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EVN AG Annual Report 2011

Dec 15, 2011

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Annual Report

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EVN Ganzheitsbericht 2010/11

Konzernlagebericht und Konzernabschluss Corporate-Governance-Bericht Corporate Social Responsibility

EVN. Verantwortung mit Weitblick.

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, ökonomische, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. Dieser Ausgleich spiegelt sich auch im vorliegenden Bericht wider, der die Angaben zur nachhaltigen Unternehmensführung entlang der GRI-Indikatoren gleichrangig mit der Finanzberichterstattung und dem Corporate-Governance-Bericht behandelt. Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden wo möglich geschlechtsunspezifische Termini verwendet: Die Bezeichungen Kunde, Vorgesetzter usw. beziehen jeweils die weibliche Form mit ein.

Kennzahlen

Veränderung
2010/11 2009/10 in % 2008/09 2007/08 2006/07
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 3.332 3.653 –8,8 3.477 4.022 3.451
Stromverkauf an Endkunden GWh 20.403 20.101 1,5 19.541 19.372 18.043
Gasverkauf an Endkunden GWh 6.475 6.738 –3,9 6.102 6.759 5.603
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.911 1.821 4,9 1.576 1.362 911
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.729,2 2.752,1 –0,8 2.727,0 2.397,0 2.233,1
EBITDA Mio. EUR 471,4 416,6 13,2 373,4 362,3 350,7
EBITDA-Marge1) % 17,3 15,1 2,1 13,7 15,1 15,7
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 218,7 187,3 16,8 175,2 166,6 197,3
EBIT-Marge1) % 8,0 6,8 1,2 6,4 7,0 8,8
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 260,5 270,9 –3,8 226,0 235,5 287,4
Konzernergebnis Mio. EUR 189,7 207,0 –8,4 177,9 186,9 227,0
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.870,4 6.731,2 2,1 6.695,4 6.636,3 6.261,9
Eigenkapital Mio. EUR 3.176,0 3.025,3 5,0 3.127,2 3.208,5 3.014,7
Eigenkapitalquote1) % 46,2 44,9 1,3 46,7 48,3 48,1
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.579,2 1.458,2 8,3 1.378,2 1.131,3 825,3
Gearing1) % 49,7 48,2 1,5 44,1 35,3 27,4
Return on Equity (ROE)1) % 7,5 7,4 0,1 6,3 7,4 9,0
Return on Capital Employed (ROCE)1) % 5,7 5,6 0,1 5,4 6,3 7,1
Konzern-Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 522,0 499,3 4,6 335,3 382,6 342,8
Investitionen2) Mio. EUR 415,7 394,0 5,5 415,7 415,6 277,7
Net Debt Coverage (FFO)1) % 38,2 39,0 –0,8 30,6 41,3 50,7
Interest Cover (FFO) x 7,6 8,2 –6,9 4,9 5,5 5,5
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Mitarbeitende Ø 8.250 8.536 –3,4 8.937 9.342 9.535
davon Österreich Ø 2.578 2.546 1,2 2.563 2.468 2.365
davon Ausland Ø 5.672 5.990 –5,3 6.374 6.874 7.170
Wertschaffung
Operatives Ergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 328,6 254,5 29,1 234,9 280,9 275,2
Capital Employed3) Mio. EUR 4.393,8 3.952,4 11,2 3.493,8 3.219,7 3.041,2
Operativer ROCE1) % 7,5 6,4 1,0 6,7 8,7 9,0
Weighted Average Cost of Capital (WACC)1) % 6,5 6,5 6,5 6,5 6,5
Economic Value Added (EVA®)4) Mio. EUR 43,0 –2,4 7,8 71,7 77,5
Aktie
Ergebnis5) EUR 1,07 1,27 –16,1 1,09 1,14 1,39
Dividende5) EUR 0,416) 0,40 2,5 0,37 0,37 0,38
Ausschüttungsquote1) % 38,5 34,7 3,8 33,9 32,4 27,0
Dividendenrendite1) % 3,8 3,5 0,3 2,7 2,5 1,7
Performance der Aktie
Kurs per Ultimo5) EUR 10,82 11,45 –5,5 13,68 14,99 22,63
Höchstkurs5) EUR 13,76 13,75 0,1 16,00 23,38 23,87
Tiefstkurs5) EUR 9,92 10,61 –6,5 10,11 14,39 20,38
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 1.945,0 1.872,0 3,9 2.237,0 2.451,3 3.699,8
Credit Rating
Moody's A3, stable A3, stable – A2, negative A1, stable A1, stable
Standard & Poor's A–, negative A–, negative – A–, negative A, negative A, stable

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

4) Definition laut Stern Stewart & Co.

5) Infolge des Aktiensplits per 17.04.2008 im Verhältnis 1:4 wurde der Wert für das Geschäftsjahr 2006/07 angepasst.

6) Vorschlag an die Hauptversammlung

Umsatz nach Regionen in Mio. EUR

Eigenkapital, Nettoverschuldung in Mio. EUR, Gearing in %

Operativer ROCE und WACC in %

EBIT nach Regionen in Mio. EUR

Ergebnis, Dividende je Aktie1) in EUR, Ausschüttungsquote in %

Cash Flow und Investitionen in Mio. EUR

1) Infolge des Aktiensplits per 17.04.2008 im Verhältnis 1:4 wurde der Wert für das Geschäftsjahr 2006/07 angepasst. Leistungsindikator 2) Vorschlag an die Hauptversammlung

Inhalt

Vorwort des Vorstands 2
Geschäftsüberblick 5 Unternehmensprofil
5 Unternehmensstrategie
6 Strategische Ausrichtung
6 Aktionärsstruktur
7 EVN Aktie
8 Erfolgs- und Einflussfaktoren
9 Strategische Projekte im Überblick
9 Finanzierungsstrategie
10 EVN Anleihen
11 EVN auf einen Blick
Corporate-Governance-Bericht 12 Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
12 Organe der Gesellschaft
17 Vergütungsbericht
20 Interne Revision und Risikomanagement der EVN
Bericht des Aufsichtsrats 21
Konzernlagebericht 23 Rechtliches Umfeld
27 Wirtschaftliches Umfeld
28 Energiewirtschaftliches Umfeld
30 Geschäftsentwicklung
38 Mitarbeitende
38 Umwelt und Nachhaltigkeit
39 Forschung und Entwicklung
39 Risikomanagement
44 Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)
45 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011/12
Segmentberichterstattung 47 Überblick
48 Erzeugung
50 Netzinfrastruktur Inland
52 Energiehandel und -vertrieb
53 Energieversorgung Südosteuropa
55 Umwelt
57 Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzernabschluss 2010/11 59
Wesentliche Beteiligungen der EVN AG 117
Corporate Social Responsibility 120
125 Governance, Verpflichtungen und Engagement
131 Ökonomische Verantwortung
137 Ökologische Verantwortung
146 Soziale Verantwortung
164 CSR-Maßnahmenprogramm
170 Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
171 Bestätigung des Wirtschaftsprüfers
172 Bestätigungsvermerk des Umweltgutachters
173 Zum Bericht
Glossar 174
GRI G3.1 Content Index Umschlag
Impressum Umschlag

Die EVN ist immer für Sie da. Jetzt und in Zukunft.

Die EVN versorgt 3,7 Millionen Menschen sicher und zuverlässig mit Energie. Und mehr als 14 Millionen Menschen mit Umweltdienstleistungen. Dabei stehen Versorgungssicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen im Vordergrund. Deshalb haben Nachhaltigkeitsaspekte bei der Ausrichtung der EVN Unternehmensstrategie einen hohen Stellenwert.

Einblick

Die EVN setzt auf die Kraft von Wasser, Wind und Sonne.

Die EVN wird bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energie von aktuell 35 % auf 50 % steigern. Des halb investieren wir in Wind-, Wasserkraft und Photovoltaik. In Niederösterreich, aber auch in ausgewählten Auslands märkten wie Bulgarien, Deutschland und Albanien. So schafft die EVN den Spagat aus ökologischer Verantwortung und Versorgungssicherheit.

© Daniel Gebhart de Koekkoek

Einblick

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die nachhaltigen Veränderungen in der europäischen Energiepolitik und -wirtschaft stellen auch die EVN in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Die verheerende Katastrophe in Japan hat mehrere europäische Länder, darunter Deutschland, Belgien und die Schweiz, zum Ausstieg aus der Atomkraftnutzung veranlasst. Die Energieerzeugung aus erneuerbarer Energie wird während der nächsten Jahre noch mehr an Bedeutung gewinnen und die diesbezüglichen Kapazitäten im Rekordtempo expandieren lassen. Dieser Wandel in der Energiepolitik bestätigt die strategische Ausrichtung der EVN, die wir bereits seit Jahren verfolgen. Die EVN setzt bei ihrer Stromaufbringung auf einen flexiblen Erzeugungsmix aus Wasser- und Wärmekraft sowie sonstiger erneuerbarer Energie und stellt dabei Aspekte der Nachhaltigkeit und der Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt aller strategischen Entscheidungen. An dieser Strategie werden wir weiterhin festhalten.

Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2010/11 wurde durch Einmaleffekte geprägt. Die nachhaltigen strukturellen Änderungen der europäischen Energielandschaft haben Auswirkungen auf die Werthaltigkeit unserer Erzeugungskapazitäten im Kraftwerksbereich. Unter Berücksichtigung hoher Gasbezugskosten aus Langfristverträgen und dem Wegfall der CO2 - Gratiszertifikate ab dem Jahr 2013 wurden aus den Werthaltigkeitprüfungen bei den EVN Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg Wertminderungen von 38,4 Mio. Euro durchgeführt. Die Wasserkraftwerke gewinnen hingegen als Erzeugungsquellen für Strom an Attraktivität. Beim Wasserkraftwerk Freudenau resultierte aus der Werthaltigkeitsprüfung eine Zuschreibung zu den gehaltenen Bezugsrechten in Höhe von 31,2 Mio. Euro. Darüber hinaus wurden bereits im ersten Halbjahr 2010/11 aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen im Wärmebereich durch den Regulator in Bulgarien der Firmenwert der TEZ Plovdiv in Höhe von 9,2 Mio. Euro sowie Sachanlagen der Wärmeversorgung Plovdiv in Höhe von 1,9 Mio. Euro außerordentlich abgeschrieben. Zusätzlich wurde der Kraftwerkstandort in Plovdiv um 6,6 Mio. Euro abgewertet, da aufgrund der Verzögerung der Marktliberalisierung am Strommarkt nicht mit der ursprünglich geplanten Errichtung eines Gaskraftwerks begonnen wird. Per Saldo belasteten die Werthaltigkeitsprüfungen das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010/11 mit insgesamt 29,1 Mio. Euro. In der Vergleichsperiode war eine Wertminderung beim Windpark in Kavarna von 10,7 Mio. enthalten. Des Weiteren wurde das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010/11 durch die Verwendung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen aus drohenden Verlusten positiv beeinflusst.

In Summe führten diese Entwicklungen und eine Verbesserung der Ergebnisse im Umweltgeschäft, trotz eines um 0,8 % geringeren Umsatzes in Höhe von 2.729,2 Mio. Euro, zu einem um 16,8 % höheren operativen Ergebnis in Höhe von 218,7 Mio. Euro.

Beim Finanzergebnis musste im Wesentlichen aufgrund geringerer Beteiligungsergebnisse und eines höheren Zinsaufwands ein Rückgang um 50,0 % auf 41,8 Mio. Euro verzeichnet werden. Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen stieg um 1,3 Mio. Euro auf 62,9 Mio. Euro an, wobei höheren Ergebnisbeiträgen von RAG und BEWAG eine Wertminderung im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien in Höhe von 23,1 Mio. Euro gegenüberstand.

Das Konzernergebnis lag mit 189,7 Mio. Euro um 8,4 % unter dem hohen Niveau des Vorjahres. In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investierte die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 415,7 Mio. Euro, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen Erzeugung und Netze lagen.

Angesichts des herausfordernden Umfelds und der beschriebenen Effekte können wir den Abschluss des Geschäftsjahres 2010/11 als positiv beurteilen. Wir sehen darin auch eine Bestätigung unserer Strategie, in deren Fokus eine verstärkte Konsolidierung in den bestehenden Kernmärkten und auf dem Heimmarkt sowie die Realisierung der bereits initiierten Investitionsprojekte stehen. Diese solide Ausrichtung ermöglicht es uns, Ihnen bei der 83. ordentlichen Hauptversammlung am 19. Jänner 2012 eine leicht höhere Dividende von 0,41 Euro je Aktie vorzuschlagen, womit sich die Ausschüttungsquote auf 38,5 % erhöhen wird. Wir wollen damit eine kontinuierliche Dividendenpolitik, aber auch die Finanzierung der bereits initiierten Investitionsprojekte der EVN sicherstellen.

Einen Eckpfeiler der mittel- bzw. langfristigen Unternehmensstrategie bildet unser Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energie am Erzeugungsmix auf 50 % zu steigern. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden wichtige Schritte zur Erreichung dieses Ziels gesetzt. Im Juli 2011 konnten wir einen 13,0 %igen Anteil an den 13 Innkraftwerken der VERBUND-Innkraftwerke GmbH erwerben und damit den Anteil der Wasserkraft ausbauen. Ein weiteres Beispiel liefert das Kleinwasserkraftwerk Schütt, das im Juli 2011 nach einer umfangreichen Revitalisierung eröffnet wurde und seither die Stromversorgung von 10.000 Haushalten sicherstellt. Seit Juli 2011 speist der Windpark Markgrafneusiedl mit einer Gesamtkapazität von 18 MW Strom für rund 12.000 Haushalte ins Netz ein. In Tattendorf wird im November 2011 ein Windpark mit acht Windrädern mit einer Gesamtkapazität von 16 MW fertiggestellt. In diese beiden Projekte werden in Summe 57,0 Mio. Euro investiert. Die EVN verfügt mit ihren nunmehr neun Windparks über eine Gesamtkapazität von 138 MW, versorgt damit bis zu 80.000 Haushalte und zählt so zu den größten Windkraft-Stromerzeugern in Österreich.

Gleich mehrere Schritte zum Ausbau der erneuerbaren Energie konnten wir im Berichtsjahr auch in Bulgarien setzen. Im Juli 2011 wurde die größte Photovoltaikanlage der EVN in Trastikovo in Betrieb genommen. Im selben Monat haben wir einen 70 %igen Anteil an der Projektgesellschaft "Gorna Arda" erworben, über die gemeinsam mit dem staatlichen Stromproduzenten NEK ein Wasserkraftwerksprojekt verfolgt wird. Eine hochmoderne Cogeneration-Anlage in Plovdiv wurde Anfang September nach einjähriger Bauzeit fertiggestellt und befindet sich in Probebetrieb. Die Anlage verfügt über 50 MW Stromleistung und 54 MW Wärmeleistung; das Investitionsvolumen belief sich auf rund 50 Mio. Euro.

Über Verzögerungen ist hingegen bei der Realisierung des Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum, Deutschland, zu berichten. Aufgrund neuerlich aufgetretener Schäden am Kraftwerksdampferzeuger wird nunmehr ein Materialtausch als technisch sinnvollste Lösung angesehen, weshalb die kommerzielle Inbetriebnahme erst im Sommer 2013 erwartet werden kann.

Im Rahmen der zwischen der mazedonischen Regierung und der EVN im Jahr 2010 abgestimmten Road Map konnte im Berichtsjahr ein seit 2008 anhängiges Gerichtsverfahren zwischen der staatlichen ELEM und der EVN Macedonia AD durch einen Vergleich beendet werden. Zudem hat das mazedonische Parlament im Februar 2011 ein neues Energiegesetz verabschiedet, das die Etablierung eines liberalisierten Strommarkts unterstützen wird. Parallel dazu haben sich in Südosteuropa die regulatorischen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr 2011 leicht verbessert. Nach einer positiven Tarifänderung für Strom in Mazedonien per 1. März 2011 hat der Regulator in Bulgarien per 1. April 2011 eine Preiserhöhung für Gas und Wärme sowie per 1. Juli 2011 eine leichte Anhebung der Endkundenpreise für Strom genehmigt.

In Niederösterreich wurde im Berichtsjahr die 120 km lange Erdgastransportleitung "Südschiene" in Betrieb genommen, wofür in Summe 114,0 Mio. Euro investiert wurden. Die Bauarbeiten zur Errichtung der 150 km langen "Westschiene" wurden gestartet. Eine Gesamtinvestition von rund 150,0 Mio. Euro wurde für dieses Projekt veranschlagt. In den Vorjahren wurde der EVN Gasversorgungsaufträge für drei Gespanschaften an der dalmatinischen Küste in Kroatien erteilt. In einem ersten Schritt erfolgte im April 2011 nun der Spatenstich für die Errichtung der 25 km langen Hoch- und Mitteldruckleitungen für die Gasversorgung in Zadar.

Über positive Entwicklungen können wir auch aus dem Segment Umwelt der EVN berichten, das per 30. September 2011 einen Auftragswert von 1,3 Mrd. Euro ausweist. Das Großprojekt zur Errichtung der zweiten Abfallverwertungsanlage in Moskau mit einer Kapazität von 700.000 Tonnen pro Jahr befindet sich in der Genehmigungsphase. Im Juli 2011 wurde eine Biogas-Aufbereitungsanlage am Standort der Kläranlage Wiener Neustadt eröffnet. Mit dem Zuschlag zur Erweiterung und Erneuerung zweier Kläranlagen in Rumänien ist die EVN nun in 20 Ländern Europas aktiv.

Die EVN ist auch für die Herausforderungen der nächsten Jahre gut gerüstet. Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung im Herbst 2010 wurden Finanzmittel in der Höhe von 175,5 Mio. Euro lukriert, die die Bilanzstruktur stärken und für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte verwendet wurden. Mit der erfolgreichen Anleihenemission im Oktober 2011, das Gesamtvolumen belief sich auf 300,0 Mio. Euro, und einer ausgewogenen fristenkongruenten Bilanz- und Finanzierungspolitik, stellen wir in Summe sicher, dass die EVN ihre Investitionsvorhaben plangemäß und ohne Gefährdung der stabilen Liquiditätssituation realisieren wird.

Trotz des schwierigen Marktumfelds haben die Rating-Agenturen (Standard & Poor's und Moody's) das EVN "A" Rating im Berichtsjahr bestätigt: Positiv bewertet wurden die Verbesserung der operativen und finanziellen Performance, die positive Cash-Flow-Entwicklung und die starke Liquidität. Die Fokussierung auf das Kerngeschäft und stabile Ergebnisbeiträge aus dem Heimmarkt werden neben dem ausgezeichneten Rating des Mehrheitseigentümers Land Niederösterreich ebenfalls als sehr positiv hervorgehoben.

Im Geschäftsjahr 2011/12 rechnen wir mit keiner nachhaltigen Verbesserung des Markt- und Branchenumfelds; insbesondere die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden herausfordernd bleiben. Wir sind dennoch zuversichtlich, dass wir Ihnen in einem Jahr über eine weitere stabile Entwicklung der EVN berichten können. Wir bedanken uns für das Vertrauen, das Sie uns als Aktionärinnen und Aktionäre der EVN entgegenbringen, und laden Sie ein, die EVN auch auf ihrem zukünftigen, nachhaltigen Kurs zu begleiten. Unser Dank gilt auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in einem herausfordernden Jahr eine ausgezeichnete Leistung erbracht haben.

Sprecher des Vorstands seit 20. Jänner 2011 Vorstandsmitglied seit 20. Jänner 2011 Vorstandsmitglied seit Juli 1995 Vorstandsmitglied seit Oktober 1999

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Detaillierte Informationen zu den Vorstandsmitgliedern und ihrer Ressortverantwortung finden sich im Corporate-Governance-Bericht ab Seite 13.

Unternehmensprofil

Die EVN1) ist ein führendes, internationales, börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland. Die EVN bietet hier auf Basis modernster Infrastruktur Strom, Gas, Wärme, Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung und damit verbundene Dienstleistungen "aus einer Hand" und versorgt über eine Million Kunden. Ausgehend vom Heimmarkt Niederösterreich verfolgte die EVN während der letzten Jahre einen dynamischen, aber stets bedachten Expansionskurs. Bereits Anfang 2005 erfolgte der Markteintritt im Bereich Energie in Bulgarien, wo heute 1,7 Millionen Kunden mit Strom und 33.600 Kunden mit Wärme versorgt werden. Im April 2006 gelang der Markteintritt in Mazedonien, wo 0,8 Millionen Kunden mit Strom beliefert werden. In der Energiewirtschaft konnte sich die EVN zusätzlich erfolgreich in Albanien, Deutschland und Kroatien positionieren. In der Energieversorgung sichert und verbessert die EVN somit die Lebensqualität von über 3,7 Millionen Kunden.

Mit der Übernahme einer deutschen Umweltdienstleistungsgruppe im Jahr 2003 erweiterte sich das Produktportfolio und der geografische Aktionsradius der EVN beachtlich. Mit dem Segment Umwelt konnte sukzessive ein zweites strategisches Standbein aufgebaut werden. Auf Basis von über 90 Umweltprojekten verfügt die EVN über umfassende Expertise in der Planung und Errichtung von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen, Entsalzungs- und thermischen Abfallverwertungsanlagen. Durch die erfolgreichen Projekte, die in den letzten 20 Jahren in Mittel-, Ost- und Südosteuropa errichtet wurden, versorgt die EVN etwa 14 Millionen Kunden.

In den Bereichen Energie und Umwelt ist die EVN insgesamt in 20 Ländern tätig. In der Berichtsperiode wurden 39,8 % der Umsatzerlöse außerhalb Österreichs, in den Märkten Mittel-, Ost- und Südosteuropa erzielt (Vorjahr: 38,2 %).

1) In weiterer Folge ist mit EVN stets der EVN Konzern inklusive Tochtergesellschaften gemeint.

Unternehmensstrategie

Als zentrales Unternehmensziel strebt die EVN eine kontinuierliche und vor allem nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes an. Die dabei verfolgte Strategie ist geprägt von der Überzeugung, dass dieses Ziel nur unter der bestmöglichen Wahrung der Ansprüche aller Interessengruppen zu erreichen ist. Die dafür notwendige Balance aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozial-gesellschaftlichen Aspekten und Herausforderungen sucht die EVN in einem fundierten und regelmäßigen Dialog mit ihren Stakeholdern.

Details dazu siehe CSR-Teil – Governance, Verpflichtungen und Engagement ab Seite 125.

wichtig sehr wichtig für EVN

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes bilden Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Einen Überblick der wichtigsten strategischen Handlungsfelder liefert die EVN Wesentlichkeitsmatrix, die jene Themen und Bereiche abbildet, die die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für die EVN bergen. Sie wurde unter Einbeziehung interner und externer Stakeholder erstellt und wird laufend aktualisiert, womit die Berücksichtigung von Trends und für die Anspruchsgruppen relevanten Themen sichergestellt wird. Für jedes der Handlungsfelder werden unter Einbindung aller Unternehmenseinheiten Maßnahmen und Ziele zur kontinuierlichen Weiterentwicklung definiert. Das daraus resultierende CSR-Maßnahmenprogramm wird vom Vorstand beschlossen und jährlich fortgeschrieben.

Das aktuelle Programm findet sich im CSR-Teil ab Seite 164 sowie auf der Webseite der EVN unter www.evn.at/Verantwortung/CSR-Management/Massnahmenprogramm.aspx.

Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten die zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter. Durch die Realisierung von Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern der EVN im In- und Ausland steht bei allen Geschäftsaktivitäten die nachhaltige Wertschaffung und -steigerung im Interesse von Kunden, Eigentümern und Mitarbeitenden im Vordergrund.

Die wichtigsten Kennzahlen zur Erfolgsmessung des operativen Geschäfts bilden der erwirtschaftete Wertbeitrag (Economic Value Added – EVA®) und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (OpROCE) sowie zur Steuerung der finanziellen Stabilität der operative Cash Flow.

Eine detaillierte Analyse dieser Kennzahlen erfolgt im Lagebericht auf Seite 33 sowie ab Seite 35.

Strategische Ausrichtung

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Das Energiegeschäft beinhaltet aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Kroatien. Funktional betrachtet wird bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, dem Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio aus Strom, Gas und Wärme wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft bildet die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in 16 Ländern ab.

Eine Auflistung aller Beteiligung- und Tochtergesellschaften der EVN findet sich ab Seite 112.

Die Geschäftstätigkeiten der EVN gliedern sich in sechs einzelne Segmente – Erzeugung, Netzinfrastruktur Inland, Energiehandel und -vertrieb, Energieversorgung Südosteuropa, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.

Details zur Segmentberichterstattung finden sich ab Seite 47.

Mit der Kapitalerhöhung im Oktober/November 2010 in Höhe von 10,0 % des Grundkapitals veränderte sich die Aktionärsstruktur der EVN AG: Aufgrund verfassungsrechtlicher Bestimmungen werden unverändert 51,0 % der Aktien von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten. Zweitgrößter Aktionär ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, deren Anteil sich von 35,7 % auf 32,5 % verwässerte. Daraus resultiert in Summe ein Anstieg des Streubesitzes von 13,3 % auf 16,5 %.

EVN Aktie

Die internationalen Aktienmärkte waren in der Berichtsperiode, 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011, nach wie vor von hohen Volatilitäten und zuletzt auch von großen Kursverlusten geprägt. Während in den ersten zwei Quartalen des Geschäftsjahres 2010/11 die Märkte stark von der robusten Konjunktur profitierten, kam es im dritten und vierten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 infolge der Nuklearkatastrophe in Japan und der Unsicherheiten durch die Staatsschuldenkrise in Europa zu markanten Kursverlusten. Der deutsche Aktienindex DAX verlor in der Berichtsperiode 11,7 %, der Wiener Leitindex ATX 23,4 % und der für die EVN AG relevante Branchenindex Dow Jones Euro Stoxx Utilities 19,2 % an Wert. Die EVN Aktie konnte sich den negativen Entwicklungen der internationalen Aktienmärkte nicht entziehen. Sie verzeichnete

Aktionärsstruktur

Per 30. September 2010:

NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH 51,0 %
Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 35,7 %
Streubesitz 13,3 %

Per 15. November 2010:

NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH 51,0 % Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 32,5 % Streubesitz 16,5 %

einen Verlust von 5,5 % und fiel damit im Vergleich zu den relevanten Indizes moderater aus. Die EVN Aktie schließt per 30. September 2011 mit einem Kurs von 10,82 Euro, was einer Marktkapitalisierung von 1,95 Mrd. Euro entspricht.

Die Aktien der EVN AG notieren seit November 1989 an der Wiener Börse und konnten sich seither gut behaupten. Seit der Erstnotierung errechnet sich der Total Shareholder Return (inklusive der jährlichen Dividende) 8,4 % pro Jahr.

Die EVN strebt bei ihrer Mittelverwendungsstrategie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den bereits initiierten Investitionsprojekten und einer attraktiven Aktionärsvergütung an. Die Ausschüttungsquote lag während der letzten Jahre in einer Bandbreite von 27,0 % bis 35,0 % des Konzernergebnisses. Für das Geschäftsjahr 2010/11 wird der Vorstand der Hauptversammlung am 19. Jänner 2012 eine Dividende von 0,41 Euro je Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 38,5 %.

Kursentwicklung EVN Aktie im relativen Vergleich

Die EVN Aktie 2010/11 2009/10 2008/09
Kurs per Ultimo September EUR 10,82 11,45 13,68
Höchstkurs EUR 13,76 13,75 16,00
Tiefstkurs EUR 9,92 10,61 10,11
Aktienumsatz1) Mio. EUR 358 197 209
Durchschnittlicher Tagesumsatz1) Stück 122.528 63.724 69.031
Anteil am Gesamtumsatz1) % 1,08 0,52 0,49
Börsekapitalisierung per Ultimo September Mio. EUR 1.945 1.872 2.237
Ergebnis je Aktie3) EUR 1,07 1,27 1,09
Dividende je Aktie3) EUR 0,412) 0,40 0,37
Cash Flow je Aktie3) 4) EUR 2,68 2,87 2,73
Buchwert je Aktie3) EUR 17,84 18,56 19,18
Kurs-Gewinn-Verhältnis X 10,2 9,0 12,5
Kurs-Cash-Flow-Verhältnis4) X 4,0 4,0 5,0
Kurs-Buchwert-Verhältnis X 0,7 0,7 0,8
Dividendenrendite % 3,8 3,5 2,7
Kursveränderung % –5,5 –16,3 –8,7
Total Shareholder Return % –1,7 –12,8 –6,0
Ausschüttungsquote % 38,5 34,7 33,9
ATX Gewichtung % 1,27 1,05 1,50
WBI (Wiener Börse Index) Gewichtung % 2,91 2,36 2,79
ATX Entwicklung % –23,4 –1,4 –4,7
Dow Jones Euro Stoxx Utilities Entwicklung % –19,2 –16,9 –14,4

1) Wiener Börse, Einmalzählung

2) Vorschlag an die Hauptversammlung 3) Im Handel befindliche Aktien per 30. September

4) Cash Flow aus dem Ergebnis

Erfolgs- und Einflussfaktoren

Die Ergebnisentwicklung des Energiegeschäfts der EVN wird von externen Einflussfaktoren bestimmt, denen die Unternehmensführung nur bedingt entgegensteuern kann. Die Höhe der Absatzmengen von Strom, Gas und Wärme hängen von der Witterung, dem wirtschaftlichen Umfeld, aber auch von einer erfolgreichen Positionierung im Wettbewerb ab. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erfolgt die Beschaffung von Primärenergieträgern auf Basis langfristiger Bezugsverträge oder im Vorhinein auf Termin. Die Preisentwicklung dieser Terminmärkte im Vergleich zum Verlauf der Marktpreise nimmt daher wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN. Dabei ist es erfolgsbestimmend, auf der Beschaffungsseite zukünftige Preisentwicklungen richtig einschätzen zu können und auf der Absatzseite ein wettbewerbsfähiges Preisniveau zu erzielen. Bei der Ausrichtung der eigenen Erzeugungsanlagen ist auf ein ausgewogenes Verhältnis unterschiedlicher Technologien und Energieressourcen zu achten, um flexibel auf die genannten Marktmechanismen reagieren zu können.

Details dazu finden sich im Lagebericht ab Seite 28.

Im Segment Umwelt bilden neben den laufenden Bemühungen zu Akquisitionen neuer Projekte in den Kompetenzfeldern der EVN die Risikominimierung in der Projektausführung und der wirtschaftliche Betrieb der Anlagen die zentralen Erfolgsfaktoren. Die EVN verantwortet bei zahlreichen Umweltprojekten auch die langfristige Betriebsführung. Das Segment Umwelt dient auch der operativen Diversifikation des Unternehmens.

Einen wesentlichen Beitrag zum Finanzergebnis der EVN liefern die im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges erfassten Unternehmensanteile:

  • 12,63 % an der VERBUND AG: mit 8,6 GW installierter Leistung größter Stromproduzent Österreichs
  • 50,03 % an RAG: Österreichs zweitgrößtes Öl- und Gasförderunternehmen mit einer durchschnittlichen Ölproduktion von etwa 100.000–120.000 Tonnen Öl und einer durchschnittlichen Gasproduktion von etwa 500 Mio. m3 sowie Gasspeicherkapazitäten von knapp 5 Mrd. m3

Geschäftsüberblick

– 73,6 % an der Burgenland Holding AG (damit mittelbar je 49,0 % an BEGAS und BEWAG), mit 242 MW installierter Leistung Österreichs größter Produzent im Bereich Windenergie

Dank der damit verbundenen vertikalen Integration profitiert die EVN von einer teilweisen – wenn auch indirekten – Absicherung gegen steigende Energiekosten.

Details zu deren Beitrag zum Finanzergebnis der EVN finden sich unter Anhangsangabe 54. Finanzergebnis auf Seite 99.

Strategische Projekte im Überblick

Die Unternehmensstrategie der EVN wird sich in den nächsten Jahren auf die verstärkte Konsolidierung in den bestehenden Kernmärkten und auf dem Heimmarkt sowie die Realisierung der bereits initiierten Investitionsprojekte konzentrieren. Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung in den nächsten Jahren ist eine noch stärkere Entwicklung in Richtung erneuerbare Energie. Bis 2020 soll ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung der EVN von aktuell 35 % auf 50 % gesteigert werden.

Mehrere Großprojekte befinden sich derzeit in unterschiedlichen Planungs- bzw. Realisierungsphasen. In Niederösterreich werden beispielsweise 57,0 Mio. Euro in die Errichtung von zwei Windparks investiert, die Strom für rund 22.000 Haushalte liefern und eine CO2 -Einsparung von jährlich 63.000 Tonnen ermöglichen. In Albanien errichtet die EVN aktuell gemeinsam mit der VERBUND AG ein Laufwasserkraftwerk am Fluss Drin in der Region Shkodra, das rund 100.000 Haushalte mit Strom versorgen wird. Ein weiteres dreistufiges Wasserkraftprojekt am Fluss Devoll wird evaluiert. In Bulgarien erfolgen derzeit umfangreiche Vorarbeiten zur Errichtung eines mehrstufigen Speicherkraftwerks am Fluss Arda. Eine hocheffiziente Cogeneration-Anlage in Plovdiv, Bulgarien, konnte im September 2011 bereits fertiggestellt werden und befindet sich in Probebetrieb. Die Anlage wird rund 40.000 Kunden mit Wärme versorgen.

Um Erzeugungsschwankungen aus erneuerbaren Energiequellen bzw. Nachfragespitzen ausgleichen zu können, wird auch weiterhin der Einsatz thermischer Erzeugungsanlagen notwendig sein. Die EVN hat sich deshalb an der Errichtung eines hocheffizienten Steinkohlekraftwerks Duisburg-Walsum, Deutschland, beteiligt, das nach bautechnischen Verzögerungen nun voraussichtlich im Sommer 2013 in Betrieb gehen wird.

In Summe investierte die EVN im Berichtsjahr 415,7 Mio. Euro in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Neben dem Ausbau der Erzeugungskapazitäten stehen Investitionen in die Netzinfrastruktur zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit im Fokus. Zwei Projekte von hoher strategischer Bedeutung sind die Erdgastransportleitungen "Süd- und Westschiene". Für die 120 km lange "Südschiene" wurden bis zur Fertigstellung im Herbst 2011 rund 114,0 Mio. Euro investiert. Die Errichtung der "Westschiene" mit einer Gesamtlänge von 150 km sollte bis Ende 2013 abgeschlossen sein; das Investitionsvolumen wurde mit 150,0 Mio. Euro veranschlagt.

Finanzierungsstrategie

Zwei wesentliche Finanztransaktionen in der Umsetzung der Unternehmensstrategie und der darin enthaltenen Projekte und Investitionen waren im Geschäftsjahr 2010/11 die Kapitalerhöhung der EVN AG und die im Oktober 2011 begebene EUR-Anleihe. Der EVN floss aus der Kapitalerhöhung ein Nettoemissionserlös von 175,5 Mio. Euro zu, der zur Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte verwendet wurde. Im Oktober 2011 emittierte die EVN eine Anleihe in Höhe von 300,0 Mio. Euro. Diese Anleihe hat mit dem Fälligkeitsdatum 13. April 2022 eine Laufzeit von 10,5 Jahren und weist eine Stückelung von 1.000 Euro auf. Der fixe Kupon wurde mit 4,25 % und der Emissionskurs mit 99,235 % festgelegt.

Im Juli 2011 hat die Ratingagentur Standard & Poor's das langfristige Credit Rating der EVN AG von "A–" bestätigt und den Ausblick mit "negativ" belassen. Das langfristige Credit Rating von "A3" und "stabiler" Ausblick wurde von Moody's im Juli 2011 ebenfalls bestätigt. Im Vergleich zu anderen Unternehmen des europäischen Energiesektors verfügt die EVN mit diesen Bewertungen nach wie vor über ein gutes Rating.

EVN Anleihen

Öffentliche Anleihen Privatplatzierungen
EVN Anleihen EUR EUR CHF EUR JP Y EUR EUR JPY
Betrag 300,0 Mio.1) 300,0 Mio. 250,0 Mio. 30,0 Mio. 8,0 Mrd. 28,5 Mio. 150,0 Mio. 12,0 Mrd.
Endfälligkeit 13.04.2022 14.12.2011 20.2.2014 18.3.2019 1.9.2014 11.3.2016 23.6.2017 9.1.2024
Laufzeit (Jahre) 10,5 10 5 10 20 7 8 15
Kupon (% p.a.) 4,250 5,250 3,625 5,250 5,200 5,000 5,250 3,130
ISIN XS0690623771 XS0140090514 CH0049763102 XF000NS4HD4 XS0052014114 XS0417260329 XS0434384334 XS0406428036

1) Die Emission dieser öffentlichen Anleihe erfolgte im Oktober 2011.

Auszeichnungen im Geschäftsjahr 2010/11

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die EVN AG auf nationaler und internationaler Ebene in diversen Kategorien folgende Auszeichnungen bzw. Preise erhalten:

    1. Platz beim Austrian Annual Report Award 2011 (AAA-Trend) in der Kategorie "Nachhaltigkeits berichte"
    1. Platz beim Austrian Annual Report Award 2011 (AAA-Trend) in der Kategorie "Börsenotierte Unternehmen"
  • Auszeichnung mit dem OscART in der Kategorie "Unternehmenssammlungen" an die evn sammlung
    1. Platz beim Wettbewerb "Frauen- und familienfreundlichste Betriebe in Niederösterreich"
    1. Platz beim Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA) 2011 in der Kategorie "Integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht"
  • "Most Trusted Brands" 2011 in der Kategorie Energieunternehmen der elften Studie "Reader's Digest European Trusted Brands 2011"
    1. Platz beim Lundquist CSR Online Awards 2011 Auszeichnungen im Geschäftsjahr 2010/11

Energieverteilung/Netzgeschäft

EVN auf einen Blick

Stromnetze

Energie

Energieerzeugung

Leitungslänge 134.308 km
Österreich 51.908 km
Bulgarien 56.000 km
Mazedonien 26.400 km
Kundenanlagen 3.288.000
Absatz 21.150 GWh
Österreich, Deutschland 7.754 GWh
Bulgarien 8.163 GWh
Mazedonien 5.233 GWh
Gasnetze2)
Leitungslänge 13.630 km
Kundenanlagen 290.000
Absatz 16.415 GWh
Sonstige2)
Kabel-TV-Kundenanlagen 118.827
Internet-Kundenanlagen 57.413

Stromerzeugungskapazitäten 1.873 MW Wärmekraft 1.434 MW Wasserkraft1) 278 MW Windkraft 138 MW

Biomasse 10 MW Sonstige Erneuerbare 10 MW

Energieversorgung

Strom
Absatz 20.403 GWh
Gas
Absatz 6.475 GWh
Wärme
Leitungslänge 602 km
Österreich 448 km
Bulgarien 154 km
Kundenanlagen 77.600
Absatz 1.911 GWh
Österreich 1.678 GWh
Bulgarien 233 GWh

Umwelt

Wasserversorgung in Österreich
Kunden 497.400
davon direkt versorgt 72.600
Leitungslänge 2.267 km
Absatz 25,3 Mio. m3
Wasserver- und Abwasserentsorgung in
Mittel-, Ost- und Südosteuropa
93 Trink- und Abwasserprojekte
82 fertiggestellte Projekte
davon
Installierte Trinkwasserkapazität
in Tausend
1.098 EW3)

EVN Anleihen EVN auf einen Blick

Österreich
Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr
Jahreskapazität 500.000 t
International
Anlage in Moskau
Jahreskapazität 360.000 t

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Strategische Beteiligungen
VERBUND AG –
Stromproduktion, -handel und -transport
Burgenland Holding AG (BEWAG/BEGAS) –
Regionale Strom- und Gasversorgung
RAG-Beteiligungs-AG (Rohöl-Aufsuchungs AG) –
Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung

Sonstige Beteiligungen

Utilitas-Gruppe – Technische Dienstleistungen

1) Inkl. Strombezugsrechte aus den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen am Wasserkraftwerk Nußdorf in Wien und an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH

2) In Österreich

3) Einwohnerwert (EW): Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

Corporate-Governance-Bericht

Die EVN ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Die Corporate Governance ergibt sich somit – neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG – aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex (siehe www.corporate-governance.at) sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Allgemeines

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren nach einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Die EVN hat sich mit Wirkung zum 1. Juni 2006 dem Österreichischen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom Jänner 2006 vollinhaltlich unterworfen. Zum 1. Jänner 2008 trat der Kodex in der Fassung vom Juni 2007 für die EVN in Kraft, die Fassung Jänner 2009 ist für die EVN ab 1. Oktober 2009 und die Fassung Jänner 2010 ab 1. März 2010 verbindlich.

Die Standards des Österreichischen Corporate Governance Kodex unterteilen sich in drei Gruppen: Die sogenannten Legal Requirements beruhen durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und sind von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Sie werden von der EVN lückenlos eingehalten. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.investor. evn.at/Corporate_Governance im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln hingegen, die lediglich reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen, die vollständige Beachtung und Einhaltung der L- und C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Aufgrund von Besonderheiten der österreichischen Energiewirtschaft und des Unternehmens werden folgende C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex von der EVN nicht eingehalten:

Regel 16: Da der Vorstand der EVN aus drei Mitgliedern besteht, kann eine Stimmengleichheit bei Beschlussfassungen ausgeschlossen werden; die Ernennung eines Vorsitzenden, dem bei Stimmengleichheit ein Dirimierungsrecht zukäme, ist daher nicht notwendig. Die Aufgaben der Sitzungsleitung und der Repräsentation nach außen sowie gegenüber dem Aufsichtsrat (Regel 37) werden durch den Sprecher des Vorstands wahrgenommen.

Regel 31: Die Offenlegung der Vergütung erfolgt nur für den gesamten Vorstand. Eine Veröffentlichung der Einzelbezüge ohne Kenntnis aller vom Vergütungsausschuss (Personalausschuss) zu berücksichtigenden Umstände würde ein unvollständiges Bild abgeben und zu Fehlinterpretationen führen, weshalb von einer Aufschlüsselung abgesehen wird.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Mit 20. Jänner 2011 kam es zu Veränderungen im Vorstand der EVN AG. Dr. Burkhard Hofer ist zu diesem Stichtag aus dem Vorstand ausgeschieden, Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, wurde neu in den Vorstand bestellt und Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr wurde zum Sprecher des Vorstands ernannt. Im Rahmen der Neubestellung hat der Aufsichtsrat auch Anpassungen in der Geschäftsordnung für den Vorstand vorgenommen. Seit 20. Jänner 2011 ist Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr neben dem Netzbereich in Österreich auch für den Kraftwerksbereich der EVN verantwortlich. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, wurden über den energiewirtschaftlichen Bereich hinaus insbesondere die betriebs- und finanzwirtschaftlichen Agenden übertragen. Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher verantwortet das gesamte Umweltgeschäft der EVN.

Sprecher des Vorstands seit 20. Jänner 2011

Geboren 1953, Doktor der Technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG, Jänner 2011 Ernennung zum Sprecher des Vorstands. Bestellung bis 30. September 2014. Verantwortlich für die Segmente Erzeugung sowie Netzinfrastruktur Inland und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung sowie Beschaffung und Einkauf. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.1)

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Mitglied des Vorstands

Geboren 1949, Diplomstudium aus Vermessungswesen, Raumplanung und Raumordnung. Von 1991 bis 1995 Mitglied des Aufsichtsrats der EVN AG. Juli 1995 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. Juni 2013. Verantwortlich für das Segment Umwelt und die Konzernfunktionen Revision sowie Verwaltung und Bauwesen. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.2)

Vorstandsdirektor Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA

Mitglied des Vorstands seit 20. Jänner 2011

Geboren 1964, Magister der Rechtswissenschaften. 1993 Eintritt in die EVN, Jänner 2011 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 19. Jänner 2016. Verantwortlich für die Segmente Energiehandel und -vertrieb sowie Energieversorgung Südosteuropa und für die Konzernfunktionen Controlling, Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen (inklusive Investor Relations), Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation sowie Personalwesen. Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.3)

Dr. Burkhard Hofer

Sprecher des Vorstands bis 20. Jänner 2011

Geboren 1944, Doktor der Rechtswissenschaften. 1980 Eintritt in die EVN, März 2005 Berufung zum Mitglied und Sprecher des Vorstands der EVN AG, Mai 2008 Ernennung zum Generaldirektor bis 20. Jänner 2011. Verantwortlich für die Segmente Umwelt sowie Energiehandel und -vertrieb, weiters für die Konzernfunktionen Controlling, Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen (inkl. Investor Relations), Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation sowie Personalwesen. Dr. Burkhard Hofer ist am 20. Jänner 2011 aus dem Vorstand der EVN AG ausgeschieden.

Bekenntnis zum Kodex Organe der Gesellschaft

1) VERBUND AG, Mitglied des Aufsichtsrats 2) SERVICE MENSCH GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats

3) EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Bestellung Funktionen in börsenotierten Gesellschaften
und andere wichtige Funktionen
Unabhängigkeit Regel 531) Regel 542)
Kapitalvertreter
Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber
Vorsitzender (1933)
seit 19.1.2005
bis 20.1.2011
Aufsichtsratsfunktionen in mehreren
nicht börsenotierten Gesellschaften
ja ja
Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer
Vorsitzender (1944)
seit 20.1.2011 Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Wien
Aktiengesellschaft
nein ja
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker
1. Vizepräsident (1946)
seit 12.12.1996 Selbstständiger Land- und Forstwirt ja ja
Gerhard Posset
2. Vizepräsident (1949)
seit 12.12.1995
bis 20.1.2011
ja ja
Mag. Willi Stiowicek
2. Vizepräsident (1956)
seit 15.1.2009 Leiter der Präsidialabteilung des
Magistrats der Landeshauptstadt St. Pölten
ja ja
Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) seit 12.1.2001 Vorsitzender des Vorstands der VAV
Versicherungs-Aktiengesellschaft
ja ja
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer (1946) seit 22.6.1987
bis 20.1.2011
ja ja
Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) seit 12.1.2006 Gesellschafter und Geschäftsführer der
BENDA LUTZ-WERKE GmbH, Vorstand der Benda-Lutz
Corporation, USA, Vizepräsident der Wirtschaftskammer
Niederösterreich sowie des Vereins der Österreichischen
Industrie – Landesgruppe Niederösterreich
ja ja
Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.1.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amtes der
Niederösterreichischen Landesregierung,
Geschäftsführer der NÖ Holding GmbH sowie
der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
ja nein
Bernhard Müller, BA (1973) seit 12.1.2006 Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt,
Mitglied des Vorstands der Gemeinnützigen
Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Wien-Süd"
ja ja
Wolfgang Peterl (1955) seit 12.1.2001
bis 20.1.2011
Obmannstellvertreter der Gemeinnützigen Wohnungs
und Siedlungsgenossenschaft Neunkirchen
registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
ja ja
Dkfm. Edwin Rambossek (1943) seit 20.1.2011 Unternehmensberater ja ja
Martin Schuster (1967) seit 12.1.2006
bis 20.1.2011
Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag,
Bürgermeister der Marktgemeinde Perchtoldsdorf
ja ja
Mag. Michaela Steinacker (1962) seit 12.1.2001 Mitglied der Geschäftsleitung der RAIFFEISEN
HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN reg.Gen.m.b.H.
ja ja
Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis (1958) seit 17.1.2008 Vorsitzender des Vorstands der EnBW Energie
Baden-Württemberg AG, Mitglied des Aufsichtsrats
Pražská energetika a.s., Prag
ja nein
Arbeitnehmervertreter
Franz Hemm (1955) seit 3.5.1994 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der
EVN Netz GmbH, Vizepräsident der Kammer für
Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
Manfred Weinrichter (1961) seit 1.1.2001 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH
Ing. Paul Hofer (1960) seit 1.4.2007 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Leopold Buchner (1953) seit 19.1.2009 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Friedrich Bußlehner (1962) seit 1.1.2011
bis 20.1.2011
Zentralbetriebsrat
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.5.2005 Zentralbetriebsrat
Helmut Peter (1957) seit 1.1.2009
bis 20.1.2011
Zentralbetriebsrat
seit 22.3.2004

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat.

bis 31.12.2010 Zentralbetriebsrat

1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

2) Regel 54 des ÖCGK: Keine Vertretung eines Anteilseigners über 10 % sowie gemäß Regel 53 des ÖCGK unabhängig

Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 15.

Franz Ziegelwagner (1952)

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei der EVN in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

  • in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
  • in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
  • zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für sie bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat;
  • in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
  • nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist und
  • kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Arbeitsweise und Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind, die für ihn Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN AG folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweiligen gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

Der Prüfungsausschuss nimmt folgende Aufgaben wahr:

  • die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses;
  • die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, gegebenenfalls des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft;
  • die Überwachung der Abschlussprüfung und der Konzernabschlussprüfung;
  • die Prüfung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers), insbesondere im Hinblick auf die für die geprüfte Gesellschaft erbrachten zusätzlichen Leistungen;
  • die Prüfung des Jahresabschlusses und die Vorbereitung seiner Feststellung, die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichts und gegebenenfalls des Corporate-Governance-Berichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat;
  • die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts sowie die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat des Mutterunternehmens und
  • die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats für die Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernabschlussprüfers).

Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss als Nominierungsausschuss ist für die Nachbesetzung frei werdender Mandate in Vorstand und Aufsichtsrat zuständig.

Nach dem pensionsbedingten Ausscheiden des Sprechers des Vorstands, Dr. Burkhard Hofer, ist in der Berichtsperiode ein Vorstandsmandat neu besetzt und die Geschäftsverteilung in der Geschäftsordnung für den Vorstand neu geregelt worden.

Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist er durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Der Aufsichtsrat hat in der Berichtsperiode in sechs Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Eine Plenarsitzung wurde als Klausur abgehalten, in der die Aktualisierung der Konzernstrategie behandelt wurde. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2010/11 zweimal getagt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats ist in der Berichtsperiode zu fünf Sitzungen zusammengetreten. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, hat im Berichtsjahr sechs Sitzungen abgehalten. Im Rahmen einer Klausur des Aufsichtsrats wurden die "Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft" sowie "Aktuelle Entwicklungen in der Europäischen Energie- und Umweltwirtschaft" erörtert.

Die Anwesenheit bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug im Durchschnitt 90 %.

Zusammensetzung der Ausschüsse

Arbeitsausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (Vorsitzender bis 20.1.2011) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender seit 20.1.2011) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Gerhard Posset (bis 20.1.2011) Mag. Willi Stiowicek (seit 20.1.2011) Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Ing. Paul Hofer

Personalausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (Vorsitzender bis 20.1.2011) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (Vorsitzender seit 20.1.2011) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Gerhard Posset (bis 20.1.2011) Mag. Willi Stiowicek (seit 20.1.2011)

Prüfungsausschuss

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (bis 20.1.2011) Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer (seit 20.1.2011) Gerhard Posset (bis 20.1.2011) Mag. Willi Stiowicek (seit 20.1.2011) Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller, BA (bis 20.1.2011) Franz Hemm Kammerrat Manfred Weinrichter (bis 20.1.2011) Ing. Paul Hofer

Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ab und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungs ergebnisse sowie die Tagesordnung der 82. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 20. Jänner 2011 können auf der EVN Webseite eingesehen werden.

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus drei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands bestimmt hat, wird dieser durch die Mitglieder selbst gewählt. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der Österreichische Corporate Governance Kodex.

Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehören per 30. September 2011 zehn von der Hauptversammlung gewählte Kapitalvertreter an. Die Anzahl der vom Betriebsrat entsandten Belegschaftsvertreter beläuft sich auf fünf. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus den eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50 % festgesetzt. Die Unabhängigkeit der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder nach den Regeln 53 und 54 des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist aus der Aufstellung auf Seite 14 ersichtlich. Mit Beendigung der 82. ordentlichen Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 ist die Funktionsperiode aller dreizehn von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder ausgelaufen. Die Hauptversammlung hat die Zahl der von der Hauptversammlung zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats auf zehn verringert und gemäß der Satzung der EVN AG zehn Personen auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Zeit, somit bis zu jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat, in den Aufsichtsrat der EVN AG gewählt.

Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der Österreichische Corporate Governance Kodex.

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat befasst sich jährlich mit der Effizienz seiner Tätigkeit, insbesondere mit seiner Organisation und Arbeitsweise.

Vergütungsbericht

Vergütungssystem für leitende Angestellte (Regel 28a): Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen Österreichischen Corporate Governance Kodex (Fassung vom Jänner 2010) haben die sozietären Organe der Gesellschaft ab 1. Oktober 2010 eine Anpassung des bislang bestehenden variablen Vergütungssystems für leitende Angestellte beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist.

Mit der Anpassung wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:

Kennzahlen zur Abbildung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens: Bislang sind im Zusammenhang mit der erfolgsabhängigen Vergütung die quantitativen Kenngrößen "EBIT" und "operativer ROCE" verwendet worden. Auf der Grundlage der damit gesammelten Erfahrungen und im Sinne der Weiterentwicklung der Steuerungskennzahlen entsprechend den strategischen und operativen Prioritäten des EVN Konzerns werden nunmehr nachfolgende quantitativen Kenngrößen verwendet: Steigerung des Economic Value Added (EVA®), Durchschnittlicher Cash-Flow-Beitrag.

Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Regelungsziel des aktuellen Corporate Governance Kodex ist, mit den neuen Vergütungsregeln das Handeln von Vorstand und leitenden Angestellten noch stärker auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit auszurichten. Ungeachtet dessen, dass falsche Anreize in der Vergütungsstruktur wie unangemessen kurzfristige Erfolgsorientierung oder zu hohe Risikofreudigkeit im System der EVN nicht erkennbar waren und sind, ist mit der Einführung einer Bonusreserve die Solidität und Stabilität des variablen Vergütungssystems weiter erhöht worden.

Die Bonusreserve ist als Auszahlungsmechanismus definiert, welcher die quantitative Zielerreichung in einer Periode in eine aliquote jährliche Bonusauszahlung überführt. Zukünftig sollen aus der erreichten Bonusreserve 50 % nach Feststellung der Zielerreichung ausbezahlt werden, der verbleibende Bestand wird in das Folgejahr übertragen. Mit der Einführung dieser Bonusreserve werden im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt. Einerseits entsteht damit derweise eine Mehrjährigkeit, dass die aufeinander folgenden Jahre miteinander verbunden werden, indem der nicht ausbezahlte Bonusbestandteil in die nächste Periode im Sinne eines Anfangsbestands fortgeführt wird, und andererseits werden damit die "autonomen" Schwankungen der wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens abgefedert und geglättet.

Mehrjährigkeit: Derzeit bilden die jeweils genehmigten Jahresbudgets die Grundlage für die variable Vergütung. Um einerseits den jährlichen Unternehmensplanungsprozess vom variablen Vergütungssystem zu entkoppeln und andererseits eine mittelfristigere und stärker an den strategischen Entwicklungspfaden und Potenzialen ausgerichtete Orientierung zu unterstützen, sollen zukünftig die quantitativen Zielgrößen jeweils für den Zeitraum von drei Jahren im Vorhinein fixiert werden. Bei der Zielableitung werden dabei neben den verfügbaren unternehmensinternen Daten und Informationen zusätzlich auch externe Quellen wie z. B. Benchmarks, Peervergleiche, Kapitalmarkt- und Ratingbeurteilungen herangezogen. In Ergänzung zu dieser grundsätzlichen Gültigkeitsdauer von drei Jahren soll die Sachrichtigkeit und Validität der Mittelfristziele jährlich überprüft und nur im Ausnahmefall – bei unvorhersehbaren Ereignissen oder Veränderungen im Unternehmen mit signifikanten Auswirkungen – abgeändert werden.

Aktien-Optionen (Regel 29): Bei der EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regel 30): Die Bezüge des Vorstands setzen sich zu rund 75 % aus fixen und zu rund 25 % aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Basis für die Auszahlung der erfolgsabhängigen Komponenten ist das vorangegangene Geschäftsjahr 2009/10. Die der Höhe nach limitierte Erfolgsbeteiligung basiert zu jeweils 35 % auf dem operativen Ergebnis (EBIT) und dem Return on Capital Employed (OpROCE) und zu 30 % auf individuell vereinbarten Zielen.

Im Hinblick auf die Anforderungen des aktuellen Österreichischen Corporate Governance Kodex (Fassung vom Jänner 2010) haben die sozietären Organe der Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2010/11 eine Anpassung des bislang bestehenden vari ablen Vergütungssystems beschlossen, wobei der variable Anteil in gleicher Höhe (im Verhältnis zum Fixgehalt) beibehalten worden ist.

Die Altersversorgung ist unterschiedlich geregelt; sie reicht von einem festgelegten Prozentsatz des Letztbezugs bis zu einer Pensionskassenregelung. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich Abfertigungsregelung im Wesentlichen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder belaufen sich für das Geschäftsjahr 2010/11 auf insgesamt 1.389,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.295,3 Tsd. Euro). Darüber hinaus bestehen für die derzeitigen Vorstandsmitglieder Pensionsverpflichtungen in Höhe von 8.362,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.400,0 Tsd. Euro). Es besteht jeweils Anspruch auf einen vertraglich vereinbarten Versorgungsanspruch zum Pensionsantritt, auf welchen ASVG-Pensionsleistungen sowie eine allfällige Leistung aus der EVN Pensionskasse angerechnet werden. Die Erhöhung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung und der Veränderung der erfolgsabhängigen Komponenten. Etwaige Sachbezüge sind in diesem Ausweis inkludiert.

Zwei Vorstandsmitglieder nahmen im Berichtsjahr ein konzernfremdes Aufsichtsratsmandat an.

Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung) (Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D & O-Versicherung sind Schadenersatz ansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre, der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten bedingungsgemäß konzernmäßig verbundene Tochtergesellschaften sowie bestimmte Beteiligungsgesellschaften als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen. Da die Prämie für den Konzern kalkuliert ist und nicht von der Anzahl der zu versichernden Personen bestimmt wird, führt die Mitversicherung der Mitglieder des Aufsichtsrats zu keiner Prämienerhöhung.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 98 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 15,1 %, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 11,0 % und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp 9,0 % dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsgeld beträgt 190 Euro.

Maßnahmen zur Förderung von Frauen (Regel 60): Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Dennoch beträgt der Anteil der Frauen bei der EVN lediglich 22,8 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Im Berichtszeitraum wurden vier leitende Stellen mit weiblichen Führungskräften besetzt. Zudem wurden im Berichtszeitraum konzernweit 19 Mitarbeiterinnen mit der Leitung von Projekten beauftragt (Projektleiterkarriere). An speziellen Führungskräfteentwicklungsprogrammen haben insgesamt mehr weibliche Nachwuchskräfte teilgenommen, als es dem aktuellen Frauenanteil entsprechen würde. Die EVN setzt schon seit Langem Maßnahmen, die den Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, wie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeitende in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeitenden offensteht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitenden verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse zu erstellen. Für die EVN Netz GmbH wurde der Einkommensbericht laut § 11a Gleichbehandlungsgesetz dem Zentralbetriebsrat wie im Gesetz vorgesehen übermittelt bzw. offengelegt. Weiters wurde der Einkommensbericht für die EVN AG freiwillig erstellt und übermittelt.

Directors' Dealings (Regel 73): Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden der EVN neun Kauftransaktionen von EVN Aktien durch Organmitglieder gemeldet, welche auf der Webseite: www.evn.at/Investoren/Corporate-Governance/Directors-Dealings.aspx bekannt gegeben wurden.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde keine Geschäftsbeziehung zu einer "Related Party" eingegangen. Es besteht ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag, abgeschlossen zwischen der EVN AG und der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH am 13. Oktober 2005.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2010/11 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen konzernweit in Summe 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro). Davon entfielen 68,0 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare (Vorjahr: 55,5 %), 27,0 % auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahr: 40,0 %) und 5,0 % auf sonstige Beratungsleistungen (Vorjahr: 4,5 %).

Interne Revision und Risikomanagement der EVN

Interne Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die in den technischen und kaufmännischen Bereichen festgestellten Beanstandungen wurden den geprüften Unternehmenseinheiten mitgeteilt und Verbesserungsmaßnahmen wurden vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen sogenannter "Follow-up-Verfahren" geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

Risikomanagement der EVN

Das Ziel des Risikomanagements der EVN, als international operierende Unternehmensgruppe, besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikocontrolling eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitenden des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig und verantwortlich sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der mehrstufige Prozess des Risikocontrollings wird durch einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der EVN Risikolandkarte findet sich im Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr 2010/11.

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktien- und Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung sowie der Marktmissbrauchsrichtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden achtzehn ständige sowie zwei Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereiche definiert. Laufend werden Schulungen der betroffenen Mitarbeitenden durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich von einem Compliance-Beauftragten gemäß Börsegesetz, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2010/11 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Beauftragten zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

Die EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als international tätiger Energie- und Umweltdienstleister haben die Führungskräfte und Mitarbeitenden der EVN eine weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland. Die EVN hat deshalb ihre Grundsätze und Leitlinien für verantwortungsvolles und integres Handeln im EVN Verhaltenskodex konkretisiert und zusammengefasst. Der Verhaltenskodex wurde im Geschäftsjahr 2008/09 in einem konzernweiten Prozess unter Einbindung der EVN CSR-Organisation und begleitet von externen Experten erarbeitet. Im Juli 2009 wurde der Verhaltenskodex nach Zustimmung des Betriebsrats von den sozietären Organen der Gesellschaft beschlossen. Er ist auf der Webseite unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den EVN Anspruchsgruppen; er soll alle Mitarbeitenden bei der Umsetzung der EVN Werte in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Den Bericht der KPMG Austria GmbH über die Evaluierung der gemeinsamen Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren!

Das Geschäftsjahr 2010/11 der EVN AG war von schwierigen markt- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Die Unsicherheiten auf den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten, der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland sowie der Wandel innerhalb der europäischen Energiepolitik führten zu einer hohen Volatilität und negativen Preisentwicklungen bei Primärenergieträgern. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der europäischen Energieund Umweltwirtschaft wurde die EVN Strategie einer Überprüfung unterzogen. Die überarbeitete EVN Strategie zielt auf eine verstärkte Konsolidierung, die stärkere Gewichtung des Heimmarktes sowie auf ein stark fokussiertes Wachstum ab.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seiner Verantwortung aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Berichtszeitraum in sechs Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen. Die Anwesenheitsrate bei den Sitzungen des Aufsichtsrats betrug 90 %. Eine Plenarsitzung wurde als Klausur abgehalten, in welcher die Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft sowie die aktuellen Entwicklungen in der europäischen Energie- und Umweltwirtschaft und die strategische Ausrichtung des EVN Konzerns erörtert wurden.

Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements der Gesellschaft und wesentlicher Konzernunternehmen, informiert. Aufgrund dieser Berichterstattung hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht und begleitend unterstützt. Die Kontrolle, die im Rahmen einer offenen Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat stattgefunden hat, hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Anregungen des Aufsichtsrats wurden vom Vorstand aufgegriffen.

Kapitalerhöhung und Investitionen

Von den wesentlichen Entscheidungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010/11 ist vor allem die Kapitalerhöhung anzuführen, die im Oktober 2010 auf Grundlage der in der ordentlichen Hauptversammlung vom 21. Jänner 2010 erteilten Genehmigung durchgeführt wurde. Durch die Kapitalerhöhung wurde die Kapitalstruktur des Unternehmens gestärkt und die Umsetzung langfristiger Investitionsprojekte gesichert. Neben der Genehmigung des Konzernbudgets ist insbesondere auch die Umsetzung der Road Map zur Beendigung der offenen Fragen in Mazedonien als Voraussetzung für eine positive Entwicklung der EVN Macedonia AD hervorzuheben. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat der Zwischenfinanzierung der Adaptierung des Dampferzeugers im Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum seine Zustimmung erteilt. Mit der Genehmigung des Erwerbs von 26 % der Anteile an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH gemeinsam mit WIEN ENERGIE GmbH sowie der Genehmigung eines Biomasse- und eines Windparkprojekts (Biomassekraftwerk Steyr und Windpark Wulkatal West) wird der strategischen Ausrichtung im Bereich der Erzeugung Rechnung getragen. Im Bereich Umwelt hat der Aufsichtsrat Trinkwasseraufbereitungs- und Abwasserentsorgungsprojekte genehmigt.

Neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats, des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung und des Vorstands

Da die Funktionsperiode aller dreizehn von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung die Zahl der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats auf zehn verringert und gemäß der Satzung zehn Personen auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Zeit, somit bis zu jener Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014/15 zu beschließen hat, in den Aufsichtsrat gewählt. Dadurch hat sich auch die Anzahl der in den Aufsichtsrat entsandten Belegschaftsvertreter auf fünf verringert.

Bei der Konstituierung des Aufsichtsrats wurden satzungsgemäß der Vorsitzende und zwei Stellvertreter gewählt. Dr. Burkhard Hofer, bislang Vorstandsmitglied und Sprecher des Vorstands, wurde in Übereinstimmung mit Regel 55 des Österreichischen Corporate Governance Kodex zum Vorsitzenden gewählt. Dipl.-Ing. Stefan Schenker wurde zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses wiedergewählt. Zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats wurde Mag. Willi Stiowicek gewählt.

Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss, der zugleich als Vergütungsausschuss und Nominierungsausschuss fungiert, sowie einen Arbeitsausschuss eingerichtet. Der Aufsichtsrat hat die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung für die Funktionsperiode von 2011 bis 2015 bestellt.

Nachdem der Sprecher des Vorstands per 20. Jänner 2011 aufgrund seines Pensionsantritts aus dem Vorstand der EVN AG ausgeschieden ist, wurde im Vorfeld vom Aufsichtsrat eine teilweise Neuordnung der Vorstandsagenden erarbeitet. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, wurde in den Vorstand berufen und Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr wurde zum Sprecher des Vorstands ernannt.

Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats sowie des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung für ihre Mitwirkung in den Organen der Gesellschaft und insbesondere Dr. Rudolf Gruber für sein 43-jähriges erfolgreiches Wirken in Vorstand und Aufsichtsrat der EVN.

Österreichischer Corporate Governance Kodex, Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als börsenotiertes Unternehmen bekennt sich die EVN zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, den Bestimmungen des Kodex, die den Aufsichtsrat betreffen, konsequent zu entsprechen. In diesem Sinne werden alle Regeln, welche die Zusammenarbeit des Aufsichtsrats mit dem Vorstand sowie den Aufsichtsrat selbst betreffen, bis auf eine Abweichung, die entsprechend begründet wurde, eingehalten.

Gemäß der Anforderung des Österreichischen Corporate Governance Kodex hat sich der Aufsichtsrat mit der Effizienz seiner Organisation und seiner Arbeitsweise beschäftigt. Als wesentliche Maßnahmen hat der Aufsichtsrat die Verkleinerung seines Prüfungsausschusses von acht auf sechs Mitglieder sowie die Aufteilung der von der Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 festgelegten Aufsichtsratsvergütung beschlossen. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats hat in sechs Sitzungen Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, behandelt. Der Arbeitsausschuss des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr fünf Sitzungen abgehalten, welche insbesondere die Kapitalerhöhung sowie die Sanierung des Dampferzeugers im Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum zum Gegenstand hatten.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat im Geschäftsjahr 2010/11 zweimal getagt und sich vor allem mit dem Halbjahresabschluss 2010/11 inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr und der Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss sowie der Bestellung und der Arbeit des Abschlussprüfers befasst. Darüber hinaus hat er aktuelle Entwicklungen aus den Geschäftsbereichen, insbesondere die aktuelle Lage in Südosteuropa, die Umsetzung der Road Map in Mazedonien, die Entwicklungen bei EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, Plovdiv, den Status beim Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum, die Beteiligung an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH sowie das geplante Finanzierungsmodell für Umweltprojekte, erörtert und sich eingehend mit der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems beschäftigt.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010/11 vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2011 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft und den Corporate-Governance-Bericht evaluiert. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2011 samt Anhang, Lagebericht und Corporate-Governance-Bericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2011 gemäß § 96 Abs. 4 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2010/11. Besonderer Dank gilt auch den Aktionären, Kunden und Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 14. Dezember 2011

Für den Aufsichtsrat:

Präsident Dr. Burkhard Hofer

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Internationale Klimapolitik

Das Hauptziel der UNO-Klimaschutzkonferenz, die Ende 2010 in Mexiko stattfand, war, den in Kopenhagen gescheiterten Versuch, ein rechtliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das 2012 auslaufen wird, zu beschließen. Konsens konnte jedoch nur zum Minimalziel, Aufrechterhaltung des Kyoto-Protokolls bis 2012, gefunden werden; ein Nachfolgevertrag kam nicht zustande. Die Teilnehmerstaaten einigten sich dennoch auf die folgenden Ziele: Sie verpflichten sich, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Industrieländer nehmen die freiwilligen Zusagen von CO2 -Einsparzielen zur Kenntnis, die sie 2009 am Klimagipfel in Kopenhagen vereinbart haben. Demnach werden sie die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 25 % bis 40 % reduzieren. Während der nächsten drei Jahre soll eine jährliche Soforthilfe von 10 Mrd. US Dollar in einen Fonds der UNO fließen, der zur Unterstützung von Ländern vorgesehen ist, die besonders stark vom Klimawandel bedroht sind. Bis 2020 sollen diese Finanzmittel zugunsten der Entwicklungsländer auf jährlich insgesamt 100 Mrd. US-Dollar aufgestockt werden, ohne dass dabei die konventionellen Entwicklungshilfegelder gekürzt werden dürfen. Die Mittel, die sowohl aus privaten als auch staatlichen Quellen stammen können, fließen in den neu gegründeten "Green Climate Fund", der von der UNO verwaltet wird. Zudem wurde ein Waldschutzprogramm unter dem Namen REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung) beschlossen.

Die nächste UNO-Klimakonferenz findet vom 28. November bis 9. Dezember 2011 in Durban, Südafrika, statt. Das Ziel der Europäischen Union ist der Abschluss eines umfassenden rechtsverbindlichen Klimaschutzabkommens für die Zeit nach 2012, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt.

Europäische Energiepolitik

Am 10. November 2010 hat die EU-Kommission ihre neue Strategie für wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Energie vorgestellt, die den zuvor im Juni 2010 vom Europäischen Rat verabschiedeten energiepolitischen Zielen "Europa 2020" entspricht. Dabei hat sie fünf oberste energiepolitische Prioritäten für die nächsten zehn Jahre definiert:

  • Realisierung von Energieeinsparungen mit Fokus auf jene beiden Sektoren mit dem größten Potenzial Verkehr und Gebäude;
  • Schaffung eines gesamteuropäischen integrierten Energiemarkts;
  • wettbewerbsfähige Preise und sichere Versorgung durch Energieinfrastrukturinvestitionen, die insgesamt etwa eine Billion Euro betragen werden;
  • Förderung der Technologieführerschaft;
  • Wirksames Verhandeln mit internationalen Partnern bzw. Drittländern.

Die Strategie wurde von den Staats- und Regierungschefs auf dem ersten EU-Energiegipfel im Februar 2011 erörtert und verabschiedet. Die EU-Kommission wurde beauftragt, in den nächsten 18 Monaten konkrete Gesetzgebungsinitiativen und Legislativvorschläge zu erarbeiten.

Die EU hat sich bereits zuvor zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz seiner Mitgliedsländer bis zum Jahr 2020 um 20 % zu steigern. Aus Sicht der EU-Kommission wird dieses Ziel ohne die Verabschiedung weiterer Maßnahmen voraussichtlich verfehlt werden, weshalb sie im März 2011 ihren neuen Energieeffizienzplan vorlegte. Darin wurden weitere Maßnahmen definiert, die zu einer Verringerung des Energieverbrauchs führen sollen, wobei der Fokus auf die beiden Bereiche Gebäude und Industrie liegt, auf die in Summe nahezu 70 % des Primärenergieverbrauchs der EU entfallen. Zur Realisierung der Einsparpotenziale sollen nach Vorstellungen der EU-Kommission angemessene Finanzierungshilfen sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene angeboten werden. Zur weiteren Konkretisierung hat die EU-Kommission am 22. Juni 2011 einen Entwurf zu einer neuen EU-Energieeffizienz-Richtlinie KOM(2011) 370 endgültig vorgelegt. Einer der Kernpunkte des Richtlinienvorschlags sieht eine Verpflichtung von Energieunternehmen zu Energieeffizienzmaßnahmen vor.

Kurz nach dem Berichtszeitraum präsentierte die EU-Kommission am 19. Oktober 2011 ihren Vorschlag für Leitlinien zur Ausgestaltung der transeuropäischen Energienetze, das sogenannte EU-Energieinfrastrukturpaket 2020/30. Mit diesem Lagebericht

Paket sollen vorrangige Netzausbauprojekte in den Mitgliedsstaaten identifiziert und gefördert werden, die bis 2020 ein EU-weites sicheres Energienetz und Speicherkapazitäten bilden. Die EU-Kommission identifizierte zwölf internationale Transportrouten für Strom-, Gas-, Rohöl- und CO2 -Lieferungen.

Energiepolitisches Umfeld Österreich

Der österreichische Nationalrat hat zwischen Oktober 2010 und September 2011 wichtige Gesetze zur vollständigen Umsetzung des 3. Energiebinnenmarktpakets der EU beschlossen.

So wurde am 1. Dezember 2010 das Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) und das Energie-Regulierungsbehördengesetz (E-Control) verabschiedet. Schwerpunkte des ElWOG 2010 waren die Entflechtung der Übertragungsnetzbetreiber sowie eine klare Verankerung der öffentlichen Interessen an einer gesicherten Energieversorgung Österreichs, die somit bei Genehmigungsverfahren gleichrangig mit Interessen des Umweltschutzes und anderer öffentlicher Interessen zu berücksichtigen ist. Das Land Niederösterreich hat das notwendige Ausführungsgesetz im Strombereich bereits beschlossen. Im Hinblick auf die Umgestaltung der Behördenstruktur wurde die Unabhängigkeit des Regulators E-Control als Garant für Wettbewerb, Kontrolle und Verbraucherschutz unterstützt.

Am 7. Juli 2011 hat der Nationalrat das Ökostrom-Gesetz 2012 beschlossen: Die jährliche Förderung für neue Ökostrom-Projekte (Wind, Biomasse/Biogas und Photovoltaik) wird von derzeit 21,0 Mio. Euro auf 50,0 Mio. Euro und die Gesamtförderung bis 2015 von derzeit 350,0 Mio. Euro auf 550,0 Mio. Euro angehoben. Die Fördermittel für neue Projekte werden jährlich um eine Million Euro und somit bis 2021 auf 40,0 Mio. Euro reduziert. Für neue Windkraftprojekte wurden 11,5 Mio. Euro pro Jahr, für Biomasse und Biogasprojekte 10,0 Mio. Euro, für Photovoltaik 8,0 Mio. Euro und für Kleinwasserkraftprojekte 1,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Pro Jahr werden 19,0 Mio. Euro flexibel aufgeteilt. Zusätzlich werden einmalig rund 110,0 Mio. Euro für den vollständigen Abbau der bestehenden Warteliste aufgewendet. Mit diesen Fördermitteln werden die Betreiber der Ökostromanlagen mindestens über 13 Jahre mit garantierten Einspeisetarifen unterstützt, wodurch die Investitions- und Finanzierungskosten der neuen Anlagen gedeckt und eine Mindestrendite von 6,0 % sichergestellt wird.

Mit diesen Maßnahmen soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von aktuell 68 % auf 85 % bis 2020 erhöht werden. Das entspricht einer Ausbaukapazität von 11 TWh und bei einem jährlichen Strombedarf von knapp 55 TWh etwa einem Fünftel des Strombedarfs der Endkunden. Die Windkraftkapazitäten werden sich in diesem Zeitraum voraussichtlich von 1.000 MW auf 3.000 MW verdreifachen und jene der Photovoltaik-Anlagen werden von 100 MW auf 1.200 MW ansteigen. Zudem wurde beschlossen, dass Österreichs Atomstrom-Importe spätestens ab 2015 durch Ökostrom bilanziell ausgeglichen werden müssen. Durch diese Novelle sowie den weiteren Ausbau der Wasserkraft stehen ab 2015 zusätzliche Kapazitäten von rund 5 TWh zur Verfügung, womit die nach Österreich importierten Atomstrommengen von durchschnittlich 3,3 TWh pro Jahr deutlich übertroffen werden. Der Anschluss dieser zusätzlichen Kapazitäten an das Versorgungsnetz wird jedoch für die Netzbetreiber eine große Herausforderung darstellen.

Am 19. Oktober 2011 wurde das Gaswirtschaftsgesetz (GWG) im Nationalrat beschlossen und damit das 3. EU-Energiebinnenmarktpaket vollständig umgesetzt. Die Novelle stärkt die Rechte von Haushalten und Gewerbebetrieben, erhöht die Versorgungssicherheit durch optimale Rahmenbedingungen für Investitionen und schafft die gesetzliche Basis für die Einführung neuer Smart Meters. Zur Förderung des Wettbewerbs ist die Entflechtung der Fernleitungsbetreiber von den übrigen Aktivitäten eines vertikal integrierten Erdgasunternehmens ein zentrales Ziel dieses Gesetzes. Künftig stehen den Fernleitungsanbietern vier Entflechtungsmodelle zur Auswahl: die eigentumsrechtliche Entflechtung, der unabhängige Netzbetreiber (Independent System Operator), der unabhängige Übertragungs- bzw. Fernleitungsnetzbetreiber (Independent Transmission Operator) und eine Mischform des zweiten und dritten Modells. Die Qualitätssicherung und der Ausbau der Gasleitungen werden über die Systemnutzungsentgelte gewährleistet, die eine angemessene Vergütung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für neue Investitionen in das Gasnetz ermöglichen. Das neue Marktmodell sowie die Umstellung der Tarife sollen bis 1. Januar 2013 erfolgen.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der EVN auf Basis der historischen Emissionen Gratis-CO2 -Emissionszertifikate in Höhe von jährlich 1,58 Mio. Tonnen zugeteilt, womit ihr langjähriger Bedarfswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den Mehrbedarf abdecken zu können bzw. die nicht verbrauchten Emissionszertifikate zu verkaufen. (Details zu zugekauften Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2010/11 siehe Anhang, Erläuterung 50. Material aufwand und Aufwand für bezogene Leistungen, Seite 97.)

Im Oktober 2011 wurde das Emissionszertifikategesetz (EZG 2011) verabschiedet. Mit dem EZG 2011 wird die EU-Emissionshandelsrichtlinie 2009 in nationales Recht umgesetzt und der Emissionshandel im Zeitraum 2013–2020 geregelt. Die wichtigsten Änderungen im neuen Emissionshandelsregime ab 2013:

  • Regeln des Emissionshandelssystems werden in der EU harmonisiert und nicht mehr national festgelegt (keine Nationalen Allokationspläne);
  • Reduktion der Emission von mindestens 21 % bis 2020; dieser Wert soll mithilfe eines linearen Reduktionspfades ausgehend von 2010 erreicht werden;
  • Ab 2013 wird die Versteigerung von Zertifikaten zum Grundprinzip; insbesondere Stromerzeuger müssen bereits ab 2013 100 % der Zertifikate ersteigern. Ausnahme ist die Auskopplung von Wärme;
  • Abwanderungsgefährdeten energieintensiven Betrieben werden weiterhin Zertifikate gratis zugeteilt und
  • Ausweitung des Geltungsbereichs des EZG auf weitere Sektoren (Flugverkehr und eventuell noch Schiffsverkehr) und Gase im Einklang mit den Vorgaben der Emissionshandels-Richtlinie.

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Anreizregulierungssystem auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrunde liegenden Benchmarking-Verfahrens rechnet die EVN für beide Regulierungsperioden mit einer stabilen Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010–2013) wurden Ende 2009 verabschiedet. Die wesentlichen Änderungen waren die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC stieg von 6,040 % auf 7,025 %), die Anerkennung von Investitionen, die während der Regulierungsperiode durchgeführt werden, sowie die 50 %ige Weitergabe der Effizienzsteigerung an die Endkunden am Ende der Regulierungsperiode. Auf Basis anerkannter Vollkosten hat die EVN in 2009 mit dem Bau der Erdgastransportleitung "Südschiene" und in 2011 der "Westschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus beitragen werden. Im September 2011 wurde die 120 km lange "Südschiene" in Betrieb genommen. Die 150 km lange "Westschiene" wird 2013 fertiggestellt werden.

Rechtliches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

In Entsprechung der EU-Richtlinien zum Elektrizitäts- bzw. Erdgasbinnenmarkt wurde per 1. Jänner 2007 die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Netzbetreiber und Stromversorger in Bulgarien umgesetzt. Die Tochtergesellschaft EVN EP ist für den Netzbetrieb, EVN EC für den Vertrieb verantwortlich.

Im Mai 2011 hat das bulgarische Parlament die Energiestrategie 2020 beschlossen. Neben der Erhaltung der Versorgungssicherheit, der Steigerung der Energieeffizienz, dem Schutz der Endkunden und der Entwicklung eines liberalisierten Energiemarkts steht auch die Erhöhung der erneuerbaren Energiekapazitäten in dessen Fokus. Bis 2020 soll sich der Anteil der erneuerbaren Energiequellen von 9,4 % in 2005 auf 16,0 % erhöhen. Zudem wurde das neue Ökostromgesetz beschlossen: Der Regulator wird jährlich eine Obergrenze für den Anschluss neuer Kapazitäten aus erneuerbarer Energie ans Netz bestimmen und die Einspeisetarife für die Dauer des Stromliefervertrags fixieren. Bis Ende 2011 wird eine Novellierung des Energiegesetzes erwartet, wodurch auch in Bulgarien das 3. Liberalisierungspaket umgesetzt werden wird.

Der Strommarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation stellt sich bislang jedoch noch nicht ein. Bis auf einige industrielle Großkunden wird der Strom an Endkunden weiterhin vom zentralen öffentlichen Stromversorger, der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK, über die drei regionalen Netzbetreiber bzw. Stromversorger (CEZ, E.ON und EVN) geliefert. Langfristige Bezugsverträge zwischen den Stromproduzenten und der nationalen Elektrizitätsgesellschaft NEK stehen der tatsächlichen Öffnung ebenso entgegen wie die Fixierung von Mengen, die von der Regulierungsbehörde (State Energy and Water Regulatory Commission) den regionalen Stromversorgern zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit zugewiesen werden. Im Jahr 2010 lag der Anteil des Stromhandels am freien Markt bei 27,1%; lediglich rund 18 % der in Bulgarien abgesetzten Strommenge wurde zu Marktpreisen verkauft.

Für die Versorgungsfunktionen (Erzeugung, Übertragung, System Operator, Verteilernetz, Endversorger) werden die Preise vom Regulator festgelegt. Die Versorgungsfunktionen Erzeugung, Übertragung und System Operator üben die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK und ihre Tochter, der System Operator Elektroenergien Systemen Operator EAD aus. Die regulierten Energiepreise liegen unter den Marktpreisen an den europäischen Strombörsen, sodass durch den Lagebericht

Wechsel in den freien Markt vom Kunden noch keine Einsparungen erzielt werden können, was ebenfalls zu der geringen Marktöffnung beiträgt.

Nach der ersten dreijährigen Regulierungsperiode lief per 1. Juli 2008 die neue fünfjährige Regulierungsperiode an. Der gesetzlich vorgeschriebenen Entflechtung entsprechend, erfolgen die Preisanpassungen für alle Versorgungsfunktionen und Änderungen in den Preiskomponenten der Strompreise jährlich. Die Netztarife werden aufgrund eines den EU-Standards entsprechenden Regulativs festgelegt. Die tatsächliche jährliche Preisanpassung der Netztarife wird jedoch von den wirtschaftlichen und sozialpolitischen Zielen der Regierung beeinflusst.

Per 1. Juli 2010 begann die dritte Preisperiode des laufenden Regulierungszeitraums. Der Regulator hat die Endkundenpreise für Strom um etwa 2,0 % erhöht, die Preise für Energie jedoch um etwa 8,0 %, ebenso die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators. Zusätzlich wurde ein Zuschlag für die Stromproduktion aus nicht umweltfreundlichen Energiequellen eingeführt. Weiters wurde eine Änderung in der Darstellung der Preiskomponenten im Zusammenhang mit dem Hochspannungsnetz durchgeführt: In den Strombezugspreisen, die vom zentralen öffentlichen Stromversorger NEK an die Verteil- und Versorgungsunternehmen verrechnet werden, werden seit 1. Juli 2010 die Energiepreiskomponente, die Tarife für den Zugang zum Hochspannungsnetz und jene für die Übertragung durch das Hochspannungsnetz getrennt ausgewiesen und verrechnet. Deshalb kam es im Geschäftsjahr 2010/11 zu einer entsprechenden Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten der EVN EC, da die Tarifbestandteile für das Hochspannungsnetz nur einen Durchlaufposten darstellen und erfolgsneutral erfasst werden. Diese Veränderung hat jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis. In Summe ist festzustellen, dass während der ersten zwei Preisperioden (1. Juli 2009 – 30. Juni 2011) die Profitabilität der regionalen Stromversorger deutlich unter Druck kam.

Mit Beginn der vierten Preisperiode per 1. Juli 2011 wurden demgegenüber vom Regulator die Endkundenpreise für Strom um etwa 1,9 % erhöht, die Preise für Energie sowie die Tarife des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Im Wärmebereich startete eine zweijährige Regulierungsperiode per 1. Juli 2010. In der zweiten Preisperiode wurde per 1. April 2011 eine Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme aufgrund einer 4,8%igen Erhöhung des Gasbezugspreises um 6,8 % genehmigt.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans wurden der EVN Gratis-CO2 -Emissionszertifikate von 0,1 Mio. Tonnen für die Anlagen in Bulgarien zugeteilt. In Bulgarien ist die EVN Vorreiter und handelt als erstes Unternehmen mit CO2 -Zertifikaten.

Im Februar 2011 hat Bulgarien das Recht zurückerlangt, am europäischen Handel mit CO2 -Emissionszertifikaten teilzunehmen. Im Juni 2010 wurde dem bulgarischen Staat nach nur drei Monaten dieses Recht aufgrund von Mängeln im Handelsprozess entzogen. Nach der Mängelbehebung im Herbst 2010 konnten die bulgarischen Unternehmen im Frühjahr 2011 den Handel mit CO2 -Emissionszertifikaten wieder aufnehmen.

Mazedonien

In Mazedonien ist der Strommarkt noch weitgehend reguliert und nach dem Single-Buyer-Modell organisiert. Der staatliche Energieversorger ELEM und das Wärmekraftwerk TEC Negotino sind für die Stromerzeugung zuständig. MEPSO betreibt das staatliche Übertragungsnetz und EVN Macedonia versorgt die Endkunden.

Im September 2008 trat in Mazedonien ein neues Energiegesetz in Kraft, das die Rahmenbedingungen für die Energiebeschaffung der EVN Macedonia veränderte. In der Funktion als nationaler Energiepool ist ELEM verpflichtet, EVN Macedonia mit einer bestimmten Strommenge zu versorgen, die aufgrund des vom Regulator gemessenen Kundenbedarfs und anerkannter Netzverluste errechnet wird. Jener Netzverlustanteil, der über der Anerkennungsgrenze liegt, muss als nicht regulierter Bezug zu Marktbedingungen am Großhandelsmarkt besorgt werden, wobei eine Weitergabe über die Endkundenpreise im Regulativ ausdrücklich untersagt wurde.

Per 1. Januar 2009 wurde für den Strom-Netzbereich eine dreijährige Regulierungsperiode sowie ein Regulierungsmodell eingeführt, das auf dem unterliegenden Vermögensbestand, bestimmten Kapitalkosten vor Steuern sowie anerkannten Netzverlusten und jährlichen Investitionen basiert. Per 1. Jänner 2010 erfolgte eine Erhöhung der Endkundenpreise für Strom um rund 10,0 %, wovon rund 51,0 % durch eine Anhebung des Netzentgelts für Mittel- und Niederspannungsnetze der EVN Macedonia zustehen.

Im Rahmen der zwischen der mazedonischen Regierung und der EVN in 2010 abgestimmten Road Map zur Regelung der noch offenen Fragen konnten im Geschäftjahr 2010/11 deutliche Fortschritte erreicht werden: Am 30. März 2011 wurde ein seit 2008 anhängiges Gerichtsverfahren zwischen der staatlichen ELEM und der EVN Macedonia durch einen Vergleich beendet. Auf der Grundlage eines Gerichtsgutachtens werden die Parteien die künftigen Erlöse aus der Einbringung von Kundenforderungen, die aus der Zeit vor der Übernahme durch die EVN resultieren, im Verhältnis 50:50 teilen. Weiters hat die EVN Macedonia aus bereits eingebrachten Kundenforderungen 3,0 Mio. Euro an ELEM gezahlt sowie bislang uneinbringliche Kundenforderungen in Höhe von 19,5 Mio. Euro an ELEM abgetreten. Zusätzlich wurden die offenen Punkte bezüglich der in 2006 vereinbarten Investitionsverpflichtungen seitens der EVN geklärt.

Das Parlament verabschiedete am 3. Februar 2011 das neue Energiegesetz, das die Anforderungen der Energy Community zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts erfüllt. Es verfolgt die Öffnung des Strommarkts und dessen Integration mit den internationalen Strommärkten aufgrund der ratifizierten Verträge und fördert die Verbesserung der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Unabhängigkeit des Regulators wird gestärkt und seine Aufgaben wurden erweitert. Das Gesetz schreibt zudem die klare Entflechtung des Netzbetreibers und des Stromversorgers vor. Für die EVN Macedonia sind folgende Änderungen von zentraler Bedeutung: Die Beschaffung der Netzverluste am freien Markt wird transparent gestaltet und die vom Regulator anerkannten Netzverluste werden mit dem Unternehmensplan zur Reduzierung der Netzverluste abgestimmt.

Am 1. März 2011 wurden die Endkundenpreise für Strom in Mazedonien um rund 5,5 % erhöht, wovon 89,6 % (4,9 %) auf die EVN Macedonia entfallen.

Wirtschaftliches Umfeld

BIP-Wachstum % 2008 2009 2010 2011e 2012f
EU-271) 0,8 –4,1 1,7 1,6 0,2
Österreich1) 2,1 –3,9 2,3 3,0 0,8 –1,33)
Bulgarien1) 6,0 –5,5 0,2 2,0 2,0
Albanien1) 6,0 3,3 3,9 3,5 3,0
Kroatien1) 2,4 –6,0 –1,2 1,0 1,0
Mazedonien2) 5,0 –0,9 0,7 2,0 3,0

1) Quelle: Raiffeisen Research "Strategie Globale Märkte 4. Quartal 2011" und "Strategie Österreich & CEE 4. Quartal 2011"

2) Quelle: wiiw "Country Report Macedonia", Juli 2011

3) Quelle: WIFO & IHS Presseinformation vom 29. September 2011

Die Dynamik der weltweiten Konjunktur hat sich seit dem Sommer 2011 weiter abgeschwächt, nachdem bereits im zweiten Quartal 2011 das BIP der EU-27 im Vergleich zum Vorquartal um lediglich 0,2 % gestiegen ist. Der Konsum der privaten Haushalte ging im zweiten Quartal 2011 europaweit um etwa 0,2 % zurück.

Diese Frühindikatoren und die Verunsicherungen der Finanzmärkte aufgrund der Staatsschuldenkrise weisen auf eine deutliche Verlangsamung der Wirtschaftsleistung hin. Die bislang stärker gewachsenen Volkswirtschaften der Eurozone trifft diese Entwicklung überdurchschnittlich stark. Eine hohe Staatsverschuldung zwingt viele Länder zu einem Konsolidierungskurs ihrer Fiskalpolitik. Eine höhere Zinsbelastung für Staatsanleihen belastet öffentliche Haushalte zusätzlich.

Im aktuellen Umfeld sind Prognosen zur weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Europas mit der gebührenden Sorgfalt zu beurteilen. Einschätzungen gehen für die EU-27 von einem BIP-Wachstum für das Jahr 2011 in Höhe von 1,6 % aus und für 2012 in Höhe von 0,2 %. Die Prognosen für Österreich gehen für 2011 von einem BIP-Anstieg von 3,0 % und von 0,8 % bis 1,3 % für 2012 aus.

In Bulgarien bremst weiterhin die schwache Nachfrage des Industrie- wie auch des Privatbereichs das Wirtschaftswachstum. Die Erwartungen für das BIP-Wachstum 2011 und 2012 liegen bei 2,0 %. Rückläufiges Realeinkommen und der damit verbundene schwache Privatkonsum wirken sich auch auf die BIP-Entwicklung in Kroatien aus, wo 2011 ein Anstieg auf 1,0 % erwartet wird. Die Erwartung 2011 liegt ebenfalls bei 1,0 %.

In Albanien haben die Krisen der beiden wichtigsten Handelspartner Italien und Griechenland den Konjunkturaufschwung gedämpft – die Einschätzungen zur BIP-Entwicklung wurden für 2011 auf 3,5 % und für 2012 auf 3,0 % gesenkt.

Mazedonien erholt sich langsam von der Rezession des Jahres 2009, wiewohl eine schwache Infrastruktur und ein unsicheres Wirtschaftsklima die weitere Entwicklung hemmen. Für 2011 wird ein BIP-Anstieg um 2,0 % und für 2012 um 3,0 % prognostiziert.

Energiewirtschaftliches Umfeld

2010/11 2009/10 Veränderung
in %
2008/09
Temperaturbedingter Energiebedarf1) %
Österreich 101,7 105,5 –3,8 93,8
Bulgarien 86,2 81,2 4,9 102,8
Mazedonien 100,8 91,3 9,5 87,5
Primärenergie und CO2-Zertifikate
Rohöl – Brent
EUR/Barrel
75,49 57,28 31,8 42,91
Gas – GIMP2)
EUR/MWh
25,55 21,37 19,6 22,17
Kohle – API#23)
EUR/Tonne
86,95 69,49 25,1 65,23
CO2
-Zertifikate (2. Periode)
EUR/Tonne
14,76 14,23 3,7 14,50
Strom – Spotmarkt
EEX4) Grundlaststrom
EUR/MWh
51,55 41,28 24,9 46,20
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
61,76 52,23 18,2 61,57
Strom – Forwardmarkt5)
EEX Grundlaststrom
EUR/MWh
50,29 48,87 2,9 66,57
EEX Spitzenlaststrom
EUR/MWh
64,10 67,84 –5,5 93,33

1) Berechnet nach Heizgradsummen; die Basis (100,0 %) entspricht in Österreich und Bulgarien dem Durchschnittswert 1997– 2006,

in Mazedonien jenem von 1997 bis 2009; ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange

5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird hingegen vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der Gesamtwirtschaftslage bestimmt.

Seit Dezember 2009 lag der Stromverbrauch Österreichs in jedem Monat über dem des Vergleichsmonats des jeweiligen Vorjahres. Diese Entwicklung ist vor allem auf die konjunkturelle Erholung zurückzuführen. Im vierten Quartal 2010 wurde in Österreich um 4,3 % mehr Strom verbraucht als im selben Quartal des Vorjahres. Neben der kälteren Witterung (–1,6 Grad Celsius) ist der Verbrauchszuwachs vor allem durch einen höheren Bedarf der Industrie zu erklären. Im ersten Halbjahr 2011 stieg der Stromverbrauch in Österreich um 0,9 % bzw. 0,3 Terawattstunden (TWh) auf 34,4 TWh, womit beinahe das Verbrauchsniveau von vor der Wirtschaftskrise erreicht wurde. Der Verbrauchszuwachs der gesamten Elektrizitätsversorgung war deutlich höher als im öffentlichen Netz, wo nur eine geringere Steigerung um 0,4 % bzw. 0,1 TWh zu verzeichnen war. Das bedeutet, dass ein Großteil des Mehrverbrauchs unverändert auf die Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen ist.

Die kältere Witterung in Österreich, aber auch in Mazedonien führte für die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 zu einer höheren Nachfrage. Der temperaturbedingte Energiebedarf im Heimmarkt lag um 1,7 % über dem langjährigen Durchschnitt. In Mazedonien war der Vergleichswert um 0,8 % über dem langjährigen Durchschnittswert und um 10,4 % über dem Vorjahreswert. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 13,8 % unter dem langjährigen Durchschnitt, jedoch um 6,1 % über jenen des Vorjahres.

Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung, insbesondere der weiterhin starken Nachfrage in Asien, lag im Geschäftsjahr 2010/11 der Durchschnittspreis für das in Europa als Referenz geltende Rohöl Brent auf Eurobasis um 31,8 % über dem Vorjahreswert. Die großteils an den Rohölpreis gekoppelten Gaspreise notierten um 19,6 % über dem Vorjahreswert, die Preise für Kohle sind um 25,1 % gestiegen. Der Preis für CO2 -Emissionszertifikate erhöhte sich um 3,7 % auf 14,76 Euro je Tonne. Die Diskussion um eine Anhebung des europäischen CO2 -Reduktionsziels von der aktuellen 20 %-Marke auf 30 % und der Atomausstieg in Deutschland hat die CO2 -Preise ab Anfang Februar 2011 auf über 17,00 Euro steigen lassen. Die Schuldenkrise in der EU und die Sorge um die weitere Entwicklung der weltweiten Konjunktur führten im vierten Quartal des Geschäftjahres 2010/11 zu einem Rückgang des Preisniveaus auf knapp über 10,00 Euro je Tonne.

Die Spot- und Forwardmarktpreise für Strom zeigten im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 eine Erhöhung sowie auch ab dem dritten Quartal als Folge der Abschaltung von Atomkraftwerkskapazitäten in Deutschland. Der Preisanstieg ab Mitte März wird jedoch durch die höhere Erzeugung aus erneuerbaren Energien gedämpft. Insgesamt lagen die Spotmarktpreise für Grundlaststrom durchschnittlich um 24,9 % und jene für Spitzenlaststrom um 18,2 % über dem Vorjahresniveau. Demgegenüber lagen die für die Berichtsperiode geltenden Forwardpreise für Grundlaststrom um 2,9 % nur leicht über dem Niveau der Vergleichsperiode und jene für Spitzenlaststrom sanken um 5,5 %.

Entwicklung der Primärenergiepreise (indexiert)

Im Sinne der Versorgungssicherheit erfolgt die Energiebeschaffung regelmäßig im Vorhinein auf Termin, weshalb die Preise auf Terminmärkten wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der EVN ausüben. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2010/11 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2010 noch auf einem niedrigeren Niveau, weshalb sich Marktpreiseffekte positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkten. Die langfristig orientierte Einkaufspolitik der EVN ermöglichte die Strompreise seit 1. November 2008, trotz der hohen Volatilitäten an den internationalen Energiemärkten, weiterhin stabil zu halten. Nachdem die Gaspreise an Endkunden im Jänner, März und Dezember 2009 gesenkt wurden und der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis deutlich angestiegen ist, war eine Erhöhung der Gaspreise an Endkunden per 1. April 2011 betriebswirtschaftlich unumgänglich.

Entwicklung der Strompreise – Spot- und Forwardmarkt in EUR/MWh

Auswirkung auf Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr
Negativ
Negativ
Positiv
Negativ
Positiv
Negativ
Positiv

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 68) wurde gegenüber dem Vorjahr um drei vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie ein at Equity einbezogenes Unternehmen erweitert. Insgesamt flossen somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 63 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 60), fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: fünf) sowie 16 at Equity einbezogene Unternehmen (Vorjahr: 15) in den Konzernabschluss ein.

Zu den vollkonsolidierten Unternehmen zählen ab dem Geschäftsjahr 2010/11 nunmehr auch die EVN WEEV Beteiligungs GmbH, die evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH sowie die Hydro Power Company Gorna Arda AD. Die NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft

Highlights 2010/11

  • Umsatzerlöse leicht unter Vorjahresniveau

  • Höheres EBIT aufgrund von Einmaleffekten und Verbesserung im Umweltgeschäft

  • Verbesserung der EBITDA-Marge von 15,1 % auf 17,3 % und der EBIT-Marge von 6,8 % auf 8,0 %

  • Ergebnis vor Ertragsteuern aufgrund niedrigerem Finanzergebnis unter Vorjahr

  • Cash Flow aus dem operativen Bereich um 4,6 % gesteigert

  • Anstieg der Investitionen um 5,5 %

  • Solide Bilanzstruktur und stabile Liquiditätssituation

wurde aufgrund des Kaufs des restlichen 50 %igen Anteils im Berichtsjahr nicht länger at Equity einbezogen, sondern vollkonsolidiert und in weiterer Folge mit der Tochtergesellschaft Kabelsignal AG verschmolzen. Die WEEV Beteiligungs GmbH, die VERBUND-Innkraftwerke GmbH und Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH gehören zu den Neuzugängen bei den Unternehmen, die at Equity in den Konzernabschluss einbezogen werden. Im Zuge der Gründung der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH wurde die At-Equity-Beteiligung an der Energji Ashta SHPK aus dem Konsolidierungskreis genommen.

Umsatz nach Regionen in Mio. EUR

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete die EVN einen Umsatz von 2.729,2 Mio. Euro, womit das Vorjahresniveau um 23,0 Mio. Euro bzw. 0,8 % unterschritten wurde. Das Umweltgeschäft konnte durch die vermehrten internationalen Projektaktivitäten ein deutliches Umsatzplus erzielen, das jedoch den Rückgang im Energiegeschäft nicht zur Gänze abfedern konnte.

Details zur Entwicklung der Segmente finden sich ab Seite 47.

Der im Ausland erzielte Umsatz erhöhte sich um 34,8 Mio. Euro bzw. 3,3 % auf 1.086,3 Mio. Euro, wodurch sein Anteil am Gesamtumsatz von 38,2 % des Vorjahres auf 39,8 % anstieg.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Umsatzerlöse 2.729,2 2.752,1 –23,0 –0,8 2.727,0
Sonstige betriebliche Erträge 101,6 69,7 31,9 45,7 83,3
Fremdstrombezug und Energieträger –1.505,7 –1.600,0 94,3 5,9 –1.653,2
Material- und Betriebsaufwand –373,9 –314,5 –59,5 –18,9 –297,5
Personalaufwand –323,3 –329,2 5,9 1,8 –319,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen –156,3 –161,5 5,2 3,2 –166,8
EBITDA 471,4 416,6 54,8 13,2 373,4
Abschreibungen –252,8 –229,3 –23,5 –10,2 –198,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 218,7 187,3 31,4 16,8 175,2
Finanzergebnis 41,8 83,6 –41,8 –50,0 50,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9 –10,4 –3,8 226,0
Ertragsteuern –27,9 –42,1 14,3 33,8 –28,0
Ergebnis nach Ertragsteuern 232,6 228,7 3,9 1,7 198,0
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 189,7 207,0 –17,3 –8,4 177,9
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,9 21,8 21,2 97,2 20,1
Ergebnis je Aktie in EUR 1,07 1,27 –0,20 –16,1 1,09

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 31,9 Mio. Euro bzw. 45,7 % auf 101,6 Mio. Euro vorwiegend aufgrund höherer Bestandsveränderungen gestiegen. Eine geänderte Darstellung der Anzahlungen für Kundenaufträge führte zu einer Verringerung des Umsatzes und gleichzeitigen Erhöhung der in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Bestandsveränderungen.

Der Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger ging trotz höherer Beschaffungsmengen um 94,3 Mio. Euro bzw. 5,9 % auf 1.505,7 Mio. Euro zurück. Verantwortlich dafür war insbesondere die Verwendung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für drohende Verluste sowie die geänderte Darstellung der Preiskomponenten im Zusammenhang mit dem Hochspannungsnetz in Bulgarien.

Der Material- und Betriebsaufwand stieg aufgrund der vermehrten Aktivitäten im internationalen Projektgeschäft sowie höheren Aufwendungen in den Segmenten Netzinfrastruktur Inland und Energieversorgung Südosteuropa um 59,5 Mio. Euro bzw. 18,9 % auf 373,9 Mio. Euro.

Der durchschnittliche Personalstand wurde im Berichtszeitraum um 286 Personen bzw. 3,4 % auf 8.250 Mitarbeitende reduziert. Während im Segment Umwelt aufgrund des höheren Geschäftsvolumens ein Anstieg um 48 Mitarbeitende zu verzeichnen war, wurde aufgrund von Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Mazedonien und Bulgarien ein Rückgang um 326 Mitarbeitende verzeichnet. Die damit verbundenen positiven Kosteneffekte sowie der gesunkene Bedarf für Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ermöglichten – trotz kollektivvertraglicher Lohn- und Gehaltssteigerungen – eine Reduktion der Personalaufwendungen um 5,9 Mio. Euro bzw. 1,8 % auf 323,3 Mio. Euro.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten um 5,2 Mio. Euro bzw. 3,2 % auf 156,3 Mio. Euro reduziert werden. Geringere Forderungsabschreibungen in Südosteuropa konnten höhere Rechts- und Beratungsaufwendungen mehr als kompensieren.

Umsatz nach Segmenten1) in Mio. EUR

Diese Entwicklungen führten zu einem Anstieg des EBITDA um 54,8 Mio. Euro bzw. 13,2 % auf 471,4 Mio. Euro. Bei einem leicht rückläufigen Umsatz verbesserte sich die EBITDA-Marge von 15,1 % im Vorjahr auf 17,3 %.

Der Anstieg der planmäßigen Abschreibung um 6,5 Mio. Euro bzw. 3,0 % auf 223,7 Mio. Euro ist auf den Abschluss mehrerer Investitionsprojekte im Geschäftsjahr 2009/10 zurückzuführen. Die Wertberichtigung des Firmenwertes an der TEZ Plovdiv und die außerplanmäßige Abschreibung der Sachanlagen der Wärmeversorgung Plovdiv (Kraftwerkstandort und maschinelle Anlagen) um insgesamt 17,7 Mio. Euro wurden im zweiten Quartal 2010/11 aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen im Wärmebereich durch den Regulator in Bulgarien durchgeführt. Des Weiteren wurden im vierten Quartal 2010/11 im Rahmen von Werthaltigkeits prüfungen Zu- und Abschreibungen im Kraftwerksbereich vorgenommen: Aufgrund der nachhaltig schwierigen Marktsituation für Gaskraftwerke wurde eine Wertminderung zu den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg von insgesamt 38,4 Mio. Euro durchgeführt. Die genannte Zuschreibung in Höhe von 31,2 Mio. Euro betrifft die gehaltenen Bezugsrechte an dem Wasser kraftwerk Freudenau. Per Saldo belastete die Werthaltigkeitsprüfung das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010/11 mit insgesamt 29,1 Mio. Euro. In der Vergleichsperiode war eine Wertminderung beim Windpark in Kavarna von 10,7 Mio. Euro enthalten. In Summe fiel der Abschreibungsaufwand mit 252,8 Mio. Euro um 23,5 Mio. Euro bzw. 10,2 % höher aus als im Vorjahr.

Veränderung des EBIT 2010/11 im Vergleich zum Vorjahr in Mio. EUR

Unter Berücksichtigung des positiven Ergebniseffekts aus der Verwendung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für drohende Verluste hat sich das EBIT um 31,4 Mio. Euro bzw. 16,8 % auf 218,7 Mio. Euro erhöht, wodurch die EBIT-Marge von 6,8 % im Vorjahr auf 8,0 % verbessert wurde.

in Mio. EUR Erzeugung Netzinfrastruktur Inland Energiehandel und -vertrieb Energieversorgung Südosteuropa Umwelt Strategische Beteiligungen und Sonstiges 2009/10 2010/11 100 80 60 40 20 0 –5,9 –10,8 8,6 9,7 43,4 88,8 94,6 91,7 18,5 –3,6 28,0 42,9

EBIT nach Segmenten

Das Finanzergebnis der Berichtsperiode ging um 41,8 Mio. bzw. 50,0 % auf 41,8 Mio. Euro. zurück. Das für das Finanzergebnis relevante Beteiligungsergebnis wird grundsätzlich durch die Ergebnisbeiträge der wesentlichen strategischen Beteiligungen an der RAG, BEGAS, BEWAG und der VERBUND AG beeinflusst. Das Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen stieg um 1,3 Mio. Euro bzw. 2,1 % auf 62,9 Mio. Euro. Dabei standen höhere Ergebnisbeiträge, insbesondere jene von RAG und BEWAG, einer Wertminderung bei Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien, aufgrund geringerer Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs), gegenüber. Der Beitrag aus anderen Beteiligungen ging vorwiegend aufgrund der niedrigeren Dividende der VERBUND AG um 28,2 Mio. Euro bzw. 51,5 % auf 26,6 Mio. Euro zurück. Negativ auf das Finanzergebnis wirkten sich auch der Anstieg des Zinsaufwands um 9,3 Mio. Euro bzw. 13,5 % aufgrund gestiegener Finanzverbindlichkeiten und des höheren Zinsniveaus sowie die niedrigeren aktivierten Bauzeitzinsen infolge der Fertigstellung von Investitionsprojekten aus. Das sonstige Finanzergebnis ging um 5,7 Mio. Euro auf –6,5 Mio. Euro (Vorjahr: –0,8 Mio. Euro) zurück.

Neben dem um 10,4 Mio. Euro bzw. 3,8 % geringeren Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 260,5 Mio. Euro sind vor allem die mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungswertberichtigungen der TEZ Plovdiv und der Shkodra für den Rückgang der Ertragsteuer verantwortlich. Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von 27,9 Mio. Euro wurde im Berichtsjahr ein um 3,9 Mio. Euro bzw. 1,7 % höheres Ergebnis nach Ertragsteuern von 232,6 Mio. Euro ausgewiesen.

Der Anteil der Minderheiten erhöhte sich um 21,2 Mio. Euro bzw. 97,2 % vor allem aufgrund der höheren Ergebnisbeiträge von RAG und BEWAG. Das Konzernergebnis ging um 17,3 Mio. Euro bzw. 8,4 % auf 189,7 Mio. Euro zurück. Diese Entwicklung und die durch die durchgeführte Kapitalerhöhung höhere Anzahl der ausstehenden Aktien führten zu einem Ergebnis je Aktie von 1,07 Euro nach 1,27 Euro im Vorjahr.

Im Einklang mit dieser Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Dividende von 0,41 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,40 Euro) vorschlagen. Unter Einbezug der dividendenberechtigten Aktien aus der Kapitalerhöhung entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 38,5 % (Vorjahr: 34,7 %) und einer Dividendenrendite von 3,8 % (Vorjahr: 3,5 %) zum Aktienkurs per 30. September 2011 in Höhe von 10,82 Euro.

Ergebnis und Dividende je Aktie in EUR

Wertanalyse und Kennzahlen

Veränderung
Entwicklung ausgewählter Kennzahlen 2010/11 2009/10 in % 2008/09
ROE1)
%
7,5 7,4 0,1 6,3
Durchschnittliches Eigenkapital
Mio. EUR
3.100,6 3.076,2 0,8 3.167,8
WACC nach Ertragsteuern1) 2)
%
6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)1) 3)
%
7,5 6,4 1,1 6,7
Durchschnittliches Capital Employed3)
Mio. EUR
4.393,8 3.952,4 11,2 3.493,8
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT)3)
Mio. EUR
328,6 254,5 29,1 234,9
EVA®
Mio. EUR
43,0 –2,4 7,8

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 4,0 % sowie mit einem 50,0 %igen Eigenkapitalanteil berechnet.

3) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte. Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der VERBUND AG nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Mit 7,5 % nach 7,4 % im Vorjahr entwickelte sich die Eigenkapitalrentabilität (ROE) auf Basis des verbesserten Ergebnisses nach Ertragsteuern und des höheren durchschnittlichen Eigenkapitals stabil. Die im ersten Quartal 2010/11 erfolgte Kapitalerhöhung führte zu einem Anstieg des Eigenkapitals. Demgegenüber stand neben den durchgeführten Ausschüttungen die erfolgsneutral erfasste Marktwertänderung der VERBUND AG.

Nach Neutralisierung dieses Bewertungseffekts wird für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Verbesserung der operativen Steuerungskennzahlen ausgewiesen: Nach –2,4 Mio. Euro im Vorjahr wird ein erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) in Höhe von 43,0 Mio. Euro sowie ein Anstieg der Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE) von 6,4 % auf 7,5 % ausgewiesen.

Die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) wurden unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Länderrisiken wie im Vorjahr mit 6,5 % angesetzt.

Bilanz

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag 30. September 2011 auf 6.870,4 Mio. Euro und war damit um 139,2 Mio. Euro bzw. 2,1 % höher als zum Stichtag des Vorjahres.

Die langfristigen Vermögenswerte wurden um 340,8 Mio. Euro bzw. 5,9 % auf 6.083,0 Mio. Euro ausgebaut, womit sich ihr Anteil am Gesamtvermögen auf 88,5 % beläuft (Vorjahr: 85,3 %). Die immateriellen Vermögens werte und Sachanlagen erhöhten sich trotz des negativen Effekts aus der Werthaltigkeitsprüfung in Höhe von 29,1 Mio. Euro um 170,2 Mio. Euro bzw. 5,4 % auf 3.349,4 Mio. Euro, was auf die vermehrte Investitionstätigkeit zurückzuführen ist.

Einen Anstieg verzeichnete auch die Position der at Equity einbezogenen Unter nehmen und sonstige Beteiligungen, wofür der Kauf des 13 %igen Anteils an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH sowie Kapitaleinzahlungen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen hauptverantwortlich waren. Die Marktwertänderung der Beteiligung an der VERBUND AG wirkte sich negativ auf die sonstigen Beteiligungen aus. Der Anstieg der langfristigen Leasingforderungen und sonstigen Lagebericht

2) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,1 % und

langfristigen Vermögenswerte führte in den übrigen langfristigen Vermögenswerten zu einer Erhöhung um 97,8 Mio. Euro bzw. 13,0 % auf 849,1 Mio. Euro.

Die Reduktion der kurzfristigen Vermögenswerte um 201,6 Mio. Euro bzw. 20,4 % auf 787,4 Mio. Euro ist vorwiegend auf den Rückgang der kurzfristig gehaltenen Wertpapiere zurückzuführen.

30.09.2011 30.09.2010 Veränderung 30.09.2009
Konzern-Bilanz – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.349,4 3.179,2 170,2 5,4 3.018,3
at Equity einbezogene Unternehmen
und sonstige Beteiligungen 1.884,5 1.811,7 72,8 4,0 2.122,2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 849,1 751,3 97,8 13,0 620,7
6.083,0 5.742,1 340,8 5,9 5.761,2
Kurzfristige Vermögenswerte 787,4 989,1 –201,6 –20,4 934,2
Summe Aktiva 6.870,4 6.731,2 139,2 2,1 6.695,4
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.814,3 2.679,5 134,7 5,0 2.783,8
Anteile nicht beherrschender Anteile 361,7 345,7 16,0 4,6 343,4
3.176,0 3.025,3 150,7 5,0 3.127,2
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.591,3 1.726,4 –135,1 –7,8 1.702,5
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen 613,9 677,0 –63,2 –9,3 751,9
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten 506,8 461,0 45,9 9,9 469,3
2.712,0 2.864,5 – 152,5 – 5,3 2.923,7
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 311,6 205,2 106,3 51,8 17,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 670,8 636,2 34,6 5,4 627,5
982,4 841,5 140,9 16,7 644,5
Summe Passiva 6.870,4 6.731,2 139,2 2,1 6.695,4

Bilanzstruktur

Das Eigenkapital konnte in Summe um 150,7 Mio. Euro bzw. 5,0 % auf 3.176,0 Mio. Euro erhöht werden. Dem Rückgang des Marktwerts der Beteiligung an der VERBUND AG sowie der Dividendenzahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 71,8 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 33,7 Mio. Euro standen zusätzliche Eigenmittel aus der Kapitalerhöhung der EVN AG und das Ergebnis nach Ertragsteuern gegenüber. Die Eigenkapitalquote zum 30. September 2011 verbesserte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres von 44,9 % auf 46,2 %.

Die langfristigen Schulden wurden um 152,5 Mio. Euro bzw. 5,3 % auf 2.712,0 Mio. Euro reduziert. Für die Reduktion der langfristigen Finanzverbindlichkeiten verantwortlich waren vor allem eine Umgliederung der im Dezember 2011 fälligen EUR-Anleihe in Höhe von 257,7 Mio. Euro zu den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie die planmäßige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 82,3 Mio. Euro. Ein ursprünglich am 28. Februar 2011 fälliger Kredit in der Höhe von 170,8 Mio. Euro wurde verlängert und deshalb dem langfristigen Bereich zugeordnet. Neben den ebenfalls in den langfristigen Schulden enthaltenen latenten Steuerverbindlichkeiten und langfristigen Rückstellungen, die sich unter anderem aufgrund der Marktwertänderung der Beteiligung an der VERBUND AG um 63,2 Mio. Euro bzw. 9,3 % reduzierten, stiegen die Position Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse sowie die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten um 45,9 Mio. Euro bzw. 9,9 % auf 437,9 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 140,9 Mio. Euro bzw. 16,7 % auf 982,4 Mio. Euro. Die bereits erwähnte Umgliederung der EUR-Anleihe und die Verlängerung des Kredits führten per Saldo zu einem Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 106,3 Mio. Euro bzw. 51,8 % auf 311,6 Mio. Euro. Bei den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten war ein Anstieg in Höhe von 34,6 Mio. Euro bzw. 5,4 % auf 670,8 Mio. Euro zu verzeichnen.

In Summe resultierte aus diesen Entwicklungen eine Zunahme der Nettoverschuldung um 121,0 Mio. Euro bzw. 8,3 % auf 1.579,2 Mio. Euro.

2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
Nettoverschuldung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.591,3 1.726,4 –135,1 –7,8 1.702,5
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 280,8 170,8 110,0 64,4 0,1
Fonds der liquiden Mittel –112,6 –89,1 –23,5 –26,4 –113,6
Kurzfristige Wertpapiere –57,9 –223,8 165,9 74,1 –86,7
Langfristige Wertpapiere –97,9 –104,1 6,2 6,0 –102,4
Ausleihungen –24,4 –22,0 –2,4 –10,8 –21,6
Nettoverschuldung 1.579,2 1.458,2 121,0 8,3 1.378,2
Eigenkapital 3.176,0 3.025,3 150,7 5,0 3.127,2
Gearing (%)2) 49,7 48,2 1,5 44,1

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten

2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Bedingt durch das höhere Eigenkapital fiel der Anstieg des Gearings trotz der Zunahme der Nettoverschuldung um 1,5 Prozentpunkten auf 49,7 % moderat aus. Der Funds from Operations (FFO) erhöhte sich aufgrund eines Anstiegs im operativen Cash Flow sowie höheren Zinsaufwendungen. Trotz einer Erhöhung des FFOs reduzierte sich aufgrund der erhöhten Nettoverschuldung die Net Debt Coverage von 39,0 % auf 38,0 %. Höhere Zinsaufwendungen in Kombination mit höheren FFOs reduzierten die Interest Cover von 8,2 auf 7,6.

Nettoverschuldung in Mio. EUR, Gearing in %

Zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos wird die Zinsbindungsstruktur in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen fix und variabel gehalten, wobei zu dessen Steuerung Zinsderivate eingesetzt werden. Der Durchschnittszinssatz der Finanzierungen lag per 30. September 2011 bei 4,06 %, die Duration bei 2,68 (Vorjahr: Durchschnittszinssatz von 3,56 %, Duration von 3,32).

Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2010/11 investierte die EVN überwiegend in langfristige Finanzanlagen und Vermögenswerte. Die langfristigen Wertpapiere, die mit 97,9 Mio. Euro um 6,2 Mio. Euro bzw. 6,0 % unter dem Vorjahresniveau von 104,1 Mio. Euro lagen, dienen überwiegend zur gesetzlichen Deckung der Pensionsrückstellungen.

Durch die im ersten Quartal 2010/11 durchgeführte Kapitalerhöhung sind Eigenmittel in Höhe von 175,5 Mio. Euro zugeflossen. Diese zusätzlichen Mittel und die bestehenden Liquiditätsreserven sind ausreichend, um vor allem den Finanzbedarf für die geplanten Investitionen zu decken und den Tilgungsverpflichtungen aus bestehenden Krediten nachzukommen. Dennoch

Fälligkeitsprofil in Mio. EUR

werden laufend Finanzierungsalternativen geprüft, um die Fristenkonformität der Finanzierung sicherzustellen und Marktopportunitäten zu nützen.

Als Liquiditätsreserve besteht eine syndizierte Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro, die zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2010/11 zur Gänze ungenutzt war. Die Kreditlinie wird gegebenenfalls nur für kurzfristige Zwischenfinanzierungen verwendet, eine langfristige kontinuierliche Ausnützung der Kreditlinie ist grundsätzlich nicht geplant. Weiters bestehen seit Juli 2011 vertraglich vereinbarte bilaterale Kreditlinien in der Höhe von insgesamt 165,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von 3 bis 7 Jahren. Zum 30. September 2011 standen diese Kreditlinien in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Am 3. Oktober 2011 beschloss der Vorstand der EVN AG die Emission einer Anleihe in Höhe von 300,0 Mio. Euro und bereits am 6. Oktober 2011 wurde die Emission der Anleihe über die Börse abgeschlossen. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank AG, der Raiffeisen Bank International AG und Société Generale CIB begleitet. Die neue Anleihe hat mit einem Fälligkeitsdatum 13. April 2022 eine Laufzeit von 10,5 Jahren und weist eine Stückelung von EUR 1.000 auf. Der fixe Kupon wurde mit 4,25 % und der Emissionskurs mit 99,235 % festgelegt.

Am 14. Dezember 2011 wird die EUR-Anleihe mit einer ausständigen Nominale in Höhe von 257,4 Mio. Euro planmäßig getilgt.

Weitere Informationen zur Zusammensetzung und Fälligkeit der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernabschluss auf Seite 91 abgebildet.

Im Juli 2011 hat die Ratingagentur Standard & Poor's das langfristige Credit Rating der EVN AG von "A–" bestätigt und den Ausblick mit "negativ" belassen. Das langfristige Credit Rating von "A3" und "stabiler" Ausblick wurde von Moody's im Juli 2011 ebenfalls bestätigt. Im Vergleich zu anderen Unternehmen des europäischen Energiesektors verfügt die EVN mit diesen Bewertungen nach wie vor über ein gutes Rating.

Geldflussrechnung

Im Geschäftsjahr 2010/11 liegt der Cash Flow aus dem Ergebnis von 478,1 Mio. Euro trotz eines niedrigeren Ergebnisses vor Ertragsteuern um 10,4 Mio. Euro bzw. 2,2 % über dem Vorjahr. In den gestiegenen unbaren Ergebniskomponenten stehen höhere Abschreibungen und niedrigere Ergebnisse aus den at Equity einbezogenen Unternehmen einem Rückgang der langfristigen Rückstellungen gegenüber.

2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
Konzern-Geldflussrechnung – Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9 –10,4 –3,8 226,0
Unbare Ergebniskomponenten 217,6 196,8 20,8 10,6 219,1
Cash Flow aus dem Ergebnis 478,1 467,7 10,4 2,2 445,1
Veränderung kurz- und langfristiger Bilanzpositionen 78,3 67,0 11,3 16,8 –74,5
Zahlungen für Ertragsteuern –34,3 –35,5 1,1 3,2 –35,3
Cash Flow aus dem operativen Bereich 522,0 499,3 22,8 4,6 335,3
Veränderung bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –318,2 –335,8 17,6 5,2 –349,6
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –24,6 –24,6 –20,4
Veränderung bei Finanzanlagen und
übrigen langfristigen Vermögenswerten –333,3 –104,1 –229,2 –56,4
Veränderung bei kurzfristigen Wertpapieren 164,5 –141,1 305,0 26,1
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –511,6 –581,0 –69,4 –11,9 –400,4
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 13,1 57,1 –44,0 –77,1 84,3
Cash Flow gesamt 23,5 –24,6 48,1 19,2
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode 89,1 113,6 –24,5 –21,6 94,1
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,1 –0,1 0,3
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 112,6 89,1 23,5 26,4 113,6

*) Kleinbetrag

Der Cash Flow aus dem operativen Bereich konnte aufgrund einer gegenüber dem Vorjahr geringeren Bindung im Working Capital um 22,8 Mio. Euro bzw. 4,6 % auf 522,0 Mio. Euro verbessert werden.

Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich ging um 69,4 Mio. Euro bzw. 11,9 % auf –511,6 Mio. Euro zurück. Dem Kauf des 13 %igen Anteils an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH, den Kapitaleinzahlungen bei den at Equity einbezogenen Unternehmen sowie dem Aufbau von Leasingforderungen im internationalen Projektgeschäft des Segments Umwelt stand der Rückgang der kurzfristig gehaltenen Wertpapiere gegenüber.

Der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich in Höhe von 13,1 Mio. Euro war primär durch die im ersten Quartal 2010/11 durchgeführte Kapitalerhöhung der EVN AG in Höhe von 175,5 Mio. Euro, die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 71,8 Mio. Euro bzw. an nicht beherrschende Anteile in Höhe von 33,7 Mio. Euro sowie den Rückgang von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 57,7 Mio. Euro geprägt.

Aus den genannten Entwicklungen resultierte ein positiver Cash Flow von 23,5 Mio. Euro (Vorjahr: –24,6 Mio. Euro), wodurch sich die liquiden Mittel auf 112,6 Mio. Euro erhöhten (Vorjahr: 89,1 Mio. Euro). Darüber hinaus standen zum Stichtag zusätzliche Finanzmittel in Form von kurzfristigen Wertpapierveranlagungen, überwiegend Cashfonds, in Höhe von 57,9 Mio. Euro (30. September 2010: 223,8 Mio. Euro), die nach IFRS nicht dem Fonds der liquiden Mittel zuzurechen sind, zur Verfügung. Die bereits erwähnten Kreditlinien insgesamt in Höhe von 765,0 Mio. Euro standen ebenfalls per 30. September 2011 in vollem Ausmaß zur Verfügung. In Summe verfügt die EVN demnach über ausreichende Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit; ihre Liquiditätssituation kann weiterhin als stabil beurteilt werden.

Investitionstätigkeit

Die EVN erhöhte im Berichtszeitraum die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 21,7 Mio. Euro bzw. 5,5 % auf 415,7 Mio. Euro. In der Erzeugung kam es vorwiegend zu einem Anstieg der Investitionen in Niederösterreich aufgrund der beiden Windparks Markgrafneusiedl und Tattendorf. Unverändert hoch zeigten sich die Investitionen im Netzbereich im niederösterreichischen Versorgungsgebiet, wobei der Bau der regionalen Erdgastransportleitungen "Süd- und Westschiene" im Fokus standen. Der leichte Anstieg der Investitionen im Segment Energiehandel und -vertrieb resultierte aus dem Ausbau des Wärme geschäfts in Niederösterreich. Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wurden die Investitionen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität sowie für den Ausbau der Netz- und Zählertechnik in Südosteuropa fortgesetzt. Der Anstieg ist vor allem auf die Investitionen in die Cogeneration-Anlage in Plovdiv sowie den Aufbau der Gasversorgung in Kroatien zurückzuführen. Der Investitionsrückgang im Segment Umwelt erklärt sich aufgrund der im Vorjahr fertiggestellten Linie 3 der Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr.

Struktur der Investitionen in %

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Umwelt

Energieversorgung Südosteuropa

Energiebeschaffung und -vertrieb Netzinfrastruktur Inland

Erzeugung

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte gibt die folgende Tabelle:

2010/11 2009/10 Veränderung 2008/09
Investitionsschwerpunkte der EVN
1)
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR in % Mio. EUR
Erzeugung 66,4 45,2 21,2 47,0 63,4
davon kalorische Kraftwerke 6,5 7,2 –0,8 –10,4 31,5
davon erneuerbare Energie in Niederösterreich 51,6 5,4 46,2 3,5
davon erneuerbare Energie in Südosteuropa 8,4 32,4 –24,0 –74,1 28,3
Netzinfrastruktur Inland 160,9 156,5 4,5 2,9 161,5
davon Stromnetz 75,1 65,3 9,8 14,9 74,9
davon Gasnetz 70,0 75,6 –5,6 –7,5 82,6
davon Kabel-TV- und Telekombereich 12,8 11,5 1,3 11,0 3,9
Energiehandel und -vertrieb 25,3 21,5 3,8 17,6 32,5
davon Wärmeanlagen 24,3 18,8 5,6 29,8 29,2
Energieversorgung Südosteuropa 112,5 100,7 11,8 11,7 104,8
Umwelt 48,3 68,6 –20,2 –29,8 52,4
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 22,4 –22,4 29,2
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 33,0 33,9 –1,0 –2,9 5,1
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze,
Abwasserentsorgung 9,1 8,2 1,0 11,8 9,1
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 2,2 1,6 0,6 41,5 1,1
Summe 415,7 394,0 21,7 5,5 415,7

1) nach Konsolidierung

Mitarbeitende

Im Geschäftsjahr 2010/11 betrug der durchschnittliche Personalstand der EVN 8.250 Mitarbeitende, davon waren 55 Lehrlinge. Die EVN ist sich des hohen Stellenwerts von qualifizierten Mitarbeitenden bewusst, weshalb die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Mitarbeitenden einen Schwerpunkt des Personalmanagements bilden. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. Mit einem Gesamtaufwand von rund 2,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) wurden im Geschäftsjahr 2010/11 pro Mitarbeitenden 313,7 Euro (Vorjahr: 314,1 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Der durchschnittlich für Bildungsmaßnahmen verwendete Zeitaufwand konnte von jährlich 27,1 Stunden pro Mitarbeitenden auf 22,1 Stunden gesteigert werden.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, ökonomische, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. Aspekte der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Zielsetzungen bilden einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung der EVN in den nächsten Jahren bildet dabei eine noch stärkere Entwicklung in Richtung erneuerbare Energie. Bis 2020 will die EVN dreimal so viel Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie erzeugen wie im Berichtsjahr (2010/11: 1,2 TWh). Wasserkraftprojekte in Bulgarien und Albanien sind bereits in Bau bzw. in Planung. Langfristig hat sich die EVN das Ziel gesetzt, 40 % bis 60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (Geschäftsjahr 2010/11: 16,3 %) und gleichzeitig soll dabei der Anteil erneuerbarer Energieträger auf rund 50 % gesteigert werden (Geschäftsjahr 2010/11: 35,4 %).

Forschung und Entwicklung

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken sowie bei der Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien ein. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden rund 1,1 Mio. Euro für Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor allem in den Bereichen erneuerbare Energiequellen (z. B. Solarthermie, Biomasse-Versuchsanlage), Smart Metering, CCS-Technologien (z. B. CO2-Verwertung) und Demand Side Management verwendet.

Risikomanagement

Risikodefinition

Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Primäres Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung bestehender und zukünftiger Ertrags- und Cash-Flow-Potenziale. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses stellt das zentral organisierte Risikocontrolling den dezentralen Risikoverantwortlichen geeignete Methoden und Werkzeuge zur Identifikation und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Die risikoverantwortlichen Geschäfts einheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikomanagement. Gemeinsam werden geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definiert, für deren Umsetzung wiederum die dezentralen Geschäftseinheiten verantwortlich sind. Im zentralen Risiko management erfolgt die Analyse und Bewertung der Gesamtrisikosituation des EVN Konzerns.

Der Risikomanagementprozess umfasst die folgenden Schritte:

  • Identifikation: Erhebung der Risiken auf Basis der letzten Risikoinventur und Identifikation von neuen Risikopositionen;
  • Bewertung & Analyse: Qualitative und quantitative Bewertung der identifizierten Risiken, Aggregation der Risiken nach unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven und Modellierung der Ergebnisverteilungen;
  • Berichterstattung: Übermittlung von Risikoberichten an die Risikoverantwortlichen sowie an den Vorstand des EVN Konzerns, Diskussion und Beurteilung der Risikosituation im "Risikoarbeitsausschuss" sowie im "Konzernrisikoausschuss" und gegebenenfalls Einleiten von Risikosteuerungsmaßnahmen;
  • Prozess-Review: Methodische Identifikation jener organisatorischen Einheiten, die einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind, sowie regelmäßige Überprüfung, ob die festgelegten Methoden zur Identifikation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind.

Aufgaben des Risikoarbeitsausschusses

Der Risikoarbeitsausschuss ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des Risikomanagement-Kreislaufs betraut. Er gibt Änderungen in Bezug auf Risikobewertungsmethoden frei und definiert Art und Umfang der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht aus den Leitern der Konzernfunktionen Interne Revision, Generalsekretariat und Corporate Affairs, Controlling und Rechnungswesen. Die Interne Revision überprüft zudem die Prozesse des Risikomanagements sowie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung.

Konzernrisikoausschuss und Kontrolle

Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leitern der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risikoarbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoinventur sowie die Berichte präsentiert und diskutiert. Er entscheidet über den weiteren Handlungsbedarf, kann Arbeitsgruppen einberufen sowie Arbeitsaufträge erteilen. Darüber hinaus verfügt der Konzernrisikoausschuss über die Kompetenz, Steuerungsmaßnahmen zur Veränderung der Risikoposition des EVN Konzerns zu setzen und folglich die strategische Unternehmensausrichtung zu beeinflussen.

Risikoprofil

Risiken im Energiebereich

Aufgrund von wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entwicklungen kann es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Strom, Erdgas und Wärme kommen. Zudem besteht das Risiko, dass sich die Witterungsverhältnisse nachteilig auf die Energienachfrage auswirken und auch die Wasserführung jener Flüsse beeinflussen, an denen die EVN Wasserkraftwerke betreibt. Steigende bzw. volatilere Beschaffungskosten für Primärenergie, eine suboptimale bzw. nicht dem derzeitigen Marktumfeld entsprechende Beschaffungsstrategie sowie Preisdruck durch Mitbewerber können die Deckungsbeiträge des EVN Konzerns beeinflussen und zu Kundenverlusten führen. Absicherungsstrategien wie die längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten, der Abschluss von Termingeschäften, die Diversifikation des Kundenportfolios sowie marktkonforme Kundenangebote bewirken eine Risikominimierung. Im Energiebereich können zudem operative Risiken wie Betriebsunterbrechungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie bei Beschaffung und Vertrieb von Erdgas auftreten. Das Energiegeschäft umfasst gefährliche Tätigkeiten, die den EVN Konzern dem Risiko wesentlicher Haftungen aussetzen und die strikte Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien erfordern. Vor allem im Erzeugungsbereich ist die EVN Projektrisiken und dem Risiko der mangelhaften Erfüllung oder Nichterfüllung vertraglich festgelegter Leistungen im Rahmen des Fremdbezugs ausgesetzt. Durch das Eingehen von Partnerschaften (Joint Ventures, Syndikatsverträge) können Risiken wie Interessenkonflikte, eingeschränkte Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der Ausstieg oder Ausfall des Partners erwachsen. Zudem besteht die Gefahr, dass erforderliche Genehmigungen und Lizenzen durch Verschulden von der EVN nicht erteilt oder verlängert werden.

Risiken im Segment Umwelt

Die Risiken im Segment Umwelt betreffen die Abnahme der Nachfrage nach Abfallverwertungsleistungen des EVN Konzerns und Betriebsstörungen bzw. -unterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen sowie bei thermischen Abfallverwertungsanlagen. Im Umweltsegment ist die EVN zudem technologischen, Vertrags-, Counterparty- und Projektrisiken ausgesetzt. Hier erfolgt die Risikoreduktion primär durch Einsatz erfahrener Mitarbeitender, regelmäßige Fortbildungen und Trainings, effizientes Projektmanagement sowie durch den Einsatz von Absicherungsinstrumenten (u. a. Garantien).

Politische und rechtliche Risiken

Eine Veränderung des regulatorischen Umfelds, politische Einflussnahme bei Großprojekten sowie strengere Auflagen im Bereich der Umweltgesetzgebung sind die primären Treiber politischer und rechtlicher Risiken. Zudem stellt die teilweise bestehende politische und wirtschaftliche Instabilität in den Märkten Süd- und Südosteuropas ein Risiko dar, dem durch Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten verringert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturen gesteuert werden. Wesentlicher Einflussfaktor auf die mittel- bis langfristige Entwicklung der Marktrisiken der EVN im Bereich Energie ist die Energiepolitik (z. B. geplanter Atomkraftausstieg Deutschlands) und die daraus resultierende langfristige Entwicklung des Energiemixes. Rechts- und Prozessrisiken bestehen vor allem im Zusammenhang mit anhängigen bzw. potenziellen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren betreffend diverse Kraftwerksprojekte. Die Prozessrisiken des Konzerns konnten im März 2011 durch den erzielten Vergleich betreffend das seit 2008 anhängige Gerichtsverfahren zwischen der staatlichen ELEM (Mazedonien) und der EVN gemindert werden. Dieser Vergleich kann als weiterer positiver Schritt zur Lösung aller offenen Punkte zwischen der mazedonischen Regierung und der EVN im Rahmen der vereinbarten "Road Map" betrachtet werden.

Finanzrisiken

Die EVN begegnet Zinsänderungs-, Wechselkurs- und Marktpreisrisiken mit einer umfassenden Treasury-Strategie und diesbezüglichen organisatorischen und methodischen Regelungen, die unter anderem auch tägliche Risikoanalysen und den Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten umfassen. Den Kredit- bzw. Forderungsausfallsrisiken wird mit Bonitätsmonitoring- und Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen, erfolgreiche Kreditaufnahmen und Anleiheplatzierung sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs (u. a. durch Kreditlinien) ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko vorzubeugen.

Gesamtrisikoprofil

Bedingt durch die Strategie des Konzerns, die für die nächsten Jahre primär die Stärkung des Kerngeschäfts sowie selektives Wachstum vorsieht, verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Risiken können dabei neben der Tätigkeit im Heimmarkt Niederösterreich und der bereits bestehenden Geschäftsfelder in Südosteuropa auch aus ausgewählten Wachstumsprojekten entstehen. Unter anderem aufgrund des diversifizierten Geschäftsportfolios der EVN wurden im Rahmen der jährlich durchgeführten Konzernrisikoinventur keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des EVN Konzerns gefährden könnten.

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugs- und Absatzpreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2 -Emissions zertifikate und Biomasse

Fixpreisvereinbarungen, auf das Marktumfeld abgestimmte Beschaffungsstrategie, Absicherungsgeschäfte

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungs beiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerks kapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netz betriebs im Netztarif durch den Regulator

  • Lobbying bei nationalen und internationalen
  • Behörden und Interessenvertretungen

Mengenrisiko

Sinkende Nachfrage nach Produkten bzw. Leistungen der EVN, Rückgang der Eigenerzeugungsmenge u. a. aufgrund veränderter Wasserführung

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäfts partner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Bonitätsmonitoring und Kreditlimitsystem, Versicherungen und Diversifizierung der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer

  • Produktions kapazitäten
  • Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Translationsrisiken bei der Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss, nicht währungskonforme Finanzierung von Tochtergesellschaften

Finanzierung in JPY und CHF

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

Vertretungen im Aufsichtsrat bzw. Gesellschafter-/Risikoausschüssen der jeweiligen Beteiligungs gesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, steigender Zinsaufwand, Wertveränderung der variabel verzinsten

Finanz instrumente Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Impairmentrisiken

Abschreibung von Firmenwerten, Beteiligungen bzw. Kraftwerken

Inflations-/Deflationsrisiko

Risiko des Schlagendwerdens von Garantien

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten, eigene Demonstrationsanlagen und Pilotprojekte, ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung (u. a. durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze)

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Vertragsrisiken

Nichterkennen von Problemen im juristischen, wirtschaftlichen und technischen Sinn; Vertragsrisiko aus Finanzierungsverträgen

Umfassende Legal Due Diligence, Zukauf von Expertise/Rechtsberatung, Vertragsdatenbank und laufendes Monitoring

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken

Gesetzgebung/Politisches Risiko

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen und des regulatorischen Umfelds (z. B. Umweltgesetze, wechselnde rechtliche Rahmen bedingungen in Südosteuropa)

Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen, Rechtsberatung

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung

Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung/Korruption

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südost europa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaft lichen Parameter

Planungsrisiko

Modellrisiko, Treffen von falschen bzw. unvollständigen Annahmen

Wirtschaftlichkeitsbeurteilung durch erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter, Monitoring der Parameter und regelmäßige Updates, Vier-Augen-Prinzip

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hochqualifizierten Mitarbeitenden, Ausfall durch Arbeitsunfälle, personelle Über- oder Unterkapazitäten, Kommunikationsprobleme, kulturelle Barrieren, Betrug, bewusste bzw. unbewusste Fehldarstellungen von Transaktionen bzw. Jahresabschlussposten

Attraktives Arbeitsumfeld und Entlohnungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle, Schulungen, Konzerntage, risikoorientiertes internes Kontrollsystem (RIKS)

Co-Investment-Risiko

Risiken in Zusammenhang mit der Durchführung von Großprojekten gemeinsam mit einem Partnerunternehmen

Vertragliche Absicherung, effizientes

Projekt management Sabotage

Sabotage beispielsweise bei Gasleitungen, Kläranlagen und Müllverbrennungsanlagen

Geeignete Sicherheitsvorkehrungen, regelmäßige Messung der Wasserqualität und der Emissionswerte

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Einleitung

Gemäß § 267 Abs. 3b in Verbindung mit § 243a Abs. 2 UGB in der Fassung des URÄG 2008 sind im Konzernlagebericht von Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess zu beschreiben.

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstands.

Gemäß der Verpflichtung des URÄG 2008 hat die EVN ihr internes Kontrollsystem zu einem "Risikoorientierten Internen Kontrollsystem" (RIKS) weiterentwickelt und implementiert. Das RIKS wird durch Kontrollen der identifizierten risikobehafteten Prozesse in regelmäßigen Abständen überwacht. Das Ergebnis dieser Überwachungstätigkeiten wird dem Management und dem Aufsichtsrat berichtet. Das RIKS gewährleistet klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte, wodurch die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht wird.

Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herangezogen. Das COSO-Rahmenwerk besteht aus fünf zusammenhängenden Komponenten: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.

Kontrollumfeld

Der von der EVN festgelegte Verhaltenskodex und die darin zugrundegelegten Wertvorstellungen gelten für die Mitarbeitenden des gesamten Konzerns. Der Verhaltenskodex der EVN ist auf www.evn.at/verhaltenskodex.aspx in deutscher und unter www.evn.at/code-of-conduct.aspx in englischer Sprache abrufbar.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen. Der Abschlussprozess der EVN basiert auf einer einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie, die neben den Bilanzierungsvorschriften auch die wesentlichen Prozesse und Termine konzernweit festlegt. Für die konzerninternen Abstimmungen und sonstigen Abschlussarbeiten bestehen verbindliche Anweisungen.

Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Komplexe versicherungsmathematische Gutachten und Bewertungen werden durch darauf spezialisierte Dienstleister oder qualifizierte Mitarbeitende erstellt.

Im Zuge der Einführung des RIKS wurden im Rechnungswesen jene Prozesse definiert, die für dieses System relevant sind. In diesen Prozessen wurden die Prozessschritte, welche ein Risiko beinhalten, gekennzeichnet, und es wurde festgelegt, durch welche Kontrollmaßnahmen diese Risiken zu überwachen sind.

Für die Einhaltung der Prozesse sowie der korrespondierenden Kontrollmaßnahmen sind die jeweiligen Prozessverantwortlichen, das sind im Wesentlichen die Leiter der strategischen Geschäftseinheiten sowie der Konzernfunktionen, zuständig.

Risikobeurteilung und Kontrollmaßnahmen

Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstellungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden mehrstufig aufgebaute Sicherungsmaßnahmen mit dem Ziel implementiert, dass die IFRS-Einzelabschlüsse sämtlicher Tochtergesellschaften richtig erfasst werden. Diese Maßnahmen umfassen automatisierte Kontrollen in der Konsolidierungssoftware als auch manuelle Kontrollen in den kaufmännischen Konzernfunktionen Controlling und Rechnungswesen.

Auf Basis der Abschlüsse der Tochterunternehmen führen diese beiden Fachabteilungen umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen durch, damit die Daten der Einzelabschlüsse ordnungsgemäß in den Konzernabschluss übernommen werden.

Die Überprüfung der Abschlussdaten sieht vor, dass die Daten vor und nach der Konsolidierung zentral auf Positions-, Segment- und Konzernebene analysiert werden. Erst nach Durchführung dieser Qualitätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des Konzernabschlusses.

Das Rechnungswesen der EVN AG und der wesentlichsten in- und ausländischen Tochtergesellschaften wird in SAP-FI geführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfolgt in Hyperion Financial Management, in das die Werte der Einzelabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften mittels Schnittstelle übernommen werden. Die Rechnungswesensysteme sowie alle vorgelagerten Systeme sind durch Zugriffsberechtigungen und automatische sowie zwingend im Prozess vorgesehene manuelle Kontrollschritte geschützt.

Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der verschiedenen Ergebnisse durch die verantwortlichen Mitarbeitenden bis hin zur Überleitung von Konten und der Analyse der Prozesse im Rechnungswesen.

Das RIKS und die für das Rechnungswesen relevanten Prozesse werden mindestens einmal jährlich vom zuständigen Assessor dahingehend überprüft, ob die Kontrollen durchgeführt worden sind, ob es Risikovorfälle im Geschäftsjahr gegeben hat und ob die Kontrollen weiterhin geeignet sind, die vorhandenen Risiken abzudecken. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden im Sinne der kontinuierlichen Weiterentwicklung des RIKS Prozessadaptionen und -verbesserungen durchgeführt.

Information, Kommunikation und Überwachung

Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand vierteljährlich mit einem umfassenden Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der sowohl eine Bilanz als auch eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung enthält, informiert. Darüber hinaus ergeht einmal jährlich eine RIKS-Berichtserstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat, welche als Informationsgrundlage zur Beurteilung der Effizienz und Effektivität des RIKS-Systems dient und die Steuerbarkeit des RIKS durch die dafür vorgesehenen Gremien gewährleisten soll. Dieser Bericht erfolgt durch den RIKS-Manager in Zusammenarbeit mit dem RIKS-Komitee auf Basis der Informationen der RIKS-Bereichsverantwortlichen, der Kontrolldurchführenden und der Assessoren.

Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung werden weiters die relevanten Informationen auch den Leitungsorganen und wesentlichen Mitarbeitenden der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung gestellt.

Die interne Revision der EVN führt regelmäßig rechnungswesenbezogene Prüfungen durch, deren Feststellungen ebenfalls bei den laufenden Verbesserungen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Berücksichtigung finden.

Angaben gemäß §243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)

  1. Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis 10:1. Das Grundkapital wurde mit der Durchführung der Kapitalerhöhung von 300,0 Mio. Euro um 10,0 % auf 330,0 Mio. Euro erhöht. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,00 Euro festgelegt, die Bezugsfrist für die Aktionäre der EVN AG lief vom 29. Oktober bis einschließlich 12. November 2010. Der EVN floss aus der Kapitalerhöhung ein Nettoemissionserlös von 175,5 Mio. Euro zu, der zur Stärkung der Bilanz und Unterstützung des Ratings der EVN sowie für Investitionen in erneuerbare Energieprojekte verwendet wurde.

Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden 129.875 neue Aktien berechtigten Mitarbeitenden zugeteilt und 6.624.843 neue Aktien oder 40,5 % aller neu ausgegebenen Aktien im Rahmen der Vorabplatzierung mit institutionellen Investoren platziert.

Per 30. September 2011 betrug somit das Grundkapital der EVN AG 330.000.000 Euro und war unterteilt in 179.878.402 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.

    1. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.
    1. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Der zweitgrößte Aktionär der EVN AG, die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, hat am 5. November 2010 gemäß § 91 Abs. 1 BörseG bekannt gegeben, dass er bei der am 30. Oktober 2010 im Firmenbuch eingetragenen Kapitalerhöhung der EVN AG seine Bezugsrechte nicht ausgeübt hat und mit Eintragung dieser Kapitalerhöhung die Schwelle von 35 % der Stimmrechte an der EVN AG, nicht jedoch die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der EVN AG unterschritten hat.

Per 30. September 2011 verfügt die EVN AG über 398.260 eigene Aktien, die in Summe rund 0,22 % des Grundkapitals der Gesellschaft entsprechen (30. September 2010: 467.328 Stück bzw. 0,29 % des Grundkapitals). Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien erfolgte unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Der Vorstand der EVN AG hat am 21. Juni 2011 beschlossen, maximal 146.000 der eigenen Aktien umzuwidmen, um diese an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie bestimmter verbundener Unternehmen (EVN Netz GmbH und evn wasser Gesellschaft m.b.H.) anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können. Am 4. August 2011 wurden insgesamt 69.068 Stückaktien, das entspricht 0,04 % des Grundkapitals der EVN AG, an diese Arbeitnehmer außerbörslich übertragen. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz. Bei EVN AG besteht derzeit kein Aktienoptionsprogramm.

  1. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben.

    1. Mitarbeitende, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
    1. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften aufgrund der Eigentumsverhältnisse insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhalten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht.

Am 20. Jänner 2011 hat der Aufsichtsrat der EVN AG Dr. Peter Layr zum neuen Sprecher des Vorstands ernannt. Er folgte in dieser Funktion Dr. Burkhard Hofer nach, der zu diesem Stichtag einvernehmlich aus dem Vorstand der EVN AG ausgeschieden ist. Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA, wurde per 20. Jänner 2011 vom Aufsichtsrat für fünf Jahre in den Vorstand der EVN AG bestellt.

In der 82. Hauptversammlung der EVN am 20. Jänner 2011 wurde eine Reduktion der Anzahl der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat, die von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden, von 13 auf zehn Mitglieder beschlossen. Die Wahl erfolgt auf die längste nach dem Aktiengesetz zulässige Dauer. Einschließlich der Reduktion der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von sieben auf fünf reduzierte sich am 20. Jänner 2011 die Gesamtzahl der EVN Aufsichtsräte von zuvor 20 auf 15 Mitglieder. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 20. Jänner 2011 wurde Dr. Burkhard Hofer zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

    1. Es bestehen keine Befugnisse des Vorstands gemäß § 243a Z 7 UGB.
    1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.
    1. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitenden für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011/12

Der Geschäftserfolg der EVN wird im Bereich Energie vor allem von den Stromhandelspreisen auf den europäischen Spot- und Terminmärkten sowie von den Preisen für Primärenergie und CO2 -Emissionszertifikate bestimmt. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Energieabsatzmengen aus. Im Bereich Umwelt steht die Nachfrage im internationalen Projektgeschäft in Abhängigkeit zur finanziellen Ausstattung öffentlicher Institutionen. Zusätzlich können Großprojekte aufgrund ihres Charakters zu Schwankungen in der Ergebnisrealisierung führen, die vom jeweiligen Baufortschritt abhängen. Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges hängt der Ergebnisbeitrag vor allem von der Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und VERBUND AG ab.

Die folgenden Tarifänderungen werden sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf die Geschäftsentwicklung der EVN auswirken: Im Zuge der Anreizregulierung hat die E-Control-Kommission per 1. Jänner 2011 die Stromnetztarife um durchschnittlich 1,0 % und die Gasnetztarife um durchschnittlich 10,6 % erhöht. Die langfristig orientierte Einkaufspolitik der EVN ermöglicht es, die Strompreise für Endkunden seit 1. November 2008, trotz der hohen Volatilitäten an den internationalen Energiemärkten, weiterhin stabil zu halten. Nachdem die Gaspreise an Endkunden zuletzt im Dezember 2009 gesenkt wurden und der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis aufgrund einer 60 %igen Rohölpreiserhöhung deutlich angestiegen ist, war eine Erhöhung der Gaspreise per 1. April bzw. 1. Oktober 2011 um 8,9 % bzw. 5,8 % betriebswirtschaftlich unumgänglich.

In Mazedonien hat per 1. März 2011 der Regulator die Absatzpreise für Strom um rund 5,5 % erhöht, von der Gesamterhöhung entfielen 89,6 % auf die EVN Macedonia. In Bulgarien wurden per 1. Juli 2011 die Endkundenpreise für Strom um 1,9 % angehoben, die Preise für den für die EVN relevanten Energiebezug sowie die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Weiters hat der Regulator eine Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme um 6,8 % genehmigt. Der Gasbezugspreis stieg um 4,7 %.

Die für das Geschäftsjahr 2011/12 erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung resultiert demnach aus folgenden Faktoren:

  • Der Geschäftserfolg im Segment Erzeugung wird von den außerordentlich ungünstigen Marktbedingungen für die thermischen Kraftwerke geprägt sein. Es werden nach wie vor niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet. Der Beitrag aus der Erzeugung aus erneuerbarer Energie sollte aufgrund neuer Kapazitäten steigen. In Summe sollte im Segment ein Ergebnis realisiert werden können, das auf dem Niveau des Vorjahres liegt.
  • Im Segment Netzinfrastruktur Inland wird unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs und trotz Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden mit stabilen Strom- und Gasabsätzen gerechnet. Hinsichtlich der Tarifgestaltung werden keine nennenswerten negativen Einflüsse auf die Netzerlöse erwartet. Infolge höherer Abschreibungen und leicht sinkender Umsatzerlöse im Strom- und Gasnetzbereich wird trotz einer steigenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich sowie weiterer interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen mit einem leicht rückläufigen Ergebnis gerechnet.
  • Im Segment Energiehandel und -vertrieb wird, unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs, im Gas- und Wärmebereich ein leichter Absatzrückgang im Vergleich zum relativ kalten Vorjahr 2010/11 erwartet. Aufgrund der Erhöhung der Endkundenpreise für Gas per 1. April und 1. Oktober 2011 wird jedoch mit einem leicht höheren Umsatz gerechnet. Aufgrund der nach wie vor ungünstigen Marktsituation in Bezug auf die Stromvermarktung und dem Wegfall positiver Einmaleffekte sowie hoher Volatilitäten der Strommärkte wird jedoch von einem deutlichen Ergebnisrückgang ausgegangen.
  • Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird mit einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung gerechnet. Unterstützt werden sollte diese Annahme vom planmäßig fortgesetzten Restrukturierungs- und Integrationsprozess, der weitere Effizienzsteigerungen sowie eine konsequente Reduktion der Netzverluste anstrebt. Die positiven Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen, die höheren Tarife in Bulgarien und Mazedonien, die Änderung des Energiegesetzes in Mazedonien sowie die Inbetriebnahme der Cogeneration-Anlage in Bulgarien werden ebenfalls positive Impulse liefern. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird jedoch auch von der erfolgreichen Bewältigung der Marktliberalisierung abhängen.
  • Die positive Entwicklung im Segment Umwelt sollte sich unter der Annahme, dass der Auftragseingang von der Konjunktur nicht negativ beeinflusst wird, aufgrund des hohen aktuellen Auftragswerts von über 1,3 Mrd. Euro für internationale Projekte sowohl umsatz- als auch ertragsmäßig fortsetzen.
  • Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird mit einer leichten Ergebnisverbesserung gerechnet, wenngleich diese Erwartung in sehr starker Abhängigkeit zur weiteren Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und VERBUND AG stehen wird.

Bei Eintreten der genannten Prämissen wird für das Geschäftsjahr 2011/12 in Summe mit Umsatzerlösen und einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet. Das Finanzergebnis sollte das Niveau des Vorjahres übertreffen können, wird jedoch in hohem Ausmaß von der energiewirtschaftlichen Entwicklung bei den Beteiligungsunternehmen und der Stabilisierung des Geld- und Kapitalmarktes abhängig sein. Das Konzernergebnis sollte somit in Summe trotz erwarteter schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit der wertorientierten Unternehmensstrategie angestrebt.

Für das Geschäftsjahr 2011/12 plant die EVN ein ähnliches Niveau der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als im Berichtsjahr. Die Investitionsschwerpunkte liegen unverändert in der Netzinfrastruktur In- und Ausland sowie erneuerbarer Erzeugung.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Segmentberichterstattung

Überblick

Die Konzernstruktur der EVN umfasst das Energiegeschäft, das Umweltgeschäft sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges. Das Energiegeschäft beinhaltet aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Kroatien. Funktional betrachtet wird im Energiegeschäft bei Strom und Wärme die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, dem Transport bis hin zur Verteilung und Versorgung abgedeckt, bei Gas die Wertschöpfungsstufen Transport und Verteilung. Das Produktportfolio aus Strom, Gas und Wärme wird ergänzt durch Aktivitäten der Tochtergesellschaften in verwandten Geschäftsfeldern sowie in regionalen Kabel-TV- und Telekommunikationsdienstleistungen. Das Umweltgeschäft bildet die Aktivitäten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie der thermischen Abfallverwertung in 16 Ländern ab.

Die Definition der operativen Segmente erfolgt gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" ausschließlich basierend auf der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Aufgrund von Neuzuordnungen wurden drei Tochtergesellschaften, die bisher dem Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges zugeordnet waren, in andere Segmente umgegliedert: Die Ergebnisse der first facility GmbH sowie der Allplan Gesellschaft m.b.H. werden dem Segment Energiehandel und -vertrieb zugerechnet. Die Ergebnisse der V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H. sind nun im Segment Netzinfrastruktur Inland abgebildet. Die Vorjahreswerte werden aufgrund Unwesentlichkeit nicht angepasst.

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen und erneuerbaren
Energien an österreichischen und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze
für Kabel-TV und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern, Handel und
Verkauf von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandels
märkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden in
Bulgarien und Mazedonien, Wärmeerzeugung und -verkauf
in Bulgarien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen in Kroatien,
Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfall
verwertung in Österreich sowie internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen
Veränderung
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Stromerzeugung 3.332 3.653 –321 –8,8 3.477
Wärmekraftwerke1) 2.151 2.352 –201 –8,5 2.211
Erneuerbare Energie2) 1.181 1.300 –119 –9,1 1.267
Netzabsatz
Strom 21.150 20.766 384 1,9 20.428
Gas3) 16.415 18.525 –2.110 –11,4 17.159
Energieverkauf an Endkunden
Strom 20.403 20.101 302 1,5 19.541
davon Mittel- und Westeuropa4) 7.143 7.017 126 1,8 6.537
davon Südosteuropa 13.260 13.084 176 1,3 13.003
Gas 6.475 6.738 –263 –3,9 6.102
Wärme 1.911 1.821 90 4,9 1.576
davon Mittel- und Westeuropa4) 1.678 1.569 109 6,9 1.316
davon Südosteuropa 233 253 –20 –7,9 260

1) Beinhaltet auch Cogeneration in Bulgarien im Segment Energieversorgung Südosteuropa und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

2) Umfasst auch die Bio-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich im Segment Energiehandel und -vertrieb, Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien im Segment Energieversorgung Südosteuropa sowie ein Blockheizkraftwerk am Standort Kurjanovo, Moskau, im Segment Umwelt. Die Erlöse aus der Vermarktung sind im jeweiligen Segment enthalten.

3) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN.

4) Mittel- und Westeuropa beinhaltet Österreich und Deutschland.

Nachstehend werden die operative Entwicklung der sechs Segmente und die Auswirkungen der energiewirtschaftlichen Kennzahlen auf deren Geschäftsverlauf beschrieben.

Erzeugung

Das Segment Erzeugung umfasst die Stromerzeugung aus thermischen Produktionskapazitäten und erneuerbarer Energie in Österreich sowie Projekte für zukünftige Erzeugungsanlagen in Deutschland, Bulgarien und Albanien.

Die Umsätze des Segments beinhalten im Wesentlichen konzerninterne Umsätze und zu einem geringeren Anteil Außenumsätze, die vorwiegend aus dem Verkauf erneuerbarer Energie aus Windkraft resultieren. Hinsichtlich der thermischen Erzeugung der EVN AG und der Strombezugsrechte aus Donaukraftwerken wird der Optionswert als konzerninterner Umsatz abgebildet. Der Optionswert ist im Wesentlichen jener Preis, den das Segment Erzeugung für die Benützung der Erzeugungskapazitäten durch das Segment Energiehandel und -vertrieb im Gegenzug für den Verkauf der erzeugten Energie erhält. Die Berechnung erfolgt im Vorhinein, anhand der geplanten Erzeugung auf Basis von Forward-Preisen und der geplanten Einsatzkosten. Die aktuelle Eigenerzeugungsmenge lässt daher generell nur bedingt Rückschlüsse auf die Ergebnisentwicklung zu. Die Vermarktung des erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden hingegen im Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst.

Highlights 2010/11

  • Rückgang der Stromerzeugung aufgrund eines geringeren Einsatzes der Gaskraftwerke und des schlechteren Wasserdargebots

  • Weiterhin niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und Stromhandelspreisen

  • Zu- und Abschreibungen aufgrund Werthaltigkeitsprüfungen per Saldo in Höhe von 9,5 Mio. Euro

  • Wertminderung in at Equity einbezogenen Unternehmen von 23,1 Mio. Euro

Veränderung
Kennzahlen 2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh
Stromerzeugung 3.000 3.303 –302 –9,2 3.197
davon Wärmekraftwerke 1.998 2.185 –186 –8,6 2.031
davon erneuerbare Energie 1.002 1.118 –116 –10,4 1.166
Finanzkennzahlen Mio. EUR
Außenumsatz 24,1 25,6 –1,6 –6,1 30,1
Innenumsatz 73,0 93,0 –20,0 –21,5 116,0
Gesamtumsatz 97,1 118,6 –21,6 –18,2 146,1
Operativer Aufwand –65,0 –66,2 1,2 1,8 –61,9
EBITDA 32,1 52,5 –20,4 –38,9 84,2
Abschreibungen –35,7 –34,0 –1,7 –4,9 –21,3
Operatives Ergebnis (EBIT) –3,6 18,5 –22,1 62,9
Finanzergebnis –32,9 –7,1 –25,8 –6,5
Ergebnis vor Ertragsteuern –36,5 11,4 –47,9 56,4
Gesamtvermögen 745,9 458,0 287,8 62,8 436,5
Gesamtschulden 484,7 258,5 226,2 87,5 224,0
Investitionen1) 70,8 48,9 22,0 44,9 63,4

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Entwicklung der Erzeugung

Die Stromerzeugung der EVN sank im Geschäftsjahr 2010/11 im Vergleich zum Vorjahr um 302 GWh bzw. 9,2 % auf 3.000 GWh. Zurückzuführen ist dies einerseits auf die Minderung der Produktion aus Wärmekraftwerken um 8,6 % auf 1.998 GWh und andererseits auf den Erzeugungsrückgang im Bereich erneuerbare Energie um 10,4 % auf 1.002 GWh. Dies ist auf das deutlich schlechtere Wasserdargebot zurückzuführen. Der Erzeugungskoeffizient im Geschäftsjahr 2010/11 lag bei den Wasserkraftwerken bei 93 % (Vorjahr: 104 %). Die Erzeugung aus Windkraftanlagen konnte vor allem aus der Inbetriebnahme des Windparks Markgrafneusiedl im Juli 2011 leicht gesteigert werden. Das Winddargebot lag erneut in etwa auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden auf Konzernebene 16,3 % (Vorjahr: 18,2 %) des abgesetzten Stroms durch eigene Produktion abgedeckt. Darin enthalten sind auch Erzeugungskapazitäten der Segmente Energiehandel und -vertrieb, Energieversorgung Südosteuropa und Umwelt. Ohne Berücksichtigung des Energieverkaufs im Segment Energieversorgung Südosteuropa lag der Deckungsgrad bei 46,7 % (Vorjahr: 52,1 %).

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments Erzeugung lagen im Geschäftsjahr 2010/11 mit 97,1 Mio. Euro um 21,6 Mio. Euro bzw. 18,2 % unter dem Vorjahreswert. Dies ist auf die nach wie vor ungünstige Marktpreissituation und den damit verbundenen niedrigen Vermarktungswert der Erzeugung zurückzuführen.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Der operative Aufwand verringerte sich leicht in der Berichtsperiode trotz gestiegener Personalaufwendungen vor allem aufgrund niedrigerer Materialaufwendungen. Das EBITDA lag mit 32,1 Mio. Euro um 20,4 Mio. Euro bzw. 38,9 % unter dem Vorjahresniveau. Im vierten Quartal 2010/11 wurden im Rahmen von Werthaltigkeitsprüfungen Zu- und Abschreibungen im Kraftwerksbereich vorgenommen: Aufgrund der nachhaltig schwierigen Marktsituation für Gaskraftwerke wurde eine Wertminderung zu den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg von insgesamt 38,4 Mio. Euro durchgeführt. Die Zuschreibung in Höhe von 31,2 Mio. Euro betrifft die gehaltenen Bezugsrechte an dem Wasserkraftwerk Freudenau. Das EBIT lag mit –3,6 Mio. Euro um 22,1 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert, wobei in der Vergleichsperiode ebenfalls ein Einmaleffekt aus der Wertminderung beim Windpark in Kavarna in Höhe von 10,7 Mio. Euro enthalten war.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis verringerte sich im Geschäftsjahr 2010/11 um 25,8 Mio. Euro auf –32,9 Mio. Euro. Dies ist auf eine im Beteiligungsergebnis abgebildete Wertminderung bei der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta, Albanien, in Höhe von 23,1 Mio. Euro zurückzuführen. Rückläufige Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) lösten diesen Wertanpassungsbedarf aus. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag mit –36,5 Mio. Euro um 47,9 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert.

Investitionen

Das Investitionsvolumen erhöhte sich in der Berichtsperiode um 22,0 Mio. Euro bzw. 44,9 % auf 70,8 Mio. Euro. Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen neben den Revitalisierungsarbeiten beim Wasserkraftwerk Schütt und dem Bau des Kleinwasserkraftwerks Schaldorf die Errichtung der Windkraftanlagen in Markgrafneusiedl und Tattendorf.

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte die Fertigstellung des Kleinwasserkraftwerks Schütt, das nun mit einer Leistung von rund 2 MW etwa 2.700 Haushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgt. Die Investitionskosten beliefen sich auf 9,5 Mio. Euro. Im Februar 2011 wurde mit dem Neubau des Kleinwasserkraftwerks Schaldorf begonnen, das mit einer Leistung von etwa 1 MW rund 1.500 Haushalte versorgen wird. Die Inbetriebnahme ist im Frühjahr 2012 geplant.

Der Windpark Markgrafneusiedl, der seit Anfang Juli 2011 Strom für rund 12.000 Haushalte ins Netz einspeist, umfasst neun Windräder und weist eine Gesamtleistung von 18 MW auf. Das Investitionsvolumen belief sich auf 30,0 Mio. Euro. In Tattendorf werden acht Windräder mit einer Gesamtleistung von 16 MW errichtet, womit rund 10.000 Haushalte versorgt werden können. Die Fertigstellung ist für November 2011 vorgesehen und die Investitionskosten betragen 27,0 Mio. Euro.

Im Juli 2011 wurden 13,0 % der Geschäftsanteile an den 13 Innkraftwerken der VERBUND-Innkraftwerke GmbH erworben. Der Erwerbspreis für die Anteile orientiert sich am Erwerbspreis, den die VERBUND AG beim Erwerb der VERBUND-Innkraftwerke GmbH bezahlt hat, zuzüglich einer angemessenen Verzinsung. Darüber hinaus wurden anteilige Strombezugsrechte zu Marktpreisen vereinbart.

Weiters hat die EVN AG im Juli 2011 einen Anteil von 70,0 % an der Projektgesellschaft "Gorna Arda" erworben, um gemeinsam mit dem staatlichen Stromproduzenten NEK die Realisierung des Wasserkraftwerkprojekts "Gorna Arda" in Bulgarien fortzusetzen. Ebenfalls wurde Ende Juli in Trastikovo, Bulgarien, der größte Photovoltaikpark der EVN mit einer Gesamtkapazität von rund 2 MWp in Betrieb genommen, wofür in Summe 5,0 Mio. Euro investiert wurden.

Ausblick

Der Geschäftserfolg im Segment Erzeugung wird von den außerordentlich ungünstigen Marktbedingungen für die thermischen Kraftwerke geprägt sein. Es werden nach wie vor niedrige bzw. negative Spreads zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und den Stromhandelspreisen erwartet. Der Beitrag aus der Erzeugung aus erneuerbarer Energie sollte aufgrund neuer Kapazitäten steigen. In Summe sollte im Segment ein Ergebnis realisiert werden können, das auf dem Niveau des Vorjahres liegt.

Netzinfrastruktur Inland

Das Segment Netzinfrastruktur Inland umfasst den Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und im Burgenland. Die bisher at Equity einbezogene NÖKOM wurde seit dem Erwerb der restlichen 50,0 % der Anteile an der Gesellschaft im Dezember 2010 als vollkonsolidiertes Unternehmen abgebildet. In weiterer Folge fand im März 2011 die Verschmelzung der NÖKOM mit der Kabelsignal AG statt. Die bisher dem Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges zugeordnete Tochtergesellschaft V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H. wird in diesem Segment abgebildet. Die Vorjahreswerte werden aufgrund Unwesentlichkeit nicht angepasst. Darüber hinaus erbringt das Segment Konzerndienstleistungen – vor allem im Zusammenhang mit Bautätigkeiten –, die als konzerninterne Umsätze abgebildet sind.

Highlights 2010/11

  • Anstieg des Stromnetzabsatzes aufgrund positiver konjunktureller Entwicklung

  • Rückgang im Gasnetzbereich durch niedrigeren Absatz an die EVN Wärmekraftwerke

  • Anpassung der Netztarife per 1. Jänner 2011 – Strom: +1,0 %

  • Gas: +10,6 %
  • Fertigstellung der Erdgastransportleitung "Südschiene"

Veränderung
Kennzahlen 2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
Netzabsatz
Strom 7.754 7.576 178 2,4 7.317
Gas 16.415 18.525 –2.110 –11,4 17.159
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 423,5 428,9 –5,3 –1,2 404,8
Innenumsatz 55,2 60,0 –4,8 –8,1 63,0
Gesamtumsatz 478,8 488,9 –10,2 –2,1 467,9
Operativer Aufwand –288,3 –297,5 9,2 3,1 –308,7
EBITDA 190,4 191,4 –1,0 –0,5 159,1
Abschreibungen –98,8 –96,8 –2,0 –2,1 –93,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 91,7 94,6 –3,0 –3,2 66,2
Finanzergebnis –11,1 –13,2 2,1 15,6 –13,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 80,5 81,5 –0,9 –1,1 52,4
Gesamtvermögen 1.673,2 1.620,7 52,5 3,2 1.547,7
Gesamtschulden 1.144,7 1.093,4 51,3 4,7 1.076,9
Investitionen1) 160,9 156,5 4,5 2,9 161,5

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Entwicklung des Netzabsatzes

Im Strom- und Gasbereich werden im Zuge der Anreizregulierung die Netztarife jeweils per 1. Jänner durch einen Beschluss der E-Control-Kommission angepasst. Per 1. Jänner 2011 wurden die Stromnetztarife um durchschnittlich 1,0 % (per 1. Jänner 2010 Senkung um 2,0 %) und die Gasnetztarife um durchschnittlich 10,6 % erhöht (per 1. Jänner 2010 Erhöhung um 8,2 %). Im Geschäftsjahr 2010/11 entwickelte sich der Netzabsatz gegenläufig: Während der Stromnetzabsatz aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Anstieg von 178 GWh bzw. 2,4 % auf 7.754 GWh verzeichnete, führte im Gasnetzbereich vor allem ein deutlich niedrigerer Absatz an die EVN Wärmekraftwerke zu einer Verringerung um 2.110 GWh bzw. 11,4 % auf 16.415 GWh.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse im Segment Netzinfrastruktur Inland verringerten sich im Geschäftsjahr 2010/11, trotz des erstmaligen Einbezugs der V&C Kathodischer Korrosionsschutz GmbH und des Umsatzbeitrags der mit der Kabelsignal verschmolzenen NÖKOM, um 10,2 Mio. Euro bzw. 2,1 %. Dieser Rückgang ist vor allem auf eine geänderte Darstellung bei nicht abgerechneten Kundenaufträgen zurückzuführen. Die Erhöhung des Stromnetzabsatzes und die Tarifanpassung im Gasnetz konnten die rückläufige Entwicklung des Gasnetzabsatzes mehr als kompensieren und führten zu einem leichten Anstieg der Netz erlöse um 2,4 Mio. Euro bzw. 0,6 % auf 384,1 Mio. Euro.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

In der Berichtsperiode konnten die operativen Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr trotz eines gestiegenen Materialaufwands um 9,2 Mio. Euro bzw. 3,1 % auf 288,3 Mio. Euro reduziert werden. Dies ist vor allem auf die oben beschriebene geänderte Darstellung der nicht abgerechneten Kundenaufträge sowie niedrigerer Personalaufwendungen zurückzuführen. Das EBITDA lag mit 190,4 Mio. Euro um 1,0 Mio. Euro bzw. 0,5 % unter dem Vorjahresniveau. Unter Berücksichtigung höherer Abschreibungen wurde ein Rückgang des EBIT um 3,0 Mio. Euro bzw. 3,2 % auf 91,7 Mio. Euro verzeichnet.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis lag aufgrund eines höheren Beteiligungsergebnisses mit –11,1 Mio. Euro um 2,1 Mio. Euro bzw. 15,6 % über dem Niveau des Vorjahres. In Summe führte dies zu einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 80,5 Mio. Euro, was einer Verringerung von 0,9 Mio. Euro bzw. 1,1 % entspricht.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Netzinfrastruktur Inland lagen im Geschäftsjahr 2010/11 mit 160,9 Mio. Euro um 4,5 Mio. Euro bzw. 2,9 % über dem Vorjahresniveau. Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen, neben Gasnetzerneuerungen und dem weiteren Netzausbau zur Erhöhung der Versorgungssicherheit, die Bauarbeiten zu den Erdgastransportleitungen "Südund Westschiene". Im Geschäftsjahr 2010/11 konnte der Bau der insgesamt 120 km langen "Südschiene" abgeschlossen werden, wofür in der Berichtsperiode 13,1 Mio. Euro investiert wurden. Weiters wurde mit den Vorbereitungsarbeiten für den Bau der 143 km langen Erdgastransportleitung "Westschiene" begonnen. Erste Teilobjekte wurden bereits fertiggestellt; die Investitionen im Geschäftsjahr 2010/11 betrugen 30,7 Mio. Euro. Im Kabel-TV- und Telekombereich wurden insgesamt 12,8 Mio. Euro in Netzverdichtungen und -erneuerungen investiert.

Ausblick

Im Segment Netzinfrastruktur Inland wird unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs und trotz Energieeffizienzmaßnahmen bei Endkunden mit stabilen Strom- und Gasabsätzen gerechnet. Hinsichtlich der Tarifgestaltung werden keine nennenswerten negativen Einflüsse auf die Netzerlöse erwartet. Infolge höherer Abschreibungen und leicht sinkender Umsatzerlöse im Strom- und Gasnetzbereich wird trotz einer steigenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Kabel-TV- und Telekommunikationsbereich sowie weiterer interner Optimierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen mit einem leicht rückläufigen Ergebnis gerechnet.

Energiehandel und -vertrieb

Das Segment Energiehandel und -vertrieb erfasst, vorwiegend am österreichischen Heimmarkt, die Beschaffung von Strom, Gas und anderen Primärenergieträgern, den Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion und -verkauf. Das Facility Management der 100 %-Tochtergesellschaft first facility GmbH sowie die Allplan Gesellschaft m.b.H., die bisher dem Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges zugeordnet waren, werden in diesem Segment dargestellt. Die Vorjahreswerte werden aufgrund Unwesentlichkeit nicht angepasst.

Die konzerninternen Umsätze umfassen im Wesentlichen den Verkauf von Strom an das Segment Netzinfrastruktur Inland zur Abdeckung der Netzverluste.

Highlights 2010/11

  • Anstieg des Strom- und Wärmeverkaufs an Endkunden

  • Reduktion des Gasabsatzes aufgrund wärmerer Temperaturen

  • Gaskraftwerke aufgrund nachhaltig ungünstiger Marktpreise nicht kostendeckend einzusetzen

  • Endkundenpreise im Gasbereich

    1. Dezember 2009: –7,0 %; – 1. April 2011: +8,9 %
  • Höheres EBIT aufgrund der Verwendung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen aus drohenden Verlusten

2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
7.143 7.017 126 1,8 6.538
6.475 6.738 –263 –3,9 6.102
1.678 1.569 109 6,9 1.316
1.113,5 1.139,3 –25,9 –2,3 1.147,1
50,8 47,9 2,9 6,1 42,7
1.164,3 1.187,2 –22,9 –1,9 1.189,8
–1.060,4 –1.130,0 69,7 6,2 –1.156,4
103,9 57,3 46,7 81,5 33,4
–15,1 –13,9 –1,2 –8,9 –10,8
88,8 43,4 45,4 22,6
1,8 8,0 –6,2 –77,2 10,4
90,6 51,4 39,2 76,2 32,9
634,1 665,0 –30,9 –4,6 627,0
363,9 367,8 –3,9 –1,1 373,4
25,3 21,5 3,8 17,6 32,5
Veränderung

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Entwicklung des Energieverkaufs an Endkunden

Der Energieverkauf an Endkunden war im Geschäftsjahr 2010/11 geprägt von Zuwächsen beim Strom- und Wärmeverkauf. Der Stromverkauf an Endkunden stieg vor allem aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung sowie der Ausweitung der Tätigkeit der EnergieAllianz außerhalb des österreichischen Versorgungsgebiets der EVN um 126 GWh bzw. 1,8 % auf 7.143 GWh. Der Gasabsatz hingegen ging aufgrund der wärmeren Witterung um 263 GWh bzw. 3,9 % auf 6.475 GWh zurück. Bedingt durch gestiegene Dampf- und Wärmelieferungen an Großkunden konnte der Wärmeverkauf um 109 GWh bzw. 6,9 % gesteigert werden.

Umsatzentwicklung

Im Geschäftsjahr 2010/11 lagen die Umsatzerlöse mit 1.164,3 Mio. Euro trotz der Absatzsteigerungen und des erstmaligen Einbezugs der first facility GmbH in diesem Segment um 22,9 Mio. Euro bzw. 1,9 % leicht unter dem Vorjahresniveau. Dies ist vor allem auf den Rückgang der Vermarktungserlöse im Kraftwerksbereich aufgrund rückläufiger Erzeugungsmengen, die negative Strompreisentwicklung sowie die Senkung der Endkundenpreise im Gasbereich um 7,0 % per 1. Dezember 2009 zurückzuführen. Demgegenüber stand eine Erhöhung der Endkundenpreise im Gasbereich um 8,9 % per 1. April 2011, die diese negative Entwicklung jedoch nicht kompensieren konnte.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Die operativen Aufwendungen konnten um 69,7 Mio. Euro bzw. 6,2 % auf 1.060,4 Mio. Euro reduziert werden. Geringere Strombeschaffungskosten aufgrund der Verwendung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen aus drohenden Verlusten sowie des niedrigeren Gaseinsatzes in den eigenen Wärmekraftwerken konnten die mengenbedingten Kostensteigerungen im Strom- und Wärmebereich, die höheren Primärenergiepreise sowie höhere Personalaufwendungen, im Wesentlichen aufgrund des erstmaligen Einbezugs der first facility GmbH, mehr als ausgleichen. Per Saldo erhöhte sich das EBITDA um 46,7 Mio. Euro bzw. 81,5 % auf 103,9 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung leicht gestiegener Abschreibungen konnte ein Anstieg des EBIT um 45,4 Mio. Euro auf 88,8 Mio. Euro verzeichnet werden.

Finanzergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern

Das Finanzergebnis reduzierte sich aufgrund eines Rückgangs des Ergebnisbeitrags der EconGas sowie eines verringerten Zinsergebnisses um 6,2 Mio. Euro bzw. 77,2 % auf 1,8 Mio. Euro. Dies führte zu einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 90,6 Mio. Euro – ein Anstieg um 39,2 Mio. Euro bzw. 76,2 %.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Energiehandel und -vertrieb wurden im Geschäftsjahr 2010/11 um 3,8 Mio. Euro bzw. 17,6 % auf 25,3 Mio. Euro erhöht. Die Schwerpunkte lagen vor allem im weiteren Ausbau der Fernwärmenetze.

Ausblick

Im Segment Energiehandel und -vertrieb wird, unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs, im Gasund Wärmebereich ein leichter Absatzrückgang im Vergleich zum relativ kalten Vorjahr 2010/11 erwartet. Aufgrund der Erhöhung der Endkundenpreise für Gas per 1. April und 1. Oktober 2011 wird jedoch mit einem leicht höheren Umsatz gerechnet. Aufgrund der nach wie vor ungünstigen Marktsituation in Bezug auf die Stromvermarktung und dem Wegfall positiver Einmaleffekte sowie hoher Volatilitäten der Strommärkte wird jedoch von einem deutlichen Ergebnisrückgang ausgegangen.

Energieversorgung Südosteuropa

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa werden der Betrieb von Stromnetzen sowie der Stromverkauf an Endkunden in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeproduktion und -verkauf in Bulgarien sowie der Energiehandel für die gesamte Region zusammengefasst. Weiters ist in diesem Segment die Projektgesellschaft zur Errichtung der Gasnetze in Split, Zadar und Sibenik in Kroatien erfasst.

Veränderung
Kennzahlen 2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Energiewirtschaftliche Kennzahlen
GWh
Netzabsatz Strom1) 13.396 13.189 207 1,6 13.111
Wärmeverkauf an Endkunden 233 253 –20 –7,9 260
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
Außenumsatz 834,2 862,2 –28,1 –3,3 877,3
Innenumsatz 0,1 0,1 1,4
Gesamtumsatz 834,3 862,2 –28,0 –3,2 878,7
Operativer Aufwand –747,4 –793,2 45,8 5,8 –813,8
EBITDA 86,8 69,0 17,8 25,8 64,9
Abschreibungen –77,1 –60,4 –16,7 –27,7 –57,9
Operatives Ergebnis (EBIT) 9,7 8,6 1,1 12,7 7,1
Finanzergebnis –19,6 –19,1 –0,5 –2,4 –25,5
Ergebnis vor Ertragsteuern –9,8 –10,5 0,6 6,1 –18,4
Gesamtvermögen 1.140,1 1.089,7 50,4 4,6 1.037,5
Gesamtschulden 812,0 768,0 44,0 5,7 712,6
Investitionen2) 112,5 100,7 11,8 11,7 104,8

1) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Energiewirtschaftliche Entwicklung

In Bulgarien hat der Regulator nach dem 1. Juli 2010 (Erhöhung der Endkundenpreise um etwa 2,0 %) neuerlich per 1. Juli 2011 die Endkundenpreise für Strom um etwa 1,9 % gesteigert. Die Preise für beschaffte Energie sowie die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operator blieben in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres (per 1. Juli 2010: Erhöhung der Preise für bezogene Energie sowie jene für Übertragung und System Operator um etwa 8,0 %). Ebenfalls wurde per 1. April 2011 eine Erhöhung des Endkundenpreises für Wärme um 6,8 % genehmigt. Der Gasbezugspreis stieg hingegen um 4,7 %.

Eine Änderung in der Tarifierung in Bulgarien führte zu einer geänderten Darstellung der Preiskomponenten im Zusammenhang mit dem Hochspannungsnetz, die nicht mehr bei der EVN berücksichtigt werden. Daraus kam es zu einer Kürzung der Umsatzerlöse und der Beschaffungskosten.

Highlights 2010/11

  • Realisierung der Road Map in Mazedonien

  • Leichter Anstieg der Stromabsatzmengen aufgrund kühler Witterung und konjunkturellem Aufschwung

  • Tarifänderung in Mazedonien per 1. März 2011 – Endkundenpreise für Strom: +5,5 % (EVN Macedonia: +4,9 %)

  • Tarifänderung in Bulgarien per 1. April und 1. Juli 2011:

  • Endkundenpreise für Wärme: +6,8 %
  • Gasbezugspreise: +4,7 %
  • Endkundenpreise für Strom: +1,9 %
  • Einmaleffekte aufgrund Werthaltigkeitsprüfungen in Höhe von –17,7 Mio. Euro

Der Effekt daraus belief sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 74,5 Mio. Euro, hatte jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis.

In Mazedonien hat der Regulator nach der Preiserhöhung um rund 10,0 % per 1. Jänner 2010 (EVN Macedonia 5,1 %) neuerlich per 1. März 2011 eine Erhöhung der Endkundenpreise um 5,5 % genehmigt (EVN Macedonia 4,9 %).

Im Geschäftsjahr 2010/11 konnte, aufgrund der kühleren Witterung gegenüber dem sehr milden Vorjahr und der positiven konjunkturellen Entwicklung, vor allem in Bulgarien (die Heizgradsumme lag um 5,0 Prozentpunkte über dem Vorjahr) ein leichter Anstieg des Stromnetzabsatzes erzielt werden. In Mazedonien (die Heizgradsumme lag um 10,0 Prozentpunkte über dem Vorjahr) blieb der Stromnetzabsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Der Wärmeabsatz in Bulgarien ging um 20 GWh bzw. 7,9 % auf 233 GWh zurück.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments gingen um 28,0 Mio. Euro bzw. 3,2 % auf 834,3 Mio. Euro zurück, im Wesentlichen resultierend aus der bereits oben erwähnten geänderten Darstellung der Tarifkomponenten in Bulgarien. Die leicht höheren Absatzmengen im Strombereich und die Erhöhung der Endkundenpreise in Bulgarien und Mazedonien konnten diese Entwicklung nicht zur Gänze ausgleichen. Im Wärmebereich hingegen konnte der Rückgang der Absatzmengen durch die Erhöhung der Endkundenpreise für Wärme mehr als kompensiert werden.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Analog zu den Umsatzerlösen reduzierten sich ebenso die operativen Aufwendungen um 45,8 Mio. Euro bzw. 5,8 % auf 747,4 Mio. Euro. Geprägt war diese Entwicklung durch rückläufige Energiebeschaffungskosten, wo die geänderte Darstellung der Beschaffungskosten und die Verwendung der im Vorjahr gebildeten Drohverlustrückstellungen in Bulgarien den Anstieg der Beschaffungskosten in Mazedonien kompensieren konnten. Darüber hinaus wirkten sich höhere Verzugszinserträge sowie rückläufige Personalaufwendungen, Forderungsabschreibungen und sonstige übrige Aufwendungen positiv aus. Per Saldo erhöhte sich das EBITDA um 17,8 Mio. Euro bzw. 25,8 % auf 86,8 Mio. Euro. Aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen im Wärmebereich durch den Regulator in Bulgarien wurden der Firmenwert der TEZ Plovdiv in Höhe von 9,2 Mio. Euro sowie Sachanlagen der Wärmeversorgung Plovdiv (Kraftwerkstandort und maschinelle Anlagen) in Höhe von 1,9 Mio. Euro außerordentlich abgeschrieben. Darüber hinaus wurde der Kraftwerkstandort in Plovdiv in Höhe von 6,6 Mio. Euro abgewertet, da aufgrund der Verzögerung der Marktliberalisierung am Strommarkt nicht mit der ursprünglich geplanten Errichtung eines Gaskraftwerks begonnen wird. Trotz dieser Entwicklungen erhöhte sich das EBIT um 1,1 Mio. Euro bzw. 12,7 % auf 9,7 Mio. Euro.

Finanzergebnis und Ergebnis nach Ertragsteuern

Das Finanzergebnis blieb im Geschäftsjahr 2010/11 mit –19,6 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: –19,1 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich um 0,6 Mio. Euro bzw. 6,1 % auf –9,8 Mio. Euro.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Mio. Euro bzw. 11,7 % auf 112,5 Mio. Euro erhöht. Die Investitionsschwerpunkte im Segment Energieversorgung Südosteuropa lagen weiterhin beim Ausbau der Netzinfrastrukturen und dem Austausch von Zählern, um die Versorgungssicherheit und -qualität zu verbessern und Netzverluste nachhaltig zu reduzieren. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf die Errichtung der Cogeneration-Anlage am Fernwärmestandort TEZ Plovdiv und die Gasnetzverlegearbeiten in Kroatien zurückzuführen. Die Bauund Montagearbeiten an der neuen Cogeneration-Anlage am Fernwärmestandort TEZ Plovdiv mit einer Stromkapazität von 50 MW und einer Wärmekapazität von 54 MW konnten nach der einjährigen Bauzeit bereits abgeschlossen werden, womit sie bereits in der Wintersaison 2011 in Betrieb genommen werden kann. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf 50,0 Mio. Euro. In den Vorjahren wurden EVN Gasversorgungsaufträge für drei Gespanschaften an der dalmatinischen Küste in Kroatien erteilt, wodurch nach Fertigstellung insgesamt rund 130.000 Kunden mit Erdgas versorgt werden können. In einem ersten Schritt erfolgte im April 2011 nun der Spatenstich für die Errichtung der 25 km langen Hoch- und Mitteldruckleitungen für die Gasversorgung in Zadar.

Ausblick

Im Segment Energieversorgung Südosteuropa wird mit einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung gerechnet. Unterstützt werden sollte diese Annahme vom planmäßig fortgesetzten Restrukturierungs- und Integrationsprozess, der weitere Effizienzsteigerungen sowie eine konsequente Reduktion der Netzverluste anstrebt. Die positiven Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen, die höheren Tarife in Bulgarien und Mazedonien, die Änderung des Energiegesetzes in Mazedonien sowie die Inbetriebnahme der Cogeneration-Anlage in Bulgarien werden ebenfalls positive Impulse liefern. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird jedoch auch von der erfolgreichen Bewältigung der Marktliberalisierung abhängen.

Highlights 2010/11

  • Umsatzsteigerung um 21,6 % auf 346,9 Mio. Euro

  • Starkes Wachstum des EBITDA und EBIT

  • Aktueller Auftragswert von 1,3 Mrd. Euro

  • Biogas-Aufbereitungsanlage der Kläranlage Wiener Neustadt als umweltfreundliches Referenzprojekt

  • Nach Markteintritt in Rumänien in 20 Ländern aktiv

Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie die thermische Abfallverwertung im Inland und das internationale Projektgeschäft in 16 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas.

Veränderung
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Außenumsatz 329,8 268,7 61,2 22,8 236,1
Innenumsatz 17,1 16,7 0,4 2,6 11,3
Gesamtumsatz 346,9 285,4 61,6 21,6 247,3
Operativer Aufwand –278,0 –233,1 –45,0 –19,3 –205,3
EBITDA 68,9 52,3 16,6 31,8 42,0
Abschreibungen –26,0 –24,3 –1,7 –7,1 –14,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 42,9 28,0 14,9 53,2 27,5
Finanzergebnis 11,8 18,5 –6,6 –35,9 17,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 54,8 46,5 8,3 17,8 45,1
Gesamtvermögen 1.450,1 1.345,2 104,9 7,8 1.135,4
Gesamtschulden 1.077,6 1.004,5 73,1 7,3 833,9
Investitionen1) 48,3 68,6 –20,2 –29,5 67,4

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Segments Umwelt konnten im Geschäftsjahr 2010/11 um 61,6 Mio. Euro bzw. 21,6 % auf 346,9 Mio. Euro gesteigert werden. Maßgeblich dafür verantwortlich waren die erstmalig ganzjährigen Umsatzbeiträge von Projekten – vor allem von der Natriumhypochlorit- und der Abfallverwertungsanlage in Moskau.

Operativer Aufwand und operatives Ergebnis

Aufgrund der höheren projektspezifischen Material- und Betriebsaufwendungen verzeichneten die operativen Aufwendungen des Segments einen Anstieg von 45,0 Mio. Euro bzw. 19,3 % auf 278,0 Mio. Euro. Zudem war die Vergleichsperiode durch eine Forderungsabschreibung in Höhe von 3,9 Mio. Euro aufgrund der Insolvenz eines Großkunden im Abfallbereich belastet. Das EBITDA erhöhte sich um 16,6 Mio. Euro bzw. 31,8 % auf 68,9 Mio. Euro. Die Erweiterung der Abfallverwertungsanlage Dürnrohr um die Linie 3 und die Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerks in Kurjanovo, Moskau, führten im Geschäftsjahr 2010/11 zu leicht höheren Abschreibungen. Die positive Umsatzentwicklung und die verhältnismäßig moderate Zunahme der Aufwendungen führten zu einem operativen Ergebnis von 42,9 Mio. Euro, das damit um 14,9 Mio. Euro bzw. 53,2 % über dem Vorjahr liegt.

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Mit 11,8 Mio. Euro lag das Finanzergebnis deutlich unter dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 18,5 Mio. Euro. Hauptverantwortlich dafür waren ein geringerer Zinssaldo aufgrund der planmäßigen Tilgungen der Leasingforderungen im Projektgeschäft, höhere Zinsaufwendungen für Projekte in der Errichtungsphase und ein rückläufiger Ergebnisbeitrag der Abwasserbehandlungsanlage in Zagreb. Das Ergebnis vor Ertragsteuern konnte um 8,3 Mio. Euro bzw. 17,8 % auf 54,8 Mio. Euro gesteigert werden.

Investitionen

Die Investitionen wurden im Vergleich zum Vorjahr um 20,2 Mio. Euro bzw. 29,5 % auf 48,3 Mio. Euro reduziert. Das hohe Investitionsniveau des Vorjahres war durch die Erweiterung der Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr durch die Linie 3 geprägt. Der Investitionsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2010/11 lag in der Errichtung des Blockheizkraftwerks in Moskau auf dem Gelände der Großkläranlage Ljuberzy.

Die planmäßige Fortsetzung, der Abschluss bzw. Teilabschluss von elf internationalen Großprojekten, zwei Neuakquisitionen und die Unterzeichnung eines kommunalen Konzessionsvertrags prägten das Berichtsjahr dieses Segments.

In Moskau sind derzeit drei Anlagen in der Umsetzungsphase. Die Realisierung des 13,5-MW-Blockheizkraftwerks bei der Großkläranlage Ljuberzy ist mit Anfang 2012 geplant. Der Bau der Natriumhypochloritanlage am Standort Kurjanovo mit einer Kapazität von 50.000 t/a schreitet planmäßig voran. Ebenfalls in Moskau ist die EVN für die Finanzierung, den Bau und die nachfolgende Betriebsführung für zwölf Jahre einer thermischen Abfallbehandlungsanlage mit einer Kapazität von 700.000 t/a und einem Auftragswert von 707,7 Mio. Euro verantwortlich.

Auf Zypern werden aktuell drei Abwasserbehandlungsanlagen in Famagusta, Morphou und Nikosia gebaut. Die Gesamtkapazität dieser Anlagen beträgt über 310.000 Einwohnerwerte (EW). In Nikosia wird auch eine Schlammbehandlungsanlage mit Biogasgewinnung errichtet. Eine weitere Abwasserentsorgungsanlage wird in Budva, Montenegro, mit einer Kapazität von 130.000 EW realisiert. In Polen werden zwei Kläranlagen errichtet: In Warschau entsteht eine Anlage mit einer Kapazität von 2.100.000 EW, die Anlage in Kielce wurde mit einer Kapazität von 290.000 EW bereits fertiggestellt.

In Litauen werden derzeit die beiden Schlammschienen mit Biogasgewinnung und Schlammtrocknung mit einer Kapazität von 200.000 EW in Siauliai und von 225.000 m3 in Vilnius errichtet.

Im Februar 2011 erhielt die EVN im Konsortium mit einem lokalen Partner den Zuschlag zur Erweiterung und Erneuerung von zwei Kläranlagen in den beiden rumänischen Städten Gherla (20.000 EW) und Huedin (9.400 EW). Finanziert wird das Projekt von 8,6 Mio. Euro vom Europäischen Kohäsionsfonds. Seit diesem Markteintritt in Rumänien ist die EVN nunmehr in 20 europäischen Ländern aktiv.

Im September 2011 wurde ein Konzessionsvertrag zwischen der Gemeinde Sentjernej, Slowenien, und der EVN für die Abwasserreinigung mit einer Laufzeit von 35 Jahren unterzeichnet. Der Auftragswert beträgt 2,5 Mio. Euro.

In der heimischen Trinkwasserversorgung konnten im Geschäftsjahr 2010/11 mehrere Ortswassernetze übernommen werden, z. B. Judenau-Baumgarten, Langau, Hadres und im Sommer das 86,5 km lange Ortswassernetz der Gemeinde Strasshof. In Summe betreut die EVN nun die Ortswassernetze von 24 politischen Gemeinden mit insgesamt 73 Katastralgemeinden.

Im August 2011 wurde die überregionale Trinkwasserleitung von Marchfeld ins östliche Weinviertel in Betrieb genommen. Die 5,5 km lange Leitung wird zukünftig 950.000 m3 Wasser pro Jahr transportieren. Die Projektkosten belaufen sich auf 0,9 Mio. Euro.

Im Juli 2011 eröffnete die EVN gemeinsam mit dem Abwasserverband Wiener Neustadt Süd eine Biogas-Aufbereitungsanlage am Standort der Kläranlage Wiener Neustadt. Dieses niederösterreichische Vorzeigeprojekt soll pro Jahr rund 1,1 Mio. m3 Biomethan in das Gasnetz einspeisen und damit rund 2.000 Tonnen CO2 einsparen.

Ausblick

Die positive Entwicklung im Segment Umwelt sollte sich unter der Annahme, dass der Auftragseingang von der Konjunktur nicht negativ beeinflusst wird, aufgrund des hohen aktuellen Auftragswerts von über 1,3 Mrd. Euro für internationale Projekte sowohl umsatz- als auch ertragsmäßig fortsetzen.

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Das Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges umfasst im Wesentlichen die Beteiligungen an RAG, BEGAS, BEWAG und der VERBUND AG. Zudem sind in diesem Segment die zentralen Konzernfunktionen sowie auch Gesellschaften außerhalb des Kerngeschäfts abgebildet, die vor allem Konzerndienstleistungen innerhalb der EVN erbringen.

Veränderung
Finanzkennzahlen
Mio. EUR
2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Außenumsatz 4,0 27,4 –23,3 –85,2 31,6
Innenumsatz 59,4 64,0 –4,6 –7,2 55,4
Gesamtumsatz 63,4 91,4 –27,9 –30,6 87,0
Operativer Aufwand –72,3 –95,4 23,1 24,2 –96,2
EBITDA –8,9 –4,1 –4,8 –9,2
Abschreibungen –2,0 –1,8 –0,2 –9,2 –1,9
Operatives Ergebnis (EBIT) –10,8 –5,9 –5,0 –84,6 –11,1
Finanzergebnis 94,4 97,7 –3,3 –3,4 73,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 83,6 91,9 –8,3 –9,0 62,0
Gesamtvermögen 2.761,3 2.854,2 –93,0 –3,3 2.943,4
Gesamtschulden 1.256,2 1.427,1 –170,9 –12,0 1.291,4
Investitionen1) 2,2 1,6 0,7 41,5 1,1

1) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Umsatz-, EBITDA- und EBIT-Entwicklung

Die Entwicklung des operativen Bereichs dieses Segments im Geschäftsjahr 2010/11 wurde von zwei Faktoren geprägt. Zum einen erfolgte die Umgliederung der beiden Tochtergesellschaften first facility GmbH und V&C Kathodischer Korrosionsschutz GmbH in andere Segmente, was zu einem Rückgang im Umsatz und im Materialbzw. Personalaufwand führte. Das EBITDA wurde zum anderen durch höhere Rechts- und Beratungsaufwendungen sowie einen höheren Werbeaufwand beeinflusst und verringerte sich um 4,8 Mio. Euro auf –8,9 Mio. Euro. Trotz leicht erhöhter Abschreibungen fiel das EBIT um 5,0 Mio. Euro bzw. 84,6 % auf –10,8 Mio. Euro.

Highlights 2010/11

  • Anstieg des Ergebnisbeitrags der at Equity einbezogenen Unternehmen von 70,8 % – RAG: +16,1 Mio. Euro

  • BEWAG und BEGAS: +12,5 Mio. Euro
  • Rückgang der Beiträge aus anderen Beteiligungen von 44,8 %

  • VERBUND AG: –28,1 Mio. Euro
  • Finanzergebnis in Summe mit 94,4 Mio. Euro um 3,4 % unter Vorjahresniveau

Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Segments wird primär durch das Finanzergebnis beeinflusst, das sich im Geschäftsjahr 2010/11 wie folgt entwickelte:

Veränderung
Finanzergebnis
Mio. EUR
2010/11 2009/10 absolut in % 2008/09
Beteiligungsergebnis
RAG1) 60,4 44,3 16,1 36,4 32,2
BEWAG und BEGAS2) 9,4 –3,1 12,5 –3,4
Andere Gesellschaften 0,8 0,1 0,7 0,1
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 70,6 41,3 29,2 70,8 28,9
Dividendenzahlungen 26,5 55,6 –29,1 –52,3 49,9
VERBUND AG 22,1 50,1 –28,1 –56,0 42,1
Andere Gesellschaften 4,5 5,4 –0,9 –16,9 7,8
Wertminderungen 0,0*) –0,4 –0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 26,5 55,2 –28,7 –52,0 49,9
Beteiligungsergebnis 97,1 96,5 0,5 0,5 78,8
Zinsergebnis 1,2 2,7 –1,5 –56,7 –0,9
Sonstiges Finanzergebnis –3,8 –1,5 –2,3 –4,8
Finanzergebnis 94,4 97,7 –3,3 –3,4 73,1

1) Indirekt über RBG gehalten

2) Jeweils 49,0 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

*) Kleinbetrag

Finanzergebnis und Ergebnis vor Ertragsteuern

Das Finanzergebnis lag um 3,3 Mio. Euro bzw. 3,4 % mit 94,4 Mio. Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert. Das darin enthaltene Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 0,5 Mio. Euro bzw. 0,5 % auf 97,1 Mio. Euro, wofür gegensätzliche Entwicklungen verantwortlich waren. Das vor allem durch die geringere Ausschüttung der VERBUND AG (Rückgang der Dividende je Aktie von 1,25 Euro in 2009/10 auf 0,55 Euro in 2010/11) um 28,7 Mio. Euro bzw. 52,0 % reduzierte Ergebnis aus anderen Beteiligungen konnte durch das um 29,2 Mio. Euro bzw. 70,8 % höhere Ergebnis der at Equity einbezogenen Unternehmen, im Wesentlichen der RAG und der BEWAG, kompensiert werden.

Dem rückläufigen Zinsergebnis stand ein leichter Anstieg des sonstigen Finanzergebnisses in der Berichtsperiode gegenüber. Das Zinsergebnis verringerte sich trotz leicht höherer Zinserträge aufgrund gestiegener Zinsaufwendungen um 1,5 Mio. Euro bzw. 56,7 % auf 1,2 Mio. Euro. Der Rückgang im sonstigen Finanzergebnis von 2,3 Mio. Euro auf –3,8 Mio. Euro resultiert vorwiegend aus Kurswertänderungen von Wertpapieren.

Per Saldo reduzierte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 8,3 Mio. Euro bzw. 9,0 % auf 83,6 Mio. Euro.

Ausblick

Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird mit einer leichten Ergebnisverbesserung gerechnet, wenngleich diese Erwartung in sehr starker Abhängigkeit zur weiteren Entwicklung der Primärenergie- und Strompreise bei den Beteiligungsunternehmen RAG und VERBUND AG stehen wird.

Konzernabschluss 2010/11

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Bilanz 60
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 61
Gesamtergebnisrechnung 61
Konzern-Geldflussrechnung 62
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 63
Segmentberichterstattung 64
Konzernanhang 66
Grundsätze der Rechnungslegung
68
Konsolidierung
71
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
83
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
97
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
101
Sonstige Angaben
Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
111
und at Equity einbezogenen Unternehmen
Beteiligungen der EVN 112
Bestätigungsvermerk 118

Konzern-Bilanz

Erläuterung 30.09.2011
Mio. EUR
30.09.2010
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 25 410,5 361,0
Sachanlagen 26 2.938,9 2.818,2
At Equity einbezogene Unternehmen 27 992,1 734,0
Sonstige Beteiligungen 27 892,4 1.077,8
Aktive latente Steuern 39 9,7 6,5
Übrige Vermögenswerte 28 839,3 744,8
6.083,0 5.742,1
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 29 106,3 135,7
Forderungen 30 479,7 506,0
Wertpapiere 31 57,9 223,8
Liquide Mittel 57 143,4 123,5
787,4 989,1
Summe Aktiva 6.870,4 6.731,2
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 32 – 36 2.814,3 2.679,5
Nicht beherrschende Anteile 37 361,7 345,7
3.176,0 3.025,3
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 38 1.591,3 1.726,4
Latente Steuerverbindlichkeiten 39 177,0 227,1
Langfristige Rückstellungen 40 436,9 450,0
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 41 437,9 397,9
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 42 68,9 63,1
2.712,0 2.864,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 43 311,6 205,2
Steuerverbindlichkeiten 44 82,6 63,0
Lieferantenverbindlichkeiten 45 368,0 339,3
Kurzfristige Rückstellungen 46 80,8 120,6
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 47 139,4 113,2
982,4 841,5
Summe Passiva 6.870,4 6.731,2

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung 2010/11
Mio. EUR
2009/10
Mio. EUR
Umsatzerlöse
48
2.729,2 2.752,1
Sonstige betriebliche Erträge
49
101,6 69,7
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
50
–1.879,7 –1.914,5
Personalaufwand
51
–323,3 –329,2
Abschreibungen
52
–252,8 –229,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen
53
–156,3 –161,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 218,7 187,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 62,9 61,6
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 26,6 54,7
Zinserträge 37,6 37,5
Zinsaufwendungen –78,8 –69,4
Sonstiges Finanzergebnis –6,5 –0,8
Finanzergebnis
54
41,8 83,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9
Ertragsteuern
55
–27,9 –42,1
Ergebnis nach Ertragsteuern 232,6 228,7
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 189,7 207,0
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,9 21,8
Ergebnis je Aktie in EUR1)
56
1,07 1,27
Dividende je Aktie in EUR 0,412) 0,40

1) Verwässert ist gleich unverwässert

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

Gesamtergebnisrechnung

Mio. EUR 2010/11 2009/10
Ergebnis nach Ertragsteuern1) 232,6 228,7
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen –2,0 –0,1
Marktbewertung von anderen Beteiligungen –185,5 –330,9
Cash Flow Hedges –7,1 5,8
at Equity einbezogenen Unternehmen –13,3 –5,4
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
vor Ertragsteuern –207,8 –330,6
darauf entfallende Ertragsteuern2) 48,1 81,2
Summe direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse
nach Ertragsteuern –159,7 –249,4
Gesamtergebnis der Periode 72,9 –20,6
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG 30,6 –44,8
davon Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile 42,2 24,1

1) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von EUR 0,41 pro Aktie vorgeschlagen.

2) Die Ertragsteuern verteilen sich wie folgt auf die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse: Marktbewertung von anderen Beteiligungen: 46,4 Mio. Euro (Vorjahr: 82,7 Mio. Euro), Cash Flow Hedges: 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: –1,5 Mio. Euro).

Konzern-Geldflussrechnung

Ergebnis vor Ertragsteuern
260,5
270,9
+ Abschreibungen/– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
52
252,8
229,3
–/+ Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen Unternehmen
27
12,3
–7,0
+ Verluste/– Gewinne aus Fremdwährungsbewertungen
0,5
1,2
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis
–2,8
0,7
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen
49
–32,1
–32,1
– Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs
57
0,1
–0,5
+ Zunahme von langfristigen Rückstellungen
40
–13,1
5,2
Cash Flow aus dem Ergebnis
478,1
467,7
64,8
81,1
+ Abnahme/– Zunahme der Vorräte und Forderungen
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen
–39,9
37,0
+ Zunahme/– Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten
53,4
–51,1
– Zahlungen für Ertragsteuern
–34,3
–35,5
Cash Flow aus dem operativen Bereich
522,0
499,3
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen
57
5,5
2,9
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen
72,2
50,9
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten
48,7
50,9
+ Einzahlungen aus Abgängen kurzfristiger Wertpapiere
415,5
40,5
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe
4
–24,6

– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
–395,8
–389,6
–382,0
–155,1
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten
– Auszahlungen für Zugänge kurzfristiger Wertpapiere
–251,0
–181,6
Cash Flow aus dem Investitionsbereich
–511,6
–581,0
+ Kapitaleinzahlung von nicht beherrschenden Anteilen
175,5
0,8
– Gewinnausschüttung an die Aktionäre der EVN AG
34
–71,8
–60,3
57
–33,7
–22,5
– Gewinnausschüttung an andere Gesellschafter
+ Verkauf/– Erwerb eigener Anteile
0,8
0,8
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
24,6
239,3
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
–82,3
–101,0
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich
13,1
57,1
Cash Flow gesamt
23,5
–24,6
Fondsveränderungen
57
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der Periode
89,1
113,6
Währungsdifferenzen
0,0*)
0,1
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode
112,6
89,1
Erläuterung 30.09.2011
Mio. EUR
30.09.2010
Mio. EUR
Cash Flow gesamt 23,5 –24,6

*) Kleinbetrag

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Mio. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Bewertungs
rücklage
gem. IAS 39
Unter
schiedsbetrag
aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Anteile der
Aktionäre
der EVN AG
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Stand 30.09.2009 300,0 108,4 1.661,4 725,4 –3,4 –8,0 2.783,8 343,4 3.127,2
Gesamtergebnis der Periode 207,0 –251,6 –0,1 –44,8 24,1 –20,6
Kapitaleinzahlung von nicht
beherrschenden Anteilen
0,8 0,8
Dividende 2008/09 –60,3 –60,3 –22,5 –82,8
Verkauf eigener Anteile –0,2 1,0 0,8 0,8
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–0,0 –0,0 –0,0
Stand 30.09.2010 300,0 108,3 1.808,0 473,8 –3,5 –7,0 2.679,5 345,7 3.025,3
Gesamtergebnis der Periode 189,7 –157,1 –2,0 30,6 42,2 72,9
Kapitalerhöhung 30,0 145,5 175,5 175,5
Dividende 2009/10 –71,8 –71,8 –33,7 –105,4
Verkauf eigener Anteile –0,2 1,0 0,8 0,8
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges
–0,4 –0,4 7,4 7,0
Stand 30.09.2011 330,0 253,5 1.925,5 316,7 –5,5 –6,0 2.814,3 361,7 3.176,0

Segmentberichterstattung

I Erzeugung I
Inland
Netzinfrastruktur Energiehandel und
I
-vertrieb
Energieversorgung
I
Südosteuropa
I
Segmentergebnis
Mio. EUR
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Außenumsatz 24,1 25,6 423,5 428,9 1.113,5 1.139,3 834,2 862,2
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 73,0 93,0 55,2 60,0 50,8 47,9 0,1
Gesamtumsatz 97,1 118,6 478,8 488,9 1.164,3 1.187,2 834,3 862,2
Operativer Aufwand –65,0 –66,2 –288,3 –297,5 –1.060,4 –1.130,0 –747,4 –793,2
EBITDA 32,1 52,5 190,4 191,4 103,9 57,3 86,8 69,0
Abschreibungen –35,7 –34,0 –98,8 –96,8 –15,1 –13,9 –77,1 –60,4
davon Wertminderungen –40,6 –10,7 –1,3 –1,1 –17,7
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT) –3,6 18,5 91,7 94,6 88,8 43,4 9,7 8,6
EBIT-Marge (%) –3,7 15,6 19,1 19,4 7,6 3,7 1,2 1,0
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen
–24,0 –2,0 1,1 0,4 4,4 10,2
Zinsergebnis –9,5 –8,5 –11,3 –11,9 –3,2 –2,5 –18,2 –16,9
Finanzergebnis –32,9 –7,1 –11,1 –13,2 1,8 8,0 –19,6 –19,1
Ergebnis vor Ertragsteuern –36,5 11,4 80,5 81,5 90,6 51,4 –9,8 –10,5
Firmenwerte 1,8 1,3 2,5 2,5 161,3 170,9
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
297,2 63,3 1,8 49,7 51,4
Gesamtvermögen 745,9 458,0 1.673,2 1.620,7 634,1 665,0 1.140,1 1.089,7
Gesamtschulden 484,7 258,5 1.144,7 1.093,4 363,9 367,8 812,0 768,0
Investitionen1) 70,8 48,9 160,9 156,5 25,3 21,5 112,5 100,7
Strategische
I Umwelt
I
Beteiligungen und
Sonstiges
I Konsolidierung I Summe
I
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
Außenumsatz 329,8 268,7 4,0 27,4 2.729,2 2.752,1
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 17,1 16,7 59,4 64,0 –255,6 –281,7
Gesamtumsatz 346,9 285,4 63,4 91,4 –255,6 –281,7 2.729,2 2.752,1
Operativer Aufwand –278,0 –233,1 –72,3 –95,4 253,7 279,8 –2.257,7 –2.335,5
EBITDA 68,9 52,3 –8,9 –4,1 –1,9 –1,9 471,4 416,6
Abschreibungen –26,0 –24,3 –2,0 –1,8 1,9 1,9 –252,8 –229,3
davon Wertminderungen –0,6 –0,4 –0,1 –60,3 –12,2
davon Zuschreibungen 31,2
Operatives Ergebnis (EBIT) 42,9 28,0 –10,8 –5,9 218,7 187,3
EBIT-Marge (%) 12,4 9,8 –17,1 –6,4 8,0 6,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
Unternehmen
10,8 11,7 70,6 41,3 62,9 61,6
Zinsergebnis 0,1 5,2 1,2 2,7 –41,1 –31,9
Finanzergebnis 11,8 18,5 94,4 97,7 –2,7 –1,3 41,8 83,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 54,8 46,5 83,6 91,9 –2,7 –1,3 260,5 270,9
Firmenwerte 41,5 41,5 207,2 216,4
Buchwert der at Equity einbezogenen
Unternehmen
68,8 60,6 576,4 556,9 992,1 734,0
Gesamtvermögen 1.450,1 1.345,2 2.761,3 2.854,2 –1.534,2 –1.301,6 6.870,4 6.731,2
Gesamtschulden 1.077,7 1.004,5 1.256,2 1.427,1 –1.444,8 –1.213,5 3.694,4 3.705,9
Investitionen1) 48,3 68,6 2,2 1,6 –4,4 –3,6 415,7 394,0

1) In Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Segmentinformationen nach Produkten – Umsatz Mio. EUR 2010/11 2009/10
Strom 1.791,7 1.903,1
Gas 385,7 351,0
Wärme 114,7 108,2
Umweltdienstleistungen 329,8 268,7
Sonstige 107,3 121,1
Gesamt 2.729,2 2.752,1
Segmentinformationen nach Regionen – Umsatz Mio. EUR 2010/11 2009/10
Österreich 1.642,9 1.700,6
Mittel- und Osteuropa 252,0 189,2
Südosteuropa 834,3 862,3
Gesamt 2.729,2 2.752,1
Segmentinformationen nach Regionen –
Langfristige Vermögenswerte
Mio. EUR
Immaterielle
Vermögenswerte
2010/11
Sachanlagen
Immaterielle
Vermögenswerte
2009/10
Sachanlagen
Österreich 145,3 2.085,2 85,4 2.007,9
Mittel- und Osteuropa 43,0 91,4 43,1 66,7
Südosteuropa 222,2 762,4 232,4 743,6
Gesamt 410,5 2.938,9 361,0 2.818,2

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen. Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens und Mazedoniens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 16 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung betreut.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit einheitlichen Bilanzierungsund Bewertungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRSs) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert. Der Konzernabschluss wird zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Millionen Euro (Mio. Euro bzw. Mio. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von §245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2010/11 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Interpretationen
IFRIC 15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien 01.01.2010
IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer 01.11.2009
IFRIC 18 Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden 01.11.2009
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 01.07.2010
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 10 Ereignisse nach der Berichtsperiode 01.11.2009
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 01.02.2010
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 01.11.2009/01.01.2010/01.07.2010
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 01.01.2010
IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 01.11.2009
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 01.07.2010
IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält 01.01.2010
Diverse Annual Improvements 2007–2010 01.01.2010/01.07.2010

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Bei EVN fallen erhaltene Baukostenbeiträge zum Teil unter den Anwendungsbereich des IFRIC 18. Die Bilanzierungs- und Bewertungsregeln der EVN stehen im Einklang mit IFRIC 18. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Die neuen Interpretationen von IFRIC 15, IFRIC 17 und IFRIC 19 lösten keine Änderungen im Konzernabschluss von EVN aus. Gleiches gilt für die Änderungen der Standards IAS 10, IAS 32, IFRS 1, IFRS 2, IFRS 5, IFRS 7 und IFRIC 4 sowie die "Annual Improvements 2009 und Annual Improvements 2010".

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, zum Großteil von der EU übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.20131)
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01.01.20131)
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen 01.01.20131)
IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen 01.01.20131)
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwertes 01.01.20131)
IFRIC 20 Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Tagebergbau 01.01.20131)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 01.07.20121)
IAS 12 Ertragsteuern 01.01.20121)
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.20131)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 01.01.20112)
IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse 01.01.20131)
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 01.01.20131)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 01.07.20111)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 01.07.20111)
IFRS 8 Geschäftssegmente 01.01.20112)
IFRIC 14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts,
Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung
01.01.20112)
Diverse Annual Improvements 2009–2010 01.01.20102)/01.01.20112)

1) Die Standards, die von der EU noch nicht übernommen wurden, sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

Der neue IFRS 9, der Teil des Projekts für einen Nachfolgestandard von IAS 39 ist, sieht einen teilweisen Ersatz der bisherigen Bewertungskategorien vor. Daraus werden sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte ergeben, die jedoch aufgrund der laufenden Überarbeitungen des neuen Standards derzeit noch nicht verlässlich abgeschätzt werden können.

Die Auswirkung der Anwendung der neuen IFRS 10 und 11 wird aktuell geprüft. Es kann noch keine Aussage betreffend der Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EVN Konzern getroffen werden.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesent lichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0 % der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften heraus ergeben, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0 % der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein beherrschender Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eventuell bestehender nicht beherrschender Anteile mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Eine Veränderung im Anteilsbesitz an einem weiterhin vollkonsolidierten Unternehmen wird erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Leitung in Abstimmung mit einem oder mehreren konzernfremden Unternehmen) erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizu legenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außen umsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2011 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 28 inländische und 35 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 26 inländische und 34 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen). 35 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 35) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

EVN AG ist als Kommanditist der EVN KG zu 100,0 % am Vermögen und am Ergebnis der EVN KG beteiligt. Komplementärin ohne Vermögenseinlage der EVN KG ist die EnergieAllianz. Auf Basis der zwischen den Gesellschaftern der Energie-Allianz abgeschlossenen Vereinbarungen hinsichtlich der Geschäftsführung der EVN KG erfolgt eine anteilsmäßige Konsolidierung (Quotenkonsolidierung) der EVN KG im Konzernabschluss. Dabei wird EVN KG aufgrund der sondervertraglichen Regelungen entsprechend der Vermögenseinlage zu 100,0 % einbezogen.

Die vollkonsolidierte RBG, an der EVN unverändert 50,03 % der Anteile hält, ist mit 100,0 % an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

EconGas, an der die EVN AG unverändert zum Vorjahr einen Kapitalanteil von 16,5 % hält, wird bedingt durch sondervertragliche Regelungen, auf Basis derer maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 112 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.09.2009 53 5 14 72
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 8 1 9
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2010 60 5 15 80
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 3 3 6
Änderung der Konsolidierungsart 1 –1 0
Verschmelzung –1 –1
Entkonsolidierung –1 –1
30.09.2011 63 5 16 84
davon ausländische Unternehmen 35 5 40

Im ersten Quartal 2010/11 hat die EVN gemeinsam mit dem Syndikatspartner Wiener Stadtwerke Holding AG an der Kapitalerhöhung der VERBUND AG, Wien, teilgenommen. Für diese Zwecke wurde ab dem ersten Quartal 2010/11 die EVN WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf, als 100,0 %-Tochter der EVN vollkonsolidiert und die WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf, an der EVN WEEV 50,0 % der Anteile hält, at Equity einbezogen.

Die evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH, Maria Enzersdorf, an der EVN 100,0 % der Anteile hält, wurde im 4. Quartal 2011/11 erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Diese hat im Juli 2011 13,0 % an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH, Töging am Inn, Deutschland, erworben, welche aufgrund Vorliegen wesentlicher Bestimmungsrechte at Equity in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wird.

Die 49,99 %ige Beteiligung an der Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH, Wien, einem Gemeinschaftsunternehmen zwischen VERBUND AG und EVN, wurde im 4. Quartal 2010/11 erstmals at Equity einbezogen. Die Gesellschaft hält nunmehr indirekt über die Ashta Beteiligungsverwaltung GmbH 100,0 % der Anteile an der Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien ("Ashta"). Energji Ashta SHPK, die die Planung, den Bau und den Betrieb von zwei Wasserkraftwerken am nordalbanischen Fluss Drin zum Gegenstand hat, wurde daher entkonsolidiert.

Mit Unterzeichnung des Anteilskaufvertrags am 23. Dezember 2010 erfolgte die Übernahme der restlichen 50,0 % der Geschäftsanteile an der bisher at Equity einbezogenen NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H, Maria Enzersdorf, (NÖKOM). NÖKOM erbringt Telekommunikationsdienstleistungen an den öffentlichen Bereich in Niederösterreich. In weiterer Folge fand mit dem Generalversammlungsbeschluss vom 28. März 2011 die Verschmelzung der NÖKOM mit der Konzerntochter Kabelsignal AG statt.

Neben der Übernahme der restlichen 50,0 % der Geschäftsanteile an der NÖKOM im Dezember 2010, erfolgte im Juli 2011 der Erwerb von 70,0 % der Anteile an der Hydro Power Company Gorna Arda AD, Sofia, Bulgarien zu einem Kaufpreis von 17,9 Mio. Euro, über die gemeinsam mit dem staatlichen Stromproduzenten NEK ein Wasserkraftwerksprojekt verfolgt wird.

Die Auswirkungen aus dem Unternehmenserwerb im Konzern-Zwischenabschluss auf die Umsatzerlöse und das Ergebnis nach Ertragsteuern sind unwesentlich. Aus der Bewertung der bisher gehaltenen Eigentumsanteile (Altanteile) mit dem beizulegenden Zeitwert der NÖKOM ergab sich ein Ergebniseffekt von +1,3 Mio. Euro, der im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten ist.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe
Mio. EUR
2010/111)
Langfristige Vermögenswerte 33,5
Kurzfristige Vermögenswerte 5,8
39,2
Eigenkapital 34,6
Langfristige Schulden 4,0
Kurzfristige Schulden 0,7
1) Im Geschäftsjahr 2009/10 fand kein Unternehmenserwerb statt. 39,2

Am 22. Oktober 2010 erfolgte der Erwerb der restlichen 30,0 % der Anteile an der EVN ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien, die bereits bisher als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der EVN einbezogen wurde. Die Gesellschaft wurde in EVN Kavarna EOOD umbenannt.

5. Währungsumrechnung

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Schulden erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst.

Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften in fremder Währung werden für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Demnach werden bei den Gesellschaften, die nicht in Euro berichten, die Vermögenswerte und Schulden mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag, die Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung im Geschäftsjahr 2010/11 von –2,0 Mio. Euro (Vorjahr: –0,1 Mio. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Tabellen zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Tabellen als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

5. Währungsumrechnung 2010/11 2009/10
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 140,44000 139,79310 137,11000 137,50692
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,44170 7,45359 7,45190 7,44475
Kroatische Kuna 7,49950 7,40890 7,30580 7,26822
Mazedonische Denar 61,50400 61,54648 61,63630 61,41737
Polnische Zloty 4,40500 4,02738 3,98470 4,05782
Russische Rubel 43,35000 41,01365 41,69230 40,94292
Serbische Denar 101,17320 103,17708 105,10320 99,82690

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6. Immaterielle Vermögenswerte

Bei Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 können sich Differenzen zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Eigenkapital ergeben. Entsteht ein negativer Unterschiedsbetrag, so sind Anschaffungskosten und Kaufpreisallokation nochmals zu überprüfen. Besteht die negative Differenz weiterhin, so erfolgt ihre Erfassung erfolgswirksam. Positive Differenzen münden in einem Firmenwert (zur allgemeinen Behandlung bzw. Werthaltigkeit von Firmenwerten siehe 3. Konsolidierungsmethoden bzw. 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten und, sofern ihre Nutzungsdauer nicht als unbestimmbar klassifiziert wird, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie allfällige Wertminderungen bilanziert. Bei bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Abschreibung entsprechend der jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese entspricht einem Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte. Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen, für die aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungs dauer bestimmbar ist, werden planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bewertet und jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen), sind in der EVN allerdings unwesentlich.

Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr mangels Erfüllung der Ansatzkriterien keine Entwicklungsausgaben aktiviert.

Dienstleistungskonzessionen gemäß IFRIC 12 werden als immaterieller Vermögenswert eingestuft. Die Aufwendungen und Erträge werden nach dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) mit dem beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung erfasst. Der Leistungsfortschritt wird nach der Cost-to-Cost-Methode ermittelt.

7. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, spricht man von "qualifizierten Vermögenswerten", für welche die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert werden. Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der EVN entsprechend entsteht aus einem Projekt nur dann ein qualifizierter Vermögenswert, wenn die Errichtungsdauer mindestens zwölf Monate beträgt.

Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen erfolgen linear und orientieren sich an den voraussichtlich zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzungs dauern der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde:

7. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10 – 50
Leitungen 15 – 50
Maschinen 10 – 33
Zähler 5 – 40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

8. At Equity einbezogene Unternehmen

At Equity einbezogene Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fort geschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buch werte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value- Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Im Beteiligungsbuchwert enthaltene Fir menwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß IAS 28 weder gesondert ausgewiesen noch gemäß IAS 36 jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Es wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Wenn solche vorliegen, so ist für at Equity einbezogene Unternehmen ein Werthaltigkeitstest nach Maßgabe von IAS 36 durchzuführen (siehe Erläuterung 21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen).

9. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:

  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – stellt sich bei EVN wie folgt dar:

9. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungskategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Optionen, Forwards und Futures.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Konzernabschluss

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinnund-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2 -Zertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2 -Zertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

10. Sonstige Beteiligungen

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen werden. Diese sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einer nachhaltigen Verschlechterung des Werts werden Abschreibungen vorgenommen. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

11. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem internationalen Projektgeschäft des Umweltbereichs, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasing geschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 22. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wert änderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

12. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

13. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche den Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für deren erwartete uneinbringliche Bestandteile entsprechen, bilanziert. Forderungen, für die ein potenzieller Wertminderungsbedarf besteht, werden anhand vergleichbarer Ausfallsrisikoeigenschaften (insbesondere der Außenstandsdauer) gruppiert, gemeinsam auf Werthaltigkeit getestet und gegebenenfalls ergebniswirksam wertberichtigt. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfalls risiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Die fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich der erfassten Wertminderungen, können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten.

14. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT" eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

15. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

16. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS-Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren und den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 der at Equity einbezogenen Unternehmen enthalten.

Konzernabschluss

17. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitenden, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeitenden, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitenden selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeitenden wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeitende bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitenden sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeitender und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen angeführt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam angesetzt werden.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pen sionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" errechnet.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeitende österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mit arbeitenden der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 40. Langfristige Rückstellungen).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungs umfang und dem Zeitwert des Planvermögens nicht übersteigen, nicht erfolgswirksam erfasst.

Bei Mitarbeitenden österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mit arbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss sind. Hierbei muss die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

Drohverlustrückstellungen werden für erwartete Verluste aus sogenannten "belasteten" Verträgen gemäß IAS 37 gebildet. Sie werden in Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses angesetzt. Dies ist der geringere Betrag aus der Erfüllung des Vertrags und allfälliger Kompensationszahlungen bei Nichterfüllung.

18. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 9. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Im Bereich der Finanzverbindlichkeiten erfolgt ein Ausweis der endfälligen Finanzverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr im langfristigen Bereich, mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr im kurzfristigen Bereich. Bei Finanzverbindlichkeiten mit laufenden Tilgungen unterbleibt eine laufende Umgliederung des kurzfristigen Teils (Informationen zu den Restlaufzeiten siehe Erläuterung 38. Lang fristige Finanzverbindlichkeiten).

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitions zuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

19. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsätze werden dann als Erlöse erfasst, wenn gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht wurde.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Konzernabschluss

Durch IFRIC 18 wird die Bilanzierung von Geschäftsfällen geregelt, bei denen ein Unternehmen von seinem Kunden einen Vermögenswert bzw. die Finanzmittel für die Anschaffung oder Herstellung eines solchen erhält, um ihm im Gegenzug einen Netzanschluss oder einen dauerhaften Zugang zu einer Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu verschaffen. Der Ausweis der Auflösungsbeträge aus der passivischen Abgrenzung der erhaltenen Baukostenzuschüsse erfolgt bei EVN in den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build. Own. Operate. Transfer.) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

20. Ertragsteuern und latente Steuern

Der für die Berichtsperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst die für vollkonsolidierte Gesellschaften aus deren steuerpflichtigem Einkommen und dem jeweils anzuwendenden Ertragsteuersatz errechnete laufende Ertragsteuer sowie die Veränderung der latenten Steuerschulden und -ansprüche.

20. Ertragsteuersätze % 2010/11 2009/10
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland1) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen 15,0 15,0
Mazedonien2) 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Rumänien 10,0
Russland 20,0 20,0
Serbien 10,0 10,0
Slowenien 20,0 20,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

1) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert. 2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

Weiters ist Steuer für nicht abzugsfähige Aufwendungen jährlich zu entrichten.

In Mazedonien unterliegen nur ausgeschüttete Gewinne der Körperschaftsteuer in Höhe von 10,0 %. Nicht ausgeschüttete Gewinne werden nicht besteuert. Unabhängig von der Ausschüttung unterliegen steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen jedoch jedenfalls einer jährlichen Besteuerung.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde vom österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen geschaffen. Die EVN macht durch die Bildung von fünf Gruppen davon Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger. Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppen träger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der erwartungsgemäß zum Zeitpunkt der Umkehr der befristeten Unterschiede gelten wird. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für temporäre Differenzen, die aus at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren, werden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

21. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf eventuelle, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen (Wertminderungen) hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Stromverteilung Bulgarien, Wärmeerzeugung und -verkauf Bulgarien, Stromverteilung Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungs anlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Windparks, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden wie im Vorjahr mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7 %, angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

22. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder -nehmer nach dem Kriterium der Zu ordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungs leasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

23. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungs methoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens, der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

24. Segmentberichterstattung

In Hinblick auf die verpflichtende Anwendung von IFRS 8 "Geschäftssegmente" ab dem 01. Jänner 2009 (EVN-Geschäftsjahr 2009/10) berichtet EVN bereits ab dem 1. Quartal 2009/10 in neuer Segmentierung. In Übereinstimmung mit IFRS 8 wurde bereits zu diesem Zeitpunkt die Segmentberichterstattung dahingehend adaptiert, dass die Identifizierung der operativen Segmente nunmehr ausschließlich auf Basis der internen Organisations- und Berichtsstruktur und den internen Steuerungsgrößen erfolgt (Management Approach). Die vormaligen Business Units des ehemaligen Segments Energie werden fortan als eigenständige Segmente vollumfänglich dargestellt, womit die nunmehrige Segmentabgrenzung in "Erzeugung", "Netzinfrastruktur Inland", "Energiehandel und -vertrieb", "Energieversorgung Südosteuropa", "Umwelt" und "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" der internen Berichtstruktur vollständig entspricht. Die Segmentinhalte bleiben trotz angepasster Segmentbezeichnungen und zukünftig detaillierterer Berichterstattung unverändert.

Die Bewertung sämtlicher Segmentinformationen steht im Einklang mit den IFRS. Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das EBITDA herangezogen, welches für das jeweilige Segment der Summe der operativen Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen der in das Segment einbezogenen Gesellschaften unter Berücksichtigung intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen entspricht (zur Segmentzuordnung bzw. Abrechnung intersegmentärer Transaktionen siehe sogleich Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise).

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Geschäftsbereiche Segmente Aktivitäten
Energiegeschäft Erzeugung Stromerzeugung aus thermischen Quellen
und erneuerbaren Energien an österreichischen
und internationalen Standorten
Netzinfrastruktur Inland Betrieb der regionalen Strom- und Gasnetze
sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation
Energiehandel und -vertrieb Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern,
Handel und Verkauf von Strom und Gas an Endkunden
und auf Großhandelsmärkten sowie Wärmeproduktion
und -verkauf
Energieversorgung
Südosteuropa
Betrieb von Stromnetzen und Stromverkauf an Endkunden
in Bulgarien und Mazedonien, Wärmeerzeugung und
-verkauf in Bulgarien, Errichtung und Betrieb von Gasnetzen
in Kroatien, Energiehandel für die gesamte Region
Umweltgeschäft Umwelt Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung,
thermische Abfall verwertung in Österreich sowie
internationales Projektgeschäft
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen,
Konzernfunktionen

Grundsatz der Segmentzuordnung und Verrechnungspreise

Tochtergesellschaften werden direkt den jeweiligen Segmenten zugerechnet. Die EVN AG wird anhand der Informationen aus der Kostenrechnung auf die Segmente aufgeteilt.

Die Verrechnungspreise bei intersegmentären Transaktionen basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Überleitung der Segmentergebnisse auf Konzernebene

In der Konsolidierungsspalte werden Leistungsbeziehungen zwischen den Segmenten eliminiert. Das Ergebnis der Summenspalte entspricht jenem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Konzernabschluss

Unternehmensweite Angaben

Gemäß IFRS 8 sind ergänzende Segmentinformationen gegliedert nach Produkten (Gliederung des Außenumsatzes nach Produkten bzw. Dienstleistungen) und nach Regionen (Gliederung des Außenumsatzes und der langfristigen Vermögenswerte nach Regionen) anzugeben, sofern diese nicht bereits als Teil der Informationen des berichtspflichtigen Segments in die Segmentberichterstattung eingeflossen sind.

Angaben zu Geschäftsfällen mit wichtigen externen Kunden sind nur dann erforderlich, wenn diese mindestens 10,0 % der gesamten Außenumsätze erreichen. Aufgrund der großen Anzahl an Kunden und der Vielzahl an Geschäftsaktivitäten gibt es keine Transaktionen mit Kunden, die dieses Kriterium erfüllen.

Die Zuordnung der Segmentinformationen nach Regionen erfolgt nach dem Bestimmungslandprinzip, indem die Umsätze jenen Ländern zugerechnet werden, in welchen die Leistung erbracht wird. Die Region Südosteuropa umfasst Bulgarien und Mazedonien, Mittel- und Osteuropa umfasst die europäischen Staaten, in denen die EVN tätig ist, exklusive Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2010/11 ergaben.

25. Immaterielle Vermögenswerte

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger sowie der B.net ausgewiesen.

Zum 30. September 2011 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24,5 Mio. Euro (Vorjahr: 24,5 Mio. Euro) zu Buche.

Im Geschäftsjahr 2010/11 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 bei Strombezugsrechten an den Donaukraftwerken einen Zuschreibungsbedarf von 31,2 Mio. Euro. Verantwortlich dafür ist die gestiegene Attraktivität von Wasserkraftwerken verglichen mit thermischen Erzeugungsquellen. Aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen im Wärmebereich, durch den Regulator in Bulgarien, wurde eine Wertminderung des Firmenwerts der TEZ Plovdiv um 9,2 Mio. Euro erforderlich.

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden insgesamt 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

In Kroatien besteht eine Dienstleistungskonzession gemäß IFRIC 12 betreffend die Gasversorgung, die von der EVN Croatia Plin mit drei Gespanschaften (Zadar, Split und Sibenik) abgeschlossen wurde. Diese Konzession umfasst die Planung, die Errichtung, die Finanzierung, den Betrieb und die Instandhaltung des Gasverteilungsnetzes sowie die Gasversorgung. Das Projekt ist als BOOT-Modell ausgestaltet und hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Im Fall der Gespanschaft Split muss das Gasverteilungsnetz samt aller Rechte und Verträge nach Konzessionsende an den Konzessionsgeber abgetreten werden. Bei den Gespanschaften Zadar und Sibenik bestimmt der Konzessionsgeber, wer die Eigentumsrechte nach Konzessionsende übernehmen darf. Ein ordentliches Kündigungsrecht besteht nicht. Die Gegenleistungsansprüche wurden als immaterieller Vermögenswert bilanziert, da das Gas am freien Markt verkauft wird.

25. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2010/11 Mio. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2010 216,4 375,8 592,2
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 32,7 32,7
Zugänge 9,7 9,7
Abgänge –4,6 –4,6
Umbuchungen –2,2 –2,2
Bruttowert 30.09.2011 216,4 410,1 626,5
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2010 –231,2 –231,2
Währungsdifferenzen
Konsolidierungskreisänderungen
Planmäßige Abschreibungen –15,0 –15,0
Außerplanmäßige Abschreibungen –9,2 –9,2
Zuschreibung 31,2 31,2
Abgänge 4,3 4,3
Umbuchungen 3,8 3,8
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2011 –9,2 –206,8 –216,0
Nettowert 30.09.2010 216,4 144,6 361,0
Nettowert 30.09.2011 207,2 203,3 410,5
*) Kleinbetrag

Geschäftsjahr 2009/10 Mio. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Summe Bruttowert 30.09.2009 216,6 368,2 584,7 Währungsdifferenzen –0,2 –0,0*) –0,2 Konsolidierungskreisänderungen – –0,0*) –0,0*) Zugänge – 6,5 6,5 Abgänge – –0,8 –0,8 Umbuchungen – 2,1 2,1 Bruttowert 30.09.2010 216,4 375,8 592,2

Kumulierte Abschreibungen 30.09.2009 –219,6 –219,6
Währungsdifferenzen 0,0*) 0,0*)
Konsolidierungskreisänderungen 0,0*) 0,0*)
Planmäßige Abschreibungen –12,5 –12,5
Abgänge 0,8 0,8
Umbuchungen –0,0*) –0,0*)
Kumulierte Abschreibungen 30.09.2010 –231,2 –231,2
Nettowert 30.09.2009 216,6 148,6 365,2
Nettowert 30.09.2010 216,4 144,6 361,0

*) Kleinbetrag

26. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen waren aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 5,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 2,00 % – 8,50 % (Vorjahr: 1,25 % – 8,50 %).

In der Position Grundstücke und Bauten waren Grundwerte in Höhe von 70,6 Mio. Euro (Vorjahr: 71,3 Mio. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1,8 Mio. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 17,7 Mio. Euro (Vorjahr: 16,0 Mio. Euro).

Im Geschäftsjahr 2010/11 ergab die Überprüfung von Vermögenswerten im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen gemäß IAS 36 einen Wertminderungsbedarf bei den Gaskraftwerken Theiß und Korneuburg von 38,4 Mio. Euro. Aufgrund der nachhaltig schwierigen Marktsituation war dieser Schritt erforderlich. Im Wärmebereich in Bulgarien ergab sich zusätzlich zur Wertminderung des Firmenwertes der TEZ Plovdiv die Notwendigkeit der außerordentlichen Abschreibung von Sachanlagen und des Kraftwerkstandortes Plovdiv in Höhe von 8,5 Mio. Euro. Bei den übrigen Anlagen war ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro, davon 10,7 Mio. Euro bei der EVN Kavarna) gegeben.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 361,0 Mio. Euro (Vorjahr: 305,8 Mio. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärme netzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 19,6 Mio. Euro (Vorjahr: 21,1 Mio. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

Die als Sicherheit verpfändeten Sachanlagen wiesen unverändert gegenüber dem Vorjahr einen Buchwert von 116,6 Mio. Euro auf.

26. Entwicklung der Sachanlagen Andere Anlagen,
Geschäftsjahr 2010/11 Mio. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2010 649,0 2.964,3 1.934,4 185,3 229,1 316,8 6.278,9
Währungsdifferenzen 0,2 0,4 –0,6 0,1 0,0 –3,2 –3,2
Zugänge 17,8 108,0 68,1 8,4 14,9 187,6 404,8
Abgänge –5,3 –7,3 –17,5 –4,4 –26,8 –19,3 –80,7
Umbuchungen 10,5 69,7 29,4 0,7 1,7 –109,7 2,3
Bruttowert 30.09.2011 672,1 3.135,1 2.013,8 190,0 218,9 372,2 6.602,1
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
–295,6 –1.608,1 –1.254,5 –113,0 –178,6 –10,9 –3.460,7
Währungsdifferenzen –0,1 –0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 –0,3
Planmäßige Abschreibungen –17,6 –91,3 –68,3 –12,8 –18,7 0,0 –208,7
Wertminderungen –12,2 –0,4 –35,6 0,0 –0,5 –2,3 –51,1
Abgänge 4,8 6,6 16,3 4,1 26,5 3,2 61,4
Umbuchungen 0,2 –0,4 –3,6 0,0 0,0 0,0 –3,8
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
–320,4 –1.693,9 –1.345,7 –121,7 –171,3 –10,1 –3.663,1
Nettowert 30.09.2010 353,4 1.356,2 679,9 72,3 50,6 305,8 2.818,2
Nettowert 30.09.2011 351,7 1.441,2 668,1 68,3 47,6 362,0 2.938,9
Geschäftsjahr 2009/10 Mio. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.09.2009 608,2 2.735,8 1.767,8 177,6 223,7 420,9 5.934,0
Währungsdifferenzen –0,7 –1,4 –0,0*) –0,1 –0,2 –0,9 –3,3
Konsolidierungskreisänderungen 0,1 2,9 3,0
Zugänge 8,8 122,7 58,7 8,2 16,0 172,7 387,2
Abgänge –2,2 –12,3 –5,7 –5,9 –13,1 –0,9 –40,2
Umbuchungen 34,7 119,5 113,6 5,5 2,8 –278,0 –1,8
Bruttowert 30.09.2010 649,0 2.964,3 1.934,4 185,3 229,1 316,8 6.278,9
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2009
–279,1 –1.538,2 –1.188,4 –102,7 –172,4 –0,2 –3.281,0
Währungsdifferenzen 0,3 0,8 0,7 0,0*) 0,1 2,0
Planmäßige Abschreibungen –17,5 –87,9 –64,1 –15,5 –19,6 –204,6
Wertminderungen –0,2 –1,1 –10,8 –12,2
Abgänge 0,9 12,2 3,9 5,2 12,8 0,1 35,1
Umbuchungen 0,0*) 5,0 –5,5 –0,1 0,5 0,0*)
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
–295,6 –1.608,1 –1.254,5 –113,0 –178,6 –10,9 –3.460,7
Nettowert 30.09.2009 329,1 1.197,6 579,4 74,9 51,3 420,7 2.653,1
Nettowert 30.09.2010 353,4 1.356,2 679,9 72,3 50,6 305,8 2.818,2

*) Kleinbetrag

27. At Equity einbezogene Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist im Anhang ab Seite 112 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS-Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0 %, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge umfassten den Anteilserwerb an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH und die Eigenkapitaleinzahlungen bei STEAG-EVN Walsum, Devoll Hydropower, Shkodra sowie WEEV Beteiligungs GmbH.

In der Summe der sonstigen Beteiligungen waren Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 869,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1.054,9 Mio. Euro) enthalten. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 22,8 Mio. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert wurden, handelte es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Im Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Im Geschäftsjahr 2010/11 waren bei den at Equity einbezogenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 23,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) erforderlich. Diese erfolgte bei der Shkodra, im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien. Rückläufige Erwartungen hinsichtlich der Erlöse aus dem Verkauf von zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions, CERs) lösten diesen Wertanpassungsbedarf aus. Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen betrafen in Höhe von 185,5 Mio. Euro (Vorjahr: Wertminderung von 330,9 Mio. Euro) Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 verrechnet wurden. Darüber hinaus wurden bei den Beteiligungen an verbundenen Unternehmen Wertminderungen in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) sowie bei anderen Beteiligungen in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) im Periodenergebnis erfasst.

Die Anteile an der ZOV, deren anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2011 67,5 Mio. Euro betrug, wurden zur Besicherung an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten (Vorjahr: 59,3 Mio. Euro).

27. Entwicklung der at Equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen

At Equity
einbezogene
Beteiligungen an
verbundenen
Andere Summe sonstige
Mio. EUR Unternehmen Unternehmen Beteiligungen Beteiligungen
Bruttowert 30.09.2010 691,0 13,7 403,7 417,4
Konsolidierungskreisänderungen
Zugänge 287,0 1,7 1,7
Abgänge –0,6 –0,6 –1,1
Umbuchungen –1,1
Bruttowert 30.09.2011 976,9 14,8 403,2 418,0
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2010 43,0 –6,2 666,6 660,4
Währungsdifferenzen –0,4
Wertminderungen –23,1 –0,2 –186,3 –186,5
Abgänge 0,5 0,5
Anteiliges Ergebnis 86,0
Ausschüttungen –75,2
Neutrale Wertänderungen –13,3
Umbuchungen –1,8
Kumulierte Wertänderungen 30.09.2011 15,1 –5,9 480,3 474,4
Nettowert 30.09.2010 734,0 7,5 1.070,3 1.077,8
Nettowert 30.09.2011 992,1 8,9 883,5 892,4

28. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögens umschichtungen im Geschäftsjahr 2010/11.

Von den Ausleihungen in Höhe von 24,4 Mio. Euro (Vorjahr: 22,0 Mio. Euro) hatten 2,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 330,8 Mio. Euro (Vorjahr: 223,7 Mio. Euro). Ebenso in den Zugängen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 2,42 % – 5,72 % (Vorjahr: 1,63 % – 4,60 %).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

Die sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bankdarlehen.

I Sonstige finanzielle Vermögenswerte I Sonstige langfristige Vermögenswerte I
Mio. EUR Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.09.2010 101,3 22,4 555,4 38,0 14,4 11,3 742,9
Währungsdifferenzen
Zugänge 34,2 4,0 107,2 38,8 1,1 185,3
Abgänge –40,2 –1,6 –47,1 –1,6 –90,5
Bruttowert 30.09.2011 95,3 24,8 615,6 76,8 14,4 10,8 837,6
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2010
2,8 –0,4 –0,5 1,9
Abgang –1,0 –1,0
Zuschreibungen 0,8 0,8
Kumulierte Abschreibungen
30.09.2011
2,6 –0,4 –0,5 1,7
Nettowert 30.09.2010 104,1 22,0 555,4 38,0 13,9 11,3 744,8
Nettowert 30.09.2011 97,9 24,4 615,6 76,8 13,9 10,8 839,3

28. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

28. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.09.2011 Restlaufzeit zum 30.09.2010
Mio. EUR < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe < 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 25,4 140,3 103,4 269,0 29,5 127,2 31,2 187,8
Tilgungskomponenten 47,3 256,1 312,2 615,6 49,3 326,9 179,2 555,4
Summe 72,7 396,4 415,6 884,6 78,8 454,1 210,3 743,2

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des Geschäftsjahres 2010/11 wurden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

29. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes. Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 46. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

29. Vorräte
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Primärenergievorräte 45,0 70,2
Emissionszertifikate 2,5 4,2
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 24,6 28,5
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 34,3 32,8
Summe 106,3 135,7

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Erhöhung um 0,7 Mio. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

30. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 159,8 Mio. Euro (Vorjahr: 135,7 Mio. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen.

Bei den Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz handelt es sich um Forderungen gegenüber Kunden, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthielten vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich und Zinsswaps.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Strom future-Geschäfte sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen.

Der Buchwert der Forderungen, welche als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten verpfändet wurden, beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 23,2 Mio. Euro.

30. Forderungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 310,3 318,3
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen 89,7 85,9
Forderungen gegenüber Partnern der EnergieAllianz 10,8 12,0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4,3 10,7
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 8,8 8,9
Forderungen aus derivativen Geschäften 4,4 6,8
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 33,0 44,3
461,3 487,0
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 18,4 19,0
18,4 19,0
Summe 479,7 506,0

31. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sah zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

31. Zusammensetzung Wertpapiere Mio. EUR 2010/11 2009/10
Fondsanteile 53,7 219,5
Cashfonds 47,2 211,3
Sonstige Fondsprodukte 6,5 8,1
Festverzinsliche Wertpapiere 4,1 4,3
Aktien 0,0*) 0,0*)
Summe 57,9 223,8

*) Kleinbetrag

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsgewinn von 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: realisierter Veräußerungsgewinn von 0,4 Mio. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gesunkener Börsekurse eine erfolgswirksame Wertminderung in Höhe von 1,3 Mio. Euro (Vorjahr: erfolgswirksame Wertminderung 4,1 Mio. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2010/11 und 2009/10 ist auf Seite 63 dargestellt.

32. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 330,0 Mio. Euro (Vorjahr: 300,0 Mio. Euro) und besteht aus 179.878.402 (Vorjahr: 163.525.820) nennbetragslosen Stückaktien.

Am 27. Oktober 2010 beschloss der Vorstand der EVN AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital durch die Ausgabe von 16.352.582 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Bezugsrechten im Verhältnis von 10:1. Der Bezugspreis pro Aktie wurde mit 11,0 Euro pro Aktie festgelegt, woraus nach Abzug der Nebenkosten ein Nettoemissionserlös von rund 175,5 Mio. Euro resultierte.

33. Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen enthalten gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 195,6 Mio. Euro (Vorjahr: 50,2 Mio. Euro) und nicht gebundene Kapitalrücklagen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 57,9 Mio. Euro (Vorjahr: 58,1 Mio. Euro).

34. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.925,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.808,0 Mio. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sowie solche aus sukzessiven Unternehmenserwerben.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

34. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG
Ausgewiesener Jahresgewinn 2010/11 73,6
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2009/10 0,2
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 73,8
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –73,6
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2011/12 0,2

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2010/11 in Höhe von 0,41 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 71,8 Mio. Euro bzw. 0,40 Euro pro Aktie wurde in der 82. ordentlichen Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 28. Jänner 2011.

35. Bewertungsrücklage gemäß IAS 39

In der Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 werden Marktwertänderungen von anderen Beteiligungen und von Cash Flow Hedges sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen Unternehmen erfasst.

35. Bewertungsrücklage gemäß IAS 39

2010/11 2009/10
Mio. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von anderen Beteiligungen 480,9 –120,2 360,6 666,4 –166,6 499,8
Cash Flow Hedges –10,7 2,7 –8,0 –3,7 1,0 –2,7
at Equity einbezogenen Unternehmen –35,9 –35,9 –23,3 –23,3
Summe 434,2 –117,5 316,7 639,4 –165,6 473,8

36. Eigene Anteile

Der Ankauf der zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien in Höhe von 398.260 Stück (das sind 0,22 % des Grundkapitals; 30. September 2010: 467.328 Stück bzw. 0,29 % vom Grundkapital) mit einem Anschaffungswert von 6,0 Mio. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 4,3 Mio. Euro (30. September 2010: Anschaffungswert von 7,0 Mio. Euro bzw. Kurswert von 5,4 Mio. Euro) erfolgte zur Gänze unter Bezugnahme auf das in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigte Rückkaufprogramm. Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte der Verkauf von 69.068 Stück eigener Anteile, um diese anstelle einer aufgrund einer Betriebsvereinbarung vorgesehenen Sonderzahlung ausgeben zu können.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

36. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
30.9.2009 163.525.820 –534.864 162.990.956
Verkauf eigener Aktien 67.536 67.536
30.9.2010 163.525.820 –467.328 163.058.492
Kapitalerhöhung 16.352.582 16.352.582
Verkauf eigener Aktien 69.068 69.068
30.9.2011 179.878.402 –398.260 179.480.142

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 178.059.870 Stück (Vorjahr: 163.001.346 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

37. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

38. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten

Buchwert
30.09.2011
Buchwert
30.09.2010
Marktwert
30.09.2011
Nominalverzinsung (%) Laufzeit Nominale (Mio. EUR) (Mio. EUR) (Mio. EUR)
Anleihen 609,7 835,3 660,2
JPY-Anleihe 5,200 1994–2014 8,0 Mrd. JPY 80,1 73,3 86,4
EUR-Anleihe 5,250 2001–2011 257,4 Mio. EUR 266,4
CHF-Anleihe 3,625 2009–2014 250,0 Mio. CHF 205,4 188,0 218,7
EUR-Anleihe 5,000 2009–2016 28,5 Mio. EUR 28,3 28,3 31,2
EUR-Anleihe 5,250 2009–2017 150,0 Mio. EUR 148,6 148,4 167,7
EUR-Anleihe 5,250 2009–2019 30,0 Mio. EUR 29,4 29,4 33,9
JPY-Anleihe 3,130 2009–2024 12,0 Mrd. JPY 117,9 101,7 122,3
Bankdarlehen 1,00 – 8,77 bis 2031 981,5 891,1 981,5
Summe 1.591,3 1.726,4 1.641,7

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

Restlaufzeit zum 30.09.2011 Restlaufzeit zum 30.09.2010
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Anleihen 313,8 295,9 609,7 527,6 307,7 835,3
davon fix verzinst 233,7 178,1 411,7 246,6 206,0 452,6
davon variabel verzinst 80,1 117,9 198,0 281,0 101,7 382,7
Bankdarlehen 564,3 417,2 981,5 494,8 396,4 891,1
davon fix verzinst 394,8 300,9 695,6 345,8 262,2 608,0
davon variabel verzinst 169,6 116,3 285,9 148,9 134,2 283,1
Summe 878,1 713,1 1.591,3 1.022,3 704,1 1.726,4

38. Fälligkeitsstruktur langfristige Finanzverbindlichkeiten

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Im März des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde von der am 14. Dezember 2011 endfälligen eigenen Anleihe Nominale im Ausmaß von 5,5 Mio. Euro vorzeitig rückgekauft. Im Vorjahr wurden keine Rückkäufe getätigt.

Die Anleihen in fremder Währung wurden mittels Cross-Currency-Swaps abgesichert.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit aus dieser Absicherung steht eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich neben allgemeinen Bankdarlehen um Darlehen, die durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Konzerngesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non- Recourse") betrugen zum Stichtag 366,0 Mio. Euro (Vorjahr: 394,5 Mio. Euro).

EVN unterzeichnete über EVN Finance Service B.V. am 12. September 2006 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren (2006 – 2013). Zum Bilanzstichtag stand EVN diese Kreditlinie wie zum 30. September 2010 in vollem Ausmaß zur Verfügung. Im Juli 2011 hat EVN mehrere bilaterale Kreditlinien im Gesamtausmaß von 165,0 Mio. Euro mit Laufzeiten von drei bis sieben Jahren vertraglich fixiert. Zum Bilanzstichtag standen EVN diese Kreditlinien in vollem Ausmaß zur Verfügung.

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

39. Latente Steuerverbindlichkeiten

39. Latente Steuern Mio. EUR 20 10/11 2009/10
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –26,6 –26,1
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –21,1 –9,0
Sonstige aktive latente Steuern –18,1 –13,6
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 84,6 83,2
Finanzinstrumente 135,9 178,0
Sonstige passive latente Steuern 12,6 8,1
Summe 167,2 220,6
davon aktive latente Steuern –9,7 –6,5
davon latente Steuerverbindlichkeiten 177,0 227,1

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

39. Veränderung latente Steuern
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Latenter Steuersaldo 01.10.2010 220,6 305,9
– Konsolidierungskreisänderungen/Veränderung durch Unternehmenserwerbe 3,5 –0,0*)
– Erfolgswirksame Veränderung –7,3 –4,0
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Bewertungsrücklage gemäß IAS 39 –48,1 –81,2
– Erfolgsneutrale Veränderung aus Kapitalerhöhung –1,5
Latenter Steuersaldo 30.09.2011 167,2 220,6

*) Kleinbetrag

Aktive latente Steuern in Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3,7 Mio. Euro) im Zusammenhang mit Verlustvorträgen, mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden nicht aktiviert.

40. Langfristige Rückstellungen

40. Langfristige Rückstellungen Mio. EUR 2010/11 2009 /10
Rückstellung für Pensionen 213,8 217,0
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 19,2 18,4
Rückstellung für Abfertigungen 77,4 75,6
Sonstige langfristige Rückstellungen 126,4 139,0
Summe 436,9 450,0

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

  • Zinssatz 5,00 % p.a. (Vorjahr: 4,75 % p.a.)
  • Bezugserhöhungen 4,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 % p.a.)
  • Pensionserhöhungen 4,00 % p.a.; Folgejahre 3,00 % p.a. (Vorjahr: Pensionserhöhungen 2,50 % p.a., Folgejahre 3,00 %)
  • Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler"

  • Entwicklung der Rückstellungen für

Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.10. 253,7 239,0
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1,8 1,5
+ Zinsaufwand 12,1 13,2
– Pensionszahlungen –17,6 –17,6
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –1,9 17,6
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.09. 248,2 253,7
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.09. 233,1 235,4
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.09. % –6,1 –7,2
40. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 01.10. 74,8 69,7
– Währungsdifferenzen 0,0*) –0,0*)
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 2,8 4,3
+ Zinsaufwand 3,0 3,9
– Abfertigungszahlungen –6,0 –7,7
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 1,7 4,7
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.09. 76,2 74,8
Rückstellung für Abfertigungen am 30.09. 77,4 75,6
+ Überschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.09.
%
1,6 1,0

*) Kleinbetrag

40. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Mio. EUR Jubiläumsgelder Kooperations
verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-,
Entsorgungs- und
sonstige
Verpflichtungs
risiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 01.10.2010 18,4 39,8 17,9 8,3 48,4 6,2 139,0
Währungsdifferenzen
Zinsaufwand 0,8 2,4 0,2 0,1 –0,6 0,1 3,0
Verwendung –1,5 –3,5 –2,6 –6,3 –1,9 –4,3 –18,2
Zuführung 1,0 1,4 1,8 2,3
Umbuchung 0,3 0,3
Buchwert 30.09.2011 18,7 38,7 15,5 3,4 46,0 4,2 126,4

Die Rückstellung für Kooperationsverträge beinhaltet Verpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen aus bestehenden Verträgen. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozess risiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken.

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

41. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Mio. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 01.10.2010 356,6 41,4 397,9
Währungsdifferenzen 0,1 0,1
Zugänge 66,1 6,0 72,1
Auflösung –29,4 –2,8 –32,1
Buchwert 30.09.2011 393,4 44,5 437,9

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 405,8 Mio. Euro (Vorjahr: 365,9 Mio. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten großteils zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

42. Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Pachtverbindlichkeiten 32,0 34,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 17,0 5,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 11,4 10,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 8,4 12,9
Summe 68,9 63,1

42. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.09.2011 Restlaufzeit zum 30.09.2010
Mio. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 11,9 20,1 32,0 12,3 22,4 34,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 8,4 8,6 17,0 3,4 1,5 5,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 4,8 6,7 11,4 4,8 5,7 10,4
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 4,8 3,7 8,4 9,8 3,1 12,9
Summe 29,9 39,0 68,9 30,3 32,8 63,1

Kurzfristige Schulden

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

43. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR 2010/11 2009/10
Kredit bei der Oesterreichischen Kontrollbank AG 21,4 170,8
Anleiheverbindlichkeiten 257,7
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 32,5 34,4
Summe 311,6 205,2

Die Anleiheverbindlichkeit ist im Dezember 2011 fällig und wurde daher vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Hieraus sind fixe Finanzverbindlichkeiten in der Höhe von 81,6 Mio. Euro und variabale Finanzverbindlichkeiten in der Höhe von 176,1 Mio. Euro zu erwarten.

44. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

44. Steuerverbindlichkeiten Mio. EUR 2010/11 2009/10
Energieabgaben 36,7 24,4
Umsatzsteuer 19,8 23,6
Körperschaftsteuer 14,4 9,6
Sonstige Posten 11,9 5,4
Summe 82,6 63,0

45. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 158,6 Mio. Euro (Vorjahr: 124,2 Mio. Euro) enthalten.

46. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,9 Mio. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

Sonstige kurzfristige
Mio. EUR Personalansprüche Drohverluste Restrukturierung Rückstellungen Summe
Buchwert 01.10.2010 58,4 47,3 2,0 13,0 120,6
Währungsdifferenzen
Verwendung –27,9 –42,0 –2,0 –10,5 –83,6
Zuführung 29,5 3,8 11,2 45,9
Umbuchung 1,1 –2,9 –1,8
Buchwert 30.09.2011 61,2 9,1 10,7 80,8

46. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz stammen aus der Verrechnung von Kundenforderungen, die im Namen der EnergieAllianz-Partner von der EnergieAllianz abgewickelt werden.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalteten im Vorjahr vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen und Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

47. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der EnergieAllianz 15,0 15,1
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 7,2 16,8
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6,0 16,8
Zinsenabgrenzungen 9,5 9,0
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 0,5
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 37,5 29,4
75,1 87,6
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 51,8 14,4
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 12,5 11,2
64,3 25,6
Summe 139,4 113,2

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

48. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

48. Umsatzerlöse Mio. EUR 2010/11 2009/10
Umsatzerlöse Erzeugung 24,1 25,6
Umsatzerlöse Netzinfrastruktur Inland 423,5 428,9
Umsatzerlöse Energiehandel und -vertrieb 1.113,5 1.139,3
Umsatzerlöse Energieversorgung Südosteuropa 834,2 862,2
Umsatzerlöse Umwelt 329,8 268,7
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen und Sonstiges 4,0 27,4
Summe 2.729,2 2.752,1

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 119,4 Mio. Euro (Vorjahr: 78,4 Mio. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 28. Übrige langfristige Vermögenswerte).

49. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Prämien, Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

49. Sonstige betriebliche Erträge
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 32,1 32,1
Bestandsveränderungen 19,0 –2,0
Aktivierte Eigenleistungen 17,7 16,0
Zinsen für verspätete Zahlungen 12,3 5,6
Entschädigungen und Vergütungen 5,3 4,9
Miet- und Pachterträge 3,2 2,4
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 0,6 0,9
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen –0,1 0,5
Übrige sonstige betriebliche Erträge 11,4 9,4
Summe 101,6 69,7

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte eine Änderung der Darstellung der Anzahlungen für Kundenaufträge, woraus die Erhöhung der Bestandsveränderungen gegenüber dem Vorjahr resultierte.

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter Emissionszertifikate in Höhe von 3,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Fremdstrombezug und Energieträger 1.505,7 1.600,0
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 373,9 314,5
Summe 1.879,7 1.914,5

51. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,1 Mio. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro) enthalten.

51. Personalaufwand Mio. EUR 2010/11 2009/10
Gehälter und Löhne 236,7 235,4
Aufwendungen für Abfertigungen 9,9 13,5
Aufwendungen für Pensionen 19,4 21,8
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
48,9 48,7
Sonstige Sozialaufwendungen 8,5 9,8
Summe 323,3 329,2

Im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte eine Umgliederung der Aufwendungen aus Reisekostenvergütungen in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden betrug:

51. Mitarbeitende nach Segmenten Anzahl im Jahresdurchschnitt 2010/11 2009/10
Erzeugung 185 147
Netzinfrastruktur Inland 1.284 1.321
Energiehandel und -vertrieb 448 259
Energieversorgung Südosteuropa 5.304 5.630
Umwelt 572 524
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 457 656
Summe 8.250 8.536

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden setzte sich aus 7.945 Angestellten und 305 Arbeitern zusammen (Vorjahr: 8.208 Angestellte und 328 Arbeiter).

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen wurden entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

52. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 21. Vorgehens weise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

52. Abschreibungen nach Bilanzpositionen
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 24,2 12,5
Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte1) –31,2
Abschreibungen auf Sachanlagen 259,8 216,8
Summe 252,8 229,3
52. Abschreibungen
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Planmäßige Abschreibungen 223,7 217,1
Wertminderungen1) 60,3 12,2
Zuschreibungen1) –31,2
Summe 252,8 229,3

1) Details siehe Erläuterung 25. Immaterielle Vermögenswerte und 26. Sachanlagen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen

53. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Forderungsabschreibungen 35,6 44,2
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 22,3 18,0
Betriebssteuern und Abgaben 15,0 14,8
Werbeaufwand 13,3 11,3
Telekommunikation und Portospesen 11,9 11,2
Fahrt- und Reisespesen, Kfz-Aufwendungen 11,8 9,0
Versicherungen 8,5 9,7
Wartung und Instandhaltung 4,8 4,6
Mieten 4,6 1,9
Weiterbildung 2,6 2,7
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 25,9 34,2
Summe 156,3 161,5

Die Position Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken umfasst auch die Änderung der Rückstellung für Prozessrisiken. Die Position Mieten umfasst auch die Änderung der Rückstellungen für Mieten für Netzzutritte. Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

54. Finanzergebnis

54. Finanzergebnis
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Beteiligungsergebnis
RAG1) 60,4 44,3
EconGas 4,4 9,3
ZOV; ZOV UIP 10,8 11,7
BEWAG; BEGAS2) 9,4 –3,1
Shkodra –21,4 0,3
Andere Gesellschaften –0,7 –0,8
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen 62,9 61,6
Dividendenzahlungen 27,4 55,9
davon VERBUND AG 22,1 50,1
davon andere Gesellschaften 5,3 5,8
Wertminderungen –1,0 –0,8
Sonstiges 0,1 –0,4
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 26,6 54,7
Summe Beteiligungsergebnis 89,4 116,3
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 31,231, 31,2 33,6
Übrige Zinserträge 6,4 3,9
Summe Zinsertrag 37,6 37,5
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –72,4 –64,3
Übrige Zinsaufwendungen –6,3 –5,1
Summe Zinsaufwendungen –78,8 –69,4
Summe Zinsergebnis –41,1 –31,9
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT") –3,5 3,6
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren
des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL")
0,2 –3,6
Übriges Finanzergebnis –3,1 –0,8
Summe sonstiges Finanzergebnis –6,5 –0,8
Finanzergebnis 41,8 83,6

1) Indirekt über RBG gehalten

2) Jeweils 49,0 % an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Konzernabschluss

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile und Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten.

Das At-Equity-Ergebnis der Shkodra enthält die Wertminderung des Beteiligungsansatzes in Höhe von 23,1 Mio. Euro.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

55. Ertragsteuern

55. Ertragsteuern Mio. EUR 2010/11 2009/10
Laufender Ertragsteueraufwand 35,2 46,2
davon österreichische Gesellschaften 31,0 32,5
davon ausländische Gesellschaften 4,3 13,7
Latenter Steuerertrag –7,3 –4,0
davon österreichische Gesellschaften –10,0 2,5
davon ausländische Gesellschaften 2,7 –6,6
Summe 27,9 42,1

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2011 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2010/11 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellten sich folgendermaßen dar:

2010/11 2009/10
55. Ermittlung des Effektivsteuersatzes % Mio. EUR % Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 260,5 270,9
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 65,1 25,0 67,7
+/– Abweichende ausländische Steuersätze 0,0 –0,1 0,6 1,6
– Steuerfreie Beteiligungserträge –11,0 –28,5 –13,3 –36,1
+ Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 0,7 1,8 1,4 3,7
– Steuerrechtliche Anteilsabwertungen –4,7 –12,2 –0,6 –1,6
– Steuerfreie Erträge –1,6 –4,1
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,6 4,1 1,8 5,0
+/– Aperiodische Steuererhöhungen/–minderungen 0,5 1,2 0,8 2,2
–/+ Sonstige Posten 0,4 0,7 –0,2 –0,5
Effektivsteuersatz/-aufwand 10,7 27,9 15,6 42,1

Die steuerrechtlichen Anteilsabwertungen betreffen die im Geschäftsjahr mit steuerlicher Wirkung durchgeführten Beteiligungswertberichtigungen der TEZ Plovdiv und der Shkodra.

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2010/11 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 10,7 % (Vorjahr: 15,6 %). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

56. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wurde durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2010/11 in Umlauf befindlichen Anteile von 178.059.870 Stück (Vorjahr: 163.001.364 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 189,7 Mio. Euro (Vorjahr: 207,0 Mio. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2010/11 ein Ergebnis je Aktie von 1,07 Euro (Vorjahr: 1,27 Euro).

Sonstige Angaben

57. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 34,3 Mio. Euro (Vorjahr: 35,5 Mio. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2010/11 102,6 Mio. Euro (Vorjahr: 110,5 Mio. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 33,5 Mio. Euro (Vorjahr: 35,2 Mio. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 53,7 Mio. Euro (Vorjahr: 51,2 Mio. Euro) geleistet.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 5,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Verluste in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: Gewinne von 0,5 Mio. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 71,8 Mio. Euro (Vorjahr: 60,3 Mio. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RBG und BUHO) in Höhe von 33,7 Mio. Euro (Vorjahr: 22,5 Mio. Euro) wurde als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangenen liquiden Mittel betrugen 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 12,9 Mio. Euro (Vorjahr: 8,2 Mio. Euro).

57. Fonds der liquiden Mittel Mio. EUR 2010/11 2009/10
Liquide Mittel 143,4 123,5
Kassenbestände 1,2 0,5
Guthaben bei Kreditinstituten 142,2 123,0
Kontokorrentverbindlichkeiten –30,8 –34,4
Summe 112,6 89,1

58. Risikomanagement

Zinsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko definiert EVN die Gefahr der negativen Abweichung vom aktuellen Zinsniveau, die in weiterer Folge Zins erträge und -aufwendungen sowie das Eigenkapital negativ beeinflussen kann. Zur Steuerung des Zinsrisikos wird auf ein aus gewogenes Verhältnis von fest und variabel verzinslichen Finanzinstrumenten geachtet. Der Risikominimierung dienen ein Limitwesen system, Absicherungsstrategien wie der Abschluss derivativer Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 9. Finanzinstrumente) sowie die laufende Überwachung des Zinsrisikos. Bei der Bewertung werden fix und variabel verzinsliche Finanzinstrumente gesondert behandelt.

Die Überwachung des Zinsänderungsrisikos erfolgt für EVN, neben der Durchführung von Sensitivitätsanalysen, unter anderem auch im Rahmen einer täglich durchgeführten Value-at-Risk (VaR)-Kalkulation, bei der der VaR mit einem Konfidenzniveau von 99,0 % für die Haltedauer eines Tages berechnet wird. Seit August 2011 ist ein neues Treasury-Management-System im Einsatz, dessen Einführung geringfügige methodische Anpassungen bei der VaR-Ermittlung bedingte. Der Value at Risk wird jedoch weiterhin täglich nach der Varianz-Kovarianz-Methode unter Anwendung des Delta-Gamma- Ansatzes berechnet. Zum Bilanzstichtag betrug der Zins-VaR unter Berücksichtigung der eingesetzten Sicherungsinstrumente 4,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro).

Währungsrisiken

Das Risiko von ergebnisbeeinflussenden Währungsschwankungen erwächst für EVN aus Geschäften, die nicht in Euro getätigt werden.

Bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht in der funktionalen Währung des Konzerns gehalten werden, können Währungsrisiken schlagend werden. Die wesentlichen Treiber des Währungsrisikos sind bei EVN die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) begebenen Anleihen. Das Management des Währungsrisikos erfolgt über eine zentrale Erfassung, Analyse und Steuerung der Risikopositionen sowie durch die Absicherung der Anleihen in fremder Währung mittels Cross-Currency-Swaps (siehe Erläuterungen 38. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 9. Finanzinstrumente).

Der Fremdwährungs-VaR belief sich am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der Sicherungsinstrumente auf 0,01 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro).

Sonstige Marktrisiken

Unter sonstigen Marktrisiken versteht EVN das Risiko von Preisänderungen aufgrund von Marktschwankungen bei Primärenergie, Strombeschaffung und -absatz sowie Wertpapieren.

Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit der EVN werden Energiehandelskontrakte für Zwecke des Preisänderungsrisikomanagements abgeschlossen. Die Preisänderungsrisiken entstehen durch die Beschaffung und den Verkauf von elektrischer Energie, Gas, Kohle, Öl, Biomasse und CO2 -Zertifikaten. Termingeschäfte und Swaps dienen als Absicherung gegen diese Preisänderungsrisiken.

58. Preisabsicherungen im Energiebereich

2010/11 2009/10
I
Nominalvolumina
I Marktwerte I Nominalvolumina I Marktwerte I
Mio. EUR Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 44,5 –33,9 4,1 –3,5 0,5 97,1 –108,2 5,4 –11,9 –6,5
Forwards 231,3 –173,2 15,7 –17,3 –1,6 238,0 –208,3 18,7 –17,2 1,5

Nachfolgend wird die Sensitivität der Bewertung auf die Marktpreise gezeigt. Die Berechnung der Sensitivität wird unter der Annahme durchgeführt, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben. Weiters handelt es sich hier um Derivate, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzt werden. Nicht in die Betrachtung einbezogen werden Derivate, welche für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungs bedarf des Unternehmens bestimmt sind (Own Use) und damit nach IAS 39 nicht als Finanzinstrumente zu bilanzieren sind.

Bei Änderung der Marktpreise um 10,0 % zum Bilanzstichtag würden sich Eigenkapitaleffekte der Derivate um 16,5 Mio. Euro (Vorjahr: 23,0 Mio. Euro) ergeben.

Das Risiko von Preisänderungen bei Wertpapieren resultiert aus Kapitalmarktschwankungen. Die wesentlichste von EVN gehaltene Wertpapierposition sind Aktienbestände an der VERBUND AG. Der Preisänderungs-VaR der von EVN gehaltenen VERBUND-Aktien betrug am Bilanzstichtag 38,8 Mio. Euro (Vorjahr: 35,3 Mio. Euro).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine kurz- und mittelfristige Finanzplanung, die Festlegung von Limits und das konzernweite Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbestands standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 57,9 Mio. Euro (Vorjahr: 223,8 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus standen EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro (Vorjahr: 600,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt) und vertraglich vereinbarte, ungenutzte, bilaterale Kreditlinien im Ausmaß von 165,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Das Gearing lag zum Bilanzstichtag bei 49,7 % (Vorjahr: 48,2 %) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

Der Nominalwert der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten belief sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 1.103,0 Mio. Euro (Vorjahr: 886,0 Mio. Euro). Die Summe der Cash Flows aus Zinsen von 23,0 Mio. Euro (Vorjahr: 49,7 Mio. Euro) gliedert sich in –1,4 Mio. Euro bis zu einem Jahr, 27,5 Mio. Euro von einem bis zu fünf Jahren und –3,0 Mio. Euro über fünf Jahre.

Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2010/11 Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 609,7 733,4 27,4 367,3 338,8
Langfristige Bankdarlehen 981,5 1.147,4 114,5 552,5 480,4
Summe 1.591,3 1.880,8 141,9 919,8 819,2
Summe Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Geschäftsjahr 2009/10 Mio. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse < 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 835,3 1.021,3 34,1 606,7 380,5
Langfristige Bankdarlehen 891,1 1.128,7 123,9 509,1 495,7
Summe 1.726,4 2.150,0 158,0 1.115,8 876,2

58. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallsrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Dazu werden externe Ratings (u. a. Standard & Poor's, Moody's, Fitch, KSV 1870) der Kontrahenten herangezogen und das Geschäftsvolumen entsprechend dem Rating und der Ausfallswahrscheinlichkeit limitiert. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, kann der Geschäfts abschluss durch eine Erbringung einer ausreichenden Besicherung erfolgen.

Das Kreditrisikomonitoring sowie die Limitierung der Ausfallrisiken erfolgt einerseits für Finanzforderungen im Treasury-Bereich (u. a. Veranlagungen, Finanz- und Zinsderivate) und Derivat- bzw. Termingeschäfte, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Energiegeschäft abgeschlossen werden und andererseits in Bezug auf Endkunden und sonstigen Debitoren im Bereich des Kerngeschäfts.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen. Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

Das Ausfallrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vernehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung.

Abschreibungen/Wertberichtigungen Mio. EUR 30.09.2011 30.09.2010
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 1,0 0,8
1,0 0,8
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 35,6 44,2
Wertpapiere 1,3 4,1
36,9 48,2
Summe Wertminderungen 37,9 49,0

58. Wertminderungen nach Klassen

Das maximale Ausfallsrisiko des Konzerns für die Bilanzposten zum 30. September 2011 und zum 30. September 2010 entsprechen den in den Erläuterungen 28. Übrige langfristige Vermögenswerte, 30. Forderungen und 31. Wertpapiere dargestellten Buchwerten, ohne Finanzgarantien.

Bei den derivativen Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert (siehe Erläuterung 59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten).

Das maximale Risiko in Bezug auf Finanzgarantien wird in der Erläuterung 61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken dargestellt.

59. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen. Für Finanz instrumente, welche an einem aktiven Markt notiert sind, stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar. Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

59. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

Fair-Value
Hierarchie
30.09.2011 30.09.2010
Bewertungs (gem. IFRS
Klassen
Mio. EUR
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
kategorie 7.27 A) Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS Stufe 2 8,9 8,9 7,5 7,5
Andere Beteiligungen AFS Stufe 1 883,5 883,5 1.070,3 1.070,3
892,4 892,4 1.077,8 1.077,8
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL Stufe 1 97,9 97,9 104,1 104,1
Ausleihungen LAR 24,4 24,4 22,0 22,0
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 615,6 615,6 555,4 555,4
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 76,8 76,8 38,0 38,0
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 24,6 25,2
839,3 814,7 744,8 719,6
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen
LAR 456,9 456,9 480,2 480,2
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 4,4 4,4 6,8 6,8
Nichtfinanzielle Vermögenswerte 18,4 19,0
479,7 461,3 506,0 487,0
Wertpapiere
Liquide Mittel
HFT 57,9 57,9 223,8 223,8
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 143,4 143,4 123,5 123,5
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
143,4 143,4 123,5 123,5
Anleihen FLAC 609,7 660,2 835,3 902,5
Bankdarlehen FLAC 981,5 981,5 891,1 891,1
Übrige langfristige Verbindlichkeiten 1.591,3 1.641,7 1.726,4 1.793,6
Pachtverbindlichkeiten FLAC 32,0 32,0 34,8 34,8
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 17,0 17,0 5,0 5,0
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 8,4 8,4 12,9 12,9
Hedge
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Accounting Stufe 1 11,4 11,4 10,4 10,4
Kurzfristige Schulden 68,9 68,9 63,1 63,1
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 311,6 311,6 205,2 205,2
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 368,0 368,0 339,3 339,3
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 75,1 75,1 87,1 87,1
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge
Accounting
Stufe 1 0,5 0,5
Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 64,3 25,6
davon aggregiert nach Bewertungskategorie 139,4 75,1 113,2 87,6
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 892,4 1.077,8
Kredite und Forderungen LAR 1.240,3 1.181,2
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam
zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 97,9 104,1
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 57,9 223,8
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Schulden
FLAC 2.403,4 2.410,7

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Es handelt sich dabei um Referenzwerte, die jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente sind. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

30.09.2011 30.09.2010
59. Derivative Finanzinstrumente Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
Währungsswaps
Mio. CHF (unter 5 Jahre)3) 252,3 39,5 250,0 18,7
Mio. JPY (unter 5 Jahre)3) 8.000,0 14,6 8.000,0 7,7
Mio. JPY (über 5 Jahre)3) 12.000,0 21,9 12.000,0 6,1
Mio. USD (unter 1 Jahr)3 10,0 0,1
Mio. USD (unter 5 Jahre)3) 10,0 0,2
Mio. USD (über 5 Jahre)3) 3,0 0,1 3,0 0,2
Zinsswaps
Mio. EUR (unter 1 Jahr)3) 205,0 0,7 240,0 5,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre)3) 15,0 –0,3 237,5 3,4
Mio. EUR (über 5 Jahre)3) 367,7 –22,3 169,9 –8,9
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl)3) 79,2 5,7 101,0 1,3
Caps
Mio. EUR (unter 1 Jahr) 105,0 0,0
Mio. EUR (unter 5 Jahre) 105,0 0,1

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR

3) Gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

60. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Per 01. Oktober 2011 wurden die Gaspreise für Endkunden im Heimmarkt aufgrund des weiterhin hohen Niveaus des Rohölpreises Brent um 3,6 % erhöht.

Am 03. Oktober 2011 beschloss der Vorstand die Eckpfeiler für die Emission einer Anleihe in Höhe von 300 Mio. Euro. Am 06. Oktober 2011 wurde die Emission der Anleihe über die Börse abgeschlossen. Die Transaktion wurde von der Deutschen Bank AG, der Raiffeisen Bank International AG und Société Generale CIB begleitet. Die neue Anleihe hat mit einem Fälligkeitsdatum 13. April 2022 eine Laufzeit von 10,5 Jahren und weist eine Stückelung von 1.000 Euro auf. Der fixe Kupon wurde mit 4,25 % und der Emissionskurs mit 99,235 % festgelegt.

Mit Wirkung vom 17. Oktober 2011 wurde eine Kapitalerhöhung bei der albanischen Energji Ashta SHPK, Tirana, Albanien, durchgeführt, an welcher EVN mittelbar 49,99 % über Shkodra hält. Der durchgerechnete 49,99 %ige Anteil der EVN an dieser Kapitalerhöhung betrug 18,0 Mio. Euro.

Mit 14. Dezember 2011 wird die EURO Anleihe mit einer ausständigen Nominale in Höhe von 257,4 Mio. Euro planmäßsig getilgt.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2011 und der Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses am 15. Dezember 2011 keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risken setzen sich wie folgt zusammen:

61. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Mio. EUR
2010/11 2009/10
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit
Energiegeschäften 85,4 78,5
Projekten im Umweltbereich 237,0 214,6
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von
Energienetzen 6,2 6,8
Kraftwerken 533,2 422,9
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 81,3 230,1
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 7,7 7,7
Summe 950,8 960,6

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risiken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 148,5 Mio. Euro (Vorjahr: 49,1 Mio. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassten im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Eventualverbindlichkeiten für die zugunsten von e&t für die Erfüllung von Energiegeschäften abgegebenen Garantien wurden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2011 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 2,8 Mio. Euro. Das dieser Bewertung zugrunde liegende Nominalvolumen der Garantien betrug 400,7 Mio. Euro. Zum 31. Oktober 2011 betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 7,0 Mio. Euro bei einem zugrunde liegenden Nominalvolumen von 400,7 Mio. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

62. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterschieden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 112 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen

Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Bilanzstichtag 30. September 2011 eine Verbindlichkeit gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: Verbindlichkeit von 3,3 Mio. Euro).

At Equity einbezogene Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

62. Transaktionen mit at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Umsätze 175,5 233,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 722,4 742,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 89,6 85,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7,2 11,5
Forderungen aus der Durchführung des Cash Poolings 0,2
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 5,3
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings 0,0*) –0,0*)

*) Kleinbetrag

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2010/11 insgesamt 1,4 Mio. Euro (Vorjahr: 1,3 Mio. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 1,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) bezahlt. Aufgrund von Rückstellungsauflösungen ergeben sich für aktive Vorstandsmitglieder Erträge für Abfertigungen und Pensionen in der Höhe von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 1,6 Mio. Euro). Die Aufwendungen für aktive leitende Angestellte betrugen 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 0,7 Mio. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 8,4 Mio. Euro (Vorjahr: 10,4 Mio. Euro). Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (ab Seite 17) dargestellt. Dieser ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

63. Sonstige Angaben

Im EVN-Konzern ist ein Cash Pooling zur Liquiditätssteuerung und Optimierung der Zinsen vorhanden. Zwischen der EVN Finanzservice GmbH und der jeweiligen teilnehmenden Konzerngesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen. In den Verträgen wurden die Modalitäten für das Cash Pooling geregelt.

Es wurden im Geschäftsjahr 2010/11 keine außerbilanziellen Geschäfte getätigt.

64. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr – Sprecher des Vorstands (seit 20. Jänner 2011) Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA – Mitglied des Vorstands (seit 20. Jänner 2011) Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher – Mitglied des Vorstands Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstands (bis 20. Jänner 2011)

Aufsichtsrat

Präsident Kommerzialrat Dr. Burkhard Hofer – Vorsitzender (seit 20. Jänner 2011) Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber – Vorsitzender (bis 20. Jänner 2011) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Mag. Willi Stiowicek – Vizepräsident Gerhard Posset – Vizepräsident (bis 20. Jänner 2011) Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer (bis 20. Jänner 2011) Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller, BA Wolfgang Peterl (bis 20. Jänner 2011) Dkfm. Edwin Rambossek Martin Schuster (bis 20. Jänner 2011) Mag. Michaela Steinacker Generaldirektor Dipl.-Ök. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter Friedrich Bußlehner – Arbeitnehmervertreter (bis 20. Jänner 2011) Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Helmut Peter – Arbeitnehmervertreter (bis 20. Jänner 2011) Franz Ziegelwagner – Arbeitnehmervertreter (bis 20. Jänner 2011)

65. Freigabe des Konzernabschlusses 2010/11 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 14. Dezember 2011 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

66. Honorare des Wirtschaftsprüfers

Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2010/11 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Kosten für die KPMG betrugen weltweit in Summe 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro). Davon entfielen 68 % auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 27 % auf Steuerberatungsleistungen und 5 % auf sonstige Beratungsleistungen. Berücksichtigt sind alle Gesellschaften, die im Konsolidierungskreis enthalten sind.

Maria Enzersdorf, am 15. November 2011

EVN AG Der Vorstand

Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 22,3 24,5
Kurzfristige Vermögenswerte 264,2 300,5
Langfristige Schulden 2,8 1,2
Kurzfristige Schulden 172,2 260,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.045,4 997,2
Operativer Aufwand –998,8 –932,1
Abschreibungen –3,6 –3,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 43,0 62,2
Finanzergebnis 0,6 0,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 43,6 62,3

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. EUR 2010/11 2009/10
Bilanz
Eigenkapital 1.452,7 823,6
Vermögenswerte 5.077,2 3.679,9
Schulden 3.624,5 2.856,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 7.584,1 5.241,8
Ergebnis nach Ertragsteuern 162,6 135,3

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Geschäftsbereichen angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag der EVN AG.

1. Beteiligungen der EVN

im Energiegeschäft ≥ 20,0 %
per 30.09.2011
Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 785 160 31.12.2010 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 81 20 31.12.2010 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ
Maria Enzersdorf
EVN Geoinfo 30,00 EUR –196 –91 31.12.2010 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen EVN Wärme 50,00 EUR 7 –28 30.09.2010 NE
B.net Burgenland Telekom GmbH, ("B.net")
Eisenstadt
kabelsignal 100,00 EUR 7.289 1.575 30.09.2011 V
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 35 –48 30.09.2010 NV
B.net Hungária Projekt Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF –7 –11 30.09.2010 NV
Bioenergie Wiener Neustadt GmbH1) EVN Wärme 90,00 EUR 963 –37 31.12.2010 NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 158 –41 31.12.2010 NE
Devoll Hydropower SHA, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien
EVN 50,00 ALL 17.476 –1.387 31.12.2010 E
EAA Erdgas Mobil GmbH, Wien EAA 100,00 EUR 9.024 –3.012 30.09.2011 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien2) EVN 16,51 EUR 183.154 72.765 31.12.2010 E
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH
("EnergieAllianz"), Wien
EVN 45,00 EUR 12.606 –4.613 30.09.2011 Q
Ernst Hora Elektroinstallationen
Gesellschaft m.b.H., Wien
first facility 100,00 EUR 52 6 31.12.2010 NV
EVN Albania SHPK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL 41 –82 31.12.2010 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 259.969 20.411 31.12.2010 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 37.214 4.140 31.12.2010 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 1.017 116 31.12.2010 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 47.533 –5.098 31.12.2010 V
EVN Croatia Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien EVN 100,00 HRK 6.735 –1.257 30.09.2011 V
EVN Energia Naturale S.R.L., Rom, Italien evn naturkraft 100,00 EUR 85 56 30.09.2011 NV
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 40.649 45.630 30.09.2011 Q
EVN Gorna Arda Development EOOD
Sofia, Bulgarien
EVN Bulgaria 100,00 BGN 404 –50 31.12.2010 NV
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo")
Maria Enzersdorf
Utilitas 100,00 EUR 1.826 1.584 30.09.2011 V
EVN Kavarna EOOD, ("EVN Kavarna")3)
Plovdiv, Bulgarien
evn naturkraft 100,00 BGN 19.477 15.731 31.12.2010 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 112.326 –43 30.09.2011 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 102.028 402 30.09.2011 V
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia")
Skopje, Mazedonien
EVN 90,00 MKD 126.595 –16.142 31.12.2010 V
EVN Macedonia Holding DOOEL
Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD –484 183 31.12.2010 V
EVN Macedonia Elektrani DOOEL EVN
Skopje, Mazedonien4) Macedonia 100,00 MKD 31.12.2011 NV
EVN Macedonia Elektrosnabduvanje DOOEL
Skopje, Mazedonien4)
EVN
Macedonia
100,00 MKD 31.12.2011 NV
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
("evn nk BuB"), Maria Enzersdorf
evn naturkraft 100,00 EUR 77.102 –1.158 30.09.2011 V
evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H.
("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 123.967 6.294 30.09.2011 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 384.105 48.099 30.09.2011 V
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 108.488 2.877 30.09.2011 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 89 20 31.12.2010 V
EVN Trading d.o.o. Podgorica
Podgoriza, Montenegro
EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2010 NV
EVN Trading d.o.o. Sarajevo
Sarajewo, Bosnien-Herzegowina EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2010 NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 139 –51 31.12.2010 V
EVN Trading SHPK, Tirana, Albanien EVN SEE 100,00 EUR 10 0 31.12.2010 NV
EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN 117 –10 31.12.2010 NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE")
Sofia, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 1.439 345 31.12.2010 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 75.114 7.019 30.09.2011 V
EVN Windpower Development & Construction
S.R.L., Bukarest, Rumänien
evn naturkraft 50,00 RON 48 –65 31.12.2010 NE
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs
und Betriebs GmbH, Wien4)
evn naturkraft 50,00 EUR 30.09.2011 NE
EVN-WIEN ENERGIE Windparkentwicklungs
und Betriebs GmbH & Co KG4)
evn naturkraft 50,00 EUR 30.09.2011 NE
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 6.646 702 30.09.2011 E
Fernwärme Mariazellerland GmbH, Mariazell EVN Wärme 48,86 EUR 29 –3 31.12.2010 NE
Fernwärme St.Pölten GmbH, St.Pölten EVN 49,00 EUR 15.960 863 31.12.2009 E
first facility Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien first facility 100,00 BGN 37 –14 31.12.2010 NV
first facility d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien first facility 51,00 RSD 0 12 31.12.2010 NV
first facility GmbH, ("first facility"), Wien Utilitas 100,00 EUR 1.759 1.265 30.09.2011 V
first facility Ingatlankezelö Kft., Budapest, Ungarn first facility 100,00 HUF 103 107 31.12.2010 NV
first facility Imobile SRL, Bukarest, Rumänien first facility 92,50 RON 43 35 31.12.2009 NV
first facility – Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei first facility 92,50 EUR –1 –5 31.12.2010 NV
first facility Makedonia DOOEL, Skopje, Mazedonien first facility 100,00 MKD 37 12 31.12.2010 NV
Hydro Power Company Gorna Arda AD
Bulgarien2)
EVN 70,00 BGN 0 0 31.12.2010 V
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.865 10 31.12.2010 NV
Kabelsignal AG, ("Kabelsignal"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 36.978 6.351 30.09.2010 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs
GmbH, Wien
evn naturkraft 33,33 EUR 42 3 31.12.2010 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs
GmbH & Co KG, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 488 31.12.2010 NE
MAKGAS DOOEL, Skopie, Mazedonien EVN 100,00 MKD 0 –1 31.12.2010 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien EAA 100,00 EUR 2.247 403 30.09.2011 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 1.071 116 31.12.2010 V
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2010/11
Niederösterreichische Facility Management GmbH
Wiener Neustadt
first facility 40,00 EUR 1.416 1.381 31.12.2010 NE
Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH
Wien ("Shkodra")
EVN 49,99 EUR 30 –5 31.12.2010 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland
V&C 100,00 EUR 0 –47 31.12.2010 NV
SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
Salzburg-Aigen
EAA 100,00 EUR 290 58 30.09.2011 Q
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
Essen, Deutschland5)
EVN
Kraftwerk
49,00 EUR 155.829 –3.895 31.12.2010 E
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH
Mainz, Deutschland
V&C 50,00 EUR 75 –3 31.12.2010 NE
VERBUND-Innkraftwerke GmbH
Töging, Deutschland2)
evn nk BuB 13,00 EUR 434 32 31.12.2010 E
V2 FM GmbH, Wien first facility 100,00 EUR –358 321 31.12.2010 NV
V&C Kathodischer Korrosionsschutz
Gesellschaft m.b.H., ("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 606 475 31.03.2011 V
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH
("WTK"), Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 609 194 30.09.2011 V

1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2010/11 erworben.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

3) Vormals EVN ENERTRAG Kavarna OOD, Plovdiv, Bulgarien; im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgte der Erwerb der restlichen 30,0 %

an der Gesellschaft und deren Umbenennung.

4) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2010/11 neu gegründet.

5) Vormals Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerktsgesellschaft mbH, Essen, Deutschland.

2. Beteiligungen der EVN im Umweltgeschäft ≥ 20,0 %

per 30.09.2011 Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 457 34 30.09.2011 NE
Abwasserbeseitigung Kötschach-Mauthen Errichtungs
und Betriebsgesellschaft mbH, Kötschach-Mauthen
WTE Essen 26,00 EUR 36 31.12.2010 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH
Maria Enzersdorf
EVN Abfall 50,00 EUR 395 4 30.09.2011 E
Cista Dolina – SHW Komunalno podjetje d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien
WTE Betrieb 100,00 EUR 153 28 30.09.2011 V
DTV Rt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.429 65 31.12.2010 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH,
("EVN Abfall"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 6.676 5.546 30.09.2011 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage
Nr. 1 mbH ("EVN MVA1"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 34 –12 30.09.2011 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage
Nr. 3 mbH ("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 EUR 10.861 –4.637 30.09.2011 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH,
("EVN UBS"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 6.652 1.077 30.09.2011 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH,
("EVN UFS"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 17.377 –8.903 30.09.2011 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH,
("EVN Umwelt"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 142.513 11.442 30.09.2011 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser")
Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 3.831 30.09.2011 V
OAO Budapro Werk Nr. 1, Moskau, Russland EVN MVA 1 100,00 RUB 12.024 768 31.12.2010 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3")
Moskau, Russland
EVN MVA3 100,00 RUB 140.572 –9.288 31.12.2010 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 RUB 125.154 –3.332 31.12.2010 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 102.002 –250 31.12.2010 V
Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 45.542 –175 31.12.2010 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau, Russland OAO MVA3 70,00 RUB 2.116 1.540 31.12.2009 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd–West 70,00 RUB 2.770 2.360 31.12.2010 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 31.12.2010 NV
EVN Projektgesellschaft KSV Ljuberzy mbH
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 25 30.09.2011 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo
mbH ("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 423 2 30.09.2011 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH
("Zelenograd"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 20.271 1.251 30.09.2011 V
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o.
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 50,00 HRK 1.806 470 31.12.2010 NE
Storitveno podjetje Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –39 10 30.09.2011 V
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland
WTE Essen 49,00 EUR 512 8 31.12.2010 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H
Untertullnerbach
evn wasser 50,00 EUR 879 –2 31.12.2010 NE
WTE BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 156 11 30.09.2011 NV
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb")
Hecklingen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 511 30.09.2011 V
WTE Denmark A/S, Birkerod, Dänemark WTE Essen 100,00 DKK 106 –116 30.09.2011 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o.
Budva, Montenegro
WTE Essen 100,00 EUR –1.009 –576 31.12.2010 V
WTE odpadne vode Budva DOO
Podgoriza, Montenegro
WTE Essen 100,00 EUR 11 31.12.2010 V
WTE Projektgesellschaft Kurjanovo mbH
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.09.2011 NV
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS /
WTE Essen
100,00 EUR 147.631 30.09.2011 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 10.228 –5.291 30.09.2011 V
WTE Projektmanagement GmbH
Essen, Deutschland1)
WTE Essen 100,00 EUR 20 –1 30.09.2011 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –31 –14 30.09.2011 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien
WTE Essen 100,00 EUR 24 2 30.09.2011 V
WTE Vodice d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 100,00 HRK 1 8 31.12.2010 NV
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen")
Essen, Deutschland
EVN Umwelt 100,00 EUR 83.538 7.665 30.09.2011 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o.
Warschau, Polen
WTE Essen 100,00 PLN 739 –77 30.09.2011 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 362 198 31.12.2010 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 671 606 31.12.2010 NV
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., ("ZOV")
Zagreb, Kroatien
WTE Essen 48,50 HRK 119.011 19.641 31.12.2010 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon
d.o.o., ("ZOV UIP") Zagreb, Kroatien
WTE Essen 33,00 HRK 4.164 4.161 31.12.2010 E

1) Vormals EVN MVA Nr. 1 Finanzierungs- und Servicegesellschaft mbH, Essen, Deutschland

3. Beteiligungen der EVN im Geschäftsbereich Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20 % per 30.09.2011

Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung
%
Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2010/11
BEGAS Energie AG, ("BEGAS"), Eisenstadt BUHO 49,00 EUR 80.268 9.843 30.09.2010 E
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO")
Eisenstadt
EVN AG 73,63 EUR 73.619 3.629 30.09.2011 V
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts
Aktiengesellschaft (BEWAG), ("BEWAG"), Eisenstadt
BUHO 49,00 EUR 160.514 –11.485 30.09.2010 E
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 692 167 30.09.2011 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande
EVN FM 100,00 EUR 2.353 232 30.09.2011 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 21.117 9.851 30.09.2011 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 20.791 9.472 30.09.2011 V
EVN WEEV Beteiligungs GmbH ("EVN WEEV")
Maria Enzersdorf1)
EVN 100,00 EUR 31.08.2011 NV
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 3.511 176 31.12.2010 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN AG 50,00 EUR 183 33 30.09.2011 E
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs
und -servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf
Utilitas 50,00 EUR 150 –126 31.12.2010 NE
R 138-Fonds, Wien EVN AG /
EVN Netz /
evn wasser
100,00 EUR 94.892 5.358 30.09.2010 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN AG 50,03 EUR 421.384 64.022 31.03.2011 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 130.398 80.050 31.12.2010 E
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs
Gesellschaft m.b.H, ("Utilitas"), Maria Enzersdorf
EVN AG 100,00 EUR 38.600 10.824 30.09.2011 V
VERBUND AG, Wien2) EVN AG 13,01 EUR 1.837.840 515.184 31.12.2009 N
WEEV Beteiligungs GmbH, Maria Enzersdorf 1) EVN WEEV 50,00 EUR 30.06.2011 E
Wiener Stadtwerke Management Beta
Beteiligungs GmbH, Wien
Utilitas 47,37 EUR 915 –3 30.11.2010 NE

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr erworben bzw. neu gegründet.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0 % wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG

Erzeugung 100 % EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
49 %
STEAG-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Errichtung eines Kohlekraftwerks in Duisburg
100 % evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
70 %
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft in Österreich
100 %
EVN Kavarna EOOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100 %
Naturkraft EOOD Stromerzeugung aus Photovoltaik in Bulgarien
100 %
evn naturkraft Beteiligungs- und Betriebs-GmbH
13 %
VERBUND-Innkraftwerke Deutschland GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
100 % EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
100 %
EVN Projektmanagement GmbH
50 % Devoll Hydropower SHA Stromerzeugung aus Wasserkraft in Albanien
49,99 % Shkodra Region Beteiligungsholding GmbH Holding iZm mit Wasserkraftwerksprojekt Ashta in Albanien
70 % Hydro Power Company Gorna Arda AD Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bulgarien
Netzinfrastruktur Inland 100 % EVN Netz GmbH Betrieb von Strom- und Gasnetzen
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H 1)
100 %
Kabelsignal AG Kabel-TV- und Internetdienste
100 %
B.net Burgenland Telekom GmbH Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste
100 %
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
100 %
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
Energiehandel und -vertrieb 100 % EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Gasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
100 % EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Gas, KWK- und Biogas-Wärme sowie solarer Energie
49 % Fernwärme St. Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
45 % ENERGIEALLIANz Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz-Partner
100 %
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100 %
SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
100 %
EAA Erdgas Mobil GmbH Errichtung von Erdgastankstellen
45 % e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz-Partner für Energiehandel und -aufbringung
16,5 % EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz-Gaspartner mit OMV, EGBV
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs Gesellschaft m.b.H1)
50 %
Allplan Gesellschaft m.b.H. Haus-, Energie- und Umwelttechnik
100 %
first facility GmbH Facility Management
Energieversorgung Südosteuropa 67 % EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
67 % EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD Stromversorgung von Kleinkunden in Bulgarien
100 % EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel
100 %
Energy Trading d.o.o. Belgrad Stromhandel
100 %
Energy Trading DOOEL Stromhandel
100 % EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmegesellschaft in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft
90 % EVN Macedonia AD Stromversorgung in Mazedonien
100 % EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft
100 % EVN Croatia Plin d.o.o. Bau und Betrieb von Gasverteilnetzen in Kroatien
Umwelt 100 % evn wasser Gesellschaft m.b.H. Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100 % EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
100 %
WTE Wassertechnik GmbH, Essen Deutschland Wasserver- und Abwasserentsorgung
sowie Umweltprojekte in 16 Ländern2)
100 %
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100 %
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau
100 %
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH
100 %
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges 12,6 % VERBUND AG3) Stromproduktion, -handel und -transport
100 % EVN WEEV Beteiligungs GmbH
50 %
WEEV Beteiligungs GmbH
73,6 % Burgenland Holding Aktiengesellschaft Regionale Strom- und Gasversorgung
49 %
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG) Stromversorgung
49 %
BEGAS Energie AG Gasversorgung
50,03 % RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
100 %
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.1)
100 %
EVN Business Service GmbH
100 % EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finance Service B.V. Konzernfinanzierung

Stand: 30. September 2011. Dargestellt sind die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften der Gruppe. Im Segment Umwelt sind nur die wesentlichen Beteiligungen der Ebene 1 und 2 angeführt. Der vollkonsolidierte Fond R 138 wird aufgrund fehlender operativer Tätigkeit nicht angeführt. Beteiligungsmaße in %

1) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

2) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa.

3) Die VERBUND AG zählt nicht zu den vollkonsolidierten bzw. at Equity einbezogenen Unternehmen. EVNs direkte Beteiligung an der VERBUND AG beträgt 11,5 % und der indirekt gehaltene Anteil über die EVN WEEV Beteiligungs GmbH und WEEV Beteiligungs GmbH beträgt 1,1 %.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll systems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungs methoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 15. November 2011

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Corporate Social Responsibility

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, ökonomische, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. In der Ausrichtung ihrer Unternehmensstrategie bekennt sich die EVN klar zur Nachhaltigkeit. Als Konsequenz zu dieser Ausrichtung erfolgte auch der Beitritt zum UN Global Compact im September 2005.

Kennzahlen

2010/11 2009/10 2008/09
Wirtschaft
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.729,2 2.752,1 2.727,0
Konzernergebnis Mio. EUR 189,7 207,0 177,9
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 522,0 499,3 335,3
Operativer ROCE (opROCE) % 7,5 6,4 6,7
Dividende je Aktie EUR 0,411) 0,40 0,37
Mitarbeitende
Mitarbeitende2) Anzahl 8.250 8.536 8.937
Mitarbeiterfluktuation % 3,0 3,1 3,6
Frauenanteil % 22,8 22,5 22,9
Ausbildungsstunden pro Mitarbeitende/n Std. 22,1 27,1 23,9
Anzahl der Arbeitsunfälle 113 92
Umwelt
Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie GWh 1.181 1.300 1.267
CO2-Emissionsmengen 1.000 t 1.736 1.517 1.586
Spezifische NOx-Emissionen kg/MWh 0,283 0,257 0,298
Gefährliche Abfälle3) t 9.396 12.036 10.518
Wassereinsatz (Trink- und Brauchwasser) 1.682.836 1.454.942 1.634.838

1) Vorschlag an die Hauptversammlung

2) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

3) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

Umweltleitbild der EVN

Minimierung der Umweltbeeinflussung

Es ist uns ein Anliegen, im Rahmen unserer Tätigkeit auftretende Umweltbeeinträchtigungen zu minimieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Gesamtumweltbilanz zu leisten.

Nachhaltigkeit

Wir fühlen uns dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet und gehen verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Ressourcen um, damit wir unsere Umwelt auch für künftige Generationen lebenswert erhalten. Wir sind bestrebt, ökologische, soziale und ökonomische Ziele ausgewogen zu berücksichtigen.

Verbesserung der Umweltleistung

Die EVN stellt durch den Einsatz modernster Systeme die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen sicher. Darüber hinaus fühlen wir uns zur stetigen Verbesserung unserer Umweltleistung verpflichtet. So sind unsere emissionsrelevanten Anlagen größtenteils nach EMAS und ISO 14001 zertifiziert und werden jährlich extern auditiert.

Modernste Umwelttechnik

Wir errichten unsere Energieproduktionsanlagen nach dem aktuellen Stand der Umwelttechnik. Der Modernisierung bestehender Anlagen bzw. deren Neuerrichtung an bestehenden Standorten kommt dabei besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig streben wir Ressourcenschonung durch möglichst hohe Wirkungsgrade an. Auch fördern wir die Entwicklung innovativer Umweltschutzeinrichtungen.

Ressourcenschonung und Klimaschutz

Die Schonung von Ressourcen ist Maßstab unseres Handelns. Durch Effizienzsteigerung, den forcierten Ausbau erneuerbarer Energieträger und Verwertung von Abfällen wollen wir den Klimaschutzzielen der EU, der Republik Österreich und des Landes Niederösterreich Rechnung tragen. Die EVN setzt auf einen flexiblen Erzeugungsmix aus Wasser- und Wärmekraft sowie erneuerbarer Energie. Der Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung aus regenerativen Quellen hat für die EVN Priorität. Die thermische Erzeugung von Energie wird weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität leisten und zur Integration der erneuerbaren Energie in die Systeme beitragen.

Landschaftsschutz

Bei der Energieproduktion und -verteilung achten wir auf das Landschaftsbild. Durch Ortsnetzverkabelung und Trassenoptimierung leisten wir Beiträge zur Pflege von Orts- und Landschaftsbild.

Abfallmanagement

Die Material- und Stoffströme unseres Unternehmens werden genau verfolgt und gelenkt, um – in dieser Reihenfolge – Abfallvermeidung, Recycling und geeignete Entsorgung sicherzustellen. Unsere Lieferanten für Materialien und Geräte sowie unsere Partner bei der Entsorgung wählen wir auch nach ökologischen Gesichtspunkten aus.

Energieberatung

Wir legen großen Wert auf effiziente und kundennahe Energieberatung. Dabei berücksichtigen wir wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte. "Energiesparen" ist einer der wichtigsten Grundsätze unserer Beratungstätigkeit.

Mitarbeitermotivation

Die vielfältigen Aufgaben eines ökologisch ausgerichteten Unternehmens können nur mit gut informierten und engagierten Mitarbeitenden umgesetzt werden. Wir legen daher auch im ökologischen Bereich größten Wert auf Schulung und bereichsübergreifende Einbindung aller Mitarbeitenden.

EVN Leitwerte – E(V)Nsure, E(V)Ncourage, E(V)Nable

Die EVN ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat sich von einem regionalen Anbieter zu einem international tätigen Konzern gewandelt, der heute in 20 Ländern aktiv ist. Vor sechs Jahren betrug der Personalstand der EVN rund 2.000 Mitarbeitende – im Geschäftsjahr 2010/11 wurden bereits 8.250 Mitarbeitende gezählt. Innerhalb der EVN ist in diesem Zeitraum eine große kulturelle Vielfalt entstanden.

In der Berichtsperiode wurde das Projekt "Internal Branding" initiiert, das optimale Voraussetzungen dafür schaffen soll, EVN Mitarbeitende zu befähigen und zu motivieren, das EVN Markenversprechen einzuhalten. Denn nur wenn die Marke EVN auch nach innen von allen Mitarbeitenden gelebt wird, kann die EVN ihren Kunden etwas versprechen und dieses Versprechen auch halten. Die Basis dafür bilden nun die neuen Leitwerte der EVN, die in Zusammenarbeit von Management und einem Projektteam entwickelt wurden. In einer ersten Phase wurden die EVN Führungskräfte mit den neuen Leitwerten der EVN vertraut gemacht. Anschließend fanden in allen Organisationseinheiten Workshops statt, in denen die Leitwerte den Mitarbeitenden vorgestellt wurden. Darauf aufbauend sollen sie nun in den Arbeitsalltag integriert werden. Parallel dazu fließen die Leitwerte auch in alle wichtigen "Kultur"-Dokumente des Konzerns ein, darunter die Feedbackund Orientierungsgespräche (FOG) und das Führungsleitbild. In einer zweiten Phase werden die Mitarbeiterwerte künftig auch in Bulgarien, Kroatien und Mazedonien verbreitet.

Wir sichern Qualität und Unternehmenserfolg.

  • Wir stehen für Kontinuität und Sicherheit. Unsere Mitarbeitenden sind leistungsbereit, kompetent, verlässlich und qualitätsbewusst.

  • Jeder stellt mit seinem Beitrag sicher, dass unsere Kunden bestmöglich mit Energie und Umweltdienstleistungen im Sinne unserer Strategie versorgt sind.

  • Durch diese Haltung ermöglichen wir als Konzern ein gesundes Wachstum.

Wir ermutigen Menschen.

  • Wir ermutigen Menschen durch die Art, wie wir denken und handeln.

  • Gute Stimmung und ein positives Klima sind für unseren Geschäftserfolg genauso wichtig wie für die Entwicklung unserer Mitarbeitenden.

  • Menschen, die Freude am Lernen haben und die wenn notwendig auch konstruktive Kritik üben, sind bei uns richtig.

Wir machen die Zukunft möglich.

  • Wir reden nicht nur, wir machen Dinge möglich. Wir gehen dabei stets den korrekten und lösungsorientierten Weg.

  • Was immer wir tun, wir haben die Umwelt, aus der wir Energie gewinnen, im Blick.

  • Nachhaltigkeit ist uns in allen Bereichen ein wichtiges Anliegen.

Sector Supplements – Unternehmensprofil

EU1 Installierte Kapazität in MW

Die EVN verfügt über eine Erzeugungskapazität von 1.873 MW Strom. Neben den drei kalorischen Kraftwerken der EVN AG in Dürnrohr (Kohle/Gas), Theiß (Gas/Öl) und Korneuburg (Gas) werden über die Ökostrom-Tochter evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H. fünf Speicher- und 64 Laufkraftwerke sowie 63 Windkraftanlagen in sieben Windparks betrieben. In der Berichtsperiode wurde in Niederösterreich der Windpark Markgrafneusiedl mit insgesamt neun Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme des Windparks Tattendorf mit acht Windkraftanlagen erfolgte nach dem Bilanzstichtag. Darüber hinaus bestehen Strombezugsrechte für die Donaukraftwerke Melk, Greifenstein und Freudenau sowie eine Drittelbeteiligung am Kraftwerk Nußdorf in Wien und seit dem Berichtsjahr eine 13 %-Beteiligung an den 13 Innkraftwerken der VERBUND-Innkraftwerke GmbH. Die EVN Wärme GmbH betreibt zwei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit Biomasse und zwei Cogeneration-Anlagen sowie zwei Blockheizkraftwerke mit Gas. In Mazedonien stehen elf Kleinwasserkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 46 MW im Eigentum der Tochtergesellschaft EVN Macedonia AD, wovon aktuell zum Zwecke der Revitalisierung sieben verleast sind. In Plovdiv, Bulgarien, verfügt die EVN über ein Fernheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 55 MW. Zusätzlich zur Photovoltaikanlage in Zwentendorf mit einer Kapazität von rund 0,2 MWp und der Anlage in Blatets, Bulgarien, mit rund 0,8 MWp wurde im Juli 2011 der größte Photovoltaikpark der EVN in Trastikovo, Bulgarien, mit einer Gesamtkapazität von rund 2 MWp in Betrieb genommen.

Der gesamte Gasbezug und -handel wird über die EconGas, ein Gemeinschaftsunternehmen der im Erdgasbereich tätigen EnergieAllianz-Austria-Partner sowie der EGBV Beteiligungsverwaltung GmbH und der OMV, abgewickelt. Mit der Auslagerung dieser Wertschöpfungsstufe konnte eine wettbewerbsfähige Einheit geschaffen werden, die aufgrund gebündelter Volumina Einkaufsvorteile erzielt. Die Versorgungssicherheit wird durch langjährige Lieferverträge und hohe Speicherkapazitäten gewährleistet.

Die Wärme stammt aus Fernheiz-, Nahwärme- und Cogeneration-Anlagen, die mit Biomasse sowie Erd-, Bio- und Flüssiggas betrieben werden. Die Cogeneration-Anlagen arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, wodurch die bei der Stromproduktion entstehende Abwärme genutzt und damit der Gesamtwirkungsgrad der Anlagen erhöht wird. Zudem wird aus den thermischen Kraftwerken Wärme in höchstmöglichem Ausmaß für Fernwärme ausgekoppelt. Die EVN betreibt weiters zwei thermische Abfallverwertungsanlagen mit einer Brennstoffwärmeleistung von insgesamt 152 MW, die ebenfalls zur Energieerzeugung herangezogen werden.

Stromerzeugungskapazitäten der EVN Kraftwerke
MW
per 30.09.2011 per 30.09.2010
Wärmekraft1) 1.434 1.421
davon Kohle 398 398
davon Gas 1.036 1.023
Wasserkraft2) 278 235
Windkraft 138 120
Photovoltaik 3 1
Biomasse 10 10
Sonstige Erneuerbare 10
Gesamt 1.873 1.787

1) Inkl. Cogeneration- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien

2) Inkl. Strombezugsrechte aus den Donaukraftwerken Melk, Greifenstein und Freudenau sowie der Beteiligungen am Kraftwerk Nußdorf in Wien und an der VERBUND-Innkraftwerke GmbH

EU2 Energieerzeugung in GWh

Im Berichtsjahr wurden rund 3,3 TWh Strom erzeugt, wovon rund 65 % auf thermische und rund 35 % auf erneuerbare Energie entfallen. Bis 2020 soll der Anteil an erneuerbarer Energie auf 50 % gesteigert werden. Der Deckungsgrad aus der Eigenerzeugung liegt im Geschäftsjahr 2010/11 bei 16,3 %.

Energieerzeugung GWh 2010/11 2009/10 2008/09
Stromerzeugung 3.332 3.653 3.477
davon Wärmekraftwerke 2.151 2.352 2.211
davon erneuerbare Energie 1.181 1.300 1.267

EU3 Kundenzahlen

Die EVN zählt rund 3,7 Millionen Energie-Kunden. Im Umweltbereich versorgt die EVN in Niederösterreich rund 0,5 Millionen Kunden mit Wasser, in Mittel- und Osteuropa wird die Trinkwasserver- bzw. Abwasserentsorgung für fast 14 Millionen Kunden gewährleistet. Rund 60 % bis 70 % der Kunden der EVN sind Haushaltskunden. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen erfolgt keine genauere Aufschlüsselung der Kundenstruktur.

EVN Stromerzeugung nach Energieträgern in %

Sonstige erneuerbare Energie Biomasse

Photovoltaik

1) Davon 85.615 MWh Eigenerzeugung in Bulgarien (Cogeneration-Anlage)

2) Davon 26.002 MWh Eigenerzeugung in Mazedonien (Wasserkraftanlagen)

Erdgas

Biomasse Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Dampf aus thermischer Abfallverwertung

Kundenanlagen per 30.09.2011
Stromnetze 3.288.000
Gasnetze 290.000
Wärmenetze 77.600
Kundenanlagen gesamt 3.655.600
Kunden der EVN per 30.09.2011
Wasser (Österreich)1) 497.400
Internationales Trink- und Abwassergeschäft (EW2)) 13.762

1) Davon direkt versorgt – 2011: 72.600; 2010: 58.800; 2009: 50.000

2) In 1.000; Einwohnerwert: Industrieabwasser umgerechnet auf Haushaltswasser

EU4 Länge der Fern- und Verteilleitungen (Netze)

Netzlängen – Energie
km
per 30.09.2011
Stromnetze 134.308
Gasnetze 13.630
Wärmenetze 602
Netzlängen gesamt 148.540

Nähere Details werden aufgrund derzeitiger unternehmensspezifischer Beschränkungen sowie interner Regelungen nicht berichtet.

Siehe hierzu auch den Punkt "Zusätzliche spezifische Kennzahlen aus Tochtergesellschaften" auf Seite 163.

EU5 Kontingent der CO2-Emissionszertifikate

Um einen adäquaten Beitrag zur Erreichung des österreichischen Emissionsreduktionsziels von 13 % bis 2012 zu leisten, wurde ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten implementiert. In der 2. Handelsperiode (2008–2012) ist für Anlagenbetreiber eine Zuteilung von kostenlosen Zertifikaten auf Basis der historischen Emissionen unter Berücksichtigung von Einsparungen vorgesehen. Besteht ein darüber hinausgehender Bedarf, so sind die Anlagenbetreiber verpflichtet, Emissionszertifikate zuzukaufen. Weiters besteht die Möglichkeit, in einem bestimmten Ausmaß Emissionszertifikate aus speziellen Klimaschutzprojekten (Certified Emission Reductions (CER) bzw. Emission Reduction Units (ERU)) einzusetzen.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der EVN Gratis-CO2 -Emissionszertifikate im Ausmaß von rund 1,58 Mio. Tonnen pro Jahr für österreichische Anlagen und rund 0,1 Mio. Tonnen pro Jahr für die Anlage in Bulgarien zugeteilt. In Bulgarien ist die EVN Vorreiter und handelt als erstes Unternehmen mit CO2 -Zertifikaten. Der Rest über die CO2 -Gratiszertifikate hinaus von rund 0,5 Mio. bis 0,8 Mio. Tonnen pro Jahr muss zugekauft werden. Details zu den damit verbundenen Aufwendungen finden sich unter Erläuterung 50. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen im Anhang des Jahresabschlusses.

Zur Deckung ihres CO2 -Bedarfs nimmt die EVN am Handel mit Emissionszertifikaten teil. Insgesamt unterlag die EVN im Geschäftsjahr 2010/11 mit zehn Anlagen in Österreich und einer Anlage in Bulgarien dem Emissionshandelssystem der EU.

Ab der 3. Handelsperiode (2013–2020) ist keine Gratiszuteilung von CO2 -Emissionszertifikaten für die Stromerzeugung vorgesehen. Sämtliche Zertifikate sind im Rahmen des Emissionshandelssystems zu ersteigern. In der Berichtsperiode lag der Preis für CO2 -Emissionszertifikate im Durchschnitt bei 14,76 Euro pro Tonne.

Heizöl

Governance, Verpflichtungen und Engagement

Corporate Governance/Führungsstruktur

Hinsichtlich der Darstellung der Führungs- und Organisationsstruktur der EVN wird auf den Corporate-Governance-Bericht ab Seite 12 verwiesen. Eine Übersicht der wesentlichen Beteiligungen befindet sich auf Seite 117 des Berichts.

Neben der laufenden Strategieentwicklung durch den Vorstand, die in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erfolgt, werden Lenkungsausschüsse und Arbeitsgruppen anlassbezogen zu unterschiedlichen Themen und Fragestellungen eingerichtet. Für Nachhaltigkeitsfragen wurde ein CSR-Lenkungsausschuss installiert, der sich aus dem Vorstand und den Leitern der Konzernfunktionen Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Umweltschutz und -controlling zusammensetzt. Der Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung, bestehend aus unabhängigen externen und internen Experten sowie Personalvertretern, berät den Vorstand und den Aufsichtsrat in diesen Fragen. Der Beirat des EVN Sozialfonds, bestehend aus externen Experten, berät den Vorstand in Fragen des sozialen Engagements.

Die EVN legt großen Wert auf eine zeitgleiche, offene und umfassende Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmenden, hohe Transparenz und eine aktive Berichterstattung. Auch in der Berichtsperiode wurden zahlreiche Gelegenheiten genutzt, um über die Geschäftsentwicklung und Strategie der EVN zu informieren. Um Minderheitsbeteiligten die Möglichkeit zu geben, gegenüber dem höchsten Leitungsorgan Meinungen zu äußern, hat die Konzernfunktion Rechnungswesen mit der Abteilung Investor Relations eine moderne und beispielgebende Organisation für erfolgreiche Anlegerbeziehungen eingerichtet. Hier werden insbesondere auch Aspekte und Wünsche der nachhaltig orientierten Anleger aufgenommen und berücksichtigt.

  • Zur Diversität der Mitarbeitenden und leitenden Organe siehe Indikator LA13.
  • Siehe Seite 126 zu EVN AG in Nachhaltigkeitsindizes.

Expertise der Leitungsgremien im Bereich Nachhaltigkeit, CSR-Organisation

Die Nachhaltigkeitsstrategie der EVN ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der EVN. Diese Integration stellt der CSR-Lenkungsausschuss sicher. Unterstützt wird er dabei vom CSR-Beratungsteam, das sowohl neue Denkanstöße liefert als auch – in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachbereich – für Impulse bei CSR-Maßnahmen verantwortlich ist. Um die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten sicherzustellen und Potenziale zur CSR-Weiterentwicklung in den jeweiligen Bereichen zu identifizieren, wurden aus allen Fachbereichen CSR-Verantwortliche nominiert. Zweimal jährlich werden in Form eines CSR-Erfahrungsaustausches die bisherigen CSR-Aktivitäten reflektiert und aktuelle Entwicklungen sowie Verbesserungspotenziale diskutiert. Zusätzlich wurde in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien jeweils eine CSR-Organisation analog zur Struktur in Österreich aufgebaut.

Nähere Informationen zur CSR-Organisation finden Sie unter www.verantwortung.evn.at.

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Um den Vorstand in Umwelt und Nachhaltigkeitsfragen zu beraten, wurde 1992 der Umweltbeirat der EVN gegründet, der ab 2006 zum Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung erweitert wurde. Die Mitglieder treffen jährlich in zwei Sitzungen zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde das Thema "Energetische Nutzung verschiedener Pflanzen" sowie "Der Dialog zwischen NGOs und den Energieversorgern" bearbeitet.

Eine Auflistung der Beirats-Mitglieder findet sich auf Seite 170 sowie unter www.evn.at/Gruppe/Organe/Beirat.aspx.

EVN Sozialfonds

Ende September 2008 hat die EVN einen Sozialfonds ins Leben gerufen, um bestehende Sponsoringaktivitäten im Sozialbereich zu bündeln und transparent zu gestalten. Der EVN Sozialfonds fokussiert auf die nachhaltige Unterstützung von Jugendinstitutionen in Niederösterreich und ist jährlich mit 100.000 Euro dotiert. Über die Auswahl der Förderprojekte entscheidet ein Expertengremium, das sich zweimal pro Jahr trifft. Es besteht aus Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange, Dr. Helga Preitschopf, Harald Wieser, Elisabeth Baum-Breuer und dem Vorsitzenden, Caritas-Wien-Direktor Dr. Michael Landau. Die Empfehlungen zur Mittelverwendung an den Vorstand der EVN AG erfolgt einstimmig. In der Berichtsperiode wurden 13 Projekte unterstützt.

Eine Auflistung der unterstützten Projekte findet sich unter dem Indikator EC8.

Intern entwickelte Leitbilder, interner Verhaltenskodex und Prinzipien der Nachhaltigkeit

Zentrale Leitbilder der EVN sind das Unternehmensleitbild, das Umweltleitbild und das Leitbild für Führungskräfte, die sich ebenso wie der EVN Verhaltenskodex auf international anerkannte Standards beziehen und in der gesamten Organisation als Prinzipien der Nachhaltigkeit Anwendung finden. Die EVN implementierte weiters eine Integritätsklausel für Lieferanten, die Richtlinien für eine nachhaltige Beschaffung sowie Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten definiert.

  • Die einzelnen Leitbilder finden Sie unter dem Punkt CSR-Strategie auf unserer Homepage: www.verantwortung.evn.at.
  • Die Integritätsklausel ist unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx abrufbar.

Verfahren des höchsten Leitungsorgans zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung

Die Nachhaltigkeitsstrategie der EVN ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der EVN. Diese Integration stellt in erster Linie der CSR-Lenkungsausschuss sicher. Das wirkungsvollste Instrument der EVN zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung ist der jährliche Prozess der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI A+. Zudem erfolgt eine externe GRI-Prüfung durch ein unabhängiges Prüfinstitut. Weiters wird die Nachhaltigkeitsleistung jährlich durch EIRIS im Rahmen der Notierung als nachhaltiges Investment im FTSE4Good, Ethibel, ECPI und VÖNIX überprüft.

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die in den technischen und kaufmännischen Bereichen im Geschäftsjahr 2010/11 festgestellten Beanstandungen wurden den Geprüften mitgeteilt und Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die Umsetzung der von der Unternehmensleitung beschlossenen Maßnahmen wird im Rahmen eines Follow-up-Verfahrens geprüft. Gravierende Beanstandungen, die die Strategie und Ziele des EVN Konzerns gefährden könnten, wurden nicht festgestellt.

Für das Geschäftsjahr 2011/12 wird weiterhin an der Integration von Nachhaltigkeitsparametern in die reguläre Quartalsberichterstattung gearbeitet, ebenso wie an einer intensivierten Sammlung und Aufbereitung der Nachhaltigkeitskennzahlen (z. B. Umweltkosten) zur besseren Vergleichbarkeit im Zeitverlauf.

Leistungsbeurteilung des Vorstands hinsichtlich Nachhaltigkeit

Die Leistungsbeurteilung des CSR-Lenkungsausschusses und somit auch des Vorstands der EVN bezüglich Nachhaltigkeit ist immanenter Bestandteil des jährlichen Prozesses der Sammlung, Analyse, Auswertung, Zusammenfassung und Publikation von unternehmensweiten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI A+ (inkludiert externe Überprüfung). Der Vorstand unterzieht sich insbesondere auch der jährlichen Überprüfung des Unternehmens im Rahmen der Notierung als nachhaltiges Investment (FTSE4Good, Ethibel, VÖNIX, ECPI) sowie im Rahmen der GRI- und EMAS-Zertifizierungen.

Die EVN AG in Nachhaltigkeitsindizes

Die Aktie der EVN AG ist in mehreren Nachhaltigkeitsindizes vertreten und unterzieht sich damit regel mäßig umfassender Prüfungen. Seit 2002 zählt die EVN Aktie zum FTSE4Good Index und wird damit im FTSE4Good Europe Index sowie im FTSE4Good Global Index abgebildet. Diese Indizes bieten nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in Unternehmen zu investieren, die weltweit anerkannte Standards hinsichtlich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Stakeholdern erfüllen. Seit 2005 ist die EVN Aktie auch in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI) vertreten. 2005 wurde die EVN

Aktie auch in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX auf genommen, der die hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Leistungen führenden börsenotierten Unternehmen Österreichs abbildet. Seit Dezember 2010 zählt die EVN Aktie auch zum ECPI Index und wird im ECPI Ethical Index EMU abgebildet. Der Index umfasst die 150 höchstkapitalisierten Unternehmen der Europäischen Wirtschaftsund Währungsunion, die laut Screening-Methode des ECPI geeignete, nachhaltige Investitionen darstellen.

6. österreichischer CSR-Tag im EVN Forum

Am 29. September 2011 fand im EVN Forum der 6. öster reichische CSR-Tag des Vereins respACT – austrian business council for sustainable development statt. Thematisiert wurde die Rolle der Politik bei Corporate Social Responsibility in Österreich und Europa. Einmal jährlich findet diese von respACT organisierte CSR-Tagung statt und bildet somit eine wichtige österreichische Plattform für die Weiterentwicklung und den Erfahrungsaustausch zu CSR-Themen. Die EVN ist seit zwölf Jahren Mitglied bei respACT.

Nähere Informationen zu respACT unter: www.respact.at

Mit Wirksamkeit 1. Oktober 2010 wurde das Vergütungssystem für leitende Angestellte angepasst. Mit der Anpassung werden unter anderem folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Einbeziehung wertorientierter Kennzahlen

  • Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Bereiche

  • Für nähere Informationen wird auf den Corporate- Governance-Bericht ab Seite 12 verwiesen.

Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips

Die EVN berücksichtigt das Vorsorgeprinzip als wesentlichen Grundsatz und Konsens der Nachhaltigkeit. Dieses Bekenntnis verlangt, dass mögliche Belastungen oder Schäden für die Umwelt bzw. die menschliche Gesundheit im Voraus von allen Führungskräften und Mitarbeitenden bei allen Geschäftsaktivitäten ausgeschlossen, vermieden oder weitestgehend zu verringern sind. Die konkrete Umsetzung ist im EVN Umweltleitbild definiert.

Das Umweltleitbild der EVN findet sich auf Seite 121 und ist abrufbar unter: www.evn.at/Verantwortung/CSR-Management.aspx.

Unterstützung externer Initiativen

OECD OECD Guidelines for Multinational Enterprises
UNGC UN Global Compact
respACT austrian business council for sustainable development
ÖGUT Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen

Die EVN ist Mitglied in zahlreichen branchenrelevanten Organisationen und Verbänden.

Auswahl von Mitgliedschaften (in alphabetischer Reihenfolge)
AEA Österreichische Energieagentur
AIA Association for Internal Auditors of Macedonia
ATDB Association of District Heating Companies in Bulgaria
ATEB Association of traders with electricity in Bulgaria
BBCE Bulgarian Branch Chamber of Power Engineers
BHRMDA Bulgarian Human Resources Management and Development Association
BIA Bulgarian Industrial Association
BPVA Bulgarian Photovoltaic Association
Bulgarian WEC Bulgarian National Committee to the World Energy Council
CEIBG Confederation of the Employers and Industrialists in Bulgaria
DBIHK Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer
ECNWM Economic Chamber of North-Western Macedonia
ECRM Economic Chamber of the Republic of Macedonia
EDSO European Distribution System Operators (for Smart Grids)
EEA Bulgarian Energy Efficiency Agency
EMI Energy Management Institute, Bulgaria
ERC Energy Regulatory Commission of Macedonia
FGW Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen
GEC German Economic Chamber
IV Industriellenvereinigung Österreich
MABA Macedonian Austrian Business Association
MAKO Cigre Macedonian National Committee – MAKO Cigre
MCC Macedonian Chambers of Commerce
MGEA Macedonian-German Economic Association
MHRA Macedonian Human Resources Association
OE Oesterreichs Energie
ÖGUT Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik
ORM Organization of Employers of Macedonia
OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik
ÖVGW Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach
ÖWAV Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband
respACT austrian business council for sustainable development
UNGC UN Global Compact
VGB PowerTech e.V.
WK NÖ Wirtschaftskammer Niederösterreich
ZEMAK Association of Energy Department Engineers of Macedonia

Einbezogene Stakeholdergruppen, Auswahl der Stakeholder, Ansätze für den Stakeholderdialog

Die EVN Kerngeschäftsbereiche Energie, Umwelt- und Wasserwirtschaft genießen hohe öffentliche Aufmerksamkeit und stehen stärker als andere Branchen unter ständiger kritischer Beobachtung. Die Expansion, das Wachstum und die Investitionen der EVN sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen und erhöhten auch die Aufmerksamkeit der Stakeholder. Parallel dazu nahmen die Transparenz in der Kommunikation sowie die Anzahl der partizipatorischen Verfahren zu und auch der freiwillige Dialog mit den Stakeholdern gewann an Bedeutung. Bedingt durch diese Entwicklungen verfolgt das Stakeholdermanagement der EVN die Ziele, im Dialog mit den Anspruchs- und Interessengruppen wirkungsvolle Strategien für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie den laufenden Nachhaltigkeitsprozess zu entwickeln. Gleichzeitig gilt es Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, konkretes Wissen über die Erwartungen der Stakeholder zu erhalten und gute Beziehungen aufrechtzuerhalten sowie neue Beziehungen zu schaffen und zu stärken.

Den Kern des EVN Stakeholdermanagements bilden die intensiven Beziehungen der strategischen Geschäftsfelder und Fachabteilungen mit ihren Stakeholdern: Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Partner, externe Organisationen, Verbände, NGOs, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Forschung. Die wichtigsten Stakeholder der EVN kennzeichnen jene Interessengruppen, die in enger, unternehmensrelevanter Beziehung mit dem Unternehmen stehen.

Abbildung: Darstellung der EVN Anspruchsgruppen

Im November und Dezember 2010 hat die EVN insgesamt 251 repräsentative Personen aus folgenden Bereichen befragt: Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Investoren, Medien, NGOs und Stakeholderplattformen, Branchen- und Fachverbände, Marktteilnehmer und Mitbewerber, Politik, Behörden, Wissenschaft und Forschung sowie Aufsichtsrat. Auf der Unternehmensseite wurden darüber hinaus auch die Führungskräfte der EVN sowie die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften in die Befragung miteinbezogen.

Bei dieser Stakeholderbefragung, die in Zukunft regelmäßig durchgeführt werden soll, stand die Beurteilung der Handlungsfelder der EVN Wesentlichkeitsmatrix im Blickpunkt. Ziel war es, systematisch zu analysieren, welche Handlungsfelder die Stakeholder der EVN als "wichtig" und "sehr wichtig" beurteilen, sowie zukünftige Herausforderungen einzuschätzen. Die Ergebnisse der Befragung wurden anschließend den Einschätzungen der Unternehmensführung gegenübergestellt.

Insgesamt wurden folgende 13 Handlungsfelder der Nachhaltigkeit, in denen die EVN aktiv ist, abgefragt:

  • Klimaschutz

  • Ressourcenschonung

  • Versorgungssicherheit

  • Faire Preise

  • Verantwortungsvoller Arbeitgeber

  • Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

  • Integration Südosteuropa

  • Interner Ressourcenverbrauch

  • Umweltschutz

  • Gesellschaftliches Engagement

  • Korruptionsvermeidung

  • Stakeholderdialog

  • Menschenrechte

Die Ergebnisse der Stakeholderbefragung führten im Anschluss zu einer Anpassung und Weiterentwicklung der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Die Werte der x-Achse beschreiben den Stellenwert der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen für die Unternehmensführung, während die y-Achse die Einschätzungen aus Sicht der Stakeholder widerspiegelt. Diese Darstellung erfüllt die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI). Die EVN Wesentlichkeitsmatrix findet sich auf Seite 5 des Ganzheitsberichts.

Auf Basis der Stakeholderbefragung konnten zusätzlich Schwerpunkte für die künftige Weiterentwicklung definiert werden. Für die Handlungsfelder "Verantwortungsvoller Arbeitgeber" und "Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschonung" werden qualitative Befragungen in Form von je einer Fokusgruppe und Einzelinterviews durchgeführt.

Ebenso zum Stakeholdermanagement der EVN zählen der Dialog in Arbeitsgruppen, Gemeindegremien, Unternehmensbeiräten und im EVN Sozialfonds, die Kommunikation und Kooperation zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat sowie gemeinsame Initiativen und Projekte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, insbesondere in jenen Ländern und Regionen, in denen die EVN oder ihre Tochtergesellschaften tätig sind.

Im Geschäftsjahr 2010/11 hat die EVN gemeinsam mit Greenpeace und der Gewerkschaft vida eine Studie zur Beurteilung des Energieverbrauchs Österreichs bis zum Jahr 2050 beim Institut für höhere Studien (IHS) in Auftrag gegeben. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie, die unter dem Titel "energy [r]evolution 2050" veröffentlicht wurden, zeigen auf, dass in Österreich bis 2050 eine Halbierung des Energieverbrauchs, eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf 85 % sowie eine Einsparung von mehr als 90 % an CO2 -Emissionen möglich sind. Mit diesen Entwicklungen wären keine Einbußen in der Lebensqualität der Österreicher verbunden. Das größte Energiesparpotenzial weist die Studie für den Wohnbau und den Verkehrssektor aus. Entscheidend für die Realisierung dieser Potenziale wird jedoch die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen sein, wie beispielsweise Effizienzsteigerungen im Verkehr, bei der Gebäudeheizung und in der Industrie, der kontinuierliche Ausbau an erneuerbaren Energien sowie eine Ökologisierung des Steuersystems. Die Studie "energy [r]evolution 2050" ist abrufbar unter www.greenpeace.at/energy-revolution.

Stakeholder und Art der
Einbeziehung (Auszug)
Befragung (Mitarbeiter
und Kundenbefragung
in regel mäßigen Abständen,
Stakeholderbefragung
2010 etc.)
Laufender und
regelmäßiger
Kontakt
Arbeitsgruppe, Forum,
Jahresversammlung
(1–2-mal pro Jahr
oder öfter)
Beiräte,
Expertengremien
(1–2-mal pro Jahr
oder öfter)
Aufsichtsrat
Mitarbeitende + + + + +
Kunden + + + + +
Lieferanten + + + + +
NGOs + + + +
Medien + + +
Investoren + + + + +

Tabelle: Stakeholder der EVN und die Art der Einbeziehung

  • Zur EVN Wesentlichkeitsmatrix siehe ebenfalls Seite 5.
  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix ist abrufbar unter: www.evn.at/Verantwortung/CSR-Management/CSR-Wesentlichkeits matrix.aspx.
  • Für eine Erläuterung der einzelnen Handlungsfelder in ihrer Bedeutung für die EVN siehe www.verantwortung.evn.at > CSR-Strategie > CSR-Wesentlichkeitsmatrix.

EVN Kundenbeirat

Als Dienstleistungsunternehmen hat die EVN reges Interesse an der Meinung ihrer Kunden. Als Ergänzung zu den bislang eingesetzten Instrumenten zur Erhebung der Kundenbedürfnisse hat die EVN deshalb im Frühjahr 2011 einen aus 24 Mitgliedern bestehenden Kundenbeirat ins Leben gerufen, der den Dialog mit Vertretern des EVN Managements zu kundenrelevanten Themen intensivieren soll. Bereits 2011 wurden von den engagierten Mitgliedern interessante Vorschläge und Ideen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie zu aktuellen Kommunikationsmaßnahmen eingebracht. Die für die niederösterreichische Kundengruppe repräsentativen 24 Mitglieder wurden über die Kundenzeitung EVN Journal und die EVN Homepage gesucht und für zwei Jahre bestellt. Sie treffen jährlich zu zwei Sitzungen zusammen.

Weitere Informationen zum Kundenbeirat unter www.evn.at/Gruppe/Kundenbeirat.aspx.

Ökonomische Verantwortung

Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, der schonende Umgang mit Ressourcen und die Schaffung bzw. Absicherung einer modernen Infrastruktur sowie höchste Qualitätsansprüche stehen bei allen Aktivitäten der EVN im Mittelpunkt. Oberste ökonomische Zielsetzung ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

Aspekt: Wirtschaftliche Leistung

EC1 Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert1)
Operative Kennzahlen/Verkaufsentwicklung 2010/11 2009/10 2008/09
Stromverkauf GWh 20.403 20.101 19.541
Gasverkauf GWh 6.475 6.738 6.102
Wärmeverkauf 2) GWh 1.911 1.821 1.576
Finanzkennzahlen 2010/11 2009/10 2008/09
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.729,2 2.752,1 2.727,0
EBITDA Mio. EUR 471,4 416,6 373,4
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 218,7 187,3 175,2
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 260,5 270,9 226,0
Konzernergebnis Mio. EUR 189,7 207,0 177,9
Investitionen Mio. EUR 415,7 394,0 415,7
Return on Equity (ROE) % 7,5 7,4 6,3
Eigenkapitalquote % 46,2 44,9 46,7
Aktienkennzahlen 2010/11 2009/10 2008/09
Ergebnis je Aktie EUR 1,07 1,27 1,09
Dividende je Aktie EUR 0,413) 0,40 0,37
Kurs per Ultimo September EUR 10,82 11,45 13,68

Ergebnis und Dividende je Aktie

in Euro

1) Geschäftsjahr jeweils vom 1. Oktober bis 30. September; Finanzkennzahlen nach IFRS

2) Ab 1. Jänner 2008 inklusive Wärmeabsatz in Bulgarien (TEZ Plovdiv)

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Mit einem Ertragsteueraufwand von 27,9 Mio. Euro trug die EVN zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben bei. Die Personalaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 323,3 Mio. Euro (11,8 % des Umsatzes). Der durchschnittliche Personalstand betrug 8.250 Mitarbeitende, davon 55 Lehrlinge. Die EVN verwendete im Berichtsjahr 1.879,6 Mio. Euro für Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen und ist damit ein wichtiger Auftraggeber der Wirtschaft in ihren Märkten.

In der 82. Hauptversammlung am 20. Jänner 2011 wurde dem Vorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 in Höhe von 0,40 Euro je Aktie zugestimmt. Der Vorschlag an die Hauptversammlung für die Dividende je Aktie des Geschäftsjahres 2010/11 beträgt 0,41 Euro.

EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel und die damit verbundene Verpflichtung zum Klimaschutz und zur Reduktion von CO2 ist eines der zentralen strategischen Ziele der EVN. Der Klimawandel wird dabei als Herausforderung verstanden, die nach neuen Geschäftsmodellen verlangt. Die EVN nutzt die damit verbundenen Chancen und beschäftigt sich intensiv mit neuen Technologien, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können und gleichzeitig die Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt zu minimieren. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Energiedienstleistungen ist die EVN stark engagiert. Ziel der EVN ist es, im Rahmen der Stromerzeugung den Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % zu steigern. Um die Energieeffizienz ihrer Kunden zu steigern, bietet die EVN zahlreiche Dienstleistungen für Haushalts-, Industrie- und Gewerbekunden, aber auch für Kommunen an.

Informationen zu den Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten der EVN siehe auch EC4 und EU8.

Corporate Social Responsibility

EC3 Betriebliche soziale Zuwendungen

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 27,9 Mio. Euro, ein Anteil von 8,6 % des Personalaufwands, für betriebliche soziale Zuwendungen (Aufwendungen für Pensionen, Sonstige Sozialaufwendungen) aufgewendet.

Nähere Informationen finden sich unter der Anhang angabe 51 auf Seite 97f des Berichts.

EC4 Finanzielle Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die EVN AG ist mit 51 % im Besitz der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden etwa 1,3 Mio. Euro (davon rund 16,1 % über Förderungen) für Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte aufgewendet. Eine weitere finanzielle Unterstützung der EVN durch öffentliche Stellen findet nicht statt. Soweit vereinzelte Materiengesetze die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderungen vorsehen, wie dies beispielsweise beim Ökostromgesetz der Fall ist, prüft die EVN das Vorliegen der Voraussetzungen und beantragt gegebenenfalls die dafür vorgesehenen Mittel.

Ferien@EVN

Als Unterstützung bei der Betreuung der Kinder während der Sommerferien hat die EVN im August 2011 ihren Mitarbeitenden erstmals ein einwöchiges Kinderferienprogramm angeboten. Die EVN Kinderferienwoche wurde für Sechs- bis Zehnjährige angeboten und fand in den Räumlichkeiten der Direktion der EVN und auf der angrenzenden Grünfläche statt. Durchgeführt wurde das Betreuungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Initiative Family Business. Insgesamt nahmen 13 Kinder von EVN Mitarbeitenden bei dem bunten Programm aus Spiel- und Bastel aktionen, Ausflügen und vielen weiteren Attraktionen teil.

Aspekt: Marktpräsenz

EC5 Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn

In Summe werden mehr als 90 % der Belegschaft im In- und Ausland durch Betriebsräte oder Gewerkschaften vertreten und hinsichtlich Entlohnung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt.

EC6 Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten

Alle EVN Vergabeverfahren werden unter Beachtung der gemeinschaftlichen Grundfreiheit sowie des Diskriminierungsverbots entsprechend den Grundsätzen des freien und lauteren Wettbewerbs unter der Gleichbehandlung aller Bewerber und Bieter durchgeführt.

Die EVN arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung einer nachhaltigen Ausrichtung der Beschaffung und setzt die schrittweise Implementierung von Nachhaltigkeitskriterien im Dialog mit den Lieferanten fort. Eine Integritätsklausel für Lieferanten definiert die Richtlinien der nachhaltigen Beschaffung und die Aufgaben und Pflichten der Lieferanten in elf Punkten.

Die Integritätsklausel ist abrufbar unter: www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx.

Bei der Auswahl oder Bevorzugung lokaler Lieferanten ist das Bundesvergabegesetz zu berücksichtigen: Die EVN ist in weiten Bereichen Sektorenauftraggeber nach dem EU-Vergaberecht und hat daher die dafür geltenden Bestimmungen einzuhalten. Weiters befolgt die EVN die in der EU geltenden wettbewerbsrechtlichen Grundsätze. Die Ungleichbehandlung von Bietern und somit die Bevorzugung lokaler Lieferanten ist unzulässig. Dennoch beträgt der Anteil der lokalen Lieferanten mehr als 50 %, bei Bautätigkeiten sogar mehr als 70 %.

Des Weiteren wird ein großes Augenmerk darauf gelegt, die Umweltkriterien des Österreichischen Aktionsplans zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung in die Ausschreibungskriterien der EVN einfließen zu lassen. Vor jeder Versendung von Ausschreibungen erfolgt daher nochmals eine gezielte Überprüfung der Unterlagen auf geforderte Nachhaltigkeitskriterien.

EC7 Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer

Die Einbeziehung und Karriereplanung von Mitarbeitenden aus der lokalen Umgebung unterstützt den wirtschaftlichen Nutzen und das Verständnis der lokalen Kultur. In allen Märkten der EVN stammen nahezu alle Mitarbeitenden und ein Großteil der Führungskräfte aus der jeweiligen Region. Die Stärkung der lokalen Managementkapazitäten bildet einen wichtigen Aspekt der Unternehmensstrategie, weshalb die EVN die Karriereplanung von lokalen Mitarbeitenden in Bulgarien und Mazedonien durch Führungskräftetrainings und internationale Programme wie die EVN SUN Akademie unterstützt.

Aspekt: Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

EC8 Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen, die vorrangig im öffentlichen Interesse erfolgen

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden 415,7 Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie in den Erzeugungsbereich investiert. Diese Investitionen dienen der Verbesserung der Versorgungssicherheit und damit letztlich dem öffentlichen Interesse. In Wahrnehmung ihrer Verantwortung gegenüber den unterschiedlichen Interessengruppen setzt die EVN aber auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen. Im Fokus steht dabei die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Der im Herbst 2008 eingerichtete Sozialfonds wird mit jährlich 100.000 Euro dotiert und fokussiert die Unterstützung niederösterreichischer Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Vom Sozialfonds wurden 2010/11 folgende Projekte unterstützt:

Projekte Euro
Liesenfeld/ursprüngliches Spiel 5.600
Landesverband Hospiz Niederösterreich/Hospiz macht Schule 5.000
Lamasté Wagenburg/Tagesbetreuungsstätte 8.000
Verein Wohnen/teilbetreutes Wohnen für behindertes Paar mit Kind 10.000
Caritas Hospiz/"Der Trauer begegnen", Gänserndorf und Retz 5.000
Caritas/Gesunde Zukunft für Roma-Kinder, mobile Lernbetreuung Weinviertel 10.000
Landesjugendheim Pottenstein/Pädagogischer Garten 6.000
Kindersozialdienste St. Martin/Ferienwoche für behinderte Kinder 4.000
Diakonie Österreich/InterKULT Lernfabrik St. Pölten 6.060
Caritas/Freizeitraum für Einrichtung Bauernhof Unternalb 10.000
Caritas/Flüchtlingshaus St. Gabriel, Outdoor-Pädagogik 10.000
Caritas/Familienzentrum Mistelbach 9.830
Landesjugendheim Pottenstein/Mustergarten 10.000

Wasserkraft in Albanien

Am Fluss Devoll realisiert die EVN in einem 50:50-Joint-Venture mit dem norwegischen Partner Statkraft, dem größten europäischen Stromproduzenten im Bereich erneuerbare Energie, ein Wasserkraftwerksprojekt. Der Konzessionsvertrag für die insgesamt drei Spitzenlast-Speicherkraftwerke mit einer geplanten Kapazität von rund 280 MW wurde im Dezember 2008 unterzeichnet. Seither laufen die Vorbereitungsarbeiten auf Hochtouren, mit dem Baustart wird für Beginn 2013 gerechnet. Das Projekt wird im Rahmen des Clean-Development-Mechanism (CDM)-Programms des Kyoto-Protokolls geführt. Ein offener Dialog mit den Stakeholdern und deren aktive Einbindung sind für die EVN selbstverständlich. In der Planungsphase des Projekts wurden daher neben hydrologischen, topografischen und seismischen Untersuchungen eine umfassende Umweltverträglichkeitsstudie (Environmental and Social Impact Assessment – ESIA) sowie umfangreiche Arbeits- und Sicherheitsbestimmungen ausgearbeitet. Weitere Details zum Projekt können unter www.dhp.al abgerufen werden.

Auch im Ausland engagiert sich die EVN und unterstützt insbesondere Kindergärten, -heime und Schulen in Bulgarien, Mazedonien und Kroatien.

EC9 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Als Arbeit- und Auftraggeber sowie als Anbieter von Energie- und Umweltdienstleistungen liefert die EVN eine Reihe von positiven Beiträgen für die Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist. Die Geschäftstätigkeit der EVN löst direkte und indirekte makroökonomische Effekte bzw. Beiträge aus. Die wichtigsten werden im Indikator EC1 skizziert, wobei auf das Anführen von Multiplikatoreffekten für die Gesamtwirtschaft verzichtet wurde.

Sector Supplements – Ökonomie

EU6 Kurz- und langfristige Sicherung der Versorgung

Zur Sicherung der Versorgung mit Strom baut die EVN ihre Erzeugungskapazitäten ständig aus. Für die Zukunftsfähigkeit der EVN ist ein flexibler Energiemix von entscheidender Bedeutung. Ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung in den nächsten Jahren ist eine noch stärkere Entwicklung in Richtung erneuerbare Energie. Bis 2020 soll ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung der EVN von aktuell rund 35 % auf 50 % gesteigert werden. Wasserkraftprojekte in Bulgarien und Albanien sind in Bau bzw. in Planung. Langfristig hat sich die EVN das Ziel gesetzt, 40 % bis 60 % des Strom absatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (Geschäftsjahr 2010/11: 16,3 %).

Um die Gasversorgung im Süden (Nieder-)Österreichs auch in Zukunft zu gewährleisten, errichtete die EVN die Erdgashochdruckleitung "Südschiene", um den Kapazitätsengpässen im südlichen Österreich entgegenzuwirken. Die 120 km lange Gasleitung führt von Gänserndorf über Velm, Eggendorf und Peisching/Hohe Wand bis zum Semmering. Durch den Bau, der noch im Geschäftsjahr 2010/11 abgeschlossen werden konnte, werden sämtliche Absatzanforderungen für Kraftwerke, Großverbraucher und Haushalte abgedeckt. Die Investitionskosten betrugen rund 114 Mio. Euro. Parallel dazu wurde im Frühjahr 2011 mit dem Bau der rund 150 km langen Erdgashochdruckleitung "Westschiene" begonnen. Bis Ende 2013 soll die Leitung von Auersthal über Tulln vorbei an Loosdorf bis nach Amstetten fertiggestellt sein. Um den Eingriff des Leitungsbaus in die Natur möglichst gering zu halten, wurde in Abstimmung mit den Behördenvertretern eine Leitungstrasse definiert, die den naturschutzfachli-

Initiativen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit

Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit steht bei allen Aktivitäten der EVN im Mittelpunkt. Bis 2020 will die EVN dreimal so viel Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie erzeugen wie im Berichtsjahr (2010/11: 1,2 TWh). Pumpspeicherkraftwerke sind in diesem Zusammenhang eine (weitere) ideale Möglichkeit, um die schwer regelbare Energiegewinnung aus Wind- und Sonnenkraft auszugleichen und Verbrauchsschwankungen abzudecken. Durch das Hochpumpen von Wasser in höher gelegenes Gelände und das Wiederbergabfließenlassen zu einem späteren Zeitpunkt wird mittels Turbinen elektrischer Strom erzeugt. Derzeit stehen mehrere Standorte zur Diskussion. Parallel dazu wird geprüft, bestehende Wasserkraftwerke auf die Technologie der Pumpspeicherkraftwerke umzubauen. Das EVN Kraftwerk in Ottenstein, welches Wasser zwischen zwei Stauseen zu Energie umwandelt, ist bereits eines davon.

chen Vorgaben entspricht. In besonders schützenswerten Abschnitten, wie beispielsweise den Tullnerfelder Donau-Auen, wurde bei der Leitungsführung versucht, bestehende Schneisen für den Leitungsbau zu nutzen. Der für die Leitungsverlegung benötigte Rodungsstreifen wird nach Beendigung der Arbeiten bis auf eine behördlich vorgeschriebene Breite von vier Metern wieder aufgeforstet.

Einen substanziellen Beitrag zur Absicherung der Gasversorgung Niederösterreichs bzw. ganz Österreichs liefert die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG), an der die EVN indirekt eine Mehrheitsbeteiligung von 50,03 % hält. Die RAG ist mit einem Speichervolumen von rund 5 Mrd. m3 einer der größten Erdgasspeicherbetreiber Europas und kann damit theoretisch die Hälfte des jährlichen Erdgasverbrauchs Österreichs abdecken.

Die EVN unterhält in Summe ein Netzwerk für die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung ihrer Kunden von 150.807 km. Um die Versorgung zu gewährleisten, werden laufend Inspektionen, Wartungen und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden in die Instandhaltung, den Ausbau und die Modernisierung der Netze und Erzeugungskapazitäten insgesamt 415,7 Mio. Euro investiert.

EU7 Programme zum Demand Side Management

Die derzeit laufenden Forschungsprojekte der EVN "Green Home" und "Multifunktionaler Energiespeicher" sind wichtige Bausteine für die Entwicklung eines energieeffizienten Haushalts der Zukunft. Auch im Forschungsprojekt zur Elektromobilität "emporA" werden Aspekte des Demand Side Management behandelt. Die EVN testet derzeit mit rund 300 Kunden "intelligente Zähler" – sogenannte Smart Meter. Sie ermöglichen den Kunden, ihren Stromverbrauch jederzeit über ein Display abzulesen und über das Online-Energie-Management-System im Internet ihr Energiewerte-Profil zu analysieren. Für die individuellen Bedürfnisse der Kunden bietet die EVN unterschiedliche Tarifangebote an.

Weiters gilt die EVN seit Jahren als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen der Energieversorgung und verfügt über eine breite Palette von Dienstleistungs- und Informationsangeboten sowohl für Haushalte als auch für Industrie- und Gewerbekunden sowie Gemeinden. Das Portfolio wird laufend um neue Dienstleistungen erweitert.

  • Informationen zu den unterschiedlichen Produktangeboten der EVN: www.evn.at/Privatkunden/Produkte.aspx
  • Die Dienstleistungen der EVN sind abrufbar unter: www.evn.at/Privatkunden/Dienstleistungen.aspx

Corporate Social Responsibility

CO 2-Abscheideanlage am Kraftwerk Dürnrohr

Im September 2011 wurde die CO 2 -Abscheidanlage am Kraftwerk Dürnrohr eröffnet. Die Versuchsanlage, die in Koopera tion mit ANDRITZ Energy & Environment und der TU Wien konzipiert, errichtet und in Betrieb genommen wurde, untersucht die Separation des Kohlendioxids (CO2 ) aus dem Rauchgas des Kohle-/Gas-Kraftwerks in Dürnrohr. Ziel ist es, die CO 2 -Emissionen zu senken, das Separationsverfahren industriell weiter zu erforschen und gleichzeitig reines CO 2 für die künftige Nutzung als wertvollen Rohstoff zu gewinnen.

Funktionsweise der CO 2-Abscheideanlage

    1. Nach der Entstickung (NO ), Entschwefelung (SO 2) und Entstaubung (Partikel) wird das Kraftwerksrauch gas gekühlt und einer Dekarbonisierung (CO 2) zugeführt.
    1. Im Absorber wird das Rauchgas mit einer Waschflüssigkeit bei 40 °C von CO2 gereinigt.
    1. Das großteils von CO 2 gereinigte Gas wird an die Umgebung abgegeben. Es besteht nun hauptsäch lich aus Stickstoff (N 2), Sauerstoff (O 2) und Wasserdampf (H2 O).
    1. Der Wärmeaustauscher dient zum Aufheizen der angereicherten bzw. zum Abkühlen der gereinigten Waschflüssigkeit.
    1. Im Desorber wird die Waschflüssigkeit mit Wasserdampf bei mehr als 100 °C vom CO2 befreit.
    1. Um die notwendige Wärme bereitstellen zu können, ist ein Heizstab am unteren Ende des Desorbers angebracht.
    1. Das ausgetriebene CO 2 wird mit Kompressoren verdichtet und in Glasflaschen abgefüllt.
    1. Auf diese Weise wird CO 2 in reiner Form als wertvoller Rohstoff gewonnen und bei vielen Produkten in der chemischen wie auch in der Kosmetikindustrie, der Lebensmittelbranche (Limonaden, Mineralwasser), der Düngemittelproduktion und in Feuerlöschern eingesetzt.

EU8 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsprojekten und nimmt in Österreich seit Jahrzehnten eine maßgebliche Rolle bei der Weiterentwicklung von hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden rund 1,3 Mio. Euro (davon knapp 16,1 % über Förderungen) aufgewendet, wobei der Schwerpunkt auf folgenden Projekten lag:

  • Biomasse-Versuchsanlage Dürnrohr Biomasse-Pyrolyse

  • CCS-Technologien

  • (wie beispielsweise CO 2 -Abscheideanlage Dürn rohr) > Smart Metering
  • ARGE EEE (thermische E-Effizienz)

  • Multifunktionaler Energiespeicher

  • emporA (Elektromobilität)

  • Green Home

  • Solarthermie-Projekt mit HELIOVIS AG und TU Wien: Zentraler Bestandteil dieser CSP (Concentrated Solar Power)-Demonstrationsanlage am Kraftwerkstandort Dürnrohr ist ein sogenannter HELIOtube (Sonnenkonzentrator). Dies ist ein aufblasbarer Sonnenkonzentrator aus Kunststofffolien, der mithilfe einer Spiegelfolie das Sonnenlicht konzentriert und es so wirtschaftlich nutzbar macht. In diesem HELIOtube, der dem Tagesverlauf der Sonne folgen kann, wird durch die reflektierende Membran die Sonnenstrahlung gebündelt und in einem Verdampferrohr Wasserdampf erzeugt, der anschließend energetisch verwertet werden kann. Die Demonstrationsanlage soll zu Forschungszwecken für die Dauer von etwa zwei Jahren betrieben werden und Erkenntnisse über die Einsatztauglichkeit im Dauerbetrieb, die Erzeugungskapazität und das Regelverhalten liefern.

EU10 Geplante Kapazität – zu erwartende Nachfrage

Im Geschäftsjahr 2010/11 lag die Stromerzeugungsmenge der EVN bei 3,3 TWh. Bis 2020 soll die Erzeugungsmenge 7,5 TWh betragen, womit die geplante Ausbaukapazität bei rund 4,2 TWh liegt.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung der EVN ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Bis 2020 will die EVN dreimal so viel Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie erzeugen wie im Berichtsjahr (2010/11: 1,2 TWh). Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energieträger auf 50 % gesteigert werden.

EU11 Wirkungsgrade

Das Kraftwerk Dürnrohr ist Teil eines Dampf- und Fern-wärmeverbunds. Deshalb ist eine rechnerische Ermittlung eines reinen Anlagenwirkungsgrads nicht möglich. Für das Geschäftsjahr 2010/11 beträgt der durchschnittliche Nutzungsgrad aller EVN Anlagen zur Stromerzeugung aus Gas (Grad der Nutzung des Brennstoffs zur Energieerzeugung) 58,0 %.

EU12 Netzverluste

Die Netzverluste in Niederösterreich liegen im österreichischen Durchschnitt. In Bulgarien konnten die Netzverluste aufgrund der getätigten Investitionen zur Verbesserung der Netzqualität seit dem Markteintritt im Jahr 2005 von rund 17 % auf rund 12 % gesenkt werden. In Mazedonien wurden die Netzverluste seit dem Markteintritt im Jahr 2006 von rund 24 % auf rund 18 % reduziert. Die Investitionsschwerpunkte der EVN in Südosteuropa liegen weiterhin auf dem Ausbau der Netzinfrastruktur und dem Austausch von Zählern, um die Versorgungssicherheit und -qualität zu verbessern und Netzverluste konsequent zu reduzieren.

Ökologische Verantwortung

Die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen hat eine hohe Bedeutung bei der Ausübung der Geschäftstätigkeit der EVN. Ein vorrangiges Ziel ist es, die Grundsätze einer umweltorientierten Unternehmensführung ausgehend von Niederösterreich auch in den ausländischen Tochtergesellschaften zu implementieren. Mit ihren Projekten und Dienstleistungen im Segment Umwelt leistet die EVN einen maßgeblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Die EVN erbringt durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger, durch effizienzsteigernde Maßnahmen sowie umfassende Beratung ihrer Kunden zur Reduktion ihres Energiebedarfs einen wesentlichen Beitrag zur Klimazielerreichung Österreichs. Das Klimaschutzmanagement der EVN umfasst folgende Ansätze:

  • Forcierung erneuerbarer Energiequellen

  • Steigerung der Energieeffizienz der eigenen Produktionsanlagen

  • Nutzung und Erforschung neuer und innovativer Technologien, unter anderem im Bereich erneuerbare Energiequellen, CCS-Technologien und CO2 -Verwertung, Demand Side Management

  • Information und Beratung der Kunden zur Steigerung der Energieeffizienz

  • Aktiver Ausbau alternativer Mobilitätskonzepte wie Elektromobilität und Biogas Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Mitarbeitenden

  • Innerbetriebliche Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz

Aspekt: Materialien

EN1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen

Materialeinsatz zur Energieerzeugung1) 2010/11 2009/10 2008/09
Fossile Brennstoffe2) Terajoule 22.670 22.585 23.052
Biomasse Terajoule 2.311 2.293 2.074
Abfälle3) Terajoule 4.178 3.863 2.982

1) Der EVN Wärmekraft- und Heiz(kraft)werke in Österreich und Bulgarien sowie der thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr/Zwentendorf

2) Erdgas, Steinkohle, Heizöl

3) Zur Verbrennung in der thermischen Abfallverwertungsanlage Dürnrohr/Zwentendorf

Frühere Erhebungen bestätigen, dass bei den Anlagen der EVN in Österreich und Bulgarien die gesetzlichen PCB-Grenzwerte nicht überschritten werden. Transformatoren werden vor einer Verschrottung auf PCB getestet. In Mazedonien wird derzeit ein umfassendes Assessment durchgeführt, das Ende 2011 abgeschlossen wird. Die Analytik seitens des Umweltministeriums wird voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt.

EN2 Anteil von Recyclingmaterial am Gesamtmaterialeinsatz

Materialeinsatz – Leitungsneubau in Niederösterreich1) 2010/11 2009/10 2008/09
Leitungszuwachs Strom km 2.403 944 1.333
Leitungszuwachs Gas km 90 202 128
Leitungszuwachs Wärme km 16 25 45

1) Darin erfasst sind Freileitungen sowie erdverlegte Kabel.

Bei den Hauptkomponenten kommt aus technischen Gründen wenig Recyclingmaterial zum Einsatz.

Aspekt: Energie

EN3 Direkter Eigenenergieverbrauch aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern1)

EN4 Indirekter Eigenenergieverbrauch aufgeschlüsselt nach Primärenergieträgern1)

Eigenenergieverbrauch der EVN 2010/11 2009/102)
Gas MWh 7.034 4.930
Strom MWh 334.454 188.466
Wärme MWh 8.466 12.854
Heizöl3) MWh 100

1) Da der Energieeinkauf für Kunden und für den Eigenverbrauch nicht getrennt wird, können direkter und indirekter Primärenergieverbrauch nicht getrennt ausgewiesen werden. 2) Exkl. Bulgarien und Mazedonien

3) Heizöl wird nur in Mazedonien eingesetzt.

EN5 Energieeinsparungen aufgrund von umwelt bewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen

In zahlreichen Bereichen werden durch den Einsatz neuer Technologien und durch ständige Optimierungsmaßnahmen laufend Effizienzsteigerungen erzielt. Ein Beispiel dafür liefert der Kraftwerkstandort Dürnrohr, wo durch die Nutzung des Dampfes der nahegelegenen thermischen Abfallverwertung, bei maximaler Auslastung von Fremddampfeinspeisung in den Kohleblock, rund 15 % Brennstoff eingespart werden können. Zudem konnten durch die Umrüstung der Flugwarnbefeuerung am Kamin des Kraftwerks auf energiesparende und langlebige LED-Technik rund 20.000 kWh an Beleuchtungsenergie pro Jahr eingespart und der Wartungsaufwand reduziert werden. Im Kraftwerk Theiß wurde die vorhandene zentrale Klimaanlage in den Kühlkreislauf des Betriebsgebäudes eingebunden, wodurch elf mit dem Kältemittel R22 betriebene Kleinklimageräte ersetzt werden konnten. Des Weiteren wurden im Zuge des Umbaus des Customer Relations Center in Österreich in der Berichtsperiode für die Computer ausstattung Geräte zugekauft, die weniger Abwärme erzeugen und einen geringeren Energieverbrauch aufweisen.

Auszug aus der Integritätsklausel der EVN

"7. Schutz der Umwelt. Wir erwarten von unseren Auftragnehmern und deren Sub-Auftragnehmern, dass sie im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit alle anwendbaren Gesetze und Regelungen zum Schutz der Umwelt beachten und dass sie bei der Erbringung der Leistung/Lieferung ökonomische, ökologische und soziale Aspekte angemessen abwägen und somit auf die nachhaltige Entwicklung Bedacht nehmen.

  1. Reduzierung von Ressourceneinsatz, Abfall und Emissionen. Die kontinuierliche Effizienzverbesserung des Ressourceneinsatzes ist ein wichtiger Bestandteil des Management und der betrieblichen Führung. Abfall jeglicher Art sowie alle Emissionen in die Luft, ins Wasser oder in den Boden sollen durch unsere Auftragnehmer und deren Subauftragnehmer minimiert werden."

Die Integritätsklausel der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx.

Siehe hierzu auch EN6.

EN6 Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Die EVN bietet ihren Kunden zahlreiche Beratungsleistungen und Produkte an, um ihren Energiebedarf zu senken bzw. Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Mit "NaturStrom" bietet die evn naturkraft Energieerzeugungsgesellschaft m.b.H., eine Tochtergesellschaft der EnergieAllianz, Strom aus ausschließlich erneuerbaren Energieträgern an, wofür ihr im März 2008 das Österreichische Umweltzeichen verliehen wurde. Derzeit tragen nur drei Anbieter in Österreich dieses strenge Gütesiegel in der Kategorie "Grüner Strom". In Bulgarien wurde die Kampagne "Wer mehr weiß, zahlt weniger." gestartet, um das Bewusstsein der Endkunden für das Thema Energieeffizienz zu schärfen.

Details zu den Beratungsleistungen finden Sie unter www.evn.at/Privatkunden/Dienstleistungen.aspx.

EN7 Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs und erzielte Einsparungen

Zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs werden im Fuhrpark der EVN zunehmend erdgasbetriebene Fahrzeuge eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden zwei Elektrofahrzeuge für den Fuhrpark der EVN angeschafft, die vor allem für Fahrten im Bezirk Mödling und nach Wien genutzt werden. Parallel dazu wird die Reisetätigkeit durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen möglichst reduziert. In Bulgarien wurden zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs beispielsweise Fenster in den Betriebsgebäuden getauscht sowie eine solarthermische Anlage in einem Hauptquartier zur Eigenversorgung mit Warmwasser installiert.

Größter Photovoltaikpark der EVN

Im Juli 2011 eröffnete die EVN ihren größten Photovoltaikpark im bulgarischen Trastikovo unweit der Schwarzmeerküste. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 1.998 kWp auf einer Fläche von acht Hektar, wobei eine jährliche Stromerzeugung von 2,4 Mio. kWh geplant ist. Bei der Errichtung des Sonnenkraftwerks wurden knapp 25.000 fix aufgeständerte Dünnschichtmodule und Zentralwechselrichter verwendet, wobei deren Konfiguration und Design optimiert wurden. Die Bauarbeiten konnten in nur drei Monaten abgeschlossen werden. Insgesamt wurden rund 5,0 Mio. Euro in dieses Projekt investiert, wodurch jährlich rund 2.000 Tonnen CO2 -Emissionen eingespart werden können.

Aspekt: Wasser

Wassereinsatz 2010/11 2009/10 2008/09
Trinkwasser (kommunale Versorger) m3 305.671 485.181 576.224
Brauchwasser (Grundwasser) m3 1.377.166 969.761 1.058.614
Kühlwasser (Oberflächenwässer) m3 293.400.737 270.319.000 269.179.237

EN8 Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen

Alle Anlagen in Niederösterreich, Bulgarien und Mazedonien

Die Einsparungen beim Trinkwasser sind auf die Sanierung der Wasserleitungen in Bulgarien und Mazedonien sowie auf durchgeführte Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für einen sparsamen Wasserverbrauch zurückzuführen.

EN9 Wasserquellen, die wesentlich von der Entnahme von Wasser betroffen sind

Die EVN Anlagen beziehen ihr Wasser über kommunale Versorger bzw. Grundwasserbrunnen. Im Geschäftsjahr 2010/11 betrug der Kühlwasser-Durchsatz bei den Wärmekraftwerken an der Donau 267,7 Mm3 und liegt folglich mit 0,44 % unter 5 % des durchschnittlichen Jahresvolumens der Donau. Das durchschnittliche Jahresvolumen der Donau beim Pegel Korneuburg1) (Messstellennummer 207241) beträgt 60.518 Mm3 .

1) Quelle: Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2008, BMLFUW

EN10 Anteil in Prozent und Gesamtvolumen an rückgewonnenem und wiederverwendetem Wasser

In den EVN Kraftwerken werden Abwässer soweit als möglich als Prozesswässer wiederverwendet.

Aspekt: Biodiversität

EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten

Zur flächendeckenden Versorgung ist ein ausreichend dichtes Leitungsnetz erforderlich. Rund 25 % der Fläche Niederösterreichs sind als Schutzgebiet ausgewiesen. Um den Einfluss auf solche Gebiete so gering wie möglich zu halten, legt die EVN großen Wert auf eine verantwortungsvolle Netzplanung und -errichtung.

Liegenschaften der EVN in Österreich in Schutzgebieten oder

angrenzend an Schutzgebiete1) Anzahl Fläche (in ha)
In Schutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 666 471,2
In Landschaftsschutzgebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 404 367,7
In Natura-2000-Gebieten befindliche Liegenschaften über 50 m² 515 236,9
An Schutzgebiete direkt angrenzende Liegenschaften 18 22,0
Gesamt 1.603 1.097,8

1) Exkl. Leitungstrassen; Mehrfachnennungen möglich

EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität

Die EVN ist im Rahmen jedes Projekts bemüht, die Eingriffe in die Natur auf ein Mindestmaß zu reduzieren und die im Umfeld der Projekte lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen. Durch die Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich Einleittemperaturen von Kühlwasser werden schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

Im Frühjahr 2011 erfolgte die Inbetriebnahme des Kleinwasserkraftwerks Schütt, mit dem ein vor 107 Jahren errichtetes Kraftwerk ersetzt wurde. Dieses Kraftwerk erzeugt seither mit einer installierten Leistung von rund 2 MW umweltfreundliche Energie für rund 2.700 Haushalte. Die EVN hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Naturschutz, Landschafts- und Gewässerökologie sowie Kraftwerkstechnik ein Musterprojekt an diesem historischen Wassernutzungsplatz umgesetzt. Mit seiner Inbetriebnahme hat die EVN die Revitalisierung aller ihrer Kraftwerke an der Ybbs abgeschlossen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit in der Region. Zahlreiche weitere Projekte wurden zum Schutz der Artenvielfalt initiiert:

  • Projekt mit der Gesellschaft für Großtrappenschutz in Österreich (Verlängerung im Projekt LIFE+)

  • Nestplattformen für Störche (gefährdete Gattung der Weiß- und Schwarzstörche) in Bulgarien und Mazedonien

  • Projekt zum Schutz der Kaiseradler und Jagdfalken mit dem Bulgarischen Verband für Vogelschutz (EU LIFE+ Programm)

  • Projekt zum Schutz der Vogelwelt der Burgas-Seen in Bulgarien

  • Projekt mit der mazedonischen Umweltgesellschaft zum Vogelschutz im Gebiet Ovce Pole (Bewertung des Einflusses des Energienetzes auf Vögel)

  • Teilnahme an der Errichtung eines mazedonischen nationalen Umweltnetzes MAK-NEN

Siehe hierzu ebenfalls EC9, EN13–EN15 und EN19.

EN13 Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume

Im Februar 2011 wurde mit dem Neubau des Kleinwasserkraftwerks Schaldorf an der Mürz begonnen, das mit einer Kapazität von 1 MW rund 1.500 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen wird. Neben dem Aspekt einer CO2 -neutralen Energieerzeugung aus Wasserkraft (rund 3.200 Tonnen CO2 -Einsparungen pro Jahr), werden für den Bau des Kleinwasserkraftwerks Schaldorf zahlreiche zusätzliche ökologische Akzente durch die EVN gesetzt. Neben den Grundflächen für die Dämme und das Kraftwerk wurde von der EVN eine Ausgleichsfläche von rund 3 ha zugekauft. Dieser Auwald ist einer der letzten Reste des dort ehemals großflächigen mürzbegleitenden Waldbestands und kann somit durch schonende Nutzung in dieser Form erhalten bleiben. Eine extensive Bewirtschaftung sowie der Stau des Kleinwasserkraftwerks ermöglichen letztlich die Erhaltung der Au. Im Staubereich wurden zusätzlich Buhnen errichtet, um Laichgebiete zu erhalten. Eine Buhne ist ein im rechten Winkel zum Ufer eines Flusses errichtetes dammartiges Bauwerk, das der Erhöhung der lokalen Fließgeschwindigkeit dient und somit ein Verschlammen des Kiesbetts verhindert. So wird sichergestellt, dass heimische Fischarten auch weiterhin groben Kiesgrund als Laichgebiet vorfinden.

Schutzgebiete in Niederösterreich Eine weitere Fischwanderhilfe wurde im Geschäftsjahr 2010/11 beim Kleinwasserkraftwerk Hohenberg errichtet, um den vorkommenden Fischarten Bachforelle, Regenbogenforelle und Koppe sowie wasserlebende Wirbellose eine freie Wanderung zwischen Unter- und Oberwasser zu ermöglichen. Bei all diesen Projekten sind der offene Dialog mit den Stakeholdern und die aktive Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, lokalen Initiativen und Vereinen, wie beispielsweise der Niederösterreichische Landesfischerei-Verband, hervorzuheben.

Schutzgebiete in Bulgarien

  • Besondere Schutzgebiete (BSG) von Natura-2000-Netz, gekündigt mit der Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Kurznennung: Vogelschutzrichtlinie)
  • Sonderschutzgebiete (SSG) von Natura 2000 Netz, gekündigt mit der Richtlinie über die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen 92/43/EWG (Kurznennung: FFH-Richtlinie)

EVN Bulgaria

EN14 Strategien, laufende Maßnahmen und Zukunftspläne für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität

Als laufende Maßnahme für das Management der Auswirkungen auf die Biodiversität ist die EVN bestrebt, bei ihren Bauvorhaben vermehrt eine ökologische Bauaufsicht einzusetzen.

Siehe auch Seite 133, EN12 und EN13.

EN15 Anzahl der Arten auf der Roten Liste der IUCN und auf nationalen Listen, die ihren natürlichen Lebensraum in Gebieten haben, die von der Geschäftstätigkeit der Organisation betroffen sind

Die EVN leistet in ihrem Wirkungsbereich einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität. Im Jahr 2009 beauftragte die EVN eine Habitatstudie am Standort Zwentendorf, Dürnrohr, zur Erfassung der Artenvielfalt des Kraftwerksgeländes und der angrenzenden Flächen, die ebenfalls im Eigentum der EVN stehen. Es wurden 389 Tier- und Pflanzenarten am Areal gezählt, 35 davon befinden sich auf der "Roten Liste" in Niederösterreich, vier davon stehen europaweit unter Schutz.

Aspekt: Emissionen, Abwasser und Abfall

EN16 Gesamte direkte und indirekte Treibhausgasemissionen nach Gewicht

Die EVN setzt zahlreiche Maßnahmen, um die betriebliche Energieeffizienz zu verbessern und die Emissionen auf Produktions- und Kundenseite zu reduzieren. Die Erhebung der CO2 -Emissionen aus der Erzeugung wurde entsprechend der europäischen und österreichischen bzw. bulgarischen Gesetzgebung zum Emissionshandel durchgeführt. Dabei wird auf Basis von vorgegebenen Emissionsfaktoren der CO2 -Ausstoß aufgrund der eingesetzten Primärenergieträger berechnet.

CO2-Emissionsmengen der Wärmekraftwerke

und Heiz(kraft)werke der EVN

Spezifische CO2-Emissionen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1) 2)

Die Erhöhungen der spezifischen Emissionen im Vergleich zum Vorjahr sind vorwiegend auf den höheren Kohleeinsatz des Kraftwerks Dürnrohr zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2010/11 betrugen beim Fernwärmeversorgungsunternehmen TEZ Plovdiv in Bulgarien die spezifischen CO2 -Emissionen 0,333 t/MWh. Aufgrund des unterschiedlichen Produktmix liegt dieser Wert deutlich unter den Vergleichswerten der österreichischen Anlagen der EVN.

Die Umweltauswirkungen des Versorgermixes der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG im Jahr 2009/10 belaufen sich auf 247,4 g/kWh CO2 -Emissionen (absolut sind das rund 1,4 Mio. Tonnen CO2 ) und 0 g/kWh radioaktiver Abfall.

Siehe ebenfalls EN20.

EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen nach Gewicht

Durch Dienstfahrten in Österreich und Flugreisen wurden im Geschäftsjahr 2010/11 rund 6.500 t an CO2 -Emissionen verursacht. Das sind rund 0,4 % des Gesamtausstoßes der EVN.

Zu Initiativen zur Verringerung des indirekten Energieverbrauchs siehe EN7.

EN18 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und erzielte Ergebnisse

Die EVN unternimmt ständig Anstrengungen, um die Emissionen zu senken. Beispielhaft werden nachfolgend einige aktuelle Maßnahmen vorgestellt:

Bereits Ende November 2010 errichtete die EVN in der Marktgemeinde Spillern ein Fernwärmenetz sowie ein Biomassekompaktheizwerk mit einer Leistung von 1.000 kW, wodurch rund 200 Haushalte und gemeindeeigene Anlagen wie beispielsweise Kindergarten, Volksschule oder das Wohnprojekt "Betreutes Wohnen" mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt werden können. Durch das Projekt, das im Enddausbau rund 2.000 Schüttraummeter Hackschnitzel pro Jahr verwertet, werden jährlich rund 300 Tonnen an CO2 -Emissionen eingespart.

Die EVN betreibt derzeit 54 Biomasseanlagen in Niederösterreich und ist damit der größte Naturwärmeversorger in Österreich. Im April 2011 erfolgte der Spatenstich für die Errichtung eines weiteren Biomasseheizwerks in Langenlois. Das Heizwerk wird von der EVN mit Hackschnitzel aus dem stadtgemeindeeigenen Wald und den Wäldern aus der Region beheizt. Landwirte aus der Umgebung werden ebenso in die Holzbringung für den Betrieb des Heizwerks eingebunden. Durch den Einsatz von rund 7.000 Schüttraummetern Hackschnitzel können rund 1.500 Tonnen an CO2 pro Jahr vermieden werden.

Das EVN Fernwärmenetz Wiener Neustadt ist eines der größten Biomassefernwärmenetze in Niederösterreich. Über 1.500 Kunden, von öffentlichen Gebäuden über Wohnbauanlagen bis hin zu privaten Haushalten, werden hier über ein 30 km langes Netz mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt. Im Laufe der Jahre wurden alleine in Wiener Neustadt schon mehr als 70.000 Tonnen an CO2 eingespart.

Seit seiner Fertigstellung Anfang Juli 2011 speist der Windpark Markgrafneusiedl mit einer Gesamtkapazität von 18 MW umweltfreundlichen Strom für rund 12.000 Haushalte ins Netz ein. Im Sommer 2011 wurde in Tattendorf mit dem Bau eines Windparks begonnen. Hier werden acht Windräder mit einer Gesamtkapazität von 16 MW errichtet, womit rund 10.000 Haushalte versorgt werden. Durch beide Windparks werden jährlich rund 63.000 Tonnen an CO2 -Emissionen eingespart.

Im Juli 2011 wurde die neue Biogas-Aufbereitungsanlage der EVN in Wiener Neustadt eröffnet. Die Kläranlage in Wiener Neustadt erfüllt durch betriebliche Optimierungen nicht nur ihre eigentliche Aufgabe und reinigt die Abwässer der Region, sondern produziert mehr biogene Energie als sie verbraucht. Mit Hilfe der neuen Biogas-Aufbereitungsanlage der EVN wird Biomethan in Erdgasqualität produziert und zur energetischen Nutzung in das Netz eingespeist. Pro Jahr werden etwa 1,1 Mio. m³ Biomethan eingespeist, um damit den Wärmebedarf von mehr als 1.000 Haushalten zu decken. Durch die Anlage werden jährlich rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart.

Weitere Beispiele:

  • 31 km lange Fernwärme-Transportleitung von Dürnrohr über den Perschlingkanal und das Traisental nach St. Pölten pro Jahr mehr als 40.000 Tonnen an CO2 -Einsparungen

  • Linie 3 der thermischen Abfallverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr durch die Erweiterung um die Linie 3 ist eine ökologische Behandlung von mehr als 500.000 Tonnen Hausrest- und Sperrmüll sowie Industrie- und Gewerbeabfälle pro Jahr möglich, jährliche Einsparung von 100.000 Tonnen Kohle und 10 Mio. m3 Erdgas

  • 5 km lange Fernwärmeleitung vom Burgenland nach Niederösterreich Vermeidung von 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr

  • Siehe hierzu ebenfalls Indikator EN16.

EN20 NOx, SO2 und andere wesentliche Luftemissionen nach Art und Gewicht

Emissionsmengen der Wärmekraftwerke

Spezifische Emissionen der Wärmekraftwerke und Heiz(kraft)werke der EVN1)

1) Jahresdurchschnitt der österreichischen Anlagen

Die Emissionsfrachten werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben entweder durch kontinuierliche Messungen erhoben oder aufgrund von Referenzmessungen aus dem Brennstoffeinsatz berechnet.

Siehe ebenfalls EN16.

EN21 Gesamte Abwassereinleitungen nach Art und Einleitungsort

Wenn sich Art oder Menge eines Abwasserstroms von haushaltsüblichen Abwässern unterscheiden, hat die EVN im Falle eines Kanalanschlusses einen Vertrag mit den Kläranlagenbetreibern gemäß Indirekteinleiter-Verordnung abgeschlossen. Dieser Vertrag enthält detaillierte Regelungen über die erlaubte Abwassermenge, die wesentlichen Inhaltsstoffe, die erforderlichen Abwasseruntersuchungen usw. Direkteinleitungen in ein Oberflächengewässer sind durch die Abwasseremissionsverordnung sowie durch zahlreiche wasserrechtliche Vorschriften geregelt. Die EVN lässt ihre Abwasserströme regelmäßig durch externe akkreditierte Prüfanstalten prüfen. Durch die Einhaltung der Bescheidauflagen bezüglich Einleittemperaturen von Kühlwasser werden mögliche schädliche Umweltauswirkungen minimiert.

EN22 Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode

Entwicklung der Abfallmengen1) 2010/11 2009/10 2008/09
Gefährliche Abfälle t 9.396 12.036 10.518
Nicht gefährliche Abfälle t 127.522 121.638 97.557
Export gefährlicher Abfälle2)
Gefährliche Abfälle t 53) 0 1864)

1) Ohne Baurestmassen und Kraftwerksnebenprodukte

2) EVN AG, EVN Netz GmbH, Bulgarien, Mazedonien

3) PCB-haltige Öle aus Mazedonien zur Entsorgung nach Frankreich

4) PCB-haltige elektr. Betriebsmittel zum Komplettrecycling nach Deutschland (davon stammen > 70 % aus Mazedonien)

Alle regelmäßig anfallenden gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle werden in Österreich mittels Rahmenverträgen an berechtigte Entsorgungsfirmen abgegeben, die diese Abfälle gemäß österreichischem Recht einer umweltgerechten Entsorgung (thermische Verwertung oder Deponierung) zuführen.

Flug- und Grobasche wird zu 100 % verwertet. REALIT wurde bis Oktober 2009 auf betriebseigenen Deponien abgelagert, ab November 2009 wird auch REALIT zu 100 % verwertet.

EN23 Umweltrelevante Zwischenfälle – Gesamtzahl und Volumen wesentlicher Freisetzungen

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden in Summe drei umweltrelevante Zwischenfälle1) verzeichnet. In einem Fall wurden etwa 40 m³ Erdreich durch Vandalismus verunrei-

80.000 60.000 40.000 20.000 0 2008/09 2009/10 2010/11 REALIT Grobasche Flugasche 18.891 14.336 63.703 37.396 7.943 67.973

47.144 10.621 112.400

Verwertung Kraftwerksnebenprodukte

in t/Jahr 120.000

100.000

nigt. Bei den beiden anderen Vorfällen führte die Beschädigung von Transformatoren durch ein Gewitter zu Ölaustritt. In allen Fällen konnte das kontaminierte Erdreich vollständig abgegraben und entsorgt werden, ohne das Grundwasser zu verunreinigen. In Bulgarien und Mazedonien werden laufend vorbeugende Maßnahmen getroffen, um das Risiko eines Ölaustritts – speziell bei der Lagerung von Transformatoren – zu minimieren. In der Berichtsperiode wurden über die EVN keine Umweltstrafen verhängt.

1) Das Meldewesen für umweltrelevante Zwischenfälle umfasst Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

EN24 Gewicht des transportierten, importierten, exportierten oder behandelten Abfalls

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden rund 5 t PCB-haltiges Trafoöl aus Mazedonien exportiert, da in Mazedonien derzeit keine umweltgerechte Behandlung oder Entsorgung möglich ist.

Siehe hierzu auch EN22.

EN25 Bezeichnung, Größe, Schutzstatus und Biodiversitätswert von Gewässern und damit verbundenen natürlichen Lebensräumen, die von den Abwassereinleitungen und dem Oberflächenabfluss der berichtenden Organisation erheblich betroffen sind

Ein Großteil der Abwässer wird über Kläranlagen gereinigt, bevor sie in ein Oberflächengewässer gelangen. In den Kraftwerken werden qualitätsüberwachte Abwasserströme entsprechend den geltenden Umweltnormen in die Donau geleitet. Daraus ergeben sich keine relevanten Beeinträchtigungen.

Aspekt: Produkte und Dienstleistungen

EN26 Initiativen zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen

Aufgrund des Unternehmensgegenstands der EVN betreffen Umweltauswirkungen der Produkte hauptsächlich Luft-Emissionen. Zur Vermeidung und Minimierung dieser Emissionen werden zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Unter anderem durch Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten. Weiters soll der Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig auf 50 % gesteigert werden, und es werden sowohl innerbetrieblich als auch auf Seite der Kunden (durch Beratungsleistungen) Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt.

Siehe hierzu auch das Umweltleitbild der EVN auf Seite 121 sowie die Indikatoren EU8, EN6 und EN18.

Aspekt: Compliance

EN28 Geldwert wesentlicher Bußgelder und Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Rechtsvorschriften im Umweltbereich

In der Berichtsperiode gab es keine relevanten Fälle.

Aspekt: Transport

EN29 Wesentliche Umweltauswirkungen, verursacht durch den Transport von Produkten und anderen Gütern und Materialien, die für die Geschäfts tätigkeit der Organisation verwendet werden, sowie durch den Transport von Mitarbeitenden

Siehe EN16 und EN17.

Aspekt: Insgesamt

EN30 Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen, aufgeschlüsselt nach Art der Ausgaben und Investitionen

Die Umweltkostenrechnung umfasst alle vollkonsolidierten und relevanten Töchter des EVN Konzerns in Österreich mit zu erwartenden umweltbezogenen Gesamtausgaben von über 10.000 Euro. Grundlage der Erhebungen ist die "Internationale Leitlinie Umweltkostenrechnung" der International Federation of Accountants. Umweltkosten stellen demnach die monetarisierten, internen Kosten der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und im Besonderen die Kosten der Schadensvermeidung und der Schadensbehebung dar.

Im Geschäftsjahr 2010/11 betrugen die Umweltkosten der analysierten Unternehmensbereiche 88,3 Mio. Euro. Die zugrunde liegenden Schadensbehebungskosten (z. B. Altlastensanierungskosten) und Schadensvermeidungskosten (z. B. Aufwendungen für Umweltmanagement oder Rauchgasreinigung) teilen sich auf die im Diagramm genannten Umweltmedien und Kostenkategorien auf. Im Bereich der Emissionsbehandlung ist die Rauchgasreinigung als größter Posten zu nennen. Die umweltbezogenen Erlöse (Altmetallverkäufe, Dampf aus Abfall) beliefen sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 26,2 Mio. Euro.

Umweltkosten und -erlöse Mio. Euro 2010/11 2009/10 2008/09
Kosten gesamt 88,3 82,6 66,1
Erlöse gesamt 26,2 32,8 35,7

Sector Supplements – Ökologie

EU13 Biodiversität der Ersatzflächen im Vergleich mit den betroffenen Flächen

In der Berichtsperiode wurden für Windkraftanlagen in Niederösterreich Ersatzflächen im Ausmaß von insgesamt 31,5 ha gehalten. Für die beiden Windkraftprojekte Markgrafneusiedl und Tattendorf, die seit Juli 2011 bzw. seit Spätherbst 2011 Strom ins Netz einspeisen, wurden bereits 18 ha angelegt, 3 ha sind noch in Vorbereitung. Ersatzflächen für Leitungstrassen können den öffentlich aufliegenden Unterlagen zu Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfungen (UVP, NVP) entnommen werden.

Umweltkosten nach Kostenkategorien in %

Abfall- und Emissionsbehandlung

Intangible Kosten

(nicht eindeutig zuordenbar)

Vorbeugende und sonstige

Umweltmanagementkosten Innovations-, Entwicklungs- und Forschungskosten

Umweltkosten nach Umweltmedien in %

Luft und Klima

Abfälle Biodiversität und Landschaft

Boden und Grundwasser

Abwasser

Lärm und Vibration

Sonstiges Strahlung 0 %

Einbezogene Firmen: Seit 2007/08: EVN AG, EVN Netz GmbH,

EVN Wärme GmbH Seit 2009/10: EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, evn naturkraft Erzeugungsgesellschaft m.b.H., evn wasser Gesellschaft m.b.H., EVN Business Service GmbH

Soziale Verantwortung

Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

Die EVN verfolgt auch in Personalfragen einen konsequenten und nachhaltigen Managementansatz. Als wichtige Voraussetzung dafür bekennt sich die EVN zu folgenden Grundsätzen:

  • Gleichbehandlung und Chancengleichheit: Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der wachsenden Anzahl an Ländern, in denen die Gruppe vertreten ist, verpflichtet sich die EVN zur Umsetzung der Grundsätze der International Labour Organization (ILO) und des UN Global Compact. Darüber hinaus bekennt sich die EVN ausdrücklich zu der im Juni 2003 verabschiedeten gemeinsamen Erklärung von Eurelectric und EPSU/EMCEF zum Thema Chancengleichheit und Vielfalt. Weiters ist die EVN im September 2005 dem UN Global Compact beigetreten und bekennt sich damit explizit zur Einhaltung globaler Prinzipien ethischen wirtschaftlichen Handelns. Damit verbunden ist die Herausforderung, niemanden aus Gründen der nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Kultur, der Religion, des Alters oder des Gesundheitszustands zu diskriminieren. Daraus ergibt sich, dass Menschen gleicher fachlicher und persönlicher Qualifikation in Bezug auf Einstellung, Fortbildung und Personalentwicklung, Beschäftigungsbedingungen und Entlohnung gleichwertig zu behandeln sind.

  • Betriebliche Sozialpartnerschaft: Wesentliche unternehmerische Entscheidungen werden transparent im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN und auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen getroffen. Die Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung ist dabei selbstverständlich.

  • Arbeitsschutz, -gesundheit und -sicherheit: Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in allen Unternehmenseinheiten der EVN einen hohen Stellenwert ein. Ein optimales Sicherheitsniveau wird vor allem in Form von Schulungen und Bewusstseinsbildung gewährleistet. Neben den gesetzlichen Vorschriften besteht ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien. Sein Kernstück bildet das speziell für die Arbeitsbedingungen der Energiewirtschaft zugeschnittene "Handbuch Sicherheit", das jedem Mitarbeitenden im Intranet zur Verfügung steht.

  • Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft: Seit vielen Jahren werden die EVN Mitarbeitenden über die regelmäßig erscheinende Zeitung "EVN Intern" über aktuelle Unternehmensentwicklungen informiert. Zusätzlich bietet das EVN Intranet einen breiten Überblick zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmens, der Energieversorgung, der Belegschaftsvertretung sowie Informationen über Seminare und Ausbildungsveranstaltungen oder über die persönlichen Gleitzeitdaten. Transparent erfolgt auch die Ausschreibung zur Besetzung vakanter Stellen, um die favorisierte interne Nachbesetzung zu ermöglichen. Gefördert wird auch der konzernweite Austausch bzw. Einsatz von Mitarbeitenden.

Zu den wichtigsten Aktivitäten und Initiativen des Personalwesens, die im Geschäftsjahr 2010/11 fortgesetzt oder initiiert wurden, zählen unter anderem:

  • Unterzeichnung der "Charta zur neuen Vereinbarkeit Eltern Wirtschaft" im Mai 2011

  • "Frauen@EVN": Implementierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Chancen und Perspektiven für Frauen bei der EVN

  • Ferienbetreuung "Ferien@EVN"

  • EVN SUN Akademie

  • Traineeprogramm in Mazedonien

  • Lehrlingsförderung der EVN

  • Know-how-Transfer und Dialog zwischen den Konzerngesellschaften

  • Feedback- und Orientierungsgespräche

  • Ideenmanagement

  • EVN Konzerntag SmartEVN11

Frauen@EVN

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleiche Chancen zu bieten ist ein zentraler Grundsatz der EVN. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermög lichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen. Die EVN setzt schon seit Langem Maßnahmen, die den Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, wie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz, Ferienbetreuung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeitende in Karenz sowie ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm, das auch karenzierten Mitarbeitenden offen steht. Mittelfristig strebt die EVN einen Frauenanteil an, der das aktuelle Ausbildungsniveau von Frauen berufsgruppenspezifisch widerspiegelt.

Aspekt: Beschäftigung, Arbeitsverhältnis

LA1 Gesamtbelegschaft nach Beschäftigungsart, Arbeitsvertrag und Region

Bei der EVN AG und der EVN Netz GmbH sind alle Mitarbeitenden Angestellte; in Mazedonien und Bulgarien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern/innen unterschieden. Konzernweit liegt daher der Anteil der Arbeiter/ innen bei rund 3,7 %.

Personalleasing wird im EVN Konzern als Vorstufe eines traditionellen Arbeitsverhältnisses (Integrationsleasing) oder für zeitlich befristete Projekte sowie zur Abdeckung von Arbeitsspitzen eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2010/11 waren im EVN Konzern 130 Leasing- Mitarbeitende beschäftigt.

Im Sinne einer ausgewogenen Work-Family-Balance bietet die EVN ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeit modelle wie Teilzeitarbeit oder Gleitzeitmodelle ohne Kernzeit. 3,2 % aller Mitarbeitenden der EVN waren in der Berichtsperiode als Teilzeitkräfte beschäftigt. Der Anteil an Teilzeitkräften in Österreich lag bei 8,6 %.

Weitere Informationen zum Thema Work-Family-Balance finden sich unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/ Personalmanagement/Work-Life-Balance.aspx.

Diversität der Mitarbeitenden 2010/11 Österreich Bulgarien Mazedonien andere Länder Gesamt
Mitarbeiterstand1) Anzahl 2.578 2.829 2.447 396 8.250
davon Frauen % 20,7 26,0 20,0 30,7 22,8
davon Männer % 79,3 74,0 80,0 69,3 77,2
Beschäftigungsart2)
Arbeiter % 6,7 28,0 3,7
Angestellte % 93,3 72,0 96,3
Vertragstyp
Teilzeit % 8,6 0,0 0,0 6,9 3,2
davon Frauen % 7,0 0,0 0,0 6,0 2,6
Menschen mit besonderen Bedürfnissen % 1,7 1,7 1,0 1,6 1,5

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) In Bulgarien und Mazedonien wird nicht nach Angestellten und Arbeitern/innen unterschieden.

Mitarbeiterkennzahlen 2010/11 2009/10 2008/09
Mitarbeiterstand1) Anzahl 8.250 8.536 8.937
davon Frauen % 22,8 22,5 22,9
Lehrlinge2) Anzahl 55 64 82
Mitarbeiterfluktuation3) % 3,0 3,1 3,6
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit Jahre 16,0 15,9 15,5
Durchschnittliches Lebensalter Jahre 43,6 43,3 43,4
Umsatz/Mitarbeitende/n EUR 332.254 322.411 305.138
Krankheitstage/Mitarbeitende/n Anzahl 10 10 10
Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz % 11,8 12,0 11,7

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

2) Lehrlinge nur in Österreich aufgrund des dualen Ausbildungssystems

3) Exkl. Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie exkl. Pensionierungen

LA2 Mitarbeiterfluktuation

Für das Geschäftsjahr 2010/11 wird eine Mitarbeiterfluktuation von 3,0 % ausgewiesen. Nicht berücksichtigt sind hierin Austritte aufgrund des bulgarischen und mazedonischen Sozialplans sowie Pensionierungen. Aufgrund der geringen Fluktuation erfolgt keine detaillierte Auswertung dieser Kennzahl. Insgesamt sind in der Berichtsperiode 354 Mitarbeitende, davon 99 Frauen, in die EVN eingetreten.

LA3 Betriebliche Leistungen, die nur Vollzeitbeschäftigten gewährt werden

Zusatzleistungen wie Krankenzusatzversicherung und Pensionskasse stehen allen Mitarbeitenden der jeweils beitragsleistenden Arbeitgeber der EVN Gruppe (z. B. EVN AG und EVN Netz GmbH) – unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausmaß der Beschäftigung – gleichberechtigt zur Verfügung. Auch in Bulgarien nimmt die EVN im Bereich der betrieblichen Altersversorgung die Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber den Mitarbeitenden wahr und hat eine freiwillige Rentenversicherung für jeden Beschäftigten – Voll- und Teilzeitbeschäftigte – abgeschlossen.

LA15 Wiedereinstieg der Mitarbeitenden ins Berufsleben nach einer Karenz

Die EVN unterstützt alle Mitarbeitenden mit einem gesetzlichen Anspruch auf Karenz bei ihrer diesbezüglichen Entscheidung. Um den beruflichen Wiedereinstieg nach der Karenz zu erleichtern, wird der Kontakt zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch während der Karenzzeit aufrechterhalten. Als Alternative zur Karenzierung oder auch in der Phase des Wiedereinstiegs können sich Eltern für ein Teilzeitmodell entscheiden und dabei ihre Arbeitszeit individuell anpassen. Dank dieser individuellen Lösungen kehren alle Mütter und Väter der EVN AG und der EVN Netz GmbH nach ihrer Karenz wieder ins Unternehmen zurück. Kein Mitarbeitender ist in den letzten zwei Jahren nach der Karenz aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Betriebszugehörigkeit der Mitarbeitenden

Neu eingetretene Mitarbeitende nach Altersstruktur und Geschlecht 2010/11

Diese flexiblen Regelungen bieten Vorteile für beide Seiten: Die EVN kann das Wissen ihrer qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Phase intensiver Kinderbetreuung hinweg nutzen und stellt damit auch die Rentabilität der Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung sicher. Die enge Bindung und der laufende Kontakt zum Unternehmen erleichtern es den Betroffenen, ihr berufliches Know-how auf dem aktuellen Stand zu halten, und vereinfachen auch den Wiedereinstieg.

Aspekt: Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen

LA4 Prozentsatz der Mitarbeitenden,

die unter Kollektivvereinbarungen fallen Mehr als 90 % aller Mitarbeitenden der EVN werden durch Betriebsräte oder Gewerkschaften vertreten und sind hinsichtlich ihrer Bezahlung durch kollektivvertragliche, tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne geschützt. Betriebsratsvertreter haben im Aufsichtsrat ebenso Sitz und Stimme wie im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung. Seit der Ernennung von Jugendvertrauensräten im Jahr 2008 haben auch die Lehrlinge ein Mitspracherecht im Betriebsrat. Besondere Rücksichtnahme genießen bei der EVN darüber hinaus:

  • Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Das Durchschnittsalter der EVN Belegschaft liegt bei rund 43,6 Jahren und es wird in den Folgejahren aufgrund der zu erwartenden Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters tendenziell noch weiter steigen. Vor diesem Hintergrund hat die EVN ihre Fortbildungsangebote für ältere Mitarbeitende verstärkt und erweitert. Ergänzend bietet die EVN Altersteilzeit-Modelle, die im Geschäftsjahr 2010/11 von 53 Mitarbeitenden der EVN Netz GmbH und der EVN AG in Anspruch genommen wurden.

  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen: Im Geschäftsjahr 2010/11 waren 1,5 % der Mitarbeitenden der EVN Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Für diesen Mitarbeiterkreis erfolgt eine individuelle Gestaltung der Arbeitsplätze und -abläufe (wie beispielsweise das Einsetzen von Dolmetschern für Gebärdensprache). Bei Bedarf bietet die EVN zusätzlich flexible Lösungen in Bezug auf Arbeitszeit und -ort. 21 der insgesamt 26 EVN Kundenzentren in Niederösterreich sind bereits barrierefrei zugänglich.

  • Jugendliche: Die Ausbildung von Jugendlichen hat bei der EVN eine lange Tradition. Im Geschäftsjahr 2010/11 waren im Durchschnitt 55 Auszubildende beschäftigt.

Für Mitarbeitende von Vertragspartnern und Subauftragnehmern gilt die Integritätsklausel der EVN als Vertragsbestandteil. In dieser ist festgehalten, dass keine Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz in jeglicher Art zulässig ist. Weiters werden die Bedingungen am Arbeitsplatz über die Punkte "Gesundheitsschutz", "Arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften" und "Transparenz der Arbeitszeit und Entlohnung" angesprochen.

Auszug aus der Integritätsklausel der EVN "5. Arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften. Unsere Auftragnehmer und deren Sub-Auftragnehmer verpflichten sich, bei der Durchführung der Aufträge die in dem jeweiligen Land der Durchführung geltenden arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften einzuhalten.

  1. Transparenz von Arbeitszeit und Entlohnung. Die Arbeitszeiten sollen im Einklang mit den anwendbaren Gesetzen stehen. Die Mitarbeiter unserer Auftragnehmer und Sub-Auftragnehmer sollen Arbeitsverträge erhalten, in denen die Arbeitszeiten und die Entlohnung festgelegt sind."

Die Integritätsklausel der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/ Beschaffung portal/AGB.aspx.

LA5 Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen

Die betriebliche Sozialpartnerschaft der EVN steht unter dem Motto "Überzeugung vor Zwang". Wesentliche unternehmerische Entscheidungen werden transparent und im Einklang mit dem Führungsleitbild der EVN sowie auf Basis der einschlägigen rechtlichen Bestimmungen getroffen. Die Information bzw. Einbindung der Arbeitnehmervertretung wird sichergestellt. Dies gilt für strategische Entscheidungen ebenso wie für Änderungen und Anpassungen im Personalbereich. Neben der EVN AG wurde auch in den größeren Unternehmen der EVN Gruppe eine eigene Belegschaftsvertretung eingerichtet.

Zur weiteren Integration der südosteuropäischen Tochterunternehmen und zur Verbesserung der Kommunikation wurde im September 2007 ein europäischer Betriebsrat eingerichtet, der sich aus je einem Vertreter aus Österreich, Bulgarien und Mazedonien zusammensetzt. Er soll als Kommunikations- und Austauschplattform dienen. Die letzte Präsidiumssitzung fand am 28. Juni 2011 in Skopje, Mazedonien, und die letzte Konferenz am 10. und 11. November 2011 in Maria Enzersdorf statt. Regelmäßige Informationen über den Konzern und dessen Aktivitäten erhalten die Mitarbeitenden neben den laufenden Mitarbeiterinformationen durch die Mitarbeiterzeitung bzw. das Intranet.

Das Führungsleitbild der EVN ist abrufbar unter: www.evn.at/Fuehrungskultur.aspx.

Siehe hierzu auch LA4.

Aspekt: Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

LA6 Prozentsatz der Gesamtbelegschaft, der in Arbeitsschutzausschüssen vertreten wird

Mehr als 90 % der Belegschaft des EVN Konzerns werden durch Betriebsräte oder Gewerkschaften in Arbeitsausschüssen vertreten und entsprechend geschützt. Entsprechende Arbeits- und Sicherheitsausschüsse bestehen in Österreich, Mazedonien und Bulgarien. Diese Ausschüsse sind unter anderem mit Betriebsräten oder Gewerkschaftsvertretern besetzt.

Siehe hierzu ebenfalls Indikator LA4.

LA7 Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und arbeitsbedingte Todesfälle nach Region

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde das monatliche Berichtswesen der EVN um Unfallkennzahlen erweitert. Statistisch erfasst werden die Anzahl der Unfälle und Ausfallstage (exkl. Wochenenden) aller Gesellschaften, an denen die EVN Anteile von mehr als 50,0 % hält und die mehr als zehn Mitarbeitende beschäftigen. Als Vergleichswert dient hier der LTIF Index (Lost Time Injury Frequency Index), der die Häufigkeit der unfallbedingten Arbeitsausfälle darstellt. Im Geschäftsjahr 2011/12 wird an der Implementierung einer eigenen Unfalldatenbank gearbeitet.

Die Anzahl der Arbeitsunfälle im gesamten EVN Konzern stieg im Geschäftsjahr 2010/11 um 22,8 %. Ebenso bei den Ausfallstagen musste ein Anstieg um 18,1 % verzeichnet werden. Dieser Anstieg lässt unter anderem darauf schließen, dass in Bulgarien und Mazedonien Bagatell- und leichte Unfälle konsequenter gemeldet werden. Im Berichtszeitraum gab es einen tödlichen Arbeitsunfall in Bulgarien. Ein Mitarbeiter geriet bei der Demontage einer Hausanschlussleitung in den Stromkreis und erlag seinen schweren Verletzungen.

Weitere Informationen zu Sicherheit und Arbeitsschutz unter: www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/Sicherheit.aspx.

Unfall- und Ausfallstatistik 2010/11 2009/10
Anzahl der Arbeitsunfälle1) 113 92
Anzahl der Ausfallstage2) 3.149 2.667
LTIF3) 8,2 6,4

1) Anzahl der Bagatellunfälle und der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle)

2) Ausfallstage sind reine Arbeitstage exkl. Wochenenden, die aus Arbeitsunfällen resultieren (ohne Wegunfälle)

3) Lost Time Injury Frequency Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden

Brandstatistik1) 2010/11 2009/10 2008/09
Anzahl 4 6 11
Schäden Tsd. EUR 62,0 43,1 142,8

1) Österreich

LA8 Schulung, Beratung und Gesundheitsvorsorge in Bezug auf ernste Krankheiten

Die EVN sorgt sich um das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Beschäftigten und bietet ihnen eine weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehende arbeitsmedizinische Betreuung an, die auch gut angenommen und geschätzt wird. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden in Niederösterreich bei der EVN AG und der EVN Netz GmbH 861 Schutzimpfungen durchgeführt; 139 Mitarbeitende nützten die Möglichkeit einer Gesundenuntersuchung.

Die EVN arbeitet nicht in Ländern, in denen ein erhöhtes Risiko für übertragbare Krankheiten besteht. Für Ernstfälle bestehen Konzernanweisungen wie die "Pandemievorsorge EVN", die für alle Konzerngesellschaften gelten. Ziel der betrieblichen Pandemieplanung (insbesondere der Grippepandemie) ist es, das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz zu minimieren und so die Aufrechterhaltung der betrieblichen Infrastruktur und die Versorgung der Kunden mit den Dienstleistungen der EVN sicherzustellen. Diese Anweisung regelt organisatorische, präventive und hygienische Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, im Fall einer Grippepandemie eine Ausbreitung unter den Beschäftigten zu minimieren. Über die konkrete Umsetzung der Maßnahmen in den jeweils betroffenen Organisationseinheiten entscheiden im Pandemiefall die Abläufe des Krisenmanagements, die in einer gesonderten Konzernanweisung geregelt sind.

Das umfangreiche Angebot an Schulungen zum Thema Gesundheitsvorsorge, Arbeitssicherheit und Brandschutz wurde im Berichtsjahr beibehalten. Im Berichtsjahr absolvierten in Niederösterreich 248 Mitarbeitende Trainings zu Sicherheitsthemen wie beispielsweise "Arbeiten unter Spannung" oder "Motorsägeführerkurse". In Bulgarien nahmen 2.583 Mitarbeitende und in Mazedonien 1.848 Mitarbeitende an Schulungen mit sicherheitsrelevanten Inhalten teil. Insgesamt haben daher 4.679 Mitarbeitende das Angebot an Schulungen zu Sicherheitsthemen genutzt. Weiters werden Spezialausbildungen wie beispielsweise der Umgang mit Absturzsicherung oder Erste-Hilfe-Kurse angeboten. In Österreich sind alle Mitarbeitenden über Sicherheitsvertrauenspersonen in Arbeitsausschüssen vertreten, welche Arbeitsschutzprogramme überwachen und darüber beraten.

Weitere Informationen zur Gesundheitsvorsorge sind unter www.evn.at/Verantwortung/Mitarbeiter/Gesundheit.aspx zu finden.

LA9 Arbeitsschutzthemen und diesbezügliche Vereinbarungen, die mit Gewerkschaften verhandelt wurden Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung nehmen in der gesamten EVN Gruppe einen hohen Stellenwert ein, wofür eigens ein sicherheitstechnischer Dienst in der EVN eingerichtet wurde. So gibt es neben den gesetzlichen Vorschriften ein umfangreiches internes Regelwerk. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft sind bei Belangen der Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge miteinbezogen.

Siehe dazu ebenfalls Managementansatz zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung auf Seite 146.

Aspekt: Aus- und Weiterbildung

LA10 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeitende/n

Aus- und Weiterbildung 2010/11 2009/10 2008/09
Aufwand1) Mio. EUR 2,6 2,7 2,9
Durchschnittlicher Bildungsaufwand/Mitarbeitende/n EUR 313,7 314,1 324,5
Ausbildungsstunden/Mitarbeitende/n Std. 22,1 27,1 23,9

1) Seminargebühren, Trainer, E-Learning

Der Schwerpunkt bei der Aus- und Weiterbildung lag neben EDV-Schulungen und Fachseminaren auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen.

LA11 Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen

Die EVN ist sich des hohen Stellenwerts von qualifizierten Mitarbeitenden bewusst, weshalb die Erhaltung und Erweiterung des hohen Kompetenzniveaus der Mitarbeitenden einen Schwerpunkt des Personalmanagement bilden. Zur Organisation der Aus- und Weiterbildungsangebote wurde in Österreich, Bulgarien und Mazedonien die EVN Akademie eingerichtet. In jedem Konzernbereich sowie in allen 100 %-Tochterunternehmen der EVN sind Mitarbeitende als Bildungsbeauftragte nominiert, die Qualifizierungsmaßnahmen koordinieren und Entwicklungsbedürfnisse einzelner Mitarbeitenden erheben und an die Teams der EVN Akademien weiterleiten.

Weitere Angaben zu Maßnahmen und Schwerpunkten der Aus- und Weiterbildung im Indikator LA10 und unter www.evn.at/Verantwortung/ Mitarbeiter/Personalentwicklung/Bildung.aspx.

LA12 Mitarbeitende, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten

Seit Februar 2010 werden bei der EVN einmal jährlich "Feedback- und

Ausbildungsstruktur der EVN

1) Inkludiert aufgrund der länderspezifischen Ausbildungsstrukturen den höheren Schulabschluss in Mazedonien, der dem Maturaabschluss gleichzustellen ist.

Orientierungsgespräche" (FOG) in allen größeren österreichischen Konzernunternehmen durchgeführt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche finden auch in Bulgarien statt. In Mazedonien begannen im Geschäftsjahr 2010/11 die Schulungen der Führungskräfte und im Jänner 2012 werden FOGs auch in Mazedonien erstmals stattfinden. Durch diese Instrumente soll nicht nur eine Beurteilung durch den Vorgesetzten erfolgen, sondern es gibt auch ein strukturiertes Feedback zu Arbeitsverhalten und -qualität. Zudem werden konkrete Entwicklungsziele und -maßnahmen vereinbart. Mehr als 90 % der Mitarbeitenden, die vom Konzept des FOGs erfasst sind, erhalten ein regelmäßiges Feedback zur Leistung und Entwicklungsplanung.

Aspekt: Vielfalt und Chancengleichheit

LA13 Diversität der Mitarbeitenden und leitender Organe

Die Internationalität unserer Geschäftspolitik spiegelt sich auch bei den Mitarbeitenden wider. So beschäftigt die EVN überwiegend österreichische, bulgarische und mazedonische Staatsbürger. Insgesamt sind jedoch über 20 verschiedene Nationalitäten in der EVN tätig.

Der Frauenanteil ist in technisch orientierten Unternehmen traditionell eher niedrig und beträgt bei der EVN in der Berichtsperiode 22,8 %. Zur Erhöhung des Frauenanteils wurde im Geschäftsjahr 2010/11 das Programm Frauen@EVN entwickelt und vom Vorstand beschlossen. Das Programm dient der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von Frauen, die im EVN Konzern mit Dienstort in Österreich tätig sind. Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Frauen ermöglichen, je nach Neigung und Fähigkeit qualifizierte Tätigkeiten in Fach- und Führungsfunktionen zu übernehmen.

Vor allem Mitarbeitenden mit Kindern versucht die EVN die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit ohne Kernzeit) und Teilzeitmodelle gehören dazu ebenso wie das Kontakthalten während der Karenzzeit. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, über die gesetzliche Karenzierung hinaus und mit Wiedereinstellungszusage bis zum 36. Lebensmonat des Kindes eine Freistellung in Anspruch zu nehmen. Auch Männer nutzen die angebotenen Möglichkeiten. In der Berichtsperiode waren zwei Männer in Väterkarenz.

Siehe hierzu auch Indikator LA1.

Aspekt: Gleiche Entlohnung für Frau und Mann

LA14 Lohnunterschiede nach Geschlecht

Bei der EVN sind zwischen Frauen und Männern bei vergleichbarer Betriebzugehörigkeit, Funktion und Qualifikation keine Lohn- oder Gehaltsunterschiede zu verzeichnen. In Österreich sind laut Gleichbehandlungsgesetz die Arbeitgeber ab einer gewissen Anzahl an Mitarbeitenden verpflichtet, alle zwei Jahre einen Bericht zur Entgeltanalyse (§ 11a Gleichbehandlungsgesetz) zu erstellen. Für die EVN Netz GmbH wurde ein derartiger Bericht wie im Gesetz vorgesehen erstellt und dem Zentralbetriebsrat übermittelt. Zusätzlich erfolgte auf freiwilliger Basis die Erstellung eines Einkommensberichts auch für die EVN AG.

Sector Supplements – Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

EU14 Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern

Zur Sicherung des zukünftigen Bedarfs an Fach- und Führungskräften setzt die EVN umfangreiche Aktivitäten – vor allem in der Lehrlingsausbildung, dem Talentemanagement und der Führungskräfteentwicklung.

  • Lehrlingsausbildung: Mit 1. September 2011 konnten neun Lehrlinge ihre Ausbildung zum Elektrotechniker bei der EVN beginnen, womit in der Berichtsperiode im Durchschnitt 55 Auszubildende beschäftigt waren. Die theoretische Ausbildung in der Berufsschule und der praktische Einsatz im Unternehmen werden durch Seminare begleitet. Zudem fördert die EVN fachübergreifende Qualifikationen, wie etwa die Lehrausbildungen zum Gas- und Wärmetechniker. Nach dem Lehrabschluss unterstützen erfahrene Kollegen den Technikernachwuchs und stellen damit die Weitergabe ihres Wissens und ihrer Erfahrungen sicher.

  • Talentemanagement: Führungspositionen werden bei der EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeitende zu fördern, fand vom 20. bis 25. September 2011 die zweite EVN Summer University "EVN SUN" mit

21 Teilnehmenden aus Österreich, Mazedonien, Bulgarien, Ungarn und Deutschland statt. Dabei handelt es sich um ein gemeinsam mit der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien entwickeltes Programm. Internationale Vortragende führten in die Hauptthemen Operations, Change Management, Innovation und Leadership ein und vertieften die Theorie durch zahlreiche praktische Fallstudien. Darüber hinaus konnten interessante Themen mit dem EVN Management diskutiert werden.

Führungskräfteentwicklung: Die Führungskräfteentwicklung bildet einen wichtigen Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung der EVN Akademien in Österreich, Bulgarien und Mazedonien.

EU15 Pensionierungen in den nächsten fünf bzw. zehn Jahren

Unter der Annahme des derzeit gesetzlich gültigen Pensionsantrittsalters werden in den nächsten fünf Jahren rund 6 % der Mitarbeitenden und in den nächsten zehn Jahren rund 20 % der Mitarbeitenden in Pension gehen.

EU16 Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen

Die EVN legt sehr großen Wert auf eine bestmögliche Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden in allen gesundheitsund sicherheitsrelevanten Bereichen. Neben den gesetzlichen Vorschriften besteht ein umfangreiches internes Regelwerk aus Geschäftsanweisungen und Richtlinien. Parallel dazu arbeitet die EVN nur mit ausgesuchten Partnern, die vertraglich dazu verpflichtet sind, den Aufgaben entsprechend geschultes Personal einzusetzen. Erfahrene und gut ausgebildete EVN Mitarbeitende werden beispielsweise als Baukoordinatoren oder Bauaufsichten eingesetzt, um diese Anforderungen während der Tätigkeiten zu überprüfen.

Siehe hierzu ebenfalls Managementansatz zu Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung auf Seite 146.

EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung

Insbesondere bei Wartungs- und Revisionsarbeiten sowie beim Bau neuer Kraftwerke und Übertragungsnetze werden zeitlich begrenzt Auftragnehmer und Sublieferanten eingesetzt. Insgesamt waren in der Berichtsperiode mehr als 5.000 Auftragnehmer und Sublieferanten für die EVN im In- und Ausland tätig. Eine zentrale Erfassung der geleisteten Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten wird von der EVN nicht vorgenommen, da damit keine wesentliche Aussagekraft zu Arbeitspraktiken verbunden wäre.

Auszug aus der Integritätsklausel der EVN

"4. Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz. Es muss sichergestellt werden, dass unsere Auftragnehmer und deren Sub-Auftragnehmer für ihre Mitarbeiter Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz unter Beachtung der anwendbaren Gesetze und Regelungen gewährleisten. Freier Zugang zu Trinkwasser, sanitären Einrichtungen, geeignetem Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung und – soweit erforderlich – zu geeigneter persönlicher Schutzausrüstung muss ermöglicht werden. Die Mitarbeiter werden im korrekten Gebrauch der Schutzausrüstung und in den allgemeinen Sicherheitsbestimmungen geschult."

Die Integritätsklausel der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx.

EU18 Anteil der Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben

Sicherheits- und gesundheitsrelevante Fremdleistungen (z. B. im Bereich Hoch- und Tiefbau) werden konzernweit über Rahmenverträge mit präqualifizierten Unternehmen durchgeführt. Die Anzahl dieser qualifizierten Firmen beläuft sich auf etwa 300. In Österreich müssen alle Firmen, die Dienstleistungen für die EVN erbringen, die Integritätsklausel der EVN als Vertragsgrundlage anerkennen. Als integrierende Bestellgrundlage schreibt diese Klausel unter Punkt 4 "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz sowie den freien Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, geeigneten Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstung und Einschulung auf deren korrekten Gebrauch vor. Weiters müssen Firmen ihre Mitarbeitenden gemäß § 14 ASchG und § 154 BauV unterwiesen haben. Dieselben Regelungen gelten für die von ihnen beauftragten Subunternehmer. Entsprechende Unterweisungsnachweise

müssen unaufgefordert vorgelegt werden. Die Auftragnehmer sind weiters aufgefordert zu bestätigen, dass sie für die Abwicklung der beauftragten Arbeiten die entsprechende Befugnis und Befähigung haben. Für die internationalen Tochtergesellschaften gelten vergleichbare Gesetze und Prinzipien.

Menschenrechte

Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner hat einen bedeutenden Rang in der Werteskala der EVN.

Bereits im Jahr 2005 hat sich die EVN dazu verpflichtet, den Prinzipien des UN Global Compact Folge zu leisten, und sie bekennt sich zur vollständigen Einhaltung der Menschenrechte an allen EVN Standorten. Die EVN lehnt insbesondere jede Form von Kinder- und Zwangsarbeit entschieden ab und erwartet dies auch von ihren Geschäftspartnern und Lieferanten.

Diese Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeitenden in allen Geschäftsbereichen. Eine sogenannte Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung verpflichtet die Lieferanten und Auftragnehmer zu einer entsprechenden Einhaltung. Die Kontrolle und Überwachung erfolgt durch die Führungskräfte. Die Agenden der Menschenrechte liegen im Verantwortungsbereich des Vorstands, der vom EVN Compliance Officer unterstützt wird. An einer Vertiefung der Compliance Organisation wird derzeit gearbeitet.

Als international tätiges Unternehmen ist die EVN auch in Ländern mit einem weniger ausgeprägten Verständnis für Fragen der Menschenrechte tätig bzw. bezieht über den zentralen Einkauf fallweise Dienstleistungen, Materialien und Produkte von dort. Im sensiblen Bereich der Beschaffung von Textilien (Arbeitsbekleidung) wurde der Bezug aus Risikoländern im Zuge einer entsprechenden internen Regelung bereits ausgeschlossen. Stufenweise wird bei weiteren Produktgruppen ein solcher Ausschluss umgesetzt oder spezifische Kriterien und Maßnahmen eingeführt, die über die konzernweite Integritätsklausel hinausgehen bzw. diese umsetzen. Ein Beispiel dazu liefert die Kohlebeschaffung in Polen oder Russland, wo Untersuchungen und Kontrollen zur Beurteilung der Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen durchgeführt werden, bevor ein Auftrag erteilt wird.

  • Zum Verhaltenskodex der EVN siehe www.verantwortung.evn.at.
  • Die Integritätsklausel ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx.

Aspekt: Investitions- und Beschaffungspraktiken

HR1 Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln

Die Integritätsklausel der EVN gilt für alle Lieferanten (100 %) und ist auf der Homepage der EVN für alle Investoren, Investitions- und Beteiligungspartner, Auftragnehmer und Stakeholder abrufbar. Die Integritätsklausel liegt jeder Bestellung und Ausschreibung bei und ist somit immer Vertragsbestandteil.

HR2 Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte

In ausgewählten Produktgruppen wie Textilien oder Materialien, wie beispielsweise Stahl, wurden wesentliche Zulieferer und Auftragnehmer, vor allem aus Herkunftsländern außerhalb der EU, unter Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekten geprüft. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN, welche Leistungen erbringen, hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte im Zuge ihrer Leistungserbringung überprüft. Rund 95 % der Lieferungen werden aus der EU bezogen. Lieferanten, die ihren Sitz nicht in der EU haben, werden von der EVN vor Ort auditiert. Speziell bei Firmen des Baugewerbes überprüft die EVN ihre Auftragnehmer hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer. Diese Überprüfung findet bei 100 % der österreichischen Auftragnehmer für Bauleistungen mit einem Volumen von über 5.000 Euro statt. Bisher wurde kein Auftragnehmer der EVN identifiziert, der seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen nicht nachkam.

HR3 Stundenanzahl der Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden das Hinweisgeberverfahren (Whistle Blowing) und das entsprechende E-Learning-Programm der EVN fertiggestellt; bereits im Februar 2011 erfolgte die Einreichung zur Genehmigung durch die Österreichische Datenschutzkommission, die zum Redaktionsschluss dieses Berichts noch ausständig war. Deshalb kam das Verfahren bislang noch nicht zur Anwendung und es wurde auch noch nicht in den Tochtergesellschaften implementiert.

Im Rahmen des E-Learnings zum Verhaltenskodex, der neben dem Schwerpunkt Korruptionsvermeidung auch alle für das Unternehmen relevanten Menschenrechtsaspekte umfasst, sind pro Mitarbeitenden 1,5 Stunden an Schulungsaufwand vorgesehen. Daraus resultiert für den geplanten dreijährigen Zeitraum dieses E-Learnings ein Gesamtumfang von 12.750 Stunden. Der Anteil der Menschenrechtsagenden in diesem E-Learning-Programm beträgt rund 25 % und somit im Durchschnitt 22,5 Minuten pro Mitarbeitenden.

Auszug aus der Integritätsklausel der EVN

"1. Anerkennung der Menschenrechte. Von unseren Auftragnehmern und deren Sub-Auftragnehmern wird erwartet, dass sie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen anerkennen und unterstützen sowie sicherstellen, dass sie nicht in Menschrechtsverletzungen involviert werden.

  1. Keine Kinderarbeit und Zwangsarbeit. Unsere Auftragnehmer und deren Sub-Auftragnehmer werden bei der Herstellung ihrer Produkte und bei Erbringen ihrer Leistungen keine Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder sonstige unfreiwillige Arbeit gemäß den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Anspruch nehmen oder dulden.

  2. Keine Diskriminierung oder Belästigung am Arbeitsplatz. Jeder Mitarbeiter wird mit Respekt und Würde behandelt. Kein Mitarbeiter wird hinsichtlich seines Geschlechts, seiner Rasse, seiner Religion, seines Alters, seiner Herkunft, einer Behinderung, seiner geschlechtlichen Ausrichtung oder politischen oder weltanschaulichen Einstellung physisch, psychisch, sexuell oder verbal belästigt, missbraucht oder diskriminiert. […]

  3. Recht auf Versammlung und Streiks. Mitarbeiter unserer Auftragnehmer und deren Sub-Auftragnehmer sollen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen des Landes, in dem sie tätig sind, die Möglichkeit haben, sich an Versammlungen und Streiks zu beteiligen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen."

Die Integritätsklausel der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx.

Aspekt: Gleichbehandlung

HR4 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen

In der Berichtsperiode wurde kein Fall von Diskriminierung aufgrund ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder politischer Ansichten bekannt. Als eine der zentralen Schlüsselanforderungen internationaler Übereinkommen, nationaler Sozialgesetzgebung, sozialer Richtlinien sowie der ILO-Kernarbeitsnormen ist die Gleichbehandlung ein zentraler Faktor der Positionierung der EVN als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Fälle von Diskriminierung würden aufs Schärfste verurteilt und entsprechend den Compliance-Richtlinien und Personalstatuten der EVN sanktioniert.

Aspekt: Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlung

HR5 Ermittlung von Geschäftstätigkeiten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen erheblich gefährdet sein könnte

Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen ist für die EVN und ihre Tochtergesellschaften ein zentrales Anliegen bei der Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie der ILO-Kernarbeitsnormen an allen Standorten ihrer Geschäftstätigkeit. Dieses Recht ist auch fest in der Integritätsklausel der EVN verankert, dem jede Bestellung und jeder Vertrag der EVN zugrunde liegt. Die EVN und ihre Tochtergesellschaften üben keine Geschäftstätigkeiten aus, bei denen die freie Ausübung der Mitarbeiterrechte, speziell Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, gefährdet sein könnten. In Österreich und den EU-Ländern sind diese Rechte durch gesetzliche Bestimmungen gewahrt. Darüber hinaus hat die EVN neben einer bestehenden Belegschaftsvertretung in ihren österreichischen Konzerngesellschaften die Gründung eines EU-Betriebsrats unterstützt, der diese und andere Menschen- und Mitarbeiterrechte in den EU-Standorten der EVN wahrt, speziell in Bulgarien und in Mazedonien.

Eine Analyse der Länder oder geografischen Gebiete, in

denen Risiken in Bezug auf die Einhaltung dieser Menschenrechte möglich sind, hat ergeben, dass als einziger Standort außerhalb der EU, an dem internationale EVN Tochtergesellschaften tätig sind, Russland von den maßgeblichen Institutionen als ein Risikoland im Bereich Menschenrechte bezeichnet wird, wobei insbesondere die oben genannten Rechte betroffen sein können.

Aus diesem Grund hat die Rechtsabteilung der EVN sich intensiv mit den Fragen der Menschenrechte in solchen Risikoländern auseinandergesetzt und neben der eigenen Weiterbildung auf diesem Sektor dafür Sorge getragen, dass speziell die Führungskräfte in den russischen Tochtergesellschaften bzw. Standorten im Rahmen der internen Schulung zum EVN Verhaltenskodex angewiesen werden, auf die Einhaltung der Menschen- und Mitarbeiterrechte, speziell der oben angeführten, zu achten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Überprüfungen und Rückmeldungen haben ergeben, dass diese Rechte im Rahmen der Geschäftstätigkeit der EVN und ihrer Tochtergesellschaften in Russland nicht gefährdet sind. Als weitere Maßnahme zur Sicherung der Menschen- und Mitarbeiterrechte überprüft die EVN vor jedem internationalen Projekt die diesbezüglichen Risiken.

Aspekt: Kinderarbeit

HR6 Ermittelte Geschäftstätigkeiten, bei denen ein erhebliches Risiko der Kinderarbeit besteht, und ergriffene Maßnahmen, um zur Abschaffung von Kinderarbeit beizutragen

Das Risiko der Kinderarbeit besteht für die EVN nur insofern, als verschiedene Produkte und Materialien über die Beschaffungsabteilung aus Ländern bezogen werden könnten, die zu den Risikoländern zählen. Die Beschaffung hat bereits eine Reihe von Schritten gesetzt, um dieses Risiko möglichst zu eliminieren. Ein wichtiger Fortschritt war die Einführung der Integritätsklausel, welche jeder Bestellung und jedem Vertrag der EVN zugrunde liegt. Des Weiteren werden Beschaffungsvorgänge mit hohem Potenzial an möglicher Kinderarbeit penibel kontrolliert. Hinzu kommen noch Vorbehalte in Textilausschreibungen, welche nur Produkte zulassen, die in der EU hergestellt werden. Die EVN ist in keinen Ländern aktiv, die Risiko auf Kinderarbeit vermuten lassen.

Aspekt: Zwangsarbeit

HR7 Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit

Die EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Zwangsarbeit, mit Ausnahme von Russland, tätig. Dort wird über eine Reihe von Aktivitäten sichergestellt, dass Zwangsarbeit ausgeschlossen werden kann. Siehe hierzu auch Indikator HR6.

Aspekt: Sicherheitsverfahren

HR8 Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte

Die EVN ist in keinen Ländern mit Risiko von Übergriffen seitens des lokal angestellten Sicherheitspersonals, außer in Russland, tätig. Auf den russischen Anlagen ist jeweils eine Sicherheitskraft beschäftigt (mit Arbeitsvertrag). Alle Sicherheitskräfte wurden über den EVN Verhaltenskodex, welcher auch das Thema Menschenrechte behandelt, informiert. Übergriffe sind ausgeschlossen oder werden streng sanktioniert.

Aspekt: Rechte der Ureinwohner

HR9 Verletzung von Rechten der Ureinwohner

Die EVN ist in keinen Ländern mit Ureinwohnern nach der Definition des GRI tätig.

Aspekt: Assessment

HR10 Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen

Die Einhaltung der Menschenrechte in Bezug auf Investitions- und Beschaffungspraktiken, Gleichbehandlung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung von Kinderarbeit, Abschaffung von Zwangs- und Pflichtarbeit, Beschwerdeverfahren, Sicherheitspraktiken und Rechte der Ureinwohner ist fest in der Werteskala der EVN verankert. Die diesbezüglichen Grundsätze sind im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben und gelten für alle Mitarbeitenden in allen Geschäftsbereichen. Eine sogenannte Integritätsklausel der Konzernfunktion Beschaffung verpflichtet alle Lieferanten und Auftragnehmer zu einer entsprechenden Einhaltung. Stichprobenartig werden die Auftragnehmer der EVN im Zuge ihrer Leistungserbringung hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte überprüft.

Siehe hierzu auch HR2.

Auszug aus der Integritätsklausel der EVN

"9. Hohe ethische Standards. Wir erwarten von unseren Auftragnehmern und deren Sub-Auftragnehmern, dass sie ein hohes Maß an Geschäftsethik an den Tag legen, die jeweiligen nationalen Gesetze (insbesondere arbeits-, wettbewerbs-, kartell- und verbraucherrechtliche Bestimmungen) einhalten und sich in keiner Weise auf Korruption, Bestechung, Betrug oder Erpressung einlassen oder daran beteiligen.

  1. Transparente Geschäftsbeziehungen. Unsere Auftragnehmer und deren Sub-Auftragnehmer werden Geschenke, Zahlungen oder anderweitige vergleichbare Vorteile oder Zuwendungen, die geeignet sein könnten, eine Person dazu zu verleiten, gegen ihre Pflichten zu handeln, weder anbieten noch fordern, weder gewähren noch akzeptieren."

Die Integritätsklausel der EVN ist abrufbar unter www.evn.at/Gruppe/Lieferanten/Beschaffungportal/AGB.aspx.

Aspekt: Behebung von Menschenrechtsverletzungen

HR11 Anzahl der Beschwerden hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden keine Fälle von Menschenrechtsverletzungen bekannt.

Gesellschaft

Die EVN verfügt über einen klaren Managementansatz in all jenen gesellschaftlichen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit, die Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsvermeidung, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Dieser Managementansatz ist im EVN Verhaltenskodex festgeschrieben.

Siehe ebenfalls www.evn.at/verhaltenskodex.aspx.

Aspekt: Lokale Gemeinschaften

SO1 Auswirkungen von Geschäftstätigkeiten auf das Gemeinwesen

Die EVN versorgt rund 3,7 Millionen Kunden mit Strom, Gas und Wärme und leistet dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität. Die Leistungen bilden die Basis für den gewohnt hohen Lebensstandard der modernen Gesellschaft und Wirtschaft. Die EVN versucht Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt und die Menschen möglichst gering zu halten. Insbesondere Gesundheits- und Sicherheitsaspekte stehen dabei im Fokus.

Für weitere Details zum sozial-gesellschaftlichen Engagement wird auf EC8 und EU19 verwiesen.

SO9 Geschäftstätigkeiten mit signifikantem potenziellen oder aktuellem negativen Einfluss auf lokale Gemeinschaften

Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten die zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter. Alle Infrastrukturprojekte – vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasseund Abfallverwertungsanlagen – haben Einfluss auf die Ökologie und die regionale Bevölkerung.

SO10 Präventions- und Minderungsmaßnahmen für Geschäftstätigkeiten mit signifikantem potenziellen oder aktuellem negativen Einfluss auf lokale Gemeinschaften

Sämtliche Infrastrukturprojekte vom (Klein-)Wasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Biomasse- und Abfallverwertungsanlagen werden unter aktiver und frühzeitiger Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner und Informationsgeber für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung. Daneben setzen wir auf die Zusammenarbeit mit führenden Umwelt- und Tierschutzexperten sowie auf State-of-the-Art-Technologie. Die behördlichen Auflagen stellen für uns lediglich eine Mindestanforderung dar. Darüber hinausgehende Informations-, Schutz- und Präventionsmaßnahmen sind unser prioritäres Ziel.

Siehe hierzu unter anderem die gesetzten Maßnahmen ab Seite 166 und auf Seite 169.

Aspekt: Korruption

SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken

Korruption wird als Risikofaktor im unternehmensinternen Risikomanagement der EVN geführt, und im Rahmen der Richtlinien des EVN Verhaltenskodex erfolgt hiezu eine einschlägige Unterrichtung. Explizit wird darauf hingewiesen, dass der EVN Verhaltenskodex vollständig bei den in Russland tätigen Gesellschaften angewandt wird. Es wird auch im Rahmen aller durchgeführten internen Revisionsprojekte auf das Vorliegen korruptionsrelevanter Sachverhalte geachtet.

SO3 Angestellte, die in der Antikorruptionspolitik und den -verfahrensweisen der Organisation geschult wurden Alle neu eintretenden Mitarbeitenden werden hinsichtlich des EVN Verhaltenskodex geschult und zur Antikorruptionspolitik belehrt. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden das Hinweisgeberverfahren (Whistle Blowing) und das entsprechende E-Learning-Programm der EVN fertiggestellt. Details dazu finden sich auch unter HR3.

SO4 In Reaktion auf Korruptionsvorfälle ergriffene Maßnahmen

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden keine Fälle von Korruption verzeichnet. Übertretungen und Verstöße stellen eine Verletzung von Dienstpflichten dar; eine allfällige strafrechtliche Relevanz würde von den dazu berufenen Einrichtungen zu beurteilen sein. Sollte sich ein Verdacht bestätigen, so würde dieser je nach Schwere und Schadensumfang zu arbeits- und sonstigen zivilrechtlichen Konsequenzen führen. Deshalb sind Mitarbeitende, die bei ihrer Arbeit unbeabsichtigt in Interessen- oder Loyalitätskonflikte geraten, angehalten, sich direkt und rechtzeitig an den EVN Compliance Officer zu wenden.

Aspekt: Öffentliche Ordnung

SO5 Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying

Die EVN bezieht im Rahmen ihrer Mitgliedschaften bei Wirtschafts- und Fachverbänden und deren Gremien bzw. Arbeitsgruppen zu Fragen des Klimaschutzes und der Energieeffizienz Stellung. Eine der bedeutendsten Organisationen, bei denen die EVN Mitglied ist, ist die Interessenvertretung der E-Wirtschaft in Österreich "Oesterreichs Energie".

SO6 Gesamtwert der Zuwendungen (Geldzuwendungen und Zuwendungen von Sachwerten) an Parteien, Politiker Es lagen keine relevanten Fälle vor.

Aspekt: Wettbewerbswidriges Verhalten

SO7 Anzahl der erhobenen Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung Im Geschäftsjahr 2010/11 stellte sich die EVN Bulgaria insgesamt fünf Verfahren, die von der Bulgarischen Wettbewerbskommission und in einigen Fällen auch vor dem obersten Verwaltungsgericht behandelt wurden. In einem Verfahren hinsichtlich unfairen Wettbewerbs konnte die zuständige Behörde keine Übertretung der Marktregeln feststellen. In Bezug auf den Vorwurf der Ausnützung einer beherrschenden Marktstellung endeten zwei Verfahren mit Strafzahlungen in Höhe von rund 35.000 Euro bzw. 131.000 Euro. Zwei weitere Verfahren sind noch nicht entschieden. In Österreich und Mazedonien waren keine Klagen im Sinne des Indikators SO7 zu verzeichnen.

Aspekt: Compliance

SO8 Wesentliche Bußgelder und Anzahl nicht monetärer Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde in Bulgarien eine Strafe durch den bulgarischen Regulator für das Fehlen einer organisatorischen Einheit für Kundenbetreuung mit einer Zahlung in Höhe von rund 10.300 Euro verhängt. Eine entsprechende Anpassung der Organisationsstruktur wurde bereits umgesetzt. Zwei weitere Verfahren sind noch offen. In Mazedonien wurde in der Berichtsperiode eine Zahlung in Höhe von 500.000 Euro für die Einhebung von Bearbeitungsgebühren für Stromrechnungen auferlegt. Die EVN hat die Einhebung von Bearbeitungsgebühren bereits im Jahr 2008 eingestellt, womit sich die Strafe auf Fälle vor diesem Zeitraum bezieht.

Sector Supplements – Gesellschaft

EU19 Einbeziehung der Stakeholder bei Entscheidungsprozessen im Bereich Energie und Infrastrukturentwicklung Die EVN ist sich der gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit im In- und Ausland bewusst und berücksichtigt diese entsprechend den Richtlinien internationaler Vereinbarungen, nationaler Gesetzgebung und darüber hinaus. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen bei neuen Großprojekten. Daneben setzt die EVN auf die frühzeitige, umfassende und offene Einbindung von Stakeholdern in Entscheidungsprozesse. Vom Kleinwasserkraftwerk über Leitungsprojekte, Windparks bis hin zu Abfallverwertungsanlagen – sie alle werden unter aktiver Einbindung von Anrainern, Bürgerinitiativen, NGOs, politischen Vertretungen, Vereinen und lokalen Initiativen geplant und realisiert. Die EVN sieht diese Stakeholder als wertvolle Planungspartner. Eine frühzeitige Einbindung schafft die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz, liefert wertvolle Informationen für eine möglichst ressourcenschonende Realisierung und ist die entscheidende Vorraussetzung für die Planungssicherheit ("Licence to operate").

EU20 Themenbereich Umsiedlungen

EU22 Umsiedlungen im Berichtsjahr

Die EVN lehnt jegliche Zwangsumsiedlung sowie physische und ökonomische Vertreibung ab und hält sich ansonsten an die internationalen Richtlinien bzw. an die nationale Gesetzgebung zu diesem Thema. Bei neuen Projekten wird grundsätzlich eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung durchgeführt, die diese Aspekte bewertet. In der Berichtsperiode waren keine Umsiedlungen zu verzeichnen.

EU21 Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme

Die EVN verfügt in weiten Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit, insbesondere in Risikobereichen, die die Bevölkerung betreffen können, über umfassende Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne sowie die dazugehörigen Schulungsprogramme. Es werden in Niederösterreich interne und externe Übungen und Schulungen zum Krisenmanagement durchgeführt. In allen Standorten der EVN werden Krisensituationen geübt. Die Mitarbeitenden im Störungsdienst werden laufend geschult und es gibt jährliche Trainings aller Diensthabenden sowie jährliche Sicherheitsunterweisungen für alle Mitarbeitenden. In Bulgarien und Mazedonien wird ebenfalls an der Ausarbeitung und Implementierung eines Krisenmanagement-Systems gearbeitet.

Produktverantwortung

Die Grundsätze der Produktverantwortung sind im EVN Unternehmensleitbild verankert und haben somit allerhöchsten Stellenwert: "Sowohl im Energie- als auch im Umweltgeschäft sind wir vorwiegend für Endkunden tätig. Um ihren Erwartungen bestmöglich zu entsprechen, legen wir höchste Qualitätsmaßstäbe an – bei unseren Produkten ebenso wie im Service. Nachhaltige Leistung in der Strom-, Gas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung oder der thermischen Abfallverwertung setzt exzel len tes Know-how, hohe Effizienz, modernste Infrastruktur und stetige Innovationsbereitschaft voraus. Im Sinn der hohen Verantwortung für unsere Ver- und Entsorgungsaufgaben gelten für die Tätigkeit und Führung unserer Gruppe anspruchsvolle Grundsätze. Die Einhaltung grundlegender ethischer Prinzipien sowie aller rechtlichen Anforderungen ist für uns dabei selbstverständlich."

(Quelle: EVN Unternehmensleitbild)

Die Sicherung der Qualität und die strenge Einhaltung des Datenschutzes aller Kunden werden genau beachtet und permanent kontrolliert. Transparente und aussagekräftige Markt-, Produkt- und Dienstleistungskommunikation sowie die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber benachteiligten Gruppen und aktiver Klimaschutz nehmen bei der EVN einen sehr hohen Stellenwert ein.

Um den Ansprüchen der Kunden bestmöglich zu entsprechen, steckt sich die EVN hohe Ziele. Mit der erfolgreichen Zertifizierung des Call Centers nach Europäischer Norm EN 15838 im Dezember 2010 wurde bewiesen, dass die EVN diesen hohen Qualitätsansprüchen auch gerecht wird. Die erstmals Ende 2009 veröffentlichte Europäische Call Center Norm ermöglicht einen EU-weiten Vergleich von Call Center und legt Anforderungen an die Qualität der Dienstleistung fest. Dabei steht die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt. Geprüft werden die Bereiche Personal, Organisation, Prozess, Technik und Dienstleistung. Diese Zertifizierung ist ein weiteres Merkmal für die hohe Servicequalität der kostenlosen Servicehotline der EVN. Die EVN weist ebenfalls eine Zertifizierung ihrer Strom- und Gasnetze aus. Durch die Zertifizierung wird die Einhaltung von sicherheitstechnischen Standards gewährleistet, die von den Verbänden "Oesterreichs Energie" und ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) in Richtlinien festgelegt werden. Wiederkehrende Auditierungen durch ein externes, unabhängiges Auditorenteam gewährleisten ein hohes Qualitätsniveau unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung der Netze und Anlagen

  • Organisationsstrukturen, Verfahren und Prozesse

  • Verantwortlichkeiten, Fach- und Entscheidungskompetenzen

  • Schulungen, Sach- und Personalmittel

Zusammensetzung des Strompreises in Niederösterreich1)

Energiekosten 42,9 % (EUR 293,0)

Netzkosten 30,6 % (EUR 209,0)

Steuern und Abgaben 26,6 % (EUR 181,0)

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh; inkl. "FreiTag", des Energiebonus der EVN KG, mit dem Privatkunden bis zu einen Monat pro Jahr kostenlos Energie beziehen können.

Zusammensetzung des Gaspreises in Niederösterreich1)

Energiekosten 51,7 % (EUR 713,0) Netzkosten 23,0 % (EUR 317,0) Steuern und Abgaben 25,2 % (EUR 348,0)

1) Annahme: Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh; inkl. "FreiTag", des Energiebonus der EVN KG, mit dem Privatkunden bis zu einen Monat pro Jahr kostenlos Energie beziehen können.

Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern der EVN KG

  • Wasserkraft1) 50,42 % (52,34 %)
  • Erdgas 23,83 % (19,82 %)
  • Kohle 15,39 % (16,85 %)
  • Feste oder flüssige Biomasse 4,49 % (4,46 %)
  • Wind- und Sonnenenergie 3,75 % (3,61 %)
  • Rest (Stromerzeugung aus thermischer Abfall verwertung der EVN Abfallverwertung, Erdöl und dessen Produkte, Biogas, Deponiegas, Klärgas und geothermische Energie) 2,12 % (2,92 %)
  • 1) Die enthaltene Energie aus Wasserkraft wurde zu 6,57 % in Kleinwasserkraftwerksanlagen erzeugt.

Stromzusammensetzung nach Primärenergieträgern der evn naturkraft Energieerzeugungsgesellschaft m.b.H.

  • kraftwerksanlagen) 73,90 % (74,99 %)
  • Windenergie 18,88 % (18,88 %)
  • Feste oder flüssige Biomasse 3,03 % (3,07 %)
  • Sonnenenergie 3,31 % (2,17 %)
  • Biogas 0,82 % (0,82 %) Deponie- und Klärgas 0,06 % (0,07 %)

Aspekt: Kundengesundheit und -sicherheit

PR1 Gesundheits- und Sicherheitsauswirkungen entlang des Produktzyklus Die verantwortungsvolle Vorgehensweise der EVN im Rahmen des gesamten Produktzyklus – d. h. das EVN Qualitätsmanagement bei der (Weiter-)Entwicklung des Produktkonzepts, Innovations-, Entwicklungs- und Forschungsaktivitäten, Zertifizierung, Herstellung, Produktion, Vertrieb, Marketing, Verkaufsförderung, Verwendung, Wartung, Entsorgung, Wiederverwendung und Recycling – gilt in vielen Bereichen als beispielhaft, insbesondere bei den ausländischen Aktivitäten der EVN und ihrer Tochtergesellschaften. Dies gilt vor allem für die nachhaltige Planung, Produktion und den Vertrieb von Elektrizität sowie die Qualitätssicherung der Netze und der Stromversorgung in jenen Gebieten, in denen die EVN tätig ist. Alle Produkt- und Dienstleistungskategorien werden vollständig und laufend nach den Prinzipien einer ganzheitlichen Produktverantwortung mittels einer umfassenden Qualitätssicherung in Hinblick auf Zufriedenheit, Gesundheit und Sicherheit der Kunden überprüft.

PR2 Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2010/11 lagen keine Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften vor.

Aspekt: Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen

PR3 Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen

Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung auf den Rechnungen wird durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft. Die Umweltauswirkungen beim gesamten Primärenergiemix der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG 2009/10 belaufen sich auf 247,4 g/kWh CO2 -Emissionen und 0 g/kWh radioaktiver Abfall.

Von Juli bis September 2011 haben die beiden Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Global 2000 den Strommix österreichischer Energieversorgungsunternehmen einem Atomstrom-Check unterzogen. Die EVN gehört zu jenen Stromanbietern, die glaubhaft nachweisen konnten, keinen Atomstrom im Angebot zu haben.

Weitere Details zum Atomstrom-Check 2011 unter www.greenpeace.org/austria/de unter Themen > Atom.

PR4 Verstöße gegen Informationspflichten

Im Geschäftsjahr 2010/11 lagen keine Verstöße gegen Informationspflichten vor.

PR5 Kundenzufriedenheit

Im Rahmen einer kontinuierlichen Überprüfung beobachtet die EVN seit mehreren Jahren die Entwicklung der Zufriedenheit ihrer Haushalts- und Gewerbekunden. Im Jahr 2010 wurden rund 7.200 Haushaltskunden in Niederösterreich befragt. Anhand der gewonnenen Daten wird die Entwicklung der Zufriedenheit mit der EVN insgesamt sowie den relevanten Geschäftsfällen verfolgt und Verbesserungspotenziale aufgedeckt. Die Gesamtzufriedenheit der EVN Haushaltskunden liegt mit einem Mittelwert von 1,74 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = sehr zufrieden bis 5 = überhaupt nicht zufrieden) weiterhin auf sehr gutem Niveau. Im Jahr 2009 lag der Wert bei 1,78. Es konnte somit eine leichte Verbesserung erzielt werden. Eine große Stärke der EVN bleibt die Versorgungssicherheit. Weitere Stärken sind der telefonische Kundenkontakt und das EVN Journal, mit dem eine regelmäßige Kundenkommunikation sichergestellt wird.

Besucherzahlen in den Infozentren der EVN

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde weiters eine EVN Imagestudie bei 500 repräsentativ ausgewählten Niederösterreichern durchgeführt. Hervorzuheben ist, dass der Bekanntheitsgrad der EVN in Niederösterreich bei 99 % liegt. Der Stellenwert der EVN als attraktiver Arbeitgeber ist ebenfalls im Vergleich zur Imagestudie im Jahr 2007 um mehr als das Doppelte gestiegen.

Kundenzufriedenheit in Bulgarien und Mazedonien: Das Customer Relations Center in Bulgarien wurde im Jahr 2007 eröffnet. Die laufende Optimierung der Prozesse und das eingesetzte Customer Relationship Management ermöglichen eine lückenlose Erfassung und Beantwortung der Anfragen innerhalb weniger Arbeitstage. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden in Summe rund 43.000 telefonische Kundenanfragen und rund 1.200 Anfragen per E-Mail bearbeitet. Im Rahmen des EVN Beschwerdemanagements wurde rund 9.600 Kundenbeschwerden nachgegangen. Die sorgfältige Bearbeitung jedes einzelnen Falls zeigte auf, dass rund die Hälfte der eingegangenen Beschwerden entkräftet werden konnte. Rund 75 % der Kundenbeschwerden konnten innerhalb von fünf Tagen gelöst werden. Eine weitere Serviceoffensive in Bulgarien ist das "Mystery Shopping"-Programm, bei dem "Testkunden" die Qualität des Kundenkontakts bewerten. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde eine Zufriedenheitsanalyse mit rund 13.000 Kunden durchgeführt, bei der erstmals auch Großkunden miteinbezogen wurden.

Zur Verbesserung und Intensivierung der Kommunikation mit den Kunden wurde im August 2008 das Customer Relations Center in Mazedonien eröffnet, das 24 Stunden pro Tag, 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr den Kunden zur Verfügung steht. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden rund 70.000 telefonische Kundenanfragen bearbeitet. Weiters wurde in der Berichtsperiode in Mazedonien ein Ausfall-Management-System implementiert, das sich bereits in Bulgarien bewährt hat. Es verbessert die Koordination und Behebung der gemeldeten Störfälle, liefert den Kunden Auskunft darüber, analysiert die Störungsursachen und ermöglicht eine effiziente Planung der Verbesserungsmaßnahmen im Netzbereich.

Aspekt: Marketing-Kommunikation

PR6 Gesetzeskonformität im Bereich der Werbung

Die EVN orientiert sich bei ihrer Werbung an den Zielen der Nachhaltigkeit und stellt Themen des Klimaschutzes, des Energiesparens und des Gemeinwohls in den Vordergrund ihrer Werbebotschaften. Die EVN lehnt Werbung ab, die nicht den allgemein anerkannten ethischen oder kulturellen Standards entspricht, die in die Privatsphäre eingreift oder versucht, besonders empfängliche Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, zu beeinflussen.

PR7 Verstöße im Bereich der Werbung

Es lagen keine Verstöße im Bereich der Werbung vor.

Aspekt: Schutz personenbezogener Daten

PR8 Berechtigte Datenschutzbeschwerden

Keine relevanten Fälle in der Berichtsperiode.

Aspekt: Compliance

PR9 Bußgelder wegen Verstöße gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde der EVN Macedonia ein Bußgeld in der Höhe von rund 1.300 Euro für das Nichteinhalten von Qualitätsstandards und Dienstleistungen auferlegt. Grund dafür war eine Störung des Niederspannungsnetzwerks, wodurch die Stromversorgung der betroffenen Kunden für zwei Tage unterbrochen war.

Corporate Social Responsibility

Sector Supplements – Produktverantwortung

  • EU23 Programme, um den Zugang zu Elektrizität und Kundenservices zu verbessern
  • EU24 Kundenservice und Beratung Maßnahmen, um sprachliche, kulturelle, körperliche und andere Barrieren abzubauen
  • Siehe Managementansatz zum Indikator Produktverantwortung sowie PR1 und PR5.
  • Siehe Informationen zum EVN Kundenbeirat auf Seite 130.

EU25 Verletzungen und Todesfälle von Personen (Kunden, Anrainer, allgemeine Öffentlichkeit)

Im Berichtsjahr musste die EVN einen Todesfall und insgesamt acht Verletzungen von Anrainern und Mitarbeitenden von Subunternehmen verzeichnen: In Österreich wurden vier Mitarbeitende von Sub-Auftragnehmern verletzt. Eine Person erlitt bei Arbeiten an einem Schaltschrank einen Knöchelbruch, eine weitere Person zog sich bei einem Sturz in einem Steigleitungs-Kabelschacht Riss-Schnittwunden zu und zwei Personen erlitten bei der Demontage eines Dampfventils schwere Verbrühungen.

In Bulgarien kam es im Sinne von EU25 zu insgesamt fünf Unfällen, einer davon endete tödlich. Betroffen waren drei Mitarbeitende von Sub-Auftragnehmern und zwei Anrainer. Eine Mitarbeiterin einer Reinigungsfirma geriet in einer Trafostation unter Spannung und kam dabei ums Leben. Bei Kabelverlegungsarbeiten stürzte ein Mitarbeiter eines beauftragten Unternehmens von einer Leiter, ein weiterer erlitt beim Angriff von zwei Personen Stichverletzungen. Ein Anrainer kam beim Aufkippen einer Mulde in die Stromleitung, wurde dabei jedoch selbst nicht verletzt. Bei einer defekten Straßenbeleuchtung stand ein Teil davon unter Spannung, dabei zog sich ein Kind bei Berührung Verbrennungen zu.

EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung

In allen Ländern mit Stromversorgung durch die EVN kann von einer Vollversorgung ausgegangen werden.

EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen

Sollten Kunden nicht in der Lage sein, ihre Rechnungen zeitgerecht zu bezahlen, bietet die EVN individuelle Unterstützung und die Möglichkeit, Ratenzahlungen zu vereinbaren, an. Insbesondere in Bulgarien und Mazedonien sieht sich die EVN mit einer schwankenden Zahlungsmoral und -fähigkeit konfrontiert, wiewohl im Berichtsjahr eine erhebliche Verbesserung im Zahlungsverhalten im Bereich Strom zu verzeichnen war. Die Einbringungsrate in Bulgarien konnte auf 99 % und in Mazedonien auf 92 % erhöht werden. Im Bereich Wärme hingegen lag die Einbringungsrate in Bulgarien lediglich bei 70 %. Trotz einer stets sozial bedachten Vorgehensweise sieht sich die EVN bei längerfristigen Zahlungsrückständen jedoch gezwungen, Energielieferungen zu unterbrechen.

EU28 Häufigkeit von Stromausfällen

Aus regulatorischen Gründen erfolgt keine detaillierte Aufschlüsselung.

EU29 Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls

Aus regulatorischen Gründen erfolgt keine detaillierte Aufschlüsselung.

EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke

Abgesehen von planmäßigen Revisionen zur Erhaltung der technischen Sicherheit standen im Geschäftsjahr 2010/11 alle Anlagen der EVN lückenlos zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Verfügbarkeit der österreichischen Stromversorgung finden sich auf der Homepage der E-Control (www.e-control.at/de/presse/aktuelle-meldungen/ausfallstatistik-2010)

Zusätzliche spezifische Kennzahlen aus Tochtergesellschaften

WTE

Die WTE hat im Jahr 2010 mit einer mittleren Reinigungsleistung von 86,0 %1) insgesamt rund 198,5 Mio. m3 Abwasser gereinigt, was ca. 2,2 Mio. Einwohnerwerten entspricht. Der dabei entstehende Klärschlamm wird zum Teil in der Landwirtschaft und zur Kompostproduktion verwendet; der größte Teil wird deponiert.

EVN Wasser

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2010/11 497.400 Personen über 2.267 km Transport- und Verteilleitungen mit 25,3 Mio. m3 Trinkwasser versorgt. Weiters hat die EVN Wasser im Geschäftsfeld Abwasserreinigung rund 1,6 Mio. m3 Abwasser mit einer mittleren Reinigungsleistung von 95,2 %1) geklärt.

1) Gemittelter Wert über die Parameter chemischer Sauerstoffbedarf, biologischer Sauerstoffbedarf, Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor

CSR-Maßnahmenprogramm

Das CSR-Maßnahmenprogramm orientiert sich an den Handlungsfeldern der EVN Wesentlichkeitsmatrix. Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde mit einer weiteren Optimierung des bestehenden CSR-Maßnahmenprogramms begonnen. In einem iterativen, mehrstufigen Prozess werden neue Maßnahmen unter Beteiligung aller Unternehmensbereiche erarbeitet und bestehende ergänzt.

  • Die EVN Wesentlichkeitsmatrix findet sich auf Seite 5 des Berichts.
  • Das Maßnahmenprogramm ist ebenfalls unter www.verantwortung.evn.at abgebildet.
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2011
Handlungsfeld: Klimaschutz
Ausbau der erneuerbaren
Energien
Bau einer 50-MW-Windkraftanlage
in Kavarna, Bulgarien
Frühjahr
2012
Windpark in Fertigstellung;
Errichtung eines Radar
und Sicherheitssystems zum
Schutz von Vögeln
Umbau des Wasserkraftwerks Schütt Apr. 2011 Maßnahme abgeschlossen
Bau des Wasserkraftwerks Schaldorf Frühjahr
2012
Derzeit in Bau
Forcierung alternativer
Antriebe und Kraftstoffe
Beobachtung und Untersuchung
der Marktentwicklungen im Bereich
Elektromobilität; Mitarbeit an
Umsetzungsprojekten
laufend Zukauf von zwei E-Autos
und zwei E-Scootern
CO2
-Reduktion durch
Aufforstungsmaßnahmen
Aufforstung und Pflege von 30 ha
Waldfläche (Zedern) in der Nähe von
Stara Zagora
Apr. 2013 Aufforstung bereits durchge
führt; Pflege bis April 2013
EMAS-Ziel Reduktion des CO2
-Footprints
der Fahrzeugflotte der
EVN Wärme
Ersatz von 10 % der dieselbetriebenen
Dienstfahrzeuge durch erdgasbe
triebene Kraftfahrzeuge
2012 Neue Maßnahme
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
Steigerung der Wirkungsgrade
Optimierung des Startvorgangs im
Kraftwerk Korneuburg sowie Emissions
reduktion und Gaseinsparungen im
Kraftwerk Dürnrohr durch Optimierung
der Fernwärmeabgabe
laufend Laufende Maßnahme
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Kraftwerk
Theiß durch Verbesserung
bzw. Adaptierung der
Lüftungs- und Kälteanlagen
Einbindung der vorhandenen zentralen
Klimaanlage in den Kühlkreislauf
des Betriebsgebäudes und dadurch
Ersatz von elf mit R22 betriebenen
Kleinklimageräten
Sep. 2011 Maßnahme abgeschlossen
Sensibilisierung der Kunden
für einen bewussten Umgang
mit natürlichen Ressourcen
Kampagne unter dem Motto
"Werden Sie die Natur retten,
indem Sie Informationen über
Ihre Rechnung per E-Mail,
E-Rechnung oder SMS erhalten?"
laufend Neue Maßnahme
Sensibilisierung der Kunden
für einen bewussten Umgang
mit Energie in Mazedonien
Workshops, Kooperationen, Aufklärung
durch Energiesparkampagnen
laufend Aufklärung der Kunden in
Schulprojekten, Workshops mit
Roma zum bewussten Umgang
mit Energie, Kooperation
mit UNDP im Bereich Energie
effizienz in Gemeinden,
Energieeffizienzkampagne
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2011
Handlungsfeld: Ressourcenschonung
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Bereich
der Warte des Kraftwerks Theiß
Austausch der Großbildschirme, der
Rechner und der dazugehörigen Moni
tore sowie des Wartepults in der Warte
des Kraftwerks Theiß durch energie
sparende und effiziente Bildschirme
und Rechner (erwartete Einsparung von
50.000 kWh Energie pro Jahr)
2011 Maßnahme größtenteils
abgeschlossen
EMAS-Ziel Energieeinsparung im Bereich
der Flugwarnbefeuerung
Umrüstung der Flugwarnbefeuerung
am Kamin des Kraftwerks Dürnrohr auf
energiesparende und langlebige
LED-Technik und dadurch Einsparung
von rund 20.000 kWh Beleuchtungs
energie pro Jahr sowie Reduzierung
des Wartungsaufwands
2010 Maßnahme abgeschlossen
EMAS-Ziel Ressourceneinsparung im
Bereich der Biomasseanlagen
der EVN Wärme GmbH
Verwertung von 20 % der anfallenden
Biomasseasche pro Jahr als wertvoller
Ersatzstoff und somit Einsparung
von Ressourcen, treibhausrelevanten
Emissionen und Deponierungskosten
laufend Verwertung der Biomasse
aschen wie im Kontrakt
mit Entsorgern vereinbart;
Bemühungen um Direkt
verwertungswege durch EVN
Wärme im Laufen
Erhöhung der Effizienz der
Fernwärmeproduktion und
-versorgung in Plovdiv, Bulgarien
Bau einer Cogeneration-Anlage Dez. 2011 Maßnahme größtenteils
abgeschlossen
Sanierung der bestehenden
Fernwärmeanlage
Juni 2011 Maßnahme abgeschlossen
EMAS-Ziel Energetische Verwertung
von Klärschlamm
Umbau der Versuchsanlage auf
Klärschlammmitverbrennung
2012–2014 Neue Maßnahme
EMAS-Ziel Wirkungsgradverbesserung
der EVN Dampfturbine
Zusätzliches
Leckdampfevakuierungssystem
2012 Neue Maßnahme
EMAS-Ziel Energieeinsparung im
Bereich der REA um 50 %
Optimierung des Druckluftsystems 2012 Neue Maßnahme

Handlungsfeld: Versorgungssicherheit und faire Preise

Steigerung des konzernweiten
Eigendeckungsgrads auf 40 %
bis 60 % der Stromabsatzmenge
Realisierung von Kraftwerksprojekten
im In- und Ausland. Dabei soll die
Erweiterung der Erzeugungskapazitäten
vorwiegend im Bereich der erneuer
baren Energien erfolgen.
laufend Bestandteil der Strategie 2020
Laufende Preisgleitung –
Vermeidung von über längere
Zeiträume kumulierten
Preissprüngen gegenüber
Kunden
Koppelung der Energielieferpreise
OPTIMA Strom/Gas für Privatkunden
an einen Österreich-Strompreis index
(ÖSPI)
laufend Laufende Maßnahme
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2011
Handlungsfeld: Verantwortungsvoller Arbeitgeber
Verbesserung der Zufriedenheit
und der Unternehmen s
identifikation der Mitarbeitenden
Einführung von Feedback- und
Orientierungsgesprächen
laufend Einführung abgeschlossen;
Gespräche werden jährlich
durchgeführt; Einführung
in Südosteuropa vorbereitet –
Durchführung der Gespräche
in Mazedonien im Geschäfts
jahr 2011/12 geplant
Projekt Internal Branding laufend Maßnahme größtenteils
abgeschlossen; Ausrollung
in Südosteuropa für das
Geschäftsjahr 2011/12 geplant.
Förderung von Frauen in
technischen Berufen
Teenies' Day Frühjahr
2012
Die Veranstaltung soll
insbesondere bei Mädchen
die Hemmschwelle vor für sie
atypischen Berufen nehmen
und sie ermutigen, technische
Berufe zu ergreifen.
Förderung des Gesundheits
bewusstseins der Mitarbeitenden
Erste-Hilfe-Kurse und
Vorsorgeuntersuchungen
laufend Laufende Maßnahme
Erstellung eines Gesundheitspro
gramms im Geschäftsjahr 2011/12
Sep. 2012 Neue Maßnahme
EMAS-Ziel Verbesserung der Arbeits
sicherheit und des Standes der
Technik bei Arbeiten mit Kränen
Spezifische Anweisung für jeden
Kran; zentrales Freigabesystem und
technische Maßnahmen
2012 Neue Maßnahme

Handlungsfeld: Menschenrechte und Korruptionsvermeidung

Verhaltenskodex für den
gesamten EVN Konzern
Implementierungs- und Vermittlungs
konzept sowie Schulungen
Mär. 2010 Maßnahme abgeschlossen
Bewusstseinsbildung der
Mitarbeitenden und aktiver
Beitrag zur Einhaltung der
Menschenrechte und
Vermeidung von Korruption
Schulungen durch E-Learning
Module zu Menschenrechten und
Antikorruption sowie Erstellung
von Präventions maßnahmen.
End gültige Implementierung der
E-Learning-Module abhängig von
der Genehmigung durch die ÖDSK
Sep. 2010 Verzögerungen aufgrund noch
ausständiger Genehmigung
durch die ÖDSK

Handlungsfeld: Stakeholderdialog

Kontinuierlicher Dialog mit
allen Stakeholdern
Konkretisierung sowie Umsetzung des
ausgearbeiteten Stakeholderkonzepts
Sep. 2011 Maßnahme größtenteils
abgeschlossen; Stakeholder
befragung zum Handlungs
feld "Verantwortungsvoller
Arbeitgeber" im Juni 2011
Einführung eines EVN Kundenbeirats Apr. 2011 Maßnahme abgeschlossen
Aktive Kommunikation und
Kooperation mit anderen
Unternehmen, Organisation
von und Teilnahme an
CSR-Veranstaltungen
Austausch im Rahmen von
externen CSR-Veranstaltungen,
Mitarbeit im Steering Committee
des UN Global Compact
laufend Teilnahme u. a.: Unterstützung
des CSR-Tages 2011,
UNGC COP Working Group
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2011
Handlungsfeld: Stakeholderdialog
Bewusstseinsbildung im
Unternehmen sowie laufende
Optimierung der CSR-Organisa
tion und -Kommunikation
Schulungen, Workshops und
Erfahrungs austausch, interne
Kommunikation
laufend Durchführung eines
CSR-Workshops bei
EVN Kroatien und Erarbeitung
der Wesentlichkeitsmatrix
Erneuerbare Energie
als gemeinsames Projekt
mit den Gemeinden
> Ausbau der Windenergie in Nieder
österreich unter Berücksichtigung aller
relevanter Faktoren (Akzeptanz der
Bevölkerung, naturrechtliche Grund
lagen, Schall und Schatten)
> Planung in enger Abstimmung mit den
Gemeindevertretern, der Bevölkerung
und allen relevanten Stakeholdern
> Nutzung der Windenergie für
Investi tionen in die Bereiche Energie
effizienz (Energie-Checks, Energie
beratung) und erneuerbare Energie
(v. a. Sonne, Wasser, Biomasse)
laufend Laufende Infoveranstaltungen,
runde Tische und Eröffnungs
feiern in den Gemeinden
Akzeptanz für und Identifikation
mit erneuerbaren Energie
projekten in den Gemeinden
> Konsequentes Einbeziehen aller
relevanten Stakeholder (z. B. Politik,
Bevölkerung, Vereine, Bürger
initiativen, NGOs) in allen Phasen
der Planung
> Angebote an Informationsveranstal
tungen, runden Tischen, Informations -
materialien
> Unterstützung der regionalen Politik
bei Entscheidungsprozessen gemein
sam mit der Bevölkerung (z. B. Vor
bereitung von Volksbefragungen)
laufend Laufende Gespräche, Informa
tionsveranstaltungen, runde
Tische und Eröffnungsfeiern in
den Gemeinden
Errichtung von Informationstafeln bei
allen bestehenden und zu errichtenden
Windparks in Niederösterreich
Mai 2012 Grundkonzept bereits erstellt;
erste Prototypen in Planung
Tragfähige Partnerschaften
mit allen relevanten NGOs
und Bürgerinitiativen
Kontinuierlicher Kontakt und Abstim
mungen mit allen relevanten NGOs
und Bürgerinitiativen vor allem in Bezug
auf planungsrelevante Umwelt- und
AnrainerInnen-Bedenken
laufend Laufende Maßnahme

Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement

Fokussierung der Sozial
sponsoringaktivitäten auf Projekte
zur Kinder- und Jugendförde
rung in Niederösterreich
Dotierung des EVN Sozialfonds mit
jährlich 100.000 Euro
laufend Laufende Maßnahme
Bewusstseinsbildung für Energie
sparen in Niederösterreich
Tour eines Energiesparteams quer
durch Niederösterreich mit Informatio
nen zu Energiesparen in Haushalten
Okt. 2011 Maßnahme abgeschlossen
Verstärkte Kooperation mit
NGOs/NPOs
Erstellung der Studie
"energy [r]evolution 2050 –
Der Weg zu einer sauberen Energie
Zukunft in Österreich" gemeinsam
mit Greenpeace und vida
Apr. 2011 Maßnahme abgeschlossen
Teilnahme am Marktplatz
"Gute Geschäfte"
Nov. 2011 Maßnahme abgeschlossen
Erhöhung der Sicherheit
beim Umgang mit Strom in
Niederösterreich
Bewusstseinsbildung bei Kindern
und Jugendlichen
laufend Laufende Maßnahme
Ziel Maßnahmen Meilenstein
Termin
Status per
30. September 2011
Handlungsfeld: Gesellschaftliches Engagement
bzw. rund 4.000 Schüler/innen;
Erhöhung der Sicherheit beim
Projekt "Energieeffizienz in Schulen"
Durchführung eines
Umgang mit Strom in Bulgarien
(2. und 3. Schuljahr)
Schulwettbewerbs
laufend
Erhöhung der Sicherheit
beim Umgang mit Strom in
Nationale Schulwettbewerbe sowie
Aufklärung von 70 Schulen
Mazedonien
Unterrichtsstunden
bzw. rund 5.000 Kindern
laufend
Alle drei Monate in den nächsten drei
Jahren werden in Bulgarien Tenniswo
chenenden für Kinder zwischen fünf und
zehn Jahren durchgeführt, wobei die
EVN nicht nur den Auszeichnungsfonds
Tenniswochenende für Kinder
für die Dauer des Tenniswochenendes,
"Master your Energy! Turn it into
sondern auch die Trainingsschulung
health, knowledge and skills."
von 120 Kindern sicherstellt
Laufende Maßnahme
2010–2013
Erhöhung des Interesses an
technischen Berufen, höhere
Kooperationen mit Schulen und
Qualität der Ausbildung
Universitäten in Bulgarien
Neue Maßnahme
laufend
Spendenaktion gemeinsam mit
dem bulgarischen Mütterverband –
Fokussierung der
Sammlung von Kleidung und
Sozialsponsoring aktivitäten
Gebrauchsgegenständen bei
auf Projekte zur Kinder- und
EVN Mitarbeitenden und Verteilung
Jugendförderung in Bulgarien
an Kinder- und Sozialheime
Neue Maßnahme
Nov. 2011
Energiesparen im alltäglichen
Leben der Kinder in
Niederösterreich
Energiesparaktion in den Schulen;
Klassenplaner zum Thema Energie
aus der Natur, Neuentwicklung
des Volksschul-Lehrbehelfs,
Kindergartenprojekt: 2. Erweiterung
zum Thema Energiesparen
laufend Laufende Maßnahme
Aufklärung von 180 Schulklassen

Handlungsfeld: Nachhaltige Unternehmenswertsteigerung

Weiterentwicklung von
Dokumentation und Kontrolle
der Prozesse der Finanzbericht
erstattung
Stufenweise Weiterentwicklung
des im Jahr 2009/10 implementierten
Risiko orientierten Internen
Kontroll systems (RIKS)
laufend RIKS implementiert;
laufende Weiterentwicklung
Einführung eines
Nachhaltigkeits controllings
Integration des Nachhaltigkeitsrisikos
in das Risikomanagement, Verbesse
rung der Darstellung des Kosten
Erfolg-Verhältnisses und CSR-Nutzens
Sep. 2010 Maßnahme teilweise
abgeschlossen
Erweiterung der Wirtschaftlich
keits rechenmodelle um
Nachhaltigkeitsaspekte
Anfrage bei Fachabteilung und
Gründung einer Arbeitsgruppe
Sep. 2011 Maßnahme noch nicht
begonnen
Handlungsfeld: Integration SEE
Integration und Modernisierung Interne Veranstaltungen und
bereichs- und länderübergreifender
Know-how-Transfer
laufend Laufende Maßnahme,
bspw. EVN SUN Akademie
Etablierung von CSR-Standards
in der EVN
Einrichtung einer Aufbau- und Ablauf
organisation in Südosteuropa analog
der in Österreich, Kommunikation
mit den CSR-Verantwortlichen
in Bulgarien und Mazedonien
Sep. 2012 Festlegen der Struktur
in Abstimmung mit
dem Management;
Integration mittels CSR-Coach
Meilenstein Status per
Ziel Maßnahmen Termin 30. September 2011

Handlungsfeld: Interner Ressourcenverbrauch

Effizienter Umgang mit
CO2
-Emissionen
Erarbeitung eines konzernweiten
Mobilitätskonzepts
2013 Neue Maßnahme
Optimierung des Ressourcen
einsatzes am Arbeitsplatz
Erhebung des Ist-Zustands vom
EVN weiten Energie- und Betriebs
mittelverbrauch zur Evaluierung
weiterer Maßnahmen
laufend Laufende Maßnahme
Emissionseinsparungen
bei EVN Publikationen und
Veranstaltungen
Klimaneutrale Hauptversammlung und
klimaneutrales Drucken von Geschäfts-,
Nachhaltigkeits- und Quartalsberichten
laufend Hauptversammlung 2011
klimaneutral abgehalten;
Berichte klimaneutral gedruckt

Handlungsfeld: Umweltschutz

Reduktion der NOx-Emissionen
im Kraftwerk Dürnrohr ab 2010
im Jahresdurchschnitt um 25 %
gegenüber dem gesetzlich
vorgeschriebenen Wert
Freiwillige Vereinbarung NOx:
Trotz Alter der Anlagen, zusätzlicher
Anforderungen etc. wird dieses
Ziel nachhaltig beibehalten durch:
> Katalysatorwaschen zur Erhöhung
des Abscheidegrads
> Einkauf von Kohlesorten mit
niedrigem Stickstoffgehalt
> Primärmaßnahmen wie z. B. die
Optimierung der Feuerung
laufend,
ab 2010
Laufende Maßnahme;
Katalysator- und Anlagen
optimierung
Vogelschutz in Mazedonien Sicherung von Storchennestern
und Errichtung von Nestplattformen
in Mazedonien
laufend Seit 2009 Installation von
811 Schutzisolationen
und 749 Nestplattformen
für Störche (davon 100 im
Geschäftsjahr 2010/11)
Vogelschutz in Österreich Verkabelung von Freileitungen und
Freileitungskennzeichnung zum Schutz
von Großtrappen in Niederösterreich
im Rahmen des LIFE+ Projekts
2015 Neue Maßnahme
Vogelschutz in Bulgarien Isolierung von gefährlichen Masten und
Leitungen durch Unterstützung des
bulgarischen Vogelschutzvereins
(BDZP, birdlife), Projekt: "Bewahren des
Kaiseradlers und des Jagdfalken"
2013 Installation von 359 Nestplatt
formen und 801 Schutzisolatio
nen im Geschäftsjahr 2010/11
Erfassung aller umwelt
bezogenen Kosten im Konzern
mittels verursachergerechter
Zuordnung zu Kostenstellen
Auswertung betrieblicher
Umweltkosten nach International
Federation of Accountants (IFAC)
Dez. 2010 Maßnahme abgeschlossen
Betrieblicher Umweltschutz in
Bulgarien und Mazedonien
Aufbau von Dokumentationssystemen
im Umweltcontrolling
Juni 2010 Aufgrund vorgezogener
Themen zu Legal Compliance
Meilenstein verschoben
EMAS-Ziel Kontinuierliche Verbesserung
der Anlagenkennzahlen
in den Fernheizwerken der
EVN Wärme GmbH
Laufende Erhöhung der Datenqualität,
Erfassung und Kontrolle der Daten,
Einführung von Bewertungsmodel
len zur Optimierung im Rahmen des
technischen Controllings und damit
Erreichung einer Verbesserung der
Anlagenkennzahlen, wie zum Beispiel
Anlagenwirkung
mehrjähriges
Ziel
Das erste Geschäftsjahr der
Datenerhebungen wurde
abgeschlossen und die Aus
wertungen durchgeführt. Erste
Maßnahmen werden abgeleitet
(z. B. Erhöhung Biomasseanteil,
Optimierung von Steuerungen,
Netzeinregulierungen)

Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung

Dr. Theodor Zeh (Vorsitzender)

Dipl.-Päd. Erika Adensamer, Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag

Karl Bader, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Rohrbach an der Gölsen, Hauptschuldirektor

Josef Edlinger, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag, Landwirt

Univ.-Prof. i. R. Dipl.-Ing. DDr. Albert Hackl, Zivilingenieur, Lehrbeauftragter am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien

Mag. Kurt Hackl, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag, Selbstständig

Hofrat Hermann Helm, Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Niederösterreich

Ing. Josef Hintermayer, Geschäftsführender Gemeinderat der Marktgemeinde Großweikersdorf, Winzer

Norbert Hummel, ARGE Kompost und Biogas, Landwirt

Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000

Vorstandsdirektor Baurat h.c. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa, Mitglied des Vorstands der Austrian Power Grid AG

Mag. Gunda Kirchner, Österreichische Energieagentur, Forschungsbereichsleiterin Energiewirtschaft

o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Helmut Kroiss, Vorstand des Instituts für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien

Ing. Hermann Kühtreiber, Bürgermeister der Marktgemeinde Zwentendorf

Mag. Walter Marschitz, Bundesgeschäftsführer Hilfswerk Österreich

Dipl.-Ing. Georg Mayer, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte für NÖ

a.o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ernst Pucher, Institut f. Fahrzeugantriebe u. Automobiltechnik d. Technischen Universität Wien

Gerhard Razborcan, Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag

Ing. Franz Rennhofer, Abgeordneter zum NÖ Landtag, Bürgermeister der Gemeinde Lichtenegg, Techniker

Mag. Dr. Klaus Schuster, MSc, MBA, Konzernarzt der EVN AG, Regionalmanager der NÖ Landeskliniken-Holding für die Region Mostviertel

Mag. Matthias Stadler, Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Angestellter

Christa Vladyka, Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag

Hofrat Dr. Heinz Zimper, Bezirkshauptmann für den Bezirk Baden

Arbeitnehmervertreter Gerhard Felberbauer, Friedrich Bußlehner, Mag. Dr. Monika Fraißl, Helmut Peter, Ing. Walter Rehwald

Bestätigung des Wirtschaftsprüfers

Wir wurden von der EVN AG beauftragt, jene Finanzkennzahlen, die im Nachhaltigkeitsbericht der EVN AG für das Geschäftsjahr 2010/11 enthalten sind, zu verifizieren. Für die Aufstellung des Nachhaltigkeitsberichts ist die Unternehmensleitung der EVN AG verantwortlich.

Auf der Grundlage des uns erteilten Auftrages erteilen wir folgende Bestätigung:

Die im Nachhaltigkeitsbericht enthaltenen Finanzkennzahlen sind Auszüge aus den von uns geprüften Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten der EVN AG zum 30. September 2011 bzw. 30. September 2010, die nach International Financial Reporting Standards aufgestellt wurden, und denen wir jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt haben. Jene im Nachhaltigkeitsbericht angegebenen Finanzkennzahlen, die sich im Konzernabschluss und Konzernlagebericht wiederfinden, sind zutreffend wiedergegeben.

Wir weisen jedoch darauf hin, dass für das Verständnis der Finanzkennzahlen auch die Konzernabschlüsse und Konzernlageberichte samt den Erläuterungen für die Geschäftsjahre 2010/11 und 2009/10 herangezogen werden sollten.

Wien, am 22. November 2011

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Walter Reiffenstuhl ppa MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Bestätigungsvermerk

Umfang und Kriterien der Bescheinigung

Dieser Bestätigungsvermerk wurde für die EVN AG erstellt. Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) wurde von der EVN AG beauftragt, den Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2010/11 (im Folgenden als "der Bericht" bezeichnet) zu verifizieren. Der Bericht bezieht sich auf alle Aktivitäten des Unternehmens in den Bereichen Energieerzeugung und -verteilung, Wärmeproduktion und -bereitstellung, Wasserver- und -entsorgung sowie Abfallverbrennung. Geographisch umfasst der Bericht die Hauptaktivitäten der Tochtergesellschaften in Österreich, Bulgarien und Mazedonien sowie von Österreich aus gesteuerte Tätigkeiten in weiteren europäischen Ländern.

Verantwortung des Managements

Das Management der EVN AG war für die Erstellung des Berichts und das interne Kontrollsystem in Bezug auf die veröffentlichten Daten und Informationen verantwortlich. Die Verantwortung von LRQA war die Durchführung einer Überprüfung des Berichtes entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit der EVN AG. Für die Erstellung und Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts ist die EVN AG verantwortlich.

Überprüfungsmethode

Die Überprüfung wurde auf Basis der Global Reporting Initiative Sustainable Reporting Guidelines 2011 (GRI G3.1) und dem GRI "Electric Utility Sector Supplement" (EUSS) durchgeführt. Unsere Bewertung basierte auf einer Stichprobenüberprüfung und umfasste die folgenden Aktivitäten:

  • Bewertung der CSR Wesentlichkeitsmatrix

  • Bewertung des internen Daten- und Informationsmanagementsystems

  • Interviews mit den verantwortlichen Mitarbeitern in der Zentrale der EVN AG in Österreich

  • Bewertung der Prozesse zur Festlegung von Kennzahlen und deren internes Monitoring

  • Bewertung der Verwendung der Leistungsdaten im Rahmen der internen Entscheidungsfindungsprozesse

  • Bewertung der Selbstdeklaration zur Übereinstimmung mit dem A+ Level der GRI G3.1-Richtlinie.

Level of Assurance und Wesentlichkeitsschwelle

Der in diesem Bestätigungsvermerk verfassten Bewertung wurde ein "moderate level of assurance" sowie eine auf fachkundige Bewertung basierende Wesentlichkeitsschwelle zu Grunde gelegt.

Zusammenfassendes Prüfungsergebnis

Basierend auf unserer Prüfmethode sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass der Nachhaltigkeitsbericht der EVN AG die Anforderungen nach GRI G3.1 A+ erfüllt. Im Rahmen unserer Bewertung haben wir nichts vorgefunden, das diese Meinung widerlegt. Darüber sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass

  • die EVN AG keine wesentliche Aspekte hinsichtlich ihrer umweltbezogenen und sozialen Leistungen im Bericht ausgeschlossen hat und

  • der Prozess der Daten- und Informationserstellung korrekte Daten liefert.

LRQA's Empfehlungen für Verbesserungen

Die EVN AG sollte:

  • Das Monitoring der CSR-bezogenen Aktivitäten verbessern.

  • Die Messbarkeit der im CSR-Programm festgelegten Ziele verbessern.

  • November 2011

Im Auftrag von Lloyd's Register Quality Assurance Lloyd's Register EMEA Wien, Österreich Referenznummer: VNA 0004673/0028

Dipl.-Ing. Harald Ketzer Dipl.-Ing. Johann Kitzweger Lead Verifier Lead Verifier

Dieses Dokument unterliegt nachstehenden Bestimmungen: Dieser Bestätigungsvermerk ist nur in Verbindung mit dem referenzierten Bericht gültig. Lloyd's Register Quality Assurance Ltd., seine Schwester- und Tochtergesellschaften sowie ihre jeweiligen Handlungsbevollmächtigten, Mitarbeiter oder Unterauftragnehmer werden, individuell und kollektiv, in diesem Passus als "Lloyd's Register Group" bezeichnet. Die Lloyd's Register Group übernimmt keine Verantwortung und kann nicht haftbar gemacht werden für irgendeine Art von Verlusten, Schäden oder Kosten, die durch Vertrauen auf die Informationen oder Hinweise in diesem Dokument entstanden sind, wenn diese Person nicht einen Vertrag mit der zutreffenden Lloyd's Register Group-Einheit für die Bereitstellung dieser Informationen und Hinweise abgeschlossen hat. In diesem Fall ergibt sich eine Verantwortlichkeit oder Haftung ausschließlich aus den Bedingungen dieses Vertrags. Wegen möglicher Unzulänglichkeiten jedes internen Kontrollsystems ist es möglich, dass Betrug, Fehler oder Zuwiderhandlung gegen Gesetze und Regelungen auftreten und nicht ermittelt werden konnten. Das Ziel der Verifizierung war nicht die Ermittlung aller Schwächen oder Fehler in den internen Kontrollen, soweit sich diese auf die oben angegebenen Anforderungen beziehen, da die Verifizierung nicht regelmäßig innerhalb des Betrachtungszeitraums durchgeführt wurde, sondern die Verifizierung auf Basis einer einmaligen Überprüfung erfolgte. Jede Vorausschau auf zukünftige Zeiträume unterliegt dem Risiko, dass die Kontrollprozesse auf Grund von sich ändernden Bedingungen mangelhaft werden können oder dass der Grad der Übereinstimmung mit den Prüfkriterien sich verschlechtern kann. Die deutsche und englische Version dieses Statements sind die einzigen gültigen Versionen. Die Lloyd's Register Group übernimmt keine Verantwortung für Versionen, die in andere Sprachen übersetzt wurden.

Zum Bericht

Bereits seit dem Jahr 1990 veröffentlichte die EVN Umweltberichte, die ab dem Jahr 2002 zu einem Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt wurden. Seitdem publiziert die EVN jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. Mit dem Ganzheitsbericht 2009/10 hat sich die EVN entschlossen, das Format des Geschäfts- und des Nachhaltigkeitsberichts neu auszurichten und die inhaltliche Integration zu forcieren. Ziel ist es, die Informationsbedürfnisse der unterschiedlichen Stakeholder und Lesergruppen noch differenzierter als zuletzt zu erfüllen. Alle Zahlen, Daten und Fakten zum ökonomischen Erfolg sind nun gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsbericht gebündelt. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung inklusive CSR-Maßnahmenprogramm wurde damit auf eine Ebene mit der Finanzberichterstattung und des Corporate-Governance-Berichts gehoben, womit der hohe strategische Stellenwert dieser Fragestellungen zum Ausdruck kommt.

Die in der EVN Wesentlichkeitsmatrix dargestellten zentralen Handlungsfelder der EVN bilden jene Themen und Bereiche ab, die auch die größten Auswirkungen, Chancen, aber auch Risiken für die EVN bergen. Unter Einbeziehung interner und externer Stakeholder erfolgt eine laufende Aktualisierung, womit die Berücksichtigung von Trends und für die Anspruchsgrupppen relevanten Themen sichergestellt wird. Entlang dieser Wesentlichkeit erfolgt auch die Themenauswahl des Berichts.

Der vorliegende Bericht gilt auch als Fortschrittsbericht für den UN Global Compact. Redaktionsschluss war am 24. November 2011.

  • Ausführliche Informationen zu den Stakeholdergruppen der EVN finden sich ab Seite 128.
  • Für weiterführende Details zur EVN Wesentlichkeitsmatrix siehe Seite 5 des Berichts sowie auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > CSR-Strategie > CSR-Wesentlichkeitsmatrix. Hierin finden Sie auch eine Erläuterung der einzelnen Handlungsfelder in ihrer Bedeutung für die EVN.

Nachhaltigkeitsbericht-Erstattung nach GRI 3.1

Der Bericht orientiert sich an den Anforderungen des Application Level A+ der Global Reporting Initiative (GRI), Version 3.1, und wendet auch die GRI-Zusatzindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) an. Der GRI Content Index gibt einen Überblick, an welcher Stelle die Inhalte zu den GRI-Indikatoren zu finden sind. Die Erhebung und Berechnung der Daten erfolgt durch den Bereich Umweltschutz und -controlling sowie durch den Bereich Rechnungswesen. Grundlage für die Daten bildet das GRI-Indikatorprotokoll, das so weit wie möglich vollinhaltlich angewendet wurde. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) überprüft und offiziell bestätigt. Die EVN erweitert die Berichterstattung ständig und bemüht sich, alle Indikatoren vollständig zu berichten, wobei die für die EVN nicht relevanten Indikatoren lediglich im GRI Content Index (siehe hintere Flappe) gekennzeichnet sind.

  • Informationen zur Global Reporting Initiative unter: www.globalreporting.org
  • Auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > Service finden Sie den GRI Content Index.
  • Die Bescheinigung ("Reasonable Assurance") des Umweltgutachters findet sich auf Seite 172.

Umfang des Nachhaltigkeitsberichts

Der Berichtszeitraum deckt sich mit dem Geschäftsjahr der EVN und erstreckt sich vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011. Es werden die Gesellschaften des Konsolidierungskreises des EVN Konzerns erfasst, der sich per Stichtag 30. September 2011 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft aus 63 vollkonsolidierten sowie fünf quotenkonsolidierten Gesellschaften konstituiert; zusätzlich sind 16 Beteiligungsunternehmen at Equity im Konzernabschluss einbezogen. Sollten sich Angaben nicht auf alle Unternehmen im Konsolidierungskreis beziehen oder sich im Vergleich zu früheren Jahren wesentliche Veränderungen der Berichtsgrenzen ergeben, wird darauf in den Fußnoten hingewiesen. Durch die Akquisitionen der letzten Jahre ist die EVN stark gewachsen. Damit einhergehend wird insbesondere die Erfassung von GRI-relevanten Kennzahlen ständig ausgebaut, wobei es das Ziel ist, alle Kennzahlen konzernweit zu erheben.

Für weiterführende Informationen zum Konsolidierungskreis des EVN Konzerns siehe Jahresabschluss 2010/11 Seite 68f.

Glossar

Abwärme

Wärme, die von einer technischen Anlage erzeugt wird; kann unter bestimmten Voraussetzungen in ein Fernwärmenetz eingespeist werden.

American Depositary Receipts (ADR)

In den USA handelbare Aktienzertifikate über nichtamerikanische Aktien; sie erleichtern nicht amerikanischen Unternehmen den Zugang zu USInvestoren.

Anreizregulierung

Regulierungsmodell, das einen Anreiz zur Verbesserung bestimmter Parameter beinhaltet – im Bereich der Netznutzungstarife etwa zur Steigerung der Produktivität der Netzbetreiber. Der Regulator de finiert dazu eine Obergrenze für Netzentgelte für eine gewisse Regulierungsperiode. Um Produktivitätssteigerungen zu erzielen, wird diese Obergrenze für die einzelnen Betreiber individuell um entsprechende Abschläge reduziert.

ARA/ARA-Raum

Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.

At-Equity-Konsolidierung

Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des Beteiligungsunternehmens wird in der KonzernGewinnundVerlust-Rechnung erfasst.

Ausschüttungsquote

Ausgeschüttete Dividende im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie.

Austrian Sustainability Reporting Award (ASRA)

Jährliche Auszeichnung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und Kooperationspartner für die besten Umwelt oder Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen.

Barrel

Weltweite Handelseinheit für Rohöl; für Rohöl und petrochemische Produkte gilt: 1 Barrel = 158,987 Liter.

Biogas

Gemisch, das zum größten Teil aus Methan und Kohlendioxid besteht und bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material (nachwachsende Rohstoffe, Gülle oder organische Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie) entsteht.

Biomasse

Gesamtheit der Masse an organischem Material (abgestorbene Lebewesen, organische Stoffwechselprodukte und Reststoffe); bestimmte Teilmengen davon können in KraftWärmeKopplungsanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden.

BOOT-Modell

(Build Own Operate Transfer) Im Rahmen von BOOTProjekten werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen.

Brent

Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Buchwert je Aktie

Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.

Capital Employed

Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Carbon Dioxid Capture and Storage (CCS)

Technologie der Kohlendioxid-Abscheidung und Speicherung, von der ein erheblicher Klimaschutzbeitrag erwartet wird.

Cash Flow

Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schulden tilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen. Der Cash Flow wird in den Cash Flow aus dem operativen Bereich, den Cash Flow aus dem Investitionsbereich und den Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich gegliedert.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitsprüfung (ImpairmentTest)).

CO2 (Kohlendioxid)

Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid. Entsteht überwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

CO2-Emissionshandel

Im Rahmen des EUweiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedsstaaten CO2 Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2 Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

CO2-Zertifikat

Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der KyotoZiele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplans" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Corporate-Governance-Kodex

"VerhaltensregelKodex" für Kapital gesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Deckungsgrad

Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch den Einsatz derartiger Instrumente können Finanzrisiken minimiert werden.

Directors-and-Officers (D&O)- Versicherung

Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dividendenrendite

Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes (EBIT)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs oder Operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA)

Differenz aus RenditeSpread (ROCE abzüglich Kapitalkosten satz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens.

E-Control (ECG)/ Energie-Control GmbH

Vom österreichischen Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Regulierungsbehörde. Sie hat die Aufgabe, die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom und Gasmarkts zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote

Verhältnis zwischen Eigen und Gesamtkapital.

Einwohnerwert (EW)

Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und Einwohnergleichwerten: EW = EZ + EGW.

Elektromobilität

Bezeichnet die Nutzung von elektronisch angetriebenen Fahrzeugen für den Personen und Güterverkehr.

EMAS

Europäische Verordnung für Umweltmanagementsysteme.

Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV)

Eine mit 1. November 2007 in Kraft getretene Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde über Grundsätze für die Informationsweitergabe im Unternehmen sowie betreffend organisatorischer Maßnahmen zur Vermeidung von Insiderinformationsmissbrauch für Emittenten.

Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Erneuerbare Energien

Nach menschlichen Zeiträumen gemessen kontinuierlich verfügbare Energien wie Bioenergien (aus Biomasse wie z. B. Biogas), Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie.

Ethibel

Unabhängiges Beratungsbüro für nachhaltiges und ethisches Investieren, das Banken und Börsengesellschaften dabei unterstützt, ihr Angebot an nachhaltigen Spar und Anlagemodellen zu entwickeln.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

Ex-Dividendentag

Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value

Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen voneinander unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

Fossile Prämerenergieträger/ Brennstoffe

In mehreren Millionen Jahren aus Biomasse entstandene Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Steinund Braunkohle.

FTSE4Good Index

Index, der nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit bietet, gezielt in Unternehmen zu investieren, die die weltweit anerkannten Standards für verantwortungsvolles Handeln im Sinne von Umwelt und Stakeholdern erfüllen.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow, bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing

Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die

Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Grundlast/Spitzenlast

Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.

Hedge-Geschäft

Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das Verluste aus negativen Marktwertveränderungen im Zins, Währ ungs oder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme

Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für

Heizzwecke. Horizontale Integration

bzw. Verflechtung

Im wirtschaftlichen Sinn meint horizontale Integration das Zusammenfassen von Betrieben gleicher Produktionsstufe unter einem einheitlichen Management. Beispiel Energiewirtschaft: Ein Unternehmen vertreibt bzw. offeriert verschiedene Versorgungsformen bzw. Dienstleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abwasser, thermische Abfallverwertung; siehe Vertikale Integration bzw. MultiServiceUtility).

Interest Cover

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/

Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC) Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS)

Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities

Identification Number (ISIN) Individuelle WertpapierKennnummer, die der EDVmäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

ISO 14001

Internationale Umweltmanagementnorm, die weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

Kilowatt Peak (kWp)

Maximale Leistung eines PhotovoltaikModuls bzw. einer Solarstromanlage.

Konsolidierungskreis

Zum Konsolidierungskreis zählen alle Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist ein beherrschender Einfluss der Muttergesellschaft. Dieser liegt dann vor, wenn die Muttergesellschaft direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanzund Geschäftspolitik des Tochterunternehmens zu bestimmen. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Erlangen des beherrschenden Einflusses durch die Muttergesellschaft und endet bei dessen Wegfall.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogeneration)

Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Management Approach

Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 ErdgasEnergieinhalt: 1 Nm³ 1 m³ Erdgas = 11,07 kWh

Nachhaltigkeitsindex

In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.

Nationaler Allokationsplan (NAP)

Ein von jedem EUMitgliedsstaat im Rahmen des Europäischen Treibhausgasemissionshandels zu erstellender Plan, der die Obergrenze des Ausstoßes von Treibhausgasen sowie Ausgabe und Verteilung der entsprechenden Emissionszertifikate regelt.

Net Debt Coverage

Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT)

Ergibt sich aus dem versteuerten Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung

Saldo aus zinstragenden Aktivund Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust

Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Ökostrom

Elektrische Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern hergestellt wird, derzeit hauptsächlich in Wasser und Windkraftwerken, in geringerem Umfang aus Biogas, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie, Deponiegas und Klärgas.

Operatives Ergebnis (EBIT)

Siehe Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization

Petajoule (PJ)

Physikalische Maßeinheit für große Energiemengen. 1 PJ = 1 Billiarde Joule (1015 Joul)

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Giftige Chlorverbindungen.

Primärenergie

Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Neben den fossilen Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein und Braunkohle zählen auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind dazu.

Pyrolyse

Thermische Spaltung chemischer Verbindungen, die aufgrund hoher Temperaturen einen Bindungsbruch innerhalb von großen Molekülen erzwingt.

Quotenkonsolidierung

Bei der Quotenkonsolidierung werden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.

Rating/Bonitätsrating/ Kreditrating

Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z. B. Standard & Poor's und Moody's.

Regelarbeitsvermögen (RAV)

Gibt an, wie viel Strom in einem bestimmten Zeitraum (meist einem Jahr) von einem Kraftwerk (Windoder Wasserkraftwerk) geliefert werden kann.

Regulator

Behörde zur Überwachung der nichtliberalisierten Monopolbereiche (z. B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe EControl GmbH (ECG)).

Return on Capital Employed (ROCE)

Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der VERBUND Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE)

Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Risikomanagement

Potenzielle Risiken (Geschäfts, Betriebs, Finanz und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.

Smart Metering

Ein intelligenter Zähler (auch Smart Meter genannt) ist ein elektronischer Stromzähler, der dem Energieversorgungsunternehmen über eingebaute Zusatzfunktionen oder nachträgliche Module ermöglicht, die erfassten Zählerstände über die Ferne auszulesen.

Spitzenlast

siehe Grundlast/Spitzenlast.

Spotmarkt/Spothandel

Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARARaum).

Stakeholder

Person oder Gruppierung, die ihre Interessen an einem Unternehmen wahrnimmt. Als Stakeholder gelten neben den Eigentümern die Mitarbeitenden, Kunden/innen, Lieferanten sowie der Staat, NGOs und lokale Interessengruppen.

Syndizierte Kreditlinie

Von einem Bankenkonsortium verbindlich zugesagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt

Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return

Maßzahl für die Wertentwicklung eines AktienEngagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

UN Global Compact

Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR)

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Selbstverpflichtung, bestimmten Verhaltensmustern zu folgen oder diese zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass sich niemand durch Umgehung dieser Muster einen Vorteil verschafft.

VÖNIX (VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex)

Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind.

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test)

Der Buchwert eines Vermögensgegenstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplanmäßige Wertminderung vorzunehmen. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, da diese seit dem Geschäftsjahr 2004/05 nicht mehr planmäßig abgeschrieben werden, sondern zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen sind. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen werden Cash Generating Units gebildet (siehe Cash Generating Unit (CGU)).

Wertorientierte bzw. Wertschaf-

fende Unternehmenssteuerung Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weniger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Steigerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Values, der neben den Interessen der Aktionäre sämtliche andere Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinne an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (EVA – Economic Value Added) und die Kapitalrendite (ROCE – Return on Capital Employed) herangezogen.

Wertschöpfungsstufen

Der Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad

Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

GRI G3.1 Content Index

Der GRI Content Index gibt an, an welcher Stelle in diesem Bericht die Informationen zu den einzelnen Indikatoren enthalten sind. Der Index ist ebenfalls im Internet unter www.evn.at/Verantwortung/ Service/GRI-Content-Index.aspx abgebildet.

Beschreibung Quelle Status
Deklaration und Profil
1 Strategie und Analyse
1.1 Stellenwert der Nachhaltigkeit im Unternehmen 5f, 38, 121, 125ff
1.2 Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen 39ff
2 Organisationsprofil
2.1 – 2.10 Organisationsprofil 5ff, 10, 11
3 Berichtsparameter
3.1 – 3.13 Berichtsparameter 173
Sector Supplements – Unternehmensprofil
EU1 Installierte Kapazität 122f
EU2 Energieerzeugung 123
EU3 Kundenanzahl 123f
EU4
EU5
Länge der Fern- und Verteilleitungen
-Emissionszertifikate
124, 163
124
Kontingent der CO2
4 Governance, Verpflichtungen, Engagement
4.1
4.2
Corporate Governance/Führungsstruktur
Erläuterung, ob der Vorstandsvorsitzende eine Position im operativen Management besitzt
125
125
4.3 Leitungsorgane in Organisationen ohne Aufsichtsrat da es einen Aufsichtsrat gibt n. r.
4.4 Mitsprachemöglichkeiten für Mitarbeitende und Anteilseigner 125
4.5 Zusammenhang zwischen Vergütung leitender Organe und Leistung der Organisation 125
4.6 Mechanismen zur Vermeidung von Interessenkonflikten 125
4.7
4.8
Expertise der Leitungsgremien im Bereich Nachhaltigkeit
Leitbilder, Verhaltenskodizes, Prinzipien der Nachhaltigkeit
125, 170
126
4.9 Verfahren zur Kontrolle der Nachhaltigkeitsleistung 126
4.10 Leistungsbeurteilung des Vorstands bzgl. Nachhaltigkeit 126f, 12ff
4.11 Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips 127
4.12 Unterstützung externer Initiativen 127
4.13
4.14 – 4.17
Mitgliedschaft in Verbänden und Interessengruppen
Stakeholdermanagement (Auswahl, Ansätze, zentrale Themen)
127f
128ff
Leistungsindikatoren
Ökonomische Leistungsindikatoren 131
EC1 Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert 131
EC2 Finanzielle Folgen des Klimawandels 131
EC3
EC4
Betriebliche soziale Zuwendungen
Zuwendungen der öffentlichen Hand
132
132
EC51) Verhältnis der Standardeintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn 132
EC6 Geschäftspolitik, -praktiken und Anteil lokaler Lieferanten 132
EC7 Beschäftigung lokaler Arbeitnehmer/innen 132
EC8 Infrastrukturinvestitionen und Dienstleistungen für das Gemeinwohl 133
EC91) Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen 133
Sector Supplements – Ökonomie
EU6
EU7
Kurz- und langfristige Sicherung der Versorgung
Programme zum Demand Side Management
133f
134
EU8 Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten 135
EU9 Rücklagen für den Rückbau von Kernkraftwerken da EVN keine Kernkraftwerke betreibt n. r.
EU10 Geplante Kapazität gegenüber zu erwartender Nachfrage 135
EU11 Durchschnittlicher Wirkungsgrad bei der Erzeugung 136
EU12 Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze 136
Ökologische Leistungsindikatoren 137
EN1
EN2
Materialeinsatz
Einsatz von Recyclingmaterial
137
137
EN3 Direkter Primärenergieverbrauch 137
EN4 Indirekter Primärenergieverbrauch 137
EN51) Energieeinsparungen aufgrund von umweltbewusstem Einsatz und Effizienzsteigerungen 138
EN61) Initiativen für höhere Energieeffizienz und erneuerbare Energien 138
EN71)
EN8
Initiativen zur Reduktion des indirekten Energieverbrauchs
Gesamtwasserentnahme aufgeteilt nach Quellen
138
139
EN91) Von der Wasserentnahme betroffene Wasserquellen 139
EN101) Rückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser 139
EN11 Flächennutzung in Schutzgebieten 139, 140
EN12 Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität 139f
EN131)
EN14
Geschützte oder wiederhergestellte natürliche Lebensräume
Strategien und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität
140
141
EN151) Bedrohte Arten in Gebieten der Geschäftstätigkeit 141
EN16 Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen 141
EN17 Andere relevante Treibhausgasemissionen 142
EN18 Initiativen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und Ergebnisse 142
EN19 Emissionen von Ozon abbauenden Stoffen n. r.
EN20 NOX, SOX und andere wesentliche Luftemissionen 143
EN21
EN22
Gesamte Abwassereinleitungen
Abfall nach Art und Entsorgungsmethode
143
143f
EN23 Wesentliche Schadstoffaustritte/Spills 144
EN241) Gewicht des als gefährlich eingestuften Abfalls 144
EN251) Durch Abwassereinleitungen und Oberflächenabfluss belastete Gewässer 144
EN26 Initiativen zur Verringerung von Umweltauswirkungen der Produkte und Dienstleistungen 144
Beschreibung Quelle Status
EN27 Zurückgenommenes Verpackungsmaterial aufgrund des Unternehmensgegenstands n. r.
EN28 Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Übertretungen im Umweltbereich 144
EN291) Wesentliche Umweltauswirkungen durch den Transport 145
EN301) Gesamte Umweltschutzausgaben und -investitionen 145
Sector Supplements – Ökologie
EU13 Biodiversität von Ersatzflächen 145
Soziale Leistungsindikatoren
Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung 146
LA1 Mitarbeitende nach Beschäftigungsverhältnis und Region 147f
LA2 Mitarbeiterfluktuation 148
LA31) Leistungen nur für Vollzeitbeschäftigte 148
LA15 Wiedereinstieg der Mitarbeitenden ins Berufsleben nach einer Karenz 148
LA4
LA5
Mitarbeitende mit Kollektivvereinbarungen
Mitteilungsfristen für wesentliche betriebliche Veränderungen
149
149f
LA61) Mitarbeitende in Arbeitsschutzausschüssen 150
LA7 Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage, Abwesenheit und Todesfälle 150
LA8 Gesundheitsvorsorge, Schulungen zu ernsthaften Krankheiten 150f
LA91) Arbeitsschutzvereinbarungen mit Gewerkschaften 151
LA10 Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeitenden 151
LA111) Programme zum Wissensmanagement und für lebenslanges Lernen 151
LA121) Leistungsbeurteilung und Entwicklungspläne von Mitarbeitenden 151f
LA13 Diversität der Mitarbeitenden und leitender Organe 152
LA14 Lohnunterschiede nach Geschlecht 152
Sector Supplements – Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung
EU14 Sicherstellung des Bedarfs an Facharbeitern 152f
EU15 Pensionierungen in den nächsten fünf und zehn Jahren 153
EU16 Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen 153
EU17 Arbeitstage von Auftragnehmern und Sublieferanten für Bautätigkeiten, Wartung und Instandhaltung 153
EU18 Auftragnehmer und Sublieferanten, die Gesundheits- und Sicherheitstrainings absolviert haben 153
Menschenrechte 154
HR1 Investitionsvereinbarungen mit Menschenrechtsklauseln 154
HR2 Lieferantenüberprüfung auf Einhaltung der Menschenrechte 154
HR3 Schulungen zu firmenrelevanten Menschenrechtsaspekten 154f
HR4 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen 155
HR5 Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen 155f
HR6
HR7
Geschäftstätigkeit mit Risiko der Kinderarbeit
Geschäftstätigkeit mit Risiko der Zwangsarbeit
156
156
HR81) Training für Sicherheitspersonal zum Thema Menschenrechte 156
HR91) Verletzung von Rechten der Ureinwohner 156
HR10 Anzahl der Überprüfungen auf Einhaltung der Menschenrechte und/oder Folgenabschätzungen 156
HR11 Anzahl der Beschwerden hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte 157
SO1 Gesellschaft
Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft
157
157
SO9 Geschäftstätigkeiten mit signifikantem negativen Einfluss auf die lokale Gemeinschaft 157
SO10 Präventions- und Minderungsmaßnahmen für Geschäftstätigkeiten mit signifikantem
potenziellen oder aktuellem negativen Einfluss auf die lokale Gemeinschaft 157
SO2 Untersuchung von Korruptionsrisiken 157
SO3 Mitarbeiterschulungen zur Vermeidung von Korruption 157
SO4 Antikorruptionsmaßnahmen 158
SO5 Politische Positionen, Teilnahme an der politischen Willensbildung, Lobbying 158
SO61) Zuwendungen an Politik 158
SO71) Klagen aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens 158
SO8 Geldbußen/Sanktionen aufgrund von Gesetzesverstößen 158
Sector Supplements – Gesellschaft
EU19 Partizipative Entscheidungsfindungsprozesse mit Stakeholdern 158
EU20 Unfreiwillige Umsiedlungen 158
EU21 Krisen-, Katastrophen- und Notfallpläne 159
EU22 Umsiedlungen 158
Produktverantwortung 159
PR1 Gesundheitsauswirkungen entlang des Produktlebenszyklus 160
PR21) Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften 160
PR3 Gesetzlich vorgeschriebene Informationen über Produkte und Dienstleistungen 160
PR41) Verstöße gegen Informationspflichten 160
PR51) Kundenzufriedenheit 160f
PR6
PR71)
Gesetzeskonformität im Bereich Werbung
Verstöße im Bereich Werbung
161
161
PR81) Berechtigte Datenschutzbeschwerden 161
PR9 Bußgelder wegen Verstößen gegen Produkt- und Dienstleistungsauflagen 161
Sector Supplements – Produktverantwortung
EU23
EU24
Programme, um den Zugang zu Elektrizität und Kundenservices zu verbessern
Sichere Nutzung von Energie und Kundenservice ohne Barrieren
162
162
EU25 Verletzungen und Todesfälle, die mit Anlagen des Unternehmens verbunden sind 162
EU26 Bevölkerung im Vertriebsgebiet ohne Stromversorgung 162
EU27 Stromabschaltungen aufgrund von Zahlungsrückständen 162
EU28 Häufigkeit von Stromausfällen 162
EU29 Durchschnittliche Dauer eines Stromausfalls 162
EU30 Durchschnittliche Verfügbarkeit der Kraftwerke 162

Der Nachhaltigkeitsteil des EVN Ganzheitsberichts orientiert sich an den Anforderungen des Application Level A+ der GRI-Richt linie, Version 3.1, und wendet die Branchenindikatoren für die Elektrizitätswirtschaft (Electric Utility Sector Supplements) an. Die Tabelle gibt einen Überblick, an welcher Stelle die Inhalte zu den GRI- Indikatoren zu finden sind. Die Einhaltung dieses Berichtsstandards und der damit verbundenen Kriterien wurde von Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) überprüft und offiziell bestätigt. vollständig berichtet teilweise berichtet nicht berichtet n. r. nicht relevant

1) Zusätzlicher 1) Infolge des Aktiensplits per 17.04.2008 im Verhältnis 1:4 wurde der Wert für das Geschäftsjahr 2006/07 angepasst. Leistungsindikator Auf der Webseite www.verantwortung.evn.at > Service finden Sie den GRI-Index wie hier abgebildet. Die EVN erweitert die Bericht erstattung ständig und bemüht sich, alle Indikatoren vollständig zu berichten.

Kontakt

Ansprechpartner Investor Relations

Mitglieder des Investor Relations Teams

Dr. Klára Székffy, Telefon +43 2236 200-12745 Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473 Mag. (FH) Sonja Ponsold, Telefon +43 2236 200-12695 E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Fragen zu Corporate Social Responsibility (CSR)

Mitglieder des CSR-Beratungsteams

CSR-Beauftragter, Netz-Engineering Gas: Dipl.-Ing. Peter Zaruba, Telefon +43 2236 200-12249, [email protected] CSR-Organisation, Personalwesen: Mag. Renate Lackner-Gass, MSc MBA, Telefon +43 2236 200-12799, [email protected]

Generalsekretariat und Corporate Affairs: MMag. Ute Teufelberger, Telefon +43 2236 200-12777, [email protected]

Information und Kommunikation: Mag. Jochen Kugler, Telefon +43 2236 200-12139, [email protected] Investor Relations: Dipl.-Ing. (FH) Doris Lohwasser, Telefon +43 2236 200-12473, [email protected] Personalwesen: Mag. Elvira Hammer, Telefon +43 2236 200-12727, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Stefan Vadura, MSc, Telefon +43 2236 200-12217, [email protected]

Mitglieder des CSR-Lenkungsausschusses

Information und Kommunikation: Mag. Stefan Zach, MAS, Telefon +43 2236 200-12294, [email protected] Umweltschutz und -controlling: Dipl.-Ing. Dr. Hans-Georg Rych, Telefon +43 2236 200-12526, [email protected] Personalwesen: Mag. Wolfgang Maier, Telefon +43 2236 200-12787, [email protected]

Service-Telefon

für Kunden: 0800 800 100, für Anleger: 0800 800 200

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

Informationen im Internet

EVN Online-Ganzheitsbericht 2010/11 www.investor.evn.at/gb/gb2011

Finanzkalender 2011/121)

83. ordentliche Hauptversammlung 19.01.2012 Ergebnis 1. Halbjahr 2011/12 31.05.2012
Ex-Dividendentag 24.01.2012 Ergebnis 1.–3. Quartal 2011/12 30.08.2012
Dividendenzahltag 27.01.2012 Jahresergebnis 2011/12 13.12.2012
Ergebnis 1. Quartal 2011/12 28.02.2012 1) vorläufig

Basisinformationen1)

Grundkapital 330.000.000,00 EUR
Stückelung 179.878.402 nennwertlose Stückaktien
ISIN-Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker-Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR-Programm; Depositary Sponsored Level I ADR program (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A3, stabil (Moody's); A–, negativ (Standard & Poor's)

1) Per 30.09.2011

Impressum Herausgeber: EVN AG EVN Platz, A-2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Wir haben diesen Ganzheitsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Ganzheitsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Ganzheitsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Redaktionsschluss: 24. November 2011.

Coverfoto: Daniel Gebhart de Koekkoek Konzept und Beratung: Mensalia

Das für dieses Druckprodukt verwendete Papier wird mit Rohstoffen aus einer nachhaltigen Wald bewirtschaftung erzeugt. Die Produktion erfolgt mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Die bei der Druckproduktion entstandenen CO2-Emissionen werden gemäß den Richtlinien von Print CO2 kompensiert.