Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

EVN AG Annual Report 2009

Feb 4, 2010

742_10-k_2010-02-04_527813c5-035b-43c7-ac6e-9a7b3787d44f.pdf

Annual Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht 39 Rechtliches Umfeld
41 Wirtschaftliches Umfeld
42 Energiewirtschaftliches Umfeld
44 Geschäftsentwicklung
53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
53 Umwelt und Nachhaltigkeit
54 Risikomanagement
57 Angaben gemäß § 243a Z 1
Unternehmensgesetzbuch (UGB)
58 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009/10
Konzernabschluss 2008/09 71
72 Konzern-Bilanz
73 Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
74 Konzern-Geldflussrechnung
75 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
76 Segmentberichterstattung
77 Konzernanhang
123 Beteiligungen der EVN
127 Bestätigungsvermerk
Einzelabschluss der EVN AG
2008/09 nach UGB 128
129 Lagebericht
142 Bilanz
144 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
146 Bestätigungsvermerk
148 Anhang

Erklärung des Vorstands 161

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Im Dezember 2008 verabschiedete das Europäische Parlament das von der EU-Kommission Anfang 2008 vorgelegte Klima- und Energiepaket. Damit wurden die bis zum Jahr 2020 festgelegten Dreieckziele – Reduktion des Endenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen (CO2 ) um 20% sowie Ausbau der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf 20% des Energieverbrauchs – rechtsverbindlich und sind von den Mitgliedsländern in nationales Recht umzusetzen. Das bisherige Ziel einer 20%igen Reduktion der treibhausrelevanten Emissionen wurde durch neue Vorschläge des EU-Parlaments auf mindestens 30% bis 2020 und 50% bis zum Jahr 2050 ausgedehnt. Weitere Maßnahmen und Ziele der europäischen Klimapolitik sind von der Klimakonferenz, die im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfinden wird, zu erwarten. Eine ausführliche Beschreibung der energiepolitischen Rahmenbedingungen findet sich im Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 23.

Um die vom EU-Parlament verabschiedeten Ziele zu erreichen, müssen die energieintensiven Industriezweige und die Energiewirtschaft ihren CO2 -Ausstoß bis 2020 um 21% senken. Sektoren, die nicht dem Emissionshandel (z. B. Verkehr) unterliegen, sind verpflichtet, ihre Emissionen um mindestens 16% zu verringern. Ein Hauptinstrument des Maßnahmenpakets ist der EU-weite Handel mit Emissionszertifikaten: Die neue CO2 -Emissionshandelsrichtlinie sieht vor, dass die bislang erfolgte teilweise Gratiszuteilung von Zertifikaten aufgegeben wird und die europäischen Energieversorger mit der Ausnahme der neuen Beitrittsländer in Zentral- und Osteuropa ab 2013 ihre Emissionsrechte in vollem Umfang ersteigern.

Aufgrund des Burden Sharing, welches das nationale Potenzial berücksichtigt, ist Österreich verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch von 25,8% in 2005 auf 34,0% zu erhöhen. Um das 20%ige CO2 -Einsparziel zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen von 93,3 Mio. Tonnen p. a. auf rund 76,7 Mio. Tonnen reduziert werden.

Für Bulgarien, zweitgrößter Strommarkt der EVN und EU-Mitglied seit 1. Jänner 2007, wurde das Ziel eines 16%igen Anteils aus erneuerbaren Energieträgern definiert. Das bis 2020 angestellte CO2 -Reduktionsziel von 8% gegenüber dem Basiswert von 75 Mio. Tonnen p. a. wurde im Jahr 2008 bereits erreicht.

Energiepolitisches Umfeld Österreich

Um bis 2015 den Ökostrom-Anteil in Österreich auf 15% zu erhöhen, setzt die am 23. September 2009 vom Nationalrat verabschiedete 2. Ökostromgesetz-Novelle schwerpunktmäßig auf Wind- und Wasserkraft. Die jährliche Förderung für neue Ökostromanlagen wird für die nächsten 13 Jahre 21,0 Mio. Euro betragen, wovon 12,5 Mio. Euro für die Optimierung und den Neubau der Kleinwasserkraftanlagen vorgesehen sind. Die Höhe der Einspeisetarife von Strom aus Windkraft wurde bis zu 20 Jahre garantiert. Diese Bestimmungen werden die Umsetzung von drei bereits genehmigten EVN Windparkprojekten in Niederösterreich beschleunigen. Außerhalb der Ökostromgesetz-Novelle werden die Stromerzeugung aus Photovoltaik und der Ausbau der Fernwärme, die auf Biomasse und -gas basiert, subventioniert.

Mitte 2009 wurde die Ausarbeitung der "Energiestrategie Österreich" mit den von der EU vorgegebenen Hauptrichtungen und den fünf gleichwertigen Zielvorgaben – Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit,

Klima- und Energiepaket der Europäischen Union

Beitrag der EU-Länder zum Klimaschutz

Beitrag Österreichs zum Klimaschutz

Beitrag Bulgariens zum Klimaschutz

Ökostromgesetz setzt auf Wind- und Wasserkraft

"Energiestrategie Österreich" in Ausarbeitung

Kosten- und Energieeffizienz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit – gestartet. Derzeit läuft die Evaluierung der 350 eingebrachten Maßnahmen in Arbeitsgruppen, in denen sich auch die EVN einbringt. Eine Strategiekonferenz und der Beschluss in der politischen Koordination sind für Jänner 2010 zu erwarten.

Finanzielle Belastung durch Zukauf von Emissionsrechten

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der österreichischen Elektrizitätswirtschaft auf Basis der historischen Emissionen Gratis-CO2 -Emissionszertifikate im Ausmaß von 7,70 Mio. Tonnen p. a. zugeteilt. Davon entfallen 1,58 Mio. Tonnen auf die EVN, womit ihr langjähriger Durchschnittswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den CO2 -Bedarf abdecken zu können. (Details zu zugekauften Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2008/09 siehe Anhang Erläuterung 52. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen, Seite 110).

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Modell der Anreizregulierung auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrundeliegenden Benchmarking-Verfahrens kann die EVN für beide Regulierungsperioden eine stabile Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse erwarten. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010–2013) werden Ende 2009 verabschiedet werden. Als wesentliche Änderungen werden die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC) und Investitions-

Stabilität im Netzbereich dank Anreizregulierung

Günstigere Rahmenbedingungen für Neuinvestitionen

Liberalisierter Strommarkt mit Hindernissen

Stabile Regulierung für fünf Jahre

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat EVN im Juni 2009 mit dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit im Süden Niederösterreichs und über die Landesgrenzen hinaus beitragen wird.

Rechtliches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

anreize erwartet.

Der Strommarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation existiert jedoch nicht: Die Energie für die Belieferung der Endkunden wird weiterhin vom zentralen öffentlichen Vorlieferanten zu regulierten Preisen mit Energie bezogen. Diese regulierten Energiepreise liegen deutlich unter den Preisen an den europäischen Strombörsen, sodass durch den Wechsel in den freien Markt vom Kunden noch keine Einsparungen erzielt werden können. Darüber hinaus nehmen die Erzeuger aufgrund vertraglicher Bindungen mit dem öffentlichen Versorger meist nicht oder nur eingeschränkt am liberalisierten Markt teil.

Bulgarien ist weiterhin Stromexporteur, die erzielbaren Preise im Großhandelsmarkt liegen jedoch deutlich unter jenen der Vorperiode. Per 1. Juli 2009 startete eine neue Preisperiode innerhalb des seit Juli 2008 laufenden, fünfjährigen Regulierungszeitraums. Der Regulator hat die Endkundenpreise um etwa 1% gesenkt, obwohl die Preise beim öffentlichen Vorlieferanten um 3,27% angehoben wurden, ebenso die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators. Alle drei Funktionen werden durch die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK wahrgenommen. Neu eingeführt wurde ein Zuschlag zur Abdeckung der Mehrkosten durch die stark zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen zu Präferenzpreisen, insbesondere bei Windkraft und Photovoltaik. Damit werden die Lasten auf alle bulgarischen Energieverbraucher gleichmäßig verteilt.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Mazedonien

Bis September 2008 hat EVN in Mazedonien den gesamten Strombedarf am regulierten Markt vom Übertragungsnetzbetreiber MEPSO bezogen. Mit Inkrafttreten der Novelle zum Energiegesetz am 5. Juli 2008 wurden die Marktorganisation und das Verhältnis der Marktteilnehmer grundlegend geändert. Jener Netzverlustanteil, der über der Anerkennungsgrenze liegt, muss als nicht regulierter Bezug zu Marktbedingungen am Großhandelsmarkt beschafft werden, wobei eine Weitergabe in den Endkundenpreisen im Regulativ ausdrücklich untersagt wird. In diesem Zusammenhang fordert die Energy Community, eine Organisation der EU- und südeuropäischer Länder zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts in Südosteuropa, vom Mitgliedsland Mazedonien unmissverständlich die Reformierung des Preisregelwerks zur Erlangung voller Kostendeckung und die EU die Einhaltung der Unabhängigkeit des Regulators von politischen Einflüssen.

Per 1. November 2008 wurde vom Regulator in Mazedonien eine Erhöhung der Endkundenpreise um 13,6% genehmigt, wovon lediglich 1,4% durch eine Anhebung des Netzentgelts für Mittel- und Niederspannungsnetze der EVN in Mazedonien zustehen. Der Rest der Preiserhöhung resultiert aus der Anhebung des regulierten Bezugspreises der EVN von ELEM um 37,4% sowie der Anhebung des Hochspannungsbzw. Übertragungsnetzentgelts von MEPSO um 110,0%. Im Jahr 2009 hat der Regulator keine Preisänderung genehmigt. Im Mittelpunkt der Effizienzsteigerung steht unverändert die Senkung der Netzverluste, allerdings sind die derzeit gewährten Endkundenpreise keineswegs kostendeckend.

Nach einem aktuell in der Regierung diskutierten Reformplan zur weiteren Marktentwicklung soll das Energiegesetz abermals novelliert, das Preisregelwerk mit den Vorgaben der Europäischen Union harmonisiert und mit der Öffnung der Mittelspannungskunden ab 2011 Strom ein weiterer Schritt in Richtung vollständige Marktöffnung eingeleitet werden. Für das kommende Jahr ist auch die Einführung von Marktregeln zur genauen Definition der gegenseitigen Rechte und Pflichten aller Marktteilnehmer geplant, die die bestehende Rechtsunsicherheit nach Änderung des Energiegesetzes in 2008 beseitigen soll. Die bereits von der Regierung beschlossene Einführung einer Sozialunterstützung gegen Stromarmut soll mit Juni 2010 in Kraft treten und stellt für EVN eine wichtige Verbesserung dar.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft verzeichnete im 4. Quartal einen massiven Einbruch, der sich im 1. Quartal 2009 noch verstärkte und erst zur Jahresmitte 2009 verlangsamte. Im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal verzeichnete das BIP im Euroraum im 4. Quartal 2008 einen Rückgang von 1,9%, im 1. Quartal 2009 von 2,4% und im 2. Quartal 2009 von 0,2%. Im Jahresvergleich ging das BIP im 1. Quartal 2009 um 4,9% und im 2. Quartal um 4,8% zurück.

Die wichtigsten Frühindikatoren deuten auf eine spürbare Erholung der Wirtschaftslage seit Mitte 2009 hin: Im 2. Quartal 2009 stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte um 0,1%, und die steile Talfahrt der Investitionen verliert an Dynamik. Für den Euroraum wird für 2009 nunmehr ein BIP-Rückgang von etwa 3,5% erwartet. Bei Annahme einer Stabilisierung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2009 wird für 2010 mit einer nur leicht negativen Wachstumsrate gerechnet.

Im Einklang mit der internationalen Entwicklung brach die Wirtschaftsleistung Österreichs im 1. Quartal 2009 um 2,7% im Vergleich zum Vorquartal ein. Im 2. Quartal zeigte sich jedoch eine leichte Stabilisie-

Unzufriedenstellende Preisentscheidungen in Mazedonien

Einbruch der Weltwirtschaft

Frühindikatoren deuten auf spürbare Erholung im Euroraum hin

Wachstumsmärkte von der Krise sehr betroffen rung, das BIP sank lediglich um 0,5%. 2009 wird das BIP in Österreich laut Prognosen um 3,4%–3,8% schrumpfen. 2010 könnte sogar ein leichtes Wachstum erzielt werden. Der Wirtschaftsraum Zentral- und Osteuropa bzw. Südosteuropa konnte sich der weltweiten Rezession ebenfalls nicht entziehen, weshalb für diese Regionen für 2009 ein BIP-Rückgang von 2,5% bzw. 5,0% prognostiziert wird. Für Bulgarien wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,0% bis 6,5% erwartet, für Mazedonien von etwa 2,5%.

Energiewirtschaftliches Umfeld

2008/09 2007/08 Veränderung in%
Temperaturbedingter Energiebedarf1) % 94 102 –7,8
Rohöl – Brent EUR/Barrel 42,91 70,41 –39,1
Gas – GIMP2) Cent/m³ 24,70 28,09 –12,1
Kohle – API#23) EUR/Tonne 65,23 98,84 –34,0
CO2
-Zertifikate (1. und 2. Periode)
EUR/Tonne 14,50 17,92 –19,1
Strom – Spotmarkt EEX4)
Grundlast EUR/MWh 46,20 63,20 –26,9
Spitzenlast EUR/MWh 61,57 86,58 –28,9
Strom – Forwardmarkt EEX4)5)
Grundlast EUR/MWh 66,57 56,01 18,9
Spitzenlast EUR/MWh 93,33 79,64 17,2

1) Berechnet nach Heizgradsummen in Österreich; die Basis (100%) entspricht dem Durchschnittswert 1997– 2006;

ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange

5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Milde Witterung in Österreich und Mazedonien, kälter in Bulgarien

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestimmt.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wirkte sich die milde Witterung in Österreich und Mazedonien leicht negativ aus, der temperaturbedingte Energiebedarf lag um 6,0% und 13,1% unter dem langjährigen Durchschnitt. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 2,8% über dem langjährigen Durchschnitt.

Bedingt durch den Konjunktureinbruch gaben im Geschäftsjahr 2008/09 die Primärenergie- und Strompreise sowie die Preise für CO2 -Emissionszertifikate stark nach. Der Preis für das in Europa als Referenz geltende Nordseeöl Brent ging auf US-Dollar-Basis um 45,3% und auf Euro-Basis um 39,1% zurück. Der Preisverlauf für Kohle hat mit einem Rückgang von rund 34,0% diese Entwicklung widergespiegelt. Der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis nahm im Geschäftsjahr 2008/09 – infolge der zeitlichen Verzögerung von rund sechs Monaten – im Durchschnitt lediglich um 12,1% ab, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres jedoch massiv um 30,0%. Der Preis für CO2-Emissionszertifikate fiel im Geschäftsjahr 2008/09 infolge der niedrigeren Stromnachfrage bzw. -produktion um 19,1%.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Entwicklung der Primärenergiepreise (indexiert) in%

Im Berichtsjahr bewegten sich die europäischen Strompreise uneinheitlich und auf niedrigem Niveau. Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen – bedingt durch den Preisverfall bei Primärenergie seit Mitte 2008 bzw. durch den Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem 4. Quartal 2008 – um 26,9% bzw. 28,9% unter dem Vorjahresniveau.

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit kauft EVN Primärenergie und Strom auf dem Terminmarkt. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2008/09 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2008 noch auf hohem Niveau und begründen im Wesentlichen die Erhöhung der Endkundenpreise der EVN für Strom und Gas per 1. November 2008. Der Gaspreis wurde – entsprechend der Entwicklung der Primärenergiepreise – im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2008/09 zweimal gesenkt.

Bedingt durch die Konjunkturschwäche ging seit dem 4. Quartal 2008 der Stromverbrauch in Österreich stark zurück: Laut der Regulierungsbehörde E-Control war im 4. Quartal ein Rückgang von 3,2% und im 1. bzw. 2. Quartal 2009 von 2,9% bzw. 7,9% zu verzeichnen. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage reduziert sich die Stromnachfrage der Industrie im 1. Halbjahr 2009 um etwa 10,0%. In Summe wird für das Jahr 2009 eine Reduktion des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs von etwa 8,0% erwartet.

Rückgang des Stromverbrauchs in Österreich

Einbruch der Strompreise

Langfristige Beschaffungspolitik

Für EVN sind die Absatzrückgänge aufgrund ihrer stabilen Kundenstruktur in Niederösterreich und in der südosteuropäischen Region jedoch deutlich niedriger ausgefallen. In Niederösterreich sank der Stromabsatz leicht, in Bulgarien und Mazedonien konnten im Berichtsjahr trotz der Wirtschaftkrise unverändert Umsatzanstiege verzeichnet werden.

Einflussfaktoren Auswirkung auf Geschäftsentwicklung
im Vergleich zu Vorjahr
Temperatur Leicht negativ
Primärenergiepreise Positiv
Strompreise – Terminmarkt Negativ
Strompreise – Spotmarkt Positiv
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Negativ
Absatz Wärme Positiv

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassen: Der Preisrückgang der Primärenergieträger (Rohöl, Erdgas und Steinkohle) wirkte sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Nachdem im Mittelpunkt der EVN Strategie die Versorgungssicherheit steht, stellen sich die Preise auf dem Terminmarkt als entscheidende Faktoren für die Ergebnisentwicklung der EVN dar. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2008/09 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2008 noch auf hohem Niveau (siehe Grafik, Seite 43), weshalb sich Marktpreiseffekte nur zeitlich verzögert auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Die Preise für CO2 -Emissionszertifikate waren aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS , wie sie in der EU anzuwenden sind) erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 80) wurde gegenüber dem Vorjahr um zwei vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie ein quotenkonsolidiertes Gemeinschaftsunternehmen und ein at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen erweitert. Insgesamt fließen somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 53 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 51) in den Konzernabschluss ein sowie fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: vier) und 14 at Equity einbezogene assoziierte (Vorjahr: 13) Unternehmen.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die EVN konnte im Geschäftsjahr 2008/09 eine Umsatzsteigerung von 13,8% bzw. 330,0 Mio. Euro auf 2.727,0 Mio. Euro erzielen. Der Umsatzanstieg im Segment Energie von 12,7% bzw. 277,0 Mio. Euro auf 2.459,3 Mio. Euro war im Wesentlichen auf Mengensteigerungen im Stromabsatz in Mazedonien im Zusammenhang mit der Reduktion von Netzverlusten und im Wärmeabsatz in Österreich und Bulgarien sowie auf – aufgrund der bereits in den Vorperioden stark gestiegenen Energiebeschaffungskosten notwendig gewordene – Preisanpassungen für Strom, Gas und Wärme sowohl im österreichischen als auch im südosteuropäischen Versorgungsgebiet zurückzuführen. Der Geschäftsverlauf im Segment Umwelt war geprägt von einem höheren Auftragseingangsvolumen, was zu einer Umsatzsteigerung von 27,9% bzw.

Umsatz nach Regionen in Mio. EUR

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

51,5 Mio. Euro auf 236,1 Mio. Euro führte. Der Anteil des Segments Energie am Gesamtumsatz betrug 90,2% (Vorjahr: 91,0%), jener des Segments Umwelt stieg von 7,7% auf 8,7% an. Der im Ausland erzielte Umsatz von 1.048,4 Mio. Euro (Vorjahr: 875,7 Mio. Euro) entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 38,4% (Vorjahr: 36,5%).

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Umsatzerlöse Energie 2.459,3 2.182,3 277,0 12,7 1.932,7
Umsatzerlöse Umwelt 236,1 184,6 51,5 27,9 275,1
Umsatzerlöse Sonstiges 31,6 30,1 1,5 5,0 25,3
Umsatzerlöse 2.727,0 2.397,0 330,0 13,8 2.233,1
Sonstige betriebliche Erträge 61,7 50,9 10,8 21,3 45,6
Bestandsveränderungen und
aktivierte Eigenleistungen 21,6 11,8 9,8 83,4 8,3
Fremdstrombezug und Energieträger –1.653,2 –1.375,8 –277,3 –20,2 –1.176,1
Material- und Betriebsaufwand –297,5 –281,7 –15,8 –5,6 –335,2
Personalaufwand –319,4 –304,4 –15,0 –4,9 –288,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen –166,8 –135,3 –31,4 –23,2 –136,1
EBITDA 373,4 362,3 11,1 3,1 350,7
Abschreibungen –198,2 –195,7 –2,5 –1,3 –153,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 175,2 166,6 8,6 5,2 197,3
Finanzergebnis 50,8 68,9 –18,0 –26,2 90,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 226,0 235,5 –9,4 –4,0 287,4
Ertragsteuern –28,0 –5,6 –22,4 –28,5
Ergebnis nach Ertragsteuern 198,0 229,8 –31,8 –13,9 259,0
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 20,1 42,9 –22,8 –53,2 31,9
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG
(Konzernergebnis) 177,9 186,9 –9,0 –4,8 227,0
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,09 1,14 –0,05 –4,8 1,39

Umsatz nach Segmenten in Mio. EUR

Umwelt Strategische Beteiligungen und Sonstiges Strategische Beteiligungen und Sonstiges Umwelt Energie

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurde der Wert des Geschäftsjahres 2006/07 angepasst.

Aufgrund der zur Gewährleistung einer gesicherten Versorgung bereits in Vorperioden zum damals hohen Preisniveau beschafften Energiemengen fiel die Aufwandsposition Fremdstrombezug und Energieträger im Geschäftsjahr 2008/09 mit 1.653,2 Mio. Euro um 20,2% bzw. 277,3 Mio. Euro höher aus als in der Vorjahresvergleichsperiode. Als Folge der erfreulichen Auftragslage im Projektgeschäft des Segments Umwelt erhöhte sich der Materialaufwand, was trotz rückläufiger Instandhaltungsaufwendungen einen Anstieg im Material- und Betriebsaufwand von 5,6% bzw. 15,8 Mio. Euro auf 297,5 Mio. Euro bewirkte.

Der durchschnittliche Personalstand der EVN verringerte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2008/09 um 4,3% bzw. 405 Mitarbeitende auf 8.937 Mitarbeitende. Dafür maßgebend war die Reduktion im Ausland um 7,3% bzw. 500 Mitarbeitende im Zuge der erfolgreich fortgeführten Restrukturierung in Bulgarien und Mazedonien. Demgegenüber stand eine Erhöhung in Österreich um 3,8% bzw. 95 auf 2.563 Mitarbeitende, wovon 68 Mitarbeitende auf den Einbezug des seit dem 2. Quartal 2008/09 vollkonsolidierten burgenländischen Telekomanbieters B.net entfallen. In Anbetracht dieser Entwicklungen und verursacht durch kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltssteigerungen, Kosten für die fortschreitenden Restrukturierungsmaßnahmen in Südosteuropa sowie Zuschüsse an die EVN-Pensionskasse kam es trotz der rückläufigen Anzahl des Personalstands in Summe zu einem Anstieg des Personalaufwands um 4,9% bzw. 15,0 Mio. Euro auf 319,4 Mio. Euro.

Steigender Personalaufwand

Hohe Energiebeschaffungs-

aufwendungen

Operatives Ergebnis (EBIT)

Durch die fortgesetzten Investitionsvorhaben und die Erstkonsolidierung der B.net waren die Abschreibungen um 1,3% bzw. 2,5 Mio. Euro höher, obwohl im Vorjahr eine außerplanmäßige negative Erfolgskomponente von 12,0 Mio. Euro enthalten war. Im Berichtsjahr 2008/09 waren hingegen keine außerplanmäßigen Abschreibungen oder Zuschreibungen notwendig. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen insbesondere bedingt durch höhere Forderungsabschreibungen in Südosteuropa und gestiegene Rechtsund Beratungsaufwendungen insgesamt um 23,2% bzw. 31,4 Mio. Euro auf 166,8 Mio. Euro.

Basierend auf den Entwicklungen des Geschäftsjahres 2008/09 stieg das EBIT DA trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen um 3,1% bzw. 11,1 Mio. Euro auf 373,4 Mio. Euro. Aufgrund des vergleichsweise stärkeren Umsatzanstiegs reduzierte sich die EBIT DA-Marge hingegen von 15,1% auf 13,7%.

Das operative Ergebnis (EBIT ) verzeichnete mit 175,2 Mio. Euro einen Anstieg um 5,2% bzw. 8,6 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresperiode, die EBIT -Marge sank von 7,0 % auf 6,4 %. Vom EBIT entfielen 158,7 Mio. Euro auf das Segment Energie bzw. 27,5 Mio. Euro auf das Segment Umwelt.

Das Finanzergebnis des Geschäftsjahres 2008/09 lag mit 50,8 Mio. Euro um 26,2% bzw 18,0 Mio. Euro deutlich unter dem Wert der Vergleichsperiode. Eine höhere Dividendenzahlung der Verbundgesellschaft konnte die Belastungen im Beteiligungsergebnis durch sinkende Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen – besonders jene der RAG – nicht ausgleichen, wodurch sich das Beteiligungsergebnis um 31,4% bzw. 43,0 Mio. Euro auf 94,0 Mio. Euro reduzierte. Der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten führte trotz der zuletzt niedrigeren Zinsen zu einer Erhöhung des Zinsaufwands um 1,0 Mio. Euro. Die Zinserträge, die vorwiegend aus Investmentfonds, Ausleihungen und der Zinskomponente der Leasingzahlungen von Projektgeschäften des Segments Umwelt resultierten, gingen von 49,9 Mio. Euro auf 47,4 Mio. Euro zurück. Per Saldo reduzierte sich damit das Zinsergebnis um 3,5 Mio. Euro auf –38,5 Mio. Euro. Das sonstige Finanzergebnis und die darin enthaltenen Bewertungskomponenten erholten sich zwar aufgrund der jüngsten Entwicklung auf den Finanzmärkten, blieben jedoch trotz einer Verbesserung von 28,4 Mio. Euro im Vorjahresvergleich mit –4,7 Mio. Euro weiterhin leicht negativ.

EBIT nach Segmenten in Mio. EUR

2005/06

2006/07

2007/08

2008/09

2004/05

40 20 0

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Ergebnis vor Ertragsteuern

Unter Berücksichtigung dieser Veränderungen im Finanzbereich reduzierte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 4,0% bzw. 9,4 Mio. Euro auf 226,0 Mio. Euro. Durch geringere steuerfreie Beteiligungsergebnisse und einen positiven Einmaleffekt von 11,0 Mio. Euro aufgrund einer Bewertungsänderung im Bereich der latenten Steuern im Vorjahr erhöhte sich der Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2008/09 trotz der Reduktion des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 22,4 Mio. Euro auf 28,0 Mio. Euro.

Vor allem aufgrund des Rückgangs im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen RAG reduzierte sich der Ergebnisanteil anderer Gesellschafter gegenüber dem Vorjahr um 22,8 Mio. Euro auf 20,1 Mio. Euro. Bedingt durch das gesunkene Ergebnis vor Ertragsteuern und die höheren Ertragsteuern ging das Konzernergebnis um 4,8% bzw. 9,0 Mio. Euro auf 177,9 Mio. Euro zurück. Daraus resultierte – die Rückkäufe eigener Anteile berücksichtigt – ein Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,14 Euro), was einem Rückgang um 4,8% entspricht.

Im Einklang mit der im Wesentlichen stabilen Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Hauptversammlung eine gleichbleibende Dividende von 0,37 Euro je Aktie vorschlagen, was einer Ausschüttungsquote von 33,9% (Vorjahr: 32,4%) und einer Dividendenrendite von 2,7% (Vorjahr: 2,5%) entspricht.

Entwicklung ausgewählter Kennzahlen 2008/09 2007/08 2006/07
ROE % 6,3 7,4 9,0
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 3.167,8 3.111,6 2.885,3
WACC nach Ertragsteuern1) % 6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)2) % 6,7 8,7 9,0
Durchschnittliches Capital Employed2) Mio. EUR 3.493,8 3.219,7 3.041,2
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT)2) Mio. EUR 234,9 280,9 275,2
EVA® Mio. EUR 7,8 71,7 77,5

1) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,3% und

einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 3,4% sowie mit einem 50,0%igen Eigenkapitalanteil berechnet.

2) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte; Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Auf Basis des gesunkenen Ergebnisses nach Ertragsteuern und des höheren durchschnittlichen Eigenkapitals ergibt sich ein Rückgang der Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) von 7,4% auf 6,3%. Sowohl die ergebnisneutrale Marktwertänderung der Verbundgesellschaft als auch die Erhöhung der Minderheitenanteile aus der geänderten Darstellung der RAG (siehe Anhang Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Seite 82) sind dabei in der Entwicklung der Kapitalbasis berücksichtigt. Während der erste Aspekt zu einem Rückgang des Eigenkapitals führte, wirkte der zweite erhöhend auf das Eigenkapital.

Bei Neutralisierung dieser Bewertungseffekte ergibt sich für die operativen Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 mit 7,8 Mio. Euro ein gegenüber dem Vorjahr niedrigerer erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) und eine von 8,7% auf 6,7% gesunkene Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE). Neben dem infolge der stark gesunkenen Primärenergiepreise deutlich niedrigeren Beteiligungsergebnis und höheren Ertragsteuern ist dafür der Anstieg im verzinslichen Gesamtkapital – aufgrund der Fortführung der langfristigen Infrastrukturinvestitionen im Strom- und Gasnetz sowie im Erzeugungsbereich – ausschlaggebend. Im Berichtszeitraum wurden die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) der EVN wie im Vorjahr mit 6,5% – spezifische Unternehmens- und Länderrisiken berücksichtigend – berechnet.

Konzernergebnis

Ergebnis und Dividende je Aktie in EUR

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte angepasst.

EVA®, Operativer ROCE, WACC

Bilanz

Bilanzstruktur in%

Kurzfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte

Kurzfristige Schulden

Langfristige Schulden Eigenkapital

Mit 6.695,4 Mio. Euro lag die Bilanzsumme der EVN zum Bilanzstichtag 30. September 2009 auf dem Niveau des Vorjahres. Während sich sowohl die lang- als auch die kurzfristigen Vermögenswerte in Summe nur marginal veränderten, gab es sehr wohl Änderungen in ihrer Zusammensetzung. Im Bereich der langfristigen Vermögenswerte stiegen die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen deutlich aufgrund laufender Investitionen sowie des Erwerbs von B.net an. Ebenso erhöhte sich der Bilanzansatz der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen, vor allem durch die geänderte Darstellung der RAG. Andererseits war ein Rückgang der anderen finanziellen Vermögenswerte, im Speziellen der sonstigen Beteiligungen, aufgrund der erfolgsneutralen Marktwertveränderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft zu verbuchen. Im Bereich der kurzfristigen Vermögenswerte stand ein Anstieg der Vorräte einem Rückgang der Wertpapiere gegenüber.

Konzern-Bilanz
Kurzfassung
30.9.2009
Mio. EUR
30.9.2008
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
%
30.9.2007
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.018,3 2.749,5 268,7 9,8 2.477,0
At Equity einbezogene Unternehmen
und andere finanzielle Vermögenswerte 2.122,2 2.365,0 –242,8 –10,3 2.073,7
Übrige langfristige Vermögenswerte 620,7 597,9 22,8 3,8 615,3
5.761,2 5.712,4 48,8 0,9 5.166,0
Kurzfristige Vermögenswerte 934,2 923,9 10,3 1,1 1.095,9
Summe Aktiva 6.695,4 6.636,3 59,1 0,9 6.261,9
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.783,8 2.975,9 –192,1 –6,5 2.788,0
Anteile anderer Gesellschafter 343,4 232,5 110,9 47,7 226,7
3.127,2 3.208,5 –81,3 –2,5 3.014,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.702,5 1.358,9 343,6 25,3 1.172,6
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen1) 751,9 850,3 –98,4 –11,6 821,2
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten1) 469,3 446,1 23,2 5,2 406,7
2.923,7 2.655,3 268,4 10,1 2.400,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 17,0 153,9 –136,9 –89,0 247,2
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 627,5 618,6 8,9 1,4 599,4
644,5 772,5 –128,0 –16,6 846,6
Summe Passiva 6.695,4 6.636,3 59,1 0,9 6.261,9

1) Die Vorjahresvergleichswerte wurden aufgrund der neuen Darstellung angepasst. Siehe Anhang Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze, Seite 82

Rückgang im Eigenkapital

Der Rückgang im Eigenkapital von 2,5% bzw. 81,3 Mio. Euro auf 3.127,2 Mio. Euro war durch die erfolgsneutral erfasste Marktwertveränderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft einerseits und die Ausschüttung der Dividende des Geschäftsjahres 2007/08 an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro sowie an Minderheitengesellschafter in Höhe von 35,0 Mio. Euro andererseits bedingt.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Positiv auf das Eigenkapital wirkten hingegen das Ergebnis nach Ertragsteuern des Geschäftsjahres 2008/09 und die geänderte Darstellung der RAG. Damit einhergehend sank die Eigenkapitalquote per Saldo von 48,3% auf 46,7%.

Die Entwicklung der langfristigen Schulden war geprägt von der Zunahme der langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 25,3% bzw. 343,6 Mio. Euro auf 1.702,5 Mio. Euro, die vorrangig auf die Begebung von fünf Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 470,0 Mio. Euro zurückzuführen war. Gleichzeitig erfolgte die Rückführung der syndizierten Kreditlinie. Die latenten Steuerverbindlichkeiten reduzierten sich hauptsächlich aufgrund der Marktwertänderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft um 26,9% bzw. 112,9 Mio. Euro auf 307,1 Mio. Euro.

Die Rückzahlung der mit 2,43% verzinsten CHF -Obligation mit einem Volumen von 200,0 Mio. CHF , die im Geschäftsjahr 2007/08 noch unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen war, prägte die Entwicklung der kurzfristigen Schulden, die sich gegenüber dem Vorjahr um 16,6% bzw. 128,0 Mio. Euro auf 644,5 Mio. Euro verringerten.

Finanz- und Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2008/09 hatte die Sicherung der Liquidität der EVN allerhöchste Priorität, nachdem im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise eine bedenkliche Kreditklemme drohte. Nach dem Konkurs von Lehman Brothers im September 2008 waren Bankkredite kurzfristig nur schwer zu bekommen, noch konnten Anleihen zu vertretbaren Konditionen begeben werden.

Die bereits im April 2008 fällige CHF -Obligation und die im August 2008 fällige DEM-Anleihe wurden daher vorerst durch die teilweise Ziehung der syndizierten Kreditlinie zwischenfinanziert. Diese Kreditlinie wurde am 12. September 2006 abgeschlossen, hat ein Volumen von bis zu 600,0 Mio. Euro und steht der EVN bis September 2013 zur Verfügung.

Ende Dezember 2008 wurde eine JPY-Anleihe über 12,0 Mrd. JPY mit einer Laufzeit von 15 Jahren und im Februar 2009 eine CHF -Anleihe mit einem Volumen von 250,0 Mio. CHF und einer Laufzeit von fünf Jahren erfolgreich auf dem Kapitalmarkt platziert. Die neu emittierte CHF -Anleihe diente bereits der Refinanzierung der per 10. Juni 2009 fällig gewordenen CHF -Anleihe mit einem Volumen von 200,0 Mio. CHF . Beide neu begebenen Fremdwährungsanleihen sind mittels Swaps währungsgesichert.

Um die Liquidität der EVN weiter zu stärken, wurden darüber hinaus im Juni 2009 drei Privatplatzierungen in Euro mit einem Gesamtvolumen von knapp 210,0 Mio. Euro und Laufzeiten von sieben bis zehn Jahren emittiert. Ziel dieser neuen Emissionen war es auch, das Anleihenportfolio hinsichtlich der Laufzeiten breiter zu diversifizieren. Insgesamt wurden somit im Geschäftsjahr 2008/09 rund 470,0 Mio. Euro emittiert.

Die syndizierte Kreditlinie wurde in diesem Zeitraum sukzessive zur Gänze zurückgezahlt. Zum Bilanzstichtag steht die Kreditlinie neben den liquiden Mitteln als Liquiditätsreserve somit in voller Höhe zur Verfügung (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt und sofort verfügbar). Weiters hat die EVN aufgrund ihrer guten Reputation bei Investoren, der Zugehörigkeit zu einer relativ krisensicheren Branche und ihres soliden Ratings auch weiterhin Zugang zum Kapitalmarkt. Durch die erfolgreichen Anleihenbegebungen im Geschäftsjahr 2008/09 wurde die Liquidität der EVN langfristig abgesichert. Die stabile Finanzlage wird auch zukünftig die Erfüllung der Anforderungen aus der Geschäftstätigkeit ermöglichen.

Zunahme langfristige Schulden

Abnahme kurzfristige Schulden

Anleihenbegebungen und Anleihentilgung

Syndizierte Kreditlinie

In Bezug auf die Fremdfinanzierung des gesamten Konzerns (Anleihen, Kredite, Absicherungsgeschäfte) ergibt sich aktuell ein Mix aus 54,0% fixen und 46,0% variablen Zinszahlungsverpflichtungen. Der daraus resultierende aktuelle Durchschnittszinssatz liegt bei 3,5%. Die Duration dieses Portfolios beträgt 3,17.

Insgesamt ergibt sich daraus abgeleitet folgende Entwicklung der Nettoverschuldung:

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Nettoverschuldung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.702,5 1.358,9 343,6 25,3 1.172,6
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 0,1 127,0 –126,9 –99,9 225,4
Fonds der liquiden Mittel –113,6 –94,1 –19,5 –20,7 –54,4
Kurzfristige Wertpapiere –86,7 –136,0 49,2 36,2 –395,7
Langfristige Wertpapiere –102,4 –102,9 0,5 0,5 –101,2
Ausleihungen –21,6 –21,6 –21,4
Nettoverschuldung 1.378,2 1.131,3 246,9 21,8 825,3
Eigenkapital 3.127,2 3.208,5 –81,3 –2,5 3.014,7
Gearing (%)2) 44,1 35,3 8,8 27,4

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten 2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Verhältnis Eigenkapital zu Schulden: Gearing

Der durch die Investitionstätigkeit bedingte Anstieg der Nettoverschuldung sowie der Rückgang des Eigenkapitals führten infolge zu einer Verschlechterung des Gearings um 8,8 Prozentpunkte auf 44,1%. Der Anstieg der Nettoverschuldung führte auch zu einem Rückgang der Net Debt Coverage von 41,3 % auf 30,6 %. Gestiegene Zinsaufwendungen in Kombination mit gesunkenen Funds from Operations (FFO) reduzierten die Interest Cover von 5,5 auf 4,9.

Geldflussrechnung

Cash Flow aus dem Ergebnis

Der Rückgang im Ergebnis vor Ertragsteuern von 235,5 Mio. Euro auf 226,0 Mio. Euro übertrug sich nicht auf die Entwicklung des Cash Flow aus dem Ergebnis, der um 4,3% bzw. 18,5 Mio. Euro auf 445,1 Mio. Euro anstieg. Den Erhöhungen der unbaren Ergebniskomponenten im at Equity-Ergebnis sowie der langfristigen Rückstellungen standen verglichen mit dem Vorjahr deutlich reduzierte negative Erfolgsbeiträge im sonstigen Finanzergebnis gegenüber. Dadurch wurde der sich insgesamt ergebende Anstieg im Cash Flow aus dem Ergebnis allerdings wiederum abgeschwächt.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Konzern-Geldflussrechnung
Kurzfassung
2008/09
Mio. EUR
2007/08
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
%
2006/07
Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 226,0 235,5 –9,4 –4,0 287,4
Unbare Ergebniskomponenten 219,1 191,2 27,9 14,6 124,7
Cash Flow aus dem Ergebnis 445,1 426,7 18,5 4,3 412,1
Veränderung kurz- und langfristiger
Bilanzpositionen
–74,5 –15,6 –59,0 –51,7
Zahlungen für Ertragsteuern –35,3 –28,5 –6,8 –23,9 –17,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 335,3 382,6 –47,3 –12,4 342,8
Veränderung bei immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
–349,6 –350,4 0,8 0,2 –206,2
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –20,4 –35,0 14,6 41,6
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen
langfristigen Vermögenswerten
–56,4 –186,8 130,4 69,8 18,8
Veränderung bei kurzfristigen
Finanzinvestitionen
26,1 245,4 –219,4 –89,4 –107,7
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –400,4 –326,8 –73,6 –22,5 –295,2
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 84,3 –16,0 100,3 –70,1
Cash Flow gesamt 19,2 39,8 –20,6 –51,8 –22,4
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der
Periode 94,1 54,4 39,8 73,2 76,8
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 113,6 94,1 19,5 20,7 54,4

Die nachteilige Entwicklung der kurz- und langfristigen Bilanzpositionen – bei denen gegenüber dem Vorjahr ein geringerer Anstieg der Forderungen einem stärkeren Rückgang der Schulden und einem höheren Anstieg der Vorräte gegenüberstand – sowie höhere Ertragsteuerzahlungen führten zu einem Rückgang im Cash Flow aus dem operativen Bereich um 12,4% bzw. 47,3 Mio. Euro auf 335,3 Mio. Euro.

Im Cash Flow aus dem Investitionsbereich lagen die laufenden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Da die Finanzierung der Aufstockung der Beteiligung an der RAG im Vorjahr durch den Verkauf von Wertpapieren erfolgte, ergab sich im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 trotz eines deutlich geringeren Mittelabflusses in der Position "Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten" ein in Summe um 73,6 Mio. Euro höherer Mittelabfluss im Cash Flow aus dem Investitionsbereich auf –400,4 Mio. Euro. Die Veränderung bei "Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten" war geprägt durch die Zugänge at Equity einbezogener assoziierter Unternehmen sowie den Aufbau von Leasingforderungen des Umweltgeschäfts.

Nachdem sich die Dividendenabflüsse auf Vorjahresniveau bewegten, resultierte der Mittelzufluss aus dem Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich primär aus der Entwicklung der Anleiheverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2008/09 (siehe Nettoverschuldung, Seite 50).

Die genannten Entwicklungen führten für EVN im Geschäftsjahr 2008/09 zu einem Cash Flow von 19,2 Mio. Euro, womit sich der Fonds der liquiden Mittel auf 113,6 Mio. Euro erhöhte. Per 30. September 2009 wurden zusätzlich kurzfristige Wertpapiere mit einem Volumen von 86,7 Mio. Euro (Vorjahr: 136,0 Mio. Euro) gehalten, die nach IFRS nicht dem Fonds der liquiden Mittel zuzurechnen waren. Darüber

Cash Flow aus dem operativen Bereich

Cash Flow aus dem Investitionsbereich

Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich

Cash Flow gesamt

hinaus stand zum Bilanzstichtag die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro in voller Höhe zur Verfügung (30. September 2008: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenützt und sofort verfügbar). Es sind somit ausreichend Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit vorhanden, womit die Liquiditätssituation der EVN weiterhin als stabil zu bezeichnen ist.

Investitionstätigkeit

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Investitionen der EVN in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen bewegten sich im Berichtszeitraum mit 415,7 Mio. Euro in Summe zwar auf Vorjahresniveau, besonderes Augenmerk wurde jedoch im Geschäftsjahr 2008/09 auf das niederösterreichische Versorgungsgebiet mit Steigerungen um 21,4 Mio. Euro bzw. 11,9 Mio. Euro in den Bereichen Netze bzw. Vertrieb gelegt. Nach massiven Investitionen, die in den Vorjahren in Südosteuropa zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität und in den Ausbau der Netz- und Zählertechnik getätigt wurden, pendelte sich das Volumen im Berichtsjahr auf niedrigerem Niveau ein.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte liefert die folgende Tabelle:

Investitionsschwerpunkte der EVN Mio. EUR
2008/09
2007/08
Erzeugung 63,4 32,3
davon kalorische Kraftwerke 31,5 26,6
davon Windpark in Bulgarien 28,3
Netze 161,5 140,0
davon Stromnetz 74,9 107,2
davon Gasnetz 82,6 27,3
Vertrieb 32,5 20,6
davon Wärmeanlagen 29,2 20,5
Südosteuropa 104,8 153,2
Umwelt 52,4 67,9
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 29,2 39,0
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 5,1 6,4
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze, Abwasserentsorgung 9,1 14,9
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 1,1 1,6
Summe 415,7 415,6

Struktur der Investitionen in%

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Umwelt

Südosteuropa

Energiebeschaffung und -vertrieb

Netze Kraftwerke

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die EVN sieht in der Qualifizierung und im Engagement ihrer 8.937 Mitarbeitenden eine stabile Basis ihres Unternehmenserfolgs. Dementsprechend hoch ist ihre Bereitschaft, in die laufende Aus- und Weiterbildung, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente zu investieren.

Mit einem Gesamtaufwand (Seminargebühren, Trainer, E-Learning) von rund 2,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) wurden im Berichtsjahr pro Mitarbeitende/n 324,5 Euro (Vorjahr: 314,9 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Im Geschäftsjahr 2008/09 lag neben EDV-Schulungen und Fachseminaren ein Schwerpunkt auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien wurde im Juli 2008 eine Initiative zur Steigerung der Fremdsprachenkompetenz gestartet, die vom Europäischen Sozialfonds anerkannt und gefördert wird. Bis Ende 2009 werden 284 Mitarbeitende Englisch- und Deutschkurse absolvieren. Das Führungskräfteprogramm in Bulgarien und Mazedonien wurde fortgesetzt – im Berichtsjahr wurden Abteilungs- und Teamleiter/innen geschult; 2010 sollen auch die Gruppenleiter/innen der Kundenzentren dieses Programm durchlaufen. Die Stundenanzahl der durchschnittlich absolvierten Weiterbildungsveranstaltungen beläuft sich auf 23,9 Stunden pro Mitarbeitende/n.

Führungspositionen werden bei EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeitende aus Bulgarien, Deutschland, Mazedonien und Österreich zu fördern, wurde das "Internationale Entwicklungsprogramm für Potenzialträger/innen" ins Leben gerufen. Derzeit nehmen 20 Mitarbeitende an dem Anfang 2009 initiierten Programm teil. Mit dem Ziel für die Zukunft langfristig bestausgebildetes Personal für das Unternehmen zur Verfügung zu haben, wurden in Mazedonien seit 2007 insgesamt drei Trainee-Programme gestartet, bei dem die Trainees alle Unternehmensprozesse möglichst umfassend kennenlernen. Im Jahr 2009 absolvieren 38 diplomierte Elektroingenieure das zwölfmonatige Programm und rotieren durch unterschiedliche Abteilungen; begleitet werden sie dabei von Mentoren/innen. Zusätzlich wird die praktische Tätigkeit durch Schulungen in der EVN Macedonia Academy ergänzt.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Die EVN hat den schonenden Umgang mit Ressourcen fest in ihrer nachhaltig orientierten Unternehmensführung verankert und sieht darin einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Mit der Forcierung erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse oder Biogas wird nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Reduktion der CO2 -Emissionen geleistet, sondern auch die eigene Abhängigkeit von fossilen Primärenergieträgern reduziert. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad der Produktionsanlagen zu erreichen, kommen modernste Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz. Nahezu alle kalorischen Anlagen der EVN weisen ein Umweltzertifikat auf.

Zur Minimierung der Umweltrisiken führt die EVN in Niederösterreich seit 1996 an ihren Standorten mit wesentlichen Umweltauswirkungen Umweltmanagementsysteme nach EMAS und ISO 14001, die in den letzten Jahren zu einem Integrierten Managementsystem erweitert wurden. Der Aufbau von effizienten Umweltmanagementsystemen nach EU-Standards nimmt bei der Integration der bulgarischen und mazedonischen Tochtergesellschaften einen wichtigen Stellenwert ein. In Bulgarien wurde ein Projekt zur Einführung eines flächendeckenden Abfallmanagements gestartet. In Mazedonien wurde im Berichtsjahr ein Dokumentationssystem für das Umweltcontrolling initiiert und die erste Umweltprüfung nach ISO 14001 durchgeführt.

Mitarbeiterqualifikation als Erfolgsfaktor

Erfolgreiche Integration der Mitarbeitenden in Südosteuropa

Entwicklungsprogramm für Potenzialträger, Traineeprogramm in Mazedonien

Umweltschutz und Nachhaltigkeit als fixer Bestandteil der Unternehmensstrategie

Minimierung der Risiken für die Umwelt

Risikomanagement

Risikodefinition Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unterneh
menszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen
Chancen berücksichtigt.
Risikomanagementprozess Das oberste Ziel des Risikomanagements besteht in der gezielten Sicherung bestehender und zukünftiger
Ertragspotenziale. Ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikocontrolling stellt den verantwort
lichen Mitarbeitenden der EVN die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von
Risiken zur Verfügung. Die verantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an
das zentrale Risikocontrolling; dort findet eine bereichsübergreifende Beurteilung statt, um letztlich geeig
nete Maßnahmen zur Risikominimierung definieren zu können.
Prozess des Risikocontrollings Der Risikocontrollingprozess umfasst die folgenden Schritte:
– Identifikation: Feststellung der Risiken aus den Ergebnissen der jeweils letzten
Risikoinventur und den neuen Geschäftsaktivitäten der EVN
– Bewertung & Analyse: Quantifizierung und Aggregation der Risiken nach
unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven, Modellierung der Ergebnisverteilungen
und Erstellung des Risikoberichts
– Berichterstattung: Risikoberichte ergehen in regelmäßigen Abständen an die
Risikoverantwortlichen. In der Berichterstattung an den Vorstand wurden mit dem
Konzernrisikoausschuss und dem Risikoarbeitsausschuss zwei Gremien geschaffen,
die in die Beurteilung und Diskussion der Risikopositionen involviert sind.
– Prozess-Review: dient einerseits der Festlegung der zu betrachtenden organisatori
schen Einheiten, wozu eine Methodik entwickelt wurde, die konzernweit jene Einhei
ten identifiziert, die regelmäßig einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind.
Andererseits ist regelmäßig zu überprüfen, ob die festgelegten Methoden zur Identifi
kation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind.
Ausschüsse des Risiko
managements und Kontrolle
Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leiter der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risiko
arbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoberichte präsentiert und diskutiert. Er ent
scheidet über den weiteren Handlungsbedarf und kann Arbeitsgruppen einberufen und Arbeitsaufträge
erteilen. Als Letztinstanz hat der Konzernrisikoausschuss die Kompetenz, die Steuerungsmaßnahmen der
EVN zur Veränderung der Risikopositionen anzupassen und folgend die strategische Unternehmensaus
richtung zu beeinflussen.
Aufgaben des
Risikoarbeitsausschusses
Der Risikoarbeitsausschuss hingegen ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des
Risikocontrolling-Kreislaufs beauftragt. Er definiert auch die Bewertungsmethoden und die Leitlinienvor
gaben bezüglich der Art und des Umfangs der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht
aus den leitenden Konzernfunktionen Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Generalsekretariat und
Corporate Affairs und Interne Revision. Die Interne Revision beinhaltet die Überprüfung der Prozesse des
Risikocontrollings sowie der Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Risikoprofil

Marktrisiken der EVN im Bereich Energie beziehen sich auf die kommerzielle Verwertung von Strom, Gas, Kohle und CO2 . Deckungsbeitragsrisiken können bei der Vermarktung von Strom, Gas und Wärme sowie durch nachteilige Beschaffungspreise für Primärenergieträger entstehen. Absicherungsstrategien wie breitere Kundensegmente, längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten sowie Fixpreisvereinbarungen bewirken eine Risikominimierung. Operative Risiken im Energiesegment beziehen sich auf Betriebsstörungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie auf die Beschaffung und den Vertrieb von Gas.

Die Risiken im Umweltsegment beziehen sich auf mögliche Betriebsstörungen von thermischen Abfallverwertungsanlagen sowie auf Betriebsunterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen. EVN bedient sich modernster Technologien und passt diese regelmäßig an den letzten Stand der Technik an. Eine wichtige Rolle in der Risikoreduktion nehmen die erfahrenen Mitarbeitenden der EVN ein, die regelmäßig an Trainings und Schulungen teilnehmen.

EVN begegnet Finanzrisiken aus Zins- und Wechselkursrisiken mit dem Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten. Den Kreditrisiken wird mit Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko vorzubeugen.

Politische und rechtliche Risiken können vor allem aus regulatorischen Vorschriften, der Einflussnahme bei Großprojekten und einer verschärften Umweltgesetzgebung resultieren. Zudem stellen wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen in den Auslandsmärkten eine große Herausforderung dar, der in Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten reduziert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturierungen gesteuert werden.

Expansionsbedingt verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Trotz des überaus volatilen Umfelds – vor allem bei Finanzierungsfragen und der Auswahl von Partnern – konnten auch keine anderen bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem

Aufgrund von Änderungen im Unternehmensrechtsänderungsgesetz 2008 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen nun verpflichtet, die wichtigsten Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Lagebericht offenzulegen. Gemäß dieser Verpflichtung hat EVN ein "Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem" (RIKS) etabliert, das auf dem Internen Kontrollsystem aufbaut. Es gewährleistet die Ablaufsicherheit sowie klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte. Nach der Implementierung im Berichtsjahr erfolgt im Geschäftsjahr 2009/10 die tatsächliche Anwendung in der EVN AG. Damit wird die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht.

Risiken im Bereich Energie

Risiken im Umweltsegment

Finanzrisiken

Politische und rechtliche Risiken

Gesamtrisikoprofil

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugspreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2 -Emissionszertifikate und Biomasse

Fixpreisvereinbarungen, langfristige Beschaffungspolitik

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator

Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretung

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Versicherungen und das Streuern der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten

Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Finanzierung in JPY und CHF

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente

Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

  • Vertretungen im Aufsichtsrat der jeweiligen
  • Beteiligungsgesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, Wertveränderung der variabel verzinsten Finanzinstrumente

Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten und eine ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken

Gesetzgebung

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Umweltgesetze oder wechselnde rechtliche Rahmen-

bedingungen in Südosteuropa)

Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung

Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südosteuropa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hoch qualifizierten Mitarbeitenden, Ausfall durch Arbeitsunfälle

Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)

1. Das Grundkapital der EVN AG beträgt 300.000.000 Euro und ist unterteilt in 163.525.820 Stück auf den
Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungs
scheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Options
scheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle
Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
Grundkapital
2. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen
der Stimmrechte.
Stimmrechte
3. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die
NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51% Mehrheitseigentümer der EVN AG. Von der
deutschen EnBW Energie Baden-Württemberg AG werden laut börserechtlicher Meldung der EnBW
vom 23. Oktober 2006 über 35% der Aktien gehalten. Im Zusammenhang mit dem in der 79. ordent
lichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigten Rückkaufprogramm wurden
zum Bilanzstichtag 30. September 2009 534.864 Stück eigene Aktien (das sind 0,33% des Grundka
pitals) gehalten. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.
Aktionärsstruktur
4. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben. Kontrollrechte
5. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
6. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei
ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhal
ten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und
höchstens fünfzehn von der Hauptversammlung zu wählenden Mitgliedern. Die Wahl erfolgt auf die
längste nach dem Aktiengesetz zulässige Zeit.
Organe
7. In der Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 wurde der Vorstand ermächtigt, auf den Inhaber lau
tende eigene Stückaktien i) gemäß § 65 Abs 1 Z 4 AktG für Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer,
leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats der Gesellschaft oder eines mit
ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Aus
maß von insgesamt höchstens 10% des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von
30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben. Die Anzahl der Aktien, die täglich erworben
werden können, beschränkt sich auf maximal 25% des durchschnittlichen Aktienumsatzes der letzten
20 Börsetage an der Wiener Börse. Der beim Rückkauf zu leistende Gegenwert darf maximal 20% unter
und maximal 10% über dem Börseschlusskurs an der Wiener Börse des dem Rückkauf vorhergehenden
Börsetages liegen. Der Vorstand ist weiters ermächtigt, zurückerworbene eigene Aktien ohne weiteren
Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.
Erwerb eigener Aktien und
genehmigtes Kapital
Es gibt keinen Beschluss über genehmigtes Kapital.
  1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.

  2. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitenden für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

Kontrollwechsel

Entschädigungsvereinbarung

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009/10

Wirtschaftliche und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Geschäftserfolg der EVN im Energiebereich wird vor allem von den Preisen für Primärenergie und CO2 -Emissionszertifikate sowie von den Strompreisen im Stromhandel auf den europäischen Spot- und Terminmärkten bestimmt. Zusätzlich wirkt die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Verkaufsmengen der Energie. Per 1. November 2008 hat die EVN aufgrund der Spitzenpreise auf den internationalen Rohstoff- und Energiemärkten eine Anpassung der Endkundenpreise für Strom und Gas im Regionalmarkt Niederösterreich vornehmen müssen. Die Erhöhung der Gaspreise wurde jedoch im Laufe des Geschäftsjahres im Zuge der Erholung der Primärenergiepreise wieder an Endkunden zurückgegeben. Die für das Geschäftsjahr 2009/10 erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung resultiert demnach aus folgenden Faktoren:

  • Im Business Unit Erzeugung wird aufgrund der aktuellen, niedrigen Unterschiede zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und Stromhandelspreisen mit einem niedrigeren Einsatz der thermischen Kraftwerke gerechnet. Dies könnte zu einer leicht rückläufigen Entwicklung der Umsatzerlöse und des Ergebnisses führen.
  • Im Business Unit Netze rechnet die EVN unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs im Geschäftsjahr 2009/10 mit einem stabilen Absatz der Strom- bzw. Gasnetze. Hinsichtlich Tarifgestaltung wird mit keinen nennenswerten negativen Einflüssen auf die Netzerlöse gerechnet, womit das Ergebnis per Saldo auf dem Vorjahreswert bleiben sollte.
  • Im Business Unit Vertrieb wird bei Strom infolge der verbesserten Energieeffizienz vor allem im Haushaltsbereich und der leicht negativen Auswirkungen der Wirtschaftskonjunktur bei den Industriekunden und bei Gas aufgrund des Umstiegs auf andere Brennstoffe und Fernwärme mit einem leichten Absatzrückgang gerechnet. In Summe wird mit einem leicht rückläufigen Umsatz und aufgrund niedrigerer Beschaffungspreise für Strom und Gas mit einem leicht höheren Ergebnis gerechnet.
  • Die Integration im Business Unit Südosteuropa wird planmäßig fortgesetzt und sollte insgesamt zu einem stabilen Umsatz und Ergebnis führen. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird nach wie vor von der erfolgreichen Bewältigung der geplanten Marktliberalisierung abhängen. In Mazedonien kann eine Ergebnisverbesserung ohne Änderung der problematischen regulatorischen Rahmenbedingungen und des Energiegesetzes nur durch deutliche Effizienzsteigerungen und eine weitere Reduktion der Netzverluste erreicht werden.
  • Die positive Entwicklung im Segment Umwelt wird sich im Geschäftsjahr 2009/10 sowohl umsatz- als auch erfolgsmäßig fortsetzen. Aufgrund des guten Auftragsstands wird im Wasserver- und -entsorgungsgeschäft mit einer positiven Entwicklung gerechnet, während im Bereich thermische Abfallverwertung die Akquisition neuer Großprojekte geplant ist.
  • Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird ein mit dem Geschäftsjahr 2009/10 vergleichbares Niveau angestrebt, wenngleich die Entwicklung sehr stark mit dem weiteren Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang steht.

Ausblick 2009/10

Bei Eintreten der genannten Prämissen kann für das Geschäftsjahr 2009/10 in Summe mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse und einem stabilen operativen Ergebnis der EVN gerechnet werden. Das Finanzergebnis wird aufgrund der unverändert niedrigen Ergebnisbeiträge der im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen der EVN auf dem Niveau des Berichtsjahres bleiben, womit in Summe das Konzernergebnis im Wesentlichen trotz erwarteter schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterhin stabil bleiben wird. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit dem wertorientierten Wachstumskurs angestrebt.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Konzernlagebericht

Geplante Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2009/10 plant die EVN eine leichte Erhöhung der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Großprojekte im Rahmen des Energiekonzepts Zentralraum Niederösterreich auf dem Areal der EVN in Dürnrohr/Zwentendorf, die die Kapazitätserweiterung der thermischen Abfallverwertungsanlage, den Anlagenausbau im Kraftwerk Dürnrohr zur Weiterverarbeitung der anfallenden Wärme aus der Abfallverwertungsanlage sowie den Bau der Fernwärme-Transportleitung von Dürnrohr nach St. Pölten umfassen, sind bereits fertig bzw. kurz vor Inbetriebnahme. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei steigender Nachfrage werden die Investitionen in das niederösterreichische Strom- und Gasnetz auf hohem Niveau weitergeführt. In Südosteuropa wird fortlaufend in die weitere Modernisierung und den Ausbau der Netze investiert.

Ausblick in Mio. EUR 2008/09 Prognose 2009/10 vs. 2008/09
Umsatz 2.727,0 leicht über dem Vorjahr
Operatives Ergebnis 175,2 auf Vorjahreshöhe
Finanzergebnis 50,8 auf Vorjahreshöhe
Konzernergebnis 177,9 auf Vorjahreshöhe
Investitionen 415,7 leicht über dem Vorjahr

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Konzernabschluss 2008/09

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Bilanz 72
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 73
Konzern-Geldflussrechnung 74
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 75
Segmentberichterstattung 76
Konzernanhang 77 Grundsätze der Rechnungslegung
78 Konsolidierung
82 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
94 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
109 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
114 Sonstige Angaben
122 Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Beteiligungen der EVN 123
Bestätigungsvermerk 127

Konzern-Bilanz

Erläuterung1) 30.9.2009
Tsd. EUR
30.9.2008
Tsd. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 26 365.178,7 357.549,5
Sachanlagen 27 2.653.090,4 2.391.972,3
At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen 28 712.487,8 641.490,1
Sonstige Beteiligungen 28 1.409.696,6 1.723.504,2
Aktive latente Steuern 41 1.198,9 912,0
Übrige langfristige Vermögenswerte 29 619.545,5 596.987,2
5.761.198,0 5.712.415,3
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 30 137.292,0 97.551,7
Forderungen 31 579.655,9 569.376,3
Wertpapiere2) 32 86.736,1 135.951,6
Liquide Mittel2) 59 130.479,8 120.980,9
934.163,7 923.860,5
Summe Aktiva 6.695.361,7 6.636.275,7
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 33–38 2.783.788,6 2.975.927,3
Anteile anderer Gesellschafter 39 343.390,0 232.532,3
3.127.178,7 3.208.459,6
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 40 1.702.483,6 1.358.888,1
Latente Steuerverbindlichkeiten 41 307.101,4 420.022,5
Langfristige Rückstellungen2) 42 444.787,7 430.243,1
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 43 379.070,7 354.322,2
Übrige langfristige Verbindlichkeiten2) 44 90.215,3 91.804,5
2.923.658,7 2.655.280,3
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 45 16.992,1 153.904,0
Steuerverbindlichkeiten 46 58.692,8 60.479,4
Lieferantenverbindlichkeiten 47 328.743,9 283.695,6
Kurzfristige Rückstellungen 48 83.623,0 96.410,8
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 49 156.472,5 178.045,9
644.524,3 772.535,8
Summe Passiva 6.695.361,7 6.636.275,7

1) Die Erläuterungen im Konzernanhang sind integrierender Bestandteil dieser Konzern-Bilanz.

2) Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der neuen Darstellung angepasst. Siehe Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung1) 2008/09
Tsd. EUR
2007/08
Tsd. EUR
Umsatzerlöse
50
2.727.017,9 2.397.001,9
Sonstige betriebliche Erträge
51
61.710,8 50.863,8
Bestandsveränderungen 4.935,7 –1.745,8
Aktivierte Eigenleistungen 16.620,4 13.500,9
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
52
–1.950.692,9 –1.657.571,5
Personalaufwand
53
–319.445,0 –304.436,8
Abschreibungen
54
–198.180,0 –195.681,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen
55
–166.765,7 –135.326,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 175.201,2 166.604,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 46.657,6 95.721,2
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 47.368,9 41.307,0
Zinserträge 47.440,6 49.934,1
Zinsaufwendungen –85.910,1 –84.921,3
Sonstiges Finanzergebnis –4.744,8 –33.186,2
Finanzergebnis
56
50.812,2 68.854,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 226.013,4 235.459,2
Ertragsteuern
57
–28.003,9 –5.616,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 198.009,4 229.843,0
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 20.065,8 42.906,1
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 177.943,6 186.936,8
Ergebnis je Aktie in EUR2)
58
1,09 1,14
Dividende je Aktie in EUR 0,373) 0,37

1) Die Erläuterungen im Konzernanhang sind integrierender Bestandteil dieser Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

2) Verwässert ist gleich unverwässert

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Geldflussrechnung

Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Ergebnis vor Ertragsteuern 226.013,4 235.459,2
+ Abschreibungen/– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 198.180,0 195.681,3
+/– Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 47.248,3 –1.621,4
– Gewinne/+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen –109,4 –69,3
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –5.037,1 29.671,8
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen –32.128,6 –29.507,6
– Gewinne/+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs –3.103,5 –840,2
+ Zunahme/– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 14.061,6 –2.115,3
Cash Flow aus dem Ergebnis 445.124,7 426.658,4
– Zunahme/+ Abnahme der Vorräte und Forderungen –48.251,0 –60.927,1
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen –13.657,1 3.348,9
+ Zunahme/–Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –12.625,7 41.999,6
– Zahlungen für Ertragsteuern –35.305,5 –28.487,0
Cash Flow aus dem operativen Bereich 335.285,4 382.592,7
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 8.630,2 5.270,2
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 54.065,5 59.191,1
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 49.760,7 46.859,0
+ Einzahlungen aus Abgängen von kurzfristigen Wertpapieren 200.604,4 352.423,2
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –20.440,1 –35.021,9
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –412.283,9 –414.816,8
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –106.176,7 –233.723,0
– Auszahlungen für Zugänge von Wertpapieren –174.542,1 –107.001,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –400.382,1 –326.819,7
+ Einzahlungen Nennkapital Minderheitengesellschafter 3.834,7
– Gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG –60.306,6 –61.322,2
– Gezahlte Dividende an andere Gesellschafter –34.992,6 –36.420,7
– Rückkauf von eigenen Anteilen –3.283,9 –4.753,9
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 587.619,8 404.183,4
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –408.611,8 –317.712,7
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 84.259,6 –16.026,1
Cash Flow gesamt 19.163,0 39.747,0
Fondsveränderungen1)
Fonds der liquider Mittel am Anfang der Periode 94.117,5 54.356,0
Währungsdifferenzen 307,8 14,5
Fonds der liquider Mittel am Ende der Periode 113.588,3 94.117,5
Cash Flow gesamt 19.163,0 39.747,0

1) Zusätzliche Informationen siehe Erläuterung 59. Konzern-Geldflussrechnung

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Tsd. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Neube
wertungs
rücklage
gem. IFRS 3
Bewertungs
rücklage
gem. IAS 39
Unter
schiedsbe
trag aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Anteile der
Aktionäre
der EVN AG
Anteile
anderer
Gesellschafter
Summe
Stand 30.9.2007 99.069,4 309.361,9 1.425.465,7 7.050,6 945.960,7 1.104,4 – 2.788.012,5 226.720,8 3.014.733,3
Direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen
1.032,3 1.032,3 1.032,3
Marktbewertung von
Wertpapieren
81.097,5 81.097,5 81.097,5
Cash Flow Hedges –7.502,8 –7.502,8 –7.502,8
At Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
–7.573,2 –7.573,2 –673,9 –8.247,1
Summe direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern
66.021,4 1.032,3 67.053,8 –673,9 66.379,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 2007/08 186.936,8 186.936,8 42.906,1 229.843,0
Gesamtergebnis der Periode 186.936,8 66.021,4 1.032,3 253.990,6 42.232,3 296.222,8
Kapitalerhöhung aus
Gesellschaftsmitteln
200.930,6 –200.930,6
Erwerb eigener Anteile – –4.753,9 –4.753,9 –4.753,9
Dividende 2006/07 –61.322,2 –61.322,2 –36.420,7 –97.742,9
Stand 30.9.2008 300.000,0 108.431,3 1.551.080,5 7.050,6 1.011.982,0 2.136,7 –4.753,9 2.975.927,3 232.532,3 3.208.459,6
Direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen –5.538,9 –5.538,9 –5.538,9
Marktbewertung von
Wertpapieren
– –258.953,8 – –258.953,8 –258.953,8
Cash Flow Hedges –5.544,8 –5.544,8 –5.544,8
At Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
–22.061,7 –22.061,7 –2.613,2 –24.674,9
Summe direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern
– –286.560,3 –5.538,9 – –292.099,2 –2.613,2 –294.712,5
Ergebnis nach Ertragsteuern 2008/091) 177.943,6 177.943,6 20.065,8 198.009,4
Gesamtergebnis der Periode 177.943,6 – –286.560,3 –5.538,9 –114.155,6 17.452,6 –96.703,0
Aktienerwerb von
vollkonsolidierten Unternehmen
–1.041,4 –1.041,4
Kapitaleinzahlung von
Minderheitengesellschaftern
3.834,7 3.834,7
Erwerb eigener Anteile – –3.283,9 –3.283,9 –3.283,9
Dividende 2007/08 –60.306,6 –60.306,6 –34.992,6 –95.299,2
Erstmalige Anwendung neuer IFRS2) –14.392,5 –14.392,5 –14.392,5
Änderungen Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze3)
– 125.604,5 125.604,5
Stand 30.9.2009 300.000,0 108.431,3 1.654.325,0 7.050,6 725.421,7 –3.402,2 –8.037,8 2.783.788,6 343.390,0 3.127.178,7

1) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von 0,37 Euro je Aktie vorgeschlagen.

2) Effekt aus der erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS )

3) Zusätzliche Informationen siehe Erläuterungen 4. Konsolidierungskreis und 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Segmentberichterstattung

Segmentergebnis nach S
trategische
B
eteiligungen
Geschäftsbereichen I Energie I Umwelt I
und Sonstiges
I Konsolidierung I S umme
I
Mio. EUR 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08
Außenumsatz 2.459,3 2.182,3 236,1 184,6 31,6 30,1 2.727,0 2.397,0
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 23,4 15,2 11,3 11,2 55,4 56,8 –90,0 –83,2
Operativer Aufwand –2.141,0 –1.861,6 –205,3 –156,1 –96,2 –99,1 88,9 82,1 –2.353,6 –2.034,7
EBITDA 341,7 335,9 42,0 39,6 –9,2 –12,1 –1,1 –1,1 373,4 362,3
Abschreibungen –182,9 –180,7 –14,5 –14,2 –1,9 –1,8 1,1 1,1 –198,2 –195,7
davon Wertminderungen –13,4 –13,4
davon Zuschreibungen 1,4 1,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 158,7 155,2 27,5 25,4 –11,1 –13,9 175,2 166,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
9,6 9,7 8,2 9,9 28,9 76,1 46,7 95,7
Buchwert der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
107,9 87,6 51,5 63,2 553,1 490,7 712,5 641,5
Firmenwerte 174,7 173,6 41,9 41,9 216,6 215,5
Schulden 2.347,4 2.240,6 833,9 801,0 1.291,4 1.303,6 –904,4 –917,4 3.568,2 3.427,8
Gesamtvermögen 3.609,2 3.421,3 1.135,4 1.083,8 2.943,4 3.136,7 –992,6 –1.005,6 6.695,4 6.636,3
Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen 362,2 346,1 67,4 67,9 1,1 1,6 –15,0 415,7 415,6
Segmentergebnis nach Regionen I Österreich I Südosteuropa I Mittel- und Osteuropa I S umme
I
Mio. EUR 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08
Umsatz 1.678,6 1.521,3 878,7 754,3 169,7 121,4 2.727,0 2.397,0
Operatives Ergebnis (EBIT ) 159,0 145,0 6,9 16,5 9,3 5,1 175,2 166,6
Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen
269,4 251,3 135,9 153,2 10,4 11,1 415,7 415,6
Gesamtvermögen 4.866,2 4.927,3 1.105,6 1.003,8 723,6 705,2 6.695,4 6.636,3

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen, das seine Aktivitäten auf die Bereiche Energie und Umwelt konzentriert (siehe auch Erläuterung 25. Segmentberichterstattung).

Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens und Mazedoniens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 14 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung serviciert.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS s) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert.

Der Konzernabschluss wird zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. Euro bzw. Tsd. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC ), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2008/09 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen2)
IFRIC
30.3.2009
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.7. –31.10.20083)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.7. –31.10.20083)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung

3) Die Änderungen traten bei einer Anwendung vor dem 30.10.2008 rückwirkend zum 1.7.2008 in Kraft.

Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hatte die erstmalige, vorzeitige Anwendung von IFRIC 12, die im Umweltbereich zu einer geänderten Darstellung der in den at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen ZOV und ZOV UIP erfassten Projekte führte. Die Abbildung des unbedingten, vertraglichen Rechts zum Erhalt einer Gegenleistung gemäß Dienstleistungskonzessionsvereinbarung erfolgt nunmehr als finanzieller Vermögenswert anstatt wie bisher als Teil der Sachanlagen. Die Bewertung des finanziellen Vermögenswerts erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN ergeben sich dementsprechend durch eine Reduktion der Gewinnrücklagen und der Beteiligungsbuchwerte von ZOV und ZOV UIP in Höhe von 14.392,5 Tsd. Euro.

Abgesehen davon wurden keine neuen oder geänderten Standards und Interpretationen vorzeitig angewendet.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, von der EU teilweise übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.20091)
IFRIC
13 Kundentreueprogramme
1.1.20091)
IFRIC
14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung
1.1.20091)
IFRIC
15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien
1.1.20101)
IFRIC
16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
1.7.20091)
IFRIC
17 Sachdividenden an Eigentümer
1.7.20092)
IFRIC
18 Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden
1.7.20092)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 1.1.20091)
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1.1.20091)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 1.1.20112)
IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS 1.1.1)/1.7.20091)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.1.20091)
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.11.20081)/30.6.20093)/1.7.20091)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 1.1.20094)/1.1.20102)
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.20091)/1.1.20102)
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 1.7.20091)
IFRS 4 Versicherungsverträge 1.1.20092)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.11.20081)/1.1.20092)
IFRIC
9 Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate
30.6.3)/1.7.20092)
"Annual Improvements 2006–2008" 1.1.1)/1.7.20091)
"Annual Improvements 2007–2009" 1.1.20102)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Standards, die von der EU noch nicht übernommen wurden, sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

3) Gemäß IASB erfolgt eine retrospektive Anwendung für jene Geschäftsjahre, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens enden.

4) Es erfolgten mehrere Änderungen, die bislang nur teilweise von der EU übernommen wurden.

Der neue Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente" vom November 2006 ersetzt IAS 14 "Segmentberichterstattung". Geregelt sind die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen der EVN. IFRS 8 schreibt die Identifizierung operativer Segmente basierend auf der internen Steuerung (Management Approach) vor. Daraus resultierend werden die Business Units des Segments Energie ab dem Geschäftsjahr 2009/10 voraussichtlich als eigene Segmente dargestellt werden.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Anwendung der Änderungen zu IAS 1 "Darstellung des Abschlusses (überarbeitet 2007)" wird ab dem Geschäftsjahr 2009/10 der EVN Auswirkungen auf die Darstellung der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals haben.

Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0% der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen, heraus ergeben. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0% der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eines eventuell bestehenden Minderheitenanteils mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Beim Erwerb zusätzlicher Anteile an Gesellschaften, an denen bereits beherrschender Einfluss besteht, wird der Unterschiedsbetrag aus Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital den stillen Reserven zugerechnet. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird dem Firmenwert zugeordnet.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Leitung in Abstimmung mit einem oder mehreren konzernfremden Unternehmen) erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außenumsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen. Die nach diesen Kriterien im Konsolidierungskreis erfassten Unternehmen repräsentieren mehr als 98,0% der jeweiligen Gesamtsumme.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2009 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 27 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 25 inländische und 26 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen).

36 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 28) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

EVN KG, an der ein Kapitalanteil von 100,0% gehalten wird, wird aufgrund sondervertraglicher Regelungen anteilsmäßig einbezogen.

Aufgrund sondervertraglicher Regelungen – auf deren Basis maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann – wird EconGas, die an der EVN einen Kapitalanteil von 16,5% (Vorjahr: 15,7%) hält, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 123 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.9.2007 46 4 12 62
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 4 1 5
Unternehmenserwerb 1 1
30.9.2008 51 4 13 68
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 2 1 2 5
Unternehmenserwerbe 2 2
Verschmelzungen und Entkonsolidierung –2 –1 –3
30.9.2009 53 5 14 72
davon ausländische Unternehmen 27 4 31

Neugründungen und Erstkonsolidierungen

Die im Juni 2006 für Zwecke der Konzernfinanzierung gegründete EVN Finance B.V. wird nunmehr aufgrund von Wesentlichkeit erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Die bereits im August 2008 gegründete EAA-EGM, an der EVN über die Energieallianz 45,0% hält, wurde erstmalig aufgrund von Wesentlichkeit als Bestandteil des Energieallianz-Teilkonzerns quotal in den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen. Das Engagement der EAA-EGM als 100,0%-Tochter der Energieallianz liegt in der Errichtung, der Belieferung und in weiterer Folge dem Ausbau von Erdgastankstellen sowie deren Wartung und Instandhaltung insbesondere in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Im Oktober 2008 erfolgte die Gründung der EVN Kavarna, eine 70,0%-Beteiligung der evn naturkraft zum Zweck der Errichtung eines Windparks mit 25 Windkraftanlagen bzw. einer Gesamtkapazität von 50 MW in Kavarna, Bulgarien.

Die im Dezember 2008 als Joint Venture zwischen EVN Abfall und Entsorgungslogistik Austria GmbH, Wien, gegründete AUL dient der Errichtung und dem Betrieb von Müllumladestationen sowie der Erbringung von Dienstleistungen auf den Gebieten der Abfallsammlung, der Abfalltransport- und der Umladelogistik. Der Anteil von EVN beträgt 50,0%, der Einbezug der Gesellschaft in den Konzernabschluss erfolgt at Equity.

Das im Dezember 2008 zwischen EVN und Statkraft AS, Oslo, Norwegen, gegründete Joint Venture Devoll Hydropower, an dem beide Unternehmen 50,0% halten, widmet sich der gemeinschaftlichen Planung und Konstruktion sowie dem Betrieb von drei Wasserkraftwerken am albanischen Fluss Devoll. Mit einer Gesamtkapazität von 340 MW, einer durchschnittlichen Produktion von 1.000 GWh und einer Gesamtinvestitionssumme von 950,0 Mio. Euro stellt dieses Vorhaben das größte seiner Art in Europa dar. Der Einbezug erfolgt at Equity.

Unternehmenserwerbe

Mit der Unterzeichnung des Anteilskaufvertrags am 25. Februar 2009 erfolgte zu einem Kaufpreis von 22.014,6 Tsd. Euro die vollständige Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net sowie der Dataservice GmbH, Eisenstadt, durch die Kabelsignal. Der sich daraus ergebende Effekt auf den Umsatz der EVN belief sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf 9.681,7 Tsd. Euro, jener auf das EBIT auf –1.196,9 Tsd. Euro.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Langfristige Vermögenswerte 59.895,2 35.259,5
Kurzfristige Vermögenswerte 4.598,7 6.258,1
64.493,9 41.517,6
Eigenkapital 21.627,6 25.552,8
Langfristige Schulden 30.355,7 5.769,2
Kurzfristige Schulden 12.510,6 10.195,6
64.493,9 41.517,6

Die Wertermittlung der Sachanlagen der B.net war zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen.

Verschmelzungen und Entkonsolidierung

Dataservice GmbH, Eisenstadt, wurde im Juni 2009 als übertragende Gesellschaft mit B.net als übernehmende Gesellschaft verschmolzen.

Die bislang mit einem Anteil von 49,95% in den Konzernabschluss der EVN at Equity einbezogene EESU Holding GmbH, Wien, wurde im August 2009 mit der RBG als übernehmende Gesellschaft verschmolzen. Damit ist die vollkonsolidierte RBG, an welcher EVN nunmehr 50,03% der Anteile hält, mit 100,0% unmittelbar an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

Die bisher vollkonsolidierte WTE Vodice wurde aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert.

5. Währungsumrechnung im Konzern

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Bestehen zum Bilanzstichtag monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung, werden diese ebenso mit dem tagesaktuellen Devisenmittelkurs umgerechnet, während für Aufwendungen und Erträge in Fremdwährung der Jahresdurchschnittskurs heranzuziehen ist. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst.

In Analogie zu dieser Vorgehensweise werden die von Konzerngesellschaften in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung von –5.538,9 Tsd. Euro (Vorjahr: +1.032,3 Tsd. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Spiegeln zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Spiegeln als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

5. Währungsumrechnung 2008/09 2007/08
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 132,37000 128,27620 121,70000 122,47923
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,44430 7,44890 7,46110 7,45732
Kroatische Kuna 7,25800 7,31130 7,10490 7,25265
Mazedonische Denar 61,17410 61,31830 61,16420 61,24637
Polnische Zloty 4,22950 4,19960 3,39670 3,49430
Russische Rubel 43,98000 42,24450 36,40950 36,36155

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden sämtliche bestehende und neu herausgegebene Standards und Interpretationen sowie jegliche Änderungen an Standards und Interpretationen – soweit sie bis zum 30. September 2009 im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurden und in Kraft getreten sind – beachtet. Der Konzernabschluss wurde nach folgenden Grundsätzen aufgestellt:

6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die im Oktober 2008 veröffentlichten Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7 mit dem Titel "Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten" erlaubten unter seltenen Umständen, und sofern eine kurzfristige Verkaufs- oder Rückkaufsabsicht nicht weiter besteht, eine Umklassifizierung nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte aus der Kategorie "zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT ")" in die Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")". Nach der Verordnung (EG) Nr. 1004/2008 vom 15. Oktober 2008 wurde die derzeitige Finanzmarktkrise als ein seltener Umstand betrachtet.

EVN hat im Einklang mit diesen Änderungen im kurzfristigen Bereich ausgewiesene Wertpapiere in Höhe von 23.367,5 Tsd. Euro, die bisher als "HFT " eingestuft worden waren, zum 11. November 2008 mit dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen Marktwert in die Kategorie "AFS" umgewidmet. Der Effekt aus dieser Umgliederung auf das sonstige Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf +4.841,9 Tsd. Euro.

Weiters wurden zu einer Verbesserung der Transparenz – vor allem im Zusammenhang mit den Anhangsangaben nach IFRS 7 – folgende Ausweisänderungen vorgenommen:

  • Wertpapiere, die zur Veranlagung der kurzfristigen Liquidität dienen, jedoch nicht die Kriterien für die Einstufung als Zahlungsmitteläquivalente für den Fonds liquider Mittel erfüllen, wurden im Vorjahr in der Konzern-Bilanz unter den liquiden Mitteln geführt. Diese werden nunmehr als eigener Posten in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.
  • Die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht, wurden im Vorjahr unter den langfristigen Rückstellungen für Finanzinstrumente ausgewiesen. Diese wurden gemäß IFRS 7 zu den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Die Vorjahresvergleichswerte wurden aufgrund der neuen Darstellung zwecks besserer Vergleichbarkeit entsprechend angepasst.

Durch die Verschmelzung der bisher at Equity einbezogenen EESU Holding GmbH, Wien, mit der vollkonsolidierten RBG, deren Anteile an der RAG bisweilen 25,0% bzw. 75,0% betrugen, ist die RBG nunmehr mit 100,0% unmittelbar an der RAG beteiligt (siehe Erläuterung 4. Konsolidierungskreis). Bisher waren von der RAG 87,5% des anteiligen Ergebnisses im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der EVN enthalten. Vom Anteil der RBG in Höhe von 75,0% waren 49,95% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zuzurechnen.

Nach der nunmehr 100,0%igen, unmittelbaren Beteiligung der RBG an der RAG werden – im Sinne einer transparenteren, klareren und verständlicheren Darstellung der RAG – in Hinkunft 100,0% der RAG im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen abgebildet, wovon 49,97% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zugerechnet werden. Daraus resultiert sowohl eine Erhöhung des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen als auch eine Erhöhung des Ergebnisanteils anderer Gesellschafter. Auf den Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG hat diese geänderte Darstellung jedoch keine Auswirkung.

6. Auswirkung der geänderten Darstellung der RAG1)

2008/09 2007/08
Position
Tsd. EUR
Ausweis neu Ausweis bisher Ausweis neu Ausweis bisher
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –1.139,0 –568,9 11.479,5 5.734,0
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter –570,1 5.745,5
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –568,9 –568,9 5.734,0 5.734,0

1) Die angeführten Werte beziehen sich auf den früheren Anteil der EESU Holding GmbH, Wien, an der RAG, der von der Änderung betroffen war.

Die daraus resultierende Erhöhung des Minderheitenanteils wurde entsprechend in den Anteilen anderer Gesellschafter berücksichtigt (siehe Seite 75 unter Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals). Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der fehlenden Auswirkung auf den Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG nicht angepasst.

7. Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr keine Entwicklungsausgaben aktiviert, da die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien nicht erfüllt wurden.

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer werden entsprechend ihrer jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte planmäßig linear abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt.

Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen werden, sofern aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben.

8. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert. Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen linear über die voraussichtlich zu erwartende wirtschaftliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:

8. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

9. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Eine Wertminderung erfolgt, wenn der zum Stichtag ermittelte Beteiligungsansatz den Buchwert unterschreitet.

10. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

  • Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:
  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT ")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – zeigt sich bei EVN wie folgt:

10. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungs
kategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten
FLAC

Kurzfristige Schulden

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Forwards, Futures sowie strukturierte Produkte.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2-Zertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2-Zertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

11. Sonstige Beteiligungen

Anteile an verbundenen sowie assoziierten Unternehmen, die aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht konsolidiert werden, und an anderen Beteiligungen sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einer nachhaltigen Verschlechterung des Werts werden Abschreibungen vorgenommen. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

12. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 23. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 10. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

13. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz (EZG) gratis zugeteilten Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

14. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten. Die fortgeführten Anschaffungskosten können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Steuerforderungen werden mit Steuerverbindlichkeiten saldiert dargestellt, wenn sie gegenüber derselben Abgabenbehörde bestehen und ein verrechenbarer Anspruch vorhanden ist.

15. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT " eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

16. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

17. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS -Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren und den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen enthalten.

18. Langfristige Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitenden, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeitenden der EVN Netz, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitenden selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeitenden wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeitende bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitenden sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeitender und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 42. Langfristige Rückstellungen angeführt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der jeweiligen Mitarbeitenden erfolgswirksam erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" errechnet.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeitende österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeitenden der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 42. Langfristige Rückstellungen).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der jeweiligen Mitarbeitenden erfolgswirksam erfasst.

Bei Mitarbeitenden österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige langfristige Rückstellungen

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss waren. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

19. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 10. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

20. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsatzerlöse werden dann als Erlöse erfasst, wenn EVN gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht hat.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build, Own, Operate, Transfer) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

21. Ertragsteuern und latente Steuern

Der auf die EVN AG anwendbare Körperschaftsteuersatz betrug zum Abschlussstichtag 25,0%.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde vom österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen geschaffen. Die EVN macht durch die Bildung von fünf Gruppen davon Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger.

Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dabei nach der Verrechnung mit den eigenen Vorgruppenverlusten dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen wurden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der bei Umkehr der befristeten Unterschiede nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag zu erwarten ist. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für Unterschiedsbeträge, die aus at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen resultieren, wurden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

21. Ertragsteuersätze
%
2008/09 2007/08
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien1) 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland2) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen3) 20,0 15,0
Mazedonien 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Russland4) 20,0 24,0
Slowenien 21,0 22,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

1) Mit 1.1.2008 wurde der Körperschaftsteuersatz von 20,0% auf 10,0% gesenkt.

2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

3) Mit 1.1.2009 wurde der Körperschaftsteuersatz von 15,0% auf 20,0% erhöht.

4) Mit 1.1.2009 wurde der Körperschaftsteuersatz von 24,0% auf 20,0% gesenkt.

22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf eventuelle, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Bulgarien, Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7% (Vorjahr: 8,7%), angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung (außerplanmäßige Abschreibung) zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

23. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder Leasingnehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells (Build, Own, Operate, Transfer) anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

24. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens, der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

25. Segmentberichterstattung

Entsprechend den Regeln des IAS 14 sind einzelne Jahresabschlussdaten nach Segmenten und Regionen getrennt darzustellen. Die Gliederung orientiert sich dabei an der internen Berichterstattung, die eine zuverlässige Einschätzung der Risiken und Erträge der EVN ermöglicht. Durch die Segmentierung sollen Ertragskraft und Erfolgsaussichten der einzelnen Aktivitäten der EVN transparent gemacht werden.

Die mit Beginn des Geschäftsjahres 2005/06 implementierte neue Konzernstruktur der EVN findet auch in der externen Berichterstattung in Aktionärsbriefen und Geschäftsberichten seither ihren Niederschlag. Dazu erfolgt die Darstellung gegliedert in die Segmente Energie, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.

Dies soll einerseits eine kompakte Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten der EVN (Management Approach) ermöglichen und andererseits ausreichende Informationen über den Geschäftsgang in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen vermitteln, damit eine schlüssige Interpretation der Entwicklung der gesamten Unternehmensgruppe möglicht ist.

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

25. Segmentaktivitäten

Segment Aktivität
Energie Erzeugung, Netze, Energiebeschaffung und -vertrieb
sowie Südosteuropa
Umwelt Wasserver- und Abwasserentsorgung,
Thermische Abfallverwertung
Strategische Beteiligungen und Sonstiges Strategische Beteiligungen und Sonstiges, Konzernfunktionen

Die geografische Segmentierung umfasst die Unterteilung in die Regionen Österreich, Südosteuropa sowie Mittel- und Osteuropa.

Grundsatz der Segmentzuordnung

Sachlich zuordenbare Positionen sind den jeweiligen Segmenten direkt zugerechnet. Von einem Segment an ein anderes Segment erbrachte und direkt verrechenbare Leistungen werden über innerbetriebliche Leistungsverrechnung zugeordnet. Positionen, die weder direkt zuordenbar noch verrechenbar sind, werden mithilfe sachlich bedingter Umlageverfahren zugerechnet. Restgrößen werden im Verhältnis der zugeordneten Positionen verteilt.

Die Umsätze werden nach dem Bestimmungslandprinzip jenen Ländern zugerechnet, in welchen die Leistung erbracht wird. Bei Projektgeschäften entscheidet der Projektstandort.

Verrechnungspreise

Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2008/09 ergaben.

26. Immaterielle Vermögenswerte

Der Zugang durch Unternehmenserwerb bei den aktiven Firmenwerten im Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 1.088,1 Tsd. Euro stammt aus dem Erwerb der B.net.

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger sowie B.net, ausgewiesen.

Zum 30. September 2009 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24.514,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.514,9 Tsd. Euro) zu Buche. In Bulgarien wurde mit Beginn der neuen Regulierungsperiode im Geschäftsjahr 2007/08 mit einer planmäßigen Abschreibung des Kundenstocks begonnen.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden insgesamt 1.154,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 934,1 Tsd. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

26. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2008/09 Tsd. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2008 215.488,5 350.760,2 566.248,6
Währungsdifferenzen –4,7 2,0 –2,7
Zugang durch Unternehmenserwerb 1.088,1 8.215,0 9.303,0
Zugänge 11.358,9 11.358,9
Abgänge –3.290,6 –3.290,6
Umbuchungen 1.120,1 1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 216.571,9 368.165,4 584.737,3
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –208.699,2 –208.699,2
Währungsdifferenzen –1,0 –1,0
Planmäßige Abschreibungen –11.705,4 –11.705,4
Abgänge 1.472,6 1.472,6
Umbuchungen –625,6 –625,6
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –219.558,6 –219.558,6
Nettowert 30.9.2008 215.488,5 142.061,0 357.549,5
Nettowert 30.9.2009 216.571,9 148.606,8 365.178,7
Geschäftsjahr 2007/08 Tsd. EUR
Aktive Firmenwerte
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2007 191.623,6 341.783,7 533.407,3
Währungsdifferenzen 111,6 4,1 115,7
Zugang durch Unternehmenserwerb 23.753,2 54,1 23.807,3
Zugänge 14.398,7 14.398,7
Abgänge –7.416,3 –7.416,3
Umbuchungen 1.935,9 1.935,9
Bruttowert 30.9.2008 215.488,5 350.760,2 566.248,6
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2007 –205.550,1 –205.550,1
Währungsdifferenzen –1,9 –1,9
Planmäßige Abschreibungen –10.420,3 –10.420,3
Abgänge 7.353,4 7.353,4
Umbuchungen –80,2 –80,2
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –208.699,2 –208.699,2
Nettowert 30.9.2007 191.623,6 136.233,6 327.857,2
Nettowert 30.9.2008 215.488,5 142.061,0 357.549,5

27. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 3.982,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.541,3 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,39%–7,50% (Vorjahr: 5,43%–5,50%). Die Position Zugang durch Unternehmenserwerb umfasste im Geschäftsjahr 2008/09 Anlagenwerte der B.net.

In der Position Grundstücke und Bauten sind Grundwerte in Höhe von 70.452,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 69.989,4 Tsd. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1.827,7 Tsd. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 16.620,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 13.500,9 Tsd. Euro).

Die Durchführung einer Werthaltigkeitsprüfung der Sachanlagen im Vorjahr ergab bei Wärmeanlagen einen Zuschreibungsbedarf von 1.437,9 Tsd. Euro sowie Wertminderungen im Netzbereich und bei übrigen Anlagen in Höhe von 13.431,4 Tsd. Euro.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 374.739,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 294.733,4 Tsd. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 21.120,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 22.170,3 Tsd. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

27. Entwicklung der Sachanlagen Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geleistete
Geschäftsjahr 2008/09
Tsd. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Geschäfts
ausstattung
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2008 599.788,5 2.527.090,0 1.676.277,1 192.372,6 221.378,4 307.165,0 5.524.071,7
Währungsdifferenzen –7,5 –6,5 –906,7 20,4 –129,7 –2.964,4 –3.994,5
Zugang durch Unternehmenserwerb 466,6 48.460,2 900,3 1.040,0 50.867,1
Zugänge 3.624,9 81.035,5 42.250,6 8.861,0 20.956,0 249.669,5 406.397,6
Abgänge –4.201,3 –9.333,1 –12.339,0 –4.127,1 –11.093,0 –1.085,3 –42.178,7
Umbuchungen 8.517,2 88.561,8 62.546,4 –19.512,3 –8.312,4 –132.920,9 –1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 608.188,3 2.735.807,9 1.767.828,5 177.614,7 223.699,6 420.903,9 5.934.043,0
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –265.240,1 –1.451.198,4 –1.143.684,2 –104.968,8 –165.954,9 –1.052,9 –3.132.099,4
Währungsdifferenzen 2,1 4,2 –1,5 –1,1 71,5 75,1
Planmäßige Abschreibungen –16.661,4 –79.571,4 –52.132,0 –17.605,1 –20.504,6 –186.474,6
Abgänge 2.960,8 9.138,0 10.446,4 3.520,1 9.901,2 898,6 36.865,1
Umbuchungen –161,7 –16.567,7 –3.018,1 16.359,6 4.069,1 681,2
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –279.100,4 –1.538.195,3 –1.188.389,4 –102.695,4 –172.417,7 –154,3 –3.280.952,6
Nettowert 30.9.2008 334.548,4 1.075.891,6 532.593,0 87.403,8 55.423,5 306.112,1 2.391.972,3
Nettowert 30.9.2009 329.088,0 1.197.612,6 579.439,1 74.919,2 51.281,9 420.749,6 2.653.090,4
Geschäftsjahr 2007/08 Tsd. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2007 693.537,6 2.202.930,1 1.649.174,3 179.372,5 207.335,9 196.937,0 5.129.287,4
Währungsdifferenzen 638,5 238,5 659,3 14,4 146,9 –34,6 1.663,0
Zugang durch Unternehmenserwerb 17.242,5 12.453,0 3.648,2 96,4 263,7 319,8 34.023,7
Zugänge 9.859,4 101.841,6 53.474,4 12.296,9 16.081,1 206.659,9 400.213,3
Abgänge –4.090,8 –6.234,7 –11.159,1 –4.422,4 –12.416,7 –660,0 –38.983,6
Umbuchungen –117.398,6 215.861,4 –19.520,1 5.014,8 9.967,4 –96.057,1 –2.132,2
Bruttowert 30.9.2008 599.788,5 2.527.090,0 1.676.277,1 192.372,6 221.378,4 307.165,0 5.524.071,7
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2007 –307.830,0 –1.278.423,2 –1.140.462,8 –95.303,3 –156.752,2 –1.387,8 –2.980.159,3
Währungsdifferenzen –295,4 –129,4 –381,4 –1,3 –108,3 –915,8
Planmäßige Abschreibungen –16.847,2 –74.614,1 –48.292,4 –13.057,0 –20.456,7 –173.267,5
Wertminderungen –397,2 –12.233,3 –800,8 –0,1 –13.431,4
Zuschreibungen 1.069,8 337,7 30,4 1.437,9
Abgänge 3.058,6 5.940,6 10.343,2 3.393,5 11.267,9 304,5 34.308,2
Umbuchungen 57.071,1 –92.808,8 35.572,3 –0,6 94,4 –71,5
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –265.240,1 –1.451.198,4 –1.143.684,2 –104.968,8 –165.954,9 –1.052,9 –3.132.099,4
Nettowert 30.9.2007 385.707,5 924.506,9 508.711,6 84.069,2 50.583,7 195.549,2 2.149.128,1
Nettowert 30.9.2008 334.548,4 1.075.891,6 532.593,0 87.403,8 55.423,5 306.112,1 2.391.972,3

28. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen ist im Anhang ab Seite 122 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS -Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0%, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge bei den at Equity einbezogenen assozierten Unternehmen beinhalten unter anderem den Effekt aus der geänderten Darstellung der RAG (siehe Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze).

Der Effekt aus der erstmaligen Anwendung neuer IFRS betrifft die geänderte Darstellung der in den at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen ZOV und ZOV UIP erfassten Projekte im Zuge der vorzeitigen Erstanwendung von IFRIC 12 (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS ).

Die Umbuchungen bei den anderen Beteiligungen betreffen die im Einklang mit den Änderungen von IAS 39 und IFRS 7 im 1. Quartal 2008/09 durchgeführte Umklassifizierung von im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen Wertpapieren in Höhe von 23.367,5 Tsd. Euro, die bis zu diesem Zeitpunkt als "HFT " eingestuft worden waren, in die Kategorie "AFS".

In den anderen Beteiligungen sind Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 1.385.841,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.707.661,3 Tsd. Euro) enthalten. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23.854,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 15.842,9 Tsd. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert werden, handelt es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Im laufenden Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen in Höhe von 345.186,9 Tsd. Euro (Vorjahr: Zuschreibungen von 108.039,8 Tsd. Euro) betrafen Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 verrechnet wurden.

Im Berichtszeitraum wurden keine Wertminderungen (Vorjahr: 58,7 Tsd. Euro) im Periodenergebnis erfasst.

Die Anteile an der ZOV (anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2009: 50.021,3 Tsd. Euro; Vorjahr: 62.018,3 Tsd. Euro) wurden an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten.

28. Entwicklung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen

Tsd. EUR At Equity einbezo
gene assoziierte
Unternehmen
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.9.2008 513.540,8 12.284,6 376.446,6 388.731,2
Zugang durch Unternehmenserwerb 458,7 458,7
Zugänge 158.210,4 1.851,2 5.697,7 7.548,9
Abgänge –41,8 –2.477,9 –2.519,7
Umbuchungen –17,5 23.385,0 23.367,5
Bruttowert 30.9.2009 671.751,3 14.535,2 403.051,4 417.586,7
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2008 127.949,3 –5.431,5 1.340.204,5 1.334.772,9
Währungsdifferenzen –898,0
Wertminderungen –345.186,9 –345.186,9
Anteiliges Ergebnis 46.657,6
Ausschüttungen –93.905,9
Erfolgsneutrale Wertänderungen –24.673,8
Abgänge 49,4 2.474,4 2.523,8
Erstmalige Anwendung neuer IFRS –14.392,5
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2009 40.736,6 –5.382,1 997.492,0 992.109,9
Nettowert 30.9.2008 641.490,1 6.853,1 1.716.651,1 1.723.504,2
Nettowert 30.9.2009 712.487,8 9.153,1 1.400.543,4 1.409.696,6

29. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr.

Von den Ausleihungen in Höhe von 21.619,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.648,5 Tsd. Euro) hatten 3.006,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.228,5 Tsd. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 54.444,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 25.896,0 Tsd. Euro). In den Zugängen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 724,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 295,0 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 4,6%–5,9% (Vorjahr: 4,6%–9,1%).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

Die sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bankdarlehen.

I Sonstige finanzielle Vermögenswerte
I
Sonstige langfristige Vermögenswerte
I
Tsd. EUR Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2008 109.806,4 22.010,2 444.432,4 2.901,7 11.908,9 13.750,5 604.810,2
Währungsdifferenzen –14,1 –14,1
Zugang durch Unternehmenserwerb 75,8 75,8
Zugänge 1.361,8 54.554,5 15.672,4 3.562,9 1.926,2 77.077,8
Abgänge –10.030,6 –1.390,4 –48.370,3 –1.081,5 –3.210,6 –64.083,3
Bruttowert 30.9.2009 99.837,6 21.981,6 450.616,7 18.574,1 14.390,3 12.466,2 617.866,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –6.940,2 –361,6 –521,1 –7.823,0
Währungsdifferenzen 13,7 13,7
Wertminderungen –114,8 –114,8
Zuschreibungen 4.052,9 4.052,9
Abgänge 5.550,3 5.550,3
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 2.561,9 –361,6 –521,1 1.679,1
Nettowert 30.9.2008 102.866,2 21.648,5 444.432,4 2.901,7 11.387,8 13.750,5 596.987,2

29. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

29. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.9.2009 Restlaufzeit zum 30.9.2008
Tsd. EUR bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 34.024,0 88.869,9 69.611,0 192.504,8 39.225,6 110.828,2 57.654,1 207.707,9
Tilgungskomponenten 47.214,0 182.126,2 221.276,4 450.616,7 51.047,5 183.127,4 210.257,5 444.432,4
Summe 81.238,0 270.996,1 290.887,4 643.121,5 90.273,1 293.955,6 267.911,6 652.140,3

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des laufenden Geschäftsjahres werden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

30. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes (EZG). Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 48. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

30. Vorräte
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Primärenergievorräte 61.591,6 44.563,7
Emissionszertifikate 8.590,0 272,2
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 32.363,7 37.718,6
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 34.746,7 14.997,2
Summe 137.292,0 97.551,7

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten bzw. gesunkener Marktpreise wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 15.344,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.437,6 Tsd. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 151,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 10,4 Tsd. Euro).

Die Vorräte erhöhten sich durch Unternehmenserwerbe um 1.273,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 647,9 Tsd. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

31. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch eine Wertberichtigung in Höhe von 92.151,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 55.917,6 Tsd. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte, Forderungen gegenüber Partnern der Energieallianz sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthielten im Vorjahr vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

31. Forderungen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 312.594,9 305.085,8
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 10.621,4 9.952,6
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 157.647,2 131.003,9
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4.817,2 4.740,9
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 82.480,0 67.236,1
Forderungen aus derivativen Geschäften 18.814,3
568.160,7 536.833,6
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 11.495,2 32.542,6
11.495,2 32.542,6
Summe Forderungen 579.655,9 569.376,3

32. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sah zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

32. Zusammensetzung Wertpapiere
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Cashfonds 65.071,5 82.905,5
Anleihenfonds 2.052,7
Aktienfonds 3.317,5
Sonstige Fondsprodukte 13.890,2 18.572,3
Summe Fondsanteile 78.961,7 106.848,0
Festverzinsliche Wertpapiere 7.763,1 5.954,5
Aktien 11,4 23.149,1
Summe Wertpapiere 86.736,1 135.951,6

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsverlust von 1.922,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.453,1 Tsd. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gestiegener Börsekurse eine erfolgswirksame Zuschreibung in Höhe von 214,3 Tsd. Euro (Vorjahr: Abschreibung 14.307,2 Tsd. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2007/08 und 2008/09 ist auf Seite 75 dargestellt.

33. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt unverändert zum Vorjahr 300.000,0 Tsd. Euro und besteht aus 163.525.820 nennbetragslosen Stückaktien.

34. Kapitalrücklagen

Die gegenüber der Vergleichsperiode unveränderten Kapitalrücklagen enthalten gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 50.163,6 Tsd. Euro und nicht gebundene Kapitalrücklagen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 58.267,7 Tsd. Euro.

35. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.654.325,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.551.080,5 Tsd. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

35. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG Tsd. EUR
Ausgewiesener Jahresgewinn 2008/09 60.059,1
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2007/08 348,0
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 60.407,1
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –60.306,7
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2009/10 100,4

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 0,37 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2007/08 in Höhe von 60.306,6 Tsd. Euro bzw. 0,37 Euro pro Aktie wurde in der 80. ordentlichen Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 27. Jänner 2009.

36. Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3

Die im Eigenkapital ausgewiesene Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3 resultiert aus sukzessiven Unternehmenserwerben im Zuge der Übernahme von weiteren 10,05% an der RB G und des restlichen Anteils von 50,0% an der EVN LV im Geschäftsjahr 2004/05.

37. Bewertungsrücklage gem. IAS 39

In der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 werden Marktwertänderungen von Wertpapieren der Kategorie "AFS" und von Cash Flow Hedges sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erfasst.

37. Bewertungsrücklage gem. IAS 39 2008/09 2007/08
Tsd. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von Wertpapieren 997.294,6 –249.322,9 747.971,8 1.342.552,4 –335.626,8 1.006.925,6
C
ash Flow Hedges
–9.496,3 2.442,3 –7.054,0 –1.988,9 479,7 –1.509,2
At Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –15.496,0 –15.496,0 6.565,7 6.565,7
Summe 972.302,3 –246.880,6 725.421,7 1.347.129,2 –335.147,1 1.011.982,0

38. Eigene Anteile

Im Zusammenhang mit dem in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigten Rückkaufprogramm wurden zum Bilanzstichtag 30. September 2009 534.864 Stück eigene Aktien (das sind 0,33% des Grundkapitals; 30. September 2008: 278.035 Stück eigene Aktien bzw. 0,17% des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8.037,8 Tsd. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 7.316,9 Tsd. Euro (30. September 2008: Anschaffungswert von 4.753,9 Tsd. Euro bzw. Kurswert von 4.167,7 Tsd. Euro) gehalten.

Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

38. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
1.10.2007 40.881.455 40.881.455
Aktiensplit im Verhältnis 1:4 122.644.365 122.644.365
Kauf eigener Aktien –278.035 –278.035
30.9.2008 163.525.820 –278.035 163.247.785
Kauf eigener Aktien –256.829 –256.829
30.9.2009 163.525.820 –534.864 162.990.956

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 163.010.712 Stück (Vorjahr: 163.488.927 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

39. Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

40. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

40. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten

Nominalverzinsung (%) Laufzeit Nominale Buchwert
30.9.2009
(Tsd. EUR)
Buchwert
30.9.2008
(Tsd. EUR)
Effektiver
Zinssatz zu
Buchwerten1) (%)
Marktwert
30.9.2009
(Tsd. EUR)
JPY-Anleihe 5,200 1994 –2014 8,0 Mrd. JPY 61.182,7 50.440,0 8,79 71.198,6
EUR-Anleihe 5,250 2001–2011 262,9 Mio. EUR 267.299,8 251.973,8 5,20 276.597,1
CHF
-Anleihe
3,625 2009 –2014 250,0 Mio. CHF 165.575,8 5,03 175.752,8
EUR-Anleihe 5,000 2009 –2016 28,5 Mio. EUR 28.222,6 5,12 28.893,3
EUR-Anleihe 5,250 2009 –2017 150,0 Mio. EUR 148.099,7 5,39 152.430,0
EUR-Anleihe 5,250 2009 –2019 30,0 Mio. EUR 29.292,4 5,46 29.682,0
JPY-Anleihe 3,130 2009 –2024 12,0 Mrd. JPY 79.983,6 5,27 92.314,0
Summe Anleihen 779.656,7 302.413,8 5,50 826.867,7
Bankdarlehen 1,00–8,77 bis 2031 922.826,9 1.056.474,3 3,95 922.826,9
Summe 1.702.483,6 1.358.888,1 4,66 1.749.694,6

1) Zinsaufwand im Verhältnis zum durchschnittlichen Buchwert unter Berücksichtigung von Zins- und Währungssicherungsgeschäften

Der effektive Zinssatz zu Buchwerten in Höhe von 4,66% (Vorjahr: 5,40%) stellt die durchschnittliche Zinsbelastung nach Berücksichtigung von Zins- und Währungssicherungsgeschäften in Prozent bezogen auf den durchschnittlichen Buchwert dar. Zum Bilanzstichtag – somit unter Berücksichtigung der erfolgten Tilgungen – beträgt der nach Buchwerten gewichtete Zinssatz 3,50% (Vorjahr: 5,27%).

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

40. Fälligkeitsstruktur langfristige Finanzverbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2009 Restlaufzeit zum 30.9.2008
Tsd. EUR bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Anleihen 494.058,3 285.598,3 779.656,7 251.973,8 50.440,0 302.413,8
davon fix verzinst 224.405,1 205.614,7 430.019,9
davon variabel verzinst 269.653,2 79.983,6 349.636,8 251.973,8 50.440,0 302.413,8
Bankdarlehen 100.824,2 579.508,4 242.494,3 922.826,9 70.258,9 697.588,6 288.626,8 1.056.474,3
davon fix verzinst 57.983,8 329.440,4 108.842,9 496.267,1 51.966,9 272.211,7 113.203,4 437.382,0
davon variabel verzinst 42.840,4 250.068,0 133.651,4 426.559,8 18.292,0 425.376,9 175.423,4 619.092,3
Summe langfristige
Finanzverbindlichkeiten 100.824,2 1.073.566,7 528.092,6 1.702.483,6 70.258,9 949.562,4 339.066,8 1.358.888,1

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Rückkäufe getätigt. EVN hat im laufenden Geschäftsjahr erfolgreich fünf Unternehmensanleihen mit einem Gesamtvolumen von 470,0 Mio. Euro begeben.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit in Höhe von –7.080,0 Tsd. Euro (Vorjahr: –4.915,3 Tsd. Euro) stand im Wesentlichen eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps in Höhe von 6.720,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.651,7 Tsd. Euro) gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich um Darlehen, die zum Teil durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Projektgesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non-Recourse") betrugen zum Stichtag 283.375,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 335.736,5 Tsd. Euro).

Im Zuge von Projektfinanzierungen wurden Anteile an Projektgesellschaften als Sicherheit gegeben.

EVN unterzeichnete über EVN Finance B.V. am 12. September 2006 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren (2006 –2013). Zum Bilanzstichtag stand EVN diese Kreditlinie in vollem Ausmaß zur Verfügung (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt).

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

41. Latente Steuerverbindlichkeiten

41. Latente Steuern Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –25.280,0 –25.933,0
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –7.857,2 –2.465,2
Sonstige aktive latente Steuern –5.894,4 –4.579,4
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 79.214,7 71.696,5
Finanzinstrumente 256.103,9 361.082,5
Sonstige passive latente Steuern 9.615,4 19.309,1
Summe 305.902,5 419.110,5
davon aktive latente Steuern –1.198,9 –912,0
davon latente Steuerverbindlichkeiten 307.101,4 420.022,5

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

41. Veränderung latente Steuern
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Latenter Steuersaldo 1.10.2008 419.110,5 398.775,4
+/– Veränderung durch Unternehmenserwerbe –1.003,6 914,6
+/– Erfolgswirksame Veränderung latente Steuern –23.937,9 –5.097,3
+/– Erfolgsneutrale Veränderung latente Steuern –88.266,5 24.517,8
Latenter Steuersaldo 30.9.2009 305.902,5 419.110,5

Für Verlustvorträge in Höhe von 22.968,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.170,9 Tsd. Euro), mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. 12.139,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.740,4 Tsd. Euro) dieser Verlustvorträge werden innerhalb der nächsten fünf Jahre verfallen.

42. Langfristige Rückstellungen

42. Langfristige Rückstellungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Rückstellung für Pensionen 218.444,6 219.517,6
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 16.657,1 16.670,0
Rückstellung für Abfertigungen 73.975,0 72.323,0
Sonstige langfristige Rückstellungen1) 135.711,0 121.732,4
Summe 444.787,7 430.243,1

1) Der Vorjahreswert wurde aufgrund der neuen Darstellung angepasst. Siehe Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

– Zinssatz 5,50% p.a. (Vorjahr: 5,75% p.a.)

– Bezugserhöhungen 2,50% p.a.; Folgejahre 3,00% p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 3,75% p.a., Folgejahre 3,00% p.a.)

– Pensionserhöhungen 2,50% p.a. (Vorjahr: 3,75% p.a.)

– Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler"

42. Entwicklung der Rückstellungen für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 1.10. 252.450,7 240.511,4
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1.965,9 1.758,4
+ Zinsaufwand 14.527,8 12.037,0
– Pensionszahlungen –17.579,7 –16.949,0
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –12.378,9 15.093,2
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.9. 238.985,9 252.450,8
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.9. 235.101,7 236.187,6
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.9.
%
–1,6 –6,4
42. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 1.10. 76.049,0 71.522,1
+/– Währungsdifferenzen –0,3 5,8
+ Zugang durch Unternehmenserwerbe 413,9 245,9
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 3.279,5 3.057,6
+ Zinsaufwand 4.452,3 3.655,6
– Abfertigungszahlungen –5.777,3 –3.979,2
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –8.742,2 1.503,9
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.9. 69.674,9 76.011,7
Rückstellung für Abfertigungen am 30.9. 73.975,0 72.323,0
+/– Überschreitung/Unterschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.9.
%
6,2 –4,9

Die Rückstellung für Kooperationsverträge beinhaltet Verpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen aus bestehenden Verträgen. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozessrisiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken. Die Rückstellung für langfristige Finanzinstrumente wurde gemäß IFRS 7 zu den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert (siehe 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze).

42. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Tsd. EUR Jubiläumsgelder Kooperations
verträge
Mieten für
sonstige Verpflich
Netzzutritte
Prozessrisiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 1.10.2008 17.060,7 37.860,0 17.089,0 7.558,7 39.117,7 3.046,4 121.732,4
Währungsdifferenzen –9,8 –9,8
Zugang durch Unternehmenserwerbe 69,2 69,2
Zinsaufwand 951,8 1.893,0 1.427,1 210,7 1.057,9 5.540,5
Verwendung –1.620,7 –5.346,2 –6.966,9
Zuführung 546,6 327,0 2.828,6 8.106,9 3.128,7 55,0 14.992,8
Umbuchung 494,7 –141,9 352,8
Buchwert 30.9.2009 17.007,5 40.080,0 21.344,7 11.015,1 43.162,3 3.101,4 135.711,0

43. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

43. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Tsd. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 1.10.2008 313.881,3 40.440,8 354.322,2
Währungsdifferenzen 4,7 4,7
Zugang durch Unternehmenserwerbe 2.811,6 2.811,6
Zugänge 51.516,5 2.544,3 54.060,8
Auflösung –28.628,1 –3.500,5 –32.128,6
Buchwert 30.9.2009 336.774,5 42.296,2 379.070,7

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 346.942,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 324.814,5 Tsd. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

44. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht. Im Vorjahr unter den langfristigen Rückstellungen für Finanzinstrumente ausgewiesen, wurden diese im Geschäftsjahr 2008/09 gemäß IFRS 7 zu den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

44. Übrige langfristige Verbindlichkeiten Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Pachtverbindlichkeiten 34.935,0 37.812,7
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 9.752,4 10.723,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 28.690,0 26.120,2
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 16.837,9 17.148,2
Summe 90.215,3 91.804,5

44. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2009 Restlaufzeit zum 30.9.2008
Tsd. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 12.072,9 22.862,1 34.935,0 12.645,5 25.167,2 37.812,7
Abgrenzungen aus
Finanztransaktionen
3.637,0 6.115,4 9.752,4 3.840,1 6.883,4 10.723,5
Verbindlichkeiten aus derivativen
Geschäften
12.389,9 16.300,2 28.690,0 10.946,1 15.174,0 26.120,2
Sonstige übrige
Verbindlichkeiten
2.796,8 14.041,1 16.837,9 5.471,9 11.676,3 17.148,2
Summe 30.896,6 59.318,7 90.215,3 32.903,7 58.900,8 91.804,5

Kurzfristige Schulden

45. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

45. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Tsd. EUR 2008/09 2007/08
2,43% CHF
-Obligation 2004–20091)
126.719,8
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 16.992,1 27.184,2
Summe 16.992,1 153.904,0

1) Die planmäßige Tilgung der Obligation erfolgte am 10.6.2009.

46. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

46. Steuerverbindlichkeiten
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Energieabgaben 23.294,5 28.706,8
Umsatzsteuer 23.911,7 22.383,6
Körperschaftsteuer 4.461,3 5.995,9
Sonstige Posten 7.025,3 3.393,1
Summe 58.692,8 60.479,4

47. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 136.620,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 47.284,0 Tsd. Euro) enthalten.

48. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 1.505,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.993,4 Tsd. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden mittels Bescheid für das Kalenderjahr 2009 konzernweit 1.576.357 Emissionszertifikate (Vorjahr: 1.577.956) unentgeltlich zugeteilt. Für die am Bilanzstichtag darüber hinaus bestehende Unterdeckung wurde mittels Rückstellung vorgesorgt (siehe Erläuterung 30. Vorräte). Diese wurde mit dem Marktwert der Emissionszertifikate zum 30. September 2009 bewertet.

Die freiwilligen Sozialprogramme in Bulgarien und Mazedonien, für die im Vorjahr noch eine Rückstellung für Restrukturierung gebildet worden war, liefen im Geschäftsjahr 2008/09 aus.

48. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen

Sonstige kurzfristige
Tsd. EUR Personalansprüche Drohverluste Emissionszertifikate Restrukturierung Rückstellungen Summe
Buchwert 1.10.2008 57.143,0 22.178,3 439,5 5.352,2 11.297,8 96.410,8
Währungsdifferenzen –0,3 –6,6 –0,1 –7,0
Zugang durch Unternehmenserwerb 585,3 283,9 869,3
Verwendung –49.067,2 –13.303,7 –5.345,6 –4.991,0 –72.707,5
Zuführung 50.147,8 5.355,2 229,2 3.742,5 59.474,8
Umbuchung 1.093,4 –1.510,8 –417,4
Buchwert 30.9.2009 59.902,0 14.229,8 668,7 8.822,4 83.623,0

49. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität, und der EconGas, aus der Beschaffung von Erdgas.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen, Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte sowie Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der Energieallianz.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

49. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 19.239,9 71.061,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.388,1 4.651,6
Zinsenabgrenzungen 8.403,5 9.234,2
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 14.215,6 12.725,7
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 68.292,2 38.414,6
131.539,3 136.087,2
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 11.620,9 27.825,0
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 13.312,3 14.133,8
24.933,2 41.958,8
Summe 156.472,5 178.045,9

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

50. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

50. Umsatzerlöse
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Umsatzerlöse Energie 2.459.334,3 2.182.302,9
Umsatzerlöse Umwelt 236.051,5 184.563,4
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen und Sonstiges 31.632,1 30.135,5
Summe 2.727.017,9 2.397.001,9

Die Segmentberichterstattung enthält eine Gliederung der Umsätze nach Geschäftsbereichen und Regionen (siehe Seite 76 Segmentberichterstattung).

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 54.554,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 27.932,5 Tsd. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 29. Übrige langfristige Vermögenswerte).

51. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Zinsen für verspätete Zahlung von Kunden, Prämien und Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

51. Sonstige betriebliche Erträge Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 803,7 1.809,9
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 32.128,6 29.507,6
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 3.103,5 840,2
Miet- und Pachterträge 2.315,7 2.289,2
Entschädigungen und Vergütungen 7.728,3 3.392,3
Übrige sonstige betriebliche Erträge 15.631,1 13.024,5
Summe 61.710,8 50.863,8

52. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter Emissionszertifikate in Höhe von 5.035,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.468,1 Tsd. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

52. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Fremdstrombezug und Energieträger 1.653.163,8 1.375.823,4
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 297.529,1 281.748,1
Summe 1.950.692,9 1.657.571,5

53. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 8.131,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.710,3 Tsd. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 275,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 207,8 Tsd. Euro) enthalten.

53. Personalaufwand
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Gehälter 224.170,7 218.735,3
Aufwendungen für Abfertigungen 12.465,7 11.466,0
Aufwendungen für Pensionen 23.529,3 18.938,0
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 48.056,2 46.390,9
Sonstige Sozialaufwendungen 11.223,2 8.906,6
Summe 319.445,0 304.436,8

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden betrug:

53. Mitarbeitende nach Business Units Anzahl im Jahresdurchschnitt 2008/09 2007/08
Erzeugung 108 82
Netze 1.435 1.446
Vertrieb 243 174
Südosteuropa 6.036 6.560
davon Bulgarien 3.247 3.520
davon Mazedonien 2.789 3.041
Umwelt 496 456
Sonstiges 619 624
Summe 8.937 9.342

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen sind entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

54. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

54. Abschreibungen nach Bilanzpositionen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 11.705,4 10.420,3
Abschreibungen auf Sachanlagen 186.474,6 185.261,0
Summe 198.180,0 195.681,3
54. Abschreibungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Planmäßige Abschreibungen 198.180,0 183.687,8
Wertminderungen1) 13.431,4
Zuschreibungen1) –1.437,9
Summe 198.180,0 195.681,3

1) Details siehe Erläuterungen 26. Immaterielle Vermögenswerte und 27. Sachanlagen

55. Sonstige betriebliche Aufwendungen

55. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Forderungsabschreibungen 32.148,1 18.953,2
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 29.198,1 19.681,1
Betriebssteuern und Abgaben 15.947,6 15.518,3
Werbeaufwand 12.232,2 12.124,9
Telekommunikation und Portospesen 11.694,5 10.140,7
Versicherungen 10.155,7 9.535,7
Mieten 9.914,9 5.245,8
Fahrt- und Reisespesen, KFZ-Aufwendungen 7.946,9 11.514,3
Wartung und Instandhaltung 4.318,6 5.009,9
Weiterbildung 2.916,2 2.947,4
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 30.292,8 24.655,4
Summe 166.765,7 135.326,7

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

56. Finanzergebnis

56. Finanzergebnis
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Beteiligungsergebnis
RAG1) 32.177,6 82.959,2
EconGas 9.470,4 9.380,4
ZOV; ZOV UIP 8.135,0 9.928,9
BEWAG; BEGAS2) –3.401,6 –2.224,0
Andere Gesellschaften 276,2 –4.323,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 46.657,6 95.721,2
Dividendenzahlungen 47.335,8 41.331,9
Verbundgesellschaft 42.116,8 35.617,5
Andere Gesellschaften 5.219,1 5.714,4
Sonstiges 33,1 –24,8
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 47.368,9 41.307,0
Summe Beteiligungsergebnis 94.026,5 137.028,2
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 39.155,4 40.626,0
Übrige Zinserträge 8.285,2 9.308,1
Summe Zinsertrag 47.440,6 49.934,1
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –77.412,0 –77.031,4
Übrige Zinsaufwendungen –8.498,1 –7.889,9
Summe Zinsaufwendungen –85.910,1 –84.921,3
Summe Zinsergebnis –38.469,5 –34.987,2
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT ") –563,2 –11.697,9
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") –1.708,2 –17.760,4
Übriges Finanzergebnis –2.473,4 –3.728,0
Summe sonstiges Finanzergebnis –4.744,8 –33.186,2
Finanzergebnis 50.812,2 68.854,8

1) Indirekt über RB G gehalten

2) Jeweils 49,0% an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile und Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

57. Ertragsteuern

57. Ertragsteuern
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Laufender Ertragsteueraufwand 51.941,8 10.713,6
davon österreichische Gesellschaften 45.676,2 5.160,6
davon ausländische Gesellschaften 6.265,6 5.552,9
Latenter Steuerertrag –23.937,9 –5.097,3
davon österreichische Gesellschaften –23.787,2 –3.050,8
davon ausländische Gesellschaften –150,7 –2.046,5
Summe 28.003,9 5.616,2

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2009 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0% (Vorjahr: 25,0%) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2008/09 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellen sich folgendermaßen dar:

2008/09 2007/08
57. Ermittlung des Effektivsteuersatzes % Tsd. EUR % Tsd. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 226.013,4 235.459,2
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 56.503,3 25,0 58.864,8
– Abweichende ausländische Steuersätze –0,2 –468,9 –1,0 –2.331,8
+ Effekt aus Steuersatzänderungen 39,2
– Steuerfreie Beteiligungserträge –13,9 –31.309,1 –18,2 –42.890,9
+/– Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 0,2 506,9 –4,7 –10.998,7
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,3 2.899,7 0,3 702,5
+/– Aperiodische Steuererhöhungen/-minderungen –0,6 –1.424,1 0,2 390,7
+ Sonstige Posten 0,6 1.256,9 0,8 1.879,7
Effektivsteuersatz/-aufwand 12,4 28.003,9 2,4 5.616,2

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2008/09 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 12,4% (Vorjahr: 2,4%). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

58. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile von 163.010.712 Stück (Vorjahr: 163.488.927 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 177.943,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 186.936,8 Tsd. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2008/09 ein Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,14 Euro).

Sonstige Angaben

59. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 35.305,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 28.487,0 Tsd. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2008/09 141.241,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 135.431,7 Tsd. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 42.936,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 47.355,8 Tsd. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 63.534,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 82.198,6 Tsd. Euro) geleistet.

Die Auswirkungen von Unternehmenserwerben wurden eliminiert und in der Position Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe im Cash Flow aus dem Investitionsbereich dargestellt.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 8.630,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.270,2 Tsd. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Gewinne in Höhe von 3.103,5 Tsd. Euro (Vorjahr: Gewinne von 840,2 Tsd. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60.306,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 61.322,2 Tsd. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RB G und BUHO) in Höhe von 34.992,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 36.420,7 Tsd. Euro) wurden als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangenen liquiden Mittel betrugen 1.187,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 155,4 Tsd. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 27.688,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 14.143,1 Tsd. Euro).

59. Fonds der liquiden Mittel
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Kassenbestände 380,4 327,8
Guthaben bei Kreditinstituten 130.099,4 120.653,2
Liquide Mittel 130.479,8 120.980,9
Kontokorrentverbindlichkeiten –16.891,5 –26.863,5
Summe Fonds der liquiden Mittel 113.588,3 94.117,5

60. Risikomanagement

Zinsrisiken

Das Zinsänderungsrisiko beschreibt die Gefahr einer für EVN negativen Änderung des vorherrschenden Zinsniveaus mit Auswirkung auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital. Zur Minimierung der Zinsrisiken wird eine ausgewogene Mischung aus fest und variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten angestrebt. Die Risikominimierung findet durch Limits und Absicherungsstrategien sowie deren Überwachung statt. Die Steuerung der Zinsbindungsdauer erfolgt über derivative Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 10. Finanzinstrumente). Bei der Bewertung wird zwischen Finanzinstrumenten mit einer fixen Verzinsung und solchen mit einer variablen Verzinsung unterschieden.

Für die EVN werden die Zinsänderungsrisiken im Rahmen einer täglichen Überwachung mit dem Value at Risk (VaR)-Verfahren auf Basis einer eintägigen Haltedauer und einem Konfidenzniveau von 99,0% ermittelt. Das Modell basiert auf dem JP Morgan's RiskMetrics Industriestandard, wobei die Varianz-Kovarianz-Matrix selbst berechnet wird. Bei der gewählten Methode handelt es sich um den Delta-Gamma-Ansatz. Der VaR am Bilanzstichtag belief sich auf 3,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). EVN versucht Zinsschwankungen durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten entgegenzuwirken.

Währungsrisiken

Da EVN einen Teil ihres Geschäfts außerhalb der Eurozone tätigt, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen.

Währungsrisiken aus Finanzinstrumenten bestehen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht der funktionalen Währung des Konzerns entsprechen. Das Währungsrisiko aus Finanzinstrumenten besteht bei EVN primär durch die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF ) begebenen Anleihen. Die Währungsrisiken werden zentral erfasst, analysiert und gesteuert. So wurden auch die Anleihen in fremder Währung mittels Cross Currency Swaps abgesichert (siehe Erläuterungen 40. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 10. Finanzinstrumente).

Sonstige Marktrisiken

Als sonstige Marktrisiken sind Preisänderungsrisiken zu sehen, die aus Marktschwankungen resultieren. Für EVN sind dies Schwankungen der Primärenergiepreise, der Strompreise am Absatz- und Beschaffungsmarkt sowie Kursänderungsrisiken von Wertpapieren. Zur Absicherung der Preisrisiken für Strom, Gas, Öl, Steinkohle, CO2 und Biomasse werden Termingeschäfte (siehe sogleich) und Swaps (siehe Erläuterung 10. Finanzinstrumente) abgeschlossen.

60. Preisabsicherungen im Energiebereich

2008/09 2007/08
I
Nominalvolumina
I Marktwerte I
Nominalvolumina
I Marktwerte I
Tsd. EUR Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 158.762,6 –90.920,8 12.980,9 –26.454,5 –13.473,6 97.022,5 –40.940,5 13.170,7 –12.725,7 445,0
Forwards 252.560,4 –242.186,9 53.324,8 –54.592,8 –1.268,1 419.939,4 –333.073,2 99.225,5 –81.243,5 17.982,1

Kursänderungsrisiken bestehen in Bezug auf Wertpapiere in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kapitalmarkts. EVN hält wesentliche Aktienbestände an der Verbundgesellschaft.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine langfristige Finanzplanung, die Festlegung von Limits und das konzernweite Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbedarfs standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 86,7 Mio. Euro (Vorjahr: 136,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus stand EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt). Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Zudem lag das Gearing zum Bilanzstichtag mit 44,1% unter dem Branchendurchschnitt (Vorjahr: 35,3%) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

60. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Summe I
vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse I
Tsd. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse bis 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 779.656,7 1.018.653,4 36.390,5 609.986,0 372.277,0
Langfristige Bankdarlehen 922.826,9 1.108.431,9 127.521,2 676.653,6 304.257,0
Summe 1.702.483,56 2.127.085,3 163.911,7 1.286.639,6 676.534,0

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallsrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, ist vor Geschäftsabschluss eine ausreichende Besicherung zu erbringen.

Das Kreditrisiko aus dem operativen Geschäft der EVN AG umfasst das Ausfallsrisiko in Bezug auf Kunden und Vertragspartner bei Derivativen, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Geschäft abgeschlossen werden. Das Ausfallsrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vornehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zur Reduzierung des Kreditrisikos sind die Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen.

Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

60. Wertminderungen nach Klassen

Abschreibungen/Wertberichtigungen
Tsd. EUR
30.9.2009 30.9.2008
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 52,5
Wertpapiere 114,8 12.077,5
Ausleihungen 200,3
114,8 12.330,3
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 32.148,1 18.953,2
Wertpapiere 268,9 14.307,2
32.417,0 33.260,5
Summe Wertminderungen 32.531,8 45.590,8

Das maximale Ausfallsrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Konzern-Bilanz angesetzten Forderungen. Bei den Derivaten entspricht das Ausfallsrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert. Das Kreditrisiko ist mit den bilanziellen Werten begrenzt.

61. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen.

Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiertsind,stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar.

Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

61. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

I
30.9.2009
I 30.9.2008
Klassen
Tsd. EUR
Bewertungs
kategorie
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS 9.153,1 9.153,1 6.853,1 6.853,1
Andere Beteiligungen AFS 1.400.543,4 1.400.543,4 1.716.651,1 1.716.651,1
1.409.696,6 1.409.696,6 1.723.504,2 1.723.504,2
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL 102.399,5 102.399,5 102.866,2 102.866,2
Ausleihungen LAR 21.619,9 21.619,9 21.648,5 21.648,5
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 450.616,7 450.616,7 444.432,4 444.432,4
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 18.574,1 18.574,1 2.901,7 2.901,7
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 26.335,4 25.138,3
Kurzfristige Vermögenswerte 619.545,5 593.210,1 596.987,2 571.848,9
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 568.160,7 568.160,7 518.019,3 518.019,3
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 18.814,3 18.814,3
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 11.495,2 32.542,6
579.655,9 568.160,7 569.376,3 536.833,6
Wertpapiere HFT 86.736,1 86.736,1 135.951,6 135.951,6
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 130.479,8 130.479,8 120.980,9 120.980,9
130.479,8 130.479,8 120.980,9 120.980,9
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 779.656,7 826.867,7 302.413,8 324.609,0
Bankdarlehen FLAC 922.826,9 922.826,9 1.056.474,3 1.056.474,3
1.702.483,6 1.749.694,6 1.358.888,1 1.381.083,3
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten
FLAC 34.935,0 34.935,0 37.812,7 37.812,7
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 9.752,4 9.752,4 10.723,5 10.723,5
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 16.837,9 16.837,9 17.148,2 17.148,2
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 28.690,0 28.690,0 26.120,2 26.120,2
90.215,3 90.215,3 91.804,5 91.804,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 16.992,1 16.992,1 153.904,0 153.904,0
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 328.743,9 328.743,9 283.695,6 283.695,6
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 117.323,7 117.323,7 123.361,5 123.361,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 14.215,6 14.215,6 12.725,7 12.725,7
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 24.933,2 41.958,8
156.472,5 131.539,3 178.045,9 136.087,2
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 1.409.696,6 1.723.504,2
Kredite und Forderungen LAR 1.170.877,0 1.105.081,2
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam
zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 102.399,5 102.866,2
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 86.736,1 135.951,6
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Schulden FLAC 2.227.068,6 1.985.533,6

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko bergen und einen höheren Ertrag versprechen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Sie entsprechen zwar den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Beträgen, sind jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

I I
30.9.2008
Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
200,0 5,6
250,0 –4,9
8.000,0 –4,3
12.000,0 –15,4 8.000,0 –15,2
10,0 0,8 15,4 1,9
3,0 0,4 3,0 0,3
482,1 14,7 482,8 –10,3
34,9 –1,4
134,2 –14,2 136,1 0,4
105,0 0,1 105,0 0,8
30.9.2009

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR 3) gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

62. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

WTE Essen erhielt am 20. Oktober 2009 den Auftrag für Planung und Bau zweier Abwasserbehandlungsanlagen für Famagusta und Morphou, Zypern. Finanziert durch die Europäische Kommission, wird die Übergabe der schlüssselfertigen Anlagen mit einer Investitionssumme von insgesamt 11,4 Mio. Euro und einem Leistungsumfang von 33.500 EW bzw. 10.750 EW innerhalb von 24 Monaten erfolgen. Beide Anlagen helfen, die permanente Wasserknappheit auf Zypern deutlich zu verbessern.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2009 und der Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses am 10. Dezember 2009 keine wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risken setzen sich wie folgt zusammen:

63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften 52.448,3 509.152,3
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von Kraftwerken 302.120,3 150.131,9
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 220.905,1 149.131,6
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit der Errichtung von Projekten im Umweltbereich 209.428,0 80.383,6
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 8.818,7 27.821,7
Summe 793.720,4 916.621,1

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 38.337,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 421.651,9 Tsd. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassen im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Verringerung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften resultierte aus einer Umstellung der Berechnungssystematik zugunsten von e&t betreffend die abgegebenen Garantien. Die Eventualverbindlichkeiten werden hierfür nunmehr nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2009 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 40.846,6 Tsd. Euro. Das dieser Bewertung zugrundeliegende Nominalvolumen der Garantien betrug 438.500,0 Tsd. Euro Zum 31. Oktober betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 33.597,5 Tsd. Euro bei einem zugrundeliegenden Nominalvolumen von 443.500,0 Tsd. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

64. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 121 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen: Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Stichtag eine Forderung gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 3.237,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 15.653,0 Tsd. Euro).

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Mit NÖKOM existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern. Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

64. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Umsätze 284.169,0 233.592,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 705.408,6 609.656,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 154.822,1 123.402,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.393,1 59.686,3
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 5.687,0 11.238,0
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings –218,3 –880,6

Transaktionen mit nahestehenden Personen:

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2008/09 insgesamt 1.280,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.235,3 Tsd. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 984,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 949,1 Tsd. Euro) bezahlt. Im Bereich der Abfertigungs- und Pensionsaufwendungen der EVN AG ergaben sich aufgrund der Änderungen in den Berechnungsparametern sowohl für aktive Vorstandsmitglieder als auch für aktive leitende Angestellte Rückstellungsauflösungen: Für aktive Vorstandsmitglieder ergaben sich Erträge in Höhe von 430,0 Tsd. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 1.312,7 Tsd. Euro), für aktive leitende Angestellte in Höhe von 393,0 Tsd. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 1.322,0 Tsd. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 8.896,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 9.391,9 Tsd. Euro). Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 137,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 143,5 Tsd. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 74,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 82,0 Tsd. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht dargestellt. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen:

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

65. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstands Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Aufsichtsrat

Kommerzialrat Präsident Dr. Rudolf Gruber – Vorsitzender Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Kammerrat Gerhard Posset – Vizepräsident Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller Wolfgang Peterl Martin Schuster Mag. Michaela Steinacker Mag. Willi Stiowicek (seit 15. Jänner 2009) Generaldirektor Dipl.-Oec. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Rudolf Rauch – Arbeitnehmervertreter (bis 31. Dezember 2008) Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter (seit 19. Jänner 2009) Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Helmut Peter – Arbeitnehmervertreter (seit 1. Jänner 2009) Franz Ziegelwagner – Arbeitnehmervertreter

66. Freigabe des Konzernabschlusses 2008/09 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 9. Dezember 2009 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009 EVN AG

Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr.Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 24.379,5 16.024,7
Kurzfristige Vermögenswerte 347.150,3 301.634,0
Langfristige Schulden 835,4 4.983,7
Kurzfristige Schulden 305.881,8 246.362,9
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 964.462,9 776.082,7
Operativer Aufwand –957.348,9 –749.640,6
Abschreibungen –580,3 –319,0
Operatives Ergebnis (EBIT ) 6.533,8 26.123,1
Finanzergebnis 1.278,6 3.552,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 7.812,4 29.675,8

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2008/091) 2007/08
Bilanz
Eigenkapital 791.568,8 1.098.873,7
Vermögenswerte 3.552.109,2 3.579.825,0
Schulden 2.760.540,3 2.480.951,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 4.890.009,4 4.835.257,4
Ergebnis nach Ertragsteuern 144.713,2 220.715,0

1) Aufgrund der Verschmelzung der EESU Holding GmbH, Wien, ist der Vergleich mit den Vorjahreswerten nur bedingt aussagekräftig.

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Segmenten angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben für das Eigenkapital mit den Mittelkursen zum Bilanzstichtag, für das Ergebnis mit den Jahresdurchschnittskursen.

1. Beteiligungen der EVN AG

im Segment Energie ≥ 20,0% per 30.9.2009 Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2008/09
AUSTRI
A FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Wien
EVN 23,75 EUR 2.342 –180 31.12.2008 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen1) EVN Wärme 50,00 EUR NE
B.net Burgenland Telekom GmbH, ("B.net"), Eisenstadt2) Kabelsignal 100,00 EUR 10.779 –10.386 30.9.2009 V
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 96 –4 30.9.2008 NV
B.net Hungária Projekt Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 9 6 30.9.2008 NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 25 –8 31.12.2008 NE
Devoll Hydropower SH A, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien1)
EVN 50,00 ALL E
EAA Erdgas Mobil GmbH, ("EAA-EGM"), Wien Energieallianz 100,00 EUR 14.485 550 30.9.2009 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien3) EVN 16,51 EUR 122.447 45.489 31.12.2008 E
Energie Raum Mur Wasserkraftwerk
Errichtungs- und Betriebs GmbH, Graz
WTK 50,00 EUR 58 31.12.2008 NE
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("Energieallianz"), Wien EVN 45,00 EUR 19.629 –397 30.9.2009 Q
Energy Service DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 MKD 9 31.12.2008 NV
Energy Trading EAD, Sofia, Bulgarien EVN EC 100,00 BGN 102 –13 31.12.2008 V
EVN Albania SH PK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL –7 –8 31.12.2008 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 215.269 17.052 31.12.2008 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 33.794 37 31.12.2008 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 839 –26 31.12.2008 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 14.190 –8.379 31.12.2008 V
EVN Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN –2 –1 31.12.2008 NV
EVN Energia Naturale S.R.L., Rom, Italien1) evn naturkraft 100,00 EUR NV
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 40.649 31.071 30.9.2009 Q
EVN ENERTR AG Kavarna OOD, ("EVN Kavarna")
Plovdiv, Bulgarien1)
evn naturkraft 70,00 BGN 247 –9 31.12.2008 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2008/09
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf4) Utilitas 100,00 EUR 1.573 1.330 30.9.2009 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 66.554 –43 30.9.2009 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Zwentendorf an der Donau
EVN/Utilitas 100,00 EUR 101.104 222 30.9.2009 V
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN 90,00 MKD 150.584 620 31.12.2008 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD –353 134 31.12.2008 V
evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH
("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 58.629 19.398 30.9.2009 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 360.360 24.373 30.9.2009 V
EVN Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien1) EVN 100,00 HRK NV
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 102.527 1.723 30.9.2009 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 28 19 31.12.2008 NV
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro1) EVN SEE 100,00 EUR NV
EVN Trading d.o.o. Sarajevo, Sarajewo, Bosnien-Herzegowina1) EVN SEE 100,00 BGN NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 97 47 31.12.2008 NV
EVN Trading SH PK, Tirana, Albanien1) EVN SEE 100,00 ALL NV
EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien1) EVN TP 100,00 BGN NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE")
Sofia, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 689 –221 31.12.2008 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 80.017 12.326 30.9.2009 V
EVN Windpower Development & Construction S.R.L.
Bukarest, Rumänien
evn naturkraft 50,00 RON 206 –37 31.12.2008 NE
Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
Essen, Deutschland
EVN Kraftwerk 49,00 EUR 112.599 –1.469 31.12.2008 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 4.629 466 30.9.2009 E
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten EVN 49,00 EUR 17.652 2.764 31.12.2008 E
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.987 15 31.12.2008 NV
Kabelsignal AG, ("Kabelsignal"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 31.087 6.627 30.9.2009 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 53 4 31.12.2008 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG Wien evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 271 31.12.2008 NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD 2 –1 31.12.2008 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien Energieallianz 100,00 EUR 1.231 325 30.9.2009 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 21 11 31.12.2008 NV
NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., ("NÖKOM")
Maria Enzersdorf
EVN 50,00 EUR 6.357 –4.181 31.12.2008 E
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Salzburg-Aigen Energieallianz 100,00 EUR 224 6 30.9.2009 Q
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK")
Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 354 175 30.9.2009 V

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet.

2) Per 19.5.2009 erfolgte die Verschmelzung mit Dataservice GmbH, Eisenstadt.

3) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0% wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

4) vormals grafotech Beratungs- und Planungsgesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf

2. Beteiligungen der EVN AG

im Segment Umwelt20,0% per 30.9.2009

im Segment Umwelt ≥ 20,0% per 30.9.2009 Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2008/09
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 299 49 30.9.2008 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, ("AUL"), Maria Enzersdorf1) EVN Abfall 50,00 EUR E
BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 119 21 30.9.2009 NV
Cista Dolina – SH W Komunalno podjetje d.o.o.Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 EUR 78 16 30.9.2009 V
Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2008/09
DTV Rt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.453 8 31.12.2008 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, ("EVN Abfall")
Maria Enzersdorf2)
EVN Umwelt 100,00 EUR 7.300 6.385 30.9.2009 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH
("EVN MVA1"), Essen, Deutschland1)
WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.9.2009 NE
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH
("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 EUR 20.986 –5.882 30.9.2009 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH, ("EVN UBS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 4.710 322 30.9.2009 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH, ("EVN UFS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 16.643 –4.374 30.9.2009 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 125.093 6.125 30.9.2009 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 4.143 30.9.2009 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 165.397 326 31.12.2008 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 RUB 133.861 –8.311 31.12.2008 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 2.049 20 31.12.2008 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 8.930 –1.189 31.12.2008 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau Russland OAO MVA3 70,00 RUB 1.571 1.673 31.12.2008 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 381 32 31.12.2008 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 1 31.12.2008 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH
("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 8.220 432 30.9.2009 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH, ("Zelenograd")
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 20.710 1.691 30.9.2009 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Slowenien mbH, Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 22 30.9.2009 NV
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 50,00 HRK 2.884 558 31.12.2008 NE
SHW Projektgesellschaft Pskov mbH, Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 21 30.9.2009 NV
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 536 24 31.12.2008 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach evn wasser 50,00 EUR 886 –1 31.12.2008 NE
WTE Denmark A/S, ("WTE Denmark"), Birkerod, Dänemark WTE Essen 100,00 DKK 780 201 30.9.2009 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR 31 11 31.12.2008 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –9 15 30.9.2009 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR 20 2 30.9.2009 V
WTE Projektna druzba Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –50 6 30.9.2009 V
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS/
WTE Essen
100,00 EUR 77.976 30.9.2009 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 22.201 7.910 30.9.2009 V
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb")
Hecklingen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 511 30.9.2009 V
WTE Vodice d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 100,00 HRK –6 –2 31.12.2009 NV
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 EUR 69.751 6.295 30.9.2009 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 PLN 799 –300 30.9.2009 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 159 108 31.12.2008 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 138 84 31.12.2008 NV
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 HRK 116.658 10.876 31.12.2008 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o.
Zagreb, Kroatien WTE Essen 35,00 HRK 3.786 3.783 31.12.2008 E

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet.

2) vormals AVN Abfallverwertung Niederösterreich Ges.m.b.H., Maria Enzersdorf

3. Beteiligungen der EVN AG im Segment
Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20% per 30.9.2009 Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2008/09
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 873 250 31.12.2008 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 84 23 31.12.2008 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf1) EVN Geoinfo 30,00 EUR NE
BEGAS – Burgenländische Erdgasversorgungs-
Aktiengesellschaft, ("BEGAS"), Eisenstadt
BUHO 49,00 EUR 77.816 7.474 30.9.2008 E
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt EVN 73,63 EUR 76.559 6.387 30.9.2009 V
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft
(BEWAG), ("BEWAG"), Eisenstadt BUHO 49,00 EUR 192.888 2.321 30.9.2008 E
Ernst Hora Elektroinstallationen Gesellschaft m.b.H.
("Ernst Hora"), Wien first facility 100,00 EUR 61 4 31.12.2008 NV
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 524 71 30.9.2009 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande EVN FM 100,00 EUR 2.054 45 30.9.2009 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 20.759 9.858 30.9.2009 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 20.880 9.925 30.9.2009 V
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 2.946 –1.796 31.12.2008 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 EUR 198 41 30.9.2009 E
first facility Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien first facility 100,00 BGN 61 57 31.12.2008 NV
first facility d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien1) first facility 51,00 RSD NV
first facility GmbH, ("first facility"), Wien Utilitas 100,00 EUR 824 403 30.9.2009 V
first facility Ingatlankezelö Kft., Budapest, Ungarn first facility 100,00 HUF –149 17 31.12.2008 NV
first facility Imobile SR L, Bukarest, Rumänien first facility/Ernst Hora 95,00 RON 3 31.12.2008 NV
first facility - Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei first facility 92,50 EUR –12 31.12.2008 NV
first facility Makedonia DOOEL, Skopje, Mazedonien first facility 100,00 MKD 16 12 31.12.2008 NV
Niederösterreichische Facility Management GmbH
Wiener Neustadt
first facility 40,00 EUR –23 –66 31.12.2008 NE
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs- und
-servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf1)
Utilitas 50,00 EUR NE
Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft
(Verbund), ("Verbundgesellschaft"), Wien2)
EVN 13,01 EUR 1.645.891 621.517 31.12.2008 N
EVN AG/
EVN Netz/
R 138-Fonds, ("R 138-Fonds"), Wien evn wasser 100,00 EUR 88.933 1.238 30.9.2009 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 50,03 EUR 117.128 66.497 31.3.2009 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 143.125 108.657 31.12.2008 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland V&C 100,00 EUR –43 31.12.2008 NV
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft
m.b.H, ("Utilitas"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 185.910 16.955 30.9.2009 V
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH, Mainz, Deutschland V&C 50,00 EUR 74 13 31.12.2008 NE
V2 FM, Wien first facility 100,00 EUR 83 –117 31.12.2008 NV
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 637 309 31.3.2009 V
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs GmbH, Wien Utilitas 47,37 EUR 921 –2 30.11.2008 NE

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0% wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2009, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2009 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS s), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sowie der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2009 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS s), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 19. November 2009

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

EVN AG

Jahresabschluss 2008/2009 nach UGB

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008/09

Bericht des Vorstandes

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Im Dezember 2008 verabschiedete das Europäische Parlament das von der EU-Kommission Anfang 2008 vorgelegte Klima- und Energiepaket. Damit wurden die bis zum Jahr 2020 festgelegten Dreieckziele – Reduktion des Energieendverbrauchs und der Treibhausgasemissionen (CO2) um 20 % gegenüber 1990 sowie Ausbau der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf 20 % des Energieverbrauchs auf Basis 2005 – für die Mitgliedsländer rechtsverbindlich und müssen in nationales Recht umgesetzt werden.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen die energieintensive Industrie und Energiewirtschaft ihren CO2- Ausstoß bis 2020 um 21 % senken. Sektoren, die nicht dem Emissionshandel (z. B. Verkehr) unterliegen, sind verpflichtet, eine Senkung um mindestens 16 % zu erreichen. Ein Hauptinstrument des Maßnahmenpakets ist der EU-weite Handel mit Emissionszertifikaten. Die neue CO2- Emissionshandelsrichtlinie sieht vor, dass die bislang erfolgte teilweise Gratiszuteilung von Zertifikationen aufgegeben wird und die europäischen Energieversorger mit der Ausnahme der neuen Beitrittsländer in Zentral- und Osteuropa ab 2013 ihre Emissionsrechte in vollem Umfang ersteigern.

Das bisherige Ziel die treibhausrelevanten Emissionen um 20% zu reduzieren wurde durch neue Vorschläge des EU-Parlaments auf mindestens 30 % bis zum Jahr 2020 und 50 % bis zum Jahr 2050 ausgedehnt. Die im Dezember 2009 stattfindende Klimakonferenz in Kopenhagen wird weitere wichtige Schritte und Ziele in der europäischen Klimapolitik setzen.

Aufgrund des "burden sharing", welches das nationale Potential berücksichtigt, ist Österreich verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energieträger am Energieendverbrauch von 25,8 % in 2005 auf 34,0 % zu erhöhen. Um das CO2-Einsparziel des Kyoto Abkommens zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen um 13 % unter dem Wert von 1990 auf rund 68,7 Mio. Tonnen reduziert werden.

Für Bulgarien, dem Heimatmarkt der EVN-Tochtergesellschaften EVN Bulgaria EP AD und EVN Bulgaria EC AD und EU-Mitglied seit 1.1.2007, wurde das Ziel eines 16 %igen Anteils aus erneuerbaren Energieträgern gesetzt. Das CO2 Reduktionsziel von 8 % gegenüber dem Basiswert von 75 Mio. Tonnen wurde im Jahr 2008 mit einem deutlichen Rückgang der Emissionen bei weitem erreicht.

Energiepolitisches Umfeld

Regulierung der Strom- und Gasnetze

Im Bereich der Stromnetze wurde Anfang 2006 und der Gasnetze Anfang 2008 das System der Anreizregulierung eingeführt. Das Anreizregulierungssystem ersetzt die jährlich stattfindenden Tarifprüfungsverfahren durch mehrjährige Regulierungsperioden, während die Tarifentwicklung einem festgelegten Automatismus folgt. Im Stromnetz endet die erste Regulierungsperiode am 31. Dezember 2009 und im Gasnetz 2012. Die Anreizregulierungsmodelle wurden auf einheitlicher Basis erstellt. Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, die um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete generelle Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung vermindert wird. Den Kern beider Modelle bildet ein nationales Benchmarking der österreichischen Netzbetreiber. Die EVN ging aus dem Benchmarking sowohl im Strom- als auch im Gasnetz als einer der effizientesten Anbieter hervor und muss daher keine bzw. nur marginale individuelle Abschläge auf die zugestandene Tarifierungskostenbasis hinnehmen.

Nach mehrmonatigen Verhandlungen konnte im Juli 2009 zwischen der Interessensvertretung der Elektrizitätswirtschaft (VEÖ) und der Regulierungsbehörde eine Vereinbarung über die wesentlichen Parameter für die zweite Regulierungsperiode im Stromnetzbereich (2010 bis 2013) abgeschlossen werden. Diese sieht u.a. eine höhere Verzinsung des eingesetzten Kapitals und bessere Investitionsanreize als in der ersten Periode vor.

Ökostromgesetz

Um bis 2015 den Ökostrom-Anteil in Österreich auf 15 % zu erhöhen setzt die am 23.9.2009 vom Nationalrat verabschiedete Ökostromgesetz-Novelle schwerpunktmäßig auf Wind- und Wasserkraft. Die jährliche Förderung für neue Ökostromanlagen wird für die nächsten 13 Jahre 21 Mio. Euro betragen, 12,5 Mio. Euro davon entfallen auf Optimierung und Neubau der Kleinwasserkraftanlagen. Die Höhe der Einspeisetarife von Strom aus Windkraft wurde bis zu 20 Jahre garantiert. Außerhalb der Ökostromgesetz-Novelle wird die Stromerzeugung aus Fotovoltaik und der Fernwärmeausbau auf Biomasse und -gas Basis subventioniert.

Die Ökostrom-Novelle wird die Umsetzung von drei bereits genehmigten EVN Windparkprojekten in Niederösterreich beschleunigen.

Energiestrategie Österreich

Mitte 2009 hat die Ausarbeitung der "Energiestrategie Österreich" mit den von der EU vorgegebenen Hauptrichtungen und mit fünf gleichwertigen Zielvorgaben – Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit, Kosten- und Energieeffizienz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit – gestartet. Derzeit läuft die Evaluierung der 350 eingebrachten Maßnahmen in Arbeitsgruppen, in denen die EVN auch vertreten ist. Strategiekonferenz und Beschluss in der politischen Koordination sind im Jänner 2010 zu erwarten.

CO2-Emmissionszertifikate

Aufgrund des Kyoto-Abkommens hat sich Österreich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2012 um 13 % zu reduzieren. Von der aus der CO2-Emmissionsprognose für Österreich errechneten Gratis-Zuteilungsmenge von 32,8 Mio Tonnen wurden durch die Europäische Kommission nur 30,33 Mio Tonnen genehmigt, wodurch sich in Summe eine Lücke zwischen Emissionsprognosen und Zuteilungsmenge von mehr als 20 % ergibt.

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der österreichischen Elektrizitätswirtschaft auf Basis der historischen Emissionen Gratis-CO2-Emissionszertifikate im Ausmaß von 7,70 Mio. Tonnen p.a. zugeteilt, wovon rund 1,58 Mio. auf die EVN entfallen. Die EVN rechnet für die nächsten Jahre mit einem notwendigen Zukauf von Zertifikaten für rund 0,5 bis 0,8 Mio Tonnen p.a.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft ist im 4. Quartal 2008 massiv eingebrochen. Im 1. Quartal 2009 hat die konjunkturelle Talfahrt an Dynamik gewonnen, im 2. Quartal hat sich das Tempo des Wirtschaftseinbruchs verlangsamt. Nach einem BIP Rückgang im Euroraum im 4. Quartal 2008 um 1,9 % und um 2,4 % im 1. Quartal 2009 – jeweils im Vergleich zum Vorquartal – ging die Wirtschaftsaktivität im 2. Quartal 2009 nur um 0,2 % zurück. Im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres ist das BIP im 1. Quartal 2009 um 4,9 % und im 2. Quartal um 4,8 gesunken.

Die wichtigsten Vorlaufindikatoren deuten auf eine spürbare Erholung der Wirtschaftslage seit Mitte 2009 hin: Im 2. Quartal 2009 stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte um 0,1 % und die steile Talfahrt der Investitionen hat sich abgebremst. Für den Euroraum wird für 2009 nunmehr ein BIP-Rückgang von etwa 3,5 % erwartet. Bei Annahme einer Stabilisierung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2009 wird für 2010 mit einer leicht negativen Wachstumsrate gerechnet.

Im Einklang mit der internationalen Entwicklung brach die Wirtschaftsleistung Österreichs im 1. Quartal 2009 um 2,7 % im Vergleich zum Vorquartal ein. Im 2. Quartal zeichnete sich jedoch eine leichte Stabilisierung ab – das BIP sank nur um 0,5 %. 2009 wird das BIP in Österreich laut Prognosen um 3,4 – 3,8 % schrumpfen. 2010 könnte sogar ein leicht positives Wachstum erzielt werden. Der Einbruch der

Wirtschaftsleistung vor allem im Euroraum blieb für den Wirtschaftsraum Zentral- und Osteuropa bzw. Südosteuropa nicht ohne Auswirkungen, weshalb für 2009 ein BIP-Rückgang von 2,5 % bzw. 5,0 % prognostiziert wird. Auch für Bulgarien bzw. Mazedonien ist mit einem BIP-Rückgang um 4,0 % bzw. 3,0% zu rechnen.

Energiewirtschaftliches Umfeld

2007/08 2006/07 Veränderung
GJ GJ %
Temperaturen1 94 102
Rohölpreis - Brent EUR/bbl 42,91 70,41 -39,1%
Gaspreis - GIMP Cent/m³ 25,21 28,30 -10,3%
Kohle - API#2 (Notierung in ARA) EUR/t 65,23 98,84 -34,0%
CO2-Zertifikate (1.Periode) EUR/t 14,50 17,92 -19,0%
Strom - Spotmarkt
EEX Grundlaststrom EUR/MWh 46,20 63,20 -26,9%
EEX Spitzenstrom EUR/MWh 61,57 86,58 -28,9%
Berechnet nach Heizgradsummen. Die Basis (100%) entspricht dem Durchschnittswert
1
1997-2006.

Die obige Darstellung enthält Durchschnittswerte.

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Demgegenüber nimmt die wirtschaftliche Entwicklung auf die Energienachfrage der Industriekunden Einfluss.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wirkte sich die warme Witterung leicht negativ aus, der temperaturbedingte Energiebedarf lag in Niederösterreich um etwa 6 % unter dem langjährigen Durchschnitt, in Mazedonien bzw. Bulgarien um 5,2 % bzw. um 1,3 %.

Bedingt durch den Konjunktureinbruch gaben im Geschäftsjahr 2008/09 die Primärenergie- und Strompreise sowie die Preise für CO2-Emissionszertifikate stark nach. Der Preis für das in Europa als Referenz geltende Nordseeöl Brent stürzte auf US-Dollar-Basis um 45,3 % und auf Euro-Basis um 39,1 % ab. Der Preisverlauf für Kohle hat mit einem Rückgang um rund 34,0 % diese Entwicklung widergespiegelt. Der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis nahm im Geschäftsjahr 2008/09 – infolge der zeitlichen Verzögerung von rund sechs Monaten – nur um 10,3 % ab, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres jedoch massiv um 30,0 %. Der Preis für CO2-Emissionszertifikate fiel im Geschäftsjahr 2008/09 infolge der niedrigeren Stromnachfrage bzw. -produktion um 19,0 %.

Im Berichtsjahr bewegten sich die europäischen Strompreise uneinheitlich und auf niedrigem Niveau. Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen – bedingt durch den Preisverfall bei Primärenergie seit Mitte 2008 bzw. den Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem 4. Quartal 2008 – um 26,9 % bzw. 28,9 % unter dem Vorjahresniveau.

Im Sinne der Versorgungssicherheit kauft EVN Primärenergie und Strom auf dem Terminmarkt. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2008/09 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2008 noch auf hohem Niveau und begründet im Wesentlichen die Erhöhung der Endkundenpreise der EVN für Strom und Gas per 1. November 2008. Der Gaspreis wurde – entsprechend der Entwicklung der Primärenergiepreise – im Geschäftsjahr 2008/09 zweimal gesenkt.

Bedingt durch die Konjunkturschwäche nahm seit dem 4. Quartal 2008 der Stromverbrauch in Österreich massiv ab. Nach Angaben der Regulierungsbehörde E-Control sank der Stromverbrauch im 4. Quartal 2008 bedingt durch ein geringeres BIP-Wachstum und eine warme Witterung um 3,2 %. Im 1. bzw. 2.

Quartal 2009 verringerte sich der Stromverbrauch um 2,9 % bzw. 7,9 %. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich vor allem in der Energienachfrage der Industrie niedergeschlagen, der Rückgang beim Strom betrug im 1. Halbjahr 2009 etwa 10,0 %. Laut den Prognosen wird 2009 der gesamte Energieverbrauch in Österreich um etwa 8,0 % schrumpfen. Für EVN sind die Absatzrückgänge aufgrund ihrer stabilen Kundenstruktur in Niederösterreich und in der südosteuropäischen Region jedoch deutlich niedriger ausgefallen.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassend feststellen: Der Preisrückgang der Primärenergieträger (Rohöl, Erdgas und Steinkohle) wirkten sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Nachdem im Mittelpunkt der EVN-Strategie die Versorgungssicherheit steht, stellen sich die Preise auf dem Terminmarkt als entscheidende Faktoren auf die Ergebnisentwicklung der EVN dar. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2008/09 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2008 noch auf hohem Nievau, weshalb sich Marktpreiseffekte nur zeitlich verzögert auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate haben sich aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr nur eingeschränkt ausgewirkt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kennzahlen zur Ertragslage

2008/09 2007/08 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Umsatzerlöse 467,0 397,0 70,0 17,6%

Die Umsatzerlöse setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 276,8 Mio EUR, Gaserlösen in Höhe von 35,8 Mio EUR, Wärmeerlösen in Höhe von 8,0 Mio EUR und sonstigen Umsatzerlösen in Höhe von 146,4 Mio EUR zusammen.

Die Stromerlöse zeigen trotz eines verglichen mit dem Vorjahr geringeren Spreads zwischen Verkaufs- und Primärenergiepreisen eine deutliche Steigerung von 55,9 Mio EUR. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die produzierte Energie bereits im Vorfeld zu hohen Marktpreisen verkauft werden konnte. Während die Gaserlöse gegenüber dem Vorjahr beinahe unverändert geblieben sind, konnten die Wärmeerlöse um 2,1 Mio EUR gesteigert werden.

Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhten sich um 11,4 Mio EUR. Dies ist in erster Linie auf gesteigerte konzerninterne Verrechnungen zurückzuführen.

Berechnung 2008/09 2007/08 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Ergebnis vor Zinsen
und Steuern
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 202,4 194,0 8,3 4,3%
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen gemäß
§ 231 (2) Z 15 UGB

Die Aufwendungen für Primärenergie, CO2-Kosten und Strombezugskosten betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 254,5 Mio EUR (Vorjahr: 189,0 Mio EUR). Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 65,5 Mio EUR. Dieser ist zum einen auf die im Rahmen der Übernahme von Vermarktungstätigkeiten für die evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH von dieser zugekauften Energie und zum anderen auf notwendige Wertberichtigungen im Bereich des Kohlelagers und der CO2-Zertifikate zurückzuführen.

An Materialaufwand und sonstigen bezogenen Leistungen sind 83,7 Mio EUR (Vorjahr 90,3 Mio EUR) angefallen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 6,6 Mio EUR, welcher vor allem auf eine Reduktion der Instandhaltungsaufwendungen zurückzuführen ist.

Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2008/09 74,0 Mio EUR (Vorjahr 66,4 Mio EUR). Bei der EVN AG waren zum Bilanzstichtag 623 Angestellte auf Vollzeitbasis beschäftigt. Bei der EVN AG sind derzeit keine Lehrlinge in Ausbildung. Daraus resultiert ein Personalaufwand pro Mitarbeiter von 0,1 Mio EUR. Der Umsatz pro Mitarbeiter beträgt 0,7 Mio EUR.

Die Abschreibungen lagen im Berichtszeitraum mit 4,0 Mio EUR auf demselben Niveau wie im Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 62,0 Mio EUR (Vorjahr 46,9 Mio EUR). Diese setzen sich hauptsächlich aus Versicherungs-, Beratungs-, Umweltschutz- und Werbeaufwendungen, Konzernverrechnungen sowie sonstigen Steuern und Abgaben zusammen.

Aufgrund der oben angeführten Rahmenbedingungen konnte ein Betriebserfolg in Höhe von 19,8 Mio EUR erzielt werden, was eine Steigerung von 15,3 Mio EUR gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Das Finanzergebnis ist vor allem durch Beteiligungserträge, Zinsaufwendungen und –erträge sowie durch sonstige Finanzaufwendungen und –erträge geprägt. Das Beteiligungsergebnis reduzierte sich im Geschäftsjahr 2008/09 um 14,5 Mio EUR auf 160,7 Mio EUR, was auf das geringere Vorjahresergebnis der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, welches im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgeschüttet wurde, zurückzuführen ist. Während das Zinsergebnis durch die Ausweitung der langfristigen Finanzierungen belastet war, haben sich die Aufwendungen für Wertpapiere des Umlaufvermögens aufgrund der sich wieder erholenden Finanzmärkte deutlich reduziert.

Trotz des schwierigen Umfeldes konnte ein Finanzergebnis in Höhe von 129,5 Mio EUR erzielt werden, welches um 9,4 Mio EUR oder 6,8 % unter dem Vorjahr liegt.

Insgesamt führten die beschriebenen Entwicklungen zu einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 149,3 Mio EUR; dies bedeutet eine Erhöhung von 5,9 Mio EUR bzw. 4,1 %; das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich um 8,3 Mio EUR auf 202,4 Mio EUR erhöht.

Berechnung 2008/09 2007/08
% %
EBIT-Marge Betriebsergebnis 4,2% 1,1%
Umsatzerlöse

Die gestiegene EBIT-Marge erklärt sich aus den oben beschriebenen Entwicklungen, wobei eine Erhöhung von 338,0 % beim EBIT einer Erhöhung um 17,6 % bei den Umsatzerlösen gegenüber steht.

Berechnung 2008/09 2007/08
% %
Eigenkapitalrentabilität Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 10,8% 11,0%
durchschnittliches Eigenkapital

Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern hat sich geringfügig verringert, da das durchschnittliche Eigenkapital etwas stärker als das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gestiegen ist.

Berechnung 2008/09 2007/08
% %
Gesamtkapitalrentabilität Ergebnis vor Zinsen und Steuern 6,9% 6,9%
durchschnittliches Gesamtkapital

Da das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in etwa im gleichen Ausmaß wie das durchschnittliche Gesamtkapital gestiegen ist, ist die Gesamtkapitalrentabilität unverändert bei 6,9% geblieben.

Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Berechnung 30.09.2009 30.09.2008 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoverschuldung Verzinsliches Fremdkapital 783,7 795,7 -12,0 -1,5%
- Flüssige Mittel

Das verzinsliche Fremdkapital und die flüssigen Mittel berechnen sich dabei folgendermaßen:

Berechnung 30.09.2009 30.09.2008 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Verzinsliches
Fremdkapital
Anleihen 909,3 964,8 -55,5 -5,8%
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+ Rückstellungen für Abfertigungen
+Rückstellungen für Pensionen
+Rückstellungen für Jubiläumsgelder
30.09.2009 30.09.2008 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Flüssige Mittel Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei
Kreditinstituten, Wertpapiere des UV sowie aus
sonstigem Finanzvermögen
125,5 169,1 -43,5 -25,7%

Aufgrund des gleichzeitigen Abbaus des verzinslichen Fremdkapitals als auch des kurzfristigen Wertpapierbestandes hat sich die Nettoverschuldung um 1,5% auf 783,7 Mio EUR verringert.

Berechnung 30.09.2008 Veränderung
Mio € Mio € Mio € %
Nettoumlaufvermögen Umlaufvermögen 362,3 76,4 285,9 374,1%
- langfristiges Umlaufvermögen
=Kurzfristiges Umlaufvermögen
- kurzfristiges Fremdkapital
=Nettoumlaufvermögen

Die deutliche Steigerung des Nettoumlaufvermögens ist zum einen auf gestiegene Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Konzernveranlagungen und zum anderen auf Umschuldungen von kurzfristigen Finanzierungen auf langfristige Finanzierungen durch die Ausgabe von Anleihen zurückzuführen.

Berechnung 30.09.2009 30.09.2008
% %
Eigenkapitalquote Eigenkapital 46,5% 47,7%
Gesamtkapital

Die Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr 2008/09 3.048,5 Mio EUR (VJ: 2.837,7 Mio EUR) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 210,8 Mio EUR erhöht. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Gesellschaft hat sich um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr erhöht und beläuft sich unter Berücksichtigung der unversteuerten Rücklagen auf 1.433,0 Mio EUR (VJ: 1.366,2 Mio EUR).

Das um 7,4 % erhöhte Gesamtkapital führt bei einem vor allem aufgrund des Jahresergebnisses 2008/09 um 4,8 % gestiegenen Eigenkapitals zu einem Rückgang der Eigenkapitalquote um 1,2 %-Punkte.

Berechnung 30.09.2009 30.09.2008
% %
Nettoverschuldungsgrad Nettoverschuldung 55,2% 58,8%
Eigenkapital

Aufgrund der gesunkenen Nettoverschuldung und dem gestiegenen Eigenkapital reduzierte sich der Nettoverschuldungsgrad auf 55,2 %. Erläuterungen dazu siehe Kennzahl: Nettoverschuldung.

Geldflussrechnung

Berechnung 2008/09 2007/08 Veränderung
Mio EUR Mio EUR Mio EUR %
Geldflussrechnung Geldfluss aus dem Ergebnis 123,9 174,3 -49,7 -28,5%
Netto-Geldfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit
144,6 187,7 -156,2 -83,2%
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit -66,3 -346,1 267,9 77,4%
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit -110,7 -57,7 60,5 104,8%
Veränderung des Finanzmittelbestandes
aufgrund Ausgliederung des Teilbetriebs
Wärmegeschäft
0,0 -10,1 10,1 100%
Zahlungswirksame Veränderung des
Finanzmittelbestandes
-32,4 -226,3 182,3 80,6%

Ausgehend von einem Jahresüberschuss in Höhe von 127,0 Mio EUR konnte ein Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit von 144,6 Mio EUR erwirtschaftet werden. Während sich die Erhöhung der übrigen Verbindlichkeiten positiv auf den operativen Cashflow ausgewirkt hat, wirkten sich der Abbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Zunahme der Vorräte negativ auf den operativen Cashflow aus.

Aufgrund der weiterhin hohen, aber gegenüber dem Vorjahr vor allem im Finanzanlagenbereich stark reduzierten Investitionstätigkeit belief sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf -66,3 Mio EUR.

Ausgehend von der im Geschäftsjahr 2008/09 durchgeführten Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn 2007/08 in Höhe von 60,3 Mio EUR, einer Erhöhung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie einer Reduktion der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten weist die EVN AG einen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 2,9 Mio EUR aus.

Insgesamt resultierte aus dieser Entwicklung ein Rückgang des Finanzmittelbestandes um 32,4 Mio EUR.

Zweigniederlassungen

EVN verfügt über keine Zweigniederlassungen im Sinne des § 243 Abs 3 Z 4 UGB; die im Geschäftsjahr 2004/05 noch vorhandenen wirtschaftlich und organisatorisch unselbständigen Außenstellen für den Kundendienst und die technische Netzbetreuung wurden im Zuge der Ausgliederung des Netzbetriebes in die EVN Netz GmbH überführt.

Forschung und Entwicklung

Die EVN AG beurteilt Investitionen in Forschung und Entwicklung als essenziellen Bestandteil ihres Unternehmenserfolgs und engagiert sich seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten. Dabei werden die Forschungsaktivitäten speziell auf dem Gebiet der Energieerzeugung mit dem Ziel, neue Technologien der effizienten Energieumwandlung und -anwendung frühzeitig im eigenen Bereich einzusetzen, gebündelt. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden die laufende Erhöhung der Wirkungsgrade und die Emissionsreduktion bei allen Erzeugungsanlagen. Die EVN AG setzt dabei unter anderem auf

Forschungskooperationen mit Höheren Technischen Lehranstalten, Fachhochschulen und Technischen Universitäten.

Im Berichtszeitraum hat die EVN AG in Summe mehr als 0,5 Mio EUR für Forschungs- und Entwicklungsprojekte aufgewendet. Davon wurde der EVN ca. 15% durch Forschungsförderungseinrichtungen vergütet.

Noch auf Jahrzehnte wird der Energiebedarf vor allem durch fossile Energieträger befriedigt werden müssen, die für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich sind. Die EVN engagiert sich in mehreren nationalen und internationalen Forschungsinitiativen, um eine Verbesserung der Wirkungsgrade der Produktionsanlagen zu erreichen – die erste und wichtigste Maßnahme zur Minderung der CO2- Emissionen.

Die EVN hat sich zum Ziel gesteckt, einen konstruktiven Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit über die Abscheidung und Speicherung von CO2 ("Carbon Capture and Storage", CCS) in Gang zu setzen. Die EVN kooperiert bei diesen Fragestellungen eng mit den betroffenen Behörden, anderen Energieversorgungsunternehmen sowie mit namhaften nationalen und internationalen Universitäten. Die ersten Ergebnisse zeigten, dass die Implementierung der derzeit verfügbaren Abscheidetechnologien einen erheblichen Rückgang des Wirkungsgrads zur Folge hat. Es wird nun versucht, diesen Nachteil durch geeignete Maßnahmen zu minimieren. Unter gewissen Rahmenbedingungen stellt CCS eine Option dar, die CO2-Emissionen eines fossil gefeuerten Kraftwerks zu minimieren. Vor einem großtechnischen Einsatz ist allerdings weitere Forschung auf diesem Gebiet notwendig, an der sich die EVN auch weiterhin aktiv beteiligt.

Durch unternehmensübergreifende Zusammenarbeit ist unter Leitung der EVN ein Verfahren entstanden, mit dem aus Nebenprodukten aus der kalorischen Stromerzeugung der Baustoff Realit erzeugt werden kann. Bereits lange bevor es Stand der Technik war, wurden, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Auflagen zur Einhaltung von Grenzwerten für Schwefeldioxid im Rauchgas, im Kohlekraftwerk Dürnrohr Rauchgasentschwefelungsanlagen errichtet. Der geforderte Abscheidegrad von >90 % wird problemlos eingehalten. Es bildet sich ein Gemisch aus Kalziumsulfit und Kalziumsulfat vermischt mit Flugasche – diese gipsähnliche Verbindung, Realit, kommt als Baustoff im bergmännischen Versatz zum Einsatz. Seit Herbst 2008 wird mit diesem Verfahren im Kraftwerk Dürnrohr kommerziell Realit erzeugt. Mit dieser technisch einwandfreien und sauberen Lösung zur Nebenproduktverwertung werden die bisherigen Umweltschutzaktivitäten ergänzt.

Weltweit werden derzeit Forschungsanreize im Energiesektor gesetzt, wobei die Schwerpunkte auf dem Bereich dezentraler Erzeugung aus vorwiegend erneuerbaren Energien liegen. Auf dem Mobilitätssektor wird die Elektromobilität an Bedeutung gewinnen. Die EVN verfolgt diese Entwicklungen zeitnah und erprobt im Rahmen eines Pilotprogramms neue Technologien. So kommen beispielsweise Mikro-KWK(Kraft-Wärme-Kopplung)-Anlagen und die Absorptionswärmepumpe in der Praxis zum Einsatz; speziell zu dieser Thematik werden im Bereich Erdgas-Absorptionstechnologie und der dezentralen Energieversorgungstechnik ausgewählte Innovationen einem Praxistest unterzogen. Dabei fokussieren die Versuche der EVN vor allem den Bereich dezentrale Energieversorgungstechniken mit dem Ziel, den Primärenergieaufwand zu verringern und den Gesamtwirkungsgrad der Anlagen zu erhöhen.

Im Bereich der erneuerbaren Energieträger unterhält die EVN Forschungsprojekte wie jenes zur Beurteilung der optimalen Ausnutzung von Solarenergie anhand der neu errichteten Photovoltaikanlage in Zwentendorf in Kooperation mit NÖTECH NÖ Energieforschungs-, planungs-, betriebs- und servicegesellschaft m.b.H., einer Tochtergesellschaft des Landes Niederösterreich und der EVN AG.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Zur Minimierung der Umweltrisiken führte die EVN AG ab dem Jahr 1996 in ihren Standorten mit wesentlichen Umweltauswirkungen Umweltmanagementsysteme nach EMAS und ISO 14001 ein. Seither wurden nahezu alle thermischen Erzeugungsanlagen der EVN AG zertifiziert. Den Kern dieser Ausrichtung bildet ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der sicherstellt, dass im Hinblick auf Risikominimierung

bei potenziell gefährdeten Arbeitsabläufen Kennzahlen und Umweltauswirkungen erhoben und analysiert, Stärken und Schwächen erkannt sowie mögliche Verbesserungspotenziale aufgezeigt und genutzt werden.

Als Energieversorgungsunternehmen liegt der Schwerpunkt der EVN Umweltschutzagenda jedoch vor allem im Klimaschutz, der sich auf die Säulen konsequente Reduktion der CO2-Emissionen, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energiequellen stützt. Das Umweltbewusstsein der EVN endet jedoch nicht bei diesen teilweise auch energiepolitisch bedingten Anstrengungen, sondern geht weiter darüber hinaus. So wurden etwa mehrere Projekte zur Sicherstellung der Artenvielfalt realisiert, ökologische Ausgleichsflächen geschaffen und Umweltmanagementsysteme sowie ein internes Umweltcontrolling eingeführt.

Auf Basis des bestehenden Umweltmanagementsystems wurden die Anforderungen an Qualität, Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Arbeitsschutz, Recht und Sicherheit in einem einheitlichen System erfasst sowie sämtliche darauf bezogene Maßnahmen in eine einheitliche Struktur zusammengeführt. Den nächsten Schritt bildet die Erweiterung des Managementsystems um die Dimension der Nachhaltigkeit und seine Integration in ein einheitliches Nachhaltigkeitsmanagementsystem.

Aufgrund der operativen Ausrichtung und der in vielen Bereichen sensiblen Berührungspunkte sucht EVN den aktiven Dialog mit unterschiedlichen Interessensgruppen und nimmt Anliegen, aber auch kritische Bedenken bei Ausbauvorhaben der Netze und Produktionsanlagen überaus ernst. Neben einer gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt die Planung und Errichtung von Infrastrukturprojekten unter strenger Berücksichtigung von ökologischen Gesichtspunkten. Sollte ein ökologisch wertvoller Naturraum betroffen sein, werden gemeinsam mit der zuständigen Behörde Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen auf die Natur festgelegt.

Auch der Dialog und die Zusammenarbeit mit Umweltschutzorganisationen, lokalen und regionalen Bürgerinitiativen, aber auch mit NGOs wie Greenpeace oder Global 2000 sind von besonderer Bedeutung. So gab es 2009 beispielsweise einen Gedankenaustausch mit dem Verein "Rettet die Ybbs-Äsche" sowie im Rahmen der "Save the World Award"-Gala in Zwentendorf eine gemeinsame Initiative mit Greenpeace.

Human Resources

Gerade in einem liberalisierten Markt stellt ein hohes Kompetenzniveau der Mitarbeiter einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Die EVN AG setzt deshalb eine Fülle von Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeiterqualifikation. Die Aus- und Weiterbildungsaktivitäten zielen dabei durchwegs darauf ab, Unterstützung in der konkreten Aufgabenerfüllung zu geben.

In ihrem Bestreben, sich als attraktiver und fairer Arbeitgeber zu erweisen, sieht sich die EVN AG ihren Mitarbeitern gegenüber einer Reihe fundamentaler Grundsätze verpflichtet:

Eine Selbstverständlichkeit bildet die Gleichbehandlung und Chancengleichheit sämtlicher Mitarbeiter. In der Praxis bedeutet dies die Herausforderung, keine Mitarbeiter aus Gründen des Alters, des Gesundheitszustandes, der nationalen oder ethnischen Herkunft oder des Geschlechts zu diskriminieren. Gesetzliche Vorschriften zum Thema Sicherheit werden durch ein umfangreiches internes organisatorisches Regelwerk sowie ein speziell auf die Arbeitsbedingungen in der Energiewirtschaft zugeschnittenes "Handbuch Sicherheit" ergänzt.

Aktuelle und umfassende Information der Belegschaft über die laufende Entwicklung des Unternehmens zählt zu den wichtigsten Kommunikationsaufgaben in der EVN AG.

Die EVN AG bietet ihren Mitarbeitern ein Gleitzeitmodell ohne Kernzeit, d.h. ohne fixe Anwesenheitsverpflichtung, um durch einen höheren Grad an Eigenverantwortung das generelle Effizienzniveau im Unternehmen sowie den Servicegrad im Kundendienst weiter zu steigern.

Mit insgesamt rund 0,6 Mio EUR lagen die Aufwendungen für Weiterbildung (Seminargebühren, Trainer, e-Learning) im Geschäftsjahr 2008/09 auf dem Niveau des Vergleichszeitraums 2007/08.

Der Erfolg dieser Initiativen zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter, die dem Unternehmen im Schnitt über mehr als 25 Jahre angehören. Im Einklang damit zeigt die Fluktuationsrate der bei der EVN Beschäftigten mit < 1 % einen extrem niedrigen Wert.

Risikomanagement

Risikodefinition

EVN AG definiert Risiko als Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung der Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.

Risikomanagementprozess

Das oberste Ziel des Risikomanagements besteht in der gezielten Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Ein zentral geführtes, zwei-stufig aufgebautes Risikocontrolling stellt den verantwortlichen Mitarbeitern der EVN AG die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung. Die verantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling; dort findet eine bereichsübergreifende Beurteilung statt, um letztlich geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung definieren zu können. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der mehrstufige Prozess des Risikocontrollings wird durch konzernweit einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt.

Das Risikomanagementsystem des EVN Konzerns wurde hinsichtlich seiner Funktionsfähigkeit und Qualitätsstandards von KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, zertifiziert.

Operative Risiken

Operative Risiken bestehen in der Erzeugung und Verteilung von elektrischer Energie, der Beschaffung und Verteilung von Gas sowie der Produktion und dem Vertrieb von Wärmeenergie. Um eine Betriebsstörung zu vermeiden, betreibt die EVN AG modernste technische Anlagen, deren Zuverlässigkeit die Voraussetzung für die Geschäftstätigkeit bildet.

Weitere Maßnahmen, die diesen Risiken entgegenwirken, sind strenge Wartungs- und Qualitätskontrollen, regelmäßige Beobachtung und Instandhaltung sowie breit gestreute Weiterbildungsprogramme für die Mitarbeiter.

Rechtlichen Risiken begegnet die EVN AG mit einer zunehmend intensiveren Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Bereich der finanzwirtschaftlichen Risiken beinhaltet Zins-, Preis-, Währungs- und Kreditausfallsrisiken sowie Marktpreisrisiken in Bezug auf die Verwertung von Strom, Gas, Kohle, Öl und CO2-Zertifikate.

Die EVN AG verfügt zur Steuerung der Zins-, Preis-, Währungs- und Kreditausfallsrisiken über ein zentrales Treasury. Auf Basis detaillierter Konzernrichtlinien und gesetzter Limits verwendet das zentrale Treasury derivative Finanzinstrumente, um finanzwirtschaftliche Verluste zu vermeiden. Diese Transaktionen finden ausschließlich in Zusammenarbeit mit Banken erstklassiger Bonität statt. Für eine zahlenmäßige Darstellung der zum 30. September 2009 vorhandenen Derivate verweisen wir auf den Anhang.

Ereignisrisiken

Ereignisrisiken werden vorwiegend durch höhere Gewalt verursacht. Die Schäden dieser außergewöhnlichen Risiken versucht die EVN AG, soweit dies möglich ist, an Versicherungsunternehmen abzutreten.

Mitarbeiter

Die operativen und strategischen Risiken der EVN AG sind maßgeblich vom Potenzial der Mitarbeiter abhängig. Um die Kompetenzen der Mitarbeiter ständig zu erweitern, bietet die EVN AG umfassende Schulungsmaßnahmen an. Die gestartete Ausbildungsoffensive findet auf allen Ebenen statt und zielt auf die Entwicklung von Potenzial- und Führungskräften ab. Im Interesse der Sicherheit, Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter setzt die EVN AG auf eine Vielzahl von Maßnahmen, welche von Gesundheitsund Sicherheitsvorsorge, flexiblen Arbeitszeiten, Ideenmanagement, betrieblicher Altersvorsorge bis hin zu einem breiten Freizeitangebot reichen.

Gesamtrisikoprofil

Die EVN AG ist ein internationales Multi-Utility Unternehmen. Die stetige Expansion der Geschäftsfelder bewirkt, dass sich das Gesamtrisikoprofil kontinuierlich verändert. Einerseits findet eine Streuung der Erträge und Geschäftsrisiken statt, andererseits wird die Anzahl der Einzelrisiken erweitert. Im Moment sieht die EVN AG keine Risiken, welche die Fortführung der Geschäftstätigkeit gefährden könnten. Die Interne Revision und die Abschlussprüfer überprüfen regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements.

EVN Aktie

Die EVN Aktie notiert im Segment "prime market" der Wiener Börse AG. Der prime market ist ein Marktsegment, in dem Aktien von Gesellschaften aufgenommen werden, welche sich über die für die Zulassung von Aktien zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr an der Wiener Börse AG geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Börsegesetzes hinausgehend vertraglich zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten. Die Aufnahmekriterien und Folgepflichten sind im "Regelwerk Prime Market" geregelt.

Das Grundkapital der EVN AG beträgt 300.000.000 Euro und ist zerlegt in 163.525.820 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungsscheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Optionsscheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte.

Die Aktionärsstruktur der EVN hat sich gegenüber dem Jahresultimo 2007/08 nicht verändert. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51 % Mehrheitseigentümer der EVN AG. Von der deutschen EnBW Energie Baden-Württemberg AG werden laut börserechtlicher Meldung der EnBW vom 23.10.2006 über 35 % der Aktien gehalten. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.

In der 80. Hauptversammlung am 15.1.2009 wurde der Vorstand der EVN AG ermächtigt, auf Inhaber lautende Stückaktien für Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie zweckfreier Erwerb bis höchstens 10 % des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Diese Ermächtigung ersetzt die durch Beschluss der Hauptversammlung am 17.1.2008 erteilte Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien. Bedingt durch diese erneuerte Ermächtigung wurde das zuvor genehmigte und per 17.7.2008 begonnene Aktienrückkaufprogramm per 22.1.2009 vorzeitig abgeschlossen. Von der neuen Ermächtigung wurde bis 30.9.2009 kein Gebrauch gemacht. Im Rahmen des abgeschlossenen Aktienrückkaufsprogramms wurden 534.864 Stück eigene Aktien (0,33 % des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8,0 Mio EUR erworben und stehen nach wie vor im Eigentum der EVN AG.

Strategie und Zielsetzungen

Als diversifiziertes Unternehmen im Energie- und Umweltbereich will die EVN AG ausgehend von Niederösterreich durch ihre Beteiligungsunternehmen eine starke Position sowohl in Zentral- als auch in Mittel- und Osteuropa erreichen und langfristig halten. Basierend auf einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung soll die Zielsetzung einer kontinuierlichen und nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung erreicht werden. Um diese Ziele zu erreichen, wurden strategische Vorgaben und Zielsetzungen in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erarbeitet, die für alle Beteiligungen der EVN AG Gültigkeit haben und die unter Einhaltung aller internen Kontrollmechanismen zu nachhaltigem Wachstum der EVN AG und ihrer Beteiligungen führen sollen und die sich auf vier Eckpfeiler stützen.

1. Zwei-Säulen-Strategie: Energie- und Umweltgeschäft

Neben dem klassischen Kerngeschäft Energie wurde und wird die Geschäftstätigkeit der EVN Beteiligungen um Geschäftsfelder im Umweltbereich wie Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung kontinuierlich auf- und ausgebaut. Im Sinne der Breite des Produktangebots und horizontaler Verflechtung der Geschäftsbereiche wird eine Verschränkung der einzelnen Geschäftsbereiche angestrebt, die synergetische Vorteile bei der Markterschließung und bei Projektrealisierungen, aber auch durch akkordierte Beschaffungsvorgänge gewährleistet.

2. Organisches und externes Wachstum mit Fokus Zentral-, Ost- und Südosteuropa

Zur Fortsetzung des Wachstumskurses der EVN ist eine differenzierte Vorgehensweise in den einzelnen operativen Geschäftsfeldern und regionalen Märkten notwendig. Während in Niederösterreich das Wachstumspotenzial vor allem im Segment Energie aber auch im Segment Umwelt eingeschränkt ist, bergen die Absatzmärkte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa hingegen aufgrund ihres wirtschaftlichen Aufholbedarfs beachtliches Wachstumspotenzial.

3. Finanzstärke, Transparenz und dividendenstarke Kapitalmarktpolitik

Im Mittelpunkt der EVN Finanzstrategie stehen die finanzielle Stabilität durch ausgewogene Kapitalstruktur, Verwendung vielfältiger Finanzinstrumente, Erhaltung einer starken Bonität und der A-Ratings, Absicherung finanzieller Flexibilität sowie hinreichende Fristenkongruenz. Durch die konsequente Verfolgung dieser Zielsetzungen sollen optimale Finanzierungsstrukturen und -kosten sichergestellt werden.

Die Aktien der EVN AG notieren seit 28.11.1989 an der Wiener Börse; ihr Streubesitz beträgt zum Ende des Geschäftsjahres unverändert etwa 14 %. Im Berichtsjahr konnte sich die EVN Aktie im negativen Börsenumfeld behaupten, ihr Kursverlauf zeigte sich wiederholt stärker als der ATX oder der ATX-Prime. Mit einer Ausschüttungsquote innerhalb einer Bandbreite von 30 bis 35 % während der letzten Jahre wird eine Balance zwischen Wachstumsinvestitionen in die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und einer kontinuierlichen Aktionärsvergütung angestrebt, die selbst bei temporären Ergebnisrückgängen aufrechterhalten werden kann.

4. Nachhaltige Unternehmensführung

Die konsequente Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Unternehmensführung ist integraler Bestandteil der EVN Strategie. In ökonomischer Hinsicht gilt es den Interessen der Eigentümer und Kunden zu entsprechen. Den ökologischen Fokus der EVN bilden vielfältige Anstrengungen, einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Als dritte Dimension sind die Anliegen der Mitarbeiter und jene der Gesellschaft im Allgemeinen zu berücksichtigen.

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Es sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag vorgefallen.

Ausblick

Der Geschäftserfolg der EVN AG und ihrer Beteiligungen hängt im Energiebereich vor allem von den Primärenergie- und CO2-Emissionszertifikatpreisen sowie von den Preisen für Strom auf den europäischen Spot und Terminmärkten ab. Zusätzlich wirkt sich die Entwicklung der Außentemperaturen entscheidend auf den Geschäftsverlauf eines Energieversorgungsunternehmens aus.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Primärenergieeinsatzkosten und der Stromgroßhandelspreise rechnet die EVN AG für das Geschäftsjahr 2009/10 mit einem geringeren Einsatz der thermischen Kraftwerke. Dies könnte zu einer rückläufigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung führen. Das mit Evonik Steag GmbH initiierte Kohlekraftwerk in Duisburg-Walsum, Deutschland, wird erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 in Betrieb gehen und somit auf das Ergebnis im Geschäftsjahr 2009/10 nur einen eingeschränkten Einfluss haben. Die EVN AG hält an diesem Projekt 49,0 %.

Die EVN geht davon aus, dass das Beteiligungsergebnis aufgrund der unverändert niedrigeren Ergebnisbeiträge der im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen der EVN AG auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2008/09 bleibt, wenngleich die Entwicklung sehr stark mit dem weiteren Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang steht.

Insgesamt wird zwar weiterhin mit einer Intensivierung des Wettbewerbes gerechnet, aufgrund der Verfolgung der Strategie einer alle Wirtschaftsstufen umfassenden Geschäftstätigkeit im In- und Ausland sollte jedoch mittel- und langfristig eine weiterhin positive Entwicklung der künftigen Geschäftsperioden möglich sein.

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009

Der Vorstand

Dr. Burkhard Hofer eh. Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Bilanz zum 30. September 2009 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

A K T I V A Stand am 30.09.2009 Stand am 30.09.2008
EUR EUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 10.268.181,89 12.173
II. Sachanlagen 77.872.900,76 56.168
III. Finanzanlagen 2.172.886.373,11 2.099.552
B. Umlaufvermögen 2.261.027.455,76 2.167.893
I. Vorräte
1. Primärenergievorräte 83.566.904,44 55.987
2. Hilfs- und Betriebsstoffe 4.070.247,95 3.309
3. Waren 27.554,78 30
4. noch nicht abrechenbare Leistungen 640.847,54 88.305.554,71 0 59.326
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen 23.041.197,57 9.660
2. Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 430.160.989,09 340.985
3. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht 87.288.338,22 75.156
4. sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 4.514.723,03 545.005.247,91 4.308 430.108
III. Wertpapiere und Anteile
1. Eigene Anteile 7.316.939,52 4.168
2. Sonstige Wertpapiere und Anteile 81.489.744,43 88.806.683,95 120.396 124.564
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 36.724.866,61 44.492
758.842.353,18 658.490
C. Rechnungsabgrenzungsposten 28.626.888,23 11.331
3.048.496.697,17 2.837.713

Bilanz zum 30. September 2009 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

P A S S I V A Stand am 30.09.2009 Stand am 30.09.2008
EUR EUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 300.000.000,00 300.000
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 54.550.758,43 54.551
2. nicht gebundene 58.267.709,06 112.818.467,49 58.268 112.818
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen)
4.723.734,22
933.799.345,77
938.523.079,99 4.724
871.749
876.472
IV. Rücklagen für eigene Anteile 7.316.939,52 4.168
V. Bilanzgewinn 60.407.100,85 60.655
davon Gewinnvortrag: EUR 348.000,35
Vorjahr: TEUR 128 1.419.065.587,85 1.354.113
B. Unversteuerte Rücklagen
Bewertungsreserve auf Grund von
Sonderabschreibungen 13.892.633,96 12.120
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 21.945.469,00 20.865
2. Rückstellungen für Pensionen und
pensionsähnliche Verpflichtungen 49.932.077,00 48.713
3. Steuerrückstellungen
4. sonstige Rückstellungen
3.774.377,60
160.552.840,26
245
161.726
236.204.763,86 231.549
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
561.259.007,79
271.172.581,86
477.261
413.394
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 17.476.807,69 15.651
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
405.793.628,95 267.364
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 50.846.614,05 13.087
6. sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern: EUR 4.439.571,53; Vorjahr: TEUR 0
19.362.378,29 18.720
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 6.107.093,23;
Vorjahr: TEUR 5.922 1.325.911.018,63 1.205.477
E. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Baukostenzuschüsse
2. sonstige
42.864.858,03
10.557.834,84
24.672
9.782
53.422.692,87 34.454
3.048.496.697,17 2.837.713
Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen
vertraglichen Haftungsverhältnissen 602.916.394,38 722.537

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.08 - 30.9.09 1.10.07 - 30.9.08
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 466.985.327,89 396.978
2. Veränderung des Bestands an noch nicht
abrechenbaren Leistungen 640.847,54 -279
3. andere aktivierte Eigenleistungen 634.183,86 652
4. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
629.608,64
25.385.000,00
44
750
c) übrige 3.732.267,76 3.072
29.746.876,40 3.866
5. Aufwendungen für Material und sonstige
bezogene Herstellungsleistungen
a) Fremdstrombezug und Energieträger -254.475.184,15 -189.044
b) Materialaufwand -5.418.944,78 -7.853
c) Aufwendungen für bezogene Leistungen -78.299.934,72 -82.446
-338.194.063,65 -279.343
6. Personalaufwand
a) Gehälter
-52.104.034,37 -44.606
b)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen -2.865.595,73 -5.915
c) Aufwendungen für Altersversorgung -7.289.232,06 -5.929
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge -10.854.212,58 -9.166
e) sonstige Sozialaufwendungen -868.909,17 -802
-73.981.983,91 -66.418
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen -4.033.380,78 -4.048
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen -515.562,23 -1.543
b) übrige -61.436.744,32 -45.334
-61.952.306,55 -46.877
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) 19.845.500,80 4.531
10. Erträge aus Beteiligungen 160.734.235,49 175.242
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 94.258.167,58;
Vorjahr: TEUR 91.832
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen 41.788,89 108
des Finanzanlagevermögens
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 24.846.544,67 20.775
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 5.970.798,64;
Vorjahr: TEUR 11.277
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung 1.503.801,62 11.755
zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlauf
vermögens
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus -4.600.370,87 -18.362
Wertpapieren des Umlaufvermögens
davon Abschreibungen: EUR 2.265.357,60; Vorjahr: TEUR 14.250
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -53.023.377,34 -50.576
davon betreffend verbundene Unternehmen: EUR 933.015,05;
Vorjahr: TEUR 5.280
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 129.502.622,46 138.942
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 149.348.123,26 143.473

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 mit Gegenüberstellung der Vorjahreszahlen in TEUR

1.10.08 - 30.9.09 1.10.07 - 30.9.08
EUR TEUR
17. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Übertrag 149.348.123,26 143.473
18. Steuern vom Einkommen -22.316.301,10 8.622
19. Jahresüberschuss 127.031.822,16 152.095
20. Auflösung unversteuerter Rücklagen 528.894,30 531
21. Zuweisung zu unversteuerten Rücklagen -2.301.615,96 0
22. Zuweisung zu Gewinnrücklagen -65.200.000,00 -92.100
23. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 348.000,35 128
24. Bilanzgewinn 60.407.100,85 60.655

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 30. September 2009, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 30. September 2009 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung und den Inhalt eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2009 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Wien, am 19. November 2009

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. 147

Anhang der EVN AG für das Geschäftsjahr 2008/09

Allgemeines

Der vorliegende Jahresabschluss der EVN AG zum 30. September 2009 wurde in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches erstellt. Der Abschluss wird beim Firmenbuch des Landes- als Handelsgerichtes Wiener Neustadt hinterlegt. Das Unternehmen ist Mutterunternehmen des Konsolidierungskreises der EVN AG.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Im Interesse einer klaren und übersichtlichen Darstellung wurden die Posten des Anlagevermögens in der Bilanz zusammengefasst, die detaillierte Darstellung erfolgt in einer Beilage zum Anhang. Den Erfordernissen eines Energieversorgungsunternehmens entsprechend wurden weitere branchenspezifische Untergliederungen vorgenommen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeines

Der Jahresabschluss basiert auf den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung und folgt der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Alle Vermögensgegenstände wurden zum Abschlussstichtag einzeln und ohne Willkür bewertet. Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste berücksichtigt wurden.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare, planmäßige Abschreibungen, soweit abnutzbar, und außerplanmäßige Abschreibungen, soweit notwendig, bewertet.

Die Herstellungskosten enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung sowie Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die der Aktivierung von Eigenleistungen zugrunde liegenden Personalstundensätze berücksichtigen auch Aufwendungen für freiwillige Sozialleistungen, Abfertigungen und betriebliche Altersversorgung. Ein Ausscheiden überhöhter Gemeinkosten infolge offenbarer Unterbeschäftigung war nicht erforderlich.

Der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer werden branchenübliche Richtwerte zugrunde gelegt. Die Abschreibungssätze sind nachstehender Tabelle zu entnehmen.

Abschreibungen nach Anlagenkategorien Nutzungsdauer
in Jahren
Planmäßige
Abschreibung
in %
Rechte 4-77 1,3-25
Gebäude 10-50 2-10
Bauliche Anlagen der Kraftwerke 25-50 2-4
Maschinelle und elektrische Einrichtungen 10-33 3-10
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-25 4-33,3

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Ausleihungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt. Unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Ausleihungen werden entsprechend diskontiert.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Einstandspreisen gemäß dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder zu niedrigeren Tages- bzw. Wiederbeschaffungspreisen am Bilanzstichtag. Bestandsrisken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. dem niedrigeren Marktwert bilanziert. Längerfristige unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Forderungen werden entsprechend diskontiert. Für bestehende Ausfallsrisken wird durch Einzelwertberichtigungen bei dubiosen Forderungen vorgesorgt.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 erfolgte erstmalig die Bildung von pauschalen Einzelwertberichtigungen nach Außenstandsdauer.

Wertberichtigungssätze für pauschale Einzelwertberichtigung:

Außenstandsdauer: Wertberichtigungsprozentsatz:
0 – 89 Tage 0 %
90 – 359 Tage 65 %
> = 360 Tage 85 %

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Börsenkursen respektive den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten am Bilanzstichtag bewertet.

Posten des Umlaufvermögens, die auf Fremdwährung lauten, werden mit dem Geldkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Rückstellungen

Die Bildung der Rückstellungen für Abfertigungen, laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder erfolgt gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode), wobei den Wertansätzen versicherungsmathematische Gutachten über die jeweiligen Deckungskapitalien zugrunde liegen. Die Abfertigungsrückstellungen werden für die gesetzlichen Ansprüche gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risken und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe jenes Betrages, der nach dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht notwendig ist.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Soweit es sich dabei um wiederkehrende Verpflichtungen handelt, sind sie mit dem Barwert der künftigen Auszahlungen bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Anschaffungswert oder mit dem höheren Devisenbriefkurs des Bilanzstichtages bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanzsumme in Höhe von 3.048.496,7 TEUR liegt um 210.783,2 TEUR bzw. 7,4 % über dem entsprechenden Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Aktiva

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen zu Nettowerten (Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen) ist gegenüber dem Vorjahr um 93.134,4 TEUR bzw. 4,3 % auf 2.261.027,5 TEUR angestiegen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Als immaterielle Vermögensgegenstände werden Strombezugsrechte und sonstige Rechte ausgewiesen. Sie weisen einen Stand von 10.268,2 TEUR (30. September 2008: 12.172,9 TEUR) aus.

Sachanlagen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr insgesamt 25.680,8 TEUR. Die größten Zugänge entfallen auf Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau. Die Sachanlagen betragen zum Bilanzstichtag 77.872,9 TEUR (30. September 2008: 56.167,7 TEUR).

Der Grundwert der Grundstücke betrug insgesamt 10.737,0 TEUR (30. September 2008: 10.825,7 TEUR).

Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen aufgrund von Miet- und Leasingverträgen.

Finanzanlagen

Der Bilanzwert der Finanzanlagen hat gegenüber dem 30.9.2008 um 73.333,9 TEUR bzw. 3,5 % auf 2.172.886,4 TEUR zugenommen. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus Zugängen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie aus Beteiligungen. Eine Übersicht über die Höhe des Nominalkapitals, des gesamten Eigenkapitals, des anteiligen Eigenkapitals und des Jahresergebnisses des letzten vorliegenden Jahresabschlusses der verbundenen Unternehmen und Beteiligungen findet sich in den Anlagen.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens dienen im Wesentlichen der gesetzlich vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen.

Im Geschäftsjahr wurden im Finanzanlagevermögen mögliche Zuschreibungen in Höhe von 369,2 TEUR (30. September 2008: 0,0) unterlassen. Daraus resultiert eine zukünftige Steuerbelastung im Ausmaß von 92,3 TEUR (30. September 2008: 0,0).

Eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr weist bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen ein Betrag von 73.400,0 TEUR (30. September 2008: 73.400,0 TEUR) sowie bei den sonstigen Ausleihungen ein Betrag von 344,7 TEUR (30. September 2008: 380,2 TEUR) auf.

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Vorräte sind um 28.980,2 TEUR bzw. 48,8 % auf 88.305,6 TEUR gestiegen. Die Erhöhung resultiert vorwiegend aus dem Anstieg der Kohlevorräte bzw. aus dem Zukauf von CO2-Zertifikaten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

30. September 2009 30. September 2008
Forderungen
Restlaufzeit Bilanzwert Restlaufzeit Bilanzwert
< 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 22.473,1 568,1 23.041,2 9.505,6 154,0 9.659,6
Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen 430.161,0 0,0 430.161,0 340.985,3 0,0 340.985,3
Forderungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 87.288,3 0,0 87.288,3 75.155,6 0,0 75.155,6
Sonstige Forderungen u.
Vermögensgegenstände 4.492,7 22,0 4.514,7 4.104,8 203,0 4.307,8
Summe 544.415,1 590,1 545.005,2 429.751,3 357,0 430.108,3

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen zum Bilanzstichtag eine Wertberichtigung in Höhe von EUR 1.412.510,00 (30. September 2008: 191,3 TEUR) aus.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren hauptsächlich aus sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen über 404.235,6 TEUR (30. September 2008: 304.727,0 TEUR), welche 363.523,0 TEUR (30. September 2008: 250.000,0 TEUR) Festgeldveranlagungen und 23.712,4 TEUR (30. September 2008: 10.714,4 TEUR) Körperschaftsteuerguthaben beinhalten. Die Forderungen gegenüber Unter-nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, bestehen aus 77.064,3 TEUR (30. September 2008: 66.182,2 TEUR) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die verbleibenden Forderungen werden als sonstige Forderungen ausgewiesen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten als wesentliche Positionen Forderungen aus einem Liefervertrag für CO2-Zertifikate über 1.381,0 TEUR (30. September 2008: 0,0), Forderungen gegenüber Versicherungsunternehmen über 1.100,0 TEUR (30. September 2008: 457,7), gegebenen Anzahlungen über 1.159,5 TEUR (30. September 2008: 638,0 TEUR), Telekomerlöse über 386,0 TEUR (30. September 2008: 453,2 TEUR) und aus Zinsabgrenzungen über 375,6 TEUR (30. September 2008: 480,5 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind Erträge von 1.936,5 TEUR (30. September 2008: 1.245,5 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens haben sich um 35.757,6 TEUR bzw. 28,7 % auf 88.806,7 TEUR verringert. Der Rückgang der Wertpapiere diente der allgemeinen Unternehmensfinanzierung und beinhaltet weiters die Umwidmung einer Aktienposition in das langfristige Vermögen.

In der 79. Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, eigene Anteile im Ausmaß von maximal 10 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht und beschlossen, ein Volumen von bis zu 1.000.000 Stück Aktien – dies entspricht bis zu 0,612 % des derzeitigen Grundkapitals rückzukaufen. Zum Bilanzstichtag werden 534.864 (30. September 2008: 278.035) Stück eigene Anteile mit einem Gesamtwert von 7.316,9 TEUR (30. September 2008: 4.167,7 TEUR) in den Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand beträgt zum Bilanzstichtag 20,2 TEUR (30. September 2008: 21,1 TEUR).

Zum 30.September 2009 beträgt das Guthaben bei Kreditinstituten 36.704,6 TEUR (30. September 2008: 44.470,7 TEUR).

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten mit 8.556,5 TEUR (30. September 2008: 0,0) Ausgleichszahlungen für Energiesicherungsgeschäfte, mit 7.874,2 TEUR (30. September 2008: 1.112,9 TEUR) Anleihekostenabgrenzungen, mit 6.264,0 TEUR (30. September 2008: 5.845,7 TEUR) Abgrenzungen aus der Lohn- und Gehaltsverrechnung, mit 4.889,1 TEUR (30. September 2008: 2.928,8 TEUR) Abgrenzungen aus Finanztransaktionen und mit 1.043,1 TEUR (30. September 2008: 1.443,3 TEUR) sonstige Aufwandsabgrenzungen.

Passiva

Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum 30. September 2009 wie im Vorjahr EUR 300.000.000,00 und ist in 163.525.820 auf Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien aufgeteilt.

Rücklagen

Kapitalrücklagen

Die gebundene Kapitalrücklage enthält ausschließlich Agio-Beträge aus Kapitalerhöhungen.

Als nicht gebundene Kapitalrücklage wird der aus der im Jahr 1986 erfolgten Fusion der NIOGAS Niederösterreichische Gaswirtschafts-Aktiengesellschaft mit der NEWAG Niederösterreichische Elektrizitätswerke Aktiengesellschaft zur NEWAG NIOGAS Aktiengesellschaft, nunmehr EVN AG, entstandene Verschmelzungsmehrwert ausgewiesen.

Gewinnrücklagen

Im Posten "gesetzliche Rücklage" wird der in Vorjahren aus dem Jahresüberschuss dotierte Teil der gebundenen Rücklage gemäß § 130 AktG ausgewiesen.

Die gebundenen Kapital- und Gewinnrücklagen betragen zusammen 59.274,5 TEUR (30. September 2008: 59.274,5 TEUR) und übersteigen damit den erforderlichen zehnten Teil des Nennkapitals.

Die anderen, freien Gewinnrücklagen betragen 933.799,3 TEUR (30. September 2008: 871.748,5 TEUR).

Rücklage für eigene Anteile

Gemäß § 225 Abs 5 UGB wurde für die zum Stichtag 30. September 2009 im Bestand der EVN AG befindlichen eigenen Anteile eine Rücklage durch Umwidmung freier Gewinnrücklagen gebildet. Analog zu den eigenen Anteilen im Umlaufvermögen weist diese Rücklage für eigene Anteile zum Bilanzstichtag einen Stand von 7.316,9 TEUR aus.

Unversteuerte Rücklagen

Die Zusammensetzung der unversteuerten Rücklagen sowie deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2008/09 ist aus der Anlage 4 zum Anhang ersichtlich.

Rückstellungen

Bei der Bewertung der Rückstellungen für Abfertigungen sowie für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen wurde nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) mit einem Rechnungszinssatz von 5,50 % (Vorjahr: 5,75 %) sowie mit einer Erhöhung der Gehälter bzw. der flüssigen Pensionen von 2,50 % (Vorjahr: 3,75 %) im nächsten Jahr und einer jährlichen Erhöhung von 3,00 % (Vorjahr: 3,00 %) in den Folgejahren gerechnet.

Aufgrund der Anwendung der Korridormethode gemäß IAS 19 sind bei den Abfertigungsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 86,3 TEUR (30. September 2008: Verlust 2.318,3 TEUR), bei den Pensionsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -2.057,6 TEUR (30. September 2008: -5.130,6 TEUR) sowie bei den Deputatsverpflichtungen nicht realisierte versicherungsmathematische Verluste in Höhe von -161,6 TEUR (30. September 2008: -282,0 TEUR) angefallen.

Bei der Bewertung der Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden dieselben Parameter wie bei den Berechnungen der Rückstellungen für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen angewandt.

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Demzufolge wird das errechnete Körperschaftsteuerguthaben als Forderung gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht gemäß § 198 Abs 10 UGB Gebrauch gemacht und aktive Steuerabgrenzungen in Höhe von 22.288,4 TEUR (30. September 2008: 16.251,5 TEUR) nicht angesetzt.

In den sonstigen Rückstellungen ist unter anderem für Kooperationsvereinbarungen mit 40.080,0 TEUR (30. September 2008: 37.860,0 TEUR), für Umwelt-, Altlastenrisken und Sonstige Verpflichtungsrisken mit 25.624,4 TEUR (30. September 2008: 29.049,4,0 TEUR), für künftige Jubiläumsgelder, offene Urlaube und sonstige Personalverpflichtungen mit insgesamt 22.894,1 TEUR, (30. September 2008: 20.128,7 TEUR), für Energieabgrenzungen mit 13.577,7 TEUR (30. September 2008: 32.520,0 TEUR), für Drohverluste mit 12.302,9 TEUR (30. September 2008: 4.923,4 TEUR), für ausstehende Eingangsrechnungen mit 12.291,0 TEUR (30. September 2008: 9.402,1 TEUR) sowie für andere sonstige Verpflichtungen mit 33.782,7 TEUR (30. September 2008: 27.842,3 TEUR) vorgesorgt.

Verbindlichkeiten

30. September 2009
Restlaufzeit
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 0,0 253.388,4 307.870,6 561.259,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.372,6 240.800,0 0,0 271.172,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.476,8 0,0 0,0 17.476,8
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 136.043,6 269.750,0 0,0 405.793,6
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 50.846,6 0,0 0,0 50.846,6
Sonstige Verbindlichkeiten 19.362,4 0,0 0,0 19.362,4
254.102,0
763.938,4
307.870,6
Summe
1.325.911,0
30. September 2008
Restlaufzeit
< 1 Jahr 1-5 Jahre
> 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anleihen 130.147,7 262.850,0 84.263,7 477.261,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 594,0 383.400,0 29.400,0 413.394,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.650,9 0,0 0,0 15.650,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 267.363,8 0,0 0,0 267.363,8
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 13.086,9 0,0 0,0 13.086,9
Sonstige Verbindlichkeiten 18.689,1 31,3 0,0 18.720,4
Summe 445.532,4 646.281,3 113.663,7 1.205.477,4

Die Anleiheverbindlichkeiten setzen sich folgendermaßen zusammen:

Anleihen Nominale Buchwert in TEUR Buchwert in TEUR
30.9.2009 30.9.2008
5,2 % JPY-Anleihe 1994-2014 8 Mrd JPY 84.263,7 84.263,7
3,13 % JPY-Anleihe 2009-2024 12 Mrd JPY 99.370,7 0,0
2,43 % CHF-Anleihe 2004-2009 200 Mio CHF 0,0 130.147,7
3,625 % CHF-Anleihe 2009-2014 250 Mio CHF 169.124,6 0,0
5,25 % EUR-Anleihe 2001-2011 263 Mio EUR 0,0 262.850,0
5 % EUR-Anleihe 2009-2016 28,5 Mio EUR 28.500,0 0,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2019 30 Mio EUR 30.000,0 0,0
5,25 % EUR-Anleihe 2009-2017 150 Mio EUR 150.000,0 0,0
GESAMT 561.259,0 477.261,4

Die 2,43 % CHF-Anleihe 2004-2009 über 200 Mio CHF wurde aufgrund der eingetretenen Endfälligkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr getilgt. Die 5,25 % EUR-Anleihe 2001-2011 über 263 Mio EUR ist gemäß Garantievereinbarung vom 14.08.2009 an die EVN Finance Service B.V. übertragen worden. Zur Bedienung der allgemeinen Unternehmensfinanzierung wurden die 3,13 % JPY-Anleihe 2009-2024 über 12 Mrd JPY, die 3,625 % CHF-Anleihe 2009-2014 über 250 Mio CHF, die 5 % EUR-Anleihe 2009- 2016 über 28,5 Mio EUR, die 5,25 % EUR-Anleihe 2009-2019 über 30 Mio EUR und die 5,25 % EUR-Anleihe 2009-2017 über 150 Mio EUR begeben.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich gegenüber dem 30. September 2008 um 142.221,4 TEUR auf 271.172,60 TEUR verringert. Bis auf einen Betrag in Höhe von 240.800,0 TEUR (30. September 2008: 412.800,0 TEUR) beträgt die Restlaufzeit dieses Postens unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr um 1.825,9 TEUR erhöht und weisen Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr auf.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 280.778,5 TEUR (30. September 2008: 159.395,0 TEUR), aus sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 114.402,2 TEUR (30. September 2008: 85.194,9 TEUR) und aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10.612,9 TEUR (30. September 2008: 22.773,9 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren in Höhe von 47.498,8 TEUR (30. September 2008: 8.767,4 TEUR) aus sonstigen Verbindlichkeiten und in Höhe von 3.347,8 TEUR (30. September 2008: 4.319,5 TEUR) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beträgt bis auf einen Betrag in Höhe von 269.750,0 TEUR (30. September 2008: 0,0) unter einem Jahr. Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen beträgt nicht mehr als ein Jahr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem 30. September 2008 um 642,0 TEUR auf 19.362,4 TEUR gestiegen. Sie enthalten im Wesentlichen die in der Bilanz gesondert angeführten Abgrenzungen aus Finanzgeschäften in Höhe von 8.403,5 TEUR (30. September 2008: 12.163,0 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 6.107,1 TEUR (30. September 2008: 5.922,2 TEUR) . Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von 11.420,6 TEUR (30. September 2008: 15.723,5 TEUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten werden im Wesentlichen passivierte Baukostenzuschüsse in Höhe von 42.864,9 TEUR (30. September 2008: 24.672,0 TEUR), abgegrenzte Erträge aus Finanzgeschäften in Höhe von 9.107,7 TEUR (30. September 2008: 9.184,9 TEUR) und Erlösabgrenzungen für noch nicht abrechenbare Leistungen in Höhe von 1.450,1 TEUR (30. September 2008: 597,1 TEUR) ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen

Die hierunter ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten entfallen auf Fertigstellungsgarantien bzw. Einzahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie auf übernommene Haftungen gegenüber Banken für Kundenkredite.

Für die im Eigentum der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (vormals "Donaukraft") stehenden Kraftwerke Freudenau und Greifenstein wurden in Vorjahren Refinanzierungstransaktionen abgeschlossen. Bei diesen Transaktionen hat sich die EVN AG verpflichtet, in bestimmten Verzugsund Verlustfällen an die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbund) Kostenersatz zu leisten.

Für die im Auftrag der EVN AG getätigten Geschäfte der e&t Energie Handelsgesellschaft m.b.H., für den Eigenhandel sowie die Beschaffung von Elektrizität wurden gegenüber den Handelspartnern Patronatserklärungen erteilt. Die Eventualverbindlichkeiten hierfür werden beginnend mit dem Geschäftsjahr 2008/09 nunmehr nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos für die EVN AG angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultiert per 30. September 2009 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 40.846,6 TEUR. Dieser steht eine Eventualforderung gegenüber Dritten in Höhe von 28.140,1 TEUR gegenüber. Das dieser Bewertung zugrundeliegende Nominalvolumen der Garantien betrug 438.500,0 TEUR. Zum 31. Oktober 2009 betrug das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen 33.597,5 TEUR bei einem zugrundeliegenden Nominalvolumen von 443.500 TEUR.

Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit der "BEGAS" betreffend gaswirtschaftlichen Leistungen. Mit der NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., Wien, existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern.

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft befindet sich beginnend mit dem Wirtschaftsjahr 2005/06 in einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH als Gruppenträger, mit der auch im Oktober 2005 ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen wurde. Weiters wurden von der EVN AG die evn wasser GmbH, die EVN Netz GmbH, die EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH, die EVN Finanzservice GmbH, die EVN Wärme GmbH sowie die evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Mit evn wasser GmbH wurde der bestehende Ergebnisabführungsvertrag fortgesetzt. Mit den übrigen Gruppenmitgliedern wurde eine Gruppen- und Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen.

Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind beim jeweiligen Bilanzposten angeführt. Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden zum Settlement-Stichtag gebucht.

Langfristige Veranlagungen dienen dem Aufbau des für das Sozialkapital erforderlichen Deckungsstocks und erfolgen im Rahmen von extern verwalteten Investmentfonds.

Das Kreditrisiko von Forderungen entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen, um vorgenommene Wertberichtigungen reduzierten Wertansätzen.

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs- und Zinsänderungsrisken. Strategisches Ziel ist die Kontinuität des Finanzergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko enthalten und einen höheren Ertrag versprechen.

Währungsrisken erwachsen dem Unternehmen primär durch die begebenen Anleihen in JPY und CHF. Diese werden größtenteils mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Zur Minimierung der Zinsrisken wird generell ein Mix aus fest und variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten angestrebt. Die kurzfristige Steuerung der Zinsbindungsdauer erfolgt über derivative Finanzinstrumente.

Alle Finanzinstrumente werden sofort nach Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risiko-Controlling wurde zudem eine eigene Stabsstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf der Value-at-Risk-Methode erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Sie entsprechen zwar den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Beträgen, sind jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner.

Für derivative Finanzinstrumente werden die Nominalwerte sowie die aktuellen Marktwerte (Fair Value) angegeben.

Derivative Finanzinstrumente
Nominalwert Marktwert in Mio EUR
30.09.2009 30.9.2008 30.09.2009 30.9.2008
Währungsswaps
Mio CHF (unter 1 Jahr) 0,0 200,0 0,0 5,6
Mio CHF (unter 5 Jahre) 250,0 0,0 -4,9 0,0
Mio JPY (unter 5 Jahre) 8.000,0 0,0 -4,3 0,0
Mio JPY (über 5 Jahre) 12.000,0 8.000,0 -15,4 -15,2
Mio USD (unter 5 Jahre) 10,0 15,4 0,8 1,9
Mio USD (über 5 Jahre) 3,0 3,0 0,4 0,3
Zinsswaps
Mio EUR (unter 5 Jahre) 445,0 482,8 17,3 -10,3
Swaps Energiebereich
Käufe (Gas, Kohle, Öl) 60,5 136,1 -2,8 0,4
Caps
Mio EUR (unter 5 Jahre) 105,0 105,0 0,1 0,8

Die Währungsswaps dienen der Absicherung der JPY-Anleihe und der CHF-Anleihe sowie von Wertpapieren des Umlaufvermögens in USD.

Die Zinsswaps dienen im Wesentlichen der Absicherung der Marktwerte der begebenen EUR-Anleihen in Zusammenhang mit variablen Zinszahlungen.

Die im Geschäftsjahr 2004/05 abgeschlossenen cap-Vereinbarungen dienen der Absicherung der Zinszahlungen für die 5,25% EUR-Anleihe 2001-11. Ziel ist die Begrenzung der durch den EUR Zinsswap anfallenden variablen Zinszahlungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse und betriebliche Erträge

Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 17,6 % auf 466.985,3 TEUR und setzen sich aus Stromerlösen in Höhe von 276.803,8 TEUR (2007/08: 220.881,3 TEUR), aus Gaserlösen in Höhe von 35.817,1 TEUR (2007/08: 35.221,3 TEUR), aus Wärmeerlösen in Höhe von 7.971,7 TEUR (2007/08: 5.864,8 TEUR) und aus anderen betrieblichen Umsatzerlösen in Höhe von 146.392,6 TEUR (2007/08: 135.010,6 TEUR) zusammen. Die anderen betrieblichen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Kundenaufträgen, aus Leistungsverrechnungen an verbundene Unternehmen und an Beteiligungsunternehmen, aus Benützungsentgelten im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Datenleitungen sowie aus Lichtserviceprojekten.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind mit 25.385,0 TEUR (2007/08: 749,9 TEUR) die Auflösung von nicht mehr benötigten Rückstellungen, mit 1.387,4 TEUR (2007/08: 1.387,4 TEUR) die Auflösung von Baukostenzuschüssen, mit 1.100,1 TEUR (2007/08: 903,7 TEUR) Schadensvergütungen und mit 354,1 TEUR (2007/08: 338,1 TEUR) diverse Mieterträge enthalten. Durch den Abschluss der Außenprüfung durch die Zollbehörde betreffend die Altlasten für die Deponien 1 und 2 im Kraftwerk Dürnrohr ergibt sich eine Rückstellungsauflösung in Höhe von 25.025,0 TEUR.

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger, Materialaufwand sowie bezogene Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 58.851,1 TEUR bzw. 21,1 % auf 338.194,1 TEUR gestiegen.

Personalaufwand

In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 128,1 TEUR (2007/08: 89,1 TEUR) enthalten.

Die Rückstellungen für Abfertigungen, für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder wurden zum Bilanzstichtag nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) gemäß IAS 19 berechnet.

Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen weisen einen Betrag in Höhe von 4.033,4 TEUR (2007/08: 4.047,8 TEUR) aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergeben sich vorwiegend aus sonstigen Verpflichtungsrisken in Höhe von 21.600,0 TEUR (2007/08: 0,0 TEUR), aus Rechts- und Beratungsaufwendungen in Höhe von 11.738,5 TEUR (2007/08: 9.688,3 TEUR), aus Verrechnungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 7.548,6 TEUR (2007/08: 5.772,5 TEUR), aus Werbeaufwendungen in Höhe von 6.274,8 TEUR (2007/08: 6.921,6 TEUR) sowie aus Versicherungsaufwendungen in Höhe von 2.997,5 TEUR (2007/08: 3.267,4 TEUR).

Finanzergebnis

Die Beteiligungserträge in Höhe von 160.734,2 TEUR (2007/08: 175.242,4 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Ausschüttungen der EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, Maria Enzersdorf, der RAG-Beteiligungs-AG, Maria Enzersdorf, der Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft), Wien, der EVN Finanzmanagement- und Vermietungs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EconGas GmbH, Wien, der UTILITAS Dienstleistungs- und Beteiligungs- Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, der evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH, Maria Enzersdorf, der EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, Maria Enzersdorf, der EVN Wärme GmbH, Maria Enzersdorf, der evn wasser Gesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf, sowie der Burgenland Holding Aktiengesellschaft, Eisenstadt. Aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen sind in den Beteiligungserträgen Erträge aus Gewinngemeinschaften in Höhe von 13.496,7 TEUR (2007/08: 9.005,3 TEUR) enthalten.

Steuern vom Einkommen

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008/09 wird unter der Position Steuern vom Einkommen ein Steueraufwand in Höhe von 22.316,3 TEUR (2007/08: Steuerertrag 8.621,9 TEUR) ausgewiesen. Die Veränderung der unversteuerten Rücklagen führte zu einer Verringerung der Steuern vom Einkommen um 443,2 TEUR (2007/08: Erhöhung 132,8 TEUR).

Bilanzgewinn

Unter Berücksichtigung der Veränderung der unversteuerten Rücklagen sowie des Gewinnvortrags aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr in Höhe von 348,0 TEUR schließt das Geschäftsjahr zum 30. September 2009 nach der Zuführung zur freien Rücklage mit einem Bilanzgewinn von 60.407,1 TEUR (30. September 2008: 60.654,6 TEUR).

Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ausschließlich Angestellte) während des Geschäftsjahres betrug 617 (Vorjahr: 530). Der Stand am Bilanzstichtag betrug 623 (Vorjahr: 575) Angestellte.

Die Gesamtbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 1.280,9 TEUR (2007/08: 1.235,3 TEUR), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 984,2 TEUR (2007/08: 949,1 TEUR) bezahlt.

Für Abfertigungen und Pensionen ergibt sich für Vorstand und leitende Angestellte ein Minderaufwand in Höhe von 515,5 TEUR (2007/08: Mehraufwand 1.373,1 TEUR), für die übrigen Arbeitnehmer ein Mehraufwand von 10.670,3 TEUR (2007/08: 10.471,0 TEUR).

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 137,5 TEUR (2007/08: 143,5 TEUR).

An den Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 74,9 TEUR (2007/08: 82,02 TEUR) ausbezahlt.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 60.407,1 TEUR einen Betrag in Höhe von 60.306,2 TEUR, das entspricht einer Dividende von 0,37 EUR je Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat:

Präsident: Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber

Vizepräsidenten: Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Kammerrat Gerhard Posset

Mitglieder: Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bürgermeister Bernhard Müller Bürgermeister Wolfgang Peterl Bürgermeister LAbg. Martin Schuster Mag. Willi Stiowicek (seit 15.01.2009)

Arbeitnehmervertreter: Zentralbetriebsratsvorsitzender Vizepräsident Franz Hemm Zentralbetriebsratsvorsitzender Ing. Paul Hofer Ing. Otto Mayer Helmut Peter (seit 01.01.2009) Franz Ziegelwagner

Mag. Michaela Steinacker Generaldirektor Dipl.-oec. Hans-Peter Villis

stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Kammerrat Manfred Weinrichter stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Rudolf Rauch (bis 31.12.2008) stv. Zentralbetriebsratsvorsitzender Leopold Buchner (seit 19.01.2009)

Vorstand:

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009

Der Vorstand

Dr. Burkhard Hofer eh. Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr eh. Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher eh.

Erklärung des Vorstands gemäß § 82 Abs. 4 Z 3 BörseG

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Der Vorstand der EVN AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands