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EVN AG Annual Report 2012

Jan 18, 2013

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Annual Report

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EVN Jahresfinanzbericht 2011/12 gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht 2011/12 2

2 Rechtliches Umfeld

  • 8 Wirtschaftliches Umfeld
  • 9 Energiewirtschaftliches Umfeld
  • 11 Erfolgs- und Einflussfaktoren
  • 12 Geschäftsentwicklung
  • 20 Nicht finanzielle Kennzahlen
  • 21 Risikomanagement
  • 26 Aktienstruktur und Angaben zum Kapital Angaben gemäß § 243a Z1
  • Unternehmensgesetzbuch (UGB)
  • 27 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012/13

Konzernabschluss 2011/12 29

  • 30 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 30 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 31 Konzern-Bilanz
  • 32 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • 33 Konzern-Geldflussrechnung
  • 34 Segmentberichterstattung
  • 36 Konzernanhang
  • 92 Bestätigungsvermerk

Jahresabschluss der EVN AG 2011/12 nach UGB 94

  • 96 Lagebericht
  • 112 Jahresabschluss
  • 120 Bestätigungsvermerk
  • 122 Anhang
  • 137 Bericht des Aufsichtsrats

Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG 141

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Internationale Klimapolitik

Im Dezember 2011 fand in Durban, Südafrika, die 17. UNO-Klimakonferenz statt, bei der sich die Teilnehmerstaaten auf die Erstellung zweier Abkommen einigen konnten. Zum einen wurde beschlossen, dass ein rechtliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das mit Dezember 2012 ausläuft, erst bei der nächsten Klimakonferenz in Katar Ende 2012 festgelegt werden soll. Die neue, zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls soll von 2013 bis 2020 gelten. Die beteiligten Staaten werden verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 25 % bis 40 % im Vergleich zum Niveau von 1990 zu reduzieren. Zum anderen hat die Europäische Union (EU) ihren Fahrplan zum Weltklimavertrag durchgesetzt, der die derzeit nicht am Kyoto-Protokoll teilnehmenden Staaten – USA, China und Indien – ebenfalls in die Verpflichtung miteinbezieht. Das Abkommen soll bis 2015 erarbeitet werden und 2020 in Kraft treten. Ziel des Vertrags wird es sein, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf 1,5 bzw. maximal 2,0 Grad Celsius zu begrenzen.

Der Grüne Klimafonds, der bereits in der 16. UNO-Klimakonferenz Ende 2011 in Mexiko beschlossen wurde, soll dazu beitragen, ab 2020 jährlich 100 Mrd. US-Dollar für die Entwicklungsländer bereitzustellen, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können.

Europäische Energiepolitik

In der Energiepolitik der EU standen während des Berichtszeitraums zwei Themen im Fokus: die Transparenz im Energiegroßhandel und die Steigerung der Energieeffizienz.

Transparenz im Energiegroßhandel

Am 28. Dezember 2011 trat die EU-Verordnung über Integrität und Transparenz des Energiemarkts (REMIT) in Kraft. Sie soll gewährleisten, dass die Preise auf den Energiegroßhandelsmärkten durch ein faires, auf Wettbewerb beruhendes Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage gebildet werden. Vor allem sollen unrechtmäßige Gewinne durch Marktmissbrauch verhindert werden. Personen, die über Insider-Informationen bezüglich des Energiegroßhandelsmarkts verfügen, ist es seit dem 28. Dezember 2011 untersagt, diese zu nutzen. Die Verordnung schreibt zudem vor, dass ausgewählte Informationen – beispielsweise über die Kapazitätsauslastung und Nutzung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung, über den Verbrauch oder über die Übertragung von Strom und Erdgas – zu veröffentlichen sind. Da die Verflochtenheit der Märkte eine grenzüberschreitende Marktüberwachung erfordert, wird durch diese Verordnung sowohl der Europäischen Energieregulierungsagentur (ACER) als auch den nationalen Regulierungsbehörden eine zentrale Rolle übertragen.

EU-Energieeffizienz-Richtlinie

Am 14. Juni 2012 einigten sich die EU-Mitgliedsstaaten auf neue verbindliche Vorschriften zur Steigerung der Energie effizienz, um den Energieverbrauch bis 2020 um 20 % zu senken. Mithilfe dieser Richtlinie sollen die Mitgliedsstaaten jährlich mindestens Energieeinsparungen im Ausmaß von 1,5 % realisieren – in Ausnahmefällen darf das jährliche Energieeinsparungsziel auf 1,1 % reduziert werden. Enthalten ist eine Reihe wichtiger Maßnahmen, die in konkreten Energieeinsparungen resultieren sollen (z. B. Sanierung von jährlich 3,0 % der öffentlichen Regierungsgebäude). Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, sich nationale Energiesparziele zu setzen. Am 4. Oktober 2012 wurde der Energieeffizienz-Richtlinie vom Europäischen Rat zugestimmt. Im Anschluss müssen die Mitgliedsstaaten ab 1. Jänner 2014 die Richtlinie in nationales Recht transformieren.

EU-Emissionshandelssystem

Die EU-Klimaschutzkommission arbeitet derzeit an Vorschlägen für eine zeitliche Verschiebung von CO2-Auktionen, bei denen in der 3. Handelsperiode (2013–2020) nicht gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate in das Emissionshandelssystem (ETS) integriert werden. Dabei ist geplant, zu Beginn der 3. Handelsperiode (2013–2015) eine noch zu bestimmende Menge an CO2-Emissionszertifikaten zurückzuhalten und diese erst später gegen Ende der 3. Handelsperiode (2018–2020) in den Markt zu bringen. Somit bliebe in der 3. Handelsperiode das Gesamtvolumen der Zertifikate zwar gleich, jedoch kommt es zu einer Verschiebung von Versteigerungsmengen in Richtung 2020. In Diskussion sind 400 Mio. bis zu 1,2 Mrd. CO2-Emissionszertifikate. (Zum Vergleich: Der Gesamtausstoß aller Anlagen im Emissionshandelssystem beträgt jährlich ca. 1,8 Mrd. Tonnen CO2.)

Durch diese Maßnahme erhofft sich die EU-Kommission, dem Überschuss an CO2-Emissionszertifikaten aus der 2. Handelsperiode und den damit verbundenen derzeit niedrigen Preisen entgegenwirken zu können. Sie vertritt die Ansicht, dass der derzeitige Preis für die CO2-Emissionszertifikate nicht ausreichend Anreize gibt, um Investitionen in CO2-emissionsarme Technologien zu tätigen.

In Ergänzung zur Änderung der bestehenden CO2-Auktionsverordnung der ETS-Richtlinie legt die Kommission bereits jetzt ein Dokument vor, in dem sie den ersten Schritt aufzeigt, wie in das ETS-Regelwerk nachträglich eingegriffen werden soll. Kritisch ist, dass dieser Entwurf die Möglichkeit bietet, jederzeit CO2-Emissionszertifikate aus dem Markt zu nehmen, jedoch offen lässt, ob und wann diese wieder in das System zurückgeführt werden. Bis Ende 2012 ist mit einem konkreten Legislativvorschlag durch die EU-Kommission zu rechnen.

Energiepolitisches Umfeld in Österreich

Stromkennzeichnungsverordnung

Am 14. September 2011 wurde die neue Stromkennzeichnungsverordnung des österreichischen Regulators (E-Control) veröffentlicht, die seit 1. Jänner 2012 rechtlich verbindlich ist. Die Verordnung schreibt vor, dass auf Stromrechnungen sowie in Werbe- und Informationsmaterial für Strom neben einer prozentuellen Aufschlüsselung der Primärenergieträger auch die Herkunftsländer anzugeben sind. Damit wird dem Endverbraucher eine Bewertung der gelieferten Elektrizität ermöglicht.

Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen der EVN wurde durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen des gesamten Primärenergiemix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG 2010/11 beliefen sich auf 311,55 g/kWh CO2-Emissionen und 0 g/kWh radioaktiven Abfall.

Die beiden Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Global 2000 haben von Juli bis September 2011 den Strommix österreichischer Energieversorgungsunternehmen einem Atomstrom-Check unterzogen. Die EVN gehört zu jenen Stromanbietern, die nachweisen konnten, keinen Atomstrom im Angebot zu haben.

Weitere Details zum Atomstrom-Check 2011 unter www.greenpeace.org/austria/de unter Themen > Atom

GRI-Indikator: Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen (PR3)

Gaswirtschaftsgesetz

Am 19. Oktober 2011 wurde das Gaswirtschaftsgesetz 2011 (GWG) im Nationalrat beschlossen, wodurch das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket vollständig in österreichisches Recht umgesetzt wurde. Es verfolgt das Ziel einer höheren Liquidität zur Wettbewerbsbelebung. Die Novelle stärkt die Rechte von Haushalten und Gewerbebetrieben, erhöht die Versorgungssicherheit durch klare Rahmenbedingungen für Investitionen und schafft die gesetzliche Basis für die Einführung von Smart Meters. Zudem ist die Entflechtung der Fernleitungsbetreiber von den übrigen Aktivitäten eines vertikal integrierten Erdgasunternehmens ein zentrales Ziel, das der Förderung des Wettbewerbs dienen soll. Die Systemnutzungsentgelte gewährleisten eine angemessene Vergütung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für neue Investitionen in das Gasnetz.

Am 25. Mai 2012 wurde die Verordnung der E-Control zur Neugestaltung des Netzzugangs für den österreichischen Gasmarkt beschlossen. Das neue Entry-Exit-Marktmodell sowie die Umstellung der Tarife werden am 1. Jänner 2013 umgesetzt. Daraus ergeben sich für die EVN vertriebsseitig Zusatzkosten, aber auch eine vereinfachte Teilnahme an einem Gasmarkt mit erhöhter Transparenz.

Verordnungen zu intelligenten Messgeräten für Strom

Am 25. Oktober 2011 wurden die technischen Mindestanforderungen an die neuen Stromzähler (Smart Meter) per Verordnung der E-Control festgelegt. Die Messung und Speicherung von Zählerständen, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber wurden definiert. Der Grundstein für die Markteinführung von Smart Metering wurde damit gelegt. Nach der Begutachtung der Verordnung der E-Control erließ das Wirtschaftsministerium am 24. April 2012 die Intelligente-Messgeräte-Einführungsverordnung. Diese regelt den Ausbauplan der intelligenten Stromzähler in Stufen von 2015 bis 2019. Bis Ende 2015 soll jeder Netzbetreiber mindestens 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 % und, im Rahmen der technischen Machbarkeit, bis Ende 2019 mindestens 95 % der an sein Netz angeschlossenen Zählpunkte mit intelligenten Messgeräten ausstatten. Der Austausch des Zählers durch die Netzbetreiber soll grundsätzlich über das Messentgelt abgedeckt werden, das von der unabhängigen Regulierungskommission festgelegt wird.

Bisher wurden in Österreich knapp 200.000 der rund 6 Mio. Zähler auf Smart Meter umgerüstet. Aus einer Studie von PricewaterhouseCoopers vom Juni 2010 geht hervor, dass in einem Modellzeitraum von 15 Jahren ein Nettokostenvorteil von über 1 Mrd. Euro für Endverbraucher erzielt werden kann. Laut dieser Analyse könnte der Verbrauch in allen Kundengruppen durch Smart Meter um durchschnittlich 3,5 % pro Jahr reduziert werden.

Ökostromgesetz 2012

Dieses trat am 1. Juli 2012 mit dem Ziel in Kraft, den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Österreich zu steigern und dadurch die Abhängigkeit von importiertem Atomstrom bis 2015 zu beseitigen. Für den Zeitraum 2010 bis 2020 wurden folgende Ausbauziele festgelegt: 1.000 MW Wasserkraft, 2.000 MW Windkraft, 200 MW Biomasse und Biogas sowie 1.200 MW Photovoltaik. Die jährliche Förderung in Form von subventionierten Einspeisetarifen und Investitionszuschüssen wurde für neue Ökostromprojekte von 21,0 Mio. Euro auf 50,0 Mio. Euro angehoben. Dieser Betrag sinkt innerhalb der ersten zehn Jahre nach Inkrafttreten um 1,0 Mio. Euro pro Kalenderjahr. Das Vorhaben wird über zwei Arten von steuerähnlichen Abgaben (Ökostrompauschale und Ökostromförderbeitrag) finanziert, die durch die Netzbetreiber bei den Endverbrauchern einzuheben sind. Über dieses neue Finanzierungsmodell soll sichergestellt werden, dass der Wirtschafts- und Produktionsstandort Österreich nicht in unangemessener Weise benachteiligt wird.

Das neue Emissionszertifikategesetz (EZG 2011)

Dieses wurde im Oktober 2011 verabschiedet. Das Gesetz setzt die EU-Emissionshandelsrichtlinie 2009 in nationales Recht um und regelt somit den Emissionshandel im Zeitraum 2013 bis 2020 (3. Handelsperiode). Ab 2013 ist keine Gratiszuteilung von CO2-Emissionszertifikaten für die Stromerzeugung vorgesehen. Sämtliche Zertifikate sind sodann im Rahmen des Emissionshandelssystems zu ersteigern. In der Berichtsperiode lag der Preis für CO2-Emissionszertifikate im Durchschnitt bei 7,9 Euro pro Tonne (Vorjahr: 14,8 Euro pro Tonne).

Im Rahmen des derzeit gültigen Nationalen Allokationsplans II 2008–2012 (2. Handelsperiode der CO2-Emissionszertifikate) wurden der EVN auf Basis der historischen Emissionen unter Berücksichtigung von Einsparungen unentgeltliche CO2-Emissionszertifikate in Höhe von jährlich 1,58 Mio. Tonnen für österreichische Anlagen und 0,1 Mio. Tonnen pro Jahr für die Anlage in Bulgarien zugeteilt. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit CO2-Emissionszertifikaten teil, um einen etwaigen Mehrbedarf abdecken zu können bzw. die nicht verbrauchten CO2-Emissionszertifikate zu verkaufen. Insgesamt unterlag die EVN im Geschäftsjahr 2011/12 mit zehn Anlagen in Österreich und einer Anlage in Bulgarien dem Emissionshandelssystem der EU. Zugleich besteht die Möglichkeit, in einem bestimmten Ausmaß CO2-Emissionszertifikate aus speziellen Klimaschutzprojekten – Certified Emission Reductions (CER) bzw. Emission Reduction Units (ERU) – einzusetzen. (Details zu zugekauften CO2-Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2011/12 siehe Anhang, Erläuterung 27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen, Seite 129.)

GRI-Indikator – Kontingent der CO2-Emissionszertifikate (EU5)

Regulierungssystem für Strom und Gasnetze

Mit der am 3. März 2011 in Kraft getretenen Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) hat der Gesetzgeber unter anderem das Tarifrecht im Elektrizitätsbereich einer umfassenden Neuregelung unterzogen. Herzstück ist dabei die in § 50 ElWOG vorgesehene neue Ex-Post-Erlösregulierung der Erlöse des Netzbetreibers über das Regulierungskonto. Diese Systematik wurde auch in den § 71 des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 übernommen. Nach der bislang geltenden Ex-Ante-Entgelt-Bestimmung wurden die Systemnutzungstarife auf Basis von Prognosen, d. h. Plankosten und Plan mengen, festgelegt. Änderungen der Ist-Daten wurden dabei nicht berücksichtigt. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es nunmehr, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen.

Das derzeit gültige Anreizregulierungssystem erstreckt sich über zwei Regulierungsperioden zu je vier Jahren für Strom- und fünf Jahren für Gasverteilnetzbetreiber. Für Stromnetze hat Anfang 2010, für Gasnetze Anfang 2008 die neue Regulierungsperiode begonnen.

Regulierungsmodell für Netznutzungstarife für
Strom und Gas in Österreich
Strom Gas
Regulierungsbehörde E-Control GmbH E-Control GmbH
Anfang der Regulierungsperiode 1. Jan. 2010 1. Jan. 2008
Nächste regulatorische Anpassung1) 1. Jan. 2014 1. Jan. 2013
Länge der Regulierungsperiode 4 Jahre 5 Jahre
Regulierungsmethode Erlösobergrenze Erlösobergrenze
Verzinsliche Kapitalbasis (RAB)2) n.a. n.a.
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern, nominal 7,0 % 7,0 %
Genereller Produktivitätsfaktor3) 1,95 % 1,95 %
Individueller Produktivitätsfaktor 0,25 % 0,00 %
Inflation4) Jährliche Anpassung Jährliche Anpassung

1) Anpassung des WACC und Produktivitätsfaktors

2) Die jährlichen Investitionen werden im nächsten Jahr zur verzinslichen Kapitalbasis (RAB – regulatory asset base) zugezählt.

3) Beim Strom wird 50 % der erreichten Produktivitätssteigerung während der Regulierungsperiode an die Endkunden weitergegeben. Beim Gas verbleiben die Gewinne aus Kostenreduktion während der Regulierungsperiode bei Unternehmen.

4) Netzbetreiberindex setzt sich zu je 30 % aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) und dem Baupreisindex sowie zu 40 % aus dem Tariflohnindex zusammen.

Bezüglich Anreizregulierung für Gasnetze hat die Regulierungsbehörde in Zusammenarbeit mit den betroffenen Netzbetreibern ein Konsultationspapier zur Ausgestaltung der zweiten Regulierungsperiode – beginnend mit 1. Jänner 2013 – unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 (GWG 2011) erarbeitet. Dieses Konsultationspapier soll die wirtschaftliche Geschäftsgrundlage und Planungssicherheit der regulierten Unternehmen, sowie die allgemeine Akzeptanz und Stabilität des Regulierungssystems sicherstellen.

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat die EVN im Jahr 2009 mit dem Bau der Erdgastransportleitung Südschiene und im Jahr 2011 mit dem Bau der Westschiene begonnen. Beide Erdgastransportleitungen tragen zur Versorgungssicherheit in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus bei. Im September 2011 wurde die 120 km lange Südschiene in Betrieb genommen. Die 150 km lange Westschiene soll im Geschäftsjahr 2013/14 fertiggestellt werden.

Energiepolitisches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

In Entsprechung der EU-Richtlinien zum Elektrizitäts- bzw. Erdgasbinnenmarkt wurde per 1. Oktober 2006 die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Netzbetreiber und Stromversorger in Bulgarien umgesetzt. Die Tochtergesellschaft EVN Bulgaria EP ist für den Netzbetrieb, EVN Bulgaria EC für den Vertrieb verantwortlich.

Der Energiemarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation stellt sich bislang jedoch noch nicht ein. Der Gasmarkt ist vollständig reguliert. Im Stromsegment wurden Endkunden – mit Ausnahme einiger industrieller Großkunden – bis Ende 2011 weiterhin vom zentralen öffentlichen Stromversorger, der nationalen Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK), beliefert. Die Versorgung erfolgte über die drei regionalen Netzbetreiber bzw. Stromversorger (EVN, CEZ, Energo-Pro). Langfristige Bezugsverträge zwischen den Stromproduzenten und der NEK stehen der tatsächlichen Öffnung des Strommarkts entgegen. Ebenso hinderlich ist die Zuweisung festgelegter Mengen von der Regulierungsbehörde State Energy and Water Regulatory Commission (SEWRC) an die regionalen Stromversorger zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. In 2011 boten nur zwei staatliche Stromkraftwerke und fünf Handels gesellschaften Strom zum nichtregulierten Preis an.

Die Anpassung des Energiegesetzes per Juli 2012 führt zu einer Erweiterung des Kreises der zum freien Stromeinkauf zugelassenen Endkunden im Mittelspannungsnetz. In Südost bulgarien, im Versorgungsgebiet der EVN, haben nunmehr 1.400 Unternehmen die Möglichkeit, den Stromanbieter frei zu wählen.

Für die regulierten Lizenzen (Erzeugung, Übertragung, System Operator, Öffentlicher Lieferant, Verteilernetz, Endversorger) werden die Preise vom Regulator festgelegt. Die Verantwortung für die Lizenzen Erzeugung aus Wasserkraftwerken, Öffentlicher Lieferant und Übertragungsnetz übt die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK aus. Die Lizenz System Operator liegt im Verantwortungsbereich ihrer Tochtergesellschaft Elektroenergien Systemen Operator EAD. Die regulierten Energiepreise liegen unter den Marktpreisen an den europäischen Strombörsen. Für den Kunden bedeutet dies, dass durch den Wechsel in den freien Markt keine Einsparungen erzielt werden können, was einer tatsächlichen Marktöffnung entgegensteht.

Die Preisanpassungen für alle Versorgungsfunktionen und Änderungen in den Preiskomponenten der Strompreise erfolgen jährlich in Entsprechung der gesetzlich vorgeschriebenen Entflechtung. Die Netztarife werden aufgrund eines den EU-Standards entsprechenden Regulativs festgelegt (siehe Tabelle Seite 67). Die tatsächliche jährliche Preisanpassung der Endkundenpreise für Strom wird durch die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Ziele der Regierung maßgeblich beeinflusst. In den ersten drei Preisperioden der aktuellen fünfjährigen Regulierungsperiode, die seit dem Jahr 2008 läuft, lag die Erhöhung der Endkundenpreise für Strom unter jener des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators. Dadurch gerieten die regionalen Stromversorger hinsichtlich der Profitabilität deutlich unter Druck. Im vierten Regulierungsjahr, 2011, wurden die Endkundenpreise für Strom jedoch durch den Regulator erhöht. Die Preise für beschaffte Energie sowie die Tarife des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Endkundenpreiserhöhung für Strom per 1. Juli 2012 wurde vor allem mit den höheren Einspeisetarifen, dem höheren Anteil an erneuerbaren Energien sowie den erstmals anfallenden Kosten für die zugekauften CO2-Emissionszertifikate begründet.

Die Informationen zu den in der Berichtsperiode relevanten Tarifänderungen in Bulgarien finden sich in der Segment berichterstattung, Segment Energieversorgung Südost europa, Seite 97.

Im Wärmebereich startete eine zweijährige Regulierungsperiode per 1. Juli 2012. Eine Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme aufgrund einer Erhöhung des Gasbezugspreises wurde per 1. April 2012 genehmigt. Diese hat die EVN an ihre Kunden nicht weitergegeben. Per 1. Juli 2012 hat der Regulator die Gasbezugspreise erhöht, was zu einer Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme führte. Für die EVN hatte jedoch die Inbetriebnahme der Cogeneration-Anlage in Plovdiv eine Reduktion des Gasbezugspreises zur Folge, da die erzielten Effizienzgewinne zu einer Verringerung des spezifischen Gasverbrauchs führten.

Im Mai 2011 hat das bulgarische Parlament die Energiestrategie 2020 beschlossen. Im Mittelpunkt der Strategie stehen die Erhaltung der Versorgungssicherheit, die Steigerung der Energieeffizienz, der Schutz der Endkunden sowie die Entwicklung eines liberalisierten Energiemarkts und die Erhöhung der erneuerbaren Energiekapazitäten. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen soll sich demnach von 9,4 % in 2005 auf 16,0 % bis zum Jahr 2020 erhöhen. Welchen Anteil an dieser Steigerung dem Stromsektor zuzuschreiben ist, ist jedoch ungewiss. Zugleich wurde ein neues Ökostromgesetz beschlossen: Der Regulator wird jährlich eine Obergrenze für den Netzanschluss neuer Kapazitäten aus erneuerbarer Energie bestimmen. Die Einspeisetarife für die Dauer des Stromliefervertrags (bei Windanlagen für 20 Jahre, bei Photovoltaikanlagen für 12 Jahre) werden jeweils mit 1. Juli festgelegt.

Am 16. Juli 2012 wurde vom Regulator in Bulgarien eine Änderung an der Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen mit Wirkung vom 1. Juli 2012 beschlossen. Durch die große Anzahl von neuen Anschlussverträgen mit Ökostrom-Erzeugern kommt es zu steigenden Absatzmengen, wodurch die Strombezugskosten der EVN Bulgaria EC deutlich steigen werden. Das bulgarische Gesetz für erneuerbare Energie sieht eine Abgeltung dieser Mehrkosten durch die Endkunden vor. Die hieraus erwarteten Ansprüche wurden im Geschäftsjahr 2011/12 als Forderung abgegrenzt. Im September 2012 wurden darüber hinaus die Einspeisetarife für Ökostrom vom Regulator um bis zu 20,0 % gekürzt, gleichzeitig wurde eine neue laufende Abgabe für den Netzzutritt bei bestehenden Anlagen eingeführt.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans wurden der EVN gratis CO2-Emissionszertifikate von 0,1 Mio. Tonnen für die Anlagen in Bulgarien zugeteilt. In Bulgarien ist die EVN Vorreiter und handelt als erstes Unternehmen mit CO2-Zertifikaten.

Mazedonien

Das Parlament verabschiedete am 3. Februar 2011 das neue Energiegesetz, das den Anforderungen der Energy Community zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts entspricht. Es zielt auf die Öffnung des Strommarkts und seine Integration in die internationalen Strommärkte aufgrund der ratifizierten Verträge ab und fördert die Verbesserung der Energieeffizienz sowie den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Unabhängigkeit des Regulators wird gestärkt, seine Aufgaben wurden erweitert. Das Gesetz schreibt zudem die klare Entflechtung für Versorgungsfunktionen für Strom (Erzeugung, Netzbetrieb, Versorger) vor. Für die EVN Macedonia sind folgende Änderungen von zentraler Bedeutung: Die Beschaffung der Netzverluste am freien Markt wird transparent gestaltet, und die vom Regulator anerkannten Netzverluste werden mit dem Unternehmensplan zur Reduzierung der Netzverluste abgestimmt.

Dem Energiegesetz entsprechend wurde mit Wirkung vom 1. Jänner 2012 die Entflechtung der Stromerzeugung von der EVN Macedonia durchgeführt. Die Ausgliederung der Versorgungsfunktion in eine unabhängige Gesellschaft wird für Ende 2013 erwartet.

Regulierungsmodell für Netznutzungstarife
in Bulgarien und Mazedonien
Bulgarien
Strom
Bulgarien
Wärme
Mazedonien
Strom
Regulierungsbehörde State Energy and Water
Regulatory Commission
(SEWRC)
State Energy and Water
Regulatory Commission
(SEWRC)
Energy Regulatory
Commission
(ERC)
Anfang der Regulierungsperiode 1. Juli 2008 1. Juli 2012 1. Jan. 2012
Nächste regulatorische Anpassung 1. Juli 2013 1. Juli 2014 1. Jan. 2015
Länge der Regulierungsperiode 5 Jahre 2 Jahre 3 Jahre
Regulierungsmethode1) Erlösobergrenze Erlösobergrenze Erlösobergrenze
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC)
vor Steuern, nominal 12,0 % 7,0 % 6,7 %
Anerkannte Netzverluste 15,0 % Nein 14,0 %
Produktivitätsfaktor Ja Ja Nein
Investitionsfaktor2) Ja Ja Ja

1) Die Erlösobergrenze umfasst die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und die angemessene Kapitalrendite auf die verzinslichen Kapitalbasis (RAB – regulatory asset base).

2) Jährliche Überprüfung und Genehmigung des Investitionsplans durch Regulierungsbehörde

Der Strommarkt in Mazedonien ist jedoch nach wie vor stark reguliert und nach dem Single-Buyer-Modell organisiert. Der staatliche Energieversorger ELEM und das Wärmekraftwerk TEC Negotino sind für die Stromerzeugung zuständig. MEPSO betreibt das staatliche Übertragungsnetz, und die EVN Macedonia versorgt die Endkunden. Mit Ausnahme von neun Großkunden (110 kV), die schon aktuell direkt von MEPSO Energie beziehen, werden alle Kunden noch von der EVN Macedonia versorgt. Auf Basis der derzeitigen Rechtslage wird mit einer Marktöffnung für alle Nicht-Haushaltskunden mit 1. Jänner 2014 gerechnet. Während ab diesem Zeitpunkt alle Großkunden (mit einem Umsatz von über 10,0 Mio. Euro und einer Mitarbeiterzahl ab 50) den Stromlieferanten frei wählen müssen, können alle anderen Stromkunden auch weiterhin ohne Änderung von der EVN Macedonia versorgt werden. Mit der Marktöffnung für Haushaltskunden wird auf Basis der derzeitigen Diskussionen frühestens ab 1. Jänner 2015 gerechnet.

ELEM ist in der Funktion als nationaler Energiepool verpflichtet, die EVN Macedonia mit einer bestimmten Strommenge zu versorgen. Diese wird aufgrund des vom Regulator gemessenen Kundenbedarfs und anerkannter Netzverluste errechnet. Nachdem bisher die Verpflichtung zur Tragung der Beschaffungskosten am Großhandelsmarkt für den nicht durch mazedonische Erzeugungskapazitäten abgedeckten Energieverbrauch bei der ELEM lag, wird diese Verantwortung ab 1. Oktober 2012 auf die EVN Macedonia übertragen. Die Anpassung der Endkundenpreise am 1. August 2012 diente primär der Abdeckung dieser zusätzlichen Beschaffungskosten.

Per 1. Jänner 2012 wurde für den Strom-Netzbereich von der mazedonischen Regulierungsbehörde Energy Regulatory Commission (ERC) die zweite dreijährige Regulierungsperiode eingeführt. In der Formel zur Berechnung der Netztarife wurden im Vergleich zur vorangegangenen Regulierungsperiode die Kapitalkosten reduziert, der anerkannte Netzverlust wurde erhöht. Trotz einer Erhöhung der Anerkennungsgrenze für die Netzverluste auf 14,0 % müssen beginnend mit 1. Jänner 2012 nunmehr sämtliche Netzverluste über den Großhandelsmarkt beschafft werden.

Die Informationen zu den in der Berichtsperiode relevanten Tarifänderungen in Mazedonien finden sich in der Segment berichterstattung, Segment Energieversorgung Südosteuropa, Seite 97.

Kroatien

Die EVN erhielt zwischen Juni 2009 und Mai 2010 die Konzessionen für die Errichtung und den Betrieb des Gasnetzes in den kroatischen Gespanschaften Zadar, Split-Dalmatia und Šibenik-Knin. Die Konzession für die Gasverteilung und Gasversorgung wurde auf die Dauer von 30 Jahren vergeben. Die 100 %ige Tochtergesellschaft EVN Croatia Plin d.o.o. ist für die Errichtung des Gasverteilnetzes in Teilgebieten der drei Gespanschaften verantwortlich.

Der Spatenstich für die Gasnetzverlegearbeiten in Zadar fand im April 2011 statt. Nach Erteilung der Genehmigung zur Erdgasverteilung im Dezember 2011 konnten im Juni 2012 das Gasnetz in Betrieb genommen und die ersten Kunden an das Gasnetz der EVN angeschlossen werden. Die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten in den Gespanschaften Šibenik-Knin und Split sind während der Berichtsperiode fortgeschritten. Insgesamt soll ein Verteilernetz mit einer Gesamtlänge von knapp 1.450 km errichtet werden, das 130.000 Kunden mit Gas versorgt.

Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde im Dezember 2011 der EU-Beitrittsvertrag Kroatiens unterzeichnet; mit dem offiziellen Beitritt wird im Juli 2013 gerechnet. In den kommenden Jahren sollen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Liberalisierung des Energiemarkts erstellt und durchgeführt werden. Die aktuelle Regulierungsperiode beträgt ein Kalenderjahr. Demnach könnte jährlich ein neuer Tarif beantragt werden. Die Spezifika eines Green-Field-Projekts mit hohen Anfangsinvestitionen bei geringer Kundenanzahl werden im derzeitigen Tarifsystem nicht reflektiert. In Zusammenarbeit mit der Energy Community wird von der EVN eine Angleichung der Tarifsystematik auf europäisches Marktniveau erarbeitet. Die Haushaltstarife sind bis August 2013 streng reguliert, danach soll eine stufenweise Marktöffnung erfolgen. Bis dato war die Regulierungsbehörde nicht unabhängig tätig. Erst als Folge der Neuwahlen Ende 2011 nimmt die Behörde sukzessive die gesetzlich normierten Aufgaben wahr. In Kroatien sind die Endkundenpreise für Haushalte deutlich niedriger als in anderen Ländern Europas, trotz einer im Mai 2012 erfolgten Erhöhung der Gaspreise um 22,0 %.

Albanien

Ein Konzessionsvertrag für das Wasserkraftwerk Ashta wurde im September 2009 von der albanischen Regierung sowie von den Projektpartnern Verbund AG und EVN unterzeichnet. Dem Projekt am Fluss Drin im Norden Albaniens liegt der erste Großwasserkraftwerks-Konzessionsvertrag der Republik Albanien mit ausländischen Partnern zugrunde. Im September 2012 haben EVN und Verbund AG die erste Kraftwerksstufe des Kraftwerks Ashta eröffnet. Das Projekt wurde im Rahmen eines Build-Own-Operate-Transfer-(BOOT)-Modells umgesetzt. Verbund AG und EVN besitzen und betreiben das Kraftwerk über die gesamte Dauer der 35-jährigen Konzessionsperiode. Nach Ablauf der Periode wird das Kraftwerk an die Republik Albanien übergeben. Der in Ashta erzeugte Strom wird aufgrund eines Stromabnahmevertrags für eine Laufzeit von 15 Jahren zur Gänze vom staat-

BIP-Wachstum % 2013f 2012e 2011 2010 2009
EU-271) 2) 0,2–0,3 –0,5 1,5 2,0 –4,3
Österreich3) 4) 1,0–1,3 0,6–0,8 2,7 2,3 –3,8
Bulgarien1) 2) 4) 1,5–2,0 0,8–1,5 1,7 0,4 –5,5
Albanien1) 2) 2,8–3,5 2,3–2,5 3,1 3,9 3,3
Kroatien1) 2) 4) 0,8–1,2 –1,2–(–1,5) 0,0 1,2 –6,0
Mazedonien2) 2,5–3,0 1,0 3,1 1,8 –0,9

1) Quelle: Raiffeisen Research "Strategie Globale Märkte 4. Quartal 2012" und "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2012"

2) Quelle: wiiw "Economic Prospects for Central, East and Southeast Europe", Juli 2012, National Bank of Macedonia, August 2012

3) Quelle: WIFO Presseinformation, September 2012

4) Quelle: IHS Presseinformation, September 2012

lichen albanischen Energieversorger Korporata Elektroenergjetike Shqiptare (KESH) abgenommen. Danach kann der Vertrag entweder verlängert oder der Strom frei am Markt verkauft werden.

Wirtschaftliches Umfeld

Nach einer kurzen Belebung zu Beginn des Jahres hat sich die Dynamik der Weltkonjunktur im Frühjahr 2012 spürbar verlangsamt. Die meisten großen Industrie- und Schwellenländer waren von dieser Entwicklung in unterschiedlicher Intensität betroffen. Die Vertrauens- und Schuldenkrise in den Euro-Ländern ist dafür nur teilweise verantwortlich. Auch zahlreiche Industrieländer außerhalb des Euroraums sind in einem hohen Maße von makroökonomischen Ungleichgewichten geprägt. In einigen Schwellenländern sind zuletzt interne wirtschaftliche Probleme und politische Fragestellungen deutlicher in den Vordergrund getreten als zuvor.

Im aktuellen Umfeld sind Prognosen zur weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Europas deshalb mit gebührender Sorgfalt zu beurteilen. Auf Gesamtebene der Europäischen Union (EU) wird für 2012 kein Wachstum erwartet, wobei innerhalb der Eurozone weiterhin große konjunkturelle Unterschiede bestehen. Vor allem in Süd- und Südosteuropa werden die Staatsschuldenkrise und die damit verbundenen Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte weiterhin das Wirtschaftsklima belasten. Die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 gehen für die EU von einem BIP-Rückgang in Höhe von 0,5 % aus, nach einem Wachstum um 1,5 % im Jahr 2011. Das erwartete Abklingen der Vertrauenskrise und die weiterhin expansive Geldpolitik sollen zu einer leichten Erholung der Wirtschaft in der EU im Jahr 2013 und einem prognostizierten BIP-Anstieg um bis zu 0,3 % führen.

Für Österreich wurden die Erwartungen für das Jahr 2012 seit dem Frühjahr deutlich nach unten revidiert. Während die Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) ein Plus von 0,6 % aufgrund fehlender Reformen und das niedrigste Wirtschaftswachstum seit den 1980er-Jahren annimmt, erwartet das Institut für Höhere Studien (IHS) ein Wachstum von 0,8 %. Für 2013 errechnet das WIFO ein BIP-Wachstum von 1,0 % und das IHS von 1,3 %.

In Albanien, Bulgarien und Mazedonien wird für 2012 und 2013 ein Wirtschaftswachstum erwartet, das wiederholt über jenem von Österreich liegen sollte.

Die rückläufige Inlandsnachfrage und die Wirtschaftskrise bei den wichtigsten Handelspartnern Italien und Griechenland wirken sich negativ auf die albanische Wirtschaft aus. Die aktuellen Einschätzungen der BIP-Entwicklung gehen von einem Rückgang der Wachstumsrate von 3,1 % im Jahr 2011 auf bis zu 2,3 % im Jahr 2012 aus. Albanien könnte im Jahr 2012 den EU-Kandidatenstatus erlangen, was das Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 fördern würde.

Für Bulgarien ist nach dem BIP-Wachstum um 1,7 % im Jahr 2011 aufgrund einer relativ zurückhaltenden EU-Nachfrage – insbesondere durch die erwartete Verlangsamung der Konjunktur in Deutschland – eine leichte Verringerung des BIP-Wachstums auf bis zu 0,8 % für 2012 zu erwarten. Für 2013 wird hingegen mit einem BIP-Wachstum um bis zu 2,0 % gerechnet.

Die kroatische Wirtschaft befindet sich in ihrem mittlerweile vierten Rezessionsjahr. Für 2012 wird nach einer Stagnation im Vorjahr ein Rückgang um 1,5 % angenommen. Aufgrund des für den 1. Juli 2013 geplanten EU-Beitritts Kroatiens und der damit einhergehenden Zuflüsse der EU-Struktur- und -Kohäsionsfonds liegen die Prognosen für 2013 bei einer Wachstumsrate von durchschnittlich 1,0 %.

In Mazedonien schwächen unter anderem die Schuldenprobleme der Nachbarländer das seit einigen Jahren kontinuierliche Wirtschaftswachstum deutlich ab. Nach einem Wachstum von 3,1 % im Jahr 2011 wird für 2012 ein BIP-Anstieg um 1,0 % prognostiziert, für 2013 ein Plus von 3,0 %.

2011/12 2010/11 Veränderung
in %
2009/10
Temperaturbedingter Energiebedarf 1) %
Österreich 99,0 101,7 –2,7 105,5
Bulgarien 108,2 86,2 22,0 81,2
Mazedonien 120,4 100,8 19,6 91,3
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 86,0 75,5 13,9 57,3
Gas – GIMP 2) EUR/MWh 28,3 25,6 10,6 21,4
Kohle – API#23) EUR/Tonne 76,3 87,0 –12,3 69,5
CO2-Emissionszertifikate (2. Periode) EUR/Tonne 7,9 14,8 –46,6 14,2
Strom – EEX Forwardmarkt 4)
Grundlaststrom EUR/MWh 54,8 50,3 8,9 48,9
Spitzenlaststrom EUR/MWh 67,0 64,1 4,6 67,8
Strom – EPEX Spotmarkt 5)
Grundlaststrom EUR/MWh 44,8 51,6 –13,0 41,3
Spitzenlaststrom EUR/MWh 55,1 61,8 –10,8 52,2

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010, in Bulgarien jenem von 2004 bis 2011 und in Mazedonien jenem von 2001 bis 2010; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forward-Preise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX (European Energy Exchange)

5) EPEX Spotmarkt – European Power Exchange

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Zwischen 1. Oktober 2011 und 30. Juni 2012 lag der Stromverbrauch Österreichs mit 53 TWh um 0,6 % über dem Vorjahres wert. Der Anstieg ist vor allem auf die leichte konjunkturelle Erholung der ersten beiden Quartale 2012 zurückzuführen. Der Gasverbrauch sank hingegen um 4,1 % auf 81,5 TWh. Diese Entwicklung wird mit der wärmeren Witterung vor allem zwischen Oktober und Dezember 2011, wo die Durchschnittstemperaturen um 1,5 Grad Celsius über dem Vorjahreswert lagen, erklärt.

Aus diesem Grund lag im Geschäftsjahr 2011/12 in Niederösterreich der temperaturbedingte Energiebedarf um 1,0 % unter dem langjährigen Durchschnitt und um 2,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Aufgrund dieser Entwicklung sank der Gasabsatz um 340 GWh bzw. 2,2 % auf 14.844 GWh. Der Stromabsatz lag mit 7.782 GWh um 28 GWh bzw. 0,4 % über dem Vorjahr.

In Bulgarien und Mazedonien führte hingegen eine deutlich kältere Witterung zu einem starken Anstieg des Strom- und Wärme absatzes der EVN. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen um 8,2 % über dem langjährigen Durchschnitt und um 22,0 Pro zentpunkte über jenen des Vorjahres. Der Vergleichswert in Mazedonien verzeichnete im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 19,6 Prozentpunkte und gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert eine Erhöhung um 20,4 Prozentpunkte. Der Stromabsatz stieg in Südosteuropa um 554 GWh, bzw. 4,2 % auf 13.814 GWh und der Wärmeabsatz in Bulgarien nahm um 8 GWh bzw. 3,4 % auf 241 GWh zu.

Auf Eurobasis lag der Durchschnittspreis für das in Europa als Referenz geltende Rohöl Brent im Geschäftsjahr 2011/12 im Wesentlichen aufgrund der nach wie vor starken Nachfrage in Asien sowie der anhaltenden Konflikte zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten um 13,9 % über dem Vorjahreswert. Die zum Großteil an den Rohölpreis gekoppelten Gaspreise für Österreich notierten trotz einer Gaspreisrevision zwischen Gazprom und EconGas mit 28,3 Euro pro MWh um 10,6 % über dem Vorjahreswert. Der Preis für Kohle lag hingegen mit 76,3 Euro je Tonne um 12,3 % unter dem Vorjahreswert. Die Preise für CO2- Emissionszertifikate gingen vor allem aufgrund der Abkühlung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 um nahezu die Hälfte zurück und lagen in der Berichtsperiode bei 7,9 Euro je Tonne.

Die für die Berichtsperiode geltenden Terminpreise für Grundbzw. Spitzenlaststrom stiegen aufgrund der positiven Konjunkturerwartungen für 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 % bzw. 4,6 %. Die europäischen Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen hingegen in der Berichtsperiode trotz des anhaltend hohen Niveaus der Primärenergiepreise um 13,0 % bzw. 10,8 % unter den Vorjahreswerten. Zurückzuführen ist d iese Entwicklung vor allem auf den höheren Beitrag erneuerbarer Energieträger an der Stromerzeugung und die konjunkturbedingt geringere Nachfrage für Strom.

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weswegen die Preise auf den Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN nehmen. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2011/12 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte noch auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. In Österreich wurden aufgrund der Senkung der Ökostrom-Mehrkosten mit 1. Jänner 2012 und aufgrund der Änderung der Finanzierung für Ökostromanlagen mit 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom gesenkt. Die positiven Effekte aus der Gaspreisrevision wurden in Form einer Bonuszahlung an die Endkunden weitergegeben. In Bulgarien hat der Regulator per 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom um 13,9 % angehoben. Die für die EVN Macedonia geltenden Endkundenpreise für Strom wurden im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal angepasst. Per 1. Jänner 2012 haben sich die Endkundenpreise um 7,8 % erhöht, wovon 4,8 % tatsächlich auf die EVN Macedonia entfallen. Mit der Preiserhöhung per 1. August 2012 stiegen die Endkundenpreise um 9,8 %, wobei der Anteil für die EVN Macedonia bei 6,1 % liegt.

Erfolgs- und Einflussfaktoren

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit verfolgt die EVN die Strategie, ihre Energieerzeugungskapazitäten möglichst vielfältig, ausgewogen und flexibel zu gestalten. Die EVN erzeugt Strom aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie, vor allem aus Wasser- und Windkraft. Aktuell forciert die EVN den Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Die Ergebnisentwicklung des Energiegeschäfts der EVN wird zum Teil von externen Einflussfaktoren bestimmt, denen die Unternehmensführung nur bedingt entgegensteuern kann: Die Entwicklung der Absatzmengen von Strom, Gas und Wärme wird durch die Witterung, die Entwicklung der Energienachfrage und die Preise für Strom und Primärenergie, aber auch durch eine erfolgreiche Marktpositionierung beeinflusst.

Diese Vielfalt an Einflussfaktoren erfordert eine flexibel variierbare Zusammensetzung von unterschiedlichen Primärenergieträgern. Zum einen ist dafür ein Teil der in den thermischen Kraftwerken eingesetzten Brennstoffe langfristig abzusichern. Zum anderen muss die Preisentwicklung am europäischen Strommarkt laufend analysiert werden, um den Grad der Eigenerzeugung möglichst kosteneffizient steuern zu können. Um der prognostizierten Entwicklung der Energienachfrage gerecht werden zu können, gilt es, die Erzeugungskapazitäten zu erhöhen und alle Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der bestehenden Anlagen auszuschöpfen.

Im Sinne der Versorgungssicherheit kauft die EVN Primärenergie und Strom auf dem Terminmarkt. Gas wird zum größten Teil auf Basis langfristiger Verträge bezogen. Der Beschaffungspreis für Gas wird – mit einer zeitlichen Verzögerung – vor allem durch die internationalen Notierungen für Rohöl, aber auch durch die europäischen Spotmarktpreise für Erdgas bestimmt. In der Strom- und Gasbeschaffung wird im Rahmen der EAA eine aktive Hedging-Politik betrieben. Im Stromgeschäft besteht zudem ein natürliches Hedging durch die Eigenproduktion. Im Wärmegeschäft sind die Verkaufspreise sämtlicher Produkte wertgesichert, wofür in nahezu allen Verträgen eine Bindung an öffentlich erhobene Preisindizes besteht.

Die Auftragslage im Umweltgeschäft ist von einer guten Nachfragelage in Mittel-, Süd- und Osteuropa geprägt. Die Realisierung von Projekten hängt jedoch von den finanziellen Möglichkeiten öffentlicher Institutionen wie Städte, Gemeinden und Kommunen ab. Auftraggeber können zwischen unterschiedlichen Projektabwicklungsmodellen – Generalunternehmerschaft, Betriebsführungsmodell und BOOT-Modell (Build. Own. Operate. Transfer.) – wählen. Der Kunde trägt bei allen Modellen das wirtschaftliche Risiko, auch wenn die EVN für die Finanzierung sorgt. Die zentralen Erfolgsfaktoren bilden im Umweltgeschäft die laufenden Bemühungen zu Akquisitionen neuer Projekte in den Kompetenzfeldern der EVN, die Risikominimierung in der Projektausführung und der wirtschaftliche Betrieb der Anlagen. Die EVN verantwortet bei zahlreichen Umweltprojekten auch die langfristige Betriebsführung. Das Umweltgeschäft liefert somit einen wichtigen Beitrag zur operativen Diversifikation des Unternehmens.

Einen wesentlichen Beitrag zum Finanzergebnis der EVN liefern die im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges erfassten Unternehmensanteile:

  • 12,63 % an der Verbund AG (direkt 11,5 % und indirekt über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH 1,1 %), mit 8,6 GW installierter Leis tung größter Stromproduzent Österreichs
  • 50,03 % an RAG: Österreichs zweitgrößtes Öl- und Gasförde runternehmen mit einer durchschnittlichen Ölproduktion von etwa 100.000 bis 120.000 Tonnen Öl und einer durchschnittlichen Gasproduktion von etwa 500 Mio. m3 sowie Gas speicherkapazitäten von knapp 5 Mrd. m3
  • 73,6 % an der Burgenland Holding Aktiengesellschaft (damit mittelbar 49,0 % an der Energie Burgenland AG – vormals BEWAG), mit 242 MW installierter Leistung Österreichs größter Produzent im Bereich Windenergie

Dank der damit verbundenen vertikalen Integration profitiert die EVN von einer teilweisen – wenn auch indirekten – Absicherung gegen steigende Energiekosten.

Details zu deren Beitrag zum Finanzergebnis der EVN finden sich unter Anhangsangabe 31. Finanzergebnis auf Seite 132.

Einflussfaktoren Auswirkung auf
Geschäftsentwicklung1)
Temperatur Positiv
Primärenergiepreise Negativ
Strompreise – Forwardmarkt Negativ
Strompreise – Spotmarkt Negativ
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Negativ
Absatz Wärme Positiv

1) Im Vergleich zum Vorjahr

Einflussfaktoren Auswirkung auf
Geschäftsentwicklung
(generell)
Mitarbeiterfluktuation Negativ
Arbeitsunfälle Negativ
Stakeholderdialog Positiv
CO2-Emissionen Negativ
Netzverluste Negativ

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 113) wurde gegenüber dem Vorjahr um eine vollkonsolidierte Gesellschaft reduziert sowie um zwei at Equity einbezogene Unternehmen erweitert. Insgesamt wurden somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 62 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 63), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 18 at E quity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 16) in den Konzernabschluss einbezogen.

Zu den vollkonsolidierten Unternehmen zählen ab dem Geschäftsjahr 2011/12 nunmehr auch die EVN Service Center EOOD, Bulgarien, die EVN Gorna Arda Development EOOD,

Highlights 2011/12

  • Umsatzanstieg um 4,3 % auf 2.846,5 Mio. Euro
  • EBITDA-Rückgang um 3,6 % auf 458,0 Mio. Euro
  • EBIT-Rückgang um 7,0 % auf 206,7 Mio. Euro
  • Finanzergebnis mit 53,0 Mio. Euro über Vorjahresniveau
  • Verbesserung des Konzernergebnisses um 1,4 % auf 194,9 Mio. Euro
  • Cash Flow aus dem operativen Bereich um 11,7 % auf 461,0 Mio. Euro gesunken
  • Verringerung der Investitionen um 25,8 % auf 308,3 Mio. Euro
  • Solide Bilanzstruktur und stabile Liquiditätslage

Bulgarien, und die EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Mazedonien. Die B.net Burgenland Telekom GmbH wurde aufgrund der Verschmelzung mit der kabelplus AG aus dem Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen genommen. Die bisher vollkonsolidierten Töchter WTE Projektmanagement GmbH und WTE Denmark A/S wurden aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit in der Berichtsperiode entkonsolidiert. Ebenfalls entkonsolidiert wurde die an die NÖ Hypo-Beteiligungsholding GmbH verkaufte first facility GmbH. Zu den Zugängen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen zählt die EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungsund Betriebs GmbH & Co KG, die Bioenergie Steyr GmbH und die Fernwärme Steyr GmbH.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Kurzfassung
2011/12
Mio. EUR
2010/11
Mio. EUR
Veränderung in
Mio. EUR
% 2009/10
Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.846,5 2.729,2 117,3 4,3 2.752,1
Sonstige betriebliche Erträge 81,3 101,6 –20,2 –19,9 69,7
Fremdstrombezug und Energieträger –1.630,6 –1.505,7 –124,8 –8,3 –1.600,0
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –350,0 –373,9 24,0 6,4 –314,5
Personalaufwand1) –329,1 –319,8 –9,3 –2,9 –329,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen –160,1 –156,3 –3,8 –2,4 –161,5
EBITDA1) 458,0 474,9 –16,9 –3,6 416,6
Abschreibungen –251,3 –252,8 1,4 0,6 –229,3
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 206,7 222,2 –15,5 –7,0 187,3
Finanzergebnis 53,0 41,8 11,2 26,8 83,6
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 259,7 263,9 –4,3 –1,6 270,9
Ertragsteuern1) –25,9 –28,8 2,9 9,9 –42,1
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 233,8 235,2 –1,4 –0,6 228,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis)1) 194,9 192,3 2,6 1,4 207,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 38,9 42,9 –4,1 –9,5 21,8
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,09 1,08 0,01 0,6 1,27

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschaftete die EVN trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen einen Umsatz von 2.846,5 Mio. Euro, womit das Vorjahresniveau um 117,3 Mio. Euro bzw. 4,3 % übertroffen werden konnte. Im Energiegeschäft wirkten sich vor allem der historisch kälteste Winter und die Erhöhung der Endkundenpreise in Südost europa positiv aus. Im Umweltgeschäft lag der Umsatz aufgrund eines geringeren Projektabwicklungsvolumens leicht unter dem Vorjahres niveau.

Details zur Entwicklung der Segmente ab Seite 91.

Der im Ausland erzielte Umsatz erhöhte sich um 122,2 Mio. Euro bzw. 11,3 % auf 1.208,5 Mio. Euro, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz von 39,8 % des Vorjahres auf 42,5 % anstieg.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken vor allem aufgrund geringerer Bestandsveränderungen um 20,2 Mio. Euro bzw. 19,9 % auf 81,3 Mio. Euro.

Veränderung des EBIT 2011/12 im Vergleich zum Vorjahr

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger stieg um 124,8 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 1.630,6 Mio. Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Absatzmengen in Südosteuropa sowie höhere Beschaffungspreise am Heimmarkt und in Südosteuropa. Erhöht wurde diese Position auch durch den Ausbau der Geschäftstätigkeiten der EAA in Deutschland und die aufgrund nachhaltig geänderter Rahmenbedingungen im Strommarkt dotierte Rückstellung für drohende Verluste aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion.

Die Position Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand sank um 24,0 Mio. Euro bzw. 6,4 % auf 350,0 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Projektabwicklungsvolumen im Umweltgeschäft aufgrund der Fertigstellung einiger Projekte.

Der durchschnittliche Personalstand ging im Berichtszeitraum um 656 Personen bzw. 7,9 % auf 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück. Verantwortlich dafür waren sowohl Outsourcing-Aktivitäten und weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Ausland, die zu einem Personalrückgang von 524 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führten, als auch der Verkauf der first facility und der damit verbundene Rückgang im österreichischen Personalstand. In Summe waren in Österreich um rund 150 Personen weniger beschäftigt als in der Vergleichsperiode. Innerhalb der Position Personalaufwand kam es zu gegenläufigen Entwicklungen. Während die vorzeitige Anwendung der Änderungen des IAS 19 den Anstieg im Personalaufwand minderte, führten die kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltsanpassungen sowie gestiegene Pensionsaufwendungen zu einer Erhöhung. Per saldo lag der Personalaufwand mit 329,1 Mio. Euro um 9,3 Mio. Euro bzw. 2,9 % über dem Vorjahr. Im Zusammenhang mit der Anwendung der Änderungen des IAS 19 mussten, den IFRS-Vorschriften folgend, die Werte des Geschäftsjahres 2010/11 angepasst werden. Der Personalaufwand im Vorjahr

veränderte sich daher von 323,3 Mio. Euro auf 319,8 Mio. Euro (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen vorwiegend aufgrund höherer Forderungsabschreibungen um 3,8 Mio. Euro bzw. 2,4 % auf 160,1 Mio. Euro.

Diese Entwicklungen führten zu einem EBITDA, das mit 458,0 Mio. Euro um 16,9 Mio. Euro bzw. 3,6 % unter dem Vorjahreswert liegt. Bei einem leicht gestiegenen Umsatz verschlechterte sich die EBITDA-Marge von 17,4 % im Vorjahr auf 16,1 %.

Die planmäßige Abschreibung stieg um 4,4 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 228,0 Mio. Euro. Durch die in der Vergleichsperiode durchgeführten Wertberichtigungen bei den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg und den damit verbundenen Wegfall ihrer planmäßigen Abschreibung fiel der Anstieg der planmäßigen Abschreibungen, trotz der Inbetriebnahmen mehrerer Erzeugungskapazitäten wie der Windparks in Niederösterreich und der Cogeneration-Anlage in Bulgarien, geringer aus. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 23,3 Mio. Euro um 37,0 Mio. Euro bzw. 61,4 % geringer aus. Darin enthalten sind vor allem die Wertminderungen bei der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr in Höhe von 8,0 Mio. Euro aufgrund ungünstiger Marktbedingungen sowie beim Windpark Kavarna, Bulgarien, in Höhe von 9,8 Mio. Euro. Beim Windpark Kavarna führten eine nachteilige Tarifentscheidung für Ökostrom per 1. Juli 2012 sowie Unsicherheiten beim Netzzugang für weitere Anlagen zu dieser Wertminderung. Der aufgrund der deutlich geringeren außerplanmäßigen Abschreibung entstandene positive Effekt relativiert sich durch eine Zuschreibung im Vorjahr, die für die gehaltenen Bezugsrechte am Wasserkraftwerk Freudenau in Höhe von 31,2 Mio. Euro verbucht worden war. Per saldo lag der Abschreibungsaufwand mit 251,3 Mio. Euro um 1,4 Mio. Euro bzw. 0,6 % daher nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres.

Das operative Ergebnis (EBIT) ging im Vergleich zum Vorjahreswert um 15,5 Mio. Euro bzw. 7,0 % auf 206,7 Mio. Euro zurück, und die EBIT-Marge fiel von 8,1 % auf 7,3 %.

Das Finanzergebnis konnte in der Berichtsperiode um 11,2 Mio. Euro bzw. 26,8 % auf 53,0 Mio. Euro erhöht werden. Das für das Finanzergebnis relevante Beteiligungsergebnis wird grundsätzlich durch die Ergebnisbeiträge der wesent lichen strategischen Beteiligungen beeinflusst. Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen stieg um 24,1 Mio. Euro bzw. 38,4 % auf 87,0 Mio. Euro. Höhere Ergebnisbeiträge lieferten insbesondere RAG, Verbund-Innkraftwerke Deutschland GmbH und Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien, wobei der Ergebnisbeitrag des Vorjahres durch eine notwendig gewordene Wertminderung beeinflusst war. Dem standen eine Wertminderung beim Beteiligungsansatz der EconGas sowie geringere Ergebnisbeiträge der Energie Burgenland AG gegenüber. Der Beitrag aus anderen Beteiligungen lag mit 24,3 Mio. Euro um 2,3 Mio. Euro bzw. 8,6 % unter dem Vorjahresniveau. Während die Verbund AG stabile Dividendenbeiträge lieferte, kam es zu einem Rückgang bei den sonstigen Dividenden auf 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,2 Mio. Euro). Negativ auf das Finanzergebnis wirkten sich auch die um 9,1 Mio. Euro bzw. 11,6 % höheren Zinsaufwendungen von 87,9 Mio. Euro und die um 6,7 Mio. Euro bzw. 17,9 % niedrigeren Zinserträge von 30,9 Mio. Euro aus. Das sonstige Finanzergebnis stieg um 5,2 Mio. Euro auf –1,3 Mio. Euro.

Der Rückgang der Ertragsteuern auf 25,9 Mio. Euro resultiert zum einen aus dem geringeren operativen Ergebnis und zum anderen aus dem gestiegenen steuerfreien Beteiligungsergebnis. Das Ergebnis nach Ertragsteuern lag mit 233,8 Mio. Euro um 1,4 Mio. Euro bzw. 0,6 % unter dem Vorjahr.

Der Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile ging um 4,1 Mio. Euro bzw. 9,5 % auf 38,9 Mio. Euro zurück. Dabei stand vor allem der höhere Ergebnisanteil der RAG dem Wegfall der Minderheiteneigentümer der beiden Töchter EVN Bulgaria EP und EVN Bulgaria EC gegenüber. In Summe konnte das Konzernergebnis um 2,6 Mio. Euro bzw. 1,4 % auf 194,9 Mio. Euro und somit das Ergebnis je Aktie auf 1,09 Euro (Vorjahr: 1,08 Euro) verbessert werden.

Im Einklang mit dieser Geschäftsentwicklung wird der Vorstand in der 84. Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011/12 eine Dividende von 0,42 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,41 Euro) vorschlagen. Dabei errechnet sich eine Ausschüttungsquote von 38,7 % (Vorjahr: 38,0 %) und eine Dividendenrendite von 3,9 % (Vorjahr: 3,8 %) zum Aktienkurs der EVN AG per 30. September 2012 in Höhe von 10,84 Euro.

Wertanalyse

Kennzahlen 2011/12 2010/11 Veränderung in % 2009/10
ROE1) % 7,6 7,6 7,4
Durchschnittliches Eigenkapital1) Mio. EUR 3.089,7 3.095,5 –0,2 3.076,2
WACC nach Ertragsteuern2) % 6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)3) % 6,9 7,5 –0,7 6,4
Durchschnittliches Capital Employed1)3) Mio. EUR 4.647,0 4.395,4 5,7 3.952,4
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 1)3) Mio. EUR 318,8 331,4 –3,8 254,5
EVA®1) Mio. EUR 16,7 45,7 –63,4 –2,4

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erlätuerung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,1 % und

einem Fremdkapitalkostensatz nach Steuern von 4,0 % sowie mit einem 50,0%igen Eigenkapitalanteil berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln,

wird die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Konzern-Bilanz
Kurzfassung
30.09.2012
Mio. EUR
30.09.2011
Mio. EUR
Veränderung in
Mio. EUR
% 30.09.2010
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.412,3 3.349,4 62,9 1,9 3.179,2
At Equity einbezogene Unternehmen
und sonstige Beteiligungen 1.717,4 1.884,5 –167,1 –8,9 1.811,7
Sonstige langfristige Vermögenswerte 924,3 849,1 75,2 8,9 751,3
6.053,9 6.083,0 –29,1 –0,5 5.742,1
Kurzfristige Vermögenswerte 809,3 787,4 21,9 2,8 989,1
Summe Aktiva 6.863,2 6.870,4 –7,2 –0,1 6.731,2
Passiva
Eigenkapital1)
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG1) 2.768,3 2.804,1 –35,8 –1,3 2.679,5
Nicht beherrschende Anteile 245,4 361,7 –116,3 –32,2 345,7
3.013,7 3.165,8 –152,1 –4,8 3.025,3
Langfristige Schulden1)
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.933,3 1.591,3 342,0 21,5 1.726,4
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen1) 609,9 624,0 –14,1 –2,3 677,0
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 519,4 506,8 12,6 2,5 461,0
3.062,6 2.722,2 340,5 12,5 2.864,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 49,4 311,6 –262,2 –84,1 205,2
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 737,5 670,8 66,7 9,9 636,2
786,9 982,4 –195,5 –19,9 841,5
Summe Passiva 6.863,2 6.870,4 –7,2 –0,1 6.731,2

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

Mit 7,6 % entwickelte sich die Eigenkapitalrentabilität (ROE) bedingt durch ein geringeres Ergebnis nach Ertragsteuern und ein niedrigeres Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Die operativen Steuerungskennzahlen veränderten sich in der Berichtsperiode wie folgt: Nach 45,7 Mio. Euro im Vorjahr wird ein erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) in Höhe von 16,7 Mio. Euro sowie ein Rückgang der Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) von 7,5 % auf 6,9 % ausgewiesen.

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken unverändert mit 6,5 % angesetzt.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag 30. September 2012 auf 6.863,2 Mio. Euro und war damit um 7,2 Mio. Euro bzw. 0,1 % niedriger als zum Stichtag des Vorjahres.

Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 29,1 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 6.053,9 Mio. Euro zurück, womit sich ihr Anteil am Gesamtvermögen auf 88,2 % belief (Vorjahr: 88,5 %). Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich aufgrund der über den Abschreibungsaufwand liegenden Investitionen um 62,9 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 3.412,3 Mio. Euro.

Des Weiteren standen den um 56,6 Mio. Euro bzw. 5,7 % auf 1.048,7 Mio. Euro erhöhten Beteiligungsansätzen der at Equity einbezogenen Unternehmen die um 223,7 Mio. Euro bzw. 25,1 % auf 668,7 Mio. Euro gesunkenen Wertansätze der sonstigen Beteiligungen gegenüber. Für den Anstieg bei den at Equity einbezogenen Unternehmen waren vor allem die Kapitaleinzahlungen zu den Kraftwerksprojekten Ashta, Devoll und DuisburgWalsum verantwortlich. Die niedrigeren Wertansätze bei den sonstigen Beteiligungen sind primär der weiterhin negativen Marktwertänderung der Verbund-Beteiligung zuzuschreiben. Der Anstieg bei den übrigen langfristigen Vermögenswerten um 75,2 Mio. Euro bzw. 8,9 % auf 924,3 Mio. Euro ist vor allem den gestiegenen langfristigen Leasingforderungen zuzuschreiben.

Die kurzfristigen Vermögenswerte wurden um 21,9 Mio. Euro bzw. 2,8 % auf 809,3 Mio. Euro erhöht, wodurch ihr Anteil am Gesamtvermögen von 11,5 % auf 11,8 % anwuchs. Dabei stand den höheren Forderungen im Energiegeschäft sowie höheren liquiden Mitteln ein niedrigerer Bestand an kurzfristig gehaltenen Wertpapieren gegenüber.

Das Eigenkapital fiel um 152,1 Mio. Euro bzw. 4,8 % auf 3.013,7 Mio. Euro. Dem im Geschäftsjahr 2011/12 erzielten Ergebnis standen die erfolgsneutral erfasste Marktwertänderung der Verbund-Beteiligung und die Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von 73,6 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 38,4 Mio. Euro gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt per 30. September 2012 43,9 % (Vorjahr: 46,1 %).

Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 340,5 Mio. Euro bzw. 12,5 % auf 3.062,6 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten um 342,0 Mio. Euro bzw. 21,5 % auf 1.933,3 Mio. Euro, der überwiegend aus der Emission der EUR-Anleihe in Höhe von 300,0 Mio. Euro im Oktober 2011 und dem Abschluss zweier Privatplatzierungen in Höhe von insgesamt 125,0 Mio. Euro im Februar 2012 resultierte. Die planmäßige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 86,1 Mio. Euro wirkte sich konträr aus. Innerhalb der langfristigen Schulden standen die um 40,3 Mio. Euro höheren

Nettoverschuldung 30.09.2012
Mio. EUR
30.09.2011
Mio. EUR
Veränderung in
Mio. EUR
% 30.09.2010
Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.933,3 1.591,3 342,0 21,5 1.726,4
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 21,4 280,8 –259,4 –92,4 170,8
Fonds der liquiden Mittel –134,1 –112,6 –21,5 –19,1 –89,1
Kurzfristige Wertpapiere –3,4 –57,9 54,5 94,1 –223,8
Langfristige Wertpapiere –77,0 –97,9 20,9 21,4 –104,1
Ausleihungen –36,4 –24,4 –12,0 –49,1 –22,0
Nettoverschuldung 1.703,7 1.579,2 124,5 7,9 1.458,2
Eigenkapital2) 3.013,7 3.165,8 –152,1 –4,8 3.025,3
Gearing (%) 2) 56,5 49,9 6,6 48,2

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

langfristigen Rückstellungen sowie die um 31,6 Mio. Euro höheren vereinnahmten Baukostenzuschüsse den um insgesamt 73,4 Mio. Euro niedrigeren latenten Steuerverbindlichkeiten und übrigen langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber.

Die kurzfristigen Schulden wurden um 195,5 Mio. Euro bzw. 19,9 % auf 786,9 Mio. Euro reduziert. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Rückgang bei den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 262,2 Mio. Euro bzw. 84,1 % auf 49,4 Mio. Euro, der aus der im Dezember 2011 planmäßig durchgeführten Rückzahlung der EUR-Anleihe resultierte. Der Anstieg bei den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um 66,7 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf 737,5 Mio. Euro ist auf die um 16,3 Mio. Euro höheren Lieferverbindlichkeiten und die um 42,0 Mio. Euro höheren sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten zurückzuführen.

Die Nettoverschuldung stieg um 124,5 Mio. Euro bzw. 7,9 % auf 1.703,7 Mio. Euro, und das Gearing erhöhte sich um 6,6 Prozent punkte auf 56,5 %. Der Funds from Operations (FFO) verringerte sich aufgrund des Rückgangs im operativen Cash Flow. In Summe fiel die Net Debt Coverage von 38,0 % auf 32,2 %. Höhere Zinsaufwendungen in Kombination mit niedrigeren FFOs reduzierten die Interest Cover von 7,6 auf 6,2.

Zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos wird die Zinsbindungsstruktur in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen fix und variabel gehalten, wobei zu dessen Steuerung Zinsderivate eingesetzt werden. Der Durchschnittszinssatz der Finanzierungen lag per 30. September 2012 bei 3,96 %, die Duration bei 4,27 Jahren (Vorjahr: 4,06 %; 2,68 Jahre).

Liquiditätslage

Neben der im Oktober 2011 durchgeführten Anleiheemission in Höhe von 300,0 Mio. Euro hat die EVN im Februar 2012 die Emission von zwei neuen Anleihen in Höhe von insgesamt 125,0 Mio. Euro im Rahmen von Privatplatzierungen abgeschlossen. Beide Anleihen sind im Februar 2032 fällig, und der fixe Kupon wurde mit 4,125 % festgelegt. Des Weiteren hat die EVN AG nach dem Bilanzstichtag im Oktober 2012 Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 121,5 Mio. Euro emittiert. Die Emission verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 18 Jahren mit variabler sowie mit fixer Verzinsung. Mit den in der Berichtsperiode durchgeführten Emissionen konnte die EVN ihre langfristige Konzernfinanzierung diversifizieren und stärken.

Als Liquiditätsreserve besteht seit Juni 2012 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 500,0 Mio. Euro, die eine vergleichbare Kreditlinie, die seit September 2006 bestand, ersetzt. Sie wird gegebenenfalls nur für kurzfristige Zwischenfinanzierungen verwendet, eine langfristige, kontinuierliche Ausnützung der Kreditlinie ist grundsätzlich nicht geplant. Zusätzlich zu dieser Kreditlinie bestehen vertraglich vereinbarte bilaterale Kreditlinien von österreichischen Banken in der Höhe von insgesamt 175,0 Mio. Euro und mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren.

2011/12 2010/11 Veränderung in 2009/10
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 259,7 263,9 –4,3 –1,6 270,9
Unbare Ergebniskomponenten1) 220,6 214,1 6,5 3,0 196,8
Cash Flow aus dem Ergebnis 480,3 478,1 2,2 0,5 467,7
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 9,7 78,3 –68,6 –87,7 67,0
Zahlungen für Ertragsteuern –28,9 –34,3 5,4 15,7 –35,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 461,0 522,0 –61,0 –11,7 499,3
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –232,6 –318,2 85,6 26,9 –335,8
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 0,6 –24,6 25,2
Veränderung bei Finanzanlagen und
übrigen langfristigen Vermögenswerten –155,6 –333,3 177,7 53,3 –104,1
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren 53,8 164,5 –110,8 –67,3 –141,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –333,9 –511,6 –177,7 –34,7 –581,0
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –105,6 13,1 –118,2 57,1
Cash Flow gesamt 21,5 23,5 –2,1 –8,7 –24,6
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 112,6 89,1 23,5 26,4 113,6
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 134,1 112,6 21,5 19,1 89,1

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

*) Kleinbetrag

Zum 30. September 2012 standen die syndizierte und die bilaterale Kreditlinien in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Die langfristigen Wertpapiere, die mit 77,0 Mio. Euro um 20,9 Mio. Euro bzw. 21,4 % unter dem Vorjahresniveau liegen, dienen überwiegend zur gesetzlichen Deckung der Pensionsrückstellungen.

Die bestehenden Liquiditätsreserven sind ausreichend, um den Finanzbedarf für die geplanten Investitionen zu decken und den Tilgungsverpflichtungen aus bestehenden Finanzverbindlichkeiten nachzukommen. Dennoch werden laufend Finanzierungsalternativen geprüft, um die Fristenkonformität der Finanzierung sicherzustellen und Marktopportunitäten zu nützen.

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss auf Seite 143 abgebildet.

Geldflussrechnung

Im Geschäftsjahr 2011/12 stieg der Cash Flow aus dem Ergebnis trotz eines niedrigeren Ergebnisses vor Ertragsteuern um 2,2 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 480,3 Mio. Euro. Dies resultierte primär aus der Abnahme der langfristigen Rückstellungen im Vorjahr und einem niedrigeren nicht zahlungswirksamen Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2010/11. Die restlichen unbaren Ergebniskomponenten schwächten diese Entwicklung ab.

Der Cash Flow aus dem operativen Bereich reduzierte sich um 61,0 Mio. Euro bzw. 11,7 % auf 461,0 Mio. Euro. Die Bindung des Working Capitals konnte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zwar leicht reduziert werden, diese Verbesserung lag jedoch unter jener der Vergleichsperiode.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich in Höhe von –333,9 Mio. Euro war vor allem durch das laufende Investitionsprogramm, die Kapitaleinzahlungen in at Equity einbezogene Unternehmen zu den Kraftwerksprojekten Ashta, Devoll und Duisburg-Walsum und den Aufbau der Leasingforderungen im Umweltgeschäft geprägt. Die Finanzierung erfolgte zum Teil durch den Verkauf kurzfristig gehaltener Wertpapiere, die im Cash Flow aus dem Investitionsbereich abgebildet sind.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich ging um 118,7 Mio. Euro auf –105,6 Mio. Euro zurück. In der Berichts periode standen die Aufnahme einer EUR-Anleihe und der Abschluss zweier Privatplatzierungen der Rückzahlung einer EUR-Anleihe sowie den Anteilsaufstockungen bei der EVN Bulgaria EC und EVN Bulgaria EP gegenüber. Die Vergleichs periode war von den durch die Kapitalerhöhung zugeflossenen Finanzmitteln von 175,5 Mio. Euro geprägt. Im Vergleich zum Vorjahr wirkte sich die höhere Ausschüttung der Dividenden an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 73,6 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 38,4 Mio. Euro leicht negativ aus.

Aus den genannten Entwicklungen resultierte ein positiver Cash Flow von 21,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,5 Mio. Euro), wodurch die liquiden Mittel auf 134,1 Mio. Euro erhöht werden konnten (Vorjahr: 112,6 Mio. Euro). Die bereits erwähnten Kredit linien waren mit ihrem Gesamtvolumen in Höhe von 675,0 Mio. Euro (Vorjahr: 765,0 Mio. Euro) ebenfalls zum Bilanzstichtag zur Gänze ungenutzt. In Summe verfügt die EVN demnach über ausreichende Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, und ihre Liquiditäts situation kann weiterhin als stabil beurteilt werden.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden in der Berichtsperiode um 107,4 Mio. Euro bzw. 25,8 % auf 308,3 Mio. Euro gesenkt. In der Erzeugung kam es im Vergleich zum hohen Vorjahresniveau, das durch den Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich und Bulgarien geprägt war, zu einem Rückgang. Im Segment Energiehandel und -vertrieb lag das Investitionsvolumen aufgrund des weiteren Ausbaus des Fernwärmeleitungsnetzes sowie des Baus einiger Biomasseheizwerke über dem Vorjahreswert. Auf hohem Niveau, wenn auch etwas geringer als im Vorjahr, wurden die Investitionen im Netzbereich im niederösterreichischen Versorgungsgebiet fortgesetzt, wobei der Bau der regionalen Erdgastransportleitungen Westschiene im Fokus stand. Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wurden die Investitionen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie für den Ausbau der Netz- und Zählertechnik fortgesetzt. Der Rückgang erklärt sich vorwiegend durch das hohe Vorjahresniveau infolge des Baus der Cogeneration-Anlage in Plovdiv. In den Investitionen dieses Segments ist zudem der Ausbau der kroatischen Erdgasversorgung abgebildet. Der Investitionsrückgang im Segment Umwelt erklärt sich aufgrund des in der Berichtsperiode abgeschlossenem Bau des Blockheizkraftwerks in Moskau.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:

2011/12 2010/11 Veränderung in 2009/10
Investitionsschwerpunkte der EVN1) Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Erzeugung 16,3 66,4 –50,2 –75,5 45,2
davon kalorische Kraftwerke 1,2 6,5 –5,3 –81,2 7,2
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 12,4 51,6 –39,2 –76,0 5,4
davon erneuerbare Energie in Südosteuropa 2,5 8,4 –5,9 –70,0 32,4
Energiehandel und -vertrieb 30,1 25,3 4,9 19,3 21,5
davon Wärmeanlagen 28,7 24,3 4,3 17,9 18,8
Netzinfrastruktur Inland 144,8 160,9 –16,1 –10,0 156,5
davon Stromnetz 69,2 75,1 –5,8 –7,8 65,3
davon Gasnetz 65,3 70,0 –4,7 –6,7 75,6
davon Kabel-TV und Telekommunikation 9,0 12,8 –3,8 –29,7 11,5
Energieversorgung Südosteuropa 90,3 112,5 –22,2 –19,8 100,7
Umwelt 22,7 48,3 –25,6 –53,0 68,6
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 12,5 33,0 –20,5 –62,3 33,9
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze,
Abwasserentsorgung 9,0 9,1 –0,1 –1,6 8,2
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 22,4
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 4,7 2,2 2,5 1,6
Summe 308,3 415,7 –107,4 –25,8 394,0

1) Nach Konsolidierung

Nicht finanzielle Kennzahlen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2011/12 betrug der durchschnittliche Personalstand der EVN 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon waren 41 Lehrlinge. Der Frauenanteil ist in technisch orientierten Unternehmen traditionell eher niedrig und beträgt bei der EVN in der Berichtsperiode 21,6 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen.

Die EVN ist sich des hohen Stellenwerts von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst, weshalb die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus des EVN Personals einen Schwerpunkt des Personalmanagements bilden. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. Mit einem Gesamtaufwand von 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2011/12 pro Mitarbeiter 359,0 Euro (Vorjahr: 313,7 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte von jährlich 22,1 Stunden pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter auf 26,9 Stunden erhöht werden.

  • Weiterführende Informationen zur EVN als verantwortungsvollen Arbeitgeber finden sich ab Seite 40.
  • Zu den Mitarbeiter-Kennzahlen siehe vordere Flappe.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Einen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung stellt daher die Weiterentwicklung in Richtung erneuerbarer Energien dar, vor allem Wind- und Wasser kraft, aber auch Biomasse und Photovoltaik. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll auf 50 % gesteigert werden. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Windkraftkapazitäten, vor allem im Heimmarkt Niederösterreich. Zudem verfolgt die EVN das langfristige Ziel, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren. So schafft die EVN den Spagat zwischen ökologischer und ökonomischer Verantwortung und gewährleistet gleichzeitig die Sicherstellung der Energieversorgung.

Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine maßgebliche Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 1,6 Mio. Euro (davon knapp 9,9 % über Förderungen) aufgewendet, wobei der Schwerpunkt auf folgenden Projekten lag:

  • CCS-Technologien (wie beispielsweise die CO2-Abscheide anlage Dürnrohr oder das Projekt CO2USE)
  • Power-to-Gas-Projekte (GECO Machbarkeitsstudie)
  • Smart Metering
  • Multifunktionaler Energiespeicher
  • Elektromobilitätsprojekte (emporA, VIBRATEe)
  • Green Home
  • Kleinwindkraft
  • Solarthermie
  • Weiterführende Informationen zu einzelnen Forschungsprojekten der EVN siehe Indikator EU7 Demand Side Management auf Seite 174ff.

Risikomanagement

Risikodefinition

Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäfts einheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risiko management erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.

Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risikopositionen;
  • Bewertung & Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen;
  • Berichterstattung: Übermittlung der Risikoberichte an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risiko arbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen;
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind.

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagement-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Revision, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Controlling und Rechnungswesen. Die Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikomanagements sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

Zertifizierung des Risikomanagementsystems durch KPMG Austria

Das Risikomanagementsystem des EVN Konzerns wurde hinsichtlich seiner Funktionsfähigkeit, Ausgestaltung und Qualitätsstandards im Februar 2012 erneut von KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, zertifiziert.

Risikoprofil

Risiken im Energiebereich

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken und auch die Wasserführung jener Flüsse beeinflussen, an denen die EVN Wasserkraftwerke betreibt. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie, eine suboptimale bzw. nicht dem derzeitigen Marktumfeld entsprechende Beschaffungsstrategie sowie Preisdruck durch Mitbewerber können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie marktkonforme Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von Strom und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, die den EVN Konzern dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Die Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen ist maßgeblich von der Strom- und Primärenergiepreisentwicklung abhängig. Vor allem im Erzeugungsbereich ist die EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von der EVN nicht erteilt oder verlängert werden.

Risiken im Umweltbereich

Die Risiken im Segment Umwelt betreffen die Abnahme der Nachfrage nach Abfallverwertungsleistungen des EVN Konzerns und Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltbereich ist die EVN zudem auch technologischen, politischen, Vertrags-, Counterparty-, Fremdwährungs- und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch Einsatz erfahrener Mitarbeiter, regelmäßige Fortbildungen und Trainings, effizientes Projektmanagement sowie durch den Einsatz von Absicherungsinstrumenten (u. a. Garantien, Versicherungen).

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie strengere Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd- und Südosteuropas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Wesentlicher Einflussfaktor auf die mittel- bis langfristige Entwicklung der Marktrisiken der EVN im Bereich Energie ist die Energiepolitik und die daraus resultierende langfristige Entwicklung des Energiemixes. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen bzw. potenziellen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte.

Finanzrisiken

Die EVN begegnet Zinsänderungs-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken mit einer umfassenden Treasury-Strategie und diesbezüglichen organisatorischen und methodischen Regelungen, die unter anderem auch tägliche Risikoanalysen und den Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten umfassen. Den Kredit- bzw. Forderungsausfallsrisiken wird mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen, erfolgreiche Kreditaufnahmen und Anleihe- /Schuldscheindarlehenplatzierungen sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien) ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko, trotz des von der anhaltenden Finanz- und Staatsschuldenkrise geprägten Umfelds, vorzubeugen.

Gesamtrisikoprofil

Bedingt durch die Strategie des Konzerns, die für die nächsten Jahre primär die Stärkung des Kerngeschäfts sowie selektives Wachstum vorsieht, verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Risiken können dabei neben der Tätigkeit im Heimmarkt Niederösterreich, dem Umweltgeschäft und der bereits bestehenden Geschäftsfelder in Südosteuropa auch aus ausgewählten Wachstumsprojekten entstehen. Unter anderem aufgrund des diversifizierten Geschäftsportfolios der EVN wurden trotz des volatilen Umfelds im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

  • Bezugs- und Absatzpreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2-Emissions zertifikate und Biomasse
  • Fixpreisvereinbarungen, auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungsstrategie, Absicherungs geschäfte

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungs beiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kunden segmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerks kapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netz betriebs im Netztarif durch den Regulator

Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen

Mengenrisiko

Sinkende Nachfrage nach Produkten bzw. Leistungen der EVN, Rückgang der Eigenerzeugungsmenge u. a. aufgrund veränderter Wasserführung Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten

Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverlust) und Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme Finanzierung von Tochtergesellschaften

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Kursänderungsrisiken

Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen (z. B. Fonds) und börsen notierten, strategischen Beteiligungen (z. B. Verbund AG, Burgenland Holding)

Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher

Value-at-Risk-Ermittlung

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer

Beteiligungsgesellschaft

Vertretungen im Aufsichtsrat bzw. Gesellschafter-/ Risikoausschüssen der jeweiligen Beteiligungs gesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere

Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, steigender Zinsaufwand,

Wertveränderung der variabel verzinsten Finanz instrumente Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Impairmentrisiken

Abschreibung von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. Kraftwerken

Inflations-/Deflationsrisiko Risiko des Schlagendwerdens von Garantien

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten, eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte, ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung (u. a. durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze)

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken

Gesetzgebung/Politisches Risiko

Veränderung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen Umfelds (z. B. Umwelt gesetze, wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen, Marktliberalisierung in Südosteuropa) Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,

Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen Lobbying über lokale, regionale, nationale und

EU-weite Interessenvertretungen, Rechtsberatung Politisches und gesamtwirtschaftliches Umfeld Rezession in Europa, Entwicklungen in Verbindung mit der Schulden-/Finanzkrise

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südost europa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaft lichen Parameter

Planungsrisiko

Modellrisiko, Treffen von falschen bzw. unvollständigen Annahmen

Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der

Parameter und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip Mitarbeiterrisiko

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste bzw. unbewusste Fehldarstellungen von Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten

Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeit modelle, Schulungen, Konzerntage, risikoorientiertes internes Kontrollsystem (RIKS)

Co-Investment-Risiko

Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Vertragliche Absicherung, effizientes Projekt management Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte Imagerisiko

Risiko der Änderung der Eigentümerstruktur

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und implementiert. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO - Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeite erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienst leister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen jene Prozesse definiert, die für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen diese Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segmentund Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird in SAP-FI geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt in Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeiter bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden im Sinne der kontinuierlichen Weiterentwicklung des RIKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine RIKS-Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeiter der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

Aktienstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch

    1. Per 30. September 2012 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und es war unterteilt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
    1. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
    1. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Die zweitgrößte Aktionärin der EVN AG, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, hat am 5. November 2010 gemäß § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

Per 30. September 2012 verfügt die EVN AG über 877.622 eigene Aktien, die in Summe 0,49 % des Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen (30. September 2011: 398.260 Stück bzw. 0,22 % des Grundkapitals). Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien erfolgte unter Bezugnahme auf die in der 79. bzw. 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 bzw. 19. Jänner 2012 genehmigten Aktienrückkaufprogramme.

Auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 83. ordentlichen Hauptversammlung hat der Vorstand der EVN AG am 30. Mai 2012 beschlossen, eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Beabsichtigt ist, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien, dies entspricht bis zu 0,56 % des derzeitigen Grundkapitals, über die Wiener Börse rückzukaufen. Dieser Rückkauf erfolgt mit dem Hauptzweck der Verbesserung von Angebot und Nachfrage für die EVN Aktie an der Wiener Börse. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Erwerbszweck ausgeschlossen. Das Rückkaufprogramm begann am 6. Juni 2012 und endet spätestens am 31. Dezember 2012. Am 6. Juni 2012 hat der Vorstand der EVN AG beschlossen, maximal 190.000 Stück eigene Aktien (maximal 0,11 % des Grundkapitals) umzuwidmen, um diese an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmte Unternehmen anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Am 8. August 2012 wurden insgesamt 75.168 Stück Aktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Mitarbeiter außerbörslich übertragen. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz. Bei der EVN AG besteht derzeit kein Aktienoptionsprogramm.

    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften aufgrund der Eigentumsverhältnisse insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.
    1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Z 7 UGB.
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Z 9 UGB bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012/13

Der Geschäftserfolg der EVN wird im Bereich Energie vor allem von den Stromhandelspreisen auf den europäischen Spotund Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate bestimmt. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Energieabsatzmengen aus. Im Bereich Umwelt steht die Nachfrage im internationalen Projektgeschäft in Abhängigkeit zur finanziellen Ausstattung öffentlicher Institutionen. Zusätzlich kann es im Umwelt bereich aus der Projektstruktur zu Schwankungen kommen. Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges hängt der Ergebnis beitrag vor allem von der Entwicklung der Primär energie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und Verbund AG ab.

Die folgenden Tarifänderungen werden sich im Geschäftsjahr 2012/13 auf die Geschäftsentwicklung der EVN auswirken: In Österreich hat die EAA mit ihren regionalen Energievertriebsgesellschaften aufgrund der Senkung der Ökostrom-Mehrkosten mit 1. Jänner 2012 und aufgrund der Änderung der Finanzierung für Ökostromanlagen mit 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom gesenkt. Für Privatkunden entspricht dies in Abhängigkeit ihres Verbrauches einer durchschnittlichen Nettoentlastung von rund 8,0 % bzw. 25,0 Euro pro Jahr.

Im Zuge der Anreizregulierung hat die E-Control-Kommission per 1. Jänner 2012 die Gasnetztarife um durchschnittlich 1,9 % gesenkt. Die kundenindividuellen Auswirkungen sind vom jeweiligen Abnahmeverhalten und von technischen Gegebenheiten abhängig. Die Stromnetztarife blieben unverändert.

In Südosteuropa kam es zu folgenden Tarifanpassungen: In Bulgarien hat der Regulator per 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom um 13,9 % erhöht. Die Tarife für Wärme wurden hingegen um 20,6 % verringert. Der Gasbezugspreis stieg um 4,9 %. In Mazedonien hat die Regulierungsbehörde die Preise in der Berichtsperiode zweimal angepasst: Die für die EVN Macedonia geltenden Endkundenpreise für Strom wurden per 1. Jänner 2012 um 4,8 % und per 1. August 2012 um 6,1 % erhöht. Zugleich wurden per 1. August 2012 die Preise für beschaffte Energie um 3,8 % angehoben.

Der geschäftliche Erfolg der EVN im Geschäftsjahr 2012/13 wird von den anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen geprägt sein.

Das stabile Ergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 ist im Wesentlichen auf einen für unser Geschäft bedeutenden externen Faktor, den historisch kältesten Winter in Südosteuropa, zurückzuführen. In Summe haben sich die energiewirtschaftlichen Faktoren auf unser Ergebnis jedoch negativ ausgewirkt.

Der Rohölpreis stieg im Wesentlichen aufgrund der nach wie vor starken Nachfrage in Asien sowie der anhaltenden Konflikte zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten. Der zum Großteil an den Rohölpreis gekoppelte Gaspreis erhöhte sich ebenfalls. Zwischen dem Gaspreis aus langfristigen Lieferverträgen und jenem auf dem Spotmarkt kam es trotz Gaspreisrevisionen aufgrund höherer Explorationsmengen vor allem in den Vereinigten Staaten und rückläufiger Nachfrage in Europa zu steigenden Differenzen. Die Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise führte zur niedrigen bzw. negativen Margen bei der thermischen Stromproduktion.

Zusätzlich steht in Europa die Herausforderung durch die steigende Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie im Fokus. Die stark geförderten Tarife für Strom aus erneuerbaren Energien haben die Wirtschaftlichkeit der thermischen Stromproduktion weiter unter Druck gesetzt. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung verringerte die Nachfrage für Energie. Auf Gesamtebene der EU zeigte sich ein BIP-Rückgang, wobei innerhalb der Euro zone weiterhin große konjunkturelle Unterschiede bestanden.

Für das Geschäftsjahr 2012/13 sind unsere wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Erwartungen daher gedämpft. Die Terminpreise für Strom zeigen keine Trendumkehr, und die Primärenergiepreise sind unverändert hoch. Zudem haben sich die konjunkturellen Erwartungen in Europa nicht verbessert. Auf unseren Märkten in Südosteuropa gehen wir von einem schwächeren Wachstum in der ganzen Region aus.

Eine weitere Herausforderung stellt infolge der geänderten regulatorischen Rahmenbedingungen die Zwischenfinanzierung der Mehrkosten für Ökostrom in Bulgarien dar.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2012/13 ein im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibendes Konzernergebnis. Wir werden konsequent

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag finden Sie im Anhang ab Seite 155.

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Den Ausblick für die einzelnen Segmente finden Sie in der 6HJPHQWEHULFKWHUVWDWWXQJDE6HLWH

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Konzernabschluss 2011/12

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 104
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 104
Konzern-Bilanz 105
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 106
Entwicklung der Konzern-Geldflussrechnung 107
Segmentberichterstattung 108
Konzernanhang 110 Grundsätze der Rechnungslegung
112 Konsolidierung
116 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
129 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
134 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
150 Sonstige Angaben
160 Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
und at Equity einbezogenen Unternehmen
Beteiligungen der EVN 161
Bestätigungsvermerk 166

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR Erläuterung 2011/12 2010/11
Umsatzerlöse 25 2.846,5 2.729,2
Sonstige betriebliche Erträge 26 81,3 101,6
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 27 –1.980,5 –1.879,7
Personalaufwand1) 28 –329,1 –319,8
Abschreibungen 29 –251,3 –252,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30 –160,1 –156,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 206,7 222,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 87,0 62,9
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 24,3 26,6
Zinserträge 30,9 37,6
Zinsaufwendungen –87,9 –78,8
Sonstiges Finanzergebnis –1,3 –6,5
Finanzergebnis 31 53,0 41,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 259,7 263,9
Ertragsteuern1) 32 –25,9 –28,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 233,8 235,2
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 194,9 192,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 38,9 42,9
Ergebnis je Aktie in EUR2) 33 1,09 1,08
Dividende je Aktie in EUR 0,423) 0,41

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

2) Verwässert ist gleich unverwässert

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2011/12 2010/11
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 2) 233,8 235,2
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen 8,9 –2,0
Marktbewertung von anderen Beteiligungen –223,5 –185,5
Cash Flow Hedges –5,3 –7,1
Neubewertungen IAS 191) –40,2 –17,0
at Equity einbezogenen Unternehmen –26,1 –13,3
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
vor Ertragsteuern –286,2 –224,9
darauf entfallende Ertragsteuern1) 3) 67,3 52,4
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
nach Ertragsteuern –218,9 –172,5
Gesamtergebnis der Periode 14,9 62,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –24,0 20,5
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 38,9 42,2

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

2) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von Euro 0,42 pro Aktie vorgeschlagen.

3) Die Ertragsteuern verteilen sich wie folgt auf die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse: Marktbewertung von anderen Beteiligungen: 55,9 Mio. Euro (Vorjahr: 46,4 Mio. Euro), Cash Flow Hedges: 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro), Neubewertungen IAS 19: 10,2 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro).

Konzern-Bilanz

Mio. EUR Erläuterung 30.09.2012 30.09.2011
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 34 403,1 410,5
Sachanlagen 35 3.009,2 2.938,9
At Equity einbezogene Unternehmen 36 1.048,7 992,1
Sonstige Beteiligungen 36 668,7 892,4
Aktive latente Steuern 48 25,9 9,7
Übrige Vermögenswerte 37 898,3 839,3
6.053,9 6.083,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 38 106,1 106,3
Forderungen 39 537,6 479,7
Wertpapiere 40 3,4 57,9
Liquide Mittel 57 162,1 143,4
809,3 787,4
Summe Aktiva 6.863,2 6.870,4
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG1) 41–45 2.768,3 2.804,1
Nicht beherrschende Anteile 46 245,4 361,7
3.013,7 3.165,8
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 47 1.933,3 1.591,3
Latente Steuerverbindlichkeiten1) 48 119,2 173,6
Langfristige Rückstellungen1) 49 490,7 450,4
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 50 469,5 437,9
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 51 49,9 68,9
3.062,6 2.722,2
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 52 49,4 311,6
Steuerverbindlichkeiten 53 87,0 82,6
Lieferantenverbindlichkeiten 54 384,4 368,0
Kurzfristige Rückstellungen 55 84,9 80,8
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 56 181,3 139,4
786,9 982,4
Summe Passiva 6.863,2 6.870,4

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
Unter
schieds betrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Gezeichnetes
Kapital und
Rücklagen der
Aktionäre der
EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2010 300,0 108,3 1.808,0 473,8 –3,5 –7,0 2.679,5 345,7 3.025,3
Gesamtergebnis der Periode 192,3 –169,9 –2,0 20,5 42,2 62,7
Kapitaleinzahlung 30,0 145,5 175,5 175,5
Dividende 2009/10 –71,8 –71,8 –33,7 –105,4
Verkauf eigener Anteile –0,2 1,0 0,8 0,8
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–0,4 –0,4 7,4 7,0
Stand 30.09.20111) 330,0 253,5 1.928,1 304,0 –5,5 –6,0 2.804,1 361,7 3.165,8
Gesamtergebnis der Periode 194,9 –227,8 8,9 –24 38,9 14,9
Anteilserwerbe bei
vollkonsolidierten Gesellschaften
69,6 69,6 –118,9 –49,3
Kapitalerhöhung 3,0 3,0
Dividende 2010/11 –73,6 –73,6 –38,4 –112,0
Verkauf eigener Anteile –0,2 –4,8 –5,0 –5,0
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–2,9 –2,9 –0,9 –3,8
Stand 30.09.2012 330,0 253,5 2.116,2 76,2 3,4 –10,7 2.768,3 245,4 3.013,7

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2011/12 2010/11
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 259,7 263,9
+ Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 29 251,3 252,8
+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen 36 7,1 12,3
– Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen –0,4 0,5
– /+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 0,1 –2,8
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 26 –35,9 –32,1
– Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 57 –1,9 0,1
+ Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen1) 49 0,4 –16,5
Cash Flow aus dem Ergebnis 480,3 478,1
+ Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen –53,5 64,8
+ Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 5,5 –39,9
+ Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten 57,6 53,4
– Zahlungen für Ertragsteuern –28,9 –34,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 461,0 522,0
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 57 10,4 5,5
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 66,6 72,2
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 77,2 48,7
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 443,9 415,5
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 4 –3,2 –24,6
+ Nettoeinzahlung aus Unternehmensverkäufen 3,7
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –309,6 –395,8
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –232,8 –382,0
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –390,1 –251,0
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –333,9 –511,6
+ Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen /Kapitalerhöhung 3,0 175,5
– Auszahlungen für Anteilsaufstockungen von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Unternehmen –49,3
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 43 –73,6 –71,8
– Gewinnausschüttung nicht beherrschende Anteile 57 –38,4 –33,7
– Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile –4,2 0,8
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 400,6 24,6
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –343,8 –82,3
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –105,6 13,1
Cash Flow gesamt 21,5 23,5
Fondsveränderungen 57
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 112,6 89,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 134,1 112,6
Cash Flow gesamt 21,5 23,5

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Erzeugung Netzinfrastruktur
Inland
Energiehandel und
-vertrieb
Energieversorgung
Südosteuropa
2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Außenumsatz 40,3 24,1 438,2 423,5 1.082,2 1.113,5 968,6 834,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 94,8 73,0 64,7 55,2 46,3 50,8 0,1 0,1
Gesamtumsatz 135,1 97,1 502,9 478,8 1.128,5 1.164,3 968,7 834,3
Operativer Aufwand1) –77,0 –65,0 –312,0 –287,5 –1.095,5 –1.060,4 –860,1 –747,4
EBITDA1) 58,0 32,1 190,8 191,3 33,0 103,9 108,6 86,8
Abschreibungen –44,5 –35,7 –100,1 –98,8 –16,4 –15,1 –63,5 –77,1
davon Wertminderungen –17,7 –40,6 –0,6 –1,7 –1,3 –2,5 –17,7
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 13,5 –3,6 90,7 92,5 16,6 88,8 45,1 9,7
EBIT-Marge (%)1) 10,0 –3,7 18,0 19,3 1,5 7,6 4,7 1,2
Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen
2,7 –24,0 1,1 –4,2 4,4
Zinsergebnis –13,5 –9,5 –11,6 –11,3 –2,3 –3,2 –27,5 –18,2
Finanzergebnis –10,2 –32,9 – 9,1 –11,1 –5,9 1,8 –27,4 –19,6
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 3,3 –36,5 81,6 81,3 10,7 90,6 17,7 – 9,8
Firmenwerte 0,0 1,8 1,8 5,4 2,5 161,4 161,3
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen 372,9 297,2 45,7 49,7
Gesamtvermögen 820,5 745,9 1.698,4 1.673,2 624,9 634,1 1.250,0 1.140,1
Gesamtschulden1) 538,4 484,7 1.214,2 1.148,4 413,5 363,9 935,2 812,0
Investitionen2) 16,0 70,8 144,8 160,9 30,1 25,3 90,3 112,5
Umwelt Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Konsolidierung Summe
2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Außenumsatz 314,9 329,8 2,3 4,0 2.846,5 2.729,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 20,8 17,1 63,5 59,4 –290,2 –255,6
Gesamtumsatz 335,7 346,9 65,8 63,4 –290,2 –255,6 2.846,5 2.729,2
Operativer Aufwand1) –257,0 –278,0 –74,9 –69,6 288,2 253,7 –2.388,5 –2.254,2
EBITDA1) 78,7 68,9 –9,1 –6,2 –2,0 –1,9 458,0 474,9
Abschreibungen –27,2 –26,0 –1,7 –2,0 2,0 1,9 –251,3 –252,8
davon Wertminderungen –0,7 –0,6 –0,1 –23,3 –60,3
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 51,5 42,9 –10,8 –8,2 206,7 222,2
EBIT-Marge (%)1) 15,3 12,4 –16,3 –12,9 7,3 8,1
Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen
12,4 10,8 76,0 70,6 87,0 62,9
Zinsergebnis –0,9 0,1 –1,2 1,2 –57,0 –41,1
Finanzergebnis 12,0 11,8 102,9 94,4 –9,3 –2,7 53,0 41,8
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 63,5 54,8 92,1 86,2 –9,3 –2,7 259,7 263,9
Firmenwerte 41,5 41,5 210,0 207,2
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen 78,5 68,8 551,4 576,4 1.048,7 992,1
Gesamtvermögen 1.472,4 1.450,1 2.718,8 2.761,3 –1.721,8 –1.534,2 6.863,2 6.870,4
Gesamtschulden1) 1.054,0 1.077,7 1.326,8 1.262,7 –1.632,4 –1.444,8 3.849,5 3.704,6
Investitionen2) 22,7 48,3 4,7 2,2 –0,3 –4,4 308,3 415,7

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

2) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR 2011/12 2010/11
Strom 1.921,8 1.791,7
Gas 366,6 385,7
Wärme 123,8 114,7
Umweltdienstleistungen 314,9 329,8
Sonstige 119,5 107,3
Gesamt 2.846,5 2.729,2
Segmentinformationen nach Regionen – Umsatz Mio. EUR 2011/12 2010/11
Österreich 1.638,0 1.642,9
Mittel- und Osteuropa 235,8 252,0
Südosteuropa 972,7 834,3
Gesamt 2.846,5 2.729,2
Mio. EUR 30.09.2011
Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
141,5 2.112,6 145,3 2.085,2
43,2 107,1 43,0 91,4
218,4 789,5 222,2 762,4
403,1 3.009,2 410,5 2.938,9
30.09.2012

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens und Kroatiens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 18 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen A bschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozent angaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2011/12 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.20132)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 01.01.2011
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS 01.07.2011
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 01.07.2011
IFRS 8 Geschäftssegmente 01.01.2011
Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften
IFRIC 14 und ihre Wechselwirkung 01.01.2011
Diverse Annual Improvements 2009 –2010 01.07.2010 /01.01.2011

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung im Geschäftsjahr 2011/12

Die erstmalige verpflichtende Anwendung geänderter Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Aufgrund der am 16. Juni 2011 vom IASB beschlossenen Änderungen des IAS 19 (IAS 19 (2011)) sind sämtliche Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (darunter werden auch versicherungsmathematische Gewinne und V erluste subsumiert) verpflichtend direkt im Eigenkapital zu erfassen. In der EU wurden die Änderungen des IAS 19 mit der Verordnung Nr. 475 /2012 der Kommission vom 5. Juni 2012 übernommen. Die Änderung ist damit erstmals in der Berichtsperiode eines am 1. Jänner 2013 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wobei die EVN von diesem Recht Gebrauch gemacht hat.

Durch die Änderungen des IAS 19 ist die bisher zulässige Abgrenzung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten nach dem Korridoransatz – erfolgswirksame Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nur dann, wenn diese 10,0 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen – nicht mehr möglich.

Die Auswirkungen aufgrund der vorzeitigen Anwendung der Änderungen des IAS 19 betreffen die Rückstellung für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie die Rückstellung für Abfertigungen und werden in Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen im Detail dargestellt.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und wurden von der EU noch nicht übernommen.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.20151)
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.20132)
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 01.01.20132)
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01.01.20132)
IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 01.01.20131)
IFRIC 20 Abraumbeseitigungskosten während der Produktionsphase im Tagebau 01.01.20131)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 12 Ertragsteuern: Latente Steuern – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte 01.01.20121)
IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse – neue Fassung des IAS 27, Einzelabschlüsse 01.01.20132)
Assoziierte Unternehmen – neue Fassung des IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen und
IAS 28 Gemeinschaftsunternehmen 01.01.20132)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.20141)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS – Schwerwiegende Hochinflation 01.07.20111)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS – Darlehen der öffentlichen Hand 01.01.20131)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.20131)
IFRS 10–12 Änderungen an den Übergangsvorschriften 01.01.20132)
IFRS 10 Investmentgesellschaften – Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 01.01.20141)
Diverse Annual Improvements 2009 –2011 01.01.20131)

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10 –12 sowie die in diesem Zusammenhang geänderten Standards IAS 27 und IAS 28 werden voraussichtlich nach Übernahme

in europäisches Recht verpflichtend mit Geschäftsjahren anzuwenden sein, die nach dem 1. Jänner 2014 beginnen.

Die Auswirkungen geänderter Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.

Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.

IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 bilden das neue Konsolidierungspaket, das vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht wurde. IFRS 10 enthält Vorschriften für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen und beinhaltet eine neue, einheitliche Definition der "Beherrschung". IAS 27 enthält künftig nur noch Regelungen zu IFRS-Einzelabschlüssen. IFRS 11 löst IAS 31 ab und beinhaltet zwei Formen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen (Joint Arrangements): Abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien wird in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) unterschieden. Nach IFRS 11 sind gemeinschaftlich geführte Unternehmen, welche die Definition eines Joint Ventures erfüllen, zwingend nach der Equity-Methode zu bilanzieren. In einem Standard regelt IFRS 12 sämtliche Angabevorschriften zu Anteilen an anderen Unternehmen. In einem durch die Europäische Kommission Ende Juli 2012 veröffentlichten Entwurf der Richtlinie zur Übernahme der neuen Konsolidierungsstandards ist die spätestmögliche Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2014 beginnen, vorgesehen. Die Auswirkung der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards wird aktuell im Detail analysiert. Es kann noch keine Aussage betreffend der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EVN Konzerns getroffen werden.

IFRS 13 wurde vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht. IFRS 13 ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von IASB und FASB hinsichtlich eines standardübergreifenden Konzepts für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts. Der Standard enthält Leitlinien für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts und sieht eine Vereinheitlichung sowie Erweiterung der Anhangsangaben vor. Die Auswirkungen aus einer Anwendung des IFRS 13 werden derzeit im EVN Konzern untersucht.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und von der EU übernommen sowie im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen

Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1
Darstellung des Abschlusses – Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses
01.07.20121)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die Änderungen an IAS 1 dienen dem Ziel, die Darstellung der zunehmenden Zahl von Posten des sonstigen Ergebnisses klarer zu gestalten. Es wird zukünftig zwischen Posten des sonstigen Ergebnisses, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können (sogenanntes "recycling") und Posten, bei denen eine solche Umgliederung nie erfolgen wird, unterschieden. Die Änderung wird im Konzernabschluss der EVN AG zu einer entsprechenden Neugliederung der Gesamtergebnisrechnung führen.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0 % der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein beherrschender Einfluss auf deren Finanzund Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale ab gelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen im Rahmen der EnergieAllianz erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizu legenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außenumsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2012 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 36 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 28 inländische und 35 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 33 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 35) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der Energie Allianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird die EVN KG aufgrund der sonder vertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen.

Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,51 % hält, wird bedingt durch sonder vertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 161 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.09.2010 60 5 15 80
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 3 3 6
Änderung der Konsolidierungsart 1 –1 0
Verschmelzung –1 –1
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2011 63 5 16 84
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 5 3 8
Änderung der Konsolidierungsart
Verschmelzung –2 –1 –3
Entkonsolidierung –4 –4
30.09.2012 62 5 18 85
davon ausländische Unternehmen 36 5 41

Mit dem ersten Quartal 2011/12 wird die Gesellschaft EVN Service Center EOOD erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen. Diese Gesellschaft übernimmt zum Zwecke des fortschreitenden Unbundlings in Bulgarien seit 1. Oktober 2011 administrative Dienstleistungen für die bulgarischen Gesellschaften.

Ebenfalls zum Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften zählt mit dem ersten Quartal 2011/12 die EVN Gorna Arda Development EOOD. Der Zweck der Gesellschaft umfasst unter anderem die Planung, Entwicklung und den Bau von Kraftwerken. Insbesondere tritt die Gesellschaft nun als Dienstleister im Zusammenhang mit dem von EVN und NEK geplanten Wasserkraftwerksprojekt "Gorna Arda" in Bulgarien auf.

Die EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien, in die auf Basis des neues Energiegesetzes mit Wirkung vom 1. Jänner 2012 die mazedonischen Erzeugungskapazitäten ausgegliedert wurden, wird nunmehr als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Im Jänner 2012 hat die EVN von der AAG Holding GmbH die Gesellschaft Windstrom Wulkatal West GmbH mit einem bestehenden Windpark in Pöttelsdorf erworben. Mit April 2012 wurde die Gesellschaft mit der evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H verschmolzen.

Im März 2012 übernahm die EVN ein bestehendes Biomasseheizwerk in Hollabrunn, Niederösterreich. In diesem Zusammenhang wurde die FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in den Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften aufgenommen. Mit Spaltungsvertrag vom 26. September 2012 wurde der Betrieb der FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn in die EVN Wärme GmbH abgespalten. Aufgrund der Unwesentlichkeit der verbleibenden Beteiligung wurde die FWG-Fernwärmeversorung Hollabrunn im September 2012 entkonsolidiert.

Zur Errichtung eines neuen Windparks in Glinzendorf haben die EVN und Wien Energie die Projektgesellschaft EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG gegründet, die mit dem ersten Quartal 2011/12 erstmals at Equity konsolidiert wird.

Im November 2011 gründete die EVN gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich zum Zwecke der Errichtung und des Betriebs eines Biomasseheizwerks sowie des Fernwärmenetzes der Stadt Steyr die beiden Unternehmen Bioenergie Steyr GmbH und Fernwärme Steyr GmbH. Die EVN hält mittelbar über die EVN Wärme GmbH 51,0 % an der Bioenergie Steyr GmbH und 49,0 % an der Fernwärme Steyr GmbH. Beide Gesellschaften werden ab dem ersten Quartal 2011/12 at Equity in den Konzern einbezogen.

Per 15. Februar 2012 wurde die bisher vollkonsolidierte Tochter B.net Burgenland Telekom GmbH rückwirkend mit 30. September 2011 mit der Kabelsignal AG verschmolzen. Des Weiteren wurde die Kabelsignal AG in kabelplus AG umbenannt.

Am 5. Juli 2012 erfolgte die Firmenbucheintragung der Verschmelzung der BEGAS Energie AG mit der Burgenländischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG). Die Unternehmen wurden rückwirkend zum 30. September 2011 verschmolzen und die BEWAG in Energie Burgenland AG unbenannt. Die EVN AG hält an der Energie Burgenland AG eine mittelbare Beteiligung über die Burgenland Holding Aktiengesellschaft, an der die EVN AG unmittelbar mit 73,63 % beteiligt ist.

Die bisher vollkonsolidierten Tochtergesellschaften WTE Projektmanagement GmbH und WTE Denmark A /S wurden im ersten Quartal 2011/12 aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

Anfang Juli 2012 erfolgte der Verkauf der Tochtergesellschaft first facility GmbH an die NÖ Hypo-Beteiligungsholding GmbH.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Langfristige Vermögenswerte 10,3 33,5
Kurzfristige Vermögenswerte 8,7 5,8
19,0 39,2
Eigenkapital 3,6 34,6
Langfristige Schulden 14,0 4,0
Kurzfristige Schulden 1,4 0,7
19,0 39,2

Im Rahmen eines Privatisierungsverfahrens hat die EVN AG am 21. Dezember 2011 ihre Beteiligung an der EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD (nunmehr EAD), Plovdiv, von 67,00 % um 30,75 % auf 97,75 % sowie ihren Anteil an der EVN Bulgaria Electrosnabdiavane AD (nunmehr EAD), Plovdiv, von 67,00 % um 32,73 % auf 99,73 % erhöht. Mit weiteren Zukäufen über die bulgarische Börse hat die EVN AG bis Ende August 2012 ihre Beteiligung an beiden Unternehmen auf 100 % erhöht. Die zwei Unternehmen sowie deren Aktien wurden mit Entscheidung der bulgarischen Finanzaufsichtsbehörde vom 14. September bzw. 4. September 2012 aus dem gem. § 30 Abs. 1 Z 3 des Finanzaufsichtsgesetzes geführten Register gelöscht und aus dem Handel der Bulgarischen Börse in Sofia genommen. Nach der Deregistrierung sind die Unternehmen keine offenen Aktiengesellschaften mehr. Beide Unternehmen wurden schon bisher als vollkonsolidierte Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2011/12 von 8,9 Mio. Euro (Vorjahr: –2,0 Mio. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnitts kursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

5. Währungsumrechnung 2011/12 2010/11
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 138,29000 139,42615 140,44000 139,79310
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,45550 7,43974 7,44170 7,45359
Kroatische Kuna 7,44680 7,51739 7,49950 7,40890
Mazedonische Denar 61,50080 61,52300 61,50400 61,54648
Polnische Zloty 4,10380 4,26230 4,40500 4,02738
Russische Rubel 40,14000 40,68757 43,35000 41,01365
Serbische Denar 115,03200 110,26393 101,17320 103,17708

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungs dauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen, welche die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10 – 50
Leitungen 15 – 50
Maschinen 10 – 33
Zähler 5 – 40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buch werte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fort geschriebene Fair-Value- Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Fir menwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Wenn solche vorliegen, so ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Optionen, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Emissionszertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen werden. Diese sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten wird eine Abschreibung vorgenommen. Als "signifikanter, länger anhaltender Rückgang" wird bei EVN ein Rückgang von über 20 Prozent über die Dauer von 9 Monaten definiert. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasing geschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungsbzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettover äußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2 -Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungs kosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

15. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungs kosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Gewinnrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren, den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19 (2011). Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeiter, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeiter sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 (2011) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pen sionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegeben heiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpfl ichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen). Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 (2011) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und /oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 (2011) ergebniswirksam erfasst.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 47. Lang fristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheid mäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätz e werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei EVN fallen erhaltene Baukostenbeiträge zum Teil unter den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Regulierungskonto

In regelmäßigen Abständen werden seitens der Strom- und Gasnetzregulierungsbehörden angemessene "Zielerlöse" für die einzelnen Marktteilnehmer festgesetzt und laufend evaluiert. Gegenüber diesen "Zielerlösen" erzielte Mehr- oder Mindererlöse werden auf dem Regulierungskonto vorgetragen und im Rahmen der künftigen tariflichen Anpassung berücksichtigt.

Aufgrund des Fehlens eindeutiger gesetzlicher Regelungen zur Bilanzierung dieses Tatbestands, besteht eine "Accounting Policy Choice" für die bilanzielle Behandlung solcher Mehr- oder Mindererlöse. Im Falle von Mindererlösen hat EVN aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen einen Anspruch darauf, dass diese im Rahmen der nächsten Regulierungsperiode im Rahmen der Tarifierung berücksichtigt werden; im Falle von Mehrerlösen ergibt sich für EVN aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen die Verpflichtung, diese über die künftige Tarifierung auszugleichen. In Anlehnung an das Rahmenkonzept der IFRS sowie den Entwurf des Standards zu "Rate-regulated activities" aus dem Jahre 2009, bilanziert EVN hierfür einen Vermögenswert unter den übrigen Vermögenswerten bzw. eine Verbindlichkeit unter den übrigen Verbindlichkeiten. Diese aktiven bzw. passiven Unterschiedsbeträge werden außerdem abhängig vom zeitlichen Rahmen der tariflichen Anpassung in kurz- bzw. langfristig unterschieden.

Falls in Zukunft eindeutige Regelungen zur Bilanzierung des Regulierungskontos bestehen sollten, wird EVN diese entsprechend berücksichtigen.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build. Own. Operate. Transfer.) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

20. Ertragsteuersätze
%
2011/12 2010/11
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland1) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien2) 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 16,0 16,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 10,0 10,0
Slowenien3) 18,0 20,0
Tschechien 19,0 19,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

Weiters ist die Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen jährlich zu entrichten.

3) Mit 1. Jänner 2012 wurde der Körperschaftsteuersatz von 20,0 % auf 18,0 % gesenkt.

In Mazedonien unterliegen nur ausgeschüttete Gewinne der Körperschaftsteuer in Höhe von 10,0 %. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden nicht besteuert. Unabhängig von der Ausschüttung unterliegen steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen jedoch jedenfalls einer jährlichen Besteuerung.

Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen Gebrauch. Insgesamt gibt es innerhalb der EVN fünf steuerliche Unternehmensgruppen. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppen träger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf etwaige, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Stromverteilung Bulgarien, Wärmeerzeugung und -verkauf Bulgarien, Stromverteilung Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden wie im Vorjahr mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7 %, angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimm barer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungs daten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögens wert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungs leasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen).

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 17. Rückstellungen) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

24. Segmentberichterstattung

Die Identifizierung der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Die Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Energiehandel und -vertrieb", "Netzinfrastruktur Inland", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" entspricht vollständig der internen Berichtstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (zur Segmentzuordnung bzw. Abrechnung intersegmentärer Transaktionen siehe sogleich Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise).

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie
Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und
Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfall verwertung
in Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Regionen (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Regionen erfolgt nach dem Bestimmungslandprinzip, indem die Umsätze jenen Ländern zugerechnet werden, in welchen die Leistung erbracht wird. Die Region Südosteuropa umfasst Bulgarien und Mazedonien, Mittel- und Osteuropa umfasst die europäischen Staaten, in denen die EVN tätig ist, exklusive Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

25. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

25. Umsatzerlöse
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Erzeugung 40,3 24,1
Netzinfrastruktur Inland 438,2 423,5
Energiehandel und -vertrieb 1.082,2 1.113,5
Energieversorgung Südosteuropa 968,6 834,2
Umwelt 314,9 329,8
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 2,3 4,0
Summe 2.846,5 2.729,2

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 123,9 Mio. Euro (Vorjahr: 119,4 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte).

26. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

26. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 35,9 32,1
Aktivierte Eigenleistungen 15,9 17,7
Zinsen für verspätete Zahlungen 6,8 12,3
Entschädigungen und Vergütungen 5,8 5,3
Ergebnis aus der Veräußerung von vollkonsolidierten Unternehmen 3,1
Miet- und Pachterträge 2,8 3,2
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1,9 –0,1
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 0,8 0,6
Bestandsveränderungen –2,2 19,0
Übrige sonstige betriebliche Erträge 10,6 11,4
Summe 81,3 101,6

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte eine Änderung der Darstellung der Anzahlungen für Kundenaufträge, woraus die Verringerung der Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr resultiert.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Zertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2-Emissions zertifikate in Höhe von 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem P rojekt-geschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Fremdstrombezug und Energieträger 1.630,6 1.505,7
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 350,0 373,9
Summe 1.980,5 1.879,7

28. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 8,5 Mio. Euro (Vorjahr: 5,3 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) enthalten.

28. Personalaufwand
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Gehälter und Löhne 238,6 236,7
Aufwendungen für Abfertigungen1) 11,0 7,8
Aufwendungen für Pensionen1) 22,0 18,1
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 50,1 48,9
Sonstige Sozialaufwendungen 7,6 8,5
Summe 329,1 319,8

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:

28. Mitarbeiter nach Segmenten1) 2011/12 2010/11
Erzeugung 198 185
Netzinfrastruktur Inland 1.281 1.284
Energiehandel und -vertrieb 300 448
Energieversorgung Südosteuropa 4.775 5.304
Umwelt 600 572
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 440 457
Summe 7.594 8.250

1) Anzahl im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 96,0 % aus Angestellten und zu 4,0 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 96,3 % Angestellte und 3,7 % Arbeiter), wobei in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird.

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

29. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehens weise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

Summe 251,3 252,8
Abschreibungen auf Sachanlagen 236,2 259,8
Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte1) –31,2
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 15,2 24,2
29. Abschreibungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR
2011/12 2010/11
29. Abschreibungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Planmäßige Abschreibungen 228,0 223,7
Wertminderungen1) 23,3 60,3
Zuschreibungen1) –31,2
Summe 251,3 252,8

1) Details siehe Erläuterung 34. Immaterielle Vermögenswerte und 35. Sachanlagen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Forderungsabschreibungen 43,4 35,6
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 24,9 22,3
Betriebssteuern und Abgaben 15,8 15,0
Werbeaufwand 13,1 13,3
Telekommunikation und Portospesen 12,7 11,9
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 11,6 11,8
Versicherungen 9,3 8,5
Wartung und Instandhaltung 5,0 4,8
Weiterbildung 2,7 2,6
Mieten –0,1 4,6
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 21,6 25,9
Summe 160,1 156,3

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozessrisiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

31. Finanzergebnis

31. Finanzergebnis
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Beteiligungsergebnis
RAG1) 73,5 60,4
EconGas –5,4 4,4
ZOV; ZOV UIP 12,4 10,8
Energie Burgenland2) 1,9 9,4
Shkodra 2,5 –21,4
Andere Gesellschaften 2,2 –0,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 87,0 62,9
Dividendenzahlungen 25,1 27,4
davon Verbund AG 22,1 22,1
davon andere Gesellschaften 3,1 5,3
Wertminderungen –0,9 –1,0
Sonstiges 0,0*) 0,1
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 24,3 26,6
Summe Beteiligungsergebnis 111,3 89,4
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 25,6 31,2
Übrige Zinserträge 5,3 6,4
Summe Zinsertrag 30,9 37,6
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –81,5 –72,4
Übrige Zinsaufwendungen –6,4 –6,3
Summe Zinsaufwendungen –87,9 –78,8
Summe Zinsergebnis –57,0 –41,1
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT") –0,4 0,2
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") 1,4 –3,5
Übriges Finanzergebnis –2,2 –3,1
Summe sonstiges Finanzergebnis –1,3 –6,5
Finanzergebnis 53,0 41,8

*) Kleinbetrag

1) Indirekt über RBG gehalten

2) 49,0 % an der Energie Burgenland AG werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen.

Das at Equity-Ergebnis der EconGas enthält im Geschäftsjahr 2011/12 eine Wertminderung des Beteiligungsansatzes in Höhe von 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: Wertminderung des Beteiligungsansatzes der Shkodra in Höhe von 23,1 Mio. Euro).

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zins erträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

32. Ertragsteuern

32. Ertragsteuern
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Laufender Ertragsteueraufwand 29,3 35,2
davon österreichische Gesellschaften 19,4 31,0
davon ausländische Gesellschaften 9,9 4,3
Latenter Steuerertrag1) –3,4 –6,5
davon österreichische Gesellschaften1) –5,7 –9,2
davon ausländische Gesellschaften 2,3 2,7
Summe 25,9 28,8

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2012 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2011/12 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2011/12 2010/11
32. Ermittlung des Effektivsteuersatzes1) in % Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 259,7 263,9
Ertragsteuersatz /-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 64,9 25,0 66,0
+ /– Abweichende ausländische Steuersätze –1,4 –3,7 0,0 –0,1
– Steuerfreie Beteiligungserträge –12,8 –33,1 –10,9 –28,5
+ Änderungen im Ansatz / in der Bewertung der latenten Steuern –0,7 –1,8 0,7 1,8
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –1,9 –5,0 –4,6 –12,2
– Steuerfreie Erträge –0,2 –0,6 –1,6 –4,1
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,5 4,0 1,5 4,1
+ /– Aperiodische Steuererhöhungen /-minderungen 0,4 1,0 0,5 1,2
– /+ Sonstige Posten 0,1 0,2 0,3 0,7
Effektivsteuersatz /-aufwand 10,0 25,9 10,9 28,8

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführte Beteiligungswertberichtigung der EVN Kavarna (Vorjahr: TEZ Plovdiv und Shkodra).

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2011/12 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 10,0 % (Vorjahr: 10,9 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

33. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2011/12 in Umlauf befind lichen Anteile von 179.378.364 Stück (Vorjahr: 178.059.870 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktien optionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 194,9 Mio. Euro (Vorjahr: 192,3 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2011/12 ein Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,08 Euro).

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2011/12 ergaben.

34. Immaterielle Vermögenswerte

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger aus gewiesen.

Zum 30. September 2012 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,5 Mio. Euro) zu Buche. Aufgrund der Verschmelzung der B.net auf die kabelplus AG (vormals Kabelsignal AG) wurden im Geschäftsjahr 2011/12 eine Wertminderung der im Zuge des Erwerbs der B.net aktivierten Marke "B.net" in Höhe von 0,3 Mio. Euro und sonstige Wertminderungen in Höhe von 0,2 erforderlich (Vorjahr: Wertminderung des Firmenwerts der TEZ Plovdiv in Höhe von 9,2 Mio. Euro sowie die Zuschreibung der Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken in Höhe von 31,2 Mio. Euro). Die Zugänge der Firmenwerte aus Konsolidierungskreisänderungen betrugen 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Diese resultierten aus dem Erwerb der FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden insgesamt 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

34. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte
Mio. EUR
Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Geschäftsjahr 2011/12
Bruttowert 30.09.2011 216,4 410,1 626,5
Währungsdifferenzen 0,1 0,1
Konsolidierungskreisänderungen 2,8 0,1 0,1
Zugänge 6,2 9,0
Abgänge –3,4 –3,4
Umbuchungen 1,9 1,9
Bruttowert 30.09.2012 219,2 414,9 634,2
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –9,2 –206,8 –216,0
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –14,7 –14,7
Wertminderungen –0,5 –0,5
Abgänge 2,5 2,5
Umbuchungen –2,4 –2,4
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –9,2 –221,9 –231,1
Nettowert 30.09.2011 207,2 203,3 410,5
Nettowert 30.09.2012 210,0 193,0 403,1

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2010/11 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Aktive Firmenwerte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2010 216,4 375,8 592,2
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 32,7 32,7
Zugänge 9,7 9,7
Abgänge –4,6 –4,6
Umbuchungen –2,2 –2,2
Bruttowert 30.09.2011 216,4 410,1 626,5
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2010 –231,2 –231,2
Planmäßige Abschreibungen –15,0 –15,0
Wertminderungen –9,2 –9,2
Zuschreibung 31,2 31,2
Abgänge 4,3 4,3
Umbuchungen 3,8 3,8
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –9,2 –206,8 –216,0
Nettowert 30.09.2010 216,4 144,6 361,0
Nettowert 30.09.2011 207,2 203,3 410,5

*) Kleinbetrag

35. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 6,1 Mio. Euro (Vorjahr: 5,7 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,50 % – 8,50 % (Vorjahr: 2,00 % – 8,50 %).

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 66,2 Mio. Euro (Vorjahr: 70,6 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 17,7 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr 2011/12 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf bei der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr in Höhe von 8,0 Mio. Euro aufgrund ungünstiger Marktbedingungen sowie beim Windpark Kavarna, Bulgarien, in Höhe von 9,8 Mio. Euro. Beim Windpark Kavarna führten eine nachteilige Tarifentscheidung für Ökostrom per 1. Juli 2012 sowie Unsicherheiten beim Netzzugang für weitere Anlagen zu dieser Wertminderung. Bei den übrigen Anlagen war ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 4,2 Mio. Euro) gegeben.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 202,2 Mio. Euro (Vorjahr: 361,0 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärme netzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 14,7 Mio. Euro (Vorjahr: 19,6 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen unverändert gegenüber dem Vorjahr einen Buchwert in Höhe von 116,6 Mio. Euro auf.

35. Entwicklung der Sachanlagen
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Geschäftsjahr 2011/12
Bruttowert 30.09.2011 672,1 3.135,1 2.013,8 190,0 218,9 372,2 6.602,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 2,7 0,0*) 0,1 4,9 7,7
Konsolidierungskreisänderungen 1,2 0,4 5,5 0,0*) -0,2 0,0*) 6,9
Zugänge 21,4 119,7 121,6 10,5 21,1 9,3 303,6
Abgänge –9,9 –17,3 –9,2 –5,0 –10,2 –0,1 –51,7
Umbuchungen 10,8 81,1 77,6 0,0*) 3,3 –172,2 0,6
Bruttowert 30.09.2012 695,6 3.319,0 2.212,0 195,6 233,0 214,1 6.869,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –320,4 –1.693,9 –1.345,7 –121,7 –171,3 –10,1 –3.663,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) –0,5 0,0*) 0,0*) –0,5
Planmäßige Abschreibungen –19,2 –94,2 –70,7 –11,2 –18,1 –213,4
Wertminderungen –3,8 –0,8 –12,1 –0,5 –5,6 –22,8
Abgänge 5,3 15,4 4,5 4,8 9,6 39,7
Umbuchungen 0,0*) –0,7 –4,2 –0,8 5,6 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –338,2 –1.774,1 –1.428,5 –128,1 –181,1 –10,1 –3.860,1
Nettowert 30.09.2011 351,7 1.441,2 668,1 68,3 47,6 362,0 2.938,9
Nettowert 30.09.2012 357,4 1.544,9 783,5 67,5 51,9 204,0 3.009,2

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2010/11
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2010 649,0 2.964,3 1.934,4 185,3 229,1 316,8 6.278,9
Währungsdifferenzen 0,2 0,4 –0,6 0,1 0,0*) –3,2 –3,2
Zugänge 17,8 108,0 68,1 8,4 14,9 187,6 404,8
Abgänge –5,3 –7,3 –17,5 –4,4 –26,8 –19,3 –80,7
Umbuchungen 10,5 69,7 29,4 0,7 1,7 –109,7 2,3
Bruttowert 30.09.2011 672,1 3.135,1 2.013,8 190,0 218,9 372,2 6.602,1
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
–295,6 –1.608,1 –1.254,5 –113,0 –178,6 –10,9 –3.460,7
Währungsdifferenzen –0,1 –0,2 0,0*) 0,0*) 0,0*) –0,3
Planmäßige Abschreibungen –17,6 –91,3 –68,3 –12,8 –18,7 0,0*) –208,7
Wertminderungen –12,2 –0,4 –35,6 –0,5 –2,3 –51,1
Abgänge 4,8 6,6 16,3 4,1 26,5 3,2 61,4
Umbuchungen 0,2 –0,4 –3,6 0,0*) 0,0*) –3,8
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
–320,4 –1.693,9 –1.345,7 –121,7 –171,3 –10,1 –3.663,1
Nettowert 30.09.2010 353,4 1.356,2 679,9 72,3 50,6 305,8 2.818,2
Nettowert 30.09.2011 351,7 1.441,2 668,1 68,3 47,6 362,0 2.938,9

*) Kleinbetrag

36. At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 161 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge umfassten Eigenkapitaleinzahlungen bei STEAG-EVN Walsum, Shkodra, Devoll Hydropower, EVN-WE Wind, Bioenergie Steyr GmbH sowie Fernwärme Steyr GmbH.

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 645,8 Mio. Euro (Vorjahr: 869,4 Mio. Euro) enthalten, von denen 24,2 Mio. Euro zu Besicherungszwecken verwendet werden. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert wurden, handelte es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der Verbund AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der stimmberechtigten Aktien an der Verbund AG.

Im Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Im Geschäftsjahr 2011/12 war bei dem at Equity einbezogenen Unternehmen EconGas eine Wertminderung in Höhe von 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: Shkodra 23,1 Mio. Euro) erforderlich. Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen betrafen in Höhe von 223,6 Mio. Euro (Vorjahr: Wertminderung von 185,5 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage verrechnet wurden. Darüber hinaus wurden bei den Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) erfasst.

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2012 77,3 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 67,5 Mio. Euro).

36. Entwicklung der at Equity einbezogenen
Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
Mio. EUR
At Equity
einbezogene
Unternehmen
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2011 976,9 14,8 403,2 418,0
Konsolidierungskreisänderungen –0,7 0,0*) –0,8
Zugänge 91,5 2,2 1,3 3,6
Abgänge –2,1 –0,3 –2,4
Bruttowert 30.09.2012 1.068,4 14,3 404,2 418,4
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2011 15,1 –5,9 480,3 474,4
Konsolidierungskreisänderungen –1,8
Währungsdifferenzen 1,9
Wertminderungen –7,8 –0,9 –223,6 –224,5
Abgänge 0,1 0,1 0,3
Anteiliges Ergebnis 94,8
Ausschüttungen –94,1
Neutrale Wertänderungen –27,9
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2012 –19,7 –6,6 256,8 250,2
Nettowert 30.09.2011 992,1 8,9 883,5 892,4
Nettowert 30.09.2012 1.048,7 7,7 661,0 668,7

*) Kleinbetrag

37. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögens umschichtungen im Geschäftsjahr 2011/12.

Von den Ausleihungen in Höhe von 36,4 Mio. Euro (Vorjahr: 24,4 Mio. Euro) hatten 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 430,7 Mio. Euro (Vorjahr: 330,8 Mio. Euro). Ebenso sind in den Zugängen aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,58 % – 6,03 % (Vorjahr: 2,42 % – 5,72 %).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

In den sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerten ist mit 5,6 Mio. Euro das aufgrund der österreichischen regulatorischen Bestimmungen gebildete Regulierungskonto enthalten. Daneben umfasst diese Position im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bank darlehen.

37. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte Mio. EUR

Sonstige finanzielle Vermögenswerte Sonstige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2011 95,3 24,8 615,6 76,8 14,4 10,8 837,6
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 –0,2 –0,1
Zugänge 6,4 12,0 102,0 9,8 5,7 135,9
Abgänge –29,3 –0,1 –44,7 –3,5 –1,5 –79,1
Umbuchungen 5,6 0,0*) 0,2 5,8
Bruttowert 30.09.2012 78,2 36,4 673,0 83,1 14,6 14,9 900,1
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
2,6 –0,4 –0,5 1,7
Konsolidierungskreisänderungen 0,2 0,2
Abgang 1,8 0,2 1,9
Umbuchungen –5,5 0,0*) –5,6
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2012
–1,2 –0,6 –1,8
Nettowert 30.09.2011 97,9 24,4 615,6 76,8 13,9 10,8 839,3
Nettowert 30.09.2012 77,0 36,4 673,0 83,1 14,0 14,9 898,3

*) Kleinbetrag

Mio. EUR

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

37. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.09.2012 Restlaufzeit zum 30.09.2011
< 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 36,9 115,3 139,3 291,5 25,4 140,3 103,4 269,0
Tilgungskomponenten 66,3 235,3 371,4 673,0 47,3 256,1 312,2 615,6
Summe 103,2 350,6 510,7 964,5 72,7 396,4 415,6 884,6

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2011/12 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

38. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurz fristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 55. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

38. Vorräte
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Primärenergievorräte 49,5 45,0
CO2-Emissionszertifikate 1,0 2,5
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 28,5 24,6
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 27,1 34,3
Summe 106,1 106,3

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 3,7 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 0,2 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

39. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 168,9 Mio. Euro (Vorjahr: 159,8 Mio. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen. Bei den Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zins swaps.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen mit 25,3 Mio. Euro Vermögenswerte aufgrund von regulatorischen Bestimmungen im Netzbereich von Bulgarien, Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Strom future-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen. Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurde, beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 23,2 Mio. Euro.

39. Forderungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 343,9 310,3
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 75,0 89,7
Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz 28,9 10,8
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4,1 4,3
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 1,4 8,8
Forderungen aus derivativen Geschäften 4,0 4,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 54,1 33,0
511,3 461,3
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 26,3 18,4
26,3 18,4
Summe 537,6 479,7

40. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sieht zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

40. Zusammensetzung Wertpapiere
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Fondsanteile 3,4 53,7
Cashfonds 47,2
Sonstige Fondsprodukte 3,4 6,5
Festverzinsliche Wertpapiere 4,1
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 3,4 57,9
*) Kleinbetrag

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gesunkener Börsekurse eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2011/12 und 2010/11 ist auf Seite 106 dargestellt.

41. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 (Vorjahr: 179.878.402) nennbetragslosen Stückaktien.

42. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,6 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 57,7 Mio. Euro (Vorjahr: 57,9 Mio. Euro).

43. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 2.116,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.925,5 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrück lagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

43. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG
Ausgewiesener Jahresgewinn 2011/12 75,4
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2010/11 0,2
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 75,6
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –75,5
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2012/13 0,1

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von 0,42 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von 73,6 Mio. Euro bzw. 0,41 Euro pro Aktie wurde in der 83. ordentlichen Hauptversammlung am 19. Jänner 2012 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 27. Jänner 2012.

44. Bewertungsrücklage

In der Bewertungsrücklage werden Marktwertänderungen von anderen Beteiligungen und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

44. Bewertungsrücklage 2011/12 2010/11
Mio. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von anderen Beteiligungen 257,3 –64,3 193,0 480,9 –120,2 360,6
Cash Flow Hedges –16,0 4,0 –12,0 –10,7 2,7 –8,0
Neubewertungen IAS 191) –57,2 14,4 –42,8 –17,0 4,3 –12,8
At Equity einbezogenen Unternehmen –62,0 –62,0 –35,9 –35,9
Summe 122,1 –46,0 76,2 417,2 –113,3 304,0

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

45. Eigene Anteile

Der Zukauf von eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von 554.530 Stück (das sind 0,31 % des Grundkapitals; 30. September 2011: 398.260 Stück bzw. 0,22 % vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 5,7 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 6,0 Mio. Euro (30. September 2011: Anschaffungswert von 6,0 Mio. Euro bzw. Kurswert von 4,3 Mio. Euro) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012 genehmigte Rückkaufprogramm. Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgte der Verkauf von 75.168 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

45. Entwicklung der Anzahl der
in Umlauf befindlichen Anteile
Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.09.2010 163.525.820 –467.328 163.058.492
Kapitalerhöhung 16.352.582 16.352.582
Verkauf eigener Aktien 69.068 69.068
30.09.2011 179.878.402 –398.260 179.480.142
Erwerb eigener Aktien –554.530 –554.530
Verkauf eigener Aktien 75.168 75.168
30.09.2012 179.878.402 –877.622 179.000.780

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 179.378.364 Stück (Vorjahr: 178.059.870 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividenden berechtigt.

46. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

47. Zusammensetzung langfristige
Finanzverbindlichkeiten
Nominal
verzinsung (%)
Laufzeit Nominale Buchwert
30.09.2012
Mio. EUR
Buchwert
30.09.2011
Mio. EUR
Marktwert
30.09.2012
Mio. EUR
Anleihen 1.028,6 609,7 1.145,8
JPY-Anleihe 5,200 1994–2014 8,0 Mrd. JPY 81,7 80,1 86,5
CHF-Anleihe 3,625 2009–2014 250,0 Mio. CHF 206,6 205,4 215,0
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28,4 28,3 32,1
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 148,9 148,6 175,0
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,5 29,4 35,7
EUR-Anleihe 4,250 2011–2022 300,0 Mio. EUR 285,6 337,1
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 126,3 117,9 132,4
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 100,0 Mio. EUR 97,1 105,7
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 25,0 Mio. EUR 24,4 26,4
Bankdarlehen 1,00– 8,77 bis 2031 904,6 981,5 904,7
Summe 1.933,3 1.591,3 2.050,5

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

47. Fälligkeitsstruktur langfristige
Finanzverbindlichkeiten
Restlaufzeit zum 30.09.2012 Restlaufzeit zum 30.09.2011
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 465,6 563,1 1.028,6 313,8 295,9 609,7
davon fix verzinst 383,8 436,7 820,6 233,7 178,1 411,7
davon variabel verzinst 81,7 126,3 208,1 80,1 117,9 198,0
Bankdarlehen 572,6 332,1 904,7 564,3 417,2 981,5
davon fix verzinst 402,0 240,4 642,4 394,8 300,9 695,6
davon variabel verzinst 170,6 91,7 262,3 169,6 116,3 285,9
Summe 1.038,2 895,2 1.933,3 878,1 713,1 1.591,3

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Neben der im Oktober 2011 durchgeführten Anleiheemission in Höhe von 300,0 Mio. Euro und der planmäßigen Tilgung einer seit 2001 bestehenden EUR-Anleihe mit einer ausständigen Nominale in Höhe von 257,4 Mio. Euro hat die EVN im Februar 2012 die Emission von zwei neuen Anleihen in Höhe von insgesamt 125,0 Mio. Euro im Rahmen von Privatplatzierungen abgeschlossen. Beide Anleihen sind im Februar 2032 fällig, und der fixe Kupon wurde mit 4,125 % festgelegt.

Die Anleihen in fremder Währung wurden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Konzerngesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non- Recourse") betrugen zum Stichtag 344,8 Mio. Euro (Vorjahr: 366,0 Mio. Euro).

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

48. Latente Steuerverbindlichkeiten

48. Latente Steuern
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Aktive latente Steuern1)
Sozialkapital –38,7 –30,0
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –20,6 –21,1
Sonstige aktive latente Steuern –14,9 –18,1
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 74,1 84,6
Finanzinstrumente 76,9 135,9
Sonstige passive latente Steuern 16,6 12,6
Summe 93,3 163,8
davon aktive latente Steuern –25,9 –9,7
davon latente Steuerverbindlichkeiten 119,2 173,6

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

2011/12 2010/11
163,8 220,6
0,1 3,5
–3,4 –6,5
–67,3 –52,4
–1,5
93,3 163,8

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Aktive latente Steuern in Höhe von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,8 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert.

49. Langfristige Rückstellungen

49. Langfristige Rückstellungen
Mio. EUR
2011/12 IAS 19 (2011)
2010/11
IAS 19 alt
2010/11
Rückstellung für Pensionen 250,1 226,6 213,8
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 24,9 21,4 19,2
Rückstellung für Abfertigungen 83,5 76,0 77,4
Sonstige langfristige Rückstellungen 132,2 126,4 126,4
Summe 490,7 450,4 436,9

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

– Zinssatz 4,00 % p.a. (Vorjahr: 5,00 % p.a.)

  • Bezugserhöhungen 3,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 4,00 % p.a., Folgejahre 3,00 % p.a.)
  • Pensionserhöhungen 3,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 4,00 % p.a., Folgejahre 3,00 %)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"
49. Entwicklung der Rückstellungen für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Mio. EUR 2011/12 IAS 19 (2011)
2010/11
IAS 19 alt
2010/11
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 248,0 253,7 253,7
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1,9 1,8 1,8
+ Zinsaufwand 12,3 12,1 12,1
– Pensionszahlungen –18,4 –17,6 –17,6
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 31,2 –2,1 –2,1
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 275,0 248,0 248,0
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.09. 275,0 248,0 233,1
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.09. % 0,0 0,0 –6,1
Mio. EUR 2011/12 IAS 19 (2011)
2010/11
IAS 19 (2011)
2010/11
76,0 74,8 74,8
–0,5
2,6 2,8 2,8
3,7 3,0 3,0
–6,1 –6,0 –6,0
7,8 1,5 1,5
83,5 76,0 76,0
83,5 76,0 77,4
% 0,0 0,0 1,6

Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter (ceteris paribus) wirkt sich wie folgt aus:

49. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Pensionen und pensions
ähnlichen Verpflichtungen sowie der Rückstellung für Abfertigungen
%
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 6,40 –5,76
Bezugserhöhung 1,00 –4,33 4,93
Pensionserhöhung 1,00 –7,44 8,94

Die Anwendung des IAS 19 (2011) wirkt sich wie folgt aus:

49. Auswirkung der Anwendung des IAS 19 (2011)
Mio. EUR
30.09.2011 30.09.2010
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
laut Geschäftsbericht 2010/11 310,5 311,0
Erfolgsneutraler Effekt der Anwendung des IAS 19 (2011) 17,0 17,6
Erfolgswirksamer Effekt der Anwendung des IAS 19 (2011) –3,5
Stand durch Anwendung des IAS 19 (2011) 324,0 328,6
Mio. EUR 2010/11
Abnahme des Personalaufwands –3,5
Zunahme des Steueraufwands 0,9
Zunahme des Ergebnisses 2,6
Zunahme der Ertragsteuern auf Komponenten, welche direkt im Eigenkapital erfasst werden 4,3
Abnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse –12,8
Abnahme des Gesamtergebnisses –10,2

Die Auswirkung auf das Ergebnis beträgt 0,01 Euro je Aktie.

49. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen Mio. EUR

Jubiläumsgelder Drohverluste /
Kooperations
verträge1)
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-,
Entsorgungs
und sonstige
Verpflichtungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2011 18,7 38,7 15,5 3,4 46,0 4,2 126,4
Veränderung Konsolidierungskreis 0,1 0,2 0,3
Endkonsolidierung –0,1 –0,1
Zinsaufwand 0,4 0,4 0,0*) 1,2 0,2 2,3
Verwendung –0,8 –38,7 –6,3 –2,5 –1,8 –2,3 –52,3
Zuführung 1,9 46,5 3,0 3,5 0,8 101,9
Umbuchung 20,3 –20,3 20,3
Buchwert 30.09.2012 20,0 66,8 9,6 4,0 28,8 2,9 198,9

*) Kleinbetrag

1) Im Vorjahr waren hier Rückstellungen für Kooperationsverträge enthalten, welche im Geschäftsjahr 2011/12 weggefallen sind.

Die Rückstellung für Drohverluste betrifft Verpflichtungen aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozessrisiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken.

50. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
393,4 44,5 437,9
0,1 0,8 0,9
64,5 2,2 66,6
–32,7 –3,3 –35,9
425,3 44,2 469,5

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 433,6 Mio. Euro (Vorjahr: 405,8 Mio. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

51. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten großteils zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

51. Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Pachtverbindlichkeiten 23,4 32,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 3,4 17,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 16,2 11,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 6,9 8,4
Summe 49,9 68,9

51. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten Mio. EUR

Restlaufzeit zum 30.09.2012 Restlaufzeit zum 30.09.2011
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 9,6 13,8 23,4 11,9 20,1 32,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 2,1 1,3 3,4 8,4 8,6 17,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 5,5 10,8 16,2 4,8 6,7 11,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 2,7 4,2 6,9 4,8 3,7 8,4
Summe 19,9 30,0 49,9 29,9 39,0 68,9

Kurzfristige Schulden

52. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

52. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Kredit bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG 21,4 21,4
Anleiheverbindlichkeiten 257,7
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 28,0 32,5
Summe 49,4 311,6

53. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

53. Steuerverbindlichkeiten
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Energieabgaben 31,5 36,7
Umsatzsteuer 29,1 19,8
Körperschaftsteuer 13,4 14,4
Sonstige Posten 12,9 11,9
Summe 87,0 82,6

54. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 160,2 Mio. Euro (Vorjahr: 158,6 Mio. Euro) enthalten.

55. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

55. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen
Mio. EUR
Personalansprüche Drohverluste Restrukturierung Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2011 61,2 9,1 10,7 80,8
Zugang durch Unternehmenserwerb –0,8 –0,1 –0,6 –1,4
Verwendung –27,7 –4,8 –8,7 –43,5
Zuführung 29,0 12,1 1,3 3,9 48,7
Umbuchung 0,3 0,3
Buchwert 30.09.2012 61,8 16,3 1,3 5,7 84,9

56. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalteten im Vorjahr vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungs anstalten.

56. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz 9,6 6,0
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 21,3 7,2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 20,6 15,0
Zinsenabgrenzungen 18,6 9,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 4,3 0,0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 55,2 37,5
129,6 75,1
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 39,9 51,8
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 11,9 12,5
51,7 64,3
Summe 181,3 139,4

Sonstige Angaben

57. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 28,9 Mio. Euro (Vorjahr: 34,3 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2011/12 119,2 Mio. Euro (Vorjahr: 102,6 Mio. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 33,5 Mio. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 56,4 Mio. Euro (Vorjahr: 53,7 Mio. Euro) geleistet.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 10,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierte ein Gewinn in Höhe von 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: Verlust von 0,1 Mio. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 73,6 Mio. Euro (Vorjahr: 71,8 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 38,4 Mio. Euro (Vorjahr: 33,7 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben abgegangenen liquiden Mittel betrugen 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 12,9 Mio. Euro).

57. Fonds der liquiden Mittel
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Liquide Mittel 162,1 143,4
Kassenbestände 0,4 1,2
Guthaben bei Kreditinstituten 161,8 142,2
Kontokorrentverbindlichkeiten –28,0 –30,8
Summe 134,1 112,6

58. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert die EVN die Gefahr der negativen Abweichung vom aktuellen Zinsniveau, die in weiterer Folge Zins erträge und -aufwendungen sowie das Eigenkapital negativ beeinflussen kann. Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein aus gewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Der Risikominimierung dienen ein Limitwesen system, Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente) sowie die laufende Überwachung des Zinsrisikos. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN, neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen, unter anderem auch im Rahmen einer täglich durchgeführten Value-at-Risk-(VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 4,4 Mio. Euro). Der Anstieg des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag ergibt sich aus der Emissionstätigkeit im Geschäftsjahr 2011/12 (Nominale der Anleiheemission im Oktober 2011 300 Mio. Euro und Nominale der Privatplatzierungen im Februar 2012 125 Mio. Euro).

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 0,02 Mio. Euro (Vorjahr: 0,01 Mio. Euro).

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Emissionszertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

58. Preisabsicherungen im Energiebereich Mio. EUR

2011/12 2010/11
Nominalvolumina Marktwerte Nominalvolumina Marktwerte
Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 46,0 –25,8 2,7 –1,9 0,7 44,5 –33,9 4,1 –3,5 0,5
Forwards 118,2 –99,7 12,4 –14,6 –2,1 231,3 –173,2 15,7 –17,3 –1,6

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Deriva te, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungs bedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate um 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 16,5 Mio. Euro) ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der Verbund AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 29,9 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten ein besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 165,5 Mio. Euro (Vorjahr: 201,3 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. Euro (Vorjahr: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 175,0 Mio. Euro (Vorjahr: 165,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 56,5 % (Vorjahr: 49,9 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf 579,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1.103,0 Mio. Euro). Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von 32,8 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro) gliedert sich in –7,7 Mio. Euro bis zu einem Jahr, 34,6 Mio. Euro von einem bis zu fünf Jahren und 5,9 Mio. Euro über fünf Jahre.

58. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme Mio. EUR

Geschäftsjahr 2011/12 < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre Summe
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –30,6 –295,7 –91,8 –418,0
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –4,4 19,7 –2,1 13,2
Gewinn / Verlust –4,8 60,9 –2,7 53,3

58. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR

Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2011/12 Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 1.028,6 1.348,5 51,8 571,1 725,6
Langfristige Bankdarlehen 904,6 1.064,1 149,4 535,6 379,1
Summe 1.933,3 2.412,6 201,2 1.106,7 1.104,7
Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2010/11 Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 609,7 733,4 27,4 367,3 338,8
Langfristige Bankdarlehen 981,5 1.147,4 114,5 552,5 480,4
Summe 1.591,3 1.880,8 141,9 919,8 819,2

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäfts abschluss durch Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring sowie die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt einerseits für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate) und Derivat- bzw. Termingeschäfte, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, und andererseits in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren im Bereich des Kerngeschäfts.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement, das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens sowie der Abschluss von Kreditausfallsversicherungen in angemessenem Rahmen der Begrenzung von Ausfallrisiken.

58. Wertminderungen nach Klassen
Mio. EUR 30.09.2012 30.09.2011
Abschreibungen/Wertberichtigungen
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 0,9 1,0
0,9 1,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 43,4 35,6
Wertpapiere 0,8 1,3
44,1 36,9
Summe Wertminderungen 45,0 37,9

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2012 und zum 30. September 2011 ent sprechen den in den Erläuterungen 37. Übrige langfristige Vermögenswerte, 39. Forderungen und 40. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanz instrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

59. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten Mio. EUR

Fair-Value 30.09.2012 30.09.2011
Hierarchie
Klassen Bewertungs
kategorie
(gem. IFRS
7.27 A)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS Stufe 2 7,7 7,7 8,9 8,9
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 661,0 661,0 883,5 883,5
Übrige langfristige Vermögenswerte 668,7 668,7 892,4 892,4
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 77,0 77,0 97,9 97,9
Ausleihungen LAR 36,4 36,4 24,4 24,4
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 673,0 673,0 615,6 615,6
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 83,1 83,1 76,8 76,8
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 28,9 24,6
898,3 869,4 839,3 814,7
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 507,3 507,3 456,9 456,9
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 4,0 4,0 4,4 4,4
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 26,3 18,4
537,6 511,3 479,7 461,3
Wertpapiere HFT 3,4 3,4 57,9 57,9
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 162,1 162,1 143,4 143,4
162,1 162,1 143,4 143,4
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 1.028,6 1.145,8 609,7 660,2
Bankdarlehen FLAC 904,6 904,6 981,5 981,5
1.933,3 2.050,4 1.591,3 1.641,7
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC 23,4 23,4 32,0 32,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 3,4 3,4 17,0 17,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 6,9 6,9 8,4 8,4
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 16,2 16,2 11,4 11,4
49,9 49,9 68,9 68,9
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 49,4 49,4 311,6 311,6
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 384,4 384,4 368,0 368,0
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 125,3 125,3 75,1 75,1
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 4,3 4,3
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 51,7 64,3
davon aggregiert nach Bewertungskategorie 181,3 129,6 139,4 75,1
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 668,7 892,4
Kredite und Forderungen LAR 1.378,8 1.240,3
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden @FVTPL 77,0 97,9
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 3,4 57,9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.526,1 2.403,4

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preisund Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2012 30.09.2011
59. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert 2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) 250,0 36,8 252,3 39,5
Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) 8.000,0 16,2 8.000,0 14,6
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 30,1 12.000,0 21,9
Mio. USD (unter 1 Jahr)3) 10,0 0,1
Mio. USD (unter 5 Jahre)3) 3,0 0,0*)
Mio. USD (über 5 Jahre)3) 3,0 0,1
Zinsswaps
Mio. EUR (unter 1 Jahr)3) 205,0 0,7
Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) 5,7 –0,1 15,0 –0,3
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 165,5 –14,7 367,7 –22,3
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) 31,0 –0,1 79,2 5,7
Caps
Mio. EUR (unter 1 Jahr) 105,0 0,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre)

*) Kleinbetrag

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

60. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 29. Oktober 2012 hat Gas Connect Austria 45 % der Anteile seiner Tochtergesellschaft AGGM Austrian Gas Grid Management AG zu gleichen Teilen an die Landesverteilergesellschaften EVN Netz GmbH, OÖ. Ferngas Netz GmbH und Gasnetz Steiermark GmbH abgegeben. Gas Connect Austria und AGGM setzen damit verstärkt auf die Kooperation mit den Betreibern der höchsten Verteilernetzebene.

Am 30. Oktober 2012 hat die EVN erfolgreich Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro emittiert und damit seine langfristige Konzernfinanzierung weiter gestärkt. Die Emission verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 18 Jahren mit variabler sowie mit fixer Verzinsung.

Am 25. Oktober 2012 wurde der Biomassekessel des Biomasse-Fernheizwerks in Steyr, das ein 50:50 Joint Venture mit der Energie AG Oberösterreich ist, angeheizt. Industrie- und Gewerbekunden sowie Haushalte der Stadt Steyr können ab Dezember 2012 mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt werden.

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit
Energiegeschäften 108,4 85,4
Projekten im Umweltbereich 260,4 237,0
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von
Energienetzen 7,0 6,2
Kraftwerken 491,1 533,2
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 94,6 81,3
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 5,8 7,7
Summe 967,4 950,8

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 217,2 Mio. Euro (Vorjahr: 148,5 Mio. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden betreffend die für e&t Energie Handelsgesellschaft mbH und nunmehr auch betreffend die für EconGas GmbH abgegebenen Garantien in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2012 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 48,0 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 468,4 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2012 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 70,0 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 468,4 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

62. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 161 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2012 eine Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 8,8 Mio. Euro (Vorjahr: Verbindlichkeit von 7,1 Mio. Euro).

Mit 2. Juli 2012 wurde die first facility GmbH an die NÖ Hypo Beteiligungsholding GmbH, an welcher die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH indirekt mit 70,49 % beteiligt ist, verkauft.

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen wurde mit 31. Dezember 2011 beidseitig aufgelöst.

Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

62. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Umsätze 155,8 175,5
Aufwendungen für bezogene Leistungen 777,2 722,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 74,8 89,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21,3 7,2
Ausleihungen 11,7
Forderungen aus der Durchführung des Cash Poolings 0,1 0,2
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 0,0*)
Zinserträge aus Ausleihungen 0,2
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings 0,0*) 0,0*)

*) Kleinbetrag

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) bezahlt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen betrugen für aktive Vorstandsmitglieder 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: Erträge von 1,8 Mio. Euro aufgrund von Rückstellungsauflösungen). Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte betrugen 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 0,2 Mio. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 11,1 Mio. Euro (Vorjahr: 8,4 Mio. Euro). Diese Erhöhung ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr erfolgte Anpassung des für die Berechnung dieser Verpflichtungen angewandten Zinssatzes zurückzuführen.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 56) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis zu marktüblichen Konditionen bestehen und im Geschäftsjahr 2011/12 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich sind. Die daraus zum 30. September 2012 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

63. Sonstige Angaben

Im EVN Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

Es wurden im Geschäftsjahr 2011/12 keine außerbilanziellen Geschäfte getätigt.

64. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher – Mitglied des Vorstands

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Finanzinformationen zu Gemeinschafts unternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 17,1 22,3
Kurzfristige Vermögenswerte 357,7 264,2
Langfristige Schulden 1,7 2,8
Kurzfristige Schulden 268,0 172,2
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.146,9 1.045,4
Operativer Aufwand –1.103,9 –998,8
Abschreibungen –0,4 –3,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 42,6 43,0
Finanzergebnis –0,1 0,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 42,6 43,6

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Bilanz
Eigenkapital 1.630,2 1.452,7
Vermögenswerte 5.829,0 5.077,2
Schulden 4.198,8 3.624,5
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 12.116,0 7.584,1
Ergebnis nach Ertragsteuern 134,5 162,6

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN
im Geschäftsbereich Energie ≥ 20,0 %
Letztes Konsoli
per 30.09.2012
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2011/12
Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH1) EVN Wärme 100,00 EUR –6.652 –6.946 31.12.2011 NV
Albnor Company DOO, Tetovo, Mazedonien1) EVN Macedonia 70,00 MKD 327 27 31.12.2011 NV
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 777 152 31.12.2011 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 93 32 31.12.2011 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR –32 –164 31.12.2011 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen EVN Wärme 50,00 EUR –314 –322 30.09.2011 NE
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn kabelplus 100,00 HUF –21 –57 30.09.2011 NV
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH EVN Wärme 90,00 EUR 636 –364 31.12.2011 NV
Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg2) EVN Wärme 51,00 EUR 5.318 295 30.09.2012 E
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 137 –20 31.12.2011 NE
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien
EVN 50,00 ALL 37.949 –1.910 31.12.2011 E
EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien EAA 100,00 EUR 5.749 –3.275 30.09.2012 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien3) EVN 16,51 EUR 189.341 43.152 31.12.2011 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("EnergieAllianz")
Wien
EVN 45,00 EUR 1.873 –10.733 30.09.2012 Q
EMC Energy Consulting Trading Gesellschaft mbH
München, Deutschland
EAA 100,00 EUR 8 0 30.09.2012 NQ
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 36 –106 31.12.2011 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD, ("EVN Bulgaria EP")
Plovdiv, Bulgarien4)
EVN 100,00 BGN 293.489 33.520 31.12.2011 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD, ("EVN Bulgaria EC")
Plovdiv, Bulgarien4)
EVN 100,00 BGN 42.952 5.738 31.12.2011 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 1.042 25 31.12.2011 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 60.053 –2.819 31.12.2011 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN 100,00 HRK 9.204 –1.338 30.09.2012 V
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 90.760 50.111 30.09.2012 Q
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 205 –200 31.12.2011 V
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 2.416 2.174 30.09.2012 V
EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 14.649 –4.828 31.12.2011 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 171.373 –47 30.09.2012 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 102.788 760 30.09.2012 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

NQ: Nicht quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes Unternehmen

Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2011/12
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia")
Skopje, Mazedonien
EVN 90,00 MKD 116.041 –10.550 31.12.2011 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 MKD 5 0 31.12.2011 V
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje EVN Macedonia 100,00 MKD 5 0 31.12.2011 NV
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD –418 64 31.12.2011 V
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
("evn nk BuB") Maria Enzersdorf
evn naturkraft 100,00 EUR 79.211 2.110 30.09.2012 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H.
("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 115.485 –2.281 30.09.2012 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 346.956 10.677 30.09.2012 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 113.879 5.392 30.09.2012 V
EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien5) EVN Bulgaria 100,00 BGN 144 11 31.12.2011 V
EVN Energiespeicher Sulzberg Beteiligungs GmbH2) evn naturkraft 100,00 EUR 327 –7 30.09.2012 NV
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 91 13 31.12.2011 V
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2011 NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 134 –5 31.12.2011 V
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 15 –10 31.12.2011 NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE")
Sofia, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 1.640 201 31.12.2011 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 75.386 3.791 30.09.2012 V
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und
Betriebs GmbH, ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien2)
evn naturkraft 50,00 EUR 36 1 30.09.2011 NE
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und
Betriebs GmbH & Co KG, ("EVN-WE Wind KG"), Wien2)
evn naturkraft 50,00 EUR 5.973 –67 30.09.2011 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 8.788 2.141 30.09.2012 E
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 24 –5 31.12.2011 NE
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten EVN 49,00 EUR 15.277 87 31.12.2011 E
Fernwärme Steyr GmbH, Steyr2) EVN Wärme 49,00 EUR 1.981 –54 30.9.2012 E
FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte
Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Göllersdorf4)
EVN / Utilitas 100,00 EUR 952 18 30.06.2012 NV
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien EVN 70,00 BGN 1 0 31.12.2011 V
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.925 10 31.12.2011 NV
kabelplus AG, ("kabelplus"), Maria Enzersdorf7) Utilitas 100,00 EUR 32.830 –2.978 30.09.2012 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 45 3 31.12.2011 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH
& Co KG, Wien
evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 566 31.12.2011 NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD 0 0 31.12.2011 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien EAA 100,00 EUR 2.822 575 30.09.2012 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 2.836 232 31.12.2011 V
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien EVN 49,99 EUR 78.206 –3 31.12.2011 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland
V&C 100,00 EUR 0 –10 31.12.2011 NV
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2011/12
SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
Salzburg-Aigen
EAA 100,00 EUR 292 2 30.09.2012 Q
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
Essen, Deutschland
EVN Kraftwerk 49,00 EUR 251.697 –3.632 31.12.2011 E
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH
Mainz, Deutschland
V&C 50,00 EUR 75 –3 31.12.2010 NE
VERBUND-Innkraftwerke Deutschland GmbH
Töging, Deutschland3)
evn nk BuB 13,00 EUR 431 29 31.12.2011 E
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 588 212 31.03.2012 V
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK")
Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 754 145 30.09.2012 V

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 erworben.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 neu gegründet.

3) Trotz einer Beteiligungshöhe von ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

4) Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden die restlichen Anteile an der Gesellschaft erworben.

5) Vormals EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien

6) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 erworben. Im September 2012 wurde der Betrieb der Gesellschaft in die EVN Wärme GmbH eingebracht.

7) Vormals Kabelsignal AG, Maria Enzersdorf

2. Beteiligungen der EVN
im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20,0 %
per 30.09.2012
Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2011/12
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 478 22 30.09.2012 NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs
und Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen
WTE Essen 26,00 EUR 37 0 31.12.2011 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Maria Enzersdorf
EVN Abfall 50,00 EUR 424 29 30.09.2012 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien
WTE Betrieb 100,00 EUR 172 19 30.09.2012 V
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s.
Prag, Tschechische Republik1)
WTE Essen 35,00 CZK 31.12.2011 NE
DTV Zrt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.523 56 31.12.2011 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH
("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 9.767 8.691 30.09.2012 V
EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und
Servicegesellschaft mbH, Maria Enzersdorf1)
WTE Essen 100,00 EUR 33 –2 30.09.2012 NV
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1
mbH, ("EVN MVA1"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 28 –6 30.09.2012 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3
mbH, ("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 EUR 6.807 –4.054 30.09.2012 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
("EVN UBS"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 8.357 1.704 30.09.2012 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
("EVN UFS"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 10.221 –7.157 30.09.2012 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH
("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 151.590 16.877 30.09.2012 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser")
Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 3.501 30.09.2012 V
Letztes Konsoli
Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis Jahresabschluss dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2011/12
OAO BUDAPRO-ZAVOD No. 1, Moskau, Russland EVN MVA 1 100,00 RUB 16.532 –59 31.12.2011 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 141.805 –10.009 31.12.2011 V
OAO WTE Kurjanovo, Moskau, Russland1) Kurjanovo 100,00 RUB 2 0 31.12.2011 NV
OAO EVN Ljuberzy, Moskau, Russland1) Ljuberzy 100,00 RUB 2 0 31.12.2011 NV
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 RUB 134.969 –192 31.12.2011 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 159.285 –105 31.12.2011 V
OAO
OOO Eco Reagent, Moskau, Russland1) "WTE Süd-Ost"/
EVN UBS
100,00 RUB 2 0 31.12.2011 NV
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 53.958 –2.080 31.12.2011 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 2.900 335 31.12.2011 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 3.769 2.099 31.12.2011 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 0 31.12.2011 NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH, Essen,
Deutschland ("Ljuberzy")
WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.09.2012 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH,
("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 444 21 30.09.2012 V
sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland1) WTE Essen 50,00 EUR 30.09.2011 NE
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH,
("Zelenograd"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 7.854 843 30.09.2012 V
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o.
Zagreb, Kroatien WTE Essen 50,00 HRK 1.696 351 31.12.2011 NE
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –42 8 30.09.2012 V
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 521 9 31.12.2011 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H
Untertullnerbach evn wasser 50,00 EUR 874 –5 31.12.2011 NE
WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 169 13 30.09.2012 NV
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb")
Hecklingen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 511 0 30.09.2012 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o.
Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR –1.365 –355 31.12.2011 V
WTE odpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR 11 0 31.12.2011 V
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH
Essen, Deutschland ("Kurjanovo")
WTE Essen 100,00 EUR 23 –1 30.09.2012 NV
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH,
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS/
WTE Essen
100,00 EUR 147.631 0 30.09.2012 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 6.405 –3.822 30.09.2012 V
WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o.,
Beograd-Vracar, Serbien1)
WTE Essen 100,00 RSD 0 0 30.09.2012 NV
WTE Projektmanagement GmbH, Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 20 0 30.09.2012 NV
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –31 0 30.09.2012 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR 24 0 30.09.2012 V
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen")
Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 EUR 91.799 9.660 30.09.2012 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 PLN 1.154 982 30.09.2012 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 281 120 31.12.2011 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 713 173 31.12.2011 NV
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2011/12
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV")
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 48,50 HRK 140.149 21.123 31.12.2011 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o.
("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien
WTE Essen 33,00 HRK 3.870 3.867 31.12.2011 E

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 neu gegründet.

2) Die Gesellschaft wurde im ersten Quartal 2011/12 aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich
Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20 %
per 30.09.2012
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2011/12
BEGAS Energie AG, ("BEGAS"), Eisenstadt 1) BUHO 49,00 EUR 67.362 –10.672 30.09.2011
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO")
Eisenstadt
EVN 73,63 EUR 76.419 6.249 30.09.2012 V
Energie Burgenland AG, Eisenstadt 1) BUHO 49,00 EUR 166.892 11.521 30.09.2011 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 576 34 30.09.2012 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande
EVN FM 100,00 EUR 1.405 87 30.09.2012 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 29.413 10.572 30.09.2012 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 28.923 10.360 30.09.2012 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 4.788 –25.425 31.08.2012 V
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 3.675 175 31.12.2011 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 EUR 180 30 30.9.2012 E
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs
und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf
Utilitas 50,00 EUR 30 –934 31.12.2011 NE
R 138-Fonds, Wien EVN/
EVN Netz/
evn wasser
100,00 EUR 84.523 2.259 30.9.2012 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN 50,03 EUR 432.335 74.951 31.3.2012 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 154.191 86.864 31.12.2011 E
UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft
m.b.H, ("Utilitas"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 37.074 9.364 30.9.2012 V
VERBUND AG, Wien 2) 3) EVN 12,63 EUR 2.889.867 274.327 31.12.2011 N
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 3) EVN WEEV 50,00 EUR 9.566 –53.132 30.6.2012 E
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs
GmbH, Wien
Utilitas 47,37 EUR 470 –449 30.11.2011 NE

1) Im Juli 2012 wurde die BEGAS mit der Burgenländischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG) rückwirkend zum 30. September 2011 verschmolzen und die BEWAG in Energie Burgenland AG unbenannt.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe von ≤ 20 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

3) An der VERBUND AG werden 12,63 % direkt gehalten und indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH 1,1 %.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2012, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzern abschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll systems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungs methoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögensund Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2012 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 16. November 2012

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa. MMag. Angelika Vogler

EVN AG

Jahresabschluss 2011/2012 nach UGB

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht 4
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Jahresabschluss

Bilanz zum 30. September 2012 20
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2011/12 22
Entwicklung des Anlagevermögens 24
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen 25
Beteiligungen der EVN AG 26
Uneingeschränkter Bestätigunsvermerk 27
Anhang 30

Bericht des Aufsichtsrats 45

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG für das Geschäftsjahr 2011/12 wurde nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellt.

Im Geschäftsbericht 2011/12 der EVN wurde ein Konzernabschluss nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) veröffentlicht. Mit dieser Form der Berichterstattung legt die EVN ihren Aktionären und der Öffentlichkeit einen Konzernabschluss vor, der international anerkannten Prinzipien der Rechnungslegung entspricht. Dieser Geschäftsbericht kann selbstverständlich jederzeit bei der EVN angefordert werden.

Lagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011/12

Bericht des Vorstandes

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Transparenz im Energiegroßhandel

Am 28. Dezember 2011 trat die EU-Verordnung über Integrität und Transparenz des Energiemarkts (REMIT) in Kraft. Sie soll gewährleisten, dass die Preise auf den Energiegroßhandelsmärkten durch ein faires, auf Wettbewerb beruhendes Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage gebildet werden. Vor allem sollen unrechtmäßige Gewinne durch Marktmissbrauch verhindert werden. Personen, die über Insider-Informationen bezüglich des Energiegroßhandelsmarkts verfügen, ist es seit dem 28. Dezember 2011 untersagt, diese zu nutzen. Die Verordnung schreibt zudem vor, dass ausgewählte Informationen – beispielsweise über die Kapazitätsauslastung und Nutzung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung, über den Verbrauch oder über die Übertragung von Strom und Erdgas – zu veröffentlichen sind. Da die Verflochtenheit der Märkte eine grenzüberschreitende Marktüberwachung erfordert, wird durch diese Verordnung sowohl der Europäischen Energieregulierungsagentur ACER als auch den nationalen Regulierungsbehörden eine zentrale Rolle übertragen.

EU-Energieeffizienz-Richtlinie

Am 14. Juni 2012 einigten sich die EU-Mitgliedsstaaten auf neue verbindliche Vorschriften zur Steigerung der Energieeffizienz, um den Energieverbrauch bis 2020 um 20 % zu senken. Mithilfe dieser Richtlinie sollen die Mitgliedsstaaten jährlich mindestens Energieeinsparungen im Ausmaß von 1,5 % realisieren – in Ausnahmefällen darf das jährliche Energieeinsparungsziel auf 1,1 % reduziert werden. Enthalten ist eine Reihe wichtiger Maßnahmen, die in konkreten Energieeinsparungen resultieren sollen (z.B. Sanierung von jährlich 3,0 % der öffentlichen Regierungsgebäude). Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, sich nationale Energiesparziele zu setzen. Um die Energieeffizienz-Richtlinie Ende 2012 in Kraft zu setzen, ist die Zustimmung des Europäischen Rats erforderlich. Im Anschluss haben die Mitgliedsstaaten voraussichtlich 18 Monate Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht zu transformieren.

EU-Emissionshandelssystem

Die EU-Klimaschutzkommission arbeitet derzeit an Vorschlägen für eine zeitliche Verschiebung von CO2- Auktionen, bei denen in der 3. Handelsperiode (2013–2020) nicht gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate in das Emissionshandelssystem (ETS) integriert werden. Dabei ist geplant, zu Beginn der 3. Handelsperiode (2013–2015) eine noch zu bestimmende Menge an CO2-Emissionszertifikaten zurückzuhalten und diese erst später gegen Ende der 3. Handelsperiode (2018–2020) in den Markt zu bringen. Somit bliebe in der 3. Handelsperiode das Gesamtvolumen der Zertifikate zwar gleich, jedoch kommt es zu einer Verschiebung von Versteigerungsmengen in Richtung 2020.

Energiepolitisches Umfeld

Stromkennzeichnungsverordnung

Am 14. September 2011 wurde die neue Stromkennzeichnungsverordnung des österreichischen Regulators (E-Control) veröffentlicht, die seit 1. Jänner 2012 rechtlich verbindlich ist. Die Verordnung schreibt vor, dass auf Stromrechnungen sowie in Werbe- und Informationsmaterial für Strom neben einer prozentuellen Aufschlüsselung der Primärenergieträger auch die Herkunftsländer anzugeben sind und sie ermöglicht somit dem Endverbraucher eine Bewertung der gelieferten Elektrizität.

Gaswirtschaftsgesetz

Am 19. Oktober 2011 wurde das Gaswirtschaftsgesetz (GWG) im Nationalrat beschlossen, wodurch das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket vollständig in österreichisches Recht umgesetzt wurde. Es verfolgt das Ziel einer höheren Liquidität zur Wettbewerbsbelebung. Die Novelle stärkt die Rechte von Haushalten und Gewerbebetrieben, erhöht die Versorgungssicherheit durch klare Rahmenbedingungen für Investitionen und schafft die gesetzliche Basis für die Einführung von Smart Meters. Zudem ist die Entflechtung der

EVN AG, Maria Enzersdorf

Fernleitungsbetreiber von den übrigen Aktivitäten eines vertikal integrierten Erdgasunternehmens ein zentrales Ziel, das der Förderung des Wettbewerbs dienen soll. Die Systemnutzungsentgelte gewährleisten eine angemessene Vergütung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für neue Investitionen in das Gasnetz.

Am 25. Mai 2012 wurde die Verordnung der E-Control zur Neugestaltung des Netzzugangs für den österreichischen Gasmarkt beschlossen. Das neue Entry-Exit-Marktmodell sowie die Umstellung der Tarife werden am 1. Jänner 2013 umgesetzt. Daraus ergeben sich für die EVN vertriebsseitig Zusatzkosten, aber auch eine vereinfachte Teilnahme an einem Gasmarkt mit erhöhter Transparenz.

Verordnungen zu intelligenten Messgeräten für Strom

Am 25. Oktober 2011 wurden die technischen Mindestanforderungen an die neuen Stromzähler (Smart Meter) per Verordnung der E-Control festgelegt. Die Messung und Speicherung von Zählerständen, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber wurden definiert. Der Grundstein für die Markteinführung von Smart Metering wurde damit gelegt. Nach der Begutachtung der Verordnung der E-Control erließ das Wirtschaftsministerium am 24. April 2012 die Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung. Diese regelt den Ausbauplan der intelligenten Stromzähler in Stufen von 2015 bis 2019. Bis Ende 2015 soll jeder Netzbetreiber mindestens 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 % und, im Rahmen der technischen Machbarkeit, bis Ende 2019 mindestens 95% der an sein Netz angeschlossenen Zählpunkte mit intelligenten Messgeräten ausstatten. Der Austausch des Zählers durch die Netzbetreiber soll grundsätzlich über das Messentgelt abgedeckt werden, das von der unabhängigen Regulierungskommission festgelegt wird. Bisher wurden in Österreich knapp 200.000 der rund 5,7 Mio. Zähler auf Smart Meter umgerüstet.

Ökostromgesetz 2012

Dieses trat am 1. Juli 2012 mit dem Ziel in Kraft, den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Österreich zu steigern und dadurch die Abhängigkeit von importiertem Atomstrom bis 2015 zu beseitigen. Für den Zeitraum 2010 bis 2020 wurden folgende Ausbauziele festgelegt: 1.000 MW Wasserkraft, 2.000 MW Windkraft, 200 MW Biomasse und Biogas sowie 1.200 MW Photovoltaik. Die jährliche Förderung in Form von subventionierten Einspeisetarifen und Investitionszuschüssen wurde für neue Ökostromprojekte von 21,0 Mio. Euro auf 50,0 Mio. Euro angehoben. Dieser Betrag sinkt innerhalb der ersten zehn Jahre nach Inkrafttreten um 1 Mio. Euro pro Kalenderjahr. Das Vorhaben wird über zwei Arten von steuerähnlichen Abgaben (Ökostrompauschale und Ökostromförderbeitrag) finanziert, die durch die Netzbetreiber bei den Endverbrauchern einzuheben sind. Über dieses neue Finanzierungsmodell soll sichergestellt werden, dass der Wirtschafts- und Produktionsstandort Österreich nicht in unangemessener Weise benachteiligt wird.

Das neue Emissionszertifikategesetz (EZG 2011)

Dieses wurde im Oktober 2011 verabschiedet. Das Gesetz setzt die EU-Emissionshandelsrichtlinie 2009 in nationales Recht um und regelt somit den Emissionshandel im Zeitraum 2013 bis 2020 (3. Handelsperiode). Ab 2013 ist keine Gratiszuteilung von CO2-Emissionszertifikaten für die Stromerzeugung vorgesehen. Sämtliche Zertifikate sind sodann im Rahmen des Emissionshandelssystems zu ersteigern. In der Berichtsperiode lag der Preis für CO2-Emissionszertifikate im Durchschnitt bei 7,9 Euro pro Tonne (Vorjahr: 14,8 Euro pro Tonne). Im Rahmen des derzeit gültigen Nationalen Allokationsplans II 2008–2012 (2. Handelsperiode der CO2-Emissionszertifikate) wurden der EVN auf Basis der historischen Emissionen unter Berücksichtigung von Einsparungen unentgeltliche CO2-Emissionszertifikate in Höhe von jährlich 1,58 Mio. Tonnen für österreichische Anlagen zugeteilt. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um einen etwaigen Mehrbedarf abdecken zu können bzw. die nicht verbrauchten Emissionszertifikate zu verkaufen. Insgesamt unterlag die EVN im Geschäftsjahr 2011/12 mit zehn Anlagen in Österreich dem Emissionshandelssystem der EU. Zugleich besteht die Möglichkeit, in einem bestimmten Ausmaß Emissionszertifikate aus speziellen Klimaschutzprojekten (Certified Emission Reductions (CER) bzw. Emission Reduction Units (ERU)) einzusetzen.

Regulierungssystem für Strom und Gasnetze

Das derzeit gültige Anreizregulierungssytem erstreckt sich über zwei Regulierungsperioden zu je vier Jahren für Strom- und fünf Jahren für Gasverteilnetzbetreiber. Für Strom- hat Anfang 2006, für Gasnetze Anfang 2008 die neue Regulierungsperiode angefangen. Bezüglich Anreizregulierung für Gasnetze hat die Regulierungsbehörde in Zusammenarbeit mit den betroffenen Netzbetreibern ein Konsultationspapier zur Ausgestaltung der zweiten Regulierungsperiode – beginnend mit 1. Januar 2013 – unter Beachtung

EVN AG, Maria Enzersdorf

der gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 (GWG 2011) erarbeitet. Dieses Konsultationspapier soll die wirtschaftliche Geschäftsgrundlage und Planungssicherheit der regulierten Unternehmen, sowie die allgemeine Akzeptanz und Stabilität des Regulierungssystems sicherstellen. Auf Basis anerkannter Vollkosten hat die EVN im Jahr 2009 mit dem Bau der Erdgastransportleitung Südschiene und im Jahr 2011 mit dem Bau der Westschiene begonnen. Beide Erdgastransportleitungen tragen zur Versorgungssicherheit in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus bei. Im September 2011 wurde die 120 km lange Südschiene in Betrieb genommen. Die 150 km lange Westschiene soll 2014 fertiggestellt werden.

Wirtschaftliches Umfeld

Nach einer kurzen Belebung zu Beginn des Jahres hat sich die Dynamik der Weltkonjunktur im Frühjahr 2012 spürbar verlangsamt. Die meisten großen Industrie- und Schwellenländer waren von dieser Entwicklung in unterschiedlicher Intensität betroffen. Die Vertrauens- und Schuldenkrise in den Euro-Ländern ist dafür nur teilweise verantwortlich. Auch zahlreiche Industrieländer außerhalb des Euro-Raums sind in einem hohen Maße von makroökonomischen Ungleichgewichten geprägt. In einigen Schwellenländern sind zuletzt interne wirtschaftliche Probleme und politische Fragestellungen deutlicher in den Vordergrund getreten als zuvor.

Im aktuellen Umfeld sind Prognosen zur weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Europas deshalb mit gebührender Sorgfalt zu beurteilen. Auf Gesamtebene der Europäischen Union (EU) wird für 2012 kein Wachstum mehr erwartet, wobei innerhalb der Eurozone weiterhin große konjunkturelle Unterschiede bestehen. Vor allem in Süd- und Südosteuropa werden die Staatsschuldenkrise und die damit verbundenen Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte weiterhin das Wirtschaftsklima belasten. Die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 gehen für die EU von einem BIP-Rückgang in Höhe von 0,5 % aus, nach einem Wachstum um 1,5 % im Jahr 2011. Das erwartete Abklingen der Vertrauenskrise und die weiterhin expansive Geldpolitik sollen sich durch eine leichte Erholung der Wirtschaft in der EU im Jahr 2013 und einen prognostizierten BIP-Anstieg um bis zu 0,3 % auswirken.

Für Österreich wurden die Erwartungen für das Jahr 2012 seit dem Frühjahr deutlich nach unten revidiert. Während die Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (wifo) mit einem Plus von 0,6 % aufgrund fehlender Reformen das niedrigste Wirtschaftswachstum seit den 1980iger Jahren annimmt, erwartet das Institut für Höhere Studien (IHS) ein Wachstum von 0,8 %. Für 2013 errechnet das wifo ein BIP-Wachstum von rund 1 % und das IHS von 1,3 %.

In Albanien, Bulgarien und Mazedonien wird für 2012 und 2013 ein Wirtschaftswachstum erwartet, das wiederholt über jenem von Österreich liegen sollte. Die rückläufige Inlandsnachfrage und die Wirtschaftskrise bei den wichtigsten Handelspartnern Italien und Griechenland wirken sich negativ auf die albanische Wirtschaft aus. Die aktuellen Einschätzungen der BIP-Entwicklung gehen von einem Rückgang der Wachstumsrate von 3,1 % im Jahr 2011 auf 2,0 % im Jahr 2012 aus. Albanien könnte im Jahr 2012 den EU-Kandidatenstatus erlangen, was das Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 fördern würde.

Für Bulgarien ist nach dem BIP-Wachstum um 1,7 % im Jahr 2011 aufgrund einer relativ zurückhaltenden EU-Nachfrage – insbesondere durch die erwartete Verlangsamung der Konjunktur in Deutschland – eine leichte Verringerung des BIP-Wachstums auf bis zu 0,8 % für 2012 zu erwarten. Für 2013 wird hingegen mit einem BIP-Wachstum um bis zu 1,5 % gerechnet.

Die kroatische Wirtschaft befindet sich in ihrem mittlerweile vierten Rezessionsjahr. Für 2012 wird nach einer Stagnation im Vorjahr ein Rückgang um 1,5 % angenommen. Aufgrund des für den 1. Juli 2013 geplanten EU-Beitritts Kroatiens und der damit einhergehenden Zuflüsse der EU-Struktur- und – Kohäsionsfonds liegen die durchschnittlichen Prognosen für 2013 bei einer Wachstumsrate von 1,0 %.

In Mazedonien schwächen unter anderem die Schuldenprobleme der Nachbarländer das seit einigen Jahren kontinuierliche Wirtschaftswachstum deutlich ab. Nach einem Wachstum von 3,1 % im Jahr 2011 wird für 2012 ein BIP-Anstieg um 1,0 % prognostiziert, für 2013 ein Plus von 3,0 %.

Energiewirtschaftliches Umfeld

2011/12
1.-4. Quartal
2010/11
1.-4. Quartal
Veränderung
%
Temperaturen
NÖ1
99,0 101,7
Bulgarien1 108,2 86,2
Mazedonien1 120,4 100,8
Rohölpreis - brent EUR/bbl 85,98 75,49 13,9%
Rohölpreis - brent \$/bbl 111,37 105,46 5,6%
Gaspreis - GIMP² EUR/MWh 28,25 25,55 10,6%
Kohle - API#2 (Notierung in ARA) EUR/t 76,27 86,95 -12,3%
CO2 Zertifikate (2. Periode) EUR/t 7,88 14,76 -46,6%
Strom - Spotmarkt
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 44,84 51,55 -13,0%
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 55,10 61,76 -10,8%
Strom - Forwardmarkt (Quartalspreise)³
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 54,77 50,29 8,9%
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 67,04 64,10 4,6%

Die angeführten Werte sind Durchschnittswerte über den jeweiligen Zeitraum

1 Berechnet nach Heizgradsummen. Die Basis (100%) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996-2010, in Bulgarien dem Durchschnittswert von 2004-2011 und in Mazedonien jenem von 2001-2010

² Prognosewerte

³ Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend 1. Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Zwischen 1. Oktober 2011 und 30. Juni 2012 lag der Stromverbrauch Österreichs mit 53 TWh um 0,6 % über dem Vorjahreswert. Der Anstieg ist vor allem auf die leichte konjunkturelle Erholung der ersten beiden Quartale 2012 zurückzuführen. Der Gasverbrauch sank hingegen um 4,1 % auf 81,5 TWh. Diese Entwicklung wird mit der wärmeren Witterung vor allem zwischen Oktober und Dezember 2011, wo die Durchschnittstemperaturen um 1,5 Grad Celsius über dem Vorjahreswert lagen, erklärt. Aus diesem Grund lag im Geschäftsjahr 2011/12 in Niederösterreich der temperaturbedingte Energiebedarf um 1,0 % unter dem langjährigen Durchschnitt und um 2,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Aufgrund dieser Entwicklung sank der Gasabsatz um 309 GWh bzw. 4,8 % auf 6.166 GWh. Der Stromabsatz blieb, vor allem aufgrund Effizienzsteigerung, mit 6.298 GWh um 105 GWh bzw. 1,6 % unter dem Vorjahresniveau. In Bulgarien und Mazedonien führte hingegen eine deutlich kältere Witterung zu einem starken Anstieg des Strom- und Wärmeabsatzes der EVN. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen um 8,2 % über dem langjährigen Durchschnitt und um 22,0 Prozentpunkte über jenen des Vorjahres. Der Vergleichswert in Mazedonien verzeichnete im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 19,6 % und gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert eine Erhöhung um 20,4 Prozentpunkte. Der Stromabsatz stieg in Südosteuropa um 670 GWh bzw. 5,0 % auf 13.930 GWh und der Wärmeabsatz in Bulgarien nahm um 8 GWh bzw. 3,4 % auf 241 GWh zu.

Auf Eurobasis lag der Durchschnittspreis für das in Europa als Referenz geltende Rohöl Brent im Geschäftsjahr 2011/12, im Wesentlichen aufgrund der nach wie vor starken Nachfrage in Asien sowie der anhaltenden Konflikte zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten, um 13,9 % über dem Vorjahreswert. Die zum Großteil an den Rohölpreis gekoppelten Gaspreise für Österreich notierten trotz einer Gaspreisrevision zwischen Gazprom und EconGas mit 28,3 Euro pro MWh um 10,6 % über dem

EVN AG, Maria Enzersdorf

Vorjahreswert. Der Preis für Kohle lag hingegen mit 76,3 Euro je Tonne um 12,3 % unter dem Vorjahreswert. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate gingen vor allem aufgrund der Abkühlung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 um nahezu die Hälfte zurück und lagen in der Berichtsperiode bei 7,9 Euro je Tonne.

Die für die Berichtsperiode geltenden Terminpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom stiegen aufgrund der positiven Konjunkturerwartungen für 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 % bzw. 4,6 %. Die europäischen Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen hingegen in der Berichtsperiode trotz des anhaltend hohen Niveaus der Primärenergiepreise um 13,8 %bzw. 11,3 % unter den Vorjahreswerten. Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem auf den höheren Beitrag erneuerbarer Energieträger an der Stromerzeugung und die konjunkturbedingt geringere Nachfrage für Strom. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weswegen die Preise auf den Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN nehmen. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2011/12 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2011 noch auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. In Österreich wurden aufgrund der Senkung der Ökostrom-Mehrkosten mit 1. Jänner 2012 und aufgrund der Änderung der Finanzierung für Ökostromanlagen mit 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom gesenkt. Die niedrigeren Gasbeschaffungspreise wurden mit 1. Februar 2012 zur Gänze in Form einer Bonuszahlung an die Endkunden weitergegeben. In Bulgarien hat der Regulator per 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom um 13,9 % angehoben. Die für EVN Macedonia AD geltenden Endkundenpreise für Strom wurden im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal angepasst. Per 1. Jänner 2012 haben sich die Endkundenpreise um 7,8 % erhöht, wovon 4,0 % tatsächlich auf die EVN Macedonia entfallen. Mit der Preiserhöhung per 1. August 2012 stiegen die Endkundenpreise um 9,8 %, wobei der Anteil für EVN Macedonia AD bei 6,1 % liegt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen zur Ertragslage

2011/12 2010/11 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Umsatzerlöse 407,6 416,8 -9,2 -2,2%

Die Umsatzerlöse setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 167,1 Mio EUR, Gaserlösen in Höhe von 73,1 Mio EUR, Wärmeerlösen in Höhe von 17,5 Mio EUR und sonstigen Umsatzerlösen in Höhe von 149,8 Mio EUR zusammen.

Die Stromerlöse reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Mio EUR, die Gaserlöse um 4,2 Mio EUR. Während der Rückgang der Gaserlöse insbesondere temperaturbedingt zu einem niedrigeren Gasabsatz führte, sanken die Stromerlöse vor allem aufgrund des niedrigeren Stromabsatzes als Folge von gesunkenen Margen in der Stromproduktion. Die sonstigen Umsatzerlöse gingen um 2,4 Mio EUR zurück.

Berechnung 2011/12 2010/11 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Ergebnis vor Zinsen
und Steuern
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 139,1 191,1 -52,1 -27,2%
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen gemäß
§ 231 (2) Z 15 UGB

Die Aufwendungen für Primärenergie, CO2-Kosten und Strombezugskosten betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 259,7 Mio EUR (Vorjahr: 196,6 Mio EUR). Die Abweichung ist großteils auf im Geschäftsjahr gebildete Rückstellungen für drohende Verluste zurückzuführen.

An Materialaufwand und sonstigen bezogenen Leistungen sind 76,9 Mio EUR (Vorjahr 78,9 Mio EUR) angefallen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Reduktion von 2,0 Mio EUR, welche unter anderem auf einen geringeren Materialverbrauch zurückzuführen ist.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2011/12 96,8 Mio EUR (Vorjahr 85,7 Mio EUR). Bei der EVN AG waren zum Bilanzstichtag 692 Angestellte auf Vollzeitbasis beschäftigt. Bei der EVN AG sind derzeit keine Lehrlinge in Ausbildung. Daraus resultiert ein Personalaufwand pro Mitarbeiter von 0,1 Mio EUR. Der Umsatz pro Mitarbeiter beträgt 0,6 Mio EUR.

Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 13,4 Mio EUR und lagen damit um 1,0 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres wurde die Versuchsanlage Biomasse im Kraftwerk Dürnrohr in Höhe von 8,0 Mio. Euro außerplanmäßig abgeschrieben. Dem standen im Vorjahr in etwas geringerem Ausmaß die außerplanmäßigen Abschreibungen der beiden Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg gegenüber.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 32,8 Mio EUR (Vorjahr 40,4 Mio EUR). Diese setzen sich hauptsächlich aus Pacht-, Versicherungs-, Beratungs-, Kopieraufwendungen, Konzernverrechnungen sowie sonstigen Steuern und Abgaben zusammen.

Aufgrund der oben angeführten Rahmenbedingungen verzeichnete die EVN AG einen negativen Betriebserfolg in Höhe von 59,5 Mio EUR (Vorjahr -10,4 Mio EUR), was einen Rückgang von 69,9 Mio EUR gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Das Finanzergebnis ist vor allem durch Beteiligungserträge, Zinsaufwendungen und –erträge sowie durch sonstige Finanzaufwendungen und –erträge geprägt. Das Beteiligungsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Mio EUR auf 216,3 Mio EUR gestiegen, was auf höhere Ausschüttungen der Beteiligungsunternehmen zurückzuführen ist. Die Aufwendungen aus Finanzanlagen sowie Wertpapieren des Umlaufvermögens sind auf 27,8 Mio EUR gesunken. Der Grund hierfür ist in erster Linie die im Vorjahr durchgeführten Teilwertabschreibungen auf die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH sowie auf die EVN Beteiligungsgesellschaft Alpha GmbH.

Insgesamt konnte ein Finanzergebnis in Höhe von 140,0 Mio EUR erzielt werden, welches um 4,6 Mio EUR oder 3,4 % über dem Vorjahr liegt.

Die beschriebenen Entwicklungen führten zu einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 80,4 Mio EUR; dies bedeutet eine Reduktion von 65,3 Mio EUR bzw. 44,8 %; das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich um 52,1 Mio EUR auf 139,1 Mio EUR reduziert.

Berechnung 2011/12 2010/11
% %
EBIT-Marge Betriebsergebnis n.a. 2,5%
Umsatzerlöse

Aufgrund des erwirtschafteten negativen Betriebsergebnisses kann für das Geschäftsjahr 2011/12 keine EBIT-Marge ermittelt werden.

Berechnung 2011/12 2010/11
% %
Eigenkapitalrentabilität Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 4,4% 8,7%
durchschnittliches Eigenkapital

Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern ist gesunken, da das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gesunken ist.

Berechnung 2011/12 2010/11
% %
Gesamtkapitalrentabilität Ergebnis vor Zinsen und Steuern 4,0% 5,9%
durchschnittliches Gesamtkapital

Da das Ergebnis vor Zinsen und Steuern gesunken und das durchschnittliche Gesamtkapital gestiegen ist, ist die Gesamtkapitalrentabilität gesunken.

Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Berechnung 30.09.2012 30.09.2011 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoverschuldung Verzinsliches Fremdkapital 1.255,1 1.077,4 177,7 16,5%
- Flüssige Mittel

Das verzinsliche Fremdkapital und die flüssigen Mittel berechnen sich dabei folgendermaßen:

Berechnung 30.09.2012 30.09.2011 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Verzinsliches
Fremdkapital
Anleihen 1.310,9 1.161,4 149,5 12,9%
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+
Finanzverbindlichkeiten
gegenüber
verbundene Unternehmen
+ Rückstellungen für Abfertigungen
+Rückstellungen für Pensionen
+Rückstellungen für Jubiläumsgelder
30.09.2012 30.09.2011 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Flüssige Mittel Kassenbestand,
Schecks,
Guthaben
Kreditinstituten, Wertpapiere des UV sowie aus
sonstigem Finanzvermögen
bei 55,8 84,0 -28,2 -33,6%

Aufgrund der Reduktion des kurzfristigen Wertpapierbestandes bei einem gestiegenen Stand des verzinslichen Fremdkapitals hat sich die Nettoverschuldung um 16,5% auf 1.255,1 Mio EUR erhöht.

Berechnung 30.09.2012 30.09.2011 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoumlaufvermögen Umlaufvermögen 296,2 -12,6 308,8 -2.444,9%
- langfristiges Umlaufvermögen
=Kurzfristiges Umlaufvermögen
- kurzfristiges Fremdkapital
=Nettoumlaufvermögen

Der starke Anstieg des Nettoumlaufvermögens ist auf eine Umgliederung von 250,0 Mio EUR Festgeldveranlagungen ins Finanzanlagevermögen zurückzuführen.

Berechnung 30.09.2012 30.09.2011
% %
Eigenkapitalquote Eigenkapital 51,5% 54,0%
Gesamtkapital

Die Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr 2011/12 3.576,7 Mio EUR (VJ: 3.366,8 Mio EUR) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 209,9 Mio EUR bzw. 6,2 % erhöht. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Gesellschaft hat sich um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr erhöht und beläuft sich unter Berücksichtigung der unversteuerten Rücklagen auf 1.855,0 Mio EUR (VJ: 1.831,8 Mio EUR).

Das um 6,2 % erhöhte Gesamtkapital führte bei einem geringeren Anstieg des Eigenkapitals vor allem aufgrund des gesunkenen Jahresergebnisses 2011/12 zu einer Reduktion der Eigenkapitalquote um 2,5 %-Punkte.

Berechnung 30.09.2011 30.09.2010
% %
Nettoverschuldungsgrad Nettoverschuldung 68,1% 59,2%
Eigenkapital

Aufgrund des höheren Anstieges der Nettoverschuldung im Vergleich zu einem nur leicht gestiegenen Eigenkapital erhöhte sich der Nettoverschuldungsgrad auf 68,1 %. Erläuterungen dazu siehe Kennzahl: Nettoverschuldung.

Geldflussrechnung

Berechnung 2011/12 2010/11 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Geldflussrechnung Geldfluss aus dem Ergebnis 141,1 335,3 -194,1 -57,9%
Netto-Geldfluss
aus
der
laufenden
Geschäftstätigkeit
213,1 354,9 -141,8 -40,0%
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -167,2 -319,8 -152,6 -47,7%
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 62,2 80,9 -18,6 -23,0%
Zahlungswirksame
Veränderung
des
Finanzmittelbestandes
108,1 116,0 -7,8 -6,8%

Ausgehend von einem Jahresüberschuss in Höhe von 96,8 Mio EUR konnte ein Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit von 213,1 Mio EUR erwirtschaftet werden. Während sich der Aufbau der sonstigen Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten negativ auf den operativen Cashflow ausgewirkte, wirkten sich die Senkung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Aufbau der übrigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten positiv auf den operativen Cashflow aus.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf -167,2 Mio EUR.

Ausgehend von der im Geschäftsjahr 2011/12 durchgeführten Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn 2010/11 in Höhe von 73,6 Mio EUR, einer Erhöhung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie einer Reduktion der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten weist die EVN AG einen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 62,2 Mio EUR aus.

Insgesamt resultierte aus dieser Entwicklung eine Erhöhung des Finanzmittelbestandes um 108,1 Mio EUR.

Zweigniederlassungen

EVN verfügt über keine Zweigniederlassungen im Sinne des § 243 Abs 3 Z 4 UGB; die im Geschäftsjahr 2004/05 noch vorhandenen wirtschaftlich und organisatorisch unselbständigen Außenstellen für den Kundendienst und die technische Netzbetreuung wurden im Zuge der Ausgliederung des Netzbetriebes in die EVN Netz GmbH überführt.

Forschung- und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken sowie der Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien ein. Die EVN AG setzt dabei unter anderem auf Forschungskooperationen mit Höheren Technischen Lehranstalten, Fachhochschulen und Technischen Universitäten.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden mehr als 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) für Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor allem in den Bereichen erneuerbare Energiequellen (z. B. Solarthermie, Smart Metering, CCS-Technologien (z. B. CO2-Verwertung)) aufgewendet. Davon wurden der EVN AG rund 12 % durch Forschungsförderungseinrichtungen vergütet. Eine weitere finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies beispielsweise beim Ökostromgesetz der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

In Kooperation mit der NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs- und servicegesellschaft m.b.H., der HELIOVIS AG und der TU Wien forscht die EVN an einem Solarthermie-Projekt. Zentraler Bestandteil dieser CSP (Concentrated Solar Power)-Demonstrationsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr ist ein sogenannter HELIOtube (Sonnenkonzentrator). Dies ist ein aufblasbarer Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien, der mit Hilfe einer Spiegelfolie das Sonnenlicht konzentriert und es so wirtschaftlich nutzbar macht. In diesem HELIOtube, der dem Tagesverlauf der Sonne folgen kann, wird durch die reflektierende Membran die Sonnenstrahlung gebündelt und in einem Verdampferrohr Wasserdampf erzeugt, der anschließend energetisch verwertet werden kann. Die Demonstrationsanlage soll zu Forschungszwecken für die Dauer von etwa zwei Jahren betrieben werden und Erkenntnisse über die Einsatztauglichkeit im Dauerbetrieb, die Erzeugungskapazität und das Regelverhalten liefern.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Einen wesentlichen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung stellt daher die Weiterentwicklung in Richtung erneuerbarer Energien dar, vor allem Wind- und Wasserkraft aber auch Biomasse und Photovoltaik. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll bis 2020 auf 50 % gesteigert werden.

Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Windkraftkapazitäten, vor allem im Heimmarkt Niederösterreich. Die Stromerzeugung aus Windkraft soll von 1,5 TWh auf 4,5 TWh erhöht werden. Zudem verfolgt die EVN das langfristige Ziel, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren. So schafft die EVN den Spagat zwischen ökologischer und ökonomischer Verantwortung und gewährleistet gleichzeitig die Sicherstellung der Energieversorgung.

Die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen hat eine hohe Bedeutung bei der Ausübung der Geschäftstätigkeit der EVN. Mit ihren Projekten und Dienstleistungen leistet die EVN einen maßgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die EVN erbringt durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger,

EVN AG, Maria Enzersdorf

durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie umfassende Beratung ihrer Kunden zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Klimazielerreichung Österreichs. Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst folgende Ansätze:

  • Forcierung erneuerbarer Energiequellen
  • Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen
  • Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien, unter anderem im Bereich erneuerbare Energiequellen, CCS-Technologien und CO2-Verwertung, Demand Side Management
  • Information und Beratung der Kunden zur Steigerung der Energieeffizienz
  • Aktiver Ausbau alternativer Mobilitätskonzepte wie Elektromobilität und Biogas Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Innerbetriebliche Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz

Sämtliche Infrastrukturprojekte vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen werden unter aktiver und frühzeitiger Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner und Informationsgeber für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung. Daneben setzen wir auf die Zusammenarbeit mit führenden Umwelt- und Tierschutzexperten sowie auf State-of-the-Art-Technologie. Die behördlichen Auflagen stellen für uns lediglich eine Mindestanforderung dar. Darüber hinausgehende Informations-, Schutz- und Präventionsmaßnahmen sind unser prioritäres Ziel.

Human Resources

Gerade in einem liberalisierten Markt stellt ein hohes Kompetenzniveau der Mitarbeiter einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die EVN AG investiert daher laufend und bedarfsorientiert in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente.

In ihrem Bestreben, sich als attraktiver und fairer Arbeitgeber zu erweisen, sieht sich die EVN AG ihren Mitarbeitern gegenüber einer Reihe fundamentaler Grundsätze verpflichtet:

Eine Selbstverständlichkeit bildet die Gleichbehandlung und Chancengleichheit sämtlicher Mitarbeiter. In der Praxis bedeutet dies die Herausforderung, keine Mitarbeiter aus Gründen des Alters, des Gesundheitszustandes, der nationalen oder ethnischen Herkunft oder des Geschlechts zu diskriminieren.

Das umfangreiche Angebot an Schulungen zum Thema Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Brandschutz wurde im Berichtsjahr fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden in Niederösterreich Trainings zu Sicherheitsthemen wie beispielsweise "Arbeiten unter Spannung" oder "Sicherheitstechnik bei der Errichtung von Freileitungen" durchgeführt. In Österreich sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend den gesetzlichen Vorgaben über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten, vertreten.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft über die laufende Entwicklung des Unternehmens zählt zu den wichtigsten Kommunikationsaufgaben in der EVN AG.

Die EVN AG bietet ihren Mitarbeitern ein Gleitzeitmodell ohne Kernzeit, d.h. ohne fixe Anwesenheitsverpflichtung, um durch einen höheren Grad an Eigenverantwortung das generelle Effizienzniveau im Unternehmen sowie den Servicegrad im Kundendienst weiter zu steigern.

Mit insgesamt rund 0,3 Mio EUR lagen die Aufwendungen für Weiterbildung (Seminargebühren, Trainer, e-Learning) im Geschäftsjahr 2011/12 auf dem Niveau des Vergleichszeitraums 2010/11.

Der Erfolg dieser Initiativen zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter, die dem Unternehmen im Schnitt über mehr als 25 Jahre angehören. Im Einklang damit zeigt die Fluktuationsrate der bei der EVN Beschäftigten mit rund 1 % einen extrem niedrigen Wert.

Risikomanagement

Risikodefinition

EVN AG definiert Risiko als Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung der Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert für deren Umsetzung die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikocontrolling erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamt-Risikosituation der EVN AG und des EVN Konzerns.

Risikoprofil

Operative Risken

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie sowie eine Intensivierung des Wettbewerbs können die Deckungsbeiträge der EVN AG beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie diversifizierte Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, welche die EVN AG dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist EVN AG Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistung im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenskonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von EVN AG nicht erteilt oder verlängert werden.

Finanzrisiken

Die Steuerung von Zins-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken erfolgt unter anderem durch den Einsatz derivativer Absicherungsinstrumente. Kreditrisiken wird durch Einholen von externen Ratings, einem Limitsystem sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartner entgegengewirkt. Im Finanzbereich ist EVN AG zudem dem Risiko einer Ratingverschlechterung sowie dem Risiko des Schlagendwerdens von Garantien ausgesetzt. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Abschreibungen auf Finanzanlagen erforderlich werden. Dem Liquiditätsrisiko wird mit regelmäßigen Liquiditätsanalysen und einer langfristig abgestimmten, zentral gesteuerten Finanzplanung vorgebeugt.

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie verschärfte Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd(ost)europas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessensvertretungen begegnet werden kann. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte.

Gesamtrisikoprofil

Da sich das Risikoprofil der EVN AG expansionsbedingt kontinuierlich verändert, sind eine eingehende und laufende Auseinandersetzung mit Risiken sowie ein effizientes Risikomanagement essentiell. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur konnten keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 243a Abs 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Lagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und implementiert. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrundegelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf http://www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter http://www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Funktionen Controlling und Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die internen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen die Prozesse definiert, welche für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten gekennzeichnet, und festgelegt durch welche Kontrollmaßnahmen die Risken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie den zugehörigen Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen implementiert, mit dem Ziel, dass die Einzelabschlüsse nach IFRS sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2011/12 kam es aufgrund der laufenden Weiterentwicklung des RIKS zu Prozessadaptionen und –verbesserungen.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn- und Verlustrechnung enthält, informiert. Darüber hinaus gibt es einmal jährlich eine RIKS Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Die RIKS Berichterstellung erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

EVN Aktie

Die EVN Aktie notiert im Segment "prime market" der Wiener Börse AG. Der prime market ist ein Marktsegment, in dem Aktien von Gesellschaften aufgenommen werden, welche sich über die für die Zulassung von Aktien zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr an der Wiener Börse AG geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Börsegesetzes hinausgehend vertraglich zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten. Die Aufnahmekriterien und Folgepflichten sind im "Regelwerk Prime Market" geregelt.

Die Aktie der EVN AG ist in mehreren Nachhaltigkeitsindizes vertreten. Seit dem Jahr 2002 ist die EVN Aktie im FTSE4G abgebildet und wird damit im FTSE4Good Europe Index sowie im FTSE4Good Global Index ausgewiesen. Diese Indizes bieten nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in Unternehmen zu investieren, die weltweit anerkannte Standards hinsichtlich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Stakeholdern erfüllen. Seit 2005 ist die EVN Aktie auch in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI) vertreten. Weiters wurde die EVN Aktie im Jahr 2005 auch in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX aufgenommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsennotierten Unternehmen Österreichs abbildet. Seit Dezember 2010 ist die EVN Aktie zudem Teil des ECPI Index und wird im ECPI Ethical Index EMU abgebildet. Diesem Index gehören die 150 höchstkapitalisierten Unternehmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion an, die laut Screening-Methode des ECPI geeignete, nachhaltige Investitionen darstellen.

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330.000.000 EUR und ist zerlegt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.

Aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen werden 51,0 % der Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten. Die zweitgrößte Aktionärin ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit einem Anteil 32,5 %. Der Streubesitz beträgt 16,5 %.

Der Vorstand der EVN AG beschloss am 30. Mai 2012, auf Grundlage eines Ermächtigungs-beschlusses der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012 gem. § 65 Abs. 1 Z 8 AktG, eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Beabsichtigt ist, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entspricht bis zu 0,556 % des derzeitigen Grundkapitals – über die Wiener Börse rückzukaufen. Das Rückkaufprogramm begann am 6. Juni 2012 und endet spätestens am 31. Dezember 2012.

Am 6. Juni 2012 kündigte die EVN AG gemäß § 5 der Veröffentlichungsverordnung 2002 die beabsichtigte Übertragung von maximal 190.000 Stückaktien der EVN AG an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter verbundener Unternehmen (EVN Netz GmbH, evn wasser Gesellschaft m.b.H.) an. Am 8. August 2012 wurden insgesamt 75.168 Stück Aktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Arbeitnehmer außerbörslich übertragen.

Zum 30. September 2012 stehen 877.622 (30. September 2011: 398.260) Aktien im Eigentum der EVN AG.

Strategie und Zielsetzungen

Die EVN hat ihre Strategie 2011 auf zwei zentrale Stoßrichtungen – Konzentration und Konsolidierung – ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht der Wirtschaftsraum Niederösterreich, in dem die EVN stark verwurzelt ist. Der Fokus im Energiegeschäft liegt in den nächsten Jahren auf der verstärkten Konsolidierung in den bestehenden Kernmärkten, vor allem im Heimmarkt in Niederösterreich und Deutschland sowie in Bulgarien und Mazedonien bzw. auf der Realisierung der bereits initiierten Investitionsprojekte außerhalb der Kernmärkte in Albanien und Kroatien.

Zur Optimierung der Cash Flows, zur Stabilisierung des Verschuldungsgrads und somit zur Erfüllung der Voraussetzungen eines Investment Grade Credit Ratings wird eine strikte Kapitaldisziplin angestrebt. Die großen Investitionsprojekte, die 2010 definiert wurden, werden optimiert bzw. zeitlich verzögert zur Umsetzung gelangen.

Die Unternehmensstrategie der EVN wird unter anderem von zentralen Leitbildern wie dem Unternehmensleitbild, dem Umweltleitbild und dem Leitbild für Führungskräfte flankiert. Diese Leitbilder beziehen sich ebenso wie der EVN Verhaltenskodex auf international anerkannte Standards und finden in der gesamten Organisation auch als Prinzipien der Nachhaltigkeit Anwendung. Darüber hinaus implementierte die EVN eine Integritätsklausel für Lieferanten, die Richtlinien für eine nachhaltige Beschaffung sowie Aufgaben und Pflichten der Lieferanten definiert.

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Am 30. Oktober 2012 hat die EVN erfolgreich Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro emittiert und damit seine langfristige Konzernfinanzierung weiter gestärkt. Die Emission verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 18 Jahren mit variabler sowie mit fixer Verzinsung.

Darüber hinaus sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag vorgefallen.

Ausblick

Der Geschäftserfolg der EVN AG und ihrer Beteiligungen hängt im Energiebereich vor allem von den Stromhandelspreisen auf den europäischen Spot- und Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate ab. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Energieabsatzmengen aus.

Der Geschäftserfolg der EVN AG wird von den außerordentlich ungünstigen Marktbedingungen für die thermischen Kraftwerke geprägt sein. Es werden nach wie vor niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet. Der Entfall der CO2- Gratiszertifikate ab 1. Jänner 2013 könnte zu einer weiteren Verschärfung der Kostensituation führen. Daher wird mit keinem Einsatz der im Geschäftsjahr 2010/11 voll abgeschriebenen thermischen Gaskraftwerke Korneuburg und Theiss gerechnet; abgesehen von möglichen Leistungsabrufen der deutschen Netzagentur zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum. In Summe werden diese Entwicklungen in der EVN AG zu einem operativen Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres führen.

Das Finanzergebnis wird voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau liegen. Dies hängt jedoch stark von der energiewirtschaftlichen Entwicklung bei den Beteiligungsunternehmen und der Entwicklung des Geldund Kapitalmarkts ab.

Insgesamt gestalten sich die wirtschafts- und energiepolitischen Rahmenbedingungen für den Energiesektor zunehmend herausfordernd. Aufgrund der Verfolgung der Strategie einer alle Wirtschaftsstufen umfassenden Geschäftstätigkeit im In- und Ausland sollte jedoch mittel- und langfristig eine weiterhin positive Entwicklung der EVN AG in künftigen Geschäftsperioden zu erwarten sein.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2012

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Jahresabschluss

Bilanz zum 30. September 2012 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

A K T I V A Stand am 30.09.2012 Stand am 30.09.2011
EUR EUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
8.073.060,60 8.780
II.
Sachanlagen
61.695.925,96 70.701
III. Finanzanlagen 2.820.174.644,02 2.433.798
B. Umlaufvermögen 2.889.943.630,58 2.513.280
I.
Vorräte
1. Primärenergievorräte 61.622.394,08 60.844
2. Hilfs- und Betriebsstoffe 5.250.434,75 5.134
3. Waren 381.917,41 35
4. noch nicht abrechenbare Leistungen 2.632.005,14 69.886.751,38 2.579 68.593
II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 23.501.752,41 14.201
2. Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 475.922.859,74 619.644
3. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 35.041.597,71 48.788
4. sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 499.305,64 534.965.515,50 1.770 684.403
III. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile 9.262.712,27 4.307
2. Sonstige Wertpapiere und Anteile 1.005.822,97 10.268.535,24 54.711 59.018
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 45.510.236,19 24.974
660.631.038,31 836.988
C. Rechnungsabgrenzungsposten 26.100.929,36 16.580
3.576.675.598,25 3.366.847

Bilanz zum 30. September 2012 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

P A S S I V A Stand am 30.09.2012 Stand am 30.09.2011
EUR EUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 330.000.000,00 330.000
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene
2. nicht gebundene
204.429.160,43
58.267.709,06
262.696.869,49 204.429
58.268
262.697
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage
4.723.734,22 4.724
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 1.160.903.573,02 1.165.627.307,24 1.143.959 1.148.683
IV. Rücklagen für eigene Anteile 9.262.712,27 4.307
V. Bilanzgewinn 75.616.815,39 73.764
davon Gewinnvortrag: EUR 176.741,71;
Vorjahr: TEUR 220 1.843.203.704,39 1.819.450
B. Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve auf Grund von
Sonderabschreibungen
11.824.920,03 12.340
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Rückstellungen für Pensionen und
27.326.223,00 24.083
pensionsähnliche Verpflichtungen 63.521.782,00 53.693
3. Steuerrückstellungen 3.754.206,83 3.754
4. sonstige Rückstellungen 146.968.878,06
241.571.089,89
138.148
219.678
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 986.259.007,79 561.259
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 220.710.185,71 240.802
3. Erhaltene Anzahlungen 3.744.653,65 913
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
10.073.101,74 7.792
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 154.826.637,55 402.883
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
7. sonstige Verbindlichkeiten
3.307.654,45
46.544.852,07
20.647
23.471
davon aus Steuern: EUR 15.169.457,88; Vorjahr: TEUR 4.889
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 5.721.842,15;
Vorjahr: TEUR 7.129 1.425.466.092,96 1.257.767
E. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Baukostenzuschüsse
2. sonstige
50.142.161,84
4.467.629,14
51.583
6.028
54.609.790,98 57.611
3.576.675.598,25 3.366.847
Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen
vertraglichen Haftungsverhältnissen 1.796.140.194,67 1.259.894

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.11 - 30.9.12 1.10.10 - 30.9.11
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 407.556.015,23 416.776
2. Veränderung des Bestands an noch nicht
abrechenbaren Leistungen 52.883,76 1.675
3. andere aktivierte Eigenleistungen
4. sonstige betriebliche Erträge
6.880,00 78
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 144.944,71 2.963
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9.980.000,00 0
c) übrige 2.231.102,03 2.816
5. Aufwendungen für Material und sonstige 12.356.046,74 5.780
bezogene Herstellungsleistungen
a) Fremdstrombezug und Energieträger -259.673.848,45 -196.551
b) Materialaufwand -6.655.404,30 -8.737
c) Aufwendungen für bezogene Leistungen -70.238.924,43 -70.135
-336.568.177,18 -275.424
6. Personalaufwand
a) Gehälter
-59.861.016,81 -60.474
b)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen -6.132.568,46 -4.604
c) Aufwendungen für Altersversorgung -16.919.429,12 -7.027
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
e) sonstige Sozialaufwendungen
-13.224.064,12
-630.007,87
-13.006
-610
-96.767.086,38 -85.721
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen -13.417.605,42 -12.378
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 21 fallen -668.921,99 -2.437
b) übrige -32.089.214,33 -37.963
-32.758.136,32 -40.399
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) -59.539.179,57 10.386
10. Erträge aus Beteiligungen 216.259.666,88 207.922
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 141.422.647,77;
Vorjahr: TEUR 111.893
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens 2.131.833,84 44
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 1.470.097,22;
Vorjahr: TEUR 0
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.626.216,15 20.274
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 4.868.584,42;
Vorjahr: TEUR 16.578
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung
zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens 1.356.060,21 2.726
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens
-27.772.194,06 -50.223
davon Abschreibungen: EUR 27.175.089,44; Vorjahr: TEUR 50.058
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 26.128.125,21;
Vorjahr: TEUR 27.696
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -58.628.346,54 -45.374
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 3.151.838,82;
Vorjahr: TEUR 14.222
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 139.973.236,48 135.369
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 80.434.056,91 145.755

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.11 - 30.9.12 1.10.10 - 30.9.11
EUR TEUR
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 80.434.056,91 145.755
18. Außerordentliche Erträge 0,00 142.270
19. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 -91.695
20. Außerordentliches Ergebnis 0,00 50.574
21. Steuern vom Einkommen 16.390.550,97 -2.439
22. Jahresüberschuss 96.824.607,88 193.890
23. Auflösung unversteuerter Rücklagen 515.465,80 558
24. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen 0,00 -5
25. Zuweisung zu Gewinnrücklagen -21.900.000,00 -120.900
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 176.741,71 220
27. Bilanzgewinn 75.616.815,39 73.764
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EVN AG, Maria Enzersdorf

ENTWICKLUNG DER UNVERSTEUERTEN RÜCKLAGEN

nach Bilanzpositionen in EURO

Stand
1.10.2011
Zuführung Verbrauch Abgang Umbuchung Stand
30.9.2012
1. Bewertungsreserve auf Grund
von Sonderabschreibungen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte 5.039.111,60 0,00 506.313,74 0,00 0,00 4.532.797,86
5.039.111,60 0,00 506.313,74 0,00 0,00 4.532.797,86
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
und Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 5.088.911,89 0,00 1.832,48 0,00 0,00 5.087.079,41
Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und
1.743.468,31 0,00 0,00 0,00 0,00 1.743.468,31
Geschäftsausstattung 208.388,74 0,00 6.976,92 342,66 0,00 201.069,16
7.040.768,94 0,00 8.809,40 342,66 0,00 7.031.616,88
Finanzanlagen
Beteiligungen 260.505,29 0,00 0,00 0,00 0,00 260.505,29
260.505,29 0,00 0,00 0,00 0,00 260.505,29
Summe Bewertungsreserve 12.340.385,83 0,00 515.123,14 342,66 0,00 11.824.920,03

Beteiligungen per 30. September 2012

1. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Energie mit einem Anteil von mindestens 20 %

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower"), Tirana, Albanien 50,00 ALL 37.949 -1.910 31.12.2011
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("EnergieAllianz"), Wien 45,00 EUR 1.873 -10.733 30.09.2012
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien 100,00 ALL 36 -106 31.12.2011
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD, ("EVN Bulgaria EP"),
Plovdiv, Bulgarien1) 100,00 BGN 293.489 33.520 31.12.2011
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD, ("EVN Bulgaria EC"),
Plovdiv, Bulgarien1) 100,00 BGN 42.952 5.738 31.12.2011
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien 100,00 BGN 1.042 25 31.12.2011
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien 100,00 BGN 60.053 -2.819 31.12.2011
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien 100,00 HRK 9.204 -1.338 30.09.2012
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 90.760 50.111 30.09.2012
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH, ("EVN Kraftwerk"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 171.373 -47 30.09.2012
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H., ("EVN LV"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 102.788 760 30.09.2012
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien 90,00 MKD 116.041 -10.550 31.12.2011
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien 100,00 MKD -418 64 31.12.2011
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("evn naturkraft"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 115.485 -2.281 30.09.2012
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 346.956 10.677 30.09.2012
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien 100,00 BGN 1.640 201 31.12.2011
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 75.386 3.791 30.09.2012
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien 45,00 EUR 8.788 2.141 30.09.2012
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten 49,00 EUR 15.277 87 31.12.2011
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien 70,00 BGN 1 0 31.12.2011
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn 70,00 HUF 1.925 10 31.12.2011
MAKGAS DOOEL, Skopie, Mazedonien 100,00 MKD 0 0 31.12.2011
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien 49,99 EUR 78.206 -3 31.12.2011

1) Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden die restlichen Anteile an der Gesellschaft erworben.

2. Andere wichtige Beteiligungen der EVN AG im Energiebereich

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien 16,51 EUR 189.341 43.152 31.12.2011
VERBUND AG, Wien 12,63 EUR 2.889.867 274.327 31.12.2011

3. Beteiligungen der EVN AG in kerngeschäftlichen Bereichen mit einem Anteil von mindestens 20 %

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt 73,63 EUR 76.419 6.249 30.09.2012
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, ("EVN FM"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 29.413 10.572 30.09.2012
EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 100,00 EUR 4.788 -25.425 31.08.2012
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, ("EVN-Pensionskasse),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 3.675 175 31.12.2011
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 151.590 16.877 30.09.2012
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 63.325 3.501 30.09.2012
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien 50,00 EUR 180 30 30.09.2012
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG"), Maria Enzersdorf 50,03 EUR 432.335 74.951 31.03.2012
UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H,
("Utilitas"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 37.074 9.364 30.09.2012

EVN AG, Maria Enzersdorf Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 30. September 2012 15. November 2012

6. Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 30. September 2012, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. September 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2012 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 15. November 2012

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. 28

Anhang

Anhang der EVN AG für das Geschäftsjahr 2011/12

Allgemeines

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2012 wurde in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Der Abschluss wird beim Firmenbuch des Landesgerichtes Wiener Neustadt hinterlegt. Das Unternehmen ist Mutterunternehmen des Konsolidierungskreises der EVN AG.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Im Interesse einer klaren und übersichtlichen Darstellung wurden die Posten des Anlagevermögens in der Bilanz zusammengefasst, die detaillierte Darstellung erfolgt in einer Beilage zum Anhang. Den Erfordernissen eines Energieversorgungsunternehmens entsprechend wurden weitere branchenspezifische Untergliederungen vorgenommen.

Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem

Aufgrund von Änderungen im Unternehmensrechtsänderungsgesetz 2008 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtet, die wichtigsten Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Lagebericht offenzulegen. Gemäß dieser Verpflichtung hat EVN AG ein "Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem" (RIKS) etabliert, das auf dem Internen Kontrollsystem aufbaut. Es gewährleistet die Ablaufsicherheit sowie klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte. Damit wird die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeines

Der Jahresabschluss basiert auf den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung und folgt der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Alle Vermögensgegenstände wurden zum Abschlussstichtag einzeln und ohne Willkür bewertet. Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste berücksichtigt wurden.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Die Herstellungskosten enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung sowie Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die der Aktivierung von Eigenleistungen zugrunde liegenden Personalstundensätze berücksichtigen auch Aufwendungen für freiwillige Sozialleistungen, Abfertigungen und betriebliche Altersversorgung. Ein Ausscheiden überhöhter Gemeinkosten infolge offenbarer Unterbeschäftigung war nicht erforderlich.

Der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer werden branchenübliche Richtwerte zugrunde gelegt. Die Abschreibungssätze sind nachstehender Tabelle zu entnehmen.

Abschreibungen nach Anlagenkategorien Nutzungsdauer
in Jahren
Planmäßige
Abschreibung
in %
Rechte 4-77 1,3-25
Gebäude 10-50 2-10
Bauliche Anlagen der Kraftwerke 10-33 3-10
Maschinelle und elektrische Einrichtungen 10-33 3-10
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-25 4-33,3

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Ausleihungen werden entsprechend diskontiert.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Einstandspreisen gemäß dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder zu niedrigeren Tages- bzw. Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag. Bestandsrisken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem niedrigeren Marktwert bilanziert. Längerfristige unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Forderungen werden entsprechend diskontiert. Für bestehende Ausfallsrisken wird durch Einzelwertberichtigungen bei dubiosen Forderungen vorgesorgt.

Die Bildung von pauschalen Einzelwertberichtigungen erfolgt nach Außenstandsdauer.

Wertberichtigungssätze für pauschale Einzelwertberichtigung:

Außenstandsdauer: Wertberichtigungsprozentsatz:
0 – 89 Tage 0 %
90 – 359 Tage 65 %
> = 360 Tage 85 %

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag bewertet.

Posten des Umlaufvermögens, die auf Fremdwährung lauten, werden mit dem Geldkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Rückstellungen

Die Bildung der Rückstellungen für Abfertigungen, laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder erfolgt gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode), wobei den Wertansätzen versicherungsmathematische Gutachten über die jeweiligen Deckungskapitalien zugrunde liegen. Die Abfertigungsrückstellungen werden für die gesetzlichen Ansprüche gebildet.

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 16. Juni 2011 Änderungen des IAS 19 vorgenommen, welche in der EU mit der Verordnung Nr. 475/2012 der Kommission vom 5. Juni 2012 übernommen wurden. Durch die Änderungen des IAS 19 ist die bisher zulässige Abgrenzung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten nach dem Korridoransatz – erfolgswirksame Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nur dann, wenn diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen – nicht mehr möglich. Die Änderung ist erstmals in der Berichtsperiode eines am 1. Jänner 2013 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wobei die EVN von diesem Recht Gebrauch macht.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Gemäß der Stellungnahme KFS/RL 2/3b der Kammer der Wirtschaftstreuhänder wird die Auswirkung der Bewertungsänderung, die sich aus der Bilanzierung der bisher nicht erfassten kumulierten versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste ergibt, über 5 Jahre verteilt und in der Gewinnund Verlustrechnung ergebniswirksam erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe jenes Betrages, der nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht notwendig ist.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Soweit es sich dabei um wiederkehrende Verpflichtungen handelt, sind sie mit dem Barwert der künftigen Auszahlungen bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Anschaffungswert oder mit dem höheren Devisenbriefkurs des Bilanzstichtages bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanzsumme in Höhe von 3.576.675,6 TEUR liegt um 209.828,4 TEUR bzw. 6,2 % über dem entsprechenden Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Aktiva

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen zu Nettowerten (Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen) ist gegenüber dem Vorjahr um 376.663,8 TEUR bzw. 15,0 % auf 2.889.943,6 TEUR angestiegen. Es beinhaltet auch eine vorgenommene Umgliederung einer Ausleihung über TEUR 250.000,0 vom Umlauf- in das Finanzanlagevermögen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Als immaterielle Vermögensgegenstände werden Strombezugsrechte und sonstige Rechte ausgewiesen. Sie weisen einen Stand von 8.073,1 TEUR (30. September 2011: 8.780,4 TEUR) aus und enthalten 1.176,4 TEUR (30. September 2011: 1.161,1 TEUR) für erworbene immaterielle Vermögensgegenstände verbundener Unternehmen. Die Veränderung in Höhe von insgesamt 707,3 TEUR resultiert aus Zugängen in Höhe von 81,1 TEUR und aus vorgenommenen linearen, planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 788,4 TEUR.

Sachanlagen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr insgesamt 5.590,9 TEUR. Die größten Zugänge entfallen auf Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund, auf Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen sowie auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Sachanlagen betragen zum Bilanzstichtag 61.695,9 TEUR (30. September 2011: 70.701,4 TEUR).

Der Grundwert der Grundstücke betrug insgesamt 10.639,0 TEUR (30. September 2011: 10.579,9 TEUR).

Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen aufgrund von Miet- und Leasingverträgen.

Finanzanlagen

Der Bilanzwert der Finanzanlagen hat gegenüber dem 30.9.2011 um 386.376,5 TEUR bzw. 15,9 % auf 2.820.174,6 TEUR zugenommen. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus Zugängen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie aus Beteiligungen. Eine Übersicht über die Höhe des Nominalkapitals, des gesamten Eigenkapitals, des anteiligen Eigenkapitals und des Jahresergebnisses des letzten vorliegenden Jahresabschlusses der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen findet sich in den Anlagen. Zur Einhaltung der vorgegebenen Finanzkennzahlen durch die WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf wurden von der EVN AG bis zum Bilanzstichtag 1.500.086 Stück lastenfreie Aktien der Verbund AG den finanzierenden Banken bereitgestellt. Es besteht ein Syndikatsvertrag zwischen der EVN AG und der Wiener Stadtwerke Holding AG betreffend Syndizierung der unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der VERBUND AG.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens dienen im Wesentlichen der gesetzlich vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen.

Im Geschäftsjahr wurden im Finanzanlagevermögen mögliche Zuschreibungen in Höhe von 457,1 TEUR (30. September 2011: 510,1 TEUR) unterlassen. Daraus resultiert eine zukünftige Steuerbelastung im Ausmaß von 114,3 TEUR (30. September 2011: 127,5 TEUR).

Eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr weist bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen ein Betrag von 285.000,0 TEUR (30. September 2011: 35.000,0 TEUR) sowie bei den sonstigen Ausleihungen ein Betrag von 282,1 TEUR (30. September 2011: 318,9 TEUR) auf.

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Vorräte sind um 1.294,2 TEUR bzw. 1,9 % auf 69.886,8 TEUR gestiegen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen 30. September 2012 30. September 2011
Restlaufzeit Bilanzwert Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 23.479,2 22,5 23.501,7 14.155,7 45,1 14.200,8
Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen 475.922,9 0,0 475.922,9 369.644,2 250.000,0 619.644,2
Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 35.041,6 0,0 35.041,6 48.788,2 0,0 48.788,2
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 488,5 10,8 499,3 1.757,9 12,4 1.770,3
Summe 534.932,2 33,3 534.965,5 434.346,0 250.057,5 684.403,5

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen zum Bilanzstichtag eine Wertberichtigung in Höhe von 308,3 TEUR (30. September 2011: 300,2 TEUR) aus.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren hauptsächlich aus sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen über 460.211,8 TEUR (30. September 2011: 573.412,6 TEUR), welche 418.518,0 TEUR (30. September 2011: 532.158,0 TEUR) Festgeldveranlagungen und 26.524,8 TEUR (30. September 2011: 25.908,4 TEUR) Körperschaftsteuerguthaben aus einem geschlossenen Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag beinhalten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über 32.988,3 TEUR (30. September 2011: 43.850,7 TEUR) bestehen gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Die verbleibenden Forderungen werden als sonstige Forderungen ausgewiesen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten als wesentliche Positionen Forderungen aus gegebenen Anzahlungen über 294,4 TEUR (30. September 2011: 980,2 TEUR) und aus Schadenersatzforderungen über 46,7 TEUR (30. September 2011: 529,6 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind Erträge von 131,9 TEUR (30. September 2011: 720,1 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens haben sich um 48.749,3 TEUR bzw. 82,6 % auf 10.268,5 TEUR verringert. Die Veränderung ist auf die Verwendung für die Tilgung fällig gewordener Finanzverbindlichkeiten und Finanzierungen laufender Investitionsprojekte zurückzuführen.

In der 79. Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, eigene Anteile im Ausmaß von maximal 10 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Dieser hatte beschlossen, von dieser Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch zu machen. Beabsichtigt war, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entspricht bis zu 0,612 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Zum Bilanzstichtag werden 877.622 (30. September 2011: 398.260) Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von 9.262,7 TEUR (30. September 2011: 4.307,2 TEUR) in den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 75.168 Stück eigene Aktien an Mitarbeiter übertragen.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand beträgt zum Bilanzstichtag 13,8 TEUR (30. September 2011: 21,8 TEUR).

Zum 30.September 2012 beträgt das Guthaben bei Kreditinstituten 45.496,4 TEUR (30. September 2011: 24.951,9 TEUR).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten mit 22.825,9 TEUR (30. September 2011: 5.811,1 TEUR) Anleihekostenabgrenzungen, mit 1.939,3 TEUR (30. September 2011: 427,7 TEUR) Abgrenzungen von Geldbeschaffungskosten und mit 1.335,7 TEUR (30. September 2011: 4.984,4 TEUR) Abgrenzungen aus der Lohn- und Gehaltsverrechnung.

Passiva

Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum 30. September 2012 330.000,0 TEUR (30. September 2011: 330.000,0 TEUR) und ist in 179.878.402 (30. September 2011: 179.878.402) auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien aufgeteilt.

Rücklagen

Kapitalrücklagen

Die gebundene Kapitalrücklage enthält ausschließlich Agio-Beträge aus Kapitalerhöhungen.

Als nicht gebundene Kapitalrücklage wird der aus der im Jahr 1986 erfolgten Fusion der NIOGAS Niederösterreichische Gaswirtschafts-Aktiengesellschaft mit der NEWAG Niederösterreichische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft zur NEWAG NIOGAS Aktiengesellschaft, nunmehr EVN AG, entstandene Verschmelzungsmehrwert ausgewiesen.

Gewinnrücklagen

Im Posten "gesetzliche Rücklage" wird der in Vorjahren aus dem Jahresüberschuss dotierte Teil der gebundenen Rücklage gemäß § 229 Abs 6 UGB ausgewiesen.

Die gebundenen Kapital- und Gewinnrücklagen betragen zusammen 209.152,9 TEUR (30. September 2011: 209.152,9 TEUR) und übersteigen damit den erforderlichen zehnten Teil des Nennkapitals.

Die anderen, freien Gewinnrücklagen betragen 1.160.903,6 TEUR (30. September 2011: 1.143.959,1 TEUR).

Rücklage für eigene Anteile

Gemäß § 225 Abs 5 UGB wurde für die zum Stichtag 30. September 2012 im Bestand der EVN AG befindlichen eigenen Anteile eine Rücklage durch Umwidmung freier Gewinnrücklagen gebildet. Analog zu den eigenen Anteilen im Umlaufvermögen weist diese Rücklage für eigene Anteile zum Bilanzstichtag einen Stand von 9.262,7 TEUR (30. September 2011: 4.307,2 TEUR) aus.

Unversteuerte Rücklagen

Die Zusammensetzung der unversteuerten Rücklagen sowie deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2011/12 ist aus der Anlage 3 zum Anhang ersichtlich.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Rückstellungen

Bei der Bewertung der Rückstellungen für Abfertigungen sowie für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) mit einem Rechnungszinssatz von 4,00 % (Vorjahr: 5,00 %) sowie mit einer Erhöhung der Gehälter bzw. der flüssigen Pensionen von 3,00 % (Vorjahr: 4,00 %) im nächsten Jahr und einer jährlichen Erhöhung von 3,00 % (Vorjahr: 3,00 %) in den Folgejahren gerechnet.

Die kumulierten versicherungsmathematischen Verluste der Abfertigungsrückstellung betrugen per 01. Oktober 2011 EUR 2.675,9 TEUR und wurden im Geschäftsjahr zu einem Fünftel in Höhe von EUR 535,2 TEUR ergebniswirksam erfasst. Die Abfertigungsrückstellung zum 30. September 2012 beträgt laut versicherungsmathematischem Gutachten EUR 29.466,9 TEUR. Der Unterschiedsbetrag zur erfassten Rückstellung beträgt EUR 2.140,7 TEUR.

Die kumulierten versicherungsmathematischen Verluste der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Deputate) betrugen per 01. Oktober 2011 EUR 5.965,9 TEUR und wurden im Geschäftsjahr zu einem Fünftel in Höhe von EUR 1.193,1 TEUR ergebniswirksam erfasst. Die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Deputate) zum 30. September 2012 betragen laut versicherungsmathematischem Gutachten EUR 68.294,5 TEUR. Der Unterschiedsbetrag zur erfassten Rückstellung beträgt EUR 4.772,8 TEUR.

Bei der Bewertung der Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden dieselben Parameter wie bei den Berechnungen der Rückstellungen für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen angewandt.

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Demzufolge wird die errechnete Körperschaftsteuernachzahlung als Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht gemäß § 198 Abs 10 UGB Gebrauch gemacht und aktive Steuerabgrenzungen in Höhe von 23.723,0 TEUR (30. September 2011: 25.675,5 TEUR) nicht angesetzt.

In den sonstigen Rückstellungen ist unter anderem für Umwelt- und Altlastenrisken mit 5.814,6 TEUR (30. September 2011: 5.814,6 TEUR), für künftige Jubiläumsgelder, offene Urlaube und sonstige Personalverpflichtungen mit insgesamt 28.221,0 TEUR (30. September 2011: 27.132,2 TEUR), für andere sonstige Verpflichtungen mit 18.942,3 TEUR (30. September 2011: 18.879,2 TEUR), für Drohverluste mit 80.346,1 TEUR (30. September 2011: 26.844,5 TEUR), für Energieabgrenzungen mit 8.765,9 TEUR (30. September 2011: 15.511,1 TEUR) sowie für ausstehende Eingangsrechnungen mit 4.878,9 TEUR (30. September 2011: 5.286,2 TEUR) vorgesorgt.

Verbindlichkeiten

30. September 2012
Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 431.888,4 554.370,6 986.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22.610,2 155.400,0 42.700,0 220.710,2
Erhaltene Anzahlungen 3.744,7 0,0 0,0 3.744,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.073,1 0,0 0,0 10.073,1
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 148.726,6 5.000,0 1.100,0 154.826,6
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.307,7 0,0 0,0 3.307,7
Sonstige Verbindlichkeiten 45.609,6 117,6 817,6 46.544,8
Summe 234.071,9 592.406,0 598.988,2 1.425.466,1
30. September 2011
Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 281.888,4 279.370,6 561.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21.352,3 155.400,0 64.050,0 240.802,3
Erhaltene Anzahlungen 912,7 0,0 0,0 912,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.792,0 0,0 0,0 7.792,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 395.982,9 5.000,0 1.900,0 402.882,9
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.647,4 0,0 0,0 20.647,4
Sonstige Verbindlichkeiten 23.353,2 117,6 0,0 23.470,8
Summe 470.040,5 442.406,0 345.320,6 1.257.767,1

Die Anleiheverbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Anleihen Nominale Buchwert in TEUR Buchwert in TEUR
30.9.2012 30.9.2011
5,2 % JPY-Anleihe 1994-2014 8 Mrd JPY 84.263,7 84.263,7
3,13 % JPY-Anleihe 2009-2024 12 Mrd JPY 99.370,7 99.370,7
3,625 % CHF-Anleihe 2009-2014 250 Mio CHF 169.124,6 169.124,6
5 % EUR-Anleihe 2009-2016 28,5 Mio EUR 28.500,0 28.500,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2019 30 Mio EUR 30.000,0 30.000,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2017 150 Mio EUR 150.000,0 150.000,0
4,25 % EUR-Anleihe 2011-2022 300 Mio EUR 300.000,0 0,0
4,125 % EUR-Anleihe 2012-2032 100 Mio EUR 100.000,0 0,0
4,125 % EUR-Anleihe 2012-2032 25 Mio EUR 25.000,0 0,0
GESAMT 986.259,0 561.259,0

Die Emission von Anleihen im abgelaufenen Geschäftsjahr ist auf die Tilgung fällig gewordener Finanzverbindlichkeiten und auf die Finanzierung laufender Investitionsprojekte zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich gegenüber dem 30. September 2011 um 20.092,1 TEUR auf 220.710,2 TEUR reduziert. Bis auf einen Betrag in Höhe von 22.610,2 TEUR (30. September 2011: 21.352,3 TEUR) beträgt die Restlaufzeit dieses Postens mehr als ein Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um 2.281,1 TEUR auf 10.073,1 TEUR erhöht und weisen Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr auf.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 6.100,0 TEUR (30. September 2011: 275.191,1 TEUR), aus sonstigen Verbindlichkeiten

EVN AG, Maria Enzersdorf

in Höhe von 141.695,6 TEUR (30. September 2011: 122.029,9 TEUR) und aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7.031,0 TEUR (30. September 2011: 5.661,8 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren in Höhe von 2.322,0 TEUR (30. September 2011: 16.646,9 TEUR) aus sonstigen Verbindlichkeiten und in Höhe von 985,7 TEUR (30. September 2011: 4.000,4 TEUR) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beträgt bis auf einen Betrag in Höhe von 6.100,0 TEUR (30. September 2011: 6.900,0 TEUR) unter einem Jahr. Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen beträgt nicht mehr als ein Jahr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem 30. September 2011 um 23.074,1 TEUR auf 46.544,9 TEUR gestiegen. Sie enthalten im Wesentlichen die in der Bilanz gesondert angeführten Abgrenzungen aus Finanzgeschäften in Höhe von 18.602,1 TEUR (30. September 2011: 9.463,1 TEUR), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 5.721,8 TEUR (30. September 2011: 7.128,7 TEUR) sowie Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 15.169,5 (30. September 2011: 4.889,3 TEUR). Von den sonstigen Verbindlichkeiten hat ein Betrag von 45.609,6 TEUR eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr (30. September 2011: 23.353,2 TEUR).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von 36.782,3 TEUR (30. September 2011: 15.010,4 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen passivierte Baukostenzuschüsse in Höhe von 50.142,2 TEUR (30. September 2011: 51.583,0 TEUR) und abgegrenzte Erträge aus Finanzgeschäften in Höhe von 4.467,6 TEUR (30. September 2011: 6.028,1 TEUR) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen

Die hierunter ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten entfallen auf Fertigstellungsgarantien bzw. Einzahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie auf übernommene Haftungen gegenüber Banken für Kundenkredite.

Für das im Eigentum der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (vormals "Donaukraft") stehende Kraftwerk Freudenau wurden in Vorjahren Refinanzierungstransaktionen abgeschlossen. Bei diesen Transaktionen hat sich die EVN AG verpflichtet, in bestimmten Verzugs- und Verlustfällen an die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbund) Kostenersatz zu leisten.

Für die im Auftrag der EVN AG getätigten Geschäfte der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H. und EconGas GmbH, für den Eigenhandel sowie die Beschaffung von Elektrizität und Gas wurden gegenüber den Handelspartnern Patronatserklärungen erteilt.

Die Eventualverbindlichkeiten hierfür werden in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2012 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 47.959,3 TEUR. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 468.355,5 TEUR. Zum 31. Oktober 2012 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 70.002,4 TEUR bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 468.355,5 TEUR.

Seit dem Geschäftsjahr 2010/11 besteht innerhalb des EVN-Konzern ein Cash Pooling. Die EVN AG hat die Haftung für eventuelle Ausfälle der Gesellschaften gegenüber der EVN Finanzservice GmbH übernommen. Hieraus ergeben sich Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 766.174,7 TEUR zum Bilanzstichtag.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Weiters wurden von der EVN AG die Evn Wasser GmbH, die EVN Netz GmbH, die EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, die EVN Finanzservice GmbH, die EVN Wärme GmbH, die evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H, die EVN Kroatien Holding, die EVN Croatia Plin d.o.o., die EVN WEEV Beteiligungs GmbH, die WEEV Beteiligungs GmbH, die Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH sowie die evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Mit Evn Wasser GmbH wurde der bestehende Ergebnisabführungsvertrag fortgesetzt. Mit den übrigen Gruppenmitgliedern wurde eine Gruppen- und Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen.

Im EVN-Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde diesbezüglich ein Vertrag zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft abgeschlossen, in welchem die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt sind.

Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind beim jeweiligen Bilanzposten angeführt. Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden zum Settlement-Stichtag gebucht.

Langfristige Veranlagungen dienen dem Aufbau des für das Sozialkapital erforderlichen Deckungsstocks und erfolgen im Rahmen von extern verwalteten Investmentfonds.

Das Kreditrisiko von Forderungen entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen, um vorgenommene Wertberichtigungen reduzierten Wertansätzen.

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs- und Zinsänderungsrisken. Strategisches Ziel ist die Kontinuität des Finanzergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko enthalten und einen höheren Ertrag versprechen.

Währungsrisken erwachsen dem Unternehmen primär durch die begebenen Anleihen in JPY und CHF. Diese werden größtenteils mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Zur Minimierung der Zinsrisken wird generell ein Mix aus fest und variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten angestrebt. Die kurzfristige Steuerung der Zinsbindungsdauer erfolgt über derivative Finanzinstrumente.

Alle Finanzinstrumente werden sofort nach Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risiko-Controlling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf der Value-at-Risk-Methode erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Sie entsprechen zwar den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Beträgen, sind jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Für derivative Finanzinstrumente werden die Nominalwerte sowie die aktuellen Marktwerte (Fair Value) angegeben.

Derivative Finanzinstrumente
Nominalwert in Mio EUR Marktwert in Mio EUR
30.09.2012 30.09.2011 30.09.2012 30.09.2011
Währungsswaps
Mio CHF (unter 5 Jahre) 250,0 250,0 36,8 40,2
Mio JPY (unter 5 Jahre) 8.000,0 8.000,0 16,2 14,6
Mio JPY (über 5 Jahre) 12.000,0 12.000,0 30,1 21,9
Mio USD (über 5 Jahre) 0 3,0 0 0,1
Mio USD (unter 5 Jahre) 3,0 0 0 0
Mio USD (unter 1 Jahr) 0 10,0 0 0,1
Zinsswaps
Mio EUR (über 5 Jahre) 0 200,0 0 -13,2
Mio EUR (unter 1 Jahr) 0 205,0 0 0,7
Swaps Energiebereich
Käufe/Verkäufe 16,2 15,2 -1,2 3,6
Caps
Mio EUR (unter 1 Jahr) 0 105,0 0 0,0

Die Währungsswaps dienen der Absicherung der JPY-Anleihe und der CHF-Anleihe sowie von Wertpapieren des Umlaufvermögens in USD.

Zum Bilanzstichtag sind alle abgeschlossenen Zinsswaps und cap-Vereinbarungen beendet.

Für derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert wird keine Drohverlustrückstellung gebildet, da eine Sicherungsbeziehung besteht. Mindestens einmal jährlich wird anhand von statistischen Methoden und der Bewertung der tatsächlichen Realisate die Effektivität der Sicherungsbeziehung geprüft. Diese beträgt durchschnittlich rund 97 %.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse und betriebliche Erträge

Die Umsatzerlöse verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % auf 407.556,0 TEUR und setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 167.139,1 TEUR (30. September 2011: 172.771,1 TEUR), aus Gaserlösen in Höhe von 73.097,6 TEUR (30. September 2011: 77.314,4 TEUR), aus Wärmeerlösen in Höhe von 17.537,0 TEUR (30. September 2011: 14.516,8 TEUR) und aus anderen betrieblichen Umsatzerlösen in Höhe von 149.782,3 TEUR (30. September 2011: 152.173,2 TEUR) zusammen. Die anderen betrieblichen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Kundenaufträgen, aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und an Beteiligungsunternehmen, aus Benützungsentgelten im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Datenleitungen sowie aus Lichtserviceprojekten.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind mit 135,1 TEUR (30. September 2011: 2.960,6 TEUR) Erträge aus Anlagenverkäufen, mit 9.980,0 TEUR (30. September 2011: 0,0 TEUR) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, mit 1.437,4 TEUR (30. September 2011: 1.437,4 TEUR) die Auflösung von Baukostenzuschüssen, mit 189,2 TEUR (30. September 2011: 646,8 TEUR) Schadensvergütungen und mit 215,9 TEUR (30. September 2011: 379,8 TEUR) diverse Mieterträge enthalten.

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger, Materialaufwand sowie bezogene Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 61.144,3 TEUR bzw. 22,2 % auf 336.568,2 TEUR gestiegen.

Personalaufwand

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 231,9 TEUR (30. September 2011: 209,7 TEUR) enthalten.

Die Rückstellungen für Abfertigungen, für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder wurden zum Bilanzstichtag nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) gemäß IAS 19 berechnet.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen weisen einen Betrag in Höhe von 13.417,6 TEUR (30. September 2011: 12.378,2 TEUR) aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergeben sich vorwiegend aus Rechts- und Beratungsaufwendungen in Höhe von 4.521,2 TEUR (30. September 2011: 9.973,0 TEUR), aus Werbeaufwendungen in Höhe von 7.179,7 TEUR (30. September 2011: 6.687,7 TEUR), aus Verrechnungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 6.754,2 TEUR (30. September 2011: 5.708,8 TEUR), aus Versicherungsaufwendungen in Höhe von 2.150,8 TEUR (30. September 2011: 1.858,0 TEUR) sowie aus Portokosten 2.267,5 TEUR (30. September 2011: 1.134,0 TEUR).

Finanzergebnis

Die Beteiligungserträge in Höhe von 216.260,0 TEUR (30. September 2011: 207.921,9 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Ausschüttungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, Maria Enzersdorf, der RAG-Beteiligungs-AG, Maria Enzersdorf, der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft), Wien, der VERBUND Hydro Power AG, Wien, der EVN Finanzmanagement- und Vermietungs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EconGas GmbH, Wien, der UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, der Evn Wasser Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der EVN Netz GmbH, Maria Enzersdorf sowie der Burgenland Holding Aktiengesellschaft, Eisenstadt.

Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen sind in den Beteiligungserträgen Erträge aus Gewinngemeinschaften in Höhe von 3.501,3 TEUR (30. September 2011: 3.968,8 TEUR) enthalten.

Steuern vom Einkommen

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 wird unter der Position Steuern vom Einkommen ein Steuerertrag in Höhe von 16.390,6 TEUR (30. September 2011 Steueraufwand: 2.439,5 TEUR) ausgewiesen.

Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen führte zu einer Erhöhung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 128,9 TEUR (30. September 2011: Erhöhung 138,3 TEUR).

Bilanzgewinn

Unter Berücksichtigung der Veränderung der unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrags aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr in Höhe von 176,7 TEUR schließt das Geschäftsjahr zum 30. September 2012 nach der Zuführung zur freien Rücklage mit einem Bilanzgewinn von 75.616,8 TEUR (30. September 2011: 73.763,6 TEUR).

Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ausschließlich Angestellte) während des Geschäftsjahres betrug 694 (Vorjahr: 706). Zum Bilanzstichtag waren 692 (Vorjahr: 695) Angestellte auf Vollzeitbasis beschäftigt.

Die Gesamtbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 1.431,4 TEUR (30. September 2011: 1.389,2 TEUR), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1.028,3 TEUR (30. September 2011: 1.559,6 TEUR) bezahlt.

Für Abfertigungen und Pensionen ergibt sich für Vorstand und leitende Angestellte ein Mehraufwand in Höhe von 5.776,3 TEUR (30. September 2011 Minderaufwand: 2.717,2 TEUR), für die übrigen Arbeitnehmer ein Mehraufwand von 17.275,7 TEUR (30. September 2011: 14.348,1 TEUR).

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 131,0 TEUR (30. September 2011: 135,6 TEUR).

An den Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 89,1 TEUR (30. September 2011: 81,5 TEUR) ausbezahlt.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, unter Berücksichtigung der eigenen Anteile in Höhe von 877.622 Stück, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 75.616,8 TEUR einen Betrag in Höhe von 75.180,3 TEUR, das entspricht einer Dividende von 0,42 EUR je Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Sonstiges

Die Angaben betreffend dem Honorar des Wirtschaftsprüfers werden im Konzernabschluss der EVN AG getätigt (§ 237 Z 14 UGB).

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat:

Präsident: Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer

Vizepräsidenten: Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek

Mitglieder: Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bürgermeister Bernhard Müller, BA Dkfm. Edwin Rambossek Mag. Michaela Steinacker Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis

Arbeitnehmervertreter: Zentralbetriebsratsvorsitzender Vizepräsident Franz Hemm Ing. Otto Mayer

stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Kammerrat Manfred Weinrichter Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Paul Hofer stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Leopold Buchner

Vorstand: Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstandes Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Maria Enzersdorf, am 15. November 2012

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2011/12

Der EVN Konzern war im Geschäftsjahr 2011/12 unverändert mit schwierigen wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Das Wachstum der Weltkonjunktur schwächte sich im Frühjahr 2012 wieder spürbar ab und wirkte sich auf die wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Länder negativ aus. Zusätzlich spitzte sich die Vertrauens- und die Schuldenkrise im Euroraum aufgrund des steigenden Finanzierungsbedarfs der Banken in den südeuropäischen Ländern zu. Die Anspannungen auf den Finanzmärkten haben zugenommen. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten spiegelten sich auch auf den europäischen Energiemärkten wider und führten zu einer weiteren negativen Entwicklung der Strompreise. Trotz des herausfordernden Umfelds hat die EVN im Geschäftsjahr 2011/12 aufgrund ihres Geschäftsmodells eine hohe Stabilität bewiesen.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in vier Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Aufgrund dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattgefunden hat, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats

Von den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011/12 ist neben der Genehmigung des Budgets 2012/13 für den EVN Konzern insbesondere die Zustimmung zum Erwerb der Staatsanteile an den Gesellschaften EVN Bulgaria EP und EVN Bulgaria EC anzuführen. Weitere wichtige Themen waren die Erneuerung der Syndizierten Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro und die Einrichtung eines Finanzierungsrahmens in Höhe von 200,0 Mio. Euro für Refinanzierungsmaßnahmen.

Der Aufsichtsrat hat das Leitbild der EVN und den EVN Verhaltenskodex den geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst.

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Unterstützung des Vorstands eine Ausschreibung der Wirtschaftsprüfungsleistungen der EVN AG und ihrer mittelbaren und unmittelbaren Konzerntochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2012/13 durchgeführt, die abgegebenen Angebote evaluiert und beschlossen, die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft als Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss 2012/13 der ordentlichen Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.

Im Bereich der Erzeugung hat der Aufsichtsrat den Erwerb von Kleinwasserkraftwerken – teilweise mit einem von der EVN Netz GmbH erworbenen Verteilernetz – sowie die Errichtung von Windparkprojekten im Versorgungsgebiet Niederösterreich genehmigt. Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat mit Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsmodellen in Niederösterreich befasst.

Im Bereich der EVN Wärme hat der Aufsichtsrat den Investitionen "Kraft-Wärme-Kopplungsanlage Vösendorf" sowie "Heizwerk Guntramsdorf" seine Zustimmung erteilt.

Im Segment Umwelt hat sich der Aufsichtsrat mit der Übernahme von Ortswasserleitungen sowie mit internationalen Trinkwasseraufbereitungs- und Abwasserentsorgungsprojekten beschäftigt.

Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2012 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2012/13 in Kraft gesetzt. Die Anpassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinne werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf zwei Abweichungen, die im Corporate-Governance-Bericht entsprechend begründet werden, eingehalten.

Im Hinblick auf die Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat im Berichtsjahr eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies erfolgte anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Organisation und Arbeitsweise des Aufsichtsrats beschäftigte. Die Ergebnisse der Befragung wurden im Plenum diskutiert.

Gemäß den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat in zwei Sitzungen Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, behandelt.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr zwei Sitzungen abgehalten, welche insbesondere die Privatisierung der Staatsanteile an den Gesellschaften EVN Bulgaria EP und EVN Bulgaria EC, die Sanierung des Dampferzeugers im Kraftwerk Walsum 10, die Genehmigung des GU-Modells Zentralkläranlage Prag in Tschechien sowie Finanzierungsfragen zum Gegenstand hatten.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal getagt und sich vor allem mit der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss, der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers sowie dem Halbjahresabschluss inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr befasst. Darüber hinaus hat er aktuelle Entwicklungen aus den Geschäftsbereichen erörtert und sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem beschäftigt.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über seine Vergütung und die Leitlinien, die sich der Aufsichtsrat zur Sicherstellung seiner Unabhängigkeit gesetzt hat, sind dem Corporate-Governance-Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011/12 vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 bestellte KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2012 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2012 samt Anhang, Lagebericht und Corporate-Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2012 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungsund Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2011/12. Besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 12. Dezember 2012

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Burkhard Hofer Präsident

Erklärung des Vorstands

gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2012 EVN AG Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands