarf abdecken. Gaskraftwerke bieten sich hier an, da sie schnell einsatzbereit sind. Die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit tritt dabei in den Vordergrund.

Sind die Gaskraftwerke wirtschaftlich, wenn ihr Einsatz zeitlich so eingeschränkt ist?

Layr: Im derzeit herrschenden System rechnen sie sich nicht. Dass es aber auch Ansätze alternativer Modelle gibt, zeigt die deutsche Bundesnetzagentur vor: Sie fordert die Vorhaltung von Reservekapazitäten ein und gesteht für deren Bereitstellung auch eine angemessene Vergütung zu. Mit dem temporären Einsatz der Kraftwerke können die Betreiber zudem Zusatzerträge erzielen. Tatsächlich stellt die EVN dem Übertragungsnetzbetreiber im süddeutschen Raum ihre Gaskraftwerke in Theiss und Korneuburg bereits seit 2011 als Reservekapazität zur Verfügung und wird das auch in den kommenden Jahren tun. Die entsprechenden Verträge sind bereits unterschrieben. Dass Reserven auch tatsächlich benötigt werden, zeigt die Tatsache, dass unsere Anlagen im vergangenen Jahr mehr als 80 Mal abgerufen wurden.

Szyszkowitz: Die Bereitstellung von Reservekapazität erfolgt derzeit auf Basis von bilateralen Verträgen. Hier wäre aber eine Grundsatzentscheidung über eine Anpassung des Marktdesigns erforderlich. Denn in einem vernetzten Europa macht die Versorgungssicherheit nicht an Landesgrenzen Halt. Die technischen und ökonomischen Parameter der einzelnen Länder müssen aufeinander abgestimmt sein, und das Marktmodell ist an das neue Umfeld anzupassen. Dabei hat die Versorgungssicherheit höchste gesellschaftliche Priorität.

Aktuell ist auch die Einführung der intelligenten Zähler, der so genannten Smart Meters, in der öffentlichen Berichterstattung präsent. Wie erfolgt die Umsetzung in der EVN?

Layr: Seit 2013 haben wir in mehreren Pilotprojekten unterschiedliche Gerätetypen und Technologien für eine sichere Datenübertragung getestet. Derzeit arbeiten wir an den technischen Voraussetzungen, mit denen ein sicheres Ablesen der Verbrauchsdaten gewährleistet werden kann. Denn die Datensicherheit ist das zentrale Thema im Zusammenhang mit der Einführung der Smart Meters. Wir werden jeden Kunden fragen, ob er die Funktionen des intelligenten Zählers auch haben möchte. Denn wir denken, dass die bewusste Entscheidung des Kunden die Akzeptanz für die neue Zählergeneration erhöhen wird. Wir müssen auch darauf Bedacht nehmen, dass die Smart Meters wesentliche Elemente der Netzinfrastruktur sind und vor Cyber-Attacken geschützt werden müssen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Daher werden wir bei der Auswahl der Geräte besonders hohe Maßstäbe ansetzen.

Eine andere gesetzliche Vorgabe ist das neue Energieeffizienzgesetz. Wie läuft hier die Umsetzung?

Szyszkowitz: Wir sind als Energielieferant seit 1. Jänner 2015 dazu verpflichtet, die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen bei unseren Kunden nachzuweisen. Konkret soll der Energieverbrauch jährlich um 0,6 % gesenkt werden. Für uns hat das Thema besonders hohe Bedeutung, denn der Name EVN steht ja auch für den Grundsatz "Energie vernünftig nutzen". Deshalb begleiten wir unsere Kunden ganz gezielt und umfassend bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und bei der Erreichung von Einsparungszielen.

Wie wollen Sie die gesetzliche Vorgabe erfüllen?

Layr: Mit dem Angebot unserer Energiedienstleistungen haben wir bereits konkrete Schritte gesetzt. Wir bieten verschiedenste Dienstleistungen an, mit denen wir unsere Kunden bei der Senkung ihres Energieverbrauchs unterstützen. Beispiele dafür sind etwa die

"Unser Ziel ist es, mittelfristig den Anteil des selbst produzierten Stroms aus erneuerbarer Energie zu steigern." Stefan Szyszkowitz

thermografische Untersuchung von Gebäuden oder die Beratung im Zuge eines Heizungstauschs, mit denen wir unseren Kunden Ineffizienzen in der Energienutzung und gleichzeitig Möglichkeiten zur Energieeinsparung aufzeigen.

Wie werden diese neuen Dienstleistungen angenommen?

Szyszkowitz: Wir stellen steigendes Interesse unserer Kunden fest. Mit der Einführung unserer so genannten "Bonuswelt" haben wir einen zusätzlichen Anreiz gesetzt, unsere Angebote zu nutzen. Im Rahmen dieser Aktion erhalten unsere Strom- und Gaskunden seit dem 1. Oktober 2014 automatisch Bonuspunkte, die dann für die Nutzung von Energiedienstleistungen eingesetzt werden können. Damit ersparen sich unsere Kunden bares Geld.

Layr: Das Bonuspunkte-Programm bietet den Kunden zwei wesentliche Vorteile: Sie ersparen sich bei der Durchführung einer Effizienzmaßnahme einen Teil der Kosten, zudem sinkt ihr Energieverbrauch langfristig. Und auch die EVN profitiert in zweifacher Weise, da wir mit der Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen einerseits die von unseren Kunden positiv wahrgenommene Beratungskompetenz einbringen können und andererseits die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Die Bonuspunkte können im Übrigen auch bei der Anschaffung neuer und effizienterer Geräte eingesetzt werden.

Die Wärmeversorgung stellt mittlerweile einen wichtigen Teil Ihres Geschäfts dar. Wie ist dieses Geschäftsfeld aufgestellt?

Szyszkowitz: Wir sind in der Naturwärmeversorgung der größte Anbieter in Österreich. Mit Naturwärme meinen wir die Produktion der Wärme aus Biomasse, also überwiegend aus Holz-Hackschnit-

"Wir begleiten unsere Kunden ganz gezielt und umfassend bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen." Stefan Szyszkowitz

zeln. Wir waren hier in der Erschließung der Ballungsräume schon sehr früh aktiv und decken mit unseren mehr als 60 Anlagen weite Bereiche Niederösterreichs ab.

Layr: Die Anlagen stehen in Gemeinden oder Städten im gesamten Bundesland; damit ist die Nähe zum Kunden hier sprichwörtlich gegeben, und die Marke EVN flächendeckend präsent. Aber noch wichtiger ist, dass wir den Kunden den höchsten Komfort in der Bereitstellung von Wärme bieten können und dabei die Produktion umweltfreundlich ist.

Sie sind auch in der Wasserversorgung in Niederösterreich aktiv. Welche Anforderungen stellen die Kunden hier?

Layr: Wir versorgen mittlerweile mehr als 560.000 Einwohner Niederösterreichs direkt oder indirekt mit sauberem Trinkwasser. Höchste Priorität hat natürlich auch in diesem Geschäftsfeld die Versorgungssicherheit. Deshalb erschließen wir laufend neue Quellen und Brunnenfelder oder verbinden bestehende, um auch in niederschlagsarmen Monaten alle Regionen in unserem Versorgungsgebiet ausreichend versorgen zu können.

Szyszkowitz: Neben dem berechtigten Anspruch auf Versorgungssicherheit steigen die Anforderungen der Kunden an die Wasserqualität. Dies betrifft vor allem die Reduktion der Wasserhärte. Diese können wir in unseren Naturfilteranlagen mittels Membrantechnik und ohne den Zusatz von Chemikalien auf natürliche Art reduzieren. Zwei solche Anlagen sind bereits in Betrieb, eine dritte ist in Bau.

Kommen wir zurück zum Energiegeschäft. Wie entwickeln sich Ihre Auslandsmärkte in Südosteuropa?

Layr: Wir sehen eine Stabilisierung des politischen Umfelds und auch wieder steigende volkswirtschaftliche Wachstumsraten. Die Herausforderungen der vergangenen Jahre bleiben aber nach wie vor bestehen: Die schrittweise Liberalisierung, sowohl in Mazedonien als auch in Bulgarien, verändert das Umfeld. Die Marktteilnehmer und vor allem die Kunden sind zum Teil aber noch nicht wirklich darauf vorbereitet. Wir bemühen uns jedoch darum, gemeinsam mit den lokalen Regulierungsbehörden und anderen Stakeholdern Lösungen für die Umsetzung der Liberalisierung zu finden. Funktionierende Märkte brauchen stabile Rahmenbedingungen und aktive Marktteilnehmer. Sie beruhen auf Vertrauen, das nicht von heute auf morgen entsteht. Diese Entwicklung hat auch in Österreich einige Jahre gedauert.

Szyszkowitz: Ein weiterer wichtiger Faktor sind die operativen Maßnahmen zur Performance-Verbesserung. Hier haben wir durch lückenloses Zählerdaten-Management und durch Verbesserungen

der Netzinfrastruktur schon einiges erreicht und arbeiten intensiv daran, die Netzverluste weiter zu reduzieren und gleichzeitig die Einbringlichkeit der Forderungen zu erhöhen. Deshalb sind wir guter Dinge, in der Region mittelfristig auch höhere Ergebnisbeiträge erzielen zu können.

Was hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im internationalen Projektgeschäft des Umweltsegments getan?

Szyszkowitz: Wir haben nach intensiven Verhandlungen mit der Stadt Moskau eine für beide Seiten positive Lösung für das Projekt Natriumhypochloritanlage gefunden: Das städtische Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen hat die Anlage erworben und damit die Investitionskosten und auch zukünftige Ertragsanteile der EVN abgedeckt.

Und wie sehen die Planungen für das Umweltsegment aus?

Layr: Wir wollen uns jetzt wieder auf die Akquisition von Neuprojekten konzentrieren. Die Erdöl exportierenden Länder des Nahen und Mittleren Ostens, insbesondere jene auf der arabischen Halbinsel, haben hohen Investitionsbedarf in der Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung. Wir können mit unserer Projekterfahrung dort einen Beitrag leisten und neue Märkte für die EVN erschließen. Selbstverständlich gehen wir bei der Akquisition sehr sorgsam vor und gehen in neue Märkte nur nach Absicherung des politischen Risikos.

Herr Layr, welche Herausforderungen kommen auf die Energiewirtschaft und auf die EVN im Speziellen in den nächsten Jahren zu?

Layr: Die Digitalisierung verändert derzeit alle Lebensbereiche. Auch in der Energiewirtschaft entstehen neue Optimierungsmöglichkeiten und Geschäftsideen. Neue Wettbewerber treten mit ihren "smarten" Lösungen auf dem Markt auf. Im EVN Zukunftslabor, unserer Open-Space-Plattform, werden die aktuellen Trends analysiert und Optionen entwickelt (Anmerkung: Für mehr Informationen zum EVN Zukunftslabor siehe Seite 14ff).

Was dürfen Ihre Kunden erwarten?

Szyszkowitz: Wir werden unsere Dienstleistungspalette für unterschiedliche Kundengruppen ausbauen und dabei verstärkt auf die Möglichkeiten des Internet setzen. Durch die Digitalisierung sehen wir außerdem Potenziale zur Prozessoptimierung entlang unserer Wertschöpfungskette. Die Dinge, die wir tun, wollen wir einfacher und besser machen; und wir wollen Chancen ergreifen, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu entwickeln. Gleichzeitig entstehen auch neue Herausforderungen im Bereich der Datensicherheit. Deshalb ist

"Datensicherheit ist das zentrale Thema im Zusammenhang mit der Einführung der Smart Meters." Peter Layr

es mir wichtig zu betonen, dass wir bei allen Digitalisierungsmaßnahmen dieses Thema besonders ernst nehmen. Die Datensicherheit ist eine Voraussetzung für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit zum Wohl unserer Kunden.

Welche Rolle wird die EVN im Energiesystem der Zukunft spielen?

Layr: Intelligente Netze und Energie-Management sind die Zukunft. Durch die zunehmende Dezentralisierung der Produktion, die mit dem Ausbau der Wind- und Photovoltaikkapazitäten verbunden ist, wird es in Zukunft noch wichtiger werden, die Stabilität der Energieversorgung aufrechtzuerhalten. Zudem will sich der einzelne Kunde nicht unbedingt selbst um die optimale Nutzung der vorhandenen Energie und um die Gewährleistung seiner eigenen Versorgung kümmern. Energie hat zum gewünschten Zeitpunkt einfach da zu sein. Genau da setzen wir an, egal ob es um individuelle Lösungen für einen Haushalt oder um größere Lösungen für eine ganze Gemeinde geht. Ein wichtiger Teil des Energie-Managements ist das Netzgeschäft, das auch in Zukunft auf Basis konventioneller Technologien erfolgen wird, da die Leitungen betreut und im Fall von Schäden repariert werden müssen. Ich erinnere hier etwa an die extreme Eisbelastung im Vorjahr, die unsere Mitarbeiter vorbildlich bewältigt haben. Wir verfügen hier über mehr als 90 Jahre Erfahrung, und wir haben bewiesen, dass wir das Geschäft verstehen. Aus diesem Grund können Sie darauf vertrauen, dass die EVN ihre Aufgaben zum Wohl ihrer Kunden auch in Zukunft verlässlich erfüllen wird.

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren!

In einem weiterhin herausfordernden energiewirtschaftlichen Umfeld hat sich die EVN mit ihrem integrierten Geschäftsmodell gut positioniert und im Geschäftsjahr 2014/15 ein erfreuliches Ergebnis erreicht. Die EVN verfolgt die Strategie, ihren Kunden das höchst mögliche Maß an Versorgungssicherheit zu bieten, und profitiert im Gegenzug von einer loyalen Kundenbasis. Dazu investiert die EVN gezielt in ihre Netze und den Ausbau der Erzeugung aus erneuerbarer Energie. Zudem hält sie ihre Kraftwerksreserven betriebsbereit, um Schwankungen der erneuerbaren Erzeugung ausgleichen und die Netzstabilität sicherstellen zu können. Im Umweltgeschäft wurde mit dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage in Moskau im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positiver Abschluss für dieses Projekt erreicht. Um auch in der Trinkwasserversorgung die hohen Anforderungen der Kunden hinsichtlich Qualität und Versorgungssicherheit erfüllen zu können, investiert die EVN verstärkt auch in diesem Geschäftsbereich.

Erfüllung der Aufgaben

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Insbesondere auf Grundlage dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattfand, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen. Im Rahmen einer Klausur des Aufsichtsrats wurde im Berichtszeitraum das Thema "Cybersicherheit und Schutz kritischer Infrastrukturen" behandelt. Dabei wurden internationale Entwicklungen, Risiken und Lösungsansätze ebenso beleuchtet wie die Entwicklungen in Österreich und die entsprechenden Maßnahmen in der EVN Gruppe.

Wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, mit Wirkung vom 20. Jänner 2016 auf weitere fünf Jahre, das ist bis zum 19. Jänner 2021, zum Mitglied des Vorstands bestellt und die Erteilung der Prokura an Dipl.-Ing. (FH) Werner Hengst und Mag. Johannes Lang mit Wirkung vom 1. Jänner 2015 genehmigt. Unter den sonstigen wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats ist neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Genehmigung des Budgets 2015/16 für den EVN Konzern vor allem die Zusammenführung der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH und der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H. hervorzuheben. Die Genehmigung des Budgets umfasste auch die Genehmigung von Investitionen in Wärme- und Windkraftanlagen, in Fern- und Nahwärmeanlagen, in Strom-, Erdgas- und Wärmenetze sowie in IT-Infrastruktur, die insbesondere der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie dem Transport von erneuerbarer Energie dienen. Im Umweltbereich wurden Investitionen in die Verbesserung der Wasserqualität und in internationale Projekte zur Wasseraufbereitung genehmigt.

Corporate Governance-Bericht, Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 9. Dezember 2015 auf Basis des Berichts des Prüfungsausschusses vom 25. November 2015 gemäß § 96 AktG den Corporate Governance-Bericht gemäß der Stellungnahme des Austrian Financial Reporting and Auditing Committee vom Juni 2011 geprüft; diese Prüfung hat zu keinen Beanstandungen geführt.

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2015 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2015/16 in Kraft gesetzt. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinn werden – bis auf zwei Abweichungen – alle Regeln, die die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, eingehalten. Die Abweichungen sind im Corporate Governance-Bericht entsprechend dargestellt.

Im Berichtszeitraum wurde durch eine externe Institution eine Evaluierung der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats, insbesondere seiner Organisation und Arbeitsweise, vorgenommen. Die Dienstleistung umfasste im Wesentlichen die Erstellung eines Fragebogens unter Berücksichtigung obligatorischer, fakultativer und firmenspezifischer Elemente, die Erörterung des Fragebogens mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und die schriftliche Auswertung der Evaluierung. Die Gliederung des Fragebogens berücksichtigte neben den direkt aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex ableitbaren Fragen (z. B. Aktionäre und Hauptversammlung, Prüfungsausschuss, Aufsichtsrat und Vorstand etc.) insbesondere auch operative Belange wie Weiterbildung, Prozesse/Organisation und Ausschussarbeit. Der Bericht über die externe Evaluierung enthält das Resümee, dass die EVN die C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex im Geschäftsjahr eingehalten hat. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass die Vergütungsregelungen für die Mitglieder des Aufsichtsrats als nicht angemessen erachtet werden.

Gemäß den Anforderungen des Kodex führte der Aufsichtsrat im Berichtsjahr auch neuerlich eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit, vor allem seiner Organisation und Arbeitsweise, durch. Die Evaluierung wurde mit einem umfangreichen schriftlichen Fragebogen vorgenommen, der von den Mitgliedern des Aufsichtsrats beantwortet wurde. Die Ergebnisse der Auswertung wurden im Rahmen einer ausführlichen Diskussion erörtert.

Der Aufsichtsrat hat den Bericht über Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen gemäß Regel 18a des Österreichischen Corporate Governance Kodex zur Kenntnis genommen. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat erneut mit möglichen Interessenkollisionen auseinandergesetzt und dabei keine Konflikte festgestellt.

Gemäß den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2014/15 in drei Sitzungen Angelegenheiten behandelt, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats ist im Berichtsjahr nicht zusammengetreten. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2014/15 zweimal und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr, der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss sowie der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Der Prüfungsausschuss hat sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions-, Risiko- und Compliance-Management-System beschäftigt.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und die Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, über die Vergütung seiner Mitglieder und über die Leitlinien, die sich der Aufsichtsrat zur Sicherstellung seiner Unabhängigkeit gesetzt hat, sind dem Corporate Governance-Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014/15 vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2015 sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2015 samt Anhang, Lagebericht und Corporate Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2015 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt.

Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2014/15. Besonderer Dank gilt auch den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 9. Dezember 2015

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Burkhard Hofer Präsident

Operative Highlights 2014/15

Energiegeschäft

Temperaturverlauf in den Wintermonaten unterstützt Nachfrage

  • Anstieg der Netzabsätze bei Strom, Gas und Wärme
  • Temperaturen in Niederösterreich auf mildem Vorjahresniveau, in Bulgarien und Mazedonien deutlich kühler

Stromerzeugung um 11,1 % gesteigert

  • Wind- und Wasserdargebot über dem langjährigen Durchschnitt
  • Erneuerbare Produktionskapazitäten durch Inbetriebnahme des Windparks Prottes-Ollersdorf um 37 MW gesteigert
  • Deutlich stärkerer Einsatz der Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland

Erfolgreiche Vermarktung der Gaskraftwerke

  • Kraftwerke Theiß und Korneuburg: insgesamt 785 MW Reservekapazität für den süddeutschen Raum (Winterhalbjahr 2014/15)
  • Bereitstellung der Gaskraftwerke als Reservekapazität bis inklusive Winterhalbjahr 2017/18 vertraglich fixiert

Netztarif- und Energiepreisanpassungen

    1. Jänner 2015: Reduktion der Netztarife in Niederösterreich um 1,0 % bei Strom und um 2,5 % bei Erdgas
    1. Oktober 2015: Senkung der Energiepreise für Strom und Erdgas für Haushaltskunden in Niederösterreich im Rahmen der EnergieAllianz Austria um jeweils durchschnittlich 5 %

Schwerpunkt Versorgungssicherheit

  • Investitionen von 1 Mrd. Euro in Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und Wasserversorgung in Niederösterreich planmäßig in Umsetzung
  • Aufnahme von EVN Windparks in den Regelenergiemarkt als Beitrag zur Sicherung der Netzstabilität
  • Inbetriebnahme von innovativen Speicheranlagen (z. B. "Energiewandler" im Kraftwerk Theiß zur Produktion von Wärme)

Umweltgeschäft

Schwerpunkt Wasserqualität

  • Bau bzw. Inbetriebnahme von Naturfilteranlagen zur natürlichen Qualitätsverbesserung des Trinkwassers
  • EVN versorgt über 560.000 Trinkwasserkunden, davon bereits mehr als 100.000 direkt

Fortschritte im internationalen Projektgeschäft

  • Erfolgreiche Veräußerung der Natriumhypochloritanlage an das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen der Stadt Moskau
  • Inbetriebnahme von drei Kläranlagen in Silvaniei, Rumänien

Finanzierung

  • Kontinuierliche Verbesserung der Vermögens- und Finanzkennzahlen
  • Nettoverschuldung und Gearing deutlich reduziert
  • Stabile Finanzierungsstruktur durch Ratings im guten Investment-Grade-Bereich abgesichert
  • (Standard and Poor's bestätigt BBB+/stabil; Moody's erhöht Ausblick auf A3/stabil)

EVN Zukunftslabor: Neue Impulse, neues Mindset

Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch. Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch, Kunden erzeugen vermehrt selbst Strom, smarte Lösungen verändern alle Lebensbereiche. Die herkömmlichen, zentral ausgerichteten Erzeugungs- und Versorgungskonzepte stehen zunehmend auf dem Prüfstand. Dabei treten Themen wie Versorgungssicherheit und Netzstabilität verstärkt in den Vordergrund. Doch der Orientierungsprozess der europäischen Energiepolitik ist noch lange nicht abgeschlossen. So führt die marktwirtschaftliche Steuerung der Erzeugung über CO2-Emissionszertifikate zu Verwerfungen, und immer wieder keimt die Diskussion über fossile Brennstoffe, die mithilfe neuer, auf ihre ökologische Langzeitwirkung hin teils unerprobter Verfahren gewonnen werden, von Neuem auf. In diesem sich wandelnden Umfeld sind neue Lösungen gefragt. Grund genug für die EVN, ihre eigene Position zu beleuchten und sich Gedanken zu machen, wohin ihr weiterer Weg führen soll.

Deshalb hat der Vorstand der EVN einen internen Denkprozess initiiert, der sich mit der Welt von morgen und den damit verbundenen veränderten Lebensgewohnheiten der Menschen beschäftigen sollte. "Die Welt ist ständig im Wandel. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Anforderungen unserer Kunden an die EVN als Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen aus. Wir wollen von diesem Wandel nicht überrascht werden, sondern die Zukunft aktiv mitgestalten", erläutert Peter Layr, Vorstandssprecher der EVN, die Beweggründe für dieses Projekt. "Wir wollten eine Standortbestimmung vornehmen, aber vor allem ausloten, wie die Welt in zehn Jahren aussehen könnte und wie wir uns dann erfolgreich in ihr bewegen", ergänzt Stefan Szyszkowitz, Vorstandsmitglied der EVN. "Wir brauchen zukunftsfähige Geschäftsmodelle. Deshalb haben wir das EVN Zukunftslabor ins Leben gerufen."

Dessen Aufgabe war es aber nicht, sofort neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. "Es ging um das Ausloten von Möglichkeiten und Optionen, also darum, die Grundlagen und Impulse für die Entwicklung neuer Aktivitäten zu schaffen", so Andrea Edelmann, Innovationsbeauftragte der EVN. Sie führte durch den rund ein Jahr dauernden Prozess und brachte dabei auch ihr umfangreiches methodisches Know-how ein.

Temporärer Think Tank als Open Space

"Eine Projektleitung im herkömmlichen Sinn war das aber nicht, schon weil wir das Zukunftslabor explizit nicht als Projekt aufgesetzt haben. Meine Rolle war eher die eines 'Enablers'. Wir haben uns als Open Space definiert, der sich weitgehend selbst organisiert", so Edelmann. Das zeige schon die Bezeichnung "Labor": Es ging darum, vom üblichen Geschäft abweichend und weiter zu denken. "Das bedeutet: keine Tabus, jeder Input wird berücksichtigt, das Team

entscheidet, und jedes Ergebnis ist ein Teamergebnis", erläutert Gernot Alfons, Geschäftsführer der EVN Tochter EVN Abfallwertung Niederösterreich GmbH und ebenfalls Mitglied des Zukunftslabors. "Wir haben uns als temporärer Think Tank abseits der üblichen Hierarchien und Strukturen unseres Unternehmens verstanden."

Imaginäre Reise ins Jahr 2025

Nach der Initialzündung durch den Vorstand machten sich im Frühjahr 2014 also 16 Mitarbeiter der EVN aus verschiedensten Bereichen gemeinsam "auf die Reise", so das prägende Bild des Zukunftslabors. Sie waren sowohl von ihrer hierarchischen Stellung, ihrem Alter und ihrer Qualifikation als auch von ihrer Perspektive her breit gestreut: Erfahrene Manager fanden sich ebenso im Team wie junge Experten. Alle Bereiche waren abgedeckt – die Energiewirtschaft mit Vertretern aus Technik, Vertrieb und Dienstleistungen, der Umweltbereich mit Experten aus der Wasser- und Abfallwirtschaft sowie die unterstützenden Einheiten mit Betriebswirten, Juristen und IT-Spezialisten.

Die Fragestellungen für das Team lauteten: Wie wird – bzw. könnte – die Welt 2025 und das dazu passende Geschäftsmodell der EVN aussehen; womit wird diese ihr Geld verdienen? Welche Optionen hat sie? Georg Reitter, Geschäftsfeldleiter Energiehandel und -vertrieb der EVN, der den Prozess als einer von drei Mentoren auf Management-Ebene begleitete: "Um dies auszuloten, wurden drei Leitfragen formuliert: Wer sind wir heute? Wohin gehen wir? Wie können wir dort Erfolg haben?"

Antworten auf drei Leitfragen

Um strukturiert Antworten auf diese Fragen zu finden, wurden – nach der Planung des Prozesses und Auswahl der anzuwendenden Methoden – drei Phasen definiert: Zunächst zeigte das Team bestehende und erwartete Trends sowie Brüche auf und formulierte auf dieser Grundlage Thesen zur künftigen Entwicklung, die zu unterschiedlichen konsistenten Szenarien zusammengefasst wurden. So konnte der "Zukunftsraum" größtmöglich aufgespannt werden. In den Szenarien wurden anschließend Handlungsoptionen für die EVN entwickelt und auf ihre Robustheit evaluiert. Diesen Aufgabenstellungen diente pro Phase ein eineinhalbtätiger Workshop des Gesamtteams unter Leitung unterschiedlicher Phasenverantwortlicher. Kleingruppen kümmerten sich dabei jeweils um die – durchaus zeitintensive – Vorbereitung und Nachbearbeitung der Workshops.

Neben regelmäßigen Status-Meetings boten zwei ausgiebige Diskussionsrunden mit den drei Mentoren Gelegenheit, die Sichtweisen des Managements im Prozess zu berücksichtigen, Zwischenergebnisse vorzustellen und gemeinsam zu reflektieren sowie Schwerpunktsetzungen vorzunehmen. "Diese Diskussionsrunden waren für den Prozess sehr wertvoll, weil wir zwischendurch Feedback und wichtige neue Inputs bekommen haben", erinnert sich Andrea Edelmann.

Entwicklung konkreter Geschäftsmodelle

Nach Abschluss der dritten Phase wurden gemeinsam mit den Mentoren jene Handlungsoptionen ausgewählt, aus denen im nächsten Schritt konkrete Geschäftsmodelle entwickelt werden sollten. Die ausgewählten Handlungsoptionen wurden dabei auch in den Fachbereichen umfassend diskutiert, interdisziplinäre Teams aus freiwilligen Mitarbeitern brachten ihre spezifischen Fachkompetenzen ein und erleichterten damit die Konkretisierung der Ideen.

In Anlehnung an Investoren-Pitches von Startups erfolgte im Frühjahr 2015 schließlich eine Reihe von Präsentationen vor internen Experten, Führungskräften und dem Vorstand, in denen die entwickelten Geschäftsmodelle dargelegt und jene Projekte ausgewählt wurden, die konkret umgesetzt werden sollen.

EVN Zukunftslabor – Ablauf im Überblick

Definition Prozess /Methoden

Trends – Thesen – Szenarien

Doch wohin ist die Reise konkret gegangen, wohin hat der Weg über Trends, Thesen und Handlungsoptionen letztlich geführt? Andrea Edelmann: "Wir sind iterativ, also in mehreren Schleifen, vorgegangen und haben uns dabei so ziemlich der aktuellsten Methoden bedient, die derzeit verfügbar sind. Im Wesentlichen war dies eine Kombination aus der Szenario-Methode mit Trendanalyse und dem Design-Thinking-Ansatz."

Für die am Beginn stehende umfangreiche Recherche von Trends und Einflussfaktoren wurden Interviews mit rund 50 Führungskräften und Experten der EVN sowie 40 externen Fachleuten aus diversen Bereichen geführt. Auch die Ergebnisse des EVN Trend Monitors – einer internen Web-Plattform zur strukturierten Erfassung aktueller Trends – und der Group Conference "SmartEVN 2013" flossen ein. Ergebnis war eine Liste von zwölf stark verdichteten und nach Ansicht des Teams für die EVN besonders relevanten Themen, darunter etwa die zunehmende Digitalisierung, die Entwicklung von Smart Utilities, die

Methoden des EVN Zukunftslabors

Die Teams des EVN Zukunftslabors nutzten in ihrer Arbeit aktuelle Methoden der strategischen Planung – darunter die Szenario-Methode und den Design-Thinking-Ansatz. Immerhin ging es darum, konkrete und vor allem realistische Zukunftsszenarien zu entwerfen und entsprechende Lösungsansätze für den EVN Konzern zu entwickeln.

Szenario-Methode – Bereit für die Zukunft

Ziel der Szenario-Methode ist es, mögliche alternative Entwicklungen der Zukunft – also "Szenarien" – zu definieren, die als Grundlage für strategische Entscheidungen und Handlungsoptionen dienen sollen. Den Ausgangspunkt bildet dabei ein "Trendszenario" – eine Entwicklung, die aus aktueller Sicht plausibel erscheint. Rund um dieses Trendszenario werden alternative Szenarien entworfen, die positive ebenso wie negative Entwicklungen abbilden. Diskontinuitäten und Brüche innerhalb dieses Bündels aus Szenarien dienen als Basis für weitere Optionen zukünftiger Entwicklungen, die aus aktueller Sicht nicht zu erwarten, aber dennoch denkbar sind. Schließlich werden alle Szenarien auf ihre Plausibilität überprüft. Aus diesen "robusten" Szenarien werden schließlich Handlungsoptionen für verschiedene Akteure abgeleitet. Entscheidungsträger können sich so aktiv auf potenzielle Entwicklungen der Zukunft einstellen.

Design Thinking – Auf der Suche nach einfachen Antworten

"Ein Problem darf kompliziert sein, seine Lösungen nicht", lautet ein zentraler Leitgedanke des Design-Thinking-Ansatzes, der zur Problemlösung in vielen Bereichen – von der Politik bis hin zur Forschung – angewendet wird. Design Thinking kombiniert kreative und analytische Verfahren, die von interdisziplinären Teams angewendet werden. Dabei wird ein Problem ganzheitlich und bis ins kleinste Detail analysiert. Oft ergibt sich schon daraus ein entsprechender Lösungsansatz.

anhaltende Urbanisierung und Mobilitätsveränderung, die Betonung des Aspekts der Nachhaltigkeit in Produktion und Ressourceneinsatz, die rasante Innovation und Technologieentwicklung sowie die Veränderung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Das auf dieser Grundlage anschließend entwickelte Bündel an Thesen gliederte sich in die Themenfelder Ökonomie, Ökologie, Technik, Gesellschaft und Politik. "Die Thesen verstanden sich als Aussagen über die Zukunft auf Basis der zuvor aufgezeigten Trends und deren Kombinationen", erläutert Andrea Edelmann: "Jeder aus dem Team musste insgesamt zehn Thesen formulieren. In Summe ergab das deutlich mehr als 100 Thesen mit einer erheblichen Bandbreite." Und sie nennt gleich einige Beispiele: "Der Bogen reichte von 'Der Kunde erzeugt zunehmend selbst Energie' über 'Public-Private-Partnership-Modelle gewinnen an Bedeutung' bis hin zu 'Der Zugang zu sauberem Wasser wird zum Luxus'."

Die nächste Aufgabe bestand nun darin, diese Thesen zu gruppieren und in Szenarien zusammenzufassen. Roman Igelspacher, Experte für Energiewirtschaft in der EVN: "Die Szenarien sollten die Welt abbilden, wie sie in zehn Jahren unter Berücksichtigung der von uns formulierten Thesen aussehen könnte. Wir haben dafür zunächst jene Thesen zusammengefasst, die für uns intuitiv zusammenpassten. Daraus ergaben sich auch bereits durchaus plausible Szenarien. Um uns aber nicht nur auf unser Bauchgefühl zu verlassen, ließen wir noch einen Cross Check durch eine Peer Group anhand der bewährten Szenario-Methode folgen." Als Peer Group dienten dabei die so genannten "Trendscouts", die den EVN Trend Monitor laufend betreuen und dadurch mit der Thematik vertraut sind. Ihr Cross Check bringt ein eindeutiges Ergebnis: "Er hat unsere Szenarien bestätigt und zu einer weiteren Schärfung beigetragen", so Andrea Edelmann.

Denken in vier Welten

Wie sehen nun diese vier Szenarien, diese vier denkbaren Welten des Jahres 2025 aus? "Die Bandbreite ist ziemlich groß", so Franz Mittermayer, Geschäftsfeldleiter Umwelt und ein weiterer Mentor des Zukunftslabors. "Sie reicht vom Szenario einer 'Smarten Welt', in der moderne Technologien vorherrschen und die Energiewende sich durchgesetzt hat, über die Annahme einer 'Reindustrialisierung', charakterisiert durch eine Rückwende zur konventionellen Energieversorgung, und den Zustand der 'Ziellosigkeit', einen ewigen Transformationsprozess ohne Strategie, bis hin zu einer 'Talfahrt', geprägt von einer Rezession und einer Rückkehr zu einfacheren Technologien."

Jedes dieser Szenarien wurde im Detail beschrieben, um die gedachte Welt möglichst plastisch zu zeichnen. Roman Igelspacher: "Auch diese Beschreibung haben wir nach den schon erwähnten Kategorien Ökonomie, Ökologie, Technik, Gesellschaft und Politik strukturiert, die im Detail noch wesentlich weiter heruntergebrochen wurden." Umfassend analysiert und dargestellt wurden natürlich auch die Auswirkungen der einzelnen Szenarien auf die verschiedenen Tätigkeitsfelder der EVN. Der Bewertung der Plausibilität diente schließlich eine Umfrage bei Management und Mitarbeitern der EVN, die erhob, in welcher Welt diese sich in Zukunft am ehesten sehen. Als wahrscheinlichste wurden dabei die Szenarien "Smarte Welt" und "Ziellosigkeit" bewertet.

Erfahrung bündeln mit dem EVN Trend Monitor

Um Informationen über Entwicklungen und Technologien sowie aktuelle Studien und Analysen für die EVN bündeln zu können, schuf das Innovations-Management der EVN eine eigene Webplattform – den EVN Trend Monitor.

Über die via Intranet erreichbare Plattform können Mitarbeiter des Konzerns ihr Wissen und ihre Erfahrungen aktiv teilen. Eine Redaktion bereitet die Inputs aus der Belegschaft für den Trend Monitor auf. Darüber hinaus recherchieren 16 interne Experten als "Trendscouts" laufend aktuelle Entwicklungen.

Gemäß dem Motto "Viele Köpfe bieten mehr als einer" bildet der EVN Trend Monitor nicht zuletzt auch die Grundlage für strategische Entscheidungen, die den EVN Konzern in eine erfolgreiche Zukunft führen sollen.

Von der Handlungsoption zur Geschäftsidee

Letzte Phase – und Zielgerade – des Zukunftslabors war schließlich die Identifikation von neuen Geschäftsideen. Im Einklang mit dem Leitbild der "Reise" begaben sich die Mitglieder des Zukunftslabors dazu virtuell in die verschiedenen Welten und loteten Chancen, potenzielle Risiken und darauf aufbauend Optionen aus. Hauptstoßrichtungen waren dabei die Erweiterung bestehender Tätigkeiten der EVN oder die Erschließung neuer Geschäftsfelder, Möglichkeiten zur weiteren Effizienzsteigerung sowie flankierende Maßnahmen, die für die Umsetzung der Geschäftsmodelle notwendig sein würden.

Um Potenziale, aber auch allfällige Defizite der EVN aufzuzeigen, wurde parallel dazu die "DNA" des Unternehmens bestimmt. Gernot Alfons: "Wir haben uns bewusst nicht nur mit unseren Stärken beschäftigt, sondern auch unsere Schwächen reflektiert, um uns gezielt weiterentwickeln zu können." Beleuchtet wurden dazu die Tätigkeiten und das Know-how des Unternehmens, so etwa die umfangreiche Erfahrung mit Massenprozessen, die Assets, darunter der flächendeckende Zugang zu Kunden, die Organisation und die Mitarbeiter.

Für jede der identifizierten Optionen entstand in der Folge ein detailliertes Factsheet, in dem die Robustheit des Ansatzes – verstanden als Eignung für mehrere Szenarien –, der Zeithorizont, Anknüp-

fungspunkte zu bestehenden Projekten und die für die Umsetzung erforderlichen Schritte bewertet wurden. "Im Endeffekt sollte das Factsheet die Frage beantworten: 'Ist diese Option für uns sinnvoll und ihre Umsetzung realistisch?'", resümiert Andrea Edelmann.

Gemeinsam mit den Mentoren wurden schließlich fünf Optionen ausgewählt, die das Team – verstärkt um Experten der EVN Fachabteilungen – weiter bearbeitete, verfeinerte und in konkrete Geschäftsmodelle ummünzte. Für die anschließende Präsentation der entwickelten Modelle gab es dabei klare Regeln. "Vorbild waren die typischen Pitches, in denen Startups um potenzielle Investoren werben", erläutert Andrea Edelmann. "Wir haben uns dazu an Pitch Decks erfolgreicher Startups angelehnt und auch Methoden wie etwa die Business Model Canvas genutzt, die auf eine umfassende Darstellung des Business-Plans aus Sicht des Kunden bzw. Kapitalgebers abstellen. Auf diese Weise haben wir sichergestellt, dass die wichtigsten Elemente eines Geschäftsmodells wie etwa das Wertangebot an den Kunden, die Kundensegmente, Wettbewerb und Alleinstellung, Kosten- und Erlösmodelle sowie die Skalierbarkeit abgedeckt wurden."

Bei den abschließenden Pitches stellten zunächst Experten und Führungskräfte der EVN die präsentierten Ansätze in zwei so genannten "Challenging-Runden" auf die Probe bzw. bereicherten diese auch durch ihre Inputs. Schließlich wurden die Geschäftsmodelle vor dem Vorstand und dem Management-Team präsentiert. In dieser Runde wurden in Summe fünf neue Geschäftsideen ausgewählt, die nun gerade umgesetzt werden. "Formal gesehen ist der Prozess damit abgeschlossen, doch uns verbleibt ein umfangreicher Pool an Ideen und Themen, die natürlich weiter bearbeitet werden", so Vorstandssprecher Peter Layr.

Befragt nach den konkreten Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der EVN, meint Peter Layr: "Selbst wenn man konservativ bewertet, werden die ausgewählten Projekte einen durchaus interessanten Beitrag zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung leisten. Zudem hat das Zukunftslabor bei der EVN ein klar auf die Zukunft ausgerichtetes Mindset etabliert, von dem ich mir auch in Zukunft wertvolle Impulse erwarte. Dazu wird nicht zuletzt das unter den Teilnehmern entstandene starke Netzwerk beitragen."

Die Business Model Canvas

Um einen Business-Plan rasch und übersichtlich präsentieren zu können, wurde 2008 die so genannte Business Model Canvas entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Vorlage, die vor allem von Startups genutzt wird, um ihre Geschäftsmodelle potenziellen Investoren darzulegen. Die Vorlage enthält neun Felder, in denen die wesentlichen Elemente eines Business-Plans eingesetzt werden: Kernaktivitäten, Kundengruppen und -beziehungen, Wertschöpfung, Infrastruktur, Verkaufskanäle, Einnahmequellen, Kostenstruktur und Partner.

Die EVN nutzte diese moderne Präsentationstechnik, um in internen Pitches jene Geschäftsmodelle vorzustellen, die aus den Ergebnissen des Zukunftslabors hervorgegangen waren.

Fallbeispiel: SmartGrid Großbatterie

Eines der vom Vorstand ausgewählten Projekte betrifft die Nutzung von Batteriespeichern zum Ausgleich der Volatilität erneuerbarer Energie und zur Sicherstellung der Netzstabilität. Dabei kommt eine Großbatterie mit einer Leistung von 2,2 MW und einer Kapazität von 2 MWh zum Einsatz. Es handelt sich dabei um die gleichen Lithium-Ionen-Batterien, wie sie auch in Elektroautos verwendet werden. Begleitend führt die EVN gemeinsam mit der TU Wien ein umfangreiches Forschungsprojekt durch. Die Möglichkeiten, die eine Batterie zur Netz- und Frequenzstabilisierung bietet, sollen wissenschaftlich untersucht werden. "Mit der Großbatterie wollen wir dazu beitragen, dass die verlässliche Versorgung mit Strom trotz verstärkter Einspeisung von Strom aus Wind und Sonne gesichert wird", so Vorstandssprecher Peter Layr. "Das Zukunftslabor hat zur Umsetzung des Projekts den entscheidenden Impuls geliefert."

Die vier "Welten"

Im Rahmen des EVN Zukunftslabors wurden – durch Aggregation von Thesen zur zukünftigen Entwicklung der Welt – vier Basisszenarien entworfen, auf deren Grundlage in weiterer Folge Optionen sondiert und Geschäftsideen für die EVN entwickelt wurden. Die Szenarien sollten die Welt abbilden, wie sie in zehn Jahren aussehen könnte, und damit einen möglichst realistischen Hintergrund für konkrete Ansätze zur Weiterentwicklung des Unternehmens bilden. Hier ein Überblick:

Smarte Welt

"Smarte Technologien" sind im zusammengewachsenen, smarten Europa aus vielen Bereichen unseres Lebens nicht mehr wegzudenken. Mobiltelefone, die nicht "smart" sind, gibt es kaum mehr, und jeder ist online verbunden. Die Energiewende hat sich durchgesetzt, fossile Energieträger wurden fast vollständig durch erneuerbaren, dezentral erzeugten Strom substituiert. Die Geschwindigkeit aller wirtschaftlichen Prozesse hat durch die Digitalisierung stark zugelegt. Ideen werden rascher umgesetzt, wodurch Startups rasch zu blühenden Unternehmen geworden sind.

Ziellosigkeit

Dieses Szenario unterstellt eine (energie-)politische Richtungslosigkeit: So bleibt etwa die Verwaltungsreform aus, das Problem der Pensionslücke wird nicht gelöst, die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Energiesektor sind nicht klar definiert. Deshalb kommt es in der Energiewirtschaft zu keinen größeren strukturellen Änderungen. Die Wirtschaftsdynamik ist zu schwach, um deutliche Akzente zu ermöglichen. Es herrscht intensiver Verdrängungswettbewerb.

Reindustrialisierung

Öl und Erdgas spielen wieder die zentrale Rolle in der Energieversorgung. Neue Fördertechnologien lösen einen neuen Boom in vielen Teilen der Welt aus. Auch Europa nutzt seine konventionellen Energieressourcen massiv und ist damit weniger abhängig von den internationalen Entwicklungen. Niedrige Energiepreise wirken sich positiv auf die Wirtschaftsdynamik aus. Umweltbedenken werden ausgeräumt sein oder im Interesse der Wirtschaftsentwicklung hintangestellt.

Talfahrt

Dieses Szenario basiert auf der Annahme einer weitgehenden Rezession in Europa. Der Wohlstand pendelt sich auf dem gesamten Kontinent auf gleichmäßig niedrigem Niveau ein. Die Energiewende wird wegen Geldmangels gestoppt; Energiesparen gewinnt schon aus wirtschaftlichen Gründen weiter an Bedeutung. In der Energiewirtschaft findet eine Konzentration auf wenige Anbieter statt; für dezentrale Lösungen fehlt das Geld. Einfache und robuste Technologien stehen im Vordergrund.

Unternehmen und Ressourcen

Die EVN ist ein führendes international tätiges, börsenotiertes Energie und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland.

In Summe ist die EVN aktuell in 13 Ländern tätig und beschäftigte im Geschäftsjahr 2014/15 durchschnittlich 6.973 Mitarbeiter. Die Hauptgeschäftsstandorte der EVN mit jeweils mehr als 100 Mitarbeitern sind Österreich, Bulgarien, Mazedonien und Deutschland. Die beiden wesentlichen Geschäftszweige der EVN sind das nationale und internationale Energiegeschäft (Energieerzeugung, Netzbetrieb inklusive Kabel-TV und Telekommunikation sowie Energieversorgung) und das Umweltgeschäft (Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung), ergänzt um strategische Beteiligungen.

GRI-Indikatoren: Name der Organisation (G4-3); Überblick Produkte (G4-4); Hauptsitz der Organisation (G4-5); Überblick wichtigste Standorte (G4-6); Größe der Organisation (G4-9)

Die Aktivitäten der EVN sind in sechs Segmente gegliedert, die auch der IFRS-Berichterstattung entsprechen (die folgenden Seitenangaben verweisen auf den jeweiligen Segmentbericht):

  • Erzeugung; siehe Seite 130ff
  • Energiehandel und -vertrieb; siehe Seite 132f
  • Netzinfrastruktur Inland; siehe Seite 133ff
  • Energieversorgung Südosteuropa; siehe Seite 135ff
  • Umwelt (Umweltgeschäft Inland und internationales Projektgeschäft); siehe Seite 137ff
  • Strategische Beteiligungen und Sonstiges; siehe Seite 139f

Energiegeschäft

Die EVN setzt auf ein integriertes Geschäftsmodell und deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette im Energiegeschäft ab. Dies umfasst die Erzeugung von Energie, den Betrieb von Netzen zur Übertragung von Energie und die Versorgung von Endkunden mit Energie. Dabei ist die EVN – mit unterschiedlichen Schwerpunkten in ihren verschiedenen Märkten – in den Bereichen Strom, Erdgas und Wärme tätig. Während in Niederösterreich sämtliche Aktivitäten in diesen Bereichen angeboten werden, betreibt die EVN in Bulgarien und Mazedonien Stromnetze und versorgt Endkunden mit Elektrizität; in Bulgarien wird zusätzlich auch Wärme an Endkunden geliefert. Die Aktivitäten in Deutschland beinhalten Beteiligungen an Kraftwerken sowie Energiehandel und -vertrieb über die EnergieAllianz. In Kroatien errichtet und betreibt die EVN Gasverteilnetze, und in Albanien trägt die EVN durch den Betrieb des Wasserkraftwerks Ashta zur nationalen Energieversorgung bei.

GRI-Indikator: Märkte (G4-8)

Regionale Abdeckung im Energiegeschäft

Kernmärkte im Energiegeschäft

2) EVN Anteil: 49 %

3) EVN Anteil: 50 %

Erneuerbare Energie – Hoher Anteil an der EVN Gesamtkapazität

Die EVN verfügt über eine Stromerzeugungskapazität von 2.371 MW – 600 MW davon aus erneuerbaren Energien.

183 109 MW in Österreich: 5 Speicher- und 67 Laufkraftwerke
(63 in Niederösterreich, 9 in der Steiermark)
74 MW in Südosteuropa: 48 MW aus 11 Wasserkraftwerken in
MW Wasserkraft Mazedonien und 26 MW aus dem Wasserkraftwerk Ashta in Albanien
123 MW Bezugsrechte
für Wasserkraft
Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und
Freudenau sowie Beteiligungen am Kraftwerk Nussdorf in Wien und an
13 Verbund-Innkraftwerken in Deutschland
250 MW Windkraft 234 MW in Niederösterreich: 117 Windkraftanlagen in 15 Windparks
16 MW in Südosteuropa: 8 Windkraftanlagen in Bulgarien
13 MW aus biomasse
betriebenen KWKs
3 biomassebetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in
Niederösterreich
4,5 MWp Sonnenkraft 1,7 MWp in Niederösterreich: Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität
von 0,6 MWp in Zwentendorf und 1,1 MWp in Schönkirchen
2,8 MWp in Südosteuropa: 2 Photovoltaikanlagen in Bulgarien
26 MW Sonstige
Erneuerbare
26 MW in Moskau: 2 mit Klärschlamm befeuerte Blockheizkraft
werksanlagen

GRI-Indikator: Installierte Kapazität (EU1)

Energieerzeugung

Die EVN verfügt über einen ausgewogenen Mix an Energieerzeugungskapazitäten. In Österreich kommen dabei thermische Kraftwerke auf Basis von Erdgas und Steinkohle sowie Anlagen zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Quellen (Wasser- und Windkraft sowie – in geringerem Ausmaß – Sonnenenergie) zum Einsatz. Dieser Verfügbarkeitsmix sowohl von thermischen Erzeugungsanlagen als auch von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energieträger ist wesentlich, um den Bedarf der Kunden jederzeit verlässlich abdecken zu können. Ein wichtiger Aspekt besteht dabei darin, die volatile Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen durch planbare und kurzfristig verfügbare Einspeisemengen aus konventionellen Anlagen zu ergänzen. Diese Stabilität wird insbesondere durch die thermischen Kraftwerke (Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg, Steinkohlekraftwerke Dürnrohr und Duisburg-Walsum) und Wasserkraft aus den fünf Pumpspeicherkraftwerken der EVN sichergestellt. Beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten liegt der Fokus der EVN weiterhin auf erneuerbaren Energiequellen, insbesondere der Windkraft. Aktuell entfallen 600 MW der gesamten installierten Leistung der EVN auf erneuerbare Energie.

Stromerzeugungskapazitäten der
EVN Kraftwerke (EU1)
in MW 30.09.2015
in %
in MW 30.09.2014
in %
in MW 30.09.2013
in %
Erneuerbare Energie 600 25,3 563 24,1 550 27,0
davon Wasserkraft1) 306 12,9 306 13,1 307 15,1
davon Windkraft 250 10,5 213 9,1 200 9,8
davon Photovoltaik 5 0,2 5 0,2 3 0,1
davon Biomasse 13 0,5 13 0,6 13 0,6
davon Sonstige 2) 26 1,1 26 1,1 26 1,3
Wärmekraft3) 1.771 74,7 1.771 75,9 1.487 73,0
davon Erdgas 1.037 43,8 1.037 44,4 1.088 53,4
davon Steinkohle 734 30,9 734 31,4 398 19,5
Gesamt 2.371 100,0 2.334 100,0 2.037 100,0

1) Inkl. Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen an den

Kraftwerken Nussdorf in Wien und Ashta in Albanien sowie an der Verbund-Innkraftwerke GmbH

2) Beinhaltet zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerksanlagen in Moskau

3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien; Umstellung der Darstellung der thermischen

Kraftwerkskapazitäten im Geschäftsjahr 2013/14 von Bruttoleistung auf Nettoleistung; Angabe der Kapazitäten entsprechend den Beteiligungsansätzen

EVN Stromerzeugung aus thermischen und erneuerbaren Energieträgern (EU2)

1) Stromerzeugung aus Biomasse, Sonnenenergie und sonstigen erneuerbaren Energieträgern

EVN Wärmeerzeugung aus thermischen und erneuerbaren Energieträgern (EU2)

1) Dampf aus thermischer Abfallverwertung

2) Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Der Verkauf der erzeugten Energie erfolgt in Österreich grundsätzlich zu Marktpreisen, während die Preise in Südosteuropa überwiegend reguliert sind; daneben gelten für Windkraft- oder Photovoltaikanlagen in Österreich geförderte Einspeisetarife für einen Zeitraum von jeweils 13 Jahren. In Bulgarien produziert die EVN Strom in acht Windkraftanlagen sowie in zwei Photovoltaikanlagen. Für Windstrom bestehen hier geförderte Einspeisetarife für jeweils zwölf Jahre, Strom aus Photovoltaikanlagen kann über 20 Jahre zu geförderten Tarifen ins Netz eingespeist werden. In Mazedonien wird in elf Kleinwasserkraftwerken Strom erzeugt, der Verkauf des erzeugten Stroms erfolgt zu Marktpreisen.

GRI-Indikatoren: Installierte Kapazität (EU1); erzeugte Energie nach Quelle (EU2)

Netzbetrieb

Zur Übertragung von Strom und Erdgas betreibt die EVN Stromnetze in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien sowie Gasnetze in Niederösterreich und Kroatien. Der Betrieb dieser Netze unterliegt einem regulierten Geschäftsmodell. Dabei werden die Tarife, die ein Netzbetreiber für die Durchleitung von Strom und Erdgas in Rechnung stellen darf, vom jeweiligen Regulator festgelegt. Der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen, insbesondere der Windkraft- und Photovoltaikanlagen, stellt die Netzstabilität durch die hohe Volatilität der erzeugten Strommengen vor große Herausforderungen.

Zusätzlich zur Strom- und Gasübertragung umfasst das Netzgeschäft auch das Angebot von KabelTV, Internet und Telekommunikationsdienstleistungen in Niederösterreich und im angrenzenden Bundesland Burgenland.

Energieverteilung/Netzgeschäft (EU4) 30.09.2015
Stromnetze
Leitungslänge 139.068 km
Kundenanlagen 3.331.000
Absatz 2014/15 21.657 GWh
Erdgasnetze1)
Leitungslänge 13.948 km
Kundenanlagen 293.300
Absatz 2014/15 14.989 GWh
Sonstige2)
Kundenanlagen Kabel-TV und Telekommunikation 228.000
1) In Österreich und Kroatien

2) In Österreich

Energieversorgung

Die Lieferung von Strom an Endverbraucher erfolgt in Österreich im Rahmen des seit 2001 liberalisierten Strommarkts; der Erdgasmarkt ist seit 2002 liberalisiert. Die Preise werden somit aufgrund des Prinzips von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Bereitstellung

von Wärme zu wettbewerbsfähigen Preisen aus über 60 Biomasseanlagen, die die EVN zu Österreichs größtem Naturwärmeversorger machen, rundet das Energieangebot ab. Neben einer breiten Palette an Tarifmodellen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind, bietet die EVN ihren Kunden eine Vielzahl von Energiedienstleistungen aus einer Hand. Dank ihres attraktiven Leistungs- und Serviceportfolios wird die Marke EVN insbesondere im Heimmarkt Niederösterreich sehr positiv wahrgenommen. Dies bildet die Grundlage für die ausgeprägte Loyalität ihrer Kunden und macht die EVN zum Marktführer in Niederösterreich.

In Südosteuropa befinden sich die Energiemärkte auf dem Weg zur Liberalisierung. So wurde der Markt für große Industriekunden in Bulgarien und Mazedonien bereits liberalisiert. Nach Abschluss der Marktöffnung für Industrie- und Gewerbekunden sollen auch die Haushaltskunden, die derzeit noch zu regulierten Preisen versorgt werden, in den liberalisierten Markt übergeführt werden. Für die Wärmeversorgung in Bulgarien, wo die EVN ihre Cogeneration-Anlage in Plovdiv betreibt, werden die Tarife vom Regulator festgelegt.

Die EVN versorgt in Niederösterreich rund 1,1 Mio. Strom-, Erdgas und Wärmekunden, in Bulgarien rund 1,7 Mio. Strom- und Wärmekunden sowie in Mazedonien etwa 800.000 Stromkunden. Der Ausbau des Erdgasversorgungsgeschäfts entlang der dalmatinischen Küste Kroatiens schreitet voran; mittlerweile wurden in allen drei Gespanschaften der Region Kunden an das Netz angeschlossen.

Energieversorgung 30.09.2015
Strom
Absatz 2014/15 19.263 GWh
Erdgas
Absatz 2014/15 5.241 GWh
Wärme
Leitungslänge 818 km
Kundenanlagen 83.900
Absatz 2014/15 2.038 GWh

Umweltgeschäft

Das Umweltgeschäft, das zweite Standbein der EVN, ist in drei Bereiche gegliedert: Wasserversorgung, Müllverbrennung und internationales Projektgeschäft. In Niederösterreich versorgt die EVN hier mehr als 560.000 Menschen direkt oder indirekt mit Trinkwasser. Viele Gemeinden vertrauen der EVN, die sich als verlässlicher Strom-, Erdgas- und Wärmelieferant eine hohe Reputation erarbeitet hat, ihre Wassernetze an, da sie diese allein nicht mehr effizient betreiben können. Die EVN verzeichnet dadurch in diesem Bereich stetiges Wachstum. Beim Betrieb einer Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr wird durch den Einsatz modernster Technik ein wesentlicher Beitrag zur Abfallverwertung erzielt; zusätzlich wird die durch den Verbrennungsprozess produzierte Wärme zur Versorgung der EVN Kunden in der Landeshauptstadt St. Pölten verwendet.

Märkte im Umweltgeschäft Projektgeschäft im Umweltbereich (Stand: 30.09.2015)

GRI-Indikator: Märkte (G4-8)

Im internationalen Projektgeschäft verfügt der EVN Konzern mit der deutschen Tochtergesellschaft WTE über eines der führenden europäischen Dienstleistungsunternehmen für Wasser- und Umweltwirtschaftsprojekte, das bereits über 100 Projekte in 18 Ländern erfolgreich realisiert hat. Die Kernkompetenz der WTE besteht in der maßgeschneiderten Planung und Errichtung energieeffizienter, ressourcenschonender und ökologisch optimierter Anlagen für die Trinkwasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung. Die Betriebsführung der Anlagen sowie die Bereitstellung der Finanzierung für Projekte komplettieren das Leistungsspektrum im internationalen Projektgeschäft. Auftraggeber der WTE sind in der Regel Städte und Gemeinden in Mittel-, Ostund Südosteuropa.

Wasserver­ und Abwasserentsorgung 30.09.2015
Wasserversorgung in Österreich
Kunden 562.900
davon direkt versorgt 101.300
Leitungslänge 2.519 km
Absatz 2014/15 27,4 Mio. m3
Wasserver­ und Abwasserentsorgung in
Mittel­, Ost­ und Südosteuropa
Trink- und Abwasserprojekte 106
davon fertiggestellt 98
davon installierte Trinkwasserkapazität 1.053.000 EW1)
davon installierte Abwasserkapazität 16.182.000 EW1)

1) Einwohnerwert (EW): Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

Thermische Abfallverwertung 30.09.2015
Österreich
Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr – Jahreskapazität 500.000 t
International
Anlage in Moskau – Jahreskapazität 360.000 t

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Die strategischen Beteiligungen der EVN stellen eine sinnvolle Erweiterung der vertikalen Wertschöpfungskette dar. Mit den Beteiligungen an der Verbund AG und an der Burgenland Holding AG, die ihrerseits 49 % an der Energie Burgenland AG hält, profitiert die EVN von der Konzentration dieser Unternehmen auf die Stromerzeugung aus den erneuerbaren Quellen Wasser und Wind. Die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG) wiederum bietet der EVN ein wertvolles Standbein in der Öl- und Gasexploration sowie im Gasspeichergeschäft in Österreich.

Strategische Beteiligungen der EVN AG (Stand: 30. September 2015):

  • 12,63 % Beteiligung an der Verbund AG; davon werden rund 11,55 % direkt von der EVN AG gehalten. Beim restlichen Anteil handelt es sich um jene Verbund-Aktien, die im Jahr 2010 im Zuge der Kapitalerhöhung der Verbund AG erworben wurden und indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH, ein 2010 mit der Wiener Stadtwerke Holding AG gegründetes Gemeinschaftsunternehmen, gehalten werden.
  • 73,63 % Beteiligung an der Burgenland Holding AG; diese ist mit einem 49-%-Anteil an der Energie Burgenland AG, einem regionalen Strom- und Gasversorgungsunternehmen, beteiligt.
  • 50,03 % Beteiligung an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft; diese ist mit einem 100-%-Anteil an der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, einem Öl- und Gasförderungssowie Gasspeicherungsunternehmen, beteiligt.

Strategie

Vision und Mission sowie Leitwerte der EVN geben den Rahmen ihres Handelns vor. Der zentrale strategische Fokus der EVN ist die nachhaltige Versorgungssicherheit für ihre Kunden in allen Geschäftsbereichen.

Vision, Mission und Leitwerte

Unsere Vision

Als Energie- und Umweltdienstleister deckt die EVN täglich wesentliche Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden und trägt durch ihre verlässliche und hochwertige Leistung nachhaltig zu deren Lebensqualität bei. Wir wollen die für unsere Kundinnen und Kunden gewohnte Versorgungsicherheit auch in Zukunft sicherstellen. Dabei hat umwelt- und klimaschonendes Handeln zentrale Bedeutung für uns. Denn nur so sind wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich.

Unsere Mission

Bei der Verwirklichung unserer Vision gehen wir auf die Bedürfnisse aller Stakeholder unseres Unternehmens ein.

Unseren Kundinnen und Kunden bieten wir wettbewerbsfähige Preise und höchste Qualität bei Produkten und Serviceleistungen. Für unsere Aktionärinnen und Aktionäre streben wir eine nachhaltige Wertsteigerung an. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen wir attraktive Arbeitsbedingungen. Mit unseren Stakeholdern führen wir einen aktiven Dialog, und zu unseren Lieferanten pflegen wir eine partnerschaftliche Beziehung. Dadurch erreichen wir hohe gesellschaftliche Akzeptanz.

Umwelt- und Klimaschutz spielt für uns eine zentrale Rolle. Wir setzen auf profundes Know-how, hohe Effizienz, modernste Infrastruktur und stetige Innovationsbereitschaft, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und eine kontinuierliche Verminderung der CO2-Emissionen sicherzustellen. Damit schaffen wir nachhaltige Leistung in der Strom-, Erdgas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Ausgehend von Niederösterreich hat die EVN ihre Geschäftsaktivitäten auf die Region Mittel- und Südosteuropa ausgeweitet und strebt durch Anwendung ihrer bewährten Prinzipien und Werte auch in ihren neuen Märkten langfristigen Erfolg an.

Zur Erfüllung unserer Mission haben wir ein Wertegerüst entwickelt, das flächendeckend für den gesamten Konzern verbindlich ist. Seine einzelnen Bestandteile werden in der Folge dargestellt.

Unsere Leitwerte

Die Leitwerte und das Führungsleitbild der EVN orientieren sich an den Begriffen "ensure, encourage, enable" (sichern, ermutigen, ermöglichen). Damit definiert die EVN nach innen und nach außen, wie sie auftreten möchte und wie sie von ihren Stakeholdern wahrgenommen werden will. Die Übersetzung der Leitwerte in Deutsch, Englisch, Bulgarisch und Mazedonisch soll ihre internationale und konzernweite Verbindlichkeit verdeutlichen und betont zugleich den Fokus auf die Kernmärkte der EVN.

Das Führungsleitbild der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/EVNGroup/Verantwortung/Mitarbeiterinnen/Grundsatz/Grundsatze.aspx.

Unser Verhaltenskodex

Der EVN Verhaltenskodex umfasst Unternehmensgrundsätze, die über geltendes Recht hinausgehen, und legt Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns fest. Er dient zur Orientierung bei der täglichen Arbeit und zielt auf Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern ab. Das eigenverantwortliche Handeln der Mitarbeiter wird gezielt gefördert.

Der Verhaltenskodex der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx.

Die EVN wendet gegenüber ihren Lieferanten eine Integritätsklausel an, die unter anderem Richtlinien für nachhaltige Beschaffung enthält sowie Aufgaben und Pflichten der Lieferanten definiert.

Die Integritätsklausel der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/Integritaetsklausel.

Unser Umweltleitbild

Das Umweltleitbild der EVN umfasst folgende Zielsetzungen:

  • Minimierung der Umweltbeeinflussung
  • Nachhaltigkeit
  • Verbesserung der Umweltleistung
  • Modernste Umwelttechnik
  • Ressourcenschonung und Klimaschutz
  • Landschaftsschutz
  • Abfallmanagement
  • Energieberatung
  • Mitarbeitermotivation
  • Das Umweltleitbild der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/EVNGroup/Verantwortung/Okologie.aspx.
  • GRI Indikator: Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (G4-56)

Kurz und mittelfristige Umsetzung der Strategie: Fokus auf Versorgungssicherheit

Die EVN stellt in allen ihren Geschäftsbereichen die Themen Qualität und Versorgungssicherheit ins Zentrum ihrer Strategie. Durch diesen Fokus trägt sie den Bedürfnissen ihrer Stakeholder und insbesondere ihrer Kunden Rechnung. Die sich daraus ergebende hohe Kundenloyalität stärkt das gesamte Unternehmen nachhaltig. Die Bedeutung des Themas Versorgungssicherheit wird durch die CSR-Wesentlichkeitsmatrix belegt, die die wichtigsten CSR-Handlungsfelder für die EVN aus Sicht interner und externer Stakeholder widerspiegelt.

Mit ihrer Strategie zielt die EVN darauf ab, nachhaltig stabile Ergebnisse zu erwirtschaften, um weiterhin stabile Cash Flows zu generieren, mit denen die Finanzierung der Investitionen sichergestellt und eine stabile Dividendenpolitik gewährleistet bleiben kann. Dabei sorgen die Positionierung der EVN als umfassender Versorger für Strom, Erdgas, Wärme, Energiedienstleistungen, Wasser sowie Dienstleistungen im Bereich Kabel-TV und Telekommunikation sowie das bewährte integrierte Geschäftsmodell, das im Energiegeschäft die Bereiche Erzeugung, Netzbetrieb sowie Energiehandel und -vertrieb abdeckt, für Diversifikationseffekte sowohl zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern als auch innerhalb der Wertschöpfungskette.

Forcierter Netzausbau im Heimmarkt Niederösterreich

Höhere Einspeisevolumina aus volatiler erneuerbarer Erzeugung stellen eine große Herausforderung für eine verlässliche Energieversorgung dar. In diesem Umfeld sind die Aufrüstung und der Ausbau der Netze notwendig, um den Kunden gegenüber das Versprechen einer sicheren und stabilen Energieversorgung auch in Zukunft einhalten zu können. Im Geschäftsjahr 2013/14 hat die EVN ein Investitionsprogramm initiiert, das Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Euro innerhalb von vier Jahren in Niederösterreich vorsieht. Rund 70 % dieser Summe fließen in den Ausbau der regulierten Stromnetze.

In der Stromproduktion hat sich die EVN das Ziel einer Eigenerzeugungsquote von 30 % gesetzt. Dies bedeutet, dass 30 % des verkauften Stroms mit eigenen Anlagen erzeugt bzw. durch Strombezugsrechte abgedeckt sein sollen. Die angestrebte Eigenerzeugungsquote soll nicht nur die Versorgungssicherheit der Kunden gewährleisten, sondern auch eine Absicherung gegen Preisschwankungen auf den volatilen Energiemärkten bringen. Aktuell beläuft sich die Eigenerzeugungsquote auf 25,3 % (Vorjahr: 22,7 %).

Höhere Eigenerzeugung, höherer Anteil erneuerbarer Energie

Die höhere Eigenerzeugungsquote soll durch eine Steigerung der Erzeugung aus erneuerbarer Energie erreicht werden. Neuinvestitionen in thermische Anlagen sind hingegen nicht angedacht. Zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit wird mittelfristig ein Erzeugungsmix aus thermischen und erneuerbaren Produktionskapazitäten benötigt. Aus diesem Grund wird zur Abstützung des Systemumbaus in Richtung der erneuerbaren Energie das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr noch bis zum Ende der technischen Nutzungsdauer, die noch rund 10 bis 15 Jahre beträgt, am Netz bleiben und Schwankungen in der erneuerbaren Stromproduktion ausgleichen.

Der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Eigenerzeugung, der aktuell 43,1 % beträgt, soll insbesondere durch den Ausbau der Windkraftkapazitäten gesteigert werden. Dazu möchte die EVN ihre installierte Kapazität an Windkraftanlagen in den nächsten zwei bis drei Jahren von derzeit 250 MW auf 300 MW erhöhen. Zum Bereich der erneuerbaren Energiegewinnung zählt auch die Erzeugung von Wärme und Elektrizität aus Biomasse. Hier ist die EVN mit ihren mehr als 60 Biomasseanlagen bereits heute führend in Österreich. Auch in Zukunft soll die Fern- und Nahwärmeversorgung aus Biomasse erweitert werden, um die Kunden umfassend versorgen zu können.

Der dezentrale Charakter der Erzeugung von Energie aus Biomasse, aus Windenergie und aus Wasserkraft mit über 230 Anlagen in Niederösterreich führt zu einer tiefen regionalen Verwurzelung der Marke EVN im Bewusstsein der Kunden. Diese wird noch weiter verstärkt werden, da die EVN plant, im Zuge ihres Investitionsprogramms im Bereich der erneuerbaren Energie in Summe rund 260 Mio. Euro in den Ausbau von Windkraftanlagen sowie in die Erweiterung und den Bau von Biomasseanlagen und -netzen zu investieren. Durch den forcierten Ausbau dieses Bereichs nimmt die EVN sowohl ihre ökonomische als auch ihre ökologische Verantwortung wahr und trägt zudem zur Sicherung der Energieversorgung bei.

GRI-Indikator: Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage (EU10)

Ausbau und Qualitätssteigerung in der Wasserversorgung

In der Wasserversorgung in Niederösterreich legt die EVN durch Quellsicherungen im Alpenvorland und Verbindungsleitungen zwischen Brunnenfeldern auch in diesem Geschäftsfeld den Fokus auf die Versorgungssicherheit und nimmt laufend umfangreiche Investitionen vor. Daneben ist die ständige Optimierung der Wasserqualität ein wichtiger Baustein in der Marktpositionierung der EVN. Hier setzt das Unternehmen insbesondere auf den Bau von Naturfilteranlagen, die die Qualität des Wassers durch die natürliche Reduktion der Wasserhärte und ohne den Zusatz von Chemikalien verbessern.

Konsolidierung des Energiegeschäfts in Südosteuropa

Mit den Aktivitäten im Energiegeschäft in Bulgarien und Mazedonien sowie im Gasgeschäft in Kroatien hat die EVN ihr Energiegeschäft auf eine internationale Basis gestellt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf den Energiemärkten strebt die EVN eine Fokussierung der Geschäftstätigkeit in diesen Märkten an. Laufende Effizienzsteigerungen auf sämtlichen Wertschöpfungsebenen bilden ein wesentliches Element dieses Konzepts. Weitere Internationalisierungsschritte in neue Märkte sind nicht angedacht.

Selektive Umsetzung von Projekten im Umweltgeschäft

Im Umweltgeschäft exportiert und verwertet die EVN ihr Know-how aus dem Betrieb der eigenen Müllverbrennungsanlage in Niederösterreich sowie aus einer Vielzahl von Projekten zum Bau von Wasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen. Der regionale Schwerpunkt der Projekte liegt in Ost- und Südosteuropa. Die EVN setzt ihre Projekte allerdings auf selektiver Basis und nur unter Absicherung von politischen Risiken um. Dieses Geschäftsfeld erhöht den Diversifikationsgrad der Geschäftsaktivitäten und leistet einen Beitrag zu einer stabilen Ergebnisentwicklung der EVN.

Detaillierte Informationen über die Investitionstätigkeit der EVN in den einzelnen Geschäftsfeldern finden sich in der Beschreibung der jeweiligen Segmente ab Seite 128.

Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie

Die nachhaltige Ausrichtung der Unternehmensführung und davon abgeleitete Zielsetzungen sind zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie der EVN. Mit der Mitgliedschaft im UN Global Compact, dem die EVN 2005 beitrat, bekennt sich der Vorstand der EVN klar zur Einhaltung von dessen zehn Prinzipien sowie der damit einhergehenden nachhaltigen Ausrichtung der Unternehmensstrategie und der Übernahme von Verantwortung für die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft. Die weit verzweigte CSR-Organisation und das strukturierte Stakeholder-Management der EVN stellen die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Konzernstrategie sowie die anschließende Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen sicher.

CSROrganisation

Die tatsächliche Einbindung von Nachhaltigkeitsaspekten in die Konzernstrategie wird durch den CSRKonzernausschuss, dem auch die Mitglieder des Vorstands angehören, gewährleistet. Inhaltliche und organisatorische Unterstützung erfährt der Ausschuss durch das CSRBeratungsteam, das als Schlüsselstelle und Bindeglied zwischen strategischer Entscheidung und operativer Umsetzung fungiert. Es unterstützt die Abteilungen bei der Entwicklung von Zielen, Maßnahmen und Standards, die in weiterer Folge vom CSR-Konzernausschuss genehmigt werden. Daneben zeigt es laufend aktuelle Trends und Entwicklungen im Themenfeld der Nachhaltigkeit auf. Das CSR-Management wird nach außen durch den Sprecher des Vorstands vertreten.

Die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten und die Identifikation von weiteren CSR-Potenzialen werden durch die Nominierung von CSRVerantwortlichen aus allen Fachbereichen sichergestellt. Sie tragen dafür Sorge, dass die bisherigen CSR-Aktivitäten regelmäßig reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungsansätze diskutiert und umgesetzt werden. Die Einbindung von CSR-Themen in den Alltag der Tochtergesellschaften der EVN in Bulgarien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland wurde durch die Implementierung eigener CSR-Organisationen analog zum System in Österreich erreicht.

  • GRI-Indikatoren: Prozess des Nachhaltigkeits-Managements – Verantwortungsbereiche und Umsetzungsprozess ausgehend vom höchsten Kontrollorgan (G4-35); Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Themen an das höchste Kontrollorgan (G4-36)
  • Nähere Informationen zur CSR-Organisation finden sich unter www.verantwortung.evn.at.

Laufender Abgleich der Konzernstrategie mit den StakeholderInteressen

Die EVN legt hohen Wert auf den laufenden Dialog mit ihren internen und externen Stakeholdern, um die Aktualität und Relevanz ihrer strategischen Handlungsfelder zu überprüfen. Der regelmäßige Austausch zwischen dem Unternehmen und den für diesen Zweck eingerichteten Gremien, etwa dem EVN Kundenbeirat, dem Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung sowie dem EVN Sozialfonds, wird um einen anlass- und projektbezogenen Stakeholder-Dialog ergänzt. Zur weiteren Systematisierung und Strukturierung der Stakeholder-Beziehungen führt die EVN jährlich Stakeholder-Befragungen durch. Gemeinsam mit den Leitern der Fachbereiche werden die Ergebnisse der Befragungen im Rahmen von regelmäßig stattfindenden CSR-Zielgesprächen diskutiert. Sie dienen einer weiteren Vertiefung der CSR-Strategie sowie der Verankerung von CSR

EVN Wesentlichkeitsmatrix

Die Y-Achse zeigt die Einschätzung unserer externen Stakeholder, d. h. wie wichtig ("wesentlich") bestimmte Themen aus Sicht externer Experten eingeschätzt werden. Auf der X-Achse findet sich wiederum die interne Einschätzung der EVN. Somit sind beispielsweise "Versorgungssicherheit" und "Kunden im Fokus" zwei Handlungsfelder, die sowohl intern als auch extern als sehr wesentlich für die EVN eingeschätzt werden.

im Kerngeschäft der EVN. Dabei werden existierende Ziele und Maßnahmen gegebenenfalls angepasst sowie neue Ziele definiert. Zur Unterstützung dieses Prozesses wurden in den Zielgesprächen im Berichtszeitraum erstmals Visualisierungen der Bereichswertschöpfungsketten verwendet, um dadurch vermehrt auch auf Prozessund Arbeitsschrittebene Verbesserungspotenziale heben zu können. Darüber hinaus werden die CSR-Maßnahmen der einzelnen Unternehmenseinheiten jährlich einem Monitoring unterzogen.

Die Befragungen in Österreich im Frühjahr 2014 sowie die Workshops an den Standorten Bulgarien, Mazedonien sowie Deutschland im Herbst 2014 und im Frühjahr 2015 führten zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Die einzelnen Märkte, in denen die EVN tätig ist, weisen dabei landesspezifische Schwerpunkte auf. So genießt etwa das Thema "Korruptionsprävention" in allen südosteuropäischen Länderorganisationen höhere Priorität. In Bulgarien und Mazedonien werden zudem die CSR-Handlungsfelder "Stakeholder-Dialog", "Menschenrechte" und "Gesellschaftliches Engagement" höher gewichtet. Weiters ergab sich in Mazedonien ein eigenes Handlungsfeld "Energieeffizienz" sowie im deutschen Tochterunternehmen WTE ein eigenes Handlungsfeld "Know-how und Kompetenz".

  • GRI-Indikatoren: Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb und außerhalb der Organisation (G4-20 und 21)
  • Für Details zur Stakeholder-Befragung 2014 sowie zum Stakeholder-Management der EVN Seite 42ff
  • Das aktuelle CSR-Programm findet sich ab Seite 224 dieses Berichts sowie auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/CSRStrategie/CSRMaßnahmenprogramm.

Die EVN Wesentlichkeitsmatrix inklusive Erläuterungen ist abrufbar unter www.evn.at/CSRStrategie/CSR-Wesentlichkeitsmatrix.

Konzernweit stellten sich folgende Handlungsfelder als zentral heraus:

1. Versorgungssicherheit

steht für eine verlässliche Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme, Wasser und Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen. Dabei spielen der Ausbau der Erzeugungskapazität, hohe technische Netzqualität, die Integration von erneuerbaren Energieträgern (unter anderem durch das Anbieten von Speicherlösungen), ein flexibler Erzeugungsmix sowie die Vorbereitung auf Krisensituationen eine bedeutende Rolle.

Siehe Kurz- und mittelfristige Strategie auf Seite 35f sowie Kundinnen und Kunden auf Seite 45ff

2. Kunden im Fokus

steht für hohe Kundenzufriedenheit auf Basis einer fairen und transparenten Preis- und Leistungsgestaltung sowie verständliche und sinnvolle Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Strom, Erdgas, Wärme, Wasser, Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen.

Siehe Kundinnen und Kunden auf Seite 45ff

3. Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

steht für eine betriebswirtschaftlich ausgerichtete Geschäftstätigkeit, die Anpassung an ein dynamisches Umfeld durch gezielte Innovationen, eine wertorientierte Investitionsstrategie, eine stabile Dividendenentwicklung sowie Fairness und Transparenz.

Siehe Kurz- und mittelfristige Strategie auf Seite 35f sowie Konzernabschluss auf Seite 141ff

4. Verantwortungsvoller Arbeitgeber

steht für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, eine verantwortungsvolle Personalentwicklung, die Förderung von Gesundheit und Arbeitssicherheit, offene Kommunikation, Work-Family-Balance, Aus- und Weiterbildung sowie Vielfalt und Chancengleichheit.

Siehe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Seite 79ff

5. Umweltschutz und Ressourcenschonung

steht für umweltschonende Energie-, Wasser- und Abfalldienstleistungen, die systematische Reduktion der Umweltauswirkungen sowie eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung von Energie und Ressourcen.

Siehe Umwelt und Klima auf Seite 67ff

6. Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

steht für den Ausbau erneuerbarer Energien, die Minimierung der Umweltbeeinträchtigungen, Effizienzsteigerung sowie Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten.

Siehe Kurz- und mittelfristige Strategie auf Seite 35f sowie Umwelt und Klima auf Seite 67ff

Kontrolle und Leistungsbeurteilung hinsichtlich Nachhaltigkeit

Neben der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist das wirkungsvollste Instrument zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung – und somit auch des Vorstands – der EVN der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI G4, Anwendungsebene "umfassend".

Zudem hat die EVN das unabhängige Prüfinstitut TÜV SÜD beauftragt, ihre Nachhaltigkeitsleistung sowie den Ganzheitsbericht 2014/15, insbesondere die nach GRI G4 berichteten Inhalte und den GRI-Index, für das Geschäftsjahr 2014/15 zu verifizieren. Im Rahmen dieser Verifizierung wurden auch die Mitglieder des Vorstands sowie des CSR-Konzernausschusses zu Fragestellungen der Nachhaltigkeit befragt. In Form des Management Letters des Prüfinstituts wurde ihnen sodann die externe Einschätzung der Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens mitgeteilt.

Die EVN Aktie wurde in den letzten Jahren in mehrere Nachhaltigkeitsindizes aufgenommen. Die in den Indizes abgebildeten Unternehmen werden regelmäßig umfassenden Prüfungen unterzogen. Schon seit 2002 zählt die EVN Aktie zum FTSE4Good Index und ist seit 2005 auch in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI) vertreten. 2005 wurde die EVN Aktie in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX aufgenommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsenotierten österreichischen Unternehmen vereint. Seit Dezember 2010 zählt die EVN Aktie auch zum ECPI Index und wird hier im ECPI Ethical Index EMU abgebildet.

Eine weitere Methode zur externen Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistung stellt die stetige Ausweitung von EMAS-Zertifizierungen auf weitere Kraftwerke und Heizwerke dar. Mit der Auditierung des Wärmekraftwerks Korneuburg nach EMAS/ISO 14001 im März 2014 hat die EVN hier im Berichtszeitraum einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt.

Die interne Revision erfolgt durch die Abteilung Konzernrevision der EVN, die direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet. In ihren Kompetenzbereich fällt die Prüfung von Vorgängen und Unternehmenseinheiten der EVN in Österreich, während in den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien eigene Revisionsabteilungen bestehen.

Die von den Revisionsabteilungen durchgeführten Prüfungen erfolgen unter Beachtung der International Standards for the Professional Practice of Internal Auditing (IIA). Die im Geschäftsjahr 2014/15 festgestellten Beanstandungen wurden den Verantwortlichen mitgeteilt, zugleich wurden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen eines Follow-up-Verfahrens geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

  • GRI-Indikatoren: Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorgans bezüglich nachhaltiger Entwicklung (G4-44); höchstes Komitee oder Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht prüft (G4-48)
  • Der Bericht zur Internen Revision und zum Risikomanagement sowie Informationen zum Vergütungssystem der EVN finden sich im Corporate Governance-Bericht ab Seite 96.

Unterstützung externer Initiativen

Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerks vertreten. Ziel des seit 2009 bestehenden Lenkungskreises ist die Evaluierung vergangener und die Planung zukünftiger Aktivitäten des österreichischen UNGC-Netzwerks.

Externe Initiativen

OECD OECD Guidelines for Multinational Enterprises UNGC UN Global Compact respACT austrian business council for sustainable development ÖGUT Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

GRI-Indikator: Unterstützung externer Initiativen (G4-15)

Erfolgs und Einflussfaktoren

Der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg der EVN Gruppe ist eng mit ihrem zentralen strategischen Handlungsfeld, nämlich der Gewährleistung der Versorgungssicherheit, verwoben. Die Stabilität und die Effizienz der Energieübertragungsnetze bilden die Grundlage zur Erreichung dieses Ziels. Deren kontinuierliche Verbesserung ist daher ein strategischer Investitionsschwerpunkt der EVN im niederösterreichischen Heimmarkt. In Südosteuropa werden durch die Modernisierung des Netzes und die Umsetzung von Maßnahmen gegen Stromdiebstahl die Netzverluste weiterhin nachhaltig reduziert. Die Ergebnisse im Netzgeschäft hängen zudem maßgeblich vom regulatorischen Umfeld und vom Tarifsystem ab.

In der Energieerzeugung sind eine adäquate Eigenerzeugungsquote sowie ein ausgewogener Erzeugungsmix aus thermischen und erneuerbaren Kapazitäten für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit unabdingbar. Angesichts des hohen Stellenwerts der strategischen Handlungsfelder "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" sowie "Umweltschutz- und Ressourcenschonung" in der EVN Wesentlichkeitsmatrix kommt dabei besonders dem Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen sowie laufenden Effizienzsteigerungen in Erzeugung und Transport zentrale Bedeutung zu. Die Ergebnisse der thermischen Erzeugung hängen von der Entwicklung der Primärenergiepreise sowie der Großhandelspreise auf dem europäischen Strommarkt ab. In der Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen werden die Ergebnisse preisseitig durch die regulierten Einspeisetarife und mengenmäßig durch die Wasserführung bzw. das Winddargebot beeinflusst.

Im Strom und Erdgashandel ist die Volatilität auf den Primärenergie-, Strombeschaffungs- und Stromabsatzmärkten die wesentliche Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Die EVN nutzt dazu im Stromgeschäft ihre flexibel einsetzbare Eigenerzeugung als natürliche Absicherungsposition. Die Ergebnisse aus der Produktion von Wärme aus Biomasse wiederum hängen von den Einstandskosten des biogenen Brennmaterials ab. Hier ermöglicht die Bindung der Absatzpreise an öffentlich erhobene Indizes eine Wertsicherung der Verkaufspreise. Die mengenmäßige Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme hängt von den Außentemperaturen ab. Die größten Absatzvolumina entfallen auf die Wintermonate.

Im Umweltgeschäft ist im Bereich der Trinkwasserversorgung die Versorgungssicherheit mit frischem Wasser maßgeblich. Die EVN konzentriert ihre Investitionen hier auf die Verbindung von Quellen und Brunnenfeldern zur gegenseitigen Absicherung von Ausfällen sowie auf den Bau von Naturfilteranlagen zur Qualitätssteigerung mit physikalischen Methoden und ohne Anwendung von Chemikalien. Generell wird das Ziel verfolgt, eine nachhaltige, qualitativ hochwertige Versorgung zu langfristig fairen Preisen und unter Einhaltung höchster Umweltstandards sicherzustellen.

Im internationalen Projektgeschäft bestimmt sich die Nachfrage aus der Finanzierbarkeit neuer Vorhaben durch die öffentlichen Auftraggeber. Die breite internationale Ausrichtung und die Erfahrung aus über 100 umgesetzten Projekten bescheren der EVN in einem sehr kompetitiven Markt die Anerkennung als kompetenter Anbieter im Bau und im Betrieb von Anlagen zur kommunalen Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung oder thermischen Müllverwertung. In diesen Projekten agiert die EVN als Generalunternehmer, der für die Planung und schlüsselfertige Errichtung der Anlagen verantwortlich ist. Sie kann auf Wunsch des Auftraggebers auch die Betriebsführung übernehmen. In so genannten "PPP-Modellen" (Public Private Partnership) arrangiert die EVN zusätzlich die Finanzierung, ohne jedoch das wirtschaftliche Risiko der Anlage zu übernehmen.

Die strategischen Beteiligungen der EVN stärken die vertikale Integration des Konzerns. Mit den Beteiligungen an der Verbund AG und den Verbund Innkraftwerken wird der Fokus auf die Stromproduktion gelegt. Die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG) wiederum leistet mit ihren Gasspeichern, denen gerade in Zeiten internationaler Krisen hohe Bedeutung zukommt, einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Bereich der Erdgasversorgung.

Finanzstrategie

Übergeordnetes Ziel der Finanzstrategie ist die Sicherstellung der uneingeschränkten Zahlungsfähigkeit des EVN Konzerns. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Aufrechterhaltung eines starken operativen Cash Flows gelegt. Die Nettoverschuldung, die bereits in den vergangenen Jahren reduziert wurde, soll auch in Zukunft niedrig gehalten bzw. gesenkt werden. Hinsichtlich des Wertbeitrags von Investitionen zielt die Unternehmensführung auf eine langfristige Steigerung ab. Gemessen wird dieser Wertbeitrag bei der EVN mithilfe des Economic Value Added (EVA®), der den Nettogewinn nach Steuern mit den Kapitalkosten auf das durchschnittlich eingesetzte Vermögen in Beziehung setzt. Indem bei dieser Berechnung die Kapitalkosten neutralisiert werden, kann die operative Wertschöpfung eines Unternehmens verdeutlicht werden.

Als Versorgungsunternehmen mit hoher Verantwortung gegenüber allen seinen Stakeholdern sieht sich die EVN auch im Bereich ihrer Finanzierung dem Grundsatz größter Solidität und möglichst weitgehender Risikominimierung verpflichtet. Erforderliche Finanzierungen sollen fristenkonform und zu kostengünstigen sowie marktgerechten Konditionen aufgenommen werden. Weitere Zielsetzungen im Rahmen der Finanzstrategie sind die Risiko-Ertrags-optimale Veranlagung von liquiden Mitteln sowie die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken.

Für die Finanzstrategie der EVN ist der Grundsatz der Diversifikation in mehrfacher Hinsicht maßgeblich und gilt gleichermaßen für die Veranlagungs- wie für die Finanzierungsseite. Finanzierungsseitig soll die finanzielle Unabhängigkeit durch ein ausgewogenes Laufzeitenprofil sowie ein breites Spektrum an Finanzierungsinstrumenten und -partnern sichergestellt werden. In diesem Zusammenhang ist ein flexibler Zugang zum Kapitalmarkt von besonderer Bedeutung, da dieser Finanzierungen zu attraktiven Konditionen, langen Laufzeiten und über eine breite Investorenbasis ermöglicht. Aus diesem Grund hat die EVN im Jänner 2015 ihr Debt-Issuance-Programm erneuert, das die Rahmendokumentation für Kapitalmarktemissionen bildet und die rasche Umsetzung neuer Kapitalmarktfinanzierungen ermöglicht. Zum 30. September 2015 entfielen rund 50 % der aushaftenden Finanzverbindlichkeiten der EVN auf Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen.

Neben einem ausgeprägten Kapitalmarkt-Fokus pflegt die EVN im Finanzierungsbereich Kreditbeziehungen zu regionalen, internationalen und multilateralen Banken. Der Diversifikationsgrundsatz ist dabei auch für die Geschäftsbeziehung mit Banken von zentraler Bedeutung. Im Geschäftsjahr 2014/15 standen der EVN AG Kreditzusagen im Gesamtausmaß von 575,0 Mio. Euro zur Verfügung, die primär als Liquiditätsreserve zur Absicherung der finanziellen Flexibilität dienen. Bei den Kreditzusagen handelt es sich um bilaterale Kreditzusagen von insgesamt sechs Banken im Gesamtausmaß von 175,0 Mio. Euro mit Restlaufzeiten von bis zu vier Jahren sowie um eine revolvierend ausnutzbare syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro, die von einem internationalen Bankenkonsortium bereitgestellt wird. Für die syndizierte Kreditlinie wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die im Kreditvertrag enthaltene Verlängerungsmöglichkeit um ein Jahr genutzt; dadurch wurde das Laufzeitende auf Juli 2020 (statt bisher Juli 2019) erstreckt.

Im Sinn der Effizienz und Wirtschaftlichkeit verfolgt die EVN im Finanzbereich den Ansatz einer zentralen Organisation. Die operative Liquiditätssteuerung erfolgt im kurzfristigen Bereich über Cash Pooling sowie langfristig über Konzernfinanzierungen. In Ausnahmefällen, beispielsweise aus Risikoüberlegungen oder zur besseren Nutzung von Absicherungsinstrumenten gegen politische Risiken, erfolgen Kreditaufnahmen auch direkt durch Konzerngesellschaften, jedoch durchwegs in enger Abstimmung mit der Konzernfunktion Finanzwesen.

Eine detaillierte Übersicht der langfristigen Finanzverbindlichkeiten enthält der Konzernanhang auf Seite 188f.

Rating

Investment Grade bei Moody's und Standard & Poor's

Die EVN wird regelmäßig unabhängigen Bonitätseinstufungen durch die beiden internationalen Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's unterzogen. Diese Rating-Beurteilungen ermöglichen der EVN den Zugang zu Investoren auf den internationalen Kapitalmärkten.

In einem herausfordernden Branchenumfeld erfüllt die EVN weiterhin ihre Zielvorgabe von Ratings im guten Investment-Grade-Bereich. Standard & Poor's bestätigte im April 2015 das Rating BBB+ mit stabilem Ausblick. Im August 2015 behielt auch Moody's das bisherige Rating A3 für die EVN bei und hob den Ausblick von negativ auf stabil an.

Listing in vier Nachhaltigkeitsindizes dank guter SRIRatings

Im Bereich Social Responsible Investment (SRI) wird die EVN von unterschiedlichen Rating-Agenturen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsleistung bewertet. Diese Bewertung erfolgt – mit unterschiedlichen Schwerpunkten je nach Agentur – auf Basis von Environmental-, Social- und Governance-Kriterien (ESG). Zu den Rating-Agenturen, von denen die EVN in regelmäßigen Abständen analysiert und bewertet wird, zählen unter anderem oekom research, Vigeo, imug sowie Sustainalytics. Zudem nimmt die EVN am Carbon Disclosure Project (CDP) teil und stellt interessierten Investoren jedes Jahr ausführliche Informationen über ihre Treibhausgasemissionen sowie damit zusammenhängende Ziele, Maßnahmen und Konzepte zur Verfügung.

Auf Basis dieser Analysen und Bewertungen entscheiden Agenturen und Fondsmanager über die Aufnahme in diverse Nachhaltigkeitsindizes und -fonds. Aktuell ist die EVN im VÖNIX, im FTSE4Good, im Ethibel sowie im ECPI gelistet. Auch viele Fonds haben sich auf Werte spezialisiert, die ESG-Kriterien entsprechen. So führte das Rating durch imug z. B. zur Aufnahme der EVN in den FairWorld-Fonds der deutschen Union Investment.

Stakeholder

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen hat sich die EVN die ausgewogene und gleichberechtigte Wahrung der Interessen und Ansprüche aller Stakeholder-Gruppen zum Ziel gesetzt.

Das Energie- und Umweltgeschäft der EVN steht im Interesse der Öffentlichkeit und wird daher stärker als andere Branchen auch kritisch beobachtet. Der proaktive Dialog mit ihren Stakeholdern ermöglicht es der EVN, deren Erwartungen zu identifizieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen wahrzunehmen sowie gute Beziehungen zu ihnen aufzubauen, zu pflegen und zu stärken. Stakeholder-Management versteht die EVN daher nicht als Notwendigkeit, sondern vielmehr als Möglichkeit, das strategische und operative Management nachhaltig zu verbessern sowie wirkungsvolle Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie des laufenden Nachhaltigkeitsprozesses zu entwickeln.

Identifikation der relevanten Stakeholder-Gruppen

Den Kern des EVN Stakeholder-Managements bilden die intensiven Beziehungen der Verantwortlichen aus allen strategischen Geschäftsfeldern und Fachabteilungen mit den jeweiligen Stakeholdern und Vertretern dieser Gruppen. Die Identifikation und Priorisierung der für das Unternehmen relevanten Stakeholder erfolgt alle drei Jahre von Neuem im Rahmen eines internen Workshops. Die Darstellung auf der nächsten Seite zeigt die Stakeholder-Gruppen der EVN in Form einer Ellipse. Ihre fünf Dimensionen spiegeln die wahrgenommene Nähe zum und den Einfluss auf das Unternehmen wider.

GRI-Indikatoren: Liste der Stakeholder (G4-24); Auswahl der Stakeholder (G4-25)

Kommunikationskanäle für den laufenden Stakeholder-Dialog

Um die regelmäßige Einbeziehung der Stakeholder auch auf strategischer Ebene zu garantieren, hat die EVN im Jahr 2015 einen Leitfaden für das Stakeholder-Management entwickelt. Gemeinsam mit den internen Ansprechpartnern der unterschiedlichen Stakeholder wurden dafür in Workshops die für jede Stakeholder-Gruppe bestehenden Kommunikationsaktivitäten und -kanäle erhoben und festgeschrieben. Diese reichen von projektbezogenen Arbeitsgruppen und Mediationen mit regionalen Bürgerinitiativen über schriftliche Kanäle wie systematische Befragungen und regelmäßige Newsletter und Zeitschriften bis hin zum Dialog in institutionalisierten Beiräten wie dem EVN Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung, dem EVN Kundenbeirat, dem EVN Sozialfonds oder dem EVN Kunstrat. Für Kunden, aber auch für andere Stakeholder verfügt die EVN über ein strukturiertes Beschwerdemanagement. Hinsichtlich der Angelegenheiten von Mitarbeitern herrscht eine intensive Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat.

Regelmäßige Erhebung der aktuellen Schwerpunktthemen

Zur Systematisierung und Strukturierung der Stakeholder-Beziehungen gilt es auch, in regelmäßigen Abständen die Schwerpunktthemen der Stakeholder zu identifizieren. Dazu führt die EVN alle drei Jahre eine Stakeholder-Befragung durch. Deren Ergebnisse dienen dazu, die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte zu identifizieren und eine fokussierte strategische Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der EVN sicherzustellen. Die Befragungen liefern auch wertvolle Beiträge für die Früherkennung wichtiger wirtschaftlicher, sozialer

Für wen ist das Thema sehr wichtig?

Kunden Mitarbeiter Eigentümer EVN
Aufsichtsrat



Was ist wichtig?

Darstellung der EVN Anspruchsgruppen

und ökologischer Themenstellungen und bilden damit eine wichtige Grundlage für strategische unternehmerische Entscheidungen.

Bereits 2009 waren die wesentlichen CSR-Handlungsfelder der EVN im Rahmen eines Workshops mit den CSR-Verantwortlichen aus allen Unternehmensbereichen erarbeitet worden. Die hier identifizierten Themenbereiche bildeten die Basis für die Wesentlichkeitsmatrix der EVN. Bei der letzten Aktualisierung der Matrix im Jahr 2014 wurden die Handlungsfelder im Rahmen von Fokusgruppen sowie in telefonischen Interviews mit ausgewählten externen Stakeholdern reflektiert. Im Anschluss fand eine Online-Umfrage statt, bei der Hunderte Stakeholder die Möglichkeit hatten, die Relevanz der einzelnen Handlungsfelder für die EVN zu bewerten. In weiterer Folge wurde die aktualisierte Matrix dem CSR-Konzernausschuss, in dem auch die Mitglieder des Vorstands der EVN vertreten sind, zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt.

Neben der dreijährlichen umfassenden Aktualisierung wurde nun auch ein jährlicher systematischer Prozess zur Einbindung der Stakeholder erarbeitet. Im Zuge dessen wurden bereits im ersten Jahr die aktuellen Schwerpunktthemen der einzelnen Stakeholder-Gruppen identifiziert und den Handlungsfeldern der EVN Wesentlichkeitsmatrix zugeordnet. Dabei waren die Handlungsfelder "Versorgungssicherheit", "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" und "Umweltschutz und Ressourcenschonung" für alle Stakeholder relevant. Hier wurden vor allem die Themenkreise "Energieeffizienz" und "Erneuerbare Energie" besonders häufig genannt. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt zeigte sich bei den Handlungsfeldern "Kunden im Fokus", "Verantwortungsvoller Arbeitgeber" und "Stakeholder-Dialog".

Basierend auf diesen Ergebnissen und der Befragung zur Wesentlichkeitsmatrix 2014 wurde entschieden, im kommenden Geschäftsjahr Fokusgruppen-Workshops mit ausgewählten Stakeholdern durchzuführen, um insbesondere deren Erwartungen im Zusammenhang mit den Handlungsfeldern "Versorgungssicherheit", "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" sowie "Kunden im Fokus" besser zu verstehen und allfälligen Handlungsbedarf für die EVN abzuleiten.

GRI-Indikatoren: Festlegung der Berichtsinhalte (G4-18); Einbindung der Stakeholder und Ergebnisse (G4-26 und 27)

Projektbezogene Einbindung der Stakeholder und ihrer Interessen

Die EVN ist sich der gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit bewusst und berücksichtigt diese über die Richtlinien internationaler Vereinbarungen und nationaler Gesetzgebung hinaus. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen sowie auf proaktiver Kommunikation bei neuen Infrastrukturprojekten. Dabei setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte und Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner und Informationsgeber, die dazu beitragen, das Ziel der Realisierung der Projekte und Geschäftsaktivitäten zur größtmöglichen Zufriedenheit aller Beteiligten zu erreichen. Eine frühzeitige Einbindung schafft die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Voraussetzung für Planungssicherheit ("Licence to operate").

Eine zentrale Rolle nimmt in diesem Prozess der Bereich Projektkommunikation ein, der vor einigen Jahren zur Institutionalisierung der projektbezogenen Stakeholder-Kommunikation in der EVN etabliert wurde. Dieser Bereich bildet die konzernweite Kompetenzstelle für Partizipation, Projekt- und Stakeholder-Kommunikation sowie Konfliktprävention und -management und steht als solche im direkten Kontakt mit den Leitern sämtlicher relevanten Infrastrukturprojekte. Mit der Etablierung dieses Bereichs ist es der EVN gelungen, bei Projekten eine Brücke zwischen den technischen, finanziellen und rechtlichen Anforderungen, den Konzernvorgaben in Bezug auf Partizipation, Transparenz und proaktive Kommunikation sowie den Bedürfnissen und Sichtweisen relevanter Stakeholder-Gruppen zu schaffen.

Durch die enge und frühzeitige Einbindung der Stakeholder in die Projektplanung ermöglicht der Bereich Projektkommunikation Prävention in mehrfacher Hinsicht:

  • Frühzeitiges Erkennen von Projektrisiken durch engen Kontakt mit relevanten Stakeholdern
  • Funktionierende Kommunikationskanäle, die tragfähige Kompromisslösungen ermöglichen, durch mittel- und langfristigen Aufbau vertrauensvoller Arbeitsbeziehungen zu wichtigen NGOs und anderen Stakeholdern
  • Stärkung von Kompetenz und Bewusstsein der Projektleiter in den Bereichen Stakeholder-Kommunikation und Partizipation

Die durch die Stakeholder-Kommunikation gewonnenen Einsichten fließen in die vor Projektstart durchgeführten weitreichenden Due-Diligence-Prüfungen ein, die vom Vorstand bzw. je nach Projektgröße auch vom Aufsichtsrat der EVN zur Beurteilung der Projekte herangezogen werden. Die Abbildung von Nachhaltigkeitsrisiken und -auswirkungen neuer Projekte wird zudem durch Instrumente wie Umweltverträglichkeitsprüfungen komplettiert.

GRI-Indikatoren: Stakeholder-Einbindung (G4-26); Rolle des Vorstands hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-45); Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (G4-SO1); Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativem Einfluss auf lokale Gemeinschaften (G4-SO2)

1) Mitarbeiter- und Kundenbefragung in regelmäßigen Abständen, Stakeholderbefragung 2010, 2014

2) 1–2 Mal pro Jahr oder öfter

3) 1–2 Mal pro Jahr oder öfter

Kundinnen und Kunden

Die Kunden stehen für die EVN im Fokus aller ihrer Tätigkeiten. Dies wird auch durch die hohe Bedeutung der Handlungsfelder "Kunden im Fokus" sowie "Versorgungssicherheit" in der Wesentlichkeitsmatrix der EVN verdeutlicht.

Rund 4,5 Mio. Kunden vertrauten im Geschäftsjahr 2014/15 auf die sichere Versorgung mit Energie- und Umweltprodukten sowie -dienstleistungen, die ihnen die EVN aus einer Hand anbietet. Das breite Portfolio, das die Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser, die Abwasserentsorgung sowie Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste umfasst, trägt entscheidend zur Lebensqualität der Menschen in den Ländern Zentral- und Südosteuropas, in denen die EVN tätig ist, bei.

Im Energiegeschäft bietet die EVN eine breite Palette an maßgeschneiderten Lösungen an. Die Kunden können z. B. aus unterschiedlichen Tarifen das für sie passende Modell auswählen und sich für fixe oder variable Energiepreise bzw. für Strom aus zu 100 % erneuerbaren Energiequellen bzw. Biogas entscheiden. Als Netzbetreiber fühlt sich die EVN dafür verantwortlich, den Kunden in ihrem Versorgungsgebiet einen verlässlichen Zugang zu Energie zu gewährleisten, und stellt deshalb die Zuverlässigkeit ihrer Netze durch eine auf Versorgungssicherheit fokussierte Investitionspolitik sicher.

Neben den direkt von der EVN belieferten Kunden werden im Umweltgeschäft der EVN 17,21) Mio. Kunden in verschiedenen Ländern Europas von den in den Bereichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung errichteten Anlagen versorgt. Rund 562.900 Kunden in Niederösterreich versorgt die EVN mit sauberem Trinkwasser – 101.300 davon direkt. 1) Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

GRI-Indikator: Kundenanzahl (EU3)

30.09.2015
3.708.200
3.331.000
293.300
83.900
562.900
228.200

1) Davon direkt versorgt: 101.300

Nahe am Kunden durch regionale Präsenz und persönliche Beratung

Die EVN verfügt über eine breite Kundenbasis. Im Energiegeschäft sind zwei Drittel der Kunden Haushalte, der Rest verteilt sich auf Gewerbeunternehmen, Industrie und öffentliche Einrichtungen. Im projektbezogenen Umweltgeschäft arbeitet die EVN überwiegend mit öffentlichen Auftraggebern wie Städten und Gemeinden zusammen.

Kundenservice der EVN

Die hohe Bedeutung des Handlungsfelds "Kunden im Fokus" in der EVN Wesentlichkeitsmatrix drückt sich im stetigen Bemühen der EVN um eine faire und professionelle Partnerschaft sowie in einer besonders auf Kundennähe ausgelegten Struktur des EVN Kundenservice aus. Im gesamten Versorgungsgebiet sorgt ein dichtes Netz an Kundenzentren, das EVN Service-Telefon sowie in Niederösterreich ein eigener EVN Shop in Wiener Neustadt für die bequeme Erreichbarkeit der EVN. Um den Zugang zur Versorgung sowie die Gesundheit und Sicherheit der Kunden im höchstmöglichen Maß zu gewährleisten, sind die Kundenzentren bei etwaigen Störungen auch außerhalb der Regelöffnungszeiten zu jeder Tagesund Nachtzeit erreichbar.

Persönliche Beratung für effizienten Umgang mit Energie

Mobile Beratungsteams sowie die Mitarbeiter des EVN Shops in Wiener Neustadt liefern in persönlichen Beratungsgesprächen und mit individuellen Serviceleistungen hilfreiche Tipps und wertvolles Wissen zur Nutzung von Energiesparpotenzialen. Zu diesen Dienstleistungen zählen beispielsweise das so genannte "SanierService", der Heizungstausch, die Wartung von Elektro- und Gasanlagen, die Berechnung des in Österreich für neue Gebäude, Sanierungen und Immobilienverkäufe geforderten Energieausweises oder die Unterstützung bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen. Auf der Produktseite werden technische Lösungen zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit zur Senkung des Energieverbrauchs angeboten. Individuelle und flexibel gestaltbare Energietarife runden das Angebot für die Kunden ab.

Enge Zusammenarbeit mit den Kunden im internationalen Umweltgeschäft

Im Bereich des internationalen Umweltgeschäfts sind die Kunden der EVN vor allem Städte und Gemeinden sowie die mit ihrer Verwaltung betrauten Behörden. Schon aufgrund der Größe und Struktur der Projekte in diesem Bereich findet über alle Phasen hinweg ein intensiver Austausch zwischen der EVN und ihren Kunden statt. Hier realisiert die EVN Tochter WTE sowohl Kompaktanlagen für kleinere Orte und Gewerbebetriebe als auch Projekte für Europas Metropolen und ihre Großindustrie. Als Anbieter von

P_Nowak @Privatkunde

Wenn immer mehr Kunden ihre Energie selbst erzeugen, wie können Service und Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet bleiben? # 2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

Gemerkt ü

# Wir_haben_Antworten

Von größter Bedeutung ist hier ein weiterer zukunftsorientierter Ausbau der Netze. Deshalb investiert die EVN innerhalb von vier Jahren in Niederösterreich gezielt 1 Mrd. Euro. Davon fließen mehr als zwei Drittel in die Netzinfrastruktur und damit in die Versorgungssicherheit. Auf dieser Grundlage vernetzen wir die Kunden und optimieren damit auch die dezentrale Erzeugung. Gleichzeitig spielen unsere Kraftwerke eine wichtige Rolle als Backup. Indem wir sowohl übergreifende Systemlösungen für dezentrale Erzeugung als auch Reservekapazitäten zur Verfügung stellen, fungieren wir künftig verstärkt als Stabilisator und Energie-Manager.

projektspezifischen Komplettmodellen (Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb) hat die WTE dabei nicht zuletzt die Rolle des Kommunikators zwischen den einzelnen Projektbeteiligten inne und betrachtet daher nicht nur den direkten Auftraggeber als ihren Kunden, sondern auch sämtliche in die Realisierung involvierten Organisationen.

Kundenbeirat

Seit der Gründung des EVN Kundenbeirats im Jahr 2011 kann die EVN die Vorteile eines intensiven Kundendialogs noch besser nutzen. Dieses Gremium bietet die Möglichkeit, mehr über die Meinungen, Anliegen und Bedürfnisse ihrer Kunden zu erfahren. Der direkte Austausch zwischen Kunden und Unternehmen unterstützt somit die kontinuierlichen Bemühungen der EVN, die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. Der Kundenbeirat hat eine wichtige beratende Funktion, zeigt aktuelle Trends und Fragestellungen auf, bringt frische Ideen und Vorschläge ein und prägt damit wesentlich die Gestaltung von Serviceleistungen, Produkten oder Kommunikationsmaßnahmen der EVN.

Österreich

Die 24 Mitglieder des Kundenbeirats bilden die Vielfalt der niederösterreichischen Haushaltskunden ab und helfen der EVN damit, das eigene Unternehmen auch aus Kundensicht differenziert zu betrachten. Der Kundenbeirat wird alle zwei Jahre neu gewählt, so auch im Frühjahr 2015 zum dritten Mal. Aufrufe zur Bewerbung engagierter EVN Kunden erfolgen im EVN Journal, auf der EVN Homepage und im EVN Newsletter. Die Auswahl der Mitglieder soll ein ausgewogenes Verhältnis unterschiedlicher Kundengruppen sicherstellen und damit eine breit gefächerte Berücksichtigung der verschiedenen Kundenbedürfnisse gewährleisten. Die Mitglieder des Kundenbeirats tagen zweimal pro Jahr und treffen dabei mit Mitarbeitern sowie dem Vorstand der EVN zusammen, um kundenrelevante Themen zu diskutieren und gemeinsam an Verbesserungsvorschlägen zu arbeiten. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden im Kundenbeirat insbesondere Zukunftsthemen, alternative Tarife, die neue EVN Bonuswelt und das Kundenservice behandelt.

Bulgarien und Mazedonien

Die EVN Bulgaria rief im September 2013 erstmals interessierte Kunden zur Teilnahme an einem Kundenbeirat auf. Seither fanden an vier verschiedenen Orten im Versorgungsgebiet Treffen des Kundenbeirats statt, bei denen dessen 24 Mitglieder Erfahrungen, Kritikpunkte und Ideen mit den Vertretern des Unternehmens austauschten. Zudem wurden konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der angebotenen Produkte, Dienstleistungen und Kundenservices erarbeitet. Auch in Mazedonien ist die Einführung eines Kundenbeirats aufgrund der positiven Erfahrungen an den anderen Standorten bereits in Planung.

Nähere Informationen zum EVN Kundenbeirat und seinen Aktivitäten finden sich unter www.evn.at/Kundenbeirat.

Kundenzufriedenheit

Die Zufriedenheit der Kunden ist für die EVN in allen ihren Märkten von höchster Bedeutung. Neben dem persönlichen Dialog mit den Kunden vor Ort oder am Telefon sind einfach und übersichtlich gestaltete Stromrechnungen, detaillierte Informationen auf der Homepage und regelmäßige Zufriedenheitsanalysen weitere Instrumente, mit denen die EVN danach strebt, das hohe Vertrauen ihrer Kunden und deren große Erwartungen zu erfüllen.

Customer Service – Kundenservice – trägt maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Die EVN möchte sich durch besonderes Engagement vom Mitbewerb abheben. Um ihr Commitment zu unterstreichen, beteiligte sich die EVN Anfang Oktober 2015 erstmals gleichzeitig an ihren drei Hauptgeschäftsstandorten im Energiegeschäft – Österreich, Bulgarien und Mazedonien – an der internationalen Customer Service Week. Bei diesem renommierten internationalen Event, an dem mehrere Tausend Unternehmen aus weltweit 40 Ländern teilnahmen, wurde die Bedeutung der Kundenzufriedenheit und der Mitarbeiter in kundenorientierten Bereichen in den Mittelpunkt der Aktivitäten gerückt. Die EVN Macedonia nahm bereits zum dritten Mal an dieser Initiative teil und konnte ihre positiven Erfahrungen im Hinblick auf Mitarbeiterinformation und -motivation einbringen. In dieser Woche fanden in allen drei

P_Nowak @Privatkunde

Mein Name ist Paul Nowak. Ich bin Kunde der EVN und verwirkliche mir gerade meinen Traum vom Eigenheim in einer niederösterreichischen Gemeinde.

Ländern verschiedene interne Aktivitäten für die im direkten Kundenkontakt tätigen sowie für alle sonst am Kundenservice interessierten Mitarbeiter statt. In Österreich wurde das Informationsangebot – es reichte von einem Infostand bis zu einem Quiz im Intranet – von den Mitarbeitern äußerst aktiv genutzt. Mehrere "Customer Service Stars" aus den Reihen der Mitarbeiter in der Abteilung Customer Relations wurden für ihre gute Arbeit und ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet.

Österreich

Im Kundenservice der EVN in Österreich gingen im Geschäftsjahr 2014/15 rund 642.000 (Vorjahr: 640.000) telefonische Kundenanfragen und 120.000 (Vorjahr: 115.000) E-Mail-Anfragen ein. Bestmöglicher Kundenservice bei der Bearbeitung dieser Anfragen hat für die EVN absolute Priorität. Im Interesse einer kontinuierlichen Verbesserung wird die Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus deshalb regelmäßig auf Basis von systematischen Kundenbefragungen analysiert. Die erhobenen Daten und ihr Vergleich im Zeitablauf dienen zur Darstellung der Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus insgesamt sowie zur Analyse relevanter Geschäftsfälle. Die Ergebnisse liefern wertvolle Rückschlüsse auf Verbesserungspotenziale. Nach Analyse durch die jeweiligen Fachbereiche werden Ansatzpunkte für zukünftige Maßnahmen definiert.

Im Jahr 2014 wurden insgesamt rund 7.600 Haushaltskunden in Niederösterreich zu ihrer Zufriedenheit mit der EVN befragt. Die Erhebung erbrachte eine Gesamtzufriedenheit, die mit durchschnittlich 1,75 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) auf sehr hohem Niveau lag. Der gute Wert von 1,80 im Jahr davor konnte damit sogar noch übertroffen werden. Unverändert hoch blieb vor allem die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der EVN, dem große Bedeutung für die Grundzufriedenheit sowie für die Loyalität der Kunden zukommt. Weitere Stärken der EVN waren nach Ansicht der befragten Kunden die hohe Versorgungssicherheit, die gute Kundenbetreuung am Telefon und in der Störungsbehebung, das EVN Journal sowie die Rechnungen der EVN. Letztere wurden in den letzten Jahren überarbeitet und finden durch ihr neues, moderneres und übersichtliches Format großen Anklang.

Der 2011 eingeführte Customer Loyalty Index der EVN, der auf Basis verschiedener Indikatoren die Loyalität der Kunden misst, hat sich als strategisches Monitoring-Instrument etabliert und wurde auch im Geschäftsjahr 2014/15 monatlich berechnet. Ziel der Messung ist es, Veränderungen der Kundentreue und ihre Ursachen zeitnah festzustellen und durch geeignete Maßnahmen unmittelbar darauf zu reagieren. Eine besonders hohe Loyalität ließ das Monitoring bei jenen Kunden erkennen, die mit den ergänzenden Serviceleistungen der EVN näher vertraut sind.

Um die Erfüllung interner Qualitätsstandards bei der Beantwortung von Kundenanfragen und -beschwerden zu überprüfen, setzt die EVN seit Jahren auf ein Qualitätsverbesserungsprogramm. Dabei werden Kundenorientierung und Servicequalität im direkten Kundenkontakt von einem externen Marktforschungsinstitut überprüft. In der aktuellen, vom Frühjahr 2015 bis zum Sommer 2016 laufenden Überprüfung erfolgen dazu insgesamt 1.900 telefonische sowie persönliche Mystery-Shopping-Tests. Ziel ist eine Analyse der Bearbeitungsqualität spezifischer Szenarien und das Aufzeigen von Verbesserungsmöglichkeiten, aus denen entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden können.

Seit 2010 ist das Kundenservice der EVN auf Basis des Überwachungsaudits für die Zertifizierung für Europäische Call Center nach der Norm EN 15838 zertifiziert. In der Norm werden Anforderungen an die Qualität der Dienstleistungen von Kundenkontaktzentren festgelegt. Die Zufriedenheit der Kunden steht dabei im Mittelpunkt. Geprüft werden die Bereiche Personal, Organisation, Prozess, Technik und Dienstleistung. Das zur Gültigkeit des Zertifikats alle zwei Jahre erforderliche Überwachungs-Audit wurde im November 2014 in den Räumlichkeiten der EVN erfolgreich absolviert. Diese Zertifizierung ist ein aussagekräftiger Beleg für die hohe Servicequalität des Kundenservice der EVN.

Bulgarien und Mazedonien

Die Mitarbeiter des Kundenservice der EVN Bulgaria bearbeiteten im Geschäftsjahr 2014/15 rund 547.000 (Vorjahr: 506.000) Anfragen per Telefon und rund 22.000 (Vorjahr: 20.100) Anfragen per E-Mail. In der EVN Macedonia waren es rund 444.600 Anfragen per Telefon (Vorjahr: 343.700) und rund 36.700 Anfragen per E-Mail (Vorjahr: 17.900).

A_Wessely @Businesskunde

Mein Name ist Andreas Wessely. Ich bin Eigentümer und Geschäftsführer der Wessely GmbH in Korneuburg, Niederösterreich. Das Unternehmen wurde 1975 gegründet und beschäftigt sich mit der Oberflächenbeschichtung von Maschinenbauteilen wie z.B. Zahnrädern, Antriebsspindeln, Federn oder Schrauben. Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichsten Bereichen, von der Schwerindustrie bis hin zur Feinmechanik.

A_Wessely @Businesskunde

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Wenn sich die Strukturen in der Energiewirtschaft ändern, wie sieht es dann mit spezifischer Beratung und individuellen Lösungen aus? # 2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

# Wir_haben_Antworten

Der optimale Einsatz der von der EVN gelieferten Energie in Gewerbe und Industrie bleibt weiterhin einer unserer zentralen Schwerpunkte. Gemeinsam mit unseren Kunden werden wir auch in Zukunft maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen finden – und das wie gewohnt zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Flexibilität, Kreativität, Einsatzfreude und umfassendes Know-how bilden die Basis dafür, dass unsere Business-Kunden nachhaltig auf eine verlässliche und gezielt auf ihre betrieblichen Anforderungen hin zugeschnittene Versorgung vertrauen können.

Im Jahr 2015 wurde in Bulgarien auch eine Kundenbefragung nach der "Net-Promoter-Score-Methode" gestartet. Bei dieser Umfrage wird auf Basis der Frage nach der Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung die Kundenzufriedenheit und -loyalität bewertet. Die Umfrage richtet sich an insgesamt rund 1.000 Kunden und wird von Mitarbeitern des Call Centers der EVN Bulgaria durchgeführt. Schwerpunkte der Befragung sind Themen wie Neuanschluss, Kundenservice, Fernablesung, Dienstleistungen oder Störungsbehebung. Erste Ergebnisse der Kundenbefragung, die künftig alle zwei Jahre wiederholt werden soll, werden für Ende 2015 erwartet.

In Mazedonien wurden zur Erhebung der Kundenzufriedenheit in der Berichtsperiode 6.350 Interviews und 1.350 Mystery-Shopping-Tests durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfragen und zusätzlicher interner Qualitätsanalysen flossen direkt in Verbesserungs- und Optimierungsprogramme ein.

GRI-Indikator: Befragung zur Kundenzufriedenheit (G4-PR5)

Die EVN Bulgaria führte zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit das Programm "EVN next to you" fort, das Treffen von Vertretern der EVN Bulgaria mit den Kunden direkt in deren Heimatstädten und -dörfern vorsieht. Den Kunden soll dadurch Gelegenheit gegeben werden, über grundlegende Anliegen und Probleme in der jeweiligen Region mit kompetenten Ansprechpartnern der EVN zu diskutieren.

GRI-Indikator: Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (G4-SO1)

Versorgungssicherheit mit Strom: Funktionierende Infrastruktur und Zugang zur Grundversorgung

Um die Versorgungssicherheit für ihre Kunden auf dem bestehenden hohen Niveau zu halten, legt die EVN ihren Investitionsschwerpunkt auf die Netzqualität. Wie schon in der Vergangenheit hat sie deshalb in der Berichtsperiode den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Verteil- und Übertragungsnetze vorangetrieben. Insgesamt investiert die EVN rund 70 % eines bereits im Geschäftsjahr 2013/14 gestarteten Investitionsprogramms innerhalb von vier Jahren 1 Mrd. Euro in die Netzinfrastruktur in Niederösterreich. In allen Ländern, in denen die EVN als Energieversorger tätig ist, kann auch aufgrund des Investitionsniveaus von einem vollen Zugang der Bevölkerung zur Grundversorgung mit Energie ausgegangen werden.

  • GRI-Indikator: Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung (EU26)
  • Für Details zu den Investitionsprojekten siehe Segmentberichterstattung, ab Seite 128

Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze Netzverluste

Während der Fokus der EVN in Niederösterreich auf dem Ausbau und der Stabilisierung der Netzinfrastruktur liegt, gilt das Hauptaugenmerk in Bulgarien und Mazedonien auf der weiteren Reduktion der Netzverluste. Diese konnten seit dem Markteintritt in Bulgarien kontinuierlich von zuvor 17 % auf rund 10 % gesenkt werden, in Mazedonien wurde eine Reduktion von 24 % auf derzeit rund 15 % erzielt. In Österreich bewegen sich die Netzverluste mit rund 4 % stabil auf niedrigem Niveau1).

1) Aufgrund von Unterschieden in den Kunden- bzw. Netzstrukturen in den verschiedenen Versorgungsgebieten der EVN ist ein direkter Vergleich der Netzverluste nicht möglich.

Stromunterbrechungen

Die mittlere Unterbrechungshäufigkeit, die mittels des System Average Interruption Frequency Index (SAIFI) gemessen wurde, betrug im Kalenderjahr 2014 0,83 (Vorjahr: 0,71). Ein SAIFI-Wert von 0,83 bedeutet, dass ein EVN Kunde weniger als einmal pro Jahr von einer Stromunterbrechung betroffen war. Die durchschnittliche jährliche Dauer der ungeplanten Stromunterbrechungen, zu deren Berechnung der System Average Interruption Duration Index (SAIDI) herangezogen wurde, betrug im Kalenderjahr 2014 51,95 Minuten (Vorjahr: 34,47 Minuten) und lag damit über dem österreichischen Durchschnitt von 33,26 Minuten (Vorjahr: 33,42 Minuten; Quelle: E-Control, Ausfall- und Störungsstatistik – Ergebnisse 2013 bzw. 2014). Zurückzuführen war dies insbesondere auf die Wetterbedingungen in Niederösterreich im Winter 2014: Raureif, Sturm und Eisregen ließen im November und Dezember 2014 Bäume auf Freileitungen der EVN stürzen. Dies hatte die Unterbrechung der Stromversorgung für insgesamt rund 25.000 Kunden zur Folge. Durch die enge Kooperation der EVN mit den lokalen Freiwilligen Feuerwehren und den unermüdlichen Einsatz von rund 300 EVN Mitarbeitern konnte jedoch rasch eine temporäre Notstromversorgung für die betroffenen Haushalte hergestellt und die zügige Wiederherstellung der betroffenen Leitungen, Masten und Trafostationen gewährleistet werden.

Aufgrund der ungesicherten Datenbasis für die Berechnung der Kennzahlen SAIDI und SAIFI an den südosteuropäischen Standorten wird auf die Angabe verzichtet.

GRI-Indikatoren: Effizienz der Fernleitungen und Verteilnetze (EU12); Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen (EU28 und 29)

Stakeholder

Verfügbarkeit der EVN Kraftwerke

Maßgebliche Voraussetzungen für die verlässliche Versorgung der Kunden mit elektrischer Energie sind die Sicherstellung des ungestörten Betriebs und die Erhaltung der technischen Sicherheit der EVN Kraftwerke. Dazu werden regelmäßig Revisionen und Wartungsarbeiten durchgeführt, die geplante und aufeinander abgestimmte Stillstandzeiten nach sich ziehen. Die Gaskraftwerke der EVN in Korneuburg und Theiß waren im Berichtszeitraum mit Ausnahme von geplanten Revisionen bzw. marginalen ungeplanten Stillstandzeiten (0,02 % – 0,3 %) in vollem Umfang verfügbar. Die kleineren Gasturbinen des Kraftwerks Theiß, die aufgrund ihrer schnellen Einsatzbereitschaft für die Bereitstellung von Regelenergie wichtig sind, hatten keine ungeplanten Stillstände zu verzeichnen. Die ungeplanten Stillstandzeiten der Steinkohlekraftwerke in Dürnrohr und Duisburg-Walsum betrugen 0,6 % bzw. 6,4 %. Die Verfügbarkeit der EVN Windparks belief sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf rund 95 %. Bei den Windparks wird dabei nicht zwischen geplanter und ungeplanter Nichtverfügbarkeit unterschieden.

GRI-Indikator: Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke (EU30)

Energiepreissenkungen und Bonuspunkteprogramm

Die EVN Vertriebsgesellschaft senkte im Geschäftsjahr 2014/15 aufgrund der Preisentwicklungen auf den Energiemärkten erneut die Preise, womit sie im Rahmen der EnergieAllianz einmal mehr Einkaufsvorteile an ihre Haushaltskunden weitergab: Nach einer Strompreissenkung um 10 % im Vorjahr senkte die EVN Vertriebsgesellschaft die Energiepreise für Strom und Gas (exklusive Netzkosten, Steuern und Abgaben) per 1. Oktober 2015 im Schnitt um weitere 5 %.

Im Geschäftsjahr 2014/15 initiierte die EVN zudem die "EVN Bonuswelt". Privatkunden erhalten im Rahmen dieser Initiative durch ihren Strom- und Gasbezug oder die Nutzung von EVN Services automatisch Bonuspunkte, die sie in Form von Vergünstigungen beim Erwerb energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen einlösen können.

Zahlreiche Initiativen zur Bekämpfung der Energiearmut

Zur Bekämpfung der Energiearmut setzt die EVN auf Maßnahmen zur gezielten Unterstützung einkommensschwacher Haushalte. Die von der EVN entwickelten Projekte werden dabei in Kooperation mit regionalen Interessenverbänden und sozialen Hilfsorganisationen umgesetzt, um die soziale Treffsicherheit der Maßnahmen zu erhöhen. In diesem Sinn wurde im Geschäftsjahr 2014/15 etwa das gemeinsame Projekt "Armutsgefährdete Haushalte" von EVN und Caritas erfolgreich fortgesetzt. Gemäß dem Prinzip "Train the Trainer" werden dazu Sozialarbeiter der Caritas von Experten der EVN zu Themen wie Energieeffizienzmaßnahmen, Einsparpotenziale oder Fördermöglichkeiten (z. B. Heizkostenzuschüsse) ausgebildet, um in weiterer Folge eigenständig Beratungsgespräche mit armutsgefährdeten Menschen zum Thema Energiesparen führen zu können. Zusätzlich unterstützt die EVN die Sozialarbeiter mit Beratungsunterlagen (z. B. Leitfaden, Checklisten) und technischen Hilfsmitteln (z. B. Energiemessgeräten). Begleitende Weiterbildung durch die EVN sowie gemeinsame Beratungen vor Ort runden das Maßnahmenpaket ab. Das konkrete Ergebnis des Projekts sind letztlich die Kosteneinsparungen, die einkommensschwache Haushalte durch energiesparende Maßnahmen erzielen. Im Geschäftsjahr 2014/15 haben die von der EVN ausgebildeten Sozialarbeiter rund 200 Energieberatungen in den niederösterreichischen Beratungsstellen der Caritas sowie weitere 70 Energieberatungen direkt in den Haushalten der ratsuchenden Menschen durchgeführt.

In Anlehnung an das bereits bewährte Projekt mit der Caritas hat die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 gemeinsam mit der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich (AKNÖ) unter dem Titel "Energieeffizienz gegen Energiearmut" Schulungsveranstaltungen für Sozialarbeiter weiterer karitativer Organisationen in Niederösterreich initiiert. Im Rahmen dieses Projekts wurden bislang 50 in Sozialberufen tätige Personen ausgebildet.

Darüber hinaus unterstützten die EVN und die AKNÖ im November 2014 einkommensschwache Haushalte durch den kostenlosen Versand des so genannten "EVN Effizienzpakets Start". Der Einsatz dieses Pakets, das aus 5 LED-Lampen und einem Wasserspar-Set besteht, ermöglicht einem Haushalt jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 125 Euro. Diese gemeinsame Aktion war an Haushaltskunden der EVN in Niederösterreich gerichtet, die aufgrund sozialer und/oder körperlicher Hilfsbedürftigkeit von der Ökostrompauschale befreit sind. Insgesamt haben 4.150 Haushalte ein solches Effizienzpaket erhalten. Doch auch niederösterreichische Jungfamilien erhielten im Berichtszeitraum Effizienzpakete, und zwar im Rahmen der im Juni 2015 von der EVN gemeinsam mit dem Land Niederösterreich gestarteten "Niederösterreichischen Energiespar-Initiative".

Stromabschaltungen bei Zahlungsrückständen

Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung sowie die Möglichkeit von Ratenzahlungen an. In der Vergangenheit sah sich die EVN trotzdem – vor allem in Bulgarien und Mazedonien – mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert. Im Geschäftsjahr 2014/15 konnte in Bulgarien jedoch bereits eine Einbringungsrate von 99,5 % und in Mazedonien ein Wert von 91,2 % erreicht werden. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen. Während in Österreich die Anzahl der Abschaltungen stabil auf niedrigem Niveau liegt, muss die EVN in Bulgarien und Mazedonien – wo die Zählerstände anders als in Österreich monatlich abgelesen und abgerechnet werden – häufiger auf diese letzte Maßnahme zurückgreifen.1) Nach Einbringung der Zahlungsrückstände oder Abschluss einer Stundungs- oder Ratenvereinbarung werden in Österreich, Bulgarien und Mazedonien Lieferunterbrechungen in der Regel binnen 24 Stunden wieder aufgehoben.

1) Die allgemeinen Aufzeichnungen zu Stromabschaltungen beziehen sich auf Netzversorgungsgebiete und nicht auf einzelne Lieferanten, da der Netzbetreiber nach Aufforderung des Lieferanten für die Stromabschaltung technisch verantwortlich ist. Durch diese Art der Erhebung kommt es zu einer Verzerrung der Statistik, weshalb von einer Angabe abgesehen wird.

Die EVN setzte in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen, um ihren Kunden die Einhaltung ihrer Zahlungsverpflichtungen zu erleichtern. Dazu zählten zum einen Programme, die den Kunden Unterstützung beim Energiesparen bieten, zum anderen wurden Maßnahmen zur Kundeninformation und Bewusstseinsbildung eingeleitet. So können sich die Kunden in Bulgarien z. B. per E-Mail oder SMS an den Ablauf der Zahlungsfrist erinnern lassen, um Abschaltungen aufgrund versehentlichen Zahlungs verzugs vorzubeugen. Falls alle Fristen vom Kunden dennoch überschritten wurden, wird er zumindest drei Tage vor der Abschaltung nochmals davon in Kenntnis gesetzt – entweder per E-Mail bzw. SMS oder über die Webseite der EVN Bulgaria. Zusätzlich galt zuletzt der verlässlichen Rechnungszustellung und der einfachen Zahlungsabwicklung besonderes Augenmerk. In Mazedonien wiederum lancierte die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 unter dem Titel "Energy Mathematics" eine weitreichende Informationskampagne zum Thema Energieeffizienz. Ziel der aus acht Episoden bestehenden TV-Spot-Reihe ist es, den Kunden aufzuzeigen, wie sie durch kleine Veränderungen ihrer Gewohnheiten und kleine Investitionen ihren Energieverbrauch beträchtlich reduzieren können.

GRI-Indikator: Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen (EU27)

Produktverantwortung

Grundsätze

Die Grundsätze der Produktverantwortung sind in den zentralen Leitbildern der EVN wie dem Unternehmensleitbild und dem Umweltleitbild verankert. Damit kommt auch ihr hoher Stellenwert in der Wertehierarchie des Unternehmens zum Ausdruck. Ebenso unterstreichen die EVN Leitwerte ensure, encourage und enable die Bedeutung des EVN Markenversprechens, das nur mit dem Einsatz aller Mitarbeiter gehalten werden kann.

Siehe auch www.verantwortung.evn.at

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh

Zusammensetzung des Gaspreises in Niederösterreich (PR3)1)

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh

Stromzusammensetzung nach

Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern der Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. (PR3)1)

1) Die Angaben basieren auf der Methodik zur Stromkennzeichnung der E-Control Austria. Die Daten für das Geschäftsjahr 2014/15 werden erst nach Redaktionsschluss dieses Ganzheitsberichts vorliegen.

2) Biogas, Deponiegas und Klärgas, Sonnenenergie

Stakeholder

Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen

Bei Produkten wie Strom- und Erdgas spielt die transparente Darstellung der Zusammensetzung des Rechnungsbetrags eine wichtige Rolle für die Kunden. Diesem Ziel diente eine Neugestaltung der EVN Rechnung im Geschäftsjahr 2012/13. Sie verbesserte die Verständlichkeit für die Kunden insbesondere durch eine Reduktion der Komplexität und der Informationsfülle der Rechnungen. Zudem bietet die EVN ihren Energiekunden Gesamtrechnungen, die neben den Energiekosten und den anfallenden Steuern und Abgaben auch die Netzkosten ausweisen. Eine Grundvoraussetzung ist für die EVN in diesem Zusammenhang natürlich die strikte Einhaltung aller Bestimmungen zum Schutz von Kundendaten.

Hinsichtlich der Transparenz und der Information der Kunden über ihre Produkte ist die EVN unter anderem an gesetzliche Vorschriften gebunden. So schreibt die Stromkennzeichnungspflicht vor, die prozentuelle Aufteilung der Energieträger anzugeben, aus denen der verkaufte Strom erzeugt wurde. Da die Produktion und der Verkauf von Strom aus Atomkraftwerken im öffentlichen Diskurs umstritten sind, bekennt sich die EVN seit Jahren zu einem 0-%-Anteil von Atom- bzw. Graustrom in ihrem Strommix.

Die Sicherung der Qualität aller Produkte und Dienstleistungen wird bei der EVN stringent beachtet und permanent kontrolliert. Die Strom- und Erdgasnetze der EVN verfügen über eine Zertifizierung, mit der die Einhaltung der von den Verbänden Oesterreichs Energie und ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) festgelegten sicherheitstechnischen Standards gewährleistet wird. Wiederkehrende Audits durch ein unabhängiges externes Auditoren-Team gewährleisten ein hohes Qualitätsniveau, unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Planung, Bau, Betrieb, Instandhaltung der Netze und Anlagen
  • Organisationsstrukturen, Verfahren und Prozesse
  • Verantwortlichkeiten, Fach- und Entscheidungskompetenzen
  • Schulungen, Sach- und Personalmittel
  • GRI-Indikatoren: Produktinformation (G4-PR3); Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte (G4-PR6)
  • Für mehr Informationen zur Stromkennzeichnungspflicht siehe Lagebericht auf Seite 106f sowie Seite 94f

Werbung und Marketing

Bei der Planung und Gestaltung ihrer Werbe- und Marketingmaßnahmen orientiert sich die EVN nicht nur an den eigenen strategischen Zielsetzungen, sondern auch an den Zielen der Nachhaltigkeit. Zentrale Aspekte der Energieversorgung, Energiespartipps und Energiedienstleistungen werden dabei adäquat kommuniziert. Die EVN lehnt Werbemaßnahmen ab, die nicht den allgemein anerkannten ethischen oder kulturellen Standards entsprechen, die in die Privatsphäre eingreifen oder die versuchen, besonders empfängliche Zielgruppen, etwa Kinder, zu beeinflussen. In der Berichtsperiode gab es keine Fälle einer Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in der Werbung.

GRI-Indikator: Gesamtzahl der Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in Bezug auf Werbung (G4-PR7)

Kundengesundheit und -sicherheit

Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimiert etwaige Risiken hinsichtlich Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen der von der EVN angebotenen Produkte. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das EVN Qualitätsmanagement ein. Im Fokus stehen hier die Definition und die Beachtung hoher Standards bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktportfolios, bei Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten sowie bei den Abläufen im Rahmen der Zertifizierung, Herstellung und Produktion, des Vertriebs, Marketings und der Verkaufsförderung sowie der Verwendung, Wartung, Entsorgung und Wiederverwendung der Produkte. Das Recycling im Konzern richtet sich nach österreichischen Maßstäben und gilt insbesondere bei den internationalen Aktivitäten der EVN und ihrer Tochtergesellschaften als beispielhaft im jeweiligen Land. Besonders hervorzuheben sind weiters die nachhaltige Ausrichtung der Planung, der Produktion und des Vertriebs von Elektrizität sowie die Qualitätssicherung der Netze und der Stromversorgung in jenen Gebieten, in denen die EVN tätig ist. Alle Produkt- und Dienstleistungskategorien werden laufend durch umfassende Qualitätssicherung nach den Prinzipien ganzheitlicher Verantwortung im Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.

GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus (G4-PR1)

Trotz umfassender Sicherheitsvorkehrungen vonseiten des Unternehmens kann es im Fall der Missachtung von Sicherheitsvorschriften zu Unfällen kommen. Im Geschäftsjahr 2014/15 ereignete sich bei der EVN Macedonia ein Todesfall einer betriebsfremden Person, die auf unbefugte Weise in ein Umspannwerk eindrang, unter Spannung geriet und dadurch ums Leben kam.

GRI-Indikator: Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit; EU25)

Im Zeitraum von Oktober 2014 bis Oktober 2015 fanden bei der EVN Bulgaria EP zwei Kontrollen durch die Exekutivagentur der bulgarischen Arbeitsaufsicht statt. Auf Basis dieser Prüfungen erließ die Arbeitsaufsicht vier Anordnungen an die EVN Bulgaria EP, die in der vorgesehenen Zeit erfüllt wurden. Für den Zeitraum Oktober 2014 bis Oktober 2015 wurden durch die Exekutivagentur der bulgarischen Arbeitsaufsicht gegen die Unternehmen der EVN Bulgaria Gruppe keine Sanktionen wegen der Verletzung von Gesundheitsoder Sicherheitsbestimmungen verhängt. Darüber hinaus überprüfte das bulgarische Ministerium für Wirtschaft und Energie zwei Client Energy Centers ("KEC") hinsichtlich der Arbeitssicherheit beim Betrieb der Anlagen. Es wurden zwei Anordnungen erteilt, die in der vorgesehenen Zeit erfüllt wurden.

Wie im Kapitel Gesellschaft im Punkt Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen (SO8) angeführt, hat der bulgarische Regulator Untersuchungen wegen diverser – durch eine behördliche Prüfung angeblich entdeckter – Verstöße durchgeführt und in diesem Zusammenhang 293 Geldbußen in Höhe von insgesamt 5,86 Mio. BGN (2,99 Mio. Euro) gegen die EVN Bulgaria EP verhängt. Die meisten dieser Geldbußen betreffen Verstöße gegen Vorgaben für Protokolle über das Ersetzen kommerzieller Zähler ("Commercial Metering Devices", CMD). Die behaupteten Verstöße bestehen z. B. im Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen, oder Mitarbeiter der EVN Bulgaria EP auf diesen Protokollen. Gegen alle diese Geldbußen hat die EVN Bulgaria EP vor dem zuständigen bulgarischen Gericht Berufung eingelegt. Bislang wurden zwölf Verurteilungen aufgehoben und 34 Verurteilungen bestätigt. Die restlichen Gerichtsverfahren sind noch anhängig.

GRI-Indikatoren: Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften (G4-PR2); Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen (G4-PR9)

Datenschutz

Es liegen drei Beschwerden der bulgarischen Kommission zum Schutz personenbezogener Daten gegen zwei Gesellschaften der EVN in Bulgarien vor. Die von der Kommission angeforderten Stellungnahmen wurden von den beiden Gesellschaften abgegeben. Die Verfahren sind bei den zuständigen Behörden bzw. Gerichten anhängig.

GRI-Indikator: Berechtigte Datenschutzbeschwerden (G4-PR8)

Aktionäre und Anleger

Der Kapitalmarkt hat für die EVN durch ihre Börsenotierung und die Emission von Anleihen große Bedeutung.

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

In Europa ist die Europäische Zentralbank (EZB) bestrebt, mit ihrer expansiven Geldpolitik den durch verschiedene Herausforderungen und Krisenherde bedingten Belastungen der wirtschaftlichen Entwicklung gegenzusteuern. Ein Ende der Maßnahmen der EZB ist aktuell nicht absehbar; ganz im Gegenteil wird über eine Ausweitung des Programms diskutiert, falls dies aus Sicht der EZB in Zukunft notwendig erscheinen sollte. In den USA wartet die US Federal Reserve (Fed) mit Zinserhöhungen noch zu. Obwohl sich hier die Konjunktur gut entwickelte, konnte der Arbeitsmarkt mit der allgemeinen Dynamik nicht ganz Schritt halten.

Die internationalen Aktienmärkte konnten die gute Performance der ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2014/15 im Zeitraum Juli bis September 2015 nicht fortsetzen. Vor allem wegen der starken Korrekturen der Aktienmärkte in China während der Sommermonate und der damit verbundenen Ängste vor einem konjunkturellen Einbruch mussten zahlreiche Indizes ihre Gewinne großteils wieder abgeben. Der deutsche Leitindex legte in diesem Umfeld zwischen Anfang Oktober 2014 und Ende September 2015 per Saldo um 2,0 % zu, während der amerikanische Leitindex Dow Jones im selben Zeitraum 4,5 % seines Werts verlor.

Der Wiener Leitindex ATX verzeichnete in der Berichtsperiode mit einem Anstieg von 1,2 % ebenfalls eine positive Entwicklung. Weit weniger positiv entwickelte sich im selben Zeitraum der für die EVN relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities, der 15,7 % seines Wertes einbüßte. Die EVN Aktie konnte sich von dieser negativen Entwicklung teilweise abgrenzen und notierte per 30. September 2015 bei einem Kurs von 9,854. Dies entspricht einem Kursverlust von lediglich 2,7 % gegenüber dem Eröffnungskurs des Geschäftsjahres 2014/15. Zum Bilanzstichtag errechnet sich damit eine Marktkapitalisierung von 1,77 Mrd. Euro. Der Durchschnitt des täglich gehandelten Umsatzvolumens reduzierte sich auf 31.598 Stück (Einmalzählung). Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 79,24 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 0,29 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht.

Aktienrückkaufprogramm

Mit Beschluss der 85. Hauptversammlung vom 16. Jänner 2014 wurde der Vorstand der EVN AG ermächtigt, während einer Geltungsdauer von 30 Monaten auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck (i) der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Ausmaß von höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN AG zu erwerben. Der Vorstand der EVN AG hat am 30. Juni 2015 auf Grundlage dieser Ermächtigung beschlossen, im Rahmen des seit 22. Jänner 2014 laufenden Aktienrückkaufprogramms weitere bis zu 1.000.000 Stück eigene Aktien der Gesellschaft – dies entspricht bis zu 0,556 % des derzeitigen Grundkapitals der EVN AG – zu erwerben. Gleichzeitig wurde beschlossen, das bestehende und mit Vorstandsbeschluss vom 30. September 2014 erstmals verlängerte Aktienrückkaufprogramm per 6. Juli 2015 voraussichtlich bis zum 29. Jänner 2016 zu verlängern. Zwischen 22. Jänner 2014 und 30. September 2015 wurden 304.071 Stückaktien erworben; dies entspricht 0,2 % des Grundkapitals. Einschließlich der bereits in früheren Jahren rückgekauften Aktien hält die EVN AG per 30. September 2.058.319 eigene Aktien, die einem Anteil von rund 1,1 % am Grundkapital entsprechen.

Mittelverwendungsstrategie und Dividende

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionäre an. Langfristig wird in diesem Sinn eine Ausschüttungsquote von rund 40 % des Konzernergebnisses angestrebt. Für das Geschäftsjahr 2014/15 wird der Vorstand der 87. Hauptversammlung am 21. Jänner 2016 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen.

Für das Geschäftsjahr 2013/14 war in der 86. Hauptversammlung am 15. Jänner 2015 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 74,8 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro je dividendenberechtige Aktie an die Aktionäre der EVN AG beschlossen worden. Ex-Dividendentag war der 22. Jänner 2015; die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 28. Jänner 2015.

Aktionärsstruktur

Die EVN ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht. Ihre Aktien werden im Segment Prime Market der Wiener Börse gehandelt. Aufgrund bundes- und landesverfassungsrechtlicher Bestimmungen ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit 51,0 % Mehrheitsaktionär der EVN AG. Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist der EnBW Trust e.V., ein im Vereinsregister des Amtsgerichts Mannheim unter VR 3737 eingetragener Verein mit Sitz in Karlsruhe (EnBW Trust). Er hält EVN Aktien im Ausmaß von 32,2 % des Grundkapitals treuhändig für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 107956 (EnBW). Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zum 30. September 2015 1,1 %; der Streubesitz belief sich somit auf 15,7 %.

GRI-Indikator: Eigentümerverhältnisse und Rechtsform (G4-7)

Kapitalmarktfinanzierungen

Die EVN verfügt über einen raschen und flexiblen Zugang zu nationalen und internationalen Investoren, der sich auf die etablierte Präsenz auf den Fremdkapitalmärkten, auf die von Moody's und Standard & Poor's erstellten externen Ratings der EVN sowie auf eine bestehende Rahmendokumentation (Debt-Issuance-Programm) für Kapitalmarktemissionen stützt. Dieser gute Kapitalmarktzugang trägt wesentlich zur Diversifizierung der Finanzierungsquellen bei und ist damit ein maßgeblicher Bestandteil der Finanzstrategie der EVN. Die Rahmendokumentation wurde im Jänner 2015 erneuert und ermöglicht ein Emissionsvolumen von bis zu 2,0 Mrd. Euro; aktuell sind unter dem Debt-Issuance-Programm öffentliche und private Anleihen im Volumen von 693,3 Mio. Euro begeben.

Die aktuell aushaftenden Kapitalmarktfinanzierungen hatte die EVN in den Jahren 2009, 2011 und 2012 begeben. Im Jahr 2012 emittierte die EVN erstmals auch Schuldscheindarlehen im Volumen von 121,5 Mio. Euro und erschloss damit erfolgreich eine weitere alternative Finanzierungsquelle auf dem Kapitalmarkt. Die aushaftenden Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen weisen ein ausgewogenes Fälligkeitenprofil auf, das sich über einen Zeitraum von 2016 bis 2032 erstreckt. Im Geschäftsjahr 2014/15 waren keine Kapitalmarktfinanzierungen zur Rückzahlung fällig. Da die Nettoverschuldung der EVN dank des positiven operativen Cash Flows reduziert werden konnte, erfolgten im abgelaufenen Geschäftsjahr auch keine Neuemissionen.

Investor Relations

Die EVN setzt auf transparente und zeitnahe Information, die allen Stakeholdern gleichermaßen eine realistische Beurteilung der Aktivitäten und der wirtschaftlichen Entwicklung der EVN Gruppe ermöglichen soll. Die Verantwortung dafür liegt beim Bereich Investor Relations, der dem Controlling zugeordnet und direkt dem Finanzvorstand der EVN Gruppe unterstellt ist. Hauptfokus der Tätigkeit des Bereichs Investor Relations ist der regelmäßige und aktive Dialog mit bestehenden und potenziellen Investoren, Aktienund Anleiheanalysten sowie Banken und Rating-Agenturen.

Der Dialog mit allen Kapitalmarktteilnehmern unterliegt klaren Grundsätzen und Regeln, zu denen sich die EVN explizit bekennt und die den Grundstein für eine verantwortungs- und vertrauensvolle Kommunikation legen. Zeitnähe, Transparenz, Verständlichkeit und solider Inhalt der Information gelten als Kenngrößen, an denen sich die Informationspolitik des Unternehmens orientiert. Dabei geht die EVN besonders auch auf nachhaltig orientierte Anleger und deren Informationsbedürfnisse ein. Denn sie legt großen Wert darauf, dass die eingesetzten Kommunikationsmittel gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen ausgelegt sind.

Umfangreiche Informationsaktivitäten

Neben der Teilnahme an zahlreichen Roadshows berichtet die EVN regelmäßig im Rahmen von vierteljährlichen Telefonkonferenzen für Analysten, institutionelle Investoren und Banken sowie in halbjährlichen Pressekonferenzen für Journalisten umfassend über ihren Geschäftsverlauf. Für Privatanleger veranstaltete die EVN in der Berichtsperiode einen Informationsnachmittag zum Halbjahresergebnis und nahm an Privatanlegermessen teil.

T_Schinwald @ Analystin

Mein Name ist Teresa Schinwald. Ich bin Aktienanalystin im Company Research Team der Raiffeisen Centrobank und bin bereits seit vielen Jahren für die Analysen zur EVN-Aktie zuständig.

T_Schinwald @Analystin

Wenn das politische und gesellschaftliche Umfeld die erneuerbare Produktion bevorzugt, wie überleben die klassischen Energieversorger? # 2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

# Wir_haben_Antworten

Die Energieversorger werden einen Rollenwandel vom Energieerzeuger zum Energie-Manager durchlaufen. Ihre Tätigkeit verlagert sich immer stärker in Richtung von Dienstleistungen, die sie künftig auch "nach dem Zähler", also noch näher am Kunden, anbieten. Im Rahmen innovativer Geschäftsmodelle stellen die Energieversorger auch selbst dezentrale erneuerbare Lösungen sowie Tools für den Handel der dezentral erzeugten Energie bereit. Gleichzeitig verändert sich das eigene Erzeugungsprofil: Bei der EVN stammen bereits rund 40 % der Eigenerzeugung aus erneuerbaren Quellen, mittelfristig soll dieser Wert auf 50 % steigen.

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Die EVN Aktie 2014/15 2013/14 2012/131)
Kurs per Ultimo September EUR 9,85 10,13 11,29
Höchstkurs EUR 10,56 12,50 12,66
Tiefstkurs EUR 9,50 9,76 9,42
Kursveränderung % –2,7 –10,3 4,2
Total Shareholder Return % 1,5 –6,6 8,1
ATX Entwicklung % 1,2 –12,80 21,00
Dow Jones Euro Stoxx Utilities Entwicklung % –15,70 23,20 0,50
Aktienumsatz2) Mio. EUR 79 120 136
Durchschnittlicher Tagesumsatz2) Stück 31.598 45.167 50.544
Anteil am Gesamtumsatz2) % 0,29 0,53 0,74
Börsekapitalisierung per Ultimo September Mio. EUR 1.773 1.821 2.031
ATX-Prime-Gewichtung % 0,97 0,87 1,00
WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung % 2,21 2,29 2,47
Ergebnis je Aktie3) EUR 0,83 –1,68 0,61
Dividende je Aktie EUR 0,424) 0,42 0,42
Cash Flow je Aktie 3)5) EUR 2,46 1,90 3,01
Buchwert je Aktie3) EUR 14,56 14,80 17,26
Kurs-Gewinn-Verhältnis X 11,8 18,4
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis5) X 4,0 5,3 3,7
Kurs-Buchwert-Verhältnis X 0,8 0,8 0,7
Dividendenrendite % 4,3 4,1 3,7
Ausschüttungsquote % 50,4 68,6

2) Wiener Börse, Einmalzählung

3) Bezogen auf im Handel befindliche Aktien per 30. September

4) Vorschlag an die Hauptversammlung

5) Cash Flow aus dem Ergebnis

EVN Anleihen Öffentliche Anleihen Privatplatzierungen
EUR JPY EUR
Betrag 300,0 Mio. 12,0 Mrd. 28,5 Mio.
Endfälligkeit 13.04.2022 09.01.2024 11.03.2016
Laufzeit (Jahre) 10,5 15 7
Kupon (% p. a.) 4,250 3,130 5,000
ISIN XS0690623771 XS0406428036 XS0417260329
EVN Anleihen Privatplatzierungen
EUR EUR EUR EUR
Betrag 150,0 Mio. 30,0 Mio. 100,0 Mio. 25,0 Mio.
Endfälligkeit 23.06.2017 18.03.2019 20.02.2032 23.02.2032
Laufzeit (Jahre) 8 10 20 20
Kupon (% p. a.) 5,250 5,250 4,125 4,125
ISIN XS0434384334 XF000NS4HD4 XS0744577627 XS0746091981

Das aktuelle Anleihenprogramm der EVN findet sich auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/Finanzstrategie.

Kursentwicklung der EVN Aktie im relativen Vergleich

Im Geschäftsjahr 2014/15 hat der Finanzvorstand gemeinsam mit dem Investor-Relations-Team an internationalen Konferenzen und Roadshows in Amsterdam, Brüssel, Den Haag, Frankfurt, London, Mailand, München, Zürich, Zürs und Wien teilgenommen.

Die Geschäftsentwicklung der EVN wird von AlphaValue, Berenberg, Deutsche Bank, Goldman Sachs International, Kepler Cheuvreux, Macquarie Capital (Europe), Raiffeisen Centrobank und Société Générale regelmäßig analysiert. Zum 30. September 2015 bestanden für die EVN Aktie vier Kauf- und vier Halteempfehlungen, das durchschnittliche Kursziel lag bei 11,29 Euro.

Vielfach ausgezeichnet

Auch im Geschäftsjahr 2014/15 hat die EVN wieder eine Reihe nationaler und internationaler Auszeichnungen bzw. Preise in unterschiedlichen Kategorien erhalten:

  • ARC Awards 2015 für den Ganzheitsbericht 2013/14:
  • Silber in der Kategorie "Gesamtbericht"
  • Silber in der Kategorie "Interior Design"
    1. Platz bei den Trend Austrian Annual Reporting Awards 2015 für den Ganzheitsbericht 2013/14 in der Kategorie "Nachhaltigkeit"
    1. Platz beim Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) 2015 in der Kategorie "Integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht" für den Ganzheitsbericht 2013/14
    1. Platz für die EVN Macedonia bei den National CSR Awards 2015 in der Kategorie "Ethical Governance" für das Projekt "Ideen Management"

• Die EVN Bulgaria wurde 2014 für das gemeinsam mit BirdLife und der bulgarischen Gesellschaft für Vogelschutz umgesetzte Projekt "Vogelschutz in Bulgarien" als Sieger in der Kategorie "Umweltschutz" beim "Good Practice of the Year" Award in Brüssel sowie mit dem NATURA 2000 Preis der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

Umfassendes Online-Angebot

Um auch die Kapitalmarktkommunikation ressourcenschonend und nachhaltig zu gestalten, forciert die EVN den Einsatz von elektronischen Kommunikationsmitteln. Ein Beitrag in diesem Bereich ist etwa der generelle Verzicht von Massendruck und -versand der EVN Aktionärsbriefe (Quartalsberichte). Alle Informationen stehen als Online-Berichte oder PDF-Dokumente auf der EVN Webseite unter www.investor.evn.at zur Verfügung. Auf Wunsch können die Aktionäre die EVN Aktionärsbriefe aber auch als Hardcopy über den Postweg beziehen.

Die beiden Internetportale der EVN www.investor.evn.at und www.verantwortung.evn.at bieten neben den Ganzheits- und Quartalsberichten, Kapitalmarktaussendungen, Informationen zur Hauptversammlung, Roadshows und Analystenpräsentationen auch Audioaufzeichnungen der EVN Telefonkonferenzen, Einschätzungen von Analysten zur Unternehmensentwicklung, Online-Börseinformationen sowie zahlreiche individuell auf Anleger zugeschnittene Informationsdienstleistungen.

Gesellschaft

Als regional verwurzeltes und zugleich international ausgerichtetes Unternehmen setzt sich die EVN schon seit vielen Jahren mit gesellschaftlicher Verantwortung auseinander und strebt dabei eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte an.

Die EVN ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mitverantwortlich für die gesellschaftliche Entwicklung in ihren Märkten und hat aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Verflechtungen Einfluss auf lokale Stakeholder. Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umweltund Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die auch gesellschaftsrelevante Aspekte berücksichtigt. Der Managementansatz der EVN umfasst all jene gesellschaftlichen Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Dieser Managementansatz ist im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben.

Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit – insbesondere in Risikobereichen, die auch die Bevölkerung betreffen könnten – über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne samt den dazugehörigen Schulungsprogrammen. An allen Standorten der EVN werden Krisensituationen geübt. In Niederösterreich werden zudem interne und externe Übungen und Schulungen zum Thema Krisenmanagement abgehalten. Mitarbeiter im Störungsdienst werden laufend geschult, und jährlich erfolgen Trainings für alle Diensthabenden sowie Sicherheitsunterweisungen für alle Mitarbeiter. In Bulgarien und Mazedonien bestehen ebenfalls eigene Krisenmanagement-Systeme.

Ethik und Integrität

Die dynamische internationale Expansion der EVN in den vergangenen Jahren war auch mit neuen Herausforderungen hinsichtlich kultureller Vielfalt, Wertvorstellungen und Geschäftsethik verbunden. Zur Förderung einer gemeinsamen Unternehmenskultur über sprachliche Barrieren oder Landesgrenzen hinweg wurde der EVN Verhaltenskodex formuliert. Er verdeutlicht den Mitarbeitern wesentliche Prinzipien und Verhaltensregeln der Unternehmenskultur der EVN und steht neben Deutsch auch in Englisch und in den Sprachen der Tochtergesellschaften – Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch – zur Verfügung. Der EVN Verhaltenskodex wird laufend an die aktuellen Entwicklungen angepasst, insbesondere an die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seine Grundlagen bilden neben internen Organisationsvorschriften und gesetzlichen Bestimmungen folgende internationale Regelwerke:

  • UN Global Compact
  • Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UNO) und Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
  • Dreigliedrige Grundsatzerklärung der International Labour Organisation (ILO) über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik
  • ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit
  • OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
  • OECD-Übereinkommen zur Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr
  • Österreichischer Corporate Governance Kodex
  • GRI-Indikator: Werte, Grundsätze und Normen (G4-56)
  • Der EVN Verhaltenskodex ist abrufbar unter www.evn.at/Verhaltenskodex.aspx.

Compliance-Management

Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems (CMS) wurde per 1. Oktober 2012 die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Das CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

  • GRI-Indikator: Interne und externe Verfahren zu Compliance und Integrität (G4-57)
  • Für weitere Details zur Compliance-Organisation der EVN siehe Corporate Governance-Bericht, Seite 103f

H_Weiss @Schuldirektorin

Mein Name ist Hildegard Weiß. Ich bin Direktorin der Hermann Gmeiner Schule in der Hinterbrühl, Niederösterreich. Letztes Jahr machten Mitarbeiter der EVN unseren Schülerinnen und Schülern eine besondere Freude, indem sie im Rahmen des Projekts "EVN für Niederösterreich" auf dem Schulgelände ein Baumhaus bauten.

H_Weiss @Schuldirektorin

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Wenn die Welt immer stärker auf Technik setzt, woher nehmen künftige Generationen die Energie dafür?

2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

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# Wir_haben_Antworten

Den entscheidenden Beitrag werden hier langfristig die erneuerbaren Energien leisten. Sie sind unerschöpflich und stehen – wenn man von der zu ihrer Nutzung erforderlichen Technologie absieht – kostenlos zur Verfügung. Auch die EVN selbst hat in den letzten Jahren massiv in diesen Bereich investiert und wird dies weiterhin tun. Parallel dazu arbeiten wir an der Steigerung der Effizienz und stellen Systeme zur immer breiteren Nutzung zur Verfügung. Daneben beschäftigen wir uns auch mit Speichertechnologien, die für eine möglichst weitgehende erneuerbare Versorgung unverzichtbar sind.

Ausrollung der Compliance-Schulungen

Im Geschäftsjahr 2013/14 hat die EVN mit der flächendeckenden Schulung ihrer Mitarbeiter in Bezug auf ethisches und gesetzeskonformes Verhalten bzw. der Vorstellung der Compliance-Organisation samt ihren internen Verfahren begonnen. Als Schulungsunterlage wurde die Compliance-Box "Compliance. It's good energy." entwickelt, die auch als Sammel- bzw. Nachschlagewerk für alle Mitarbeiter gedacht ist. Sie ist in den Konzernsprachen Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch verfügbar. Die Grundlage für den inhaltlichen Teil der Schulungen ist der in zehn Themenbereiche gegliederte Verhaltenskodex der EVN. Basierend auf der zuvor durchgeführten Risikoanalyse lag der Fokus auf den Themen "Kundinnen und Kunden", "Kapitalmarkt und Investoren", "Integrität und Vermeidung von Korruption" sowie "Datenschutz und Vertraulichkeit", die anhand konkreter Anwendungsfälle aus der Praxis diskutiert wurden. Auch das Thema Menschenrechte wurde als Bestandteil des Verhaltenskodex in den Schulungen thematisiert.

Aufgrund ihrer Schlüsselfunktion und ihrer erwünschten Vorbildwirkung wurden zunächst die Führungskräfte aller strategischen Geschäftseinheiten national wie international in jeweils fünfstündigen Workshops auf das Thema Compliance sensibilisiert. Daran anschließend erfolgten die entsprechenden Schulungen aller Mitarbeiter. In Kleingruppen wurden dabei das CMS der EVN sowie alle damit in Zusammenhang stehenden Strukturen und Abläufe in zumindest zweieinhalbstündigen Schulungen erläutert. Für alle neuen Mitarbeiter wird das Compliance-Schulungsprogramm in identer Form umgesetzt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 konnten auf diese Weise nahezu 8.000 Mitarbeiter und mehr als 200 Führungskräfte in zehn unterschiedlichen Sprachen an mehr als 100 verschiedenen Orten zu den angeführten Inhalten geschult werden. Damit ist sichergestellt, dass alle Mitarbeiter sowie alle Führungskräfte im EVN Konzern gut auf die Herausforderungen vorbereitet sind, die sich aus der Einhaltung der Compliance-Anforderungen ergeben.

GRI-Indikatoren: Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern in Bezug auf die Menschenrechtspolitik und -verfahren der Organisation (G4-HR2); Schulungen zur Korruptionsprävention (G4-SO4)

Laufende Weiterentwicklung des Compliance-Managements

Neue Compliance-relevante Inhalte und Themenbereiche werden von den Experten der EVN laufend beobachtet. Nach Maßgabe einer Risikobewertung werden sie gegebenenfalls aufbereitet und in geeigneter Form in die Compliance-Box integriert. Zur weiteren Vertiefung der Inhalte erfolgen für besonders risikoexponierte Bereiche Spezialschulungen zu den relevanten Themen. Im Sinn der laufenden Adressierung des Themas und der Festigung bereits vermittelter Inhalte wurden neben den im EVN Intranet abrufbaren Inhalten auch E-Learning-Module für alle Mitarbeiter entwickelt. Ihre Implementierung konnte in allen strategischen Geschäftseinheiten und Konzerngesellschaften in Österreich mit Ende des Geschäftsjahres 2014/15 abgeschlossen werden. Für alle anderen Länder, in denen die EVN tätig ist, ist die Ausrollung des E-Learning-Programms bereits vorbereitet und die Umsetzung bis Mitte des kommenden Geschäftsjahres geplant. Darüber hinausgehend wurden spezielle Schulungen für Geschäftsführer, Leiter von Infrastrukturprojekten oder Vertriebsmitarbeiter angeboten. Anhand eines spezifischen Kommunikationsplans werden zudem laufend Informationsakzente zu aktuellen Compliance-Themen gesetzt.

Korruptionsprävention

Korruption stellt einen Risikofaktor im unternehmensinternen Risikomanagement dar, zu dem im Rahmen der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex in allen Konzerngesellschaften einschlägige Unterweisungen erfolgen. Darüber hinaus wird im Rahmen aller Prüfungsprojekte der Internen Revision auf die Einhaltung sämtlicher Compliance-relevanter Vorgaben und Regelungen geachtet. Schon im Geschäftsjahr 2012/13 wurde für die österreichischen Mitarbeiter das vertrauliche und anonyme Hinweisgeberverfahren (Whistle Blowing) zur Meldung von Bedenken in Bezug auf ethisch nicht vertretbares oder rechtswidriges Verhalten über das EVN Intranet eingerichtet. In den Compliance-Schulungen wurde besonderes Augenmerk auf die Erklärung dieses Hinweisgebersystems gelegt. Compliance-Trainings und Compliance-Box informieren über den Ablauf des Meldeverfahrens, auf das Mitarbeiter über das Intranet und Geschäftspartner über die E-Mail-Adressen [email protected] (bzw. mit Endung .bg für Bulgarien und .mk für Mazedonien) zugreifen können. Nach Abschluss der datenschutzrechtlichen Prüfungen an den wichtigsten Standorten im Ausland kommt das Hinweisgeberverfahren seit dem Geschäftsjahr 2014/15 auch in Bulgarien, Deutschland und Mazedonien zur Anwendung. Das Meldeverfahren im EVN Intranet wird neben Deutsch und Englisch in Kürze auch in den übrigen Konzernsprachen verfügbar sein. Eine Konzernanweisung legt das Verfahren und den Umgang mit den gemeldeten Bedenken sowie den Schutz des Hinweisgebers gegen Vergeltungsmaßnahmen fest.

In der Berichtsperiode wurde ein Verstoß gegen den Verhaltenskodex im Zusammenhang mit einer Nebenbeschäftigung über das Hinweisgebersystem gemeldet. Bei Vorliegen eines Korruptionsfalls, stellen Übertretungen und Verstöße gegebenenfalls eine Verletzung von Dienstpflichten dar; zusätzlich ist eine allfällige strafrechtliche Relevanz von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Officer zu wenden.

GRI-Indikatoren: Meldung von Bedenken zu Integrität (G4-58); Untersuchung von Korruptionsrisiken (G4-SO3); Antikorruptionsmaßnahmen (G4-SO5)

Menschenrechte

Die EVN sieht es als ihre Verpflichtung an, die uneingeschränkte Wahrung der Menschenrechte in allen ihren Handlungsbereichen sicherzustellen. Die diesbezüglichen Agenden liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der vom EVN Compliance Officer unterstützt wird. Ein wichtiges Werkzeug sind die Menschenrechtsklauseln in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, die Abschaffung von Kinderarbeit, die Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und die Rechte indigener Gruppen. Bereits im Jahr 2005 hat sich die EVN zur Berücksichtigung der Prinzipien des UN Global Compact bekannt und sich selbst verpflichtet, für die vollständige Einhaltung der Menschenrechte an allen EVN Standorten und in allen ihren Geschäftsbereichen zu sorgen.

Überprüfung der Einhaltung der Menschenrechte

Im oben bereits erwähnten EVN Verhaltenskodex sind die für alle Mitarbeiter bindenden Grundsätze festgehalten und jedermann zugänglich. Da die EVN auch von ihren Lieferanten und Auftragnehmern die Wahrung ihrer Grundsätze und Werte verlangt, werden diese zur Einhaltung der EVN Integritätsklausel verpflichtet. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge der Erbringung ihrer Leistungen hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte überprüft. Zusätzlich werden im Zuge der CSR-Zielgespräche entlang der Wertschöpfungskette relevante Menschrechtsthemen überprüft. Diese fließen sodann ebenfalls in die Zielformulierung mit ein.

GRI-Indikatoren: Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln (HR1), Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen (G4-HR9)

Beim Einsatz von Sicherheitspersonal wird insbesondere an den Geschäftsstandorten der EVN in Südosteuropa großer Wert auf die Sicherstellung der Wahrung von Menschenrechten gelegt. Deshalb werden sowohl Sicherheitskräfte mit Arbeitsvertrag als auch Dienstleister explizit auf die Menschenrechtsaspekte des EVN Verhaltenskodex bzw. der Integritätsklausel zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Menschenrechtsverletzungen durch das Sicherheitspersonal sind somit nahezu ausgeschlossen und werden auch streng sanktioniert.

GRI-Indikator: Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte (G4-HR7)

Die EVN unterstützt den UN Global Compact

Prinzip 1: Die EVN unterstützt und achtet den Schutz der inter
nationalen Menschenrechte.
Prinzip 2: Die EVN stellt sicher, dass sie sich nicht an Menschen
rechtsverletzungen mitschuldig macht.
Prinzip 3: Die EVN wahrt die Vereinigungsfreiheit und die wirk
same Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhand
lungen.
Prinzip 4: Die EVN tritt ein für die Beseitigung aller Formen der
Zwangsarbeit.
Prinzip 5: Die EVN tritt ein für die Abschaffung von Kinderarbeit.
Prinzip 6: Die EVN tritt ein für die Beseitigung von Diskriminie
rung bei Anstellung und Beschäftigung.
Prinzip 7: Die EVN unterstützt im Umgang mit Umweltproblemen
einen vorsorgenden Ansatz.
Prinzip 8: Die EVN ergreift viele Initiativen im In- und Ausland,
um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die
Umwelt zu erzeugen.
Prinzip 9: Die EVN fördert die Entwicklung und Verbreitung um
weltfreundlicher Technologien.
Prinzip 10: Die EVN tritt gegen alle Arten der Korruption ein.

Rechte der Mitarbeiter der EVN und ihrer Lieferanten

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesellschaften an allen ihren Standorten ein zentraler Aspekt in der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO). Dieses Recht ist auch fest in der bereits erwähnten Integritätsklausel der EVN verankert, die jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN mit Lieferanten bzw. Geschäftspartnern zugrunde liegt. Die EVN und ihre Tochtergesellschaften üben keine Geschäftstätigkeiten aus, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell jener auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnte. In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt. Darüber hinaus hat die EVN neben der in ihren österreichischen Konzerngesellschaften bestehenden Belegschaftsvertretung die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der die Wahrung der genannten und weiterer Menschen- und Mitarbeiterrechte an den EU-Standorten der EVN sicherstellt.

Eine Analyse der Länder oder geografischen Gebiete, in denen internationale Tochtergesellschaften der EVN tätig sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU Russland von den maßgeblichen Institutionen als Risikoland im Bereich der Menschenrechte bezeichnet wird. Aus diesem Grund hat sich die Rechtsabtei-

Projekte zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für Energiefragen

Die gesellschaftliche Verantwortung der EVN kommt auch in speziellen Projekten für Kinder und Jugendliche zum Ausdruck. Wissenswertes zum breiten Themenfeld der Energie und der bewusste Umgang mit Energie standen dabei auch im Geschäftsjahr 2014/15 im Fokus.

"EVN Forscherwelt Alles Energie!" – Durch experimentelles Lernen das Thema Strom entdecken

An 320 niederösterreichischen Volks- und Sonderschulen ist die "EVN Forscherwelt", ein speziell von der EVN entwickeltes Lehrund Lern-Paket zum Thema Strom, bereits im Einsatz. In der EVN Forscherwelt werden Phänomene der Elektrizität untersucht, Stromkreise gebaut, die Umwandlung von verschiedenen Energiequellen in Strom demonstriert und der sparsame Umgang mit Energie vermittelt. Die Forscherwelt beinhaltet Versuchsmaterialien für 25 Experimente, Versuchskarten mit Aufgaben, Lösungen und Anwendungsbeispielen aus der Praxis, ein persönliches "Forscherheft" für jedes Kind sowie Informationen für die Lehrenden. Um die Lehrenden auf die Vermittlung des Themas "Elektrische Energie" und den Einsatz der Experimente im Unterricht optimal vorzubereiten, bietet die EVN in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich für zumindest einen Pädagogen je Schule eine Begleitschulung zur Anwendung der EVN Forscherwelt an. 476 Pädagogen wurden seit Projektstart bereits in 25 solchen Workshops geschult. Insgesamt lernen und experimentieren im Zuge des Programms pro Schuljahr rund 27.000 Kinder mit der EVN Forscherwelt.

Lernen und Forschen bei der Kinder-Business-Week

Im Rahmen der 1. Kinder Business Week in St. Pölten von 20. bis 24. Juli 2015 waren Unternehmen eingeladen, unter dem Motto "Kinder erleben Wirtschaft hautnah" ihr Unternehmen für Kinder zielgruppengerecht zu präsentieren. Die EVN veranstaltete dazu drei Ideenwerkstätten unter dem Motto "Elektrische Energie – Was ist das?". Insgesamt nahmen rund 80 Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren daran teil und setzten sich eingehend und kreativ mit dem Thema auseinander.

EVN unterstützt Diplomarbeiten zu Energiethemen

Experten der EVN begleiten jedes Jahr Projekte von Schülern und Studierenden, die sich in ihren Abschlussarbeiten Energiethemen widmen. Eine besondere Herausforderung für alle Projektteilnehmer ist es dabei immer, reale Aufgaben zu lösen. Im Schuljahr 2014/15 beschäftigten sich etwa drei Schüler der HTL Mödling im Rahmen ihrer Maturarbeit mit der Planung eines Multifunktions-Testgeräts für die Routineüberprüfungen der elektrischen Schutzeinrichtung in den Wasserkraftwerken der EVN. Die Planungsphase wurde mit der Matura der Schüler erfolgreich abgeschlossen. Im nächsten Schuljahr werden weitere Schüler das Gerät bauen, und die EVN kann sich auf ein maßgeschneidertes neues Prüfgerät freuen. Dafür stellt das Unternehmen das Wissen und die Kompetenz seiner Mitarbeiter sowie die für den Materialeinkauf erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung.

lung der EVN intensiv mit der Frage der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte der russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorte im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem neuen internationalen Projekt die damit verbundenen relevanten Risiken.

GRI-Indikator: Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen (G4-HR4)

Als eine der zentralen Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden auf das Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert werden. In der Berichtsperiode wurde kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten bekannt.

  • GRI-Indikator: Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Maßnahmen (G4-HR3)
  • Für Details zur Anwendung der Integritätsklausel für Lieferanten und Auftragnehmer der EVN Seite 92ff

Wertschaffung für die Gesellschaft

Als Arbeitgeber von 6.973 Mitarbeitern und Auftraggeber von mehr als 5.000 Lieferanten und Auftragnehmern, als börsenotierte Aktiengesellschaft, die zu 51,0 % im Besitz der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH steht, sowie als Anbieter von Energieund Umweltdienstleistungen löst die EVN eine Reihe von indirekten und direkten positiven Effekten für die Gesellschaft in ihren Versorgungsgebieten aus. In Form von Gehältern, Zahlungen an Lieferanten, Dividendenausschüttungen sowie Steuern führt die EVN den Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist, direkte finanzielle Leistungen zu. Die wichtigsten davon werden (unter Verzicht auf die Darstellung von Multiplikatoreffekten für die Gesamtwirtschaft) in der vorderen Flappe dieses Berichts sowie im Konzernabschluss und dem Konzernanhang ab Seite 141 skizziert.

EVN Sozialfonds

In ihrer Verantwortung gegenüber unterschiedlichen Stakeholdern setzt die EVN auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Der EVN Sozialfonds etwa, der mit jährlich 100.000 Euro dotiert ist, unterstützt niederösterreichische Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

EUR
7.500
7.000
8.000
8.000
6.000
7.000
9.300
6.000
1.500
10.000
2.000
8.000
10.000
10.000
6.500
10.000
10.000
126.800

Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trifft. Die Empfehlungen an den Vorstand der EVN zur Mittelverwendung erfolgen einstimmig. In der Berichtsperiode wurden 17 Projekte ausgewählt. Auch im Ausland engagiert sich die EVN und fördert insbesondere Kindergärten und -heime sowie Schulen in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien.

  • GRI-Indikatoren: Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen (G4-EC8); Direkt verteilter wirtschaftlicher Wert (G4-EC1)
  • Zu den Mitgliedern des Sozialfonds siehe Seite 234

Investitionen und Dienstleistungen im öffentlichen Interesse Im Geschäftsjahr 2014/15 hat die EVN 322,7 Mio. Euro (Vorjahr: 396,3 Mio. Euro) in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Infrastruktur sowie ihrer Erzeugungsanlagen investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und stehen damit letztlich im öffentlichen Interesse. Zudem ist eine Vielzahl der EVN Kraftwerke der Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich; die EVN leistet dadurch einen Beitrag für Tourismus und Bildung. So steht das stillgelegte Atomkraftwerk Zwentendorf Privatpersonen und Firmen sowohl für Privatführungen als auch für Ausbildungs- und Übungszwecke zur Verfügung. In Verbindung mit dem Bau des Pumpspeicherkraftwerks Ottenstein hatte die EVN in den 1950er Jahren auch die Verantwortung für die Instandhaltung des historischen Schlosses Ottenstein übernommen. Mit dem Betrieb des Schlosses als Veranstaltungsort, des Hotels Ottenstein, des Bootsverleihs und des Restaurants am Stausee Ottenstein bereichert die EVN das touristische Angebot der Region Waldviertel.

  • Siehe www.hotelottenstein.at
  • GRI-Indikator: Entwicklung von Infrastrukturinvestitionen und geförderten Dienstleistungen (G4-EC7)

Besucherzahlen in den Infozentren der EVN

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden 1,4 Mio. Euro (davon 13,7 % über Förderungen) für Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte aufgewendet. Eine darüber hinausgehende finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies beispielsweise beim Ökostromgesetz oder der steuerlichen Forschungsprämie der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die für ihre jeweiligen Projekte vorgesehenen finanziellen Unterstützungen.

GRI-Indikator: Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand (G4-EC4)

Verfahren, Geldbußen und Sanktionen

Vor der bulgarischen Wettbewerbskommission (Bulgarian Commission for Protection of Competition) wurde ein Verfahren gegen die EVN Bulgaria EP, die EVN Bulgaria EC, die EVN SEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mögliche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens waren der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des ungerechtfertigten Lieferantenwechsels. Das Urteil in diesem Verfahren ist noch ausständig. Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria EP sieben weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission eröffnet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetzliche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts (Bulgarian Competitive Protection Act) zu bewerten. Eines dieser Verfahren ist noch anhängig, fünf Verfahren endeten mit der Feststellung, dass die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria EP in Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Anforderungen gehandelt haben. In einem weiteren Verfahren wurde ein Wettbewerbsverstoß festgestellt. Gegen dieses Urteil hat die EVN Bulgaria EP Berufung eingelegt.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit dem für das Projekt der Müllverbrennungsanlage MPZ1 der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Gegen die behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung dieser Verordnung und des Investitionsvertrags selbst führt die EVN mehrere Verfahren, die derzeit bei höheren Instanzen anhängig sind.

GRI-Indikator: Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung (G4-SO7)

Im März 2014 hat die bulgarische Staatliche Kommission für Energie- und Wasserregulierung (EWRC/"der Regulator") ein administratives Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria EC eingeleitet. Als Grund für diesen Schritt nannte die EWRC die Gegenverrechnung von Forderungen an die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) durch die EVN Bulgaria EC. Der Regulator behauptet, die Gegenverrechnung habe zur Verringerung der Barreserven bei der NEK geführt und dadurch deren Fähigkeit gefährdet, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das administrative Verfahren vor dem Regulator ist noch anhängig. Während des administrativen Verfahrens hat der Regulator eine Geldbuße in der Höhe von 1,0 Mio. BGN gegen die EVN Bulgaria EC verhängt. Die EVN Bulgaria EC legte gegen diese Maßnahme Berufung vor dem zuständigen erstinstanzlichen Gericht – dem Bezirksgericht in Plovdiv (PDC) – ein. Am 10. Oktober 2014 entschied das Gericht zugunsten der EWRC und bestätigte die Geldbuße. Gegen diese Entscheidung hat die EVN Bulgaria EC beim Verwaltungsgericht in Plovdiv Berufung eingelegt, der mit Erkenntnis vom 20. Februar 2015 nicht stattgegeben wurde.

Seitens der EWRC wurden auch bei der EVN Bulgaria EP Untersuchungen durchgeführt, die wegen diverser – durch eine behördliche Prüfung angeblich entdeckter – Verstöße zu Geldbußen führen könnten. Die letzte Prüfung begann am 6. Jänner 2014 und umfasste die operativen Tätigkeiten der EVN Bulgaria EP im Zeitraum vom 1. Juli 2008 bis zum 30. November 2013. Allerdings hatte der Regulator davor seit 2010 bereits drei Prüfungen bei der EVN Bulgaria EP durchgeführt, zwei davon erst im Jahr 2013. Der Regulator nannte keine Gründe für diese neuerliche Prüfung, und der EVN Bulgaria EP ist kein spezifisches Ereignis oder angebliches Verschulden bekannt, das eine erhöhte Kontrolle rechtfertigen würde.

Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator bisher in 293 Fällen Geldbußen in Höhe von zusammen 5,86 Mio. BGN (2,99 Mio. Euro) verhängt. Die EVN Bulgaria EP hat vor dem zuständigen bulgarischen Gericht Berufung gegen alle Geldbußen eingelegt. Bislang wurden zwölf Verurteilungen aufgehoben und 34 Verurteilungen bestätigt. Die restlichen Gerichtsverfahren sind noch anhängig.

GRI-Indikator: Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen (G4-SO8)

Umwelt und Klima

Als Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen sieht sich die EVN verpflichtet, gerade im Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein hohes Maß an Verantwortung zu übernehmen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Den Handlungsfeldern "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" sowie "Umweltschutz und Ressourcenschonung" wurde von der EVN und ihren Stakeholdern zentrale Bedeutung in der EVN Wesentlichkeitsmatrix zuerkannt. Damit haben sie in der Unternehmensstrategie sowie im tagtäglichen Handeln der EVN einen besonders hohen Stellenwert. Eines der primären Ziele ist es in diesem Zusammenhang, die Grundsätze einer umweltorientierten Unternehmensführung ausgehend von Niederösterreich auch in den internationalen Tochtergesellschaften zu implementieren. Das umfassende und regelmäßige Monitoring einer Vielzahl an Umweltkennzahlen stellt dabei das professionelle Management von negativen Umweltaspekten sicher. Ein Großteil dieser Kennzahlen wird auch in diesem Bericht angeführt. Dabei handelt es sich ausschließlich um gemessene und berechnete Daten – mit Ausnahme eines, klar gekennzeichneten Falls, in dem nur ein Schätzwert verfügbar ist.

Organisation des Umweltmanagements in der EVN

Bereits im Jahr 1990 hat die EVN eine eigene Abteilung für Umweltschutz im Konzern aufgebaut. Sie verantwortet die Erfassung und Analyse der ökologischen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit in Bereichen wie Ressourceneinsatz, Energie- und Wasserverbrauch, Emissionen, Biodiversität, Transport sowie Abwasser und Abfall. Auf Basis ihrer Analysen unterstützt diese Abteilung die operativen Einheiten darin, Umweltauswirkungen zu verhindern bzw. zu minimieren. Im Umweltleitbild der EVN werden dafür zentrale Ziele und Werte sowie Handlungsweisen und Methoden definiert. Zudem wird das Umweltmanagementsystem aller Erzeugungsstandorte der EVN, das auch die Anforderungen des Arbeitsschutzes mit einschließt, seit 1995 nach den Standards ISO 14001 und EMAS zertifiziert.

Im Jahr 1992 wurde der Umweltbeirat der EVN zur Beratung des Vorstands in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen gegründet. 2006 wurde sein Beratungsumfang um Aspekte der sozialen Verantwortung erweitert und sein Name in Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung geändert. Das 28 Mitglieder umfassende Gremium tritt jährlich zu zwei Sitzungen zusammen, bei denen aktuelle Themen diskutiert werden. Im Geschäftsjahr 2014/15 behandelte der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung folgende Themenschwerpunkte:

  • Spannungsfeld Familie, Arbeit und Gesellschaft
  • Arbeiten, um zu leben? Leben, um zu arbeiten?
  • Globale Perspektiven für Wasser und Energie
  • Wasserversorgung für Niederösterreich von der Pionierzeit bis zu den modernen Naturfilteranlagen
  • Eine Auflistung der Mitglieder findet sich auf Seite 234 sowie unter www.evn.at/Beirat-fur-Umwelt-und-soziale-Verantwortung.

Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Die EVN erbringt durch den laufenden Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger, durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie durch die umfassende Beratung ihrer Kunden zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Österreichs. Zentrales Anliegen ist für die EVN dabei, eine möglichst hohe Versorgungssicherheit bei gleichzeitig möglichst geringen Umweltauswirkungen sicherzustellen.

Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst dazu unterschiedliche Initiativen und strategische Ansätze:

  • Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen (Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Biogas): Die EVN hat sich das Ziel gesetzt, mittelfristig 50 % ihrer Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen zu generieren. Derzeit wird vor allem in den Ausbau der Windkraftkapazität investiert.
  • Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen und Netze
  • Aktive Teilnahme an Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten zur Entwicklung von neuen Methoden zur Stromgewinnung aus erneuerbarer Energie sowie von Methoden zur Senkung der Treibhausgasemissionen
  • Information und Beratung der Kunden zur Reduktion des Energiebedarfs
  • Sicherstellung regionaler Wertschöpfung durch Nutzung heimischer Energieträger (Biomasse und Biogas)
  • Aktive Teilnahme an der Einführung alternativer Fahrzeugantriebe (Elektro- oder Erdgasfahrzeuge)
  • Sensibilisierung von Öffentlichkeit und Mitarbeitern durch Bildungs- und Informationsveranstaltungen
  • Innerbetriebliche Maßnahmen, z. B. Ökologisierung der Beschaffung
  • Zum Umweltleitbild der EVN siehe unter www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/Okologie.aspx

Ausbau der Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie

Die EVN investiert laufend in Projekte zur Verringerung treibhausrelevanter Emissionen. Die im Geschäftsjahr 2014/15 umgesetzten Initiativen haben die jährliche Einsparung der EVN um rund 68.300 Tonnen CO2 erhöht. Beispielhaft werden nachfolgend einige aktuelle Projekte vorgestellt.

Windkraft

Mit einer Gesamterzeugungskapazität von 250 MW (Vorjahr: 213 MW) gehört die EVN bereits heute zu den größten Windkraftbetreibern Österreichs. Um ihre Windkraftkapazitäten mittelfristig auf 300 MW weiter zu steigern und damit CO2-Emissionen in noch höherem Maß zu vermeiden, investiert die EVN laufend in neue Projekte:

• Im Berichtsjahr wurde der bislang leistungsstärkste Windpark der EVN in Betrieb genommen: In den Gemeindegebieten von Prottes und Ollersdorf errichtete die EVN zwölf Windräder mit einer Gesamtleistung von 36,6 MW. Dies entspricht einer jährlichen Emissionsvermeidung von mehr als 55.000 Tonnen CO2.

Biomasse

Die EVN betreibt aktuell mehr als 60 Biomasseanlagen und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Insgesamt verwertet die EVN in ihren Anlagen pro Jahr ca. 1,5 Mio. Schüttraummeter Hackschnitzel. Auch in diesem Bereich wird laufend an Erweiterungen gearbeitet:

  • Eine jährliche CO2-Einsparung von 5.000 Tonnen bringt das neue Biomasse-Heizwerk der EVN in Korneuburg, das nach achtmonatiger Bauzeit im November 2014 in Betrieb ging und über ein rund neun Kilometer langes Fernwärmenetz Kunden in der Region mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt.
  • Die Klimabündnisgemeinde Mariazell profitiert neuerdings ebenfalls von einer jährlichen CO2-Einsparung von 3.300 Tonnen. Im November 2014 fand dort die offizielle Eröffnungsfeier für das neue Biomasse-Fernheizwerk statt, das von einem Gemeinschaftsunternehmen der Stadtbetriebe Mariazell und der EVN Wärme errichtet wurde.
  • Weitere 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr können durch das im Dezember 2014 eröffnete neue Biomasse-Heizwerk in Leopoldsdorf eingespart werden.

Weitere Projekte

  • Mit dem "Energiewandler" in ihrem Kraftwerk Theiß hat die EVN eine innovative Methode entwickelt, um Erzeugungsspitzen, die aus der Überproduktion von Strom aus Wind- und Sonnenkraft resultieren, zur Erzeugung von Wärmeenergie für das Fernwärmenetz der Stadt Krems zu nutzen. Durch den Einsatz des "Energiewandlers" werden in Zukunft rund 1 Mio. m3 Erdgas eingespart und damit rund 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden.
  • GRI-Indikator: Reduzierung der THG-Emissionen (G4-EN19)

Effizienz der EVN Kraftwerke

Neben dem Ausbau ihrer Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie arbeitet die EVN insbesondere im Rahmen von Zertifizierungen (z. B. nach EMAS) auch an der ständigen Effizienzsteigerung ihrer Kraftwerke. Dadurch sollen in der Stromerzeugung sowohl der Ressourceneinsatz als auch der Emissionsausstoß reduziert werden. Im Rahmen der CSR-Zielgespräche der EVN werden zudem regelmäßig konkrete Ziele und Maßnahmen zur Steigerung der Wirkungsgrade der thermischen Kraftwerke, zur Erhöhung der Eigenerzeugungsquote sowie zu Energieeinsparungen im Kraftwerksbetrieb beschlossen.

Zu den diesbezüglichen Fortschritten im Geschäftsjahr 2014/15 siehe das CSR-Programm, Seite 224

Der durchschnittliche Nutzungsgrad (Grad der tatsächlichen Umsetzung des Brennstoffs in Strom bzw. Wärme) der Anlagen der EVN zur Energieerzeugung aus Erdgas in Österreich und Bulgarien betrug im Geschäftsjahr 2014/15 durchschnittlich 70,42 %1) (Vorjahr: 71,3 %), der entsprechende Wert für die Anlagen der EVN zur Energieerzeugung aus Steinkohle belief sich auf durchschnittlich 53,56 % (Vorjahr: 50,3 %).

1) Nach Kapazität gewichteter Wert

GRI-Indikator: Wirkungsgrade (EU11)

G_Pfiffinger @Birdlife

Mein Name ist Gerald Pfiffinger. Ich bin Geschäftsführer von BirdLife Österreich, einem Verein, der sich für den Vogel- und Naturschutz in Österreich einsetzt.

G_Pfiffinger @Birdlife

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Wenn die Energiewende ins Stocken gerät, wie ist dann ein umweltschonendes Energiesystem erreichbar? # 2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

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# Wir_haben_Antworten

Was den sorgsamen Umgang mit der Umwelt betrifft, gibt es keinen Weg zurück. Auch das EVN Zukunftslabor arbeitet gezielt an einer Fortsetzung und weiteren Intensivierung des eingeschlagenen Pfades. Die EVN investiert innerhalb von vier Jahren 140 Mio. Euro in Windenergie, weitere 120 Mio. Euro fließen in die dezentrale Wärmeerzeugung aus Biomasse. Unsere Windkraftkapazität beträgt derzeit 250 MW, schon in wenigen Jahren soll sie bei 300 MW liegen. Ein Maximum an Umweltschutz erreichen wir aber auch in unseren konventionellen Kraftwerken. Die EMAS-Zertifizierung sämtlicher österreichischer Anlagen ist ein klarer Beleg dafür. Konsequent nutzen wir hier auch neue Technologien, zum Beispiel zur Rezyklierung von CO2.

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)1) (EN15) 2014/15 2013/14 2012/13
Österreich und Deutschland2) t CO2 2.232.258 2.058.900 1.513.334
Bulgarien t CO2 162.109 154.198 161.422
Mazedonien t CO2 2.266 2.465 2.628
Gesamt t CO2 2.396.633 2.215.563 1.677.385
t CO2 /GWh 334,31 336,21 281,54

1) Zu den direkten Emissionen (Scope 1) zählen bei der EVN jene CO2-Emissionen, die aus eigenen Anlagen und Betrieben durch den Einsatz

von Primärenergieträgern (Steinkohle, Gas, Öl) sowohl zur Energieproduktion als auch für den Eigenbedarf und Transport (Treibstoffe) entstehen.

2) Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum im Geschäftsjahr 2013/14

Indirekte THG-Emissionen (Scope 2)1) (EN16) 2014/15 2013/14 2012/13
Österreich und Deutschland2) t CO2 126.222 110.248 62.903
Bulgarien t CO2 52.782 53.374 56.371
Mazedonien t CO2 3.933 4.051 4.522
Gesamt t CO2 182.937 167.674 123.796
t CO2 /GWh 336,27 358,79 378,85

1) Die indirekten Emissionen (Scope 2) sind Emissionen, die in der EVN verwendeten Mengen an Strom, Wärme oder Kälte zugerechnet werden und bei deren Produktion entstanden sind.

2) Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum im Geschäftsjahr 2013/14

Emissionen

Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen

Die EVN setzt auf ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um ihre betriebliche Energieeffizienz zu verbessern und die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Emissionen auf Produktions-, Energiebeschaffungssowie Kundenseite zu reduzieren. Die Berechnung der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen erfolgt dabei nach den Regeln und anhand der Faktoren, die die EU-Emissionshandelsrichtlinie für die einzelnen Länder vorschreibt, und umfasst sämtliche CO2-Emissionen. Diese werden auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren für die jeweils eingesetzten Primärenergieträger berechnet. Die Zuordnung der Emissionen zu den einzelnen Kategorien (Scopes) folgt den Empfehlungen des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) des World Resource Institute (WRI).

Die absolute Menge der direkten Treibhausgasemissionen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014/15 aufgrund des erstmals ganzjährigen Betriebs des im Dezember 2013 in Betrieb genommenen Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum.

GRI-Indikatoren: Direkte THG-Emissionen (Scope 1) (G4-EN15); Indirekte THG-Emissionen (Scope 2 und 3) (G4-EN16, G4-EN17)

Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3)1) (EN17)2) 2014/15 2013/14 2012/13
Gesamt t CO2 6.376.738 7.045.323 7.466.395
t CO2 /GWh 302,53 318,76 321,41

1) Scope-3-Emissionen beinhalten weitere indirekte Emissionen, die in der Lieferkette (Emissionen aus dem Abbau und Transport der Primärenergieträger), durch an Endkunden verkaufte und durch diese genutzte Strom- und Gasmengen und aus der Reisetätigkeit von EVN Mitarbeitern mit Massentransportmitteln entstehen.

2) Die Vorjahreswerte wurden retrospektiv angepasst (erstmalige Einbeziehung der Upstream-CO2-Belastung der Primärenergieträger berechnet auf Basis der Faktoren des UNFCCC sowie Änderung der Berechnungsmethodik).

Intensität der THG-Emissionen1) (EN18)2) 2014/15 2013/14 2012/13
Summe CO2-Emissionen t CO2 /GWh 378,82 385,97 353,05

1) Spezifische Emissionen aus Summe Scope 1–3 auf die abgesetzte Menge Strom und Erdgas (19.263 GWh Strom und 5.241 GWh Erdgas für 2014/15)

2) Die Vorjahreswerte wurden retrospektiv angepasst (erstmalige Einbeziehung der Upstream-CO2-Belastung der Primärenergieträger berechnet auf Basis der Faktoren des UNFCCC sowie Änderung der Berechnungsmethodik).

Emissionsmengen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN (EN21)1)

in t

1) Jahresdurchschnitt der österreichischen Anlagen

Umweltschutz und Ressourcenschonung

Der Schutz der Umwelt und der sparsame Umgang mit Ressourcen gehören zu den zentralen CSR-Themen für ein Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. In diesem Sinn steht das in der EVN Wesentlichkeitsmatrix mit hoher Priorität versehene CSR-Handlungsfeld "Umweltschutz und Ressourcenschonung" für umweltschonende Energie-, Wasser- und Abfalldienstleistungen, die systematische Verbesserung der Umweltauswirkungen sowie eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung von Energie und Ressourcen.

Verantwortungsvolle Nutzung von Energie

In zahlreichen Bereichen erzielt die EVN durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen, auch im Zusammenhang mit zusätzlichen freiwilligen Zielvereinbarungen im Rahmen ihrer EMAS-Zertifizierungen, laufend Effizienzsteigerungen.

Diesbezügliche Ziele und Maßnahmen sind auch im CSR-Programm ab Seite 224 dargestellt.

Die Entwicklung des Eigenbedarfs an Energie der EVN im Vergleich zum Vorjahr ist in der Tabelle zu GRI-Indikator EN3 abgebildet. Die Energieintensität1) der EVN beträgt 26,15 MWh Primärenergie pro abgesetzter GWh Strom. Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs setzt die EVN unter anderem für Kurzstreckenfahrten so weit wie möglich Elektrofahrzeuge ein; für sonstige Betriebsfahrten wird ein vermehrter Einsatz alternativ angetriebener Fahrzeuge angestrebt. Zudem wird die Reisetätigkeit durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen möglichst reduziert. In Bulgarien wurden zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs Fenster von Betriebsgebäuden ausgetauscht; an einem Hauptstützpunkt wurde zudem eine solarthermische Anlage zur Eigenversorgung mit Warmwasser installiert.

1) Die Energieintensität enthält den konzerninternen Eigenverbrauch von Strom, Erdgas, Wärme und Heizöl im Verhältnis zum Energieabsatz.

  • Für Details zu den EMAS-Zertifizierungen siehe Seite 72
  • GRI-Indikatoren: Energieverbrauch innerhalb der Organisation (G4-EN3); Energieintensität (G4-EN5); Verringerung des Energieverbrauchs (G4-EN6)

Bei ihren Kunden in Österreich, Bulgarien, Mazedonien und Deutschland verursacht die EVN mit den Produkten und Dienstleistungen ihres Kerngeschäfts (Energie, Wasser, Dienstleistungen) keinen (zu-

Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch der EVN
aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern (EN3, EN4)
2014/15 2013/141) 2012/132)
Erdgas MWh 7.066 5.258 6.229
Strom MWh 536.562 459.049 316.504
Wärme MWh 9.116 8.283 10.260
Heizöl 3) MWh 307 179 324
Gesamt MWh 553.050 472.769 333.318

1) Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 inkl. WTE sowie Kraftwerk Duisburg-Walsum (anteilig)

2) Seit dem Geschäftsjahr 2012/13 inkl. Bioenergie Steyr (anteilig)

3) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.

sätzlichen) Energieverbrauch. Zum Verbrauch bei Lieferanten und Auftragnehmern liegen keine Daten vor.

GRI-Indikator: Energieverbrauch außerhalb der Organisation (G4-EN4)

Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes in der EVN

Das Leitmotiv der EVN, "Energie vernünftig nutzen", das auch Teil des EVN Logos ist, betont schon seit Langem, welch hohen Stellenwert das Unternehmen der effizienten Nutzung von Energie beimisst. Nach dem Motto "Nicht verbrauchte Kilowattstunden sind die günstigsten und umweltschonendsten" hat die EVN ein Dienstleistungssortiment aufgebaut, das diesem Anspruch gerecht werden soll. Vielfältige Möglichkeiten der Energieberatung für Betriebe und Haushalte, die Installation von Photovoltaik-Anlagen, der Tausch von Wärmepumpen sowie effiziente Straßenbeleuchtung in Gemeinden sind nur einige Beispiele für Dienstleistungen, die die EVN zur Steigerung der Energieeffizienz für die unterschiedlichsten Kundensegmente anbietet.

Mit der im April 2015 eingeführten "EVN Bonuswelt" liefert die EVN ihren Kunden zudem Anreize, nicht nur Energie zu sparen, sondern auch Produkte bzw. Geräte zu erwerben, mit denen die Energieeffizienz noch weiter gesteigert werden kann.

Die EVN sucht auch unternehmensintern laufend nach Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch zu senken. Hier brachte ein Energieeffizienz-Ideenwettbewerb, bei dem alle Mitarbeiter aufgerufen waren, ihre Vorschläge einzubringen, viele neue Anregungen. Eine Maßnahme daraus ist die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Kleinkraftwerken, um deren Eigenstrombedarf zu decken. Ein anderes Beispiel sind Spritspartrainings für Mitarbeiter, die viel reisen und durch eine bewusstere Fahrweise den Treibstoffverbrauch der EVN insgesamt reduzieren helfen. Für tatsächlich umgesetzte Ideen wurden Prämien vergeben, die sich an den erzielten Einsparungen orientieren. Die EVN versteht die Auseinandersetzung mit dem Thema Energieeffizienz nicht nur als gesetzliche Verpflichtung, sondern vielmehr als große Chance, neue Märkte und Geschäftsideen zu entwickeln, neue Kooperationspartnerschaften aufzubauen und nicht zuletzt den Kundenkontakt zu intensivieren.

Für Details zum Energieeffizienzgesetz siehe Konzernlagebericht auf Seite 106

Energiespeicherung und Demand Side Management

Die steigende, jedoch volatile Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne verursacht einen erhöhten Bedarf an Flexibilität im Stromnetz, um Erzeugung und Verbrauch stets im Gleichgewicht zu halten. Durch aktives Demand Side Management (DSM) bzw. Last-Management kann der Energiebedarf der Verbraucher gesteuert und der aktuellen Stromerzeugung angepasst werden.

Die EVN beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Thema und konnte nun erste Projekte erfolgreich umsetzen. Ein Beispiel dafür ist die Anwendung des Konzepts "Power-to-Heat" im Projekt

20 Jahre EMAS in der EVN

Im Jahr 1993 hat die EU das Öko-Audit EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) als freiwilliges Umweltmanagementsystem eingeführt. Ziel der EMAS-Verordnung ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Die damit verbundene Umweltzertifizierung gilt als weltweit anspruchsvollste und umfassendste ihrer Art. Neben einer internen Auditierung der Einhaltung von Gesetzen und Bescheidvorgaben werden unter anderem Maßnahmen zur Reduktion von Ressourcenverbrauch und Emissionen definiert. Die EVN startete bereits 1995 mit der Zertifizierung ihrer Kraftwerke gemäß EMAS. Damit war das Kraftwerk Theiß eine der ersten EMAS-zertifizierten Anlagen in Niederösterreich, kurz darauf folgte das Kraftwerk Dürnrohr.

Jüngstes Mitglied der EMAS-Familie der EVN ist das Wärmekraftwerk Korneuburg, das im März 2014 erfolgreich nach EMAS/ISO 14001 auditiert wurde. Damit stammen nun 100 % der Energie aus den Wärmekraftwerken der EVN in Niederösterreich aus EMAS-auditierten Standorten. Zudem unterliegen auch die Anlagen der EVN Wärme seit mittlerweile 15 Jahren diesem freiwilligen Umweltmanagementsystem. Die 46 bereits zertifizierten Anlagen werden laufend um neu errichtete bzw. übernommene Fernwärmeanlagen erweitert. So ist für die nächste externe Auditierung im Frühjahr 2016 die Aufnahme von drei Neuanlagen geplant.

Als weitere Ergänzung erfolgte im Geschäftsjahr 2013/14 der Planungsstart für die Einbindung der EVN Direktion in das EMAS-Umweltmanagementsystem. Im Frühjahr 2015 begann das Projektteam nun mit konkreten Arbeitsschritten wie der Festlegung der Systemgrenzen und der relevanten Prozesse.

Alle EMAS-zertifizierten Anlagen der EVN finden Sie unter www.umweltbundes amt.at/umweltsituation/ums/emas/

"Energiewandler". Übersteigt das Angebot an Strom aus erneuerbarer Energie die Nachfrage, wird künftig mittels einer 5-MW-Anlage Warmwasser produziert und im Fernwärmespeicher Theiß gespeichert. So kann die überschüssige Energie sinnvoll für die Fernwärmeversorgung der Stadt Krems genutzt werden.

Im Rahmen eines Smart-Grid-Projekts in Lichtenegg, Niederösterreich, erforscht die EVN die Kombination von Erzeugung, Energiespeicherung, Netzen und Verbrauch. Das optimierte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten soll einen energie- und kosteneffizienten Systembetrieb ermöglichen. Ein Schlüssel zum Erfolg des Projekts wird in der Kommunikation der Systemteilnehmer gesehen; ein anderer in der Speicherung der Energie. Dafür kommt eine Vanadium-Redox-Flow-Batterie mit einer Leistung von 10 kW und einer Energiespeicherkapazität von 100 kWh zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe werden die Einsatzmöglichkeiten eines Speichers für zukünftige Energiesysteme analysiert, um eine emissionsärmere Zukunft und einen effizienteren Energieeinsatz zu ermöglichen.

Eine weitere Aktivität im Bereich des Demand Side Managements hat die EVN auch in ihrem bulgarischen Tochterunternehmen gestartet: Das Projekt iUrban, das von der EU finanziert und im Zeitraum von Oktober 2013 bis September 2016 umgesetzt wird, zielt darauf ab, eine Lösung für intelligentes Energie-Management zu entwickeln. Die dafür entwickelte webbasierte Software, die sowohl bei Haushaltskunden als auch auf kommunaler Ebene eingesetzt werden soll, ermöglicht die intelligente Zusammenführung von Energieangebot und -nachfrage. Dazu werden Informationen über die Verbrauchsgewohnheiten der Kunden in einer Online-Plattform gesammelt und dann zur effizienten Steuerung der lokal erzeugten sowie verbrauchten Energie verwendet.

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen Material

Die in der EVN eingesetzten Materialien sind zum Großteil Primärenergieträger wie fossile Brennstoffe, Abfälle und Biomasse. Unter diesen Materialien findet sich aus technischen Gründen wenig Recycling-Material. In den Anlagen zur Energieerzeugung sowie zur Abwasserbehandlung werden als Nebenkomponenten diverse Inhaltsstoffe verwendet.

  • Für Details zu den eingesetzten Materialien siehe Tabellen zu G4-EN1
  • GRI-Indikatoren: Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen (G4-EN1); Einsatz von Recycling-Material (G4-EN2)
Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) (EN1) 2014/15 2013/14 2012/13
Fossile Brennstoffe2) Terajoule 26.483 24.157 18.195
Biomasse Terajoule 2.766 2.750 2.757
Abfälle3) Terajoule 4.959 4.682 4.205

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich, Deutschland und Bulgarien sowie thermische Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl

3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr, Zwentendorf

Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) (EN1) 2014/15 2013/14 2012/13
Leitungszuwachs Strom km 1.818 1.350 1.087
Leitungszuwachs Erdgas km 51 34 132
Leitungszuwachs Wärme km 113 35 68

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel- bzw. Rohrleitungen.

Wassereinsatz (EN8) 2014/15 2013/141) 2012/13
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 373.491 360.338 320.676
Brauchwasser (Grundwasser) m3 1.901.724 1.919.131 1.720.062
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 163.007.226 158.617.752 237.576.241

Alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien

1) Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 inkl. WTE und Kraftwerk Duisburg-Walsum (anteilig)

Betriebsmitteleinsatz in der Energieerzeugung und

Abwasserreinigung1) (EN1) 2014/151)
Kalk t 21.268
Ammoniak t 1.004
Ammoniakwasser t 1.383
Deionat 138
Schmieröle t 4
Salzsäure t 186
Natronlauge t 66
Dosiermittel t 11
Steinsalz t 103
Kalkhydrat t 331
Fällungsmittel l 1.064
Flockungsmittel l 1.020
Zitronensäure l 2
Harnstoff t 15

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Deutschland sowie EVN Wasser und Abwasserreinigungsanlagen der WTE

Wasser

Der Einsatz von Trinkwasser stieg insbesondere durch die höhere Anzahl von Anlagen im Bereich der Wärmeerzeugung. Diese Entwicklung konnte zum Teil durch Einsparungen an anderen Stellen kompensiert werden. Hauptverantwortlich für den Rückgang des Brauchwassers war ein geringerer Bedarf im Kraftwerk Dürnrohr. Der Anstieg des Kühlwassereinsatzes ist im Wesentlichen mit dem in Summe gestiegenen Einsatz der thermischen Kraftwerke zu erklären.

GRI-Indikator: Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen (G4-EN8)

Die Anlagen der EVN beziehen ihr Wasser von kommunalen Versorgern bzw. aus Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrug der Kühlwasserdurchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 159,7 Mio. m³. Dieser Wert entspricht 0,27 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, das sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 59.981 Mio. m³ beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten. 1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011, BMLFUW

GRI-Indikator: Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen (G4-EN9)

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden am Standort des Kraftwerks Dürnrohr 198 m³ Sickerwasser aus den Deponien (Messung mit Wasserzähler) sowie etwa 1.000 m³ Niederschlagswasser aus dem Sickerwasserbecken (Schätzung auf Basis der Niederschlagsmengen) in der Rauchgasreinigung wiederverwendet. Darüber hinaus nutzt die EVN kein rezykliertes Wasser oder Grauwasser.

GRI-Indikator: Rückgewonnenes, wiederverwendetes Wasser (G4-EN10)

Biodiversität

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität

Die EVN ist in allen ihren Aktivitäten bemüht, Eingriffe in die Natur auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren. Dabei legt sie auch besonderes Augenmerk auf den Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Umfeld ihrer Anlagen und Projekte. Durch die Infrastruktur der EVN – Kraftwerke und Netze – sind hauptsächlich Lebensräume im Wasser sowie in der Luft von möglichen Auswirkungen betroffen. Bei Wasserkraftwerken kann es vor allem aufgrund der eingeschränkten Durchgängigkeit von Fließgewässern zu Auswirkungen auf die Biodiversität kommen, bei thermischen Kraftwerken hingegen durch die Temperatur der in Fließgewässer eingeleiteten Kühlwässer. Windkraftwerke und Freileitungen können für verschiedene Vogelarten wie Störche, Kaiseradler und Großtrappen sowie Fledermäuse eine Gefahr darstellen, wenn sie sich in Höhe ihrer Flugrouten befinden. Bulgarien ist davon insofern besonders betroffen, als eine wichtige Route von Zugvögeln durch das Versorgungsgebiet der EVN führt.

GRI-Indikator: Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität (EN12)

Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume

Zum Schutz der natürlichen Lebensräume in ihrem Einflussbereich setzt die EVN zahlreiche Initiativen und Programme um. Gerade

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder
angrenzend an Schutzgebiete1) (EN11)
Anzahl Fläche (in ha)
In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 679 479,4
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 410 369,9
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 526 244,1
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften 19 24,2
Gesamt 1.634 1.117,6

1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich

im sensiblen Bereich des Vogelschutzes geschieht dies oft in enger Zusammenarbeit mit Experten von NGOs und Behörden. So werden sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien zahlreiche Vogelschutzmaßnahmen in Form von Gemeinschaftsprojekten umgesetzt (siehe Aufzählung weiter unten).

In Bezug auf den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Gewässern achtet die EVN beim Betrieb von Wärmekraftwerken auf die sensible Biodiversität der Gewässer, indem sie Auflagen über Einleittemperaturen von Kühlwasser in Fließgewässer genau einhält (siehe dazu auch weiter unten). Bei Wasserkraftwerken wiederum wird auf die Wanderungsbewegungen von Fischen Rücksicht genommen, indem die EVN im Bereich ihrer Kraftwerke so genannte "Fischwanderhilfen" errichtet.

Eine entscheidende Rolle beim Schutz der Biodiversität im Einzugsgebiet von Wasserkraftwerken spielt zudem die Stauraumüberwachung. Deshalb behandelt die EVN in einem jährlichen Treffen mit Behörden und Interessenvertretungen am Ottensteiner Stausee regelmäßig für diesen Fragenkomplex relevante Themen, insbesondere die Bedeutung des Stausees als Lebensraum für Fische. Eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Biodiversität im Stausee Ottenstein war die Installation einer Online-Monitoring-Anlage. Mit dieser Einrichtung, die von der DWS-Hydro-Ökologie GmbH mit Unterstützung der Stabsstelle für Umweltschutz und -controlling der EVN entwickelt wurde, werden wichtige Parameter zur Bestimmung der Wasserqualität kontinuierlich erfasst und kontrolliert. Von einer schwimmenden Messstation aus kann dazu ein Sonden-Set die volle Tiefe des Sees erreichen und Parameter wie pH-Wert, Temperatur oder Sauerstoffgehalt in verschiedenen Wassertiefen messen. Ziel der dadurch möglichen umfangreichen Datenerfassung ist es, Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Rückpumpbetrieb und Starkregen auf die Wasserqualität zu ziehen sowie die Algenentwicklung zu erforschen.

Zahlreiche weitere Projekte setzt die EVN zum Schutz der Artenvielfalt derzeit um:

  • Errichtung von Fischwanderhilfen bei den Kleinwasserkraftwerken Hohenstein, Erlauf, Zöbing, Wieselburg und Blumau
  • Projektstart im Geschäftsjahr 2014/15 zur Installation von Vogelschutzhauben für über 150 Masten der Netz Niederösterreich GmbH in Kooperation mit BirdLife Österreich nach erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts mit 20 Mittel spannungsmasten
  • Gemeinschaftsprojekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Rahmen des Projekts LIFE+)
  • Schaffung von Nestplattformen für Störche (gefährdete Gattung der Weiß- und Schwarzstörche) in Bulgarien und Mazedonien

Schutzgebiete in Bulgarien (EN11)

  • Besondere Schutzgebiete (BSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Kurznennung: Vogelschutzrichtlinie)
  • Sonderschutzgebiete (SSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen 92/43/EWG (Kurznennung: FFH-Richtlinie)
  • EVN Bulgaria

  • Gemeinschaftsprojekt mit dem bulgarischen Verband für Vogelschutz zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken (EU LIFE+ Programm)

  • Projekt zum Schutz der Vogelwelt der Burgas-Seen in Bulgarien
  • Gemeinschaftsprojekt mit der mazedonischen Umweltgesellschaft zum Vogelschutz im Gebiet Ovce Pole (Bewertung des Einflusses des Energienetzes auf Vögel)
  • Teilnahme an der Errichtung des mazedonischen nationalen Umweltnetzes MAK-NEN

Zudem ist die EVN laufend bestrebt, die Auswirkungen ihrer Bauvorhaben auf die Biodiversität durch eine ökologische Bauaufsicht zu minimieren.

GRI-Indikator: Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume (G4-EN13)

Die Länder, in denen die EVN ihre Hauptgeschäftsstandorte im Energiegeschäft hat – Bulgarien, Mazedonien und Österreich –, sind auch Lebensräume für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Eine Auflistung, gereiht nach Gefährdung der Arten gemäß International Union for Conservation of Nature (IUCN), findet sich in nachstehender Tabelle.

Gefährdete Arten gemäß roter Liste
des ICUN mit Lebensraum in Bulgarien,
Pflanzen
Mazedonien und Österreich (EN14) Tierarten arten
Vom Aussterben bedroht
(critically endangered)
48 0
Stark gefährdet (endangered) 62 10
Gefährdet (vulnerable) 117 7
Geringfügig gefährdet (near threatened) 116 12
Nicht gefährdet (least concern) 1.109 415

GRI-Indikator: Gefährdete Arten laut IUCN und nationalen Listen mit Lebensraum in Geschäftsgebieten (G4-EN14)

Für eine flächendeckende Versorgung der Kunden ist ein ausreichend dichtes Strom- und Gasleitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

GRI-Indikator: Flächennutzung in Schutzgebieten (G4-EN11)

In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Nieder österreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 77,75 ha vorgehalten. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

GRI-Indikator: Biodiversität von Ersatzflächen (EU13)

Abfall und Abwasser

Die EVN ist mit ihren Tochtergesellschaften EVN Wasser und WTE sowohl in der Trinkwasserversorgung als auch in der Abwasserbehandlung tätig und trägt dadurch zur Sicherstellung eines intakten Wasserkreislaufs bei. Im Bereich der Abwasserentsorgung bereitete die Umwelttochter WTE im Jahr 2014 mit den von ihr betriebenen Anlagen bei einer mittleren Reinigungsleistung von 88 %1) insgesamt rund 156,3 Mio. m3 Abwasser auf. Dies entspricht etwa 1,5 Mio. Einwohnerwerten. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet, zum Teil wird er deponiert oder zur Wärmeproduktion eingesetzt. Insgesamt hat die WTE seit ihrem Bestehen bereits über 100 Abwasserbehandlungsanlagen geplant und errichtet, derzeit befinden sich acht Anlagen für 1,97 Mio. Einwohnerwerte in Bau. Bei 23 Anlagen verantwortet die WTE auch den Anlagenbetrieb. In Summe werden die Abwässer von rund 17,2 Mio. Menschen mit Anlagen der WTE gereinigt und dem Wasserkreislauf wieder zugeführt.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor. Der Prozentwert bedeutet, dass 88 % der Schadstoffe abgebaut werden konnten.

Wenn sich bei einem Standort Art oder Menge des Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, schließt die EVN im Fall eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung ab. Diese Verträge enthalten detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe und die erforderlichen Abwasseruntersuchungen. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch diverse wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die strikte Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich der Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert. Die Kläranlagen der EVN Tochtergesellschaften leiteten im Geschäftsjahr 2014/15 in fünf Ländern insgesamt 156.219.490 m³ gereinigte Abwässer in Oberflächenwässer ein.

GRI-Indikator: Gesamte Abwassereinleitungen (G4-EN22)

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich auf Basis von Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht einer umweltgerechten Entsorgung (thermische bzw. stoffliche Verwertung oder Deponierung) zuführen. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährliche Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.

Flug- und Grobasche wird bei der EVN zu 100 % verwertet. Das Abfallprodukt REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, seit November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet. Die Biomasseasche aus der Fernwärmeproduktion wird etwa zur Hälfte über Entsorger einer Verwertung zugeführt.

GRI-Indikatoren: Abfall nach Art und Entsorgungsmethode (G4-EN23); Gewicht des importierten, exportierten Abfalls, der als gefährlich eingestuft ist (G4-EN25)

Umweltrelevante Zwischenfälle jeglicher Art werden von der EVN in einem einheitlichen Meldewesen erfasst, das sämtliche Anlagen in Österreich, Bulgarien und Mazedonien inkludiert. In Österreich kam es im Geschäftsjahr 2014/15 zu drei signifikanten Verschmutzungen durch Anlagen der EVN. Es handelte sich in allen drei Fällen um Ölaustritte, durch die in Summe etwa 10 m³ Erdreich verunreinigt wurden. Für das Grundwasser bestand in keinem Fall Gefahr. In allen Fällen wurde das kontaminierte Erdreich abgegraben und entsorgt, die entstandenen Gruben wurden mit sauberem Erdreich aufgefüllt. In Bulgarien und Mazedonien gab es keine Zwischenfälle.

GRI-Indikator: Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen (G4-EN24)

Ein Großteil der Abwässer der EVN wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. Aus den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

GRI-Indikator: Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer (G4-EN26)

Produkte und Dienstleistungen und ihr Transport

Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen setzt die EVN zahlreiche Maßnahmen, unter anderem in Form von Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten, durch den Einsatz modernster Filtertechnologie in bestehenden Kraftwerken zur Vermeidung von Emissionen sowie durch laufende innerbetriebliche als auch kunden-

Entwicklung der Abfallmengen1) (EN23, EN25) 2014/15 2013/142) 2012/13
Gefährliche Abfälle t 11.246 10.703 9.266
Nicht gefährliche Abfälle t 166.592 180.512 137.663
Export gefährlicher Abfälle3)
Gefährliche Abfälle t 0 0 0

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

2) Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 inkl. WTE und Kraftwerk Duisburg-Walsum (anteilig)

3) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich

seitige Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energie an der Gesamt-Stromerzeugung auf 50 % gesteigert werden.

GRI-Indikator: Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen (G4-EN27)

Da die von der EVN gelieferte Energie über Leitungen transportiert wird, sind lediglich die ökologischen Auswirkungen von deren Errichtung relevant. Diese werden in Natur- und Umweltverträglichkeitsprüfungen erhoben und sind jeweils aus den öffentlich aufliegenden Unterlagen ersichtlich. Die ökologischen Auswirkungen des Transports von Mitarbeitern sind in den Indikatoren EN15 (Treibstoffe) sowie EN17 (Flüge) enthalten. Daten zu Emissionen, die bei Vorlieferanten durch den Transport entstehen, werden nicht erhoben.

GRI-Indikator: Erhebliche ökologische Auswirkungen durch den Transport (G4-EN30)

Umweltschutzausgaben und -investitionen

Die Umweltkostenrechnung der EVN umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des Konzerns in Österreich, deren umweltbezogene Gesamtausgaben in der Berichtsperiode voraussichtlich über 10.000 Euro liegen werden. Grundlage der Erhebungen ist die Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurde die Umweltkostenrechnung im Zuge der Einführung einer neuen Kostenrechnungsstruktur neu aufgesetzt. Deshalb ist die Vergleichbarkeit mit vergangenen Perioden eingeschränkt, sodass von ihrer Darstellung abgesehen wurde.

Im Geschäftsjahr 2014/15 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 88,8 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten, z. B. solche für Altlastensanierung, und Schadensvermeidungskosten, etwa Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung, teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größter Posten zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkauf, Dampf aus Abfallverbrennung) beliefen sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf 23,5 Mio. Euro.

GRI-Indikator: Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen (G4-EN31)

Umweltkosten nach Kostenkategorien und Umweltmedien (EN31)

Stakeholder

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die zentrale Bedeutung der Mitarbeiter für die EVN und ihre Stakeholder drückt sich nicht zuletzt im hohen Stellenwert des strategischen Handlungsfelds "Verantwortungsvoller Arbeitgeber" in der EVN Wesentlichkeitsmatrix aus.

Im Geschäftsjahr 2014/15 waren durchschnittlich 6.973 Mitarbeiter bei der EVN beschäftigt. Im Zuge der internationalen Expansion in den letzten zehn Jahren – im Berichtsjahr war die EVN in insgesamt 13 Ländern tätig – entstand innerhalb des Konzerns eine große kulturelle Vielfalt. Um dabei die Identität und das Markenversprechen der EVN gegenüber ihren Stakeholdern in allen Ländern nach den gleichen hohen Standards einzuhalten wie in Niederösterreich, wurden die EVN Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable

im gesamten Konzern etabliert. Sie sind zentraler Bestandteil aller wichtigen Instrumente, die die Unternehmenskultur bestimmen, so z. B. des Führungsleitbilds sowie des Feedback- und Orientierungsgesprächs (FOG). Damit tragen sie dazu bei, dass die Marke EVN von ihren Mitarbeitern mit Leben erfüllt wird.

Nähere Informationen zu den EVN Leitwerten auf Seite 34.

Grundsätze des Personalwesens

Die EVN fühlt sich der ausgewogenen Wahrung der unterschiedlichen Interessen ihrer Stakeholder verpflichtet und legt deshalb großen Wert darauf, auch den vielfältigen Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter zu entsprechen. Dabei kommt sie nicht nur ihren gesetzlich definierten Pflichten als Arbeitgeber nach, sondern erbringt darüber hinaus eine Reihe freiwilliger Leistungen. Mit diesem kontinuierlichen Engagement bietet die EVN ihren Mitarbeitern ein positives Arbeitsumfeld, in dem sie sich entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können. Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeitern sind in Form von konzernweit gültigen Grundsätzen definiert.

Gleichbehandlung und Chancengleichheit

Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der Vielzahl an Ländern, in denen die Gruppe aktiv ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO). Zudem ist die EVN im September 2005 dem UN Global Compact beigetreten und bekennt sich damit explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Anforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Quali-

Mitarbeiterkennzahlen (G4-10, LA1) 2014/15 2013/14 2012/13
Mitarbeiterstand1) Anzahl 6.973 7.314 7.445
davon Frauen % 21,9 21,4 21,9
Lehrlinge 2) Anzahl 55 52 46
Mitarbeiterfluktuation3) % 2,2 2,8 3,2
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 16,8 16,0 16,1
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 44,2 43,8 43,5
Umsatz/Mitarbeiter 4) EUR 306.298 270.007 282.858
Krankheitstage/Mitarbeiter Anzahl 10 10 10
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz 4) % 14,7 15,9 14,5

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich und Deutschland aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen

4) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

fikation sind in Bezug auf Einstellung, Fortbildung, Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln. Darüber hinaus hat die EVN im Mai 2011 die "Charta zur neuen Vereinbarkeit Eltern/Wirtschaft" unterzeichnet und gleichfalls im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" eingeführt.

Betriebliche Sozialpartnerschaft

Wesentliche unternehmerische Entscheidungen trifft die EVN transparent im Einklang mit ihrem Führungsleitbild und auf Basis der diesbezüglichen rechtlichen Bestimmungen. Selbstverständlich werden dabei auch die Arbeitnehmervertreter informiert bzw. mit eingebunden. Im Fall von Produktionsrückgängen, die zu einem Rückgang des Personalbedarfs führen, kommt es grundsätzlich zur Abstimmung mit den Betriebsräten und den betroffenen Mitarbeitern.

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten einen zentralen Stellenwert ein. Das hohe Sicherheitsniveau wird vor allem durch Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet. Neben den gesetzlichen Vorschriften hat die EVN hier ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien entwickelt. Sein Kernstück ist das speziell für die Arbeitsbedingungen der Energiewirtschaft zugeschnittene "Handbuch Sicherheit", das jedem Mitarbeiter im Intranet zur Verfügung steht.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft

Die Mitarbeiterzeitung "EVN Intern" informiert die Belegschaft regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Konzern. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, der Energieversorgung und der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare und sonstige Ausbildungsveranstaltungen. In einem persönlichen Bereich kann jeder Mitarbeiter z. B. in die eigenen Gleitzeitdaten oder den offenen Urlaubsanspruch Einblick nehmen. Um die interne Nachbesetzung zu begünstigen, erfolgt die Ausschreibung vakanter Stellen auch über das Intranet. Diese und weitere Maßnahmen fördern den konzernweiten Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeitern.

Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen

Zahlreiche Mitarbeiter der EVN leisten neben ihrer Tätigkeit für das

Unternehmen auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge. So ist eine große Zahl von ihnen in der Freizeit in Organisationen wie dem Roten Kreuz oder einer Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Die EVN als Arbeitgeber unterstützt dieses Engagement unter anderem dadurch, dass sie diese Mitarbeiter im Einsatzfall für bis zu 50 % der aufgewendeten Zeit von der Arbeit freistellt. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurde den EVN Mitarbeitern zudem die Möglichkeit geboten, sich für Flüchtlinge oder asylberechtigte Personen zu engagieren und dafür eine Dienstfreistellung von bis zu acht Stunden zu erhalten. Im Rahmen flexibler Arbeitszeitmodelle ist die EVN zudem bemüht, für die zu ehrenamtlichen Tätigkeiten erforderliche Freizeit Einarbeitungsmöglichkeiten zu bieten.

Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens

Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Geschäftsjahr 2014/15 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:

  • EVN Group Days 2015: Team-Building-Event für Führungkräfte
  • Aufarbeitung der Vollbefragung zur psychischen Beanspruchung am Arbeitsplatz in Österreich
  • Wandertag des Kultur- und Sportvereins im Rahmen der niederösterreichischen Landesausstellung
  • Weiterentwicklung des Feedback- und Orientierungsgesprächs (FOG) in Richtung verstärkter Ergebnisorientierung
  • Internal Branding in Mazedonien
  • Entwicklung von Gesundheitsprogrammen für Bulgarien und Mazedonien
  • Ferienbetreuung "Ferien@EVN"
  • Eltern-Kind-Büro
  • EVN Summer University (SUN) in Kooperation mit der Donauuniversität Krems
  • Diverse Trainee-Programme
  • Lehrlingsförderung der EVN
  • Konzernweiter Know-how-Transfer und Dialog
  • Führungskräftebegleitprogramm

M_Mayerhuber @EVNMitarbeiterin

Mein Name ist Monika Mayerhuber. Ich bin seit 1999 Mitarbeiterin der EVN. Nach rund 16 Jahren in der Kundenverrechnung für unsere Großkunden bin ich seit November 2015 im Bereich Elektromobilität tätig. Ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen in diesem Bereich.

M_Mayerhuber @EVNMitarbeiterin

Wenn sich Bedarfsbilder und Anforderungen der Kunden ändern, welche Auswirkungen hat das auf unser Arbeitsumfeld und unsere Tätigkeit?

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# 2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

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# Wir_haben_Antworten

Der Kunde wird in Zukunft noch stärker im Fokus stehen. Um seinen Bedürfnissen punktgenau zu entsprechen, werden wir immer mehr und immer neue Dienstleistungen anbieten. Dafür sind Flexibilität, der gewandte Umgang mit neuen Technologien und lebenslanges Lernen notwendig. Ebenso werden sich neue Formen der Zusammenarbeit, neue Arbeitsmodelle und neue Raumkonzepte etablieren. Projektgruppen, Open Spaces und sich selbst organisierende Einheiten sind hier wesentliche Trends.

Mitarbeiterzufriedenheit

Die Förderung der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsumfeld und den jeweiligen Arbeitsbedingungen ist ein zentrales Anliegen für die EVN. In regelmäßigen Befragungen werden diesbezügliche Indikatoren sowie Anregungen zur Verbesserung erhoben. Zuletzt wurde im September 2014 unter den Mitarbeitern der EVN Macedonia eine Befragung durchgeführt. Ihre Ergebnisse dienten im Geschäftsjahr 2014/15 als Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung konkreter Arbeitspakete. Als Antwort auf zentrale Anliegen der Mitarbeiter umfassten sie unter anderem weitere Verbesserungsmaßnahmen in Sachen Arbeitsplatzsicherheit und Kommunikation. Ein von September 2014 bis Juni 2015 laufendes Projekt zum Thema Internal Branding zielte zudem darauf ab, die Leitwerte der EVN – ensure, encourage, enable – weiter zu beleben und in die tägliche Arbeit zu integrieren. Ebenso wurden die Verbesserung der internen Kommunikation (und damit der Unternehmenskultur) sowie die Stärkung von Verantwortungsbewusstsein, Loyalität und Teamarbeit den Mitarbeitern in zahlreichen Schulungen und Workshops nähergebracht.

Die Mitarbeiterfluktuation der EVN lag in der Berichtsperiode bei 2,2 %. In diesem Wert nicht berücksichtigt sind Konzernübertritte, Pensionierungen sowie einvernehmliche Austritte auf Basis von (länderspezifischen) Sozialplänen.

GRI-Indikator: Mitarbeitergesamtzahl und Fluktuation (G4-LA1)

Fluktuation im Geschäftsjahr 2014/15 an den Hauptgeschäftsstandorten der EVN (LA1) in %

Gesamt EVN Konzern 2,2
Bulgarien 2,6
Mazedonien 1,9
Österreich 1,8
Sonstige 4,4

Diversität der Belegschaft

Nationalität

Im Einklang mit dem international ausgerichteten Geschäftsmodell der EVN setzen sich auch ihre Mitarbeiter aus verschiedenen Nationalitäten zusammen. Insgesamt sind Mitarbeiter aus mehr als 20 Ländern bei der EVN beschäftigt. Die am stärksten vertretenen Nationen sind Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Frauen und Männer

Zum Stichtag 30. September 2015 waren bei der EVN in Summe 1.556 Frauen (21,9 %) und 5.565 Männer (78,1 %) beschäftigt. Dabei konnte in der Berichtsperiode 90 Frauen und 126 Männern ein neuer Arbeitsplatz in der EVN angeboten werden. Zur Erhöhung des Frauenanteils im Konzern – mittelfristig strebt die EVN hier eine Quote an, die das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt – wurde wie bereits erwähnt im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" entwickelt. Es verbessert seither die Chancen und Perspektiven aller in Österreich bei der EVN tätigen Frauen. Ergänzt wird dieses Programm seit Juni 2014 durch ein internes Frauennetzwerk. Im Geschäftsjahr 2014/15 hat die EVN im Rahmen diverser Workshops an Maßnahmen zur Optimierung der Rahmenbedingungen gearbeitet, die es Frauen erleichtern sollen, ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechende qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen.

Bei der EVN bestehen zwischen Frauen und Männern bei vergleichbarer Betriebszugehörigkeit, Funktion und Qualifikation keine Lohnoder Gehaltsunterschiede. Laut Gleichbehandlungsgesetz sind die österreichischen Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitern dazu verpflichtet, im Abstand von jeweils zwei Jahren einen Bericht zur Entgeltanalyse (§ 11a Gleichbehandlungsgesetz) zu erstellen. Entsprechende Berichte der dazu verpflichteten Gesellschaften wurden verfasst und der zuständigen Belegschaftsvertretung übermittelt.

Beschäftigungsform

Alle Mitarbeiter der EVN AG und der Netz Niederösterreich GmbH sind Angestellte. Bei anderen österreichischen Konzerngesellschaften kommen Arbeiter und Angestellte gleichermaßen zum Einsatz. In Mazedonien und Bulgarien gibt es keine Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern. Die Anzahl der bei der EVN in Ausbildung stehenden Lehrlinge betrug in der Berichtsperiode durchschnittlich 55. Zudem waren in der EVN zum Bilanzstichtag 30. September 2015 208 Leasingmitarbeiter beschäftigt. Der Einsatz von Personalleasing im EVN Konzern erfolgt aus dreierlei Gründen: Erstens als Vorstufe zu einem traditionellen Arbeitsverhältnis (Integrationsleasing), zweitens für zeitlich befristete Projekte und drittens zur Abdeckung von Arbeitsspitzen.

Diversität der Mitarbeiter 2014/15
(G4-10)
Österreich Bulgarien Mazedonien Andere
Länder
Gesamt
Mitarbeiterstand 2.378 2.274 1.977 344 6.973
davon Frauen % 19,3 24,9 19,9 31,0 21,9
davon Männer % 80,7 75,1 80,1 69,0 78,1
Beschäftigungsart1)
Arbeiter % 7,0 k. A. k. A. 25,8 3,8
Angestellte % 93,0 k. A. k. A. 74,2 96,2
Vertragstyp
Teilzeit gesamt % 10,6 0,5 0,1 10,2 4,5
Teilzeit Frauen % 8,4 0,2 0,0 8,6 3,5
Menschen mit besonderen Bedürfnissen % 2,0 1,4 1,0 2,2 1,6

1) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden.

Bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31– 40 Jahre 41– 50 Jahre 51– 60 Jahre Über 60 Jahre

GRI-Indikatoren: Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region (G4-10); Diversität der Mitarbeiter und leitenden Organe (G4-LA12); Lohnunterschiede nach Geschlecht (G4-LA13)

Ältere Arbeitnehmer

Das Durchschnittsalter der EVN Mitarbeiter beträgt 44,2 Jahre. Aufgrund der zu erwartenden Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ist davon auszugehen, dass sich dieser Wert in den kommenden Jahren erhöhen wird. Zusätzlich zu spezifischen Personalentwicklungsmaßnahmen wurden Altersteilzeitmodelle eingeführt. Diese wurden im Geschäftsjahr 2014/15 von 90 Mitarbeitern von EVN AG, Netz Niederösterreich GmbH, EVN Wasser, Kabelplus, EVN Abfallverwertung und EVN Business Service in Anspruch genommen.

Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter 2014/15

Bis 3 Jahre 4–10 Jahre 11–20 Jahre 21–30 Jahre 31– 40 Jahre Über 40 Jahre

Bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31–40 Jahre 41–50 Jahre 51–60 Jahre Über 61 Jahre

Vom derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalter ausgehend, werden in den nächsten fünf Jahren rund 8,5 % und in den nächsten zehn Jahren rund 21,7 % der Mitarbeiter pensionsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Dem künftigen Bedarf an Fachund Führungskräften, der sich daraus ergibt, begegnet die EVN mit gezielten Ausbildungsprogrammen und Maßnahmen zum Wissenstransfer zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern.

In ihrem unternehmenseigenen Gesundheitsprogramm geht die EVN auf die unterschiedlichen Anforderungen der diversen Altersgruppen ein und nimmt dabei speziell auf die Bedürfnisse der älteren Mitarbeiter Bedacht.

GRI-Indikator: Pensionierungen in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren (EU15)

Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Die EVN legt nicht zuletzt aufgrund ihrer sozialpolitischen Verantwortung als bedeutender Arbeitgeber großen Wert auf die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in das Unternehmen. Um diesen Mitarbeitern eine gleichberechtigte Einbindung in das Arbeitsgeschehen zu ermöglichen und ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern, wird vor allem auf eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (z. B. das Einsetzen von Dolmetschern für Gebärdensprache) geachtet. Zudem werden bei Bedarf flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort angeboten. 21 der insgesamt 26 EVN Kundenzentren in Niederösterreich sind bereits barrierefrei zugänglich.

Im Geschäftsjahr 2014/15 beschäftigte die EVN in Summe 111 Menschen mit besonderen Bedürfnissen, das entspricht 1,6 % der Gesamtbelegschaft. Zudem vergaben die Netz Niederösterreich GmbH und die EVN Wärme GmbH im Geschäftsjahr 2014/15 Aufträge in einem Gesamtvolumen von rund 596.000 Euro an geschützte Werkstätten und leisteten auch auf diesem Weg einen Beitrag zur Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Jugendliche

Die Ausbildung von Lehrlingen hat für die EVN in Österreich und Deutschland einen traditionell hohen Stellenwert. Damit übernimmt sie nicht nur Verantwortung in der Gesellschaft, sondern sorgt auch dafür, dass sie den Bedarf an qualifizierten Fachkräften möglichst weitgehend innerbetrieblich abdecken kann. Um interessierten Jugendlichen – vor allem auch Mädchen – Einblick in den Berufsalltag eines Elektrotechnikers bei einem Energieversorgungsunternehmen zu geben, war die EVN im Oktober 2014 bei der Messe für Schule und Beruf in Wieselburg sowie der "Jobmania" in Wiener Neustadt vertreten. Im Geschäftsjahr 2014/15 beschäftigte die EVN wie bereits erwähnt durchschnittlich 55 Auszubildende, darunter 14 Lehrlinge, die am 1. September 2015 ihre Ausbildung zum Elektrotechniker starteten. Neben der dualen Ausbildungsschiene aus Berufsschule und Einsatz im Unternehmen werden auch begleitende Kurse und Seminare angeboten, um das Ausbildungsspektrum abzurunden. Zur Förderung fachübergreifender Kompetenz unterstützt die EVN auch Doppel- und Mehrfachqualifizierungen wie etwa Lehrausbildungen als Gas- und als Wärmetechniker.

Der Großteil der Lehrlinge wird nach dem Lehrabschluss von der EVN als Mitarbeiter übernommen, was die hohe Qualität der Ausbildung im Unternehmen einmal mehr bestätigt. Alle sieben Lehrlinge, die ihre Ausbildung 2010 bei der Netz Niederösterreich GmbH begonnen hatten, schlossen ihre Lehre im Berichtszeitraum erfolgreich ab und waren per 30. September 2015 auch noch bei der EVN beschäftigt. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrung sicher. Darüber hinaus bietet die EVN jährlich mehr als 300 Schülern und Studenten die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen im Rahmen von Praktika anzuwenden und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Damit verfolgt die EVN das Ziel, jungen Menschen schon früh Perspektiven zu vermitteln und Begeisterung für Berufe im Energie- und Umweltsektor zu wecken. Für ihr diesbezügliches Engagement wurde die EVN 2014 mit dem 1. Platz (2011: 1. Platz, 2012: 2. Platz, 2013: 2. Platz) beim Wettbewerb "Place to Perform" ausgezeichnet, der jährlich die besten Praktikumsangebote österreichischer Unternehmen bewertet.

Auch in Bulgarien widmet sich die EVN mit großem Engagement der Einbindung von Studenten und jungen Fachkräften. Im April 2012 begründeten die EVN Bulgaria und die Technische Universität in Sofia eine Kooperation, in deren Rahmen die praktischen Fähigkeiten der Studenten und der Erfahrungsaustausch auf Gebieten wie Informationstechnologie und Elektrotechnik gefördert werden. Seither nutzten mehr als 400 Studenten diese Möglichkeit, die EVN kennenzulernen. Zudem bot die EVN Bulgaria in der Berichtsperiode wieder das Praktikumsprogramm "Jugend mit Zukunft" an, das es begabten Jugendlichen ermöglichte, je nach persönlichen Interessen und Vorlieben im Rahmen von Praktika in einer der Zentralabteilungen des Standorts Plovdiv Erfahrungen zu sammeln.

Betriebliche Sozialpartnerschaften der EVN

"Überzeugung vor Zwang" – so lautet das Motto der betrieblichen Sozialpartnerschaft der EVN. Die Arbeitnehmervertreter werden deshalb laufend über wesentliche unternehmerische Entscheidungen informiert bzw. in die transparenten Entscheidungsprozesse eingebunden, die im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN sowie auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen stattfinden. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen und Anpassungen im Personalbereich. Neben der EVN AG sind auch in allen anderen größeren Unternehmen der EVN Gruppe eigene Belegschaftsvertretungen eingerichtet.

Die Wahrung der Mitarbeiterinteressen wird durch die EVN Mitarbeitervertretungen in Form von Betriebsräten oder Gewerkschaften gewährleistet. Mehr als 90 % aller Mitarbeiter der EVN (insbesondere in Österreich, Bulgarien und Mazedonien) werden durch diese Einrichtungen vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. So sind die jeweiligen Mitarbeitervertretungen sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien regelmäßig maßgeblich in die Kollektivvertragsverhandlungen eingebunden. Zudem werden Mitarbeiterthemen in Arbeits- und Sicherheitsausschüssen behandelt, die sich unter anderem aus Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern zusammensetzen. Die Stimmen der Betriebsratsvertreter finden sowohl im Aufsichtsrat als auch im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung Gehör. Seit dem Jahr 2008, in dem zum ersten Mal Jugendvertrauensräte gewählt wurden, haben auch die Lehrlinge ein Mitspracherecht im Betriebsrat. Die letzte Wahl der Jugendvertrauensräte fand im Juni 2014 statt. Zur weiteren Integration der südosteuropäischen Tochterunternehmen und zur Verbesserung der länderübergreifenden Kommunikation wurde im September 2007 erstmals ein europäischer Betriebsrat einberufen. Diesem Gremium, das als Kommunikations- und Austauschplattform dient, gehören Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien an. Die letzte Konferenz fand von 9. bis 11. September 2013 in Burgas, Bulgarien, statt; die letzte Präsidiumssitzung wurde am 22. und 23. Juni 2015 in Maria Enzersdorf abgehalten.

GRI-Indikatoren: Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen (G4-LA4); Anteil der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird (G4-LA5); Anteil der Mitarbeiter mit Kollektivverträgen (G4-11); Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum lokalen Mindestlohn an Hauptgeschäftsstandorten (G4-EC5)

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands der EVN, deren Höhe sich an branchenüblichen Bezügen orientiert, werden im Anhang in Erläuterung 68. ab Seite 210f offengelegt. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrug das Verhältnis zwischen dem höchsten Gehalt und dem Durchschnittsgehalt bei der EVN in Österreich rund 6,5:1. Das Gehaltsschema von mehr als 90 % der Mitarbeiter der EVN orientiert sich wie erwähnt an den Kollektivverträgen, die für die jeweiligen Hauptgeschäftsstandorte gelten. In diesen auch öffentlich einsehbaren Kollektivverträgen werden sowohl Gehaltsstufen als auch zeitabhängige Gehaltsteigerungen festgelegt. In Österreich wurde im Geschäftsjahr 2014/15 im Rahmen der jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen eine Anpassung der Gehälter um 1,9 % bis 2,1 % durchgeführt.

GRI-Indikatoren: Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der Jahresvergütung aller Beschäftigten (G4-54); Verhältnis der prozentualen Steigerung der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der prozentualen Steigerung der Jahresvergütung aller Beschäftigten (G4-55)

Mitarbeiterbefragung 2014 – Entwicklung vielfältiger Maßnahmen

Im August 2015 schloss die EVN die im März 2014 mit einer umfangreichen Mitarbeiterbefragung gestartete Evaluierung der psychischen Belastung ihrer Mitarbeiter ab. Diese Befragung erreichte mit über 70 % eine überdurchschnittlich hohe Rücklaufquote. Neben der Erfassung der objektiven Belastungssituation am Arbeitsplatz zielten die Fragen auch auf die Identifikation der subjektiven Verbesserungsprioritäten der Mitarbeiter ab. Die Ergebnisse der Erhebung lagen im repräsentativen Gesamtnormgruppenvergleich im guten Durchschnitt.

Nach Auswertung der schriftlichen Befragung konnten die EVN Mitarbeiter in 29 Workshops, die von externen Arbeitspsychologen moderiert wurden, Verbesserungsvorschläge zur Verringerung von festgestellten Belastungen erarbeiten. Die vorgeschlagenen Maßnahmen betrafen vor allem die Themenbereiche "Zusammenarbeit und Führung", "Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen", "Information und Kommunikation" sowie "Arbeitsprozesse und -abläufe". Der Großteil der erarbeiteten Maßnahmen konnte direkt in den betroffenen Organisationseinheiten, etwa durch organisatorische Neuerungen, umgesetzt werden. Darüber hinaus wurden Lösungen für abteilungsübergreifende Themen wie z. B. Arbeitsumfeld oder Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten entwickelt; auch diese wurden teilweise bereits umgesetzt. Die Verwirklichung aller Maßnahmen wird die EVN als laufender Prozess noch über einen längeren Zeitraum begleiten.

Arbeiten und leben bei der EVN

Work Family Balance

Die EVN unterstützt ihre Mitarbeiter aktiv in der möglichst guten Harmonisierung ihres Berufs- und Familienlebens. Dies gilt nicht zuletzt auch für jene Mitarbeiter, die vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme der ihnen gesetzlich zustehenden Karenzansprüche stehen. Zudem wird durch die Aufrechterhaltung des Kontakts während der Karenzzeit der berufliche Wiedereinstieg erleichtert, etwa durch spezifische Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter in Karenz oder das umfassende Aus- und Weiterbildungsprogramm der EVN, das auch karenzierten Mitarbeitern offensteht. Zudem können sich Eltern für ein Teilzeitmodell entscheiden und dadurch ihre Arbeitszeit individuell anpassen. Diese flexiblen Regelungen bieten für beide Seiten Vorteile: Die EVN kann das Wissen ihrer qualifizierten Mitarbeiter über die Phase intensiver Kinderbetreuung hinweg nutzen und stellt damit auch die Rentabilität der Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung sicher. Aufseiten der Eltern erleichtern die enge Bindung und der laufende Kontakt zum Unternehmen den Wiedereinstieg und sorgen dafür, dass das berufliche Know-how auf dem aktuellen Stand gehalten wird.

Die EVN bietet über die gesetzliche Karenzierung hinaus die Möglichkeit einer Freistellung bis zum 36. Lebensmonat eines Kindes. Auch Männer nutzen die angebotenen Modelle in zunehmendem Maß – im abgelaufenen Geschäftsjahr waren 18 Männer und 24 Frauen in Elternkarenz. Aufgrund der individuellen Lösungsmöglichkeiten kehren bei EVN AG, Netz Niederösterreich, EVN Wasser, EVN Geoinfo und EVN Business Service beinahe alle Mütter und Väter nach ihrer Karenz wieder ins Unternehmen zurück. In der Berichtsperiode sind keine Mitarbeiter nach einer Karenz aus der EVN ausgeschieden (Vorjahr: 2 Austritte). Ein weiteres Angebot, das den beruflichen Wiedereinstieg erleichtert, ist das so genannte "Eltern-Kind-Büro". Es erlaubt den Mitarbeitern, ihr Kind an Tagen, an denen Betreuungsengpässe bestehen, zur Arbeit mitzunehmen. Die kindgerechte Ausstattung im Umfeld der beiden vollwertigen Arbeitsplätze des "Eltern-Kind-Büros" ermöglicht es Eltern, in einer auch für ihr Kind angenehmen Atmosphäre zu arbeiten.

Für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren hat die EVN im Sommer 2015 nun bereits zum fünften Mal das beliebte vierwöchige Kinderferienprogramm "Ferien@EVN" in den Räumlichkeiten der EVN Direktion, auf der angrenzenden Grünfläche sowie in St. P ölten angeboten. An dem bunten Programm aus Spiel- und Bastelaktionen, Ausflügen und Kunst-Workshops, das gemeinsam mit der Initiative Family Business veranstaltet wird, nahmen insgesamt mehr als 60 Kinder von EVN Mitarbeitern teil.

GRI-Indikator: Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und Verbleibsrate nach der Elternzeit (G4-LA3)

EVN Kultur- und Sportverein

Der EVN Kultur- und Sportverein (KSV) ist eine Mitarbeiterinitiative mit jahrzehntelanger Tradition. Das Angebot reicht von Fußball, Yoga, Mountainbiken und Laufen über Sport- und Stockschießen, Sportklettern, Winter- und Wassersport, Tauchen, Segeln und Surfen bis zu Fischen oder Tennis. Auch Pilates, Schach, Golf, Bodywork, Kraftkammer- und Ganzkörpertraining, Flugsport, Tischtennis, Wandern, Foto und Film oder Kultur und Touristik werden im Rahmen des KSV angeboten. Die EVN unterstützt diese Aktivitäten vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsförderung. Gleichzeitig fördert die Teilnahme an Angeboten des KSV die Mitarbeiterkommunikation und damit die Gemeinschaftsbildung innerhalb des Unternehmens.

Der KSV der EVN zählte in der Berichtsperiode mehr als 1.800 aktive Mitglieder und setzt sich aus 16 einzelnen Vereinen zusammen, die in Krems, Horn, Waidhofen an der Thaya, Deutsch-Wagram, Hollabrunn, Mistelbach, St. Pölten, Waidhofen an der Ybbs, Wiener Neustadt, Korneuburg, Theiß, Dürnrohr und Maria Enzersdorf beheimatet sind. Alle Vereine haben eine starke Bindung an die jeweilige Region und agieren weitgehend selbstständig.

EVN Pensionskasse

Die EVN bietet den anspruchsberechtigten Mitarbeitern mit einer unternehmenseigenen Pensionskasse eine Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsvorsorge (ASVG-Pension) und somit die Möglichkeit, in Eigeninitiative – und unterstützt vom Unternehmen – ein zusätzliches privates Standbein für die Altersversorgung aufzubauen. Damit trägt die EVN zur Sicherung des späteren Lebensunterhalts ihrer Belegschaft bei. Die Pensionskasse bietet ein beitragsorientiertes Pensionssystem, bei dem sich die Höhe der künftigen Pension aus der Verrentung der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteile bis zum Pensionsantritt errechnet. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersversorgung ihre Verantwortung als Arbeitgeber wahr und hat für jeden (sowohl Voll- als auch Teilzeit-) Beschäftigten eine freiwillige Rentenversicherung abgeschlossen.

GRI-Indikator: Deckung der Verpflichtungen der Organisation aus dem leistungsorientierten Pensionsplan (G4-EC3)

Krankenzusatzversicherung

Als weitere freiwillige Sozialleistung bietet die EVN ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum begünstigten Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Ein entsprechender Rahmenvertrag mit einem österreichischen Versicherungsunternehmen soll für alle teilnehmenden Mitarbeiter eine optimale ärztliche Betreuung sicherstellen.

Leistungen wie die Krankenzusatzversicherung und die EVN Pensionskasse stehen allen Mitarbeitern der jeweils beitragsleistenden Unternehmen der EVN Gruppe unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und Ausmaß der Beschäftigung gleichberechtigt zur Verfügung.

Ausbildungsstruktur der EVN 2014/15

GRI-Indikator: Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden (G4-LA2)

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden insgesamt 12,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,8 Mio. Euro) für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet, das entspricht einem Anteil von 3,9 % (Vorjahr: 5,1 %) des Personalaufwands.

Personalentwicklung

Die unternehmerische Leistung der EVN beruht auf ihren erstklassig qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Nicht nur mit ihrem Wissen, auch mit ihrem Engagement und ihrer ständigen Lernb ereitschaft tragen sie wesentlich zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bei. Vor diesem Hintergrund bildet die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Belegschaft auch den Schwerpunkt des Personalmanagements der EVN. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde neben Österreich auch in Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. In ihrem Rahmen wurden in jedem Konzernbereich EVN Mitarbeiter als Bildungsbeauftragte nominiert. Ihre Aufgaben liegen darin, Entwicklungsbedürfnisse einzelner Personen zu erheben, diese an die Teams der EVN Akademie weiterzuleiten und die Qualifizierungsmaßnahmen zu koordinieren.

  • Weitere Angaben zu Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung finden sich unter www.evn.at/ Personalentwicklung/Aus-und-Weiterbildung.
  • GRI-Indikator: Programme für Kompetenzmanagement und lebenslanges Lernen (G4-LA10)

Laufende Aus- und Weiterbildung

Bei einem Gesamtaufwand von 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro) hat die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 pro Mitarbeiter 275,7 Euro (Vorjahr: 310,4 Euro) in Weiterbildungsmaßnahmen investiert. Im Schnitt absolvierte jeder Mitarbeiter in der Berichtsperiode 30,7 Stunden (Vorjahr: 34,9 Stunden) an Weiterbildungsveranstaltungen. Die Schwerpunkte der Aus- und Weiterbildung lagen in Niederösterreich neben Fachseminaren und Sprachtrainings in der Stärkung der sozialen Kompetenzen. Insbesondere wurden im Geschäftsjahr 2014/15 CSR-Inhalte in bestehende Schulungen integriert und seither bereits rund 320 Mitarbeiter zu CSR-Aspekten geschult.

In Bulgarien lag der Schulungsschwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr bei technischen und IT-Schulungen sowie auf Persönlichkeitsentwicklung. Zusätzlich wurde ein Kompetenzmodell eingeführt, das alle wesentlichen Kompetenzen, die ein Mitarbeiter ausweisen sollte, mit einschließt. Das neue Modell und seine Anwendung wurden in eigenen Workshops im Jänner 2015 rund 150 Führungskräften vorgestellt. Weiter forciert wurde zudem das im November 2012 von der EVN Bulgaria initiierte Angebot an E-Learning-Programmen, an denen bisher 2.239 Mitarbeiter teilgenommen haben. In der Berichtsperiode haben hier unter anderem rund 1.900 Personen einen Kurs zum Thema "Schutz der personenbezogenen Daten" absolviert. In Mazedonien lag der Fokus der Weiterbildungsmaßnahmen auf IT-Themen, Persönlichkeitsentwicklung und Sprachkursen.

  • Für Details zur Entwicklung des Aus- und Weiterbildungsaufwands siehe Lagebericht, Seite 118
  • GRI-Indikator: Aus- und Weiterbildung (G4-LA9)

Abdeckung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften

Um den künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften zuverlässig decken zu können, setzt die EVN umfangreiche Aktivitäten in der Lehrlingsausbildung (siehe Seite 84), dem Talente-Management und der Führungskräfteentwicklung:

Talente-Management: Durch die Qualifizierung und Förderung ihrer Mitarbeiter fördert die EVN gezielt die Besetzung von Führungspositionen aus den eigenen Reihen. Ein Programm, das die EVN zu diesem Zweck implementierte, ist die EVN Summer University "EVN SUN". Bei der diesjährigen Summer University, die von 20. bis 25. September 2015 in Kooperation mit der Donauuniversität Krems stattfand, führten internationale Vortragende in die Themen "Innovation und Change Management", "Cross-Cultural Management" und "Best Practice of Marketing" ein und vertieften die Theorie durch zahlreiche praktische Fallstudien. Darüber hinaus konnten verschiedene für diesen Kontext interessante Fragestellungen mit dem EVN Management diskutiert werden. An diesem Programm nahmen sechs Mitarbeiterinnen und 15 Mitarbeiter aus Österreich, Mazedonien, Bulgarien und Deutschland teil.

Führungskräfteentwicklung:Die Führungskräfteentwicklung bildet einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung der EVN Akademie in Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Ausgewählte Mitarbeiter sollen darauf vorbereitet werden, mittelfristig Führungs- und Expertenaufgaben zu übernehmen und damit interne Karrierechancen zu nutzen. Dafür steht den betreffenden Mitarbeitern ein individuelles und maßgeschneidertes Führungskräfte-Begleitprogramm zur Verfügung. Die EVN unterstützt zudem auch Weiterbildungen auf Hochschulniveau, so etwa MBA-Programme. Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 werden zudem Gruppentreffen für den Erfahrungsaustausch zwischen Team- und Abteilungsleitern angeboten, um herausfordernde Situationen gemeinsam zu reflektieren. Gleichzeitig wird mit den EVN Group Days der Austausch und das Team-Building zwischen den rund 160 Führungskräften des gesamten EVN Konzerns forciert. Der EVN Group Day 2015 fand unter dem Motto "fit bleiben" statt. Insbesondere ging es dabei um eine Auseinandersetzung mit persönlichen Ressourcen wie körperlicher und geistiger Fitness.

GRI-Indikator: Sicherstellung des Fachkräftebedarfs (EU14)

Die EVN präsentiert sich regelmäßig im Rahmen von Lehrlings- und Berufsinformationsmessen sowie durch Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen als attraktiver Arbeitgeber. Im Geschäftsjahr 2014/15 nahm sie etwa an der Karriere-Messe der Technischen Universität Wien, den Karrieremessen "Career Calling" in Wien und "We are Developers" in Perchtoldsdorf sowie zahlreichen einschlägigen Veranstaltungen in Bulgarien (u. a. Karrieremessen an den Technischen Universitäten in Sofia und Plovdiv sowie der an bulgarische Studenten im Ausland gerichteten Messe "Career in Bulgaria – Why not?") und Mazedonien teil (u. a. Jobmessen an den Universitäten in Skopje und Tetovo). Zudem ist die EVN auf Informationsplattformen wie Whatchado, kununu oder Facebook präsent.

Die Einbeziehung und Förderung von regionalen Mitarbeitern steigert das Verständnis für die Besonderheiten der lokalen Kultur und damit auch den wirtschaftlichen Nutzen. Deshalb stammen in allen Märkten der EVN nahezu sämtliche Mitarbeiter sowie ein Großteil der Führungskräfte (rund 95 %) aus der jeweiligen Region. Die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie. Deshalb unterstützt die EVN die Karriereplanung von lokalen Mitarbeitern in Bulgarien und Mazedonien durch spezifische Führungskräftetrainings und internationale Programme. Dazu zählt etwa die bereits erwähnte EVN Summer University, eine Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform für zukünftige Führungskräfte.

GRI-Indikator: Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer (G4-EC6)

Feedback- und Orientierungsgespräche

Einmal jährlich finden in allen größeren Konzernunternehmen der EVN so genannte "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) statt. Diese Instrumente ermöglichen neben der Beurteilung durch den Vorgesetzten ein strukturiertes Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Mehr als 90 % der Mitarbeiter sind vom Konzept der FOG erfasst und erhalten damit auch regelmäßig Rückmeldung zu ihrer Leistung und Entwicklungsplanung. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurde das FOG in Richtung einer Stärkung der Ziel- und Ergebniskultur im Unternehmen weiterentwickelt. Als Ergebnis bildet nun die Definition von konkreten Mitarbeiterzielen einen wichtigen Bestandteil des FOG. Zudem wurden die Möglichkeiten des Mitarbeiter-Feedback an den Gesprächsführenden ausgeweitet und stärker strukturiert.

GRI-Indikator: Mitarbeiter, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten (G4-LA11)

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Ihre Mitarbeiter in allen gesundheits- und sicherheitsrelevanten Bereichen bestmöglich aus- und weiterzubilden, ist der EVN ein großes Anliegen. Zu diesem Zweck hat sie einen sicherheitstechnischen Dienst eingerichtet, der die gesetzlichen Vorschriften um ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien erweiterte. In alle Belange der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsvorsorge sind zudem der Betriebsrat und die Gewerkschaft mit einbezogen. Das daneben zum Zweck der Gesundheitsvorsorge etablierte Programm "Gesundheit@EVN" hat sich folgende drei Ziele gesetzt: "Gesundheit sichern", "Zu gesunder Lebensweise ermutigen" und "Leistungsfähigkeit ermöglichen".

Arbeitsmedizinische Betreuung

Die EVN bietet ihren Mitarbeitern eine weit über das gesetzliche Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung. Zwei Arbeitsmedizinerinnen stehen für alle Fragen rund um die Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz zur Verfügung und betreuen die Mitarbeiter im Rahmen der Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Zu den zahlreichen hier angebotenen Maßnahmen zählen neben Gesundenuntersuchungen, Impfungen oder Seh- und Hörtests auch psychologische Beratung, Coachings, Tipps zur gesunden Ernährung sowie zielgruppenspezifische Angebote für Mitarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Zwar ist die EVN nicht in Ländern mit erhöhten Risiken für übertragbare Krankheiten aktiv, dennoch bestehen für Ernstfälle Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die jeweils für alle Konzerngesellschaften gelten. Die insbesondere auf Grippepandemien ausgelegten Anweisungen sollen das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz minimieren und dadurch die betrieblichen Aktivitäten sowie die Versorgung der Kunden mit den Dienstleistungen der EVN auch im Ernstfall sicherstellen. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden bei der EVN AG und der Netz Niederösterreich GmbH 847 Schutzimpfungen durchgeführt. 694 Mitarbeiter nutzten zudem die Möglichkeit einer Gesundenuntersuchung.

Der Schwerpunkt lag hier im Geschäftsjahr 2014/15 auf gesunder Ernährung. Denn eine gesunde und bewusste Ernährung steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern trägt auch zur Erhaltung der Gesundheit bei. In diesem Sinn legt die EVN bei ihrem Angebot an Kantinenmahlzeiten besonderen Wert auf eine ausgewogene und gesunde Mischung unter Verwendung qualitativ hochwertiger Lebensmittel aus der Region. Ebenso steht am Standort der EVN Direktion – hier sind besonders viele Mitarbeiter beschäftigt – frisches Obst zur freien Entnahme bereit, zusätzlich werden Smoothies sowie gesundes Müsli und Salate angeboten. Ein Vortrag zum Thema "Gesunde Ernährung" rundete den Schwerpunkt ab.

Intensiv wurde im Geschäftsjahr 2014/15 auch an der Entwicklung des Gesundheitsprogramms der EVN Bulgaria gearbeitet. Dessen erste Initiativen beinhalteten Fokusgruppen unter den Mitarbeitern, Informationskampagnen zu sportlichen Aktivitäten, die Errichtung von Fahrradparkplätzen, ein Pilotseminar zu gesunder Ernährung sowie eine eigene Intranetseite zu Gesundheitsthemen und Ausgleich in der Freizeit. Das Gesundheitsprogramm der EVN Macedonia befindet sich derzeit in Entwicklung.

Prävention von Arbeitsunfällen

Im EVN Konzern werden sämtliche Arbeitsunfälle zentral erfasst und ausgewertet. Dies ermöglicht es, Rückschlüsse auf das sicherheitstechnische Verhalten der Mitarbeiter und daraus entstehende Unfallrisiken zu ziehen. Entsprechend können Schwerpunkte bei Sicherheitsunterweisungen gesetzt werden.

Das bereits sehr umfangreiche Angebot der EVN an Schulungen zu den Themen "Gesundheitsvorsorge", "Arbeitssicherheit" und "Brandschutz" wurde im Berichtsjahr unvermindert beibehalten. Schulungsthemen im Bereich der Sicherheit waren dabei z. B. "Arbeiten unter Spannung" oder auch "Verwendung von Absturzsicherungssystemen". Zum ständigen Angebot zählen zudem Erst- und Auffrischungskurse für Erste Hilfe. In Österreich sind alle Mitarbeiter der EVN über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten.

GRI-Indikatoren: Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten (G4-LA7); Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden (G4-LA8)

Unfall- und Ausfallstatistik 2014/15 2013/14 2012/13
Anzahl der Arbeitsunfälle1) 83 97 121
Anzahl der Ausfalltage 2) 2.168 2.097 3.346
LTIF 3) 7,2 8,5 10,1

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

2) Ausfalltage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle).

3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden

Brandstatistik1) 2014/15 2013/14 2012/13
Anzahl 3 6 3
Schäden Tsd. EUR 21.5 46,0 15,5

1) Österreich

Mitarbeitergesundheit und sportliche Aktivitäten

Die körperliche Fitness und Gesundheit ihrer Mitarbeiter ist der EVN ein großes Anliegen. Daher motiviert sie ihre Mitarbeiter auch regelmäßig zu Ausdauersport und Bewegung in der freien Natur. Anlässlich der unter dem Titel "ÖTSCHER:REICH – Die Alpen und wir" stehenden Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 folgten z. B. rund 370 Mitarbeiter und deren Angehörige im Juni 2015 der Einladung des EVN Vorstands zu einer Wanderung durch die landschaftlich beeindruckenden Ötschergräben. Die rund zehn Kilometer lange Tour führte die Wanderer nicht nur vorbei an den Schluchten, Felsen und Wasserfällen des Ötscherbachs, sondern auch zum 1911 in Betrieb genommenen EVN Wasserkraftwerk Wienerbruck.

Neben den vielfältigen Angeboten und Aktivitäten des EVN Kulturund Sportvereins ist der EVN Lauf aus dem sportlichen Geschehen des Unternehmens nicht mehr wegzudenken. Alljährlich im September drehen rund 350 Teilnehmer – Mitarbeiter und zum Teil auch deren Angehörige und Kinder – in den Bewerben "Laufen" und "Nordic Walking" ihre Runden rund um die EVN Direktion in Maria Enzersdorf. Der gute Zweck steht bei diesem beliebten Wettbewerb, der im Berichtsjahr bereits zum neunten Mal in Folge stattfand, im Vordergrund: Für jede der ca. einen Kilometer langen Runden, die während der 90-minütigen Sportveranstaltung vollendet werden, spendet die EVN 2,0 Euro zugunsten eines hilfsbedürftigen Kindes.

Die Anzahl der Arbeitsunfälle im EVN Konzern ist im Geschäftsjahr 2014/15 um 14,4 % auf 83 gesunken. Bei den Ausfalltagen gab es hingegen einen leichten Anstieg um 4,4 % auf 2.168 Tage. Im Berichtszeitraum wurde ein Mitarbeiter bei einem Verkehrsunfall in seinem Dienstfahrzeug tödlich verletzt.

GRI-Indikator: Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle (G4-LA6)

Lieferanten

Für die EVN als internationales Unternehmen mit einem breit gefächerten Produkt- und Dienstleistungsportfolio ist die professionelle Zusammenarbeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Auftragnehmer und Lieferanten ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Eine faire, partnerschaftliche und transparente Geschäftsbeziehung mit den Lieferanten – vom Zeitpunkt der Geschäftsanbahnung bis zur Begleichung der Rechnung – ist dabei für die EVN selbstverständlich. Die EVN sieht es als ihre Pflicht an, die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit in der Beschaffung ebenso zu wahren wie die Grundsätze des freien und lauteren Wettbewerbs, die Gleichbehandlung aller Bieter, Vertraulichkeit während des Geschäftsvorgangs, Transparenz und Dokumentation der Ergebnisse, Ressourcenschonung und soziale Verantwortung. Im Gegenzug stellt sie auch an ihre Lieferanten hohe Ansprüche in Bezug auf gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsvolles Handeln im Zuge der Leistungserbringung.

Die Lieferkette der EVN

Die Beschaffungsaktivitäten der EVN gliedern sich in zwei wesentliche Bereiche. Zum einen wird im Segment "Energiehandel und -vertrieb" die Energiebeschaffung von Primärenergieträgern und Strom abgewickelt; zum anderen werden die anderen Beschaffungsaktivitäten zentral über die Konzernfunktion Beschaffung koordiniert, betreut und durchgeführt.

Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen

An den Hauptgeschäftsstandorten der EVN (Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien) besteht – abgesehen von der Energiebeschaffung – mit rund 5.000 Lieferanten und Auftragnehmern der Großteil der Lieferantenbeziehungen. Die wichtigsten Herkunftsländer dieser Lieferanten sind EU-Länder. Zahlreiche Lieferanten stammen weiters aus Mazedonien, das als einziger Hauptgeschäftsstandort der EVN kein EU-Mitgliedstaat ist, sowie im internationalen Projektgeschäft auch aus der Schweiz und der Türkei.

Bei der Auswahl der Lieferanten ist das Bundesvergabegesetz zu berücksichtigen: Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und hat daher die dafür geltenden Bestimmungen einzuhalten. Zudem befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Bei Ausschreibungen werden regelmäßig neue Bieter berücksichtigt. Dabei werden im internationalen Projektgeschäft besonders auch Anbieter im Land des Projektstandorts zu Ausschreibungen eingeladen. Die Ungleichbehandlung von Bietern und somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist jedoch unzulässig. Sowohl im Energie- als auch im Umweltgeschäft spielen Bautätigkeiten für Infrastruktur, Anlagen und Gebäude eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang arbeitet die EVN beispielsweise mit Auftragnehmern wie Baufirmen, Professionisten der einzelnen Gewerke, Planungsfirmen, Anlagen-, Rohrleitungs- und Kabelleitungsbauern, aber auch Lieferanten von Kunststoffrohren, Leiterseilen/Kabelleitungen, elektrotechnischen Anlagen, Zählern, Hardware und Software für den Betrieb von Anlagen und Infrastruktur sowie Arbeitsbekleidung zusammen.

Im internationalen Umweltprojektgeschäft setzt sich der Großteil der Projektkosten aus Materialzukäufen sowie aus der Inanspruchnahme von Dienstleistungen (bau-, maschinen- und elektrotechnische Ausrüstungen) zusammen. Das Projektgeschäft ist dabei durch ständig wechselnde Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Eine hohe Anpassungsfähigkeit des Projekteinkaufs hinsichtlich Branche und Land ist daher je nach Projekt, Kunden und Technik Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektabwicklung.

GRI-Indikator: Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten (G4-EC9)

Strom- und Erdgasbeschaffung

Ein Teil der Energie, die die EVN an ihre Kunden verteilt, stammt nicht aus den eigenen Kraftwerken, sondern wird über den Markt beschafft. Bei Strom und Erdgas gibt es dabei in der Struktur der Lieferanten Parallelen: Neben mittelfristigen Zukaufverträgen mit Strom- und Erdgasproduzenten werden Strom und Erdgas auch über den Großhandelsmarkt, also über Börsen, sowie im außerbörslichen Handel über so genannte "Over-the-Counter-(OTC)-Handelsplattformen" bilateral von individuellen Handelspartnern zugekauft.

Strom

Die Deckung des Strombedarfs der Kunden in Österreich erfolgt – abgesehen von der Erzeugung in eigenen Kraftwerken – einerseits durch die Übernahme der gemäß Ökostromgesetz zugewiesenen Ökoenergie aus Österreich und andererseits über den Großhandelsmarkt bzw. über mittelfristige Zukaufkontrakte. Der Bezug über den Großhandel wurde dabei für die EVN und die übrigen Partner der EnergieAllianz bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 durch die e&t Energiehandelsgesellschaft mbH abgewickelt, die sich der Strombörse EEX sowie diverser bilateraler Handelspartner bediente. Infolge der Verschmelzung der e&t Energiehandelsgesellschaft mbH mit der EnergieAllianz Austria GmbH per 1. Oktober 2015 wird der Großhandelsbezug zukünftig von der EnergieAllianz durchgeführt.

Die Stromversorgungsunternehmen der EVN in Bulgarien und Mazedonien sind auf Basis gesetzlicher Vorgaben verpflichtet, den Großteil ihres Strombedarfs von den nationalen Stromerzeugern NEK bzw. ELEM zu beziehen. Die Herkunft dieser Energie ist aufgrund der noch fehlenden gesetzlichen Verpflichtung zur Stromkennzeichnung für die EVN derzeit nicht nachvollziehbar. Der restliche Anteil der beschafften Energie wird über die Großhandelsmärkte bezogen.

Erdgas

Die Erdgasbeschaffung erfolgt zu einem großen Teil über die EconGas GmbH, an der die EVN zum Bilanzstichtag eine Beteiligung von 16,5 % hält. Die EconGas bezieht Erdgas teils direkt von den Produzenten, teils über zwischengeschaltete Verkaufsorganisationen, aber auch über nationale und internationale OTC-Handelsplätze und Börsen, etwa in Österreich (CEGH), Deutschland (NCG) oder Holland (TTF). Aus europäischer Sicht nennenswerte Importmengen stammen dabei aus Russland, der Nordsee und der Sahara (Algerien, Libyen). Eine der wichtigsten OTC-Gashandelsplattformen, über die sowohl die EconGas GmbH als auch die EVN selbst Erdgas beziehen, ist der Central European Gas Hub in Österreich.

Steinkohle

Die EVN betreibt in Österreich ein Steinkohlekraftwerk am Standort Dürnrohr und ist zudem am Steinkohlekraftwerk Walsum in Duisburg, Deutschland, beteiligt. Die Kohlebeschaffung für das Kraftwerk Dürnrohr wird von der EVN direkt abgewickelt, während die Kohlebeschaffung für das Kraftwerk Duisburg-Walsum vom Partnerunternehmen Steag durchgeführt wird. Basis dafür ist ein Kohleliefervertrag der Steag mit der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, die den Betrieb des Kraftwerks verantwortet. Damit liegt die Kohlebeschaffung für das Kraftwerk Duisburg-Walsum nicht im direkten Einflussbereich der EVN.

Die Lieferkette der EVN bei der Beschaffung der Steinkohle für das Kraftwerk Dürnrohr ist dreigliedrig. Direkt der EVN gegenüber stehen Kohlegroßhändler bzw. Handels- und Speditionsagenten (Tier 1), die die Steinkohle entweder von Kohleaufbereitungsunternehmen bzw. von Exklusivexporteuren (Kohlegroßhändler) beziehen (Tier 2). Diese wiederum beschaffen die Steinkohle direkt von den Minengesellschaften (Tier 3). Zusätzlich zu diesem Beschaffungsweg hat die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 am Standort Dürnrohr Steinkohle aus dem Lagerbestand des stillgelegten Kraftwerksblocks der Verbund AG übernommen. Insgesamt bezog die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 für die Energieerzeugung im Kraftwerk in Dürnrohr Steinkohle von zwei Zwischenhändlern und einem Kohleverbraucher (Verbund AG). Rund 80 % der im Geschäftsjahr 2014/15 eingesetzten Steinkohle stammten aus Europa und Russland, die restlichen 20 % aus Amerika.

GRI-Indikator: Beschreibung der Lieferkette (G4-12)

Der Anspruch der EVN an ihre Lieferanten

Bewertung der Lieferanten und Beschwerdeverfahren

Die schrittweise Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl der Lieferanten sowie ihrer Produkte und Dienstleistungen nimmt in der CSR-Agenda der EVN einen hohen Stellenwert ein. Ziel ist eine nachhaltige Ausrichtung der Beschaffung. Dabei spielt der kontinuierliche Dialog mit den Lieferanten eine wichtige Rolle.

Integritätsklausel und Richtlinien für Vertragspartner

Eine Integritätsklausel für Lieferanten definiert die Richtlinien der nachhaltigen Beschaffung sowie die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten, die insbesondere die Bereiche Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt- und Ressourcenschonung sowie Geschäftsethik abdecken. Sie gilt für alle Lieferanten (100 %) von Produkten und Dienstleistungen, die über die Konzernfunktion Beschaffung für die Standorte in Österreich, Bulgarien und Mazedonien abgewickelt werden, und ist auf der Homepage der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar (www.evn.at/Integritaetsklausel). Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und wird dadurch immer zum Vertragsbestandteil. Ihre Einhaltung seitens der Lieferanten wird durch die EVN überprüft, wofür eigens ein Fragebogen entwickelt wurde. In den vergangenen Geschäftsjahren wurden bei den wichtigsten Lieferanten auch gezielte Vor-Ort-Überprüfungen durchgeführt. Zusätzlich werden anlassbezogen sowie im Rahmen von Terminen bei den Lieferanten Überprüfungen mittels Kontrollbogen durchgeführt. Die in der Berichtsperiode durchgeführten Auditierungen haben keine Beanstandungen ergeben.

T_Rupp @BiomasseLieferant

Mein Name ist Thomas Rupp. Ich bin Förster und leite den Naturpark Sparbach im Süden von Wien. Wir beliefern die EVN seit Jahren mit Hackschnitzeln aus unserem Forstbetrieb.

T_Rupp @BiomasseLieferant

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Wenn die Preise für fossile Energieträger weiter sinken, wie sieht dann die Zukunft für erneuerbare Energietechnologien aus? # 2025

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EVN Zukunftslabor @EVN_Zukunftslabor

# Wir_haben_Antworten

Neben den Preisen der fossilen Energieträger selbst spielen auch die Preise für CO2-Emissionszertifikate eine wesentliche Rolle in der Energieproduktion. Durch die ab 2019 vorgesehene Verknappung der CO2-Zertifikate kann man von einem Preisanstieg ausgehen, der wiederum die Preise für den auf fossiler Basis erzeugten Strom bzw. die erzeugte Wärme in die Höhe treibt. Damit werden die erneuerbaren Technologien im Vergleich an Konkurrenzfähigkeit gewinnen, und auf dem Markt sollte sich eine gewisse Balance einstellen. Windenergie und Photovoltaik, aber auch Energie aus Biomasse werden zudem durch die steigende Effizienz der Anlagen immer wettbewerbsfähiger.

Aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht von dort über ihren zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte. Im sensiblen Bereich der Beschaffung von Textilien (Arbeitsbekleidung) wurde der Bezug aus Risikoländern durch eine entsprechende interne Regelung ausgeschlossen. Stufenweise wird bei weiteren Produktgruppen ein solcher Ausschluss umgesetzt, oder es werden spezifische Kriterien und Maßnahmen eingeführt, die die konzernweite Integritätsklausel umsetzen bzw. über diese sogar hinausgehen. Ein Beispiel dafür ist die Steinkohlebeschaffung aus Polen oder Russland: Hier werden Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

Seit dem Geschäftsjahr 2011/12 wird insbesondere bei der Beschaffung von Risikoprodukten den Ausschreibungen der EVN eine zusätzliche Checkliste beigelegt, deren Beantwortung weiterführende Informationen zur Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit von Produkten und Verpackungen sowie zu Zertifizierungen der Hersteller liefern soll. Dieser Kontrollbogen soll nicht zuletzt die Überprüfung der Lieferanten auf die Einhaltung der Integritätsklausel vereinheitlichen. Die wichtigsten Lieferanten der EVN wurden seit seiner Einführung bereits einer entsprechenden Kontrolle unterzogen.

In der Tochtergesellschaft WTE wurden die Abschnitte "Partner und Lieferanten" sowie "Integrität und Vermeidung von Korruption" des EVN Verhaltenskodex in der Beschaffung zu 100 % umgesetzt. Besonderes Augenmerk liegt hier auch auf der Einhaltung der Menschenrechte und der Vermeidung von Kinderarbeit gemäß dem entsprechenden Abschnitt des Verhaltenskodex. Seit dem Geschäftsjahr 2011/12 ist die EVN Integritätsklausel auch Bestandteil aller Lieferantenverträge, die durch die WTE Niederlassung in Deutschland abgeschlossen werden. Schon im Stadium der Angebotseinholung wird die Integritätsklausel beigefügt und auf die Notwendigkeit ihrer Beachtung hingewiesen. In den Vertragsverhandlungen wird sie explizit erörtert und schließlich den Lieferantenverträgen als Vertragsanlage beigefügt. Im Bereich Beschaffung und Einkauf der Niederlassung in Polen wurden die Lieferantenverträge unter Berücksichtigung der Vertragsanlage "Employer's Requirements" abgeschlossen; die Integritätsklausel soll in den kommenden Jahren verwendet werden. Die "Employer's Requirements" decken die Anforderungen an die Lieferanten bei von der EU geförderten Projekten ab und verlangen von den Auftraggebern neben entsprechenden Nachweisen zur Qualitätssicherung sowie zum Sicherheitsund Gesundheitsschutz auch Ursprungszeugnisse aller gelieferten Einzelkomponenten. Diese sind durch den Lieferanten zur Verfügung zu stellen und belegen die Herkunft der eingesetzten Materialien. Dadurch sind in der Regel Komponenten und Materialien aus Drittstaaten außerhalb der EU ausgeschlossen. Bereits seit 2007 verfolgt die WTE das Ziel, die Beschaffung von Produkten aus Höchstrisikoländern wie z. B. Indien und China zu vermeiden.

Zertifizierungen und Vor-Ort-Besichtigungen

In ausgewählten Produktgruppen hat die Konzernfunktion Beschaffung der EVN wesentliche Zulieferer und Auftragnehmer – vor a llem solche aus Herkunftsländern außerhalb der EU – unter Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten geprüft. Diese Kontrollen erfolgen stichprobenartig sowie regelmäßig bei der Vergabe von wesentlichen Aufträgen an neue Lieferanten. Der Großteil der Lieferungen wird aus der EU bezogen. Lieferanten, die ihren Sitz nicht in der EU haben, werden von der EVN vor Ort auditiert. Speziell bei Unternehmen des Baugewerbes überprüft die EVN ihre Auftragnehmer hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer. Diese Überprüfung findet bei 100 % der österreichischen Auftragnehmer für Bauleistungen mit einem Volumen von über 10.000 Euro statt. Bisher wurde kein Auftragnehmer der EVN identifiziert, der seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen nicht nachkam.

In der Primärenergiebeschaffung wird insbesondere die Lieferkette von Steinkohle einer Überprüfung unterzogen. Alle Kohleminen, deren Kohle die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 zur Energieerzeugung einsetzte, erfüllen weitreichende internationale Standards und sind auch durchwegs nach ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Eine Mine in Amerika, von der die EVN Steinkohle bezieht, ist zudem nach OAHSAS 18001 (Occupational Health and Safety) zertifiziert. Im Geschäftsjahr 2013/14 führte die EVN die bisher letzte Vor-Ort-Besichtigung in einer Mine bzw. bei einem Aufbereitungsunternehmen durch, wobei keine Beanstandungen festgestellt wurden. Falls solche auftreten, werden diese den Betreibern direkt gemeldet, und es wird um Lösung des Problems ersucht.

GRI-Indikatoren: Anteil neuer Lieferanten, die anhand von ökologischen Kriterien (G4-EN32), in Hinblick auf Menschenrechte (G4-HR10), Arbeitspraktiken (G4-LA14) und Auswirkungen auf die Gesellschaft (G4-SO9) überprüft wurden

Stromkennzeichnungspflichten

Für den gesamten an Kunden in Österreich gelieferten Strom legt die EVN entsprechend den gesetzlichen Regelungen auf der Rechnung die Herkunft offen. Diese Nachweise für die Stromherkunft zeigen, welche Anteile im gesamten Versorgungsmix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG aus welchen Primärenergieträgern stammen. Ebenso werden auf der Rechnung die Umweltauswirkungen (CO2-Emissionen und radioaktiver Abfall) ausgewiesen. Beides wird jährlich nach Ablauf des Geschäftsjahres von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft und der Regulierungsbehörde vorgelegt. Bezüglich des Geschäftsjahres 2013/14 konnte dabei für alle gelieferten Strommengen die Herkunft aus österreichischer Produktion belegt werden. Die Daten für das Geschäftsjahr 2014/15 werden erst nach Redaktionsschluss dieses Ganzheitsberichts vorliegen.

  • Für Details zur Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern siehe Kundinnen und Kunden auf Seite 53 sowie Konzernlagebericht auf Seite 107
  • GRI-Indikatoren: Produktinformation (G4-PR3); Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in Bezug auf die Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen (G4-PR4); Anteil neuer Lieferanten, die anhand von ökologischen Kriterien (G4-EN32) überprüft wurden

Beschwerdeverfahren

Für Beschwerden besteht in Niederösterreich eine Anlaufstelle, bei der alle am Vergabeprozess teilnehmenden Bieter kostenlos und ohne die Notwendigkeit eines Rechtsbeistands Beschwerde einlegen bzw. Aufklärung verlangen können. Diese unabhängige Stelle ist gesetzlich verankert; aufgrund der Tätigkeit der EVN als Sektorenauftraggeber wird bei jedem Vergabeprojekt schon in der Präqualifizierungs- bzw. Ausschreibungsphase auf diese Kontaktstelle hingewiesen. In den letzten Jahren gab es keine berechtigten Einwände.

Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

Um Risiken bezüglich der Arbeitssicherheit zu minimieren, arbeitet die EVN nur mit ausgesuchten Partnern zusammen und verpflichtet diese vertraglich dazu, ausschließlich geschultes Personal einzusetzen. Zur Überprüfung der Einhaltung dieser Vorgaben werden erfahrene und gut ausgebildete Mitarbeiter der EVN eingesetzt, so etwa als Baukoordinatoren oder als Bauaufsicht. Auftragnehmer und Sublieferanten kommen, insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Übertragungsnetze, zeitlich begrenzt zum Einsatz. Eine zentrale Erfassung der geleisteten Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten wird von der EVN nicht vorgenommen, da dies keine wesentliche Aussagekraft zu deren Arbeitspraktiken hätte.

Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z. B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge von etwa 300 präqualifizierten Unternehmen bezogen. Als integrierende Bestellgrundlage schreibt die EVN Integritätsklausel unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Einschulung für deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen die Unternehmen ihre Mitarbeiter gemäß § 14 ASchG und § 154 BauV unterweisen. Dieselben Regelungen gelten für die von ihnen beauftragten Subunternehmer. Nachweise über die entsprechenden Unterweisungen müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer haben zudem bei Aufforderung zu bestätigen, dass sie für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten über die entsprechende Befugnis und Befähigung verfügen. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.

GRI-Indikatoren: Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung (G4-EU17); Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben (G4-EU18)

Corporate Governance-Bericht

Die EVN AG ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Vorgaben für Corporate Governance bei der EVN ergeben sich somit neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) – siehe www.corporate-governance.at – sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren hinsichtlich einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Während des Geschäftsjahres 2014/15 fand der ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2012 vollinhaltliche Anwendung. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 hat sich die EVN nunmehr dem ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2015 vollinhaltlich unterworfen.

Die Standards des ÖCGK unterteilen sich in drei Gruppen: Die sogenannten Legal Requirements (L-Regeln) beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.evn.at/Corporate-Governance-Bericht im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln (Recommendations) hingegen, die reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, dass die EVN die C-Regeln des ÖCGK unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen vollständig beachtet und einhält; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Von der EVN werden folgende C-Regeln des ÖCGK nicht vollständig eingehalten:

Regel 16: Da der Vorstand unter Bedachtnahme auf die gegebene Aufgabenstellung im Vorstand sowie die Struktur der Gesellschaft aus zwei Mitgliedern besteht, hat der Aufsichtsrat im Bestellungsbeschluss keines der Vorstandsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Sind nur zwei Vorstandsmitglieder bestellt, erfolgt die Beschlussfassung nach folgenden Regeln: Zu einem gültigen Vorstandsbeschluss ist die ordnungsgemäße Einberufung und Anwesenheit beider Vorstandsmitglieder erforderlich. Beschlüsse haben einstimmig zu erfolgen; die Stimmenthaltung ist nicht zulässig. Kommt kein einstimmiger Beschluss zustande, hat der Vorstand diesen Tagesordnungspunkt binnen zehn Tagen der neuerlichen Beratung und Beschlussfassung zuzuführen. Sollte wiederum kein Beschluss zustande kommen, hat der Vorstand dies dem Aufsichtsrat zu berichten. Auch bei zwei Vorstandsmitgliedern gibt es einen Sprecher des Vorstands; die Ausführungen zu Sitzungsleitung und Repräsentation gelten auch in diesem Fall. Der Beschluss des Aufsichtsrats, keinen Vorsitzenden des Vorstands zu bestellen, erfolgte unbefristet.

Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen im Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Das betreffende, von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglied ist Vertreter eines Anteilseigners, der an der Gesellschaft unternehmerisch beteiligt ist. Diese Abweichung gilt auf die Dauer der Bestellung des betreffenden Aufsichtsratsmitglieds.

Regel 51: Nach Abstimmung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat werden die Vergütungen für den Aufsichtsrat als Gesamtsumme sowie in Prozentsätzen für den Vorsitzenden, seine beiden Stellvertreter und die sonstigen Mitglieder dargestellt. Diese Darstellung gibt ein ausreichendes Bild über die Vergütungssituation der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands

Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, 1. Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG, Jänner 2011 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 30. September 2019. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland sowie Umwelt und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung, Beschaffung und Einkauf sowie Revision. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK1). 1) Verbund AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands

Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften, Master of Business Administration. 1993 Eintritt in die EVN, 20. Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung mit Wirkung zum 20. Jänner 2016 bis 19. Jänner 2021. Verantwortlich für die Segmente Energiehandel und -vertrieb sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Controlling (inklusive Investor Relations), Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Verwaltung und Bauwesen. Drei Aufsichtsratsmandate in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK1).

1) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats CEESEG Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats Wiener Börse AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2014/15 insgesamt 987,9 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge).

Die Bezüge der im Geschäftsjahr 2014/15 aktiven Vorstandsmitglieder stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. EUR 2014/15
Fixe Bezüge Variable Bezüge Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 380,5 91,3 11,3
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA1) 354,8 85,2 11,3

1) Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 53,5 Tsd. Euro geleistet.

Weitere Details zu den Bezügen der Vorstandsmitglieder finden sich im Anhang auf Seite 210f wieder.

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Bestellung Funktionen in börsenotierten Gesellschaften
und andere wichtige Funktionen
Unabhängigkeit
Regel 531)
Kapitalvertreter
Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer
Vorsitzender (1944)
seit 20.01.2011 Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien Aktiengesellschaft,
Vorsitzender des Aufsichtsrats der HYPO NOE Gruppe Bank AG
(bis 17.04.2015)
nein
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker
1. Vizepräsident (1946)
seit 12.12.1996 Selbstständiger Land- und Forstwirt nein
Mag. Willi Stiowicek
2. Vizepräsident (1956)
seit 15.01.2009 Leiter der Präsidiale des Magistrats der
Landeshauptstadt St. Pölten
ja
Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) seit 12.01.2001 Vorsitzender des Vorstands der
VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft
ja
Vorstandsdirektor Dkfm. Thomas Kusterer (1968) seit 17.01.2013 Mitglied des Vorstands der
EnBW Energie Baden-Württemberg AG
ja
Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) seit 12.01.2006 Geschäftsführer der BENDA LUTZ-WERKE GmbH,
Vorstand der Benda-Lutz Corporation, USA,
Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich
sowie des Vereins der Österreichischen Industrie –
Landesgruppe Niederösterreich
ja
Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.01.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amtes der
Niederösterreichischen Landesregierung,
Geschäftsführer der NÖ Holding GmbH sowie der
NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
ja
Bernhard Müller, BA, MPA (1973) seit 12.01.2006 Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt (bis 20.02.2015),
Verwaltungsbediensteter
ja
Dkfm. Edwin Rambossek (1943) seit 20.01.2011 Unternehmensberater ja
Dipl.-Ing. Angela Stransky (1960) seit 16.01.2014 Prokuristin der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG ja
Arbeitnehmervertreter
Franz Hemm (1955) seit 03.05.1994
unbefristet
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Netz Niederösterreich GmbH
Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte
für Niederösterreich
Ing. Paul Hofer (1960) seit 01.04.2007
unbefristet
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Mag. Dr. Monika Fraißl (1973) seit 01.07.2013
unbefristet
Betriebsrat
Manfred Weinrichter (1961) seit 01.01.2001
unbefristet
Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der
Netz Niederösterreich GmbH
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.05.2005
unbefristet
Zentralbetriebsrat

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat. Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter seitens der Konzernvertretung ist unbefristet, jedoch können diese jederzeit von der Konzernvertretung abberufen werden.

1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 99f.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Nach Regel 53 ÖCGK ist ein Aufsichtsratsmitglied als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem ÖCGK mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

  • in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
  • in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
  • zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für das Mitglied bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat, jedoch nicht für die Wahrnehmung von Organfunktionen im Konzern. Die Genehmigung einzelner Geschäfte durch den Aufsichtsrat gemäß L-Regel 48 ÖCGK führt nicht automatisch zur Qualifikation als nicht unabhängig.
  • in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
  • nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist;
  • nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat angehören soll. Dies gilt nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten;
  • kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN AG folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweilig gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses;
  • die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;
  • die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung;
  • die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen;
  • die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens und
  • die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers).

Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Regel 40 ÖCGK geforderten Finanzexperten.

Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate im Vorstand zuständig. Dem Personalausschuss als Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats gehört ein Mitglied an, das über Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik verfügt (Regel 43 ÖCGK).

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, als Dringlichkeitsausschuss im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer Klausur des Aufsichtsrats das Thema "Cybersicherheit und Schutz kritischer Infrastrukturen" behandelt. Dabei wurden internationale Entwicklungen, Risiken und Lösungsansätze ebenso beleuchtet wie die Entwicklungen in Österreich und die Maßnahmen innerhalb der EVN Gruppe. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2014/15 zweimal getagt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Dringlichkeitsausschuss tätig ist, ist in der Berichtsperiode nicht zusammengetreten. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Berichtsjahr drei Sitzungen abgehalten. Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder im Durchschnitt rund 87%.

Ein Mitglied des Aufsichtsrats (Bernhard Müller, BA, MPA) hat im Berichtsjahr an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen (Regel 58 ÖCGK).

Zusammensetzung der Ausschüsse

Arbeitsausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek

Prüfungsausschuss

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden des Vorstands oder einen Sprecher des Vorstands ernannt hat, wählt der Vorstand seinen Sprecher. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der ÖCGK.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN AG gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso ab wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 86. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 15. Jänner 2015 können auf der EVN Webseite eingesehen werden (www.evn.at/Hauptversammlung.aspx).

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehörten per 30. September 2015 zehn von der Hauptversammlung gewählte und fünf vom Betriebsrat entsandte Mitglieder an. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nach Regel 53 ÖCGK ist aus der Aufstellung auf Seite 98 ersichtlich.

Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der ÖCGK.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Der ÖCGK fordert eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung der C-Regeln aus dem Kodex (Regel 62 ÖCGK). In diesem Sinn wurde im Berichtszeitraum eine externe Evaluierung vorgenommen, die zu dem Ergebnis kommt, "dass die EVN AG die C-Regeln des ÖCGK im Geschäftsjahr eingehalten hat".

Gemäß der Anforderung des Kodex führte der Aufsichtsrat darüber hinaus im Berichtsjahr neuerlich eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Die Evaluierung wurde anhand eines umfangreichen schriftlichen Fragebogens vorgenommen, der von den Mitgliedern des Aufsichtsrats beantwortet wurde.

Vergütungsbericht

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a): Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK haben die sozietären Organe der Gesellschaft mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen. Dabei wurde der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten. Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Im Sinn der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen ÖCGK ist es, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Mit der Einführung von mehrjährigen Zielvorgaben sowie dem Instrument einer Bonusreserve ist die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, der die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Aus der erreichten Bonusreserve werden nach Feststellung der Zielerreichung bis zu 50 % ausbezahlt, der verbleibende Betrag wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt: Einerseits entsteht damit eine Mehrjährigkeit, da die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil im Sinn eines Anfangsbestands in die nächste Periode fortgeschrieben wird. Andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit: Die quantitativen Zielgrößen werden jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen wie z. B. Benchmarks, Peer-Vergleiche, Kapitalmarkt- und Rating-Beurteilungen herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren wird die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert.

Aktien-Optionen (Regel 29): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regeln 27, 30): Die Bezüge des Vorstands setzten sich im Geschäftsjahr 2014/15 zu rund 81 % aus fixen und zu rund 19 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2013/14. Die Erfolgsbeteiligung basiert zu 30 % auf der Steigerung des Economic Value Added (EVA®), zu 40 % auf dem durchschnittlichen CashFlow-Beitrag und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen. Für die quantitativen Leistungskriterien (EVA®) und Cash-Flow-Beitrag sind Zielerreichungskorridore definiert, die zu 0 % bis zu 200 % erreichbar sind, die individuell vereinbarten Ziele sind zu 0 % bis zu 100 % erreichbar.

Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010/11 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems beschlossen. Dabei wurde der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten. Im Übrigen wird auf die Ausführungen zum Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a) verwiesen.

Directors-and-Officers-Versicherung (D & O-Versicherung, Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre sowie der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten derartige Ansprüche gegen die Mitglieder der Geschäftsführung von konzernmäßig verbundenen Tochtergesellschaften sowie bestimmter Beteiligungsgesellschaften bedingungsgemäß als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu keiner Prämienerhöhung.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 98 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 15,1 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 11,0 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp 9,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsentgelt beträgt 190 Euro.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60): Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten, ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Der Anteil der Frauen beträgt bei der EVN 21,9 %, jener von Frauen in leitenden Positionen rund 7 %. Im Vorstand der EVN sind keine Frauen vertreten. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt bei 13,3 %. Zur Weiterentwicklung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@ EVN" entwickelt. Es dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Dazu sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Im Berichtszeitraum konnten keine weiteren leitenden Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt werden. Aktuell sind konzernweit neun Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten betraut (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entspricht. Die EVN setzt schon seit Langem Maßnahmen, die Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der die aktuelle Ausbildungsstruktur von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die betroffenen Gesellschaften wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. offengelegt.

Directors' Dealings (Regel 73): Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden der EVN bzw. der Finanzmarktaufsichtsbehörde keine Kauftransaktionen von EVN AG Aktien durch Organmitglieder oder sonstige Personen im Sinn des § 48 d Abs. 4 Börsegesetz gemeldet.

Related Party: Es besteht ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag zwischen der EVN AG und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH aus dem Jahr 2005. Zu den übrigen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinn von IAS 24 darf auf die Ausführungen zu den Grundsätzen der Rechnungslegung im Konzernanhang (Erläuterung 68.) verwiesen werden.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgte im Geschäftsjahr 2014/15 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro). Davon entfielen 48,2 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr 52,2 %), 48,8 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 47,0 %) und 3,0 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 0,8 %).

Revision und Risikomanagement der EVN

Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungen von Vorgängen und Unternehmenseinheiten im EVN Konzern. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Von den Revisionsabteilungen werden nach Risikogesichtspunkten orientierte Jahresprüfungspläne erstellt und von den zuständigen Gremien beschlossen. Die festgestellten Beanstandungen werden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt. Ebenso werden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen so genannter "Follow-up-Prüfungen" untersucht. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

Risikomanagement der EVN

Das Ziel des Risikomanagements der EVN besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikomanagement eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitern des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der zweistufige Prozess des Risikomanagements wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der wesentlichen Risiken der EVN und der Maßnahmen zur Risikosteuerung finden sich im Kapitel Risikomanagement im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2014/15.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktien- und Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insider-Informationen. Es wurden zwanzig ständige sowie sechs Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich gemäß Börsegesetz von einem Compliance-Verantwortlichen, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2014/15 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Verantwortlichen zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als Angehörige eines international tätigen Energie- und Umweltdienstleisters haben die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter der EVN weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland.

Der in einem konzernweiten Prozess entwickelte und 2012 aktualisierte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern.

Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems (CMS) wurde per 1. Oktober 2012 die direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Das CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

Nach der konzernweiten Etablierung der Compliance-Organisation im Geschäftsjahr 2012/13 lag der Schwerpunkt in den vergangenen beiden Geschäftsjahren auf der Schulung der Mitarbeiter. Da den Führungskräften bei der Etablierung einer nachhaltigen Compliance-Kultur eine Schlüsselrolle bzw. Vorbildwirkung zukommt, wurden die Führungskräfte aller strategischen Geschäftseinheiten national wie international in jeweils fünfstündigen, interaktiv und dialogorientiert gestalteten Workshops auf das Thema sensibilisiert.

Im Sinn einer möglichst starken Durchdringung des CMS folgten darauf Schulungen der Mitarbeiter. Dabei erläuterte der für den jeweiligen Bereich zuständige Compliance Officer in zumindest zweieinhalbstündigen Schulungen für Kleingruppen das CMS der EVN und alle damit in Zusammenhang stehenden Strukturen und Abläufe. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Erläuterung des anonymen Hinweisgebersystems. Als Grundlage für den inhaltlichen Teil dieser Schulungen dient der in zehn Themenbereiche strukturierte EVN Verhaltenskodex. Basierend auf der Risikoanalyse lag der Fokus auf den Themen "Kundinnen und Kunden", "Kapitalmarkt und Investoren", "Integrität und Vermeidung von Korruption" sowie "Datenschutz und Vertraulichkeit", die anhand konkreter Anwendungsfälle aus der täglichen Praxis diskutiert wurden.

Als Schulungsunterlage wurde die Compliance Box "Compliance. It´s good energy." entwickelt. Diese ist auch als Sammel- bzw. Nachschlagewerk nutzbar und wurde jedem Mitarbeiter zu Beginn des Trainings ausgehändigt. Sie ist in Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch verfügbar. Für alle neuen Mitarbeiter wird dieses Schulungsprogramm ident umgesetzt.

In Summe konnten seit Etablierung des CMS bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf diese Weise nahezu 8.000 Mitarbeiter und mehr als 200 Führungskräfte in zehn Sprachen an mehr als 100 Orten zu den angeführten Inhalten geschult werden. Damit ist sichergestellt, dass alle Mitarbeiter und Führungskräfte des EVN Konzerns auf die aus der Einhaltung der Compliance-Anforderungen resultierenden Herausforderungen gut vorbereitet sind.

Neue Inhalte und Themenbereiche werden laufend neu bewertet. Basierend auf der Risikobewertung werden diese gegebenenfalls aufbereitet und in geeigneter Form in die Compliance Box integriert. Zur weiteren Vertiefung der Inhalte werden zudem für besonders risikoexponierte Bereiche Spezialschulungen zu bestimmten Themen durchgeführt. Im Sinn der laufenden Adressierung des Themas und der Festigung bereits vermittelter Inhalte wurden neben den im EVN Intranet abrufbaren Inhalten auch E-Learning-Module für alle Mitarbeiter entwickelt. Die Umsetzung dieser E-Learnings wurde mit Ende des Geschäftsjahres 2014/15 in allen strategischen Geschäftseinheiten und Konzerngesellschaften in Österreich abgeschlossen. Für alle anderen Länder ist dies für die ersten sechs Monate des neuen Geschäftsjahres geplant. Darüber hinausgehend wurden spezielle Inhalte für Geschäftsführer, Infrastrukturprojektleiter oder Vertriebsmitarbeiter angeboten. Anhand eines speziellen Kommunikationsplans werden zudem laufend Akzente zu aktuellen Compliance-Themen gesetzt.

Wesentliches Element des CMS stellt das anonyme Hinweisgebersystem dar, über das allfällige Verstöße gegen den EVN Verhaltenskodex gemeldet werden können. Das System beruht auf Freiwilligkeit und Anonymität. Die Identität des Meldungsgebers wird keinesfalls offengelegt.

Unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx ist der EVN Verhaltenskodex abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den Stakeholder-Gruppen der EVN. Er soll alle Mitarbeiter bei der Umsetzung der Werte der EVN in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 10. Dezember 2014 wurde dem Aufsichtsrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Organisation berichtet und damit die Regel 18a ÖCGK erfüllt.

Prüfung der Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Den Bericht der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, über die Prüfung des Corporate Governance-Berichts gemäß § 96 Abs. 2 AktG der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 18. November 2015

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Corporate Governance und Nachhaltigkeit

Einbindung der Unternehmensführung und des höchsten Kontrollorgans in Nachhaltigkeitsthemen

Die laufende (Weiter-)Entwicklung der Strategie sowie die Erstellung und Überarbeitung von Unternehmensrichtlinien und -leitbildern erfolgen in der EVN durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Dieser Prozess wird durch Lenkungsausschüsse und anlassbezogen gebildete Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenstellungen unterstützt. Für die Behandlung von Nachhaltigkeitsfragen wurde der CSR-Konzernausschuss eingerichtet, der sich aus dem gesamten Management-Team einschließlich des Vorstands konstituiert und sich damit an der europäischen Best Practice orientiert. Diese breite Aufstellung ermöglicht eine zielgerichtete Steuerung der CSR-Agenden und die stetige Abstimmung mit der Unternehmensstrategie und den Zielen der operativen Unternehmensbereiche.

GRI-Indikator: Zuständigkeiten des Vorstands hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-42)

Der Aufsichtsrat wird in einer jährlich stattfindenden Klausur umfassend zu aktuellen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen von Relevanz für die EVN informiert. Thema der Aufsichtsratsklausur im Geschäftsjahr 2014/15 war "Cybersicherheit und der Schutz kritischer Infrastrukturen". Zweimal jährlich berichtet zudem der Chief Compliance Officer im Rahmen des Prüfungsausschusses an den Aufsichtsrat. Die hier zur Sprache kommenden Compliance-relevanten Themenstellungen können auch kritische Anliegen an den Aufsichtsrat beinhalten. Weiters wird der Aufsichtsrat bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf Verstöße mit potenziell bestandsgefährdenden wirtschaftlichen Auswirkungen bzw. Reputationsschäden gesondert informiert. Eine Information des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats erfolgt bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf Verstöße mit potenziell wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen bzw. Reputationsschäden. Bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf schwerwiegende Compliance-Verstöße, die alle Vorstandsmitglieder betreffen, bzw. bei Untätigkeit des Vorstands wird der Aufsichtsratsvorsitzende direkt eingeschaltet. Im Lauf des Geschäftsjahres 2014/15 wurden keine kritischen Anliegen an den Aufsichtsrat herangetragen.

GRI-Indikatoren: Weiterentwicklung der Kenntnisse des Aufsichtsrats zu wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen (G4-43); Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an den Aufsichtsrat (G4-49); Art und Gesamtzahl der kritischen Anliegen (G4-50)

Einbeziehung der Stakeholder

Ein weiteres Gremium, das dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Nachhaltigkeitsfragen beratend zur Seite steht, ist der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung. Dieser setzt sich aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern zusammen. Für Fragen des sozialen Engagements kann der Vorstand weiters auf das Wissen von externen Experten zurückgreifen, die sich im Beirat des EVN Sozialfonds engagieren (Details zu beiden Beiräten finden sich auf Seite 234). Auch für die Stakeholder-Gruppe der Kunden wurde 2011 ein beratendes Gremium ins Leben gerufen, das sich der Intensivierung des Kundendialogs widmet: Der EVN Kundenbeirat setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen, die die Interessen der Kunden aus Niederösterreich vertreten. Dieser Beirat wird im Zweijahresrhythmus neu bestellt, zuletzt im Frühjahr 2015. Zudem werden im regelmäßigen Prozess der Stakeholder-Befragungen die Anliegen und Bedürfnisse unterschiedlicher Anspruchsgruppen erhoben Die Ergebnisse werden dem Vorstand im Detail vorgelegt und fließen in Form von strategischen Handlungsfeldern unmittelbar in die Strategie der EVN ein.

GRI-Indikator: Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und dem Vorstand (G4-37)

Die Stakeholder haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der jährlich stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung zur Vergütung des Managements einschließlich der Vergütungspolitik zu äußern.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2010 wurde das Vergütungssystem für leitende Angestellte der EVN angepasst. Diese Anpassung setzte unter anderem folgende Schwerpunkte:

  • Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen
  • Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Bereiche
  • GRI-Indikator: Meinungsäußerungen der Stakeholder bezüglich der Vergütung des Managements (G4-53)

Konzernlagebericht

Energiepolitisches Umfeld

Europäische Energie- und Klimapolitik

Energieunion

Eines der Ziele der neuen EU-Kommission unter Präsident Juncker ist das Maßnahmenpaket zur so genannten "Energieunion". Ein wesentliches Anliegen im Rahmen der Schaffung dieser Energieunion ist die Abstimmung nationaler energiepolitischer Maßnahmen. Damit soll ein vollständig integrierter Binnenmarkt bei gleichzeitiger Gewährleistung von Versorgungssicherheit und Erreichung der Klimaziele ermöglicht werden.

Europäische Klimapolitik

Die europäische Klimapolitik verfolgt das Ziel, den Treibhausgasausstoß in der EU bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Stand des Jahres 1990 um zumindest 40 % zu reduzieren. Dieses Ziel soll durch eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energie am Gesamtenergiemix auf 27 % im Jahr 2030 erreicht werden. Weiters ist eine Steigerung der Energieeffizienz gegenüber 2007 um 20 % bis zum Jahr 2020 und um 27 % bis zum Jahr 2030 beabsichtigt.

Emissionshandel

Nach dem Beschluss über die Verschiebung der Versteigerung von 900 Mio. CO2-Emissionszertifikaten in die Jahre 2019 und 2020 ("Backloading") legte das Europäische Parlament eine Verknappung der Zertifikate ab dem Jahr 2019 fest. Konkret sollen 1,5 Mio. Zertifikate in eine Marktstabilisierungsreserve übergeführt werden, die künftig dazu dienen soll, dem Markt je nach konjunktureller Lage Emissionszertifikate zu entziehen oder zuzuführen. Im Juli 2015 legte die Europäische Kommission nunmehr einen legislativen Vorschlag zur weiteren Reform des europäischen Emissionshandels (EU ETS) für die vierte Handelsperiode – das betrifft den Zeitraum 2021 bis 2030 – vor. Vorgeschlagen wurde eine Anhebung des linearen Reduktionsfaktors, um den die Obergrenze für die zulässigen jährlichen CO2-Emissionen ab dem Jahr 2021 gesenkt werden soll, von 1,74 % auf 2,2 %.

Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten

Im Bereich der Stromproduktion bezieht die EVN 100 % der benötigten Emissionszertifikate über den Markt. In der Wärmeproduktion begann im Jahr 2013 die Gratiszuteilung von Zertifikaten im Ausmaß von 80 % des im Vorfeld ermittelten CO2-Ausstoßes je Produktionsanlage. Bis zum Jahr 2020 ist eine lineare Reduktion der Gratiszuteilung auf 30 % der Anlagenemissionen vorgesehen. Darüber hinaus wird der Umfang der Zertifikatszuteilung auch im Fall einer erheblichen Reduktion der Wärmeproduktion gekürzt.

GRI-Indikator: Kontingent der CO2-Emissionszertifikate (EU5)

Sommerpaket

Im Rahmen des im Juli 2015 veröffentlichten so genannten "Sommerpakets" wurde neben dem Vorschlag zum Emissionshandel auch ein Legislativvorschlag zur Erneuerung der Energieeffizienzkennzeichnungsverordnung vorgelegt. Das Paket umfasst auch mehrere nichtlegislative Vorschläge und Konsultationen zu den Themen "Umgestaltung des europäischen Strommarkts", "Versorgungssicherheit" und "Endkundenmarkt". So wird etwa eine stärkere Involvierung der Endkunden angestrebt, damit diese von einem aktiven Verhalten im Markt und von neuen Technologien profitieren können.

Österreichische Energie- und Klimapolitik Energieeffizienzgesetz

Ziel des Energieeffizienzgesetzes ist es, gemäß den Vorgaben der EU die Energieeffizienz (im Vergleich zum Jahr 2007) bis zum Jahr 2020 um 20 % zu verbessern.

In Österreich sind Energielieferanten seit dem 1. Jänner 2015 verpflichtet, die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden im Umfang von 0,6 % ihrer Energieabsätze des Vorjahres nachzuweisen. Falls dieses Ziel verfehlt wird, hat der Energielieferant einen schuldbefreienden Ausgleichsbetrag von 0,20 Euro/kWh zu entrichten, der in einen Fonds zur Finanzierung von Energiesparprojekten und Projekten zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger fließt.

Im April 2015 wurde die Österreichische Energieagentur mit der Aufgabe der Nationalen Energieeffizienz-Monitoring-Stelle betraut. In dieser Funktion hat die Österreichische Energieagentur die Bewertung von Effizienzmaßnahmen und deren Überwachung vorzunehmen. Eine erste Zielbewertung durch die Monitoring-Stelle erfolgt im Februar 2016.

Die EVN hat mit ihrem Angebot an Energiedienstleistungen schon wesentliche Schritte zur Erfüllung der Energieeffizienzvorgaben gesetzt.

Energiestrategie 2030

Die österreichische Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, eine Energiestrategie bis zum Jahr 2030 zu definieren. Das angestrebte Energiesystem soll effizient, leistbar und sozial verträglich sein. Als Ziele wurden die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit, des Wohlstands und der Wettbewerbsfähigkeit sowie eine intakte Umwelt definiert. Die EVN unterstützt die genannten Ziele und trägt mit ihrem auf den Heimmarkt Niederösterreich fokussierten Investitionsprogramm zu deren Umsetzung bei.

Regulierungsmodell für den Strom- und Gasnetzbetrieb in Österreich Strom (aktuell) Erdgas (aktuell) Regulierungsbehörde Energie-Control Austria Energie-Control Austria Beginn der aktuellen Regulierungsperiode 01.01.2014 01.01.2013 Dauer der Regulierungsperiode 5 Jahre 5 Jahre Beginn der nächsten Regulierungsperiode 01.01.2019 01.01.2018 Regulierungsmethode Erlösobergrenze Erlösobergrenze Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern, nominal1) 6,42 % 6,42 % Genereller Produktivitätsfaktor 1,25 % 1,95 % Individueller Produktivitätsfaktor 0,36 % 0,00 % Inflation2) Jährliche Anpassung Jährliche Anpassung

1) Die verzinsliche Kapitalbasis wird durch die Regulatory Asset Base (RAB) bestimmt.

2) Die jährliche Anpassung für Strom orientiert sich am Verbraucherpreis- und Baupreisindex, jene für Erdgas zusätzlich am Tariflohnindex.

Stromkennzeichnungspflicht

Die mit 6. August 2013 veröffentlichte Novelle des ElWOG (Elektrizitätswirtschafts-und-organisationsgesetz) sieht in § 79a eine verpflichtende Stromkennzeichnung der an Endverbraucher gelieferten Energie vor. Auch die Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken sind gemäß Stromkennzeichnungsverordnungs-Novelle 2013 verpflichtet, ab 1. April 2014 den Pumpstromeinsatz mit Nachweisen für die Stromherkunft zu belegen.

Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG wurde durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen des Versorgungsmix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2014/15 beliefen sich auf 116,46 g/kWh CO2-Emissionen (Vorjahr: 233,05 g/kWh) und 0 mg/kWh (Vorjahr: 0 mg/kWh) radioaktiven Abfall.

GRI-Indikator: Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen (G4-PR3)

Regulatorisches Umfeld

Österreich

In Österreich begannen für Erdgas am 1. Jänner 2013 und für Strom am 1. Jänner 2014 neue Regulierungsperioden. Beide Perioden laufen über fünf Jahre. Wesentlicher Faktor im angewendeten Regulierungsmodell ist neben dem gewichteten Kapitalkostensatz der individuelle Produktivitätsfaktor. Dies ist die für das Unternehmen individuell geltende Kostensenkungsvorgabe. Die Netzgesellschaft der EVN wird vom Regulator im Branchenvergleich hinsichtlich der Produktivität in der oberen Bandbreite bewertet.

Bulgarien

In Bulgarien werden die Haushalts- und Gewerbekunden zu regulierten Preisen beliefert, während die Geschäftskunden sukzessive in den liberalisierten Markt übergeführt werden. In diesem Kundensegment tritt die EVN mit ihrer Handelstochter EVN Trading South East Europe EAD auf. Die EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD, die auch die Haushalts- und Gewerbekunden beliefert, ist "Supplier of last Resort" und versorgt jene Kunden im liberalisierten Marktsegment, die keinen anderen Anbieter auswählen oder vom gewählten Anbieter unverschuldet keinen Strom beziehen können.

Mit Wirkung vom 1. August 2015 senkte der bulgarische Energieregulator die Tarife für Endkunden um durchschnittlich 0,4 %. Die Rückführung der Verbindlichkeit, die zur Aufrollung von Erlösen aus vergangenen Perioden gebildet wurde, wurde für die laufende Regulierungsperiode ausgesetzt. Mit diesem Schritt gibt der Regulator den Verteilgesellschaften die Möglichkeit, ihre Aktivitäten auszubauen und die Servicequalität zu erhöhen.

Bereits im Geschäftsjahr 2013/14 war die EVN mit einem Verwaltungsverfahren konfrontiert gewesen, das von der lokalen Regulierungsbehörde eingeleitet wurde und auf einen Lizenzentzug für die bulgarische Stromvertriebstochter EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD abzielte. Das Verfahren wurde bislang noch immer nicht eingestellt. Die EVN wird ihre Ansprüche in dem aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Verfahren mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wahren.

Ein im Juni 2013 eingeleitetes Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) wird weiterhin aktiv verfolgt.

Bulgarien
Strom
Bulgarien
Wärme
Mazedonien
Strom
Energy and Water Energy and Water Energy Regulatory
Commission
(EWRC) (EWRC) (ERC)
01.08.2015 01.07.2015 01.01.2015
01.08.2018 01.07.2016 01.01.2018
3 Jahre 1 Jahr 3 Jahre
Erlösobergrenze Kapitalverzinsung Erlösobergrenze
7,0 % 5,1 % 6,6 %
8,0 % 30,0 % 14,0 %
Ja Ja Nein
Ja Nein Nein
Regulatory Commission Regulatory Commission

1) Die Erlösobergrenze umfasst die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und die angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis

(RAB – Regulatory Asset Base).

2) Jährliche Überprüfung und Genehmigung des Investitionsplans durch Regulierungsbehörde

Mazedonien

Seit 1. Jänner 2014 ist die Entflechtung ("Unbundling") der einzelnen Geschäftsfelder im Energiegeschäft in Mazedonien umgesetzt. Die EVN hat zur Erfüllung der damit verbundenen Anforderungen eine Vertriebsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL) und eine Produktionsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrani DOOEL) gegründet. Die beiden Gesellschaften bestehen zusätzlich zur bereits bestehenden EVN Macedonia AD, die weiterhin als Netzgesellschaft fungiert.

Die Liberalisierung des Strommarkts wird in Mazedonien schrittweise – und zwar abhängig vom Jahresstromverbrauch der Abnehmer – bis Juli 2020 umgesetzt. Am 1. Juli 2015 wurden die Tarife für die nachfolgenden zwölf Monate festgelegt. Der Endkundenpreis wurde dabei um 0,3 % gesenkt, zudem wurden die Kosten der geplanten Liberalisierungsschritte nicht berücksichtigt.

Kroatien

Während der kroatische Gasmarkt für Business-Kunden bereits seit 2012 liberalisiert ist, wurde die Liberalisierung für Haushaltskunden bis 31. März 2017 aufgeschoben. Die Lieferung an Haushaltskunden erfolgt somit weiterhin zu regulierten Tarifen. Für die Periode vom 1. April 2015 bis zum 31. Dezember 2015 wurden die Haushaltstarife um durchschnittlich 7,7 % verringert.

Seitens des Regulators wurden neue Netzregeln für Übertragungsund Verteilnetzbetreiber sowie neue Gasmarktregeln erlassen. Diese dienen der Verbesserung der Regulierung sowie der Implementierung von Bilanzenergieregeln im gesamten Gasmarkt. Letztere ist Teil der Harmonisierung der kroatischen Regulierungsbestimmungen mit jenen der umgebenden Gasmärkte sowie den EU-Richtlinien. EVN Croatia konnte die Ausgleichsenergierisiken im Gaspreis berücksichtigen und an den Bilanzgruppenverantwortlichen weitergeben. Dadurch wird für die Verteilgesellschaft das Ausgleichsenergierisiko vermieden.

BIP-Wachstum % 2016f 2015e 2014 2013 2012
EU-281) 2) 1,9–2,0 1,7–1,9 1,3–1,4 0,1 –0,5
Österreich2) 3) 1,4–1,6 0,7 0,4 0,3 0,9
Bulgarien1)2) 4) 1,5–2,3 1,1–2,0 1,7 1,1 0,5
Kroatien1) 2) 4) 6) 1,0–1,4 0,5–1,1 –0,4 –0,9 –2,2
Mazedonien5) 6) 3,2–3,8 3,2–3,5 3,5–3,8 2,7 –0,4

1) Quelle: "European Economic Forecast, Autumn 2015", EU-Kommission, November 2015

2) Quelle: "Prognose der österreichischen Wirtschaft 2015–2016", IHS, September 2015

3) Quelle: "Prognose für 2015 bis 2016: Österreichs Wirtschaft gewinnt etwas an Dynamik", WIFO, September 2015

4) Quelle: "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2015", Raiffeisen Research, Oktober 2015

5) Quelle: "Global Economic Prospects", World Bank, Juni 2015

6) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, Oktober 2015

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahresverlauf 2015 – nicht zuletzt belastet durch die Turbulenzen in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China – sehr volatil. Wirtschaftsforscher gehen für das Gesamtjahr 2015 von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,0 % bis 3,5 % aus. Für die chinesische Wirtschaft werden aktuell Wachstumsraten von rund 7 % vorausgesagt – und damit der niedrigste Wert seit 1990. Zusätzlich befinden sich große Volkswirtschaften wie Russland oder Brasilien in einer Rezession. Die USA und der Euroraum hingegen verzeichnen steigende Wachstumsraten. Europa profitiert dabei von den erfolgreichen Reformen in ehemaligen Krisenländern wie Irland oder Spanien; zusätzlich positiv wirken konjunkturstützende Faktoren wie der niedrigere Ölpreis, der schwächere Euro sowie die expansive Geldpolitik der europäischen Zentralbank. Vor diesem Hintergrund wird für die Eurozone für 2015 eine Wachstumsrate von 1,7 % bis 1,9 %, für 2016 ein Zuwachs zwischen 1,9 % und 2,0 % erwartet.

Die Wirtschaft in Österreich wächst 2015 nur schwach. Trotz des niedrigen Zinsniveaus sind heimische Unternehmen sehr vorsichtig in ihren Investitionsentscheidungen. Zusätzlich stagnierte der Privatkonsum der Haushalte. Erst im kommenden Jahr dürfte sich der Wachstumsrückstand gegenüber dem Durchschnitt des Euroraums etwas verringern. So sollte der Konsum der privaten Haushalte 2016 aufgrund der Einkommensentlastung durch die Steuerreform 2015/16 und der Ausweitung der Beschäftigung wieder zunehmen. Angesichts dieses Umfelds rechnen die Wirtschaftsforscher für 2015 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 %, das sich 2016 auf 1,4 % bis 1,6 % etwas beschleunigen soll.

In Bulgarien hat das BIP im Berichtszeitraum weiter zugenommen. Die größten Impulse gingen hier von den Nettoexporten und den Investitionsaktivitäten aus, während sich die Nachfrage der Privathaushalte nur leicht erhöhte. Die laufende Stabilisierung des bulgarischen Arbeitsmarkts und der Staatsfinanzen dürfte sich dank der positiven BIP-Dynamik wie erwartet auch 2015 und 2016 in gemäßigtem Tempo fortsetzen. Für 2015 wird aktuell ein Wirtschaftswachstum von 1,1 % bis 2,0 % erwartet. Dieser positive Trend soll auch 2016 weiter anhalten und sich in einer Wachstumsrate zwischen 1,5 % und 2,3 % niederschlagen.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Kroatien bestätigen das Einsetzen einer moderaten Erholung. Wichtigster Wachstumsträger ist hier bisher die gesteigerte Exporttätigkeit, während von der Binnennachfrage erst ab 2016 stärkere Impulse erwartet werden. Aus aktueller Perspektive dürfte 2015 zudem das erfolgreichste Tourismusjahr aller Zeiten gewesen sein. In nächster Zeit wird nun auch mit einem Rückgang der aktuell hohen Arbeitslosigkeit gerechnet. Für das laufende Jahr 2015 gehen die Wirtschaftsforscher von einem Wachstum des BIP zwischen 0,5 % und 1,1 % aus, 2016 dürfte der Zuwachs zwischen 1,0 % und 1,4 % liegen.

Mit einem Wirtschaftswachstum von 3,8 % war Mazedonien im Jahr 2014 regionaler Spitzenreiter. Verantwortlich dafür war vor allem die solide Investitionsnachfrage, die von öffentlichen Infrastrukturprojekten profitiert. Hinzu kam ein kräftiger Anstieg der Exporte. Ungeachtet dieser vergleichsweise robusten Wirtschaftsentwicklung liegt die Arbeitslosigkeit jedoch auf unverändert hohem Niveau. 2015 dürfte die Wirtschaftsleistung Mazedoniens um 3,2 % bis 3,5 % zulegen, während die Schätzungen für das Wirtschaftswachstum für das Jahr 2016 zwischen 3,2 % und 3,8 % liegen.

Energiewirtschaftliches Umfeld – Kennzahlen 2014/15 2013/14 +/–
in %
2012/13
Temperaturbedingter Energiebedarf1) %
Österreich 88,1 86,9 1,2 107,5
Bulgarien 94,6 80,4 14,2 88,0
Mazedonien 99,9 89,4 10,4 95,1
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 52,7 79,7 –33,9 82,9
Erdgas – NCG2) EUR/MWh 21,4 22,1 –3,0 26,9
Steinkohle – API#23) EUR/t 53,9 59,5 –9,5 63,1
CO2-Emissionszertifikate (2./3. Periode) EUR/t 7,2 5,2 38,8 5,3
Strom – EEX Forwardmarkt 4)
Grundlaststrom EUR/MWh 34,9 38,6 –3,8 47,5
Spitzenlaststrom EUR/MWh 43,8 49,2 –5,4 58,8
Strom – EPEX Spotmarkt 5)
Grundlaststrom EUR/MWh 32,1 33,5 –4,1 38,8
Spitzenlaststrom EUR/MWh 39,8 42,2 –5,6 49,9

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010, in Bulgarien jenem von 2004 bis 2012 und

in Mazedonien jenem von 2001 bis 2010; ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten. 2) Net Connect Germany (NCG) – Börsepreis für Erdgas an der EEX (European Energy Exchange)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX (European Energy Exchange)

5) EPEX Spot – European Power Exchange

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die energiewirtschaftliche Geschäftsentwicklung der EVN ist wesentlich durch externe Einflussfaktoren geprägt. Im Bereich der Retail-Kunden sind die Witterungsbedingungen für die Nachfrage nach Energie in Form von Strom, Erdgas und Wärme ausschlaggebend, während die Nachfrage der Industriekunden vor allem durch die wirtschaftliche Entwicklung bestimmt wird.

Die Durchschnittstemperaturen in Österreich zeigten im Berichtszeitraum kaum eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr, das von einem überdurchschnittlich milden Winter geprägt gewesen war. In Südosteuropa wurden hingegen deutlich niedrigere Temperaturen verzeichnet. Während sich dadurch die Heizgradsumme in Österreich nur geringfügig um 1,2 Prozentpunkte erhöhte, nahm sie in Bulgarien und Mazedonien um 14,2 bzw. 10,4 Prozentpunkte zu.

Auch im Geschäftsjahr 2014/15 gingen die Preise für Primärenergieträger wie Rohöl, Erdgas und Steinkohle weiter zurück. Hauptgründe dafür waren höhere Lagerstände. Sie ergaben sich aus der durch die eingetrübten Konjunkturaussichten rückläufigen Nachfrage, der unveränderte Förderquoten gegenüberstanden. Bei den CO2-Emissionszertifikaten führte die Verringerung der Auktionsmenge durch die Europäische Union im Vorjahresvergleich zwar zu einem Anstieg des Preises, der aber nach wie vor als günstig zu bewerten ist. In Kombination mit den weiterhin sinkenden Steinkohlepreisen fördert dies die Wirtschaftlichkeit der Stromerzeugung aus Kohle, während etwa in Deutschland und Österreich hochmoderne Gaskraftwerke mangels Wirtschaftlichkeit zur Stilllegung angemeldet oder bereits vom Netz genommen wurden.

Ebenfalls rückläufig entwickelten sich die Termin- und Spotmarktpreise an den europäischen Strombörsen. Hier führten der fortgesetzte Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, der erst schrittweise umzusetzende Ausstieg aus der nuklearen Stromerzeugung und die stagnierende Konjunktur zu einem Überangebot. Die Folge daraus sind gleichfalls Stilllegungen von thermischen Kraftwerken, wie sie im Markt bereits zu beobachten waren.

Geschäftsentwicklung

Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 155f) wurde gegenüber dem Vorjahr per Saldo um eine vollkonsolidierte Gesellschaft reduziert; die Anzahl der at Equity einbezogenen Unternehmen blieb unverändert. Insgesamt wurden somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 68 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 69), ein als Joint Operation anteiliges Unternehmen (Vorjahr: 1) sowie 19 at Equity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 19) in den Konzernabschluss einbezogen. Zu den vollkonsolidierten Unternehmen kam seit dem Geschäftsjahr 2013/14 die EVN Bulgaria RES Holding GmbH hinzu. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden die OAO "WTE Süd-Ost", in der die Natriumhypochloritanlage in Moskau bilanziert war, sowie die Tochtergesellschaft V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H. aufgrund ihrer Veräußerungen entkonsolidiert.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der EVN haben sich im Geschäftsjahr 2014/15 um 161,0 Mio. Euro bzw. 8,2 % auf 2.135,8 Mio. Euro erhöht. Dieser Anstieg beruhte zum einen auf dem Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum über eine gesamte Geschäftsperiode und der damit verbundenen Vermarktung der erzeugten Strommengen, zum anderen auf dem Ausbau der Erdgashandelsaktivitäten des Konzerns. Wesentliche positive Impulse gingen auch von den Beteiligungen in Südosteuropa aus. So trugen der Entfall der negativen Einmaleffekte im Zusammenhang mit den regulatorischen Entscheidungen des Vorjahres sowie die diesjährigen Tarifentscheidungen in Bulgarien und Mazedonien spürbar zur Umsatzsteigerung bei. Positive Effekte ergaben sich schließlich aus dem verstärkten Einsatz der als Reservekapazität vermarkteten thermischen Kraftwerke der EVN.

Highlights 2014/15

  • Stromerzeugung um 11,1 % gesteigert
  • Erneuerbare Produktionskapazität um 37 MW ausgebaut
  • Verstärkter Einsatz der thermischen Kraftwerke zur
  • Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland • Gesteigertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern
  • Energiewirtschaftliches Ergebnis deutlich verbessert
  • Veräußerung der Natriumhypochloritanlage an die Stadt Moskau
  • Operative Verbesserungen in Bulgarien und Mazedonien wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus
  • Ungünstigere Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung erforderte Wertminderungen im Erzeugungsbereich
  • Entfall negativer Einmaleffekte aus dem Geschäftsjahr 2013/14
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Kurzfassung
2014/15
Mio. EUR
2013/14
Mio. EUR
+/–
absolut
in % 2012/131)
Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.135,8 1.974,8 161,0 8,2 2.105,9
Sonstige betriebliche Erträge 108,4 71,1 37,2 52,3 95,2
Fremdstrombezug und Energieträger –1.066,5 –1.032,2 –34,3 –3,3 –979,0
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –254,0 –251,9 –2,1 –0,8 –301,3
Personalaufwand –313,5 –313,0 –0,5 –0,2 –305,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen –168,1 –359,0 190,9 53,2 –170,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
141,1 94,0 47,0 50,0 95,0
EBITDA1) 583,2 184,1 399,2 540,0
Abschreibungen –260,3 –256,0 –4,3 –1,7 –237,9
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –54,7 –269,5 214,8 79,7 –59,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 268,2 –341,4 609,6 242,2
Finanzergebnis –60,3 –31,9 –28,4 –88,9 –71,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 207,9 –373,3 581,2 170,7
Ertragsteuern –17,3 102,8 –120,1 –17,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 190,7 –270,5 461,2 152,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 148,1 –299,0 447,1 109,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,6 28,5 14,1 49,4 43,5
Ergebnis je Aktie in EUR2) 0,83 –1,68 2,51 0,61

1) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

2) Verwässert ist gleich unverwässert

Der im Ausland erzielte Umsatz der EVN stieg um 116,7 Mio. Euro bzw. 11,7 % auf 1.111,4 Mio. Euro. Sein Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns erhöhte sich dadurch von 50,4 % im Vorjahr auf 52,0 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen im Berichtszeitraum um 37,2 Mio. Euro bzw. 52,3 % auf 108,4 Mio. Euro zu. Maßgeblich dafür waren der positive Abschluss der Verhandlungen mit der Stadt Moskau im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage, der im Oktober 2014 zum Verkauf der Anteile an der Projektgesellschaft führte, sowie höhere Bestandsveränderungen im Netzbereich.

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger erhöhte sich im Berichtszeitraum um 34,3 Mio. Euro bzw. 3,3 % auf 1.066,5 Mio. Euro. Auslöser dafür waren höhere Einsatzkosten für Energieträger, die auf den Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum zurückgingen, der Einsatz höherer Erdgasmengen zu Handelszwecken sowie gestiegene Energiebeschaffungskosten aufgrund erhöhter Energiebezugspreise in Bulgarien.

Die Position Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand erhöhte sich um 2,1 Mio. Euro bzw. 0,8 % auf 254,0 Mio. Euro. Hier wurden die im zweiten Quartal 2014/15 durchgeführte Wertberichtigung auf die (in den Vorräten abgebildeten) verbliebenen Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau sowie die Instandsetzungskosten für Freileitungen nach Eisregen und heftigen Schneefällen im Winter 2014/15 in Niederösterreich und Bulgarien durch einen Rückgang der sonstigen Fremdleistungen nahezu kompensiert.

Der Personalaufwand blieb mit einem Anstieg von 0,5 Mio. Euro bzw. 0,2 % auf 313,5 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Ein Anstieg der Personalkosten durch kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltserhöhungen konnte dabei durch weitere Prozess- und Organisationsoptimierungen insbesondere in den südosteuropäischen Gesellschaften nahezu ausgeglichen werden. In Summe reduzierte sich der durchschnittliche Personalstand im Berichtszeitraum um 341 Personen bzw. 4,7 % auf 6.973 Personen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um 190,9 Mio. Euro bzw. 53,2 % auf 168,1 Mio. Euro. Der Vorjahreswert war hier durch eine Wertberichtigung der Leasingforderung im Zusammenhang mit dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wesentlich beeinflusst gewesen. Zusätzlich kam es im Berichtszeitraum zur Bildung einer Rückstellung für drohende Zahlungen aus Haftungen für die EconGas GmbH, die jedoch vor allem durch verringerte Rechts- und Beratungsaufwendungen nahezu vollständig kompensiert wurden.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter betrug 141,1 Mio. Euro und erhöhte sich damit um 47,0 Mio. Euro bzw. 50,0 %. Hauptgrund für diese positive Entwicklung war eine Ergebnisverbesserung bei der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) und der EVN KG. Gegenläufig wirkte hinge-

angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

1) Aufgrund der Darstellung nach dem Ursprungslandprinzip ergeben sich Abweichungen zu den Vorjahreszahlen.

2013/14

2) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

gen eine Wertminderung der Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH aufgrund einer ungünstigeren Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung. Dieser Effekt wird allerdings durch eine Erhöhung der Ergebnisanteile der übrigen at Equity einbezogenen Unternehmen ausgeglichen. In Summe hat die EVN im Berichtszeitraum ein EBITDA von 583,2 Mio. Euro erwirtschaftet, das damit um 399,2 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres lag.

Die planmäßigen Abschreibungen erhöhten sich um 4,3 Mio. Euro bzw. 1,7 % auf 260,3 Mio. Euro, insbesondere hervorgerufen durch die laufende Investitionstätigkeit im Netzbereich und den Ausbau der erneuerbaren Produktionskapazitäten. Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen, die im Vorjahr wesentlich von negativen Bewertungseffekten in Bulgarien und Mazedonien beeinflusst gewesen waren, verringerten sich um 214,8 Mio. Euro bzw. 79,7 % auf 54,7 Mio. Euro. Hier mussten zum einen im ersten Halbjahr 2014/15 Wertminderungen in Höhe von 17,0 Mio. Euro vorgenommen werden, die sich überwiegend aus einer erwarteten künftigen Erhöhung der Instandhaltungs- und Betriebskosten durch die mit April 2015 erfolgte Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr ergaben. Infolge der weniger günstigen Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung mussten zudem für das anteilige Kraftwerk Duisburg-Walsum Wertminderungen in Höhe von 27,6 Mio. Euro vorgenommen werden; auf dieser Basis kam es auch bei anderen Stromerzeugungsanlagen zu Wertminderungen. Zusätzlich führten Anpassungen der erwarteten Absatzmengen einzelner Fernwärmeanlagen ebenfalls zu einem Wertminderungsbedarf. Auf Basis dieser Entwicklungen betrug das operative Ergebnis (EBIT) 268,2 Mio. Euro. Es übertraf den Vorjahreswert um 609,6 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis belief sich auf –60,3 Mio. Euro und lag damit um 28,4 Mio. Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Diese Veränderung ergab sich zum einen aus der verringerten Ausschüttung der Verbund AG für das Geschäftsjahr 2014 und zum anderen aus der Auflösung des Sicherungsgeschäfts für die Finanzierung der veräußerten Natriumhypochloritanlage in Moskau sowie den Kosten für die diesbezügliche Investitionsgarantie der Bundesrepublik Deutschland.

Per Saldo ergab sich für das Geschäftsjahr 2014/15 ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 207,9 Mio. Euro (Vorjahr: –373,3 Mio. Euro). Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 17,3 Mio. Euro errechnet sich ein Ergebnis nach Ertragsteuern von 190,7 Mio. Euro, das damit um 461,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert lag.

Das Konzernergebnis erhöhte sich ebenfalls auf 148,1 Mio. Euro (Vorjahr: –299,0 Mio. Euro), das Ergebnis je Aktie stieg im Einklang damit auf 0,83 Euro (Vorjahr: –1,68 Euro). Auf dieser Basis wird der Vorstand der 87. Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2014/15 eine stabile Dividendenausschüttung von 0,42 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,42 Euro) vorschlagen. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von 4,3 % (Vorjahr: 4,1 %) zum Aktienkurs der EVN AG von 9,854 Euro per 30. September 2015.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Mit 6.501,2 Mio. Euro lag die Bilanzsumme der EVN per 30. September 2015 um 340,6 Mio. Euro bzw. 5,0 % unter dem Vergleichswert zum 30. September 2014.

Die langfristigen Vermögenswerte sanken dabei um 248,5 Mio. Euro bzw. 4,3 % auf 5.529,2 Mio. Euro. Dennoch erhöhte sich der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen durch den Rückgang der Bilanzsumme geringfügig auf 85,0 % (30. September 2014: 84,4 %). Einen geringfügigen Rückgang um 2,1 Mio. Euro auf 3.736,6 Mio. Euro verzeichneten dabei die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Damit konnten die Zugänge aufgrund der laufenden Investitionstätigkeit die Abschreibungen und Wertminderungen nicht vollständig ausgleichen. Der Ansatz der at Equity einbezogenen Unternehmen und der sonstigen Beteiligungen lag mit 1.397,8 Mio. Euro um 156,0 Mio. Euro bzw. 10,0 % unter dem Vorjahreswert. Verantwortlich für diesen Rückgang waren vor allem die stichtagsbedingte niedrigere Marktbewertung der von der EVN AG direkt gehaltenen Verbund-Aktien sowie die Wertminderung des Beteiligungsansatzes der EVN an der Verbund Innkraftwerke GmbH. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich insbesondere durch die Umgliederung von kurzfristigen Komponenten der Leasingforderungen in das kurzfristige Vermögen um 90,3 Mio. Euro bzw. 18,6 % auf 394,9 Mio. Euro.

30.09.2015 30.09.2014 30.09.20131)
Mio. EUR
3.867,8
1.638,8
900,6
6.407,2
972,0 840,4 131,6 15,7 876,5
0,0 223,7 –223,7 –100,0 0,0
6.501,2 6.841,8 –340,6 –5,0 7.283,7
2.334,8 2.395,2 –60,4 –2,5 2.837,5
255,4 237,5 17,8 7,5 241,7
2.590,1 2.632,7 –42,6 –1,6 3.079,2
1.535,7 1.747,7 –212,0 –12,1 1.805,7
492,3 545,5 –53,2 –9,8 582,8
583,1 609,4 –26,3 –4,3 583,0
2.611,0 2.902,6 –291,6 –10,0 2.971,5
140,1 194,2 –54,1 –27,9 394,6
1.160,0 1.112,3 47,7 4,3 838,3
1.300,0 1.306,5 –6,4 –0,5 1.232,9
6.501,2 6.841,8 –340,6 –5,0 7.283,7
Mio. EUR
3.736,6
1.397,8
394,9
5.529,2
Mio. EUR
3.738,7
1.553,8
485,2
5.777,7
Mio. EUR
–2,1
–156,0
–90,3
–248,5
+/–
in %
–0,1
–10,0
–18,6
–4,3

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtszeitraum um 131,6 Mio. Euro bzw. 15,7 % auf 972,0 Mio. Euro. Erlösbedingt höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zugänge aus der Umgliederung von langfristigen Komponenten in das kurzfristige Vermögen sowie Zuwächse bei den kurzfristigen Wertpapieren im Rahmen der Veranlagung der verfügbaren Liquidität in Cash-Fonds führten zu diesem Anstieg. Das rückläufige Vorratsvermögen schwächte den Anstieg hingegen leicht ab.

Der Verkauf der Natriumhypochloritanlage in Moskau per Ende Oktober 2014 führte zu einem Rückgang der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte. Die durch den Verkauf generierte Liquidität wurde zur Rückzahlung von im Zusammenhang mit diesem Projekt stehenden Finanzierungen verwendet bzw. in Cash-Fonds veranlagt.

Das Eigenkapital der EVN belief sich per 30. September 2015 auf 2.590,1 Mio. Euro und lag damit um 42,6 Mio. Euro bzw. 1,6 % unter dem Vorjahresniveau. Damit wog das positive Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2014/15 die direkt im Eigenkapital erfassten erfolgsneutralen Ergebnisse sowie die Ausschüttungen an die Aktionäre der EVN AG und an nicht beherrschende Anteile nicht vollständig auf. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich jedoch aufgrund der geringeren Bilanzsumme auf 39,8 % (Vorjahr: 38,5 %).

Die langfristigen Schulden gingen um 291,6 Mio. Euro bzw. 10,0 % auf 2.611,0 Mio. zurück. Wesentliche Gründe dafür waren die Umgliederung kurzfristiger Anteile aus den langfristigen Schulden, verringerte Personalrückstellungen sowie geringere latente Steuerverbindlichkeiten.

Die kurzfristigen Schulden verringerten sich um 6,4 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 1.300,0 Mio. Euro. Die hier verbuchte Rückführung der Finanzierungen für die Natriumhypochloritanlage in Moskau sowie rückläufige Lieferantenverbindlichkeiten wurden jedoch durch die Bildung einer Rückstellung für drohende Zahlungen aus Haftungen

Wertanalyse 2014/15 2013/14 +/–
in %
2012/131)
ROE % 7,3 –9,5 16,8 5,0
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 2.611,4 2.856,0 –8,6 3.057,4
WACC nach Ertragsteuern2) % 6,5 6,5 0,0 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)3) % 7,5 2,9 4,6 6,1
Durchschnittliches Capital Employed3) Mio. EUR 4.523,1 4.900,5 –7,7 5.046,6
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 3) Mio. EUR 341,0 144,5 307,3
EVA® Mio. EUR 47,0 –174,1 –20,7

2) Der angegebene WACC wird zum Zweck der Unternehmenssteuerung verwendet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konstant zu ermitteln, wird die Martkbewertung der Beteiliung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

für die EconGas GmbH, die Umgliederung der kurzfristigen Komponenten der Finanzverbindlichkeiten sowie den Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten nahezu wettgemacht.

Wertanalyse

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken zum Zweck der Unternehmenssteuerung mit 6,5 % angesetzt.

Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) der EVN lag im Geschäftsjahr 2014/15 bei 7,3 % (Vorjahr: –9,5 %). Der erwirtschaftete Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) betrug 47,0 Mio. Euro (Vorjahr: –174,1 Mio. Euro). Die operative Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) betrug im Geschäftsjahr 2014/15 7,5 % (Vorjahr: 2,9 %).

Liquiditätslage

Aufgrund des starken Cash Flow aus dem operativen Bereich konnte die EVN ihre Nettoverschuldung im Berichtszeitraum um 391,5 Mio. Euro bzw. 24,1 % auf 1.230,9 Mio. Euro reduzieren. Auf dieser Basis nahm auch die Gearing Ratio trotz des gesunkenen Eigenkapitals von 61,6 % auf 47,5 % ab.

Zur Sicherung ihrer finanziellen Flexibilität verfügt die EVN über eine syndizierte und zusätzlich über bilaterale Kreditlinien, die per 30. September 2015 nicht gezogen waren und somit vollumfänglich zur Verfügung standen. Für die syndizierte Kreditlinie im Ausmaß von 400 Mio. Euro wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die im Kreditvertrag enthaltene Verlängerungsmöglichkeit um ein Jahr genutzt; dadurch wurde das Laufzeitende auf Juli 2020 (statt bisher Juli 2019) erstreckt. Die Restlaufzeiten der mit sechs Banken abgeschlossenen bilateralen Kreditlinien im Gesamtausmaß von 175 Mio. Euro betragen bis zu vier Jahre. Die Liquiditätssituation kann auf Basis dieser Reserven als stabil beurteilt werden.

Nettoverschuldung in Mio. EUR, Gearing in %

1) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss ab Seite 188f abgebildet.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus dem Ergebnis nahm dank der positiven operativen Entwicklung der EVN ungeachtet des höheren unbaren Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen im Berichtszeitraum um 100,6 Mio. Euro auf 438,1 Mio. Euro zu. Beim Cash Flow aus dem operativen Bereich hingegen ergab sich durch Veränderungen im Working Capital, die auf Einmaleffekten im Vorjahr beruhten, ein Rückgang um 67,7 Mio. Euro auf 478,3 Mio. Euro.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich belief sich auf –72,7 Mio. Euro und lag damit um 170,6 Mio. Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Dem laufenden Investitionsprogramm und der Veranlagung eines Teils der liquiden Mittel in kurzfristigen Wertpapieren stand hier ein Mittelzufluss aus dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage in Moskau gegenüber.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich von –357,3 Mio. Euro ist auf die Rückführung der Finanzierung im Zusammenhang mit

Nettoverschuldung 30.09.2015
Mio. EUR
30.09.2014
Mio. EUR
+/–
Mio. EUR
in % 30.09.20131)
Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.535,7 1.747,7 –212,0 –12,1 1.805,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten2) 129,9 173,8 –43,9 –25,2 373,7
Fonds der liquiden Mittel –244,9 –197,2 –47,7 –24,2 –229,5
Lang- und kurzfristige Wertpapiere –154,5 –62,9 –91,6 –101,1
Lang- und kurzfristige Ausleihungen –35,3 –38,9 3,6 9,3 –39,2
Nettoverschuldung 1.230,9 1.622,4 –391,5 –24,1 1.809,6
Eigenkapital 2.590,1 2.632,7 –42,6 –1,6 3.079,2
Gearing (%) 47,5 61,6 –14,1 58,8

2) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

der Natriumhypochloritanlage sowie auf die laufende Tilgung von Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Zudem sind darin die im Jänner 2015 ausbezahlte Dividende sowie die Dividende für nicht beherrschende Anteile für das Geschäftsjahr 2013/14 enthalten.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen der EVN lagen im Geschäftsjahr 2014/15 mit 322,7 Mio. Euro um 73,7 Mio. Euro bzw. 18,6 % unter dem Vorjahresvolumen.

In Summe ergab sich für das Geschäftsjahr 2014/15 ein Cash Flow von 48,3 Mio. Euro, der um 80,6 Mio. Euro über dem Cash Flow der Vergleichsperiode lag. Per 30. September 2015 belief sich der Fonds liquider Mittel damit auf 244,9 Mio. Euro. Zusätzlich standen der EVN nicht gezogene Kreditlinien in Höhe von 575,0 Mio. Euro zur Absicherung eines etwaigen kurzfristigen Finanzierungsbedarfs zur Verfügung.

In Segment "Erzeugung" lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich. So erhöhte die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Windparks Prottes-Ollersdorf die hier verfügbare Windkraftkapazität im Berichtszeitraum um 37 MW, wodurch die EVN nun insgesamt über 250 MW an Windkraftkapazitäten verfügt. In Summe waren die Investitionen im Bereich Erzeugung dank der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum im vorangegangenen Geschäftsjahr jedoch rückläufig.

2014/15 2013/14 +/– 2012/131)
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 207,9 –373,3 581,2 170,7
Unbare Ergebniskomponenten 230,1 710,8 –480,6 –67,6 366,5
Cash Flow aus dem Ergebnis 438,1 337,4 100,6 29,8 537,1
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 35,6 228,1 –192,5 –84,4 61,1
Zahlungen für Ertragsteuern 4,6 –19,6 24,3 –28,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 478,3 546,0 –67,7 –12,4 570,0
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen inkl. Baukosten- und Investitionszuschüsse
–242,5 –300,5 58,0 19,3 –289,5
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
250,3 14,2 236,1 –29,2
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren –80,5 43,1 –123,6 –40,3
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –72,7 –243,3 170,6 70,1 –359,1
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –357,3 –335,0 –22,3 –6,7 –113,8
Cash Flow gesamt 48,3 –32,3 80,6 97,2
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 197,2 229,5 –32,3 –14,1 132,3
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel –0,6 0,0 –0,6 0,0
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 244,9 197,2 47,7 24,2 229,5

1) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

2014/15 2013/14 +/– 2012/132)
Investitionsschwerpunkte der EVN1) Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Erzeugung 47,8 84,1 –36,2 –43,1 68,7
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 5,8 36,1 –41,8 –87,8 22,8
davon kalorische Kraftwerke 39,9 47,6 3,7 10,3 45,0
davon erneuerbare Energie in Südosteuropa 1,5 0,0 1,4 0,1
Energiehandel und -vertrieb 22,7 32,3 –9,6 –29,7 30,0
davon Wärmeanlagen 22,4 30,7 –8,3 –27,2 29,1
Netzinfrastruktur Inland 160,2 186,8 –26,6 –14,2 176,4
davon Stromnetz 113,4 135,4 –22,0 –16,3 99,5
davon Gasnetz 33,9 38,6 –4,7 –12,1 65,1
davon Kabel-TV und Telekommunikation 13,0 11,8 1,2 9,8 9,9
Energieversorgung Südosteuropa 78,5 77,5 1,1 1,4 82,4
Umwelt 10,9 13,3 –2,3 –17,6 11,9
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze,
Abwasserentsorgung 9,4 9,4 0,0 –0,4 5,3
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 2,5 2,5 0,0 1,6 3,5
Summe 322,7 396,3 –73,7 –18,6 372,9

1) Nach Konsolidierung

2) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

Im Segment "Energiehandel und -vertrieb" lag der Hauptfokus der Investitionstätigkeit auf dem Ausbau der Fernwärmenetze der EVN und auf dem Bau von Nahwärmeanlagen bzw. Biomasseheizwerken. Projektverschiebungen in das Geschäftsjahr 2015/16 vor allem im Wärmegeschäft führten dennoch zu einem Rückgang der Gesamtinvestitionen in diesem Segment.

Im Segment "Netzinfrastruktur Inland" lagen die Investitionen auf hohem Niveau, aber unter dem Vorjahreswert. Der Fokus lag einmal mehr auf dem Neubau bzw. der Erweiterung von Umspannwerken und dem Ausbau der 110-kV-Leitungen.

In Segment "Energieversorgung Südosteuropa" lagen die Investitionen weitgehend auf Vorjahresniveau. Unter anderem wurde hier in Kroatien der Ausbau der Erdgasversorgung entlang der dalmatinischen Küste fortgesetzt.

Im Segment "Umwelt" lag der Fokus vor allem auf der Trinkwasserversorgung, dem Bau von Naturfilteranlagen zur natürlichen Qualitätssteigerung des Trinkwassers in Niederösterreich sowie der Abwasserentsorgung.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die obenstehende Tabelle.

Struktur der Investitionen

1) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

Nichtfinanzielle Kennzahlen

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie und tragen damit wesentlich zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts der EVN bei. Als Basis für ein gezieltes Controlling der CSR-Aktivitäten fand auch eine Reihe an CSR-Kennzahlen Eingang in das interne und externe Reporting der EVN. Einen Auszug der wichtigsten nichtfinanziellen Kennzahlen für die EVN finden Sie in diesem Kapitel.

Arbeiten bei der EVN 2014/15 2013/14 2012/131)
Mitarbeiter gesamt
Durchschnitt
6.973 7.314 7.445
Frauenanteil 21,9
%
21,4 21,9
Aus- und Weiterbildungsaufwand2)
Mio. EUR
1,9 2,3 2,3
Aus- und Weiterbildungsaufwand pro Mitarbeiter2)
EUR
275,7 310,4 314,8
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter
Stunden
30,7 34,9 31,3
Arbeitsunfälle
Anzahl
83 97 121

1) Die Zahlen des Geschäftsjahres 2012/13 wurden im Vorjahr retrospektiv angepasst (siehe Ganzheitsbericht 2013/14, Seite 148).

2) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

Die EVN als verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Der Frauenanteil unter den Mitarbeitern betrug in der Berichtsperiode 21,9 %. Bereits im Geschäftsjahr 2010/11 hatte die EVN das Programm "Frauen@EVN" initiiert. Es strebt insbesondere die Verbesserung jener Rahmenbedingungen an, die Frauen traditionell stärker nachteilig betreffen als Männer. Ziele sind dabei die Gewährleistung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern sowie die Erhöhung des Frauenanteils in der EVN.

Die EVN ist sich des hohen strategischen Werts ihrer qualifizierten Mitarbeiter bewusst. Die Absicherung und Erweiterung ihres hohen Kompetenzniveaus bildet deshalb einen Schwerpunkt im Personalmanagement. Organisiert werden die entsprechenden Aus- und Weiterbildungsangebote in Österreich, Bulgarien und Mazedonien durch die EVN Akademie.

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen zentralen Stellenwert ein. Das hohe Sicherheitsniveau wird vor allem durch Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet.

Versorgungssicherheit, Umweltschutz und Ressourcenschonung, nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz Energieerzeugung

Ein flexibler Erzeugungsmix ist für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit und ebenso für die Zukunftsfähigkeit der EVN von entscheidender Bedeutung. Deshalb stellt der weitere Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen – vor allem aus Wind- und Wasserkraft, aber auch aus Biomasse und Sonnenenergie – einen zentralen strategischen Schwerpunkt dar. Die EVN verfolgt das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung nachhaltig auf 50 % zu steigern. Im Geschäftsjahr 2014/15 stammten bereits 43,1 % der Gesamtstromproduktion der EVN aus erneuerbaren Quellen. Im Heimmarkt Niederösterreich werden dazu vor allem die Windkraftanlagen ausgebaut, um die Erzeugungskapazität in diesem Bereich von derzeit 250 MW mittelfristig auf rund 300 MW zu erhöhen.

Neben der ökologischen Verantwortung trägt die EVN auch ökonomische Verantwortung. Deshalb strebt sie die Erreichung einer soliden Eigenerzeugungsquote an; 30 % des konzernweiten Strom-

Energieerzeugung 2014/15 2013/14 2012/13
Anteil erneuerbare Energie an Gesamtproduktion % 43,1 42,5 52,8
Erzeugungskapazität aus Windkraftanlagen MW 250 213 200
Eigenerzeugungsquote % 25,3 22,7 18,3

absatzes sollen aus eigener Erzeugung bzw. aus Strombezugsrechten abgedeckt werden können. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrug die Eigenerzeugungsquote 25,3 %.

Innovation, Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen Innovations-, Entwicklungsund Forschungsprojekten für eine effiziente, intelligente und umweltfreundliche Energiezukunft. Das konkrete Projektportfolio wird dabei durch die aktuellen und zukünftigen Anforderungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette im Kerngeschäft Energie und Umwelt bestimmt. Die Ziele der Innovations-, Entwicklungsund Forschungsaktivitäten leiten sich aus der Konzernstrategie ab und beziehen sich auf die Schonung von Umwelt und Ressourcen, auf die Versorgungssicherheit und vor allem auf die Wettbewerbsfähigkeit der EVN. Forschungsprojekte werden – je nach konkreter Anforderung und Sinnhaftigkeit – in Kooperation unterschiedlicher Konzernbereiche sowie in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Industrie durchgeführt. Da der Schwerpunkt der EVN in der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung liegt, ergänzen sich die Kompetenzen mit den auf Grundlagenforschung ausgerichteten Profilen der wissenschaftlichen Kooperationspartner. Der Erfahrungsaustausch in nationalen und internationalen Projekten trägt nicht nur zum Erfolg von Projekten der EVN bei, sondern versorgt auch Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen mit aktuellen Forschungsthemen und leistet damit einen Beitrag zur qualifizierten und praxisnahen Ausbildung von Studenten.

Aufwand Innovations-, Forschungsund Entwicklungsprojekte in Mio. EUR Förderquote1) in %

Förderquote

Aufwand Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte

1) Förderquote = Anteil der Förderungen am Gesamtaufwand für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Im Geschäftsjahr 2014/15 wendete die EVN 1,4 Mio. Euro (davon 13,7 % über Förderungen) für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Themengebiet der Netzintegration erneuerbarer Energieträger. So wurden Projekte zu innovativen Energiespeichern sowie zu dezentraler Erzeugung und Smart Grids initiiert und umgesetzt. Unter Führung der EVN weitergeführt wurde darüber hinaus in der Berichtsperiode die E-Mobilität-Modellregion Niederösterreich mit zahlreichen Angeboten für Endkunden. Im Bereich der konventionellen Erzeugung lag der Schwerpunkt neben der kontinuierlichen Optimierung und Flexibilisierung der bestehenden Kraftwerke im Bereich der CO2-Abscheidung. Das dabei gewonnene reine CO2 soll mithilfe von biotechnologischen Methoden in einen biologisch abbaubaren Kunststoff umgewandelt werden. Im Geschäftsbereich Umwelt lagen die Schwerpunkte auf der Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Abwasseranlagen, der weiteren Optimierung des Energiebedarfs für neu zu errichtende Abwasseranlagen, der Fortsetzung der Entwicklung im Bereich Kleinklärschlammverbrennung und der Untersuchung der hier anfallenden Rückstände auf ihre Eignung für weiterführende Aufbereitungsschritte.

Darüber hinaus hat die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 im Rahmen des Projekts "EVN Zukunftslabor" ein Expertenteam mit der Ausarbeitung von möglichen Szenarien für das Jahr 2025 und der Identifikation und Bewertung entsprechender Entwicklungsmöglichkeiten für das Unternehmen beauftragt. Dazu erfolgten umfangreiche Recherchen und Detailanalysen zu den für die Energiewirtschaft relevanten ökonomischen, gesellschaftlichen, technischen, politischen und ökologischen Trends. Ergebnis war ein Bild des Jahres 2025 in vier unterschiedlichen Szenarien, auf dessen Basis die EVN Experten schließlich konkrete Handlungsoptionen und Geschäftsmodelle entwickelten.

Eine weitere Innovationsinitiative, die dem aktiven Informationsaustausch der EVN Mitarbeiter untereinander und damit als Inspiration für die Entwicklung neuer Ideen und Geschäftsmodelle dient, ist der EVN Trendmonitor. Diese konzernweite Plattform, die im Geschäftsjahr 2013/14 ins Leben gerufen wurde, ermöglicht allen Mitarbeitern der EVN, aktuelle Beiträge zu energiewirtschaftlich relevanten Themen zu teilen und aktuelle Trends zu verfolgen. Die Plattform ist in Rubriken gegliedert, die die Bereiche "Energie und Umwelt", "Business", "Soziale Trends", "Lernen" und "Zukunft" abdecken. Der stetige offene Wissensaustausch steht dabei im Vordergrund. Für die verschiedenen Themenbereiche wurden jeweils so genannte "Trend-Scouts" nominiert. Sie beurteilen die Relevanz der Beiträge, die dann in Form von Artikeln, Videos oder Präsentationen durch das zuständige Chefredaktionsteam wöchentlich veröffentlicht werden.

Risikomanagement

Risikodefinition

Im EVN Konzern ist Risiko als die potenzielle Abweichung von geplanten Unternehmenszielen definiert.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale durch aktive Risikosteuerung. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Hier werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikomanagement erfolgt die Analyse des Risikoprofils der EVN. Die Erfassung und das Management von Nachhaltigkeitsund Compliance-relevanten Risiken erfolgt im Einklang mit dem zentralen Risikomanagementprozess durch darauf spezialisierte Organisationseinheiten bzw. Prozesse.

Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung bzw. Überarbeitung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risiken und entsprechenden Risikosteuerungsmaßnahmen
  • Bewertung und Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen
  • Berichterstattung: Diskussion und Beurteilung des Risikoprofils im Risikoarbeitsausschuss sowie im Konzernrisikoausschuss und gegebenenfalls Einleitung von weiteren Risikosteuerungsmaßnahmen; Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss
  • Prozess-Review: Definition jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind; regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind; regelmäßige Prüfung durch die Interne Revision

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Unterstützung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagementprozesses betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf die (Bewertungs-)Methodik frei und definiert Art und Umfang der Risikoberichterstattung. Stimmberechtigte Mitglieder des Risikoarbeitsausschusses auf Ebene des EVN Konzerns sind die Leiter der Konzernfunktionen Controlling, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Finanzwesen, Rechnungswesen und Interne Revision, der Chief Compliance Officer (CCO) sowie ein unternehmensinterner energiewirtschaftlicher Experte.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus dem Vorstand der EVN AG, den Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und den Mitgliedern des Risikoarbeitsausschusses besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen und verabschiedet die Ergebnisse der Risikoinventur (Risikoberichte).

GRI-Indikator: Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Prüfung des Risikomanagements hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Risiken (G4-46)

Risikoprofil

Neben den branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten ist das Risikoprofil der EVN vor allem durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen und Veränderungen im Wettbewerbsumfeld geprägt. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Risikoinventur, deren Ergebnisse im Bedarfsfall um Ad-hoc-Risikomeldungen aktualisiert werden, erfolgt eine Kategorisierung in Markt- und Wettbewerbs-, Finanz-, Betriebs-, Umfeld-, Strategieund Planungs- sowie sonstige Risiken, auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Energiehandel und -vertrieb

Nachfragerückgänge aufgrund von witterungs- bzw. klimawandelbedingten, demografischen, politischen und technologischen Einflüssen sowie reputations- bzw. wettbewerbsbedingte Kundenund Absatzmengenverluste können negative Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der EVN haben. Zudem können die Marktpreisentwicklung und -volatilität, eine suboptimale Beschaffungsstrategie und sinkende Margen die energiewirtschaftlichen Deckungsbeiträge der EVN negativ beeinflussen.

GRI-Indikator: Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen für die Aktivitäten der Organisation (G4-EC2)

Erzeugung/Aufbringung

Der Anstieg dezentraler und nicht regelbarer Produktion sowie Schwankungen bei Windaufkommen, Wasserführung, Sonnenstunden und Witterungsverhältnissen können sich nachteilig auf das Ergebnis im Erzeugungsbereich auswirken (Preis- und Mengeneffekte). Da die Wirtschaftlichkeit und die Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen maßgeblich von Strom- und Primärenergiepreisen, Wirkungsgraden, energiepolitischen Rahmenbedingungen und Standorten abhängig sind, können nachteilige Entwicklungen einen Wertberichtigungsbedarf auslösen. Darüber hinaus könnte die Bildung bzw. Nachdotierung von Rückstellungen für Belastungen aus langfristigen (Bezugs-)Verträgen erforderlich werden. Trotz der bereits gesetzten Maßnahmen bestehen derartige Risiken weiterhin für thermische Erzeugungsanlagen, aber auch für Wasserkraftwerke und Erzeugungsanlagen im Bereich der erneuerbaren Energie.

Umwelt

Im Umweltgeschäft sieht die EVN Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Aufgrund von Marktsättigung, eingeschränkten Ressourcen für Infrastrukturprojekte oder Nichtberücksichtigung bzw. Unterliegen in Ausschreibungsverfahren kann das Projektvolumen im Umweltbereich zurückgehen.

Die EVN ist zudem Projektabwicklungs- und Lieferantenrisiken wie dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen ausgesetzt.

Finanzrisiken

Im Rahmen des Managements von Kredit- bzw. Forderungsausfallrisiken unterscheidet die EVN zwischen Forderungen gegenüber Endkunden und Forderungen im Finanz- und Energiehandelsbereich sowie bei Großprojekten/-anlagen.

Im Endkundenbereich dienen insbesondere ein effizientes Forderungsmanagement, die Beurteilung der Kundenbonität auf Basis von Ratings und Erfahrungswerten sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken. Dennoch können die Energieerträge durch mangelnde Kaufkraft bzw. Zahlungsmoral der Kunden belastet werden.

Den Kreditrisiken wird insbesondere im Treasury- und im Energiehandelsbereich sowie im Projekt- und Beschaffungsmanagement mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen, Absicherungsinstrumenten wie Bankgarantien sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet.

Im Bereich der kerngeschäftsnahen Beteiligungen (vor allem Verbund AG, Rohöl-Aufsuchungs AG, Burgenland Holding AG, EnergieAllianz Austria GmbH) besteht aufgrund des schwierigen energiepolitischen Umfelds die Gefahr, dass nachteilige Ergebnisund Eigenkapitalentwicklungen auf die EVN durchschlagen.

Im Rahmen der aktiven Steuerung der Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken stellt das niedrige Zinsniveau eine zunehmende Herausforderung für die kurz- bis mittelfristige Veranlagung von liquiden Mitteln dar. Dies kann zu Opportunitätsverlusten führen und negative Auswirkungen auf die Bewertung von Personalrückstellungen sowie auf künftige Tarife haben.

Betriebsrisiken

Insbesondere im Energie- und Netzgeschäft können operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen und -störungen sowie IT- und sicherheitstechnische Probleme auftreten, wodurch es zu Versorgungsunterbrechungen und zum Schlagendwerden von Haftungsund Reputationsrisiken kommen kann. Auch im Umweltgeschäft besteht das Risiko von Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen.

Risiken bestehen auch in der suboptimalen Auslegung und Verwendung technischer Anlagen und der Einschätzung und Umsetzung von technologischen Neuerungen. Zudem bestehen operationelle Risiken in Bezug auf Organisation, Planung, Personal und Compliance.

Umfeldrisiken

Regulierung, Energie- und Umweltgesetzgebung sowie die Veränderung von politischen und öffentlichen Positionen zu Energieund Infrastrukturprojekten sind wesentliche Risikotreiber. Eine Änderung des Förderregimes, das Ausbleiben von erwarteten Förderungen und eine Änderung der gesetzlich fixierten Tarife können die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen.

Politische und wirtschaftliche Instabilität, willkürliche Rechtssetzungs- und Regulierungsmaßnahmen sowie Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen stellen Herausforderungen dar. Erforderliche Genehmigungen und Lizenzen könnten nicht erteilt, entzogen oder nicht verlängert werden. In diesem Zusammenhang ist das von der bulgarischen Regulierungsbehörde eingeleitete Lizenzentzugsverfahren für den Strombereich (EWRC) gegen die Stromvertriebsgesellschaft der EVN in Bulgarien (EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD) zu nennen.

Vertrags- und Rechtsrisiken bestehen im Zusammenhang mit potenziellen oder bereits anhängigen (Schieds-)Gerichts- und Investitionsschutzverfahren sowie regulatorischen bzw. aufsichtsrechtlichen Prüfungen.

Gesamtrisikoprofil

Neben den Ungewissheiten im Zusammenhang mit Geschäftsfeldern und -betrieben außerhalb von Österreich ist die EVN auch im Heimmarkt Niederösterreich mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld konfrontiert. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur wurden keine Risiken für die Zukunft identifiziert, die den Fortbestand der EVN gefährden könnten.

Wesentliche Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Deckungsbeitragsrisiko
(Preis- und Mengeneffekte)
Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen der
geplanten Deckungsbeiträge
• Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs
und Absatzpreise (insbesondere für Energieträger)
• Sinkende Nachfrage nach Produkten
bzw. Leistungen der EVN; Rückgang der
Auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungs
strategie; Absicherungsstrategien; Diversifizierung
der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, auf
Kundenbedürfnisse abgestimmte Produktpalette,
längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten
Lieferantenrisiko Eigenerzeugungsmenge
Überschreitung der geplanten (Projekt-)Kosten;
Verzögerungen bei der Ausführung vertraglich
zugesagter Leistungen
Partnerschaften, möglichst weitgehende vertragliche
Absicherung, externe Expertisen
Finanzrisiken1)
Fremdwährungsrisiken Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste) und
Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrech
nung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme
Finanzierung von Konzerngesellschaften
Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente
Liquiditäts-, Cash Flow- und
Finanzierungsrisiko
Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener
Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche
Liquidität/Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den
erwarteten Konditionen beschaffen zu können
Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte
Finanzplanung, Absicherungen des benötigten
Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)
Preis-/Kursänderungsrisiken Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen
(z.B. Fonds) und börsenotierten strategischen Beteili
gungen (z.B. Verbund AG, Burgenland Holding AG)
Monitoring des Verlustpotenzials mittels
täglicher Value-at-Risk-Ermittlung; Anlagerichtlinien
Counterparty-/Kreditrisiken
(Ausfallrisiken)
Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem
Geschäftspartner zugesagten Leistung
Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und
Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung
der Geschäftspartner
Beteiligungsrisiken Nichterreichung der Gewinnziele einer
Beteiligungsgesellschaft
Vertretung im Aufsichtsrat bzw. in Gesellschafter-/
Risikoausschüssen der jeweiligen Beteiligungsgesell
schaft
Rating-Veränderung Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere
Refinanzierungskosten
Sicherstellung der Einhaltung relevanter
Finanzkennzahlen
Zinsänderungsrisiken Veränderungen der Marktzinsen,
steigender Zinsaufwand
Einsatz von Absicherungsinstrumenten
Wertminderungs-/Impairment-Risiken Wertberichtigung von Forderungen, Wertminderung
von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. sonstigen
Vermögenswerten
Monitoring mittels Sensitivitätsanalysen
Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten (Garantien)
Finanzieller Schaden durch Schlagendwerden von
Eventualverbindlichkeiten
Eventualverbindlichkeiten auf erforderliches
Mindestmaß beschränken; laufendes Monitoring
Strategie- und Planungsrisiken
Technologierisiko Spätes Erkennen von und Reagieren auf neue
Technologien (verzögerte Investitionstätigkeit) bzw.
auf Veränderungen von Kundenbedürfnissen;
Investitionen in die "falschen" Technologien
Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten,
eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte,
ständige Anpassung an den Stand der Technik
Planungsrisiko Modellrisiko, Treffen von falschen bzw.
unvollständigen Annahmen, Opportunitätsverluste
Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut
ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter
und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip
Organisatorische Risiken Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe, Schnittstellen;
Doppelgleisigkeiten
Prozessmanagement, Dokumentation, internes
Kontrollsystem (IKS)

1) Zum Einsatz von Finanzinstrumenten siehe Anhang Erläuterungen 63., Seite 199f, und 65., Seite 203f

Risikokategorie Beschreibung Maßnahme
Betriebsrisiken
Infrastrukturrisiken Falsche Auslegung und Verwendung der
technischen Anlagen
Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige
Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und
zukünftig benötigten Infrastruktur
Störungen/Netzausfall
(Eigen- und Fremdanlagen), Unfälle
Versorgungsunterbrechung, Gefährdung von
Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch
Explosionen/Unfälle
Technische Nachrüstung bei den Schnittstellen der
unterschiedlichen Netze, Ausbau und Instandhaltung
der Netzkapazitäten
IT-/Sicherheitsrisiken
(inkl. Cyber Security)
Systemausfälle; Datenverlust bzw. unbeabsichtigter
Datentransfer; Hackerangriffe
Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung,
Backup-Systeme, technische Wartung, externe
Prüfung, Arbeitssicherheitsmaßnahmen, Krisenübungen
Mitarbeiterrisiken Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitern, Ausfall
durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unter
kapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle
Barrieren, Betrug, bewusste
bzw. unbewusste Fehldarstellung von
Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten
Attraktives Arbeitsumfeld, Gesundheits- und
Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle,
Schulungen, Konzerntage, internes Kontrollsystem (IKS)
Umfeldrisiken
Gesetzgebungs-, regulatorische und
politische Risiken
Veränderung der politischen und rechtlichen Rahmen
bedingungen sowie des regulatorischen Umfelds
(z.B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rahmen
bedingungen, Marktliberalisierung in Südosteuropa);
Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten
des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator
Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,
Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene; angemessene
Dokumentation und Leistungsverrechnung
Rechts- und Prozessrisiko Nichteinhalten von Verträgen, Prozessrisiko aus
diversen Klagen
Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und
EU-weiten Interessenvertretungen, Rechtsberatung
Soziales und gesamtwirtschaftliches
Umfeld
Konjunkturelle Entwicklungen, Schulden-/Finanzkrise,
stagnierende oder rückläufige Kaufkraft, steigende
Arbeitslosigkeit
Weitestgehende Ausschöpfung von (anti-)zyklischen
Optimierungspotenzialen
Vertragsrisiken Nichterkennen von Problemen im juristischen,
wirtschaftlichen und technischen Sinn;
Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen
Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von
Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und
laufendes Monitoring
Sonstige Risiken
Unerlaubte Vorteilsgewährung,
Non-Compliance
Weitergabe vertraulicher interner Informationen an
Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption
Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und
Standards; Verhaltenskodex; Compliance-Organisation
Projektrisiko z.B. Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau
neuer Kapazitäten
Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen
Parameter
Co-Investment-Risiko Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von
Großprojekten gemeinsam mit Partnerunternehmen
Vertragliche Absicherung, effizientes
Projektmanagement
Sabotage Sabotage beispielsweise bei Erdgasleitungen,
Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen
Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige
Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte
Imagerisiko Reputationsschaden Transparente und proaktive Kommunikation;
nachhaltige Unternehmenssteuerung

GRI-Indikator: Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-2)

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Das IKS der EVN wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht, und die Ergebnisse daraus werden dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das IKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird. Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale besteht aus den fünf zusammenhängenden Komponenten Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für alle Mitarbeiter des gesamten Konzerns.

Der Verhaltenskodex der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/verhaltenskodex.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen der EVN. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeiter erstellt. Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen – das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen – verantwortlich.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen. Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden. Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird mit dem ERP-Softwaresystem SAP, Modul FI (Finanz-/Rechnungswesen) geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt mit der Software Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Das IKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden im Sinn der kontinuierlichen Weiterentwicklung des IKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht zweimal jährlich eine IKS-Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat, die als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des IKS dient und die Steuerbarkeit des IKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch das IKS-Management in Zusammenarbeit mit dem IKS-Komitee auf Basis der Informationen der IKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

GRI-Indikator: Häufigkeit der Überprüfung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen, Risiken, Chancen durch das höchste Kontrollorgan (G4-47)

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden zudem die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitern der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Die Interne Revision der EVN führt regelmäßig Prüfungen des IKS durch, deren Ergebnisse ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontrollsystems Berücksichtigung finden.

Aktienstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch

    1. Per 30. September 2015 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, die jeweils im gleichen Umfang am Grundkapital beteiligt sind. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Es existiert nur diese eine Aktiengattung. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
    1. Es gibt keine über die Bestimmungen des Aktiengesetzes hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte bzw. Vereinbarungen über die Beschränkung der Übertragbarkeit von Aktien. Hinzuweisen ist jedoch darauf, dass die Übertragbarkeit der Beteiligung des Landes Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, durch bundes- und landesverfassungsgesetzliche Bestimmungen eingeschränkt ist.
    1. Auf Basis dieser verfassungsrechtlichen Vorschriften ist das Land Niederösterreich mit 51 % Mehrheitsaktionär der EVN AG. Zweitgrößter Aktionär der EVN AG ist der EnBW Trust e.V., ein im Vereinsregister des Amtsgerichts Mannheim unter VR 3737 eingetragener Verein mit Sitz in Karlsruhe (EnBW Trust), der Aktien im Ausmaß von 32,2 % des Grundkapitals treuhändig für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit Sitz in Karlsruhe, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 107956 (EnBW) hält. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien betrug zum 30. September 2015 1,1 %; der Streubesitz belief sich somit auf 15,7 %.
    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht unmittelbar selbst bei der Hauptversammlung aus. Es besteht in der EVN AG kein Aktienoptionsprogramm.
    1. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und höchstens fünfzehn Mitgliedern. Sofern das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt, beschließt die Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
    1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Abs. 1 Z. 7 UGB.
    1. Aufgrund der oben in Punkt 2. und 3. erwähnten Rechtslage ist ein Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB in der EVN AG derzeit von Gesetzes wegen unzulässig. Allfällige Folgewirkungen eines Kontrollwechsels können daher nicht eintreten.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015/16

Die europäischen Energiemärkte bergen weiterhin eine Fülle an Herausforderungen. So hat vor allem der massive Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen weitreichende Konsequenzen für die Stromproduktion und für den Netzbetrieb.

Als wesentliche Folge ist in der Stromproduktion der Einsatz von thermischen Kraftwerken derzeit nicht wirtschaftlich bzw. nicht in der Lage, die Vollkosten abzudecken. Denn die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen führt zu einem Angebotsüberhang, der wiederum zu nachhaltigem Druck auf die Großhandelspreise führt. Diese befinden sich schon seit Längerem auf einem Niveau, auf dem sich die thermischen Kraftwerke kaum im Markt halten können.

Umgekehrt fragen die Übertragungsnetzbetreiber zum Ausgleich der volatilen Erzeugung aus erneuerbarer Energie verstärkt thermische Kapazitäten nach, um die Stabilität der Netze aufrechtzuerhalten. Das Geschäftsmodell der thermischen Kraftwerke verlagert sich dadurch vom bisher üblichen Dauerbetrieb hin zu einem zeitlich eingeschränkten Einsatz. Die EVN hat diesen Trend frühzeitig erkannt und stellt ihre thermischen Kraftwerke bereits seit Jahren als Reservekapazität zur Lieferung von Ausgleichsenergie und für das Engpassmanagement zur Verfügung. Auch in den kommenden Jahren wird die EVN entsprechende Reservekapazitäten bereithalten. Derzeit erfolgt dies auf Basis bilateraler Verträge, da sich die Kapazitätsbereitstellung noch nicht als neues Marktmodell durchgesetzt hat.

Die EVN sieht die Aufrechterhaltung der Netzstabilität und damit die Sicherung der Versorgungssicherheit für ihre Kunden als ihre wichtigste Aufgabe. Aus diesem Grund investiert sie konsequent in den Ausbau und die Aufrüstung ihrer Netzinfrastruktur in Niederösterreich.

Im Energievertrieb in Niederösterreich senkte die EVN Vertriebsgesellschaft im Rahmen der EnergieAllianz die Energiepreise für Strom und Erdgas für Privatkunden per 1. Oktober 2015 um durchschnittlich 5 %.

In Südosteuropa schreitet die Liberalisierung der Energiemärkte weiter voran. Die EVN sieht sich hier in einem durch Wettbewerb geprägten Umfeld gut aufgestellt und ist bestrebt, ihre Chancen in einem liberalisierten Markt zu nutzen. Jene Kunden, die ihren Lieferanten bereits frei wählen können, werden durch eigene Vertriebsgesellschaften serviciert. Im Bereich des Netzbetriebs verfolgt die EVN das Ziel, durch fokussierte Investitionen die Netzverluste weiter zu reduzieren und damit die Effizienz ihres Geschäfts zu steigern. Das bei dem von der Weltbank eingerichteten International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) eingeleitete Investitionsschutzverfahren wird weiter verfolgt und soll bewirken, dass Nachteile aus früheren Tarifentscheidungen in Bulgarien kompensiert werden.

Was das Umweltgeschäft betrifft, wird die EVN in den kommenden Monaten wieder verstärktes Augenmerk auf die Akquisition von Neuprojekten legen. Dabei könnten nach Absicherung von etwaigen politischen Risiken auch neue Märkte erschlossen werden.

In der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich liegt der Fokus in verstärktem Maß auf der Versorgungssicherheit und der Wasserqualität. So stellt die EVN durch die Erschließung von neuen und die Verbindung von bestehenden Brunnenfeldern besonders die Versorgungssicherheit von niederschlagsärmeren Regionen sicher. Der Bau von Naturfilteranlagen, die vor allem zur Reduktion der Wasserhärte eingesetzt werden, soll gleichzeitig der zunehmenden Nachfrage der Kunden nach weichem Wasser entgegenkommen.

Die EVN möchte ihre Investitionsstrategie der vergangenen Jahre auch weiterhin fortsetzen. Das 2013 gesetzte Ziel lautete, innerhalb von vier Jahren 1 Mrd. Euro in die Bereiche Netze, erneuerbare Energie und Trinkwasserversorgung zu investieren. Ebenso soll der in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg der Konsolidierung weiter verfolgt werden. Der Fokus liegt hier auf den bestehenden Geschäftsbereichen und dort wiederum auf der laufenden Steigerung der Effizienz.

Das integrierte Geschäftsmodell der EVN hat sich im aktuell herausfordernden Umfeld bewährt. So trägt schon die breite Aufstellung entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette zu einer stabilen operativen Entwicklung bei. Mit dem Umweltgeschäft erwartet. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklungen in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das Konzernergebnis jedoch

wird die Geschäftstätigkeit noch weiter diversifiziert und somit die Ergebnisstabilität gefördert.

Vor diesem Hintergrund und unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2015/16 weitgehend stabil

Maria Enzersdorf, am 18. November 2015

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

wesentlich beeinflussen.

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Segmentberichterstattung

Entwicklung der Segmente

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Erdgas sind es die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie durch regionale Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie
an österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel mit und Ver
kauf von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten
sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
Konzern
GWh 2014/15 2013/14 +/– 2012/131)
absolut in %
Stromerzeugung 4.882 4.395 488 11,1 3.701
Erneuerbare Energie 2.106 1.868 238 12,8 1.954
Wärmekraftwerke 2.777 2.527 250 9,9 1.747
Netzabsatz
Strom 21.657 20.908 750 3,6 20.916
Erdgas2) 14.989 14.143 847 6,0 15.239
Energieverkauf an Endkunden
Strom 19.263 19.318 –55 –0,3 20.209
davon Mittel- und Westeuropa3) 6.804 6.787 17 0,3 7.188
davon Südosteuropa 12.459 12.321 138 1,1 13.020
Erdgas 5.241 5.383 –142 –2,6 6.333
Wärme 2.038 1.991 47 2,4 2.062
davon Mittel- und Westeuropa2) 1.827 1.806 22 1,2 1.857
davon Südosteuropa 211 185 26 13,8 205

2) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

3) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Erzeugung

Das Segment "Erzeugung" umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich und Bulgarien.

Die Außenumsätze des Segments resultieren vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbaren Stroms aus Windkraft. Für den konzerninternen Umsatz wird für die Stromerzeugung (im Wesentlichen jene in Wasserkraftwerken sowie nicht mehr im Förderregime stehenden Windkraftanlagen) der Strommarktpreis abgebildet. Für Kraftwerke mit flexibel steuerbarer Erzeugung wird der Optionswert dargestellt. Dieser spiegelt die Deckungsbeiträge aus mittel- und kurzfristig realisierten Optionalitäten wider. Die Verrechnung der Energielieferungen der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH beinhaltet im Wesentlichen die Betriebs-, Finanzierungs- und Primärenergiekosten. Die Vermarktung des im Segment erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb abgebildet.

Die Erträge aus den Beteiligungen der EVN an den Kraftwerken Verbund-Innkraftwerke sowie der EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG, Wien, werden als Ergebnisanteile at Equity einbezogener Unternehmen mit operativem Charakter im EBIT erfasst. Die Beteiligung an der STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft wird als anteilig konsolidiertes Unternehmen abgebildet.

Highlights 2014/15

  • Anstieg der Stromerzeugung im Segment um 9,9 %
  • Inbetriebnahme des 37-MW-Windparks Prottes-Ollersdorf
  • Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum und des Windparks Prellenkirchen
  • Produktion aus Windenergie um 25,6 % gesteigert
  • Deutlich stärkerer Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung
  • Wertminderungen in Österreich und Deutschland belasten Ergebnis
  • Gesteigertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Entwicklung der Erzeugung

Im Segment Erzeugung wurde die Stromproduktion im Geschäftsjahr 2014/15 um 369 GWh bzw. 9,9 % auf 4.089 GWh gesteigert. Dabei stieg die thermische Erzeugung in den Wärmekraftwerken um 230 GWh bzw. 10,5 % auf 2.416 GWh, und auch die Erzeugung aus erneuerbarer Energie lag mit 1.673 GWh um 139 GWh bzw. 9,1 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Kraftwerke Theiß und Korneuburg standen wie schon in den beiden vorangegangenen Jahren auch im Winter 2014/15 als Reservekapazität für den süddeutschen Raum zur Verfügung. Im Berichtszeitraum wurde zudem ein Vertrag zur Bereitstellung von Reservekapazität im Ausmaß von 775 MW für den süddeutschen Raum für das Winterhalbjahr 2016/17 unterzeichnet. Damit werden die Kraftwerke durchgehend bis einschließlich des Winterhalbjahres 2017/18 bereitstehen. Im Geschäftsjahr 2014/15 erfolgten mehr als 80 Abrufe der Kraftwerke der EVN zur Netzstabilisierung in Österreich und Deutschland.

Im Steinkohlekraftwerk Dürnrohr lag die Produktion unter dem Vorjahresniveau. Hauptverantwortlich dafür waren temporäre Stillstände aufgrund der aktuellen Marktverwerfungen, die die Wirtschaftlichkeit der Stromproduktion in konventionellen Kraftwerken derzeit stark beeinträchtigen. Der Vollbetrieb des im Dezember 2013 in Betrieb gegangenen Kraftwerks Duisburg-Walsum führte in Summe jedoch zu einem Anstieg der thermischen Produktion im Jahresvergleich. Trotz der wasserarmen Sommermonate konnte auch die Produktion aus Wasserkraft dank des regenreichen Frühjahrs um 1,9 % gesteigert werden. Die Erzeugung aus Windkraftanlagen nahm insbesondere aufgrund der Inbetriebnahme des 37-MW-Windparks Prottes-Ollersdorf und des Vollbetriebs des im Vorjahr ans Netz gegangenen Windparks Prellenkirchen um 25,6 % zu.

In der Berichtsperiode konnten auf Konzernebene 25,3 % (Vorjahr: 22,7 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden; in Österreich und Deutschland lag dieser Wert bei 60,2 % (Vorjahr: 55,2 %). Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion auf Konzernebene lag bei 43,1 % (Vorjahr: 42,5 %).

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments haben sich im Geschäftsjahr 2014/15 um 25,6 Mio. Euro bzw. 13,7 % auf 213,1 Mio. Euro erhöht. Neben höheren verfügbaren Produktionskapazitäten sowie einem verbesserten Wind- und Wasserdargebot wirkten sich vor allem Erlöse aus der Lieferung von Regelenergie und dem Engpassmanagement durch Abrufe des österreichischen Übertragungsnetzbetreibers sowie Erlöse aus der Bereitstellung von Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode um 4,6 Mio. Euro bzw. 4,0 % auf 119,7 Mio. Euro. Während der Vollbetrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum sowie der Einsatz der Gaskraftwerke zur Netzstabilisierung zu einer Erhöhung der Einsatz-

2014/15 2013/14 absolut in % 2012/131)
4.089 3.720 369 9,9 3.021
1.673 1.534 139 9,1 1.637
2.416 2.186 230 10,5 1.384
52,7 33,7 19,0 56,5 39,0
160,4 153,8 6,6 4,3 75,3
213,1 187,5 25,6 13,7 114,3
–119,7 –115,1 –4,6 –4,0 –78,4
–24,6 –38,9 14,2 36,6 –45,0
68,7 33,6 35,2 –9,1
–79,2 –86,7 7,5 8,6 –27,9
–10,5 –53,1 42,6 80,3 –37,0
–18,2 –25,3 7,1 27,9 –12,5
–28,7 –78,4 49,7 63,4 –49,5
1.157,2 1.218,2 –61,0 –5,0 1.139,9
959,1 1.034,7 –75,6 –7,3 891,5
54,4 88,9 –34,5 –38,8 74,4
+/–

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

kosten für Energieträger führte, konnten Optimierungsmaßnahmen in der Betriebsführung der thermischen Kraftwerke diesen Anstieg nahezu kompensieren.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Mio. Euro bzw. 36,6 %, lag mit –24,6 Mio. Euro aber weiterhin im negativen Bereich. Maßgeblich verantwortlich dafür war die Beteiligung an der Verbund Innkraftwerke GmbH, für die auf Basis der aktuellen Annahmen zur zukünftigen Strompreisentwicklung im vierten Quartal 2014/15 eine Wertminderung durchgeführt werden musste.

Operatives Ergebnis

Per Saldo ergab sich für den Berichtszeitraum ein positives EBITDA in Höhe von 68,7 Mio. Euro, das um 35,2 Mio. Euro über jenem des Vorjahres lag. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen verringerten sich um 7,5 Mio. Euro bzw. 8,6 % auf 79,2 Mio. Euro, während die laufenden Abschreibungen aufgrund des erstmaligen Vollbetriebs des Kraftwerks Duisburg-Walsum über eine gesamte Geschäftsperiode sowie der Inbetriebnahme der Windparks Prellenkirchen und Prottes-Ollersdorf höher ausfielen. Für das Kraftwerk Dürnrohr mussten bereits im ersten Halbjahr 2014/15 Wertminderungen in Höhe von 17,0 Mio. Euro vorgenommen werden. Sie ergaben sich überwiegend aus künftig erwarteten erhöhten Instandhaltungs- und Betriebskosten infolge der Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am gemeinsamen Standort Dürnrohr mit April 2015. In Summe lagen die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen, die sich aus der weniger günstigen Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung ergaben, mit –24,5 Mio. Euro um 11,5 Mio. Euro bzw. 31,9 % unter dem Vorjahreswert. Das EBIT betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr –10,5 Mio. Euro und erhöhte sich damit um 42,6 Mio. Euro bzw. 80,3 %.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis für das Geschäftsjahr 2014/15 belief sich auf –18,2 Mio. Euro und lag damit um 7,1 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres. Hauptfaktoren dafür waren rückläufige Finanzverbindlichkeiten und das allgemeine Zinsniveau. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verbesserte sich von zuvor –78,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014/15 um 49,7 Mio. Euro bzw. 63,4 % auf –28,7 Mio. Euro.

Investitionen

Das Investitionsvolumen des Segments verringerte sich in der Berichtsperiode um 34,5 Mio. Euro bzw. 38,8 % auf 54,4 Mio. Euro. Der Vorjahreswert hatte noch Investitionen für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum enthalten. Die im Berichtszeitraum erfolgten Investitionen entfielen nahezu vollständig auf Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie. So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr der Windpark Prottes-Ollersdorf mit einer Kapazität von 37 MW eröffnet, womit die EVN nun insgesamt 16 Windparks mit einer Gesamterzeugungskapazität von 250 MW betreibt.

Ausblick

Die weiterhin niedrigen oder negativen Spreads zwischen den Kosten der Primärenergie und den Großhandelspreisen für Strom führen zu geringen Einsatzzeiten in der thermischen Erzeugung. Diese wird hauptsächlich für Ausgleichsenergie und Engpass-Management eingesetzt. Durch den Wegfall der Einmaleffekte aus der Bewertung ist im Geschäftsjahr 2015/16 von einer Verbesserung des Ergebnisses auszugehen. Das Ausmaß wird von der tatsächlichen Anzahl der Abrufe der thermischen Erzeugungsanlagen zur Netzstabilisierung abhängen. Ein positiver Ergebniseffekt sollte aus dem ganzjährigen Betrieb des Windparks Prottes-Ollersdorf resultieren.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment "Energiehandel und -vertrieb" erfasst den Handel mit und den Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden vorwiegend auf dem österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie die Produktion und den Verkauf von Wärme.

Highlights 2014/15

  • Energieverkauf an Endkunden
  • Nachfragerückgang bei Erdgas
  • Leichter Anstieg bei Strom und Wärme
  • Anstieg der Umsatzerlöse durch Vermarktung der Energie des Kraftwerks Duisburg-Walsum sowie verstärkte Aktivitäten im Erdgashandel
  • EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern durch Sondereffekte belastet

Energieabsatz an Endkunden

Während beim Strom- und Wärmeabsatz im Berichtszeitraum ein leichter Anstieg von 0,3 % bzw. 1,2 % zu verzeichnen war, ging der Erdgasabsatz um 2,6 % zurück. Im Strombereich zeigte sich in allen Kundensegmenten erhöhte Nachfrage, der Wärmeabsatz wiederum war sowohl durch die Temperaturentwicklung als auch durch Netzverdichtungsmaßnahmen positiv beeinflusst.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse stiegen in der Berichtsperiode um 37,2 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 485,8 Mio. Euro an. Hauptverantwortlich dafür waren die Vermarktung der Erzeugungsmengen des Kraftwerks Duisburg-Walsum und die Intensivierung der Aktivitäten im Erdgashandel.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand des Segments erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 110,2 Mio. Euro bzw. 24,6 % auf 558,7 Mio. Euro. Ins Gewicht fielen hier zum einen der Bezug des im Kraftwerk Duisburg-Walsum erzeugten Stroms sowie die für die gesteigerten Handelsaktivitäten erforderlichen höheren Erdgasmengen. Zum anderen wirkten sich mit zusätzlichen Rückstellungen für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion und der Bildung einer Rückstellung für drohende Zahlungen aus Haftungen für die EconGas GmbH auch Sondereffekte aufwandssteigernd aus.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter stieg um 14,7 Mio. Euro bzw. 26,6 % auf 70,0 Mio. Euro an.

Operatives Ergebnis

Per Saldo lag das EBITDA mit –2,9 Mio. Euro um 58,2 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen erhöhten sich um 1,5 Mio. Euro bzw. 9,6 % auf 17,7 Mio. Euro, in erster Linie hervorgerufen durch den fortschreitenden Ausbau der Wärmenetze. In Summe führten insbesondere die erwähnten Sondereffekte zu einem EBIT-Rückgang um 59,8 Mio. Euro auf –20,6 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verringerte sich nach –3,0 Mio. Euro im Vorjahr um 2,0 Mio. Euro bzw. 65,8 % auf –5,0 Mio. Euro. Damit kam das Ergebnis vor Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2014/15 mit –25,6 Mio. Euro um 61,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert zu liegen.

Investitionen

Das Investitionsvolumen blieb mit 22,7 Mio. Euro in der Berichtsperiode unter dem Niveau des Vorjahres. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit standen weiterhin der Anlagen- und Netzausbau

+/–
Kennzahlen – Energiehandel und -vertrieb 2014/15 2013/14 absolut in % 2012/131)
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 6.804 6.787 17 0,3 7.188
Erdgas 5.241 5.383 –142 –2,6 6.333
Wärme 1.827 1.806 22 1,2 1.857
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 470,9 431,5 39,5 9,2 387,8
Innenumsatz 14,9 17,2 –2,3 –13,1 17,9
Gesamtumsatz 485,8 448,6 37,2 8,3 405,8
Operativer Aufwand –558,7 –448,5 –110,2 –24,6 –415,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
70,0 55,2 14,7 26,6 38,3
EBITDA –2,9 55,3 –58,2 28,6
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –17,7 –16,1 –1,5 –9,6 –15,8
Operatives Ergebnis (EBIT) –20,6 39,2 –59,8 12,8
Finanzergebnis –5,0 –3,0 –2,0 –65,8 –3,1
Ergebnis vor Ertragsteuern –25,6 36,2 –61,8 9,7
Gesamtvermögen 612,8 509,4 103,4 20,3 420,4
Gesamtschulden 518,7 409,3 109,4 26,7 332,4
Investitionen2) 22,7 32,3 –9,6 –29,7 30,0

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

sowie die Netzverdichtung im Wärmebereich. Die EVN ist mit ihren mehr als 60 Biomasseanlagen der größte Naturwärmeversorger in Österreich.

Ausblick

Das Segmentergebnis war im abgeschlossenen Geschäftsjahr wesentlich von Einmaleffekten aus der Bildung von Rückstellungen beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2015/16 ist wieder mit einem positiven Ergebnis zu rechnen, das allerdings durch rückläufige Preisentwicklungen nicht an jenes des Geschäftsjahres 2013/14 heranreichen könnte.

Netzinfrastruktur Inland

Neben dem Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland werden im Segment Netzinfrastruktur Inland auch Konzerndienstleistungen erbracht. Diese Leistungen, die vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten anfallen, werden als konzerninterne Umsätze abgebildet. Das Beteiligungsergebnis des Segments umfasst auch die Ausschüttungen des R-138-Fonds sowie der AGGM Austrian Gas Grid Management AG an die Netz Niederösterreich GmbH.

Highlights 2014/15

  • Anstieg der Strom- und Gasnetzabsatzmengen
  • Anpassung der Netztarife per 1. Jänner 2015
  • Strom: –1,0 %
  • Erdgas: –3,0 %
  • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern
  • Investitionsfokus Versorgungssicherheit

Entwicklung des Netzabsatzes

Die österreichischen Strom- und Gasnetztarife werden im Rahmen der Anreizregulierung jeweils mit Beginn des Kalenderjahres durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2015 wurden die Stromnetztarife um durchschnittlich

+/–
Kennzahlen – Netzinfrastruktur Inland 2014/15 2013/14 absolut in % 2012/131)
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 8.121 7.874 247 3,1 7.885
Erdgas 14.958 14.131 827 5,9 15.232
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 412,8 430,9 –18,2 –4,2 435,8
Innenumsatz 59,2 53,7 5,5 10,3 61,9
Gesamtumsatz 472,0 484,6 –12,6 –2,6 497,6
Operativer Aufwand –270,8 –297,8 27,0 9,1 –285,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 0,0 0,0 0,0 0,0
EBITDA 201,2 186,8 14,3 7,7 212,6
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –105,6 –103,6 –2,0 –2,0 –100,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 95,5 83,3 12,3 14,7 112,0
Finanzergebnis –17,4 –19,8 2,4 12,2 –19,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 78,1 63,4 14,7 23,2 92,8
Gesamtvermögen 1.831,5 1.787,7 43,8 2,5 1.786,8
Gesamtschulden 1.294,8 1.298,2 –3,4 –0,3 1.266,2
Investitionen2) 160,2 186,8 –26,6 –14,2 176,4

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

1,0 % (1. Jänner 2014: Senkung um 9,0 %) und die Gasnetztarife um durchschnittlich 3,0 % (1. Jänner 2014: Erhöhung um 7,7 %) gesenkt.

Der Stromnetzabsatz verzeichnete gegenüber dem Vorjahr über alle Kundensegmente hinweg (Industrie-, Haushalts- und Gewerbekunden) einen Anstieg um 247 GWh bzw. 3,1 % auf 8.121 GWh. Einen Zuwachs um 827 GWh bzw. 5,9 % auf 14.958 GWh verzeichnete auch der Gasnetzabsatz. Dies war neben einer ebenfalls stärkeren Nachfrage aller Kundengruppen auf den häufigeren Einsatz der EVN Gaskraftwerke zur Stabilisierung der österreichischen und deutschen Stromnetze zurückzuführen.

Umsatzentwicklung

Trotz des Anstiegs der Netzabsatzmengen haben sich die Umsatzerlöse des Segments um 12,6 Mio. Euro bzw. 2,6 % auf 472,0 Mio. Euro verringert. Hauptgrund für diese Entwicklung waren niedrigere Umsatzerlöse im Zusammenhang mit einem geringeren Volumen an abgerechneten Kundenprojekten. Höhere Umsatzerlöse aus dem Betrieb der Gasnetze sowie aus Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen konnten diesen Rückgang nicht ausgleichen.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand des Segments reduzierte sich um 27,0 Mio. Euro bzw. 9,1 % auf 270,8 Mio. Euro. Wesentliche Ursachen dafür waren geringere Aufwendungen für Material und bezogene Fremdleistungen sowie niedrigere Dotierungen für Personalrückstellungen. Ein weiteres Element bildeten höhere Bestandsveränderungen, die sich aus einem geringeren Volumen fertiggestellter Kundenprojekte ergaben; sie führten per Saldo zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge. Insgesamt stieg das EBITDA auf dieser Basis um 14,3 Mio. Euro bzw. 7,7 % auf 201,2 Mio. Euro. Der investitionsbedingte Anstieg der Abschreibungen resultierte in einem EBIT von 95,5 Mio. Euro (Vorjahr: 83,3 Mio. Euro).

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verbesserte sich dank geringerer Zinsaufwendungen für Personalrückstellungen um 2,4 Mio. Euro bzw. 12,2 % auf –17,4 Mio. Euro. In Summe lag das Ergebnis vor Ertragsteuern des Segments dadurch mit 78,1 Mio. Euro um 14,7 Mio. Euro bzw. 23,2 % über dem Vorjahresniveau.

Investitionen

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit für ihre Kunden und zur Ertüchtigung der Netzinfrastruktur für die Anbindung der in ihrem Versorgungsgebiet weiterhin in intensivem Ausbau begriffenen Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energiequellen legte die EVN ihren Investitionsschwerpunkt – wie in der Vergangenheit – einmal mehr auf das Segment "Netzinfrastruktur". In diesem Sinn wurden die Investitionen in die Erweiterung bzw. den Neubau von Umspannwerken sowie in die Verstärkung des 110-kV-Netzes zum Transport der laufend steigenden Einspeisemengen von Windenergie im Berichtszeitraum fortgesetzt. In Summe beliefen sich die Investitionen im Segment auf 160,2 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang von 26,6 Mio. Euro bzw. 14,2 %, der u. a. auf den Entfall von Investitionen in der Vorperiode (wie z. B. für die fertiggestellte Gastransportleitung Westschiene) sowie auf die Verschiebung von Bauvorhaben zurückzuführen war. Mit dem Verkauf des Tochterunternehmens V&C Kathodischer Korrosionsschutz GmbH an den TÜV AUSTRIA im Juni 2015 wurde ein weiterer strategischer Schritt in Richtung Konsolidierung sowie Konzentration auf das Kerngeschäft gesetzt.

Ausblick

Im Geschäftsjahr 2015/16 werden ab 1. Jänner 2016 auf Basis der geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen die Netztarife für Strom und Erdgas steigen. Der Anstieg der Netztarife korrespondiert mit der umfangreichen Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren. Dabei sieht die Kalkulationsmethodik vor, dass die Investitionen zeitverzögert in die Tarifermittlung einfließen. Die unmittelbar ansteigenden planmäßigen Abschreibungen lassen für das Geschäftsjahr 2015/16 einen Rückgang des Ergebnisses im Segment erwarten.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien, die Stromerzeugung in Mazedonien, der Gasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.

Highlights 2014/15

  • Regulatorische Entscheidungen in Bulgarien
    1. August 2015: Reduktion der Endkundenpreise für Strom um 0,4 %
    1. Oktober 2014: Erhöhung der Endkundenpreise für Strom um 9,7 % bei gleichzeitiger Anhebung der Bezugskosten
  • Schrittweise Senkung der Wärmetarife: –7,0 % per 1. Juli 2015 und –0,7 % per 1. Oktober 2015
  • Regulatorische Entscheidungen in Mazedonien
    1. Juli 2015: Reduktion der Endkundenpreise für Strom um 0,3 %
    1. Oktober 2014: Schrittweise Marktöffnung eingeleitet
  • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Steuern

Regulatorische Rahmenbedingungen

Per 1. Oktober 2014 hob der bulgarische Regulator die Endkundenpreise für Strom um 9,7 % und die zugestandene Vertriebsmarge auf 2,3 % an. Gleichzeitig wurden allerdings auch die Strombezugskosten der EVN erhöht. Mit Entscheidung vom 1. August 2015 senkte die zuständige Regulierungskommission die Strom-Endkundenpreise im Versorgungsgebiet der EVN wieder geringfügig um 0,4 %. Zusätzlich wurden im Berichtszeitraum die Endkundenpreise für Wärme schrittweise mit 1. Juli 2015 um 7,0 % und mit 1. Oktober 2015 um weitere 0,7 % gesenkt. Das im Juni 2013 eingeleitete Schiedsgerichtsverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) wird von der EVN weiterhin aktiv verfolgt.

In Mazedonien hob der Regulator die durchschnittlichen Endkundenpreise für Strom per 1. Juli 2014 um 3,5 % an. Der darin enthaltene und für die EVN relevante Netztarif wurde dabei nur geringfügig erhöht und blieb unter dem erwarteten Niveau. Ebenso wurden Kostenelemente im Zusammenhang mit den geplanten nächsten Liberalisierungsstufen nicht berücksichtigt. Mit Tarifentscheid vom 1. Juli 2015 wurden die Strom-Endkundenpreise wiederum um durchschnittlich 0,3 % gesenkt.

Kennzahlen – +/–
Energieversorgung Südosteuropa 2014/15 2013/14 absolut in % 2012/131)
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 495 400 95 23,9 427
davon erneuerbare Energie 209 127 82 64,5 135
davon Wärmekraftwerke 286 273 13 4,9 292
Netzabsatz Strom2) 13.536 13.034 502 3,9 13.031
Wärmeverkauf an Endkunden 211 185 26 13,8 205
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 1.037,9 900,4 137,5 15,3 1.007,3
Innenumsatz 0,2 0,4 –0,2 –46,8 0,4
Gesamtumsatz 1.038,1 900,8 137,3 15,2 1.007,7
Operativer Aufwand –917,4 –880,6 –36,8 –4,2 –890,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
0,0 0,0 0,0 0,0
EBITDA 120,7 20,2 100,6 117,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–62,9 –252,9 190,0 75,1 –65,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 57,8 –232,8 290,6 51,2
Finanzergebnis –26,1 –29,2 3,1 10,6 –27,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 31,7 –262,0 293,7 23,7
Gesamtvermögen 1.276,0 1.251,8 24,2 1,9 1.379,4
Gesamtschulden 1.119,4 1.137,8 –18,4 –1,6 1.044,7
Investitionen3) 78,5 77,5 1,1 1,4 82,4

2) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

In Kroatien hat die EVN Croatia den Ausbau ihres Gasverteilnetzes in Dalmatien weiter fortgesetzt. Im Berichtszeitraum wurden die Städte Biograd und Benkovac in der Gespanschaft Zadar an das Netz angeschlossen. Damit werden seit dem Frühjahr 2015 alle drei größeren Städte dieser Gespanschaft versorgt. Da auch die Versorgung in Šibenik sowie in Dugopolje (Gespanschaft Split-Dalmatia) aufgenommen werden konnte, versorgt die EVN Croatia nunmehr Kunden in allen drei Gespanschaften, für die sie über Konzessionsverträge zur Errichtung und zum Betrieb von Gasverteilnetzen verfügt.

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Die niedrigeren Temperaturen im Winter 2014/15 führten in den südosteuropäischen Versorgungsgebieten der EVN zu einem Anstieg der Nachfrage nach Strom und Wärme. Dadurch erhöhten sich im Vergleich mit dem milden Winter 2013/14 sowohl der Netzabsatz bei Strom als auch der Wärmeverkauf an Endkunden.

Die Stromerzeugung der EVN Gesellschaften in Südosteuropa stieg um 95 GWh bzw. 23,9 % auf 495 GWh. Von der Gesamtproduktion entfielen 209 GWh (Vorjahr: 127 GWh) auf die Erzeugung aus Wasserkraftwerken und 286 GWh (Vorjahr: 273 GWh) auf die thermische Erzeugung in der Cogeneration-Anlage in Plovdiv. Die Steigerung der erneuerbaren Stromerzeugung um 64,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum resultierte aus einer verbesserten Wasserkraftproduktion aufgrund eines überdurchschnittlichen Wasserdargebots dank der Witterungsverhältnisse in Mazedonien.

Der Netzabsatz erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 502 GWh bzw. 3,9 % auf 13.536 GWh. Neben einer witterungsbedingten Nachfragesteigerung waren weitere Fortschritte bei der Verringerung der Netzverluste in Bulgarien und Mazedonien für diesen Absatzanstieg verantwortlich.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse stiegen im Geschäftsjahr 2014/15 um 137,3 Mio. Euro bzw. 15,2 % auf 1.038,1 Mio. Euro. Hauptgründe für diese Entwicklung waren die erwähnten Erhöhungen der Endkundenpreise in Bulgarien und Mazedonien, das witterungsbedingt erhöhte Absatzvolumen sowie der Entfall des negativen Einmaleffekts in Bulgarien aus der im Vorjahr gebildeten Verbindlichkeit aufgrund der verpflichtenden Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Im Vergleich zur Vorjahresperiode erhöhten sich im Geschäftsjahr 2014/15 die operativen Aufwendungen um 36,8 Mio. Euro bzw. 4,2 % auf 917,4 Mio. Euro. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus den regulatorischen Tarifentscheidungen und den damit verbundenen erhöhten Energiebeschaffungskosten. Leicht gegenläufig wirkten die im Berichtszeitraum weiter erfolgreich vorangetriebene Verringerung der Netzverluste sowie Verbesserungen bei der Einbringlichkeit von Forderungen, die zu einem Rückgang der Aufwendungen für Forderungswertberichtigungen führten. In Summe ergab sich ein EBITDA in Höhe von 120,7 Mio. Euro, das um 100,6 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres lag. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen betrugen für das Geschäftsjahr 2014/15 insgesamt 62,9 Mio. Euro (Vorjahr: 252,9 Mio. Euro). Die deutliche Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert war hauptsächlich auf den Entfall der 2013/14 angesichts der Tarifentscheidungen zum 1. Juli 2014 in Bulgarien und Mazedonien durchgeführten Wertminderungen zurückzuführen. Per Saldo ergab sich ein EBIT in Höhe von 57,8 Mio. Euro, das damit um 290,6 Mio. Euro über jenem des Geschäftsjahres 2013/14 lag.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 3,1 Mio. Euro bzw. 10,6 % auf –26,1 Mio. Euro. Dies war einerseits auf die planmäßige Rückführung von Kreditfinanzierungen zurückzuführen, andererseits wirkte sich das aktuell niedrige Zinsniveau positiv aus. In Summe ergab sich für das Geschäftsjahr 2014/15 ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 31,7 Mio. Euro. Es übertrifft den Wert des Vorjahres um 293,7 Mio. Euro.

Investitionen

Die Investitionen lagen im Geschäftsjahr 2014/15 mit 78,5 Mio. Euro um 1,1 Mio. Euro bzw. 1,4 % geringfügig über dem Vorjahresniveau. Der Hauptfokus der Investitionstätigkeit lag auch weiterhin auf der Effizienzsteigerung der Netze durch den Ausbau der Infrastruktur sowie Maßnahmen zur Reduktion der Netzverluste. Darüber hinaus hat die EVN auch weiter in den Ausbau der kroatischen Erdgasversorgung investiert.

Ausblick

Die südosteuropäischen Länder, in denen die EVN aktiv ist, setzen die Liberalisierungsschritte auf den Energiemärkten fort. Die EVN sieht sich für den steigenden Wettbewerb der Energielieferanten gut gerüstet. Im Netzbereich ist die EVN bestrebt, ihre Investitionen gezielt auf die Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung der Versorgung zu fokussieren. Für das Geschäftsjahr 2015/16 wird ein positives Segmentergebnis erwartet, das aber hinter jenem des abgelaufenen Geschäftsjahres bleiben könnte. Die Auswirkungen der Liberalisierung und ein Rückgang der Erzeugungsmengen in Mazedonien nach einem Jahr mit überdurchschnittlicher Wasserführung könnten das Ergebnis beeinflussen.

Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst die Bereiche Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung im Inland, das internationale Projektgeschäft in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie den Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken in Moskau.

Highlights 2014/15

  • Steigerung der Umsatzerlöse in der Trinkwasserversorgung
  • Fertigstellung von Abwasserprojekten in Polen, Rumänien und Zypern
  • Verkauf der Natriumhypochloritanlage an die Stadt Moskau erfolgreich abgeschlossen
  • Verbessertes EBITDA, EBIT und Ergebnis vor Ertragsteuern

Umsatzentwicklung

Das Segment Umwelt verzeichnete im Berichtsjahr einen Rückgang der Umsatzerlöse um 18,5 Mio. Euro bzw. 9,7 % auf 172,6 Mio. Euro. Verantwortlich für diese Entwicklung waren geringere Umsätze aus der Projektabwicklung im internationalen Projektgeschäft. Die durch den trockenen Sommer 2015 erzielten Umsatzzuwächse in der Wasserversorgung in Niederösterreich konnten diese Rückgänge nicht zur Gänze kompensieren. Die Umsätze aus der thermischen Abfallverwertung in Niederösterreich entwickelten sich stabil auf Vorjahresniveau.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 129,5 Mio. Euro (Vorjahr: 347,5 Mio. Euro). Diese Verbesserung war insbesondere auf den im ersten Quartal 2014/15 mit der Regierung der Stadt Moskau vereinbarten Verkauf der Anteile an der Objektgesellschaft für das Projekt Natriumhypochloritanlage um 250,0 Mio. Euro sowie auf den Entfall des im Vorjahr verbuchten negativen Einmaleffekts von 191,4 Mio. Euro aus der Wertberichtigung der Leasingforderung für das ehemalige Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau zurückzuführen. Zudem verursachte das geringere Projektvolumen im internationalen Projektgeschäft

+/–
Finanzkennzahlen – Umwelt Mio. EUR 2014/15 2013/14 absolut in % 2012/131)
Außenumsatz 152,3 168,9 –16,6 –9,9 227,2
Innenumsatz 20,3 22,2 –1,9 –8,5 21,1
Gesamtumsatz 172,6 191,1 –18,5 –9,7 248,4
Operativer Aufwand –129,5 –347,5 218,0 62,7 –209,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
11,9 11,7 0,2 2,1 11,8
EBITDA 55,1 –144,6 199,7 50,5
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–26,4 –70,2 43,8 62,4 –28,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 28,6 –214,9 243,5 21,5
Finanzergebnis –7,6 –4,0 –3,6 –90,8 0,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 21,0 –218,8 239,9 21,8
Gesamtvermögen 940,6 1.197,6 –257,0 –21,5 1.468,9
Gesamtschulden 751,1 1.004,8 –253,7 –25,2 1.059,3
Investitionen2) 11,1 13,5 –2,4 –17,9 12,0

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

einen Rückgang der Materialaufwendungen. Gegenläufig wirkte eine Wertberichtigung, die im zweiten Quartal 2014/15 auf die verbliebenen, in den Vorräten abgebildeten Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau vorgenommen werden musste.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter blieb mit 11,9 Mio. Euro im Berichtszeitraum stabil (Vorjahr: 11,7 Mio. Euro).

Operatives Ergebnis

Per Saldo resultierte die Umsatz- und Aufwandsentwicklung im Segment Umwelt in einem EBITDA von 55,1 Mio. Euro und einem EBIT von 28,6 Mio. Euro; dies entspricht einer Verbesserung des EBITDA um 199,7 Mio. Euro bzw. des EBIT um 243,5 Mio. Euro gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr. Der positive Effekt im EBIT wird durch den Entfall der im Vorjahr durchgeführten Wertminderung auf Anlagen am Kläranlagenstandort Ljuberzy, Moskau, zusätzlich verstärkt.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Für den Rückgang des Finanzergebnisses von –4,0 Mio. Euro auf nunmehr –7,6 Mio. Euro waren zwei Gründe ausschlaggebend. Zum einen gingen die Zinserträge aufgrund geringerer Leasingforderungen aus PPP-Projekten zurück. Zum anderen verursachte die Auflösung des Sicherungsgeschäfts und der Bundesanlagengarantie im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage in Moskau Einmalaufwendungen im Finanzergebnis, die allerdings durch den im operativen Ergebnis berücksichtigten Verkaufspreis für das Projekt gedeckt waren. In Summe erzielte das Segment Umwelt ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 21,0 Mio. Euro im Vergleich zu –218,8 Mio. Euro in der Vergleichsperiode.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Umwelt beliefen sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf 11,1 Mio. Euro. Dies bedeutet einen Rückgang von 2,4 Mio. Euro bzw. 17,9 % gegenüber dem Vorjahr.

Im Bereich der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich dienen Investitionen der Versorgung neuer Gemeinden mit Trinkwasser sowie der Verbesserung der Trinkwasserqualität und der Versorgungssicherheit der Kunden mit Trinkwasser. Einen entscheidenden Fortschritt erzielte die EVN hier im Geschäftsjahr 2014/15 mit der Inbetriebnahme von Naturfilteranlagen in Drösing und Obersiebenbrunn, die eine Reduktion des Härtegrades des Wassers auf natürliche Weise erlauben. Diese beiden Anlagen sowie eine für das Jahr 2016 geplante weitere Naturfilteranlage in Zwentendorf an der Zaya werden die Wasserqualität für die rund 200.000 Einwohner im Versorgungsgebiet des östlichen Weinviertels und des Marchfelds verbessern. Darüber hinaus übernahm die EVN am 1. Jänner 2015 das Wasserleitungsnetz der Marktgemeinde Paudorf und damit die Trinkwasserversorgung für die rund 2.500 Einwohner dieses Ortes.

Im internationalen Projektgeschäft arbeitete die EVN im Geschäftsjahr 2014/15 an der Umsetzung von acht Projekten in Montenegro, Polen, Rumänien, Tschechien und Zypern. Dabei handelt es sich primär um Projekte, bei denen die EVN als Generalunternehmer für die Planung und Errichtung der Anlagen verantwortlich ist und der Auftraggeber die Finanzierung selbst bereitstellt.

In Montenegro leistet die EVN mit zwei Abwasserprojekten an der Küste einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität und damit zur Entwicklung des Tourismus: Im Jänner 2015 wurde in Kotor-Tivat mit dem Bau einer Kläranlage für die Reinigung der Abwässer von bis zu 72.500 Einwohnern begonnen. Eine weitere, ebenfalls von der EVN errichtete Kläranlage in Budva steht bereits in Betrieb. Aktuell werden Abstimmungsgespräche mit der Stadt Budva über die Errichtung einer zweiten Kläranlage in Budva/Buljarica geführt. Vorarbeiten dafür wurden bereits geleistet.

Im polnischen Krakau hat die EVN im Berichtsjahr die geplanten Maßnahmen zur Modernisierung und Erweiterung der für 370.000 Einwohner ausgelegten Kläranlage Kujawy umgesetzt und alle vier Abwasserlinien erfolgreich in Betrieb genommen. Die verbleibenden Arbeiten am Projekt sollen bis Ende des Jahres 2015 abgeschlossen werden. Kurz vor dem Abschluss steht auch das zweite Projekt in Polen, die Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage Pruszkow, deren Kapazität für 265.000 Einwohner ausgelegt ist.

Auch in Rumänien war die EVN im Berichtsjahr mit der Umsetzung von zwei Projekten befasst. In der Stadt Silvaniei wurden drei Abwasserbehandlungsanlagen für insgesamt rund 30.000 Einwohner errichtet, die im April 2015 in die Inbetriebnahmephase übergeleitet und im Oktober 2015 endgültig an den Auftraggeber übergeben wurden. In Zalau starteten im Februar 2015 der Ausbau einer bestehenden Abwasserbehandlungsanlage sowie die Errichtung einer Schlammbehandlungsanlage mit Biogasnutzung für 85.000 Einwohner.

In Tschechien wurde für den Umbau und die Erweiterung der Kläranlage Prag mit der Erlangung der Baugenehmigung kürzlich ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Das Genehmigungsverfahren hatte sich verzögert, da die Stadt Prag zunächst Ausgleichsmaßnahmen zum Hochwasserschutz setzen musste. Mit Vorliegen der Baugenehmigung kann nun der offizielle Baustart für das Projekt erfolgen, das die EVN in einem Konsortium gemeinsam mit SMP, Hochtief und Degremont realisiert. Die erweiterte Kläranlage wird eine Kapazität für 1.200.000 Einwohner haben.

In der zypriotischen Stadt Larnaca wurde im Berichtsjahr die Inbetriebnahme der im vergangenen Geschäftsjahr baulich fertiggestellten Kläranlage nahezu abgeschlossen.

In Moskau war die EVN im Berichtsjahr noch mit der Inbetriebnahme der bereits fertiggestellten und im Oktober 2014 auf Basis einer Vereinbarung mit der Stadt Moskau verkauften Natriumhypochloritanlage befasst. Nach einem 72-Stunden-Test wurde die Anlage im März 2015 erfolgreich an die Stadt Moskau übergeben.

Ausblick

Das Ergebnis im Segment Umwelt ist wesentlich vom internationalen Projektgeschäft beeinflusst. Unter der Annahme der stetigen Entwicklung dieses Geschäftsfelds ist von einem stabilen Ergebnis für das Geschäftsjahr 2015/16 auszugehen.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges sind im Wesentlichen die Beteiligungen der EVN an der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), der Energie Burgenland (gehalten über die Burgenland Holding AG) und der Verbund AG abgebildet. Zudem werden in diesem Segment zentrale Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts, die hauptsächlich interne Konzerndienstleistungen erbringen, erfasst.

Highlights 2014/15

  • Höherer Ergebnisbeitrag der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG)
  • Rückgang der Dividende der Verbund AG
  • Verbessertes EBITDA und EBIT, geringeres Ergebnis vor Ertragsteuern

Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden in diesem Segment Umsatzerlöse in Höhe von 64,7 Mio. Euro und damit um 6,3 Mio. Euro bzw. 8,8 % weniger als im Vorjahr erwirtschaftet. Gleichzeitig ging auch der operative Aufwand um 2,3 Mio. Euro bzw. 3,0 % zurück. Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter stieg im Vergleich zum Vorjahr um 17,9 Mio. Euro bzw. 27,1 % auf 83,8 Mio. Euro. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war vor allem der Ergebnisbeitrag der RAG in Höhe von 76,4 Mio. Euro (Vorjahr: 58,0 Mio. Euro); jener der Energie Burgenland blieb mit 7,4 Mio. Euro annähernd konstant (Vorjahr: 7,6 Mio. Euro). Per Saldo belief sich das EBITDA auf 73,2 Mio. Euro (Vorjahr: 59,4 Mio. Euro) und das EBIT auf 70,5 Mio. Euro (Vorjahr: 57,6 Mio. Euro).

Finanzkennzahlen –
Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Mio. EUR 2014/15 2013/14 +/–
absolut
in % 2012/131)
Außenumsatz 9,3 9,5 –0,2 –2,4 8,8
Innenumsatz 55,4 61,5 –6,0 –9,8 59,3
Gesamtumsatz 64,7 71,0 –6,3 –8,8 68,0
Operativer Aufwand –75,2 –77,5 2,3 3,0 –75,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
83,8 66,0 17,9 27,1 89,9
EBITDA 73,2 59,4 13,9 23,4 82,2
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–2,7 –1,7 –1,0 –58,4 –1,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 70,5 57,6 12,9 22,3 80,3
Finanzergebnis2) 30,6 61,8 –31,1 –50,4 –1,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 101,1 119,4 –18,3 –15,3 79,1
Gesamtvermögen 2.580,4 2.750,3 –170,0 –6,2 2.887,2
Gesamtschulden 1.115,2 1.116,5 –1,3 –0,1 1.342,7
Investitionen3) 2,5 2,5 0,0 1,6 3,5

2) Für Details zum Beteiligungsergebnis der EVN siehe Konzernanhang, Erläuterung 33. auf Seite 173

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Ausblick

Das maßgeblich vom Beteiligungsergebnis beeinflusste Finanzergebnis des Segments ging um 31,1 Mio. Euro bzw. 50,4 % auf 30,6 Mio. Euro zurück. Dies ist im Wesentlichen der deutlich geringeren Dividendenzahlung der Verbund AG von 0,29 Euro je Aktie im Vergleich zu 1,00 Euro je Aktie im Vorjahr geschuldet. In Summe ergaben diese Entwicklungen ein um 18,3 Mio. Euro bzw. 15,3 % niedrigeres Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 101,1 Mio. Euro.

Die anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreise lassen einen geringeren Ergebnisbeitrag der RAG erwarten, der sich in der Position Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter auswirken wird. Dieser Rückgang wird auch das Segmentergebnis beeinflussen, da die Verbund-Dividende, die im Finanzergebnis dargestellt wird, auf Basis der Veröffentlichungen der Verbund AG auf stabilem – und weiterhin niedrigem Niveau – erwartet wird.

Konzernabschluss 2014/15

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 142
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 143
Konzern-Bilanz 144
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 145
Entwicklung der Konzern-Geldflussrechnung 146
Konzernanhang 147 Grundsätze der Rechnungslegung
150 Konsolidierung
154 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
169 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
175 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
195 Segmentberichterstattung
199 Sonstige Angaben
Beteiligungen der EVN 213
Bestätigungsvermerk 218

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung 2014/15 2013/14
26 2.135,8 1.974,8
27 108,4 71,1
28 –1.320,4 –1.284,0
29 –313,5 –313,0
30 –168,1 –359,0
31 141,1 94,0
583,2 184,1
32 –260,3 –256,0
32 –54,7 –269,5
268,2 –341,4
0,4 2,8
11,6 42,4
21,7 23,5
–91,1 –96,7
–2,9 –4,0
33 –60,3 –31,9
207,9 –373,3
34 –17,3 102,8
190,7 –270,5
148,1 –299,0
42,6 28,5
35 0,83 –1,68
0,422) 0,42

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2014/15 2013/14
Ergebnis nach Ertragsteuern 190,7 –270,5
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
1,6 –22,1
Neubewertung IAS 19 48 21,2 –31,0
At Equity einbezogene Unternehmen 48 –13,9 1,3
Darauf entfallende Ertragsteuern 48 –5,6 7,5
Posten, die in künftigen Perioden gegebenenfalls in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
–139,4 –46,5
Währungsdifferenzen 5 –10,7 –7,9
Available-for-Sale-Finanzinstrumente 48 –163,5 –31,6
Cash Flow Hedges 48 5,4 –10,6
At Equity einbezogene Unternehmen 48 –12,9 –7,8
Darauf entfallende Ertragsteuern 48 42,2 11,5
Summe sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern –137,9 –68,6
Gesamtergebnis der Periode 52,9 –339,0
Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 15,4 –367,0
Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 37,5 27,9

Konzern-Bilanz

Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte
36
220,2
196,5
Sachanlagen
37
3.516,3
3.542,2
At Equity einbezogene Unternehmen
38
898,1
889,1
Sonstige Beteiligungen
39
499,7
664,7
Aktive latente Steuern
52
86,4
87,1
Übrige Vermögenswerte
39
308,4
398,1
5.529,2
5.777,7
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte
41
132,5
178,1
Forderungen
42
503,2
443,9
Wertpapiere
43
81,3
0,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
62
255,1
217,6
972,0
840,4
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
44

223,7
972,0
1.064,1
Summe Aktiva
6.501,2
6.841,8
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG
45– 49
2.334,8
2.395,2
Nicht beherrschende Anteile
50
255,4
237,5
2.590,1
2.632,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
51
1.535,7
1.747,7
Latente Steuerverbindlichkeiten
52
31,2
48,1
Langfristige Rückstellungen
53
461,1
497,4
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse
54
507,4
521,6
Übrige langfristige Schulden
55
75,6
87,8
2.611,0
2.902,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
56
140,1
194,2
Mio. EUR Erläuterung 30.09.2015 30.09.2014
Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern 57 63,6 61,1
Lieferantenverbindlichkeiten
58
472,3
505,1
Kurzfristige Rückstellungen
59
146,1
137,2
Übrige kurzfristige Schulden
60
477,9
408,9
1.300,0
1.306,5
6.501,2
6.841,8
Summe Passiva

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
Unterschieds
betrag aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Gezeichnetes
Kapital und
Rücklagen
der Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 01.10.2013 330,0 253,1 2.168,5 112,1 –5,3 –20,8 2.837,6 241,7 3.079,3
Gesamtergebnis der Periode –299,0 –60,1 –7,9 –367,0 27,9 –339,1
Dividende 2012/13 –74,8 –74,8 –32,1 –106,9
Veränderung eigene Anteile –0,1 –0,7 –0,8 –0,8
Sonstige Veränderungen 0,2 0,2 0,2
Stand 30.09.2014 330,0 253,1 1.794,9 52,1 –13,2 –21,6 2.395,2 237,5 2.632,7
Gesamtergebnis der Periode 148,1 –122,0 –10,7 15,4 37,5 52,9
Dividende 2013/14 –74,7 –74,7 –19,6 –94,3
Veränderung eigene Anteile –0,1 –1,0 –1,1 –1,1
Stand 30.09.2015 330,0 253,0 1.868,2 –69,9 –24,0 –22,5 2.334,8 255,4 2.590,1
Erläuterung 45 46 47 48 5 49 50

Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2014/15 2013/141)
Ergebnis vor Ertragsteuern 207,9 –373,3
+ Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie
langfristige Leasingforderungen
32 315,0 716,9
– Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen
und sonstigen Beteiligungen
38, 39 –153,1 –139,2
+ Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen 120,7 187,9
+ Zinsaufwendungen 91,1 96,7
– Zinsauszahlungen –76,6 –83,1
– Zinserträge –21,7 –23,5
+ Zinseinzahlungen 20,3 23,2
– Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen 1,2 2,7
– /+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 2,2 –2,7
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 27 –38,7 –45,4
– Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 62 –0,2 1,2
+ Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 53 –30,1 –24,0
Cash Flow aus dem Ergebnis 438,1 337,4
+ Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen 53,4 –27,7
+ Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 10,8 50,2
+ Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –28,6 205,7
– Zahlungen für Ertragsteuern 4,6 –19,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 478,3 546,0
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 62 2,1 3,3
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 78,1 83,5
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 290,9 46,2
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 94,7 163,4
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –322,7 –387,3
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –40,7 –32,1
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –175,2 –120,3
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –72,7 –243,3
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 47 –74,7 –74,8
– Gewinnausschüttung nicht beherrschende Anteile 62 –19,6 –32,1
– Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile –1,1 –0,8
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 182,4
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –261,9 –409,7
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –357,3 –335,0
Cash Flow gesamt2) 48,3 –32,3
Fonds-Veränderungen 62
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 2) 197,2 229,5
Währungsdifferenz auf Fonds der liquiden Mittel –0,6
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 2) 244,9 197,2
Cash Flow gesamt3) 48,3 –32,3

1) Die Zinsein- und Zinsauszahlungen werden nunmehr in der Konzern-Geldflussrechnung separat im Cash Flow aus dem Ergebnis dargestellt (bisher Veränderung der Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Zinserträgen und -aufwendungen im Cash Flow aus dem operativen Bereich). Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

2) Der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergibt sich durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten laut Konzern-Bilanz.

3) Zusatzangaben zur Konzern-Geldflussrechnung finden sich in Erläuterung 62. Konzern-Geldflussrechnung.

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges führendes börsenotiertes Energieund Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts ist die EVN in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens und Kroatiens tätig. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 13 Ländern in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst jeweils den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt.

Sofern nicht anders angegeben, wird der Konzernabschluss auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen sowie geänderte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2014/15 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRIC 21 Abgaben 17.06.2014
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer – Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge 01.02.20152)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und
finanziellen Verbindlichkeiten 01.01.2014
Diverse Annual Improvements 2010 –2012 01.02.20152)
Diverse Annual Improvements 2011–2013 01.01.20152)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung im Geschäftsjahr 2014/15

IFRIC 21 stellt klar, wie und insbesondere wann Verpflichtungen aus Abgaben, die durch eine Regierungsinstanz erhoben werden und nicht in den Anwendungsbereich eines anderen IFRS fallen, nach IAS 37 zu passivieren sind. Eine Verpflichtung ist gemäß IFRIC 21 dann zu erfassen, wenn das Ereignis eintritt, das die Entrichtung einer Abgabe aufgrund einer gesetzlichen Vorschrift auslöst. In den Anwendungsbereich des IFRIC 21 fallen bei der EVN unter anderem das in Österreich mit 1. Jänner 2015 in Kraft getretene Energieeffizienzgesetz (EEffG). Energielieferanten sind demnach dazu verpflichtet, die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen bei ihren Endkunden im Umfang von 0,6 Prozent ihrer Vorjahresenergieabsätze nachzuweisen. Für nicht erbrachte Nachweise ist ein Ausgleichsbetrag vorgesehen, der im EEffG geregelt ist. Das verpflichtende Ereignis nach dem EEffG ist die erste Energielieferung im Kalenderjahr, in dem die Energieeffizienzmaßnahmen durch den Energielieferanten auf Basis der Absätze des Vorjahres dokumentiert werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Rückstellung in voller Höhe im Ausmaß für die bis zum Stichtag noch nicht durch Maßnahmen erfüllte Einsparungsverpflichtung anzusetzen. In der EVN ist im Wesentlichen die at Equity einbezogene EVN KG als Vertriebsgesellschaft für Haushaltskunden im Strom- und Gasbereich von den Bestimmungen des EEffG betroffen. In geringerem Umfang betrifft dieses weiters die EVN Wärme als Lieferant von Fernwärme.

Die erstmalige Anwendung der übrigen neuen und geänderten Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Auswirkungen geänderter Standards und Interpretationen auf die zukünftige Darstellung des Konzernabschlusses und die zukünftigen Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.

Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und wurden von der EU noch nicht übernommen.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.20181)
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.20161) 2)
IFRS 15 Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden 01.01.20181)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses: "Disclosure Initiative" 01.01.20161)
IAS 16, IAS 38 Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte – Klarstellung zu zulässigen Abschreibungsmethoden 01.01.20161)
IAS 16, IAS 41 Sachanlagen und Landwirtschaft – Fruchttragende Gewächse 01.01.20161)
IAS 27 Einzelabschlüsse – Equity-Methode in Einzelabschlüssen 01.01.20161)
IFRS 10,
IAS 28
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen –
Veräußerung oder Einlagen von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen
oder ein Gemeinschaftsunternehmen
01.01.20161) 3)
IFRS 10, IFRS 12,
IAS 28
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen –
Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme
01.01.20161)
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen – Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 01.01.20161)
Diverse Annual Improvements 2012–2014 01.01.20161)

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Europäische Kommission hat beschlossen, den Übernahmeprozess dieses Interimsstandards nicht zu starten.

3) Das IASB hat vorgeschlagen, diesen Erstanwendungszeitpunkt auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Am 24. Juli 2014 veröffentlichte das IASB die finale Version des IFRS 9, des Nachfolgestandards von IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Das 2008 als Reaktion auf die Finanzkrise begonnene Projekt kam damit zu einem Abschluss, wobei die neuen Regelungen verpflichtend erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, anzuwenden sind. Eine frühere Anwendung ist zulässig, die Übernahme durch die EU steht jedoch noch aus. IFRS 9 beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sowie erweiterte Regelungen hinsichtlich der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte und umfasst ferner neue Regelungen zum Hedge Accounting. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN werden hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte erwartet, wobei derzeit noch keine Aussage betreffend die Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemacht werden kann. Weiters wird mit geringfügigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Bereich des Hedge Accounting gerechnet, da die zukünftigen Regelungen stärker mit der Realität des Risikomanagements einhergehen und damit Abweichungen von der bisherigen Bilanzierungspraxis wahrscheinlich machen. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 9 werden mit Übernahme in europäisches Recht im Detail untersucht werden.

IFRS 14 wurde vom IASB am 30. Jänner 2014 als so genannter Interims-Standard veröffentlicht. IFRS 14 erlaubt Unternehmen, welche die internationalen Rechnungslegungsstandards erstmalig anwenden, preisregulierte Absatzgeschäfte in Übereinstimmung mit den von ihnen bisher angewendeten Rechnungslegungsvorschriften abzubilden. Als Interims-Standard stellt IFRS 14 eine Zwischenlösung dar, bis sich das IASB im Rahmen des Projekts "Rate-regulated Activities" auf die Bilanzierung dieses Sachverhalts geeinigt hat. Bisher finden sich in den IFRS keine Regelungen zur Bilanzierung von preisregulierten Absatzgeschäften, wohingegen in einigen Ländern – so auch in Österreich – nationale Vorschriften die Erfassung von regulatorischen Abgrenzungsposten fordern. Nach herrschender Meinung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einem nach IFRS erstellten Abschluss kein Ansatz eines regulatorischen Vermögenswerts bzw. einer regulatorischen Schuld zulässig. Die EVN ist von den Regelungen des IFRS 14 nicht unmittelbar betroffen, da sich diese rein an IFRS-Erstanwender richten. Am 30. Oktober 2015 wurde bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission den Interims-Standard IFRS 14 nicht zur Übernahme in EU-Recht vorschlagen, sondern auf den endgültigen Standard warten wird.

IFRS 15 wurde vom IASB am 28. Mai 2014 veröffentlicht und regelt die Umsatzrealisierung bei Verträgen mit Kunden. Ziel des gemeinsamen mehrjährigen Standardsetzungsprozesses von IASB und dem FASB war es, die bisher sehr unterschiedlichen Vorschriften in den IFRS und den US-GAAP zu vereinheitlichen und branchenübergreifend prinzipienbasierte Regelungen festzulegen. IFRS 15 ersetzt für IFRS-Anwender IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IAS 18 Erlöse sowie einige Interpretationen, wie unter anderen IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden, in dessen Anwendungsbereich bei der EVN zum Teil erhaltene Baukostenbeiträge fallen. Der neue Standard basiert auf einem fünfstufigen Modell, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist, sofern nicht andere Standards, bspw. Leasingverhältnisse, speziellere Regelungen vorsehen. Im Hinblick auf die zeitliche Erfassung von Umsatzerlösen regelt IFRS 15 detailliert, ob die Erlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg zu erfassen sind. Zentral für die Beurteilung ist dabei der Zeitpunkt der Erfüllung einer bestimmten Leistungsverpflichtung, wobei IFRS 15 auf ein allgemeines Beherrschungsmodell abstellt. Der Übergang der Beherrschungsmacht determiniert demnach die zeitliche Erfassung der Erlöse. Letztlich schreibt IFRS 15 im Bereich der Umsatzrealisierung neue umfangreiche Anhangangaben im Konzernabschluss vor. Das IASB hat im September 2015 das Datum zur verpflichtenden Anwendung des IFRS 15 um ein Jahr auf Geschäftsjahre, die nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, angepasst. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 15 werden mit Übernahme in europäisches Recht im Detail untersucht werden.

Mit der sogenannten "Disclosure Inititative" wurden erste, kurzfristig umsetzbare Vorschläge zur Änderung des IAS 1 umgesetzt, welche im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Rahmenkonzepts stehen. Die Änderungen beinhalten Bestimmungen in Hinblick auf die Wesentlichkeit im Zusammenhang mit Anhangsangaben, Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung sowie Ausführungen zur Struktur einzelner Informationen des Anhangs, welche zukünftig beispielsweise in Abhängigkeit der Relevanz einzelner Informationen für das Verständnis der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens systematisiert werden können. Die EVN rechnet nicht mit materiellen Auswirkungen aus diesen geänderten Bestimmungen. Potenzielle Anpassungen könnten sich aus einer überarbeiteten Berichtsstruktur des Konzernabschlusses ergeben. Diese werden im Detail analysiert, sobald die Übernahme in europäisches Recht erfolgt ist.

Aus der zukünftigen erstmaligen Anwendung der restlichen neuen geänderten Standards und Interpretationen rechnet die EVN nicht mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der übertragenen Gegenleistung mit dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte und Schulden.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Die EVN verfügt über beherrschenden Einfluss auf ein Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen aus dem Unternehmen bestehen, deren Höhe die EVN durch ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen beeinflussen kann.

Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses, die Einbeziehung endet mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die nicht beherrschenden Anteile an Tochterunternehmen werden mit dem anteiligen Wert am Nettovermögen (ohne Berücksichtigung anteiliger Firmenwerte) bewertet. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen (Joint Arrangements) werden abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien in den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen: Bestehen lediglich Rechte am Nettovermögen des gemeinsam beherrschten Unternehmens, handelt es sich gemäß IFRS 11 um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), welches at Equity einbezogen wird. Bestehen Rechte an den der gemeinsamen Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für deren Schulden, besteht gemäß IFRS 11 eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation), welche anteilsmäßig in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Assoziierte Unternehmen – das sind jene Gesellschaften, bei denen die EVN AG direkt oder indirekt über einen maßgeblichen Einfluss verfügt – werden at Equity einbezogen.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, das anteilige Eigenkapital, der Außenumsatz sowie das Jahresergebnis des zuletzt verfügbaren Jahresabschlusses des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10 (siehe auch Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS). Dementsprechend sind zum 30. September 2015 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 31 inländische und 37 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 31 inländische und 38 ausländische vollkonsolidierte Tochterunternehmen). 36 Tochterunternehmen (Vorjahr: 38) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der EnergieAllianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG besteht gemeinsame Beherrschung, womit es sich bei der EVN KG um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11 handelt. Daher erfolgt die Konsolidierung der EVN KG at Equity. Weiters handelt es sich bei der Energie-Allianz-Gruppe (EnergieAllianz sowie deren Tochterunternehmen) aufgrund vertraglicher Vereinbarungen um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11, das ebenfalls at Equity in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Die vollkonsolidierte RBG, an der die EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG at Equity einbezogen.

Die Bioenergie Steyr GmbH, an der die EVN Wärme GmbH 51,0 % der Anteile hält, wird at Equity in den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht.

Die EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,51 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Die Verbund Innkraftwerke Deutschland GmbH, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 13,0 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Bei jenen Gesellschaften, an denen 50,00 % gehalten werden, ist keine Beherrschung gemäß IFRS 10 gegeben. Diese sind aufgrund der jeweils bestehenden vertraglichen Vereinbarungen durchwegs Gemeinschaftsunternehmen im Sinn des IFRS 11 und werden daher at Equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 213 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Detaillierte Angaben zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen befinden sich in den Erläuterungen 50. Nicht beherrschende Anteile und 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen.

Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll Anteilig
(Joint Operation)
Equity Summe
30.09.2013 66 1 19 86
Erstkonsolidierungen 3 1 4
Entkonsolidierungen –1 –1
30.09.2014 69 1 19 89
Erstkonsolidierungen 1 1
Entkonsolidierungen –2 –2
30.09.2015 68 1 19 88
davon ausländische Unternehmen 37 1 6 44

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 29. Oktober 2014 bekanntgegeben, erzielte die EVN mit der Regierung der Stadt Moskau eine Einigung über den Verkauf der Natriumhypochloritanlage: Mosvodokanal, das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen der Stadt Moskau, übernahm die von der Projektgesellschaft gehaltenen Anteile an der Objektgesellschaft in Russland, in der die Natriumhypochloritanlage bilanziert war. Die Veräußerung erfolgte am 30. Oktober 2014. Die bisher vollkonsolidierte Objektgesellschaft in Russland, die OAO "WTE Süd-Ost", wurde daher im ersten Quartal 2014/15 entkonsolidiert.

Die in den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogene EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, Maria Enzersdorf, wurde im ersten Halbjahr 2014/15 in EVN Bulgaria RES Holding GmbH umbenannt und unter der EVN Naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, angeordnet. Die Gesellschaft hält nun 100,0 % der Anteile der beiden in Bulgarien im Bereich der erneuerbaren Energieproduktion tätigen Gesellschaften EVN Kavarna EOOD, Plovdiv, und Naturkraft EOOD, Plovdiv. Beide Gesellschaften wurden zuvor direkt durch die EVN Naturkraft gehalten. Die EVN Bulgaria RES Holding GmbH, Maria Enzersdorf, wurde im ersten Halbjahr 2014/15 erstmals vollkonsolidiert.

Im dritten Quartal 2014/15 erfolgte der Verkauf der Tochtergesellschaft V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H., womit die Gesellschaft entkonsolidiert wurde.

In der Berichtsperiode fanden ebenso wie im Vorjahr keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei jenen Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2014/15 von –10,7 Mio. Euro (Vorjahr: –7,9 Mio. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

2014/15 2013/14
5. Währungsumrechnung
Währung
Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1) Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1)
Albanische Lek 139,73000 140,05154 139,44000 140,06769
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Kroatische Kuna 7,64450 7,63091 7,64250 7,62331
Mazedonische Denar 61,69470 61,60592 61,65340 61,60085
Polnische Zloty 4,24480 4,17391 4,17760 4,17750
Russische Rubel 73,24160 64,71495 49,76530 46,86468
Serbische Denar 119,74910 120,38277 118,85090 115,75038
Tschechische Krone 27,18700 27,44215 27,50000 27,21538

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe Erläuterungen 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen, welche die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Voraussetzungen des IFRIC 12 werden derzeit ausschließlich beim at Equity einbezogenen Wasserkraftwerk Ashta sowie beim at Equity einbezogenen Kläranlagenprojekt Zagreb erfüllt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen der Instandhaltung von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend, entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag gemäß IAS 39 geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Liegen solche vor, ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen. Weiters ist gegebenenfalls eine Wertminderung im Ergebnis des at Equity einbezogenen Unternehmens zu erfassen (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter (siehe Erläuterung 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei der EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available for Sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (Loans and Receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem oder negativem Marktwert (At Fair Value through Profit or Loss, "@FVTPL")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (Financial Liabilities at Amortised Cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellten sich bei der EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Wertpapiere AFS
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn der EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt (mit Ausnahme der Bewertungskategorie @FVTPL) zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Die unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere werden @FVTPL bewertet, da diese auf Portfoliobasis gesteuert werden. Die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente, die @FVTPL bilanziert werden, beinhalten Zinsen. Die Zuordnung eines finanziellen Vermögenswerts in die Bewertungskategorie AFS erfolgt bei nicht derivativen finanziellen Vermögenswerten, die weder als Kredite und Forderungen noch als @FVTPL eingestuft werden.

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallenden finanziellen Vermögenswerten mit Ausnahme von finanziellen Vermögenswerten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden, wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob objektive Hinweise für Wertminderungen vorliegen. Ein Wertminderungsbedarf wird für finanzielle Vermögenswerte entsprechend der zugehörigen Bewertungskategorie gemäß den Regelungen des IAS 39 ermittelt und erfasst. Bei Eigenkapitalinstrumenten, die der Bewertungskategorie AFS zugeordnet sind, erfolgen Wertminderungen bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter dessen Anschaffungskosten. Als signifikanter oder länger anhaltender Rückgang wird bei der EVN ein Rückgang von über 20 % zum Bewertungsstichtag bzw. ein Rückgang permanent über die Dauer von neun Monaten definiert.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei der EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Forwards und Futures.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt die EVN vor allem Währungs- und Zins-Swaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von der EVN abgeschlossenen Forward- und Future-Verträge zum Kauf oder Verkauf von Strom-, Erdgas und CO2-Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Strom- und Gaslieferungen bzw. CO2-Emissionszertifikate sowie zur Sicherung der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Aufgrund der regelmäßigen physischen Erfüllung entsprechend dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf liegen regelmäßig die Voraussetzungen der so genannten "Own Use Exemption" gemäß IAS 39 vor, womit es sich nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinn des IAS 39 handelt, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden. Sofern die Voraussetzungen für die Own Use Exemption nicht erfüllt sind, beispielsweise bei Geschäften zur kurzfristigen Optimierung, erfolgt die Bilanzierung als Derivat gemäß IAS 39.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt, wobei auch eine Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos stattfindet. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Cash Flow Hedges werden zur Absicherung von Energiepreisrisiken sowie zur Absicherung von Zinsrisiken aus Finanzverbindlichkeiten eingesetzt.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden mit ihrem effektiven Teil ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis in der Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 erfasst. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt eine ergebniswirksame Umbuchung. Ineffektive Teile werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position "Sonstige Beteiligungen" umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Diese werden zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die restlichen sonstigen Beteiligungen sind der Kategorie AFS zugeordnet. Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Ist dieser nicht verlässlich ermittelbar, erfolgt der Wertansatz zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen. Der beizulegende Zeitwert wird – soweit wie möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Wertminderungen (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente) werden ergebniswirksam erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als @FVTPL klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie LAR zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen Ausleihungen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 23. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte und der langfristigen Primärenergiereserven erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Im Fall einer Unterdeckung der Vollkosten der Stromerzeugung aus Primärenergievorräten werden diese mit den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten (diese stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage dar) bewertet. Primärenergievorräte für Handelszwecke werden zum beizulegenden Zeitwert (Börsekurs, Stufe 1 gemäß IFRS 13) abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2-Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die kurzfristigen Wertpapiere sind als AFS eingestuft. Die Bewertung erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind flüssige Mittel und Sichtguthaben zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Ist die Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten hinreichend wahrscheinlich, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet. Bis zum Verkaufszeitpunkt erfolgen keine weiteren Abschreibungen. Die Darstellung in der Bilanz erfolgt getrennt von anderen Vermögenswerten. Ein Gewinn oder Verlust, der bis zum Tag der Veräußerung eines langfristigen Vermögenswerts nicht erfasst wurde, wird am Tag der Ausbuchung erfasst. Die im Geschäftsjahr 2013/14 ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte stehen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage Moskau (siehe Erläuterung 44. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte).

17. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen vom Eigenkapital abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den im sonstigen Ergebnis erfassten Posten werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren (Available-for-Sale-Finanzinstrumente), den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

18. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitern, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der Netz Niederösterreich GmbH beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von der EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die EVN Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investment-Fonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeiter sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 53. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischen Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 53. Langfristige Rückstellungen). Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichtag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Bildung der Rückstellung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit aufweist.

Als Abzinsungssätze wurden Sätze vor Steuern verwendet, welche die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt widerspiegeln. Die für die Schuld spezifischen Risiken finden in der Schätzung über die künftigen Cash Flows Berücksichtigung.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Die Neuregelung im Kollektivvertrag für Angestellte der Elektrizitätsversorgungsunternehmen, wonach für Angestellte, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2009 begonnen hat, ein Jubiläumsgeld in der Höhe eines Monatsgehalts nach 15, 20, 25, 30 und 35 Jahren und in der Höhe eines halben Monatsgehalts nach 40 Jahren gebührt, wurde entsprechend berücksichtigt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 ergebniswirksam erfasst. Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen für belastende Verträge werden in Höhe des unvermeidlichen Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

19. Schulden

Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, jener einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 51. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Wird die Erfüllung einer Schuld innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag erwartet, wird dieser Teil als kurzfristig klassifiziert.

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar und stehen im Strom- und Gasnetzbereich im Zusammenhang mit einer Versorgungsverpflichtung durch die EVN. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

20. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei der EVN fallen erhaltene Baukostenzuschüsse zum Teil in den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Baukostenzuschüsse im Strom- und Gasnetzbereich stehen im Zusammenhang mit der Versorgungsverpflichtung durch die EVN und werden passivisch abgegrenzt und über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei der EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Regulierungskonto

In regelmäßigen Abständen werden seitens der Strom- und Gasnetzregulierungsbehörden angemessene "Zielerlöse" für die einzelnen Marktteilnehmer festgesetzt und laufend evaluiert. Gegenüber diesen Zielerlösen erzielte Mehr- oder Mindererlöse werden auf dem Regulierungskonto vorgetragen und im Rahmen der künftigen tariflichen Anpassung berücksichtigt.

In Österreich wurde mit der am 3. März 2011 in Kraft getretenen Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) eine in § 50 ElWOG neu normierte Ex-Post-Regulierung der Erlöse des Netzbetreibers über das Regulierungskonto eingeführt. Diese Systematik wurde auch in den § 71 des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 (GWG) übernommen. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. des § 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen.

Entsprechend der aktuellen Auffassung hinsichtlich der Bilanzierung von regulatorischen Abgrenzungsposten wird von einem Ansatz regulatorischer Vermögenswerte und regulatorischer Verbindlichkeiten abgesehen (siehe auch Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS).

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere PPP-Projekte – Public Private Partnerships) und die damit im Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads (Percentage-of-Completion-Methode) erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die Cost-to-Cost-Methode festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

21. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

21. Ertragsteuersätze
% 2014/15 2013/14
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 15,0 15,0
Bulgarien 10,0 10,0
Deutschland1) 30,3 30,3
Estland2) 20,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien3) 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 16,0 16,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 15,0 15,0
Slowenien 17,0 17,0
Tschechien 19,0 19,0
Zypern 12,5 12,5

1) 15,83 % Körperschaftsteuer inkl. Solidaritätszuschlag, 14,42 % Gewerbesteuer (bezieht sich auf Gesellschaften im Bereich Umwelt)

2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

3) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt seit dem Jahr 2014 jährlich auf Basis des Ergebnisses. Bis 2013 wurden im Unternehmen thesaurierte Gewinne nicht besteuert.

Die Besteuerung erfolgte erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Lediglich die Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen war jährlich zu entrichten.

Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen Gebrauch. Insgesamt gibt es innerhalb der EVN zwei (Vorjahr: zwei) steuerliche Unternehmensgruppen. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der Stand-Alone-Methode orientiert.

Dabei werden überrechnete steuerliche Verluste auf Seite der Gruppenmitglieder als interne Verlustvorträge evident gehalten und mit künftigen positiven Ergebnissen verrechnet. Ausnahmen davon bilden die Verträge mit den Gruppenmitgliedern WEEV Beteiligungs GmbH und Burgenland Holding AG, die vorsehen, dass der WEEV Beteiligungs GmbH und der Burgenland Holding AG im Fall der Zurechnung eines negativen steuerlichen Ergebnisses eine negative Steuerumlage gutgeschrieben wird, wenn das Gruppenergebnis insgesamt positiv ist. Ansonsten wird der jeweilige Verlust als interner Verlustvortrag berücksichtigt und in Folgejahren als negative Steuerumlage vergütet, sobald er in einem zusammengefasten positiven Ergebnis Deckung findet.

Aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften innerhalb der Gruppenbesteuerung wird für die künftige Verpflichtung zur Zahlung von Ertragsteuern eine Verbindlichkeit in Höhe des Nominalbetrags ausgewiesen.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der Liability-Methode mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht und die Absicht auf Aufrechnung der Steuern bestehen.

22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf etwaige vorzunehmende Wertminderungen hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Fall von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom-, Erdgas- und Wasserverteilungsanlagen, Windparks, Strombezugsrechte, Telekomnetze sowie Anlagen im Umweltbereich.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird als erzielbarer Betrag der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt.

Als Abzinsungssatz wird ein Kapitalkostensatz unter Berücksichtigung von Ertragsteuern (WACC) verwendet. Die Eigenkapitalkosten des WACC setzen sich aus dem risikolosen Zinssatz, einem Länderzuschlag sowie einer Risikoprämie zusammen, welche die Markt-Risikoprämie und den Beta-Faktor auf Basis von Peer-Group-Kapitalmarktdaten umschließt. Die Fremdkapitalkosten setzen sich aus dem Basiszinssatz, dem Länderzuschlag und einem dem Rating entsprechenden Risikozuschlag zusammen. Für die Gewichtung der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten wird auf Basis von Peer-Group-Daten eine für die betreffende CGU adäquate Kapitalstruktur zu Marktwerten unterstellt. Mit dem so ermittelten WACC werden die Zahlungsströme der jeweiligen CGU abgezinst.

Grundsätzlich hat die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten entsprechend der Bemessungshierachie des IFRS 13 zu erfolgen. Da für die bewertungsgegenständlichen CGUs bzw. Vermögenswerte in der Regel keine Marktwerte ablesbar sind, erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts entsprechend der Bemessungshierachie der Stufe 3. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der CGU erfolgt dabei mittels eines WACC-basierten Discounted-Cash-Flow-Verfahrens, welches konzeptionell dem Verfahren des Value in Use ähnelt, jedoch Anpassungen der in das DCF-Berechnungsmodell einfließenden Parameter im Sinn der Sicht eines Marktteilnehmers berücksichtigt.

Sowohl die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten als auch des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Die Cash-Flow-Prognosen basieren auf den jüngsten vom Management genehmigten Finanzplänen und erstrecken sich auf einen Zeitraum, für welchen verlässliche Planungsrechnungen erstellt werden können. Die zukünftigen Strompreisannahmen werden von den Terminmarktnotierungen an der European Energy Exchange AG, Leipzig, abgeleitet. Für darüber hinausgehende Zeiträume erfolgt eine Durchschnittsbildung anhand zweier Prognosen renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Fall von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU den erzielbaren Betrag, wird zunächst der Firmenwert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt. Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

Die Buchwerte der Firmenwerte stellen sich wie folgt dar:

22. Zuordnung der Firmenwerte auf Cash Generating Units
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Internationales Projektgeschäft 52,9 53,1
Sonstige CGUs 3,4 5,5
Summe Firmenwerte 56,3 58,6

Unter sonstige CGUs ist der Firmenwert der CGU Hollabrunn enthalten. Von diesem Firmenwert in Höhe von ursprünglich 2,8 Mio. Euro wurde im Geschäftsjahr 2014/15 ein Betrag in Höhe von 2,4 Mio. Euro wertgemindert (siehe Erläuterung 36. Immaterielle Vermögenswerte).

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des erzielbaren Betrags für die Firmenwerte verwendet werden, sind neben den Cash-Flow-Prognosen der Abzinsungssatz (WACC) und die Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum. Die Annahmen zu den wesentlichen Cash Generating Units sowie deren Sensitivitäten sind im Folgenden dargestellt:

Internationales Projektgeschäft

22. Internationales Projektgeschäft
in % 2014/15 2013/14
Annahmen
WACC nach Steuern 7,98 % 8,53 %
Wachstumsrate nach Detailplanungszeitraum 0,0 % 0,0 %

Der Buchwert des Nettovermögens der CGU "Internationales Projektgeschäft" betrug 379,1 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 407,3 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag der CGU lag damit um 7,4 % über ihrem Buchwert.

Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 1 % wäre es im Geschäftsjahr 2014/15 ceteris paribus zu einer Unterdeckung des Nettovermögens der CGU von 3,9 % gekommen (Überdeckung um 22,0 %). Bei Erhöhung (Verminderung) des Wachstumsfaktors um 1 % wäre es im Geschäftsjahr 2014/15 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU um 17,3 % gekommen (Unterdeckung um 0,2 %). Bei einem WACC nach Steuern in Höhe von 8,61 % entspräche der erzielbare Betrag dem Buchwert. Bei einem Wachstumsfaktor von –0,97 % entspräche der erzielbare Betrag dem Buchwert.

23. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen von PPP-Projekten anfallen, bei denen eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

24. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Insbesondere die folgenden Annahmen und Schätzungen können in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden führen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen. Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde aus einer adäquaten Peer Group abgeleitet. Vor dem Hintergrund des derzeit volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) laufend beobachtet (siehe Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Für die Bewertung des Erzeugungsportfolios wurde das Preisgerüst ab dem fünften Jahr (keine aussagekräftigen Marktpreise an den Strombörsen mehr verfügbar) anhand der durchschnittlichen Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Es werden jeweils die letzten aktuell verfügbaren Studien verwendet, die aufgrund der derzeitigen Volatilität der Strommärkte jährlich aktualisiert werden.

Die Sensitivität dieser Annahmen stellt sich für die buchmäßig zwei größten Stromerzeugungsanlagen der EVN, das anteilsmäßig als Joint Operation einbezogene Kraftwerk Steag-EVN Walsum (siehe Erläuterung 37. Sachanlagen) sowie die at Equity einbezogene Verbund Innkraftwerke GmbH (siehe Erläuterung 38. At Equity einbezogene Unternehmen) wie folgt dar:

Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % würde es beim anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Steag-EVN Walsum im Geschäftsjahr 2014/15 ceteris paribus zu einem um 11,1 % niedrigeren Buchwert kommen (3,3 % niedrigerer Buchwert). Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % würde es im Geschäftsjahr 2014/15 ceteris paribus zu einem um 8,1 % höheren Buchwert kommen (niedrigerer Buchwert von 22,9 %).

Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 0,5 % würde es bei der at Equity einbezogenen Verbund Innkraftwerke GmbH im Geschäftsjahr 2014/15 ceteris paribus zu einem um 31,4 % niedrigeren Buchwert kommen (6,5 % niedrigerer Buchwert). Bei Erhöhung (Verminderung) der zugrunde liegenden Strompreisannahmen um 5 % würde es im Geschäftsjahr 2014/15 ceteris paribus zu einem um 12,1 % niedrigeren Buchwert kommen (niedrigerer Buchwert von 28,3 %).

Die wesentlichen Prämissen und Ermessensentscheidungen bei der Festlegung des Konsolidierungskreises sind in den Erläuterungen zu 4. Konsolidierungskreis beschrieben.

Im März 2014 hat die bulgarische Staatliche Kommission für Energie- und Wasserregulierung (EWRC/"der Regulator") ein administratives Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria EC eingeleitet. Als Grund für diesen Schritt nannte die EWRC die Gegenverrechnung von Forderungen an die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) durch die EVN Bulgaria EC. Der Regulator behauptet, die Gegenverrechnung habe zur Verringerung der Barreserven bei der NEK geführt und dadurch deren Fähigkeit gefährdet, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das administrative Verfahren vor dem Regulator ist noch anhängig. Die Bewertung der bulgarischen Vermögenswerte basiert auf aktuellen Annahmen. Das eingeleitete Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) wird weiter verfolgt und soll bewirken, dass die Nachteile aus den regulatorischen Entscheidungen kompensiert werden.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit der im Projekt der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Gegen die behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung des Investitionsvertrags selbst führt EVN Verfahren, die derzeit noch anhängig sind. Diese Entwicklungen beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau ließen bereits im vergangenen Geschäftsjahr erhebliche Zweifel an dessen Realisierbarkeit erscheinen, weshalb die bestehende Leasingforderung wertberichtigt und der auf die verwertbaren Anlagenkomponenten entfallende Betrag in die Vorräte umgegliedert worden war. Nunmehr wird davon ausgegangen, dass die Anlage nicht errichtet werden wird, sondern vom Auftraggeber entsprechende Kompensation zu fordern ist. Die weiteren Entwicklungen in diesem Projekt einschließlich der Auflösung oder Rückabwicklung bestehender Lieferverträge mit Sublieferanten können in folgenden Berichtsperioden zu Änderungen des Ausweises und zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterungen 40. Übrige langfristige Vermögenswerte und 41. Vorräte).

Die Projektgesellschaft zur Errichtung des Kraftwerks Duisburg-Walsum, an der die EVN zu 49,0 % beteiligt ist, hat am 17. Dezember 2013 eine Schiedsklage gegen das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH und am 10. Dezember 2013 eine gerichtliche Klage gegen einen Versicherer eingebracht. Die geltend zu machenden Ansprüche beruhen auf Schäden, die der Projektgesellschaft infolge verspäteter Fertigstellung des Kraftwerks Duisburg-Walsum entstanden sind, und umfassen pauschalierten Schadenersatz für Verzug, verzögerungsbedingte Mehrkosten, die vorfinanzierten Reparaturkosten und für den Schaden aus entgangener Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten, sowie Ansprüche gegen einen Versicherer. Widerklagend hat das Hitachi-Konsortium in diesem Verfahren Ansprüche gegen die Projektgesellschaft geltend gemacht. Der Versicherer hat in einer mittlerweile verbundenen Klage Rückzahlung von bereits geleisteten Abschlagszahlungen gefordert. Im gerichtlichen Verfahren gegen den Versicherer ist am 1. Juli 2015 ein Teil-Grund- und Teil-Schluss-Urteil zugunsten der Projektgesellschaft ergangen, wonach der Versicherer zur Zahlung von Versicherungsleistungen wegen des Kraftwerksschadens vom April 2011 dem Grunde nach verpflichtet ist, gegen das dieser und auch die Projektgesellschaft (in Bezug auf die Anerkennung der Rechtsanwaltskosten) Berufung eingelegt haben. Über die Höhe des der Projektgesellschaft zustehenden Versicherungsanspruchs wird anschließend in einem separaten gerichtlichen Betragsverfahren entschieden. Nach der ersten Betriebszeit des Kraftwerks lassen sich aus den Statistiken höhere spezifische Wärmeverbräuche und somit ein niedrigerer Wirkungsgrad ableiten als vom Generalunternehmer zugesagt. Eine entsprechende Kontrollmessung hat dies mittlerweile bestätigt. Deshalb wurden am 22. Oktober 2015 entsprechende Streitanzeigen an das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH Hitachi übermittelt. Der Ausgang der Verfahren kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 37. Sachanlagen).

Die EVN AG und die Verbund Thermal Power GmbH & Co KG iL betreiben aufgrund des Vertrags vom 28. April 1980 bzw. 16. April 1980 das Kraftwerk Dürnrohr, wobei jedem Vertragspartner einer der beiden Blöcke zur Bewirtschaftung zugewiesen ist. Verbund hat im Dezember 2014 den bestehenden Betriebsführungsvertrag zum 30. Juni 2015 gekündigt und im April 2015 die endgültige Auflassung ihres Kraftwerksblocks am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr erklärt. Dies führt in weiterer Folge zu erhöhten Instandhaltungs- und Betriebskosten für die EVN. Die EVN steht auf dem Standpunkt, dass die ausgesprochene Kündigung rechtlich unwirksam sowie der bestehende Vertrag auf die technische Lebensdauer der Anlagen des Kraftwerks Dürnrohr abgeschlossen ist und daher unverändert aufrecht besteht. Sie hat zu diesem Zweck eine Feststellungsklage beim Handelsgericht Wien eingebracht. Der Ausgang dieses Verfahrens kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 37. Sachanlagen).

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet, die in künftigen Perioden zu Bewertungsänderungen führen können. Ferner können künftige Änderungen von Strom- und Gaspreistarifen zu Bewertungsänderungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen führen. Eine Berücksichtigung des Pensionssicherungsbeitrags laut NÖ Landesund Gemeindebezügegesetz könnte außerdem künftig in geringeren Pensionsrückstellungen münden (siehe Erläuterung 53. Langfristige Rückstellungen).

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 18. Rückstellungen) und Einschätzungen zu sonstigen Verpflichtungen und Risiken (siehe Erläuterung 67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

25. Grundsätze zur Segmentberichterstattung

Die Identifizierung der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und der internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Für jedes operative Segment überprüft der Vorstand des EVN Konzerns (Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8) interne Managementberichte mindestens vierteljährlich. Die Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Energiehandel und -vertrieb", "Netzinfrastruktur Inland", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" entspricht vollständig der internen Berichtsstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRS. Zur Bewertung der Ertragskraft der Segmente wird das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (siehe Erläuterung 61. Segmentberichterstattung).

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

26. Umsatzerlöse

Die externen Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

26. Umsatzerlöse
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Erzeugung 52,7 33,7
Energiehandel und -vertrieb 470,9 431,5
Netzinfrastruktur Inland 412,8 430,9
Energieversorgung Südosteuropa 1.037,9 900,4
Umwelt 152,3 168,9
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 9,3 9,5
Summe 2.135,8 1.974,9

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von PPP-Projekten in Höhe von 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 40. Übrige langfristige Vermögenswerte).

Die vom bulgarischen Regulator kommunizierte Rückführung von Erlösen aus vergangenen Perioden wurde im Vorjahr in Höhe von 72,4 Mio. Euro in den Umsatzerlösen erfasst (siehe Erläuterung 60. Übrige kurzfristige Schulden).

27. Sonstige betriebliche Erträge

27. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR
2014/15 2013/14
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 38,7 45,4
Aktivierte Eigenleistungen 18,2 18,3
Bestandsveränderungen 0,9 –18,1
Zinsen für verspätete Zahlungen 8,2 7,7
Entschädigungen und Vergütungen 6,1 8,8
Miet- und Pachterträge 2,4 2,4
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 0,2 –1,2
Übrige sonstige betriebliche Erträge 33,8 7,9
Summe 108,4 71,1

Neben Prämien, Subventionen sowie Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen, umfassten die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge das Ergebnis aus dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage im Oktober 2014 (siehe Erläuterung 44. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte).

28. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Strom-, Erdgas-, Steinkohle- und Biomassebezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratiszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2-Emissionszertifikate in Höhe von 5,5 Mio. Euro (Vorjahr: 4,1 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend im Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

Im sonstigen Materialaufwand ist eine Wertberichtigung in Höhe von 11,0 Mio. Euro enthalten, welche im ersten Halbjahr 2014/15 auf die in den Vorräten abgebildeten verbliebenen Anlagenkomponenten aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau vorgenommen wurde. Diese Maßnahme betrifft die auf die besonderen Anforderungen der Stadt Moskau hin adaptierte Rauchgasreinigungsanlage, für die nach einer Marktsondierung aus heutiger Sicht keine Folgeverwendung gefunden werden kann (siehe Erläuterung 41. Vorräte).

28. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Fremdstrombezug und Energieträger 1.066,5 1.032,2
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 254,0 251,9
Summe 1.320,4 1.284,0

29. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN Pensionskasse in Höhe von 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: 5,8 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) enthalten.

29. Personalaufwand
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Gehälter und Löhne 242,7 241,6
Aufwendungen für Abfertigungen 7,7 4,5
Aufwendungen für Pensionen 5,5 9,5
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
51,1 51,1
Sonstige Sozialaufwendungen 6,6 6,3
Summe 313,5 313,0

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:

29. Mitarbeiter nach Segmenten1) 2014/15 2013/14
Erzeugung 154 164
Netzinfrastruktur Inland 1.254 1.281
Energiehandel und -vertrieb 280 279
Energieversorgung Südosteuropa 4.276 4.532
Umwelt 507 549
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 501 510
Summe 6.973 7.314

1) Anzahl im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 96,2 % aus Angestellten und zu 3,8 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 96,0 % Angestellte und 4,0 % Arbeiter), wobei in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird und damit eine Zurechnung bei den Angestellten erfolgt.

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Forderungsabschreibungen 37,2 230,7
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 16,5 28,8
Betriebssteuern und Abgaben 16,3 17,6
Werbeaufwand 12,7 11,4
Telekommunikation und Portospesen 10,6 10,2
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 10,4 10,9
Versicherungen 9,2 9,1
Wartung und Instandhaltung 7,6 6,8
Mieten 6,2 6,9
Weiterbildung 1,9 2,3
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 39,4 24,3
Summe 168,1 359,0

Die Position "Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken" umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozesskosten und -risiken. Die Position "Mieten" umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthielten neben Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen Aufwendungen für die Bildung einer Rückstellung für drohende Zahlungen aus Haftungen für die EconGas GmbH.

Die Forderungsabschreibungen der Vergleichsperiode beinhalten die Wertberichtigung der Leasingforderung zum Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau in Höhe von 191,4 Mio. Euro (siehe Erläuterung 40. Übrige langfristige Vermögenswerte).

31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter
Mio. EUR
2014/15 2013/14
EVN KG 63,8 53,6
RAG 76,4 58,0
Energie Burgenland 7,4 7,6
ZOV; ZOV UIP 12,1 11,7
Shkodra 0,7
Verbund Innkraftwerke –25,9 –39,2
Andere Gesellschaften 6,4 2,4
Summe 141,1 94,0

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter (siehe Erläuterung 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen (siehe Erläuterung 38. At Equity einbezogene Unternehmen).

Der negative Ergebnisbeitrag der Verbund Innkraftwerke GmbH ist durch deutlich verschlechterte Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung, die auf aktuellen Marktanalysen beruhen, begründet. Die neuen Strompreisannahmen führten zu einer Wertminderung der Anteile an diesem at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 26,8 Mio. Euro. Bereits im Vorjahr waren aufgrund verschlechterter Einschätzungen der Strompreisentwicklung Wertminderungen in Höhe von 41,1 Mio. Euro notwendig geworden.

Die nicht angesetzten kumulativen Verluste der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH betrugen 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: –0,1 Mio. Euro), die nicht angesetzten kumulativen Verluste der Econgas betrugen –7,6 Mio. Euro (Vorjahr: –0,2 Mio. Euro).

32. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

32. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Immaterielle Vermögenswerte 17,0 205,9
Sachanlagen 300,3 319,5
Zuschreibungen auf Sachanlagen –2,4
Summe 315,0 525,5
32. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Abschreibungen 260,3 256,0
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Wertminderungen)1) 57,1 269,5
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen (Wertaufholungen)1) –2,4
Summe 315,0 525,5

1) Details siehe Erläuterungen 36. Immaterielle Vermögenswerte und 37. Sachanlagen

33. Finanzergebnis

33. Finanzergebnis
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Beteiligungsergebnis
WEEV Beteiligungs GmbH 0,4 2,8
Andere Gesellschaften 0,0*) 0,0*)
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter 0,4 2,8
Dividendenzahlungen 14,1 42,9
davon Verbund AG 11,6 40,1
davon andere Gesellschaften 2,4 2,8
Wertminderungen –2,5 –0,5
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 11,6 42,4
Summe Beteiligungsergebnis 12,0 45,2
Zinsergebnis
Zinserträge aus Vermögenswerten 16,3 18,7
Übrige Zinserträge 5,3 4,8
Summe Zinsertrag 21,7 23,5
Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten –65,2 –77,5
Zinsaufwand Personalrückstellungen –10,5 –14,3
Übrige Zinsaufwendungen –15,3 –4,9
Summe Zinsaufwendungen –91,1 –96,7
Summe Zinsergebnis –69,4 –73,2
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens (@FVTPL) 1,5 1,0
Währungskursgewinne/-verluste –1,2 –2,7
Übriges Finanzergebnis –3,2 –2,3
Summe sonstiges Finanzergebnis –2,9 –4,0
Finanzergebnis –60,3 –31,9

*) Kleinbetrag

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter (siehe Erläuterung 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) wird als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen.

Die WEEV Beteiligungs GmbH wurde zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung der Verbund AG gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG gegründet und erstmals im Geschäftsjahr 2010/11 in den Konzernabschluss der EVN at Equity einbezogen. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte werden, nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern, gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Fall eines signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses erfordern die Bestimmungen der IFRS die Vornahme einer ergebniswirksamen Wertminderung. Die nicht angesetzten negativen sonstigen Ergebnisse der WEEV Beteiligungs GmbH betrugen –2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Die Zinserträge aus Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investment-Fonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus liquiden Mitteln und Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens. Die Zinserträge für Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beliefen sich auf 20,2 Mio. Euro (Vorjahr: 21,4 Mio. Euro).

Die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtverbindlichkeiten für Biomasseanlagen sowie Verteil- und Wärmenetze. Weiters sind in dieser Position Aufwendungen aus der Auflösung des Sicherungsgeschäfts im Zusammenhang mit der verkauften Natriumhypochloritanlage in Moskau umfasst. Die Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beliefen sich auf 74,6 Mio. Euro (Vorjahr: 82,4 Mio. Euro).

34. Ertragsteuern

34. Ertragsteuern
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Laufender Ertragsteuerertrag/-aufwand –4,4 –8,4
davon österreichische Gesellschaften –18,8 –17,7
davon ausländische Gesellschaften 14,4 9,3
Latenter Steuerertrag/-aufwand 21,7 –94,4
davon österreichische Gesellschaften 8,2 –70,2
davon ausländische Gesellschaften 13,4 –24,2
Summe 17,3 –102,8

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2015 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und dem ausgewiesenen Konzernsteuerertrag aufgrund des Konzernergebnisses des Geschäftsjahres 2014/15 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2014/15 2013/14
34. Ermittlung des Effektivsteuersatzes in % Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 207,9 –373,3
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 52,0 –25,0 –93,3
+/– Abweichende ausländische Steuersätze –4,0 –8,3 4,6 17,3
– Steuerfreie Beteiligungserträge –12,1 –25,1 –6,7 –25,2
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 2,9 6,0 11,9 44,6
+ Abschreibungen auf Firmenwerte 10,0 37,2
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen und Wertminderungen
auf Konzernforderungen
–5,1 –10,6 –26,1 –97,5
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,4 2,9 –0,5 –1,9
– Steuerfreie Erträge –0,2 –0,4 4,1 15,3
+ Aperiodische Steuererhöhungen 0,2 0,4 0,2 0,8
+/– Sonstige Posten 0,1 0,3 0,0*) –0,1
Effektivsteuersatz/-aufwand 8,3 17,3 –27,5 –102,8

*) Kleinbetrag

Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen im Wesentlichen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungsabschreibungen von EVN Kavarna und EVN Nk BuB (Vorjahr: EVN Bulgaria EC, EVN Macedonia, EVN Kavarna, EVN Nk BuB, EVN UBS und OOO EVN Umwelt Service). Die effektive Steuerbelastung (Vorjahr: Steuerertrag) der EVN für das Geschäftsjahr 2014/15 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 8,3 % (Vorjahr: –27,5 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften (siehe Erläuterung 52. Latente Steuern).

35. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2014/15 im Umlauf befindlichen Anteile von 177.871.236 Stück (Vorjahr: 177.936.810 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch so genannte "potenzielle Aktien" aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für die EVN bestehen jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war. Auf Basis des Konzernergebnisses von 148,1 Mio. Euro (Vorjahr: –299,0 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2014/15 ein Ergebnis je Aktie von 0,83 Euro (Vorjahr: –1,68 Euro).

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2014/15 ergaben.

36. Immaterielle Vermögenswerte

In den Rechten waren Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, ausgewiesen. Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden in der Vergangenheit insbesondere die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2014/15 ergab die Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten hinsichtlich Firmenwerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 2,4 Mio. Euro im Segment "Energiehandel und -vertrieb". Die EVN erwarb im Geschäftsjahr 2011/12 100 % der Anteile an der Fernwärmegenossenschaft (FWG) Hollabrunn. Im Zuge der Erstkonsolidierung der Gesellschaft wurde ein Firmenwert in Höhe von 2,8 Mio. Euro aktiviert und der CGU "Hollabrunn" zugeordnet. Die CGU besteht aus dem Fernheizwerk Hollabrunn inklusive des dazugehörigen Fernwärmenetzes Hollabrunn. Im Geschäftsjahr 2014/15 ergab sich ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 2,4 Mio. Euro, der gänzlich dem Firmenwert zugeordnet wurde. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 3,6 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,7 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine auf Basis der zugunde liegenden Nutzungsdauern zeitlich begrenzte Rente. Die angenommenen Wärmeerlöse basieren auf einer linearen Preisentwicklung und einem kontinuierlichen Absatz. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen.

Sonstige Wertminderungen in Höhe von 0,7 Mio. Euro betrafen Rechte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte bei Wärmeanlagen und dem Windpark Kavarna.

Die Wertminderungen der Vergleichsperiode im Segment "Energieversorgung Südosteuropa" waren auf die mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 2. Juli 2014 bekanntgegebenen Tarifänderungen in Bulgarien und Mazedonien ab 1. Juli 2014 zurückzuführen. Dadurch kam es zu einer Neubewertung der Geschäftstätigkeit in diesen beiden Ländern und einer vollständigen Wertminderung der Firmenwerte und Kundenstöcke. Dabei wurden auch die Kundenbeziehungen der CGU "Stromverteilung Mazedonien", die noch nicht einer Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, in Höhe des ursprünglichen Buchwerts von 24,5 Mio. Euro wertgemindert.

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden insgesamt 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

36. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2014/15 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2014 216,7 336,7 95,3 648,7
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen –0,1 –0,1
Zugänge 9,3 3,8 13,1
Abgänge –16,1 –0,3 –16,3
Umbuchungen 28,2 –0,4 27,8
Bruttowert 30.09.2015 216,7 358,0 98,4 673,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –158,1 –213,9 –80,2 –452,2
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 0,1
Planmäßige Abschreibungen –10,6 –3,5 –14,0
Wertminderungen –2,4 –0,4 –0,3 –3,0
Abgänge 16,0 0,3 16,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –160,4 –208,7 –83,7 –452,9
Nettowert 30.09.2014 58,6 122,8 15,1 196,5
Nettowert 30.09.2015 56,3 149,3 14,7 220,2
*) Kleinbetrag
Geschäftsjahr 2013/14 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2013 216,7 330,8 93,7 641,3
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Zugänge 5,6 1,7 7,3
Abgänge –1,0 0,0*) –1,1
Umbuchungen 1,3 –0,1 1,2
Bruttowert 30.09.2014 216,7 336,7 95,3 648,7
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –9,2 –204,4 –32,8 –246,4
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –9,6 –4,5 –14,1
Wertminderungen –148,9 –43,0 –191,8
Abgänge 0,1 0,0*) 0,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –158,1 –213,9 –80,2 –452,2
Nettowert 30.09.2013 207,5 126,5 60,9 394,9
Nettowert 30.09.2014 58,6 122,8 15,1 196,5

*) Kleinbetrag

37. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 3,1 Mio. Euro (Vorjahr: 7,6 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,0 % – 3,7 % (Vorjahr: 2,8 % – 8,5 %).

In der Position "Grundstücke und Bauten" waren Grundwerte in Höhe von 60,7 Mio. Euro (Vorjahr: 63,2 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 18,2 Mio. Euro (Vorjahr: 18,3 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr 2014/15 führte die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 zu folgenden Wertminderungen:

Im ersten Halbjahr 2014/15 wurden aufgrund erwarteter erhöhter Betriebs- und Instandhaltungsaufwendungen infolge der Schließung eines Kraftwerksblocks von Verbund am Standort des Gemeinschaftskraftwerks Dürnrohr mit April 2015 Wertminderungen in Höhe von 17,0 Mio. Euro notwendig. Der erzielbare Betrag für die betreffende CGU wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug –56,1 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 6,44 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren und darauf folgend eine Grobplanungsphase bis 2025. Die angenommenen Energieerlöse orientieren sich im Detailplanungszeitraum an der Price-Forward-Curve für Terminnotierungen der European Energy Exchange AG, Leipzig, und in der Grobplanungsphase an einem Preisgerüst auf Basis von Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen. Aufgrund der verschlechterten Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung wurde diese Wertminderung zum 30. September 2015 bestätigt.

Beim anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Kraftwerk Steag-EVN Walsum 0 wurden Wertminderungen in Höhe von 27,6 Mio. Euro notwendig. Neben verschlechterten Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung waren gegenüber der kommerziellen Betriebsaufnahme erhöhte spezifische Wärmeverbräuche und somit ein niedrigerer Wirkungsgrad für diese Wertminderung ausschlaggebend. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 347,6 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,79 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine auf Basis der zugrunde liegenden Nutzungsdauer zeitlich begrenzte Rente. Die angenommenen Energieerlöse orientieren sich im Detailplanungszeitraum an der Price-Forward-Curve für Terminnotierungen der European Energy Exchange AG, Leipzig, und in der Grobplanungsphase an einem Preisgerüst auf Basis von Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Bei der Bewertung wurden aktuelle Annahmen für den Ausgang der anhängigen Rechtsverfahren getroffen (siehe Erläuterung 24. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen). Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen.

Aufgrund der verschlechterten Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung wurden Wertminderungen an zwei Windparks der EVN Naturkraft in Höhe von 1,1 Mio. Euro notwendig. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 6,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 3,69 % für die Phase der geförderten Einspeisetarife und von 5,7 % für die Phase der freien Vermarktung verwendet. Die der Bewertung zugrunde liegenden Barwertmodelle beinhalten einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine auf Basis der zu Grunde liegenden Nutzungsdauern zeitlich begrenzte Rente. Die angenommenen Energieerlöse orientieren sich nach Ende des Förderzeitraums bis zum Jahr 2019 an der Price-Forward-Curve für Terminnotierungen der European Energy Exchange AG, Leipzig. Für die darüber hinausgehenden Jahre wurde ein Preisgerüst auf Basis von Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen.

Weiters kam es aufgrund von nachteiligen regulatorischen Änderungen für die Stromproduktion in Bulgarien per 1. Juli 2015 zu Wertminderungen in Höhe von 4,4 Mio. Euro am Windpark der EVN in Kavarna. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 14,0 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,88 % für die Phase der geförderten Einspeisetarife und von 8,07 % für die Phase der freien Vermarktung verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine Grobplanungsphase bis zum Ende der Nutzungsdauer. Die angenommenen Energieerlöse nach Ende des Förderzeitraums basieren auf einem Preisgerüst auf Basis von Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden zwischen 1,0 % und 2,5 % angenommen.

Sonstige Wertminderungen betrafen mit 1,8 Mio. Euro weitere thermische Anlagen, mit 1,2 Mio. Euro diverse Grundstücke und Bauten sowie mit 0,9 Mio. Euro Wärmeanlagen.

Bei der CGU "Fernwärme Mödling-Wiener Neudorf" bestehend aus dem Verteilnetz Mödling, Wiener Neudorf, Biedermannsdorf und Perchtoldsdorf, sowie den dazugehörigen Produktionsanlagen wurde eine Wertaufholung in Höhe von 2,4 Mio. Euro erfasst. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 37,8 Mio. Euro. Als Diskontierungszinssatz wurde ein WACC nach Steuern von 5,70 % verwendet. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren sowie eine Grobplanungsphase bis zum Ende der Nutzungsdauer. Die Preissteigerungen bei den jährlichen Aufwendungen wurden mit 2,0 % angenommen.

In der Vergleichsperiode waren Abwertungen in Höhe von 36,0 Mio. Euro für das Kraftwerk Dürnrohr, für Kleinwasserkraftwerke und einen Windpark der EVN Naturkraft sowie für den Windpark der EVN Kavarna aufgrund verschlechterter Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung notwendig geworden. Außerdem waren aufgrund der vorübergehenden Stilllegung des Brunnenfelds Bisamberg in der EVN Wasser Wertminderungen in Höhe von 2,1 Mio. Euro sowie Wertminderungen im Umweltbereich in Höhe von 39,6 Mio. Euro erfasst worden.

In der Position "Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau" waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 158,3 Mio. Euro (Vorjahr: 196,3 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte wiesen einen Buchwert in Höhe von 44,7 Mio. Euro auf (Vorjahr: 51,9 Mio. Euro).

37. Entwicklung der Sachanlagen
Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und
Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2014 762,1 3.695,9 2.817,8 216,1 222,4 239,9 7.954,2
Währungsdifferenzen –0,1 –0,2 –24,2 –0,0*) –0,1 –6,9 –31,6
Konsolidierungskreisänderungen –0,2 –0,2 –0,3 –0,7
Zugänge 13,1 94,9 83,8 17,5 12,2 93,2 314,8
Abgänge –1,5 –8,1 –6,4 –8,4 –19,2 –0,9 –44,6
Umbuchungen 16,7 26,3 101,5 –0,2 –14,4 –158,1 –28,2
Bruttowert 30.09.2015 790,1 3.808,8 2.972,2 224,9 200,6 167,2 8.164,0
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –402,0 –1.962,1 –1.694,5 –138,3 –178,2 –36,9 –4.412,0
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,1 12,3 0,0*) 0,1 6,7 19,2
Konsolidierungskreisänderungen 0,2 0,2 0,2 0,6
Planmäßige Abschreibungen –20,0 –100,8 –98,3 –12,6 –14,5 –246,2
Wertminderungen –12,3 –1,5 –40,1 –0,2 –0,0*) –54,1
Zuschreibungen 0,3 1,3 0,8 2,4
Abgänge 1,1 8,1 5,5 8,2 19,0 42,0
Umbuchungen –1,2 17,2 –51,2 0,3 12,6 22,9 0,5
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2015 –433,7 –2.037,8 –1.865,3 –142,4 –161,0 –7,4 –4.647,7
Nettowert 30.09.2014 360,1 1.733,8 1.123,3 77,8 44,2 203,0 3.542,2
Nettowert 30.09.2015 356,4 1.771,0 1.106,9 82,5 39,6 159,9 3.516,3

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2013/14
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und
Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2013 711,5 3.525,2 2.255,0 202,6 229,9 693,4 7.617,7
Währungsdifferenzen –0,2 –0,6 –9,6 –0,1 –0,2 –4,0 –14,6
Zugänge 9,7 112,3 105,1 19,3 14,0 142,4 402,8
Abgänge –1,8 –8,2 –9,3 –5,9 –23,7 –1,3 –50,3
Umbuchungen 43,0 67,2 476,6 0,2 2,4 –590,7 –1,4
Bruttowert 30.09.2014 762,1 3.695,9 2.817,8 216,1 222,4 239,9 7.954,2
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –358,6 –1.867,8 –1.495,5 –133,2 –184,7 –105,0 –4.144,8
Währungsdifferenzen 0,1 0,3 3,0 0,0*) 0,1 1,8 5,3
Planmäßige Abschreibungen –20,2 –100,8 –93,5 –10,8 –16,6 –241,9
Wertminderungen –20,8 –1,7 –23,9 –31,3 –77,7
Abgänge 1,6 7,9 7,5 5,6 23,0 1,1 46,8
Umbuchungen –4,1 0,0*) –92,2 0,0*) 96,5 0,2
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –402,0 –1.962,1 –1.694,5 –138,3 –178,2 –36,9 –4.412,0
Nettowert 30.09.2013 352,9 1.657,4 759,5 69,5 45,2 588,5 3.472,9
Nettowert 30.09.2014 360,1 1.733,8 1.123,3 77,8 44,2 203,0 3.542,2

*) Kleinbetrag

38. At Equity einbezogene Unternehmen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 213 unter Beteiligungen der EVN dargestellt. Unter 66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen finden sich Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen, welche at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt. Für die at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Im Geschäftsjahr 2014/15 wurde eine Wertminderung an der Verbund Innkraftwerke GmbH in Höhe von 26,8 Mio. Euro aufgrund verschlechterter Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung notwendig. Der erzielbare Betrag für den EVN-Anteil an der Verbund Innkraftwerke GmbH wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten (Stufe 3 gemäß IFRS 13) ermittelt und betrug 105,7 Mio. Euro. Der WACC nach Steuern betrug 5,49 %. Das der Bewertung zugrunde liegende Barwertmodell beinhaltet einen Detailplanungszeitraum von vier Jahren, darauf folgend eine Grobplanungsphase bis 2035 sowie eine ewige Rente mit einer Wachstumsrate von 0,0 %. Bereits im Vorjahr waren aufgrund verschlechterter Einschätzungen der Strompreisentwicklung Wertminderungen in Höhe von 41,1 Mio. Euro notwendig geworden (siehe auch Erläuterung 32. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter).

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital im Besitz der EVN zum 30. September 2015 87,1 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 79,0 Mio. Euro).

38. Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen

Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR
Bruttowert 30.09.2014 918,4
Zugänge 0,1
Abgänge
Bruttowert 30.09.2015 918,6
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –29,3
Währungsdifferenzen 0,8
Abgänge
Wertminderungen –26,8
Laufendes anteiliges Ergebnis 168,3
Ausschüttungen –106,7
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –26,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –20,5
Nettowert 30.09.2014 889,1
Nettowert 30.09.2015 898,1
Geschäftsjahr 2013/14
Mio. EUR
Bruttowert 30.09.2013 918,8
Zugänge 0,2
Abgänge –0,5
Bruttowert 30.09.2014 918,4
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2013 25,2
Währungsdifferenzen 0,4
Abgänge 0,3
Wertminderungen –41,1
Laufendes anteiliges Ergebnis 137,6

39. Sonstige Beteiligungen

Die Position "Sonstige Beteiligungen" umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Ausschüttungen –145,3 Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –6,4 Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –29,3 Nettowert 30.09.2013 944,0 Nettowert 30.09.2014 889,1

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 476,1 Mio. Euro (Vorjahr: 639,6 Mio. Euro) enthalten, von denen 30,9 Mio. Euro (Vorjahr: 23,9 Mio. Euro) zu Besicherungszwecken verwendet werden. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23,5 Mio. Euro (Vorjahr: 25,1 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert werden, handelt es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen bei den sonstigen Beteiligungen betrafen mit –163,5 Mio. Euro (Vorjahr: –31,5 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse.

Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der Verbund AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der stimmberechtigten Aktien an der Verbund AG. Trotz des Bestehens des Syndikatsvertrags ist der Umfang eines möglichen Einflusses auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Verbund AG aus diesem Syndikatsvertrag sehr begrenzt. Ein maßgeblicher Einfluss gemäß IAS 28 liegt somit nicht vor. Die Anteile an der Verbund AG werden daher entsprechend IAS 39 bilanziert.

39. Entwicklung der sonstigen Beteiligungen
Geschäftsjahr 2014/15
Mio. EUR
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2014 14,4 403,7 418,2
Konsolidierungskreisänderungen –0,0*) –0,0*)
Zugänge 1,0 1,0
Abgänge –0,0*) –0,4 –0,5
Umbuchungen 0,0
Bruttowert 30.09.2015 15,4 403,3 418,7
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –4,2 250,7 246,5
Wertminderungen –2,5 –2,5
Abgänge 0,4 0,4
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –163,5 –163,5
Umbuchungen
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2015 –6,6 87,6 81,0
Nettowert 30.09.2014 10,3 654,4 664,7
Nettowert 30.09.2015 8,8 490,9 499,7
Geschäftsjahr 2013/14
Mio. EUR
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2013 13,4 404,9 418,4
Zugänge 2,2 2,2
Abgänge –0,6 –1,2 –1,7
Umbuchungen –0,6 0,0*) –0,6
Bruttowert 30.09.2014 14,4 403,7 418,2
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2013 –5,3 281,7 276,4
Wertminderungen –0,2 –0,2
Abgänge 0,6 0,6 1,2
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –31,5 –31,5
Umbuchungen 0,6 0,6
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –4,2 250,7 246,5
Nettowert 30.09.2013 8,1 686,7 694,8

*) Kleinbetrag

40. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investment-Fonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2014/15.

Nettowert 30.09.2014 10,3 654,4 664,7

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von PPP-Projekten. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 51,3 Mio. Euro (Vorjahr: 46,5 Mio. Euro). Ebenso sind in den Zugängen aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 4,15 % – 5,15 % (Vorjahr: 0,96 % – 5,41 %).

Am 16. Juli 2012 beschloss die bulgarische Regulierungsbehörde Energy and Water Regulatory Commission (EWRC) für den Zeitraum ab 1. Juli 2012 eine Änderung der Methodik für die Tarifberechnung, um die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbarer Energie sowie für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen (Ökostrom-Mehrkosten) auszugleichen. Wie im bulgarischen "Energy Act" geregelt, sind die Energieversorungsunternehmen verpflichtet, den Strom von Produzenten erneuerbarer Energie zu beschaffen. Die wachsende Zahl der neuen Verträge mit Netzanbindung von Produzenten erneuerbarer Energie führte zu höheren Absatzmengen, welche die Strom-Beschaffungskosten der EVN in Bulgarien signifikant erhöhten. Das bulgarische Gesetz sieht diesbezüglich eine Entschädigung für diese zusätzlichen Kosten vor, welche letztlich vom Endkunden zu tragen sind. Gegen den Beschluss vom 16. Juli 2012 hat die EVN Rechtsmittel eingelegt bzw. Verfahren eingeleitet, wonach weiterhin eine unmittelbare Abgeltung durch die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) zu erfolgen habe. Mit Wirkung ab 1. August 2013 wurde diese Methodik erneut in der Weise geändert, dass die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbarer Energie und für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen von der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK getragen werden müssen. Vom 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 sind der EVN daraus Kosten in Höhe von 127,1 Mio. Euro entstanden, welche einer Zwischenfinanzierung bedürfen. Mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 wurden die entstandenen zusätzlichen Kosten der Höhe und dem Grunde nach bestätigt und klargestellt, dass diese direkt von NEK zu ersetzen sind.

Zum 30. September 2015 betrug diese Forderung 94,4 Mio. Euro (Vorjahr: 94,4 Mio. Euro), von denen 51,9 Mio. Euro (Vorjahr: 70,8 Mio. Euro) in den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. 42,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,6 Mio. Euro) haben kurzfristigen Charakter (siehe Erläuterung 42. Forderungen). Die Grundlage für die Bewertung der Forderung bilden die gegenüber NEK erfolgten Aufrechnungen und Einbehalte von Rechnungsbeträgen. Dementsprechend ist die Forderung unverändert zum Vorjahr mit 32,7 Mio. Euro wertberichtigt. Aufgrund der Tatsache, dass alle erwarteten zukünftigen Leistungen von den Handlungen und Entscheidungen der bulgarischen Regulierungsbehörde abhängen, bestehen jedoch Schätzunsicherheiten hinsichtlich der Bewertung der Forderung. Aus diesem Grund besteht das Risiko einer Anpassung im nächsten Geschäftsjahr.

40. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte
-- -- -- -- -- ----------------------------------------------------------
Mio. EUR
Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Primärenergie
reserven
Summe
Bruttowert 30.09.2014 63,2 41,4 398,4 108,2 15,1 626,3
Zugänge 14,1 3,0 4,8 21,9
Abgänge –2,1 –3,9 –0,1 –6,1
Marktwertänderungen –0,9 5,7 4,8
Umbuchungen –6,4 –83,7 –21,6 –111,7
Bruttowert 30.09.2015 74,3 34,0 319,5 5,7 86,5 15,1 535,2
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2014
–1,0 –2,5 –191,4 –32,7 –0,5 –228,2
Abgänge 2,5 2,5
Wertminderungen1) –1,0 –0,1 –1,1
Zuschreibungen1)
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2015
–1,0 –1,0 –191,4 –32,7 –0,6 –226,8
Nettowert 30.09.2014 62,1 38,9 207,0 75,5 14,6 398,1
Nettowert 30.09.2015 73,3 33,1 128,1 5,7 53,8 14,4 308,4

1) Wertminderungen im Vorjahr: –193,9 Mio. Euro; Zuschreibungen im Vorjahr: 7,6 Mio. Euro. Mio. Euro

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

40. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften Mio. EUR

Restlaufzeit zum 30.09.2015 Restlaufzeit zum 30.09.2014
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 21,4 11,8 33,2 46,8 19,2 66,1
Tilgungskomponenten 79,3 48,8 128,1 150,7 56,3 207,0
Summe 100,8 60,6 161,3 197,6 75,5 273,1

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2014/15 wurden in den Zinserträgen aus Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

41. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Steinkohlevorräten.

Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 59. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

41. Vorräte
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Primärenergievorräte 38,6 72,3
CO2-Emissionszertifikate 0,8 0,2
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 28,8 29,0
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 18,6 20,0
Anlagenkomponenten 45,6 56,6
Summe 132,5 178,1

Die Primärenergievorräte beinhalten im Geschäftsjahr 2014/15 Vorräte in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,2 Mio. Euro), welche zu Handelszwecken gehalten wurden.

Die Anlagenkomponenten stammen aus dem ehemaligen Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau und sollen in zukünftigen Projekten Verwendung finden. Im ersten Halbjahr 2014/15 wurden Wertminderungen in Höhe von 11,0 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro) auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert vorgenommen (siehe Erläuterung 28. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen).

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise wurde durch eine zusätzliche Erhöhung der Wertberichtigung um 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 1,6 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem standen Zuschreibungen in Höhe von 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 3,8 Mio. Euro) gegenüber. Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

42. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Erdgas- und Wärmekunden.

Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Da eine Forderungsabschreibung mit steuerrechtlicher Wirkung in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich ist, nimmt der Prozess der Forderungsbetreibung entsprechend lange Zeiträume in Anspruch. Dadurch und auch durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen sukzessive. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrug die Zunahme der Wertberichtigung 16,0 Mio. Euro (Vorjahr: 30,8 Mio. Euro).

42. Wertberichtigungen
zu Forderungen
Mio. EUR
30.09.2015 30.09.2014
Bruttoforderungen Wertberichtigung Nettoforderungen Bruttoforderungen Wertberichtigung Nettoforderungen
Österreich 56,1 4,4 51,7 41,4 5,0 36,4
Deutschland 22,2 0,4 21,8 21,3 0,8 20,5
Bulgarien 157,4 25,3 132,1 164,0 26,1 138,0
Mazedonien 291,1 210,6 80,5 276,0 192,8 83,2
Sonstige 11,6 11,6 14,8 14,8
Summe 538,3 240,7 297,6 517,6 224,7 292,9
42. Fälligkeiten der nicht wertberichtigten Forderungen
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Noch nicht fällig 151,7 205,9
Überfällig 1– 90 Tage 80,9 44,0
Überfällig 91–180 Tage 23,1 6,0
Überfällig 181–360 Tage 17,1 12,8
Überfällig >360 Tage 24,7 24,0
Nettoforderung 297,6 292,9

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus Dienstleistungen gegenüber diesen Unternehmen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen positive Marktwerte von Derivaten im Energiebereich.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten mit 42,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,6 Mio. Euro) Forderungen gegenüber NEK aufgrund der Kompensation der Ökostrom-Mehrkosten (siehe auch Erläuterung 40. Übrige langfristige Vermögenswerte). Weiters sind in dieser Position Forderungen aus Versicherungen sowie geleistete Anzahlungen enthalten.

Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro).

42. Forderungen
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 297,6 292,9
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 45,8 43,4
Forderungen gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 0,8 0,8
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 1,5 1,4
Forderungen aus derivativen Geschäften 7,3 0,2
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 126,9 68,1
479,8 406,8
Sonstige Forderungen
Forderungen aus Abgaben und Steuern 23,4 37,1
23,4 37,1
Summe 503,2 443,9

43. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sieht zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

43. Zusammensetzung Wertpapiere
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Fonds-Anteile 81,2 0,8
davon Cash-Fonds 80,4
davon sonstige Fonds-Produkte 0,8 0,8
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 81,3 0,8

*) Kleinbetrag

Während durch Abgänge von Wertpapieren in der Berichtsperiode kein Veräußerungsgewinn anfiel (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro), wurde aufgrund gestiegener Börsekurse eine erfolgsneutrale Wertänderung in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) vorgenommen.

44. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Die im Vorjahr ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 223,7 Mio. Euro standen im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage in Moskau. Die Veräußerung erfolgte am 30. Oktober 2014 (siehe Erläuterung 27. Sonstige betriebliche Erträge).

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2014/15 und 2013/14 ist auf Seite 145 dargestellt.

45. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 Stückaktien (Vorjahr: 179.878.402).

46. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,6 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 57,3 Mio. Euro (Vorjahr: 57,3 Mio. Euro).

47. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.868,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.794,9 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

47. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG
Mio. EUR
Ausgewiesener Jahresüberschuss 2014/15 65,9
Zuzüglich Gewinnvortrag aus dem Geschäftsjahr 2013/14 0,1
Zuzüglich Auflösung unversteuerter Rücklagen 2,5
Zuzüglich Auflösung freier Gewinnrücklagen 6,5
Abzüglich Dotierung unversteuerter Rücklagen –0,2
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 74,9
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –74,7
Ergebnisvortrag für das Geschäftsjahr 2015/16 0,2

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2014/15 in Höhe von 0,42 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2013/14 in Höhe von 74,7 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro pro Aktie wurde in der 86. ordentlichen Hauptversammlung am 15. Jänner 2015 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 28. Jänner 2015.

48. Bewertungsrücklagen

In der Bewertungsrücklage werden Wertänderungen von Available-for-Sale-Finanzinstrumenten und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

Darüber hinaus sind anteilige Wertänderungen von Bewertungsrücklagen in Höhe von –5,2 Mio. Euro (Vorjahr: –0,6 Mio. Euro) in der Gesamtergebnisrechnung (siehe Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Seite 143) enthalten, die den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen sind.

48. Bewertungsrücklagen 30.09.2015 30.09.2014
Mio. EUR Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern
Im sonstigen Ergebnis erfasste Posten aus
Available-for-Sale-Finanzinstrumenten 87,6 –21,9 65,7 251,1 –62,8 188,3
Cash Flow Hedges –48,9 15,5 –33,4 –54,3 17,1 –37,2
Neubewertungen IAS 19 –90,6 22,2 –68,5 –111,8 27,8 –84,0
At Equity einbezogenen Unternehmen –36,7 3,0 –33,7 –15,1 –15,1
Summe –88,7 18,8 –69,9 69,9 –17,8 52,1

In dem auf at Equity einbezogene Unternehmen entfallenden Teil der Bewertungsrücklage sind mit Ausnahme der von der WEEV Beteiligungs GmbH erfassten Wertänderungen im Zusammenhang mit den von der WEEV gehaltenen Aktien an der Verbund AG (AFS-Finanzinstrumente) im Wesentlichen erfolgsneutrale Komponenten hinsichtlich Cash Flow Hedges und Neubewertungen gemäß IAS 19 abgebildet.

Betreffend Cash Flow Hedges wurden im Geschäftsjahr 2014/15 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert.

49. Eigene Anteile

Der Zukauf von eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2014/15 im Ausmaß von 186.571 Stück (das sind 0,10 % des Grundkapitals; Vorjahr: 164.000 Stück bzw. 0,09 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 1,9 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 1,8 Mio. Euro (30. September 2014: Anschaffungswert von 1,8 Mio. Euro bzw. Kurswert von 1,7 Mio. Euro) erfolgte unter Bezugnahme auf die in der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012 und in der 85. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 16. Jänner 2014 genehmigten Rückkaufprogramme. Im Geschäftsjahr 2014/15 erfolgte der Verkauf von 68.244 Stück eigener Aktien, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können (Vorjahr: 67.620 Stück).

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

49. Entwicklung der Anzahl der
in Umlauf befindlichen Anteile Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.09.2013 179.878.402 –1.843.612 178.034.790
Erwerb eigener Aktien –164.000 –164.000
Verkauf eigener Aktien 67.620 67.620
30.09.2014 179.878.402 –1.939.992 177.938.410
Erwerb eigener Aktien –186.571 –186.571
Verkauf eigener Aktien 68.244 68.244
30.09.2015 179.878.402 –2.058.319 177.820.083

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 177.871.236 Stück (Vorjahr: 177.936.810 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

50. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Die folgende Tabelle zeigt Informationen zu jedem vollkonsolidierten Tochterunternehmen der EVN mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen:

50. Finanzinformationen von Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Tochterunternehmen RBG BUHO EVN Macedonia RBG BUHO EVN Macedonia
Nicht beherrschende Anteile in Prozent 49,97 % 26,37 % 10,00 % 49,97 % 26,37 % 10,00 %
Buchwert der nicht beherrschenden Anteile 193,8 36,1 15,0 178,7 35,7 12,6
Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesenes Ergebnis 38,2 2,0 2,5 29,0 2,0 –2,2
Nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Dividenden 17,5 2,1 30,0 2,1
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 387,1 175,5 285,8 357,1 174,2 280,7
Kurzfristige Vermögenswerte 0,2 7,1 92,6 0,2 6,9 97,8
Langfristige Schulden 130,5 156,6
Kurzfristige Schulden 0,0*) 0,0*) 98,9 0,0*) 0,0*) 97,2
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 0,0*) 375,5 0,0*) 380,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 76,4 7,4 24,9 58,1 7,4 –22,2
Cash Flows
Cash Flow aus dem operativen Bereich 35,0 8,2 43,9 60,1 8,2 25,0
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –18,6 –16,5
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –35,0 –8,1 –27,5 –60,0 –8,1 –5,1

*) Kleinbetrag

Langfristige Schulden

51. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position "Langfristige Finanzverbindlichkeiten" setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

51. Zusammensetzung
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Nominal
verzinsung
(%)
Laufzeit Nominale Buchwert
30.09.2015
Mio. EUR
Buchwert
30.09.2014
Mio. EUR
Marktwert
30.09.2015
Mio. EUR
Anleihen 679,4 705,7 805,3
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28,4 0,0
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 149,6 149,4 162,4
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,8 29,7 34,7
EUR-Anleihe 4,250 2011–2022 300,0 Mio. EUR 285,1 288,6 351,6
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 92,8 87,7 103,9
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 100,0 Mio. EUR 97,6 97,4 122,2
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 25,0 Mio. EUR 24,5 24,5 30,5
Bankdarlehen (inkl. Schuldscheindarlehen) 0,2–7,48 bis 2042 856,2 1.041,9 916,7
Summe 1.535,7 1.747,7 1.722,1

Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

51. Fälligkeitsstruktur langfristige
Finanzverbindlichkeiten Restlaufzeit zum 30.09.2015 Restlaufzeit zum 30.09.2014
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 179,4 500,1 679,4 207,5 498,3 705,7
davon fix verzinst 179,4 407,2 586,6 207,5 410,6 618,0
davon variabel verzinst 92,8 92,8 87,7 87,7
Bankdarlehen 356,5 499,8 856,2 432,2 609,8 1.041,9
davon fix verzinst 245,2 469,8 715,0 259,2 528,7 787,9
davon variabel verzinst 111,3 30,0 141,2 173,0 81,1 254,0
Summe 535,8 999,9 1.535,7 639,7 1.108,0 1.747,7

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Die Anleihe in fremder Währung wird hinsichtlich Zins- und Währungsrisiken mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleiheverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber. Das Ergebnis aus dem Absicherungsgeschäft der JPY-Anleihe mittels Cross Currency Swaps belief sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf 0,6 Mio. Euro (davon Bewertung der Anleihe 4,8 Mio. Euro, davon Bewertung der Swaps 4,2 Mio. Euro; Vorjahr: 0,5 Mio. Euro Ergebniseffekt, davon Bewertung der Anleihe 9,1 Mio. Euro, davon Bewertung der Swaps 8,5 Mio. Euro). Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschafts-Fonds gefördert sind. In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

52. Latente Steuern

52. Latente Steuern
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –44,8 –51,9
Vortragsfähige negative steuerliche Ergebnisse –74,4 –87,3
Sonstige aktive latente Steuern –13,9 –17,2
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 57,7 56,0
Finanzinstrumente 14,6 56,3
Sonstige passive latente Steuern 5,6 5,1
Summe –55,2 –39,0
davon aktive latente Steuern –86,4 –87,1
davon latente Steuerverbindlichkeiten 31,2 48,1

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

52. Veränderung latente Steuern
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Latenter Steuersaldo 01.10. –39,0 75,6
– Erfolgsneutrale Veränderungen aus Währungsdifferenzen und sonstige Veränderungen –1,4 –1,1
– Erfolgswirksame Veränderung 21,7 –94,4
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage –36,6 –19,0
Latenter Steuersaldo 30.09. –55,2 –39,0

Verluste, für die aktive latente Steuern angesetzt wurden, können auf Grundlage der steuerlichen Ergebnisplanung innerhalb der nächsten Jahre verwertet werden. Aktive latente Steuern in Höhe von 79,5 Mio. Euro (Vorjahr: 64,7 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert. Davon verfallen in den nächsten fünf Jahren 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro). Die übrigen nicht aktivierten Verlustvorträge sind unbegrenzt vortragsfähig.

Für Differenzen zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und anteiligem Eigenkapital bzw. zwischen steuerlichem Beteiligungsansatz und Buchwert der nach at Equity einbezogenen Beteiligungen (Outside-Basis Differences) wurden passive latente Steuern in Höhe von 8,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) für temporäre Differenzen in Höhe von 67,8 Mio. Euro (Vorjahr: 41,8 Mio. Euro) nicht angesetzt, da diese in absehbarer Zeit steuerfrei bleiben werden.

53. Langfristige Rückstellungen

53. Langfristige Rückstellungen Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014 Rückstellung für Pensionen 259,6 282,4 Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 20,5 31,8 Rückstellung für Abfertigungen 90,3 93,6 Sonstige langfristige Rückstellungen 90,7 89,6 Summe 461,1 497,4

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie der Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

  • Zinssatz 2,40 % p. a. (Vorjahr: 2,40 % p. a.)
  • Bezugserhöhungen 2,00 % p. a.; Folgejahre 2,00 % p. a. (Vorjahr: Bezugserhöhungen 2,50 % p. a., Folgejahre 2,50 % p. a.)
  • Pensionserhöhungen 2,00 % p. a.; Folgejahre 2,00 % p. a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,50 % p. a., Folgejahre 2,50 %)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"
53. Entwicklung der Rückstellungen für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 314,2 290,9
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 3,0 2,5
+ Zinsaufwand 7,6 10,2
– Pensionszahlungen –27,3 –17,1
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –17,4 27,6
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09.1) 280,1 314,2

1) Enthält die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen in Höhe von 20,5 Mio. Euro (Vorjahr: 31,8 Mio. Euro)

Zum 30. September 2015 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen 13,9 Jahre (Vorjahr: 14,0 Jahre) und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 17,3 Jahre (Vorjahr: 17,3 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2015/16 werden Zahlungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen in Höhe von 16,3 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro) erwartet.

53. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 93,6 90,3
+/– Konsolidierungskreisänderungen –0,2
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 3,2 3,3
+ Zinsaufwand 2,4 3,4
– Abfertigungszahlungen –4,8 –6,9
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –3,8 3,5
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 90,3 93,6

Zum 30. September 2015 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 10,9 Jahre (Vorjahr: 11,2 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2015/16 werden Zahlungen für Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 3,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro) erwartet.

Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter wirkt sich ceteris paribus auf die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie auf die Rückstellung für Abfertigungen wie folgt aus:

53. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für

Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

in % 30.09.2015 30.09.2014
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 % 7,04 % –6,26 % 6,37 % –5,64 %
Bezugserhöhung 1,00 % –2,60 % 2,93 % –2,65 % 3,00 %
Pensionserhöhung 1,00 % –9,84 % 11,97 % –9,60 % 10,48 %
Restlebenserwartung 1 Jahr –4,50 % 4,56 % –4,56 % 4,62 %

53. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Abfertigungen

in % 30.09.2015 30.09.2014
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 % 4,99 % –4,65 % 5,34 % –4,97 %
Bezugserhöhung 1,00 % –10,15 % 11,56 % –10,76 % 12,31 %

Die Sensitivitätsanalyse wurde für jeden wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter separat durchgeführt. Während für die Analyse jeweils nur ein wesentlicher Parameter verändert wurde, wurden gleichzeitig alle anderen Einflussgrößen konstant gehalten ("Ceteris paribus"). Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgte analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung. Die Grenzen dieser Methode bestehen darin, dass keine Interdependenzen zwischen den einzelnen versicherungsmathematischen Parametern berücksichtigt wurden. Bei den Abfertigungsverpflichtungen wurde auf eine Dartstellung der Sensitivität der Restlebenserwartung verzichtet, da diese die Verpflichtung nur unwesentlich beeinflusst.

53. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Mio. EUR
Jubiläumsgelder Mieten für
Netzzutritte
Prozesskosten/
-risiken
Umwelt- und
Entsorgungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2014 20,7 9,9 17,4 37,9 3,6 89,6
Währungsdifferenzen –0,0*) 0,0*) –0,0*) –0,0*)
Zinsaufwand 0,6 –0,0*) –0,0*) 0,7 –0,6 0,6
Verwendung –0,2 –0,3 –4,6 –0,2 –0,8 –6,1
Zuführung 0,3 0,4 0,7 9,8 1,1 12,4
Umbuchung 0,0*) –3,0 –3,1 1,2 –0,9 –5,8
Buchwert 30.09.2015 21,4 7,0 10,4 49,4 2,3 90,7

*) Kleinbetrag

Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, werden in den Prozesskosten/-risiken abgebildet. Umwelt- und Entsorgungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt- und Altlastenrisiken.

54. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

In den Baukosten- und Investitionszuschüssen sind Zugänge in Höhe von 69,0 Mio. Euro (Vorjahr: 63,6 Mio. Euro) enthalten.

Investitionszuschüsse betreffen insbesondere Anlagen der EVN Wasser, Wärmeanlagen, die Abfallverwertungsanlage Zwentendorf und Kleinwasserkraftwerke der EVN Naturkraft.

55. Übrige langfristige Schulden

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken. Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleiheverbindlichkeit gegenübersteht, sowie von Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderen abgegrenzte Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Steuergruppe in Österreich sowie abgegrenzte langfristige Stromlieferverpflichtungen und langfristige Kundenanzahlungen.

55. Übrige langfristige Schulden
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Pachtverbindlichkeiten 16,0 19,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 2,0 2,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 48,7 56,9
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 8,9 8,1
Summe 75,6 87,8

55. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Schulden

Mio. EUR
Restlaufzeit zum 30.09.2015 Restlaufzeit zum 30.09.2014
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 7,7 8,3 16,0 9,4 10,4 19,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 1,8 0,1 2,0 2,3 0,6 2,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 32,1 16,7 48,7 0,0*) 56,9 56,9
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 2,2 6,7 8,9 2,6 5,5 8,1
Summe 43,8 31,8 75,6 14,4 73,4 87,8

*) Kleinbetrag

Kurzfristige Schulden

56. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

56. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Bankdarlehen 101,4 173,8
Anleiheverbindlichkeiten 28,5
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 10,2 20,4
Summe 140,1 194,2

Kredite im Ausmaß von 101,4 Mio. Euro wurden in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert, da diese nun innerhalb eines Jahres fällig sind (Vorjahr: 173,8 Mio. Euro). Die Anleiheverbindlichkeiten (EUR-Anleihe) sind am 11. März 2016 endfällig und wurden daher vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert.

57. Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern

Die Position "Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern" setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

57. Verbindlichkeiten aus Abgaben und Steuern
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Energieabgaben 29,2 31,8
Umsatzsteuer 18,1 16,9
Körperschaftsteuer 7,8 1,8
Sonstige Posten 8,6 10,7
Summe 63,6 61,1

58. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 102,6 Mio. Euro (Vorjahr: 157,9 Mio. Euro) enthalten.

59. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Rückstellung für belastende Verträge beinhaltet absatzseitige Geschäfte im Energievertrieb sowie drohende Zahlungen aus Haftungen für die EconGas GmbH.

59. Entwicklung der
kurzfristigen Rückstellungen
Mio. EUR
Personal
ansprüche
Belastende
Verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Sonstige
kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2014 67,9 45,9 23,7 137,2
Währungsdifferenzen
Konsolidierungskreisänderungen –0,9 –1,2 –2,1
Verwendung –38,6 –11,4 –13,0 –62,9
Zuführung 45,8 16,6 0,5 5,0 67,9
Umbuchung 0,1 3,0 3,2 –0,5 5,9
Buchwert 30.09.2015 74,3 51,1 3,0 3,8 14,0 146,1

60. Übrige kurzfristige Schulden

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Cash-Pooling-Salden der EVN Finanzservice mit at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Verbindlichkeiten gegenüber e&t aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Strom.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten mit 55,5 Mio. Euro (Vorjahr: 72,4 Mio. Euro) eine im Zusammenhang mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien angesetzte Verbindlichkeit aufgrund der Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden. Weiters ist eine Verbindlichkeit in Höhe von 60,9 Mio. Euro aus der im November 2013 gezogenen Vertragserfüllungsbürgschaft im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum mit einem Buchwert von 63,6 Mio. Euro (Vorjahr: 62,6 Mio. Euro) enthalten. Ansonsten sind in dieser Position Zinsenabgrenzungen, Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern sowie erhaltene Kautionen ausgewiesen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten erhaltene Anzahlungen, welche für Strom-, Erdgas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen erfolgten, Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit gegenüber Sozialversicherungsanstalten sowie vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse, die innerhalb eines Jahres ertragswirksam werden.

60. Übrige kurzfristige Schulden
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 151,8 127,3
Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 9,5 8,7
Zinsenabgrenzungen 18,3 18,4
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 17,7 11,6
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 148,2 166,0
345,4 331,9
Sonstige Verbindlichkeiten 132,5 77,0
Summe 477,9 408,9

Segmentberichterstattung

61. Segmentberichterstattung
Mio. EUR
Erzeugung Energiehandel und
-vertrieb
Netzinfrastruktur
Inland
Energieversorgung
Südosteuropa
2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
Außenumsatz 52,7 33,7 470,9 431,5 412,8 430,9 1.037,9 900,4
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 160,4 153,8 14,9 17,2 59,2 53,7 0,2 0,4
Gesamtumsatz 213,1 187,5 485,8 448,6 472,0 484,6 1.038,1 900,8
Operativer Aufwand –119,7 –115,1 –558,7 –448,5 –270,8 –297,8 –917,4 –880,6
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen operativ
–24,6 –38,9 70,0 55,2
EBITDA 68,7 33,6 –2,9 55,3 201,2 186,8 120,7 20,2
Abschreibungen –79,2 –86,7 –17,7 –16,1 –105,6 –103,6 –62,9 –252,9
davon Wertminderungen –24,5 –36,0 –3,3 –0,5 –191,8
davon Zuschreibungen 2,4
Operatives Ergebnis (EBIT) –10,5 –53,1 –20,6 39,2 95,5 83,3 57,8 –232,8
EBIT-Marge (%) –4,9 –28,3 –4,2 8,7 20,2 17,2 5,6 –25,8
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen finanziell
Zinserträge 0,5 0,5 0,2 0,2 0,1 0,3 0,5 0,7
Zinsaufwendungen –22,9 –26,4 –1,9 –3,1 –17,6 –20,1 –26,3 –29,2
Finanzergebnis –18,2 –25,3 –5,0 –3,0 –17,4 –19,8 –26,1 –29,2
Ergebnis vor Ertragsteuern –28,7 –78,4 –25,6 36,2 78,1 63,4 31,7 –262,0
Firmenwerte 0,5 2,8 1,8 1,8
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen
110,1 138,9 130,5 123,7
Gesamtvermögen 1.157,2 1.218,2 612,8 509,4 1.831,5 1.787,7 1.276,0 1.251,8
Gesamtschulden 959,1 1.034,7 518,7 409,3 1.294,8 1.298,2 1.119,2 1.137,8
Investitionen1) 54,4 88,9 22,7 32,3 160,2 186,8 78,5 77,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

61. Segmentberichterstattung
Mio. EUR
Umwelt Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Konsolidierung2) Summe
2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
Außenumsatz 152,3 168,9 9,3 9,5 2.135,8 1.974,8
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 20,3 22,2 55,4 61,5 –310,5 –308,8
Gesamtumsatz 172,6 191,1 64,7 71,0 –310,5 –308,8 2.135,8 1.974,8
Operativer Aufwand –129,5 –347,5 –75,2 –77,5 377,7 282,2 –1.693,6 –1.884,8
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen operativ
11,9 11,7 83,8 66,0 141,1 94,0
EBITDA 55,1 –144,6 73,2 59,4 67,2 –26,6 583,2 184,1
Abschreibungen –26,4 –70,2 –2,7 –1,7 –20,4 5,8 –315,0 –525,5
davon Wertminderungen –41,7 –1,2 –27,6 –57,1 –269,5
davon Zuschreibungen 2,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 28,6 –214,9 70,5 57,6 46,8 –20,8 268,2 –341,4
EBIT-Marge (%) 16,6 –112,4 109,0 81,2 12,6 –17,3
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen finanziell
0,4 2,8 0,4 2,8
Zinserträge 14,9 16,6 31,1 33,2 –25,7 –28,1 21,7 23,5
Zinsaufwendungen –21,6 –18,6 –26,5 –27,3 25,7 28,1 –91,1 –96,7
Finanzergebnis –7,6 –4,0 30,6 61,8 –16,6 –12,4 –60,3 –31,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 21,0 –218,8 101,1 119,4 30,1 –33,1 207,9 –373,3
Firmenwerte 54,0 54,0 56,3 58,6
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen
88,3 80,2 569,3 546,3 898,1 889,1
Gesamtvermögen 940,6 1.197,6 2.580,4 2.750,3 –1.897,3 –1.873,2 6.501,2 6.841,8
Gesamtschulden 751,1 1.004,8 1.115,2 1.116,5 –1.847,1 –1.792,1 3.911,1 4.209,1
Investitionen1) 11,1 13,5 2,5 2,5 –6,7 –5,0 322,7 396,3

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

2) Nachfolgend in der Erläuterung zur Segmentberichterstattung beschrieben

61. Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Strom 1.522,8 1.355,1
Erdgas 203,0 174,3
Wärme 133,1 129,2
Umweltdienstleistungen 152,3 168,9
Sonstige 124,7 147,4
Summe 2.135,8 1.974,8
61. Segmentinformationen nach Ländern – Umsatz1)
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Österreich 1.022,7 994,9
Deutschland 47,5 45,3
Bulgarien 638,4 509,2
Mazedonien 401,5 393,1
Sonstige 25,8 32,2
Summe 2.135,8 1.974,8
61. Segmentinformationen nach Ländern –
Langfristige Vermögenswerte1)
30.09.2015 30.09.2014
Mio. EUR Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
Österreich 122,4 2.329,7 98,8 2.306,6
Deutschland 45,5 374,7 46,0 416,2
Bulgarien 48,4 489,9 47,6 489,5
Mazedonien 3,9 283,2 4,1 277,9
Sonstige 0,0*) 38,7 0,0*) 51,9
Summe 220,2 3.516,3 196,5 3.542,2

*) Kleinbetrag

1) Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Ländern erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

61. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien
an österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel mit und
Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandels
märkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige Geschäfts-
aktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, welche aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente "Erzeugung" sowie "Energiehandel und -vertrieb" und der Konzernebene im Hinblick auf die Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultieren. Während im Segment "Erzeugung" das dort anteilig enthaltene Kraftwerk aus der Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment "Energiehandel und -vertrieb" hinsichtlich Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks Duisburg-Walsum vor. Aus diesem Sachverhalt resultiert ein Überleitungsbetrag aus der Summe der Segmente auf das Konzern-EBIT in Höhe von 46,8 Mio. Euro (Vorjahr: –20,8 Mio. Euro).

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Ländern (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Ländern) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Sonstige Angaben

62. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Lauf des Berichtsjahres. Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Im Zusammenhang mit der Zuführung von Abbruchrückstellungen stehende Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen werden in der Konzern-Geldflussrechnung korrigiert. Die im Vorjahr nicht zahlungswirksame Wertberichtigung der Leasingforderung zum Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wurde im Cash Flow aus dem Ergebnis korrigiert. Die damit im Zusammenhang stehende Umgliederung der verwertbaren Anlagenkomponenten in die Vorräte (siehe Erläuterung 40. Übrige langfristige Vermögenswerte) sowie die Ausweisänderung betreffend die Natriumhypochloritanlage in Moskau (siehe Erläuterung 44. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte) wurden saldiert dargestellt.

Die Ertragsteuereinzahlungen in Höhe von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 19,6 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,5 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierte ein Veräußerungsgewinn in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Verlust von 1,2 Mio. Euro).

Die an Aktionäre der EVN AG gezahlte Dividende in Höhe von 74,7 Mio. Euro (Vorjahr: 74,8 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und der BUHO) in Höhe von 19,6 Mio. Euro (Vorjahr: 32,1 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

62. Fonds der liquiden Mittel
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Liquide Mittel 255,1 217,6
davon Zahlungsmittel (Kassenbestände) 0,6 0,6
davon Guthaben bei Kreditinstituten 254,5 217,0
Kontokorrentverbindlichkeiten –10,2 –20,4
Summe 244,9 197,2

Von den ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten betreffen 5,8 Mio. Euro (Vorjahr: 11,1 Mio. Euro) Verpfändungen.

63. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert die EVN das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken und sich somit Auswirkungen auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital ergeben. Der Risikominimierung dienen die laufende Überwachung des Zinsrisikos, ein Limitsystem und Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt bei der EVN neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen unter anderem auch im Rahmen einer täglichen Value-at-Risk-(VaR)-Berechnung, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 8,3 Mio. Euro (Vorjahr: 6,6 Mio. Euro). Die im Lauf des Geschäftsjahres gestiegene Volatilität der Zinsen spiegelt sich in einem Anstieg des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag wider.

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für die EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden. Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden (u. a. BGN, HRK, JPY, MKD, PLN, RUB), können Währungsrisiken schlagend werden. Der wesentliche Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich ist bei der EVN eine in japanischen Yen (JPY) begebene Anleihe. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über die zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross Currency Swaps (siehe Erläuterungen 51. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR bezogen auf die wesentlichen Währungsrisikotreiber im Finanzbereich belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 3,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 3,4 Tsd. Euro) und ist weiterhin von untergeordneter Bedeutung.

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht die EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, CO2 -Emissionszertifikaten, Strom sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Erdgas, Steinkohle, Öl, Biomasse und CO2 -Emissionszertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

63. Preisabsicherungen im Energiebereich Mio. EUR

2014/15 2013/14
Käufe Nominalvolumina
Verkäufe
Positive Marktwerte
Negative
Netto Käufe Nominalvolumina
Verkäufe
Positive Marktwerte
Negative
Netto
Swaps 20,0 –5,2 –5,2 27,1 0,1 –0,6 –0,6
Futures 3,6 –15,2 2,7 2,7 6,1 –25,0 2,0 –0,1 1,9
Forwards 15,5 –42,7 7,7 –0,5 7,2 24,5 –63,5 3,5 –0,8 2,7

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Es handelt sich dabei um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate in Höhe von 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von der EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der Verbund AG. Der Preisänderungs-VaR der von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 19,0 Mio. Euro (Vorjahr: 23,4 Mio. Euro), wobei bei Veräußerung eines großen Pakets an Verbund-Aktien durch die EVN von einer Preisbeeinflussung auszugehen wäre. Der VaR-Rückgang gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist auf einen geringeren Kurs-/Marktwert der Position zurückzuführen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. Die EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanz- und Liquiditätsplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag der Fonds liquider Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 326,2 Mio. Euro (Vorjahr: 198,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen der EVN AG am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) sowie vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 175,0 Mio. Euro (Vorjahr: 175,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 47,5 % (Vorjahr: 61,6 %) und belegt die solide Kapitalstruktur der EVN.

63. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten und übrigen langfristigen Schulden

Geschäftsjahr 2014/15 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 679,4 902,3 305,0 597,3
Langfristige Bankdarlehen 856,2 1.046,3 443,3 603,0
Pachtverbindlichkeiten 16,0 17,5 10,6 6,8
Abgrenzungen zu Finanztransaktionen 2,0 2,0 1,8 0,1
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften1) 48,7 66,9 41,5 25,5
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 8,9 8,9 2,2 6,7
Summe 1.611,3 2.044,0 748,3 1.200,3
Geschäftsjahr 2013/14 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 705,7 960,7 344,9 615,8
Langfristige Bankdarlehen 1.041,9 1.285,0 541,0 744,0
Pachtverbindlichkeiten 19,8 21,8 13,7 8,1
Abgrenzungen zu Finanztransaktionen 2,9 2,9 2,3 0,6
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften1) 56,9 78,7 45,1 33,6
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 8,1 8,1 2,6 5,5
Summe 1.835,5 2.357,2 885,9 1.359,8

1) Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 324,3 Mio. Euro (Vorjahr: 434,0 Mio. Euro)

63. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme aus Cash Flow Hedges

Geschäftsjahr 2014/15 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Mio. EUR Zahlungsströme < 5 Jahre > 5 Jahre
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –262,8 –116,1 –146,7
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –55,2 –42,4 –12,8
Gewinn/Verlust –61,1 –44,5 –16,6
Geschäftsjahr 2013/14 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Mio. EUR Zahlungsströme < 5 Jahre > 5 Jahre
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –393,2 –218,4 –174,8
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –60,2 –45,1 –15,1
Gewinn/Verlust –59,7 –45,3 –14,5

Kreditrisiko

Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist das Risiko, aufgrund von Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen durch den Geschäftspartner Verluste zu erleiden. Dieses Risiko ergibt sich zwingend aus allen Vereinbarungen mit aufgeschobenem Zahlungsziel bzw. mit Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt. Um das Kreditrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäftsabschluss nach Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring und die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate), für Derivat- bzw. Termingeschäfte, die zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, sowie in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei der EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird dabei vornehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. Die EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken.

63. Wertminderungen nach Klassen
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Abschreibungen/Wertberichtigungen
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 2,5 0,5
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften 191,4
Ausleihungen 1,0
3,4 192,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 37,2 39,3
Summe 40,6 231,3

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2015 und zum 30. September 2014 entspricht den in den Erläuterungen 40. Übrige langfristige Vermögenswerte, 42. Forderungen und 43. Wertpapiere dargestellten Buchwerten ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 65. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in Erläuterung 67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

63. Kapitalmanagement

Die EVN ist bestrebt, eine solide Kapitalstruktur einzuhalten, um die daraus resultierende Finanzkraft für die Realisierung wertsteigender Investitionsvorhaben und eine attraktive Dividendenpolitik zu nutzen. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 39,8 % (Vorjahr: 38,5 %). Weiters wird das Gearing als Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital gemessen. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, kurz- und langfristiger Wertpapiere sowie Ausleihungen. Der Wert per 30. September 2015 betrug 47,5 % (Vorjahr: 61,6 %).

64. Kapitalmanagement
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.535,7 1.747,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 129,9 173,8
Fonds liquider Mittel –244,9 –197,2
Langfristige und kurzfristige Wertpapiere –154,5 –62,9
Langfristige und kurzfristige Ausleihungen –35,3 –38,9
Nettoverschuldung 1.230,9 1.622,4
Eigenkapital 2.590,1 2.632,7
Gearing (%) 47,5 61,6

1) Exklusive der im Fonds liquider Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

Im EVN Konzern erfolgt ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

65. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, z. B. durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt. Die für die Berechnungen notwendigen Inputfaktoren werden nachstehend erläutert.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nicht börsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleiheverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

In der nachstehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Zur Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, welche an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forward-Preiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, welche die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

65. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR
30.09.2015 30.09.2014
Klassen Bewertungs
kategorie
Fair-Value
Hierarchie
(IFRS 13)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Nicht finanzielle Vermögenswerte 13,8 15,3
Andere Beteiligungen AFS 9,8 9,8
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 476,1 476,1 639,6 639,6
Übrige langfristige Vermögenswerte 499,7 664,7
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 73,3 73,3 62,1 62,1
Ausleihungen LAR Stufe 2 33,1 40,4 38,9 44,0
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR Stufe 2 128,1 146,1 207,0 236,1
Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 5,7 5,7
Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte LAR 53,8 53,8 75,5 75,5
Nicht finanzielle Vermögenswerte (Primärenergiereserven) 14,4 14,6
Kurzfristige Vermögenswerte 308,4 398,1
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 472,6 472,6 406,6 406,6
Forderungen aus derivativen Geschäften @FVTPL Stufe 2 7,3 7,3 0,2 0,2
Nicht finanzielle Vermögenswerte 23,4 37,1
503,2 443,9
Wertpapiere AFS Stufe 1 81,3 81,3 0,8 0,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 255,1 255,1 217,6 217,6
255,1 255,1 217,6 217,6
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC Stufe 2 679,4 805,3 705,7 836,2
Bankdarlehen FLAC Stufe 2 856,2 916,7 1.041,9 1.165,1
1.535,7 1.747,7
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC Stufe 2 16,0 16,4 19,8 19,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 2,0 2,0 2,9 2,9
Sonstige übrige Schulden FLAC 8,9 8,9 8,1 8,1
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging,
@FVTPL
Stufe 2 48,7 48,7 56,9 56,9
75,6 87,8
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 140,1 140,1 194,2 194,2
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 472,3 472,3 505,1 505,1
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 327,7 327,7 320,3 320,3
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedging,
@FVTPL
Stufe 2 17,7 17,7 11,6 11,6
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 132,5 77,0
477,9 408,9
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 567,2 650,2
Kredite und Forderungen LAR 942,6 945,6
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 86,3 62,3
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.502,7 2.798,2
65. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
Mio. EUR
2014/15 2013/14
Klassen Nettoergebnis davon
Wertberichtigungen
Nettoergebnis davon
Wertberichtigungen
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AFS) –8,4 –2,5 –0,3 –0,5
Kredite und Forderungen (LAR) –42,5 –38,1 –235,6 –230,7
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet designiert wurden (@FVTPL)
1,5 1,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle
Schulden (FLAC)
–0,1 –0,4
Summe –49,5 –40,6 –235,3 –231,3

65. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach ihrem Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2015 30.09.2014
65. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. JPY (> 5 Jahre)3) 12.000,0 –3,8 12.000,0 –9,1
Zinsswaps
Mio. EUR (> 5 Jahre)3) 234,5 –48,4 347,3 –58,5
Derivate Energiebereich
Käufe/Verkäufe (Steinkohle)3) 20,0 –5,2 27,1 –0,6
Käufe/Verkäufe (Strom, Erdgas, Steinkohle, CO2) –39,7 4,5 –22,2 –0,6

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

66. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 213 unter Beteiligungen der EVN angeführt.

Im Folgenden werden Angaben zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen gemacht, welche im Geschäftsjahr 2014/15 at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wird als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.

Die folgende Übersicht zeigt die Zuordnung der at Equity einbezogenen Unternehmen nach operativem und finanziellem Charakter:

66. Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures),
welche gemäß IFRS 11 in den Konzernabschluss zum
30.09.2015 at Equity einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Bioenergie Steyr GmbH
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s.
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H.
e&t
EnergieAllianz
EVN KG
EVN-WE Wind KG
Fernwärme St.Pölten GmbH
Fernwärme Steyr GmbH
RAG
Shkodra
sludge2energy GmbH
WEEV Beteiligungs GmbH
ZOV
66. Assoziierte Unternehmen, welche gemäß IAS 28 in den
Konzernabschluss zum 30.09.2015 at Equity einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
EconGas
Energie Burgenland AG
Verbund Innkraftwerke GmbH
ZOV UIP

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen zu den in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures):

66. Finanzinformationen für sich genommen
wesentlicher Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Gemeinschaftsunternehmen EVN KG RAG ZOV EVN KG RAG ZOV
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 12,1 630,8 257,0 12,9 654,7 258,4
Kurzfristige Vermögenswerte 161,7 62,7 43,1 160,0 105,7 40,9
Langfristige Schulden 1,7 399,3 97,3 0,0*) 459,0 113,3
Kurzfristige Schulden 76,5 80,4 24,1 77,6 106,8 24,4
Überleitung auf den Buchwert des Anteils der
EVN am Gemeinschaftsunternehmen
Nettovermögen 95,6 213,8 178,7 95,3 194,7 161,7
Anteil der EVN am Nettovermögen in Prozent
100,00 %
100,00 % 48,50 % 100,00 % 100,00 % 48,50 %
Anteil der EVN am Nettovermögen 95,6 213,8 86,7 95,3 194,7 78,4
+/– Umwertungen 0,0*) 181,0 0,5 170,0 0,6
Buchwert des Anteils der EVN am
Gemeinschaftsunternehmen 95,6 394,8 87,1 95,3 364,7 79,0
2014/15 2013/14
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 504,5 417,6 17,8 533,3 462,6 13,7
Planmäßige Abschreibungen 0,0*) –53,5 0,0*) –51,5 0,0*)
Zinserträge 0,1 0,1 0,5 0,1 0,1 0,6
Zinsaufwendungen 0,0*) –5,8 –9,0 0,0*) –6,4 –10,0
Ertragsteuern 0,0*) –22,4 –5,7 –0,1 –23,0 –5,5
Ergebnis nach Ertragsteuern 63,8 65,4 23,0 53,6 71,0 21,9
Sonstiges Ergebnis –9,8 –11,5 1,2 –2,1 1,3 0,5
Gesamtergebnis 54,1 53,9 24,2 51,5 72,3 22,4
Erhaltene Dividenden der EVN 53,8 35,0 3,5 59,0 60,0 10,6

*) Kleinbetrag

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen:

66. Finanzinformationen für sich genommen
unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen (EVN-Anteil)
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Buchwert an den Gemeinschaftsunternehmen zum jeweiligen Bilanzstichtag 39,5 40,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 8,5 4,8
Sonstiges Ergebnis –7,7 –0,8
Gesamtergebnis 0,8 4,0

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen, für sich genommen wesentlichen assoziierten Unternehmen:

66. Finanzinformationen wesent
licher assoziierter Unternehmen
Mio. EUR 30.09.2015 30.09.2014
Assoziiertes Unternehmen EconGas Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
EconGas Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 48,9 1.288,8 0,2 765,5 49,9 1.318,4 0,2 777,2
Kurzfristige Vermögenswerte 1.393,3 17,2 3,3 143,6 1.018,8 14,3 3,1 118,9
Langfristige Schulden 98,8 88,5 170,4 55,9 82,7 171,2
Kurzfristige Schulden 1.388,1 10,0 0,7 425,4 1.013,8 12,2 0,6 414,3
Überleitung auf den Buchwert des Anteils
der EVN am assoziierten Unternehmen
Nettovermögen –44,7 1.207,5 2,8 313,3 –1,0 1.237,7 2,6 310,6
Anteil der EVN am Nettovermögen
in Prozent
16,51 % 13,00 % 33,00 % 36,08 % 16,51 % 13,00 % 33,00 % 36,08 %
Anteil der EVN am Nettovermögen –7,4 157,0 0,9 113,0 –0,2 160,9 0,9 112,1
+/– Umwertungen 7,4 –51,3 61,3 0,2 –25,4 61,0
Buchwert des Anteils der EVN am
assoziierten Unternehmen
105,7 0,9 174,4 135,5 0,9 173,1
2014/15 2013/14
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.630,3 77,4 10,7 332,5 3.409,7 86,5 10,7 312,9
Ergebnis nach Ertragsteuern –2,2 5,5 3,4 19,2 18,3 12,9 3,4 19,2
Sonstiges Ergebnis 0,1 4,6 10,0 –8,7
Gesamtergebnis –2,1 3,4 25,4 28,3 -– 3,4 10,5
An EVN ausgezahlte Dividende 3,9 1,0 8,3 5,2 1,3 8,3

In den Konzernabschluss einbezogene für sich genommen unwesentliche assoziierte Unternehmen bestehen nicht.

67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die durch die EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:

67. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR
30.09.2015 30.09.2014
Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften 105,3 114,8
Garantien für Projekte im Umweltbereich 43,4 161,8
Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung bzw. dem Betrieb von
Energienetzen 5,2 5,1
Kraftwerken 156,4 132,1
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 68,7 98,6
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 0,5 0,6
Summe 379,4 513,1
davon im Zusammenhang mit at Equity einbezogenen Unternehmen 150,4 173,7

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risiken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 95,6 Mio. Euro (Vorjahr: 98,1 Mio. Euro) gegenüber.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der e&t Energie Handelsgesellschaft mbH abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2015 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 46,0 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 338,5 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2015 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 42,6 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 335,5 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft potenziell gegen die EVN geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung hinsichtlich einer möglichen Inanspruchnahme führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen im Einzelnen und insgesamt keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben werden.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

68. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, sonstige nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und deren Tochterunternehmen, EnBW Trust e.V., Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige. Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 213 unter Beteiligungen der EVN enthalten.

Am 20. Dezember 2013 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit der EnBW Trust einen Treuhandvertrag im Rahmen eines so genannten "Contractual-Trust-Arrangement-Modells" abgeschlossen. In dessen Folge übertrug die EnBW ihren 32,5-%-Anteil an der EVN AG treuhänderisch an den EnBW Trust. Per 30. September 2015 beträgt der Anteil des EnBW Trust an der EVN AG 32,2 %.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2015 eine kurzfristige Forderung gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 9,9 Mio. Euro (Vorjahr: kurzfristige Forderung von 9,7 Mio. Euro).

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht die EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen

im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen.

Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

68. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Umsätze 276,1 240,2
Aufwendungen für bezogene Leistungen –63,8 –74,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 44,4 35,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 51,4 14,0
Ausleihungen 9,3 10,3
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 9,6 9,6
Forderungen aus der Durchführung des Cash Pooling 0,1
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Pooling 100,1 113,3
Zinserträge aus Ausleihungen 0,6 0,5
Zinsaufwand aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten 0,1 –0,1
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Pooling 0,0*) 0,0*)

*) Kleinbetrag

68. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Mio. EUR 2014/15 2013/14
Umsätze
Aufwendungen für bezogene Leistungen –78,4 –56,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,4 7,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0,2

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2014/15 insgesamt 987,9 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge, Vorjahr: 978,4 Tsd. Euro).

Die Bezüge der im Geschäftsjahr 2014/15 aktiven Vorstandsmitglieder stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

68. Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. EUR 2014/15 2013/14
Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 380,5 91,3 11,3 372,9 95,2 10,7
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA 354,8 85,2 11,3 347,7 88,7 10,7

Darüber hinaus ergab sich im Geschäftsjahr 2014/15 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr bei der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen eine Veränderung in Höhe von –271,2 Tsd. Euro (davon 192,1 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –668,7 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Im Vorjahr erfolgte eine Dotierung von 1.023,9 Tsd. Euro (davon 243,6 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 597,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in Höhe von 53,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 52,4 Tsd. Euro) geleistet. Weiters ergab sich für Mag. Szyszkowitz bei der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen eine Veränderung in Höhe von –283,8 Tsd. Euro (davon 82,4 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –522,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste). Im Vorjahr erfolgte eine Dotierung von 582,8 Tsd. Euro (davon 99,0 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 349,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die Zuweisung zu Abfertigungsrückstellungen betrug im Geschäftsjahr 2014/15 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 21,4 Tsd. Euro (davon 11,6 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –3,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 13,6 Tsd. Euro (davon 16,5 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –15,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von 6,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 6,8 Tsd. Euro) geleistet.

Die Veränderung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung und der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich der Abfertigung die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Weiters besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf welchen ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN-Pensionskasse angerechnet werden. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebener betrugen 1.200,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.132,0 Tsd. Euro).

Für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte ergab sich in Summe ein Ertrag in Höhe von –31,3 Tsd. Euro (davon 250,1 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –786,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr ein Aufwand in Höhe von 1.512,0 Tsd. Euro (davon 314,1 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 721,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die genannten Werte beinhalten Aufwendungen nach nationalem Recht, wie sie gemäß Österreichischem Corporate Governance Kodex gefordert werden. Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste werden nach IFRS gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance-Berichts dargestellt.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle der EVN mit Tochterunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung grundsätzlich nicht angeführt.

Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis zu marktüblichen Konditionen bestehen und im Geschäftsjahr 2014/15 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich sind. Die daraus zum 30. September 2015 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

69. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Energievertrieb in Niederösterreich senkte die EVN Vertriebsgesellschaft im Rahmen der EnergieAllianz die Energiepreise für Strom und Erdgas für Privatkunden per 1. Oktober 2015 um durchschnittlich 5 %.

Um sämtliche Aktivitäten zur Beschaffung und zum Vertrieb von Elektrizität in der EnergieAllianz Austria zu bündeln, erfolgte mit Stichtag 1. Oktober 2015 die Verschmelzung der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H. mit der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH.

Kontrollmessungen und Auswertungen über den bisherigen Betrieb des im Dezember 2013 in Betrieb genommenen Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum haben ergeben, dass Werte zur Verfügbarkeit und zum Wirkungsgrad des Kraftwerks nicht den zugesagten Parametern entsprechen. Aus diesem Grund wurden am 22. Oktober 2015 Streitanzeigen zu diesen Mängeln an das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Power Europe und Hitachi Ltd. übermittelt.

Die EVN ist Partei einer am 23. Oktober 2015 gemeinsam mit den anderen Gesellschaftern in Aussicht genommene Einigung über die zukünftige gesellschaftsrechtliche Struktur der EconGas GmbH. Eckpunkte sind die Übernahme der Anteile von EVN (16,51 %), Wien Energie (16,51 %) und Energie Burgenland (2,73 %) an der EconGas durch die OMV sowie die Fortführung der bestehenden Kundenbeziehungen mit EVN, Wien Energie und Energie Burgenland. Eine vertraglich bindende Vereinbarung wird erarbeitet.

Die österreichische E-Control-Kommission hat eine Erhöhung der Stromnetztarife um 11,2 % und der Gasnetztarife um 11,0 % im Begutachtungsentwurf beschlossen; diese Erhöhungen betreffen jeweils Haushaltskunden und werden per 1. Jänner 2016 wirksam.

70. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer – Vorsitzender Dkfm. Edwin Rambossek Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Dipl.-Ing. Angela Stransky Mag. Willi Stiowicek – Vizepräsident Mag. Dr. Monika Fraißl – Arbeitnehmervertreterin Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Dkfm. Thomas Kusterer Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meissl Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Bernhard Müller, BA, MPA

71. Freigabe des Konzernabschlusses 2014/15 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 9. Dezember 2015 dem Aufsichtsrat zur Prüfung, der Einzelabschluss zur Feststellung vorgelegt.

72. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgte für das Geschäftsjahr 2014/15 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro). Davon entfielen 48,2 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 48,8 % auf Steuerberatungsleistungen und 3,0 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 18. November 2015

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Beteiligungen der EVN gemäß § 245a Abs. 1 i.V.m. § 265 Abs. 2 UGB

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung für die in den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Energie ≥ 20,0 % per 30.09.2015

1.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2014/15
Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg EVN Wärme 51,00 30.09.2015 E
EconGas GmbH ("EconGas"), Wien1) EVN 16,51 31.12.2014 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH ("EnergieAllianz"), Wien EVN 45,00 30.09.2014 E
EVN Beteiligungsgesellschaft Alpha GmbH ("EVN Bet. Alpha"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 V
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD ("EVN Bulgaria EP"), Plovdiv, Bulgarien BG SN Holding 100,00 31.12.2014 V
EVN Bulgaria Electrosnabdiavane EAD ("EVN Bulgaria EC"), Plovdiv, Bulgarien BG SV Holding 100,00 31.12.2014 V
EVN Bulgaria EAD ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2014 V
EVN Bulgaria Fernwärme Holding GmbH ("BG FW Holding"), Maria Enzersdorf EVN Bet. Alpha 100,00 30.09.2015 V
EVN Bulgaria RES Holding GmbH, ("EVN Bulgaria RES"), Maria Enzersdorf 2) EVN Naturkraft 100,00 30.09.2015 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien BG FW Holding 100,00 31.12.2014 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien Kroatien Holding 100,00 31.12.2014 V
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG ("EVN KG"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 E
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2014 V
EVN Geoinfo GmbH ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2015 V
EVN Kavarna EOOD ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria RES 100,00 31.12.2014 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH ("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. ("EVN LV"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2015 V
EVN Macedonia AD ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN 90,00 31.12.2014 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2014 V
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2014 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Mazedonien GmbH ("EVN Mazedonien"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 V
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH ("EVN Nk BuB"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 100,00 30.09.2015 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. ("EVN Naturkraft"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 30.09.2015 V
EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2014 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 31.12.2014 V
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 31.12.2014 V
EVN Trading South East Europe EAD ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2014 V
EVN Wärme GmbH ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 V
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG
("EVN-WE Wind KG"), Wien
EVN Naturkraft 50,00 30.09.2014 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH ("e&t"), Wien EVN 45,00 30.09.2015 E
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN 49,00 31.12.2014 E
Fernwärme Steyr GmbH, Steyr EVN Wärme 49,00 30.09.2014 E

Konsolidierungsart:

  • NV: Nicht konsolidiertes Tochterunternehmen
  • JO: Als Joint Operation einbezogenens Unternehmen
  • NJO: Nicht als Joint Operation einbezogenes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes Unternehmen

V: Vollkonsolidiertes Tochterunternehmen

E: At Equity einbezogenes Unternehmen

1.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2014/15
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien EVN 70,00 31.12.2014 V
kabelplus GmbH ("kabelplus"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2015 V
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria RES 100,00 31.12.2014 V
Netz Niederösterreich GmbH ("Netz NÖ"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2015 V
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien EVN 49,99 31.12.2014 E
Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, Essen, Deutschland EVN Kraftwerk 49,00 31.12.2014 JO
Verbund Innkraftwerke GmbH, Töging, Deutschland1) EVN Nk BuB 13,00 31.12.2014 E
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH ("WTK"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 70,00 30.09.2015 V

1) Bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, wird die Gesellschaft at Equity in den

Konzernabschluss einbezogen und in obiger Tabelle trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % angeführt.

2) Vormals EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, Maria Enzersdorf

1.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2014/15
Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH, EVN Wärme 100,00 EUR 756 –29 30.09.2015 NV
Maria Enzersdorf (830) (–427) (30.09.2014)
Albnor Company DOO, Tetovo, Mazedonien EVN Macedonia 70,00 MKD 595 –45 31.12.2014 NV
(640) (–85) (31.12.2013)
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 86 25 31.12.2014 NE
(96) (35) (31.12.2013)
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR 280 49 31.12.2014 NE
(231) (160) (31.12.2013)
ARGE GIP.nö, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 60,00 EUR –17 –17 31.12.2014 NE
(–) (–) (31.12.2013)
B3 ENERGIE GmbH, St.Georgen an der Gusen EVN Wärme 100,00 EUR –1.567 –716 30.09.2014 NV
(–1.796) (–839) (30.09.2013)
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH, Wiener Neustadt EVN Wärme 90,00 EUR 639 –17 31.12.2014 NV
(656) (49) (31.12.2013)
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 148 57 31.12.2014 NE
(91) (27) (31.12.2013)
Energiespeicher Sulzberg GmbH, Maria Enzersdorf EVN Sulzberg 51,00 EUR 1.735 0 30.09.2015 NV
(1.218) (–14) (30.09.2014)
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 112 –50 31.12.2014 NV
(63) (–46) (31.12.2013)
EVN Asset Management EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 6 –1 31.12.2014 NV
(6) (4) (31.12.2013)
EVN Bulgaria Beteiligungs- und Managementholding EVN 100,00 EUR 27.090 –2 30.09.2015 NV
20 GmbH ("EVN BuM 20"), Maria Enzersdorf (27.092) (–8.872) (30.09.2014)
EVN Bulgaria Beteiligungs- und Managementholding EVN 100,00 EUR 308.587 23.513 30.09.2015 NV
21 GmbH ("EVN BuM 21"), Maria Enzersdorf (285.073) (–3) (30.09.2014)
EVN Bulgaria Stromerzeugung Holding GmbH EVN 100,00 EUR 30.675 –2 30.09.2015 NV
("BG SE Holding"), Maria Enzersdorf 1) (–) (–) (–)
EVN Bulgaria Stromnetz Holding GmbH EVN BuM 21 100,00 EUR 308.589 23.516 30.09.2015 NV
("BG SN Holding"), Maria Enzersdorf (285.072) (–3) (30.09.2014)
EVN Bulgaria Stromvertrieb Holding GmbH EVN BuM 20 100,00 EUR 27.089 –2 30.09.2015 NV
("BG SV Holding"), Maria Enzersdorf (44.830) (–8.868) (30.09.2014)
1.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2014/15
EVN Energiespeicher Sulzberg Beteiligungs GmbH EVN Naturkraft 100,00 EUR 1.735 0 30.09.2015 NV
("EVN Sulzberg"), Maria Enzersdorf (1.586) (–10) (30.09.2014)
EVN Kroatien Holding GmbH EVN 100,00 EUR 12.628 –1 30.09.2015 NV
("Kroatien Holding"), Maria Enzersdorf (12.629) (0) (30.09.2014)
EVN TRADING L.L.C., Pristina, Kosovo1) EVN SEE 100,00 EUR 31.12.2014 NV
(–) (–) (31.12.2013)
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 11 –8 31.12.2014 NV
(19) (–10) (31.12.2013)
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und EVN Naturkraft 50,00 EUR 40 1 30.09.2014 NE
Betriebs GmbH ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien (39) (2) (30.09.2013)
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 255 –247 31.12.2014 NE
(503) (–270) (31.12.2013)
FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossen EVN/Utilitas 100,00 EUR 364 –10 30.06.2015 NV
schaft mit beschränkter Haftung in Liquidation, Göllersdorf (375) (–3) (30.06.2014)
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.755 –18 31.12.2014 NV
(1.790) (8) (31.12.2013)
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und EVN Naturkraft 33,33 EUR 42 6 31.12.2014 NE
Betriebs GmbH, Wien (39) (3) (31.12.2013)
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und EVN Naturkraft 33,33 EUR 6.530 344 31.12.2014 NE
Betriebs GmbH & Co KG, Wien (6.185) (149) (31.12.2013)
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD 0 0 31.12.2014 NV
(–) (–) (31.12.2013)
Netz Niederösterreich Beteiligung 30 GmbH Netz NÖ 100,00 EUR 1.789 0 30.09.2015 NV
("Netz Bet. 30"), Maria Enzersdorf (1.789) (–1) (30.09.2014)
Netz Niederösterreich Grundstücksverwaltung Netz Bet. 30 100,00 EUR 1.780 4 30.09.2015 NV
Bergern GmbH, Maria Enzersdorf (1.777) (–13) (30.09.2014)

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2014/15 neu gegründet.

2. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20,0 % per 30. September 2015

Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2014/15
EVN Abfall 50,00 30.09.2015 E
WTE Betrieb 100,00 30.09.2015 V
WTE Essen 35,00 31.12.2014 E
EVN Bet. 51/52 100,00 30.09.2015 V
100,00 30.09.2015 V
100,00 30.09.2015 V
WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
Utilitas 100,00 30.09.2015 V
EVN Umwelt 100,00 30.09.2015 V
EVN Umwelt 100,00 30.09.2015 V
EVN 100,00 30.09.2015 V
EVN/Utilitas 100,00 30.09.2015 V
EVN MVA1 100,00 31.12.2014 V
EVN
EVN
EVN Umwelt/
2.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2014/15
OAO "EVN MSZ 3" ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 31.12.2014 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 31.12.2014 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2014 V
OOO EVN Umwelt, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2014 V
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH ("Süd Butowo"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH ("Zelenograd"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland WTE Essen 50,00 31.12.2014 E
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
WTE Betriebsgesellschaft mbH ("WTE Betrieb"), Hecklingen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 31.12.2014 V
WTE otpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro WTE Essen 100,00 31.12.2014 V
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH ("WTE Hyp"), Essen, Deutschland EVN UFS /
WTE Essen
100,00 30.09.2015 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH ("Süd-West"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o., Beograd-Vracar, Serbien WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
WTE Wassertechnik GmbH ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Bet.52 100,00 30.09.2015 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 30.09.2015 V
Zagrebacke otpadne vode d.o.o. ("ZOV"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 31.12.2014 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o. ("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 33,00 31.12.2014 E
2.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2014/15
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH, WTE Essen 49,00 EUR 579 –1 30.09.2015 NE
Offenbach am Main, Deutschland (580) (31) (30.09.2014)
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und EVN Abfall 26,00 EUR 37 0 31.12.2014 NE
Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen (37) (0) (31.12.2013)
Nevawasser Projektgesellschaft mbH ("Nevawasser") WTE Essen 100,00 EUR 23 –1 30.09.2015 NV
Essen, Deutschland (23) (–1) (30.09.2014)
OAO WTE Kurjanovo, Moskau, Russland Kurjanovo 100,00 RUB 1 0 31.12.2014 NV
(2) (0) (31.12.2013)
OAO EVN Ljuberzy, Moskau, Russland Ljuberzy 100,00 RUB 1 0 31.12.2014 NV
(1) (0) (31.12.2013)
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 593 14 31.12.2014 NV
(853) (–1.666) (31.12.2013)
OOO Nordwasserwerk, Moskau, Russland Nevawasser 100,00 RUB 1 0 31.12.2014 NV
(2) (0) (31.12.2013)
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 2.065 721 31.12.2014 NV
(2.691) (713) (31.12.2013)
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 2 0 31.12.2014 NV
(2) (0) (31.12.2013)
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH ("Ljuberzy"), WTE Essen 100,00 EUR 23 0 30.09.2015 NV
Essen, Deutschland (23) (0) (30.09.2014)
2.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2014/15
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., WTE Essen 50,00 HRK 414 –46 31.12.2014 NE
Zagreb, Kroatien (1.003) (84) (31.12.2013)
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft WTE Essen 49,00 EUR 540 4 31.12.2014 NE
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland (536) (6) (31.12.2013)
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach EVN Wasser 50,00 EUR 870 –2 31.12.2014 NE
(871) (–2) (31.12.2013)
WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 EUR 682 51 30.09.2015 NV
(183) (17) (30.09.2014)
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH ("Kurjanovo"), WTE Essen 100,00 EUR 21 –1 30.09.2015 NV
Essen, Deutschland (22) (–1) (30.09.2014)
WTE Projektmanagement GmbH, Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 18 0 30.09.2015 NV
(18) (0) (30.09.2014)
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB –258 –305 31.12.2014 NV
(–5) (–43) (31.12.2013)
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 18 –263 31.12.2014 NV
(414) (–97) (31.12.2013)

3. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥20,0 % per 30. September 2015

Konsolidierungsart
2014/15
V
E
V
V
V
V
E
V
V
E
V
E

1) An der Verbund AG werden 12,63 % gehalten, davon indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH 1,09 %.

3.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2014/15
EVN Beteiligung 40 GmbH EVN 100,00 EUR 29 0 30.09.2015 NV
("EVN Bet. 40"), Maria Enzersdorf (30) (–2) (30.09.2014)
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft EVN 100,00 EUR 4.142 162 31.12.2014 NV
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf (3.980) (135) (31.12.2013)

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2015, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2015 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2015 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 18. November 2015

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl Mag. Heidi Schachinger Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Glossar

Ausschüttungsquote

Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme bzw. Kälte genutzt werden.

Brent

Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitsprüfung).

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel bzw. EU-Emissionshandel

Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedstaaten CO2-Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2-Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Emissionszertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Corporate Governance Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Deckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch deren Einsatz können Finanzrisiken minimiert werden.

Directors-and-Officers- (D&O)-Versicherung

Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA®)

Differenz aus dem Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

E-Control (Energie-Control Austria)

Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und der Einwohnergleichwerte: EW = EZ + EGW.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV)

Eine 2007 in Kraft getretene Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde über Grundsätze für Informationsweitergabe im Unternehmen sowie zu organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von Insiderinformationsmissbrauch für Emittenten.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Ethibel

Unabhängiges Beratungsbüro für nachhaltiges und ethisches Investieren, das Banken und Börsegesellschaften dabei unterstützt, ihr Angebot an nachhaltigen Spar- und Anlagemodellen zu entwickeln.

European Energy Community

Energiegemeinschaft der Europäischen Union für die Entwicklung der Energiemärkte in Europa.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

FTSE4Good Index

Index, der nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit bietet, gezielt in Unternehmen zu investieren, die die weltweit anerkannten Standards für verantwortungsvolles Handeln im Sinn von Umwelt und Stakeholdern erfüllen.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)

Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/ International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)

Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities Identification Number (ISIN)

Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines Photovoltaikmoduls bzw. einer Solarstromanlage.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm3 1 m3 Erdgas = 11,07 kWh

Nachhaltigkeitsindex

In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes ethisch orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.

Nationaler Allokationsplan (NAP)

Ein von jedem EU-Mitgliedstaat im Rahmen des Europäischen Treibhausgasemissionshandels zu erstellender Plan, der die Obergrenze des Ausstoßes von Treibhausgasen sowie die Ausgabe und Verteilung der entsprechenden CO2-Emissionszertifikate regelt.

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT)

Versteuertes Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Netzzutrittentgelt

Durch das einmalig zu leistende Netzzutrittentgelt werden dem Netzbetreiber alle Aufwendungen abgegolten, die mit der erstmaligen Herstellung eines Anschlusses an das Netz oder der Abänderung eines Anschlusses infolge Erhöhung der Anschlussleistung eines Netzbenutzers unmittelbar verbunden sind.

Ökostrom

Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas erzeugt wird.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization.

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Sowohl fossile Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle als auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind zählen dazu.

PPP-Modell

(Public Private Partnership) Im Rahmen von PPP-Projekten werden Anlagen für öffentlichrechtliche Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen. Diese Projekte wurden in der Vergangenheit als BOOT-Projekte bezeichnet.

Regulatory Asset Base (RAB – Finanzierungskostenbasis)

Die verzinsliche Kapitalbasis setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögensgegenstände und dem Sachanlagevermögen abzüglich passivierter Netzzutrittsund Netzbereitstellungsentgelte (Baukostenzuschüsse/BKZ) und etwaiger Firmenwerte auf der Basis von bilanziellen Werten zusammen. Anpassungen erfolgen in Bezug auf die Standardisierung der Abschreibungsdauern und der Standardisierung der Auflösung der BKZ.

Return on Capital Employed (ROCE)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund AG Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Smart Meter/Metering

Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträglich ergänzte Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände über die Ferne auszulesen.

Sonstiges Ergebnis

Das sonstige Ergebnis, das auch mit dem englischen Begriff "Other Comprehensive Income" (OCI) bezeichnet wird, ist die Summe aller ergebnisneutralen Erträge abzüglich der Summe aller ergebnisneutralen Aufwendungen der Berichtsperiode.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Förderung ökologischer und ökonomischer Anliegen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt; die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

CSR-Programm

Im Zuge der Durchführung von CSR-Zielgesprächen wurden in den Geschäftsjahren 2013/14 und 2014/15 bereichsspezifische Schwerpunkte auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix konkretisiert und darauf aufbauend unternehmensweite CSR-Ziele definiert. Diese Ziele sind im folgenden CSR-Programm für jedes Handlungsfeld zu Beginn des jeweiligen Abschnittes dargestellt. Das CSR-Maßnahmenprogramm wurde in einem iterativen Prozess unter Beachtung der Handlungsfelder erarbeitet und wird unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche laufend um neue Maßnahmen erweitert.

  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix findet sich auf Seite 37 des Berichts.
  • Das Maßnahmenprogramm ist auch unter www.verantwortung.evn.at abgebildet.

CSR-Maßnahmen nach Handlungsfeldern

Handlungsfeld: Versorgungssicherheit

Ziel: Steigerung des konzernweiten Eigendeckungsgrads auf 30 % der Stromabsatzmenge

• Status: 25,3 %

Ziel: Nachhaltiger wirtschaftlicher Ausbau der Versorgungsinfrastruktur

• Status: Erarbeiten eines gemeinsamen Themen-/Kriterienkatalogs

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 30 %
der Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten im
In- und Ausland – dabei soll die Erweiterung
der Erzeugungskapazitäten vorwiegend im
Bereich der erneuerbaren Energie erfolgen –
dazu zählen Wind- und Wasserkraftwerke im
Inland sowie Großwasserkraftwerksprojekte
im Ausland.
Laufend Laufende Maßnahme
Sicherstellung der Schwarzstart
fähigkeit des Kraftwerks Theiß,
um die Folgen möglicher Strom
ausfälle ("Blackout") so gering wie
möglich halten
Testbetrieb zur Schwarzstartfähigkeit im
Kraftwerk Theiß
September
2015
Erfolgreich abgeschlossen
EVN Wasser: Zertifizierung zum
zertifizierten Wasserversorger
nach ÖVGW in den nächsten zwei
Jahren
Zertifizierung der EVN Wasser zum
zertifizierten Wasserversorger nach ÖVGW
in den nächsten zwei Jahren
Ende
2013 /14
Erfolgreich abgeschlossen
EVN Wasser: Risikomanagement
zu potenziellen Verschmutzungs
gefahren
Erarbeitung von Wassersicherheitsplänen;
Risikoanalyse des Einzugsgebiets
Ende 2015 Geplant
EVN Wasser: Notfallpläne für
den Fall von Versorgungs
engpässen/Qualitätsproblemen
Kooperation mit dem Österreichischen
Bundesheer zur Aufrechterhaltung der
Versorgung im Katastrophenfall
Ende 2015 In Umsetzung
EVN Abfall: Verbesserung der
Abfallqualität
Optimierung des Prozesses
"Eingangskontrollen durchführen"
Ende 2015 In Umsetzung
EVN Abfall: Erhöhung der
Verfügbarkeit der Anlage
Schrittweise Ausrüstung der Kesselanlage
mit korrosionsbeständigeren Materialien
(Cladding)
Bis 2015 Erfolgreich abgeschlossen
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Kabelplus: Verringerung der
Modem-Ausfallraten
Erhöhung der Anzahl der optischen
Einspeisepunkte im Netz
Ende
2014/15
Erfolgreich abgeschlossen
Kabelplus: Aufrechterhaltung und
weitere Verbesserung der Netz
stabilität im gesamten Kabelplus
Netz in Niederösterreich
Tausch von rund 12.000 Verstärkern
und Verteilern im gesamten Kabelplus-Netz in
Niederösterreich
2014/15 –
2018/19
In Umsetzung

Handlungsfeld: Kunde im Fokus

Ziel: Steigerung der Anzahl an Energieberatungen

• Status: Anzahl an Energieberatungen 7.950

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Verbesserter Kundenservice Mitarbeiterausbildung für die neuen Kunden
shops; höhere Erreichbarkeit
31.12.2017 In Umsetzung; sechs Pilotshops in Betrieb
Optimiertes Schulungskonzept für Mitarbeiter im
Kundenkontakt: Integration der Kundendienst
mitarbeiter und Teamleiter von Kabelplus
in das Kundendienstzentrum des Konzerns;
gegenseitiger Wissensaustausch von EVN und
Kabelplus-Mitarbeitern zum Aufbau eines
"Mitarbeiter-Backup-Pools"; Gesprächscoaching
31.03.2016 In Umsetzung
Transparente Kommunikation Bestätigungsbrief an die Kunden nach
Auftragsvergabe an Power Partner beim
Gassicherheitscheck
30.09.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Verbesserte Online-Kommunikation Einführung einer Online-Chat-Funktion für
Kunden
01.11.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Kundenzufriedenheit Konzept zur Intensivierung der Kommunikation
mit Kunden zu den Themen "Energiesparen",
"Energieeffizienz" und "Nachhaltiger Umgang
mit Ressourcen" im Zusammenhang mit EVN
Produkten; Prüfung der Maßnahmenumset
zung; Erarbeitung eines mehrstündigen
Schulungsmodells
31.06.2016 In Umsetzung: Konzept liegt im Entwurf
vor, Maßnahmen werden geprüft
Internationaler Erfahrungsaustausch
zu Kundendienstthemen
Teilnahme an der Customer Service Week 01.11.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Vernünftige, darstellbare und
nachvollziehbare Preispolitik
Einführung eines neuen Bonuspunktesystems
anstelle der "FreiTage": statt einer "Beloh
nung" des Kundenverhaltens unterstützt das
neue Bonuspunktesystem das Ziel, Energie
effizient zu nutzen
Ende
2014/15
Erfolgreich abgeschlossen
Strom- bzw. Erdgaspreisanpassung für
Haushaltskunden um –1,0 % bzw. –2,5 %
01.10.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Unterstützung von
armutsgefährdeten Haushalten
Zielgerichteter Versand des "Effizienzpakets"
an armutsgefährdete Haushalte
(Haushalte mit GIS-Befreiung)
Ende
2014/15
Erfolgreich abgeschlossen
Einführung eines Sonderbonus im Rahmen
der EVN Bonuswelt sowie Schulungen für
Sozialorganisationen
Ende
2014/15
Erfolgreich abgeschlossen
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Ausweitung der Dienstleistungs
produkte und Tarife im Bereich
erneuerbarer Energie
Zu jedem Stromtarifprodukt der EVN (Klassik,
Float, Float Cap, Garant) wird auch eine
Version "Wasserkraft" angeboten, die zu 100 %
auf erneuerbarer Energie beruht
Ab
01.10.2015
In Umsetzung
Ausweitung der Dienstleitungs
produkte im Bereich Energieeffizienz
Entwicklung neuer Produkte, die Kunden
ressourcenschonenden bzw. reduzierten
Einsatz von Energie ermöglichen; die Produkte
beinhalten Analyse, Beratung und Umsetzung,
richten sich an Business- und Haushaltskunden
und betreffen Themen wie Lichtservice,
Sonnenkraftwerk, E-Mobilität, Energy Check,
Heizungstausch, Sanierservice, Smart Home,
Thermografie etc.
Laufend In Umsetzung
Südosteuropa: Erhöhung des
Bewusstseins für Energieeffizienz
sowie der Sicherheit beim
Umgang mit Strom in Mazedonien
Zielgruppe Schüler und Jugendliche: Energie
effizienzclubs sowie Unterrichtsstunden zum
Thema; Workshops zu erneuerbarer Energie
anhand der Lego-Methode
Laufend In Umsetzung
Gründung einer gemeinsamen Energie
effizienzplattform mit dem Wirtschafts
ministerium und der Energie-Agentur
Laufend In Umsetzung
Südosteuropa: Besserer und
schnellerer Kundenservice
Evaluierung des Kundenverrechnungssystems
in Bulgarien und Mazedonien
Laufend In Umsetzung
Kabelplus: Vertraulichkeit im
Umgang mit Kundendaten
Prüfung der Dienstnehmerverträge auf den
Bedarf einer allfälligen Überarbeitung bzw.
Ergänzung; Erhebung der aus technischen
oder kaufmännischen Gründen gespeicherten
Informationskategorien
2015/16 Geplant
Kabelplus: Bandbreitenerhöhung Erhebliche Anhebung der Bandbreiten
der bestehenden Kundenverträge ohne
Tarifanpassung
2014/15 Erfolgreich abgeschlossen
Kabelplus: Verbesserter
Kundenservice
Durchführung von Zufriedenheitsanalysen und
Mystery Shopping; Umsetzung von Verbesse
rungsvorschlägen auf Basis des Feedbacks
2014/15 Erfolgreich abgeschlossen
Kabelplus: Entwicklung eines TV
Geräts in Kombination mit einem
Steuerungs-Tablet als benutzer
freundliches Herzstück eines Second
Screen Spiele-, Videokommuni
kation- und Informationsportals für
ältere Menschen
Kooperation von Kabelplus mit den Wissen
schaftspartnern der FH St. Pölten zur Weiter
entwicklung des Prototyps "Brelomat 2"
2015/16 In Umsetzung
Kabelplus: Einführung des Produkts
Funktelefonie, um jenen Kunden,
die Internet nur über Funk beziehen
können, erstmals die Möglichkeit zu
bieten, einen Alternativanbieter für
die Festnetztelefonie zu wählen
Kabelplus bietet ihren Kunden über die
Funkanbindung "Mimo" künftig auch
Telefoniedienste an
2015/16 In Umsetzung
Kabelplus: Security Awareness Projekt zur Schaffung und Erhaltung von
Bewusstsein für Informationssicherheit bei
den Kunden
2015/16 Geplant

Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Ziel: Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit in Österreich halten sowie weiterhin in den Nachhaltigkeitsindizes gelistet bleiben bzw. in neuen gelistet werden

• Status: EVN derzeit in vier Nachhaltigkeitsindizes gelistet (VÖNIX, FTSE4Good, ECPI, Ethibel)

Ziel: Langfristige Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Risikomanagement

• Status: 8 % der Risiken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Etablierung eines gruppenweiten
CSR-Standards
Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der
CSR-Ziele, Organisation und Prozesse
2015/16 In Umsetzung: Weiterentwicklung des
Maßnahmen-Monitorings und der
gruppenweiten CSR-Ziele, Vertiefung der
CSR-Strategie auf Basis der Zielgespräche
CSR-Zielgespräche mit den Fachabteilungen
zur Vervollständigung des CSR-Managements
2014/15 Erfolgreich abgeschlossen:
Durchführung von CSR-Zielgesprächen
mit allen Organisationseinheiten
Integration von CSR-Kennzahlen in
Controlling-Berichte
Definition, Erhebung und Abbildung von
CSR-relevanten Key Performance Indicators in
internen Konzernlenkungsunterlagen für das
Management
2015/16 In Umsetzung: Analyse der Relevanz und
Erhebbarkeit einzelner Indikatoren mit den
jeweiligen Abteilungen abgeschlossen;
Beginn der Datenerhebung
Integration von CSR-Themen in die
Investorenkommunikation
Aufnahme von CSR-Themen in die Investo
renkommunikation bei Investor-Relations
Veranstaltungen wie Konferenzen und
Roadshows
01.02.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Bewusstseinsbildung für CSR in der
Tätigkeit der Internen Revision
Ableitung von weiterführenden Zielen auf
Basis der Ergebnisse des Pilotprojekts;
Berücksichtigung von CSR als eigenes
Prüfungsziel bei der Durchführung von Revisi
onen mittels Software; durch standardisierte
Vorgaben (Testlabels) in der Software soll
gewährleistet werden, dass die Relevanz von
CSR im Zusammenhang mit dem jeweiligen
Revisionsthema bei jeder Revision hinterfragt
wird und als eigenes Prüfungsziel aufgenom
men werden kann
2014/15 Erfolgreich abgeschlossen
Konsolidierung in den Kernmärkten:
aktives Portfoliomanagement
Identifikation von Beteiligungen, die nicht
der Unternehmensstrategie entsprechen;
Erarbeitung von Vorschlägen an die Entschei
dungsträger
Laufend In Umsetzung
Erfolgreiche Integration von neuen
Beteiligungen
Bei der Integration von neuen Beteiligungen
sollen durch die Fortführung der aus bis
herigen Integrationsprojekten entwickelten
Benchmarks alle Stakeholder-Interessen
angemessen berüchsichtigt werden
Laufend In Umsetzung

Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber

Ziel: Förderung des internen Arbeitsmarkts und Ausbau des internen Recruitings

• Status: 80 % der Führungskräfte wurden intern besetzt

Ziel: Höherer Anteil an neu aufgenommenen Frauen als derzeitiger Frauenanteil im Unternehmen (je Position) und höhere Teilnahmequote von Frauen an Personalentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte als Frauenanteil unter Führungskräften

  • Status: Frauenanteil im Unternehmen war 21,9 % neu aufgenommen wurden im Geschäftsjahr 2014/15 41,7 % Frauen; Frauenanteil an Führungskräften ist 7 % – Frauenanteil an Führungskräfteentwicklungsmaßnahmen betrug im Berichtszeitraum 28 %
  • Ziel: Erarbeitung und Umsetzung zielgruppenspezifischer Gesundheitsprogramme für alle Mitarbeiter
  • Status: 50 % der Mitarbeiter nahmen an präventiven Maßnahmen teil

Ziel: Kontinuierliche Reduktion des LTIF und der Unfallschwere; Erreichen eines sehr guten Werts im Branchenvergleich

• Status: LTIF: 8,5; Unfallschwere: 21,4

Ziel: Bewusstseinsbildung zum Thema Nachhaltigkeit durch Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in bestehende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen

• Status: 320 Mitarbeiter wurden im Geschäftsjahr 2014/15 erreicht

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Verbesserung der Work-Life
Balance; Offene Gesprächskultur
fördern; Mitarbeiterschutz;
Verbesserung des Betriebsklimas
Neuer Sozialraum; zusätzliche Meeting
Räume und Gesprächsinseln; Lärmampeln;
Tageslichtlampen; Aufzeichnung der Kunden
gespräche zum Schutz der Mitarbeiter
30.06.2016 In Umsetzung:
Teile bereits erfolgreich abgeschlossen
Verbesserung der Zufriedenheit
und der Unternehmensidentifikation
der Mitarbeiter
Weiterentwicklung der Feedback- und Orien
tierungsgespräche (FOG): unterjährige Be
gleitung der Mitarbeiter durch Führungskraft,
Abgleich der Zielerreichung im nächsten Jahr
Laufend Einführung des "FOG neu" im
Geschäftsjahr 2015/16, Gespräche
werden jährlich geführt
Diversity Management Evaluierung der Durchführung des Audits
"Familie und Beruf"
31.12.2015 In Umsetzung
Integration von Nachhaltigkeits
aspekten in bestehende Schulungs
programme
Erarbeitung von Unterlagen für die Verwen
dung in bestehenden Aus- und Weiterbildungen
31.03.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Förderung des Gesundheits
bewusstseins der Mitarbeiter
Weiterentwicklung des
Gesundheitsprogramms
31.03.2016 In Umsetzung; Weiterentwicklung im
Geschäftsjahr 2015/16
Jährlich ein Vortrag über Gesundheit Laufend Laufende Maßnahme
Entwicklung nachhaltiger Lösungen
für von Unternehmenserwerben
bzw. -veräußerungen betroffene
Arbeitnehmer
Aktive Kommunikationspolitik, Sicherstellung
der Interessen der Arbeitnehmer
Laufend In Umsetzung
Ideenmanagement Sammlung von Ideen interner und externer
Stakeholder zur Verbesserung von Abläufen
und Services im Unternehmen
Laufend In Umsetzung: systematische Erfassung
und Evaluierung der Ideen, Zusammen
arbeit mit Universitäten, erfolgreiche
Einführung der Ideen
Mitarbeitergesundheit Regionalität der in der EVN angebotenen
Säften (z. B. in der Region heimische Früchte)
Laufend In Umsetzung
EVN Abfall: Ausrüstung der
Arbeitnehmer mit verbesserter
Schutzkleidung
Umstellung der gesamten Arbeitsbekleidung
der Mitarbeiter auf Schutzbekleidung
2015 Erfolgreich abgeschlossen
WTE: Flexible Arbeitszeiten Einführung der Gleitzeit für alle
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTE
01.10.2015 Erfolgreich abgeschlossen
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
EVN Macedonia: Positionierung
als attraktiver Arbeitgeber
Stipendien für Studierende von technischen
Universitäten, Praktika für Studierende und
Schüler, Traineeprogramm für Universitäts
absolventen, Kooperation mit Universitäten
Laufend In Umsetzung
EVN Bulgaria: Erhöhung der
Arbeitssicherheit
Einrichtung eines neuen Trainingszentrums
für Mitarbeiter in Stara Zagora ermöglicht
Training der Arbeitsmethoden "Arbeiten unter
Spannung" ("live working") und "Arbeiten
im freigeschalteten Zustand" ("switched-off")
auf Niederspannungs-Freileitungen
2014 Erfolgreich abgeschlossen:
180 Monteure haben im letzten
Geschäftsjahr zwei zweitägige
Schulungen im neuen Trainingszentrum
abgeschlossen

Handlungsfeld: Umwelt und Ressourcenschonung

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
EMAS-Ziel Einführung eines Umweltmanage
mentystems in der EVN Direktion
2017 In Umsetzung: Erhebung der Basis
daten und Gespräche mit den Bereichs
verantwortlichen durchgeführt
Verwertungsanteil von rund
50 % bei der Entsorgung der
Biomasseasche
Kooperation mit Entsorgern Laufend In Umsetzung
EMAS-Ziel EVN Wärme: Reduktion des CO2-
Footprints der Fahrzeugflotte
Ersatz von 10 % der dieselbetriebenen
Dienstfahrzeuge durch erdgasbetriebene
Kraftfahrzeuge im Jahr 2013; Ersatz von 5 %
der dieselbetriebenen Dienstfahrzeuge durch
alternativ angetriebene Kraftfahrzeuge
2014 Erfolgreich abgeschlossen: bis zum
Geschäftsjahr 2014/15 wurden 18 %
der dieselbetriebenen Dienstfahrzeuge
durch erdgasbetriebene ersetzt
Papierloses Büro Elektronischer Versand von Bestellungen 2014 Erfolgreich abgeschlossen
Ressourcenschonung durch Forcierung der
Online-Korrespondenz und E-Mail-Rechnung
30.09.2016 In Umsetzung: Testlauf absolviert;
Ziele für Mitarbeiter ab 2016;
Reporting bereits verfügbar
Einsparung des Drucker-Verbrauchs
materials in den Abteilungen
Controlling, Finanzwesen und
Rechnungswesen
Doppelseitiger Druck sowie Schwarz/Weiß als
Standardeinstellung; Erstellung einer Guide
line zur Bewusstseinsbildung; Reduktion der
Infrastruktur im Rahmen des Raumkonzepts
30.09.2015 Erfolgreich abgeschlossen
EVN Abfall: Emissionsreduktion
durch bessere Verbrennung
Feuerleistungsregelung optimieren Laufend In Umsetzung
EVN Abfall: Metallrückgewinnung
aus Verbrennungsrückständen
Verbesserung der Metallabscheidung
aus der Schlacke
Laufend In Umsetzung
EVN Abfall: Klärschlammverwer
tung – Adaptierung der Pyrolyse
anlage zur Wärmegewinnung
Optimierung der Vorschaltanlage am
Standort Dürnrohr
2015 Geplant
EVN Abfall: CO2-Einsparung beim
Abfalltransport
Weiterer Ausbau des Abfalltransports
per Bahn durch Schaffung von Entladungs
möglichkeiten für alle auf dem Markt
gängigen Transportbehälter und Waggons in
der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr
Laufend In Umsetzung
EVN Wasser: Senkung des
Stromverbrauchs
Verwendung von Ausgleichsenergie beim
Befüllen der Hochbehälter; Stromversorgung
mithilfe von Photovoltaikanlagen
Ende 2015 Geplant
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Vogelschutz in Österreich Verkabelung von Freileitungen und
Freileitungskennzeichnung zum Schutz
von Großtrappen in Niederösterreich
im Rahmen des Projekts LIFE+
2015 In Umsetzung
EVN Bulgaria: Sensibilisierung der
Mitarbeiter für den schonenden
Umgang mit Ressourcen
Programm zur Wiederverwendung von
Abfällen
Laufend In Umsetzung: im Geschäftsjahr 2014/15
wurden insgesamt 898 Tonnen Abfälle,
darunter 25 Tonnen Papier, recycelt
EVN Bulgaria: Vogelschutz in
Bulgarien
Isolierung von gefährlichen Masten
und Leitungen mit Unterstützung des
bulgarischen Vogelschutzvereins
(BDZP, birdlife)
2018 In Umsetzung: Installation von weiteren
50 Nestplattformen und Isolation von
1.740 Masten im Geschäftsjahr 2014 /15;
seit Beginn der Initiative wurden insge
samt 1.651 Nestplattformen installiert und
3.864 Isolationen durchgeführt
EVN Bulgaria: Schutz des
Kaiseradlers in Bulgarien
Projekt Life+: Minimierung der Risiken
und Gefahren von Stromleitungen für den
Kaiseradler
2018 In Umsetzung: Verkabelung von ca. 40 km
Freileitungen; Schutzisolatoren für
2.740 Masten; Populationsmonitoring
EVN Bulgaria: Erhöhung des
Bewusstseins für Energieeffizienz
und Sicherheit beim Umgang
mit Strom
Programm "Energieeffizienz in Schulen" für
Schüler der 2.–4. Klasse – Aufklärung zum
Thema Sicherheit und Energieeffizienz in
Kooperation mit dem Unterrichtsministerium
und den Schulinspektoren
Laufend In Umsetzung: Einbeziehung von
rund 15.750 Schülern seit Beginn der
Initiative im Jahr 2009; weitere
9.850 Schüler im Geschäftsjahr 2014/15
erreicht
Kabelplus: Nachhaltige Entsorgung
der in großen Mengen anfallenden
Wertstoffe durch Verstärkertausch
projekt
Wertstoffe wie Aluminium, Stahl, und Kupfer,
die in Form von Elektroschrott anfallen, sollen
im Rahmen eines Sozialprojekts fraktioniert
und dann verkauft bzw. recycelt werden
2013 /14 In Umsetzung: Auswahl eines sozial
ausgerichteten Abfallverwertungs
unternehmens als Partner

Handlungsfeld: Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Ziel: Mittelfristiger Ausbau der Windkraftkapazität auf 300 MW

• Status: Installierte Leistung in MW aus Wind per 30. September 2015: 250 MW

Ziel: Langfristig Erzeugung von 50 % der Gesamtstromproduktion aus erneuerbarer Energie

• Status: Erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen im Geschäftsjahr 2014/15: 43,1 %

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
50 % der Stromerzeugung aus
erneuerbaren Quellen
Weiterer Ausbau der Erzeugungsanlagen in
den Bereichen Windkraft, Wasserkraft und
Photovoltaik
2020 In Umsetzung: Status derzeit: 43,1 %
Ausbau der Windkraftkapazitäten
auf 300 MW
Bau des Windparks Prottes-Ollersdorf
(37 MW)
Frühjahr
2015
Erfolgreich abgeschlossen
Bau des Windparks Paasdorf-Lanzendorf
(19 MW)
2016 Geplant: Fördermittel genehmigt
Bau des Windparks Oberwaltersdorf (9,2 MW) 2017/18 Geplant: behördlich bewilligt; Tarif gesichert
Bau einer weiteren Windkraftanlage im
bestehenden Windpark Glinzendorf (1 MW)
2017 Geplant: behördlich bewilligt; Tarif gesichert
Bau des Windparks Sommerein (33 MW) 2018 Geplant: behördlich bewilligt; Tarif gesichert
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Kommunikation zum Ausbau von
Windkraftanlagen
Verstärkte Zusammenarbeit von EVN Naturkraft
und der Abteilung Interne Kommunikation
hinsichtlich interner und externer Kommunika
tion des Ausbauplans der Windkraftanlagen
2015 In Umsetzung
Forschung und Entwicklung zur
besseren Ausnutzung des Energie
gehalts der eingesetzten Brennstoffe
sowie zu innovativen Speicher
lösungen und zur Senkung von
CO2-Emissionen
Biokunststoff aus Algen, Wärmespeicher,
CO2 und Sonnenlicht
2015 /16 In Umsetzung: das Projekt CO2USE wurde
erfolgreich abgeschlossen; ein Nachfolge
projekt CO2USE+EPP wurde gestartet
(Laufzeit 3 Jahre) und zielt darauf ab, die
Wirtschaftlichkeit der Biokunststoff
produktion zu erhöhen
EVN Abfall: Verringerung des
Stromverbrauchs
Start eines Projekts zur Verringerung des
Druckverlusts im Saugzug
Ende 2016 Geplant
Südosteuropa: Erhöhung der
Energieeffizienz
Neugestaltung und Sanierung der
Fassade der Direktion in Skopje; Einsparung von
rund 65 % des derzeitigen Energieverbrauchs
2015/15 In Umsetzung
Erneuerung des Fernwärmenetzes Plovdiv Laufend In Umsetzung
Bereitstellung von Kälteenergie über das
Fernwärmenetz
Laufend In Umsetzung
Lastmanagement:
Methodenentwicklung
Entwicklung von Methoden zur Integration
der zunehmenden Erzeugung aus erneuerbarer
Energie in den Markt und zur Bewerkstelli
gung jener Aufgaben zur Netzstabilisierung,
die derzeit von thermischen Kraftwerken
übernommen werden; aktuelle Projekte:
EZISSE, SmartBoiler, Power-To-Heat, CoGen,
EVN Wasser-Optimierung, Batteriespeicher
2014/15 –
2017/18
In Umsetzung

Neben den sechs wesentlichsten Handlungsfeldern wurde in der EVN noch in weiteren wichtigen Handlungsfeldern an Abteilungszielen und zahlreichen Maßnahmen gearbeitet:

Handlungsfeld: Korruptionsprävention

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Bewusstseinsbildung bei den
Mitarbeitern zur Vermeidung von
Korruption sowie zur Sicherstellung
von fairem Wettbewerbsverhalten
und der Einhaltung der Menschen
rechte
Weiterentwicklung des umfassenden
konzernweiten Compliance-Management
Systems; Beratung und Schulung aller Füh
rungskräfte und Mitarbeiter durch CCO/DCO/
NCO inkl. Einsatz elektronischer Medien;
Vermittlung an Mitarbeiter über Führungs
kräfte unter Mitwirkung von CCO/DCO/NCO
01.09.2015 Erfolgreich abgeschlossen: Präsenz
schulungen flächendeckend umgesetzt;
laufende Beratung und E-Learning
konzernweit in Umsetzung
Aufdeckung von Fehlverhalten Einrichtung eines konzernweiten Hinweis
geberverfahrens (Whistle Blowing)
01.05.2015 Erfolgreich abgeschlossen: Hinweis
geberverfahren konzernweit verfügbar;
einheitliche Behandlung und Bearbeitung
aller eingehenden Hinweise
Vereinheitlichung der konzern
weiten Corporate Governance zur
risikoadäquaten Steuerung der
Beteiligungen.
Erstellung von Musterdokumenten und
Handlungsanleitungen, Clusterung der Betei
ligungen zur risikoadäquaten Differenzierung
der Corporate Governance, davon abhängig
abgestufte Steuerungsmechanismen
Laufend In Umsetzung: Vereinheitlichung läuft
bereits; der Schwerpunkt 2014/15 lag auf
der Clusterung der Beteiligungen
Third Party Due Diligence Einrichtung und Ausrollung eines Systems
(technisch und organisatorisch) zur
Geschäftspartnerüberprüfung
01.12.2015 In Umsetzung: Konzept liegt vor

Handlungsfeld: Stakeholderdialog

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Kontinuierlicher Dialog mit
allen Stakeholdern
Regelmäßiger Dialog mit den Beiräten der
EVN und im Rahmen von Fokusgruppen sowie
periodische Befragungen der Stakeholder zur
Wesentlichkeitsmatrix
Laufend In Umsetzung: Management-Leitfaden
für den jährlichen Stakeholder-Dialog
erarbeitet; Fokusgruppen mit externen
Stakeholdern geplant
Aktive Kommunikation und
Kooperation mit anderen Unter
nehmen; Organisation von und
Teilnahme an CSR-Veranstaltungen
Austausch im Rahmen von externen
CSR-Veranstaltungen, Mitarbeit im Steering
Committee des UN Global Compact (UNGC)
Laufend In Umsetzung: Teilnahme an UNGC Working
Groups, am Innovation Lab Workshop
beim Österreichischen CSR Tag 2015,
respACT Mitgliedertreffen, Erfahrungs
austausch
EVN Macedonia:
Stakeholder-Befragung
Befragung der internen und externen
Stakeholder zu den wesentlichen Handlungs
feldern des Unternehmens, Erstellung einer
neuen Wesentlichkeitsmatrix
2015/16 Geplant
EVN Croatia: Dialog- und
Transparenzsteigerung
Stakeholder-Befragung zu den wesentlichen
Handlungsfeldern des Unternehmens
2015 In Umsetzung

Handlungsfeld: One EVN

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Etablierung eines gruppenweiten
CSR-Standards
Aufbau der CSR-Organisation (Aufbau
und Ablauforganisation) analog der Struktur
in Österreich; Kommunikation mit den
CSR-Verantwortlichen in Bulgarien,
Mazedonien, Kroatien und Deutschland
Laufend In Umsetzung: Workshops in Südost
europa und Deutschland zur Erstellung
und Weiterentwicklung der wesentlichen
Handlungsfelder abgehalten; Stakeholder
Befragungen in allen Ländern geplant
Integration, Modernisierung Interne Veranstaltungen und bereichs- und
länderübergreifender Know-how-Transfer
Laufend In Umsetzung
Gewährleistung eines länder- und
abteilungsübergreifenden
Austauschs in den kaufmännischen
Bereichen
Info-Day: Abteilungsübergreifende Vorstellung
der einzelnen Teams und deren Tätigkeiten;
anschließender informeller Austausch
Ab März
2015
Erfolgreich abgeschlossen: bereits vier
Info-Days seit Start; weitere Info-Days
geplant
Commercial Group Forum alle zwei Jahre,
alternierend zum Konzerntag
2013/14
(Durchführung
alle 2 Jahre)
Erfolgreich abgeschlossen: im Geschäfts
jahr 2013/14 wurde ein Commercial
Group Forum abgehalten
EVN Macedonia: Internal Branding Einführung der EVN Leitwerte zur Erhöhung
der Motivation der Mitarbeiter und zur Etablie
rung einer gemeinsamen Unternehmenskultur
2015/16 Umsetzung in Planung: Workshops und
interne Kommunikationsmaßnahmen
geplant
EVN Bulgaria: Internal Branding Einführung der EVN Leitwerte zur Erhöhung
der Motivation der Mitarbeiter und zur Etablie
rung einer gemeinsamen Unternehmenskultur
2015 Erfolgreich abgeschlossen: Workshops und
interne Kommunikationsmaßnahmen für
alle Mitarbeiter zum Thema Leitwerte

Handlungsfeld: Menschenrechte

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Verbesserung des Verständnisses
menschenrechtlicher Anforderungen
Teilnahme an Veranstaltungen des UNGC,
Analyse von Leitfäden zum Thema
Menschenrechte, im Anschluss interner
Know-how-Transfer
2015/16 In Umsetzung: Statuserhebung, Analyse
mit CSR-Verantwortlichen, Erarbeitung
einer Menschenrechtsgrundsatzerklärung

Handlungsfeld: Verantwortung in der Lieferkette

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
Verankerung der Integritätsklausel
(inkl. sozialer, ökologischer und
korruptionsbezogener Aspekte) bei
allen Auftragnehmern
Erstellung der Integritätsklausel (inkl. sozialer,
ökologischer und korruptionsbezogener
Aspekte)
2012 Erfolgreich abgeschlossen: 2013 Über
arbeitung mit geringen Anpassungen an
Überprüfungsbogen für Auftragnehmer
Laufende Anpassung der Integritätsklausel
und lückenlose Verankerung als Bestandteil
aller Rahmenvereinbarungen und Bestellungen
Laufend In Umsetzung
Überprüfung der Auftragnehmer auf
Einhaltung der Integritätsklausel
2014 In Umsetzung: erste Audits bereits abge
schlossen; Ziel für 2015 auf Top 20 der
Lieferanten ausgeweitet
Nachschulung bei Nichteinhaltung
wesentlicher Bestandteile der
Integritätsklausel
Laufend In Umsetzung: im Zuge der Überprüfung
der Einhaltung der Integritätsklausel

Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement

Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2015
EVN Bulgaria: Erhöhung des
Interesses an technischen Berufen,
höhere Qualität der Ausbildung,
Mitarbeitersuche
Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und
Universitäten in Bulgarien
Laufend In Umsetzung: Besichtigungen von
Anlagen, Beratung von Diplomanden,
Teilnahme an Karrieretagen, Sponsoring
Maßnahmen; im Geschäftsjahr 2014/15
Firmenbesuche von 125 Studenten von
technischen Universitäten, Hochschulen
und Gymnasien
EVN Bulgaria: Soziale Aktivitäten im
Versorgungsgebiet Bulgarien
Corporate-Volunteering-Programm für
Mitarbeiter: "EVN für Bulgarien"
2015 Erfolgreich abgeschlossen: über
40 Volunteering-Aktionen erfolgreich von
Mitarbeitern durchgeführt
Kabelplus: Unterstützung sozialer
Einrichtungen
Kabelplus lässt ihre rund 17.000 Verstärker-/
Verteilerschränke in Niederösterreich mit neu
en "k+"-Aufklebern bekleben; dieses Projekt
wird durch den Verein Socius umgesetzt, der
dadurch Arbeitssuchende aus dem Segment
50+ über Monate beschäftigen kann
2015/16 In Umsetzung

Beiräte und Gremien

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Dr. Theodor Zeh (Vorsitzender) Dipl.-Päd. Erika Adensamer, Vorsitzende Hilfswerk Baden, Hauptschullehrerin Karl Bader, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Rohrbach an der Gölsen Josef Edlinger, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Landwirt Em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Albert Hackl, Kommission Klima- und Luftqualität der österreichischen Akademie der Wissenschaften Mag. Kurt Hackl, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Vizebürgermeister der Stadtgemeinde Wolkersdorf, selbstständig Hofrat Hermann Helm Ing. Josef Hintermayer, Winzer Norbert Hummel, ARGE Kompost und Biogas, Landwirt Dr. Klaus Kastenhofer Vorstandsdirektor i. R. Baurat h. c. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa Mag. Gunda Kirchner, Stadt Wien – Wiener Wohnen Kundenservice GmbH, Bereichsleitung Support Em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Helmut Kroiss, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien, Präsident der International Water Agency Ing. Hermann Kühtreiber, Bürgermeister der Marktgemeinde Zwentendorf Mag. Walter Marschitz, Bundesgeschäftsführer Hilfswerk Österreich Dipl.-Ing. Georg Mayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich A.o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Pucher, Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der Technischen Universität Wien Gerhard Razborcan, Abgeordneter zum NÖ Landtag Ing. Franz Rennhofer, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Techniker Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Angestellter Christa Vladyka, Abgeordnete zum NÖ Landtag Hofrat Dr. Heinz Zimper, Bezirkshauptmann für den Bezirk Baden

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Felberbauer, Friedrich Bußlehner, Helmut Peter, Ing. Walter Rehwald, Peter Spielauer

EVN Sozialfonds

Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange, Leiterin Kinder- und Jugendanwaltschaft Land NÖ Dr. Helga Preitschopf, Land NÖ – Abteilung Soziales Elisabeth Baum-Breuer, Leiterin Landesjugendheim Pottenstein Dr. Michael Landau, Caritas-Präsident und Vorsitzender des EVN Sozialfonds

Bestätigungsvermerk

zum EVN Ganzheitsbericht 2014/15, Geschäftsjahr 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015

An die Leserinnen und Leser des Nachhaltigkeitsberichtsteils des Ganzheitsberichts der EVN AG.

Umfang und Kriterien der Bescheinigung

Die TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH wurde von der EVN AG beauftragt, den Ganzheitsbericht 2014/15, und zwar jene Abschnitte, die Corporate-Social-Responsibility-(CSR)-Themen enthalten, sowie den GRI Index, für das Geschäftsjahr 2014/15, beginnend mit 1. Oktober 2014 und endend mit 30. September 2015 (im Folgenden als "Bericht" bezeichnet), zu verifizieren.

Der Bericht bezieht sich auf alle CSR-Daten und Informationen aller Aktivitäten der EVN in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserversorgung und -aufbereitung sowie Abfallverbrennung.

Geografisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der EVN in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren Ländern.

Verantwortung des Managements

Das Management der EVN war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröffentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von TÜV SÜD umfasste die Durchführung einer Überprüfung des Berichts entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG.

Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

Methodik

Die Überprüfung wurde auf Basis der Global Reporting Initiative – G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung 2013 (GRI G4) und der G4 Sector Disclosures (Branchenanforderungen) "Electric Utilities" 2013 durchgeführt.

Die Zielsetzung der Überprüfung war:

  • zu bestätigen, dass der Bericht den Anforderungen von GRI G4, Option "umfassend", entspricht
  • die Prüfung der Zuverlässigkeit der Nachhaltigkeitsleistungsdaten und CSR-Informationen der EVN.

Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:

  • Rückblick auf den Stakeholder-Prozess und damit zusammenhängende Informationen
  • Überprüfung der CSR-Wesentlichkeitsmatrix
  • Evaluierung der durch die EVN ermittelten Wesentlichkeitskriterien
  • Feststellung, wie die EVN wesentliche Kriterien identifiziert, darauf reagiert und darüber berichtet
  • Interviews mit einer Auswahl an Mitarbeitern der EVN in Österreich sowie im Ausland
  • Prüfung des EVN-Datenmanagementprozesses und Überprüfung von unterstützenden Nachweisen, die uns von der EVN zugänglich gemacht wurden

Anmerkung 1: Die Verifizierung wurde in der Zentrale der EVN in Maria Enzersdorf, Österreich, durchgeführt. Die Verifizierung wurde entsprechend unserem Vertrag durchgeführt und beinhaltete nicht die Verifizierung der Daten bis zu deren Originalquellen sowie die Verifizierung der Richtigkeit und Vollständigkeit der von den einzelnen Standorten übermittelten Daten. Anmerkung 2: Ökonomische Leistungsdaten wurden direkt vom geprüften Geschäftsbericht übernommen.

  • Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse
  • Überprüfung, ob der GRI-Index den Stakeholdern Zugang zu CSR-Leistungsindikatoren verschafft

Level of Assurance & Wesentlichkeitsschwelle

Der in diesem Bestätigungsvermerk verfassten Stellungnahme wurden ein "Limited Level of Assurance" sowie eine auf fachkundiger Bewertung basierende Wesentlichkeitsschwelle zugrunde gelegt.

Prüfungsurteil

Basierend auf unserer Prüfmethode haben wir keine Hinweise erlangt, die uns zur Entscheidung führen würden, dass der Bericht nicht die Anforderungen nach GRI G4, Option "umfassend", sowie der GRI G4 Sector Disclosures "Electric Utilities" erfüllt. Wir haben nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt.

Darüber hinaus sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EVN keine wesentlichen Aspekte im Bericht ausgeschlossen hat und der Prozess zur Berichterstattung zuverlässige CSR-Daten und CSR-Informationen liefert.

Dipl.-Ing. Christof Böwing Gutachter TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH

Datum: 17. November 2015

GRI G4 Content Index

Der GRI G4 Content Index ist das Grundgerüst des EVN Ganzheitsberichts 2014/15. Er gibt zum einen an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren zu finden sind; zum anderen wird hier dargestellt, welche Aspekte und/oder Indikatoren aufgrund der Einstufung der Wesentlichkeit berichtet oder nicht berichtet werden. Im Falle von partiellen Auslassungen würde direkt an der jeweiligen Textstelle im Bericht darauf verwiesen werden. Im Zuge der Berichtsprüfung durch den TÜV SÜD wurden alle wesentlichen Aspekte und Indikatoren überprüft (siehe Seite 235f). Der Index ist auch im Internet unter www.evn.at/GRI-Content-Index abgebildet.

Verweis auf die Seite
Allgemeine im Bericht bzw. auf Ergänzende
Standardangabe Beschreibung Online-Informationen Angaben

Allgemeine Standardangaben

Strategie und Analyse
G4-1 Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers 36ff
G4-2 Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen 120ff
Organisationsprofil
G4-3 Name der Organisation 27
G4-4 Überblick Produkte 27ff
G4-5 Hauptsitz der Organisation 27ff
G4-6 Überblick wichtigste Standorte 27
G4-7 Eigentümerverhältnisse und Rechtsform 55f
G4-8 Märkte 27f, 32
G4-9 Größe der Organisation 27, vordere Flappe
G4-10 Beschäftigungsprofil 79, 82f
G4-11 Anteil der Mitarbeiter mit Kollektivverträgen 84f
G4-12 Beschreibung der Lieferkette 91f
G4-13 Veränderungen in der Aktionärsstruktur, Veränderungen in der Lieferkette
Wesentliche Veränderungen in der Organisation
Keine wesentlichen Veränderungen
G4-14 Vorsorgeprinzip 36ff, 67
G4-15 Unterstützung externer Initiativen 39
G4-16 Aktive Mitgliedschaften www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSRStrategie/Content.aspx
EU1 Installierte Kapazität 28ff
EU2 Erzeugte Energie nach Quelle 29f, 129
EU3 Kundenanzahl 45
EU4 Länge der Fern- und Verteilleitungen 30
EU5 106
Kontingent der CO2-Emissionszertifikate
Ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen
G4-17 Unternehmen im konsolidierten Jahresabschluss 213ff
G4-18 Festlegung der Berichtsinhalte 2, 42ff
G4-19 Wesentliche Aspekte www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSR-Berichterstattung.aspx
G4-20 Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb der Organisation 36ff
G4-21 Abgrenzung der wesentlichen Aspekte außerhalb der Organisation 36ff
G4-22 Neudarstellung in der Berichterstattung Keine wesentliche Neudarstellung
G4-23 Änderung im Umfang und in den Grenzen der Aspekte Keine wesentliche Änderung
Einbindung von Stakeholdern
G4-24 Liste der Stakeholder 42f
G4-25 Auswahl der Stakeholder 42
G4-26 Einbindung der Stakeholder 42ff, 105
G4-27 Ergebnisse der Einbindung 42ff
Berichtsprofil
G4-28 Berichtszeitraum 2
G4-29 Vorheriger Bericht 2
G4-30 Berichtszyklus 2
G4-31 Kontakt zu Nachhaltigkeitsmanagement Hintere Flappe
G4-32 GRI-Index 237ff
G4-33 Externe Prüfung 2, 235f
Unternehmensführung
G4-34 Führungsstruktur und Kontrollorgane, Komitees für Nachhaltigkeit 96ff
G4-35 Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements – Verantwortungsbereiche und Umsetzungsprozess
ausgehend vom höchsten Kontrollorgan 36ff
G4-36 Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer, gesellschaftlicher Themen an höchstes Kontrollorgan 36
G4-37 Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und dem höchsten Kontrollorgan 105
G4-38 Zusammensetzung des höchsten Kontrollorgans und seiner Komitees 96ff
G4-39 Trennung Aufsichtsrat und Vorstand 96ff
G4-40 Nominierungs- und Auswahlverfahren für das höchste Kontrollorgan 96ff
G4-41 Verfahren, um Interessenkonflikte zu vermeiden 96ff
G4-42 Zuständigkeiten des höchsten Kontrollorgans bei der Festlegung der Ziele, Werte und Strategien
im Zusammenhang mit wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen 105
G4-43 Weiterentwicklung der Kenntnisse des höchsten Kontrollorgans in Bezug auf Nachhaltigkeit 105
G4-44 Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorganis bezüglich nachhaltiger Entwicklung 38f
G4-45 Rolle des höchsten Kontrollorgans hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher
Auswirkungen, Risiken und Chancen 44
G4-46 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Prüfung des Risikomanagements hinsichtlich
wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Risiken 120
G4-47 Häufigkeit der Prüfung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen
Auswirkungen, Risiken und Chancen durch das höchste Kontrollorgan 124f
G4-48 Höchstes Komitee oder höchste Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht der Organisation prüft 38f
G4-49 Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an das höchste Kontrollorgan 105
G4-50 Art und Gesamtzahl der kritischen Anliegen, die dem höchsten Kontrollorgan mitgeteilt wurden 105
G4-51 Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte 97, 101f
G4-52 Festlegung der Vergütung 101f
G4-53 Meinungsäußerungen der Stakeholder bezüglich der Vergütung 105
G4-54 Verhältnis der Jahresgesamtvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau
der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten 85
G4-55 Verhältnis der prozentualen Steigerung der Jahresgesamtvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters
zum mittleren Niveau der prozentualen Steigerung der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten 85
Ethik und Integrität
G4-56 Code of Conduct 34, 60, www.evn.at/Verhaltenskodex.aspx
G4-57 Interne und externe Verfahren zu Compliance und Integrität 60

G4-58 Meldung von Bedenken zur Integrität 62f

Service

Verweis auf die Seite
Spezifische im Bericht bzw. auf Ergänzende
Standardangabe Beschreibung Online-Informationen Angaben

Spezifische Standardangaben

KATEGORIE: WIRTSCHAFTLICH

Wirtschaftliche Leistung 32ff, 111ff, 141ff
G4-EC1 Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert 65
G4-EC2 Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen
für die Aktivitäten der Organisation 120
G4-EC3 Deckung der Verpflichtungen der Organisation aus dem leistungsorientierten Pensionsplan 86, 190f
G4-EC4 Finanzielle Unterstützung vonseiten der Regierung 66
Marktpräsenz 27ff, 32ff, 45
G4-EC5 Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum lokalen Mindestlohn
an Hauptgeschäftsstandorten 84f
G4-EC6 Anteil der lokal angeworbenen Führungskräfte an Hauptgeschäftsstandorten 87f
Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen 65
G4-EC7 Entwicklung und Auswirkung von Infrastrukturinvestitionen und geförderten Dienstleistungen 65
G4-EC8 Art und Umfang erheblicher indirekter wirtschaftlicher Auswirkungen 65
Beschaffung 91ff
G4-EC9 Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten 91
Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit 32ff, 50f
EU10 Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage 35
Demand Side Management 72f
Forschung und Entwicklung 119
Stilllegung von Atomkraftwerken Nicht relevant, da die EVN keine
Atomkraftwerke betreibt
Effizienz der Infrastruktur 34ff, 50f
EU11 Effizienz thermischer Kraftwerke 68
EU12 Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze 50
KATEGORIE: ÖKOLOGISCH
Materialien
G4-EN1
Eingesetzte Materialien nach Gewicht und Volumen 71, 73
73f
G4-EN2 Anteil der Sekundärrohstoffe am Gesamtmaterialeinsatz 73
Energie 71ff
G4-EN3
G4-EN4
Energieverbrauch innerhalb der Organisation
Energieverbrauch außerhalb der Organisation
71
71
G4-EN5 Energieintensität 71
G4-EN6 Verringerung des Energieverbrauchs 71
G4-EN7 Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen Aufgrund des Unternehmensgegenstands
nicht anwendbar
Wasser 74
G4-EN8 Gesamtwasserentnahme nach Quelle 74
G4-EN9 Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen 74
G4-EN10 Prozentsatz und Gesamtvolumen des wieder zugeführten und wiederverwendeten Wassers 74
Biodiversität 74ff
G4-EN11 Standorte angrenzend an Schutzgebiete und Gebiete mit hohem Biodiversitätswert
außerhalb von Schutzgebieten 74ff
G4-EN12 Beschreibung erheblicher Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten, Produktion und Dienstleistungen
auf die Biodiversität 74
EU13 Biodiversität von Ersatzflächen 76
G4-EN13 Geschützte oder renaturierte Lebensräume 75f
G4-EN14 Gefährdete Arten laut IUCN und nationalen Listen mit Lebensraum in Geschäftsgebieten 76f
Emissionen 68
G4-EN15 Direkte THB-Emissionen (Scope 1) 70
G4-EN16 Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2) 70
G4-EN17 Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3) 70
G4-EN18 Intensität der THG-Emissionen 70
G4-EN19 Reduktion der THG-Emissionen 68
G4-EN20 Emissionen Ozon abbauender Stoffe Alle EVN Anlagen sind geschlossene Anlagen
G4-EN21 NOX, SOX und andere signifikante Luftemissionen 71
Abwasser und Abfall
G4-EN22
Gesamtvolumen der Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort 76f
76
G4-EN23 Abfall 76f
G4-EN24 Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen 77
G4-EN25 Gefährlicher exportierter/importierter Abfall 76f
G4-EN26 Bezeichnung, Größe, Schutzstatus und Biodiversität von Gewässern und damit
verbundenen Lebensräumen, die von der Organisation betroffen sind 77
Spezifische
Standardangabe
Beschreibung Verweis auf die Seite
im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende
Angaben
Produkte und Dienstleistungen 77f
G4-EN27
G4-EN28
Reduktion der ökologischen Auswirkungen von Produkten
Prozentsatz der zurückgenommenen verkauften Produkte und Verpackungsmaterialien nach Kategorie
77F Aufgrund des Unternehmensgegenstands
nicht relevant
Compliance
G4-EN29
Bußgelder und nicht monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung von Umweltgesetzen und -vorschriften 60f, 103f Keine relevanten Vorkommnisse
Transport 77f
G4-EN30 Erhebliche ökologische Auswirkungen durch den Transport 78
Insgesamt 78
GN-EN31 Gesamte Aufwendungen und Investitionen für Umweltschutz 78
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN32 Anteil der auf Umweltschutz geprüften Lieferanten 94
G4-EN33 Ökologische Auswirkungen in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN34 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf ökologische Auswirkungen Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
KATEGORIE: GESELLSCHAFTLICH
Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
Beschäftigung 79f
G4-LA1
G4-LA2
Gesamtzahl der Mitarbeiter und Fluktuation
Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden
79, 82
86f
EU15 Anteil der Mitarbeiter, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Pension gehen werden 83f
EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartungen, Instandhaltung 95
EU18
G4-LA3
Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben
Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und Verbleibsrate nach der Elternzeit
95
86
Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis 84f
G4-LA4 Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen 84f
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 88ff
G4-LA5 Anteil der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird 84f
G4-LA6 Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle 89f
G4-LA7
G4-LA8
Arbeiter mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung im Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung
Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen mit Gewerkschaften
89
behandelt werden 89
Aus- und Weiterbildung 87f, 118
G4-LA9 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter 87, 118
G4-LA10 Programme für Kompetenzmanagement 87
G4-LA11 Mitarbeiter mit regelmäßiger Beurteilung 88
Vielfalt und Chancengleichheit 82ff
G4-LA12 Vielfalt und Chancengleichheit 82f
Gleicher Lohn für Männer und Frauen 82
G4-LA13 Lohnunterschiede nach Geschlecht 82
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA14 Anteil der auf Arbeitspraktiken geprüften Lieferanten 92ff
G4-LA15 Auswirkungen auf Arbeitspraktiken in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA16 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf Arbeitspraktiken Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Menschenrechte
Investitionen
G4-HR1 Menschenrechte bei Investitionen 63
G4-HR2 Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern in Bezug auf Menschenrechtspolitik
und -verfahren der Organisation
62
Gleichbehandlung
G4-HR3 Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen 63f
G4-HR4 Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
63f
Kinderarbeit
G4-HR5
Geschäftsstandorte und Lieferanten mit Risiko von Kinderarbeit Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung

Zwangs- oder Pflichtarbeit

Sicherheitspraktiken

G4-HR7 Sicherheitspersonal, das auf Menschenrechte geschult wurde 63

G4-HR6 Geschäftsstandorte und Lieferanten mit Risiko von Zwangs- und Pflichtarbeit Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung

Spezifische
Standardangabe
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im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende
Angaben
G4-HR8 Rechte der indigenen Bevölkerung
Vorfälle mit Verletzung der Rechte indigener Bevölkerung
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
G4-HR9 Prüfung bezüglich Menschenrechten
Geschäftsstandorte, die auf Menschenrechte geprüft wurden
63
G4-HR10
G4-HR11
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechten
Anteil der auf Menschenrechte geprüften Lieferanten
Auswirkungen auf Menschenrechte in der Lieferkette
94 Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
G4-HR12 Beschwerdeverfahren hinsichtlich Menschenrechten
Anzahl der Beschwerden in Bezug auf menschenrechtliche Auswirkungen
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Gesellschaft
Lokale Gemeinschaften
G4-SO1
Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen
und Förderprogrammen
44, 50
EU22
G4-SO2
Umsiedlungen
Geschäftstätigkeiten mit erheblichen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften
Keine Umsiedlungen in der Berichtsperiode
44
Korruptionsbekämpfung
G4-SO3
G4-SO4
G4-SO5
Geprüfte Geschäftsstandorte
Schulungen zur Korruptionsprävention
Korruptionsfälle
62f
62
62f
Politik
G4-SO6
Gesamtwert der politischen Spenden, dargestellt nach Land und Empfänger/Begünstigtem Keine relevanten Fälle
Wettbewerbswidriges Verhalten
G4-SO7
Wettbewerbsrecht 66
Compliance
G4-SO8
Signifikante Bußgelder 66
Disaster- und Notfallplanung 60
G4-SO9
G4-SO10
Bewertung Lieferanten hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
Anteil der auf Gesellschaft geprüften Lieferanten
Auswirkungen auf Gesellschaft in der Lieferkette
93f Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
G4-SO11
Anzahl der Beschwerden in Bezug auf Auswirkungen auf die Gesellschaft
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Produktverantwortung
G4-PR1
G4-PR2
EU 25
Kundengesundheit und -sicherheit
Produkte, die auf Kundengesundheit geprüft wurden
Fälle von Nichteinhaltung von Produktsicherheit und Kundengesundheit
Unfälle an Anlagen in denen unternehmensexterne Personen zu Schaden kamen (z.B. Kunden, Anrainer)
54
54
54
54
G4-PR3
G4-PR4
Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
Produktinformation
Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in Bezug auf die
53, 94, 107
53, 94, 107
G4-PR5 Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
Befragung zur Kundenzufriedenheit
94f
48ff
Marketing
G4-PR6
G4-PR7
Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte
Gesamtzahl der Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln
52f
53
in Bezug auf Werbung 54
G4-PR8 Schutz der Privatspähre von Kunden
Gesamtzahl begründeter Beschwerden in Bezug auf die Verletzung der Privatsphäre von Kunden und
52f
Compliance den Verlust von Kundendaten 54
60f
G4-PR9 Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen in Bezug auf die Bereitstellung und Nutzung
von Produkten und Dienstleistungen
54
Zugang zu Grundversorgung
EU26
EU27
EU28
EU29
EU30
Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung
Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen
Häufigkeit von Stromausfällen aus regulatorischen Gründen
Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls
Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke
34ff, 50ff
50
52
50
50
51
Barrierefreie Kundeninformation 45ff

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG

Erzeugung 100 % EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Betrieb eines Kohlekraftwerks in Duisburg, Deutschland
49 %
100 % evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
EVN Kavarna EOOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100 %
100 %
Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien
100 %
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
13 %
Verbund-Innkraftwerke Deutschland GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
100 % EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
100 %
EVN Projektmanagement GmbH
49,99 % Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH Holding i.Z.m. dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien
100 %
Energji Ashta Sh.p.k
Energiehandel und -vertrieb 100 %
100 %
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Erdgasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Erdgas, Cogeneration- und Biogas-Wärme
Fernwärme St.Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
49 %
45 % ENERGIEALLIANZ Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz-Partner
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100 %
100 %
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Strom- und Erdgasvertrieb in Österreich
45 % e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz-Partner für Energiehandel und -aufbringung
16,5 % EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz-Gaspartner mit OMV, EGBV
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen
Netzinfrastruktur Inland 100 % Netz Niederösterreich GmbH Betrieb von Strom- und Erdgasnetzen
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen
kabelplus GmbH Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste
100 %
100 %
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
Energieversorgung
Südosteuropa 100 % EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD Stromversorgung in Bulgarien
100 % EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel in Bulgarien
100 %
EVN Energy Trading d.o.o. Belgrad, Serbien Stromhandel
EVN Energy Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien Stromhandel
100 %
100 % EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmeerzeugung/-versorgung in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft in Bulgarien
90 % EVN Macedonia AD Betrieb von Stromnetzen und Stromversorgung in Mazedonien
100 %
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien
100 %
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje, Mazedonien
100 % EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Erdgasverteilnetzen in Kroatien
Umwelt 100 % evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100 % EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
WTE Wassertechnik GmbH, Essen, Deutschland Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung
100 %
sowie Umweltprojekte in 13 Ländern2)
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100 %
100 %
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau
100 %
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 12,6 % Verbund AG3) Stromproduktion, -handel und -transport
100 % EVN WEEV Beteiligungs GmbH
50 %
WEEV Beteiligungs GmbH
73,6 % Burgenland Holding Aktiengesellschaft
Energie Burgenland AG Strom- und Erdgasversorgung
49 %
50,03 % RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Erdgasförderung sowie Erdgasspeicherung
100 %
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.1) Technische Dienstleistungen
100 %
EVN Business Service GmbH
100 % EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung
100 %

Stand: 30. September 2015. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment "Umwelt" sind nur die wesentlichen Beteiligungen der Ebenen 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte R 138-Fonds wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsausmaße in %.

1) Utilitas ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.

3) Die Verbund AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen Unternehmen. Die direkte Beteiligung der EVN an der Verbund AG beträgt 11,5 %,

und der indirekt über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH und WEEV Beteiligungs GmbH gehaltene Anteil beträgt 1,1 %.

Impressum

Herausgeber: EVN AG, EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 25. November 2015 Veröffentlichung: 10. Dezember 2015

Fotos: Daniel Gebhart de Koekkoek Konzept und Beratung: be.public Corporate & Financial Communications GmbH Redaktion: Georg Male (be.public), EVN Investor Relations Grafik Design: Alexander Rendi Satz & Reinzeichnung: gugler* brand, 3390 Melk, www.gugler.at/brand Druck: gugler* print, 3390 Melk, www.gugler.at/print

Gedruckt nach der Richtlinie "Druckerzeugnisse" des Österreichischen Umweltzeichens. gugler*print, Melk, UWZ-Nr. 609, www.gugler.at

Höchster Standard für Ökoeffektivität. Cradle to CradleTM zertifizierte Druckprodukte innovated by gugler*.

Kontakt

Ansprechpartner Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger, Telefon +43 2236 200-12698 Mag. Alexander Sipek, MBA, Telefon +43 2236 200-12360 Mag. Matthias Neumüller, Telefon +43 2236 200-12128 E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Fragen zu Corporate Social Responsibility (CSR)

Mitglieder des CSR-Beratungsteams

CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] CSR-Organisation, Personalwesen: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected] Innovationsbeauftragte: Dipl.-Ing. Dr. Andrea Edelmann, Telefon +43 2236 200-12190, [email protected] Generalsekretariat und Corporate Affairs: MMag. Maximilian Hoyer, Telefon + 43 2236 200-12142, [email protected] Information und Kommunikation: DI Felicitas Gruber, Telefon +43 2236 200-13402, [email protected] Investor Relations: Katrin Schretzmayer, MSc, Telefon +43 2236 200-13140, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, MSc, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected]

Service-Telefon für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Online-Report

EVN Online-Ganzheitsbericht 2014/15 www.investor.evn.at/gb/gb2015

Finanzkalender 2015/161)
Nachweisstichtag Hauptversammlung 11.01.2016 Ergebnis 1. Quartal 2015/16 26.02.2016
87. ordentliche Hauptversammlung 21.01.2016 Ergebnis 1. Halbjahr 2015/16 25.05.2016
Ex-Dividendentag 27.01.2016 Ergebnis 1.– 3. Quartal 2015/16 25.08.2016
Record-Date2) 28.01.2016 Jahresergebnis 2015/16 15.12.2016
Dividendenzahltag 29.01.2016

1) Vorläufig

2) Die Definition des "Record-Date" folgt der EU-Definition; der Rechtsanspruch auf die Dividende entsteht am Ex-Dividendentag.

Basisinformationen1)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Nachhaltigkeitsindizes VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel, ECPI
Ratings A3, stabil (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's)

1) Per 30. September 2015

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