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EVN AG Annual Report 2014

Dec 11, 2014

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Annual Report

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Vernetzt denken

Erneuerbare Energie und Versorgungssicherheit

EVN Ganzheitsbericht 2013/14

Wer an erneuerbare Energie denkt

Erneuerbare Energie wird die Energiezukunft prägen. Um sie aber wirklich sinnvoll nutzbar zu machen, brauchen wir intelligente Netze, die den zusätzlichen technischen Herausforderungen der Regenerativenergie verlässlich gewachsen sind. Die EVN investiert daher seit Jahren massiv nicht nur in Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie, sondern auch in den Ausbau ihrer Smart Grids.

Kennzahlen

Veränderung
2013/14 2012/131) absolut in %
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 4.395 3.701 694 18,7
davon erneuerbare Energie GWh 1.868 1.954 –86 –4,4
Stromverkauf an Endkunden GWh 19.317 20.209 –891 –4,4
Gasverkauf an Endkunden GWh 5.383 6.333 –950 –15,0
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.991 2.062 –71 –3,4
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 1.974,8 2.105,9 –131,0 –6,2
EBITDA Mio. EUR 184,1 540,0 –356,0 –65,9
EBITDA-Marge 2) % 9,3 25,6 –16,3
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR –341,4 242,2 –583,6
EBIT-Marge 2) % –17,3 11,5 –28,8
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR –373,3 170,7 –544,0
Konzernergebnis Mio. EUR –299,0 109,3 –408,3
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.841,8 7.283,7 –441,9 –6,1
Eigenkapital Mio. EUR 2.632,7 3.079,2 –446,5 –14,5
Eigenkapitalquote 2) % 38,5 42,3 –3,8
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.622,4 1.809,6 –187,2 –10,3
Gearing2) % 61,6 58,8 2,9
Return on Equity (ROE)2) % –9,5 5,0 –14,5
Konzern-Cash-Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 546,0 570,0 –24,0 –4,2
Investitionen3) Mio. EUR 396,3 372,9 23,5 6,3
Net Debt Coverage (FFO)2) % 41,3 38,3 3,0
Interest Cover (FFO) x 8,1 8,8 –0,7
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 144,5 307,3 –162,8 –53,0
Capital Employed4) Mio. EUR 4.900,5 5.046,6 –146,1 –2,9
Return on Capital Employed (ROCE) 2) % –3,8 3,9 –7,7
Operativer ROCE 2) % 2,9 6,1 –3,1
Weighted Average Cost of Capital (WACC) 2) % 6,5 6,5 0,0
Economic Value Added (EVA®) 5) Mio. EUR –174,1 –20,7 –153,3
Aktie
Ergebnis EUR –1,68 0,61 –2,3
Dividende EUR 0,426) 0,42 0,0
Ausschüttungsquote 2) % 68,6
Dividendenrendite 2) % 4,1 3,7 0,4
Performance der Aktie
Kurs per ultimo EUR 10,13 11,29 –1,2 –10,3
Höchstkurs EUR 12,50 12,66 –0,2 –1,3
Tiefstkurs EUR 9,76 9,42 0,3 3,6
Börsekapitalisierung per ultimo Mio. EUR 1.821,0 2.031,0 –210,0 –10,3
Credit Rating
Moody's A3, negativ A3, stable
Standard & Poor's BBB+, stable BBB+, stable

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

5) Definition laut Stern Stewart & Co.

6) Vorschlag an die Hauptversammlung

2013/14 2012/13
Mitarbeiter
Mitarbeiter gesamt Ø 7.314 7.455
davon Österreich Ø 2.407 2.407
davon Ausland Ø 4.907 5.038
Mitarbeiterfluktuation % 2,8 3,2
Frauenanteil % 21,4 21,9
Ausbildungsstunden pro Mitarbeiter Std. 34,9 31,3
Anzahl der Arbeitsunfälle 98 121
Umwelt
--------
Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) t 2.215.563 1.677.385
NOX-Emissionen t 823 1.065
Gefährliche Abfälle1) t 10.703 9.266
Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser) 2.295.021 2.040.939

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

sollte auch bei der Verteilung intelligent agieren

Wer als Energieversorger langfristigen Erfolg anstrebt

setzt auf seine Kunden

Nachhaltiger Erfolg in der Energiewirtschaft heißt auch solide und dauerhafte Kundenbeziehungen. Gegenseitiges Vertrauen und gute Betreuung gehören dazu. Nicht von ungefähr verfügt die EVN über eine stabile, breite und diversifizierte Kundenbasis.

Inhalt

Intro 4 Zum Bericht
5 Editorial
6 "Versorgungssicherheit ergibt sich nicht von selbst"
(Interview mit den Mitgliedern des Vorstands)
12 Bericht des Aufsichtsrats
15 Operative Highlights 2013/14
16 "Energiewende = Eneuerbare Energie + Starke Netze"
(Experten im Gespräch)
23 Faktencheck
Unternehmen & Strategie 29 Unternehmen und Ressourcen
35 Strategie und Leitwerte
Stakeholder 44
45 Governance, Verpflichtungen und Engagement
50 Stakeholdermanagement
54 Kundinnen und Kunden
62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
73 Aktionäre und Anleger
77 Gesellschaft
83 Umwelt
92 Lieferanten
Corporate Governance-Bericht 97
Konzernlagebericht 107 Energiepolitisches Umfeld
110 Wirtschaftliches Umfeld
110 Energiewirtschaftliches Umfeld
113 Geschäftsentwicklung
120 Nichtfinanzielle Kennzahlen
121 Risikomanagement
127 Aktienstruktur und Angaben zum Kapital
128 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2014/15
Segmentberichterstattung 129 Überblick
131 Erzeugung
133 Energiehandel und -vertrieb
134 Netzinfrastruktur Inland
136 Energieversorgung Südosteuropa
138 Umwelt
140 Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzernabschluss 2013/14 142
Service 228 Glossar
232 Wesentliche Beteiligungen der EVN AG
233 CSR-Programm
243 Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
244 CSR-Bestätigungsvermerk
246 GRI G4 Content Index
Umschlag Impressum
Umschlag Kontakt

Zum Bericht

Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 erstellt die EVN jährlich unter dem Titel Ganzheitsbericht einen integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht. Die gleichrangige Behandlung von Nachhaltigkeitsinhalten einschließlich des CSR-Programms mit dem Geschäftsbericht und dem Corporate Governance-Bericht spiegelt das Selbstverständnis der EVN als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen wider. Ein zentrales Element im integrierten Geschäftsmodell der EVN ist die ausgewogene Berücksichtigung der Ansprüche ihrer unterschiedlichen Stakeholdergruppen. Deren vielfältige und unterschiedlich gelagerte Informationsbedürfnisse werden im Ganzheitsbericht gleichrangig adressiert. Im diesjährigen Bericht soll die unmittelbare Zugänglichkeit der relevanten Informationen zudem durch eine verstärkt an Stakeholdergruppen orientierte Gliederung noch weiter verbessert werden. Der Bericht entspricht den hohen Anforderungen des "Advanced Level" des UN Global Compact und dient auch der Darstellung der diesbezüglichen Fortschritte.

Verweise

Zum Teil finden sich weiterführende Inhalte auf der Homepage der EVN und werden durch Verweise im Bericht gekennzeichnet. Zudem enthält der Ganzheitsbericht Verweise auf GRI-Standards sowie auf Informationen an anderen Stellen des Berichts. Mit einer Differenzierung der unterschiedlichen Verweisarten wollen wir eine bessere Orientierung innerhalb und außerhalb des Berichts ermöglichen. Hier ein Überblick der verwendeten Verweisarten:

  • Verweis auf GRI-Standard
  • Verweis innerhalb des Ganzheitsberichts
  • Verweis ins World Wide Web

Druck

Der Ganzheitsbericht ist nach dem Prinzip "Cradle-to-Cradle" gedruckt. Das bedeutet, dass beim Druck nur Materialien verwendet werden, die schadstofffrei und kreislauffähig sind. Dadurch wird auch bei der Produktion des Ganzheitsbericht, der für uns hohe Stellenwert der Nachhaltigkeit unterstrichen.

Umfang des Berichts

Das Geschäftsjahr der EVN beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September. In den Geschäfts- sowie Nachhaltigkeitsberichtsteilen sind die Gesellschaften des Konsolidierungskreises der EVN, über den per 30. September 2014 gemäß Konsolidierungsvorschriften zu berichten ist, erfasst. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden erstmals die Vorschriften von IFRS 10, 11 und 12 angewendet, wodurch sich Anpassungen im Konsolidierungskreis ergaben. Der Konsolidierungskreis ist im Anhang dargestellt. Die Anpassungen wurden zu Vergleichszwecken auch für die Vergleichsperioden der Vergangenheit durchgeführt, sofern nicht anders ausgewiesen.

Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) Version 4 "umfassend" und geht auch auf die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) ein. Die EVN strebt eine fundierte Ausrichtung auf jene Themen an, die für ihre Stakeholder von zentraler Bedeutung sind. Die Berichtsinhalte orientieren sich an den gesetzlichen Vorschriften, den Informationsbedürfnissen der Stakeholder sowie den wesentlichsten Handlungsfeldern der EVN-Wesentlichkeitsmatrix (Seite 37). Bei der Entwicklung dieser Matrix wurden von internen und externen Stakeholdern der EVN jene Bereiche identifiziert, die die größten Auswirkungen und Chancen, aber auch Risiken für das Unternehmen und seine Stakeholder in sich bergen. Die CSR-Wesentlichkeitsmatrix wird regelmäßig einer Evaluierung unterzogen, um auf neue Trends und für die Anspruchsgruppen aktuelle Themen einzugehen. Die Befragung im Geschäftsjahr 2013/14 führte zu einer Aktualisierung gegenüber der im Ganzheitsbericht 2012/13 veröffentlichten Wesentlichkeitsmatrix. Eine detaillierte Auflistung der Handlungsfelder und der dazugehörigen GRI-Aspekte, auf deren Basis die Berichtsinhalte festgelegt wurden, finden Sie im Internet unter www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSR-Berichterstattung.aspx. Im Vergleich zum Vorjahresbericht wurden weder die Darstellung von Informationen noch Berichtsumfang wesentlich geändert. In Übereinstimmung mit den GRI-Berichtsstandards wird auf Angaben von geringerer Relevanz verzichtet, um durch den Fokus auf die Wesentlichkeit von Themen eine möglichst hohe Aussagekraft und Transparenz des Berichts zu gewährleisten. Die für die EVN nicht relevanten Indikatoren sind im GRI Content Index ganz hinten in diesem Bericht gekennzeichnet.

Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgt durch die Bereiche Umweltschutz und -controlling sowie Rechnungswesen. Als Grundlage dient das GRI-Indikatorprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde vom TÜV SÜD überprüft und offiziell bestätigt (siehe Seite 244).

Die EVN ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern bemüht, so auch in diesem Ganzheitsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

Redaktionsschluss war der 26. November 2014.

  • Für weiterführende Informationen zur Festlegung der Berichtsinhalte siehe Seite 50ff
  • Informationen zur Global Reporting Initiative unter: www.globalreporting.org
  • Ab Seite 246 finden Sie den GRI Content Index.

Editorial

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren!

Das Geschäftsjahr 2013/14 war für die EVN sehr herausfordernd. Die Verwerfungen auf den Großhandelsmärkten setzten sich fort, sodass die Stromproduktion in thermischen Kraftwerken weiterhin unter Druck stand (siehe Seite 131f). Ein rentabler Einsatz von Gaskraftwerken ist in Europa derzeit kaum möglich. Deshalb nehmen immer mehr Unternehmen ihre konventionellen Kraftwerke vom Netz. Dies hatte auch Auswirkungen auf die EVN: Im 4. Quartal 2013/14 machte die verschlechterte Prognose für die langfristige Strompreisentwicklung eine Wertminderung des Kohlekraftwerks Dürnrohr erforderlich. Diese Erwartungen führten auch zu einer Wertminderung des Beteiligungsansatzes der Verbund Innkraftwerke GmbH (siehe Seite 132).

Für zusätzlichen Druck sorgte die Temperaturentwicklung: Die für Energieversorgungsunternehmen relevanten Heizgradtage waren sowohl in Österreich als auch in Bulgarien und Mazedonien nach dem bereits milden Winter 2012/13 im Berichtsjahr weiter rückläufig. Dies wirkte sich negativ auf die Absatzmengen aus und verursachte damit auch einen Rückgang der Umsatzerlöse (siehe Seite 114).

In Bulgarien und Mazedonien waren im Berichtszeitraum Wertminderungen von Firmenwerten und Kundenstöcken notwendig. In beiden Märkten war es uns in der Vergangenheit gelungen, Tarifsenkungen durch Verbesserungen im operativen Bereich so weit wie möglich auszugleichen: Die Unternehmensprozesse wurden kontinuierlich optimiert und noch wirtschaftlicher gestaltet, wichtige Kennzahlen wie Netzverluste und Inkassoquote konnten über die Jahre stetig verbessert werden. Mit den Tarifentscheidungen vom 30. Juni 2014 haben die jeweiligen Regulierungsbehörden die Rahmenbedingungen derart verändert, dass die historischen Erwartungen nach aktuellen Einschätzungen nicht mehr erfüllt werden können. (siehe Seite 136ff).

Im internationalen Umweltgeschäft entstanden im 4. Quartal 2013/14 begründete Zweifel an der Realisierbarkeit der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau. Dies führte zu einer Forderungswertberichtigung. Für die Schlammtrocknung und Anlagenteile des Blockheizkraftwerks in Ljuberzy, Moskau, musste ebenfalls eine Wertminderung vorgenommen werden. Hingegen konnte im Oktober 2014 mit dem Verkauf an die Stadt Moskau eine Lösung für die Natriumhypochloritanlage gefunden werden (Seite 138ff).

Die Energiewirtschaft befindet sich im Wandel und birgt große Herausforderungen, aber auch Chancen und Möglichkeiten für alle Marktteilnehmer. So zählt die EVN mittlerweile zu den größten Windparkbetreibern Österreichs und kann mit ihrem umfangreichen Portfolio an Wind-, Wasser- und Photovoltaikkraftwerken auf einen Anteil erneuerbarer Energie an ihrer Gesamtproduktion von 42,5 % verweisen. Im Bereich Wärme ist die EVN mit über 60 Anlagen der größte Naturwärmeversorger Österreichs.

Der rasante Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energie stellt aber auch eine große Herausforderung für die Versorgungssicherheit und damit für die Netzinfrastruktur dar. Deshalb investieren wir laufend in unsere Übertragungs- und Verteilnetze, gerade in unserem Heimmarkt Niederösterreich; denn das im Wandel befindliche Energiesystem fordert verantwortungsvolles und insbesondere koordiniertes Vorgehen und Augenmaß. Wie Experten diesen Wandel bewerten und wie sich die EVN darauf und noch weitere große Themen der Zukunft vorbereitet, erfahren Sie ebenfalls in diesem Ganzheitsbericht (siehe Seite 16ff). Weil uns die Frage der sinnvollen Balance zwischen der fortschreitenden Nutzung erneuerbarer Energie und kompromissloser Versorgungssicherheit so stark beschäftigt, haben wir sie auch zum zentralen Thema dieses Ganzheitsberichts gemacht.

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Detaillierte Informationen zu den Mitgliedern des Vorstands und ihrer Ressortverantwortung finden sich im Corporate Governance-Bericht ab Seite 97.

"Versorgungssicherheit ergibt sich nicht von selbst"

Die beiden Mitglieder des Vorstands der EVN AG, Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr und Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, im Gespräch über die aktuelle Situation auf den Energiemärkten und die Entwicklung der EVN im Geschäftsjahr 2013/14.

Peter Layr

Herr Layr, die Energiewirtschaft steht derzeit vor großen Herausforderungen. Wo liegen die aus Ihrer Sicht zentralen Themen?

Layr: Ein Kernproblem sind im Moment wohl die niedrigen Großhandelspreise vor allem an den mitteleuropäischen Strombörsen, die zu massiven Wertverlusten bei herkömmlichen Stromerzeugungsanlagen führen – weil diese kaum mehr zu wirtschaftlichen Bedingungen betrieben werden können. Als Reaktion darauf haben in- und ausländische Energieversorgungsunternehmen damit begonnen, neben älteren Öl- und Kohlekraftwerken auch modernste Anlagen stillzulegen. Zudem werden Entscheidungen über den Bau von neuen Anlagen aufgeschoben. Umgekehrt stellt sich die Frage, wie wir die natürlichen Schwankungen in der Produktion von erneuerbarer Energie ausgleichen können, um auch künftig eine stabile und verlässliche Energieversorgung zu garantieren. Der Ausbau der erneuerbaren Energie ist sehr zu befürworten – er muss aber in ein energiewirtschaftliches Gesamtkonzept eingebettet werden.

Herr Szyszkowitz, wie soll so ein Gesamtkonzept, das die speziellen Erfordernisse der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen berücksichtigt, Ihrer Meinung nach aussehen?

Szyszkowitz: Es liegt in der Natur der Sache, dass die Energiegewinnung aus Sonne und Wind nur bedingt planbar ist. Dadurch kommt

Stefan Szyszkowitz

es zu relativ hoher Volatilität, die mithilfe von planbaren Erzeugungsformen abgefedert werden muss. Die erwähnten Stilllegungen von Kraftwerken reduzieren aber gerade diese Reservekapazitäten und stehen damit im Widerspruch zu einer stabilen und verlässlichen Energieversorgung unter Einbeziehung erneuerbarer Energie. Zudem stellen die Schwankungen in der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen hohe Anforderungen an die Netze und deren Stabilität. Daher müssen wir das Netz fit halten, um weiterhin in gewohnt verlässlicher Weise Energie bereitstellen zu können. Dabei müssen wir auch bedenken, wie Förderungen im Markt wirken und diesen beeinflussen. So zeigt etwa das Beispiel Deutschland, dass die Bevorzugung der erneuerbaren Energie andere Erzeugungsformen aus dem Markt drängt, obwohl gerade diese die Versorgungsicherheit gewährleisten. "Wir müssen das Netz fit halten, um in gewohnt verlässlicher Weise Energie bereitstellen zu können." Stefan Szyszkowitz

Das bedeutet wohl auch, die unterschiedlichen Interessen zu vereinen, die auf dem Energiemarkt herrschen?

Layr: Man hat manchmal den Eindruck, dass die Versorgungssicherheit generell entweder pauschal vorausgesetzt oder nicht ausreichend thematisiert wird. Beides ist schlecht, denn Versorgungssicherheit ergibt sich nicht von selbst. Wir haben in Österreich nur deshalb einen so hohen Standard bei der Versorgungssicherheit, weil die Energieversorger in der Vergangenheit konsequent und umfassend in die Produktionskapazitäten und in das Netz investiert haben – natürlich im Vertrauen darauf, diese Investitionen im Lauf der Zeit auch abgegolten zu bekommen. Die EVN hat Versorgungssicherheit überhaupt zu ihrem obersten Ziel gemacht. Dass unsere "Der Lösungsansatz muss den Dreisprung aus Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und erneuerbarer Erzeugung schaffen." Stefan Szyszkowitz

Stakeholder das genauso sehen, können Sie unserer Wesentlichkeitsmatrix entnehmen, die heuer wieder in einem umfangreichen Prozess aktualisiert wurde.

Szyszkowitz: Natürlich haben Konsumenten und Politik das Interesse, Energie so billig wie möglich angeboten zu bekommen. Als integrierter Energieversorger arbeiten wir ja auch ständig daran, auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette so effizient wie möglich zu sein und unseren Kunden dadurch attraktive Preise bieten zu können. Man muss aber auch klar sagen, dass Energie einen Wert und damit auch ihren Preis hat. Durch Anerkennung dieses Werts ist sichergestellt, dass künftig ausreichend Energie erzeugt wird, um unsere Lebensqualität hoch und unseren Industriestandort wettbewerbsfähig zu halten.

Die sichere Energieversorgung als gemeinsames Ziel ist wohl unumstritten. Wie lassen sich in diesem Sinn die unterschiedlichen Interessen von Konsumenten, Politik und Energieversorgern Ihrer Meinung nach vereinen?

Layr: Als wichtiger Schritt wird es notwendig sein, einheitliche energiepolitische Rahmenbedingungen in ganz Europa zu etablieren. Derzeit sehen wir leider das Phänomen von lokalen Lösungen, die kaum aufeinander abgestimmt sind. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass der Bereitstellung von Energie zum Ausgleich der volatilen Erzeugung aus erneuerbaren Quellen wie erwähnt ein Wert beigemessen werden müsste. Dass dieses Konzept funktionieren kann, haben wir gemeinsam mit der deutschen Bundesnetzagentur gezeigt: Wir haben in den vergangenen drei Winterhalbjahren Kraftwerkskapazität für Energielieferungen nach Deutschland bereitgestellt und werden auch in den nächsten beiden Winterhalbjahren 785 Megawatt an Erzeugungskapazität zur Verfügung halten. Wird sie abgerufen, können wir innerhalb kürzester Zeit Strom liefern. Für diese Bereitstellung werden wir bezahlt und können so unsere Kraftwerke in betriebsbereitem Zustand halten.

Szyszkowitz: Aus meiner Sicht muss der Lösungsansatz den Dreisprung aus Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und erneuerbarer Erzeugung schaffen. Dabei muss sichergestellt werden, dass der Verbraucher keinen Komfortverlust erleidet. Wir bemühen uns, in der EVN genau nach diesen Prämissen zu arbeiten – der Kunde mit seinen Bedürfnissen steht daher immer im Zentrum.

Die EVN setzt ja seit jeher auf ein integriertes Geschäftsmodell, das die gesamte Wertschöpfungskette im Energiegeschäft abdeckt. Wie gestaltet sich dieses im aktuellen Umfeld aus?

Layr: Das vergleichsweise stabile Netzgeschäft bildet den Kern unserer Aufgaben. In der Erzeugung setzen wir auf einen flexiblen Energiemix, der sowohl thermische als auch erneuerbare Komponenten enthält. Damit stellen wir die Verfügbarkeit von Arbeit und Leistung sicher. Im Energievertrieb können wir auf eine starke Marke bauen. Eine Abrundung und weitere Diversifikation unserer Geschäftstätigkeit bringt das Umweltgeschäft. Weiters dient unser Portfolio an strategischen Beteiligungen dazu, die vertikale Integration des Konzerns zu stärken. In Zeiten des energiewirtschaftlichen Wandels treten wir mit besonderer Achtsamkeit und mit Augenmaß auf. Unser Ziel ist es, das bestehende Geschäft in unseren Kernmärkten zu konsolidieren und Effizienzsteigerungspotenziale zu heben. In der erneuerbaren Energie, in der Wasserversorgung und im Wärmegeschäft sehen wir zudem auch in Niederösterreich noch erhebliche Potenziale für die Zukunft.

Kommen wir von den aktuellen Herausforderungen zu den sichtbaren Erfolgen. Was ist im Geschäftsjahr 2013/14 besonders hervorzuheben?

Layr: Die EVN hat sich trotz der großen Herausforderungen in der Energiewirtschaft gut behauptet. Was mich aus operativer Sicht dabei besonders freut: Wir haben es einmal mehr geschafft, ein überdurchschnittlich hohes Maß an Versorgungssicherheit für unsere Kunden zu gewährleisten. Eine stabile Energieversorgung ist nicht zuletzt eine elementare Voraussetzung für die positive Entwicklung des Industrie- und Gewerbestandorts Niederösterreich.

"Es wird notwendig sein, einheitliche energiepolitische Rahmenbedingungen in ganz Europa zu etablieren!" Peter Layr

Aber auch für unsere Haushaltskunden bedeutet es ein hohes Maß an Lebensqualität, jede Form von Energie oder auch Trinkwasser stets in ausreichenden Mengen und in der erforderlichen Qualität zur Verfügung zu haben.

Und wie sieht es mit der betriebswirtschaftlichen Performance aus?

Szyszkowitz: Von den Zahlen her gesehen, kann man mit dem Gesamtergebnis 2013/14 natürlich nicht zufrieden sein. Man muss aber in der Betrachtung einen Schritt tiefer gehen. Der warme Winter 2013/14 hat in unserem Geschäft naturgemäß seine Spuren hinterlassen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Tarifentscheide des vergangenen Jahres in Bulgarien und Mazedonien sowie ein Rückgang der abgewickelten Aufträge im internationalen Projektgeschäft. Damit konnten wir operativ nicht an die Vorjahresergebnisse anknüpfen. Hauptursachen für den deutlichen Ergebnisrückgang sind jedoch vor allem die notwendig gewordenen Wertminderungen in Südosteuropa, im Umweltgeschäft und in der Stromerzeugung. Da diese Wertminderungen größtenteils nicht zahlungswirksam sind, haben sie jedoch keinen Einfluss auf die finanzielle Stabilität der EVN und auch nicht auf die erwarteten Dividendenzahlungen.

Man muss sich also keine Sorgen um die EVN machen?

Szyszkowitz: Nein, das muss man nicht! Der starke Cash Flow aus unserer operativen Tätigkeit ermöglicht es uns weiterhin, in unsere Projekte im Bereich der erneuerbaren Energie und in die Versorgungssicherheit zu investieren.

Haben diese jüngsten Erfahrungen Auswirkungen auf die Auslandsstrategie der EVN?

Layr: Ja, natürlich haben sie Auswirkungen – unser Konsolidierungskurs wurde verstärkt. Bei den ersten Schritten im Ausland war die EVN zwar vorsichtig, aber die Welt ist nicht mehr dieselbe wie vor einigen Jahren, als die Investitionsentscheidungen getroffen worden sind. Leider ist man nie vor Unwägbarkeiten gefeit. Dazu gehören auch die Konsequenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem

"Unser starker Cash Flow ermöglicht es uns weiterhin, in erneuerbare Energie und Versorgungssicherheit zu investieren." Stefan Szyszkowitz

"In Zeiten des energiewirtschaftlichen Wandels treten wir mit besonderer Achtsamkeit und mit Augenmaß auf." Peter Layr

Jahr 2008 für gesamt Südosteuropa. Unser Ziel ist es, eine positive operative Ergebnisentwicklung mittel- und langfristig abzusichern. Erwähnenswert ist hier übrigens auch, dass wir durch unsere Auslandsaktivitäten mehr als 100 neue Arbeitsplätze in Niederösterreich geschaffen haben und zudem bestehende Jobs sichern. Außerdem profitieren Dutzende heimische Firmen von Aufträgen im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit im Ausland.

Das sind erfreuliche Fakten. Welche konkreten Projekte des abgelaufenen Wirtschaftsjahres sind besonders hervorzuheben?

Layr: Ein besonders wichtiges Projekt für die Versorgungssicherheit bei Erdgas war die Fertigstellung der Gastransportleitung "Westschiene". Mit ihrer Inbetriebnahme haben wir nun eine direkte Anbindung unseres Netzes an die Gasspeicher der RAG in Oberösterreich erreicht. Das Besondere dabei ist, dass die Flussrichtung des Erdgases bei Bedarf umgedreht werden kann. Damit können die Speicher zur Versorgung der Ballungsräume in Niederösterreich sowie in und um Wien genutzt werden. Im Strombereich wiederum haben wir das Netz weiter ausgebaut, um die gestiegenen Einspeisemengen aus Windkraftanlagen transportieren zu können. Dazu wurde insbesondere das 110-kV-Netz erweitert, die Mittelund Niederspannungsnetze sind für die Einspeisung aus dezentralen Photovoltaik-Anlagen aber ebenfalls aufgerüstet worden. Unsere eigenen Aktivitäten in der erneuerbaren Energie stärken wir mit dem Bau des Windparks Prottes-Ollersdorf. Dort werden zwölf Windräder der 3-Megawatt-Generation stehen. Auch die dezentrale Wärmeversorgung aus Biomasse wurde weiter forciert. Wir haben bestehende Fernwärmenetze erweitert und auch neue Anlagen gebaut, zum Beispiel in Fischamend. Mit unseren über 60 Anlagen sind wir der größte Naturwärmeproduzent in Österreich.

"Wir können auf einer soliden Basis für die Zukunft aufbauen." Stefan Szyszkowitz

Szyszkowitz: In der Wasserversorgung haben uns weitere Gemeinden ihre Wasserleitungsnetze anvertraut bzw. wurden diese an das überregionale Versorgungsnetz der EVN angeschlossen. Und schließlich schaffen wir mit dem Bau von Naturfilteranlagen die Basis zur Anhebung der Wasserqualität auf natürliche Art. Was viele nicht wissen: Wir versorgen mittlerweile direkt und indirekt mehr als 500.000 Einwohner in Niederösterreich mit Trinkwasser. Im internationalen Umweltgeschäft arbeiten wir derzeit an neun Projekten. Die Kläranlagen in Warschau und Kotor-Tivat in Montenegro sind nur zwei Beispiele dafür. In Zyperns Hauptstadt Nikosia wurde im April die Kläranlage Mia Milia/Haspolat eröffnet. Ich möchte aber auch noch ein etwas anderes und nicht minder wichtiges Projekt hervorheben: unsere Aktion "EVN für Niederösterreich". In 43 Projekten unterstützten die Mitarbeiter der EVN im abgelaufenen Geschäftsjahr soziale oder karitative Einrichtungen in ganz Niederösterreich. Die EVN hat ihren Mitarbeitern dafür zusätzliche Freizeit eingeräumt und sie bei der Beschaffung der erforderlichen Materialien finanziell unterstützt. Besonders schön ist daran für mich, dass mit dieser Aktion Unternehmen und Mitarbeiter gemeinsam ihre gesellschaftliche Verantwortung in Niederösterreich unterstrichen haben.

Was dürfen die Kunden der EVN für das kommende Geschäftsjahr erwarten?

Layr: Im Rahmen der EnergieAllianz hat die EVN Vertriebsgesellschaft die Energiepreise bei Strom per 1. Oktober 2014 um durchschnittlich 10 % gesenkt. Damit haben wir die niedrigeren Großhandelspreise rechtzeitig vor Beginn der Wintersaison an unsere Kunden weitergegeben. Das beweist einmal mehr: Unsere Kunden können auf uns zählen. Wir bieten sämtliche Leistungen eines modernen Energiedienstleisters aus einer Hand an und stehen auch mit Rat und Tat zur Seite, wenn unsere Kunden Projekte oder Energieeffizienzmaßnahmen planen und umsetzen. Neu ist auch unser Bonuspunkte-Programm: Die Kunden können hier Punkte sammeln und sie dann gegen Energiedienstleistungen oder energiesparende Produkte eintauschen. Gemeinsam mit Sozialexperten verschiedenster Institutionen wie der Caritas oder der Arbeiterkammer Niederösterreich werden wir auch für soziale Treffsicherheit bei der Umsetzung des Bonusprogramms und des Energieeffizienzgesetzes Sorge tragen.

Und was halten Sie für Ihre Aktionäre bereit?

Szyszkowitz: Zum einen wollen wir der Hauptversammlung eine Dividende von 0,42 Euro pro Aktie vorschlagen und damit das Niveau des Vorjahres halten. Durch unseren starken Cash Flow sind dafür ausreichend finanzielle Mittel verfügbar, und wir müssen die Verschuldung nicht erhöhen. Zum anderen können wir auf einer soliden Basis für die Zukunft aufbauen. Das spiegelt auch unsere Bilanz wider, und wir gehen auch künftig von starken Cash Flows aus.

Zukunft ist ein gutes Stichwort: Welche Vorhaben wird die EVN in den nächsten Monaten umsetzen?

Layr: In Summe wollen wir in den nächsten vier Jahren 1 Milliarde Euro in die Versorgungssicherheit und in den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energie in Niederösterreich investieren. Einige aktuelle Beispiele dazu: Wir bauen gerade den bereits erwähnten Windpark Prottes-Ollersdorf, der eine Kapazität von 37 Megawatt haben wird. Damit steigern wir unsere Kapazität aus Windkraftanlagen von derzeit 213 Megawatt nochmals deutlich. In der Wasserversorgung errichten wir derzeit zwei Naturfilteranlagen in Obersiebenbrunn und Drösing, die im Lauf des Jahres 2015 in Betrieb gehen sollen, in Zwentendorf startet in Kürze der Bau einer weiteren solchen Anlage. Naturfilteranlagen ermöglichen eine Wasserenthärtung auf natürlicher Basis. Nach Fertigstellung der drei Anlagen können zusätzlich rund 100.000 Haushalte mit weichem Wasser in Quellwasserqualität versorgt werden.

"Wir wollen in den nächsten vier Jahren 1 Milliarde Euro in Niederösterreich investieren." Peter Layr

Blicken wir noch etwas weiter in die Zukunft: Wie steht es um die langfristigen Ziele der EVN, und welche Rolle spielen ihre Stakeholder dabei?

Layr: Unser primäres Ziel ist es, das hohe Niveau der Versorgungssicherheit, das unsere Kunden von uns gewohnt sind, aufrechtzuerhalten. Das lässt sich einerseits durch Investitionen erreichen, wie ich sie gerade erwähnt habe, und andererseits durch hochqualifizierte Mitarbeiter, die für einen störungsfreien Betrieb sorgen und im Fall der Fälle rasch und effizient Maßnahmen ergreifen können, um technische Defekte zu beheben. Der Ausbau der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen ist uns ebenfalls ein großes Anliegen; er erfordert hohe Investitionen in eine starke und intelligente Netzinfrastruktur. Gerade der Ausbau in diesem Bereich muss sensibel und unter Einbeziehung der involvierten Gemeinden stattfinden. Der Bevölkerung kommt dabei eine gewichtige Rolle beim Systemwandel in Richtung erneuerbare Energie zu.

Szyszkowitz: Wir wollen verstärkt Services und Dienstleistungen anbieten, die die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden erfüllen, und damit stabile Ergebnisbeiträge erwirtschaften, die uns die notwendigen Investitionen ermöglichen und unsere Investoren von der Nachhaltigkeit der EVN überzeugen. Auch für die EVN als Börsewert ist langfristige Stabilität das erklärte Ziel. Dies soll sich für unsere Aktionäre auch künftig in einer planbaren Dividendenentwicklung und in einem stabilen Rating im Investment-Grade-Bereich ausdrücken.

Und zu guter Letzt: Wie sehen Ihre Wünsche für das laufende Geschäftsjahr aus?

Layr: Wünsche für die EVN und unsere Kunden habe ich viele – aber mit Wünschen allein ist es nicht getan. Deshalb arbeiten wir in der EVN alle miteinander konsequent daran, aktuelle und zukünftige Fragestellungen eingehend zu analysieren und die aus unserer Sicht besten Antworten darauf zu geben. Was ich mir allerdings wirklich wünschen würde, wäre eine transparente Diskussion über den Wert der Energie- und Netzversorgungssicherheit mit allen relevanten Entscheidungsträgern und Behörden. Nur wenn der Versorgungssicherheit jener Wert beigemessen wird, der ihr tatsächlich zukommt, kann sie auch auf Dauer sichergestellt werden.

Szyszkowitz: Diesen Wunsch kann ich nur unterstreichen – wir brauchen eine logische, EU-weite Energiepolitik, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und dabei die Versorgungssicherheit nicht aus dem Blick verliert. Und wir brauchen Innovationen, die uns fit für die Zukunft halten. Die Gründung des EVN Zukunftslabors ist hier ein wichtiger Schritt zur Entwicklung und Erprobung neuer Geschäftsmodelle und Produkte.

"Ich würde mir eine transparente Diskussion über den Wert der Energieund Netzversorgungssicherheit wünschen." Peter Layr

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Lage auf den Energiemärkten blieb im Geschäftsjahr 2013/14 angespannt. Die volatile Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen führte zu temporären Angebotsüberhängen, die die Großhandelspreise von Strom wesentlich beeinflussten. Einige Energieproduzenten entschlossen sich aufgrund der Preissituation dazu, Kraftwerkskapazitäten stillzulegen. Der hohe Standard in der Energieversorgung wird durch solche Schritte jedoch aufs Spiel gesetzt. In einem gesamteuropäischen Kontext wird es erforderlich sein, die Versorgungssicherheit über das Vorhalten notwendiger Kapazitätsreserven zu gewährleisten. Für die EVN hat die Versorgungssicherheit oberste Priorität. Kraftwerke werden in betriebsbereitem Zustand gehalten, um den Kunden das größte Maß an Sicherheit zu geben. Die hohe Loyalität der Kunden spiegelte auch im vergangenen Geschäftsjahr deren Zufriedenheit mit dem von der EVN eingeschlagenen Weg wider.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Aufgrund dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattgefunden hat, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Änderungen im Aufsichtsrat

Nachdem Frau Mag. Michaela Steinacker ihre Funktion als Mitglied des Aufsichtsrats niedergelegt hatte, wurde in der 85. ordentlichen Hauptversammlung am 16. Jänner 2014 Frau Dipl.-Ing. Angela Stransky mit Wirkung nach Ablauf der 85. ordentlichen Hauptversammlung und gemäß der Satzung der EVN AG für den Rest der Funktionsperiode des ausgeschiedenen Mitglieds, somit bis zu der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014 /15 zu beschließen hat, in den Aufsichtsrat der EVN AG gewählt. Der Aufsichtsrat dankt dem ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglied für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Aufsichtsrat.

Wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats

Unter den wichtigsten Entscheidungen des Aufsichtsrats ist neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Genehmigung des Budgets 2014/15 für den EVN Konzern hervorzuheben, dass der Aufsichtsrat das Ergebnis des EVN StrategieUpdate 2013 zustimmend zur Kenntnis genommen hat. Die Genehmigung des Budgets umfasste auch die Genehmigung von Investitionen in Wärme- und Windkraftanlagen, in Fern- und Nahwärmeanlagen, in Strom-, Erdgas- und Wärmenetze sowie in IT-Infrastruktur, welche insbesondere der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie dem Abtransport von erneuerbarer Energie dienen. Im Umweltbereich wurden Investitionen zur Verbesserung der Wasserqualität genehmigt. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit internationalen Projekten zur Wasseraufbereitung. Der Aufsichtsrat erteilte seine Zustimmung zur Erneuerung und Verlängerung der syndizierten Kreditlinie in reduzierter Höhe von 400 Mio. Euro mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren sowie zu lokalen Finanzierungen einzelner Gesellschaften.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand über die aktuellen Entwicklungen in Bulgarien, Mazedonien und Moskau informiert.

Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2012 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2012/13 in Kraft gesetzt. Die Anpassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinne werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf zwei Abweichungen, die im Corporate Governance-Bericht entsprechend dargestellt werden, eingehalten. Der Aufsichtsrat hat sich mit möglichen Interessenkollisionen auseinandergesetzt und keine Konflikte festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 11. Dezember 2013 den Bericht über Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen gemäß Regel 18a des Österreichischen Corporate Governance Kodex zustimmend zur Kenntnis genommen.

Gemäß den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und als Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2013/14 in drei Sitzungen Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, behandelt. Der Personalausschuss hat die Übernahme eines Mandats im Aufsichtsrat der CEESEG Aktiengesellschaft und im Aufsichtsrat der Wiener Börse AG durch Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, genehmigt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats ist im Berichtsjahr nicht zusammengetreten. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2013/14 dreimal und befasste sich dabei vor allem mit dem Halbjahresabschluss inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss sowie der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus hat er aktuelle Entwicklungen in den Geschäftsbereichen, insbesondere die Erstanwendung der neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10–12 sowie aktuelle Entwicklungen nach der 3. Erwartung (Status Projekte im Umweltbereich sowie Werthaltigkeit von Erzeugungsanlagen im Gefolge der aktuellsten Einschätzung in Bezug auf die kurz-, mittel- und langfristige Strompreisentwicklung) erörtert und sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions-, Risiko- und Compliance-Management-System beschäftigt.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über seine Vergütung und die Leitlinien, die sich der Aufsichtsrat zur Sicherstellung seiner Unabhängigkeit gesetzt hat, sind dem Corporate Governance-Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2013/14 vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2014 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2014 samt Anhang, Lagebericht und Corporate Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung.

Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2014 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2013/14. Besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 10. Dezember 2014

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Burkhard Hofer Präsident

Operative Highlights 2013/14

Energiegeschäft

Milder Winter dämpft Nachfrage und Erzeugung

  • Heizgradsumme in allen Versorgungsgebieten unter dem Vorjahreswert: in Niederösterreich um 20,6 Prozentpunkte, in Bulgarien um 7,6 Prozentpunkte und in Mazedonien um 5,7 Prozentpunkte geringer
  • Wind- und Wasserdargebot durch Witterungsbedingungen gedämpft; Erzeugung aus erneuerbarer Energie um 4,4 % unter Vorjahresniveau

Netztarif- und Strompreisanpassungen

  • Neue Netztarife in Niederösterreich: Reduktion um 9,0 % bei Strom, Anstieg um 7,7 % bei Erdgas (1. Jänner 2014)
  • Energiepreis für Strom: Senkung um durchschnittlich 10 % für Haushaltskunden in Niederösterreich im Rahmen der EnergieAllianz Austria (Oktober 2014)

Akzente im Kraftwerksbereich

  • Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum (Dezember 2013)
  • Vermarktung der Kraftwerke Theiß und Korneuburg: insgesamt 785 MW Reservekapazität für den süddeutschen Raum (Winterhalbjahr 2013/14)

Erhöhung der Versorgungssicherheit

  • Erweiterung des 110-kV-Netzes in Niederösterreich (Juli 2014)
  • Fertigstellung der 143 km langen Erdgastransportleitung "Westschiene" (Mai 2014)

Laufender Ausbau bei erneuerbarer Energie

  • Inbetriebnahme des Windparks Prellenkirchen mit einer Kapazität von 24 MW (Februar 2014)
  • Eröffnung der Photovoltaikanlage Schönkirchen mit Bürgerbeteiligung (Mai 2014)
  • Bau des Windparks Prottes-Ollersdorf mit einer Kapazität von 37 MW (laufend)

Umweltgeschäft

Investitionen in die niederösterreichische Wasserversorgung

  • Übernahme des Wasserversorgungsnetzes der Gemeinde Göllersdorf (Jänner 2014)
  • Neue Zuleitung und Drucksteigerungsanlagen zur Versorgung der Gemeinde Litschau aus dem überregionalen Versorgungsnetz der EVN (Juni 2014)
  • Bau von Naturfilteranlagen für Trinkwasser in Obersiebenbrunn und Drösing (laufend)

Erfreuliche Aufträge in CEE

  • Modernisierung der Kläranlage Pruszkow, Warschau, Polen (Dezember 2013)
  • Planung und Modernisierung der Kläranlage Kotor-Tivat, Montenegro (Februar 2014)
  • Eröffnung der Kläranlage Mia Milia/Haspolat, Nikosia, Zypern (April 2014)

Finanzierung

Finanzierungsbasis gestärkt

  • Abschluss einer revolvierenden Kreditlinie über 400 Mio. Euro für bis zu sieben Jahre (Juli 2014)

Energiewende = Erneuerbare Energie + Starke Netze

Der Geschäftsführer der deutschen Agentur für Erneuerbare Energie, Philipp Vohrer, jubelte bereits vor einigen Jahren: "Bürgerinnen und Bürgern bietet die Energiewende zunehmende Möglichkeiten, die Energieversorgung in die eigene Hand zu nehmen und am Aufschwung der regenerativen Energieproduktion teilzuhaben." Jeder hat seine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach. Jede Gemeinde ihr Windrad. Jeder versorgt jeden. Ein schöner Gedanke. Doch ein Problem wurde übersehen: Zum Austausch und Transport von Energie benötigt man sichere Netze. Die Einspeisung der Energie Tausender Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit ihrer hohen Volatilität fordert die bestehenden Netze – die für diese Herausforderungen nicht konzipiert wurden – enorm. So sehr, dass einige Experten sogar vor drohenden Blackouts warnen. Kurz: Geht uns durch die Energiewende bald das Licht aus?

Wir baten Dr. Eveline Steinberger-Kern, Beraterin und Expertin für erneuerbare Energien, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Gawlik vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der Technischen Universität Wien, Dipl.-Ing. Dr. Andrea Edelmann, Innovationsbeauftragte der EVN, Dipl.-Ing. Johannes Reindl, Geschäftsführer der Netz NÖ GmbH, und Dipl.-Ing. Franz Dinhobl, Geschäftsführer von EVN Wasser, zum Gedankenaustausch.

Haben die etablierten Energieversorger die Energiewende verschlafen?

Eveline Steinberger-Kern: Wenn man die gesamte Branche – und zwar global – analysiert, muss man diese Frage mit Ja beantworten. Die Marktverwerfungen haben seit 2008 zu Wertberichtigungen von 500 Milliarden Euro geführt.

Andrea Edelmann: Ich denke, man muss sich die einzelnen Energieversorger sehr genau ansehen. Wenn wir etwa das Engagement der EVN in Sachen Windkraft beurteilen, fällt das Ergebnis erfreulich aus: In Niederösterreich hat die EVN das Potenzial bisher gut genutzt.

Johannes Reindl: Auch bei der Photovoltaik ist die EVN in Niederösterreich bemerkenswert gut aufgestellt. Ein Viertel aller Photovoltaikanlagen in Österreich hängt an unserem Netz. Wir sprechen hier von einer Gesamtleistung von 160 Megawatt – das entspricht immerhin der Leistung eines kleinen Donaukraftwerks. Aber wir

wissen genau: Dieser Boom bei der Photovoltaik und bei der Windkraft stellt uns als Netzbetreiber vor große Herausforderungen.

Sie sprechen damit eines der großen Spannungsfelder an, das die Energieversorger zu bewältigen haben: Erneuerbare Energien weisen zum Teil hohe Volatilität auf, was die Netzbetreiber vor große Anforderungen stellt …

Reindl: Richtig. Die Netze, die heute existieren, sind nicht für diese neuen Herausforderungen gedacht. Sie wurden als Einbahnen vom Kraftwerk zum Kunden konzipiert. Unsere Aufgabe ist es nun, die

"Die Marktverwerfungen haben seit 2008 zu Wertberichtigungen von 500 Milliarden Euro geführt." Eveline Steinberger-Kern

Netze in Autobahnen mit Gegenverkehr umzubauen. Und die noch schwierigere Aufgabe: Selbst wenn dieser Ausbau gelingt, bedarf es großer Anstrengungen, die Netze stabil zu halten.

Wolfgang Gawlik: Mit der enormen Dynamik, die im Bereich erneuerbarer Energien herrscht, hat niemand rechnen können. Kollegen haben früher einmal den Spruch geprägt: "Eine Photovoltaik-Zelle ist gut für einen Taschenrechner, sonst für nichts." Nun haben wir – etwa in Deutschland – Solaranlagen mit 35 Gigawatt installierter Leistung stehen. Natürlich würden die Netzbetreiber nun gerne neue Netze bauen – aber sie dürfen nicht. Oder nicht so schnell.

Wer ist nun gefordert?

Gawlik: Wir diskutieren hier ein gesellschaftliches Problem. Auf der einen Seite ist die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung hoch. Wenn aber dann die Energiepreise steigen, sinkt die Akzeptanz sehr schnell. Und wenn es um den erforderlichen Netzausbau geht, sinkt die Akzeptanz weiter. Hier müssen wir ansetzen und klar sagen: Man kann nicht alles haben. Wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir auch bereit sein, dafür zu zahlen, und anderswo Abstriche machen.

Edelmann: Ich möchte noch kurz auf den eingangs angesprochenen Punkt der Wertkorrekturen eingehen. Wir sind heute mit einer rasend schnellen Wertänderung mancher Kraftwerke konfrontiert. Gaskraftwerke wurden noch vor wenigen Jahren intensiv gebaut – und können heute nicht in Betrieb gehen. Einfach, weil sie sich nicht rechnen.

Reindl: Gaskraftwerke sind im Moment dramatisch unterbewertet. Denn sie sind eine wichtige Stütze für die Netzstabilität. Der Wind weht, wann er will, die Sonne scheint, wann sie will, der Kunde verbraucht Strom, wann er will. Das läuft alles leider nicht synchron. Wir brauchen eine Energiequelle, die diesen Ausgleich flexibel, verlässlich und auch umweltverträglich schafft. Und das ist beispielsweise das Erdgas.

Edelmann: Die Kosten für die Bereitstellung von solchen Kraftwerken werden derzeit aber nicht abgegolten. Genau das wäre jedoch notwendig.

Ganz konkret: Welche Gefahren drohen uns durch die Energiewende?

Gawlik: Vieles, was das System lange stabil gehalten hat, funktioniert so nicht mehr. Der Wandel von einem hierarchischen, zentral gelenkten zu einem dezentralen System klingt ja sehr schön: Die Nachbarn versorgen sich gegenseitig mit Strom. Jeder hilft jedem. Aber tatsächlich ist es nicht so einfach. Der Umbau der Netze ist eine riesige Herausforderung.

Und finanziell?

Gawlik: Die Subventionen waren das Doping für erneuerbare Energien. Heute haben wir ein System auf "Speed", das stark ausschlägt. In Deutschland wird die Energiewende beispielsweise noch in zwei Jahrzehnten Kosten verursachen, von denen nicht klar ist, wer sie tragen soll.

Edelmann: Bereits heute müssen Windkraftwerke stillgelegt werden, weil sie ohne Förderungen ihre Betriebskosten nicht erwirtschaften. Man nimmt hier ohne strategische Planung sehr hohe Kosten für die Volkswirtschaften in Kauf.

Zurück zu den Belastungen für die Netze: Droht Österreich in absehbarer Zeit sogar ein Blackout?

"Wenn wir die Energiewende wollen, müssen wir auch bereit sein, dafür zu zahlen." Wolfgang Gawlik

Gawlik: Die Gefahr für Blackouts steigt auch in Österreich. Man sieht das bei den Übertragungsnetzen. Dort steigt die Zahl der notwendigen Eingriffe in den Netzbetrieb stark an. Die Netze sind näher an der Belastungsgrenze, ein großer Ausfall ist wahrscheinlicher. Noch sind wir in der Lage, das Netz stabil zu betreiben. Daher habe ich daheim noch keine Konserven stehen, weil ich Angst vor einem Blackout habe.

Herr Reindl, haben Sie schon Notreserven im Keller?

Reindl: Nein. Auch ich baue darauf, dass die Netze stabil bleiben. Aber wir dürfen die Versorgungssicherheit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch, weil wir wissen, dass die Kundinnen und Kunden der EVN diese Versorgungssicherheit erwarten. Aber seit 2001 leben wir in einer entflochtenen Energiewelt. Moderne Ansätze wie "Smart Grids" funktionieren in einer entflochtenen Welt nicht gut. Denn jeder optimiert sein klar umrissenes Geschäft. Ich habe daher die Sorge, dass eine überzogene Entflechtung und Regulierung die Stabilität des Netzes gefährdet.

Herr Dinhobl, wie sehen Sie als Geschäftsführer von EVN Wasser das in der Energiewirtschaft viel diskutierte Thema der Versorgungssicherheit. Wie sieht es damit in der Wasserversorgung aus?

Franz Dinhobl: Ein großer Unterschied zwischen dem Strom- und dem Wassersystem ist sicher der regulatorische Zugang. Aber auch in der Wasserversorgung geht es um Versorgungssicherheit und Qualität. Der Preis spielt hingegen eine eher untergeordnete Rolle. Einen Liter Leitungswasser kann man in Münzen gar nicht bezahlen, weil er so wenig kostet. Die Größenordnung ist also überschaubar und für einen Haushalt ein geringerer Kostenfaktor.

"Wir dürfen die Versorgungssicherheit nicht auf die leichte Schulter nehmen." Johannes Reindl

"Unsere Stärke ist es, Services anzubieten, die auch auf Vertrauen fußen." Andrea Edelmann

Steinberger-Kern: Im Vergleich mit anderen Ländern sind wir in Österreich bei der Versorgungssicherheit aber immer noch in einer bevorzugten Position, oder?

Dinhobl: Das ist richtig. Wir verwenden drei Prozent des gesamten Wasserangebots für Trinkwasser, Industrie und Landwirtschaft. Belgien verwendet dafür 43 Prozent. Das zeigt, wir haben enorme Ressourcen.

Und wie gewährleisten Sie die Versorgungssicherheit?

Dinhobl: Wir als Wasserversorger haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten Quellen und Brunnenfelder in wasserreichen Regionen in Niederösterreich erschlossen und sie durch Ringleitungen verbunden. Dadurch kann ein Ausgleich zwischen den Regionen erfolgen. Denn regional betrachtet gibt es Gegenden, in denen die Qualität oder die Menge ein Problem sein können. Das östliche Weinviertel beispielsweise versorgen wir über Transportleitungen von Quellgebieten der Donauniederungen, wo es ausreichend Wasser in sehr guter Qualität gibt.

Reindl: Da stelle ich Parallelen zur Energiewirtschaft fest. Auch für Strom und Erdgas benötigt man eine intelligente Leitungsplanung und entsprechende Investitionen, um die Versorgung aller Regionen zu gewährleisten.

Die intelligente Leitungsplanung bringt uns zurück zur Energiewirtschaft und zu den Smart Grids: Funktionieren diese in Österreich wirklich nicht?

Gawlik: Klar funktionieren Smart Grids! Nur kann ihr Potenzial in Österreich zum Teil nicht genutzt werden. Ein Netzbetreiber darf etwa keinen dezentralen Speicher aufstellen, um zu Spitzenzeiten Strom einzulagern und bei Mangel dort abzuzapfen. Manche Lösungen verhindern die Regularien.

Steinberger-Kern: Wir sind an einem Punkt, an dem wir uns entschieden haben, die Energiewende durchzuführen. Es geht daher schon lange nicht mehr um die Frage, ob wir die Energiewende wollen. Es geht jetzt darum, ob und wie wir sie in den Griff bekommen. Und dabei treten neue Mitbewerber auf den Plan. Das sind nicht die Branchenkollegen, sondern Konzerne, die wir alle aus dem Internet sehr gut kennen. Google hat etwa um 3,3 Milliarden Dollar den Thermostathersteller "Nest" (Anm.: Entwickler von Thermostaten, die über das Internet gesteuert werden können) gekauft, um in den Haushalten Erzeugung und Nachfrage von Energie ideal zusammenzuführen. Das ist eine klassische Dienstleistung, die ein Energieversorger anbieten soll und muss. Die Frage ist daher: Wie können regionale Unternehmen wie die EVN solche Dienstleistungen anbieten – und nicht Konzerne, die in Kalifornien groß geworden sind? Schließlich hat die EVN hier viel mehr Kompetenz als Google!

Droht die Branche, die Energiewende hier ein zweites Mal nicht zu erkennen?

Edelmann: Es prallen zwei Geschwindigkeiten aufeinander: Die schnellste Branche, die es gibt, trifft auf eine sehr traditionelle Branche. Unsere Stärke ist es, Services anzubieten, die auch auf Vertrauen fußen. Denn mit der Größe und Schnelligkeit von Unternehmen wie Google können wir nicht konkurrieren. Die gute Nachricht: Wir haben bereits Services, die in diese Richtung gehen. Unser Produkt "Smart Home" ist seit zwei Jahren auf dem Markt.

Reindl: Ich denke, dass wir auch in Sachen Geschwindigkeit einiges zu bieten haben: Wir sind etwa bei unseren Kunden schnell vor Ort, wenn es Probleme gibt. Zudem sind wir innovativ und können auch rasch Produkte entwickeln. Wir haben etwa ein Gerät gebaut, das dafür sorgt, dass Photovoltaikanlagen zu Spitzenzeiten nur so viel Energie ins Netz einspeisen, wie dieses verträgt.

"Auch in der Wasserversorgung geht es um die Versorgungssicherheit und um Qualität." Franz Dinhobl

Zurück zu den Smart Grids: Welchen Beitrag zur Versorgungssicherheit könnten diese leisten?

Gawlik: Man könnte viel erreichen, indem man einfach die Spitzeneinspeisung kappt. Dadurch bekommt man ein hohes Maß an Netzentlastung – und das, ohne viel Energie zu verlieren und Wert zu vernichten. Aber das ist natürlich nichts, was der Anlagenbetreiber will. Schon gar nicht, wenn er die Garantie hat, dass ihm jede Kilowattstunde Strom abgenommen wird.

Reindl: Diese Garantie gibt es Gott sei Dank hierzulande nicht! Weil Österreich bei der Ökostromgesetzgebung etwas schlauer vorgegangen ist als die deutschen Kollegen. Dort besteht ja die Verpflichtung der Netzbetreiber, die Energie auf jeden Fall abzunehmen.

Steinberger-Kern: Der deutsche Wirtschaftsminister hat vor Kurzem vorgerechnet, dass der Ausbau des deutschen Stromnetzes ungefähr 50 Milliarden Euro kosten wird, damit es den Strom vom windreichen Norden in die Verbraucherzentren des Südens transportieren kann. Er meinte, wenn man das Ganze "smart" macht – also Kraftwerke auch abgeregelt werden können, wenn der Strom gerade nicht gebraucht wird, oder Transformatoren besser gesteuert werden können –, könne man diese Kosten durchaus um ein Drittel senken.

Reindl: Wir als Netzbetreiber könnten zur Stabilisierung in das lokale Netz Batterien einbauen. Es bedarf allerdings eines klaren Bekenntnisses der Regulierungsbehörde, dass die damit verbundenen Kosten dem Netzbetreiber abgegolten werden.

"Man benötigt eine intelligente Leitungsplanung und entsprechende Investitionen." Johannes Reindl

"Das Speichern von Energie wird sich viel schneller rechnen, als das viele erwarten." Eveline Steinberger-Kern

Steinberger-Kern: Vielleicht müssen wir erkennen: Die Netzbetreiber haben in unserer dezentralen Versorgungswelt ganz andere Aufgaben. Die Marktordnung, die mit der Liberalisierung geschaffen wurde, ist heute überholt.

Wir sprechen von Abregeln und Speichern von Energie. Aber wo wird die Speicherung erfolgen? Zentral als Pumpspeicher in den Alpen oder dezentral als Batteriespeicher vor Ort?

Edelmann: Sowohl als auch. Es wird sicherlich eine Vielzahl von lokalen Speichern in Batterieform geben. Allerdings wird es auf jeden Fall auch Großspeicher wie Pumpspeicher-Kraftwerke brauchen.

Reindl: Derzeit zahlt es sich für ein Einfamilienhaus noch nicht aus, Überschüsse aus der eigenen Photovoltaik-Anlage zu speichern. Da hat es mehr Sinn, ins Netz einzuspeisen. Dies könnte sich aber in Zukunft ändern.

Steinberger-Kern: Ich glaube, dass sich das Speichern von Energie – auch in kleinem Rahmen – viel schneller rechnen wird, als das viele erwarten. Die Kosten werden ganz plötzlich konkurrenzfähig sein. Ich war Anfang des Jahres am MIT (Anm.: Massachusetts Institute of Technology) und habe mir die dortigen Forschungen zu diesem Thema angesehen. Beeindruckend! Nicht nur hinsichtlich der Technologien, auch bezüglich der Kosten.

Wenn es diesen sprunghaften Rückgang der Kosten der Stromspeicherung gibt: Wäre dann der Ausbau der Netze eine klare Fehlinvestition?

Gawlik: Die Antwort ist einfach: Nein! Auch ein – sogar übertrieben – dezentral organisiertes Energiesystem braucht ein gutes Netz, um die Effekte der unterschiedlichen Zeiten bei Produktion und Verbrauch zu nutzen.

Die Versorgungssicherheit nimmt ab – da sind wir uns einig. Was muss also jetzt konkret geschehen, damit es zu keinen Blackouts kommt?

Steinberger-Kern: Drei Dinge: Erstens müssen die erneuerbaren Energieformen sukzessive aus den Subventionen und in den Wettbewerb geführt werden. Damit das funktioniert, müssen – zweitens – die Möglichkeiten für Netzbetreiber angepasst werden. Und drittens werden wir in der Übergangsphase, in der wir uns befinden, nicht ohne umweltfreundlichere fossile Energien auskommen. Dafür braucht es klare Preisanreize – etwa für Erdgas, das im Vergleich zur Braunkohle deutlich umweltfreundlicher ist. Dann sind Versorgungssicherheit und erneuerbare Energieträger unter einen Hut zu bringen. Da bin ich mir sicher.

Reindl: Aus unserer Sicht sind Investitionen in die Netze unabdingbar. Die EVN geht diesen Weg und stärkt ihre Netze. Denn wir wollen unseren Kunden auch in Zukunft die gewohnte Versorgungssicherheit bieten.

Faktencheck

Auf den folgenden Seiten befindet sich der EVN Faktencheck zum Round-Table-Gespräch der Experten.

Erneuerbare Energie – Hoher Anteil an der EVN Gesamtkapazität

Die EVN verfügt über eine Stromerzeugungskapazität von 2.240 MW – 563 MW davon aus erneuerbaren Energien.

183
MW Wasserkraft
109 MW in Österreich: 5 Speicher- und 67 Laufkraftwerke
(63 in Niederösterreich, 9 in der Steiermark)
74 MW in Südosteuropa: 48 MW aus 11 Wasserkraftwerken in
Mazedonien und 26 MW aus dem Wasserkraftwerk
Ashta in Albanien
123
MW Bezugsrechte für Wasserkraft
Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein
und Freudenau sowie Beteiligungen am Kraftwerk Nußdorf in Wien
und an 13 Verbund-Innkraftwerken in Deutschland
213 197 MW in Niederösterreich: 105 Windkraftanlagen in 14 Windparks
MW Windkraft 16 MW in Südosteuropa: 8 Windkraftanlagen in Bulgarien
13 3 biomassebetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in
MW aus biomassebetriebenen KWKs Niederösterreich
4,5 MWp Sonnenkraft 1,7 MWp in Niederösterreich: Photovoltaikanlagen mit einer Kapazi
tät von 0,6 MWp in Zwentendorf und 1,1 MWp in Schönkirchen
2,8 MWp in Südosteuropa: 2 Photovoltaikanlagen in Bulgarien
26 26 MW in Moskau: 2 mit Klärschlamm befeuerte Blockheizkraft
MW Sonstige Erneuerbare werksanlagen

GRI-Indikator: Installierte Kapazität (EU1)

Innovationen für eine nachhaltige Energiezukunft

Das Innovationsmanagement ist bei der EVN als interdisziplinäres Netzwerk organisiert. Zu seinen wesentlichen Aufgaben gehören die systematische Umfeldbeobachtung und das Aufspüren von für die EVN relevanten Technologien und Trends, um daraus entstehende Innovationsmöglichkeiten frühzeitig zu identifizieren. Ein wichtiger Schritt zur Systematisierung dieses Prozesses wurde in der Berichtsperiode mit dem Start des so genannten "EVN Trendmonitors" gesetzt. Nachdem Führungskräfte und Experten der EVN zuvor Trends und Technologien identifiziert hatten, konnten sich EVN Mitarbeiter als Trendscouts für verschiedene Trend-Cluster bewerben. Die Trendscouts beobachten laufend aktuelle Entwicklungen, spüren die wichtigsten Trends auf und stellen allen interessierten Mitarbeitern relevante Informationen in Form von Artikeln, Videos, Blogs etc. auf einer Intranet-Plattform zur Verfügung. Parallel dazu sind jedoch alle EVN Mitarbeiter aufgerufen, ihr Wissen sowie interessante Medienhinweise und sonstige Informationsquellen über den Trendmonitor zu teilen und dadurch eine umfassendere Beobachtung aktueller Trends und zukünftiger Entwicklungen zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Baustein des Innovationsmanagements ist das "EVN Zukunftslabor". Anhand der wichtigsten Trends wurden hier unterschiedliche Zukunftsszenarien für das Unternehmensumfeld im Jahr 2030 entwickelt und auf Grundlage der heutigen Kernkompetenzen der EVN mögliche neue Handlungsfelder für die Zukunft abgeleitet.

Energieeffizienz – Demand Side Management

Die Volatilität der Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenkraft stellt die Energieversorgungsunternehmen vor neue Herausforderungen und wirkt sich auch auf die Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsstrategie der EVN aus. Die EVN setzt sich in diesem Zusammenhang mit der Steigerung der Energieeffizienz im Endkundenhaushalt (unter anderem im Bereich des Demand Side Management) und mit der Speicherung von überschüssiger Energie zu Zeiten hoher Verfügbarkeit erneuerbarer Energieträger auseinander – nicht zuletzt als Methode zur Netzstabilisierung.

Die derzeit von der EVN untersuchten Speicherformen befassen sich mit der elektrochemischen Speicherung in Batterien, der chemischen Speicherung im Erdgasnetz und der thermischen Speicherung in Form von Wärme:

  • Kohlenwasserstoffe können in Perioden hoher Energienachfrage als Energieträger sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Mobilität genutzt werden. Ausgehend von der Machbarkeitsstudie "GECO" – sie untersuchte, unter welchen Bedingungen eine Speicherung des Überschusses an Erneuerbarer Energie im Erdgasnetz grundsätzlich möglich ist – werden im Projekt "wind2hydrogen" nun die möglichen Einsatzszenarien, Betriebsbedingungen und Geschäftsmodelle anhand einer Pilotanlage in der realen Umsetzung getestet.
  • Am Standort Lichtenegg testet die EVN anhand des Projekts "Multifunktionaler Energiespeicher" im Rahmen eines Kleinwindkraftprojekts seit dem Geschäftsjahr 2013/14 die Einsatzmöglichkeiten eines Batteriespeichers in einem realen Ortsnetz.

Einen wesentlichen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit leistet auch die Optimierung von dezentralen Photovoltaikanlagen im Haushaltsbereich. In einem gemeinsamen Projekt mit einem Forschungspartner hat die EVN die optimale Konfiguration für Haushaltsanlagen in Abhängigkeit vom individuellen Verbrauchsverhalten ermittelt. Ziel war es, den Eigenverbrauch zu maximieren und damit eine Belastung des Stromnetzes von vornherein zu reduzieren. Der im Geschäftsjahr 2013/14 eingeführte "Spannungswächter" der EVN sichert zudem die Einhaltung der Spannungsqualität, indem das – beim Einspeiser im Bereich des Zählerkastens montierte – Gerät im Fall eines unzulässigen Spannungsanstiegs die Einspeiseleistung stufenweise absenkt.

Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Die EVN hat sich das Ziel gesetzt, mittelfristig 50 % ihrer Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen zu generieren. Um dies zu erreichen, werden in den nächsten Jahren rund 140 Mio. Euro in den Ausbau der Erzeugungskapazität aus Windkraft in Niederösterreich fließen. Diese soll damit von ihrem aktuellen Stand von 213 MW per 30. September 2014 mittelfristig auf 300 MW ansteigen. Zusätzlich wird in zahlreichen Innovationsprojekten an neuen Methoden zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien sowie an Methoden zur Senkung von Treibhausgasemissionen gearbeitet.

  • Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte CO2SEPPL (CO2 -Abscheidung aus Rauchgas) und CO2USE (Herstellung von Biokunststoff mithilfe von Mikroorganismen, CO2 und Sonnenlicht) wurden im Geschäftsjahr 2013/14 erfolgreich vorangetrieben. Gemeinsam mit den Partnern Andritz, TU Graz und BOKU Wien konnten die gesetzten Ziele weitestgehend erreicht werden.
  • Sludge2energy: Dieses Verfahren beruht auf der dezentralen Verknüpfung einer Klärschlammtrocknung mit nachgeschalteter Monoverbrennung und der Stromerzeugung mittels Gasturbine. Der resultierende Prozess gewährleistet eine maximale Mengen- und Massenreduktion des Klärschlamms. Zudem ist aufgrund der selbstgängigen (autarken) Verbrennung und Trocknung keine externe thermische Energie erforderlich. Der verbleibende Reststoff kann größtenteils – zum Beispiel in der Bauindustrie – verwertet werden.

Strom: Investitionsschwerpunkt Netzqualität

Versorgungssicherheit mit Strom: Effizienz der Infrastruktur und Zugang zur Grundversorgung

Um die Versorgungssicherheit auf dem bestehenden hohen Niveau zu halten, legt die EVN ihren Investitionsschwerpunkt auf die Netzqualität. Wie schon in der Vergangenheit hat sie deshalb in der Berichtsperiode den Ausbau und die Instandhaltung ihrer Verteil- und Übertragungsnetze vorangetrieben. Das gilt auch für die Zukunft: In den kommenden vier Geschäftsjahren sollen rund 700 Mio. Euro in die Netzinfrastruktur in Niederösterreich investiert werden. Daneben arbeitet die EVN insbesondere im Rahmen von Zertifizierungen (z.B. nach EMAS) auch an der ständigen Effizienzsteigerung ihrer Kraftwerke. Dadurch sollen in der Stromerzeugung sowohl der Ressourceneinsatz als auch der Emissionsausstoß reduziert werden. Im Rahmen der CSR-Zielgespräche der EVN wurden zudem konkrete Ziele und Maßnahmen zur Steigerung der Wirkungsgrade der thermischen Kraftwerke und der Eigenerzeugungsquote sowie zu Energieeinsparungen im Kraftwerksbetrieb beschlossen. Zu den diesbezüglichen Fortschritten im Geschäftsjahr 2013/14 siehe das CSR-Programm, Seite 233.

Für Details zu den Investitionsprojekten in die Netzinfrastruktur und die Erzeugungsanlagen siehe Operative Highlights, Seite 15 sowie Segmentberichterstattung, Seite 129

Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze

Während der Fokus der EVN in Niederösterreich auf dem Ausbau und der Stabilisierung der Netzinfrastruktur liegt, gilt das Hauptaugenmerk in Bulgarien und Mazedonien der weiteren Reduktion der Netzverluste. Seit dem Markteintritt in Bulgarien konnten die Netzverluste 1) kontinuierlich von 17 % auf unter 11 % gesenkt werden, in Mazedonien wurde eine Reduktion von 24 % auf derzeit unter 16 % erzielt. In Österreich bewegen sich die Netzverluste mit knapp über 4 % stabil auf niedrigem Niveau. Die mittlere Unterbrechungshäufigkeit – sie wurde nach dem in Österreich üblichen Indikator Average System Interruption Frequency Index (ASIFI) berechnet – betrug im Kalenderjahr 2013 0,71. Damit lag sie merklich unter dem österreichischen Durchschnittswert von 1,03. Ein ASIFI-Wert von 0,71 bedeutet, dass ein EVN Kunde weniger als einmal pro Jahr von einer Stromunterbrechung betroffen war. Die durchschnittliche jährliche Dauer der ungeplanten Stromunterbrechungen, zu deren Berechnung der Average System Interruption Duration Index (ASIDI) herangezogen wurde, betrug im Geschäftsjahr 2013/14 31,53 Minuten und liegt damit ebenfalls unter dem österreichischen Durchschnitt von 33,96 Minuten (E-Control, Presseinformation August 2014).

GRI-Indikatoren: Effizienz der Fernleitungen und Verteilnetze (EU12); Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen (EU28 und 29)

Effizienz der EVN Kraftwerke

Der durchschnittliche Nutzungsgrad (Grad der Nutzung des Brennstoffs) der Anlagen der EVN zur Energieerzeugung aus Erdgas in Österreich und Bulgarien betrug im Geschäftsjahr 2013/14 durchschnittlich 71,3 %2), der entsprechende Wert für die Anlagen der EVN zur Energieerzeugung aus Kohle belief sich auf durchschnittlich 50,3 %.

GRI-Indikator: Wirkungsgrade (EU11)

Verfügbarkeit der EVN Kraftwerke

Zur Sicherstellung des ungestörten Betriebs und zur Erhaltung der technischen Sicherheit der EVN Kraftwerke werden regelmäßig Revisionen und Wartungsarbeiten durchgeführt. Dadurch bedingt ergeben sich geplante und aufeinander abgestimmte Stillstandzeiten. Die Gaskraftwerke der EVN in Korneuburg und Theiß waren mit Ausnahme von geplanten Revisionen voll verfügbar. Die ungeplanten Stillstandzeiten der Kohlekraftwerke in Dürnrohr und Duisburg-Walsum betrugen 0,6 % bzw. 4,7 %. Die Verfügbarkeit der EVN Windparks betrug im Geschäftsjahr 2013/14 rund 96 %. Bei den Windparks wird dabei nicht zwischen geplanter und ungeplanter Nichtverfügbarkeit unterschieden.

GRI-Indikator: Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke (EU30)

1) Aufgrund von Unterschieden in den Kunden- bzw. Netzstrukturen in den verschiedenen Versorgungsgebieten der EVN ist ein direkter Vergleich der Netzverluste nicht zulässig. 2) Nach Kapazität gewichteter Wert

"Westschiene" erhöht Versorgungssicherheit bei Erdgas deutlich

Mit der Fertigstellung der so genannten "Westschiene" Anfang Mai 2014 hat die EVN einen weiteren entscheidenden Schritt zur Verbesserung der Versorgungssicherheit bei Erdgas vollzogen. Die Westschiene erstreckt sich über eine Länge von 143 km und verbindet den östlichsten Übergabepunkt der Netz NÖ GmbH in Auersthal mit der Mess- und Übergabestation zur Energie AG (vormals OÖ Ferngas) in Kronstorf. Eine Besonderheit der von Osten nach Westen verlaufenden Erdgastransportleitung mit einem Durchmesser von 800 mm besteht darin, dass sie bidirektional betrieben werden kann. Dies bedeutet, dass die Flussrichtung des Erdgases je nach Bedarf von Osten nach Westen oder von Westen nach Osten (um)gelenkt werden kann. Dadurch ist es möglich, während der Sommermonate, in denen tendenziell weniger Heizgas verbraucht wird, die Speicher der Rohölaufsuchungs AG (RAG), eines Tochterunternehmens der EVN, in Oberösterreich (Puchkirchen, Haidach und Seven Fields) zu befüllen, während im Winter bei höherem Bedarf Erdgas aus den Speichern entnommen und nach Niederösterreich transportiert werden kann. Damit leistet der Bau dieser Erdgasleitung einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Hohe Versorgungssicherheit bei Trinkwasser

Die EVN ist mit ihren Tochtergesellschaften EVN Wasser und WTE sowohl in der Trinkwasserversorgung als auch in der Abwasserbehandlung tätig und trägt dadurch zur Sicherstellung eines intakten Wasserkreislaufs bei.

Im Bereich der Trinkwasserversorgung betreibt die EVN Wasser in Niederösterreich ein 2.483 km langes Leitungsnetz, das von 104 Brunnen in 362 ha Brunnenschutzgebieten gespeist wird. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden 503.900 Personen direkt und indirekt mit 27,4 Mio. m³ Trinkwasser versorgt. Die EVN Wasser wickelt die überregionale und lokale Versorgung mit Wasser ab und errichtet und betreibt Brunnen und Transportleitungen. Darüber hinaus sorgt sie für das Funktionieren des Wassernetzes – so etwa durch den Betrieb von insgesamt 148 Drucksteigerungsanlagen, die Anwendung von Aufbereitungstechniken sowie laufende Sanierungen. Nicht zuletzt steigert die EVN Wasser die Wasserqualität in ihrem Versorgungsgebiet durch den Einsatz von Naturfilteranlagen. Zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in Quellwasserqualität plant die EVN in den nächsten vier Jahren weitere Investitionen. International versorgt die EVN Tochtergesellschaft WTE täglich mehr als eine Million Menschen in Ländern wie Russland, Montenegro oder Deutschland mit frischem Trinkwasser.

Im Bereich der Abwasserentsorgung bereitete die WTE im Jahr 2013 mit den von ihr betriebenen Anlagen bei einer mittleren Reinigungsleistung von 89 %1) insgesamt rund 155,0 Mio. m3 Abwasser auf. Dies entspricht etwa 1,5 Mio. Einwohnerwerten. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet, zum Teil wird er deponiert oder zur Wärmeproduktion eingesetzt. Insgesamt hat die WTE seit ihrem Bestehen bereits 100 Abwasserbehandlungsanlagen geplant und errichtet, derzeit befinden sich neun Anlagen für 2,6 Mio. Einwohnerwerte in Bau. Bei 22 Anlagen verantwortet die WTE auch den Anlagenbetrieb. In Summe werden die Abwässer von rund 18,8 Mio. Menschen mit Anlagen der WTE gereinigt und dem Wasserkreislauf wieder zugeführt.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor. Der Prozentwert bedeutet, dass 89 % der Schadstoffe abgebaut werden konnten.

Der Kreislauf der Abwasserentsorgung

Wie Abfallprodukte der Abwasserbehandlung zu Energie werden und das gereinigte Wasser den Trinkwasserkreislauf aufrecht erhält.

Die Abwasserentsorgung ist essentiell für die Aufrechterhaltung des Wasserkreislaufs und damit auch für die Sicherstellung der Versorgung mit Trinkwasser. Der Einsatz neuester Technologien ermöglicht es der EVN Tochter WTE nun, die in der Vergangenheit unliebsamen Nebenprodukte der Abwasser- und Abfallverwertung einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Mittels vier verschiedener Technologien erschließt die WTE dabei erneuerbare Energieträger.

Blockheizkraftwerke

Der Betrieb von Abwasserkläranlagen erfordert große Mengen an Energie. Als Module in die Reinigungsanlagen integriert, ermöglichen Blockheizkraftwerke einen nahezu energieautarken Betrieb der Anlagen. Das Biogas, das nach Klärprozess und Schlammbehandlung gewonnen wird, wird durch Verbrennung entweder in Strom, der für den Betrieb der Anlage genutzt wird, oder in Wärme, die zur Klärschlammtrocknung eingesetzt wird, umgewandelt.

Thermische Abfallverwertung

Die thermische Verwertung von Abfällen hat sich als ökologisch sinnvolle Lösung zur Energiegewinnung erwiesen. Aus der Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, gewinnt die EVN Umwelt Fernwärme für den Betrieb von Heizungen, für die Aufbereitung von Warmwasser sowie Heißwasser, dessen Dampf dem Antrieb von Turbinen dient.

Klärschlammverbrennung

Die EVN Tochter WTE setzt ein Verfahren zur Verwertung des Klärschlamms ein, der bei der biologischen Reinigung von Abwässern anfällt. Der Klärschlamm wird getrocknet. Bei der anschließenden Verbrennung entsteht Wärme, die für den energieautarken Betrieb der Anlage, zur Klärschlammtrocknung, zur Erzeugung von Heißwasser für den Turbinenantrieb mit Wasserdampf oder zur Gewinnung von Fernwärme genutzt werden kann.

Abwasseraufbereitung

Auch der Einsatz von Wärmetauschern ist für die EVN Tochter WTE eine Möglichkeit, die Wärme, die bei der Abwasserreinigung entsteht, in Energie umzuwandeln. Diese wird wiederum für den Anlagenbetrieb verwendet oder in das öffentliche Netz geleitet. Erste Versuchsprojekte wurden bereits kalkuliert.

Vorzeigeprojekt: Die energieerzeugende Abwasserbehandlungsanlage Mia Milia/Haspolat

Im April 2014 wurde in Zyperns Hauptstadt Nikosia eine der größten Membranbelebungsanlagen Europas eröffnet. Für den Bau sowie den 10-jährigen Betrieb der Anlage zeichnet die EVN Tochter WTE verantwortlich. Die Anlage, die eine Kapazität für die Reinigung der Abwässer von rund 270.000 Einwohnern hat, erzeugt durch die eingesetzten Schlammbehandlungs- und Faulungsmethoden Biogas. Dieses wird anschließend in Blockheizkraftwerken zur Energie- und Wärmeerzeugung eingesetzt.

Unternehmen und Ressourcen

Die EVN ist ein führendes international tätiges, börsenotiertes Energie und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland.

In Summe ist die EVN aktuell in 16 Ländern tätig und beschäftigte im Geschäftsjahr 2013/14 durchschnittlich 7.314 Mitarbeiter. Die Hauptgeschäftsstandorte der EVN mit jeweils mehr als 100 Mitarbeitern sind Österreich, Bulgarien, Mazedonien und Deutschland. Die beiden wesentlichen Geschäftszweige der EVN sind das nationale und internationale Energiegeschäft (Energieerzeugung, Netzbetrieb inklusive Kabel-TV und Telekommunikation und Energieversorgung) und das Umweltgeschäft (Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung), ergänzt um strategische Beteiligungen. Zu Steuerungszwecken ist die EVN dabei in sechs Segmente gegliedert, die auch der IFRS-Berichterstattung entsprechen: Erzeugung, Energiehandel und -vertrieb, Netzinfrastruktur Inland, Energieversorgung Südosteuropa, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.

GRI-Indikatoren: Organisationsprofil: Überblick Produkte (G4-4), Hauptsitz der Organisation (G4-5), Überblick wichtigste Standorte (G4-6), Größe der Organisation (G4-9)

Segmente

Energiegeschäft Umweltgeschäft Sonstige Geschäfts
aktivitäten
Erzeugung Energiehandel
und ­vertrieb
Netzinfrastruktur
Inland
Energieversorgung
Südosteuropa
Umwelt Strategische
Beteiligungen und
Sonstiges

Kernmärkte im Energiegeschäft

Strom­ und
Gasnetze
Strom
versorgung
Erdgas
versorgung
Wärme
versorgung
Wasserkraft Windkraft Photo voltaik Bio masse Wärmekraft
Österreich
Bulgarien
Mazedonien
Kroatien
Deutschland 1) 2)
Albanien 3)

1) EVN Anteil: 13 %

2) EVN Anteil: 49 %

3) EVN Anteil: 50 %

Regionale Abdeckung im Energiegeschäft

Energiegeschäft

Die EVN setzt auf ein integriertes Geschäftsmodell und deckt damit die gesamte Wertschöpfungskette im Energiegeschäft ab. Dies umfasst die Erzeugung von Energie, den Betrieb von Netzen zur Übertragung von Energie und die Lieferung von Energie an die Endkunden. Dabei ist die EVN – mit unterschiedlichen Schwerpunkten in ihren verschiedenen Märkten – in den Bereichen Strom, Erdgas und Wärme tätig. Während in Niederösterreich sämtliche Leistungen in diesen Bereichen angeboten werden, betreibt die EVN in Bulgarien und Mazedonien Stromnetze und versorgt Endkunden mit Elektrizität, in Bulgarien wird zusätzlich auch Wärme an Endkunden geliefert. In Kroatien wiederum ist die EVN im Verkauf von Erdgas an Endkunden und in Deutschland im Energievertrieb über die EnergieAllianz sowie mit dem Betrieb eines Kohlekraftwerks aktiv. In Albanien trägt die EVN durch den Betrieb des Wasserkraftwerks Ashta zur nationalen Energieversorgung bei.

Energieerzeugung

Die EVN verfügt über einen ausgewogenen Mix an Energieerzeugungskapazitäten. In Österreich kommen dabei thermische Kraftwerke auf Basis von Erdgas und Steinkohle sowie Anlagen zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Quellen (Wasser-, Windkraft, Sonnenenergie) zum Einsatz. Dieser Verfügbarkeitsmix sowohl von

Stromerzeugungskapazitäten der EVN Kraftwerke MW 30.09.2014 30.09.2013
Erneuerbare Energie 563 550
davon Wasserkraft1) 306 307
davon Windkraft 213 200
davon Photovoltaik 5 3
davon Biomasse 13 13
davon Sonstige 2) 26 26
Wärmekraft3) 1.677 1.487
davon Erdgas 1.038 1.088
davon Kohle 639 398
Gesamt 2.240 2.037

1) Inkl. Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen an den

Kraftwerken Nußdorf in Wien und Ashta in Albanien sowie an der Verbund-Innkraftwerke GmbH

2) Beinhaltet zwei klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerksanlagen in Moskau

3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien; Umstellung der Darstellung der thermischen Kraftwerkskapazitäten im Geschäftsjahr 2013/14 von Bruttoleistung auf Nettoleistung

thermischen Erzeugungsanlagen als auch von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energieträger ist wesentlich, um den Bedarf der Kunden jederzeit verlässlich abdecken zu können. Ein wichtiger Aspekt besteht dabei darin, die volatile Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen durch planbare und kurzfristig verfügbare Einspeisemengen aus konventionellen Anlagen zu ergänzen. Diese Stabilität wird insbesondere durch die thermischen Kraftwerke (Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg, Kohlekraftwerke Dürnrohr und Duisburg-Walsum) und Wasserkraft aus den fünf Pumpspeicherkraftwerken der EVN sichergestellt. Der Verkauf der erzeugten Energie erfolgt in Österreich grundsätzlich zu Marktpreisen, während die Preise in Südosteuropa überwiegend reguliert sind; daneben gelten für Windkraft- oder Photovoltaikanlagen in Österreich geförderte Einspeisetarife für einen Zeitraum von jeweils 13 Jahren. In Bulgarien produziert die EVN Strom in acht Windkraftanlagen sowie in zwei Photovoltaikanlagen. Für Windstrom bestehen hier geförderte Einspeisetarife für jeweils zwölf Jahre, Strom aus Photovoltaikanlagen kann über 20 Jahre zu geförderten Tarifen ins Netz eingespeist werden. In Mazedonien wird in elf Kleinwasserkraftwerken Strom erzeugt, der Verkauf des erzeugten Stroms erfolgt zu Marktpreisen.

  • Für Details zu den Erzeugungskapazitäten aus erneuerbarer Energie siehe Seite 24
  • GRI-Indikator: Installierte Kapazität (EU1)

Netzbetrieb

Zur Übertragung von Strom und Erdgas betreibt die EVN Stromnetze in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien sowie Gasnetze in Niederösterreich und Kroatien. Der Betrieb dieser Netze unterliegt einem regulierten Geschäftsmodell. Dabei werden die Tarife, die ein Netzbetreiber für die Durchleitung von Strom und Erdgas in Rechnung stellen darf, vom jeweiligen Regulator festgelegt. Der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen, insbesondere der Windkraft- und Photovoltaikanlagen, stellt die Netzstabilität durch die hohe Volatilität der erzeugten Strommengen vor große Herausforderungen.

Zusätzlich zur Strom- und Gasübertragung umfasst das Netzgeschäft auch das Angebot von Kabel-TV-, Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen in Niederösterreich und im angrenzenden Bundesland Burgenland.

1) Davon 291.844 MWh Eigenerzeugung in Bulgarien (Cogenerationanlage)

EVN Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern in %

1) Umfasst Stromerzeugung aus Biomasse, Photovoltaik und sonstige erneuerbare Energieträger

2) Davon 135.314 MWh Eigenerzeugung in Mazedonien (Wasserkraftanlagen)

GRI-Indikator: Erzeugte Energie nach Quelle (EU2)

Energieverteilung/Netzgeschäft (EU4) 30.09.2014
Stromnetze
Leitungslänge 137.250 km
Kundenanlagen 3.308.000
Absatz 2013/14 20.908 GWh
Erdgasnetze1)
Leitungslänge 13.897 km
Kundenanlagen 292.400
Absatz 2013/14 14.143 GWh
Sonstige2)
Kundenanlagen Kabel-TV und Telekommunikation 219.000
1) In Österreich und Kroatien

2) In Österreich

Energieversorgung

Die Lieferung von Strom an Endverbraucher erfolgt in Österreich im Rahmen des seit 2001 liberalisierten Strommarkts; der Erdgasmarkt ist seit 2002 liberalisiert. Die Preise werden somit aufgrund des Prinzips von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Bereitstellung von Wärme zu wettbewerbsfähigen Preisen aus über 60 Biomasseanlagen, die die EVN zu Österreichs größtem Naturwärmeversorger machen, rundet das Energieangebot ab. Neben einer breiten Palette an Tarifmodellen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind, bietet die EVN ihren Kunden eine Vielzahl von Energiedienstleistungen aus einer Hand. Dank ihres attraktiven Leistungs- und Serviceportfolios wird die Marke EVN insbesondere im Heimmarkt Niederösterreich sehr positiv wahrgenommen. Dies bildet die Grundlage für die ausgeprägte Loyalität ihrer Kunden ist und macht die EVN zum Marktführer in Niederösterreich. In Südosteuropa befinden sich die Energiemärkte auf dem Weg zur Liberalisierung. So wurde der Markt für Industriekunden in Bulgarien und

Wer auch morgen quellfrisches Trinkwasser liefern will

Auch wenn es für uns noch selbstverständlich scheint – reines Wasser ist überaus wertvoll. Und es gibt kein hochwertiges Trinkwasser ohne verantwortungsvollen Umgang mit allen natürlichen Wasserreserven. In unserem eigenen Interesse – und dem künftiger Generationen.

sollte bereits heute an den gesamten Wasserkreislauf denken

Mazedonien bereits liberalisiert, während Haushaltskunden noch zu regulierten Preisen versorgt werden. In Bulgarien, wo die EVN auch Wärme aus ihrer Cogenerationanlage in Plovdiv an ihre Kunden liefert, werden die Tarife vom Regulator festgelegt.

Die EVN versorgt in Niederösterreich rund 1 Mio. Strom-, Erdgasund Wärmekunden, in Bulgarien rund 1,7 Mio. Strom- und Wärme kunden sowie in Mazedonien etwa 800.000 Stromkunden. Das Erdgasversorgungsgeschäft entlang der dalmatinischen Küste Kroatiens befindet sich derzeit im Aufbau; erste Kunden wurden bereits an das Netz angeschlossen.

Energieversorgung 30.09.2014
Strom
Absatz 2013/14 19.317 GWh
Erdgas
Absatz 2013/14 5.383 GWh
Wärme
Leitungslänge 705 km
Kundenanlagen 81.900
Absatz 2013/14 1.991 GWh

Umweltgeschäft

Das Umweltgeschäft ist das zweite Standbein der EVN, wobei dieses in drei Bereiche gegliedert ist: Wasserversorgung, Müllverbrennung und internationales Projektgeschäft. In Niederösterreich versorgt die EVN hier mehr als 500.000 Menschen direkt oder indirekt mit Trinkwasser. Viele Gemeinden vertrauen der EVN, die sich als verlässlicher Strom-, Erdgas- und Wärmelieferant eine hohe Reputation erarbeitet hat, ihre Wassernetze an, da sie diese allein nicht mehr effizient betreiben können. Die EVN verzeichnet dadurch in diesem Bereich stetiges Wachstum. Beim Betrieb einer Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr wird nicht nur durch Einsatz modernster Technik ein wesentlicher Beitrag zur Abfallverwertung erzielt; die durch den Verbrennungsprozess produzierte Wärme wird zur Versorgung der EVN Kunden in der Landeshauptstadt St. Pölten verwendet. Über die Tochtergesellschaft WTE hat die EVN mehr als 100 internationale Projekte in den Bereichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung in 18 Ländern West-, Ost- und Südosteuropas umgesetzt. Dabei konzipiert und errichtet die EVN die Anlagen zunächst und übernimmt auf Wunsch des Kunden nach Fertigstellung auch die Betriebsführung. In manchen Fällen wird zudem die Finanzierung abgedeckt. Auftraggeber für die Projekte sind in der Regel Städte und Gemeinden in den genannten Regionen, die Auftragsakquisition erfolgt im Rahmen von Ausschreibungen im internationalen Wettbewerb.

Wasserver­ und Abwasserentsorgung 30.09.2014
Wasserversorgung in Österreich
Kunden 503.900
davon direkt versorgt 87.000
Leitungslänge 2.483 km
Absatz 2013/14 27,4 Mio. m3
Wasserver­ und Abwasserentsorgung in
Mittel­, Ost­ und Südosteuropa
Trink- und Abwasserprojekte 108
davon fertiggestellt 96
davon installierte Trinkwasserkapazität 1.183.500 EW1)
davon installierte Abwasserkapazität 16.182.000 EW1)

1) Einwohnerwert (EW): Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

Thermische Abfallverwertung 30.09.2014
Österreich
Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr – Jahreskapazität 500.000 t
International
Anlage in Moskau – Jahreskapazität 360.000 t

Strategische Beteiligungen

Die strategischen Beteiligungen der EVN stellen eine sinnvolle Erweiterung der vertikalen Wertschöpfungskette dar. Mit den Beteiligungen an der Verbund AG und an der Burgenland Holding AG, die ihrerseits 49 % an der Energie Burgenland AG hält, profitiert die EVN von der Konzentration dieser Unternehmen auf die Stromerzeugung aus den erneuerbaren Quellen Wasser und Wind. Die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) wiederum bietet der EVN ein wertvolles Standbein in der Öl- und Gasexploration sowie im Gasspeichergeschäft in Österreich.

Strategische Beteiligungen 30.09.2014
Verbund AG (EVN WEEV Beteiligungs GmbH) –
Stromproduktion, -handel und -transport
12,63 %
Burgenland Holding Aktiengesellschaft
(Energie Burgenland AG) –
regionale Strom- und Gasversorgung
73,60 %
RAG-Beteiligungs-AG (Rohöl-Aufsuchungs AG) –
Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung
50,03 %

GRI-Indikatoren: Organisationsprofil: Marken, Produkte und Dienstleistungen (G4-3)

Trinkwasser
versorgung
Abwasserbehandlung
Bahrain
Deutschland
Kroatien
Montenegro
Österreich1)
Polen
Rumänien
Russland2)
Serbien
Slowenien
Tschechien
Türkei
Zypern

1) Thermische Abfallverwertung, Trinkwasserversorgung

2) Thermische Abfallverwertung

GRI-Indikator: Märkte (G4-8)

34

Strategie und Leitwerte

Leitbild und werte

Unsere Vision und Mission sowie das Unternehmensleitbild und die Leitwerte der EVN bilden die Basis für unsere langfristige Strategie.

Unsere Vision

Als Energie- und Umweltdienstleister deckt die EVN täglich wesentliche Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden und trägt durch ihre verlässliche und hochwertige Leistung nachhaltig zu deren Lebensqualität bei. Wir wollen die von unseren Kundinnen und Kunden gewohnte Versorgungsicherheit auch in Zukunft sicherstellen. Dabei hat umwelt- und klimaschonendes Handeln zentrale Bedeutung für uns. Denn nur so sind wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich.

Unsere Mission

Bei der Verwirklichung unserer Vision berücksichtigen wir die Bedürfnisse aller Stakeholder unseres Unternehmens.

Unseren Kundinnen und Kunden bieten wir wettbewerbsfähige Preise und höchste Qualität bei Produkten und Serviceleistungen. Für unsere Aktionärinnen und Aktionäre streben wir eine nachhaltige Wertsteigerung an. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schaffen wir attraktive Arbeitsbedingungen. Mit unseren Stakeholdern pflegen wir einen aktiven Dialog. Dies trägt ebenso zu hoher gesellschaftlicher Akzeptanz bei wie unser Fokus auf partnerschaftliche Beziehungen zu unseren Lieferanten.

Umwelt- und Klimaschutz spielt für uns bei alldem eine zentrale Rolle. Wir setzen auf profundes Know-how, hohe Effizienz, modernste Infrastruktur und stetige Innovationsbereitschaft, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und eine kontinuierliche Verminderung der CO2-Emissionen sicherzustellen. Damit schaffen wir nachhaltige Leistung in der Strom-, Erdgas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Ausgehend von Niederösterreich hat die EVN ihre Geschäftsaktivitäten auf die dynamische Region Mittel- und Südosteuropa ausgeweitet und strebt durch Anwendung ihrer bewährten Prinzipien und Werte auch in ihren neuen Märkten langfristigen Erfolg an.

Zur Erfüllung unserer Mission haben wir ein Wertegerüst entwickelt, das flächendeckend für den gesamten Konzern verbindlich ist. Seine einzelnen Bestandteile werden in der Folge dargestellt.

Unsere Leitwerte

Die Leitwerte und das Führungsleitbild der EVN orientieren sich an den Begriffen "ensure, encourage, enable" ("sichern, ermutigen, ermöglichen"). Damit definiert die EVN klar nach innen und nach außen, wie sie auftreten möchte und wie sie von ihren Stakehol-

Unsere Leitwerte

Wir sichern Qualität und Unternehmenserfolg.

  • Wir stehen für Kontinuität und Sicherheit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind leistungsbereit, kompetent, verlässlich und qualitätsbewusst.
  • Jeder stellt mit seinem Beitrag sicher, dass unsere Kunden bestmöglich mit Energie- und Umweltdienstleistungen im Sinn unserer Strategie versorgt sind.
  • Durch diese Haltung ermöglichen wir als Konzern ein gesundes Wachstum.

Wir ermutigen Menschen.

  • Wir ermutigen Menschen durch die Art, wie wir denken und handeln.
  • Gute Stimmung und ein positives Klima sind für unseren Geschäftserfolg genauso wichtig wie für die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Menschen, die Freude am Lernen haben und die wenn notwendig – auch konstruktive Kritik üben, sind bei uns richtig.

Wir machen die Zukunft möglich.

  • Wir reden nicht nur, wir machen Dinge möglich.
  • Wir gehen dabei stets den korrekten und lösungsorientierten Weg.
  • Was immer wir tun, wir haben die Umwelt, aus der wir Energie gewinnen, im Blick.
  • Nachhaltigkeit ist uns in allen Bereichen ein wichtiges Anliegen.

dern wahrgenommen werden will. Die Verfügbarkeit der Leitwerte in Deutsch, Englisch, Bulgarisch und Mazedonisch soll ihre internationale bzw. konzernweite Verbindlichkeit verdeutlichen und betont zugleich den Fokus auf die Kernmärkte der EVN.

Das Führungsleitbild ist im Internet unter www.evn.at/EVNGroup/Verantwortung/Mitarbeiterinnen/Grundsatz/Grundsatze.aspx abrufbar.

EVN Verhaltenskodex

Der EVN Verhaltenskodex enthält über geltendes Recht hinausgehende Unternehmensgrundsätze und Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns. Als verbindliche Grundlage dient er der Orientierung bei der täglichen Arbeit und zielt auf Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern ab. Gezielt fördert er damit auch eigenverantwortliches Handeln.

Der Verhaltenskodex der EVN ist abrufbar unter: www.evn.at/verhaltenskodex.aspx.

Integritätsklausel für Lieferanten

Die EVN wendet gegenüber ihren Lieferanten eine Integritätsklausel an, die unter anderem Richtlinien für nachhaltige Beschaffung enthält sowie Aufgaben und Pflichten der Lieferanten definiert.

Die Integritätsklausel ist unter www.evn.at/Integritaetsklausel abrufbar.

Umweltleitbild

Das Umweltleitbild der EVN umfasst folgende Zielsetzungen:

  • Minimierung der Umweltbeeinflussung
  • Nachhaltigkeit
  • Verbesserung der Umweltleistung
  • Modernste Umwelttechnik
  • Ressourcenschonung und Klimaschutz
  • Landschaftsschutz
  • Abfallmanagement
  • Energieberatung
  • Mitarbeitermotivation
  • Das Umweltleitbild ist im Internet unter www.evn.at/EVNGroup/Verantwortung/Okologie.aspx abrufbar.
  • GRI Indikator: Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (G4-56)

Kurz und mittelfristige Umsetzung der Strategie: Konsolidierung und selektives Wachstum

Die EVN setzt im Energiegeschäft auf ihr bewährtes integriertes Geschäftsmodell, das die Bereiche Erzeugung, Netzbetrieb sowie Energiehandel und -vertrieb umfasst (siehe auch Seite 30ff). Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf den Energiemärkten strebt die EVN die Konsolidierung der Geschäftstätigkeit in ihren Kernmärkten an. Zu diesen zählen – jeweils in unterschiedlicher Wertschöpfungs-tiefe – Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Gleichzeitig werden die begonnenen Aktivitäten in Kroatien zeitlich optimiert fortgesetzt. Laufende Effizienzsteigerungen auf sämtlichen Wertschöpfungsebenen bilden ein wesentliches Element dieses Konzepts. Innerhalb dieses Konsolidierungspfades liegt das Hauptaugenmerk der EVN auf der Gewährleistung der Versorgungssicherheit, die auch in der Wesentlichkeitsmatrix einen hohen Stellenwert einnimmt. Mit dem kontinuierlichen Ausbau und der Verbesserung der Energienetze begegnet die EVN den aktuellen Herausforderungen, die neben regulatorischen Bestimmungen auch vom Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten in ihrem Netzgebiet geprägt sind.

In der Stromproduktion hat sich die EVN eine Eigenerzeugungsquote von 30 % zum Ziel gesetzt. Gemeint ist damit der Anteil des verkauften Stroms, der mit eigenen Anlagen erzeugt bzw. durch Strombezugsrechte abgedeckt werden kann. Aktuell beläuft sich dieser Wert auf 22,8 % (Vorjahr: 18,3 %). Mit Inbetriebnahme des Windparks Prellenkirchen IV sowie des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum konnte im Berichtszeitraum ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Eigenerzeugungsquote gesetzt werden. Die Quote der Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern soll von derzeit 42,5 % auf 50 % angehoben werden. Neben dem forcierten Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich werden auch regionale Projekte im Bereich der Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik einen Beitrag liefern. Durch den Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt die EVN sowohl ihre ökonomische als auch ihre ökologische Verantwortung wahr und trägt zudem zur Sicherstellung der Energieversorgung bei.

GRI-Indikator: Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage (EU10)

Im Umweltgeschäft ist die Strategie der EVN auf kontinuierliches Wachstum in der Wasserversorgung in Niederösterreich und den nachhaltigen Betrieb der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr ausgerichtet. Internationale Projekte werden auf selektiver Basis und unter Absicherung politischer Risiken umgesetzt.

EVN Wesentlichkeitsmatrix 2014

Die Y-Achse zeigt die Einschätzung unserer externen Stakeholder; d. h. wie wichtig ("wesentlich") bestimmte Themen aus Sicht externer Experten eingeschätzt werden. Auf der X-Achse findet sich wiederum die interne Einschätzung der EVN. Somit sind beispielsweise "Versorgungssicherheit" und "Kunde/-in im Fokus" zwei Handlungsfelder, die sowohl intern als auch extern als sehr wesentlich für die EVN eingeschätzt werden.

Die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen sichern stetiges und nachhaltiges Wachstum in den Kernmärkten der EVN. Dadurch bedingt ergeben sich weiterhin stabile Cash Flows, die zu einer weiteren Optimierung des Working Capital beitragen. Mit dieser Strategie stellt die EVN die Finanzierung ihrer Investitionen sicher und gewährleistet eine stabile Dividendenpolitik. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der EVN liegt in Niederösterreich. Im Vordergrund stehen dabei die Aufrechterhaltung des hohen Standards der Strom- und Gasnetze, der weitere Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen sowie die Trinkwasserversorgung.

Die Details zu den Investitionsprojekten entnehmen Sie bitte den operativen Highlights auf Seite 15.

Laufender Abgleich der Konzernstrategie mit den Stakeholderinteressen

Die Aktualität und Relevanz der strategischen Handlungsfelder der EVN wird durch regelmäßigen Austausch mit den internen und externen Stakeholdern des Unternehmens überprüft. Zur Systematisierung und Strukturierung der Stakeholderbeziehungen führt die EVN regelmäßig auch Stakeholderbefragungen durch. Die jüngste Befragung im Frühjahr 2014 führte zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix, die nun die folgenden sechs zentralen Handlungsfelder beinhaltet:

1. Versorgungssicherheit

steht für eine verlässliche Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser. Dabei spielen der Ausbau der Erzeugungskapazität, hohe technische Netzqualität, die Integration von erneuerbaren Energieträgern (unter anderem durch das Anbieten von Speicherlösungen), ein flexibler Erzeugungsmix sowie die Vorbereitung auf Krisensituationen eine bedeutende Rolle.

2. Kunden im Fokus

steht für hohe Kundenzufriedenheit auf Basis einer fairen und transparenten Preis- und Leistungsgestaltung sowie verständliche und sinnvolle Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Strom, Erdgas, Wärme und Wasser.

3. Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

steht für eine betriebswirtschaftlich ausgerichtete Geschäftstätigkeit, die Anpassung an ein dynamisches Umfeld durch gezielte Innovationen, eine wertorientierte Investitionsstrategie, eine stabile Dividendenentwicklung sowie Fairness und Transparenz.

4. Verantwortungsvoller Arbeitgeber

steht für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, eine verantwortungsvolle Personalentwicklung, die Förderung von Gesundheit und Arbeitssicherheit, offene Kommunikation, Work-Family-Balance, Aus- und Weiterbildung sowie Vielfalt und Chancengleichheit.

5. Umweltschutz und Ressourcenschonung

steht für umweltschonende Energie-, Wasser- und Abfalldienstleistungen, die systematische Verbesserung der Umweltauswirkungen sowie eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung von Energie und Ressourcen.

6. Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

steht für den Ausbau erneuerbarer Energien die Minimierung der Umweltbeeinträchtigungen, Effizienzsteigerung sowie Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten.

  • GRI Indikatoren: Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb und außerhalb der Organisation (G4-20 und -21)
  • Für Details zur Stakeholderbefragung 2014 sowie zum Stakeholdermanagement der EVN siehe Seite 50ff.
  • Das aktuelle CSR-Programm findet sich ab Seite 233 dieses Berichts sowie auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/CSRStrategie/CSRMaßnahmenprogramm.
  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix inklusive Erläuterungen ist abrufbar unter www.evn.at/CSRStrategie/ CSRWesentlichkeitsmatrix.

Erfolgs und Einflussfaktoren

Wesentliche Grundlagen für die Gewährleistung von Versorgungssicherheit – das für die EVN im Verhältnis zu ihren Stakeholdern zentrale strategische Handlungsfeld – und den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Gruppe sind die Stabilität und die Effizienz der Energieübertragungsnetze. Deren kontinuierliche Verbesserung ist daher ein strategischer Investitionsschwerpunkt der EVN. In Südosteuropa werden durch die Modernisierung des Netzes und die Umsetzung von Maßnahmen gegen Stromdiebstahl die Netzverluste weiterhin nachhaltig reduziert. Die Ergebnisse im Netzgeschäft hängen zudem maßgeblich vom regulatorischen Umfeld und vom Tarifsystem ab.

In der Energieerzeugung gewährleistet die EVN die Versorgungssicherheit durch eine ausgewogene Eigenerzeugungsquote sowie einen flexiblen Erzeugungsmix aus thermischen und erneuerbaren Kapazitäten. Angesichts des hohen Stellenwerts der strategischen Handlungsfelder "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" sowie "Umwelt- und Ressourcenschonung" in der EVN Wesentlichkeitsmatrix kommt dabei besonders dem Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen sowie laufenden Effizienzsteigerungen in Erzeugung und Transport zentrale Bedeutung zu. Die Ergebnisse aus der thermischen Erzeugung hängen von der Entwicklung der Primärenergiepreise und dem Absatzpreis auf dem europäischen Strommarkt ab. In der Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wiederum werden die Ergebnisse preisseitig durch die regulierten Einspeisetarife und mengenmäßig durch die Wasserführung bzw. das Winddargebot beeinflusst. Durch die laufende Analyse aller relevanten Einflussfaktoren nutzt die EVN Optimierungspotenziale in der Eigenerzeugung aktiv.

Im Strom- und Erdgashandel wendet die EVN verschiedene Absicherungsstrategien an, um der Volatilität auf den Primärenergie-, Strombeschaffungs- und Stromabsatzmärkten zu begegnen. Dabei gewährleistet das integrierte Geschäftsmodell der EVN – insbesondere die flexibel einsetzbare Eigenerzeugung – eine natürliche Absicherungsposition im Stromgeschäft. Die Ergebnisse aus der Produktion von Wärme aus Biomasse hängen von den Einstandskosten des biogenen Brennmaterials ab. Durch die Bindung der Absatzpreise an öffentlich erhobene Indizes werden die Verkaufspreise wertgesichert. Die Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme ist temperaturabhängig. Die größten Absatzvolumina entfallen dabei auf die Wintermonate.

Im Umweltgeschäft ist im Bereich der Trinkwasserversorgung die Versorgungssicherheit mit frischem Wasser maßgeblich. Dabei stehen die Verbindung von Quellen und Brunnenfeldern sowie der Bau von Naturfilteranlagen zur Qualitätssteigerung unter Anwendung modernster Techniken und Umweltstandards im Vordergrund, um eine nachhaltige, qualitativ hochwertige Versorgung langfristig und zu fairen Preisen sicherzustellen. Im internationalen Projektgeschäft ist die Nachfrage nach Projektlösungen von der Finanzierbarkeit durch die öffentlichen Auftraggeber beeinflusst. Dank ihrer breiten internationalen Ausrichtung und der erfolgreichen Umsetzung von über 100 Projekten wird die EVN in diesem Markt als anerkannter Anbieter wahrgenommen, der Projekte im Bereich der kommunalen Abwasserentsorgung, Trinkwasseraufbereitung oder thermischen Müllververwertung in Mittel-, Südost- und Osteuropa kompetent abwickeln kann. Die EVN agiert als Generalunternehmer, der für die Planung und schlüsselfertige Errichtung der Anlagen verantwortlich

ist, und kann auf Wunsch des Auftraggebers auch die Betriebsführung übernehmen. In so genannten "PPP-Modellen" (Public Private Partnership) arrangiert die EVN auch die Finanzierung, ohne jedoch das wirtschaftliche Risiko der Anlage zu übernehmen.

Die strategischen Beteiligungen der EVN leisten einen wesentlichen und wertvollen Beitrag zur vertikalen Integration des Konzerns sowie zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit bei Strom und Erdgas. Insbesondere gilt dies hinsichtlich der Stromproduktion für die Beteiligungen an der Verbund AG und den Verbund Innkraftwerken. Gerade in Zeiten internationaler Krisen mit direktem Bedrohungspotenzial für die Erdgasversorgung kommt der Erdgasspeicherung in Österreich wesentliche Bedeutung zu. Mit der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) hat die EVN in ihrem Portfolio solche Erdgasspeicher in Österreich.

Finanzstrategie

Als Versorgungsunternehmen mit hoher Verantwortung gegenüber allen seinen Stakeholdern sieht sich die EVN auch im Bereich ihrer Finanzierung dem Grundsatz größter Solidität und möglichst weitgehender Risikominimierung verpflichtet.

Zur Erreichung der finanzwirtschaftlichen Zielsetzungen orientiert sich das Management der EVN an den folgenden Finanzkennzahlen:

Finanzkennzahlen 30.09.2014 30.09.2013
Eigenkapitalquote 38,5 % 43,2 %
Net Debt Coverage (FFO)
(Schuldendeckungsgrad)
41,3 % 38,3 %
Interest Cover (FFO) 8,1 x 8,8 x
Ausschüttungsquote 65,3 %

Die Fremdkapitalstruktur der EVN ist auf die Langfristigkeit der genutzten Finanzierungsinstrumente, die Ausgewogenheit der Fälligkeiten und die Diversifikation der Kapitalgeber bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungskosten ausgerichtet. Kapitalmarktfinanzierungen sind dabei von besonderer Bedeutung, da sie der EVN lange Laufzeiten zu attraktiven Konditionen ermöglichen und gleichzeitig die Unabhängigkeit von den Kreditmärkten erhöhen. So entfielen rund 42,9 % der zum 30. September 2014 aushaftenden Finanzverbindlichkeiten auf Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen. Wesentliche Voraussetzungen für den Kapitalmarktzugang sind die externen Ratings und die Rahmendokumentation für Kapitalmarktfinanzierungen (Debt-Issuance-Programm).

Die Planbarkeit des künftigen Schuldendiensts und die Minimierung finanzierungsspezifischer Risiken sind weitere Zielsetzungen für das Finanzmanagement. Etwaige Fremdwährungsfinanzierungen werden daher bei Vertragsabschluss gegen Wechselkursänderungsrisiken abgesichert. Der Planbarkeit des künftigen Schuldendiensts wird durch einen hohen Anteil an fix verzinsten Finanzierungen Rechnung getragen.

Im Kreditbereich arbeitet die EVN mit österreichischen und internationalen Banken sowie mit multilateralen Finanzinstituten zusammen; so wurde beispielsweise im November 2013 mit der Europäischen Investitionsbank ein Kreditvertrag über 150 Mio. Euro für den Ausbau der Netzinfrastruktur in Niederösterreich mit einer Laufzeit von 25 Jahren abgeschlossen.

Der kurzfristige Finanzierungsbedarf der EVN war zum Bilanzstichtag durch Kreditzusagen im Gesamtausmaß von 575,0 Mio. Euro abgesichert. Diese Kreditzusagen dienen primär als Liquiditätsreserve zur Absicherung der finanziellen Flexibilität und waren im Geschäftsjahr 2013/14 nicht genutzt. Konkret handelt es sich um bilaterale Kreditzusagen von insgesamt sechs Banken im Gesamtausmaß von 175,0 Mio. Euro mit Restlaufzeiten von bis zu fünf Jahren sowie um eine syndizierte, revolvierend ausnutzbare Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro. Die syndizierte Kreditlinie wurde im Juli 2014 vor dem Hintergrund des attraktiven Marktumfelds durch Vereinbarung mit einem Konsortium aus zwölf internationalen Banken vorzeitig refinanziert. Die neue Kreditvereinbarung hat eine Laufzeit von fünf Jahren und enthält eine zweimalige Verlängerungsoption um jeweils ein Jahr. Die Refinanzierung wurde auch dazu genutzt, den ursprünglichen Kreditbetrag von 500,0 Mio. Euro auf 400,0 Mio. Euro zu reduzieren und damit an den geringeren Finanzierungsbedarf der EVN anzupassen.

Sowohl die Mittelaufnahme als auch die Veranlagung der liquiden Mittel erfolgt für den Konzern zentral über die EVN AG. Operativ werden das Cash Pooling und die konzerninterne Finanzierung über zwei Finanzierungsgesellschaften, die EVN Finanzservice GmbH und die EVN Projektmanagement GmbH, gesteuert. In Ausnahmefällen, beispielsweise aus Risikoüberlegungen oder zur besseren Nutzung von Absicherungsinstrumenten gegen politische Risiken, erfolgen Kreditaufnahmen auch direkt durch Konzerngesellschaften, jedoch durchwegs in enger Abstimmung mit der Konzernfunktion Finanzwesen.

  • Eine Beschreibung der Finanztransaktionen des Berichtsjahres und der Bilanzstruktur findet sich ab Seite 115 dieses Ganzheitsberichts.
  • Eine detaillierte Übersicht der langfristigen Finanzverbindlichkeiten enthält der Konzernanhang auf Seite 193f.

Rating

Die EVN nutzt regelmäßig die Dienstleistungen der beiden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's. Ihre Ratings eröffnen der EVN auf Basis unabhängiger Bonitätseinstufungen einen flexiblen Zugang zu bankenunabhängigen Kapitalmarktfinanzierungen zu attraktiven Konditionen und langen Laufzeiten.

Die strukturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Energiesektors schlagen sich auch in den Ratingeinschätzungen für die europäischen Versorgungsunternehmen nieder. So beeinflussen dämpfende Faktoren wie der anhaltende Druck auf die Erzeugungsmargen naturgemäß auch die Bonitätseinstufungen der EVN. Umgekehrt wirkt aber insbesondere das stabile und im Netzbereich regulierte Kerngeschäft im niederösterreichischen Heimmarkt positiv auf die Ratings. Die Ratings beider Agenturen für die EVN blieben im Geschäftsjahr 2013/14 weitgehend unverändert: Standard & Poor's bestätigte im April und im Juli 2014 das Rating BBB+ mit stabilem Ausblick, ebenso behielt Moody's im Juli die Gesamteinschätzung A3 bei, senkte jedoch den Ausblick von stabil auf negativ.

Die Zielsetzung einer Beibehaltung der Ratings im guten Investment-Grade-Bereich ist damit erfüllt.

Value Management

Die langfristige Steigerung des operativen Wertbeitrags bildet einen der wesentlichen Grundpfeiler der Unternehmensführung der EVN. Gemessen wird dieser Wertbeitrag bei der EVN mithilfe des Economic Value Added (EVA®), der den Nettogewinn nach Steuern mit den Kapitalkosten auf das durchschnittlich eingesetzte Vermögen in Beziehung setzt. Indem bei dieser Berechnung die Kapitalkosten neutralisiert werden, kann die operative Wertschöpfung eines Unternehmens verdeutlicht werden.

Konkret wird der EVA® berechnet, indem die Differenz zwischen Return on Capital Employed (ROCE) und durchschnittlichem Kapitalkostensatz (WACC) mit dem durchschnittlichen eingesetzten Vermögen (Capital Employed) multipliziert wird.

Wer die Energieversorgung nachhaltig sichern möchte

Evolution statt Revolution: Für jegliche Veränderung unseres Energiesystems gelten verantwortungsvolles Überlegen, Augenmaß sowie ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen dem Einsatz neuer, regenerativer Energie und der Versorgungssicherheit. Die EVN ist Vorreiter bei diesem Systemwandel und doppelt gerüstet – für den Schritt nach vorn in eine nachhaltige Energiezukunft ebenso wie für verlässliche Versorgung hier und heute. Ihr maßvoller, integrierter Zugang, ihre Erfahrung und ihre solide Kapitalstruktur bieten die Basis, um auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld nachhaltig erfolgreich zu sein.

braucht neben Augenmaß auch das richtige Tempo

Stakeholder

Die EVN ist um die gleichrangige Behandlung der unterschiedlichen Interessen ihrer Stakeholder bemüht. Im folgenden Kapitel wird speziell auf die einzelnen Stakeholdergruppen eingegangen.

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen hat sich die EVN die ausgewogene und gleichberechtigte Wahrung der Interessen und Ansprüche aller Stakeholdergruppen zum Ziel gesetzt. Ausgehend von dieser Grundhaltung versteht die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und bemüht sich bei etwaigen Interessenkonflikten um einen Ausgleich.

Der im Jahr 1990 erstmals veröffentlichte Umweltbericht der EVN wurde in den Folgejahren kontinuierlich weiterentwickelt und im Jahr 2002 in einen Nachhaltigkeitsbericht übergeführt. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten für das Geschäftsmodell der EVN wird seit dem Geschäftsjahr 2009/10 ein integrierter Geschäftsbericht, der so genannte "Ganzheitsbericht", veröffentlicht. Dieser behandelt die Berichtsinhalte zur Nachhaltigkeit, die finanzielle Berichterstattung sowie den Corporate Governance-Bericht gleichrangig.

Die Gliederung des folgenden Kapitels orientiert sich an den Stakeholdergruppen und soll damit einen unmittelbaren Zugang zu den für die einzelnen Adressaten relevanten Informationen ermöglichen. Dabei werden die Themenfelder, die für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen der EVN relevant sind, gleichwertig dargestellt. Die Auswahl der Themen und Informationen gibt jeweils die Wesentlichkeitsmatrix (siehe Seite 37) vor.

In der hinteren Flappe dieses Ganzheitsberichts befindet sich ein Gesamtüberblick der GRI-Indikatoren zur leichteren Auffindbarkeit der Inhalte im Bericht. Bei den korrespondierenden Abschnitten des Berichts wird zusätzlich auf den entsprechenden GRI-Indikator verwiesen. Hinweise zu weiterführenden Informationen auf der Website der EVN und zu anderen Publikationen dienen der Eindämmung des Berichtsumfangs und der vertiefenden Lektüre zu ausgewählten Fragestellungen und Projektbeschreibungen.

Governance, Verpflichtung und Engagement

Corporate Governance und Führungsstruktur

Die Führungs- und Organisationsstruktur der EVN wird im Corporate Governance-Bericht ab Seite 97 dargestellt; eine Übersicht der wesentlichen Unternehmensbeteiligungen findet sich auf Seite 232.

Einbindung der Unternehmensführung und des höchsten Kontrollorgans in Nachhaltigkeitsthemen

Die laufende (Weiter-)Entwicklung der Strategie sowie die Erstellung und Überarbeitung von Unternehmensrichtlinien und -leitbildern erfolgen in der EVN durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Dieser Prozess wird durch Lenkungsausschüsse und anlassbezogene Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenstellungen unterstützt. Für die Behandlung von Nachhaltigkeitsfragen wurde der CSR-Konzernausschuss eingerichtet, der sich aus dem gesamten Managementteam einschließlich des Vorstands konstituiert und sich damit an der europäischen Best Practice orientiert. Diese breite Aufstellung ermöglicht eine zielgerichtete Steuerung der CSR-Agenden und die stetige Abstimmung mit der Unternehmensstrategie und den Zielen der operativen Unternehmensbereiche.

GRI-Indikator: Zuständigkeiten des Vorstands hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-42)

Ein weiteres Gremium, das dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in Nachhaltigkeitsfragen beratend zur Seite steht, ist der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung. Dieser setzt sich aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern zusammen. Für Fragen des sozialen Engagements kann der Vorstand weiters auf das Wissen von externen Experten zurückgreifen, die sich im Beirat des EVN Sozialfonds engagieren (Details zu beiden Beiräten finden sich auf Seite 47f). Auch für die Stakeholdergruppe der Kunden wurde 2011 ein beratendes Gremium ins Leben gerufen, das sich der Intensivierung des Kundendialogs widmet: Der EVN Kundenbeirat setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen, die die Interessen der Kunden aus Niederösterreich vertreten. Dieser Beirat wird im Zweijahresrhythmus neu bestellt, zuletzt Anfang 2013. Zudem wird im regelmäßigen Prozess der Stakeholderbefragungen der direkte Dialog zwischen unterschiedlichen Stakeholdern und den Mitgliedern des Vorstands ermöglicht. In Form der aus den Befragungen abgeleiteten strategischen Handlungsfelder fließen die geäußerten Anliegen und Bedürfnisse unmittelbar in die Strategie der EVN ein.

GRI-Indikator: Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und dem Vorstand (G4-37)

Der Aufsichtsrat wird in einer jährlich stattfindenden Klausur umfassend zu aktuellen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen von Relevanz für die EVN informiert. Das Thema der Aufsichtsratsklausur im Geschäftsjahr 2013/14 war Compliance. Hinsichtlich kritischer Anliegen und Themenstellungen berichtet der Chief Compliance Officer zweimal jährlich im Rahmen des Prüfungsausschusses an den Aufsichtsrat. Weiters wird der Aufsichtsrat bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf Verstöße mit potenziell bestandsgefährdenden wirtschaftlichen Auswirkungen bzw. Reputationsschäden gesondert informiert. Eine Information des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats erfolgt bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf Verstöße mit potenziell wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen bzw. Reputationsschäden. Bei Vorliegen eines Anfangsverdachts auf schwerwiegende Compliance-Verstöße, die alle Vorstandsmitglieder betreffen, bzw. bei Untätigkeit des Vorstands wird der Aufsichtsratsvorsitzende direkt eingeschaltet. In der Berichtsperiode wurden dem Aufsichtsrat keine kritischen Anliegen mitgeteilt.

GRI-Indikatoren: Weiterentwicklung der Kenntnisse des Aufsichtsrats zu wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Themen (G4-43); Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an den Aufsichtsrat (G4-49); Art und Gesamtzahl der kritischen Anliegen,

Die Stakeholder haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der jährlich stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung zur Vergütung des Managements einschließlich der Vergütungspolitik zu äußern.

(G4-50); Schulungen zur Korruptionsprävention (SO-4)

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2010 wurde das Vergütungssystem für leitende Angestellte der EVN angepasst. Diese Anpassung setzte unter anderen folgende Schwerpunkte:

  • Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen
  • Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Bereiche
  • GRI-Indikator: Meinungsäußerungen der Stakeholder bezüglich der Vergütung des Managements (G4-53)

Ethik und Integrität

Die dynamische internationale Expansion der EVN in den vergangenen Jahren war auch mit neuen Herausforderungen hinsichtlich kultureller Vielfalt, Wertvorstellungen und Geschäftsethik verbunden. Zur Förderung einer gemeinsamen Unternehmenskultur über sprachliche Barrieren oder Landesgrenzen hinweg wurde der EVN Verhaltenskodex formuliert. Er verdeutlicht den Mitarbeitern wesentliche Prinzipien und Verhaltensregeln der EVN Unternehmenskultur und steht neben Deutsch auch in Englisch und in den Sprachen der Tochtergesellschaften – Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch – zur Verfügung. Der EVN Verhaltenskodex wird laufend an die aktuellen Entwicklungen angepasst, insbesondere an die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seine Grundlagen bilden neben internen Organisationsvorschriften und gesetzlichen Bestimmungen folgende internationale Regelwerke:

  • UN Global Compact
  • Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UNO) und Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
  • Dreigliedrige Grundsatzerklärung der ILO (International Labour Organisation) über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik
  • ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit
  • OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
  • OECD-Übereinkommen zur Bekämpfung der Bestechung aus ländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr
  • Österreichischer Corporate Governance Kodex
  • GRI-Indikator: Werte, Grundsätze, und Normen (G4-56)

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde die Compliance-Organisation der EVN überarbeitet, ebenso wurden grundsätzliche Festlegungen zum Aufbau eines Compliance-Management-Systems (CMS) getroffen. Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des CMS wurde die direkt dem Vorstand unterstellte Stabstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet.

  • GRI-Indikator: Interne und externe Verfahren zu Compliance und Integrität (G4-57)
  • Für Details zur Compliance Organisation der EVN siehe Corporate Governance-Bericht, Seite 97f.

Umfassende Schulung der Mitarbeiter

Nach der konzernweiten Etablierung der überarbeiteten Compliance-Organisation im Geschäftsjahr 2012/13 lag der Schwerpunkt in der Berichtsperiode auf der Schulung der Mitarbeiter bzw. auf der Vorstellung der internen Verfahren zur Beratung bei sowie zur Meldung von Bedenken in Bezug auf ethisches und gesetzeskonformes Verhalten. Da die Führungskräfte als Ansprechpartner bei Compliancerelevanten Bedenken sowohl Vorbildwirkung als auch eine Schlüsselrolle in der Etablierung einer nachhaltigen Compliance-Kultur haben, wurden bereits im Oktober 2013 rund 100 Führungskräfte in fünfstündigen, interaktiv und dialogorientiert gestalteten Workshops für das Thema sensibilisiert. Die Führungskräfte der südosteuropäischen Töchter der EVN folgten im Zeitraum Februar bis April 2014.

Im Sinn einer möglichst starken Durchdringung des CMS setzten die Schulungen der Mitarbeiter sodann direkt auf jene der Führungskräfte auf. Dabei wurden den Mitarbeitern das CMS der EVN und alle damit in Zusammenhang stehenden Strukturen und Abläufe von dem für den jeweiligen Bereich zuständigen Compliance Officer erklärt. Die Mindestdauer dieser in Kleingruppen abgehaltenen Schulungen betrug 2,5 Stunden. Inhaltliche Grundlage war der in zehn Themenbereiche strukturierte Verhaltenskodex der EVN. Basierend auf der vorangegangenen Risikoanalyse lag der Fokus auf folgenden Themen, die anhand konkreter Anwendungsfälle aus der täglichen Praxis diskutiert wurden:

  • Kunden
  • Kapitalmarkt und Investoren
  • Integrität und Vermeidung von Korruption
  • Datenschutz und Vertraulichkeit
  • GRI-Indikator: Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern in Bezug auf die Menschenrechtspolitik und -verfahren der Organisation (HR2)

Als Schulungsunterlage wurde die Compliance-Box "Compliance. It´s good energy." entwickelt. Diese kann auch als Sammel- bzw. Nachschlagewerk genutzt werden und wurde sämtlichen Teilnehmern zu Beginn des Trainings ausgehändigt. Sie ist in Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch verfügbar. Besonderes Augenmerk lag bei den Compliance-Schulungen auf der Darstellung des vertraulichen und anonymen Hinweisgebersystems (Whistle Blowing), das bei der EVN zur Meldung von Bedenken in Bezug auf ethisch nicht vertretbares oder rechtswidriges Verhalten eingerichtet wurde. Das Hinweisgebersystem ist auch wesentlicher Inhalt der Compliance-Box. Sowohl Compliance-Trainings als auch Compliance-Box informieren im Detail über den Ablauf des Meldeverfahrens, auf das Mitarbeiter über das EVN Intranet und Geschäftspartner über die E-Mail-Adresse [email protected]/mk/bg zugreifen können. Die Eingabemaske des Meldeverfahrens im EVN Intranet wird in erwähnten Sprachen verfügbar sein. Eine Konzernanweisung legt das Verfahren und den Umgang mit den gemeldeten Bedenken sowie den Schutz des Hinweisgebers gegen Vergeltungsmaßnahmen fest.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2013/14 konnten rund 6.000 Mitarbeiter und mehr als 200 Führungskräfte in zehn unterschiedlichen Sprachen an mehr als 100 verschiedenen Orten zu den angeführten Inhalten geschult werden. Der Abschluss der Schulungen ist für das Ende des Kalenderjahres 2014 geplant.

Neue Compliance-relevante Inhalte und Themenbereiche werden laufend neu bewertet. Basierend auf der Risikobewertung werden diese gegebenenfalls aufbereitet und in geeigneter Form in die Compliance-Box integriert. Zur weiteren Vertiefung der Inhalte werden für besonders risikoexponierte Bereiche Spezialschulungen zu bestimmten Themen durchgeführt. Um das Thema regelmäßig anzusprechen und die bereits vermittelten Inhalte zu festigen, werden neben den im EVN Intranet abrufbaren Inhalten auch E-Learning-Tools für alle Mitarbeiter aufgesetzt. Auf Grundlage eines spezifischen Kommunikationsplans werden dadurch laufend Akzente zu aktuellen Compliance-Themen gesetzt.

  • GRI-Indikatoren: Schulungen zur Korruptionsprävention (SO4); Meldung von Bedenken zu Integrität (G4-58)
  • Der EVN Verhaltenskodex ist abrufbar unter www.evn.at/Verhaltenskodex.aspx.
  • Zur Kapitalmarktkommunikation der EVN siehe Seite 75f, Investor Relations
  • Zum Thema EVN in Nachhaltigkeitsindizes siehe Seite 48

CSR-Organisation

Die nachhaltige Ausrichtung der Unternehmensführung und davon abgeleitete Zielsetzungen sind zentrale Bestandteile der EVN Unternehmensstrategie. Die tatsächliche Einbindung von Nachhaltigkeitsaspekten wird durch den CSR-Konzernausschuss, dem auch die Mitglieder des Vorstands angehören, sichergestellt. Inhaltliche und organisatorische Unterstützung erfährt der Ausschuss durch das CSR-Beratungsteam, das als Schlüsselstelle und Bindeglied zwischen strategischer Entscheidung und operativer Umsetzung fungiert. Es unterstützt die Abteilungen bei der Entwicklung von Zielen, Maßnahmen und Standards, die in weiterer Folge vom CSR-Konzernausschuss genehmigt werden. Daneben zeigt es laufend aktuelle Trends und Entwicklungen im Themenfeld der Nachhaltigkeit auf. Das Corporate Social Responsibility Management wird nach außen durch den Sprecher des Vorstands vertreten.

Die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten und die Identifikation von weiteren CSR-Potenzialen werden durch die Nominierung von CSR-Verantwortlichen aus allen Fachbereichen sichergestellt. Sie tragen dafür Sorge, dass die bisherigen CSR-Aktivitäten regelmäßig reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungsansätze diskutiert und umgesetzt werden. Die Einbindung von CSR-Themen in den Alltag der Tochtergesellschaften der EVN in Bulgarien, Mazedonien, Kroatien und Deutschland wurde durch die Implementierung eigener CSR-Organisationen analog zum System in Österreich erreicht.

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurde zur Überprüfung der strategischen Handlungsfelder und deren Priorisierung eine Stakeholderbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse der Stakeholderbefragung führten zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Gemeinsam mit den Fachbereichen werden die Ergebnisse im Rahmen von CSR-Zielgesprächen diskutiert; dabei werden Ziele und Maßnahmen gegebenenfalls angepasst. Dies soll zu einer weiteren Vertiefung der CSR-Strategie, einer Verankerung im Kerngeschäft sowie zu einem jährlichen strukturierten Prozess der Einbeziehung von Stakeholdern führen. Darüber hinaus werden die CSR-Maßnahmen der einzelnen Unternehmenseinheiten jährlich einem Monitoring unterzogen. Im Berichtszeitraum wurden mit den CSR-Verantwortlichen im Rahmen eines Workshops zudem weitere Maßnahmen zur Erhöhung des CSR-Verständnisses sowie zur Veranschaulichung von CSR erarbeitet. Ein Ergebnis dieses Workshops war z. B. das Projekt zur Integration des Themas CSR in bestehende Schulungsprogramme. Zudem wurde eine Arbeitsgruppe zur Verbesserung des Verständnisses von menschenrechtlichen Anforderungen an die EVN eingerichtet.

  • GRI-Indikatoren: Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements Verantwortungsbereiche und Umsetzungsprozess ausgehend vom höchsten Kontrollorgan (G4-35); Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Themen an das höchste Kontrollorgan (G4-36)
  • Nähere Informationen zur CSR-Organisation finden Sie unter www.verantwortung.evn.at.

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Bereits im Jahr 1992 war der Umweltbeirat der EVN zur Beratung des Vorstands in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen gegründet worden. 2006 wurde sein Beratungsumfang um Aspekte der sozialen Verantwortung erweitert und sein Name in Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung geändert. Das 28 Mitglieder umfassende Gremium tritt jährlich zu zwei Sitzungen zusammen, bei denen aktuelle Themen diskutiert werden.

Im Geschäftsjahr 2013/14 lag der Fokus auf folgenden Themen:

  • Strommarkt im Umbruch Überschuss und Wettbewerb versus Knappheit und Staatseingriff
  • Energiewende sowie Energie- und Klimaziele der EU
  • Power to Gas eine Technologie der Zukunft?
  • Innovation in der Energiewirtschaft die Rolle der EVN
  • Eine Auflistung der Mitglieder findet sich auf Seite 243
  • sowie unter www.evn.at/Beirat-fur-Umwelt-und-soziale-Verantwortung.

EVN Sozialfonds

Ende September 2008 rief die EVN einen Sozialfonds ins Leben, um bestehende Sponsoring-Aktivitäten im Sozialbereich zu bündeln und transparent zu gestalten. Der EVN Sozialfonds ist auf die nachhaltige Unterstützung von Jugendinstitutionen in Niederösterreich fokussiert und mit 100.000 Euro jährlich dotiert. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trifft. Es besteht aus Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange, Leiterin Kinder- und Jugendanwaltschaft Land NÖ, Dr. Helga Preitschopf, Land NÖ – Abteilung Soziales, Harald Wieser, Sozialarbeiter Jugendwohlfahrt, Elisabeth Baum-Breuer, Leiterin Landesjugendheim Pottenstein, und Caritas Präsident Dr. Michael Landau als Vorsitzendem. Die Empfehlungen zur Mittelverwendung an den Vorstand der EVN erfolgen einstimmig. In der Berichtsperiode wurden 20 Projekte unterstützt.

Eine Auflistung der unterstützten Projekte findet sich im Kapitel Gesellschaft auf Seite 79.

Kontrolle und Leistungsbeurteilung hinsichtlich Nachhaltigkeit

Neben der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist das wirkungsvollste Instrument zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung – und somit auch des Vorstands – der EVN der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI G4, Anwendungsebene "umfassend".

Zudem hat die EVN das unabhängige Prüfinstitut TÜV SÜD beauftragt, ihre Nachhaltigkeitsleistung sowie den Ganzheitsbericht 2013/14, insbesondere die nach GRI G4 berichteten Inhalte und den GRI Index, für das Geschäftsjahr 2013/14 zu verifizieren. Im Rahmen dieser Verifizierung wurden auch die Mitglieder des Vorstands zu Fragestellungen der Nachhaltigkeit befragt. In Form des Management Letters des Prüfinstituts wurde ihnen sodann die externe Einschätzung der Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens mitgeteilt.

Die EVN Aktie wurde in den letzten Jahren in mehrere Nachhaltigkeitsindizes aufgenommen. Die in den Indizes abgebildeten Unternehmen werden regelmäßig umfassenden Prüfungen unterzogen. Schon seit 2002 zählt die EVN Aktie zum FTSE4Good Index und ist seit 2005 auch in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel Sustainability Index-Gruppe (ESI) vertreten. 2005 wurde die EVN Aktie in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX aufgenommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsenotierten österreichischen Unternehmen vereint. Seit Dezember 2010 zählt die EVN Aktie auch zum ECPI Index und wird im ECPI Ethical Index EMU abgebildet.

Eine weitere Methode zur externen Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistung stellt die stetige Ausweitung von EMAS-Zertifizierungen auf weitere Kraftwerke und Heizwerke dar. Mit der Auditierung des Wärmekraftwerks Korneuburg nach EMAS/ISO 14001 im März 2014 hat die EVN hier im Berichtszeitraum einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt.

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fällt die Prüfung von Vorgängen und Unternehmenseinheiten der EVN in Österreich, während in den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien eigene Revisionsabteilungen bestehen. Die von den Revisionsabteilungen durchgeführten Prüfungen erfolgen unter Beachtung der International Standards for the Professional Practice of Internal Auditing (IIA). Die im Geschäftsjahr 2013/14 festgestellten Beanstandungen wurden den Verantwortlichen mitgeteilt, zugleich wurden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen eines Follow-up-Verfahrens geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

  • GRI-Indikatoren: Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorgans bezüglich nachhaltiger Entwicklung (G4-44); Höchstes Komitee oder Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht prüft (G4-48)
  • Der Bericht zur Internen Revision und zum Risikomanagement sowie Informationen zum Vergütungssystem der EVN finden sich im Corporate Governance-Bericht ab Seite 97.

Unterstützung externer Initiativen

Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerks vertreten. Ziel des seit 2009 bestehenden Lenkungskreises ist die Evaluierung vergangener und die Planung zukünftiger Aktivitäten des österreichischen UNGC-Netzwerks.

Externe Initiativen
OECD OECD Guidelines for Multinational Enterprises
UNGC UN Global Compact
respACT austrian business council for sustainable development
ÖGUT Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

GRI-Indikator: Unterstützung externer Initiativen (G4-15)

Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen

Die EVN ist Mitglied in zahlreichen branchenrelevanten Organisationen und Verbänden.

  • GRI-Indikator: Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen (G4-16)
  • Für eine detaillierte Auflistung der Mitgliedschaften der EVN siehe www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSR-Strategie/Content.aspx.

Wer sich auf neues Terrain vorwagt

braucht eine solide Basis

Neuland zu betreten birgt Risiken: dies gilt auch für regenerative Energieformen. Noch vermag ihre Nutzung allein den Bedarf nicht abzudecken. Es geht nicht ohne flexiblen Erzeugungsmix, der entsprechende Reservekapazitäten sicherstellt. Auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dezentraler Erzeugung sowie zentraler Steuerung und Optimierung ist wichtig. Das integrierte Modell der EVN ermöglicht es, das wertvolle Potenzial der erneuerbaren Energie zu heben und nachhaltig erfolgreich einzubinden. Langfristig soll ihr Anteil an der Eigenerzeugung der EVN auf 50 % steigen.

Stakeholdermanagement

Die EVN beschäftigt sich intensiv mit den vielfältigen Anliegen ihrer Stakeholder. Ihr Energie- und Umweltgeschäft steht im Interesse der Öffentlichkeit und wird daher stärker als andere Branchen auch kritisch beobachtet.

Da die EVN ihre Expansion, ihr Wachstum und ihre Investitionen in den vergangenen Jahren stark forciert hat, nahm auch die Aufmerksamkeit der Stakeholder zu. Begleitend wurden die Transparenz in der Kommunikation sowie die Anzahl der partizipatorischen Verfahren gesteigert, und auch der regelmäßige Austausch mit den Stakeholdern gewann an Bedeutung.

Im Dialog mit den diversen Anspruchs- und Interessengruppen entwickelt die EVN im Rahmen ihres Stakeholdermanagements wirkungsvolle Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie den laufenden Nachhaltigkeitsprozess. Dabei gilt es, die Erwartungen der Stakeholder zu identifizieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen wahrzunehmen sowie gute Beziehungen zu den Stakeholdern aufzubauen, zu pflegen und zu stärken.

Den Kern des EVN Stakeholdermanagements bilden die intensiven Beziehungen der Verantwortlichen aus allen strategischen Geschäftsfeldern und Fachabteilungen mit den jeweiligen Stakeholdern: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Partnern, externen Organisationen, Verbänden, NGOs, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Forschung.

Ein institutionalisierter Dialog mit den verschiedenen Stakeholdergruppen findet in Arbeitsgruppen, Gemeindegremien, in Form von Projektmediation mit regionalen Bürgerinitiativen, im EVN Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung, im EVN Kundenbeirat, im EVN Sozialfonds sowie im EVN Kunstrat statt. Darüber hinaus verfügt die EVN über ein Beschwerdemanagement. Hinsichtlich der Angelegenheiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herrscht eine intensive Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat.

Zur Systematisierung und Strukturierung der Stakeholderbeziehungen führt die EVN regelmäßig Stakeholderbefragungen durch. Deren Ergebnisse dienen dazu, die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte zu identifizieren und eine fokussierte strategische Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten sicherzustellen. Weiters sollen sie die Unternehmenskommunikation erleichtern, bei der Identifikation geeigneter Dialog- und Kooperationspartner helfen sowie wertvolle Beiträge für die Früherkennung wichtiger wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Themenstellungen liefern und damit eine Grundlage für strategische unternehmerische Entscheidungen bilden. Aufbauend auf den Befragungsergebnissen werden das Stakeholdermanagement weiterentwickelt und die Priorisierung der strategischen Handlungsfelder überprüft. So führte etwa die Stakeholderbefragung im Frühjahr 2014 zu einer Anpassung der EVN Wesentlichkeitsmatrix (siehe Seite 37). Im Vergleich zur bisherigen Wesentlichkeitsmatrix rückten die Themen "Nachhaltige Energieenergieerzeugung und Klimaschutz" sowie "Kunden im Fokus" unter die nunmehr sechs Themen mit der höchsten Wesentlichkeit auf.

GRI-Indikatoren: Neudarstellung in der Berichterstattung (G4-22); Änderung im Umfang und in den Grenzen der Aspekte (G4-23)

Stakeholderbefragung 2014

Bereits 2009 wurden die wesentlichen CSR-Handlungsfelder der EVN im Rahmen eines Workshops mit den CSR-Verantwortlichen aus allen Unternehmensbereichen der EVN erarbeitet. Diese Themenbereiche bildeten die Basis für die Wesentlichkeitsmatrix 2010. Im Rahmen der seither durchgeführten CSR-Zielgespräche wurden die Themen intern mit allen Fachbereichen reflektiert und vor der neuerlichen Priorisierung der Handlungsfelder im Rahmen der Stakeholderbefragung 2014 aktualisiert. In weiterer Folge wurde die aktualisierte Liste mit dem CSR-Konzernausschuss, in dem auch die Vorstände der EVN vertreten sind, diskutiert und von ihm beschlossen. Die Befragung 2014 startete mit einem Stakeholderworkshop sowie telefonischen

Was ist wichtig?

Für wen ist das Thema sehr wichtig?

Abbildung: Darstellung der EVN Anspruchsgruppen

Interviews. Dabei wurden die wesentlichen Themen eingegrenzt und deren Relevanz und Umfang diskutiert. In einem internen Workshop wurde die bisherige Einordnung der Stakeholder überprüft und angepasst.

Aufbauend auf diesen Vorergebnissen wurden rund 330 Stakeholder aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft, Medien, NGOs, Politik und Behörden, aber auch Lieferanten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden, die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung sowie Führungskräfte der EVN kontaktiert. In der Auswertung der 187 Antworten kristallisierten sich sechs Handlungsfelder als wichtigste heraus und wurden entsprechend in der Wesentlichkeitsmatrix berücksichtigt (siehe Seite 37). Die Ergebnisse der Befragung wurden im Rahmen des CSR-Konzernausschusses mit Führungskräften und anschließend mit Mitarbeitern diskutiert und den Aufsichtsräten sowie im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung präsentiert. Weitere Maßnahmen werden mit den relevanten Bereichen im Rahmen der CSR-Zielgespräche erarbeitet. In Zukunft soll ein jährlicher Prozess zur Einbeziehung der Stakeholder auf strategischer Ebene umgesetzt werden.

GRI-Indikatoren: Festlegung der Berichtsinhalte (G4-18); Liste der Stakeholder (G4-24); Auswahl der Stakeholder (G4-25); Einbindung der Stakeholder (G4-26); Ergebnisse der Einbindung (G4-27)

Projektbezogene Einbindung der Stakeholder und ihrer Interessen

Die EVN ist sich der gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit bewusst und berücksichtigt diese über die Richtlinien internationaler Vereinbarungen und nationaler Gesetzgebung hinaus. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen sowie auf proaktiver Kommunikation bei neuen Infrastrukturprojekten. Dabei setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte und

Windparks bis hin zu Biomasseheizwerken und Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner und Informationsgeber, die dazu beitragen, das Ziel der Realisierung der Projekte und Geschäftsaktivitäten zur größtmöglichen Zufriedenheit aller Anspruchsgruppen zu erreichen. Eine frühzeitige Einbindung schafft die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Voraussetzung für Planungssicherheit ("Licence to operate").

Eine zentrale Rolle nimmt in diesem Prozess der Bereich Projektkommunikation ein, der vor einigen Jahren in der Konzernfunktion Information und Kommunikation zur Institutionalisierung der projektbezogenen Stakeholderkommunikation etabliert wurde. Dieser Bereich bildet die konzernweite Kompetenzstelle für Partizipation, Projektund Stakeholderkommunikation, Konfliktprävention und -management und steht als solche im direkten Kontakt mit Projektleitern sämtlicher relevanten Infrastrukturprojekte. Mit der Etablierung des Bereichs Projektkommunikation hat es die EVN geschafft, bei Projekten eine Brücke zwischen den technischen, finanziellen und rechtlichen Anforderungen des Projekts, den Konzernvorgaben in Bezug auf Partizipation, Transparenz und proaktive Kommunikation sowie den Bedürfnissen und Sichtweisen relevanter Stakeholdergruppen zu schaffen.

Der Bereich Projektkommunikation ermöglicht durch die enge und frühzeitige Einbindung der Stakeholder in die Projektplanung Prävention in mehrfacher Hinsicht:

  • Frühzeitiges Erkennen von Projektrisiken durch engen Kontakt mit relevanten Stakeholdern und Rückspiegelung an die Projektleitung,
  • Mittel- und langfristiger Aufbau vertrauensvoller Arbeitsbeziehungen zu wichtigen NGOs und anderen Stakeholdern schafft funktionierende Kommunikationskanäle, die tragfähige Kompromisslösungen ermöglichen,
  • Die direkte Einbindung in die Projektplanung stärkt Kompetenz und Bewusstsein der Projektleiter in den Bereichen Stakeholderkommunikation und Partizipation und trägt somit zu einer nachhaltigen Verankerung dieser wichtigen partizipativen Kompetenzen in allen betreuten Bereichen des EVN Konzerns bei.

Die durch die Stakeholderkommunikation gewonnenen Einsichten fließen in die vor Projektstart durchgeführten weitreichenden Due-Diligence-Prüfungen ein, die vom Vorstand bzw. je nach Projektgröße auch vom Aufsichtsrat der EVN zur Beurteilung über die Realisierung der Projekte herangezogen werden. Die Abbildung von Nachhaltigkeitsrisiken und -auswirkungen der Projekte wird zudem durch Instrumente wie Umweltverträglichkeitsprüfungen neuer Projekte komplettiert.

GRI-Indikatoren: Stakeholdereinbindung (G4-26), Rolle des Vorstands hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-45); Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (SO1); Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativem Einfluss auf die lokale Gemeinschaft (SO2)

1) Mitarbeiter- und Kundenbefragung in regelmäßigen Abständen, Stakeholderbefragung 2010, 2014

2) 1–2-mal pro Jahr oder öfter

3) 1–2-mal pro Jahr oder öfter

Wer ein nachhaltiger Energieversorger sein möchte

berät seine Kunden auch beim Energiesparen

Ganzheitlich zu denken bedeutet, nicht immer nur zu maximieren, sondern auch zu optimieren – was auf den ersten Blick möglicherweise nicht wirtschaftlich erscheint, kann langfristig sehr wohl Sinn ergeben und der Sicherheit des Gesamtsystems dienen.

Kundinnen und Kunden

Die Kunden stehen für die EVN im Fokus aller ihrer Tätigkeiten. Dies wird nicht zuletzt durch die hohe Bedeutung der Handlungsfelder "Kunden im Fokus" sowie "Versorgungssicherheit" in der Wesentlichkeitsmatrix der EVN verdeutlicht.

Rund 4 Mio. Kunden vertrauten im Geschäftsjahr 2013/14 auf die sichere Versorgung mit Energie- und Umweltprodukten und -dienstleistungen, die ihnen die EVN aus einer Hand anbietet. Das breite Portfolio, das die Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser, die Abwasserentsorgung sowie Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste umfasst, trägt entscheidend zur Lebensqualität der Menschen in 21 Ländern in Zentral- und Südosteuropa bei. Als Netzbetreiber fühlt sich die EVN dafür verantwortlich, den Kunden in ihrem Versorgungsgebiet einen verlässlichen Zugang zu Energie zu gewährleisten, und stellt deshalb die Zuverlässigkeit ihrer Netze durch eine gezielte Investitionspolitik sicher. Die EVN beliefert rund 3,5 Mio. Kunden mit Strom, Erdgas und Wärme. Rund 503.900 Kunden werden in Niederösterreich mit sauberem Trinkwasser versorgt, und weitere 219.000 Kunden nehmen die Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste der EVN in Anspruch. Die im Umweltgeschäft der EVN während der letzten Jahre in den Bereichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung errichteten Anlagen versorgen 17,2 Mio. Kunden in 18 Ländern Europas. Die breite Kundenbasis der EVN spiegelt sich vor allem im Energiegeschäft wider, das zu rund zwei Dritteln Haushaltskunden betrifft. Der Rest verteilt sich auf Gewerbeunternehmen, Industrie und öffentliche Einrichtungen. Im projektbezogenen Umweltgeschäft arbeitet die EVN überwiegend mit öffentlichen Auftraggebern wie Städten und Gemeinden zusammen.

GRI-Indikator: Kundenanzahl (EU3)

Kundenstruktur der EVN (EU3) 30.09.2014
Energie
Stromnetze 3.308.000
Erdgasnetze 292.400
Wärmenetze 81.900
Umwelt
Wasser (Österreich1)) 503.900
Internationales Trink- und Abwassergeschäft (EW2)) 17.235.000
Kabel-TV und Telekommunikation 219.000

1) Davon direkt versorgt: 87.000

2) Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

"Die EVN ist immer für mich da" – Viel mehr als nur eine Werbebotschaft

Die hohe Wesentlichkeit des Handlungsfelds "Kunden im Fokus" drückt sich im stetigen Bemühen der EVN um eine faire und professionelle Partnerschaft sowie in einer besonders auf Kundennähe ausgelegten Struktur des EVN Kundenservice aus. Im gesamten Versorgungsgebiet sorgt ein dichtes Netz an Kundenzentren für die bequeme Erreichbarkeit der EVN. In Niederösterreich stehen den Kunden des Unternehmens dafür in 26 Kundenzentren sowie im 2011 eröffneten EVN Shop in Wiener Neustadt hochqualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung. Telefonisch werden Kundenanfragen zu Produkten und Dienstleistungen der EVN, Rechnungen oder Energiethemen von den Mitarbeitern des Kundendiensts beantwortet. Diese Kundennähe sowie die kompetente persönliche und telefonische Betreuung tragen zur hohen Zufriedenheit der Kunden bei. Um den Zugang zur Versorgung sowie die Gesundheit und Sicherheit der Kunden in höchstem Maß zu gewährleisten, sind die Kundenzentren bei etwaigen Störungen auch außerhalb der Regelöffnungszeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Einfach und übersichtlich gestaltete Stromrechnungen, detaillierte Informationen auf der Homepage, direkter Dialog und regelmäßige Zufriedenheitsanalysen sind weitere Instrumente, mit denen die EVN danach strebt, das hohe Vertrauen ihrer Kunden zu rechtfertigen und ihre großen Erwartungen zu erfüllen.

Auch in der Energieberatung engagiert sich die EVN im Interesse ihrer Kunden. Mobile Beratungsteams sowie die Mitarbeiter des EVN Shops in Wiener Neustadt liefern in persönlichen Beratungsgesprächen und mit individuellen Serviceleistungen hilfreiche Tipps und wertvolles Wissen zur Hebung von Energiesparpotenzialen. Zu diesen Dienstleistungen zählen beispielsweise das so genannte "SanierService", der Heizungstausch, die Wartung von Elektro- und Gasanlagen, die Berechnung des in Österreich für neue Gebäude, Sanierungen und Verkäufe geforderten Energieausweises oder die Unterstützung bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen. Auf der Produktseite werden technische Lösungen zur Erhöhung der Energieeffizienz und damit zur Senkung des Energieverbrauchs angeboten. Individuelle und flexibel gestaltbare Energietarife runden das Angebot für die Kunden ab.

Im Bereich des internationalen Umweltgeschäfts sind die Kunden der EVN vor allem Städte und Gemeinden sowie die mit ihrer Verwaltung betrauten Behörden. Schon aufgrund der Größe und Struktur der Projekte in diesem Bereich findet über alle Phasen hinweg ein intensiver Austausch zwischen der EVN und ihren Kunden statt. Als Verfahrensträger realisiert die EVN Tochter WTE sowohl Kompaktanlagen für kleinere Orte und Gewerbebetriebe als auch Projekte für Europas Metropolen und ihre Großindustrie.

Wer Gewerbe- und Industriekunden erfolgreich betreuen will

Business-Kunden legen besonderen Wert auf maßgeschneiderte Lösungen. Jedes Unternehmen ist anders und braucht individuelle Betreuung. Dass die EVN gelernt hat, ihre Geschäftskunden zu verstehen und bestens zu beraten, beweist eine Vielzahl solider, langfristiger Partnerschaften.

braucht intelligente Lösungen

Als Anbieter von projektspezifischen Komplettmodellen (Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb) hat die WTE dabei nicht zuletzt die Rolle des Kommunikators zwischen den einzelnen Projektbeteiligten inne und betrachtet daher nicht nur den direkten Auftraggeber als ihren Kunden, sondern auch sämtliche in die Realisierung involvierten Organisationen. Ansprechpartner sind die städtischen Wasser-/ Abwasserbehörden sowie Experten-Gremien, die projektbezogen zusammengesetzt werden und Entscheidungen treffen. Begleitet werden die zumeist europaweit ausgeschriebenen Projekte in der Regel von Ingenieurbüros, die nach internationalem Regelwerk die Planung und Ausführung überwachen und in ständigem Dialog mit der WTE stehen. Weitere Projektpartner sind Banken sowie die Behörden der Republik Österreich bzw. jener Länder, die für diese Auslandsinvestitionen Bürgschaften bereitstellen.

Kundenbeirat

Mit der Gründung des EVN Kundenbeirats im Jahr 2011 wurde eine weitere Maßnahme zur Intensivierung des Kundendialogs geschaffen. Im Geschäftsjahr 2013/14 ging dieses Gremium bereits in seine zweite Funktionsperiode. Es dient insbesondere dazu, mehr über die Meinungen, Anliegen und Bedürfnisse der Kunden zu erfahren, und unterstützt dadurch die kontinuierlichen Bemühungen des Unternehmens, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Der Kundenbeirat hat eine wichtige beratende Funktion, zeigt aktuelle Trends und Fragestellungen auf, bringt frische Ideen und Vorschläge ein und prägt damit wesentlich die Gestaltung von Serviceleistungen, Produkten oder Kommunikationsmaßnahmen der EVN. Im Geschäftsjahr 2013/14 waren insbesondere die Kundenzeitschrift EVN Journal, die Energierechnung, die EVN Homepage sowie ausgewählte Tarifprodukte Thema des Informationsaustausches.

Die 24 Mitglieder des Kundenbeirats repräsentieren das vielfältige Spektrum der Kunden und helfen der EVN damit, das eigene Unternehmen auch aus Kundensicht differenziert zu sehen. Der Kundenbeirat wird alle zwei Jahre neu gewählt; im Jahr 2015 steht die Neuwahl der Beiratsmitglieder an. Aufrufe zur Bewerbung engagierter EVN Kunden erfolgen im EVN Journal, auf der EVN Homepage und im EVN Newsletter. Die Auswahl der Mitglieder soll ein ausgewogenes Verhältnis unterschiedlicher Kundengruppen sicherstellen und damit eine breite gefächerte Berücksichtigung der verschiedenen Kundenbedürfnisse gewährleisten. Die Mitglieder des Kundenbeirats tagen zweimal pro Jahr und treffen dabei Mitarbeiter sowie Vertreter des Vorstands der EVN, um kundenrelevante Themen zu diskutieren und an Verbesserungsvorschlägen zu arbeiten.

Die EVN Bulgaria, die im September 2013 erstmals interessierte Kunden aufgerufen hatte, sich zur Teilnahme an einem Kundenbeirat zu bewerben, setzte hier im 1. Quartal 2013/14 erste konkrete Arbeitsschritte. In den Treffen des Kundenbeirats wurden Informationen, Kritikpunkte und Ideen zwischen EVN Vertretern und Haushaltskunden ausgetauscht sowie Empfehlungen zur Verbesserung der angebotenen Produkte, Dienstleistungen und Kundenservices ausgearbeitet. Für 2015 ist nun auch für die EVN Macedonia die Einrichtung eines Kundenbeirats geplant. In der Berichtsperiode wurde dafür ein Konzept unter Berücksichtigung der in Österreich und Bulgarien gesammelten Erfahrungen entwickelt.

Nähere Informationen zum EVN Kundenbeirat und seinen Aktivitäten finden sich unter www.evn.at/Kundenbeirat.

Kundenzufriedenheit Die Zufriedenheit der Kunden ist für die EVN in allen ihren Märkten von höchster Bedeutung. Um aus den vielfältigen Erfahrungen und dem Know-how im Umgang mit Kunden voneinander zu lernen, fanden im Juni 2014 in der EVN Macedonia die konzernweiten Customer-Relations-Tage unter Teilnahme von EVN Vertretern aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien statt. In Workshops, Präsentationen sowie in Diskussionsrunden zum Erfahrungsaustausch wurde an Ideen und Konzepten für die weitere Verbesserung der Qualität des Kundenservice im gesamten EVN Konzern gearbeitet.

Österreich

Im Kundenservice der EVN in Österreich gingen im Geschäftsjahr 2013/14 rund 640.000 (Vorjahr: 680.000) telefonische Kundenanfragen und 115.000 (Vorjahr: 120.000) E-Mail-Anfragen ein. Da die EVN ständig bestrebt ist, ihren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten, wird die Kundenzufriedenheit bereits seit Jahren in Form von systematischen Befragungen erhoben. Im Jahr 2013 wurden dafür insgesamt rund 8.000 Haushaltskunden und 1.200 Gewerbekunden in Niederösterreich befragt. Die erhobenen Daten und ihr Vergleich im Zeitablauf dienen zur Darstellung der Entwicklung des Zufriedenheitsniveaus insgesamt sowie zur Analyse relevanter Geschäftsfälle und liefern damit wertvolle Rückschlüsse auf Verbesserungspotenziale. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Maßnahmen-Workshops mit den jeweiligen Fachbereichen diskutiert. Dabei werden regelmäßig auch Ansatzpunkte für zukünftige Maßnahmen definiert.

Die Gesamtzufriedenheit der EVN Haushaltskunden lag 2013 mit einem Mittelwert von 1,80 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh

Zusammensetzung des Gaspreises in Niederösterreich1) in % per 01.10.2013 per 01.10.2014 22,8 21,6 24,9 25,1 Netzkosten Steuern und Abgaben Energiekosten 52,3 53,3

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh

Energiepreis und Produktzusammensetzung

Die EVN versorgt ihre Kunden zuverlässig und zu konkurrenzfähigen Preisen mit Strom und Erdgas. Auf Basis der aktuell niedrigen Großhandelspreise senkte die EVN Vertriebsgesellschaft im Rahmen der EnergieAllianz Austria per 1. Oktober 2014 den Endkundenpreis für alle Stromkunden. Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh pro Jahr wird dadurch 10 % beim Energiepreis einsparen können.

Das Produktmanagement der EVN entwickelt laufend neue Tarif modelle, die direkt an die Kundenanforderungen angepasst sind und je nach Wunsch fixe oder variable Energiepreise bzw. Strom aus 100 % erneuerbaren Energiequellen bzw. Biogas beinhalten können. Seit Jahren bietet die EVN Vertriebsgesellschaft ausschließlich Strom ohne Nuklearenergieanteil aus 100 % heimischer Erzeugung an.

zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) praktisch unverändert auf dem guten Vorjahresniveau (1,76). Unverändert hoch blieb dabei vor allem die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis, dem große Bedeutung für die Grundzufriedenheit sowie für die Loyalität der Kunden zukommt. Auch die Gesamtzufriedenheit der EVN Gewerbekunden lag im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2011 stabil auf gutem Niveau.

Als besondere Stärken der EVN werden von den Kunden die Versorgungssicherheit sowie die gute Kundenbetreuung – sowohl am Telefon als auch in der Störungsbehebung – wahrgenommen. Für die Gewerbekunden war ebenfalls das Preis-Leistungs-Verhältnis ein wichtiger Grund für ihre Zufriedenheit mit der EVN.

Der 2011 eingeführte Customer Loyalty Index der EVN, der auf Basis verschiedener Indikatoren die Loyalität der Kunden misst, hat sich mittlerweile als strategisches Monitoring-Instrument etabliert und wurde auch im Geschäftsjahr 2013/14 monatlich berechnet. Ziel der Messung ist es, Veränderungen der Kundentreue zeitnah festzustellen, deren Ursachen zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen unmittelbar zu reagieren. Die Erhebung ließ erkennen, dass sich Kunden, die mit den ergänzenden Serviceleistungen der EVN näher vertraut sind, besonders loyal mit der EVN verbunden fühlen.

Seit 2012 ist das Kundendienstzentrum der EVN auf Basis des Überwachungsaudits für die Zertifizierung für Europäische Call Center nach der Norm EN 15838 zertifiziert. In der Norm werden Anforderungen an die Qualität der Dienstleistungen von Kundenkontaktzentren festgelegt. Die Zufriedenheit der Kunden steht dabei im Mittelpunkt. Geprüft werden die Bereiche Personal, Organisation, Prozess, Technik und Dienstleistung. Diese Zertifizierung ist ein aussagekräftiger Beleg für die hohe Servicequalität der Service-Hotline, die den Kunden der EVN kostenlos zur Verfügung steht.

Um die Erfüllung interner Qualitätsstandards bei der Beantwortung von Kundenanfragen und -beschwerden zu überprüfen, setzt die

EVN seit Jahren auf ein Quality Improvement Programme, in dessen Rahmen die Kunden nach ihren diesbezüglichen Erfahrungen befragt werden. Ziel ist eine Analyse der Bearbeitungsqualität von spezifischen Szenarien und das Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen, aus denen entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden. Zuletzt wurde die Servicequalität der EVN von März 2013 bis April 2014 in rund 1.300 Mystery-Shopping-Tests bei Mitarbeitern des EVN Kundendiensts überprüft. Dazu wurden das kundenorientierte Verhalten sowie die Servicequalität im direkten Kundenkontakt – per Telefon, E-Mail sowie persönlich – von einem externen Marktforschungsinstitut erhoben. Auf Basis der Ergebnisse konnten wichtige Qualitätsverbesserungen sofort umgesetzt werden. Um den hohen Wert der Kundenorientierung hervorzuheben, wurden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung zudem die besonders engagierten Mitarbeiter ausgezeichnet.

Bulgarien und Mazedonien

Die Mitarbeiter des Kundenservice der EVN Bulgaria haben im Geschäftsjahr 2013/14 rund 506.000 (Vorjahr: 531.000) Anfragen per Telefon und rund 20.100 (Vorjahr: 23.800) Anfragen per E-Mail bearbeitet. In der EVN Macedonia waren es rund 343.700 Anfragen per Telefon (Vorjahr: 340.000) und rund 17.900 Anfragen per E-Mail (Vorjahr: 14.600).

In Mazedonien wurden zur Erhebung der Kundenzufriedenheit in der Berichtsperiode 6.600 Interviews und 1.600 Mystery-Shopping-Tests durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfragen und zusätzlicher interner Qualitätsanalysen flossen direkt in Verbesserungs- und Optimierungsprogramme ein, die dazu beitrugen, dass die Anzahl der Beschwerden reduziert werden konnte.

Die EVN Macedonia zeigte ihr Engagement für eine kontinuierliche Verbesserung der Kundenorientierung im Berichtsjahr auch durch die Organisation der internationalen Veranstaltung "Customer Service Week" in Mazedonien, die im Oktober 2014 bereits das zweite Mal stattfand. Mehrere Tausend Unternehmen aus über 40 Ländern der Welt beteiligten sich an diesem Event, das die Wichtigkeit der Kundenzufriedenheit und die besondere Bedeutung der Mitarbeiter in kundenorientierten Bereichen in den Mittelpunkt rückte.

GRI-Indikator: Befragung zur Kundenzufriedenheit (PR5)

Die EVN Bulgaria wiederum initiierte zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit das Programm "EVN next to you", das Treffen von Vertretern der EVN Bulgaria mit den Kunden direkt in deren Heimatstädten und -dörfern vorsieht. Den Kunden soll dadurch Gelegenheit gegeben werden, über grundlegende Anliegen und Probleme in der

Bekämpfung der Energiearmut

Die EVN legt großen Wert auf eine bedürfnisorientierte und kundennahe Energieberatung. Das Thema Energiesparen ist dabei einer der wichtigsten Schwerpunkte. Während Energiesparen für viele Menschen primär aus ökologischer Hinsicht eine Notwendigkeit ist, sind insbesondere armutsgefährdete Menschen auch aus wirtschaftlichen Gründen auf jede Einsparungshilfe im Alltag angewiesen. Aus diesem Grund haben Caritas und EVN das gemeinsame Projekt "Armutsgefährdete Haushalte" entwickelt. Nach dem Prinzip "Train the Trainer" werden dabei Sozialberater der Caritas von EVN Energieberatern mit dem notwendigen Know-how und speziellen technischen Hilfsmitteln ausgestattet, um Beratungsgespräche zum Thema Energiesparen führen zu können. Dabei wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Die Umsetzung des Projekts erfolgte in sechs Stufen:

Stufe 1: Erstellung der Beratungswerkzeuge (Leitfaden, Checkliste) und Auswahl der technischen Hilfsmittel (z. B. Energiemessgeräte, Durchflussbegrenzer zur Reduktion des Warmwasserverbrauchs, Wasserkocher etc.)

Stufe 2: Expertenberatung vor Ort (erste Evaluierung und Bestandsaufnahme)

Stufe 3: Eintägiger Energieberatungsgrundkurs für Sozialberater durch Energieberater der EVN

Stufe 4: Gemeinsame Beratung vorort in betroffenen Haushalten Stufe 5: Weitere Ausbildungseinheit und Festigung der Energie beratungskenntnisse der Sozialberater, Feedback-Schleife Stufe 6: Rollout der Energieeinsparberatung durch Sozialberater

In Summe wurden im Geschäftsjahr 2013/14 rund 200 Kundenberatungen durch Berater der Caritas durchgeführt. Davon haben 150 Beratungen in den regionalen Caritas-Sozialstellen und weitere 50 direkt in den Wohnungen und Häusern der betroffenen Menschen stattgefunden. Da die EVN Energieberater ständig neue Tipps und Tricks zum Energiesparen entwickeln, erfolgen auch laufend weiterführende Schulungen der Caritas Sozialberater. Die EVN stellt neben dem Experten-Know-how in Form dieser Schulungen auch die passenden Energielösungen für konkrete Einsparungen in den armutsgefährdeten Haushalten zur Verfügung.

jeweiligen Region mit Ansprechpartnern der EVN zu diskutieren. Ein weiterer Schritt für mehr Kundennähe war die Eröffnung eines EVN Kundenzentrums in einem Einkaufszentrum, in dem durch flexible Öffnungszeiten sowie freundlichen und raschen Service der persönliche Kontakt zwischen der EVN und ihren Kunden so angenehm wie möglich gestaltet werden soll.

GRI-Indikator: Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen (SO1)

Produktverantwortung

Die Grundsätze der Produktverantwortung sind in den zentralen Leitbildern der EVN wie dem Unternehmensleitbild und dem Umweltleitbild verankert, womit ihr hoher Stellenwert zum Ausdruck kommt. Die EVN Leitwerte Ensure, Encourage und Enable unterstreichen die Bedeutung des EVN Markenversprechens, das nur mit dem Einsatz aller Mitarbeiter gehalten werden kann.

  • Die einzelnen Leitbilder finden sich unter: www.verantwortung.evn.at.
  • Nähere Informationen zu den EVN Leitwerten finden sich auf den Seiten 35f und 62.

Das Produkt- und Dienstleistungsportfolio der EVN – es umfasst wie erwähnt Strom, Erdgas, Wärme, Trinkwasser, Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste sowie Umweltdienstleistungen – leistet einen wesentlichen Beitrag zur Grundversorgung der Kunden und verbessert deren Lebensqualität. Ebenso tragen die Projekte des internationalen Umweltgeschäfts im Bereich der Trinkwasseraufbereitung und der Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung durch ihren positiven Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells der EVN bei. Im öffentlichen Diskurs sind die Produktion und der Verkauf von Strom aus Atomkraftwerken umstritten. Deshalb bekennt sich die EVN seit Jahren zu einem 0-%-Anteil von Atom- bzw. Graustrom in ihrem Strommix.

GRI-Indikator: Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte (PR6)

Die Sicherung der Qualität aller Produkte und Dienstleistungen wird bei der EVN ebenso stringent beachtet und permanent kontrolliert wie die Einhaltung strenger Bestimmungen zum Schutz aller Kundendaten. Einen hohen Stellenwert genießen weiters die transparente und aussagekräftige Kommunikation zur Marktentwicklung sowie zu Produkten und Dienstleistungen, die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber benachteiligten Menschen sowie aktiver Klimaschutz.

Die Strom- und Erdgasnetze der EVN verfügen über eine Zertifizierung, mit der die Einhaltung der von den Verbänden Oesterreichs Energie und ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) festgelegten sicherheitstechnischen Standards gewährleistet wird. Wiederkehrende Audits durch ein unabhängiges externes, unabhängiges Auditoren-Team gewährleisten ein hohes Qualitätsniveau, unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Planung, Bau, Betrieb, Instandhaltung der Netze und Anlagen
  • Organisationsstrukturen, Verfahren und Prozesse
  • Verantwortlichkeiten, Fach- und Entscheidungskompetenzen
  • Schulungen, Sach- und Personalmittel
  • GRI-Indikator: Privatsphäre von Kunden (PR8)
  • GRI-Indikator: Produktinformation (PR3)

Bei der Planung und Gestaltung ihrer Werbe- und Marketingmaßnahmen orientiert sich die EVN nicht nur an den eigenen strategischen Zielsetzungen, sondern auch an den Zielen der Nachhaltigkeit. Zentrale Aspekte der Energieversorgung, Energiespartipps und Energiedienstleistungen werden dabei adäquat kommuniziert. Die EVN lehnt Werbemaßnahmen ab, die nicht den allgemein anerkannten ethischen oder kulturellen Standards entsprechen, die in die Privatsphäre eingreifen oder versuchen, besonders empfängliche Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, zu beeinflussen. In der Berichtsperiode gab es keine Fälle einer Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in der Werbung.

GRI-Indikator: Gesamtzahl der Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in Bezug auf Werbung (PR7)

Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimiert etwaige Risiken hinsichtlich Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen der von der EVN angebotenen Produkte. Eine zentrale Rolle nimmt dabei das EVN Qualitätsmanagement ein. Im Fokus stehen hier die Definition und die Beachtung hoher Standards bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktportfolios, bei Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten sowie bei den Abläufen im Rahmen der Zertifizierung, Herstellung und Produktion, des Vertriebs, Marketings und der Verkaufsförderung sowie der Verwendung, Wartung, Entsorgung und Wiederverwendung der Produkte. Das Recycling im Konzern richtet sich nach österreichischen Maßstäben und gilt insbesondere bei den internationalen Aktivitäten der EVN und ihrer Tochtergesellschaften als beispielhaft im jeweiligen Land. Besonders hervorzuheben sind weiters die nachhaltige Ausrichtung der Planung, der Produktion und des Vertriebs von Elektrizität sowie die Qualitätssicherung der Netze und der Stromversorgung in jenen Gebieten, in denen die EVN tätig ist. Alle Produkt- und Dienstleistungskategorien werden laufend durch umfassende Qualitätssicherung nach den Prinzipien ganzheitlicher Verantwortung im Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.

GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus (PR1)

PR2 Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften

In der Zeit von Oktober 2013 bis Oktober 2014 fanden sechs Prüfungen bei der EVN Bulgaria EP und eine Prüfung bei der EVN Bulgaria TP durch die Exekutivagentur der Bulgarischen Arbeitsaufsicht statt. Auf Basis dieser Prüfungen erließ die Arbeitsaufsicht zwei Anordnungen an die EVN Bulgaria TP, die in der vorgesehenen Zeit erfüllt wurden, sowie zwölf Anordnungen an die EVN Bulgaria EP, die derzeit erfüllt werden. Zehn dieser Anordnungen betreffen Anforderungen an die von der EVN EP genutzten Gebäude, eine weitere Anordnung verlangt eine Aktualisierung der Risikobewertung für zwei Client Energy Centers ("KEC").

Für den Zeitraum Oktober 2013 bis Oktober 2014 wurden durch die Exekutivagentur der Bulgarischen Arbeitsaufsicht keine Sanktionen gegen die Unternehmen der EVN Bulgaria Gruppe wegen der Verletzung von Gesundheits- oder Sicherheitsbestimmungen verhängt.

PR8 Berechtigte Datenschutzbeschwerden

Im Jänner 2013 hat die zuständige bulgarische Kommission Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten für die EVN TP und die EVN EP erlassen. Diese Vorschriften verpflichten beide Unternehmen zur Umstellung ihrer internen Vorgangsweise für die Änderung von Kundenprofilen, um mögliche Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen zu vermeiden. Diese Vorschriften wurden von der EVN TP und der EVN EP bereits erfüllt.

In Mazedonien hat eine außerordentliche Prüfung durch die Datenschutzbehörde (mit Protokoll Nr. 07-271 vom 29. November 2013) ergeben, dass die EVN Macedonia die Datenschutzrechte ihrer Kunden durch das Versenden von Mahnungen verletzt hat, da die betreffenden E-Mails die Adressen der Kunden enthielten. Der EVN Macedonia wurde eine Geldbuße von 1.000,0 Euro und dem zuständigen Mitarbeiter eine Geldbuße von 300,0 Euro auferlegt.

PR9 Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen

Wie im Kapitel Gesellschaft im Punkt Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen (SO8) angeführt, hat der bulgarische Regulator am 10. Oktober 2014 insgesamt 50 Geldbußen gegen die EVN Bulgaria EP verhängt. Jede dieser Geldbußen ist mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000,0 BGN (insgesamt 1,0 Mio. BGN) verbunden. Die meisten dieser Geldbußen betreffen Verstöße gegen Protokolle für das Ersetzen kommerzieller Zähler ("Commercial Metering Devices", CMD). Die Gründe der angeblichen Verstöße sind unterschiedlich und beziehen sich z. B. auf das Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen, Mitarbeiter der EVN Bulgaria EP etc. Gegen alle dieser Geldbußen hat die EVN Bulgaria EP vor dem zuständigen bulgarischen Gericht Berufung eingelegt. Die Gerichtsverfahren sind noch anhängig.

Aspekt: Kundengesundheit und -sicherheit

EU25 Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit)

In der Berichtsperiode kam es zu keinen Verletzungen oder Todesfällen von Kunden, Anrainern oder der allgemeinen Öffentlichkeit in Zusammenhang mit den Anlagen der EVN.

Energiepreis und Informationskampagne der EVN Bulgaria: Winter 2013

Vor dem Hintergrund des temperaturbedingt starken Anstiegs des Stromverbrauchs in den Wintermonaten startete die EVN Bulgaria im Herbst 2013 die Informationskampagne "Winter 2013", um ihre Kunden darüber aufzuklären, wie sie Energie sparen und dadurch ihre Energiekosten senken können. Wichtigstes Element der Kampagne war die Broschüre "Winter 2013", in der Antworten auf eine Reihe von Fragen zum Energieverbrauch sowie praktische Tipps anschaulich und verständlich dargestellt wurden. Auf folgende Fragen ging die Broschüre im Detail ein:

  • Welche Geräte verbrauchen am meisten Energie im Haushalt?
  • Welche Faktoren beeinflussen den Verbrauch?
  • Wie kann man den Energieverbrauch kontrollieren?
  • Was soll man bei einer längeren Abwesenheit beachten?
  • Was sollte man über das Zählerablesen wissen?

Die Broschüre wurde per Post an rund 508.000 Kunden, per E-Mail an rund 175.000 Kunden sowie in den EVN Kundenzentren an 5.000 Kunden verteilt.

Aspekt: Zugang zu Grundversorgung

EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne

Stromversorgung

In allen Ländern mit Stromversorgung durch die EVN kann von einer Vollversorgung ausgegangen werden.

EU27 Stromabschaltungen aufgrund von

Zahlungsrückständen

Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung sowie die Möglichkeit von Ratenzahlungen an. In der Vergangenheit sah sich die EVN trotzdem – vor allem in Bulgarien und Mazedonien – mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert. Im Geschäftsjahr 2013/14 konnte in Bulgarien eine Einbringungsrate von 99,5 % und in Mazedonien von 91,2 % erreicht werden. Im Bereich Wärme lag die Einbringungsrate in Bulgarien bei 85,8 %. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen. Während in Österreich die Anzahl der Abschaltungen stabil auf niedrigem Niveau liegt, muss die EVN in Bulgarien und Mazedonien – wo die Zählerstände anders als in Österreich monatlich abgelesen und abgerechnet werden – häufiger auf diese letzte Maßnahme zurückgreifen. Nach Einbringung der Zahlungsrückstände oder Abschluss einer Stundungsoder Ratenvereinbarung werden in Österreich, Bulgarien und Mazedonien Lieferunterbrechungen in der Regel binnen 24 Stunden wieder aufgehoben. Die EVN setzte in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen, um ihren Kunden die Einhaltung ihrer Zahlungsverpflichtungen zu erleichtern. Dazu zählten zum einen Programme, die den Kunden Unterstützung beim Energiesparen bieten (Beispiele siehe Textbox "Winter 2013", Seite 60), zum anderen wurden Maßnahmen zur Kundeninformation und Bewusstseinsbildung eingeleitet. So können sich die Kunden in Bulgarien zum Beispiel per E-Mail oder SMS an den Ablauf der Zahlungsfrist erinnern lassen, um Abschaltungen aufgrund versehentlichen Zahlungsverzugs vorzubeugen. Zusätzlich galt der verlässlichen Rechnungszustellung und der einfachen Zahlungsabwicklung besonderes Augenmerk.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die zentrale Bedeutung der Mitarbeiter für die EVN und ihre Stakeholder drückt sich nicht zuletzt im hohen Stellenwert des strategischen Handlungsfelds "Verantwortungsvoller Arbeitgeber" in der EVN Wesentlichkeitsmatrix aus.

Im Geschäftsjahr 2013/14 waren durchschnittlich 7.314 Mitarbeiter bei der EVN beschäftigt. Mit Ausweitung der Aktivitäten auf insgesamt bis zu 21 Länder entstand in den letzten zehn Jahren innerhalb des Konzerns eine große kulturelle Vielfalt. Um dabei die Identität und das Markenversprechen der EVN gegenüber ihren Stakeholdern in allen Ländern nach den gleichen hohen Standards einzuhalten wie in Niederösterreich, wurden die EVN Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable im gesamten Konzern etabliert. Sie sind zentraler Bestandteil aller wichtigen Instrumente, die die Unternehmenskultur bestimmen, so zum Beispiel das Führungsleitbild sowie das Feedback- und Orientierungsgespräch (FOG). Damit tragen sie dazu bei, dass die Marke EVN von ihren Mitarbeitern mit Leben gefüllt wird.

  • Nähere Informationen zu den EVN Leitwerten finden sich auch auf Seite 35f.
  • GRI-Indikator: Beschäftigungsprofil (G4-10)

Grundsätze des Personalwesens

Die EVN fühlt sich der ausgewogenen Wahrung der unterschiedlichen Interessen ihrer Stakeholder verpflichtet und legt deshalb großen Wert darauf, auch den vielfältigen Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter zu entsprechen. Dabei kommt sie nicht nur ihren gesetzlich definierten Pflichten als Arbeitgeber nach, sondern erbringt darüber hinaus eine Reihe freiwilliger Leistungen. Mit diesem kontinuierlichen Engagement bietet die EVN ihren Mitarbeitern ein positives Arbeitsumfeld, in dem sie sich entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können. Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeitern sind in Form von Grundsätzen definiert.

Gleichbehandlung und Chancengleichheit

Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der großen Anzahl an Ländern, in denen die Gruppe aktiv ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO). Zudem ist die EVN im September 2005 dem UN Global Compact beigetreten und bekennt sich damit explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Herausforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Qualifikation sind in Bezug auf Einstellung, Fortbildung, Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln. Darüber hinaus hat die EVN im Mai 2011 die "Charta zur neuen Vereinbarkeit Eltern/Wirtschaft" unterzeichnet. Weiters hat die EVN bereits im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" eingeführt.

Betriebliche Sozialpartnerschaft

Wesentliche unternehmerische Entscheidungen trifft die EVN transparent im Einklang mit ihrem Führungsleitbild und auf Basis der diesbezüglichen rechtlichen Bestimmungen. Selbstverständlich werden dabei auch die Arbeitnehmervertreter informiert bzw. mit eingebunden.

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen zentralen Stellenwert ein. Das hohe Sicherheitsniveau wird vor allem durch Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet. Neben den gesetzlichen Vorschriften hat die EVN hier ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien entwickelt. Sein Kernstück ist das speziell für die Arbeitsbedingungen der Energiewirtschaft zuge-

Mitarbeiterkennzahlen (G4-10, LA1) 2013/14 2012/13
Mitarbeiterstand1) Anzahl 7.314 7.497
davon Frauen % 21,4 21,9
Lehrlinge 2) Anzahl 52 46
Mitarbeiterfluktuation3) % 2,8 3,2
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 16,0 16,1
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 43,8 43,5
Umsatz/Mitarbeiter 4) EUR 270.007 282.858
Krankheitstage/Mitarbeiter Anzahl 10 10
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz 4) % 15,9 14,5

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich und Deutschland aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen

4) Die Vorjahreswerte für Umsatzerlöse und Mitarbeiterstand wurden gem. IAS 8 retrostpektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

schnittene "Handbuch Sicherheit", das jedem Mitarbeiter im Intranet zur Verfügung steht.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft

Die Mitarbeiterzeitung "EVN Intern" informiert die Belegschaft seit vielen Jahren regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Konzern. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, der Energieversorgung und der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare und sonstige Ausbildungsveranstaltungen. In einem persönlichen Bereich stehen jedem Mitarbeiter auch die eigenen Gleitzeitdaten zur Verfügung. Um die interne Nachbesetzung zu begünstigen, erfolgt auch die Ausschreibung vakanter Stellen über das Intranet. Diese und weitere Maßnahmen fördern den konzernweiten Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeitern.

Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen

Zahlreiche Mitarbeiter der EVN leisten neben ihrer Tätigkeit für das Unternehmen auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge. So ist eine große Zahl von ihnen in der Freizeit in Organisationen wie dem Roten Kreuz oder der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Die EVN als Arbeitgeber unterstützt dieses Engagement, indem sie diese Mitarbeiter etwa im Einsatzfall für bis zu 50 % der aufgewendeten Zeit von der Arbeit freistellt. Im Rahmen flexibler Arbeitszeitmodelle ist die EVN zudem bemüht, die für ehrenamtliche Tätigkeiten erforderliche Freizeit durch Einarbeitungsmöglichkeiten zu gewähren.

Für ein Beispiel, wie freiwilliges, ehrenamtliches Engagements in der EVN gelebt wird, siehe Textbox "EVN für Niederösterreich" Seite 80.

Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens

Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Geschäftsjahr 2013/14 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:

  • Group HR Day
  • Vollbefragung zur psychischen Beanspruchung am Arbeitsplatz in Österreich
  • Programm zur Belebung des internen Stellenmarkts
  • Rollout des Ideenmanagements in Mazedonien
  • Ferienbetreuung "Ferien@EVN"
  • Eltern-Kind-Büro
  • EVN SUN Akademie (in Kooperation mit der Donauuniversität Krems)
  • Diverse Traineeprogramme
  • Lehrlingsförderung der EVN
  • Konzernweiter Know-how-Transfer und Dialog
  • Führungskräftebegleitprogramm
  • Mitarbeiterbefragung in Mazedonien

Vielfältige Ideen durch vielfältige Mitarbeiter

Wie viele Ideen braucht ein Unternehmen, um seine Zukunft erfolgreich zu managen? Die Antwort der EVN ist eindeutig: "Ganz, ganz viele!" Die bunte Vielfalt an Hintergründen, Nationalitäten und Kulturen der EVN Belegschaft bietet einen großen Reichtum an unterschiedlichen Sichtweisen und damit an Ideen. Mit dem Ideenmanagement im EVN Intranet, das mit dem Rollout in Mazedonien im Geschäftsjahr 2013/14 nun auch beide Hauptgeschäftsstandorte der EVN in Südosteuropa abdeckt, kann dieses Potenzial jetzt umso effektiver genutzt werden. Für tatsächlich umgesetzte Ideen werden dabei Prämien vergeben. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden 140 Ideen von insgesamt mehr als 8 % der Mitarbeiter eingereicht – von technologischen Innovationen im Stromnetz über soziale Ideen im Rahmen des Projekts "EVN für Niederösterreich" bis zu kleineren und größeren Effizienzsteigerungen. In Südosteuropa lag ein besonderer Fokus auf Ideen zur weiteren Steigerung der Servicequalität.

Zum Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen siehe ebenfalls EC8, auf Seite 78.

Mitarbeiterzufriedenheit

Die Förderung der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsumfeld und den jeweiligen Bedingungen ist ein zentrales Anliegen für die EVN. In regelmäßigen Befragungen werden diesbezügliche Indikatoren und Anregungen zur kontinuierlichen Verbesserung erhoben. Nach der erstmaligen Erhebung der Mitarbeiterzufriedenheit in Bulgarien im Geschäftsjahr 2011/12 wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr auch unter den Mitarbeitern der EVN Macedonia im September 2013 eine Befragung durchgeführt. Die hohe Rücklaufquote von 85 % verdeutlicht eine offene Feedbackkultur und die enge Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Insgesamt gaben mehr als 80 % an, mit der EVN als ihrem Arbeitgeber zufrieden bzw. sehr zufrieden zu sein. Die Kommunikationsbereitschaft der Mitarbeiter spiegelt sich auch darin wider, dass sich rund ein Drittel der Befragten Zeit für individuelles Feedback in Form von offenen Kommentaren nahm. Die Auswertung der Ergebnisse diente in weiterer Folge als Grundlage für konkrete Arbeitspakete zur Umsetzung zentraler Mitarbeiteranliegen. Dabei kristallisierten sich unter anderem die Themen Arbeitsplatzsicherheit und Kommunikation als wichtige Bereiche heraus, die nun weiteren Verbesserungsmaßnahmen unterzogen werden.

Diversität der Belegschaft

Zum 30. September 2014 waren bei der EVN 1.593 Frauen (21,4 %) und 5.836 Männer (78,6 %) beschäftigt. Die Anzahl der Lehrlinge betrug in der Berichtsperiode durchschnittlich 52. Alle Mitarbeiter

Diversität der Mitarbeiter 2013/14
(G4-10)
Österreich Bulgarien Mazedonien Andere
Länder
Gesamt
Mitarbeiterstand
davon Frauen % 18,8 24,7 19,0 31,7 21,4
davon Männer % 81,2 75,3 81,0 68,3 78,6
Beschäftigungsart1)
Arbeiter % 7,4 0,0 0,0 27,8 4,0
Angestellte % 92,6 100,0 100,0 72,2 96,0
Vertragstyp
Teilzeit gesamt % 10,3 0,4 0,1 8,9 4,2
Teilzeit Frauen % 7,9 0,2 0,0 7,6 3,2
Menschen mit besonderen Bedürfnissen % 2,1 1,5 1,1 2,3 1,6

1) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden.

der EVN AG und der Netz Niederösterreich GmbH sind Angestellte. In Mazedonien und Bulgarien gibt es keine Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern.

Konzernweit lag der Anteil der Arbeiter bei 4,0 %. Im Einklang mit dem international ausgerichteten Geschäftsmodell der EVN setzten sich auch ihre Mitarbeiter aus verschiedenen Nationalitäten zusammen. Insgesamt sind Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen bei der EVN beschäftigt, die am stärksten vertretenen Nationen sind Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Die Mitarbeiterfluktuation der EVN lag in der Berichtsperiode bei 2,8 %. In diesem Wert nicht berücksichtigt sind Konzernübertritte, Pensionierungen sowie Austritte aufgrund des mazedonische Sozialplans. Angesichts der geringen Fluktuation erfolgt keine weitere Detaillierung dieser Kennzahl. Insgesamt konnte in der Berichtsperiode 87 Frauen und 182 Männern ein neuer Arbeitsplatz in der EVN angeboten werden.

Der Einsatz von Personalleasing im EVN Konzern erfolgt aus dreierlei Gründen: Erstens als Vorstufe zu einem traditionellen Arbeitsverhältnis (Integrationsleasing), zweitens für zeitlich befristete Projekte und drittens zur Abdeckung von Arbeitsspitzen. Zum Bilanzstichtag 30. September 2014 waren im EVN Konzern 184 Leasingmitarbeiter beschäftigt.

In der Berichtsperiode lag der Frauenanteil der EVN bei 21,4 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils im Konzern wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" entwickelt. Es verbessert seither die Chancen und Perspektiven aller Frauen, die in der EVN an einem Dienstort in Österreich tätig sind. Ergänzt wird dieses Programm seit Juni 2014 durch ein internes Frauennetzwerk. Durch diese Maßnahmen zur Optimierung der Rahmenbedingungen soll es Frauen erleichtert werden, ihren Neigungen und Fähigkeiten gemäß qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist der EVN ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Dazu wurden Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit oder Gleitzeitmodelle ohne Kernzeit, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung (Programm "Ferien@EVN"), Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Ausund Weiterbildungsprogramm – das auch karenzierten Mitarbeitern offensteht – implementiert. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

Bei der EVN bestehen zwischen Frauen und Männern bei vergleichbarer Betriebszugehörigkeit, Funktion und Qualifikation keine Lohnoder Gehaltsunterschiede. Laut Gleichbehandlungsgesetz sind die österreichischen Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitern dazu verpflichtet, im Abstand von jeweils zwei Jahren einen Bericht zur Entgeltanalyse (§ 11a Gleichbehandlungsgesetz) zu erstellen. Entsprechende Berichte der dafür vorgesehenen Gesellschaften wurden verfasst und der zuständigen Belegschaftsvertretung übermittelt.

bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31–40 Jahre 41– 50 Jahre 51– 60 Jahre über 60 Jahre

GRI-Indikatoren: Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region (G4-10); Mitarbeitergesamtzahl und Fluktuation (LA1); Diversität der Mitarbeiter und leitenden Organe (LA12); Lohnunterschiede nach Geschlecht (LA13)

Betriebliche Sozialpartnerschaften der EVN

"Überzeugung vor Zwang" – so lautet das Motto der betrieblichen Sozialpartnerschaft der EVN. Die Arbeitnehmervertreter werden deshalb laufend über wesentliche unternehmerische Entscheidungen informiert bzw. in die transparenten Entscheidungsprozesse eingebunden, die im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN sowie auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen stattfinden. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen und Anpassungen im Personalbereich. Neben der EVN AG sind auch in allen anderen größeren Unternehmen der EVN Gruppe eigene Belegschaftsvertretungen eingerichtet.

Die Wahrung der Mitarbeiterinteressen wird durch die EVN Mitarbeitervertretungen in Form von Betriebsräten oder Gewerkschaften gewährleistet. Mehr als 90 % aller Mitarbeiter der EVN werden durch diese Einrichtungen vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. In Österreich, Mazedonien und Bulgarien werden Mitarbeiterthemen in Arbeits- und Sicherheitsausschüssen, die sich unter anderem aus Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern zusammensetzen, behandelt. Die Stimmen der Betriebsratsvertreter finden sowohl im Aufsichtsrat als auch im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung Gehör. Seit dem Jahr 2008, in dem zum ersten Mal Jugendvertrauensräte gewählt wurden, haben auch die Lehrlinge ein Mitspracherecht im Betriebsrat. Die letzte Wahl der Jugendvertrauensräte fand im Juni 2014 statt. Zur weiteren Integration der südosteuropäischen Tochterunternehmen und zur Verbesserung der länderübergreifenden Kommunikation wurde im September 2007 erstmals ein europäischer Betriebsrat einberufen. Diesem Gremium, das als Kommunikations- und Austauschplattform dient, gehören Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien an. Die letzte Konferenz fand von 9. bis 11. September 2013 in Burgas, Bulgarien, statt; die letzte Präsidiumssitzung wurde am 5. und 6. Juni 2014 in Maria Enzersdorf abgehalten.

GRI-Indikatoren: Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen (LA4); Anteil der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird (LA5); Anteil der Mitarbeiter mit Kollektivverträgen (G4-11); Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum lokalen Mindestlohn an Hauptgeschäftsstandorten (EC5)

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands der EVN, deren Höhe sich an branchenüblichen Bezügen orientiert, werden im Anhang in Erläuterung 67. ab Seite 215 offengelegt. Wie weiter oben beschrieben, orientiert sich das Gehaltsschema von mehr als 90 % der Mitarbeiter der EVN an den Kollektivverträgen, die für die jeweiligen Hauptgeschäftsstandorte gelten. In diesen auch öffentlich einsehbaren Kollektivverträgen werden sowohl Gehaltsstufen als auch zeitabhängige Gehaltsteigerungen festgelegt. In Österreich wurde im Geschäftsjahr 2013/14 im Rahmen der jährlichen Kollektivvertragsverhandlungen eine Anpassung der Gehälter um 2,4 % durchgeführt.

GRI-Indikatoren: Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der Jahresvergütung aller Beschäftigten (G4-54); Verhältnis der prozentualen Steigerung der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau der prozentualen Steigerung der Jahresvergütung aller Beschäftigten (G4-55)

Auf die Bedürfnisse folgender Arbeitnehmer wird in der EVN besondere Rücksicht genommen:

Ältere Arbeitnehmer

Das Durchschnittsalter der EVN Mitarbeiter beträgt 43,8 Jahre. Aufgrund der zu erwartenden Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters ist davon auszugehen, dass sich dieser Wert in den kommenden Jahren erhöhen wird. Zusätzlich zu spezifischen Personalentwicklungsmaßnahmen wurden deshalb Altersteilzeitmodelle eingeführt. Diese wurden im Geschäftsjahr 2013/14 von 54 Mitarbeitern der Netz Niederösterreich GmbH, der EVN AG, der EVN Wasser und der EVN Business Service in Anspruch genommen.

Vom derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalter ausgehend, werden in den nächsten fünf Jahren rund 7 % und in den nächsten zehn Jahren rund 22 % der Mitarbeiter pensionsbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden. Dem künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften, der sich daraus ergibt, begegnet die EVN mit gezielten Ausbildungsprogrammen und Maßnahmen zum Wissenstransfer zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern.

In ihrem unternehmenseigenen Gesundheitsprogramm geht die EVN auf die unterschiedlichen Anforderungen der diversen Altersgruppen ein und nimmt dabei speziell auf die Bedürfnisse der älteren Mitarbeiter Bedacht.

GRI-Indikator: Pensionierungen in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren (EU15)

bis 20 Jahre 21–30 Jahre 31–40 Jahre 41– 50 Jahre 51– 60 Jahre über 61 Jahre

Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Die EVN legt nicht zuletzt auch aufgrund ihrer sozialpolitischen Verantwortung als bedeutender Arbeitgeber großen Wert auf die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in das Unternehmen. Um diesen Mitarbeitern eine gleichberechtigte Einbindung in das Arbeitsgeschehen zu ermöglichen und ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern, wird vor allem auf eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (wie beispielsweise das Einsetzen von Dolmetschern für Gebärdensprache) geachtet. Zudem werden bei Bedarf flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort angeboten. 21 der insgesamt 26 EVN Kundenzentren in Niederösterreich sind bereits barrierefrei zugänglich.

Im Geschäftsjahr 2013/14 beschäftigte die EVN in Summe 120 Menschen mit besonderen Bedürfnissen, das entspricht 1,6 % der Gesamtbelegschaft. Zudem vergaben die Netz Niederösterreich GmbH und die EVN Wärme GmbH im Geschäftsjahr 2013/14 Aufträge in einer Gesamthöhe von rund 626.000 Euro an geschützte Werkstätten und leisteten auch auf diesem Weg einen Beitrag zur Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Jugendliche

Die Ausbildung von Lehrlingen hat in der EVN einen traditionell hohen Stellenwert. Damit übernimmt die EVN nicht nur Verantwortung in der Gesellschaft, sondern sorgt auch dafür, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften innerbetrieblich abdecken zu können. Um interessierten Jugendlichen – vor allem auch Mädchen – Einblick in den Berufsalltag eines Elektrotechnikers bei einem Energieversorgungsunternehmen zu geben, fanden im Oktober 2013 in vier Kundenzentren Informationsnachmittage mit Fokus auf praktischen Vorführungen statt. Im Geschäftsjahr 2013/14 beschäftigte die EVN durchschnittlich 52 Auszubildende, darunter zwölf Lehrlinge, die am 1. September 2014 ihre Ausbildung zum Elektrotechniker starteten. Neben der dualen Ausbildungsschiene aus Berufsschule und Einsatz im Unternehmen werden auch begleitende Kurse und Seminare angeboten, um das Ausbildungsspektrum abzurunden. Zur Förderung fachübergreifender Qualifikationen unterstützt die EVN auch Doppel- und Mehrfachqualifizierungen, wie etwa Lehrausbildungen als Gas- und als Wärmetechniker.

Der Großteil der Lehrlinge wird von der EVN als Mitarbeiter übernommen, was die hohe Qualität der Ausbildung im Unternehmen einmal mehr bestätigt. Von den 22 Lehrlingen, die ihre Ausbildung 2008 bei der Netz Niederösterreich GmbH begonnen haben, schlossen 21 die Lehre erfolgreich ab; per 30. September 2014 waren noch 19 der 2008 aufgenommenen Lehrlinge bei der EVN beschäftigt. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrung sicher. Darüber hinaus bietet die EVN jährlich mehr als 300 Schülern und Studenten die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen im Rahmen von Praktika anzuwenden und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Damit verfolgt die EVN das Ziel, jungen Menschen schon früh Perspektiven zu vermitteln und Begeisterung für Berufe im Energie- und Umweltsektor zu wecken. Für ihr diesbezügliches Engagement wurde die EVN 2013 mit dem 2. Platz (2011: 1. Platz, 2012: 2. Platz) beim Wettbewerb "Place to

Wer Ressourcenschonung wirklich ernst nimmt

Ressourcenschonung setzt Professionalität und Höchstleistungen voraus. Denn wenn es gilt, Primärenergieträger, andere Rohstoffe, Atmosphäre, Landschaft sowie Menschen, Fauna, und Flora möglichst wenig zu behelligen, sind Erfahrung und innovative Konzepte gefragt. Auch in der konventionellen Energieerzeugung arbeitet die EVN deshalb laufend an weiterer Effizienzsteigerung und der Minimierung von Emissionen.

muss sich bei Energieproduktion und -verteilung umso mehr anstrengen

Perform" ausgezeichnet, der jährlich die besten Praktikumsangebote österreichischer Unternehmen bewertet.

Auch in Bulgarien widmet sich die EVN mit großem Engagement der Einbindung von Studenten und jungen Fachkräften. Im April 2012 begründeten die EVN Bulgaria und die Technische Universität in Sofia eine Kooperation, in deren Rahmen die praktischen Fähigkeiten der Studenten und der Erfahrungsaustausch auf Gebieten wie Informationstechnologie und Elektrotechnik gefördert werden. Seither nutzten mehr als 400 Studenten diese Möglichkeit, die EVN kennenzulernen. Zudem bot die EVN Bulgaria in der Berichtsperiode das Praktikumsprogramm "Jugend mit Zukunft" an, das es begabten Jugendlichen ermöglichte, je nach persönlichen Interessen und Vorlieben im Rahmen von Praktika in einer der Zentralabteilungen des Standorts Plovdiv Erfahrungen zu sammeln.

GRI-Indikatoren: Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen (LA-4)

Arbeiten und Leben bei der EVN

Work Family Balance

Die EVN unterstützt ihre Mitarbeiter aktiv in der möglichst guten Harmonisierung ihres Berufs- und Familienlebens. Dies gilt zum Beispiel auch für jene Mitarbeiter, die vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme der ihnen gesetzlich zustehenden Karenzansprüche stehen. Zudem wird durch die Aufrechterhaltung des Kontakts während der Karenzzeit der berufliche Wiedereinstieg erleichtert. Als Alternative zur Karenzierung oder auch in der Phase des Wiedereinstiegs können sich Eltern für ein Teilzeitmodell entscheiden und dadurch ihre Arbeitszeit individuell anpassen. Diese flexiblen Regelungen bieten für beide Seiten Vorteile: Die EVN kann das Wissen ihrer qualifizierten Mitarbeiter über die Phase intensiver Kinderbetreuung hinweg nutzen und stellt damit auch die Rentabilität der Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung sicher. Aufseiten der Eltern erleichtern die enge Bindung und der laufende Kontakt zum Unternehmen den Wiedereinstieg und sorgen dafür, dass das berufliche Know-how auf dem aktuellen Stand gehalten wird.

Die EVN bietet über die gesetzliche Karenzierung hinaus die Möglichkeit einer Freistellung bis zum 36. Lebensmonat eines Kindes. Auch Männer nutzen die angebotenen Modelle – im abgelaufenen Geschäftsjahr waren 13 Männer in Väterkarenz. Aufgrund der individuellen Lösungsmöglichkeiten kehren in der EVN AG, der Netz Niederösterreich GmbH, der EVN Wasser GmbH, der EVN Geoinfo und der EVN Business Service GmbH beinahe alle Mütter und Väter nach ihrer Karenz wieder ins Unternehmen zurück. Zwei Mitarbeiterinnen sind in der Berichtsperiode aus familiären Gründen aus der EVN ausgeschieden (Vorjahr: ein Austritt nach einer Karenz). Eine weitere Maßnahme, die den beruflichen Wiedereinstieg erleichtert, war 2012 die Einrichtung des so genannten "Eltern-Kind-Büros". Es erlaubt den Mitarbeitern, ihr Kind an Tagen, an denen Betreuungsengpässe bestehen, zur Arbeit mitzunehmen. Die kindgerechte Ausstattung der beiden vollwertigen Arbeitsplätze mit Kindersitzecke, Spielsachen und Fläschchenwärmer ermöglicht es Eltern, in einer auch für ihr Kind angenehmen Atmosphäre zu arbeiten. Für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wurde im Sommer 2014 wieder das beliebte dreiwöchige Kinderferienprogramm "Ferien@EVN" angeboten. Das 2011 initiierte Programm fand in den Räumlichkeiten der EVN Direktion, auf der angrenzenden Grünfläche sowie im Informationszentrum des Kraftwerks Theiß statt und wurde gemeinsam mit der Initiative Family Business veranstaltet. Insgesamt nahmen mehr als 60 Kinder von EVN Mitarbeitern an dem bunten Programm aus Spiel- und Bastelaktionen, Ausflügen und Kunst-Workshops teil.

GRI-Indikator: Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und Verbleibsrate nach der Elternzeit (LA3)

EVN Pensionskasse

Die EVN bietet ihren Mitarbeitern mit einer unternehmenseigenen Pensionskasse eine Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsvorsorge (ASVG-Pension) und somit die Möglichkeit, in Eigeninitiative – und unterstützt vom Unternehmen – ein zusätzliches privates Standbein für die Altersversorgung aufzubauen. Damit trägt die EVN zur Sicherung des späteren Lebensunterhalts ihrer Belegschaft bei. Die Pensionskasse bietet ein beitragsorientiertes Pensionssystem, bei dem sich die Höhe der künftigen Pension aus der Verrentung der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteile bis zum Pensionsantritt errechnet. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersversorgung ihre Verantwortung als Arbeitgeber wahr und hat für jeden (sowohl Voll- als auch Teilzeit-)Beschäftigten eine freiwillige Rentenversicherung abgeschlossen.

GRI-Indikator: Deckung der Verpflichtungen der Organisation aus dem leistungsorientierten Pensionsplan (EC3)

Krankenzusatzversicherung

Als weitere freiwillige Sozialleistung bietet die EVN ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum begünstigten Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Ein entsprechender Rahmenvertrag mit einem österreichischen Versicherungsunternehmen soll für alle teilnehmenden Mitarbeiter eine optimale ärztliche Betreuung sicherstellen. Leistungen wie die Krankenzusatzversicherung und die EVN Pensionskasse stehen allen Mitarbeitern der jeweils beitragsleistenden Unternehmen der EVN Gruppe unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und Ausmaß der Beschäftigung gleichberechtigt zur Verfügung.

EVN Kultur- und Sportverein

Der EVN Kultur- und Sportverein (KSV) ist eine Mitarbeiterinitiative mit jahrzehntelanger Tradition. Das Angebot reicht von Fußball, Yoga, Mountainbike, Laufen über Sport- und Stockschießen, Sportklettern, Winter- und Wassersport, Tauchen, Segeln und Surfen bis zu Fischen oder Tennis. Auch Pilates, Schach, Golf, Bodywork, Kraftkammer- und Ganzkörpertraining, Flugsport, Tischtennis, Wandern, Foto und Film oder Kultur und Touristik werden im Rahmen des KSV angeboten und von den Mitarbeitern gern in Anspruch genommen. Die EVN unterstützt diese Aktivitäten vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsförderung. Gleichzeitig fördert die Teilnahme an KSV Angeboten die Mitarbeiterkommunikation und damit die Gemeinschaftsbildung innerhalb des Unternehmens.

Der KSV der EVN zählte in der Berichtsperiode mehr als 1.800 aktive Mitglieder und setzt sich aus 16 einzelnen Vereinen zusammen, die in Krems, Horn, Waidhofen an der Thaya, Deutsch-Wagram, Hollabrunn, Mistelbach, St. Pölten, Waidhofen an der Ybbs, Wiener Neustadt, Korneuburg, Theiß, Dürnrohr und Maria Enzersdorf beheimatet sind. Alle Vereine haben eine starke Bindung an die jeweilige Region und agieren weitgehend selbstständig.

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden insgesamt 15,8 Mio. Euro für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet, das entspricht einem Anteil von 5,1 % des Personalaufwands.

  • GRI-Indikator: Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden (LA2)
  • GRI-Indikator: Betriebliche soziale Zuwendungen (EC3)

Personalentwicklung

Die unternehmerische Leistung der EVN beruht auf ihren erstklassig qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Nicht nur mit ihrem Wissen, auch mit ihrem Engagement und ihrer ständigen Lernbereitschaft tragen sie wesentlich zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bei. Vor diesem Hintergrund bildet die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Belegschaft auch den Schwerpunkt des Personalmanagements der EVN. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde neben Österreich auch in Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. In ihrem Rahmen wurden in jedem Konzernbereich EVN Mitarbeiter als Bildungsbeauftragte nominiert. Ihre Aufgaben liegen darin, Entwicklungsbedürfnisse einzelner Personen zu erheben, diese an die Teams der EVN Akademien weiterzuleiten und die Qualifizierungsmaßnahmen zu koordinieren.

  • Weitere Angaben zu Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung finden sich unter www.evn.at/Personalentwicklung/Aus-und-Weiterbildung.
  • GRI-Indikator: Programme für Kompetenzmanagement und lebenslanges Lernen (LA10)

Mitarbeiterbefragung: Psychische Beanspruchung am Arbeitsplatz

Die EVN hat im Rahmen ihres Gesundheitsprogramms im abgelaufenen Geschäftsjahr eine umfangreiche Mitarbeiterbefragung zum Thema "Psychische Beanspruchung am Arbeitsplatz" durchgeführt. Damit war sie unter den ersten Unternehmen, die dem seit 2013 bestehenden gesetzlichen Erfordernis entsprochen haben, nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu evaluieren.

Die im März und April 2014 durchgeführte Mitarbeiterbefragung erreichte mit über 70 % eine überdurchschnittlich hohe Rücklaufquote. Neben der objektiven Belastungssituation zielten die Fragen auch auf die subjektiven Verbesserungsprioritäten der Mitarbeiter ab. Die Ergebnisse der Erhebung lagen im repräsentativen Gesamtnormgruppenvergleich im guten Durchschnitt. Nun werden die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingebrachten Verbesserungsvorschläge im Rahmen von Maßnahmenworkshops vertieft und nach Möglichkeit einer Umsetzung zugeführt.

Laufende Aus- und Weiterbildung

Bei einem Gesamtaufwand von 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2013/14 pro Mitarbeiter 310,4 Euro (Vorjahr: 314,8 Euro) in Weiterbildungsmaßnahmen investiert. Im Schnitt hat jeder Mitarbeiter in der Berichtsperiode 34,9 Stunden an Weiterbildungsveranstaltungen absolviert. Die Schwerpunkte der Aus- und Weiterbildung lagen neben Fachseminaren und Sprachtrainings in der Stärkung der sozialen Kompetenzen. Im Bereich der Fachseminare wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr verstärkt Schulungen im Gasbereich durchgeführt. Erstausbildungen wurden dabei von rund 250 Mitarbeitern und Auffrischungskurse von rund 420 Mitarbeitern besucht.

Das im Geschäftsjahr 2011/12 in Stara Zagora eröffnete Ausbildungszentrum der EVN brachte eine wesentliche Verbesserung in der Aus- und Weiterbildung der bulgarischen Mitarbeiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Schulungsschwerpunkt in Bulgarien und Mazedonien mit Themen wie "Zeitmanagement" oder "Effiziente Durchführung von Besprechungen" auf dem Training des persönlichen Verhaltens. Zudem wurde das im November 2012 von der EVN Bulgaria initiierte Angebot an E-Learning-Programmen – an denen bisher 2.176 Mitarbeiter teilgenommen haben – weiter forciert. Dabei wurden in der Berichtsperiode unter anderem Schulungen in Prozess- und Projektmanagement oder Englisch angeboten. In Mazedonien lag der Fokus neben Sprachkursen auch auf IT-Inhalten.

GRI-Indikator: Aus- und Weiterbildung (LA9)

Abdeckung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften

Um den künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften zuverlässig zu decken, setzt die EVN umfangreiche Aktivitäten in der Lehrlingsausbildung (siehe Seite 66), dem Talente-Management und der Führungskräfteentwicklung:

Aus- und Weiterbildung 2013/14 2012/131)
Aufwand2) Mio. EUR 2,3 2,3
Durchschnittlicher Bildungsaufwand/Mitarbeiter/in EUR 310,4 314,8
Ausbildungsstunden/Mitarbeiter/in Std. 34,9 31,3

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

16,1 % 3,0 % Matura1) Sonstiges Fachschulabsolventen/innen und Mitarbeitende mit Lehrabschluss oder Meisterprüfung Hochschule/Universität 27,2 % 53,7 %

Ausbildungsstruktur der EVN 2013/14

1) Inkludiert aufgrund der länderspezifischen Ausbildungsstrukturen den höheren Schulabschluss in Mazedonien, der dem Maturaabschluss gleichzustellen ist.

  • Talente-Management: Die EVN fördert die Besetzung von Führungspositionen aus den eigenen Reihen durch die Qualifizierung und Förderung ihrer Mitarbeiter. Ein Programm, das die EVN zu diesem Zweck implementierte, ist die EVN Summer University "EVN SUN". Bei der diesjährigen Summer University, die von 21. bis 26. September 2014 in Kooperation mit der Donauuniversität Krems stattfand, führten internationale Vortragende in die Themen Operations Management, Innovation & Change Management, Cross-Cultural Management und Key Performance Indicators ein und vertieften die Theorie durch zahlreiche praktische Fallstudien. Darüber hinaus konnten interessante Fragestellungen mit dem EVN Management diskutiert werden. An diesem Programm nahmen sieben Mitarbeiterinnen und 13 Mitarbeiter aus Österreich, Mazedonien, Bulgarien, Kroatien und Deutschland teil.
  • Führungskräfteentwicklung: Die Führungskräfteentwicklung bildet einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung der EVN Akademien in Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Ausgewählte Mitarbeiter sollen darauf vorbereitet werden, mittelfristig Führungs- und Expertenaufgaben zu übernehmen und damit interne Karrierechancen zu nutzen. Dafür wurde im Geschäftsjahr 2011/12 ein individuelles und maßgeschneidertes Führungskräfte-Begleitprogramm für Mitarbeiter initiiert. Die EVN unterstützt zudem auch Weiterbildungen auf Hochschulniveau, so etwa MBA-Programme. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurde weiters eine Pilotgruppe für den Erfahrungsaustausch zwischen Teamleitern initiiert, um herausfordernde Situationen gemeinsam zu reflektieren.
  • GRI-Indikator: Sicherstellung des Fachkräftebedarfs (EU14)

Die EVN präsentiert sich im Rahmen von Lehrlings- und Berufsinformationsmessen sowie durch Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen als attraktiver Arbeitgeber. Im Geschäftsjahr 2013/14 nahm die EVN an der Karriere-Messe der Technischen Universität Wien, dem Career Calling, dem High-Potential Day in Wien sowie an Karrieremessen in Bulgarien (z. B. "National Career Days" in Plovdiv) und in Mazedonien (z. B. "Skopje Fair", "Job Fair" von SEEU Tetovo) teil. Zudem ist die EVN auf Informationsplattformen wie kununu, facebook oder Watchado präsent.

Nähere Details über kununu unter www.kununu.com

Die Einbeziehung und Förderung von regionalen Mitarbeitern steigert das Verständnis für die Besonderheiten der lokalen Kultur und damit auch den wirtschaftlichen Nutzen. Deshalb stammen in allen Märkten der EVN nahezu sämtliche Mitarbeiter sowie ein Großteil der Führungskräfte aus der jeweiligen Region. Die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie. Deshalb unterstützt die EVN die Karriereplanung von lokalen Mitarbeitern in Bulgarien und Mazedonien durch spezifische Führungskräftetrainings und internationale Programme. Dazu zählt etwa die bereits erwähnte EVN Summer University, eine Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform für zukünftige Führungskräfte.

GRI-Indikator: Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer (EC6)

Feedback- und Orientierungsgespräche

Einmal jährlich finden in allen größeren Konzernunternehmen der EVN so genannte "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) statt. Diese Instrumente ermöglichen neben der Beurteilung durch den Vorgesetzten ein strukturiertes Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Weiters werden konkrete Entwicklungsziele sowie ent-

Unfall- und Ausfallstatistik 2013/14 2012/13
Anzahl der Arbeitsunfälle1) 98 121
Anzahl der Ausfalltage 2) 2.097 3.346
LTIF 3) 8,5 10,1

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

2) Ausfalltage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle).

3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden

Brandstatistik1) 2013/14 2012/13
Anzahl 6 3
Schäden Tsd. EUR 46,0 15,5

1) Österreich

sprechende Maßnahmen vereinbart. Mehr als 90 % der Mitarbeiter sind vom Konzept der FOG erfasst und erhalten damit auch regelmäßig Rückmeldung zu ihrer Leistung und Entwicklungsplanung.

GRI-Indikator: Mitarbeiter, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten (LA11)

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Ihre Mitarbeiter in allen gesundheits- und sicherheitsrelevanten Bereichen bestmöglich aus- und weiterzubilden, ist der EVN ein großes Anliegen. Zu diesem Zweck wurde ein sicherheitstechnischer Dienst eingerichtet, der die gesetzlichen Vorschriften um ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien erweitert hat. In alle Belange der Arbeitssicherheit und der Gesundheitsvorsorge sind der Betriebsrat und die Gewerkschaft mit einbezogen. Das zum Zweck der Gesundheitsvorsorge etablierte Programm "Gesundheit@EVN" hat sich folgende drei Ziele gesetzt: "Gesundheit sichern", "Zu gesunder Lebensweise ermutigen" und "Leistungsfähigkeit ermöglichen". Zu den zahlreichen hier angebotenen Maßnahmen zählen neben Gesundenuntersuchungen, Impfungen, Seh- und Hörtests auch psychologische Beratung, Coachings, Tipps zur gesunden Ernährung sowie zielgruppenspezifische Angebote für Mitarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Diese über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung wird von den Mitarbeitern hoch geschätzt und sehr gut angenommen.

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden bei der EVN AG und der Netz Niederösterreich GmbH 572 Schutzimpfungen durchgeführt. 47 Mitarbeiter nutzten zudem die Möglichkeit einer Gesundenuntersuchung. Zwar ist die EVN nicht in Ländern mit erhöhten Risiken für übertragbare Krankheiten aktiv, dennoch bestehen für Ernstfälle Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die jeweils für alle Konzerngesellschaften gelten. Die insbesondere auf Grippepandemien ausgelegten Anweisungen sollen das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz minimieren, sodass die betriebliche Aktivität und die Versorgung der Kunden mit den Dienstleistungen der EVN auch im Ernstfall sichergestellt sind. Dabei sind sowohl organisatorische als auch präventive und hygienische Maßnahmen geregelt, um im Fall einer Grippepandemie eine Ausbreitung unter den Beschäftigten zu minimieren. Für die Umsetzung der Maßnahmen in den betroffenen Organisationseinheiten gelten im Pandemiefall die in einer gesonderten Konzernanweisung geregelten Abläufe des Krisenmanagements.

Das bereits sehr umfangreiche Angebot der EVN an Schulungen zu den Themen Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Brandschutz wurde im Berichtsjahr unvermindert beibehalten. Schulungsthemen im Bereich der Sicherheit waren dabei z. B. "Arbeiten unter Spannung" oder auch "Verwendung von Absturzsicherungssystemen". Zum ständigen Angebot zählen zudem Erst- und Auffrischungskurse für Erste Hilfe. In Österreich sind alle Mitarbeiter der EVN über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten.

GRI-Indikatoren: Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten (LA7); Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden (LA8)

Arbeitsmedizinische Betreuung

Die EVN bietet ihren Mitarbeitern eine weit über das gesetzliche Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung. Zwei Arbeitsmedizinerinnen stehen für alle Fragen rund um die Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz zur Verfügung und betreuen die Mitarbeiter im Rahmen der Arbeitnehmerschutzbestimmungen.

Ein Beispiel für das weit gefasste gesundheitliche Service des Konzerns ist die im September 2013 gestartete Initiative "Rauchfreie EVN", im Rahmen derer speziell gewidmete Raucherräume adaptiert sowie ein Entwöhnungs-Programm für Interessierte umgesetzt wurden. Zudem organisierte die EVN Impulsvorträge zur Aufklärung über die Folgen des Tabakkonsums und zu Möglichkeiten der Entwöhnung. In weiterer Folge wurden das persönliche Rauchverhalten der Teilnehmer analysiert und darauf aufbauend individuelle Ziele erarbeitet. Die Teilnehmer wurden während der Entwöhnungsphase intensiv betreut und erhielten regelmäßig Feedback zu ihren Erfahrungen.

Sämtliche Arbeitsunfälle im EVN Konzern werden über ein einheitliches IT-System erfasst und ausgewertet. Dies ermöglicht neben Rückschlüssen auf das sicherheitstechnische Verhalten der betroffenen Mitarbeiter auch die Veranlassung entsprechender Schwerpunkte bei den Sicherheitsunterweisungen. Ebenso können sämtliche Kennzahlen der einzelnen Gesellschaften miteinander verglichen und so branchenunabhängig die wichtigsten Themen der Präventionsarbeit bestimmt werden.

Im Geschäftsjahr 2013/14 ist die Anzahl der Arbeitsunfälle im EVN Konzern um 19,0 % auf 98 gesunken. Ebenso konnte bei den Ausfalltagen eine Reduktion von 37,3 % auf 2.097 Tage verzeichnet werden. Im Berichtszeitraum kam es zu keinen tödlichen Unfällen von Mitarbeitern.

GRI-Indikator: Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfallstage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle (LA6)

Wer bei der Energieerzeugung an morgen denkt

sollte bei der Finanzierung nicht von gestern sein

Innovation macht nicht bei der Technik halt. Auch die Struktur und Finanzierung von Projekten bietet Spielraum für neue, zukunftsweisende Konzepte. So setzt die EVN z.B. bei Sonnenenergie auf Bürgerbeteiligungsmodelle und bietet damit auch ihren Kunden die Möglichkeit, an der Produktion erneuerbarer Energie teilzuhaben. Das stellt Photovoltaik nicht nur auf eine breitere Basis, sondern steigert zudem die Sensibilität der Bevölkerung für eine nachhaltige Energieversorgung.

Aktionäre und Anleger

Der Kapitalmarkt hat für die EVN durch ihre Börsenotierung und die Emission von Anleihen eine große Bedeutung.

Die EVN Aktie

Marktumfeld und Performance

Die konjunkturelle Entwicklung in Europa blieb unter dem Eindruck der Ukraine-Krise und der damit verbundenen Sanktionen gegenüber Russland mit Fortschreiten des Jahres hinter den Erwartungen zurück, während der wirtschaftliche Aufschwung in den USA weiter an Dynamik gewann. Dieses Auseinanderdriften der Konjunktur in Europa und den USA brachte auch Unterschiede in der Notenbankpolitik. Während die US Federal Reserve (Fed) ankündigte, ihre Unterstützungsmaßnahmen auslaufen zu lassen, gab die Europäische Zentralbank (EZB) nach der dreimaligen Senkung des Leitzinssatzes von 0,50 % auf zuletzt 0,05 % Anfang Oktober bekannt, ein Programm zum Ankauf von Wertpapieren durchführen zu wollen. Diese Maßnahme soll in erster Linie Bankbilanzen entlasten und durch umfangreichere Kreditvergaben die wirtschaftliche Entwicklung ankurbeln.

Trotz dieses anhaltend schwierigen Umfelds haben sich die internationalen Aktienmärkte positiv entwickelt und teilweise neue historische Höchststände erreicht. Der deutsche Leitindex DAX konnte von Oktober 2013 bis September 2014 um 10,2 % zulegen, der amerikanische Index Dow Jones ist um 12,7 % angestiegen. Anders verlief hingegen die Entwicklung des Wiener Leitindex ATX, der im selben Zeitraum 12,8 % seines Werts eingebüßt hat. Auch die EVN Aktie konnte in einem für Energieunternehmen anhaltend schwierigen Umfeld im Jahresvergleich nicht zulegen und markierte einen Kursverlust von 10,3 %, während der für die EVN relevante Branchenindex DJ Euro Stoxx Utilities um 23,2 % stieg. Zum Ende des Geschäftsjahres 2013/14 lag der Kurs der EVN Aktie bei 10,125 Euro. Dies bedeutet eine Marktkapitalisierung in Höhe von 1,82 Mrd. Euro per 30. September 2014. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen in EVN Aktien ging im Vorjahresvergleich auf 45.167 Stück (Einmalzählung) zurück. Daraus ergab sich ein Jahres-Umsatzvolumen an der Wiener Börse von 120,4 Mio. Euro (Einmalzählung), das einem Anteil von 0,53 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht. Die Gewichtung im ATX Prime lag per Ende September 2014 bei 0,87 %.

Aktienrückkaufprogramm

Mit Beschluss der 85. Hauptversammlung vom 16. Jänner 2014 wurde der Vorstand der EVN AG ermächtigt, auf Inhaber lautende eigene Stückaktien zum Zweck der Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft oder eines ihr verbundenen Unternehmens im Ausmaß von höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zu erwerben. Zeitgleich wurde damit der Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Jänner 2012 zur Genehmigung des Aktienrückkaufs der EVN AG vorzeitig beendet, auf dessen Basis zwischen 6. Juni 2012 und 15. Jänner 2014 insgesamt 1.640.030 Stückaktien der EVN AG über die Wiener Börse zurückgekauft wurden; dies entspricht 0,91 % des Grundkapitals. Auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 85. Hauptversammlung hat der Vorstand am 16. Jänner 2014 ein Aktienrückkaufprogramm mit Laufzeit bis 30. September 2014 beschlossen; dieses wurde per Vorstandsbeschluss vom 30. September 2014 bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Bis zum 30. September 2014 wurden im Rahmen des neuen Rückkaufprogramms 117.500 Stückaktien erworben; dies entspricht 0,06 % des Grundkapitals. Somit hält die EVN AG per 30. September 2014 einschließlich der in früheren Jahren zurückgekauften Aktien 1.939.992 eigene Aktien, die einem Anteil von rund 1,1 % am Grundkapital entsprechen.

Mittelverwendungsstrategie und Dividende

Die EVN strebt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ihren bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Vergütung für ihre Aktionäre an. Langfristig wird in diesem Sinn eine Ausschüttungsquote von rund 40 % des Konzernergebnisses angestrebt. Für das Geschäftsjahr 2013/14 wird der Vorstand der 86. Hauptversammlung am 15. Jänner 2015 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen.

Für das Geschäftsjahr 2012/13 war in der 85. Hauptversammlung am 16. Jänner 2014 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 74,8 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro je dividendenberechtige Aktie an die Aktionäre der EVN AG beschlossen worden. Ex-Dividendentag war der 21. Jänner 2014; die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 24. Jänner 2014.

Die EVN Aktie 2013/14 2012/131)
Kurs per Ultimo September EUR 10,13 11,29
Höchstkurs EUR 12,50 12,66
Tiefstkurs EUR 9,76 9,42
Kursveränderung % –10,3 4,2
Total Shareholder Return % –6,6 8,1
ATX Entwicklung % –12,80 21,00
Dow Jones Euro Stoxx Utilities Entwicklung % 23,20 0,50
Aktienumsatz2) Mio. EUR 120 136
Durchschnittlicher Tagesumsatz2) Stück 45.167 50.544
Anteil am Gesamtumsatz2) % 0,53 0,74
Börsekapitalisierung per Ultimo September Mio. EUR 1.821 2.031
ATX-Prime-Gewichtung % 0,87 1,00
WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung % 2,29 2,47
Ergebnis je Aktie3) EUR –1,68 0,61
Dividende je Aktie EUR 0,424) 0,42
Cash Flow je Aktie 3)5) EUR 1,90 3,01
Buchwert je Aktie3) EUR 14,80 17,26
Kurs-Gewinn-Verhältnis X 18,4
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis5) X 5,3 3,7
Kurs-Buchwert-Verhältnis X 0,8 0,7
Dividendenrendite % 4,1 3,7
Ausschüttungsquote % 68,6

2) Wiener Börse, Einmalzählung

3) Bezogen auf im Handel befindliche Aktien per 30. September

4) Vorschlag an die Hauptversammlung

5) Cash Flow aus dem Ergebnis

EVN Anleihen Öffentliche Anleihen Privatplatzierungen
EUR JPY EUR
Betrag 300,0 Mio. 12,0 Mrd. 28,5 Mio.
Endfälligkeit 13.04.2022 09.01.2024 11.03.2016
Laufzeit (Jahre) 10,5 15 7
Kupon (% p. a.) 4,250 3,130 5,000
ISIN XS0690623771 XS0406428036 XS0417260329
EVN Anleihen Privatplatzierungen
EUR EUR EUR EUR
Betrag 150,0 Mio. 30,0 Mio. 100,0 Mio. 25,0 Mio.
Endfälligkeit 23.06.2017 18.03.2019 20.02.2032 23.02.2032
Laufzeit (Jahre) 8 10 20 20
Kupon (% p. a.) 5,250 5,250 4,125 4,125
ISIN XS0434384334 XF000NS4HD4 XS0744577627 XS0746091981

Das aktuelle Anleihenprogramm der EVN findet sich auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/Finanzstrategie.

Aktionärsstruktur

Die EVN ist eine börsenotierte Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht. Ihre Aktien werden im Segment Prime Market der Wiener Börse gehandelt. Aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen werden 51,0 % der EVN Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten. Am 20. Dezember 2013 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit der EnBW Trust im Rahmen eines so genannten "Contractual Trust Arrangement-Modells" einen Treuhandvertrag abgeschlossen. In dessen Folge übertrug die EnBW ihren 32,5 %-Anteil an der EVN AG treuhänderisch an die EnBW Trust. Die zweitgrößte Aktionärin ist somit die EnBW Trust e.V., Karlsruhe, Deutschland, mit einem Anteil von 32,5 %. Der Anteil der von der EVN AG gehaltenen eigenen Aktien beträgt zum 30. September 2014 1,1 %; der Streubesitz beläuft sich somit auf 15,4 %.

GRI-Indikator: Eigentümerverhältnisse und Rechtsform (G4-7)

Kapitalmarktfinanzierungen

Langfristiges Fremdkapital hat die EVN in der Vergangenheit häufig durch die Begebung von öffentlichen und privaten Anleihen aufgenommen. Die derzeit ausstehende öffentliche Anleihe über 300,0 Mio. Euro wies bei ihrer Emission im Oktober 2011 eine Laufzeit von 10,5 Jahren auf und wird im April 2022 fällig. Am langen Ende des Spektrums im Fälligkeitsprofil der EVN liegen die beiden bis Februar 2032 laufenden Privatplatzierungen mit einem Volumen von insgesamt 125,0 Mio. Euro. Auch eine in Fremdwährung begebene Kapitalmarktfinanzierung bestand mit der 12,0 Mrd. JPY-Privatplatzierung zum 30. September 2014. Das daraus resultierende Währungsrisiko wurde bei der Emission abgesichert. Zusätzlich zu den im Rahmen ihres Debt-Issuance-Programms begebenen Kapitalmarktfinanzierungen hat die EVN im Oktober 2012 auch den Markt für Schuldscheine als Finanzierungsquelle genutzt und erfolgreich Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro emittiert.

Angesichts der auf Konsolidierung und Reduktion der Nettoverschuldung ausgerichteten Unternehmensstrategie erfolgten im Geschäftsjahr 2013/14 keine Neuemissionen auf dem Kapitalmarkt. Im Februar 2014 hat die EVN eine Anleihe im Ausmaß von 250,0 Mio. CHF und im September 2014 eine Privatplatzierung über 8,0 Mrd. JPY plangemäß zurückbezahlt.

Investor Relations

Die EVN setzt auf transparente und zeitnahe Information, die allen Stakeholdern eine realistische Beurteilung der Aktivitäten und der wirtschaftlichen Entwicklung der EVN Gruppe ermöglichen soll. Die Verantwortung dafür liegt bei der Abteilung Investor Relations, die dem Finanzwesen zugeordnet und direkt dem Finanzvorstand der EVN Gruppe unterstellt ist. Hauptfokus ihrer Tätigkeit ist der regelmäßige und aktive Dialog mit bestehenden und potenziellen Investoren, Aktien- und Anleiheanalysten sowie Banken und Ratingagenturen.

Der Dialog mit allen Kapitalmarktteilnehmern unterliegt klaren Grundsätzen und Regeln, zu denen sich die EVN explizit bekennt

und die den Grundstein für eine verantwortungs- und vertrauensvolle Kommunikation legen. Zeitnähe, Transparenz, Verständlichkeit und solider Inhalt der Information gelten als Kenngrößen, an denen sich die Informationspolitik des Unternehmens orientiert. Dabei wird besonders auch auf nachhaltig orientierte Anleger und deren Informationsbedürfnisse eingegangen. Denn die EVN legt großen Wert darauf, dass die eingesetzten Kommunikationsmittel gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen ausgelegt sind.

Umfangreiche Informationsaktivitäten

Neben der Teilnahme an zahlreichen Roadshows berichtet die EVN regelmäßig im Rahmen von vierteljährlichen Telefonkonferenzen für Analysten, institutionelle Investoren und Banken sowie in halbjährlichen Pressekonferenzen für Journalisten umfassend über ihren Geschäftsverlauf. Für Privatanleger bietet die EVN zusätzlich zur Hauptversammlung seit nunmehr sieben Jahren im Rahmen der Präsentation des Halbjahresergebnisses einen Informationsnachmittag an, bei dem die Teilnehmer direkt vom Vorstand detaillierte Informationen erhalten.

Im Geschäftsjahr 2013/14 hat der Finanzvorstand gemeinsam mit dem Investor-Relations-Team an internationalen Konferenzen und Roadshows in Boston, Frankfurt, Mailand, New York, Paris, Toronto und Zürs teilgenommen; zusätzlich wurden bei einer "Reverse Roadshow" nationale und internationale Investmentbanken und Investoren in Zwentendorf begrüßt.

Die Geschäftsentwicklung der EVN wird von der Deutsche Bank, Goldman Sachs International, Kepler Cheuvreux, Macquarie Capital (Europe), Raiffeisen Centrobank und Société Générale regelmäßig analysiert. Zum 30. September 2014 bestanden für die EVN Aktie drei Kauf- und drei Halteempfehlungen, das durchschnittliche Kursziel lag bei 11,82 Euro. Nähere Informationen zu den einzelnen Empfehlungen finden sich auf www.evn.at/EVN-Group/ Investor-Relations/Aktie/Analyse.aspx.

Vielfach ausgezeichnet

Auch im Geschäftsjahr 2013/14 hat die EVN wieder in unterschiedlichen Kategorien eine Reihe nationaler und internationaler Auszeichnungen bzw. Preise erhalten:

  • ARC Awards 2014 für den Ganzheitsbericht 2012/13:
  • Gold in der Kategorie "Gesamtbericht"
  • Gold in der Kategorie "Inhalt"
  • Ehren-Award für "Cover/Foto/Design"
  • Trend Austrian Annual Reporting Awards 2014 für den Ganzheitsbericht 2012/13:
    1. Platz in der Kategorie "Grafische Aufbereitung/Layout"
    1. Platz in der Kategorie "Nachhaltigkeit"
    1. Platz in der Kategorie "Betriebswirtschaftliche Aussagekraft"
    1. Platz beim Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) 2014 in der Kategorie "Integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht" für den Ganzheitsbericht 2012/13
  • Zwei erste Plätze für die EVN Macedonia bei den National CSR Awards 2013 in den Kategorien "Energieeffizienz Plattform" sowie "Mitarbeiterbeziehung – Strategischer Ansatz zur professionellen Weiterentwicklung von jungen Mitarbeitern"
  • EVN Bulgaria wurde 2013 für ihre Errungenschaften im Bereich der Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit mit dem Prometeya Prize ausgezeichnet, der von der Gewerkschaft "Confederation of Independent Trade Unions in Bulgaria" (CITUB) verliehen wird.

Umfassendes Online-Angebot

Um auch die Kapitalmarktkommunikation ressourcenschonend und nachhaltig zu gestalten, forciert die EVN den Einsatz von elektronischen Kommunikationsmitteln. Ein Beitrag in diesem Bereich ist etwa der generelle Verzicht von Massendruck und -versand der EVN Aktionärsbriefe (Quartalsberichte). Alle Informationen stehen als Online-Berichte oder PDF-Dokumente auf der EVN Webseite unter www.investor.evn.at zur Verfügung. Auf Wunsch können die Aktionäre die EVN Aktionärsbriefe aber auch als Hardcopy über den Postweg beziehen.

Die beiden Internetportale der EVN www.investor.evn.at und www.verantwortung.evn.at bieten neben den Ganzheits- und Quartalsberichten, Kapitalmarktaussendungen, Informationen zur Hauptversammlung, Roadshows und Analystenpräsentationen auch Audioaufzeichnungen der EVN Telefonkonferenzen, Einschätzungen von Analysten zur Unternehmensentwicklung, Online-Börseinformationen sowie zahlreiche individuell auf Anleger zugeschnittene Informationsdienstleistungen.

Gesellschaft

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen setzt sich die EVN schon seit vielen Jahren mit gesellschaftlicher Verantwortung auseinander und strebt dabei eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte an.

Die EVN ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mitverantwortlich für die gesellschaftliche Entwicklung in ihren Märkten und hat aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Verflechtungen Einfluss auf lokale Stakeholder. Bei neuen Projekten wird deshalb grundsätzlich eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die auch gesellschaftsrelevante Aspekte berücksichtigt. Der Managementansatz der EVN umfasst all jene gesellschaftlichen Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Dieser Managementansatz ist im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben (www.evn.at/verhaltenskodex).

Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit – insbesondere in Risikobereichen, die auch die Bevölkerung betreffen könnten – über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne samt den dazugehörigen Schulungsprogrammen. An allen Standorten der EVN werden Krisensituationen geübt; in Niederösterreich werden zudem interne und externe Übungen und Schulungen zum Thema Krisenmanagement durchgeführt. Mitarbeiter im Störungsdienst werden laufend geschult, und jährlich erfolgen Trainings für alle Diensthabenden sowie Sicherheitsunterweisungen für alle Mitarbeiter. In Bulgarien und Mazedonien bestehen ebenfalls eigene Krisenmanagement-Systeme.

Menschenrechte

Die EVN sieht es als ihre Verpflichtung an, die uneingeschränkte Wahrung der Menschenrechte in allen ihren Handlungsbereichen sicherzustellen. Ein wichtiges Werkzeug dafür sind Menschenrechtsklauseln in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, die Abschaffung von Kinderarbeit, die Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und die Rechte indigener Gruppen. Bereits im Jahr 2005 hat sich die EVN zur Berücksichtigung der Prinzipien des UN Global Compact bekannt und sich selbst verpflichtet, für die vollständige Einhaltung der Menschenrechte an allen EVN Standorten und in allen ihren Geschäftsbereichen zu sorgen. In Form des EVN Verhaltenskodex sind diese für alle Mitarbeiter bindenden Grundsätze festgehalten und jedermann zugänglich. Die Anwendung im gesamten EVN Konzern wird durch die Verfügbarkeit in Deutsch und Englisch, speziell aber auch durch die Übersetzung in die Landessprachen der EVN Tochtergesellschaften – Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch – gewährleistet. Außerdem wird das Regelwerk laufend an die aktuellen Entwicklungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst. Da die EVN auch von ihren Lieferanten und Auftragnehmern die Wahrung ihrer Grundsätze und Werte verlangt, werden diese zur Einhaltung der EVN Integritätsklausel verpflichtet. Zudem lehnt die EVN jegliche Zwangsumsiedlung sowie physische und ökonomische Vertreibung ab und hält sich an die internationalen Richtlinien bzw. an die nationale Gesetzgebung zu diesem Thema.

  • GRI-Indikator: Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln (HR1)
  • Zum Verhaltenskodex der EVN siehe www.verantwortung.evn.at
  • Die Integritätsklausel ist abrufbar unter www.evn.at/Integritaetsklausel
  • Für Details zur Anwendung der Integritätsklausel für Lieferanten und Auftragnehmer der EVN siehe Seite 93f

Die EVN unterstützt den UN Global Compact

Prinzip 1: Die EVN unterstützt und achtet den Schutz der
internationalen Menschenrechte.
Prinzip 2: Die EVN stellt sicher, dass sie sich nicht an
Menschenrechtsverletzungen mitschuldig macht.
Prinzip 3: Die EVN wahrt die Vereinigungsfreiheit und die
wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektiv
verhandlungen.
Prinzip 4: Die EVN tritt ein für die Beseitigung aller
Formen der Zwangsarbeit.
Prinzip 5: Die EVN tritt ein für die Abschaffung von
Kinderarbeit.
Prinzip 6: Die EVN tritt ein für die Beseitigung von
Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung.
Prinzip 7: Die EVN unterstützt im Umgang mit Umwelt
problemen einen vorsorgenden Ansatz.
Prinzip 8: Die EVN ergreift viele Initiativen im In- und
Ausland, um ein größeres Verantwortungs
bewusstsein für die Umwelt zu erzeugen.
Prinzip 9: Die EVN fördert die Entwicklung und
Verbreitung umweltfreundlicher Technologien.
Prinzip 10: Die EVN tritt gegen alle Arten der Korruption ein.

Die Agenden in Bezug auf die Menschenrechte liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der darin vom EVN Compliance Officer unterstützt wird. Im Rahmen der Schulungen zur Vermittlung des Verhaltenskodex, der neben dem Schwerpunkt Korruptionsprävention auch alle für das Unternehmen relevanten Menschenrechtsaspekte umfasst, sind pro Mitarbeiter 2,5 Stunden an Schulungsaufwand pro Jahr vorgesehen.

  • GRI-Indikator: Stundenanzahl der Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten (HR2)
  • Detailliertere Informationen zum EVN Compliance Management finden sich auf den Seiten 46 und 104f.

Wertschaffung für die Gesellschaft

Als Arbeitgeber von 7.314 Mitarbeitern und Auftraggeber von mehr als 5.000 Lieferanten und Auftragnehmern, als börsenotierte Aktiengesellschaft, die zu 51,0 % im Besitz der NÖ Landesbeteiligungsholding GmbH steht, sowie als Anbieter von Energie- und Umweltdienstleistungen löst die EVN eine Reihe von indirekten und direkten positiven Effekten für die Gesellschaft in ihren Versorgungsgebieten aus. In Form von Gehältern, Zahlungen an Lieferanten, Dividendenausschüttungen sowie Steuern führt die EVN den Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist, direkte finanzielle Leistungen zu. Die wichtigsten davon werden (unter Verzicht der Darstellung von Multiplikatoreffekten für die Gesamtwirtschaft) in der vorderen Flappe dieses Berichts skizziert.

In ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Stakeholdern setzt die EVN auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Mit dem EVN Sozialfonds etwa, der mit jährlich 100.000 Euro dotiert ist, werden niederösterreichische Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit unterstützt. Auch im Ausland engagiert sich die EVN und unterstützt insbesondere Kindergärten und -heime sowie Schulen in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden vom EVN Sozialfonds wieder zahlreiche Projekte unterstützt (siehe Seite 79).

GRI-Indikatoren: Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen (EC8); Direkt verteilter wirtschaftlicher Wert (EC1)

Projekte zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für Energiefragen

Die gesellschaftliche Verantwortung der EVN kommt auch in speziellen Projekten für Kinder und Jugendliche zum Ausdruck. Wissenswertes zum breiten Themenfeld der Energie und der bewusste Umgang mit Energie stehen dabei im Fokus. Hier werden z. B. folgende Projekte regelmäßig angeboten:

EVN Kindergartenprojekt – Abschluss der Theatertournee

Das EVN Kindergartenprojekt, das Kindern interessante Einblicke in das Thema Strom vermitteln soll, setzt jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. In der Berichtsperiode waren dies der sichere Umgang mit Energie und das Energiesparen. Im April 2014 wurde die dafür konzipierte Theatertournee mit dem Stück "Joulius und das Licht für Emil" des Projekts "Energiebündel Joulius" nach Aufführungen in rund 250 Kindergärten erfolgreich beendet. Im Rahmen der Aufführungen konnten mehr als 12.500 Kinder erreicht werden.

EVN Schulservice in Österreich, Bulgarien und Mazedonien

"EVN Forscherwelt Alles Energie!" – Durch experimentelles Lernen das Thema Strom entdecken

Seit Herbst 2014 haben alle niederösterreichischen Volks- und Sonderschulen die Möglichkeit, das in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich entwickelte Experimentierset "EVN Forscherwelt Alles Energie!" zu bestellen. Die Forscherwelt beinhaltet Versuchsmaterialien für 25 Experimente, Versuchskarten mit Aufgaben, Lösungen und Anwendungsbeispielen aus der Praxis, ein persönliches "Forscherheft" für jedes Kind sowie Informationen für die Lehrer zur Anwendung des Pakets. In der EVN Forscherwelt werden geheimnisvolle Phänomene der Elektrizität untersucht, Stromkreise gebaut, die Umwandlung von verschiedenen Energiequellen in Strom demonstriert und der sparsame Umgang mit Energie vermittelt. Als Vorbereitung der Pädagogen für die Anwendung der Unterrichtsmaterialien werden seit August 2014 Begleitworkshops im Rahmen der Lehrerfortbildung an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich in Baden angeboten. Insgesamt werden im Zuge des Programms pro Schuljahr rund 27.000 Kinder mit der EVN Forscherwelt lernen und experimentieren.

EVN in bulgarischen und mazedonischen Klassenzimmern

Seit Oktober 2007 bietet die EVN auch in Bulgarien und Mazedonien ein Schulservice an. In Bulgarien wurde dieses im Geschäftsjahr 2013/14 unter dem Titel "Die Klasse von Ivi und Encho" und dem Motto "Unterhaltsame Bildung zu Energie- und Umweltthemen" rundum erneuert. Dazu wurden die Unterrichtsmaterialien für die zweiten und dritten Klassen gänzlich überarbeitet; zudem erfuhr das Programm samt Unterrichtsmaterialien eine Ausweitung auf die vierte Klasse und damit auf eine größere Schüleranzahl. Im Schuljahr 2013/14 arbeitete die EVN Bulgaria bereits mit 44 Partnerschulen zusammen. Mit Ende des Schuljahres im Juni 2014 schlossen in Summe rund 11.700 Kinder das Programm ab.

Projekte EUR
Caritas – Ferien-KiKu, Spiel- und Lerntage 7.000
Caritas – Mobile Werkstatt 4.500
Caritas – Lernbegleitung für Kinder und Jugendliche 7.500
Caritas – AusZeit 2.0 6.000
Caritas – Akzept_Tanz 5.000
Caritas St.Gabriel – Buntes Sommerglück 5.000
Caritas – Bildung als Motor der Nachhaltigkeit 10.000
Caritas – Soziales Kompetenztraining für Jugendliche
mittels VIT 10.000
Caritas – Achtung, fertig, Schulstart – los! 5.000
Caritas – Offene Fahrradwerkstatt 5.500
Caritas – Kids 2 Future 7.500
Caritas – Young Chess Club 5.000
Diakonie – Ausbau der Freizeitaktivitäten in der
WG Neue Welt
4.800
Diakonie – Lebensraum Betreuungsstelle Mödling 8.000
Diakonie Flüchtlingsdienst – Bewegungsenergie 4.500
Diakonie Zentrum Spattstraße – Sport- und Freizeitevents,
WG Strengberg 3.300
Jugendförderung Neunkirchen – Mädchencafé Girls Zone 5.000
Verein Soziales Wohnhaus – Social Gardening 8.000
Gesamt 111.600

Im Geschäftsjahr 2013/14 hat die EVN 1,2 Mio. Euro (davon 13,4 % über Förderungen) für Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte aufgewendet. Eine darüber hinausgehende finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte gesetzliche Regelungen die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies etwa beim Ökostromgesetz oder der steuerlichen Forschungsprämie der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die vorgesehenen finanziellen Unterstützungen.

GRI-Indikator: Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand (EC4)

Im Geschäftsjahr 2013/14 hat die EVN 396,3 (Vorjahr: 372,91)) Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Infrastruktur sowie ihrer Erzeugungsanlagen investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und somit dem öffentlichen Interesse. Zudem ist eine Vielzahl der EVN Kraftwerke der Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich und leistet somit einen Beitrag für Tourismus und Bildung. So steht das stillgelegte Atomkraftwerk Zwentendorf sowohl für Privatführungen als auch für Ausbildungs- und Übungszwecke Privatpersonen und Firmen zur Verfügung. In Verbindung mit dem Bau des Pumpspeicherkraftwerks Ottenstein übernahm die EVN auch die Verantwortung für die Instandhaltung des Schloss Ottenstein. Mit dem Betrieb des Schlosses als Veranstaltungsort, des Hotels Ottenstein, des Bootsverleihs und des Restaurants am Stausee Ottenstein bereichert die EVN das touristische Angebot der Region.

Für mehr Informationen zum Tourismusangebot der EVN in Ottenstein siehe www.hotelottenstein.at

GRI-Indikator: Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen, die vorrangig im öffentlichen Interesse erfolgen (EC7)

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

EVN für Niederösterreich

Die EVN stellt die Versorgung ihrer Kunden mit wichtigen Gütern des täglichen Bedarfs sicher und sieht auch darüber hinaus ihre gesellschaftliche Verantwortung als wesentlichen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur. Ebenso übernehmen die Mitarbeiter der EVN neben ihrer beruflichen Tätigkeit durch eine Vielzahl an gemeinnützigen Aktivitäten soziale Verantwortung. Als gesellschaftlich engagiertes Unternehmen und als verantwortungsvoller Arbeitgeber rief die EVN deshalb die Initiative "EVN für Niederösterreich" ins Leben.

EVN für Niederösterreich ist ein Corporate-Volunteering-Projekt zur Unterstützung von Mitarbeiterengagement und Eigeninitiative für gemeinnützige Zwecke. Dabei förderte die EVN die Projekte ihrer Mitarbeiter einerseits finanziell, indem zum Beispiel Kosten für eingesetzte Materialien gedeckt wurden, sowie andererseits auch durch die Anrechnung von Arbeitszeit. Begleitet wurde die gesamte Aktion von einem unternehmensinternen Projektteam. Die Kommunikation erfolgte über eine eigene Intranet-Plattform, auf der Projektinhalte und der aktuelle Stand der einzelnen Projekte mitgeteilt sowie interessierte Mitarbeiter zum Mitmachen eingeladen wurden.

Im Lauf der Aktion engagierten sich rund 300 Mitarbeiter in mehr als 40 gemeinnützigen Projekten. Dabei wurden neben Ausflügen und Konzerten für Pensionisten zum Beispiel auch Sportveranstaltungen für minderjährige Flüchtlinge organisiert. Zudem setzten die EVN Mitarbeiter ihre handwerklichen Fähigkeiten ein: Sie malten beispielsweise Innenräume sozialer Einrichtungen aus oder übernahmen die Neugestaltung von deren Außenanlagen wie Spielplätzen oder Gärten. Für einen Flohmarkt wurden Spielsachen, Kleidung, Bücher, CDs, DVDs und Gebrauchsgegenstände gesammelt, die im Rahmen des Sommerfests der Gemeinde Maria Enzersdorf verkauft wurden. Der Reinerlös ging an ein niederösterreichisches Kinderschutzzentrum.

Mit diesem Projekt unterstreichen die EVN und ihre Mitarbeiter gemeinsam ihre gesellschaftliche Verantwortung in Niederösterreich und knüpfen darüber hinaus Kontakte mit unterstützungsbedürftigen Menschen in der Region.

Aspekt: Korruption

SO3 Untersuchung von Korruptionsrisiken

Korruption bildet einen Risikofaktor im unternehmensinternen Risikomanagement der EVN, zu dem im Rahmen der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex in allen Konzerngesellschaften einschlägige Unterweisungen erfolgen. Zudem wird im Rahmen aller Prüfungsprojekte der Internen Revision auf die Einhaltung sämtlicher Compliance-relevanter Sachverhalte und Regelungen geachtet.

SO4 Mitarbeiterschulung zur Korruptionsprävention

Alle Mitarbeiter werden hinsichtlich des EVN Verhaltenskodex geschult und dabei auch über die Antikorruptionspolitik des Unternehmens unterrichtet. Im Rahmen der Implementierung eines umfassenden Compliance-Management-Systems wurde gleichzeitig ein Compliance-Handbuch erarbeitet, das der Information der Mitarbeiter dient und die Grundlage für alle diesbezüglichen konzernweiten Schulungen bildet. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurde für die Mitarbeiter in Österreich weiters ein Hinweisgeberverfahren (Whistle Blowing) über das EVN Intranet eingerichtet. Dazu wurde auch ein Präsenztraining "Compliance" für alle Mitarbeiter umgesetzt. Nachdem die datenschutzrechtliche Prüfung in den wichtigsten Märkten im Ausland ebenfalls abgeschlossen werden konnte, wird das Hinweisgeberverfahren in Kürze auch dort zur Anwendung kommen.

Siehe hierzu auch Governance, Verpflichtung und Engagement, Seite 45.

SO5 Antikorruptionsmaßnahmen

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden keine Fälle von Korruption bekannt. Allfällige Übertretungen und Verstöße stellen eine Verletzung von Dienstpflichten dar; eine allfällige strafrechtliche Relevanz wäre von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit unbeabsichtigt in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Officer zu wenden.

Details zum Compliance-Management-System finden sich auf Seite 46 unter Governance, Verpflichtungen und Engagement.

Aspekt: Wettbewerbswidriges Verhalten

SO7 Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung

Der Aufbau des Kaufvertrags, den die EVN AG im Zuge des Privatisierungsverfahrens für den 33-%-Anteil des bulgarischen Staats an der EVN Electrorazpredelenie AD im Dezember 2011 vorgelegt hat, wurde für nicht konform mit den bulgarischen Finanzmarktregeln befunden. Die EVN ist der Ansicht, dass der Kaufvertrag zur Gänze den bulgarischen Richtlinien zum Privatisierungsprozess entspricht, die auf der Website der Sofia Stock Exchange öffentlich zugänglich sind, und hat daher Berufung eingelegt. Im Zuge des Privatisierungsprozesses erhöhte die EVN AG ihren Anteil an der EVN Electrorazpredelenie AD (jetzt EAD) auf 97,75 % und in einem zweiten Schritt durch Zukäufe an der Börse auf 100 %. Über die von der EVN Electrorazpredelenie AD eingelegte Berufung entschied das zuständige bulgarische Gericht am 25. Juni 2014. Das Urteil bestätigt, dass sich die EVN im Zuge der Privatisierung konform mit den anzuwendenden Richtlinien der bulgarischen Finanzmarktbehörden verhalten hat.

Vor der bulgarischen Wettbewerbskommission (Bulgarian Commission for Protection of Competition) wurde ein Verfahren gegen die EVN Bulgaria EP, die EVN Bulgaria EC, die EVN SEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mögliche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens waren der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des ungerechtfertigten Lieferantenwechsels. Das Urteil in diesem Verfahren ist noch ausständig. Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria EP sieben weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission eröffnet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetzliche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts (Bulgarian Competitive Protection Act) zu bewerten. Sechs dieser Verfahren sind noch anhängig, ein Verfahren endete mit der Feststellung, dass die EVN Bulgaria EC und EVN Bulgaria EP in Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Anforderungen gehandelt haben.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit der im Projekt der Müllverbrennungsanlage MPZ1 der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Gegen die behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung dieser Verordnung und des Investitionsvertrags selbst führt die EVN mehrere Verfahren, die derzeit bei (unterschiedlichen) Instanzen anhängig sind.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 27. September 2007, mit dem Rahmenbedingungen zur Ausschreibung der Natriumhypochloritanlage als PPP-Modell festgesetzt worden waren, für rechtswidrig erklärt; die Entscheidung betrifft die Pflicht von Moswodokanal zur Abnahme von Natriumhypochlorit. Gegen diese Entscheidung hat die EVN eine Reihe rechtlicher Schritte eingeleitet. Durch die zwischenzeitlich mit 30. Oktober 2014 herbeigeführte vergleichsweise Regelung mit der Regierung der Stadt Moskau, auf deren Basis Moswodokanal alle Aktien der Objektgesellschaft und somit auch die Natriumhypochloritanlage selbst erworben hat, sind diese Auseinandersetzungen erledigt.

Aspekt: Compliance

SO8 Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen

Im März 2014 hat die bulgarische Staatliche Kommission für Energie- und Wasserregulierung (SEWRC/"der Regulator") ein administratives Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria EC eingeleitet. Als Grund für diesen Schritt nannte die SEWRC die Gegenverrechnung von Forderungen an die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) durch die EVN Bulgaria EC. Der Regulator behauptet, die Gegenverrechnung habe zur Verringerung der Barreserven bei der NEK geführt und dadurch deren Fähigkeit gefährdet, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das administrative Verfahren vor dem Regulator ist noch anhängig. Während des administrativen Verfahrens hat der Regulator eine Geldbuße in der Höhe von 1,0 Mio. BGN gegen die EVN Bulgaria EC verhängt. Die EVN Bulgaria EC legte gegen diese Maßnahme Berufung vor dem zuständigen erstinstanzlichen Gericht – dem Bezirksgericht in Plovdiv (PDC) – ein. Am 10. Oktober 2014 entschied das Gericht zugunsten der SEWRC und bestätigte die Geldbuße. Gegen diese Entscheidung hat die EVN Bulgaria EC beim Verwaltungsgericht in Plovdiv Berufung eingelegt.

Seitens der SEWRC wurden auch bei der EVN Bulgaria EP Untersuchungen durchgeführt, die wegen diverser – durch eine behördliche Prüfung angeblich entdeckter – Verstöße zu Geldbußen führen könnten. Die letzte Prüfung begann am 6. Jänner 2014 und umfasste die operativen Tätigkeiten der EVN Bulgaria EP im Zeitraum 1. Juli 2008 bis 30. November 2013. Allerdings hatte der Regulator davor seit 2010 bereits drei Prüfungen bei der EVN Bulgaria EP (zwei davon im Jahr 2013) durchgeführt. Der Regulator nannte keine Gründe für diese neuerliche Prüfung, und der EVN Bulgaria EP ist kein spezifisches Ereignis oder angebliches Verschulden bekannt, das zu erhöhter Kontrolle führen würde.

Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator am 10. Oktober 2014 insgesamt 50 Geldbußen verhängt. Jede dieser Geldbußen ist mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000,0 BGN (insgesamt 1,0 Mio. BGN) verbunden. Die EVN EP hat vor dem zuständigen bulgarischen Gericht Berufung gegen alle Geldbußen eingelegt. Diese Gerichtsverfahren sind noch anhängig.

Aspekt: Gleichbehandlung

HR3 Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Maßnahmen

In der Berichtsperiode wurde kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, GeStakeholder

schlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten bekannt. Als eine der zentralen Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden auf das Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert werden.

Aspekt: Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlung HR4 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesellschaften an allen ihren Standorten ein zentraler Aspekt in der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der ILO-Kernarbeitsnormen. Dieses Recht ist auch fest in der Integritätsklausel der EVN verankert, die jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN mit Lieferanten bzw. Geschäftspartnern zugrunde liegt. Die EVN und ihre Tochtergesellschaften üben keine Geschäftstätigkeiten aus, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell jener auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnten. In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt. Darüber hinaus hat die EVN neben der in ihren österreichischen Konzerngesellschaften bestehenden Belegschaftsvertretung die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der diese und andere Menschen- und Mitarbeiterrechte an den EU-Standorten der EVN wahrt.

Eine Analyse der Länder oder geografischen Gebiete, in denen Risiken in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte möglich sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU, an dem internationale EVN Tochtergesellschaften tätig sind, Russland von den maßgeblichen Institutionen als Risikoland im Bereich der Menschenrechte bezeichnet wird. Davon können insbesondere die oben genannten Rechte betroffen sein. Aus diesem Grund hat sich die Rechtsabteilung der EVN intensiv mit der Frage der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte der russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorte im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte, speziell der oben angeführten, zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem neuen internationalen Projekt die damit allenfalls verbundenen Risiken.

Aspekt: Sicherheitsverfahren

HR7 Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte

Insbesondere an den Geschäftsstandorten der EVN in Südosteuropa wird auf die Sicherstellung der Wahrung von Menschenrechten großer Wert gelegt. Beim Einsatz von Sicherheitspersonal werden deshalb sowohl Sicherheitskräfte mit Arbeitsvertrag als auch Dienstleister explizit über die Menschrechtsaspekte des EVN Verhaltenskodex bzw. der Integritätsklausel informiert. Externe Dienstleister sind zudem zur Einhaltung der Menschrechte durch die Integritätsklausel verpflichtet. Diese ist Bestandteil der Dienstleistungsverträge und wird von den Dienstleistern intern umgesetzt. Menschenrechtsverletzungen durch das Sicherheitspersonal sind somit nahezu ausgeschlossen und werden auch streng sanktioniert.

Aspekt: Prüfung

HR9 Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen

Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner ist fest in der Werteskala der EVN verankert. Die diesbezüglichen Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeiter in allen Geschäftsbereichen. Ebenso verpflichtet die bereits erwähnte Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung alle Lieferanten und Auftragnehmer zu einer entsprechenden Einhaltung. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge ihrer Leistungserbringung hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte überprüft. Im Zuge der CSR-Zielgespräche werden allfällige Menschrechtsthemen entlang der Wertschöpfungskette überprüft. Diese fließen gegebenenfalls in die Zielformulierung mit ein.

Umwelt

Als Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen sieht sich die EVN verpflichtet, gerade im Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein hohes Maß an Verantwortung zu übernehmen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Die Nachhaltigkeitsthemen "Umweltschutz und Ressourcenschonung" sowie "Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz" wurden von der EVN und ihren Stakeholdern als zentrale Handlungsfelder definiert und haben damit einen hohen Stellenwert in der Unternehmensstrategie sowie im tagtäglichen Handeln der EVN. Eines der primären Ziele ist es dabei, die Grundsätze einer umweltorientierten Unternehmensführung ausgehend von Niederösterreich auch in den internationalen Tochtergesellschaften zu implementieren.

Bereits im Jahr 1990 hat die EVN eine eigene Abteilung für Umweltschutz im Konzern aufgebaut. Sie verantwortet die Erfassung und Analyse der ökologischen Auswirkungen von Themen wie Ressourceneinsatz, Energie- und Wasserverbrauch, Emissionen, Biodiversität, Transport sowie Abwasser und Abfall. Auf Basis ihrer Analysen unterstützt die Abteilung die operativen Einheiten darin Umweltauswirkungen zu verhindern bzw. zu minimieren. Im Umweltleitbild der EVN werden dafür zentrale Ziele und Werte sowie Handlungsweisen und Methoden definiert. Zudem wird das Umweltmanagementsystem aller Standorte der EVN, das auch die Anforderungen des Arbeitsschutzes mit einschließt, seit 1995 nach den Standards ISO 14001 und EMAS zertifiziert.

Die EVN erbringt durch den laufenden Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger, durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie durch die umfassende Beratung ihrer Kunden zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Österreichs. Entscheidend ist für die EVN dabei, eine möglichst hohe Versorgungssicherheit bei gleichzeitig möglichst geringen Umweltauswirkungen sicherzustellen. Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst dazu unterschiedliche Initiativen und strategische Ansätze:

  • Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen (Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Biogas)
  • Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen und Netze
  • Aktive Teilnahme an Innovations-, Entwicklungsund Forschungsprojekten (u. a. Carbon Capture and Storage-(CCS)-Technologien)
  • Information und Beratung der Kunden zur Reduktion des Energiebedarfs
  • Regionale Wertschöpfung durch Nutzung heimischer Energieträger (Biomasse und Biogas)
  • Aktive Teilnahme an der Einführung alternativer Antriebe (Elektro- oder Erdgasfahrzeuge)

  • Sensibilisierung von Öffentlichkeit und Mitarbeitern durch Bildungs- und Informationsveranstaltungen

  • Innerbetriebliche Maßnahmen, z. B. Ökologisierung der Beschaffung
  • Zum Umweltleitbild der EVN siehe unter www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/Okologie.aspx
  • Alle EMAS-zertifizierten Anlagen der EVN finden Sie unter www.umweltbundes amt.at/umweltsituation/ums/emas/

Sechs neue EMAS-Zertifizierungen

Im Jahr 1993 hat die EU das Öko-Audit EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) als freiwilliges Umweltmanagementsystem eingeführt. Ziel der EMAS-Verordnung, die als weltweit anspruchsvollste und umfassendste Umweltzertifizierung gilt, ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

Neben einer internen Auditierung der Einhaltung von Gesetzen und Bescheidvorgaben werden unter anderem Maßnahmen zur Einsparung bzw. Verringerung von Ressourcen und Emissionen definiert. Die EVN startete bereits 1995 mit der Zertifizierung ihrer Kraftwerke. Damit war das Kraftwerk Theiß eine der ersten EMAS-zertifizierten Anlagen in Niederösterreich, kurz darauf folgte das Kraftwerk Dürnrohr.

Jüngstes Mitglied der EMAS-Familie ist das Wärmekraftwerk Korneuburg, das im März 2014 erfolgreich nach EMAS/ISO 14001 auditiert wurde. Damit stammen nun 100 % der Energie aus den Wärmekraftwerken der EVN in Niederösterreich aus EMAS-auditierten Standorten. Zudem werden auch die Anlagen der EVN Wärme seit mittlerweile 15 Jahren diesem freiwilligen Umweltmanagementsystem unterzogen. Die 45 bereits zertifizierten Anlagen werden laufend um neu errichtete bzw. übernommene Fernwärmeanlagen erweitert. So ist für die nächste externe Auditierung im Frühjahr 2015 die Aufnahme von fünf Neuanlagen geplant. Zudem startete im Geschäftsjahr 2013/14 das Planungsprojekt für die Einbindung der EVN Direktion in das EMAS-Umweltmanagementsystem.

Aspekt: Materialien

Die in der EVN eingesetzten Materialien sind zum Großteil Primärenergieträger wie fossile Brennstoffe, Abfälle und Biomasse. Bei diesen Materialien kommt aus technischen Gründen wenig Recyclingmaterial zum Einsatz. In den Anlagen zur Energieerzeugung sowie

EN1 Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) 2013/14 2012/13
Fossile Brennstoffe2) Terajoule 24.157 18.195
Biomasse Terajoule 2.750 2.757
Abfälle3) Terajoule 4.682 4.205

1) EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich, Deutschland und Bulgarien sowie thermische Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr, Zwentendorf

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl

3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr, Zwentendorf

EN1 Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) 2013/14 2012/13
Leitungszuwachs Strom km 1.350 1.087
Leitungszuwachs Erdgas km 34 132
Leitungszuwachs Wärme km 35 68

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel- bzw. Rohrleitungen.

zur Abwasserbehandlung kommen als Nebenkomponenten diverse Inhaltsstoffe zum Einsatz.

EN1 Betriebsmitteleinsatz in der Energieerzeugung und Abwasserreinigung1) 2013/141)

Kalk t 10.896
Ammoniak t 1.179
Ammoniakwasser t 1.331
Deionat 136.276
Schmieröle t 2
Salzsäure t 163
Natronlauge t 69
Dosiermittel t 13
Steinsalz t 108
Kalkhydrat t 335
Fällungsmittel l 1.584.076
Flockungsmittel l 336.951
Zitronensäure l 4.900

1) Der EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Deutschland sowie in der EVN Wasser und den Abwasserreinigungsanlagen der WTE

GRI-Indikatoren: Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen (EN1); Einsatz von Recyclingmaterial (EN2)

Aspekt: Energie

In zahlreichen Bereichen erzielt die EVN durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen, auch im Zusammenhang mit zusätzlichen freiwilligen Zielvereinbarungen im Rahmen ihrer EMAS-Zertifizierungen, laufend Effizienzsteigerungen. Diesbezügliche Ziele und Maßnahmen sind auch im CSR - -Programm ab Seite 233 dargestellt. Die Entwicklung des Eigenbedarfs der EVN im Vergleich zum Vorjahr ist in der Tabelle zu GRI-Indikator EN3 abgebildet.

Die Energieintensität1) der EVN beträgt 17,99 MWh Primärenergie pro abgesetzter GWh Strom. Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs setzt die EVN unter anderem für Kurzstreckenfahrten so weit wie möglich Elektrofahrzeuge ein; für sonstige Betriebsfahrten wird ein vermehrter Einsatz alternativ angetriebener Fahrzeuge

1) Die Energieintensität enthält den konzerninternen Eigenverbrauch von Strom, Erdgas, Wärme und Heizöl im Verhältnis zum Energieabsatz.

EN3, EN4 Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch
der EVN aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern
2013/141) 2012/132)
Erdgas MWh 5.258 6.229
Strom MWh 459.049 316.504
Wärme MWh 8.283 10.260
Heizöl 3) MWh 179 324
Gesamt MWh 472.769 333.318

1) Ab 2013/14 inkl. WTE sowie Kraftwerk Duisburg-Walsum (anteilig)

2) Ab 2012/13 inkl. Bioenergie Steyr (anteilig)

3) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.

angestrebt. Zudem wird die Reisetätigkeit durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen möglichst reduziert. In Bulgarien wurden zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs Fenster von Betriebsgebäuden ausgetauscht; an einem Hauptstützpunkt wurde zudem eine solarthermische Anlage zur Eigenversorgung mit Warmwasser installiert.

  • GRI-Indikatoren: Energieverbrauch innerhalb der Organisation (EN3); Energieintensität (EN5); Verringerung des Energie verbrauchs (EN6)
  • Für Details zu den EMAS-Zertifizierungen siehe Seite 83.
  • Details zu den Beratungsleistungen finden sich unter www.evn.at/Energie-optimieren.

Bei ihren Kunden verursacht die EVN mit den Produkten und Dienstleistungen ihres Kerngeschäfts (Energie, Wasser, Dienstleistungen) keinen (zusätzlichen) Energieverbrauch. Zum Verbrauch bei Lieferanten und Auftragnehmern liegen keine Daten vor.

GRI-Indikator: Energieverbrauch außerhalb der Organisation (EN4)

Aspekt: Emissionen

EN15 Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

Die EVN ergreift zahlreiche Maßnahmen, um ihre betriebliche Energieeffizienz zu verbessern und die mit ihrer Tätigkeit verbundenen Emissionen auf Produktions- wie auf Kundenseite zu reduzieren. Die Berechnung der Treibhausgasemissionen erfolgte nach den Regeln und anhand der Faktoren, die die EU-Emissionshandelsrichtlinie

823

NOX

SO2

Staub

115 86

250 129

für die einzelnen Länder vorschreibt, und umfasst sämtliche CO2- Emissionen. Diese werden auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren für die jeweils eingesetzten Primärenergieträger berechnet. Die absolute Menge der Emissionen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2013/14 aufgrund der Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum.

EN15 Direkte THG-Emissionen (Scope 1) 2013/14 2012/13 2011/12
Österreich und Deutschland1) t CO2 2.058.900 1.513.334 1.499.640
Bulgarien t CO2 154.198 161.422 146.774
Mazedonien t CO2 2.465 2.628 2.542
Gesamt t CO2 2.215.563 1.677.385 1.648.956
t CO2 /GWh 336,21 281,54 292,65

1) Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum im Geschäftsjahr 2013/14

EN16 Indirekte THG-Emissionen (Scope 2) 2013/14 2012/13 2011/12
Österreich und Deutschland1) t CO2 110.248 62.903 64.859
Bulgarien t CO2 53.374 56.371 60.411
Mazedonien t CO2 4.051 4.522 5.110
Gesamt t CO2 167.674 123.796 130.380
t CO2/GWh 358,79 378,85 402,58

1) Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum im Geschäftsjahr 2013/14

EN21 Emissionsmengen der Wärmekraftwerke

Wer Wasserkraftwerke ausbaut

Vieles spricht für den Ausbau der Wasserkraft: Sie erzeugt keine Emissionen und ist im besten Sinn erneuerbar. Aber auch das ökologische Gleichgewicht ist wichtig. Die EVN betreibt fünf Speicher- und 67 Laufwasserkraftwerke und ist bestrebt, ihre Erzeugungskapazität aus Wasser weiter zu verstärken – das bringt ihren Kunden zusätzliche Sicherheit. Dabei verliert sie ihren ökologischen Fußabdruck aber nie aus dem Auge.

muss auch das ökologische Gleichgewicht im Blick haben

EN17 Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3) 2013/14 2012/13 2011/12
Gesamt t CO2 5.945.738 6.924.987 7.966.655
t CO2/GWh 226,21 254,14 286,73
EN18 Intensität der THG-Emissionen1) 2013/14 2012/13 2011/12
Summe CO2-Emissionen t CO2/GWh 315,03 320,24 350,76

1) Spezifische Emissionen aus Summe Scope 1–3 auf die abgesetzte Menge Strom und Erdgas (20.901GWh Strom und 5.383 GWh Erdgas für 2013/14)

EN16 Indirekte THG-Emissionen (Scope 2) und EN17 Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Zur Berechnung der indirekten THG-Emissionen wurden jene Faktoren angewendet, die auch für die Berechnung der CO2-Emissionen, die der EU-Emissionshandelsrichtlinie unterliegen, herangezogen wurden.

EN19 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und erzielte Ergebnisse

Die EVN investiert laufend in Projekte zur Verringerung treibhausrelevanter Emissionen. Die im Geschäftsjahr 2013/14 umgesetzten Initiativen haben die jährliche Einsparung der EVN um rund 96.000 Tonnen CO2 erhöht. Beispielhaft werden nachfolgend einige aktuelle Projekte vorgestellt.

Windkraft

Mit einer Gesamterzeugungskapazität von 213 MW gehört die EVN bereits heute zu den größten Windkraftbetreibern Österreichs. Um ihre Windkraftkapazitäten mittelfristig auf 300 MW weiter zu steigern und damit CO2-Emissionen zu sparen, investiert die EVN laufend in neue Projekte:

• Im November 2013 erfolgte der Spatenstich für einen neuen EVN Windpark in den Gemeindegebieten von Prottes und Ollersdorf. Mit den dort entstehenden zwölf Windrädern kann bei einer Leistung von 37 MW Strom für 24.000 niederösterreichische Haushalte erzeugt werden. Dies entspricht einer jährlichen Emissionsvermeidung von mehr als 55.000 Tonnen CO2. Die Eröffnung des Windparks ist für das Frühjahr 2015 geplant.

• Der neue Windpark Prellenkirchen IV wurde bereits im März 2014 eröffnet. Gemeinsam mit der Kittel-Mühle errichtete die EVN hier acht weitere Windräder. Die Anlagen der 3-MW-Klasse werden mit einer Gesamtleistung von rund 25,6 MW Strom für etwa 17.000 Haushalte produzieren. Dadurch können jährlich rund 39.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Biomasse

Die EVN betreibt derzeit mehr als 60 Biomasseanlagen und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Zur verlässlichen Belieferung der Biomasseanlagen mit Hackgut hat sie in der Berichtsperiode eine Kooperation mit der Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH (WNSKS) geschlossen, die jährlich bis zu 300 Tonnen Waldhackgut an die nächstgelegenen Fernheizwerke der EVN liefert. Insgesamt verwertet die EVN in ihren Anlagen pro Jahr mehr als 1,5 Mio. Schüttraummeter Hackschnitzel. Auch in diesem Bereich wird laufend an Erweiterungen gearbeitet:

  • Mit Eröffnung des 3,8 km langen Biomasse-Fernwärmenetzes der EVN in der Klimabündnisgemeinde Biedermannsdorf konnte ein weiterer Schritt zur Verringerung der CO2-Emissionen gesetzt worden. Die dadurch ermöglichte Wärmeversorgung von kommunalen Objekten, Wohnhausanlagen und privaten Haushalten bringt eine jährliche Einsparung von rund 960 Tonnen CO2.
  • Weitere rund 845 Tonnen an CO2-Emissionen können durch den Betrieb der neuen Biomasse-Heizwerke der EVN in Reichenau an der Rax und in Strasshof erzielt werden, die im März 2014 bzw. im September 2014 eröffnet wurden.
  • Eine 4-MW-Anlage zur Fernkälteversorgung für das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf hat die EVN im Juni 2014 fertiggestellt. Sie bringt eine jährliche CO2-Einsparung von 260 Tonnen.

Weitere Projekte

• 2013 hat die EVN in Schönkirchen im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodells ein Sonnenkraftwerk errichtet. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Projekt im Geschäftsjahr 2013/14 mit einer zweiten Ausbaustufe (Schönkirchen II) fortgesetzt. Nach der Erweiterung hat die rund 4.000 Paneele umfassende

Anlage in Schönkirchen nun eine Gesamtkapazität von rund 1.000 kWp. In Summe haben sich knapp 300 Kunden an diesem Projekt beteiligt.

  • Durch den Transport des Großteils des Hausmülls in Niederösterreich per Bahn können pro Jahr etwa 40.000 Lkw-Fahrten und damit rund 4.000 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden werden.
  • In der neuen Biogas-Aufbereitungsanlage der EVN in Wiener Neustadt wird Biomethan in Erdgasqualität produziert und in das Netz eingespeist. Pro Jahr werden dadurch etwa 1,1 Mio m³ Biomethan energetisch genutzt und decken damit den Wärmebedarf von mehr als 1.000 Haushalten. Dadurch werden jährlich rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart.
  • Weitere mehr als 40.000 Tonnen an CO2-Einsparungen bringt jedes Jahr die 31 km lange Fernwärme-Transportleitung, die von der thermischen Abfallverwertung der EVN in Dürnrohr über den Perschlingkanal und das Traisental nach St. Pölten führt.
  • Siehe hierzu auch Abschnitt "Innovationen für eine nachhaltige Energiezukunft" ab Seite 24 sowie Indikator EN16

Auch auf Kundenseite trägt die EVN mit ihrem breiten Angebot an unterschiedlichen Energiedienstleistungen zu einer Reduktion der CO2-Emissionen bei. So konnten z. B. nur mit Maßnahmen im Bereich Beleuchtung, Photovoltaik und Weißware sowie der Energieberatung von Haushalten im Zeitraum von Jänner bis September 2014 rund 2.000 kWh1) Energie und somit rund 730 kg CO2 2) eingespart werden.

  • 1) Berechnung auf Basis des Methodendokuments der Austrian Energy Agency, Ausgabe Oktober 2013
  • 2) Berechnung auf Basis des Energiemix ENTSO-E 2013

Aspekt: Wasser

EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen

Der im Geschäftsjahr 2013/14 verzeichnete Anstieg des Brauchwassereinsatzes bei der EVN ist im Wesentlichen auf die erstmalige Einbeziehung des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum zurückzuführen. Der Kühlwasserverbrauch reduzierte sich hingegen vor allem aufgrund des geringeren Einsatzes der thermischen Kraftwerke.

EN8 Wassereinsatz 2013/141) 2012/13
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 375.890 320.877
Brauchwasser (Grundwasser) m3 1.919.131 1.720.062
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 158.617.752 237.576.241

Alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien

1) Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 inkl. WTE und Kraftwerk Duisburg-Walsum (anteilig)

Stakeholder

Schutzgebiete in Niederösterreich

Schutzgebiete in Bulgarien

  • Besondere Schutzgebiete (BSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Kurznennung: Vogelschutzrichtlinie)
  • Sonderschutzgebiete (SSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen 92/43/EWG (Kurznennung: FFH-Richtlinie)
  • EVN Bulgaria

EN9 Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen

Die Anlagen der EVN beziehen ihr Wasser von kommunalen Versorgern bzw. aus Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2013/14 betrug der Kühlwasser-Durchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 155,6 Mio. m³. Dieser Wert entspricht 0,26 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, das sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 59.981 Mio. m³ beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten. 1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011, BMLFUW

EN10 Rückgewonnenes, wiederverwendetes Wasser

In den Kraftwerken der EVN werden Abwässer so weit wie möglich als Prozesswasser wiederverwendet.

Aspekt: Biodiversität

EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten

Für eine flächendeckende Versorgung ist ein ausreichend dichtes Leitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität EN13 Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume EN14 Strategien und Maßnahmen

zum Schutz der Biodiversität

Die EVN ist in allen ihren Aktivitäten bemüht, Eingriffe in die Natur auf das Mindestmaß zu reduzieren. Dabei legt sie auch besonderes Augenmerk auf den Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Umfeld ihrer Anlagen und Projekte. So wird etwa beim Betrieb von Wärmekraftwerken auf die sensible Biodiversität der Gewässer geachtet, indem Auflagen über Einleittemperaturen von Kühlwasser genau eingehalten werden. Auf diese Weise können schädliche Umweltauswirkungen minimiert werden.

Zum Schutz der Biodiversität im Einzugsgebiet von Wasserkraftwerken spielt die Stauraumüberwachung eine entscheidende Rolle. Deshalb behandelt die EVN in einem jährlichen Treffen mit Behörden und Interessenvertretungen am Ottensteiner Stausee relevante Themen, insbesondere die Bedeutung des Stausees als Lebensraum für Fische.

Eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Biodiversität des Stausees Ottenstein ist die Installation einer Online-Monitoring-Anlage. Mit dieser Anlage, die von der DWS-Hydro-Ökologie GmbH mit Unterstützung der EVN Stabstelle für Umweltschutz und -controlling entwickelt wurde, werden wichtige Parameter zur Bestimmung der

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder
angrenzend an Schutzgebiete1)
Anzahl Fläche (in ha)
In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 679 479,4
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 410 369,9
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 526 244,1
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften 19 24,2
Gesamt 1.634 1.117,6

1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich

Wasserqualität kontinuierlich erfasst und kontrolliert. Von einer schwimmenden Messstation aus kann ein Sonden-Set die volle Tiefe des Sees erreichen und Parameter wie pH-Wert, Temperatur oder Sauerstoffgehalt in verschiedenen Wassertiefen messen. Ziel der dadurch möglichen umfangreichen Datenerfassung ist es, Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Rückpumpbetrieb und Starkregen auf die Wasserqualität zu ziehen sowie die Algenentwicklung zu erforschen.

Zahlreiche weitere Projekte setzt die EVN zum Schutz der Artenvielfalt laufend um:

  • Fischwanderhilfe bei den Kleinwasserkraftwerken Hohenberg, Schaldorf und (seit dem Geschäftsjahr 2013/14) Erlauf
  • Gemeinschaftsprojekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Projekt LIFE+)
  • Nestplattformen für Störche (gefährdete Gattung der Weiß- und Schwarzstörche) in Bulgarien und Mazedonien
  • Gemeinschaftsprojekt mit dem Bulgarischen Verband für Vogelschutz zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken (EU LIFE+ Programm)
  • Projekt zum Schutz der Vogelwelt der Burgas-Seen in Bulgarien
  • Gemeinschaftsprojekt mit der mazedonischen Umweltgesellschaft zum Vogelschutz im Gebiet Ovce Pole (Bewertung des Einflusses des Energienetzes auf Vögel)
  • Teilnahme an der Errichtung des mazedonischen nationalen Umweltnetzes MAK-NEN

Als laufende Maßnahme für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität ist die EVN zudem bestrebt, bei ihren Bauvorhaben eine ökologische Bauaufsicht einzusetzen.

EU13 Biodiversität von Ersatzflächen

In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 77,75 ha gehalten. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

Aspekt: Abfall und Abwasser

EN22 Gesamte Abwassereinleitungen

Wenn sich bei einem Standort Art oder Menge des Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, schließt die EVN im Fall eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung ab. Diese Verträge enthalten detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe, die erforderlichen Abwasseruntersuchungen etc. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch zahlreiche wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch externe akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die strikte Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich der Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

Entwicklung der Abfallmengen1) 2013/142) 2012/13
Gefährliche Abfälle t 10.703 9.266
Nicht gefährliche Abfälle t 180.512 137.663
Export gefährlicher Abfälle3)
Gefährliche Abfälle t 0 0

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

2) Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 inkl. WTE und Kraftwerk Duisburg-Walsum (anteilig)

3) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich

Die Kläranlagen der EVN Tochtergesellschaft WTE leiteten im Kalenderjahr 2013 in fünf Ländern insgesamt 154.758.139 m³ gereinigte Abwässer in Oberflächenwässer ein.

EN23 Abfall nach Art und Entsorgungsmethode

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich mittels Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht einer umweltgerechten Entsorgung (thermische bzw. stoffliche Verwertung oder Deponierung) zuführen.

Flug- und Grobasche wird bei der EVN zu 100 % verwertet. REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, seit November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet. Die Biomasseasche aus der Fernwärmeproduktion wird etwa zur Hälfte über Entsorger einer Verwertung zugeführt.

EN24 Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen

Umweltrelevante Zwischenfälle jeglicher Art werden von der EVN in einem einheitlichen Meldewesen erfasst, das sämtliche Anlagen in Österreich, Bulgarien und Mazedonien inkludiert. In Österreich kam es im Geschäftsjahr 2013/14 zu drei signifikanten Verschmutzungen durch Anlagen der EVN. Es handelte sich in allen drei Fällen um Ölaustritte, insgesamt wurden dadurch 130 m³ Erdreich verunreinigt. Für das Grundwasser bestand in keinem Fall die Gefahr einer Verunreinigung. In allen Fällen wurden das kontaminierte Erdreich entsorgt und die Böden unter Einbeziehung der Behörden saniert.

EN25 Gewicht des importierten, exportierten Abfalls, der als gefährlich eingestuft ist

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährliche Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.

EN26 Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer

Ein Großteil der Abwässer der EVN wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. Aus den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

Aspekt: Produkte und Dienstleistungen

EN27 Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen

Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, unter anderem durch Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten. Weiters soll der Anteil erneuerbarer Energien auf 50 % gesteigert werden, und es werden sowohl innerbetrieblich als auch auf Seite der Kunden (durch Beratungsleistungen) Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt.

Aspekt: Transport

EN30 Erhebliche ökologische Auswirkungen durch den Transport

Da die von der EVN gelieferte Energie über Leitungen transportiert wird, sind lediglich die ökologischen Auswirkungen der Errichtung der Leitungen relevant. Diese werden in Natur- und Umweltverträglichkeitsprüfungen erhoben und sind jeweils aus den öffentlich aufliegenden Unterlagen ersichtlich (siehe auch GRI-Indikator EU13, Seite 89). Die ökologischen Auswirkungen des Transports von Mitarbeitern sind in den Indikatoren EN15 (Treibstoffe) sowie EN17 (Flüge) enthalten. Daten zu Emissionen, die bei Vorlieferanten durch den Transport entstehen, werden nicht erhoben.

Aspekt: Insgesamt

EN31 Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen

Die Umweltkostenrechnung der EVN umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des Konzerns in Österreich, deren umweltbezogene Gesamtausgaben in der Berichtsperiode voraussichtlich über 10.000 Euro liegen werden. Grundlage der Erhebungen ist die "Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung" der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar.

Im Geschäftsjahr 2013/14 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 104,0 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten, z. B. Altlastensanierungskosten, und Schadensvermeidungskosten, etwa Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung, teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größter Posten zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkäufe, Dampf aus Abfall) beliefen sich im Geschäftsjahr 2013/14 auf 26,5 Mio. Euro.

Lieferanten

Für die EVN als internationales Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit einem breit gefächerten Produktund Dienstleistungsportfolio ist die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Auftragnehmer und Lieferanten ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Eine faire, partnerschaftliche und transparente Geschäftsbeziehung mit den Lieferanten – vom Zeitpunkt der Geschäftsanbahnung bis zur Begleichung der Rechnung – ist dabei für die EVN selbstverständlich. Die EVN sieht es als ihre Pflicht an, die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit in der Beschaffung ebenso zu wahren wie die Grundsätze des freien und lauteren Wettbewerbs, die Gleichbehandlung aller Bieter, Vertraulichkeit während des Geschäftsvorgangs, Transparenz und Dokumentation der Ergebnisse, Ressourcenschonung und soziale Verantwortung. Im Gegenzug stellt sie auch an ihre Lieferanten hohe Ansprüche in Bezug auf gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsvolles Handeln im Zuge der Leistungserbringung.

Die Lieferkette der EVN

Die Beschaffungsaktivitäten der EVN gliedern sich in zwei wesentliche Bereiche. Zum einen wird im Segment "Energiehandel und -vertrieb" die Energiebeschaffung von Primärenergieträgern und Strom abgewickelt; zum anderen werden die anderen Beschaffungsaktivitäten zentral über die Konzernfunktion Beschaffung koordiniert, betreut und durchgeführt.

Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen

An den Hauptgeschäftsstandorten der EVN (Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien) findet mit rund 5.000 Lieferanten und Auftragnehmern der Großteil der Lieferantenbeziehungen außerhalb der Energiebeschaffung statt. Die wichtigsten Herkunftsländer dieser Lieferanten sind EU-Länder. Zahlreiche Lieferanten stammen weiters aus Mazedonien, das als einziger Hauptgeschäftsstandort der EVN kein EU-Mitgliedstaat ist, sowie im internationalen Projektgeschäft auch aus der Schweiz und der Türkei.

Bei der Auswahl der Lieferanten ist das Bundesvergabegesetz zu berücksichtigen: Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und hat daher die dafür geltenden Bestimmungen einzuhalten. Zudem befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Bei Ausschreibungen werden regelmäßig neue Bieter berücksichtigt. Dabei werden im internationalen Projektgeschäft besonders auch Anbieter im Land des Projektstandorts zu Ausschreibungen eingeladen. Die Ungleichbehandlung von Bietern und somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist jedoch unzulässig. Sowohl im Energie- als auch im Umweltgeschäft spielen Bautätigkeiten für Infrastruktur, Anlagen und Gebäude eine große Rolle. In diesem Zusammenhang arbeitet die EVN beispielsweise mit Auftragnehmern wie Baufirmen, Professionisten der einzelnen Gewerke, Planungsfirmen, Anlagen-, Rohrleitungs- und Kabelleitungsbauern, aber auch Lieferanten von Kunststoffrohren, Leiterseilen/Kabelleitungen, elektrotechnischen Anlagen, Zählern, Hardware und Software für den Betrieb von Anlagen und Infrastruktur sowie Arbeitsbekleidung zusammen.

Im internationalen Umweltprojektgeschäft setzt sich der Großteil der Projektkosten aus extern beschafftem Material sowie aus der Inanspruchnahme von Dienstleistungen (bau-, maschinen- und elektrotechnische Ausrüstungen) zusammen. Das Projektgeschäft ist gekennzeichnet durch ständig wechselnde Rahmenbedingungen. Eine hohe Anpassungsfähigkeit des Projekteinkaufs hinsichtlich Branche und Land ist daher je nach Projekt, Kunden und Technik Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektabwicklung.

GRI-Indikator: Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten (EC9)

Strom- und Erdgasbeschaffung

Ein Teil der Energie, die die EVN an ihre Kunden verteilt, stammt nicht aus den eigenen Kraftwerken, sondern wird über den Markt beschafft. Bei Strom und Erdgas gibt es dabei in der Struktur der Lieferanten Parallelen: Neben mittelfristigen Zukaufverträgen mit Strom- und Erdgasproduzenten werden Strom und Erdgas auch über den Großhandelsmarkt, also über Börsen, sowie im außerbörslichen Handel über so genannte "Over-the-Counter-(OTC)-Handelsplattformen" bilateral von individuellen Handelspartnern zugekauft.

Strom

Die Deckung des Strombedarfs der Kunden in Österreich erfolgt – abgesehen von der Erzeugung in eigenen Kraftwerken einerseits durch die Übernahme der gemäß Ökostromgesetz zugewiesenen Ökoenergie aus Österreich und andererseits über den Großhandelsmarkt bzw. über mittelfristige Zukaufkontrakte. Der Bezug über den Großhandel wird dabei für EVN und die übrigen Partner der EnergieAllianz zentral durch die e&t Energiehandelsgesellschaft mbH abgewickelt, die sich der Strombörse EEX sowie diverser bilateraler Handelspartner bedient.

Die Stromversorgungsunternehmen der EVN in Bulgarien und Mazedonien sind auf Basis gesetzlicher Vorgaben verpflichtet, den Großteil ihres Strombedarfs von den nationalen Stromerzeugern NEK bzw. ELEM zu beziehen. Die Herkunft dieser Energie ist aufgrund der noch fehlenden gesetzlichen Verpflichtung zur Stromkennzeichnung für die EVN derzeit nicht nachvollziehbar. Der restliche Anteil der beschafften Energie wird über die Großhandelsmärkte bezogen.

Erdgas

Die Erdgasbeschaffung erfolgt zu einem großen Teil über die EconGas GmbH, an der die EVN eine Beteiligung von 16,5 % hält. Sie bezieht Erdgas teils direkt von den Produzenten, teils über zwischengeschaltete Verkaufsorganisationen, aber auch über nationale und internationale OTC-Handelsplätze und Börsen, etwa in Österreich (CEGH), Deutschland (NCG) oder Holland (TTF). Aus europäischer Sicht nennenswerte Importmengen stammen dabei aus Russland, der Nordsee und der Sahara (Algerien, Libyen). Eine der wichtigsten OTC-Gashandelsplattformen, über die sowohl die EconGas GmbH als auch die EVN selbst Erdgas beziehen, ist der Central European Gas Hub.

Kohlebeschaffung

Die EVN betreibt zwei Kraftwerke, die mit Kohle betrieben werden. Die Kohlebeschaffung für das Kraftwerk Dürnrohr wird dabei von der EVN direkt abgewickelt, während die Kohlebeschaffung für das im 1. Quartal 2013/14 in Betrieb gegangene Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum vom Partnerunternehmen Steag durchgeführt wird. Basis dafür ist ein Kohleliefervertrag der Steag mit der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, die den Betrieb des Kraftwerks verantwortet. Damit liegt die Kohlebeschaffung für das Kraftwerk Duisburg-Walsum nicht im direkten Einflussbereich der EVN.

Die Lieferkette der EVN bei der Beschaffung der Kohle für das Kraftwerk Dürnrohr ist dreigliedrig. Direkt der EVN gegenüber stehen Kohlegroßhändler bzw. Handels- und Speditionsagenten (Tier 1), die die Kohle entweder von Kohleaufbereitungsunternehmen bzw. von Exklusivexporteuren (Kohlegroßhändler) beziehen (Tier 2). Diese wiederum beschaffen die Kohle direkt von den Minengesellschaften (Tier 3). Insgesamt bezog die EVN im Geschäftsjahr 2013/14 für die Energieerzeugung im Kraftwerk in Dürnrohr Kohle von zwei Zwischenhändlern. Rund 90 % der im Geschäftsjahr 2013/14 eingesetzten Kohle stammt aus Europa und Russland, die restlichen 10 % aus Amerika.

GRI-Indikator: Beschreibung der Lieferkette (G4-12)

Der Anspruch der EVN an ihre Lieferanten

Aspekte: Bewertung der Lieferanten; Beschwerdeverfahren Die schrittweise Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl der Lieferanten und ihrer Produkte und Dienstleistungen nimmt in der CSR-Agenda der EVN einen hohen Stellenwert ein. Ziel ist eine nachhaltige Ausrichtung der Beschaffung. Dabei spielt der kontinuierliche Dialog mit den Lieferanten eine wichtige Rolle.

Integritätsklausel und Richtlinien für Vertragspartner

Eine Integritätsklausel für Lieferanten definiert die Richtlinien der nachhaltigen Beschaffung sowie die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten, die insbesondere die Bereiche Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt- und Ressourcenschonung sowie Geschäftsethik abdecken. Sie gilt für alle Lieferanten (100 %) von Produkten und Dienstleistungen, die über die Konzernfunktion Beschaffung für die Standorte in Österreich, Bulgarien und Mazedonien abgewickelt werden, und ist auf der Homepage der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar (www.evn.at/Integritaetsklausel). Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und wird dadurch immer zum Vertragsbestandteil. Ihre Einhaltung seitens der Lieferanten wird durch die EVN überprüft, wofür eigens ein Fragebogen entwickelt wurde. In den Geschäftsjahren 2012/13 und 2013/14 wurden bei den wichtigsten Lieferanten auch gezielte Vor-Ort-Überprüfungen durchgeführt. Zusätzlich werden anlassbezogen sowie im Rahmen von Terminen bei den Lieferanten Überprüfungen mittels Kontrollbogen durchgeführt. Die in der Berichtsperiode durchgeführten Auditierungen haben keine Beanstandungen ergeben.

Aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht von dort über ihren zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte. Im sensiblen Bereich der Beschaffung von Textilien (Arbeitsbekleidung) wurde der Bezug aus Risikoländern durch eine entsprechende interne Regelung ausgeschlossen. Stufenweise wird bei weiteren Produktgruppen ein solcher Ausschluss umgesetzt, oder es werden spezifische Kriterien und Maßnahmen eingeführt, die die konzernweite Integritätsklausel umsetzen bzw. über diese sogar hinausgehen. Ein Beispiel dafür ist die Kohlebeschaffung aus Polen oder Russland: Hier werden Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung der Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt, bevor ein Auftrag erteilt wird.

Seit dem Geschäftsjahr 2011/12 wird, insbesondere bei der Beschaffung von Risikoprodukten, den Ausschreibungen der EVN eine zusätzliche Checkliste beigelegt, deren Beantwortung weiterführende Informationen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit von Produkten und Verpackungen sowie zu Zertifizierungen der Hersteller liefern soll. Dieser Kontrollbogen soll nicht zuletzt die Überprüfung der Lieferanten auf Einhaltung und Erfüllung der Integritätsklauseln vereinheitlichen. Die wichtigsten Lieferanten der EVN wurden seit seiner Einführung bereits einer entsprechenden Kontrolle unterzogen.

In der EVN Tochter WTE wurden die Abschnitte "Partner und Lieferanten" sowie "Integrität und Vermeidung von Korruption" des EVN Verhaltenskodex in der Beschaffung zu 100 % umgesetzt. Besonderes Augenmerk liegt hier auch auf der Einhaltung der Menschenrechte gemäß dem entsprechenden Abschnitt des Verhaltenskodex. Seit dem Geschäftsjahr 2011/12 ist die EVN Integritätsklausel Be-

Wer Wärme und Strom aus Biomasse gewinnt

braucht verlässliche Partner in der Land- und Forstwirtschaft

Energie muss immer dann zur Verfügung stehen, wenn sie der Kunde benötigt. Die EVN-Wärmeversorgung auf Basis von Biomasse schafft hier eine Win-Win-Situation. Dank nachhaltiger Partnerschaften steht sie für die sinnvolle Nutzung von Waldhackgut – und kann gleichzeitig auf verlässliche Rohstoffversorgung aus heimischen Wäldern bauen. Die EVN ist mit mehr als 60 Anlagen die Nummer 1 bei Biomasse-Wärme in Österreich.

standteil aller Lieferantenverträge, die durch die WTE Niederlassung in Deutschland eingegangen werden. Schon im Stadium der Angebotseinholung wird die Integritätsklausel beigefügt und auf deren Beachtung hingewiesen. In den Vertragsverhandlungen wird sie explizit erörtert und den Lieferantenverträgen als Vertragsanlage beigefügt. Im Bereich Beschaffung und Einkauf der Niederlassung in Polen wurde die Integritätsklausel den Lieferantenverträgen bisher zwar noch nicht beigefügt. Allerdings wurden die Lieferantenverträge stets unter Berücksichtigung der Vertragsanlage "Employer's Requirements" abgeschlossen. Diese Vertragsanlage deckt die Anforderungen an die Lieferanten bei von der EU geförderten Projekten ab und verlangt von den Auftraggebern neben entsprechenden Nachweisen zur Qualitätssicherung sowie zum Sicherheits- und Gesundheitsschutz auch Ursprungszeugnisse aller gelieferten Einzelkomponenten. Diese werden durch den Lieferanten zur Verfügung gestellt und belegen die Herkunft der eingesetzten Materialien. Dadurch sind in der Regel Komponenten und Materialien aus Drittstaaten außerhalb der EU ausgeschlossen. Bereits seit 2007 verfolgt die WTE das Ziel, die Beschaffung von Produkten aus Höchstrisikoländern, wie z. B. Indien und China, zu vermeiden.

Zertifizierungen und Vor-Ort-Besichtigungen

In ausgewählten Produktgruppen hat die Konzernfunktion Beschaffung der EVN wesentliche Zulieferer und Auftragnehmer – vor allem solche aus Herkunftsländern außerhalb der EU – unter Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten geprüft. Diese Kontrollen erfolgen stichprobenartig sowie regelmäßig bei der Vergabe von wesentlichen Aufträgen an neue Lieferanten. Der Großteil der Lieferungen wird aus der EU bezogen. Lieferanten, die ihren Sitz nicht in der EU haben, werden von der EVN vor Ort auditiert. Speziell bei Unternehmen des Baugewerbes überprüft die EVN ihre Auftragnehmer hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer. Diese Überprüfung findet bei 100 % der österreichischen Auftragnehmer für Bauleistungen mit einem Volumen von über 10.000 Euro statt. Bisher wurde kein Auftragnehmer der EVN identifiziert, der seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen nicht nachkam.

In der Primärenergiebeschaffung wird insbesondere die Lieferkette von Kohle einer Überprüfung unterzogen. Alle Kohleminen, deren Kohle die EVN im Geschäftsjahr 2013/14 zur Energieerzeugung einsetzte, erfüllen weitreichende internationale Standards und sind auch durchwegs nach ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifiziert. Die Mine in Amerika, von der die EVN Kohle bezieht, ist zudem nach OAHSAS 18001 (Occupational Health and Safety) zertifiziert. Regelmäßige Besichtigungen vor Ort finden nicht nur auf den Zwischenebenen der Lieferkette – etwa bei Kohleaufbereitungsunternehmen – statt, sondern auch auf Ebene Tier 3, also direkt in den Kohleminen. Im Geschäftsjahr 2013/14 führte die EVN Vor-Ort-Besichtigungen in einer Mine bzw. bei einem Aufbereitungsunternehmen durch. Im Fall von Beanstandungen werden diese den Betreibern direkt gemeldet, und es wird um Lösung des Problems ersucht. Kommt es zu keiner zufriedenstellenden Lösung, werden Verträge in letzter Konsequenz aufgelöst.

GRI-Indikatoren: Anteil neuer Lieferanten, die anhand von ökologischen Kriterien (EN32), in Hinblick auf Menschenrechte (HR10), Arbeitspraktiken (LA14) und Auswirkungen auf die Gesellschaft (SO9) überprüft wurden

Stromkennzeichnungspflichten

Für den gesamten an Kunden in Österreich gelieferten Strom legt die EVN entsprechend den gesetzlichen Regelungen auf der Rechnung die Herkunft offen. Diese Nachweise für die Stromherkunft zeigen, welche Anteile im gesamten Versorgungsmix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG aus welchen Primärenergieträgern stammen. Ebenso werden auf der Rechnung die Umweltauswirkungen (CO2-Emissionen und radioaktiver Abfall) ausgewiesen. Beides wird jährlich nach Ablauf eines Geschäftsjahres von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft und der Regulierungsbehörde vorgelegt. Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden hier alle Strommengen mit Nachweisen aus österreichischer Stromproduktion belegt. Die Daten für das Geschäftsjahr 2013/14 werden erst nach dem Redaktionsschluss des Ganzheitsberichts vorliegen.

  • GRI-Indikatoren: Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen (PR4); Produktinformation (PR3); Anteil neuer Lieferanten, die anhand von ökologischen Kriterien (EN23) überprüft wurden
  • Für Details zur Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern siehe Seite 57.

Beschwerdeverfahren

Für Beschwerden besteht in Niederösterreich eine Anlaufstelle, bei der alle am Vergabeprozess teilnehmenden Bieter kostenlos und ohne die Notwendigkeit eines Rechtsbeistands Beschwerde einlegen bzw. Aufklärung verlangen können. Diese unabhängige Stelle ist gesetzlich verankert, und aufgrund der Tätigkeit der EVN als Sektorenauftraggeber wird bei jedem Vergabeprojekt schon in der Präqualifizierung/Ausschreibungsphase auf diese Kontaktstelle hingewiesen. In den letzten Jahren gab es keine berechtigten Einwände.

Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

Um Risiken bezüglich der Arbeitssicherheit zu minimieren, arbeitet die EVN nur mit ausgesuchten Partnern zusammen und verpflichtet diese vertraglich dazu, ausschließlich geschultes Personal einzusetzen. Zur Überprüfung der Einhaltung dieser Vorgaben werden erfahrene und gut ausgebildete Mitarbeiter der EVN eingesetzt, so etwa als Baukoordinatoren oder als Bauaufsicht. Auftragnehmer und Sublieferanten kommen, insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Übertragungsnetze, zeitlich begrenzt zum Einsatz. Insgesamt waren in der Berichtsperiode mehr als 5.000 Auftragnehmer und Sublieferanten im In- und Ausland für die EVN tätig. Eine zentrale Erfassung der geleisteten Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten wird von der EVN nicht vorgenommen, da dies keine wesentliche Aussagekraft zu deren Arbeitspraktiken hätte.

Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z. B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge von etwa 300 präqualifizierten Unternehmen bezogen. Als integrierende Bestellgrundlage schreibt Integritätsklausel unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Einschulung für deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen die Unternehmen ihre Mitarbeiter gemäß § 14 ASchG und § 154 BauV unterwiesen haben. Dieselben Regelungen gelten für die von ihnen beauftragten Subunternehmer. Nachweise über die entsprechenden Unterweisungen müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer sind weiters aufgefordert zu bestätigen, dass sie für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten die entsprechende Befugnis und Befähigung haben. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.

GRI-Indikatoren: Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung (EU17); Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben (EU18)

Corporate Governance-Bericht

Die EVN AG ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Vorgaben für Corporate Governance bei der EVN ergeben sich somit neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) – siehe www.corporate-governance.at – sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren hinsichtlich einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Die EVN hat sich mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 dem ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2012 vollinhaltlich unterworfen. Die Anpassung des ÖCGK an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich.

Die Standards des ÖCGK unterteilen sich in drei Gruppen: Die sogenannten Legal Requirements (L-Regeln) beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.evn.at/ Corporate-Governance-Bericht im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln (Recommendations) hingegen, die lediglich reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen, die vollständige Beachtung und Einhaltung der C-Regeln des ÖCGK; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Von EVN werden folgende C-Regeln des ÖCGK nicht vollständig eingehalten:

Regel 16: Zu einem gültigen Vorstandsbeschluss ist die ordnungsgemäße Einberufung und Anwesenheit von mindestens zwei Vorstandsmitgliedern erforderlich. Sind nur zwei Vorstandsmitglieder bestellt, haben Beschlüsse einstimmig zu erfolgen; die Stimmenthaltung ist nicht zulässig. Kommt kein einstimmiger Beschluss zustande, hat der Vorstand diesen Tagesordnungspunkt binnen zehn Tagen der neuerlichen Beratung und Beschlussfassung zuzuführen. Sollte wiederum kein Beschluss zustande kommen, hat der Vorstand dies dem Aufsichtsrat zu berichten. Ansonsten ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Auch bei zwei Vorstandsmitgliedern gibt es einen Sprecher des Vorstands; die Ausführungen zu Sitzungsleitung und Repräsentation gelten auch in diesem Fall.

Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen im Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Das betreffende Aufsichtsratsmitglied vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Unternehmensbeteiligung.

Regel 51: Die Vergütungen für den Aufsichtsrat werden als Gesamtsumme sowie in Prozentsätzen für den Vorsitzenden, seine beiden Stellvertreter und die sonstigen Mitglieder dargestellt. Diese Darstellung gibt ein ausreichendes Bild über die Vergütungssituation.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr

Sprecher des Vorstands

Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG, Jänner 2011 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 30. September 2019. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland sowie Umwelt und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung, Beschaffung und Einkauf sowie Revision. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK1).

1) Verbund AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands

Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften, Master of Business Administration. 1993 Eintritt in die EVN, Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 19. Jänner 2016. Verantwortlich für die Segmente Energiehandel und -vertrieb sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Controlling, Customer Relations, Finanzwesen (inklusive Investor Relations), Rechnungswesen, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Verwaltung und Bauwesen. Drei Aufsichtsratsmandate in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK2).

2) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats CEESEG Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats Wiener Börse AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Bestellung Funktionen in börsenotierten Gesellschaften
und andere wichtige Funktionen
Unabhängigkeit
Regel 531)
Kapitalvertreter
Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer
Vorsitzender (1944)
seit 20.01.2011 Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien Aktiengesellschaft,
Vorsitzender des Aufsichtsrats der HYPO NOE Gruppe Bank AG
nein
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker
1. Vizepräsident (1946)
seit 12.12.1996 Selbstständiger Land- und Forstwirt ja
Mag. Willi Stiowicek
2. Vizepräsident (1956)
seit 15.01.2009 Leiter der Präsidiale des Magistrats der
Landeshauptstadt St. Pölten
ja
Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) seit 12.01.2001 Vorsitzender des Vorstands der
VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft
ja
Vorstandsdirektor Dkfm. Thomas Kusterer (1968) seit 17.01.2013 Mitglied des Vorstands der
EnBW Energie Baden-Württemberg AG
ja
Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) seit 12.01.2006 Geschäftsführer der BENDA LUTZ-WERKE GmbH,
Vorstand der Benda-Lutz Corporation, USA,
Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich
sowie des Vereins der Österreichischen Industrie –
Landesgruppe Niederösterreich
ja
Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.01.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amtes der
Niederösterreichischen Landesregierung,
Geschäftsführer der NÖ Holding GmbH sowie der
NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
ja
Bernhard Müller, BA, MPA (1973) seit 12.01.2006 Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt ja
Dkfm. Edwin Rambossek (1943) seit 20.01.2011 Unternehmensberater ja
Mag. Michaela Steinacker (1962) seit 12.01.2001
bis 24.12.2013
Beiratsvorsitzende der Raiffeisen Evolution project development
GmbH, Mitglied des Nationalrats
ja
Dipl.-Ing. Angela Stransky (1960) seit 16.01.2014 Prokuristin der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG ja
Arbeitnehmervertreter
Franz Hemm (1955) seit 03.05.1994
unbefristet
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der Netz Niederösterreich GmbH
Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte
für Niederösterreich
Ing. Paul Hofer (1960) seit 01.04.2007
unbefristet
Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Mag. Dr. Monika Fraißl (1973) seit 01.07.2013
unbefristet
Betriebsrat
Manfred Weinrichter (1961) seit 01.01.2001
unbefristet
Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der
Netz Niederösterreich GmbH
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.05.2005
unbefristet
Zentralbetriebsrat

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung,

die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat.

Die Entsendung der Arbeitnehmervertreter seitens der Konzernvertretung ist unbefristet, jedoch können diese jederzeit von der Konzernvertretung abberufen werden.

1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 100.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem ÖCGK mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

  • in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
  • in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
  • zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für das Mitglied bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat;
  • in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
  • nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist, und
  • kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN AG folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweilig gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses;
  • die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontroll-

systems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;

  • die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung;
  • die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen;
  • die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens und
  • die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers).

Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Regel 40 ÖCGK geforderten Finanzexperten.

Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate in Vorstand und Aufsichtsrat zuständig. Dem Personalausschuss als Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats gehört ein Mitglied an, das über Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik verfügt (Regel 43 ÖCGK).

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, als Dringlichkeitsausschuss im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2013/14 dreimal getagt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Dringlichkeitsausschuss tätig ist, ist in der Berichtsperiode nicht zusammengetreten. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Berichtsjahr drei Sitzungen abgehalten. Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder im Durchschnitt rund 88 %.

Zusammensetzung der Ausschüsse

Arbeitsausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek

Prüfungsausschuss

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN AG gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso ab wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 85. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 16. Jänner 2014 können auf der EVN Webseite eingesehen werden (www.evn.at/Hauptversammlung.aspx).

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden des Vorstands oder einen Sprecher des Vorstands ernannt hat, wählt der Vorstand seinen Sprecher. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der ÖCGK.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehören per 30. September 2014 zehn von der Hauptversammlung gewählte und fünf vom Betriebsrat entsandte Mitglieder an. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsiden ten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nach der Regel 53 des ÖCGK ist aus der Aufstellung auf Seite 99 ersichtlich.

Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der ÖCGK.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Der ÖCGK fordert eine regelmäßige externe Evaluierung zur Einhaltung der Vorgaben aus dem Kodex (R-62). In diesem Sinne wurde im Berichtszeitraum die Evaluierung der Effizienz der Tätigkeit des Aufsichtsrats, insbesondere seiner Organisation und Arbeitsweise, durch ein externes Beratungsunternehmen in Angriff genommen.

Vergütungsbericht

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a): Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK haben die sozietären Organe der Gesellschaft mit Wirkung ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist.

Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Im Sinn der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und durchschnittlicher Cash Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen ÖCGK ist, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Mit der Einführung von mehrjährigen Zielvorgaben sowie dem Instrument einer Bonusreserve ist die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, welcher die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Aus der erreichten Bonusreserve werden nach Feststellung der Zielerreichung bis zu 50 % ausbezahlt, der verbleibende Betrag wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt. Einerseits entsteht damit eine Mehrjährigkeit, da die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil in die nächste Periode im Sinn eines Anfangsbestands fortgeführt wird. Andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit: Die quantitativen Zielgrößen werden jeweils für den Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen wie z. B. Benchmarks, Peervergleiche, Kapitalmarkt- und Ratingbeurteilungen herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren wird die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert.

Aktien-Optionen (Regel 29): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regeln 27, 30): Die Bezüge des Vorstands setzten sich im Geschäftsjahr 2013/14 zu rund 80 % aus fixen und zu rund 20 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2012/13. Die Erfolgsbeteiligung basiert zu 30 % auf der Steigerung des Economic Value Added (EVA®), zu 40 % auf dem durchschnittlichen Cash-Flow-Beitrag und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen. Für die quantitativen Leistungskriterien (EVA®) und Cash-Flow-Beitrag sind Zielerreichungskorridore definiert, die zwischen 0 % bis 200 % erreichbar sind, die individuell vereinbarten Ziele sind zwischen 0 % und 100 % erreichbar.

Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2010/11 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist. Ansonsten wird auf die Ausführungen zum Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a) verwiesen.

Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands werden im Anhang des Konzernabschlusses auf Seite 215 offengelegt.

Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung, Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre sowie der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten derartige Ansprüche gegen die Mitglieder der Geschäftsführung von bedingungsgemäß konzernmäßig verbundenen Tochtergesellschaften sowie bestimmter Beteiligungsgesellschaften als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu keiner Prämienerhöhung.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 98 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 15,1 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 11,0 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp 9,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsentgelt beträgt 190 Euro.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60): Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Der Anteil der Frauen beträgt bei der EVN 21,4 %. Zur Weiterentwicklung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm "Frauen@EVN" entwickelt. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Im Berichtszeitraum konnten keine weiteren leitenden Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt werden. Aktuell sind konzernweit neun Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten betraut (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entspricht. Die EVN setzt schon seit langem Maßnahmen, die den Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die betroffenen Gesellschaften wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. offengelegt.

Directors' Dealings (Regel 73): Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden der EVN bzw. der Finanzmarktaufsichtsbehörde keine Kauftransaktionen von EVN AG Aktien durch Organmitglieder oder sonstige Personen i.S.d § 48 d Abs. 4 Börsegesetz gemeldet.

Related Party: Es besteht ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag zwischen der EVN AG und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH aus dem Jahr 2005. Zu den übrigen Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinn von IAS 24 darf auf die Ausführungen zu den Grundsätzen der Rechnungslegung im Konzernanhang (Erläuterung 67.) verwiesen werden.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgte im Geschäftsjahr 2013/14 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Davon entfielen 52,2 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr 35,0 %), 47,0 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 63,0 %) und 0,8 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 2,0 %).

Revision und Risikomanagement der EVN

Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungen von Vorgängen und Unternehmenseinheiten im EVN Konzern. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Von den Revisionsabteilungen werden nach Risikogesichtspunkten orientierte Jahresprüfungspläne erstellt und von den zuständigen Gremien beschlossen. Die festgestellten Beanstandungen werden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt. Ebenso werden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen so genannter "Follow-up-Prüfungen" untersucht. Gravierende Beanstandungen, welche die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

Risikomanagement der EVN

Das Ziel des Risikomanagements der EVN besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikomanagement eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitern des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der zweistufige Prozess des Risikomanagements wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der wesentlichen Risiken der EVN und der Maßnahmen zur Risikosteuerung finden sich im Kapitel Risikomanagement im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2013/14.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktien- und Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden zwanzig ständige sowie sechs Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der Mitarbeiter durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich von einem Compliance-Verantwortlichen gemäß Börsegesetz, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2013/14 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Verantwortlichen zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als international tätiger Energie- und Umweltdienstleister haben die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter der EVN eine weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland.

Der in einem konzernweiten Prozess entwickelte und 2012 aktualisierte EVN Verhaltenskodex bildet dabei die Leitlinie für alle Compliance-Maßnahmen im Konzern.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde die Compliance-Organisation der EVN überarbeitet, und es wurden grundsätzliche Festlegungen zum Aufbau eines Compliance-Management-Systems (CMS) getroffen. Für den Aufbau, die Führung und die Weiterentwicklung des CMS wurde die direkt dem Vorstand unterstellte Stabstelle Corporate Compliance Management (CCM) per 1. Oktober 2012 eingerichtet. Das CMS gibt einen konzernweit einheitlichen Rahmen vor, der die Mitarbeiter im Arbeitsalltag dabei unterstützen soll, sich integer und gesetzestreu zu verhalten.

Nach der konzernweiten Etablierung der Compliance-Organisation im Geschäftsjahr 2012/2013 lag der Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2013/2014 auf der Schulung der Mitarbeiter. Da den Führungskräften eine Schlüsselrolle bzw. Vorbildwirkung bei der Etablierung einer nachhaltigen Compliance-Kultur zuteil wird, konnten bereits im Oktober rund 100 Führungskräfte in jeweils fünfstündigen interaktiv und dialogorientiert gestalteten Workshops auf das Thema sensibilisiert werden. Die Führungskräfte der strategischen Geschäftseinheit Südosteuropa, insbesondere jene in Bulgarien und Mazedonien, folgten in den Monaten Februar bis April 2014.

Im Sinn einer möglichst starken Durchdringung des CMS folgten darauf die Schulungen der Mitarbeiter. Vom jeweils für den Bereich zuständigen Compliance Officer wurden in zumindest zweieinhalbstündigen Schulungen von Kleingruppen das CMS bei der EVN und alle damit in Zusammenhang stehenden Strukturen und Abläufe erläutert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Erläuterung des anonymen Hinweisgebersystems. Als Grundlage für den inhaltlichen Teil dieser Schulungen dient der in zehn Themenbereiche strukturierte EVN Verhaltenskodex. Basierend auf der Risikoanalyse lag der Fokus auf den Themen "Kundinnen und Kunden", "Kapitalmarkt und Investoren", "Integrität und Vermeidung von Korruption" sowie "Datenschutz und Vertraulichkeit", die anhand konkreter Anwendungsfälle aus der täglichen Praxis diskutiert wurden.

Als Schulungsunterlage wurde die Compliance Box "Compliance. It´s good energy." entwickelt. Diese ist auch als Sammel- bzw. Nachschlagewerk nutzbar und wurde jedem Mitarbeiter zu Beginn des Trainings ausgehändigt. Sie ist in Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch verfügbar.

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2013/2014 konnten auf diese Weise rund 6.000 Mitarbeiter und mehr als 200 Führungskräfte in zehn unterschiedlichen Sprachen an mehr als 100 verschiedenen Orten zu den angeführten Inhalten geschult werden. Der Abschluss der Schulungen ist für Ende des Kalenderjahres 2014 geplant, womit dann alle Mitarbeiter sowie alle Führungskräfte im EVN Konzern auf die sich aus der Einhaltung der Compliance-Anforderungen resultierenden Herausforderungen gut vorbereitet sind.

Neue Inhalte und Themenbereiche werden laufend neu bewertet. Basierend auf der Risikobewertung werden diese gegebenenfalls aufbereitet und in geeigneter Form in die Compliance Box integriert. Zur weiteren Vertiefung der Inhalte werden für besonders risikoexponierte Bereiche Spezialschulungen zu bestimmten Themen durchgeführt. Im Sinn der laufenden Adressierung des Themas und der Festigung bereits vermittelter Inhalte werden neben den im EVN Intranet abrufbaren Inhalten auch E-Learning-Module für alle Mitarbeiter entwickelt und beispielsweise spezielle Funktionen für Geschäftsführer, Infrastrukturprojektleiter oder Vertriebsmitarbeiter angeboten. Entlang eines Kommunikationsplans werden zudem laufend Akzente zu aktuellen Compliance-Themen gesetzt.

Wesentliches Element des CMS stellt das anonyme Hinweisgebersystem dar. Mögliche Verstöße gegen den EVN Verhaltenskodex können so gemeldet werden. Das System beruht auf Freiwilligkeit und Anonymität. Die Identität des Meldungsgebers wird demzufolge keinesfalls offengelegt.

Der EVN Verhaltenskodex ist auf der Webseite unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den Stakeholdergruppen der EVN. Er soll alle Mitarbeiter bei der Umsetzung der EVN Werte in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 11. Dezember 2013 wurde dem Aufsichtsrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt über Inhalt, Zielsetzung und Stand der Compliance-Organisation berichtet und damit der Regel 18a ÖCGK entsprochen.

Prüfung der Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Den Bericht der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, über die Prüfung des Corporate Governance-Berichts gemäß § 96 Abs. 2 AktG der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 18. November 2014

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Wer Windparks baut

darf nicht auf den Dialog mit den Anrainern vergessen

Nachhaltig gute Lösungen entstehen am besten gemeinsam. Das gilt auch für den Bereich Windkraft. Sorgsame Abwägung aller Aspekte, Einbindung aller Interessen und Befürchtungen, Rücksichtnahme auf die Tierwelt sowie sinnvolle Modelle für alle Stakeholder machen die EVN hier ebenso zu einem geschätzten Partner wie ihre umfangreiche Erfahrung beim Bau und der Betriebsführung von Windparks.

Konzernlagebericht

Energiepolitisches Umfeld

Europäische Energie- und Klimapolitik Europäische Klimapolitik

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich am 23. Oktober 2014 auf neue Ziele für ihre Klima- und Energiepolitik geeinigt. So soll der Treibhausgasausstoß in der EU im Vergleich zu 1990 bis zum Jahr 2030 nun um mindestens 40 % reduziert werden. Damit wird das im Jahr 2009 vom Europäischen Parlament beschlossene Klimaund Energiepaket, das eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20 % bis 2020 vorsah, erweitert. Der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergiemix soll von ursprünglich 20 % im Jahr 2020 auf nunmehr 27 % im Jahr 2030 angehoben werden. Weiters ist eine Steigerung der Energieeffizienz gegenüber 2007 um 27 % bis 2030 beabsichtigt – das bis 2020 zu erreichende Ziel lautet 20 %.

Emissionshandel

Mit der Verknappung des Angebots an CO2-Zertifikaten im europäischen Emissionshandel reagierte die Europäische Union kurzfristig auf die hohen Überschüsse, die durch die konjunkturbedingt schwächere Nachfrage in den Jahren 2009 und 2010 entstanden waren. Dies sollte das Preisniveau der Zertifikate nachhaltig erhöhen. In Summe wurde das Angebot für die Jahre 2014 bis 2016 um 900 Mio. Zertifikate reduziert, deren Versteigerung in die Jahre 2019 und 2020 verschoben wurde ("Backloading").

GRI-Indikator: Kontingent der CO2-Emissionszertifikate (EU5)

Österreichische Energie- und Klimapolitik

Energieeffizienzgesetz

Gemäß dem am 9. Juli 2014 im österreichischen Nationalrat beschlossenen Energieeffizienzgesetz haben Energielieferanten ab 1. Jänner 2015 – sofern sie mehr als 25 GWh pro Jahr an österreichische Endenergieverbraucher absetzen – die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden im Umfang von 0,6 % ihrer Energieabsätze des Vorjahres nachzuweisen. Bei Verfehlen dieses Ziels ist ein schuldbefreiender Ausgleichsbetrag von 0,20 Euro/kWh zu entrichten, der in einen Fonds zur Finanzierung von Energiesparprojekten und der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger eingezahlt werden soll. Die EVN hat hier in den vergangenen Jahren mit der Einführung ihres umfangreichen Angebots an Energiedienstleistungen schon wesentliche Schritte gesetzt. Große Unternehmen werden zudem über das Energieeffizienzgesetz verpflichtet, entweder ein Energiemanagementsystem einzuführen oder alternativ alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen. Die aus dem Audit ableitbaren Maßnahmen stellen einen Handlungsrahmen dar; eine unmittelbare gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung besteht allerdings nicht.

Stromkennzeichnungspflicht

Die mit 6. August 2013 veröffentlichte Novelle des ElWOG (Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz) sieht in § 79a eine verpflichtende Stromkennzeichnung der an Endverbraucher gelieferten Energie vor. Auch die Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken sind gemäß Stromkennzeichnungsverordnungs-Novelle 2013 verpflichtet, ab 1. April 2014 den Pumpstromeinsatz mit Nachweisen für die Stromherkunft zu belegen.

Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG wurde durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen des Versorgungsmix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2012/13 beliefen sich auf 233,05 g/kWh CO2-Emissionen und 0 mg/kWh radioaktiven Abfall.

GRI-Indikator: Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen (PR3)

Marktmodell

Durch hohe Einspeisemengen von Strom aus erneuerbaren Ressourcen ergeben sich aus wirtschaftlichen Gründen immer kürzere Zeitfenster für den Einsatz thermischer Erzeugungskapazitäten. Da die Kosten der hierfür eingesetzten Primärenergieträger (Erdgas, Kohle, Öl) von den geringen Großhandelspreisen für Strom häufig nicht gedeckt werden können, sind im Markt bereits Stilllegungen von thermischen Kraftwerken zu verzeichnen. Dies betrifft zum Teil ältere, zum Teil aber auch neu errichtete, hocheffiziente Anlagen. Die hohe Volatilität in der Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie führt zudem zu einer geringeren Planbarkeit und stellt die Energiewirtschaft vor große Herausforderungen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Versorgungssicherheit in Europa und in Österreich sind derzeit nur schwer einzuschätzen. Daher ist das Vorhalten von ausreichenden Produktionskapazitäten ein wesentliches Element für die Gewährleistung einer gesicherten Stromversorgung. Vor diesem Hintergrund bedarf es geeigneter Weichenstellungen in den Märkten, die es den Produzenten ermöglichen, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Kapazitäten bereitzustellen.

Regulatorisches Umfeld

Österreich

In Österreich begannen die neuen Regulierungsperioden für Erdgas am 1. Jänner 2013 und für Strom am 1. Jänner 2014; beide Perioden laufen über fünf Jahre. Ein wesentlicher Faktor im Regulierungsmodell ist der individuelle Produktivitätsfaktor – das ist die für das Unternehmen individuell geltende Kostensenkungsvorgabe. Die EVN wird vom Regulator diesbezüglich als effizient bewertet.

Regulierungsmodell für Netznutzungstarife für
Strom und Erdgas in Österreich
Strom (bis 2013) Strom (aktuell) Erdgas (aktuell)
Regulierungsbehörde E-Control GmbH E-Control GmbH E-Control GmbH
Anfang der Regulierungsperiode 01.01.2010 01.01.2014 01.01.2013
Nächste regulatorische Anpassung1) 01.01.2014 01.01.2019 01.01.2018
Dauer der Regulierungsperiode 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
Regulierungsmethode Erlösobergrenze Erlösobergrenze Erlösobergrenze
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern, nominal2) 7,0 % 6,42 % 6,42 %
Genereller Produktivitätsfaktor 3) 1,95 % 1,25 % 1,95 %
Individueller Produktivitätsfaktor 0,25 % 0,36 % 0,00 %
Inflation4) Jährliche Anpassung Jährliche Anpassung Jährliche Anpassung

1) Anpassung des WACC und des Produktivitätsfaktors

2) Die verzinsliche Kapitalbasis wird durch die Regulatory Asset Base (RAB) bestimmt. Die jährlichen Investitionen werden im nächsten Jahr der RAB zugezählt.

3) Bei Strom werden 50 % der erreichten Produktivitätssteigerung während der Regulierungsperiode an die Endkunden weitergegeben. Bei Erdgas verbleiben die Gewinne aus Kostenreduktionen während der Regulierungsperiode im Unternehmen.

4) Der Netzbetreiberindex setzt sich zu je 30 % aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) und dem Baupreisindex sowie zu 40 % aus dem Tariflohnindex zusammen.

Bulgarien

Die Haushalts- und Gewerbekunden im Niederspannungsnetz werden zu regulierten Preisen beliefert, Kunden im Mittelspannungsnetz können ihren Anbieter seit dem 1. Juli 2013 frei wählen. Gemessen am Energieabsatz im Geschäftsjahr 2013/14 war der Markt im Versorgungsgebiet der EVN bereits zu über 20 % liberalisiert. Die EVN tritt in diesem Kundensegment mit ihrer Handelstochter EVN Trading South East Europe EAD auf. Die EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD, die diese Kunden im regulierten Markt bislang beliefert hat, tritt auch als "Supplier of last Resort" auf und beliefert jene Kunden im liberalisierten Marktsegment, die keinen anderen Anbieter auswählen oder vom gewählten Anbieter unverschuldet keinen Strom beziehen können.

Mit Wirkung zum 1. Jänner 2014 senkte der Regulator die Tagsowie die Nachttarife für Haushaltskunden um rund 1 % bzw. 10 %. Per 1. Juli 2014 wurden die durchschnittlichen Endkundenpreise um 0,6 % geringfügig erhöht, während die Strombezugskosten für die Stromvertriebsgesellschaft EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD deutlich anstiegen. Die zugestandene Marge der EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD wurde von 3 % auf 2 % reduziert. Zeitgleich wurden die Netztarife gesenkt. Der Regulator hat diesen Eingriff in die Netztarife mit einem durch die Reduktion der Netzverluste erzielten wirtschaftlichen Vorteil begründet, der ihn zu einer Aufrollung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden veranlasste. In Summe wirkten diese Preis- und Tarifanpassungen für die EVN negativ. Mit 1. Oktober 2014 wurden die Endkundenpreise um 9,7 % erhöht, wodurch frühere Preissenkungen jedoch nur teilweise kompensiert wurden. Die Regelverletzungen aus dem vorhergehenden Tarifentscheid wurden dabei allerdings nicht aufgehoben. Im Geschäftsjahr 2013/14 war die EVN mit einem Verwaltungsverfahren konfrontiert, das von der lokalen Regulierungsbehörde eingeleitet wurde und auf einen Lizenzentzug für die bulgarische Stromvertriebstochter EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD abzielte. Die EVN wird ihre Ansprüche in dem aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Verfahren mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wahren.

Ein im Juni 2013 eingeleitetes Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) wird weiterhin aktiv verfolgt.

Mazedonien

Das so genannte "Unbundling" (die Entflechtung der einzelnen Ge schäftsfelder im Energiegeschäft) ist in Mazedonien seit 1. Jänner 2014 verpflichtend umzusetzen. Die EVN hat 2012 zur Erfüllung der damit verbundenen Anforderungen eine Vertriebsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL) und eine Produktionsgesellschaft (EVN Macedonia Elektrani DOOEL) zusätzlich zur bereits bestehenden EVN Macedonia AD gegründet, die weiterhin als Netzgesellschaft fungiert.

Mit 1. April 2014 wurde der nächste Liberalisierungsschritt in Mazedonien eingeleitet. Dadurch können nun alle Großunternehmen im Land ihren Energielieferanten frei wählen. Gemessen am Energieabsatz im Geschäftsjahr 2013/14 war der mazedonische Markt bereits zu über 40 % liberalisiert. In den nächsten Jahren wird die Liberalisierung schrittweise fortgesetzt.

Mit Tarifentscheid vom 1. Juli 2014 wurde der durchschnittliche Endkundenpreis in Mazedonien um 3,5 % angehoben. Der darin enthal-

Regulierungsmodell für Netznutzungstarife
in Bulgarien und Mazedonien
Bulgarien
Strom
Bulgarien
Wärme
Mazedonien
Strom
State Energy and Water State Energy and Water Energy Regulatory
Regulatory Commission Regulatory Commission Commission
Regulierungsbehörde (SEWRC) (SEWRC) (ERC)
Anfang der Regulierungsperiode 01.08.2013 01.07.2014 01.01.2012
Nächste regulatorische Anpassung 01.08.2015 01.07.2015 01.01.2015
Dauer der Regulierungsperiode 2 Jahre 1 Jahre 3 Jahre
Regulierungsmethode1) Erlösobergrenze Kapitalverzinsung Erlösobergrenze
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC)
vor Steuern, nominal 7,0 % 7,6 % 6,7 %
Anerkannte Netzverluste 8,0 % 20,0 % 14,0 %
Produktivitätsfaktor Ja Ja Nein
Investitionsfaktor2) Nein Nein Ja

1) Die Erlösobergrenze umfasst die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und die angemessene Kapitalrendite auf die verzinsliche Kapitalbasis

(RAB – Regulatory Asset Base).

2) Jährliche Überprüfung und Genehmigung des Investitionsplans durch Regulierungsbehörde

tene, für die EVN in Mazedonien relevante Netztarif wurde dabei nur geringfügig erhöht und blieb somit unter dem erwarteten Niveau. Ebenso wurden Kostenelemente, die im Zusammenhang mit den geplanten Liberalisierungsschritten stehen, nicht berücksichtigt.

lisierung des Gasmarkts für Haushaltskunden durch den Gesetzgeber bis 31. März 2017 aufgeschoben wurde. Haushaltskunden werden daher weiterhin zu regulierten Tarifen mit Erdgas beliefert.

Kroatien

Im Zuge des EU-Beitritts am 1. Juli 2013 hat Kroatien sein Energierecht adaptiert und einem Regulator die Aufgaben der Regelung und Beaufsichtigung des Markts übertragen. Die Erdgasabsatzpreise für Unternehmenskunden sind seit 2012 liberalisiert, während die LiberaMit 1. August 2014 trat eine neue Methode zur Festlegung der Kosten von Neukundenanschlüssen in Kraft. Damit wird die Höhe der von den Kunden zu leistenden Beiträge für den Anschluss an das Erdgasnetz nun in Abhängigkeit von der Anschlusskapazität festgelegt. Dies bringt für Kunden wie auch Erdgasverteilunternehmen höhere Planbarkeit und Transparenz.

BIP-Wachstum % 2015f 2014e 2013 2012 2011
EU-281) 2) 1,6–2,0 1,2–1,6 0,1 –0,4 1,6
Österreich2) 3) 1,2–1,6 0,8 0,3 0,9 2,8
Bulgarien1)2) 4) 2,0–3,0 1,4–1,7 0,9 0,6 1,8
Kroatien1) 2) 4) 6) 0,0–0,7 –0,5 – (–0,8) –1,0 –1,9 0,0
Mazedonien5) 6) 3,4–3,5 3,0–3,2 3,1 –0,4 2,8

1) Quelle: "European Economic Forecast, Spring 2014", EU-Kommission, Mai 2014

2) Quelle: "Prognose der Österreichischen Wirtschaft 2014–15", IHS, September 2014

3) Quelle: "Prognose für 2014 und 2015: Erste Zeichen einer Konjunkturerholung", WIFO, September 2014

4) Quelle: "Strategie Österreich und CEE 4. Quartal 2014", Raiffeisen Research, September 2014

5) Quelle: "Europe and Central Asia Economic Outlook", World Bank, Juni 2014

6) Quelle: "World Economic Outlook", International Monetary Fund, April 2014

Wirtschaftliches Umfeld

Die neuerliche Dämpfung des Welthandels verhinderte in den vergangenen Monaten einen exportgetriebenen Aufschwung im Euroraum. Da viele Länder die Folgen der Finanzmarktkrise noch nicht überwunden haben, blieb – im Gegensatz zu den USA – zudem auch die Binnennachfrage schwach. Zwar zeigen sich deutliche Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaftslage in den von der Schuldenkrise besonders betroffenen Staaten, die früh tiefgreifende Reformen in Angriff nehmen mussten, jedoch stagnierte zuletzt die Wirtschaftsleistung in Frankreich, während Italien in die Rezession fiel. Die jüngsten Prognosen für 2014 gehen von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union um 1,2 % bis 1,6 % aus, während sich die Einschätzungen für das Jahr 2015 in einer Bandbreite von 1,6 % bis 2,0 % bewegen.

Die Konjunktur in Österreich verlor in den letzten Monaten an Tempo und blieb im laufenden Jahr insgesamt hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Auch für 2015 deutet wenig auf eine deutliche Beschleunigung der Konjunkturdynamik hin, da die Unsicherheiten über die künftige Wirtschaftsentwicklung das Investitionsklima trüben und der private Konsum weiterhin nur mäßig steigt. Darüber hinaus leidet die österreichische Exportwirtschaft unter der schwachen internationalen Konjunktur. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen wurden die Prognosen zuletzt nach unten revidiert: Für 2014 wird nunmehr mit einem BIP-Wachstum von 0,8 % gerechnet, die Erwartungen für 2015 liegen zwischen 1,2 % und 1,6 %.

Bulgarien profitierte zuletzt von einer gesteigerten Binnennachfrage. Die stockende Weltkonjunktur und die Zuspitzung des Ukraine-Konflikts samt den damit verbundenen Sanktionen zwischen Russland und der EU führen aber trotzdem zu einer Absenkung der ursprünglichen Prognosen. Für 2014 wird ein Wachstum in einer Bandbreite von 1,4 % bis 1,7 % erwartet. Im Jahr 2015 wird wieder mit einem größeren Anstieg von bis zu 3,0 % gerechnet.

In Kroatien hat sich die Wirtschaft auch 2014 negativ entwickelt; trotzdem sind erste Anzeichen eines Aufwärtstrends zu erkennen. Das Land kann aktuell vom Exportwachstum und einer gesteigerten Industrieproduktion profitieren. Insgesamt wird für 2014 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 % bis 0,8 % erwartet, während für 2015 ein Wachstum von bis zu 0,7 % prognostiziert wird.

Die Konjunktur in Mazedonien profitierte in den letzten Monaten von einer Zunahme der Exporte in die EU, insbesondere nach Deutschland. Die wirtschaftliche Abkühlung in der EU stellt aber auch für die mazedonische Volkswirtschaft ein Risiko dar. Derzeit wird für 2014 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um bis zu 3,2 % erwartet, für 2015 ist eine Zunahme um bis zu 3,5 % prognostiziert.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die Geschäftsentwicklung der EVN ist wesentlich durch externe Einflussfaktoren geprägt. Im Endkundenbereich sind die Witterungsbedingungen für die Nachfrage nach Energie in Form von Strom, Erdgas und Wärme ausschlaggebend, während die Nachfrage im Industriekundenbereich vor allem durch die wirtschaftliche Entwicklung bestimmt wird.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war im gesamten Versorgungsgebiet der EVN von der überaus warmen Winterperiode 2013/14 geprägt. So war das Temperaturniveau nochmals deutlich milder als im ohnehin schon warmen Winter des Vorjahres. Dadurch lag auch die Heizgradsumme, die zu Vergleichszwecken für die Bestimmung des Energiebedarfs erhoben wird, in allen Versorgungsgebieten der EVN unter dem Wert des Vorjahres: In Österreich war ein Rückgang um 20,6 Prozentpunkte zu verzeichnen, und auch in Bulgarien bzw. Mazedonien lag die Heizgradsumme um 7,6 bzw. 5,7 Prozentpunkte unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Energiewirtschaftliches Umfeld – Kennzahlen 2013/14 2012/13 Veränderung
in %
2011/12
Temperaturbedingter Energiebedarf1) %
Österreich 86,9 107,5 –20,6 99,0
Bulgarien 80,4 88,0 –7,6 108,2
Mazedonien 89,4 95,1 –5,7 120,4
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 79,7 82,9 –3,9 86,0
Erdgas – NCG2) EUR/MWh 22,1 26,9 –17,8 24,3
Kohle – API#23) EUR/t 59,5 63,1 –5,8 76,3
CO2-Emissionszertifikate (2./3. Periode) EUR/t 5,2 5,3 –1,5 7,9
Strom – EEX Forwardmarkt 4)
Grundlaststrom EUR/MWh 38,6 47,5 –18,7 54,8
Spitzenlaststrom EUR/MWh 49,2 58,8 –16,3 67,0
Strom – EPEX Spotmarkt 5)
Grundlaststrom EUR/MWh 33,5 38,8 –13,6 44,8
Spitzenlaststrom EUR/MWh 42,2 49,9 –15,4 55,1

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010, in Bulgarien jenem von 2004 bis 2012 und

in Mazedonien jenem von 2001 bis 2010; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten. 2) Net Connect Germany (NCG) – EEX (European Energy Exchange) – Börsepreis für Erdgas

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

5) EPEX Spotmarkt – European Power Exchange

Im Geschäftsjahr 2013/14 gingen die Preise für Primärenergieträger wie Rohöl, Erdgas und Kohle weiter zurück. Höhere Lagerstände bedingt durch den milden Winter 2013/14, der Fracking-Boom in den USA sowie die eingetrübten konjunkturellen Aussichten waren dafür ausschlaggebend. Die Verringerung der Auktionsmenge von CO2-Emissionszertifikaten durch die Europäische Union führte zu einer Stabilisierung der Preise gegenüber dem Vergleichsstichtag des Vorjahres. Trotz dieser Stabilisierung befinden sich die Preise für CO2-Emissionszertifikate nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau. Die Kombination aus günstigen CO2-Emissionszertifikaten und weiterhin sinkenden Kohlepreisen fördert die Wirtschaftlichkeit der Stromerzeugung aus Kohle, während in vielen EU-Ländern hochmoderne Gaskraftwerke mangels Wirtschaftlichkeit vom Netz genommen werden müssen.

Ebenfalls weiterhin rückläufig sind die Termin- und Spotmarktpreise an den europäischen Strombörsen. Der aktuelle Angebotsüberhang lässt auch kurz- und mittelfristig keine Trendumkehr erwarten. Hauptgrund dafür ist – neben der weltweit stagnierenden Konjunktur – der fortgesetzte Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern. Unter diesen Marktbedingungen ist die Rentabilität von konventionellen Produktionsanlagen häufig nicht gegeben. Die Folge sind Stilllegungen von Kraftwerken, wie sie im Markt bereits zu beobachten sind. Mittelfristig kann daher von einer Verknappung des Angebots ausgegangen werden, die auch die Versorgungssicherheit beeinträchtigen könnte. Trotz des forcierten Ausbaus der erneuerbaren Energie wird es aber auch in Zukunft erforderlich sein, schnell zuschaltbare Reserveleistung zur Verfügung zu haben, um die Volatilität der erneuerbaren Energie insbesondere aus Sonnenund Windkraftwerken auszugleichen. In der Lösung dieses Dilemmas liegt in den nächsten Jahren die Herausforderung für die europäische Energiepolitik.

Geschäftsentwicklung

Aus der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148ff) ergaben sich rückwirkend mit Oktober 2012 Änderungen im Konsolidierungskreis. Die bisher quotal einbezogene EVN KG sowie die Energie-Allianz-Gruppe wurden rückwirkend mit 1. Oktober 2012 at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH wurde rückwirkend mit 1. Oktober 2012 mit einem Anteil von 49,0 % anteilig als Joint Operation in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 157ff) wurde gegenüber dem Vorjahr per Saldo um eine vollkonsolidierte Gesellschaft erweitert; die Anzahl der at Equity einbezogenen Unternehmen blieb unverändert. Insgesamt wurden somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 64 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 63), ein als Joint Operation anteiliges Unternehmen (Vorjahr: 1) sowie 19 at Equity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 19) in den Konzernabschluss einbezogen. Zu den vollkonsolidierten Unternehmen kam seit dem Geschäftsjahr 2013/14 die EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL hinzu. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurde mit der Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s. eine Gesellschaft erstmals at Equity einbezogen; durch den Verkauf des 50 %-Geschäftsanteils an der ALLPLAN Gesellschaft m.b.H wurde diese Gesellschaft entkonsolidiert.

Highlights 2013/14

  • Ergebnis beeinflusst durch negative Effekte
  • Tarifentscheidungen in Bulgarien und Mazedonien führten zu Wertminderungen und Erlösrückgängen
  • Erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit der Müllverbrennungsanlage in Moskau führten zu Wertberichtigung
  • Verschlechterte Einschätzung der langfristigen Strompreisentwicklung führten zu Wertminderungen im Erzeugungsbereich
  • Milder Winter reduzierte Energieabsatz
  • Witterungsbedingt reduzierte Erzeugungsmengen aus Wind- und Wasserkraft
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2013/14 2012/131) Veränderung
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR absolut in %
Umsatzerlöse 1.974,8 2.105,9 –131,0 –6,2
Sonstige betriebliche Erträge 71,1 95,2 –24,0 –25,2
Fremdstrombezug und Energieträger –1.032,2 –979,0 –53,2 –5,4
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –251,9 –301,3 49,4 16,4
Personalaufwand –313,0 –305,3 –7,6 –2,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen –359,0 –170,4 –188,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 94,0 95,0 –1,0 –1,0
EBITDA1) 184,1 540,0 –356,0 –65,9
Abschreibungen –256,0 –237,9 –18,0 –7,6
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –269,5 –59,9 –209,6
Operatives Ergebnis (EBIT) –341,4 242,2 –583,6
Finanzergebnis –31,9 –71,5 39,6 55,3
Ergebnis vor Ertragsteuern –373,3 170,7 –544,0
Ertragsteuern 102,8 –17,9 120,7
Ergebnis nach Ertragsteuern –270,5 152,8 –423,3
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) –299,0 109,3 –408,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 28,5 43,5 –15,0 –34,6
Ergebnis je Aktie in EUR2) –1,68 0,61 –2,29

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) Verwässert ist gleich unverwässert

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Sämtliche Kennzahlen und Vergleichswerte des laufenden Geschäftsjahres und des Vorjahres werden unter Berücksichtigung der Konsolidierungskreisanpassungen gemäß IFRS 10 und 11 ausgewiesen und beschrieben. Ergebnisbeiträge für at Equity einbezogene Unternehmen mit operativem Charakter werden im EBIT abgebildet.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2013/14 verringerten sich die Umsatzerlöse um 131,0 Mio. Euro bzw. 6,2 % auf 1.974,8 Mio. Euro. Neben einem milden Winter 2013/14 wirkten die vorangegangenen Tarifentscheidungen in Bulgarien und Mazedonien verringernd auf die Umsatzerlöse. Zusätzlich wirkte sich die vom bulgarischen Regulator kommunizierte Rückführung von Erlösen aus vergangenen Perioden aus. Im internationalen Projektgeschäft war zudem ein geringeres Abwicklungsvolumen zu verzeichnen.

Der im Ausland erzielte Umsatz sank um 172,4 Mio. Euro bzw. 15,0 % auf 979,8 Mio. Euro, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz von 54,7 % im Vorjahr auf 49,6 % sank.

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Berichtszeitraum um 24,0 Mio. Euro bzw. 25,2 % auf 71,1 Mio. Euro zurück, was vor allem aus reduzierten Bestandsveränderungen resultiert.

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger erhöhte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 53,2 Mio. Euro bzw. 5,4 % auf 1.032,2 Mio. Euro. Die Gründe dafür waren die Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum im Dezember 2013, ein Anstieg durch die Rückstellungsentwicklung für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion sowie höhere Energiebeschaffungskosten für die EVN Gesellschaften in Bulgarien und Mazedonien aufgrund der lokalen Tarifentscheidungen.

Korrespondierend mit dem Rückgang des Abwicklungsvolumens im internationalen Projektgeschäft entwickelten sich auch die Fremdleistungen und Materialaufwendungen rückläufig. Die Position Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand sank deshalb um 49,4 Mio. Euro bzw. 16,4 % auf 251,9 Mio. Euro.

Der Personalaufwand hat sich um 7,6 Mio. Euro bzw. 2,5 % auf 313,0 Mio. Euro erhöht, wofür die kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen ausschlaggebend waren. In Summe reduzierte sich der durchschnittliche Personalstand im Berichtszeitraum um 131 Personen bzw. 1,8 % auf 7.314 Personen, wobei der Rückgang auf die Auslandsbeteiligungen entfiel und dort durch Prozess- und Organisationsoptimierungen erreicht werden konnte.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 188,5 Mio. Euro auf 359,0 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist insbesondere auf eine im 4. Quartal 2013/14 durchgeführte Wertberichtigung der Leasingforderung im Zusammenhang mit der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau in Höhe von 191,4 Mio. Euro zurückzuführen. Erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit des Projekts machten diesen Schritt erforderlich. Die Verringerung der Rechts- und Beratungsaufwendungen und der Forderungswert-

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

berichtigungen aus Energieverkäufen insbesondere in Südosteuropa wirkten sich hingegen positiv aus.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter betrug 94,0 Mio. Euro und entwickelte sich mit –1,0 % nahezu auf Vorjahresniveau. Es wurde ein EBITDA in der Höhe von 184,1 Mio. Euro erwirtschaftet, das um 356,0 Mio. Euro bzw. 65,9 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres lag.

Die Abschreibungen erhöhten sich aufgrund der hohen Investitionstätigkeit im niederösterreichischen Netz, des Ausbaus der Windenergie und der Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum um 18,0 Mio. Euro bzw. 7,6 % auf 256,0 Mio. Euro. Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen führten im Berichtszeitraum zu Wertminderungen in der Höhe von 269,5 Mio. Euro, die um 209,6 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres lagen. Es mussten für Firmenwerte und Kundenstöcke in Bulgarien und Mazedonien, für die Schlammtrocknung und Anlagenteile des Blockheizkraftwerks in Ljuberzy, Moskau, sowie für Erzeugungskapazitäten in Österreich und Bulgarien Wertminderungen vorgenommen werden. Basierend auf den durchgeführten Bewertungsmaßnahmen verringerte sich das operative Ergebnis (EBIT) auf –341,4 Mio. Euro.

Das Finanzergebnis belief sich auf –31,9 Mio. Euro und lag damit um 39,6 Mio. Euro über dem Ergebnis des Vorjahres. Die Hauptursache für diese Verbesserung lag in einem um 48,0 Mio. Euro auf 45,2 Mio. Euro gesteigerten Beteiligungsergebnis, das vom Wegfall des negativen Vorjahreseffekts aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung der in der WEEV Beteiligungs GmbH gehaltenen Aktien der Verbund AG sowie der im Geschäftsjahr 2013/14 gesteigerten Ausschüttung der Verbund AG geprägt war. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum führte zu höheren Zinsaufwendungen, weshalb das Zinsergebnis trotz des aktuellen Marktzinsniveaus und geringerer Beiträge aus dem internationalen Projektgeschäft um 7,8 Mio. Euro bzw. 11,9 % auf –73,2 Mio. Euro zurückging.

Per Saldo ergab sich für das Geschäftsjahr 2013/14 ein Ergebnis vor Ertragsteuern von –373,3 Mio. Euro (Vorjahr: 170,7 Mio. Euro). Aufgrund der großteils steuerlichen Wirksamkeit des Ergebnisses waren die Ertragsteuern mit 102,8 Mio. Euro positiv. Das Ergebnis nach Ertragsteuern belief sich auf –270,5 Mio. Euro nach 152,8 Mio. Euro im Vorjahr.

In Summe sank das Konzernergebnis auf –299,0 Mio. Euro (Vorjahr: 109,3 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie ging auf –1,68 Euro (Vorjahr: 0,61 Euro) zurück. Da die Effekte, die zu dem negativen Konzernergebnis führten, überwiegend nicht zahlungswirksam waren, wird der Vorstand der 86. Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2013/14 eine stabile Dividende von 0,42 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,42 Euro) vorschlagen. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von 4,1 % (Vorjahr: 3,7 %) zum Aktienkurs der EVN AG von 10,13 Euro per 30. September 2014.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme der EVN reduzierte sich zum Bilanzstichtag 30. September 2014 im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres um 441,9 Mio. Euro bzw. 6,1 % auf 6.841,8 Mio. Euro.

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Die langfristigen Vermögenswerte sanken um 629,5 Mio. Euro bzw. 9,8 % und betrugen 5.777,7 Mio. Euro. Der Anteil am Gesamtvermögen belief sich damit auf 84,4 % (Vorjahr: 88,0 %). Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen gingen hauptsächlich aufgrund der erwähnten Wertminderungen und trotz der Erhöhung der Sachanlagen um 129,1 Mio. Euro bzw. 3,3 % auf 3.738,7 Mio. Euro zurück. Der Ansatz der at Equity einbezogenen Unternehmen und der sonstigen Beteiligungen lag um 85,0 Mio. Euro bzw. 5,2 % unter dem Vorjahreswert und betrug 1.553,8 Mio. Euro. Verantwortlich für diesen Rückgang waren vor allem die stichtagsbedingte niedrigere Marktbewertung der von der EVN AG direkt gehaltenen Verbund-Aktien und die Wertminderung des Beteiligungsansatzes der Verbund Innkraftwerke GmbH.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 415,4 Mio. Euro bzw. 46,1 % auf 485,2 Mio. Euro. Diese Reduktion setzt sich vor allem aus der Wertberichtigung der Leasingforderung im Zusammenhang mit der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau und der Umgliederung der Leasingforderungen aus der

30.09.2014
Mio. EUR
30.09.20131)
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
in %
3.738,7 3.867,8 –129,1 –3,3
1.553,8 1.638,8 –85,0 –5,2
485,2 900,6 –415,4 –46,1
5.777,7 6.407,2 –629,5 –9,8
840,4 876,5 –36,0 –4,1
223,7 0,0 223,7
6.841,8 7.283,7 –441,9 –6,1
2.395,2 2.837,5 –442,3 –15,6
237,5 241,7 –4,2 –1,7
2.632,7 3.079,2 –446,5 –14,5
1.747,7 1.805,7 –58,1 –3,2
545,5 582,8 –37,3 –6,4
609,4 583,0 26,4 4,5
2.902,6 2.971,5 –68,9 –2,3
194,2 394,6 –200,4 –50,8
1.112,3 838,3 273,9 32,7
1.306,5 1.232,9 73,5 6,0
6.841,8 7.283,7 –441,9 –6,1

Natriumhypochloritanlage in Moskau in Höhe von 223,7 Mio. Euro per 30. September 2014 (Vorjahr: 0) in die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte zusammen. Die Natriumhypochloritanlage wurde nach dem Bilanzstichtag Ende Oktober an die Stadt Moskau verkauft.

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 36,0 Mio. Euro bzw. 4,1 % auf 840,4 Mio. zurückgegangen. Anstiege in den Vorräten wurden hier durch Rückgänge in den Wertpapieren und in den liquiden Mitteln mehr als ausgeglichen.

Das Eigenkapital belief sich per 30. September 2014 auf 2.632,7 Mio. Euro und lag damit um 446,5 Mio. Euro bzw. 14,5 % unter dem Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalquote ging auf 38,5 % (Vorjahr: 42,3 %) zurück. Das negative Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2013/14, die Ausschüttung der Dividende für das vorhergehende Geschäftsjahr im Jänner 2014 und die erfolgsneutrale Änderung der Bewertungsrücklage stellten dabei die wesentlichen Einflussfaktoren auf das Eigenkapital dar.

Die langfristigen Schulden gingen in Summe um 68,9 Mio. Euro bzw. 2,3 % auf 2.902,6 Mio. zurück, wobei es sich hierbei hauptsächlich um Umgliederungen der langfristigen Finanzverbindlichkeiten in den kurzfristigen Bereich handelte. Die Anstiege der vereinnahmten Baukosten- und Investitionszuschüsse und der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten glichen den Rückgang der latenten Steuerverbindlichkeiten und langfristigen Rückstellungen annähernd aus.

Die kurzfristigen Schulden stiegen um 73,5 Mio. Euro bzw. 6,0 % auf 1.306,5 Mio. Euro an, wobei die wesentlichen Effekte gegenläufig wirkten. Die planmäßige Tilgung von zwei Anleihen führte zu einem Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die im November 2013 gezogene Vertragserfüllungsbürgschaft im Zusammenhang mit dem Projekt Duisburg-Walsum in Höhe von 60,9 Mio. Euro sowie eine Verbindlichkeit in Höhe von 72,4 Mio. Euro aufgrund der Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden auf Basis der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien ließen die kurzfristigen Verbindlichkeiten ansteigen.

Wertanalyse 2013/14 2012/131) Veränderung in
%
ROE % –9,5 5,0 –14,5
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 2.856,0 3.122,5 –8,5
WACC nach Ertragsteuern2) % 6,5 6,5 0,0
Operativer ROCE (OpROCE)3) % 2,9 6,1 –3,1
Durchschnittliches Capital Employed3) Mio. EUR 4.900,5 5.046,6 –2,9
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 3) Mio. EUR 144,5 307,3 –53,0
EVA® Mio. EUR –174,1 –20,7

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,5 % und einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 3,1 % sowie mit einem Eigenkapitalanteil von 50 % berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konstant zu ermitteln, wird die Martkbewertung der Beteiliung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Wertanalyse

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken mit 6,5 % angesetzt.

Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) lag aufgrund des negativen Konzernergebnisses im Geschäftsjahr 2013/14 bei –9,5 %. Der erwirtschaftete Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) lag ebenfalls im negativen Bereich und betrug –174,1 Mio. Euro (Vorjahr: –20,7 Mio. Euro). Die operative Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) betrug im Geschäftsjahr 2013/14 2,9 % (Vorjahr: 6,1 %).

Liquiditätslage

Aufgrund des starken Cash Flows aus dem operativen Bereich konnte die EVN die Nettoverschuldung um 187,2 Mio. Euro bzw. 10,3 % auf 1.622,4 Mio. Euro reduzieren. Durch das ebenfalls gesunkene Eigenkapital erhöhte sich die Gearing Ratio von 58,8 % auf 61,6 %. Zur Sicherung der finanziellen Flexibilität verfügt die EVN über eine syndizierte und zusätzlich über bilaterale Kreditlinien, die per 30. September 2014 nicht gezogen waren und somit vollumfänglich zur Verfügung standen. Die syndizierte Kreditlinie wurde im Juli 2014 vorzeitig erneuert, wobei der Betrag auf Wunsch der EVN von 500 Mio. Euro auf 400 Mio. Euro reduziert und so an den Finanzierungsbedarf angepasst wurde. Gleichzeitig wurde die Laufzeit auf fünf Jahre mit zwei einjährigen Verlängerungsoptionen ausgedehnt. Zwei der bestehenden bilateralen Kreditlinien wurden im Lauf des Geschäftsjahres 2013/14 vorzeitig verlängert. Die Restlaufzeiten der mit sechs Banken abgeschlossenen bilateralen Kreditlinien im Gesamtausmaß von 175 Mio. Euro betragen zwischen zwei und fünf Jahren. Die Liquiditätssituation kann auf Basis dieser Reserven als stabil beurteilt werden.

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss ab Seite 193 abgebildet.

Geldflussrechnung

Die im 3. und 4. Quartal 2013/14 durchgeführten Wertminderungen in Südosteuropa, im Umweltgeschäft in Moskau, auf den Beteiligungsansatz der Verbund Innkraftwerke GmbH sowie von Erzeugungskapazitäten in Österreich führten zu einem verringerten Ergebnis vor Ertragsteuern, das Ausgangspunkt der Geldflussrechnung ist. Der Großteil dieser Maßnahmen war nicht zahlungswirksam, wodurch eine Bereinigung der einzelnen Maßnahmen entsprechend der bilanziellen Abbildung entweder im Cash Flow aus dem Ergebnis oder im Cash Flow aus dem operativen Bereich erfolgte. Dadurch bedingt sank im Geschäftsjahr 2013/14 der Cash Flow aus dem Ergebnis um 199,7 Mio. Euro bzw. 37,2 % auf 337,4 Mio. Euro; der Cash Flow aus dem operativen Bereich ging um 24,0 Mio. Euro bzw. 4,2 % auf 546,0 Mio. Euro zurück. Im Working Capital waren ein stichtagsbedingter Anstieg der Lieferantenverbindlichkeiten und der Rückstellungen sowie der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten zu verzeichnen.

Nettoverschuldung 30.09.2014
Mio. EUR
30.09.20131)
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
in %
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.747,7 1.805,7 –58,1 –3,2
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten2) 173,8 373,7 –199,9 –53,5
Fonds der liquiden Mittel –197,2 –229,5 32,3 14,1
Kurzfristige Wertpapiere –0,8 –43,9 43,1 98,2
Langfristige Wertpapiere –62,1 –57,1 –5,0 –8,7
Ausleihungen –38,9 –39,2 0,3 0,7
Nettoverschuldung 1.622,4 1.809,6 –187,2 –10,3
Eigenkapital 2.632,7 3.079,2 –446,5 –14,5
Gearing (%) 61,6 58,8 2,9

2) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich belief sich auf –243,3 Mio. Euro. Die Ausgaben waren damit um 115,8 Mio. Euro bzw. 32,2 % niedriger als im Vorjahr. Die Veränderung zur Vergleichsperiode ergab sich vor allem aus dem Verkauf von Cashfonds und der Umschichtung langfristiger Veranlagungen im Pensionsrückdeckungsdepot in den kurzfristigen Bereich.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 –335,0 Mio. Euro (Vorjahr: –113,8 Mio. Euro) und war wesentlich durch planmäßige Tilgungen von Anleihen beeinflusst.

Aus den genannten Entwicklungen ergab sich ein Gesamt-Cash Flow von –32,3 Mio. Euro (Vorjahr: 97,2 Mio. Euro), auf dessen Basis sich die liquiden Mittel auf 197,2 Mio. Euro per 30. September 2014 reduzierten.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen stiegen im Geschäftsjahr 2013/14 um 23,5 Mio. Euro bzw. 6,3 % auf 396,3 Mio. Euro an. Im Mittelpunkt stand die Versorgungssicherheit. In die Strom- und Gasnetze in Niederösterreich wurden 135,4 Mio. Euro bzw. 38,6 Mio. Euro investiert. Im Bereich der Stromnetze ist der Ausbau

Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung 2013/14
Mio. EUR
2012/131)
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
in %
Ergebnis vor Ertragsteuern –373,3 170,7 –544,0
Unbare Ergebniskomponenten 710,8 366,5 344,3 48,4
Cash Flow aus dem Ergebnis 337,4 537,1 –199,7 –37,2
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 228,2 61,1 167,1
Zahlungen für Ertragsteuern –19,6 –28,3 8,7 30,7
Cash Flow aus dem operativen Bereich 546,0 570,0 –24,0 –4,2
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
inkl. Baukosten- und Investitionszuschüsse
–300,5 –289,5 –11,0 –3,8
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen
Vermögenswerten
14,1 –29,2 43,2
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren 43,1 –40,3 83,4
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –243,3 –359,1 115,8 32,2
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –335,0 –113,8 –221,2
Cash Flow gesamt –32,3 97,2 –129,5
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 229,5 132,3 97,2 73,4
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 197,2 229,5 –32,3 –14,1

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2013/14 2012/131) Veränderung
Investitionsschwerpunkte der EVN2) Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in %
Erzeugung 84,1 68,7 15,4 22,4
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 36,1 22,8 13,4 58,6
davon kalorische Kraftwerke 47,6 45,0 2,5 5,6
davon erneuerbare Energie in Südosteuropa 0,0 0,1 –0,1 –80,5
Energiehandel und -vertrieb 32,3 30,0 2,3 7,6
davon Wärmeanlagen 30,7 29,1 1,6 5,4
Netzinfrastruktur Inland 186,8 176,4 10,4 5,9
davon Stromnetz 135,4 99,5 35,9 36,1
davon Gasnetz 38,6 65,1 –26,5 –40,7
davon Kabel-TV und Telekommunikation 11,8 9,9 1,9 19,1
Energieversorgung Südosteuropa 77,5 82,4 –5,0 –6,0
Umwelt 13,3 11,9 1,4 11,5
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 1,9 5,2 –3,3 –63,1
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze,
Abwasserentsorgung 9,4 5,3 4,2 78,6
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 2,5 3,5 –1,0 –29,8
Summe 396,3 372,9 23,5 6,3

2) Nach Konsolidierung

der 110 kV-Leitungen und im Bereich des Gasnetzes sind die Investitionen im Zusammenhang mit der Fertigstellung der Erdgastransportleitung "Westschiene" hervorzuheben.

In der Erzeugung lag ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich. Die Fertigstellung des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum verursachte den Großteil der im Bereich der kalorischen Kraftwerke dargestellten Investitionen.

Im Segment "Energiehandel und -vertrieb" lagen die Investitionen, die hauptsächlich den Ausbau des Fernwärmeleitungsnetzes und den Bau der Biomasseheizwerke betrafen, leicht über dem Vorjahresniveau.

In Südosteuropa wurde im Vergleich zum Vorjahr weniger investiert. Der Rückgang stammt vor allem aus Bulgarien. In Kroatien wurde der Ausbau der Erdgasversorgung entlang der dalmatinischen Küste fortgesetzt.

Im Segment "Umwelt" lag der Fokus vor allem auf der Wasserversorgung in Niederösterreich und der Abwasserentsorgung.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die obenstehende Tabelle.

Struktur der Investitionen

in %, Gesamtsummen in Mio. EUR

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Nichtfinanzielle Kennzahlen

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie und tragen damit wesentlich zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts der EVN bei.

EVN als verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Im Geschäftsjahr 2013/14 waren durchschnittlich 7.314 Mitarbeiter bei der EVN beschäftigt. Der Frauenanteil betrug in der Berichtsperiode 21,4 %. Seit dem Geschäftsjahr 2010/11 besteht in der EVN das Programm "Frauen@EVN". Es strebt insbesondere die Verbesserung jener Rahmenbedingungen an, die Frauen traditionell stärker nachteilig betreffen als Männer. Ziele sind dabei die Gewährleistung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern und die Erhöhung des Frauenanteils in der EVN.

Die EVN ist sich des hohen strategischen Werts ihrer qualifizierten Mitarbeiter bewusst. Die Absicherung und Erweiterung ihres hohen Kompetenzniveaus bildet deshalb einen Schwerpunkt im Personalmanagement. Dabei werden die Aus- und Weiterbildungsangebote in Österreich, Bulgarien und Mazedonien durch die EVN Akademie organisiert. Bei einem Gesamtaufwand von 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2013/14 pro Mitarbeiter 310,4 Euro (Vorjahr: 314,8 Euro) in Weiterbildungsmaßnahmen investiert. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen gewidmete Zeitaufwand hat sich von jährlich 31,3 Stunden pro Mitarbeiter auf 34,9 Stunden erhöht.

Versorgungssicherheit, Umwelt und Ressourcenschonung, nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Ein flexibler Erzeugungsmix ist für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit und ebenso für die Zukunftsfähigkeit der EVN von entscheidender Bedeutung. Deshalb stellt der weitere Ausbau der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen einen zentralen strategischen Schwerpunkt dar. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Wind- und Wasserkraft, aber auch auf Biomasse und Photovoltaik. Im Geschäftsjahr 2013/14 stammten bereits 42,5 % der Gesamtstromproduktion der EVN aus erneuerbaren Quellen. Die EVN verfolgt das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung nachhaltig auf 50 % zu steigern. Im Heimmarkt Niederösterreich werden dazu vor allem die Windkraftanlagen ausgebaut, um die Erzeugungskapazität hier von derzeit 213 MW mittelfristig auf rund 300 MW zu erhöhen. Neben der ökologischen Verantwortung trägt die EVN auch ökonomische Verantwortung. Deshalb strebt sie zur Erreichung einer soliden Eigenerzeugungsquote an, 30 % des konzernweiten Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. aus Strombezugsrechten abdecken zu können.

Die EVN engagiert sich in zahlreichen Innovations-, Entwicklungsund Forschungsprojekten für eine effiziente, intelligente und umweltfreundliche Energiezukunft. Das diesbezügliche Projektportfolio wird durch die aktuellen und zukünftigen Anforderungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette im Kerngeschäft Energie und Umwelt bestimmt. Die Ziele der Innovations-, Entwicklungsund Forschungsaktivitäten leiten sich aus der Konzernstrategie ab und werden an ihrem Nutzen für die Schonung von Umwelt und Ressourcen, die Versorgungssicherheit und nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit der EVN gemessen. Die EVN organisiert ihre Forschungsaufgaben durch eine Kombination von Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen. Forschungsprojekte finden – dort, wo es sinnvoll ist – in Kooperation unterschiedlicher Konzernbereiche sowie in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Industrie statt. Da der Schwerpunkt der EVN in der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung liegt, ergänzen sich die Kompetenzen mit den auf Grundlagenforschung ausgerichteten Profilen der wissenschaftlichen Kooperationspartner. Der Erfahrungsaustausch in nationalen und internationalen Projekten trägt nicht nur zum Erfolg von Projekten der EVN bei, sondern versorgt auch Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen mit aktuellen Forschungsthemen und leistet zudem einen Beitrag zur qualifizierten und praxisnahen Ausbildung von Studenten.

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden 1,24 Mio. Euro (davon 13,4 % über Förderungen) für Innovations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Themengebiet der Netzintegration erneuerbarer Energieträger. So wurden Projekte zu innovativen Energiespeichern (Power-to-Gas, Batteriespeicher) sowie dezentraler Erzeugung (Photovoltaik, Kleinwindkraft) und Smart Grids initiiert und umgesetzt. Darüber hinaus wurde in der Berichtsperiode unter Führung der EVN die E-Mobilität-Modellregion Niederösterreich mit zahlreichen Angeboten für Endkunden weitergeführt. Im Bereich der konventionellen Erzeugung lag der Schwerpunkt neben der kontinuierlichen Optimierung und Flexibilisierung der bestehenden Kraftwerke im Bereich der CO2-Abscheidung. Das dabei gewonnene reine CO2 soll mithilfe von biotechnologischen Methoden in einen biologisch abbaubaren Kunststoff umgewandelt werden. Im Geschäftsbereich Umwelt lagen die Schwerpunkte auf der Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Abwasseranlagen, der weiteren Optimierung des Energiebedarfs für neu zu errichtende Abwasseranlagen, der Fortsetzung der Entwicklung im Bereich Kleinklärschlammverbrennung und der Untersuchung der hier anfallenden Rückstände auf ihre Eignung für weiterführende Aufbereitungsschritte.

Risikomanagement

Risikodefinition

Die EVN definiert Risiko als die Gefahr einer negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash Flow-Potenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikomanagement erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation der EVN. Die Erfassung und das Management von Nachhaltigkeits- und Compliance-relevanten Risiken erfolgt im Einklang mit dem zentralen Risikomanagementprozess durch darauf spezialisierte Organisationseinheiten bzw. Prozesse.

Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung bzw. Überarbeitung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risikopositionen
  • Bewertung und Analyse: Qualitative und quantitative Be wertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen
  • Berichterstattung: Übermittlung der Risikoberichte an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand der EVN, Diskus sion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsaus schuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleitung von weiteren Risikosteuerungsmaßnahmen
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisa torischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagementprozesses betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses

Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Revision, Generalsekretariat und Corporate Affairs und Controlling sowie dem zentralen Risikomanagement. Die Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikomanagements sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikosteuerung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus dem Vorstand, den Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition der EVN zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

GRI-Indikator: Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Prüfung des Risikomanagements hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Risiken (G4-46)

Risikoprofil

Neben den branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten ist das Risikoprofil der EVN vor allem durch politische, rechtliche und regulatorische Herausforderungen und Veränderungen im Wettbewerbsumfeld geprägt. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Risikoinventur, deren Ergebnisse im Bedarfsfall um Ad-hoc-Risikomeldungen aktualisiert werden, erfolgt eine Kategorisierung in Markt- und Wettbewerbs-, Finanz-, Betriebs-, Umfeld-, Strategieund Planungs- sowie sonstige Risiken, auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Energiehandel und -vertrieb

Nachfragerückgänge aufgrund von witterungs- bzw. klimawandelbedingten, wirtschaftlichen, politischen und technologischen Einflüssen sowie reputations- bzw. wettbewerbsbedingte Kundenund Absatzmengenverluste können negative Auswirkungen auf die Umsatzerlöse der EVN haben. Zudem können steigende bzw. volatilere Marktpreise und sinkende Margen die energiewirtschaftlichen Deckungsbeiträge der EVN negativ beeinflussen. Es besteht die Gefahr, dass sich Umsatzrückgänge insbesondere aufgrund von Witterungseffekten, Energieeffizienzmaßnahmen oder Veränderungen von Kundenverhalten und Wechselraten fortsetzen.

GRI-Indikator: Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen für die Aktivitäten der Organisation (EC2)

Erzeugung/Aufbringung

Eine erhöhte dezentrale und nicht regelbare Produktion sowie Schwankungen bei Windaufkommen, Wasserführung, Sonnenstunden und Witterungsverhältnissen können sich nachteilig auf das Ergebnis im Erzeugungsbereich auswirken (Preis- und Mengeneffekte). Da die Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen maßgeblich von Strom- und Primärenergiepreisen sowie deren jeweiligen Wirkungsgraden abhängig ist, können nachteilige Entwicklungen einen Wertberichtigungsbedarf auslösen. Darüber hinaus könnte die Bildung bzw. Nachdotierung von Rückstellungen für Belastungen aus langfristigen (Bezugs-)Verträgen erforderlich werden. Trotz der bereits im Geschäftsjahr 2013/14 vorgenommenen Wertminderungen bestehen derartige Risiken aufgrund des nach wie vor schwierigen Marktumfeldes für Erzeugungsanlagen.

Umwelt

Im Umweltgeschäft sieht die EVN Risiken in möglichen Nachfrage-, Mengen- und Kostenschwankungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Aufgrund von Marktsättigung oder Nichtberücksichtigung in Ausschreibungsverfahren kann das Projektvolumen im Umweltbereich zurückgehen.

Die EVN ist zudem Projektabwicklungs- und Lieferantenrisiken wie dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen ausgesetzt.

Finanzrisiken

Im Rahmen des Managements von Kredit- bzw. Forderungsausfallrisiken unterscheidet die EVN zwischen Forderungen gegenüber Endkunden und Forderungen im Finanz- und Energiehandelsbereich sowie bei Großprojekten/-anlagen.

Im Endkundenbereich dienen insbesondere ein effizientes Forderungsmanagement, die Beurteilung der Kundenbonität auf Basis von Ratings und Erfahrungswerten sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken. Dennoch können die Energieerträge durch mangelnde Kaufkraft bzw. Zahlungsmoral der Kunden belastet werden.

Den Kreditrisiken wird insbesondere im Treasury- und Energiehandelsbereich sowie im Projekt- und Beschaffungsmanagement mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen, Absicherungsinstrumenten wie Bankgarantien sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet.

Die Wertberichtigung von Forderungen kann das Ergebnis der EVN maßgeblich negativ beeinflussen. Dies gilt auch für (außerplanmäßige) Abschreibungen bzw. Impairments von Vermögensgegenständen wie Beteiligungen und Firmenwerten.

Da die EVN unter anderem mit der Verbund AG, der Rohöl-Aufsuchungs AG, der Energie Burgenland AG und der EconGas GmbH kerngeschäftsnahe Beteiligungen hält, besteht aufgrund des energiepolitischen Umfelds erhöhte Gefahr, dass eine nachteilige Ergebnis- und Eigenkapitalentwicklung der Beteiligungsunternehmen auch wesentliche Auswirkungen auf die EVN hat. Darüber hinaus kann es zum Eintritt von Eventualverbindlichkeiten kommen.

Dem Liquiditäts- und (Re-)Finanzierungsrisiko wird durch regelmäßige Liquiditätsanalysen, eine langfristige und zentral gesteuerte Finanzplanung, die Diversifikation der Mittelaufbringung sowie die Absicherung des benötigten Finanzmittelbedarfs vorgebeugt. Zudem ist die EVN Risiken bei der Finanzierung aufgrund möglicher Ratingveränderungen sowie Vertragsrisiken aus Finanzierungsverträgen ausgesetzt.

Zinsänderungs-, Fremdwährungs- und Marktpreisrisiken werden mit einer umfassenden Treasury-Strategie, die unter anderem auch tägliche Risikoanalysen und den Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten umfasst, gemanagt.

Betriebsrisiken

Insbesondere im Energiegeschäft können operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen und -störungen sowie IT- und sicherheitstechnische Probleme auftreten, wodurch es zu Versorgungsunterbrechungen kommen kann. Auch im Umweltgeschäft besteht das Risiko von Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen.

Wesentliche Prozesse des Energie- und Umweltgeschäfts sind gefahrenbehaftet, wodurch die EVN einem Haftungs- und Reputationsrisiko ausgesetzt ist.

Umfeldrisiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie veränderte Rahmenbedingungen im Bereich der Energie- und Umweltgesetzgebung sind wesentliche Treiber politischer und rechtlicher Risiken. So können beispielsweise Änderungen des Förderregimes oder das Ausbleiben von zugesagten bzw. erwarteten Förderungen die künftige Vermögens-, Finanzund Ertragslage negativ beeinflussen.

Die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten, in denen die EVN tätig ist, potenziell rechtswidrige bzw. fehlerhafte Rechtssetzungs- und Regulierungsmaßnahmen sowie wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen stellen Risiken dar, denen in Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen, so etwa der Weltbank in Washington (laufendes Investitionsschutzverfahren gegen die Republik Bulgarien), begegnet wird.

Es besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen nicht erteilt, entzogen oder nicht verlängert werden. Konkret ist hier das eingeleitete Lizenzentzugsverfahren der bulgarischen Regulierungsbehörde für den Strombereich gegen die EVN Stromvertriebsgesellschaft in Bulgarien (EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD) zu nennen.

Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen bzw. potenziellen regulatorischen, Gerichts-, Schiedsgerichts- und Investitionsschutzverfahren bzw. aufsichtsrechtlichen Prüfungen (insbesondere betreffend Kraftwerksprojekte wie Duisburg-Walsum sowie Auslandsbeteiligungen und -geschäftsbetriebe).

Vertragsrisiken können unter anderem aus dem Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn resultieren.

Gesamtrisikoprofil

Neben den Ungewissheiten im Zusammenhang mit Geschäftsfeldern und -betrieben außerhalb von Österreich ist die EVN auch im Heimmarkt Niederösterreich mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld konfrontiert, weshalb die bereits eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen konsequent fortgeführt werden.

Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur wurden keine Risiken für die Zukunft identifiziert, die den Fortbestand der EVN gefährden könnten.

GRI-Indikator: Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen (G4-2)

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Volatile bzw. vom Plan abweichende Bezugs- und Absatzpreise (insbesondere für Energieträger)

• Fixpreisvereinbarungen, auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungsstrategie, Absicherungsgeschäfte

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb und -produktion: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge

• Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, auf Kundenbedürfnisse abgestimmte Produktpalette (u. a. diverse Float- und Garant-Tarife)

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator

• Interessenvertretung, angemessene Dokumentation und Leistungsverrechnung

Mengenrisiko

Sinkende Nachfrage nach Produkten bzw. Leistungen der EVN; Rückgang der Eigenerzeugungsmenge

Lieferantenrisiko

Überschreitung der geplanten Projektkosten; Verzögerungen bei der Ausführung vertraglich zugesagter Leistungen

• Partnerschaften, möglichst weitgehende vertragliche Absicherung, externe Expertisen

Finanzrisiken1)

Fremdwährungsrisiken

Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverluste) und Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme Finanzierung von Konzerngesellschaften

• Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente

Liquiditäts- und Finanzierungsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten; Risiko, erforderliche Liquidität/Finanzmittel bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können

• Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien)

Kursänderungsrisiken

Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen (z. B. Fonds) und börsenotierten, strategischen Beteiligungen (z. B. Verbund AG, Burgenland Holding AG)

• Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher Value-at-Risk-Ermittlung

Counterparty-/Kreditrisiken

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

• Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

  • Vertretung im Aufsichtsrat bzw.in Gesellschafter-/Risikoaus-
  • schüssen der jeweiligen Beteiligungsgesellschaft Ratingveränderung
  • Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten
  • Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

  • Veränderungen der Marktzinsen, steigender Zinsaufwand
  • Einsatz von Absicherungsinstrumenten
  • Wertminderungs-/Impairmentrisiken

Wertberichtigung von Forderungen, Wertminderung von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. sonstigen Vermögenswerten

Inflations-/Deflationsrisiko

Risiko des Schlagendwerdens von Eventualverbindlichkeiten (Garantien)

1) Zum Einsatz von Finanzinstrumenten siehe Anhang Erläuterungen

  1. Risikomanagement, Seite 204 und 64. Finanzinstrumente, Seite 208.

Betriebsrisiken

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

• Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen/Netzausfall (Eigen- und Fremdanlagen), Unfälle Versorgungsunterbrechung, Gefährdung von Leib und Leben bzw. Infrastruktur durch Explosionen/Unfälle

  • Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau und Instandhaltung der Netzkapazitäten
  • IT-/Sicherheitsrisiken (inkl. Cyber Security)
  • Stringente (IKT-)System- und Risikoüberwachung, u. a. durch Backup-Systeme, technische Wartung, externe Prüfung, Arbeitssicherheitsmaßnahmen, Krisenübungen

Mitarbeiterrisiken

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste bzw. unbewusste Fehldarstellung von Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten

• Attraktives Arbeitsumfeld, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle, Schulungen, Konzerntage, internes Kontrollsystem (IKS)

Umfeldrisiken

Gesetzgebungs-, regulatorische und politische Risiken Veränderung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen Umfelds (z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen, Marktliberalisierung in Südosteuropa)

• Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

• Vertretung in lokalen, regionalen, nationalen und EU-weiten Interessenvertretungen, Rechtsberatung

Soziales und gesamtwirtschaftliches Umfeld Konjunkturelle Entwicklungen, Schulden-/Finanzkrise, stagnierende

oder rückläufige Kaufkraft, steigende Arbeitslosigkeit Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

• Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Strategie- und Planungsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien; Investitionen in die "falschen" Technologien

• Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten, eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte, ständige Anpassung an den Stand der Technik

Planungsrisiko

Modellrisiko, Treffen von falschen bzw. unvollständigen Annahmen, Opportunitätsverluste

• Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip

Organisatorische Risiken

Ineffiziente bzw. ineffektive Abläufe, Schnittstellen;

  • Doppelgleisigkeiten
  • Prozessmanagement, Dokumentation, internes Kontrollsystem (IKS)

Abweichende Eigentümerstrategien bei nicht beherrschten Gesellschaften

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung, Non-Compliance Weitergabe vertraulicher interner Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption

• Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Tochterunternehmen in Südosteuropa, Verhaltenskodex, Compliance-Organisation

Projektrisiko

  • Z. B. Projektbudgetüberschreitungen beim Aufbau neuer Kapazitäten
  • Vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter Co-Investment-Risiko

Risiken im Zusammenhang mit der Durchführung von

Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen

• Vertragliche Absicherung, effizientes Projektmanagement Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Erdgasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

• Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte

Imagerisiko

• Transparente und proaktive Kommunikation, durchgehend hohe ethische Standards in allen Geschäftsbereichen

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ein IKS entwickelt und implementiert. Das IKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht, und die Ergebnisse daraus werden dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das IKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Die Beschreibung der wesentlichen Merkmale besteht aus den fünf zusammenhängenden Komponenten Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für alle Mitarbeiter des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf www.evn.at/verhaltenskodex in deutscher und unter www.evn.at/code-of-conduct in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen der EVN. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeiter erstellt.

Im Zuge der Einführung des IKS wurden im kaufmännischen Bereich jene Prozesse definiert, die für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, die ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen diese Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen – das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen – zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen sowohl automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird mit dem ERP-Softwaresystem SAP, Modul FI (Finanz-/Rechnungswesen) geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt mit der Software Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeiter bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das IKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden im Sinn der kontinuierlichen Weiterentwicklung des IKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht zweimal jährlich eine IKS-Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat, die als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des IKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des IKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch den IKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem IKS-Komitee auf Basis der Informationen der IKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

GRI-Indikator: Häufigkeit der Überprüfung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen, Risiken, Chancen durch das höchste Kontrollorgan (G4-47)

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden zudem die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitern der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die Interne Revision der EVN führt regelmäßig Prüfungen des IKS durch, deren Feststellungen ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontrollsystems Berücksichtigung finden.

Aktienstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 Unternehmensgesetzbuch

    1. Per 30. September 2014 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Aufgrund einer Bestimmung des Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2011, die vorschreibt, dass börsenotierte Unternehmen zwar weiterhin Inhaberaktien ausgeben dürfen, diese jedoch in einer (gegebenenfalls in mehreren) Sammelurkunde(n) verbrieft werden müssen, wurden zwischen März und Juni 2013 einzelverbriefte Aktienurkunden (effektive Stücke) in Heim- oder in Streifbanddepotverwahrung eingezogen und durch eine bei der Österreichischen Kontrollbank hinterlegte Sammelurkunde ersetzt. Aktien, die nicht binnen der Frist, die am 10. Juni 2013 endete, umgetauscht wurden, wurden für kraftlos erklärt. Die Kraftloserklärung resultiert in dem Verlust der Wertpapiereigenschaft der für kraftlos erklärten Aktien und in einem temporären Aussetzen des Rechts auf Dividendenauszahlung und auf Teilnahme an der Hauptversammlung – so lange, bis der Aktionär die effektiven Stücke unter Bekanntgabe eines Wertpapierdepots eingereicht hat. Ansonsten bleibt die Aktionärseigenschaft unberührt. Form und Inhalt der Aktienurkunden setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Es existiert nur eine Aktiengattung. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
    1. Es gibt keine über die Bestimmungen des Aktiengesetzes hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
    1. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Der zweitgrößte Aktionär der EVN AG, der EnBW Trust e.V., Karlsruhe, Deutschland, hat am 20. Dezember 2013 gemäß § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass ihm die 58.406.180 Stück Aktien der Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, an der EVN AG treuhändig übertragen wurden und er somit die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG nicht jedoch die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG überschritten hat.

Per 30. September 2014 verfügt die EVN AG über 1.939.992 eigene Aktien, die in Summe 1,08 % des Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen (Vorjahr: 1.843.612 Stück bzw. 1,02 % des Grundkapitals). Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien erfolgte unter Bezugnahme auf die in der 79., in der 83. und in der 85. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008, 19. Jänner 2012 und 16. Jänner 2014 genehmigten Aktienrückkaufprogramme. Auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 85. ordentlichen Hauptversammlung hat der Vorstand der EVN AG am 16. Jänner 2014 beschlossen, bis zu 1.000.000 Stück eigene Aktien, dies entspricht bis zu 0,56 % des Grundkapitals, über die Wiener Börse rückzukaufen. Dieses Rückkaufprogramm wurde am 30. September 2014 bis voraussichtlich zum 30. Juni 2015 mit dem Ziel, weitere bis zu 1.000.000 Stück eigener Aktien rückzukaufen, verlängert. Dieser Rückkauf erfolgt mit dem Hauptzweck der Verbesserung von Angebot und Nachfrage für die EVN Aktie an der Wiener Börse. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Erwerbszweck ausgeschlossen. Am 17. Juni 2014 hat der Vorstand der EVN AG beschlossen, maximal 173.000 Stück eigene Aktien (maximal 0,095 % des Grundkapitals) umzuwidmen, um diese an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter verbundener Unternehmen anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Am 5. August 2014 wurden insgesamt 67.620 Stück Aktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Mitarbeiter außerbörslich übertragen. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz. Bei der EVN AG besteht derzeit kein Aktienoptionsprogramm.

    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus zwei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften aufgrund der Eigentumsverhältnisse insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.
    1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Abs. 1 Z. 7 UGB.
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2014/15

Die Verwerfungen auf den europäischen Energiemärkten dauern an. Die Großhandelspreise für Strom sind tief, wodurch die Erzeugung wesentlich betroffen ist; speziell thermische Kraftwerke aber auch neue Pumpspeicherkraftwerke können ihre Vollkosten aktuell nicht erwirtschaften.

Das integrierte Geschäftsmodell der EVN diversifiziert die Ergebnisbeiträge der Geschäftsbereiche und trägt so zu einer stabilen operativen Entwicklung bei. Die stabilen Komponenten des Geschäftsmodells sind im derzeitigen Umfeld das regulierte Netzgeschäft im Inland, die Wasserversorgung, die Wärmeerzeugung und -versorgung aus Biomasse, die thermische Müllverwertung sowie die Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen.

Im Energievertrieb in Niederösterreich hat die EVN Vertriebsgesellschaft per 1. Oktober 2014 die Energiepreise für Strom im Rahmen der EnergieAllianz um durchschnittlich 10 % gesenkt.

Der Fokus auf die stabilen und regulierten Geschäftsbereiche soll durch eine begleitende Investitionspolitik verstärkt werden, die Schwerpunkte in der Netzinfrastruktur, im Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien und in der Trinkwasserversorgung setzt. In den kommenden vier Jahren soll insgesamt 1 Mrd. Euro in diesen Bereichen in Niederösterreich investiert werden.

Durch die Investitionen in die Netzinfrastruktur soll die Versorgungssicherheit für die Konsumenten sowie die Gewerbe- und Industriebetriebe im Netzgebiet der EVN gewährleistet werden. Der derzeitige hohe Standard wird so auch für die Zukunft sichergestellt. Durch die Investitionen in die Erzeugung aus erneuerbaren Energien wird der Erzeugungsmix zu einem ausgewogenen Verhältnis hin entwickelt. Der sorgsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen unter Nachhaltigkeitsaspekten ist auch in der Zukunft ein wesentliches Anliegen der EVN. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Trinkwasserversorgung in Niederösterreich sollen durch die Investitionen im Rahmen der Erneuerung von Leitungsnetzen, von Naturfilteranlagen und der Erschließung von Brunnenfeldern langfristig sichergestellt werden.

In Bulgarien und Mazedonien machten die Tarifentscheidungen vom Juli 2014 Wertminderungen notwendig. Die EVN strebt die Erzielung weiterer Effizienzsteigerungen in diesen Märkten an; im speziellen sollen die Netzverluste weiter reduziert werden. Die Tariferhöhungen in Bulgarien am 1. Oktober 2014 können die früheren Senkungen nur teilweise kompensieren. Das eingeleitete Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) wird weiter verfolgt und soll bewirken, dass Nachteile aus früheren Tarifentscheidungen kompensiert werden.

Im Umweltgeschäft mussten im abgelaufenen Geschäftsjahr die Leasingforderungen im Zusammenhang mit dem Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wertberichtigt werden. Für die Natriumhypochloritanlage in Moskau konnte nach dem Bilanzstichtag ein positiver Abschluss der Verhandlungen erzielt werden. Die Stadt Moskau hat die Anteile an der russischen Projektgesellschaft um einen Kaufpreis von 250 Mio. Euro erworben. Die Realisierung neuer Umweltprojekte wird auf selektiver Basis angestrebt.

In Summe wird die EVN auch in den kommenden Jahren ihren Konsolidierungskurs fortsetzen. Der Fokus liegt auf den bestehenden Geschäftsbereichen. Durch laufende Effizienzsteigerungen sollen die Ergebnisse abgesichert werden. Unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2014/15 wieder über dem Niveau des Jahres 2012/13 erwartet. Die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklungen in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie der Fortgang der Aktivitäten in Moskau sind geeignet, das Konzernergebnis wesentlich zu beeinflussen.

Maria Enzersdorf, am 18. November 2014

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Segmentberichterstattung

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, über den Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Erdgas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten
sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Stromerzeu
gung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien,
Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, der Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige
Geschäftsaktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

1) Außenumsatz

1) Die Summe der Einzelsegmente entspricht nicht der Summe des Konzern-EBIT (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Veränderung
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh 2013/14 2012/131) absolut in %
Stromerzeugung 4.395 3.701 694 18,7
Erneuerbare Energie 1.868 1.954 –86 –4,4
Wärmekraftwerke 2.527 1.747 780 44,7
Netzabsatz
Strom 20.908 20.916 –8 0,0
Erdgas2) 14.143 15.239 –1.096 –7,2
Energieverkauf an Endkunden
Strom 19.317 20.209 –891 –4,4
davon Mittel- und Westeuropa3) 6.787 7.188 –401 –5,6
davon Südosteuropa 12.530 13.020 –490 –3,8
Erdgas 5.383 6.333 –950 –15,0
Wärme 1.991 2.062 –71 –3,4
davon Mittel- und Westeuropa2) 1.806 1.857 –51 –2,8
davon Südosteuropa 185 205 –20 –9,6

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

3) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Erzeugung

Das Segment "Erzeugung" umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbaren Energiequellen in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich und Bulgarien.

Die Außenumsätze des Segments resultieren vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbarer Energie aus Windkraft. Für den konzerninternen Umsatz wird für die Stromerzeugung (im Wesentlichen für Wasserkraftwerke sowie nicht mehr im Förderregime stehende Windkraftanlagen) der Strommarktpreis abgebildet. Für die thermische Erzeugung der Kraftwerke Dürnrohr, Korneuburg und Theiß sowie für die Speicherkraftwerke wird der Optionswert dargestellt; der Energiebezugsvertrag mit der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft erfolgt zu Vollkosten. Der Optionswert spiegelt im Wesentlichen die ermittelte Differenz zwischen den Forwardpreisen für Strom und den Brennstoffkosten wider. Darüber hinaus sind die Bereitstellung sowie der Abruf von Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum im Optionswert enthalten. Die Vermarktung des erzeugten Stroms und die Primärenergiebeschaffung werden im Segment Energiehandel und -vertrieb abgebildet.

Highlights 2013/14

  • Anstieg der Stromerzeugung um 23,2 %
  • Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum
  • Inbetriebnahme des Windparks Prellenkirchen
  • Ganzjahresbetrieb des Windparks Deutsch-Wagram
  • Wasserkraftproduktion bedingt durch geringeres Wasserdargebot gesunken
  • Bereitstellung von Reservekapazitäten im Ausmaß von 785 MW für Süddeutschland
  • Umsatzanstieg um 64,0 %
  • Wertminderungen in Österreich, Deutschland und Bulgarien belasten Ergebnis

Im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der neuen IFRS-Konsolidierungsstandards im 3. Quartal 2013/14 wurde die Abbildung der Ergebnisbeiträge aus den Verbund-Innkraftwerken, der EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG, Wien, sowie der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH als at Equity einbezogene Unternehmen mit operativem Charakter im EBIT vorgenommen sowie die bisher at Equity einbezogene Beteiligung an der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft als anteilig konsolidiertes Unternehmen abgebildet.

Entwicklung der Erzeugung

Im Geschäftsjahr 2013/14 konnte die Stromerzeugung um 700 GWh bzw. 23,2 % auf 3.720 GWh erhöht werden. Während die thermische Erzeugung in den Wärmekraftwerken um 802 GWh bzw. 57,9 % auf 2.186 GWh anstieg, lag die Erzeugung aus erneuerbarer Energie mit 1.534 GWh um 102 GWh bzw. 6,2 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Die Kraftwerke Theiß und Korneuburg standen wie schon in den beiden vorangegangenen Winterhalbjahren auch im Winter 2013/14 als Reservekapazität für den süddeutschen Raum zur Verfügung, wobei im Berichtszeitraum kein Abruf erfolgte. Die Produktion im Kohlekraftwerk Dürnrohr lag unter der Vorjahresproduktion, was zum einen an einer im 3. Quartal 2013/14 durchgeführten Revision und zum anderen an temporären Stillständen aufgrund der Marktverwerfungen lag. Die im Dezember 2013 erfolgte Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum führte zu einem deutlichen Anstieg der thermischen Produktion. Witterungsbedingt lag das Wasserdargebot unter jenem des Vorjahres, weshalb die Produktion um 9,9 % zurückging. Die Erzeugung aus Windkraftanlagen konnte insbesondere aufgrund der Inbetriebnahme der Windparks Prellenkirchen und Deutsch-Wagram mit einer Gesamterzeugungskapazität von 39 MW gesteigert werden.

In der Berichtsperiode konnten auf Konzernebene 22,7 % (Vorjahr: 18,3 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt werden; in Österreich und Deutschland lag dieser Wert bei 64,7 % (Vorjahr: 51,5 %). Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion auf Konzernebene lag bei 42,5 % (Vorjahr: 52,8 %).

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse haben sich im Geschäftsjahr 2013/14 um 73,2 Mio. Euro bzw. 64,0 % auf 187,5 Mio. Euro erhöht. Dieser Anstieg war vor allem durch die Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum begründet. Zusätzliche Erlöse ergaben sich im Geschäftsjahr 2013/14 auch im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Regelenergie bzw. von 785 MW Reservekapazitäten zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode insbesondere aufgrund gestiegener Kosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum um 36,6 Mio. Euro bzw. 46,7 % auf 115,1 Mio. Euro. Durch den Betrieb seit Dezember 2013 sind erstmals Einsatzkosten für Energieträger angefallen.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Mio. Euro, lag aber weiterhin im negativen Bereich bei

Veränderung
Kennzahlen – Erzeugung 2013/14 2012/131) absolut in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 3.720 3.021 700 23,2
davon erneuerbare Energie 1.534 1.637 –102 –6,2
davon Wärmekraftwerke 2.186 1.384 802 57,9
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 33,7 39,0 –5,3 –13,7
Innenumsatz 153,8 75,3 78,5
Gesamtumsatz 187,5 114,3 73,2 64,0
Operativer Aufwand –115,1 –78,4 –36,6 –46,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter –38,9 –45,0 6,1 13,6
EBITDA 33,6 –9,1 42,7
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –86,7 –27,9 –58,8
Operatives Ergebnis (EBIT) –53,1 –37,0 –16,1 –43,6
Finanzergebnis –25,3 –12,5 –12,8
Ergebnis vor Ertragsteuern –78,4 –49,5 –28,9 –58,3
Gesamtvermögen 1.218,2 1.139,9 78,3 6,9
Gesamtschulden 1.034,7 891,5 143,1 16,1
Investitionen2) 88,9 74,4 14,5 19,4

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

–38,9 Mio. Euro. Der negative Ergebnisbeitrag stammte vor allem aus der Verbund Innkraftwerke GmbH, für die im 4. Quartal 2013/14 eine Wertminderung des Beteiligungsansatzes vorgenommen werden musste.

Operatives Ergebnis

In Summe wurde im Berichtszeitraum ein positives EBITDA in Höhe von 33,6 Mio. Euro erwirtschaftet, welches um 42,7 Mio. Euro über jenem des Vorjahres lag. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen erhöhten sich um 58,8 Mio. Euro auf –86,7 Mio. Euro. Die laufenden Abschreibungen sind durch die Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum sowie von erneuerbaren Erzeugungsanlagen angestiegen. Zusätzlich mussten im Geschäftsjahr 2013/14 Wertminderungen für Erzeugungskapazitäten in Österreich und Bulgarien vorgenommen werden. Das EBIT betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr –53,1 Mio. Euro und verringerte sich um 16,1 Mio. Euro bzw. 43,6 % gegenüber dem Vorjahreswert.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis für das Geschäftsjahr 2013/14 belief sich auf –25,3 Mio. Euro und lag damit um 12,8 Mio. Euro unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, was mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks Duisburg-Walsum und damit verbundenen laufenden Zinsaufwendungen in Zusammenhang stand. Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug –78,4 Mio. Euro und verringerte sich um 28,9 Mio. Euro bzw. 58,3 %.

Investitionen

Das Investitionsvolumen von 88,9 Mio. Euro lag in der Berichtsperiode um 14,5 Mio. Euro bzw. 19,4 % über der Vergleichsperiode. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeiten lag im Geschäftsjahr 2013/14 auf der Fertigstellung des Kraftwerks Duisburg-Walsum und dem Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Windpark Prellenkirchen mit einer Kapazität von 24 MW eröffnet, womit die EVN insgesamt 14 Windparks betreibt. Im November 2013 erfolgte der Spatenstich für den Windpark Prottes-Ollersdorf mit einer Gesamtleistung von 37 MW, womit nach der geplanten Inbetriebnahme über 55.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden.

Ausblick

Aufgrund der niedrigen Spreads zwischen den Kosten der Primärenergie und den Stromhandelspreisen ist weiterhin von einem herausfordernden Umfeld für die thermische Erzeugung auszugehen. Darauf basierend ist der Einsatz der beiden Gaskraftwerke Korneuburg und Theiß im Zuge von Abrufen durch die deutsche Netzagentur zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum sowie für die Regelleistung eingeplant. Ausgehend von einem ganzjährigen Betrieb des Kraftwerks Duisburg-Walsum und des Windparks Prellenkirchen sowie der planmäßigen Inbetriebnahme des Windparks Prottes-Ollersdorf kann von einem Anstieg der Produktionsmengen ausgegangen werden. Daher ist im Segment Erzeugung für das Geschäftsjahr 2014/15 mit einem Ergebnis über dem Vorjahresniveau zu rechnen.

Abbildung der beiden Gesellschaften EnergieAllianz Austria GmbH und EVN Energievertrieb GmbH und Co KG von der Quotenkonsolidierung hin zu einer At-Equity-Konsolidierung angepasst; die Ergebnisbeiträge dieser beiden Gesellschaften sowie jene der EconGas, der e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, Wien, und der Fernwärmegesellschaften in St. Pölten und in Steyr werden nunmehr gesondert unter der Position "Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter" im EBIT abgebildet.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment "Energiehandel und -vertrieb" erfasst den Handel und den Verkauf von Strom und Erdgas an Endkunden vorwiegend auf dem österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Erdgas und anderen Primärenergieträgern sowie die Produktion und den Verkauf von Wärme.

Im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der neuen IFRS-Konsolidierungsstandards im 3. Quartal 2013/14 wurde die

Highlights 2013/14

  • Energieverkauf an Endkunden
  • Milder Winter 2013/14 führte zu Absatzrückgang bei Strom, Erdgas und Wärme
  • Industriekundenabsatz im Strom- und Wärmebereich kompensiert Rückgang im Haushaltssegment teilweise
  • Anstieg der Umsatzerlöse insbesondere durch Vermarktung der Produktion des Kraftwerks Duisburg-Walsum
Kennzahlen – Energiehandel und -vertrieb 2013/14 2012/131) absolut Veränderung
in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 6.787 7.188 –401 –5,6
Erdgas 5.383 6.333 –950 –15,0
Wärme 1.806 1.857 –51 –2,8
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 431,5 387,8 43,6 11,3
Innenumsatz 17,2 17,9 –0,8 –4,4
Gesamtumsatz 448,6 405,8 42,9 10,6
Operativer Aufwand –448,5 –415,5 –33,0 –8,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
55,2 38,3 16,9 44,2
EBITDA 55,3 28,6 26,7 93,5
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–16,1 –15,8 –0,3 –2,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 39,2 12,8 26,4
Finanzergebnis –3,0 –3,1 0,1 3,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 36,2 9,7 26,5
Gesamtvermögen 509,4 420,4 89,0 21,2
Gesamtschulden 409,3 332,4 76,9 23,1
Investitionen2) 32,3 30,0 2,3 7,6

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Energieabsatz an Endkunden

Der Strom-, Erdgas- und Wärmeabsatz an Endkunden sank gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hauptsächlich bedingt durch die milde Witterung im Winter 2013/14 im Versorgungsgebiet. Zusätzlich wirkten sich auch der Wegfall der Netzverlustlieferungen an das Segment Netzinfrastruktur Inland ab dem 1. Jänner 2014 sowie eine verringerte Absatzmenge der EnergieAllianz Austria in Deutschland reduzierend auf die Stromabsatzmenge aus. Während die milden Temperaturen insbesondere die Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme im Haushaltskundensegment zurückgehen ließen, konnte die Nachfrage im Industriekundensegment diese Rückgänge zum Teil wieder ausgleichen.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse stiegen in der Berichtsperiode um 42,9 Mio. Euro bzw. 10,6 % auf 448,6 Mio. Euro an. Die Vermarktung der produzierten Mengen des im Dezember 2013 in Betrieb gegangenen Kraftwerks Duisburg-Walsum war dafür hauptverantwortlich.

Operativer Aufwand

Der operative Aufwand erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 33,0 Mio. Euro bzw. 8,0 % auf 448,5 Mio. Euro. Die erstmalige Beschaffung der Stromproduktionsmenge aus dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie ein Anstieg der Rückstellungen für belastende Verträge aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion waren ausschlaggebend für diese Entwicklung.

Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter stieg um 16,9 Mio. Euro bzw. 44,2 % auf 55,2 Mio. Euro an. Wesentlich dafür war der Wegfall des negativen Ergebnisbeitrages der EconGas aus dem Vorjahr.

Operatives Ergebnis

Per Saldo lag das EBITDA mit 55,3 Mio. Euro um 26,7 Mio. Euro bzw. 93,5 % über dem Vorjahr. Bedingt durch den Ausbau des Wärmenetzes stiegen die Abschreibungen im Segment geringfügig auf 16,1 Mio. Euro an. In Summe resultierte daraus ein EBIT-Anstieg um 26,4 Mio. Euro auf 39,2 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis entwickelte sich nahezu unverändert und betrug für den Berichtszeitraum –3,0 Mio. Euro nach –3,1 Mio. Euro im Vorjahr. Somit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2013/14 ein um 26,5 Mio. Euro auf 36,2 Mio. Euro gesteigertes Ergebnis vor Ertragsteuern.

Investitionen

Das Investitionsvolumen lag in der Berichtsperiode mit 32,3 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeiten standen weiterhin der Anlagenund Netzausbau sowie die Netzverdichtung im Wärmebereich. Die EVN ist mit ihren mehr als 60 Anlagen der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Zusätzlich wurde die Photovoltaikanlage in Schönkirchen als Bürgerbeteiligungsmodell in Betrieb genommen.

Ausblick

Durch die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Duisburg-Walsum im Dezember 2013 sollte der Ganzjahreseffekt der Vermarktung der anteiligen Produktion die Stromabsatzmengen erhöhen, wobei sich die Einsatzplanung an den Großhandelsmarktentwicklungen orientieren wird. Die Absatzmenge von Strom, Erdgas und Wärme ist von den Witterungsbedingungen im Versorgungsgebiet abhängig. Die mit 1. Oktober 2014 umgesetzte Energiepreissenkung bei Strom für niederösterreichische Haushaltskunden wird einen Einfluss auf das Ergebnis aus dem Stromendkundengeschäft haben. In Summe wird ein Ergebnis für das Geschäftsjahr 2014/15 erwartet, das sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegt.

Netzinfrastruktur Inland

Neben dem Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland werden im Segment "Netzinfrastruktur Inland" auch Konzerndienstleistungen erbracht. Diese Leistungen, die vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten anfallen, werden als konzerninterne Umsätze abgebildet.

Das Beteiligungsergebnis des Segments umfasst zum einen die Ausschüttung des R-138-Fonds an die Netz Niederösterreich GmbH und zum anderen die Anteile der Netz Niederösterreich GmbH an der AGGM Austrian Gas Grid Management AG.

Highlights 2013/14

  • Stabiler Stromnetzabsatz
  • Reduzierter Gasnetzabsatz aufgrund des milden Winters
  • Gesteigerte Investitionen in die niederösterreichische Netzinfrastruktur
  • Anpassung der Netztarife per 1. Jänner 2014
  • Strom: –9,0 %
  • Erdgas: +7,7 %
Veränderung
Kennzahlen – Netzinfrastruktur Inland 2013/14 2012/131) absolut in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 7.874 7.885 –11 –0,1
Erdgas 14.131 15.232 –1.101 –7,2
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 430,9 435,8 –4,8 –1,1
Innenumsatz 53,7 61,9 –8,2 –13,2
Gesamtumsatz 484,6 497,6 –13,0 –2,6
Operativer Aufwand –297,8 –285,0 –12,8 –4,5
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter 0,0 0,0 0,0
EBITDA 186,8 212,6 –25,8 –12,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –103,6 –100,7 –2,9 –2,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 83,3 112,0 –28,7 –25,6
Finanzergebnis –19,8 –19,1 –0,7 –3,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 63,4 92,8 –29,4 –31,7
Gesamtvermögen 1.787,7 1.786,8 0,9 0,1
Gesamtschulden 1.298,2 1.266,2 32,0 2,5
Investitionen2) 186,8 176,4 10,4 5,9

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Entwicklung des Netzabsatzes

Im Zuge der Anreizregulierung werden die Netztarife im Stromund Gasbereich jeweils per 1. Jänner durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2014 wurden die Gasnetztarife um durchschnittlich 7,7 % erhöht (1. Jänner 2013: Senkung um 2,5 %) und die Stromnetztarife um durchschnittlich 9,0 % gesenkt (1. Jänner 2013: Senkung um 0,4 %). Die Stromnetzabsatzmengen im Geschäftsjahr 2013/14 beliefen sich auf 7.874 GWh und bewegten sich damit nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Während die gesteigerte Industriekundennachfrage nach Strom den temperaturbedingten Rückgang im Haushaltskundensegment ausgleichen konnte, führte die aufgrund des milden Winters zurückgegangene Nachfrage nach Erdgas im Haushaltskundensegment zu einem Rückgang des Gasnetzabsatz um 1.101 GWh bzw. 7,2 % auf 14.131 GWh.

Umsatzentwicklung

In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 484,6 Mio. Euro erwirtschaftet. Dies bedeutet einen Rückgang um 13,0 Mio. Euro bzw. 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Hauptverantwortlich dafür waren die rückläufigen Strom- und Erdgasnetzerlöse, deren Rückgang nicht durch die positive Entwicklung der Kabel-TV- und Telekommunikationserlöse sowie der sonstigen Umsatzerlöse kompensiert werden konnte. Zum einen wurde ein tarifbedingter Rückgang der Stromnetzerlöse verzeichnet; zum anderen verringerten sich die Erdgasnetzerlöse – ausgelöst durch den Nachfragerückgang aufgrund der höheren Temperaturen. Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich zur Vorperiode aufgrund eines Anstiegs der stichtagsbezogenen Abrechnung von Kundenprojekten. Die Umsatzerlöse im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich entwickelten sich in der Berichtsperiode positiv. Es konnte eine leichte Steigerung zur Vergleichsperiode von 1,1 Mio. Euro bzw. 2,0 % auf 54,1 Mio. Euro erzielt werden.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand erhöhte sich um 12,8 Mio. Euro bzw. 4,5 % auf 297,8 Mio. Euro. Ausschlaggebend dafür war im Wesentlichen der Rückgang der Bestandsveränderungen aufgrund des stichtagsbezogenen Anstiegs der Abrechnungen von Kundenprojekten. Niedrigere Bezugskosten von Fremdenergie zur Kompensation von Netzverlusten konnten diesen Effekt nur teilweise kompensieren. Per Saldo lag das EBITDA mit 186,8 Mio. Euro um 25,8 Mio. Euro bzw. 12,1 % unter dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung eines im Vorjahresvergleich aufgrund der kontinuierlichen Investitionen in die Netzinfrastruktur um 2,9 Mio. Euro bzw. 2,9 % gestiegenen Abschreibungsaufwands in Höhe von 103,6 Mio. Euro wurde ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 83,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Dies bedeutet einen Rückgang des EBIT von 28,7 Mio. Euro bzw. 25,6 %.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis liegt mit –19,8 Mio. Euro um 0,7 Mio. Euro bzw. 3,6 % unter dem Wert der Vergleichsperiode. In Summe wurde in der Berichtsperiode ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 63,4 Mio. Euro erzielt. Dies bedeutet eine Verringerung von 29,4 Mio. Euro bzw. 31,7 % gegenüber der Vergleichsperiode.

Investitionen

Im Zusammenhang mit dem Investitionsfokus der EVN auf die Versorgungssicherheit in Niederösterreich wurde das Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Mio. Euro bzw. 5,9 % auf 186,8 Mio. Euro gesteigert. Im Bereich der Stromnetze lag der Schwerpunkt der Investitionen auf dem Netzausbau zur Anbindung der im Netzgebiet ausgebauten Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Um die gestiegene eingespeiste Strommenge aus Windenergie transportieren zu können, wurde das 110-kV-Netz auch im Geschäftsjahr 2013/14 laufend erweitert. Daneben wurde in die Mittel- und Niederspannungsnetze für die Verbesserung der Einspeisung aus dezentralen Photovoltaik-Anlagen investiert. Im Bereich der Erdgasnetze wurde die 143 km lange Erdgastransportleitung "Westschiene" fertiggestellt, deren letzter Abschnitt in der Berichtsperiode mit Erdgas befüllt wurde. Somit konnte die direkte Anbindung an die Erdgasspeicher der Rohöl-Aufsuchungs AG in Oberösterreich erreicht werden.

Ausblick

Das Ergebnis im Segment Netzinfrastruktur Inland wird wesentlich durch die Netztarife sowie durch die witterungsbedingte Nachfrage nach Strom und Erdgas beeinflusst. Die per 1. Jänner 2014 angepassten Netztarife finden auch im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 ihre Anwendung. Im Bereich der Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen wird ein stabiles Ergebnis erwartet. In Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen wird für das Segment in Summe von einem stabilen Ergebnis ausgegangen.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment "Energieversorgung Südosteuropa" werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, die Produktion von Strom in Mazedonien, die Produktion und der Verkauf von Wärme in Bulgarien, der Erdgasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.

Highlights 2013/14

  • Stromtarifänderungen in Bulgarien:
  • Geringfügige Anhebung zum 1. Juli 2014
  • Gleichzeitig deutliche Erhöhung der Einstandspreise für EVN
  • Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen und bereits abgeschlossenen Perioden
  • Forderung aus Ökostrom-Mehrkosten direkt gegenüber NEK
  • Wärmetariferhöhung um 5,1 % ab 1. Juli 2014 in Bulgarien
  • Tarifentscheidungen in Mazedonien
  • Erhöhung der Endkundenpreise um 3,5 % zum 1. Juli 2014
  • Mehrkosten aus der Liberalisierung nicht berücksichtigt

Regulatorische Rahmenbedingungen

Nachdem der bulgarische Regulator per 1. August 2013 die Endkundenpreise für Strom um 4,2 % und mit Wirkung zum 1. Jänner 2014 zusätzlich die Tag- sowie die Nachttarife für Haushaltskunden um rund 1,0 % bzw. 10,0 % gesenkt hat, wurden die Endkundenpreise per 1. Juli 2014 um 0,6 % geringfügig erhöht. Diese Preisanpassung ergibt jedoch für die EVN Gesellschaften in Bulgarien keine Vorteile, da zeitgleich auch die Strombezugskosten der für den Vertrieb verantwortlichen EVN Bulgaria Electrosnabdjavane deutlich erhöht wurden sowie die zugestandene Marge von 3 % auf 2 % reduziert wurde. Im Rahmen der Tariffestsetzungen wurde festgelegt, dass Erlöse aus vorangegangenen und bereits abgeschlossenen Perioden an die Kunden zurückzuführen sind. Weiters wurde klargestellt, dass der im Vorjahr von der EVN Bulgaria Electrosnabdjavane angesetzte Anspruch aufgrund des Rechts auf Kompensation der Ökostrom-Mehrkosten direkt gegen die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK besteht, weshalb sich nunmehr auch der Anspruch gegen NEK richtet.

Nach einer Reduktion der Endkundenpreise für Wärme in Bulgarien per 1. Jänner 2013 um 5,9 % wurden diese mit dem Tarifentscheid vom 1. Juli 2014 um 5,1 % wiederum angehoben.

Das im Juni 2013 eingeleitete Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten "International Centre for the Settle-

Veränderung
Kennzahlen – Energieversorgung Südosteuropa 2013/14 2012/131) absolut in %
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 400 427 –27 –6,4
davon Wärmekraftwerke 273 292 –19 –6,6
davon erneuerbare Energie 127 135 –8 –6,1
Netzabsatz Strom2) 13.034 13.031 3 0,0
Wärmeverkauf an Endkunden 185 205 –20 –9,6
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 900,4 1.007,3 –106,9 –10,6
Innenumsatz 0,4 0,4 0,0 11,4
Gesamtumsatz 900,8 1.007,7 –106,9 –10,6
Operativer Aufwand –880,6 –890,6 10,0 1,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
0,0 0,0 0,0
EBITDA 20,2 117,1 –96,9 –82,8
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–252,9 –65,8 –187,1
Operatives Ergebnis (EBIT) –232,8 51,2 –284,0
Finanzergebnis –29,2 –27,5 –1,7 –6,2
Ergebnis vor Ertragsteuern –262,0 23,7 –285,7
Gesamtvermögen 1.251,8 1.379,4 –127,6 –9,3
Gesamtschulden 1.137,8 1.044,7 93,1 8,9
Investitionen3) 77,5 82,4 –5,0 –6,0

2) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

ment of Investment Disputes" (ICSID) wird weiterhin aktiv verfolgt. Das im März 2014 eingeleitete Verfahren zur Entziehung der Lizenz der bulgarischen Stromvertriebsgesellschaft EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD ist aus Sicht der EVN unbegründet, aber nach wie vor anhängig.

In Mazedonien wurden mit dem Tarifentscheid per 1. Juli 2014 die durchschnittlichen Endkundenpreise um 3,5 % angehoben. Der darin enthaltene und für die EVN in Mazedonien relevante Netztarif wurde dabei nur geringfügig erhöht und ist unter dem erwarteten Niveau geblieben. Mit Beginn des 3. Quartals 2013/14 wurde der nächste Liberalisierungsschritt in Mazedonien eingeleitet, wodurch alle Großunternehmen nun den Energielieferanten frei wählen können. In den nächsten Jahren wird die Liberalisierung schrittweise fortgesetzt.

In Kroatien wurde das Projekt der Erdgasverteilung und -versorgung fortgesetzt. Auf Basis europäischer Regulierungsstandards kommen seit 1. Jänner 2014 Tarife zur Anwendung, die die Situation der EVN Croatia Plin als "Greenfield-Investor" berücksichtigen.

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Der milde Winter 2013/14 führte zu rückläufigen Heizgradsummen (Bulgarien –7,6 und Mazedonien –5,7 Prozentpunkte), wodurch sich der Strom- und Wärmeabsatz gegenüber dem ebenfalls bereits milden Winter 2012/13 nochmals reduzierte.

Die Stromerzeugung der EVN Gesellschaften in Südosteuropa verringerte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012/13 um 27 GWh bzw. 6,4 % auf 400 GWh. Von der Gesamtproduktion entfielen 127 GWh auf die Erzeugung aus Wasser- und Windkraftwerken und 273 GWh auf die thermische Erzeugung. Der niederschlagarme Winter führte zu einem verringerten Wasserdargebot in der gesamten Region; zusätzlich trug auch ein technisch bedingter Produktionsstillstand in der Cogenerationanlage in Plovdiv zu diesem Produktionsrückgang bei.

Der Netzabsatz entwickelt sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres stabil und lag bei 13.034 GWh. Ein hauptsächlich temperaturbedingter rückläufiger Energieabsatz konnte durch weitere Netzverlustreduktionen in Bulgarien und Mazedonien teilweise ausgeglichen werden.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse haben sich im Geschäftsjahr 2013/14 um 106,9 Mio. Euro bzw. 10,6 % auf 900,8 Mio. Euro reduziert. Der milde Winter 2013/14, die Effekte aus den vergangenen regulatorischen Preisentscheidungen und die im Zusammenhang mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien angesetzte Verbindlichkeit aufgrund der verpflichtenden Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden waren ausschlaggebend für diese Entwicklung.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand hat sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2012/13 um 10,0 Mio. Euro bzw. 1,1 % vor allem durch den im Vorjahr enthaltenen Aufwand für die Ökostrom-Mehrkosten auf 880,6 Mio. Euro reduziert. Diese Verringerung konnte die Umsatzerlösreduktion nur geringfügig ausgleichen; dadurch ergab sich ein um 82,8 % verringertes EBITDA von 20,2 Mio. Euro. Die Abschreibungen inklusive der Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen betrugen nach 65,8 Mio. Euro im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2013/14 252,9 Mio. Euro. Dieser Anstieg war hauptsächlich auf die im 3. Quartal 2013/14 durchgeführten Wertminderungen von Firmenwerten und Kundenstöcken auf Basis der jeweiligen Tarifentscheidungen zum 1. Juli 2014 in Bulgarien und Mazedonien zurückzuführen. Auf Basis der beschriebenen Effekte war das EBIT mit –232,8 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2013/14 nach 51,2 Mio. Euro im Vorjahr negativ.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis reduzierte sich um 1,7 Mio. Euro und betrug im Geschäftsjahr 2013/14 –29,2 Mio. Euro. In Summe belief sich das Ergebnis vor Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2013/14 auf –262,0 Mio. Euro und reduzierte sich damit gegenüber dem Ergebnis des Vorjahres.

Investitionen

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa gingen die Investitionen im Geschäftsjahr 2013/14 um 5,0 Mio. Euro bzw. 6,0 % auf 77,5 Mio. Euro weiter zurück. Trotzdem lag der Hauptfokus der Investitionstätigkeiten auch weiterhin auf der Verbesserung der Versorgungssicherheit und der Netzinfrastruktur. Auch in den Ausbau der kroatischen Erdgasversorgung wurde weiter investiert.

Ausblick

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird für das Geschäftsjahr 2014/15 mit einem positiven operativen Ergebnis gerechnet. Die EVN ist bestrebt, weitere Effizienzsteigerungen zu erreichen und wird konsequent ihren Weg zur weiteren Reduktion der Netzverluste fortsetzen. In Mazedonien werden die Herausforderungen in der weiteren Umsetzung der Strommarktliberalisierung liegen. Die mit 1. Oktober 2014 in Bulgarien erhöhten Endkundenpreise für Strom von 9,7 % betreffen die EVN nur teilweise, da auch die Bezugskosten erhöht wurden. In den laufenden Verfahren in Bulgarien wird die EVN ihre Rechte vor allen zur Verfügung stehenden (Schieds-)Gerichten und Gremien bestmöglich wahren.

Umwelt

Das Segment "Umwelt" setzt sich aus den Bereichen Trinkwasserverund Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung im Inland, dem internationalen Projektgeschäft in 13 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie dem Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken in Moskau zusammen.

Die Ergebnisse des Abwasserprojekts in Kroatien werden im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der neuen IFRS-Konsolidierungsstandards im 3. Quartal 2013/14 unter der Position "Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter" im EBIT abgebildet.

Highlights 2013/14

  • Wertberichtigung der Leasingforderungen im Zusammenhang mit der Müllverbrennungsanlage Nr. 1, Moskau
  • Wertminderungen für die Schlammtrocknungsanlage sowie Anlagenteile des Blockheizkraftwerks Ljuberzy, Moskau
  • Eröffnung der Kläranlage Mia Milia/Haspolat in Zypern
  • Neue Auftragseingänge im internationalen Umweltprojektgeschäft
  • Umsatzsteigerung in der thermischen Abfallverwertung in Niederösterreich
  • Übernahme neuer Wasserversorgungsnetze und Bau von Naturfilteranlagen in Niederösterreich

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden im Segment Umwelt Umsatzerlöse in Höhe von 191,1 Mio. Euro – und damit um 57,2 Mio. Euro bzw. 23,0 % weniger als in der Vergleichsperiode – erzielt. Hauptverantwortlich dafür war ein niedrigeres Abwicklungsvolumen im internationalen Projektgeschäft. Zuwächse in den Müll- und Dampferlösen aus der Abfallverwertung in Niederösterreich konnten diese Entwicklung nicht kompensieren. Die Umsatzerlöse in der Wasserversorgung in Niederösterreich bewegten sich stabil auf dem Niveau des vorherigen Geschäftsjahres.

Veränderung
Finanzkennzahlen – Umwelt Mio. EUR 2013/14 2012/131) absolut in %
Außenumsatz 168,9 227,2 –58,3 –25,7
Innenumsatz 22,2 21,1 1,1 5,1
Gesamtumsatz 191,1 248,4 –57,2 –23,0
Operativer Aufwand –347,5 –209,7 –137,8 –65,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
11,7 11,8 –0,1 –0,6
EBITDA –144,6 50,5 –195,1
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen –70,2 –28,9 –41,3
Operatives Ergebnis (EBIT) –214,9 21,5 –236,4
Finanzergebnis –4,0 0,3 –4,3
Ergebnis vor Ertragsteuern –218,8 21,8 –240,7
Gesamtvermögen 1.197,6 1.468,9 –271,3 –18,5
Gesamtschulden 1.004,8 1.059,3 –54,5 –5,1
Investitionen2) 13,5 12,0 1,5 12,3

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode um 137,8 Mio. Euro bzw. 65,7 % auf 347,5 Mio. Euro. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Entwicklungen des internationalen Projektgeschäfts im 4. Quartal 2013/14. Erhebliche Zweifel an der Realisierbarkeit des Projekts der Müllverbrennungsanlage Nr. 1 führten zu einer Wertberichtigung der damit verbundenen Leasingforderung in Höhe von 191,4 Mio. Euro. In Summe lag das EBITDA bei –144,6 Mio. Euro im Vergleich zu 50,5 Mio. Euro und das operative Ergebnis (EBIT) bei –214,9 Mio. Euro im Vergleich zu 21,5 Mio. Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr. Hauptverantwortlich für den Rückgang des EBIT waren – neben den bereits beschriebenen Effekten im EBITDA – Wertminderungen in Höhe von 39,6 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Schlammtrocknungsanlage sowie Anlagenteilen des Blockheizkraftwerks am Abwasserbehandlungsstandort Ljuberzy, Moskau. Insgesamt lagen die Abschreibungen in der Berichtsperiode bei 70,2 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis lag mit –4,0 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 0,3 Mio. Euro. Eine geringere Zinsmarge aus auslaufenden Projekten im internationalen Projektgeschäft sowie negative Effekte aus Währungsumrechnungen waren die Hauptgründe für diese Entwicklung. Per Saldo ergab sich ein Ergebnis vor Ertragsteuern von –218,8 Mio. Euro im Vergleich zu 21,8 Mio. Euro in der Vergleichsperiode.

Investitionen

Im Segment Umwelt wurden in der Berichtsperiode 13,5 Mio. Euro investiert. Dies bedeutet einen Anstieg von 1,5 Mio. Euro bzw. 12,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Im internationalen Umweltgeschäft arbeitete die EVN im Geschäftsjahr 2013/14 an neun internationalen Projekten.

In Montenegro wurde im Februar 2014 der Vertrag über die Planung und Errichtung der für 72.400 Einwohner ausgelegten Kläranlage Kotor-Tivat unterzeichnet. Zudem wurde das ebenfalls in Montenegro umgesetzte Abwasserbehandlungsprojekt Budva in die Inbetriebnahmephase übergeführt. In der Berichtsperiode haben die Arbeiten zur Flussregulierung für die zweite Abwasserbehandlungsanlage im Rahmen des Projekts in Budva begonnen.

Im April 2014 fand die offizielle Eröffnung der Kläranlage Mia Milia/ Haspolat in Zyperns Hauptstadt Nikosia statt. Mit der Anlage können die Abwässer von 270.000 Einwohnern aufbereitet werden. Im Zuge des Projekts wurden auch Anlagen zur Klärschlammbehandlung und zur Biogasgewinnung errichtet. In der zypriotischen Stadt Larnaca, von der die EVN mit dem Bau einer Abwasserbehandlungsanlage mit einer Kapazität für 100.000 Einwohner beauftragt wurde, konnten in der Berichtsperiode fast alle Bauwerke fertiggestellt werden. Die Inbetriebnahme ist für das 1. Halbjahr 2014/15 geplant.

In Polen erhielt die EVN gemeinsam mit ihrer polnischen Tochter den Auftrag für die Planung, Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage Pruszkow in Warschau, die nach dem Umbau über eine Kapazität für 256.000 Einwohner verfügen wird. Weiters wurde in Krakau die Baugenehmigung zur Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage Kujawy erlangt; die Umbaumaßnahmen haben bereits begonnen.

Die EVN hat über die WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH mit Sitz in Deutschland für die Stadt Moskau eine Natriumhypochloritanlage errichtet. Die Anlage wurde im Februar 2013 fertiggestellt und war seither betriebsbereit. Die Stadt Moskau war nicht bereit, trotz rechtskräftig erteilter Genehmigung der Inbetriebsetzung der Anlage ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Projektgesellschaft nachzukommen.

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 29. Oktober 2014 bekannt gegeben, hat die EVN mit der Regierung der Stadt Moskau eine Einigung über den Verkauf der Natriumhypochloritanlage erzielt: Mosvodokanal, das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen der Stadt Moskau, übernahm die von der Projektgesellschaft gehaltenen Anteile an der Objektgesellschaft in Russland, in der die Natriumhypochloritanlage bilanziert ist. Der Verkaufspreis betrug 250,0 Mio. Euro und korrespondierte mit den Investitionskosten einschließlich erwarteter Ergebnisbeiträge der EVN Gruppe. Die Veräußerung erfolgte am 30. Oktober 2014. Für die Funktionsfähigkeit der Anlage wurde eine an Bedingungen geknüpfte Garantie von WTE eingeräumt. Derzeit erfolgen die vorbereitenden Tests und die Inbetriebsetzung der Anlage.

Mit der Übernahme des Wasserversorgungsnetzes der niederösterreichischen Gemeinde Göllersdorf im Jänner 2014 stieg die Anzahl der von der EVN direkt versorgten Trinkwasserkunden im Endkundenbereich auf rund 87.000 an. Insgesamt beliefert die EVN mehr als 500.000 Einwohner in Niederösterreich. Mit der Stadtgemeinde Litschau gewann die EVN einen weiteren Kunden, den sie seit Mitte Juni 2014 mit Trinkwasser aus dem überregionalen Trinkwassersystem "Waldviertel" beliefert. Weiters wurde in der Berichtsperiode mit der Errichtung der Naturfilteranlagen in den niederösterreichischen Gemeinden Drösing und Obersiebenbrunn begonnen, die zukünftig auf natürliche Weise den Härtegrad des Wassers reduzieren werden. Die Anlage in Obersiebenbrunn soll im Frühjahr 2015 in Betrieb genommen werden. Eine weitere Anlage wird in Zwentendorf geplant.

Ausblick

Der Verkauf der Natriumhypochloritanlage an die Stadt Moskau wird im Geschäftsjahr 2014/15 bilanziell dargestellt. Unter Berücksichtigung einer planmäßigen Inbetriebsetzung der Natriumhypochloritanlage kann aus heutiger Sicht aufgrund der bestehenden Aufträge im internationalen Projektgeschäft und des Ausbaus der Wasserversorgungsnetze sowie des Baus der Naturfilteranlagen mit positiven Ergebnissen im Geschäftsjahr 2014/15 im Segment Umwelt gerechnet werden.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" sind im Wesentlichen die Beteiligungen der EVN an der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), der Burgenland Holding AG und der Verbund AG abgebildet. Zudem werden in diesem Segment zentrale Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts, die hauptsächlich interne Konzerndienstleistungen erbringen, erfasst.

Im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der neuen IFRS-Konsolidierungsstandards im 3. Quartal 2013/14 werden die Ergebnisbeiträge der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) sowie der Burgenland Holding AG als at Equity einbezogene Unternehmen mit operativem Charakter im EBIT abgebildet. Die Ergebnisbeiträge der WEEV Beteiligungs GmbH und der e&i EDV Dienstleistungs G.m.b.H. werden weiterhin im Finanzergebnis abgebildet.

Highlights 2013/14

  • Niedrigerer Ergebnisbeitrag der RAG
  • Niedrigerer Ergebnisbeitrag der Energie Burgenland
  • Höhere Dividende der Verbund AG

Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung

Die Umsatzerlöse lagen mit 71,0 Mio. Euro um 2,9 Mio. Euro bzw. 4,3 % über den Vorjahreserlösen. Gleichzeitig ging das EBITDA um 22,9 Mio. Euro bzw. 27,8 % auf 59,4 Mio. Euro zurück. Im Wesentlichen ist dies auf den Wegfall positiver Einmaleffekte bei der RAG und den dadurch im Vorjahresvergleich niedrigeren Ergebnisbeitrag in Höhe von 58,0 Mio. Euro im Vergleich zu 80,1 Mio. Euro zurückzuführen. Der Ergebnisbeitrag der Energie Burgenland lag mit 7,6 Mio. Euro ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 9,7 Mio. Euro. Zusammen mit einem leichten Rückgang der Abschreibungen führten diese Entwicklungen zu einem Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) um 22,7 Mio. Euro bzw. 28,2 % auf 57,6 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis stieg von –1,2 Mio. Euro im Vorjahr auf 61,8 Mio. Euro in der Berichtsperiode an. Zum einen lag dies am Wegfall des negativen Einmaleffekts aus der Vergleichsperiode – nämlich des negativen Ergebnisbeitrags aus der WEEV Beteiligungs GmbH –, zum anderen wirkte sich die gestiegene Dividendenauszahlung der Verbund AG in Höhe von 40,1 Mio. Euro positiv auf das Finanzergebnis aus. In Summe führten diese Entwicklungen zu einer Verbesserung des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 40,3 Mio. Euro bzw. 51,0 % auf 119,4 Mio. Euro.

Finanzkennzahlen –
Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Mio. EUR 2013/14 2012/131) absolut Veränderung
in %
Außenumsatz 9,5 8,8 0,7 8,2
Innenumsatz 61,5 59,3 2,2 3,7
Gesamtumsatz 71,0 68,0 2,9 4,3
Operativer Aufwand –77,5 –75,7 –1,8 –2,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen mit operativem Charakter
66,0 89,9 –24,0 –26,7
EBITDA 59,4 82,2 –22,9 –27,8
Abschreibungen inkl. Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen
–1,7 –1,9 0,2 9,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 57,6 80,3 –22,7 –28,2
Finanzergebnis2) 61,8 –1,2 63,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 119,4 79,1 40,3 51,0
Gesamtvermögen 2.750,3 2.887,2 –136.9 –4,7
Gesamtschulden 1.116,5 1.342,7 –226.3 –16,9
Investitionen3) 2,5 3,5 –1,0 –29,8

2) Für Details zum Beteiligungsergebnis der EVN siehe Erläuterung 31. im Konzernanhang auf Seite 176 sowie Erläuterung 32. auf Seite 178.

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Ausblick

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wird durch die Beteiligung an der RAG und der Energie Burgenland bestimmt. Das Finanzergebnis ist durch die Dividendenausschüttung der Verbund AG wesentlich beeinflusst, weshalb sich die von der Verbund AG angekündigte Reduktion der Ausschüttung im Segmentergebnis widerspiegeln wird. Es wird daher für das Geschäftsjahr 2014/15 ein geringeres Ergebnis für das Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges erwartet.

Konzernabschluss 2013/14

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 143
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 144
Konzern-Bilanz 145
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 146
Entwicklung der Konzern-Geldflussrechnung 147
Konzernanhang 148 Grundsätze der Rechnungslegung
156 Konsolidierung
160 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
174 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
180 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
200 Segmentberichterstattung
204 Sonstige Angaben
Beteiligungen der EVN 218
Bestätigungsvermerk 223

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR Erläuterung 2013/14 2012/131)
Umsatzerlöse 25 1.974,8 2.105,9
Sonstige betriebliche Erträge 26 71,1 95,2
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 27 –1.284,0 –1.280,3
Personalaufwand 28 –313,0 –305,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30 –359,0 –170,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter 31 94,0 95,0
EBITDA 184,1 540,0
Abschreibungen 29 –256,0 –237,9
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen 29 –269,5 –59,9
Operatives Ergebnis (EBIT) –341,4 242,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter 2,8 –29,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 42,4 26,8
Zinserträge 23,5 28,4
Zinsaufwendungen –96,7 –93,8
Sonstiges Finanzergebnis –4,0 –3,3
Finanzergebnis 32 –31,9 –71,5
Ergebnis vor Ertragsteuern –373,3 170,7
Ertragsteuern 33 102,8 –17,9
Ergebnis nach Ertragsteuern –270,5 152,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) –299,0 109,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 28,5 43,5
Ergebnis je Aktie in EUR2) 34 –1,68 0,61
Dividende je Aktie in EUR 0,423) 0,42

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) Verwässert ist gleich unverwässert.

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2013/14 2012/131)
Ergebnis nach Ertragsteuern –270,5 152,8
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
–22,1 –31,0
Neubewertung IAS 19 47 –31,0 –23,7
At Equity einbezogene Unternehmen 47 1,3 –13,3
Darauf entfallende Ertragsteuern 47 7,5 5,9
Posten, die in künftigen Perioden gegebenenfalls in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
–46,5 47,7
Währungsdifferenzen 5 –7,9 –8,7
Available-for-Sale-Finanzinstrumente 47 –31,6 25,3
Cash Flow Hedges 47 –10,6 16,4
At Equity einbezogene Unternehmen 47 –7,8 26,0
Darauf entfallende Ertragsteuern 47 11,5 –11,3
Summe sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern –68,6 16,7
Gesamtergebnis der Periode –339,0 169,5
Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –367,0 136,0
Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 27,9 33,5

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Konzern-Bilanz

Mio. EUR Erläuterung 30.09.2014 30.09.20131) 01.10.20121)
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 35 196,5 394,9 400,4
Sachanlagen 36 3.542,2 3.472,9 3.402,0
At Equity einbezogene Unternehmen 37 889,1 944,0 1.017,0
Sonstige Beteiligungen 38 664,7 694,8 668,7
Aktive latente Steuern 51 87,1 43,6 39,5
Übrige Vermögenswerte 39 398,1 857,0 898,3
5.777,7 6.407,2 6.425,9
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 40 178,1 109,6 106,0
Forderungen 41 443,9 472,5 434,2
Wertpapiere 42 0,8 43,9 3,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 61 217,6 250,4 151,4
840,4 876,5 695,0
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 43 223,7
1.064,1 876,5 695,0
Summe Aktiva 6.841,8 7.283,7 7.120,9
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG 44– 48 2.395,2 2.837,5 2.786,5
Nicht beherrschende Anteile 49 237,5 241,7 245,4
2.632,7 3.079,2 3.031,9
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 50 1.747,7 1.805,7 2.190,8
Latente Steuerverbindlichkeiten 51 48,1 119,2 125,5
Langfristige Rückstellungen 52 497,4 463,7 423,7
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 53 521,6 503,5 469,5
Übrige langfristige Schulden 54 87,8 79,4 88,0
2.902,6 2.971,5 3.297,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 55 194,2 394,6 58,2
Steuerverbindlichkeiten 56 61,1 74,9 81,4
Lieferantenverbindlichkeiten 57 505,1 415,8 336,7
Kurzfristige Rückstellungen 58 137,2 87,0 81,1
Übrige kurzfristige Schulden 59 408,9 260,5 234,2
1.306,5 1.232,9 791,6
Summe Passiva 6.841,8 7.283,7 7.120,9

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grund
kapital
Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
Unter
schiedsbetrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Gezeichnetes
Kapital und
Rücklagen der
Aktionäre der
EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2012 330,0 253,3 2.116,2 76,2 3,4 –10,7 2.768,3 245,4 3.013,7
Anpassungen per 01.10.20121) 18,2 18,2 18,2
Stand 01.10.2012 330,0 253,3 2.134,4 76,2 3,4 –10,7 2.786,5 245,4 3.031,9
Gesamtergebnis der Periode1) 109,3 36,0 –8,7 136,5 33,0 169,6
Dividende 2011/12 –75,0 –75,0 –36,7 –111,7
Veränderung eigene Anteile –0,1 –10,1 –10,2 –10,2
Sonstige Veränderungen –0,2 –0,2 –0,2
Stand 30.09.20131) 330,0 253,1 2.168,5 112,1 –5,3 –20,8 2.837,6 241,7 3.079,3
Gesamtergebnis der Periode –299,0 –60,1 –7,9 –367,0 27,9 –339,1
Dividende 2012/13 –74,8 –74,8 –32,1 –106,9
Veränderung eigene Anteile –0,1 –0,7 –0,8 –0,8
Sonstige Veränderungen 0,2 0,2 0,2
Stand 30.09.2014 330,0 253,1 1.794,9 52,1 –13,2 –21,6 2.395,2 237,5 2.632,7
Erläuterung 44 45 46 47 5 48 49

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2013/14 2012/131)
Ergebnis vor Ertragsteuern –373,3 170,7
+ Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie
langfristige Leasingforderungen 29, 30 716,9 297,9
+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen 37 48,8 88,7
– Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen 2,7 0,1
– /+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –2,7 3,3
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 26 –45,4 –39,8
– Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 61 1,2 0,0*)
+ Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 52 –10,7 16,3
Cash Flow aus dem Ergebnis 337,4 537,1
+ Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen –27,7 –17,8
+ Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 50,2 6,0
+ Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten 205,7 73,1
– Zahlungen für Ertragsteuern –19,6 –28,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 546,0 570,0
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 61 3,3 3,4
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 83,5 73,8
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 46,2 70,8
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 163,4 70,1
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –387,3 –366,7
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –32,1 –100,1
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –120,3 –110,4
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –243,3 –359,1
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 46 –74,8 –75,0
– Gewinnausschüttung nicht beherrschende Anteile 61 –32,1 –36,7
– Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile –0,8 –10,2
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 182,4 141,6
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –409,7 –133,4
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –335,0 –113,8
Cash Flow gesamt2) –32,3 97,2
Fondsveränderungen 61
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 3) 229,5 132,3
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 3) 197,2 229,5
Cash Flow gesamt2) –32,3 97,2

*) Kleinbetrag

1) Die Vorjahreszahlen wurden gem. IAS 8 retrospektiv angepasst (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

2) Zusatzangaben zur Konzern-Geldflussrechnung fnden sich in Erläuterung 61. Konzern-Geldflussrechnung.

3) Der Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergibt sich durch Addition der Kontokorrentverbindlichkeiten laut Konzern-Bilanz.

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges führendes börsenotiertes Energieund Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts ist die EVN in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens und Kroatiens tätig. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 16 Ländern in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst jeweils den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt.

Sofern nicht anders angegeben, wird der Konzernabschluss auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen sowie geänderte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2013/14 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.20142)
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 01.01.20142)
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01.01.20142)
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts 01.01.2013
IFRIC 20 Abraumbeseitigungskosten während der Produktionsphase im Tagebau 01.01.2013
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse – neue Fassung des IAS 27, Einzelabschlüsse 01.01.20142)
IAS 28 Assoziierte Unternehmen – neue Fassung des IAS 28,
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
01.01.20142)
IAS 36 Wertminderungen – Angaben zum erzielbaren Betrag nicht finanzieller Vermögenswerte 01.01.20142)
IAS 39 Finanzinstrumente – Novation von Derivaten und Fortführung der Bilanzierung
von Sicherungsgeschäften
01.01.20142)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS – Darlehen der öffentlichen Hand 01.01.2013
IFRS 7 Finanzinstrumente:
Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.2013
IFRS 10,12
IAS 27 Investmentgesellschaften 01.01.20142)
IFRS 10 –12 Änderungen an den Übergangsvorschriften 01.01.20142)
Diverse Annual Improvements 2009 –2011 01.01.2013

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung im Geschäftsjahr 2013/14

IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 bilden das neue Konsolidierungspaket, das vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht wurde. Grundsätzlich sind die neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10 –12 in der EU für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2014 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig; von diesem Recht hat die EVN Gebrauch gemacht.

IFRS 10 enthält Vorschriften für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen und beinhaltet eine neue, einheitliche Definition der "Beherrschung" und regelt damit, unter welchen Voraussetzungen Gesellschaften im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. IAS 27 enthält nur noch Regelungen zu IFRS-Einzelabschlüssen. Auf Basis der Corporate Governance und eventuell bestehender Zusatzverträge wurden für Gesellschaften deren maßgebliche Tätigkeiten, variable Rückflüsse und der Zusammenhang zwischen der Beeinflussbarkeit der maßgeblichen Tätigkeiten und den variablen Rückflüssen analysiert. Für den Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften ergaben sich aufgrund des neuen Beherrschungskonzepts des IFRS 10 keine Änderungen.

IFRS 11 hat IAS 31 abgelöst, wodurch die bis dato für Gemeinschaftsunternehmen mögliche Quotenkonsolidierung abgeschafft wurde. IFRS 11 beinhaltet zwei Formen von gemeinsamen Vereinbarungen (Joint Arrangements): Abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien wird in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) unterschieden. Nach IFRS 11 sind gemeinschaftlich geführte Unternehmen, welche die Definition eines Joint Venture erfüllen, zwingend nach der Equity-Methode zu bilanzieren. Joint Operations sind hingegen anteilig im Konzernabschluss zu berücksichtigen. Bei Gesellschaften, die nach der Analyse der Corporate Governance-Strukturen als Joint Arrangement eingestuft wurden, wurde untersucht, ob die Kriterien für ein Joint Venture oder für eine Joint Operation gemäß IFRS 11 vorliegen. Hierzu wurden die Struktur des Joint Arrangement analysiert und, sofern die Strukturierung mittels eines eigenständigen Vehikels erfolgte, dessen Rechtsform, die sonstigen vertraglichen Vereinbarungen sowie alle übrigen Fakten und Begleitumstände geprüft. Aus der Anwendung des neuen Standards ergaben sich folgende Änderungen:

Hinsichtlich der bisher quotal einbezogenen Energievertriebsgesellschaften im Rahmen der EnergieAllianz ergab sich mit Erstanwendung des IFRS 11 die Notwendigkeit, die EVN Energievertrieb GmbH & Co KG ("EVN KG") und die ENERGIEALLIANZ Austria ("EnergieAllianz") at Equity in den Konzernabschluss einzubeziehen, da beide Gesellschaften als Joint Ventures im Sinn des IFRS 11 identifiziert wurden.

Die Beteiligung an der Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH ("Steag-EVN Walsum") wurde als Joint Operation im Sinn des IFRS 11 identifiziert. Anstatt wie bisher at Equity wurde Steag-EVN Walsum daher mit einem Anteil von 49,0 % in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

IFRS 12 regelt sämtliche Angabevorschriften zu Anteilen an anderen Unternehmen. Die zum Teil neu erforderlichen Angaben zielen primär auf die Wesensart der Anteile an anderen Unternehmen, damit einhergehenden Risiken und die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage ab.

Im Rahmen der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards wurde weiters folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethode im Geschäftsjahr 2013/14 geändert:

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter, in welchem nun neben anderen auch die anteiligen Ergebnisse der operativ tätigen und dem Kerngeschäft der EVN zurechenbaren Gesellschaften EVN KG und EnergieAllianz enthalten sind, wurde beginnend mit dem 3. Quartal 2013/14 als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen. Bisher erfolgte der Ausweis des gesamten Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen im Finanzergebnis. Die veränderte Darstellung führte zu einer Verschiebung des wesentlichen Anteils des At-Equity-Ergebnisses ins operative Ergebnis. Unter dem Posten Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter blieben lediglich die anteiligen Ergebnisse der WEEV Beteiligungs GmbH und der e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H. im Finanzergebnis stehen. Diese Form der Darstellung des At-Equity-Ergebnisses verbessert die realitätsgetreue Wiedergabe der Ertragslage, da es im Rahmen der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Durch die Änderung dieser Bilanzierungsmethode kommt es im Geschäftsjahr 2013/14 zu einem um 94,0 Mio. Euro höheren operativen Ergebnis, während das Finanzergebnis um diesen Betrag geringer ausfällt (Vorjahr: Operatives Ergebnis um 95,0 Mio. Euro höher, Finanzergebnis entsprechend niedriger). Die Änderung dieser Bilanzierungsmethode hat keine Auswirkung auf das Ergebnis je Aktie.

Die folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethode im Zusammenhang mit dem Regulierungskonto wurde im Geschäftsjahr 2013/14 geändert:

Das IASB hat mit 30. Jänner 2014 den IFRS 14 veröffentlicht, der IFRS-Erstanwendern ein Wahlrecht für den Ansatz von regulatorischen Vermögenswerten und Schulden gestattet, sofern ein Ansatz nach lokalen Gesetzgebungen in Frage kommt (siehe weiter unten: Nicht anwendbare Standards und Interpretationen). Da EVN kein IFRS-Erstanwender ist, besteht somit kein solches Wahlrecht. Das aktuelle Diskussionspapier des Standardsetters, "Reporting the Financial Effects of Rate Regulation", welches am 17. September 2014 publiziert wurde, zeigt erneut die diesbezügliche Regelungslücke in den IFRS auf. Das IASB behandelt das Thema jedoch nur auf einer breiten Basis und beschreibt verschiedenste Bilanzierungsgrundsätze, gibt aber keiner bestimmten Alternative eine Präferenz.

Bei erneuter Evaluierung und laufender Analyse der jüngsten Literatur und einem Vergleich mit der bei anderen Marktteilnehmern üblichen Praxis hinsichtlich des Ansatzes eines regulatorischen Abgrenzungspostens (Regulierungskonto, siehe auch Erläuterung 19. Ertragsrealisierung) gemäß IFRS wurde tendenziell kein bilanzieller Ansatz von regulatorischen Vermögenswerten bzw. Schulden festgestellt. Im Fall einer Regelungslücke wird gemäß IAS 8 den Definitionen des IFRS Rahmenkonzepts großer Stellenwert beigemessen. In den jüngsten Diskussionen wird nach herrschender Meinung eine Konsistenz mit den im derzeitigen Rahmenkonzept definierten "Vermögenswerten" und "Schulden" verneint.

Aufgrund der aktuellsten Entwicklungen im Bereich der Bilanzierung von regulatorischen Abgrenzungsposten und aufgrund der nicht möglichen Anwendbarkeit des IFRS 14 für EVN wurde von einem Ansatz regulatorischer Vermögenswerte und regulatorischer Verbindlichkeiten abgesehen. Die Auswirkung auf das Ergebnis nach Ertragsteuern der Berichtsperiode beträgt –18,0 Mio. Euro. Die Auswirkung auf das Ergebnis je Aktie beträgt –0,10 Euro.

Die Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards, die geänderte Darstellung des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen Unternehmen ("KONS") sowie die geänderte Bilanzierungsmethode im Zusammenhang mit dem Regulierungskonto ("REG") erfolgten retrospektiv gemäß IAS 8 mit Wirkung vom 1. Oktober 2012. Dadurch kam es zu Anpassungen der in den Vorperioden berichteten Zahlen. Sämtliche Vergleichswerte im vorliegenden Konzernabschluss sowie im Konzernanhang sind entsprechend angepasst.

Details zu den angepassten Werten für das Geschäftsjahr 2012/13 stehen auch auf der Website der EVN unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.evn.at/EVN-Group/Investor-Relations/Publikationen/2013-14.aspx

Auf die Abschlusspositionen des Geschäftsjahres 2012/13 stellen sich die oben beschriebenen Auswirkungen wie folgt dar:

2. Anpassungen von Posten der
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
2012/13
30.09.2013
Mio. EUR bisher KONS REG angepasst
Umsatzerlöse 2.755,0 –641,1 –8,0 2.105,9
Sonstige betriebliche Erträge 95,5 –0,3 95,2
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen –1.908,4 628,5 –0,4 –1.280,3
Personalaufwand –307,1 1,7 –305,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen –177,4 6,9 –170,4
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter 95,0 95,0
EBITDA 457,6 90,9 –8,4 540,0
Abschreibungen inkl. Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen –239,1 –58,8 –297,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 218,5 32,1 –8,4 242,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 10,0 –10,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter –29,6 –29,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 26,8 26,8
Zinserträge 28,4 28,4
Zinsaufwendungen –100,1 6,3 –93,8
Sonstiges Finanzergebnis –3,2 –0,1 –3,3
Finanzergebnis –38,1 –33,2 –0,1 –71,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 180,3 –1,1 –8,5 170,7
Ertragsteuern –22,1 2,1 2,1 –17,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 158,2 1,0 –6,4 152,8
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 114,7 1,0 –6,4 109,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 43,5 43,5
Ergebnis je Aktie in EUR1) 0,64 0,01 –0,04 0,61

1) Verwässert ist gleich unverwässert.

2. Anpassungen von Posten der
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
2012/13
30.09.2013
Mio. EUR bisher KONS REG angepasst
Ergebnis nach Ertragsteuern 158,2 1,0 –6,4 152,8
Sonstiges Ergebnis aus
Posten, die in künftigen Perioden nicht in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
–31,0 –31,0
Neubewertung IAS 19 –23,7 –23,7
At Equity einbezogene Unternehmen –13,3 –13,3
Darauf entfallende Ertragsteuern 5,9 5,9
Posten, die in künftigen Perioden gegebenenfalls in die
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
47,7 47,7
Währungsdifferenzen –8,7 –8,7
Available-for-Sale-Finanzinstrumente 24,9 0,5 25,3
Cash Flow Hedges –0,4 16,8 16,4
At Equity einbezogenen Unternehmen 38,2 –12,2 26,0
Darauf entfallende Ertragsteuern –6,2 –5,0 –11,3
Summe sonstiges Ergebnis 16,7 16,7
Gesamtergebnis der Periode 174,9 1,0 –6,4 169,5
Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 141,9 0,5 –6,4 136,0
Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 33,0 33,5
2. Anpassungen von Posten
der Konzern-Bilanz
2012/13 30.09.2013 2012/13
01.10.2012
Mio. EUR bisher KONS REG angepasst bisher KONS REG angepasst
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 397,6 –2,7 394,9 403,1 –2,7 400,4
Sachanlagen 3.094,3 378,6 3.472,9 3.009,2 392,8 3.402,0
At Equity einbezogene Unternehmen 1.047,9 –103,9 944,0 1.048,7 –31,7 1.017,0
Sonstige Beteiligungen 694,8 694,8 668,7 668,7
Aktive latente Steuern 29,4 10,8 3,4 43,6 25,9 12,3 1,3 39,5
Übrige Vermögenswerte 861,1 –4,1 857,0 898,3 898,3
6.125,1 282,7 –0,7 6.407,2 6.053,9 370,7 1,3 6.425,9
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 108,4 1,3 109,6 106,1 –0,1 106,0
Forderungen 565,5 –82,7 –10,3 472,5 537,6 –98,4 –5,1 434,2
Wertpapiere 43,9 43,9 3,4 3,4
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 259,2 –8,8 250,4 162,1 –10,8 151,4
977,0 –90,2 –10,3 876,5 809,3 –109,2 –5,1 695,0
Summe Aktiva 7.102,1 192,6 –11,0 7.283,7 6.863,2 261,5 –3,8 7.120,9
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen
der Aktionäre der EVN AG
2.824,8 22,9 –10,2 2.837,5 2.768,3 22,0 –3,8 2.786,5
Nicht beherrschende Anteile 241,7 241,7 245,4 245,4
3.066,5 22,9 –10,2 3.079,2 3.013,7 22,0 –3,8 3.031,9
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.571,4 234,3 1.805,7 1.933,3 257,6 2.190,8
Latente Steuerverbindlichkeiten 111,5 7,7 119,2 119,2 6,3 125,5
Langfristige Rückstellungen 591,0 –127,3 463,7 490,7 –67,0 423,7
Vereinnahmte Baukosten- und
Investitionszuschüsse
503,5 503,5 469,5 469,5
Übrige langfristige Schulden 51,5 28,8 –0,8 79,4 49,9 38,1 88,0
2.829,0 143,4 –0,8 2.971,5 3.062,6 234,9 3.297,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 390,3 4,3 394,6 49,4 8,8 58,2
Steuerverbindlichkeiten 76,8 –1,9 74,9 87,0 –5,6 81,4
Lieferantenverbindlichkeiten 461,9 –46,1 415,8 384,4 –47,7 336,7
Kurzfristige Rückstellungen 92,7 –5,7 87,0 84,9 –3,8 81,1
Übrige kurzfristige Schulden 184,9 75,6 260,5 181,3 52,9 234,2
1.206,7 26,3 1.232,9 786,9 4,7 791,6
Summe Passiva 7.102,1 192,6 –11,0 7.283,7 6.863,2 261,5 –3,8 7.120,9
2. Anpassungen von Posten der
Konzern-Geldflussrechnung
2012/13
30.09.2013
Mio. EUR bisher KONS REG angepasst
Ergebnis vor Ertragsteuern 180,3 –1,1 –8,5 170,7
+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 239,1 58,8 297,9
+/– Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen 93,9 –5,3 88,7
– Gewinne/+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen 0,1 0,1
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 3,3 3,3
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen –39,8 –39,8
– Gewinne/+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 0,0*) 0,0*)
+ Zunahme/– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 76,6 –60,3 16,3
Cash Flow aus dem Ergebnis 553,6 –7,9 –8,5 537,1
– Zunahme/+ Abnahme der kurzfristigen Vorräte und Forderungen –27,9 1,5 8,5 –17,8
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 7,9 –1,9 6,0
+ Zunahme/– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten 56,5 16,6 73,1
– Zahlungen für Ertragsteuern –28,3 –28,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 561,7 8,3 570,0
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3,4 3,4
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 73,8 73,8
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 70,8 70,8
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 70,1 70,1
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –322,1 –44,5 –366,7
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –166,1 66,0 –100,1
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –110,4 –110,4
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –380,5 21,4 –359,1
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG –75,0 –75,0
– Gewinnausschüttung an nicht beherrschende Anteile –36,7 –36,7
+ Verkauf/– Erwerb eigener Anteile –10,2 –10,2
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 141,6 141,6
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –110,2 –23,3 –133,4
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –90,5 –23,3 –113,8
Cash Flow gesamt 90,7 6,5 97,2
Fondsveränderungen
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 134,1 –1,8 132,3
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 224,8 4,7 229,5
Cash Flow gesamt 90,7 6,5 97,2

*) Kleinbetrag

IFRS 13 wurde vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht. IFRS 13 ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von IASB und Financial Accounting Standards Board (FASB) hinsichtlich eines standardübergreifenden Konzepts für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert basiert auf einer hypothetischen Transaktion. IFRS 13 beinhaltet eine dreistufige "Fair-Value-Hierarchie", wobei den Inputfaktoren auf Stufe 1 die höchste Priorität für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eingeräumt wird. Beim Übergang auf IFRS 13 ist das eigene Kreditrisiko konsequent bei der Fair-Value-Bewertung von Derivaten zu berücksichtigen. Ferner kommt es zu einer Vereinheitlichung sowie Erweiterung der Anhangangaben. Die Auswirkungen aus der prospektiven Erstanwendung des IFRS 13 spiegeln sich im Wesentlichen in der Erweiterung der Angaben zum Konzernabschluss im Bereich Finanzinstrumente wider (siehe Erläuterung 64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Die Änderung an IAS 36 Wertminderungen beinhaltet eine Klarstellung, dass die Angabe des erzielbaren Betrags von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Firmenwert bzw. ein immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer zugeordnet ist, der im Vergleich zum Gesamtbuchwert des Firmenwerts bzw. dem immateriellen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer signifikant ist, nur dann anzugeben ist, wenn eine Wertminderung oder Wertaufholung stattgefunden hat. Durch die vorzeitige Anwendung der Klarstellung kam es diesbezüglich zu keinen Änderungen der Angaben zum Konzernabschluss.

Die Änderung an IAS 39 Finanzinstrumente stellt sicher, dass infolge einer Novation eines Sicherungsinstruments auf eine zentrale Gegenpartei aufgrund gesetzlicher Anforderungen Derivate weiterhin als Sicherungsinstrumente in fortbestehenden Sicherungsbeziehungen designiert bleiben. Die vorzeitige Anwendung dieser Änderung hatte keine Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Die erstmalige verpflichtende Anwendung der anderen geänderten Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Auswirkungen geänderter Standards und Interpretationen auf die zukünftige Darstellung des Konzernabschlusses und die zukünftigen Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.

Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und von der EU übernommen sowie im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Interpretationen
IFRIC 21 Abgaben 01.01.20141)
Geänderte Standards
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 01.01.20141)

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Aus der zukünftigen erstmaligen Anwendung der hier angeführten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen rechnet die EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Bilanzstichtag des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und wurden von der EU noch nicht übernommen.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.20181)
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.20161)
IFRS 15 Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden 01.01.20171)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 16, IAS 38 Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte – Klarstellung zu zulässigen Abschreibungsmethoden 01.01.20161)
IAS 16, IAS 41 Sachanlagen und Landwirtschaft – Fruchttragende Gewächse 01.01.20161)
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer – Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge 01.07.20141)
IAS 27 Einzelabschlüsse – Equity-Methode in Einzelabschlüssen 01.01.20161)
IFRS 10,
IAS 28
Konzernabschlüsse und Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen –
Veräußerung oder Einlagen von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen
oder ein Gemeinschaftsunternehmen
01.01.20161)
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen – Erwerb von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 01.01.20161)
Diverse Annual Improvements 2010–2012 01.07.20141)
Diverse Annual Improvements 2011–2013 01.07.20141)
Diverse Annual Improvements 2012–2014 01.01.20161)

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Am 24. Juli 2014 veröffentlichte das IASB die finale Version des IFRS 9, den Nachfolgestandard von IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Das 2008 als Reaktion auf die Finanzkrise begonnene Projekt kam damit zu einem Abschluss, wobei die neuen Regelungen verpflichtend erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, anzuwenden sind. Eine frühere Anwendung ist zulässig, die Übernahme durch die EU steht jedoch noch aus. IFRS 9 beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sowie erweiterte Regelungen hinsichtlich Wertminderung finanzieller Vermögenswerte und umfasst ferner neue Regelungen zum Hedge Accounting. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN werden hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte erwartet, wobei derzeit noch keine Aussage betreffend die Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemacht werden kann. Weiters wird mit geringfügigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Bereich des Hedge Accounting gerechnet, da die zukünftigen Regelungen stärker mit der Realität des Risikomanagements einhergehen und damit Abweichungen von der bisherigen Bilanzierungspraxis wahrscheinlich machen. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 9 werden mit Übernahme in europäisches Recht im Detail untersucht werden.

IFRS 14 wurde vom IASB am 30. Jänner 2014 als so genannter Interims-Standard veröffentlicht. IFRS 14 erlaubt Unternehmen, welche die internationalen Rechnungslegungsstandards erstmalig anwenden, preisregulierte Absatzgeschäfte in Übereinstimmung mit den von ihnen bisher angewendeten Rechnungslegungsvorschriften abzubilden. Als Interims-Standard stellt IFRS 14 eine Zwischenlösung dar, bis sich das IASB im Rahmen des Projekts "Rate-regulated activities" auf die Bilanzierung dieses Sachverhalts geeinigt hat. Bisher finden sich in den IFRS keine Regelungen zur Bilanzierung von preisregulierten Absatzgeschäften, wohingegen in einigen Ländern – so auch in Österreich – nationale Vorschriften die Erfassung von regulatorischen Abgrenzungsposten fordern. Nach herrschender Meinung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einem nach IFRS erstellten Abschluss kein Ansatz eines regulatorischen Vermögenswerts bzw. einer regulatorischen Schuld zulässig. Die EVN ist von den Regelungen des IFRS 14 nicht unmittelbar betroffen, da sich diese rein an IFRS-Erstanwender richten.

IFRS 15 wurde vom IASB am 28. Mai 2014 veröffentlicht und regelt die Umsatzrealisierung bei Verträgen mit Kunden. Ziel des zwischen IASB und dem FASB gemeinsamen mehrjährigen Standardsetzungsprozesses war es, die bisher sehr unterschiedlichen Vorschriften in den IFRS und den US-GAAP zu vereinheitlichen und branchenübergreifend prinzipienbasierte Regelungen festzulegen. IFRS 15 ersetzt für IFRS-Anwender IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IAS 18 "Erlöse" sowie einige Interpretationen, wie unter anderen IFRIC 18 "Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden", in dessen Anwendungsbereich bei der EVN zum Teil erhaltene Baukostenbeiträge fallen. Der neue Standard basiert auf einem fünfstufigen Modell, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist, sofern nicht andere Standards, bspw. "Leasingverhältnisse", speziellere Regelungen vorsehen. Im Hinblick auf die zeitliche Erfassung von Umsatzerlösen regelt IFRS 15 detailliert, ob die Erlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg zu erfassen sind. Zentral für die Beurteilung ist dahingehend der Zeitpunkt der Erfüllung einer bestimmten Leistungsverpflichtung, wobei IFRS 15 auf ein allgemeines Beherrschungsmodell abstellt. Der Übergang der Beherrschungsmacht determiniert demnach die zeitliche Erfassung der Erlöse. Letztlich schreibt IFRS 15 im Bereich der Umsatzrealisierung neue umfangreiche Anhangangaben im Konzernabschluss vor. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 15 werden mit Übernahme in europäisches Recht im Detail untersucht werden.

Aus der zukünftigen erstmaligen Anwendung der restlichen neuen geänderten Standards und Interpretationen rechnet die EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der übertragenen Gegenleistung mit dem beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte und Schulden.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Die EVN verfügt über beherrschenden Einfluss an einem Beteiligungsunternehmen, wenn Anrechte auf schwankende Renditen am Unternehmen bestehen, deren Höhe die EVN durch ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen beeinflussen kann.

Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses, die Einbeziehung enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die nicht beherrschenden Anteile an Tochterunternehmen werden mit dem anteiligen Wert am Nettovermögen (ohne Berücksichtigung anteiliger Firmenwerte) bewertet. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt. Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen (Joint Arrangements) werden abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien in den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen: Bestehen lediglich Rechte am Nettovermögen des gemeinsam beherrschten Unternehmens, handelt es sich gemäß IFRS 11 um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), welches at Equity einbezogen wird. Bestehen Rechte an den der gemeinsamen Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten sowie Verpflichtungen für deren Schulden, besteht gemäß IFRS 11 eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation), welche anteilsmäßig in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Assoziierte Unternehmen – das sind jene Gesellschaften, bei denen die EVN AG direkt oder indirekt über einen maßgeblichen Einfluss verfügt – werden at Equity einbezogen.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, das anteilige Eigenkapital, der Außenumsatz sowie das Jahresergebnis des zuletzt verfügbaren Jahresabschlusses des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Zwischenergebnisse werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10 (siehe auch Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS). Dementsprechend sind zum 30. September 2014 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 38 ausländische Tochterunternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 26 inländische und 37 ausländische vollkonsolidierte Tochterunternehmen). 30 Tochterunternehmen (Vorjahr: 31) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt nicht in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der EnergieAllianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG besteht gemeinsame Beherrschung, womit es sich bei der EVN KG um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11 handelt. Daher erfolgt die Konsolidierung der EVN KG at Equity. Weiters handelt es sich bei der Energie-Allianz-Gruppe (EnergieAllianz sowie deren Tochterunternehmen) aufgrund vertraglicher Vereinbarungen um ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) im Sinn des IFRS 11, das ebenfalls at Equity in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Die vollkonsolidierte RBG, an der die EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG at Equity einbezogen.

Die Bioenergie Steyr GmbH, an der die EVN Wärme GmbH 51,00 % der Anteile hält, wird at Equity in den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen, da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht.

Die EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,51 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Die Verbund Innkraftwerke Deutschland GmbH, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 13,00 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Bei jenen Gesellschaften, an denen 50,00 % gehalten werden, ist keine Beherrschung gemäß IFRS 10 gegeben. Diese sind aufgrund der jeweils bestehenden vertraglichen Vereinbarungen durchwegs Gemeinschaftsunternehmen im Sinn des IFRS 11 und werden daher at Equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 218 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Detaillierte Angaben zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierten Unternehmen befinden sich in den Erläuterungen 49. Nicht beherrschende Anteile und 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen.

Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll Quoten Anteilig
(Joint Operation)
Equity Summe
30.09.2012 62 5 19 86
Konsolidierungskreisänderungen aufgrund der
neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10 –12
–5 1 1 –3
01.10.2012 62 1 20 83
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 2 2
Verschmelzungen –1 –1
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2013 63 1 19 83
Erstkonsolidierungen 1 1 2
Entkonsolidierungen –1 –1
30.09.2014 64 1 19 84
davon ausländische Unternehmen 38 1 6 45

Aus der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS) ergaben sich rückwirkend mit 1. Oktober 2012 folgende Änderungen:

Die bisher quotal einbezogenen Energievertriebsgesellschaften im Rahmen der EnergieAllianz wurden rückwirkend mit 1. Oktober 2012 at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Dies betraf die EVN KG und die EnergieAllianz-Gruppe bestehend aus der ENERGIEALLIANZ Austria GmbH einschließlich deren Tochterunternehmen Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H. und EAA Erdgas Mobil GmbH.

Die Steag-EVN Walsum wurde rückwirkend mit 1. Oktober 2012 mit einem Anteil von 49,0 % anteilig in den Konzernabschluss der EVN einbezogen, da diese Gesellschaft als Joint Operation im Sinn des IFRS 11 identifiziert wurde und damit ein Einbezug at Equity nicht mehr möglich war.

Mit dem 3. Quartal 2013/14 wurde die EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen. Diese Gesellschaft wurde als Vertriebsgesellschaft zur Belieferung der liberalisierten Endkunden am mazedonischen Strommarkt gegründet und wurde nun nach Beginn der Liberalisierung erstmals operativ tätig.

Am 12. Oktober 2011 wurde der Vertrag für den Auftrag zum Umbau und zur Erweiterung der Kläranlage Prag abgeschlossen. Aus diesem Anlass wurde die Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s. gegründet, welche im 1. Quartal 2013/14 erstmals at Equity einbezogen wurde.

Mit Closing am 5. November 2013 wurde der Verkauf des von Utilitas gehaltenen 50-%-Geschäftsanteils an der ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., welche im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung tätig ist, vollzogen. Die bisher at Equity einbezogene Gesellschaft wurde entkonsolidiert.

In der Berichtsperiode fanden ebenso wie im Vorjahr keine Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 statt.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei jenen Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2013/14 von –7,9 Mio. Euro (Vorjahr: –8,7 Mio. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

2013/14 2012/13
5. Währungsumrechnung
Währung
Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1) Kurs zum
Bilanzstichtag
Durchschnitt1)
Albanische Lek 139,44000 140,06769 139,98000 140,06538
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Kroatische Kuna 7,64250 7,62331 7,61530 7,54795
Mazedonische Denar 61,65340 61,60085 61,50040 61,55754
Polnische Zloty 4,17760 4,17750 4,22880 4,18805
Russische Rubel 49,76530 46,86468 43,82400 41,42608
Serbische Denar 118,85090 115,75038 114,26060 112,96633

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Konzernabschluss

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe Erläuterung 3. Konsolidierungsmethoden bzw. Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Im Zuge der Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen, welche die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Voraussetzungen des IFRIC 12 werden ausschließlich beim at Equity einbezogenen Wasserkraftwerk Ashta sowie beim at Equity einbezogenen Kläranlagenprojekt Zagreb erfüllt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend, entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag gemäß IAS 39 geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Liegen solche vor, ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen. Weiters ist gegebenenfalls eine Wertminderung im Ergebnis des at Equity einbezogenen Unternehmens zu erfassen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei der EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available for Sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (Loans and Receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem oder negativem Marktwert (At Fair Value through Profit or Loss, "@FVTPL")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (Financial Liabilities at Amortised Cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellten sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Kurzfristige Vermögenswerte

Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL
Wertpapiere AFS
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR

Langfristige Schulden

Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Kurzfristige Schulden

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Schulden FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting, @FVTPL

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn der EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt (mit Ausnahme der Bewertungskategorie @FVTPL) zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Die unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Wertpapiere werden @FVTPL bewertet, da diese auf Portfoliobasis gesteuert werden. Die Zuordnung eines finanziellen Vermögenswerts in die Bewertungskategorie AFS erfolgt bei nicht derivativen finanziellen Vermögenswerten, die weder als Kredite und Forderungen noch als @FVTPL eingestuft werden.

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallenden finanziellen Vermögenswerten wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob objektive Hinweise für Wertminderungen vorliegen. Ein Wertminderungsbedarf wird für finanzielle Vermögenswerte entsprechend der zugehörigen Bewertungskategorie gemäß den Regelungen des IAS 39 ermittelt und erfasst. Bei Eigenkapitalinstrumenten, die der Bewertungskategorie AFS zugeordnet sind, erfolgen Wertminderungen bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter dessen Anschaffungskosten. Als signifikanter oder länger anhaltender Rückgang wird bei der EVN ein Rückgang von über 20 % zum Bewertungsstichtag bzw. ein Rückgang permanent über die Dauer von neun Monaten definiert.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei der EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt, wobei auch eine Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos stattfindet. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden mit ihrem effektiven Teil ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis in der Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 erfasst. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt eine ergebniswirksame Umbuchung. Ineffektive Teile werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt die EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von der EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom-, Erdgas und CO2-Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Strom- und Gaslieferungen bzw. CO2-Emissionszertifikate sowie zur Sicherung der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Aufgrund der regelmäßigen physischen Erfüllung entsprechend dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf liegen regelmäßig die Voraussetzungen der so genannten "Own Use Exemption" gemäß IAS 39 vor, womit es sich nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinn des IAS 39 handelt, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden. Sofern die Voraussetzungen für die Own Use Exemption nicht erfüllt sind, beispielsweise bei Geschäften zur kurzfristigen Optimierung, erfolgt die Bilanzierung als Derivat gemäß IAS 39.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

Die restlichen sonstigen Beteiligungen sind der Kategorie AFS zugeordnet. Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit wie möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Wertminderungen (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente) werden ergebniswirksam erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als @FVTPL klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie LAR zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen Ausleihungen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte und der langfristigen Primärenergiereserven erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Ist die Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten hinreichend wahrscheinlich, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet. Bis zum Verkaufszeitpunkt erfolgen keine weiteren Abschreibungen. Die Darstellung in der Bilanz erfolgt getrennt von anderen Vermögenswerten. Ein Gewinn oder Verlust, der bis zum Tag der Veräußerung eines langfristigen Vermögenswerts nicht erfasst wurde, wird am Tag der Ausbuchung erfasst. Die im Geschäftsjahr 2013/14 ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte stehen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Natriumhypochloritanlage Moskau (siehe Erläuterung 43. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte).

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Im Fall einer Unterdeckung der Vollkosten der Stromerzeugung aus Primärenergievorräten werden diese mit den niedrigeren Wiederbeschaffungskosten (diese stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage dar) bewertet. Primärenergievorräte für Handelszwecke werden zum beizulegenden Zeitwert (Börsekurs, Stufe 1 gemäß IFRS 13) abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2-Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die kurzfristigen Wertpapiere sind als AFS eingestuft. Die Bewertung erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Veräußerung wird der bisher im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

15. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind flüssige Mittel und Sichtguthaben zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen vom Eigenkapital abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den im sonstigen Ergebnis erfassten Posten werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren (Available-for-Sale Finanzinstrumente), den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitern, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der Netz Niederösterreich GmbH beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von der EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeiter sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 52. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 52. Langfristige Rückstellungen). Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Der verwendete Zinssatz basiert auf Renditen, die am Abschlussstichtag für erstrangige festverzinsliche Industrieanleihen im Markt erzielt wurden, wobei die Fälligkeiten der zu zahlenden Leistungen entsprechend Berücksichtigung fanden.

Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und /oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Bildung der Rückstellung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit aufweist.

Als Abzinsungssätze wurden Sätze vor Steuern verwendet, welche die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt sowie die für die Rückstellungen spezifischen Risiken widerspiegeln.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie bei den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Die Neuregelung im Kollektivvertrag für Angestellte der Elektrizitätsversorgungsunternehmen, wonach für Angestellte, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2009 begonnen hat, ein Jubiläumsgeld in der Höhe eines Monatsgehalts nach 15, 20, 25, 30 und 35 Jahren und in der Höhe eines halben Monatsgehalts nach 40 Jahren gebührt, wurde entsprechend berücksichtigt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 ergebniswirksam erfasst. Während der der Rückstellung zugeführte Dienstzeitaufwand im Personalaufwand ausgewiesen wird, erfolgt der Ausweis des Zinsanteils der Zuführung zur Rückstellung im Finanzergebnis.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen für belastende Verträge werden in Höhe des unvermeidlichen Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälligen Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, jener einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 50. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar und stehen im Strom- und Gasnetzbereich im Zusammenhang mit einer Versorgungsverpflichtung durch die EVN. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei der EVN fallen erhaltene Baukostenzuschüsse zum Teil in den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Baukostenzuschüsse im Strom- und Gasnetzbereich stehen im Zusammenhang mit der Versorgungsverpflichtung durch die EVN und werden passivisch abgegrenzt und über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei der EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Regulierungskonto

In regelmäßigen Abständen werden seitens der Strom- und Gasnetzregulierungsbehörden angemessene "Zielerlöse" für die einzelnen Marktteilnehmer festgesetzt und laufend evaluiert. Gegenüber diesen Zielerlösen erzielte Mehr- oder Mindererlöse werden auf dem Regulierungskonto vorgetragen und im Rahmen der künftigen tariflichen Anpassung berücksichtigt.

In Österreich wurde mit der am 3. März 2011 in Kraft getretenen Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) eine in § 50 ElWOG neu normierte Ex-Post-Regulierung der Erlöse des Netzbetreibers über das Regulierungskonto eingeführt. Diese Systematik wurde auch in den § 71 des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 (GWG) übernommen. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. des § 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen.

Aufgrund der aktuellsten Entwicklungen im Bereich der Bilanzierung von regulatorischen Abgrenzungsposten wurde von einem Ansatz regulatorischer Vermögenswerte und regulatorischer Verbindlichkeiten abgesehen (siehe auch Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS). Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethode im Zusammenhang mit dem Regulierungskonto wurde im Geschäftsjahr 2013/14 rückwirkend mit Wirkung vom 1. Oktober 2012 geändert.

Mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien wurde klargestellt, dass der im Vorjahr unter den sonstigen übrigen Vermögenswerten abgegrenzte Anspruch der bulgarischen Vertriebsgesellschaft der EVN aufgrund des Rechts auf Kompensation der Ökostrom-Mehrkosten in Höhe von 86,8 Mio. Euro der Höhe und dem Grunde nach direkt gegen die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) besteht. Diese Forderung erfüllt die Ansatzkriterien für einen Vermögenswert entsprechend den IFRS (siehe Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte).

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere PPP-Projekte – Public Private Partnerships) und die damit im Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads (Percentage-of-Completion-Methode) erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die Cost-to-Cost-Methode festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

20. Ertragsteuersätze
% 2013/14 2012/13
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 15,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Deutschland1) 30,3 30,3
Estland2) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien3) 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 16,0 16,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 15,0 15,0
Slowenien 17,0 17,0
Tschechien 19,0 19,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 12,5 12,5

1) 15,83 % Körperschaftsteuer inkl. Solidaritätszuschlag, 14,42 % Gewerbesteuer (bezieht sich auf Gesellschaften im Bereich Umwelt)

2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

3) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt ab dem Jahr 2014 jährlich auf Basis des Ergebnisses. Bis 2013 wurden im Unternehmen thesaurierte Gewinne nicht besteuert. Die Besteuerung erfolgte erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Lediglich die Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen war jährlich zu entrichten.

Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen Gebrauch. Insgesamt gibt es innerhalb der EVN zwei (Vorjahr: vier) steuerliche Unternehmensgruppen. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der Stand-Alone-Methode orientiert.

Dabei werden überrechnete steuerliche Verluste auf Seite der Gruppenmitglieder als interne Verlustvorträge evident gehalten und mit künftigen positiven Ergebnissen verrechnet. Ausnahmen davon bilden die Verträge mit den Gruppenmitgliedern WEEV Beteiligungs GmbH und Burgenland Holding AG, die vorsehen, dass der WEEV Beteiligungs GmbH und der Burgenland Holding AG im Fall der Zurechnung eines negativen steuerlichen Ergebnisses eine negative Steuerumlage gutgeschrieben wird, wenn das Gruppenergebnis insgesamt positiv ist. Ansonsten wird der jeweilige Verlust als interner Verlustvortrag berücksichtigt und in Folgejahren als negative Steuerumlage vergütet, sobald er in einem zusammengefasten positiven Ergebnis Deckung findet.

Aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften wird für die künftige Verpflichtung zur Zahlung von Ertragsteuern eine Verbindlichkeit in Höhe des Nominalbetrags ausgewiesen.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der Liability-Methode mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht und die Absicht auf Aufrechnung der Steuern bestehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird zu jedem Abschlussstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf etwaige vorzunehmende Wertminderungen hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Fall von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden primär auf die CGUs "Stromverteilung Bulgarien", "Stromverteilung Mazedonien" und "Internationales Projektgeschäft" verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom-, Erdgas- und Wasserverteilungsanlagen, Windparks, Strombezugsrechte, Telekomnetze sowie Anlagen im Umweltbereich.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird als erzielbarer Betrag der höhere Wert aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Als Abzinsungssatz wird ein Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) verwendet. Die Eigenkapitalprämie des WACC setzt sich aus dem risikolosen Zinssatz zehnjähriger EU-Anleihen sowie einer Risikoprämie zusammen, welche die Markt-Risikoprämie und den Beta-Faktor auf Basis von Peer-Group-Kapitalmarktdaten umschließt. Die Fremdkapital-Prämie setzt sich aus dem Basiszinssatz und einem EVN-spezifischen Risikozuschlag zusammen. Für die Gewichtung der beiden Prämien wird auf Basis von Peer-Group-Daten eine Kapitalstruktur von 50:50 zu Marktwerten unterstellt. Diese Zahlungsströme werden mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7 % (Vorjahr: 8,7 %), angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Die Cash-Flow-Prognosen basieren auf den jüngsten vom Management genehmigten Finanzplänen und erstrecken sich auf einen Zeitraum, für welchen verlässliche Planungsrechnungen erstellt werden können. Die zukünftigen Strompreisannahmen werden von den Terminmarktnotierungen an der European Energy Exchange AG, Leipzig, abgeleitet. Für darüber hinausgehende Zeiträume erfolgt eine Durchschnittsbildung anhand zweier Prognosen renommierter Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Fall von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt. Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

Die Buchwerte der Firmenwerte stellen sich wie folgt dar:

21. Zuordnung der Firmenwerte auf Cash Generating Units
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Stromverteilung Bulgarien 122,6
Stromverteilung Mazedonien 26,3
Internationales Projektgeschäft 53,1 53,1
Sonstige CGUs 5,5 5,5
Summe Firmenwerte 58,6 207,5

Als Ergebnis der von den zuständigen Regulierungsbehörden in Bulgarien und Mazedonien bekanntgegebenen Tarifentscheidungen und in Verbindung mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation und dem Ausblick in dieser Region mussten die mittelfristigen Erwartungen für die Geschäftstätigkeit der EVN Gruppe in Bulgarien sowie Mazedonien angepasst werden, was zu Wertminderungen der Firmenwerte und Kundenstöcke dieser CGUs (148,9 Mio. Euro und 43,0 Mio. Euro) führte. Der CGU Stromverteilung Mazedonien waren im Vorjahr Kundenbeziehungen, die noch nicht einer Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24,5 Mio. Euro zugeordnet. Diese bestanden zum 30. September 2014 daher nicht mehr (siehe Erläuterung 35. Immaterielle Vermögenswerte).

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung der Nutzungswerte für Firmenwerte verwendet werden, sind neben den Cash-Flow-Prognosen der Abzinsungssatz (WACC) und die Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum.

Die Annahmen zu den wesentlichen Cash Generating Units sowie deren Sensitivitäten sind im Folgenden dargestellt:

Internationales Projektgeschäft

21. Internationales Projektgeschäft
in %
2013/14 2012/13
Annahmen
WACC vor Steuern 10,60 % 12,00 %
Wachstumsrate nach Detailplanungszeitraum von 4 Jahren 0,0 % 0,0 %
Sensitivitäten beim Abzinsungssatz
WACC +1 % –6,9 % –3,1 %
WACC –1 % 15,7 % 14,8 %
Veränderung des WACC in Basispunkten (BP), damit der erzielbare Betrag dem Buchwert entspricht 30 BP 60 BP

Der Buchwert des Nettovermögens der CGU "Internationales Projektgeschäft" betrug 252,9 Mio. Euro (Vorjahr: 262,9 Mio. Euro). Bei Erhöhung (Verminderung) des WACC um 1 % wäre es im Geschäftsjahr 2013/14 ceteris paribus zu einer Unterdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 6,9 % gekommen (Überdeckung in Höhe von 15,7 %). Bei Erhöhung (Verminderung) des Wachstumsfaktors um 1 % wäre es im Geschäftsjahr 2013/14 ceteris paribus zu einer Überdeckung des Nettovermögens der CGU in Höhe von 4,1 % gekommen (Überdeckung in Höhe von 2,5 %). Bei einem Wachstumsfaktor von –4,0 % entspräche der erzielbare Betrag dem Buchwert.

Die Berechnungen wurden auf Basis des Nutzungswerts durchgeführt.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen von PPP-Projekten anfallen, bei denen eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Insbesondere die folgenden Annahmen und Schätzungen können in folgenden Berichtsperioden zu einer wesentlichen Anpassung der Wertansätze einzelner Vermögenswerte und Schulden führen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen. Zur Ermittlung erzielbarer Beträge mithilfe kapitalwertorientierter Verfahren werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) verwendet; diese entsprechen der durchschnittlichen gewichteten Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital. Die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalverzinsung – diese entspricht einer Kapitalstruktur zu Marktwerten – wurde aus einer adäquaten Peer Group abgeleitet. Vor dem Hintergrund des derzeit volatilen Finanzmarktumfelds wird die Entwicklung der Kapitalkosten (und insbesondere der Länderrisikoprämien) laufend beobachtet (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Für die Bewertung des Erzeugungsportfolios wurde das Preisgerüst ab dem fünften Jahr (keine aussagekräftigen Marktpreise an den Strombörsen mehr verfügbar) anhand der durchschnittlichen Prognosen zweier renommierter Marktforschungsinstitute und Informationsdienstleister in der Energiewirtschaft ermittelt. Es werden jeweils die letzten aktuell verfügbaren Studien verwendet, die aufgrund der derzeitigen Volatilität der Strommärkte jährlich aktualisiert werden.

Die wesentlichen Prämissen und Ermessensentscheidungen bei der Festlegung des Konsolidierungskreises sind in den Erläuterungen zu 2. Berichterstattung nach IFRS und 4. Konsolidierungskreis beschrieben.

Im März 2014 hat die bulgarische Staatliche Kommission für Energie- und Wasserregulierung (SEWRC/"der Regulator") ein administratives Verfahren zum Lizenzentzug gegen die EVN Bulgaria EC eingeleitet. Als Grund für diesen Schritt nannte die SEWRC die Gegenverrechnung von Forderungen an die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) durch die EVN Bulgaria EC. Der Regulator behauptet, die Gegenverrechnung habe zur Verringerung der Barreserven bei der NEK geführt und dadurch deren Fähigkeit gefährdet, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das administrative Verfahren vor dem Regulator ist noch anhängig. Während des administrativen Verfahrens hat der Regulator eine Geldbuße in der Höhe von 1,0 Mio. BGN gegen die EVN Bulgaria EC verhängt. Die EVN Bulgaria EC legte gegen diese Maßnahme Berufung vor dem zuständigen erstinstanzlichen Gericht – dem Bezirksgericht in Plovdiv (PDC) – ein. Am 10. Oktober entschied das Gericht zugunsten der SEWRC und bestätigte die Geldbuße. Gegen diese Entscheidung hat die EVN Bulgaria EC beim Verwaltungsgericht in Plovdiv Berufung eingelegt. Die Bewertung der bulgarischen Vermögenswerte basiert auf aktuellen Annahmen. Das eingeleitete Investitionsschutzverfahren bei dem von der Weltbank eingerichteten International Centre for the Settlement of Investment Disputes (ICSID) wird weiter verfolgt und soll bewirken, dass die Nachteile aus den regulatorischen Entscheidungen kompensiert werden.

Die Moskauer Antimonopolkommission (FAS) hat den Beschluss der Regierung der Stadt Moskau vom 1. Juni 2010, mit der im Projekt der Müllverbrennungsanlage der Wechsel auf den Investor EVN unter gleichzeitiger Erhöhung der Kapazität auf 700.000 Jahrestonnen angeordnet bzw. genehmigt worden war, für wettbewerbswidrig erklärt; dieser Beschluss ist rechtskräftig. Gegen die behördlichen Maßnahmen zur Aufhebung dieser Verordnung und des Investitionsvertrags selbst führt EVN mehrere Verfahren, die derzeit bei (unterschiedlichen) Instanzen anhängig sind. Diese Entwicklungen beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau ließen zuletzt erhebliche Zweifel an dessen Realisierbarkeit erscheinen, weshalb die bestehende Leasingforderung wertberichtigt und der auf die verwertbaren Anlagenkomponenten entfallende Betrag in die Vorräte umgegliedert wurde. Die weiteren Entwicklungen in diesem Projekt können in folgenden Berichtsperioden zu Änderungen des Ausweises und Wertänderungen führen (siehe Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte).

Die Projektgesellschaft zur Errichtung des Kraftwerks Walsum 10, an der die EVN zu 49 % beteiligt ist, hat am 17. Dezember 2013 eine Schiedsklage gegen das Generalunternehmerkonsortium Hitachi Ltd und Hitachi Power Europe GmbH und am 10. Dezember 2013 eine gerichtliche Klage gegen einen Versicherer eingebracht. Die geltend zu machenden Ansprüche beruhen auf Schäden, die der Projektgesellschaft infolge verspäteter Fertigstellung des Kraftwerks Walsum 10 entstanden sind, und umfassen pauschalierten Schadenersatz für Verzug, verzögerungsbedingte Mehrkosten, die vorfinanzierten Reparaturkosten und für den Schaden aus entgangener Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten, sowie Ansprüche gegen einen Versicherer. Widerklagend hat das Hitachi-Konsortium in diesem Verfahren Ansprüche gegen die Projektgesellschaft geltend gemacht. Der Versicherer hat in einer mittlerweile verbundenen Klage Rückzahlung von bereits geleisteten Abschlagszahlungen gefordert. Der Ausgang dieser Verfahren kann in künftigen Perioden zu Wertänderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet, die in künftigen Perioden zu Bewertungsänderungen führen können (siehe Erläuterung 52. Langfristige Rückstellungen).

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 17. Rückstellungen) und Einschätzungen zu sonstigen Verpflichtungen und Risiken (siehe Erläuterung 66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

24. Grundsätze zur Segmentberichterstattung

Die Identifizierung der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Für jedes operative Segment überprüft der Vorstand des EVN Konzerns (Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8) interne Managementberichte mindestens vierteljährlich. Die Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Energiehandel und -vertrieb", "Netzinfrastruktur Inland", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" entspricht vollständig der internen Berichtsstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (siehe Erläuterung 60. Segmentberichterstattung).

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

25. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

25. Umsatzerlöse
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Erzeugung 33,7 39,0
Energiehandel und -vertrieb 431,5 387,8
Netzinfrastruktur Inland 430,9 435,8
Energieversorgung Südosteuropa 900,4 1.007,3
Umwelt 168,9 227,2
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 9,5 8,8
Summe 1.974,9 2.105,9

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von PPP-Projekten in Höhe von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 83,5 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte).

Die vom bulgarischen Regulator kommunizierte Rückführung von Erlösen aus vergangenen Perioden in Höhe von 72,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) wurde in den Umsatzerlösen erfasst (siehe Erläuterung 59. Übrige kurzfristige Schulden).

26. Sonstige betriebliche Erträge

26. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR
2013/14 2012/13
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 45,4 39,8
Aktivierte Eigenleistungen 18,3 15,2
Bestandsveränderungen –18,1 12,5
Entschädigungen und Vergütungen 8,8 3,6
Zinsen für verspätete Zahlungen 7,7 9,8
Miet- und Pachterträge 2,4 2,4
Ergebnis aus der Veräußerung von vollkonsolidierten Unternehmen 0,5
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –1,2 0,0*)
Übrige sonstige betriebliche Erträge 7,9 11,3
Summe 71,1 95,2

*) Kleinbetrag

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen. Fertiggestellte bzw. abgerechnete Kundenprojekte im laufenden Geschäftsjahr führten zu der ausgewiesenen Reduktion der Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Strom-, Erdgas-, Kohle- und Biomassebezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratiszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2-Emissionszertifikate in Höhe von 4,1 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend im Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Fremdstrombezug und Energieträger 1.032,2 979,0
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 251,9 301,3
Summe 1.284,0 1.280,3

28. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 5,8 Mio. Euro (Vorjahr: 5,7 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro) enthalten.

28. Personalaufwand
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Gehälter und Löhne 241,6 234,7
Aufwendungen für Abfertigungen 4,5 5,2
Aufwendungen für Pensionen 9,5 9,6
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
51,1 49,4
Sonstige Sozialaufwendungen 6,3 6,4
Summe 313,0 305,3

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:

28. Mitarbeiter nach Segmenten1) 2013/14 2012/13
Erzeugung 164 192
Netzinfrastruktur Inland 1.281 1.299
Energiehandel und -vertrieb 279 272
Energieversorgung Südosteuropa 4.532 4.625
Umwelt 549 591
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 510 466
Summe 7.314 7.445

1) Anzahl im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 96,0 % aus Angestellten und zu 4,0 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 95,9 % Angestellte und 4,1 % Arbeiter), wobei in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird und damit eine Zurechnung bei den Angestellten erfolgt.

29. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

29. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Immaterielle Vermögenswerte 205,9 14,8
Sachanlagen 319,5 283,1
Summe 525,5 297,9
29. Abschreibungen und Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Abschreibungen 256,0 237,9
Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen1) 269,5 59,9
Summe 525,5 297,9

1) Details siehe Erläuterung 35. Immaterielle Vermögenswerte und 36. Sachanlagen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Forderungsabschreibungen 230,7 36,0
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 28,8 35,5
Betriebssteuern und Abgaben 17,6 16,0
Werbeaufwand 11,4 10,4
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 10,9 11,3
Telekommunikation und Portospesen 10,2 11,5
Versicherungen 9,1 9,0
Mieten 6,9 7,2
Wartung und Instandhaltung 6,8 6,8
Weiterbildung 2,3 2,3
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 24,3 24,3
Summe 359,0 170,4

Die Forderungsabschreibungen beinhalten im Gechäftsjahr 2013/14 die Wertberichtigung der Leasingforderung beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau in Höhe von 191,4 Mio. Euro (siehe Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte).

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozesskosten und -risiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter

31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter
Mio. EUR 2013/14 2012/13
EVN KG 53,6 58,9
RAG 58,0 80,1
EconGas –19,7
Energie Burgenland 7,6 9,7
ZOV; ZOV UIP 11,7 11,8
Devoll Hydropower ShA –27,6
Shkodra –20,4
Verbund Innkraftwerke –39,2 2,8
Andere Gesellschaften 2,4 –0,6
Summe 94,0 95,0

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wurde beginnend mit dem 3. Quartal 2013/14 als Teil des operativen Ergebnisses ausgewiesen (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS). Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen.

Der negative Ergebnisbeitrag der Verbund Innkraftwerke GmbH ist durch deutlich verschlechterte Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung, die auf aktuellen Marktanalysen beruhen, begründet. Die neuen Strompreisannahmen führten zu einer Wertminderung der Anteile an diesem at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 41,1 Mio. Euro (siehe Erläuterung 37. At Equity einbezogene Unternehmen).

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter im Vergleichszeitraum des Vorjahres war geprägt durch die negativen Ergebnisbeiträge der EconGas, der Devoll Hydropower ShA und der Shkodra. Der negative Ergebnisbeitrag der EconGas resultierte einerseits aus der signifikant negativen Spanne zwischen dem langfristigen ölpreisgebundenen Erdgasbezug und den hubpreisgebundenen Verkäufen sowie andererseits aus einer Vorsorge für belastende Verträge der EconGas im Zusammenhang mit vertraglich vereinbarten langfristigen Transport- und LNG-Kapazitätsbuchungen. Weiters kam es im Vorjahr durch den Verkauf des Anteils der EVN AG an der Devoll Hydropower ShA an die Statkraft A.S. zu einem einmaligen negativen Effekt in Höhe von 27,6 Mio. Euro vor Steuern.

Der bei der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Vorjahr erfasste negative Ergebnisbeitrag war auf mehrere Effekte zurückzuführen. Zum einen war eine von albanischen Regierungsvertretern in Aussicht gestellte Konzessionsdauerverlängerung als wirtschaftliche Kompensation für in der Bauphase eingetretene Hochwasserschäden, einen Bauverzug und entsprechende Mehrkosten aufgrund des Regierungswechsels mit hoher Unsicherheit behaftet. Zum anderen hatte sich das Kundenrisiko infolge verspäteter Zahlungseingänge erhöht. Weiters waren die Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) weiter gesunken. Trotz eines positiven Ergebnisses in Höhe von 1,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2013/14 blieb dieses im Ergebnisanteil der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH unberücksichtigt, da die noch nicht erfassten und außerbücherlich mitgeführten Verluste vom Gewinnanteil noch nicht abgedeckt wurden.

Die nicht angesetzten kumulativen Verluste der Shkodra Region Beteiligungshodling GmbH betrugen –0,1 Mio. Euro (Vorjahr: –0,9 Mio. Euro), die nicht angesetzten kumulativen Verluste der Econgas betrugen –0,2 Mio. Euro (Vorjahr: –4,1 Mio. Euro).

32. Finanzergebnis

32. Finanzergebnis
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Beteiligungsergebnis
WEEV Beteiligungs GmbH 2,8 –29,6
Andere Gesellschaften 0,0*) 0,0*)
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter 2,8 –29,6
Dividendenzahlungen 42,9 27,2
davon Verbund AG 40,1 24,1
davon andere Gesellschaften 2,8 3,1
Wertminderungen –0,5 –0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 42,4 26,8
Summe Beteiligungsergebnis 45,2 –2,8
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 18,7 21,2
Übrige Zinserträge 4,8 7,2
Summe Zinsertrag 23,5 28,4
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –77,5 –75,3
Zinsaufwand Personalrückstellungen –14,3 –15,5
Übrige Zinsaufwendungen –4,9 –3,1
Summe Zinsaufwendungen –96,7 –93,8
Summe Zinsergebnis –73,2 –65,4
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens (@FVTPL) 1,0 –0,1
Währungskursgewinne/-verluste –2,7 –0,1
Übriges Finanzergebnis –2,3 –3,1
Summe sonstiges Finanzergebnis –4,0 –3,3
Finanzergebnis –31,9 –71,5

*) Kleinbetrag

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit finanziellem Charakter wird als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS).

Die WEEV Beteiligungs GmbH wurde zum Zweck der Teilnahme an der Kapitalerhöhung des Verbund AG gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG gegründet und erstmals im Geschäftsjahr 2010/11 in den Konzernabschluss der EVN at Equity einbezogen. Die Anpassungen an geänderte Marktwerte werden, nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern, gemäß IAS 39 gegen die Bewertungsrücklage verrechnet. Im Fall eines signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses erfordern die Bestimmungen der IFRS die Vornahme einer ergebniswirksamen Wertminderung, welche im Vorjahr zu dem ausgewiesenen negativen Ergebnisbeitrag führte.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus liquiden Mitteln und Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen für die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

33. Ertragsteuern

33. Ertragsteuern
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Laufender Ertragsteueraufwand und -ertrag –8,4 32,4
davon österreichische Gesellschaften –17,7 22,0
davon ausländische Gesellschaften 9,3 10,3
Latenter Steuerertrag –94,4 –14,5
davon österreichische Gesellschaften –70,2 –10,8
davon ausländische Gesellschaften –24,2 –3,7
Summe –102,8 17,9

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2014 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und des ausgewiesenen Konzernsteuerertrags aufgrund des negativen Konzernergebnisses des Geschäftsjahres 2013/14 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2013/14 2012/13
33. Ermittlung des Effektivsteuersatzes in % Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern –373,3 170,7
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz –25,0 –93,3 25,0 42,7
+ /– Abweichende ausländische Steuersätze 4,6 17,3 –4,5 –8,1
– Steuerfreie Beteiligungserträge –6,7 –25,2 –7,6 –13,7
+ /– Änderungen im Ansatz / in der Bewertung der latenten Steuern 11,9 44,6 1,5 2,7
+ Abschreibungen auf Firmenwerte 10,0 37,2
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –26,1 –97,5 –8,8 –15,7
– Steuerfreie Erträge –0,5 –1,9 –0,3 –0,6
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 4,1 15,3 6,6 11,8
+ /– Aperiodische Steuererhöhungen /-minderungen 0,2 0,8 0,3 0,5
– /+ Sonstige Posten 0,0*) –0,1 –0,9 –1,7
Effektivsteuersatz/-aufwand –27,5 –102,8 11,2 17,9

*) Kleinbetrag

Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungsabschreibungen von EVN Bulgaria EC, EVN Macedonia, EVN Kavarna, evn nk BuB, EVN UBS und OOO EVN Umwelt Service (Vorjahr: Shkodra, Devoll Hydropower, EconGas und EnergieAllianz). Der effektive Steuerertrag (Vorjahr: Steuerbelastung) der EVN für das Geschäftsjahr 2013/14 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern –27,5 % (Vorjahr: 11,2 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

34. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2013/14 im Umlauf befindlichen Anteile von 177.936.810 Stück (Vorjahr: 178.356.673 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch so genannte "potenzielle Aktien" aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für die EVN bestehen jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von –299,0 Mio. Euro (Vorjahr: 109,3 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2013/14 ein Ergebnis je Aktie von –1,68 Euro (Vorjahr: 0,61 Euro).

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2013/14 ergaben.

35. Immaterielle Vermögenswerte

In den Rechten waren Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, ausgewiesen. Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2013/14 ergab die Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 191,8 Mio. Euro im Segment "Energieversorgung Südosteuropa". Die Wertminderungen waren auf die mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 2. Juli 2014 bekanntgegebenen Tarifänderungen in Bulgarien und Mazedonien ab 1. Juli 2014 zurückzuführen. Dadurch kam es zu einer Neubewertung der Geschäftstätigkeit in diesen beiden Ländern und einer vollständigen Wertminderung der Firmenwerte und Kundenstöcke.

In Bulgarien sehen die neuen Tarife eine deutliche Erhöhung des Strombezugspreises bei nur geringfügiger Anhebung der Endkundenpreise vor. Darüber hinaus wurde die Marge für die im Energievertrieb tätige EVN Bulgaria EC weiter reduziert. Der erzielbare Betrag für die CGU "Stromverteilung Bulgarien" wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 394,7 Mio. Euro per 30. Juni 2014. Der WACC vor Steuern betrug 9,37 % (Vorjahr: 8,68 %). Die erfasste Wertminderung wurde per 30. September 2014 bestätigt und betrug 141,0 Mio. Euro, von denen 122,6 Mio. Euro auf den Firmenwert entfielen.

In Mazedonien fiel die Anhebung der Endkundenpreise geringer aus als erwartet. Weiters wurden Kostenelemente im Zusammenhang mit der geplanten Liberalisierung nicht berücksichtigt. Dies machte eine Wertminderung sowohl des Firmenwerts als auch des Kundenstocks erforderlich. Der erzielbare Betrag für die CGU "Stromverteilung Mazedonien" wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 249,0 Mio. Euro per 30. Juni 2014. Der WACC vor Steuern betrug 11,61 % (Vorjahr: 11,61 %). Die erfasste Wertminderung wurde per 30. September 2014 bestätigt und betrug 50,8 Mio. Euro, von denen 26,3 Mio. Euro auf den Firmenwert entfielen.

Im Geschäftsjahr 2012/13 wurden keine Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte erfasst.

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden insgesamt 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

35. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2013/14 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2013 216,7 330,8 93,7 641,3
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Zugänge 5,6 1,7 7,3
Abgänge –1,0 0,0*) –1,1
Umbuchungen 1,3 –0,1 1,2
Bruttowert 30.09.2014 216,7 336,7 95,3 648,7
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –9,2 –204,4 –32,8 –246,4
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –9,6 –4,5 –14,1
Wertminderungen –148,9 –43,0 –191,8
Abgänge 0,1 0,0*) 0,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –158,1 –213,9 –80,2 –452,2
Nettowert 30.09.2013 207,5 126,5 60,9 394,9
Nettowert 30.09.2014 58,6 122,8 15,1 196,5

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2012/13 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Firmenwerte Rechte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2012 216,7 326,3 89,6 632,7
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Zugänge 4,0 4,5 8,5
Abgänge –0,1 –0,6 –0,7
Umbuchungen 0,6 0,3 0,8
Bruttowert 30.09.2013 216,7 330,8 93,7 641,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –9,2 –195,0 –28,1 –232,3
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –9,4 –5,4 –14,8
Abgänge 0,1 0,6 0,7
Umbuchungen 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –9,2 –204,4 –32,8 –246,4
Nettowert 30.09.2012 207,5 131,3 61,6 400,4
Nettowert 30.09.2013 207,5 126,5 60,9 394,9

*) Kleinbetrag

36. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 7,6 Mio. Euro (Vorjahr: 14,3 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 2,8 % – 8,5 % (Vorjahr: 3,8 % – 8,5 %).

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 63,2 Mio. Euro (Vorjahr: 67,0 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 18,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,2 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr 2013/14 führte die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 zu folgenden Wertminderungen:

Infolge der verschlechterten Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung ergab sich für das Kraftwerk Dürnrohr ein Abwertungsbedarf in Höhe von 27,0 Mio. Euro. Der erzielbare Betrag für die betreffende CGU wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 18,0 Mio. Euro. Der WACC vor Steuern betrug 8,59 % (Vorjahr: 9,33 %).

Weiters führten Werthaltigkeitsprüfungen aufgrund der verschlechterten Einschätzungen zu Wertminderungen in Höhe von 1,8 Mio. Euro an Kleinwasserkraftwerken und einem Windpark der EVN Naturkraft. Die erzielbaren Beträge wurden auf Basis von Nutzungswerten berechnet und betrugen in Summe 13,3 Mio. Euro. Der WACC vor Steuern betrug 8,04 %. Weiters kam es zu Wertminderungen in Höhe von 7,2 Mio. Euro am Windpark der EVN Kavarna. Der erzielbare Betrag wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 18,5 Mio. Euro. Der WACC vor Steuern, der für die Phase des geförderten Tarifs zur Anwendung kam, betrug 6,60 %.

In der EVN Wasser wurde aufgrund der vorübergehenden Stilllegung des Brunnenfelds Bisamberg eine Wertminderung in Höhe von 2,1 Mio. Euro notwendig. Weiters kam es im Umweltbereich zu Wertminderungen im Zusammenhang mit der Schlammtrockung und von Anlagenkomponenten des Blockheizkraftwerks in Ljuberzy, Moskau. Da die aktuelle Beurteilung der Entwicklungen am Kläranlagenstandort Ljuberzy zu erheblichen Zweifeln hinsichtlich der Inbetriebnahme und Nutzung der Schlammtrockungsanlage sowie der Kompensation betreffend Netz-Infrastruktur und das Reserve-Blockheizkraftwerk führte, wurden diese Anlagen im September 2014 vollständig wertberichtigt. Die Schlammtrockungsanlage wurde um 30,7 Mio. Euro wertberichtigt. Der Wertminderungsbedarf der restlichen Vermögenswerte, welche dem Blockheizkraftwerk Ljuberzy zuzurechnen sind, betrug 8,9 Mio. Euro.

Die Wertminderung in der Vergleichsperiode resultierte aus der Abwertung des zu diesem Zeitpunkt in Bau befindlichen Kraftwerks der anteilsmäßig als Joint Operation einbezogenen Steag-EVN Walsum. Grund hierfür waren im Wesentlichen eine Verzögerung hinsichtlich der kommerziellen Inbetriebnahme des Kraftwerks und daraus resultierende höhere Kosten. Insgesamt betrug die Wertminderung für das anteilige Kraftwerk Duisburg-Walsum per 30. September 2014 92,7 Mio. Euro. Die Wertminderungen in Höhe von 1,0 Mio. Euro betrafen im Vorjahr im Wesentlichen Wärmeanlagen.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 196,3 Mio. Euro (Vorjahr: 587,9 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 12,2 Mio. Euro (Vorjahr: 13,3 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte wiesen einen Buchwert in Höhe von 71,9 Mio. Euro auf (Vorjahr: 116,6 Mio. Euro).

36. Entwicklung der Sachanlagen

Geschäftsjahr 2013/14
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und
Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2013 711,5 3.525,2 2.255,0 202,6 229,9 693,4 7.617,7
Währungsdifferenzen –0,2 –0,6 –9,6 –0,1 –0,2 –4,0 –14,6
Zugänge 9,7 112,3 105,1 19,3 14,0 142,4 402,8
Abgänge –1,8 –8,2 –9,3 –5,9 –23,7 –1,3 –50,3
Umbuchungen 43,0 67,2 476,6 0,2 2,4 –590,7 –1,4
Bruttowert 30.09.2014 762,1 3.695,9 2.817,8 216,1 222,4 239,9 7.954,2
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –358,6 –1.867,8 –1.495,5 –133,2 –184,7 –105,0 –4.144,8
Währungsdifferenzen 0,1 0,3 3,0 0,0*) 0,1 1,8 5,3
Planmäßige Abschreibungen –20,2 –100,8 –93,5 –10,8 –16,6 –241,9
Wertminderungen –20,8 –1,7 –23,9 –31,3 –77,7
Abgänge 1,6 7,9 7,5 5,6 23,0 1,1 46,8
Umbuchungen –4,1 0,0*) –92,2 0,0*) 96,5 0,2
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2014 –402,0 –1.962,1 –1.694,5 –138,3 –178,2 –36,9 –4.412,0
Nettowert 30.09.2013 352,9 1.657,4 759,5 69,5 45,2 588,5 3.472,9
Nettowert 30.09.2014 360,1 1.733,8 1.123,3 77,8 44,2 203,0 3.542,2

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2012/13
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und
Anlagen
in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2012 695,9 3.319,0 2.208,0 195,6 232,5 644,4 7.295,5
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) –7,0 0,0*) –0,1 –2,9 –10,0
Zugänge 11,6 130,2 44,1 12,7 12,8 156,0 367,4
Abgänge –1,9 –8,8 –6,5 –5,8 –10,0 –2,5 –35,4
Umbuchungen 5,9 84,9 16,3 0,1 –5,3 –101,6 0,2
Bruttowert 30.09.2013 711,5 3.525,2 2.255,0 202,6 229,9 693,4 7.617,7
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –338,5 –1.774,1 –1.424,6 –128,1 –180,8 –47,5 –3.893,5
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 1,1 0,0*) 0,1 1,2
Planmäßige Abschreibungen –20,8 –98,0 –76,4 –10,8 –17,2 –223,2
Wertminderungen 0,0*) –1,0 –58,9 –59,9
Abgänge 1,0 8,3 5,6 5,7 9,6 1,5 31,7
Umbuchungen –0,3 –3,9 –0,4 3,7 –0,1 –1,1
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2013 –358,6 –1.867,8 –1.495,5 –133,2 –184,7 –105,0 –4.144,8
Nettowert 30.09.2012 357,4 1.544,9 783,5 67,5 51,7 597,0 3.402,0
Nettowert 30.09.2013 352,9 1.657,4 759,5 69,5 45,2 588,5 3.472,9

*) Kleinbetrag

37. At Equity einbezogene Unternehmen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 218 unter Beteiligungen der EVN dargestellt. Unter 65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen finden sich Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen, welche at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Aus der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards ergaben sich Änderungen im Hinblick auf die Energievertriebsgesellschaften im Rahmen der EnergieAllianz, welche rückwirkend mit 1. Oktober 2012 at Equity in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und auf die Steag-EVN Walsum, welche rückwirkend mit 1. Oktober 2012 mit einem Anteil von 49,0 % anteilig in den Konzernabschluss der EVN und damit nicht mehr at Equity einbezogen wurde (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS).

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt. Für die at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurde eine Wertminderung an der Verbund Innkraftwerke GmbH in Höhe von 41,1 Mio. Euro aufgrund deutlich verschlechterter Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung auf Basis aktueller Marktanalysen notwendig. Der erzielbare Betrag für den EVN-Anteil an der Verbund Innkraftwerke GmbH wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt und betrug 135,1 Mio. Euro per 3. September 2014. Der WACC vor Steuern betrug 8,04 %. Die erfasste Wertminderung wurde per 30. September 2014 bestätigt (siehe auch Erläuterung 31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter).

Die Entwicklung des Nettowerts der at Equity einbezogenen Unternehmen wurde im Vorjahr wesentlich von den negativen Ergebnisbeiträgen beeinflusst (siehe auch 31. Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter und 32. Finanzergebnis).

In den Abgängen des Geschäftsjahres 2012/13 spiegelt sich der Verkauf des Anteils der EVN AG an der Devoll Hydropower ShA im Vorjahr wider.

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital im Besitz der EVN zum 30. September 2014 79,0 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 78,9 Mio. Euro).

Geschäftsjahr 2013/14
Mio. EUR
At Equity einbezogene
Unternehmen
Bruttowert 30.09.2013 918,8
Zugänge 0,2
Abgänge –0,5
Bruttowert 30.09.2014 918,4
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2013 25,2
Währungsdifferenzen 0,4
Abgänge 0,3
Wertminderungen –41,1
Laufendes anteiliges Ergebnis 137,6
Ausschüttungen –145,3
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –6,4
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –29,3
Nettowert 30.09.2013 944,0
Nettowert 30.09.2014 889,1
Geschäftsjahr 2012/13
Mio. EUR
At Equity einbezogene
Unternehmen
Bruttowert 30.09.2012 946,1
Zugänge 3,5
Abgänge –30,8
Bruttowert 30.09.2013 918,8
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2012 70,9
Währungsdifferenzen –1,0
Abgänge 30,8
Anteiliges Ergebnis 65,4
Ausschüttungen –154,1
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen 13,2
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2013 25,2
Nettowert 30.09.2012 1.017,0
Nettowert 30.09.2013 944,0

38. Sonstige Beteiligungen

Die Position sonstige Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 639,6 Mio. Euro (Vorjahr: 671,1 Mio. Euro) enthalten, von denen 23,9 Mio. Euro (Vorjahr: 33,5 Mio. Euro) zu Besicherungszwecken verwendet werden. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 25,1 Mio. Euro (Vorjahr: 23,7 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert werden, handelt es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderungen bei den sonstigen Beteiligungen betrafen in Höhe von –31,5 Mio. Euro (Vorjahr: 25,3 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse.

Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der Verbund AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der stimmberechtigten Aktien an der Verbund AG. Trotz des Bestehens des Syndikatsvertrages ist der Umfang eines möglichen Einflusses auf die Finanz- und Geschäftspolitik der Verbund AG aus diesem Syndikatsvertrag sehr begrenzt. Ein maßgeblicher Einfluss gemäß IAS 28 liegt somit nicht vor. Die Anteile an der Verbund AG werden daher entsprechend IAS 39 bilanziert.

38. Entwicklung der sonstigen Beteiligungen
Geschäftsjahr 2013/14
Mio. EUR
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2013 13,4 404,9 418,4
Zugänge 2,2 2,2
Abgänge –0,6 –1,2 –1,7
Umbuchungen –0,6 0,0*) –0,6
Bruttowert 30.09.2014 14,4 403,7 418,2
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2013 –5,3 281,7 276,4
Wertminderungen –0,2 –0,2
Abgänge 0,6 0,6 1,2
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen –31,5 –31,5
Umbuchungen 0,6 0,6
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2014 –4,2 250,7 246,5
Nettowert 30.09.2013 8,1 686,7 694,8
Nettowert 30.09.2014 10,3 654,4 664,7
Geschäftsjahr 2012/13
Mio. EUR
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2012 14,3 404,2 418,4
Zugänge 1,5 0,8 2,2
Abgänge –2,3 0,0*) –2,3
Bruttowert 30.09.2013 13,4 404,9 418,4
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2012 –6,6 256,8 250,2
Wertminderungen –0,1 –0,4 –0,4
Abgänge 1,3 1,3
Im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen 25,3 25,3
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2013 –5,3 281,7 276,4
Nettowert 30.09.2012 7,7 661,0 668,7
Nettowert 30.09.2013 8,1 686,7 694,8

*) Kleinbetrag

39. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2013/14.

Von den Ausleihungen in Höhe von 38,9 Mio. Euro (Vorjahr: 39,2 Mio. Euro) hatten 3,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,5 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von PPP-Projekten. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 46,5 Mio. Euro (Vorjahr: 503,4 Mio. Euro). Ebenso sind in den Zugängen aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 0,96 % – 5,41 % (Vorjahr: 0,96 % – 5,57 %).

Die jüngsten Entwicklungen beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau ließen erhebliche Zweifel an dessen Realisierbarkeit erscheinen (siehe hierzu auch Erläuterung 23. Ermessensbeurteilungen und zukunftsgerichtete Aussagen), weshalb diesem Szenario die größte Wahrscheinlichkeit beigemessen wurde. Entsprechend wurde ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 191,4 Mio. Euro identifiziert. Der aus dem Projekt verbleibende Restbetrag in Höhe von 60,0 Mio. Euro wurde in die Vorräte umgegliedert, da verwertbare Anlagenkomponenten in dieser Höhe bestehen, und einer Vorratsbewertung unterzogen (siehe Erläuterung 40. Vorräte).

Die Umbuchungen aus den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften enthalten weiters die Umgliederung im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage Moskau in Höhe von 223,7 Mio. Euro (siehe Erläuterung 43. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte).

Am 16. Juli 2012 beschloss die bulgarische Regulierungsbehörde State Energy and Water Regulatory Commission (SEWRC) für den Zeitraum ab 1. Juli 2012 eine Änderung der Methodik, um die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen (Ökostrom-Mehrkosten) auszugleichen. Wie im bulgarischen "Energy Act" geregelt, sind die Energieversorungsunternehmen verpflichtet, den Strom von Produzenten erneuerbarer Energie zu beschaffen. Die wachsende Zahl der neuen Verträge mit Netzanbindung von Produzenten erneuerbarer Energie führte zu höheren Absatzmengen, welche die Strom-Beschaffungskosten der EVN in Bulgarien signifikant erhöhten. Das bulgarische Gesetz sieht diesbezüglich eine Entschädigung für diese zusätzlichen Kosten vor, welche letztlich vom Endkunden zu tragen sind. Gegen den Beschluss vom 16. Juli 2012 hat die EVN Rechtsmittel eingelegt bzw. Verfahren eingeleitet, wonach weiterhin eine unmittelbare Abgeltung durch die nationale Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK) zu erfolgen habe. Mit Wirkung ab 1. August 2013 wurde diese Methodik erneut in der Weise geändert, dass die zusätzlichen Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien und für Strom aus hocheffizienten KWK-Anlagen von der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK getragen werden müssen. Vom 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 sind der EVN daraus Kosten in Höhe von 127,1 Mio. Euro entstanden, welche einer Zwischenfinanzierung bedürfen. Mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 wurden die entstandenen zusätzlichen Kosten der Höhe und dem Grunde nach bestätigt und klargestellt, dass diese direkt von NEK zu ersetzen sind.

Die erwarteten Ansprüche im Zusammenhang mit den Ökostrom-Mehrkosten wurden im Vorjahr von der bulgarischen Vertriebsgesellschaft als regulatorischer Vermögenswert ausgewiesen. Aufgrund des im bereits im Vorjahr unter anderem über Aufrechnungen und Einbehalte geltend gemachten und nun grundsätzlich bestätigten direkten Rückerstattungsanspruches besteht eine Forderung gegenüber NEK. Dementsprechend ist eine Anpassung im Rahmen der geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum Regulierungskonto nicht geboten. Zum 30. September 2014 betrug diese Forderung 94,4 Mio. Euro (Vorjahr: 86,8 Mio. Euro), von denen 70,8 Mio. Euro (Vorjahr: 33,4 Mio. Euro) in den übrigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. 23,6 Mio. Euro (Vorjahr: 53,4 Mio. Euro) haben kurzfristigen Charakter (siehe Erläuterung 41. Forderungen). Die Grundlage für die Bewertung der Forderung bilden die gegenüber NEK erfolgten Aufrechnungen und Einbehalte von Rechnungsbeträgen. Dementsprechend ist die Forderung mit 32,7 Mio. Euro wertberichtigt.

Aufgrund der Tatsache, dass alle erwarteten zukünftigen Leistungen von den Handlungen und Entscheidungen der bulgarischen Regulierungsbehörde abhängen, bestehen jedoch Schätzunsicherheiten hinsichtlich der Bewertung der Forderung. Aus diesem Grund besteht das Risiko einer wesentlichen Anpassung im nächsten Geschäftsjahr.

39. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Mio. EUR

Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Primärenergie
reserven
Summe
58,2 39,2 703,6 82,7 15,1 898,9
3,5 5,0 20,7 4,1 33,3
–1,3 –2,8 –42,1 –5,6 –51,8
2,7 2,7
–283,8 27,0 –256,8
63,2 41,4 398,4 108,2 15,1 626,3
–1,0 –40,4 –0,5 –41,9
–2,5 –191,4 –193,9
7,6 7,6
–1,0 –2,5 –191,4 –32,7 –0,5 –228,2
57,1 39,2 703,6 42,4 14,6 857,0
62,1 38,9 207,0 75,5 14,6 398,1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

39. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.09.2014
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
46,8 19,2 66,1 138,5 162,6 301,1
150,7 56,3 207,0 293,5 410,1 703,6
197,6 75,5 273,1 432,0 572,7 1.004,7
Restlaufzeit zum 30.09.2013

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2013/14 wurden in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

40. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 58. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

40. Vorräte
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Primärenergievorräte 72,3 41,7
CO2-Emissionszertifikate 0,2 1,9
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 29,0 27,2
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 20,0 38,8
Anlagenkomponenten 56,6
Summe 178,1 109,6

Die Primärenergievorräte beinhalten im Geschäftsjahr 2013/14 Vorräte in Höhe von 19,2 Mio. Euro, welche zu Handelszwecken gehalten wurden.

Die Anlagenkomponenten stammen aus dem Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 und wurden aus den übrigen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 60,0 Mio. Euro in die Vorräte umgegliedert (siehe auch Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte). Dabei ergaben sich in Summe Wertminderungen in Höhe von 3,4 Mio. Euro auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert. Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise wurde durch eine zusätzliche Erhöhung der Wertberichtigung um 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 3,6 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem standen Zuschreibungen in Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) gegenüber. Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

41. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Erdgas- und Wärmekunden.

Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – relativ lange Laufzeit kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive. Im Geschäftsjahr 2013/14 betrug die Zunahme der Wertberichtigung 30,8 Mio. Euro (Vorjahr: 25,1 Mio. Euro).

41. Wertberichtigungen
zu Forderungen
Mio. EUR
30.09.2014 30.09.2013
Bruttoforderungen Wertberichtigung Nettoforderungen Bruttoforderungen Wertberichtigung Nettoforderungen
Österreich 41,4 5,0 36,4 67,1 6,0 61,1
Deutschland 21,3 0,8 20,5 29,0 0,8 28,1
Bulgarien 164,0 26,1 138,0 136,1 26,3 109,8
Mazedonien 276,0 192,8 83,2 247,3 160,8 86,5
Sonstige 14,8 14,8 12,1 12,1
Gesamt 517,6 224,7 292,9 491,6 194,0 297,6

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus Dienstleistungen gegenüber diesen Unternehmen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten im Wesentlichen positive Marktwerte von Derivaten im Energiebereich (Vorjahr: positive Marktwerte von Währungsswaps im Zusammenhang mit der im Jahr 2014 ausgelaufenen CHF-Anleihe).

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten mit 23,6 Mio. Euro (Vorjahr: 53,4 Mio. Euro) Forderungen gegenüber NEK aufgrund der Kompensation der Ökostrom-Mehrkosten (siehe auch Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte). Weiters sind in dieser Position Forderungen aus Versicherungen, geleistete Anzahlungen und Forderungen gegenüber Förderstellen im Zusammenhang mit Wärmeprojekten enthalten.

Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,3 Mio. Euro).

41. Forderungen
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 292,9 297,6
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 43,4 19,5
Forderungen gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 0,8 8,3
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 1,4 5,2
Forderungen aus derivativen Geschäften 0,2 35,1
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 68,1 80,5
406,8 446,2
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 37,1 26,3
37,1 26,3
Summe 443,9 472,5

42. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sieht zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

42. Zusammensetzung Wertpapiere
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Fondsanteile 0,8 43,9
davon Cashfonds 40,0
davon sonstige Fondsprodukte 0,8 3,9
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 0,8 43,9

*) Kleinbetrag

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gestiegener Börsekurse eine erfolgsneutrale Wertänderung in Höhe von 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) vorgenommen.

43. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Die im Geschäftsjahr 2013/14 ausgewiesenen zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 223,7 Mio. Euro stehen im Zusammenhang mit der Natriumhypochloritanlage Moskau.

Die EVN hat über die WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH mit Sitz in Deutschland für die Stadt Moskau eine Natriumhypochloritanlage errichtet. Die Anlage wurde im Februar 2013 fertiggestellt und war seither betriebsbereit. Die Stadt Moskau war nicht bereit, trotz rechtskräftig erteilter Genehmigung für die Inbetriebsetzung der Anlage ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Projektgesellschaft nachzukommen.

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 29. Oktober 2014 bekanntgegeben, hat die EVN mit der Regierung der Stadt Moskau eine Einigung über den Verkauf der Natriumhypochloritanlage, die dem Segment Umwelt zugeordnet ist, erzielt: Mosvodokanal, das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen der Stadt Moskau, übernahm die von der Projektgesellschaft gehaltenen Anteile an der Objektgesellschaft in Russland, in der die Natriumhypochloritanlage bilanziert ist. Der Verkaufspreis betrug 250 Mio. Euro und korrespondierte mit den Investitionskosten, einschließlich erwarteter Ergebnisbeiträge der EVN Gruppe. Die Veräußerung erfolgte am 30. Oktober 2014.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2013/14 und 2012/13 ist auf Seite 146 dargestellt.

44. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 Stückaktien (Vorjahr: 179.878.402).

45. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,6 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 57,5 Mio. Euro).

46. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.794,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2.168,5 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

46. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG
Mio. EUR
Ausgewiesener Jahresverlust 2013/14 –78,8
Zuzüglich Gewinnvortrag aus dem Geschäftsjahr 2012/13 1,9
Zuzüglich Auflösung unversteuerter Rücklagen 0,7
Zuzüglich Auflösung freier Gewinnrücklagen 151,0
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 74,9
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –74,7
Ergebnisvortrag für das Geschäftsjahr 2014/15 0,1

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2013/14 in Höhe von 0,42 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2012/13 in Höhe von 74,8 Mio. Euro bzw. 0,42 Euro pro Aktie wurde in der 85. ordentlichen Hauptversammlung am 16. Jänner 2014 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 24. Jänner 2014.

47. Bewertungsrücklagen

In der Bewertungsrücklage werden Wertänderungen von Available-for-Sale-Finanzinstrumenten und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

Darüber hinaus sind anteilige Wertänderungen von Bewertungsrücklagen in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 10,5 Mio. Euro) in der Gesamtergebnisrechnung (siehe Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Seite 144) enthalten, die den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen sind.

47. Bewertungsrücklagen 30.09.2014 30.09.2013
Mio. EUR Vor Steuern Steuern Nach Steuern Vor Steuern Steuern Nach Steuern
Im sonstigen Ergebnis erfasste Posten aus
Available-for-Sale-Finanzinstrumenten 251,1 –62,8 188,3 282,6 –70,6 212,0
Cash Flow Hedges –54,3 17,1 –37,2 –43,7 13,5 –30,2
Neubewertungen IAS 19 –111,8 27,8 –84,0 –80,8 20,3 –60,5
At Equity einbezogenen Unternehmen –15,1 –15,1 –9,1 –9,1
Summe 69,9 –17,8 52,1 149,0 –36,9 112,1

In dem auf at Equity einbezogene Unternehmen entfallenden Teil der Bewertungsrücklage sind mit Ausnahme der von der WEEV Beteiligungs GmbH erfassten Wertänderungen im Zusammenhang mit den von der WEEV gehaltenen Aktien an der Verbund AG (AFS Finanzinstrumente) im Wesentlichen erfolgsneutrale Komponenten hinsichtlich Cash Flow Hedges und Neubewertungen gemäß IAS 19 abgebildet.

Betreffend Cash Flow Hedges wurden im Geschäftsjahr 2013/14 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) vom sonstigen Ergebnis in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert.

48. Eigene Anteile

Der Zukauf von eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2013/14 im Ausmaß von 164.000 Stück (das sind 0,09 % des Grundkapitals; 30. September 2013: 1.039.000 Stück bzw. 0,58 % des Grundkapitales) mit einem Anschaffungswert von 1,8 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 1,7 Mio. Euro (30. September 2013: Anschaffungswert von 11,3 Mio. Euro bzw. Kurswert von 11,7 Mio. Euro) erfolgte unter Bezugnahme auf die in der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012 und in der 85. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 16. Jänner 2014 genehmigten Rückkaufprogramme. Im Geschäftsjahr 2013/14 erfolgte der Verkauf von 67.620 Stück eigener Aktien, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

48. Entwicklung der Anzahl der
in Umlauf befindlichen Anteile Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.09.2012 179.878.402 –877.622 179.000.780
Erwerb eigener Aktien –1.039.000 –1.039.000
Verkauf eigener Aktien 73.010 73.010
30.09.2013 179.878.402 –1.843.612 178.034.790
Erwerb eigener Aktien –164.000 –164.000
Verkauf eigener Aktien 67.620 67.620
30.09.2014 179.878.402 –1.939.992 177.938.410

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 177.936.810 Stück (Vorjahr: 178.356.673 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

49. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Die folgende Tabelle zeigt Informationen zu jedem vollkonsolidierten Tochterunternehmen der EVN mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen:

49. Wesentliche Posten von Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen

30.09.2014 30.09.2013
RBG BUHO EVN Macedonia RBG BUHO EVN Macedonia
49,97 % 26,37 % 10,00 % 49,97 % 26,37 % 10,00 %
178,7 35,7 12,6 179,1 37,0 14,8
29,0 2,0 –2,2 40,1 2,5 1,2
357,1 174,2 280,7 357,9 179,2 303,1
0,2 6,9 97,8 0,2 6,8 120,0
156,6 169,8
0,0*) 0,0*) 97,2 0,1 0,0*) 106,2
0,0*) 380,8 0,0*) 411,0
58,1 7,4 –22,2 80,2 9,6 11,9
60,1 8,2 25,0 69,9 8,0 42,6
–16,5 –15,5
–60,0 –8,1 –5,1 –70,0 –6,5 –7,1

*) Kleinbetrag

Langfristige Schulden

50. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

50. Zusammensetzung
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Nominal
verzinsung
(%)
Laufzeit Nominale Buchwert
30.09.2014
Mio. EUR
Buchwert
30.09.2013
Mio. EUR
Marktwert
30.09.2014
Mio. EUR
Anleihen 705,7 707,0 836,2
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28,4 28,4 30,3
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 149,4 149,1 168,3
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,7 29,6 35,6
EUR-Anleihe 4,250 2011–2022 300,0 Mio. EUR 288,6 287,1 356,3
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 87,7 91,1 99,4
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 100,0 Mio. EUR 97,4 97,3 116,9
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 25,0 Mio. EUR 24,5 24,5 29,2
Bankdarlehen (inkl. Schuldscheindarlehen) 0,41–7,08 bis 2042 1.041,9 1.098,7 1.165,1
Summe 1.747,7 1.805,7 2.001,2

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

50. Fälligkeitsstruktur langfristige
Finanzverbindlichkeiten Restlaufzeit zum 30.09.2014 Restlaufzeit zum 30.09.2013
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 207,5 498,3 705,7 177,5 529,5 707,0
davon fix verzinst 207,5 410,6 618,0 177,5 438,5 616,0
davon variabel verzinst 87,7 87,7 91,1 91,1
Bankdarlehen 432,2 609,8 1.041,9 543,0 555,7 1.098,7
davon fix verzinst 259,2 528,7 787,9 369,6 464,2 833,8
davon variabel verzinst 173,0 81,1 254,0 173,4 91,5 264,9
Summe 639,7 1.108,0 1.747,7 720,5 1.085,3 1.805,7

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Die Anleihe in fremder Währung wird mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleiheverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber. Das Ergebnis aus dem Absicherungsgeschäft der JPY-Anleihe mittels Cross Currency Swaps belief sich im Geschäftsjahr 2013/14 auf 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Eine JPY-Anleihe sowie die CHF-Anleihe, welche im Vorjahr in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert worden waren, wurden planmäßig im Geschäftsjahr 2013/14 getilgt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. In den Bankdarlehen sind die Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro, die im Oktober 2012 emittiert wurden, enthalten.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

51. Latente Steuern

51. Latente Steuern
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –51,9 –44,2
Vortragsfähige steuerliche Ergebnisse –87,3 –26,3
Sonstige aktive latente Steuern –17,2 –9,5
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 56,0 65,2
Finanzinstrumente 56,3 85,6
Sonstige passive latente Steuern 5,1 4,8
Summe –39,0 75,6
davon aktive latente Steuern –87,1 –43,6
davon latente Steuerverbindlichkeiten 48,1 119,2

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

51. Veränderung latente Steuern
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Latenter Steuersaldo 01.10. 75,6 93,3
– Rückwirkende Anpassungen gemäß IAS 81) 6,1
– Erfolgswirksame Veränderung –94,4 –14,5
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage –19,0 0,3
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Währungsdifferenzen und sonstige Veränderungen –1,1 –9,6
Latenter Steuersaldo 30.09. –39,0 75,6

1) Anpassungen aufgrund rückwirkender Anwendung von neuen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 148).

Verluste, für die aktive latente Steuern angesetzt wurden, können auf Grundlage der steuerlichen Ergebnisplanung innerhalb der nächsten Jahre verwertet werden. Aktive latente Steuern in Höhe von 64,7 Mio. Euro (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert. Davon verfallen in den nächsten fünf Jahren 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro).

52. Langfristige Rückstellungen

52. Langfristige Rückstellungen
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Rückstellung für Pensionen 282,4 263,6
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 31,8 27,3
Rückstellung für Abfertigungen 93,6 90,3
Sonstige langfristige Rückstellungen 89,6 82,4
Summe 497,4 463,7

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie der Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

  • Zinssatz 2,40 % p. a. (Vorjahr: 3,50 % p. a.)
  • Bezugserhöhungen 2,50 % p. a.; Folgejahre 2,50 % p. a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 2,50 % p. a., Folgejahre 3,00 % p. a.)
  • Pensionserhöhungen 2,50 % p. a.; Folgejahre 2,50 % p. a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,50 % p. a., Folgejahre 3,00 %)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"
52. Entwicklung der Rückstellungen für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 290,9 275,0
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 2,5 2,5
+ Zinsaufwand 10,2 11,1
– Pensionszahlungen –17,1 –17,2
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen 27,6 19,5
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 314,2 290,9

Zum 30.09.2014 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen 14,0 Jahre (Vorjahr: 14,1 Jahre) und die der pensionsähnlichen Verpflichtungen 17,3 Jahre (Vorjahr: 17,1 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2014/15 werden Zahlungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen in Höhe von 17,2 Mio. Euro erwartet.

52. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 90,3 83,3
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 3,3 3,2
+ Zinsaufwand 3,4 3,5
– Abfertigungszahlungen –6,9 –4,0
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen 3,5 4,3
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 93,6 90,3

Zum 30.09.2014 beträgt die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 11,2 Jahre (Vorjahr: 11,3 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2014/15 werden Zahlungen für Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von 4,6 Mio. Euro erwartet.

Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter wirkt sich (ceteris paribus) auf die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie auf die Rückstellung für Abfertigungen wie folgt aus:

52. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
30.09.2014 30.09.2013
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 % 6,37 % –5,64 % 6,91 % –6,16 %
Bezugserhöhung 1,00 % –2,65 % 3,00 % –2,42 % 2,71 %
Pensionserhöhung 1,00 % –9,60 % 10,48 % –9,91 % 6,35 %
Restlebenserwartung 1 Jahr –4,56 % 4,62 % –4,40 % 4,46 %

52. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung

für Abfertigungen
in % 30.09.2014 30.09.2013
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 % 5,34 % –4,97 % 5,37 % –4,99 %
Bezugserhöhung 1,00 % –10,76 % 12,31 % –10,96 % 12,57 %

Die Sensitivitätsanalyse wurde für jeden wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter separat durchgeführt. Während für die Analyse jeweils nur ein wesentlicher Parameter verändert wurde, wurden gleichzeitig alle anderen Einflussgrößen konstant gehalten (ceteris paribus). Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgte analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung. Die Grenzen dieser Methode bestehen darin, dass keine Interdependenzen zwischen den einzelnen versicherungsmathematischen Parametern berücksichtigt wurden. Bei den Abfertigungsverpflichtungen wurde auf eine Dartstellung der Sensitivität der Restlebenserwartung verzichtet, da diese die Verpflichtung nu unwesentlich beeinflusst.

52. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Mieten für Netzzutritte Prozesskosten/ -risiken Umwelt- und Entsorgungsrisiken Übrige langfristige Jubiläumsgelder Rückstellungen Summe Buchwert 01.10.2013 20,1 10,5 14,7 33,0 4,2 82,4 Währungsdifferenzen 0,0*) – 0,0*) – – 0,0*) Zinsaufwand 0,4 0,0*) 0,1 0,8 0,0*) 1,4 Verwendung –0,7 –0,8 –9,1 –5,2 –1,9 –17,7 Zuführung 1,0 0,1 9,7 15,7 – 26,5 Umbuchung – – 2,0 –6,4 1,4 –3,0 Buchwert 30.09.2014 20,7 9,9 17,4 37,9 3,6 89,6

*) Kleinbetrag

Mio. EUR

Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, werden in den Prozesskosten/-risiken abgebildet. Umwelt- und Entsorgungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt- und Altlastenrisiken.

53. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

53. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse
Mio. EUR
Baukosten
zuschüsse
Investitions
zuschüsse
Summe
Buchwert 01.10.2013 453,0 50,5 503,5
Währungsdifferenzen –0,1 –0,1
Zugänge 54,6 9,0 63,6
Auflösung –39,8 –5,6 –45,4
Buchwert 30.09.2014 467,7 53,9 521,6

Investitionszuschüsse betreffen insbesondere Anlagen der EVN Wasser, Wärmeanlagen, die Abfallverwertungsanlage Zwentendorf und Kleinwasserkraftwerke der EVN Naturkraft.

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 476,2 Mio. Euro (Vorjahr: 463,7 Mio. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

54. Übrige langfristige Schulden

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken. Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleiheverbindlichkeit gegenübersteht, sowie von Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderen abgegrenzte Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Steuergruppe in Österreich sowie abgegrenzte langfristige Stromlieferverpflichtungen und langfristige Kundenanzahlungen.

54. Übrige langfristige Schulden

21,5
3,9
45,6
8,5
79,4

54. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Schulden

Restlaufzeit zum 30.09.2014 Restlaufzeit zum 30.09.2013
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 9,4 10,4 19,8 9,2 12,3 21,5
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 2,3 0,6 2,9 3,0 0,8 3,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 0,0*) 56,9 56,9 3,2 42,4 45,6
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 2,6 5,5 8,1 2,7 5,8 8,5
Summe 14,4 73,4 87,8 18,1 61,3 79,4

*) Kleinbetrag

Mio. EUR

Kurzfristige Schulden

55. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

55. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Bankdarlehen 173,8 109,1
Anleiheverbindlichkeiten
264,5
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 20,4 20,9
Summe 194,2 394,6

Kredite im Ausmaß von 173,8 Mio. Euro wurden in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten umgegliedert, da diese nun innerhalb eines Jahres fällig sind (Vorjahr: 109,1 Mio. Euro).

Die Anleiheverbindlichkeiten wurden am 20. Februar 2014 (CHF-Anleihe) bzw. am 1. September 2014 (JPY-Anleihe) endfällig und planmäßig getilgt.

56. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

56. Steuerverbindlichkeiten
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Energieabgaben 31,8 27,1
Umsatzsteuer 16,9 17,2
Körperschaftsteuer 1,8 19,0
Sonstige Posten 10,7 11,6
Summe 61,1 74,9

57. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 157,9 Mio. Euro (Vorjahr: 131,3 Mio. Euro) enthalten.

58. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 3,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Rückstellung für belastende Verträge beinhaltet absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

58. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen
Mio. EUR
Personal
ansprüche
Belastende
Verträge
Restruktu
rierung
Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2013 64,5 7,3 1,5 14,0 87,0
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,0*) 0,0*)
Verwendung –58,7 –2,9 –8,2 –69,7
Zuführung 62,1 41,5 13,3 116,9
Umbuchung –1,5 4,4 2,9
Buchwert 30.09.2014 67,9 45,9 23,7 137,2

*) Kleinbetrag

59. Übrige kurzfristige Schulden

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Cash Pooling Salden der EVN Finanzservice mit at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Verbindlichkeiten gegenüber e&t aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Strom.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in Höhe von 72,4 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) eine im Zusammenhang mit der Tarifentscheidung vom 1. Juli 2014 in Bulgarien angesetzte Verbindlichkeit aufgrund der Rückführung von Erlösen aus vorangegangenen Perioden. Weiters ist eine Verbindlichkeit aus der im November 2013 gezogenen Vertragserfüllungsbürgschaft im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum in Höhe von 60,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) enthalten. Ansonsten sind in dieser Position Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte ausgewiesen.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Erdgas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

59. Übrige kurzfristige Schulden
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 127,3 82,9
Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen 8,7 36,1
Zinsenabgrenzungen 18,4 21,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 11,6 14,1
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 166,0 27,7
331,9 182,7
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 65,2 67,7
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 11,8 10,1
77,0 77,8
Summe 408,9 260,5

Segmentberichterstattung

60. Segmentberichterstattung
Mio. EUR
Erzeugung Energiehandel und
-vertrieb
Netzinfrastruktur
Inland
Energieversorgung
Südosteuropa
2013/14 2012/13 2013/14 2012/13 2013/14 2012/13 2013/14 2012/13
Außenumsatz 33,7 39,0 431,5 387,8 430,9 435,8 900,4 1.007,3
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 153,8 75,3 17,2 17,9 53,7 61,9 0,4 0,4
Gesamtumsatz 187,5 114,3 448,6 405,8 484,6 497,6 900,8 1.007,7
Operativer Aufwand –115,1 –78,4 –448,5 –415,5 –297,8 –285,0 –880,6 –890,6
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen operativ
–38,9 –45,0 55,2 38,3
EBITDA 33,6 –9,1 55,3 28,6 186,8 212,6 20,2 117,1
Abschreibungen –86,7 –27,9 –16,1 –15,8 –103,6 –100,7 –252,9 –65,8
davon Wertminderungen –36,0 –0,6 –0,2 –191,8
Operatives Ergebnis (EBIT) –53,1 –37,0 39,2 12,8 83,3 112,0 –232,8 51,2
EBIT-Marge (%) –28,3 –32,3 8,7 3,2 17,2 22,5 –25,8 5,1
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen finanziell
Zinserträge 0,5 0,6 0,2 0,1 0,3 0,3 0,7 0,6
Zinsaufwendungen –26,4 –13,9 –3,1 –3,1 –20,1 –21,2 –29,2 –27,9
Finanzergebnis –25,3 –12,5 –3,0 –3,1 –19,8 –19,1 –29,2 –27,5
Ergebnis vor Ertragsteuern –78,4 –49,5 36,2 9,7 63,4 92,8 –262,0 23,7
Firmenwerte 2,8 2,8 1,8 1,8 12,5 161,4
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen
138,9 182,9 123,7 129,0
Gesamtvermögen 1.218,2 1.139,9 509,4 420,4 1.787,7 1.786,8 1.251,8 1.379,4
Gesamtschulden 1.034,7 891,5 409,3 332,4 1.298,2 1.266,2 1.137,8 1.044,7
Investitionen1) 88,9 74,4 32,3 30,0 186,8 176,4 77,5 82,4

*) Kleinbetrag

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

60. Segmentberichterstattung
Mio. EUR
Umwelt Strategische Beteiligungen und
Sonstiges
Konsolidierung2) Summe
2013/14 2012/13 2013/14 2012/13 2013/14 2012/13 2013/14 2012/13
Außenumsatz 168,9 227,2 9,5 8,8 1.974,8 2.105,9
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 22,2 21,1 61,5 59,3 –308,8 –235,9
Gesamtumsatz 191,1 248,4 71,0 68,0 –308,8 –235,9 1.974,8 2.105,9
Operativer Aufwand –347,5 –209,7 –77,5 –75,7 282,2 294,1 –1.884,8 –1.660,8
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen operativ
11,7 11,8 66,0 89,9 94,0 95,0
EBITDA –144,6 50,5 59,4 82,2 –26,6 58,1 184,1 540,0
Abschreibungen –70,2 –28,9 –1,7 –1,9 5,8 –56,8 –525,5 –297,9
davon Wertminderungen –41,7 –0,2 –58,9 –269,5 –59,9
Operatives Ergebnis (EBIT) –214,9 21,5 57,6 80,3 –20,8 1,3 –341,4 242,2
EBIT-Marge (%) –112,4 8,7 81,2 118,1 –17,3 11,5
Ergebnisanteil der at Equity einbe
zogenen Unternehmen finanziell
2,8 –29,6 2,8 –29,6
Zinserträge 16,6 20,1 33,2 34,8 –28,1 –27,9 23,5 28,4
Zinsaufwendungen –18,6 –20,4 –27,3 –35,1 28,1 27,8 –96,7 –93,8
Finanzergebnis –4,0 0,3 61,8 –1,2 –12,4 –8,3 –31,9 –71,5
Ergebnis vor Ertragsteuern –218,8 21,8 119,4 79,1 –33,1 –7,0 –373,3 170,7
Firmenwerte 41,5 41,5 58,6 207,5
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen
80,2 80,2 546,3 551,9 889,1 944,0
Gesamtvermögen 1.197,6 1.468,9 2.750,3 2.887,2 –1.873,2 –1.798,8 6.841,8 7.283,7
Gesamtschulden 1.004,8 1.059,3 1.116,5 1.342,7 –1.792,1 –1.732,3 4.209,1 4.204,5
Investitionen1) 13,5 12,0 2,5 3,5 –5,0 –5,8 396,3 372,9

*) Kleinbetrag

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

2) Nachfolgend in der Erläuterung zur Segmentberichterstattung beschrieben.

60. Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Strom 1.355,1 1.470,8
Erdgas 174,3 146,7
Wärme 129,2 137,5
Umweltdienstleistungen 168,9 227,2
Sonstige 147,4 123,6
Gesamt 1.974,8 2.105,9
60. Segmentinformationen nach Ländern – Umsatz1)
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Österreich 994,9 953,8
Deutschland 45,3 91,2
Bulgarien 509,2 593,9
Mazedonien 393,1 412,9
Sonstige 32,2 54,2
Gesamt 1.974,8 2.105,9
60. Segmentinformationen nach Ländern –
Langfristige Vermögenswerte1)
30.09.2014 30.09.2013
Mio. EUR Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
Österreich 98,8 2.306,6 107,0 2.225,1
Deutschland 46,0 416,2 41,9 382,8
Bulgarien 47,6 489,5 190,3 490,0
Mazedonien 4,1 277,9 55,6 274,8
Sonstige 0,0*) 51,9 0,0*) 100,3
Gesamt 196,5 3.542,2 394,9 3.472,9

*) Kleinbetrag

1) Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Ländern erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaften.

60. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien
an österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Erdgas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten
sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien
und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien,
Stromerzeugung in Mazedonien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich, Betrieb von Blockheizkraftwerken in Moskau sowie
internationales Projektgeschäft
Sonstige Geschäfts-
aktivitäten
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Darüber hinaus ergeben sich Überleitungsbeträge, welche aus dem Unterschied zwischen der separaten Betrachtung der Segmente Erzeugung sowie Energiehandel und -vertrieb und der Konzernebene im Hinblick auf die Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation resultieren. Während im Segment Erzeugung das dort anteilig enthaltene Kraftwerk aus der Einbeziehung der Steag-EVN Walsum als Joint Operation werthaltig ist und im Segment Energiehandel und -vertrieb hinsichtlich Vermarktung der eigenen Stromproduktion Rückstellungen für belastende Verträge bestehen, liegt aus Konzernbetrachtung eine Wertminderung des Kraftwerks Walsum vor. Aus diesem Sachverhalt resultiert ein Überleitungsbetrag aus der Summe der Segmente auf das Konzern-EBIT in Höhe von –20,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro).

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Ländern (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Ländern) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Sonstige Angaben

61. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Lauf des Berichtsjahres. Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die nicht zahlungswirksame Wertberichtigung der Leasingforderung beim Projekt Müllverbrennungsanlage Nr. 1 in Moskau wird im Cash Flow aus dem Ergebnis korrigiert. Die damit im Zusammenhang stehende Umgliederung der verwertbaren Anlagenkomponenten in die Vorräte (siehe Erläuterung 39. Übrige langfristige Vermögenswerte) sowie die Ausweisänderung betreffend die Natriumhypochloritanlage Moskau (siehe Erläuterung 43. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte) werden saldiert dargestellt. Darüber hinaus werden im Zusammenhang mit der Zuführung von Abbruchrückstellungen stehende Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen in der Konzern-Geldflussrechnung korrigiert.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 19,6 Mio. Euro (Vorjahr: 28,3 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie die Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2013/14 188,2 Mio. Euro (Vorjahr: 181,3 Mio. Euro). Von den Zinserträgen waren 21,7 Mio. Euro (Vorjahr: 26,6 Mio. Euro) zahlungswirksam; von den Zinsaufwendungen waren unter Berücksichtigung der aktivierten Fremdkapitalkosten 63,1 Mio. Euro (Vorjahr: 63,1 Mio. Euro) zahlungswirksam.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierte ein Verlust in Höhe von 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: Verlust von 0,0 Mio. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 74,8 Mio. Euro (Vorjahr: 75,0 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und der BUHO) in Höhe von 32,1 Mio. Euro (Vorjahr: 36,7 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

61. Fonds der liquiden Mittel
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Liquide Mittel 217,6 250,4
davon Zahlungsmittel (Kassenbestände) 0,6 0,5
davon Guthaben bei Kreditinstituten 217,0 249,9
Kontokorrentverbindlichkeiten –20,4 –20,9
Summe 197,2 229,5

Von den ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten betreffen 11,1 Mio. Euro (Vorjahr: 4,8 Mio. Euro) Verpfändungen.

62. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert die EVN das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken und sich somit Auswirkungen auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital ergeben. Der Risikominimierung dienen die laufende Überwachung des Zinsrisikos, ein Limitsystem und Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt bei der EVN, neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen unter anderem auch im Rahmen einer täglichen Value-at-Risk-(VaR)-Berechnung, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 6,6 Mio. Euro (Vorjahr: 7,1 Mio. Euro). Die geringere Volatilität des Zinsumfelds spiegelt sich auch in einem Rückgang des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag wider.

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für die EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Der wesentliche Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich ist bei der EVN eine in Japanischen Yen (JPY) begebene Anleihe. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross Currency Swaps (siehe Erläuterungen 50. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 3,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 27,8 Tsd. Euro) und ist aufgrund des Auslaufens von Anleihen in Japanischen Yen und Schweizer Franken sowie entsprechender Cross Currency Swaps im abgelaufenen Geschäftsjahr zunehmend von untergeordneter Bedeutung.

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht die EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, CO2 -Emissionszertifikaten, Strom sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Erdgas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Emissionszertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

Mio. EUR
2013/14 2012/13
Nominalvolumina Marktwerte Nominalvolumina Marktwerte
Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Swaps 27,1 0,1 –0,6 –0,6 12,3 –3,7 0,7 –1,5 –0,8
Futures 6,1 –25,0 2,0 –0,1 1,9 –22,2 2,0 –0,1 1,9
Forwards 24,5 –63,5 3,5 –0,8 2,7 22,3 –41,6 4,6 –0,8 3,8

62. Preisabsicherungen im Energiebereich

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Es handelt sich dabei um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate in Höhe von 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro) ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von der EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der Verbund AG. Der Preisänderungs-VaR der von der EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 23,4 Mio. Euro (Vorjahr: 28,4 Mio. Euro). Der Rückgang gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ist auf einen geringeren Kurs-/Marktwert der Position und auf eine rückläufige Kursvolatilität der Verbund-Aktie zurückzuführen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. Die EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 223,8 Mio. Euro (Vorjahr: 299,8 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen der EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 400,0 Mio. Euro (Vorjahr: 500,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 175,0 Mio. Euro (Vorjahr: 175,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 61,6 % (Vorjahr: 58,8 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich zum Bilanzstichtag auf 434,03 Mio. Euro (Vorjahr: 777,1 Mio. Euro). Die Summe der erwarteten Cash Flows von 78,7 Mio. Euro (Vorjahr: 81,7 Mio. Euro) gliedert sich in 15 Mio. Euro (Vorjahr: 12,8 Mio. Euro) innerhalb eines Jahres, 30,1 Mio. Euro (Vorjahr: 37,9 Mio. Euro) zwischen einem und fünf Jahren und 33,6 Mio. Euro (Vorjahr: 31 Mio. Euro) in über fünf Jahren.

62. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme

Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
Zahlungsströme < 5 Jahre > 5 Jahre
–393,2 –218,4 –174,8
–60,2 –45,1 –15,1
–59,7 –45,3 –14,5
Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
> 5 Jahre
–226,2
–37,2 –19,5 –17,6
5,2 21,8 –16,6
Summe
Zahlungsströme
–644,1
< 5 Jahre
–417,9
62. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten
Geschäftsjahr 2013/14 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 705,7 979,2 344,9 634,3
Langfristige Bankdarlehen 1.041,9 1.388,9 615,7 773,3
Summe 1.747,7 2.368,2 960,6 1.407,6
Geschäftsjahr 2012/13 Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 707,0 1.090,9 369,5 721,4
Langfristige Bankdarlehen 1.098,7 1.291,1 663,2 627,9
Summe 1.805,7 2.382,0 1.032,7 1.349,3

Kreditrisiko

Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist das Risiko, aufgrund von Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen durch den Geschäftspartner Verluste zu erleiden. Dieses Risiko ergibt sich zwingend aus allen Vereinbarungen mit aufgeschobenem Zahlungsziel bzw. mit Erfüllung zu einem späteren Zeitpunkt. Um das Kreditrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäftsabschluss durch Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring sowie die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt einerseits für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate) und für Derivat- bzw. Termingeschäfte, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, und andererseits in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei der EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird dabei vornehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. Die EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement sowie das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens der Begrenzung von Ausfallrisiken.

62. Wertminderungen nach Klassen
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Abschreibungen/Wertberichtigungen
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 0,5 0,4
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften 191,4
192,0 0,4
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 39,3 36,0
Wertpapiere –0,2
39,3 35,9
Summe 231,3 36,3

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2014 und zum 30. September 2013 entspricht den in den Erläuterungen 39. Übrige langfristige Vermögenswerte, 41. Forderungen und 42. Wertpapiere dargestellten Buchwerten ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

63. Kapitalmanagement

Die EVN ist bestrebt, eine solide Kapitalstruktur einzuhalten, um die daraus resultierende Finanzkraft für die Realisierung wertsteigender Investitionsvorhaben und eine attraktive Dividendenpolitik zu nutzen. Ein finanzielles Unternehmensziel ist es, die Eigenkapitalquote über 40 % zu halten. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 38,5 %. Weiters wird das Gearing als Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital gemessen. Die Nettoverschuldung errechnet sich aus den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel, kurz- und langfristiger Wertpapiere sowie Ausleihungen. Der Wert per 30. September 2014 betrug 61,6 %.

63. Kapitalmanagement
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.747,7 1.805,7
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 173,8 373,7
Fonds liquider Mittel –197,2 –229,5
Kurzfristige Wertpapiere –0,8 –43,9
Langfristige Wertpapiere –62,1 –57,1
Ausleihungen –38,9 –39,2
Nettoverschuldung 1.622,4 1.809,6
Eigenkapital 2.632,7 3.079,2
Gearing (%) 61,6 58,8

Im EVN Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

64. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, z. B. durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleiheverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

In der nachstehenden Tabelle sind die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sowie deren Einstufung in die Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 ersichtlich.

Inputfaktoren der Stufe 1 sind beobachtbare Parameter wie notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Schulden. Zur Bewertung werden diese Preise ohne Modifikationen zugrunde gelegt.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind sonstige beobachtbare Faktoren, welche an die spezifischen Ausprägungen des Bewertungsobjekts angepasst werden. Beispiele für in die Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 2 einfließende Parameter sind von Börsepreisen abgeleitete Forwardpreiskurven, Wechselkurse, Zinsstrukturkurven und das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind nicht beobachtbare Faktoren, welche die Annahmen widerspiegeln, auf die sich ein Marktteilnehmer bei der Ermittlung eines angemessenen Preises stützen würde.

Klassifizierungsänderungen zwischen den verschiedenen Stufen fanden nicht statt.

64. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Mio. EUR

30.09.2014 30.09.2013
Klassen Bewertungs
kategorie
Fair-Value
Hierarchie
(IFRS 13)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Nicht finanzielle Vermögenswerte 25,1 23,7
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 639,6 639,6 671,1 671,1
Übrige langfristige Vermögenswerte 664,7 694,8
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 62,1 62,1 57,1 57,1
Ausleihungen LAR Stufe 2 38,9 44,0 39,2 43,2
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR Stufe 2 207,0 236,1 703,6 741,7
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting Stufe 2
Sonstige übrige langfristige Vermögenswerte LAR 75,5 75,5 42,4 42,4
Nicht finanzielle Vermögenswerte (Primärenergiereserven) 14,6 14,6
398,1 857,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 406,6 406,6 411,1 411,1
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 2 0,2 0,2 35,1 35,1
Nicht finanzielle Vermögenswerte 37,1 26,3
443,9 472,5
Wertpapiere AFS Stufe 1 0,8 0,8 43,9 43,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 217,6 217,6 250,4 250,4
217,6 217,6 250,4 250,4
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC Stufe 1 705,7 836,2 707,0 792,2
Bankdarlehen FLAC Stufe 2 1.041,9 1.165,1 1.098,7 1.169,7
1.747,7 1.805,7
Übrige langfristige Schulden
Pachtverbindlichkeiten FLAC 19,8 19,8 21,5 21,5
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 2,9 2,9 3,9 3,9
Sonstige übrige Schulden FLAC 8,1 8,1 8,5 8,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 2 56,9 56,9 45,6 45,6
87,8 79,4
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
FLAC 194,2 194,2 394,6 394,6
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 505,1 505,1 415,8 415,8
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 320,3 320,3 168,6 168,6
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften
Hedge
Accounting
Stufe 2 11,6 11,6 14,1 14,1
Nicht finanzielle Verbindlichkeiten 77,0 77,8
408,9 260,5
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 640,4 715,0
Kredite und Forderungen LAR 870,1 1.404,4
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 62,1 57,1
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.798,2 2.818,6

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach ihrem Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2014 30.09.2013
64. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert 2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 1 Jahr)3) 250,0 35,1
Mio. JPY (unter 1 Jahr)3) 8.000,0 –5,4
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 –9,1 12.000,0 –5,4
Zinsswaps
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 347,3 –58,5 383,0 –48,7
Derivate Energiebereich
Käufe/Verkäufe (Erdgas, Kohle, Öl)3) 27,1 –0,6 8,6 –0,8
Käufe/Verkäufe (Erdgas, Kohle, Öl) –22,2 –0,6

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

65. Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 218 unter Beteiligungen der EVN angeführt.

Im Folgenden werden Angaben zu Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie zu assoziierten Unternehmen gemacht, welche im Geschäftsjahr 2013/14 at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurden.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen mit operativem Charakter wurde beginnend mit dem 3. Quartal 2013/14 als Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS).

65. Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures),
welche gemäß IFRS 11 in den Konzernabschluss zum
30.09.2014 at Equity einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Bioenergie Steyr GmbH
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s.
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H.
e&t
EnergieAllianz
EVN KG
EVN-WE Wind KG
Fernwärme St.Pölten GmbH
Fernwärme Steyr GmbH
RAG
Shkodra
sludge2energy GmbH
WEEV Beteiligungs GmbH
ZOV
65. Assoziierte Unternehmen, welche gemäß IAS 28 in den
Konzernabschluss zum 30.09.2014 at Equity einbezogen wurden
Operativer
Charakter
Finanzieller
Charakter
Gesellschaft
EconGas
Energie Burgenland AG

Verbund Innkraftwerke GmbH ZOV UIP

Die folgende Übersicht zeigt die Zuordnung der at Equity einbezogenen Unternehmen nach operativem und finanziellem Charakter:

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen für sich genommen wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures):

65. Finanzinformationen wesentlicher
Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 30.09.2014 30.09.2013
Gemeinschaftsunternehmen EVN KG RAG ZOV EVN KG RAG ZOV
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 12,9 654,7 258,4 12,2 620,2 263,7
Kurzfristige Vermögenswerte 160,0 105,7 40,9 143,9 93,5 49,8
Langfristige Schulden 0,0*) 459,0 113,3 0,0*) 400,4 132,6
Kurzfristige Schulden 77,6 106,8 24,4 53,2 130,6 19,8
Überleitung auf den Buchwert des Anteils der
EVN am Gemeinschaftsunternehmen
Nettovermögen 95,3 194,7 161,7 102,8 182,7 161,0
Anteil der EVN am Nettovermögen in Prozent 100,00 % 100,00 % 48,50 % 100,00 % 100,00 % 48,50 %
Anteil der EVN am Nettovermögen 95,3 194,7 78,4 102,8 182,7 78,1
+/– Umwertungen 170,0 0,6 182,9 0,8
Buchwert des Anteils der EVN am
Gemeinschaftsunternehmen 95,3 364,7 79,0 102,8 365,6 78,9
2013/14 2012/13
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 533,3 462,6 13,7 641,6 420,8 19,1
Planmäßige Abschreibungen 0,0*) –51,5 0,0*) 0,0*) –49,8 0,0*)
Zinserträge 0,1 0,1 0,6 0,1 0,7 0,9
Zinsaufwendungen 0,0*) –6,4 –10,0 0,0*) –8,1 –11,0
Ertragsteuern –0,1 –23,0 –5,5 0,1 –24,8 –5,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 53,6 71,0 21,9 58,9 82,7 20,7
Sonstiges Ergebnis –2,1 1,3 0,5 –3,0 –24,2 1,4
Gesamtergebnis 51,5 72,3 22,4 55,9 58,5 22,1
Erhaltene Dividenden der EVN 59,0 60,0 10,6 50,1 70,0 7,6

*) Kleinbetrag

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen für sich genommen einzeln unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen:

65. Finanzinformationen für sich genommen
unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen (EVN-Anteil)
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Buchwert an den Gemeinschaftsunternehmen zum jeweiligen Bilanzstichtag 40,9 37,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 4,8 –50,7
Sonstiges Ergebnis –0,8 30,9
Gesamtergebnis 4,0 –19,8

Die folgende Übersicht zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der in den Konzernabschluss einbezogenen für sich genommen wesentlichen assoziierten Unternehmen:

licher assoziierter Unternehmen
Mio. EUR
30.09.2014 30.09.2013
assoziiertes Unternehmen EconGas Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
EconGas Verbund
IKW
ZOV UIP Energie
Burgenland
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 49,9 1.318,4 0,2 777,2 51,0 1.287,0 0,2 801,7
Kurzfristige Vermögenswerte 1.018,8 14,3 3,1 118,9 1.239,2 34,8 3,6 141,0
Langfristige Schulden 55,9 82,7 171,2 0,3 44,2 165,8
Kurzfristige Schulden 1.013,8 12,2 0,6 414,3 1.314,7 10,6 0,7 468,9
Überleitung auf den Buchwert des Anteils
der EVN am assoziierten Unternehmen
Nettovermögen –1,0 1.237,7 2,6 310,6 –24,8 1.266,9 3,1 308,0
Anteil der EVN am Nettovermögen
in Prozent
16,51 % 13,00 % 33,00 % 36,08 % 16,51% 13,00 % 33,00 % 36,08 %
Anteil der EVN am Nettovermögen –0,2 160,9 0,9 112,1 –4,1 164,7 1,0 111,1
+/– Umwertungen 0,2 –25,4 61,0 4,1 15,3 67,0
Buchwert des Anteils der EVN am
assoziierten Unternehmen
135,5 0,9 173,1 180,0 1,0 178,1
2013/14 2012/13
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 3.409,7 86,5 10,7 312,9 7.093,8 102,5 11,5 317,7
Ergebnis nach Ertragsteuern 18,3 12,9 3,4 19,2 –29,5 21,2 4,1 21,1
Sonstiges Ergebnis 10,0 –8,7 –10,1 23,0
Gesamtergebnis 28,3 3,4 10,5 –39,6 4,1 44,1
An EVN ausgezahlte Dividende 5,2 1,3 8,3 16,4 1,3 8,3

In den Konzernabschluss einbezogene für sich genommen einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen bestehen nicht.

66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

Die durch die EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:

66. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften 114,8 151,7
Garantien für Projekte im Umweltbereich 161,8 201,9
Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung bzw. dem Betrieb von
Energienetzen 5,1 9,9
Kraftwerken 132,1 161,0
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 98,6 107,5
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 0,6 0,8
Summe 513,1 632,9
davon im Zusammenhang mit at Equity einbezogenen Unternehmen 173,7 215,7

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risiken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 188,3 Mio. Euro (Vorjahr: 197,8 Mio. Euro) gegenüber.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden für jene Garantien, die von der e&t Energie Handelsgesellschaft mbH sowie von der EconGas GmbH abgegeben wurden, in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2014 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 54,6 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 375,5 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2014 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 52,4 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 375,5 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft potenziell gegen die EVN geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung hinsichtlich einer möglichen Inanspruchnahme führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen im Einzelnen und insgesamt keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben werden. Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

67. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, sonstige nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und deren Tochterunternehmen, EnBW Trust e.V., Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige. Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 218 unter Beteiligungen der EVN enthalten.

Am 20. Dezember 2013 hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit der EnBW Trust einen Treuhandvertrag im Rahmen eines so genannten "Contractual-Trust-Arrangement-Modells" abgeschlossen. In dessen Folge übertrug die EnBW ihren 32,5-%-Anteil an der EVN AG treuhänderisch an die EnBW Trust.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2014 eine kurzfristige Forderung gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 9,7 Mio. Euro (Vorjahr: Verbindlichkeit von 7,3 Mio. Euro).

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht die EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen.

Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

67. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR
2013/14 2012/13
Umsätze 240,2 207,8
Aufwendungen für bezogene Leistungen –74,9 –70,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35,9 16,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14,0 23,1
Ausleihungen 10,3 10,4
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 9,6 9,6
Forderungen aus der Durchführung des Cash Pooling 0,1 0,1
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Pooling 113,3 68,3
Zinserträge aus Ausleihungen 0,5 0,6
Zinsaufwand aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten –0,1 –0,1
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Pooling 0,0*) 0,0*)

*) Kleinbetrag

67. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Mio. EUR 2013/14 2012/13
Umsätze
Aufwendungen für bezogene Leistungen –56,0 –48,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7,4 3,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2013/14 insgesamt 978,4 Tsd. Euro (inklusive Sachbezüge und Pensionskassenbeiträge, Vorjahr: 1.404,3 Tsd. Euro).

Die Bezüge der im Geschäftsjahr 2013/14 aktiven Vorstandsmitglieder stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

67. Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder
Tsd. EUR
2013/14 2012/13
Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge Fixe Bezüge Variable
Bezüge
Sachbezüge
Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 372,9 95,2 10,7 363,9 118,4 9,8
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA 347,7 88,7 10,7 339,3 110,4 9,8
Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher 280,4 113,6 7,4

Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2013/14 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen ein Betrag in Höhe von 1.023,9 Tsd. Euro (davon 243,6 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 597,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) zugeführt. Im Vorjahr betrug die Dotierung 932,6 Tsd. Euro (davon 240,3 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 530,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Pensionskassenbeiträge in der Höhe von 52,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 51,2 Tsd. Euro) geleistet. Weiters wurde für Mag. Stefan Szyszkowitz der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen ein Betrag in Höhe von 582,8 Tsd. Euro (davon 99,0 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 349,0 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) zugeführt. Im Vorjahr betrug die Dotierung 502,3 Tsd. Euro (davon 92,3 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 294,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die Zuweisung zur Abfertigungsrückstellung betrug im Geschäftsjahr 2013/14 für Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr 13,6 Tsd. Euro (davon 16,5 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –15,6 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 28,0 Tsd. Euro (davon 17,7 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon –1,9 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste). Für Mag. Stefan Szyszkowitz wurden Beiträge in die Mitarbeitervorsorgekasse in der Höhe von 6,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 8,0 Tsd. Euro) geleistet.

Die Veränderung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Ausscheiden von Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher mit 30. Juni 2013, der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung und der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich Abfertigungsregelung die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Weiters besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf welchen ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN-Pensionskasse angerechnet werden.

Die Bezüge an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. an deren Hinterbliebene betrugen 1.132,0 Tsd. Euro (Vorjahr 1.587,3 Tsd. Euro).

Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte betrugen 1.512,0 Tsd. Euro (davon 314,1 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 721,2 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste) und im Vorjahr 1.520,5 Tsd. Euro (davon 303,2 Tsd. Euro Zinsaufwand, davon 780,5 Tsd. Euro versicherungsmathematische Gewinne/Verluste).

Die genannten Werte beinhalten Aufwendungen nach nationalem Recht, wie sie gemäß Österreichischem Corporate Governance Kodex gefordert werden. Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste werden nach IFRS gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht, der Teil des Corporoate-Governance-Berichts ist, dargestellt.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von der EVN mit Tochterunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis zu marktüblichen Konditionen bestehen und im Geschäftsjahr 2013/14 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich sind. Die daraus zum 30. September 2014 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

68. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Rahmen der EnergieAllianz Austria hat die EVN Vertriebsgesellschaft per 1. Oktober 2014 den Endkundenpreis für Strom gesenkt.

In Bulgarien hat der Regulator mit 1. Oktober 2014 die Endkundenpreise für Strom und die Bezugskosten der EVN erhöht. In Mazedonien wurde die schrittweise Umsetzung der Strommarktliberalisierung vom Regulator festgelegt.

Am 29. Oktober 2014 hat die EVN eine Einigung mit der Regierung der Stadt Moskau über den Verkauf der Natriumhypochloritanlage Moskau erzielt; der Verkaufspreis betrugt 250 Mio. Euro und korrespondiert mit den Investitionskosten einschließlich erwarteter Ergebnisbeiträge. Für die Funktionsfähigkeit der Anlage wurde eine an Bedingungen geknüpfte Garantie der EVN Tochter WTE eingeräumt. Derzeit erfolgen die vorbereitenden Tests und die Inbetriebsetzung der Anlage.

69. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer – Vorsitzender Dkfm. Edwin Rambossek Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Dipl.-Ing. Angela Stransky Mag. Willi Stiowicek – Vizepräsident Mag. Dr. Monika Fraißl – Arbeitnehmervertreter Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Dkfm. Thomas Kusterer Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meissl Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Bernhard Müller, BA, MPA

70. Freigabe des Konzernabschlusses 2013/14 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 10. Dezember 2014 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und der Einzelabschluss zur Feststellung vorgelegt.

71. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2013/14 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Davon entfielen 52,2 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 47,0 % auf Steuerberatungsleistungen und 0,8 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 18. November 2014

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Beteiligungen der EVN gemäß § 245a Abs. 1 i.V.m. § 265 Abs. 2 UGB

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung für die in den Konzernabschluss der EVN AG aufgrund von Wesentlichkeit nicht einbezogenen Gesellschaften enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Energie ≥ 20,0 % per 30.09.2014

1.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2013/14
Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg EVN Wärme 51,00 30.09.2014 E
EconGas GmbH ("EconGas"), Wien1) EVN 16,51 31.12.2013 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH ("EnergieAllianz"), Wien EVN 45,00 30.09.2014 E
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD ("EVN Bulgaria EP"), Plovdiv, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Bulgaria Electrosnabdiavane EAD ("EVN Bulgaria EC"), Plovdiv, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Bulgaria EAD ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG ("EVN KG"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 E
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2013 V
EVN Geoinfo GmbH ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2014 V
EVN Kavarna EOOD ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien EVN Naturkraft 100,00 31.12.2013 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH, ("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H., ("EVN LV"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2014 V
EVN Macedonia AD ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN 90,00 31.12.2013 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 31.12.2013 V
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje, Mazedonien2) EVN Macedonia 100,00 31.12.2013 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 31.12.2013 V
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH ("EVN Nk BuB"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 100,00 30.09.2014 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("EVN Naturkraft"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 30.09.2014 V
EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 31.12.2013 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 31.12.2013 V
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 31.12.2013 V
EVN Trading South East Europe EAD ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 31.12.2013 V
EVN Wärme GmbH ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 V
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG
("EVN-WE Wind KG"), Wien
EVN Naturkraft 50,00 30.09.2014 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH ("e&t"), Wien EVN 45,00 30.09.2014 E
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN 49,00 31.12.2013 E
Fernwärme Steyr GmbH, Steyr EVN Wärme 49,00 30.09.2014 E
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien EVN 70,00 31.12.2013 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Tochterunternehmen

NV: Nicht konsolidiertes Tochterunternehmen

JO: Als Joint Operation einbezogenens Unternehmen

E: At Equity einbezogenes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes Unternehmen

NJO: Nicht als Joint Operation einbezogenes Unternehmen

1.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen

Beteiligung Jahresabschluss Konsolidierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % zum 2013/14
kabelplus GmbH ("kabelplus"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2014 V
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien EVN Naturkraft 100,00 31.12.2013 V
Netz Niederösterreich GmbH ("Netz NÖ"), Maria Enzersdorf 3) EVN 100,00 30.09.2014 V
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien EVN 49,99 31.12.2013 E
Steag-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH, Essen, Deutschland EVN Kraftwerk 49,00 31.12.2013 JO
Verbund Innkraftwerke GmbH, Töging, Deutschland 1) EVN Nk BuB 13,00 31.12.2013 E
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H. ("V&C"), Pressbaum Utilitas 100,00 31.03.2014 V
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH ("WTK"), Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 70,00 30.09.2014 V

1) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

2) Die Gesellschaft wurde mit dem 3. Quartal 2013/14 erstmals vollkonsolidiert.

3) Aufgrund von gesetzlichen Vorgaben wurde der Name der Gesellschaft mit 1.10.2013 in "Netz Niederösterreich GmbH" geändert.

1.2. In den Konzernabschluss der EVN AG auf
grund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2013/14
Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH EVN Wärme 100,00 EUR 830 –427 30.09.2013 NV
(2.628) (7.807) (30.9.2012)
Albnor Company DOO, Tetovo, Mazedonien EVN Macedonia 70,00 MKD 640 –85 31.12.2013 NV
(742) (–86) (31.12.2012)
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 96 35 31.12.2013 NE
(102) (41) (31.12.2012)
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR 231 160 31.12.2013 NE
(71) (104) (31.12.2012)
ARGE GIP.nö, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 60,00 EUR 31.12.2013 NE
(–) (–) (31.12.2012)
B3 ENERGIE GmbH, St.Georgen an der Gusen EVN Wärme 100,00 EUR –1.796 –839 30.09.2013 NV
(–957) (–642) (30.09.2012)
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH, Wiener Neustadt EVN Wärme 90,00 EUR 656 49 31.12.2013 NV
(607) (–28) (31.12.2012)
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 91 27 31.12.2013 NE
(64) (–73) (31.12.2012)
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 63 –46 31.12.2013 NV
(49) (–86) (31.12.2012)
EVN Asset Management EOOD, Plovdiv, Bulgarien1) EVN Bulgaria 100,00 BGN 6 4 31.12.2013 NV
(–) (–) (31.12.2012)
Energiespeicher Sulzberg GmbH, Maria Enzersdorf EVN Naturkraft 51,00 EUR 1.218 –14 30.09.2014 NV
(1.031) (–14) (30.09.2013)
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2013 NV
(10) (0) (31.12.2012)
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 19 (–10) 31.12.2013 NV
(3) (–12) (31.12.2012)
1.2. In den Konzernabschluss der EVN AG auf
grund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2013/14
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und
Betriebs GmbH ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien
EVN Naturkraft 50,00 EUR 39
(37)
2
(1)
30.09.2013
(30.09.2012)
NE
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 503
(772)
–270
(–51)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte
Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Liquidation,
Göllersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 375
(377)
–3
(–10)
30.06.2014
(30.06.2013)
NV
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.790
(1.856)
8
(16)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und
Betriebs GmbH, Wien
EVN Naturkraft 33,33 EUR 39
(48)
3
(3)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und
Betriebs GmbH & Co KG, Wien
EVN Naturkraft 33,33 EUR 6.185
(6.740)
149
(704)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien2) EVN 100,00 MKD

(–)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
Netz Niederösterreich Grundstücksverwaltung
Bergern GmbH, Maria Enzersdorf 1)
Netz NÖ 100,00 EUR 1.777
(1.790)
–13
(–2)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland
V&C 100,00 EUR 0
(0)
10
(–8)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH, Mainz, Deutschland V&C 50,00 EUR 80
(67)
13
(2)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE

1) Vormals EVN GRID MANAGEMENT EOOD, Plovdiv, Bulgarien

2) Die Gesellschaft ist nicht operativ tätig.

2. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20 % per 30. September 2014

2.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2013/14
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, Maria Enzersdorf EVN Abfall 50,00 30.09.2014 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 30.09.2014 V
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s., Prag, Tschechische Republik1) WTE Essen 35,00 31.12.2013 E
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH ("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH ("EVN MVA1"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH ("EVN MVA3"),
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 30.09.2014 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH ("EVN UBS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 30.09.2014 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH ("EVN UFS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 30.09.2014 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH ("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H. ("EVN Wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 30.09.2014 V
OAO BUDAPRO-ZAVOD No. 1, Moskau, Russland EVN MVA1 100,00 31.12.2013 V
OAO "EVN MSZ 3" ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 31.12.2013 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 31.12.2013 V
OAO "WTE Süd-Ost" Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 31.12.2013 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2013 V
OOO EVN Umwelt, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 31.12.2013 V
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH ("Süd Butowo"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
2.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungs
art 2013/14
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH ("Zelenograd"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland WTE Essen 50,00 30.09.2014 E
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE Betriebsgesellschaft mbH ("WTE Betrieb"), Hecklingen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 31.12.2013 V
WTE otpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro WTE Essen 100,00 31.12.2013 V
EVN UFS /
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH ("WTE Hyp"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH ("Süd-West"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o., Beograd-Vracar, Serbien WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o., Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
WTE Wassertechnik GmbH ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 30.09.2014 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 30.09.2014 V
Zagrebacke otpadne vode d.o.o. ("ZOV"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 31.12.2013 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o. ("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien WTE Essen 33,00 31.12.2013 E

1) Die Gesellschaft wurde mit dem 1. Quartal 2013/14 erstmals at Equity einbezogen.

2.2. In den Konzernabschluss der EVN AG auf
grund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2013/14
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH,
Offenbach am Main, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 580
(564)
31
(84)
30.09.2014
(30.09.2013)
NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs- und
Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen
WTE Essen 26,00 EUR 37
(37)
0
(0)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH
Maria Enzersdorf
WTE Essen 100,00 EUR 31
(31)
0
(–1)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
Nevawasser Projektgesellschaft mbH ("Nevawasser")
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 23
(–)
–1
(–)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
OAO WTE Kurjanovo, Moskau, Russland Kurjanovo 100,00 RUB 2
(2)
0
(0)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
OAO EVN Ljuberzy, Moskau, Russland Ljuberzy 100,00 RUB 1
(2)
0
(0)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
OOO Eco Reagent, Moskau, Russland OAO "WTE Süd
Ost"/ EVN UBS
100,00 RUB –14
(1)
–16
(0)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 853
(3.544)
–1.666
(1.116)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
OOO Nordwasserwerk, Moskau, Russland Nevawasser 100,00 RUB 2
(–)
0
(–)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 2.691
(2.939)
713
(693)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 2
(2)
0
(0)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH ("Ljuberzy"),
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 23
(24)
0
(0)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
2.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2013/14
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o.,
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 50,00 HRK 1.003
(1.419)
84
(103)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 536
(530)
6
(8)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach EVN Wasser 50,00 EUR 871
(873)
–2
(–1)
31.12.2013
(31.12.2012)
NE
WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 183
(185)
17
(17)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH,
Essen, Deutschland ("Kurjanovo")
WTE Essen 100,00 EUR 22
(23)
–1
(–1)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
WTE Projektmanagement GmbH, Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 18
(19)
0
(–1)
30.09.2014
(30.09.2013)
NV
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB –5
(110)
–43
(63)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 414
(610)
–97
(116)
31.12.2013
(31.12.2012)
NV

3. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20 % per 30. September 2014

3.1. In den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Jahresabschluss
zum
Konsolidierungsart
2013/14
Burgenland Holding Aktiengesellschaft ("BUHO"), Eisenstadt EVN 73,63 30.09.2014 V
Energie Burgenland AG, Eisenstadt BUHO 49,00 30.09.2013 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 30.09.2014 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH ("EVN FM"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 30.09.2014 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 30.09.2014 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 31.08.2014 V
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 30.09.2014 E
R 138-Fonds, Wien EVN/Netz NÖ/
EVN Wasser
100,00 30.09.2014 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft ("RBG"), Maria Enzersdorf EVN 50,03 31.03.2014 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft ("RAG"), Wien RBG 100,00 31.12.2013 E
UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H ("Utilitas")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 30.09.2014 V
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 1) EVN WEEV 50,00 30.06.2014 E

1) An der Verbund AG werden 12,63 % gehalten, davon indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH 1,09 %.

3.2. In den Konzernabschluss der EVN AG
aufgrund von Unwesentlichkeit nicht einbezogen
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
in Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
in Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2013/14
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft EVN 100,00 EUR 3.980 135 31.12.2013 NV
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf (3.846) (176) (31.12.2012)
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs GmbH, Utilitas 47,37 EUR 463 –4 30.11.2013 NE
Wien (466) (–3) (30.11.2012)

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2014, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2014 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2014 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 18. November 2014

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl Mag. Heidi Schachinger Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Wer vernetzt denkt

verbindet Innovation mit Verlässlichkeit

Glossar

Anreizregulierung

Regulierungsmodell, das einen Anreiz zur Verbesserung bestimmter Parameter beinhaltet – im Bereich der Netznutzungstarife etwa zur Steigerung der Produktivität der Netzbetreiber. Der Regulator definiert dazu eine Obergrenze für Netzentgelte für eine gewisse Regulierungsperiode. Um Produktivitätssteigerungen zu erzielen, wird diese Obergrenze für die einzelnen Betreiber individuell um entsprechende Abschläge reduziert.

ARA/ARA-Raum

Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgeblich für das Ölpreisniveau in Europa.

At Equity bzw. At-Equity-Konsolidierung

Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des Beteiligungsunternehmens wird in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausschüttungsquote

Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.

Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA)

Jährliche Auszeichnung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Kooperationspartner für die besten Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen.

Barrel

Weltweite Handelseinheit für Rohöl. 1 Barrel Rohöl = 158,987 Liter

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme bzw. Kälte genutzt werden.

Brent

Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Buchwert je Aktie

Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Cash Flow

Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schuldentilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer

Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitsprüfung).

Certified Emission Reduction (CER)

Zertifizierte Emissionsreduktion aus Projekten des Clean Development Mechanism (CDM). Staaten oder Unternehmen können aus Emissionsminderungsprojekten in Schwellen- oder Entwicklungsländern, die selbst keine Emissions-Reduktionsverpflichtung haben, Emissionsgutschriften erwerben und zur Erfüllung der Abgabepflicht gemäß dem Europäischen Emissionshandelssystem verwenden.

1 CER = 1 Tonne CO2

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel bzw. EU-Emissionshandel

Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedstaaten CO2-Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2-Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Emissionszertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Corporate Covernance Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Cradle to Cradle

Cradle to cradle (deutsch: von der Wiege bis zur Wiege) stellt ein innovatives Produktionsverfahren dar, das die fortlaufende Verwertung der Einsatzstoffe zum Ziel hat und den nächsten Schritt im nachhaltigen Umgang mit Ressourcen einleitet: vom Recycling zum ewigen Cycling.

Deckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch deren Einsatz können Finanzrisiken minimiert werden.

Directors-and-Officers- (D & O)-Versicherung

Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA®)

Differenz aus Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

E-Control (ECG)/ Energie-Control GmbH

Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und der Einwohnergleichwerte: EW = EZ + EGW

E-Mobilität

Bezeichnet die Nutzung von elektronisch angetriebenen Fahrzeugen für den Personen- und Güterverkehr.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV)

Eine 2007 in Kraft getretene Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde über Grundsätze für Informationsweitergabe im Unternehmen sowie zu organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von Insiderinformationsmissbrauch für Emittenten.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Erneuerbare Energie

Nach menschlichen Zeiträumen gemessen kontinuierlich verfügbare Energie aus Biomasse, Biogas, Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie.

Ethibel

Unabhängiges Beratungsbüro für nachhaltiges und ethisches Investieren, das Banken und Börsegesellschaften dabei unterstützt, ihr Angebot an nachhaltigen Spar- und Anlagemodellen zu entwickeln.

European Energy Community

Energiegemeinschaft der Europäischen Union für die Entwicklung der Energiemärkte in Europa.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

FTSE4Good Index

Index, der nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit bietet, gezielt in Unternehmen zu investieren, die die weltweit anerkannten Standards für verantwortungsvolles Handeln im Sinn von Umwelt und Stakeholdern erfüllen.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Grundlast/Spitzenlast

Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)

Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/ International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)

Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities Identification Number (ISIN)

Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

Intranet

Nicht öffentliches unternehmensinternes Rechnernetz.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines Photovoltaikmoduls bzw. einer Solarstromanlage.

Konsolidierungskreis

Als Konsolidierungskreis bezeichnet man den Kreis der Unternehmen, die in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm3 1 m3 Erdgas = 11,07 kWh

Nachhaltigkeitsindex

In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes ethisch orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.

Nationaler Allokationsplan (NAP)

Ein von jedem EU-Mitgliedstaat im Rahmen des Europäischen Treibhausgasemissionshandels zu erstellender Plan, der die Obergrenze des Ausstoßes von Treibhausgasen sowie die Ausgabe und Verteilung der entsprechenden CO2-Emissionszertifikate regelt.

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT)

Versteuertes Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Netzzutrittentgelt

Durch das einmalig zu leistende Netzzutrittentgelt werden dem Netzbetreiber alle Aufwendungen abgegolten, die mit der erstmaligen Herstellung eines Anschlusses an das Netz oder der Abänderung eines Anschlusses infolge Erhöhung der Anschlussleistung eines Netzbenutzers unmittelbar verbunden sind.

Non-Governmental Organisation (NGO)

Nicht profitorientierte Gesellschaften, die durch zivilgesellschaftliche Initiativen zustande kommen und sich aus zivilen Personen oder Organisationen zusammensetzen.

Ökostrom

Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas erzeugt wird.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization.

Polychlorierte Biphenyle (PCB) Giftige Chlorverbindungen.

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Sowohl fossile Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle als auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind zählen dazu.

PPP-Modell

(Public Private Partnership) Im Rahmen von PPP-Projekten werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen. Diese Projekte wurden in der Vergangenheit als BOOT-Projekte bezeichnet.

Quotenkonsolidierung

Bei dieser Konsolidierungsart werden die Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.

Regulatory Asset Base (RAB – Finanzierungskostenbasis)

Die verzinsliche Kapitalbasis setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögensgegenstände und dem Sachanlagevermögen abzüglich passivierter Netzzutritts- und Netzbereitstellungsentgelten (Baukostenzuschüsse/BKZ) und etwaigen Firmenwerten auf der Basis von bilanziellen Werten zusammen. Anpassungen erfolgen in Bezug auf die Standardisierung der Abschreibungsdauern und der Standardisierung der Auflösung der BKZ.

Rating/Bonitätsrating/ Kreditrating

Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z. B. Standard & Poor's und Moody's.

Regulator

Behörde zur Überwachung der nicht liberalisierten Monopolbereiche (z. B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe E-Control GmbH (ECG)).

Return on Capital Employed (ROCE)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund AG Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Risikomanagement

Potenzielle Risiken (Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.

Schuldscheindarlehen

Anleiheähnliche, langfristige Großkredite. Die Kredite werden gegen Schuldscheine von Banken, Versicherungen u. a. Kapitalsammelstellen an Industrieunternehmen und die öffentliche Hand gegeben. Der Schuldschein verbrieft dabei die Verpflichtung zur Rückzahlung und zur Entrichtung der Zinsen. Er dient als Beweis für die Vergabe des Kredits. Schuldscheindarlehen werden nicht an der Börse gehandelt.

Smart Meter/Metering

Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträglich ergänzte Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände über die Ferne auszulesen.

Sonstiges Ergebnis

Das sonstige Ergebnis, das auch mit dem englischen Begriff "Other Comprehensive Income" (OCI) bezeichnet wird, ist die Summe aller ergebnisneutralen Erträge abzüglich der Summe aller ergebnisneutralen Aufwendungen der Berichtsperiode.

Spitzenlast

Siehe Grundlast/Spitzenlast.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt; die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test)

Der Buchwert eines Vermögensgegenstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplanmäßige Wertminderung vorzunehmen. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, diese sind zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen werden Cash Generating Units gebildet.

Wertorientierte bzw. wertschaffende Unternehmenssteuerung

Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weniger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Steigerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Value, der neben den Interessen der Aktionäre auch sämtliche anderen Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinn an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (Economic Value Added) und die Kapitalrendite (Return on Capital Employed) herangezogen.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG

Erzeugung 100 % EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
49 %
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Betrieb eines Kohlekraftwerks in Duisburg, Deutschland
100 % evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
EVN Kavarna EOOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100 %
100 %
Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien
100 %
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
Verbund-Innkraftwerke Deutschland GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
100 % 13 %
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
100 %
EVN Projektmanagement GmbH
49,99 % Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH Holding i.Z.m. dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien
100 %
Energji Ashta Sh.p.k
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Erdgasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
Energiehandel und -vertrieb 100 %
100 %
EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Erdgas, Cogeneration- und Biogas-Wärme
49 % Fernwärme St.Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
45 % ENERGIEALLIANZ Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz-Partner
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100 %
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Strom- und Erdgasvertrieb in Österreich
100 %
45 % e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz-Partner für Energiehandel und -aufbringung
16,5 % EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz-Gaspartner mit OMV, EGBV
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen
Netzinfrastruktur Inland 100 % Netz Niederösterreich GmbH Betrieb von Strom- und Erdgasnetzen
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen
kabelplus GmbH Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste
100 %
100 %
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
100 %
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
Energieversorgung
Südosteuropa 100 % EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
100 %
100 %
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD Stromversorgung in Bulgarien
EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel in Bulgarien
100 %
EVN Energy Trading d.o.o. Belgrad, Serbien Stromhandel
100 %
EVN Energy Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien Stromhandel
100 % EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmeerzeugung/-versorgung in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft in Bulgarien
90 % EVN Macedonia AD Betrieb von Stromnetzen und Stromversorgung in Mazedonien
100 %
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien
100 %
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje, Mazedonien
100 % EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft in Mazedonien
100 % EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Erdgasverteilnetzen in Kroatien
Umwelt 100 % evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100 % EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
100 %
WTE Wassertechnik GmbH, Essen, Deutschland Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung
sowie Umweltprojekte in 18 Ländern2)
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100 %
100 %
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau
100 %
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
100 %
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 12,6 % Verbund AG3) Stromproduktion, -handel und -transport
100 % EVN WEEV Beteiligungs GmbH
50 %
WEEV Beteiligungs GmbH
73,6 % Burgenland Holding Aktiengesellschaft
Energie Burgenland AG Strom- und Erdgasversorgung
49 %
50,03 % RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
100 %
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Erdgasförderung sowie Erdgasspeicherung
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.1) Technische Dienstleistungen
100 %
EVN Business Service GmbH
100 % EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung

Stand: 30. September 2014. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment "Umwelt" sind nur die wesentlichen Beteiligungen der Ebenen 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte R 138-Fonds wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsausmaße in %.

1) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.

  • 3) Die Verbund AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen Unternehmen. Die direkte Beteiligung der EVN an der Verbund AG beträgt 11,5 %
  • und der indirekt über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH und WEEV Beteiligungs GmbH gehaltene Anteil beträgt 1,1 %.

CSR-Programm

Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden im Zuge der Durchführung von CSR-Zielgesprächen bereichsspezifische Schwerpunkte auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix konkretisiert und darauf aufbauend unternehmensweite CSR-Ziele definiert. Diese Ziele sind im folgenden CSR-Programm je Handlungsfeld grau hinterlegt dargestellt. Das CSR-Maßnahmenprogramm wurde in einem iterativen Prozess unter Beachtung der Handlungsfelder erarbeitet und wird unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche laufend um neue Maßnahmen erweitert.

  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix findet sich auf Seite 37 des Berichts.
  • Das Maßnahmenprogramm ist auch unter www.verantwortung.evn.at abgebildet.

CSR-Maßnahmen je Handlungsfeld

Meilenstein Status per
Abteilungsziel Maßnahmen Termin 30. September 2014

Handlungsfeld: Versorgungssicherheit

Steigerung des konzernweiten Eigendeckungsgrads auf 30 % der Stromabsatzmenge

• Status: 22,7 %

Nachhaltiger wirtschaftlicher Ausbau der Versorgungsinfrastruktur

• Status: Erarbeiten eines gemeinsamen Themen-/Kriterienkatalogs

Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 30 %
der Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten im
In- und Ausland – dabei soll die Erweiterung
der Erzeugungskapazitäten vorwiegend im
Bereich der erneuerbaren Energien erfolgen –
dazu zählen Wind- und Wasserkraftwerke im
Inland sowie Großwasserkraftwerksprojekte
im Ausland.
Laufend Laufende Maßnahme
Zertifizierung der EVN Wasser
zum zertifizierten Wasserversorger
nach ÖVGW
Zertifizierung der EVN Wasser zum
zertifizierten Wasserversorger nach ÖVGW
in den nächsten zwei Jahren
Ende
2013 /14
In Umsetzung
EVN Abfall: Erhöhung der
Verfügbarkeit der Anlage
Schrittweise Ausrüstung der Kesselanlage
mit korrosionsbeständigeren Materialien
(Cladding)
Bis 2015 In Umsetzung
Gemeinsames Verständnis für die
nachhaltige und wirtschaftliche
Errichtung von Netzinfrastruktur
projekten bei allen betroffenen
Mitarbeitern schaffen, derzeitiges
Wissen erhalten und neuen
Mitarbeitern zur Verfügung stellen
Erarbeiten eines Themen-/Kriterienkatalogs
für das nachhaltige und wirtschaftliche
Planen und Errichten von Leitungsprojekten
31.03.2014 Erfolgreich abgeschlossen
Kabelplus: Verringerung der
Modemausfallraten
Erhöhung der Anzahl der optischen
Einspeisepunkte im Netz
Ende
2014 /15
Geplant
Wirtschaftlicher und regionaler
Ausbau der Versorgungsinfrastruktur
Drei Pilotprojekte zum Ausbau der Glasfaser
verkabelung direkt bis zum Kunden (FTTH)
Ende
2013 /14
Erfolgreich abgeschlossen
Steigerung der Sicherheit bei
E-Operations in Bezug auf
Smart Grids
Erstellung des Konzepts
"Sicherheit im neuen Umfeld"
Ende
2013/14
Erfolgreich abgeschlossen

Meilenstein Termin Status per 30. September 2014

Handlungsfeld: Kunde im Fokus

Steigerung der Anzahl an Energieberatungen

• Status: Anzahl an Energieberatungen 6.891

Sensibilisierung der Kunden
für einen bewussten Umgang
mit Energie in Mazedonien,
auch über Social Media
Workshops, Kooperationen, Aufklärung durch
Energiesparkampagnen und Social Media
Laufend In Umsetzung
Erhöhung des Bewusstseins
für Energieeffizienz sowie
die Sicherheit beim Umgang
mit Strom in Mazedonien
Energieeffizienzclubs sowie Unterrichtsstunden
zum Thema, Gründung einer gemeinsamen
Energieeffizienzplattform mit dem Wirtschafts
ministerium
Laufend In Umsetzung
Preispolitik Weitere Verbesserung der
Darstellbarkeit und
Nachvollziehbarkeit der
Ein neues Bonuspunktesystem löst die
FreiTage ab. Das Bonuspunktesystem stellt
nicht nur eine "Belohnung" des Kunden
verhaltens dar, sondern unterstützt das
gemeinsame Ziel, Energie effizient zu nutzen.
EVN – Energie vernünftig nutzen.
01.10.2014 In Umsetzung
Unterstützung von
armutsgefährdeten Haushalten
Sonderbonus im Rahmen der EVN Bonuswelt
sowie Schulungen für Sozialorganisationen
inkl. Effizienz-Startpaket
2014 /15 Geplant
Erneuerbare Energien –
Dienstleistungsprodukte und Tarife
Angebote an Kunden zur eigenen Erzeugung
von erneuerbaren Energien (Photovoltaik,
Photovoltaik-Bürgerbeteiligung, Kleinwind
kraft, Biogasprodukt etc.) sowie Dienst
leistungen zur Erhöhung der Energieeffizienz
und damit Reduktion des Einsatzes fossiler
Energieträger
Ende
2013 /14
Erfolgreich abgeschlossen
Erhöhung der Sicherheit beim
Umgang mit Strom in Bulgarien
Programm "Energieeffizienz in Schulen"
(5. Schuljahr) – Aufklärung über den
Stromverbrauch in Kooperation mit dem
Unterrichtsministerium und
Schulinspektoren in neun Regionen
Laufend In Umsetzung

Abteilungsziel Maßnahmen

Meilenstein Termin

Status per 30. September 2014

Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Vorreiterrolle bei Nachhaltigkeit in Österreich halten und weiterhin in den Nachhaltigkeitsindizes gelistet bleiben bzw. in neuen gelistet werden

• Status: EVN derzeit in vier Nachhaltigkeitsindizes gelistet (VÖNIX, FTSE4Good, ECPI, Ethibel)

Langfristige Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Risikomanagement

• Status: 8 % der Risiken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten

Bewusstseinsbildung der Revision
für CSR in der eigenen Tätigkeit
Ableitung von weiterführenden Zielen auf
Basis der Ergebnisse des Pilotprojekts
2013 /14 In Umsetzung: Berücksichtigung von CSR
als potenzielles Prüfungsziel in der für
Revisionen verwendeten Software Team
Mate. Dadurch soll gewährleistet werden,
dass bei jeder Revision die Relevanz von
CSR im Zusammenhang mit der Revisions
thematik hinterfragt wird und als eigenes
Prüfungsziel aufgenommen werden kann.
Dies soll durch standardisierte Vorgaben
(sog. Testlabels) innerhalb der Software
erfolgen.
Etablierung eines gruppenweiten
CSR-Standards
Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der
CSR-Ziele, Organisation und Prozesse
2014 /15 In Umsetzung: Weiterentwicklung des
Maßnahmenmonitorings und der gruppen
weiten CSR-Ziele, Vertiefung der CSR
Strategie auf Basis der Zielgespräche
CSR-Zielgespräche mit den Fachabteilungen
zur Vervollständigung des CSR-Managements
2014 /15 In Umsetzung: Auf Basis der neuen
Wesentlichkeitsmatrix sind im Geschäfts
jahr 2014/15 wieder CSR-Zielgpespräche
mit allen Organisationseinheiten geplant.
Stakeholderbefragung zur
CSR-Wesentlichkeitsmatrix durchführen
01.05.2014 Erfolgreich abgeschlossen: Neue Wesent
lichkeitsmatrix erstellt, Ergebnisse im CSR
Konzernausschuss präsentiert
WTE: Etablierung von CSR-Standards Aufbau eines CSR-Teams Ab Juli 2013 In Umsetzung
WTE: Weiterentwicklung von
Dokumentation und Kontrolle der
Prozesse der Finanzberichterstattung
Aufrechterhaltung des Risikoorientierten
Internen Kontrollsystems (RIKS)
Laufend In Umsetzung
Sicherer Betrieb (automatisierte
Überwachung) von
IT-Kernprozessen in der EVN
Konzept für Prozessüberwachung Anfang
2013 /14
Erfolgreich abgeschlossen
Teilumsetzung der Prozessüberwachung 2013 /14 Erfolgreich abgeschlossen
Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 30 %
der Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten im
In- und Ausland – dabei soll die Erweiterung
der Erzeugungskapazitäten vorwiegend im
Bereich der erneuerbaren Energien erfolgen –
dazu zählen Wind- und Wasserkraftwerke im
Inland sowie Großwasserkraftwerksprojekte
im Ausland.
Laufend Laufende Maßnahme
Zertifizierung von EVN Wasser
zum zertifizierten Wasserversorger
nach ÖVGW
Zertifizierung von EVN Wasser zum
zertifizierten Wasserversorger nach ÖVGW
in den nächsten zwei Jahren
Ende
2013 /14
In Umsetzung
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2014
EVN Abfall: Erhöhung der
Verfügbarkeit der Anlage
Schrittweise Ausrüstung der Kesselanlage
mit korrosionsbeständigeren Materialien
(Cladding)
Bis 2015 In Umsetzung

Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber

Förderung des internen Arbeitsmarkts und Erhöhung des internen Recruitings • Status: 80 % der Führungskräfte wurden intern besetzt.

Höherer Anteil an neu aufgenommenen Frauen als derzeitiger Frauenanteil im Unternehmen (je Position) und höhere Teilnahmequote von Frauen an Personalentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte als Frauenanteil unter Führungskräften

• Status: Frauenanteil im Unternehmen war 21,4 % – neu aufgenommen wurden im Geschäftsjahr 2013/14 32,3 % Frauen; Anteil an Führungskräften ist 7 % – Anteil an Führungskräfteentwicklungsmaßnahmen war 20 %

Erarbeitung und Umsetzung zielgruppenspezifischer Gesundheitsprogramme für alle Mitarbeiter

• Status: 50 % der Mitarbeiter nahmen an präventiven Maßnahmen teil

Kontinuierliche Reduktion des LTIF und der Unfallschwere zu einem sehr guten Vergleichswert in der Branche

• Status: LTIF: 8,5; Unfallschwere: 21,4

EVN Abfall: Ausrüstung der
Arbeitnehmer mit verbesserter
Schutzkleidung
Umstellung der gesamten Arbeitsbekleidung
der Mitarbeiter auf Schutzbekleidung.
2015 In Umsetzung
Verbesserung der Zufriedenheit
und der Unternehmensidentifikation
der Mitarbeiter
Fortführung der Feedback
und Orientierungsgespräche (FOG)
Laufend Einführung abgeschlossen;
Gespräche werden jährlich durchgeführt
Förderung von Frauen in
technischen Berufen
Veranstaltung "Meine Zukunft in der EVN:
Lehre bei EVN"
Herbst
2013
Erfolgreich abgeschlossen;
Veranstaltung fand im Herbst 2013 an
vier Standorten statt
Nachhaltigkeitsaspekte in
bestehende Schulungsprogramme
integrieren
Gespräche mit Verantwortlichen für Aus- und
Weiterbildung zur Identifikation von möglichen
Integrationspotenzialen für CSR-Aspekte
31.07.2014 Erfolgreich abgeschlossen
Erarbeitung von Unterlagen für die Verwendung
in bestehenden Aus- und Weiterbildungen
31.03.2015 Pilotprojekt in Umsetzung
Förderung des Gesundheits
bewusstseins der Mitarbeiter
Weiterentwicklung des
Gesundheitsprogramms
01.09.2014 Maßnahme in Umsetzung; Weiterentwick
lung im Geschäftsjahr 2014/15
Jährlich ein Vortrag über Gesundheit Laufend Laufende Maßnahme
Erste-Hilfe-Kurse und
Vorsorgeuntersuchungen
Laufend Laufende Maßnahme
Positionierung von EVN Macedonia
als attraktiver Arbeitgeber
Stipendien für Studierende von technischen
Universitäten, Praktika für Studierende und
Schüler, Traineeprogramm für Universitäts
absolventen, Kooperation mit Universitäten
Laufend In Umsetzung
Bewerbungstraining in Schulen Erarbeitung einer Bewerbung (Lebenslauf,
Motivationsbrief etc.) in Projektgruppen für
Ferialpraxis bei EVN.
01.12.2014 Erfolgreich abgeschlossen
Abteilungsziel Maßnahmen

Termin

Meilenstein Status per 30. September 2014

Handlungsfeld: Umwelt und Ressourcenschonung

EMAS-Ziel Einführung eines Umweltmanage
mentystems in der EVN Direktion
und dem Kraftwerk Korneuburg
Bis 2016 In Umsetzung: Zertifizierung des
Kraftwerks Korneuburg im März 2014
erfolgreich durchgeführt;
Vorarbeiten für Zertifizierung EVN Direktion
abgeschlossen – Start der Umsetzung
im 1. Quartal 2014/15
EMAS-Ziel Kontinuierliche Verbesserung
der Anlagenkennzahlen
in den Fernheizwerken der
EVN Wärme GmbH
Laufende Erhöhung der Datenqualität, Erfas
sung und Kontrolle der Daten, Einführung
von Bewertungsmodellen zur Optimierung
im Rahmen des technischen Controllings und
damit Erreichung einer Verbesserung der
Anlagenkennzahlen, wie z. B. Anlagenwirkung
Mehrjähriges
Ziel
Grundsystem im Aufbau;
Fernheizwerke werden für fünf Jahre
an das neue System angeschlossen
EMAS-Ziel Reduktion des CO2-Footprints der
Fahrzeugflotte der EVN Wärme
Ersatz von 10 % der dieselbetriebenen
Dienstfahrzeuge durch erdgasbetriebene
Kraftfahrzeuge im Jahr 2013;
Ersatz von 5 % der dieselbetriebenen
Dienstfahrzeuge durch alternativ angetrie
bene Kraftfahrzeuge
2014 Maßnahme teilweise abgeschlossen
EVN Abfall: Emissionsreduktion
durch bessere Verbrennung
Feuerleistungsregelung optimieren Laufend Erfolgreich abgeschlossen
EVN Abfall: Metallrückgewinnung
aus Verbrennungsrückständen
Verbesserung der Metallabscheidung
aus der Schlacke
Laufend In Umsetzung
WTE: energetische Verwertung von
Klärschlamm"
Bau von Klärschlammverbrennungsanlagen Laufend In Umsetzung
Schutz des Kaiseradlers in Bulgarien Projekt Life+: Minimierung der Risiken
und Gefahren von Stromleitungen für den
Kaiseradler
2018 In Umsetzung: Verkabelung von rund
60 km Freileitungen;
Schutzisolatoren für 2.740 Masten;
Populationmonitoring.
Webseite des Projekts:
www.lifeforsafegrid.bg
Sensibilisierung der Mitarbeiter
in Bulgarien für den schonenden
Umgang mit Ressourcen
Programm zur Wiederverwendung von
Abfällen
Laufend In Umsetzung: Im Geschäftsjahr 2013/14
Recycling von insgesamt 1.083 Tonnen
Abfällen, darunter 29 Tonnen Papier
Vogelschutz in Bulgarien Isolierung von gefährlichen Masten und
Leitungen mit Unterstützung des bulgarischen
Vogelschutzvereins (BDZP, birdlife)
2018 In Umsetzung: Installation von weiteren
526 Nestplattformen und 289 Schutz
isolatoren im Geschäftsjahr 2013/14
Vogelschutz in Österreich Verkabelung von Freileitungen und
Freileitungskennzeichnung zum Schutz
von Großtrappen in Niederösterreich
im Rahmen des Projekts LIFE+
2015 In Umsetzung
Stauraumüberwachung:
Forschung/Monitoring/Vorhersage
von Blaualgen
Entwicklung eines Messsystems 2014 In Umsetzung: Versuchssonde in
Probebetrieb am Stausee Ottenstein
Kabelplus: Wiedereinsatz von
gebrauchten Modems
Einführung der nötigen Prozesse,
Entwicklung Testroutine
2013 /14 Erfolgreich abgeschlossen
Papierloses Büro Elektronischer Versand von Bestellungen 2015 In Umsetzung
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2014
Senkung des Stromverbrauchs in der
IT um jeweils 5% pro Jahr
Ende
2014/15
Umsetzung in Planung
Verwendung von schadstoffarmen
IT-Komponenten
Umweltverträglichkeitszertifikate für
IT-Einkauf verpflichtend einführen
Ende
2012/13
Erfolgreich abgeschlossen
E-Mail-Flut eindämmen Projekt ,,Intranet 2.0", Umsetzung
,,Personal Excellence Programme (PEP)"
Laufend In Umsetzung: PEP in EVN Österreich
umgesetzt; Umsetzung in Südosteuropa
geplant

Handlungsfeld: Nachhaltige Energieerzeugung und Klimaschutz

Mittelfristiger Ausbau auf 300 MW Wind

• Status: Installierte Leistung in MW aus Wind per 30.09.2014: 213 MW

Langfristig 50 % Erzeugung aus erneuerbaren Energien

• Status: Erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen im Geschäftsjahr 2013/14: 42,5 %

Reduktion der NOX-Emissionen
im Kraftwerk Dürnrohr ab 2010
im Jahresdurchschnitt um 25 %
gegenüber dem gesetzlich vorge
schriebenen Wert
Freiwillige Vereinbarung NOX: Trotz Alter der
Anlagen, zusätzlicher Anforderungen etc.
wird dieses Ziel nachhaltig beibehalten durch:
- Katalysatorwaschen zur Erhöhung
des Abscheidegrads
- Einkauf von Kohlesorten mit niedrigem
Stickstoffgehalt
- Primärmaßnahmen, wie z. B.
die Optimierung der Feuerung
Laufend seit
2010
In Umsetzung
Forschung und Entwicklung zu
einer besseren Ausnutzung des
Energiegehalts der eingesetzten
Brennstoffe sowie zu innovativen
Speicherlösungen und Senkung
von CO2-Emissionen
Biokunststoff aus Algen, Wärmespeicher,
CO2 und Sonnenlicht
2015 /16 In Umsetzung
EVN Abfall: Wirkungsgrad
verbesserung der Anlage
Prozessoptimierungen Laufend In Umsetzung
Steigerung des Bewusstseins für
Klimaschutz
Zwei Aktionen zur Bewusstseinsbildung pro Jahr
in Abstimmung mit Handlungsfeld Klimaschutz
(je aktueller Priorität der Themen)
Laufend In Umsetzung
Ausbau der Windkraftkapazitäten
auf 300 MW
2017/18 In Umsetzung
Bau des Windparks Prottes-Ollersdorf
(36,6 MW)
Frühjahr
2015
In Umsetzung
50 % der Stromerzeugung aus
erneuerbaren Quellen
Weiterer Ausbau der Erzeugungsanlagen in
den Bereichen Windkraft, Wasserkraft und
Photovoltaik Bereich
2020 In Umsetzung. Status derzeit: 42,5 %
Steigerung der Wirkungsgrade Optimierung des Startvorgangs im Kraftwerk
Korneuburg sowie Emissionsreduktion und
Gaseinsparungen im Kraftwerk Dürnrohr durch
Optimierung der Fernwärmeabgabe
Laufend In Umsetzung
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2014
Wirkungsgradverbesserung
der EVN Dampfturbine im
Zusätzliches
EMAS-Ziel Kraftwerk Dürnrohr Leckdampfevakuierungssystem Laufend In Umsetzung
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Bereich
der Rauchgasentschwefelungsanlage
(REA) um 50 % im Kraftwerk Theiss
Optimierung des Druckluftsystems Laufend In Umsetzung
Erneuerbare Energien –
Dienstleistungsprodukte und Tarife
Optima Wasserkraft als Strom-Standardprodukt
und Optima Biogas als Gas-Standardprodukt
der EVN: Neueinschaltungen erhalten, wenn
kundenseits nichts Anderes verlangt wird,
mit den Angeboten Optima Wasserkraft und
Optima Biogas automatisch "erneuerbare
Energie"
Ab
01.10.2014
In Umsetzung:
Nach Einführung laufender Prozess
Erneuerbare Energien –
Dienstleistungsprodukte und Tarife
Neue Photovoltaik Einspeisevergütung:
die PV-Einspeiser erhalten 1:1 den Energie
verbrauchspreis vergütet, den sie für ihren
Strombezug bei der EVN zahlen
Ab Mai 2014 Erfolgreich abgeschlossen:
laufender Prozess
EMAS-Ziel Kontinuierliche Verbesserung
der Anlagenkennzahlen in den
Fernheizwerken der EVN Wärme
Laufende Erhöhung der Datenqualität, Erfas
sung und Kontrolle der Daten, Einführung von
Bewertungsmodellen zur Optimierung im
Rahmen des technischen Controllings und
damit Erreichung einer Verbesserung der
Anlagenkennzahlen, wie z. B. Anlagenwirkung
In Umsetzung: Grundsystem im Aufbau;
Fernheizwerke werden über fünf Jahre
an das neue System angeschlossen

Neben den sechs wesentlichsten Handlungsfeldern wurde in der EVN noch in weiteren wichtigen Handlungsfeldern an Abteilungszielen und zahlreichen Maßnahmen gearbeitet:

Handlungsfeld: Korruptionsprävention

Einhaltung nationaler, internationaler und unternehmensinterner (Code-of-Conduct-)Bestimmungen, zwecks Vermeidung von: - strafrechtlichen Konsequenzen

  • für Unternehmen und Mitarbeiter - zivilrechtlichen Konsequenzen
  • für Unternehmen und Mitarbeiter
  • Erpressbarkeit
Erstellung abgeschlossen,
Laufend Kommunikation laufende Maßnahme
Laufend In Umsetzung
Laufend In Umsetzung
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2014
Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter
und aktiver Beitrag zur Einhaltung
der Menschenrechte und
Vermeidung von Korruption
Konzeption und Implementierung eines
umfassenden Compliance-Management
Systems für den EVN Konzern; alle der
Schulung und Information der Mitarbeiter
dienenden Kommunikationsmaßnahmen
werden entwickelt und umgesetzt
01.05.2014 In allen Geschäftsstandorten der EVN mit
Ausnahme von Mazedonien und Russland
erfolgreich abgeschlossen
Erstellung eines Corporate
Governance-Schulungskonzepts
für Geschäftsführer der EVN
bis Ende 2012
Ein modulares Konzept für die Schulung der
Geschäftsführer erarbeiten
Bis Ende
2012
Erfolgreich abgeschlossen
Schulung von Führungskräften
mit dem Schwerpunkt Corporate
Governance sowie rechtliche
Rahmenbedingungen für die
Leitung von Unternehmen
Erstellung eines Konzepts, Ausarbeitung
umfangreicher Schulungsunterlagen,
Einbindung externer Referenten, Durchfüh
rung von Testschulungen, Individualisierung
des Informationsangebots
Bis Ende
2014
Nachdem im abgelaufenen
Geschäftsjahr das Konzept samt
Testschulungen entwickelt wurde,
erfolgt 2014/15 die konzernweite
Umsetzung
Vereinheitlichung der
konzernweiten Corporate
Governance zur risikoadäquaten
Steuerung der Beteiligungen
Erstellung von Musterdokumenten und
Handlungsanleitungen, Clusterung der Beteili
gungen zur risikoadäquaten Differenzierung
der Corporate Governance, davon abhängig
abgestufte Steuerungsmechanismen
Bis Ende
2015
Vereinheitlichung bereits
in Umsetzung; der Schwerpunkt 2014/15
liegt auf der Clusterung der Beteiligungen
Aufdeckung von Fehlverhalten Einrichtung eines Hinweisgeberverfahrens
(Whistle Blowing) konzernweit
01.09.2014 In Österreich eingerichtet;
Prüfung in weiteren Ländern erfolgt;
Umsetzung angestoßen; alle Hinweise in
allen Regionen werden entsprechen dem
Hinweisgeberverfahren abgewickelt

Handlungsfeld: Stakeholderdialog

Kontinuierlicher Dialog mit
allen Stakeholdern
Konkretisierung sowie Umsetzung
des ausgearbeiteten Stakeholderkonzepts
Laufend Stakeholderbefragung 2014 abgschlossen;
nächster Schritt: Entwurf eines jährlichen
Stakeholderdialogs
Aktive Kommunikation und
Kooperation mit anderen Unter
nehmen; Organisation von und
Teilnahme an CSR-Veranstaltungen
Austausch im Rahmen von externen
CSR-Veranstaltungen, Mitarbeit im Steering
Committee des UN Global Compact (UNGC)
Laufend Teilnahme an UNGC Working Groups,
UNGC-Besuch aus Taiwan, Mitwirkung
Österreichischer CSR-Dialog, respACT
Mitgliedertreffen
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2014
Handlungsfeld: One EVN
Internal Branding Einführung der Leitwerte zur Erhöhung der
Motivation der Mitarbeiter und Etablierung
einer gemeinsamen Unternehmenskultur
2014 /15 Umsetzung in Planung:
Workshops und interne Kommunikations
maßnahmen geplant
Etablierung eines gruppenweiten
CSR-Standards
Aufbau der CSR-Organisation (Aufbau
und Ablauforganisation) analog der Struktur
in Österreich; Kommunikation mit den
CSR-Verantwortlichen in Bulgarien,
Mazedonien, Kroatien und Deutschland
Laufend Umsetzung in Planung:
Workshops und interne Kommunikations
maßnahmen geplant
Leitwerte in Mazedonien einführen
und das gegenseitige kulturelle
Verständnis steigern
Human Resources Day für Integration
Südosteuropa (2014), Projekt Umsetzung
der Leitwerte
2015/16 In Umsetzung:
Ernennung Projektleitung abgeschlossen
Integration, Modernisierung Interne Veranstaltungen sowie bereichs
und länderübergreifender Know-how-Transfer
Laufend In Umsetzung

Handlungsfeld: Menschenrechte

Teilnahme an UNGC Veranstaltungen, Analyse Statuserhebung, Analyse mit
Verbesserung des Verständnisses von Leitfäden zum Thema Menschenrechte, CSR-Verantwortlichen, Erarbeitung einer
menschenrechtlicher Anforderungen im Anschluss interner Know-How-Transfer 2014 /15 Menschenrechtsgrundsatzerklärung

Handlungsfeld: Verantwortung in der Lieferkette

arbeitung mit geringen Anpassungen an
Überprüfungsbogen für Auftragnehmer
Erfolgreich abgeschlossen: Wurde im
Geschäftsjahr 2013/14 eingehalten
Erfolgreich abgeschlossen: Dokument
wurde erstellt, neue Überarbeitung dieses
Dokuments wurde auf Konzern ausgewei
tet (Bulgarien, Mazedonien, Kroatien)
In Umsetzung:
Erste Audits bereits abgeschlossen
In Umsetzung: Im Zuge der Überprüfung
der Einhaltung der Integritätsklausel
Abteilungsziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2014
Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement
Tenniswochenende für Kinder
"Master your Energy! Turn it into
health, knowledge and skills."
Tenniswochenenden für Kinder zwischen
fünf und zehn Jahren. Die EVN stellt dabei
nicht nur den Auszeichnungsfonds für
die Dauer des Tenniswochenendes, sondern
auch die Trainingsstunden sicher
Laufend Teilnahme von 520 Kindern seit Anfang
der Initiative im Jahr 2010
Soziale Aktivitäten im
Versorgungsgebiet Bulgarien
Weihnachtsgeschenke Laufend In Umsetzung: Renovierung des
OP-Sektors der Kinderchirurgie im
Krankenhaus "St.George", Plovdiv
im Geschäftsjahr 2013/14
WTE: Fokussierung der Sozial
sponsoringaktivitäten auf Projekte
zur Kinder- und Jugendförderung
in Deutschland
WTE-Sozialfonds mit jährlich 10.000 Euro Laufend In Umsetzung
Erhöhung des Interesses an techni
schen Berufen, höhere Qualität der
Ausbildung, Mitarbeitersuche
Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und
Universitäten in Bulgarien
Laufend In Umsetzung: Rund 200 Studenten aus
technischen Universitäten, Hochschulen
und Gymnasien nahmen 2013/14 an fol
genden Maßnahmen teil: Besichtigungen
von Anlagen, Beratung von Diplomanden,
Teilnahme an Karrieretagen, Sponsoring
maßnahmen, Vorträge durch Management)
Steigerung der Identifikation der
Mitarbeiter mit dem Unternehmen
"EVN4NÖ" – Corporate Volunteering
Projekt für EVN Mitarbeiter, die ein
selbstgewähltes Sozialprojekt unterstützen
möchten. Arbeitszeit und finanzielle
Unterstützung erfolgt durch EVN.
23.10.2014 Erfolgreich abgeschlossen
Einführung Sozialtarif für
karitative Einrichtung (Socius)
Entscheidung zu einem Sozialtarif für
armutsgefährdete Familien
(Abwicklung über Verein Socius)
2013 /14 Erfolgreich abgeschlossen
Sozialprojekt aktiv + Kostenlose Internetanbindung des
neuen Internetcafe des Vereins Socius,
Angebot von Workshoptagen
2013 /14 Erfolgreich abgeschlossen

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Dr. Theodor Zeh (Vorsitzender)

Dipl.-Päd. Erika Adensamer, Vorsitzende Hilfswerk Baden, Hauptschullehrerin

Karl Bader, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Rohrbach an der Gölsen

Josef Edlinger, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Landwirt

Em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Albert Hackl, Zivilingenieur, Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien

Mag. Kurt Hackl, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Vizebürgermeister der Stadtgemeinde Wolkersdorf, selbstständig

Hofrat Hermann Helm, Amtsführender Präsident des Landesschulrats für Niederösterreich

Ing. Josef Hintermayer, Geschäftsführender Gemeinderat der Marktgemeinde Großweikersdorf, Winzer

Norbert Hummel, ARGE Kompost und Biogas, Landwirt

Dr. Klaus Kastenhofer

Vorstandsdirektor i. R. Baurat h. c. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa

Mag. Gunda Kirchner, Österreichische Energieagentur, Leiterin Energie- und Klimapolitik, Volkswirtschaft

Em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Helmut Kroiss, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien

Ing. Hermann Kühtreiber, Bürgermeister der Marktgemeinde Zwentendorf

Mag. Walter Marschitz, Bundesgeschäftsführer Hilfswerk Österreich

Dipl.-Ing. Georg Mayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich

A.o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Pucher, Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der Technischen Universität Wien

Gerhard Razborcan, Abgeordneter zum NÖ Landtag

Ing. Franz Rennhofer, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Techniker

Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA, Geschäftsführer-Stv. NÖGUS

Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Angestellter

Christa Vladyka, Abgeordnete zum NÖ Landtag

Hofrat Dr. Heinz Zimper, Bezirkshauptmann für den Bezirk Baden

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Felberbauer, Friedrich Bußlehner (bis 30. Juni 2013),

Helmut Peter, Ing. Walter Rehwald, Peter Spielauer (seit 1. Juli 2013)

Bestätigungsvermerk

zum EVN Ganzheitsbericht 2013/14, Geschäftsjahr 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014

An die Leserinnen und Leser des Nachhaltigkeitsberichtsteils des Ganzheitsberichts der EVN AG.

Umfang und Kriterien der Bescheinigung

Die TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH wurde von der EVN AG beauftragt, den Ganzheitsbericht 2013/14, und zwar jene Abschnitte, die Corporate-Social-Responsibility-(CSR)-Themen enthalten, sowie den GRI Index, für das Geschäftsjahr 2013/14, beginnend mit 1. Oktober 2013 und endend mit 30. September 2014 (im Folgenden als "Bericht" bezeichnet), zu verifizieren.

Der Bericht bezieht sich auf alle CSR-Daten und Informationen aller Aktivitäten der EVN in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserver- und -aufbereitung sowie Abfallverbrennung.

Geografisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der EVN in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren Ländern.

Verantwortung des Managements

Das Management der EVN war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröffentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von TÜV SÜD umfasste die Durchführung einer Überprüfung des Berichts entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG.

Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

Methodik

Die Überprüfung wurde auf Basis der Global Reporting Initiative – G4 Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung 2013 (GRI G4), und der G4 Sector Disclosures (Branchenanforderungen) "Electric Utilities" 2013 durchgeführt.

Die Zielsetzung der Überprüfung war:

  • zu bestätigen, dass der Bericht den Anforderungen von GRI G4, Option "umfassend", entspricht
  • die Prüfung der Zuverlässigkeit der Nachhaltigkeitsleistungsdaten und CSR-Informationen der EVN.

Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:

  • Rückblick auf den Stakeholderprozess und damit zusammenhängende Informationen
  • Überprüfung der CSR-Wesentlichkeitsmatrix
  • Evaluierung der durch die EVN ermittelten Wesentlichkeitskriterien
  • Feststellung, wie die EVN wesentliche Kriterien identifiziert, darauf reagiert und darüber berichtet
  • Interviews mit einer Auswahl an Mitarbeitern der EVN in Österreich sowie im Ausland
  • Prüfung des EVN-Datenmanagementprozesses und Überprüfung von unterstützenden Nachweisen, die uns von der EVN zugänglich gemacht wurden.
  • Anmerkung 1: Die Verifizierung wurde in der Zentrale der EVN in Maria Enzersdorf, Österreich, durchgeführt. Die Verifizierung wurde entsprechend unserem Vertrag durchgeführt und beinhaltete nicht die Verifizierung der Daten bis zu deren Originalquellen sowie die Verifizierung der Richtigkeit und Vollständigkeit der von den einzelnen Standorten übermittelten Daten. Anmerkung 2: Ökonomische Leistungsdaten wurden direkt vom geprüften Geschäftsbericht übernommen.
  • Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse.
  • Überprüfung, ob der GRI-Index den Stakeholdern Zugang zu CSR-Leistungsindikatoren verschafft.

Level of Assurance & Wesentlichkeitsschwelle

Der in diesem Bestätigungsvermerk verfassten Stellungnahme wurden ein "Limited Level of Assurance" sowie eine auf fachkundiger Bewertung basierende Wesentlichkeitsschwelle zugrundegelegt.

Prüfungsurteil

Basierend auf unserer Prüfmethode haben wir keine Hinweise erlangt, die uns zur Entscheidung führen würden, dass der Bericht nicht die Anforderungen nach GRI G4, Option "umfassend" sowie GRI G4 Sector Disclosure "Electric Utilities", erfüllt. Wir haben nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt.

Darüber hinaus sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EVN keine wesentlichen Aspekte im Bericht ausgeschlossen hat und der Prozess zur Berichterstattung zuverlässige CSR-Daten und CSR-Informationen liefert.

Dipl.-Ing. Christof Böwing

Gutachter TÜV SÜD Landesgesellschaft Österreich GmbH

Datum: 18. November 2014

GRI G4 Content Index

Der GRI G4 Content Index ist das Grundgerüst des EVN Ganzheitsberichts 2013/14. Er gibt zum einen an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren zu finden sind; zum anderen wird hier dargestellt, welche Aspekte und/oder Indikatoren aufgrund der Einstufung der Wesentlichkeit berichtet oder nicht berichtet werden. Im Falle von partiellen Auslassungen würde direkt an der jeweiligen Textstelle im Bericht darauf verwiesen werden. Im Zuge der Berichtsprüfung durch den TÜV SÜD wurden alle wesentlichen Aspekte und Indikatoren überprüft (siehe Seite 244). Der Index ist auch im Internet unter www.evn.at/GRI-Content-Index abgebildet.

Allgemeine
Standardangabe
Beschreibung Verweis auf die Seite
im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende
Angaben
Allgemeine Standardangaben
Strategie und Analyse
G4-1 Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers 35ff
G4-2 Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen 121ff
Organisationsprofil
G4-3 Organisationsprofil: Marken, Produkte und Dienstleistungen 29ff
G4-4 Überblick Produkte 29
G4-5 Organisationsprofil: Hauptsitz der Organisation 29
G4-6 Überblick wichtigste Standorte 29
G4-7 Eigentümerverhältnisse und Rechtsform 75
G4-8
G4-9
Märkte
Organisationsprofil: Größe der Organisation
29, 34
29, 113
G4-10 Beschäftigungsprofil 62
G4-11 Anteil der Mitarbeiter mit Kollektivverträgen 65
G4-12 Beschreibung der Lieferkette 92f
G4-13 Veränderungen in der Aktionärsstruktur, Veränderung in der Lieferkette Keine wesentlichen Veränderungen
Wesentliche Veränderungen in der Organisation
G4-14 Vorsorgeprinzip 35ff, 45ff, 83
G4-15
G4-16
Selbstverpflichtung zu freiwilligen Initiativen
Aktive Mitgliedschaften
48 48; www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSRStrategie/Content.aspx
EU1 Installierte Kapazität 30f, 24
EU2 Erzeugte Energie nach Quelle 32, 130
EU3 Kundenanzahl 54
EU4 Länge der Fern- und Verteilleitungen 32
EU5 Kontingent der CO2-Emissionszertifikate 107
Ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen
G4-17 Unternehmen im konsolidierten Jahresabschluss 218ff
G4-18 Festlegung der Berichtsinhalte 4, 50f;
G4-19 Wesentliche Aspekte www.evn.at/EVN-Group/Verantwortung/CSR-Berichterstattung.aspx
G4-20 Abgrenzung der wesentlichen Aspekte innerhalb der Organisation 37f
G4-21 Abgrenzung der wesentlichen Aspekte außerhalb der Organisation 37f
G4-22
G4-23
Neudarstellung in der Berichterstattung
Änderung im Umfang und in den Grenzen der Aspekte
50
4
Einbindung von Stakeholdern
G4-24 Liste der Stakeholder 50ff
G4-25
G4-26
Auswahl der Stakeholder
Einbindung der Stakeholder
50f
50ff
G4-27 Ergebnisse der Einbindung 50f
Berichtsprofil
G4-28
G4-29
Berichtszeitraum
Vorheriger Bericht
4
4
G4-30 Berichtszyklus 4
G4-31 Kontakt zu Nachhaltigkeitsmanagement Hintere Flappe
G4-32 GRI-Index 246
G4-33 Externe Prüfung 4, 244
Unternehmensführung
G4-34 Führungsstruktur und Kontrollorgane, Komitees für Nachhaltigkeit 97ff
G4-35 Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements – Verantwortungsbereiche und Umsetzungsprozess
ausgehend vom höchsten Kontrollorgan 45ff
G4-36 Berichterstattung wirtschaftlicher, ökologischer, gesellschaftlicher Themen an höchstes Kontrollorgan 47
G4-37 Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und dem höchsten Kontrollorgan 45
G4-38
G4-39
Zusammensetzung des höchsten Kontrollorgans und seiner Komitees
Trennung Aufsichtsrat und Vorstand
97ff
97ff
G4-40 Nominierungs- und Auswahlverfahren für das höchste Kontrollorgan 97ff
G4-41 Verfahren, um Interessenkonflikte zu vermeiden 97ff
G4-42 Zuständigkeiten des höchsten Kontrollorgans bei der Festlegung der Ziele, Werte und Strategien
im Zusammenhang mit wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen 45
G4-43 Weiterentwicklung der Kenntnisse des höchsten Kontrollorgans in Bezug auf Nachhaltigkeit 45
G4-44 Beurteilung der Leistung des höchsten Kontrollorganis bezüglich nachhaltiger Entwicklung 48
G4-45 Rolle des höchsten Kontrollorgans hinsichtlich wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher
Auswirkungen, Risiken und Chancen
51f
G4-46 Rolle des höchsten Kontrollorgans bei der Prüfung des Risikomanagements hinsichtlich
wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Risiken 121
G4-47 Häufigkeit der Prüfung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen
Auswirkungen, Risiken und Chancen durch das höchste Kontrollorgan 126
G4-48 Höchstes Komitee oder höchste Position, die formell den Nachhaltigkeitsbericht der Organisation prüft 48
G4-49 Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an das höchste Kontrollorgan 45
G4-50 Art und Gesamtzahl der kritischen Anliegen, die dem höchsten Kontrollorgan mitgeteilt wurden 45
G4-51 Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte 102f
G4-52
G4-53
Festlegung der Vergütung
Meinungsäußerungen der Stakeholder bezüglich der Vergütung
102f
45
G4-54 Verhältnis der Jahresgesamtvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau
der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten 65
zum mittleren Niveau der prozentualen Steigerung der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten 65
Ethik und Integrität
G4-56 Code of Conduct 36, 45f
G4-57 Interne und externe Verfahren zu Compliance und Integrität 45f
G4-58 Meldung von Bedenken zur Integrität 45ff

G4-55 Verhältnis der prozentualen Steigerung der Jahresgesamtvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters

Verweis auf die Seite
Spezifische im Bericht bzw. auf Ergänzende
Standardangabe Beschreibung Online-Informationen Angaben

Spezifische Standardangaben

KATEGORIE: WIRTSCHAFTLICH

Wirtschaftliche Leistung
G4-EC1
G4-EC2
Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert
Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen
für die Aktivitäten der Organisation
35ff, 113ff, 142ff
78f
121
G4-EC3
G4-EC4
Deckung der Verpflichtungen der Organisation aus dem leistungsorientierten Pensionsplan
Finanzielle Unterstützung vonseiten der Regierung
68, 165f
79
Marktpräsenz
G4-EC5
Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum lokalen Mindestlohn
an Hauptgeschäftsstandorten
29ff, 35ff, 54
65
G4-EC6 Anteil der lokal angeworbenen Führungskräfte an Hauptgeschäftsstandorten 70
G4-EC7
G4-EC8
Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
Entwicklung und Auswirkung von Infrastrukturinvestitionen und geförderten Dienstleistungen
Art und Umfang erheblicher indirekter wirtschaftlicher Auswirkungen
79
78
Beschaffung
G4-EC9
Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstandorten 92ff
92
EU10 Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit
Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage
15, 23ff, 35ff
36
Demand Side Management 25
Forschung und Entwicklung 24f, 120
Stilllegung von Atomkraftwerken Nicht relevant, da EVN keine Atomkraftwerke
betreibt
Effizienz der Infrastruktur
EU11
EU12
Effizienz thermischer Kraftwerke
Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze
26, 35ff
26
26
KATEGORIE: ÖKOLOGISCH
Materialien
83
G4-EN1
G4-EN2
Eingesetzte Materialien nach Gewicht und Volumen
Anteil der Sekundärrohstoffe am Gesamtmaterialeinsatz
83f
83f
Energie
G4-EN3
G4-EN4
G4-EN5
G4-EN6
G4-EN7
Energieverbrauch innerhalb der Organisation
Energieverbrauch außerhalb der Organisation
Energieintensität
Verringerung des Energieverbrauchs
Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen
83
84
84
84f
84f
Aufgrund des Unternehmensgegenstand
nicht anwendbar
Wasser
G4-EN8
G4-EN9
G4-EN10
Gesamtwasserentnahme nach Quelle
Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen
Prozentsatz und Gesamtvolumen des wieder zugeführten und wiederverwendeten Wassers
83
87
88
88
Biodiversität
G4-EN11
Standorte angrenzend an Schutzgebiete und Gebiete mit hohem Biodiversitätswert 83
G4-EN12 außerhalb von Schutzgebieten
Beschreibung erheblicher Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten, Produktion und Dienstleistungen
auf die Biodiversität
88
88f
EU13
G4-EN13
G4-EN14
Biodiversität von Ersatzflächen
Geschütze oder renaturierte Lebensräume
Gefährdete Arten laut IUCN und nationalen Listen mit Lebensraum in Geschäftsgebieten
89
88f
88f
Emissionen
G4-EN15
G4-EN16
G4-EN17
G4-EN18
G4-EN19
G4-EN20
G4-EN21
Direkte THB-Emissionen (Scope 1)
Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2)
Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Intensität der THG-Emissionen
Reduzierung der THG-Emissionen
Emissionen Ozon abbauender Stoffe
NOX, SOX und andere signifikante Luftemissionen
83, 35ff
85
86
86
86
86f
85
Alle EVN Anlagen sind geschlossene Anlagen
Abwasser und Abfall
G4-EN22
G4-EN23
G4-EN24
G4-EN25
G4-EN26
Gesamtvolumen der Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort
Abfall
Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen
Gefährlicher exportierter/importierter Abfall
Bezeichnung, Größe, Schutzstatus und Biodiversität von Gewässern und damit
verbundenen Lebensräumen, die von der Organisation betroffen sind
83
89f
90
90
90
90
Spezifische
Standardangabe
Beschreibung Verweis auf die Seite
im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende
Angaben
Produkte und Dienstleistungen
G4-EN27
Reduktion der ökologischen Auswirkungen von Produkten 54f, 59
91
G4-EN28 Prozentsatz der zurückgenommenen verkauften Produkte und Verpackungsmaterialien nach Kategorie Aufgrund des Unternehmensgegenstands
nicht relevant
Compliance
G4-EN29
Bußgelder und nicht monetäre Strafen wegen Nichteinhaltung von Umweltgesetzen und -vorschriften Keine relevanten Vorkomnisse
Transport 83, 91
G4-EN30 Erhebliche ökologische Auswirkungen durch den Transport 91
Insgesamt
GN-EN31
Gesamte Aufwendugen und Investitionen für Umweltschutz 83, 91
91
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte
G4-EN32 Anteil der auf Umweltschutz geprüften Lieferanten 95
G4-EN33 Ökologische Auswirkungen in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
G4-EN34 Beschwerdeverfahren hinsichtlich ökologischer Aspekte
Anzahl der Beschwerden in Bezug auf ökologische Auswirkungen
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
KATEGORIE: GESELLSCHAFTLICH
Beschäftigung Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung 62f
G4-LA1 Gesamtzahl der Mitarbeiter und Fluktuation 62,64
G4-LA2 Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden 68
EU15 Anteil der Mitarbeiter, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Pension gehen werden 65f
EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartungen, Instandhaltung 96
EU18
G4-LA3
Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben
Rückkehrrate an den Arbeitsplatz und Verbleibsrate nach der Elternzeit
96
Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis 65ff
G4-LA4 Mindestmitteilungsfristen bezüglich betrieblicher Veränderungen 65ff
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 62f, 71
G4-LA5 Anteil der Gesamtbelegschaft,der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird 65
G4-LA6
G4-LA7
Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Ausfalltage
Arbeiter mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung im Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung
70f
71
G4-LA8 Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen mit Gewerkschaften
behandelt werden 71
Aus- und Weiterbildung 68ff
G4-LA9 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter 69
G4-LA10 Programme für Kompetenzmanagement 68
G4-LA11 Mitarbeiter mit regelmäßiger Beurteilung 70f
Vielfalt und Chancengleichheit
G4-LA12
Vielfalt und Chancengleichheit 62f
64f
Gleicher Lohn für Männer und Frauen 62f
G4-LA13 Lohnunterschiede nach Geschlecht 64f
Bewertung Lieferanten hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA14 Anteil der auf Arbeitspraktiken geprüften Lieferanten 93ff
G4-LA15 Auswirkungen auf Arbeitspraktiken in der Lieferkette Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Beschwerdeverfahren hinsichtlich Arbeitspraktiken
G4-LA16 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf Arbeitspraktiken Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Menschenrechte
Investitionen 77, 45ff
G4-HR1
G4-HR2
Menschenrechte bei Investitionen
Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern in Bezug auf Menschenrechtspolitik
77
und -verfahren der Organisation 46
Gleichbehandlung 77f
G4-HR3 Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen 81f
Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen 77f, 82
G4-HR4 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen 82
Kinderarbeit
G4-HR5 Geschäftsstandorte und Lieferanten mit Risiko von Kinderarbeit Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Zwangs- oder Pflichtarbeit
G4-HR6 Geschäftsstandorte und Lieferanten mit Risiko von Zwangs- und Pflichtarbeit Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Sicherheitspraktiken
G4-HR 7
Sicherheitspersonal, das auf Menschenrechte geschult wurde 82
Spezifische
Standardangabe
Beschreibung Verweis auf die Seite
im Bericht bzw. auf
Online-Informationen
Ergänzende
Angaben
G4-HR8 Rechte der indigenen Bevölkerung
Vorfälle mit Verletzung der Rechte indigener Bevölkerung
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
G4-HR9 Prüfung bezüglich der Menschenrechte
Geschäftsstandorte, die auf Menschenrechte geprüft wurden
82
G4-HR10
G4-HR11
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechte
Anteil der auf Menschenrechte geprüften Lieferanten
Auswirkungen auf Menschenrechte in der Lieferkette
93f Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
G4-HR12 Beschwerdeverfahren hinsichtlich Menschenrechte
Anzahl der Beschwerden in Bezug auf menschenrechtliche Auswirkungen
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Gesellschaft
Lokale Gemeinschaften
G4-SO1
Geschäftsstandorte mit Maßnahmen zur Einbindung lokaler Gemeinschaften, Folgenabschätzungen
und Förderprogrammen
51f
EU22
G4-SO2
Umsiedlungen
Geschäftstätigkeiten mit erheblichen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften
51f Keine Umsiedlungen in der Berichtsperiode
Korruptionsbekämpfung
G4-SO3
G4-SO4
G4-SO5
Geprüfte Geschäftsstandorte
Schulungen zur Korruptionsprävention
Korruptionsfälle
45ff
80
80
80
Politik
G4-SO6
Gesamtwert der politischen Spenden, dargestellt nach Land und Empfänger/Begünstigtem Keine relevanten Fälle
Wettbewerbswidriges Verhalten
G4-SO7
Wettbewerbsrecht 80f
Compliance
G4-SO8
Signifikante Bußgelder 81
Disaster- und Notfallplanung 77
G4-SO9
G4-SO10
Bewertung der Lieferanten hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
Anteil der auf Gesellschaft geprüften Lieferanten
Auswirkungen auf die Gesellschaft in der Lieferkette
95 Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
G4-SO11 Beschwerdeverfahren hinsichtlich gesellschaftlicher Auswirkungen
Anzahl der Beschwerden in Bezug auf Auswirkungen auf die Gesellschaft
Basierend auf Einstufung in Wesentlichkeitsmatrix keine Berichterstattung
Produktverantwortung
G4-PR1
G4-PR2
EU25
Kundengesundheit und -sicherheit
Produkte, die auf Kundengesundheit geprüft wurden
Fälle von Nichteinhaltung von Produktsicherheit und Kundengesundheit
Unfälle an Anlagen, in denen unternehmensexterne Personen zu Schaden kamen
54f, 59f
59f
60
60
G4-PR3
G4-PR4
Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
Produktinformation
Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln in Bezug auf die
59
59, 95, 107
G4-PR5 Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen
Befragung zur Kundenzufriedenheit
95
56ff
Marketing
G4-PR6
G4-PR7
Verkauf verbotener oder umstrittener Produkte
Gesamtzahl der Fälle von Nichteinhaltung von Vorschriften oder freiwilligen Verhaltensregeln
in Bezug auf Werbung
54f, 59
59
59
G4-PR8 Schutz der Privatsphäre von Kunden
Gesamtzahl begründeter Beschwerden in Bezug auf die Verletzung der Privatsphäre von Kunden und
den Verlust von Kundendaten
59f
59f
Compliance
G4-PR9
Bußgelder wegen Nichteinhaltung von Gesetzen in Bezug auf die Bereitstellung und Nutzung
von Produkten und Dienstleistungen
60
Zugang zu Grundversorgung
EU26
EU27
EU28
EU29
EU30
Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung
Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen
Häufigkeit von Stromausfällen aus regulatorischen Gründen
Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls
Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke
23ff, 35ff
61
61
26
26
26
Barrierefreie Kundeninformation 54ff

Impressum

Herausgeber: EVN AG, EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf, Österreich Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version.

Redaktionsschluss: 26. November 2014 Veröffentlichung: 11. Dezember 2014

Fotos: Clemens Ascher, Daniel Gebhart de Koekkoek, Wolfgang Zajc, Getty Images Konzept und Beratung: be.public Corporate & Financial Communications GmbH Redaktion: Georg Male (be.public), EVN Investor Relations Grafik Design: Alexander Rendi Satz & Reinzeichnung: gugler* brand, 3390 Melk, www.gugler.at/brand Druck: gugler* print, 3390 Melk, www.gugler.at/print

Gedruckt nach der Richtlinie "Druckerzeugnisse" des Österreichischen Umweltzeichens. gugler*print, Melk, UWZ-Nr. 609, www.gugler.at

Höchster Standard für Ökoeffektivität. Weltweit einzigartig: Cradle-to-Cradle® Druckprodukte innovated by gugler*.

Kontakt

Ansprechpartner Investor Relations

Mag. Gerald Reidinger, Telefon +43 2236 200-12698 Mag. Alexander Sipek, MBA, Telefon +43 2236 200-12360 Katrin Stehrer, MSc, Telefon +43 2236 200-13140 E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Fragen zu Corporate Social Responsibility (CSR)

Mitglieder des CSR-Beratungsteams

CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] CSR-Organisation, Personalwesen: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected] Innovationsbeauftragte: Dipl.-Ing. Dr. Andrea Edelmann, Telefon +43 2236 200-12190, [email protected] Generalsekretariat und Corporate Affairs: MMag. Ute Teufelberger, Telefon +43 2236 200-12777, [email protected] Information und Kommunikation: Dipl.-Ing. Gerald Rücker, Telefon +43 2236 200-12143, [email protected] Investor Relations: Katrin Stehrer, MSc, Telefon +43 2236 200-13140, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, MSc, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected]

Service-Telefon für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200

Informationen im Internet Online-Report
www.evn.at EVN Online-Ganzheitsbericht 2013/14
www.investor.evn.at www.investor.evn.at/gb/gb2014
www.verantwortung.evn.at
Finanzkalender 2014/151)
86. ordentliche Hauptversammlung 15.01.2015 Ergebnis 1. Halbjahr 2014/15 28.05.2015
Ex-Dividendentag 22.01.2015 Ergebnis 1.– 3. Quartal 2014/15 27.08.2015
Dividendenzahltag 28.01.2015 Jahresergebnis 2014/15 10.12.2015
Ergebnis 1. Quartal 2014/15 26.02.2015

1) Vorläufig

Basisinformationen1)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR programme (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Nachhaltigkeitsindizes VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel, ECPI
Ratings A3, negativ (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's)

1) Per 30. September 2014

Man muss die Perspektive verändern

wenn man die Dinge ganzheitlich sehen will