Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

EVN AG Annual Report 2012

Dec 13, 2012

742_10-k_2012-12-13_d24161c5-452b-4f3a-8341-12539f9996e1.pdf

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

{# SEO P0-1: filing HTML is rendered server-side so Googlebot sees the full text without executing JS or following an iframe to a Disallow'd CDN path. The content has already been sanitized through filings.seo.sanitize_filing_html. #}

EVN Ganzheitsbericht 2011/12

Corporate-Governance-Bericht Konzernlagebericht und Konzernabschluss Corporate Social Responsibility

Danke!

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der EVN Summer University – EVN SUN 2012, die mit uns gemeinsam in Ottenstein die gesamte Fotostrecke dieses Berichts gestaltet haben. Die jährlich stattfindende EVN Summer University ist ein maßgeschneidertes Personalentwicklungsprogramm. Es richtet sich länderübergreifend an EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit sind, noch mehr Verantwortung im Konzern zu übernehmen.

Magdalena Andreeva, Bulgarien Aleksandra Dimoska, Mazedonien Vladimir Hristov, Mazedonien Goran Jurilj, Kroatien Tim Kerstein, Deutschland Teodora Kitaeva-Kirilova, Bulgarien Zhivko Kolev, Bulgarien Renate Lackner-Gass, Österreich Hannes Leitner, Österreich Doris Lohwasser, Österreich Vasko Mihajloski, Mazedonien Nikolay Peychev, Bulgarien Stefan Sauermann, Österreich Barbara Schlegl, Österreich Anita Schmidt, Österreich Ute Teufelberger, Österreich Stoyka Titova, Bulgarien Nadezhda Tonkova, Bulgarien Orce Trajkovski, Mazedonien Stefan Trost, Österreich

Kennzahlen

Veränderung
2011/12 2010/11 in % 2009/10 2008/09 2007/08
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung
GWh 3.284 3.332 –1,5 3.653 3.477 4.022
davon erneuerbare Energie GWh 1.503 1.181 27,2 1.300 1.267 1.300
Stromverkauf an Endkunden GWh 21.241 20.403 4,1 20.101 19.541 19.372
Gasverkauf an Endkunden GWh 6.166 6.475 –4,8 6.738 6.102 6.759
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.923 1.911 0,6 1.821 1.576 1.362
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.846,5 2.729,2 4,3 2.752,1 2.727,0 2.397,0
EBITDA1) Mio. EUR 458,0 474,9 –3,6 416,6 373,4 362,3
EBITDA-Marge1)2) % 16,1 17,4 –1,3 15,1 13,7 15,1
Operatives Ergebnis (EBIT)1)2) Mio. EUR 206,7 222,2 –7,0 187,3 175,2 166,6
EBIT-Marge1)2) % 7,3 8,1 –0,9 6,8 6,4 7,0
Ergebnis vor Ertragsteuern1) Mio. EUR 259,7 263,9 –1,6 270,9 226,0 235,5
Konzernergebnis1) Mio. EUR 194,9 192,3 1,4 207,0 177,9 186,9
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.863,2 6.870,4 –0,1 6.731,2 6.695,4 6.636,3
Eigenkapital1) Mio. EUR 3.013,7 3.165,8 –4,8 3.025,3 3.127,2 3.208,5
Eigenkapitalquote1)2) % 43,9 46,1 –2,2 44,9 46,7 48,3
Nettoverschuldung1) Mio. EUR 1.703,7 1.579,2 7,9 1.458,2 1.378,2 1.131,3
Gearing1)2) % 56,5 49,9 6,6 48,2 44,1 35,3
Return on Equity (ROE)1)2) % 7,6 7,6 7,4 6,3 7,4
Return on Capital Employed (ROCE)2) % 5,8 5,7 0,1 5,6 5,4 6,3
Konzern-Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 461,0 522,0 –11,7 499,3 335,3 382,6
Investitionen3) Mio. EUR 308,3 415,7 –25,8 394,0 415,7 415,6
Net Debt Coverage (FFO)1)2) % 32,2 38,0 –5,8 39,0 30,6 41,3
Interest Cover (FFO) x 6,2 7,6 –18,1 8,2 4,9 5,5
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT)1) Mio. EUR 318,8 331,4 –3,8 254,5 234,9 280,9
Capital Employed1)4) Mio. EUR 4.467,0 4.395,4 5,7 3.952,4 3.493,8 3.219,7
Operativer ROCE2) % 6,9 7,5 –0,7 6,4 6,7 8,7
Weighted Average Cost of Capital (WACC)2) % 6,5 6,5 6,5 6,5 6,5
Economic Value Added (EVA®) 1)5) Mio. EUR 16,7 45,7 –63,4 –2,4 7,8 71,7
Aktie
Ergebnis1) EUR 1,09 1,08 0,6 1,27 1,09 1,14
Dividende EUR 0,426) 0,41 2,4 0,40 0,37 0,37
Ausschüttungsquote1)2) % 38,7 38,0 0,7 34,7 33,9 32,4
Dividendenrendite2) % 3,9 3,8 0,1 3,5 2,7 2,5
Performance der Aktie
Kurs per ultimo EUR 10,84 10,82 0,2 11,45 13,68 14,99
Höchstkurs EUR 11,07 13,76 19,5 13,75 16,00 23,38
Tiefstkurs EUR 9,17 9,92 –7,5 10,61 10,11 14,39
Börsekapitalisierung per ultimo Mio. EUR 1.949,0 1.945,0 0,2 1.872,0 2.237,0 2.451,3
Credit Rating
Moody's A3, stable A3, stable A3, stable A2, negative A1, stable
Standard & Poor's BBB+, stable A–, negative A–, negative A–, negative A, negative

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

2) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

3) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

5) Definition laut Stern Stewart & Co.

6) Vorschlag an die Hauptversammlung

2011/12 2010/11 2009/10
Ø 7.594 8.250 8.536
Ø 2.428 2.578 2.546
Ø 5.166 5.672 5.990
% 3,2 3,0 3,1
% 21,6 22,8 22,5
Std. 26,9 22,1 27,1
86 113 92
1.000 t 1.424 1.736 1.517
kg/MWh 0,285 0,283 0,257
t 10.429 9.396 12.036
1.570.354 1.682.836 1.454.942

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

Eigenkapital Nettoverschuldung Gearing

Cash Flow aus dem operativen Bereich Investitionen

Ausland

Österreich

Inhalt

Leitwerte 2
Highlights 8
Vorwort des Vorstands 20
Zum Bericht 25
Geschäftsüberblick 26 Unternehmensprofil
28 Unternehmensstrategie
32 Stakeholdermanagement
33 Strategische Projekte im Überblick
34 Finanzierungsstrategie
34 Rating
35 EVN Anleihen
35 EVN Aktie
36 Aktionärsstruktur
37 Investor Relations
39 EVN auf einen Blick
EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber 40
Corporate-Governance-Bericht 51 Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
52 Organe der Gesellschaft
56 Vergütungsbericht
58 Revision und Risikomanagement der EVN
Bericht des Aufsichtsrats 60
Konzernlagebericht 63 Rechtliches Umfeld
69 Wirtschaftliches Umfeld
70 Energiewirtschaftliches Umfeld
72 Erfolgs- und Einflussfaktoren
73 Geschäftsentwicklung
81 Nicht finanzielle Kennzahlen
82 Risikomanagement
87 Aktienstruktur und Angaben zum Kapital
88 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012/13
Wesentliche Beteiligungen der EVN AG 90
Segmentberichterstattung 91 Überblick
92 Erzeugung
94 Energiehandel und -vertrieb
96 Netzinfrastruktur Inland
97 Energieversorgung Südosteuropa
99 Umwelt
101 Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzernabschluss 2011/12 103
Corporate Social Responsibility 168
169 Governance, Verpflichtungen und Engagement
172 Ökonomische Verantwortung
177 Ökologische Verantwortung
186 Soziale Verantwortung
196 CSR-Maßnahmenprogramm
202 Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
203 Bestätigungsvermerk des Umweltgutachters
Glossar 205
Impressum 208
GRI G3.1 Content Index Umschlag

Ensure

Leitwert I. Wer mit beiden Beinen fest am Boden steht, sichert sich Überblick und Weitsicht. Für eine erfolgreiche EVN.

Wir sichern Qualität und Erfolg. Wer jemals auf einer Staumauer gestanden ist, weiß: Ein solides Fundament gibt Sicherheit. Hier, auf der höchsten Stelle dieser beeindruckenden Bauwerke, die für Ingenieurskunst und Leistung stehen, hat man den Überblick, der hilft, die Zukunft zu gestalten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN lassen sich davon inspirieren. Sie sind leistungsbereit, kompetent, verlässlich und qualitätsbewusst. Ihr Ziel ist es, alle Kunden bestmöglich mit Energie- und Umweltdienstleistungen zu versorgen. Denn eines ist sicher: Erst durch diese Haltung ermöglichen sie ein stabiles und kontinuierliches Wachstum der EVN.

Enable

Leitwert II. Die EVN bringt die Zukunft zum Leuchten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reden nicht nur, sie arbeiten an neuen und nachhaltigen Lösungen.

Wir machen die Zukunft möglich. Unsere Welt ist im Umbruch und verlangt in allen Bereichen nach innovativen Lösungen. Als international tätiger Energiedienstleister mit einem starken Herzen in Niederösterreich arbeiten unsere mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an neuen Wegen, die Zukunft Stück für Stück lebenswerter zu machen.

Die EVN weiß: Nur wer nachhaltig und lösungsorientiert denkt, führt das Unternehmen zum Erfolg. Zum Wohle seiner Kunden, seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie seiner Aktionäre. Dabei hat die EVN immer die Umwelt, aus der die Energie gewonnen wird, im Blick. Denn eines ist klar: Die EVN ermöglicht. Die EVN blickt nach vorne. Dadurch schaffen wir eine sichere Zukunft für das Unternehmen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Encourage

Leitwert III. Wer mutig ist und andere ermutigt, dem gehört die Zukunft. Frisches Denken und entschlossenes Handeln machen Unmögliches erst möglich.

Wir ermutigen Menschen. Kann man Bälle zum Fliegen und Leuchten bringen? Wer "Nein" sagt, ohne es zu probieren, der lässt möglicherweise eine Chance ungenutzt. Doch wer gemeinsam an Lösungen arbeitet, Barrieren überwindet – der kann selbst die schwierigste Aufgabe lösen.

Deshalb ermutigt die EVN ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mutig und auch manchmal unkonventionell zu denken – ohne dabei die Ziele des Unternehmens aus den Augen zu verlieren. Weil wir alle erst im Team stark sind, sorgen wir für gute Stimmung und ein positives Arbeitsklima. Dazu gehört auch, Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein, Lernen als Wert zu begreifen. Und konstruktive Kritik üben zu dürfen – aber auch anzunehmen. Dazu gehört Mut. Mut, der zum Erfolg für alle wird.

Wir blicken optimistisch ins neue Geschäftsjahr.

Konsolidierung und Solidität stehen im Fokus.

Die EVN versteht sich als ein Unternehmen, das Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt trägt.

Highlights

Innovative Lösungen für alle.

Die 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN bringen Energie und sauberes Wasser in 21 Länder Europas.

Erneuerbare Energien

Die EVN setzt auf den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Die Kraft des Wassers und des Winds stehen dabei im Fokus.

Wasser ist Leben. Und gibt uns allen neue Energie.

Energie für alle. Wind und Wasser – zwei Elemente, die den Menschen schon seit jeher begleiten. Für Johann Wolfgang von Goethe war das Wasser Sinnbild der Seele, der Wind symbolisierte das Schicksal. Und für die EVN? Wir sehen die Urkraft von Wasser und Wind als erneuerbare Energiequelle, deren Ausbau absolute Priorität besitzt. Das ambitionierte Ziel: Die EVN will den Anteil der erneuerbaren Energie am Erzeugungsmix langfristig auf 50 % steigern. Bereits jetzt versorgen zwölf Windparks mit einer Gesamtleistung von 190 MW mehr als 100.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom. Zwei neu errichtete Windparks in Tattendorf und Glinzendorf, eine weitere Anlage in Markgrafneusiedl – alle in unserem Kernmarkt Niederösterreich – gingen im Geschäftsjahr ans Netz. In Bulgarien nahmen acht Anlagen im Windpark Kavarna ihren Dienst auf. In Summe hat die EVN bislang etwa 200 Mio. Euro in Windparks investiert. Und im Bereich Wasserkraft setzte die EVN – neben der 13%igen Beteiligung an 13 Innkraftwerken – auf die Inbetriebnahme kleinerer Anlagen in Niederösterreich. In Albanien wurde die erste Kraftwerksstufe in Ashta am Fluss Drin eröffnet. Deren Ökobilanz: 100.000 Haushalte werden mit erneuerbarer Energie versorgt, und 79.000 Tonnen CO2 werden pro Jahr eingespart.

Nachhaltigkeit – handeln statt reden. Wer auf erneuerbare Energien setzt, handelt nachhaltig. Wer die Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Einheit begreift und sich täglich um den Ausgleich unterschiedlicher Interessen bemüht, der handelt zukunftsorientiert. Wer den Nachhaltigkeitsgedanken täglich im operativen Geschäft lebt, der hat die Zeichen der Zeit erkannt. Dafür steht die EVN mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Versorgung? Aber sicher!

Wir alle brauchen im Leben Sicherheit. Wenn es um die Versorgung mit Energie geht, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN für smarte Lösungen.

Viele Facetten. Die Versorgungssicherheit ist für die EVN eine der wichtigsten Herausforderungen. Denn was nutzen Strom und Gas, wenn die Energie nicht genau dann beim Kunden verfügbar ist, wenn er diese benötigt? Um diese Versorgungssicherheit 24 Stunden, 365 Tage im Jahr zu gewährleisten, setzt die EVN auf einen flexiblen Erzeugungsmix, den Ausbau der Erzeugungskapazitäten und starke Netze, die den Umbau des Systems in Richtung erneuerbare Energien bestmöglich unterstützen.

Flexibler Erzeugungsmix. Auch wenn der Fokus der EVN auf dem Ausbau erneuerbarer Energien liegt – Wind, Wasser und Sonne sind Naturphänomene, die sich nicht nach dem gerade aktuellen Energiebedarf unserer Kunden richten. Deshalb ist der effiziente und möglichst umweltschonende Einsatz thermischer Kraftwerke auch in Zukunft ein Muss. Nur so können Schwankungen bei den erneuerbaren Energien ausgeglichen werden.

Ausbau der Erzeugungskapazitäten. Das langfristige Ziel der EVN ist, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf erneuerbarer Energie. In den nächsten Jahren soll die Erzeugung aus Wind, Wasser, Biomasse und Sonne verdreifacht werden.

Hervorragende Netzqualität. Damit Strom und Gas sicher und mit geringen Netzverlusten bei den Kunden ankommen, investiert die EVN laufend in die Ertüchtigung und den Ausbau ihrer Netze. In Niederösterreich liegt nun – nach Inbetriebnahme der Gastransportleitung Südschiene – der Fokus auf der Westschiene, die im Geschäftsjahr 2013/14 fertiggestellt wird. Der Ausbau der Stromnetze stellt die EVN vor große Herausforderungen. Hier gilt es trotz hoher Investitionsanforderungen und massiven Regulierungsdrucks die Versorgungssicherheit unserer Kunden optimal zu gewährleisten.

Gemeinsam arbeiten die 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN daran, die Versorgungssicherheit für alle Kunden zu garantieren.

Diversifikation als Stärke

So wie viele gesunde Bäume einen wertvollen Wald ergeben, so zeichnen klar definierte und starke Geschäftsbereiche ein solides Unternehmen aus.

Starke Standbeine. Ein gesunder Wald besticht durch seine Vielfalt an Fauna und Flora. Und ein solides Unternehmen wie die EVN? Das setzt auf operative und regionale Diversifikation. Mit dem Energie- und Umweltgeschäft sowie der Präsenz in 21 Märkten – neben Österreich sind vor allem die starken Standbeine in Südosteuropa und Deutschland von Bedeutung – ist die EVN gut für zukünftige Herausforderungen gerüstet. Auch dank der starken Wurzeln in Niederösterreich.

Verlässlicher Partner. Doch egal in welchem Markt wir auch tätig sind – unsere Kunden wissen: Auf die EVN ist immer Verlass. Denn sie ist ein Partner mit Handschlagqualität. In allen Geschäftsbereichen. Und in allen unseren Märkten.

Solidität – ein Wert aus Niederösterreich

Die Geschäftszahlen für 2011/12 beweisen einmal mehr: Solides Wirtschaften, gemeinsame Anstrengungen und Innovationskraft führen zum Erfolg.

Sicherheit in herausfordernden Zeiten. Die EVN setzt seit Jahren auf eine solide, vorausschauende Geschäftspolitik. Das schafft für alle Stakeholder – Aktionäre, Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lieferanten oder die gesamte Gesellschaft – die Sicherheit, mit einem verlässlichen Partner die Zukunft zu meistern. Gemeinsam. Mit Optimismus und Augenmaß.

Erfolg trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Keine Frage: Auch das vergangene Geschäftsjahr 2011/12 war durch die weltweite Wirtschaftskrise geprägt. Dennoch konnte die EVN ihren Umsatz auf 2.846,5 Mio. Euro um 4,3 % steigern. Der Umsatz im Energiegeschäft erhöhte sich um 5,2 %. Das Ergebnis vor Ertragsteuern liegt mit 259,7 Mio. Euro zwar um 1,6 % unter dem Vorjahreswert. Doch das Konzernergebnis stieg im Geschäftsjahr um 1,4 % auf 194,9 Mio. Euro. Trotz des heraus

fordernden Umfelds hat sich die Strategie der EVN einmal mehr bewährt: Wir setzen auf Konsolidierung in den bestehenden Kernmärkten. Auch die konsequente Umsetzung der bereits initiierten Investitionsprojekte ist ein Garant für eine erfolgreiche Zukunft der EVN. Eine Eigenkapitalquote von 44 % macht mehr als deutlich: Solides Wirtschaften zahlt sich einfach aus.

Ein solides Investment. Die Aktie der EVN AG, die seit November 1989 an der Wiener Börse notiert, hat sich mit einem Total Shareholder Return von jährlich 8,2 % gut behauptet. Bei der 84. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 wird der Vorstand der EVN eine Dividende von 0,42 Euro pro Aktie vorschlagen, wodurch sich die Ausschüttungsquote auf 38,7 % erhöhen wird (Dividendenrendite zum Aktienkurs per 30. September 2012: 3,9 %). Auch dies ist Zeichen und Ergebnis unseres soliden Wirtschaftens.

Solides Wirtschaften und das konsequente Verfolgen gemeinsamer Ziele führen zum Erfolg. Für unsere Kunden, unsere Aktionäre und unsere Mitarbeiterinnen und

Wir sind ein starkes Team!

Engagierte, gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern den Erfolg eines Unternehmens. Klare Leitwerte und Strukturen sowie zahlreiche Fördermaßnahmen machen uns zu einem starken Team.

Mit Vielfalt zum Erfolg. Die EVN hat sich von einem regionalen Energieversorger zu einem international tätigen Konzern entwickelt. Waren 2002 rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die EVN tätig, so sind es nunmehr 7.594 in 21 Ländern. Dieses Wachstum und die daraus resultierende neue Vielfalt verlangen nach einer starken gemeinsamen Wertebasis.

Klare Leitwerte. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde das Projekt "Internal Branding" initiiert. Die klar formulierten drei Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable bilden die Basis für das Fortschreiben der Erfolgsgeschichte der EVN. Klar, diese Leitwerte müssen mit Leben erfüllt werden. Und sollen mit Überzeugung und Freude von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach außen getragen werden. Ein sichtbares Zeichen ist dieser Ganzheitsbericht, den Sie nun in Händen halten. Mit der tatkräftigen Unterstützung von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus fünf Nationen haben wir im Rahmen der Summer University – EVN SUN 2012 in Ottenstein die gesamte Fotostrecke dieser Publikation umgesetzt.

Chancen für jeden. Die EVN als nachhaltig orientiertes Unternehmen stellt sich täglich der Herausforderung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair zu behandeln. Dazu gehört, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Insbesondere die Förderung unserer weiblichen Mitarbeiter (derzeit: 21,6 % aller Beschäftigten) liegt der EVN am Herzen. Seit zwei Jahren läuft deshalb das Programm Frauen@EVN. Anstrengungen unternimmt die EVN zudem für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Jugendliche und Talente, die wir besonders fördern. Denn wir wissen: Nur zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern den Unternehmenserfolg.

Handeln statt reden. Die EVN unterstützt zudem das gesellschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Egal ob diese in der Freizeit für das Rote Kreuz oder für Freiwillige Feuerwehren tätig sind: Im Katastrophenfall werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zur Hälfte der investierten Zeit freigestellt. Denn wer schnell hilft, hilft doppelt.

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschaftete die EVN trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen einen Umsatz von 2.846,5 Mio. Euro, um 4,3 % mehr als im Vorjahr. Im Energiegeschäft führten der höhere Energieabsatz aufgrund des historisch kältesten Winters und die höheren Endkundenpreise in Südosteuropa zu einem Umsatzanstieg um 5,2 %. Im Umweltgeschäft lag der Umsatz aufgrund eines geringeren Projektabwicklungsvolumens um 3,3 % unter dem Vorjahresniveau.

Trotz der höheren Umsatzerlöse sank das EBITDA um 3,6 % auf 458,0 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Anstieg in der Position Fremdstrombezug und Energieträger, bedingt vor allem durch die höheren Beschaffungskosten für Energie und die Dotierung von Rückstellungen für drohende Verluste aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion, zurückzuführen. Der in der Berichts- und Vergleichsperiode durch Einmaleffekte geprägte Abschreibungsaufwand verminderte sich um 0,6 % auf 251,3 Mio. Euro. Diese Entwicklungen führten zu einem um 7,0 % unter dem Vorjahreswert liegenden operativen Ergebnis von 206,7 Mio. Euro.

Im Finanzergebnis, das sich um 26,8 % auf 53,0 Mio. Euro verbesserte, konnte das um 21,8 Mio. Euro höhere Beteiligungsergebnis das niedrigere Zinsergebnis mehr als kompensieren. Während das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 259,7 Mio. Euro um 1,6 % unter dem Vorjahreswert blieb, stieg das Konzernergebnis aufgrund der niedrigeren Ertragsteuern sowie niedrigerer nicht beherrschender Anteile um 1,4 % auf 194,9 Mio. Euro, was zu einem Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,08 Euro) führte.

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sanken im Geschäftsjahr 2011/12 um 25,8 % bzw. 107,4 Mio. Euro auf 308,3 Mio. Euro, wobei die Schwerpunkte im Ausbau bzw. der Modernisierung der Netzinfrastruktur im In- und Ausland sowie im Ausbau der Kapazitäten für die Erzeugung erneuerbarer Energie lagen.

Angesichts des herausfordernden Umfelds und der beschriebenen Effekte können wir den Abschluss des Geschäftsjahres 2011/12 als positiv beurteilen. Wir sehen darin auch eine Bestätigung unserer Strategie, in deren Fokus eine verstärkte Konsolidierung in den bestehenden Kernmärkten und auf dem Heimmarkt sowie die Realisierung der bereits initiierten Investitionsprojekte stehen.

Unsere mittel- bzw. langfristige Unternehmensstrategie mit Fokus auf erneuerbare Energien wurde im Berichtsjahr durch die grundlegenden Veränderungen in der europäischen Energiepolitik bestätigt. Unser Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energie am Erzeugungsmix auf rund 50 % zu steigern, wobei der Ausbau der Windkraftkapazitäten im Vordergrund steht. Im Geschäftsjahr 2011/12 ist es uns gelungen, die Umsetzung dieser Strategie konsequent voranzutreiben. Wir konnten mehrere Projekte im Energiegeschäft erfolgreich abschließen.

Im Bereich Windenergie lag der Fokus in Niederösterreich. Zwei neu errichtete Windparks in Tattendorf und Glinzendorf sowie eine weitere Anlage des im Juli 2011 fertiggestellten Windparks Markgrafneusiedl speisen nunmehr Strom ins Netz ein. Parallel dazu konnten wir einen seit 2006 bestehenden Windpark in Pöttelsdorf, Burgenland, erwerben. In Bulgarien nahmen acht Anlagen des Windparks Kavarna mit einer Gesamtkapazität von 16 MW den Betrieb auf. In Summe verfügt die EVN nunmehr über insgesamt zwölf Windparks mit einer Gesamtleistung von über 190 MW, die über 100.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Kapazitätserhöhung um etwa 38 %. In Summe haben wir während der letzten Jahre etwa 200 Mio. Euro in unsere Windparks investiert.

Im Bereich Wasserkraft konnten wir nach der Akquisition einer 13 %igen Beteiligung an den 13 Innkraftwerken der Verbund-Innkraftwerke GmbH im August 2011 weitere Projekte vorantreiben. In Niederösterreich wurden kleinere Anlagen in Betrieb genommen: Seit April 2012 erzeugt das revitalisierte Kleinwasserkraftwerk Schaldorf an der Mürz Strom für rund 1.500 Haushalte. An der Erlauf wurden zwei historische Kleinwasserkraftwerke mit einer Stromerzeugung für rund 200 Haushalte übernommen. Im Norden Albaniens wurde nach 30 Monaten Bauzeit die erste Kraftwerksstufe des Kraftwerks Ashta am Fluss Drin eröffnet. Die zweite Kraftwerksstufe wird voraussichtlich im März 2013 in Betrieb gehen. Mit einer Gesamtleistung von 53 MW wird das Kraftwerk jährlich 240 Mio. kWh Strom erzeugen, womit rund 100.000 albanische Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt und rund 79.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. Darüber hinaus verfügt die EVN derzeit über fünf Speicher- und 67 Laufkraftwerke in Niederösterreich und in der Steiermark. Mit einer Gesamtkapazität von 111,1 MW und einem Regelarbeitsvermögen von 301,9 GWh entspricht dies einer Kapazitätserhöhung gegenüber dem Vorjahr um 3,3 %.

Die Aktivitäten im Wärmegeschäft konzentrierten sich auch im Berichtsjahr auf den Ausbau der Naturwärmeprojekte. Zwei bestehende Biomasseheizwerke in Waidhofen und Aschbach wurden übernommen. Weiters eröffnete die EVN neue Anlagen in Hagenbrunn und Langenlois und nahm die Bautätigkeiten in Steyr, Amstetten und in Markt Piesting auf. Die hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Steyr wird gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich errichtet, und sie wird mit einer thermischen Leistung von maximal 20 MW und einer elektrischen Leistung von 5 MW ab der Heizsaison 2012/13 rund 12.000 Haushalte und Betriebe mit Fernwärme bzw. Strom aus nachwachsender Biomasse versorgen. Aktuell betreibt die EVN derzeit 63 Biomasseanlagen in Niederösterreich und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Seit Dezember 2011 versorgt eine hochmoderne Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, nach etwa einjähriger Bauzeit 33.600 Haushalte mit Wärme und speist zusätzlich Strom ins Netz ein.

Im Bereich Photovoltaik und Biogas konnten wir im Geschäftsjahr 2011/12 ebenfalls wichtige Fortschritte verzeichnen. Im Mai haben die EVN und das Land Niederösterreich das erste Bürgerbeteiligungsmodell für eine Photovoltaikanlage am Kraftwerksstandort Zwentendorf gestartet, die nach dem Ausbau 2.300 Paneele umfassten und mit einer Leistung von rund 450 kWp umweltfreundlichen Sonnenstrom für die Region erzeugen wird. Aufgrund der hohen Nachfrage ist ein weiteres Bürgerbeteiligungsmodell in Planung. Seit Anfang September 2012 bietet die EVN ihren Kunden erstmals Produkte mit Biogasanteil an und speist Biomethan aus zwei Biogasanlagen, das nicht in den Anlagen selbst verbraucht wird, in das niederösterreichische Erdgasnetz ein. Damit konnten wir die Palette an innovativen, umweltschonenden Angeboten der EVN um eine Facette bereichern.

Im Netzausbau bildeten zwei Projekte die Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2011/12. In Niederösterreich wurde der erste Bauabschnitt der Gastransportleitung Westschiene fertiggestellt. In Kroatien werden seit Juni 2012 die ersten Gaskunden in Zadar über das von der EVN errichtete Gasnetz beliefert.

Im Umweltgeschäft gelang uns der Markteintritt in Tschechien und in Serbien. Als Generalunternehmer hat die EVN im Rahmen eines Konsortiums den Auftrag für die Planung, den Umbau und die schlüsselfertige Erweiterung einer Abwasseranlage in Prag mit einem Projektvolumen von 250,0 Mio. Euro gewonnen, wobei der Anteil der EVN 35,0 Mio. Euro beträgt. Zudem erhielt die EVN den Zuschlag zur Planung, Errichtung, Finanzierung und zum Betrieb einer Trinkwasseraufbereitungsanlage für eine Stadtgemeinde in Serbien, welche mit einem Investitionsvolumen von 25,3 Mio. Euro rund 86.000 Einwohner versorgen wird. Nach einer dreijährigen Bauzeit wird die EVN die Betriebsführung für 15 Jahre übernehmen. Auf Zypern wurden wir mit einem fünften Projekt beauftragt, das den Umbau und die Erweiterung sowie den zwölfmonatigen Betrieb der Kläranlage Larnaca umfasst. Das Projektvolumen beläuft sich auf 35,9 Mio. Euro. In Summe ist die EVN im Umweltgeschäft aktuell in 18 Ländern aktiv, und das Projektvolumen beträgt etwa 1,3 Mrd. Euro.

In der Trinkwasserversorgung Niederösterreichs hat die EVN weitere Investitionen durchgeführt und versorgt nunmehr eine halbe Million Kunden. Damit ist die EVN der zweitgrößte Wasserversorger in Österreich. Unsere 50-jährige Erfahrung in diesem Bereich kann immer mehr Gemeinden überzeugen, uns ihre Wasserleitungsnetze direkt zu übertragen. Darauf aufbauend stieg die Anzahl der direkt versorgten Kunden in der Berichtsperiode um fast 10 % auf etwa 79.000.

Neben den operativen Fortschritten in Südosteuropa erfolgte in der Berichtsperiode auch eine Konsolidierung unserer dortigen Beteiligungen. Unser Anteil an der EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD (EVN Bulgaria EP), Plovdiv, sowie an der EVN Bulgaria Electrosnabdiavane AD (EVN Bulgaria EC), Plovdiv, wurde von jeweils 67 % auf 100 % erhöht. Im September wurden beide Unternehmen bzw. deren Aktien aus dem Handel der Börse in Sofia genommen.

Die Optimierung der Finanzlage und die Verbesserung der finanziellen Flexibilität der EVN bildeten im Berichtsjahr 2011/12 einen weiteren strategischen Schwerpunkt. So wurde eine im Dezember 2011 fällige EUR-Anleihe von 257,4 Mio. Euro durch eine zehnjährige Anleihe in Höhe von 300,0 Mio. Euro ersetzt. Weiters wurden zwei Privatplatzierungen mit einem Gesamtvolumen von 125,0 Mio. Euro für 20 Jahre abgeschlossen. Darüber hinaus konnte eine seit September 2006 bestehende syndizierte Kreditlinie durch eine neue syndizierte Kreditlinie von 500,0 Mio. Euro ersetzt werden. Die neue Fazilität hat eine Laufzeit von fünf Jahren, dient primär als Liquiditätsreserve und stellt einen Eckpfeiler unserer stabilen Finanzierungsstruktur dar. Zusätzlich wurde nach dem Bilanzstichtag im Oktober 2012 ein langfristiges Schuldendarlehen über 121,5 Mio. Euro abgeschlossen. Im Mai 2012 hat die Ratingagentur Moody's das langfristige Credit Rating der EVN von A3 (stabiler Ausblick) bestätigt. Standard & Poor´s hat im August 2012 hingegen das langfristige Credit Rating der EVN im Investment-Grade-Bereich von A– auf BBB+ herabgesetzt; der Ausblick wurde von negativ auf stabil angehoben.

Diese solide Ausrichtung ermöglicht es uns, Ihnen bei der 84. ordentlichen Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 eine Dividende von 0,42 Euro je Aktie vorzuschlagen, womit sich die Ausschüttungsquote auf 38,7 % erhöhen wird. Dabei errechnet sich zum Aktienkurs per 30. September 2012 in Höhe von 10,84 Euro eine Dividendenrendite von 3,9 %. Wir stellen damit eine attraktive Dividendenpolitik, aber auch die Finanzierung der bereits initiierten Investitionsprojekte der EVN sicher.

Ausblick: Der geschäftliche Erfolg der EVN im Geschäftsjahr 2012/13 wird von den anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen geprägt sein, daher sind unsere wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Erwartungen gedämpft.

Die Terminpreise für Strom zeigen keine Trendumkehr, und die Primärenergiepreise sind unverändert hoch. Zudem haben sich die konjunkturellen Erwartungen in Europa nicht verbessert. Auf unseren Märkten in Südosteuropa gehen wir von einem schwächeren Wachstum in der ganzen Region aus. Eine weitere Herausforderung stellt infolge der geänderten regulatorischen Rahmenbedingungen die Zwischenfinanzierung der Mehrkosten für Ökostrom in Bulgarien dar.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2012/13 ein im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibendes Konzernergebnis. Wir werden konsequent unseren Weg fortsetzen und unsere starke operative Basis nutzen, um uns auch in diesem Jahr wieder überdurchschnittlich am Markt behaupten zu können. Wir sehen unsere breite Kundenbasis auf unserem Heimmarkt und die hohe Kundenzufriedenheit unverändert als einen wichtigen Erfolgsfaktor.

Abschließend möchten wir uns bei Ihnen für das Vertrauen, das Sie uns als Aktionärinnen und Aktionäre der EVN entgegenbringen, bedanken. Unser Dank gilt auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung und Positionierung der EVN. Weiters bedanken wir uns bei allen Teilnehmern der EVN Summer University – EVN SUN 2012, die in Ottenstein die gesamte Fotostrecke dieses Ganzheitsberichts gestaltet haben.

Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Detaillierte Informationen zu den Vorstandsmitgliedern und ihrer Ressortverantwortung finden sich im Corporate-Governance-Bericht ab Seite 52.

Zum Bericht

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN1) die drei Bereiche "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der Berichterstattung während der letzten Jahre hin zum vorliegenden Ganzheitsbericht wider. Die EVN veröffentlicht seit 1990 einen Umweltbericht, der ab dem Jahr 2002 zu einem jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt und ab 2010 mit dem Geschäftsbericht in den Ganzheitsbericht integriert wurde. Die Aspekte der Nachhaltigkeit inklusive CSR-Maßnahmenprogramm werden in dieser Form gleichrangig mit dem Finanz- und dem Corporate-Governance-Bericht behandelt.

Unter Einbeziehung interner und externer Stakeholder hat die EVN Themenbereiche erarbeitet, die derzeit die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für das Unternehmen in sich bergen. Daraus wurden 13 Handlungsfelder abgeleitet, die in der "EVN Wesentlichkeitsmatrix" dargestellt und laufend aktualisiert werden (siehe Seite 29). Die Themen des Berichts wurden nach den gesetzlichen Vorschriften, nach ihrer Wesentlichkeit und entsprechend den Kommunikationsbedürfnissen der Stakeholder ausgewählt.

Berichterstattung nach GRI

Der vorliegende Bericht entspricht den Anforderungen der Anwendungsebene A+ der Global Reporting Initiative (GRI), Version 3.1, und wendet die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) an. Der GRI Content Index auf der hinteren Flappe des Berichts liefert einen Überblick, an welcher Stelle die Inhalte zu den GRI-Indikatoren zu finden sind. Als Grundlage für die Daten dient das GRI-Indikatorprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) überprüft und offiziell bestätigt (siehe Seite 203f). Die EVN erweitert die Berichterstattung laufend, um alle Indikatoren vollständig zu berichten, wobei die für die EVN nicht relevanten Indikatoren im GRI Content Index gekennzeichnet sind.

Dieser Bericht gilt auch als Fortschrittsbericht für den UN-Global Compact und entspricht den hohen Anforderungen des "Advanced Levels" des UN Global Compact.

Umfang des Berichts

Das Geschäftsjahr der EVN umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September. Erfasst sind die Gesellschaften des Konsolidierungskreises der EVN, der sich per Stichtag 30. September 2012 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft aus 62 vollkonsolidierten sowie fünf quotenkonsolidierten Gesellschaften konstituiert; zusätzlich sind 18 Beteiligungsunternehmen at Equity im Konzernabschluss einbezogen. Eine detaillierte Aufstellung aller EVN Beteiligungen finden Sie ab Seite 161. Sollten sich Angaben nicht auf alle Unternehmen im Konsolidierungskreis beziehen oder sich im Vergleich zu früheren Jahren wesentliche Veränderungen der Berichtsgrenzen ergeben, wird darauf in den Fußnoten hingewiesen.

Die EVN ist in all ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern bemüht, so auch in diesem Ganzheitsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

Redaktionsschluss war der 28. November 2012.

1) In weiterer Folge ist mit EVN stets der EVN Konzern inklusive Tochtergesellschaften gemeint.

  • Für weiterführende Informationen zum Konsolidierungskreis des EVN Konzerns siehe Seite 113ff.
  • Informationen zur Global Reporting Initiative unter: www.globalreporting.org.
  • Auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > Service finden Sie den GRI Content Index.

Geschäftsüberblick

Unternehmensprofil

Die EVN ist ein führendes, internationales, börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland. Die EVN bietet in ihrem Heimmarkt auf Basis modernster Infrastruktur Strom, Gas, Wärme, Trinkwasserver- sowie Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung "aus einer Hand". Weiters gehören der Betrieb von Netzen für Kabel-TV und Telekommunikation sowie das Angebot verschiedener Energiedienstleistungen für Privat- und Businesskunden sowie für Gemeinden zur Produktpalette. Das Energiegeschäft im Ausland umfasst den Strom- und Gasverkauf an Endkunden in Deutschland, den Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien sowie den Gasverkauf an Endkunden in Kroatien. Weitere Aktivitäten sind Wärmeproduktion und -verkauf an Endkunden in Bulgarien, die Beschaffung von Strom, Gas und anderen Primärenergieträgern, der Handel mit Strom und Gas auf Großhandelsmärkten.

Mit der Übernahme einer deutschen Umweltdienstleistungsgruppe im Jahr 2003 konnte die EVN das Umweltgeschäft als zweites strategisches Standbein aufbauen und in ihr Geschäftsmodell integrieren. Durch 100 Umweltprojekte verfügt die EVN über umfassende Expertise in der Planung und Errichtung von Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen, Entsalzungsund thermischen Abfallverwertungsanlagen.

In Summe beschäftigt die EVN 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in insgesamt 21 Ländern tätig. In der Berichtsperiode wurden 42,5 % der Umsatzerlöse außerhalb Österreichs (Vorjahr: 39,8 %), 8,3 % in den Märkten Mittel- und Osteuropas (9,2 %) und 34,2 % in Südosteuropa (30,6 %) erwirtschaftet.

Die EVN Kunden

Insgesamt versorgt die EVN 3,3 Millionen Kunden mit Strom, 291.300 Kunden mit Gas und 78.700 Kunden mit Wärme und sichert und verbessert damit die Lebensqualität von in Summe 3,7 Millionen Energiekunden. Im Umweltgeschäft zählt die EVN 16,4 Millionen Kunden und im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich 204.000 Kunden. Während im Energiegeschäft rund 60 % bis 70 % der Kunden Haushaltskunden sind, sind die Partner im Umweltgeschäft öffentliche Institutionen wie Städte, Gemeinden und Kommunen.

Energie1) 30.09.2012
Stromnetze 3.285.600
Gasnetze 291.300
Wärmenetze 78.700
Kundenanlagen gesamt 3.655.600
Umwelt 30.09.2012
Wasser (Österreich) 2) 506.100
Internationales Trink- und Abwassergeschäft (EW3)) 16.376.000
Kabel-TV und Telekommunikation 30.09.2012
Kundenanlagen 204.000

1) Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen erfolgt keine genauere Aufschlüsselung der Kundenstruktur.

2) Davon direkt versorgt: 78.700

3) Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

GRI-Indikator: Kundenzahlen (EU3)

2009/10 2010/11 2011/12

Heizöl Dampf aus thermischer Abfallverwertung Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Biomasse Erdgas 100 80 60 40 20 0 25,4 26,7 13,0 33,6 1,2 26,0 26,1 9,7 37,0 1,2 25,8 26,6 9,4 37,1 1,1 EVN Wärmeerzeugung nach Energieträgern in NÖ in %

Stromerzeugungskapazitäten der EVN Kraftwerke MW 30.09.2012 30.09.2011
Erneuerbare Energie 508 439
davon Wasserkraft1) 291 278
davon Windkraft 191 138
davon Photovoltaik 3 3
davon Biomasse 10 10
davon Sonstige2) 13 10
Wärmekraft 3) 1.487 1.434
davon Kohle 398 398
davon Gas 1.088 1.036
Gesamt 1.994 1.873

1) Inkl. Strombezugsrechte aus den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen am Kraftwerk Nußdorf in Wien und an der Verbund-Innkraftwerke GmbH

2) Beinhaltet eine klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerks-Anlage in Moskau.

3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien

Kapazitäten und deren Wirkungsgrad

Erzeugung der EVN

Die EVN verfügt insgesamt über eine Erzeugungskapazität von 1.994 MW Strom.

In Österreich betreibt die EVN ein kalorisches Kraftwerk in Dürnrohr (Kohle/Gas), fünf Speicher- und 67 Laufkraftwerke (davon 63 in Niederösterreich und neun in der Steiermark) sowie 90 Windkraftanlagen in elf Windparks. Darüber hinaus verfügt die EVN über kalorische Kraftwerke in Theiß (Gas/Öl) und Korneuburg (Gas), die derzeit als Kraftwerksreserven dienen. Zudem bestehen Strombezugsrechte für die Donaukraftwerke Melk, Greifenstein und Freudenau sowie Beteiligungen am Kraftwerk Nußdorf in Wien und an den 13 Verbund-Innkraftwerken in Deutschland. Die EVN betreibt in Niederösterreich zwei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit Biomasse, zwei Cogeneration-Anlagen und zwei Blockheizkraftwerke mit Gas. Außerdem hält die EVN derzeit 63 Biomasseanlagen in Niederösterreich im Portfolio und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Weiters verfügt die EVN über eine thermische Abfallverwertungsanlage mit einer Brennstoffwärmeleistung von 180 MW, die ebenfalls zur Energieerzeugung herangezogen wird. In Zwentendorf betreibt die EVN zusätzlich eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 0,2 MWp.

In Plovdiv, Bulgarien, verfügt die EVN über zwei Cogeneration-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 105 MW. In Mazedonien stehen elf Kleinwasserkraftwerke mit einer Erzeugungsleistung von 130 GWh pro Jahr im Eigentum der EVN, wovon sieben Kraftwerke bis Jänner 2013 verpachtet sind. In den letzten Jahren wurden alle Kleinwasserkraftwerke revitalisiert. Im Juni 2012 wurden in Kavarna, Bulgarien, acht Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Weiters betreibt die EVN in Moskau neben einer Blockheizkraftwerks-Anlage im Rahmen eines BOOT- Modells eine thermische Abfallverwertungsanlage mit einer Brennstoffwärmeleistung von 60 MW. Neben der Photovoltaikanlage in Blatets, Bulgarien, mit 0,8 MWp wurde im Juli 2011 der größte Photovoltaikpark der EVN in Trastikovo, Bulgarien, mit einer Gesamtkapazität von rund 2 MWp in Betrieb genommen.

GRI-Indikator: Installierte Kapazität (EU1)

Für das Geschäftsjahr 2011/12 beträgt der durchschnittliche Nutzungsgrad aller EVN Anlagen zur Energieerzeugung aus Gas (Grad der Nutzung des Brennstoffs) 67,3 %. Mit der neuen Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, die im Dezember 2011 fertiggestellt wurde, konnte der Wirkungsgrad dieser Anlage von bisher 70 % auf über 90 % erhöht werden. Das Kraftwerk in Dürnrohr ist Teil eines Dampf- und Fernwärmeverbunds. Deshalb ist eine rechnerische Ermittlung eines reinen Anlagenwirkungsgrads nicht möglich.

GRI-Indikator: Wirkungsgrade (EU11)

Das EVN Netz

Das Netz der EVN läuft über eine Gesamtlänge von 149.189 km, wobei der Großteil (90 %) der Stromversorgung dient. Die EVN verfügt über moderne Strom- und Gasnetze, die es ermöglichen, in Österreich Benchmark zu sein. In Bulgarien und Mazedonien mussten hingegen nach den Akquisitionen Investitionen in die Modernisierung der Netze getätigt werden, damit die Versorgungssicherung und -qualität mit Energie gewährleistet werden kann.

Um die hohe Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, investiert die EVN laufend in den Ausbau bestehender Netze und in den Bau neuer Leitungen. In der Berichtsperiode setzte sich die EVN intensiv mit der Thematik auseinander, dass der massive Ausbau von erneuerbarer Energie, insbesondere von Windkraftanlagen, zu einer starken Belastung für die bestehenden Leitungen führt, und hat entsprechende Maßnahmen für die Zukunft definiert.

Die Netzverluste in Niederösterreich liegen im österreichischen Durchschnitt. In Bulgarien konnten die Netzverluste aufgrund der laufenden Investitionen zur Verbesserung der Netzqualität seit dem Markteintritt im Jahr 2005 von rund 17 % auf rund 12 % gesenkt werden. In Mazedonien wurden die Netzverluste seit dem Markteintritt im Jahr 2006 von rund 24 % auf rund 17 % reduziert. Die Investitionsschwerpunkte der EVN in Südosteuropa liegen weiterhin auf dem Ausbau der Netzinfrastruktur und dem Austausch von Zählern, um die Versorgungssicherheit und -qualität zu verbessern und Netzverluste konsequent zu reduzieren.

Netzlängen – Energie1) km 30.09.2012
Stromnetze 134.813
Gasnetze 13.731
Wärmenetze 645
Netzlängen gesamt 149.189

1) Nähere Details werden aufgrund derzeitiger unternehmensspezifischer Beschränkungen sowie interner Regelungen nicht berichtet.

  • Siehe hierzu auch den Punkt "Zusätzliche spezifische Kennzahlen aus Tochtergesellschaften" auf Seite 195.
  • GRI-Indikator: Länge der Fern- und Verteilleitungen (Netze) (EU4)
  • GRI-Indikator: Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze (EU12)

Strategische Ausrichtung

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Das Energiegeschäft beinhaltet aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Kroatien. Funktional betrachtet wird bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Zusätzlich ist die EVN über ihre 50,03 %-Beteiligung an der RAG aktiv in der Öl- und Gasexploration und im Gasspeichergeschäft. Das Produktportfolio aus Strom, Gas und Wärme wird durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen ergänzt. Das Umweltgeschäft bildet die Aktivitäten der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in 18 Ländern ab.

Eine Auflistung der wesentlichen Beteiligungen der EVN AG sowie aller Beteiligungs- und Tochtergesellschaften der EVN findet sich auf Seite 90 bzw. ab Seite 161.

Die Geschäftstätigkeiten der EVN gliedern sich in sechs Segmente: Erzeugung, Energiehandel und -vertrieb, Netzinfrastruktur Inland, Energieversorgung Südosteuropa, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.

Details zur Segmentberichterstattung finden sich ab Seite 91.

Unternehmensstrategie

Basierend auf dieser Ausrichtung verfolgt die EVN eine starke, langfristig konstante Positionierung in ausgewählten Märkten Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Die EVN versorgt insgesamt 3,7 Millionen Menschen sicher und zuverlässig mit Energie, setzt sich seit vielen Jahren mit gesellschaftlicher Verantwortung, nachhaltiger Unternehmensführung sowie Umwelt- und Ressourcenschonung auseinander und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die täglichen Bedürfnisse ihrer Kunden verlässlich abzudecken und zu deren Lebensqualität beizutragen. Besonders hohen Stellenwert nimmt die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen ein, die sich in einer umsichtigen Geschäftsführung widerspiegelt. Das gilt für die Menschen und den sozialen Zusammenhalt ebenso wie für die regionale Wirtschaft, die Umwelt und den Ein-

Energiegeschäft Umweltgeschäft Strategische
Beteiligungen und
Sonstiges
Erzeugung Energiehandel
und -vertrieb
Netzinfrastruktur
Inland
Energie
versorgung
Südosteuropa
Umwelt Strategische
Beteiligungen und
Sonstiges

satz natürlicher Ressourcen. Entsprechend dieser Ausrichtung erfolgte der Beitritt zum UN Global Compact im September 2005. Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global-Compact-Netzwerks vertreten.

Gegenüber ihren Kunden definiert sich die EVN als verlässlicher Partner, der hochwertige Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbietet. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen Entwicklungsmöglichkeiten, faire Entlohnung und attraktive Arbeitsbedingungen geboten werden, ermöglichen eine hohe Qualität. Basierend auf diesem Wertekatalog fühlt sich die EVN einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung verpflichtet und ist davon überzeugt, dass die angestrebte kontinuierliche Unternehmenswertsteigerung nur unter Einbindung aller relevanten Interessengruppen erreicht werden kann. Unterstützt durch eine aktive und transparente Kommunikation soll sich diese Wertsteigerung in der Kursentwicklung der EVN Aktie widerspiegeln und in Verbindung mit einer attraktiven Dividendenpolitik eine angemessene Verzinsung des von den Aktionären eingesetzten Kapitals erzielen.

Neben der Realisierung von Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern der EVN im In- und Ausland steht bei allen Geschäftsaktivitäten die nachhaltige Wertschaffung und -steigerung im Interesse von Kunden, Eigentümern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Vordergrund. Unter Einbeziehung interner und externer Stakeholder wurden die wichtigsten strategischen Handlungsfelder der EVN ermittelt und in einer Wesentlichkeitsmatrix abgebildet. Sie weist somit jene Themen und Bereiche aus, die die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für die EVN in sich bergen.

Wie in der Abbildung ersichtlich, bilden folgende Handlungsfelder für die EVN und ihre Stakeholder die wesentlichen Schwerpunkte, die sich auch in diesem Bericht widerspiegeln:

  • Versorgungssicherheit: steht für einen flexiblen Erzeugungsmix, den Ausbau der Erzeugungskapazitäten, Netzqualität und Beschaffung – alles unter nachhaltigen Gesichtspunkten
  • Ressourcenschonung: bedeutet einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen, insbesondere Effizienzsteigerung, Energieberatung und Energiedienstleistungen
  • Verantwortungsvoller Arbeitgeber: steht für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, eine verantwortungsvolle Personalentwicklung, Gesundheit und Arbeitssicherheit, offene Kommunikation, Work-Family-Balance und Vielfalt sowie Chancengleichheit

EVN Wesentlichkeitsmatrix

wichtig sehr wichtig für EVN

  • Korruptionsvermeidung: umfasst alle Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz und zur Stärkung des Bewusstseins für Unternehmensethik
  • Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung: bedeutet eine betriebswirtschaftliche und verantwortungsvolle Geschäftstätigkeit, Konkurrenzfähigkeit, gezieltes Wachstum, eine wertorientierte Investitionsstrategie und eine nachhaltige Dividendenentwicklung

Die EVN Wesentlichkeitsmatrix wird regelmäßig aktualisiert, um Trends und für die Anspruchsgruppen relevante Themen zu berücksichtigen. Für jedes der 13 Handlungsfelder werden unter Einbindung aller Unternehmenseinheiten Maßnahmen und Ziele zur kontinuierlichen Weiterentwicklung definiert. Das daraus resultierende CSR-Maßnahmenprogramm wird vom Vorstand beschlossen und jährlich fortgeschrieben.

  • Das aktuelle Programm findet sich ab Seite 196 dieses Berichts sowie auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/Verantwortung/CSR-Management/ Massnahmenprogramm.aspx.
  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix inklusive Erläuterungen ist abrufbar unter: www.evn.at/Verantwortung/ CSR-Management/CSR-Wesentlichkeitsmatrix.aspx.

Im wichtigsten Handlungsfeld, der Versorgungssicherheit, verfolgt die EVN das langfristige Ziel, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (2011/12: 15,5 %, 2010/11: 16,3 %). Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Einen wesentlichen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung stellt daher die Weiterentwicklung in Richtung erneuerbarer Energien dar, vor allem Wind- und Wasserkraft, aber auch Biomasse und Photovoltaik. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll im Zuge der Umsetzung der österreichischen Energiestrategie 2020 auf 50 % gesteigert werden. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Windkraftkapazitäten, vor allem im Heimmarkt Niederösterreich. So schafft die EVN den Spagat zwischen ökologischer und ökonomischer Verantwortung und gewährleistet gleichzeitig die Sicherstellung der Energieversorgung.

Um den zukünftigen Herausforderungen und Zielsetzungen bestmöglich gerecht werden zu können, hat die EVN 2011 ihre Strategie geschärft.

Vor allem im Energiegeschäft werden in den kommenden Jahren schwierige Rahmenbedingungen erwartet. In der Erzeugung gilt es, die optimale Reaktion auf die höheren Belastungen durch das neue Regime des CO2-Emissionszertifikatehandels ab 2013 und auf die Veränderung der Struktur des Erzeugungsmarktes zu finden. Im Netzbereich resultieren die Herausforderungen aus den hohen Investitionsanforderungen, getrieben vor allem durch erneuerbare Kapazitäten und den Druck durch die Regulierung. Im Bereich Energiehandel und -vertrieb bleiben der zunehmende Wettbewerb und die stagnierende Nachfrage zentrale Fragestellungen. Bei der Energieversorgung in Südosteuropa muss sich die EVN mit dem schwierigen politischen Umfeld und der unausgereiften Regulierung auseinandersetzen. Im Umweltgeschäft gilt es, auf die Verschiebung der Nachfrage auf bislang nicht erschlossene Märkte und auf ein schwieriges Marktumfeld bei der Abfallverwertung zu reagieren.

Die EVN hat ihre Strategie 2011 auf zwei zentrale Stoßrichtungen – Konzentration und Konsolidierung – ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht der Wirtschaftsraum Niederösterreich, in dem die EVN stark verwurzelt ist. Der Fokus im Energiegeschäft liegt in den nächsten Jahren auf der verstärkten Konsolidierung in den bestehenden Kernmärkten, vor allem im Heimmarkt in Niederösterreich und Deutschland sowie in Bulgarien und Mazedonien bzw. auf der Realisierung der bereits initiierten Investitionsprojekte außerhalb der Kernmärkte in Albanien und Kroatien. Zur Optimierung der Cash Flows, zur Stabilisierung des Verschuldungsgrads und somit zur Erfüllung der Voraussetzungen eines Investment Grade Credit Ratings wird eine strikte Kapitaldisziplin angestrebt. Die großen Investitionsprojekte, die 2010 definiert wurden, werden optimiert bzw. zeitlich verzögert zur Umsetzung gelangen.

Die Unternehmensstrategie der EVN wird unter anderem von zentralen Leitbildern wie dem Unternehmensleitbild, dem Umweltleitbild und dem Leitbild für Führungskräfte flankiert. Diese Leitbilder beziehen sich ebenso wie der EVN Verhaltenskodex auf international anerkannte Standards und finden in der gesamten Organisation auch als Prinzipien der Nachhaltigkeit Anwendung. Darüber hinaus implementierte die EVN eine Integritätsklausel für Lieferanten, die Richtlinien für eine nachhaltige Beschaffung sowie Aufgaben und Pflichten der Lieferanten definiert.

  • Die einzelnen Leitbilder finden sich unter dem Punkt CSR-Strategie auf: www.verantwortung.evn.at.
  • Siehe ebenfalls Seite 191 "Fair Policy Windkraft" der evn naturkraft.
  • Der Verhaltenskodex der EVN ist abrufbar unter: www.evn.at/verhaltenskodex.aspx.
  • Die Integritätsklausel ist unter www.evn.at/Gruppe/ Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx abrufbar.

Umweltleitbild der EVN

Minimierung der Umweltbeeinflussung

Es ist uns ein Anliegen, im Rahmen unserer Tätigkeit auftretende Umweltbeeinträchtigungen zu minimieren und damit einen wichtigen positiven Beitrag zur Gesamtumweltbilanz zu leisten.

Nachhaltigkeit

Wir fühlen uns dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet und gehen verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Ressourcen um, damit wir unsere Umwelt auch für künftige Generationen lebenswert erhalten. Wir sind bestrebt, ökologische, soziale und ökonomische Ziele ausgewogen zu berücksichtigen.

Verbesserung der Umweltleistung

Die EVN gewährleistet durch den Einsatz moderner Systeme die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen. Auch darüber hinaus fühlen wir uns zur stetigen Verbesserung unserer Umweltleistung verpflichtet. So sind unsere emissionsrelevanten Anlagen größtenteils nach EMAS und ISO 14001 zertifiziert und werden jährlich extern auditiert.

Modernste Umwelttechnik

Wir errichten unsere Energieproduktionsanlagen nach dem aktuellen Stand der Umwelttechnik. Der Modernisierung bestehender Anlagen bzw. deren Neuerrichtung an bestehenden Standorten kommt dabei besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig streben wir Ressourcenschonung durch möglichst hohe Wirkungsgrade an. Auch fördern wir die Entwicklung innovativer Umweltschutzeinrichtungen.

Ressourcenschonung und Klimaschutz

Die Schonung von Ressourcen ist der Maßstab unseres Handelns. Durch Effizienzsteigerungen, den forcierten Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Verwertung von Abfällen wollen wir den Klimaschutzzielen der EU, der Republik Österreich und des Landes Niederösterreich Rechnung tragen. Die EVN setzt auf einen flexiblen Erzeugungsmix aus Wasser- und Wärmekraft sowie erneuerbarer Energie. Der Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung aus regenerativen Quellen hat für die EVN Priorität. Die thermische Erzeugung von Energie wird weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität leisten und zur Integration der erneuerbaren Energie in die Systeme beitragen.

Landschaftsschutz

Bei der Energieproduktion und -verteilung achten wir auf das Landschaftsbild. Durch Ortsnetzverkabelung und Trassenoptimierung leisten wir Beiträge zur Pflege von Orts- und Landschaftsbild.

Abfallmanagement

Die Material- und Stoffströme unseres Unternehmens werden genau verfolgt und gelenkt, um – in dieser Reihenfolge – Abfallvermeidung, Recycling und geeignete Entsorgung sicherzustellen. Unsere Lieferanten für Materialien und Geräte sowie unsere Partner bei der Entsorgung wählen wir auch nach ökologischen Gesichtspunkten aus.

Energieberatung

Wir legen großen Wert auf effiziente und kundennahe Energieberatung. Dabei berücksichtigen wir wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte. "Energiesparen" ist einer der wichtigsten Grundsätze unserer Beratungs tätigkeit.

Mitarbeitermotivation

Die vielfältigen Aufgaben eines ökologisch ausgerichteten Unternehmens können nur mit gut informierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgesetzt werden. Wir legen daher auch im ökologischen Bereich größten Wert auf Schulung und bereichsübergreifende Einbindung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Stakeholdermanagement

Das Energie- und das Umweltgeschäft der EVN genießen hohe öffentliche Aufmerksamkeit und stehen stärker als andere Branchen unter ständiger kritischer Beobachtung. Die Expansion, das Wachstum und die Investitionen der EVN wurden in den vergangenen Jahren stark forciert und haben die Aufmerksamkeit der Stakeholder erhöht. Zugleich nahmen die Transparenz in der Kommunikation sowie die Anzahl der partizipatorischen Verfahren zu, und auch der freiwillige Dialog mit den Stakeholdern gewann an Bedeutung. Die EVN beschäftigt sich intensiv mit den vielfältigen Ansprüchen ihrer Interessengruppen. Im Dialog mit den Anspruchs- und Interessengruppen werden im Rahmen des Stakeholdermanagements wirkungsvolle Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie den laufenden Nachhaltigkeitsprozess entwickelt. Gleichzeitig gilt es, Risiken und Chancen frühzeitig wahrzunehmen, die Erwartungen der Stakeholder zu kennen und gute Beziehungen einzugehen, aufrechtzuerhalten und zu stärken.

Um die Stakeholderbeziehungen zu systematisieren und zu strukturieren, wurde im Jahr 2010 eine Stakeholderbefragung durchgeführt und anschließend ein strategisches Konzept für das Stakeholdermanagement entwickelt. Die Ergebnisse der Stakeholderbefragung führten zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix (siehe Seite 29). Zusätzlich konnten Schwerpunkte für die künftige Weiterentwicklung definiert werden. Für das Handlungsfeld "Verantwortungsvoller Arbeitgeber" wurden qualitative Befragungen in Form von Fokusgruppen und Einzelinterviews durchgeführt. Das erarbeitete Konzept für das Stakeholdermanagement erleichtert die Unternehmenskommunikation, hilft bei der Identifikation geeigneter Dialog- und Kooperationspartner und liefert wertvolle Beiträge für die Früherkennung wichtiger sozialer und ökologischer Themenstellungen.

Den Kern des EVN Stakeholdermanagements bilden die intensiven Beziehungen der Verantwortlichen für die strategischen Geschäftsfelder und Fachabteilungen mit deren Stakeholdern: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Partner, externe Organisationen, Verbände, NGOs, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Forschung. Die wichtigsten Stakeholder der EVN kennzeichnen jene Interessengruppen, die in enger und relevanter Beziehung mit dem Unternehmen stehen.

EVN Kundenbeirat

Im Frühjahr 2011 hat die EVN als Ergänzung zu den bislang eingesetzten Instrumenten zur Erhebung der Kundenbedürfnisse einen aus 24 Mitgliedern bestehenden Kundenbeirat ins Leben gerufen, der den Dialog mit Vertretern des EVN Managements zu kundenrelevanten Themen intensivieren soll. Jährlich sollen zwei Treffen stattfinden. Schon bei den ersten Sitzungen des EVN Kundenbeirats wurden von den engagierten Mitgliedern interessante Vorschläge und Ideen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie zu aktuellen Kommunikationsmaßnahmen eingebracht. Diskutiert wurde auch die Tarifgestaltung für Strom und Gas. Der erste Kundenbeirat wurde für zwei Jahre bestellt, die Funktionsperiode endet mit März 2013. Der Dialog wird anschließend weitergeführt, womit der zweite EVN Kundenbeirat, nach Ende der Bewerbungsfrist, bereits im Frühjahr 2013 starten soll.

Weitere Informationen zum Kundenbeirat finden sich unter www.evn.at/Gruppe/Kundenbeirat.aspx.

Weiters zählen der Dialog in Arbeitsgruppen, Gemeindegremien, Unternehmensbeiräten und im EVN Sozialfonds, die Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat zum Stakeholdermanagement der EVN, ebenso wie gemeinsame Initiativen und Projekte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene – insbesondere in jenen Ländern und Regionen, in denen die EVN oder ihre Tochtergesellschaften tätig sind.

Weiterführende Informationen zum Stakeholderdialog der EVN finden sich ebenfalls unter SO10 auf Seite 189 und EU19 auf Seite 190.

Stakeholder der EVN und
die Art der Einbeziehung
(Auszug)
Befragung (Mitarbeiter
und Kundenbefragung
in regel mäßigen Abständen,
Stakeholderbefragung
2010 etc.)
Laufender und
regelmäßiger
Kontakt
Arbeitsgruppe, Forum,
Jahresversammlung
(1–2-mal pro Jahr
oder öfter)
Beiräte,
Expertengremien
(1–2-mal pro Jahr
oder öfter)
Aufsichtsrat
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter + + + + +
Kunden + + + + +
Lieferanten + + + + +

NGOs + + + + – Medien + + + – – Investoren + + + + +

Abbildung: Darstellung der EVN Anspruchsgruppen

Strategische Projekte im Überblick

Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit steht bei allen Aktivitäten der EVN im Mittelpunkt. Daher ist die EVN bestrebt, ihre Erzeugungskapazitäten laufend auszubauen. Mehrere Großprojekte befinden sich derzeit in unterschiedlichen Planungsbzw. Realisierungsphasen.

Nach der Errichtung mehrerer Windparks in Niederösterreich im Geschäftsjahr 2011/12 mit einer zusätzlichen Gesamtkapazität von rund 36 MW werden weitere Windkraftprojekte im Heimmarkt evaluiert und vorbereitet.

In Albanien wurde im September 2012 die erste Stufe des Laufwasserkraftwerks am Fluss Drin eröffnet, das die EVN gemeinsam mit der Verbund AG errichtet. Ein weiteres dreistufiges Wasserkraftprojekt am Fluss Devoll – ein gemeinsames Projekt mit der norwegischen Statkraft AS – wird evaluiert. Über die Realisierung soll 2013 entschieden werden. In Bulgarien erfolgen derzeit umfangreiche Vorarbeiten zur Errichtung eines mehrstufigen Speicherkraftwerks am Fluss Arda.

Um Erzeugungsschwankungen aus erneuerbaren Energiequellen bzw. Nachfragespitzen ausgleichen zu können, wird auch weiterhin der Einsatz thermischer Erzeugungsanlagen notwendig sein. Die EVN hat sich daher an der Errichtung des hocheffizienten Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum in Deutschland beteiligt, das nach bautechnischen Verzögerungen voraussichtlich 2013 in kommerziellen Betrieb gehen wird.

Nach der Inbetriebnahme der 120 km langen Erdgastransportleitung Südschiene im Herbst 2011 in Niederösterreich, zur Abdeckung von Kapazitätsengpässen im südlichen Österreich, stand im Geschäftsjahr 2011/12 der Bau der 150 km langen Westschiene im Fokus der Investitionstätigkeit. Die Westschiene verbindet unter anderem die Gaskraftwerkskapazitäten sowie die Endkundenmärkte mit den Gasspeicheranlagen.

Finanzierungsstrategie

Die EVN verfolgt eine ausgewogene Mittelverwendungsstrategie, die sowohl eine attraktive Dividendenpolitik als auch eine ausreichende Finanzkraft zur Sicherstellung der Investitionsvorhaben ermöglicht. Folgende Aspekte stehen dabei im Fokus:

  • Sicherstellung der Einstufung im Bereich "Investment Grade" durch Ratingagenturen, um attraktive Finanzierungskosten sicherzustellen
  • Ausgewogene Investitionspolitik zur Unternehmenswertsteigerung
  • Absicherung der Ergebnisbeiträge aus den Auslandsaktivitäten und den strategischen Beteiligungen
  • Aufrechterhaltung einer attraktiven Dividendenpolitik

Bei der Ausrichtung der Finanzierungsstrategie dienen nachstehende Indikatoren als Eckpunkte:

Eckpfeiler der
Finanzierungsstrategie
30.09.2012 30.09.2011
Eigenkapitalquote 43,9 % 46,1 %
Net Debt Coverage (FFO)
(Schuldendeckungsgrad)
32,2 % 38,0 %
Interest Cover (FFO) 6,2 x 7,6 x
Ausschüttungsquote 38,7 % 38,0 %

Das Bindeglied zum Kapitalmarkt bildet die EVN AG; sie nimmt die zentrale Finanzierung für den EVN Konzern wahr. Die Verteilung der Liquidität innerhalb des Konzerns erfolgt über die Finanzierungsgesellschaften EVN Finanzservice GmbH und EVN Projektmanagement GmbH, wobei die Fremdüblichkeit der Finanzierungs- und Veranlagungskonditionen stets gewährleistet sein muss. In Ausnahmefällen schließen Tochtergesellschaften direkt Finanzierungen mit externen Partnern ab, wobei dies in enger Abstimmung mit der Konzernfunktion Finanzwesen erfolgt.

Beim Abschluss sämtlicher Finanzierungstransaktionen wird auf die Ausgewogenheit und Diversifikation der eingesetzten Finanzierungsinstrumente, der angesprochenen regionalen Märkte und der Kontraktpartner geachtet. Auf die Steuerung des Fälligkeitsprofils und der Zinsbindungsstruktur wird besonderes Augenmerk gelegt. Bei Finanzierungen in Fremdwährungen wird das Wechselkursänderungsrisiko bei Abschluss des Vertrags gesichert, um der Volatilität auf den Währungsmärkten nicht ausgesetzt zu sein.

Das Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag 30. September 2012 wird in voranstehender Grafik veranschaulicht. Eine Beschreibung der Finanztransaktionen des Berichtsjahres und der Bilanzstruktur findet sich im Lagebericht ab Seite 77.

Von zentraler Bedeutung für die Finanzierungsstrategie der EVN ist das Debt-Issuance-Programm (aktualisiert im März 2012), das der langfristigen Refinanzierung am Kapitalmarkt dient. Im Rahmen dieses Programms kann die EVN Anleihen im Gegenwert von insgesamt zwei Milliarden Euro begeben. Die aktuell ausstehenden Anleihen haben eine Laufzeit von zwei bis 20 Jahren. Ihre gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit lag am 30. September 2012 bei 8,03 Jahren (Vorjahr: 3,85 Jahre).

Rating

Im Mai 2012 hat die Ratingagentur Moody's das langfristige Credit Rating der EVN von A3 (stabiler Ausblick) bestätigt. Im August 2012 hat Standard & Poor's das Rating von A– (negativer Ausblick) auf BBB+ (stabiler Ausblick) herabgesetzt. Begründet wurde dieser Schritt mit dem Engagement des Konzerns in Südosteuropa und dem für das Rating relevanten Verhältnis des operativen Ergebnisses ("Funds from operations") zur adjustierten Nettoverschuldung.

Mit dem bestehenden Rating der beiden Ratingagenturen verfügt die EVN im Vergleich zu anderen europäischen Energieversorgern über ein attraktives Rating im Investment-Grade-Bereich. Die EVN sichert sich damit den Zugang zu günstigen und flexiblen Finanzierungen an den Kapitalmärkten. Mit der jüngsten Anpassung von Standard & Poor's waren im Geschäftsjahr 2011/12 keine negativen Einflüsse auf die Finanzierungskosten der EVN verbunden.

EVN Anleihen

EVN Anleihen Öffentliche Anleihen Privatplatzierungen
EUR CHF JPY JPY
Betrag 300,0 Mio. 250,0 Mio. 12,0 Mrd. 8,0 Mrd.
Endfälligkeit 13.04.2022 20.02.2014 09.01.2024 01.09.2014
Laufzeit (Jahre) 10,5 5 15 20
Kupon (% p.a.) 4,250 3,625 3,130 5,200
ISIN XS0690623771 CH0049763102 XS0406428036 XS0052014114
EVN Anleihen Privatplatzierungen
EUR EUR EUR EUR EUR
Betrag 100,0 Mio. 25,0 Mio. 30,0 Mio. 28,5 Mio. 150,0 Mio.
Endfälligkeit 20.02.2032 23.02.2032 18.03.2019 11.03.2016 23.06.2017
Laufzeit (Jahre) 20 20 10 7 8
Kupon (% p.a.) 4,125 4,125 5,250 5,000 5,250
ISIN XS0744577627 XS0746091981 XF000NS4HD4 XS0417260329 XS0434384334

Das aktuelle Anleihenprogramm der EVN findet sich auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/Investoren/Anleihen.aspx.

EVN Aktie

Während im ersten Quartal 2012 eine leichte Belebung der Konjunktur zu verzeichnen war, stellte sich im zweiten Quartal 2012 bedingt durch die Entwicklungen hinsichtlich Staatsschulden im Euroraum und das schwindende Vertrauen der Finanzmärkte eine Eintrübung ein. Eine wirtschaftliche Rezession in der Eurozone war die Folge. Der Wahlausgang und die neue Regierung in Griechenland konnten die Verunsicherung über den erfolgreichen Fortbestand des Euro nicht beseitigen. Nachdem im Spätsommer die Zinssätze für Staatsanleihen in Spanien und Italien weiter anstiegen, kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) an, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, die Schutz unter dem Euro-Rettungsschirm suchen. Durch die getätigten Ankäufe von Staatsanleihen im September 2012 hat sich der Finanzmarkt kurzfristig beruhigt.

Nachdem im ersten Quartal 2012 der Leitzinssatz auf dem Niveau von 1,0 % belassen wurde, senkte die EZB im Juli 2012 die Leitzinsen aufgrund verstärkter Abwärtsrisiken für die Konjunktur und der niedrigen Inflationsrisiken auf 0,75 %. Seither erfolgte keine Veränderung, und es sind aktuell auch keine absehbar.

Noch im ersten Quartal 2012 verminderten die Einigung auf ein Rettungspaket für Griechenland und die leicht besseren Konjunkturaussichten die Volatilität der Aktienmärkte und führten zu einem positiven Trend an den internationalen Börsen. Im zweiten Quartal 2012 hingegen reagierten die Kapitalmärkte auf die zunehmende Staatsschuldenkrise in Spanien mit starken Kurskorrekturen. Im dritten Quartal 2012 konnten wiederum Kursanstiege in den internationalen Aktienmärkten beobachtet werden, und die Entwicklung der Aktienindizes war moderat, aber durchgehend positiv.

Der deutsche Leitindex DAX hat von der stabilen Konjunkturentwicklung Deutschlands profitiert und konnte von Oktober 2011 bis September 2012 um 31,1 % zulegen. Der Wiener Leitindex ATX hat sich moderater entwickelt und 7,3 % an Wert gewonnen. Der für die EVN AG relevante Branchenindex Dow Jones Euro Stoxx Utilities zeigte sich hingegen aufgrund der niedrigen Strompreise, leicht rückläufigen Nachfrage und Konjunkturunsicherheiten schwach und musste einen Verlust von 9,1 % hinnehmen. Die EVN Aktie hat in der Berichtsperiode 0,2 % an Wert gewonnen. Ihr Schlusskurs per Ende September 2012 betrug 10,84 Euro und die Marktkapitalisierung 1,95 Mrd. Euro. Das tägliche Handelsvolumen der EVN Aktie hat sich im Vergleich zum Vorjahr, das durch die Kapitalerhöhung geprägt war, deutlich verringert und belief sich auf 48.417 Stück (Einmalzählung). Das Umsatzvolumen der EVN Aktie betrug an der Wiener Börse 122,0 Mio. Euro (Einmalzählung), was einem Anteil von 1,22 % am Gesamtumsatz der Wiener Börse entspricht.

Die Aktien der EVN AG notieren seit November 1989 an der Wiener Börse und konnten sich seither gut behaupten. Der Total Shareholder Return (Kurssteigerung und Dividendenrendite) beläuft sich auf 8,2 % pro Jahr.

Die Aktie der EVN AG ist in mehreren Nachhaltigkeitsindizes vertreten. Seit dem Jahr 2002 ist die EVN Aktie im FTSE4Good abgebildet und wird damit im FTSE4Good Europe Index sowie im FTSE4Good Global Index ausgewiesen. Diese Indizes bieten nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in Unternehmen zu investieren, die weltweit anerkannte Standards hinsichtlich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Stakeholdern erfüllen. Seit 2005 ist die EVN Aktie auch in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI) vertreten. Weiters wurde die EVN Aktie im Jahr 2005 auch in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX aufgenommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsenotierten Unternehmen Österreichs abbildet. Seit Dezember 2010 ist die EVN Aktie zudem Teil des ECPI Index und wird im ECPI Ethical Index EMU abgebildet. Diesem Index gehören die 150 höchstkapitalisierten Unternehmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion an, die laut Screening-Methode des ECPI geeignete nachhaltige Investitionen darstellen.

Die EVN strebt bei ihrer Mittelverwendungsstrategie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Aktionärsvergütung an. Die Ausschüttungsquote lag während der letzten fünf Jahre in einer Bandbreite von 32,4 % bis 38,0 % des Konzernergebnisses. Für das Geschäftsjahr 2011/12 wird der Vorstand bei der 84. Hauptversammlung am 17. Jänner 2013 eine Dividende von 0,42 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 38,7 %.

Aktionärsstruktur

Aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen werden 51,0 % der Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten. Die zweitgrößte Aktionärin ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, mit einem Anteil von 32,5 %. Der Streubesitz beträgt 16,5 %.

Die EVN Aktie 2011/12 2010/11 2009/10
Kurs per ultimo September EUR 10,84 10,82 11,45
Höchstkurs EUR 11,07 13,76 13,75
Tiefstkurs EUR 9,17 9,92 10,61
Kursveränderung % 0,2 –5,5 –16,3
Total Shareholder Return % 4,1 –1,7 –12,8
ATX Entwicklung % 7,30 –23,4 –1,4
Dow Jones Euro Stoxx Utilities Entwicklung % –9,10 –19,2 –16,9
Aktienumsatz1) Mio. EUR 122 358 197
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 48.417 122.528 63.724
Anteil am Gesamtumsatz1) % 0,64 1,08 0,52
Börsekapitalisierung per ultimo September Mio. EUR 1.949 1.945 1.872
ATX Gewichtung % 1,22 1,27 1,05
WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung % 2,77 2,91 2,36
Ergebnis je Aktie3)4) EUR 1,09 1,08 1,27
Dividende je Aktie4) EUR 0,422) 0,41 0,40
Cash Flow je Aktie3)4)5) EUR 2,68 2,68 2,87
Buchwert je Aktie3)4) EUR 16,80 17,84 18,56
Kurs-Gewinn-Verhältnis3) X 10,0 10,0 9,0
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis5) X 4,0 4,0 4,0
Kurs-Buchwert-Verhältnis X 0,7 0,7 0,7
Dividendenrendite % 3,9 3,8 3,5
Ausschüttungsquote3) % 38,7 38,0 34,7

1) Wiener Börse, Einmalzählung

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

3) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

4) Im Handel befindliche Aktien per 30. September

5) Cash Flow aus dem Ergebnis

Investor Relations

Die EVN verfolgt über Investor Relations einen aktiven und regelmäßigen Dialog mit bestehenden und potenziellen Investoren sowie mit Aktien- und Anleiheanalysten, Banken und Ratingagenturen. Dabei werden insbesondere auch die Informationsbedürfnisse von nachhaltig orientierten Anlegern berücksichtigt. Als Grundprinzipien gelten die zeitgleiche, offene und umfassende Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern, hohe Transparenz und eine aktive Berichterstattung, um das Vertrauen in die EVN zu stärken. Die Funktion Investor Relations ist dem Rechnungswesen zugeordnet und dem Finanzvorstand unterstellt.

Die Kommunikationsangebote und Informationsmaterialien werden laufend den Bedürfnissen der Kapitalmarktteilnehmer angepasst und um innovative Lösungen ergänzt. Um dem Wunsch der Privataktionäre nach einer stärkeren Informationsvermittlung außerhalb der Hauptversammlung unterjährig nachzukommen, wird seit dem Geschäftsjahr 2007/08 anlässlich des Halbjahresergebnisses ein Informationsnachmittag am Sitz des Unternehmens veranstaltet, wo der Vorstand der EVN AG über die Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres und die strategischen Ziele bzw. deren Realisierung informiert. Im Geschäftsjahr 2011/12 haben etwa 120 Privataktionäre an diesem Informationsnachmittag teilgenommen. Die Finanzberichterstattung wird durch vierteljährliche Telefonkonferenzen für Analysten, Finanzinvestoren und Banken sowie durch halbjährliche Pressekonferenzen für Journalisten ergänzt.

Im Sinne der Ressourcenschonung beabsichtigt die EVN mit Beginn des Geschäftsjahres 2012/13 den Einsatz moderner Kommunikationsmittel zu stärken. Der generelle Massendruck und -versand der Zwischenberichte (EVN Aktionärsbriefe) wird deshalb eingestellt. Die Aktionärsbriefe werden unverändert als Online-Berichte sowie als PDF-Dokumente auf der EVN Webseite unter www.investor.evn.at zur Verfügung stehen. Auf Wunsch erhalten die Aktionäre die EVN Aktionärsbriefe auch nach wie vor über den Postweg.

Die EVN arbeitet kontinuierlich an der Optimierung ihrer Berichterstattung. Seit dem Berichtsjahr 2009/10 wird anstelle der bis dahin getrennt publizierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte ein sogenannter Ganzheitsbericht in der vorliegenden Form veröffentlicht. Neben dem Konzernlagebericht und Konzernabschluss umfasst er auch den Corporate-Governance-Bericht und geht detailliert auf die Nachhaltigkeitsindikatoren, wie sie die Global Reporting Initiative vorsieht, ein.

Im Geschäftsjahr 2011/12 hat die EVN auf nationaler und internationaler Ebene in diversen Kategorien folgende Auszeichnungen bzw. Preise erhalten:

  • Auszeichnung beim Vienna Economic Forum 2011 für den Beitrag und die langfristigen Investitionen der EVN in Südosteuropa
  • EVN Bulgaria wurde von der Bulgarischen Investitionsagentur als Investor des Jahres 2011 in der Kategorie "Investitionen in Innovationen" ausgezeichnet
  • Auszeichnung der Vogelschutz-Richtlinie und diesbezüglicher Initiativen der EVN Bulgaria durch den Verband der Umweltorganisation "Green Balkans" und der Gemeinde Rakovski, Bulgarien
  • EVN Macedonia wurde mit dem Staatspreis für soziale Verantwortung in der Kategorie "Beziehungen zu Verbrauchern" für Aktivitäten im Jahr 2010 im Bereich Energieeffizienz ausgezeichnet
  • EVN Macedonia erhielt einen Preis für ihren aktiven Beitrag in der Verbesserung der Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Mazedonien
  • Silber beim ARC Award 2012 in der Kategorie "Finanzdaten"
  • Bronze beim ARC Award 2012 in der Kategorie "Cover Foto und Design"
    1. Platz beim trend Austrian Annual Reporting Award in der Kategorie "Börsennotierte Unternehmen"
    1. Platz beim Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) 2012 in der Kategorie "Integrierter Geschäftsund Nachhaltigkeitsbericht"
    1. Platz beim Wettbewerb "Place to Perform"

Als Kommunikationsplattform bietet die Webseite der EVN www.investor.evn.at und www.verantwortung.evn.at neben den Ganzheits- und Quartalsberichten, Kapitalmarktaussendungen, Informationen zur Hauptversammlung, Roadshows und Analystenpräsentationen auch Audioaufzeichnungen der Telefonkonferenzen, Einschätzungen der Analysten zur Unternehmensentwicklung vor Quartalsergebnisveröffentlichungen, Online-Börseninformationen und zahlreiche individuell auf Anleger zugeschnittene Services an.

Im Geschäftsjahr 2011/12 hat der Finanzvorstand mit dem Investor-Relations-Team an internationalen Konferenzen und Roadshows folgender Investmentbanken teilgenommen: HSBC Trinkaus, Frankfurt, Raiffeisen Centrobank AG, Wien, Deutsche Bank AG, Frankfurt, Kepler Capital Markets, Wien, GBR Financial Services, Wien, und Cheuvreux Crédit Agricole Group, Paris.

Derzeit wird die Geschäftsentwicklung der EVN von der Raiffeisen Centrobank AG, Macquarie Capital (Europe) Limited, Société Général S.A., Deutsche Bank AG, Kepler Capital Markets regelmäßig analysiert.

Während der letzten Jahre ging die Anzahl der Finanzinstitutionen, die die EVN beobachten, deutlich zurück. Diese Entwicklung ist einerseits auf die im internationalen Vergleich geringere Bedeutung der Wiener Börse zurückzuführen und andererseits auf das schwierige Branchenumfeld der Energieversorgungsunternehmen. Die Investmentstory der EVN stößt bei den internationalen Investoren dennoch auf positive Resonanz. Nachfragehemmend wirkt hingegen die derzeit stark begrenzte Liquidität der EVN Aktie, die vor allem große Anlagefonds von einem Investment abhält. Diese Entwicklung spiegelt sich im rückläufigen Börsenumsatz der EVN Aktie an der Wiener Börse wider.

EVN auf einen Blick

Energie

Energieerzeugung
Stromerzeugungskapazitäten 1.994 MW
Erneuerbare Energie 508 MW
davon Wasserkraft1) 291 MW
davon Windkraft 191 MW
davon Photovoltaik 3 MW
davon Biomasse 10 MW
davon Sonstige2) 13 MW
Wärmekraft3) 1.487 MW
davon Kohle 398 MW
davon Gas 1.088 MW

Umwelt

Wasserver- und Abwasserentsorgung
Wasserversorgung in Österreich
Kunden 506.100
davon direkt versorgt 78.700
Leitungslänge 2.340 km
Absatz 28,7 Mio. m3
Wasserver- und Abwasserentsorgung in
Mittel-, Ost- und Südosteuropa
100 Trink- und Abwasserprojekte
86 fertiggestellte Projekte davon
Installierte Trinkwasserkapazität 1.098.000 EW6)
Installierte Abwasserkapazität 15.278.000 EW6)
Energieverteilung/Netzgeschäft
Stromnetze
Leitungslänge 134.813 km
Kundenanlagen 3.285.600
Absatz 21.619 GWh
Gasnetze4)
Leitungslänge 13.731 km
Kundenanlagen 291.300
Absatz 15.435 GWh
Sonstige5)
Kundenanlagen Kabel-TV und Telekommunikation 204.000
Thermische Abfallverwertung
Österreich
Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr
Jahreskapazität 500.000 t
International
Anlage in Moskau
Jahreskapazität 360.000 t

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

12,63 %
73,60 %
50,03 %
Energieversorgung
Strom
Absatz 21.241 GWh
Gas
Absatz 6.166 GWh
Wärme
Leitungslänge 645 km
Kundenanlagen 78.700
Absatz 1.923 GWh
Sonstige Beteiligungen
Utilitas-Gruppe – Technische Dienstleistungen

1) Inkl. Strombezugsrechte aus den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen am Kraftwerk Nußdorf in Wien und an der Verbund-Innkraftwerke GmbH

2) Beinhaltet eine klärschlammbetriebene Blockheizkraftwerks-Anlage in Moskau

3) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien

4) In Österreich und Kroatien

5) In Österreich

6) Einwohnerwert (EW): Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber

Die EVN ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat sich von einem regionalen Anbieter zu einem international tätigen Konzern gewandelt, der heute in 21 Ländern aktiv ist. Vor zehn Jahren betrug der Personalstand der EVN rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezählt. Innerhalb der EVN ist in diesem Zeitraum eine große kulturelle Vielfalt entstanden.

In der Berichtsperiode wurde das Projekt "Internal Branding" initiiert. Die EVN Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage, E(V)Nable sollen die EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu ermutigen, das EVN Markenversprechen gegenüber den unterschiedlichen Stakeholdern einzuhalten. Denn nur wenn die Marke EVN von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Leben erfüllt wird, kann die EVN ihre Versprechen gegenüber den Stakeholdern auch halten. Die Basis dafür bilden die neuen Leitwerte der EVN, die in alle wichtigen "Kultur"-Dokumente des Konzerns eingeflossen sind, darunter das Führungsleitbild sowie die Feedbackund Orientierungsgespräche (FOG).

Grundsätze des Personalwesens

Als nachhaltig orientiertes Unternehmen ist die EVN bestrebt, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein positives Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie sich entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können. Die EVN kommt mit zahlreichen Maßnahmen nicht nur ihren gesetzlich definierten Pflichten als Arbeitgeber nach, sondern erbringt darüber hinaus eine Reihe freiwilliger Leistungen und versucht damit den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so weit wie möglich zu entsprechen. Die zentralen Prinzipien der Unternehmenskultur und des Umgangs mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind in Form von Grundsätzen definiert.

Gleichbehandlung und Chancengleichheit

Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der wachsenden Anzahl an Ländern, in denen die Gruppe aktiv ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO) und des UN Global Compact. Im September 2005 ist die EVN dem UN Global Compact beigetreten und bekennt sich damit explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Herausforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Qualifikation sind in Bezug auf Einstellung, Fortbildung und Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln. Darüber hinaus hat die EVN im Mai 2011 die "Charta zur neuen Vereinbarkeit von Eltern – Wirtschaft" unterzeichnet.

Wir sichern Qualität und Unternehmenserfolg.

  • Wir stehen für Kontinuität und Sicherheit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind leistungsbereit, kompetent, verlässlich und qualitätsbewusst.
  • Jeder stellt mit seinem Beitrag sicher, dass unsere Kunden bestmöglich mit Energie und Umweltdienstleistungen im Sinne unserer Strategie versorgt sind.
  • Durch diese Haltung ermöglichen wir als Konzern ein gesundes Wachstum.

Wir ermutigen Menschen.

  • Wir ermutigen Menschen durch die Art, wie wir denken und handeln.
  • Gute Stimmung und ein positives Klima sind für unseren Geschäftserfolg genauso wichtig wie für die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Menschen, die Freude am Lernen haben und die wenn notwendig – auch konstruktive Kritik üben, sind bei uns richtig.

Wir machen die Zukunft möglich.

  • Wir reden nicht nur, wir machen Dinge möglich. Wir gehen dabei stets den korrekten und lösungsorientierten Weg.
  • Was immer wir tun, wir haben die Umwelt, aus der wir Energie gewinnen, im Blick.
  • Nachhaltigkeit ist uns in allen Bereichen ein wichtiges Anliegen.
Diversität der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter 2011/12
Österreich Bulgarien Mazedonien Andere
Länder
Gesamt
Mitarbeiterstand1) Anzahl 2.428 2.469 2.282 415 7.594
davon Frauen % 20,7 23,5 18,8 31,4 21,6
davon Männer % 79,3 76,5 81,2 68,6 78,4
Beschäftigungsart 2)
Arbeiter % 7,0 0,0 0,0 27,5 4,0
Angestellte % 93,0 100,0 100,0 72,5 96,0
Vertragstyp
Teilzeit gesamt % 9,2 0,0 0,0 7,3 3,6
Teilzeit Frauen % 7,5 0,0 0,0 6,4 2,9
Menschen mit besonderen Bedürfnissen % 1,8 1,3 1,3 1,4 1,5

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden.

Mitarbeiterkennzahlen 2011/12 2010/11 2009/10
Mitarbeiterstand1) Anzahl 7.594 8.250 8.536
davon Frauen % 21,6 22,8 22,5
Lehrlinge 2) Anzahl 41 55 64
Mitarbeiterfluktuation3) % 3,2 3,0 3,1
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 15,9 16,0 15,9
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 43,2 43,6 43,3
Umsatz/Mitarbeiter EUR 374.835 332.254 322.411
Krankheitstage/Mitarbeiter Anzahl 9 10 10
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz 4) % 11,6 11,7 12,0

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich und Deutschland aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen

4) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

Weiters wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen.

Betriebliche Sozialpartnerschaft

Wesentliche unternehmerische Entscheidungen werden transparent im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN und auf Basis der diesbezüglichen rechtlichen Bestimmungen getroffen. Die Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung ist dabei selbstverständlich.

Arbeitsschutz, -gesundheit und -sicherheit

Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen hohen Stellenwert ein. Ein hohes Sicherheitsniveau wird vor allem in Form von Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet. Neben den gesetzlichen Vorschriften besteht ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien. Das Kernstück bildet das speziell für die Arbeitsbedingungen der Energiewirtschaft zugeschnittene "Handbuch Sicherheit", das jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter im Intranet zur Verfügung steht.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft

Die Mitarbeiterzeitung "EVN Intern" informiert die Belegschaft seit vielen Jahren regelmäßig über Unternehmensentwicklungen. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, der Energieversorgung, der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare, Ausbildungsveranstaltungen und die persönlichen Zeitdaten. Transparent erfolgt auch die Ausschreibung zur Besetzung vakanter Stellen, um die favorisierte interne Nachbesetzung zu ermöglichen. Durch diese und weitere Maßnahmen wird auch der konzernweite Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefördert.

Mitarbeiterengagement für soziale und

gesellschaftliche Anliegen

Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN leisten neben ihrer Tätigkeit für das Unternehmen auch gesellschaftlich wertvolle Beiträge. So ist eine große Zahl der EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Freizeit in Organisationen wie dem Roten Kreuz oder der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Die EVN als Arbeitgeber unterstützt dieses Engagement: Im Katastrophenfall werden diese Mitarbeiter für bis zur Hälfte der investierten Zeit vom Unternehmen freigestellt. Im Rahmen flexibler Arbeitszeitmodelle ist die EVN als Arbeitgeber bemüht, die erforderliche Freizeit durch Einarbeitungsmöglichkeiten zu gewähren.

Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Geschäftsjahr 2011/12 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:

  • Eröffnung eines Eltern-Kind-Büros
  • Ferienbetreuung "Ferien@EVN"
  • EVN SUN Akademie 2012
  • Traineeprogramm in Mazedonien
  • Lehrlingsförderung der EVN
  • Know-how-Transfer und Dialog zwischen den Konzerngesellschaften
  • Einführung der Feedback- und Orientierungsgespräche in Mazedonien
  • Prozessmanagement-Wochen
  • Führungskräftebegleitprogramm

Für die EVN ist die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsumfeld und den jeweiligen Bedingungen ein zentrales Anliegen. Im Rahmen von regelmäßigen Befragungen werden die diesbezüglichen Indikatoren und auch Anregungen zur kontinuierlichen Verbesserung erhoben. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde in Bulgarien zum ersten Mal eine Erhebung zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit durchgeführt. 51 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN Bulgaria nahmen an der Umfrage teil; über 90 % aller Teilnehmenden sind mit der EVN als Arbeitgeber sehr zufrieden bzw. zufrieden.

Ferien@EVN

Nach der erfolgreichen Initiierung des Kinderferienprogramms "Ferien@EVN" im Sommer 2011 hat die EVN im Sommer 2012 ein erweitertes zweiwöchiges Kinderferienprogramm angeboten, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Die EVN Kinderferienwoche für Sechs- bis Zwölfjährige fand in den Räumlichkeiten der EVN Zentrale und auf der angrenzenden Grünfläche statt. Durchgeführt wurde das Betreuungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Initiative "Family Business". Insgesamt nahmen 31 Kinder von EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei dem bunten Programm aus Spiel- und Bastelaktionen, Ausflügen und dem Kunstschwerpunkt mit Atelier- und Museumsbesuchen teil.

  • GRI-Indikator: Managementansatz Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung.
  • Zum Mitarbeiterengagement für soziale und gesellschaftliche Anliegen siehe ebenfalls EC8 auf Seite 173f.

Diversität der Belegschaft

Im Geschäftsjahr 2011/12 betrug der durchschnittliche Personalstand der EVN 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 1.681 Frauen und 41 Lehrlinge. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN AG und der EVN Netz GmbH sind Angestellte; in Mazedonien und Bulgarien erfolgt kein Kategorisieren in Angestellte und Arbeiterinnen bzw. Arbeiter. Konzernweit liegt daher der Anteil der Arbeiterinnen und Arbeiter bei 4,0 %.

Die international orientierte Geschäftspolitik der EVN spiegelt sich auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wider. In Summe sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen für die EVN aktiv, vor allem österreichische, bulgarische, mazedonische und deutsche Staatsbürger.

Die Mitarbeiterfluktuation der EVN beträgt in der Berichtsperiode 3,2 %. Nicht berücksichtigt sind Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans, Konzernübertritte sowie Pensionierungen. Aufgrund der geringen Fluktuation erfolgt keine detaillierte Auswertung dieser Kennzahl. Insgesamt konnte in der Berichtsperiode 394 Personen, davon 145 Frauen, ein neuer Arbeitsplatz in der EVN angeboten werden.

Im EVN Konzern wird Personalleasing eingesetzt, sowohl als Vorstufe zu einem traditionellen Arbeitsverhältnis (Integrationsleasing) als auch für zeitlich befristete Projekte sowie zur Abdeckung von Arbeitsspitzen. Im Geschäftsjahr 2011/12 waren im EVN Konzern 169 Leasing-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter beschäftigt.

Der Frauenanteil ist in technisch orientierten Unternehmen traditionell eher niedrig und beträgt bei der EVN in der Berichtsperiode 21,6 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern an einem Dienstort in Österreich tätig sind. Durch optimierte Rahmenbedingungen soll es für Frauen einfacher werden, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Die EVN unterstützt schon seit Langem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen, beispielsweise durch flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeitarbeit oder Gleitzeitmodelle ohne Kernzeit, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung (Programm Ferien@ EVN, Eltern-Kind-Büro), Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offen steht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

Bei der EVN bestehen zwischen Frauen und Männern bei vergleichbarer Betriebszugehörigkeit, Funktion und Qualifikation keine Lohn- oder Gehaltsunterschiede. Die Arbeitgeber in Österreich sind ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laut Gleichbehandlungsgesetz verpflichtet, im Abstand von jeweils zwei Jahren einen Bericht zur Entgeltanalyse (§ 11a Gleichbehandlungsgesetz) zu erstellen. Für die EVN Netz GmbH wurde ein derartiger Bericht wie im Gesetz vorgesehen erstellt und dem Zentralbetriebsrat übermittelt. Zusätzlich erfolgte die Erstellung eines Einkommensberichts auch für die EVN AG.

  • Weitere Informationen zum Thema Work-Family-Balance der EVN finden sich unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/Personalmanagement/Work-Life-Balance.aspx.
  • GRI-Indikator: Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region (LA1)
  • GRI-Indikator: Mitarbeiterfluktuation (LA2)
  • GRI-Indikator: Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leitenden Organe (LA13)
  • GRI-Indikator: Lohnunterschiede nach Geschlecht (LA14)

Betriebliche Sozialpartnerschaften der EVN

Die betriebliche Sozialpartnerschaft der EVN steht unter dem Motto "Überzeugung vor Zwang". Wesentliche unternehmerische Entscheidungen werden transparent und im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN sowie auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen getroffen. Die laufende Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung wird sichergestellt. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen und Anpassungen im Personalbereich. Ebenso wie in der EVN AG ist auch in den größeren Unternehmen der EVN Gruppe eine eigene Belegschaftsvertretung eingerichtet.

Mehr als 90 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN werden durch Betriebsräte oder Gewerkschaften in Arbeitsausschüssen vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne abgesichert. Arbeits- und Sicherheitsausschüsse bestehen in Österreich, Mazedonien und Bulgarien. Diese Ausschüsse setzen sich unter anderem aus Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern zusammen. Betriebsratsvertreter haben im Aufsichtsrat ebenso Sitz und Stimme wie im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung. Seit der Ernennung von Jugendvertrauensräten im Jahr 2008 haben auch die Lehrlinge ein Mitspracherecht im Betriebsrat. Die letzte Wahl der Jugendvertrauensräte fand im Mai 2012 statt.

Zur weiteren Integration der südosteuropäischen Tochterunternehmen und zur Verbesserung der Kommunikation wurde im September 2007 ein europäischer Betriebsrat eingerichtet, dem je ein Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien angehört und der als Kommunikations- und Austauschplattform dient. Die letzte Konferenz fand am 10. und 11. November 2011 in der EVN Zentrale statt; die letzte Präsidiumssitzung wurde am 25. Juni 2012 in Sofia, Bulgarien, abgehalten.

Besondere Rücksichtnahme genießen bei der EVN darüber hinaus:

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Das Durchschnittsalter der EVN Belegschaft liegt bei 43,2 Jahren und wird in den kommenden Jahren aufgrund der zu erwartenden Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters tendenziell steigen. Vor diesem Hintergrund hat die EVN ihre Fortbildungsangebote für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert. Weiters legt die EVN bei der Entwicklung ihres Gesundheitsprogramms Bedacht auf unterschiedliche Altersgruppen. Ergänzend ermöglicht die EVN Altersteilzeitmodelle, die im Geschäftsjahr 2011/12 von 54 Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern der EVN Netz GmbH, der EVN AG, der evn wasser und der EVN Business Service in Anspruch genommen wurden.

Unter der Annahme des derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalters werden in den nächsten fünf Jahren rund 6 % und in den nächsten zehn Jahren rund 20 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Pension antreten. Daraus ergibt sich ein künftiger Bedarf an Fach- und Führungskräften, dem die EVN mit entsprechenden Maßnahmen begegnet. Erfahrene Kollegen unterstützen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrungen sicher.

  • GRI-Indikator: Pensionierungen in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren (EU15)
  • Zur Abdeckung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften siehe ebenfalls ab Seite 47.

Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Im Rahmen ihrer sozialpolitischen Verantwortung ist es der EVN ein wichtiges Anliegen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen als gleichberechtigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Unternehmen zu integrieren. Dabei wird vor allem auf eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (wie beispielsweise das Einsetzen von Dolmetschern für Gebärdensprache) Wert gelegt. Bei Bedarf bietet die EVN zusätzlich flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort. 21 der insgesamt 26 EVN Kundenzentren in Niederösterreich sind bereits barrierefrei zugänglich. Im Geschäftsjahr 2011/12 waren 1,5 % der EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Zudem vergaben im Geschäftsjahr 2011/12 die EVN AG, die EVN Netz GmbH und die EVN Wärme GmbH Aufträge in einer Gesamthöhe von rund 575.000 Euro an geschützte Werkstätten und tragen auch auf diesem Weg zur Beschäftigung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei.

Jugendliche

Um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften aus eigener Kraft abdecken zu können und als Ausdruck der unternehmerischen Verantwortung nimmt die Lehrlingsausbildung bei der EVN einen traditionell hohen Stellenwert ein. Mit 1. September 2012 konnten 17 Lehrlinge ihre Ausbildung zum Elektrotechniker beginnen – damit waren im Geschäftsjahr 2011/12 durchschnittlich 41 Auszubildende bei der EVN beschäftigt. Neben der dualen Ausbildungsschiene aus Berufsschule und Einsatz im Unternehmen werden auch zusätzliche Kurse und Seminare angeboten, um das Ausbildungsspektrum abzurunden. Zur Förderung fachübergreifender Qualifikationen unterstützt die EVN auch Doppelund Mehrfachqualifizierungen, wie etwa Lehrausbildungen als Gas- und Wärmetechniker.

Die hohe Qualität der Ausbildung zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ein überwiegender Teil der Lehrlinge nach Abschluss der Ausbildung im Unternehmen tätig bleibt. So wurden zum Beispiel von den 18 Lehrlingen, die am 1. September 2006 ihre Ausbildung bei der EVN Netz GmbH begonnen haben, 17 Lehrlinge in ein weiterführendes Arbeitsverhältnis übernommen. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrungen sicher.

Zudem bietet die EVN jährlich mehr als 300 spannende Praktikumsplätze für Schüler und Studenten, um ihr theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Die EVN möchte jungen Menschen schon früh Perspektiven vermitteln und Begeisterung für Berufe im Energieund Umweltsektor wecken. Für ihren Einsatz für die Ausbildung junger Menschen wurde die EVN im November 2011 mit dem ersten Platz beim Wettbewerb "Place to Perform" ausgezeichnet, bei dem jährlich die besten Praktikumsangebote österreichischer Unternehmen bewertet werden.

Auch in Bulgarien widmet sich die EVN mit großem Engagement der Kooperation mit Studenten und jungen Fachkräften. Im April 2012 unterzeichneten die EVN Bulgaria und die Technische Universität Sofia, Filiale Plovdiv, eine Kooperationsvereinbarung mit dem Zweck, die praktischen Fähigkeiten der Studenten und den Erfahrungsaustausch auf Gebieten wie Informationstechnologie und Elektrotechnik zu fördern.

Integritätsklausel für Vertragspartner

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vertragspartnern und Subauftragnehmern gilt die Integritätsklausel der EVN als Vertragsbestandteil. Darin ist festgehalten, dass Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz in keiner Weise geduldet werden. Weiters werden die Bedingungen am Arbeitsplatz zu den Punkten "Gesundheitsschutz", "Arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften" und "Transparenz der Arbeitszeit und Entlohnung" adressiert.

  • GRI-Indikator: Prozentsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter Kollektivvertrag fallen (LA4)
  • GRI-Indikator: Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen (LA5)
  • GRI-Indikator: Prozentsatz der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird (LA6)
  • GRI-Indikator: Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern (EU14)

Arbeiten und Leben bei der EVN

Work-Family-Balance

Die EVN versucht vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern zu erleichtern und unterstützt alle mit einem gesetzlichen Anspruch auf Karenz bei ihrer diesbezüglichen Entscheidung. Um den beruflichen Wiedereinstieg nach der Karenz zu erleichtern, wird der Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch während der Karenzzeit aufrechterhalten. Als Alternative zur Karenzierung oder auch in der Phase des Wiedereinstiegs können sich Eltern für ein Teilzeitmodell entscheiden und dabei ihre Arbeitszeit individuell anpassen.

Diese flexiblen Regelungen bieten Vorteile für beide Seiten: Die EVN kann das Wissen ihrer qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Phase intensiver Kinderbetreuung hinweg nutzen und stellt damit auch die Rentabilität der Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung sicher. Die enge Bindung und der laufende Kontakt zum Unternehmen erleichtern es den Betroffenen, ihr berufliches Know-how auf dem aktuellen Stand zu halten, und vereinfachen den Wiedereinstieg.

Unter anderem bietet die EVN die Möglichkeit, über die gesetzliche Karenzierung hinaus und mit Wiedereinstellungszusage eine Freistellung bis zum 36. Lebensmonat des Kindes in Anspruch zu nehmen. Auch Männer nutzen die angebotenen Modelle. Im Geschäftsjahr 2011/12 waren drei Männer in Väterkarenz. In Österreich kehren dank der individuellen Lösungen im Grunde alle Mütter und Väter nach ihrer Karenz wieder ins Unternehmen zurück. Aus familiären Gründen ist in der Berichtsperiode eine Mitarbeiterin aus dem Unternehmen ausgeschieden (Vorjahr: keine Austritte nach einer Karenz).

  • GRI-Indikator: Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leitenden Organe (LA13)
  • GRI-Indikator: Wiedereinstieg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Berufsleben nach einer Karenz (LA15)

Eltern-Kind-Büro

Im Juli 2012 hat die EVN im Erdgeschoß der Direktion ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, an Tagen, an denen Betreuungsengpässe für ihre Kinder bestehen, ihr Kind in die Arbeit mitzunehmen. Durch die entsprechende Ausstattung des Eltern-Kind-Büros mit zwei vollwertigen Arbeitsplätzen und entsprechenden Spiel- und Ablenkungsmöglichkeiten für das mitgebrachte Kind – wie beispielsweise Kindertisch mit Kinderstühlen, Krabbeldecke, Fläschchenwärmer, Bücher oder Spielsachen – ist es möglich, in einer für Eltern und Kind angenehmen Atmosphäre zu arbeiten.

EVN Pensionskasse

Die EVN bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der EVN Pensionskasse eine Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsvorsorge (ASVG-Pension) und somit die Möglichkeit, in Eigeninitiative – und unterstützt vom Unternehmen – ein zusätzliches, privates Standbein für die Altersversorgung aufzubauen. Damit trägt die EVN maßgeblich zur Sicherung des späteren Lebensunterhalts ihrer Belegschaft bei. Die Pensionskasse bietet ein beitragsorientiertes Pensionssystem, bei dem sich die Höhe der künftigen Pension aus der Verrentung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile bis zum Pensionsantritt errechnet. Die Altersversorgung wurde bewusst nicht in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgelagert. Die eigene Betriebspensionskasse gewährleistet die Mitsprachemöglichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Belegschaftsvertretung. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersversorgung die Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahr und hat eine freiwillige Rentenversicherung für jeden Beschäftigten – Voll- und Teilzeitbeschäftigte – abgeschlossen.

Krankenzusatzversicherung

Als weitere freiwillige Sozialleistung bietet die EVN ihrer Belegschaft die Möglichkeit zum begünstigten Abschluss einer Krankenzusatzversicherung. Ein zu diesem Zweck bestehender Rahmenvertrag mit einem österreichischen Versicherungsunternehmen soll für alle teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine optimale ärztliche Betreuung sicherstellen. Bisher haben rund 900 Personen dieses Angebot genutzt. Zudem wird auch in Bulgarien eine freiwillige zusätzliche Krankenversicherung angeboten, die bisher von 280 Personen genutzt wird.

Zusatzleistungen wie die Krankenzusatzversicherung und die EVN Pensionskasse stehen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der jeweils beitragsleistenden Arbeitgeber der EVN – unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausmaß der Beschäftigung – gleichberechtigt zur Verfügung.

EVN Kultur- und Sportverein

Eine Mitarbeiterinitiative mit langer Tradition ist der EVN Kultur- und Sportverein (KSV). Das Spektrum reicht von Fußball, Yoga, Mountainbike, Laufen über Sport- und Stockschießen, Sportklettern, Winter- und Wassersport, Tauchen, Segeln und Surfen bis zu Fischen oder Tennis. Auch Pilates, Schach, Golf, Bodywork, Kraftkammer- und Ganzkörpertraining, Flugsport, Tischtennis, Wandern, Foto und Film oder Kultur und Touristik werden im Rahmen des KSV angeboten und von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne in Anspruch genommen.

Die EVN unterstützt diese Aktivitäten vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsförderung. Gleichzeitig fördert die Teilnahme an KSV-Angeboten die Mitarbeiterkommunikation und damit die Gemeinschaftsbildung innerhalb des Unternehmens.

Der KSV der EVN zählt mehr als 1.500 aktive Mitglieder und besteht aus 16 einzelnen Vereinen, die in Krems, Horn, Waidhofen an der Thaya, Deutsch Wagram, Hollabrunn, Mistelbach, St. Pölten, Waidhofen an der Ybbs, Wiener Neustadt, Korneuburg, Theiß, Dürnrohr und Maria Enzersdorf beheimatet sind. Alle Vereine haben eine starke Bindung an die jeweilige Region und agieren im Rahmen einer Gesamtkoordination weitgehend selbstständig.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden insgesamt 29,5 Mio. Euro für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, Sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet, das entspricht einem Anteil von rund 9 % des Personalaufwands.

GRI-Indikator: Betriebliche Leistungen,

die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden (LA3)

GRI-Indikator: Betriebliche soziale Zuwendungen (EC3)

Personalentwicklung

Die Leistungen der EVN werden von erstklassig qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erbracht. Nicht nur mit ihrem Wissen, auch mit ihrem Engagement und ihrer ständigen Lernbereitschaft tragen sie zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens bei. Die EVN ist sich der Bedeutung dieses Potenzials bewusst, weshalb die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Belegschaft einen Schwerpunkt des Personalmanagements bildet. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. In jedem Konzernbereich sowie in allen 100 %-Tochterunternehmen der EVN sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Bildungsbeauftragte nominiert, die Qualifizierungsmaßnahmen koordinieren und Entwicklungsbedürfnisse einzelner Personen erheben und an die Teams der EVN Akademien weiterleiten.

  • Weitere Angaben zu Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung finden sich unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/Personalentwicklung/Bildung.aspx.
  • GRI-Indikator: Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen (LA11)

Laufende Aus- und Weiterbildung

Mit insgesamt 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2011/12 pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter 359,0 Euro (Vorjahr: 313,7 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Die Stundenanzahl der durchschnittlich absolvierten Weiterbildungsveranstaltungen pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter beläuft sich auf 26,9 Stunden.

1) Inkludiert aufgrund der länderspezifischen Ausbildungsstrukturen den höheren Schulabschluss in Mazedonien, der dem Maturaabschluss gleichzustellen ist.

Die Schwerpunkte bei der Aus- und Weiterbildung lagen neben Fachseminaren und EDV-Schulungen auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien lag der Fokus in dieser Berichtsperiode auf dem Seminar "Kundenkommunikation – Standards und Richtlinien", das nun seit der Gründung der EVN Akademie in Bulgarien im Jahr 2006 von insgesamt 2.500 Personen besucht wurde.

In der Berichtsperiode wurden in Bulgarien 2.560 Schulungen durchgeführt. In Mazedonien wurden neben SAP-Trainings und der Einführung ins Projektmanagement auch Sprachkurse und Trainings zur Verbesserung der Arbeitssicherheit abgehalten. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2011/12 ein neues Ausbildungszentrum im bulgarischen Stara Zagora eröffnet, das eine weitere Optimierung der Aus- und Weiterbildung der bulgarischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht.

GRI-Indikator: Aus- und Weiterbildung (LA10)

Zur Weiterbildung im Arbeitsschutz und -sicherheitsbereich siehe Seite 48.

Abdeckung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften

Um den zukünftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften zuverlässig abdecken zu können, setzt die EVN umfangreiche Aktivitäten – vor allem in der Lehrlingsausbildung (siehe Seite 44f), dem Talente-Management und der Führungskräfteentwicklung.

Talente-Management: Führungspositionen werden bei der EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern, fand vom 18. bis 23. September 2012 die dritte EVN Summer University "EVN SUN" mit insgesamt 20 Teilnehmenden (davon 50 % Frauen) aus Österreich, Mazedonien, Bulgarien, Kroatien und Deutschland statt. Bei diesem gemeinsam mit der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelten Programm führten internationale Vortragende in die Themen Operations Management, Innovation Management, Cross-Cultural Management und Leadership ein und vertieften die Theorie durch zahlreiche praktische Fallstudien. Darüber hinaus konnten interessante Fragestellungen mit dem EVN Management diskutiert werden.

Führungskräfteentwicklung: Die Führungskräfteentwicklung bildet einen wichtigen Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung der EVN Akademien in Österreich, Bulgarien und Mazedonien. Ausgewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen darauf vorbereitet werden, mittelfristig Führungs- und Expertenaufgaben zu übernehmen und interne Karrierechancen zu nutzen. Die EVN unterstützt zudem auch Qualifikationen wie MBA-Programme. In der Berichtsperiode wurde ein individuelles und maßgeschneidertes Führungskräftebegleitprogramm für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter initiiert, die Führungsaufgaben übernehmen.

Im Zuge von Auftritten bei Lehrlings- und Berufsinformationsmessen sowie durch Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen präsentiert sich die EVN als attraktiver Arbeitgeber. Im Geschäftsjahr 2011/12 nahm die EVN an der Karriere-Messe der Technischen Universität in Wien, dem Career Calling, der YPD-Challenge und auch an Karriere-Messen in Bulgarien (z. B. "National career days" in Plovdiv) und in Mazedonien (z. B. BEST, Career Days, SEEU) teil. Zudem ist die EVN auf Social-Media-Plattformen wie kununu oder facebook präsent.

Aus- und Weiterbildung 2011/12 2010/11 2009/10
Aufwand1) Mio. EUR 2,7 2,6 2,7
Durchschnittlicher Bildungsaufwand/Mitarbeiter/in EUR 359,0 313,7 314,1
Ausbildungsstunden/Mitarbeiter/in Std. 26,9 22,1 27,1

1) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

  • Nähere Informationen über kununu finden sich unter: www.kununu.com.
  • GRI-Indikator: Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern (EU14)

Traineeprogramm in Mazedonien

Zur Abdeckung des zukünftigen Bedarfs an Führungsund Fachkräften wurde in Mazedonien 2007 ein Trainee-Programm gestartet, bei dem die Trainees alle Unternehmensprozesse möglichst umfassend kennenlernen. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde dieses Programm zum vierten Mal durchgeführt. 15 Trainees aus den Bereichen Elektrotechnik oder Wirtschaft und Recht erhielten in der Berichtsperiode die Möglichkeit zur Absolvierung eines einjährigen Trainee-Programms in der EVN Macedonia. Neben einem sechsmonatigen allgemeinen Training umfasst das Programm eine Spezialausbildung in einem ausgewählten Bereich. Von den insgesamt 69 Teilnehmenden konnte 52 Personen ein fixer Arbeitsplatz im Unternehmen angeboten werden.

Feedback- und Orientierungsgespräche

Seit Februar 2010 werden bei der EVN einmal jährlich "Feedback- und Orientierungsgespräche" (FOG) in allen größeren österreichischen Konzernunternehmen durchgeführt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche finden auch in Bulgarien und seit Jänner 2012 auch in Mazedonien statt. Diese Instrumente ermöglichen ein strukturiertes Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Weiters werden konkrete Entwicklungsziele und -maßnahmen vereinbart. Mehr als 90 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vom Konzept des FOGs erfasst und erhalten damit regelmäßig Rückmeldung zu ihrer Leistung und Entwicklungsplanung.

GRI-Indikator: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten (LA12)

Gesundheitsvorsorge, Arbeitsschutz und -sicherheit

Die EVN legt größten Wert auf eine bestmögliche Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen gesundheits- und sicherheitsrelevanten Bereichen. Dafür wurde ein sicherheitstechnischer Dienst eingerichtet, sodass neben den gesetzlichen Vorschriften ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien besteht. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft sind bei Belangen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge miteinbezogen. Zur Vertiefung und Festigung der Initiativen im Gesundheitsbereich hat die EVN im Geschäftsjahr 2011/12 mit der Erstellung eines Gesundheitsprogramms Gesundheit@EVN begonnen, das im Geschäftsjahr 2012/13 fertiggestellt werden soll.

Die arbeitsmedizinische Betreuung in der EVN geht weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus und wird gut angenommen und geschätzt. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden in Niederösterreich 1.230 Schutzimpfungen durchgeführt; 102 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten die Möglichkeit einer Gesundenuntersuchung.

Die EVN ist nicht in Ländern mit erhöhten Risiken für übertragbare Krankheiten aktiv. Dennoch bestehen für Ernstfälle Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die jeweils für alle Konzerngesellschaften gelten. Die Pandemievorsorge (insbesondere für Grippepandemie) soll das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz minimieren, sodass die betriebliche Aktivität und die Versorgung der Kunden mit den Dienstleistungen der EVN sichergestellt sind. Die Anweisung regelt organisatorische, präventive und hygienische Maßnahmen, um im Fall einer Grippepandemie eine Ausbreitung unter den Beschäftigten zu minimieren. Über die Umsetzung der Maßnahmen in den betroffenen Organisationseinheiten entscheiden im Pandemiefall die Abläufe des Krisenmanagements, die in einer gesonderten Konzernanweisung geregelt sind.

Das umfangreiche Angebot an Schulungen zum Thema Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Brandschutz wurde im Berichtsjahr fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden in Niederösterreich Trainings zu Sicherheitsthemen wie beispielsweise "Arbeiten unter Spannung" oder "Sicherheitstechnik bei der Errichtung von Freileitungen" durchgeführt. Ebenfalls in Bulgarien und in Mazedonien wurden Schulungen mit sicherheitsrelevanten Inhalten abgehalten. Weiters werden Spezialausbildungen wie beispielsweise der Umgang mit Absturzsicherung oder Erste-Hilfe-Kurse angeboten. In Österreich sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend den gesetzlichen Vorgaben über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen, die Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten, vertreten.

  • GRI-Indikator: Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten (LA8)
  • GRI-Indikator: Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden (LA9)
  • GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen (EU16)

Erfolgreiche Schulungen im Gasbereich

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) hat den veränderten Arbeitsanforderungen im Gasbereich Rechnung getragen und mit der Überarbeitung des Regelwerks begonnen. Die Gründe dafür waren, dass der Betrieb und die Instandhaltung von Versorgungsnetzen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Sämtliche im Gasbereich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von dieser Überarbeitung des Regelwerks betroffen, daher passte die EVN bereits im Sommer 2011 ihre internen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen diesbezüglich an. Insgesamt wurden im Zeitraum November 2011 bis April 2012 257 Personen mit diesem neuen Regelwerk vertraut gemacht.

In der Berichtsperiode wurde eine eigene Unfalldatenbank entwickelt, die die Anzahl der Unfälle und Ausfallstage (exkl. Wochenenden) aller Gesellschaften, an denen die EVN Anteile von mehr als 50,0 % hält und die mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen, statistisch erfasst. Nach einer internen Testphase soll die neu erstellte Unfalldatenbank im Geschäftsjahr 2012/13 in Betrieb gehen und den ersten Gesellschaften zur Unfallerfassung zur Verfügung stehen. Ziel der Datenbank ist eine lückenlose Unfallerfassung zum Zwecke der statistische n Auswertung und zur Entwicklung von Präventionsmaßnahmen.

Die Anzahl der Arbeitsunfälle im EVN Konzern reduzierten sich im Geschäftsjahr 2011/12 um 23,9 % auf 86. Ebenso konnte bei den Ausfallstagen ein Rückgang um 30,2 % auf 2.197 Tage verzeichnet werden. Es gab im Berichtszeitraum keinen tödlichen Unfall einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters.

Weitere Informationen zu Sicherheit und Arbeitsschutz unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/ Sicherheit.aspx.

GRI-Indikator: Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle nach Region (LA7)

Arbeitsschutz und -sicherheit bei Auftragnehmern und Sublieferanten

Die EVN arbeitet mit ausgesuchten Partnern zusammen und verpflichtet diese vertraglich dazu, geschultes Personal einzusetzen. Um die Erfüllung dieser Anforderungen zu überprüfen, kommen erfahrene und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN beispielsweise als Baukoordinatoren oder Bauaufsichten zum Einsatz. Insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Übertragungsnetze werden zeitlich begrenzt Auftragnehmer und Sublieferanten eingesetzt. Insgesamt waren in der Berichtsperiode mehr als 5.000 Auftragnehmer und Sublieferanten für die EVN im In- und Ausland tätig. Eine zentrale Erfassung der geleisteten Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten wird von der EVN nicht vorgenommen, da damit keine wesentliche Aussagekraft zu Arbeitspraktiken verbunden wäre.

Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z. B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge mit präqualifizierten Unternehmen durchgeführt. Die Anzahl dieser qualifizierten Firmen beläuft sich auf etwa 300. In Österreich müssen alle Firmen, die Dienstleistungen für die EVN erbringen, die Integritätsklausel der EVN als Vertragsgrundlage anerkennen. Dabei schreibt diese Klausel unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutz-

Unfall- und Ausfallstatistik 2011/12 2010/11 2009/10
Anzahl der Arbeitsunfälle1) 86 113 92
Anzahl der Ausfallstage2) 2.197 3.149 2.667
LTIF 3) 6,9 8,2 6,4

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

2) Ausfallstage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle)

3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden

Brandstatistik1) 2011/12 2010/11 2009/10
Anzahl 6 4 6
Schäden Tsd. EUR 111,5 62,0 43,1

1) Österreich

ausrüstung und Einschulung auf deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen Firmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemäß § 14 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) und § 154 Bauarbeiterschutzverordnung (BauV) unterwiesen haben. Dieselben Regelungen gelten für die von ihnen beauftragten Subunternehmer. Entsprechende Unterweisungsnachweise müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer sind weiters aufgefordert zu bestätigen, dass sie für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten die entsprechende Befugnis und Befähigung haben. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.

  • GRI-Indikator: Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen (EU16)
  • GRI-Indikator: Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung (EU17)
  • GRI-Indikator: Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben (EU18)

Corporate-Governance-Bericht

Die EVN ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Corporate Governance ergibt sich somit, neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktienund Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG, aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) – siehe www.corporate-governance.at – sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren nach einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Die EVN hat sich mit Wirkung zum 1. Juni 2006 dem ÖCGK in seiner Fassung vom Jänner 2006 vollinhaltlich unterworfen. Zum 1. Jänner 2008 trat der ÖCGK in der Fassung vom Juni 2007 für die EVN in Kraft, die Fassung Jänner 2009 ist für die EVN ab 1. Oktober 2009 und die Fassung Jänner 2010 ab 1. März 2010 verbindlich. Der ÖCGK in der Fassung Jänner 2012 wurde für die EVN ab 1. Oktober 2012 wirksam. Die Anpassung des ÖCGK an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich.

Die Standards des ÖCGK unterteilen sich in drei Gruppen: Die sogenannten Legal Requirements beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Sie werden von der EVN lückenlos eingehalten. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.evn.at/Investoren/Corporate-Governance.aspx im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln hingegen, die lediglich reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen, die vollständige Beachtung und Einhaltung der L- und C-Regeln des ÖCGK; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Aufgrund von Besonderheiten der österreichischen Energiewirtschaft und des Unternehmens werden folgende C-Regeln des ÖCGK von der EVN nicht eingehalten:

Regel 16: Da der Vorstand der EVN aus drei Mitgliedern besteht, kann eine Stimmengleichheit bei Beschlussfassungen ausgeschlossen werden; die Ernennung eines Vorsitzenden, dem bei Stimmengleichheit ein Dirimierungsrecht zukäme, ist daher nicht notwendig. Die Aufgaben der Sitzungsleitung und der Repräsentation nach außen sowie gegenüber dem Aufsichtsrat (Regel 37) werden durch den Sprecher des Vorstands wahrgenommen.

Regel 18a: Die Regel 18a ist auf Geschäftsjahre anwendbar, die nach dem 31. Dezember 2011 begonnen haben, und daher für den Berichtszeitraum nicht relevant.

Regel 31: Die Offenlegung der Vergütung erfolgt nur für den gesamten Vorstand. Die Bestimmung des § 239 Abs. 1 Z. 4 lit. a UGB ist gemäß § 243b Abs. 2 Z. 3 UGB iVm mit § 906 Abs. 24 UGB erst auf Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2011 begonnen haben, und daher für den Berichtszeitraum nicht relevant.

Regel 45: Die Bestimmung, wonach Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen in anderen Gesellschaften wahrnehmen dürfen, die zum Unternehmen im Wettbewerb stehen, wurde mit einer Ausnahme von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eingehalten. Das betreffende Aufsichtsratsmitglied vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Unternehmensbeteiligung.

Regel 51: Die Vergütungen für den Aufsichtsrat werden als Gesamtsumme sowie in Prozentsätzen für den Vorsitzenden, seine beiden Stellvertreter und die sonstigen Mitglieder dargestellt. Diese Darstellung gibt ein ausreichendes Bild über die Vergütungssituation.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Sprecher des Vorstands

Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG, Jänner 2011 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 30. September 2014. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung sowie Netzinfrastruktur Inland und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung sowie Beschaffung und Einkauf. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK.1) 1) Verbund AG, Mitglied des Aufsichtsrats

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Mitglied des Vorstands

Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften, Master of Business Administration. 1993 Eintritt in die EVN, Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 19. Jänner 2016. Verantwortlich für die Segmente Energiehandel und -vertrieb sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Controlling, Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen (inklusive Investor Relations), Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation sowie Personalwesen. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK.2) 2) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Mitglied des Vorstands

Geboren 1949, Diplomstudium aus Vermessungswesen, Raumplanung und Raumordnung. Von 1991 bis 1995 Mitglied des Aufsichtsrats der EVN AG. Juli 1995 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. Juni 2013. Verantwortlich für das Segment Umwelt und die Konzernfunktionen Revision sowie Verwaltung und Bauwesen. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß Regel 16 ÖCGK.3) 3) SERVICE MENSCH GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Funktionen in börsenotierten Gesellschaften
Name (Geburtsjahr)
Bestellung
und andere wichtige Funktionen
Unabhängigkeit
Regel 531) Regel 542)
Kapitalvertreter
Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer
Vorsitzender (1944)
seit 20.01.2011 Mitglied des Aufsichtsrats der
Flughafen Wien Aktiengesellschaft,
Vorsitzender des Aufsichtsrats der HYPO NOE Gruppe Bank AG
nein ja
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker
1. Vizepräsident (1946)
seit 12.12.1996 Selbstständiger Land- und Forstwirt ja ja
Mag. Willi Stiowicek
2. Vizepräsident (1956)
seit 15.01.2009 Leiter der Präsidialabteilung des
Magistrats der Landeshauptstadt St. Pölten
ja ja
Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) seit 12.01.2001 Vorsitzender des Vorstands der
VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft
ja ja
Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) seit 12.01.2006 Gesellschafter und Geschäftsführer der
BENDA LUTZ-WERKE GmbH,
Vorstand der Benda-Lutz Corporation, USA,
Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich
sowie des Vereins der Österreichischen Industrie –
Landesgruppe Niederösterreich
ja ja
Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.01.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amtes der
Niederösterreichischen Landesregierung,
Geschäftsführer der NÖ Holding GmbH sowie der
NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
ja nein
Bernhard Müller, BA (1973) seit 12.01.2006 Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt,
Mitglied des Vorstands der Gemeinnützigen Bau- und
Wohnungsgenossenschaft "Wien-Süd" (bis 10.05.2012)
ja ja
Dkfm. Edwin Rambossek (1943) seit 20.01.2011 Unternehmensberater ja ja
Mag. Michaela Steinacker (1962) seit 12.01.2001 Mitglied der Geschäftsleitung der
RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN
reg.Gen.m.b.H.
ja ja
Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis
(1958)
seit 17.01.2008 Vorsitzender des Vorstands der
EnBW Energie Baden-Württemberg AG (bis 30.09.2012),
Mitglied des Aufsichtsrats Pražská energetika a.s.,
Prag/Tschechien (bis 30.09.2012)
ja nein
Arbeitnehmervertreter
Franz Hemm (1955) seit 03.05.1994 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH,
Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte
für Niederösterreich
Ing. Paul Hofer (1960) seit 01.04.2007 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Leopold Buchner (1953) seit 19.01.2009 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Manfred Weinrichter (1961) seit 01.01.2001 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.05.2005 Zentralbetriebsrat

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung,

die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat.

1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

2) Regel 54 des ÖCGK: Keine Vertretung eines Anteilseigners über 10 % sowie gemäß Regel 53 des ÖCGK unabhängig

Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 55.

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem ÖCGK mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

  • in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
  • in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
  • zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für sie bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat;
  • in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
  • nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist und
  • kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN AG folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweiligen gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses;
  • die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontroll-

systems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;

  • die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung;
  • die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen;
  • die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate-Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens und
  • die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers).

Der Prüfungsausschuss verfügt über den von Gesetz und Regel 40 ÖCGK geforderten Finanzexperten.

Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate in Vorstand und Aufsichtsrat zuständig. Dem Personalausschuss als Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats gehört ein Mitglied an, das über Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik verfügt (Regel 43 ÖCGK).

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, als Dringlichkeitsausschuss im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in vier Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal getagt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Dringlichkeitsausschuss tätig ist, ist in der Berichtsperiode zu zwei Sitzungen zusammengetreten. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Berichtsjahr ebenfalls zwei Sitzungen abgehalten.

Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug die Anwesenheitsrate aller Aufsichtsratsmitglieder im Durchschnitt rund 92 %.

Ein Mitglied des Aufsichtsrats (Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis) hat im Berichtsjahr an mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen (Regel 58 ÖCGK).

Zusammensetzung der Ausschüsse

Arbeitsausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Mag. Willi Stiowicek

Prüfungsausschuss

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer Mag. Willi Stiowicek Vortr. Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN AG gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ab und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 19. Jänner 2012 können auf der EVN Webseite eingesehen werden (siehe www.evn.at/ Hauptversammlung.aspx).

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus drei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands bestimmt hat, wird dieser durch die Mitglieder selbst gewählt. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der ÖCGK.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehören per 30. September 2012 zehn von der Hauptversammlung gewählte Kapitalvertreter und fünf vom Betriebsrat entsandte Arbeitnehmer an. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nach den Regeln 53 und 54 des ÖCGK ist aus der Aufstellung auf Seite 53 ersichtlich.

Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der ÖCGK.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat befasst sich jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise.

Vergütungsbericht

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a): Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen ÖCGK haben die sozietären Organe der Gesellschaft ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist.

Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Im Sinne der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nachfolgende quantitative Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen ÖCGK ist, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Mit der Einführung von mehrjährigen Zielvorgaben sowie dem Instrument einer Bonusreserve ist die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, welcher die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Aus der erreichten Bonusreserve werden nach Feststellung der Zielerreichung bis zu 50 % ausbezahlt, der verbleibende Bestand wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt. Einerseits entsteht damit derweise eine Mehrjährigkeit, dass die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil in die nächste Periode im Sinne eines Anfangsbestands fortgeführt wird, und andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit: Die quantitativen Zielgrößen werden jeweils für den Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen wie z. B. Benchmarks, Peervergleiche, Kapitalmarkt- und Ratingbeurteilungen herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren wird die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert.

Aktien-Optionen (Regel 29): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regel 30): Die Bezüge des Vorstands setzten sich im Geschäftsjahr 2011/12 zu rund 75 % aus fixen und zu rund 25 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2010/11. Die der Höhe nach limitierte Erfolgsbeteiligung basiert zu jeweils 35 % auf der Steigerung des Economic Value Added (EVA®) und dem durchschnittlichen Cash-Flow-Beitrag und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt 1.431,4 Tsd. Euro (inklusive Pensionskassenbeiträge und Sachbezüge, Vorjahr: 1.389,2 Tsd. Euro).

Darüber hinaus bestehen für die derzeitigen Vorstandsmitglieder Pensionsverpflichtungen in Höhe von 11.106,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.362,7 Tsd. Euro).

Die Erhöhung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der jährlichen Valorisierung im Ausmaß des Kollektivvertrags für Angestellte der Elektrizitätsunternehmen und der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich Abfertigungsregelung die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Weiters besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf welchen ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN Pensionskasse angerechnet werden.

Die Erhöhung der zum 30. September 2012 bestehenden Pensionsverpflichtungen resultiert insbesondere aus der Anpassung des für die Abszinsung der Ansprüche verwendeten Zinssatzes von 5,0 % auf 4,0 %.

Directors-and-Officers-Versicherung (D & O-Versicherung, Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D & O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre, der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten bedingungsgemäß konzernmäßig verbundene Tochtergesellschaften sowie bestimmte Beteiligungsgesellschaften als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu keiner Prämienerhöhung.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 98 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 15,1 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 11,0 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp 9,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsentgelt beträgt 190 Euro.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60): Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Der Anteil der Frauen bei der EVN beträgt 21,6 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Im Berichtszeitraum wurden vier leitende Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt. Zudem wurden konzernweit acht Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten betraut (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entsprechen würde. Die EVN setzt schon seit Langem Maßnahmen, die den Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, wie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die EVN Netz GmbH wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. offengelegt. Weiters wurde der Einkommensbericht für die EVN AG freiwillig erstellt und übermittelt.

Directors' Dealings (Regel 73): Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden der EVN keine Kauftransaktionen von EVN AG Aktien durch Organmitglieder gemeldet.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde keine Geschäftsbeziehung zu einer "Related Party" eingegangen. Es besteht ein Gruppenund Steuerausgleichsvertrag, abgeschlossen zwischen der EVN AG und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH am 13. Oktober 2005.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2011/12 durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro). Davon entfielen 57,0 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr: 68,0 %), 33,0 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 27,0 %) und 10,0 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 5,0 %).

Revision und Risikomanagement der EVN

Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten im EVN Konzern. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Von den Revisionsabteilungen werden nach Risikogesichtspunkten orientierte Jahresprüfungspläne erstellt und von den zuständigen Gremien beschlossen. Die festgestellten Beanstandungen werden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt und Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen sogenannter "Follow-up-Prüfungen" untersucht. Gravierende Beanstandungen, welche die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

Risikomanagement der EVN

Das Ziel des Risikomanagements der EVN besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikomanagement eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig und verantwortlich sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der zweistufige Prozess des Risikomanagements wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der EVN Risikolandkarte findet sich im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2011/12.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktienund Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden neunzehn ständige sowie fünf Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich von einem Compliance-Beauftragten gemäß Börsegesetz, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2011/12 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Beauftragten zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als international tätiger Energieund Umweltdienstleister haben die Führungskräfte sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EVN eine weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland. Die EVN hat deshalb ihre Grundsätze und Leitlinien für verantwortungsvolles und integres Handeln im EVN Verhaltenskodex konkretisiert und zusammengefasst. Der Verhaltenskodex wurde im Geschäftsjahr 2008/09 in einem konzernweiten Prozess unter Einbindung der EVN CSR-Organisation und begleitet von externen Experten erarbeitet. Im Juli 2009 wurde der Verhaltenskodex nach Zustimmung des Betriebsrats von den sozietären Organen der Gesellschaft beschlossen. Im September 2012 wurde der Verhaltenskodex den geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst. Dies erfolgte im Konnex mit der Konzeption zur Implementierung eines umfassenden Compliance Management Systems.

Der EVN Verhaltenskodex ist auf der Webseite unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den EVN Anspruchsgruppen; er soll alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Umsetzung der EVN Werte in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Den Bericht der KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, über die Evaluierung der gemeinsamen Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2012

Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der EVN Konzern war im Geschäftsjahr 2011/12 unverändert mit schwierigen wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Das Wachstum der Weltkonjunktur schwächte sich im Frühjahr 2012 wieder spürbar ab und wirkte sich auf die wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Länder negativ aus. Zusätzlich spitzte sich die Vertrauens- und die Schuldenkrise im Euroraum aufgrund des steigenden Finanzierungsbedarfs der Banken in den südeuropäischen Ländern zu. Die Anspannungen auf den Finanzmärkten haben zugenommen. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten spiegelten sich auch auf den europäischen Energiemärkten wider und führten zu einer weiteren negativen Entwicklung der Strompreise. Trotz des herausfordernden Umfelds hat die EVN im Geschäftsjahr 2011/12 aufgrund ihres Geschäftsmodells eine hohe Stabilität bewiesen.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in vier Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen.

Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Aufgrund dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattgefunden hat, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Wesentliche Beschlüsse des Aufsichtsrats

Von den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011/12 ist neben der Genehmigung des Budgets 2012/13 für den EVN Konzern insbesondere die Zustimmung zum Erwerb der Staatsanteile an den Gesellschaften EVN Bulgaria EP und EVN Bulgaria EC anzuführen. Weitere wichtige Themen waren die Erneuerung der Syndizierten Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro und die Einrichtung eines Finanzierungsrahmens in Höhe von 200,0 Mio. Euro für Refinanzierungsmaßnahmen.

Der Aufsichtsrat hat das Leitbild der EVN und den EVN Verhaltenskodex den geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst.

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Unterstützung des Vorstands eine Ausschreibung der Wirtschaftsprüfungsleistungen der EVN AG und ihrer mittelbaren und unmittelbaren Konzerntochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2012/13 durchgeführt, die abgegebenen Angebote evaluiert und beschlossen, die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft als Abschlussprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss 2012/13 der ordentlichen Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.

Im Bereich der Erzeugung hat der Aufsichtsrat den Erwerb von Kleinwasserkraftwerken – teilweise mit einem von der EVN Netz GmbH erworbenen Verteilernetz – sowie die Errichtung von Windparkprojekten im Versorgungsgebiet Niederösterreich genehmigt. Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat mit Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsmodellen in Niederösterreich befasst.

Im Bereich der EVN Wärme hat der Aufsichtsrat den Investitionen "Kraft-Wärme-Kopplungsanlage Vösendorf" sowie "Heizwerk Guntramsdorf" seine Zustimmung erteilt.

Im Segment Umwelt hat sich der Aufsichtsrat mit der Übernahme von Ortswasserleitungen sowie mit internationalen Trinkwasseraufbereitungs- und Abwasserentsorgungsprojekten beschäftigt.

Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat hat den Österreichischen Corporate Governance Kodex in der Fassung Jänner 2012 für die EVN ab dem Geschäftsjahr 2012/13 in Kraft gesetzt. Die Anpassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex an das 2. Stabilitätsgesetz vom Juli 2012 ist für die EVN nach Maßgabe dieses Gesetzes verbindlich. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinne werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf zwei Abweichungen, die im Corporate-Governance-Bericht entsprechend begründet werden, eingehalten.

Im Hinblick auf die Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat im Berichtsjahr eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durchgeführt. Dies erfolgte anhand eines Fragebogens, der sich vor allem mit der Organisation und Arbeitsweise des Aufsichtsrats beschäftigte. Die Ergebnisse der Befragung wurden im Plenum diskutiert.

Gemäß den Anforderungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat in zwei Sitzungen Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, behandelt.

Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr zwei Sitzungen abgehalten, welche insbesondere die Privatisierung der Staatsanteile an den Gesellschaften EVN Bulgaria EP und EVN Bulgaria EC, die Sanierung des Dampferzeugers im Kraftwerk Walsum 10, die Genehmigung des GU-Modells Zentralkläranlage Prag in Tschechien sowie Finanzierungsfragen zum Gegenstand hatten.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal getagt und sich vor allem mit der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss, der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers sowie dem Halbjahresabschluss inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr befasst. Darüber hinaus hat er aktuelle Entwicklungen aus den Geschäftsbereichen erörtert und sich eingehend mit dem internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem beschäftigt.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie über seine Vergütung und die Leitlinien, die sich der Aufsichtsrat zur Sicherstellung seiner Unabhängigkeit gesetzt hat, sind dem Corporate-Governance-Bericht zu entnehmen.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011/12 vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 bestellte KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2012 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2012 samt Anhang, Lagebericht und Corporate-Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2012 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2011/12. Besonderer Dank gilt den Aktionärinnen und Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 12. Dezember 2012

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Burkhard Hofer Präsident

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Internationale Klimapolitik

Im Dezember 2011 fand in Durban, Südafrika, die 17. UNO-Klimakonferenz statt, bei der sich die Teilnehmerstaaten auf die Erstellung zweier Abkommen einigen konnten. Zum einen wurde beschlossen, dass ein rechtliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das mit Dezember 2012 ausläuft, erst bei der nächsten Klimakonferenz in Katar Ende 2012 festgelegt werden soll. Die neue, zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls soll von 2013 bis 2020 gelten. Die beteiligten Staaten werden verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 25 % bis 40 % im Vergleich zum Niveau von 1990 zu reduzieren. Zum anderen hat die Europäische Union (EU) ihren Fahrplan zum Weltklimavertrag durchgesetzt, der die derzeit nicht am Kyoto-Protokoll teilnehmenden Staaten – USA, China und Indien – ebenfalls in die Verpflichtung miteinbezieht. Das Abkommen soll bis 2015 erarbeitet werden und 2020 in Kraft treten. Ziel des Vertrags wird es sein, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf 1,5 bzw. maximal 2,0 Grad Celsius zu begrenzen.

Der Grüne Klimafonds, der bereits in der 16. UNO-Klimakonferenz Ende 2011 in Mexiko beschlossen wurde, soll dazu beitragen, ab 2020 jährlich 100 Mrd. US-Dollar für die Entwicklungsländer bereitzustellen, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können.

Europäische Energiepolitik

In der Energiepolitik der EU standen während des Berichtszeitraums zwei Themen im Fokus: die Transparenz im Energiegroßhandel und die Steigerung der Energieeffizienz.

Transparenz im Energiegroßhandel

Am 28. Dezember 2011 trat die EU-Verordnung über Integrität und Transparenz des Energiemarkts (REMIT) in Kraft. Sie soll gewährleisten, dass die Preise auf den Energiegroßhandelsmärkten durch ein faires, auf Wettbewerb beruhendes Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage gebildet werden. Vor allem sollen unrechtmäßige Gewinne durch Marktmissbrauch verhindert werden. Personen, die über Insider-Informationen bezüglich des Energiegroßhandelsmarkts verfügen, ist es seit dem 28. Dezember 2011 untersagt, diese zu nutzen. Die Verordnung schreibt zudem vor, dass ausgewählte Informationen – beispielsweise über die Kapazitätsauslastung und Nutzung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung, über den Verbrauch oder über die Übertragung von Strom und Erdgas – zu veröffentlichen sind. Da die Verflochtenheit der Märkte eine grenzüberschreitende Marktüberwachung erfordert, wird durch diese Verordnung sowohl der Europäischen Energieregulierungsagentur (ACER) als auch den nationalen Regulierungsbehörden eine zentrale Rolle übertragen.

EU-Energieeffizienz-Richtlinie

Am 14. Juni 2012 einigten sich die EU-Mitgliedsstaaten auf neue verbindliche Vorschriften zur Steigerung der Energieeffizienz, um den Energieverbrauch bis 2020 um 20 % zu senken. Mithilfe dieser Richtlinie sollen die Mitgliedsstaaten jährlich mindestens Energieeinsparungen im Ausmaß von 1,5 % realisieren – in Ausnahmefällen darf das jährliche Energieeinsparungsziel auf 1,1 % reduziert werden. Enthalten ist eine Reihe wichtiger Maßnahmen, die in konkreten Energieeinsparungen resultieren sollen (z. B. Sanierung von jährlich 3,0 % der öffentlichen Regierungsgebäude). Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, sich nationale Energiesparziele zu setzen. Am 4. Oktober 2012 wurde der Energieeffizienz-Richtlinie vom Europäischen Rat zugestimmt. Im Anschluss müssen die Mitgliedsstaaten ab 1. Jänner 2014 die Richtlinie in nationales Recht transformieren.

EU-Emissionshandelssystem

Die EU-Klimaschutzkommission arbeitet derzeit an Vorschlägen für eine zeitliche Verschiebung von CO2-Auktionen, bei denen in der 3. Handelsperiode (2013–2020) nicht gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate in das Emissionshandelssystem (ETS) integriert werden. Dabei ist geplant, zu Beginn der 3. Handelsperiode (2013–2015) eine noch zu bestimmende Menge an CO2-Emissionszertifikaten zurückzuhalten und diese erst später gegen Ende der 3. Handelsperiode (2018–2020) in den Markt zu bringen. Somit bliebe in der 3. Handelsperiode das Gesamtvolumen der Zertifikate zwar gleich, jedoch kommt es zu einer Verschiebung von Versteigerungsmengen in Richtung 2020. In Diskussion sind 400 Mio. bis zu 1,2 Mrd. CO2-Emissionszertifikate. (Zum Vergleich: Der Gesamtausstoß aller Anlagen im Emissionshandelssystem beträgt jährlich ca. 1,8 Mrd. Tonnen CO2.)

Durch diese Maßnahme erhofft sich die EU-Kommission, dem Überschuss an CO2-Emissionszertifikaten aus der 2. Handelsperiode und den damit verbundenen derzeit niedrigen Preisen entgegenwirken zu können. Sie vertritt die Ansicht, dass der derzeitige Preis für die CO2-Emissionszertifikate nicht ausreichend Anreize gibt, um Investitionen in CO2-emissionsarme Technologien zu tätigen.

In Ergänzung zur Änderung der bestehenden CO2-Auktionsverordnung der ETS-Richtlinie legt die Kommission bereits jetzt ein Dokument vor, in dem sie den ersten Schritt aufzeigt, wie in das ETS-Regelwerk nachträglich eingegriffen werden soll. Kritisch ist, dass dieser Entwurf die Möglichkeit bietet, jederzeit CO2-Emissionszertifikate aus dem Markt zu nehmen, jedoch offen lässt, ob und wann diese wieder in das System zurückgeführt werden. Bis Ende 2012 ist mit einem konkreten Legislativvorschlag durch die EU-Kommission zu rechnen.

Energiepolitisches Umfeld in Österreich

Stromkennzeichnungsverordnung

Am 14. September 2011 wurde die neue Stromkennzeichnungsverordnung des österreichischen Regulators (E-Control) veröffentlicht, die seit 1. Jänner 2012 rechtlich verbindlich ist. Die Verordnung schreibt vor, dass auf Stromrechnungen sowie in Werbe- und Informationsmaterial für Strom neben einer prozentuellen Aufschlüsselung der Primärenergieträger auch die Herkunftsländer anzugeben sind. Damit wird dem Endverbraucher eine Bewertung der gelieferten Elektrizität ermöglicht.

Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen der EVN wurde durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen des gesamten Primärenergiemix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG 2010/11 beliefen sich auf 311,55 g/kWh CO2-Emissionen und 0 g/kWh radioaktiven Abfall.

Die beiden Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Global 2000 haben von Juli bis September 2011 den Strommix österreichischer Energieversorgungsunternehmen einem Atomstrom-Check unterzogen. Die EVN gehört zu jenen Stromanbietern, die nachweisen konnten, keinen Atomstrom im Angebot zu haben.

Weitere Details zum Atomstrom-Check 2011 unter www.greenpeace.org/austria/de unter Themen > Atom

GRI-Indikator: Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen (PR3)

Gaswirtschaftsgesetz

Am 19. Oktober 2011 wurde das Gaswirtschaftsgesetz 2011 (GWG) im Nationalrat beschlossen, wodurch das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket vollständig in österreichisches Recht umgesetzt wurde. Es verfolgt das Ziel einer höheren Liquidität zur Wettbewerbsbelebung. Die Novelle stärkt die Rechte von Haushalten und Gewerbebetrieben, erhöht die Versorgungssicherheit durch klare Rahmenbedingungen für Investitionen und schafft die gesetzliche Basis für die Einführung von Smart Meters. Zudem ist die Entflechtung der Fernleitungsbetreiber von den übrigen Aktivitäten eines vertikal integrierten Erdgasunternehmens ein zentrales Ziel, das der Förderung des Wettbewerbs dienen soll. Die Systemnutzungsentgelte gewährleisten eine angemessene Vergütung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für neue Investitionen in das Gasnetz.

Am 25. Mai 2012 wurde die Verordnung der E-Control zur Neugestaltung des Netzzugangs für den österreichischen Gasmarkt beschlossen. Das neue Entry-Exit-Marktmodell sowie die Umstellung der Tarife werden am 1. Jänner 2013 umgesetzt. Daraus ergeben sich für die EVN vertriebsseitig Zusatzkosten, aber auch eine vereinfachte Teilnahme an einem Gasmarkt mit erhöhter Transparenz.

Verordnungen zu intelligenten Messgeräten für Strom

Am 25. Oktober 2011 wurden die technischen Mindestanforderungen an die neuen Stromzähler (Smart Meter) per Verordnung der E-Control festgelegt. Die Messung und Speicherung von Zählerständen, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber wurden definiert. Der Grundstein für die Markteinführung von Smart Metering wurde damit gelegt. Nach der Begutachtung der Verordnung der E-Control erließ das Wirtschaftsministerium am 24. April 2012 die Intelligente-Messgeräte-Einführungsverordnung. Diese regelt den Ausbauplan der intelligenten Stromzähler in Stufen von 2015 bis 2019. Bis Ende 2015 soll jeder Netzbetreiber mindestens 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 % und, im Rahmen der technischen Machbarkeit, bis Ende 2019 mindestens 95 % der an sein Netz angeschlossenen Zählpunkte mit intelligenten Messgeräten ausstatten. Der Austausch des Zählers durch die Netzbetreiber soll grundsätzlich über das Messentgelt abgedeckt werden, das von der unabhängigen Regulierungskommission festgelegt wird.

Bisher wurden in Österreich knapp 200.000 der rund 6 Mio. Zähler auf Smart Meter umgerüstet. Aus einer Studie von PricewaterhouseCoopers vom Juni 2010 geht hervor, dass in einem Modellzeitraum von 15 Jahren ein Nettokostenvorteil von über 1 Mrd. Euro für Endverbraucher erzielt werden kann. Laut dieser Analyse könnte der Verbrauch in allen Kundengruppen durch Smart Meter um durchschnittlich 3,5 % pro Jahr reduziert werden.

Ökostromgesetz 2012

Dieses trat am 1. Juli 2012 mit dem Ziel in Kraft, den Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Österreich zu steigern und dadurch die Abhängigkeit von importiertem Atomstrom bis 2015 zu beseitigen. Für den Zeitraum 2010 bis 2020 wurden folgende Ausbauziele festgelegt: 1.000 MW Wasserkraft, 2.000 MW Windkraft, 200 MW Biomasse und Biogas sowie 1.200 MW Photovoltaik. Die jährliche Förderung in Form von subventionierten Einspeisetarifen und Investitionszuschüssen wurde für neue Ökostromprojekte von 21,0 Mio. Euro auf 50,0 Mio. Euro angehoben. Dieser Betrag sinkt innerhalb der ersten zehn Jahre nach Inkrafttreten um 1,0 Mio. Euro pro Kalenderjahr. Das Vorhaben wird über zwei Arten von steuerähnlichen Abgaben (Ökostrompauschale und Ökostromförderbeitrag) finanziert, die durch die Netzbetreiber bei den Endverbrauchern einzuheben sind. Über dieses neue Finanzierungsmodell soll sichergestellt werden, dass der Wirtschafts- und Produktionsstandort Österreich nicht in unangemessener Weise benachteiligt wird.

Das neue Emissionszertifikategesetz (EZG 2011)

Dieses wurde im Oktober 2011 verabschiedet. Das Gesetz setzt die EU-Emissionshandelsrichtlinie 2009 in nationales Recht um und regelt somit den Emissionshandel im Zeitraum 2013 bis 2020 (3. Handelsperiode). Ab 2013 ist keine Gratiszuteilung von CO2-Emissionszertifikaten für die Stromerzeugung vorgesehen. Sämtliche Zertifikate sind sodann im Rahmen des Emissionshandelssystems zu ersteigern. In der Berichtsperiode lag der Preis für CO2-Emissionszertifikate im Durchschnitt bei 7,9 Euro pro Tonne (Vorjahr: 14,8 Euro pro Tonne).

Im Rahmen des derzeit gültigen Nationalen Allokationsplans II 2008–2012 (2. Handelsperiode der CO2-Emissionszertifikate) wurden der EVN auf Basis der historischen Emissionen unter Berücksichtigung von Einsparungen unentgeltliche CO2-Emissionszertifikate in Höhe von jährlich 1,58 Mio. Tonnen für österreichische Anlagen und 0,1 Mio. Tonnen pro Jahr für die Anlage in Bulgarien zugeteilt. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit CO2-Emissionszertifikaten teil, um einen etwaigen Mehrbedarf abdecken zu können bzw. die nicht verbrauchten CO2-Emissionszertifikate zu verkaufen. Insgesamt unterlag die EVN im Geschäftsjahr 2011/12 mit zehn Anlagen in Österreich und einer Anlage in Bulgarien dem Emissionshandelssystem der EU. Zugleich besteht die Möglichkeit, in einem bestimmten Ausmaß CO2-Emissionszertifikate aus speziellen Klimaschutzprojekten – Certified Emission Reductions (CER) bzw. Emission Reduction Units (ERU) – einzusetzen. (Details zu zugekauften CO2-Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2011/12 siehe Anhang, Erläuterung 27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen, Seite 129.)

GRI-Indikator – Kontingent der CO2-Emissionszertifikate (EU5)

Regulierungssystem für Strom und Gasnetze

Mit der am 3. März 2011 in Kraft getretenen Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010) hat der Gesetzgeber unter anderem das Tarifrecht im Elektrizitätsbereich einer umfassenden Neuregelung unterzogen. Herzstück ist dabei die in § 50 ElWOG vorgesehene neue Ex-Post-Erlösregulierung der Erlöse des Netzbetreibers über das Regulierungskonto. Diese Systematik wurde auch in den § 71 des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 übernommen. Nach der bislang geltenden Ex-Ante-Entgelt-Bestimmung wurden die Systemnutzungstarife auf Basis von Prognosen, d. h. Plankosten und Planmengen, festgelegt. Änderungen der Ist-Daten wurden dabei nicht berücksichtigt. Zweck des neu eingeführten Regulierungskontos ist es nunmehr, mittels eines für jeden Netzbetreiber geführten "virtuellen Kontos" Abweichungen der tatsächlichen Erlöse von den bescheidmäßig zuerkannten Erlösen auszugleichen. Differenzbeträge sind dabei nach dem Gesetzeswortlaut des § 50 ElWOG bzw. 71 GWG im Rahmen der Feststellung der Kostenbasis für die nächsten Entgeltperioden zu berücksichtigen.

Das derzeit gültige Anreizregulierungssystem erstreckt sich über zwei Regulierungsperioden zu je vier Jahren für Strom- und fünf Jahren für Gasverteilnetzbetreiber. Für Stromnetze hat Anfang 2010, für Gasnetze Anfang 2008 die neue Regulierungsperiode begonnen.

Regulierungsmodell für Netznutzungstarife für
Strom und Gas in Österreich
Strom Gas
Regulierungsbehörde E-Control GmbH E-Control GmbH
Anfang der Regulierungsperiode 1. Jan. 2010 1. Jan. 2008
Nächste regulatorische Anpassung1) 1. Jan. 2014 1. Jan. 2013
Länge der Regulierungsperiode 4 Jahre 5 Jahre
Regulierungsmethode Erlösobergrenze Erlösobergrenze
Verzinsliche Kapitalbasis (RAB)2) n.a. n.a.
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern, nominal 7,0 % 7,0 %
Genereller Produktivitätsfaktor3) 1,95 % 1,95 %
Individueller Produktivitätsfaktor 0,25 % 0,00 %
Inflation4) Jährliche Anpassung Jährliche Anpassung

1) Anpassung des WACC und Produktivitätsfaktors

2) Die jährlichen Investitionen werden im nächsten Jahr zur verzinslichen Kapitalbasis (RAB – regulatory asset base) zugezählt.

3) Beim Strom wird 50 % der erreichten Produktivitätssteigerung während der Regulierungsperiode an die Endkunden weitergegeben. Beim Gas verbleiben die Gewinne aus Kostenreduktion während der Regulierungsperiode bei Unternehmen.

4) Netzbetreiberindex setzt sich zu je 30 % aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) und dem Baupreisindex sowie zu 40 % aus dem Tariflohnindex zusammen.

Bezüglich Anreizregulierung für Gasnetze hat die Regulierungsbehörde in Zusammenarbeit mit den betroffenen Netzbetreibern ein Konsultationspapier zur Ausgestaltung der zweiten Regulierungsperiode – beginnend mit 1. Jänner 2013 – unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 (GWG 2011) erarbeitet. Dieses Konsultationspapier soll die wirtschaftliche Geschäftsgrundlage und Planungssicherheit der regulierten Unternehmen, sowie die allgemeine Akzeptanz und Stabilität des Regulierungssystems sicherstellen.

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat die EVN im Jahr 2009 mit dem Bau der Erdgastransportleitung Südschiene und im Jahr 2011 mit dem Bau der Westschiene begonnen. Beide Erdgastransportleitungen tragen zur Versorgungssicherheit in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus bei. Im September 2011 wurde die 120 km lange Südschiene in Betrieb genommen. Die 150 km lange Westschiene soll im Geschäftsjahr 2013/14 fertiggestellt werden.

Energiepolitisches Umfeld in Südosteuropa Bulgarien

In Entsprechung der EU-Richtlinien zum Elektrizitäts- bzw. Erdgasbinnenmarkt wurde per 1. Oktober 2006 die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Netzbetreiber und Stromversorger in Bulgarien umgesetzt. Die Tochtergesellschaft EVN Bulgaria EP ist für den Netzbetrieb, EVN Bulgaria EC für den Vertrieb verantwortlich.

Der Energiemarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation stellt sich bislang jedoch noch nicht ein. Der Gasmarkt ist vollständig reguliert. Im Stromsegment wurden Endkunden – mit Ausnahme einiger industrieller Großkunden – bis Ende 2011 weiterhin vom zentralen öffentlichen Stromversorger, der nationalen Elektrizitätsgesellschaft Natsionalna Elektricheska Kompania EAD (NEK), beliefert. Die Versorgung erfolgte über die drei regionalen Netzbetreiber bzw. Stromversorger (EVN, CEZ, Energo-Pro). Langfristige Bezugsverträge zwischen den Stromproduzenten und der NEK stehen der tatsächlichen Öffnung des Strommarkts entgegen. Ebenso hinderlich ist die Zuweisung festgelegter Mengen von der Regulierungsbehörde State Energy and Water Regulatory Commission (SEWRC) an die regionalen Stromversorger zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. In 2011 boten nur zwei staatliche Stromkraftwerke und fünf Handelsgesellschaften Strom zum nichtregulierten Preis an.

Die Anpassung des Energiegesetzes per Juli 2012 führt zu einer Erweiterung des Kreises der zum freien Stromeinkauf zugelassenen Endkunden im Mittelspannungsnetz. In Südostbulgarien, im Versorgungsgebiet der EVN, haben nunmehr 1.400 Unternehmen die Möglichkeit, den Stromanbieter frei zu wählen.

Für die regulierten Lizenzen (Erzeugung, Übertragung, System Operator, Öffentlicher Lieferant, Verteilernetz, Endversorger) werden die Preise vom Regulator festgelegt. Die Verantwortung für die Lizenzen Erzeugung aus Wasserkraftwerken, Öffentlicher Lieferant und Übertragungsnetz übt die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK aus. Die Lizenz System Operator liegt im Verantwortungsbereich ihrer Tochtergesellschaft Elektroenergien Systemen Operator EAD. Die regulierten Energiepreise liegen unter den Marktpreisen an den europäischen Strombörsen. Für den Kunden bedeutet dies, dass durch den Wechsel in den freien Markt keine Einsparungen erzielt werden können, was einer tatsächlichen Marktöffnung entgegensteht.

Die Preisanpassungen für alle Versorgungsfunktionen und Änderungen in den Preiskomponenten der Strompreise erfolgen jährlich in Entsprechung der gesetzlich vorgeschriebenen Entflechtung. Die Netztarife werden aufgrund eines den EU-Standards entsprechenden Regulativs festgelegt (siehe Tabelle Seite 67). Die tatsächliche jährliche Preisanpassung der Endkundenpreise für Strom wird durch die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Ziele der Regierung maßgeblich beeinflusst. In den ersten drei Preisperioden der aktuellen fünfjährigen Regulierungsperiode, die seit dem Jahr 2008 läuft, lag die Erhöhung der Endkundenpreise für Strom unter jener des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators. Dadurch gerieten die regionalen Stromversorger hinsichtlich der Profitabilität deutlich unter Druck. Im vierten Regulierungsjahr, 2011, wurden die Endkundenpreise für Strom jedoch durch den Regulator erhöht. Die Preise für beschaffte Energie sowie die Tarife des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Endkundenpreiserhöhung für Strom per 1. Juli 2012 wurde vor allem mit den höheren Einspeisetarifen, dem höheren Anteil an erneuerbaren Energien sowie den erstmals anfallenden Kosten für die zugekauften CO2-Emissionszertifikate begründet.

Die Informationen zu den in der Berichtsperiode relevanten Tarifänderungen in Bulgarien finden sich in der Segmentberichterstattung, Segment Energieversorgung Südosteuropa, Seite 97.

Im Wärmebereich startete eine zweijährige Regulierungsperiode per 1. Juli 2012. Eine Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme aufgrund einer Erhöhung des Gasbezugspreises wurde per 1. April 2012 genehmigt. Diese hat die EVN an ihre Kunden nicht weitergegeben. Per 1. Juli 2012 hat der Regulator die Gasbezugspreise erhöht, was zu einer Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme führte. Für die EVN hatte jedoch die Inbetriebnahme der Cogeneration-Anlage in Plovdiv eine Reduktion des Gasbezugspreises zur Folge, da die erzielten Effizienzgewinne zu einer Verringerung des spezifischen Gasverbrauchs führten.

Im Mai 2011 hat das bulgarische Parlament die Energiestrategie 2020 beschlossen. Im Mittelpunkt der Strategie stehen die Erhaltung der Versorgungssicherheit, die Steigerung der Energieeffizienz, der Schutz der Endkunden sowie die Entwicklung eines liberalisierten Energiemarkts und die Erhöhung der erneuerbaren Energiekapazitäten. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen soll sich demnach von 9,4 % in 2005 auf 16,0 % bis zum Jahr 2020 erhöhen. Welchen Anteil an dieser Steigerung dem Stromsektor zuzuschreiben ist, ist jedoch ungewiss. Zugleich wurde ein neues Ökostromgesetz beschlossen: Der Regulator wird jährlich eine Obergrenze für den Netzanschluss neuer Kapazitäten aus erneuerbarer Energie bestimmen. Die Einspeisetarife für die Dauer des Stromliefervertrags (bei Windanlagen für 20 Jahre, bei Photovoltaikanlagen für 12 Jahre) werden jeweils mit 1. Juli festgelegt.

Am 16. Juli 2012 wurde vom Regulator in Bulgarien eine Änderung an der Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen mit Wirkung vom 1. Juli 2012 beschlossen. Durch die große Anzahl von neuen Anschlussverträgen mit Ökostrom-Erzeugern kommt es zu steigenden Absatzmengen, wodurch die Strombezugskosten der EVN Bulgaria EC deutlich steigen werden. Das bulgarische Gesetz für erneuerbare Energie sieht eine Abgeltung dieser Mehrkosten durch die Endkunden vor. Die hieraus erwarteten Ansprüche wurden im Geschäftsjahr 2011/12 als Forderung abgegrenzt. Im September 2012 wurden darüber hinaus die Einspeisetarife für Ökostrom vom Regulator um bis zu 20,0 % gekürzt, gleichzeitig wurde eine neue laufende Abgabe für den Netzzutritt bei bestehenden Anlagen eingeführt.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans wurden der EVN gratis CO2-Emissionszertifikate von 0,1 Mio. Tonnen für die Anlagen in Bulgarien zugeteilt. In Bulgarien ist die EVN Vorreiter und handelt als erstes Unternehmen mit CO2-Zertifikaten.

Mazedonien

Das Parlament verabschiedete am 3. Februar 2011 das neue Energiegesetz, das den Anforderungen der Energy Community zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts entspricht. Es zielt auf die Öffnung des Strommarkts und seine Integration in die internationalen Strommärkte aufgrund der ratifizierten Verträge ab und fördert die Verbesserung der Energieeffizienz sowie den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Unabhängigkeit des Regulators wird gestärkt, seine Aufgaben wurden erweitert. Das Gesetz schreibt zudem die klare Entflechtung für Versorgungsfunktionen für Strom (Erzeugung, Netzbetrieb, Versorger) vor. Für die EVN Macedonia sind folgende Änderungen von zentraler Bedeutung: Die Beschaffung der Netzverluste am freien Markt wird transparent gestaltet, und die vom Regulator anerkannten Netzverluste werden mit dem Unternehmensplan zur Reduzierung der Netzverluste abgestimmt.

Dem Energiegesetz entsprechend wurde mit Wirkung vom 1. Jänner 2012 die Entflechtung der Stromerzeugung von der EVN Macedonia durchgeführt. Die Ausgliederung der Versorgungsfunktion in eine unabhängige Gesellschaft wird für Ende 2013 erwartet.

Regulierungsmodell für Netznutzungstarife
in Bulgarien und Mazedonien
Bulgarien
Strom
Bulgarien
Wärme
Mazedonien
Strom
Regulierungsbehörde State Energy and Water
Regulatory Commission
(SEWRC)
State Energy and Water
Regulatory Commission
(SEWRC)
Energy Regulatory
Commission
(ERC)
Anfang der Regulierungsperiode 1. Juli 2008 1. Juli 2012 1. Jan. 2012
Nächste regulatorische Anpassung 1. Juli 2013 1. Juli 2014 1. Jan. 2015
Länge der Regulierungsperiode 5 Jahre 2 Jahre 3 Jahre
Regulierungsmethode1) Erlösobergrenze Erlösobergrenze Erlösobergrenze
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC)
vor Steuern, nominal 12,0 % 7,0 % 6,7 %
Anerkannte Netzverluste 15,0 % Nein 14,0 %
Produktivitätsfaktor Ja Ja Nein
Investitionsfaktor2) Ja Ja Ja

1) Die Erlösobergrenze umfasst die anerkannten operativen Kosten, die Abschreibungen und die angemessene Kapitalrendite auf die verzinslichen Kapitalbasis (RAB – regulatory asset base). 2) Jährliche Überprüfung und Genehmigung des Investitionsplans durch Regulierungsbehörde

Der Strommarkt in Mazedonien ist jedoch nach wie vor stark reguliert und nach dem Single-Buyer-Modell organisiert. Der staatliche Energieversorger ELEM und das Wärmekraftwerk TEC Negotino sind für die Stromerzeugung zuständig. MEPSO betreibt das staatliche Übertragungsnetz, und die EVN Macedonia versorgt die Endkunden. Mit Ausnahme von neun Großkunden (110 kV), die schon aktuell direkt von MEPSO Energie beziehen, werden alle Kunden noch von der EVN Macedonia versorgt. Auf Basis der derzeitigen Rechtslage wird mit einer Marktöffnung für alle Nicht-Haushaltskunden mit 1. Jänner 2014 gerechnet. Während ab diesem Zeitpunkt alle Großkunden (mit einem Umsatz von über 10,0 Mio. Euro und einer Mitarbeiterzahl ab 50) den Stromlieferanten frei wählen müssen, können alle anderen Stromkunden auch weiterhin ohne Änderung von der EVN Macedonia versorgt werden. Mit der Marktöffnung für Haushaltskunden wird auf Basis der derzeitigen Diskussionen frühestens ab 1. Jänner 2015 gerechnet.

ELEM ist in der Funktion als nationaler Energiepool verpflichtet, die EVN Macedonia mit einer bestimmten Strommenge zu versorgen. Diese wird aufgrund des vom Regulator gemessenen Kundenbedarfs und anerkannter Netzverluste errechnet. Nachdem bisher die Verpflichtung zur Tragung der Beschaffungskosten am Großhandelsmarkt für den nicht durch mazedonische Erzeugungskapazitäten abgedeckten Energieverbrauch bei der ELEM lag, wird diese Verantwortung ab 1. Oktober 2012 auf die EVN Macedonia übertragen. Die Anpassung der Endkundenpreise am 1. August 2012 diente primär der Abdeckung dieser zusätzlichen Beschaffungskosten.

Per 1. Jänner 2012 wurde für den Strom-Netzbereich von der mazedonischen Regulierungsbehörde Energy Regulatory Commission (ERC) die zweite dreijährige Regulierungsperiode eingeführt. In der Formel zur Berechnung der Netztarife wurden im Vergleich zur vorangegangenen Regulierungsperiode die Kapitalkosten reduziert, der anerkannte Netzverlust wurde erhöht. Trotz einer Erhöhung der Anerkennungsgrenze für die Netzverluste auf 14,0 % müssen beginnend mit 1. Jänner 2012 nunmehr sämtliche Netzverluste über den Großhandelsmarkt beschafft werden.

Die Informationen zu den in der Berichtsperiode relevanten Tarifänderungen in Mazedonien finden sich in der Segmentberichterstattung, Segment Energieversorgung Südosteuropa, Seite 97.

Kroatien

Die EVN erhielt zwischen Juni 2009 und Mai 2010 die Konzessionen für die Errichtung und den Betrieb des Gasnetzes in den kroatischen Gespanschaften Zadar, Split-Dalmatia und Šibenik-Knin. Die Konzession für die Gasverteilung und Gasversorgung wurde auf die Dauer von 30 Jahren vergeben. Die 100 %ige Tochtergesellschaft EVN Croatia Plin d.o.o. ist für die Errichtung des Gasverteilnetzes in Teilgebieten der drei Gespanschaften verantwortlich.

Der Spatenstich für die Gasnetzverlegearbeiten in Zadar fand im April 2011 statt. Nach Erteilung der Genehmigung zur Erdgasverteilung im Dezember 2011 konnten im Juni 2012 das Gasnetz in Betrieb genommen und die ersten Kunden an das Gasnetz der EVN angeschlossen werden. Die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten in den Gespanschaften Šibenik-Knin und Split sind während der Berichtsperiode fortgeschritten. Insgesamt soll ein Verteilernetz mit einer Gesamtlänge von knapp 1.450 km errichtet werden, das 130.000 Kunden mit Gas versorgt.

Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde im Dezember 2011 der EU-Beitrittsvertrag Kroatiens unterzeichnet; mit dem offiziellen Beitritt wird im Juli 2013 gerechnet. In den kommenden Jahren sollen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Liberalisierung des Energiemarkts erstellt und durchgeführt werden. Die aktuelle Regulierungsperiode beträgt ein Kalenderjahr. Demnach könnte jährlich ein neuer Tarif beantragt werden. Die Spezifika eines Green-Field-Projekts mit hohen Anfangsinvestitionen bei geringer Kundenanzahl werden im derzeitigen Tarifsystem nicht reflektiert. In Zusammenarbeit mit der Energy Community wird von der EVN eine Angleichung der Tarifsystematik auf europäisches Marktniveau erarbeitet. Die Haushaltstarife sind bis August 2013 streng reguliert, danach soll eine stufenweise Marktöffnung erfolgen. Bis dato war die Regulierungsbehörde nicht unabhängig tätig. Erst als Folge der Neuwahlen Ende 2011 nimmt die Behörde sukzessive die gesetzlich normierten Aufgaben wahr. In Kroatien sind die Endkundenpreise für Haushalte deutlich niedriger als in anderen Ländern Europas, trotz einer im Mai 2012 erfolgten Erhöhung der Gaspreise um 22,0 %.

Albanien

Ein Konzessionsvertrag für das Wasserkraftwerk Ashta wurde im September 2009 von der albanischen Regierung sowie von den Projektpartnern Verbund AG und EVN unterzeichnet. Dem Projekt am Fluss Drin im Norden Albaniens liegt der erste Großwasserkraftwerks-Konzessionsvertrag der Republik Albanien mit ausländischen Partnern zugrunde. Im September 2012 haben EVN und Verbund AG die erste Kraftwerksstufe des Kraftwerks Ashta eröffnet. Das Projekt wurde im Rahmen eines Build-Own-Operate-Transfer-(BOOT)-Modells umgesetzt. Verbund AG und EVN besitzen und betreiben das Kraftwerk über die gesamte Dauer der 35-jährigen Konzessionsperiode. Nach Ablauf der Periode wird das Kraftwerk an die Republik Albanien übergeben. Der in Ashta erzeugte Strom wird aufgrund eines Stromabnahmevertrags für eine Laufzeit von 15 Jahren zur Gänze vom staat-

BIP-Wachstum % 2013f 2012e 2011 2010 2009
EU-271) 2) 0,2–0,3 –0,5 1,5 2,0 –4,3
Österreich3) 4) 1,0–1,3 0,6–0,8 2,7 2,3 –3,8
Bulgarien1) 2) 4) 1,5–2,0 0,8–1,5 1,7 0,4 –5,5
Albanien1) 2) 2,8–3,5 2,3–2,5 3,1 3,9 3,3
Kroatien1) 2) 4) 0,8–1,2 –1,2–(–1,5) 0,0 1,2 –6,0
Mazedonien2) 2,5–3,0 1,0 3,1 1,8 –0,9

1) Quelle: Raiffeisen Research "Strategie Globale Märkte 4. Quartal 2012" und "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2012"

2) Quelle: wiiw "Economic Prospects for Central, East and Southeast Europe", Juli 2012, National Bank of Macedonia, August 2012

3) Quelle: WIFO Presseinformation, September 2012

4) Quelle: IHS Presseinformation, September 2012

lichen albanischen Energieversorger Korporata Elektroenergjetike Shqiptare (KESH) abgenommen. Danach kann der Vertrag entweder verlängert oder der Strom frei am Markt verkauft werden.

Wirtschaftliches Umfeld

Nach einer kurzen Belebung zu Beginn des Jahres hat sich die Dynamik der Weltkonjunktur im Frühjahr 2012 spürbar verlangsamt. Die meisten großen Industrie- und Schwellenländer waren von dieser Entwicklung in unterschiedlicher Intensität betroffen. Die Vertrauens- und Schuldenkrise in den Euro-Ländern ist dafür nur teilweise verantwortlich. Auch zahlreiche Industrieländer außerhalb des Euroraums sind in einem hohen Maße von makroökonomischen Ungleichgewichten geprägt. In einigen Schwellenländern sind zuletzt interne wirtschaftliche Probleme und politische Fragestellungen deutlicher in den Vordergrund getreten als zuvor.

Im aktuellen Umfeld sind Prognosen zur weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Europas deshalb mit gebührender Sorgfalt zu beurteilen. Auf Gesamtebene der Europäischen Union (EU) wird für 2012 kein Wachstum erwartet, wobei innerhalb der Eurozone weiterhin große konjunkturelle Unterschiede bestehen. Vor allem in Süd- und Südosteuropa werden die Staatsschuldenkrise und die damit verbundenen Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte weiterhin das Wirtschaftsklima belasten. Die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 gehen für die EU von einem BIP-Rückgang in Höhe von 0,5 % aus, nach einem Wachstum um 1,5 % im Jahr 2011. Das erwartete Abklingen der Vertrauenskrise und die weiterhin expansive Geldpolitik sollen zu einer leichten Erholung der Wirtschaft in der EU im Jahr 2013 und einem prognostizierten BIP-Anstieg um bis zu 0,3 % führen.

Für Österreich wurden die Erwartungen für das Jahr 2012 seit dem Frühjahr deutlich nach unten revidiert. Während die Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) ein Plus von 0,6 % aufgrund fehlender Reformen und das niedrigste Wirtschaftswachstum seit den 1980er-Jahren annimmt, erwartet das Institut für Höhere Studien (IHS) ein Wachstum von 0,8 %. Für 2013 errechnet das WIFO ein BIP-Wachstum von 1,0 % und das IHS von 1,3 %.

Lagebericht

In Albanien, Bulgarien und Mazedonien wird für 2012 und 2013 ein Wirtschaftswachstum erwartet, das wiederholt über jenem von Österreich liegen sollte.

Die rückläufige Inlandsnachfrage und die Wirtschaftskrise bei den wichtigsten Handelspartnern Italien und Griechenland wirken sich negativ auf die albanische Wirtschaft aus. Die aktuellen Einschätzungen der BIP-Entwicklung gehen von einem Rückgang der Wachstumsrate von 3,1 % im Jahr 2011 auf bis zu 2,3 % im Jahr 2012 aus. Albanien könnte im Jahr 2012 den EU-Kandidatenstatus erlangen, was das Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 fördern würde.

Für Bulgarien ist nach dem BIP-Wachstum um 1,7 % im Jahr 2011 aufgrund einer relativ zurückhaltenden EU-Nachfrage – insbesondere durch die erwartete Verlangsamung der Konjunktur in Deutschland – eine leichte Verringerung des BIP-Wachstums auf bis zu 0,8 % für 2012 zu erwarten. Für 2013 wird hingegen mit einem BIP-Wachstum um bis zu 2,0 % gerechnet.

Die kroatische Wirtschaft befindet sich in ihrem mittlerweile vierten Rezessionsjahr. Für 2012 wird nach einer Stagnation im Vorjahr ein Rückgang um 1,5 % angenommen. Aufgrund des für den 1. Juli 2013 geplanten EU-Beitritts Kroatiens und der damit einhergehenden Zuflüsse der EU-Struktur- und -Kohäsionsfonds liegen die Prognosen für 2013 bei einer Wachstumsrate von durchschnittlich 1,0 %.

In Mazedonien schwächen unter anderem die Schuldenprobleme der Nachbarländer das seit einigen Jahren kontinuierliche Wirtschaftswachstum deutlich ab. Nach einem Wachstum von 3,1 % im Jahr 2011 wird für 2012 ein BIP-Anstieg um 1,0 % prognostiziert, für 2013 ein Plus von 3,0 %.

2011/12 2010/11 Veränderung
in %
2009/10
Temperaturbedingter Energiebedarf 1) %
Österreich 99,0 101,7 –2,7 105,5
Bulgarien 108,2 86,2 22,0 81,2
Mazedonien 120,4 100,8 19,6 91,3
Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate
Rohöl – Brent EUR/Barrel 86,0 75,5 13,9 57,3
Gas – GIMP 2) EUR/MWh 28,3 25,6 10,6 21,4
Kohle – API#23) EUR/Tonne 76,3 87,0 –12,3 69,5
CO2-Emissionszertifikate (2. Periode) EUR/Tonne 7,9 14,8 –46,6 14,2
Strom – EEX Forwardmarkt 4)
Grundlaststrom EUR/MWh 54,8 50,3 8,9 48,9
Spitzenlaststrom EUR/MWh 67,0 64,1 4,6 67,8
Strom – EPEX Spotmarkt 5)
Grundlaststrom EUR/MWh 44,8 51,6 –13,0 41,3
Spitzenlaststrom EUR/MWh 55,1 61,8 –10,8 52,2

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich dem Durchschnittswert von 1996 bis 2010, in Bulgarien jenem von 2004 bis 2011 und in Mazedonien jenem von 2001 bis 2010; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forward-Preise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX (European Energy Exchange)

5) EPEX Spotmarkt – European Power Exchange

Energiewirtschaftliches Umfeld

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Zwischen 1. Oktober 2011 und 30. Juni 2012 lag der Stromverbrauch Österreichs mit 53 TWh um 0,6 % über dem Vorjahreswert. Der Anstieg ist vor allem auf die leichte konjunkturelle Erholung der ersten beiden Quartale 2012 zurückzuführen. Der Gasverbrauch sank hingegen um 4,1 % auf 81,5 TWh. Diese Entwicklung wird mit der wärmeren Witterung vor allem zwischen Oktober und Dezember 2011, wo die Durchschnittstemperaturen um 1,5 Grad Celsius über dem Vorjahreswert lagen, erklärt.

Aus diesem Grund lag im Geschäftsjahr 2011/12 in Niederösterreich der temperaturbedingte Energiebedarf um 1,0 % unter dem langjährigen Durchschnitt und um 2,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Aufgrund dieser Entwicklung sank der Gasabsatz um 340 GWh bzw. 2,2 % auf 14.844 GWh. Der Stromabsatz lag mit 7.782 GWh um 28 GWh bzw. 0,4 % über dem Vorjahr.

In Bulgarien und Mazedonien führte hingegen eine deutlich kältere Witterung zu einem starken Anstieg des Strom- und Wärmeabsatzes der EVN. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen um 8,2 % über dem langjährigen Durchschnitt und um 22,0 Prozentpunkte über jenen des Vorjahres. Der Vergleichswert in Mazedonien verzeichnete im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 19,6 Prozentpunkte und gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert eine Erhöhung um 20,4 Prozentpunkte. Der Stromabsatz stieg in Südosteuropa um 554 GWh, bzw. 4,2 % auf 13.814 GWh und der Wärmeabsatz in Bulgarien nahm um 8 GWh bzw. 3,4 % auf 241 GWh zu.

Auf Eurobasis lag der Durchschnittspreis für das in Europa als Referenz geltende Rohöl Brent im Geschäftsjahr 2011/12 im Wesentlichen aufgrund der nach wie vor starken Nachfrage in Asien sowie der anhaltenden Konflikte zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten um 13,9 % über dem Vorjahreswert. Die zum Großteil an den Rohölpreis gekoppelten Gaspreise für Österreich notierten trotz einer Gaspreisrevision zwischen Gazprom und EconGas mit 28,3 Euro pro MWh um 10,6 % über dem Vorjahreswert. Der Preis für Kohle lag hingegen mit 76,3 Euro je Tonne um 12,3 % unter dem Vorjahreswert. Die Preise für CO2- Emissionszertifikate gingen vor allem aufgrund der Abkühlung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 um nahezu die Hälfte zurück und lagen in der Berichtsperiode bei 7,9 Euro je Tonne.

Die für die Berichtsperiode geltenden Terminpreise für Grundbzw. Spitzenlaststrom stiegen aufgrund der positiven Konjunkturerwartungen für 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 % bzw. 4,6 %. Die europäischen Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen hingegen in der Berichtsperiode trotz des anhaltend hohen Niveaus der Primärenergiepreise um 13,0 % bzw. 10,8 % unter den Vorjahreswerten. Zurückzuführen ist d iese Entwicklung vor allem auf den höheren Beitrag erneuerbarer Energieträger an der Stromerzeugung und die konjunkturbedingt geringere Nachfrage für Strom.

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weswegen die Preise auf den Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN nehmen. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2011/12 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte noch auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. In Österreich wurden aufgrund der Senkung der Ökostrom-Mehrkosten mit 1. Jänner 2012 und aufgrund der Änderung der Finanzierung für Ökostromanlagen mit 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom gesenkt. Die positiven Effekte aus der Gaspreisrevision wurden in Form einer Bonuszahlung an die Endkunden weitergegeben. In Bulgarien hat der Regulator per 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom um 13,9 % angehoben. Die für die EVN Macedonia geltenden Endkundenpreise für Strom wurden im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal angepasst. Per 1. Jänner 2012 haben sich die Endkundenpreise um 7,8 % erhöht, wovon 4,8 % tatsächlich auf die EVN Macedonia entfallen. Mit der Preiserhöhung per 1. August 2012 stiegen die Endkundenpreise um 9,8 %, wobei der Anteil für die EVN Macedonia bei 6,1 % liegt.

Erfolgs- und Einflussfaktoren

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit verfolgt die EVN die Strategie, ihre Energieerzeugungskapazitäten möglichst vielfältig, ausgewogen und flexibel zu gestalten. Die EVN erzeugt Strom aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie, vor allem aus Wasser- und Windkraft. Aktuell forciert die EVN den Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Die Ergebnisentwicklung des Energiegeschäfts der EVN wird zum Teil von externen Einflussfaktoren bestimmt, denen die Unternehmensführung nur bedingt entgegensteuern kann: Die Entwicklung der Absatzmengen von Strom, Gas und Wärme wird durch die Witterung, die Entwicklung der Energienachfrage und die Preise für Strom und Primärenergie, aber auch durch eine erfolgreiche Marktpositionierung beeinflusst.

Diese Vielfalt an Einflussfaktoren erfordert eine flexibel variierbare Zusammensetzung von unterschiedlichen Primärenergieträgern. Zum einen ist dafür ein Teil der in den thermischen Kraftwerken eingesetzten Brennstoffe langfristig abzusichern. Zum anderen muss die Preisentwicklung am europäischen Strommarkt laufend analysiert werden, um den Grad der Eigenerzeugung möglichst kosteneffizient steuern zu können. Um der prognostizierten Entwicklung der Energienachfrage gerecht werden zu können, gilt es, die Erzeugungskapazitäten zu erhöhen und alle Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der bestehenden Anlagen auszuschöpfen.

Im Sinne der Versorgungssicherheit kauft die EVN Primärenergie und Strom auf dem Terminmarkt. Gas wird zum größten Teil auf Basis langfristiger Verträge bezogen. Der Beschaffungspreis für Gas wird – mit einer zeitlichen Verzögerung – vor allem durch die internationalen Notierungen für Rohöl, aber auch durch die europäischen Spotmarktpreise für Erdgas bestimmt. In der Strom- und Gasbeschaffung wird im Rahmen der EAA eine aktive Hedging-Politik betrieben. Im Stromgeschäft besteht zudem ein natürliches Hedging durch die Eigenproduktion. Im Wärmegeschäft sind die Verkaufspreise sämtlicher Produkte wertgesichert, wofür in nahezu allen Verträgen eine Bindung an öffentlich erhobene Preisindizes besteht.

Die Auftragslage im Umweltgeschäft ist von einer guten Nachfragelage in Mittel-, Süd- und Osteuropa geprägt. Die Realisierung von Projekten hängt jedoch von den finanziellen Möglichkeiten öffentlicher Institutionen wie Städte, Gemeinden und Kommunen ab. Auftraggeber können zwischen unterschiedlichen Projektabwicklungsmodellen – Generalunternehmerschaft, Betriebsführungsmodell und BOOT-Modell (Build. Own. Operate. Transfer.) – wählen. Der Kunde trägt bei allen Modellen das wirtschaftliche Risiko, auch wenn die EVN für die Finanzierung sorgt. Die zentralen Erfolgsfaktoren bilden im Umweltgeschäft die laufenden Bemühungen zu Akquisitionen neuer Projekte in den Kompetenzfeldern der EVN, die Risikominimierung in der Projektausführung und der wirtschaftliche Betrieb der Anlagen. Die EVN verantwortet bei zahlreichen Umweltprojekten auch die langfristige Betriebsführung. Das Umweltgeschäft liefert somit einen wichtigen Beitrag zur operativen Diversifikation des Unternehmens.

Einen wesentlichen Beitrag zum Finanzergebnis der EVN liefern die im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges erfassten Unternehmensanteile:

  • 12,63 % an der Verbund AG (direkt 11,5 % und indirekt über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH 1,1 %), mit 8,6 GW installierter Leistung größter Stromproduzent Österreichs
  • 50,03 % an RAG: Österreichs zweitgrößtes Öl- und Gasförderunternehmen mit einer durchschnittlichen Ölproduktion von etwa 100.000 bis 120.000 Tonnen Öl und einer durchschnittlichen Gasproduktion von etwa 500 Mio. m3 sowie Gasspeicherkapazitäten von knapp 5 Mrd. m3
  • 73,6 % an der Burgenland Holding Aktiengesellschaft (damit mittelbar 49,0 % an der Energie Burgenland AG – vormals BEWAG), mit 242 MW installierter Leistung Österreichs größter Produzent im Bereich Windenergie

Dank der damit verbundenen vertikalen Integration profitiert die EVN von einer teilweisen – wenn auch indirekten – Absicherung gegen steigende Energiekosten.

Details zu deren Beitrag zum Finanzergebnis der EVN finden sich unter Anhangsangabe 31. Finanzergebnis auf Seite 132.

Einflussfaktoren Auswirkung auf
Geschäftsentwicklung1)
Temperatur Positiv
Primärenergiepreise Negativ
Strompreise – Forwardmarkt Negativ
Strompreise – Spotmarkt Negativ
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Negativ
Absatz Wärme Positiv

1) Im Vergleich zum Vorjahr

Einflussfaktoren Auswirkung auf
Geschäftsentwicklung
(generell)
Mitarbeiterfluktuation Negativ
Arbeitsunfälle Negativ
Stakeholderdialog Positiv
CO2-Emissionen Negativ
Netzverluste Negativ

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 113) wurde gegenüber dem Vorjahr um eine vollkonsolidierte Gesellschaft reduziert sowie um zwei at Equity einbezogene Unternehmen erweitert. Insgesamt wurden somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 62 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 63), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 18 at Equity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 16) in den Konzernabschluss einbezogen.

Zu den vollkonsolidierten Unternehmen zählen ab dem Geschäftsjahr 2011/12 nunmehr auch die EVN Service Center EOOD, Bulgarien, die EVN Gorna Arda Development EOOD,

Highlights 2011/12

  • Umsatzanstieg um 4,3 % auf 2.846,5 Mio. Euro
  • EBITDA-Rückgang um 3,6 % auf 458,0 Mio. Euro
  • EBIT-Rückgang um 7,0 % auf 206,7 Mio. Euro
  • Finanzergebnis mit 53,0 Mio. Euro über Vorjahresniveau
  • Verbesserung des Konzernergebnisses um 1,4 % auf 194,9 Mio. Euro
  • Cash Flow aus dem operativen Bereich um 11,7 % auf 461,0 Mio. Euro gesunken

Lagebericht

  • Verringerung der Investitionen um 25,8 % auf 308,3 Mio. Euro
  • Solide Bilanzstruktur und stabile Liquiditätslage

Bulgarien, und die EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Mazedonien. Die B.net Burgenland Telekom GmbH wurde aufgrund der Verschmelzung mit der kabelplus AG aus dem Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen genommen. Die bisher vollkonsolidierten Töchter WTE Projektmanagement GmbH und WTE Denmark A/S wurden aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit in der Berichtsperiode entkonsolidiert. Ebenfalls entkonsolidiert wurde die an die NÖ Hypo-Beteiligungsholding GmbH verkaufte first facility GmbH. Zu den Zugängen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen zählt die EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungsund Betriebs GmbH & Co KG, die Bioenergie Steyr GmbH und die Fernwärme Steyr GmbH.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Kurzfassung
2011/12
Mio. EUR
2010/11
Mio. EUR
Veränderung in
Mio. EUR
% 2009/10
Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.846,5 2.729,2 117,3 4,3 2.752,1
Sonstige betriebliche Erträge 81,3 101,6 –20,2 –19,9 69,7
Fremdstrombezug und Energieträger –1.630,6 –1.505,7 –124,8 –8,3 –1.600,0
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand –350,0 –373,9 24,0 6,4 –314,5
Personalaufwand1) –329,1 –319,8 –9,3 –2,9 –329,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen –160,1 –156,3 –3,8 –2,4 –161,5
EBITDA1) 458,0 474,9 –16,9 –3,6 416,6
Abschreibungen –251,3 –252,8 1,4 0,6 –229,3
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 206,7 222,2 –15,5 –7,0 187,3
Finanzergebnis 53,0 41,8 11,2 26,8 83,6
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 259,7 263,9 –4,3 –1,6 270,9
Ertragsteuern1) –25,9 –28,8 2,9 9,9 –42,1
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 233,8 235,2 –1,4 –0,6 228,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis)1) 194,9 192,3 2,6 1,4 207,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 38,9 42,9 –4,1 –9,5 21,8
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,09 1,08 0,01 0,6 1,27

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschaftete die EVN trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen einen Umsatz von 2.846,5 Mio. Euro, womit das Vorjahresniveau um 117,3 Mio. Euro bzw. 4,3 % übertroffen werden konnte. Im Energiegeschäft wirkten sich vor allem der historisch kälteste Winter und die Erhöhung der Endkundenpreise in Südosteuropa positiv aus. Im Umweltgeschäft lag der Umsatz aufgrund eines geringeren Projektabwicklungsvolumens leicht unter dem Vorjahresniveau.

Details zur Entwicklung der Segmente ab Seite 91.

Der im Ausland erzielte Umsatz erhöhte sich um 122,2 Mio. Euro bzw. 11,3 % auf 1.208,5 Mio. Euro, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz von 39,8 % des Vorjahres auf 42,5 % anstieg.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken vor allem aufgrund geringerer Bestandsveränderungen um 20,2 Mio. Euro bzw. 19,9 % auf 81,3 Mio. Euro.

Veränderung des EBIT 2011/12 im Vergleich zum Vorjahr

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger stieg um 124,8 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 1.630,6 Mio. Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Absatzmengen in Südosteuropa sowie höhere Beschaffungspreise am Heimmarkt und in Südosteuropa. Erhöht wurde diese Position auch durch den Ausbau der Geschäftstätigkeiten der EAA in Deutschland und die aufgrund nachhaltig geänderter Rahmenbedingungen im Strommarkt dotierte Rückstellung für drohende Verluste aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion.

Die Position Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand sank um 24,0 Mio. Euro bzw. 6,4 % auf 350,0 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Projektabwicklungsvolumen im Umweltgeschäft aufgrund der Fertigstellung einiger Projekte.

Der durchschnittliche Personalstand ging im Berichtszeitraum um 656 Personen bzw. 7,9 % auf 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück. Verantwortlich dafür waren sowohl Outsourcing-Aktivitäten und weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Ausland, die zu einem Personalrückgang von 524 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führten, als auch der Verkauf der first facility und der damit verbundene Rückgang im österreichischen Personalstand. In Summe waren in Österreich um rund 150 Personen weniger beschäftigt als in der Vergleichsperiode. Innerhalb der Position Personalaufwand kam es zu gegenläufigen Entwicklungen. Während die vorzeitige Anwendung der Änderungen des IAS 19 den Anstieg im Personalaufwand minderte, führten die kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltsanpassungen sowie gestiegene Pensionsaufwendungen zu einer Erhöhung. Per saldo lag der Personalaufwand mit 329,1 Mio. Euro um 9,3 Mio. Euro bzw. 2,9 % über dem Vorjahr. Im Zusammenhang mit der Anwendung der Änderungen des IAS 19 mussten, den IFRS-Vorschriften folgend, die Werte des Geschäftsjahres 2010/11 angepasst werden. Der Personalaufwand im Vorjahr

veränderte sich daher von 323,3 Mio. Euro auf 319,8 Mio. Euro (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen vorwiegend aufgrund höherer Forderungsabschreibungen um 3,8 Mio. Euro bzw. 2,4 % auf 160,1 Mio. Euro.

Diese Entwicklungen führten zu einem EBITDA, das mit 458,0 Mio. Euro um 16,9 Mio. Euro bzw. 3,6 % unter dem Vorjahreswert liegt. Bei einem leicht gestiegenen Umsatz verschlechterte sich die EBITDA-Marge von 17,4 % im Vorjahr auf 16,1 %.

Die planmäßige Abschreibung stieg um 4,4 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 228,0 Mio. Euro. Durch die in der Vergleichsperiode durchgeführten Wertberichtigungen bei den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg und den damit verbundenen Wegfall ihrer planmäßigen Abschreibung fiel der Anstieg der planmäßigen Abschreibungen, trotz der Inbetriebnahmen mehrerer Erzeugungskapazitäten wie der Windparks in Niederösterreich und der Cogeneration-Anlage in Bulgarien, geringer aus. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 23,3 Mio. Euro um 37,0 Mio. Euro bzw. 61,4 % geringer aus. Darin enthalten sind vor allem die Wertminderungen bei der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr in Höhe von 8,0 Mio. Euro aufgrund ungünstiger Marktbedingungen sowie beim Windpark Kavarna, Bulgarien, in Höhe von 9,8 Mio. Euro. Beim Windpark Kavarna führten eine nachteilige Tarifentscheidung für Ökostrom per 1. Juli 2012 sowie Unsicherheiten beim Netzzugang für weitere Anlagen zu dieser Wertminderung. Der aufgrund der deutlich geringeren außerplanmäßigen Abschreibung entstandene positive Effekt relativiert sich durch eine Zuschreibung im Vorjahr, die für die gehaltenen Bezugsrechte am Wasserkraftwerk Freudenau in Höhe von 31,2 Mio. Euro verbucht worden war. Per saldo lag der Abschreibungsaufwand mit 251,3 Mio. Euro um 1,4 Mio. Euro bzw. 0,6 % daher nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres.

Das operative Ergebnis (EBIT) ging im Vergleich zum Vorjahreswert um 15,5 Mio. Euro bzw. 7,0 % auf 206,7 Mio. Euro zurück, und die EBIT-Marge fiel von 8,1 % auf 7,3 %.

Das Finanzergebnis konnte in der Berichtsperiode um 11,2 Mio. Euro bzw. 26,8 % auf 53,0 Mio. Euro erhöht werden. Das für das Finanzergebnis relevante Beteiligungsergebnis wird grundsätzlich durch die Ergebnisbeiträge der wesentlichen strategischen Beteiligungen beeinflusst. Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen stieg um 24,1 Mio. Euro bzw. 38,4 % auf 87,0 Mio. Euro. Höhere Ergebnisbeiträge lieferten insbesondere RAG, Verbund-Innkraftwerke Deutschland GmbH und Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien, wobei der Ergebnisbeitrag des Vorjahres durch eine notwendig gewordene Wertminderung beeinflusst war. Dem standen eine Wertminderung beim Beteiligungsansatz der EconGas sowie geringere Ergebnisbeiträge der Energie Burgenland AG gegenüber. Der Beitrag aus anderen Beteiligungen lag mit 24,3 Mio. Euro um 2,3 Mio. Euro bzw. 8,6 % unter dem Vorjahresniveau. Während die Verbund AG stabile Dividendenbeiträge lieferte, kam es zu einem Rückgang bei den sonstigen Dividenden auf 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 2,2 Mio. Euro). Negativ auf das Finanzergebnis wirkten sich auch die um 9,1 Mio. Euro bzw. 11,6 % höheren Zinsaufwendungen von 87,9 Mio. Euro und die um 6,7 Mio. Euro bzw. 17,9 % niedrigeren Zinserträge von 30,9 Mio. Euro aus. Das sonstige Finanzergebnis stieg um 5,2 Mio. Euro auf –1,3 Mio. Euro.

Der Rückgang der Ertragsteuern auf 25,9 Mio. Euro resultiert zum einen aus dem geringeren operativen Ergebnis und zum anderen aus dem gestiegenen steuerfreien Beteiligungsergebnis. Das Ergebnis nach Ertragsteuern lag mit 233,8 Mio. Euro um 1,4 Mio. Euro bzw. 0,6 % unter dem Vorjahr.

Der Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile ging um 4,1 Mio. Euro bzw. 9,5 % auf 38,9 Mio. Euro zurück. Dabei stand vor allem der höhere Ergebnisanteil der RAG dem Wegfall der Minderheiteneigentümer der beiden Töchter EVN Bulgaria EP und EVN Bulgaria EC gegenüber. In Summe konnte das Konzernergebnis um 2,6 Mio. Euro bzw. 1,4 % auf 194,9 Mio. Euro und somit das Ergebnis je Aktie auf 1,09 Euro (Vorjahr: 1,08 Euro) verbessert werden.

Im Einklang mit dieser Geschäftsentwicklung wird der Vorstand in der 84. Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011/12 eine Dividende von 0,42 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,41 Euro) vorschlagen. Dabei errechnet sich eine Ausschüttungsquote von 38,7 % (Vorjahr: 38,0 %) und eine Dividendenrendite von 3,9 % (Vorjahr: 3,8 %) zum Aktienkurs der EVN AG per 30. September 2012 in Höhe von 10,84 Euro.

Wertanalyse

Kennzahlen 2011/12 2010/11 Veränderung in % 2009/10
ROE1) % 7,6 7,6 7,4
Durchschnittliches Eigenkapital1) Mio. EUR 3.089,7 3.095,5 –0,2 3.076,2
WACC nach Ertragsteuern2) % 6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)3) % 6,9 7,5 –0,7 6,4
Durchschnittliches Capital Employed1)3) Mio. EUR 4.647,0 4.395,4 5,7 3.952,4
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT) 1)3) Mio. EUR 318,8 331,4 –3,8 254,5
EVA®1) Mio. EUR 16,7 45,7 –63,4 –2,4

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erlätuerung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,1 % und einem Fremdkapitalkostensatz nach Steuern von 4,0 % sowie mit einem 50,0%igen Eigenkapitalanteil berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbund AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Konzern-Bilanz
Kurzfassung
30.09.2012
Mio. EUR
30.09.2011
Mio. EUR
Veränderung in
Mio. EUR
% 30.09.2010
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.412,3 3.349,4 62,9 1,9 3.179,2
At Equity einbezogene Unternehmen
und sonstige Beteiligungen 1.717,4 1.884,5 –167,1 –8,9 1.811,7
Sonstige langfristige Vermögenswerte 924,3 849,1 75,2 8,9 751,3
6.053,9 6.083,0 –29,1 –0,5 5.742,1
Kurzfristige Vermögenswerte 809,3 787,4 21,9 2,8 989,1
Summe Aktiva 6.863,2 6.870,4 –7,2 –0,1 6.731,2
Passiva
Eigenkapital1)
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG1) 2.768,3 2.804,1 –35,8 –1,3 2.679,5
Nicht beherrschende Anteile 245,4 361,7 –116,3 –32,2 345,7
3.013,7 3.165,8 –152,1 –4,8 3.025,3
Langfristige Schulden1)
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.933,3 1.591,3 342,0 21,5 1.726,4
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen1) 609,9 624,0 –14,1 –2,3 677,0
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 519,4 506,8 12,6 2,5 461,0
3.062,6 2.722,2 340,5 12,5 2.864,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 49,4 311,6 –262,2 –84,1 205,2
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 737,5 670,8 66,7 9,9 636,2
786,9 982,4 –195,5 –19,9 841,5
Summe Passiva 6.863,2 6.870,4 –7,2 –0,1 6.731,2

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

Mit 7,6 % entwickelte sich die Eigenkapitalrentabilität (ROE) bedingt durch ein geringeres Ergebnis nach Ertragsteuern und ein niedrigeres Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Die operativen Steuerungskennzahlen veränderten sich in der Berichtsperiode wie folgt: Nach 45,7 Mio. Euro im Vorjahr wird ein erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) in Höhe von 16,7 Mio. Euro sowie ein Rückgang der Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) von 7,5 % auf 6,9 % ausgewiesen.

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken unverändert mit 6,5 % angesetzt.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag 30. September 2012 auf 6.863,2 Mio. Euro und war damit um 7,2 Mio. Euro bzw. 0,1 % niedriger als zum Stichtag des Vorjahres.

Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 29,1 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 6.053,9 Mio. Euro zurück, womit sich ihr Anteil am Gesamtvermögen auf 88,2 % belief (Vorjahr: 88,5 %). Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich aufgrund der über den Abschreibungsaufwand liegenden Investitionen um 62,9 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 3.412,3 Mio. Euro.

Des Weiteren standen den um 56,6 Mio. Euro bzw. 5,7 % auf 1.048,7 Mio. Euro erhöhten Beteiligungsansätzen der at Equity einbezogenen Unternehmen die um 223,7 Mio. Euro bzw. 25,1 % auf 668,7 Mio. Euro gesunkenen Wertansätze der sonstigen Beteiligungen gegenüber. Für den Anstieg bei den at Equity einbezogenen Unternehmen waren vor allem die Kapitaleinzahlungen zu den Kraftwerksprojekten Ashta, Devoll und DuisburgWalsum verantwortlich. Die niedrigeren Wertansätze bei den sonstigen Beteiligungen sind primär der weiterhin negativen Marktwertänderung der Verbund-Beteiligung zuzuschreiben. Der Anstieg bei den übrigen langfristigen Vermögenswerten um 75,2 Mio. Euro bzw. 8,9 % auf 924,3 Mio. Euro ist vor allem den gestiegenen langfristigen Leasingforderungen zuzuschreiben.

Die kurzfristigen Vermögenswerte wurden um 21,9 Mio. Euro bzw. 2,8 % auf 809,3 Mio. Euro erhöht, wodurch ihr Anteil am Gesamtvermögen von 11,5 % auf 11,8 % anwuchs. Dabei stand den höheren Forderungen im Energiegeschäft sowie höheren liquiden Mitteln ein niedrigerer Bestand an kurzfristig gehaltenen Wertpapieren gegenüber.

Das Eigenkapital fiel um 152,1 Mio. Euro bzw. 4,8 % auf 3.013,7 Mio. Euro. Dem im Geschäftsjahr 2011/12 erzielten Ergebnis standen die erfolgsneutral erfasste Marktwertänderung der Verbund-Beteiligung und die Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von 73,6 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 38,4 Mio. Euro gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt per 30. September 2012 43,9 % (Vorjahr: 46,1 %).

Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 340,5 Mio. Euro bzw. 12,5 % auf 3.062,6 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür war der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten um 342,0 Mio. Euro bzw. 21,5 % auf 1.933,3 Mio. Euro, der überwiegend aus der Emission der EUR-Anleihe in Höhe von 300,0 Mio. Euro im Oktober 2011 und dem Abschluss zweier Privatplatzierungen in Höhe von insgesamt 125,0 Mio. Euro im Februar 2012 resultierte. Die planmäßige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 86,1 Mio. Euro wirkte sich konträr aus. Innerhalb der langfristigen Schulden standen die um 40,3 Mio. Euro höheren

Nettoverschuldung 30.09.2012
Mio. EUR
30.09.2011
Mio. EUR
Veränderung in
Mio. EUR
% 30.09.2010
Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.933,3 1.591,3 342,0 21,5 1.726,4
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 21,4 280,8 –259,4 –92,4 170,8
Fonds der liquiden Mittel –134,1 –112,6 –21,5 –19,1 –89,1
Kurzfristige Wertpapiere –3,4 –57,9 54,5 94,1 –223,8
Langfristige Wertpapiere –77,0 –97,9 20,9 21,4 –104,1
Ausleihungen –36,4 –24,4 –12,0 –49,1 –22,0
Nettoverschuldung 1.703,7 1.579,2 124,5 7,9 1.458,2
Eigenkapital2) 3.013,7 3.165,8 –152,1 –4,8 3.025,3
Gearing (%) 2) 56,5 49,9 6,6 48,2

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

langfristigen Rückstellungen sowie die um 31,6 Mio. Euro höheren vereinnahmten Baukostenzuschüsse den um insgesamt 73,4 Mio. Euro niedrigeren latenten Steuerverbindlichkeiten und übrigen langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber.

Die kurzfristigen Schulden wurden um 195,5 Mio. Euro bzw. 19,9 % auf 786,9 Mio. Euro reduziert. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Rückgang bei den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 262,2 Mio. Euro bzw. 84,1 % auf 49,4 Mio. Euro, der aus der im Dezember 2011 planmäßig durchgeführten Rückzahlung der EUR-Anleihe resultierte. Der Anstieg bei den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um 66,7 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf 737,5 Mio. Euro ist auf die um 16,3 Mio. Euro höheren Lieferverbindlichkeiten und die um 42,0 Mio. Euro höheren sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten zurückzuführen.

Die Nettoverschuldung stieg um 124,5 Mio. Euro bzw. 7,9 % auf 1.703,7 Mio. Euro, und das Gearing erhöhte sich um 6,6 Prozentpunkte auf 56,5 %. Der Funds from Operations (FFO) verringerte sich aufgrund des Rückgangs im operativen Cash Flow.

In Summe fiel die Net Debt Coverage von 38,0 % auf 32,2 %. Höhere Zinsaufwendungen in Kombination mit niedrigeren FFOs reduzierten die Interest Cover von 7,6 auf 6,2.

Zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos wird die Zinsbindungsstruktur in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen fix und variabel gehalten, wobei zu dessen Steuerung Zinsderivate eingesetzt werden. Der Durchschnittszinssatz der Finanzierungen lag per 30. September 2012 bei 3,96 %, die Duration bei 4,27 Jahren (Vorjahr: 4,06 %; 2,68 Jahre).

Liquiditätslage

Neben der im Oktober 2011 durchgeführten Anleiheemission in Höhe von 300,0 Mio. Euro hat die EVN im Februar 2012 die Emission von zwei neuen Anleihen in Höhe von insgesamt 125,0 Mio. Euro im Rahmen von Privatplatzierungen abgeschlossen. Beide Anleihen sind im Februar 2032 fällig, und der fixe Kupon wurde mit 4,125 % festgelegt. Des Weiteren hat die EVN AG nach dem Bilanzstichtag im Oktober 2012 Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 121,5 Mio. Euro emittiert. Die Emission verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 18 Jahren mit variabler sowie mit fixer Verzinsung. Mit den in der Berichtsperiode durchgeführten Emissionen konnte die EVN ihre langfristige Konzernfinanzierung diversifizieren und stärken.

Als Liquiditätsreserve besteht seit Juni 2012 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 500,0 Mio. Euro, die eine vergleichbare Kreditlinie, die seit September 2006 bestand, ersetzt. Sie wird gegebenenfalls nur für kurzfristige Zwischenfinanzierungen verwendet, eine langfristige, kontinuierliche Ausnützung der Kreditlinie ist grundsätzlich nicht geplant. Zusätzlich zu dieser Kreditlinie bestehen vertraglich vereinbarte bilaterale Kreditlinien von österreichischen Banken in der Höhe von insgesamt 175,0 Mio. Euro und mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren.

2011/12 2010/11 Veränderung in 2009/10
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 259,7 263,9 –4,3 –1,6 270,9
Unbare Ergebniskomponenten1) 220,6 214,1 6,5 3,0 196,8
Cash Flow aus dem Ergebnis 480,3 478,1 2,2 0,5 467,7
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 9,7 78,3 –68,6 –87,7 67,0
Zahlungen für Ertragsteuern –28,9 –34,3 5,4 15,7 –35,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich 461,0 522,0 –61,0 –11,7 499,3
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –232,6 –318,2 85,6 26,9 –335,8
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 0,6 –24,6 25,2
Veränderung bei Finanzanlagen und
übrigen langfristigen Vermögenswerten –155,6 –333,3 177,7 53,3 –104,1
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren 53,8 164,5 –110,8 –67,3 –141,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –333,9 –511,6 –177,7 –34,7 –581,0
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –105,6 13,1 –118,2 57,1
Cash Flow gesamt 21,5 23,5 –2,1 –8,7 –24,6
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 112,6 89,1 23,5 26,4 113,6
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 0,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 134,1 112,6 21,5 19,1 89,1

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

*) Kleinbetrag

Zum 30. September 2012 standen die syndizierte und die bilaterale Kreditlinien in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Die langfristigen Wertpapiere, die mit 77,0 Mio. Euro um 20,9 Mio. Euro bzw. 21,4 % unter dem Vorjahresniveau liegen, dienen überwiegend zur gesetzlichen Deckung der Pensionsrückstellungen.

Die bestehenden Liquiditätsreserven sind ausreichend, um den Finanzbedarf für die geplanten Investitionen zu decken und den Tilgungsverpflichtungen aus bestehenden Finanzverbindlichkeiten nachzukommen. Dennoch werden laufend Finanzierungsalternativen geprüft, um die Fristenkonformität der Finanzierung sicherzustellen und Marktopportunitäten zu nützen.

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss auf Seite 143 abgebildet.

Geldflussrechnung

Im Geschäftsjahr 2011/12 stieg der Cash Flow aus dem Ergebnis trotz eines niedrigeren Ergebnisses vor Ertragsteuern um 2,2 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 480,3 Mio. Euro. Dies resultierte primär aus der Abnahme der langfristigen Rückstellungen im Vorjahr und einem niedrigeren nicht zahlungswirksamen Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2010/11. Die restlichen unbaren Ergebniskomponenten schwächten diese Entwicklung ab.

Der Cash Flow aus dem operativen Bereich reduzierte sich um 61,0 Mio. Euro bzw. 11,7 % auf 461,0 Mio. Euro. Die Bindung des Working Capitals konnte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zwar leicht reduziert werden, diese Verbesserung lag jedoch unter jener der Vergleichsperiode.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich in Höhe von –333,9 Mio. Euro war vor allem durch das laufende Investitionsprogramm, die Kapitaleinzahlungen in at Equity einbezogene Unternehmen zu den Kraftwerksprojekten Ashta, Devoll und Duisburg-Walsum und den Aufbau der Leasingforderungen im Umweltgeschäft geprägt. Die Finanzierung erfolgte zum Teil durch den Verkauf kurzfristig gehaltener Wertpapiere, die im Cash Flow aus dem Investitionsbereich abgebildet sind.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich ging um 118,7 Mio. Euro auf –105,6 Mio. Euro zurück. In der Berichts periode standen die Aufnahme einer EUR-Anleihe und der Abschluss zweier Privatplatzierungen der Rückzahlung einer EUR-Anleihe sowie den Anteilsaufstockungen bei der EVN Bulgaria EC und EVN Bulgaria EP gegenüber. Die Vergleichs periode war von den durch die Kapitalerhöhung zugeflossenen Finanzmitteln von 175,5 Mio. Euro geprägt. Im Vergleich zum Vorjahr wirkte sich die höhere Ausschüttung der Dividenden an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 73,6 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 38,4 Mio. Euro leicht negativ aus.

Aus den genannten Entwicklungen resultierte ein positiver Cash Flow von 21,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,5 Mio. Euro), wodurch die liquiden Mittel auf 134,1 Mio. Euro erhöht werden konnten (Vorjahr: 112,6 Mio. Euro). Die bereits erwähnten Kreditlinien waren mit ihrem Gesamtvolumen in Höhe von 675,0 Mio. Euro (Vorjahr: 765,0 Mio. Euro) ebenfalls zum Bilanzstichtag zur Gänze ungenutzt. In Summe verfügt die EVN demnach über ausreichende Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, und ihre Liquiditätssituation kann weiterhin als stabil beurteilt werden.

Investitionstätigkeit

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden in der Berichtsperiode um 107,4 Mio. Euro bzw. 25,8 % auf 308,3 Mio. Euro gesenkt. In der Erzeugung kam es im Vergleich zum hohen Vorjahresniveau, das durch den Ausbau der Windkraftkapazitäten in Niederösterreich und Bulgarien geprägt war, zu einem Rückgang. Im Segment Energiehandel und -vertrieb lag das Investitionsvolumen aufgrund des weiteren Ausbaus des Fernwärmeleitungsnetzes sowie des Baus einiger Biomasseheizwerke über dem Vorjahreswert. Auf hohem Niveau, wenn auch etwas geringer als im Vorjahr, wurden die Investitionen im Netzbereich im niederösterreichischen Versorgungsgebiet fortgesetzt, wobei der Bau der regionalen Erdgastransportleitungen Westschiene im Fokus stand. Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wurden die Investitionen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie für den Ausbau der Netz- und Zählertechnik fortgesetzt. Der Rückgang erklärt sich vorwiegend durch das hohe Vorjahresniveau infolge des Baus der Cogeneration-Anlage in Plovdiv. In den Investitionen dieses Segments ist zudem der Ausbau der kroatischen Erdgasversorgung abgebildet. Der Investitionsrückgang im Segment Umwelt erklärt sich aufgrund des in der Berichtsperiode abgeschlossenem Bau des Blockheizkraftwerks in Moskau.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:

2011/12 2010/11 Veränderung in 2009/10
Investitionsschwerpunkte der EVN1) Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Erzeugung 16,3 66,4 –50,2 –75,5 45,2
davon kalorische Kraftwerke 1,2 6,5 –5,3 –81,2 7,2
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 12,4 51,6 –39,2 –76,0 5,4
davon erneuerbare Energie in Südosteuropa 2,5 8,4 –5,9 –70,0 32,4
Energiehandel und -vertrieb 30,1 25,3 4,9 19,3 21,5
davon Wärmeanlagen 28,7 24,3 4,3 17,9 18,8
Netzinfrastruktur Inland 144,8 160,9 –16,1 –10,0 156,5
davon Stromnetz 69,2 75,1 –5,8 –7,8 65,3
davon Gasnetz 65,3 70,0 –4,7 –6,7 75,6
davon Kabel-TV und Telekommunikation 9,0 12,8 –3,8 –29,7 11,5
Energieversorgung Südosteuropa 90,3 112,5 –22,2 –19,8 100,7
Umwelt 22,7 48,3 –25,6 –53,0 68,6
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 12,5 33,0 –20,5 –62,3 33,9
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze,
Abwasserentsorgung 9,0 9,1 –0,1 –1,6 8,2
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 22,4
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 4,7 2,2 2,5 1,6
Summe 308,3 415,7 –107,4 –25,8 394,0

1) Nach Konsolidierung

Nicht finanzielle Kennzahlen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2011/12 betrug der durchschnittliche Personalstand der EVN 7.594 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon waren 41 Lehrlinge. Der Frauenanteil ist in technisch orientierten Unternehmen traditionell eher niedrig und beträgt bei der EVN in der Berichtsperiode 21,6 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen.

Die EVN ist sich des hohen Stellenwerts von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst, weshalb die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus des EVN Personals einen Schwerpunkt des Personalmanagements bilden. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. Mit einem Gesamtaufwand von 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,6 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2011/12 pro Mitarbeiter 359,0 Euro (Vorjahr: 313,7 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte von jährlich 22,1 Stunden pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter auf 26,9 Stunden erhöht werden.

  • Weiterführende Informationen zur EVN als verantwortungsvollen Arbeitgeber finden sich ab Seite 40.
  • Zu den Mitarbeiter-Kennzahlen siehe vordere Flappe.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Einen Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung stellt daher die Weiterentwicklung in Richtung erneuerbarer Energien dar, vor allem Wind- und Wasserkraft, aber auch Biomasse und Photovoltaik. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll auf 50 % gesteigert werden. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung der Windkraftkapazitäten, vor allem im Heimmarkt Niederösterreich. Zudem verfolgt die EVN das langfristige Ziel, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren. So schafft die EVN den Spagat zwischen ökologischer und ökonomischer Verantwortung und gewährleistet gleichzeitig die Sicherstellung der Energieversorgung.

Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine maßgebliche Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 1,6 Mio. Euro (davon knapp 9,9 % über Förderungen) aufgewendet, wobei der Schwerpunkt auf folgenden Projekten lag:

  • CCS-Technologien (wie beispielsweise die
  • CO2-Abscheideanlage Dürnrohr oder das Projekt CO2USE)
  • Power-to-Gas-Projekte (GECO Machbarkeitsstudie)
  • Smart Metering
  • Multifunktionaler Energiespeicher
  • Elektromobilitätsprojekte (emporA, VIBRATEe)
  • Green Home
  • Kleinwindkraft
  • Solarthermie
  • Weiterführende Informationen zu einzelnen Forschungsprojekten der EVN siehe Indikator EU7 Demand Side Management auf Seite 174ff.

Risikomanagement

Risikodefinition

Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt ein zentral organisiertes Risikomanagement den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risikomanagement erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.

Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur (Review des Risikoinventars) und Identifikation von neuen Risikopositionen;
  • Bewertung & Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnis- und Cash-Flow-Verteilungen;
  • Berichterstattung: Übermittlung der Risikoberichte an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen;
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind.

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagement-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Revision, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Controlling und Rechnungswesen. Die Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikomanagements sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

Zertifizierung des Risikomanagementsystems durch KPMG Austria

Das Risikomanagementsystem des EVN Konzerns wurde hinsichtlich seiner Funktionsfähigkeit, Ausgestaltung und Qualitätsstandards im Februar 2012 erneut von KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, zertifiziert.

Risikoprofil

Risiken im Energiebereich

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken und auch die Wasserführung jener Flüsse beeinflussen, an denen die EVN Wasserkraftwerke betreibt. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie, eine suboptimale bzw. nicht dem derzeitigen Marktumfeld entsprechende Beschaffungsstrategie sowie Preisdruck durch Mitbewerber können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie marktkonforme Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von Strom und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, die den EVN Konzern dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Die Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit der Erzeugungsanlagen ist maßgeblich von der Strom- und Primärenergiepreisentwicklung abhängig. Vor allem im Erzeugungsbereich ist die EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von der EVN nicht erteilt oder verlängert werden.

Risiken im Umweltbereich

Die Risiken im Segment Umwelt betreffen die Abnahme der Nachfrage nach Abfallverwertungsleistungen des EVN Konzerns und Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltbereich ist die EVN zudem auch technologischen, politischen, Vertrags-, Counterparty-, Fremdwährungs- und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch Einsatz erfahrener Mitarbeiter, regelmäßige Fortbildungen und Trainings, effizientes Projektmanagement sowie durch den Einsatz von Absicherungsinstrumenten (u. a. Garantien, Versicherungen).

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie strengere Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd- und Südosteuropas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Wesentlicher Einflussfaktor auf die mittel- bis langfristige Entwicklung der Marktrisiken der EVN im Bereich Energie ist die Energiepolitik und die daraus resultierende langfristige Entwicklung des Energiemixes. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen bzw. potenziellen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte.

Finanzrisiken

Die EVN begegnet Zinsänderungs-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken mit einer umfassenden Treasury-Strategie und diesbezüglichen organisatorischen und methodischen Regelungen, die unter anderem auch tägliche Risikoanalysen und den Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten umfassen. Den Kredit- bzw. Forderungsausfallsrisiken wird mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen, erfolgreiche Kreditaufnahmen und Anleihe-/Schuldscheindarlehenplatzierungen sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien) ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko, trotz des von der anhaltenden Finanz- und Staatsschuldenkrise geprägten Umfelds, vorzubeugen.

Gesamtrisikoprofil

Bedingt durch die Strategie des Konzerns, die für die nächsten Jahre primär die Stärkung des Kerngeschäfts sowie selektives Wachstum vorsieht, verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Risiken können dabei neben der Tätigkeit im Heimmarkt Niederösterreich, dem Umweltgeschäft und der bereits bestehenden Geschäftsfelder in Südosteuropa auch aus ausgewählten Wachstumsprojekten entstehen. Unter anderem aufgrund des diversifizierten Geschäftsportfolios der EVN wurden trotz des volatilen Umfelds im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugs- und Absatzpreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2-Emissionszertifikate und Biomasse

Fixpreisvereinbarungen, auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungsstrategie, Absicherungs geschäfte

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kunden segmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator

Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen

Mengenrisiko

Sinkende Nachfrage nach Produkten bzw. Leistungen der EVN, Rückgang der Eigenerzeugungsmenge u. a. aufgrund veränderter Wasserführung

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten

Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Transaktionsrisiken (Fremdwährungskursverlust) und Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss; nicht währungskonforme Finanzierung von Tochtergesellschaften

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Kursänderungsrisiken

Kurs-/Wertverluste bei Veranlagungspositionen (z. B. Fonds) und börsen notierten, strategischen Beteiligungen (z. B. Verbund AG, Burgenland Holding)

Monitoring des Verlustpotenzials mittels täglicher

Value-at-Risk-Ermittlung

Beteiligungsrisiken Nichterreichung der Gewinnziele einer

Beteiligungsgesellschaft

  • Vertretungen im Aufsichtsrat bzw. Gesellschafter-/
  • Risikoausschüssen der jeweiligen Beteiligungsgesellschaft Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere

Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, steigender Zinsaufwand, Wertveränderung der variabel verzinsten Finanzinstrumente Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Impairmentrisiken

Abschreibung von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. Kraftwerken

Inflations-/Deflationsrisiko Risiko des Schlagendwerdens von Garantien

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten, eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte, ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung (u. a. durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze)

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken

Gesetzgebung/Politisches Risiko

Veränderung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie des regulatorischen Umfelds (z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen, Marktliberalisierung in Südosteuropa) Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen,

Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen Lobbying über lokale, regionale, nationale und

EU-weite Interessenvertretungen, Rechtsberatung Politisches und gesamtwirtschaftliches Umfeld Rezession in Europa, Entwicklungen in Verbindung mit der Schulden-/Finanzkrise

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südosteuropa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter

Planungsrisiko

Modellrisiko, Treffen von falschen bzw. unvollständigen Annahmen

Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste bzw. unbewusste Fehldarstellungen von Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten

Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle, Schulungen, Konzerntage, risikoorientiertes internes Kontrollsystem (RIKS)

Co-Investment-Risiko

Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Vertragliche Absicherung, effizientes Projektmanagement Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte Imagerisiko

Risiko der Änderung der Eigentümerstruktur

Wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und implementiert. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO - Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrunde gelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeite erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen jene Prozesse definiert, die für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen diese Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segmentund Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird in SAP-FI geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt in Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeiter bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden im Sinne der kontinuierlichen Weiterentwicklung des RIKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine RIKS-Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeiter der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

Aktienstruktur und Angaben zum Kapital

Angaben gemäß §243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch

    1. Per 30. September 2012 betrug das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und es war unterteilt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
    1. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
    1. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Die zweitgrößte Aktionärin der EVN AG, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, hat am 5. November 2010 gemäß § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass sie bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG ihre Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

Per 30. September 2012 verfügt die EVN AG über 877.622 eigene Aktien, die in Summe 0,49 % des Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen (30. September 2011: 398.260 Stück bzw. 0,22 % des Grundkapitals). Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien erfolgte unter Bezugnahme auf die in der 79. bzw. 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 bzw. 19. Jänner 2012 genehmigten Aktienrückkaufprogramme.

Auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der 83. ordentlichen Hauptversammlung hat der Vorstand der EVN AG am 30. Mai 2012 beschlossen, eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben. Beabsichtigt ist, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien, dies entspricht bis zu 0,56 % des derzeitigen Grundkapitals, über die Wiener Börse rückzukaufen. Dieser Rückkauf erfolgt mit dem Hauptzweck der Verbesserung von Angebot und Nachfrage für die EVN Aktie an der Wiener Börse. Der Handel mit eigenen Aktien ist als Erwerbszweck ausgeschlossen. Das Rückkaufprogramm begann am 6. Juni 2012 und endet spätestens am 31. Dezember 2012. Am 6. Juni 2012 hat der Vorstand der EVN AG beschlossen, maximal 190.000 Stück eigene Aktien (maximal 0,11 % des Grundkapitals) umzuwidmen, um diese an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmte Unternehmen anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Am 8. August 2012 wurden insgesamt 75.168 Stück Aktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Mitarbeiter außerbörslich übertragen. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz. Bei der EVN AG besteht derzeit kein Aktienoptionsprogramm.

    1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.
    1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften aufgrund der Eigentumsverhältnisse insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.
    1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Z 7 UGB.
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots gemäß § 243a Z 9 UGB bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012/13

Der Geschäftserfolg der EVN wird im Bereich Energie vor allem von den Stromhandelspreisen auf den europäischen Spotund Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2-Emissionszertifikate bestimmt. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Energieabsatzmengen aus. Im Bereich Umwelt steht die Nachfrage im internationalen Projektgeschäft in Abhängigkeit zur finanziellen Ausstattung öffentlicher Institutionen. Zusätzlich kann es im Umweltbereich aus der Projektstruktur zu Schwankungen kommen. Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges hängt der Ergebnisbeitrag vor allem von der Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und Verbund AG ab.

Die folgenden Tarifänderungen werden sich im Geschäftsjahr 2012/13 auf die Geschäftsentwicklung der EVN auswirken: In Österreich hat die EAA mit ihren regionalen Energievertriebsgesellschaften aufgrund der Senkung der Ökostrom-Mehrkosten mit 1. Jänner 2012 und aufgrund der Änderung der Finanzierung für Ökostromanlagen mit 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom gesenkt. Für Privatkunden entspricht dies in Abhängigkeit ihres Verbrauches einer durchschnittlichen Nettoentlastung von rund 8,0 % bzw. 25,0 Euro pro Jahr.

Im Zuge der Anreizregulierung hat die E-Control-Kommission per 1. Jänner 2012 die Gasnetztarife um durchschnittlich 1,9 % gesenkt. Die kundenindividuellen Auswirkungen sind vom jeweiligen Abnahmeverhalten und von technischen Gegebenheiten abhängig. Die Stromnetztarife blieben unverändert.

In Südosteuropa kam es zu folgenden Tarifanpassungen: In Bulgarien hat der Regulator per 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom um 13,9 % erhöht. Die Tarife für Wärme wurden hingegen um 20,6 % verringert. Der Gasbezugspreis stieg um 4,9 %. In Mazedonien hat die Regulierungsbehörde die Preise in der Berichtsperiode zweimal angepasst: Die für die EVN Macedonia geltenden Endkundenpreise für Strom wurden per 1. Jänner 2012 um 4,8 % und per 1. August 2012 um 6,1 % erhöht. Zugleich wurden per 1. August 2012 die Preise für beschaffte Energie um 3,8 % angehoben.

Der geschäftliche Erfolg der EVN im Geschäftsjahr 2012/13 wird von den anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen geprägt sein.

Das stabile Ergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 ist im Wesentlichen auf einen für unser Geschäft bedeutenden externen Faktor, den historisch kältesten Winter in Südosteuropa, zurückzuführen. In Summe haben sich die energiewirtschaftlichen Faktoren auf unser Ergebnis jedoch negativ ausgewirkt.

Der Rohölpreis stieg im Wesentlichen aufgrund der nach wie vor starken Nachfrage in Asien sowie der anhaltenden Konflikte zwischen dem Iran und den westlichen Industriestaaten. Der zum Großteil an den Rohölpreis gekoppelte Gaspreis erhöhte sich ebenfalls. Zwischen dem Gaspreis aus langfristigen Lieferverträgen und jenem auf dem Spotmarkt kam es trotz Gaspreisrevisionen aufgrund höherer Explorationsmengen vor allem in den Vereinigten Staaten und rückläufiger Nachfrage in Europa zu steigenden Differenzen. Die Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise führte zur niedrigen bzw. negativen Margen bei der thermischen Stromproduktion.

Zusätzlich steht in Europa die Herausforderung durch die steigende Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie im Fokus. Die stark geförderten Tarife für Strom aus erneuerbaren Energien haben die Wirtschaftlichkeit der thermischen Stromproduktion weiter unter Druck gesetzt. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung verringerte die Nachfrage für Energie. Auf Gesamtebene der EU zeigte sich ein BIP-Rückgang, wobei innerhalb der Eurozone weiterhin große konjunkturelle Unterschiede bestanden.

Für das Geschäftsjahr 2012/13 sind unsere wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Erwartungen daher gedämpft. Die Terminpreise für Strom zeigen keine Trendumkehr, und die Primärenergiepreise sind unverändert hoch. Zudem haben sich die konjunkturellen Erwartungen in Europa nicht verbessert. Auf unseren Märkten in Südosteuropa gehen wir von einem schwächeren Wachstum in der ganzen Region aus.

Eine weitere Herausforderung stellt infolge der geänderten regulatorischen Rahmenbedingungen die Zwischenfinanzierung der Mehrkosten für Ökostrom in Bulgarien dar.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2012/13 ein im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibendes Konzernergebnis. Wir werden konsequent

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag finden Sie im Anhang ab Seite 155.

unseren Weg fortsetzen und unsere starke operative Basis nutzen, um uns auch in diesem Jahr wieder überdurchschnittlich am Markt behaupten zu können. Wir sehen unsere breite Kundenbasis auf unserem Heimmarkt und die hohe Kundenzufriedenheit unverändert als einen wichtigen Erfolgsfaktor. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit der wertorientierten Unternehmensstrategie angestrebt.

In Bezug auf die Investitionen liegen die Schwerpunkte weiterhin im Ausbau bzw. der Modernisierung der Netzinfrastruktur im In- und Ausland sowie im Ausbau der Kapazitäten für die Erzeugung erneuerbarer Energie.

Den Ausblick für die einzelnen Segmente finden Sie in der Segmentberichterstattung ab Seite 91.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2012

EVN AG Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG

Erzeugung 100 % EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
49 %
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Errichtung eines Kohlekraftwerks in Duisburg, Deutschland
100 % evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
70 %
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft in Österreich
100 %
EVN Kavarna EOOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100 %
Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien
100 %
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
100 % 13 %
Verbund-Innkraftwerke Deutschland GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
100 %
EVN Projektmanagement GmbH
50 % Devoll Hydropower SHA Stromerzeugung aus Wasserkraft in Albanien
49,99 % Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH Holding iZm mit Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien
70 % Hydro Power Company Gorna Arda AD Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bulgarien
Energiehandel und -vertrieb 100 % EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Gasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
100 % EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Gas, KWK- und Biogas-Wärme sowie solarer Energie
49 % Fernwärme St. Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
45 % ENERGIEALLIANZ Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz-Partner
100 %
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100 %
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Strom- und Gasvetrieb in Österreich
100 %
EAA Erdgas Mobil GmbH Errichtung von Erdgastankstellen
45 % e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz-Partner für Energiehandel und -aufbringung
16,5 % EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz-Gaspartner mit OMV, EGBV
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen
50 %
Allplan Gesellschaft m.b.H. Haus-, Energie- und Umwelttechnik Planung und Beratung im Energie- und
Umweltbereich
Netzinfrastruktur Inland 100 % EVN Netz GmbH Betrieb von Strom- und Gasnetzen
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1) Technische Dienstleistungen
100 %
kabelplus AG Kabel-TV- und Internetdienste
100 %
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
100 %
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
Energieversorgung
Südosteuropa 100 % EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
100 %
100 %
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD Stromversorgung in Bulgarien
EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel in Bulgarien
100 %
EVN Energy Trading d.o.o. Belgrad, Serbien Stromhandel
100 %
EVN Energy Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien Stromhandel
100 % EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmegesellschaft in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft in Bulgarien
90 % EVN Macedonia AD Betrieb von Stromnetzen und Stromversorgung in Mazedonien
100 % EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft in Mazedonien
100 % EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Gasverteilnetzen in Kroatien
Umwelt 100 % evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100 % EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
100 %
WTE Wassertechnik GmbH, Essen Deutschland Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung
sowie Umweltprojekte in 18 Ländern2)
100 %
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100 %
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau
100 %
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
100 %
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 12,6 % Verbund AG3) Stromproduktion, -handel und -transport
100 % EVN WEEV Beteiligungs GmbH
50 %
WEEV Beteiligungs GmbH
73,6 % Burgenland Holding Aktiengesellschaft
49 %
Energie Burgenland AG Strom- und Gasversorgung
50,03 % RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
100 %
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.1) Technische Dienstleistungen
100 %
EVN Business Service GmbH
100 % EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finance Service B.V., Amsterdam, Niederlande Konzernfinanzierung

Stand: 30. September 2012. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment Umwelt sind nur die wesentlichen Beteiligungen der Ebenen 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte R 138-Fonds wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsausmaße in %

1) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.

3) Die Verbund AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen Unternehmen. Die direkte Beteiligung der EVN an der Verbund AG beträgt 11,5 % und der indirekt gehaltene Anteil über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH und WEEV Beteiligungs GmbH beträgt 1,1 %.

Segmentberichterstattung

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Das Energiegeschäft beinhaltet aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Kroatien. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, dem Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio aus Strom, Gas und Wärme wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft umfasst die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in 18 Ländern.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie
Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und
Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen
Veränderung
Energiewirtschaftliche Kennzahlen der EVN GWh 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
Stromerzeugung 3.284 3.332 –49 –1,5 3.653
Wärmekraftwerke1) 1.781 2.151 –370 –17,2 2.352
Erneuerbare Energie 2) 1.503 1.181 322 27,2 1.300
Netzabsatz
Strom 21.619 21.150 469 2,2 20.766
Gas3) 15.435 16.415 –980 –6,0 18.525
Energieverkauf an Endkunden
Strom 21.241 20.403 838 4,1 20.101
davon Mittel- und Westeuropa4) 7.427 7.143 284 4,0 7.017
davon Südosteuropa 13.814 13.260 554 4,2 13.084
Gas 6.166 6.475 –309 –4,8 6.738
Wärme 1.923 1.911 12 0,6 1.821
davon Mittel- und Westeuropa4) 1.682 1.678 4 0,2 1.569
davon Südosteuropa 241 233 8 3,4 253

1) Beinhaltet auch Cogeneration in Bulgarien im Segment Energieversorgung Südosteuropa und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

2) Umfasst auch die Bio-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb, Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien im Segment Energieversorgung Südosteuropa sowie ein Blockheizkraftwerk am Standort Kurjanovo, Moskau, im Segment Umwelt. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

3) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

4) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Erzeugung

Das Segment Erzeugung umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich, Deutschland und Bulgarien sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Österreich, Deutschland, Bulgarien und Albanien.

Die Umsätze des Segments beinhalten konzerninterne Umsätze und Außenumsätze, die vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbarer Energie aus Windkraft resultieren. Für den konzerninternen Umsatz wird bei der Stromerzeugung der Bezugsrechte aus Donau- und Innkraftwerken der Marktpreis abgebildet. Für die thermische Erzeugung der EVN AG sowie für die Speicherkraftwerke wird der Optionswert dargestellt. Der Optionswert spiegelt im Wesentlichen die ermittelte Differenz zwischen den Forwardpreisen für Strom und Brennstoffkosten wider. Die Vermarktung des erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden hingegen im Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst.

Das Beteiligungsergebnis umfasst im Wesentlichen die Ergebnisbeiträge der Kraftwerke bzw. Kraftwerksprojekte Duisburg-Walsum, Verbund-Innkraftwerke sowie Ashta und Devoll.

Highlights 2011/12

  • Negative Spreads für Gaskraftwerke
  • Leistungsabrufe der deutschen Bundesnetzagentur
  • Anstieg der Erzeugung aus erneuerbarer Energie:
  • Inbetriebnahme neuer Windparks
  • Gutes Wasser- und Winddargebot
  • Wertminderungen:
  • Biomasse-Versuchsanlage, Dürnrohr
  • Windpark Kavarna, Bulgarien

Entwicklung der Erzeugung

Im Geschäftsjahr 2011/12 reduzierte die EVN die Stromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 197 GWh bzw. 6,6 % auf 2.803 GWh. Dies ist insbesonders auf den Rückgang der Produktion aus eigenen Wärmekraftwerken um 525 GWh bzw. 26,3 % auf 1.473 GWh, aufgrund des geringeren Einsatzes der Gaskraftwerke und des Kraftwerks Dürnrohr, zurückzuführen. Die Erzeugung aus erneuerbarer Energie konnte hingegen um 329 GWh bzw. 32,8 % auf 1.331 GWh gesteigert werden. Geprägt wurde diese Entwicklung zum einen durch die Inbetriebnahme der neuen Windparks Markgrafneusiedl, Tattendorf und Glinzendorf sowie den Erwerb des Windparks Pöttelsdorf. Zum anderen wirkte sich das gute Wasser- und Winddargebot positiv

Veränderung
Kennzahlen – Erzeugung 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 2.803 3.000 –197 –6,6 3.303
davon Wärmekraftwerke 1.473 1.998 –525 –26,3 2.185
davon erneuerbare Energie 1.331 1.002 329 32,8 1.118
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 40,3 24,1 16,2 67,5 25,6
Innenumsatz 94,8 73,0 21,8 29,8 93,0
Gesamtumsatz 135,1 97,1 38,0 39,2 118,6
Operativer Aufwand –77,0 –65,0 –12,0 –18,5 –66,2
EBITDA 58,0 32,1 26,0 81,0 52,5
Abschreibungen –44,5 –35,7 –8,8 –24,8 –34,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 13,5 –3,6 17,1 18,5
Finanzergebnis –10,2 –32,9 22,8 69,2 –7,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 3,3 –36,5 39,9 11,4
Gesamtvermögen 820,5 745,9 74,7 10,0 458,0
Gesamtschulden 538,4 484,7 53,6 11,1 258,5
Investitionen1) 16,0 70,8 –54,8 –77,4 48,9

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

auf die Erzeugungsmengen aus; der Erzeugungskoeffizient der Lauf-Wasserkraftwerke lag bei 106 % (Vorjahr: 92 %), jener der Windkraftanlagen bei 101 % (Vorjahr: 94 %).

In der Berichtsperiode wurden auf Konzernebene 15,5 % (Vorjahr: 16,3 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt. Ohne Berücksichtigung des Energieverkaufs im Segment Energieversorgung Südosteuropa beläuft sich der Deckungsgrad auf 44,2 % (Vorjahr: 46,7 %). Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion auf Konzernebene lag im Geschäftsjahr 2011/12 bei rund 46 % nach 35 % im Vorjahr.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments Erzeugung konnten im Geschäftsjahr 2011/12 vor allem aufgrund des deutlichen Anstiegs der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie um 38,0 Mio. Euro bzw. 39,2 % auf 135,1 Mio. Euro gesteigert werden. Positiv auf den Optionswert der Kraftwerke und somit auf deren Umsatzerlöse wirkten sich zudem die Leistungsabrufe der deutschen Bundesnetzagentur zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum sowie die Gaspreisrevision zwischen Gazprom und EconGas aus. Dem standen ein Rückgang der Produktion aus eigenen Wärmekraftwerken und die im Zeitraum der Berechnung des Optionswerts der Kraftwerke vorherrschenden rückläufigen Marktpreise gegenüber.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode vor allem aufgrund des Strombezugs aus den Innkraftwerken und der Inbetriebnahme der Windparks um 12,0 Mio. Euro bzw. 18,5 % auf 77,0 Mio. Euro. Das EBITDA lag mit 58,0 Mio. Euro um 26,0 Mio. Euro bzw. 81,0 % über dem Vorjahreswert. Bei der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr wurde aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen eine Wertminderung in Höhe von 8,0 Mio. Euro verbucht. Zudem wurden beim Windpark Kavarna, Bulgarien, infolge einer nachteiligen Tarifentscheidung per 1. Juli 2012 sowie Unsicherheiten beim Netzzugang für weitere Anlagen, 9,8 Mio. Euro abgeschrieben. Das EBIT lag mit 13,5 Mio. Euro um 17,1 Mio. Euro über dem Vorjahr, wobei in der Vergleichsperiode ebenfalls Einmaleffekte aus Zu- und Abschreibungen im Kraftwerksbereich per saldo in Höhe von –9,4 Mio. Euro enthalten waren.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr 2011/12 um 22,8 Mio. Euro bzw. 69,2 % auf –10,2 Mio. Euro. Dies ist vor allem auf ein im Vergleich zum Vorjahr höheres Beteiligungsergebnis aufgrund der im Vorjahr enthaltenen Wertminderung im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta, Albanien, in Höhe von 23,1 Mio. Euro zurückzuführen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit 3,3 Mio. Euro um 39,9 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau.

Investitionen

Das Investitionsvolumen wurde im Geschäftsjahr 2011/12 im Vergleich zum hohen Vorjahresniveau um 54,8 Mio. Euro bzw. 77,4 % verringert. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeiten stand weiterhin der Ausbau der Windkraftkapazitäten: Neben der Errichtung des Windparks Tattendorf, der seit November 2011 mit acht Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von 16 MW rund 10.000 Haushalte versorgt, und der Erweiterung des Windparks Markgrafneusiedl um eine Leistungskapazität in Höhe von 2 MW wurde der bestehende Windpark Pöttelsdorf mit einer Gesamtleistung von 9,2 MW erworben. Weiters konnten Ende Juni 2012 acht Anlagen des Windparks Kavarna, Bulgarien, mit einer Gesamtkapazität von 16 MW in Betrieb genommen werden.

Ausblick

Der Geschäftserfolg im Segment Erzeugung wird auch im Geschäftsjahr 2012/13 von den außerordentlich ungünstigen Marktbedingungen für thermische Kraftwerke geprägt sein. Es werden nach wie vor niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet. Der Entfall der CO2 -Gratiszertifikate ab 1. Jänner 2013 wird zu einer weiteren Verschärfung der Kostensituation führen. Daher wird mit keinem Einsatz der im Geschäftsjahr 2010/11 voll abgeschriebenen thermischen Gaskraftwerke Korneuburg und Theiss gerechnet, abgesehen von möglichen Leistungsabrufen der deutschen Netzagentur zur Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum. Der Beitrag aus erneuerbarer Energie sollte aufgrund neuer Kapazitäten steigen. In Summe wird im Segment Erzeugung ein Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst den Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden vorwiegend am österreichischen Heimmarkt und auf Großhandelsmärkten, die Beschaffung von Strom, Gas und anderen Primärenergieträgern sowie Wärmeproduktion und -verkauf. Im Juli 2012 erfolgte der Verkauf und damit die Entkonsolidierung der Tochtergesellschaft first facility GmbH.

Die konzerninternen Umsätze umfassen im Wesentlichen den Verkauf von Strom an das Segment Netzinfrastruktur Inland zur Abdeckung der Netzverluste.

Das Beteiligungsergebnis besteht im Wesentlichen aus dem Ergebnisbeitrag der EconGas sowie aus der Ausschüttung der e&t und den Ergebnisbeiträgen der Fernwärme St. Pölten und Steyr.

Highlights 2011/12

  • Stromabsatz über dem Vorjahresniveau
  • Ausweitung der Tätigkeit der EnergieAllianz (EAA)
  • Gasabsatz unter dem Vorjahr
  • Wärmere Temperaturen
  • Reduzierter Einsatz der eigenen Wärmekraftwerke
  • Wärmeabsatz: auf Vorjahresniveau
  • Dotierung von Rückstellungen für drohende Verluste aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion
  • Anpassung des Endkundenpreises für Gas – Erhöhung per 1. Oktober 2011
    • Weitergabe reduzierter Gasbeschaffungskosten als Bonuszahlung an Endkunden
    • Weitergabe der geringeren Ökostrom-Mehrkosten an Endkunden

Entwicklung des Energieverkaufs an Endkunden

Im Geschäftsjahr 2011/12 war der Energieverkauf an Endkunden unterschiedlich ausgeprägt: Während sich der Stromverkauf aufgrund höherer Absatzmengen der EAA außerhalb des Versorgungsgebiets der EVN um 284 GWh bzw. 4,0 % auf 7.427 GWh erhöhte, ging der Gasabsatz vor allem infolge der wärmeren Witterung um 309 GWh bzw. 4,8 % auf 6.166 GWh zurück. Der Wärmeverkauf lag mit 1.682 GWh nahezu auf Vorjahresniveau.

Veränderung
Kennzahlen – Energiehandel und -vertrieb 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Energieverkauf an Endkunden
Strom 7.427 7.143 284 4,0 7.017
Gas 6.166 6.475 –309 –4,8 6.738
Wärme 1.682 1.678 4 0,3 1.569
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 1.082,2 1.113,5 –31,3 –2,8 1.139,3
Innenumsatz 46,3 50,8 –4,5 –8,9 47,9
Gesamtumsatz 1.128,5 1.164,3 –35,8 –3,1 1.187,2
Operativer Aufwand –1.095,5 –1.060,4 –35,2 –3,3 –1.130,0
EBITDA 33,0 103,9 –71,0 –68,3 57,3
Abschreibungen –16,4 –15,1 –1,3 –8,3 –13,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 16,6 88,8 –72,2 –81,3 43,4
Finanzergebnis –5,9 1,8 –7,8 8,0
Ergebnis vor Ertragsteuern 10,7 90,6 –80,0 –88,2 51,4
Gesamtvermögen 624,9 634,1 –9,3 –1,5 665,0
Gesamtschulden 413,5 363,9 49,6 13,6 367,8
Investitionen1) 30,1 25,3 4,9 19,3 21,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.128,5 Mio. Euro um 35,8 Mio. Euro bzw. 3,1 % unter dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist vor allem auf Rückgänge in der Vermarktung der Stromproduktion aus eigenen Wärmekraftwerken wegen deutlich geringerer Erzeugungsmengen und auf die Weitergabe reduzierter Gasbeschaffungskosten in Form einer Bonuszahlung an Endkunden sowie die Weitergabe der geringeren Ökostrom-Mehrkosten in Form von Strompreissenkungen zurückzuführen. Positiv wirkten sich hingegen die Leistungsabrufe der deutschen Bundesnetzagentur, die Erhöhung der Endkundenpreise im Gasbereich per 1. April bzw. 1. Oktober 2011 um 8,9 % bzw. 3,6 %, die Preisanpassungen im Wärmebereich sowie höhere Absatzmengen in Deutschland aus.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Im Geschäftsjahr 2011/12 lagen die operativen Aufwendungen mit 1.095,5 Mio. Euro um 35,2 Mio. Euro bzw. 3,3 % über dem Vorjahr. Neben gestiegenen Beschaffungskosten für Strom aufgrund größerer Absatzmengen ist diese Entwicklung auch auf höhere Beschaffungspreise für Gas zurückzuführen, die trotz der Gaspreisrevision zwischen Gazprom und EconGas zu verzeichnen waren. Der deutliche Rückgang der Gasbezugsmengen, der aus dem reduzierten Einsatz der eigenen Wärmekraftwerke und dem temperaturbedingten Nachfragerückgang resultierte, konnte diese Entwicklung nicht kompensieren. Erhöhend wirkten sich die aufgrund nachhaltig geänderter Rahmenbedingungen im Strommarkt dotierten Rückstellungen für drohende Verluste aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion, insbesondere zum Kraftwerksprojekt Duisburg-Walsum, aus. Die Beendigung des Kooperationsvertrags mit BEGAS hatte hingegen einen positiven Effekt auf das Ergebnis. Das EBITDA lag mit 33,0 Mio. Euro um 71,0 Mio. Euro bzw. 68,3 % unter dem Vorjahreswert. Unter Berücksichtigung leicht gestiegener Abschreibungen lag das EBIT des Segments Energiehandel und -vertrieb mit 16,6 Mio. Euro um 72,2 Mio. Euro bzw. 81,3 % unter dem Vorjahresniveau.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis ging im Geschäftsjahr 2011/12 um 7,8 Mio. Euro auf –5,9 Mio. Euro zurück. Dies ist auf eine im Beteiligungsergebnis erfasste Wertminderung des Firmenwerts der EconGas in Höhe von 7,8 Mio. Euro zurückzuführen. Per saldo lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 10,7 Mio. Euro um 80,0 Mio. Euro bzw. 88,2 % unter dem Vorjahreswert.

Investitionen

Das Investitionsvolumen wurde in der Berichtsperiode um 4,9 Mio. Euro bzw. 19,3 % auf 30,1 Mio. Euro erhöht. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeiten lag im Wesentlichen auf dem weiteren Ausbau des Fernwärmeleitungsnetzes. Im Dezember 2011 eröffnete die EVN ein Biomasseheizwerk in Hagenbrunn und nahm die Bautätigkeiten zur Biomasseanlage in Amstetten auf. Die EVN eröffnete zudem im März 2012 ein Biomasseheizwerk für die Stadtgemeinde Langenlois und begann mit dem Bau der Biomasseanlage in Markt Piesting. Weiters wurden die beiden Biomasseheizwerke in Waidhofen und Aschbach übernommen. Insgesamt betreibt die EVN derzeit 63 Biomasseanlagen in Niederösterreich und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich.

Ausblick

Im Segment Energiehandel und -vertrieb werden Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden voraussichtlich in leicht rückläufigen Gasabsätzen und stabilen Stromabsätzen resultieren. Unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs sowie neuer Kapazitäten wird im Wärmebereich ein leichtes Absatzplus im Vergleich zum relativ milden Vorjahr 2011/12 erwartet. Die Senkung der Endkundenpreise für Strom per 1. Jänner und 1. Juli 2012, die niedrigeren Vermarktungserlöse angesichts der niedrigeren Strommarktpreise, der Entfall der Vermarktung des Überschussgases sowie der Wegfall der Umsätze der entkonsolidierten first facility lassen einen niedrigeren Umsatz erwarten. Vor allem aufgrund der niedrigeren Beschaffungspreise für Strom an den europäischen Strommärkten sowie der in der Berichtsperiode gebildeten hohen Rückstellungen für drohende Verluste aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion und trotz der höheren Gasbezugspreise wird von einem auf dem Vorjahr liegenden Ergebnis ausgegangen.

Netzinfrastruktur Inland

Das Segment Netzinfrastruktur Inland umfasst den Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland. Die bisher vollkonsolidierte B.net Burgenland Telekom GmbH wurde per 15. Februar 2012 rückwirkend per 30. September 2011 mit der Kabelsignal AG verschmolzen, die in weiterer Folge in kabelplus AG umbenannt wurde.

Das Segment erbringt zudem Konzerndienstleistungen – vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten –, die als konzerninterne Umsätze abgebildet werden.

Highlights 2011/12

Stromnetzabsatz: stabil

  • Gasnetzabsatz: rückläufig
  • Reduzierter Einsatz der EVN Wärmekraftwerke
  • Wärmere Temperaturen
  • Anpassung der Netztarife per 1. Jänner 2012
  • Strom: auf Vorjahresniveau
  • Gas: –1,9 %
Veränderung
Kennzahlen – Netzinfrastruktur Inland 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Netzabsatz
Strom 7.782 7.754 28 0,4 7.576
Gas 15.435 16.415 –980 –6,0 18.525
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 438,2 423,5 14,6 3,5 428,9
Innenumsatz 64,7 55,2 9,5 17,2 60,0
Gesamtumsatz 502,9 478,8 24,1 5,0 488,9
Operativer Aufwand1) –312,0 –287,5 –24,5 –8,5 –297,5
EBITDA1) 190,8 191,3 –0,4 –0,2 191,4
Abschreibungen –100,1 –98,8 –1,3 –1,3 –96,8
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 90,7 92,5 –1,7 –1,9 94,6
Finanzergebnis –9,1 –11,1 2,0 18,3 –13,2
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 81,6 81,3 0,3 0,4 81,5
Gesamtvermögen 1.698,4 1.673,2 25,2 1,5 1.620,7
Gesamtschulden1) 1.215,4 1.148,4 65,8 5,7 1.093,4
Investitionen2) 144,8 160,9 –16,1 –10,0 156,5

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Das Beteiligungsergebnis beinhaltet vor allem die Ausschüttung des R 138-Fonds an die EVN Netz GmbH.

Entwicklung des Netzabsatzes

Im Strom- und Gasbereich werden im Zuge der Anreizregulierung die Netztarife jeweils per 1. Jänner durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst: Per 1. Jänner 2012 wurden die Gasnetztarife um durchschnittlich 1,9 % gesenkt (1. Jänner 2011: Erhöhung um 10,6 %). Die Stromnetztarife blieben auf Vorjahresniveau (1. Jänner 2011: Erhöhung um 1,0 %). Die Entwicklung der Netzabsatzmengen zeigte sich im Geschäftsjahr 2011/12 differenziert: Während der Stromnetzabsatz mit 7.782 GWh nahezu auf Vorjahresniveau lag, sank der Gasnetzabsatz im Wesentlichen aufgrund des geringen Einsatzes der EVN Wärmekraftwerke sowie der im Vergleich zum Vorjahr wärmeren Witterung um 980 GWh bzw. 6,0 % auf 15.435 GWh.

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2011/12 konnte ein Anstieg der Umsatzerlöse um 24,1 Mio. Euro bzw. 5,0 % auf 502,9 Mio. Euro verzeichnet werden. Dies ist vor allem auf eine im Vorjahr durchgeführte geänderte Darstellung bei nicht abgerechneten Kundenaufträgen zurückzuführen. Weiters wurde erstmals entsprechend dem § 71 GWG ein Aktivposten in Form des Regulierungskontos Gas in Höhe von 5,5 Mio. Euro angesetzt. Details hierzu siehe Anhangsangabe 37. Übrige langfristige Vermögenswerte auf Seite 138. Die Strom- und Gasnetzerlöse lagen in der Berichtsperiode mit 385,8 Mio. Euro um 1,7 Mio. Euro bzw. 0,4 % leicht über dem Vorjahresniveau.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand stieg in der Berichtsperiode um 24,5 Mio. Euro bzw. 8,5 % auf 312,0 Mio. Euro. Dies ist vor allem durch die oben beschriebene geänderte Darstellung der nicht abgerechneten Kundenaufträge sowie den höheren Personalaufwand bedingt. Per saldo lag somit das EBITDA mit 190,8 Mio. Euro um 0,4 Mio. Euro bzw. 0,2 % nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Der Abschreibungsaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2011/12 um 1,3 Mio. Euro bzw. 1,3 % auf 100,1 Mio. Euro. Diese Entwicklungen führten zu einem Rückgang des EBIT um 1,7 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 90,7 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund eines höheren Beteiligungsergebnisses um 2,0 Mio. Euro bzw. 18,3 % auf –9,1 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag in der Berichtsperiode mit 81,6 Mio. Euro um 0,3 Mio. Euro bzw. 0,4 % leicht über dem Vorjahreswert.

Investitionen

Das Investitionsvolumen wurde im Geschäftsjahr 2011/12 um 16,1 Mio. Euro bzw. 10,0 % auf 144,8 Mio. Euro reduziert. Im Fokus der Investitionstätigkeiten stand weiterhin der Bau der 143 km langen Gastransportleitung Westschiene.

Ausblick

Im Segment Netzinfrastruktur wird für das Geschäftsjahr 2012/13 mit etwas höheren Stromabsätzen im Industriebereich und, trotz der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs, mit leicht rückläufigen Gasabsätzen bei Endkunden infolge von Energieeffizienzmaßnahmen gerechnet. Sinkende Absätze im Gasnetzbereich und rückgängige durchschnittliche Erlöse im Stromnetzbereich aufgrund der Tarifänderungen in der neuen Regulierungsperiode per 1. Jänner 2013 lassen trotz einer steigenden Umsatzentwicklung im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich einen leicht sinkenden Segmentumsatz im Geschäftsjahr 2012/13 erwarten. Trotz interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen wird zum Teil aufgrund höherer Investitionen mit einem Ergebnis unter dem Vorjahresniveau gerechnet.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien, der Gasverkauf an Endkunden in Kroatien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst.

Highlights 2011/12

  • Temperaturbedingt höhere Absatzmengen
  • Tarifänderung der Endkundenpreise in Bulgarien per 1. Juli 2012:
  • Strom: +13,9 %
  • Wärme: –20,6 %
  • Tarifänderung der Endkundenpreise in Mazedonien
    1. Jänner 2012: Strom +7,8 %
  • (EVN Macedonia: +4,8 %)
    1. August 2012: Strom +9,8 %
  • (EVN Macedonia: +6,1 %)

Energiewirtschaftliche Entwicklung

In Bulgarien hat der Regulator per 1. Juli 2012 die Endkundenpreise für Strom um 13,9 % angehoben (1. Juli 2011: Erhöhung um 1,9 %). Die Preise für bezogene Energie sowie die

Veränderung
Kennzahlen – Energieversorgung Südosteuropa 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 257 112 145 122
davon Wärmekraftwerke 235 86 149 95
davon erneuerbare Energie 22 26 –4 –15,7 27
Netzabsatz Strom1) 13.837 13.396 441 3,3 13.189
Wärmeverkauf an Endkunden 241 233 8 3,4 253
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 968,6 834,2 134,4 16,1 862,2
Innenumsatz 0,1 0,1 44,1
Gesamtumsatz 968,7 834,3 134,4 16,1 862,2
Operativer Aufwand –860,1 –747,4 –112,7 –15,1 –793,2
EBITDA 108,6 86,8 21,8 25,1 69,0
Abschreibungen –63,5 –77,1 13,6 17,7 –60,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 45,1 9,7 35,4 8,6
Finanzergebnis –27,4 –19,6 –7,9 –40,3 –19,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 17,7 –9,8 27,5 –10,5
Gesamtvermögen 1.250,0 1.140,1 110,0 9,6 1.089,7
Gesamtschulden 935,2 812,0 123,1 15,2 768,0
Investitionen2) 90,3 112,5 –22,2 –19,8 100,7

1) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators blieben in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zusätzlich wurde per 1. Juli 2012 eine Reduktion der Endkundenpreise für Wärme um 20,6 % verordnet (1. April 2012: Erhöhung um 6,8 %). Der Gasbezugspreis stieg um 4,9 %. Darüber hinaus hat der Regulator in Bulgarien eine Änderung an der Methodologie zur Kompensation der Mehrkosten für Ökostrom und für Strom aus hocheffizienten Cogeneration-Anlagen mit Wirkung 1. Juli 2012 beschlossen. Die steigenden Absatzmengen aufgrund der großen Anzahl von neuen Anschlussverträgen mit Ökostrom-Erzeugern verursachen somit eine deutliche Erhöhung der Strombezugskosten der EVN Bulgaria EC.

In Mazedonien hat der Regulator nach der Preiserhöhung um 7,8 % per 1. Jänner 2012 (EVN Macedonia 4,8 %) neuerlich per 1. August 2012 eine Anhebung der Endkundenpreise um 9,8 % genehmigt (EVN Macedonia 6,1 %). Die Preiserhöhung dient primär der Abdeckung der zusätzlichen Beschaffungskosten für die ab 1. Oktober 2012 durch die EVN Macedonia durchzuführende Beschaffung des nicht durch mazedonische Erzeugungskapazitäten abgedeckten Energieverbrauchs am Großhandelsmarkt (bis dahin lag die Verantwortung dafür bei der staatlichen ELEM). Zusätzlich müssen die Netzverluste zur Gänze am Großhandelsmarkt beschafft werden (davor zum Teil zu regulierten Preisen).

Die Stromerzeugung der EVN in Südosteuropa stieg im Geschäftsjahr 2011/12 aufgrund der Stromerzeugung aus der neuen Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, seit Jänner 2012 deutlich um 145 GWh auf 257 GWh. In der Berichtsperiode nahmen der Stromnetzabsatz um 441 GWh bzw. 3,3 % auf 13.837 GWh und der Wärmeabsatz in Bulgarien um 8 GWh bzw. 3,4 % auf 241 GWh zu. Dies ist vor allem auf den historisch kältesten Winter in Bulgarien (die Heizgradsumme lag um 22,0 Prozentpunkte über dem Vorjahr) und die im Vorjahresvergleich deutlich kältere Witterung in Mazedonien (die Heizgradsumme lag um 19,6 Prozentpunkte über dem Vorjahr) zurückzuführen.

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2011/12 konnten die Umsatzerlöse um 134,4 Mio. Euro bzw. 16,1 % auf 968,7 Mio. Euro gesteigert werden. Diese Entwicklung ist vor allem mit den Preiserhöhungen in Bulgarien und Mazedonien sowie den temperaturbedingten höheren Absatzmengen, insbesondere im Bereich der Haushaltskunden, zu begründen.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand erhöhte sich in der Berichtsperiode um 112,7 Mio. Euro bzw. 15,1 % auf 860,1 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf höhere Beschaffungskosten – insbesondere

im Zusammenhang mit den Ökomehrkosten – sowie höhere Forderungsabschreibungen zurückzuführen. Per saldo lag das EBITDA mit 108,6 Mio. Euro um 21,8 Mio. Euro bzw. 25,1 % über dem Vorjahreswert. Der Abschreibungsaufwand ging in der Berichtsperiode um 13,6 Mio. Euro bzw. 17,7 % auf 63,5 Mio. Euro zurück. Dies ist vor allem mit der in der Vergleichsperiode enthaltenen Wertminderung in Höhe von 17,7 Mio. Euro im Zusammenhang mit der TEZ Plovdiv (vor allem Firmenwert und Kraftwerkstandort) zu begründen. Diese Entwicklungen führten in Summe zu einem deutlichen Anstieg des EBIT um 35,4 Mio. Euro auf 45,1 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern

Durch höhere Zinsaufwendungen für die Finanzierung der Kapitalaufstockung in Bulgarien fiel das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 um 7,9 Mio. Euro bzw. 40,3 % auf –27,4 Mio. Euro. Per saldo konnte das Ergebnis vor Ertragsteuern um 27,5 Mio. Euro von –9,8 Mio. Euro auf 17,7 Mio. Euro gesteigert werden.

Investitionen

Das Investitionsvolumen wurde im Geschäftsjahr 2011/12 um 22,2 Mio. Euro bzw. 19,8 % auf 90,3 Mio. Euro gesenkt. Der Rückgang erklärt sich durch das hohe Vorjahresniveau infolge des Baus der Cogeneration-Anlage in Plovdiv. Die Investitionsaktivitäten in der Berichtsperiode umfassten neben dem Ausbau der Netzinfrastrukturen und dem Austausch von Zählern, um die Versorgungssicherheit und -qualität zu verbessern und Netzverluste nachhaltig zu reduzieren, die Investitionen für die kroatische Erdgasversorgung.

Ausblick

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird unter der Annahme einer durchschnittlichen Temperaturentwicklung mit einem Umsatz- und Ergebnisanstieg gerechnet. Zu diesem Ergebnis sollten vor allem die unterjährig im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgten Anpassungen der Endkundenpreise, aber auch der planmäßig fortgesetzte Restrukturierungs- und Integrationsprozess, Effizienzsteigerungen sowie eine konsequente Reduktion der Netzverluste beitragen. Der Geschäftsverlauf wird jedoch primär von der notwendigen Umsetzung der Abgeltung der Auswirkung der Mehrkosten für Ökostrom in den Tarifen in Bulgarien sowie von der Auswirkung der gesetzlichen Änderung in Mazedonien ab 1. Oktober 2012 auf die Beschaffungskosten, wonach jene Energienachfrage, die nicht durch bestehende inländische Erzeugungskapazitäten abgedeckt werden kann, direkt durch EVN Macedonia am Großhandelsmarkt zugekauft werden muss, abhängen. Die Finanzierung dieser zusätzlichen Beschaffungskosten soll über die mit 1. August 2012 genehmigter Endkundenpreiserhöhung erfolgen.

Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung im Inland und das internationale Projektgeschäft in 18 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas.

Das Beteiligungsergebnis schließt im Wesentlichen die Ergebnisbeiträge der kroatischen ZOV/ZOV UIP ein.

Highlights 2011/12

  • Umsatzrückgang um 3,3 % auf 335,7 Mio. Euro
  • Anstieg des EBITDA und EBIT
  • Neue Aufträge in Prag, Serbien und Zypern und damit Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf 18 Länder
  • Fertigstellung von Projekten in Litauen, Polen, Rumänien, Russland und Zypern
  • Aktueller Auftragswert von 1,3 Mrd. Euro

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments Umwelt lagen mit 335,7 Mio. Euro um 11,3 Mio. Euro bzw. 3,3 % unter dem Vorjahresniveau. Bedingt war dieser Rückgang durch ein geringeres internationales Projektabwicklungsvolumen aufgrund von fertiggestellten Projekten, das durch eine positive Umsatzentwicklung bei der heimischen Wasserversorgung sowie bei der Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr nicht zur Gänze kompensiert werden konnte.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Im Vergleich zur Umsatzentwicklung verringerten sich die projektspezifischen Material- und Betriebsaufwendungen im internationalen Umweltgeschäft überproportional; ein deutlicher Rückgang der operativen Aufwendungen von 21,0 Mio. Euro bzw. 7,6 % auf 257,0 Mio. Euro war die Folge. Damit verbunden war eine Verbesserung des EBITDA um 9,7 Mio. Euro bzw. 14,1 % auf 78,7 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der um 1,2 Mio. Euro bzw. 4,6 % höheren Abschreibung verbesserte sich das operative Ergebnis um 8,5 Mio. Euro bzw. 19,9 % auf 51,5 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis lag mit 12,0 Mio. Euro um 0,2 Mio. Euro bzw. 1,7 % über dem Vorjahreswert. Die positive Entwicklung im sonstigen Finanzergebnis, das aus stichtagsbezogenen positiven Währungseffekten resultierte, konnte das geringere Zinsergebnis kompensieren. Innerhalb des Zinsergebnisses waren die rückläufigen Zinserträge aufgrund laufender Tilgung der Leasingforde-

Mio. EUR 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
314,9 329,8 –14,9 –4,5 268,7
20,8 17,1 3,7 21,3 16,7
335,7 346,9 –11,3 –3,3 285,4
–257,0 –278,0 21,0 7,6 –233,1
78,7 68,9 9,7 14,1 52,3
–27,2 –26,0 –1,2 –4,6 –24,3
51,5 42,9 8,5 19,9 28,0
12,0 11,8 0,2 1,7 18,5
63,5 54,8 8,7 16,0 46,5
1.472,4 1.450,1 22,4 1,5 1.345,2
1.054,0 1.077,6 –23,6 –2,2 1.004,5
22,7 48,3 –25,6 –53,0 68,6
Veränderung

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

rungen betreffend der Moskauer Großprojekte, welche sich in der Betriebsphase befinden, für den Rückgang verantwortlich. Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg um 8,7 Mio. Euro bzw. 16,0 % auf 63,5 Mio. Euro.

Investitionen

Die Investitionen wurden im Vergleich zum hohen Vorjahresniveau um 25,6 Mio. Euro bzw. 53,0 % auf 22,7 Mio. Euro gesenkt. Der Schwerpunkt lag in der Errichtung des Blockheizkraftwerks in Moskau auf dem Gelände der Großkläranlage Ljuberzy mit einer Kapazität von 13,5 MW sowie im Netzausbau der evn wasser.

Als neues Projekt konnte die EVN im Oktober 2011 als Generalunternehmer den Auftrag zur Planung, dem Umbau und der schlüsselfertigen Erweiterung einer Abwasseranlage in Prag gewinnen. Die Anlage wird mit einer Kapazität von 163.000 m3 pro Tag das Abwasser von 1,9 Millionen Einwohnern entsorgen. Das Investitionsvolumen von 250,0 Mio. Euro wird im Rahmen eines Konsortiums realisiert, wobei sich der Anteil der EVN auf 35,0 Mio. Euro beläuft. Nach der für 2014 geplanten Übergabe wird die EVN die Betriebsführung übernehmen.

Im April 2012 erhielt die EVN den Zuschlag zur Planung, Errichtung, Finanzierung und für den Betrieb einer Trinkwasseraufbereitungsanlage für die Stadtgemeinde Zrenjanin, Serbien. Die Anlage wird mit einer Investitionssumme von 25,3 Mio. Euro Trinkwasser für rund 86.000 Einwohner, das entspricht etwa 17.800 m³ pro Tag, zur Verfügung stellen. Nach einer dreijährigen Bauzeit wird die EVN die Betriebsführung für 15 Jahre übernehmen.

Im September 2012 bekam die EVN den Auftrag zum Umbau und zur Erweiterung der Kläranlage Larnaca auf Zypern auf eine Kapazität von 100.000 Einwohner bzw. 18.000 m³ pro Tag. Außerdem wird eine solare Klärschlammtrocknung installiert. Das mit Krediten der European Investment Bank finanzierte Projekt hat ein Volumen von 35,9 Mio. Euro und wird nach der schlüsselfertigen Errichtung zwölf Monate durch die EVN betrieben.

Neben der Akquisition bzw. dem Beginn der oben genannten Umweltprojekte gingen im Geschäftsjahr 2011/12 zahlreiche internationale Projekttätigkeiten in ihre letzte Phase oder wurden abgeschlossen. In Czajka-Warschau in Polen wurde die zweite Ausbaustufe der mit einer Kapazität von 2.100.000 EW größten Kläranlage Polens fertiggestellt. Der Bau des 13,5-MW-Blockheizkraftwerks bei der Großkläranlage Ljuberzy, Moskau, sowie die Erweiterung und Erneuerung von zwei Kläranlagen in den rumänischen Städten in Gherla und Huedin wurden im Berichtsjahr errichtet.

In Famagusta und Morphou auf Zypern wurden in der Berichtsperiode zwei Kläranlagen fertiggestellt. Die Betriebsführung der beiden im Jahr 2009 beauftragten Anlagen, die die Abwässer von 35.000 bzw. 10.750 Einwohnern entsorgen, wurde bereits während der Komplettierung der Außenanlagen begonnen. Die Reinigungsanlage Morphou wurde an den Kunden übergeben, in Famagusta läuft der planmäßige Probebetrieb. Die Inbetriebnahme einer weiteren Kläranlage auf Zypern in der Nähe von Nikosia wurde Mitte Oktober 2012 gestartet.

Die thermischen Klärschlammverwertungsanlagen mit einer Kapazität von 200.000 EW in Siauliai und von 225.000 m3 in Vilnius in Litauen wurden fertiggestellt. Während in Vilnius der einjährige Probebetrieb begann, ist die Anlage in Siauliai bereits dem Kunden zum Betrieb übergeben worden. Die Bautätigkeiten bei den Kläranlagen in Budva, Montenegro und Šentjernej in Slowenien schreiten planmäßig voran. Bei der thermischen Abfallverwertungsanlage in Moskau bereitet die EVN die Baugenehmigung vor.

In der heimischen Wasserwirtschaft wurde im November 2011 die Trinkwasser-Verbindungsleitung Marchfeld in Betrieb genommen. Die Gesamtkosten für die 5,5 km lange Leitung beliefen sich auf 0,9 Mio. Euro. Im Mai 2012 folgte die Inbetriebnahme der Trinkwasser-Verbindungsleitung Weinviertel-Waldviertel. Nach dreijähriger Bauzeit und Investitionen in Höhe von 6,0 Mio. Euro konnten die 40 km lange Leitung sowie ein Hochbehälter und zwei Drucksteigerungsanlagen in Betrieb genommen werden.

In der Berichtsperiode wurden von der EVN mehrere Trinkwasserortsnetze übernommen. Durch die Übernahmen der Ortswassernetze der Gemeinden Lanzendorf, Klein-Neusiedl, Neustift-Innermanzing und Drösing hat die EVN ihr Leitungsnetz um 51,9 km bzw. rund 2.000 Hausanschlüsse erweitert. Damit betreibt die EVN nunmehr 36 Ortswassernetze und versorgt rund 78.700 Einwohnerinnen und Einwohner direkt mit Trinkwasser. Insgesamt versorgt die EVN 669 Katastralgemeinden und damit mehr als 500.000 Einwohner in Niederösterreich mit Trinkwasser. Das Unternehmen ist der größte Wasserversorger Niederösterreichs und der zweitgrößte Österreichs.

Ausblick

Trotz des hohen Auftragswerts für internationale Projekte wird im Geschäftsjahr 2012/13 mit einem leichten Umsatz- und Ergebnisrückgang gerechnet. Diese Entwicklung ist auf die Fertigstellung einiger Projekte im Geschäftsjahr 2011/12 zurückzuführen.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Das Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Beteiligungen an RAG, Energie Burgenland AG und der Verbund AG. Am 5. Juli 2012 erfolgte die Firmenbucheintragung der Verschmelzung der BEGAS-Energie AG mit der Burgenländischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG). Die Unternehmen wurden rückwirkend zum 30. September 2011 verschmolzen und die BEWAG im September 2012 in Energie Burgenland AG unbenannt. Die EVN AG hält an der Energie Burgenland AG eine mittelbare Beteiligung über die Burgenland Holding Aktiengesellschaft, an der die EVN AG unmittelbar mit 73,63 % beteiligt ist. Zusätzlich sind in diesem Segment die zentralen Konzernfunktionen sowie Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts abgebildet, die vor allem interne Konzerndienstleistungen erbringen.

Highlights 2011/12

  • Anstieg des Beteiligungsergebnisses um 9,6 Mio. Euro auf 106,7 Mio. Euro
  • RAG: +13,1 Mio. Euro
  • Stabiler Ergebnisbeitrag der Verbund AG
  • Finanzergebnis mit 102,9 Mio. Euro um 8,5 Mio. Euro über Vorjahresniveau
Finanzkennzahlen – Strategische Beteiligungen Veränderung
und Sonstiges Mio. EUR 2011/12 2010/11 absolut in % 2009/10
Außenumsatz 2,3 4,0 –1,7 –42,0 27,4
Innenumsatz 63,5 59,4 4,1 6,9 64,0
Gesamtumsatz 65,8 63,4 2,4 3,8 91,4
Operativer Aufwand1) –74,9 –69,6 –5,3 –7,6 –95,4
EBITDA1) –9,1 –6,2 –2,9 –46,6 –4,1
Abschreibungen –1,7 –2,0 0,3 15,8 –1,8
Operatives Ergebnis (EBIT)1) –10,8 –8,2 –2,6 –31,5 –5,9
Finanzergebnis 102,9 94,4 8,5 9,0 97,7
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 92,1 86,2 5,9 6,9 91,9
Gesamtvermögen 2.718,8 2.761,3 –42,5 –1,5 2.854,2
Gesamtschulden1) 1.326,8 1.262,7 64,1 5,1 1.427,1
Investitionen2) 4,7 2,2 2,5 1,6

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Anhang Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS, Seite 110)

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Finanzergebnis – Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Mio. EUR 2011/12 2010/11 absolut Veränderung
in %
Beteiligungsergebnis
RAG1) 73,5 60,4 13,1 21,7 44,3
Energie Burgenland AG2) 1,9 9,4 –7,5 –79,8 –3,1
Andere Gesellschaften 0,6 0,8 –0,2 –23,7 0,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 76,0 70,6 5,4 7,7 41,3
Dividendenzahlungen 30,7 26,5 4,2 15,8 55,6
Verbund AG 22,1 22,1 50,1
Andere Gesellschaften 8,6 4,5 4,1 92,0 5,4
Wertminderungen 0,0*) –0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 30,7 26,5 4,2 15,8 55,2
Beteiligungsergebnis 106,7 97,1 9,6 9,9 96,5
Zinsergebnis –1,2 1,2 –2,4 2,7
Sonstiges Finanzergebnis –2,6 –3,8 1,2 31,9 –1,5
Finanzergebnis 102,9 94,4 8,5 9,0 97,7

1) Indirekt über RBG gehalten

2) 49,0 % an der Energie Burgenland AG (vormals BEWAG) werden indirekt über die Burgenland Holding Aktiengesellschaft gehalten.

*) Kleinbetrag

Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2011/12 verzeichneten die zentralen Konzernbereiche ein leichtes Umsatzplus. Der operative Aufwand stieg im Vergleich zum niedrigen Niveau des Vorjahres, womit in Summe ein Rückgang des EBITDA um 2,9 Mio. Euro bzw. 46,6 % auf –9,1 Mio. Euro zu verzeichnen war. Unter Berücksichtigung leicht niedriger Abschreibungen kam das EBIT mit –10,8 Mio. Euro um 2,6 Mio. Euro bzw. 31,5 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres zu liegen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Segments wird primär durch das Finanzergebnis beeinflusst, das sich im Geschäftsjahr 2011/12 wie folgt entwickelte:

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis lag mit 102,9 Mio. Euro um 8,5 Mio. Euro bzw. 9,0 % über dem Vorjahreswert. Hauptverantwortlich dafür war der Anstieg im Beteiligungsergebnis um 9,6 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf 106,7 Mio. Euro. Dieser ist sowohl auf die höheren Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen Unternehmen als auch auf den Anstieg der Ergebnisse anderer Beteiligungen zurückzuführen. Innerhalb der Position der at Equity einbezogenen Unternehmen kam es zu konträren Entwicklungen. Während RAG einen um 13,1 Mio. Euro höheren Ergebnisbeitrag lieferte, reduzierte sich der Beitrag der BEGAS – die in der Berichtsperiode in die Energie Burgenland AG verschmolzen wurde – im Vorjahresvergleich um 7,5 Mio. Euro.

Einem rückläufigen Zinsergebnis stand ein leichter Anstieg des sonstigen Finanzergebnisses in der Berichtsperiode gegenüber. Das Zinsergebnis verringerte sich per saldo trotz höherer Zinserträge aufgrund gestiegener Zinsaufwendungen um 2,4 Mio. Euro auf –1,2 Mio. Euro. Der Anstieg im sonstigen Finanzergebnis um 1,2 Mio. Euro auf –2,6 Mio. Euro resultiert vorwiegend aus Kurswertänderungen von Wertpapieren.

In Summe führten diese Entwicklungen zu einem Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 92,1 Mio. Euro, das damit um 5,9 Mio. Euro bzw. 6,9 % über dem Vorjahresniveau liegt.

Ausblick

Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird für das Geschäftsjahr 2012/13 von einem Ergebnisrückgang vor allem bei dem Beteiligungsunternehmen RAG ausgegangen. Des Weiteren ist das Ergebnis von der Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise und den Ergebnisbeiträgen der Verbund AG abhängig.

Konzernabschluss 2011/12

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 104
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 104
Konzern-Bilanz 105
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 106
Entwicklung der Konzern-Geldflussrechnung 107
Segmentberichterstattung 108
Konzernanhang 110 Grundsätze der Rechnungslegung
112 Konsolidierung
116 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
129 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
134 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
150 Sonstige Angaben
160 Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
und at Equity einbezogenen Unternehmen
Beteiligungen der EVN 161
Bestätigungsvermerk 166

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. EUR Erläuterung 2011/12 2010/11
Umsatzerlöse 25 2.846,5 2.729,2
Sonstige betriebliche Erträge 26 81,3 101,6
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen 27 –1.980,5 –1.879,7
Personalaufwand1) 28 –329,1 –319,8
Abschreibungen 29 –251,3 –252,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30 –160,1 –156,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 206,7 222,2
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 87,0 62,9
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 24,3 26,6
Zinserträge 30,9 37,6
Zinsaufwendungen –87,9 –78,8
Sonstiges Finanzergebnis –1,3 –6,5
Finanzergebnis 31 53,0 41,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 259,7 263,9
Ertragsteuern1) 32 –25,9 –28,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 233,8 235,2
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 194,9 192,3
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 38,9 42,9
Ergebnis je Aktie in EUR2) 33 1,09 1,08
Dividende je Aktie in EUR 0,423) 0,41

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

2) Verwässert ist gleich unverwässert

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2011/12 2010/11
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 2) 233,8 235,2
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen 8,9 –2,0
Marktbewertung von anderen Beteiligungen –223,5 –185,5
Cash Flow Hedges –5,3 –7,1
Neubewertungen IAS 191) –40,2 –17,0
at Equity einbezogenen Unternehmen –26,1 –13,3
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
vor Ertragsteuern –286,2 –224,9
darauf entfallende Ertragsteuern1) 3) 67,3 52,4
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
nach Ertragsteuern –218,9 –172,5
Gesamtergebnis der Periode 14,9 62,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –24,0 20,5
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 38,9 42,2

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

2) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von Euro 0,42 pro Aktie vorgeschlagen.

3) Die Ertragsteuern verteilen sich wie folgt auf die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse: Marktbewertung von anderen Beteiligungen: 55,9 Mio. Euro (Vorjahr: 46,4 Mio. Euro), Cash Flow Hedges: 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro), Neubewertungen IAS 19: 10,2 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro).

Konzern-Bilanz

Mio. EUR Erläuterung 30.09.2012 30.09.2011
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 34 403,1 410,5
Sachanlagen 35 3.009,2 2.938,9
At Equity einbezogene Unternehmen 36 1.048,7 992,1
Sonstige Beteiligungen 36 668,7 892,4
Aktive latente Steuern 48 25,9 9,7
Übrige Vermögenswerte 37 898,3 839,3
6.053,9 6.083,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 38 106,1 106,3
Forderungen 39 537,6 479,7
Wertpapiere 40 3,4 57,9
Liquide Mittel 57 162,1 143,4
809,3 787,4
Summe Aktiva 6.863,2 6.870,4
Passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital und Rücklagen der Aktionäre der EVN AG1) 41–45 2.768,3 2.804,1
Nicht beherrschende Anteile 46 245,4 361,7
3.013,7 3.165,8
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 47 1.933,3 1.591,3
Latente Steuerverbindlichkeiten1) 48 119,2 173,6
Langfristige Rückstellungen1) 49 490,7 450,4
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 50 469,5 437,9
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 51 49,9 68,9
3.062,6 2.722,2
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 52 49,4 311,6
Steuerverbindlichkeiten 53 87,0 82,6
Lieferantenverbindlichkeiten 54 384,4 368,0
Kurzfristige Rückstellungen 55 84,9 80,8
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 56 181,3 139,4
786,9 982,4
Summe Passiva 6.863,2 6.870,4

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
Unter
schiedsbetrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Gezeichnetes
Kapital und
Rücklagen der
Aktionäre der
EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2010 300,0 108,3 1.808,0 473,8 –3,5 –7,0 2.679,5 345,7 3.025,3
Gesamtergebnis der Periode 192,3 –169,9 –2,0 20,5 42,2 62,7
Kapitaleinzahlung 30,0 145,5 175,5 175,5
Dividende 2009/10 –71,8 –71,8 –33,7 –105,4
Verkauf eigener Anteile –0,2 1,0 0,8 0,8
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–0,4 –0,4 7,4 7,0
Stand 30.09.20111) 330,0 253,5 1.928,1 304,0 –5,5 –6,0 2.804,1 361,7 3.165,8
Gesamtergebnis der Periode 194,9 –227,8 8,9 –24 38,9 14,9
Anteilserwerbe bei
vollkonsolidierten Gesellschaften
69,6 69,6 –118,9 –49,3
Kapitalerhöhung 3,0 3,0
Dividende 2010/11 –73,6 –73,6 –38,4 –112,0
Verkauf eigener Anteile –0,2 –4,8 –5,0 –5,0
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–2,9 –2,9 –0,9 –3,8
Stand 30.09.2012 330,0 253,5 2.116,2 76,2 3,4 –10,7 2.768,3 245,4 3.013,7

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Konzern-Geldflussrechnung

Mio. EUR Erläuterung 2011/12 2010/11
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 259,7 263,9
+ Abschreibungen /– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 29 251,3 252,8
+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen 36 7,1 12,3
– Gewinne /+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen –0,4 0,5
– /+ Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis 0,1 –2,8
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 26 –35,9 –32,1
– Gewinne /+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs 57 –1,9 0,1
+ Zunahme /– Abnahme von langfristigen Rückstellungen1) 49 0,4 –16,5
Cash Flow aus dem Ergebnis 480,3 478,1
+ Abnahme /– Zunahme der Vorräte und Forderungen –53,5 64,8
+ Zunahme /– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen 5,5 –39,9
+ Zunahme /– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten 57,6 53,4
– Zahlungen für Ertragsteuern –28,9 –34,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 461,0 522,0
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 57 10,4 5,5
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 66,6 72,2
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 77,2 48,7
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere 443,9 415,5
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe 4 –3,2 –24,6
+ Nettoeinzahlung aus Unternehmensverkäufen 3,7
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –309,6 –395,8
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –232,8 –382,0
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere –390,1 –251,0
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –333,9 –511,6
+ Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen /Kapitalerhöhung 3,0 175,5
– Auszahlungen für Anteilsaufstockungen von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Unternehmen –49,3
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG 43 –73,6 –71,8
– Gewinnausschüttung nicht beherrschende Anteile 57 –38,4 –33,7
– Erwerb /+ Verkauf eigener Anteile –4,2 0,8
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 400,6 24,6
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –343,8 –82,3
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich –105,6 13,1
Cash Flow gesamt 21,5 23,5
Fondsveränderungen 57
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 112,6 89,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 134,1 112,6
Cash Flow gesamt 21,5 23,5

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Segmentberichterstattung

Mio. EUR Erzeugung Netzinfrastruktur
Inland
Energiehandel und
-vertrieb
Energieversorgung
Südosteuropa
2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Außenumsatz 40,3 24,1 438,2 423,5 1.082,2 1.113,5 968,6 834,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 94,8 73,0 64,7 55,2 46,3 50,8 0,1 0,1
Gesamtumsatz 135,1 97,1 502,9 478,8 1.128,5 1.164,3 968,7 834,3
Operativer Aufwand1) –77,0 –65,0 –312,0 –287,5 –1.095,5 –1.060,4 –860,1 –747,4
EBITDA1) 58,0 32,1 190,8 191,3 33,0 103,9 108,6 86,8
Abschreibungen –44,5 –35,7 –100,1 –98,8 –16,4 –15,1 –63,5 –77,1
davon Wertminderungen –17,7 –40,6 –0,6 –1,7 –1,3 –2,5 –17,7
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 13,5 –3,6 90,7 92,5 16,6 88,8 45,1 9,7
EBIT-Marge (%)1) 10,0 –3,7 18,0 19,3 1,5 7,6 4,7 1,2
Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen
2,7 –24,0 1,1 –4,2 4,4
Zinsergebnis –13,5 –9,5 –11,6 –11,3 –2,3 –3,2 –27,5 –18,2
Finanzergebnis –10,2 –32,9 – 9,1 –11,1 –5,9 1,8 –27,4 –19,6
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 3,3 –36,5 81,6 81,3 10,7 90,6 17,7 – 9,8
Firmenwerte 0,0 1,8 1,8 5,4 2,5 161,4 161,3
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen
372,9 297,2 45,7 49,7
Gesamtvermögen 820,5 745,9 1.698,4 1.673,2 624,9 634,1 1.250,0 1.140,1
Gesamtschulden1) 538,4 484,7 1.214,2 1.148,4 413,5 363,9 935,2 812,0
Investitionen2) 16,0 70,8 144,8 160,9 30,1 25,3 90,3 112,5
Umwelt Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Konsolidierung Summe
2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11
Außenumsatz 314,9 329,8 2,3 4,0 2.846,5 2.729,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 20,8 17,1 63,5 59,4 –290,2 –255,6
Gesamtumsatz 335,7 346,9 65,8 63,4 –290,2 –255,6 2.846,5 2.729,2
Operativer Aufwand1) –257,0 –278,0 –74,9 –69,6 288,2 253,7 –2.388,5 –2.254,2
EBITDA1) 78,7 68,9 –9,1 –6,2 –2,0 –1,9 458,0 474,9
Abschreibungen –27,2 –26,0 –1,7 –2,0 2,0 1,9 –251,3 –252,8
davon Wertminderungen –0,7 –0,6 –0,1 –23,3 –60,3
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT)1) 51,5 42,9 –10,8 –8,2 206,7 222,2
EBIT-Marge (%)1) 15,3 12,4 –16,3 –12,9 7,3 8,1
Ergebnisanteil der at Equity
einbezogenen Unternehmen
12,4 10,8 76,0 70,6 87,0 62,9
Zinsergebnis –0,9 0,1 –1,2 1,2 –57,0 –41,1
Finanzergebnis 12,0 11,8 102,9 94,4 –9,3 –2,7 53,0 41,8
Ergebnis vor Ertragsteuern1) 63,5 54,8 92,1 86,2 –9,3 –2,7 259,7 263,9
Firmenwerte 41,5 41,5 210,0 207,2
Buchwert der at Equity
einbezogenen Unternehmen 78,5 68,8 551,4 576,4 1.048,7 992,1
Gesamtvermögen 1.472,4 1.450,1 2.718,8 2.761,3 –1.721,8 –1.534,2 6.863,2 6.870,4
Gesamtschulden1) 1.054,0 1.077,7 1.326,8 1.262,7 –1.632,4 –1.444,8 3.849,5 3.704,6
Investitionen2) 22,7 48,3 4,7 2,2 –0,3 –4,4 308,3 415,7

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

2) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR 2011/12 2010/11
Strom 1.921,8 1.791,7
Gas 366,6 385,7
Wärme 123,8 114,7
Umweltdienstleistungen 314,9 329,8
Sonstige 119,5 107,3
Gesamt 2.846,5 2.729,2
Segmentinformationen nach Regionen – Umsatz
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Österreich 1.638,0 1.642,9
Mittel- und Osteuropa 235,8 252,0
Südosteuropa 972,7 834,3
Gesamt 2.846,5 2.729,2
Mio. EUR 30.09.2012 30.09.2011
Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen Immaterielle
Vermögenswerte
Sachanlagen
141,5 2.112,6 145,3 2.085,2
43,2 107,1 43,0 91,4
218,4 789,5 222,2 762,4
403,1 3.009,2 410,5 2.938,9

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens, Mazedoniens und Kroatiens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 18 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen A bschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Die Beträge im Konzernabschluss werden zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2011/12 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.20132)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 01.01.2011
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS 01.07.2011
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 01.07.2011
IFRS 8 Geschäftssegmente 01.01.2011
Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften
IFRIC 14 und ihre Wechselwirkung 01.01.2011
Diverse Annual Improvements 2009 –2010 01.07.2010 /01.01.2011

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung im Geschäftsjahr 2011/12

Die erstmalige verpflichtende Anwendung geänderter Standards und Interpretationen hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Aufgrund der am 16. Juni 2011 vom IASB beschlossenen Änderungen des IAS 19 (IAS 19 (2011)) sind sämtliche Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (darunter werden auch versicherungsmathematische Gewinne und V erluste subsumiert) verpflichtend direkt im Eigenkapital zu erfassen. In der EU wurden die Änderungen des IAS 19 mit der Verordnung Nr. 475 /2012 der Kommission vom 5. Juni 2012 übernommen. Die Änderung ist damit erstmals in der Berichtsperiode eines am 1. Jänner 2013 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wobei die EVN von diesem Recht Gebrauch gemacht hat.

Durch die Änderungen des IAS 19 ist die bisher zulässige Abgrenzung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten nach dem Korridoransatz – erfolgswirksame Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste nur dann, wenn diese 10,0 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen – nicht mehr möglich.

Die Auswirkungen aufgrund der vorzeitigen Anwendung der Änderungen des IAS 19 betreffen die Rückstellung für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie die Rückstellung für Abfertigungen und werden in Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen im Detail dargestellt.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und wurden von der EU noch nicht übernommen.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.20151)
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.20132)
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 01.01.20132)
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01.01.20132)
IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 01.01.20131)
IFRIC 20 Abraumbeseitigungskosten während der Produktionsphase im Tagebau 01.01.20131)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 12 Ertragsteuern: Latente Steuern – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte 01.01.20121)
IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse – neue Fassung des IAS 27, Einzelabschlüsse 01.01.20132)
Assoziierte Unternehmen – neue Fassung des IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen und
IAS 28 Gemeinschaftsunternehmen 01.01.20132)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.20141)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS – Schwerwiegende Hochinflation 01.07.20111)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS – Darlehen der öffentlichen Hand 01.01.20131)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten
und finanziellen Verbindlichkeiten
01.01.20131)
IFRS 10–12 Änderungen an den Übergangsvorschriften 01.01.20132)
IFRS 10 Investmentgesellschaften – Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 01.01.20141)
Diverse Annual Improvements 2009 –2011 01.01.20131)

1) Die Standards sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die neuen Konsolidierungsstandards IFRS 10 –12 sowie die in diesem Zusammenhang geänderten Standards IAS 27 und IAS 28 werden voraussichtlich nach Übernahme

in europäisches Recht verpflichtend mit Geschäftsjahren anzuwenden sein, die nach dem 1. Jänner 2014 beginnen.

Die Auswirkungen geänderter Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden laufend beobachtet und analysiert.

Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.

IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 bilden das neue Konsolidierungspaket, das vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht wurde. IFRS 10 enthält Vorschriften für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen und beinhaltet eine neue, einheitliche Definition der "Beherrschung". IAS 27 enthält künftig nur noch Regelungen zu IFRS-Einzelabschlüssen. IFRS 11 löst IAS 31 ab und beinhaltet zwei Formen von gemeinschaftlichen Vereinbarungen (Joint Arrangements): Abhängig von den sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechten und Verpflichtungen der beherrschenden Parteien wird in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) unterschieden. Nach IFRS 11 sind gemeinschaftlich geführte Unternehmen, welche die Definition eines Joint Ventures erfüllen, zwingend nach der Equity-Methode zu bilanzieren. In einem Standard regelt IFRS 12 sämtliche Angabevorschriften zu Anteilen an anderen Unternehmen. In einem durch die Europäische Kommission Ende Juli 2012 veröffentlichten Entwurf der Richtlinie zur Übernahme der neuen Konsolidierungsstandards ist die spätestmögliche Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2014 beginnen, vorgesehen. Die Auswirkung der Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards wird aktuell im Detail analysiert. Es kann noch keine Aussage betreffend der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EVN Konzerns getroffen werden.

IFRS 13 wurde vom IASB im Mai 2011 veröffentlicht. IFRS 13 ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von IASB und FASB hinsichtlich eines standardübergreifenden Konzepts für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts. Der Standard enthält Leitlinien für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts und sieht eine Vereinheitlichung sowie Erweiterung der Anhangsangaben vor. Die Auswirkungen aus einer Anwendung des IFRS 13 werden derzeit im EVN Konzern untersucht.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben und von der EU übernommen sowie im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen

Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1
Darstellung des Abschlusses – Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses
01.07.20121)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Die Änderungen an IAS 1 dienen dem Ziel, die Darstellung der zunehmenden Zahl von Posten des sonstigen Ergebnisses klarer zu gestalten. Es wird zukünftig zwischen Posten des sonstigen Ergebnisses, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können (sogenanntes "recycling") und Posten, bei denen eine solche Umgliederung nie erfolgen wird, unterschieden. Die Änderung wird im Konzernabschluss der EVN AG zu einer entsprechenden Neugliederung der Gesamtergebnisrechnung führen.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0 % der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein beherrschender Einfluss auf deren Finanzund Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen im Rahmen der EnergieAllianz erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außenumsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2012 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 36 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 28 inländische und 35 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 33 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 35) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

Die EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der EnergieAllianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird die EVN KG aufgrund der sondervertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen.

Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,51 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 161 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.09.2010 60 5 15 80
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 3 3 6
Änderung der Konsolidierungsart 1 –1 0
Verschmelzung –1 –1
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2011 63 5 16 84
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 5 3 8
Änderung der Konsolidierungsart
Verschmelzung –2 –1 –3
Entkonsolidierung –4 –4
30.09.2012 62 5 18 85
davon ausländische Unternehmen 36 5 41

Mit dem ersten Quartal 2011/12 wird die Gesellschaft EVN Service Center EOOD erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen. Diese Gesellschaft übernimmt zum Zwecke des fortschreitenden Unbundlings in Bulgarien seit 1. Oktober 2011 administrative Dienstleistungen für die bulgarischen Gesellschaften.

Ebenfalls zum Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften zählt mit dem ersten Quartal 2011/12 die EVN Gorna Arda Development EOOD. Der Zweck der Gesellschaft umfasst unter anderem die Planung, Entwicklung und den Bau von Kraftwerken. Insbesondere tritt die Gesellschaft nun als Dienstleister im Zusammenhang mit dem von EVN und NEK geplanten Wasserkraftwerksprojekt "Gorna Arda" in Bulgarien auf.

Die EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien, in die auf Basis des neues Energiegesetzes mit Wirkung vom 1. Jänner 2012 die mazedonischen Erzeugungskapazitäten ausgegliedert wurden, wird nunmehr als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

Im Jänner 2012 hat die EVN von der AAG Holding GmbH die Gesellschaft Windstrom Wulkatal West GmbH mit einem bestehenden Windpark in Pöttelsdorf erworben. Mit April 2012 wurde die Gesellschaft mit der evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H verschmolzen.

Im März 2012 übernahm die EVN ein bestehendes Biomasseheizwerk in Hollabrunn, Niederösterreich. In diesem Zusammenhang wurde die FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in den Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften aufgenommen. Mit Spaltungsvertrag vom 26. September 2012 wurde der Betrieb der FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn in die EVN Wärme GmbH abgespalten. Aufgrund der Unwesentlichkeit der verbleibenden Beteiligung wurde die FWG-Fernwärmeversorung Hollabrunn im September 2012 entkonsolidiert.

Zur Errichtung eines neuen Windparks in Glinzendorf haben die EVN und Wien Energie die Projektgesellschaft EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und Betriebs GmbH & Co KG gegründet, die mit dem ersten Quartal 2011/12 erstmals at Equity konsolidiert wird.

Im November 2011 gründete die EVN gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich zum Zwecke der Errichtung und des Betriebs eines Biomasseheizwerks sowie des Fernwärmenetzes der Stadt Steyr die beiden Unternehmen Bioenergie Steyr GmbH und Fernwärme Steyr GmbH. Die EVN hält mittelbar über die EVN Wärme GmbH 51,0 % an der Bioenergie Steyr GmbH und 49,0 % an der Fernwärme Steyr GmbH. Beide Gesellschaften werden ab dem ersten Quartal 2011/12 at Equity in den Konzern einbezogen.

Per 15. Februar 2012 wurde die bisher vollkonsolidierte Tochter B.net Burgenland Telekom GmbH rückwirkend mit 30. September 2011 mit der Kabelsignal AG verschmolzen. Des Weiteren wurde die Kabelsignal AG in kabelplus AG umbenannt.

Am 5. Juli 2012 erfolgte die Firmenbucheintragung der Verschmelzung der BEGAS Energie AG mit der Burgenländischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG). Die Unternehmen wurden rückwirkend zum 30. September 2011 verschmolzen und die BEWAG in Energie Burgenland AG unbenannt. Die EVN AG hält an der Energie Burgenland AG eine mittelbare Beteiligung über die Burgenland Holding Aktiengesellschaft, an der die EVN AG unmittelbar mit 73,63 % beteiligt ist.

Die bisher vollkonsolidierten Tochtergesellschaften WTE Projektmanagement GmbH und WTE Denmark A /S wurden im ersten Quartal 2011/12 aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

Anfang Juli 2012 erfolgte der Verkauf der Tochtergesellschaft first facility GmbH an die NÖ Hypo-Beteiligungsholding GmbH.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

10,3
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
8,7
19,0
Eigenkapital
3,6
Langfristige Schulden
14,0
Kurzfristige Schulden
1,4
19,0
4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe
Mio. EUR
2011/12 2010/11
33,5
5,8
39,2
34,6
4,0
0,7
39,2

Im Rahmen eines Privatisierungsverfahrens hat die EVN AG am 21. Dezember 2011 ihre Beteiligung an der EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD (nunmehr EAD), Plovdiv, von 67,00 % um 30,75 % auf 97,75 % sowie ihren Anteil an der EVN Bulgaria Electrosnabdiavane AD (nunmehr EAD), Plovdiv, von 67,00 % um 32,73 % auf 99,73 % erhöht. Mit weiteren Zukäufen über die bulgarische Börse hat die EVN AG bis Ende August 2012 ihre Beteiligung an beiden Unternehmen auf 100 % erhöht. Die zwei Unternehmen sowie deren Aktien wurden mit Entscheidung der bulgarischen Finanzaufsichtsbehörde vom 14. September bzw. 4. September 2012 aus dem gem. § 30 Abs. 1 Z 3 des Finanzaufsichtsgesetzes geführten Register gelöscht und aus dem Handel der Bulgarischen Börse in Sofia genommen. Nach der Deregistrierung sind die Unternehmen keine offenen Aktiengesellschaften mehr. Beide Unternehmen wurden schon bisher als vollkonsolidierte Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der EVN einbezogen.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2011/12 von 8,9 Mio. Euro (Vorjahr: –2,0 Mio. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

5. Währungsumrechnung 2011/12 2010/11
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 138,29000 139,42615 140,44000 139,79310
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,45550 7,43974 7,44170 7,45359
Kroatische Kuna 7,44680 7,51739 7,49950 7,40890
Mazedonische Denar 61,50080 61,52300 61,50400 61,54648
Polnische Zloty 4,10380 4,26230 4,40500 4,02738
Russische Rubel 40,14000 40,68757 43,35000 41,01365
Serbische Denar 115,03200 110,26393 101,17320 103,17708

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen, welche die Voraussetzungen des IFRIC 12 erfüllen, werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10 – 50
Leitungen 15 – 50
Maschinen 10 – 33
Zähler 5 – 40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Wenn solche vorliegen, so ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Optionen, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Emissionszertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Emissionszertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen werden. Diese sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten wird eine Abschreibung vorgenommen. Als "signifikanter, länger anhaltender Rückgang" wird bei EVN ein Rückgang von über 20 Prozent über die Dauer von 9 Monaten definiert. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungsbzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2 -Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

15. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Gewinnrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren, den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen sowie sämtliche Neubewertungen gemäß IAS 19 (2011). Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeiter, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeiter, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitern selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeiter wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeiter bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeiter sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeiter und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeiter unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen angeführt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 (2011) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" herangezogen.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeiter zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeiter der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen). Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden gemäß IAS 19 (2011) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei Mitarbeitern österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und /oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt. Sämtliche Neubewertungen, darunter fallen bei der EVN AG ausschließlich Gewinne und Verluste aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen, werden bei den Jubiläumsgeldverpflichtungen gemäß IAS 19 (2011) ergebniswirksam erfasst.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätz e werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei EVN fallen erhaltene Baukostenbeiträge zum Teil unter den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Regulierungskonto

In regelmäßigen Abständen werden seitens der Strom- und Gasnetzregulierungsbehörden angemessene "Zielerlöse" für die einzelnen Marktteilnehmer festgesetzt und laufend evaluiert. Gegenüber diesen "Zielerlösen" erzielte Mehr- oder Mindererlöse werden auf dem Regulierungskonto vorgetragen und im Rahmen der künftigen tariflichen Anpassung berücksichtigt.

Aufgrund des Fehlens eindeutiger gesetzlicher Regelungen zur Bilanzierung dieses Tatbestands, besteht eine "Accounting Policy Choice" für die bilanzielle Behandlung solcher Mehr- oder Mindererlöse. Im Falle von Mindererlösen hat EVN aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen einen Anspruch darauf, dass diese im Rahmen der nächsten Regulierungsperiode im Rahmen der Tarifierung berücksichtigt werden; im Falle von Mehrerlösen ergibt sich für EVN aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen die Verpflichtung, diese über die künftige Tarifierung auszugleichen. In Anlehnung an das Rahmenkonzept der IFRS sowie den Entwurf des Standards zu "Rate-regulated activities" aus dem Jahre 2009, bilanziert EVN hierfür einen Vermögenswert unter den übrigen Vermögenswerten bzw. eine Verbindlichkeit unter den übrigen Verbindlichkeiten. Diese aktiven bzw. passiven Unterschiedsbeträge werden außerdem abhängig vom zeitlichen Rahmen der tariflichen Anpassung in kurz- bzw. langfristig unterschieden.

Falls in Zukunft eindeutige Regelungen zur Bilanzierung des Regulierungskontos bestehen sollten, wird EVN diese entsprechend berücksichtigen.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build. Own. Operate. Transfer.) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Fertigstellungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Fertigstellungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

20. Ertragsteuersätze 2011/12 2010/11
%
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland1) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien2) 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 16,0 16,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 10,0 10,0
Slowenien3) 18,0 20,0
Tschechien 19,0 19,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

Weiters ist die Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen jährlich zu entrichten.

3) Mit 1. Jänner 2012 wurde der Körperschaftsteuersatz von 20,0 % auf 18,0 % gesenkt.

In Mazedonien unterliegen nur ausgeschüttete Gewinne der Körperschaftsteuer in Höhe von 10,0 %. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden nicht besteuert. Unabhängig von der Ausschüttung unterliegen steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen jedoch jedenfalls einer jährlichen Besteuerung.

Die EVN macht von der Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen Gebrauch. Insgesamt gibt es innerhalb der EVN fünf steuerliche Unternehmensgruppen. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf etwaige, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Stromverteilung Bulgarien, Wärmeerzeugung und -verkauf Bulgarien, Stromverteilung Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden wie im Vorjahr mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7 %, angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen).

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens (siehe Erläuterungen 6. Immaterielle Vermögenswerte und 7. Sachanlagen), der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz (siehe Erläuterung 17. Rückstellungen) sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten (siehe Erläuterungen 12. Vorräte und 13. Forderungen). Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

24. Segmentberichterstattung

Die Identifizierung der operativen Segmente erfolgt auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen (Management Approach). Die Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Energiehandel und -vertrieb", "Netzinfrastruktur Inland", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" entspricht vollständig der internen Berichtstruktur. Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht in Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (zur Segmentzuordnung bzw. Abrechnung intersegmentärer Transaktionen siehe sogleich Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise).

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren Energien an
österreichischen und internationalen Standorten
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und Verkauf
von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie
Wärmeproduktion und -verkauf
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für
Kabel-TV und Telekommunikation
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und
Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf in Bulgarien, Errichtung und
Betrieb von Gasnetzen in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
in Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Regionen (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Regionen erfolgt nach dem Bestimmungslandprinzip, indem die Umsätze jenen Ländern zugerechnet werden, in welchen die Leistung erbracht wird. Die Region Südosteuropa umfasst Bulgarien und Mazedonien, Mittel- und Osteuropa umfasst die europäischen Staaten, in denen die EVN tätig ist, exklusive Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

25. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

25. Umsatzerlöse
2011/12
Mio. EUR
2010/11
Erzeugung
40,3
24,1
Netzinfrastruktur Inland
438,2
423,5
Energiehandel und -vertrieb
1.082,2
1.113,5
Energieversorgung Südosteuropa
968,6
834,2
Umwelt
314,9
329,8
Strategische Beteiligungen und Sonstiges
2,3
4,0
Summe
2.846,5
2.729,2

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 123,9 Mio. Euro (Vorjahr: 119,4 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 37. Übrige langfristige Vermögenswerte).

26. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

26. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 35,9 32,1
Aktivierte Eigenleistungen 15,9 17,7
Zinsen für verspätete Zahlungen 6,8 12,3
Entschädigungen und Vergütungen 5,8 5,3
Ergebnis aus der Veräußerung von vollkonsolidierten Unternehmen 3,1
Miet- und Pachterträge 2,8 3,2
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1,9 –0,1
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 0,8 0,6
Bestandsveränderungen –2,2 19,0
Übrige sonstige betriebliche Erträge 10,6 11,4
Summe 81,3 101,6

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte eine Änderung der Darstellung der Anzahlungen für Kundenaufträge, woraus die Verringerung der Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr resultiert.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Zertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter CO2-Emissionszertifikate in Höhe von 7,2 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem P rojekt-geschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

27. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Fremdstrombezug und Energieträger 1.630,6 1.505,7
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 350,0 373,9
Summe 1.980,5 1.879,7

28. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 8,5 Mio. Euro (Vorjahr: 5,3 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) enthalten.

28. Personalaufwand
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Gehälter und Löhne 238,6 236,7
Aufwendungen für Abfertigungen1) 11,0 7,8
Aufwendungen für Pensionen1) 22,0 18,1
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 50,1 48,9
Sonstige Sozialaufwendungen 7,6 8,5
Summe 329,1 319,8

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter betrug:

28. Mitarbeiter nach Segmenten1) 2011/12 2010/11
Erzeugung 198 185
Netzinfrastruktur Inland 1.281 1.284
Energiehandel und -vertrieb 300 448
Energieversorgung Südosteuropa 4.775 5.304
Umwelt 600 572
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 440 457
Summe 7.594 8.250

1) Anzahl im Jahresdurchschnitt

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter setzte sich zu 96,0 % aus Angestellten und zu 4,0 % aus Arbeitern zusammen (Vorjahr: 96,3 % Angestellte und 3,7 % Arbeiter), wobei in Bulgarien und Mazedonien nicht nach Angestellten und Arbeitern unterschieden wird.

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

29. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

29. Abschreibungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 15,2 24,2
Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte1) –31,2
Abschreibungen auf Sachanlagen 236,2 259,8
Summe 251,3 252,8
29. Abschreibungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Planmäßige Abschreibungen 228,0 223,7
Wertminderungen1) 23,3 60,3
Zuschreibungen1) –31,2
Summe 251,3 252,8

1) Details siehe Erläuterung 34. Immaterielle Vermögenswerte und 35. Sachanlagen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen

30. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Forderungsabschreibungen 43,4 35,6
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 24,9 22,3
Betriebssteuern und Abgaben 15,8 15,0
Werbeaufwand 13,1 13,3
Telekommunikation und Portospesen 12,7 11,9
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 11,6 11,8
Versicherungen 9,3 8,5
Wartung und Instandhaltung 5,0 4,8
Weiterbildung 2,7 2,6
Mieten –0,1 4,6
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 21,6 25,9
Summe 160,1 156,3

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozessrisiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte in Bulgarien. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

31. Finanzergebnis

31. Finanzergebnis
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Beteiligungsergebnis
RAG1) 73,5 60,4
EconGas –5,4 4,4
ZOV; ZOV UIP 12,4 10,8
Energie Burgenland2) 1,9 9,4
Shkodra 2,5 –21,4
Andere Gesellschaften 2,2 –0,7
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 87,0 62,9
Dividendenzahlungen 25,1 27,4
davon Verbund AG 22,1 22,1
davon andere Gesellschaften 3,1 5,3
Wertminderungen –0,9 –1,0
Sonstiges 0,0*) 0,1
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 24,3 26,6
Summe Beteiligungsergebnis 111,3 89,4
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 25,6 31,2
Übrige Zinserträge 5,3 6,4
Summe Zinsertrag 30,9 37,6
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –81,5 –72,4
Übrige Zinsaufwendungen –6,4 –6,3
Summe Zinsaufwendungen –87,9 –78,8
Summe Zinsergebnis –57,0 –41,1
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT") –0,4 0,2
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") 1,4 –3,5
Übriges Finanzergebnis –2,2 –3,1
Summe sonstiges Finanzergebnis –1,3 –6,5
Finanzergebnis 53,0 41,8

*) Kleinbetrag

1) Indirekt über RBG gehalten

2) 49,0 % an der Energie Burgenland AG werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile, Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten sowie notwendig gewordene Wertminderungen.

Das at Equity-Ergebnis der EconGas enthält im Geschäftsjahr 2011/12 eine Wertminderung des Beteiligungsansatzes in Höhe von 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: Wertminderung des Beteiligungsansatzes der Shkodra in Höhe von 23,1 Mio. Euro).

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

32. Ertragsteuern

32. Ertragsteuern
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Laufender Ertragsteueraufwand 29,3 35,2
davon österreichische Gesellschaften 19,4 31,0
davon ausländische Gesellschaften 9,9 4,3
Latenter Steuerertrag1) –3,4 –6,5
davon österreichische Gesellschaften1) –5,7 –9,2
davon ausländische Gesellschaften 2,3 2,7
Summe 25,9 28,8

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2012 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2011/12 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2011/12 2010/11
32. Ermittlung des Effektivsteuersatzes1) in % Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 259,7 263,9
Ertragsteuersatz /-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 64,9 25,0 66,0
+ /– Abweichende ausländische Steuersätze –1,4 –3,7 0,0 –0,1
– Steuerfreie Beteiligungserträge –12,8 –33,1 –10,9 –28,5
+ Änderungen im Ansatz / in der Bewertung der latenten Steuern –0,7 –1,8 0,7 1,8
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –1,9 –5,0 –4,6 –12,2
– Steuerfreie Erträge –0,2 –0,6 –1,6 –4,1
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,5 4,0 1,5 4,1
+ /– Aperiodische Steuererhöhungen /-minderungen 0,4 1,0 0,5 1,2
– /+ Sonstige Posten 0,1 0,2 0,3 0,7
Effektivsteuersatz /-aufwand 10,0 25,9 10,9 28,8

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführte Beteiligungswertberichtigung der EVN Kavarna (Vorjahr: TEZ Plovdiv und Shkodra).

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2011/12 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 10,0 % (Vorjahr: 10,9 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

33. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2011/12 in Umlauf befindlichen Anteile von 179.378.364 Stück (Vorjahr: 178.059.870 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 194,9 Mio. Euro (Vorjahr: 192,3 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2011/12 ein Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,08 Euro).

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2011/12 ergaben.

34. Immaterielle Vermögenswerte

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger aus gewiesen.

Zum 30. September 2012 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,5 Mio. Euro) zu Buche. Aufgrund der Verschmelzung der B.net auf die kabelplus AG (vormals Kabelsignal AG) wurden im Geschäftsjahr 2011/12 eine Wertminderung der im Zuge des Erwerbs der B.net aktivierten Marke "B.net" in Höhe von 0,3 Mio. Euro und sonstige Wertminderungen in Höhe von 0,2 erforderlich (Vorjahr: Wertminderung des Firmenwerts der TEZ Plovdiv in Höhe von 9,2 Mio. Euro sowie die Zuschreibung der Strombezugsrechte an den Donaukraftwerken in Höhe von 31,2 Mio. Euro). Die Zugänge der Firmenwerte aus Konsolidierungskreisänderungen betrugen 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Diese resultierten aus dem Erwerb der FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden insgesamt 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

34. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte
Mio. EUR
Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Geschäftsjahr 2011/12
Bruttowert 30.09.2011 216,4 410,1 626,5
Währungsdifferenzen 0,1 0,1
Konsolidierungskreisänderungen 2,8 0,1 0,1
Zugänge 6,2 9,0
Abgänge –3,4 –3,4
Umbuchungen 1,9 1,9
Bruttowert 30.09.2012 219,2 414,9 634,2
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –9,2 –206,8 –216,0
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –14,7 –14,7
Wertminderungen –0,5 –0,5
Abgänge 2,5 2,5
Umbuchungen –2,4 –2,4
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –9,2 –221,9 –231,1
Nettowert 30.09.2011 207,2 203,3 410,5
Nettowert 30.09.2012 210,0 193,0 403,1

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2010/11 Sonstige immaterielle
Mio. EUR Aktive Firmenwerte Vermögenswerte Summe
Bruttowert 30.09.2010 216,4 375,8 592,2
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 32,7 32,7
Zugänge 9,7 9,7
Abgänge –4,6 –4,6
Umbuchungen –2,2 –2,2
Bruttowert 30.09.2011 216,4 410,1 626,5
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2010 –231,2 –231,2
Planmäßige Abschreibungen –15,0 –15,0
Wertminderungen –9,2 –9,2
Zuschreibung 31,2 31,2
Abgänge 4,3 4,3
Umbuchungen 3,8 3,8
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –9,2 –206,8 –216,0
Nettowert 30.09.2010 216,4 144,6 361,0
Nettowert 30.09.2011 207,2 203,3 410,5

*) Kleinbetrag

35. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 6,1 Mio. Euro (Vorjahr: 5,7 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,50 % – 8,50 % (Vorjahr: 2,00 % – 8,50 %).

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 66,2 Mio. Euro (Vorjahr: 70,6 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 17,7 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr 2011/12 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf bei der Biomasse-Versuchsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr in Höhe von 8,0 Mio. Euro aufgrund ungünstiger Marktbedingungen sowie beim Windpark Kavarna, Bulgarien, in Höhe von 9,8 Mio. Euro. Beim Windpark Kavarna führten eine nachteilige Tarifentscheidung für Ökostrom per 1. Juli 2012 sowie Unsicherheiten beim Netzzugang für weitere Anlagen zu dieser Wertminderung. Bei den übrigen Anlagen war ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 5,0 Mio. Euro (Vorjahr: 4,2 Mio. Euro) gegeben.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 202,2 Mio. Euro (Vorjahr: 361,0 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 14,7 Mio. Euro (Vorjahr: 19,6 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen unverändert gegenüber dem Vorjahr einen Buchwert in Höhe von 116,6 Mio. Euro auf.

35. Entwicklung der Sachanlagen
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Geschäftsjahr 2011/12
Bruttowert 30.09.2011 672,1 3.135,1 2.013,8 190,0 218,9 372,2 6.602,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) 2,7 0,0*) 0,1 4,9 7,7
Konsolidierungskreisänderungen 1,2 0,4 5,5 0,0*) -0,2 0,0*) 6,9
Zugänge 21,4 119,7 121,6 10,5 21,1 9,3 303,6
Abgänge –9,9 –17,3 –9,2 –5,0 –10,2 –0,1 –51,7
Umbuchungen 10,8 81,1 77,6 0,0*) 3,3 –172,2 0,6
Bruttowert 30.09.2012 695,6 3.319,0 2.212,0 195,6 233,0 214,1 6.869,3
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –320,4 –1.693,9 –1.345,7 –121,7 –171,3 –10,1 –3.663,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*) –0,5 0,0*) 0,0*) –0,5
Planmäßige Abschreibungen –19,2 –94,2 –70,7 –11,2 –18,1 –213,4
Wertminderungen –3,8 –0,8 –12,1 –0,5 –5,6 –22,8
Abgänge 5,3 15,4 4,5 4,8 9,6 39,7
Umbuchungen 0,0*) –0,7 –4,2 –0,8 5,6 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2012 –338,2 –1.774,1 –1.428,5 –128,1 –181,1 –10,1 –3.860,1
Nettowert 30.09.2011 351,7 1.441,2 668,1 68,3 47,6 362,0 2.938,9
Nettowert 30.09.2012 357,4 1.544,9 783,5 67,5 51,9 204,0 3.009,2

*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2010/11
Mio. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2010 649,0 2.964,3 1.934,4 185,3 229,1 316,8 6.278,9
Währungsdifferenzen 0,2 0,4 –0,6 0,1 0,0*) –3,2 –3,2
Zugänge 17,8 108,0 68,1 8,4 14,9 187,6 404,8
Abgänge –5,3 –7,3 –17,5 –4,4 –26,8 –19,3 –80,7
Umbuchungen 10,5 69,7 29,4 0,7 1,7 –109,7 2,3
Bruttowert 30.09.2011 672,1 3.135,1 2.013,8 190,0 218,9 372,2 6.602,1
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
–295,6 –1.608,1 –1.254,5 –113,0 –178,6 –10,9 –3.460,7
Währungsdifferenzen –0,1 –0,2 0,0*) 0,0*) 0,0*) –0,3
Planmäßige Abschreibungen –17,6 –91,3 –68,3 –12,8 –18,7 0,0*) –208,7
Wertminderungen –12,2 –0,4 –35,6 –0,5 –2,3 –51,1
Abgänge 4,8 6,6 16,3 4,1 26,5 3,2 61,4
Umbuchungen 0,2 –0,4 –3,6 0,0*) 0,0*) –3,8
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
–320,4 –1.693,9 –1.345,7 –121,7 –171,3 –10,1 –3.663,1
Nettowert 30.09.2010 353,4 1.356,2 679,9 72,3 50,6 305,8 2.818,2
Nettowert 30.09.2011 351,7 1.441,2 668,1 68,3 47,6 362,0 2.938,9

*) Kleinbetrag

36. At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 161 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge umfassten Eigenkapitaleinzahlungen bei STEAG-EVN Walsum, Shkodra, Devoll Hydropower, EVN-WE Wind, Bioenergie Steyr GmbH sowie Fernwärme Steyr GmbH.

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 645,8 Mio. Euro (Vorjahr: 869,4 Mio. Euro) enthalten, von denen 24,2 Mio. Euro zu Besicherungszwecken verwendet werden. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert wurden, handelte es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Am 22. September 2010 haben die EVN AG und die Wiener Stadtwerke Holding AG (WSTW) einen Syndikatsvertrag über die Syndizierung ihrer unmittelbar und mittelbar gehaltenen Aktien an der Verbund AG abgeschlossen und verfügen somit gemeinsam über rund 26 % der stimmberechtigten Aktien an der Verbund AG.

Im Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Im Geschäftsjahr 2011/12 war bei dem at Equity einbezogenen Unternehmen EconGas eine Wertminderung in Höhe von 7,8 Mio. Euro (Vorjahr: Shkodra 23,1 Mio. Euro) erforderlich. Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen betrafen in Höhe von 223,6 Mio. Euro (Vorjahr: Wertminderung von 185,5 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage verrechnet wurden. Darüber hinaus wurden bei den Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,2 Mio. Euro) erfasst.

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2012 77,3 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 67,5 Mio. Euro).

36. Entwicklung der at Equity einbezogenen
Unternehmen und sonstigen Beteiligungen
Mio. EUR
At Equity
einbezogene
Unternehmen
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2011 976,9 14,8 403,2 418,0
Konsolidierungskreisänderungen –0,7 0,0*) –0,8
Zugänge 91,5 2,2 1,3 3,6
Abgänge –2,1 –0,3 –2,4
Bruttowert 30.09.2012 1.068,4 14,3 404,2 418,4
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2011 15,1 –5,9 480,3 474,4
Konsolidierungskreisänderungen –1,8
Währungsdifferenzen 1,9
Wertminderungen –7,8 –0,9 –223,6 –224,5
Abgänge 0,1 0,1 0,3
Anteiliges Ergebnis 94,8
Ausschüttungen –94,1
Neutrale Wertänderungen –27,9
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2012 –19,7 –6,6 256,8 250,2
Nettowert 30.09.2011 992,1 8,9 883,5 892,4
Nettowert 30.09.2012 1.048,7 7,7 661,0 668,7

*) Kleinbetrag

37. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr 2011/12.

Von den Ausleihungen in Höhe von 36,4 Mio. Euro (Vorjahr: 24,4 Mio. Euro) hatten 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,8 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 430,7 Mio. Euro (Vorjahr: 330,8 Mio. Euro). Ebenso sind in den Zugängen aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,58 % – 6,03 % (Vorjahr: 2,42 % – 5,72 %).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

In den sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerten ist mit 5,6 Mio. Euro das aufgrund der österreichischen regulatorischen Bestimmungen gebildete Regulierungskonto enthalten. Daneben umfasst diese Position im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bankdarlehen.

37. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte Mio. EUR

Sonstige finanzielle Vermögenswerte Sonstige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2011 95,3 24,8 615,6 76,8 14,4 10,8 837,6
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 –0,2 –0,1
Zugänge 6,4 12,0 102,0 9,8 5,7 135,9
Abgänge –29,3 –0,1 –44,7 –3,5 –1,5 –79,1
Umbuchungen 5,6 0,0*) 0,2 5,8
Bruttowert 30.09.2012 78,2 36,4 673,0 83,1 14,6 14,9 900,1
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
2,6 –0,4 –0,5 1,7
Konsolidierungskreisänderungen 0,2 0,2
Abgang 1,8 0,2 1,9
Umbuchungen –5,5 0,0*) –5,6
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2012
–1,2 –0,6 –1,8
Nettowert 30.09.2011 97,9 24,4 615,6 76,8 13,9 10,8 839,3
Nettowert 30.09.2012 77,0 36,4 673,0 83,1 14,0 14,9 898,3

*) Kleinbetrag

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

37. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften Mio. EUR

Restlaufzeit zum 30.09.2012 Restlaufzeit zum 30.09.2011
< 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 36,9 115,3 139,3 291,5 25,4 140,3 103,4 269,0
Tilgungskomponenten 66,3 235,3 371,4 673,0 47,3 256,1 312,2 615,6
Summe 103,2 350,6 510,7 964,5 72,7 396,4 415,6 884,6

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2011/12 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

38. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den CO2-Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 55. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

38. Vorräte
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Primärenergievorräte 49,5 45,0
CO2-Emissionszertifikate 1,0 2,5
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 28,5 24,6
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 27,1 34,3
Summe 106,1 106,3

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten sowie gefallener Marktpreise wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 3,7 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 0,2 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

39. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 168,9 Mio. Euro (Vorjahr: 159,8 Mio. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen. Bei den Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthalten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zinsswaps.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen mit 25,3 Mio. Euro Vermögenswerte aufgrund von regulatorischen Bestimmungen im Netzbereich von Bulgarien, Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen. Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurde, beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 23,2 Mio. Euro.

39. Forderungen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 343,9 310,3
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 75,0 89,7
Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz 28,9 10,8
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4,1 4,3
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 1,4 8,8
Forderungen aus derivativen Geschäften 4,0 4,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 54,1 33,0
511,3 461,3
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 26,3 18,4
26,3 18,4
Summe 537,6 479,7

40. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sieht zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

40. Zusammensetzung Wertpapiere
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Fondsanteile 3,4 53,7
Cashfonds 47,2
Sonstige Fondsprodukte 3,4 6,5
Festverzinsliche Wertpapiere 4,1
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 3,4 57,9

*) Kleinbetrag

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,5 Mio. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gesunkener Börsekurse eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2011/12 und 2010/11 ist auf Seite 106 dargestellt.

41. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 330,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 (Vorjahr: 179.878.402) nennbetragslosen Stückaktien.

42. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten nach österreichischem Aktienrecht gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 195,6 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen in Höhe von 57,7 Mio. Euro (Vorjahr: 57,9 Mio. Euro).

43. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 2.116,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.925,5 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

43. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG Mio. EUR
Ausgewiesener Jahresgewinn 2011/12 75,4
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2010/11 0,2
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 75,6
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –75,5
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2012/13 0,1

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von 0,42 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von 73,6 Mio. Euro bzw. 0,41 Euro pro Aktie wurde in der 83. ordentlichen Hauptversammlung am 19. Jänner 2012 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 27. Jänner 2012.

44. Bewertungsrücklage

In der Bewertungsrücklage werden Marktwertänderungen von anderen Beteiligungen und von Cash Flow Hedges, die Neubewertung aus IAS 19 sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

44. Bewertungsrücklage 2011/12 2010/11
Mio. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von anderen Beteiligungen 257,3 –64,3 193,0 480,9 –120,2 360,6
Cash Flow Hedges –16,0 4,0 –12,0 –10,7 2,7 –8,0
Neubewertungen IAS 191) –57,2 14,4 –42,8 –17,0 4,3 –12,8
At Equity einbezogenen Unternehmen –62,0 –62,0 –35,9 –35,9
Summe 122,1 –46,0 76,2 417,2 –113,3 304,0

1) Vorjahreszahlen angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

45. Eigene Anteile

Der Zukauf von eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2011/12 in Höhe von 554.530 Stück (das sind 0,31 % des Grundkapitals; 30. September 2011: 398.260 Stück bzw. 0,22 % vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 5,7 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 6,0 Mio. Euro (30. September 2011: Anschaffungswert von 6,0 Mio. Euro bzw. Kurswert von 4,3 Mio. Euro) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 83. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 19. Jänner 2012 genehmigte Rückkaufprogramm. Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgte der Verkauf von 75.168 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

45. Entwicklung der Anzahl der
in Umlauf befindlichen Anteile
Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.09.2010 163.525.820 –467.328 163.058.492
Kapitalerhöhung 16.352.582 16.352.582
Verkauf eigener Aktien 69.068 69.068
30.09.2011 179.878.402 –398.260 179.480.142
Erwerb eigener Aktien –554.530 –554.530
Verkauf eigener Aktien 75.168 75.168
30.09.2012 179.878.402 –877.622 179.000.780

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 179.378.364 Stück (Vorjahr: 178.059.870 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

46. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

47. Zusammensetzung langfristige
Finanzverbindlichkeiten
Nominal
verzinsung (%)
Laufzeit Nominale Buchwert
30.09.2012
Mio. EUR
Buchwert
30.09.2011
Mio. EUR
Marktwert
30.09.2012
Mio. EUR
Anleihen 1.028,6 609,7 1.145,8
JPY-Anleihe 5,200 1994–2014 8,0 Mrd. JPY 81,7 80,1 86,5
CHF-Anleihe 3,625 2009–2014 250,0 Mio. CHF 206,6 205,4 215,0
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28,4 28,3 32,1
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 148,9 148,6 175,0
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,5 29,4 35,7
EUR-Anleihe 4,250 2011–2022 300,0 Mio. EUR 285,6 337,1
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 126,3 117,9 132,4
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 100,0 Mio. EUR 97,1 105,7
EUR-Anleihe 4,125 2012–2032 25,0 Mio. EUR 24,4 26,4
Bankdarlehen 1,00– 8,77 bis 2031 904,6 981,5 904,7
Summe 1.933,3 1.591,3 2.050,5

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

47. Fälligkeitsstruktur langfristige
Finanzverbindlichkeiten Restlaufzeit zum 30.09.2012 Restlaufzeit zum 30.09.2011
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 465,6 563,1 1.028,6 313,8 295,9 609,7
davon fix verzinst 383,8 436,7 820,6 233,7 178,1 411,7
davon variabel verzinst 81,7 126,3 208,1 80,1 117,9 198,0
Bankdarlehen 572,6 332,1 904,7 564,3 417,2 981,5
davon fix verzinst 402,0 240,4 642,4 394,8 300,9 695,6
davon variabel verzinst 170,6 91,7 262,3 169,6 116,3 285,9
Summe 1.038,2 895,2 1.933,3 878,1 713,1 1.591,3

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Neben der im Oktober 2011 durchgeführten Anleiheemission in Höhe von 300,0 Mio. Euro und der planmäßigen Tilgung einer seit 2001 bestehenden EUR-Anleihe mit einer ausständigen Nominale in Höhe von 257,4 Mio. Euro hat die EVN im Februar 2012 die Emission von zwei neuen Anleihen in Höhe von insgesamt 125,0 Mio. Euro im Rahmen von Privatplatzierungen abgeschlossen. Beide Anleihen sind im Februar 2032 fällig, und der fixe Kupon wurde mit 4,125 % festgelegt.

Die Anleihen in fremder Währung wurden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Konzerngesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non-Recourse") betrugen zum Stichtag 344,8 Mio. Euro (Vorjahr: 366,0 Mio. Euro).

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

48. Latente Steuerverbindlichkeiten

48. Latente Steuern
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Aktive latente Steuern1)
Sozialkapital –38,7 –30,0
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –20,6 –21,1
Sonstige aktive latente Steuern –14,9 –18,1
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 74,1 84,6
Finanzinstrumente 76,9 135,9
Sonstige passive latente Steuern 16,6 12,6
Summe 93,3 163,8
davon aktive latente Steuern –25,9 –9,7
davon latente Steuerverbindlichkeiten 119,2 173,6

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

48. Veränderung latente Steuern
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Latenter Steuersaldo 01.10.2011 163,8 220,6
– Konsolidierungskreisänderungen/Veränderung durch Unternehmenserwerbe 0,1 3,5
– Erfolgswirksame Veränderung1) –3,4 –6,5
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage1) –67,3 –52,4
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Kapitalerhöhung –1,5
Latenter Steuersaldo 30.09.2012 93,3 163,8

1) Vorjahreszahl angepasst (siehe Erläuterung 49. Langfristige Rückstellungen)

Aktive latente Steuern in Höhe von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: 3,8 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert.

49. Langfristige Rückstellungen

49. Langfristige Rückstellungen
Mio. EUR
2011/12 IAS 19 (2011)
2010/11
IAS 19 alt
2010/11
Rückstellung für Pensionen 250,1 226,6 213,8
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 24,9 21,4 19,2
Rückstellung für Abfertigungen 83,5 76,0 77,4
Sonstige langfristige Rückstellungen 132,2 126,4 126,4
Summe 490,7 450,4 436,9

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

  • Zinssatz 4,00 % p.a. (Vorjahr: 5,00 % p.a.)
  • Bezugserhöhungen 3,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 4,00 % p.a., Folgejahre 3,00 % p.a.)
  • Pensionserhöhungen 3,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 4,00 % p.a., Folgejahre 3,00 %)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"
49. Entwicklung der Rückstellungen für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Mio. EUR 2011/12 IAS 19 (2011)
2010/11
IAS 19 alt
2010/11
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 248,0 253,7 253,7
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1,9 1,8 1,8
+ Zinsaufwand 12,3 12,1 12,1
– Pensionszahlungen –18,4 –17,6 –17,6
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 31,2 –2,1 –2,1
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 275,0 248,0 248,0
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.09. 275,0 248,0 233,1
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.09. % 0,0 0,0 –6,1
49. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen Mio. EUR 2011/12 IAS 19 (2011)
2010/11
IAS 19 (2011)
2010/11
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 76,0 74,8 74,8
+ Konsolidierungskreisänderungen –0,5
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 2,6 2,8 2,8
+ Zinsaufwand 3,7 3,0 3,0
– Abfertigungszahlungen –6,1 –6,0 –6,0
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 7,8 1,5 1,5
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 83,5 76,0 76,0
Rückstellung für Abfertigungen am 30.09. 83,5 76,0 77,4
+ Überschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.09. % 0,0 0,0 1,6

Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter (ceteris paribus) wirkt sich wie folgt aus:

49. Sensitivitätsanalyse der Rückstellung für Pensionen und pensions
ähnlichen Verpflichtungen sowie der Rückstellung für Abfertigungen
%
Veränderung
der Annahme
Abnahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zunahme des
Parameters/
Veränderung DBO
Zinssatz 0,50 6,40 –5,76
Bezugserhöhung 1,00 –4,33 4,93
Pensionserhöhung 1,00 –7,44 8,94

Die Anwendung des IAS 19 (2011) wirkt sich wie folgt aus:

49. Auswirkung der Anwendung des IAS 19 (2011)
Mio. EUR
30.09.2011 30.09.2010
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
laut Geschäftsbericht 2010/11 310,5 311,0
Erfolgsneutraler Effekt der Anwendung des IAS 19 (2011) 17,0 17,6
Erfolgswirksamer Effekt der Anwendung des IAS 19 (2011) –3,5
Stand durch Anwendung des IAS 19 (2011) 324,0 328,6
Mio. EUR 2010/11
Abnahme des Personalaufwands –3,5
Zunahme des Steueraufwands 0,9
Zunahme des Ergebnisses 2,6
Zunahme der Ertragsteuern auf Komponenten, welche direkt im Eigenkapital erfasst werden 4,3
Abnahme der direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse –12,8
Abnahme des Gesamtergebnisses –10,2

Die Auswirkung auf das Ergebnis beträgt 0,01 Euro je Aktie.

49. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen Mio. EUR

Jubiläumsgelder Drohverluste /
Kooperations
verträge1)
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-,
Entsorgungs
und sonstige
Verpflichtungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2011 18,7 38,7 15,5 3,4 46,0 4,2 126,4
Veränderung Konsolidierungskreis 0,1 0,2 0,3
Endkonsolidierung –0,1 –0,1
Zinsaufwand 0,4 0,4 0,0*) 1,2 0,2 2,3
Verwendung –0,8 –38,7 –6,3 –2,5 –1,8 –2,3 –52,3
Zuführung 1,9 46,5 3,0 3,5 0,8 101,9
Umbuchung 20,3 –20,3 20,3
Buchwert 30.09.2012 20,0 66,8 9,6 4,0 28,8 2,9 198,9

*) Kleinbetrag

1) Im Vorjahr waren hier Rückstellungen für Kooperationsverträge enthalten, welche im Geschäftsjahr 2011/12 weggefallen sind.

Die Rückstellung für Drohverluste betrifft Verpflichtungen aus der Vermarktung der eigenen Stromproduktion. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozessrisiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken.

50. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

50. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse
Mio. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 01.10.2011 393,4 44,5 437,9
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 0,8 0,9
Zugänge 64,5 2,2 66,6
Auflösung –32,7 –3,3 –35,9
Buchwert 30.09.2012 425,3 44,2 469,5

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 433,6 Mio. Euro (Vorjahr: 405,8 Mio. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

51. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten großteils zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

51. Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Pachtverbindlichkeiten 23,4 32,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 3,4 17,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 16,2 11,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 6,9 8,4
Summe 49,9 68,9

51. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Mio. EUR

Restlaufzeit zum 30.09.2012 Restlaufzeit zum 30.09.2011
< 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 9,6 13,8 23,4 11,9 20,1 32,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 2,1 1,3 3,4 8,4 8,6 17,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 5,5 10,8 16,2 4,8 6,7 11,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 2,7 4,2 6,9 4,8 3,7 8,4
Summe 19,9 30,0 49,9 29,9 39,0 68,9

Kurzfristige Schulden

52. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

52. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Kredit bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG 21,4 21,4
Anleiheverbindlichkeiten 257,7
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 28,0 32,5
Summe 49,4 311,6

53. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

53. Steuerverbindlichkeiten
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Energieabgaben 31,5 36,7
Umsatzsteuer 29,1 19,8
Körperschaftsteuer 13,4 14,4
Sonstige Posten 12,9 11,9
Summe 87,0 82,6

54. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 160,2 Mio. Euro (Vorjahr: 158,6 Mio. Euro) enthalten.

55. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitern in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 2,4 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

55. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen
Mio. EUR
Personalansprüche Drohverluste Restrukturierung Sonstige kurzfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2011 61,2 9,1 10,7 80,8
Zugang durch Unternehmenserwerb –0,8 –0,1 –0,6 –1,4
Verwendung –27,7 –4,8 –8,7 –43,5
Zuführung 29,0 12,1 1,3 3,9 48,7
Umbuchung 0,3 0,3
Buchwert 30.09.2012 61,8 16,3 1,3 5,7 84,9

56. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalteten im Vorjahr vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

56. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz 9,6 6,0
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 21,3 7,2
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 20,6 15,0
Zinsenabgrenzungen 18,6 9,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 4,3 0,0
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 55,2 37,5
129,6 75,1
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 39,9 51,8
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 11,9 12,5
51,7 64,3
Summe 181,3 139,4

Sonstige Angaben

57. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 28,9 Mio. Euro (Vorjahr: 34,3 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2011/12 119,2 Mio. Euro (Vorjahr: 102,6 Mio. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 33,5 Mio. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 56,4 Mio. Euro (Vorjahr: 53,7 Mio. Euro) geleistet.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 10,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,5 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierte ein Gewinn in Höhe von 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: Verlust von 0,1 Mio. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 73,6 Mio. Euro (Vorjahr: 71,8 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 38,4 Mio. Euro (Vorjahr: 33,7 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben abgegangenen liquiden Mittel betrugen 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 2,2 Mio. Euro (Vorjahr: 12,9 Mio. Euro).

57. Fonds der liquiden Mittel
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Liquide Mittel 162,1 143,4
Kassenbestände 0,4 1,2
Guthaben bei Kreditinstituten 161,8 142,2
Kontokorrentverbindlichkeiten –28,0 –30,8
Summe 134,1 112,6

58. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert die EVN die Gefahr der negativen Abweichung vom aktuellen Zinsniveau, die in weiterer Folge Zinserträge und -aufwendungen sowie das Eigenkapital negativ beeinflussen kann. Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Der Risikominimierung dienen ein Limitwesensystem, Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente) sowie die laufende Überwachung des Zinsrisikos. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN, neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen, unter anderem auch im Rahmen einer täglich durchgeführten Value-at-Risk-(VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages unter Anwendung der Varianz-Kovarianz-Methode (Delta-Gamma-Ansatz) berechnet wird. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 9,0 Mio. Euro (Vorjahr: 4,4 Mio. Euro). Der Anstieg des Zins-VaR im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag ergibt sich aus der Emissionstätigkeit im Geschäftsjahr 2011/12 (Nominale der Anleiheemission im Oktober 2011 300 Mio. Euro und Nominale der Privatplatzierungen im Februar 2012 125 Mio. Euro).

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos im Finanzbereich sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 47. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 0,02 Mio. Euro (Vorjahr: 0,01 Mio. Euro).

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Emissionszertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

58. Preisabsicherungen im Energiebereich Mio. EUR

2011/12 2010/11
Nominalvolumina Marktwerte Nominalvolumina Marktwerte
Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 46,0 –25,8 2,7 –1,9 0,7 44,5 –33,9 4,1 –3,5 0,5
Forwards 118,2 –99,7 12,4 –14,6 –2,1 231,3 –173,2 15,7 –17,3 –1,6

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate um 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 16,5 Mio. Euro) ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der Verbund AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen Verbund-Aktien betrug am Bilanzstichtag 29,9 Mio. Euro (Vorjahr: 38,8 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können bzw. die erforderliche Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschaffen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung. Beim Abschluss von Finanzierungen wird auf die Steuerung der Fälligkeiten ein besonderes Augenmerk gelegt, um ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu erreichen und so Klumpenbildungen hinsichtlich der Fälligkeitstermine zu vermeiden. Der konzerninterne Liquiditätsausgleich erfolgt mittels Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 165,5 Mio. Euro (Vorjahr: 201,3 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500,0 Mio. Euro (Vorjahr: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 175,0 Mio. Euro (Vorjahr: 165,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 56,5 % (Vorjahr: 49,9 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf 579,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1.103,0 Mio. Euro). Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von 32,8 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro) gliedert sich in –7,7 Mio. Euro bis zu einem Jahr, 34,6 Mio. Euro von einem bis zu fünf Jahren und 5,9 Mio. Euro über fünf Jahre.

58. Voraussichtlicher Eintritt der Zahlungsströme Mio. EUR

Geschäftsjahr 2011/12 < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre Summe
Cash Flows der abgesicherten Grundgeschäfte –30,6 –295,7 –91,8 –418,0
Cash Flows der Sicherungsinstrumente –4,4 19,7 –2,1 13,2
Gewinn / Verlust –4,8 60,9 –2,7 53,3

58. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR

Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2011/12 Buchwert < 1 Jahr 1–5 Jahre
Anleihen 1.028,6 1.348,5 51,8 571,1 725,6
Langfristige Bankdarlehen 904,6 1.064,1 149,4 535,6 379,1
Summe 1.933,3 2.412,6 201,2 1.106,7 1.104,7
Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2010/11 Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 609,7 733,4 27,4 367,3 338,8
Langfristige Bankdarlehen 981,5 1.147,4 114,5 552,5 480,4
Summe 1.591,3 1.880,8 141,9 919,8 819,2

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallwahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäftsabschluss durch Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring sowie die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt einerseits für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate) und Derivat- bzw. Termingeschäfte, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden, und andererseits in Bezug auf Endkunden und sonstige Debitoren im Bereich des Kerngeschäfts.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zudem dienen ein effizientes Forderungsmanagement, das laufende Monitoring des Kundenzahlungsverhaltens sowie der Abschluss von Kreditausfallsversicherungen in angemessenem Rahmen der Begrenzung von Ausfallrisiken.

58. Wertminderungen nach Klassen
Mio. EUR 30.09.2012 30.09.2011
Abschreibungen/Wertberichtigungen
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 0,9 1,0
0,9 1,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 43,4 35,6
Wertpapiere 0,8 1,3
44,1 36,9
Summe Wertminderungen 45,0 37,9

Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2012 und zum 30. September 2011 entsprechen den in den Erläuterungen 37. Übrige langfristige Vermögenswerte, 39. Forderungen und 40. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar ist, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

59. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten Mio. EUR

30.09.2012 30.09.2011
Fair-Value
Hierarchie
Klassen Bewertungs
kategorie
(gem. IFRS
7.27 A)
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS Stufe 2 7,7 7,7 8,9 8,9
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 661,0 661,0 883,5 883,5
668,7 668,7 892,4 892,4
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 77,0 77,0 97,9 97,9
Ausleihungen LAR 36,4 36,4 24,4 24,4
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 673,0 673,0 615,6 615,6
Hedge
Forderungen aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 1 83,1 83,1 76,8 76,8
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 28,9 24,6
Kurzfristige Vermögenswerte 898,3 869,4 839,3 814,7
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 507,3 507,3 456,9 456,9
Hedge
Forderungen aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 1 4,0 4,0 4,4 4,4
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 26,3 18,4
537,6 511,3 479,7 461,3
Wertpapiere HFT 3,4 3,4 57,9 57,9
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 162,1 162,1 143,4 143,4
162,1 162,1 143,4 143,4
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 1.028,6 1.145,8 609,7 660,2
Bankdarlehen FLAC 904,6 904,6 981,5 981,5
1.933,3 2.050,4 1.591,3 1.641,7
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC 23,4 23,4 32,0 32,0
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 3,4 3,4 17,0 17,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 6,9 6,9 8,4 8,4
Hedge
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 1 16,2 16,2 11,4 11,4
Kurzfristige Schulden 49,9 49,9 68,9 68,9
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 49,4 49,4 311,6 311,6
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 384,4 384,4 368,0 368,0
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 125,3 125,3 75,1 75,1
Hedge
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 1 4,3 4,3
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 51,7 64,3
181,3 129,6 139,4 75,1
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 668,7 892,4
Kredite und Forderungen LAR 1.378,8 1.240,3
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum
beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 77,0 97,9
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 3,4 57,9
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden FLAC 2.526,1 2.403,4

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preisund Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2012 30.09.2011
59. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert 2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) 250,0 36,8 252,3 39,5
Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) 8.000,0 16,2 8.000,0 14,6
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 30,1 12.000,0 21,9
Mio. USD (unter 1 Jahr)3) 10,0 0,1
Mio. USD (unter 5 Jahre)3) 3,0 0,0*)
Mio. USD (über 5 Jahre)3) 3,0 0,1
Zinsswaps
Mio. EUR (unter 1 Jahr)3) 205,0 0,7
Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) 5,7 –0,1 15,0 –0,3
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 165,5 –14,7 367,7 –22,3
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) 31,0 –0,1 79,2 5,7
Caps
Mio. EUR (unter 1 Jahr) 105,0 0,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre)

*) Kleinbetrag 1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

60. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 29. Oktober 2012 hat Gas Connect Austria 45 % der Anteile seiner Tochtergesellschaft AGGM Austrian Gas Grid Management AG zu gleichen Teilen an die Landesverteilergesellschaften EVN Netz GmbH, OÖ. Ferngas Netz GmbH und Gasnetz Steiermark GmbH abgegeben. Gas Connect Austria und AGGM setzen damit verstärkt auf die Kooperation mit den Betreibern der höchsten Verteilernetzebene.

Am 30. Oktober 2012 hat die EVN erfolgreich Schuldscheindarlehen in Höhe von 121,5 Mio. Euro emittiert und damit seine langfristige Konzernfinanzierung weiter gestärkt. Die Emission verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 18 Jahren mit variabler sowie mit fixer Verzinsung.

Am 25. Oktober 2012 wurde der Biomassekessel des Biomasse-Fernheizwerks in Steyr, das ein 50:50 Joint Venture mit der Energie AG Oberösterreich ist, angeheizt. Industrie- und Gewerbekunden sowie Haushalte der Stadt Steyr können ab Dezember 2012 mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt werden.

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risiken setzen sich wie folgt zusammen:

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit
Energiegeschäften 108,4 85,4
Projekten im Umweltbereich 260,4 237,0
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von
Energienetzen 7,0 6,2
Kraftwerken 491,1 533,2
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 94,6 81,3
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 5,8 7,7
Summe 967,4 950,8

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 217,2 Mio. Euro (Vorjahr: 148,5 Mio. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Eventualverbindlichkeiten betreffend die Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften werden betreffend die für e&t Energie Handelsgesellschaft mbH und nunmehr auch betreffend die für EconGas GmbH abgegebenen Garantien in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt.

Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2012 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 48,0 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 468,4 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2012 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 70,0 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 468,4 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

62. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens verantwortlich sind, insbesondere Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, sowie deren Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 161 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2012 eine Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 8,8 Mio. Euro (Vorjahr: Verbindlichkeit von 7,1 Mio. Euro).

Mit 2. Juli 2012 wurde die first facility GmbH an die NÖ Hypo Beteiligungsholding GmbH, an welcher die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH indirekt mit 70,49 % beteiligt ist, verkauft.

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen wurde mit 31. Dezember 2011 beidseitig aufgelöst.

Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

62. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Umsätze 155,8 175,5
Aufwendungen für bezogene Leistungen 777,2 722,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 74,8 89,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21,3 7,2
Ausleihungen 11,7
Forderungen aus der Durchführung des Cash Poolings 0,1 0,2
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 0,0*)
Zinserträge aus Ausleihungen 0,2
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings 0,0*) 0,0*)

*) Kleinbetrag

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2011/12 insgesamt 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro) bezahlt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen betrugen für aktive Vorstandsmitglieder 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: Erträge von 1,8 Mio. Euro aufgrund von Rückstellungsauflösungen). Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen für aktive leitende Angestellte betrugen 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 0,2 Mio. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 11,1 Mio. Euro (Vorjahr: 8,4 Mio. Euro). Diese Erhöhung ist insbesondere auf die im Geschäftsjahr erfolgte Anpassung des für die Berechnung dieser Verpflichtungen angewandten Zinssatzes zurückzuführen.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 56) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

Nahestehende Personen können unmittelbar Kunden eines Unternehmens der EVN Gruppe sein, wobei Geschäftsbeziehungen aus einem solchen Verhältnis zu marktüblichen Konditionen bestehen und im Geschäftsjahr 2011/12 für die Gesamteinnahmen der EVN nicht wesentlich sind. Die daraus zum 30. September 2012 offenen Posten werden in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

63. Sonstige Angaben

Im EVN Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

Es wurden im Geschäftsjahr 2011/12 keine außerbilanziellen Geschäfte getätigt.

64. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher – Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer – Vorsitzender Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Mag. Willi Stiowicek – Vizepräsident Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller, BA Dkfm. Edwin Rambossek Mag. Michaela Steinacker Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter

65. Freigabe des Konzernabschlusses 2011/12 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 12. Dezember 2012 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

66. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2011/12 durch die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro). Davon entfielen 57,0% auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 33,0 % auf Steuerberatungsleistungen und 10,0 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2012

EVN AG Der Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen
Mio. EUR 2011/12 2010/11
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 17,1 22,3
Kurzfristige Vermögenswerte 357,7 264,2
Langfristige Schulden 1,7 2,8
Kurzfristige Schulden 268,0 172,2
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.146,9 1.045,4
Operativer Aufwand –1.103,9 –998,8
Abschreibungen –0,4 –3,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 42,6 43,0
Finanzergebnis –0,1 0,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 42,6 43,6

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen Unternehmen
Mio. EUR
2011/12 2010/11
Bilanz
Eigenkapital 1.630,2 1.452,7
Vermögenswerte 5.829,0 5.077,2
Schulden 4.198,8 3.624,5
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 12.116,0 7.584,1
Ergebnis nach Ertragsteuern 134,5 162,6

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN
im Geschäftsbereich Energie ≥ 20,0 % Letztes Konsoli
per 30.09.2012 Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis Jahresabschluss dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2011/12
Anlagenbetriebsgesellschaft Waidhofen/Ybbs GmbH1) EVN Wärme 100,00 EUR –6.652 –6.946 31.12.2011 NV
Albnor Company DOO, Tetovo, Mazedonien1) EVN Macedonia 70,00 MKD 327 27 31.12.2011 NV
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 777 152 31.12.2011 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 93 32 31.12.2011 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 30,00 EUR –32 –164 31.12.2011 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen EVN Wärme 50,00 EUR –314 –322 30.09.2011 NE
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn kabelplus 100,00 HUF –21 –57 30.09.2011 NV
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH EVN Wärme 90,00 EUR 636 –364 31.12.2011 NV
Bioenergie Steyr GmbH, Behamberg2) EVN Wärme 51,00 EUR 5.318 295 30.09.2012 E
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 137 –20 31.12.2011 NE
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien EVN 50,00 ALL 37.949 –1.910 31.12.2011 E
EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien EAA 100,00 EUR 5.749 –3.275 30.09.2012 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien3) EVN 16,51 EUR 189.341 43.152 31.12.2011 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("EnergieAllianz")
Wien EVN 45,00 EUR 1.873 –10.733 30.09.2012 Q
EMC Energy Consulting Trading Gesellschaft mbH
München, Deutschland
EAA 100,00 EUR 8 0 30.09.2012 NQ
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 36 –106 31.12.2011 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie EAD, ("EVN Bulgaria EP")
Plovdiv, Bulgarien4) EVN 100,00 BGN 293.489 33.520 31.12.2011 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane EAD, ("EVN Bulgaria EC")
Plovdiv, Bulgarien4)
EVN 100,00 BGN 42.952 5.738 31.12.2011 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 1.042 25 31.12.2011 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 60.053 –2.819 31.12.2011 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN 100,00 HRK 9.204 –1.338 30.09.2012 V
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 90.760 50.111 30.09.2012 Q
EVN Gorna Arda Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 205 –200 31.12.2011 V
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 2.416 2.174 30.09.2012 V
EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna"), Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 14.649 –4.828 31.12.2011 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 171.373 –47 30.09.2012 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 102.788 760 30.09.2012 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

NQ: Nicht quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes Unternehmen

Konzernabschluss

Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2011/12
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia")
Skopje, Mazedonien EVN 90,00 MKD 116.041 –10.550 31.12.2011 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 MKD 5 0 31.12.2011 V
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL, Skopje EVN Macedonia 100,00 MKD 5 0 31.12.2011 NV
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD –418 64 31.12.2011 V
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
("evn nk BuB") Maria Enzersdorf
evn naturkraft 100,00 EUR 79.211 2.110 30.09.2012 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H.
("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 115.485 –2.281 30.09.2012 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 346.956 10.677 30.09.2012 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 113.879 5.392 30.09.2012 V
EVN Service Centre EOOD, Plovdiv, Bulgarien5) EVN Bulgaria 100,00 BGN 144 11 31.12.2011 V
EVN Energiespeicher Sulzberg Beteiligungs GmbH2) evn naturkraft 100,00 EUR 327 –7 30.09.2012 NV
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 91 13 31.12.2011 V
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2011 NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 134 –5 31.12.2011 V
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 ALL 15 –10 31.12.2011 NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE")
Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 1.640 201 31.12.2011 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 75.386 3.791 30.09.2012 V
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und
Betriebs GmbH, ("EVN-WE Wind GmbH"), Wien2)
evn naturkraft 50,00 EUR 36 1 30.09.2011 NE
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs- und
Betriebs GmbH & Co KG, ("EVN-WE Wind KG"), Wien2)
evn naturkraft 50,00 EUR 5.973 –67 30.09.2011 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 8.788 2.141 30.09.2012 E
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 24 –5 31.12.2011 NE
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten EVN 49,00 EUR 15.277 87 31.12.2011 E
Fernwärme Steyr GmbH, Steyr2) EVN Wärme 49,00 EUR 1.981 –54 30.9.2012 E
FWG-Fernwärmeversorgung Hollabrunn registrierte
Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Göllersdorf4)
EVN / Utilitas 100,00 EUR 952 18 30.06.2012 NV
Hydro Power Company Gorna Arda AD, Bulgarien EVN 70,00 BGN 1 0 31.12.2011 V
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.925 10 31.12.2011 NV
kabelplus AG, ("kabelplus"), Maria Enzersdorf7) Utilitas 100,00 EUR 32.830 –2.978 30.09.2012 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 45 3 31.12.2011 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH
& Co KG, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 566 31.12.2011 NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD 0 0 31.12.2011 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien EAA 100,00 EUR 2.822 575 30.09.2012 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 2.836 232 31.12.2011 V
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien EVN 49,99 EUR 78.206 –3 31.12.2011 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland
V&C 100,00 EUR 0 –10 31.12.2011 NV
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2011/12
SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
Salzburg-Aigen EAA 100,00 EUR 292 2 30.09.2012 Q
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
Essen, Deutschland
EVN Kraftwerk 49,00 EUR 251.697 –3.632 31.12.2011 E
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH
Mainz, Deutschland
V&C 50,00 EUR 75 –3 31.12.2010 NE
VERBUND-Innkraftwerke Deutschland GmbH
Töging, Deutschland3)
evn nk BuB 13,00 EUR 431 29 31.12.2011 E
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 588 212 31.03.2012 V
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK")
Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 754 145 30.09.2012 V

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 erworben.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 neu gegründet.

3) Trotz einer Beteiligungshöhe von ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

4) Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden die restlichen Anteile an der Gesellschaft erworben.

5) Vormals EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien

6) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 erworben. Im September 2012 wurde der Betrieb der Gesellschaft in die EVN Wärme GmbH eingebracht.

7) Vormals Kabelsignal AG, Maria Enzersdorf

2. Beteiligungen der EVN
im Geschäftsbereich Umwelt ≥ 20,0 %
per 30.09.2012
Beteiligung Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner % Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2011/12
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 478 22 30.09.2012 NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs
und Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen
WTE Essen 26,00 EUR 37 0 31.12.2011 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Maria Enzersdorf
EVN Abfall 50,00 EUR 424 29 30.09.2012 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien
WTE Betrieb 100,00 EUR 172 19 30.09.2012 V
Degremont WTE Wassertechnik Praha v.o.s.
Prag, Tschechische Republik1)
WTE Essen 35,00 CZK 31.12.2011 NE
DTV Zrt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.523 56 31.12.2011 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH
("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 9.767 8.691 30.09.2012 V
EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und
Servicegesellschaft mbH, Maria Enzersdorf1)
WTE Essen 100,00 EUR 33 –2 30.09.2012 NV
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1
mbH, ("EVN MVA1"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 28 –6 30.09.2012 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3
mbH, ("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 EUR 6.807 –4.054 30.09.2012 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
("EVN UBS"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 8.357 1.704 30.09.2012 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
("EVN UFS"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 10.221 –7.157 30.09.2012 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH
("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 151.590 16.877 30.09.2012 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser")
Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 3.501 30.09.2012 V
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2011/12
OAO BUDAPRO-ZAVOD No. 1, Moskau, Russland EVN MVA 1 100,00 RUB 16.532 –59 31.12.2011 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 141.805 –10.009 31.12.2011 V
OAO WTE Kurjanovo, Moskau, Russland1) Kurjanovo 100,00 RUB 2 0 31.12.2011 NV
OAO EVN Ljuberzy, Moskau, Russland1) Ljuberzy 100,00 RUB 2 0 31.12.2011 NV
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 RUB 134.969 –192 31.12.2011 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 159.285 –105 31.12.2011 V
OAO
"WTE Süd-Ost"/
OOO Eco Reagent, Moskau, Russland1) EVN UBS 100,00 RUB 2 0 31.12.2011 NV
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 53.958 –2.080 31.12.2011 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 2.900 335 31.12.2011 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 3.769 2.099 31.12.2011 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 0 31.12.2011 NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH, Essen,
Deutschland ("Ljuberzy")
WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.09.2012 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH,
("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 444 21 30.09.2012 V
sludge2energy GmbH, Berching, Deutschland1) WTE Essen 50,00 EUR 30.09.2011 NE
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH,
("Zelenograd"), Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 7.854 843 30.09.2012 V
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o.
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 50,00 HRK 1.696 351 31.12.2011 NE
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –42 8 30.09.2012 V
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 521 9 31.12.2011 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H
Untertullnerbach
evn wasser 50,00 EUR 874 –5 31.12.2011 NE
WTE Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 169 13 30.09.2012 NV
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb")
Hecklingen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 511 0 30.09.2012 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o.
Budva, Montenegro
WTE Essen 100,00 EUR –1.365 –355 31.12.2011 V
WTE odpadne vode Budva DOO, Podgoriza, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR 11 0 31.12.2011 V
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH
Essen, Deutschland ("Kurjanovo")
WTE Essen 100,00 EUR 23 –1 30.09.2012 NV
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH,
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS/
WTE Essen
100,00 EUR 147.631 0 30.09.2012 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 6.405 –3.822 30.09.2012 V
WTE Projektgesellschaft Trinkwasseranlage d.o.o.,
Beograd-Vracar, Serbien1)
WTE Essen 100,00 RSD 0 0 30.09.2012 NV
WTE Projektmanagement GmbH, Essen, Deutschland2) WTE Essen 100,00 EUR 20 0 30.09.2012 NV
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –31 0 30.09.2012 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien
WTE Essen 100,00 EUR 24 0 30.09.2012 V
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen")
Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 EUR 91.799 9.660 30.09.2012 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 PLN 1.154 982 30.09.2012 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 281 120 31.12.2011 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 713 173 31.12.2011 NV
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2011/12
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV")
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 48,50 HRK 140.149 21.123 31.12.2011 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o.
("ZOV UIP"), Zagreb, Kroatien
WTE Essen 33,00 HRK 3.870 3.867 31.12.2011 E

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011/12 neu gegründet.

2) Die Gesellschaft wurde im ersten Quartal 2011/12 aufgrund der Aufgabe ihrer Geschäftstätigkeit entkonsolidiert.

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich
Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20 % Letztes Konsoli
per 30.09.2012
Gesellschaft, Sitz
Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2011/12
BEGAS Energie AG, ("BEGAS"), Eisenstadt 1) BUHO 49,00 EUR 67.362 –10.672 30.09.2011
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO")
Eisenstadt EVN 73,63 EUR 76.419 6.249 30.09.2012 V
Energie Burgenland AG, Eisenstadt 1) BUHO 49,00 EUR 166.892 11.521 30.09.2011 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 576 34 30.09.2012 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande
EVN FM 100,00 EUR 1.405 87 30.09.2012 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 29.413 10.572 30.09.2012 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 28.923 10.360 30.09.2012 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 4.788 –25.425 31.08.2012 V
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 3.675 175 31.12.2011 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 EUR 180 30 30.9.2012 E
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs
und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf
Utilitas 50,00 EUR 30 –934 31.12.2011 NE
R 138-Fonds, Wien EVN/
EVN Netz/
evn wasser
100,00 EUR 84.523 2.259 30.9.2012 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN 50,03 EUR 432.335 74.951 31.3.2012 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 154.191 86.864 31.12.2011 E
UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft
m.b.H, ("Utilitas"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 37.074 9.364 30.9.2012 V
VERBUND AG, Wien 2) 3) EVN 12,63 EUR 2.889.867 274.327 31.12.2011 N
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 3) EVN WEEV 50,00 EUR 9.566 –53.132 30.6.2012 E
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs
GmbH, Wien
Utilitas 47,37 EUR 470 –449 30.11.2011 NE

1) Im Juli 2012 wurde die BEGAS mit der Burgenländischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG) rückwirkend zum 30. September 2011 verschmolzen und die BEWAG in Energie Burgenland AG unbenannt.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe von ≤ 20 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

3) An der VERBUND AG werden 12,63 % direkt gehalten und indirekt über die WEEV Beteiligungs GmbH 1,1 %.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2012, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögensund Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2012 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2012 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 16. November 2012

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Corporate Social Responsibility

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen betrachtet die EVN die drei Dimensionen "Mensch", "Umwelt" und "Wirtschaft" als Gesamtheit und strebt einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen an. Diese Grundhaltung spiegelt sich auch in der Ausrichtung der Kommunikation und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichtserstattung wider.

Beginnend mit dem Jahr 1990 wurde ein Umweltbericht veröffentlicht, der ab 2002 zu einem jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt wurde. Seit dem Geschäftsjahr 2009/10 wird ein sogenannter Ganzheitsbericht publiziert, der den Nachhaltigkeitsbericht mit dem Geschäftsbericht zu einer gemeinsamen Publikation verschmilzt. Dabei wird das Ziel verfolgt, eine kontinuierliche Integration der unterschiedlichen Themenfelder sicherzustellen und die Aspekte der Nachhaltigkeit inklusive CSR-Maßnahmenprogramm gleichrangig mit dem Finanzbericht und dem Corporate-Governance-Bericht zu behandeln. Jene CSR-Inhalte, die nicht in den ersten Abschnitten des Ganzheitsberichts integriert wurden, finden sich in diesem Abschnitt. Einen Gesamtüberblick zur Platzierung der Inhalte entlang der GRI-Indikatoren liefert die Aufstellung in der hinteren Flappe des Berichts.

Governance, Verpflichtung und Engagement

Corporate Governance, Führungsstruktur

Zur Darstellung der Führungs- und Organisationsstruktur der EVN wird auf den Corporate-Governance-Bericht ab Seite 51 verwiesen. Eine Übersicht der wesentlichen Beteiligungen befindet sich auf Seite 90 des Berichts.

Die laufende Strategieentwicklung durch den Vorstand, die in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erfolgt, wird durch anlassbezogen eingerichtete Lenkungsausschüsse und Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen und Fragestellungen ergänzt. Für Nachhaltigkeitsfragen wurde ein CSR-Lenkungsausschuss installiert, der sich aus dem Vorstand und den Leitern der Konzernfunktionen Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Umweltschutz und -controlling zusammensetzt. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde im Zuge einer Neuausrichtung der CSR-Organisation das gesamte Managementteam der EVN in den CSR-Lenkungsausschuss miteinbezogen. Diese Erweiterung orientiert sich an der europäischen Best Practice und stellt somit eine zielgerichtete Steuerung der CSR-Agenden im Einklang mit der Unternehmensstrategie und den operativen Unternehmensbereichen sicher.

Neben der breit aufgestellten internen CSR-Organisation steht dem Vorstand und Aufsichtsrat auch der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung beratend zur Seite, der aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern besteht. Der Beirat des EVN Sozialfonds konstituiert sich aus externen Experten und berät den Vorstand in Fragen des sozialen Engagements. Zur Intensivierung des Kundendialogs hat die EVN bereits im Frühjahr 2011 den EVN Kundenbeirat ins Leben gerufen.

Um den Herausforderungen, die mit der dynamischen Internationalisierung der EVN in den vergangenen Jahren verbunden sind, gerecht zu werden, wurde der EVN Verhaltenskodex implementiert. Darin sind die gemeinsame Unternehmenskultur, deren wesentliche Prinzipien und Verhaltensregeln für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EVN Konzerns zugänglich festgehalten und somit über sprachliche Barrieren und Landesgrenzen hinweg kommuniziert. Der EVN Verhaltenskodex wird laufend an die aktuellen Entwicklungen angepasst, insbesondere an die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Neben einer englischen Version gibt es auch Übersetzungen des Kodex in die Sprachen der Tochtergesellschaften: Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch. Seine Grundlagen bilden neben internen Organisationsvorschriften und gesetzlichen Bestimmungen folgende internationale Regelwerke:

  • UN Global Compact
  • Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UNO) und Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten

  • Dreigliedrige Grundsatzerklärung der ILO (International Labour Organisation) über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik

  • ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit
  • OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
  • OECD-Übereinkommen zur Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr
  • Österreichischer Corporate Governance Kodex

In der Berichtsperiode wurden die bestehende Compliance Organisation der EVN überarbeitet und grundsätzliche Festlegungen zum Aufbau eines Compliance-Management-Systems (CMS) getroffen. Zum Aufbau, der Führung und der Weiterentwicklung des CMS wurde eine direkt dem Vorstand unterstellte Stabsstelle Corporate Compliance Management (CCM) eingerichtet. Folgende Funktionen bzw. Einrichtungen werden vom CMS umfasst:

  • Chief Compliance Officer (CCO): Stellt ein zeitgemäßes, konzernweites und funktionsübergreifendes CMS sicher.
  • Dezentrale bzw. Nationale Compliance Officer (DCO, NCO): Abhängig von einer Risikobewertung verantwortlich für die Umsetzung des Compliance-Programms in den Segmenten bzw. Ländern.
  • Compliance Committee (CC): Eingerichtet als internes Beratungsgremium für den CCO zur Untersuchung und Bewertung von Compliance-Verstößen, für Beratung zu Grundsatzfragen und zur Weiterentwicklung des CMS.
  • Die einzelnen Leitbilder finden Sie auch unter dem Menüpunkt CSR-Strategie auf unserer Webseite: www.verantwortung.evn.at.
  • Zur Kapitalmarktkommunikation der EVN siehe Seite 37 Investor Relations.
  • Zur Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie leitenden Organe siehe Indikator LA13 ab Seite 42.
  • Siehe Seite 36 zu EVN AG in Nachhaltigkeitsindizes.

CSR-Organisation

Die Zielsetzungen und Aspekte der Nachhaltigkeit sind integrierter Bestandteil der EVN Unternehmensstrategie. Diese Integration stellt der CSR-Lenkungsausschuss sicher. Unterstützt wird der Ausschuss vom CSR-Beratungsteam, das sowohl neue Denkanstöße liefert als auch – in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachbereich – für Impulse bei CSR-Maßnahmen verantwortlich zeichnet. Um die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten sicherzustellen und Potenziale zur CSR-Weiterentwicklung in den jeweiligen Bereichen zu identifizieren, wurden CSR-Verantwortliche aus allen Fachbereichen nominiert. Zweimal jährlich werden in Form eines CSR-Erfahrungsaustausches die bisherigen CSR-Aktivitäten reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungspotenziale diskutiert. Zusätzlich wurden in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien, analog zur Struktur in Österreich, jeweils eigene CSR-Organisationen aufgebaut.

Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgte eine Neuausrichtung der CSR-Organisation, um eine noch stärkere Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten in den operativen Unternehmensbereichen zu gewährleisten. Der bestehende Lenkungsausschuss wurde zu diesem Zweck um das gesamte Managementteam der EVN erweitert. Um die interne Durchdringung von CSR in den EVN Fachbereichen zu verbessern, wurden zudem CSR-Zielgespräche durchgeführt, um bereichsspezifische Schwerpunkte auf Basis der EVN Wesentlichkeitsmatrix zu konkretisieren und CSR-Ziele zu definieren. Dies soll das CSR-Verständnis, die Glaubwürdigkeit und Transparenz in der EVN erhöhen und die unternehmensspezifischen Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable unterstreichen.

Nähere Informationen zur CSR-Organisation finden Sie unter www.verantwortung.evn.at.

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Um den Vorstand in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen zu beraten, wurde 1992 der Umweltbeirat der EVN gegründet, der ab 2006 zum Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung erweitert wurde. Die 28 Mitglieder treffen sich jährlich zu zwei Sitzungen, um aktuelle Themen zu diskutieren. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden die gemeinsam mit Greenpeace und der Gewerkschaft vida erstellte Studie "Energie [R]evolution Österreich 2050 – Der Weg zu einer sauberen Energie-Zukunft für Österreich" präsentiert und die Diskussionspunkte "EVN Angebot an die deutsche Bundesnetzagentur betreffend die Stützung der Netzsicherheit im süddeutschen Raum im Winter 2011/12" sowie "Erneuerbare Energien brauchen starke Netze" thematisiert.

Eine Auflistung der Mitglieder findet sich auf Seite 202 sowie unter www.evn.at/Gruppe/Organe/Beirat.aspx.

EVN Sozialfonds

Ende September 2008 hat die EVN einen Sozialfonds ins Leben gerufen, um bestehende Sponsoringaktivitäten im Sozialbereich zu bündeln und transparent zu gestalten. Der EVN Sozialfonds fokussiert die nachhaltige Unterstützung von Jugendinstitutionen in Niederösterreich und ist jährlich mit 100.000 Euro dotiert. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trifft. Es besteht aus Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange, Dr. Helga Preitschopf, Harald Wieser, Elisabeth Baum-Breuer und dem Vorsitzenden, Caritas-Wien-Direktor Dr. Michael Landau. Die Empfehlungen zur Mittelverwendung an den Vorstand der EVN AG erfolgen einstimmig. In der Berichtsperiode wurden 15 Projekte unterstützt.

Eine Auflistung der unterstützten Projekte findet sich unter dem Indikator EC8 auf Seite 174.

Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung und Leistungsbeurteilung des Vorstands hinsichtlich Nachhaltigkeit

Neben der Einhaltung der Bestimmungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist das wirkungsvollste Instrument der EVN zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung – und somit auch des Vorstands der EVN – der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI, Anwendungsebene A+. Zudem erfolgt eine externe GRI-Prüfung durch ein unabhängiges Prüfinstitut. Der Vorstand unterzieht sich insbesondere auch der jährlichen Überprüfung des Unternehmens im Rahmen der Notierungen als nachhaltiges Investment (entsprechend dem österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel und ECPI) sowie im Rahmen der EMAS-Zertifizierungen.

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Zu ihrem Kompetenzbereich gehören Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die in den technischen und kaufmännischen Bereichen im Geschäftsjahr 2011/12 festgestellten Beanstandungen wurden den Verantwortlichen mitgeteilt, zugleich wurden Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen eines Follow-up-Verfahrens geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

Mit Wirksamkeit 1. Oktober 2010 wurde das Vergütungssystem für leitende Angestellte angepasst. Mit der Anpassung werden unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen
  • Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Bereiche
  • Der Bericht zur Internen Revision und zum Risikomanagement sowie Informationen zum Vergütungssystem der EVN finden sich im Corporate-Governance-Bericht ab Seite 51.
  • Weitere Informationen zur EVN AG in Nachhaltigkeitsindizes finden sich auf Seite 36.

nisationen und Verbänden.

Unterstützung externer Initiativen

Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen Die EVN ist Mitglied in zahlreichen branchenrelevanten Orga-

Seit 2012 ist die EVN auch im Steering Committee des österreichischen Global Compact Netzwerks vertreten. Ziel des seit 2009 bestehenden Lenkungskreises ist die Evaluierung vergangener und die Planung zukünftiger Aktivitäten des österreichischen UNGC-Netzwerks.

Externe Initiativen
OECD
OECD Guidelines for Multinational Enterprises
UN Global Compact
austrian business council for sustainable development
Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
Auswahl von Mitgliedschaften
(in alphabetischer Reihenfolge)
AEA Österreichische Energieagentur
AIA Association for Internal Auditors of Macedonia
AmCham American Chamber of Commerce in Macedonia
ATDB Association of District Heating Companies in Bulgaria
ATEB Association of traders with electricity in Bulgaria
BBCE Bulgarian Branch Chamber of Power Engineers
BHRMDA Bulgarian Human Resources Management and
Development Association
BIA Bulgarian Industrial Association
BPVA Bulgarian Photovoltaic Association
Bulgarian WEC Bulgarian National Committee to the World Energy Council
CEIBG Confederation of the Employers and Industrialists
in Bulgaria
CIRA Cercle Investor Relations Austria
DBIHK Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
EBA European Business Association
ECNWM Economic Chamber of North-Western Macedonia
ECRM Economic Chamber of the Republic of Macedonia
EDSO European Distribution System Operators (for Smart Grids)
EMI Energy Management Institute, Bulgaria
ERC Energy Regulatory Commission of Macedonia
FGW Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen
GEC German Economic Chamber
IV Industriellenvereinigung Österreich
MABA Macedonian Austrian Business Association
MAKO Cigre Macedonian National Committee – MAKO Cigre
MCC Macedonian Chambers of Commerce
MGEA Macedonian-German Economic Association
MHRA Macedonian Human Resources Association
OE Oesterreichs Energie
ÖGUT Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
ORM Organization of Employers of Macedonia
OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik
ÖVFA Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und
Asset Management
ÖVGW Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach
ÖWAV Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband
respACT austrian business council for sustainable development
UNGC UN Global Compact
VGB PowerTech e.V.
WK NÖ Wirtschaftskammer Niederösterreich
ZEMAK Association of Energy Department Engineers of Macedonia

Ökonomische Verantwortung

Aspekt: Wirtschaftliche Leistung

EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels

Die Eindämmung des Klimawandels und die damit verbundene Verpflichtung zum Klimaschutz und zur Reduktion von CO2 sind zentrale strategische Ziele der EVN. Der einsetzende Klimawandel wird dabei als Herausforderung verstanden, die nach neuen Geschäftsmodellen verlangt. Die EVN nutzt die damit verbundenen Chancen und beschäftigt sich zudem intensiv mit neuen Technologien, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt zu minimieren. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Energiedienstleistungen engagiert sich die EVN stark. Ziel der EVN ist es, im Rahmen der Stromerzeugung den Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % zu steigern. Um die Energieeffizienz ihrer Kunden zu erhöhen, bietet die EVN zahlreiche Dienstleistungen für Haushalts-, Industrie- und Gewerbekunden, aber auch für Kommunen an.

  • Zu den Auswirkungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die EU-Energieeffizienz-Richtlinie oder das EU-Emissionshandelssystem auf die Geschäftstätigkeit der EVN, siehe Seite 63.
  • Weiterführende Informationen zu Initiativen und Projekten der EVN zur Verringerung der CO2-Emissionen finden sich ab Seite 182.
  • Informationen zu den Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten siehe Seite 81 und Seite 174ff.

EC4 Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die EVN AG ist mit 51 % im Besitz der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 1,6 Mio. Euro (davon 9,9 % über Förderungen) für Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte aufgewendet. Eine weitere finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies beispielsweise beim Ökostromgesetz oder der steuerlichen Forschungsprämie der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

Aspekt: Marktpräsenz

EC6 Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten

Neben einer partnerschaftlichen Grundhaltung, fairer Geschäftsgebarung und einem offenen Dialog ist die EVN bei ihren Beschaffungsaktivitäten vor allem bestrebt, gemeinsam innovative Energielösungen zu entwickeln und damit eine hohe Qualität bei maximaler Ressourcenschonung sicherzustellen. Die Einhaltung der Prinzipien Wirtschaftlichkeit in der Beschaffung, Grundsätze des freien und lauteren Wettbewerbs, Gleichbehandlung aller Bieter, Vertraulichkeit während des Geschäftsvorgangs, Transparenz und Dokumentation der Ergebnisse sowie Ressourcenschonung und soziale Verantwortung stehen dabei im Fokus.

Die EVN arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung einer nachhaltigen Ausrichtung der Beschaffung und setzt die schrittweise Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien im Dialog mit den Lieferanten fort. Eine Integritätsklausel für Lieferanten definiert die Richtlinien der nachhaltigen Beschaffung und die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten. Die Integritätsklausel der EVN gilt für alle Lieferanten (100 %) und ist auf der Webseite der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar (siehe www.evn.at/ Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx). Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und ist somit immer Vertragsbestandteil.

Bei der Auswahl oder Bevorzugung lokaler Lieferanten ist das Bundesvergabegesetz zu berücksichtigen: Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und hat daher die dafür geltenden Bestimmungen einzuhalten. Zudem befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Die Ungleichbehandlung von Bietern und somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist unzulässig. Dennoch beträgt der Anteil der lokalen Lieferanten mehr als 50 %, bei Bautätigkeiten sogar mehr als 70 %.

Des Weiteren ist die EVN bestrebt, die Umweltkriterien des Österreichischen Aktionsplans zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung in ihre Ausschreibungskriterien einfließen zu lassen. Vor jeder Versendung von Ausschreibungen erfolgt daher nochmals eine gezielte Überprüfung der Unterlagen auf geforderte Nachhaltigkeitskriterien. Zudem wird seit dem Geschäftsjahr 2011/12 insbesondere bei der Beschaffung von Risikoprodukten eine zusätzliche Checkliste bei Ausschreibungen beigelegt, die weitere Informationen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit der Produkte, der Verpackung sowie zu Zertifizierungen der Hersteller liefern soll.

EC7 Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer

Die Einbeziehung und Karriereplanung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der lokalen Umgebung unterstützt den wirtschaftlichen Nutzen und das Verständnis der lokalen Kultur. In allen Märkten der EVN stammen nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein Großteil der Führungskräfte aus der jeweiligen Region. Die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie, weshalb die EVN die Karriereplanung von lokalen Mitarbeiterinnen

Bekämpfung der Energiearmut

Die EVN legt großen Wert auf eine effiziente und kundennahe Energieberatung. "Energiesparen" ist dabei einer der wichtigsten Grundsätze der Beratungstätigkeit der EVN. Um die Energiekosten für armutsgefährdete Menschen spürbar zu verringern, haben Caritas und EVN das gemeinsame Projekt "Armutsbekämpfung" nach dem Prinzip "Train the Trainer" erarbeitet. Sozialberater der Caritas werden dabei von EVN Energieberatern mit dem notwendigen Know-how und speziellen technischen Hilfsmitteln ausgestattet, um direkt im Haushalt ein Beratungsgespräch zum Thema Energiesparen durchzuführen. Durch die Energiesparberatung wird "Hilfe zur Selbsthilfe" geleistet.

Gerade armutsgefährdete Menschen wohnen oft in schlecht isolierten Wohnungen und verwenden ältere Haushaltsgeräte und Heizsysteme, die mehr Energie verbrauchen als zeitgemäße Geräte. "Das ist aber nicht das einzige Problem", erklärt Mag. Friedrich Schuhböck, Direktor der Caritas St.Pölten: "Häufig bestehen in diesen Haushalten Informationsdefizite im Hinblick auf die Zusammenhänge zwischen Verbrauchsverhalten und Energieverbrauch. Im Verständnis dafür liegt das Einsparungspotenzial. Ein zentrales Problem dabei ist, dass betroffene Menschen meistens nicht über die notwendigen finanziellen Mittel für die erforderlichen Investitionen verfügen."

Die Umsetzung des Projekts erfolgte in sechs Stufen:

  • Stufe 1: Erstellung der Beratungswerkzeuge (Leitfaden, Checkliste) und Auswahl der technischen Hilfsmittel (Energiemessgeräte, Durchflussbegrenzer zur Reduktion des Warmwasserverbrauchs)
  • Stufe 2: Expertenberatungen vor Ort (erste Evaluierungen)
  • Stufe 3: Eintägiger Grundkurs für Sozialberater mit Energieexperten der EVN
  • Stufe 4: Gemeinsame Beratung vor Ort
  • Stufe 5: Weitere Ausbildungseinheit, Feedback-Schleife
  • Stufe 6: Energieeinsparberatungen der Sozialberater vor Ort

Energiespartipps der EVN finden Sie unter: www.evn.at/Energie/Energiesparen-(1)/ Energiespartipps.aspx.

und Mitarbeitern in Bulgarien und Mazedonien durch Führungskräftetrainings und internationale Programme wie die EVN SUN Akademie unterstützt.

Aspekt: Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

EC8 Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen, die vorrangig im öffentlichen Interesse erfolgen

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 308,3 Mio. Euro vor allem in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie in den Erzeugungsbereich investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und somit dem öffentlichen Interesse. In ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen setzt die EVN auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Im Fokus steht die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Der im Herbst 2008 eingerichtete Sozialfonds wird mit jährlich 100.000 Euro dotiert und konzentriert sich auf die Unterstützung niederösterreichischer Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Ein im Vorjahr vom EVN Sozialfonds unterstütztes Projekt ist das Flüchtlingshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf. Diese Einrichtung der Caritas betreut seit mittlerweile 20 Jahren Asylbewerber. Den Bewohnern wird nicht nur eine Unterkunft geboten, sondern sie sollen zudem die Chance erhalten, sich in ihrer neuen Umgebung bestmöglich zu integrieren. Zugleich dient die Einrichtung dazu, Flüchtlingskindern zu neuer Freude und Zuversicht zu verhelfen. Durch persönliche Lernbetreuung werden die Bewohner in ihrer neuen Lebenssituation unterstützt. Für die EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besteht die Möglichkeit zur freiweilligen Mithilfe – bisher haben vier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesem Projekt mitgewirkt.

Auch im Ausland engagiert sich die EVN und unterstützt insbesondere Kindergärten, -heime und Schulen in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden vom Sozialfonds folgende Projekte unterstützt:

Projekte EUR
Diakonie – Betreuung von jungen Asylwerbern,
die in einer Ausbildung stehen (WG Hirtenberg)
10.000
die möwe – Onlineberatung 5.000
Caritas – Integration durch Mobilität, Haus St.Gabriel 10.000
Caritas – Schaffung von Kommunikationsmöglichkeiten
für junge Erwachsene mit kognitiver Behinderung
5.000
Caritas – ZusammenLernen 8.000
Caritas – Anti-Aggressionstraining für Jugendliche mit
kognitiver Behinderung in der Region Niederösterreich Süd
5.000
Diakonie – Karriere mit Lehre Wohngruppe "Neue Welt"
Gaaden
7.000
Diakonie – Bach-Schule Mödling
"IT für Jugendliche mit Migrationshintergrund"
9.000
die möwe Kinderschutzzentren Wien, Niederösterreich –
Finanzierung Infrastruktur
10.000
Caritas Flüchtlingshaus St.Gabriel – Sprache und Teilhabe 9.000
Caritas Tagesstätte Wr.Neustadt – Outdoor Snoezelenraum 10.000
Caritas Region Retz – Werkstatt Haustechnik 10.000
Caritas Zentrum für Frauengesundheit 6.720
Caritas ZusammenLernen – Lerncafés Niederösterreich 10.000
Caritas Familienzentrum Mistelbach 10.000
Gesamt 124.720

EC9 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Als Arbeit- und Auftraggeber sowie als Anbieter von Energie- und Umweltdienstleistungen liefert die EVN eine Reihe von positiven Beiträgen für die Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist. Die Geschäftstätigkeit der EVN löst direkte und indirekte makroökonomische Effekte bzw. Beiträge aus. Die wichtigsten werden in der vorderen Flappe dieses Berichts skizziert, wobei auf das Anführen von Multiplikatoreffekten für die Gesamtwirtschaft verzichtet wurde.

Entwicklung der Windkraft-Technologie

Die Entwicklung der Windkraft-Technologie schreitet rasant voran und macht Windkraft zu einer äußerst wettbewerbsfähigen und in Zukunft womöglich führenden Stromerzeugungstechnologie. Neben laufenden technischen Weiterentwicklungen und Materialverbesserungen stehen derzeit vor allem die Anlagenhöhe und die Rotorgröße im Fokus der Windanlagenhersteller. Die neuesten Anlagen im Onshore-Bereich – und damit auch in Österreich –, die bei den aktuellen Genehmigungsverfahren vorwiegend zum Einsatz kommen, sind Anlagen der 3-MW-Klasse mit einer Gesamthöhe von bis zu 200 Metern. Mit der Anlagenhöhe steigen auch die erzielbaren Erträge aufgrund des Einflusses des Geländes auf die Windgeschwindigkeit. Bei Offshore-Anlagen können aufgrund des geringen Einflusses der Rauigkeit des Meeres auf die Luftströmung hohe Erträge auch mit niedrigeren Anlagen erreicht werden. Darüber hinaus nimmt bei Onshore-Anlagen auch die Rotorgröße zu, um dem Wind auf einer größeren Fläche Energie zu entziehen, womit wiederum auch bei kleinen Windgeschwindigkeiten bessere Leistungswerte erzielt werden können. Im Schnitt können mit einer 3-MW-Windkraftanlage über 2.500 Haushalte mit Windstrom versorgt werden.

Sector Supplements – Ökonomie

EU7 Programme zum Demand Side Management

Die Schwerpunkte der Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte der EVN lagen im Geschäftsjahr 2011/12 im Bereich der CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage). Mit dem Projekt "CO2USE" wird die Umsetzung von CO2 mit Algen und Sonnenlicht zu Biokunststoff erforscht. Ein weiteres innovatives Forschungsprojekt stellt "GECO – Green Energy and Conversion" dar: Der signifikante Ausbau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie führt gegenwärtig zu einem Paradigmenwechsel in der Elektrizitätswirtschaft. Zusätzlich zu Tagesschwankungen gibt es auch erhebliche saisonale Unterschiede bei der Stromproduktion aus Windkraft und Photovoltaik. Dies führt zum einen zu einer Instabilität des Betriebs konventioneller Kraftwerke, da diese nicht unterhalb einer Mindestlast betrieben werden können und deren periodische Außerbetriebnahme erhebliche Kosten verursacht. Zum anderen sind damit eine hohe Volatilität auf dem Markt für elektrische Energie und starke Preis-

CO2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr

Im September 2011 wurde die CO2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr eröffnet. Die Versuchsanlage, die in Kooperation mit ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert, errichtet und in Betrieb genommen wurde, untersucht die Separation des Kohlendioxids (CO2) aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu senken, das Separationsverfahren industriell weiter zu erforschen und gleichzeitig reines CO2 für die künftige Nutzung als wertvollen Rohstoff zu gewinnen.

Funktionsweise der CO2-Abscheideanlage

    1. Nach der Entstickung (NOx), Entschwefelung (SO2) und Entstaubung (Partikel) wird das Kraftwerksrauchgas gekühlt und einer Dekarbonisierung (CO2) zugeführt.
    1. Im Absorber wird das Rauchgas mit einer Waschflüssigkeit bei 40 °C von CO2 gereinigt.
    1. Das großteils von CO2 gereinigte Gas wird an die Umgebung abgegeben. Es besteht nun hauptsächlich aus Stickstoff (N2), Sauerstoff (O2) und Wasserdampf (H2O).
    1. Der Wärmeaustauscher dient zum Aufheizen der angereicherten bzw. zum Abkühlen der gereinigten Waschflüssigkeit.
    1. Im Desorber wird die Waschflüssigkeit mit Wasserdampf bei mehr als 100 °C vom CO2 befreit.
    1. Um die notwendige Wärme bereitstellen zu können, ist ein Heizstab am unteren Ende des Desorbers angebracht.
    1. Das ausgetriebene CO2 wird mit Kompressoren verdichtet und in Gasflaschen abgefüllt.
    1. Auf diese Weise wird CO2 in reiner Form als wertvoller Rohstoff gewonnen und bei vielen Produkten in der chemischen wie auch in der Kosmetikindustrie, der Lebensmittelbranche (Limonaden, Mineralwasser), der Düngemittelproduktion und in Feuerlöschern eingesetzt.

schwankungen verbunden. Zusätzlich gibt es momentan nur begrenzte Speichermöglichkeiten von elektrischem Strom. Das Projekt GECO untersucht daher im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, ob die Speicherung des Überschusses an erneuerbarem Strom als Methan im Erdgasnetz möglich ist. Dabei wird erprobt, inwieweit Kohlenwasserstoffe in Perioden des Energiemangels als Energieträger sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Mobilität genutzt werden können.

Die derzeit laufenden Forschungsprojekte der EVN "Green Home" und "Multifunktionaler Energiespeicher" sind wichtige Bausteine für die Entwicklung eines energieeffizienten Haushalts der Zukunft. Auch das Projekt zur Elektromobilität "emporA" behandelt Aspekte des Demand Side Managements.

Weiters gilt die EVN seit Jahren als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen der Energieversorgung und verfügt über eine breite Palette von Dienstleistungs- und Informationsangeboten sowohl für Haushalte als auch für Industrie- und Gewerbekunden sowie für Gemeinden. Das Portfolio wird laufend um neue Dienstleistungen erweitert.

Weitere Projekte der EVN:

– Smart Metering: Im Oktober 2011 wurden die technischen Mindestanforderungen an die neuen Stromzähler (Smart Meter) per Verordnung der E-Control festgelegt. Die Messung und Speicherung von Zählerständen, die Speicherdauer der erfassten Daten sowie die Häufigkeit der Ausgabe der Daten an den Netzbetreiber wurden definiert.

Bis Ende 2015 soll jeder Netzbetreiber mindestens 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 % und, im Rahmen der technischen Machbarkeit, bis Ende 2019 mindestens 95 % der an sein Netz angeschlossenen Zählpunkte mit intelligenten Messgeräten ausstatten. Smart Meter ermöglichen den Kunden, ihren Stromverbrauch jederzeit über ein Display abzulesen und über das Online-Energie-Management-System im Internet ihr Energiewerte-Profil zu analysieren. Die EVN wird ihre diesbezüglichen Kundenanlagen im Rahmen dieser Verordnung sukzessive umstellen.

  • Solarthermie-Projekt in Kooperation mit der NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs- und -servicegesellschaft m.b.H., der HELIOVIS AG und der TU Wien: Zentraler Bestandteil dieser CSP-(Concentrated Solar Power)- Demonstrationsanlage am Kraftwerksstandort Dürnrohr ist ein sogenannter HELIOtube (Sonnenkonzentrator). Dies ist ein aufblasbarer Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien, der mithilfe einer Spiegelfolie das Sonnenlicht konzentriert und es so wirtschaftlich nutzbar macht. In diesem HELIOtube, der dem Tagesverlauf der Sonne folgen kann, wird durch die reflektierende Membran die Sonnenstrahlung gebündelt, und in einem Verdampferrohr wird Wasserdampf erzeugt, der anschließend energetisch verwertet werden kann. Die Demonstrationsanlage soll zu Forschungszwecken für die Dauer von etwa zwei Jahren betrieben werden und Erkenntnisse über die Einsatztauglichkeit im Dauerbetrieb, die Erzeugungskapazität und das Regelverhalten liefern.
  • Sludge2energy: Dieses Verfahren stellt die dezentrale Verknüpfung einer Klärschlammtrocknung mit nachgeschalteter Monoverbrennung und einer Stromerzeugung mittels Gasturbine dar und gewährleistet eine bestmögliche Mengenund Massenreduzierung des Klärschlamms. Zudem ist aufgrund der selbstgängigen (autarken) Verbrennung und Trocknung keine externe thermische Energie erforderlich. Der verbleibende Reststoff kann größtenteils (z. B. Bauindustrie) weiterverwertet werden. Siehe hierzu ebenfalls www.sludge2energy.eu.
  • Siehe hierzu ebenfalls die Indikatoren EU8 Forschungsund Entwicklungsaktivitäten sowie EN6 Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien auf Seite 81 bzw. 178.
  • Weiterführende Informationen finden sich auch unter: www.evn.at/Verantwortung/Okologie/Klimaschutz.aspx.
  • Informationen zu den unterschiedlichen Produktangeboten der EVN: www.evn.at/Privatkunden/Produkte.aspx.
  • Die Dienstleistungen der EVN sind abrufbar unter: www.evn.at/Privatkunden/Dienstleistungen.aspx.

Ökologische Verantwortung

Die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen hat eine hohe Bedeutung bei der Ausübung der Geschäftstätigkeit der EVN. Ein vorrangiges Ziel ist es, die Grundsätze einer umweltorientierten Unternehmensführung ausgehend von Niederösterreich auch in den internationalen Tochtergesellschaften zu implementieren. Mit ihren Projekten und Dienstleistungen im Segment Umwelt leistet die EVN einen maßgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Die EVN erbringt durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger, durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie umfassende Beratung ihrer Kunden zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Österreichs. Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst folgende Ansätze:

  • Forcierung erneuerbarer Energiequellen
  • Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen
  • Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien, unter anderem im Bereich erneuerbare Energiequellen, CCS-Technologien und CO2-Verwertung, Demand Side Management
  • Information und Beratung der Kunden zur Steigerung ihrer Energieeffizienz
  • Aktiver Ausbau alternativer Mobilitätskonzepte wie Elektromobilität und Biogas – Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Innerbetriebliche Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz

Siehe hierzu ebenfalls das Umweltleitbild auf Seite 31.

Aspekt: Materialien

EN1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen Frühere Erhebungen bestätigen, dass bei den Anlagen der EVN in Österreich und Bulgarien die gesetzlichen PCB-Grenzwerte nicht überschritten werden. Transformatoren werden vor einer Verschrottung auf polychlorierte Biphenyle (PCB) getestet.

In Mazedonien wurde ein umfassendes Assessment durchgeführt, das Ende 2011 abgeschlossen wurde. Die Analytik seitens des Umweltministeriums wird voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt. Im Rahmen eines Projekts der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) zur Ablöse von PCB wurde im Sommer 2012 in Skopje, Mazedonien, eine Dekontaminationsanlage in Probebetrieb genommen, die Transformatoren von PCB befreit. Die ersten Transformatoren der EVN Macedonia als Projektpartner konnten bereits dekontaminiert werden.

EN2 Einsatz von Recyclingmaterial

Bei den Hauptkomponenten kommt aus technischen Gründen wenig Recyclingmaterial zum Einsatz.

Aspekt: Energie

EN5 Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen

In zahlreichen Bereichen werden durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen laufend Effizienzsteigerungen erzielt. Ein Beispiel dafür liefern die Energieeinsparungen im Bereich der Warte des Kraftwerks Theiß, wo durch den Austausch der Großbildschirme, der Rechner und der dazugehörigen Monitore sowie des Wartepults des Kraftwerks durch energiesparende und effiziente Bildschirme und Rechner rund 50.000 kWh Energie pro Jahr eingespart werden.

Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) 2011/12 2010/11 2009/10
Fossile Brennstoffe2) Terajoule 18.900 22.670 22.585
Biomasse Terajoule 2.336 2.311 2.293
Abfälle3) Terajoule 4.502 4.178 3.863

1) Der EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Bulgarien sowie der thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr, Zwentendorf

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl

3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr, Zwentendorf

Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) 2011/12 2010/11 2009/10
Leitungszuwachs Strom km 505 2.403 944
Leitungszuwachs Gas km 101 90 202
Leitungszuwachs Wärme km 59 16 25

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel.

EN3, EN4 Direkter und indirekter Eigenenergieverbrauch der
EVN1) aufgeschlüsselt nach Primärenergieträger
2011/12 2010/11 2009/102)
Gas MWh 6.846 7.034 4.930
Strom MWh 313.676 301.128 188.466
Wärme MWh 8.508 8.466 12.854
Heizöl 3) MWh 246 348
Gesamt MWh 329.276 316.976 206.250

1) Da der Energieeinkauf für Kunden und für den Eigenverbrauch nicht getrennt wird, können direkter und indirekter Primärenergieverbrauch nicht getrennt ausgewiesen werden.

2) Exkl. Bulgarien und Mazedonien

3) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.

Zudem konnten durch die Umrüstung der Flugwarnbefeuerung am Kamin des Kraftwerks auf energiesparende und langlebige LED-Technik rund 20.000 kWh an Beleuchtungsenergie pro Jahr eingespart und der Wartungsaufwand reduziert werden. Im Kraftwerk Theiß wurde die vorhandene zentrale Klimaanlage in den Kühlkreislauf des Betriebsgebäudes eingebunden, wodurch elf mit dem Kältemittel R22 betriebene Kleinklimageräte ersetzt werden konnten. Des Weiteren wurden im Zuge des Umbaus des Customer Relations Center in Österreich in der Berichtsperiode neue Computer angeschafft, die weniger Abwärme erzeugen und einen geringeren Energieverbrauch aufweisen.

EN6 Initiativen für erneuerbare Energien und höhere Energieeffizienz

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit hat sich die EVN langfristig das Ziel gesetzt, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (2011/12: 15,5 %, 2010/11: 16,3 %). Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist hierbei ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung der EVN soll im Zuge der Umsetzung der österreichischen Energiestrategie 2020 auf 50 % gesteigert werden. Dabei stehen Wind- und Wasserkraft aber auch Biomasse und Photovoltaik im Fokus.

Pumpspeicherkraftwerke sind in diesem Zusammenhang eine (weitere) ideale Möglichkeit. Sie gleichen die schwer regelbare Energiegewinnung aus Wind- und Sonnenkraft aus und decken Verbrauchsschwankungen ab. Durch das Hochpumpen von Wasser in höher gelegenes Gelände und das Wiederbergabfließenlassen zu einem späteren Zeitpunkt wird mittels Turbinen elektrischer Strom erzeugt. Aktuell evaluiert EVN mehrere mögliche Standorte. Parallel dazu wird geprüft, bestehende Wasserkraftwerke auf die Technologie der Pumpspeicherkraftwerke umzubauen. Das EVN Kraftwerk in Ottenstein, welches Wasser zwischen zwei Stauseen zu Energie umwandelt, ist bereits eines davon.

Die EVN bietet ihren Kunden zahlreiche Beratungsleistungen und Produkte an, um ihren Energiebedarf zu senken bzw. Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Mit "NaturStrom" bietet die Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., eine Tochtergesellschaft der EnergieAllianz, Strom aus ausschließlich erneuerbaren Energieträgern an, wofür ihr im März 2008 das Österreichische Umweltzeichen verliehen wurde. Die EVN setzt neben Österreich auch in Bulgarien und Mazedonien zahlreiche Maßnahmen zur Schärfung des Bewusstseins der Endkunden für das Thema Energieeffizienz.

  • Nähere Informationen zu den Managementansätzen der EVN finden sich ebenfalls in den einzelnen Leitbildern der EVN unter www.verantwortung.evn.at sowie ab Seite 28.
  • Weiterführende Projekte zur Erhöhung der erneuerbaren Energie finden sich unter dem Indikator EN18 ab Seite 182.
  • Details zu den Beratungsleistungen finden sich unter www.evn.at/Privatkunden/Dienstleistungen.aspx.

EN7 Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs und erzielte Einsparungen

Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs werden unter anderem für Kurzstreckenfahrten der EVN so weit wie möglich Elektrofahrzeuge eingesetzt. Für übrige Betriebsfahrten wird ein vermehrter Einsatz alternativ angetriebener Fahrzeuge angestrebt. Zudem wird die Reisetätigkeit durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen möglichst reduziert. In Bulgarien wurden zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs beispielsweise Fenster in den Betriebsgebäuden getauscht sowie eine solarthermische Anlage in einem Hauptquartier zur Eigenversorgung mit Warmwasser installiert.

Aspekt: Wasser

EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen

Aus betrieblichen Gründen hat sich im Geschäftsjahr 2011/12 vor allem in den Kraftwerken der Trinkwasserkonsum zugunsten des Brauchwasserkonsums erhöht. Gesunken ist der Gesamtwasserverbrauch sowohl in den Kundenzentren der EVN Netz GmbH als auch in jenen der EVN Bulgaria.

Wassereinsatz 2011/12 2010/11 2009/10
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 322.664 305.671 485.181
Brauchwasser (Grundwasser) m3 1.247.690 1.377.166 969.761
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 240.537.744 293.400.737 270.319.000

Alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien

EN9 Wasserquellen, die wesentlich von der Entnahme von Wasser betroffen sind

Die EVN Anlagen beziehen ihr Wasser über kommunale Versorger bzw. Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2011/12 betrug der Kühlwasser-Durchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 239,7 Mio. m3 . Dieser Wert entspricht 0,39 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau, der sich beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) auf 60.738 Mio. m3 beläuft. Der Grenzwert von 5 % wird somit deutlich unterschritten.

1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2009, BMLFUW

EN10 Rückgewonnenes, wiederverwendetes Wasser In den EVN Kraftwerken werden Abwässer so weit als möglich als Prozesswässer wiederverwendet.

Aspekt: Biodiversität

EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten

Für eine flächendeckende Versorgung ist ein ausreichend dichtes Leitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiet ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

Schutzgebiete in Bulgarien

  • Besondere Schutzgebiete (BSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Kurznennung: Vogelschutzrichtlinie)
  • Sonderschutzgebiete (SSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen 92/43/EWG (Kurznennung: FFH-Richtlinie)

EVN Bulgaria

Wassergüteuntersuchungen der EVN

Die EVN sorgt sich als Betreiber von mehreren Stauseen, die auch Erholungswert haben und von touristischer Bedeutung sind, besonders um die Gewässerqualität. Daher hat die EVN seit 1996 ein durchgehendes gewässerökologisches Monitoringprogramm im Einsatz, das Chemismus, Wasserqualität und ökologischen Zustand der Stauseen der Kampkette sowie von Wienerbruck und der Erlaufklause untersucht. So können langfristige Veränderungen und allfällige negative Einflüsse frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Zudem werden anlassbezogen Sonderprogramme durchgeführt. Beispiele hierfür sind die groß angelegte Untersuchung des ökologischen Potenzials der Kampkette im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2009 gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und der Stipendienstiftung Windhag sowie die Untersuchung über die Nährstoffeinträge der Zuflüsse in den Ottensteiner und Dobra-Stausee.

Weiterführende Informationen unter:

noel.gv.at/gesundheit/gesundheitseinrichtungen/badegewaesser-und-badestellen/wasserqualitaet.html

EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität

EN13 Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume

EN14 Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität

Die EVN ist im Rahmen jedes Projekts bemüht, die Eingriffe in die Natur auf das Mindestmaß zu reduzieren und die im Umfeld der Projekte lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen. Durch die Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich Einleittemperaturen von Kühlwasser werden beispielsweise schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

Im Juli 2012 wurde das Kleinwasserkraftwerk Schaldorf in St.Marein im Mürztal eröffnet, das mit einer installierten Leistung von 1,2 MW umweltfreundliche Energie für rund 1.500 Haushalte erzeugt. Neben dem Aspekt einer CO2-neutralen Energieerzeugung aus Wasserkraft (rund 3.200 Tonnen CO2-Einsparungen pro Jahr), werden für den Bau des Kleinwasserkraftwerks Schaldorf zahlreiche zusätzliche ökologische Akzente durch die EVN gesetzt. Zur Erhaltung der Durchgängigkeit wurde eine dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Fischwanderhilfe errichtet. Neben den Grundflächen für die Dämme und das Kraftwerk wurde von der EVN eine Ausgleichsfläche von rund 3 ha zugekauft. Dieser Auwald, der ohne das Kleinwasserkraftwerk aufgrund des sinkenden Wasserspiegels trockengefallen wäre, ist einer der letzten Reste des dort ehemals großflächigen Mürz-begleitenden Waldbestands und kann somit durch schonende Nutzung in dieser Form erhalten bleiben. Eine extensive Bewirtschaftung sowie der Stau des Kleinwasserkraftwerks ermöglichen letztlich die Erhaltung der Au. Im Staubereich wurden zusätzlich Buhnen errichtet, um Laichgebiete zu erhalten. Eine Buhne ist ein im rechten Winkel zum Ufer eines Flusses errichtetes dammartiges Bauwerk, das der Erhöhung der lokalen Fließgeschwindigkeit dient und somit ein Verschlammen des Kiesbetts verhindert. So wird sichergestellt, dass heimische Fischarten auch weiterhin groben Kiesgrund als Laichgebiet vorfinden. Neben dem Zukauf der rund 3 ha, womit etwa 33.500 m² mit Gras einzusäen waren, wurden unter Einbindung der örtlichen Schulen insgesamt 16.000 Pflanzen (2.000 Bäume und 14.000 Sträucher) gepflanzt.

Weiters wurde im September 2012 die erste Kraftwerksstufe des Wasserkraftwerks Ashta in Albanien, das gemeinsam mit der Verbund AG erbaut wurde, in Betrieb genommen. Das Wasserkraftprojekt besteht aus zwei Kraftwerksstufen (Ashta I und Ashta II – geplante Fertigstellung März 2013) und hat eine Gesamtleistung von 53 MW. Künftig werden jährlich 240 Mio. kWh Strom erzeugt, womit rund 100.000 albanische Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt und rund 79.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. Das Projekt Ashta wurde nach den Regeln des Clean Development Mechanism (CDM) der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) errichtet. Der CDM sieht einen umfangreichen Dialog

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder
angrenzend an Schutzgebiete1)
Anzahl Fläche (in ha)
In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 666 471,2
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 404 367,7
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 515 236,9
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften 18 22,0
Gesamt 1.603 1.097,8

1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich

mit den Anspruchsgruppen vor, der bei diesem Projekt, auf in Albanien bislang einzigartige Weise, umgesetzt wurde.

Zahlreiche weitere Projekte wurden zum Schutz der Artenvielfalt initiiert:

  • Fischwanderhilfe beim Kleinwasserkraftwert Hohenberg
  • Projekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Projekt LIFE+)
  • Nestplattformen für Störche (gefährdete Gattung der Weißund Schwarzstörche) in Bulgarien und Mazedonien
  • Projekt zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken mit dem Bulgarischen Verband für Vogelschutz (EU LIFE+ Programm)
  • Projekt zum Schutz der Vogelwelt der Burgas-Seen in Bulgarien
  • Projekt mit der mazedonischen Umweltgesellschaft zum Vogelschutz im Gebiet Ovce Pole (Bewertung des Einflusses des Energienetzes auf Vögel)
  • Teilnahme an der Errichtung eines mazedonischen nationalen Umweltnetzes MAK-NEN

Als laufende Maßnahme für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität ist die EVN zudem bestrebt, bei ihren Bauvorhaben vermehrt eine ökologische Bauaufsicht einzusetzen.

Ausgleichs- und Pflegemaßnahmen bei Netzleitungen

Im Zuge des Baus der 380-kV-Leitung Etzersdorf-Theiß wurden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung Ausgleichs- und Pflegemaßnahmen festgelegt. Insgesamt wurden sechs Waldgebiete (Etzersdorf, Spiegelberg, Traisenquerung, Nußdorf, Donauau, Theiß) definiert, die entsprechend fachlichen Vorgaben mit heimischem Pflanzenbewuchs wieder aufgeforstet wurden. Dabei wurde darauf Bedacht genommen, einen geschlossenen Bewuchs der Trasse, unter Berücksichtigung der entsprechenden Sicherheitsabstände, zu gewährleisten und das Einwandern von Fremdflora zu verhindern. Zudem wurden im Bereich Einödgraben drei Tümpelketten zur Aufschließung von Grund- und Hangwasser angelegt, womit entsprechende Lebensräume für Amphibien und Wat- sowie Wasservögel geschaffen wurden.

Die Pflegemaßnahmen der Waldgebiete werden von der EVN durchgeführt und beinhalten den Rückschnitt in Hinsicht auf die Sicherheitsabstände zur Leitung sowie das Zurückdrängen von schnellwüchsigen gebietsfremden Pflanzen.

EN15 Bedrohte Arten in Gebieten der Geschäftstätigkeit

Im Jahr 2009 beauftragte die EVN eine Habitatstudie für den Standort Zwentendorf, Dürnrohr, zur Erfassung der Artenvielfalt des 140 ha großen Kraftwerksgeländes und der angrenzenden Flächen, die ebenfalls im Eigentum der EVN stehen. Auf den kaum genutzten Flächen im Kraftwerksbereich haben sich im Lauf der Jahre mehrere eigene Biotope entwickelt, wenn die verschiedenen Zonen nach ihrer Bedeutung aus zoologischer oder botanischer Sicht unterschieden werden. Insgesamt wurden auf dem Kraftwerksareal 389 Tier- und Pflanzenarten gezählt, 33 davon befinden sich auf der "Roten Liste" in Niederösterreich, fünf davon stehen europaweit unter Schutz (FFH-Arten – Flora-Fauna-Habitatrichtlinie). Auf der angrenzenden Fläche wurden insgesamt 199 Tier- und Pflanzenarten gezählt, wovon 15 auf der "Roten Liste" in Niederösterreich stehen.

Aspekt: Emissionen, Abwasser und Abfall

EN16 Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen

Die EVN setzt zahlreiche Maßnahmen, um die betriebliche Energieeffizienz zu verbessern und die Emissionen auf Produktions- und Kundenseite zu reduzieren. Die Erhebung der CO2-Emissionen aus der Erzeugung wurde entsprechend der europäischen und österreichischen bzw. bulgarischen Gesetzgebung zum Emissionshandel durchgeführt. Dabei wird auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren der CO2-Ausstoß aufgrund der eingesetzten Primärenergieträger berechnet.

Die Reduktion der CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr ist zum einen auf eine geringere Produktion und zum anderen auf Optimierungsmaßnahmen beim Kraftwerk Dürnrohr zurückzuführen. Der Anstieg der CO2-Emissionen in Bulgarien ist durch die Inbetriebnahme der Cogeneration-Anlage in Plovdiv im Dezember 2011 bedingt. Im Geschäftsjahr 2011/12 betrugen beim Fernwärmeversorgungsunternehmen TEZ Plovdiv in Bulgarien

die spezifischen CO2-Emissionen 0,296 t/MWh. Aufgrund des unterschiedlichen Produktmix liegt dieser Wert deutlich unter den Vergleichswerten der österreichischen Anlagen der EVN.

Die Umweltauswirkungen des Versorgermix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2010/11 belaufen sich auf 311,55 g/kWh CO2-Emissionen (absolut sind das rund 1,7 Mio. Tonnen CO2) und 0 g/kWh radioaktiven Abfalls.

Der Stromkennzeichnungsbericht 2012 der E-Control ist abrufbar unter: www.e-control.at/portal/page/portal/ medienbibliothek/oeko-energie/dokumente/pdfs/Stromkennzeichnungsbericht%202012.pdf.

Siehe ebenfalls EN20.

EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen Durch Dienstfahrten und Flugreisen wurden in der EVN im Geschäftsjahr 2011/12 rund 14.400 Tonnen an CO2-Emissionen verursacht. Das ist rund 1 % des Gesamtausstoßes der EVN.

Zu Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs siehe EN7.

EN18 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und erzielte Ergebnisse

Die EVN unternimmt laufend Aktivitäten zur Verringerung treibhausrelevanter Emissionen – die Initiativen im Geschäftsjahr 2011/12 ermöglichen insgesamt eine Einsparung von jährlich rund 222.000 Tonnen CO2. Beispielhaft werden nachfolgend einige aktuelle Projekte vorgestellt:

Saubere Energie für Albanien

Die EVN ist mit den beiden Wasserkraftwerksprojekten am Fluss Drin (Ashta) und Devoll maßgeblich am Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Albanien beteiligt. Beide Projekte werden als 50:50 Joint Venture mit der Verbund AG bzw. Statkraft durchgeführt. Das Wasserkraftwerksprojekt Devoll ist das derzeit größte im Land und soll ab geplanter Inbetriebnahme im Jahr 2019 jährlich rund 800 GWh elektrische Energie liefern. Im Dezember 2011 wurde das Projekt als erstes in Albanien erfolgreich gemäß der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen registriert. Für die EVN und Statkraft stellte der Registrierungsprozess eine Premiere dar, die dank eines Expertenteams bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der EVN, Devoll Hydropower, Statkraft und Allplan reibungslos verlief.

Mit dem Projekt werden 339.000 Certified Emission Reductions (CERs) pro Jahr generiert, was einer Einsparung von 3,3 Mio. Tonnen CO2 in zehn Jahren entspricht. Auch das Projekt Ashta wurde bereits zur Registrierung gemäß der Klimarahmenkonvention eingereicht. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses sollen Zertifikate für die Einsparung von 553.000 Tonnen CO2 in einem Beobachtungszeitraum von sieben Jahren erbracht werden können. Eine Optionsverlängerung auf zwei weitere Siebenjahresperioden ist möglich.

Der Windpark Markgrafneusiedl wurde Anfang Juli 2011 fertiggestellt, im Juli 2012 um eine Anlage erweitert und liefert mit einer Gesamtkapazität von 20 MW umweltfreundlichen Strom. Zudem speisen die beiden Windparks Tattendorf seit November 2011 und Glinzendorf seit Juli 2012 mit insgesamt acht bzw. neun Windkraftanlagen eine Gesamtkapazität von 16 MW bzw. 18 MW Strom ins Netz ein. Durch diese drei Windparks werden jährlich rund 91.000 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart.

Im Juli 2012 wurde das Kleinwasserkraftwerk Schaldorf in St. Marein im Mürztal eröffnet, das mit einer installierten Leistung von 1,2 MW umweltfreundliche Energie für rund 1.500 Haushalte erzeugt. Pro Jahr werden durch das Kleinwasserkraftwerk rund 3.200 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart. Weiters wurde im September 2012 die erste Kraftwerksstufe des Wasserkraftwerks Ashta in Albanien in Betrieb genommen, das gemeinsam mit der Verbund AG erbaut wurde. Das Wasserkraftprojekt besteht aus zwei Kraftwerksstufen (Ashta I und Ashta II – geplante Fertigstellung im März 2013) und erbringt eine Gesamtleistung von

1) Jahresdurchschnitt der österreichischen Anlagen

53 MW. Künftig werden jährlich 240 Mio. kWh Strom erzeugt, womit rund 100.000 albanische Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt und rund 79.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können.

Die EVN betreibt derzeit 63 Biomasseanlagen in Niederösterreich und ist mit einem jährlichen Einsatz von etwa 1,2 Mio. Schüttraummetern der größte Naturwärmeversorger in Österreich. In der Berichtsperiode wurden zwei Anlagen in Betrieb genommen, weitere drei Anlagen befinden sich im Bau. Nach deren Fertigstellung werden für alle fünf Anlagen weitere 277.600 Schüttraummeter Hackschnitzel eingesetzt und jährlich rund 48.450 Tonnen CO2 eingespart.

Weitere Initiativen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen:

  • "Sonnenkraftwerk Zwentendorf": Die EVN und das Land Niederösterreich starteten im Frühjahr 2012 ein Bürgebeteiligungsmodell für eine weitere Photovoltaikanlage in Zwentendorf mit insgesamt 1.300 Paneelen.
  • Errichtung des größten Photovoltaikparks der EVN in Trastikovo, Bulgarien: 2.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr
  • CO2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr: Die Versuchsanlage, die in Kooperation mit ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert, errichtet und in Betrieb genommen wurde, untersucht die Separation des CO2 aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr.
  • Biogas-Aufbereitungsanlage in Wiener Neustadt: Mithilfe der neuen Biogas-Aufbereitungsanlage der EVN wird Biomethan in Erdgasqualität produziert und zur energetischen Nutzung in das Netz eingespeist. Pro Jahr werden etwa 1,1 Mio. m³ Biomethan eingespeist, um damit den Wärmebedarf von mehr als 1.000 Haushalten zu decken. Durch die Anlage werden jährlich rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart.

  • 31 km lange Fernwärme-Transportleitung von Dürnrohr nach St. Pölten: pro Jahr 40.000 Tonnen an CO2-Einsparungen

  • Linie 3 der thermischen Abfallverwertungsanlage Zwentendorf in Dürnrohr: Durch die Erweiterung der Linie 3 ist eine ökologische Behandlung von mehr als 500.000 Tonnen Hausrest- und Sperrmüll sowie Industrie- und Gewerbeabfällen pro Jahr möglich, das entspricht einer jährlichen Einsparung von 100.000 Tonnen Kohle und 10 Mio. m3 Erdgas
  • 5 km lange Fernwärmeleitung aus dem Burgenland nach Niederösterreich: Vermeidung von 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr

Siehe hierzu ebenfalls Indikator EN16.

EN20 NOx, SO2 und andere wesentliche Luftemissionen

Die Emissionsfrachten werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben entweder durch kontinuierliche Messungen erhoben oder aufgrund von Referenzmessungen aus dem Brennstoffeinsatz berechnet.

Siehe ebenfalls EN16.

EN21 Gesamte Abwassereinleitungen

Wenn sich Art oder Menge eines Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, hat die EVN im Falle eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung abgeschlossen. Dieser Vertrag enthält detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe, die erforderlichen Abwasseruntersuchungen usw. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch zahlreiche wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch externe akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

EN22 Abfall nach Art und Entsorgungsmethode

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich mittels Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht einer umweltgerechten Entsorgung (thermische bzw. stoffliche Verwertung oder Deponierung) zuführen.

Flug- und Grobasche werden zu 100 % verwertet. REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, seit November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet.

EN23 Umweltrelevante Zwischenfälle

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden in Summe drei umweltrelevante Zwischenfälle1) verzeichnet. In einem Fall waren in einer Nahwärmeanlage aufgrund eines technischen Fehlers größere Mengen an Heizöl ausgetreten, die jedoch aufgrund von Sofortmaßnahmen unter Aufsicht der Behörde schadlos beseitigt werden konnten. In den anderen beiden Fällen – einem Trafobrand und einem Trafoschaden – traten nur geringste Mengen an Öl aus, die keine Verunreinigungen von Boden oder Umwelt verursachten.

1) Das Meldewesen für umweltrelevante Zwischenfälle umfasst Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

EN24 Gewicht des als gefährlich eingestuften Abfalls

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden keinerlei gefährliche oder nicht gefährlichen Abfälle grenzüberschreitend entsorgt.

EN25 Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer

Ein Großteil der Abwässer wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. In den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

Aspekt: Produkte und Dienstleistungen

EN26 Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen

Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Luft-Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Unter anderem durch Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten. Weiters soll der Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % gesteigert werden, und es werden sowohl innerbetrieblich als auch auf Seite der Kunden (durch Beratungsleistungen) Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt.

Siehe hierzu auch das Umweltleitbild der EVN auf Seite 31 sowie die Indikatoren EN6 und EN18.

Aspekt: Compliance

EN28 Geldbußen, Sanktionen aufgrund von Übertretungen im Umweltbereich In der Berichtsperiode gab es keine relevanten Vorkommnisse.

Entwicklung der Abfallmengen1) 2011/12 2010/11 2009/10
Gefährliche Abfälle t 10.429 9.396 12.036
Nicht gefährliche Abfälle t 139.123 127.522 121.638
Export gefährlicher Abfälle2)
Gefährliche Abfälle t 0 53) 0

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

2) EVN AG, EVN Netz GmbH, Bulgarien, Mazedonien

3) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich

Aspekt: Insgesamt

EN30 Umweltschutzausgaben und -investitionen

Die Umweltkostenrechnung umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des EVN Konzerns in Österreich mit zu erwartenden umweltbezogenen Gesamtausgaben von über 10.000 Euro. Grundlage der Erhebungen ist die "Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung" der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten, internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar.

Im Geschäftsjahr 2011/12 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 92,6 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten (z. B. Altlastensanierungskosten) und Schadensvermeidungskosten (z. B. Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung) teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größter Posten zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkäufe, Dampf aus Abfall) beliefen sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf 32,9 Mio. Euro.

Umweltkosten
und -erlöse
Mio. EUR 2011/12 2010/11 2009/10
Kosten gesamt 92,6 88,3 82,6
Erlöse gesamt 32,9 26,2 32,8

Sector Supplements – Ökologie

EU13 Biodiversität von Ersatzflächen

In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 50,25 ha gehalten. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

Soziale Verantwortung

Menschenrechte

Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitionsund Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner nimmt einen bedeutenden Rang in der Werteskala der EVN ein.

Bereits im Jahr 2005 hat sich die EVN dazu verpflichtet, den Prinzipien des UN Global Compact Folge zu leisten, und sie bekennt sich zur vollständigen Einhaltung der Menschenrechte an allen EVN Standorten. Die EVN lehnt insbesondere jede Form von Kinder- und Zwangsarbeit entschieden ab und erwartet dies auch von ihren Geschäftspartnern und Lieferanten.

Diese Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Geschäftsbereichen. Dieser Kodex wird an die aktuellen Entwicklungen, insbesondere die gesetzlichen Rahmenbedingungen, laufend angepasst, und er wurde neben Englisch in die Sprachen der Tochtergesellschaften, speziell Bulgarisch, Mazedonisch und Russisch, übersetzt.

Zudem verpflichtet die EVN Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung die Lieferanten und Auftragnehmer zu einer Einhaltung. Die Integritätsklausel der EVN gilt für alle Lieferanten (100 %) und ist auf der Webseite der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar. Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und ist somit immer Vertragsbestandteil. Die Lieferanten werden auf Einhaltung bzw. Erfüllung der Integritätsklausel der EVN auditiert. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde dafür ein Fragebogen entwickelt. Bei den ersten Auditierungen konnten keine Beanstandungen festgestellt werden. Die Agenden der Menschenrechte liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der vom EVN Compliance Officer unterstützt wird.

Als international tätiges Unternehmen ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht von dort über den zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte. Im sensiblen Bereich der Beschaffung von Textilien (Arbeitsbekleidung) wurde der Bezug aus Risikoländern durch eine entsprechende interne Regelung bereits ausgeschlossen. Stufenweise wird bei weiteren Produktgruppen ein solcher Ausschluss umgesetzt, oder es werden spezifische Kriterien und Maßnahmen eingeführt, die über die konzernweite Integritätsklausel hinausgehen bzw. diese umsetzen. Ein Beispiel dazu liefert die Kohlebeschaffung in Polen oder Russland, wo Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung von Menschenund Arbeitsrechten sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt werden, bevor ein Auftrag erteilt wird.

EVN unterstützt den UN Global Compact

Prinzip 1: Die EVN unterstützt und achtet den Schutz
der internationalen Menschenrechte.
Prinzip 2: Die EVN stellt sicher, dass sie sich nicht
an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig
macht.
Prinzip 3: Die EVN wahrt die Vereinigungsfreiheit
und die wirksame Anerkennung des Rechts
auf Kollektivverhandlungen.
Prinzip 4: Die EVN tritt ein für die Beseitigung aller
Formen der Zwangsarbeit.
Prinzip 5: Die EVN tritt ein für die Abschaffung von
Kinderarbeit.
Prinzip 6: Die EVN tritt ein für die Beseitigung
von Diskriminierung bei Anstellung und
Beschäftigung.
Prinzip 7: Die EVN unterstützt im Umgang mit Umwelt
problemen einen vorsorgenden Ansatz.
Prinzip 8: Die EVN ergreift viele Initiativen im In- und
Ausland, um ein größeres Verantwortungs
bewusstsein für die Umwelt zu erzeugen.
Prinzip 9: Die EVN fördert die Entwicklung und
Verbreitung umweltfreundlicher Technologien.
Prinzip 10: Die EVN tritt gegen alle Arten der Korruption
ein.
  • GRI-Indikator: Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln (HR1)
  • Zum Verhaltenskodex der EVN siehe www.verantwortung.evn.at.
  • Die Integritätsklausel ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/ AGB.aspx.

Aspekt: Investitions- und Beschaffungspraktiken

HR2 Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte

In ausgewählten Produktgruppen wie Textilien oder Materialien, wie beispielsweise Stahl, wurden wesentliche Zulieferer und Auftragnehmer, vor allem aus Herkunftsländern außerhalb der EU, unter Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten geprüft. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN, die Leistungen erbringen, hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte im Zuge ihrer Leistungserbringung überprüft. Rund 95 % der Lieferungen werden aus der EU bezogen. Lieferanten, die ihren Sitz nicht in der EU haben, werden von der EVN vor Ort auditiert. Speziell bei Firmen des Baugewerbes überprüft die EVN ihre Auftragnehmer hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer. Diese Überprüfung findet bei 100 % der österreichischen Auftragnehmer für Bauleistungen mit einem Volumen von über 5.000 Euro statt. Bisher wurde kein Auftragnehmer der EVN identifiziert, der seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen nicht nachkam.

HR3 Stundenanzahl der Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten

Im Rahmen des E-Learnings zur Vermittlung des Verhaltenskodex, der neben dem Schwerpunkt Korruptionsprävention auch alle für das Unternehmen relevanten Menschenrechtsaspekte umfasst, sind pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter 1,5 Stunden an Schulungsaufwand vorgesehen. Daraus resultiert für den geplanten dreijährigen Zeitraum dieses E-Learnings ein Gesamtumfang von 12.750 Stunden.

Aspekt: Gleichbehandlung

HR4 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen

In der Berichtsperiode wurde kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten bekannt. Als eine der zentralen Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden aufs Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert werden.

Aspekt: Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlung

HR5 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesellschaften ein zentrales Anliegen bei der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der ILO-Kernarbeitsnormen an allen Standorten ihrer Geschäftstätigkeit. Dieses Recht ist auch fest in der Integritätsklausel der EVN verankert, dem jede Bestellung und jeder Vertrag der EVN zugrunde liegt. Die EVN und ihre Tochtergesellschaften üben keine Geschäftstätigkeiten aus, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnten. In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt. Darüber hinaus hat die EVN neben einer bestehenden Belegschaftsvertretung in ihren österreichischen Konzerngesellschaften die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der diese und andere Menschen- und Mitarbeiterrechte in den EU-Standorten der EVN wahrt, speziell in Bulgarien und in Mazedonien.

Eine Analyse der Länder oder geografischen Gebiete, in denen Risiken in Bezug auf die Einhaltung dieser Menschenrechte möglich sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU, an dem internationale EVN Tochtergesellschaften tätig sind, Russland von den maßgeblichen Institutionen als ein Risikoland im Bereich Menschenrechte bezeichnet wird, wobei insbesondere die oben genannten Rechte betroffen sein können.

Aus diesem Grund hat die Rechtsabteilung der EVN sich intensiv mit den Fragen der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte in den russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorten im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte, speziell der oben angeführten, zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem internationalen Projekt die diesbezüglichen Risiken.

Aspekt: Kinderarbeit

HR6 Geschäftstätigkeiten mit Risiko der Kinderarbeit

Das Risiko der Kinderarbeit besteht für die EVN nur insofern, als verschiedene Produkte und Materialien über die Beschaffungsabteilung aus Ländern bezogen werden könnten, die zu den Risikoländern zählen. Die Beschaffungsabteilung hat bereits eine Reihe von Schritten gesetzt, um dieses Risiko möglichst zu eliminieren. Ein wichtiger Fortschritt war die Einführung der Integritätsklausel, welche jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN zugrunde liegt. Des Weiteren werden Beschaffungsvorgänge mit hohem Potenzial an möglicher Kinderarbeit penibel kontrolliert. Hinzu kommen noch Vorbehalte in Textilausschreibungen, welche nur Produkte zulassen, die in der EU hergestellt werden. Die EVN ist in keinen Ländern aktiv, die Risiko auf Kinderarbeit vermuten lassen.

Aspekt: Zwangsarbeit

HR7 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit

Die EVN ist in keinen Ländern mit potenziellem Risiko von Zwangsarbeit, mit Ausnahme von Russland, tätig. Dort wird über eine Reihe von Aktivitäten sichergestellt, dass Zwangsarbeit ausgeschlossen werden kann.

Aspekt: Sicherheitsverfahren

HR8 Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte

Die EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Übergriffen seitens des lokal angestellten Sicherheitspersonals, außer in Russland, tätig. Auf den russischen Anlagen ist jeweils eine Sicherheitskraft beschäftigt (mit Arbeitsvertrag). Alle Sicherheitskräfte wurden über den EVN Verhaltenskodex, welcher auch das Thema Menschenrechte behandelt, informiert. Übergriffe sind somit nahezu ausgeschlossen oder werden streng sanktioniert.

Aspekt: Rechte der Ureinwohner

HR9 Verletzung von Rechten der Ureinwohner

Die EVN ist in keinen Ländern mit Ureinwohnern nach der Definition der Global Reporting Initiative (GRI) tätig.

Aspekt: Assessment

HR10 Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen

Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitionsund Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner ist fest in der Werteskala der EVN verankert. Die diesbezüglichen Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Geschäftsbereichen. Eine sogenannte Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung verpflichtet alle Lieferanten und Auftragnehmer zu einer entsprechenden Einhaltung. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge ihrer Leistungserbringung hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte überprüft.

Siehe hierzu auch HR2.

Aspekt: Behebung von Menschenrechtsverletzungen

HR11 Anzahl der Beschwerden hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden keine Fälle von Menschenrechtsverletzungen bekannt.

Gesellschaft

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen setzt sich die EVN schon seit Jahren mit gesellschaftlicher Verantwortung, nachhaltiger Unternehmensführung sowie Umwelt- und Ressourcenschonung auseinander und strebt dabei eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte an. Die EVN ist über ihre Geschäftstätigkeit mitverantwortlich für die gesellschaftliche Entwicklung ihrer Märkte und nimmt aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher Verflechtungen Einfluss auf lokale Stakeholder.

Die EVN verfügt über einen klaren Managementansatz in all jenen gesellschaftlichen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Dieser Managementansatz ist im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben (www.evn.at/verhaltenskodex.aspx).

Aspekt: Lokale Gemeinschaften

SO1 Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten auf das Gemeinwesen

Die EVN versorgt insgesamt 3,7 Millionen Menschen sicher und zuverlässig mit Energie. Zu ihren Kernaufgaben zählt, die täglichen Bedürfnisse ihrer Kunden verlässlich abzudecken und zu deren Lebensqualität beizutragen. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen ein, die sich in einer umsichtigen Geschäftsführung widerspiegelt. Das gilt für die Menschen und den sozialen Zusammenhalt ebenso wie für die regionale Wirtschaft, die Umwelt und den Einsatz natürlicher Ressourcen.

Siehe ebenfalls EN18 und EU19.

SO9 Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativen Einfluss auf die lokale Gemeinschaft

Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten die zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter. Alle Infrastrukturprojekte – vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen – haben Einfluss auf die Ökologie und die regionale Bevölkerung.

Trotz hoher Zustimmung zur Windenergie und Wasserkraft sind bei der Umsetzung konkreter Projekte Interessenkonflikte mit Anrainern sowie Natur- und Umweltschützern nicht gänzlich auszuschließen. Potenzielle Interessenkonflikte müssen daher so früh als möglich erkannt und berücksichtigt werden. Die EVN setzt daher bei ihren Projekten auf eine professionelle Kommunikation mit Gemeinden, Anrainern, Bürgerinitiativen und NGOs und sieht eine konstruktive Gesprächsbasis mit allen Stakeholdern als Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Realisierung von Wind- und Wasserkraftprojekten.

ESIA – Environmental and Social Impact Assessment

Integraler Bestandteil der Wasserkraftwerks-Projektentwicklung Devoll in Albanien ist die Abschätzung der Folgen des Kraftwerksprojekts für Umwelt und Bevölkerung. In jahrelanger Vorarbeit wurden Studien zu den potenziellen Auswirkungen erstellt und Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Bevölkerung erarbeitet.

Neben der Koordination des ESIA-Prozesses für das Projekt Devoll kümmert sich ein albanisches Team auch um die Projektkommunikation und die Anliegen, Bedenken und Anregungen der Bevölkerung im Einflussbereich des Kraftwerks und deren Berücksichtigung in der Projektrealisierung. Ein eigens errichtetes Informationscenter, mehrere öffentliche Anhörungen und ein mobiler Informationsdienst stellten sicher, dass Informationen bis in die entlegensten Winkel des Devoll-Tals gelangten.

SO10 Präventionsmaßnahmen für Geschäftstätigkeiten mit negativem Einfluss auf lokale Gemeinschaften

Sämtliche Infrastrukturprojekte vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen werden unter aktiver und frühzeitiger Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner und Informationsgeber für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung. Daneben wird auf die Zusammenarbeit mit führenden Umwelt- und Tierschutzexperten sowie auf State-ofthe-Art-Technologie gesetzt. Die behördlichen Auflagen stellen für die EVN lediglich eine Mindestanforderung dar. Darüber hinausgehende Informations-, Schutz- und Präventionsmaßnahmen sind prioritäres Ziel der EVN.

Jedes Windkraftprojekt ist einem strengen Genehmigungsverfahren zu unterziehen. Hierbei wird zwischen Einzelverfahren und konzentrierten Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) unterschieden. Die Entscheidung, ob ein Projekt UVP-pflichtig ist, obliegt der Behörde. Sie beurteilt dabei unter anderem die Größe des geplanten Windparks, bestehende Windkraftanlagen in der Umgebung sowie relevante Schutzgebiete. Sowohl im Einzel- als auch im konzentrierten UVP-Verfahren werden alle relevanten Faktoren, wie Schall, Schatten, Ornithologie, Umwelt oder Landschaftsbild, beurteilt. Die gesetzlichen Vorgaben der niederösterreichischen Landesregierung, wie beispielsweise die Einhaltung eines verpflichtenden Mindestabstands von 1,2 km zu gewidmeten Wohnbauland, gehören dabei zu den strengsten Europas.

Siehe hierzu ebenfalls SO9 sowie unter anderem die gesetzten Maßnahmen ab Seite 196.

Wichtige Kriterien bei der Planung von Windkraftprojekten

  • Winddargebot
  • Wille bzw. Wunsch der Gemeinde
  • Akzeptanz in der Bevölkerung
  • Ornithologische Eignung des Projektgebiets
  • Belange des Landschafts- und Naturschutzes
  • Verfügbare Netzkapazitäten

Aspekt: Korruption

SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken

Korruption wird als Risikofaktor im unternehmensinternen Risikomanagement der EVN geführt, und im Rahmen der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex erfolgt hierzu eine einschlägige Unterrichtung. Auch bei den in Russland tätigen Gesellschaften wird der EVN Verhaltenskodex vollständig angewandt. Es wird auch im Rahmen aller durchgeführten internen Revisionsprojekte auf das Vorliegen korruptionsrelevanter Sachverhalte geachtet. Bei einem Beteiligungsunternehmen in Albanien wurde der Vorwurf von Inkorrektheiten im Zusammenhang von Leistungsbestätigungen festgestellt. Die EVN hat sich als Minderheitsgesellschafter davon überzeugt, dass durch den Mehrheitsgesellschafter eine umfassende Aufklärung erfolgte und entsprechende Konsequenzen, einschließlich vorbeugender Maßnahmen, gesetzt wurden.

SO3 Mitarbeiterschulung zur Korruptionsprävention

Alle neu eintretenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden hinsichtlich des EVN Verhaltenskodex geschult und zur Antikorruptionspolitik unterrichtet.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden das Hinweisgeberverfahren (Whistle Blowing) und das entsprechende E-Learning-Programm der EVN fertiggestellt. Für das Hinweisgeberverfahren wurde nach ergänzender rechtlicher Beratung auch für anonyme Hinweise ein Eingabeverfahren für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich im Intranet fertiggestellt, welches im Geschäftsjahr 2012/13 zur Anwendung kommen soll. Darüber hinaus wurde die datenschutzrechtliche Prüfung in den wichtigsten Märkten im Ausland in Angriff genommen, um dieses Hinweisgeberverfahren auch dort zur Anwendung bringen zu können. Im Rahmen des Projekts der Implementierung eines umfassenden Compliance-Management-Systems wurde unter anderem ein Compliance-Handbuch als Entwurf erarbeitet, der im gesamten Konzern als Grundlage für die Information und Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dienen soll und den entsprechenden geschäftlichen und lokalen Gegebenheiten anzupassen sein wird.

SO4 Antikorruptionsmaßnahmen

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden keine Fälle von Korruption verzeichnet. Übertretungen und Verstöße stellen eine Verletzung von Dienstpflichten dar; eine allfällige strafrechtliche Relevanz würde von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen sein. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, so würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit unbeabsichtigt in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Officer zu wenden.

Details zur Implementierung des Compliance Management Systems finden sich auf Seite 169 Governance, Verpflichtungen und Engagement und unter dem Indikator SO3.

Aspekt: Öffentliche Ordnung

SO5 Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying

Die EVN bezieht im Rahmen ihrer Mitgliedschaften bei Wirtschafts- und Fachverbänden und deren Gremien bzw. Arbeitsgruppen zu Fragen des Klimaschutzes und der Energieeffizienz Stellung. Eine der bedeutendsten Organisationen, bei denen die EVN Mitglied ist, ist die Interessenvertretung der E-Wirtschaft in Österreich "Oesterreichs Energie".

SO6 Zuwendungen an Politik Es lagen keine relevanten Fälle vor.

Aspekt: Wettbewerbswidriges Verhalten

SO7 Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung

Die bulgarische Finanzaufsichtsbehörde untersucht die Struktur der Kaufaufträge, die die EVN AG im Zuge des Privatisierungsverfahrens des vom Staat bis Dezember 2011 gehaltenen Drittels an EVN Electrorazpredelenie AD (nunmehr EAD) abgegeben hat, und behält sich die Einleitung eines Marktmanipulationsverfahrens vor. Die EVN steht auf dem Standpunkt, sich an die Vorgaben des Privatisierungsverfahrens (veröffentlicht auf der Webseite der Börse Sofia) vollinhaltlich gehalten zu haben. Die EVN AG hat im Zuge der Privatisierung den Anteil an der EVN Electrorazpredelenie AD (nunmehr EAD) zunächst auf 97,75 % und im Nachgang über den Börsehandel auf 100 % erhöht.

Im Berichtszeitraum wurde gegen die EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD (nunmehr EAD) von der Wettbewerbskommission ein Verwaltungsverfahren wegen der Ausnützung einer beherrschenden Markstellung eröffnet. Das Verfahren läuft.

Aspekt: Compliance

SO8 Geldbußen, Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen

In Mazedonien hat das Gericht Skopje I eine bedingte Geldstrafe in der Höhe von 2.931 Euro aufgrund eines Verstoßes gegen das Konsumentenschutzgesetz verhängt.

Sector Supplements – Gesellschaft

EU19 Partizipative Entscheidungsfindungsprozesse mit Stakeholdern

Die EVN ist sich der gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit im In- und Ausland bewusst und berücksichtigt diese entsprechend den Richtlinien internationaler Vereinbarungen, nationaler Gesetzgebung und auch darüber hinaus.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen bei neuen Großprojekten. Dabei setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner. Eine frühzeitige Einbindung schafft die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Voraussetzung für die Planungssicherheit ("Licence to operate").

Siehe hierzu ebenfalls Seite 32 Stakeholdermanagement.

Klare Grundsätze der evn naturkraft im Bereich Windenergie – Fair Policy

Fairness für das Gemeinwohl: Vorrang für Gemeindegrundstücke.

Faires Vorgehen: Keine Planung ohne Zustimmung der Gemeinden. Die Bürgermeister sind Erst-Ansprechpartner, bevor Kontakte zu Grundstückseigentümern aufgenommen werden.

Fair Play: Kein Ausspielen von Gemeinden und Grundstückseigentümern.

Faire Information: Die evn naturkraft plant und betreibt Windkraftanlagen mit der Bevölkerung und nicht gegen sie. Deshalb informiert sie früh, ehrlich und umfassend – von Informationsabenden über Gespräche mit allen ortsansässigen Gruppen und Stakeholdern bis hin zu runden Tischen.

Fairness für die Bewohner: Minimale Störungen durch Windkraftanlagen durch enge Zusammenarbeit mit den Anrainern und die beste Technologie.

EU20 Unfreiwillige Umsiedlungen

EU22 Umsiedlungen im Berichtsjahr

Die EVN lehnt jegliche Zwangsumsiedlung sowie physische und ökonomische Vertreibung ab und hält sich an die internationalen Richtlinien bzw. an die nationale Gesetzgebung zu diesem Thema. Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umweltund Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die diese Aspekte bewertet. In der Berichtsperiode waren keine Umsiedlungen zu verzeichnen.

EU21 Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme

Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit, insbesondere in Risikobereichen, die die Bevölkerung betreffen können, über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme. Es werden in Niederösterreich interne und externe Übungen und Schulungen zum Krisenmanagement durchgeführt. In allen Standorten der EVN werden Krisensituationen geübt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Störungsdienst werden laufend geschult, und es gibt jährliche Trainings aller Diensthabenden sowie jährliche Sicherheitsunterweisungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Bulgarien und Mazedonien wurden ebenfalls Krisenmanagement-Systeme eingeführt.

Produktverantwortung

Die Grundsätze der Produktverantwortung sind in den zentralen Leitbildern der EVN wie das Unternehmensleitbild und das Umweltleitbild verankert und haben somit allerhöchsten Stellenwert. Zudem schaffen die EVN Leitwerte E(V)Nsure, E(V)Ncourage und E(V)Nable die optimalen Voraussetzungen dafür, das EVN Markenversprechen zu halten. Denn nur wenn die Marke EVN auch nach innen von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebt wird, kann die EVN ihren Kunden ein Versprechen abgeben und dieses auch halten.

  • Die einzelnen Leitbilder finden sich unter: www.verantwortung.evn.at.
  • Nähere Informationen zu den EVN Leitwerten finden sich ab Seite 2 und auf Seite 40.

Die Sicherung der Qualität und die strenge Einhaltung des Datenschutzes aller Kunden werden von der EVN genau beachtet und permanent kontrolliert. Transparente und aussagekräftige Markt-, Produkt- und Dienstleistungskommunikation sowie die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber benachteiligten Gruppen und aktiver Klimaschutz nehmen bei der EVN einen sehr hohen Stellenwert ein.

Um den Ansprüchen der Kunden bestmöglich zu entsprechen, steckt sich die EVN hohe Ziele. Mit der erfolgreichen Zertifizierung des Call Centers nach Europäischer Norm EN 15838 im Dezember 2010 wurde bewiesen, dass die EVN diesen hohen Qualitätsansprüchen auch gerecht wird. Die erstmals Ende 2009 veröffentlichte Europäische Call Center Norm ermöglicht einen EU-weiten Vergleich von Call Centern und legt Anforderungen an die Qualität der Dienstleistung fest. Dabei steht die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt. Geprüft werden die Bereiche Personal, Organisation, Prozess, Technik und Dienstleistung. Diese Zertifizierung ist ein weiteres Merkmal für die hohe Servicequalität der kostenlosen Servicehotline der EVN.

Die EVN verfügt auch über eine Zertifizierung ihrer Stromund Gasnetze. Durch die Zertifizierung wird die Einhaltung von sicherheitstechnischen Standards gewährleistet, die von den Verbänden "Oesterreichs Energie" und ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) in Richtlinien festgelegt werden. Wiederkehrende Auditierungen durch ein externes, unabhängiges Auditorenteam gewährleisten ein hohes Qualitätsniveau unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Planung, Bau, Betrieb, Instandhaltung der Netze und Anlagen
  • Organisationsstrukturen, Verfahren und Prozesse
  • Verantwortlichkeiten, Fach- und Entscheidungskompetenzen
  • Schulungen, Sach- und Personalmittel

  • 39,6 % Energiekosten (EUR 270,0)

  • 30,5 % Netzkosten (EUR 208,0) 29,9 % Steuern und Abgaben (EUR 204,0)
  • 1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh; inkl. "FreiTag", des Energiebonus der EVN KG, mit dem Privatkunden bis zu einen Monat pro Jahr kostenlos Energie beziehen können.

Aspekt: Kundengesundheit und -sicherheit

PR1 Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus

Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN im Rahmen des gesamten Produktzyklus – d. h. das EVN Qualitätsmanagement bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktkonzepts, Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten, Zertifizierung, Herstellung, Produktion, Vertrieb, Marketing, Verkaufsförderung, Verwendung, Wartung, Entsorgung, Wiederverwendung und Recycling – gilt in vielen Bereichen als beispielhaft, insbesondere bei den ausländischen Aktivitäten der EVN und ihrer Tochtergesellschaften. Dies gilt vor allem für die nachhaltige Planung, Produktion und den Vertrieb von Elektrizität sowie die Qualitätssicherung der Netze und der Stromversorgung in jenen Gebieten, in denen die EVN tätig ist. Alle Produkt- und Dienstleistungskategorien werden vollständig und laufend nach den Prinzipien einer ganzheitlichen Produktverantwortung mittels einer umfassenden Qualitätssicherung in Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.

PR2 Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2011/12 lagen keine Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften vor.

Aspekt: Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen

PR4 Verstöße gegen Informationspflichten Im Geschäftsjahr 2011/12 lagen keine Verstöße gegen Informationspflichten vor.

PR5 Kundenzufriedenheit

Im Rahmen einer laufenden Überprüfung beobachtet die EVN seit mehreren Jahren die Entwicklung der Zufriedenheit ihrer Haushalts- und Gewerbekunden. Im Jahr 2011 wurden rund 6.500 Haushaltskunden und 1.200 Gewerbekunden in Niederösterreich befragt. Anhand der gewonnenen Daten wird die Entwicklung der Zufriedenheit mit der EVN insgesamt sowie den relevanten Geschäftsfällen verfolgt und Verbesserungspotenziale erhoben.

Die Gesamtzufriedenheit der EVN Haushaltskunden liegt mit einem Mittelwert von 1,77 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) weiterhin auf gutem Niveau. Zentrale Stärke der EVN bleibt die Versorgungssicherheit. Auch der telefonische Kundenkontakt und das EVN Journal sind wichtige Einflussfaktoren mit einem hohen Zufriedenheitsfaktor.

Zudem wurde im Jahr 2011 ein Customer Loyalty Index (CLI) für Haushaltskunden, der auf monatlicher Basis die Loyalität der EVN Kunden misst, eingeführt. Ziel der CLI-Messung ist das regelmäßige Monitoring der Loyalität von EVN Haushaltskunden, um frühzeitig Veränderungen festzustellen, deren Ursachen zu erkennen und in weiterer Folge durch geeignete Maßnahmen steuernd eingreifen zu können.

Wie bei den Haushaltskunden zeigt sich auch bei den Gewerbekunden nach wie vor eine hohe Kundenzufriedenheit. Im Vergleich zur letzten Messung 2009 zeigen sich sogar weitgehend Verbesserungen in der Gesamtzufriedenheit. Bei den "Small Offices and Home Offices" (SOHOs) ist diese Verbesserung am deutlichsten (2,01 vs. 2,18), gefolgt von den kleinen und mittleren Unternehmen/Kleinindustrie (2,06 vs. 2,17) und Wärmekunden (1,86 vs. 1,93). Die Gemeindekunden erzielten unter den Gewerbekunden abermals den höchsten Wert und blieben damit auf konstant hohem Niveau (1,70 vs. 1,69).

Kundenzufriedenheit in Bulgarien und Mazedonien

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden im Bereich Kundenservice in Summe rund 520.000 telefonische Kundenanfragen und rund 18.900 Anfragen per E-Mail bearbeitet. Im Rahmen des EVN Beschwerdemanagements wurden 11.329 Kundenbeschwerden behandelt. Rund 72 % der Kundenbeschwerden wurden in der vorgegebenen Zeit beantwortet. Zur Verbesserung des Beschwerdemanagements wurde dieses ab April 2012 zentralisiert. Zudem erfolgte im Berichtsjahr eine Reorganisation der Kundenkontaktstellen. Um die Qualität in der Kundenbetreuung weiter zu optimieren, wurde eine neue Software implementiert, womit jeder persönliche Kundenkontakt registriert werden kann. Dies ermöglicht unter anderem eine monatliche Befragung der Kunden hinsichtlich ihrer Zufriedenheit. Das "Mystery Shopping", die Initiative, bei der "Testkunden" die Qualität des Kundenkontakts bewerten – wurde auch in diesem Geschäftsjahr durchgeführt.

Zur Verbesserung und Intensivierung der Kommunikation mit den Kunden wurde im August 2008 das Customer Relations Center in Mazedonien eröffnet, das 24 Stunden pro Tag, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr den Kunden in zwei Sprachen (Mazedonisch und Albanisch) zur Verfügung steht. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden rund 271.000 telefonische Kundenanfragen und etwa 28.400 Kundenbeschwerden bearbeitet. Es wurden insgesamt 18 Kampagnen und eine Zufriedenheitsanalyse mit rund 10.000 Kunden durchgeführt. Als zusätzlicher Service für Großkunden wurde im Customer Relations Center im Jahr 2012 eine eigene Telefon-Hotline eingerichtet.

Abfallverwertungsanlage sowie der Baustelle konnte Besuchern nur eingeschränkt Zugang gewährt werden.

Aspekt: Marketing-Kommunikation

PR6 Gesetzeskonformität im Bereich der Werbung

Die EVN orientiert sich bei Strategie und Gestaltung ihrer Werbung sowohl an den Unternehmenszielen als auch an den Zielen der Nachhaltigkeit. In der Werbung werden Energieversorgung, Energiespar-Tipps und Energiedienstleistungen medienadäquat kommuniziert. Die EVN lehnt Werbung ab, die nicht den allgemein anerkannten ethischen oder kulturellen Standards entspricht, die in die Privatsphäre eingreift oder versucht, besonders empfängliche Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, zu beeinflussen.

PR7 Verstöße im Bereich der Werbung Es lagen keine Verstöße im Bereich der Werbung vor.

Aspekt: Schutz personenbezogener Daten

PR8 Berechtigte Datenschutzbeschwerden Keine relevanten Fälle in der Berichtsperiode.

Aspekt: Compliance

PR9 Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen

Keine relevanten Fälle in der Berichtsperiode.

Sector Supplements – Produktverantwortung

EU25 Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit)

Im Berichtsjahr musste die EVN in der Gruppe der betriebsfremden Personen insgesamt drei Todesfälle verzeichnen: Betroffen waren in Bulgarien drei Personen, die durch Eigenverschulden (unberechtigtes Eindringen in eine Trafostation, Nachstellen einer Action-Szene auf einer Freileitung und Stromfischen) tödlich verunglückten.

EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung

In allen Ländern mit Stromversorgung durch die EVN kann von einer Vollversorgung ausgegangen werden.

EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen

Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung und die Möglichkeit, Ratenzahlungen zu vereinbaren, an. Insbesondere in Bulgarien und Mazedonien sieht sich die EVN mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert. Im Geschäftsjahr 2011/12 konnte die Einbringungsrate in Bulgarien auf rund 99 % und in Mazedonien auf knapp 92 % erhöht werden. Im Bereich Wärme hingegen lag die Einbringungsrate in Bulgarien lediglich bei etwa 70 %. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen.

EU28 Häufigkeit von Stromausfällen

Aus regulatorischen Gründen erfolgt keine detaillierte Aufschlüsselung.

EU29 Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls Aus regulatorischen Gründen erfolgt keine detaillierte Aufschlüsselung.

EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke Neben planmäßigen Revisionen zur Erhaltung der technischen Sicherheit musste im Geschäftsjahr 2011/12 das Kraftwerk Dürnrohr aufgrund eines Kesselschadens für eine Woche stillgelegt werden. Zudem erfolgte ein Sicherheitsstillstand des Kraftwerks wegen eines Brandes für zwei Tage. In Bulgarien führte ein Turbinenschaden bei der Cogeneration-Anlage in Plovdiv Ende Jänner 2012 zu einer vorübergehenden Betriebsunterbrechung.

Weitere Informationen zur Verfügbarkeit der österreichischen Stromversorgung finden sich auf der Webseite der E-Control (www.e-control.at/de/statistik/strom/statistikfuer-versorgungsqualitaet/stoerungsstatistik).

Zusätzliche spezifische Kennzahlen aus Tochtergesellschaften

WTE

Die WTE hat im Jahr 2011 mit einer mittleren Reinigungsleistung von 86,4 %1) insgesamt rund 162 Mio. m3 Abwasser gereinigt, was etwa 2,2 Mio. Einwohnerwerten entspricht. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet; der größte Teil wird deponiert.

evn wasser

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden insgesamt 506.100 Personen über 2.340 km Transport- und Verteilleitungen mit 28,7 Mio. m³ Trinkwasser versorgt. Weiters hat die evn wasser im Geschäftsfeld Abwasserreinigung 1,23 Mio. m³ Abwasser mit einer mittleren Reinigungsleistung von 95,0 %1) geklärt.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor

CSR-Maßnahmenprogramm

Das CSR-Maßnahmenprogramm orientiert sich an den Handlungsfeldern der EVN Wesentlichkeitsmatrix. In einem iterativen, mehrstufigen Prozess werden laufend neue Maßnahmen unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche erarbeitet und bestehende ergänzt.

  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix findet sich auf Seite 29 des Berichts.
  • Das Maßnahmenprogramm ist ebenfalls unter www.verantwortung.evn.at abgebildet.
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2012
Handlungsfeld: Klimaschutz
Ausbau der erneuerbaren Energien Bau einer 50-MW-Windkraftanlage
in Kavarna, Bulgarien
Frühjahr
2012
Seit Juli 2012 Netzeinspeisung von
acht Windkraftanlagen mit insgesamt
16 MW und Betrieb des Vogelradars
zur selektiven Abschaltung einzelner
Windkraftanlagen zur Vermeidung von
Kollisionen mit Zugvögeln
Bau des Wasserkraftwerks Schaldorf Frühjahr
2012
Maßnahme abgeschlossen
Forcierung alternativer
Antriebe und Kraftstoffe
Beobachtung und Untersuchung der Markt
entwicklungen im Bereich Elektromobilität;
Mitarbeit an Umsetzungsprojekten
laufend Laufende Maßnahme
CO2-Reduktion durch
Aufforstungsmaßnahmen
Aufforstung und Pflege von 30 ha Waldfläche
(Zedern) in der Nähe von Stara Zagora
Apr. 2013 Aufforstung bereits durchgeführt;
Pflege bis April 2013
EMAS-Ziel Reduktion des CO2-Footprints der
Fahrzeugflotte der EVN Wärme
Ersatz von 10 % der dieselbetriebenen
Dienstfahrzeuge durch erdgasbetriebene
Kraftfahrzeuge
2012 Maßnahme teilweise abgeschlossen
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
Steigerung der Wirkungsgrade Optimierung des Startvorgangs im Kraftwerk
Korneuburg sowie Emissionsreduktion und
Gaseinsparungen im Kraftwerk Dürnrohr durch
Optimierung der Fernwärmeabgabe
laufend Laufende Maßnahme
Sensibilisierung der Kunden
für einen bewussten Umgang mit
natürlichen Ressourcen
Kampagne unter dem Motto
"Werden Sie die Natur retten,
indem Sie Informationen über
Ihre Rechnung per E-Mail,
E-Rechnung oder SMS erhalten?"
laufend Kampagnen für Fernwärmekunden und
Informationskampagnen für Stromkunden
im Geschäftsjahr 2011/12 durchgeführt
Sensibilisierung der Kunden
für einen bewussten Umgang mit
Energie in Mazedonien
Workshops, Kooperationen,
Aufklärung durch Energiesparkampagnen
laufend Aufklärung der Kunden in Workshops,
Round Tables; Seminare für Studierende;
Medien; kleine und mittleren Unternehmen;
Energiesparkampagne über Medien,
Broschüren und Energieberatung online
oder durch das Customer Care Center
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2012
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Bereich
der Warte des Kraftwerks Theiß
Austausch der Großbildschirme, der Rechner
und der dazugehörigen Monitore sowie des
Wartepults in der Warte des Kraftwerks
Theiß durch energiesparende und effiziente
Bildschirme und Rechner (erwartete Einsparung
von 50.000 kWh Energie pro Jahr)
2011 Maßnahme abgeschlossen
EMAS-Ziel Ressourceneinsparung im
Bereich der Biomasseanlagen der
EVN Wärme GmbH
Verwertung von 20 % der anfallenden
Biomasseasche pro Jahr als wertvoller
Ersatzstoff und somit Einsparung von
Ressourcen, treibhausrelevanten Emissionen
und Deponierungskosten
laufend Derzeit Verwertung von 57 % der
Biomasseaschen durch Entsorger
(insbesondere Bauindustrie)
Erhöhung der Effizienz der
Fernwärmeproduktion und
-versorgung in Plovdiv, Bulgarien
Bau einer Cogeneration-Anlage Dez. 2011 Maßnahme abgeschlossen
EMAS-Ziel Energetische Verwertung
von Klärschlamm
Umbau der Versuchsanlage auf
Klärschlammmitverbrennung
2012–2014 Maßnahme in Umsetzung
EMAS-Ziel Wirkungsgradverbesserung
der EVN Dampfturbine
Zusätzliches
Leckdampfevakuierungssystem
2012 Im Geschäftsjahr 2011/12 konnten Optimie
rungen im Bereich des Brennstoffeinsatzes
umgesetzt werden. Die Arbeiten für ein
zusätzliches Leckdampfevakuierungssystem
befinden sich in Umsetzung.
EMAS-Ziel Energieeinsparung im
Bereich der REA um 50 %
Optimierung des Druckluftsystems 2012 Maßnahme in Umsetzung
Handlungsfeld: Versorgungssicherheit und faire Preise
Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 40 %
bis 60 % der Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten
im In- und Ausland. Dabei soll die Erweiterung
der Erzeugungskapazitäten vorwiegend im
Bereich der erneuerbaren Energien erfolgen.
Dazu zählen Wind- und Wasserkraftwerke im
Inland als auch Großwasserkraftwerksprojekte
im Ausland.
laufend Bestandteil der Strategie
Laufende Preisgleitung –
gegenüber Kunden Österreich-Strompreisindex (ÖSPI) laufend Laufende Maßnahme
Zeiträume kumulierten Preissprüngen Strom/Gas für Privatkunden an einen
Vermeidung von über längere Koppelung der Energielieferpreise OPTIMA
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2012
Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber
Verbesserung der Zufriedenheit
und der Unternehmen s identifikation
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Durchführung und Weiterentwicklung der
Feedback- und Orientierungsgespräche
laufend Einführung abgeschlossen;
Gespräche werden jährlich
durchgeführt
Projekt Internal Branding laufend Maßnahme größtenteils abgeschlossen;
Ausrollung in Mazedonien und Bulgarien
für das Geschäftsjahr 2012/13 geplant
Förderung von Frauen in
technischen Berufen
Teenies' Day:
Meine Zukunft in der EVN:
Lehre bei EVN
Frühjahr
2012
Teenies' Day wird im Herbst 2012
stattfinden
Förderung des Gesundheitsbewusst
seins der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter
Erste-Hilfe-Kurse und Vorsorgeuntersuchungen laufend Laufende Maßnahme
Erstellung eines Gesundheitsprogramms im
Geschäftsjahr 2011/12
Sep. 2012 Maßnahme in Umsetzung; Einführung
im Geschäftsjahr 2012/13 geplant
EMAS-Ziel Verbesserung der Arbeitssicherheit
und des Standes der Technik bei
Arbeiten mit Kränen
Spezifische Anweisung für jeden
Kran; zentrales Freigabesystem und
technische Maßnahmen
2012 Maßnahme in Umsetzung

Handlungsfeld: Menschenrechte und Korruptionsvermeidung

Konzeption und Implementierung eines um
fassenden Compliance-Management-Systems
für den EVN Konzern. Im Rahmen des Projekts
der Implementierung eines Compliance
Korruptionsprävention: Bewusst Management-Systems wurde unter anderem
seinsbildung der Mitarbeiterinnen und ein Compliance-Handbuch als Entwurf
Mitarbeiter und aktiver Beitrag zur erarbeitet, der im gesamten Konzern als Grund
Einhaltung der Menschenrechte und lage für die Information und Schulung der
Vermeidung von Korruption Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dienen soll. Sep. 2013 Neue Maßnahme

Handlungsfeld: Stakeholderdialog

Kontinuierlicher Dialog mit
allen Stakeholdern
Konkretisierung sowie Umsetzung des
ausgearbeiteten Stakeholderkonzepts
Sep. 2013 Stakeholderbefragung zur EVN Wesentlich
keitsmatrix im Herbst 2013 geplant
Aktive Kommunikation und
Kooperation mit anderen Unterneh
men, Organisation von und
Teilnahme an CSR-Veranstaltungen
Austausch im Rahmen von
externen CSR-Veranstaltungen,
Mitarbeit im Steering Committee
des UN Global Compact
laufend Unterstützung des NÖ Trigos 2012,
Teilnahme an UNGC Working Groups,
respACT Mitgliedertreffen in Zwentendorf,
Vortrag an der FH Krems, Workshop mit
dem EVN Kundenbeirat
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2012
Handlungsfeld: Stakeholderdialog
Bewusstseinsbildung im Unternehmen
sowie laufende Optimierung der CSR
Organisation und -Kommunikation
Schulungen, Workshops und Erfahrungs
austausch, interne Kommunikation
laufend Laufende Maßnahme
Erneuerbare Energie
als gemeinsames Projekt
mit den Gemeinden
> Ausbau der Windenergie in Niederösterreich
unter Berücksichtigung aller relevanten
Faktoren (Akzeptanz der Bevölkerung, natur
rechtliche Grundlagen, Schall und Schatten)
> Planung in enger Abstimmung mit den Ge
meindevertretern, der Bevölkerung und allen
relevanten Stakeholdern
> Nutzung der Windenergie für Investitionen in
die Bereiche Energieeffizienz (Energie-Checks,
Energieberatung) und erneuerbare Energie
(v. a. Sonne, Wasser, Biomasse)
laufend Laufende Infoveranstaltungen, runde Tische
und Eröffnungsfeiern in den Gemeinden
Akzeptanz für und Identifikation
mit erneuerbaren Energieprojekten
in den Gemeinden
> Konsequentes Einbeziehen aller relevanten
Stakeholder (z. B. Politik, Bevölkerung,
Vereine, Bürgerinitiativen, NGOs) in allen
Phasen der Planung
> Angebote an Informationsveranstaltungen,
runden Tischen, Informationsmaterialien
> Unterstützung der regionalen Politik bei
Entscheidungsprozessen gemeinsam
mit der Bevölkerung (z. B. Vorbereitung
von Volksbefragungen)
laufend Laufende Gespräche, Infoveranstaltungen,
runde Tische und Eröffnungsfeiern in den
Gemeinden, laufende Angebote für die
Erhöhung der Identifikation
Errichtung von Informationstafeln bei allen
bestehenden und zu errichtenden Windparks in
Niederösterreich
Mai 2012 Grundkonzept vorhanden, Erstellung erster
Prototypen in Planung
Tragfähige Partnerschaften
mit allen relevanten NGOs
und Bürgerinitiativen
Kontinuierlicher Kontakt und Abstimmungen
mit allen relevanten NGOs und Bürgerinitiativen
vor allem in Bezug auf planungsrelevante
Umwelt- und Anrainer-Bedenken
laufend Laufende Gespräche, Vernetzungstreffen,
Infoveranstaltungen und Abstimmungen

Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement

Fokussierung der Sozialsponsoring -
aktivitäten auf Projekte zur
Kinder- und Jugendförderung
in Niederösterreich
Dotierung des EVN Sozialfonds mit
jährlich 100.000 Euro
laufend Laufende Maßnahme
Bildung zum Thema Energie für
niederösterreiche Kindergärten und
Schulen
Vorträge, Unterrichtsmaterialien,
Besichtigungen zu den Themen Energie
erzeugung und Energiesparen
laufend Laufende Maßnahme
Erhöhung der Sicherheit beim
Umgang mit Strom in Bulgarien
Projekt "Energieeffizienz in Schulen"
(2. Schuljahr)
laufend Aufklärung von 174 Schulklassen bzw.
rund 6.000 Schülern seit Beginn der
Initiative; Aktualisierung der Schulungs
unterlagen; Erweiterung um zwölf
neue Schulen in vier neuen Regionen
Meilenstein Status per
Ziel Maßnahmen Termin 30. September 2012

Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement

Erhöhung des Bewusstseins für Ener
gieeffizienz sowie der Sicherheit beim
Umgang mit Strom in Mazedonien
Energieeffizienzclubs sowie Unterrichts
stunden zum Thema
laufend Gründung von Energieeffizienzklubs
in 15 Schulen mit regelmäßigen
Unterrichtsstunden
Tenniswochenende für Kinder
"Master your Energy! Turn it into
health, knowledge and skills."
Alle drei Monate in den nächsten drei Jahren
werden in Bulgarien Tenniswochenenden für
Kinder zwischen fünf und zehn Jahren
durchgeführt, wobei die EVN nicht nur den
Auszeichnungsfonds für die Dauer des Tennis -
wochenendes, sondern auch die Trainings
schulung von 120 Kindern sicherstellt.
2010–2013 Teilnahme von 490 Kindern seit Anfang
der Initiative
Erhöhung des Interesses an
technischen Berufen, höhere Qualität
der Ausbildung
Kooperationen mit Schulen und Universitäten
in Bulgarien
laufend Initiativen für 130 Studenten aus techni
schen Fachrichtungen der Universität für
Lebensmitteltechnologie im Geschäftsjahr
2011/12 umgesetzt (Besichtigungen
von Anlagen, Beratung von Diplomanden,
Teilnahme an Karrieretagen)
Fokussierung der Sozialsponsoring
aktivitäten auf Projekte zur Kinder
und Jugendförderung in Bulgarien
Spendenaktion gemeinsam mit dem
bulgarischen Mütterverband – Sammlung von
Kleidung und Gebrauchsgegenständen bei
EVN Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
und Verteilung an Kinder- und Sozialheime
Nov. 2011 Neue Maßnahme

Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Etablierung von CSR-Standards Neugestaltung der CSR-Organisation gemäß
europäischen Best-Practice-Beispielen
Jun. 2013 Aufbauorganisation eingerichtet,
Ablauforganisation in Ausarbeitung
CSR-Zielgespräche mit den Fachabteilungen
zur Vervollständigung des CSR-Managements
Dez. 2013 Im Geschäftsjahr 2011/12 Workshops mit
16 Organisationseinheiten durchgeführt
Wertorientiertes Engagement
in Mittel- und Osteuropa sowie
Südosteuropa
Integration und Weiterentwicklung der
Geschäftsfelder, Ausschöpfung von
Synergiepotenzialen, wertorientierte
Investitionsentscheidungen
laufend Laufende Maßnahme
Weiterentwicklung von
Dokumentation und Kontrolle der
Prozesse der Finanzberichterstattung
Stufenweise Weiterentwicklung
des im Jahr 2009/10 implementierten
Risikoorientierten Internen
Kontrollsystems (RIKS)
laufend Laufende Weiterentwicklung
Einführung eines
Nachhaltigkeitscontrollings
Integration des Nachhaltigkeitsrisikos
in das Risikomanagement, Verbesserung
der Darstellung des Kosten-Erfolg-Verhältnisses
und CSR-Nutzens
Sep. 2010 Nachhaltigkeitscontrolling aufgrund des
überarbeiteten, optimierten CSR-Prozesses
in Anpassung
Erweiterung der Wirtschaftlichkeits
rechenmodelle um
Nachhaltigkeitsaspekte
Anfrage bei Fachabteilung und Gründung
einer Arbeitsgruppe
Sep. 2011 Maßnahme noch nicht begonnen
Handlungsfeld: Integration SEE
Interne Veranstaltungen und
Integration, Modernisierung Know-how-Transfer laufend bspw. EVN SUN Akademie
bereichs- und länderübergreifender Laufende Maßnahme,
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2012
Etablierung von CSR-Standards Übernahme der neuen CSR-Organisation
(Aufbau- und Abblauforganisation) analog
zu der in Österreich, Kommunikation mit
denCSR-Verantwortlichen in Bulgarien,
Mazedonien und Kroatien
Sep. 2013 Erster Workshop mit CSR-Team
und Management der EVN Bulgaria
durchgeführt
Handlungsfeld: Interner Ressourcenverbrauch
Effizienter Umgang mit
CO2-Emissionen
Erarbeitung eines konzernweiten
Mobilitätskonzepts
2013 Maßnahme in Umsetzung
Optimierung des Ressourceneinsatzes
am Arbeitsplatz
Erhebung des Ist-Zustands vom EVN
weiten Energie- und Betriebsmittelverbrauch
zur Evaluierung weiterer Maßnahmen
laufend Laufende Maßnahme
Emissionseinsparungen
bei EVN Publikationen und
Veranstaltungen
Klimaneutrale Hauptversammlung und
klimaneutrales Drucken von Geschäfts-,
Nachhaltigkeits- und Quartalsberichten
laufend Hauptversammlung 2012 klimaneutral
abgehalten; Publikationen werden
klimaneutral gedruckt
Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter in Bulgarien zum
schonenden Umgang mit Ressourcen
Projekt "Code grün" (Handyrecycling,
Tonerentsorgung, Recyclingpapier etc.)
laufend Recycling von über neun Tonnen Papier,
350 Tonern und 45 kg Batterien
Handlungsfeld: Umweltschutz
Reduktion der NOx-Emissionen
im Kraftwerk Dürnrohr ab 2010
im Jahresdurchschnitt um 25 %
gegenüber dem gesetzlich
vorgeschriebenen Wert
Freiwillige Vereinbarung NOx: Trotz Alter der
Anlagen, zusätzlicher Anforderungen etc.
wird dieses Ziel nachhaltig beibehalten durch:
> Katalysatorwaschen zur Erhöhung
des Abscheidegrads
> Einkauf von Kohlesorten mit
niedrigem Stickstoffgehalt
> Primärmaßnahmen wie z. B. die
Optimierung der Feuerung
laufend,
ab 2010
Laufende Maßnahme; auch im Geschäfts
jahr 2011/12 wurden die Vorgaben der
freiwilligen Vereinbarung eingehalten
Vogelschutz in Mazedonien Sicherung von Storchennestern
und Errichtung von Nestplattformen
in Mazedonien
laufend Laufende Maßnahme
Vogelschutz in Österreich Verkabelung von Freileitungen und
Freileitungskennzeichnung zum Schutz
von Großtrappen in Niederösterreich
im Rahmen des LIFE+ Projekts
2015 Laufende Maßnahme
Vogelschutz in Bulgarien Isolierung von gefährlichen Masten und Lei
tungen durch Unterstützung des bulgarischen
Vogelschutzvereins (BDZP, birdlife), Projekt:
"Bewahren des Kaiseradlers und des Jagdfalken"
2013 Installation von weiteren 216 Nestplatt
formen und 202 Schutzisolatoren im
Geschäftsjahr 2011/12
Betrieblicher Umweltschutz in
Bulgarien und Mazedonien
Aufbau von Dokumentationssystemen
im Umweltcontrolling
Juni 2010 Aufgrund vorgezogener Themen zu
Legal Compliance Meilenstein weiterhin
verschoben
EMAS-Ziel Kontinuierliche Verbesserung
der Anlagenkennzahlen
in den Fernheizwerken der
EVN Wärme GmbH
Laufende Erhöhung der Datenqualität,
Erfassung und Kontrolle der Daten,
Einführung von Bewertungsmodellen zur
Optimierung im Rahmen des technischen
Controllings und damit Erreichung einer
Verbesserung der Anlagenkennzahlen,
wie zum Beispiel Anlagenwirkung
mehrjähriges
Ziel
Grundsystem im Aufbau; Inbetriebnahme
im ersten Halbjahr 2013 geplant;
Fernheizwerke werden über fünf Jahre an
das neue System angeschlossen

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Dr. Theodor Zeh (Vorsitzender)

Dipl.-Päd. Erika Adensamer, Abgeordnete zum NÖ Landtag

Karl Bader, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Rohrbach an der Gölsen, Hauptschuldirektor

Josef Edlinger, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Landwirt

Univ.-Prof. i. R. Dipl.-Ing. DDr. Albert Hackl, Zivilingenieur, Lehrbeauftragter am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien

Mag. Kurt Hackl, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Selbstständig

Hofrat Hermann Helm, Amtsführender Präsident des Landesschulrats für Niederösterreich

Ing. Josef Hintermayer, Geschäftsführender Gemeinderat der Marktgemeinde Großweikersdorf, Winzer

Norbert Hummel, ARGE Kompost und Biogas, Landwirt

Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000

Vorstandsdirektor Baurat h.c. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa, Mitglied des Vorstands der Austrian Power Grid AG

Mag. Gunda Kirchner, Österreichische Energieagentur, Leiterin Energie- und Klimapolitik, Volkswirtschaft

Em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Helmut Kroiss, Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien

Ing. Hermann Kühtreiber, Bürgermeister der Marktgemeinde Zwentendorf

Mag. Walter Marschitz, Bundesgeschäftsführer Hilfswerk Österreich

Dipl.-Ing. Georg Mayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich

a.o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Pucher, Institut für Fahrzeugantriebe u. Automobiltechnik d. Technischen Universität Wien

Gerhard Razborcan, Abgeordneter zum NÖ Landtag

Ing. Franz Rennhofer, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Lichtenegg, Techniker

Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA, Konzernarzt der EVN AG, Regionalmanager der NÖ Landeskliniken-Holding für die Region Mostviertel

Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Angestellter

Christa Vladyka, Abgeordnete zum NÖ Landtag

Hofrat Dr. Heinz Zimper, Bezirkshauptmann für den Bezirk Baden

Arbeitnehmervertreter

Gerhard Felberbauer, Friedrich Bußlehner, Mag. Dr. Monika Fraißl, Helmut Peter, Ing. Walter Rehwald

Bestätigungsvermerk

zum EVN Ganzheitsbericht 2011/12, Geschäftsjahr 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012

Umfang und Kriterien der Bescheinigung Dieser Bestätigungsvermerk wurde für die EVN AG erstellt.

Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) wurde von der EVN AG (EVN) beauftragt, dessen "Ganzheitsbericht 2011/12", Abschnitte Corporate Social Responsibility sowie den GRI Index, für das Geschäftsjahr 2011/12, beginnend mit 1. Oktober 2011 und endend mit 30. September 2012 (im Folgenden als "der Bericht" bezeichnet), zu verifizieren.

Der Bericht bezieht sich auf alle Corporate Social Responsibility Daten und Informationen aller Aktivitäten der EVN in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserverund -entsorgung sowie Abfallverbrennung. Geographisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der EVN in Österreich, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren europäischen Ländern.

Verantwortung des Managements

Das Management der EVN war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröffentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von LRQA war die Durchführung einer Überprüfung des Berichtes entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG.

Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

LRQA's Überprüfungsmethode

Die Überprüfung wurde auf Basis der Global Reporting Initiative Sustainable Reporting Guidelines 2011 (GRI G3.1) und dem GRI "Electric Utility Sector Supplement" (EUSS) durchgeführt.

Die Zielsetzung der Überprüfung war:

  • zu bestätigen, dass der Bericht die Anforderungen den GRI's application level A und GRI's EUSS entspricht
  • die Bestätigung der EVN-Selbsterklärung zur Erreichung der Anwendungsebene A+ des GRI G3.1
  • die Prüfung der Zuverlässigkeit der Nachhaltigkeitsleistungsdaten und Informationen der EVN.

Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:

  • Rückblick auf den Stakeholderprozess und damit zusammenhängende Informationen
  • Überprüfung der CSR Wesentlichkeitsmatrix
  • Evaluierung der durch die EVN ermittelten Wesentlichkeitskriterien gegen unser eigenes Verständnis der Wesentlichkeitskriterien der Branche
  • Feststellung wie die EVN wesentliche Kriterien identifiziert, darauf reagiert und darüber berichtet
  • Interviews mit einer Auswahl an Mitarbeitern in der Zentrale der EVN in Österreich
  • Prüfung des EVN-Datenmanagementprozesses und Überprüfung von unterstützenden Nachweisen, die uns von der EVN zugänglich gemacht wurden.

Anmerkung 1: Die Verifizierung wurde im Headquarter der EVN in Maria Enzersdorf, Österreich, durchgeführt. Die Verifizierung wurde entsprechend unserem Vertrag durchgeführt und beinhaltete nicht die Verifizierung der Daten bis zu deren Originalquellen sowie die Verifizierung der Richtigkeit und Vollständigkeit der von den einzelnen Standorten übermittelten Daten.

Anmerkung 2: Ökonomische Leistungsdaten wurden direkt vom geprüften Geschäftsbericht übernommen.

  • Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse
  • Überprüfung, ob der GRI Index den Stakeholdern Zugang zu Nachhaltigkeitsleistungsindikatoren verschafft.

Level of Assurance & Wesentlichkeitsschwelle

Der in diesem Bestätigungsvermerk verfassten Stellungnahme wurde ein "limited level of assurance" sowie eine, auf fachkundige Bewertung basierende Wesentlichkeitsschwelle zu Grunde gelegt.

LRQA's Prüfungsurteil

Basierend auf unserer Prüfmethode haben wir keine Hinweise erlangt, die uns zur Entscheidung führen würden, dass der Bericht nicht die Anforderungen nach GRI, Anwendungsebene A+ sowie die GRI Electric Utility Sector Supplement (EUSS), erfüllt. Wir haben nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt.

Darüber hinaus sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EVN keine wesentlichen Aspekte im Bericht ausgeschlossen hat und der Prozess der Daten- und Informationserstellung zuverlässige Daten liefert.

LRQA's Empfehlungen

EVN AG sollte in Betracht ziehen:

  • Das Monitoring der Umsetzung von CSR-bezogenen Aktivitäten zu verbessern.
  • Die Inhalte des Berichtes dahingehend zu überprüfen, dass diese eine noch ausgeglichenere und verständlichere Darstellung aller im Rahmen der im Bericht erfassten Aktivitäten, in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserver- und -entsorgung sowie Abfallverbrennung, ermöglichen. Gegenwärtig liegt eine größere Betonung auf den Aspekten der Energieerzeugung und -verteilung sowie der Wärmeproduktion und der Wärmebereitstellung.

Harald Ketzer LRQA Lead Verifier Im Auftrag von Lloyd's Register Quality Assurance Lloyd's Register EMEA Vienna, Austria

LRQA Reference: VNA0004673/0029

Datum: 14. November 2012

This document is subject to the provision below:

This Assurance Statement is only valid when published with the Report to which it refers. It may only be reproduced in its entirety.

Lloyd's Register Quality Assurance Limited, its affiliates and subsidiaries and their respective officers, employees or agents are, individually and collectively, referred to in this clause as the 'Lloyd's Register Group'. The Lloyd's Register Group assumes no responsibility and shall not be liable to any person for any loss, damage or expense caused by reliance on the information or advice in this document or howsoever provided, unless that person has signed a contract with the relevant Lloyd's Register Group entity for the provision of this information or advice and in that case any responsibility or liability is exclusively on the terms and conditions set out in that contract.

Due to the inherent limitations in any internal control it is possible that fraud, error, or non-compliance with laws and regulations may occur and not be detected. Further, the verification was not designed to detect all weakness or errors in internal controls so far as they relate to the requirements set out above as the verification has not been performed continuously throughout the period and the verification carried out on the relevant internal controls were on a test basis. Any projection of the evaluation of control to future periods is subject to the risk that the processes may become inadequate because of changes in conditions, or that the degree of compliance with them may deteriorate.

The English version of this statement is the only valid version. The Lloyd's Register Group assumes no responsibility for versions translated into other languages.

Glossar

American Depositary Receipts (ADR)

In den USA handelbare Aktienzertifikate über nicht amerikanische Aktien; sie erleichtern nicht amerikanischen Unternehmen den Zugang zu US-Investoren.

Anreizregulierung

Regulierungsmodell, das einen Anreiz zur Verbesserung bestimmter Parameter beinhaltet – im Bereich der Netznutzungstarife etwa zur Steigerung der Produktivität der Netzbetreiber. Der Regulator definiert dazu eine Obergrenze für Netzentgelte für eine gewisse Regulierungsperiode. Um Produktivitätssteigerungen zu erzielen, wird diese Obergrenze für die einzelnen Betreiber individuell um entsprechende Abschläge reduziert.

ARA/ARA-Raum

Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.

At Equity bzw. At-Equity-Konsolidierung

Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des Beteiligungsunternehmens wird in der Konzern-GuV erfasst.

Ausschüttungsquote

Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.

Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA)

Jährliche Auszeichnung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Kooperationspartner für die besten Umwelt- oder Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen.

Barrel

Weltweite Handelseinheit für Rohöl. 1 Barrel Rohöl = 158,987 Liter.

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden.

BOOT-Modell

(Build Own Operate Transfer) Im Rahmen von BOOT-Projekten werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen.

Brent

Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Buchwert je Aktie

Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Carbon Dioxid Capture and Storage (CCS)

Technologie der Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung, von der ein erheblicher Klimaschutzbeitrag erwartet wird.

Cash Flow

Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schuldentilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen. Er wird in den Cash Flow aus dem operativen Bereich, den Cash Flow aus dem Investitionsbereich und den Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich gegliedert.

Certified Emission Reduction (CER):

Zertifizierte Emissionsreduktion aus Projekten des Clean Development Mechanism (CDM). Staaten oder Unternehmen können aus Emissionsminderungsprojekten in Schwellen- oder Entwicklungsländern, die selbst keine Emissions-Reduktionsverpflichtung haben,

Emissionsgutschriften erwerben und zur Erfüllung der Abgabepflicht gemäß dem Europäischen Emissionshandelssystem verwenden. 1 CER = 1 Tonne CO2

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel bzw. EU-Emissionshandel

Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedsstaaten CO2 -Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2 -Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Emissionszertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Corporate Covernance Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Deckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch den Einsatz derartiger Instrumente können Finanzrisiken minimiert werden.

Directors-and-Officers- (D & O)-Versicherung

Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder Operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA®)

Differenz aus Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

E-Control (ECG)/

Energie-Control GmbH Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und Einwohnergleichwerten: EW = EZ + EGW.

Elektromobilität

Bezeichnet die Nutzung von elektronisch angetriebenen Fahrzeugen für den Personen- und Güterverkehr.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV)

Eine 2007 in Kraft getretene Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde über Grundsätze für Informationsweitergabe im Unternehmen sowie zu organisatorischen Maßnahmen zur Vermeidung von

Insiderinformationsmissbrauch für Emittenten.

Entry-Exit-Modell

Transaktionsunabhängiges Abrechnungssystem (Zweivertragsmodell) zur Vergütung von Energietransportleistungen. Die Einspeisung und Entnahme der Energie erfolgen zeitlich und sachlich unabhängig voneinander: Der Energielieferant speist an einem beliebigen Punkt die Energie ein (= Entry) und zahlt dem Netzbetreiber die dafür lokal fällige Einspeisegebühr. Zu einem anderen Zeitpunkt kann dann beliebig Energie an verschiedenen Orten entnommen werden (= Exit). Der Transportweg ist für die Berechnung der Kosten unerheblich.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Erneuerbare Energien

Nach menschlichen Zeiträumen gemessen kontinuierlich verfügbare Energien aus Biomasse wie z. B. Biogas, Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie.

Ethibel

Unabhängiges Beratungsbüro für nachhaltiges und ethisches Investieren, das Banken und Börsengesellschaften dabei unterstützt, ihr Angebot an nachhaltigen Spar- und Anlagemodellen zu entwickeln.

European Energy Community

Energiegemeinschaft der Europäischen Union für die Entwicklung der Energiemärkte in Europa.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen voneinander unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

Fossile Prämerenergieträger/ Brennstoffe

In mehreren Millionen Jahren aus Biomasse entstandene Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Steinund Braunkohle.

FTSE4Good Index

Index, der nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit bietet, gezielt in Unternehmen zu investieren, die die weltweit anerkannten Standards für verantwortungsvolles Handeln im Sinne von Umwelt und Stakeholdern erfüllen.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow, bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Grundlast/Spitzenlast

Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins-, Währungs- oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC)

Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards / International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS) Die Bezeichnung IAS wurde

2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities Identification Number (ISIN)

Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

Intranet

Nichtöffentliches unternehmensinternes Rechnernetz.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines Photovoltaikmoduls bzw. einer Solarstromanlage.

Konsolidierungskreis

Als Konsolidierungskreis bezeichnet man den Kreis der Unternehmen, die in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm³ 1 m³ Erdgas = 11,07 kWh

Nachhaltigkeitsindex

In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.

Nationaler Allokationsplan (NAP)

Ein von jedem EU-Mitgliedsstaat im Rahmen des Europäischen Treibhausgasemissionshandels zu erstellender Plan, der die Obergrenze des Ausstoßes von Treibhausgasen sowie Ausgabe und Verteilung der entsprechenden CO2-Emissionszertifikate regelt.

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT)

Ergibt sich aus dem versteuerten Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Non-Governmental Organisation (NGO)

Nichtprofitorientierte Gesellschaften, die durch zivilgesellschaftliche Initiativen zustande kommen und sich aus zivilen Personen oder Organisationen zusammensetzen.

Ökostrom

Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind, Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas erzeugt wird.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization.

Petajoule (PJ)

Physikalische Maßeinheit für große Energiemengen. 1 PJ = 1 Billiarde Joule (1015 Joule)

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Giftige Chlorverbindungen.

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Fossilen Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Steinund Braunkohle als auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind zählen dazu.

Pyrolyse

Thermische Spaltung chemischer Verbindungen, die aufgrund hoher Temperaturen einen Bindungsbruch innerhalb von großen Molekülen erzwingt.

Quotenkonsolidierung

Bei diese Konsolidierungsart werden die Vermögensgegenständen, Schulden, Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.

Regulatory Asset Base (RAB – Finanzierungskostenbasis)

Die verzinsliche Kapitalbasis setzt sich aus der Summe der immateriellen Vermögensgegenstände und dem Sachanlagevermögen abzüglich passivierter Netzzutrittsund Netzbereitstellungsentgelten (Baukostenzuschüsse/BKZ) und etwaigen Firmenwerten auf der Basis von bilanziellen Werten zusammen. Anpassungen erfolgen in Bezug auf die Standardisierung der Abschreibungsdauern und der Standardisierung der Auflösung der BKZ.

Rating/Bonitätsrating/ Kreditrating

Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z. B. Standard&Poor's, Moody's.

Regelarbeitsvermögen (RAV)

Gibt an, wie viel Strom in einem bestimmten Zeitraum (z. B. einem Jahr) von einem Kraftwerk (Windoder Wasserkraftwerk) geliefert werden kann.

Regulator

Behörde zur Überwachung der nicht liberalisierten Monopolbereiche (z. B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe E-Control GmbH (ECG)).

Return on Capital Employed (ROCE)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund AG Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Risikomanagement

Potenzielle Risiken (Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.

Schuldscheindarlehen

Anleiheähnliche, langfristige Großkredite. Die Kredite werden gegen Schuldscheine von Banken, Versicherungen u. a. Kapitalsammelstellen an Industrieunternehmen und die öffentliche Hand gegeben. Der Schuldschein beherbergt dabei die Verpflichtung zur Rückzahlung und zur Entrichtung der Zinsen. Er dient als Beweis für die Vergabe des Kredites. Schuldscheindarlehen werden nicht an der Börse gehandelt.

Smart Meter/Metering

Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträgliche Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände über die Ferne auszulesen.

Spitzenlast

Siehe Grundlast/Spitzenlast.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium

verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktien-Engagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Die gewichteten durchschnittli-

chen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test)

Der Buchwert eines Vermögensgegenstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplanmäßige Wertminderung vorzunehmen. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, diese seit zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen werden Cash Generating Units gebildet.

Wertorientierte bzw. Wertschaffende Unternehmenssteuerung

Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weniger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Steigerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Values, der neben den Interessen der Aktionäre sämtliche andere Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinne an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (Economic Value Added) und die Kapitalrendite (Return on Capital Employed herangezogen.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

Zugelassene Endkunden

Endkunden, die gemäß Energiegesetz den Energielieferanten am liberalisierten Markt frei wählen dürfen.

Impressum Herausgeber: EVN AG, EVN Platz, A-2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: www.evn.at/offenlegung

Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Redaktionsschluss: 28. November 2012. Veröffentlichung: 13. Dezember 2012.

Fotos: Udo Titz und Klaus Fritsch Konzept und Beratung: Mensalia Unternehmensberatungs GmbH Beratung Design: Ralf Strobl, Eva Urthaler

Das für dieses Druckprodukt verwendete Papier wird mit Rohstoffen aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung erzeugt. Die Produktion erfolgt mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Die bei der Druckproduktion entstandenen CO2-Emissionen werden gemäß den Richtlinien von Print CO2 kompensiert.

Print CO2 geprüft Kompensierung von CO2-Emissionen im Druckprozess. Unterstützung und Beitrag zum Klimaschutz. Verankerung des Umweltbewusstseins in unserem Handeln. PEFC Zertifizierung Internationales Waldzertifizierungssystem zur Sicherstellung und kontinuierlichen

Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung Österreichisches Umweltzeichen Qualität, Produktsicherheit und hohe Umweltstandards Umweltmanagement-System ISO 14001:2004

Optimierung der Umweltprozesse, schonender Umgang mit Ressourcen

GRI G3.1 Content Index

Der GRI Content Index gibt an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren zu finden sind. Der Index ist ebenfalls im Internet unter www.evn.at/Verantwortung/ Service/GRI-Content-Index.aspx abgebildet.

Beschreibung Quelle Status
Deklaration und Profil
1 Strategie und Analyse
1.1
1.2
Stellenwert der Nachhaltigkeit im Unternehmen
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen
28ff
82ff
2
2.1 – 2.10
Organisationsprofil
Organisationsprofil
26ff, 35ff, 39
3
3.1 – 3.13
Berichtsparameter
Berichtsparameter
25
Sector Supplements – Unternehmensprofil
EU1 Installierte Kapazität 27, 39
EU2
EU3
Energieerzeugung
Kundenanzahl
26, 92f
26, 39
EU4
EU5
Länge der Fern- und Verteilleitungen
Kontingent der CO2-Emissionszertifikate
28, 39
63, 65
4 Governance, Verpflichtungen, Engagement
4.1 Corporate Governance/Führungsstruktur 51ff, 169f
4.2 Erläuterung, ob der Vorstandsvorsitzende eine Position im operativen Management besitzt 51ff, 169f
4.3
4.4
Leitungsorgane in Organisationen ohne Aufsichtsrat
Mitsprachemöglichkeiten für Mitarbeiter und Anteilseigner
da es einen Aufsichtsrat gibt
51ff, 169f
n. r.
4.5 Zusammenhang zwischen Vergütung leitender Organe und Leistung der Organisation 51ff, 169f
4.6 Mechanismen zur Vermeidung von Interessenkonflikten 51ff, 169f
4.7
4.8
Expertise der Leitungsgremien im Bereich Nachhaltigkeit
Leitbilder, Verhaltenskodizes, Prinzipien der Nachhaltigkeit
169f
31, 169
4.9 Verfahren zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung 170
4.10 Leistungsbeurteilung des Vorstands bzgl. Nachhaltigkeit 170
4.11
4.12
Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips
Unterstützung externer Initiativen
28ff, 169ff
171
4.13 Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen 171
4.14 – 4.17 Stakeholdermanagement (Auswahl, Ansätze, zentrale Themen) 32f, 188f, 190
Leistungsindikatoren
Ökonomische Leistungsindikatoren 28ff, 33ff, 72f, 110
EC1
EC2
Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Finanzielle Folgen des Klimawandels
Flappe vorne, 73ff
172
EC3 Betriebliche soziale Zuwendungen 46
EC4 Zuwendungen der öffentlichen Hand 172
EC51) Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn 43
EC6
EC7
Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten
Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer/innen
172
172f
EC8
EC91)
Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen für das Gemeinwohl
Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen
173f
174
EU6 Sector Supplements – Ökonomie
Kurz- und langfristige Sicherung der Versorgung
28ff, 33
EU7 Programme zum Demand Side Management 174ff
EU8 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten 81
EU9
EU10
Rücklagen für den Rückbau von Kernkraftwerken
Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage
da EVN keine Kernkraftwerke betreibt
30
n. r.
EU11 Durchschnittlicher Wirkungsgrad bei der Erzeugung 27
EU12 Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze 28
Ökologische Leistungsindikatoren 177
EN1
EN2
Materialeinsatz
Einsatz von Recyclingmaterial
177
177
EN3 Direkter Primärenergieverbrauch 178
EN4 Indirekter Primärenergieverbrauch 178
EN51)
EN61)
Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen
Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien
177f
178
EN71) Initiativen zur Reduktion des indirekten Energieverbrauchs 178
EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen 178f
EN91)
EN101)
Von der Wasserentnahme betroffene Wasserquellen
Rückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser
179, 180
179
EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten 179f
EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität 180f
EN131) Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume 180f
EN14
EN151)
Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität
Bedrohte Arten in Gebieten der Geschäftstätigkeit
180f
181
EN16 Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen 181f, 183
EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen 182
EN18
EN19
Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und Ergebnisse
Emissionen von Ozon abbauenden Stoffen
182f n. r.
EN20 NOX, SOX und andere wesentliche Luftemissionen 183
EN21 Gesamte Abwassereinleitungen 183f
EN22 Abfall nach Art und Entsorgungsmethode 184
EN23
EN241)
Umweltrelevante Zwischenfälle
Gewicht des als gefährlich eingestuften Abfalls
184
184
EN251) Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer 184
EN26 Initiativen zur Verringerung von Umweltauswirkungen der Produkte und Dienstleistungen 184
Beschreibung Quelle Status
EN27 Zurückgenommenes Verpackungsmaterial aufgrund des Unternehmensgegenstands n. r.
EN28 Geldbußen, Sanktionen aufgrund von Übertretungen im Umweltbereich 184
EN291) Wesentliche Umweltauswirkungen durch den Transport siehe EN16 und EN17
EN301) Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen 185
Sector Supplements – Ökologie
EU13 Biodiversität von Ersatzflächen 185
Soziale Leistungsindikatoren
Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung 40ff
LA1 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Beschäftigungsverhältnis und Region 41, 42f
LA2 Mitarbeiterfluktuation 41, 42
LA31)
LA15
Leistungen nur für Vollzeitbeschäftigte
Wiedereinstieg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Berufsleben nach einer Karenz
45f
45
LA4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kollektivvereinbarungen 43
LA5 Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen 41f
LA61) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Arbeitsschutzausschüssen 43
LA7
LA8
Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und Todesfälle
Gesundheitsvorsorge, Schulungen zu ernsthaften Krankheiten
49
48ff
LA91) Arbeitsschutzvereinbarungen mit Gewerkschaften 48ff
LA10 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter/in 46ff
LA111) Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen 46f
LA121)
LA13
Leistungsbeurteilung und Entwicklungspläne von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leitender Organe
48
41, 42f
LA14 Lohnunterschiede nach Geschlecht 43
Sector Supplements – Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
EU14
EU15
Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern
Pensionierungen in den nächsten fünf und zehn Jahren
45, 47
44
EU16 Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen 48ff
EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung 49f
EU18 Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben 49f
Menschenrechte 186
HR1 Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln 186
HR2 Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte 186f
HR3 Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten 187
HR4
HR5
Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen
Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
187
187
HR6 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Kinderarbeit 187
HR7 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit 188
HR81) Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte 188
HR91) Verletzung von Rechten der Ureinwohner 188
HR10
HR11
Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen
Anzahl der Beschwerden hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte
188
188
Gesellschaft 188
SO1
SO9
Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft
Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativen Einfluss auf die lokale Gemeinschaft
188
188f
SO10 Präventions- und Minderungsmaßnahmen für Geschäftstätigkeiten mit signifikantem
potenziellen oder aktuellem negativen Einfluss auf die lokale Gemeinschaft 189
SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken 189
SO3
SO4
Mitarbeiterschulungen zur Vermeidung von Korruption
Antikorruptionsmaßnahmen
189f
190
SO5 Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying 190
SO61) Zuwendungen an Politik 190
SO71) Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens 190
SO8 Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen 190
Sector Supplements – Gesellschaft
EU19 Partizipative Entscheidungsfindungsprozesse mit Stakeholdern 190f
EU20 Unfreiwillige Umsiedlungen 191
EU21
EU22
Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne
Umsiedlungen
191
191
Produktverantwortung 191
PR1
PR21)
Gesundheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus
Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften
193
193
PR3 Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen 64, 192
PR41) Verstöße gegen Informationspflichten 193
PR51) Kundenzufriedenheit 193f
PR6
PR71)
Gesetzeskonformität im Bereich Werbung
Verstöße im Bereich Werbung
194
194
PR81) Berechtigte Datenschutzbeschwerden 194
PR9 Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen 194
EU23 Sector Supplements – Produktverantwortung
Programme, um den Zugang zu Elektrizität und Kundenservices zu verbessern
32f, 174ff, 193f
EU24 Sichere Nutzung von Energie und Kundenservice ohne Barrieren 32f, 193f
EU25 Verletzungen und Todesfälle, die mit Anlagen des Unternehmens verbunden sind 194
EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung 194
EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen 194
EU28
EU29
Häufigkeit von Stromausfällen
Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls
195
195
EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke 195

vollständig berichtet

teilweise berichtet

nicht berichtet n. r. nicht relevant

Der Nachhaltigkeitsteil des EVN Ganzheitsberichts orientiert sich an den Anforderungen des Application Level A+ der GRI-Richtlinie, Version 3.1, und wendet die Branchenindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) an. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) überprüft und offiziell bestätigt.

1) Zusätzlicher Leistungsindikator Auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > Service finden Sie den GRI Content Index wie hier abgebildet. Die EVN erweitert die Berichterstattung ständig und bemüht sich, alle Indikatoren vollständig zu berichten.

Kontakt

Ansprechpartner Investor Relations

Dr. Klára Székffy, Telefon +43 2236 200-12745 Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473 Mag. (FH) Sonja Ponsold, Telefon +43 2236 200-12695 E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Fragen zu Corporate Social Responsibility (CSR)

Mitglieder des CSR-Beratungsteams

CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] CSR-Organisation, Personalwesen: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected] Generalsekretariat und Corporate Affairs: MMag. Ute Teufelberger, Telefon +43 2236 200-12777, [email protected] Information und Kommunikation: Mag. Jochen Kugler, Telefon +43 2236 200-12139, [email protected] Investor Relations: Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, MSc, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected]

Service-Telefon für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200

Informationen im Internet Online Report
www.evn.at EVN Online-Ganzheitsbericht 2011/12
www.investor.evn.at www.investor.evn.at/gb/gb2012
www.verantwortung.evn.at
Finanzkalender 2012/131)
17.01.2013 Ergebnis 1. Halbjahr 2012/13 28.05.2013
22.01.2013 Ergebnis 1.– 3. Quartal 2012/13 29.08.2013
25.01.2013 Jahresergebnis 2012/13 12.12.2013
28.02.2013

1) Vorläufig

Basisinformationen1)
Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 nennwertlose Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsennotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR program (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Nachhaltigkeitsindizes VÖNIX, FTSE4Good, Ethibel, ECPI
Ratings A3, stabil (Moody's); BBB+, stabil (Standard & Poor's)

1) Per 30. September 2012