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EVN AG Annual Report 2011

Jan 25, 2012

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Annual Report

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EVN Jahresfinanzbericht 2010/11

gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht 2010/11 2

  • 2 Rechtliches Umfeld
  • 6 Wirtschaftliches Umfeld
  • 7 Energiewirtschaftliches Umfeld
  • 9 Geschäftsentwicklung
  • 17 Mitarbeitende
  • 17 Umwelt und Nachhaltigkeit
  • 18 Forschung und Entwicklung
  • 18 Risikomanagement
  • 23 Angaben gemäß § 243a Z 1
  • Unternehmensgesetzbuch (UGB)
  • 24 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011/12

Konzernabschluss 2010/11 26

  • 27 Konzern-Bilanz
  • 28 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 28 Gesamtergebnisrechnung
  • 29 Konzern-Geldflussrechnung
  • 30 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
  • 31 Segmentberichterstattung
  • 33 Konzernanhang
  • 79 Beteiligungen der EVN
  • 85 Bestätigungsvermerk

Einzelabschluss der EVN AG 2010/11 nach UGB 87

  • 89 Lagebericht
  • 105 Jahresabschluss
  • 113 Bestätigungsvermerk
  • 115 Anhang

Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG 133

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Internationale Klimapolitik

Das Hauptziel der UNO-Klimaschutzkonferenz, die Ende 2010 in Mexiko stattfand, war, den in Kopenhagen gescheiterten Versuch, ein rechtliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das 2012 auslaufen wird, zu beschließen. Konsens konnte jedoch nur zum Minimalziel, Aufrechterhaltung des Kyoto-Protokolls bis 2012, gefunden werden; ein Nachfolgevertrag kam nicht zustande. Die Teilnehmerstaaten einigten sich dennoch auf die folgenden Ziele: Sie verpflichten sich, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Industrieländer nehmen die freiwilligen Zusagen von CO2 -Einsparzielen zur Kenntnis, die sie 2009 am Klimagipfel in Kopenhagen vereinbart haben. Demnach werden sie die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 25 % bis 40 % reduzieren. Während der nächsten drei Jahre soll eine jährliche Soforthilfe von 10 Mrd. US Dollar in einen Fonds der UNO fließen, der zur Unterstützung von Ländern vorgesehen ist, die besonders stark vom Klimawandel bedroht sind. Bis 2020 sollen diese Finanzmittel zugunsten der Entwicklungsländer auf jährlich insgesamt 100 Mrd. US-Dollar aufgestockt werden, ohne dass dabei die konventionellen Entwicklungshilfegelder gekürzt werden dürfen. Die Mittel, die sowohl aus privaten als auch staatlichen Quellen stammen können, fließen in den neu gegründeten "Green Climate Fund", der von der UNO verwaltet wird. Zudem wurde ein Waldschutzprogramm unter dem Namen REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung) beschlossen.

Die nächste UNO-Klimakonferenz findet vom 28. November bis 9. Dezember 2011 in Durban, Südafrika, statt. Das Ziel der Europäischen Union ist der Abschluss eines umfassenden rechtsverbindlichen Klimaschutzabkommens für die Zeit nach 2012, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt.

Europäische Energiepolitik

Am 10. November 2010 hat die EU-Kommission ihre neue Strategie für wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Energie vorgestellt, die den zuvor im Juni 2010 vom Europäischen Rat verabschiedeten energiepolitischen Zielen "Europa 2020" entspricht. Dabei hat sie fünf oberste energiepolitische Prioritäten für die nächsten zehn Jahre definiert:

  • Realisierung von Energieeinsparungen mit Fokus auf jene beiden Sektoren mit dem größten Potenzial Verkehr und Gebäude;
  • Schaffung eines gesamteuropäischen integrierten Energiemarkts;
  • wettbewerbsfähige Preise und sichere Versorgung durch Energieinfrastrukturinvestitionen, die insgesamt etwa eine Billion Euro betragen werden;
  • Förderung der Technologieführerschaft;
  • Wirksames Verhandeln mit internationalen Partnern bzw. Drittländern.

Die Strategie wurde von den Staats- und Regierungschefs auf dem ersten EU-Energiegipfel im Februar 2011 erörtert und verabschiedet. Die EU-Kommission wurde beauftragt, in den nächsten 18 Monaten konkrete Gesetzgebungsinitiativen und Legislativvorschläge zu erarbeiten.

Die EU hat sich bereits zuvor zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz seiner Mitgliedsländer bis zum Jahr 2020 um 20 % zu steigern. Aus Sicht der EU-Kommission wird dieses Ziel ohne die Verabschiedung weiterer Maßnahmen voraussichtlich verfehlt werden, weshalb sie im März 2011 ihren neuen Energieeffizienzplan vorlegte. Darin wurden weitere Maßnahmen definiert, die zu einer Verringerung des Energieverbrauchs führen sollen, wobei der Fokus auf die beiden Bereiche Gebäude und Industrie liegt, auf die in Summe nahezu 70 % des Primärenergieverbrauchs der EU entfallen. Zur Realisierung der Einsparpotenziale sollen nach Vorstellungen der EU-Kommission angemessene Finanzierungshilfen sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene angeboten werden. Zur weiteren Konkretisierung hat die EU-Kommission am 22. Juni 2011 einen Entwurf zu einer neuen EU-Energieeffizienz-Richtlinie KOM(2011) 370 endgültig vorgelegt. Einer der Kernpunkte des Richtlinienvorschlags sieht eine Verpflichtung von Energieunternehmen zu Energieeffizienzmaßnahmen vor.

Kurz nach dem Berichtszeitraum präsentierte die EU-Kommission am 19. Oktober 2011 ihren Vorschlag für Leitlinien zur Ausgestaltung der transeuropäischen Energienetze, das sogenannte EU-Energieinfrastrukturpaket 2020/30. Mit diesem Paket sollen vorrangige Netzausbauprojekte in den Mitgliedsstaaten identifiziert und gefördert werden, die bis 2020 ein EU-weites sicheres Energienetz und Speicherkapazitäten bilden. Die EU-Kommission identifizierte zwölf internationale Transportrouten für Strom-, Gas-, Rohöl- und CO2 -Lieferungen.

Energiepolitisches Umfeld Österreich

Der österreichische Nationalrat hat zwischen Oktober 2010 und September 2011 wichtige Gesetze zur vollständigen Umsetzung des 3. Energiebinnenmarktpakets der EU beschlossen.

So wurde am 1. Dezember 2010 das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und das Energie-Regulierungsbehördengesetz (E-Control) verabschiedet. Schwerpunkte des ElWOG 2010 waren die Entflechtung der Übertragungsnetzbetreiber sowie eine klare Verankerung der öffentlichen Interessen an einer gesicherten Energieversorgung Österreichs, die somit bei Genehmigungsverfahren gleichrangig mit Interessen des Umweltschutzes und anderer öffentlicher Interessen zu berücksichtigen ist. Das Land Niederösterreich hat das notwendige Ausführungsgesetz im Strombereich bereits beschlossen. Im Hinblick auf die Umgestaltung der Behördenstruktur wurde die Unabhängigkeit des Regulators E-Control als Garant für Wettbewerb, Kontrolle und Verbraucherschutz unterstützt.

Am 7. Juli 2011 hat der Nationalrat das Ökostrom-Gesetz 2012 beschlossen: Die jährliche Förderung für neue Ökostrom-Projekte (Wind, Biomasse/Biogas und Photovoltaik) wird von derzeit 21,0 Mio. Euro auf 50,0 Mio. Euro und die Gesamtförderung bis 2015 von derzeit 350,0 Mio. Euro auf 550,0 Mio. Euro angehoben. Die Fördermittel für neue Projekte werden jährlich um eine Million Euro und somit bis 2021 auf 40,0 Mio. Euro reduziert. Für neue Windkraftprojekte wurden 11,5 Mio. Euro pro Jahr, für Biomasse und Biogasprojekte 10,0 Mio. Euro, für Photovoltaik 8,0 Mio. Euro und für Kleinwasserkraftprojekte 1,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Pro Jahr werden 19,0 Mio. Euro flexibel aufgeteilt. Zusätzlich werden einmalig rund 110,0 Mio. Euro für den vollständigen Abbau der bestehenden Warteliste aufgewendet. Mit diesen Fördermitteln werden die Betreiber der Ökostromanlagen mindestens über 13 Jahre mit garantierten Einspeisetarifen unterstützt, wodurch die Investitions- und Finanzierungskosten der neuen Anlagen gedeckt und eine Mindestrendite von 6,0 % sichergestellt wird.

Mit diesen Maßnahmen soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von aktuell 68 % auf 85 % bis 2020 erhöht werden. Das entspricht einer Ausbaukapazität von 11 TWh und bei einem jährlichen Strombedarf von knapp 55 TWh etwa einem Fünftel des Strombedarfs der Endkunden. Die Windkraftkapazitäten werden sich in diesem Zeitraum voraussichtlich von 1.000 MW auf 3.000 MW verdreifachen und jene der Photovoltaik-Anlagen werden von 100 MW auf 1.200 MW ansteigen. Zudem wurde beschlossen, dass Österreichs Atomstrom-Importe spätestens ab 2015 durch Ökostrom bilanziell ausgeglichen werden müssen. Durch diese Novelle sowie den weiteren Ausbau der Wasserkraft stehen ab 2015 zusätzliche Kapazitäten von rund 5 TWh zur Verfügung, womit die nach Österreich importierten Atomstrommengen von durchschnittlich 3,3 TWh pro Jahr deutlich übertroffen werden. Der Anschluss dieser zusätzlichen Kapazitäten an das Versorgungsnetz wird jedoch für die Netzbetreiber eine große Herausforderung darstellen.

Am 19. Oktober 2011 wurde das Gaswirtschaftsgesetz (GWG) im Nationalrat beschlossen und damit das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket vollständig umgesetzt. Die Novelle stärkt die Rechte von Haushalten und Gewerbebetrieben, erhöht die Versorgungssicherheit durch optimale Rahmenbedingungen für Investitionen und schafft die gesetzliche Basis für die Einführung neuer Smart Meters. Zur Förderung des Wettbewerbs ist die Entflechtung der Fernleitungsbetreiber von den übrigen Aktivitäten eines vertikal integrierten Erdgasunternehmens ein zentrales Ziel dieses Gesetzes. Künftig stehen den Fernleitungsanbietern vier Entflechtungsmodelle zur Auswahl: die eigentumsrechtliche Entflechtung, der unabhängige Netzbetreiber (Independent System Operator), der unabhängige Übertragungs- bzw. Fernleitungsnetzbetreiber (Independent Transmission Operator) und eine Mischform des zweiten und dritten Modells. Die Qualitätssicherung und der Ausbau der Gasleitungen werden über die Systemnutzungsentgelte gewährleistet, die eine angemessene Vergütung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für neue Investitionen in das Gasnetz ermöglichen. Das neue Marktmodell sowie die Umstellung der Tarife sollen bis 1. Januar 2013 erfolgen.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der EVN auf Basis der historischen Emissionen Gratis-CO2 -Emissionszertifikate in Höhe von jährlich 1,58 Mio. Tonnen zugeteilt, womit ihr langjähriger Bedarfswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den Mehrbedarf abdecken zu können bzw. die nicht verbrauchten Emissionszertifikate zu verkaufen. (Details zu zugekauften Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2010/11 siehe Anhang, Erläuterung 50. Material aufwand und Aufwand für bezogene Leistungen, Seite 97.)

Im Oktober 2011 wurde das Emissionszertifikategesetz (EZG 2011) verabschiedet. Mit dem EZG 2011 wird die EU-Emissionshandelsrichtlinie 2009 in nationales Recht umgesetzt und der Emissionshandel im Zeitraum 2013–2020 geregelt. Die wichtigsten Änderungen im neuen Emissionshandelsregime ab 2013:

  • Regeln des Emissionshandelssystems werden in der EU harmonisiert und nicht mehr national festgelegt (keine Nationalen Allokationspläne);
  • Reduktion der Emission von mindestens 21 % bis 2020; dieser Wert soll mithilfe eines linearen Reduktionspfades ausgehend von 2010 erreicht werden;
  • Ab 2013 wird die Versteigerung von Zertifikaten zum Grundprinzip; insbesondere Stromerzeuger müssen bereits ab 2013 100 % der Zertifikate ersteigern. Ausnahme ist die Auskopplung von Wärme;
  • Abwanderungsgefährdeten energieintensiven Betrieben werden weiterhin Zertifikate gratis zugeteilt und
  • Ausweitung des Geltungsbereichs des EZG auf weitere Sektoren (Flugverkehr und eventuell noch Schiffsverkehr) und Gase im Einklang mit den Vorgaben der Emissionshandels-Richtlinie.

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Anreizregulierungssystem auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrunde liegenden Benchmarking-Verfahrens rechnet die EVN für beide Regulierungsperioden mit einer stabilen Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010–2013) wurden Ende 2009 verabschiedet. Die wesentlichen Änderungen waren die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC stieg von 6,040 % auf 7,025 %), die Anerkennung von Investitionen, die während der Regulierungsperiode durchgeführt werden, sowie die 50 %ige Weitergabe der Effizienzsteigerung an die Endkunden am Ende der Regulierungsperiode. Auf Basis anerkannter Vollkosten hat die EVN in 2009 mit dem Bau der Erdgastransportleitung "Südschiene" und in 2011 der "Westschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus beitragen werden. Im September 2011 wurde die 120 km lange "Südschiene" in Betrieb genommen. Die 150 km lange "Westschiene" wird 2013 fertiggestellt werden.

Rechtliches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

In Entsprechung der EU-Richtlinien zum Elektrizitäts- bzw. Erdgasbinnenmarkt wurde per 1. Jänner 2007 die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Netzbetreiber und Stromversorger in Bulgarien umgesetzt. Die Tochtergesellschaft EVN EP ist für den Netzbetrieb, EVN EC für den Vertrieb verantwortlich.

Im Mai 2011 hat das bulgarische Parlament die Energiestrategie 2020 beschlossen. Neben der Erhaltung der Versorgungssicherheit, der Steigerung der Energieeffizienz, dem Schutz der Endkunden und der Entwicklung eines liberalisierten Energiemarkts steht auch die Erhöhung der erneuerbaren Energiekapazitäten in dessen Fokus. Bis 2020 soll sich der Anteil der erneuerbaren Energiequellen von 9,4 % in 2005 auf 16,0 % erhöhen. Zudem wurde das neue Ökostromgesetz beschlossen: Der Regulator wird jährlich eine Obergrenze für den Anschluss neuer Kapazitäten aus erneuerbarer Energie ans Netz bestimmen und die Einspeisetarife für die Dauer des Stromliefervertrags fixieren. Bis Ende 2011 wird eine Novellierung des Energiegesetzes erwartet, wodurch auch in Bulgarien das 3. Liberalisierungspaket umgesetzt werden wird.

Der Strommarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation stellt sich bislang jedoch noch nicht ein. Bis auf einige industrielle Großkunden wird der Strom an Endkunden weiterhin vom zentralen öffentlichen Stromversorger, der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK, über die drei regionalen Netzbetreiber bzw. Stromversorger (CEZ, E.ON und EVN) geliefert. Langfristige Bezugsverträge zwischen den Stromproduzenten und der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK stehen der tatsächlichen Öffnung ebenso entgegen wie die Fixierung von Mengen, die von der Regulierungsbehörde (State Energy and Water Regulatory Commission) den regionalen Stromversorgern zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit zugewiesen werden. Im Jahr 2010 lag der Anteil des Stromhandels am freien Markt bei 27,1%; lediglich rund 18 % der in Bulgarien abgesetzten Strommenge wurde zu Marktpreisen verkauft.

Für die Versorgungsfunktionen (Erzeugung, Übertragung, System Operator, Verteilernetz, Endversorger) werden die Preise vom Regulator festgelegt. Die Versorgungsfunktionen Erzeugung, Übertragung und System Operator üben die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK und ihre Tochter, der System Operator Elektroenergien Systemen Operator EAD aus. Die regulierten Energiepreise liegen unter den Marktpreisen an den europäischen Strombörsen, sodass durch den Wechsel in den freien Markt vom Kunden noch keine Einsparungen erzielt werden können, was ebenfalls zu der geringen Marktöffnung beiträgt.

Nach der ersten dreijährigen Regulierungsperiode lief per 1. Juli 2008 die neue fünfjährige Regulierungsperiode an. Der gesetzlich vorgeschriebenen Entflechtung entsprechend, erfolgen die Preisanpassungen für alle Versorgungsfunktionen und Änderungen in den Preiskomponenten der Strompreise jährlich. Die Netztarife werden aufgrund eines den EU-Standards entsprechenden Regulativs festgelegt. Die tatsächliche jährliche Preisanpassung der Netztarife wird jedoch von den wirtschaftlichen und sozialpolitischen Zielen der Regierung beeinflusst.

Per 1. Juli 2010 begann die dritte Preisperiode des laufenden Regulierungszeitraums. Der Regulator hat die Endkundenpreise für Strom um etwa 2,0 % erhöht, die Preise für Energie jedoch um etwa 8,0 %, ebenso die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators. Zusätzlich wurde ein Zuschlag für die Stromproduktion aus nicht umweltfreundlichen Energiequellen eingeführt. Weiters wurde eine Änderung in der Darstellung der Preiskomponenten im Zusammenhang mit dem Hochspannungsnetz durchgeführt: In den Strombezugspreisen, die vom zentralen öffentlichen Stromversorger NEK an die Verteil- und Versorgungsunternehmen verrechnet werden, werden seit 1. Juli 2010 die Energiepreiskomponente, die Tarife für den Zugang zum Hochspannungsnetz und jene für die Übertragung durch das Hochspannungsnetz getrennt ausgewiesen und verrechnet. Deshalb kam es im Geschäftsjahr 2010/11 zu einer entsprechenden Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten der EVN EC, da die Tarifbestandteile für das Hochspannungsnetz nur einen Durchlaufposten darstellen und erfolgsneutral erfasst werden. Diese Veränderung hat jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis. In Summe ist festzustellen, dass während der ersten zwei Preisperioden (1. Juli 2009 – 30. Juni 2011) die Profitabilität der regionalen Stromversorger deutlich unter Druck kam.

Mit Beginn der vierten Preisperiode per 1. Juli 2011 wurden demgegenüber vom Regulator die Endkundenpreise für Strom um etwa 1,9 % erhöht, die Preise für Energie sowie die Tarife des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Wärmebereich startete eine zweijährige Regulierungsperiode per 1. Juli 2010. In der zweiten Preisperiode wurde per 1. April 2011 eine Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme aufgrund einer 4,8%igen Erhöhung des Gasbezugspreises um 6,8 % genehmigt.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans wurden der EVN Gratis-CO2 -Emissionszertifikate von 0,1 Mio. Tonnen für die Anlagen in Bulgarien zugeteilt. In Bulgarien ist die EVN Vorreiter und handelt als erstes Unternehmen mit CO2 -Zertifikaten.

Im Februar 2011 hat Bulgarien das Recht zurückerlangt, am europäischen Handel mit CO2 -Emissionszertifikaten teilzunehmen. Im Juni 2010 wurde dem bulgarischen Staat nach nur drei Monaten dieses Recht aufgrund von Mängeln im Handelsprozess entzogen. Nach der Mängelbehebung im Herbst 2010 konnten die bulgarischen Unternehmen im Frühjahr 2011 den Handel mit CO2 -Emissionszertifikaten wieder aufnehmen.

Mazedonien

In Mazedonien ist der Strommarkt noch weitgehend reguliert und nach dem Single-Buyer-Modell organisiert. Der staatliche Energieversorger ELEM und das Wärmekraftwerk TEC Negotino sind für die Stromerzeugung zuständig. MEPSO betreibt das staatliche Übertragungsnetz und EVN Macedonia versorgt die Endkunden.

Im September 2008 trat in Mazedonien ein neues Energiegesetz in Kraft, das die Rahmenbedingungen für die Energiebeschaffung der EVN Macedonia veränderte. In der Funktion als nationaler Energiepool ist ELEM verpflichtet, EVN Macedonia mit einer bestimmten Strommenge zu versorgen, die aufgrund des vom Regulator gemessenen Kundenbedarfs und anerkannter Netzverluste errechnet wird. Jener Netzverlustanteil, der über der Anerkennungsgrenze liegt, muss als nicht regulierter Bezug zu Marktbedingungen am Großhandelsmarkt besorgt werden, wobei eine Weitergabe über die Endkundenpreise im Regulativ ausdrücklich untersagt wurde.

Per 1. Januar 2009 wurde für den Strom-Netzbereich eine dreijährige Regulierungsperiode sowie ein Regulierungsmodell eingeführt, das auf dem unterliegenden Vermögensbestand, bestimmten Kapitalkosten vor Steuern sowie anerkannten Netzverlusten und jährlichen Investitionen basiert. Per 1. Jänner 2010 erfolgte eine Erhöhung der Endkundenpreise für Strom um rund 10,0 %, wovon rund 51,0 % durch eine Anhebung des Netzentgelts für Mittel- und Niederspannungsnetze der EVN Macedonia zustehen.

Im Rahmen der zwischen der mazedonischen Regierung und der EVN in 2010 abgestimmten Road Map zur Regelung der noch offenen Fragen konnten im Geschäftjahr 2010/11 deutliche Fortschritte erreicht werden: Am 30. März 2011 wurde ein seit 2008 anhängiges Gerichtsverfahren zwischen der staatlichen ELEM und der EVN Macedonia durch einen Vergleich beendet. Auf der Grundlage eines Gerichtsgutachtens werden die Parteien die künftigen Erlöse aus der Einbringung von Kundenforderungen, die aus der Zeit vor der Übernahme durch die EVN resultieren, im Verhältnis 50:50 teilen. Weiters hat die EVN Macedonia aus bereits eingebrachten Kundenforderungen 3,0 Mio. Euro an ELEM gezahlt sowie bislang uneinbringliche Kundenforderungen in Höhe von 19,5 Mio. Euro an ELEM abgetreten. Zusätzlich wurden die offenen Punkte bezüglich der in 2006 vereinbarten Investitionsverpflichtungen seitens der EVN geklärt.

Das Parlament verabschiedete am 3. Februar 2011 das neue Energiegesetz, das die Anforderungen der Energy Community zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts erfüllt. Es verfolgt die Öffnung des Strommarkts und dessen Integration mit den internationalen Strommärkten aufgrund der ratifizierten Verträge und fördert die Verbesserung der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Unabhängigkeit des Regulators wird gestärkt und seine Aufgaben wurden erweitert. Das Gesetz schreibt zudem die klare Entflechtung des Netzbetreibers und des Stromversorgers vor. Für die EVN Macedonia sind folgende Änderungen von zentraler Bedeutung: Die Beschaffung der Netzverluste am freien Markt wird transparent gestaltet und die vom Regulator anerkannten Netzverluste werden mit dem Unternehmensplan zur Reduzierung der Netzverluste abgestimmt.

Am 1. März 2011 wurden die Endkundenpreise für Strom in Mazedonien um rund 5,5 % erhöht, wovon 89,6 % (4,9 %) auf die EVN Macedonia entfallen.

Wirtschaftliches Umfeld

BIP-Wachstum % 2008 2009 2010 2011e 2012f
EU-271) 0,8 –4,1 1,7 1,6 0,2
Österreich1) 2,1 –3,9 2,3 3,0 0,8 –1,33)
Bulgarien1) 6,0 –5,5 0,2 2,0 2,0
Albanien1) 6,0 3,3 3,9 3,5 3,0
Kroatien1) 2,4 –6,0 –1,2 1,0 1,0
Mazedonien2) 5,0 –0,9 0,7 2,0 3,0

1) Quelle: Raiffeisen Research "Strategie Globale Märkte 4. Quartal 2011" und "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2011"

2) Quelle: wiiw "Country Report Macedonia", Juli 2011

3) Quelle: WIFO & IHS Presseinformation vom 29. September 2011

Die Dynamik der weltweiten Konjunktur hat sich seit dem Sommer 2011 weiter abgeschwächt, nachdem bereits im zweiten Quartal 2011 das BIP der EU-27 im Vergleich zum Vorquartal um lediglich 0,2 % gestiegen ist. Der Konsum der privaten Haushalte ging im zweiten Quartal 2011 europaweit um etwa 0,2 % zurück.

Diese Frühindikatoren und die Verunsicherungen der Finanzmärkte aufgrund der Staatsschuldenkrise weisen auf eine deutliche Verlangsamung der Wirtschaftsleistung hin. Die bislang stärker gewachsenen Volkswirtschaften der Eurozone trifft diese Entwicklung überdurchschnittlich stark. Eine hohe Staatsverschuldung zwingt viele Länder zu einem Konsolidierungskurs ihrer Fiskalpolitik. Eine höhere Zinsbelastung für Staatsanleihen belastet öffentliche Haushalte zusätzlich.

Im aktuellen Umfeld sind Prognosen zur weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Europas mit der gebührenden Sorgfalt zu beurteilen. Einschätzungen gehen für die EU-27 von einem BIP-Wachstum für das Jahr 2011 in Höhe von 1,6 % aus und für 2012 in Höhe von 0,2 %. Die Prognosen für Österreich gehen für 2011 von einem BIP-Anstieg von 3,0 % und von 0,8 % bis 1,3 % für 2012 aus.

In Bulgarien bremst weiterhin die schwache Nachfrage des Industrie- wie auch des Privatbereichs das Wirtschaftswachstum. Die Erwartungen für das BIP-Wachstum 2011 und 2012 liegen bei 2,0 %. Rückläufiges Realeinkommen und der damit verbundene schwache Privatkonsum wirken sich auch auf die BIP-Entwicklung in Kroatien aus, wo 2011 ein Anstieg auf 1,0 % erwartet wird. Die Erwartung 2011 liegt ebenfalls bei 1,0 %.

In Albanien haben die Krisen der beiden wichtigsten Handelspartner Italien und Griechenland den Konjunkturaufschwung gedämpft – die Einschätzungen zur BIP-Entwicklung wurden für 2011 auf 3,5 % und für 2012 auf 3,0 % gesenkt.

Mazedonien erholt sich langsam von der Rezession des Jahres 2009, wiewohl eine schwache Infrastruktur und ein unsicheres Wirtschaftsklima die weitere Entwicklung hemmen. Für 2011 wird ein BIP-Anstieg um 2,0 % und für 2012 um 3,0 % prognostiziert.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Veränderung
2010/11 2009/10 in % 2008/09
Temperaturbedingter Energiebedarf1)
%
Österreich 101,7 105,5 –3,8 93,8
Bulgarien 86,2 81,2 4,9 102,8
Mazedonien 100,8 91,3 9,5 87,5
Primärenergie und CO2-Zertifikate
Rohöl – Brent
EUR/Barrel
75,49 57,28 31,8 42,91
Gas – GIMP2)
EUR/MWh
25,55 21,37 19,6 22,17
Kohle – API#23)
EUR/Tonne
86,95 69,49 25,1 65,23
CO2
-Zertifikate (2. Periode)
EUR/Tonne
14,76 14,23 3,7 14,50
Strom – Spotmarkt
EEX4) Grundlaststrom
EUR/MWh
51,55 41,28 24,9 46,20
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
61,76 52,23 18,2 61,57
Strom – Forwardmarkt5)
EEX Grundlaststrom
EUR/MWh
50,29 48,87 2,9 66,57
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
64,10 67,84 –5,5 93,33

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich und Bulgarien dem Durchschnittswert 1997– 2006,

in Mazedonien jenem von 1997 bis 2009; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange 5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Seit Dezember 2009 lag der Stromverbrauch Österreichs in jedem Monat über dem des Vergleichsmonats des jeweiligen Vorjahres. Diese Entwicklung ist vor allem auf die konjunkturelle Erholung zurückzuführen. Im vierten Quartal 2010 wurde in Österreich um 4,3 % mehr Strom verbraucht als im selben Quartal des Vorjahres. Neben der kälteren Witterung (–1,6 Grad Celsius) ist der Verbrauchszuwachs vor allem durch einen höheren Bedarf der Industrie zu erklären. Im ersten Halbjahr 2011 stieg der Stromverbrauch in Österreich um 0,9 % bzw. 0,3 Terawattstunden (TWh) auf 34,4 TWh, womit beinahe das Verbrauchsniveau von vor der Wirtschaftskrise erreicht wurde. Der Verbrauchszuwachs der gesamten Elektrizitätsversorgung war deutlich höher als im öffentlichen Netz, wo nur eine geringere Steigerung um 0,4 % bzw. 0,1 TWh zu verzeichnen war. Das bedeutet, dass ein Großteil des Mehrverbrauchs unverändert auf die Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen ist.

Die kältere Witterung in Österreich, aber auch in Mazedonien führte für die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 zu einer höheren Nachfrage. Der temperaturbedingte Energiebedarf im Heimmarkt lag um 1,7 % über dem langjährigen Durchschnitt. In Mazedonien war der Vergleichswert um 0,8 % über dem langjährigen Durchschnittswert und um 10,4 % über dem Vorjahreswert. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 13,8 % unter dem langjährigen Durchschnitt, jedoch um 6,1 % über jenen des Vorjahres.

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung, insbesondere der weiterhin starken Nachfrage in Asien, lag im Geschäftsjahr 2010/11 der Durchschnittspreis für das in Europa als Referenz geltende Rohöl Brent auf Eurobasis um 31,8 % über dem Vorjahreswert. Die großteils an den Rohölpreis gekoppelten Gaspreise notierten um 19,6 % über dem Vorjahreswert, die Preise für Kohle sind um 25,1 % gestiegen. Der Preis für CO2 -Emissionszertifikate erhöhte sich um 3,7 % auf 14,76 Euro je Tonne. Die Diskussion um eine Anhebung des europäischen CO2 -Reduktionsziels von der aktuellen 20 %-Marke auf 30 % und der Atomausstieg in Deutschland hat die CO2 -Preise ab Anfang Februar 2011 auf über 17,00 Euro steigen lassen. Die Schuldenkrise in der EU und die Sorge um die weitere Entwicklung der weltweiten Konjunktur führten im vierten Quartal des Geschäftjahres 2010/11 zu einem Rückgang des Preisniveaus auf knapp über 10,00 Euro je Tonne.

Die Spot- und Forwardmarktpreise für Strom zeigten im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 eine Erhöhung sowie auch ab dem dritten Quartal als Folge der Abschaltung von Atomkraftwerkskapazitäten in Deutschland. Der Preisanstieg ab Mitte März wird jedoch durch die höhere Erzeugung aus erneuerbaren Energien gedämpft. Insgesamt lagen die Spotmarktpreise für Grundlaststrom durchschnittlich um 24,9 % und jene für Spitzenlaststrom um 18,2 % über dem Vorjahresniveau. Demgegenüber lagen die für die Berichtsperiode geltenden Forwardpreise für Grundlaststrom um 2,9 % nur leicht über dem Niveau der Vergleichsperiode und jene für Spitzenlaststrom sanken um 5,5 %.

Entwicklung der Primärenergiepreise (indexiert)

Im Sinne der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weshalb die Preise auf Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN ausüben. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2010/11 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2010 noch auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. Die langfristig orientierte Einkaufspolitik der EVN ermöglichte die Strompreise seit 1. November 2008, trotz der hohen Volatilitäten an den internationalen Energiemärkten, weiterhin stabil zu halten. Nachdem die Gaspreise an Endkunden im Jänner, März und Dezember 2009 gesenkt wurden und der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis deutlich angestiegen ist, war eine Erhöhung der Gaspreise an Endkunden per 1. April 2011 betriebswirtschaftlich unumgänglich.

Einflussfaktoren Auswirkung auf Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr
Temperatur Negativ
Primärenergiepreise Negativ
Strompreise – Forwardmarkt Positiv
Strompreise – Spotmarkt Negativ
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Negativ
Absatz Wärme Positiv

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 68) wurde gegenüber dem Vorjahr um drei vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie ein at Equity einbezogenes Unternehmen erweitert. Insgesamt flossen somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 63 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 60), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 16 at Equity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 15) in den Konzernabschluss ein.

Zu den vollkonsolidierten Unternehmen zählen ab dem Geschäftsjahr 2010/11 nunmehr auch die EVN WEEV Beteiligungs GmbH, die evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH sowie die Hydro Power Company Gorna Arda AD. Die NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft

Highlights 2010/11

  • Umsatzerlöse leicht unter Vorjahresniveau

  • Höheres EBIT aufgrund von Einmaleffekten und Verbesserung im Umweltgeschäft

  • Verbesserung der EBITDA-Marge von 15,1 % auf 17,3 % und der EBIT-Marge von 6,8 % auf 8,0 %

  • Ergebnis vor Ertragsteuern aufgrund niedrigerem Finanzergebnis unter Vorjahr

  • Cash Flow aus dem operativen Bereich um 4,6 % gesteigert

  • Anstieg der Investitionen um 5,5 %

  • Solide Bilanzstruktur und stabile Liquiditätssituation

wurde aufgrund des Kaufs des restlichen 50 %igen Anteils im Berichtsjahr nicht länger at Equity einbezogen, sondern vollkonsolidiert und in weiterer Folge mit der Tochtergesellschaft Kabelsignal AG verschmolzen. Die WEEV Beteiligungs GmbH, die VERBUND-Innkraftwerke GmbH und Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH gehören zu den Neuzugängen bei den Unternehmen, die at Equity in den Konzernabschluss einbezogen werden. Im Zuge der Gründung der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH wurde die At-Equity-Beteiligung an der Energji Ashta SHPK aus dem Konsolidierungskreis genommen.

Umsatz nach Regionen in Mio. EUR

Gewinn-und-Verlust-Rechnung Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete die EVN einen Umsatz von 2.729,2 Mio. Euro, womit das Vorjahresniveau um 23,0 Mio. Euro bzw. 0,8 % unterschritten wurde. Das Umweltgeschäft konnte durch die vermehrten internationalen Projektaktivitäten ein deutliches Umsatzplus erzielen, das jedoch den Rückgang im Energiegeschäft nicht zur Gänze abfedern konnte.

Details zur Entwicklung der Segmente finden sich ab Seite 47.

Der im Ausland erzielte Umsatz erhöhte sich um 34,8 Mio. Euro bzw. 3,3 % auf 1.086,3 Mio. Euro, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz von 38,2 % des Vorjahres auf 39,8 % anstieg.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.729,2 2.752,1 –23,0 –0,8 2.727,0
Sonstige betriebliche Erträge 101,6 69,7 31,9 45,7 83,3
Fremdstrombezug und Energieträger –1.505,7 –1.600,0 94,3 5,9 –1.653,2
Material- und Betriebsaufwand –373,9 –314,5 –59,5 –18,9 –297,5
Personalaufwand –323,3 –329,2 5,9 1,8 –319,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen –156,3 –161,5 5,2 3,2 –166,8
EBITDA 471,4 416,6 54,8 13,2 373,4
Abschreibungen –252,8 –229,3 –23,5 –10,2 –198,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 218,7 187,3 31,4 16,8 175,2
Finanzergebnis 41,8 83,6 –41,8 –50,0 50,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9 –10,4 –3,8 226,0
Ertragsteuern –27,9 –42,1 14,3 33,8 –28,0
Ergebnis nach Ertragsteuern 232,6 228,7 3,9 1,7 198,0
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 189,7 207,0 –17,3 –8,4 177,9
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,9 21,8 21,2 97,2 20,1
Ergebnis je Aktie in EUR 1,07 1,27 –0,20 –16,1 1,09

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 31,9 Mio. Euro bzw. 45,7 % auf 101,6 Mio. Euro vorwiegend aufgrund höherer Bestandsveränderungen gestiegen. Eine geänderte Darstellung der Anzahlungen für Kundenaufträge führte zu einer Verringerung des Umsatzes und gleichzeitigen Erhöhung der in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Bestandsveränderungen.

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger ging trotz höherer Beschaffungsmengen um 94,3 Mio. Euro bzw. 5,9 % auf 1.505,7 Mio. Euro zurück. Verantwortlich dafür war insbesondere die Verwendung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für drohende Verluste sowie die geänderte Darstellung der Preiskomponenten im Zusammenhang mit dem Hochspannungsnetz in Bulgarien.

Der Material- und Betriebsaufwand stieg aufgrund der vermehrten Aktivitäten im internationalen Projektgeschäft sowie höheren Aufwendungen in den Segmenten Netzinfrastruktur Inland und Energieversorgung Südosteuropa um 59,5 Mio. Euro bzw. 18,9 % auf 373,9 Mio. Euro.

Der durchschnittliche Personalstand wurde im Berichtszeitraum um 286 Personen bzw. 3,4 % auf 8.250 Mitarbeitende reduziert. Während im Segment Umwelt aufgrund des höheren Geschäftsvolumens ein Anstieg um 48 Mitarbeitende zu verzeichnen war, wurde aufgrund von Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Mazedonien und Bulgarien ein Rückgang um 326 Mitarbeitende verzeichnet. Die damit verbundenen positiven Kosteneffekte sowie der gesunkene Bedarf für Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ermöglichten – trotz kollektivvertraglicher Lohn- und Gehaltssteigerungen – eine Reduktion der Personalaufwendungen um 5,9 Mio. Euro bzw. 1,8 % auf 323,3 Mio. Euro.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten um 5,2 Mio. Euro bzw. 3,2 % auf 156,3 Mio. Euro reduziert werden. Geringere Forderungsabschreibungen in Südosteuropa konnten höhere Rechts- und Beratungsaufwendungen mehr als kompensieren.

Umsatz nach Segmenten1) in Mio. EUR

Lagebericht

Diese Entwicklungen führten zu einem Anstieg des EBITDA um 54,8 Mio. Euro bzw. 13,2 % auf 471,4 Mio. Euro. Bei einem leicht rückläufigen Umsatz verbesserte sich die EBITDA-Marge von 15,1 % im Vorjahr auf 17,3 %.

Der Anstieg der planmäßigen Abschreibung um 6,5 Mio. Euro bzw. 3,0 % auf 223,7 Mio. Euro ist auf den Abschluss mehrerer Investitionsprojekte im Geschäftsjahr 2009/10 zurückzuführen. Die Wertberichtigung des Firmenwertes an der TEZ Plovdiv und die außerplanmäßige Abschreibung der Sachanlagen der Wärmeversorgung Plovdiv (Kraftwerkstandort und maschinelle Anlagen) um insgesamt 17,7 Mio. Euro wurden im zweiten Quartal 2010/11 aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen im Wärmebereich durch den Regulator in Bulgarien durchgeführt. Des Weiteren wurden im vierten Quartal 2010/11 im Rahmen von Werthaltigkeits prüfungen Zu- und Abschreibungen im Kraftwerksbereich vorgenommen: Aufgrund der nachhaltig schwierigen Marktsituation für Gaskraftwerke wurde eine Wertminderung zu den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg von insgesamt 38,4 Mio. Euro durchgeführt. Die genannte Zuschreibung in Höhe von 31,2 Mio. Euro betrifft die gehaltenen Bezugsrechte an dem Wasser kraftwerk Freudenau. Per Saldo belastete die Werthaltigkeitsprüfung das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010/11 mit insgesamt 29,1 Mio. Euro. In der Vergleichsperiode war eine Wertminderung beim Windpark in Kavarna von 10,7 Mio. Euro enthalten. In Summe fiel der Abschreibungsaufwand mit 252,8 Mio. Euro um 23,5 Mio. Euro bzw. 10,2 % höher aus als im Vorjahr.

Unter Berücksichtigung des positiven Ergebniseffekts aus der Verwendung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für drohende Verluste hat sich das EBIT um 31,4 Mio. Euro bzw. 16,8 % auf 218,7 Mio. Euro erhöht, wodurch die EBIT-Marge von 6,8 % im Vorjahr auf 8,0 % verbessert wurde.

Das Finanzergebnis der Berichtsperiode ging um 41,8 Mio. bzw. 50,0 % auf 41,8 Mio. Euro. zurück. Das für das Finanzergebnis relevante Beteiligungsergebnis wird grundsätzlich durch die Ergebnisbeiträge der wesentlichen strategischen Beteiligungen an der RAG, BEGAS, BEWAG und der VERBUND AG beeinflusst. Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen stieg um 1,3 Mio. Euro bzw. 2,1 % auf 62,9 Mio. Euro. Dabei standen höhere Ergebnisbeiträge, insbesondere jene von RAG und BEWAG, einer Wertminderung bei Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien, aufgrund geringerer Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs), gegenüber. Der Beitrag aus anderen Beteiligungen ging vorwiegend aufgrund der niedrigeren Dividende der VERBUND AG um 28,2 Mio. Euro bzw. 51,5 % auf 26,6 Mio. Euro zurück. Negativ auf das Finanzergebnis wirkten sich auch der Anstieg des Zinsaufwands um 9,3 Mio. Euro bzw. 13,5 % aufgrund gestiegener Finanzverbindlichkeiten und des höheren Zinsniveaus sowie die niedrigeren aktivierten Bauzeitzinsen infolge der Fertigstellung von Investitionsprojekten aus. Das sonstige Finanzergebnis ging um 5,7 Mio. Euro auf –6,5 Mio. Euro (Vorjahr: –0,8 Mio. Euro) zurück.

Neben dem um 10,4 Mio. Euro bzw. 3,8 % geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 260,5 Mio. Euro sind vor allem die mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungswertberichtigungen der TEZ Plovdiv und der Shkodra für den Rückgang der Ertragsteuer verantwortlich. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von 27,9 Mio. Euro wurde im Berichtsjahr ein um 3,9 Mio. Euro bzw. 1,7 % höheres Ergebnis nach Ertragsteuern von 232,6 Mio. Euro ausgewiesen.

Der Anteil der Minderheiten erhöhte sich um 21,2 Mio. Euro bzw. 97,2 % vor allem aufgrund der höheren Ergebnisbeiträge von RAG und BEWAG. Das Konzern ergebnis ging um 17,3 Mio. Euro bzw. 8,4 % auf 189,7 Mio. Euro zurück. Diese Entwicklung und die durch die durchgeführte Kapitalerhöhung höhere Anzahl der ausstehenden Aktien führten zu einem Ergebnis je Aktie von 1,07 Euro nach 1,27 Euro im Vorjahr.

Im Einklang mit dieser Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Dividende von 0,41 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,40 Euro) vorschlagen. Unter Einbezug der dividendenberechtigten Aktien aus der Kapitalerhöhung entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 38,5 % (Vorjahr: 34,7 %) und einer Dividendenrendite von 3,8 % (Vorjahr: 3,5 %) zum Aktienkurs per 30. September 2011 in Höhe von 10,82 Euro.

Wertanalyse und Kennzahlen

Entwicklung ausgewählter Kennzahlen 2010/11 2009/10 Veränderung
in %
2008/09
ROE1) % 7,5 7,4 0,1 6,3
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 3.100,6 3.076,2 0,8 3.167,8
WACC nach Ertragsteuern1) 2) % 6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)1) 3) % 7,5 6,4 1,1 6,7
Durchschnittliches Capital Employed3) Mio. EUR 4.393,8 3.952,4 11,2 3.493,8
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT)3) Mio. EUR 328,6 254,5 29,1 234,9
EVA® Mio. EUR 43,0 –2,4 7,8

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 4,0 % sowie mit einem 50,0 %igen Eigenkapitalanteil berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der VERBUND AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Mit 7,5 % nach 7,4 % im Vorjahr entwickelte sich die Eigenkapitalrentabilität (ROE) auf Basis des verbesserten Ergebnisses nach Ertragsteuern und des höheren durchschnittlichen Eigenkapitals stabil. Die im ersten Quartal 2010/11 erfolgte Kapitalerhöhung führte zu einem Anstieg des Eigenkapitals. Demgegenüber stand neben den durchgeführten Ausschüttungen die erfolgsneutral erfasste Marktwertänderung der VERBUND AG.

Nach Neutralisierung dieses Bewertungseffekts wird für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Verbesserung der operativen Steuerungskennzahlen ausgewiesen: Nach –2,4 Mio. Euro im Vorjahr wird ein erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) in Höhe von 43,0 Mio. Euro sowie ein Anstieg der Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) von 6,4 % auf 7,5 % ausgewiesen.

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken wie im Vorjahr mit 6,5 % angesetzt.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag 30. September 2011 auf 6.870,4 Mio. Euro und war damit um 139,2 Mio. Euro bzw. 2,1 % höher als zum Stichtag des Vorjahres.

Die langfristigen Vermögenswerte wurden um 340,8 Mio. Euro bzw. 5,9 % auf 6.083,0 Mio. Euro ausgebaut, womit sich ihr Anteil am Gesamtvermögen auf 88,5 % beläuft (Vorjahr: 85,3 %). Die immateriellen Vermögens werte und Sachanlagen erhöhten sich trotz des negativen Effekts aus der Werthaltigkeitsprüfung in Höhe von 29,1 Mio. Euro um 170,2 Mio. Euro bzw. 5,4 % auf 3.349,4 Mio. Euro, was auf die vermehrte Investitionstätigkeit zurückzuführen ist.

Einen Anstieg verzeichnete auch die Position der at Equity einbezogenen Unter nehmen und sonstige Beteiligungen, wofür der Kauf des 13 %igen Anteils an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH sowie Kapitaleinzahlungen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen hauptverantwortlich waren. Die Marktwertänderung der Beteiligung an der VERBUND AG wirkte sich negativ auf die sonstigen Beteiligungen aus. Der Anstieg der langfristigen Leasingforderungen und sonstigen

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,1 % und

langfristigen Vermögenswerte führte in den übrigen langfristigen Vermögenswerten zu einer Erhöhung um 97,8 Mio. Euro bzw. 13,0 % auf 849,1 Mio. Euro.

Die Reduktion der kurzfristigen Vermögenswerte um 201,6 Mio. Euro bzw. 20,4 % auf 787,4 Mio. Euro ist vorwiegend auf den Rückgang der kurzfristig gehaltenen Wertpapiere zurückzuführen.

30.09.2011 30.09.2010 Veränderung 30.09.2009
Konzern-Bilanz – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.349,4 3.179,2 170,2 5,4 3.018,3
at Equity einbezogene Unternehmen
und sonstige Beteiligungen 1.884,5 1.811,7 72,8 4,0 2.122,2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 849,1 751,3 97,8 13,0 620,7
6.083,0 5.742,1 340,8 5,9 5.761,2
Kurzfristige Vermögenswerte 787,4 989,1 –201,6 –20,4 934,2
Summe Aktiva 6.870,4 6.731,2 139,2 2,1 6.695,4
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.814,3 2.679,5 134,7 5,0 2.783,8
Anteile nicht beherrschender Anteile 361,7 345,7 16,0 4,6 343,4
3.176,0 3.025,3 150,7 5,0 3.127,2
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.591,3 1.726,4 –135,1 –7,8 1.702,5
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen 613,9 677,0 –63,2 –9,3 751,9
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 506,8 461,0 45,9 9,9 469,3
2.712,0 2.864,5 – 152,5 – 5,3 2.923,7
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 311,6 205,2 106,3 51,8 17,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 670,8 636,2 34,6 5,4 627,5
982,4 841,5 140,9 16,7 644,5
Summe Passiva 6.870,4 6.731,2 139,2 2,1 6.695,4

Bilanzstruktur

Das Eigenkapital konnte in Summe um 150,7 Mio. Euro bzw. 5,0 % auf 3.176,0 Mio. Euro erhöht werden. Dem Rückgang des Marktwerts der Beteiligung an der VERBUND AG sowie der Dividendenzahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 71,8 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 33,7 Mio. Euro standen zusätzliche Eigenmittel aus der Kapitalerhöhung der EVN AG und das Ergebnis nach Ertragsteuern gegenüber. Die Eigenkapitalquote zum 30. September 2011 verbesserte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres von 44,9 % auf 46,2 %.

Die langfristigen Schulden wurden um 152,5 Mio. Euro bzw. 5,3 % auf 2.712,0 Mio. Euro reduziert. Für die Reduktion der langfristigen Finanzverbindlichkeiten verantwortlich waren vor allem eine Umgliederung der im Dezember 2011 fälligen EUR-Anleihe in Höhe von 257,7 Mio. Euro zu den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie die planmäßige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 82,3 Mio. Euro. Ein ursprünglich am 28. Februar 2011 fälliger Kredit in der Höhe von 170,8 Mio. Euro wurde verlängert und deshalb dem langfristigen Bereich zugeordnet. Neben den ebenfalls in den langfristigen Schulden enthaltenen latenten Steuerverbindlichkeiten und langfristigen Rückstellungen, die sich unter anderem aufgrund der Marktwertänderung der Beteiligung an der VERBUND AG um 63,2 Mio. Euro bzw. 9,3 % reduzierten, stiegen die Position Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse sowie die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten um 45,9 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf 437,9 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 140,9 Mio. Euro bzw. 16,7 % auf 982,4 Mio. Euro. Die bereits erwähnte Umgliederung der EUR-Anleihe und die Verlängerung des Kredits führten per Saldo zu einem Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 106,3 Mio. Euro bzw. 51,8 % auf 311,6 Mio. Euro. Bei den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten war ein Anstieg in Höhe von 34,6 Mio. Euro bzw. 5,4 % auf 670,8 Mio. Euro zu verzeichnen.

In Summe resultierte aus diesen Entwicklungen eine Zunahme der Nettoverschuldung um 121,0 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 1.579,2 Mio. Euro.

Nettoverschuldung 2010/11
Mio. EUR
2009/10
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
in %
2008/09
Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.591,3 1.726,4 –135,1 –7,8 1.702,5
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 280,8 170,8 110,0 64,4 0,1
Fonds der liquiden Mittel –112,6 –89,1 –23,5 –26,4 –113,6
Kurzfristige Wertpapiere –57,9 –223,8 165,9 74,1 –86,7
Langfristige Wertpapiere –97,9 –104,1 6,2 6,0 –102,4
Ausleihungen –24,4 –22,0 –2,4 –10,8 –21,6
Nettoverschuldung 1.579,2 1.458,2 121,0 8,3 1.378,2
Eigenkapital 3.176,0 3.025,3 150,7 5,0 3.127,2
Gearing (%)2) 49,7 48,2 1,5 44,1

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Bedingt durch das höhere Eigenkapital fiel der Anstieg des Gearings trotz der Zunahme der Nettoverschuldung um 1,5 Prozentpunkten auf 49,7 % moderat aus. Der Funds from Operations (FFO) erhöhte sich aufgrund eines Anstiegs im operativen Cash Flow sowie höheren Zinsaufwendungen. Trotz einer Erhöhung des FFOs reduzierte sich aufgrund der erhöhten Nettoverschuldung die Net Debt Coverage von 39,0 % auf 38,0 %. Höhere Zinsaufwendungen in Kombination mit höheren FFOs reduzierten die Interest Cover von 8,2 auf 7,6.

Nettoverschuldung in Mio. EUR, Gearing in %

Zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos wird die Zinsbindungsstruktur in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen fix und variabel gehalten, wobei zu dessen Steuerung Zinsderivate eingesetzt werden. Der Durchschnittszinssatz der Finanzierungen lag per 30. September 2011 bei 4,06 %, die Duration bei 2,68 (Vorjahr: Durchschnittszinssatz von 3,56 %, Duration von 3,32).

Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2010/11 investierte die EVN überwiegend in langfristige Finanzanlagen und Vermögenswerte. Die langfristigen Wertpapiere, die mit 97,9 Mio. Euro um 6,2 Mio. Euro bzw. 6,0 % unter dem Vorjahresniveau von 104,1 Mio. Euro lagen, dienen überwiegend zur gesetzlichen Deckung der Pensionsrückstellungen.

Durch die im ersten Quartal 2010/11 durchgeführte Kapitalerhöhung sind Eigenmittel in Höhe von 175,5 Mio. Euro zugeflossen. Diese zusätzlichen Mittel und die bestehenden Liquiditätsreserven sind ausreichend, um vor allem den Finanzbedarf für die geplanten Investitionen zu decken und den Tilgungsverpflichtungen aus bestehenden Krediten nachzukommen. Dennoch

Fälligkeitsprofil in Mio. EUR

Lagebericht

werden laufend Finanzierungsalternativen geprüft, um die Fristenkonformität der Finanzierung sicherzustellen und Marktopportunitäten zu nützen.

Als Liquiditätsreserve besteht eine syndizierte Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro, die zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2010/11 zur Gänze ungenutzt war. Die Kreditlinie wird gegebenenfalls nur für kurzfristige Zwischenfinanzierungen verwendet, eine langfristige kontinuierliche Ausnützung der Kreditlinie ist grundsätzlich nicht geplant. Weiters bestehen seit Juli 2011 vertraglich vereinbarte bilaterale Kreditlinien in der Höhe von insgesamt 165,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von 3 bis 7 Jahren. Zum 30. September 2011 standen diese Kreditlinien in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Am 3. Oktober 2011 beschloss der Vorstand der EVN AG die Emission einer Anleihe in Höhe von 300,0 Mio. Euro und bereits am 6. Oktober 2011 wurde die Emission der Anleihe über die Börse abgeschlossen. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank AG, der Raiffeisen Bank International AG und Société Generale CIB begleitet. Die neue Anleihe hat mit einem Fälligkeitsdatum 13. April 2022 eine Laufzeit von 10,5 Jahren und weist eine Stückelung von EUR 1.000 auf. Der fixe Kupon wurde mit 4,25 % und der Emissionskurs mit 99,235 % festgelegt.

Am 14. Dezember 2011 wird die EUR-Anleihe mit einer ausständigen Nominale in Höhe von 257,4 Mio. Euro planmäßig getilgt.

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss auf Seite 91 abgebildet.

Im Juli 2011 hat die Ratingagentur Standard & Poor's das langfristige Credit Rating der EVN AG von "A–" bestätigt und den Ausblick mit "negativ" belassen. Das langfristige Credit Rating von "A3" und "stabiler" Ausblick wurde von Moody's im Juli 2011 ebenfalls bestätigt. Im Vergleich zu anderen Unternehmen des europäischen Energiesektors verfügt die EVN mit diesen Bewertungen nach wie vor über ein gutes Rating.

Geldflussrechnung

Im Geschäftsjahr 2010/11 liegt der Cash Flow aus dem Ergebnis von 478,1 Mio. Euro trotz eines niedrigeren Ergebnisses vor Ertragsteuern um 10,4 Mio. Euro bzw. 2,2 % über dem Vorjahr. In den gestiegenen unbaren Ergebniskomponenten stehen höhere Abschreibungen und niedrigere Ergebnisse aus den at Equity einbezogenen Unternehmen einem Rückgang der langfristigen Rückstellungen gegenüber.

2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9 –10,4 –3,8 226,0
Unbare Ergebniskomponenten 217,6 196,8 20,8 10,6 219,1
Cash Flow aus dem Ergebnis 478,1 467,7 10,4 2,2 445,1
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 78,3 67,0 11,3 16,8 –74,5
Zahlungen für Ertragsteuern –34,3 –35,5 1,1 3,2 –35,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 522,0 499,3 22,8 4,6 335,3
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –318,2 –335,8 17,6 5,2 –349,6
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –24,6 –24,6 –20,4
Veränderung bei Finanzanlagen und
übrigen langfristigen Vermögenswerten –333,3 –104,1 –229,2 –56,4
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren 164,5 –141,1 305,0 26,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –511,6 –581,0 –69,4 –11,9 –400,4
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 13,1 57,1 –44,0 –77,1 84,3
Cash Flow gesamt 23,5 –24,6 48,1 19,2
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 89,1 113,6 –24,5 –21,6 94,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,1 –0,1 0,3
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 112,6 89,1 23,5 26,4 113,6

*) Kleinbetrag

Der Cash Flow aus dem operativen Bereich konnte aufgrund einer gegenüber dem Vorjahr geringeren Bindung im Working Capital um 22,8 Mio. Euro bzw. 4,6 % auf 522,0 Mio. Euro verbessert werden.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich ging um 69,4 Mio. Euro bzw. 11,9 % auf –511,6 Mio. Euro zurück. Dem Kauf des 13 %igen Anteils an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH, den Kapitaleinzahlungen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen sowie dem Aufbau von Leasingforderungen im internationalen Projektgeschäft des Segments Umwelt stand der Rückgang der kurzfristig gehaltenen Wertpapiere gegenüber.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich in Höhe von 13,1 Mio. Euro war primär durch die im ersten Quartal 2010/11 durchgeführte Kapitalerhöhung der EVN AG in Höhe von 175,5 Mio. Euro, die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 71,8 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 33,7 Mio. Euro sowie den Rückgang von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 57,7 Mio. Euro geprägt.

Aus den genannten Entwicklungen resultierte ein positiver Cash Flow von 23,5 Mio. Euro (Vorjahr: –24,6 Mio. Euro), wodurch sich die liquiden Mittel auf 112,6 Mio. Euro erhöhten (Vorjahr: 89,1 Mio. Euro). Darüber hinaus standen zum Stichtag zusätzliche Finanzmittel in Form von kurzfristigen Wertpapierveranlagungen, überwiegend Cashfonds, in Höhe von 57,9 Mio. Euro (30. September 2010: 223,8 Mio. Euro), die nach IFRS nicht dem Fonds der liquiden Mittel zuzurechen sind, zur Verfügung. Die bereits erwähnten Kreditlinien insgesamt in Höhe von 765,0 Mio. Euro standen ebenfalls per 30. September 2011 in vollem Ausmaß zur Verfügung. In Summe verfügt die EVN demnach über ausreichende Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit; ihre Liquiditätssituation kann weiterhin als stabil beurteilt werden.

Investitionstätigkeit

Die EVN erhöhte im Berichtszeitraum die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 21,7 Mio. Euro bzw. 5,5 % auf 415,7 Mio. Euro. In der Erzeugung kam es vorwiegend zu einem Anstieg der Investitionen in Niederösterreich aufgrund der beiden Windparks Markgrafneusiedl und Tattendorf. Unverändert hoch zeigten sich die Investitionen im Netzbereich im niederösterreichischen Versorgungsgebiet, wobei der Bau der regionalen Erdgastransportleitungen "Süd- und Westschiene" im Fokus standen. Der leichte Anstieg der Investitionen im Segment Energiehandel und -vertrieb resultierte aus dem Ausbau des Wärme geschäfts in Niederösterreich. Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wurden die Investitionen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie für den Ausbau der Netz- und Zählertechnik in Südosteuropa fortgesetzt. Der Anstieg ist vor allem auf die Investitionen in die Cogeneration-Anlage in Plovdiv sowie den Aufbau der Gasversorgung in Kroatien zurückzuführen. Der Investitionsrückgang im Segment Umwelt erklärt sich aufgrund der im Vorjahr fertiggestellten Linie 3 der Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr.

Struktur der Investitionen in %

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Umwelt Energieversorgung Südosteuropa

Energiebeschaffung und -vertrieb

Netzinfrastruktur Inland

Erzeugung

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:

2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
1)
Investitionsschwerpunkte der EVN
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Erzeugung 66,4 45,2 21,2 47,0 63,4
davon kalorische Kraftwerke 6,5 7,2 –0,8 –10,4 31,5
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 51,6 5,4 46,2 3,5
davon erneuerbare Energie in Südosteuropa 8,4 32,4 –24,0 –74,1 28,3
Netzinfrastruktur Inland 160,9 156,5 4,5 2,9 161,5
davon Stromnetz 75,1 65,3 9,8 14,9 74,9
davon Gasnetz 70,0 75,6 –5,6 –7,5 82,6
davon Kabel-TV- und Telekombereich 12,8 11,5 1,3 11,0 3,9
Energiehandel und -vertrieb 25,3 21,5 3,8 17,6 32,5
davon Wärmeanlagen 24,3 18,8 5,6 29,8 29,2
Energieversorgung Südosteuropa 112,5 100,7 11,8 11,7 104,8
Umwelt 48,3 68,6 –20,2 –29,8 52,4
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 22,4 –22,4 29,2
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 33,0 33,9 –1,0 –2,9 5,1
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze,
Abwasserentsorgung 9,1 8,2 1,0 11,8 9,1
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 2,2 1,6 0,6 41,5 1,1
Summe 415,7 394,0 21,7 5,5 415,7

Mitarbeitende

1) nach Konsolidierung

Im Geschäftsjahr 2010/11 betrug der durchschnittliche Personalstand der EVN 8.250 Mitarbeitende, davon waren 55 Lehrlinge. Die EVN ist sich des hohen Stellenwerts von qualifizierten Mitarbeitenden bewusst, weshalb die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Mitarbeitenden einen Schwerpunkt des Personalmanagements bilden. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. Mit einem Gesamtaufwand von rund 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2010/11 pro Mitarbeitenden 313,7 Euro (Vorjahr: 314,1 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte von jährlich 27,1 Stunden pro Mitarbeitenden auf 22,1 Stunden gesteigert werden.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, ökonomische, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung der EVN in den nächsten Jahren bildet dabei eine noch stärkere Entwicklung in Richtung erneuerbare Energie. Bis 2020 will die EVN dreimal so viel Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie erzeugen wie im Berichtsjahr (2010/11: 1,2 TWh). Wasserkraftprojekte in Bulgarien und Albanien sind bereits in Bau bzw. in Planung. Langfristig hat sich die EVN das Ziel gesetzt, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (Geschäftsjahr 2010/11: 16,3 %) und gleichzeitig soll dabei der Anteil erneuerbarer Energieträger auf rund 50 % gesteigert werden (Geschäftsjahr 2010/11: 35,4 %).

Mitarbeitende Konzernlagebericht

Lagebericht

Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken sowie bei der Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien ein. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden rund 1,1 Mio. Euro für Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor allem in den Bereichen erneuerbare Energiequellen (z. B. Solarthermie, Biomasse-Versuchsanlage), Smart Metering, CCS-Technologien (z. B. CO2-Verwertung) und Demand Side Management verwendet.

Risikomanagement

Risikodefinition

Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäfts einheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risiko management erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.

Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur und Identifikation von neuen Risikopositionen; – Bewertung & Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnisverteilungen;
  • Berichterstattung: Übermittlung von Risikoberichten an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen;
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind.

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagement-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Interne Revision, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Controlling und Rechnungswesen. Die Interne Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikomanagements sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

Risikoprofil

Risiken im Energiebereich

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken und auch die Wasserführung jener Flüsse beeinflussen, an denen die EVN Wasserkraftwerke betreibt. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie, eine suboptimale bzw. nicht dem derzeitigen Marktumfeld entsprechende Beschaffungsstrategie sowie Preisdruck durch Mitbewerber können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie marktkonforme Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, die den EVN Konzern dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist die EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von der EVN nicht erteilt oder verlängert werden.

Risiken im Segment Umwelt

Die Risiken im Segment Umwelt betreffen die Abnahme der Nachfrage nach Abfallverwertungsleistungen des EVN Konzerns und Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltsegment ist die EVN zudem technologischen, Vertrags-, Counterparty- und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch Einsatz erfahrener Mitarbeitender, regelmäßige Fortbildungen und Trainings, effizientes Projektmanagement sowie durch den Einsatz von Absicherungsinstrumenten (u. a. Garantien).

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie strengere Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd- und Südosteuropas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Wesentlicher Einflussfaktor auf die mittel- bis langfristige Entwicklung der Marktrisiken der EVN im Bereich Energie ist die Energiepolitik (z. B. geplanter Atomkraftausstieg Deutschlands) und die daraus resultierende langfristige Entwicklung des Energiemixes. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen bzw. potenziellen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte. Die Prozessrisiken des Konzerns konnten im März 2011 durch den erzielten Vergleich betreffend das seit 2008 anhängige Gerichtsverfahren zwischen der staatlichen ELEM (Mazedonien) und der EVN gemindert werden. Dieser Vergleich kann als weiterer positiver Schritt zur Lösung aller offenen Punkte zwischen der mazedonischen Regierung und der EVN im Rahmen der vereinbarten "Road Map" betrachtet werden.

Finanzrisiken

Die EVN begegnet Zinsänderungs-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken mit einer umfassenden Treasury-Strategie und diesbezüglichen organisatorischen und methodischen Regelungen, die unter anderem auch tägliche Risikoanalysen und den Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten umfassen. Den Kredit- bzw. Forderungsausfallsrisiken wird mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen, erfolgreiche Kreditaufnahmen und Anleiheplatzierung sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien) ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko vorzubeugen.

Gesamtrisikoprofil

Bedingt durch die Strategie des Konzerns, die für die nächsten Jahre primär die Stärkung des Kerngeschäfts sowie selektives Wachstum vorsieht, verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Risiken können dabei neben der Tätigkeit im Heimmarkt Niederösterreich und der bereits bestehenden Geschäftsfelder in Südosteuropa auch aus ausgewählten Wachstumsprojekten entstehen. Unter anderem aufgrund des diversifizierten Geschäftsportfolios der EVN wurden im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugs- und Absatzpreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2 -Emissions zertifikate und Biomasse

  • Fixpreisvereinbarungen, auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungsstrategie, Absicherungsgeschäfte

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungs beiträge

  • Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerks kapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netz betriebs im Netztarif durch den Regulator

  • Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen

Mengenrisiko

Sinkende Nachfrage nach Produkten bzw. Leistungen der EVN, Rückgang der Eigenerzeugungsmenge u. a. aufgrund veränderter Wasserführung

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäfts partner zugesagten Leistung

  • Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktions kapazitäten

  • Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss, nicht währungskonforme Finanzierung von Tochtergesellschaften

Finanzierung in JPY und CHF

  • Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

  • Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

  • Vertretungen im Aufsichtsrat bzw. Gesellschafter-/Risikoausschüssen der jeweiligen Beteiligungs gesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten

  • Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, steigender

Zinsaufwand, Wertveränderung der variabel verzinsten Finanz instrumente

-Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Impairmentrisiken

Abschreibung von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. Kraftwerken

Inflations-/Deflationsrisiko

Risiko des Schlagendwerdens von Garantien

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

  • Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten, eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte, ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

  • Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung (u. a. durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze)

  • Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

  • Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken

Gesetzgebung/Politisches Risiko

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen und des regulatorischen Umfelds (z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rahmen bedingungen in Südosteuropa)

  • Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

  • Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen, Rechtsberatung

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung

Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption

  • Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südost europa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

    • Weitestgehend vertragliche Absicherung
  • der wirtschaft lichen Parameter

Planungsrisiko

Modellrisiko, Treffen von falschen bzw. unvollständigen Annahmen

  • Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitenden, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste bzw. unbewusste Fehldarstellungen von Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten

  • Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeit modelle, Schulungen, Konzerntage, risikoorientiertes internes Kontrollsystem (RIKS)

Co-Investment-Risiko

Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Groß projekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen

  • Vertragliche Absicherung, effizientes Projekt management

Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

  • Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und implementiert. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO-Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrundegelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen jene Prozesse definiert, die für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen diese Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird in SAP-FI geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt in Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden im Sinne der kontinuierlichen Weiterentwicklung des RIKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine RIKS-Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgeLagebericht

sehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)

  1. Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital wurde mit der Durchführung der Kapitalerhöhung von 300,0 Mio. Euro um 10,0 % auf 330,0 Mio. Euro erhöht. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,00 Euro festgelegt, die Bezugsfrist für die Aktionäre der EVN AG lief vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2010. Der EVN floss aus der Kapitalerhöhung ein Nettoemissionserlös von 175,5 Mio. Euro zu, der zur Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte verwendet wurde.

Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden 129.875 neue Aktien berechtigten Mitarbeitenden zugeteilt und 6.624.843 neue Aktien oder 40,5 % aller neu ausgegebenen Aktien im Rahmen der Vorabplatzierung mit institutionellen Investoren platziert.

Per 30. September 2011 betrug somit das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.

  1. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.

  2. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Der zweitgrößte Aktionär der EVN AG, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, hat am 5. November 2010 gemäß § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass er bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG seine Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

Per 30. September 2011 verfügt die EVN AG über 398.260 eigene Aktien, die in Summe rund 0,22 % des Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen (30. September 2010: 467.328 Stück bzw. 0,29 % des Grundkapitals). Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien erfolgte unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Der Vorstand der EVN AG hat am 21. Juni 2011 beschlossen, maximal 146.000 der eigenen Aktien umzuwidmen, um diese an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter verbundener Unternehmen (EVN Netz GmbH und evn wasser Gesellschaft m.b.H.) anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Am 4. August 2011 wurden insgesamt 69.068 Stückaktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Arbeitnehmer außerbörslich übertragen. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz. Bei EVN AG besteht derzeit kein Aktienoptionsprogramm.

  1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.

    1. Mitarbeitende, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften aufgrund der Eigentumsverhältnisse insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.

Am 20. Jänner 2011 hat der Aufsichtsrat der EVN AG Dr. Peter Layr zum neuen Sprecher des Vorstands ernannt. Er folgte in dieser Funktion Dr. Burkhard Hofer nach, der zu diesem Stichtag einvernehmlich aus dem Vorstand der EVN AG ausgeschieden ist. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, wurde per 20. Jänner 2011 vom Aufsichtsrat für fünf Jahre in den Vorstand der EVN AG bestellt.

In der 82. Hauptversammlung der EVN am 20. Jänner 2011 wurde eine Reduktion der Anzahl der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat, die von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden, von 13 auf zehn Mitglieder beschlossen. Die Wahl erfolgt auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Dauer. Einschließlich der Reduktion der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von sieben auf fünf reduzierte sich am 20. Jänner 2011 die Gesamtzahl der EVN Aufsichtsräte von zuvor 20 auf 15 Mitglieder. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 20. Jänner 2011 wurde Dr. Burkhard Hofer zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

    1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Z 7 UGB.
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitenden für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011/12

Der Geschäftserfolg der EVN wird im Bereich Energie vor allem von den Stromhandelspreisen auf den europäischen Spot- und Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2 -Emissionszertifikate bestimmt. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Energieabsatzmengen aus. Im Bereich Umwelt steht die Nachfrage im internationalen Projektgeschäft in Abhängigkeit zur finanziellen Ausstattung öffentlicher Institutionen. Zusätzlich können Großprojekte aufgrund ihres Charakters zu Schwankungen in der Ergebnisrealisierung führen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen. Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges hängt der Ergebnisbeitrag vor allem von der Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und VERBUND AG ab.

Die folgenden Tarifänderungen werden sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf die Geschäftsentwicklung der EVN auswirken: Im Zuge der Anreizregulierung hat die E-Control-Kommission per 1. Jänner 2011 die Stromnetztarife um durchschnittlich 1,0 % und die Gasnetztarife um durchschnittlich 10,6 % erhöht. Die langfristig orientierte Einkaufspolitik der EVN ermöglicht es, die Strompreise für Endkunden seit 1. November 2008, trotz der hohen Volatilitäten an den internationalen Energiemärkten, weiterhin stabil zu halten. Nachdem die Gaspreise an Endkunden zuletzt im Dezember 2009 gesenkt wurden und der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis aufgrund einer 60 %igen Rohölpreiserhöhung deutlich angestiegen ist, war eine Erhöhung der Gaspreise per 1. April bzw. 1. Oktober 2011 um 8,9 % bzw. 5,8 % betriebswirtschaftlich unumgänglich.

In Mazedonien hat per 1. März 2011 der Regulator die Absatzpreise für Strom um rund 5,5 % erhöht, von der Gesamterhöhung entfielen 89,6 % auf die EVN Macedonia. In Bulgarien wurden per 1. Juli 2011 die Endkundenpreise für Strom um 1,9 % angehoben, die Preise für den für die EVN relevanten Energiebezug sowie die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Weiters hat der Regulator eine Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme um 6,8 % genehmigt. Der Gasbezugspreis stieg um 4,7 %.

Die für das Geschäftsjahr 2011/12 erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung resultiert demnach aus folgenden Faktoren:

  • Der Geschäftserfolg im Segment Erzeugung wird von den außerordentlich ungünstigen Marktbedingungen für die thermischen Kraftwerke geprägt sein. Es werden nach wie vor niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet. Der Beitrag aus der Erzeugung aus erneuerbarer Energie sollte aufgrund neuer Kapazitäten steigen. In Summe sollte im Segment ein Ergebnis realisiert werden können, das auf dem Niveau des Vorjahres liegt.
  • Im Segment Netzinfrastruktur Inland wird unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs und trotz Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden mit stabilen Strom- und Gasabsätzen gerechnet. Hinsichtlich der Tarifgestaltung werden keine nennenswerten negativen Einflüsse auf die Netzerlöse erwartet. Infolge höherer Abschreibungen und leicht sinkender Umsatzerlöse im Strom- und Gasnetzbereich wird trotz einer steigenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich sowie weiterer interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen mit einem leicht rückläufigen Ergebnis gerechnet.
  • Im Segment Energiehandel und -vertrieb wird, unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs, im Gas- und Wärmebereich ein leichter Absatzrückgang im Vergleich zum relativ kalten Vorjahr 2010/11 erwartet. Aufgrund der Erhöhung der Endkundenpreise für Gas per 1. April und 1. Oktober 2011 wird jedoch mit einem leicht höheren Umsatz gerechnet. Aufgrund der nach wie vor ungünstigen Marktsituation in Bezug auf die Stromvermarktung und dem Wegfall positiver Einmaleffekte sowie hoher Volatilitäten der Strommärkte wird jedoch von einem deutlichen Ergebnisrückgang ausgegangen.
  • Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird mit einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung gerechnet. Unterstützt werden sollte diese Annahme vom planmäßig fortgesetzten Restrukturierungs- und Integrationsprozess, der weitere Effizienzsteigerungen sowie eine konsequente Reduktion der Netzverluste anstrebt. Die positiven Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen, die höheren Tarife in Bulgarien und Mazedonien, die Änderung des Energiegesetzes in Mazedonien sowie die Inbetriebnahme der Cogeneration-Anlage in Bulgarien werden ebenfalls positive Impulse liefern. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird jedoch auch von der erfolgreichen Bewältigung der Marktliberalisierung abhängen.
  • Die positive Entwicklung im Segment Umwelt sollte sich unter der Annahme, dass der Auftragseingang von der Konjunktur nicht negativ beeinflusst wird, aufgrund des hohen aktuellen Auftragswerts von über 1,3 Mrd. Euro für internationale Projekte sowohl umsatz- als auch ertragsmäßig fortsetzen.
  • Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird mit einer leichten Ergebnisverbesserung gerechnet, wenngleich diese Erwartung in sehr starker Abhängigkeit zur weiteren Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und VERBUND AG stehen wird.

Bei Eintreten der genannten Prämissen wird für das Geschäftsjahr 2011/12 in Summe mit Umsatzerlösen und einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet. Das Finanzergebnis sollte das Niveau des Vorjahres übertreffen können, wird jedoch in hohem Ausmaß von der energiewirtschaftlichen Entwicklung bei den Beteiligungsunternehmen und der Stabilisierung des Geld- und Kapitalmarktes abhängig sein. Das Konzernergebnis sollte somit in Summe trotz erwarteter schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit der wertorientierten Unternehmensstrategie angestrebt.

Für das Geschäftsjahr 2011/12 plant die EVN ein ähnliches Niveau der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als im Berichtsjahr. Die Investitionsschwerpunkte liegen unverändert in der Netzinfrastruktur In- und Ausland sowie erneuerbarer Erzeugung.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

EVN AG Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Konzernabschluss 2010/11

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Bilanz 60
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 61
Gesamtergebnisrechnung 61
Konzern-Geldflussrechnung 62
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 63
Segmentberichterstattung 64
Konzernanhang 66
Grundsätze der Rechnungslegung
68
Konsolidierung
71
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
83
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
97
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
101
Sonstige Angaben
111
Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
und at Equity einbezogenen Unternehmen
Beteiligungen der EVN 112
Bestätigungsvermerk 118

Konzern-Bilanz

Erläuterung 30.09.2011
Mio. EUR
30.09.2010
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 25 410,5 361,0
Sachanlagen 26 2.938,9 2.818,2
At Equity einbezogene Unternehmen 27 992,1 734,0
Sonstige Beteiligungen 27 892,4 1.077,8
Aktive latente Steuern 39 9,7 6,5
Übrige Vermögenswerte 28 839,3 744,8
6.083,0 5.742,1
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 29 106,3 135,7
Forderungen 30 479,7 506,0
Wertpapiere 31 57,9 223,8
Liquide Mittel 57 143,4 123,5
787,4 989,1
Summe Aktiva 6.870,4 6.731,2
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 32 – 36 2.814,3 2.679,5
Nicht beherrschende Anteile 37 361,7 345,7
3.176,0 3.025,3
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 38 1.591,3 1.726,4
Latente Steuerverbindlichkeiten 39 177,0 227,1
Langfristige Rückstellungen 40 436,9 450,0
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 41 437,9 397,9
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 42 68,9 63,1
2.712,0 2.864,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 43 311,6 205,2
Steuerverbindlichkeiten 44 82,6 63,0
Lieferantenverbindlichkeiten 45 368,0 339,3
Kurzfristige Rückstellungen 46 80,8 120,6
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 47 139,4 113,2
982,4 841,5
Summe Passiva 6.870,4 6.731,2

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung 2010/11
Mio. EUR
2009/10
Mio. EUR
Umsatzerlöse
48
2.729,2 2.752,1
Sonstige betriebliche Erträge
49
101,6 69,7
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
50
–1.879,7 –1.914,5
Personalaufwand
51
–323,3 –329,2
Abschreibungen
52
–252,8 –229,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen
53
–156,3 –161,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 218,7 187,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 62,9 61,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 26,6 54,7
Zinserträge 37,6 37,5
Zinsaufwendungen –78,8 –69,4
Sonstiges Finanzergebnis –6,5 –0,8
Finanzergebnis
54
41,8 83,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9
Ertragsteuern
55
–27,9 –42,1
Ergebnis nach Ertragsteuern 232,6 228,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 189,7 207,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,9 21,8
Ergebnis je Aktie in EUR1)
56
1,07 1,27
Dividende je Aktie in EUR 0,412) 0,40

1) Verwässert ist gleich unverwässert

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2010/11 2009/10
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 232,6 228,7
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen –2,0 –0,1
Marktbewertung von anderen Beteiligungen –185,5 –330,9
Cash Flow Hedges –7,1 5,8
at Equity einbezogenen Unternehmen –13,3 –5,4
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
vor Ertragsteuern –207,8 –330,6
darauf entfallende Ertragsteuern2) 48,1 81,2
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
nach Ertragsteuern –159,7 –249,4
Gesamtergebnis der Periode 72,9 –20,6
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 30,6 –44,8
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,2 24,1

1) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von EUR 0,41 pro Aktie vorgeschlagen.

2) Die Ertragsteuern verteilen sich wie folgt auf die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse: Marktbewertung von anderen Beteiligungen: 46,4 Mio. Euro (Vorjahr: 82,7 Mio. Euro), Cash Flow Hedges: 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: –1,5 Mio. Euro).

Konzern-Geldflussrechnung

Erläuterung 30.09.2011
Mio. EUR
30.09.2010
Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9
+ Abschreibungen/– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 52 252,8 229,3
–/+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen 27 12,3 –7,0
+ Verluste/– Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen 0,5 1,2
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –2,8 0,7
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 49 –32,1 –32,1
– Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 57 0,1 –0,5
+ Zunahme von langfristigen Rückstellungen 40 –13,1 5,2
Cash Flow aus dem Ergebnis 478,1 467,7
+ Abnahme/– Zunahme der Vorräte und Forderungen 64,8 81,1
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen –39,9 37,0
+ Zunahme/– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten 53,4 –51,1
– Zahlungen für Ertragsteuern –34,3 –35,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 522,0 499,3
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 57 5,5 2,9
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 72,2 50,9
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 48,7 50,9
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 415,5 40,5
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 4 –24,6
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –395,8 –389,6
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –382,0 –155,1
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –251,0 –181,6
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –511,6 –581,0
+ Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen 175,5 0,8
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 34 –71,8 –60,3
– Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter 57 –33,7 –22,5
+ Verkauf/– Erwerb eigener Anteile 0,8 0,8
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 24,6 239,3
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –82,3 –101,0
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 13,1 57,1
Cash Flow gesamt 23,5 –24,6
Fondsveränderungen 57
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 89,1 113,6
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 112,6 89,1
Cash Flow gesamt 23,5 –24,6

*) Kleinbetrag

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
gem. IAS 39
Unter
schiedsbetrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Anteile der
Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2009 300,0 108,4 1.661,4 725,4 –3,4 –8,0 2.783,8 343,4 3.127,2
Gesamtergebnis der Periode 207,0 –251,6 –0,1 –44,8 24,1 –20,6
Kapitaleinzahlung von nicht
beherrschenden Anteilen
0,8 0,8
Dividende 2008/09 –60,3 –60,3 –22,5 –82,8
Verkauf eigener Anteile –0,2 1,0 0,8 0,8
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–0,0 –0,0 –0,0
Stand 30.09.2010 300,0 108,3 1.808,0 473,8 –3,5 –7,0 2.679,5 345,7 3.025,3
Gesamtergebnis der Periode 189,7 –157,1 –2,0 30,6 42,2 72,9
Kapitalerhöhung 30,0 145,5 175,5 175,5
Dividende 2009/10 –71,8 –71,8 –33,7 –105,4
Verkauf eigener Anteile –0,2 1,0 0,8 0,8
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–0,4 –0,4 7,4 7,0
Stand 30.09.2011 330,0 253,5 1.925,5 316,7 –5,5 –6,0 2.814,3 361,7 3.176,0

Segmentberichterstattung

I Erzeugung I
Inland
Netzinfrastruktur I
-vertrieb
Energiehandel und I
Südosteuropa
Energieversorgung
I
Segmentergebnis
Mio. EUR
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Außenumsatz 24,1 25,6 423,5 428,9 1.113,5 1.139,3 834,2 862,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 73,0 93,0 55,2 60,0 50,8 47,9 0,1
Gesamtumsatz 97,1 118,6 478,8 488,9 1.164,3 1.187,2 834,3 862,2
Operativer Aufwand –65,0 –66,2 –288,3 –297,5 –1.060,4 –1.130,0 –747,4 –793,2
EBITDA 32,1 52,5 190,4 191,4 103,9 57,3 86,8 69,0
Abschreibungen –35,7 –34,0 –98,8 –96,8 –15,1 –13,9 –77,1 –60,4
davon Wertminderungen –40,6 –10,7 –1,3 –1,1 –17,7
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT) –3,6 18,5 91,7 94,6 88,8 43,4 9,7 8,6
EBIT-Marge (%) –3,7 15,6 19,1 19,4 7,6 3,7 1,2 1,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen
–24,0 –2,0 1,1 0,4 4,4 10,2
Zinsergebnis –9,5 –8,5 –11,3 –11,9 –3,2 –2,5 –18,2 –16,9
Finanzergebnis –32,9 –7,1 –11,1 –13,2 1,8 8,0 –19,6 –19,1
Ergebnis vor Ertragsteuern –36,5 11,4 80,5 81,5 90,6 51,4 –9,8 –10,5
Firmenwerte 1,8 1,3 2,5 2,5 161,3 170,9
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
297,2 63,3 1,8 49,7 51,4
Gesamtvermögen 745,9 458,0 1.673,2 1.620,7 634,1 665,0 1.140,1 1.089,7
Gesamtschulden 484,7 258,5 1.144,7 1.093,4 363,9 367,8 812,0 768,0
Investitionen1) 70,8 48,9 160,9 156,5 25,3 21,5 112,5 100,7
Strategische
Beteiligungen und
I Umwelt
I
Sonstiges
I
Konsolidierung I
Summe
I
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Außenumsatz 329,8 268,7 4,0 27,4 2.729,2 2.752,1
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 17,1 16,7 59,4 64,0 –255,6 –281,7
Gesamtumsatz 346,9 285,4 63,4 91,4 –255,6 –281,7 2.729,2 2.752,1
Operativer Aufwand –278,0 –233,1 –72,3 –95,4 253,7 279,8 –2.257,7 –2.335,5
EBITDA 68,9 52,3 –8,9 –4,1 –1,9 –1,9 471,4 416,6
Abschreibungen –26,0 –24,3 –2,0 –1,8 1,9 1,9 –252,8 –229,3
davon Wertminderungen –0,6 –0,4 –0,1 –60,3 –12,2
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 42,9 28,0 –10,8 –5,9 218,7 187,3
EBIT-Marge (%) 12,4 9,8 –17,1 –6,4 8,0 6,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen
10,8 11,7 70,6 41,3 62,9 61,6
Zinsergebnis 0,1 5,2 1,2 2,7 –41,1 –31,9
Finanzergebnis 11,8 18,5 94,4 97,7 –2,7 –1,3 41,8 83,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 54,8 46,5 83,6 91,9 –2,7 –1,3 260,5 270,9
Firmenwerte 41,5 41,5 207,2 216,4
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
68,8 60,6 576,4 556,9 992,1 734,0
Gesamtvermögen 1.450,1 1.345,2 2.761,3 2.854,2 –1.534,2 –1.301,6 6.870,4 6.731,2
Gesamtschulden 1.077,7 1.004,5 1.256,2 1.427,1 –1.444,8 –1.213,5 3.694,4 3.705,9
Investitionen1) 48,3 68,6 2,2 1,6 –4,4 –3,6 415,7 394,0

1) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR 2010/11 2009/10
Strom 1.791,7 1.903,1
Gas 385,7 351,0
Wärme 114,7 108,2
Umweltdienstleistungen 329,8 268,7
Sonstige 107,3 121,1
Gesamt 2.729,2 2.752,1
Segmentinformationen nach Regionen – Umsatz Mio. EUR 2010/11 2009/10
Österreich 1.642,9 1.700,6
Mittel- und Osteuropa 252,0 189,2
Südosteuropa 834,3 862,3
Gesamt 2.729,2 2.752,1
Segmentinformationen nach Regionen –
Langfristige Vermögenswerte
Mio. EUR
Immaterielle
Vermögenswerte
2010/11
Sachanlagen
Immaterielle
Vermögenswerte
2009/10
Sachanlagen
Österreich 145,3 2.085,2 85,4 2.007,9
Mittel- und Osteuropa 43,0 91,4 43,1 66,7
Südosteuropa 222,2 762,4 232,4 743,6
Gesamt 410,5 2.938,9 361,0 2.818,2

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens und Mazedoniens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 16 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungsund Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Der Konzernabschluss wird zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von §245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2010/11 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Interpretationen
IFRIC 15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien 01.01.2010
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 01.11.2009
IFRIC 18 Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden 01.11.2009
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 01.07.2010
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 10 Ereignisse nach der Berichtsperiode 01.11.2009
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 01.02.2010
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 01.11.2009/01.01.2010/01.07.2010
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 01.01.2010
IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 01.11.2009
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 01.07.2010
IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält 01.01.2010
Diverse Annual Improvements 2007–2010 01.01.2010/01.07.2010

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei EVN fallen erhaltene Baukostenbeiträge zum Teil unter den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Die Bilanzierungs- und Bewertungsregeln der EVN stehen im Einklang mit IFRIC 18. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die neuen Interpretationen von IFRIC 15, IFRIC 17 und IFRIC 19 lösten keine Änderungen im Konzernabschluss von EVN aus. Gleiches gilt für die Änderungen der Standards IAS 10, IAS 32, IFRS 1, IFRS 2, IFRS 5, IFRS 7 und IFRIC 4 sowie die "Annual Improvements 2009 und Annual Improvements 2010".

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, zum Großteil von der EU übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.20131)
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.20131)
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen 01.01.20131)
IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen 01.01.20131)
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwertes 01.01.20131)
IFRIC 20 Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Tagebergbau 01.01.20131)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 01.07.20121)
IAS 12 Ertragsteuern 01.01.20121)
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.20131)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 01.01.20112)
IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse 01.01.20131)
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 01.01.20131)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 01.07.20111)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 01.07.20111)
IFRS 8 Geschäftssegmente 01.01.20112)
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts,
Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung
01.01.20112)
Diverse Annual Improvements 2009–2010 01.01.20102)/01.01.20112)

1) Die Standards, die von der EU noch nicht übernommen wurden, sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.

Die Auswirkung der Anwendung der neuen IFRS 10 und 11 wird aktuell geprüft. Es kann noch keine Aussage betreffend der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EVN Konzern getroffen werden.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesent lichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0 % der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein beherrschender Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Leitung in Abstimmung mit einem oder mehreren konzernfremden Unternehmen) erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizu legenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außen umsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2011 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 28 inländische und 35 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 26 inländische und 34 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 35 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 35) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der Energie-Allianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird EVN KG aufgrund der sondervertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen.

Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,5 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 112 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.09.2009 53 5 14 72
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 8 1 9
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2010 60 5 15 80
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 3 3 6
Änderung der Konsolidierungsart 1 –1 0
Verschmelzung –1 –1
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2011 63 5 16 84
davon ausländische Unternehmen 35 5 40

Im ersten Quartal 2010/11 hat die EVN gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG an der Kapitalerhöhung der VERBUND AG, Wien, teilgenommen. Für diese Zwecke wurde ab dem ersten Quartal 2010/11 die EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf, als 100,0 %-Tochter der EVN vollkonsolidiert und die WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf, an der EVN WEEV 50,0 % der Anteile hält, at Equity einbezogen.

Die evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH, Maria Enzersdorf, an der EVN 100,0 % der Anteile hält, wurde im 4. Quartal 2011/11 erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Diese hat im Juli 2011 13,0 % an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH, Töging am Inn, Deutschland, erworben, welche aufgrund Vorliegen wesentlicher Bestimmungsrechte at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wird.

Die 49,99 %ige Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien, einem Gemeinschaftsunternehmen zwischen VERBUND AG und EVN, wurde im 4. Quartal 2010/11 erstmals at Equity einbezogen. Die Gesellschaft hält nunmehr indirekt über die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH 100,0 % der Anteile an der Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien ("Ashta"). Energji Ashta SHPK, die die Planung, den Bau und den Betrieb von zwei Wasserkraftwerken am nordalbanischen Fluss Drin zum Gegenstand hat, wurde daher entkonsolidiert.

Mit Unterzeichnung des Anteilskaufvertrags am 23. Dezember 2010 erfolgte die Übernahme der restlichen 50,0 % der Geschäftsanteile an der bisher at Equity einbezogenen NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H, Maria Enzersdorf, (NÖKOM). NÖKOM erbringt Telekommunikationsdienstleistungen an den öffentlichen Bereich in Niederösterreich. In weiterer Folge fand mit dem Generalversammlungsbeschluss vom 28. März 2011 die Verschmelzung der NÖKOM mit der Konzerntochter Kabelsignal AG statt.

Neben der Übernahme der restlichen 50,0 % der Geschäftsanteile an der NÖKOM im Dezember 2010, erfolgte im Juli 2011 der Erwerb von 70,0 % der Anteile an der Hydro Power Company Gorna Arda AD, Sofia, Bulgarien zu einem Kaufpreis von 17,9 Mio. Euro, über die gemeinsam mit dem staatlichen Stromproduzenten NEK ein Wasserkraftwerksprojekt verfolgt wird.

Die Auswirkungen aus dem Unternehmenserwerb im Konzern-Zwischenabschluss auf die Umsatzerlöse und das Ergebnis nach Ertragsteuern sind unwesentlich. Aus der Bewertung der bisher gehaltenen Eigentumsanteile (Altanteile) mit dem beizulegenden Zeitwert der NÖKOM ergab sich ein Ergebniseffekt von +1,3 Mio. Euro, der im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten ist.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe Mio. EUR 2010/111)
Langfristige Vermögenswerte 33,5
Kurzfristige Vermögenswerte 5,8
39,2
Eigenkapital 34,6
Langfristige Schulden 4,0
Kurzfristige Schulden 0,7
1) Im Geschäftsjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb statt. 39,2

Am 22. Oktober 2010 erfolgte der Erwerb der restlichen 30,0 % der Anteile an der EVN ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien, die bereits bisher als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurde. Die Gesellschaft wurde in EVN Kavarna EOOD umbenannt.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2010/11 von –2,0 Mio. Euro (Vorjahr: –0,1 Mio. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

5. Währungsumrechnung 2010/11 2009/10
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 140,44000 139,79310 137,11000 137,50692
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,44170 7,45359 7,45190 7,44475
Kroatische Kuna 7,49950 7,40890 7,30580 7,26822
Mazedonische Denar 61,50400 61,54648 61,63630 61,41737
Polnische Zloty 4,40500 4,02738 3,98470 4,05782
Russische Rubel 43,35000 41,01365 41,69230 40,94292
Serbische Denar 101,17320 103,17708 105,10320 99,82690

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungs dauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen gemäß IFRIC 12 werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungs dauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10 – 50
Leitungen 15 – 50
Maschinen 10 – 33
Zähler 5 – 40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fort geschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buch werte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value- Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Fir menwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Wenn solche vorliegen, so ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Optionen, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinnund-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Zertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Zertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen werden. Diese sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einer nachhaltigen Verschlechterung des Werts werden Abschreibungen vorgenommen. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasing geschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wert änderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfalls risiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

15. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren und den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitenden, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeitenden, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitenden selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeitenden wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeitende bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitenden sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeitender und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen angeführt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam angesetzt werden.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pen sionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" errechnet.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeitende österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mit arbeitenden der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungs umfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam erfasst.

Bei Mitarbeitenden österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mit arbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 38. Lang fristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitions zuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build. Own. Operate. Transfer.) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

20. Ertragsteuersätze
%
2010/11 2009/10
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland1) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien2) 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 10,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 10,0 10,0
Slowenien 20,0 20,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert. 2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

Weiters ist Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen jährlich zu entrichten.

In Mazedonien unterliegen nur ausgeschüttete Gewinne der Körperschaftsteuer in Höhe von 10,0 %. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden nicht besteuert. Unabhängig von der Ausschüttung unterliegen steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen jedoch jedenfalls einer jährlichen Besteuerung.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde vom österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen geschaffen. Die EVN macht durch die Bildung von fünf Gruppen davon Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppen träger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf eventuelle, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Stromverteilung Bulgarien, Wärmeerzeugung und -verkauf Bulgarien, Stromverteilung Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungs anlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden wie im Vorjahr mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7 %, angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zu ordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungs leasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungs methoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens, der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

24. Segmentberichterstattung

In Hinblick auf die verpflichtende Anwendung von IFRS 8 "Geschäftssegmente" ab dem 01. Jänner 2009 (EVN-Geschäftsjahr 2009/10) berichtet EVN bereits ab dem 1. Quartal 2009/10 in neuer Segmentierung. In Übereinstimmung mit IFRS 8 wurde bereits zu diesem Zeitpunkt die Segmentberichterstattung dahingehend adaptiert, dass die Identifizierung der operativen Segmente nunmehr ausschließlich auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen erfolgt (Management Approach). Die vormaligen Business Units des ehemaligen Segments Energie werden fortan als eigenständige Segmente vollumfänglich dargestellt, womit die nunmehrige Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Netzinfrastruktur Inland", "Energiehandel und -vertrieb", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" der internen Berichtstruktur vollständig entspricht. Die Segmentinhalte bleiben trotz angepasster Segmentbezeichnungen und zukünftig detaillierterer Berichterstattung unverändert.

Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht im Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (zur Segmentzuordnung bzw. Abrechnung intersegmentärer Transaktionen siehe sogleich Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise).

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen
und erneuerbaren Energien an österreichischen
und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze
sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern,
Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden
und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion
und -verkauf
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden
in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeerzeugung und
-verkauf in Bulgarien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung,
thermische Abfall verwertung in Österreich sowie
internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen,
Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Regionen (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Regionen erfolgt nach dem Bestimmungslandprinzip, indem die Umsätze jenen Ländern zugerechnet werden, in welchen die Leistung erbracht wird. Die Region Südosteuropa umfasst Bulgarien und Mazedonien, Mittel- und Osteuropa umfasst die europäischen Staaten, in denen die EVN tätig ist, exklusive Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2010/11 ergaben.

25. Immaterielle Vermögenswerte

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger sowie der B.net ausgewiesen.

Zum 30. September 2011 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,5 Mio. Euro) zu Buche.

Im Geschäftsjahr 2010/11 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 bei Strombezugsrechten an den Donaukraftwerken einen Zuschreibungsbedarf von 31,2 Mio. Euro. Verantwortlich dafür ist die gestiegene Attraktivität von Wasserkraftwerken verglichen mit thermischen Erzeugungsquellen. Aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen im Wärmebereich, durch den Regulator in Bulgarien, wurde eine Wertminderung des Firmenwerts der TEZ Plovdiv um 9,2 Mio. Euro erforderlich.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden insgesamt 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

In Kroatien besteht eine Dienstleistungskonzession gemäß IFRIC 12 betreffend die Gasversorgung, die von der EVN Croatia Plin mit drei Gespanschaften (Zadar, Split und Sibenik) abgeschlossen wurde. Diese Konzession umfasst die Planung, die Errichtung, die Finanzierung, den Betrieb und die Instandhaltung des Gasverteilungsnetzes sowie die Gasversorgung. Das Projekt ist als BOOT-Modell ausgestaltet und hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Im Fall der Gespanschaft Split muss das Gasverteilungsnetz samt aller Rechte und Verträge nach Konzessionsende an den Konzessionsgeber abgetreten werden. Bei den Gespanschaften Zadar und Sibenik bestimmt der Konzessionsgeber, wer die Eigentumsrechte nach Konzessionsende übernehmen darf. Ein ordentliches Kündigungsrecht besteht nicht. Die Gegenleistungsansprüche wurden als immaterieller Vermögenswert bilanziert, da das Gas am freien Markt verkauft wird.

25. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2010/11 Mio. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2010 216,4 375,8 592,2
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 32,7 32,7
Zugänge 9,7 9,7
Abgänge –4,6 –4,6
Umbuchungen –2,2 –2,2
Bruttowert 30.09.2011 216,4 410,1 626,5
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 –231,2 –231,2
Währungsdifferenzen
Konsolidierungskreisänderungen
Planmäßige Abschreibungen –15,0 –15,0
Außerplanmäßige Abschreibungen –9,2 –9,2
Zuschreibung 31,2 31,2
Abgänge 4,3 4,3
Umbuchungen 3,8 3,8
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –9,2 –206,8 –216,0
Nettowert 30.09.2010 216,4 144,6 361,0
Nettowert 30.09.2011 207,2 203,3 410,5
*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2009/10 Mio. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Summe Bruttowert 30.09.2009 216,6 368,2 584,7 Währungsdifferenzen –0,2 –0,0*) –0,2 Konsolidierungskreisänderungen – –0,0*) –0,0*) Zugänge – 6,5 6,5 Abgänge – –0,8 –0,8 Umbuchungen – 2,1 2,1 Bruttowert 30.09.2010 216,4 375,8 592,2

Kumulierte Abschreibungen 30.09.2009 –219,6 –219,6
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –12,5 –12,5
Abgänge 0,8 0,8
Umbuchungen –0,0*) –0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2010 –231,2 –231,2
Nettowert 30.09.2009 216,6 148,6 365,2
Nettowert 30.09.2010 216,4 144,6 361,0

*) Kleinbetrag

26. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 5,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 2,00 % – 8,50 % (Vorjahr: 1,25 % – 8,50 %).

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 70,6 Mio. Euro (Vorjahr: 71,3 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 17,7 Mio. Euro (Vorjahr: 16,0 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr 2010/11 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf bei den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg von 38,4 Mio. Euro. Aufgrund der nachhaltig schwierigen Marktsituation war dieser Schritt erforderlich. Im Wärmebereich in Bulgarien ergab sich zusätzlich zur Wertminderung des Firmenwertes der TEZ Plovdiv die Notwendigkeit der außerordentlichen Abschreibung von Sachanlagen und des Kraftwerkstandortes Plovdiv in Höhe von 8,5 Mio. Euro. Bei den übrigen Anlagen war ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro, davon 10,7 Mio. Euro bei der EVN Kavarna) gegeben.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 361,0 Mio. Euro (Vorjahr: 305,8 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärme netzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 19,6 Mio. Euro (Vorjahr: 21,1 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen unverändert gegenüber dem Vorjahr einen Buchwert von 116,6 Mio. Euro auf.

26. Entwicklung der Sachanlagen
Andere Anlagen,
Geschäftsjahr 2010/11 Mio. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2010 649,0 2.964,3 1.934,4 185,3 229,1 316,8 6.278,9
Währungsdifferenzen 0,2 0,4 –0,6 0,1 0,0 –3,2 –3,2
Zugänge 17,8 108,0 68,1 8,4 14,9 187,6 404,8
Abgänge –5,3 –7,3 –17,5 –4,4 –26,8 –19,3 –80,7
Umbuchungen 10,5 69,7 29,4 0,7 1,7 –109,7 2,3
Bruttowert 30.09.2011 672,1 3.135,1 2.013,8 190,0 218,9 372,2 6.602,1
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
–295,6 –1.608,1 –1.254,5 –113,0 –178,6 –10,9 –3.460,7
Währungsdifferenzen –0,1 –0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,3
Planmäßige Abschreibungen –17,6 –91,3 –68,3 –12,8 –18,7 0,0 –208,7
Wertminderungen –12,2 –0,4 –35,6 0,0 –0,5 –2,3 –51,1
Abgänge 4,8 6,6 16,3 4,1 26,5 3,2 61,4
Umbuchungen 0,2 –0,4 –3,6 0,0 0,0 0,0 –3,8
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
–320,4 –1.693,9 –1.345,7 –121,7 –171,3 –10,1 –3.663,1
Nettowert 30.09.2010 353,4 1.356,2 679,9 72,3 50,6 305,8 2.818,2
Nettowert 30.09.2011 351,7 1.441,2 668,1 68,3 47,6 362,0 2.938,9
Geschäftsjahr 2009/10 Mio. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2009 608,2 2.735,8 1.767,8 177,6 223,7 420,9 5.934,0
Währungsdifferenzen –0,7 –1,4 –0,0*) –0,1 –0,2 –0,9 –3,3
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 2,9 3,0
Zugänge 8,8 122,7 58,7 8,2 16,0 172,7 387,2
Abgänge –2,2 –12,3 –5,7 –5,9 –13,1 –0,9 –40,2
Umbuchungen 34,7 119,5 113,6 5,5 2,8 –278,0 –1,8
Bruttowert 30.09.2010 649,0 2.964,3 1.934,4 185,3 229,1 316,8 6.278,9
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2009
–279,1 –1.538,2 –1.188,4 –102,7 –172,4 –0,2 –3.281,0
Währungsdifferenzen 0,3 0,8 0,7 0,0*) 0,1 2,0
Planmäßige Abschreibungen –17,5 –87,9 –64,1 –15,5 –19,6 –204,6
Wertminderungen –0,2 –1,1 –10,8 –12,2
Abgänge 0,9 12,2 3,9 5,2 12,8 0,1 35,1
Umbuchungen 0,0*) 5,0 –5,5 –0,1 0,5 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
–295,6 –1.608,1 –1.254,5 –113,0 –178,6 –10,9 –3.460,7
Nettowert 30.09.2009 329,1 1.197,6 579,4 74,9 51,3 420,7 2.653,1
Nettowert 30.09.2010 353,4 1.356,2 679,9 72,3 50,6 305,8 2.818,2

*) Kleinbetrag

27. At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 112 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge umfassten den Anteilserwerb an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH und die Eigenkapitaleinzahlungen bei STEAG-EVN Walsum, Devoll Hydropower, Shkodra sowie WEEV Beteiligungs GmbH.

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 869,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1.054,9 Mio. Euro) enthalten. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 22,8 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert wurden, handelte es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Im Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Im Geschäftsjahr 2010/11 waren bei den at Equity einbezogenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 23,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) erforderlich. Diese erfolgte bei der Shkodra, im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien. Rückläufige Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) lösten diesen Wertanpassungsbedarf aus. Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen betrafen in Höhe von 185,5 Mio. Euro (Vorjahr: Wertminderung von 330,9 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 verrechnet wurden. Darüber hinaus wurden bei den Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) sowie bei anderen Beteiligungen in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) im Periodenergebnis erfasst.

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2011 67,5 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 59,3 Mio. Euro).

27. Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen

At Equity
einbezogene
Beteiligungen an
verbundenen
Andere Summe sonstige
Mio. EUR Unternehmen Unternehmen Beteiligungen Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2010 691,0 13,7 403,7 417,4
Konsolidierungskreisänderungen
Zugänge 287,0 1,7 1,7
Abgänge –0,6 –0,6 –1,1
Umbuchungen –1,1
Bruttowert 30.09.2011 976,9 14,8 403,2 418,0
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2010 43,0 –6,2 666,6 660,4
Währungsdifferenzen –0,4
Wertminderungen –23,1 –0,2 –186,3 –186,5
Abgänge 0,5 0,5
Anteiliges Ergebnis 86,0
Ausschüttungen –75,2
Neutrale Wertänderungen –13,3
Umbuchungen –1,8
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2011 15,1 –5,9 480,3 474,4
Nettowert 30.09.2010 734,0 7,5 1.070,3 1.077,8
Nettowert 30.09.2011 992,1 8,9 883,5 892,4

28. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögens umschichtungen im Geschäftsjahr 2010/11.

Von den Ausleihungen in Höhe von 24,4 Mio. Euro (Vorjahr: 22,0 Mio. Euro) hatten 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 330,8 Mio. Euro (Vorjahr: 223,7 Mio. Euro). Ebenso in den Zugängen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 2,42 % – 5,72 % (Vorjahr: 1,63 % – 4,60 %).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

Die sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bankdarlehen.

I Sonstige finanzielle Vermögenswerte I Sonstige langfristige Vermögenswerte
Mio. EUR Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
I
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2010 101,3 22,4 555,4 38,0 14,4 11,3 742,9
Währungsdifferenzen
Zugänge 34,2 4,0 107,2 38,8 1,1 185,3
Abgänge –40,2 –1,6 –47,1 –1,6 –90,5
Bruttowert 30.09.2011 95,3 24,8 615,6 76,8 14,4 10,8 837,6
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
2,8 –0,4 –0,5 1,9
Abgang –1,0 –1,0
Zuschreibungen 0,8 0,8
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
2,6 –0,4 –0,5 1,7
Nettowert 30.09.2010 104,1 22,0 555,4 38,0 13,9 11,3 744,8
Nettowert 30.09.2011 97,9 24,4 615,6 76,8 13,9 10,8 839,3

28. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

28. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.09.2011 Restlaufzeit zum 30.09.2010
Mio. EUR < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 25,4 140,3 103,4 269,0 29,5 127,2 31,2 187,8
Tilgungskomponenten 47,3 256,1 312,2 615,6 49,3 326,9 179,2 555,4
Summe 72,7 396,4 415,6 884,6 78,8 454,1 210,3 743,2

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2010/11 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

29. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 46. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

29. Vorräte
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Primärenergievorräte 45,0 70,2
Emissionszertifikate 2,5 4,2
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 24,6 28,5
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 34,3 32,8
Summe 106,3 135,7

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 0,7 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

30. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 159,8 Mio. Euro (Vorjahr: 135,7 Mio. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen.

Bei den Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthielten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zinsswaps.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Strom future-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen.

Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 23,2 Mio. Euro.

30. Forderungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 310,3 318,3
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 89,7 85,9
Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz 10,8 12,0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4,3 10,7
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 8,8 8,9
Forderungen aus derivativen Geschäften 4,4 6,8
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 33,0 44,3
461,3 487,0
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 18,4 19,0
18,4 19,0
Summe 479,7 506,0

31. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sah zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

31. Zusammensetzung Wertpapiere Mio. EUR 2010/11 2009/10
Fondsanteile 53,7 219,5
Cashfonds 47,2 211,3
Sonstige Fondsprodukte 6,5 8,1
Festverzinsliche Wertpapiere 4,1 4,3
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 57,9 223,8

*) Kleinbetrag

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: realisierter Veräußerungsgewinn von 0,4 Mio. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gesunkener Börsekurse eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: erfolgswirksame Wertminderung 4,1 Mio. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2010/11 und 2009/10 ist auf Seite 63 dargestellt.

32. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 300,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 (Vorjahr: 163.525.820) nennbetragslosen Stückaktien.

Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis von 10:1. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,0 Euro pro Aktie festgelegt, woraus nach Abzug der Nebenkosten ein Nettoemissionserlös von rund 175,5 Mio. Euro resultierte.

33. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 50,2 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 57,9 Mio. Euro (Vorjahr: 58,1 Mio. Euro).

34. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.925,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.808,0 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

34. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG Mio. EUR
Ausgewiesener Jahresgewinn 2010/11 73,6
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2009/10 0,2
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 73,8
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –73,6
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2011/12 0,2

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von 0,41 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 71,8 Mio. Euro bzw. 0,40 Euro pro Aktie wurde in der 82. ordentlichen Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 28. Jänner 2011.

35. Bewertungsrücklage gemäß IAS 39

In der Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 werden Marktwertänderungen von anderen Beteiligungen und von Cash Flow Hedges sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

35. Bewertungsrücklage gemäß IAS 39

2010/11 2009/10
Mio. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von anderen Beteiligungen 480,9 –120,2 360,6 666,4 –166,6 499,8
Cash Flow Hedges –10,7 2,7 –8,0 –3,7 1,0 –2,7
at Equity einbezogenen Unternehmen –35,9 –35,9 –23,3 –23,3
Summe 434,2 –117,5 316,7 639,4 –165,6 473,8

36. Eigene Anteile

Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien in Höhe von 398.260 Stück (das sind 0,22 % des Grundkapitals; 30. September 2010: 467.328 Stück bzw. 0,29 % vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 6,0 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 4,3 Mio. Euro (30. September 2010: Anschaffungswert von 7,0 Mio. Euro bzw. Kurswert von 5,4 Mio. Euro) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte der Verkauf von 69.068 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

36. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.9.2009 163.525.820 –534.864 162.990.956
Verkauf eigener Aktien 67.536 67.536
30.9.2010 163.525.820 –467.328 163.058.492
Kapitalerhöhung 16.352.582 16.352.582
Verkauf eigener Aktien 69.068 69.068
30.9.2011 179.878.402 –398.260 179.480.142

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 178.059.870 Stück (Vorjahr: 163.001.346 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

37. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

38. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten

Buchwert
30.09.2011
Buchwert
30.09.2010
Marktwert
30.09.2011
Nominalverzinsung (%) Laufzeit Nominale (Mio. EUR) (Mio. EUR) (Mio. EUR)
Anleihen 609,7 835,3 660,2
JPY-Anleihe 5,200 1994–2014 8,0 Mrd. JPY 80,1 73,3 86,4
EUR-Anleihe 5,250 2001–2011 257,4 Mio. EUR 266,4
CHF-Anleihe 3,625 2009–2014 250,0 Mio. CHF 205,4 188,0 218,7
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28,3 28,3 31,2
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 148,6 148,4 167,7
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,4 29,4 33,9
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 117,9 101,7 122,3
Bankdarlehen 1,00 – 8,77 bis 2031 981,5 891,1 981,5
Summe 1.591,3 1.726,4 1.641,7

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

Restlaufzeit zum 30.09.2011 Restlaufzeit zum 30.09.2010
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 313,8 295,9 609,7 527,6 307,7 835,3
davon fix verzinst 233,7 178,1 411,7 246,6 206,0 452,6
davon variabel verzinst 80,1 117,9 198,0 281,0 101,7 382,7
Bankdarlehen 564,3 417,2 981,5 494,8 396,4 891,1
davon fix verzinst 394,8 300,9 695,6 345,8 262,2 608,0
davon variabel verzinst 169,6 116,3 285,9 148,9 134,2 283,1
Summe 878,1 713,1 1.591,3 1.022,3 704,1 1.726,4

38. Fälligkeitsstruktur langfristige Finanzverbindlichkeiten

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Im März des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde von der am 14. Dezember 2011 endfälligen eigenen Anleihe Nominale im Ausmaß von 5,5 Mio. Euro vorzeitig rückgekauft. Im Vorjahr wurden keine Rückkäufe getätigt.

Die Anleihen in fremder Währung wurden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Konzerngesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non- Recourse") betrugen zum Stichtag 366,0 Mio. Euro (Vorjahr: 394,5 Mio. Euro).

EVN unterzeichnete über EVN Finance Service B.V. am 12. September 2006 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren (2006 – 2013). Zum Bilanzstichtag stand EVN diese Kreditlinie wie zum 30. September 2010 in vollem Ausmaß zur Verfügung. Im Juli 2011 hat EVN mehrere bilaterale Kreditlinien im Gesamtausmaß von 165,0 Mio. Euro mit Laufzeiten von drei bis sieben Jahren vertraglich fixiert. Zum Bilanzstichtag standen EVN diese Kreditlinien in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

39. Latente Steuerverbindlichkeiten

39. Latente Steuern Mio. EUR 20 10/11 2009/10
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –26,6 –26,1
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –21,1 –9,0
Sonstige aktive latente Steuern –18,1 –13,6
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 84,6 83,2
Finanzinstrumente 135,9 178,0
Sonstige passive latente Steuern 12,6 8,1
Summe 167,2 220,6
davon aktive latente Steuern –9,7 –6,5
davon latente Steuerverbindlichkeiten 177,0 227,1

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

39. Veränderung latente Steuern
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Latenter Steuersaldo 01.10.2010 220,6 305,9
– Konsolidierungskreisänderungen/Veränderung durch Unternehmenserwerbe 3,5 –0,0*)
– Erfolgswirksame Veränderung –7,3 –4,0
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 –48,1 –81,2
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Kapitalerhöhung –1,5
Latenter Steuersaldo 30.09.2011 167,2 220,6

*) Kleinbetrag

Aktive latente Steuern in Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,7 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert.

40. Langfristige Rückstellungen

40. Langfristige Rückstellungen Mio. EUR 2010/11 2009 /10
Rückstellung für Pensionen 213,8 217,0
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 19,2 18,4
Rückstellung für Abfertigungen 77,4 75,6
Sonstige langfristige Rückstellungen 126,4 139,0
Summe 436,9 450,0

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

  • Zinssatz 5,00 % p.a. (Vorjahr: 4,75 % p.a.)
  • Bezugserhöhungen 4,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 % p.a.)
  • Pensionserhöhungen 4,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 %)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"

  • Entwicklung der Rückstellungen für

Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 253,7 239,0
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1,8 1,5
+ Zinsaufwand 12,1 13,2
– Pensionszahlungen –17,6 –17,6
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –1,9 17,6
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 248,2 253,7
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.09. 233,1 235,4
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.09. % –6,1 –7,2
40. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 74,8 69,7
– Währungsdifferenzen 0,0*) –0,0*)
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 2,8 4,3
+ Zinsaufwand 3,0 3,9
– Abfertigungszahlungen –6,0 –7,7
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 1,7 4,7
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 76,2 74,8
Rückstellung für Abfertigungen am 30.09. 77,4 75,6
+ Überschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.09.
%
1,6 1,0

*) Kleinbetrag

40. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Mio. EUR Jubiläumsgelder Kooperations
verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-,
Entsorgungs- und
sonstige
Verpflichtungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2010 18,4 39,8 17,9 8,3 48,4 6,2 139,0
Währungsdifferenzen
Zinsaufwand 0,8 2,4 0,2 0,1 –0,6 0,1 3,0
Verwendung –1,5 –3,5 –2,6 –6,3 –1,9 –4,3 –18,2
Zuführung 1,0 1,4 1,8 2,3
Umbuchung 0,3 0,3
Buchwert 30.09.2011 18,7 38,7 15,5 3,4 46,0 4,2 126,4

Die Rückstellung für Kooperationsverträge beinhaltet Verpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen aus bestehenden Verträgen. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozess risiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken.

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Mio. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 01.10.2010 356,6 41,4 397,9
Währungsdifferenzen 0,1 0,1
Zugänge 66,1 6,0 72,1
Auflösung –29,4 –2,8 –32,1
Buchwert 30.09.2011 393,4 44,5 437,9

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 405,8 Mio. Euro (Vorjahr: 365,9 Mio. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten großteils zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Pachtverbindlichkeiten 32,0 34,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 17,0 5,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 11,4 10,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 8,4 12,9
Summe 68,9 63,1

42. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.09.2011 Restlaufzeit zum 30.09.2010
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 11,9 20,1 32,0 12,3 22,4 34,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 8,4 8,6 17,0 3,4 1,5 5,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 4,8 6,7 11,4 4,8 5,7 10,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 4,8 3,7 8,4 9,8 3,1 12,9
Summe 29,9 39,0 68,9 30,3 32,8 63,1

Kurzfristige Schulden

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR 2010/11 2009/10
Kredit bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG 21,4 170,8
Anleiheverbindlichkeiten 257,7
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 32,5 34,4
Summe 311,6 205,2

Die Anleiheverbindlichkeit ist im Dezember 2011 fällig und wurde daher vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Hieraus sind fixe Finanzverbindlichkeiten in der Höhe von 81,6 Mio. Euro und variabale Finanzverbindlichkeiten in der Höhe von 176,1 Mio. Euro zu erwarten.

44. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

44. Steuerverbindlichkeiten
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Energieabgaben 36,7 24,4
Umsatzsteuer 19,8 23,6
Körperschaftsteuer 14,4 9,6
Sonstige Posten 11,9 5,4
Summe 82,6 63,0

45. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 158,6 Mio. Euro (Vorjahr: 124,2 Mio. Euro) enthalten.

46. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

Mio. EUR Personalansprüche Drohverluste Restrukturierung Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2010 58,4 47,3 2,0 13,0 120,6
Währungsdifferenzen
Verwendung –27,9 –42,0 –2,0 –10,5 –83,6
Zuführung 29,5 3,8 11,2 45,9
Umbuchung 1,1 –2,9 –1,8
Buchwert 30.09.2011 61,2 9,1 10,7 80,8

46. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalteten im Vorjahr vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz 15,0 15,1
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 7,2 16,8
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6,0 16,8
Zinsenabgrenzungen 9,5 9,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 0,5
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 37,5 29,4
75,1 87,6
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 51,8 14,4
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 12,5 11,2
64,3 25,6
Summe 139,4 113,2

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

48. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

48. Umsatzerlöse Mio. EUR 2010/11 2009/10
Umsatzerlöse Erzeugung 24,1 25,6
Umsatzerlöse Netzinfrastruktur Inland 423,5 428,9
Umsatzerlöse Energiehandel und -vertrieb 1.113,5 1.139,3
Umsatzerlöse Energieversorgung Südosteuropa 834,2 862,2
Umsatzerlöse Umwelt 329,8 268,7
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen und Sonstiges 4,0 27,4
Summe 2.729,2 2.752,1

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 119,4 Mio. Euro (Vorjahr: 78,4 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 28. Übrige langfristige Vermögenswerte).

49. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

49. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 32,1 32,1
Bestandsveränderungen 19,0 –2,0
Aktivierte Eigenleistungen 17,7 16,0
Zinsen für verspätete Zahlungen 12,3 5,6
Entschädigungen und Vergütungen 5,3 4,9
Miet- und Pachterträge 3,2 2,4
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 0,6 0,9
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –0,1 0,5
Übrige sonstige betriebliche Erträge 11,4 9,4
Summe 101,6 69,7

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte eine Änderung der Darstellung der Anzahlungen für Kundenaufträge, woraus die Erhöhung der Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr resultierte.

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter Emissionszertifikate in Höhe von 3,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Fremdstrombezug und Energieträger 1.505,7 1.600,0
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 373,9 314,5
Summe 1.879,7 1.914,5

51. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,1 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) enthalten.

51. Personalaufwand Mio. EUR 2010/11 2009/10
Gehälter und Löhne 236,7 235,4
Aufwendungen für Abfertigungen 9,9 13,5
Aufwendungen für Pensionen 19,4 21,8
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
48,9 48,7
Sonstige Sozialaufwendungen 8,5 9,8
Summe 323,3 329,2

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte eine Umgliederung der Aufwendungen aus Reisekostenvergütungen in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden betrug:

51. Mitarbeitende nach Segmenten Anzahl im Jahresdurchschnitt 2010/11 2009/10
Erzeugung 185 147
Netzinfrastruktur Inland 1.284 1.321
Energiehandel und -vertrieb 448 259
Energieversorgung Südosteuropa 5.304 5.630
Umwelt 572 524
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 457 656
Summe 8.250 8.536

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden setzte sich aus 7.945 Angestellten und 305 Arbeitern zusammen (Vorjahr: 8.208 Angestellte und 328 Arbeiter).

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

52. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehens weise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

52. Abschreibungen nach Bilanzpositionen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 24,2 12,5
Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte1) –31,2
Abschreibungen auf Sachanlagen 259,8 216,8
Summe 252,8 229,3
52. Abschreibungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Planmäßige Abschreibungen 223,7 217,1
Wertminderungen1) 60,3 12,2
Zuschreibungen1) –31,2
Summe 252,8 229,3

1) Details siehe Erläuterung 25. Immaterielle Vermögenswerte und 26. Sachanlagen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Forderungsabschreibungen 35,6 44,2
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 22,3 18,0
Betriebssteuern und Abgaben 15,0 14,8
Werbeaufwand 13,3 11,3
Telekommunikation und Portospesen 11,9 11,2
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 11,8 9,0
Versicherungen 8,5 9,7
Wartung und Instandhaltung 4,8 4,6
Mieten 4,6 1,9
Weiterbildung 2,6 2,7
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 25,9 34,2
Summe 156,3 161,5

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozessrisiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

54. Finanzergebnis

54. Finanzergebnis Mio. EUR 2010/11 2009/10
Beteiligungsergebnis
RAG1) 60,4 44,3
EconGas 4,4 9,3
ZOV; ZOV UIP 10,8 11,7
BEWAG; BEGAS2) 9,4 –3,1
Shkodra –21,4 0,3
Andere Gesellschaften –0,7 –0,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 62,9 61,6
Dividendenzahlungen 27,4 55,9
davon VERBUND AG 22,1 50,1
davon andere Gesellschaften 5,3 5,8
Wertminderungen –1,0 –0,8
Sonstiges 0,1 –0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 26,6 54,7
Summe Beteiligungsergebnis 89,4 116,3
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 31,231, 31,2 33,6
Übrige Zinserträge 6,4 3,9
Summe Zinsertrag 37,6 37,5
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –72,4 –64,3
Übrige Zinsaufwendungen –6,3 –5,1
Summe Zinsaufwendungen –78,8 –69,4
Summe Zinsergebnis –41,1 –31,9
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT") –3,5 3,6
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren
des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") 0,2 –3,6
Übriges Finanzergebnis –3,1 –0,8
Summe sonstiges Finanzergebnis –6,5 –0,8
Finanzergebnis 41,8 83,6

1) Indirekt über RBG gehalten

2) Jeweils 49,0 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile und Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten.

Das At-Equity-Ergebnis der Shkodra enthält die Wertminderung des Beteiligungsansatzes in Höhe von 23,1 Mio. Euro.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

55. Ertragsteuern

55. Ertragsteuern Mio. EUR 2010/11 2009/10
Laufender Ertragsteueraufwand 35,2 46,2
davon österreichische Gesellschaften 31,0 32,5
davon ausländische Gesellschaften 4,3 13,7
Latenter Steuerertrag –7,3 –4,0
davon österreichische Gesellschaften –10,0 2,5
davon ausländische Gesellschaften 2,7 –6,6
Summe 27,9 42,1

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2011 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2010/11 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2010/11 2009/10
55. Ermittlung des Effektivsteuersatzes % Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 65,1 25,0 67,7
+/– Abweichende ausländische Steuersätze 0,0 –0,1 0,6 1,6
– Steuerfreie Beteiligungserträge –11,0 –28,5 –13,3 –36,1
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 0,7 1,8 1,4 3,7
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –4,7 –12,2 –0,6 –1,6
– Steuerfreie Erträge –1,6 –4,1
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,6 4,1 1,8 5,0
+/– Aperiodische Steuererhöhungen/–minderungen 0,5 1,2 0,8 2,2
–/+ Sonstige Posten 0,4 0,7 –0,2 –0,5
Effektivsteuersatz/-aufwand 10,7 27,9 15,6 42,1

Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungswertberichtigungen der TEZ Plovdiv und der Shkodra.

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2010/11 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 10,7 % (Vorjahr: 15,6 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

56. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2010/11 in Umlauf befindlichen Anteile von 178.059.870 Stück (Vorjahr: 163.001.364 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 189,7 Mio. Euro (Vorjahr: 207,0 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2010/11 ein Ergebnis je Aktie von 1,07 Euro (Vorjahr: 1,27 Euro).

Sonstige Angaben

57. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 34,3 Mio. Euro (Vorjahr: 35,5 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2010/11 102,6 Mio. Euro (Vorjahr: 110,5 Mio. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 33,5 Mio. Euro (Vorjahr: 35,2 Mio. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 53,7 Mio. Euro (Vorjahr: 51,2 Mio. Euro) geleistet.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 5,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Verluste in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: Gewinne von 0,5 Mio. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 71,8 Mio. Euro (Vorjahr: 60,3 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 33,7 Mio. Euro (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangenen liquiden Mittel betrugen 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 12,9 Mio. Euro (Vorjahr: 8,2 Mio. Euro).

57. Fonds der liquiden Mittel Mio. EUR 2010/11 2009/10
Liquide Mittel 143,4 123,5
Kassenbestände 1,2 0,5
Guthaben bei Kreditinstituten 142,2 123,0
Kontokorrentverbindlichkeiten –30,8 –34,4
Summe 112,6 89,1

58. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert EVN die Gefahr der negativen Abweichung vom aktuellen Zinsniveau, die in weiterer Folge Zins erträge und -aufwendungen sowie das Eigenkapital negativ beeinflussen kann. Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein aus gewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Der Risikominimierung dienen ein Limitwesen system, Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente) sowie die laufende Überwachung des Zinsrisikos. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN, neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen, unter anderem auch im Rahmen einer täglich durchgeführten Value-at-Risk (VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages berechnet wird. Seit August 2011 ist ein neues Treasury-Management-System im Einsatz, dessen Einführung geringfügige methodische Anpassungen bei der VaR-Ermittlung bedingte. Der Value at Risk wird jedoch weiterhin täglich nach der Varianz-Kovarianz-Methode unter Anwendung des Delta-Gamma- Ansatzes berechnet. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 4,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro).

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 0,01 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro).

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Zertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

58. Preisabsicherungen im Energiebereich

2010/11 2009/10
I
Nominalvolumina
I Marktwerte I Nominalvolumina I Marktwerte I
Mio. EUR Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 44,5 –33,9 4,1 –3,5 0,5 97,1 –108,2 5,4 –11,9 –6,5
Forwards 231,3 –173,2 15,7 –17,3 –1,6 238,0 –208,3 18,7 –17,2 1,5

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungs bedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate um 16,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro) ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der VERBUND AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen VERBUND-Aktien betrug am Bilanzstichtag 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 35,3 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung, die Festlegung von Limits und das konzernweite Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 57,9 Mio. Euro (Vorjahr: 223,8 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro (Vorjahr: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 165,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 49,7 % (Vorjahr: 48,2 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 1.103,0 Mio. Euro (Vorjahr: 886,0 Mio. Euro). Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 49,7 Mio. Euro) gliedert sich in –1,4 Mio. Euro bis zu einem Jahr, 27,5 Mio. Euro von einem bis zu fünf Jahren und –3,0 Mio. Euro über fünf Jahre.

Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2010/11 Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 609,7 733,4 27,4 367,3 338,8
Langfristige Bankdarlehen 981,5 1.147,4 114,5 552,5 480,4
Summe 1.591,3 1.880,8 141,9 919,8 819,2
Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2009/10 Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 835,3 1.021,3 34,1 606,7 380,5
Langfristige Bankdarlehen 891,1 1.128,7 123,9 509,1 495,7
Summe 1.726,4 2.150,0 158,0 1.115,8 876,2

58. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallsrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallswahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäfts abschluss durch eine Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring sowie die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt einerseits für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate) und Derivat- bzw. Termingeschäfte, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden und andererseits in Bezug auf Endkunden und sonstigen Debitoren im Bereich des Kerngeschäfts.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung.

Abschreibungen/Wertberichtigungen
Mio. EUR
30.09.2011 30.09.2010
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 1,0 0,8
1,0 0,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 35,6 44,2
Wertpapiere 1,3 4,1
36,9 48,2
Summe Wertminderungen 37,9 49,0

58. Wertminderungen nach Klassen

Das maximale Ausfallsrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2011 und zum 30. September 2010 entsprechen den in den Erläuterungen 28. Übrige langfristige Vermögenswerte, 30. Forderungen und 31. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanz instrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

59. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Fair-Value
Hierarchie
30.09.2011 30.09.2010
Klassen Mio. EUR Bewertungs
kategorie
(gem. IFRS
7.27 A)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS Stufe 2 8,9 8,9 7,5 7,5
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 883,5 883,5 1.070,3 1.070,3
892,4 892,4 1.077,8 1.077,8
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 97,9 97,9 104,1 104,1
Ausleihungen LAR 24,4 24,4 22,0 22,0
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 615,6 615,6 555,4 555,4
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 76,8 76,8 38,0 38,0
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 24,6 25,2
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
839,3 814,7 744,8 719,6
Forderungen LAR 456,9 456,9 480,2 480,2
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 4,4 4,4 6,8 6,8
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 18,4 19,0
479,7 461,3 506,0 487,0
Wertpapiere HFT 57,9 57,9 223,8 223,8
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 143,4 143,4 123,5 123,5
Langfristige Schulden 143,4 143,4 123,5 123,5
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 609,7 660,2 835,3 902,5
Bankdarlehen FLAC 981,5 981,5 891,1 891,1
1.591,3 1.641,7 1.726,4 1.793,6
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC 32,0 32,0 34,8 34,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 17,0 17,0 5,0 5,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 8,4 8,4 12,9 12,9
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 11,4 11,4 10,4 10,4
68,9 68,9 63,1 63,1
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 311,6 311,6 205,2 205,2
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 368,0 368,0 339,3 339,3
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 75,1 75,1 87,1 87,1
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 0,5 0,5
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 64,3 25,6
davon aggregiert nach Bewertungskategorie 139,4 75,1 113,2 87,6
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 892,4 1.077,8
Kredite und Forderungen LAR 1.240,3 1.181,2
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam
zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden @FVTPL 97,9 104,1
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 57,9 223,8
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.403,4 2.410,7

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2011 30.09.2010
59. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) 252,3 39,5 250,0 18,7
Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) 8.000,0 14,6 8.000,0 7,7
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 21,9 12.000,0 6,1
Mio. USD (unter 1 Jahr)3 10,0 0,1
Mio. USD (unter 5 Jahre)3) 10,0 0,2
Mio. USD (über 5 Jahre)3) 3,0 0,1 3,0 0,2
Zinsswaps
Mio. EUR (unter 1 Jahr)3) 205,0 0,7 240,0 5,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) 15,0 –0,3 237,5 3,4
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 367,7 –22,3 169,9 –8,9
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) 79,2 5,7 101,0 1,3
Caps
Mio. EUR (unter 1 Jahr) 105,0 0,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre) 105,0 0,1

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

60. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Per 01. Oktober 2011 wurden die Gaspreise für Endkunden im Heimmarkt aufgrund des weiterhin hohen Niveaus des Rohölpreises Brent um 3,6 % erhöht.

Am 03. Oktober 2011 beschloss der Vorstand die Eckpfeiler für die Emission einer Anleihe in Höhe von 300 Mio. Euro. Am 06. Oktober 2011 wurde die Emission der Anleihe über die Börse abgeschlossen. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank AG, der Raiffeisen Bank International AG und Société Generale CIB begleitet. Die neue Anleihe hat mit einem Fälligkeitsdatum 13. April 2022 eine Laufzeit von 10,5 Jahren und weist eine Stückelung von 1.000 Euro auf. Der fixe Kupon wurde mit 4,25 % und der Emissionskurs mit 99,235 % festgelegt.

Mit Wirkung vom 17. Oktober 2011 wurde eine Kapitalerhöhung bei der albanischen Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien, durchgeführt, an welcher EVN mittelbar 49,99 % über Shkodra hält. Der durchgerechnete 49,99 %ige Anteil der EVN an dieser Kapitalerhöhung betrug 18,0 Mio. Euro.

Mit 14. Dezember 2011 wird die EURO Anleihe mit einer ausständigen Nominale in Höhe von 257,4 Mio. Euro planmäßsig getilgt.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2011 und der Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses am 15. Dezember 2011 keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risken setzen sich wie folgt zusammen:

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit
Energiegeschäften 85,4 78,5
Projekten im Umweltbereich 237,0 214,6
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von
Energienetzen 6,2 6,8
Kraftwerken 533,2 422,9
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 81,3 230,1
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 7,7 7,7
Summe 950,8 960,6

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 148,5 Mio. Euro (Vorjahr: 49,1 Mio. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Eventualverbindlichkeiten für die zugunsten von e&t für die Erfüllung von Energiegeschäften abgegebenen Garantien wurden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2011 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 2,8 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 400,7 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2011 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 7,0 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 400,7 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

62. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterschieden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 112 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2011 eine Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: Verbindlichkeit von 3,3 Mio. Euro).

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

62. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Umsätze 175,5 233,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 722,4 742,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 89,6 85,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7,2 11,5
Forderungen aus der Durchführung des Cash Poolings 0,2
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 5,3
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings 0,0*) –0,0*)

*) Kleinbetrag

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2010/11 insgesamt 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) bezahlt. Aufgrund von Rückstellungsauflösungen ergeben sich für aktive Vorstandsmitglieder Erträge für Abfertigungen und Pensionen in der Höhe von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 1,6 Mio. Euro). Die Aufwendungen für aktive leitende Angestellte betrugen 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 0,7 Mio. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 8,4 Mio. Euro (Vorjahr: 10,4 Mio. Euro). Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 17) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

63. Sonstige Angaben

Im EVN-Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

Es wurden im Geschäftsjahr 2010/11 keine außerbilanziellen Geschäfte getätigt.

64. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands (seit 20. Jänner 2011) Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands (seit 20. Jänner 2011) Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher – Mitglied des Vorstands Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstands (bis 20. Jänner 2011)

Aufsichtsrat

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer – Vorsitzender (seit 20. Jänner 2011) Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber – Vorsitzender (bis 20. Jänner 2011) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Mag. Willi Stiowicek – Vizepräsident Gerhard Posset – Vizepräsident (bis 20. Jänner 2011) Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer (bis 20. Jänner 2011) Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller, BA Wolfgang Peterl (bis 20. Jänner 2011) Dkfm. Edwin Rambossek Martin Schuster (bis 20. Jänner 2011) Mag. Michaela Steinacker Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter Friedrich Bußlehner – Arbeitnehmervertreter (bis 20. Jänner 2011) Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Helmut Peter – Arbeitnehmervertreter (bis 20. Jänner 2011) Franz Ziegelwagner – Arbeitnehmervertreter (bis 20. Jänner 2011)

65. Freigabe des Konzernabschlusses 2010/11 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 14. Dezember 2011 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

66. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2010/11 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro). Davon entfielen 68 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 27 % auf Steuerberatungsleistungen und 5 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 22,3 24,5
Kurzfristige Vermögenswerte 264,2 300,5
Langfristige Schulden 2,8 1,2
Kurzfristige Schulden 172,2 260,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.045,4 997,2
Operativer Aufwand –998,8 –932,1
Abschreibungen –3,6 –3,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 43,0 62,2
Finanzergebnis 0,6 0,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 43,6 62,3

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Bilanz
Eigenkapital 1.452,7 823,6
Vermögenswerte 5.077,2 3.679,9
Schulden 3.624,5 2.856,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 7.584,1 5.241,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 162,6 135,3

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN

im Energiegeschäft ≥ 20,0 % Letztes Konsoli
per 30.09.2011
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 785 160 31.12.2010 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 81 20 31.12.2010 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ
Maria Enzersdorf
EVN Geoinfo 30,00 EUR –196 –91 31.12.2010 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen EVN Wärme 50,00 EUR 7 –28 30.09.2010 NE
B.net Burgenland Telekom GmbH, ("B.net")
Eisenstadt
kabelsignal 100,00 EUR 7.289 1.575 30.09.2011 V
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 35 –48 30.09.2010 NV
B.net Hungária Projekt Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF –7 –11 30.09.2010 NV
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH1) EVN Wärme 90,00 EUR 963 –37 31.12.2010 NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 158 –41 31.12.2010 NE
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien
EVN 50,00 ALL 17.476 –1.387 31.12.2010 E
EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien EAA 100,00 EUR 9.024 –3.012 30.09.2011 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien2) EVN 16,51 EUR 183.154 72.765 31.12.2010 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH
("EnergieAllianz"), Wien
EVN 45,00 EUR 12.606 –4.613 30.09.2011 Q
Ernst Hora Elektroinstallationen
Gesellschaft m.b.H., Wien
first facility 100,00 EUR 52 6 31.12.2010 NV
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 41 –82 31.12.2010 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 259.969 20.411 31.12.2010 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 37.214 4.140 31.12.2010 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 1.017 116 31.12.2010 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 47.533 –5.098 31.12.2010 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN 100,00 HRK 6.735 –1.257 30.09.2011 V
EVN Energia Naturale S.R.L., Rom, Italien evn naturkraft 100,00 EUR 85 56 30.09.2011 NV
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 40.649 45.630 30.09.2011 Q
EVN Gorna Arda Development EOOD
Sofia, Bulgarien
EVN Bulgaria 100,00 BGN 404 –50 31.12.2010 NV
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo")
Maria Enzersdorf
Utilitas 100,00 EUR 1.826 1.584 30.09.2011 V
EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna")3)
Plovdiv, Bulgarien
evn naturkraft 100,00 BGN 19.477 15.731 31.12.2010 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 112.326 –43 30.09.2011 V

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2010/11
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 102.028 402 30.09.2011 V
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia")
Skopje, Mazedonien
EVN 90,00 MKD 126.595 –16.142 31.12.2010 V
EVN Macedonia Holding DOOEL
Skopje, Mazedonien
EVN 100,00 MKD –484 183 31.12.2010 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL
Skopje, Mazedonien4)
EVN
Macedonia
100,00 MKD 31.12.2011 NV
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL
Skopje, Mazedonien4)
EVN
Macedonia
100,00 MKD 31.12.2011 NV
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
("evn nk BuB"), Maria Enzersdorf
evn naturkraft 100,00 EUR 77.102 –1.158 30.09.2011 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H.
("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 123.967 6.294 30.09.2011 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 384.105 48.099 30.09.2011 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 108.488 2.877 30.09.2011 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 89 20 31.12.2010 V
EVN Trading d.o.o. Podgorica
Podgoriza, Montenegro
EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2010 NV
EVN Trading d.o.o. Sarajevo
Sarajewo, Bosnien-Herzegowina
EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2010 NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 139 –51 31.12.2010 V
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2010 NV
EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 117 –10 31.12.2010 NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE")
Sofia, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 1.439 345 31.12.2010 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 75.114 7.019 30.09.2011 V
EVN Windpower Development & Construction
S.R.L., Bukarest, Rumänien
evn naturkraft 50,00 RON 48 –65 31.12.2010 NE
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs
und Betriebs GmbH, Wien4)
evn naturkraft 50,00 EUR 30.09.2011 NE
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs
und Betriebs GmbH & Co KG4)
evn naturkraft 50,00 EUR 30.09.2011 NE
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 6.646 702 30.09.2011 E
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 29 –3 31.12.2010 NE
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN 49,00 EUR 15.960 863 31.12.2009 E
first facility Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien first facility 100,00 BGN 37 –14 31.12.2010 NV
first facility d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien first facility 51,00 RSD 0 12 31.12.2010 NV
first facility GmbH, ("first facility"), Wien Utilitas 100,00 EUR 1.759 1.265 30.09.2011 V
first facility Ingatlankezelö Kft., Budapest, Ungarn first facility 100,00 HUF 103 107 31.12.2010 NV
first facility Imobile SRL, Bukarest, Rumänien first facility 92,50 RON 43 35 31.12.2009 NV
first facility – Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei first facility 92,50 EUR –1 –5 31.12.2010 NV
first facility Makedonia DOOEL, Skopje, Mazedonien first facility 100,00 MKD 37 12 31.12.2010 NV
Hydro Power Company Gorna Arda AD
Bulgarien2)
EVN 70,00 BGN 0 0 31.12.2010 V
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.865 10 31.12.2010 NV
Kabelsignal AG, ("Kabelsignal"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 36.978 6.351 30.09.2010 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs
GmbH, Wien
evn naturkraft 33,33 EUR 42 3 31.12.2010 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs
GmbH & Co KG, Wien
evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 488 31.12.2010 NE
MAKGAS DOOEL, Skopie, Mazedonien EVN 100,00 MKD 0 –1 31.12.2010 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien EAA 100,00 EUR 2.247 403 30.09.2011 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 1.071 116 31.12.2010 V
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2010/11
Niederösterreichische Facility Management GmbH
Wiener Neustadt
first facility 40,00 EUR 1.416 1.381 31.12.2010 NE
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH
Wien ("Shkodra")
EVN 49,99 EUR 30 –5 31.12.2010 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland
V&C 100,00 EUR 0 –47 31.12.2010 NV
SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
Salzburg-Aigen
EAA 100,00 EUR 290 58 30.09.2011 Q
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
Essen, Deutschland5)
EVN
Kraftwerk
49,00 EUR 155.829 –3.895 31.12.2010 E
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH
Mainz, Deutschland
V&C 50,00 EUR 75 –3 31.12.2010 NE
VERBUND-Innkraftwerke GmbH
Töging, Deutschland2)
evn nk BuB 13,00 EUR 434 32 31.12.2010 E
V2 FM GmbH, Wien first facility 100,00 EUR –358 321 31.12.2010 NV
V&C Kathodischer Korrosionsschutz
Gesellschaft m.b.H., ("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 606 475 31.03.2011 V
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH
("WTK"), Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 609 194 30.09.2011 V

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2010/11 erworben.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

3) Vormals EVN ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien; im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte der Erwerb der restlichen 30,0 %

an der Gesellschaft und deren Umbenennung.

4) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2010/11 neu gegründet.

5) Vormals Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerktsgesellschaft mbH, Essen, Deutschland.

2. Beteiligungen der EVN im Umweltgeschäft ≥ 20,0 %

per 30.09.2011 Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 457 34 30.09.2011 NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs
und Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen WTE Essen 26,00 EUR 36 31.12.2010 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Maria Enzersdorf EVN Abfall 50,00 EUR 395 4 30.09.2011 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 EUR 153 28 30.09.2011 V
DTV Rt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.429 65 31.12.2010 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH,
("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 EUR 6.676 5.546 30.09.2011 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage
Nr. 1 mbH ("EVN MVA1"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 34 –12 30.09.2011 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage EVN Umwelt/
Nr. 3 mbH ("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 10.861 –4.637 30.09.2011 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH,
("EVN UBS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 EUR 6.652 1.077 30.09.2011 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH,
("EVN UFS"), Maria Enzersdorf EVN Umwelt 100,00 EUR 17.377 –8.903 30.09.2011 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH,
("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf EVN AG 100,00 EUR 142.513 11.442 30.09.2011 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser")
Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 3.831 30.09.2011 V
OAO Budapro Werk Nr. 1, Moskau, Russland EVN MVA 1 100,00 RUB 12.024 768 31.12.2010 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3")
Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 140.572 –9.288 31.12.2010 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 RUB 125.154 –3.332 31.12.2010 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 102.002 –250 31.12.2010 V
Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2010/11
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 45.542 –175 31.12.2010 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 2.116 1.540 31.12.2009 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd–West 70,00 RUB 2.770 2.360 31.12.2010 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 31.12.2010 NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 25 30.09.2011 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo
mbH ("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 423 2 30.09.2011 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH
("Zelenograd"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 20.271 1.251 30.09.2011 V
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o.
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 50,00 HRK 1.806 470 31.12.2010 NE
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –39 10 30.09.2011 V
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 512 8 31.12.2010 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H
Untertullnerbach
evn wasser 50,00 EUR 879 –2 31.12.2010 NE
WTE BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 156 11 30.09.2011 NV
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb")
Hecklingen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 511 30.09.2011 V
WTE Denmark A/S, Birkerod, Dänemark WTE Essen 100,00 DKK 106 –116 30.09.2011 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o.
Budva, Montenegro
WTE Essen 100,00 EUR –1.009 –576 31.12.2010 V
WTE odpadne vode Budva DOO
Podgoriza, Montenegro
WTE Essen 100,00 EUR 11 31.12.2010 V
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.09.2011 NV
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS /
WTE Essen
100,00 EUR 147.631 30.09.2011 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 10.228 –5.291 30.09.2011 V
WTE Projektmanagement GmbH
Essen, Deutschland1)
WTE Essen 100,00 EUR 20 –1 30.09.2011 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –31 –14 30.09.2011 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien
WTE Essen 100,00 EUR 24 2 30.09.2011 V
WTE Vodice d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 100,00 HRK 1 8 31.12.2010 NV
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen")
Essen, Deutschland
EVN Umwelt 100,00 EUR 83.538 7.665 30.09.2011 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o.
Warschau, Polen
WTE Essen 100,00 PLN 739 –77 30.09.2011 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 362 198 31.12.2010 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 671 606 31.12.2010 NV
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV")
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 48,50 HRK 119.011 19.641 31.12.2010 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon
d.o.o., ("ZOV UIP") Zagreb, Kroatien
WTE Essen 33,00 HRK 4.164 4.161 31.12.2010 E

1) Vormals EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, Essen, Deutschland

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20 % per 30.09.2011

Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
BEGAS Energie AG, ("BEGAS"), Eisenstadt BUHO 49,00 EUR 80.268 9.843 30.09.2010 E
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO")
Eisenstadt
EVN AG 73,63 EUR 73.619 3.629 30.09.2011 V
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts
Aktiengesellschaft (BEWAG), ("BEWAG"), Eisenstadt
BUHO 49,00 EUR 160.514 –11.485 30.09.2010 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 692 167 30.09.2011 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande
EVN FM 100,00 EUR 2.353 232 30.09.2011 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 21.117 9.851 30.09.2011 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 20.791 9.472 30.09.2011 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH ("EVN WEEV")
Maria Enzersdorf1)
EVN 100,00 EUR 31.08.2011 NV
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 3.511 176 31.12.2010 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN AG 50,00 EUR 183 33 30.09.2011 E
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs
und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf
Utilitas 50,00 EUR 150 –126 31.12.2010 NE
R 138-Fonds, Wien EVN AG /
EVN Netz /
evn wasser
100,00 EUR 94.892 5.358 30.09.2010 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN AG 50,03 EUR 421.384 64.022 31.03.2011 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 130.398 80.050 31.12.2010 E
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs
Gesellschaft m.b.H, ("Utilitas"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 38.600 10.824 30.09.2011 V
VERBUND AG, Wien2) EVN AG 13,01 EUR 1.837.840 515.184 31.12.2009 N
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 1) EVN WEEV 50,00 EUR 30.06.2011 E
Wiener Stadtwerke Management Beta
Beteiligungs GmbH, Wien
Utilitas 47,37 EUR 915 –3 30.11.2010 NE

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr erworben bzw. neu gegründet.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG

Erzeugung 100 % EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
49 %
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Errichtung eines Kohlekraftwerks in Duisburg
100 % evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
70 %
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft in Österreich
100 %
EVN Kavarna EOOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100 %
Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien
100 %
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
13 %
VERBUND-Innkraftwerke Deutschland GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
100 % EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
100 %
EVN Projektmanagement GmbH
50 % Devoll Hydropower SHA Stromerzeugung aus Wasserkraft in Albanien
49,99 % Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH Holding iZm mit Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien
70 % Hydro Power Company Gorna Arda AD Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bulgarien
Netzinfrastruktur Inland 100 % EVN Netz GmbH Betrieb von Strom- und Gasnetzen
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H 1)
100 %
Kabelsignal AG Kabel-TV- und Internetdienste
100 %
B.net Burgenland Telekom GmbH Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste
100 %
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
100 %
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
Energiehandel und -vertrieb 100 % EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Gasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
100 % EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Gas, KWK- und Biogas-Wärme sowie solarer Energie
49 % Fernwärme St. Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
45 % ENERGIEALLIANz Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz-Partner
100 %
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100 %
SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
100 %
EAA Erdgas Mobil GmbH Errichtung von Erdgastankstellen
45 % e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz-Partner für Energiehandel und -aufbringung
16,5 % EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz-Gaspartner mit OMV, EGBV
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1)
50 %
Allplan Gesellschaft m.b.H. Haus-, Energie- und Umwelttechnik
100 %
first facility GmbH Facility Management
Energieversorgung Südosteuropa 67 % EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
67 % EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD Stromversorgung von Kleinkunden in Bulgarien
100 % EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel
100 %
Energy Trading d.o.o. Belgrad Stromhandel
100 %
Energy Trading DOOEL Stromhandel
100 % EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmegesellschaft in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft
90 % EVN Macedonia AD Stromversorgung in Mazedonien
100 % EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft
100 % EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Gasverteilnetzen in Kroatien
Umwelt 100 % evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100 % EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
100 %
WTE Wassertechnik GmbH, Essen Deutschland Wasserver- und Abwasserentsorgung
sowie Umweltprojekte in 16 Ländern2)
100 %
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100 %
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau
100 %
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
100 %
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 12,6 % VERBUND AG3) Stromproduktion, -handel und -transport
100 % EVN WEEV Beteiligungs GmbH
50 %
WEEV Beteiligungs GmbH
73,6 % Burgenland Holding Aktiengesellschaft Regionale Strom- und Gasversorgung
49 %
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG) Stromversorgung
49 %
BEGAS Energie AG Gasversorgung
50,03 % RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
100 %
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.1)
100 %
EVN Business Service GmbH
100 % EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finance Service B.V. Konzernfinanzierung

Stand: 30. September 2011. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment Umwelt sind nur die wesentlichen Beteiligungen der Ebene 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte Fond R 138 wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsmaße in %

1) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.

3) Die VERBUND AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen Unternehmen. EVNs direkte Beteiligung an der VERBUND AG beträgt 11,5 % und der indirekt gehaltene Anteil über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH und WEEV Beteiligungs GmbH beträgt 1,1 %.

Konzernabschluss

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll systems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungs methoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 15. November 2011

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

EVN AG

Jahresabschluss 2010/2011 nach UGB

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht 4
------------- ---

Jahresabschluss

Bilanz zum 30. September 2011 20
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2010/11 22
Entwicklung des Anlagevermögens 24
Entwicklung der unversteuerten Rücklagen 25
Beteiligungen der EVN AG 26
Uneingeschränkter Bestätigunsvermerk 27

Anhang 30

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 wurde nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellt.

Im Geschäftsbericht 2010/11 der EVN wurde ein Konzernabschluss nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) veröffentlicht. Mit dieser Form der Berichterstattung legt die EVN ihren Aktionären und der Öffentlichkeit einen Konzernabschluss vor, der international anerkannten Prinzipien der Rechnungslegung entspricht. Dieser Geschäftsbericht kann selbstverständlich jederzeit bei der EVN angefordert werden.

Lagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010/11

Bericht des Vorstandes

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Am 10. November 2010 hat die EU Kommission ihre neue Strategie, hinsichtlich einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und sicheren Energie vorgestellt, die den zuvor im Juni 2010 vom Europäischen Rat verabschiedeten energiepolitischen Zielen "Europa 2020" entspricht. Dabei hat sie fünf oberste energiepolitische Prioritäten für die nächsten zehn Jahre definiert:

  • Realisierung von Energieeinsparungen mit Fokus auf jene beiden Sektoren mit dem größten Potenzial – Verkehr und Gebäude;
  • Schaffung eines gesamteuropäischen integrierten Energiemarkts;
  • Wettbewerbsfähige Preise und sichere Versorgung durch Energieinfrastrukturinvestitionen, die insgesamt etwa 1 Billion Euro betragen werden;
  • Förderung der Technologieführerschaft;
  • Wirksames Verhandeln mit internationalen Partnern bzw. Drittländern.

Die Strategie wurde von den Staats- und Regierungschefs auf dem ersten EU-Energiegipfel im Februar 2011 erörtert und verabschiedet. Die EU Kommission wurde beauftragt in den nächsten 18 Monaten konkrete Gesetzgebungsinitiativen und Legislativvorschläge zu erarbeiten.

Die EU hat sich bereits zuvor zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz seiner Mitgliedsländer bis zum Jahr 2020 um 20 % zu steigern. Aus Sicht der EU Kommission wird dieses Ziel ohne die Verabschiedung weiterer Maßnahmen voraussichtlich verfehlt werden, weshalb sie im März 2011 ihren neuen Energieeffizienzplan vorlegte. Darin wurden weitere Maßnahmen definiert, die zu einer Verringerung des Energieverbrauchs führen sollen, wobei der Fokus auf die beiden Bereiche Gebäude und Industrie liegt, auf die in Summe nahezu 70 % des Primärenergieverbrauchs der EU entfallen. Zur Realisierung der Einsparpotenziale sollen nach Vorstellungen der EU Kommission angemessene Finanzierungshilfen sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene angeboten werden. Zur weiteren Konkretisierung wird die EU Kommission auch zum Energieeffizienzplan 2011 Rechtsetzungsvorschläge erarbeiten.

Kurz nach dem Berichtszeitraum präsentierte die EU Kommission am 19. Oktober 2011 ihren Vorschlag für Leitlinien zur Ausgestaltung der transeuropäischen Energienetze, das sogenannte EU-Energieinfrastrukturpaket 2020/30. Mit diesem Paket sollen vorrangige Netzausbauprojekte in den Mitgliedsstaaten identifiziert und gefördert werden, die bis 2020 ein EU-weites sicheres Energienetz und Speicherkapazitäten bilden. Die EU Kommission identifizierte zwölf internationale Transportrouten für Strom-, Gas-, Öl- und CO2-Lieferungen.

Energiepolitisches Umfeld

Der österreichische Nationalrat hat zwischen Oktober 2010 und September 2011 wichtige Gesetze zur vollständigen Umsetzung des 3. Energiebinnenmarktpakets der EU beschlossen.

So wurde am 1. Dezember 2010 das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und das Energie-Regulierungsbehördengesetz (E-Control) verabschiedet. Schwerpunkte des ElWOG 2010 waren die Entflechtung der Übertragungsnetzbetreiber sowie eine klare Verankerung der öffentlichen Interessen an einer gesicherten Energieversorgung Österreichs, das somit bei Genehmigungsverfahren gleichrangig mit Interessen des Umweltschutzes und anderer öffentlicher Interessen zu berücksichtigen ist. Die in Österreich notwendigen Landes-Ausführungsgesetze im Strombereich sind von Seiten des Landes Niederösterreich bereits beschlossen. Im Hinblick auf die Umgestaltung der Behördenstruktur wurde die Unabhängigkeit des Regulators E-Control als Garant für Wettbewerb, Kontrolle und Verbraucherschutz unterstützt.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Am 7. Juli 2011 hat der Nationalrat das Ökostrom-Gesetz 2 beschlossen: Die jährliche Förderung für neue Ökostrom-Projekte (Wind, Biomasse/Biogas und Photovoltaik) wird von derzeit 21 Mio. Euro auf 50 Mio. Euro und die Gesamtförderung bis 2015 von derzeit 350 Mio. Euro auf 550 Mio. Euro angehoben. Die Fördermittel für neue Projekte werden jährlich um 1 Mio. Euro und somit bis 2021 auf 40 Mio. EUR reduziert. Für neue Windkraftprojekte wurden 11,5 Mio. Euro pro Jahr, für Biomasse und Biogasprojekte 10,0 Mio. Euro, für Photovoltaik 8,0 Mio. Euro und für Kleinwasserkraftprojekte 1,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. 19,0 Mio. Euro pro Jahr werden flexibel aufgeteilt. Zusätzlich werden einmalig rund 110 Mio. Euro für den vollständigen Abbau der Warteliste aufgewendet. Mit diesen Fördermitteln werden die Betreiber der Ökostromanlagen mindestens über 13 Jahre mit garantierten Einspeisetarifen unterstützt, wodurch die Investitions- und Finanzierungskosten der neuen Anlagen gedeckt und eine Mindestrendite von 6,0 % sichergestellt wird.

Mit diesen Maßnahmen soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von aktuell 68 % auf 85 % bis 2020 erhöht werden. Das entspricht einer Ausbaukapazität von 11 TWh und bei einem jährlichen Strombedarf von knapp 55 TWh etwa einem Fünftel des Strombedarfs der Endkunden. Die Windkraftkapazitäten werden sich in diesem Zeitraum voraussichtlich von 1.000 MW auf 3.000 MW verdreifachen und jene der Photovoltaik-Anlagen werden von 100 MW auf 1.200 MW ansteigen. Zudem wurde beschlossen, dass Österreichs Atomstrom-Importe spätestens ab 2015 durch Ökostrom bilanziell ausgeglichen werden müssen. Durch diese Novelle sowie den weiteren Ausbau der Wasserkraft stehen ab 2015 zusätzliche Kapazitäten von rund 5 TWh zur Verfügung, womit die nach Österreich importierten Atomstrommengen von durchschnittlich 3,3 TWh pro Jahr deutlich übertroffen werden. Der Anschluss dieser zusätzlichen Kapazitäten an das Versorgungsnetz wird jedoch für die Netzbetreiber eine große Herausforderung darstellen.

Am 19. Oktober 2011 wurde das Gaswirtschaftsgesetz (GWG) im Nationalrat beschlossen und damit das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket hinsichtlich Erhöhung des Wettbewerbs am Gasmarkt vollständig umgesetzt. Die Novelle stärkt die Rechte von Haushalten und Gewerbebetrieben, erhöht die Versorgungssicherheit durch optimale Rahmenbedingungen für Investitionen und schafft die gesetzliche Basis für die Einführung neuer Smart Meters. Zur Förderung des Wettbewerbs ist die Entflechtung der Fernleitungsbetreiber von den übrigen Aktivitäten eines vertikal integrierten Erdgasunternehmens ein zentrales Ziel dieses Gesetzes. Die Qualitätssicherung und der Ausbau der Gasleitungen werden über die Systemnutzungsentgelte gewährleistet, die eine angemessene Vergütung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für neue Investitionen in das Gasnetz ermöglichen. Das neue Marktmodell sowie die Umstellung der Tarife sollen bis 1. Januar 2013 erfolgen.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der EVN – auf Basis der historischen Emissionen – Gratis-CO2-Emissionszertifikate in Höhe von jährlich 1,58 Mio. Tonnen zugeteilt, womit ihr langjähriger Bedarfswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den Mehrbedarf abdecken zu können bzw. die nicht verbrauchten Emissionszertifikate zu verkaufen.

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Anreizregulierungssystem auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrunde liegenden Benchmarking-Verfahrens rechnet die EVN für beide Regulierungsperioden mit einer stabilen Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010–2013) wurden Ende 2009 verabschiedet. Die wesentlichen Änderungen waren die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC stieg von 6,040 % auf 7,025 %), die Anerkennung von Investitionen, die während der Regulierungsperiode durchgeführt werden, sowie die 50 %ige Weitergabe der Effizienzsteigerung an die Endkunden am Ende der Regulierungsperiode.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Dynamik der weltweiten Konjunktur hat sich seit dem Sommer 2011 weiter abgeschwächt, nachdem bereits im zweiten Quartal 2011 das BIP der EU-27 im Vergleich zum Vorquartal um lediglich 0,2 % gestiegen ist. Der Konsum der privaten Haushalte ging im zweiten Quartal 2011 europaweit um etwa 0,2 % zurück.

Diese Frühindikatoren und die Verunsicherungen der Finanzmärkte aufgrund der Staatschuldenkrise weisen auf eine deutliche Verlangsamung der Wirtschaftsleistung hin. Die bislang stärker gewachsenen Volkswirtschaften der Eurozone trifft diese Entwicklung überdurchschnittlich vehement. Eine hohe Staatsverschuldung zwingt viele Länder zu einem Konsolidierungskurs ihrer Fiskalpolitik. Eine höhere Zinsbelastung für Staatsanleihen belastet die öffentlichen Haushalte zusätzlich.

Im aktuellen Umfeld sind Prognosen zur weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Europas mit der gebührenden Sorgfalt zu beurteilen. Seriöse Einschätzungen gehen für die EU-27 von einem BIP-Wachstum für das Jahr 2011 in Höhe von 1,6 % aus und für 2012 in Höhe von 0,2%. Die Prognosen für Österreich gehen für 2011 von einem BIP-Anstieg von 3,0 % und von 0,8 % bis 1,3 % für 2012 aus.

In Bulgarien bremst weiterhin die schwache Nachfrage des Industrie- wie auch des Privatbereichs das Wirtschaftswachstum. Die Erwartungen für das BIP-Wachstum 2011 und 2012 liegen bei 2,0 %. Rückläufiges Realeinkommen und der damit verbundene schwache Privatkonsum wirken sich auch auf die BIP-Entwicklung in Kroatien aus, wo 2011 ein Anstieg um 1 % und 2012 von 2,0 % erwartet werden.

In Albanien haben die Krisen der beiden wichtigsten Handelspartner Italien und Griechenland den Konjunkturaufschwung gedämpft – die Einschätzungen zur BIP-Entwicklung wurden für 2011 auf 3,5 % und für 2012 auf 3,0 % gesenkt.

Mazedonien erholt sich langsam von der Rezession des Jahres 2009, wiewohl eine schwache Infrastruktur und ein unsicheres Wirtschaftsklima die weitere Entwicklung hemmen. Für 2011 wird ein BIP-Anstieg um 2,0 % und für 2012 um 3,0 % prognostiziert.

2010/11 2009/10 Veränderung
GJ GJ %
Temperaturbedingter Energiebedarf NÖ1 101,7 105,5 -3,0
Primärenergie und CO2-Zertifikate
Rohölpreis - Brent EUR/bbl 75,49 57,28 31,8
Gaspreis – GIMP EUR/MWh 25,82 21,51 20,8
Kohle - API#2 (Notierung in ARA) EUR/t 86,95 69,49 25,1
CO2-Zertifikate (1.Periode) EUR/t 14,76 14,23 3,7
Strom - Spotmarkt
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 51,55 41,28 24,9
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 61,76 52,23 18,2
Strom - Forwardmarkt
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 50,29 48,87 2,9
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 64,10 67,84 -5,5
1
Berechnet nach Heizgradsummen´; die Basis (100%) entspricht dem Durchschnittswert 1997-2006; ausgewiesene
Veränderung in Prozentpunkten
Die obige Darstellung enthält Durchschnittswerte.

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Seit Dezember 2009 ist der Stromverbrauch Österreichs in jedem Monat über dem des Vergleichsmonats des jeweiligen Vorjahres gelegen. Im vierten Quartal 2010 wurde in Österreich um 4,3 % mehr Strom verbraucht. Neben der kälteren Witterung (–1,6 Grad C) ist der Verbrauchszuwachs vor allem durch einen höheren Bedarf der Industrie aufgrund der stärkeren Nachfrage zu erklären. Im ersten Halbjahr 2011 stieg der Stromverbrauch in Österreich um 0,9 % bzw. 0,3 Terawattstunden (TWh) auf 34,4 TWh, womit beinahe das hohe Verbrauchsniveau vor der Wirtschaftskrise erreicht wurde. Der Verbrauchzuwachs im Bereich der gesamten Elektrizitätsversorgung war deutlich höher als im öffentlichen Netz, wo nur eine geringere Steigerung um 0,4 % bzw. 0,1 TWh gegeben war. Dies deutet darauf hin, dass ein Großteil des Mehrverbrauchs unverändert auf die Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen ist.

Die kältere Witterung in Österreich, aber auch in Mazedonien führte für die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 zu einer höheren Nachfrage. Der temperaturbedingte Energiebedarf im Heimmarkt lag um 1,7 % über dem langjährigen Durchschnitt. In Mazedonien war der temperaturbedingte Energiebedarf um 1,3 % über dem langjährigen Durchschnittswert sowie um 11,0 % über dem Vorjahreswert. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen zwar um 13,8 % unter dem langjährigen Durchschnitt, jedoch um 6,2 % über jenen des Vorjahres.

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung, insbesondere der weiterhin starken Nachfrage in Asien, lag im Geschäftsjahr 2010/11 der Preis für das in Europa als Referenz geltende Rohöl Brent auf Eurobasis um 31,8 % über dem Vorjahreswert. Die grundsätzlich an den Rohölpreis gekoppelten Gaspreise notierten um 20,8 % über dem Vorjahreswert, die Preise für Kohle sind um 25,1 % gestiegen. Der Preis für CO2-Emissionszertifikate erhöhte sich um 3,7 % auf 14,76 Euro. Die Diskussion um eine Anhebung des europäischen CO2-Reduktionszieles von der aktuellen 20 %-Marke auf 30 % und der Atomausstieg in Deutschland hat die CO2-Preise ab Anfang Februar 2011 über die 17,0 Euro Marke steigen lassen. Die Schuldenkrise in der EU und die Sorge um die weitere Entwicklung der weltweiten Konjunktur haben im vierten Quartal des Geschäftjahres 2010/11 zu einem Rückgang der Preise auf das Niveau von knapp über 10,0 Euro geführt.

Die Spot- und Forwardmarktpreise für Strom zeigten im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 wetterbedingt eine Erhöhung sowie auch im dritten Quartal als Folge der Abschaltung der Atomkraftwerkskapazitäten in Deutschland. Der Preisanstieg ab Mitte März 2011 wurde jedoch durch die höhere Erzeugung aus erneuerbaren Energien gedämpft. Insgesamt waren die Spotmarktpreise für Grundlaststrom durchschnittlich um 24,9 % und jene für Spitzenlaststrom und um 18,2 % über dem Vorjahresniveau. Demgegenüber lagen die Forwardpreise für Grundlaststrom um 2,9 % nur leicht über dem Niveau der Vergleichsperiode und jene für Spitzenlaststrom sanken sogar um 5,5 %. Die Abkoppelung der Entwicklung der Forwardpreise zu jener der Spotmarkpreise zeigt die wachsende Unsicherheit im Bezug auf die weltweite Konjunktur.

Im Sinne der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weshalb die Preise auf Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN ausüben. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2010/11 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2010 noch auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. Die langfristig orientierte Einkaufspolitik der EVN ermöglichte die Strompreise seit 1. November 2008, trotz der hohen Volatilitäten an den internationalen Energiemärkten, weiterhin stabil zu halten. Nachdem die Gaspreise an Endkunden im Jänner, März und Dezember 2009 gesenkt wurden und der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis deutlich angestiegen ist, war eine Erhöhung der Gaspreise an Endkunden per 1. April 2011 betriebswirtschaftlich unumgänglich.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassen: Die niedrigen Preise bei der Strombeschaffung wirkten sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Aufgrund der steigenden Gasbezugspreise und der stabilen Gas- und Strompreise an Endkunden geriet im ersten Halbjahr 2010/11 das Ergebnis unter Druck. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate waren aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen zur Ertragslage

2010/11 2009/10 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Umsatzerlöse 416,8 440,4 -23,7 -5,4%

Die Umsatzerlöse setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 172,8 Mio EUR, Gaserlösen in Höhe von 77,3 Mio EUR, Wärmeerlösen in Höhe von 14,5 Mio EUR und sonstigen Umsatzerlösen in Höhe von 152,2 Mio EUR zusammen.

Die Stromerlöse zeigen aufgrund des anhaltend geringeren Spreads zwischen Verkaufs- und Primärenergiepreisen einen deutlichen Rückgang von 60,3 Mio EUR. Im Vorjahr war es noch gelungen, einen Grossteil der produzierten Energie bereits im Vorfeld zu hohen Marktpreisen zu verkaufen. Während die regulären Gaserlöse gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Mio EUR gestiegen sind, konnten die Gesamtgaserlöse aufgrund von Handelsaktivitäten um 29,4 Mio EUR gesteigert werden.

Die sonstigen Umsatzerlöse stiegen um 5,5 Mio EUR an, was unter anderem aus einer gesteigerten Leistungserbringung im Konzern resultiert.

Berechnung 2010/11 2009/10 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Ergebnis vor Zinsen
und Steuern
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 191,1 202,9 -11,8 -5,8%
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen gemäß
§ 231 (2) Z 15 UGB

Die Aufwendungen für Primärenergie, CO2-Kosten und Strombezugskosten betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 196,6 Mio EUR (Vorjahr: 254,4 Mio EUR). Die Abweichung resultiert hauptsächlich aus der Verwendung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für drohenden Verluste sowie aus gesunkenen Gaseinsatzkosten.

An Materialaufwand und sonstigen bezogenen Leistungen sind 78,9 Mio EUR (Vorjahr 83,4 Mio EUR) angefallen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 4,5 Mio EUR, welcher unter anderem auf eine Reduktion der Instandhaltungsaufwendungen zurückzuführen ist.

Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2010/11 85,7 Mio EUR (Vorjahr 80,8 Mio EUR). Bei der EVN AG waren zum Bilanzstichtag 695 Angestellte auf Vollzeitbasis beschäftigt. Bei der EVN AG sind derzeit keine Lehrlinge in Ausbildung. Daraus resultiert ein Personalaufwand pro Mitarbeiter von 0,1 Mio EUR. Der Umsatz pro Mitarbeiter beträgt 0,6 Mio EUR.

Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 12,4 Mio EUR und lagen damit um 7,0 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahrs. Dies ist auf eine außerplanmäßige Abschreibung der beiden Gaskraftwerke Theiß und Korneuburg zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 40,4 Mio EUR (Vorjahr 37,0 Mio EUR). Diese setzen sich hauptsächlich aus Pacht-, Versicherungs-, Beratungs-, Kopieraufwendungen, Konzernverrechnungen sowie sonstigen Steuern und Abgaben zusammen.

Aufgrund der oben angeführten Rahmenbedingungen verzeichnete die EVN AG einen positiven Betriebserfolg in Höhe von 10,4 Mio EUR (Vorjahr -13,9 Mio EUR), was einen Anstieg von 24,3 Mio EUR gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Das Finanzergebnis ist vor allem durch Beteiligungserträge, Zinsaufwendungen und –erträge sowie durch sonstige Finanzaufwendungen und –erträge geprägt. Das Beteiligungsergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Mio EUR auf 207,9 Mio EUR gesunken, was auf niedrigere Ausschüttungen der Beteiligungsunternehmen zurückzuführen ist. Die Aufwendungen aus Finanzanlagen sowie Wertpapieren des Umlaufvermögens sind auf 50,2 Mio EUR angestiegen. Der Grund hierfür ist in erster Linie Teilwertabschreibungen auf die Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH sowie auf die EVN Beteiligungsgesellschaft Alpha GmbH.

Insgesamt konnte ein Finanzergebnis in Höhe von 135,4 Mio EUR erzielt werden, welches um 39,5 Mio EUR oder 22,6 % unter dem Vorjahr liegt.

Die beschriebenen Entwicklungen führten zu einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 145,8 Mio EUR; dies bedeutet eine Reduktion von 15,2 Mio EUR bzw. 9,4 %; das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich um 11,8 Mio EUR auf 191,1 Mio EUR reduziert.

Berechnung 2010/11 2009/10
% %
EBIT-Marge Betriebsergebnis 2,5% n.a.
Umsatzerlöse

Aufgrund des erwirtschafteten negativen Betriebsergebnisses kann für das Geschäftsjahr 2009/10 keine EBIT-Marge ermittelt werden.

Berechnung 2010/11 2009/10
% %
Eigenkapitalrentabilität Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 8,7% 11,0%
durchschnittliches Eigenkapital

Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern ist gesunken, da das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gesunken ist.

Berechnung 2010/11 2009/10
% %
Gesamtkapitalrentabilität Ergebnis vor Zinsen und Steuern 5,9% 6,6%
durchschnittliches Gesamtkapital

Da das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stärker gesunken als das durchschnittliche Gesamtkapital gestiegen ist, ist die Gesamtkapitalrentabilität geringfügig gesunken.

Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Berechnung 30.09.2011 30.09.2010 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoverschuldung Verzinsliches Fremdkapital 1.077,4 935,1 142,3 15,2%
- Flüssige Mittel

Das verzinsliche Fremdkapital und die flüssigen Mittel berechnen sich dabei folgendermaßen:

Berechnung 30.09.2011 30.09.2010 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Verzinsliches
Fremdkapital
Anleihen 1.161,4 1.185,2 -23,8 -2,0%
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+
Finanzverbindlichkeiten
verbundene Unternehmen
+ Rückstellungen für Abfertigungen
gegenüber
+Rückstellungen für Pensionen
+Rückstellungen für Jubiläumsgelder
30.09.2011 30.09.2010 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Flüssige Mittel Kassenbestand,
Schecks,
Guthaben
Kreditinstituten, Wertpapiere des UV sowie aus
sonstigem Finanzvermögen
bei 84,0 250,2 -166,2 -66,4%

Aufgrund Reduzierung des kurzfristigen Wertpapierbestandes bei einem leicht gesunkenen Stand des verzinslichen Fremdkapitals hat sich die Nettoverschuldung um 15,2% auf 1.077,4 Mio EUR erhöht.

Berechnung 30.09.2011 30.09.2010 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoumlaufvermögen Umlaufvermögen -12,6 -22,1 9,5 42,9%
- langfristiges Umlaufvermögen
=Kurzfristiges Umlaufvermögen
- kurzfristiges Fremdkapital
=Nettoumlaufvermögen

Der Anstieg des Nettoumlaufvermögens ist auf einen höheren Anstieg der kurzfristigen sonstigen Forderungen gegenüber dem kurzfristigen Fremdkapitals zurückzuführen.

Berechnung 30.09.2011 30.09.2010
% %
Eigenkapitalquote Eigenkapital 54,0% 48,8%
Gesamtkapital

Die Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr 2010/11 3.366,8 Mio EUR (VJ: 3.111,1 Mio EUR) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 255,7 Mio EUR bzw. 8,2 % erhöht. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Gesellschaft hat sich um 19,7 % gegenüber dem Vorjahr erhöht und beläuft sich unter Berücksichtigung der unversteuerten Rücklagen auf 1.831,8 Mio EUR (VJ: 1.529,8 Mio EUR).

Das um 8,2 % erhöhte Gesamtkapital führt bei einem vor allem aufgrund des Jahresergebnisses 2010/11 und der im Geschäftsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung zu einem Anstieg der Eigenkapitalquote um 5,3 %-Punkte.

Berechnung 30.09.2011 30.09.2010
% %
Nettoverschuldungsgrad Nettoverschuldung 59,2% 61,6%
Eigenkapital

Aufgrund des stärker als wie die Nettoverschuldung gestiegenen Eigenkapitals reduzierte sich der Nettoverschuldungsgrad auf 59,2 %. Erläuterungen dazu siehe Kennzahl: Nettoverschuldung.

Geldflussrechnung

Berechnung 2010/11 2009/10 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Geldflussrechnung Geldfluss aus dem Ergebnis 335,3 164,7 170,6 103,6
Netto-Geldfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit
354,9 259,8 95,1 36,6
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -319,8 -66,2 -253,6 383,1
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 80,9 -69,0 149,9 -217,2
Zahlungswirksame Veränderung des
Finanzmittelbestandes
116,0 124,6 -8,6 6,9

Ausgehend von einem Jahresüberschuss in Höhe von 193,9 Mio EUR konnte ein Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit von 354,9 Mio EUR erwirtschaftet werden. Während sich der Abbau der sonstigen Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten positiv auf den operativen Cashflow ausgewirkt hat, wirkten sich der die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Abbau der übrigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten negativ auf den operativen Cashflow aus.

Aufgrund der weiterhin hohen Investitionstätigkeit belief sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf -319,8 Mio EUR.

Ausgehend von der im Geschäftjahr 2010/11 durchgeführten Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn 2009/10 in Höhe von 71,8 Mio EUR, einer Reduktion der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie einer Erhöhung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten weist die EVN AG einen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 80,9 Mio EUR aus.

Insgesamt resultierte aus dieser Entwicklung eine Erhöhung des Finanzmittelbestandes um 116,0 Mio EUR.

Zweigniederlassungen

EVN verfügt über keine Zweigniederlassungen im Sinne des § 243 Abs 3 Z 4 UGB; die im Geschäftsjahr 2004/05 noch vorhandenen wirtschaftlich und organisatorisch unselbständigen Außenstellen für den Kundendienst und die technische Netzbetreuung wurden im Zuge der Ausgliederung des Netzbetriebes in die EVN Netz GmbH überführt.

Forschung- und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken sowie der Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien ein. Die EVN AG setzt dabei unter anderem auf Forschungskooperationen mit Höheren Technischen Lehranstalten, Fachhochschulen und Technischen Universitäten.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden mehr als 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,6 Mio. Euro) für Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor allem in den Bereichen erneuerbare Energiequellen (z. B. Solarthermie, Smart Metering, CCS-Technologien (z. B. CO2-Verwertung)) aufgewendet. Davon wurden der EVN AG rund 14 % durch Forschungsförderungseinrichtungen vergütet. Eine weitere finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies beispielsweise beim Ökostromgesetz der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

In Kooperation mit der HELIOVIS AG und der TU Wien forscht die EVN an einem Solarthermie-Projekt. Zentraler Bestandteil dieser CSP (Concentrated Solar Power)-Demonstrationsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr ist ein sogenannter HELIOtube (Sonnenkonzentrator). Dies ist ein aufblasbarer Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien, der mit Hilfe einer Spiegelfolie das sonnenlicht konzentriert und es so wirtschaftlich nutzbar macht. In diesem HELIOtube, der dem Tagesverlauf der Sonne folgen kann, wird durch die reflektierende Membran die Sonnenstrahlung gebündelt und in einem Verdampferrohr Wasserdampf erzeugt, der anschließend energetisch verwertet werden kann. Die Demonstrationsanlage soll zu Forschungszwecken für die Dauer von etwa zwei Jahren betrieben werden und Erkenntnisse über die Einsatztauglichkeit im Dauerbetrieb, die Erzeugungskapazität und das Regelverhalten liefern.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, ökonomische, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden hiermit einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Die Forcierung erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie und Biomasse bilden einen wesentlichen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung der EVN in den nächsten Jahren. Zur Minimierung der Umweltrisiken sind alle emissionsrelevanten Anlagen der EVN nach EMAS und ISO 14001 zertifiziert und werden jährlich extern auditiert. Den Kern dieser Umweltmanagementsyteme bildet ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der sicherstellt, dass im Hinblick auf Risikominimierung bei potenziell gefährdeten Arbeitsabläufen Kennzahlen und Umweltauswirkungen erhoben und analysiert, Stärken und Schwächen erkannt sowie mögliche Verbesserungspotenziale aufgezeigt und genutzt werden.

Neben zahlreichen Projekten zur Reduktion der CO2-Emissionen, zur Steigerung der Energieeffizienz und zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energiequellen wurden zusätzlich Projekte zur Sicherstellung der Artenvielfalt realisiert, ökologische Ausgleichsflächen geschaffen sowie ein internes Umweltcontrolling eingeführt.

Aufgrund der operativen Ausrichtung und der in vielen Bereichen sensiblen Berührungspunkte sucht die EVN AG den aktiven Dialog mit ihren Interessengruppen und nimmt Anliegen, aber auch kritische Bedenken bei Ausbauvorhaben der Netze und Produktionsanlagen überaus ernst. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen bei neuen Großprojekten. Daneben setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die Planung und Errichtung von Infrastrukturprojekten wird beispielsweise immer unter Einbindung einer ökologischen Bauaufsicht durchgeführt.

Human Resources

Gerade in einem liberalisierten Markt stellt ein hohes Kompetenzniveau der Mitarbeiter einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die EVN AG investiert daher laufend und bedarfsorientiert in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente.

In ihrem Bestreben, sich als attraktiver und fairer Arbeitgeber zu erweisen, sieht sich die EVN AG ihren Mitarbeitern gegenüber einer Reihe fundamentaler Grundsätze verpflichtet:

Eine Selbstverständlichkeit bildet die Gleichbehandlung und Chancengleichheit sämtlicher Mitarbeiter. In der Praxis bedeutet dies die Herausforderung, keine Mitarbeiter aus Gründen des Alters, des Gesundheitszustandes, der nationalen oder ethnischen Herkunft oder des Geschlechts zu diskriminieren. Gesetzliche Vorschriften zum Thema Sicherheit werden durch ein umfangreiches internes organisatorisches Regelwerk sowie ein speziell auf die Arbeitsbedingungen in der Energiewirtschaft zugeschnittenes "Handbuch Sicherheit" ergänzt.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft über die laufende Entwicklung des Unternehmens zählt zu den wichtigsten Kommunikationsaufgaben in der EVN AG.

Die EVN AG bietet ihren Mitarbeitern ein Gleitzeitmodell ohne Kernzeit, d.h. ohne fixe Anwesenheitsverpflichtung, um durch einen höheren Grad an Eigenverantwortung das generelle Effizienzniveau im Unternehmen sowie den Servicegrad im Kundendienst weiter zu steigern.

Mit insgesamt rund 0,3 Mio EUR lagen die Aufwendungen für Weiterbildung (Seminargebühren, Trainer, e-Learning) im Geschäftsjahr 2010/11 leicht unter dem Niveau des Vergleichszeitraums 2009/10.

Der Erfolg dieser Initiativen zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter, die dem Unternehmen im Schnitt über mehr als 25 Jahre angehören. Im Einklang damit zeigt die Fluktuationsrate der bei der EVN Beschäftigten mit rund 1 % einen extrem niedrigen Wert.

Risikomanagement

Risikodefinition

EVN AG definiert Risiko als Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung der Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert für deren Umsetzung die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikocontrolling erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamt-Risikosituation der EVN AG und des EVN Konzerns.

Risikoprofil

Operative Risken

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie sowie eine Intensivierung des Wettbewerbs können die Deckungsbeiträge der EVN AG beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie diversifizierte Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, welche die EVN AG dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist EVN AG Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistung im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenskonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von EVN AG nicht erteilt oder verlängert werden.

Finanzrisiken

Die Steuerung von Zins-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken erfolgt unter anderem durch den Einsatz derivativer Absicherungsinstrumente. Kreditrisiken wird durch Einholen von externen Ratings, einem Limitsystem sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartner entgegengewirkt. Im Finanzbereich ist EVN AG zudem dem Risiko einer Ratingverschlechterung sowie dem Risiko des Schlagendwerdens von Garantien ausgesetzt. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Abschreibungen auf Finanzanlagen erforderlich werden. Dem Liquiditätsrisiko wird mit regelmäßigen Liquiditätsanalysen und einer langfristig abgestimmten, zentral gesteuerten Finanzplanung vorgebeugt.

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie verschärfte Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd(ost)europas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessensvertretungen begegnet werden kann. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte sowie das Geschäft des EVN Konzerns in Mazedonien.

Gesamtrisikoprofil

Da sich das Risikoprofil der EVN AG expansionsbedingt kontinuierlich verändert, sind eine eingehende und laufende Auseinandersetzung mit Risiken sowie ein effizientes Risikomanagement essentiell. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur konnten keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 243a Abs 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Lagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Die Einrichtung eines angemessen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und implementiert. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrundegelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf http://www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter http://www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Funktionen Controlling und Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die internen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen die Prozesse definiert, welche für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten gekennzeichnet, und festgelegt durch welche Kontrollmaßnahmen die Risken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie den zugehörigen Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen implementiert, mit dem Ziel, dass die Einzelabschlüsse nach IFRS sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2010/11 kam es aufgrund der laufenden Weiterentwicklung des RIKS zu Prozessadaptionen und –verbesserungen.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn- und Verlustrechnung enthält, informiert. Darüber hinaus gibt es einmal jährlich eine RIKS Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Die RIKS Berichterstellung erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

EVN Aktie

Die EVN Aktie notiert im Segment "prime market" der Wiener Börse AG. Der prime market ist ein Marktsegment, in dem Aktien von Gesellschaften aufgenommen werden, welche sich über die für die Zulassung von Aktien zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr an der Wiener Börse AG geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Börsegesetzes hinausgehend vertraglich zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten. Die Aufnahmekriterien und Folgepflichten sind im "Regelwerk Prime Market" geregelt.

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330.000.000 EUR und ist zerlegt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.

Die Aktionärsstruktur der EVN hat sich gegenüber dem Jahresultimo 2009/10 verändert. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Von der deutschen EnBW Energie Baden-Württemberg AG werden laut börserechtlicher Meldung der EnBW vom 30.10.2010 über 32,5 % der Aktien gehalten. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.

In der 80. Hauptversammlung am 15.1.2009 wurde der Vorstand der EVN AG ermächtigt, auf Inhaber lautende Stückaktien für Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie zweckfreier Erwerb bis höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Diese Ermächtigung ersetzte die durch Beschluss der Hauptversammlung am 17.1.2008 erteilte Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien. Im Rahmen des aufgrund der ersten Ermächtigung abgeschlossenen Aktienrückkaufsprogramms wurden 534.864 Stück eigene Aktien (0,33 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8,0 Mio EUR erworben. Davon wurden im August 2010 67.536 Stück an Stelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung an EVN Mitarbeiter übertragen. Damit standen zum 30.09.2010 467.328 Stück eigene Aktien im Eigentum der EVN AG.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden weitere 69.068 Stück an die Mitarbeiter übertragen, sodass zum 30.09.2011 398.260 Stück eigene Aktien im Eigentum der EVN AG stehen.

In der 81. Hauptversammlung am 21.01.2010 wurde der Vorstand für höchstens fünf Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 30.000.000 EUR, allenfalls in mehreren Tranchen, durch Ausgabe von bis zu 16.352.582 Stück auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen und die jeweilige Ausübung, den Ausgabekurs sowie die Ausgabebedingungen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen, sofern sichergestellt ist, dass der Anteil der Beteiligung der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH an der EVN AG auch nach der Kapitalerhöhung nicht unter 51 % des Grundkapitals an der EVN AG fällt (§ 2 Bundesverfassungsgesetz, mit dem die Eigentumsverhältnisse an den Unternehmen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft geregelt werden (BGBl I 143/1998), und § 1 NÖ Landesbeteiligungsgesetz (NÖ LGBl 3930-0)).

Im Oktober 2010 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und eine 10 %-ige Kapitalerhöhung durchgeführt. Die Kapitalerhöhung führte zu einer Erhöhung des Grundkapitals der EVN AG auf 330.000.000 Euro und zu einer Ausgabe von 16.352.582 neuen Stückaktien der EVN AG; sie wurde per 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragen.

Strategie und Zielsetzungen

Als diversifiziertes Unternehmen im Energie- und Umweltbereich will die EVN AG ausgehend von Niederösterreich durch ihre Beteiligungsunternehmen eine starke Position sowohl in Zentral- als auch in Mittel- und Osteuropa erreichen und langfristig halten. Basierend auf einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung soll die Zielsetzung einer kontinuierlichen und nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung angestrebt werden. Um diese Ziele zu verwirklichen, wurden strategische Vorgaben und Zielsetzungen in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erarbeitet, die für alle Beteiligungen der EVN AG Gültigkeit haben und die unter Einhaltung aller interner Kontrollmechanismen zu nachhaltigem Wachstum der EVN AG und ihrer Beteiligungen führen sollen.

Neben dem klassischen Kerngeschäft Energie wurde und wird die Geschäftstätigkeit der EVN Beteiligungen um Geschäftsfelder im Umweltbereich wie Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung kontinuierlich auf- und ausgebaut. Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Langfristig hat sich die EVN das Ziel gesetzt, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren und dabei den Anteil erneuerbarer Energieträger auf 50 % zu steigern.

Im Sinne der Breite des Produktangebots und horizontaler Verflechtung der Geschäftsbereiche wird eine Verschränkung der einzelnen Geschäftsbereiche angestrebt, die synergetische Vorteile bei der Markterschließung und bei Projektrealisierungen aber auch durch akkordierte Beschaffungsvorgänge gewährleistet.

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Am 3. Oktober 2011 beschloss der Vorstand die Emission einer Anleihe in Höhe von 300 Mio. Euro. Am 6. Oktober 2011 wurde die Emission der Anleihe über die Börse abgeschlossen. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank Aktiengesellschaft, der Raiffeisen Bank International AG und Societe General CIB begleitet. Die neue Anleihe hat mit einem Fälligkeitsdatum 13. April 2022 eine Laufzeit von 10,5 Jahren und weist eine Stückelung von EUR 1.000 auf. Der fixe Kupon wurde mit 4,25% und der Emissionskurs mit 99,235% festgelegt.

Mit Dezember 2011 plant die EVN eine Anleihe über 300 Mio. Euro mit Fälligkeitsdatum 14. Dezember 2011 zu tilgen.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2011 und der Fertigstellung des vorliegenden Abschlusses keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Ausblick

Der Geschäftserfolg der EVN AG und ihrer Beteiligungen hängt im Energiebereich vor allem von den Stromhandelspreisen auf den europäischen Spot- und Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate ab. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Energieabsatzmengen aus.

Der Geschäftserfolg der EVN AG wird im Geschäftsjahr 2011/12 von der außerordentlich ungünstigen Marktbedingung für die thermischen Kraftwerke geprägt sein. Es werden nach wie vor niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet, die zu einem unverändert niedrigen Einsatz der thermischen Kraftwerke in Niederösterreich führen können. Die aktuelle Entwicklung dieser beiden Faktoren wird daher voraussichtlich zu einem Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres führen.

Die EVN AG geht davon aus, dass das Beteiligungsergebnis auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2010/11 gehalten werden kann, wenngleich die Entwicklung und die Zusammensetzung der Erfolgsbeiträge der einzelnen Beteiligungsgesellschaften sehr stark vom weiteren Verlauf der Energiepreise und der Gesamtwirtschaftslage abhängig sein wird.

Insgesamt gestalten sich die wirtschafts- und energiepolitischen Rahmenbedingungen für den Energiesektor zunehmend herausfordernd. Aufgrund der Verfolgung der Strategie einer alle Wirtschaftsstufen umfassenden Geschäftstätigkeit im In- und Ausland sollte jedoch mittel- und langfristig eine weiterhin positive Entwicklung der EVN AG in künftigen Geschäftsperioden zu erwarten sein.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Jahresabschluss

Bilanz zum 30. September 2011 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

A K T I V A Stand am 30.09.2011 Stand am 30.09.2010
EUR EUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 8.780.356,51 9.485
II. Sachanlagen 70.701.410,66 79.025
III. Finanzanlagen 2.433.798.109,79 2.233.699
B. Umlaufvermögen 2.513.279.876,96 2.322.209
I. Vorräte
1. Primärenergievorräte 60.844.391,14 87.548
2. Hilfs- und Betriebsstoffe 5.133.684,78 4.544
3. Waren 35.365,86 27
4. noch nicht abrechenbare Leistungen 2.579.121,38 68.592.563,16 904 93.022
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 14.200.765,69 25.100
2. Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 619.644.199,25 339.519
3. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 48.788.185,41 56.493
4. sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 1.770.300,21 684.403.450,56 6.108 427.220
III. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile
2. Sonstige Wertpapiere und Anteile
4.307.181,90
54.710.665,04
59.017.846,94 5.351
219.315
224.666
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 24.973.684,87 25.504
836.987.545,53 770.412
C. Rechnungsabgrenzungsposten 16.579.810,23 18.520
3.366.847.232,72 3.111.141

Bilanz zum 30. September 2011 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

P A S S I V A Stand am 30.09.2011 Stand am 30.09.2010
EUR EUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I.
Grundkapital
330.000.000,00 300.000
II.
Kapitalrücklagen
1. gebundene
2. nicht gebundene
204.429.160,43
58.267.709,06
262.696.869,49 54.551
58.268
112.818
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 4.723.734,22 4.724
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 1.143.959.103,39 1.148.682.837,61 1.022.015 1.026.739
IV. Rücklagen für eigene Anteile 4.307.181,90 5.351
V.
Bilanzgewinn
73.763.599,93 71.985
davon Gewinnvortrag: EUR 220.444,06
Vorjahr: TEUR 100
1.819.450.488,93 1.516.893
B. Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve auf Grund von
Sonderabschreibungen 12.340.385,83 12.894
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 24.082.729,00 22.619
2. Rückstellungen für Pensionen und
pensionsähnliche Verpflichtungen
53.693.467,00 52.287
3. Steuerrückstellungen 3.754.206,83 3.754
4. sonstige Rückstellungen 138.147.810,93 173.695
219.678.213,76 252.355
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 561.259.007,79 561.259
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 240.802.326,52 240.800
3. Erhaltene Anzahlungen
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
912.670,69 0
Leistungen 7.792.039,70 8.930
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
402.882.884,20 422.709
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.647.372,63 31.162
7. sonstige Verbindlichkeiten 23.470.777,92 14.334
davon aus Steuern: EUR 4.889.278,42; Vorjahr: TEUR 643
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 7.128.691,87;
Vorjahr: TEUR 4.595 1.257.767.079,45 1.279.195
E. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Baukostenzuschüsse 51.582.968,76 41.838
2. sonstige 6.028.095,99 7.966
57.611.064,75 49.805
3.366.847.232,72 3.111.141
Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen
vertraglichen Haftungsverhältnissen 1.259.893.643,46 790.619

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.10 - 30.9.11 1.10.09 - 30.9.10
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 416.775.575,44 440.438
2. Veränderung des Bestands an noch nicht
abrechenbaren Leistungen 1.675.329,02 263
3. andere aktivierte Eigenleistungen 77.861,86 288
4. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 2.963.420,03 622
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c) übrige
0,00
2.816.444,31
433
5.239
5.779.864,34 6.293
5. Aufwendungen für Material und sonstige
bezogene Herstellungsleistungen
a) Fremdstrombezug und Energieträger -196.551.000,68 -254.432
b) Materialaufwand -8.737.475,83 -6.039
c) Aufwendungen für bezogene Leistungen -70.135.415,23 -77.407
-275.423.891,74 -337.878
6. Personalaufwand
a) Gehälter
-60.473.551,80 -56.405
b)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -4.604.260,65 -4.139
c) Aufwendungen für Altersversorgung -7.026.650,87 -7.769
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -13.006.097,93 -11.969
e) sonstige Sozialaufwendungen -610.433,20 -544
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände -85.720.994,45 -80.825
des Anlagevermögens und Sachanlagen -12.378.153,93 -5.383
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 19 fallen -2.436.512,56 -965
b) übrige -37.962.639,25 -36.104
-40.399.151,81 -37.069
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) 10.386.438,73 -13.873
10. Erträge aus Beteiligungen 207.921.946,87 212.862
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 111.892.770,77;
Vorjahr: TEUR 122.284
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen 43.926,59 43
des Finanzanlagevermögens
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 20.273.563,35 8.358
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 16.577.842,32;
Vorjahr: TEUR 2.557
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung
zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlauf
2.726.374,37 1.854
vermögens
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus -50.223.328,64 -6.353
Wertpapieren des Umlaufvermögens
davon Abschreibungen: EUR 50.057.534,89; Vorjahr: TEUR 6.236
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 27.696.238,40;
Vorjahr: TEUR 0
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -45.373.563,71 -41.932
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 14.222.210,74;
Vorjahr: TEUR 14.489
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 135.368.918,83 174.831
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 145.755.357,56 160.958

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.09 - 30.9.10
EUR TEUR
145.755.357,56 160.958
0
0
0
-2.439.476,37 -3.823
193.889.994,03 157.135
1.521
-522
-86.250
220.444,06 100
73.763.599,93 71.985
1.10.10 - 30.9.11
142.269.575,18
-91.695.462,34
50.574.112,84
557.833,34
-4.671,50
-120.900.000,00
l
l
$\overline{a}$
$\overline{a}$
۱
Anschaffungswert Zugang Abgang Umbuchung Anschaffungswert Wertberichtigung Restbuchwert Restbuchwert Abschreibung
1.10.2010 30.9.2011 30.9.2011 30.9.2011 30.9.2010 Zuschreibung
2010/11
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte
204.573.809,84 81.391,91 447.837,05 0,00 204.207.364,70 195.427.008,26 8.780.356,44 9.485.199,10 786.234,57
Baukostenzuschüsse gem.Art.II(2) EFG 1969 0,07 0,00 0,00 0,00 0,07 0,00 0,07 0,07 0,00
.
Summe I.
_________
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
Sachanlagen
und Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremcem Grund
167.566.793,30 1.778.678,49 2.179.182,56 494.052,89 167.660.342,12 143.604.726,14 24.055.615,98 23.578.213,82 1.703.608,301
Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen 698.311.766,57 786.535,62 5.951.844,96 5.973.113,63 699.119.570,86 658.715.642,72 40.403.928,14 42.342.680,59 8.641.280,84 1)
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
29.522.170,23 1.178.499,79 3.084.905,20 4.394,10 27.620.158,92 21.601.038,80 6.019.120,12 6.132.499,85 1.247.030,22
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
6.971.460,63 0,00 277.153,59 $-6.471.560.62$ 222.746,42 0,00 222.746,42 6.971.460,63 0,00
Summell 2000 2000 11:00:00 2000 2000 2000 2000 894.622.818,32 823.921.407.66 20.701.410.66 20.701.410.66 20.854.89 11.591.919,36
>umme
Summe l+ll
11.940.923.35 12.378.153,93
Finanzarlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.719.552.963,89 357.194.239,41 6.425.000,00 0,00 2.070.322.203,30 125.701.054,28 1.944.621.149,02 1.713.243.610,35 119.391.700,74
Ausleihurgen an verbundene Unternehmen 73.400.000,00 0,00 38.400.000,00 0,00 35.000.000,00 18.929.051,33 16.070.948,67 43.314.182,59 0,00
$-11.156.766.08$
Beteiligurgen 487.421.107,93 19.517.496,50 1.628.922,83 0,00 505.309.681,60 52.248.435,30 453.061.246,30 457.026.167,86 21.853.495,23
Wertpapiere (Wertrechte)
des Anlagevermögens
20.163.651,76 0,00 0,00 0,00 20.163.651,76 510.079,68 19.653.572,08 19.653.572,08 0,00
Sonstige Ausleihungen 461.596,66 112.957,61 183.360,55 0,00 391.193,72 0,00 391.193,72 461.596,66 0,00
Summe III 2.300.999.320,24 376.824.693,52 46.637.283,38 0,00 2.631.186.730,38 197.388.620,59 2.433.798.109,79 2.233.699.129,54 141.245.195,97
-------------------------------------- 11.156.766,08
Gesamtsumme Anlagevermögen 3.407.945.320,88 380.649.799,33 58.578.206,74 0,00 3.730.016.913,47 1.216.737.036,51 2.513.279.876,96 2.322.209.183,60 153.623.349,90

ENTWICKLUNG DER UNVERSTEUERTEN RÜCKLAGEN

nach Bilanzpositionen in EURO

Stand
1.10.2010
Zuführung Verbrauch Abgang Umbuchung Stand
30.9.2011
1. Bewertungsreserve auf Grund
von Sonderabschreibungen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Rechte
5.545.425,35 0,00 506.313,75 0,00 0,00 5.039.111,60
5.545.425,35 0,00 506.313,75 0,00 0,00 5.039.111,60
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte
und Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 5.122.145,89 0,00 5.167,56 28.066,44 0,00 5.088.911,89
Kraftwerks- und Erzeugungsanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und
0,00 0,00 0,00 0,00 1.743.468,31 1.743.468,31
Geschäftsausstattung 206.946,56 4.671,50 9,76 3.219,56 0,00 208.388,74
Gel. Anzahlungen und Anlagen in Bau 1.758.524,58 0,00 0,00 15.056,27 -1.743.468,31 0,00
7.087.617,03 4.671,50 5.177,32 46.342,27 0,00 7.040.768,94
Finanzanlagen
Beteiligungen
260.505,29 0,00 0,00 0,00 0,00 260.505,29
260.505,29 0,00 0,00 0,00 0,00 260.505,29
Summe Bewertungsreserve 12.893.547,67 4.671,50 511.491,07 46.342,27 0,00 12.340.385,83

Beteiligungen per 30. September 2011

1. Beteiligungen der EVN AG im Geschäftsbereich Energie mit einem Anteil von mindestens 20 %

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower"), Tirana, Albanien 50,00 ALL 17.476 -1.387 31.12.2010
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("Energieallianz"), Wien 45,00 EUR 12.606 -4.613 30.09.2011
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien 100,00 ALL 41 -82 31.12.2010
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP"), Plovdiv, Bulgarien 67,00 BGN 259.969 20.411 31.12.2010
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC"), Plovdiv, Bulgarien 67,00 BGN 37.214 4.140 31.12.2010
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien 100,00 BGN 1h017 116 31.12.2010
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv"), Plovdiv, Bulgarien 100,00 BGN 47.533 -5.098 31.12.2010
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien 100,00 HRK 6.735 -1.257 30.09.2011
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 40.649 45.630 30.09.2011
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH, ("EVN Kraftwerk"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 112.326 -43 30.09.2011
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H., ("EVN LV"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 102.028 402 30.09.2011
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien 90,00 MKD 126.595 -16.142 31.12.2010
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien 100,00 MKD -484 183 31.12.2010
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., ("evn naturkraft"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 123.967 6.294 30.09.2011
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 384.105 48.099 30.09.2011
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE"), Sofia, Bulgarien 100,00 BGN 1.439 345 31.12.2010
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 75.114 7.019 30.09.2011
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien 45,00 EUR 6.646 702 30.09.2011
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten 49,00 EUR 15.142 160 31.12.2010
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien1) 70,00 BGN 0 0 31.12.2010
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn 70,00 HUF 1.865 10 31.12.2010
MAKGAS DOOEL, Skopie, Mazedonien 100,00 MKD 0 -1 31.12.2010
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien ("Shkodra") 49,99 EUR 30 -5 31.12.2010

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2010/11 erworben

2. Andere wichtige Beteiligungen der EVN AG im Energiebereich

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien 16,51 EUR 183.154 72.765 31.12.2010
VERBUND AG, Wien 11,55 EUR 1.837.840 515.184 31.12.2009

3. Beteiligungen der EVN AG in kerngeschäftlichen Bereichen mit einem Anteil von mindestens 20 %

Gesellschaft, Sitz Betei
ligung
%
Wäh
rung
Eigen
kapital
TEUR
Letztes
Jahres
ergebnis
TEUR
Jahres
abschluss
zum
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt 73,63 EUR 73.619 3.629 30.09.2011
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, ("EVN FM"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 21.117 9.851 30.09.2011
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, ("EVN-Pensionskasse),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 3.511 176 31.12.2010
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 142.513 11.442 30.09.2011
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf 100,00 EUR 63.325 3.831 30.09.2011
EVN WEEV Beteiligungs GmbH, ("EVN WEEV"), Maria Enzersdorf 1) 100,00 EUR - - 31.08.2011
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien 50,00 EUR 183 33 30.09.2011
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG"), Maria Enzersdorf 50,03 EUR 421.384 64.022 31.03.2011
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H, ("Utilitas"),
Maria Enzersdorf 100,00 EUR 38.600 10.824 30.09.2011

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 30. September 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. September 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 15. November 2011

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Anhang

Anhang der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11

Allgemeines

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2011 wurde in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung erstellt. Der Abschluss wird beim Firmenbuch des Landesgerichtes Wiener Neustadt hinterlegt. Das Unternehmen ist Mutterunternehmen des Konsolidierungskreises der EVN AG.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Im Interesse einer klaren und übersichtlichen Darstellung wurden die Posten des Anlagevermögens in der Bilanz zusammengefasst, die detaillierte Darstellung erfolgt in einer Beilage zum Anhang. Den Erfordernissen eines Energieversorgungsunternehmens entsprechend wurden weitere branchenspezifische Untergliederungen vorgenommen.

Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem

Aufgrund von Änderungen im Unternehmensrechtsänderungsgesetz 2008 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtet, die wichtigsten Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Lagebericht offenzulegen. Gemäß dieser Verpflichtung hat EVN AG ein "Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem" (RIKS) etabliert, das auf dem Internen Kontrollsystem aufbaut. Es gewährleistet die Ablaufsicherheit sowie klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte. Damit wird die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeines

Der Jahresabschluss basiert auf den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung und folgt der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Alle Vermögensgegenstände wurden zum Abschlussstichtag einzeln und ohne Willkür bewertet. Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste berücksichtigt wurden.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Die Herstellungskosten enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung sowie Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die der Aktivierung von Eigenleistungen zugrunde liegenden Personalstundensätze berücksichtigen auch Aufwendungen für freiwillige Sozialleistungen, Abfertigungen und betriebliche Altersversorgung. Ein Ausscheiden überhöhter Gemeinkosten infolge offenbarer Unterbeschäftigung war nicht erforderlich.

Der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer werden branchenübliche Richtwerte zugrunde gelegt. Die Abschreibungssätze sind nachstehender Tabelle zu entnehmen.

Abschreibungen
nach Anlagenkategorien
Nutzungsdauer
in Jahren
Planmäßige
Abschreibung
in %
Rechte 4-77 1,3-25
Gebäude 10-50 2-10
Bauliche Anlagen der Kraftwerke 25-50 2-4
Maschinelle und elektrische Einrichtungen 10-33 3-10
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-25 4-33,3

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Ausleihungen werden entsprechend diskontiert.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Einstandspreisen gemäß dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder zu niedrigeren Tages- bzw. Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag. Bestandsrisken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem niedrigeren Marktwert bilanziert. Längerfristige unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Forderungen werden entsprechend diskontiert. Für bestehende Ausfallsrisken wird durch Einzelwertberichtigungen bei dubiosen Forderungen vorgesorgt.

Die Bildung von pauschalen Einzelwertberichtigungen erfolgt nach Außenstandsdauer.

Wertberichtigungssätze für pauschale Einzelwertberichtigung:

Außenstandsdauer: Wertberichtigungsprozentsatz:
0 – 89 Tage 0 %
90 – 359 Tage 65 %
> = 360 Tage 85 %

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag bewertet.

Posten des Umlaufvermögens, die auf Fremdwährung lauten, werden mit dem Geldkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Rückstellungen

Die Bildung der Rückstellungen für Abfertigungen, laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder erfolgt gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode), wobei den Wertansätzen versicherungsmathematische Gutachten über die jeweiligen Deckungskapitalien zugrunde liegen. Die Abfertigungsrückstellungen werden für die gesetzlichen Ansprüche gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe jenes Betrages, der nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht notwendig ist.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Soweit es sich dabei um wiederkehrende Verpflichtungen handelt, sind sie mit dem Barwert der künftigen Auszahlungen bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Anschaffungswert oder mit dem höheren Devisenbriefkurs des Bilanzstichtages bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanzsumme in Höhe von 3.366.847,2 TEUR liegt um 255.705,7 TEUR bzw. 8,2 % über dem entsprechenden Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Aktiva

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen zu Nettowerten (Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen) ist gegenüber dem Vorjahr um 191.070,7 TEUR bzw. 8,2 % auf 2.513.279,9 TEUR angestiegen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Als immaterielle Vermögensgegenstände werden Strombezugsrechte und sonstige Rechte ausgewiesen. Sie weisen einen Stand von 8.780,4 TEUR (30. September 2010: 9.485,2 TEUR) aus. Die Veränderung in Höhe von insgesamt 704,8 TEUR resultiert aus vorgenommenen linearen, planmäßigen Abschreibungen und aus der Ausbuchung von sonstigen Rechten.

Sachanlagen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr insgesamt 3.743,7 TEUR. Die größten Zugänge entfallen auf Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund sowie auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Sachanlagen betragen zum Bilanzstichtag 70.701,4 TEUR (30. September 2010: 79.024,9 TEUR).

Der Grundwert der Grundstücke betrug insgesamt 10.579,9 TEUR (30. September 2010: 10.591,5 TEUR).

Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen aufgrund von Miet- und Leasingverträgen.

Finanzanlagen

Der Bilanzwert der Finanzanlagen hat gegenüber dem 30.9.2010 um 200.099,0 TEUR bzw. 9,0 % auf 2.433.798,1 TEUR zugenommen. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus Zugängen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie aus Beteiligungen. Eine Übersicht über die Höhe des Nominalkapitals, des gesamten Eigenkapitals, des anteiligen Eigenkapitals und des Jahresergebnisses des letzten vorliegenden Jahresabschlusses der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen findet sich in den Anlagen.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens dienen im Wesentlichen der gesetzlich vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen.

Im Geschäftsjahr wurden im Finanzanlagevermögen mögliche Zuschreibungen in Höhe von 510,1 TEUR (30. September 2010: 510,1 TEUR) unterlassen. Daraus resultiert eine zukünftige Steuerbelastung im Ausmaß von 127,5 TEUR (30. September 2010: 127,5 TEUR).

Aufgrund einer Darlehensendfälligkeit haben sich die Anschaffungskosten der Ausleihungen an verbundene Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um 38.400,0 TEUR verringert. Eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr weist bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen ein Betrag von 35.000,0 TEUR (30. September 2010: 73.400,0 TEUR) sowie bei den sonstigen Ausleihungen ein Betrag von 318,9 TEUR (30. September 2010: 378,3 TEUR) auf.

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Vorräte sind um 24.429,7 TEUR bzw. 26,3 % auf 68.592,6 TEUR gesunken. Die Veränderung resultiert vorwiegend aus der Reduzierung der Kohlevorräte.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen 30. September 2011 30. September 2010
Restlaufzeit Bilanzwert Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 14.155,7 45,1 14.200,8 25.035,0 64,7 25.099,7
Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen 369.644,2 250.000,0 619.644,2 89.518,6 250.000,0 339.518,6
Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 48.788,2 0,0 48.788,2 56.493,1 0,0 56.493,1
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 1.757,9 12,4 1.770,3 6.096,0 12,2 6.108,2
Summe 434.346,0 250.057,5 684.403,5 177.142,7 250.076,9 427.219,6

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen zum Bilanzstichtag eine Wertberichtigung in Höhe von 300,2 TEUR (30. September 2010: 249,4 TEUR) aus.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren hauptsächlich aus sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen über 573.412,6 TEUR (30. September 2010: 296.792,9 TEUR), welche 532.158,0 TEUR (30. September 2010: 250.000,0 TEUR) Festgeldveranlagungen und 25.908,4 TEUR (30. September 2010: 25.940,9 TEUR) Körperschaftsteuerguthaben aus einem geschlossenen Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag beinhalten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über 43.850,7 TEUR (30. September 2010: 50.788,3 TEUR) bestehen gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Die verbleibenden Forderungen werden als sonstige Forderungen ausgewiesen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten als wesentliche Positionen Forderungen aus gegebenen Anzahlungen über 980,2 TEUR (30. September 2010: 5.773,0 TEUR), aus Schadenersatzforderungen über 529,6 TEUR (30. September 2010: 5,6 TEUR) und und aus Zinsabgrenzungen über 160,8 TEUR (30. September 2010: 162,3 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind Erträge von 720,1 TEUR (30. September 2010: 203,4 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens haben sich um 165.648,5 TEUR bzw. 73,7 % auf 59.017,8 TEUR verringert. Die Veränderung ist auf einen erhöhten Mittelbedarf in der Beteiligungsfinanzierung zurückzuführen.

In der 79. Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, eigene Anteile im Ausmaß von maximal 10 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Dieser hatte beschlossen, von dieser Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch zu machen. Beabsichtigt war, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entspricht bis zu 0,612 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Zum Bilanzstichtag werden 398.260 (30. September 2010: 467.328) Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von 4.307,2 TEUR (30. September 2010: 5.350,9 TEUR) in den

EVN AG, Maria Enzersdorf

Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 69.068 Stück eigene Aktien an Mitarbeiter übertragen.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand beträgt zum Bilanzstichtag 21,8 TEUR (30. September 2010: 34,2 TEUR).

Zum 30.September 2011 beträgt das Guthaben bei Kreditinstituten 24.951,9 TEUR (30. September 2010: 25.470,0 TEUR).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten mit 5.811,1 TEUR (30. September 2010: 6.842,7 TEUR) Anleihekostenabgrenzungen, mit 5.321,5 TEUR (30. September 2010: 5.397,8 TEUR) Abgrenzungen aus Finanztransaktionen, mit 4.984,4 TEUR (30. September 2010: 5.607,6 TEUR) Abgrenzungen aus der Lohn- und Gehaltsverrechnung und mit 462,7 TEUR (30. September 2010: 671,9 TEUR) sonstige Aufwandsabgrenzungen.

Passiva

Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum 30. September 2011 330.000,0 TEUR (30. September 2010: 300.000,0 TEUR) und ist in 179.878.402 (30. September 2010: 163.525.820) auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien aufgeteilt.

Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Der Bezugspreis betrug 11,00 EUR je Aktie.

Rücklagen

Kapitalrücklagen

Die gebundene Kapitalrücklage enthält ausschließlich Agio-Beträge aus Kapitalerhöhungen.

Als nicht gebundene Kapitalrücklage wird der aus der im Jahr 1986 erfolgten Fusion der NIOGAS Niederösterreichische Gaswirtschafts-Aktiengesellschaft mit der NEWAG Niederösterreichische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft zur NEWAG NIOGAS Aktiengesellschaft, nunmehr EVN AG, entstandene Verschmelzungsmehrwert ausgewiesen.

Gewinnrücklagen

Im Posten "gesetzliche Rücklage" wird der in Vorjahren aus dem Jahresüberschuss dotierte Teil der gebundenen Rücklage gemäß § 229 Abs 6 UGB ausgewiesen.

Die gebundenen Kapital- und Gewinnrücklagen betragen zusammen 209.152,9 TEUR (30. September 2010: 59.274,5 TEUR) und übersteigen damit den erforderlichen zehnten Teil des Nennkapitals.

Die anderen, freien Gewinnrücklagen betragen 1.143.959,1 TEUR (30. September 2010: 1.022.015,4 TEUR).

Rücklage für eigene Anteile

Gemäß § 225 Abs 5 UGB wurde für die zum Stichtag 30. September 2011 im Bestand der EVN AG befindlichen eigenen Anteile eine Rücklage durch Umwidmung freier Gewinnrücklagen gebildet. Analog zu den eigenen Anteilen im Umlaufvermögen weist diese Rücklage für eigene Anteile zum Bilanzstichtag einen Stand von 4.307,2 TEUR (30. September 2010: 5.350,9 TEUR) aus.

Unversteuerte Rücklagen

Die Zusammensetzung der unversteuerten Rücklagen sowie deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2010/11 ist aus der Anlage 3 zum Anhang ersichtlich.

Rückstellungen

Bei der Bewertung der Rückstellungen für Abfertigungen sowie für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) mit einem Rechnungszinssatz von 5,00 % (Vorjahr: 4,75 %) sowie mit einer Erhöhung der Gehälter bzw. der flüssigen Pensionen von 4,00 % (Vorjahr: 2,50 %) im nächsten Jahr und einer jährlichen Erhöhung von 3,00 % (Vorjahr: 3,00 %) in den Folgejahren gerechnet.

Aufgrund der Anwendung der Korridormethode gemäß IAS 19 sind bei den Abfertigungsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -2.675,9 TEUR (30. September 2010: - 2.513,2 TEUR), bei den Pensionsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -5.586,2 TEUR (30. September 2010:

-5.477,2 TEUR) sowie bei den Deputatsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -379,7 TEUR (30. September 2010: -332,4 TEUR) angefallen.

Bei der Bewertung der Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden dieselben Parameter wie bei den Berechnungen der Rückstellungen für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen angewandt.

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Demzufolge wird die errechnete Körperschaftsteuernachzahlung als Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht gemäß § 198 Abs 10 UGB Gebrauch gemacht und aktive Steuerabgrenzungen in Höhe von 25.675,5 TEUR (30. September 2010: 22.537,7 TEUR) nicht angesetzt.

In den sonstigen Rückstellungen ist unter anderem für Kooperationsvereinbarungen mit 38.680,0 TEUR (30. September 2010: 39.750,0 TEUR), für künftige Jubiläumsgelder, offene Urlaube und sonstige Personalverpflichtungen mit insgesamt 27.132,2 TEUR (30. September 2010: 25.077,4 TEUR), für Drohverluste mit 6.558,4 TEUR (30. September 2010: 31.074,8 TEUR), für Energieabgrenzungen mit 15.511,1 TEUR (30. September 2010: 18.664,2 TEUR), für Umwelt- und Altlastenrisken und sonstige Verpflichtungsrisken mit 26.100,7 TEUR (30. September 2010: 27.414,6 TEUR), für ausstehende Eingangsrechnungen mit 5.286,2 TEUR (30. September 2010: 11.482,7 TEUR) sowie für andere sonstige Verpflichtungen mit 18.879,2 TEUR (30. September 2010: 20.231,6 TEUR) vorgesorgt.

Verbindlichkeiten

30. September 2011
Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 281.888,4 279.370,6 561.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21.352,3 155.400,0 64.050,0 240.802,3
Erhaltene Anzahlungen 912,7 0,0 0,0 912,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
7.792,0 0,0 0,0 7.792,0
Unternehmen 395.982,9 5.000,0 1.900,0 402.882,9
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.647,4 0,0 0,0 20.647,4
Sonstige Verbindlichkeiten 23.353,2 117,6 0,0 23.470,8
Summe 470.040,5 442.406,0 345.320,6 1.257.767,1
30. September 2010
Bilanzwert
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 253.388,4 307.870,6 561.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 170.800,0 70.000,0 0,0 240.800,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.930,4 0,0 0,0 8.930,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 152.959,0 267.850,0 1.900,0 422.709,0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 31.162,4 0,0 0,0 31.162,4
Sonstige Verbindlichkeiten 14.282,0 51,9 0,0 14.333,9
Summe 378.133,8 591.290,3 309.770,6 1.279.194,7

Die Anleiheverbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Anleihen Nominale Buchwert in TEUR Buchwert in TEUR
30.9.2011 30.9.2010
5,2 % JPY-Anleihe 1994-2014 8 Mrd JPY 84.263,7 84.263,7
3,13 % JPY-Anleihe 2009-2024 12 Mrd JPY 99.370,7 99.370,7
3,625 % CHF-Anleihe 2009-2014 250 Mio CHF 169.124,6 169.124,6
5 % EUR-Anleihe 2009-2016 28,5 Mio EUR 28.500,0 28.500,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2019 30 Mio EUR 30.000,0 30.000,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2017 150 Mio EUR 150.000,0 150.000,0
GESAMT 561.259,0 561.259,0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich gegenüber dem 30. September 2010 um 2,3 TEUR auf 240.802,3 TEUR erhöht. Bis auf einen Betrag in Höhe von 21.352,3 TEUR (30. September 2010: 70.000,0 TEUR) beträgt die Restlaufzeit dieses Postens mehr als ein Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um 1.138,4 TEUR auf 7.792,0 TEUR reduziert und weisen Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr auf.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 275.191,1 TEUR (30. September 2010: 302.450,0 TEUR), aus sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 122.029,9 TEUR (30. September 2010: 101.955,1 TEUR) und aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.661,8 TEUR (30. September 2010: 18.303,9 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren in Höhe von 16.646,9 TEUR (30. September 2010: 23.113,5 TEUR) aus sonstigen Verbindlichkeiten und in Höhe von 4.000,4 TEUR (30. September 2010: 8.048,9 TEUR) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beträgt bis auf einen Betrag in Höhe von 6.900,0 TEUR (30. September 2010: 269.750,0 TEUR) unter einem Jahr. Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen beträgt nicht mehr als ein Jahr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem 30. September 2010 um 9.136,9 TEUR auf 23.470,8 TEUR gestiegen. Sie enthalten im Wesentlichen die in der Bilanz gesondert angeführten Abgrenzungen aus Finanzgeschäften in Höhe von 9.463,1 TEUR (30. September 2010: 9.024,5 TEUR), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 7.128,7 TEUR (30. September 2010: 4.595,4 TEUR) sowie Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 4.889,3 (30. September 2010: 643,5 TEUR). Von den sonstigen Verbindlichkeiten hat ein Betrag von 23.353,2 TEUR eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr (30. September 2010: 14.282,0 TEUR)

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von 15.010,4 TEUR (30. September 2010: 13.000,8 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen passivierte Baukostenzuschüsse in Höhe von 51.583,0 TEUR (30. September 2010: 41.838,5 TEUR) und abgegrenzte Erträge aus Finanzgeschäften in Höhe von 6.028,1 TEUR (30. September 2010: 5.888,6 TEUR) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen

Die hierunter ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten entfallen auf Fertigstellungsgarantien bzw. Einzahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie auf übernommene Haftungen gegenüber Banken für Kundenkredite.

Für das im Eigentum der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (vormals "Donaukraft") stehende Kraftwerk Freudenau wurden in Vorjahren Refinanzierungstransaktionen abgeschlossen. Bei diesen Transaktionen hat sich die EVN AG verpflichtet, in bestimmten Verzugs- und Verlustfällen an die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbund) Kostenersatz zu leisten.

Für die im Auftrag der EVN AG getätigten Geschäfte der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H., für den Eigenhandel sowie die Beschaffung von Elektrizität wurden gegenüber den Handelspartnern Patronatserklärungen erteilt. Die Eventualverbindlichkeiten hierfür werden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2011 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 2.817,5 TEUR. Das dieser Bewertung zugrundeliegende Nominalvolumen der Garantien betrug 400.700,0 TEUR. Zum 31. Oktober betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 6.967,0 TEUR bei einem zugrundeliegenden Nominalvolumen von 400.700,0 TEUR.

Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit der "BEGAS" betreffend gaswirtschaftlichen Leistungen.

Seit dem Geschäftsjahr 2010/11 besteht innerhalb des EVN-Konzern ein Cash Pooling. Die EVN AG hat die Haftung für eventuelle Ausfälle der Gesellschaften gegenüber der EVN Finanzservice GmbH übernommen. Hieraus ergeben sich Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 1.467.254,9 TEUR zum Bilanzstichtag.

EVN AG, Maria Enzersdorf

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Weiters wurden von der EVN AG die evn wasser GmbH, die EVN Netz GmbH, die EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, die EVN Finanzservice GmbH, die EVN Wärme GmbH, die evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H, die EVN Kroatien Holding, die EVN Croatia Plin d.o.o., die EVN WEEV Beteiligungs GmbH, die WEEV Beteiligungs GmbH, die Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, die Energie Raum Mur GmbH sowie die evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Mit evn wasser GmbH wurde der bestehende Ergebnisabführungsvertrag fortgesetzt. Mit den übrigen Gruppenmitgliedern wurde eine Gruppen- und Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen.

Im EVN-Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde diesbezüglich ein Vertrag zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft abgeschlossen, in welchem die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt sind.

Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind beim jeweiligen Bilanzposten angeführt. Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden zum Settlement-Stichtag gebucht.

Langfristige Veranlagungen dienen dem Aufbau des für das Sozialkapital erforderlichen Deckungsstocks und erfolgen im Rahmen von extern verwalteten Investmentfonds.

Das Kreditrisiko von Forderungen entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen, um vorgenommene Wertberichtigungen reduzierten Wertansätzen.

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs- und Zinsänderungsrisken. Strategisches Ziel ist die Kontinuität des Finanzergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko enthalten und einen höheren Ertrag versprechen.

Währungsrisken erwachsen dem Unternehmen primär durch die begebenen Anleihen in JPY und CHF. Diese werden größtenteils mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Zur Minimierung der Zinsrisken wird generell ein Mix aus fest und variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten angestrebt. Die kurzfristige Steuerung der Zinsbindungsdauer erfolgt über derivative Finanzinstrumente.

Alle Finanzinstrumente werden sofort nach Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risiko-Controlling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf der Value-at-Risk-Methode erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Sie entsprechen zwar den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Beträgen, sind jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Für derivative Finanzinstrumente werden die Nominalwerte sowie die aktuellen Marktwerte (Fair Value) angegeben.

Derivative Finanzinstrumente
Nominalwert in Mio EUR Marktwert in Mio EUR
30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010
Währungsswaps
Mio CHF (unter 5 Jahre) 250,0 250,0 40,2 18,7
Mio JPY (unter 5 Jahre) 8.000,0 8.000,0 14,6 7,7
Mio JPY (über 5 Jahre) 12.000,0 12.000,0 21,9 6,1
Mio USD (unter 5 Jahre) 0 10,0 0 0,2
Mio USD (unter 1 Jahr) 10,0 0,0 0,1 0,0
Mio USD (über 5 Jahre) 3,0 3,0 0,1 0,2
Zinsswaps
Mio EUR (unter 1 Jahr) 205,0 240,0 0,7 5,0
Mio EUR (unter 5 Jahre) 0,0 205,0 0,0 5,0
Mio EUR (über 5 Jahre) 200,0 0,0 -13,2 0,0
Swaps Energiebereich
Käufe/Verkäufe 15,2 62,8 3,6 2,1
Caps
Mio EUR (unter 1 Jahr) 105,0 105,0 0,0 0,0

Die Währungsswaps dienen der Absicherung der JPY-Anleihe und der CHF-Anleihe sowie von Wertpapieren des Umlaufvermögens in USD.

Die Zinsswaps dienen im Wesentlichen der Absicherung der Marktwerte bei der begebenen EUR-Anleihe.

Die im Geschäftsjahr 2004/05 abgeschlossenen cap-Vereinbarungen dienen der Absicherung der Zinszahlungen für die 5,25% EUR-Anleihe 2001-11. Ziel ist die Begrenzung der durch den EUR Zinsswap anfallenden variablen Zinszahlungen.

Für derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert (-13,2 Mio EUR) wurden keine Drohverlustrückstellungen gebildet, da eine Sicherungsbeziehung besteht. Mindestens einmal jährlich wird anhand von statistischen Methoden und der Bewertung der tatsächlichen Realisate die Effektivität der Sicherungsbeziehung geprüft. Diese beträgt durchschnittlich rund 97 %.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse und betriebliche Erträge

Die Umsatzerlöse verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 5,4 % auf 416.775,6 TEUR und setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 172.771,1 TEUR (30. September 2010: 233.103,9 TEUR), aus Gaserlösen in Höhe von 77.314,4 TEUR (30. September 2010: 47.956,3 TEUR), aus Wärmeerlösen in Höhe von 14.516,8 TEUR (30. September 2010: 12.694,6 TEUR) und aus anderen betrieblichen Umsatzerlösen

in Höhe von 152.173,2 TEUR (30. September 2010: 146.683,5 TEUR) zusammen. Die anderen betrieblichen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Kundenaufträgen, aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und an Beteiligungsunternehmen, aus Benützungsentgelten im Zusammen-hang mit der Bereitstellung von Datenleitungen sowie aus Lichtserviceprojekten.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind mit 2.960,6 TEUR (30. September 2010: 620,5 TEUR) Erträge aus Anlagenverkäufen, mit 1.437,4 TEUR (30. September 2010: 2.137,4 TEUR) die Auflösung von Baukostenzuschüssen, mit 646,8 TEUR (30. September 2010: 416,5 TEUR) Schadensvergütungen und mit 379,8 TEUR (30. September 2010: 461,1 TEUR) diverse Mieterträge enthalten.

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger, Materialaufwand sowie bezogene Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 62.454,1 TEUR bzw. 18,5 % auf 275.423,9 TEUR gesunken.

Personalaufwand

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 209,7 TEUR (30. September 2010: 166,4 TEUR) enthalten.

Die Rückstellungen für Abfertigungen, für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder wurden zum Bilanzstichtag nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) gemäß IAS 19 berechnet.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen weisen einen Betrag in Höhe von 12.378,2 TEUR (30. September 2010: 5.383,3 TEUR) aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergeben sich vorwiegend aus Rechts- und Beratungsaufwendungen in Höhe von 9.973,0 TEUR (30. September 2010: 9.185,4 TEUR), aus Werbeaufwendungen in Höhe von 6.687,7 TEUR (30. September 2010: 5.431,7 TEUR), aus Verrechnungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 5.708,8 TEUR (30. September 2010: 6.610,4 TEUR), aus Versicherungsaufwendungen in Höhe von 1.858,0 TEUR (30. September 2010: 2.384,6 TEUR), aus Schadensfällen in Höhe von 1.355,3 TEUR (30. September 2010: 86,6 TEUR) sowie aus Umweltschutzaufwendungen in Höhe von 1.320,0 TEUR (30. September 2010: 2.200,0 TEUR).

Die Angabe der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer gemäß § 237 Abs. 14 UGB unterbleibt, da eine derartige Information im Konzernabschluss der EVN AG enthalten ist.

Finanzergebnis

Die Beteiligungserträge in Höhe von 207.921,9 TEUR (30. September 2010: 212.862,2 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Ausschüttungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, Maria Enzersdorf, der RAG-Beteiligungs-AG, Maria Enzersdorf, der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft), Wien, der VERBUND Hydro Power AG, Wien, der EVN Finanzmanagement- und Vermietungs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EconGas GmbH, Wien, der UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs- Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, der evn wasser Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der EVN Netz GmbH, Maria Enzersdorf sowie der Burgenland Holding Aktiengesellschaft, Eisenstadt.

Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen sind in den Beteiligungserträgen Erträge aus Gewinngemeinschaften in Höhe von 3.968,8 TEUR (30. September 2010: 3.170,2 TEUR) enthalten.

Außerordentliches Ergebnis

Rückwirkend zum 30.09.2010 wurden die gehaltenen Anteile der im Alleineigentum der EVN AG stehenden Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H an der RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft mit einem Verkehrswert in Höhe von 142.269,6 TEUR als Sachausschüttung in die EVN AG eingebracht. Durch die Einbringung war der gehaltene Anteil der EVN AG an der Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H außerplanmäßig in Höhe von 91.695,5 TEUR auf den Teilwert abzuschreiben.

Steuern vom Einkommen

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/11 wird unter der Position Steuern vom Einkommen ein Steueraufwand in Höhe von 2.439,5 TEUR (30. September 2010: 3.822,8 TEUR) ausgewiesen. Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen führte zu einer Erhöhung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag um 138,3 TEUR (30. September 2010: Erhöhung 249,8 TEUR).

Bilanzgewinn

Unter Berücksichtigung der Veränderung der unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrags aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr in Höhe von 220,4 TEUR schließt das Geschäftsjahr zum 30. September 2011 nach der Zuführung zur freien Rücklage mit einem Bilanzgewinn von 73.763,6 TEUR (30. September 2010: 71.984,9 TEUR).

Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ausschließlich Angestellte) während des Geschäftsjahres betrug 706 (Vorjahr: 670). Zum Bilanzstichtag waren 695 (Vorjahr: 671) Angestellte auf Vollzeitbasis beschäftigt.

Die Gesamtbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 1.389,2 TEUR (30. September 2010: 1.295,3 TEUR), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1.559,6 TEUR (30. September 2010: 1.006,2 TEUR) bezahlt.

Für Abfertigungen und Pensionen ergibt sich für Vorstand und leitende Angestellte ein Minderaufwand in Höhe von 2.717,2 TEUR (30. September 2010: Mehraufwand 4.206,4 TEUR), für die übrigen Arbeitnehmer ein Mehraufwand von 14.348,1 TEUR (30. September 2010: 7.701,4 TEUR).

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 135,6 TEUR (30. September 2010: 127,0 TEUR).

An den Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 81,5 TEUR (30. September 2010: 75,7 TEUR) ausbezahlt.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, unter Berücksichtigung der eigenen Anteile in Höhe von 398.260 Stück, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 73.763,6 TEUR einen Betrag in Höhe von 73.586,9 TEUR, das entspricht einer Dividende von 0,41 EUR je Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat:

Präsident: Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (bis 20.01.2011) Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (seit 20.01.2011)

Vizepräsidenten: Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Gerhard Posset (bis 20.01.2011)

Mitglieder: Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bürgermeister Bernhard Müller Wolfgang Peterl (bis 20.01.2011) Mag. Michaela Steinacker Mag. Willi Stiowicek (bis 20.01.2011) Generaldirektor Dipl.-oec. Hans-Peter Villis

Arbeitnehmervertreter: Zentralbetriebsratsvorsitzender Vizepräsident Franz Hemm Friedrich Bußlehner (01.01. bis 20.01.2011) Ing. Otto Mayer Helmut Peter (bis 20.01.2011) Franz Ziegelwagner (bis 20.01.2011)

Mag. Willi Stiowicek (seit 20.01.2011)

Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer (bis 20.01.2011) Dkfm. Edwin Rambossek (seit 20.01.2011) Bürgermeister LAbg. Martin Schuster (bis 20.01.2011)

stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Kammerrat Manfred Weinrichter Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Paul Hofer stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Leopold Buchner

Vorstand:

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstandes (seit 20.01.2011) Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA (seit 20.01.2011) Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstandes (bis 20.01.2011)

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung über das Geschäftsjahr 2010/11

Das Geschäftsjahr 2010/11 der EVN AG war von schwierigen markt- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Die Unsicherheiten auf den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten, der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland sowie der Wandel innerhalb der europäischen Energiepolitik führten zu einer hohen Volatilität und negativen Preisentwicklungen bei Primärenergieträgern. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der europäischen Energie und Umweltwirtschaft wurde die EVN Strategie einer Überprüfung unterzogen. Die überarbeitete EVN Strategie zielt auf eine verstärkte Konsolidierung, die stärkere Gewichtung des Heimmarktes sowie auf ein stark fokussiertes Wachstum ab.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in sechs Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Die Anwesenheitsrate bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug 90 %. Eine Plenarsitzung wurde als Klausur abgehalten, in welcher die Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft sowie die aktuellen Entwicklungen in der europäischen Energie- und Umweltwirtschaft und die strategische Ausrichtung des EVN Konzerns erörtert wurden.

Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Aufgrund dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattgefunden hat, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Kapitalerhöhung und Investitionen

Von den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010/11 ist vor allem die Kapitalerhöhung anzuführen, die im Oktober 2010 auf Grundlage der in der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. Jänner 2010 erteilten Genehmigung durchgeführt wurde. Durch die Kapitalerhöhung wurde die Kapitalstruktur des Unternehmens gestärkt und die Umsetzung langfristiger Investitionsprojekte gesichert. Neben der Genehmigung des Konzernbudgets ist insbesondere auch die Umsetzung der Road Map zur Beendigung der offenen Fragen in Mazedonien als Voraussetzung für eine positive Entwicklung der EVN Macedonia AD hervorzuheben. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat der Zwischenfinanzierung der Adaptierung des Dampferzeugers im Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum seine Zustimmung erteilt. Mit der Genehmigung des Erwerbs von 26 % der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH gemeinsam mit WIEN ENERGIE GmbH sowie der Genehmigung eines Biomasse- und eines Windparkprojekts (Biomassekraftwerk Steyr und Windpark Wulkatal West) wird der strategischen Ausrichtung im Bereich der Erzeugung Rechnung getragen. Im Bereich Umwelt hat der Aufsichtsrat Trinkwasseraufbereitungs- und Abwasserentsorgungsprojekte genehmigt.

Neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats, des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung und des Vorstands

Da die Funktionsperiode aller dreizehn von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung die Zahl der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats auf zehn verringert und gemäß der Satzung zehn Personen auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Zeit, somit bis zu jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat, in den Aufsichtsrat gewählt. Dadurch hat sich auch die Anzahl der in den Aufsichtsrat entsandten Belegschaftsvertreter auf fünf verringert.

Bei der Konstituierung des Aufsichtsrats wurden satzungsgemäß der Vorsitzende und zwei Stellvertreter gewählt. Dr. Burkhard Hofer, bislang Vorstandsmitglied und Sprecher des Vorstands, wurde in Übereinstimmung mit Regel 55 des Österreichischen Corporate Governance Kodex zum Vorsitzenden gewählt. Dipl.-Ing. Stefan Schenker wurde zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses wiedergewählt. Zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats wurde Mag. Willi Stiowicek gewählt.

Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet. Der Aufsichtsrat hat die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung für die Funktionsperiode von 2011 bis 2015 bestellt.

Nachdem der Sprecher des Vorstands per 20. Jänner 2011 aufgrund seines Pensionsantritts aus dem Vorstand der EVN AG ausgeschieden ist, wurde im Vorfeld vom Aufsichtsrat eine teilweise Neuordnung der Vorstandsagenden erarbeitet. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, wurde in den Vorstand berufen und Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr wurde zum Sprecher des Vorstands ernannt.

Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats sowie des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung für ihre Mitwirkung in den Organen der Gesellschaft und insbesondere Dr. Rudolf Gruber für sein 43-jähriges erfolgreiches Wirken in Vorstand und Aufsichtsrat der EVN.

Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinne werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf eine Abweichung, die entsprechend begründet wurde, eingehalten.

Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex hat sich der Aufsichtsrat mit der Effizienz seiner Organisation und seiner Arbeitsweise beschäftigt. Als wesentliche Maßnahmen hat der Aufsichtsrat die Verkleinerung seines Prüfungsausschusses von acht auf sechs Mitglieder sowie die Aufteilung der von der Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 festgelegten Aufsichtsratsvergütung beschlossen. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat in sechs Sitzungen Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, behandelt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr fünf Sitzungen abgehalten, welche insbesondere die Kapitalerhöhung sowie die Sanierung des Dampferzeugers im Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum zum Gegenstand hatten.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2010/11 zweimal getagt und sich vor allem mit dem Halbjahresabschluss 2010/11 inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss sowie der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers befasst. Darüber hinaus hat er aktuelle Entwicklungen aus den Geschäftsbereichen, insbesondere die aktuelle Lage in Südosteuropa, die Umsetzung der Road Map in Mazedonien, die Entwicklungen bei EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, Plovdiv, den Status beim Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum, die Beteiligung an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH sowie das geplante Finanzierungsmodell für Umweltprojekte, erörtert und sich eingehend mit der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems beschäftigt.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010/11 vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2011 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft und den Corporate-Governance-Bericht evaluiert. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2011 samt Anhang, Lagebericht und Corporate-Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2011 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2010/11. Besonderer Dank gilt auch den Aktionären, Kunden und Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 14. Dezember 2011 Für den Aufsichtsrat:

Präsident Dr. Burkhard Hofer

Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011 EVN AG Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands