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EVN AG Annual Report 2009

Jan 16, 2010

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Annual Report

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vernünftig Geschäftsbericht 2008/09 nutzen

Energie

Kennzahlen

Veränderung
2008/09 2007/08 in % 2006/07 2005/06 2004/05
Verkaufsentwicklung
Stromerzeugung GWh 3.477 4.022 –13,6 3.451 4.556 4.484
Stromverkauf an Endkunden GWh 19.541 19.372 0,9 18.043 15.641 11.342
Gasverkauf an Endkunden GWh 6.102 6.759 –9,7 5.603 7.580 7.035
Wärmeverkauf an Endkunden GWh 1.576 1.362 15,7 911 1.067 1.033
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.727,0 2.397,0 13,8 2.233,1 2.071,6 1.609,5
EBITDA Mio. EUR 373,4 362,3 3,1 350,7 397,4 335,2
EBITDA-Marge1) % 13,7 15,1 –1,4 15,7 19,2 20,8
Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. EUR 175,2 166,6 5,2 197,3 184,4 131,0
EBIT-Marge1) % 6,4 7,0 –0,5 8,8 8,9 8,1
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 226,0 235,5 –4,0 287,4 304,9 186,2
Konzernergebnis Mio. EUR 177,9 186,9 –4,8 227,0 221,9 144,4
Konzern-Bilanz
Bilanzsumme Mio. EUR 6.695,4 6.636,3 0,9 6.261,9 5.845,8 4.739,6
Eigenkapital Mio. EUR 3.127,2 3.208,5 –2,5 3.014,7 2.756,0 2.285,4
Eigenkapitalquote1) % 46,7 48,3 –1,6 48,1 47,1 48,2
Nettoverschuldung Mio. EUR 1.378,2 1.131,3 21,8 825,3 930,0 673,8
Gearing1) % 44,1 35,3 8,8 27,4 33,7 29,5
Return on Equity (ROE)1) % 6,3 7,4 –1,1 9,0 10,6 8,2
Return on Capital Employed (ROCE)1) % 5,4 6,3 –0,9 7,1 7,9 6,2
Konzern-Cash Flow und Investitionen
Cash Flow aus dem operativen Bereich Mio. EUR 335,3 382,6 –12,4 342,8 399,7 267,1
Investitionen2) Mio. EUR 415,7 415,6 277,7 251,5 192,6
Net Debt Coverage (FFO)1) % 30,6 41,3 –10,8 50,7 49,1 44,5
Interest Cover (FFO) x 4,9 5,5 –10,9 5,5 8,1 6,1
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Mitarbeitende Ø 8.937 9.342 –4,3 9.535 9.973 6.654
davon Österreich Ø 2.563 2.468 3,8 2.365 2.306 2.362
davon Ausland Ø 6.374 6.874 –7,3 7.170 7.667 4.292
Wertschaffung
Geschäftsergebnis nach Steuern (NOPAT) Mio. EUR 234,9 280,9 –16,4 275,2 298,2 230,5
Capital Employed3) Mio. EUR 3.493,8 3.219,7 8,5 3.041,2 2.760,4 2.461,0
Operativer ROCE1) % 6,7 8,7 –2,0 9,0 10,8 9,4
Weighted Average Cost of Capital (WACC)1) % 6,5 6,5 6,5 6,5 6,0
Economic Value Added (EVA®)
4)
Mio. EUR 7,8 71,7 –89,0 77,5 118,8 82,9
Aktie
Ergebnis5) EUR 1,09 1,14 –4,8 1,39 1,36 0,88
Dividende5) EUR 0,3706) 0,370 0,375 0,350 0,288
Ausschüttungsquote1) % 33,9 32,4 1,5 27,0 25,8 32,6
Dividendenrendite1) % 2,7 2,5 0,2 1,7 1,7 1,5
Performance der Aktie
Kurs per Ultimo5) EUR 13,68 14,99 –8,7 22,63 20,90 18,75
Höchstkurs5) EUR 16,00 23,38 –31,6 23,87 24,75 19,63
Tiefstkurs5) EUR 10,11 14,39 –29,7 20,38 16,30 10,23
Börsekapitalisierung per Ultimo Mio. EUR 2.237,0 2.451,3 –8,7 3.699,8 3.416,9 3.066,1
Credit Rating
Moody's A2, negative A1, stable A1, stable A1, stable Aa3, stable
Standard & Poor's A–, negative A, negative A, stable A, stable A+, stable

1) Ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

3) Die ausgewiesenen Werte entsprechen einem durchschnittlichen und bereinigten Capital Employed.

4) Definition laut Stern Stewart & Co.

5) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte für die Geschäftsjahre 2004/05, 2005/06 und 2006/07 angepasst.

6) Vorschlag an die Hauptversammlung

Österreich

Umsatz, EBITDA in Mio. EUR, EBITDA-Marge in %

Eigenkapital, Nettoverschuldung3) in Mio. EUR, Gearing4) in %

2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 12 10 8 6 4 2 0 Operativer ROCE 9,4 10,8 6,0 6,5 9,0 8,7 6,7 6,5 6,5 6,5

Weighted Average Cost of Capital (WACC)

Operativer ROCE5) und WACC6) in %

EBIT nach Regionen in Mio. EUR

Ergebnis, Dividende je Aktie1) in EUR, Ausschüttungsquote in %

Cash Flow und Investitionen in Mio. EUR

Mitarbeitende nach Regionen

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte für die Geschäftsjahre 2004/05, 2005/06 und 2006/07 angepasst.

2) Vorschlag an die Hauptversammlung

3) Saldo aus zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel) 4) Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital

5) Return on Capital Employed (ROCE) – Der Return on Capital Employed (ROCE) gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund-Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

6) Weighted Average Cost of Capital (WACC) – Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremd- und Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Im Energie- und Umweltgeschäft ist langfristiges Denken und Weitblick gefragt. Weitblick, den wir bei der Ausrichtung unserer Energieerzeugung ebenso tagtäglich beweisen müssen wie bei der Netzinfrastruktur oder bei der Auswahl unserer strategischen Partner und Beteiligungen. Was wir morgen nutzen werden, haben wir gestern geplant.

EVN Energie vernünftig nutzen. Gestern – heute – morgen.

Mehr Energie

Projekte:

Vollständige Umsetzung des Energiekonzepts für den niederösterreichischen Zentralraum

Drei Spitzenlast-Speicherkraftwerke, Albanien (in Planung)

Windparks in Niederösterreich und Bulgarien (in Realisierung)

Umsetzung von Photovoltaikanlagen in Südosteuropa (laufend)

Wasserkraftwerke am Fluss Gorna Arda, Bulgarien (Projektprüfung)

Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum, Deutschland (Inbetriebnahme 2010)

Sichere Versorgung

Projekte:

Überregionale Gastransportleitung "Südschiene" (Fertigstellung 2010)

Längste Fernwärme-Transportleitung Österreichs Dürnrohr– St. Pölten (Inbetriebnahme Herbst 2009)

Investitionen in niederösterreichisches Strom- und Gasnetz, Ausbau des Wärmenetzes (laufend)

Pilotprojekt zur Überprüfung unterschiedlicher Smart-Metering-Systeme (laufend)

Aufbau der Erdgasverteilung und -versorgung in Zadar, Kroatien (in Planung)

Investitionen in Netz- und Zählerqualität der Tochterunternehmen, Bulgarien und Mazedonien (laufend)

Saubere Umwelt

Projekte:

Betrieb eines Blockheizkraftwerkes und Bau eines weiteren Blockheizkraftwerks in Moskau

Kläranlage in Vilnius und Schlammbehandlungsanlage am Gelände der Kläranlage Siauliai, Litauen (in Bau)

Bau einer Produktionsanlage für Natriumhypochlorit in Moskau (in Planung)

Bau zweier Großkläranlagen in Warschau und Kielce, Polen

Planung des Abwasserentsorgungssystems Budva (Betrieb der Meerwasserentsalzung Budva), Montenegro

Erweiterung der thermischen Abfallverwertung in Zwentendorf/Dürnrohr um eine dritte Linie (vor Inbetriebnahme)

Errichtung einer überregionalen EVN Wasser-Transportleitung Weinviertel –Waldviertel, Leitungslänge ca. 40 km (Fertigstellung 2011)

Bau der Großkläranlage Istanbul-Ataköy, Türkei (Inbetriebnahme 2010)

Strategische Beteiligungen

EconGas GmbH: gemeinsame Handelsund Großkundengesellschaft von EVN, EnergieAllianz Austria Partner, EGBV Beteiligung GmbH und OMV

72,3% Anteil an börsenotierter Burgenland Holding AG (zu je 49% beteiligt an BEWAG und BEGAS)

EnergieAllianz Austria GmbH: gemeinsame Vertriebstochter von EVN, Wien Energie sowie BEWAG und BEGAS

EVN hält indirekt 50,03% an der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG):

  • Zweitgrößter Öl- bzw. Gasproduzent Österreichs (10% bzw. 20% Anteil an Fördermengen)
  • Erdgasspeicher Puchkirchen, Kapazität 860 Mio. m3 , Ausbau auf über 1 Mio. m3 bis 2010
  • Erdgasspeicher Haidach, Kapazität 1,2 Mrd. m3 , Ausbau auf 2,4 Mrd. m3 bis 2011

Wesentliche Verbesserung der Versorgungssicherheit Österreichs

13,01% Anteil an börsenotierter Verbundgesellschaft

Highlights 2008/09

Umsatz +13,8% (2.727,0 Mio. Euro) EBITDA +3,1% (373,4 Mio. Euro) EBIT +5,2% (175,2 Mio. Euro) Konzernergebnis –4,8% (177,9 Mio. Euro) Ergebnis je Aktie –4,8% (1,09 Euro) Dividende je Aktie 0,37 Euro1)

  • – Positive Umsatz- und EBIT-Entwicklung trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen
  • – Niedrigeres Beteiligungsergebnis infolge des Preisverfalls bei Primärenergie
  • Fernwärme-Transportleitung nach St. Pölten vor Inbetriebnahme
  • Baustart zur Errichtung der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" in Niederösterreich
  • Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net
  • – Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum vor Fertigstellung
  • – Grundsteinlegung für die Errichtung von drei Wasserkraftwerken am Fluss Devoll in Albanien
  • Konzession für die Erdgasverteilung und -versorgung an der Adriaküste in Kroatien
  • – Starke Geschäftsentwicklung im Umweltbereich, Expansion in der baltischen Region, neuer Auftrag in Montenegro

1) Vorschlag an die Hauptversammlung

Inhalt

Vorwort des Vorstands 2
Geschäftsmodell und Strategie 5 Unternehmensprofil
5 Strategische Ausrichtung
6 EVN auf einen Blick
7 Unternehmensstrategie im Überblick
9 Segment Energie
13 Segment Umwelt
15 Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges
16 Interview mit dem Vorstand
Nachhaltige Unternehmensführung 20 Klares Bekenntnis der EVN zur Nachhaltigkeit
21 Zielsetzung im Überblick
22 Forschung und Entwicklung
23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Bericht des Aufsichtsrats 24
Corporate-Governance-Bericht 26 Organe der Gesellschaft
28 Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex
EVN Aktie und Anleihen 35 Kapitalmarkt und Kursentwicklung der EVN Aktie
37 Investor Relations
38 EVN Anleihen
Konzernlagebericht 39 Rechtliches Umfeld
41 Wirtschaftliches Umfeld
42 Energiewirtschaftliches Umfeld
44 Geschäftsentwicklung
53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
53 Umwelt und Nachhaltigkeit
54 Risikomanagement
57 Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)
58 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009/10
Segmentberichterstattung 60 Segment Energie
67 Segment Umwelt
69 Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges
Konzernabschluss 2008/09 71
Glossar 128
EVN Gruppenstruktur Umschlag
Impressum Umschlag

Vorwort des Vorstands

Nachhaltiges Denken und Fortsetzung der langfristigen Investitionspolitik

Starke Geschäftsentwicklung in beiden Segmenten trotz ungünstiger Wirtschaftslage

EBITDA und EBIT über, Konzernergebnis leicht unter dem Vorjahreswert

Wichtige Meilensteine in Ausbau der Energieerzeugung

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise, die ihren vorläufigen Höhepunkt im ersten Halbjahr 2009 erreicht zu haben scheint, veranschaulichte auf dramatische Weise, wie fatal sich kurzsichtige Entscheidungen und Gewinnmaximierung um jeden Preis auf die Gesamtwirtschaft, aber auch auf die Stabilität der Wirtschaftssysteme auswirken können. Die EVN hat in diesem Umfeld nicht nur rechtzeitig und erfolgreich auf geänderte Vorzeichen reagiert, sondern gleichzeitig auch den Mut bewiesen, ihrer langfristigen Strategie mit der Realisierung ausgewählter Wachstumsprojekte treu zu bleiben. Diese zentralen Wachstumsprojekte und die damit verbundenen Zielsetzungen werden deshalb auch zu Beginn des vorliegenden Geschäftsberichts inszeniert und vorgestellt.

Lassen Sie uns nun aber die wichtigsten Entwicklungen des Geschäftsjahres 2008/09 erörtern: Dank der positiven Entwicklung in beiden Segmenten konnten wir in Summe eine Umsatzsteigerung von 13,8% auf 2.727,0 Mio. Euro erzielen. Im Segment Energie war die positive Entwicklung auf den höheren Stromabsatz in Mazedonien und den gestiegenen Wärmeabsatz in Österreich und Bulgarien zurückzuführen – aber auch auf Preisanpassungen, die aufgrund höherer Primärenergiepreise der Vorperioden notwendig wurden. Im Segment Umwelt konnte trotz der zeitlichen Verzögerung von Projekten, die unsere Auftraggeber aufgrund der geänderten Finanzierungssituation vornehmen mussten, eine beachtliche Umsatzsteigerung erzielt werden. In Summe können wir daher die Umsatzentwicklung des Geschäftsjahres als durchaus zufriedenstellend bezeichnen.

Bei der Entwicklung des operativen Ergebnisses zeigten die hohen Bezugspreise für Fremdstrom und Primärenergieträger, die im Sommer 2008 historische Höchstpreise erzielten, aufgrund von Terminkäufen erst im Berichtsjahr ihre volle negative Wirkung. Mit 373,4 Mio. Euro erreicht das EBITDA aber dennoch ein Niveau, das leicht über dem Wert des Vorjahres liegt, ebenso das EBIT mit 175,2 Mio. Euro. Das Finanzergebnis konnte nicht an das Vorjahr anschließen; das Beteiligungsergebnis ging vor allem aufgrund eines geringeren Beitrags der Rohöl-Aufsuchungs AG deutlich zurück, wofür der Preisrückgang für Rohöl und Erdgas verantwortlich war. Das sonstige Finanzergebnis stieg zwar aufgrund der jüngsten Erholung auf den Finanzmärkten, blieb jedoch trotz einer deutlichen Verbesserung weiterhin leicht negativ. In Summe war damit ein Rückgang des Finanzergebnisses um 26,2% auf 50,8 Mio. Euro zu verzeichnen. Das Ergebnis vor Steuern lag deshalb mit 226,0 Mio. Euro um 4,0% und das Ergebnis je Aktie mit 1,09 Euro um 4,8% unter dem Vorjahreswert. Trotz dieses leichten Ergebnisrückgangs werden wir Ihnen bei der 81. ordentlichen Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 eine gleichbleibende Dividende von 0,37 Euro je Aktie vorschlagen. Wir wollen damit eine kontinuierliche Dividendenpolitik sicherstellen, die es aber auch ermöglicht, das weitere Wachstum der EVN zu finanzieren.

Die Ziele unserer Investitionspolitik sind klar formuliert: Wir wollen mittelfristig 40% bis 60% des gesamten Stromabsatzes aus eigenen Erzeugungsanlagen bzw. durch langfristige Bezugsrechte an fremden Kraftwerken abdecken können. Der Vergleichswert für das Berichtsjahr liegt bei 17,8% und veranschaulicht das Ausmaß der hierfür notwendigen Investitionen. Im Berichtsjahr konnten auf diesem Weg wichtige Meilensteine gesetzt werden. Die Arbeiten zur Errichtung des Steinkohlekraftwerks im deutschen Duisburg-Walsum, das EVN in Kooperation mit der Evonik Steag GmbH realisiert, steht vor Fertigstellung; nach der Inbetriebnahme im Jahr 2010 wird die anteilige Jahreserzeugung der EVN etwa 1.600 GWh betragen. Plangemäß verläuft auch die Realisierung des Energiekonzepts für den niederösterreichischen Zentralraum auf dem EVN Areal in Dürnrohr/Zwentendorf, wo mehrere Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 200 Mio. Euro nahezu vollständig abgeschlossen wurden. In Albanien konnten wir im Rahmen eines Joint Venture die Vorarbeiten zur Errichtung von drei Speicherkraftwerken am Devoll-Fluss fortsetzen, im Juni

2009 erfolgte die Grundsteinlegung. Die Errichtung eines weiteren Wasserkraftwerks ist in Kooperation mit der Verbundgesellschaft am Fluss Drin angestrebt. In Bulgarien erhielten wir gegen Ende des Berichtsjahres von den politischen Entscheidungsträgern grünes Licht zur Errichtung von Wasserkraftwerken am Fluss Gorna Arda. Wie wichtig uns bei dem Ausbau unserer Kapazitäten der Einsatz erneuerbarer Energieträger ist, veranschaulichen auch mehrere Windkraftprojekte, die wir in Niederösterreich, aber auch in Ost- und Südosteuropa realisieren wollen.

Parallel zu diesen Projekten investieren wir laufend in die Instandhaltung und den Ausbau unserer Netzinfrastruktur – in Niederösterreich ebenso wie in unseren Märkten in Bulgarien und Mazedonien. Der Baustart zur Errichtung der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene", die die Versorgung Niederösterreichs nachhaltig absichern wird, bildet dabei das Highlight des Berichtsjahres. Die Expertise der EVN im Gasbereich wurde durch die Vergabe einer Konzession für die Erdgasverteilung und -versorgung in der Gespanschaft Zadar in Kroatien im Berichtsjahr auch international gewürdigt. Ein Konzessionsvertrag für die Ergasverteilung und -versorgung in Split wurde im November 2009 unterzeichnet.

Auch im Segment Umwelt konnte die EVN im Geschäftsjahr mehrere Projekte akquirieren. In Litauen erhielten wir beispielsweise den Zuschlag für die Errichtung einer Kläranlage, in Montenegro wurden wir mit dem Bau eines Abwasserentsorgungssystems beauftragt. Weitere Referenzprojekte bilden eine fertig gestellte Schlammbehandlungsanlage für die litauische Hauptstadt Vilnius, sowie die Modernisierung und Erweiterung zweier Großkläranlagen in Warschau und Kielce, Polen. Mit der Übernahme von fünf weiteren Ortsnetzen in Niederösterreich konnte EVN die Anzahl der direkt mit Trinkwasser versorgten Kunden von 41.500 auf 50.000 Einwohner erhöhen. Zudem erfolgte in diesem Geschäftsfeld der Spatenstich zur Errichtung einer 40 km langen überregionalen Trinkwasser-Verbindungsleitung, die bis 2011 fertig gestellt sein wird.

Mit der erfolgreichen Emission von fünf Anleihen im Berichtsjahr – das Gesamtvolumen belief sich auf 470 Mio. Euro – und einer generell konservativen Bilanz- und Finanzierungspolitik stellen wir sicher, dass die EVN ihre Investitionsprojekte plangemäß realisieren kann, ohne die laufende Liquidität zu gefährden. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit allen diesen Vorhaben und Aktionen, die wir heute setzen, auch morgen unserem Leitspruch "Energie vernünftig nutzen" gerecht werden können. Bei Ihnen als Aktionärinnen und Aktionäre der EVN möchten wir uns für das Vertrauen, das Sie uns auf diesem Weg entgegen bringen, bedanken. Unser Dank gilt auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement, mit dem sie sich den täglichen Herausforderungen stellen.

Expansion im Strom- und Gasnetzbereich in Niederösterreich und Kroatien

Starke Expansion im Umweltbereich

Langfristige Liquidität gesichert

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher (Sprecher des Vorstands) (Mitglied des Vorstands) (Mitglied des Vorstands)

Unternehmensprofil Strategische Ausrichtung Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Geschäftsmodell und Strategie

Unternehmensprofil

Wir sind ein führendes, internationales, börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Niederösterreich, dem größten österreichischen Bundesland. Unseren Kundinnen und Kunden bieten wir hier auf Basis modernster Infrastruktur Strom, Gas, Wärme, Wasser, thermische Abfallverwertung und damit verbundene Dienstleistungen "aus einer Hand". Mit unserem Angebot sichern und verbessern wir die Lebensqualität von über 3 Millionen Kunden/innen in 18 Ländern.

In der Energiewirtschaft konnten wir uns neben Österreich erfolgreich in Bulgarien und Mazedonien positionieren. Im Umweltsegment sind wir über Tochtergesellschaften in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung erfolgreich.

Durch die Realisierung von Synergien zwischen den verschiedenen Geschäftsfeldern der EVN1) im In- und Ausland steht bei allen Aktivitäten die nachhaltige Wertschaffung und -steigerung im Interesse von Kunden/innen, Eigentümern und Mitarbeitenden im Vordergrund. Für alle Aktivitäten des Unternehmens gelten unsere zentralen Grundsätze der Versorgungssicherheit, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen, der Schaffung moderner und umweltgerechter Infrastruktur sowie des konsequenten Auftretens als Qualitätsanbieter.

Strategische Ausrichtung

Die strategische Ausrichtung der EVN gliedert sich in die drei Segmente: Energie, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.2) Das Segment Energie umfasst aus regionaler Sicht die Aktivitäten in Österreich und Deutschland sowie Südosteuropa mit Bulgarien, Mazedonien, Albanien und Kroatien sowie in funktionaler Hinsicht die gesamte Wertschöpfungskette des Energiegeschäfts (Erzeugung, Verteilung und Versorgung). Das Segment Umwelt bildet die Geschäftsfelder Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermische Abfallverwertung in 15 Ländern ab.

Durch den neuen Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente", der für EVN ab dem Geschäftsjahr 2009/10 anzuwenden sein wird, werden die Business Units des Segments Energie zukünftig voraussichtlich als eigene Segmente dargestellt werden.

1) In weiterer Folge ist mit EVN stets der EVN Konzern inklusive Tochtergesellschaften gemeint. 2) Eine Auflistung aller Beteiligungs- und Tochtergesellschaften der EVN findet sich ab Seite 123.

EVN auf einen Blick

Energie

Energieerzeugung
Stromerzeugungskapazitäten 1.829 MW
davon
Wärmekraft1) 1.466 MW
Wasserkraft2) 233 MW
Windkraft 120 MW
Biomasse 10 MW

Energieverteilung/Netzgeschäft

Stromnetze
Leitungslänge 130.358 km
davon
Österreich 50.900 km
Bulgarien 55.261 km
Mazedonien 24.197 km
Kundenanlagen 3.128.000
davon
Österreich 803.000
Bulgarien 1.605.000
Mazedonien 720.000
Absatz 20.428 GWh
davon
Österreich 7.317 GWh
Bulgarien 7.861 GWh
Mazedonien 5.520 GWh
Gasnetze3)
Leitungslänge 13.350 km
Kundenanlagen 288.000
Absatz 17.159 GWh
Sonstige3)
Kabel-TV-Kundenanlagen 107.829
Internet-Kundenanlagen 53.342

Energieversorgung Strom4) Absatz 19.541 GWh Gas4) Absatz 6.102 GWh Wärme5) Leitungslänge 573 km Kundenanlagen 77.000 Absatz 1.576 GWh

Umwelt

Wasserver- und Abwasserentsorgung
Wasserversorgung
Kunden 493.000
davon direkt versorgt 50.000
Leitungslänge 2.026 km
Absatz 25,6 Mio. m3
Abwasserentsorgung in Zentral-,
Ost- und Südosteuropa
90 Trink- und Abwasserprojekte
78 fertig gestellte Projekte
davon
Installierte Trinkwasserkapazität
in Tausend 1.098 EGW6)
Installierte Abwasserkapazität
in Tausend 9.945 EGW6)
Thermische Abfallverwertung
Österreich
Anlage in Zwentendorf/Dürnrohr
Jahreskapazität 300.000 t
International
Anlage in Moskau
Jahreskapazität 360.000 t

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Strategische Beteiligungen

Verbundgesellschaft – Stromproduktion,
-handel und -transport
Burgenland Holding AG (BEWAG/BEGAS) –
Regionale Strom- und Gasversorgung
RAG-Beteiligungs-AG (Rohöl-Aufsuchungs AG) –
Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung

Sonstige Beteiligungen

Utilitas-Gruppe – Technische Dienstleistungen

1) Inkl. Cogeneration und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Österreich und Bulgarien

  • 2) Inkl. Bezugsrechte aus Donaukraftwerken in Österreich und Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien
  • 3) In Österreich
  • 4) Inkl. von EnergieAllianz versorgte Anlagen (anteilig) in Österreich 5) In Österreich und Bulgarien
  • 6) Einwohnergleichwert

EVN auf einen Blick Unternehmensstrategie im Überblick

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Unternehmensstrategie im Überblick

Als unabhängiges, börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen will die EVN ausgehend von Niederösterreich eine starke Position in ausgewählten Märkten Zentral-, Ost- und Südosteuropas erreichen und langfristig halten. Gegenüber ihren Kunden definiert sich die EVN als verlässlicher Partner, der hochwertige Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbietet. Ermöglicht wird dieser Qualitätsanspruch durch engagierte Mitarbeitende, denen Entwicklungsmöglichkeiten, faire Entlohnung und attraktive Arbeitsbedingungen geboten werden. Basierend auf diesem Wertekatalog fühlt sich die EVN einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung verpflichtet und ist davon überzeugt, dass die angestrebte kontinuierliche Unternehmenswertsteigerung nur unter Einbindung aller relevanten Interessengruppen erreicht werden kann. Unterstützt durch eine aktive und transparente Kommunikation soll sich diese Wertsteigerung in der Kursentwicklung der EVN Aktie widerspiegeln und in Verbindung mit einer attraktiven Dividendenpolitik eine angemessene Verzinsung des von den Aktionären eingesetzten Kapitals ermöglichen.

Die zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts bilden der Wertbeitrag (Economic Value Added – EVA®) und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE). Die gewogenen Kapitalkosten der EVN nach Ertragsteuern (WACC) – unter Berücksichtigung spezifischer UnternehmensDen Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verpflichtet

EVA® und ROCE als zentrale Steuerungskenngrößen

und Länderrisiken – beliefen sich im Berichtszeitraum wie im Vorjahr auf 6,5%. Eine detaillierte Analyse des Wertbeitrags und der Kapitalrendite im Geschäftsjahr 2008/09 findet sich im Lagebericht ab Seite 47.

Die Unternehmensstrategie der EVN, die in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat definiert wurde, beruht auf folgenden vier Eckpfeilern:

1. Zwei-Säulen-Strategie: Energie- und Umweltgeschäft

Im Sinne der Breite des Produktangebots und horizontaler Verflechtung der Geschäftsbereiche wird eine Verschränkung der einzelnen Geschäftsbereiche angestrebt, die synergetische Vorteile bei der Markterschließung und bei Projektrealisierungen, aber auch durch akkordierte Beschaffungsvorgänge gewährleistet.

2. Organisches und externes Wachstum mit Fokus auf Zentral-, Ost- und Südosteuropa

Zur Fortsetzung des Wachstumskurses der EVN ist eine differenzierte Vorgehensweise in den einzelnen operativen Geschäftsfeldern und regionalen Märkten notwendig. Während in Niederösterreich das Wachstumspotenzial vor allem im Segment Energie, aber auch im Segment Umwelt eingeschränkt ist, bergen die Absatzmärkte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa hingegen aufgrund ihres wirtschaftlichen Aufholbedarfs beachtliches Wachstumspotenzial. Nachstehende Grafiken veranschaulichen dies im Strombereich in den wichtigsten Energiemärkten der EVN anhand ausgewählter Indikatoren.

Stromnetzanlagen

in Mio.

Stromverbrauch/Stromnetzanlage

3. Finanzstärke, Transparenz und dividendenstarke Kapitalmarktpolitik

Im Mittelpunkt der EVN Finanzstrategie stehen die Erhaltung der finanziellen Stabilität bei gleichzeitigen Absicherung der finanziellen Flexibilität, um damit optimale Finanzierungsstruktur und -kosten zu gewährleisten. Diese Zielsetzungen werden durch Anstreben einer ausgewogenen Kapitalstruktur, einer hinreichenden Fristenkongruenz der Finanzierungen mit den finanzierten Vermögensgegenwerten sowie durch der Verwendung vielfältiger Finanzinstrumente erreicht. Insgesamt soll die stabile Bonität der EVN in Form der Einstufung externer Rating-Agenturen im "A"-Bereich langfristig behalten werden. Eine ausführliche Analyse zur Entwicklung der Finanz- und Liquiditätslage findet sich im Lagebericht ab Seite 49.

Die mittel- und langfristige Finanzierungskapazität der EVN hängt neben der erfolgreichen Positionierung am Kapitalmarkt von der Entwicklung des Cash Flow ab. Die Auswirkungen von Projekt- und Investitionsentscheidungen auf den Cash Flow, der Investitionszeitraum und der Return on Investment bestimmen somit ihre Auswahl und Priorisierung. Zur Erhöhung der Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Liquiditätsbereitstellung der EVN wurde das konzernweite Finanzplanungssystem angepasst.

Synergien zwischen operativen Segmenten

Fokus auf die Wachstumsmärkte

Wachstumsinvestitionen und Ausschüttungsquote von 33,9%

Finanzierung durch erfolgreiche Positionierung am Kapitalmarkt und hohen Cash Flow

Unternehmensstrategie im Überblick Segment Energie

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

20 Jahre EVN Aktie, starke Performance

Nachhaltigkeit fix in Unternehmensstrategie integriert

Niederösterreich, Bulgarien, Mazedonien, Albanien, Kroatien

Die Aktien der EVN AG notieren seit 28. November 1989 an der Wiener Börse; ihr Streubesitz beträgt zum Ende des Geschäftsjahres unverändert etwa 14%. Im Berichtsjahr konnte sich die EVN Aktie im negativen Börseumfeld behaupten, ihr Kursverlauf zeigte sich wiederholt stärker als der ATX oder der ATX-Prime (siehe Seite 36). Unter Berücksichtigung eines Dividendenvorschlags von 0,37 Euro je Aktie errechnet sich seit dem Börsegang ein Total Shareholder Return von 9,69% p.a. Mit einer Ausschüttungsquote innerhalb einer Bandbreite von 25% bis 35% während der letzten Jahre wird eine Balance zwischen Wachstumsinvestitionen in die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und einer kontinuierlichen Aktionärsvergütung angestrebt, die selbst bei temporären Ergebnisrückgängen aufrechterhalten werden kann.

4. Nachhaltige Unternehmensführung

Die konsequente Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Unternehmensführung ist integraler Bestandteil der EVN Strategie. In ökonomischer Hinsicht gilt es, den Interessen der Eigentümer und Kunden zu entsprechen. Den ökologischen Fokus der EVN bilden vielfältige Anstrengungen, einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Als dritte Dimension sind die Anliegen der Mitarbeitenden und jene der Gesellschaft im Allgemeinen zu berücksichtigen. Detaillierte Angaben zur nachhaltigen Unternehmensführung finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2008/09, der gemeinsam mit diesem Geschäftsbericht erscheint und diese Fragestellungen im Detail erörtert.

Segment Energie

Im Segment Energie ist die EVN in Niederösterreich und Südosteuropa aktiv. In Niederösterreich umfasst ihr Leistungsportfolio die Versorgung mit Strom, Gas und Wärme und damit verbundene Dienstleistungen. Im Bereich Strom und Wärme deckt EVN die ganze Wertschöpfungskette, im Bereich Gas die Wertschöpfungsstufen Verteilung und Netze ab. Der Vertrieb Strom und Gas sowie der Gasbezug und -handel erfolgen über Vertriebsgesellschaften mit Joint-Venture-Partnern. Das Produktportfolio erweitern die Tochtergesellschaften mit verwandten Geschäftsfeldern sowie regionales Kabel-TV und Telekommunikationsinfrastruktur. In Südosteuropa hat EVN vor allem im Endkundenmarkt eine starke Marktposition aufgebaut. In Bulgarien versorgt sie ein Drittel des Strommarkts. Dem vertikalen Geschäftsmodell in Niederösterreich folgend wurde im Vorjahr mit der Übernahme eines Fernwärmeversorgers im Versorgungsgebiet die Wertschöpfungskette verlängert. In Mazedonien wird im Bereich der Stromversorgung das gesamte Staatsgebiet abgedeckt. Zusätzlich verfügt EVN mit elf Wasserkraftwerken über geringfügige Produktionskapazitäten. Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden Projektgesellschaften in Albanien bzw. Kroatien für die Errichtung von drei Wasserkraftwerken am Fluss Devoll bzw. der Gasnetze in der kroatischen Region Zadar an der Adriaküste gegründet.

Die Rahmenbedingungen für das Segment Energie in Österreich sowie in Südosteuropa werden im Lagebericht ab Seite 39 ausführlich beschrieben.

Marktumfeld und Erfolgsfaktoren

Business Unit Erzeugung

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit verfolgt die EVN die Strategie, ihre Energieerzeugungskapazitäten möglichst vielfältig, ausgewogen und flexibel zu gestalten. Die EVN erzeugt Strom aus thermischen Quellen und erneuerbarer Energie, vor allem Wasser- und Windkraft. Aktuell realisiert die EVN mehrere Kraftwerksprojekte und forciert den Ausbau erneuerbarer Energiequellen.

Absicherung und Diversifikation der Primärenergieträger

Kosteneffiziente Steuerung der Eigenerzeugung

Hohe Fixkostenkomponente, Abhängigkeit von Absatzmenge und Wetter

Größenvorteile durch Partnerschaften

Langfristige Bezugsverträge

Der Verlauf des operativen Ergebnisses dieses Business Units hängt von nachstehenden Faktoren ab:

  • Preisentwicklung am europäischen Strommarkt
  • Entwicklung der Primärenergiepreise
  • Aufwendungen für CO2 -Zertifikate
  • Entwicklung der Energienachfrage

Auf diese Einflussfaktoren muss mit einer flexibel variierbaren Zusammensetzung von unterschiedlichen Primärenergieträgern reagiert werden. Die in den thermischen Kraftwerken eingesetzten Brennstoffe sind dafür langfristig abzusichern. Der Kohlebedarf für das Kraftwerk Dürnrohr wird beispielsweise zum Großteil über langjährig bewährte europäische Vertragspartner abgedeckt. Zudem erfolgt eine lokale Bevorratung direkt am Standort.

Die Preisentwicklung am europäischen Strommarkt ist konsequent zu analysieren, um den Grad der Eigenerzeugung möglichst kosteneffizient steuern zu können. Um dem prognostizierten Anstieg der Energienachfrage gerecht werden zu können, gilt es gleichzeitig die Erzeugungskapazitäten zu erhöhen und alle Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der bestehenden Anlagen auszuschöpfen.

Business Unit Netze

Diese Geschäftseinheit umfasst den Betrieb der Strom- und Gasnetze sowie der Netze für Kabel-TV und Telekommunikation in Niederösterreich und – seit der Akquisition eines lokalen Telekomanbieters im Geschäftsjahr 2008/09 – im Burgenland. Der Strom- wie auch der Gasnetzbereich unterliegen einer Regulierung durch die Regulierungsbehörde E-Control GmbH. Anfang 2006 wurde für den Strom- und Anfang 2008 für den Gasbereich ein mehrjähriges Anreizregulierungsmodell eingeführt. Das dadurch bestimmte Tarifmodell orientiert sich an einem nationalen Benchmarking der österreichischen Betreiber von Verteilernetzen, aus dem die EVN als eines der effizientesten Unternehmen hervorging. Aufgrund der Mehrjährigkeit dieser Modelle wird eine Rechts- und Planungssicherheit für die Betreiber gewährleistet, wenngleich im aktuellen System zu schwache Anreize für laufende Ersatz- sowie Erweiterungsinvestitionen bestehen. Das Ergebnis des Business Units Netze ist aufgrund seiner hohen Fixkostenkomponente stark von den Absatzmengen und somit – vor allem im Gasnetzbereich – von der Witterung abhängig.

Business Unit Energiebeschaffung und -vertrieb

Die Beschaffung von Strom und Gas sowie der Handel mit und der Verkauf von Strom und Gas in Österreich erfolgen im Rahmen der EnergieAllianz Austria GmbH, einer gemeinsamen Vertriebstocher von EVN, den Strom- und Gasversorgern in Burgenland und Wien Energie. Der gesamte Gasbezug und -handel der EVN wird über die EconGas GmbH, eine gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der im Gasbereich tätigen EnergieAllianz Austria-Partner sowie der EGBV Beteiligung GmbH und der OMV, abgewickelt. Mit der Auslagerung dieser Wertschöpfungsstufen in partnerschaftliche Unternehmen entstanden wettbewerbsfähige Einheiten, die Größenvorteile ermöglichen. Die von der EVN in Österreich produzierte und an Privat- und Gewerbekunden verkaufte Wärme wird ebenfalls im Business Unit Vertrieb erfasst. Die Wärmeproduktion erfolgt in eigenen Fernheizwerken, Nahwärme- und Cogeneration-Anlagen, durch Wärmeauskopplung in den thermischen Kraftwerken sowie durch Biomasse. Mit 44 Anlagen ist die EVN der größte Biomasse-Wärmeversorger Österreichs.

Die Profitabilität des Business Units Vertrieb wird hauptsächlich vom Energieabsatz und von internationalen Primärenergiepreisen bzw. Beschaffungspreisen für Strom und Gas beeinflusst. Im Sinne der Versorgungssicherheit kauft EVN Primärenergie und Strom auf dem Terminmarkt. Gas wird zum größten Teil auf Basis langfristiger Verträge bezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden diese Verträge der EconGas GmbH

Segment Energie

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

mit Gaslieferanten vollständig erneuert und ihre Laufzeit auf über 2020 hinaus verlängert. Den Preis für Erdgas bestimmen – mit einer Verzögerung von rund sechs Monaten – vor allem die internationalen Notierungen für Rohöl. In der Strom- und Gasbeschaffung wird im Rahmen der EnergieAllianz Austria GmbH eine aktive Hedging-Politik betrieben. Im Stromgeschäft besteht zudem ein natürliches Hedging durch die Eigenproduktion. Im Wärmegeschäft sind die Verkaufspreise sämtlicher Produkte wertgesichert, wofür in nahezu allen Verträgen eine Bindung an öffentlich erhobene Preisindizes besteht.

Business Unit Südosteuropa

In diesem Geschäftsfeld werden im Wesentlichen die Stromnetzbetreiber und -versorger, der Stromhandel und die Stromerzeugung der EVN in Bulgarien und Mazedonien sowie die geplanten Aktivitäten im Gasbereich in Kroatien zusammengefasst. Aufgrund des wirtschaftlichen Aufholprozesses wird in diesen Märkten mit einem deutlichen Anstieg der Energienachfrage gerechnet. In der gesamten südosteuropäischen Region ist aufgrund der zunehmenden Lücke zwischen der Stromnachfrage und den bestehenden Produktionskapazitäten mittelfristig mit deutlichen Preisanstiegen zu rechnen.

In Bulgarien wurde der Strommarkt mit Juli 2007 liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation konnte sich bislang jedoch noch nicht einstellen. In Mazedonien ist der Strommarkt noch weitgehend reguliert. Details zum rechtlichen Umfeld in diesen Märkten finden sich im Lagebericht ab Seite 40.

Strategische Handlungsfelder des Segments Energie

Im Segment Energie wird die EVN mit zahlreichen Entwicklungen und Herausforderungen konfrontiert, denen sie mit folgenden Aktionen und Vorhaben begegnet:

Wachstumsmärkte der EVN

Umfeld verlangt klare strategische Zielsetzungen

Schwache Liberalisierung in Bulgarien, keine in Mazedonien

Herausforderung Positionierung der EVN Weiterführende
Informationen
Integration und Modernisierung in Bulgarien und Mazedonien weitgehend abgeschlossen;
in Mazedonien nun Anpassung des juristischen und regulatorischen Umfelds notwendig
Seite 27f NB1)
Wachstum und
Integration
Konzession Erdgasverteilung und -versorgung in den Gespanschaften Zadar und
Split-Dalmatien in Kroatien
Mit rund 3 Mio. Stromkunden dank Expansion in Südosteuropa relevante Unternehmensgröße erreicht
Wettbewerbsfähigkeit Stärkung der Marktposition in Österreich über EnergieAllianz Austria GmbH,
einen führenden Energiedienstleister in Mitteleuropa mit rund 3,3 Mio. Kundenanlagen
Ausbau und Flexibilisierung der Erzeugungskapazitäten Seite 30f NB
Laufende Investitionen in Netzinfrastruktur Seite 26 NB
Gaspeicherkapazitäten über Beteiligungen an der Rohöl-Aufsuchungs AG und EconGas GmbH
Versorgungssicherheit Langfristige Beschaffungspolitik und Hedging
Ausbau der Erzeugungskapazitäten im In- und Ausland Seite 12f GB2), 30f NB
Revitalisierung von bestehenden Wasserkraftwerken, weitere Windparks in Niederösterreich in Planung
Errichtung eines Windparks sowie Planung von Wasserkraftwerken in Bulgarien Seite 12 GB
Zahlreiche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in der Erzeugung und bei Netzen
Ausbau der Energieberatung und -dienstleistungen für Endkunden Seite 39f NB
Klima- und
energiepolitische
Forcierung alternativer Kraftstoffe Seite 41 NB
Rahmenbedingungen Forschungsprojekte für CO2
-arme Kraftwerke
Seite 42 NB

1) Nachhaltigkeitsbericht 2008/09

2) Geschäftsbericht 2008/09

Mittelfristig Eigenerzeugungsquote von 40% bis 60% angestrebt

Eigene Produktionskapazitäten in Südosteuropa im Aufbau

Projekte in Bulgarien

Investitionsprogramm für Niederösterreich

Investitionen in Netzinfrastruktur bei Strom und Gas

Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten im Ausland

Großprojekt in Albanien

Um die Abhängigkeit von Bezugspreisschwankungen zu reduzieren und eine vorausschauende Preiskalkulation für Endkunden sicherstellen zu können, ist ein ausgewogenes Verhältnis von Absatzmengen und unternehmenseigenen Erzeugungskapazitäten notwendig. Die EVN hat sich deshalb als mittelfristiges Ziel gesetzt, 40% bis 60% des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten zu generieren (Geschäftsjahr 2008/09: 17,8%). Die Stromerzeugung soll in einer ausgewogenen Mischung aus thermischer Energie und erneuerbaren Energiequellen erfolgen. Detaillierte Angaben zum Ausbau der erneuerbaren Energiequellen finden sich im Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 30.

Um den zukünftigen Energiebedarf der Strommärkte der EVN in Südosteuropa aus eigener Kraft abdecken zu können, plant sie, schrittweise Produktionskapazitäten in dieser Region aufzubauen. Mit der Akquisition des zweitgrößten bulgarischen Fernwärmeversorgers TEZ Plovdiv und dem Abschluss der Revitalisierung der elf Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien im Vorjahr konnten erste erfolgreiche Schritte gesetzt werden. In Plovdiv ist eine Cogeneration-Anlage in Planung. Für weitere Projekte in den Bereichen Wasser- und Windkraft sowie Photovoltaik wurde im Berichtsjahr wertvolle Vorarbeit geleistet.

In Kavarna, Bulgarien errichtet die EVN im Rahmen eines Joint Venture 25 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 50 MW bzw. einer geplanten jährlichen Erzeugung von 140 GWh. In Blatec wird eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 1 MW und einer jährlichen Stromproduktion von 1,3 GWh errichtet. Ebenfalls in Bulgarien prüft ein Konsortium, an dem die EVN führend beteiligt ist, ein Projekt zur Errichtung von Wasserkraftwerken und der Erneuerung bestehender Dämme am Fluss Gorna Arda.

Im Rahmen des Energiekonzepts für den niederösterreichischen Zentralraum realisiert die EVN mehrere Projekte rund um den Kraftwerksstandort Dürnrohr mit einem Investitionsvolumen von über 200 Mio. Euro. Im Berichtsjahr konnte die längste Fernwärme-Transportleitung Österreichs, die über 31 km von Dürnrohr nach St. Pölten führt, großteils fertig gestellt werden. Sie versorgt die Landeshauptstadt ab der Heizperiode 2009/10 mit Fernwärme, die aus unterschiedlichen Quellen des Kraftwerksstandorts stammt. Die Arbeiten zur Errichtung der Linie 3 der Thermischen Abfallverwertungsanlage am Standort Zwentendorf/Dürnrohr konnten im Berichtsjahr ebenfalls planmäßig fortgesetzt werden. Mit der Inbetriebnahme Anfang 2010 wird die Gesamtkapazität von 300.000 t auf 500.000 t Abfall und die thermische Leistung von 120 MW auf 210 MW erhöht werden.

Neben diesen umfassenden Projektfortschritten wurde im Berichtsjahr die Realisierung der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" gestartet, die von Gänserndorf an den Semmering führt. Bis Jahresende 2012 werden rund 114 Mio. Euro investiert. Weitere Investitionsschwerpunkte im Netzbereich bildeten im Berichtsjahr die Inbetriebnahme der 380-kV-Leitung von Etzersdorf nach Theiß sowie die Fertigstellung des Umspannwerks Theiß.

Aktuell verfolgt die EVN mehrere Projekte zur Realisierung von Kraftwerken im europäischen Ausland, die sich in unterschiedlichen Phasen befinden. Bereits im Jahr 2006 erfolgte der Spatenstich zur Errichtung eines 790-MW-Steinkohlekraftwerks im deutschen Duisburg-Walsum. Seine Inbetriebnahme ist für 2010 geplant, womit sich die Produktionskapazitäten der EVN um etwa 20% erhöhen und weiter diversifizieren werden.

In Albanien ging die EVN im Rahmen eines Joint Venture im Jänner 2008 als Bestbieter beim internationalen Vergabeverfahren zur Errichtung von drei Spitzenlast-Speicherkraftwerken am Devoll-Fluss hervor. Der Konzessionsvertrag für die Errichtung dieser Kapazitäten mit einer Leistung von rund 340 MW und einer Jahreserzeugung von rund 1.000 GWh mit dem norwegischen Joint-Venture-Partner Statkraft wurde

Segment Energie Segment Umwelt Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

im Dezember 2008 unterzeichnet und Ende Februar 2009 durch das albanische Parlament ratifiziert. Die Grundsteinlegung erfolgte Anfang Juni 2009. Parallel zu diesem Vorhaben wird eine Partnerschaft mit der Verbundgesellschaft für den Bau eines Wasserkraftwerks am Fluss Drin, Albanien angestrebt.

Segment Umwelt

Im Segment Umwelt, das Projekte zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie thermischen Abfallverwertung realisiert, ist EVN zusätzlich zum Heimmarkt Niederösterreich im übrigen Bundesgebiet Österreichs sowie in 14 Ländern Zentral-, Ost- und Südosteuropas aktiv.

Internationale Wasserver- und Abwasserentsorgung

Die EVN plant, baut, finanziert und betreibt kommunale und industrielle Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen in weiten Teilen Europas. Im Berichtsjahr konnte EVN die starke Marktstellung in der Region Zentral-, Ost- und Südosteuropa weiter ausbauen (Details siehe Tabelle Seite 14).

Abfallverwertung

Die EVN betreibt seit 2004 eine thermische Abfallverwertungsanlage im niederösterreichischen Dürnrohr. Aufgrund ihrer ganzjährigen Vollauslastung wird sie um eine dritte Linie erweitert. Im Abfallbereich wird das Prinzip "Waste to Energy" verfolgt: Der beim Verbrennungsprozess entstehende Dampf wird in Kraftwerke und Fernwärmenetze eingespeist und so der Stromerzeugung oder Wärmenutzung zugeführt. Als internationales Referenzprojekt gilt die Errichtung einer Abfallverwertungsanlage in Moskau.

Wasserversorgung in Niederösterreich

Durch die Akquisition der regionalen Wasserversorgung in Niederösterreich im Jahr 2001 versorgt EVN rund ein Drittel der Landesbevölkerung, meist indirekt durch Lieferungen an Gemeinden und Kommunen. Mit der laufenden Übernahme von Ortswassernetzen verfolgt EVN das Ziel, die Anzahl der direkt versorgten Kunden zu steigern.

Marktumfeld und Erfolgsfaktoren

Die Auftragslage im Segment Umwelt ist von einer kontinuierlich steigenden Nachfrage in Zentral-, Südund Osteuropa geprägt, die Realisierung von Projekten hängt jedoch stark von den finanziellen Möglichkeiten öffentlicher Institutionen wie Städte, Gemeinden und Kommunen ab. Auftraggeber können zwischen unterschiedlichen Projektabwicklungsmodellen – Generalunternehmerschaft, Betriebsführungsmodell und BOOT-Modell (Build, Own, Operate, Transfer) – wählen. Das wirtschaftliche Risiko bei allen diesen Modellen bleibt immer beim Kunden, auch wenn EVN die Finanzierung aufstellt.

Im Geschäftsjahr 2008/09 hat EVN im Bereich der kommunalen und industriellen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung ihre starke Marktstellung in den baltischen Ländern weiter ausgebaut und auch im übrigen Europa neue Aufträge akquiriert.

Dank der starken Nachfrage in Zentral-, Ost- und Südosteuropa, langjähriger Betreibermodelle sowie der Vollauslastung der thermischen Abfallverwertungs- und der Trinkwasserversorgungskapazitäten werden im Segment Umwelt stabile Cash Flows generiert. Im Geschäftsjahr 2008/09 sind dem Segment Umwelt 8,7% des Umsatzes (Vorjahr: 7,7%) und 15,7% des EBIT (Vorjahr: 15,2%) zuzurechnen.

Projekte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa

Niederösterreich und Moskau

Ein Drittel der Landesbevölkerung wird von EVN direkt oder indirekt versorgt

Steigende Nachfrage, angespannte Finanzierungs situation

Stabiler Cash Flow und Diversifikation

Größtmögliche Wertschöpfungskette durch Betreibermodelle

Strategie und Auftragslage des Segments Umwelt

Die Geschäftsfelder des Segments Umwelt bilden in Summe ein wichtiges zweites strategisches Standbein der EVN. Dabei reicht das Leistungsspektrum der EVN von der Planung, Finanzierung und Errichtung bis hin zur Betriebsführung von Anlagen. Erklärtes Ziel ist es, die Wertschöpfungskette weitestmöglich in Form von Betreiber- bzw. BOOT-Modellen abzudecken. Diese Ausrichtung ermöglicht auch die Weiterentwicklung der eingesetzten Technologien während des laufenden Betriebs sowie eine wertvolle Rückkoppelung der Erfahrungen aus der Betriebsführung in den Planungsprozess. Gleichzeitig wird damit ein besonderes Naheverhältnis zum Kunden sichergestellt. EVN konnte sich während der letzten Jahre erfolgreich als Gesamtanbieter über BOOT-Modelle in weiten Teilen Europas stark positionieren. Im BOOT-Modell erfolgt eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zwischen EVN als Service Provider und den Auftraggebern bzw. Kunden. EVN ist für Planung, Errichtung, Finanzierung und Betrieb zuständig, während das wirtschaftliche Risiko der Investition nach der Inbetriebnahme der Anlage der Auftraggeber trägt. Größere Projekte werden in eigenen Projektgesellschaften abgewickelt. Für die Finanzierung dieser Projektgesellschaften mit Fremdmitteln besteht keine Haftung der EVN, sie ist lediglich mit Eigenkapital an der Finanzierung beteiligt. Zudem werden Instrumente der Risikoreduzierung im Rahmen strukturierter Finanzierungen der Projekte angewendet.

Die EVN konnte im Berichtsjahr mehrere Großprojekte akquirieren und bestehende Projekte fortsetzen bzw. fertig stellen. Der Auftragsbestand betrug per 30. September 2009 542,9 Mio. Euro, die vorhandenen Kapazitäten im Bereich Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sind damit gut ausgelastet.

Nachstehend findet sich ein Überblick über die Groß- bzw. Referenzprojekte dieses Geschäftsfelds:

Projektbeschreibung Ort Projektstatus
Kläranlage mit 220.000 Einwohnergleichwerten Estland, Kohtla-Järve Inbetriebnahme Mai 2009
Schlammbehandlungsanlage für
Kläranlage mit 250.000 Einwohnergleichwerten
Litauen, Klaipeda Fertigstellung August 2009
Modernisierung und Erweiterung
einer Kläranlage auf 2,1 Mio.
Einwohnergleichwerte
Polen, Warschau Baubeginn Dezember 2008,
Fertigstellung 2012
Neubau einer Kläranlage
mit 2 Mio. Einwohnergleichwerten
Türkei, Istanbul Inbetriebnahme 2010, danach
fünf Jahre Betriebsführung
Blockheizkraftwerke zur Strom- und
Wärmeerzeugung auf Kläranlage
Russland, Moskau Fertigstellung 2010, danach
Betriebsführung bis zu 49 Jahre
Produktion von Natriumhypochlorit als
Ersatz für Chlorgas in Trinkwasser
Russland, Moskau Inbetriebnahme 2012, danach
zehn Jahre Betriebsführung
Errichtung einer Schlammbehandlungsanlage Litauen, Vilnius Fertigstellung 2011
Errichtung und Erweiterung einer
Schlammbehandlungsanlage auf Kläranlage
Litauen, Siauliai Fertigstellung 2012, danach
ein Jahr Betriebsbegleitung
BOOT-Modell, Abwasserentsorgungssystem,
135.000 Einwohnergleichwerte
Montenegro, Budva Fertigstellung 2014, danach
30 Jahre Betriebsführung

Die Anzahl der direkt versorgten Kunden durch EVN wurde in Niederösterreich im Geschäftsjahr 2008/09 mit der Übernahme von fünf weiteren Ortsnetzen von 41.500 auf 50.000 Einwohner erhöht. Zudem erfolgte der Spatenstich zur Errichtung einer 40 km langen Trinkwasser-Verbindungsleitung vom niederösterreichischen Weinviertel ins Waldviertel. Die Fertigstellung ist nach zweijähriger Bauphase für das Jahr 2011 geplant.

Ausbau der Trinkwassernetze in Niederösterreich fortgeführt

Segment Umwelt Segment Strategische Beteiligungen Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Neben den nachstehend beschriebenen strategisch wichtigen Beteiligungen werden in diesem Segment die Konzernfunktionen erfasst.

Verbundgesellschaft

Die EVN hält direkt einen Anteil von 13,01% an der börsenotierten Verbundgesellschaft, Österreichs führendem Stromproduzenten und Betreiber des überregionalen Hochspannungsnetzes.

Die aus dieser Beteiligung erzielte Dividende wird im Finanzergebnis und die Wertänderung erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Beteiligung wird unter der Bilanzposition "Andere finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen und wurde nach IAS 39 in der Bewertungskategorie als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert.

Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG)

Mit einem Anteil von rund 10% bzw. 20% an den jährlich geförderten Öl- bzw. Gasmengen ist die RAG der zweitgrößte Öl- bzw. Gasproduzent Österreichs. 60% ihrer Konzessionsgebiete liegen in Österreich, die restlichen in Bayern. Ihre Geschäftstätigkeit fokussiert neben dem Handel auch die Speicherung von Erdgas. Durch die Verschmelzung der bisher at Equity einbezogenen EESU Holding GmbH (EVN Anteil 49,95%) mit der vollkonsolidierten RAG-Beteiligungs AG (RBG), deren Anteile an der RAG bisweilen 25,0% bzw. 75,0% betrugen, ist die RBG nunmehr mit 100,0% unmittelbar an der RAG beteiligt.

Bisher waren von der RAG 87,50% des anteiligen Ergebnisses im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der EVN enthalten. Vom Anteil der RBG in Höhe von 75,00% waren 49,95% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zuzurechnen. Nach der nunmehr 100%igen, unmittelbaren Beteiligung der RBG an der RAG werden – im Sinne einer transparenteren, klareren und verständlicheren Darstellung der RAG – in Hinkunft 100% der RAG im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen abgebildet, wovon 49,97% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zugerechnet werden. Daraus resultiert sowohl eine Erhöhung des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen als auch eine Erhöhung des Ergebnisanteils anderer Gesellschafter. Auf den Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG hat diese geänderte Darstellung jedoch keine Auswirkung.

BEWAG und BEGAS

An der börsenotierten Burgenland Holding AG, die ihrerseits zu je 49,0% an der Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-AG (BEWAG) und der Burgenländische Erdgasversorgungs-AG (BEGAS) beteiligt ist, hält die EVN zum Bilanzstichtag einen Anteil von 73,63%. BEWAG und BEGAS sind im Konzernabschluss der EVN jeweils at Equity mit einem Anteil von 49,0% ihres Ergebnisses einbezogen. Hiervon sind 26,37% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zuzurechnen.

Sonstige Beteiligungen

Der Kreis der sonstigen Beteiligungen umfasst primär die in der Utilitas Gruppe zusammengefassten Bereiche Facility Management und Consulting & Engineering, die auch interne Konzerndienstleistungen abdecken, sowie sonstige Konzernbereiche und -funktionen.

116 Kraftwerke bzw. Bezugsrechte an fremden Kraftwerken; 24.572 GWh Regelarbeitsvermögen; Anteil erneuerbarer Energie von 88%

Erdgasspeicher: Puchkirchen 860 Mio. m³ Kapazität; Ausbau Haidach zum zweitgrößten Speicher Europas von 1,2 auf 2,4 Mrd. m³

145.000 Stromkunden; 138 Windkraftanlagen mit 241 MW Kapazitäten; größter Ökostromproduzent Österreichs

Utilitas Gruppe und sonstige Konzernbereiche und -funktionen

EVN – Unternehmen mit Weitblick

Die Mitglieder des EVN Vorstands, Dr. Burkhard Hofer, Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr und Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher, im Gespräch zu den aktuellen Herausforderungen eines international tätigen Energie- und Umweltdienstleisters und wie die EVN strategischen Weitblick in spannenden Zeiten beweist.

Wie ist das Geschäftsjahr 2008/09 im Lichte der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zu beurteilen? Wie stark ist die EVN davon betroffen?

Hofer: Das letzte Geschäftsjahr war voller Herausforderungen und Ereignisse, die so nicht vorhersehbar waren. Bereits im ersten Quartal war abzuschätzen, dass sich die Krise bei der EVN zumindest im Finanzergebnis auswirken wird. Wie weit sie auch das operative Geschäft beeinflussen wird, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht prognostizierbar. Nachträglich können wir sagen, dass wir nicht so stark betroffen waren wie andere Branchen oder Mitbewerber. Wir versorgen im Energiebereich verhältnismäßig wenige Großkunden, deren Energienachfrage aufgrund der Wirtschaftslage zurückging. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2008/09 kann somit in die stabile Entwicklung der Vorjahre eingereiht werden.

Layr: Wobei wir jedoch festhalten müssen, dass sich die einzelnen Segmente bzw. Business Units sehr unterschiedlich entwickelten. Der Erzeugungsmarkt war aufgrund des Nachfragerückgangs sehr stark von der Krise beeinflusst worden. Demgegenüber zeigte sich der Netzbereich dank unserer Kundenstruktur relativ krisenresistent.

"Im aktuellen Umfeld konnten wir das Ergebnis 2008/09 in die stabilen Vorjahre einreihen."

Pöttschacher: Ich möchte an dieser Stelle ergänzen, dass die Energieerzeugung aufgrund der Preisentwicklung stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Wir mussten einen sehr volatilen Verlauf bewältigen, der die Einsatzzeiten und Betriebsstunden unserer Kraftwerke beeinflusste. Diese Situation wird sich erst dann normalisieren, wenn das Preisniveau am internationalen Strommarkt wieder anzieht.

Wie sehr ist das Segment Umwelt Konjunkturverläufen ausgeliefert?

Hofer: Im Segment Umwelt sind wir sehr positiv ins Geschäftsjahr gestartet. Diese Stimmung hat sich im Laufe des Jahres leicht eingetrübt, weil einzelne Projekte zeitlich verschoben wurden. Es ist in diesem Geschäftsfeld sehr schwierig, den Realisierungszeitpunkt vorherzusehen. Baugenehmigungen, aber auch Willenbildungsprozesse gestalten sich oft sehr komplex und damit auch langwierig. Ausschlaggebend ist, dass die Projekte letztlich realisiert werden, und das wird sich auch im nächsten Geschäftsjahr im Ergebnis zeigen.

"Der Bereich Energieerzeugung wurde 2008/09 aufgrund des Preisniveaus stark in Mitleidenschaft gezogen."

Layr: Wichtig für die EVN ist auch der positive Beitrag der Projekte im Umweltgeschäft. Ihr Risikopotenzial ist aufgrund der Kunden aus dem öffentlichen Bereich überschaubar, der Projektlebenszyklus ist kürzer, damit sind die Einzelvolumina geringer, und die Refinanzierung erfolgt rascher als bei Großprojekten im Energiebereich. Die Nachfrage nach Anlagen zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung ist enorm – auch dank der sehr erfolgreichen Positionierung unseres Tochterunternehmens WTE.

Die EVN musste im Berichtsjahr Preisanpassungen im Strom- wie auch im Gasbereich vornehmen. Steht das nicht im Widerspruch zur Entwicklung am Einkaufsmarkt?

Hofer: Es zählt zu unseren schwierigsten Aufgaben, in Zeiten volatiler Einstandspreise eine ausgewogene, faire und auch transparente Preispolitik für unsere Kunden sicherzustellen. Im letzten Jahr zeigte sich das besonders deutlich: Die Primärenergiepreise durchliefen eine Hochschaubahn mit starken Anstiegen bis zur Jahresmitte 2008 und einem rasanten Preisverfall danach. Bei uns kommen derartige Preisschwankungen erst mit einer Verzögerung an. Deshalb waren im Spätherbst 2008 auch Preiserhöhungen notwendig, wobei ich jedoch festhalten möchte, dass wir zuvor fast zwei Jahre eine konstante Preispolitik ermöglichen konnten. Und im Winter 2008/09 haben wir mit zwei Preissenkungen für Gas auch der Entwicklung des Einkaufsmarkts sehr zeitnahe entsprochen. Wir haben damit unsere Kunden deutlich entlastet, was sich auch in der Ergebnisentwicklung des Business Units Vertrieb widerspiegelt.

Layr: Wir haben bei unserer Einkaufspolitik einen Mittelweg gewählt, der eine Balance aus Versorgungssicherheit und Flexibilität bei volatilen Preisentwicklungen zum Ziel hat. Unsere Kunden kaufen auch Sicherheit in Form von Speicherkapazitäten, die nicht jeder Anbieter im Portfolio hat. Natürlich bringt eine derartige Vorratshaltung bei sinkenden Primärenergiepreisen auch Nachteile mit sich. Es bleibt somit eine verantwortungsvolle Frage, wo die EVN ihre Grenzen der Risikobereitschaft einzieht.

Die EVN hat mehrere Großprojekte in der Pipeline – wie steht es bei aktuell angespannten Kapitalmärkten um deren Finanzierung?

Hofer: Wir mussten im Berichtsjahr aufgrund von Finanzierungsaspekten keinerlei Abstriche bei der Realisierung unserer Wachstumsprojekte machen. Die EVN konnte sehr erfolgreich fünf Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 470 Mio. Euro platzieren. Natürlich ist aber auch die Finanzierungskraft der EVN beschränkt, zumal wir hier auch sehr risikobewusst agieren. So fühlen wir uns im Rahmen unserer Finanzstrategie der Erhaltung der

finanziellen Stabilität und Flexibilität auf dem Niveau des A-Ratings verpflichtet. Deshalb müssen wir bei der Fülle der möglichen Projekte eine klare Priorisierung vornehmen, die auch einen strategischen Weitblick erfordert. Dabei müssen wir nicht nur an morgen, sondern weit darüber hinaus denken.

Layr: Anders als bei Großprojekten zur Erhöhung der Energieerzeugungskapazitäten sind Investitionen in unsere Netze zu beurteilen. In Österreich bewegen wir uns hier in regulierten Märkten, wo durch die Tarifgestaltung per Anreizregulierung auch das Investitionsklima beeinflusst wird. Zumindest bei Großprojekten fand hier seitens der Regulierungsbehörde ein Umdenken statt, das die Realisierung von zwei Großprojekten im Gasnetz – der Süd- und der Westschiene im Erdgashochdruckleitungsnetz – auch wirtschaftlich sinnvoll macht.

Welche Strategie verfolgt die EVN beim Ausbau ihrer Erzeugungskapazitäten?

Hofer: Als verantwortungsvolles Energieversorgungsunternehmen müssen wir über ausreichende eigene Kapazitäten verfügen, um Abhängigkeiten von externen Faktoren zu reduzieren. Unser langfristiges Ziel ist es, 40% bis 60% der Absatzmengen im Strombereich aus eigenen Anlagen und Bezugsrechten abdecken zu können. Der Vergleichswert für das Berichtsjahr liegt bei 17,8% und verdeutlicht, wie lange der Weg, der vor uns liegt, noch ist.

"Unsere Kunden kaufen nicht nur Energie, sondern auch Sicherheit in Form von Speicherkapazitäten."

Layr: Der Weg mag noch lange sein, wir haben aber auch hier ganz klare Zielsetzungen: Zum einen muss ein ausgewogenes Verhältnis unterschiedlicher Erzeugungsformen sichergestellt werden – Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und thermische Anlagen. Zum anderen soll längerfristig die Wertschöpfungskette in allen EVN Absatzmärkten ausgeglichen sein, weshalb mehrere Projekte in der Region Südosteuropa zur Versorgung unserer Kunden in Bulgarien und Mazedonien in Angriff genommen wurden.

Pöttschacher: Für den Bereich der erneuerbaren Energie bedeutet das auch, dass wir neue Wege einschlagen müssen. Im Berichtsjahr haben wir dafür ein Pilotprojekt für Photovoltaik in Zwentendorf realisiert. Am Kraftwerkstandort Dürnrohr werden wir nach sehr guten Ergebnissen die Versuchsreihen der Pyrolyseanlage zur Entgasung biogener Rohstoffe nächstes Jahr abschließen. Geplant und begonnen sind auch ein Geothermie-Projekt und der Ausbau der Windkraft in Niederösterreich, aber auch in Bulgarien.

Sehen Sie für erneuerbare Energiequellen auch Grenzen?

"Ein ausgewogenes Verhältnis unterschiedlicher Erzeugungsformen muss sichergestellt werden."

Layr: Ganz klar, ja. Die Realisierbarkeit von Projekten hängt nicht nur von der energiewirtschaftlichen Sinnhaftigkeit und Effizienz, sondern auch stark von den Rahmenbedingungen ab, die der Gesetzgeber definiert. Zwar wurde im September 2009 die Novelle zum Ökostromgesetz verabschiedet. Wie attraktiv der Bau von beispielsweise neuen Windparks in Niederösterreich sein wird, wird aber erst die begleitende Verordnung zeigen, die die Einspeisungspreise vorgeben wird. Und auch bei Wasserkraftprojekten zeigen sich Widerstände, die die EVN natürlich ernst nimmt.

Hofer: In Summe müssen wir feststellen, dass sich Österreich sehr ambitionierte Ziele hinsichtlich CO2 -Reduktion und Ausbau der erneuerbaren Energie gesteckt hat. Die Rahmenbedingungen für Projektrealisierungen stehen aber nicht im Einklang mit diesen Ambitionen. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, sofern sich die Projekte auch durchsetzen und letztlich auch wirtschaftlich darstellen lassen.

Pöttschacher: Bei der Gestaltung unserer Produktionskapazitäten dürfen wir aber auch konventionelle Verfahren nicht außer Acht lassen, wenn wir die Versorgungssicherheit gewährleisten wollen. Als Beispiel sei hier das Steinkohlekraftwerk im deutschen Duisburg-Walsum genannt, das wir mit Partnern bis 2010 fertig stellen werden. Unsere Kapazitäten werden sich damit um 360 MW erhöhen; gleichzeitig werden wir mit dem Einsatz modernster Technologien die Umweltauswirkungen um 35% unter dem Durchschnitt vergleichbarer Anlagen halten.

"Die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energieprojekte müssen die hochgesteckten Ambitionen Österreichs widerspiegeln."

Welche Projekte verfolgt die EVN darüber hinaus im Ausland?

Layr: Die EVN ging bereits im Vorjahr als Bestbieter zur Errichtung von drei Speicherkraftwerken in Albanien am Devoll-Fluss hervor, die damit verbundenen Vorarbeiten wurden im Berichtsjahr im Rahmen eines Joint Ventures fortgesetzt. Parallel dazu verfolgen wir in Kooperation mit der Verbundgesellschaft ein Wasserkraftprojekt am Fluss Drin. In Bulgarien haben wir im September 2009 von den politischen Entscheidungsträgern grünes Licht zur Errichtung von drei Wasserkraftwerken am Fluss Gorna Arda erhalten. Jedes dieser Vorhaben verfolgt sehr ambitionierte Ziele und wird langfristig die Erzeugungskapazitäten der EVN in eine neue Dimension führen.

Pöttschacher: Bei unserer Investitionspolitik vergessen wir aber auch nicht auf unseren Heimatmarkt Niederösterreich. Bereits vor mehreren Jahren haben wir mit der Realisierung des Energiekonzepts für den niederösterreichischen Zentralraum begonnen. Rund 200 Mio. Euro fließen in Projekte rund um den Kraftwerksstandort Dürnrohr. Das Besondere an diesem Konzept sind die Synergien, die mit den Teilprojekten gehoben werden. Die Errichtung der Fernwärmeleitung nach St. Pölten verdeutlicht das eindrucksvoll: Sie versorgt St. Pölten mit einem Großteil der benötigten Fernwärme, die aus drei unterschiedlichen Quellen des Standorts Dürnrohr stammt. Auch die übrigen Projekte wie etwa die Errichtung der Linie 3 der Abfallverwertungsanlage liegen voll im Zeitplan und können im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Das ist meines Erachtens ein großer Erfolg für alle Beteiligten.

Ein Blick zu den EVN Tochtergellschaften in Bulgarien und Mazedonien. Wie weit ist deren Integration fortgeschritten?

Layr: In Bulgarien ist die Restrukturierung und Modernisierung de facto abgeschlossen, das operative Geschäft entwickelt sich dort gut. Wir sind dabei, die Wertschöpfungskette um die Bereiche Energiehandel und -erzeugung auszubauen. In Mazedonien muss die Entwicklung differenziert beurteilt werden: Die Restrukturierung verläuft wie im Fünfjahresplan definiert. Sorgen bereiten uns hingegen die Differenzen mit der Regierung hinsichtlich Forderungen, die aus der Zeit vor der Akquisition stammen. Zur Lösung haben wir das Internationale Schiedsgericht angerufen, um das Investitionsschutzabkommen, das zwischen Österreich und Mazedonien besteht, durchsetzen zu können. Aus diesen Differenzen resultiert jedoch auch eine Preispolitik, die uns während der letzen drei Jahre Preiserhöhungen verwehrt hat, was sich naturgemäß auf die Ergebnisentwicklung auswirkt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auch in diesem Markt mittelfristig positive Ergebnisbeiträge erwirtschaften können.

Wo steht die EVN Ihrer Meinung nach in zehn Jahren?

Hofer: Aus heutiger Sicht sehe ich die EVN auch im internationalen Kontext dank ihrer Partnerschaften und Kooperationen als wettbewerbsfähig. Einhergehend mit dem europäischen Integrationsprozess werden unsere geografischen Märkte stärker zusammenwachsen und auch vermehrt Größenvorteile zulassen. Etwaige Konsolidierungen in unserer Branche wird die EVN auch weiterhin für wertsteigernde Expansionen im Rahmen unserer Finanzierungsmöglichkeiten nutzen.

Layr: In der Erzeugung wird die Entwicklung von Treibhausgasen noch stärker als bislang eine entscheidende Rolle einnehmen. Die EVN wird das Wachstumspotenzial ihrer Regionen durch eine möglichst geschlossene Wertschöpfungskette entlang der Bereiche Strom, Wärme und Gas ausschöpfen.

"Alternative Antriebstechnologien werden Einzug halten."

Pöttschacher: Es wird sich jedoch auch die Nachfrage ändern. Alternative Antriebstechnologien werden Einzug halten, Themen wie E-Mobilität oder das Erdgasauto an Bedeutung gewinnen. Diese Aspekte werden vielleicht noch nicht während der nächsten zehn Jahre, aber in weiterer Folge unser Geschäftsmodell verändern.

Hofer: Alle diese Szenarien und Potenziale werden auch den Kursverlauf der EVN Aktie in der Zukunft bestimmen. Die EVN ist ein Unternehmen, das mit seinen Vorhaben weit in die Zukunft planen muss. Dennoch gilt es in der Gegenwart unseren Aktionären eine angemessene Vergütung sicherzustellen, auch in schwierigen Zeiten. Mit einer nachhaltigen, grundsätzlich wachstumsorientierten Dividendenpolitik wollen wir diesen Brückenschlag meistern.

Nachhaltige Unternehmensführung

Klares Bekenntnis der EVN zur Nachhaltigkeit

Als verantwortungsbewusstes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen stellt sich die EVN der Herausforderung, wirtschaftliche, ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte als Gesamtheit zu betrachten und einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Interessengruppen zu schaffen. Als ein Zeichen dieser Ausrichtung erfolgte 2005 der Beitritt zum UN Global Compact. Einen weiteren Meilenstein bildet der im Berichtsjahr in einem konzernweiten Prozess erarbeitete EVN Verhaltenskodex. Er erklärt die Prinzipien und Verhaltensregeln, die mit einer verantwortungsvollen Unternehmensführung in Zusammenhang stehen, als verbindliche Richtschnur für alle Mitarbeitenden der EVN unter www.evn.at/Gruppe/Verhaltenskodex/EVN-Verhaltenskodex.aspx.

EVN hat Nachhaltigkeit bereits vor Jahren als Chance erkannt und als wichtigen Eckpfeiler in die Unternehmensstrategie integriert.

Nachhaltigkeit als Teil des Kerngeschäfts

Zahlreiche Tätigkeitsfelder der EVN sind per se nachhaltig und bestimmen in weiten Teilen ihr operatives Tagesgeschäft. Nachhaltiges Handeln hat sich zudem zu einem entscheidenden Wachstums- und Innovationsmotor entwickelt und erschließt auch finanziellen Nutzen. Beim Versuch, diesen Nutzen zu quantifizieren, gilt es vor allem potenzielle zukünftige Verbindlichkeiten zu bewerten, die durch negative Auswirkungen auf die Gesellschaft und Umwelt verursacht werden. Ein direkter Kostenvorteil lässt sich aufgrund des Unternehmensgegenstands beispielsweise durch effizienten Ressourceneinsatz bei der Energieerzeugung erzielen.

CSR-Organisation

Die Nachhaltigkeitsstrategie der EVN wird vom CSR-Lenkungsausschuss, der sich aus dem Vorstand sowie den Leitern der Konzernfunktionen Information und Kommunikation, Personalwesen sowie Umweltcontrolling und Sicherheit zusammensetzt, im Rahmen der allgemeinen Strategiefindung definiert und mit dem Aufsichtsrat akkordiert. Der Lenkungsausschuss wird dabei vom CSR-Beratungsteam unterstützt, das sowohl neue Denkanstöße liefert, als auch – in Abstimmung mit dem jeweiligen Fachbereich – für die Umsetzung von CSR-Maßnahmen verantwortlich ist. Um die Einbeziehung aller Unternehmenseinheiten sicherzustellen und Potenziale zur CSR-Weiterentwicklung in den jeweiligen Bereichen zu identifizieren, wurden aus allen Fachbereichen CSR-Verantwortliche nominiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Zuständigkeiten und Prozesse weiterentwickelt.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Bereits 1990 wurde der erste Umweltbericht veröffentlicht, der seither zu einem umfassenden Nachhaltigkeitsbericht weiterentwickelt wurde. Der EVN Nachhaltigkeitsbericht folgt den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI); im diesjährigen Bericht wurden erstmals auch die GRI-Zusatzindikatoren für Energieversorgungsunternehmen vollständig berücksichtigt. Sollte Ihnen der Nachhaltigkeitsbericht 2008/09 nicht vorliegen, können Sie ihn unter www.investor.evn.at oder über die kostenlose Service-Hotline 0800 800 200 jederzeit anfordern. Zusätzlich informiert die EVN unter www.verantwortung.evn.at umfassend über ihre Initiativen im Interesse einer nachhaltig orientierten Unternehmensführung.

Direkte Kostenvorteile und Nutzen

Verbesserte und überarbeitete CSR-Organisation

Hohes Niveau unter Berücksichtigung der GRI-Leitlinien

Klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit Zielsetzungen im Überblick Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Zielsetzungen im Überblick

Die wichtigste Verpflichtung gegenüber den Kunden/innen sieht die EVN in der Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit ihren Dienstleistungen. Dabei unterlässt die EVN keine Anstrengung, um eine problemlose und sichere Versorgung zu gewährleisten. Der flexible Erzeugungsmix aus thermischen Kraftwerken und einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien stärkt die Flexibilität und Eigenständigkeit der Strom- und Wärmeversorgung. Gleichzeitig ist sich die EVN der unbedingten Notwendigkeit bewusst, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, und legt dabei den Fokus auf die Forcierung erneuerbarer Energiequellen, die Steigerung der Energieeffizienz bei den eigenen Anlagen und Netzen sowie auf eine umfassende Beratung der Kunden zur Optimierung der Energieeffizienz.

In der ökonomischen Dimension gilt es, die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts über die Absicherung der Profitabilität der operativen Geschäftsfelder sicherzustellen und eine bedachte Investitionsstrategie zu realisieren. Bei den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind die Optimierungsund Modernisierungsmaßnahmen der Vorjahre fortzusetzen, um sie schrittweise an das Qualitäts- und Rentabilitätsniveau des Heimatmarkts Niederösterreich heranzuführen. In der Ausgestaltung der Mittelverwendungsstrategie wird eine Balance aus attraktiver Aktionärsvergütung und Wachstumsinvestitionen angestrebt.

In Wahrnehmung ihrer sozial-gesellschaftlichen Verantwortung setzt die EVN auch außerhalb ihres operativen Kerngeschäfts zahlreiche Initiativen und fokussiert dabei die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Im Berichtsjahr wurden mehrere Projekte durch den EVN Sozialfonds, der jährlich mit 100.000 Euro dotiert ist, unterstützt.

EVN Aktie in Nachhaltigkeitsindizes

Neben rein finanzwirtschaftlichen Kriterien werden bei nachhaltigen Investments – so genannten Socially Responsible Investments (SRI) – auch soziale, ethische und umweltbezogene Aspekte berücksichtigt. Unternehmen, die diesen strengen Auflagen entsprechen, werden von unabhängigen Rating-Agenturen empfohlen und von nachhaltig orientierten Investmentfonds berücksichtigt. Die EVN AG wurde in den letzten Jahren in mehrere Nachhaltigkeitsindizes aufgenommen: Bereits seit 2002 ist sie im FTSE4Good-Index vertreten. Seit 2005 ist sie in der aus dem ESI Global und dem ESI Europe gebildeten Ethibel-Sustainability-Index-Gruppe (ESI) enthalten; im selben Jahr erfolgte auch die Aufnahme in den österreichischen Nachhaltigkeitsindex VÖNIX.

Aktiver Beitrag zum Klimaschutz

Nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts

Nachhaltige Unternehmensstrategie mit Aufnahmen in die wichtigsten Nachhaltigkeitsindizes honoriert

Die EVN engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten, wobei der Fokus auf der Verbesserung der Wirkungsgrade der Produktionsanlagen sowie auf der Senkung der Treibhausgasemissionen durch CCS-Technologien liegt. In Österreich nimmt EVN seit Jahrzehnten eine führende Rolle bei hocheffizienten und umweltschonenden Kraftwerken ein. Im Berichtsjahr wurden etwa 1,2 Mio. Euro (davon knapp 7% über Förderungen) für Forschungs- und Entwicklungs-

Optimale Ausnutzung erneuerbarer Energiequellen

projekte aufgewendet. Nachstehend werden einige Projekte vorgestellt.

Forschung und Entwicklung

Ausrichtung und Zielsetzung

Im Bereich der erneuerbaren Energieträger unterhält die EVN mehrere Forschungsprojekte. Als Beispiel sei jenes zur Beurteilung der optimalen Ausnutzung von Solarenergie anhand der neu errichteten Photovoltaikanlage in Zwentendorf angeführt, das in Kooperation mit dem Land Niederösterreich betrieben wird.

CO2-arme Kraftwerke

Zur Erforschung von Möglichkeiten zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture & Storage, CCS) kooperiert die EVN eng mit Behörden, anderen Energieversorgungsunternehmen sowie mit namhaften nationalen und internationalen Universitäten. Erste Ergebnisse einer Studie zur Erforschung der Um- bzw. Nachrüstungsmöglichkeiten des Kraftwerks Dürnrohr in eine Oxyfuelanlage bzw. mit einer CO2 -Wäscheanlage zeigten, dass die Implementierung der derzeit verfügbaren Abscheidetechnologien den Wirkungsgrad deutlich reduzieren würde. Um eine wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Einsatzmöglichkeit derartiger Technologien zu entwickeln, wird sich EVN auch weiterhin bei diesen Fragestellungen engagieren.

Recycling von Nebenprodukten im Kraftwerk Dürnrohr

Durch unternehmensübergreifende Zusammenarbeit wurde unter der Leitung der EVN ein Verfahren entwickelt, mit dem aus Nebenprodukten aus der kalorischen Stromerzeugung der Baustoff Realit erzeugt werden kann. Seit Herbst 2008 wird im Kraftwerk Dürnrohr kommerziell Realit hergestellt.

Pilotversuche zur dezentralen Erzeugung

Die EVN erprobt im Rahmen eines Pilotprojekts innovative Technologien im Bereich der dezentralen Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern wie beispielsweise Mikro-KWK (Kraft-Wärme-Kopplungs)-Anlagen und die Absorptionswärmepumpe in der Praxis. Die verfolgten Ziele sind die Verringerung des Primärenergieaufwands und die Erhöhung des Gesamtwirkungsgrads der Anlagen.

Alternative Mobilitätskonzepte

Bereits seit rund 15 Jahren widmet sich die EVN den Themen Elektromobilität und Stromtankstellen. Eine Projektgruppe der EVN verfolgt die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich, evaluiert interne Ressourcen und Abläufe und steht in Kontakt mit unterschiedlichen Institutionen, um eine optimale Positionierung im noch jungen, aber wachsenden Geschäftsfeld Elektromobilität einnehmen zu können.

Innovativer Ressourceneinsatz und Beitrag zur Weiterentwicklung des Energiesektors

Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene

Führende Rolle bei "Carbon Capture & Storage"- Projekten

Erprobung dezentraler Erzeugungsanlagen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2008/09 verringerte sich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der EVN um 4,3 % auf 8.937 Personen. Während in Niederösterreich ein Anstieg um 3,8 % zu verzeichnen war, konnte im Rahmen der Integrationsfortschritte in Südosteuropa der Personalstand um 8,0% auf 6.036 Mitarbeitende optimiert werden. Aufgrund kollektivvertraglicher Anpassungen und der damit einhergehenden Zunahme der Sozialaufwendungen erhöhten sich die Personalaufwendungen im Berichtsjahr um 4,9 % auf 319,4 Mio. Euro.

Der Erfolg der EVN basiert auf dem Engagement und der Qualifikation ihrer Mitarbeitenden, weshalb im Berichtsjahr rd. 2,9 Mio. Euro in deren Aus- und Weiterbildung investiert wurden. Neben EDV-Schulungen und Fachseminaren liegt ein Schwerpunkt auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien wurde im Juli 2008 eine Initiative zur Verbesserung der Fremdsprachenkompetenz gestartet. Bis Ende 2009 werden 284 Mitarbeitende Englisch- und Deutschkurse absolvieren. Das Führungskräfteprogramm in Bulgarien und Mazedonien wurde fortgesetzt – im Berichtsjahr wurden Abteilungs- und Teamleiter geschult; 2010 sollen auch die Gruppenleiter der Kundenzentren dieses Programm absolvieren. Die EVN bildete im Berichtsjahr selbst über 80 Lehrlinge aus und fördert zudem die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen bei Partnerunternehmen in Niederösterreich.

Details zu den Aktivitäten der EVN im Interesse ihrer Mitarbeitenden finden Sie in dem gemeinsam mit diesem Geschäftsbericht veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht 2008/09 ab Seite 11.

Veränderung
Entwicklung des Mitarbeiterstands1) 2008/09 2007/08 Anzahl % 2006/07
Segment Energie 7.822 8.262 –440 –5,3 8.478
davon Südosteuropa 6.036 6.560 –524 –8,0 6.843
Segment Umwelt 496 456 40 8,7 462
Sonstige Unternehmensbereiche 619 624 –5 –0,8 595
EVN Gruppe 8.937 9.342 –405 –4,3 9.535
davon Lehrlinge 82 78 –4 –5,1 77

1) Auf Vollzeitbasis (FTE); im Jahresdurchschnitt

Rückgang der Mitarbeiterzahl um 4,3%

Laufende Investitionen in Aus- und Weiterbildung

Bericht des Aufsichtsrats

Fokus auf zwei operativen Säulen in Mittel- und Osteuropa

95% Anwesenheitsquote bei vier Plenarsitzungen des Berichtsjahres

Überblick der Beschlüsse zu zentralen Themenbereichen

Wesentliche Beschlüsse des Arbeitsausschusses

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der EVN Konzern hat im Geschäftsjahr 2008/09 seine Strategie in einem schwierigen, von der globalen Wirtschaftskrise geprägten Umfeld verantwortungsvoll weiterverfolgt und dabei konsequent auf die beiden operativen Säulen Energie- und Umweltgeschäft mit Fokus auf Mittel- und Osteuropa gesetzt. So wurde im Energiebereich einerseits das Erzeugungsportfolio durch neue Projekte in Albanien und Bulgarien abgerundet und andererseits der Eintritt in einen neuen regionalen Markt in Angriff genommen. Durch laufende Optimierung in den bestehenden Geschäftsfeldern konnte auch das organische Wachstum sichergestellt werden. Der Aufsichtsrat hat sich im Rahmen seiner Sitzungen und Beschlüsse mit den länderspezifischen Risiken detailliert auseinandergesetzt. Im Umweltbereich konnten – wie schon in den letzten Jahren – beachtliche Erfolge im Projektgeschäft erzielt werden.

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der EVN im Rahmen seines Verantwortungsbereichs aktiv begleitet und unterstützt. Dazu traf er sich im Berichtszeitraum zu vier Plenarsitzungen, bei denen durchschnittlich 95% der Mitglieder anwesend waren; kein Mitglied blieb mehr als der Hälfte der Sitzungen fern. Der Arbeitsausschuss tagte im Berichtszeitraum drei Mal, der Prüfungsausschuss zwei Mal und der Personalausschuss fünf Mal. Durch die Berichte des Vorstands wurde der Aufsichtsrat zeitnah und umfassend über alle relevanten Aspekte der Geschäftsentwicklung, die Risikosituation und über die Entwicklung der wesentlichen Konzernunternehmen informiert. So konnte der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwachen und begleitend beraten.

Die wichtigsten Beschlüsse des Gesamtaufsichtsrats haben sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf folgende Themen bezogen:

  • Bestellung von zwei Mitgliedern des Vorstands durch Vertragsverlängerung und Erteilung von zwei Prokuren
  • Inkraftsetzung des EVN Verhaltenskodex mit Wirkung zum 1. Juli 2009
  • Inkraftsetzung des Österreichischen Corporate Governance Kodex 2009 mit Wirkung zum 1. Oktober 2009
  • Kraftwerksprojekte in Albanien (Ashta, Oberer Drin, Devoll) und Bulgarien (Gorna Arda, Windparks Kavarna und Mogilishte Zapad, Cogeneration-Anlage Plovdiv)
  • Erwerb der EconGas-Anteile der Linz AG
  • Geothermieprojekt Traunreut (Deutschland) gemeinsam mit der Rohöl-Aufsuchungs AG
  • Angebotslegung zum Erwerb der Konzessionen zum Ausbau von Erdgasverteilungssystemen in den Gespanschaften Zadar, Split-Dalmatien und Sibenik-Knin (Kroatien)
  • Finanzierungen von bzw. Haftungsübernahmen und Gewährung von Garantien für Konzerngesellschaften
  • Teilweiser Ausgleich der Verluste der Anwartschaften von Berechtigten der EVN Pensionskasse AG
  • Liegenschaftsangelegenheiten

Die Beschlüsse des Arbeitsausschusses haben sich im Geschäftsjahr 2008/09 insbesondere auf folgende Themen bezogen:

  • Kooperationsübereinkommen zwischen NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH und EVN AG
  • Anteilserwerb B.net Burgenland (B.net Burgenland Telekom GmbH und Dataservice GmbH)
  • Ausübung von Bezugsrechten im Rahmen der Kapitalerhöhung der Wiener Börse AG

Der Personalausschuss befasste sich mit Angelegenheiten, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen. Er unterbreitete dem Aufsichtsrat einen Vorschlag für die Bestellung von zwei Mitgliedern des Vorstands durch Vertragsverlängerung und genehmigte die Übernahme eines externen Aufsichtsratsmandats durch ein Mitglied des Vorstands.

Unter Vorwegnahme der gesetzlichen Bestimmungen fanden im Geschäftsjahr 2008/09 bereits zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses statt. Neben dem Prüfungsausschuss zum Jahresabschluss 2007/08 wurden in einer weiteren Sitzung zum Halbjahr 2008/09 das Halbjahresergebnis 2008/09 inklusive der Erwartung für das Geschäftsjahr, die aktuellen Entwicklungen in Mazedonien sowie die mittelfristige Finanzplanung und langfristige Finanzvorschau für den EVN Konzern umfassend erörtert sowie Zwischenberichte über das Risikomanagement im EVN Konzern und das Projekt Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem ("RIKS") gelegt. Im Rahmen des Jahresabschlusses der Gesellschaft hat sich der Prüfungsausschuss mit dem Internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystem eingehend befasst.

Die zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2008/09 vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 bestellte KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, hat den nach den österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss zum 30. September 2009 der EVN AG sowie den Lagebericht des Vorstands geprüft und den Corporate Governance Bericht evaluiert. Sie hat über das Ergebnis der Prüfung schriftlich berichtet und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss sowie im Aufsichtsrat billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 30. September 2009, den zugehörigen Lagebericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung. Damit ist der Jahresabschluss zum 30. September 2009 gemäß § 125 Abs. 2 des österreichischen Aktiengesetzes festgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss samt Konzernanhang und den Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EVN Konzerns für ihren Einsatz und ihr Engagement im Geschäftsjahr 2008/09. Besonderer Dank gilt auch den Aktionären, Kunden und Partnern der EVN für das entgegengebrachte Vertrauen.

Maria Enzersdorf, am 9. Dezember 2009

Für den Aufsichtsrat:

Präsident Dr. Rudolf Gruber Vorsitzender

Vorschläge des Personalausschusses an den Aufsichtsrat

Vorzeitige Erfüllung gesetzlicher Bestimmungen durch Prüfungsausschuss

Feststellung des Jahresabschlusses 2008/09

Dank an Mitarbeitende, Aktionäre, Kunden und Partner der EVN

Corporate-Governance-Bericht

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Sprecher des Vorstands

Geboren 1944, Doktor der Rechtswissenschaften. 1980 Eintritt in die EVN, März 2005 Berufung zum Mitglied und Sprecher des Vorstands der EVN AG, Mai 2008 Ernennung zum Generaldirektor. Bestellung bis zum Ende der Hauptversammlung, die über das Geschäftsjahr 2011/12 entscheidet. Verantwortlich für die strategischen Geschäftseinheiten Umwelt sowie Energiebeschaffung und -vertrieb, weiters für die Konzernfunktionen Beschaffung und Einkauf, Controlling, Customer Relations, Finanzwesen, Rechnungswesen (inkl. Investor Relations), Generalsekretariat und Corporate Affairs, Information und Kommunikation sowie Personalwesen. Vier Aufsichtsratsmandate in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.1)

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Mitglied des Vorstands

Geboren 1953, Doktor der technischen Wissenschaften. 1978 Eintritt in die EVN, Oktober 1999 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. September 2014. Verantwortlich für die strategischen Geschäftseinheiten Netze und Süd-Ost-Europa und für die Konzernfunktionen Informationsverarbeitung sowie Umweltcontrolling und Sicherheit.

Keine Aufsichtsratsmandate oder vergleichbaren Funktionen gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.

Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Mitglied des Vorstands

Geboren 1949, Diplomstudium aus Vermessungswesen, Raumplanung und Raumordnung. Von 1991 bis 1995 Mitglied des Aufsichtsrats der EVN AG. Juli 1995 Berufung in den Vorstand der EVN AG. Bestellung bis 30. Juni 2013. Verantwortlich für die strategische Geschäftseinheit Kraftwerke und für die Konzernfunktionen Revision sowie Verwaltung und Bauwesen.

Ein Aufsichtsratsmandat in anderen inländischen, nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß C-Regel 16 des Österreichischen Corporate Governance Kodex.2)

1) AUSTRIA FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats; EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrats; Flughafen Wien Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats; HYPO Investmentbank AG, Mitglied des Aufsichtsrats; Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft, Mitglied des Aufsichtsrats 2) SERVICE MENSCH GmbH, Mitglied des Aufsichtsrats

Organe der Gesellschaft

Mitglieder des Aufsichtsrats

Name (Geburtsjahr) Bestellung Andere Funktionen Regel 531) Unabhängigkeit
Regel 542)
Kapitalvertreter
Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber
Vorsitzender (1933)
seit 19.1.2005 Aufsichtsratsfunktionen in mehreren
nicht börsenotierten Gesellschaften
nein ja
Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker
1. Vizepräsident (1946)
seit 12.12.1996 Forstwirt ja ja
Kammerrat Gerhard Posset
2. Vizepräsident (1949)
seit 12.12.1995 Landessekretär des ÖGB
Niederösterreich
ja ja
Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr (1957) seit 12.1.2001 Vorsitzender des Vorstands der VAV
Versicherungs-Aktiengesellschaft
ja ja
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer (1946) seit 22.6.1987 ja ja
Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz (1954) seit 12.1.2006 Gesellschafter und Geschäftsführer der
Benda Lutz-Werke GmbH, Obmann der Sparte Industrie
der Wirtschaftskammer Niederösterreich
ja ja
Hofrat Dr. Reinhard Meißl (1959) seit 12.1.2006 Leiter der Gruppe Finanzen des Amts der
Niederösterreichischen Landesregierung, Geschäfts
führer der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH
ja nein
Bernhard Müller (1973) seit 12.1.2006 Bürgermeister der Stadtgemeinde Wiener Neustadt ja ja
Wolfgang Peterl (1955) seit 12.1.2001 Bürgermeister der Stadtgemeinde Korneuburg ja ja
Martin Schuster (1967) seit 12.1.2006 Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag, Bür
germeister der Marktgemeinde Perchtoldsdorf
ja ja
Mag. Michaela Steinacker (1962) seit 12.1.2001 Mitglied der Geschäftsleitung der Raiffeisenholding
Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.H.
ja ja
Mag. Willi Stiowicek (1956) seit 15.1.2009 Leiter der Präsidialabteilung des Magistrats der
Landeshauptstadt St. Pölten
ja ja
Generaldirektor Dipl.-Oec. Hans-Peter Villis (1958) seit 17.1.2008 Vorsitzender des Vorstands der
EnBW Energie Baden-Württemberg AG
ja nein

Arbeitnehmervertreter

Franz Hemm (1955) seit 3.5.1994 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH,
Vizepräsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
Kammerrat Manfred Weinrichter (1961) seit 1.1.2001 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN Netz GmbH
Rudolf Rauch (1947) seit 2.4.1993 bis 31.12.2008 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Ing. Paul Hofer (1960) seit 1.4.2007 Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Leopold Buchner (1953) seit 19.1.2009 Stv. Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der EVN AG
Ing. Otto Mayer (1959) seit 12.5.2005 Zentralbetriebsrat
Helmut Peter (1957) seit 1.1.2009 Zentralbetriebsrat
Franz Ziegelwagner (1952) seit 22.3.2004 Zentralbetriebsrat

Kein Aufsichtsratsmitglied hat eine vergleichbare Position bei einer in- oder ausländischen börsenotierten Gesellschaft inne.

Die Funktionsperiode der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung,

die über das Geschäftsjahr 2009/10 beschließt.

1) Regel 53 des ÖCGK: Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand

2) Regel 54 des ÖCGK: Keine Vertretung eines Anteilseigners über 10%

Eine Aufstellung der Ausschüsse des Aufsichtsrats findet sich auf Seite 31.

Vermeidung von Interessenkonflikten

Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit

Unabhängigkeit des Aufsichtsrats

Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstandsmitgliedern steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Für den Fall eines derartigen Konflikts sind bei EVN in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex mehrjährige Übergangsfristen vorgesehen.

Die Leitlinien zur Feststellung der Unabhängigkeit der gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sehen daher vor, dass das Mitglied

    1. in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur EVN AG oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, sein Verhalten zu beeinflussen;
    1. in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der EVN AG oder eines Tochterunternehmens der EVN AG gewesen ist;
    1. zur EVN AG oder einem Tochterunternehmen der EVN AG kein Geschäftsverhältnis in einem für sie bedeutenden Umfang unterhält oder im letzten Jahr unterhalten hat. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen es ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat;
    1. in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der EVN AG oder Beteiligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft gewesen ist;
    1. nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft ist, in der ein Vorstandsmitglied der EVN AG Aufsichtsratsmitglied ist und
    1. kein enger Familienangehöriger (direkter Nachkomme, Ehegatte, Lebensgefährte, Elternteil, Onkel, Tante, Bruder, Schwester, Nichte, Neffe) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen ist, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.

Die EVN ist eine österreichische Aktiengesellschaft und notiert an der Wiener Börse. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance ergibt sich somit – neben dem österreichischen Recht, insbesondere dem Aktien- und Kapitalmarktrecht, den Bestimmungen über die betriebliche Mitbestimmung sowie der Satzung der EVN AG – aus dem Österreichischen Corporate Governance Kodex unter www.wienerboerse.at/ corporate/kodex.htm sowie aus den Geschäftsordnungen der sozietären Organe.

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und Aufsichtsrat der EVN sind den Grundsätzen guter Corporate Governance verpflichtet und entsprechen damit den Erwartungen nationaler und internationaler Investoren nach einer verantwortungsvollen, transparenten und langfristig orientierten Unternehmensführung und -kontrolle. Die EVN hat sich mit Wirkung zum 1. Juni 2006 dem Österreichischen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung

Umfassendes Regelwerk für Corporate Governance

Verpflichtungserklärung der EVN AG

Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

vom Jänner 2006 vollinhaltlich unterworfen. Zum 1. Jänner 2008 trat der Kodex in der Fassung vom Juni 2007 für die EVN in Kraft, die Fassung Jänner 2009 ist für EVN ab 1. Oktober 2009 verbindlich.

Die Standards des Österreichischen Corporate Governance Kodex unterteilen sich in drei Gruppen. Die erste Kategorie von Regelungen (Legal Requirements) beruht durchwegs auf zwingenden Rechtsvorschriften und ist von österreichischen börsenotierten Unternehmen verpflichtend anzuwenden. Sie wird auch von der EVN lückenlos eingehalten. Das Nichteinhalten von C-Regeln (Comply or Explain) ist öffentlich zu begründen. Die EVN stellt derartige Abweichungen unter www.investor.evn.at/Corporate_Governance im Detail dar und liefert nachstehend dazu einen Überblick. Für R-Regeln hingegen, die lediglich reinen Empfehlungscharakter haben, sind Abweichungen nicht zu begründen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der EVN erklären, unbeschadet der nachfolgend angeführten Abweichungen samt Begründungen, die vollständige Beachtung und Einhaltung der L- und C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex; auch bei R-Regeln bestehen nur vereinzelt Abweichungen.

Abweichungen von C-Regeln

Aufgrund von Besonderheiten der österreichischen Energiewirtschaft und des Unternehmens werden folgende C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex von der EVN nicht eingehalten:

Regel 4 und 5: Die EVN vertritt die Ansicht, dass diese Informationen nicht öffentlich, sondern nur aktionärsöffentlich sind, weshalb nur Aktionären Einblick in diese Unterlagen zu gewähren ist, um das Recht der antragstellenden Aktionäre auf Vertraulichkeit zu wahren. Erst nach Abstimmung mit den Antragstellern wurden daher die Anträge zur letzten Hauptversammlung auf der Website veröffentlicht, womit dieser Regelung entsprochen wurde.

Regel 16: Da der Vorstand der EVN aus drei Mitgliedern besteht, kann eine Stimmengleichheit bei Beschlussfassungen ausgeschlossen werden; die Ernennung eines Vorsitzenden, dem bei Stimmengleichheit ein Dirimierungsrecht zukäme, ist daher nicht notwendig. Die Aufgaben der Sitzungsleitung und der Repräsentation nach außen sowie gegenüber dem Aufsichtsrat (Regel 37) werden durch den Sprecher des Vorstands wahrgenommen.

Regel 31: Die Offenlegung der Vergütung erfolgt für den gesamten Vorstand. Eine Veröffentlichung der Einzelbezüge liegt in der persönlichen Entscheidungssphäre der Vorstandsmitglieder und erfolgt deshalb nicht im Rahmen der Berichterstattung.

Regel 52: Aufgrund der Aktionärsstruktur und im Sinne einer möglichst vielfältigen Interessenvertretung zählt der Aufsichtsrat der EVN per 30. September 2009 dreizehn gewählte Mitglieder. Die derzeitige Funktionsperiode des Aufsichtsrats begann vor der freiwilligen Selbstverpflichtung der EVN zur Einhaltung des Corporate Governance Kodex. Nach der im Jahr 2006 erfolgten satzungsmäßigen Reduktion von zuvor 15 Mitgliedern auf 13 wird eine weitere Annäherung an die empfohlene Anzahl von zehn Mitgliedern angestrebt.

Regel 55: Die Wahl des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden erfolgte vor der freiwilligen Selbstverpflichtung der EVN zur Einhaltung des Kodex. Seit Beendigung seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender sind mehr als vier Jahre vergangen.

Drei Gruppen von Regelungen

Vollständige Erfüllung der L- und C-Regeln

Veröffentlichungen von Anträgen an die Hauptversammlung

Zusammensetzung des Vorstands

Vergütung des Vorstands

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden

Verantwortlichkeit des Vorstands

Ausführliches Mitspracherecht des Aufsichtsrats

Berichtspflicht gegenüber Ausschüssen, Quartalsberichte, wichtige Belange

Zusammensetzung des Aufsichtsrats der EVN AG

Klare Trennung von Unternehmensführung und -kontrolle

Durch das österreichische Aktienrecht ist ein duales Führungssystem gesetzlich vorgegeben. Es sieht eine strikte personelle Trennung zwischen Leitungsorgan (Vorstand) und Kontrollorgan (Aufsichtsrat) vor. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen ist nicht zulässig.

Leitung der Gesellschaft durch den Vorstand

Der Vorstand der EVN besteht aus drei Mitgliedern. Sofern der Aufsichtsrat nicht einen Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands bestimmt hat, wird dieser durch die Mitglieder selbst gewählt. Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie der Gegenstand und das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie das öffentliche Interesse es erfordern. Grundlagen seines Handelns sind die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Bestimmungen der Unternehmenssatzung und die vom Aufsichtsrat beschlossene Geschäftsordnung für den Vorstand. Wichtige Verhaltensregeln liefert auch der Österreichische Corporate Governance Kodex.

Ohne die Gesamtverantwortung des Vorstands zu schmälern, bestimmt der Aufsichtsrat nach den jeweiligen Anforderungen an die Geschäftsführung die Bildung und Verteilung von Vorstandsbereichen. Ausgewählte Geschäfte sind der kollegialen Beratung und Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorbehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand bei zustimmungspflichtigen Angelegenheiten, die per Gesetz oder Beschluss des Aufsichtsrats als solche definiert sind, die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen. Die Geschäftsordnungen beinhalten einen ausführlichen Katalog derartiger Angelegenheiten.

Berichtspflichten des Vorstands

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat gemäß den organisationsrechtlichen Bestimmungen zu berichten. Die dort normierte Berichtspflicht gilt auch gegenüber den Ausschüssen des Aufsichtsrats. Zur Berichtspflicht des Vorstands zählen auch Quartalsberichte über die Geschäftslage des Gesamtkonzerns sowie Informationen zu wichtigen Belangen wesentlicher Konzerngesellschaften.

Die Kommunikation zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt im Rahmen der Sitzungen des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse sowie anlassbezogen in schriftlicher Form. Darüber hinaus findet eine laufende Abstimmung zwischen dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats hinsichtlich jener Angelegenheiten statt, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. Hierunter fällt insbesondere die Vorbereitung von Sitzungen.

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der EVN AG gehören per 30. September 2009 13 von der Hauptversammlung gewählte Kapitalvertreter an. Das nach dem Ausscheiden eines Mitglieds per 17. März 2008 frei gewordene Mandat wurde in der 80. ordentlichen Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 nachbesetzt. Dadurch erhöhte sich die Anzahl der vom Betriebsrat entsandten Belegschaftsvertreter auf sieben. Der Aufsichtsrat wird von einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten geleitet, die der Aufsichtsrat aus seinen eigenen Reihen wählt. Die Mindestzahl der unabhängigen Mitglieder wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 29. Mai 2006 mit 50% festgesetzt. Die Unabhängigkeit der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder nach den Regeln 53 und 54 des Österreichischen Corporate Governance Kodex ist aus der Aufstellung auf Seite 27 ersichtlich. Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der Bestimmungen des Aktiengesetzes und der Satzung aus. Weitere Grundlagen seines Handelns bilden die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der Österreichische Corporate Governance Kodex.

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Überwachung der Tätigkeit des Vorstands

Zuständigkeiten der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat obliegt insbesondere die Überwachung der Tätigkeit des Vorstands, von dem er jederzeit einen Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen kann. Den Kreis der per Gesetz (§ 95 Abs. 5 AktG) definierten zustimmungspflichtigen Geschäfte kann der Aufsichtsrat über Beschlüsse erweitern. Ein solcher Katalog findet sich in den jeweiligen Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat.

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben im Plenum nach, soweit einzelne Angelegenheiten nicht Ausschüssen des Aufsichtsrats zugewiesen sind. Derzeit sind im Aufsichtsrat der EVN folgende Ausschüsse eingerichtet, die sich jeweils aus zumindest drei gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats und der jeweiligen gesetzlich vorgegebenen Anzahl an Arbeitnehmervertretern zusammensetzen:

  • Der Prüfungsausschuss war im Geschäftsjahr 2008/09 für die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, des Vorschlags für die Gewinnverteilung und des Lageberichts der Gesellschaft und des Konzerns zuständig. Weiters erstellt er einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers. Mit 1. Oktober 2009 wurden die Kompetenzen des Prüfungsausschusses wie gesetzlich vorgesehen formal erweitert.
  • Dem Personalausschuss obliegen alle Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen, soweit nicht die Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats zwingend vorgesehen ist. Der Personalausschuss nimmt die Aufgaben eines Nominierungs- und Vergütungsausschusses wahr.
  • Der Arbeitsausschuss ist für alle Angelegenheiten zuständig, die ihm vom Gesamtaufsichtsrat übertragen werden. In bestimmten dringenden Fällen ist der Arbeitsausschuss durch die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die Zustimmung zu bestimmten Geschäften zu erteilen.

Der Aufsichtsrat kann aus seinen Mitgliedern weitere Ausschüsse bestellen, die seine Verhandlungen und Beschlüsse vorbereiten, die Ausführung seiner Beschlüsse überwachen oder über vom Aufsichtsrat besonders zugewiesene Angelegenheiten entscheiden.

Bestellung weiterer Ausschüsse möglich

Arbeitsausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Kammerrat Gerhard Posset Hofrat Dr. Reinhard Meißl Franz Hemm Kammerrat Manfred Weinrichter (bis 28.5.2009) Ing. Paul Hofer (ab 28.5.2009)

Personalausschuss

Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber (Vorsitzender) Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker Kammerrat Gerhard Posset

Prüfungsausschuss

Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker (Vorsitzender) Präsident Kommerzialrat Dr. Rudolf Gruber Kammerrat Gerhard Posset Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller Franz Hemm Rudolf Rauch (bis 31.12.2008) Kammerrat Manfred Weinrichter Ing. Paul Hofer (ab 1.1.2009)

Erfolgsabhängige Komponenten der Vorstandsvergütung

Kein Aktien-Optionsprogramm installiert

Keine Directors' Dealings in 2008/09 gemeldet

Klare Regelung der Aufsichtsratsvergütung

Vergütungsbericht

Erfolgsbeteiligung des Vorstands (Regel 30): Die Bezüge des Vorstands setzen sich zu rund 75% aus fixen und zu rund 25% aus erfolgsabhängigen Komponenten zusammen. Die der Höhe nach limitierte Erfolgsbeteiligung basiert zu jeweils 35% auf dem operativen Ergebnis (EBIT) und dem Return on Capital Employed (ROCE) und zu 30% auf individuell vereinbarten Zielen. Die Altersversorgung ist unterschiedlich geregelt; sie reicht von einem festgelegten Prozentsatz des Letztbezugs bis zu einer Pensionskassenregelung. Bei Beendigung der Funktion kommen hinsichtlich Abfertigungsregelung im Wesentlichen die gesetzlichen Regelungen zur Anwendung. Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder belaufen sich für das Geschäftsjahr 2008/09 auf insgesamt 1.280,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.235,3 Tsd. Euro). Darüber hinaus bestehen für die derzeitigen Vorstandsmitglieder Pensionsverpflichtungen in Höhe von 8.896,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 9.391,9 Tsd. Euro). Die Erhöhung der Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung. Etwaige Sachbezüge sind in diesem Ausweis inkludiert. Für zusätzliche interne Mandate erhalten die Vorstandsmitglieder keine Vergütung. Ein Vorstandsmitglied nahm im Berichtsjahr mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein konzernfremdes Aufsichtsratsmandat an. Die Offenlegung der Vergütung liegt in der persönlichen Entscheidungssphäre der Vorstandsmitglieder, weshalb der Empfehlung der Regel 31 des Österreichischen Corporate Governance Kodex nicht entsprochen wird.

Aktien-Optionen (Regel 29): Bei EVN ist kein Aktien-Optionsprogramm für Vorstandsmitglieder oder leitende Angestellte eingerichtet.

Directors-and-Officers-Versicherung (D&O) (Regel 30): Im Rahmen der bestehenden D&O-Versicherung sind Schadenersatzansprüche der Gesellschaft, der Aktionäre, der Gläubiger, Mitbewerber und Kunden an die Unternehmensleiter versichert, die infolge einer Verletzung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht als ordentlicher Geschäftsführer auftreten. Derzeit gelten bedingungsgemäß konzernmäßig verbundene Tochtergesellschaften sowie bestimmte Beteiligungsgesellschaften als mitversichert. Die Kosten werden von der Gesellschaft getragen.

Directors' Dealings (Regel 70): Im Geschäftsjahr 2008/09 wurde der EVN keine Kauftransaktion von EVN Aktien von einem Organmitglied gemeldet.

Vergütungsschema für den Aufsichtsrat (Regel 51): Die Aufsichtsratsvergütung ist mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 108 Tsd. Euro festgelegt. Auf den Vorsitzenden entfallen 12,5%, auf seine beiden Stellvertreter jeweils 8,5% und auf jedes weitere Mitglied des Aufsichtsrats knapp über 7,0% dieses Pauschalbetrags. Das Sitzungsgeld beträgt 170 Euro.

Zustimmungspflichtige Verträge von Aufsichtsratsmitgliedern (Regel 48): Von keinem Mitglied des Aufsichtsrats wurden Verträge mit der EVN oder einer ihrer Tochtergesellschaften abgeschlossen, die zu einer Leistung gegen ein nicht bloß geringfügiges Entgelt verpflichten oder berechtigen. Derartige Verträge würden die Zustimmung des Aufsichtsrats erfordern.

Geschäftsbeziehung zu "Related Party": Die EVN AG hat mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH (NLH) eine Kooperation zur Zusammenarbeit bei der Umsetzung finanztechnischer Maßnahmen abgeschlossen. Diese Kooperation basiert auf wechselseitigem Interesse und bezieht sich konkret auf den

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Austausch von Informationen und Know-how sowie die Bereitstellung bzw. Erschließung von Liquidität. Durch die Vereinbarung soll ein optionaler Handlungsspielraum geschaffen werden, der von den Partnern im Einzelfall genutzt werden kann. In jedem Fall kommen marktübliche und diskriminierungsfreie Parameter zur Anwendung.

Honorare des Wirtschaftsprüfers: Die Prüfung des Jahresabschlusses der EVN und des Konzernabschlusses erfolgt im Geschäftsjahr 2008/09 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien. Die Wirtschaftsprüfungs- und -beratungskosten betrugen in Summe 1,28 Mio. Euro (Vorjahr: 1,14 Mio. Euro). Davon entfielen 66,7% auf Prüfungshonorare und prüfungsnahe Honorare, 20,7% auf Steuerberatungsleistungen und 12,6% auf sonstige Beratungsleistungen.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der EVN gewährt eine Stimme. Aktien mit Mehrfach- oder Vorzugsstimmrechten bestehen nicht. Der Hauptversammlung sind per Gesetz oder Satzung definierte Entscheidungen vorbehalten. Sie stimmt über die Verwendung des Bilanzgewinns ebenso wie über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ab und wählt den Abschlussprüfer sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats. Auch Vorschläge zu Satzungsänderungen und geplante Kapitalmaßnahmen sind ihr zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmungsergebnisse sowie die Tagesordnung der 80. ordentlichen Hauptversammlung der EVN vom 15. Jänner 2009 können auf der EVN Website eingesehen werden.

Interne Revision

Die Konzernrevision der EVN berichtet direkt an den Vorstand sowie an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. In ihren Kompetenzbereich fallen Prüfungsleistungen für Vorgänge und Unternehmenseinheiten der EVN. In den Tochtergesellschaften in Bulgarien und Mazedonien sind zudem eigene Revisionsabteilungen eingerichtet. Die Prüfungen im technischen wie auch im kaufmännischen Bereich führten im Berichtsjahr zu keinen gravierenden Beanstandungen.

Risikomanagement der EVN

Das Ziel des Risikomanagements der EVN, als international operierende Unternehmensgruppe, besteht in der Sicherung bestehender und zukünftiger Ertragspotenziale. Zur Erfassung und Auswertung wird ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikocontrolling eingesetzt, das den verantwortlichen Mitarbeitenden des EVN Konzerns die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von Risiken zur Verfügung stellt. Die jeweiligen Geschäftseinheiten, die auch für das Risikomanagement zuständig und verantwortlich sind, kommunizieren ihre Risikopositionen an das zentrale Risikocontrolling. Dort findet eine bereichsübergreifende Einordnung, Auswertung und Beurteilung statt. Darüber hinaus werden auch Maßnahmen zur Minimierung der Unternehmensrisiken erfasst und deren Umsetzung überwacht. Der mehrstufige Prozess des Risikocontrollings wird durch konzernweit einheitliche Richtlinien unterstützt und regelmäßig konzernweit durchgeführt. Die daraus resultierenden Risikoanalysen werden im Rahmen des Konzernrisikoausschusses in regelmäßigen Abständen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsführern vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung der EVN Risikolandkarte findet sich ab Seite 56.

Detaillierte Aufschlüsselung der Honorare

One Share – One Vote

Keine gravierenden Beanstandungen

Mehrstufiges System und zentrales Risikocontrolling Umfassendes Regelwerk und Kontrolle, um Missbrauch von Insiderinformationen zu verhindern

Emittenten-Compliance

In Erfüllung der Bestimmungen des österreichischen Aktien- und Börserechts, der österreichischen Emittenten-Compliance-Verordnung sowie der Marktmissbrauch-Richtlinie der EU besteht bei der EVN ein umfassendes internes Regelwerk zur Verhinderung des Missbrauchs von Insiderinformationen. Es wurden 18 ständige sowie ein Ad-hoc-Vertraulichkeitsbereich definiert. Laufend werden Schulungen der betroffenen Mitarbeitenden durchgeführt. Überwacht und administriert wird dieser Bereich von einem Compliance-Beauftragten, der direkt dem Vorstand berichtet. Im Geschäftsjahr 2008/09 führten die regelmäßigen Kontrollen durch den Compliance-Beauftragten zu keinen Beanstandungen.

EVN Verhaltenskodex

EVN legt größten Wert auf die Integrität und das gesetzeskonforme Verhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Geschäftspartner. Als international tätiger Energie- und Umweltdienstleister haben die Führungskräfte und Mitarbeitenden der EVN eine weitreichende Verantwortung und Vorbildwirkung im In- und Ausland. Die EVN hat deshalb ihre Grundsätze und Leitlinien für verantwortungsvolles und integres Handeln im EVN Verhaltenskodex konkretisiert und zusammengefasst. Der Verhaltenskodex wurde im Geschäftsjahr 2008/09 in einem konzernweiten Prozess unter Einbindung der EVN CSR-Organisation und begleitet von externen Experten erarbeitet. Im Juli 2009 wurde der Verhaltenskodex nach Zustimmung des Betriebsrats von den sozietären Organen der Gesellschaft beschlossen. Er ist auf der Website unter www.evn.at/verhaltenskodex.aspx abrufbar. Sein inhaltlicher Aufbau orientiert sich an den EVN Anspruchsgruppen; er soll alle Mitarbeitenden bei der Umsetzung der EVN Werte in ihrem operativen Berufsalltag unterstützen.

Evaluierung der Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex durch KPMG Austria

Den Bericht der KPMG Austria GmbH über die Evaluierung der gemeinsamen Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der EVN AG, Maria Enzersdorf, über die Beachtung des Österreichischen Corporate Governance Kodex finden Sie auf www.investor.evn.at.

Maria Enzersdorf, am 9. Dezember 2009

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher (Sprecher des Vorstands) (Mitglied des Vorstands) (Mitglied des Vorstands)

Abrufbar unter www.investor.evn.at

Kapitalmarkt und Kursentwicklung

EVN Aktie und Anleihen

Kapitalmarkt und Kursentwicklung der EVN Aktie

Die internationalen Kapitalmärkte waren im Berichtsjahr von der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt und überaus volatil. Die Aktienmärkte, die für gewöhnlich mit einer Vorlaufzeit von etwa sechs Monaten auf die erwartete Wirtschaftskonjunktur reagieren, brachen im zweiten Quartal 2008 massiv ein. Das Investitionsklima fand parallel zum unerwartet starken Wirtschaftsrückgang seinen vorläufigen Tiefpunkt im ersten Quartal 2009. Seit dem zweiten Quartal 2009 weisen die Aktienmärkte aufgrund der ersten Hinweise auf eine Stabilisierung der Weltkonjunktur eine Erholung mit teilweise massiven Kursgewinnen aus.

Die Zentralbanken in den USA und Europa verfolgten bis Mitte 2008 noch eine unterschiedliche Geld- und Zinspolitik: Nach mehreren Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve liegen die Leitzinsen seit Ende 2008 gleichsam bei null. Die negativen Finanzmarktentwicklungen veranlassten seit Mitte 2008 die Europäische Notenbank EZB zu einer Trendwende ihrer Politik; stand bislang das Eindämmen der Inflation im Mittelpunkt, wird nunmehr das Ankurbeln der Wirtschaft in der Eurozone fokussiert. Von Oktober 2008 bis Mai 2009 hat die EZB die Leitzinsen in mehreren Schritten von 4,25% auf 1,00% gesenkt und seither auf diesem historisch niedrigsten Niveau belassen.

Nahezu alle Aktienindizes weisen für die Berichtsperiode 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 trotz der im Frühjahr 2009 einsetzenden Erholung einen Rückgang aus. Namhafte europäische Indizes wie der Euro Stoxx 50 bzw. der deutsche Aktienindex DAX verloren 5,45% bzw. 2,67% an Wert. Der ATX verzeichnete einen Verlust von 4,71% und der für die EVN relevante Branchenindex Dow Jones Euro Stoxx Utilities einen Rückgang von 14,44%.

Die EVN Aktie konnte sich den negativen Entwicklungen und den hohen Volatilitäten der internationalen Aktienmärkte nicht entziehen. Sie schließt das Berichtsjahr mit einem Kurs von 13,68 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 8,74%, womit sie sich jedoch deutlich stärker zeigte als der relevante Branchenindex. Die im März 2009 erfolgte Wiederaufnahme der EVN Aktie in den Wiener Leitindex ATX führte, unterstützt durch die allgemeine Erholung der Aktienmärkte, zu einer starken Performance in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres.

EVN Aktionärsstruktur und Kapitalangaben

In der 80. Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 wurde dem Vorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2007/08 in Höhe von 60.306,6 Tsd. Euro bzw. 0,37 Euro je Aktie zugestimmt. Ex-Dividendentag war der 20. Jänner 2009, die Ausschüttung an die Aktionäre der EVN AG erfolgte am 27. Jänner 2009.

Die ordentliche Hauptversammlung hat zudem den Vorstand ermächtigt, auf Inhaber lautende Stückaktien für Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie zweckfreier Erwerb bis höchstens 10% des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Diese Ermächtigung ersetzt die durch Beschluss der Hauptversammlung am 17. Jänner 2008 erteilte Ermächtigung zum Rückerwerb eigener Aktien. Bedingt durch diese erneuerte Ermächtigung wurde das zuvor genehmigte und per 17. Juli 2008 begonnene Aktienrückkaufprogramm per 22. Jänner 2009 vorzeitig abgeschlossen. Von der neuen Ermächtigung wurde bis 30. September 2009 kein Gebrauch gemacht.

Vorwort des Vorstands Geschäftsmodell und Strategie Interview mit dem Vorstand Nachhaltige Unternehmensführung Bericht des Aufsichtsrats Corporate-Governance-Bericht EVN Aktie und Anleihen Geschäftsverlauf 2008/09 Konzernabschluss 2008/09 Glossar

Hohe Volatilität und Anzeichen der Erholung

Zinsniveau in USA und Europa auf historischem Tiefststand

Erholung der Aktienindizes im Frühjahr 2009

Starke Performance der EVN Aktie im zweiten Halbjahr 2008/09

EVN Börsekapitalisierung in Mio. EUR

NÖ Landesbeteiligungsholding GmbH 51% EnBW >35% Streubesitz <14%

Im Rahmen des abgeschlossenen Aktienrückkaufsprogramms wurden 534.864 Stück eigene Aktien (0,33% des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8.037,8 Tsd. Euro erworben und stehen nach wie vor im Eigentum der EVN.

110% 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30%

Davon abgesehen veränderte sich im Geschäftsjahr 2008/09 die Aktionärsstruktur der EVN AG nicht; 51% der Aktien werden von der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, gehalten, zweitgrößter Aktionär ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, mit einem Anteil von >35%. Die restlichen <14% befinden sich in Streubesitz.

Dividendenpolitik

Die Ausschüttungsquote der EVN bewegt sich seit mehreren Jahren in einer Bandbreite von 25% bis 35% des Konzernergebnisses. Mit dieser Dividendenpolitik wird eine Balance zwischen Wachstumsinvestitionen in die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und einer kontinuierlichen Aktionärsvergütung angestrebt, die selbst bei temporären Ergebnisrückgängen aufrechterhalten werden kann.

Diese Kapitalmarktorientierung spiegelt sich im Vorschlag des Vorstands wider, trotz eines im Vorjahresvergleich niedrigeren Konzernergebnisses, der Hauptversammlung am 21. Jänner 2010 für das Geschäftsjahr 2008/09 eine unveränderte Dividende von 0,37 Euro je Aktie vorzuschlagen. Aus der daraus resultierenden Dividendenrendite von 2,70% und dem zuvor genannten Kursrückgang der EVN Aktie errechnet sich für das Berichtsjahr ein Total Shareholder Return von –6,04%. Der langjährige Vergleichswert seit dem Börsegang der EVN Aktie im Jahr 1989 beläuft sich auf 9,69% p.a.

36 EVN Gesch äftsbericht 2008/09

Investor Relations

2008/09 2007/08 2006/07
EUR 13,68 14,99 22,63
EUR 16,00 23,38 23,87
EUR 10,11 14,39 20,38
Mio. EUR 209 406 411
Stück 69.031 78.054 75.772
% 0,49 0,49 0,50
Mio. EUR 2.237 2.451 3.700
EUR 1,09 1,14 1,39
EUR 0,3703) 0,370 0,375
EUR 2,73 2,61 2,52
EUR 19,18 19,62 18,44
X 12,5 13,1 16,3
X 5,0 5,7 9,0
X 0,8 0,8 1,2
% 2,7 2,5 1,7

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte des Geschäftsjahres 2006/07 angepasst.

2) Wiener Börse, Einmalzählung

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

4) Im Umlauf befindliche Aktien

5) Cash Flow aus dem Ergebnis

Investor Relations

Mit zahlreichen Investor-Relations-Aktivitäten verfolgt die EVN einen aktiven und regelmäßigen Dialog mit bestehenden und potenziellen Investoren wie auch Analysten. Als Grundprinzipien gelten hierbei die zeitgleiche, offene und umfassende Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern, hohe Transparenz und eine aktive Berichterstattung. Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden auf Pressekonferenzen, Conference Calls, Roadshows und auf internationalen Konferenzen der Branche zahlreiche Gelegenheiten genutzt, über die Geschäftsentwicklung und Strategie der EVN zu informieren.

Am Aktionärstreffen für Privatanleger haben im Juni 2008 mit knapp 300 Aktionären mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr teilgenommen. Neben Informationen zur Geschäftsentwicklung und neuen strategischen Projekten bildete das Thema "20 Jahre EVN Aktie" einen Schwerpunkt.

Ausgezeichneter Geschäftsbericht

Das Wirtschaftsmagazin trend hat im September 2009 zum 22. Mal in Folge die besten Geschäftsberichte Österreichs ausgezeichnet. Die Bewertung erfolgte unterteilt in die beiden Kategorien Business Reporting und Mediumsqualität. In der Kategorie Mediumsqualität verbesserte sich die EVN unter allen börsenotierten Gesellschaften Österreichs vom 7. auf den 4. Rang, beim Business Reporting vom 6. auf den 4., womit in der Gesamtbewertung erstmals Rang 3 eingenommen werden konnte. Vom Circle Investor Relations Austria (C.I.R.A.), der das erste Mitglied der Jury war, wurde der EVN Geschäftsbericht mit einem Exzellenzpreis gewürdigt.

Transparente, zeitnahe und regelmäßige Information

Aktionärstreffen "20 Jahre EVN Aktie"

Drittbester Bericht Österreichs und Exzellenzpreis von C.I.R.A.

Öffentliche Anleihen Privatplatzierungen
EVN Anleihen EUR CHF EUR JPY EUR EUR JPY
Betrag 300,0 Mio. 250,0 Mio. 30,0 Mio. 8,0 Mrd. 28,5 Mio. 150,0 Mio. 12,0 Mrd.
Endfälligkeit 14.12.2011 20.2.2014 18.3.2019 1.9.2014 11.3.2016 23.6.2017 9.1.2024
Laufzeit (Jahre) 10 5 10 20 7 8 15
Kupon (% p.a.) 5,250 3,625 5,250 5,200 5,000 5,250 3,130
ISIN XS0140090514 CH0049763102 XF000NS4HD4 XS0052014114 XS0417260329 XS0434384334 XS0406428036

EVN Anleihen

Langfristige Liquidität gesichert

Im Geschäftsjahr 2008/09 hat die EVN als Teil ihrer langfristig orientierten Finanzierungsstruktur fünf Unternehmensanleihen mit einem Gesamtvolumen von 470 Mio. Euro und Laufzeiten zwischen 5und 15 Jahren begeben. Neben der Rückzahlung von fällig gewordenen Verbindlichkeiten dienen diese Mittel vorwiegend der Finanzierung geplanter Investitionsprojekte sowie der mittel- und langfristigen Absicherung der Liquidität. Die mit 2,430% verzinste CHF-Obligation mit einem Volumen von 200,0 Mio. CHF, wurde am 10. Juni 2009 planmäßig getilgt. Eine ausführliche Darstellung findet sich im Lagebericht ab Seite 49.

Änderungen der externen Kredit-Ratings

Langfristiges Credit Rating im A-Bereich

Die EVN AG wird regelmäßig von den beiden führenden internationalen Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's bewertet. Per 30. März 2009 hat die Ratingagentur Standard & Poor's das langfristige Credit Rating der EVN von "A" auf "A–" geändert; der Ausblick blieb mit "negativ" unverändert. Moody's hat per 8. Juli 2009 das Rating von "A1 (stabiler Ausblick)" auf "A2 (negativer Ausblick)" gesenkt.

Anpassungen aufgrund geplanter Investitionsvorhaben Das langfristige Rating wurde mit der starken Marktposition und positiven Finanzlage der EVN begründet, die trotz der zunehmenden Präsenz in der Region Ost- und Südosteuropa, die im Vergleich zu Westeuropa als risikoreicher eingeschätzt wird, gegeben ist. Die Änderung des Ratings von beiden Agenturen ist auf die geplanten hohen Investitionen der EVN in der Periode 2009–2013, vor allem für die Wasserkraftwerksprojekte in Albanien, zurückzuführen. Im Vergleich zu anderen Unternehmen des europäischen Energiesektors verfügt die EVN mit diesen Bewertungen aber nach wie vor über ein sehr gutes Rating.

Konzernlagebericht

Konzernlagebericht

Rechtliches Umfeld

Europäische Energiepolitik

Im Dezember 2008 verabschiedete das Europäische Parlament das von der EU-Kommission Anfang 2008 vorgelegte Klima- und Energiepaket. Damit wurden die bis zum Jahr 2020 festgelegten Dreieckziele – Reduktion des Endenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen (CO2 ) um 20% sowie Ausbau der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien auf 20% des Energieverbrauchs – rechtsverbindlich und sind von den Mitgliedsländern in nationales Recht umzusetzen. Das bisherige Ziel einer 20%igen Reduktion der treibhausrelevanten Emissionen wurde durch neue Vorschläge des EU-Parlaments auf mindestens 30% bis 2020 und 50% bis zum Jahr 2050 ausgedehnt. Weitere Maßnahmen und Ziele der europäischen Klimapolitik sind von der Klimakonferenz, die im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfinden wird, zu erwarten. Eine ausführliche Beschreibung der energiepolitischen Rahmenbedingungen findet sich im Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 23.

Um die vom EU-Parlament verabschiedeten Ziele zu erreichen, müssen die energieintensiven Industriezweige und die Energiewirtschaft ihren CO2 -Ausstoß bis 2020 um 21% senken. Sektoren, die nicht dem Emissionshandel (z. B. Verkehr) unterliegen, sind verpflichtet, ihre Emissionen um mindestens 16% zu verringern. Ein Hauptinstrument des Maßnahmenpakets ist der EU-weite Handel mit Emissionszertifikaten: Die neue CO2 -Emissionshandelsrichtlinie sieht vor, dass die bislang erfolgte teilweise Gratiszuteilung von Zertifikaten aufgegeben wird und die europäischen Energieversorger mit der Ausnahme der neuen Beitrittsländer in Zentral- und Osteuropa ab 2013 ihre Emissionsrechte in vollem Umfang ersteigern.

Aufgrund des Burden Sharing, welches das nationale Potenzial berücksichtigt, ist Österreich verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch von 25,8% in 2005 auf 34,0% zu erhöhen. Um das 20%ige CO2 -Einsparziel zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen von 93,3 Mio. Tonnen p. a. auf rund 76,7 Mio. Tonnen reduziert werden.

Für Bulgarien, zweitgrößter Strommarkt der EVN und EU-Mitglied seit 1. Jänner 2007, wurde das Ziel eines 16%igen Anteils aus erneuerbaren Energieträgern definiert. Das bis 2020 angestellte CO2 -Reduktionsziel von 8% gegenüber dem Basiswert von 75 Mio. Tonnen p. a. wurde im Jahr 2008 bereits erreicht.

Energiepolitisches Umfeld Österreich

Um bis 2015 den Ökostrom-Anteil in Österreich auf 15% zu erhöhen, setzt die am 23. September 2009 vom Nationalrat verabschiedete 2. Ökostromgesetz-Novelle schwerpunktmäßig auf Wind- und Wasserkraft. Die jährliche Förderung für neue Ökostromanlagen wird für die nächsten 13 Jahre 21,0 Mio. Euro betragen, wovon 12,5 Mio. Euro für die Optimierung und den Neubau der Kleinwasserkraftanlagen vorgesehen sind. Die Höhe der Einspeisetarife von Strom aus Windkraft wurde bis zu 20 Jahre garantiert. Diese Bestimmungen werden die Umsetzung von drei bereits genehmigten EVN Windparkprojekten in Niederösterreich beschleunigen. Außerhalb der Ökostromgesetz-Novelle werden die Stromerzeugung aus Photovoltaik und der Ausbau der Fernwärme, die auf Biomasse und -gas basiert, subventioniert.

Mitte 2009 wurde die Ausarbeitung der "Energiestrategie Österreich" mit den von der EU vorgegebenen Hauptrichtungen und den fünf gleichwertigen Zielvorgaben – Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit,

Klima- und Energiepaket der Europäischen Union

Beitrag der EU-Länder zum Klimaschutz

Beitrag Österreichs zum Klimaschutz

Beitrag Bulgariens zum Klimaschutz

Ökostromgesetz setzt auf Wind- und Wasserkraft

"Energiestrategie Österreich" in Ausarbeitung

Kosten- und Energieeffizienz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit – gestartet. Derzeit läuft die Evaluierung der 350 eingebrachten Maßnahmen in Arbeitsgruppen, in denen sich auch die EVN einbringt. Eine Strategiekonferenz und der Beschluss in der politischen Koordination sind für Jänner 2010 zu erwarten.

Finanzielle Belastung durch Zukauf von Emissionsrechten

Im Rahmen des Nationalen Allokationsplans II (2008–2012) wurden der österreichischen Elektrizitätswirtschaft auf Basis der historischen Emissionen Gratis-CO2 -Emissionszertifikate im Ausmaß von 7,70 Mio. Tonnen p. a. zugeteilt. Davon entfallen 1,58 Mio. Tonnen auf die EVN, womit ihr langjähriger Durchschnittswert um 0,5 bis 0,8 Mio. Tonnen unterschritten wird. Die EVN nimmt im Zuge des Portfolio- und Risikomanagements am Handel mit Emissionszertifikaten teil, um den CO2 -Bedarf abdecken zu können. (Details zu zugekauften Emissionszertifikaten im Geschäftsjahr 2008/09 siehe Anhang Erläuterung 52. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen, Seite 110).

Für Stromnetze wurde Anfang 2006 ein vierjähriges und für Gasnetze Anfang 2008 ein fünfjähriges Modell der Anreizregulierung auf einheitlicher Basis eingeführt: Sie sehen eine Abgeltung der Inflation vor, vermindert um eine von allen österreichischen Netzbetreibern erwartete Produktivitätssteigerung sowie um eine unternehmensspezifische Effizienzsteigerung. Als einer der effizientesten Anbieter im Rahmen des zugrundeliegenden Benchmarking-Verfahrens kann die EVN für beide Regulierungsperioden eine stabile Entwicklung der Strom- und Gasnetzerlöse erwarten. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zweite Regulierungsperiode für Stromnetze (2010–2013) werden Ende 2009 verabschiedet werden. Als wesentliche Änderungen werden die Aktualisierung des Kapitalkostensatzes (WACC) und Investitions-

Stabilität im Netzbereich dank Anreizregulierung

Günstigere Rahmenbedingungen für Neuinvestitionen

Liberalisierter Strommarkt mit Hindernissen

Stabile Regulierung für fünf Jahre

Auf Basis anerkannter Vollkosten hat EVN im Juni 2009 mit dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" begonnen, die zur Versorgungssicherheit im Süden Niederösterreichs und über die Landesgrenzen hinaus beitragen wird.

Rechtliches Umfeld in Südosteuropa

Bulgarien

anreize erwartet.

Der Strommarkt ist in Bulgarien gemäß Energiegesetz seit Juli 2007 zwar vollständig liberalisiert, eine tatsächliche Wettbewerbssituation existiert jedoch nicht: Die Energie für die Belieferung der Endkunden wird weiterhin vom zentralen öffentlichen Vorlieferanten zu regulierten Preisen mit Energie bezogen. Diese regulierten Energiepreise liegen deutlich unter den Preisen an den europäischen Strombörsen, sodass durch den Wechsel in den freien Markt vom Kunden noch keine Einsparungen erzielt werden können. Darüber hinaus nehmen die Erzeuger aufgrund vertraglicher Bindungen mit dem öffentlichen Versorger meist nicht oder nur eingeschränkt am liberalisierten Markt teil.

Bulgarien ist weiterhin Stromexporteur, die erzielbaren Preise im Großhandelsmarkt liegen jedoch deutlich unter jenen der Vorperiode. Per 1. Juli 2009 startete eine neue Preisperiode innerhalb des seit Juli 2008 laufenden, fünfjährigen Regulierungszeitraums. Der Regulator hat die Endkundenpreise um etwa 1% gesenkt, obwohl die Preise beim öffentlichen Vorlieferanten um 3,27% angehoben wurden, ebenso die Preise des Übertragungsnetzbetreibers und des System Operators. Alle drei Funktionen werden durch die nationale Elektrizitätsgesellschaft NEK wahrgenommen. Neu eingeführt wurde ein Zuschlag zur Abdeckung der Mehrkosten durch die stark zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen zu Präferenzpreisen, insbesondere bei Windkraft und Photovoltaik. Damit werden die Lasten auf alle bulgarischen Energieverbraucher gleichmäßig verteilt.

Konzernlagebericht

Mazedonien

Bis September 2008 hat EVN in Mazedonien den gesamten Strombedarf am regulierten Markt vom Übertragungsnetzbetreiber MEPSO bezogen. Mit Inkrafttreten der Novelle zum Energiegesetz am 5. Juli 2008 wurden die Marktorganisation und das Verhältnis der Marktteilnehmer grundlegend geändert. Jener Netzverlustanteil, der über der Anerkennungsgrenze liegt, muss als nicht regulierter Bezug zu Marktbedingungen am Großhandelsmarkt beschafft werden, wobei eine Weitergabe in den Endkundenpreisen im Regulativ ausdrücklich untersagt wird. In diesem Zusammenhang fordert die Energy Community, eine Organisation der EU- und südeuropäischer Länder zur Etablierung des liberalisierten Strommarkts in Südosteuropa, vom Mitgliedsland Mazedonien unmissverständlich die Reformierung des Preisregelwerks zur Erlangung voller Kostendeckung und die EU die Einhaltung der Unabhängigkeit des Regulators von politischen Einflüssen.

Per 1. November 2008 wurde vom Regulator in Mazedonien eine Erhöhung der Endkundenpreise um 13,6% genehmigt, wovon lediglich 1,4% durch eine Anhebung des Netzentgelts für Mittel- und Niederspannungsnetze der EVN in Mazedonien zustehen. Der Rest der Preiserhöhung resultiert aus der Anhebung des regulierten Bezugspreises der EVN von ELEM um 37,4% sowie der Anhebung des Hochspannungsbzw. Übertragungsnetzentgelts von MEPSO um 110,0%. Im Jahr 2009 hat der Regulator keine Preisänderung genehmigt. Im Mittelpunkt der Effizienzsteigerung steht unverändert die Senkung der Netzverluste, allerdings sind die derzeit gewährten Endkundenpreise keineswegs kostendeckend.

Nach einem aktuell in der Regierung diskutierten Reformplan zur weiteren Marktentwicklung soll das Energiegesetz abermals novelliert, das Preisregelwerk mit den Vorgaben der Europäischen Union harmonisiert und mit der Öffnung der Mittelspannungskunden ab 2011 Strom ein weiterer Schritt in Richtung vollständige Marktöffnung eingeleitet werden. Für das kommende Jahr ist auch die Einführung von Marktregeln zur genauen Definition der gegenseitigen Rechte und Pflichten aller Marktteilnehmer geplant, die die bestehende Rechtsunsicherheit nach Änderung des Energiegesetzes in 2008 beseitigen soll. Die bereits von der Regierung beschlossene Einführung einer Sozialunterstützung gegen Stromarmut soll mit Juni 2010 in Kraft treten und stellt für EVN eine wichtige Verbesserung dar.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft verzeichnete im 4. Quartal einen massiven Einbruch, der sich im 1. Quartal 2009 noch verstärkte und erst zur Jahresmitte 2009 verlangsamte. Im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal verzeichnete das BIP im Euroraum im 4. Quartal 2008 einen Rückgang von 1,9%, im 1. Quartal 2009 von 2,4% und im 2. Quartal 2009 von 0,2%. Im Jahresvergleich ging das BIP im 1. Quartal 2009 um 4,9% und im 2. Quartal um 4,8% zurück.

Die wichtigsten Frühindikatoren deuten auf eine spürbare Erholung der Wirtschaftslage seit Mitte 2009 hin: Im 2. Quartal 2009 stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte um 0,1%, und die steile Talfahrt der Investitionen verliert an Dynamik. Für den Euroraum wird für 2009 nunmehr ein BIP-Rückgang von etwa 3,5% erwartet. Bei Annahme einer Stabilisierung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2009 wird für 2010 mit einer nur leicht negativen Wachstumsrate gerechnet.

Im Einklang mit der internationalen Entwicklung brach die Wirtschaftsleistung Österreichs im 1. Quartal 2009 um 2,7% im Vergleich zum Vorquartal ein. Im 2. Quartal zeigte sich jedoch eine leichte Stabilisie-

Unzufriedenstellende Preisentscheidungen in Mazedonien

Einbruch der Weltwirtschaft

Frühindikatoren deuten auf spürbare Erholung im Euroraum hin

Wachstumsmärkte von der Krise sehr betroffen rung, das BIP sank lediglich um 0,5%. 2009 wird das BIP in Österreich laut Prognosen um 3,4%–3,8% schrumpfen. 2010 könnte sogar ein leichtes Wachstum erzielt werden. Der Wirtschaftsraum Zentral- und Osteuropa bzw. Südosteuropa konnte sich der weltweiten Rezession ebenfalls nicht entziehen, weshalb für diese Regionen für 2009 ein BIP-Rückgang von 2,5% bzw. 5,0% prognostiziert wird. Für Bulgarien wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,0% bis 6,5% erwartet, für Mazedonien von etwa 2,5%.

Energiewirtschaftliches Umfeld

2008/09 2007/08 Veränderung in%
Temperaturbedingter Energiebedarf1) % 94 102 –7,8
Rohöl – Brent EUR/Barrel 42,91 70,41 –39,1
Gas – GIMP2) Cent/m³ 24,70 28,09 –12,1
Kohle – API#23) EUR/Tonne 65,23 98,84 –34,0
CO2
-Zertifikate (1. und 2. Periode)
EUR/Tonne 14,50 17,92 –19,1
Strom – Spotmarkt EEX4)
Grundlast EUR/MWh 46,20 63,20 –26,9
Spitzenlast EUR/MWh 61,57 86,58 –28,9
Strom – Forwardmarkt EEX4)5)
Grundlast EUR/MWh 66,57 56,01 18,9
Spitzenlast EUR/MWh 93,33 79,64 17,2

1) Berechnet nach Heizgradsummen in Österreich; die Basis (100%) entspricht dem Durchschnittswert 1997– 2006;

ausgewiesene Veränderungen in Prozentpunkten

2) Gasimportpreis (GIMP)

3) Notierung in ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

4) EEX – European Energy Exchange

5) Durchschnittspreise der jeweiligen Quartals-Forwardpreise, beginnend ein Jahr vor dem jeweiligen Zeitraum an der EEX

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Milde Witterung in Österreich und Mazedonien, kälter in Bulgarien

Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nehmen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der EVN. Die Witterung wirkt sich vor allem auf den Energieverbrauch der Haushalte, insbesondere auf deren Gas- und Wärmenachfrage, aus. Die Energienachfrage von Industrieunternehmen wird vorwiegend von deren Absatzentwicklung und damit von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestimmt.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wirkte sich die milde Witterung in Österreich und Mazedonien leicht negativ aus, der temperaturbedingte Energiebedarf lag um 6,0% und 13,1% unter dem langjährigen Durchschnitt. In Bulgarien lagen die Heizgradsummen hingegen um 2,8% über dem langjährigen Durchschnitt.

Bedingt durch den Konjunktureinbruch gaben im Geschäftsjahr 2008/09 die Primärenergie- und Strompreise sowie die Preise für CO2 -Emissionszertifikate stark nach. Der Preis für das in Europa als Referenz geltende Nordseeöl Brent ging auf US-Dollar-Basis um 45,3% und auf Euro-Basis um 39,1% zurück. Der Preisverlauf für Kohle hat mit einem Rückgang von rund 34,0% diese Entwicklung widergespiegelt. Der an den Rohölpreis gekoppelte Gasbezugspreis nahm im Geschäftsjahr 2008/09 – infolge der zeitlichen Verzögerung von rund sechs Monaten – im Durchschnitt lediglich um 12,1% ab, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres jedoch massiv um 30,0%. Der Preis für CO2-Emissionszertifikate fiel im Geschäftsjahr 2008/09 infolge der niedrigeren Stromnachfrage bzw. -produktion um 19,1%.

Konzernlagebericht

Entwicklung der Primärenergiepreise (indexiert) in%

Im Berichtsjahr bewegten sich die europäischen Strompreise uneinheitlich und auf niedrigem Niveau. Die Spotmarktpreise für Grund- bzw. Spitzenlaststrom lagen – bedingt durch den Preisverfall bei Primärenergie seit Mitte 2008 bzw. durch den Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem 4. Quartal 2008 – um 26,9% bzw. 28,9% unter dem Vorjahresniveau.

Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit kauft EVN Primärenergie und Strom auf dem Terminmarkt. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2008/09 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2008 noch auf hohem Niveau und begründen im Wesentlichen die Erhöhung der Endkundenpreise der EVN für Strom und Gas per 1. November 2008. Der Gaspreis wurde – entsprechend der Entwicklung der Primärenergiepreise – im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2008/09 zweimal gesenkt.

Bedingt durch die Konjunkturschwäche ging seit dem 4. Quartal 2008 der Stromverbrauch in Österreich stark zurück: Laut der Regulierungsbehörde E-Control war im 4. Quartal ein Rückgang von 3,2% und im 1. bzw. 2. Quartal 2009 von 2,9% bzw. 7,9% zu verzeichnen. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage reduziert sich die Stromnachfrage der Industrie im 1. Halbjahr 2009 um etwa 10,0%. In Summe wird für das Jahr 2009 eine Reduktion des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs von etwa 8,0% erwartet.

Rückgang des Stromverbrauchs in Österreich

Einbruch der Strompreise

Langfristige Beschaffungspolitik

Für EVN sind die Absatzrückgänge aufgrund ihrer stabilen Kundenstruktur in Niederösterreich und in der südosteuropäischen Region jedoch deutlich niedriger ausgefallen. In Niederösterreich sank der Stromabsatz leicht, in Bulgarien und Mazedonien konnten im Berichtsjahr trotz der Wirtschaftkrise unverändert Umsatzanstiege verzeichnet werden.

Einflussfaktoren Auswirkung auf Geschäftsentwicklung
im Vergleich zu Vorjahr
Temperatur Leicht negativ
Primärenergiepreise Positiv
Strompreise – Terminmarkt Negativ
Strompreise – Spotmarkt Positiv
Absatz Strom Positiv
Absatz Gas Negativ
Absatz Wärme Positiv

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussfaktoren lässt sich Folgendes zusammenfassen: Der Preisrückgang der Primärenergieträger (Rohöl, Erdgas und Steinkohle) wirkte sich grundsätzlich positiv auf den Geschäftsverlauf der EVN aus. Nachdem im Mittelpunkt der EVN Strategie die Versorgungssicherheit steht, stellen sich die Preise auf dem Terminmarkt als entscheidende Faktoren für die Ergebnisentwicklung der EVN dar. Die Strompreise für die Lieferungen im Geschäftsjahr 2008/09 waren zum Zeitpunkt der Abschlüsse der Kontrakte Anfang Herbst 2008 noch auf hohem Niveau (siehe Grafik, Seite 43), weshalb sich Marktpreiseffekte nur zeitlich verzögert auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Die Preise für CO2 -Emissionszertifikate waren aufgrund des niedrigen Einsatzes der thermischen Kraftwerke im Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Geschäftsentwicklung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS , wie sie in der EU anzuwenden sind) erstellt. Der Konsolidierungskreis (siehe Anhang Erläuterung 4. Konsolidierungskreis, Seite 80) wurde gegenüber dem Vorjahr um zwei vollkonsolidierte Tochterunternehmen sowie ein quotenkonsolidiertes Gemeinschaftsunternehmen und ein at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen erweitert. Insgesamt fließen somit – inklusive der EVN AG als Muttergesellschaft – 53 vollkonsolidierte Unternehmen (Vorjahr: 51) in den Konzernabschluss ein sowie fünf quotenkonsolidierte (Vorjahr: vier) und 14 at Equity einbezogene assoziierte (Vorjahr: 13) Unternehmen.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die EVN konnte im Geschäftsjahr 2008/09 eine Umsatzsteigerung von 13,8% bzw. 330,0 Mio. Euro auf 2.727,0 Mio. Euro erzielen. Der Umsatzanstieg im Segment Energie von 12,7% bzw. 277,0 Mio. Euro auf 2.459,3 Mio. Euro war im Wesentlichen auf Mengensteigerungen im Stromabsatz in Mazedonien im Zusammenhang mit der Reduktion von Netzverlusten und im Wärmeabsatz in Österreich und Bulgarien sowie auf – aufgrund der bereits in den Vorperioden stark gestiegenen Energiebeschaffungskosten notwendig gewordene – Preisanpassungen für Strom, Gas und Wärme sowohl im österreichischen als auch im südosteuropäischen Versorgungsgebiet zurückzuführen. Der Geschäftsverlauf im Segment Umwelt war geprägt von einem höheren Auftragseingangsvolumen, was zu einer Umsatzsteigerung von 27,9% bzw.

Umsatz nach Regionen in Mio. EUR

Konzernlagebericht

51,5 Mio. Euro auf 236,1 Mio. Euro führte. Der Anteil des Segments Energie am Gesamtumsatz betrug 90,2% (Vorjahr: 91,0%), jener des Segments Umwelt stieg von 7,7% auf 8,7% an. Der im Ausland erzielte Umsatz von 1.048,4 Mio. Euro (Vorjahr: 875,7 Mio. Euro) entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 38,4% (Vorjahr: 36,5%).

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Kurzfassung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Umsatzerlöse Energie 2.459,3 2.182,3 277,0 12,7 1.932,7
Umsatzerlöse Umwelt 236,1 184,6 51,5 27,9 275,1
Umsatzerlöse Sonstiges 31,6 30,1 1,5 5,0 25,3
Umsatzerlöse 2.727,0 2.397,0 330,0 13,8 2.233,1
Sonstige betriebliche Erträge 61,7 50,9 10,8 21,3 45,6
Bestandsveränderungen und
aktivierte Eigenleistungen 21,6 11,8 9,8 83,4 8,3
Fremdstrombezug und Energieträger –1.653,2 –1.375,8 –277,3 –20,2 –1.176,1
Material- und Betriebsaufwand –297,5 –281,7 –15,8 –5,6 –335,2
Personalaufwand –319,4 –304,4 –15,0 –4,9 –288,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen –166,8 –135,3 –31,4 –23,2 –136,1
EBITDA 373,4 362,3 11,1 3,1 350,7
Abschreibungen –198,2 –195,7 –2,5 –1,3 –153,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 175,2 166,6 8,6 5,2 197,3
Finanzergebnis 50,8 68,9 –18,0 –26,2 90,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 226,0 235,5 –9,4 –4,0 287,4
Ertragsteuern –28,0 –5,6 –22,4 –28,5
Ergebnis nach Ertragsteuern 198,0 229,8 –31,8 –13,9 259,0
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 20,1 42,9 –22,8 –53,2 31,9
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG
(Konzernergebnis) 177,9 186,9 –9,0 –4,8 227,0
Ergebnis je Aktie in EUR1) 1,09 1,14 –0,05 –4,8 1,39

Umsatz nach Segmenten in Mio. EUR

Umwelt Strategische Beteiligungen und Sonstiges Strategische Beteiligungen und Sonstiges Umwelt Energie

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurde der Wert des Geschäftsjahres 2006/07 angepasst.

Aufgrund der zur Gewährleistung einer gesicherten Versorgung bereits in Vorperioden zum damals hohen Preisniveau beschafften Energiemengen fiel die Aufwandsposition Fremdstrombezug und Energieträger im Geschäftsjahr 2008/09 mit 1.653,2 Mio. Euro um 20,2% bzw. 277,3 Mio. Euro höher aus als in der Vorjahresvergleichsperiode. Als Folge der erfreulichen Auftragslage im Projektgeschäft des Segments Umwelt erhöhte sich der Materialaufwand, was trotz rückläufiger Instandhaltungsaufwendungen einen Anstieg im Material- und Betriebsaufwand von 5,6% bzw. 15,8 Mio. Euro auf 297,5 Mio. Euro bewirkte.

Der durchschnittliche Personalstand der EVN verringerte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2008/09 um 4,3% bzw. 405 Mitarbeitende auf 8.937 Mitarbeitende. Dafür maßgebend war die Reduktion im Ausland um 7,3% bzw. 500 Mitarbeitende im Zuge der erfolgreich fortgeführten Restrukturierung in Bulgarien und Mazedonien. Demgegenüber stand eine Erhöhung in Österreich um 3,8% bzw. 95 auf 2.563 Mitarbeitende, wovon 68 Mitarbeitende auf den Einbezug des seit dem 2. Quartal 2008/09 vollkonsolidierten burgenländischen Telekomanbieters B.net entfallen. In Anbetracht dieser Entwicklungen und verursacht durch kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltssteigerungen, Kosten für die fortschreitenden Restrukturierungsmaßnahmen in Südosteuropa sowie Zuschüsse an die EVN-Pensionskasse kam es trotz der rückläufigen Anzahl des Personalstands in Summe zu einem Anstieg des Personalaufwands um 4,9% bzw. 15,0 Mio. Euro auf 319,4 Mio. Euro.

Steigender Personalaufwand

Hohe Energiebeschaffungs-

aufwendungen

Operatives Ergebnis (EBIT)

Durch die fortgesetzten Investitionsvorhaben und die Erstkonsolidierung der B.net waren die Abschreibungen um 1,3% bzw. 2,5 Mio. Euro höher, obwohl im Vorjahr eine außerplanmäßige negative Erfolgskomponente von 12,0 Mio. Euro enthalten war. Im Berichtsjahr 2008/09 waren hingegen keine außerplanmäßigen Abschreibungen oder Zuschreibungen notwendig. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen insbesondere bedingt durch höhere Forderungsabschreibungen in Südosteuropa und gestiegene Rechtsund Beratungsaufwendungen insgesamt um 23,2% bzw. 31,4 Mio. Euro auf 166,8 Mio. Euro.

Basierend auf den Entwicklungen des Geschäftsjahres 2008/09 stieg das EBIT DA trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen um 3,1% bzw. 11,1 Mio. Euro auf 373,4 Mio. Euro. Aufgrund des vergleichsweise stärkeren Umsatzanstiegs reduzierte sich die EBIT DA-Marge hingegen von 15,1% auf 13,7%.

Das operative Ergebnis (EBIT ) verzeichnete mit 175,2 Mio. Euro einen Anstieg um 5,2% bzw. 8,6 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresperiode, die EBIT -Marge sank von 7,0 % auf 6,4 %. Vom EBIT entfielen 158,7 Mio. Euro auf das Segment Energie bzw. 27,5 Mio. Euro auf das Segment Umwelt.

Das Finanzergebnis des Geschäftsjahres 2008/09 lag mit 50,8 Mio. Euro um 26,2% bzw 18,0 Mio. Euro deutlich unter dem Wert der Vergleichsperiode. Eine höhere Dividendenzahlung der Verbundgesellschaft konnte die Belastungen im Beteiligungsergebnis durch sinkende Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen – besonders jene der RAG – nicht ausgleichen, wodurch sich das Beteiligungsergebnis um 31,4% bzw. 43,0 Mio. Euro auf 94,0 Mio. Euro reduzierte. Der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten führte trotz der zuletzt niedrigeren Zinsen zu einer Erhöhung des Zinsaufwands um 1,0 Mio. Euro. Die Zinserträge, die vorwiegend aus Investmentfonds, Ausleihungen und der Zinskomponente der Leasingzahlungen von Projektgeschäften des Segments Umwelt resultierten, gingen von 49,9 Mio. Euro auf 47,4 Mio. Euro zurück. Per Saldo reduzierte sich damit das Zinsergebnis um 3,5 Mio. Euro auf –38,5 Mio. Euro. Das sonstige Finanzergebnis und die darin enthaltenen Bewertungskomponenten erholten sich zwar aufgrund der jüngsten Entwicklung auf den Finanzmärkten, blieben jedoch trotz einer Verbesserung von 28,4 Mio. Euro im Vorjahresvergleich mit –4,7 Mio. Euro weiterhin leicht negativ.

EBIT nach Segmenten in Mio. EUR

2005/06

2006/07

2007/08

2008/09

2004/05

40 20 0

Konzernlagebericht

Ergebnis vor Ertragsteuern

Unter Berücksichtigung dieser Veränderungen im Finanzbereich reduzierte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 4,0% bzw. 9,4 Mio. Euro auf 226,0 Mio. Euro. Durch geringere steuerfreie Beteiligungsergebnisse und einen positiven Einmaleffekt von 11,0 Mio. Euro aufgrund einer Bewertungsänderung im Bereich der latenten Steuern im Vorjahr erhöhte sich der Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2008/09 trotz der Reduktion des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 22,4 Mio. Euro auf 28,0 Mio. Euro.

Vor allem aufgrund des Rückgangs im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen RAG reduzierte sich der Ergebnisanteil anderer Gesellschafter gegenüber dem Vorjahr um 22,8 Mio. Euro auf 20,1 Mio. Euro. Bedingt durch das gesunkene Ergebnis vor Ertragsteuern und die höheren Ertragsteuern ging das Konzernergebnis um 4,8% bzw. 9,0 Mio. Euro auf 177,9 Mio. Euro zurück. Daraus resultierte – die Rückkäufe eigener Anteile berücksichtigt – ein Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,14 Euro), was einem Rückgang um 4,8% entspricht.

Im Einklang mit der im Wesentlichen stabilen Geschäftsentwicklung wird der Vorstand der Hauptversammlung eine gleichbleibende Dividende von 0,37 Euro je Aktie vorschlagen, was einer Ausschüttungsquote von 33,9% (Vorjahr: 32,4%) und einer Dividendenrendite von 2,7% (Vorjahr: 2,5%) entspricht.

Entwicklung ausgewählter Kennzahlen 2008/09 2007/08 2006/07
ROE % 6,3 7,4 9,0
Durchschnittliches Eigenkapital Mio. EUR 3.167,8 3.111,6 2.885,3
WACC nach Ertragsteuern1) % 6,5 6,5 6,5
Operativer ROCE (OpROCE)2) % 6,7 8,7 9,0
Durchschnittliches Capital Employed2) Mio. EUR 3.493,8 3.219,7 3.041,2
Geschäftsergebnis nach Ertragsteuern (NOPAT)2) Mio. EUR 234,9 280,9 275,2
EVA® Mio. EUR 7,8 71,7 77,5

1) Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten wurden mit einem Eigenkapitalkostensatz von 9,3% und

einem Fremdkapitalkostensatz (nach Steuern) von 3,4% sowie mit einem 50,0%igen Eigenkapitalanteil berechnet.

2) Bereinigt um Impairments und Einmaleffekte; Um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu ermitteln, wird die Marktbewertung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft nicht im Capital Employed berücksichtigt.

Auf Basis des gesunkenen Ergebnisses nach Ertragsteuern und des höheren durchschnittlichen Eigenkapitals ergibt sich ein Rückgang der Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) von 7,4% auf 6,3%. Sowohl die ergebnisneutrale Marktwertänderung der Verbundgesellschaft als auch die Erhöhung der Minderheitenanteile aus der geänderten Darstellung der RAG (siehe Anhang Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Seite 82) sind dabei in der Entwicklung der Kapitalbasis berücksichtigt. Während der erste Aspekt zu einem Rückgang des Eigenkapitals führte, wirkte der zweite erhöhend auf das Eigenkapital.

Bei Neutralisierung dieser Bewertungseffekte ergibt sich für die operativen Steuerungskennzahlen für das Geschäftsjahr 2008/09 mit 7,8 Mio. Euro ein gegenüber dem Vorjahr niedrigerer erwirtschafteter Wertbeitrag (Economic Value Added, EVA®) und eine von 8,7% auf 6,7% gesunkene Rentabilität des im Unternehmen gebundenen Gesamtkapitals (Operativer Return on Capital Employed, OpROCE). Neben dem infolge der stark gesunkenen Primärenergiepreise deutlich niedrigeren Beteiligungsergebnis und höheren Ertragsteuern ist dafür der Anstieg im verzinslichen Gesamtkapital – aufgrund der Fortführung der langfristigen Infrastrukturinvestitionen im Strom- und Gasnetz sowie im Erzeugungsbereich – ausschlaggebend. Im Berichtszeitraum wurden die durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC) der EVN wie im Vorjahr mit 6,5% – spezifische Unternehmens- und Länderrisiken berücksichtigend – berechnet.

Konzernergebnis

Ergebnis und Dividende je Aktie in EUR

1) Infolge des Aktiensplits per 17.4.2008 im Verhältnis 1:4 wurden die Werte angepasst.

EVA®, Operativer ROCE, WACC

Bilanz

Bilanzstruktur in%

Kurzfristige Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte

Kurzfristige Schulden

Langfristige Schulden Eigenkapital

Mit 6.695,4 Mio. Euro lag die Bilanzsumme der EVN zum Bilanzstichtag 30. September 2009 auf dem Niveau des Vorjahres. Während sich sowohl die lang- als auch die kurzfristigen Vermögenswerte in Summe nur marginal veränderten, gab es sehr wohl Änderungen in ihrer Zusammensetzung. Im Bereich der langfristigen Vermögenswerte stiegen die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen deutlich aufgrund laufender Investitionen sowie des Erwerbs von B.net an. Ebenso erhöhte sich der Bilanzansatz der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen, vor allem durch die geänderte Darstellung der RAG. Andererseits war ein Rückgang der anderen finanziellen Vermögenswerte, im Speziellen der sonstigen Beteiligungen, aufgrund der erfolgsneutralen Marktwertveränderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft zu verbuchen. Im Bereich der kurzfristigen Vermögenswerte stand ein Anstieg der Vorräte einem Rückgang der Wertpapiere gegenüber.

Konzern-Bilanz
Kurzfassung
30.9.2009
Mio. EUR
30.9.2008
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
%
30.9.2007
Mio. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.018,3 2.749,5 268,7 9,8 2.477,0
At Equity einbezogene Unternehmen
und andere finanzielle Vermögenswerte 2.122,2 2.365,0 –242,8 –10,3 2.073,7
Übrige langfristige Vermögenswerte 620,7 597,9 22,8 3,8 615,3
5.761,2 5.712,4 48,8 0,9 5.166,0
Kurzfristige Vermögenswerte 934,2 923,9 10,3 1,1 1.095,9
Summe Aktiva 6.695,4 6.636,3 59,1 0,9 6.261,9
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 2.783,8 2.975,9 –192,1 –6,5 2.788,0
Anteile anderer Gesellschafter 343,4 232,5 110,9 47,7 226,7
3.127,2 3.208,5 –81,3 –2,5 3.014,7
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.702,5 1.358,9 343,6 25,3 1.172,6
Latente Steuerverbindlichkeiten und
langfristige Rückstellungen1) 751,9 850,3 –98,4 –11,6 821,2
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszu
schüsse und übrige langfristige Verbindlichkeiten1) 469,3 446,1 23,2 5,2 406,7
2.923,7 2.655,3 268,4 10,1 2.400,6
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 17,0 153,9 –136,9 –89,0 247,2
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 627,5 618,6 8,9 1,4 599,4
644,5 772,5 –128,0 –16,6 846,6
Summe Passiva 6.695,4 6.636,3 59,1 0,9 6.261,9

1) Die Vorjahresvergleichswerte wurden aufgrund der neuen Darstellung angepasst. Siehe Anhang Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze, Seite 82

Rückgang im Eigenkapital

Der Rückgang im Eigenkapital von 2,5% bzw. 81,3 Mio. Euro auf 3.127,2 Mio. Euro war durch die erfolgsneutral erfasste Marktwertveränderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft einerseits und die Ausschüttung der Dividende des Geschäftsjahres 2007/08 an die Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60,3 Mio. Euro sowie an Minderheitengesellschafter in Höhe von 35,0 Mio. Euro andererseits bedingt.

Konzernlagebericht

Positiv auf das Eigenkapital wirkten hingegen das Ergebnis nach Ertragsteuern des Geschäftsjahres 2008/09 und die geänderte Darstellung der RAG. Damit einhergehend sank die Eigenkapitalquote per Saldo von 48,3% auf 46,7%.

Die Entwicklung der langfristigen Schulden war geprägt von der Zunahme der langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 25,3% bzw. 343,6 Mio. Euro auf 1.702,5 Mio. Euro, die vorrangig auf die Begebung von fünf Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 470,0 Mio. Euro zurückzuführen war. Gleichzeitig erfolgte die Rückführung der syndizierten Kreditlinie. Die latenten Steuerverbindlichkeiten reduzierten sich hauptsächlich aufgrund der Marktwertänderung der Beteiligung an der Verbundgesellschaft um 26,9% bzw. 112,9 Mio. Euro auf 307,1 Mio. Euro.

Die Rückzahlung der mit 2,43% verzinsten CHF -Obligation mit einem Volumen von 200,0 Mio. CHF , die im Geschäftsjahr 2007/08 noch unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen war, prägte die Entwicklung der kurzfristigen Schulden, die sich gegenüber dem Vorjahr um 16,6% bzw. 128,0 Mio. Euro auf 644,5 Mio. Euro verringerten.

Finanz- und Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2008/09 hatte die Sicherung der Liquidität der EVN allerhöchste Priorität, nachdem im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise eine bedenkliche Kreditklemme drohte. Nach dem Konkurs von Lehman Brothers im September 2008 waren Bankkredite kurzfristig nur schwer zu bekommen, noch konnten Anleihen zu vertretbaren Konditionen begeben werden.

Die bereits im April 2008 fällige CHF -Obligation und die im August 2008 fällige DEM-Anleihe wurden daher vorerst durch die teilweise Ziehung der syndizierten Kreditlinie zwischenfinanziert. Diese Kreditlinie wurde am 12. September 2006 abgeschlossen, hat ein Volumen von bis zu 600,0 Mio. Euro und steht der EVN bis September 2013 zur Verfügung.

Ende Dezember 2008 wurde eine JPY-Anleihe über 12,0 Mrd. JPY mit einer Laufzeit von 15 Jahren und im Februar 2009 eine CHF -Anleihe mit einem Volumen von 250,0 Mio. CHF und einer Laufzeit von fünf Jahren erfolgreich auf dem Kapitalmarkt platziert. Die neu emittierte CHF -Anleihe diente bereits der Refinanzierung der per 10. Juni 2009 fällig gewordenen CHF -Anleihe mit einem Volumen von 200,0 Mio. CHF . Beide neu begebenen Fremdwährungsanleihen sind mittels Swaps währungsgesichert.

Um die Liquidität der EVN weiter zu stärken, wurden darüber hinaus im Juni 2009 drei Privatplatzierungen in Euro mit einem Gesamtvolumen von knapp 210,0 Mio. Euro und Laufzeiten von sieben bis zehn Jahren emittiert. Ziel dieser neuen Emissionen war es auch, das Anleihenportfolio hinsichtlich der Laufzeiten breiter zu diversifizieren. Insgesamt wurden somit im Geschäftsjahr 2008/09 rund 470,0 Mio. Euro emittiert.

Die syndizierte Kreditlinie wurde in diesem Zeitraum sukzessive zur Gänze zurückgezahlt. Zum Bilanzstichtag steht die Kreditlinie neben den liquiden Mitteln als Liquiditätsreserve somit in voller Höhe zur Verfügung (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt und sofort verfügbar). Weiters hat die EVN aufgrund ihrer guten Reputation bei Investoren, der Zugehörigkeit zu einer relativ krisensicheren Branche und ihres soliden Ratings auch weiterhin Zugang zum Kapitalmarkt. Durch die erfolgreichen Anleihenbegebungen im Geschäftsjahr 2008/09 wurde die Liquidität der EVN langfristig abgesichert. Die stabile Finanzlage wird auch zukünftig die Erfüllung der Anforderungen aus der Geschäftstätigkeit ermöglichen.

Zunahme langfristige Schulden

Abnahme kurzfristige Schulden

Anleihenbegebungen und Anleihentilgung

Syndizierte Kreditlinie

In Bezug auf die Fremdfinanzierung des gesamten Konzerns (Anleihen, Kredite, Absicherungsgeschäfte) ergibt sich aktuell ein Mix aus 54,0% fixen und 46,0% variablen Zinszahlungsverpflichtungen. Der daraus resultierende aktuelle Durchschnittszinssatz liegt bei 3,5%. Die Duration dieses Portfolios beträgt 3,17.

Insgesamt ergibt sich daraus abgeleitet folgende Entwicklung der Nettoverschuldung:

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Nettoverschuldung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.702,5 1.358,9 343,6 25,3 1.172,6
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten1) 0,1 127,0 –126,9 –99,9 225,4
Fonds der liquiden Mittel –113,6 –94,1 –19,5 –20,7 –54,4
Kurzfristige Wertpapiere –86,7 –136,0 49,2 36,2 –395,7
Langfristige Wertpapiere –102,4 –102,9 0,5 0,5 –101,2
Ausleihungen –21,6 –21,6 –21,4
Nettoverschuldung 1.378,2 1.131,3 246,9 21,8 825,3
Eigenkapital 3.127,2 3.208,5 –81,3 –2,5 3.014,7
Gearing (%)2) 44,1 35,3 8,8 27,4

1) Exkl. der im Fonds der liquiden Mittel enthaltenen Kontokorrentverbindlichkeiten 2) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Verhältnis Eigenkapital zu Schulden: Gearing

Der durch die Investitionstätigkeit bedingte Anstieg der Nettoverschuldung sowie der Rückgang des Eigenkapitals führten infolge zu einer Verschlechterung des Gearings um 8,8 Prozentpunkte auf 44,1%. Der Anstieg der Nettoverschuldung führte auch zu einem Rückgang der Net Debt Coverage von 41,3 % auf 30,6 %. Gestiegene Zinsaufwendungen in Kombination mit gesunkenen Funds from Operations (FFO) reduzierten die Interest Cover von 5,5 auf 4,9.

Geldflussrechnung

Cash Flow aus dem Ergebnis

Der Rückgang im Ergebnis vor Ertragsteuern von 235,5 Mio. Euro auf 226,0 Mio. Euro übertrug sich nicht auf die Entwicklung des Cash Flow aus dem Ergebnis, der um 4,3% bzw. 18,5 Mio. Euro auf 445,1 Mio. Euro anstieg. Den Erhöhungen der unbaren Ergebniskomponenten im at Equity-Ergebnis sowie der langfristigen Rückstellungen standen verglichen mit dem Vorjahr deutlich reduzierte negative Erfolgsbeiträge im sonstigen Finanzergebnis gegenüber. Dadurch wurde der sich insgesamt ergebende Anstieg im Cash Flow aus dem Ergebnis allerdings wiederum abgeschwächt.

Konzernlagebericht

Konzern-Geldflussrechnung
Kurzfassung
2008/09
Mio. EUR
2007/08
Mio. EUR
Mio. EUR Veränderung
%
2006/07
Mio. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 226,0 235,5 –9,4 –4,0 287,4
Unbare Ergebniskomponenten 219,1 191,2 27,9 14,6 124,7
Cash Flow aus dem Ergebnis 445,1 426,7 18,5 4,3 412,1
Veränderung kurz- und langfristiger
Bilanzpositionen
–74,5 –15,6 –59,0 –51,7
Zahlungen für Ertragsteuern –35,3 –28,5 –6,8 –23,9 –17,6
Cash Flow aus dem operativen Bereich 335,3 382,6 –47,3 –12,4 342,8
Veränderung bei immateriellen
Vermögenswerten und Sachanlagen
–349,6 –350,4 0,8 0,2 –206,2
Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –20,4 –35,0 14,6 41,6
Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen
langfristigen Vermögenswerten
–56,4 –186,8 130,4 69,8 18,8
Veränderung bei kurzfristigen
Finanzinvestitionen
26,1 245,4 –219,4 –89,4 –107,7
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –400,4 –326,8 –73,6 –22,5 –295,2
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 84,3 –16,0 100,3 –70,1
Cash Flow gesamt 19,2 39,8 –20,6 –51,8 –22,4
Fonds der liquiden Mittel am Anfang der
Periode 94,1 54,4 39,8 73,2 76,8
Fonds der liquiden Mittel am Ende der Periode 113,6 94,1 19,5 20,7 54,4

Die nachteilige Entwicklung der kurz- und langfristigen Bilanzpositionen – bei denen gegenüber dem Vorjahr ein geringerer Anstieg der Forderungen einem stärkeren Rückgang der Schulden und einem höheren Anstieg der Vorräte gegenüberstand – sowie höhere Ertragsteuerzahlungen führten zu einem Rückgang im Cash Flow aus dem operativen Bereich um 12,4% bzw. 47,3 Mio. Euro auf 335,3 Mio. Euro.

Im Cash Flow aus dem Investitionsbereich lagen die laufenden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Da die Finanzierung der Aufstockung der Beteiligung an der RAG im Vorjahr durch den Verkauf von Wertpapieren erfolgte, ergab sich im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 trotz eines deutlich geringeren Mittelabflusses in der Position "Veränderung bei Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten" ein in Summe um 73,6 Mio. Euro höherer Mittelabfluss im Cash Flow aus dem Investitionsbereich auf –400,4 Mio. Euro. Die Veränderung bei "Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten" war geprägt durch die Zugänge at Equity einbezogener assoziierter Unternehmen sowie den Aufbau von Leasingforderungen des Umweltgeschäfts.

Nachdem sich die Dividendenabflüsse auf Vorjahresniveau bewegten, resultierte der Mittelzufluss aus dem Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich primär aus der Entwicklung der Anleiheverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2008/09 (siehe Nettoverschuldung, Seite 50).

Die genannten Entwicklungen führten für EVN im Geschäftsjahr 2008/09 zu einem Cash Flow von 19,2 Mio. Euro, womit sich der Fonds der liquiden Mittel auf 113,6 Mio. Euro erhöhte. Per 30. September 2009 wurden zusätzlich kurzfristige Wertpapiere mit einem Volumen von 86,7 Mio. Euro (Vorjahr: 136,0 Mio. Euro) gehalten, die nach IFRS nicht dem Fonds der liquiden Mittel zuzurechnen waren. Darüber

Cash Flow aus dem operativen Bereich

Cash Flow aus dem Investitionsbereich

Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich

Cash Flow gesamt

hinaus stand zum Bilanzstichtag die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro in voller Höhe zur Verfügung (30. September 2008: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenützt und sofort verfügbar). Es sind somit ausreichend Liquiditätsreserven zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit vorhanden, womit die Liquiditätssituation der EVN weiterhin als stabil zu bezeichnen ist.

Investitionstätigkeit

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Investitionen der EVN in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen bewegten sich im Berichtszeitraum mit 415,7 Mio. Euro in Summe zwar auf Vorjahresniveau, besonderes Augenmerk wurde jedoch im Geschäftsjahr 2008/09 auf das niederösterreichische Versorgungsgebiet mit Steigerungen um 21,4 Mio. Euro bzw. 11,9 Mio. Euro in den Bereichen Netze bzw. Vertrieb gelegt. Nach massiven Investitionen, die in den Vorjahren in Südosteuropa zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und -qualität und in den Ausbau der Netz- und Zählertechnik getätigt wurden, pendelte sich das Volumen im Berichtsjahr auf niedrigerem Niveau ein.

Einen Überblick über die wichtigsten Investitionsschwerpunkte liefert die folgende Tabelle:

Investitionsschwerpunkte der EVN Mio. EUR
2008/09
2007/08
Erzeugung 63,4 32,3
davon kalorische Kraftwerke 31,5 26,6
davon Windpark in Bulgarien 28,3
Netze 161,5 140,0
davon Stromnetz 74,9 107,2
davon Gasnetz 82,6 27,3
Vertrieb 32,5 20,6
davon Wärmeanlagen 29,2 20,5
Südosteuropa 104,8 153,2
Umwelt 52,4 67,9
davon Linie 3 der Abfallverwertung in Dürnrohr 29,2 39,0
davon Blockheizkraftwerk in Moskau 5,1 6,4
davon überregionale Versorgungsleitungen, Ortsnetze, Abwasserentsorgung 9,1 14,9
Strategische Beteiligungen und Sonstiges 1,1 1,6
Summe 415,7 415,6

Struktur der Investitionen in%

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Umwelt

Südosteuropa

Energiebeschaffung und -vertrieb

Netze Kraftwerke

Konzernlagebericht

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die EVN sieht in der Qualifizierung und im Engagement ihrer 8.937 Mitarbeitenden eine stabile Basis ihres Unternehmenserfolgs. Dementsprechend hoch ist ihre Bereitschaft, in die laufende Aus- und Weiterbildung, in Sicherheitsmaßnahmen und in die Implementierung moderner Führungsinstrumente zu investieren.

Mit einem Gesamtaufwand (Seminargebühren, Trainer, E-Learning) von rund 2,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 Mio. Euro) wurden im Berichtsjahr pro Mitarbeitende/n 324,5 Euro (Vorjahr: 314,9 Euro) für Weiterbildungsmaßnahmen aufgewendet. Im Geschäftsjahr 2008/09 lag neben EDV-Schulungen und Fachseminaren ein Schwerpunkt auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen. In Bulgarien wurde im Juli 2008 eine Initiative zur Steigerung der Fremdsprachenkompetenz gestartet, die vom Europäischen Sozialfonds anerkannt und gefördert wird. Bis Ende 2009 werden 284 Mitarbeitende Englisch- und Deutschkurse absolvieren. Das Führungskräfteprogramm in Bulgarien und Mazedonien wurde fortgesetzt – im Berichtsjahr wurden Abteilungs- und Teamleiter/innen geschult; 2010 sollen auch die Gruppenleiter/innen der Kundenzentren dieses Programm durchlaufen. Die Stundenanzahl der durchschnittlich absolvierten Weiterbildungsveranstaltungen beläuft sich auf 23,9 Stunden pro Mitarbeitende/n.

Führungspositionen werden bei EVN bevorzugt aus den eigenen Reihen besetzt. Um qualifizierte Mitarbeitende aus Bulgarien, Deutschland, Mazedonien und Österreich zu fördern, wurde das "Internationale Entwicklungsprogramm für Potenzialträger/innen" ins Leben gerufen. Derzeit nehmen 20 Mitarbeitende an dem Anfang 2009 initiierten Programm teil. Mit dem Ziel für die Zukunft langfristig bestausgebildetes Personal für das Unternehmen zur Verfügung zu haben, wurden in Mazedonien seit 2007 insgesamt drei Trainee-Programme gestartet, bei dem die Trainees alle Unternehmensprozesse möglichst umfassend kennenlernen. Im Jahr 2009 absolvieren 38 diplomierte Elektroingenieure das zwölfmonatige Programm und rotieren durch unterschiedliche Abteilungen; begleitet werden sie dabei von Mentoren/innen. Zusätzlich wird die praktische Tätigkeit durch Schulungen in der EVN Macedonia Academy ergänzt.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Die EVN hat den schonenden Umgang mit Ressourcen fest in ihrer nachhaltig orientierten Unternehmensführung verankert und sieht darin einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Mit der Forcierung erneuerbarer Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse oder Biogas wird nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Reduktion der CO2 -Emissionen geleistet, sondern auch die eigene Abhängigkeit von fossilen Primärenergieträgern reduziert. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad der Produktionsanlagen zu erreichen, kommen modernste Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz. Nahezu alle kalorischen Anlagen der EVN weisen ein Umweltzertifikat auf.

Zur Minimierung der Umweltrisiken führt die EVN in Niederösterreich seit 1996 an ihren Standorten mit wesentlichen Umweltauswirkungen Umweltmanagementsysteme nach EMAS und ISO 14001, die in den letzten Jahren zu einem Integrierten Managementsystem erweitert wurden. Der Aufbau von effizienten Umweltmanagementsystemen nach EU-Standards nimmt bei der Integration der bulgarischen und mazedonischen Tochtergesellschaften einen wichtigen Stellenwert ein. In Bulgarien wurde ein Projekt zur Einführung eines flächendeckenden Abfallmanagements gestartet. In Mazedonien wurde im Berichtsjahr ein Dokumentationssystem für das Umweltcontrolling initiiert und die erste Umweltprüfung nach ISO 14001 durchgeführt.

Mitarbeiterqualifikation als Erfolgsfaktor

Erfolgreiche Integration der Mitarbeitenden in Südosteuropa

Entwicklungsprogramm für Potenzialträger, Traineeprogramm in Mazedonien

Umweltschutz und Nachhaltigkeit als fixer Bestandteil der Unternehmensstrategie

Minimierung der Risiken für die Umwelt

Risikomanagement

Risikodefinition Der EVN Konzern definiert Risiko als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unterneh
menszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen
Chancen berücksichtigt.
Risikomanagementprozess Das oberste Ziel des Risikomanagements besteht in der gezielten Sicherung bestehender und zukünftiger
Ertragspotenziale. Ein zentral geführtes, zweistufig aufgebautes Risikocontrolling stellt den verantwort
lichen Mitarbeitenden der EVN die Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Beurteilung von
Risiken zur Verfügung. Die verantwortlichen Geschäftseinheiten kommunizieren ihre Risikopositionen an
das zentrale Risikocontrolling; dort findet eine bereichsübergreifende Beurteilung statt, um letztlich geeig
nete Maßnahmen zur Risikominimierung definieren zu können.
Prozess des Risikocontrollings Der Risikocontrollingprozess umfasst die folgenden Schritte:
– Identifikation: Feststellung der Risiken aus den Ergebnissen der jeweils letzten
Risikoinventur und den neuen Geschäftsaktivitäten der EVN
– Bewertung & Analyse: Quantifizierung und Aggregation der Risiken nach
unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven, Modellierung der Ergebnisverteilungen
und Erstellung des Risikoberichts
– Berichterstattung: Risikoberichte ergehen in regelmäßigen Abständen an die
Risikoverantwortlichen. In der Berichterstattung an den Vorstand wurden mit dem
Konzernrisikoausschuss und dem Risikoarbeitsausschuss zwei Gremien geschaffen,
die in die Beurteilung und Diskussion der Risikopositionen involviert sind.
– Prozess-Review: dient einerseits der Festlegung der zu betrachtenden organisatori
schen Einheiten, wozu eine Methodik entwickelt wurde, die konzernweit jene Einhei
ten identifiziert, die regelmäßig einer expliziten Risikobetrachtung zu unterziehen sind.
Andererseits ist regelmäßig zu überprüfen, ob die festgelegten Methoden zur Identifi
kation und Bewertung der Risiken bei geänderten Verhältnissen zu modifizieren sind.
Ausschüsse des Risiko
managements und Kontrolle
Im Konzernrisikoausschuss, der aus Vorstand, Leiter der strategischen Geschäftseinheiten und dem Risiko
arbeitsausschuss besteht, werden die Ergebnisse der Risikoberichte präsentiert und diskutiert. Er ent
scheidet über den weiteren Handlungsbedarf und kann Arbeitsgruppen einberufen und Arbeitsaufträge
erteilen. Als Letztinstanz hat der Konzernrisikoausschuss die Kompetenz, die Steuerungsmaßnahmen der
EVN zur Veränderung der Risikopositionen anzupassen und folgend die strategische Unternehmensaus
richtung zu beeinflussen.
Aufgaben des
Risikoarbeitsausschusses
Der Risikoarbeitsausschuss hingegen ist mit der Überwachung der ordnungsgemäßen Umsetzung des
Risikocontrolling-Kreislaufs beauftragt. Er definiert auch die Bewertungsmethoden und die Leitlinienvor
gaben bezüglich der Art und des Umfangs der offiziellen Berichterstattung. Dieses Gremium besteht
aus den leitenden Konzernfunktionen Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Generalsekretariat und
Corporate Affairs und Interne Revision. Die Interne Revision beinhaltet die Überprüfung der Prozesse des
Risikocontrollings sowie der Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Konzernlagebericht

Risikoprofil

Marktrisiken der EVN im Bereich Energie beziehen sich auf die kommerzielle Verwertung von Strom, Gas, Kohle und CO2 . Deckungsbeitragsrisiken können bei der Vermarktung von Strom, Gas und Wärme sowie durch nachteilige Beschaffungspreise für Primärenergieträger entstehen. Absicherungsstrategien wie breitere Kundensegmente, längerfristige Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten sowie Fixpreisvereinbarungen bewirken eine Risikominimierung. Operative Risiken im Energiesegment beziehen sich auf Betriebsstörungen bei Produktion und Vertrieb von elektrischer Energie und Fernwärme sowie auf die Beschaffung und den Vertrieb von Gas.

Die Risiken im Umweltsegment beziehen sich auf mögliche Betriebsstörungen von thermischen Abfallverwertungsanlagen sowie auf Betriebsunterbrechungen bei Wasserversorgungs- und Abwassersystemen. EVN bedient sich modernster Technologien und passt diese regelmäßig an den letzten Stand der Technik an. Eine wichtige Rolle in der Risikoreduktion nehmen die erfahrenen Mitarbeitenden der EVN ein, die regelmäßig an Trainings und Schulungen teilnehmen.

EVN begegnet Finanzrisiken aus Zins- und Wechselkursrisiken mit dem Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten. Den Kreditrisiken wird mit Kreditlimitsystemen sowie einer gezielten Strategie der Diversifizierung von Geschäftspartnern begegnet. Regelmäßige Liquiditätsanalysen, langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanungen sowie Absicherungen des benötigten Finanzmittelbedarfs ermöglichen es, dem Liquiditätsrisiko vorzubeugen.

Politische und rechtliche Risiken können vor allem aus regulatorischen Vorschriften, der Einflussnahme bei Großprojekten und einer verschärften Umweltgesetzgebung resultieren. Zudem stellen wechselnde rechtliche Rahmenbedingungen in den Auslandsmärkten eine große Herausforderung dar, der in Kooperation mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretungen begegnet wird. Rechtliche bzw. politische Einflussnahme wird durch gezieltes Eingehen von strategischen Partnerschaften bei Großprojekten reduziert, wobei Haftungs- und Durchgriffsrechte durch gesellschaftsrechtliche Strukturierungen gesteuert werden.

Expansionsbedingt verändert sich das Risikoprofil der EVN kontinuierlich. Trotz des überaus volatilen Umfelds – vor allem bei Finanzierungsfragen und der Auswahl von Partnern – konnten auch keine anderen bestandsgefährdenden Risiken identifiziert werden.

Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem

Aufgrund von Änderungen im Unternehmensrechtsänderungsgesetz 2008 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen nun verpflichtet, die wichtigsten Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Lagebericht offenzulegen. Gemäß dieser Verpflichtung hat EVN ein "Risikoorientiertes Internes Kontrollsystem" (RIKS) etabliert, das auf dem Internen Kontrollsystem aufbaut. Es gewährleistet die Ablaufsicherheit sowie klare Zuständigkeiten und eliminiert überflüssige Prozessschritte. Nach der Implementierung im Berichtsjahr erfolgt im Geschäftsjahr 2009/10 die tatsächliche Anwendung in der EVN AG. Damit wird die Sicherheit in den Abläufen für die Erstellung der Finanzdaten weiter erhöht.

Risiken im Bereich Energie

Risiken im Umweltsegment

Finanzrisiken

Politische und rechtliche Risiken

Gesamtrisikoprofil

Die wichtigsten Risiken der EVN und Maßnahmen zu deren Minimierung

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Preisrisiko

Bezugspreise für Primärenergie, Strom, Gas, CO2 -Emissionszertifikate und Biomasse

Fixpreisvereinbarungen, langfristige Beschaffungspolitik

Deckungsbeitragsrisiko

Energievertrieb: Nichterreichen der geplanten Deckungsbeiträge

Absicherungsstrategien: Diversifizierung der Kundensegmente sowie Geschäftsfelder, längerfristiger Verkauf von Kraftwerkskapazitäten, Fixpreisvereinbarungen

Netzbetrieb: Nichtanerkennung der Vollkosten des Netzbetriebs im Netztarif durch den Regulator

Lobbying bei nationalen und internationalen Behörden und Interessenvertretung

Counterparty Risk

Vollständiger/teilweiser Ausfall einer von einem Geschäftspartner zugesagten Leistung

Vertragliche Konstruktionen, Versicherungen und das Streuern der Geschäftspartner

Lieferantenrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten

Partnerschaften, weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter, externe Expertisen

Finanzrisiken

Fremdwährungsrisiken

Finanzierung in JPY und CHF

Überwachung, Limits und Absicherungsinstrumente

Liquiditätsrisiko

Nicht fristgerechte Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten

Langfristig abgestimmte und zentral gesteuerte Finanzplanung, vertragliche Absicherung des benötigten Finanzierungsbedarfs

Beteiligungsrisiken

Nichterreichung der Gewinnziele einer Beteiligungsgesellschaft

  • Vertretungen im Aufsichtsrat der jeweiligen
  • Beteiligungsgesellschaft

Ratingveränderung

Bei Verringerung der Rating-Einstufung höhere Refinanzierungskosten

Sicherstellung der Einhaltung relevanter Finanzkennzahlen

Zinsänderungsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen, Wertveränderung der variabel verzinsten Finanzinstrumente

Einsatz von Absicherungsinstrumenten

Betriebsrisiken

Technologierisiko

Spätes Erkennen und Umsetzen von neuen Technologien

Aktive Teilnahme an externen Forschungsprojekten und eine ständige Anpassung an den Stand der Technik

Infrastrukturrisiken

Falsche Auslegung und Verwendung der technischen Anlagen

Beheben von technischen Schwachstellen, regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der vorhandenen und zukünftig benötigten Infrastruktur

Störungen Fremdanlagen

Landesweite Netzstörung durch den Zusammenschluss der europäischen Stromnetze

Technische Nachrüstungen bei den Schnittstellen der unterschiedlichen Netze, Ausbau der Netzkapazitäten in Österreich

Rechtliche, politische und makroökonomische Umfeldrisiken

Gesetzgebung

Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Umweltgesetze oder wechselnde rechtliche Rahmen-

bedingungen in Südosteuropa)

Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen, Verbänden und Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene

Rechts- und Prozessrisiko

Nichteinhalten von Vertragsverhältnissen zwischen mehreren Parteien oder Prozessrisiko aus diversen Klagen

Lobbying über lokale, regionale, nationale und EU-weite Interessenvertretungen

Sonstige Risiken

Unerlaubte Vorteilsgewährung

Weitergabe interner vertraulicher Informationen an Dritte und unerlaubte Vorteilsgewährung

Interne Kontrollsysteme, einheitliche Richtlinien und Standards sowie Reorganisation der Töchter in Südosteuropa, Verhaltenskodex

Projektrisiko

Steigende Projektkosten beim Aufbau neuer Kapazitäten infolge nachträglicher technischer Anpassungen und Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen

Weitestgehend vertragliche Absicherung der wirtschaftlichen Parameter

Mitarbeiterrisiko

Verlust von hoch qualifizierten Mitarbeitenden, Ausfall durch Arbeitsunfälle

Gesundheits- und Sicherheitsvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle

Konzernlagebericht

Angaben gemäß § 243a Z 1 Unternehmensgesetzbuch (UGB)

1. Das Grundkapital der EVN AG beträgt 300.000.000 Euro und ist unterteilt in 163.525.820 Stück auf den
Inhaber lautende Stückaktien. Form und Inhalt der Aktienurkunden, Gewinnanteilscheine, Erneuerungs
scheine, Zwischenscheine, Zwischensammelurkunden, Teilschuldverschreibungen, Zins- und Options
scheine setzt der Vorstand fest. Der Anspruch auf Einzelverbriefung der Aktien ist ausgeschlossen. Alle
Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten.
Grundkapital
2. Es gibt keine über die allgemeinen Bestimmungen des Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen
der Stimmrechte.
Stimmrechte
3. Auf Basis verfassungsrechtlicher Vorschriften ist das Land Niederösterreich, das seine Anteile über die
NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH hält, mit rund 51% Mehrheitseigentümer der EVN AG. Von der
deutschen EnBW Energie Baden-Württemberg AG werden laut börserechtlicher Meldung der EnBW
vom 23. Oktober 2006 über 35% der Aktien gehalten. Im Zusammenhang mit dem in der 79. ordent
lichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigten Rückkaufprogramm wurden
zum Bilanzstichtag 30. September 2009 534.864 Stück eigene Aktien (das sind 0,33% des Grundka
pitals) gehalten. Die übrigen Aktien entfallen auf den Streubesitz.
Aktionärsstruktur
4. Es wurden keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten ausgegeben. Kontrollrechte
5. Arbeitnehmer, die im Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
6. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat bestellt und abberufen werden. Dabei
ist neben den aktienrechtlichen Vorschriften insbesondere auch das Stellenbesetzungsgesetz einzuhal
ten, das eine öffentliche Ausschreibung vorsieht. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens zehn und
höchstens fünfzehn von der Hauptversammlung zu wählenden Mitgliedern. Die Wahl erfolgt auf die
längste nach dem Aktiengesetz zulässige Zeit.
Organe
7. In der Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 wurde der Vorstand ermächtigt, auf den Inhaber lau
tende eigene Stückaktien i) gemäß § 65 Abs 1 Z 4 AktG für Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer,
leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats der Gesellschaft oder eines mit
ihr verbundenen Unternehmens sowie (ii) gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG (zweckfreier Erwerb) im Aus
maß von insgesamt höchstens 10% des Grundkapitals der EVN AG während einer Geltungsdauer von
30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung zu erwerben. Die Anzahl der Aktien, die täglich erworben
werden können, beschränkt sich auf maximal 25% des durchschnittlichen Aktienumsatzes der letzten
20 Börsetage an der Wiener Börse. Der beim Rückkauf zu leistende Gegenwert darf maximal 20% unter
und maximal 10% über dem Börseschlusskurs an der Wiener Börse des dem Rückkauf vorhergehenden
Börsetages liegen. Der Vorstand ist weiters ermächtigt, zurückerworbene eigene Aktien ohne weiteren
Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.
Erwerb eigener Aktien und
genehmigtes Kapital
Es gibt keinen Beschluss über genehmigtes Kapital.
  1. Es bestehen keine Vereinbarungen hinsichtlich Kontrollwechsel bei Übernahmen.

  2. Entschädigungsvereinbarungen zugunsten von Organen oder Mitarbeitenden für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

Kontrollwechsel

Entschädigungsvereinbarung

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009/10

Wirtschaftliche und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Geschäftserfolg der EVN im Energiebereich wird vor allem von den Preisen für Primärenergie und CO2 -Emissionszertifikate sowie von den Strompreisen im Stromhandel auf den europäischen Spot- und Terminmärkten bestimmt. Zusätzlich wirkt die Entwicklung der Außentemperaturen auf die Verkaufsmengen der Energie. Per 1. November 2008 hat die EVN aufgrund der Spitzenpreise auf den internationalen Rohstoff- und Energiemärkten eine Anpassung der Endkundenpreise für Strom und Gas im Regionalmarkt Niederösterreich vornehmen müssen. Die Erhöhung der Gaspreise wurde jedoch im Laufe des Geschäftsjahres im Zuge der Erholung der Primärenergiepreise wieder an Endkunden zurückgegeben. Die für das Geschäftsjahr 2009/10 erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung resultiert demnach aus folgenden Faktoren:

  • Im Business Unit Erzeugung wird aufgrund der aktuellen, niedrigen Unterschiede zwischen den Primärenergieeinsatzkosten und Stromhandelspreisen mit einem niedrigeren Einsatz der thermischen Kraftwerke gerechnet. Dies könnte zu einer leicht rückläufigen Entwicklung der Umsatzerlöse und des Ergebnisses führen.
  • Im Business Unit Netze rechnet die EVN unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs im Geschäftsjahr 2009/10 mit einem stabilen Absatz der Strom- bzw. Gasnetze. Hinsichtlich Tarifgestaltung wird mit keinen nennenswerten negativen Einflüssen auf die Netzerlöse gerechnet, womit das Ergebnis per Saldo auf dem Vorjahreswert bleiben sollte.
  • Im Business Unit Vertrieb wird bei Strom infolge der verbesserten Energieeffizienz vor allem im Haushaltsbereich und der leicht negativen Auswirkungen der Wirtschaftskonjunktur bei den Industriekunden und bei Gas aufgrund des Umstiegs auf andere Brennstoffe und Fernwärme mit einem leichten Absatzrückgang gerechnet. In Summe wird mit einem leicht rückläufigen Umsatz und aufgrund niedrigerer Beschaffungspreise für Strom und Gas mit einem leicht höheren Ergebnis gerechnet.
  • Die Integration im Business Unit Südosteuropa wird planmäßig fortgesetzt und sollte insgesamt zu einem stabilen Umsatz und Ergebnis führen. Der Geschäftsverlauf in Bulgarien wird nach wie vor von der erfolgreichen Bewältigung der geplanten Marktliberalisierung abhängen. In Mazedonien kann eine Ergebnisverbesserung ohne Änderung der problematischen regulatorischen Rahmenbedingungen und des Energiegesetzes nur durch deutliche Effizienzsteigerungen und eine weitere Reduktion der Netzverluste erreicht werden.
  • Die positive Entwicklung im Segment Umwelt wird sich im Geschäftsjahr 2009/10 sowohl umsatz- als auch erfolgsmäßig fortsetzen. Aufgrund des guten Auftragsstands wird im Wasserver- und -entsorgungsgeschäft mit einer positiven Entwicklung gerechnet, während im Bereich thermische Abfallverwertung die Akquisition neuer Großprojekte geplant ist.
  • Im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges wird ein mit dem Geschäftsjahr 2009/10 vergleichbares Niveau angestrebt, wenngleich die Entwicklung sehr stark mit dem weiteren Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang steht.

Ausblick 2009/10

Bei Eintreten der genannten Prämissen kann für das Geschäftsjahr 2009/10 in Summe mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse und einem stabilen operativen Ergebnis der EVN gerechnet werden. Das Finanzergebnis wird aufgrund der unverändert niedrigen Ergebnisbeiträge der im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen der EVN auf dem Niveau des Berichtsjahres bleiben, womit in Summe das Konzernergebnis im Wesentlichen trotz erwarteter schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterhin stabil bleiben wird. Eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik wird in Abstimmung mit dem wertorientierten Wachstumskurs angestrebt.

Konzernlagebericht

Geplante Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2009/10 plant die EVN eine leichte Erhöhung der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Großprojekte im Rahmen des Energiekonzepts Zentralraum Niederösterreich auf dem Areal der EVN in Dürnrohr/Zwentendorf, die die Kapazitätserweiterung der thermischen Abfallverwertungsanlage, den Anlagenausbau im Kraftwerk Dürnrohr zur Weiterverarbeitung der anfallenden Wärme aus der Abfallverwertungsanlage sowie den Bau der Fernwärme-Transportleitung von Dürnrohr nach St. Pölten umfassen, sind bereits fertig bzw. kurz vor Inbetriebnahme. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei steigender Nachfrage werden die Investitionen in das niederösterreichische Strom- und Gasnetz auf hohem Niveau weitergeführt. In Südosteuropa wird fortlaufend in die weitere Modernisierung und den Ausbau der Netze investiert.

Ausblick in Mio. EUR 2008/09 Prognose 2009/10 vs. 2008/09
Umsatz 2.727,0 leicht über dem Vorjahr
Operatives Ergebnis 175,2 auf Vorjahreshöhe
Finanzergebnis 50,8 auf Vorjahreshöhe
Konzernergebnis 177,9 auf Vorjahreshöhe
Investitionen 415,7 leicht über dem Vorjahr

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009 EVN AG Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Segmentberichterstattung

Segmente im Überblick

Energie Business Unit Erzeugung
Business Unit Netze
Business Unit Energiebeschaffung und -vertrieb
Business Unit Südosteuropa
Umwelt Wasserver- und Abwasserentsorgung, thermische Abfallverwertung
Strategische Beteiligungen
und Sonstiges
Strategische und sonstige Beteiligungen, Konzernfunktionen

Drei Segmente analog zur Konzernstruktur

Die EVN berichtet seit 1. Oktober 2005 in drei Segmenten, die die Ausrichtung der Konzernstruktur widerspiegeln. Nachstehend werden die operative und die finanzielle Entwicklung der Segmente beschrieben. Angaben zur Funktionsweise und strategischen Ausrichtung finden sich auf den Seiten 5ff und 11ff.

Durch den neuen Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente", der für EVN ab dem Geschäftsjahr 2009/10 anzuwenden sein wird, werden die Business Units des Segments Energie zukünftig voraussichtlich als eigene Segmente dargestellt werden.

Segment Energie

Das Segment Energie setzt sich aus den Business Units Erzeugung, Netze, Energiebeschaffung und -vertrieb (in weiterer Folge nur "Vertrieb" genannt) sowie Südosteuropa zusammen.

Die energiewirtschaftlichen Kennzahlen entwickelten sich wie folgt (die Erläuterungen der Auswirkungen auf die EVN finden sich bei den jeweiligen Geschäftsfeldern):

Veränderung
Energiewirtschaftliche Kennzahlen GWh 2008/09 2007/08 absolut % 2006/07
Stromerzeugung 3.477 4.022 –545 –13,6 3.451
davon Wärmekraftwerke 2.211 2.722 –511 –18,8 2.353
davon erneuerbare Energie 1.267 1.300 –33 –2,5 1.099
Netzabsatz
Strom 20.428 20.408 20 0,1 19.119
davon Österreich 7.317 7.476 –159 –2,1 7.247
davon Bulgarien 7.861 7.945 –84 –1,1 7.256
davon Mazedonien 5.250 4.987 263 5,3 4.616
Gas1) 17.159 18.818 –1.659 –8,8 16.252
Energieverkauf an Endkunden
Strom2) 19.541 19.372 169 0,9 18.043
Gas 6.102 6.759 –657 –9,7 5.603
Wärme3) 1.576 1.362 214 15,7 911
davon Österreich 1.316 1.176 140 11,9 911
davon Bulgarien 260 1863) 74 39,8

1) Inkl. Netzabsatz an Kraftwerke der EVN

2) In Bulgarien und Mazedonien entspricht der Energieverkauf an Endkunden in etwa dem derzeitigen Netzabsatz.

3) Der Einbezug von TEZ Plovdiv erfolgte ab dem 2. Quartal 2007/08.

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Segmentberichterstattung

Umsatz- und Ertragslage

Die Umsatzerlöse des Segments Energie waren geprägt durch die Verkaufsentwicklungen von Strom, Gas und Wärme im heimischen Markt sowie von Strom und Wärme in Südosteuropa einerseits und durch Preisanpassungen in allen drei Bereichen andererseits. Diese Verkaufspreisanpassungen führten in Kombination mit einem erhöhten Strom- und Wärmeverkauf in Österreich und Südosteuropa zu einer Umsatzsteigerung im Segment Energie auf 2.459,3 Mio. Euro, was einem Anstieg von 12,7% bzw. 277,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Trotz der herausfordernden energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der steigenden Kostenbelastung in den operativen Aufwandsbereichen konnte bedingt durch flexible Vermarktungsstrategien der Kraftwerkserzeugung und durch energiewirtschaftliche Optimierungen das EBIT DA um 1,7% bzw. 5,8 Mio. Euro auf 341,7 Mio. Euro gesteigert werden.

Das hohe Niveau der laufenden Investitionen führte naturgemäß zu einer Zunahme der Abschreibungen, obwohl diese im Vorjahr infolge außerplanmäßiger Abschreibungen erhöht ausgewiesen waren. Abgesehen von diesem Anstieg hat sich das EBIT DA vollständig im EBIT niedergeschlagen, das damit einen Anstieg um 2,3% bzw. 3,6 Mio. Euro auf 158,7 Mio. Euro verzeichnete.

In den einzelnen Geschäftsfeldern des Segments Energie, die in weiterer Folge einzeln erläutert werden, standen Ergebnisanstiege im Erzeugungs- und Netzbereich Rückgängen im Vertrieb und in Südosteuropa gegenüber.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Segment Energie Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Außenumsatz 2.459,3 2.182,3 277,0 12,7 1.932,7
Innenumsatz 23,4 15,2 8,1 53,4 10,7
Operativer Aufwand –2.141,0 –1.861,6 –279,4 –15,0 –1.634,5
EBITDA 341,7 335,9 5,8 1,7 309,0
Abschreibungen –182,9 –180,7 –2,2 –1,2 –136,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 158,7 155,2 3,6 2,3 172,3
EBIT -Marge (%)1) 6,4 7,1 –0,7 8,9
Finanzergebnis –35,5 –31,1 –4,4 –14,2 –24,2
Ergebnis vor Ertragsteuern 123,3 124,1 –0,8 –0,7 148,1
Gesamtvermögen 3.609,2 3.421,3 187,8 5,5 3.006,0
Gesamtschulden 2.347,4 2.240,6 106,7 4,8 1.929,8
Investitionen 362,2 346,1 16,1 4,6 222,0

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Business Unit Erzeugung

Das Business Unit Erzeugung umfasst die Stromerzeugung der EVN aus thermischen Produktionskapazitäten sowie Wasser- und Windkraft. Hinsichtlich der thermischen Erzeugung wird der Optionswert der Kraftwerke – somit im Wesentlichen die Differenz zwischen den Marktpreisen für Strom und den anfallenden Brennstoffkosten – abgebildet. Die Vermarktung des erzeugten Stroms sowie die Primärenergiebeschaffung werden hingegen im Business Unit Vertrieb erfasst. Zukünftig werden die geplanten Erzeugungskapazitäten in Albanien und Bulgarien ebenfalls im Business Unit Erzeugung abgebildet. Dieser Zuordnung folgend sind auch die erstmals einbezogenen Gesellschaften EVN Kavarna (Tochterunternehmen zur

Strom – Erzeugungs- und Verkaufsentwicklung in GWh

Errichtung eines Windparks in Kavarna, Bulgarien) sowie Devoll Hydropower (at Equity einbezogenes Joint Venture zur Errichtung und zum Betrieb von drei Wasserkraftwerken am Fluss Devoll, Albanien) erfasst.

Die rückgängige Stromerzeugung resultierte einerseits aus einer auf die Marktpreissituation angepassten, gesunkenen Erzeugung im thermischen Bereich und andererseits aus dem witterungsbedingten Rückgang im Bereich der erneuerbaren Energien. Im thermischen Bereich bieten die Kraftwerkparks der EVN die Möglichkeit, auf sich ändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen flexibel und effizient einzugehen. So konnte auf die derzeit vorherrschenden ungünstigen Marktpreisbedingungen, die sich in einer geringen Differenz zwischen Verkaufs- und Primärenergiepreisen (= Spreads) zeigten, mit einer entsprechenden Reduktion der Erzeugungsmenge in den eigenen Wärmekraftwerken um 18,8% auf 2.211 GWh reagiert werden. Auch im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern war in Summe ein Erzeugungsrückgang von 2,5% auf 1.267 GWh zu verzeichnen. Zwar führte das günstigere Winddargebot zu einem Anstieg der Stromproduktion aus Windkraft, dem stand jedoch eine zwar leicht über dem Regelarbeitsvermögen, aber unter dem außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres liegende Wasserführung und somit eine gesunkene Stromerzeugung der Wasserkraftwerke gegenüber.

In Summe lag die Gesamtstromerzeugung der EVN in Österreich mit 3.361 GWh um 14,8% unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Vom gesamten Stromverkauf an Endkunden konnten 51,4% (Vorjahr: 60,9%) aus eigener Produktion abgedeckt werden. Unter Berücksichtigung des Energieverkaufs (Strom und Wärme) in Bulgarien und Mazedonien reduzierte sich der Deckungsgrad aus Eigenerzeugung auf Konzernebene auf 17,8% (Vorjahr: 20,8%), was auf die lediglich in geringem Ausmaß vorhandenen Erzeugungskapazitäten in Südosteuropa zurückzuführen ist.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Erzeugung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Umsatz 146,1 124,6 21,5 17,3 116,7
Operatives Ergebnis (EBIT ) 62,9 47,9 15,1 31,5 67,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 56,4 43,6 12,8 29,3 61,9
Investitionen 63,4 32,3 31,1 96,2 13,1
Umsatz- und Ertragslage Die äußerst effiziente, langfristig ausgerichtete Vermarktungsstrategie und der flexible Kraftwerkspark
der EVN waren entscheidende Komponenten in der Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2008/09 im
Business Unit Erzeugung. Trotz der Drosselung der Stromerzeugung in den eigenen Kraftwerken konnte
durch die hohen Marktpreise des Vorjahres ein Umsatzanstieg von 17,3% bzw. 21,5 Mio. Euro auf
146,1 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Im Bereich der operativen Aufwendungen standen höheren spezi
fischen Primärenergiekosten und höheren Personalaufwendungen rückläufige sonstige betriebliche Auf
wendungen gegenüber. Da der Anstieg jedoch geringer ausfiel als jener im Umsatz, konnte das EBIT um
beachtliche 31,5% bzw. 15,1 Mio. Euro auf 62,9 Mio. Euro gesteigert werden.
Investitionstätigkeit Von den Investitionen in Höhe von 63,4 Mio. Euro entfielen 28,3 Mio. Euro auf die Errichtung des Wind
parks in Bulgarien durch EVN Kavarna, der Rest verteilt sich auf Investitionen in bestehende Kapazitäten.
Ausblick Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Primärenergieeinsatzkosten und der Stromgroßhandelspreise
rechnet die EVN im Business Unit Erzeugung für 2009/10 mit einem geringeren Einsatz der thermischen
Kraftwerke. Dies könnte zu einer rückläufigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung führen. Das von EVN mit

Segmentberichterstattung

Evonik Steag GmbH, Essen, Deutschland, errichtete Steinkohlekraftwerk in Duisburg-Walsum, Deutschland, wird im Jahr 2010 in Betrieb gehen und somit auf das Ergebnis im Geschäftsjahr 2009/10 nur einen eingeschränkten Einfluss nehmen. Die EVN ist an diesem Projekt mit 49,0% beteiligt und konsolidiert die Projektgesellschaft at Equity. Die Stromvermarktung wird ab 2010 über EVN erfolgen und das Ergebnis im operativen Bereich ausgewiesen werden. Nach der Grundsteinlegung für die Errichtung von drei Spitzenlast-Speicherkraftwerken am Fluss Devoll in Albanien im Juni 2009 wurde mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen. Eingehend geprüft wird derzeit der Ausbau von erneuerbaren Energieprojekten – zusätzlich zu Wasser- und Windkraft auch Photovoltaik und Geothermie – vor allem in Südosteuropa, aber auch in Niederösterreich. Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2009/10 wird sich auf dem Vorjahresniveau bewegen.

Business Unit Netze

Das Business Unit Netze, das im Wesentlichen den Betrieb von Strom- und Gasnetzen in Österreich sowie den Kabel-TV- und Telekombereich umfasst, beinhaltet seit dem 2. Quartal 2008/09 auch den erworbenen burgenländischen Kabelnetzbetreiber B.net.

Im Bereich des Stromnetzes erfolgte im Rahmen der Tarifrunde per 1. Jänner 2008 entsprechend dem bestehenden Anreizregulierungsmodell keine Senkung der Strom-Netznutzungstarife der EVN. Seit 1. Februar 2008 ist das System der Anreizregulierung auch im Gasbereich in Kraft. Für Haushaltskunden errechnet sich auf Basis der neuen Tarifverordnung eine Reduktion des Entgelts für die Nutzung des Gasnetzes von rund 2,0%. Per 1. Jänner 2009 wurden aufgrund der regulatorischen Bestimmungen die Strom-Netznutzungstarife um durchschnittlich 1,0% und die Gas-Systemnutzungstarife um etwa 7,0% angepasst.

2008/09
2007/08
Veränderung
2006/07
Business Unit Netze Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Umsatz 467,9 474,7 –6,8 –1,4 448,0
Operatives Ergebnis (EBIT ) 66,2 58,0 8,1 14,0 37,9
Ergebnis vor Ertragsteuern 52,4 43,1 9,3 21,6 29,6
Investitionen 161,5 140,0 21,4 15,3 104,7

Der Strom-Netzabsatz der EVN in Österreich ging verglichen mit dem Vorjahr um 2,1% auf 7.317 GWh zurück. Durch einen geringeren Einsatz der Gaskraftwerke reduzierte sich der Gas-Netzabsatz um 8,8% auf 17.159 GWh.

Diese Rückgänge führten trotz der per 1. Jänner 2009 verordneten Preisanpassungen zu einer leichten Reduktion der Netzerlöse von 1,0% bzw. 3,5 Mio. Euro auf 361,0 Mio. Euro. In den Bereichen Kabel-TV und Telekom wurde ein Umsatzanstieg von 19,6% bzw. 7,6 Mio. Euro auf 46,3 Mio. Euro erzielt, der auch durch die Erstkonsolidierung von B.net beeinflusst wurde. Bedingt durch einen vergleichsweise stärkeren Rückgang der sonstigen Umsatzerlöse durch die geringere Erbringung von Konzerndienstleistungen konnte in Summe das Umsatzniveau des Vorjahres jedoch nicht ganz gehalten werden. Daraus ergab sich insgesamt ein leichter Umsatzrückgang von 1,4% bzw. 6,8 Mio. Euro auf 467,9 Mio. Euro.

Energiewirtschaftliche Entwicklung

Umsatz- und Ertragslage

Gegenüber dem Vorjahr geringere Instandhaltungsaufwendungen und ein positiver Einmaleffekt aus Anlagenverkäufen führten trotz geringfügig gestiegener Personalaufwendungen und Abschreibungen insgesamt zu einer positiven Entwicklung des EBIT , das um 14,0% bzw. 8,1 Mio. Euro auf 66,2 Mio. Euro gesteigert werden konnte.

Investitionstätigkeit

Ausblick

in GWh

Der Anstieg der Investitionen ist auf Verbesserungen der Versorgungssicherheit und den Netzausbau besonders im Gasnetz zurückzuführen. Im Speziellen wurde mit dem Bau der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" begonnen.

Unter der Annahme eines durchschnittlichen Temperaturverlaufs geht EVN im Geschäftsjahr 2009/10 von einem stabilen Absatz in den Strom- bzw. Gasnetzen aus. Nach der ersten vierjährigen Regulierungsperiode im Stromnetzbereich wird per 1. Jänner 2010 die neue Regulierungsperiode anlaufen. Dabei werden die Parameter der ersten Periode im Wesentlichen unverändert bleiben. Während im Bereich Netze eine stabile Umsatzentwicklung erwartet wird, wird im Bereich Kabel-TV und Telekommunikation vorwiegend aufgrund der Übernahme des burgenländischen Telekomanbieters im Februar 2009 eine leichte Umsatzsteigerung möglich sein. Die Stromnetze der EVN werden kontinuierlich modernisiert und um neue Kundenanschlüsse erweitert werden, das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2009/10 wird das Vorjahresniveau erreichen. Die Investitionen im Gasnetz werden vor allem infolge des Projekts an der überregionalen Gastransportleitung "Südschiene" weiter ansteigen.

Business Unit Vertrieb

1.067 1.033 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 911 1.176 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 1.316

Wärme – Verkaufsentwicklung

Das Business Unit Vertrieb erfasst die Beschaffung, den Handel mit und den Verkauf von Strom und Gas im Rahmen der Energieallianz sowie von Wärme. Per 1. Oktober 2007 wurde das Wärmegeschäft aus der EVN AG ausgegliedert und in der neu gegründeten EVN Wärme gebündelt.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Vertrieb Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Umsatz 1.189,8 999,0 190,8 19,1 925,1
Operatives Ergebnis (EBIT ) 22,6 32,8 –10,2 –31,2 63,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 32,9 43,7 –10,8 –24,7 69,6
Investitionen 32,5 20,6 11,9 57,6 21,0

Die bereits in den Vorperioden stetig gestiegenen Primärenergiepreise machten die teilweise Weitergabe der stark gestiegenen Beschaffungspreise an die Endkunden in Form von Verkaufspreisanpassungen per 1. November 2008 im Strom- und Gasbereich und größtenteils per 1. Mai 2009 im Wärmebereich unumgänglich. Durch diese Maßnahmen konnte das hohe Energiepreisniveau auf der Beschaffungsseite jedoch nur zum Teil kompensiert werden.

Während der Gasverkauf der EVN an Endkunden im Geschäftsjahr 2008/09 konjunktur- und witterungsbedingt mit 6.102 GWh um 9,7% unter dem Vorjahresvergleichswert lag, bewegten sich sowohl der Stromverkauf mit 6.538 GWh als auch der Wärmeabsatz mit 1.316 GWh um 0,9% bzw. 11,9% über dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung im Wärmebereich resultiert primär aus den seit dem 3. Quartal 2007/08 laufenden Dampflieferungen aus Erzeugungsanlagen am Standort Dürnrohr. Auch der kontinuierliche Netzausbau unterstützte diese positive Entwicklung.

Segmentberichterstattung

Umsatz- und Ertragslage

Der Anstieg des Umsatzes von 19,1% bzw. 190,8 Mio. Euro auf 1.189,8 Mio. Euro war sowohl auf diese preis- als auch mengenbedingten Steigerungen zurückzuführen. Wesentlich auf die preisbedingte Umsatzentwicklung wirkten neben den Verkaufspreisanpassungen die höheren Erlöse aus der Vermarktung der Kraftwerke, besonders jene der Wärmekraftwerke. Mengenbedingte Zugewinne waren vor allem im Wärmebereich zu erzielen. Dieser Anstieg im Wärmeverkauf wirkte stärker auf die Umsätze als der Absatzrückgang im Gasbereich.

Die derzeitige Tendenz sinkender Primärenergiepreise spiegelt sich aufgrund der zur Absicherung der Versorgung eingegangenen langfristigen Beschaffungsverträge der EVN noch nicht in den Energiebeschaffungskosten wider. Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger, die auch eine notwendige Abwertung der Kohlevorräte beinhalten, bewegten sich deshalb weiterhin auf hohem Niveau. Zudem beeinflussten gestiegene Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen das EBIT , welches sich im Jahresvergleich um 31,2% bzw. 10,2 Mio. Euro auf 22,6 Mio. Euro deutlich reduzierte.

Vor allem bedingt durch die Realisierung der Fernwärmetransportleitung vom Kraftwerk Dürnrohr nach St. Pölten verliefen die Investitionen im Wärmebereich mit 29,2 Mio. Euro auf unverändert hohem Niveau.

Investitionstätigkeit

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2009/10 wird im Stromvertrieb infolge der verbesserten Energieeffizienz vor allem im Haushaltsbereich und der leicht negativen Auswirkungen der Wirtschaftskonjunktur bei den Industriekunden mit einem leichten Absatzrückgang gerechnet. Im Gasvertrieb wird hauptsächlich aufgrund der Substitutionseffekte durch Umstieg auf andere Brennstoffe und Fernwärme ein leichter Absatzrückgang erwartet. Im Wärmebereich wird im Geschäftsjahr 2009/10 durch die Realisierung zahlreicher Fernwärmeprojekte während der letzten Jahre eine deutliche Absatzsteigerung erwartet. Die Verkaufspreise im Bereich Wärme werden – aufgrund der zeitverzögerten Bindung an die Primärenergiepreise – jedoch unter dem Niveau des Berichtsjahres bleiben. In Summe wird im Business Unit Vertrieb mit einem leicht rückläufigen Umsatz und aufgrund niedrigerer Beschaffungspreise für Strom und Gas mit einem leicht höheren Ergebnis gerechnet.

Business Unit Südosteuropa

Seit Dezember 2007 erfasst das Business Unit Südosteuropa zusätzlich zu den bulgarischen und mazedonischen Tochtergesellschaften auch die Aktivitäten des bulgarischen Fernwärmeversorgers TEZ Plovdiv.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Business Unit Südosteuropa Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Umsatz 878,7 754,3 124,4 16,5 623,9
Operatives Ergebnis (EBIT ) 7,1 16,5 –9,4 –57,1 3,3
Ergebnis vor Ertragsteuern –18,4 –6,3 –12,1 –13,0
Investitionen 104,8 153,2 –48,3 –31,6 83,2

Eine beachtliche Absatzsteigerung von 39,8% auf 260 GWh konnte im Wärmeverkauf in Bulgarien erzielt werden, die einem Anteil von 16,5% (Vorjahr: 13,7%) am gesamten Wärmeverkauf der EVN entspricht und im Wesentlichen auf den erstmaligen vollständigen Einbezug von TEZ Plovdiv zurückzuführen ist. Der Strom-Netzabsatz und der Stromverkauf in Bulgarien waren mit 1,1% hingegen leicht rückläufig. In Mazedonien konnte trotz eines leichten Rückgangs des Strombezugs aufgrund der Wirtschaftskrise die

Absatzmenge maßgeblich um 5,3% auf 5.250 GWh gesteigert werden. Grund dafür war die deutliche
Senkung der Netzverluste durch eine Vielzahl operativer Maßnahmen.
Umsatz- und Ertragslage Zusätzlich zur positiven Verkaufsentwicklung im Strombereich in Mazedonien bzw. im Wärmebereich in
Bulgarien wirkten die geringfügigen Erhöhungen der Absatzpreise im November 2008 in Mazedonien bzw.
Juli 2008 in Bulgarien positiv auf den Umsatz. In Summe konnte eine Umsatzsteigerung von 16,5% bzw.
124,4 Mio. Euro auf 878,7 Mio. Euro erzielt werden.
Diese preis- und mengenbedingt positive Entwicklung wurde durch korrespondierende Anstiege der Auf
wendungen für Fremdstrombezug und Energieträger abgeschwächt. Darüber hinaus wirkten ein Anstieg
der Personalaufwendungen – Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Mazedonien und
kollektivvertragliche Anpassungen in Bulgarien waren höher als der Effekt der Reduktion der Mitarbei
terzahl – sowie höhere Forderungsabschreibungen und gestiegene Rechts- und Beratungsaufwendungen
belastend. Dadurch konnte die insgesamt positive energiewirtschaftliche Entwicklung nicht auf das EBIT
übertragen werden, das mit 57,1% bzw. 9,4 Mio. Euro auf 7,1 Mio. Euro zurückging.
Investitionstätigkeit Insgesamt erreichten die Investitionen im Business Unit Südosteuropa ein Volumen von 104,8 Mio. Euro.
Davon floss ein Großteil in den Ausbau der Infrastrukturen von Netzen und Zählern, in die Verbesserung der
Versorgungssicherheit und -qualität sowie in die Reduktion der Netzverluste.
Die EVN AG hat am 8. Mai 2009 gegen die Republik Mazedonien zum Schutz ihrer in Mazedonien ge
tätigten Investitionen ein Verfahren gemäß dem "Abkommen zwischen der Republik Österreich und der
Republik Mazedonien über die Förderung und den Schutz von Investitionen" und gemäß dem "Vertrag
über die Energy Charter" eingeleitet. Hintergrund für diese Ankündigung sind anhaltende diskriminie
rende Maßnahmen der Republik Mazedonien und einzelner Staatsbetriebe gegen EVN in der Republik
Mazedonien. Dies betrifft unter anderem Forderungen aus unbezahlten Stromlieferungen aus der Zeit
vor der Privatisierung (1995–2005) im Ausmaß von bis zu ca. 93,0 Mio. Euro zuzüglich Zinsen, die gegen
EVN Macedonia gerichtlich geltend gemacht wurden. EVN Macedonia wurde zur Zahlung dieser Summe
zuzüglich Zinsen erstinstanzlich verurteilt, wogegen EVN Macedonia am 13. Mai 2009 Berufung erhoben
hat. Das Gericht hob am 1. Oktober 2009 in zweiter Instanz das Urteil wegen grober Verfahrensmängel
auf. Die Fortsetzung des Verfahrens ist für Februar 2010 vorgesehen.
Ausblick Der Restrukturierungs- und Integrationsprozess der Geschäftseinheiten in Südosteuropa schreitet zügig
voran und spiegelt sich in den stark reduzierten Mitarbeiterzahlen und in dem deutlichen Rückgang der
Netzverluste wider.
Die Energienachfrage stützt sich mittelfristig unverändert auf ein über dem europäischen Durchschnitt
liegendes Wirtschaftswachstum. Infolge der Konjunkturschwäche wird im Geschäftsjahr 2009/10 jedoch
mit einem leichten Rückgang des Stromabsatzes in der gesamten Region gerechnet.
Der Marktöffnungsprozess in Bulgarien und die nunmehrige völlige Marktliberalisierung seit dem Jahr
2007 stellen alle Strommarktteilnehmer vor eine neue Herausforderung. Die mit 1. Juli 2008 in Kraft ge
tretene fünfjährige Regulierungsperiode sowie die seit 1. Juli 2009 gültigen Parameter des neuen Systems
machen die nach wie vor unzufriedenstellenden Rahmenbedingungen zum Teil stabiler und kalkulierbarer.

Segmentberichterstattung

Die Umstrukturierung der Mitte Dezember 2007 erstkonsolidierten Fernwärmegesellschaft TEZ Plovdiv läuft plangemäß. Die Errichtung einer Cogeneration-Anlage, welche im Geschäftsjahr 2011/12 in Betrieb genommen werden soll, wird im Geschäftsjahr 2009/10 begonnen.

In Mazedonien trat im September 2008 ein neues Energiegesetz in Kraft, welches in weiterer Folge zu stark steigenden Energiebezugskosten für EVN führte, ohne dass das Regulativ die Möglichkeit vorsah, die gestiegenen Kosten an den Endkunden weiterzugeben. Aktuell wird in Mazedonien auf Forderung der EU bzw. der Energy Community an der Harmonisierung des Energiegesetzes mit der EU-Binnenmarktrichtlinie sowie der Änderung des Regulativs mit dem Prinzip der Kostendeckung gearbeitet. Die Änderungen dieser Rahmenbedingungen würden die negativen Auswirkungen auf die Finanzlage der EVN in Mazedonien beseitigen.

In Summe wird im Geschäftsjahr 2009/10 im Business Unit Südosteuropa mit einer stabilen Umsatz- und Ergebnisentwicklung gerechnet. Aufgrund eines Konzessionsvertrags werden im Jahr 2010 die Bauarbeiten für die Gasnetze in Zadar und Split, Kroatien, beginnen. Insgesamt werden die Investitionen im Geschäftsjahr 2009/10 gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigen.

Segment Umwelt

Das Segment Umwelt umfasst das Wasser-, Abwasser- und Abfallgeschäft der EVN in Niederösterreich und Zentral-, Ost- und Südosteuropa.

2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Segment Umwelt Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Außenumsatz 236,1 184,6 51,5 27,9 275,1
Innenumsatz 11,3 11,2 0,1 0,9 9,4
Operativer Aufwand –205,3 –156,1 –49,2 –31,5 –230,6
EBITDA 42,0 39,6 2,4 6,1 53,8
Abschreibungen –14,5 –14,2 –0,3 –1,9 –15,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 27,5 25,4 2,2 8,5 38,1
EBIT -Marge (%)1) 11,1 13,0 –1,9 13,4
Finanzergebnis 17,5 17,9 –0,4 –2,4 13,1
Ergebnis vor Ertragsteuern 45,1 43,3 1,7 4,0 51,1
Gesamtvermögen 1.135,4 1.083,8 51,6 4,8 1.049,5
Gesamtschulden 833,9 801,0 32,9 4,1 806,9
Investitionen 67,4 67,9 –0,4 –0,6 53,6

Wasser – Verkaufsentwicklung in Mio. m3

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Im Geschäftsjahr 2008/09 stiegen die Umsatzerlöse trotz Verschiebung einiger Auftragseingänge für Neuprojekte um 27,9% bzw. 51,5 Mio. Euro auf 236,1 Mio. Euro. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung waren höhere Auftragseingänge im Abwasserbereich – vor allem der Bau einer Natriumhypochlorit-Produktionsanlage in Moskau und die Errichtung einer Kläranlage in Istanbul-Ataköy, Türkei. Auch in den Bereichen thermische Abfallverwertung und Wasserversorgung konnten stabile Umsatzzahlen bzw. leichte

Umsatz- und Ertragslage

Umsatzsteigerungen verzeichnet werden. Korrespondierend zu den Entwicklungen im Projektgeschäft
war ein Anstieg des Material- und Betriebsaufwands zu verzeichnen. In Relation zu den Anstiegen der
Umsatzerlöse waren die Anstiege der operativen Aufwendungen in Summe jedoch schwächer ausgeprägt,
wodurch das EBIT um 8,5% bzw. 2,2 Mio. Euro auf 27,5 Mio. Euro verbessert werden konnte.
Nachdem das Finanzergebnis mit 17,5 Mio. Euro in etwa das Vorjahresniveau erreichte – im Beteiligungs
ergebnis standen geringere Ergebnisbeiträge aus ZOV und ZOV UIP höheren Ausschüttungen nicht konso
lidierter Gesellschaften gegenüber, das Zinsergebnis lag auf Vorjahresniveau –, konnte auch das Ergebnis
vor Ertragsteuern um 4,0% bzw. 1,7 Mio. Euro auf 45,1 Mio. Euro verbessert werden.
Investitionstätigkeit Die Investitionen in Höhe von 67,4 Mio. Euro blieben auf Vorjahresniveau, wovon der Großteil auf den
Ausbau der Linie 3 der Thermischen Abfallverwertungsanlage in Dürnrohr und auf die Blockheizkraftwerke
in Moskau entfiel. Auf dem Gelände der Moskauer Großkläranlage in Ljuberzy errichtet EVN mehrere Block
heizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung mit dem aus dem Klärschlamm gewonnenen Biogas. Mit
Fertigstellung und Aufnahme der Betriebsführung wird noch im Jahr 2010 gerechnet.
Fertig gestellte Projekte Ebenfalls in Moskau wurden am Standort der Kläranlage Kurjanovo in der Berichtsperiode die Blockheiz
kraftwerke bereits eröffnet. Die Betriebsführung für die Dauer von mindestens 15 Jahren erfolgt durch
EVN. Im Mai 2009 wurde eine Kläranlage inklusive Schlammhygienisierung mit einer Kapazität von über
220.000 Einwohnergleichwerten in Kohtla-Järve, Estland, in Betrieb genommen. Mit der Fertigstellung
der Schlammbehandlungsanlage auf dem Gelände des Abwasserreinigungswerks Klaipeda, Litauen, im
August 2009 mit einer Kapazität von ca. 250.000 Einwohnerwerten hat EVN einen weiteren Meilenstein
im baltischen Wasserver- und Abwasserentsorgungssektor gesetzt und damit ihre Marktführerschaft in
dieser Region ausgebaut.
Laufende Projekte In einem Konsortium mit internationalen Partnern modernisiert und erweitert EVN die Kläranlage Czajka
Warschau, Polen, für 2,1 Mio. Einwohner. Die Arbeiten konnten nach Baugenehmigung im Dezember 2008
planmäßig aufgenommen werden. Die Fertigstellung der ersten Bauphase ist für Ende 2010 geplant. Die
komplette Anlage wird im Jahr 2012 in Betrieb gehen. Als Konsortialführer baut EVN für die Stadt Istanbul
die Kläranlage Ataköy für 2,0 Mio. Einwohner. Der Baufortschritt verläuft planmäßig, die Anlage wird ab
November 2009 sukzessive in Betrieb genommen.
Großprojekt in Moskau
(BOOT-Modell)
Ein weiteres Großprojekt für die Stadt Moskau, der Bau einer Produktionsanlage für Natriumhypochlorit,
die das bislang eingesetzte Chlorgas in der Trinkwasseraufbereitung ersetzen wird, ist kurz vor Baubeginn.
Am 30. September 2009 fand die Grundsteinlegung statt. Die Anlage mit einer Gesamtinvestition von
175,0 Mio. Euro soll 2012 in den zehnjährigen Betrieb durch EVN gehen.
Neue Aufträge im Baltikum In der Berichtsperiode konnte EVN drei größere neue Aufträge gewinnen: Im November 2008 erhielt sie
den Zuschlag für die Errichtung einer Schlammbehandlungsanlage für die litauische Hauptstadt Vilnius um
einen Auftragswert von 45,0 Mio. Euro. Diese Kapazität wird 2011 in Betrieb genommen. Im Juni 2009
erhielt EVN den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung und Erweiterung einer Schlammbehandlungs
anlage am Gelände der Kläranlage Siauliai, nordwestlich von Vilnius. Das Projekt mit einer Kapazität von

Segmentberichterstattung

200.000 Einwohnergleichwerten hat ein Investitionsvolumen von 20,0 Mio. Euro. EVN wird neben Planung, Lieferung und Montage der Gesamtanlage nach deren Inbetriebnahme 2012 für ein Jahr die technische Betriebsführung begleiten und unterstützen.

In Montenegro setzt EVN ihren Erfolgskurs fort: Im Juli 2009 erhielt EVN den Zuschlag zu Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb eines komplexen Abwasserentsorgungssystems mit einer Gesamtkapazität von 135.000 Einwohnergleichwerten für die Gemeinde Budva. Das als BOOT-Modell geführte Projekt mit einem Investitionsvolumen von etwa 65,0 Mio. Euro wird ab 2014 über eine Laufzeit von 30 Jahren von EVN betrieben.

Das Segment Umwelt sollte nach einem deutlichen Umsatzanstieg im Berichtsjahr seinen Wachstumskurs fortsetzen können. Aufgrund des guten Auftragsbestands wird im Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsgeschäft mit einer starken Entwicklung gerechnet. Im Geschäftsfeld Abfallverwertung wird im Jahr 2010 die Linie 3 der thermischen Abfallverwertung in Zwentendorf den Vollbetrieb aufnehmen. Die Akquisition neuer Großprojekte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa wird erwartet.

Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges

Die strategischen Beteiligungen dieses Segments umfassen im Wesentlichen die Beteiligungen an BEGAS, BEWAG, RAG und Verbundgesellschaft. Zudem sind in diesem Segment die zentralen Konzernfunktionen sowie auch Gesellschaften abgebildet, die Konzerndienstleistungen innerhalb der EVN erbringen.

Segment Strategische 2008/09 2007/08 Veränderung 2006/07
Beteiligungen und Sonstiges Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % Mio. EUR
Außenumsatz 31,6 30,1 1,5 5,0 25,3
Innenumsatz 55,4 56,8 –1,5 –2,6 49,0
Operativer Aufwand –96,2 –99,1 2,9 2,9 –85,8
EBITDA –9,2 –12,1 2,9 23,9 –11,5
Abschreibungen –1,9 –1,8 –0,1 –2,1 –1,6
Operatives Ergebnis (EBIT) –11,1 –13,9 2,9 20,5 –13,0
EBIT -Marge (%)1) –12,7 –16,0 3,3 –17,6
Finanzergebnis 73,1 87,3 –14,2 –16,2 110,3
Ergebnis vor Ertragsteuern 62,0 73,4 –11,3 –15,4 97,2
Gesamtvermögen 2.943,4 3.136,7 –193,4 –6,2 3.005,9
Gesamtschulden 1.291,4 1.303,6 –12,2 –0,9 1.221,8
Investitionen 1,1 1,6 –0,5 –30,8 2,1

1) Ausgewiesene Veränderung in Prozentpunkten

Im Geschäftsjahr 2008/09 führten aufgrund stabiler Umsatzerlöse in erster Linie Rückgänge der Personalaufwendungen und der operativen Aufwandspositionen der zentralen Konzernbereiche zu einer Verbesserung des EBIT um 2,9 Mio. Euro auf –11,1 Mio. Euro.

Umsatz- und Ertragslage

Neues Projekt in Montenegro (BOOT-Modell)

Ausblick

Das Finanzergebnis war weiterhin geprägt durch ein rückläufiges Beteiligungsergebnis, bei dem eine Erhöhung der Dividende der Verbundgesellschaft den Rückgang der Ergebnisbeiträge der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen – im Besonderen jenen der RAG – nicht kompensieren konnte (siehe Anhang Erläuterung 56. Finanzergebnis, Seite 112). Das sonstige Finanzergebnis wurde gegenüber der Vergleichsperiode zwar deutlich verbessert, blieb jedoch – trotz der Erholung der Finanzmärkte in den letzten Monaten – aufgrund marktwertbedingter Veränderungen finanzieller Vermögenswerte noch immer leicht negativ. In Summe ging das Finanzergebnis somit um 14,2 Mio. Euro auf 73,1 Mio. Euro zurück. Korrespondierend dazu verlief auch der deutliche Rückgang im Ergebnis vor Ertragsteuern auf 62,0 Mio. Euro.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2009/10 wird im Segment Strategische Beteiligungen und Sonstiges ein mit dem Berichtsjahr vergleichbares Niveau angestrebt, wenngleich die Entwicklung sehr stark mit dem weiteren Verlauf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Zusammenhang steht.

Konzernabschluss 2008/09

Nach International Financial Reporting Standards

Konzern-Bilanz 72
Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung 73
Konzern-Geldflussrechnung 74
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 75
Segmentberichterstattung 76
Konzernanhang 77 Grundsätze der Rechnungslegung
78 Konsolidierung
82 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
94 Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
109 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
114 Sonstige Angaben
122 Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen
und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen
Beteiligungen der EVN 123
Bestätigungsvermerk 127

Konzern-Bilanz

Erläuterung1) 30.9.2009
Tsd. EUR
30.9.2008
Tsd. EUR
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 26 365.178,7 357.549,5
Sachanlagen 27 2.653.090,4 2.391.972,3
At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen 28 712.487,8 641.490,1
Sonstige Beteiligungen 28 1.409.696,6 1.723.504,2
Aktive latente Steuern 41 1.198,9 912,0
Übrige langfristige Vermögenswerte 29 619.545,5 596.987,2
5.761.198,0 5.712.415,3
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 30 137.292,0 97.551,7
Forderungen 31 579.655,9 569.376,3
Wertpapiere2) 32 86.736,1 135.951,6
Liquide Mittel2) 59 130.479,8 120.980,9
934.163,7 923.860,5
Summe Aktiva 6.695.361,7 6.636.275,7
Passiva
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der EVN AG 33–38 2.783.788,6 2.975.927,3
Anteile anderer Gesellschafter 39 343.390,0 232.532,3
3.127.178,7 3.208.459,6
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 40 1.702.483,6 1.358.888,1
Latente Steuerverbindlichkeiten 41 307.101,4 420.022,5
Langfristige Rückstellungen2) 42 444.787,7 430.243,1
Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse 43 379.070,7 354.322,2
Übrige langfristige Verbindlichkeiten2) 44 90.215,3 91.804,5
2.923.658,7 2.655.280,3
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 45 16.992,1 153.904,0
Steuerverbindlichkeiten 46 58.692,8 60.479,4
Lieferantenverbindlichkeiten 47 328.743,9 283.695,6
Kurzfristige Rückstellungen 48 83.623,0 96.410,8
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 49 156.472,5 178.045,9
644.524,3 772.535,8
Summe Passiva 6.695.361,7 6.636.275,7

1) Die Erläuterungen im Konzernanhang sind integrierender Bestandteil dieser Konzern-Bilanz.

2) Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der neuen Darstellung angepasst. Siehe Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Erläuterung1) 2008/09
Tsd. EUR
2007/08
Tsd. EUR
Umsatzerlöse
50
2.727.017,9 2.397.001,9
Sonstige betriebliche Erträge
51
61.710,8 50.863,8
Bestandsveränderungen 4.935,7 –1.745,8
Aktivierte Eigenleistungen 16.620,4 13.500,9
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
52
–1.950.692,9 –1.657.571,5
Personalaufwand
53
–319.445,0 –304.436,8
Abschreibungen
54
–198.180,0 –195.681,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen
55
–166.765,7 –135.326,7
Operatives Ergebnis (EBIT) 175.201,2 166.604,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 46.657,6 95.721,2
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 47.368,9 41.307,0
Zinserträge 47.440,6 49.934,1
Zinsaufwendungen –85.910,1 –84.921,3
Sonstiges Finanzergebnis –4.744,8 –33.186,2
Finanzergebnis
56
50.812,2 68.854,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 226.013,4 235.459,2
Ertragsteuern
57
–28.003,9 –5.616,2
Ergebnis nach Ertragsteuern 198.009,4 229.843,0
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter 20.065,8 42.906,1
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG (Konzernergebnis) 177.943,6 186.936,8
Ergebnis je Aktie in EUR2)
58
1,09 1,14
Dividende je Aktie in EUR 0,373) 0,37

1) Die Erläuterungen im Konzernanhang sind integrierender Bestandteil dieser Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

2) Verwässert ist gleich unverwässert

3) Vorschlag an die Hauptversammlung

Konzern-Geldflussrechnung

Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Ergebnis vor Ertragsteuern 226.013,4 235.459,2
+ Abschreibungen/– Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 198.180,0 195.681,3
+/– Nicht zahlungswirksames Ergebnis von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 47.248,3 –1.621,4
– Gewinne/+ Verluste aus Fremdwährungsbewertungen –109,4 –69,3
+/– Übriges nicht zahlungswirksames Finanzergebnis –5.037,1 29.671,8
– Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen –32.128,6 –29.507,6
– Gewinne/+ Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs –3.103,5 –840,2
+ Zunahme/– Abnahme von langfristigen Rückstellungen 14.061,6 –2.115,3
Cash Flow aus dem Ergebnis 445.124,7 426.658,4
– Zunahme/+ Abnahme der Vorräte und Forderungen –48.251,0 –60.927,1
+ Zunahme/– Abnahme von kurzfristigen Rückstellungen –13.657,1 3.348,9
+ Zunahme/–Abnahme der Lieferantenverbindlichkeiten sowie der übrigen Verbindlichkeiten –12.625,7 41.999,6
– Zahlungen für Ertragsteuern –35.305,5 –28.487,0
Cash Flow aus dem operativen Bereich 335.285,4 382.592,7
+ Einzahlungen aus Anlagenabgängen 8.630,2 5.270,2
+ Einzahlungen aus Baukosten- und Investitionszuschüssen 54.065,5 59.191,1
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten 49.760,7 46.859,0
+ Einzahlungen aus Abgängen von kurzfristigen Wertpapieren 200.604,4 352.423,2
– Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe –20.440,1 –35.021,9
– Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –412.283,9 –414.816,8
– Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und übrigen langfristigen Vermögenswerten –106.176,7 –233.723,0
– Auszahlungen für Zugänge von Wertpapieren –174.542,1 –107.001,5
Cash Flow aus dem Investitionsbereich –400.382,1 –326.819,7
+ Einzahlungen Nennkapital Minderheitengesellschafter 3.834,7
– Gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG –60.306,6 –61.322,2
– Gezahlte Dividende an andere Gesellschafter –34.992,6 –36.420,7
– Rückkauf von eigenen Anteilen –3.283,9 –4.753,9
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 587.619,8 404.183,4
– Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten –408.611,8 –317.712,7
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich 84.259,6 –16.026,1
Cash Flow gesamt 19.163,0 39.747,0
Fondsveränderungen1)
Fonds der liquider Mittel am Anfang der Periode 94.117,5 54.356,0
Währungsdifferenzen 307,8 14,5
Fonds der liquider Mittel am Ende der Periode 113.588,3 94.117,5
Cash Flow gesamt 19.163,0 39.747,0

1) Zusätzliche Informationen siehe Erläuterung 59. Konzern-Geldflussrechnung

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

Tsd. EUR Grundkapital Kapital
rücklagen
Gewinn
rücklagen
Neube
wertungs
rücklage
gem. IFRS 3
Bewertungs
rücklage
gem. IAS 39
Unter
schiedsbe
trag aus der
Währungs
umrechnung
Eigene
Anteile
Anteile der
Aktionäre
der EVN AG
Anteile
anderer
Gesellschafter
Summe
Stand 30.9.2007 99.069,4 309.361,9 1.425.465,7 7.050,6 945.960,7 1.104,4 – 2.788.012,5 226.720,8 3.014.733,3
Direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen
1.032,3 1.032,3 1.032,3
Marktbewertung von
Wertpapieren
81.097,5 81.097,5 81.097,5
Cash Flow Hedges –7.502,8 –7.502,8 –7.502,8
At Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
–7.573,2 –7.573,2 –673,9 –8.247,1
Summe direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern
66.021,4 1.032,3 67.053,8 –673,9 66.379,9
Ergebnis nach Ertragsteuern 2007/08 186.936,8 186.936,8 42.906,1 229.843,0
Gesamtergebnis der Periode 186.936,8 66.021,4 1.032,3 253.990,6 42.232,3 296.222,8
Kapitalerhöhung aus
Gesellschaftsmitteln
200.930,6 –200.930,6
Erwerb eigener Anteile – –4.753,9 –4.753,9 –4.753,9
Dividende 2006/07 –61.322,2 –61.322,2 –36.420,7 –97.742,9
Stand 30.9.2008 300.000,0 108.431,3 1.551.080,5 7.050,6 1.011.982,0 2.136,7 –4.753,9 2.975.927,3 232.532,3 3.208.459,6
Direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern aus
Währungsdifferenzen –5.538,9 –5.538,9 –5.538,9
Marktbewertung von
Wertpapieren
– –258.953,8 – –258.953,8 –258.953,8
Cash Flow Hedges –5.544,8 –5.544,8 –5.544,8
At Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
–22.061,7 –22.061,7 –2.613,2 –24.674,9
Summe direkt im Eigenkapital erfasste
Ergebnisse nach Ertragsteuern
– –286.560,3 –5.538,9 – –292.099,2 –2.613,2 –294.712,5
Ergebnis nach Ertragsteuern 2008/091) 177.943,6 177.943,6 20.065,8 198.009,4
Gesamtergebnis der Periode 177.943,6 – –286.560,3 –5.538,9 –114.155,6 17.452,6 –96.703,0
Aktienerwerb von
vollkonsolidierten Unternehmen
–1.041,4 –1.041,4
Kapitaleinzahlung von
Minderheitengesellschaftern
3.834,7 3.834,7
Erwerb eigener Anteile – –3.283,9 –3.283,9 –3.283,9
Dividende 2007/08 –60.306,6 –60.306,6 –34.992,6 –95.299,2
Erstmalige Anwendung neuer IFRS2) –14.392,5 –14.392,5 –14.392,5
Änderungen Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze3)
– 125.604,5 125.604,5
Stand 30.9.2009 300.000,0 108.431,3 1.654.325,0 7.050,6 725.421,7 –3.402,2 –8.037,8 2.783.788,6 343.390,0 3.127.178,7

1) Aus dem Ergebnis wird der Hauptversammlung eine Gewinnausschüttung von 0,37 Euro je Aktie vorgeschlagen.

2) Effekt aus der erstmaligen Anwendung von IFRIC 12 (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS )

3) Zusätzliche Informationen siehe Erläuterungen 4. Konsolidierungskreis und 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Segmentberichterstattung

Segmentergebnis nach S
B
trategische
eteiligungen
Geschäftsbereichen I Energie I Umwelt I
und Sonstiges
I Konsolidierung I S umme
I
Mio. EUR 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08
Außenumsatz 2.459,3 2.182,3 236,1 184,6 31,6 30,1 2.727,0 2.397,0
Innenumsatz (zwischen Segmenten) 23,4 15,2 11,3 11,2 55,4 56,8 –90,0 –83,2
Operativer Aufwand –2.141,0 –1.861,6 –205,3 –156,1 –96,2 –99,1 88,9 82,1 –2.353,6 –2.034,7
EBITDA 341,7 335,9 42,0 39,6 –9,2 –12,1 –1,1 –1,1 373,4 362,3
Abschreibungen –182,9 –180,7 –14,5 –14,2 –1,9 –1,8 1,1 1,1 –198,2 –195,7
davon Wertminderungen –13,4 –13,4
davon Zuschreibungen 1,4 1,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 158,7 155,2 27,5 25,4 –11,1 –13,9 175,2 166,6
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
9,6 9,7 8,2 9,9 28,9 76,1 46,7 95,7
Buchwert der at Equity einbezogenen
assoziierten Unternehmen
107,9 87,6 51,5 63,2 553,1 490,7 712,5 641,5
Firmenwerte 174,7 173,6 41,9 41,9 216,6 215,5
Schulden 2.347,4 2.240,6 833,9 801,0 1.291,4 1.303,6 –904,4 –917,4 3.568,2 3.427,8
Gesamtvermögen 3.609,2 3.421,3 1.135,4 1.083,8 2.943,4 3.136,7 –992,6 –1.005,6 6.695,4 6.636,3
Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen 362,2 346,1 67,4 67,9 1,1 1,6 –15,0 415,7 415,6
Segmentergebnis nach Regionen I Österreich I Südosteuropa I Mittel- und Osteuropa I S umme
I
Mio. EUR 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08 2008/09 2007/08
Umsatz 1.678,6 1.521,3 878,7 754,3 169,7 121,4 2.727,0 2.397,0
Operatives Ergebnis (EBIT ) 159,0 145,0 6,9 16,5 9,3 5,1 175,2 166,6
Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen
269,4 251,3 135,9 153,2 10,4 11,1 415,7 415,6
Gesamtvermögen 4.866,2 4.927,3 1.105,6 1.003,8 723,6 705,2 6.695,4 6.636,3

Konzernanhang

Grundsätze der Rechnungslegung

1. Allgemeines

Die EVN AG als Mutterunternehmen des EVN Konzerns (EVN) ist ein in 2344 Maria Enzersdorf ansässiges, führendes börsenotiertes Energie- und Umweltdienstleistungsunternehmen, das seine Aktivitäten auf die Bereiche Energie und Umwelt konzentriert (siehe auch Erläuterung 25. Segmentberichterstattung).

Neben der Versorgung des niederösterreichischen Heimmarkts konnte sich EVN erfolgreich in der Energiewirtschaft Bulgariens und Mazedoniens positionieren. Im Umweltbereich werden über Tochtergesellschaften Kunden in 14 Ländern erfolgreich in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und thermische Abfallverwertung serviciert.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses der EVN AG aufgestellt. Das Geschäftsjahr der EVN AG umfasst den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September.

Im Konzern erfolgt die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien. Weichen Abschlussstichtage einbezogener Unternehmen von jenem der EVN AG ab, werden Zwischenabschlüsse auf den Konzernbilanzstichtag erstellt. Die einbezogenen Abschlüsse aller nach nationalen Vorschriften prüfungspflichtigen oder freiwillig geprüften in- und ausländischen Unternehmen wurden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf ihre Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS s) geprüft.

Zur übersichtlicheren Darstellung sind in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang nach dem Prinzip der Wesentlichkeit gesondert aufgeführt und erläutert.

Der Konzernabschluss wird zum Zweck der Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit, sofern nicht anders angegeben, grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. Euro bzw. Tsd. EUR) ausgewiesen. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2. Berichterstattung nach IFRS

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Anwendung von § 245a UGB nach den Vorschriften aller am Abschlussstichtag vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten und anzuwendenden Richtlinien der IFRS sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC ), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.

Folgende Standards und Interpretationen wurden erstmals im Geschäftsjahr 2008/09 angewendet:

2. Erstmals anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten1)
Neue Standards und Interpretationen
12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen2)
IFRIC
30.3.2009
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.7. –31.10.20083)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.7. –31.10.20083)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Vorzeitige Anwendung

3) Die Änderungen traten bei einer Anwendung vor dem 30.10.2008 rückwirkend zum 1.7.2008 in Kraft.

Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN hatte die erstmalige, vorzeitige Anwendung von IFRIC 12, die im Umweltbereich zu einer geänderten Darstellung der in den at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen ZOV und ZOV UIP erfassten Projekte führte. Die Abbildung des unbedingten, vertraglichen Rechts zum Erhalt einer Gegenleistung gemäß Dienstleistungskonzessionsvereinbarung erfolgt nunmehr als finanzieller Vermögenswert anstatt wie bisher als Teil der Sachanlagen. Die Bewertung des finanziellen Vermögenswerts erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Auswirkungen auf den Konzernabschluss der EVN ergeben sich dementsprechend durch eine Reduktion der Gewinnrücklagen und der Beteiligungsbuchwerte von ZOV und ZOV UIP in Höhe von 14.392,5 Tsd. Euro.

Abgesehen davon wurden keine neuen oder geänderten Standards und Interpretationen vorzeitig angewendet.

Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vom IASB ausgegeben, von der EU teilweise übernommen und im Amtsblatt der EU veröffentlicht:

2. Noch nicht anwendbare Standards und Interpretationen Inkrafttreten
Neue Standards und Interpretationen
IFRS 8 Geschäftssegmente 1.1.20091)
IFRIC
13 Kundentreueprogramme
1.1.20091)
IFRIC
14 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung
1.1.20091)
IFRIC
15 Vereinbarung über die Errichtung von Immobilien
1.1.20101)
IFRIC
16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
1.7.20091)
IFRIC
17 Sachdividenden an Eigentümer
1.7.20092)
IFRIC
18 Übertragung eines Vermögenswerts durch einen Kunden
1.7.20092)
Geänderte Standards und Interpretationen
IAS 1 Darstellung des Abschlusses 1.1.20091)
IAS 23 Fremdkapitalkosten 1.1.20091)
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 1.1.20112)
IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS 1.1.1)/1.7.20091)
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung 1.1.20091)
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 1.11.20081)/30.6.20093)/1.7.20091)
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 1.1.20094)/1.1.20102)
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütungen 1.1.20091)/1.1.20102)
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse 1.7.20091)
IFRS 4 Versicherungsverträge 1.1.20092)
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben 1.11.20081)/1.1.20092)
IFRIC
9 Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate
30.6.3)/1.7.20092)
"Annual Improvements 2006–2008" 1.1.1)/1.7.20091)
"Annual Improvements 2007–2009" 1.1.20102)

1) Die Standards sind gemäß dem Amtsblatt der EU für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

2) Die Standards, die von der EU noch nicht übernommen wurden, sind gemäß IASB für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.

3) Gemäß IASB erfolgt eine retrospektive Anwendung für jene Geschäftsjahre, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens enden.

4) Es erfolgten mehrere Änderungen, die bislang nur teilweise von der EU übernommen wurden.

Der neue Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente" vom November 2006 ersetzt IAS 14 "Segmentberichterstattung". Geregelt sind die Angaben zu Geschäftssegmenten, Produkten und Dienstleistungen, Regionen sowie Kundenbeziehungen der EVN. IFRS 8 schreibt die Identifizierung operativer Segmente basierend auf der internen Steuerung (Management Approach) vor. Daraus resultierend werden die Business Units des Segments Energie ab dem Geschäftsjahr 2009/10 voraussichtlich als eigene Segmente dargestellt werden.

Aus der zukünftigen, erstmaligen Anwendung der restlichen neuen Standards und Interpretationen rechnet EVN mit keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Anwendung der Änderungen zu IAS 1 "Darstellung des Abschlusses (überarbeitet 2007)" wird ab dem Geschäftsjahr 2009/10 der EVN Auswirkungen auf die Darstellung der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals haben.

Die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen auf die Darstellung des Konzernabschlusses und die Angaben im Konzernabschluss werden derzeit untersucht.

Konsolidierung

3. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem neu bewerteten anteiligen Nettovermögen der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs.

Im Konzernabschluss werden alle wesentlichen Unternehmen, bei welchen die EVN AG unmittelbar oder mittelbar beherrschenden Einfluss auf Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann (Tochterunternehmen), vollkonsolidiert. Dies ist in der Regel bei einem Besitz von mehr als 50,0% der Stimmrechte der Fall, kann sich aber auch aus einer bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht an der Tätigkeit der betroffenen Gesellschaften, die dazu berechtigt, mehrheitlich den wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, bzw. dazu verpflichtet, die Risiken zu tragen, heraus ergeben. Es erfolgt keine Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen, an denen die EVN AG mehr als 50,0% der Anteile hält, sofern aufgrund von Sondervereinbarungen kein Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt wird. Erstkonsolidierungen erfolgen zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und enden mit dessen Wegfall.

Im Zuge von Unternehmenserwerben gemäß IFRS 3 werden Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) unabhängig von der Höhe eines eventuell bestehenden Minderheitenanteils mit ihren vollen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen trennbar sind oder aus einem gesetzlichen, vertraglichen oder anderen Rechtsanspruch resultieren. Restrukturierungsrückstellungen dürfen im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht neu gebildet werden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge, die dem Veräußerer nicht näher identifizierbare Marktchancen und Entwicklungspotenziale abgelten, werden in Landeswährung im zugehörigen Segment als Firmenwert aktiviert. Ergeben sich negative Unterschiedsbeträge, werden diese nach einer erneuten Beurteilung der Bewertung der identifizierten Vermögenswerte und Schulden (einschließlich Eventualschulden) des erworbenen Unternehmens und der Bemessung der Anschaffungskosten erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt.

Beim Erwerb zusätzlicher Anteile an Gesellschaften, an denen bereits beherrschender Einfluss besteht, wird der Unterschiedsbetrag aus Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital den stillen Reserven zugerechnet. Ein verbleibender Unterschiedsbetrag wird dem Firmenwert zugeordnet.

Die Konsolidierung von Gemeinschaftsunternehmen (gemeinschaftliche Leitung in Abstimmung mit einem oder mehreren konzernfremden Unternehmen) erfolgt quotal (anteilsmäßig), Unternehmen, auf welche die EVN AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden at Equity einbezogen. In beiden Fällen gelten dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie für Tochterunternehmen. Den Jahresabschlüssen der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Einzelnen und insgesamt unwesentlich ist, werden nicht konsolidiert. Diese Unternehmen werden mit dem beizulegenden Zeitwert, der in der Regel den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, berücksichtigt. Für die Beurteilung der Wesentlichkeit werden jeweils die Bilanzsumme, die Summe des Anlagevermögens, das anteilige Eigenkapital sowie der Außenumsatz des Unternehmens im Verhältnis zur Konzernsumme herangezogen. Die nach diesen Kriterien im Konsolidierungskreis erfassten Unternehmen repräsentieren mehr als 98,0% der jeweiligen Gesamtsumme.

Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnisse aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Voll- und Quotenkonsolidierungskreises werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Bei sämtlichen ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Die im Geschäftsjahr in den Einzelabschlüssen vorgenommenen Zu- bzw. Abschreibungen auf Anteile an Konzerngesellschaften werden im Konzernabschluss neutralisiert.

4. Konsolidierungskreis

Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IAS 27. Dementsprechend sind zum 30. September 2009 einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft 26 inländische und 27 ausländische Unternehmen als vollkonsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen (Vorjahr: 25 inländische und 26 ausländische vollkonsolidierte Unternehmen).

36 verbundene Unternehmen (Vorjahr: 28) wurden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EVN nicht konsolidiert.

EVN KG, an der ein Kapitalanteil von 100,0% gehalten wird, wird aufgrund sondervertraglicher Regelungen anteilsmäßig einbezogen.

Aufgrund sondervertraglicher Regelungen – auf deren Basis maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann – wird EconGas, die an der EVN einen Kapitalanteil von 16,5% (Vorjahr: 15,7%) hält, at Equity einbezogen.

Eine Übersicht der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist ab Seite 123 unter Beteiligungen der EVN angeführt. Der Konsolidierungskreis (einschließlich der EVN AG als Muttergesellschaft) entwickelte sich im Berichtsjahr wie folgt:

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises Voll
konsolidiert
Quoten
konsolidiert
Equity
konsolidiert
Summe
30.9.2007 46 4 12 62
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 4 1 5
Unternehmenserwerb 1 1
30.9.2008 51 4 13 68
Neugründungen und Erstkonsolidierungen 2 1 2 5
Unternehmenserwerbe 2 2
Verschmelzungen und Entkonsolidierung –2 –1 –3
30.9.2009 53 5 14 72
davon ausländische Unternehmen 27 4 31

Neugründungen und Erstkonsolidierungen

Die im Juni 2006 für Zwecke der Konzernfinanzierung gegründete EVN Finance B.V. wird nunmehr aufgrund von Wesentlichkeit erstmals als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Die bereits im August 2008 gegründete EAA-EGM, an der EVN über die Energieallianz 45,0% hält, wurde erstmalig aufgrund von Wesentlichkeit als Bestandteil des Energieallianz-Teilkonzerns quotal in den Konzernabschluss der EVN AG einbezogen. Das Engagement der EAA-EGM als 100,0%-Tochter der Energieallianz liegt in der Errichtung, der Belieferung und in weiterer Folge dem Ausbau von Erdgastankstellen sowie deren Wartung und Instandhaltung insbesondere in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Im Oktober 2008 erfolgte die Gründung der EVN Kavarna, eine 70,0%-Beteiligung der evn naturkraft zum Zweck der Errichtung eines Windparks mit 25 Windkraftanlagen bzw. einer Gesamtkapazität von 50 MW in Kavarna, Bulgarien.

Die im Dezember 2008 als Joint Venture zwischen EVN Abfall und Entsorgungslogistik Austria GmbH, Wien, gegründete AUL dient der Errichtung und dem Betrieb von Müllumladestationen sowie der Erbringung von Dienstleistungen auf den Gebieten der Abfallsammlung, der Abfalltransport- und der Umladelogistik. Der Anteil von EVN beträgt 50,0%, der Einbezug der Gesellschaft in den Konzernabschluss erfolgt at Equity.

Das im Dezember 2008 zwischen EVN und Statkraft AS, Oslo, Norwegen, gegründete Joint Venture Devoll Hydropower, an dem beide Unternehmen 50,0% halten, widmet sich der gemeinschaftlichen Planung und Konstruktion sowie dem Betrieb von drei Wasserkraftwerken am albanischen Fluss Devoll. Mit einer Gesamtkapazität von 340 MW, einer durchschnittlichen Produktion von 1.000 GWh und einer Gesamtinvestitionssumme von 950,0 Mio. Euro stellt dieses Vorhaben das größte seiner Art in Europa dar. Der Einbezug erfolgt at Equity.

Unternehmenserwerbe

Mit der Unterzeichnung des Anteilskaufvertrags am 25. Februar 2009 erfolgte zu einem Kaufpreis von 22.014,6 Tsd. Euro die vollständige Übernahme des burgenländischen Kabelnetzbetreibers B.net sowie der Dataservice GmbH, Eisenstadt, durch die Kabelsignal. Der sich daraus ergebende Effekt auf den Umsatz der EVN belief sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf 9.681,7 Tsd. Euro, jener auf das EBIT auf –1.196,9 Tsd. Euro.

Folgende Auswirkungen zum Fair Value auf die Konzern-Bilanz ergaben sich durch Unternehmenserwerbe und die damit verbundenen Erstkonsolidierungen:

4. Auswirkungen der Unternehmenserwerbe Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Langfristige Vermögenswerte 59.895,2 35.259,5
Kurzfristige Vermögenswerte 4.598,7 6.258,1
64.493,9 41.517,6
Eigenkapital 21.627,6 25.552,8
Langfristige Schulden 30.355,7 5.769,2
Kurzfristige Schulden 12.510,6 10.195,6
64.493,9 41.517,6

Die Wertermittlung der Sachanlagen der B.net war zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen.

Verschmelzungen und Entkonsolidierung

Dataservice GmbH, Eisenstadt, wurde im Juni 2009 als übertragende Gesellschaft mit B.net als übernehmende Gesellschaft verschmolzen.

Die bislang mit einem Anteil von 49,95% in den Konzernabschluss der EVN at Equity einbezogene EESU Holding GmbH, Wien, wurde im August 2009 mit der RBG als übernehmende Gesellschaft verschmolzen. Damit ist die vollkonsolidierte RBG, an welcher EVN nunmehr 50,03% der Anteile hält, mit 100,0% unmittelbar an der RAG beteiligt. Da aufgrund vertraglicher Vereinbarungen keine Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht, wird die RAG weiterhin at Equity einbezogen.

Die bisher vollkonsolidierte WTE Vodice wurde aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert.

5. Währungsumrechnung im Konzern

Die einzelnen Konzerngesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem am Tag der jeweiligen Transaktion gültigen Devisenmittelkurs. Bestehen zum Bilanzstichtag monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung, werden diese ebenso mit dem tagesaktuellen Devisenmittelkurs umgerechnet, während für Aufwendungen und Erträge in Fremdwährung der Jahresdurchschnittskurs heranzuziehen ist. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst.

In Analogie zu dieser Vorgehensweise werden die von Konzerngesellschaften in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse für Zwecke des Konzernabschlusses gemäß IAS 21 nach der Methode der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen werden erfolgsneutral im Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital erfasst. Als erfolgsneutrale Währungsdifferenz ergab sich eine Eigenmittelveränderung von –5.538,9 Tsd. Euro (Vorjahr: +1.032,3 Tsd. Euro).

Die Zu- und Abgänge werden in sämtlichen Spiegeln zu Durchschnittskursen berücksichtigt. Veränderungen der Devisenmittelkurse zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr sowie Differenzen, die aus der Verwendung von Durchschnittskursen für die Umrechnung von Veränderungen während des Geschäftsjahres entstehen, werden in den Spiegeln als Währungsdifferenzen gesondert ausgewiesen.

Firmenwerte aus dem Erwerb von ausländischen Tochterunternehmen werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Erwerbszeitpunkt dargestellt, dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Beim Ausscheiden eines ausländischen Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden diese Währungsdifferenzen erfolgswirksam.

Folgende wesentliche Kurse wurden zum Bilanzstichtag für die Währungsumrechnung herangezogen:

5. Währungsumrechnung 2008/09 2007/08
Währung Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1) Kurs zum Bilanzstichtag Durchschnitt1)
Albanische Lek 132,37000 128,27620 121,70000 122,47923
Bulgarische Lew2) 1,95583 1,95583 1,95583 1,95583
Dänische Kronen 7,44430 7,44890 7,46110 7,45732
Kroatische Kuna 7,25800 7,31130 7,10490 7,25265
Mazedonische Denar 61,17410 61,31830 61,16420 61,24637
Polnische Zloty 4,22950 4,19960 3,39670 3,49430
Russische Rubel 43,98000 42,24450 36,40950 36,36155

1) Durchschnitt der Monatsultimos

2) Der Kurs wurde durch die bulgarische Gesetzgebung fixiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden sämtliche bestehende und neu herausgegebene Standards und Interpretationen sowie jegliche Änderungen an Standards und Interpretationen – soweit sie bis zum 30. September 2009 im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurden und in Kraft getreten sind – beachtet. Der Konzernabschluss wurde nach folgenden Grundsätzen aufgestellt:

6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die im Oktober 2008 veröffentlichten Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7 mit dem Titel "Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten" erlaubten unter seltenen Umständen, und sofern eine kurzfristige Verkaufs- oder Rückkaufsabsicht nicht weiter besteht, eine Umklassifizierung nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte aus der Kategorie "zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT ")" in die Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")". Nach der Verordnung (EG) Nr. 1004/2008 vom 15. Oktober 2008 wurde die derzeitige Finanzmarktkrise als ein seltener Umstand betrachtet.

EVN hat im Einklang mit diesen Änderungen im kurzfristigen Bereich ausgewiesene Wertpapiere in Höhe von 23.367,5 Tsd. Euro, die bisher als "HFT " eingestuft worden waren, zum 11. November 2008 mit dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen Marktwert in die Kategorie "AFS" umgewidmet. Der Effekt aus dieser Umgliederung auf das sonstige Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2008/09 auf +4.841,9 Tsd. Euro.

Weiters wurden zu einer Verbesserung der Transparenz – vor allem im Zusammenhang mit den Anhangsangaben nach IFRS 7 – folgende Ausweisänderungen vorgenommen:

  • Wertpapiere, die zur Veranlagung der kurzfristigen Liquidität dienen, jedoch nicht die Kriterien für die Einstufung als Zahlungsmitteläquivalente für den Fonds liquider Mittel erfüllen, wurden im Vorjahr in der Konzern-Bilanz unter den liquiden Mitteln geführt. Diese werden nunmehr als eigener Posten in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.
  • Die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht, wurden im Vorjahr unter den langfristigen Rückstellungen für Finanzinstrumente ausgewiesen. Diese wurden gemäß IFRS 7 zu den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Die Vorjahresvergleichswerte wurden aufgrund der neuen Darstellung zwecks besserer Vergleichbarkeit entsprechend angepasst.

Durch die Verschmelzung der bisher at Equity einbezogenen EESU Holding GmbH, Wien, mit der vollkonsolidierten RBG, deren Anteile an der RAG bisweilen 25,0% bzw. 75,0% betrugen, ist die RBG nunmehr mit 100,0% unmittelbar an der RAG beteiligt (siehe Erläuterung 4. Konsolidierungskreis). Bisher waren von der RAG 87,5% des anteiligen Ergebnisses im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der EVN enthalten. Vom Anteil der RBG in Höhe von 75,0% waren 49,95% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zuzurechnen.

Nach der nunmehr 100,0%igen, unmittelbaren Beteiligung der RBG an der RAG werden – im Sinne einer transparenteren, klareren und verständlicheren Darstellung der RAG – in Hinkunft 100,0% der RAG im Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen abgebildet, wovon 49,97% dem Ergebnisanteil anderer Gesellschafter zugerechnet werden. Daraus resultiert sowohl eine Erhöhung des Ergebnisanteils der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen als auch eine Erhöhung des Ergebnisanteils anderer Gesellschafter. Auf den Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG hat diese geänderte Darstellung jedoch keine Auswirkung.

6. Auswirkung der geänderten Darstellung der RAG1)

2008/09 2007/08
Position
Tsd. EUR
Ausweis neu Ausweis bisher Ausweis neu Ausweis bisher
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –1.139,0 –568,9 11.479,5 5.734,0
davon Ergebnisanteil anderer Gesellschafter –570,1 5.745,5
davon Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG –568,9 –568,9 5.734,0 5.734,0

1) Die angeführten Werte beziehen sich auf den früheren Anteil der EESU Holding GmbH, Wien, an der RAG, der von der Änderung betroffen war.

Die daraus resultierende Erhöhung des Minderheitenanteils wurde entsprechend in den Anteilen anderer Gesellschafter berücksichtigt (siehe Seite 75 unter Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals). Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der fehlenden Auswirkung auf den Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG nicht angepasst.

7. Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Im Zuge der Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte ist auf die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Aktivierung gemäß IAS 38 zu achten, die zwischen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen unterscheiden. Es wurden wie im Vorjahr keine Entwicklungsausgaben aktiviert, da die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien nicht erfüllt wurden.

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer, begrenzter Nutzungsdauer werden entsprechend ihrer jeweiligen voraussichtlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von drei bis acht Jahren für Software und von drei bis 40 Jahren für Rechte planmäßig linear abgeschrieben. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsverläufe werden mittels Schätzungen hinsichtlich des Zeitraums und der Verteilung der Mittelzuflüsse aus den korrespondierenden immateriellen Vermögenswerten im Zeitablauf festgelegt.

Im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Kundenbeziehungen werden, sofern aufgrund einer etwaigen Marktliberalisierung eine Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear über fünf bis 15 Jahre abgeschrieben.

8. Sachanlagen

Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen sowie Wertminderungen, bilanziert. Sofern die Verpflichtung besteht, eine Sachanlage zum Ende ihrer Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, umfassen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten auch die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten. Der Barwert der zukünftig dafür anfallenden Zahlungen wird zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe als Rückstellung passiviert.

Laufende Wartungskosten im Rahmen von Instandhaltungen von Sachanlagen werden, sofern die Wesensart des Vermögenswerts dadurch nicht verändert und künftig kein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, erfolgswirksam erfasst. Eine nachträgliche Aktivierung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme Wertsteigerungen erzielt werden.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 als Bestandteil der Herstellungskosten aktiviert. Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahmebereitschaft abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen linear über die voraussichtlich zu erwartende wirtschaftliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen bzw. deren Komponenten. Die wirtschaftlichen sowie technischen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den planmäßig linearen Abschreibungen liegen folgende konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:

8. Erwartete Nutzungsdauer von Sachanlagen Jahre
Gebäude 10–50
Leitungen 15–50
Maschinen 10–33
Zähler 5–40
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–25

Werden Sachanlagen verkauft, wird bei Beschlussfassung und Vorliegen der Voraussetzungen gemäß IFRS 5 der Vermögenswert als "zu Veräußerungszwecken gehalten" klassifiziert und, soweit erforderlich, auf den Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten abgewertet und in der Folge bis zum Verkaufszeitpunkt nicht weiter abgeschrieben. Die Kriterien des IFRS 5 werden wie im Vorjahr von keinem Vermögenswert des Sachanlagevermögens erfüllt.

Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang ausgewiesen, die Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert wird erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

9. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit ihrem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen zuzüglich etwaiger Firmenwerte bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um anteilige Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden, sonstige Eigenkapitalveränderungen sowie um fortgeschriebene Fair-Value-Anpassungen aus einem vorangegangenen Unternehmenserwerb erhöht bzw. vermindert. Eine Wertminderung erfolgt, wenn der zum Stichtag ermittelte Beteiligungsansatz den Buchwert unterschreitet.

10. Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Originäre Finanzinstrumente

  • Bei EVN werden folgende Bewertungskategorien angewendet:
  • Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available for sale, "AFS")
  • Kredite und Forderungen (loans and receivables, "LAR")
  • Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden (designated at fair value through profit or loss, "@FVTPL")
  • Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (held for trading, "HFT ")
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden (financial liabilities at amortised cost, "FLAC")

Die von IFRS 7 für die Anhangsangaben geforderte Unterteilung der originären Finanzinstrumente in Klassen – und die dazugehörigen Bewertungskategorien – zeigt sich bei EVN wie folgt:

10. Klassen und Bewertungskategorien originärer Finanzinstrumente Bewertungs
kategorie
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS
Andere Beteiligungen AFS
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL
Ausleihungen LAR
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Kurzfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting
Wertpapiere HFT
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC
Bankdarlehen FLAC
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten FLAC
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC
Sonstige übrige Verbindlichkeiten
FLAC

Kurzfristige Schulden

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting

Originäre Finanzinstrumente werden in der Konzern-Bilanz angesetzt, wenn EVN ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Marktübliche Käufe und Verkäufe werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert.

Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung zu den oben angeführten Bewertungskategorien, für die jeweils unterschiedliche Bewertungsregeln gelten. Diese werden bei der Erläuterung der einzelnen Bilanzpositionen beschrieben.

Derivative Finanzinstrumente

Zu den bei EVN eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten zählen Swaps, Forwards, Futures sowie strukturierte Produkte.

Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem Zeitwert bewertet. Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mithilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Ihr Ausweis erfolgt unter den übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Vermögenswerten bzw. übrigen (kurz- bzw. langfristigen) Verbindlichkeiten.

Bei Derivativen, die in einem Sicherungszusammenhang stehen, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Marktbewertungen von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Cash-Flow-Hedge-Instrumente zu klassifizieren sind, werden ergebnisneutral im Eigenkapital in die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 eingebucht. Bei Realisierung des Sicherungsgeschäfts erfolgt die ergebniswirksame Erfassung.

Bei Fair Value Hedges wird die Bewertung des Grundgeschäfts um den Betrag, der der Marktbewertung des abgesicherten Risikos entspricht, ergebniswirksam angepasst. Die Ergebnisse werden in der Regel in jenem Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen, in dem auch das gesicherte Grundgeschäft abgebildet wird. Die Wertschwankungen der Sicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungs- und Zinsänderungsrisiken im Finanzbereich setzt EVN vor allem Währungs- und Zinsswaps ein.

Zur Reduktion der Risiken im Energiebereich, die aus der Änderung von Rohstoff- und Produktpreisen im Beschaffungsbereich und bei Stromgeschäften entstehen, werden Swaps, Futures und Forwards eingesetzt.

Die von EVN abgeschlossenen Forward- und Futureverträge zum Kauf oder Verkauf von Strom und CO2-Zertifikaten werden zur Sicherung der Einkaufspreise für erwartete Stromlieferungen bzw. CO2-Zertifikate sowie der Verkaufspreise für die geplante Stromproduktion abgeschlossen. Da sie zu einer physischen Erfüllung führen, handelt es sich hierbei nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39, sondern um schwebende Einkaufs- und Verkaufsverträge, die nach den Vorschriften von IAS 37 auf drohende Verluste aus schwebenden Geschäften untersucht werden.

11. Sonstige Beteiligungen

Anteile an verbundenen sowie assoziierten Unternehmen, die aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht konsolidiert werden, und an anderen Beteiligungen sind der Kategorie "AFS" zugeordnet.

Der Wertansatz in der Konzern-Bilanz erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Dieser wird – soweit als möglich – auf Basis von Börsekursen ermittelt. Wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand vergleichbarer Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf eine Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde, werden die Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen angesetzt.

Unrealisierte Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Bei einer nachhaltigen Verschlechterung des Werts werden Abschreibungen vorgenommen. Bei Veräußerung wird der bisher im Eigenkapital erfolgsneutral erfasste unrealisierte Gewinn bzw. Verlust ergebniswirksam ausgewiesen.

12. Übrige langfristige Vermögenswerte

Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens werden beim erstmaligen Ansatz als "@FVTPL" klassifiziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten erfasst und in den Folgeperioden mit ihrem Marktwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Marktwertänderungen werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Ausleihungen werden der Kategorie "LAR" zugeordnet, die Bilanzierung erfolgt bei verzinslichen zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen werden zu Barwerten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft, das gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft eingestuft wird (siehe Erläuterung 23. Leasing- und Pachtgegenstände).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Gewinne und Verluste, die aus Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultieren, werden entweder ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung 10. Finanzinstrumente).

Die Bewertung der Primärenergiereserven und der sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag.

13. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen Marktpreis und bei anderen Vorräten aus den geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus der verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden erfahrungsgemäße Wertabschläge berücksichtigt. Die Ermittlung des Einsatzes der Primärenergievorräte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach einem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Die gemäß Emissionszertifikategesetz (EZG) gratis zugeteilten Emissionszertifikate werden aufgrund der Ablehnung von IFRIC 3 durch die EU-Kommission auf Basis von IAS 20 und IAS 38 mit Anschaffungskosten von null bilanziert. Für notwendige Beschaffungen erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten, für Zuführungen zu Rückstellungen aufgrund allfälliger Unterdeckungen mit dem Zeitwert zum Bilanzstichtag. In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind im Materialaufwand nur Aufwendungen enthalten, die durch eine zu geringe Zuteilung bedingt sind.

14. Forderungen

Kurzfristige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Ausnahmen bilden die derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, sowie die zu Stichtagskursen bewerteten Fremdwährungsposten. Die fortgeführten Anschaffungskosten können als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden, weil überwiegend eine Restlaufzeit von unter einem Jahr besteht.

Steuerforderungen werden mit Steuerverbindlichkeiten saldiert dargestellt, wenn sie gegenüber derselben Abgabenbehörde bestehen und ein verrechenbarer Anspruch vorhanden ist.

15. Wertpapiere

Die Bewertung der kurzfristigen Wertpapiere, die als "HFT " eingestuft werden, erfolgt zum Marktwert. Änderungen des Marktwerts werden sofort in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

16. Liquide Mittel

Unter den liquiden Mitteln sind flüssige Mittel zur kurzfristigen Veranlagung der freien Liquidität zusammengefasst. Diese werden zu Tageswerten angesetzt. Bestände in Fremdwährung werden zu Stichtagskursen umgerechnet.

17. Eigenkapital

In Abgrenzung zum Fremdkapital ist Eigenkapital gemäß dem IFRS -Rahmenkonzept definiert als "Residualanspruch an den Vermögenswerten des Konzerns nach Abzug aller Schulden". Das Eigenkapital ergibt sich somit als Restgröße aus Vermögenswerten und Schulden.

Die von der EVN gehaltenen eigenen Anteile werden entsprechend den Regelungen des IAS 32 nicht als Wertpapiere ausgewiesen, sondern in Höhe der Anschaffungskosten der erworbenen eigenen Anteile offen von den Gewinnrücklagen abgesetzt. Gewinne und Verluste, die aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu deren Anschaffungskosten entstehen, erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.

In den direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnissen nach Ertragsteuern werden bestimmte erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals sowie die jeweils darauf entfallenden latenten Steuern erfasst. Dies betrifft etwa den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, die unrealisierten Gewinne bzw. Verluste aus der Marktbewertung von marktgängigen Wertpapieren und den effektiven Teil der Marktwertänderung von Cash-Flow-Hedge-Transaktionen. Weiters ist in dieser Position die anteilige Übernahme der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen enthalten.

18. Langfristige Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen

Aufgrund einer Betriebsvereinbarung besteht für die EVN AG die Verpflichtung, Mitarbeitenden, die bis 31. Dezember 1989 in das Unternehmen eingetreten sind, ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen Pensionszuschuss zu gewähren. Diese Verpflichtung besteht auch für jene Mitarbeitenden der EVN Netz, die im Zuge der Einbringung des Strom- und Gasnetzes nunmehr in der EVN Netz beschäftigt sind. Die Höhe dieser Pension ist grundsätzlich leistungsorientiert und bemisst sich nach Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie nach Höhe des Bezugs zum Pensionierungszeitpunkt. Darüber hinaus werden jedenfalls von EVN und in der Regel auch von den Mitarbeitenden selbst Beiträge an die EVN-Pensionskasse geleistet, wobei die daraus resultierenden Ansprüche vollständig auf die Pensionsleistungen angerechnet werden. Die Verpflichtungen der EVN sowohl gegenüber Pensionisten als auch gegenüber Anwartschaftsberechtigten werden somit zum Teil durch Rückstellungen für Pensionen und ergänzend dazu durch beitragsorientierte Leistungen der EVN-Pensionskasse abgedeckt.

Für die ab 1. Jänner 1990 eingetretenen Mitarbeitenden wurde anstelle der betrieblichen Zuschusspension ein beitragsorientiertes Pensionsmodell geschaffen, das im Rahmen der EVN-Pensionskasse finanziert wird. Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die EVN-Pensionskasse vorwiegend in verschiedenen Investmentfonds unter der Beachtung des Pensionskassengesetzes. Für einzelne Mitarbeitende bestehen weiters vertragliche Pensionszusagen, die die EVN unter bestimmten Voraussetzungen verpflichten, Pensionszahlungen zu leisten.

Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen betrifft Strom- und Gasdeputatsverpflichtungen aus Anwartschaften von aktiven Mitarbeitenden sowie laufende Ansprüche pensionierter Mitarbeitender und Mitbegünstigter.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode"). Dabei werden die voraussichtlich zu erbringenden Versorgungsleistungen entsprechend der Aktivzeit der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung künftig zu erwartender Gehalts- und Pensionssteigerungen bis zum Pensionsantritt verteilt.

Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Die Berechnungsgrundlagen sind in Erläuterung 42. Langfristige Rückstellungen angeführt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der jeweiligen Mitarbeitenden erfolgswirksam erfasst.

Für die Rückstellung für Pensionen wurden wie im Vorjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen nach den österreichischen Pensionsversicherungstafeln "Rechnungsgrundlagen AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" errechnet.

Sowohl der Dienstzeitaufwand als auch der Zinsanteil der Zuführung zur Rückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Rückstellung für Abfertigungen

Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeitende österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 1. Jänner 2003 ihr Arbeitsverhältnis begonnen haben, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig.

In Bulgarien und Mazedonien haben Mitarbeitende zum Zeitpunkt ihrer Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigung, deren Höhe in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit ermittelt wird. Hinsichtlich ihrer Abfertigungsansprüche bestehen für die anderen Mitarbeitenden der EVN je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes ähnliche Systeme der Mitarbeitersicherung.

Die Rückstellung für Abfertigungen wurde gemäß versicherungsmathematischer Berechnungen gebildet. Die Bewertung erfolgte anhand derselben Berechnungsgrundlagen wie für die Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (Berechnungsgrundlagen siehe Erläuterung 42. Langfristige Rückstellungen).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit diese 10,0% des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens übersteigen, über die durchschnittliche Restdienstzeit der jeweiligen Mitarbeitenden erfolgswirksam erfasst.

Bei Mitarbeitenden österreichischer Gesellschaften, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, wurde die Verpflichtung der einmaligen Abfertigungszahlung in ein beitragsorientiertes System übertragen. Die Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden im Personalaufwand erfasst.

Sonstige langfristige Rückstellungen

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund von Ereignissen der Vergangenheit, die der Höhe und/oder dem Eintrittszeitpunkt nach ungewiss waren. Die Rückstellungen werden mit dem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgt mit dem erwarteten Wert bzw. mit dem Betrag, der über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt.

Für Jubiläumsgeldverpflichtungen, die aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen bzw. Betriebsvereinbarungen bestehen, wurde unter Zugrundelegung derselben Rechnungsgrößen wie für Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen vorgesorgt.

Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen für rechtliche und faktische Verpflichtungen werden mit dem Barwert der zu erwartenden zukünftigen Kosten angesetzt. Änderungen in den Schätzungen der Kosten oder im Zinssatz werden gegen den Buchwert des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst. Wenn die Abnahme der Rückstellung den Buchwert des Vermögenswerts übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag erfolgswirksam erfasst.

19. Schulden

Die Schulden werden – mit Ausnahme jener aus derivativen Finanzinstrumenten bzw. jener im Zusammenhang mit Hedge Accounting – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (siehe Erläuterung 10. Finanzinstrumente). Geldbeschaffungskosten sind Teil der fortgeführten Anschaffungskosten. Langfristige Schulden werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode verzinst.

Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse mindern die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten der entsprechenden Vermögenswerte nicht und werden daher unter analoger Anwendung von IAS 20 auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Vereinnahmte Baukostenzuschüsse – das sind Beiträge der Kunden zu bereits getätigten Investitionen in das vorgelagerte Netz – stellen wirtschaftlich eine Gegenposition zu den Anschaffungskosten dieser Sachanlagen dar. Die Gewährung von Investitionszuschüssen impliziert in der Regel eine den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende und bescheidmäßig festgesetzte Betriebsführung. Sowohl Baukosten- als auch Investitionszuschüsse werden über die durchschnittliche Nutzungsdauer der zugehörigen Sachanlagen linear aufgelöst.

20. Ertragsrealisierung

Umsatzrealisierung (allgemein)

Erlöse aus dem Endkundengeschäft werden zum Bilanzstichtag zum Teil mit Unterstützung statistischer Verfahren aus den Kundenabrechnungssystemen ermittelt und in Bezug auf die in der Periode gelieferten Energie- bzw. Wassermengen abgegrenzt. Umsatzerlöse werden dann als Erlöse erfasst, wenn EVN gegenüber dem Kunden eine abrechenbare Leistung erbracht hat.

Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Aktivums realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Auftragsfertigung

Forderungen für Projektgeschäfte (insbesondere BOOT-Modelle – Build, Own, Operate, Transfer) und die damit in Zusammenhang stehenden Umsätze werden nach Maßgabe des jeweiligen Anarbeitungsgrads ("Percentage-of-Completion-Methode") erfasst. Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie auf Basis von individuellen Vertragsbedingungen mit fixen Preisen vereinbart werden. Der Anarbeitungsgrad wird durch die "Cost-to-Cost-Methode" festgelegt. Dabei werden Umsätze und Auftragsergebnisse im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Zuverlässige Schätzungen der Gesamtkosten der Aufträge, der Verkaufspreise und der tatsächlich angefallenen Kosten sind verfügbar. Veränderungen der geschätzten Gesamtauftragskosten und daraus möglicherweise resultierende Verluste werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Für technologische und finanzielle Risiken, welche während der verbleibenden Laufzeit des Projekts eintreten können, wird je Auftrag eine Einzeleinschätzung vorgenommen und ein entsprechender Betrag in den erwarteten Gesamtkosten angesetzt. Drohende Verluste aus der Bewertung von nicht abgerechneten Projekten werden sofort als Aufwand erfasst. Drohende Verluste werden realisiert, wenn wahrscheinlich ist, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen werden.

21. Ertragsteuern und latente Steuern

Der auf die EVN AG anwendbare Körperschaftsteuersatz betrug zum Abschlussstichtag 25,0%.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde vom österreichischen Gesetzgeber die Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen geschaffen. Die EVN macht durch die Bildung von fünf Gruppen davon Gebrauch. Die EVN AG befindet sich in einer Unternehmensgruppe mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, als Gruppenträger.

Die steuerlichen Ergebnisse der diesen Gruppen zugehörigen Gesellschaften wurden dabei nach der Verrechnung mit den eigenen Vorgruppenverlusten dem jeweiligen übergeordneten Gruppenmitglied bzw. dem Gruppenträger zugerechnet. Zum Ausgleich für die weitergereichten steuerlichen Ergebnisse wurde in den Gruppenverträgen eine Steuerumlage vereinbart, die sich an der "Stand-Alone-Methode" orientiert.

Zukünftige Steuersatzänderungen wurden berücksichtigt, wenn sie zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bereits gesetzlich beschlossen waren.

Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der "Liability-Methode" mit jenem Steuersatz, der bei Umkehr der befristeten Unterschiede nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag zu erwarten ist. Auf alle temporären Differenzen (Differenz zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen) werden aktive und passive latente Steuern berechnet und bilanziert.

Aktive latente Steuern werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Ergebnisse oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sein werden. Verlustvorträge werden im Rahmen der aktiven latenten Steuern berücksichtigt. Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.

Für Unterschiedsbeträge, die aus at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen resultieren, wurden keine latenten Steuern in der Konzern-Bilanz ausgewiesen.

Für die laufenden Ertragsteuern wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:

21. Ertragsteuersätze
%
2008/09 2007/08
Unternehmenssitz
Österreich 25,0 25,0
Albanien1) 10,0 10,0
Bulgarien 10,0 10,0
Dänemark 25,0 25,0
Deutschland 30,0 30,0
Estland2) 21,0 21,0
Kroatien 20,0 20,0
Litauen3) 20,0 15,0
Mazedonien 10,0 10,0
Montenegro 9,0 9,0
Polen 19,0 19,0
Russland4) 20,0 24,0
Slowenien 21,0 22,0
Türkei 20,0 20,0
Zypern 10,0 10,0

1) Mit 1.1.2008 wurde der Körperschaftsteuersatz von 20,0% auf 10,0% gesenkt.

2) Die Besteuerung von Unternehmensgewinnen erfolgt erst bei Ausschüttung an die Gesellschafter. Im Unternehmen thesaurierte Gewinne werden nicht besteuert.

3) Mit 1.1.2009 wurde der Körperschaftsteuersatz von 15,0% auf 20,0% erhöht.

4) Mit 1.1.2009 wurde der Körperschaftsteuersatz von 24,0% auf 20,0% gesenkt.

22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen

Bei allen in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallenden Vermögenswerten wird jeweils zum Bilanzstichtag geprüft, ob interne oder externe Indikatoren für Wertminderungen vorliegen. Während Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung lediglich bei Vorliegen eindeutiger Anzeichen auf eventuelle, außerplanmäßig vorzunehmende Abschreibungen hin zu überprüfen sind, unterliegen Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer verpflichtenden, mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen.

Die Werthaltigkeitsprüfung von Firmenwerten sowie von Vermögenswerten, für die keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse identifiziert werden können, erfolgt auf der Betrachtungsebene zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units, CGUs). Für eine Zuordnung sind jene CGUs zu identifizieren, aus denen separate Mittelzuflüsse erzielt werden und die – im Falle von Werthaltigkeitsprüfungen von Firmenwerten – einen Nutzen aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses ziehen. Die nicht zuordenbaren Unterschiedsbeträge wurden auf die CGUs Energiebeschaffung und -vertrieb, Bulgarien, Mazedonien und Umwelt verteilt.

Im Bereich der Sachanlagen wird als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als CGU die technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Im Konzern sind dies Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen, Strom- und Gasverteilungsanlagen, Datenleitungen sowie Strombezugsrechte.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit wird der höhere erzielbare Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert dem Buchwert der CGU bzw. dem Buchwert des Vermögenswerts gegenübergestellt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten.

Die Berechnung des Nutzungswerts erfolgt auf Basis der zukünftig erzielbaren Geldmittelzu- und -abflüsse (Cash Flows), die im Wesentlichen aus der internen mittelfristigen Planungsrechnung abgeleitet werden. Diese Zahlungsströme werden mit dem Kapitalkostensatz vor Ertragsteuern (WACC) von 8,7% (Vorjahr: 8,7%), angepasst um spezifische Unternehmens- und Länderrisiken, abgezinst. In die Wertermittlung werden die künftig zu erwartenden Erlöse sowie Betriebs- und Instandhaltungskosten einbezogen, wobei im Falle von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer Nutzungsdauer der jeweilige nutzungsbedingte Anlagenzustand berücksichtigt wird. Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung der nächsten mittelfristigen Unternehmensplanung berücksichtigt.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem angesetzten Buchwert, so ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern und eine Wertminderung (außerplanmäßige Abschreibung) zu erfassen. Übersteigt der Buchwert einer CGU, der ein Firmenwert oder sonstiger Vermögenswert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der Firmenwert bzw. der betreffende Vermögenswert in Höhe des Differenzbetrags wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf wird durch anteilige Reduktion der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der CGU berücksichtigt.

Wenn der Grund für eine vorgenommene Wertminderung entfällt, erfolgt für den betreffenden Vermögenswert eine Wertaufholung. Der infolge dieser Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nicht übersteigen. Firmenwerte, die im Zuge einer Werthaltigkeitsprüfung wertgemindert wurden, dürfen auch nach Entfall der Wertminderungsgründe gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben werden.

23. Leasing- und Pachtgegenstände

Gemäß IAS 17 erfolgt die Zuordnung eines Leasinggegenstands zum Leasinggeber oder Leasingnehmer nach dem Kriterium der Zuordenbarkeit aller wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind.

Die langfristigen Leasingforderungen, die bei Projektgeschäften des Umweltbereichs im Rahmen des sogenannten BOOT-Modells (Build, Own, Operate, Transfer) anfallen, bei dem eine Anlage für einen Kunden gebaut, finanziert und über eine fixe Laufzeit betrieben wird und nach deren Ablauf in das Eigentum des Kunden übergeht, werden gemäß IAS 17 in Verbindung mit IFRIC 4 als Finanzierungsleasinggeschäft klassifiziert und als solches im Konzernabschluss der EVN bilanziert.

Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden mit dem Betrag des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten beim Leasingnehmer aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer bzw. die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden passiviert. Im Rahmen von Operating Leasing überlassene Gegenstände werden dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden beim Leasingnehmer in gleichmäßigen Raten über die Leasingdauer verteilt als Aufwand erfasst.

24. Zukunftsgerichtete Aussagen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Konzernanhang angegebenen Beträge beeinflussen.

Bei den durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen müssen vor allem in Bezug auf künftige Zahlungsmittelüberschüsse Schätzungen vorgenommen werden. Eine Änderung der gesamtwirtschaftlichen, der Branchen- oder der Unternehmenssituation in der Zukunft kann zu einer Reduzierung der Zahlungsmittelüberschüsse und somit zu Wertminderungen führen.

Für die Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Pensions- und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Abfertigungen werden Annahmen für Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung sowie Pensions- und Gehaltserhöhungen verwendet.

Weitere Anwendungsgebiete für Annahmen und Schätzungen liegen zum einen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des langfristigen Vermögens, der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren und Umweltschutz sowie zum anderen in der Bewertung von Forderungen und Vorräten. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die unter den gegebenen Umständen als zutreffend erachtet werden.

Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die Einschätzungen und Annahmen werden laufend überprüft.

25. Segmentberichterstattung

Entsprechend den Regeln des IAS 14 sind einzelne Jahresabschlussdaten nach Segmenten und Regionen getrennt darzustellen. Die Gliederung orientiert sich dabei an der internen Berichterstattung, die eine zuverlässige Einschätzung der Risiken und Erträge der EVN ermöglicht. Durch die Segmentierung sollen Ertragskraft und Erfolgsaussichten der einzelnen Aktivitäten der EVN transparent gemacht werden.

Die mit Beginn des Geschäftsjahres 2005/06 implementierte neue Konzernstruktur der EVN findet auch in der externen Berichterstattung in Aktionärsbriefen und Geschäftsberichten seither ihren Niederschlag. Dazu erfolgt die Darstellung gegliedert in die Segmente Energie, Umwelt sowie Strategische Beteiligungen und Sonstiges.

Dies soll einerseits eine kompakte Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten der EVN (Management Approach) ermöglichen und andererseits ausreichende Informationen über den Geschäftsgang in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen vermitteln, damit eine schlüssige Interpretation der Entwicklung der gesamten Unternehmensgruppe möglicht ist.

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

25. Segmentaktivitäten

Segment Aktivität
Energie Erzeugung, Netze, Energiebeschaffung und -vertrieb
sowie Südosteuropa
Umwelt Wasserver- und Abwasserentsorgung,
Thermische Abfallverwertung
Strategische Beteiligungen und Sonstiges Strategische Beteiligungen und Sonstiges, Konzernfunktionen

Die geografische Segmentierung umfasst die Unterteilung in die Regionen Österreich, Südosteuropa sowie Mittel- und Osteuropa.

Grundsatz der Segmentzuordnung

Sachlich zuordenbare Positionen sind den jeweiligen Segmenten direkt zugerechnet. Von einem Segment an ein anderes Segment erbrachte und direkt verrechenbare Leistungen werden über innerbetriebliche Leistungsverrechnung zugeordnet. Positionen, die weder direkt zuordenbar noch verrechenbar sind, werden mithilfe sachlich bedingter Umlageverfahren zugerechnet. Restgrößen werden im Verhältnis der zugeordneten Positionen verteilt.

Die Umsätze werden nach dem Bestimmungslandprinzip jenen Ländern zugerechnet, in welchen die Leistung erbracht wird. Bei Projektgeschäften entscheidet der Projektstandort.

Verrechnungspreise

Die Verrechnungspreise zwischen den Segmenten basieren hinsichtlich des Energieeinsatzes auf vergleichbaren Preisen für Sondervertragskunden – sie stellen insoweit anlegbare Marktpreise dar – und hinsichtlich der übrigen Positionen auf den Grundlagen der Kostenrechnung zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags.

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

Die Nettowerte verstehen sich als nutzungsbedingte Restbuchwerte, das sind Anschaffungswerte abzüglich kumulierter Abschreibungen.

Als Währungsdifferenzen sind jene Beträge angegeben, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte mit den Wechselkursen zu Beginn und zu Ende des Geschäftsjahres 2008/09 ergaben.

26. Immaterielle Vermögenswerte

Der Zugang durch Unternehmenserwerb bei den aktiven Firmenwerten im Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 1.088,1 Tsd. Euro stammt aus dem Erwerb der B.net.

Als sonstige immaterielle Vermögenswerte wurden insbesondere Strombezugsrechte, Transportrechte an Erdgasleitungen und sonstige Rechte, großteils Software-Lizenzen, die Kundenbeziehungen der bulgarischen und mazedonischen Stromversorger sowie B.net, ausgewiesen.

Zum 30. September 2009 standen Kundenbeziehungen, die noch nicht der Marktliberalisierung unterlagen und somit eine unbestimmbare Nutzungsdauer aufwiesen, mit Anschaffungskosten von 24.514,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.514,9 Tsd. Euro) zu Buche. In Bulgarien wurde mit Beginn der neuen Regulierungsperiode im Geschäftsjahr 2007/08 mit einer planmäßigen Abschreibung des Kundenstocks begonnen.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden insgesamt 1.154,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 934,1 Tsd. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Die von den IFRS geforderten Aktivierungskriterien wurden nicht erfüllt.

26. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2008/09 Tsd. EUR Aktive Firmenwerte Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2008 215.488,5 350.760,2 566.248,6
Währungsdifferenzen –4,7 2,0 –2,7
Zugang durch Unternehmenserwerb 1.088,1 8.215,0 9.303,0
Zugänge 11.358,9 11.358,9
Abgänge –3.290,6 –3.290,6
Umbuchungen 1.120,1 1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 216.571,9 368.165,4 584.737,3
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –208.699,2 –208.699,2
Währungsdifferenzen –1,0 –1,0
Planmäßige Abschreibungen –11.705,4 –11.705,4
Abgänge 1.472,6 1.472,6
Umbuchungen –625,6 –625,6
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –219.558,6 –219.558,6
Nettowert 30.9.2008 215.488,5 142.061,0 357.549,5
Nettowert 30.9.2009 216.571,9 148.606,8 365.178,7
Geschäftsjahr 2007/08 Tsd. EUR
Aktive Firmenwerte
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2007 191.623,6 341.783,7 533.407,3
Währungsdifferenzen 111,6 4,1 115,7
Zugang durch Unternehmenserwerb 23.753,2 54,1 23.807,3
Zugänge 14.398,7 14.398,7
Abgänge –7.416,3 –7.416,3
Umbuchungen 1.935,9 1.935,9
Bruttowert 30.9.2008 215.488,5 350.760,2 566.248,6
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2007 –205.550,1 –205.550,1
Währungsdifferenzen –1,9 –1,9
Planmäßige Abschreibungen –10.420,3 –10.420,3
Abgänge 7.353,4 7.353,4
Umbuchungen –80,2 –80,2
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –208.699,2 –208.699,2
Nettowert 30.9.2007 191.623,6 136.233,6 327.857,2
Nettowert 30.9.2008 215.488,5 142.061,0 357.549,5

27. Sachanlagen

In den Zugängen zu den Sachanlagen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 3.982,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.541,3 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 1,39%–7,50% (Vorjahr: 5,43%–5,50%). Die Position Zugang durch Unternehmenserwerb umfasste im Geschäftsjahr 2008/09 Anlagenwerte der B.net.

In der Position Grundstücke und Bauten sind Grundwerte in Höhe von 70.452,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 69.989,4 Tsd. Euro) enthalten. Zum Bilanzstichtag bestand eine Höchstbetragshypothek in unveränderter Höhe von 1.827,7 Tsd. Euro. Die aktivierten Eigenleistungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf 16.620,4 Tsd. Euro (Vorjahr: 13.500,9 Tsd. Euro).

Die Durchführung einer Werthaltigkeitsprüfung der Sachanlagen im Vorjahr ergab bei Wärmeanlagen einen Zuschreibungsbedarf von 1.437,9 Tsd. Euro sowie Wertminderungen im Netzbereich und bei übrigen Anlagen in Höhe von 13.431,4 Tsd. Euro.

In der Position geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau waren zum Abschlussstichtag in Bau befindliche Anlagen mit Anschaffungskosten von 374.739,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 294.733,4 Tsd. Euro) enthalten.

Für geleaste und gepachtete Anlagen ist in der Konzern-Bilanz der Barwert der Zahlungsverpflichtungen aus der Nutzung von Wärmenetzen und Heizwerken ausgewiesen. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag 21.120,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 22.170,3 Tsd. Euro). Die zugehörigen Pacht- bzw. Leasingverbindlichkeiten wurden unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten passiviert.

27. Entwicklung der Sachanlagen Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geleistete
Geschäftsjahr 2008/09
Tsd. EUR
Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Geschäfts
ausstattung
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2008 599.788,5 2.527.090,0 1.676.277,1 192.372,6 221.378,4 307.165,0 5.524.071,7
Währungsdifferenzen –7,5 –6,5 –906,7 20,4 –129,7 –2.964,4 –3.994,5
Zugang durch Unternehmenserwerb 466,6 48.460,2 900,3 1.040,0 50.867,1
Zugänge 3.624,9 81.035,5 42.250,6 8.861,0 20.956,0 249.669,5 406.397,6
Abgänge –4.201,3 –9.333,1 –12.339,0 –4.127,1 –11.093,0 –1.085,3 –42.178,7
Umbuchungen 8.517,2 88.561,8 62.546,4 –19.512,3 –8.312,4 –132.920,9 –1.120,1
Bruttowert 30.9.2009 608.188,3 2.735.807,9 1.767.828,5 177.614,7 223.699,6 420.903,9 5.934.043,0
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –265.240,1 –1.451.198,4 –1.143.684,2 –104.968,8 –165.954,9 –1.052,9 –3.132.099,4
Währungsdifferenzen 2,1 4,2 –1,5 –1,1 71,5 75,1
Planmäßige Abschreibungen –16.661,4 –79.571,4 –52.132,0 –17.605,1 –20.504,6 –186.474,6
Abgänge 2.960,8 9.138,0 10.446,4 3.520,1 9.901,2 898,6 36.865,1
Umbuchungen –161,7 –16.567,7 –3.018,1 16.359,6 4.069,1 681,2
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 –279.100,4 –1.538.195,3 –1.188.389,4 –102.695,4 –172.417,7 –154,3 –3.280.952,6
Nettowert 30.9.2008 334.548,4 1.075.891,6 532.593,0 87.403,8 55.423,5 306.112,1 2.391.972,3
Nettowert 30.9.2009 329.088,0 1.197.612,6 579.439,1 74.919,2 51.281,9 420.749,6 2.653.090,4
Geschäftsjahr 2007/08 Tsd. EUR Grundstücke
und Bauten
Leitungen Technische
Anlagen
Zähler Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen u.
Anlagen in Bau
Summe
Bruttowert 30.9.2007 693.537,6 2.202.930,1 1.649.174,3 179.372,5 207.335,9 196.937,0 5.129.287,4
Währungsdifferenzen 638,5 238,5 659,3 14,4 146,9 –34,6 1.663,0
Zugang durch Unternehmenserwerb 17.242,5 12.453,0 3.648,2 96,4 263,7 319,8 34.023,7
Zugänge 9.859,4 101.841,6 53.474,4 12.296,9 16.081,1 206.659,9 400.213,3
Abgänge –4.090,8 –6.234,7 –11.159,1 –4.422,4 –12.416,7 –660,0 –38.983,6
Umbuchungen –117.398,6 215.861,4 –19.520,1 5.014,8 9.967,4 –96.057,1 –2.132,2
Bruttowert 30.9.2008 599.788,5 2.527.090,0 1.676.277,1 192.372,6 221.378,4 307.165,0 5.524.071,7
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2007 –307.830,0 –1.278.423,2 –1.140.462,8 –95.303,3 –156.752,2 –1.387,8 –2.980.159,3
Währungsdifferenzen –295,4 –129,4 –381,4 –1,3 –108,3 –915,8
Planmäßige Abschreibungen –16.847,2 –74.614,1 –48.292,4 –13.057,0 –20.456,7 –173.267,5
Wertminderungen –397,2 –12.233,3 –800,8 –0,1 –13.431,4
Zuschreibungen 1.069,8 337,7 30,4 1.437,9
Abgänge 3.058,6 5.940,6 10.343,2 3.393,5 11.267,9 304,5 34.308,2
Umbuchungen 57.071,1 –92.808,8 35.572,3 –0,6 94,4 –71,5
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –265.240,1 –1.451.198,4 –1.143.684,2 –104.968,8 –165.954,9 –1.052,9 –3.132.099,4
Nettowert 30.9.2007 385.707,5 924.506,9 508.711,6 84.069,2 50.583,7 195.549,2 2.149.128,1
Nettowert 30.9.2008 334.548,4 1.075.891,6 532.593,0 87.403,8 55.423,5 306.112,1 2.391.972,3

28. At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen

Der Kreis der at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen ist im Anhang ab Seite 122 unter Beteiligungen der EVN dargestellt.

Sämtliche at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen wurden mit ihren anteiligen IFRS -Ergebnissen aus einem Zwischen- bzw. Jahresabschluss erfasst, dessen Stichtag nicht mehr als drei Monate vor dem Bilanzstichtag der EVN AG liegt.

Für die im Konzern at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen existierten keine öffentlich notierten Marktpreise.

Die Position der sonstigen Beteiligungen umfasst Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sowie andere Beteiligungen mit einer Beteiligungsquote von unter 20,0%, soweit diese nicht at Equity einbezogen sind.

Die Zugänge bei den at Equity einbezogenen assozierten Unternehmen beinhalten unter anderem den Effekt aus der geänderten Darstellung der RAG (siehe Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze).

Der Effekt aus der erstmaligen Anwendung neuer IFRS betrifft die geänderte Darstellung der in den at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen ZOV und ZOV UIP erfassten Projekte im Zuge der vorzeitigen Erstanwendung von IFRIC 12 (siehe Erläuterung 2. Berichterstattung nach IFRS ).

Die Umbuchungen bei den anderen Beteiligungen betreffen die im Einklang mit den Änderungen von IAS 39 und IFRS 7 im 1. Quartal 2008/09 durchgeführte Umklassifizierung von im kurzfristigen Bereich ausgewiesenen Wertpapieren in Höhe von 23.367,5 Tsd. Euro, die bis zu diesem Zeitpunkt als "HFT " eingestuft worden waren, in die Kategorie "AFS".

In den anderen Beteiligungen sind Aktien börsenotierter Unternehmen mit einem Kurswert von 1.385.841,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.707.661,3 Tsd. Euro) enthalten. Bei den übrigen in dieser Position enthaltenen Beteiligungen in Höhe von 23.854,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 15.842,9 Tsd. Euro), die zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bilanziert werden, handelt es sich um Anteile an Gesellschaften ohne aktiven Markt, die nicht frei handelbar sind.

Im laufenden Periodenergebnis waren keine Erträge aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "AFS" enthalten.

Die Wertminderungen bei den anderen Beteiligungen in Höhe von 345.186,9 Tsd. Euro (Vorjahr: Zuschreibungen von 108.039,8 Tsd. Euro) betrafen Anpassungen an geänderte Marktwerte und Börsekurse, die nach Berücksichtigung des Abzugs latenter Steuern gegen die Bewertungsrücklage gem. IAS 39 verrechnet wurden.

Im Berichtszeitraum wurden keine Wertminderungen (Vorjahr: 58,7 Tsd. Euro) im Periodenergebnis erfasst.

Die Anteile an der ZOV (anteiliges Eigenkapital der EVN zum 30. September 2009: 50.021,3 Tsd. Euro; Vorjahr: 62.018,3 Tsd. Euro) wurden an die kreditfinanzierenden Banken abgetreten.

28. Entwicklung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen

Tsd. EUR At Equity einbezo
gene assoziierte
Unternehmen
Beteiligungen an
verbundenen
Unternehmen
Andere
Beteiligungen
Summe sonstige
Beteiligungen
Bruttowert 30.9.2008 513.540,8 12.284,6 376.446,6 388.731,2
Zugang durch Unternehmenserwerb 458,7 458,7
Zugänge 158.210,4 1.851,2 5.697,7 7.548,9
Abgänge –41,8 –2.477,9 –2.519,7
Umbuchungen –17,5 23.385,0 23.367,5
Bruttowert 30.9.2009 671.751,3 14.535,2 403.051,4 417.586,7
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2008 127.949,3 –5.431,5 1.340.204,5 1.334.772,9
Währungsdifferenzen –898,0
Wertminderungen –345.186,9 –345.186,9
Anteiliges Ergebnis 46.657,6
Ausschüttungen –93.905,9
Erfolgsneutrale Wertänderungen –24.673,8
Abgänge 49,4 2.474,4 2.523,8
Erstmalige Anwendung neuer IFRS –14.392,5
Kumulierte Wertänderungen 30.9.2009 40.736,6 –5.382,1 997.492,0 992.109,9
Nettowert 30.9.2008 641.490,1 6.853,1 1.716.651,1 1.723.504,2
Nettowert 30.9.2009 712.487,8 9.153,1 1.400.543,4 1.409.696,6

29. Übrige langfristige Vermögenswerte

Die Wertpapiere des übrigen langfristigen Vermögens bestehen im Wesentlichen aus Anteilen an Investmentfonds und dienen der nach österreichischem Steuerrecht vorgeschriebenen Deckung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen. Die Buchwerte entsprechen dem Kurswert zum Bilanzstichtag. Zugänge und Abgänge resultierten aus diesbezüglichen Vermögensumschichtungen im Geschäftsjahr.

Von den Ausleihungen in Höhe von 21.619,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 21.648,5 Tsd. Euro) hatten 3.006,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.228,5 Tsd. Euro) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften stammen aus dem Projektgeschäft im Rahmen von BOOT-Modellen. Aus laufenden Fertigungsaufträgen bestanden Forderungen in Höhe von 54.444,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 25.896,0 Tsd. Euro). In den Zugängen sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 724,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 295,0 Tsd. Euro) enthalten. Der Aktivierungszinssatz betrug 4,6%–5,9% (Vorjahr: 4,6%–9,1%).

Die Forderungen aus derivativen Geschäften betreffen positive Marktwerte von Zins- und Währungsswaps.

Die sonstigen übrigen langfristigen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen abgegrenzte Garantieentgelte für langfristige Bankdarlehen.

I Sonstige finanzielle Vermögenswerte I Sonstige langfristige Vermögenswerte
Tsd. EUR Wertpapiere Ausleihungen Forderungen und
Abgrenzungen
aus Leasing
geschäften
Forderungen
aus derivativen
Geschäften
Primär
energiereserven
Sonstige übrige
langfristige
Vermögenswerte
Summe
Bruttowert 30.9.2008 109.806,4 22.010,2 444.432,4 2.901,7 11.908,9 13.750,5 604.810,2
Währungsdifferenzen –14,1 –14,1
Zugang durch Unternehmenserwerb 75,8 75,8
Zugänge 1.361,8 54.554,5 15.672,4 3.562,9 1.926,2 77.077,8
Abgänge –10.030,6 –1.390,4 –48.370,3 –1.081,5 –3.210,6 –64.083,3
Bruttowert 30.9.2009 99.837,6 21.981,6 450.616,7 18.574,1 14.390,3 12.466,2 617.866,4
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2008 –6.940,2 –361,6 –521,1 –7.823,0
Währungsdifferenzen 13,7 13,7
Wertminderungen –114,8 –114,8
Zuschreibungen 4.052,9 4.052,9
Abgänge 5.550,3 5.550,3
Kumulierte Abschreibungen 30.9.2009 2.561,9 –361,6 –521,1 1.679,1
Nettowert 30.9.2008 102.866,2 21.648,5 444.432,4 2.901,7 11.387,8 13.750,5 596.987,2

29. Entwicklung der übrigen langfristigen Vermögenswerte

Die Überleitung der zukünftigen Mindestleasingzahlungen zu deren Barwert stellt sich wie folgt dar:

29. Fristigkeiten der Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften

Restlaufzeit zum 30.9.2009 Restlaufzeit zum 30.9.2008
Tsd. EUR bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Zinskomponenten 34.024,0 88.869,9 69.611,0 192.504,8 39.225,6 110.828,2 57.654,1 207.707,9
Tilgungskomponenten 47.214,0 182.126,2 221.276,4 450.616,7 51.047,5 183.127,4 210.257,5 444.432,4
Summe 81.238,0 270.996,1 290.887,4 643.121,5 90.273,1 293.955,6 267.911,6 652.140,3

Die Summe der Tilgungskomponenten entspricht dem unter den Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften ausgewiesenen Wert.

Die Zinskomponenten entsprechen dem Anteil der Zinskomponente an der Gesamtleasingzahlung. Es handelt sich dabei um nicht abgezinste Beträge. Die Zinskomponenten aus den Leasingzahlungen des laufenden Geschäftsjahres werden großteils in den Zinserträgen aus langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Kurzfristige Vermögenswerte

30. Vorräte

Die Primärenergievorräte bestehen vor allem aus Kohlevorräten.

Bei den Emissionszertifikaten handelt es sich zur Gänze um bereits zugekaufte, aber noch nicht eingelöste Zertifikate zur Erfüllung der Voraussetzungen des Emissionszertifikategesetzes (EZG). Die korrespondierende Verpflichtung für die Unterdeckung ist in den kurzfristigen Rückstellungen (siehe Erläuterung 48. Kurzfristige Rückstellungen) abgebildet.

30. Vorräte
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Primärenergievorräte 61.591,6 44.563,7
Emissionszertifikate 8.590,0 272,2
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und sonstige Vorräte 32.363,7 37.718,6
Nicht abgerechnete Kundenaufträge 34.746,7 14.997,2
Summe 137.292,0 97.551,7

Dem Bestandsrisiko aufgrund geringer Umschlagshäufigkeiten bzw. gesunkener Marktpreise wurde durch eine Erhöhung der Wertberichtigung um 15.344,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.437,6 Tsd. Euro) Rechnung getragen. Dem gegenüber standen Zuschreibungen in Höhe von 151,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 10,4 Tsd. Euro).

Die Vorräte erhöhten sich durch Unternehmenserwerbe um 1.273,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 647,9 Tsd. Euro). Die Vorräte unterlagen keinen Verfügungsbeschränkungen; andere Belastungen lagen ebenfalls nicht vor.

31. Forderungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen im Wesentlichen gegenüber Strom-, Gas- und Wärmekunden.

Dem Insolvenzrisiko dubioser Kunden wurde durch eine Wertberichtigung in Höhe von 92.151,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 55.917,6 Tsd. Euro) Rechnung getragen. Die Wertberichtigung der Forderungen stammt zum Großteil aus Südosteuropa. Dort sind Forderungsabschreibungen in der Regel erst nach Erlangung eines Gerichtsbeschlusses möglich. Durch die relativ lange Laufzeit – bedingt durch die hohe Anzahl der laufenden Verfahren – kumuliert sich der Stand der Wertberichtigungen daher sukzessive.

Die Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultierten insbesondere aus der laufenden Konzernverrechnung von Energielieferungen, aus der Konzernfinanzierung und aus den Dienstleistungen gegenüber nichtkonsolidierten Tochterunternehmen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen Forderungen aus Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte, Forderungen gegenüber Partnern der Energieallianz sowie Forderungen aus Versicherungen und geleistete Anzahlungen.

Die Forderungen aus derivativen Geschäften enthielten im Vorjahr vor allem positive Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

31. Forderungen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 312.594,9 305.085,8
Forderungen gegenüber Dienstnehmern 10.621,4 9.952,6
Forderungen gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 157.647,2 131.003,9
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4.817,2 4.740,9
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 82.480,0 67.236,1
Forderungen aus derivativen Geschäften 18.814,3
568.160,7 536.833,6
Sonstige Forderungen
Steuerforderungen 11.495,2 32.542,6
11.495,2 32.542,6
Summe Forderungen 579.655,9 569.376,3

32. Wertpapiere

Die Zusammensetzung der Wertpapiere sah zum Bilanzstichtag wie folgt aus:

32. Zusammensetzung Wertpapiere
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Cashfonds 65.071,5 82.905,5
Anleihenfonds 2.052,7
Aktienfonds 3.317,5
Sonstige Fondsprodukte 13.890,2 18.572,3
Summe Fondsanteile 78.961,7 106.848,0
Festverzinsliche Wertpapiere 7.763,1 5.954,5
Aktien 11,4 23.149,1
Summe Wertpapiere 86.736,1 135.951,6

Neben einem durch Abgänge von Wertpapieren realisierten Veräußerungsverlust von 1.922,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.453,1 Tsd. Euro) wurde in der Berichtsperiode aufgrund gestiegener Börsekurse eine erfolgswirksame Zuschreibung in Höhe von 214,3 Tsd. Euro (Vorjahr: Abschreibung 14.307,2 Tsd. Euro) vorgenommen.

Passiva

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals der Geschäftsjahre 2007/08 und 2008/09 ist auf Seite 75 dargestellt.

33. Grundkapital

Das Grundkapital der EVN AG beträgt unverändert zum Vorjahr 300.000,0 Tsd. Euro und besteht aus 163.525.820 nennbetragslosen Stückaktien.

34. Kapitalrücklagen

Die gegenüber der Vergleichsperiode unveränderten Kapitalrücklagen enthalten gebundene Kapitalrücklagen aus Kapitalerhöhungen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 50.163,6 Tsd. Euro und nicht gebundene Kapitalrücklagen nach österreichischem Aktienrecht in Höhe von 58.267,7 Tsd. Euro.

35. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen in Höhe von 1.654.325,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.551.080,5 Tsd. Euro) enthalten die anteiligen Gewinnrücklagen der EVN AG und der sonstigen einbezogenen Gesellschaften nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Jahresabschluss der EVN AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Dieser entwickelte sich wie folgt:

35. Entwicklung Bilanzgewinn der EVN AG Tsd. EUR
Ausgewiesener Jahresgewinn 2008/09 60.059,1
Zuzüglich des Gewinnvortrags aus dem Geschäftsjahr 2007/08 348,0
Zur Verteilung kommender Bilanzgewinn 60.407,1
Vorgeschlagene Gewinnausschüttung –60.306,7
Gewinnvortrag für das Geschäftsjahr 2009/10 100,4

Die der Hauptversammlung vorgeschlagene Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 2008/09 in Höhe von 0,37 Euro je Aktie ist nicht in den Verbindlichkeiten erfasst.

Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Dividendenauszahlung an die Aktionäre der EVN AG für das Geschäftsjahr 2007/08 in Höhe von 60.306,6 Tsd. Euro bzw. 0,37 Euro pro Aktie wurde in der 80. ordentlichen Hauptversammlung am 15. Jänner 2009 zugestimmt. Die Ausschüttung an die Aktionäre erfolgte am 27. Jänner 2009.

36. Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3

Die im Eigenkapital ausgewiesene Neubewertungsrücklage gem. IFRS 3 resultiert aus sukzessiven Unternehmenserwerben im Zuge der Übernahme von weiteren 10,05% an der RB G und des restlichen Anteils von 50,0% an der EVN LV im Geschäftsjahr 2004/05.

37. Bewertungsrücklage gem. IAS 39

In der Bewertungsrücklage gem. IAS 39 werden Marktwertänderungen von Wertpapieren der Kategorie "AFS" und von Cash Flow Hedges sowie die anteilige Übernahme von erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erfasst.

37. Bewertungsrücklage gem. IAS 39 2008/09 2007/08
Tsd. EUR vor Steuern Steuern nach Steuern vor Steuern Steuern nach Steuern
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Marktbewertung von Wertpapieren 997.294,6 –249.322,9 747.971,8 1.342.552,4 –335.626,8 1.006.925,6
C
ash Flow Hedges
–9.496,3 2.442,3 –7.054,0 –1.988,9 479,7 –1.509,2
At Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen –15.496,0 –15.496,0 6.565,7 6.565,7
Summe 972.302,3 –246.880,6 725.421,7 1.347.129,2 –335.147,1 1.011.982,0

38. Eigene Anteile

Im Zusammenhang mit dem in der 79. ordentlichen Hauptversammlung der EVN AG vom 17. Jänner 2008 genehmigten Rückkaufprogramm wurden zum Bilanzstichtag 30. September 2009 534.864 Stück eigene Aktien (das sind 0,33% des Grundkapitals; 30. September 2008: 278.035 Stück eigene Aktien bzw. 0,17% des Grundkapitals) mit einem Anschaffungswert von 8.037,8 Tsd. Euro und einem Kurswert zum Stichtag von 7.316,9 Tsd. Euro (30. September 2008: Anschaffungswert von 4.753,9 Tsd. Euro bzw. Kurswert von 4.167,7 Tsd. Euro) gehalten.

Dieses Programm wurde aufgrund der Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms durch die 80. ordentliche Hauptversammlung der EVN AG vom 15. Jänner 2009 vorzeitig beendet. Von der neuen Ermächtigung wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile entwickelte sich daher wie folgt:

38. Entwicklung der Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile

Stückaktien Eigene Aktien In Umlauf befindliche Anteile
1.10.2007 40.881.455 40.881.455
Aktiensplit im Verhältnis 1:4 122.644.365 122.644.365
Kauf eigener Aktien –278.035 –278.035
30.9.2008 163.525.820 –278.035 163.247.785
Kauf eigener Aktien –256.829 –256.829
30.9.2009 163.525.820 –534.864 162.990.956

Die Zahl der in Umlauf befindlichen Anteile zum gewichteten Durchschnitt, die als Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie herangezogen wird, beläuft sich auf 163.010.712 Stück (Vorjahr: 163.488.927 Stück).

Aus den eigenen Aktien stehen der EVN AG keine Rechte zu; sie sind insbesondere nicht dividendenberechtigt.

39. Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

Langfristige Schulden

40. Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Position langfristige Finanzverbindlichkeiten setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

40. Zusammensetzung langfristige Finanzverbindlichkeiten

Nominalverzinsung (%) Laufzeit Nominale Buchwert
30.9.2009
(Tsd. EUR)
Buchwert
30.9.2008
(Tsd. EUR)
Effektiver
Zinssatz zu
Buchwerten1) (%)
Marktwert
30.9.2009
(Tsd. EUR)
JPY-Anleihe 5,200 1994 –2014 8,0 Mrd. JPY 61.182,7 50.440,0 8,79 71.198,6
EUR-Anleihe 5,250 2001–2011 262,9 Mio. EUR 267.299,8 251.973,8 5,20 276.597,1
CHF
-Anleihe
3,625 2009 –2014 250,0 Mio. CHF 165.575,8 5,03 175.752,8
EUR-Anleihe 5,000 2009 –2016 28,5 Mio. EUR 28.222,6 5,12 28.893,3
EUR-Anleihe 5,250 2009 –2017 150,0 Mio. EUR 148.099,7 5,39 152.430,0
EUR-Anleihe 5,250 2009 –2019 30,0 Mio. EUR 29.292,4 5,46 29.682,0
JPY-Anleihe 3,130 2009 –2024 12,0 Mrd. JPY 79.983,6 5,27 92.314,0
Summe Anleihen 779.656,7 302.413,8 5,50 826.867,7
Bankdarlehen 1,00–8,77 bis 2031 922.826,9 1.056.474,3 3,95 922.826,9
Summe 1.702.483,6 1.358.888,1 4,66 1.749.694,6

1) Zinsaufwand im Verhältnis zum durchschnittlichen Buchwert unter Berücksichtigung von Zins- und Währungssicherungsgeschäften

Der effektive Zinssatz zu Buchwerten in Höhe von 4,66% (Vorjahr: 5,40%) stellt die durchschnittliche Zinsbelastung nach Berücksichtigung von Zins- und Währungssicherungsgeschäften in Prozent bezogen auf den durchschnittlichen Buchwert dar. Zum Bilanzstichtag – somit unter Berücksichtigung der erfolgten Tilgungen – beträgt der nach Buchwerten gewichtete Zinssatz 3,50% (Vorjahr: 5,27%).

Die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten ergibt sich wie folgt:

40. Fälligkeitsstruktur langfristige Finanzverbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2009 Restlaufzeit zum 30.9.2008
Tsd. EUR bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe bis zu 1 Jahr > 1 Jahr > 5 Jahre Summe
Anleihen 494.058,3 285.598,3 779.656,7 251.973,8 50.440,0 302.413,8
davon fix verzinst 224.405,1 205.614,7 430.019,9
davon variabel verzinst 269.653,2 79.983,6 349.636,8 251.973,8 50.440,0 302.413,8
Bankdarlehen 100.824,2 579.508,4 242.494,3 922.826,9 70.258,9 697.588,6 288.626,8 1.056.474,3
davon fix verzinst 57.983,8 329.440,4 108.842,9 496.267,1 51.966,9 272.211,7 113.203,4 437.382,0
davon variabel verzinst 42.840,4 250.068,0 133.651,4 426.559,8 18.292,0 425.376,9 175.423,4 619.092,3
Summe langfristige
Finanzverbindlichkeiten 100.824,2 1.073.566,7 528.092,6 1.702.483,6 70.258,9 949.562,4 339.066,8 1.358.888,1

Anleihen

Sämtliche Anleihen sind endfällig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Rückkäufe getätigt. EVN hat im laufenden Geschäftsjahr erfolgreich fünf Unternehmensanleihen mit einem Gesamtvolumen von 470,0 Mio. Euro begeben.

Die Bewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei Vorliegen von Sicherungsgeschäften werden die Verbindlichkeiten gemäß IAS 39 in jenem Ausmaß, in dem Hedge Accounting zur Anwendung kommt, um die entsprechende Wertveränderung des abgesicherten Risikos angepasst. Der entsprechenden Veränderung der Anleihenverbindlichkeit in Höhe von –7.080,0 Tsd. Euro (Vorjahr: –4.915,3 Tsd. Euro) stand im Wesentlichen eine gegenläufige Bewegung der Marktwerte der Swaps in Höhe von 6.720,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.651,7 Tsd. Euro) gegenüber.

Der Marktwert wurde auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktinformationen aus dem jeweiligen Anleihenkurs und dem Devisenkurs ermittelt.

Bankdarlehen

Dabei handelt es sich um Darlehen, die zum Teil durch Zins- und Annuitätenzuschüsse des Umwelt- und Wasserwirtschaftsfonds gefördert sind. Die von Projektgesellschaften eingegangenen Verbindlichkeiten ohne Rückgriffsrecht auf die EVN AG ("Non-Recourse") betrugen zum Stichtag 283.375,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 335.736,5 Tsd. Euro).

Im Zuge von Projektfinanzierungen wurden Anteile an Projektgesellschaften als Sicherheit gegeben.

EVN unterzeichnete über EVN Finance B.V. am 12. September 2006 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 600,0 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren (2006 –2013). Zum Bilanzstichtag stand EVN diese Kreditlinie in vollem Ausmaß zur Verfügung (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt).

Die Zinsenabgrenzungen sind in den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten.

41. Latente Steuerverbindlichkeiten

41. Latente Steuern Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Aktive latente Steuern
Sozialkapital –25.280,0 –25.933,0
Vortragsfähiges steuerliches Ergebnis –7.857,2 –2.465,2
Sonstige aktive latente Steuern –5.894,4 –4.579,4
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 79.214,7 71.696,5
Finanzinstrumente 256.103,9 361.082,5
Sonstige passive latente Steuern 9.615,4 19.309,1
Summe 305.902,5 419.110,5
davon aktive latente Steuern –1.198,9 –912,0
davon latente Steuerverbindlichkeiten 307.101,4 420.022,5

Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:

41. Veränderung latente Steuern
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Latenter Steuersaldo 1.10.2008 419.110,5 398.775,4
+/– Veränderung durch Unternehmenserwerbe –1.003,6 914,6
+/– Erfolgswirksame Veränderung latente Steuern –23.937,9 –5.097,3
+/– Erfolgsneutrale Veränderung latente Steuern –88.266,5 24.517,8
Latenter Steuersaldo 30.9.2009 305.902,5 419.110,5

Für Verlustvorträge in Höhe von 22.968,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.170,9 Tsd. Euro), mit deren Verbrauch innerhalb eines überschaubaren Zeitraums nicht gerechnet werden konnte, wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. 12.139,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.740,4 Tsd. Euro) dieser Verlustvorträge werden innerhalb der nächsten fünf Jahre verfallen.

42. Langfristige Rückstellungen

42. Langfristige Rückstellungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Rückstellung für Pensionen 218.444,6 219.517,6
Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen 16.657,1 16.670,0
Rückstellung für Abfertigungen 73.975,0 72.323,0
Sonstige langfristige Rückstellungen1) 135.711,0 121.732,4
Summe 444.787,7 430.243,1

1) Der Vorjahreswert wurde aufgrund der neuen Darstellung angepasst. Siehe Erläuterung 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Rückstellung für Abfertigungen erfolgt im Wesentlichen mit folgenden Rechnungsgrundlagen:

– Zinssatz 5,50% p.a. (Vorjahr: 5,75% p.a.)

– Bezugserhöhungen 2,50% p.a.; Folgejahre 3,00% p.a. (Vorjahr: Bezugserhöhung 3,75% p.a., Folgejahre 3,00% p.a.)

– Pensionserhöhungen 2,50% p.a. (Vorjahr: 3,75% p.a.)

– Rechnungsgrundlagen gemäß dem Vorjahr "AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler"

42. Entwicklung der Rückstellungen für
Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 1.10. 252.450,7 240.511,4
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) 1.965,9 1.758,4
+ Zinsaufwand 14.527,8 12.037,0
– Pensionszahlungen –17.579,7 –16.949,0
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –12.378,9 15.093,2
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 30.9. 238.985,9 252.450,8
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen 30.9. 235.101,7 236.187,6
– Unterschreitung Rückstellungen vom DBO-Wert 30.9.
%
–1,6 –6,4
42. Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 1.10. 76.049,0 71.522,1
+/– Währungsdifferenzen –0,3 5,8
+ Zugang durch Unternehmenserwerbe 413,9 245,9
+ Aufwand für die im Geschäftsjahr erworbenen Abfertigungsansprüche (Service Costs) 3.279,5 3.057,6
+ Zinsaufwand 4.452,3 3.655,6
– Abfertigungszahlungen –5.777,3 –3.979,2
+/– Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn –8.742,2 1.503,9
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) 30.9. 69.674,9 76.011,7
Rückstellung für Abfertigungen am 30.9. 73.975,0 72.323,0
+/– Überschreitung/Unterschreitung Rückstellung vom DBO-Wert 30.9.
%
6,2 –4,9

Die Rückstellung für Kooperationsverträge beinhaltet Verpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen aus bestehenden Verträgen. Die Mieten für Netzzutritte umfassen Vorsorgen für Mieten für den Netzzutritt zu Anlagen im Fremdeigentum in Bulgarien. Verschiedene Verfahren und Klagen, welche großteils aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren und derzeit anhängig sind, wurden in den Prozessrisiken abgebildet. Umwelt-, Entsorgungs- und sonstige Verpflichtungsrisiken umfassen in erster Linie die geschätzten aufzuwendenden Abbruch- und Entsorgungskosten sowie Vorsorgen für Umwelt-, Altlasten- und sonstige Verpflichtungsrisiken. Die Rückstellung für langfristige Finanzinstrumente wurde gemäß IFRS 7 zu den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert (siehe 6. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze).

42. Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen

Tsd. EUR Jubiläumsgelder Kooperations
verträge
Mieten für
Netzzutritte
Prozessrisiken Umwelt-, Entsor
gungs- und
sonstige Verpflich
tungsrisiken
Übrige
langfristige
Rückstellungen
Summe
Buchwert 1.10.2008 17.060,7 37.860,0 17.089,0 7.558,7 39.117,7 3.046,4 121.732,4
Währungsdifferenzen –9,8 –9,8
Zugang durch Unternehmenserwerbe 69,2 69,2
Zinsaufwand 951,8 1.893,0 1.427,1 210,7 1.057,9 5.540,5
Verwendung –1.620,7 –5.346,2 –6.966,9
Zuführung 546,6 327,0 2.828,6 8.106,9 3.128,7 55,0 14.992,8
Umbuchung 494,7 –141,9 352,8
Buchwert 30.9.2009 17.007,5 40.080,0 21.344,7 11.015,1 43.162,3 3.101,4 135.711,0

43. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse

Die Position der Baukosten- und Investitionszuschüsse entwickelte sich wie folgt:

43. Vereinnahmte Baukosten- und Investitionszuschüsse Tsd. EUR Baukostenzuschüsse Investitionszuschüsse Summe
Buchwert 1.10.2008 313.881,3 40.440,8 354.322,2
Währungsdifferenzen 4,7 4,7
Zugang durch Unternehmenserwerbe 2.811,6 2.811,6
Zugänge 51.516,5 2.544,3 54.060,8
Auflösung –28.628,1 –3.500,5 –32.128,6
Buchwert 30.9.2009 336.774,5 42.296,2 379.070,7

Vom Gesamtbetrag der Zuschüsse werden 346.942,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 324.814,5 Tsd. Euro) nicht innerhalb eines Jahres ertragswirksam.

44. Übrige langfristige Verbindlichkeiten

Die Pachtverbindlichkeiten beinhalten langfristige Nutzungsverträge von Wärmenetzen sowie Heizwerken.

Die Abgrenzungen aus Finanztransaktionen betreffen anteilige Barwertvorteile aus Lease-and-Lease-back-Transaktionen im Zusammenhang mit Strombezugsrechten an Donaukraftwerken.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten die negativen Marktwerte im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften bei Anleihen, denen zum Teil eine gegenläufige Entwicklung der Anleihenverbindlichkeit gegenübersteht. Im Vorjahr unter den langfristigen Rückstellungen für Finanzinstrumente ausgewiesen, wurden diese im Geschäftsjahr 2008/09 gemäß IFRS 7 zu den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert.

Die sonstigen übrigen Verbindlichkeiten beinhalten zukünftige Leasingraten aus Finanzierungsleasing.

44. Übrige langfristige Verbindlichkeiten Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Pachtverbindlichkeiten 34.935,0 37.812,7
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen 9.752,4 10.723,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 28.690,0 26.120,2
Sonstige übrige Verbindlichkeiten 16.837,9 17.148,2
Summe 90.215,3 91.804,5

44. Fristigkeiten der übrigen langfristigen Verbindlichkeiten

Restlaufzeit zum 30.9.2009 Restlaufzeit zum 30.9.2008
Tsd. EUR < 5 Jahre > 5 Jahre Summe < 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Pachtverbindlichkeiten 12.072,9 22.862,1 34.935,0 12.645,5 25.167,2 37.812,7
Abgrenzungen aus
Finanztransaktionen
3.637,0 6.115,4 9.752,4 3.840,1 6.883,4 10.723,5
Verbindlichkeiten aus derivativen
Geschäften
12.389,9 16.300,2 28.690,0 10.946,1 15.174,0 26.120,2
Sonstige übrige
Verbindlichkeiten
2.796,8 14.041,1 16.837,9 5.471,9 11.676,3 17.148,2
Summe 30.896,6 59.318,7 90.215,3 32.903,7 58.900,8 91.804,5

Kurzfristige Schulden

45. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die Kontokorrentkredite sind Teil des Fonds der liquiden Mittel der Geldflussrechnung.

45. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Tsd. EUR 2008/09 2007/08
2,43% CHF
-Obligation 2004–20091)
126.719,8
Kontokorrent- und sonstige kurzfristige Kredite 16.992,1 27.184,2
Summe 16.992,1 153.904,0

1) Die planmäßige Tilgung der Obligation erfolgte am 10.6.2009.

46. Steuerverbindlichkeiten

Die Position Steuerverbindlichkeiten setzte sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

46. Steuerverbindlichkeiten
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Energieabgaben 23.294,5 28.706,8
Umsatzsteuer 23.911,7 22.383,6
Körperschaftsteuer 4.461,3 5.995,9
Sonstige Posten 7.025,3 3.393,1
Summe 58.692,8 60.479,4

47. Lieferantenverbindlichkeiten

In den Lieferantenverbindlichkeiten sind Verpflichtungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 136.620,8 Tsd. Euro (Vorjahr: 47.284,0 Tsd. Euro) enthalten.

48. Kurzfristige Rückstellungen

Die Rückstellung für Personalansprüche umfasst noch nicht fällige Sonderzahlungen und offene Urlaube sowie Verbindlichkeiten aus einer Vorruhestandsregelung, die von Mitarbeitenden in Anspruch genommen werden kann. Für die zum Bilanzstichtag rechtlich verbindlichen Vereinbarungen wurde die Rückstellung mit 1.505,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.993,4 Tsd. Euro) ausgewiesen.

Die Drohverluste beinhalten absatzseitige Geschäfte im Kraftwerksbereich und im Energievertrieb.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden mittels Bescheid für das Kalenderjahr 2009 konzernweit 1.576.357 Emissionszertifikate (Vorjahr: 1.577.956) unentgeltlich zugeteilt. Für die am Bilanzstichtag darüber hinaus bestehende Unterdeckung wurde mittels Rückstellung vorgesorgt (siehe Erläuterung 30. Vorräte). Diese wurde mit dem Marktwert der Emissionszertifikate zum 30. September 2009 bewertet.

Die freiwilligen Sozialprogramme in Bulgarien und Mazedonien, für die im Vorjahr noch eine Rückstellung für Restrukturierung gebildet worden war, liefen im Geschäftsjahr 2008/09 aus.

48. Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen

Sonstige kurzfristige
Tsd. EUR Personalansprüche Drohverluste Emissionszertifikate Restrukturierung Rückstellungen Summe
Buchwert 1.10.2008 57.143,0 22.178,3 439,5 5.352,2 11.297,8 96.410,8
Währungsdifferenzen –0,3 –6,6 –0,1 –7,0
Zugang durch Unternehmenserwerb 585,3 283,9 869,3
Verwendung –49.067,2 –13.303,7 –5.345,6 –4.991,0 –72.707,5
Zuführung 50.147,8 5.355,2 229,2 3.742,5 59.474,8
Umbuchung 1.093,4 –1.510,8 –417,4
Buchwert 30.9.2009 59.902,0 14.229,8 668,7 8.822,4 83.623,0

49. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber e&t, aus dem Vertrieb und der Beschaffung von Elektrizität, und der EconGas, aus der Beschaffung von Erdgas.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten gegenüber nicht vollkonsolidierten verbundenen Unternehmen sowie anteilige Salden gegenüber quotenkonsolidierten Gemeinschaftsunternehmen.

Die Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften beinhalten vor allem negative Marktwerte von Swaps im Energiebereich.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten in erster Linie Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern, erhaltene Kautionen, Ausgleichszahlungen für Stromfuture-Geschäfte sowie Verbindlichkeiten gegenüber Partnern der Energieallianz.

Die erhaltenen Anzahlungen erfolgten für Strom-, Gas- und Wärmelieferungen und für die Errichtung von Kundenanlagen.

Die Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsanstalten.

49. Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 19.239,9 71.061,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.388,1 4.651,6
Zinsenabgrenzungen 8.403,5 9.234,2
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften 14.215,6 12.725,7
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 68.292,2 38.414,6
131.539,3 136.087,2
Sonstige Verbindlichkeiten
Erhaltene Anzahlungen 11.620,9 27.825,0
Verpflichtungen im Rahmen der sozialen Sicherheit 13.312,3 14.133,8
24.933,2 41.958,8
Summe 156.472,5 178.045,9

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

50. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente entwickelten sich wie folgt:

50. Umsatzerlöse
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Umsatzerlöse Energie 2.459.334,3 2.182.302,9
Umsatzerlöse Umwelt 236.051,5 184.563,4
Umsatzerlöse Strategische Beteiligungen und Sonstiges 31.632,1 30.135,5
Summe 2.727.017,9 2.397.001,9

Die Segmentberichterstattung enthält eine Gliederung der Umsätze nach Geschäftsbereichen und Regionen (siehe Seite 76 Segmentberichterstattung).

In den Umsatzerlösen waren Umsätze aus Fertigungsaufträgen im Rahmen von BOOT-Modellen in Höhe von 54.554,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 27.932,5 Tsd. Euro) enthalten (siehe Erläuterung 29. Übrige langfristige Vermögenswerte).

51. Sonstige betriebliche Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassten hauptsächlich Zinsen für verspätete Zahlung von Kunden, Prämien und Subventionen sowie Warenverkäufe und Dienstleistungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit standen.

51. Sonstige betriebliche Erträge Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 803,7 1.809,9
Erträge aus der Auflösung von Baukosten- und Investitionszuschüssen 32.128,6 29.507,6
Ergebnis aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 3.103,5 840,2
Miet- und Pachterträge 2.315,7 2.289,2
Entschädigungen und Vergütungen 7.728,3 3.392,3
Übrige sonstige betriebliche Erträge 15.631,1 13.024,5
Summe 61.710,8 50.863,8

52. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdstrombezug und Energieträger umfassten insbesondere Gas- und Strombezugskosten sowie den durch die zu geringe Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten entstandenen Aufwand für den Einsatz zugekaufter Emissionszertifikate in Höhe von 5.035,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.468,1 Tsd. Euro).

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und sonstigen Materialaufwand standen überwiegend in Zusammenhang mit dem Projektgeschäft des Umweltbereichs sowie mit Fremdleistungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen. Weiters waren in dieser Position die sonstigen direkt der Leistungserstellung zurechenbaren Aufwendungen enthalten.

52. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Fremdstrombezug und Energieträger 1.653.163,8 1.375.823,4
Fremdleistungen und sonstiger Materialaufwand 297.529,1 281.748,1
Summe 1.950.692,9 1.657.571,5

53. Personalaufwand

Im Personalaufwand waren Beiträge an die EVN-Pensionskasse in Höhe von 8.131,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.710,3 Tsd. Euro) sowie Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von 275,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 207,8 Tsd. Euro) enthalten.

53. Personalaufwand
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Gehälter 224.170,7 218.735,3
Aufwendungen für Abfertigungen 12.465,7 11.466,0
Aufwendungen für Pensionen 23.529,3 18.938,0
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 48.056,2 46.390,9
Sonstige Sozialaufwendungen 11.223,2 8.906,6
Summe 319.445,0 304.436,8

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden betrug:

53. Mitarbeitende nach Business Units Anzahl im Jahresdurchschnitt 2008/09 2007/08
Erzeugung 108 82
Netze 1.435 1.446
Vertrieb 243 174
Südosteuropa 6.036 6.560
davon Bulgarien 3.247 3.520
davon Mazedonien 2.789 3.041
Umwelt 496 456
Sonstiges 619 624
Summe 8.937 9.342

Arbeitnehmer anteilsmäßig einbezogener Unternehmen sind entsprechend der Höhe der Beteiligung berücksichtigt.

54. Abschreibungen

Die Vorgehensweise bei Werthaltigkeitsprüfungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in Erläuterung 22. Vorgehensweise bei und Auswirkungen von Werthaltigkeitsprüfungen beschrieben.

54. Abschreibungen nach Bilanzpositionen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 11.705,4 10.420,3
Abschreibungen auf Sachanlagen 186.474,6 185.261,0
Summe 198.180,0 195.681,3
54. Abschreibungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Planmäßige Abschreibungen 198.180,0 183.687,8
Wertminderungen1) 13.431,4
Zuschreibungen1) –1.437,9
Summe 198.180,0 195.681,3

1) Details siehe Erläuterungen 26. Immaterielle Vermögenswerte und 27. Sachanlagen

55. Sonstige betriebliche Aufwendungen

55. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Forderungsabschreibungen 32.148,1 18.953,2
Rechts- und Beratungsaufwand, Aufwendungen für Prozessrisiken 29.198,1 19.681,1
Betriebssteuern und Abgaben 15.947,6 15.518,3
Werbeaufwand 12.232,2 12.124,9
Telekommunikation und Portospesen 11.694,5 10.140,7
Versicherungen 10.155,7 9.535,7
Mieten 9.914,9 5.245,8
Fahrt- und Reisespesen, KFZ-Aufwendungen 7.946,9 11.514,3
Wartung und Instandhaltung 4.318,6 5.009,9
Weiterbildung 2.916,2 2.947,4
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 30.292,8 24.655,4
Summe 166.765,7 135.326,7

Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen aus Aufwendungen für Umweltschutz, Spesen des Geldverkehrs, Lizenzen, Mitgliedsbeiträgen sowie Verwaltungs- und Büroaufwendungen.

56. Finanzergebnis

56. Finanzergebnis
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Beteiligungsergebnis
RAG1) 32.177,6 82.959,2
EconGas 9.470,4 9.380,4
ZOV; ZOV UIP 8.135,0 9.928,9
BEWAG; BEGAS2) –3.401,6 –2.224,0
Andere Gesellschaften 276,2 –4.323,3
Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen 46.657,6 95.721,2
Dividendenzahlungen 47.335,8 41.331,9
Verbundgesellschaft 42.116,8 35.617,5
Andere Gesellschaften 5.219,1 5.714,4
Sonstiges 33,1 –24,8
Ergebnis aus anderen Beteiligungen 47.368,9 41.307,0
Summe Beteiligungsergebnis 94.026,5 137.028,2
Zinsergebnis
Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten 39.155,4 40.626,0
Übrige Zinserträge 8.285,2 9.308,1
Summe Zinsertrag 47.440,6 49.934,1
Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten –77.412,0 –77.031,4
Übrige Zinsaufwendungen –8.498,1 –7.889,9
Summe Zinsaufwendungen –85.910,1 –84.921,3
Summe Zinsergebnis –38.469,5 –34.987,2
Sonstiges Finanzergebnis
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von kurzfristigem Finanzvermögen ("HFT ") –563,2 –11.697,9
Ergebnis aus Kursänderungen und Abgängen von Wertpapieren des langfristigen Finanzvermögens ("@FVTPL") –1.708,2 –17.760,4
Übriges Finanzergebnis –2.473,4 –3.728,0
Summe sonstiges Finanzergebnis –4.744,8 –33.186,2
Finanzergebnis 50.812,2 68.854,8

1) Indirekt über RB G gehalten

2) Jeweils 49,0% an BEWAG und BEGAS werden indirekt über die BUHO gehalten.

Der Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen umfasst im Wesentlichen Ergebnisanteile und Abschreibungen von im Zuge des Erwerbs aktivierten Vermögenswerten.

Die Zinserträge aus langfristigen Vermögenswerten enthalten Zinsen aus Investmentfonds, deren Veranlagungsschwerpunkt in festverzinslichen Wertpapieren liegt, sowie die Zinskomponente aus dem Leasinggeschäft. Die übrigen Zinserträge beinhalten Erträge aus Wertpapieren des kurzfristigen Finanzvermögens.

Die Zinsaufwendungen für langfristige Finanzverbindlichkeiten betreffen die laufenden Zinsen für die begebenen Anleihen sowie für langfristige Bankdarlehen. Die übrigen Zinsaufwendungen umfassen die Aufwendungen für kurzfristige Kredite sowie Pachtzinsen für Biomasseanlagen, Verteil- und Wärmenetze.

57. Ertragsteuern

57. Ertragsteuern
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Laufender Ertragsteueraufwand 51.941,8 10.713,6
davon österreichische Gesellschaften 45.676,2 5.160,6
davon ausländische Gesellschaften 6.265,6 5.552,9
Latenter Steuerertrag –23.937,9 –5.097,3
davon österreichische Gesellschaften –23.787,2 –3.050,8
davon ausländische Gesellschaften –150,7 –2.046,5
Summe 28.003,9 5.616,2

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem 2009 gültigen österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25,0% (Vorjahr: 25,0%) und der ausgewiesenen Konzernsteuerquote des Geschäftsjahres 2008/09 gemäß Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung stellen sich folgendermaßen dar:

2008/09 2007/08
57. Ermittlung des Effektivsteuersatzes % Tsd. EUR % Tsd. EUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 226.013,4 235.459,2
Ertragsteuersatz/-aufwand zum nominellen Ertragsteuersatz 25,0 56.503,3 25,0 58.864,8
– Abweichende ausländische Steuersätze –0,2 –468,9 –1,0 –2.331,8
+ Effekt aus Steuersatzänderungen 39,2
– Steuerfreie Beteiligungserträge –13,9 –31.309,1 –18,2 –42.890,9
+/– Änderungen im Ansatz/in der Bewertung der latenten Steuern 0,2 506,9 –4,7 –10.998,7
+ Nicht abzugsfähige Aufwendungen 1,3 2.899,7 0,3 702,5
+/– Aperiodische Steuererhöhungen/-minderungen –0,6 –1.424,1 0,2 390,7
+ Sonstige Posten 0,6 1.256,9 0,8 1.879,7
Effektivsteuersatz/-aufwand 12,4 28.003,9 2,4 5.616,2

Die effektive Steuerbelastung der EVN für das Geschäftsjahr 2008/09 beträgt im Verhältnis zum Ergebnis vor Ertragsteuern 12,4% (Vorjahr: 2,4%). Der Effektivsteuersatz ist ein gewichteter Durchschnitt der effektiven lokalen Ertragsteuersätze aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

58. Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Konzernergebnisses (= Ergebnisanteil der Aktionäre der EVN AG am Ergebnis nach Ertragsteuern) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Anteile von 163.010.712 Stück (Vorjahr: 163.488.927 Stück) ermittelt. Eine Verwässerung dieser Kennzahl kann durch sogenannte potenzielle Aktien aufgrund von Aktienoptionen und Wandelanleihen auftreten. Für EVN bestanden jedoch keine derartigen Aktien, sodass das unverwässerte Ergebnis je Aktie ident mit dem verwässerten Ergebnis je Aktie war.

Auf Basis des Konzernergebnisses von 177.943,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 186.936,8 Tsd. Euro) errechnete sich für das Geschäftsjahr 2008/09 ein Ergebnis je Aktie von 1,09 Euro (Vorjahr: 1,14 Euro).

Sonstige Angaben

59. Konzern-Geldflussrechnung

Die Konzern-Geldflussrechnung der EVN zeigt die Veränderung des Fonds der liquiden Mittel durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Berichtsjahres.

Die Darstellung erfolgte nach der indirekten Methode. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern wurden ausgabenneutrale Aufwendungen hinzugezählt und einnahmenneutrale Erträge in Abzug gebracht.

Die Ertragsteuerauszahlungen in Höhe von 35.305,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 28.487,0 Tsd. Euro) wurden gesondert im operativen Bereich ausgewiesen.

Die Dividendeneinnahmen sowie Zinsein- und -auszahlungen wurden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Cash Flows aus Dividendeneinzahlungen betrugen im Geschäftsjahr 2008/09 141.241,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 135.431,7 Tsd. Euro). Die Zinseinzahlungen betrugen 42.936,1 Tsd. Euro (Vorjahr: 47.355,8 Tsd. Euro); Zinsauszahlungen wurden in Höhe von 63.534,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 82.198,6 Tsd. Euro) geleistet.

Die Auswirkungen von Unternehmenserwerben wurden eliminiert und in der Position Nettoauszahlung für Unternehmenserwerbe im Cash Flow aus dem Investitionsbereich dargestellt.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 8.630,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.270,2 Tsd. Euro). Aus diesen Anlagenabgängen resultierten Gewinne in Höhe von 3.103,5 Tsd. Euro (Vorjahr: Gewinne von 840,2 Tsd. Euro).

Die gezahlte Dividende an Aktionäre der EVN AG in Höhe von 60.306,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 61.322,2 Tsd. Euro) sowie an andere Gesellschafter (jene der RB G und BUHO) in Höhe von 34.992,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 36.420,7 Tsd. Euro) wurden als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenserwerben zugegangenen liquiden Mittel betrugen 1.187,6 Tsd. Euro (Vorjahr: 155,4 Tsd. Euro).

Der Anteil quotenkonsolidierter Unternehmen am Fonds der liquiden Mittel betrug 27.688,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 14.143,1 Tsd. Euro).

59. Fonds der liquiden Mittel
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Kassenbestände 380,4 327,8
Guthaben bei Kreditinstituten 130.099,4 120.653,2
Liquide Mittel 130.479,8 120.980,9
Kontokorrentverbindlichkeiten –16.891,5 –26.863,5
Summe Fonds der liquiden Mittel 113.588,3 94.117,5

60. Risikomanagement

Zinsrisiken

Das Zinsänderungsrisiko beschreibt die Gefahr einer für EVN negativen Änderung des vorherrschenden Zinsniveaus mit Auswirkung auf Zinserträge und -aufwendungen sowie auf das Eigenkapital. Zur Minimierung der Zinsrisiken wird eine ausgewogene Mischung aus fest und variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten angestrebt. Die Risikominimierung findet durch Limits und Absicherungsstrategien sowie deren Überwachung statt. Die Steuerung der Zinsbindungsdauer erfolgt über derivative Finanzinstrumente (siehe auch Erläuterung 10. Finanzinstrumente). Bei der Bewertung wird zwischen Finanzinstrumenten mit einer fixen Verzinsung und solchen mit einer variablen Verzinsung unterschieden.

Für die EVN werden die Zinsänderungsrisiken im Rahmen einer täglichen Überwachung mit dem Value at Risk (VaR)-Verfahren auf Basis einer eintägigen Haltedauer und einem Konfidenzniveau von 99,0% ermittelt. Das Modell basiert auf dem JP Morgan's RiskMetrics Industriestandard, wobei die Varianz-Kovarianz-Matrix selbst berechnet wird. Bei der gewählten Methode handelt es sich um den Delta-Gamma-Ansatz. Der VaR am Bilanzstichtag belief sich auf 3,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro). EVN versucht Zinsschwankungen durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten entgegenzuwirken.

Währungsrisiken

Da EVN einen Teil ihres Geschäfts außerhalb der Eurozone tätigt, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen.

Währungsrisiken aus Finanzinstrumenten bestehen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die nicht der funktionalen Währung des Konzerns entsprechen. Das Währungsrisiko aus Finanzinstrumenten besteht bei EVN primär durch die in Japanischen Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF ) begebenen Anleihen. Die Währungsrisiken werden zentral erfasst, analysiert und gesteuert. So wurden auch die Anleihen in fremder Währung mittels Cross Currency Swaps abgesichert (siehe Erläuterungen 40. Langfristige Finanzverbindlichkeiten und 10. Finanzinstrumente).

Sonstige Marktrisiken

Als sonstige Marktrisiken sind Preisänderungsrisiken zu sehen, die aus Marktschwankungen resultieren. Für EVN sind dies Schwankungen der Primärenergiepreise, der Strompreise am Absatz- und Beschaffungsmarkt sowie Kursänderungsrisiken von Wertpapieren. Zur Absicherung der Preisrisiken für Strom, Gas, Öl, Steinkohle, CO2 und Biomasse werden Termingeschäfte (siehe sogleich) und Swaps (siehe Erläuterung 10. Finanzinstrumente) abgeschlossen.

60. Preisabsicherungen im Energiebereich

2008/09 2007/08
I
Nominalvolumina
I Marktwerte I
Nominalvolumina
I Marktwerte I
Tsd. EUR Käufe Verkäufe Positive Negative Netto Käufe Verkäufe Positive Negative Netto
Futures 158.762,6 –90.920,8 12.980,9 –26.454,5 –13.473,6 97.022,5 –40.940,5 13.170,7 –12.725,7 445,0
Forwards 252.560,4 –242.186,9 53.324,8 –54.592,8 –1.268,1 419.939,4 –333.073,2 99.225,5 –81.243,5 17.982,1

Kursänderungsrisiken bestehen in Bezug auf Wertpapiere in Abhängigkeit von der Entwicklung des Kapitalmarkts. EVN hält wesentliche Aktienbestände an der Verbundgesellschaft.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko erfasst das Risiko, erforderliche Finanzmittel zu einer fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht aufbringen zu können. EVN minimiert dieses Risiko durch eine langfristige Finanzplanung, die Festlegung von Limits und das konzernweite Cash Pooling.

Für die Deckung des Liquiditätsbedarfs standen zum Bilanzstichtag liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 86,7 Mio. Euro (Vorjahr: 136,0 Mio. Euro) zur Verfügung. Darüber hinaus stand EVN am Bilanzstichtag eine vertraglich vereinbarte, ungenutzte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro nicht ausgenutzt). Das Liquiditätsrisiko war daher äußerst gering. Zudem lag das Gearing zum Bilanzstichtag mit 44,1% unter dem Branchendurchschnitt (Vorjahr: 35,3%) und drückt die solide Kapitalstruktur der EVN aus.

60. Fristigkeiten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten

Summe I vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse I
Tsd. EUR Buchwert Zahlungsabflüsse bis 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Anleihen 779.656,7 1.018.653,4 36.390,5 609.986,0 372.277,0
Langfristige Bankdarlehen 922.826,9 1.108.431,9 127.521,2 676.653,6 304.257,0
Summe 1.702.483,56 2.127.085,3 163.911,7 1.286.639,6 676.534,0

Kreditrisiko

Das Kredit- bzw. Ausfallsrisiko ergibt sich aus der potenziellen Nicht- bzw. mangelhaften Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen der Geschäftspartner. Um das Ausfallsrisiko zu begrenzen, werden Bonitätsprüfungen der Kontrahenten durchgeführt. Werden die Bonitätsanforderungen nicht erfüllt, ist vor Geschäftsabschluss eine ausreichende Besicherung zu erbringen.

Das Kreditrisiko aus dem operativen Geschäft der EVN AG umfasst das Ausfallsrisiko in Bezug auf Kunden und Vertragspartner bei Derivativen, welche zur Absicherung von Risiken in Verbindung mit dem operativen Geschäft abgeschlossen werden. Das Ausfallsrisiko bei Kunden wird bei EVN separat überwacht, die Beurteilung der Kundenbonität wird vornehmlich von Ratings und Erfahrungswerten gestützt. EVN trägt Kreditrisiken mit der Bildung von Einzelwert- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung. Zur Reduzierung des Kreditrisikos sind die Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit namhaften Finanzinstituten mit guten Kreditratings abgeschlossen.

Bei der Veranlagung von finanziellen Mitteln bei Banken wird ebenfalls auf beste Bonität auf Basis internationaler Ratings geachtet.

60. Wertminderungen nach Klassen

Abschreibungen/Wertberichtigungen
Tsd. EUR
30.9.2009 30.9.2008
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 52,5
Wertpapiere 114,8 12.077,5
Ausleihungen 200,3
114,8 12.330,3
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen 32.148,1 18.953,2
Wertpapiere 268,9 14.307,2
32.417,0 33.260,5
Summe Wertminderungen 32.531,8 45.590,8

Das maximale Ausfallsrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Konzern-Bilanz angesetzten Forderungen. Bei den Derivaten entspricht das Ausfallsrisiko dem positiven beizulegenden Zeitwert. Das Kreditrisiko ist mit den bilanziellen Werten begrenzt.

61. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden die Zeitwerte mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz, ermittelt.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Anteilen an nichtbörsenotierten verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen erfolgt mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows oder durch Ableitung von vergleichbaren Transaktionen.

Für Finanzinstrumente, welche an einem aktiven Markt notiertsind,stellt der Börsepreis zum Bilanzstichtag den beizulegenden Zeitwert dar.

Die Forderungen, liquiden Mittel und kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Die Zeitwerte der Anleihenverbindlichkeiten werden als Barwert der diskontierten zukünftigen Zahlungsströme unter der Verwendung von Marktzinssätzen ermittelt.

61. Informationen zu Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten

I
30.9.2009
I 30.9.2008
Klassen
Tsd. EUR
Bewertungs
kategorie
Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen AFS 9.153,1 9.153,1 6.853,1 6.853,1
Andere Beteiligungen AFS 1.400.543,4 1.400.543,4 1.716.651,1 1.716.651,1
1.409.696,6 1.409.696,6 1.723.504,2 1.723.504,2
Übrige langfristige Vermögenswerte
Wertpapiere @FVTPL 102.399,5 102.399,5 102.866,2 102.866,2
Ausleihungen LAR 21.619,9 21.619,9 21.648,5 21.648,5
Forderungen und Abgrenzungen aus Leasinggeschäften LAR 450.616,7 450.616,7 444.432,4 444.432,4
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 18.574,1 18.574,1 2.901,7 2.901,7
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 26.335,4 25.138,3
Kurzfristige Vermögenswerte 619.545,5 593.210,1 596.987,2 571.848,9
Kurzfristige Forderungen und übrige kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen LAR 568.160,7 568.160,7 518.019,3 518.019,3
Forderungen aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 18.814,3 18.814,3
Nicht-finanzielle Vermögenswerte 11.495,2 32.542,6
579.655,9 568.160,7 569.376,3 536.833,6
Wertpapiere HFT 86.736,1 86.736,1 135.951,6 135.951,6
Liquide Mittel
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten LAR 130.479,8 130.479,8 120.980,9 120.980,9
130.479,8 130.479,8 120.980,9 120.980,9
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Anleihen FLAC 779.656,7 826.867,7 302.413,8 324.609,0
Bankdarlehen FLAC 922.826,9 922.826,9 1.056.474,3 1.056.474,3
1.702.483,6 1.749.694,6 1.358.888,1 1.381.083,3
Übrige langfristige Verbindlichkeiten
Pachtverbindlichkeiten
FLAC 34.935,0 34.935,0 37.812,7 37.812,7
Abgrenzungen aus Finanztransaktionen FLAC 9.752,4 9.752,4 10.723,5 10.723,5
Sonstige übrige Verbindlichkeiten FLAC 16.837,9 16.837,9 17.148,2 17.148,2
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 28.690,0 28.690,0 26.120,2 26.120,2
90.215,3 90.215,3 91.804,5 91.804,5
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten FLAC 16.992,1 16.992,1 153.904,0 153.904,0
Lieferantenverbindlichkeiten FLAC 328.743,9 328.743,9 283.695,6 283.695,6
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 117.323,7 117.323,7 123.361,5 123.361,5
Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften Hedge Accounting 14.215,6 14.215,6 12.725,7 12.725,7
Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 24.933,2 41.958,8
156.472,5 131.539,3 178.045,9 136.087,2
davon aggregiert nach Bewertungskategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFS 1.409.696,6 1.723.504,2
Kredite und Forderungen LAR 1.170.877,0 1.105.081,2
Finanzielle Vermögenswerte, die als erfolgswirksam
zum beizulegenden Wert bewertet eingestuft wurden
@FVTPL 102.399,5 102.866,2
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente HFT 86.736,1 135.951,6
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete
finanzielle Schulden FLAC 2.227.068,6 1.985.533,6

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen in erster Linie der Absicherung des Unternehmens gegen Liquiditäts-, Wechselkurs-, Preis- und Zinsänderungsrisiken. Operatives Ziel ist die langfristige Kontinuität des Konzernergebnisses. Darüber hinaus werden vereinzelt Möglichkeiten genutzt, die ein höheres Risiko bergen und einen höheren Ertrag versprechen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden unmittelbar nach deren Abschluss in einem Risikomanagementsystem erfasst. Dies ermöglicht einen tagesaktuellen Überblick über alle wesentlichen Risikokennzahlen. Für das Risikocontrolling wurde zudem eine eigene Stabstelle eingerichtet, die laufend Risikoanalysen basierend auf dem VaR-Verfahren erstellt.

Die Nominalwerte sind die unsaldierten Summen der zu den jeweiligen Finanzderivaten gehörenden Einzelpositionen zum Bilanzstichtag. Sie entsprechen zwar den zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Beträgen, sind jedoch kein Maßstab für das Risiko des Unternehmens aus dem Einsatz dieser Finanzinstrumente. Das Risikopotenzial umfasst insbesondere Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter sowie das Kreditrisiko der Vertragspartner. Für derivative Finanzinstrumente werden die aktuellen Marktwerte angesetzt.

Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

I
30.9.2009
Nominalwert1) Marktwert2) Nominalwert1) Marktwert2)
200,0 5,6
250,0 –4,9
8.000,0 –4,3
12.000,0 –15,4 8.000,0 –15,2
10,0 0,8 15,4 1,9
3,0 0,4 3,0 0,3
482,1 14,7 482,8 –10,3
34,9 –1,4
134,2 –14,2 136,1 0,4
105,0 0,1 105,0 0,8
I
30.9.2008

1) In Mio. in Nominalwährung

2) In Mio. EUR 3) gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäft gewidmet

Positive Zeitwerte sind als Forderungen aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Vermögenswerten oder den übrigen kurzfristigen Vermögenswerten) ausgewiesen, negative Zeitwerte als Verbindlichkeiten aus derivativen Geschäften (je nach Laufzeit unter den übrigen langfristigen Verbindlichkeiten oder den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten).

62. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

WTE Essen erhielt am 20. Oktober 2009 den Auftrag für Planung und Bau zweier Abwasserbehandlungsanlagen für Famagusta und Morphou, Zypern. Finanziert durch die Europäische Kommission, wird die Übergabe der schlüssselfertigen Anlagen mit einer Investitionssumme von insgesamt 11,4 Mio. Euro und einem Leistungsumfang von 33.500 EW bzw. 10.750 EW innerhalb von 24 Monaten erfolgen. Beide Anlagen helfen, die permanente Wasserknappheit auf Zypern deutlich zu verbessern.

Darüber hinaus lagen zwischen dem Bilanzstichtag 30. September 2009 und der Veröffentlichung des vorliegenden Konzernabschlusses am 10. Dezember 2009 keine wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken

EVN hat zur Sicherung der Beschaffung von Strom und Primärenergieträgern langfristige Verträge mit e&t und EconGas abgeschlossen, die fixe Mengen- und Preisbindungen vorsehen. Weiters bestehen langfristige Verträge über den Import von Kohle aus Polen und Russland. Die durch EVN eingegangenen Verpflichtungen und Risken setzen sich wie folgt zusammen:

63. Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Tsd. EUR
2008/09 2007/08
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften 52.448,3 509.152,3
Garantien im Zusammenhang mit dem Betrieb bzw. der Errichtung von Kraftwerken 302.120,3 150.131,9
Bestellobligo für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 220.905,1 149.131,6
Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit der Errichtung von Projekten im Umweltbereich 209.428,0 80.383,6
Weitere Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen 8.818,7 27.821,7
Summe 793.720,4 916.621,1

Für die oben genannten Verpflichtungen und Risken wurden weder Rückstellungen noch Verbindlichkeiten in den Büchern erfasst, da zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses mit keiner Inanspruchnahme bzw. nicht mit einem Eintreten der Risken zu rechnen war. Den genannten Verpflichtungen standen entsprechende Rückgriffsforderungen in Höhe von 38.337,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 421.651,9 Tsd. Euro) gegenüber.

Die weiteren Verpflichtungen aus Garantien sowie sonstigen vertraglichen Haftungsverhältnissen umfassen im Wesentlichen offene Einzahlungsverpflichtungen gegenüber Beteiligungsunternehmen sowie übernommene Haftungen für Kredite von Beteiligungsgesellschaften.

Die Verringerung der Garantien für Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit Energiegeschäften resultierte aus einer Umstellung der Berechnungssystematik zugunsten von e&t betreffend die abgegebenen Garantien. Die Eventualverbindlichkeiten werden hierfür nunmehr nicht mehr in Höhe des Nominalvolumens, sondern in Höhe des tatsächlichen Risikos angesetzt. Dieses Risiko bemisst sich an Veränderungen zwischen vereinbartem Preis und aktuellem Marktpreis, wobei sich bei Beschaffungsgeschäften ein Risiko nur bei gesunkenen Marktpreisen und bei Absatzgeschäften ein Risiko nur bei gestiegenen Marktpreisen ergibt. Dementsprechend kann sich das Risiko aufgrund von Marktpreisänderungen nach dem Stichtag entsprechend verändern. Aus dieser Risikobewertung resultierte per 30. September 2009 eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 40.846,6 Tsd. Euro. Das dieser Bewertung zugrundeliegende Nominalvolumen der Garantien betrug 438.500,0 Tsd. Euro Zum 31. Oktober betrug das Risiko betreffend Marktpreisänderungen 33.597,5 Tsd. Euro bei einem zugrundeliegenden Nominalvolumen von 443.500,0 Tsd. Euro.

Verschiedene Verfahren und Klagen, welche aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultieren, sind anhängig oder können in der Zukunft gegen EVN potenziell geltend gemacht werden. Damit verbundene Risiken wurden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Diese Evaluierung führte zu dem Ergebnis, dass die Verfahren und Klagen, im Einzelnen und insgesamt, keinen wesentlichen negativen Einfluss auf das Geschäft, die Liquidität, das Ergebnis oder die Finanzlage der EVN haben.

64. Angaben über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Alle Geschäftsbeziehungen wurden zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen.

Grundsätzlich entsteht gemäß IAS 24 eine nahestehende Beziehung zu Unternehmen und Personen durch direkte oder indirekte Beherrschung, maßgeblichen Einfluss oder gemeinschaftliche Führung. In den Kreis der nahestehenden Personen ebenso eingeschlossen sind Familienangehörige der betroffenen natürlichen Personen. Auch Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen und deren nahe Familienangehörige werden als nahestehende Personen angesehen.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen von EVN zählen somit sämtliche Unternehmen des Konsolidierungskreises, die Hauptgesellschafter NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, und EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren nahe Angehörige.

Eine Liste der Konzernunternehmen ist ab Seite 121 unter Beteiligungen der EVN enthalten. Die EVN AG wird als assoziiertes Unternehmen at Equity in den Konzernabschluss der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Deutschland, einbezogen.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen: Hauptgesellschafter

Mit der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, wurde im Zuge der Aufnahme der EVN AG in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag geschlossen. Auf Grundlage dieses Vertrags wurden von der EVN AG weitere Tochtergesellschaften in diese Unternehmensgruppe einbezogen. Daraus resultiert zum Stichtag eine Forderung gegenüber der NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH, St. Pölten, in Höhe von 3.237,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 15.653,0 Tsd. Euro).

At Equity einbezogene assoziierte Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit steht EVN mit zahlreichen at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen im Lieferungs- und Leistungsaustausch. Mit e&t wurden langfristige Dispositionen über den Vertrieb bzw. die Beschaffung von Elektrizität getroffen, mit EconGas langfristige Bezugsverträge über Erdgas abgeschlossen. Es besteht weiters eine Kooperationsvereinbarung mit BEGAS betreffend gaswirtschaftliche Leistungen. Mit NÖKOM existieren langfristige Nutzungsverträge über die Bereitstellung von Lichtwellenleitern. Der Wert der Leistungen, die gegenüber den angeführten at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen erbracht wurden, beträgt:

64. Transaktionen mit at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Umsätze 284.169,0 233.592,6
Aufwendungen für bezogene Leistungen 705.408,6 609.656,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 154.822,1 123.402,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.393,1 59.686,3
Verbindlichkeiten aus der Durchführung des Cash Poolings 5.687,0 11.238,0
Zinsensaldo aus der Durchführung des Cash Poolings –218,3 –880,6

Transaktionen mit nahestehenden Personen:

Vorstand und Aufsichtsrat

Leistungen an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats beinhalten insbesondere Gehälter, Abfertigungen, Pensionen und Aufsichtsratsvergütungen.

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2008/09 insgesamt 1.280,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.235,3 Tsd. Euro), an ehemalige Vorstandsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene wurden 984,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 949,1 Tsd. Euro) bezahlt. Im Bereich der Abfertigungs- und Pensionsaufwendungen der EVN AG ergaben sich aufgrund der Änderungen in den Berechnungsparametern sowohl für aktive Vorstandsmitglieder als auch für aktive leitende Angestellte Rückstellungsauflösungen: Für aktive Vorstandsmitglieder ergaben sich Erträge in Höhe von 430,0 Tsd. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 1.312,7 Tsd. Euro), für aktive leitende Angestellte in Höhe von 393,0 Tsd. Euro (Vorjahr: Aufwendungen von 1.322,0 Tsd. Euro). Der Stand der Pensionsverpflichtungen für die aktiven Vorstandsmitglieder beträgt zum Bilanzstichtag 8.896,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 9.391,9 Tsd. Euro). Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr 137,5 Tsd. Euro (Vorjahr: 143,5 Tsd. Euro). An die Mitglieder des Beirats für Umwelt und soziale Verantwortung wurden im Berichtszeitraum Vergütungen in Höhe von 74,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 82,0 Tsd. Euro) ausbezahlt.

Die Grundzüge des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht dargestellt. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen:

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsfälle von EVN mit Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen sind somit nicht ausgewiesen.

Geschäftstransaktionen mit nicht konsolidierten verbundenen und nicht at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht angeführt.

65. Angaben über Organe und Arbeitnehmer

Die Organe der EVN AG sind:

Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer – Sprecher des Vorstands Dipl.-Ing. Dr. Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher

Aufsichtsrat

Kommerzialrat Präsident Dr. Rudolf Gruber – Vorsitzender Ökonomierat Dipl.-Ing. Stefan Schenker – Vizepräsident Kammerrat Gerhard Posset – Vizepräsident Generaldirektor Dr. Norbert Griesmayr Univ.-Prof. Dr. Gottfried Holzer Kommerzialrat Direktor Dieter Lutz Hofrat Dr. Reinhard Meißl Bernhard Müller Wolfgang Peterl Martin Schuster Mag. Michaela Steinacker Mag. Willi Stiowicek (seit 15. Jänner 2009) Generaldirektor Dipl.-Oec. Hans-Peter Villis Franz Hemm – Arbeitnehmervertreter Kammerrat Manfred Weinrichter – Arbeitnehmervertreter Rudolf Rauch – Arbeitnehmervertreter (bis 31. Dezember 2008) Ing. Paul Hofer – Arbeitnehmervertreter Leopold Buchner – Arbeitnehmervertreter (seit 19. Jänner 2009) Ing. Otto Mayer – Arbeitnehmervertreter Helmut Peter – Arbeitnehmervertreter (seit 1. Jänner 2009) Franz Ziegelwagner – Arbeitnehmervertreter

66. Freigabe des Konzernabschlusses 2008/09 zur Veröffentlichung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand aufgestellt. Der Einzelabschluss, der nach Überleitung auf die International Financial Reporting Standards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, und der Konzernabschluss der EVN AG werden am 9. Dezember 2009 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt.

Maria Enzersdorf, am 19. November 2009 EVN AG

Der Vorstand

Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer Dipl.-Ing. Dr.Peter Layr Dipl.-Ing. Herbert Pöttschacher Sprecher des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Finanzinformationen zu Gemeinschaftsunternehmen und at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der anteilig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen:

Wesentliche Posten von Gemeinschaftsunternehmen Tsd. EUR 2008/09 2007/08
Bilanz
Langfristige Vermögenswerte 24.379,5 16.024,7
Kurzfristige Vermögenswerte 347.150,3 301.634,0
Langfristige Schulden 835,4 4.983,7
Kurzfristige Schulden 305.881,8 246.362,9
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 964.462,9 776.082,7
Operativer Aufwand –957.348,9 –749.640,6
Abschreibungen –580,3 –319,0
Operatives Ergebnis (EBIT ) 6.533,8 26.123,1
Finanzergebnis 1.278,6 3.552,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 7.812,4 29.675,8

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen:

Wesentliche Posten von at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen Tsd. EUR 2008/091) 2007/08
Bilanz
Eigenkapital 791.568,8 1.098.873,7
Vermögenswerte 3.552.109,2 3.579.825,0
Schulden 2.760.540,3 2.480.951,3
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 4.890.009,4 4.835.257,4
Ergebnis nach Ertragsteuern 144.713,2 220.715,0

1) Aufgrund der Verschmelzung der EESU Holding GmbH, Wien, ist der Vergleich mit den Vorjahreswerten nur bedingt aussagekräftig.

Beteiligungen der EVN

Nachfolgend werden die Beteiligungen der EVN gegliedert nach Segmenten angeführt. Die Aufstellung enthält die Werte aus den letzten verfügbaren lokalen Jahresabschlüssen zu den Bilanzstichtagen der Einzelgesellschaften. Bei Abschlüssen in ausländischer Währung erfolgte die Umrechnung der Angaben für das Eigenkapital mit den Mittelkursen zum Bilanzstichtag, für das Ergebnis mit den Jahresdurchschnittskursen.

1. Beteiligungen der EVN AG

im Segment Energie ≥ 20,0% per 30.9.2009 Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2008/09
AUSTRI
A FERNGAS Gesellschaft m.b.H. in Liqu., Wien
EVN 23,75 EUR 2.342 –180 31.12.2008 NE
B3 Energie GmbH, St. Georgen an der Gusen1) EVN Wärme 50,00 EUR NE
B.net Burgenland Telekom GmbH, ("B.net"), Eisenstadt2) Kabelsignal 100,00 EUR 10.779 –10.386 30.9.2009 V
B.net Hungária Távközlési Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 96 –4 30.9.2008 NV
B.net Hungária Projekt Kft., Sopron, Ungarn B.net 100,00 HUF 9 6 30.9.2008 NV
Biowärme Amstetten-West GmbH, Amstetten EVN Wärme 49,00 EUR 25 –8 31.12.2008 NE
Devoll Hydropower SH A, ("Devoll Hydropower")
Tirana, Albanien1)
EVN 50,00 ALL E
EAA Erdgas Mobil GmbH, ("EAA-EGM"), Wien Energieallianz 100,00 EUR 14.485 550 30.9.2009 Q
EconGas GmbH, ("EconGas"), Wien3) EVN 16,51 EUR 122.447 45.489 31.12.2008 E
Energie Raum Mur Wasserkraftwerk
Errichtungs- und Betriebs GmbH, Graz
WTK 50,00 EUR 58 31.12.2008 NE
ENERGIEALLIANZ Austria GmbH, ("Energieallianz"), Wien EVN 45,00 EUR 19.629 –397 30.9.2009 Q
Energy Service DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN Macedonia 100,00 MKD 9 31.12.2008 NV
Energy Trading EAD, Sofia, Bulgarien EVN EC 100,00 BGN 102 –13 31.12.2008 V
EVN Albania SH PK, Tirana, Albanien EVN 100,00 ALL –7 –8 31.12.2008 NV
EVN Bulgaria Electrorazpredelenie AD, ("EVN EP")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 215.269 17.052 31.12.2008 V
EVN Bulgaria Electrosnabdjavane AD, ("EVN EC")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 67,00 BGN 33.794 37 31.12.2008 V
EVN Bulgaria EAD, ("EVN Bulgaria"), Sofia, Bulgarien EVN 100,00 BGN 839 –26 31.12.2008 V
EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD, ("TEZ Plovdiv")
Plovdiv, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 14.190 –8.379 31.12.2008 V
EVN Development EOOD, Sofia, Bulgarien EVN Bulgaria 100,00 BGN –2 –1 31.12.2008 NV
EVN Energia Naturale S.R.L., Rom, Italien1) evn naturkraft 100,00 EUR NV
EVN Energievertrieb GmbH & Co KG, ("EVN KG")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 40.649 31.071 30.9.2009 Q
EVN ENERTR AG Kavarna OOD, ("EVN Kavarna")
Plovdiv, Bulgarien1)
evn naturkraft 70,00 BGN 247 –9 31.12.2008 V

Konsolidierungsart:

V: Vollkonsolidiertes Unternehmen (Tochterunternehmen)

NV: Nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen

Q: Quotenkonsolidiertes Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen)

E: At Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

NE: Nicht at Equity einbezogenes assoziiertes Unternehmen

Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Letztes
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
Konsoli
dierungsart
2008/09
EVN Geoinfo GmbH, ("EVN Geoinfo"), Maria Enzersdorf4) Utilitas 100,00 EUR 1.573 1.330 30.9.2009 V
EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
("EVN Kraftwerk"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 66.554 –43 30.9.2009 V
EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
("EVN LV"), Zwentendorf an der Donau
EVN/Utilitas 100,00 EUR 101.104 222 30.9.2009 V
EVN Macedonia AD, ("EVN Macedonia"), Skopje, Mazedonien EVN 90,00 MKD 150.584 620 31.12.2008 V
EVN Macedonia Holding DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD –353 134 31.12.2008 V
evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH
("evn naturkraft"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 58.629 19.398 30.9.2009 V
EVN Netz GmbH, ("EVN Netz"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 360.360 24.373 30.9.2009 V
EVN Plin d.o.o, Zagreb, Kroatien1) EVN 100,00 HRK NV
EVN Projektmanagement GmbH, Maria Enzersdorf EVN LV 100,00 EUR 102.527 1.723 30.9.2009 V
EVN Trading d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien EVN SEE 100,00 RSD 28 19 31.12.2008 NV
EVN Trading d.o.o. Podgorica, Podgoriza, Montenegro1) EVN SEE 100,00 EUR NV
EVN Trading d.o.o. Sarajevo, Sarajewo, Bosnien-Herzegowina1) EVN SEE 100,00 BGN NV
EVN Trading DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN SEE 100,00 MKD 97 47 31.12.2008 NV
EVN Trading SH PK, Tirana, Albanien1) EVN SEE 100,00 ALL NV
EVN T2 DOOEL, Plovdiv, Bulgarien1) EVN TP 100,00 BGN NV
EVN Trading South East Europe EAD, ("EVN SEE")
Sofia, Bulgarien
EVN 100,00 BGN 689 –221 31.12.2008 V
EVN Wärme GmbH, ("EVN Wärme"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 80.017 12.326 30.9.2009 V
EVN Windpower Development & Construction S.R.L.
Bukarest, Rumänien
evn naturkraft 50,00 RON 206 –37 31.12.2008 NE
Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH
Essen, Deutschland
EVN Kraftwerk 49,00 EUR 112.599 –1.469 31.12.2008 E
e&t Energie Handelsgesellschaft mbH, ("e&t"), Wien EVN 45,00 EUR 4.629 466 30.9.2009 E
Fernwärme St. Pölten GmbH, St. Pölten EVN 49,00 EUR 17.652 2.764 31.12.2008 E
IN-ER Erömü Kft., Nagykanizsa, Ungarn EVN 70,00 HUF 1.987 15 31.12.2008 NV
Kabelsignal AG, ("Kabelsignal"), Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 31.087 6.627 30.9.2009 V
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH, Wien evn naturkraft 33,33 EUR 53 4 31.12.2008 NE
Kraftwerk Nußdorf Errichtungs- und Betriebs GmbH & Co KG Wien evn naturkraft 33,33 EUR 6.036 271 31.12.2008 NE
MAKGAS DOOEL, Skopje, Mazedonien EVN 100,00 MKD 2 –1 31.12.2008 NV
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Wien Energieallianz 100,00 EUR 1.231 325 30.9.2009 Q
Naturkraft EOOD, Plovdiv, Bulgarien evn naturkraft 100,00 BGN 21 11 31.12.2008 NV
NÖKOM NÖ Telekom Service Gesellschaft m.b.H., ("NÖKOM")
Maria Enzersdorf
EVN 50,00 EUR 6.357 –4.181 31.12.2008 E
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H., Salzburg-Aigen Energieallianz 100,00 EUR 224 6 30.9.2009 Q
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH, ("WTK")
Maria Enzersdorf
evn naturkraft 70,00 EUR 354 175 30.9.2009 V

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet.

2) Per 19.5.2009 erfolgte die Verschmelzung mit Dataservice GmbH, Eisenstadt.

3) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0% wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

4) vormals grafotech Beratungs- und Planungsgesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf

2. Beteiligungen der EVN AG

im Segment Umwelt20,0% per 30.9.2009

im Segment Umwelt ≥ 20,0% per 30.9.2009 Eigenkapital Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Tsd. EUR Jahresergebnis
Tsd. EUR
zum 2008/09
ABeG Abwasserbetriebsgesellschaft mbH
Offenbach am Main, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 299 49 30.9.2008 NE
AUL Abfallumladelogistik Austria GmbH, ("AUL"), Maria Enzersdorf1) EVN Abfall 50,00 EUR E
BioBalance Baltic UAB, Kaunas, Litauen WTE Essen 100,00 LTL 119 21 30.9.2009 NV
Cista Dolina – SH W Komunalno podjetje d.o.o.Kranjska Gora, Slowenien WTE Betrieb 100,00 EUR 78 16 30.9.2009 V
Eigenkapital Letztes
Jahresergebnis
Jahresabschluss Konsoli
dierungsart
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Tsd. EUR Tsd. EUR zum 2008/09
DTV Rt., Dunavarsány, Ungarn evn wasser 51,00 HUF 1.453 8 31.12.2008 NV
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH, ("EVN Abfall")
Maria Enzersdorf2)
EVN Umwelt 100,00 EUR 7.300 6.385 30.9.2009 V
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 1 mbH
("EVN MVA1"), Essen, Deutschland1)
WTE Essen 100,00 EUR 24 –1 30.9.2009 NE
EVN Projektgesellschaft Müllverbrennungsanlage Nr. 3 mbH
("EVN MVA3"), Maria Enzersdorf
EVN Umwelt/
Utilitas
100,00 EUR 20.986 –5.882 30.9.2009 V
EVN Umwelt Beteiligungs und Service GmbH, ("EVN UBS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 4.710 322 30.9.2009 V
EVN Umwelt Finanz- und Service-GmbH, ("EVN UFS")
Maria Enzersdorf
EVN Umwelt 100,00 EUR 16.643 –4.374 30.9.2009 V
EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH, ("EVN Umwelt")
Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 125.093 6.125 30.9.2009 V
evn wasser Gesellschaft m.b.H., ("evn wasser"), Maria Enzersdorf EVN/Utilitas 100,00 EUR 63.325 4.143 30.9.2009 V
OAO "EVN MSZ 3", ("OAO MVA3"), Moskau, Russland EVN MVA3 100,00 RUB 165.397 326 31.12.2008 V
OAO "WTE Süd-West", Moskau, Russland Süd-West 100,00 RUB 133.861 –8.311 31.12.2008 V
OAO "WTE Süd-Ost", Moskau, Russland WTE Hyp 100,00 RUB 2.049 20 31.12.2008 V
OOO EVN Umwelt Service, Moskau, Russland EVN UBS 100,00 RUB 8.930 –1.189 31.12.2008 V
OOO EVN-Ekotechprom MSZ3, Moskau Russland OAO MVA3 70,00 RUB 1.571 1.673 31.12.2008 NV
OOO Süd-West Wasserwerk, Moskau, Russland Süd-West 70,00 RUB 381 32 31.12.2008 NV
OOO "WTE Wassertechnik West", Moskau, Russland WTE Essen 100,00 RUB 3 1 31.12.2008 NV
Saarberg Hölter Projektgesellschaft Süd Butowo mbH
("Süd Butowo"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 8.220 432 30.9.2009 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Zelenograd mbH, ("Zelenograd")
Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 20.710 1.691 30.9.2009 V
SHW Hölter Projektgesellschaft Slowenien mbH, Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 22 30.9.2009 NV
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 50,00 HRK 2.884 558 31.12.2008 NE
SHW Projektgesellschaft Pskov mbH, Essen, Deutschland WTE Essen 100,00 EUR 21 30.9.2009 NV
Wasserver- und Abwasserentsorgungsgesellschaft
Märkische Schweiz mbh, Buckow, Deutschland WTE Essen 49,00 EUR 536 24 31.12.2008 NE
Wiental-Sammelkanal Gesellschaft m.b.H, Untertullnerbach evn wasser 50,00 EUR 886 –1 31.12.2008 NE
WTE Denmark A/S, ("WTE Denmark"), Birkerod, Dänemark WTE Essen 100,00 DKK 780 201 30.9.2009 V
WTE desalinizacija morske vode d.o.o., Budva, Montenegro WTE Essen 100,00 EUR 31 11 31.12.2008 V
WTE Projektna druzba Bled d.o.o., Bled, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –9 15 30.9.2009 V
WTE Projektna druzba Kranjska Gora d.o.o.
Kranjska Gora, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR 20 2 30.9.2009 V
WTE Projektna druzba Lasko d.o.o., Lasko, Slowenien WTE Essen 100,00 EUR –50 6 30.9.2009 V
WTE Projektgesellschaft Natriumhypochlorit mbH
("WTE Hyp"), Essen, Deutschland
EVN UFS/
WTE Essen
100,00 EUR 77.976 30.9.2009 V
WTE Projektgesellschaft Süd-West Wasser mbH
("Süd-West"), Essen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 22.201 7.910 30.9.2009 V
WTE Betriebsgesellschaft mbH, ("WTE Betrieb")
Hecklingen, Deutschland
WTE Essen 100,00 EUR 511 30.9.2009 V
WTE Vodice d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 100,00 HRK –6 –2 31.12.2009 NV
WTE Wassertechnik GmbH, ("WTE Essen"), Essen, Deutschland EVN Umwelt 100,00 EUR 69.751 6.295 30.9.2009 V
WTE Wassertechnik (Polska) Sp.z.o.o., Warschau, Polen WTE Essen 100,00 PLN 799 –300 30.9.2009 V
ZAO "STAER", Moskau, Russland Süd Butowo 70,00 RUB 159 108 31.12.2008 NV
ZAO "STAER-ZWK", Moskau, Russland Zelenograd 70,00 RUB 138 84 31.12.2008 NV
Zagrebacke otpadne vode d.o.o., Zagreb, Kroatien WTE Essen 48,50 HRK 116.658 10.876 31.12.2008 E
Zagrebacke otpadne vode – upravljanje i pogon d.o.o.
Zagreb, Kroatien WTE Essen 35,00 HRK 3.786 3.783 31.12.2008 E

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet.

2) vormals AVN Abfallverwertung Niederösterreich Ges.m.b.H., Maria Enzersdorf

3. Beteiligungen der EVN AG im Segment
Strategische Beteiligungen und Sonstiges ≥ 20% per 30.9.2009 Letztes Konsoli
Gesellschaft, Sitz Anteilseigner Beteiligung% Währung Eigenkapital
Tsd. EUR
Jahresergebnis
Tsd. EUR
Jahresabschluss
zum
dierungsart
2008/09
ALLPLAN Gesellschaft m.b.H., Wien Utilitas 50,00 EUR 873 250 31.12.2008 E
ARGE Coop Telekom, Maria Enzersdorf EVN Geoinfo 50,00 EUR 84 23 31.12.2008 NE
ARGE Digitaler Leitungskataster NÖ, Maria Enzersdorf1) EVN Geoinfo 30,00 EUR NE
BEGAS – Burgenländische Erdgasversorgungs-
Aktiengesellschaft, ("BEGAS"), Eisenstadt
BUHO 49,00 EUR 77.816 7.474 30.9.2008 E
Burgenland Holding Aktiengesellschaft, ("BUHO"), Eisenstadt EVN 73,63 EUR 76.559 6.387 30.9.2009 V
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft
(BEWAG), ("BEWAG"), Eisenstadt BUHO 49,00 EUR 192.888 2.321 30.9.2008 E
Ernst Hora Elektroinstallationen Gesellschaft m.b.H.
("Ernst Hora"), Wien first facility 100,00 EUR 61 4 31.12.2008 NV
EVN Business Service GmbH, Maria Enzersdorf Utilitas 100,00 EUR 524 71 30.9.2009 V
EVN Finance Service B.V., ("EVN Finance B.V.")
Amsterdam, Niederlande EVN FM 100,00 EUR 2.054 45 30.9.2009 V
EVN Finanzmanagement und Vermietungs-GmbH
("EVN FM"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 20.759 9.858 30.9.2009 V
EVN Finanzservice GmbH, Maria Enzersdorf EVN FM 100,00 EUR 20.880 9.925 30.9.2009 V
EVN-Pensionskasse Aktiengesellschaft
("EVN-Pensionskasse"), Maria Enzersdorf
EVN 100,00 EUR 2.946 –1.796 31.12.2008 NV
e&i EDV Dienstleistungsgesellschaft m.b.H., Wien EVN 50,00 EUR 198 41 30.9.2009 E
first facility Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien first facility 100,00 BGN 61 57 31.12.2008 NV
first facility d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien1) first facility 51,00 RSD NV
first facility GmbH, ("first facility"), Wien Utilitas 100,00 EUR 824 403 30.9.2009 V
first facility Ingatlankezelö Kft., Budapest, Ungarn first facility 100,00 HUF –149 17 31.12.2008 NV
first facility Imobile SR L, Bukarest, Rumänien first facility/Ernst Hora 95,00 RON 3 31.12.2008 NV
first facility - Slovakia s.r.o., Bratislava, Slowakei first facility 92,50 EUR –12 31.12.2008 NV
first facility Makedonia DOOEL, Skopje, Mazedonien first facility 100,00 MKD 16 12 31.12.2008 NV
Niederösterreichische Facility Management GmbH
Wiener Neustadt
first facility 40,00 EUR –23 –66 31.12.2008 NE
NÖTECH NÖ Energieforschungs-, -planungs-, -betriebs- und
-servicegesellschaft m.b.H., Maria Enzersdorf1)
Utilitas 50,00 EUR NE
Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft
(Verbund), ("Verbundgesellschaft"), Wien2)
EVN 13,01 EUR 1.645.891 621.517 31.12.2008 N
EVN AG/
EVN Netz/
R 138-Fonds, ("R 138-Fonds"), Wien evn wasser 100,00 EUR 88.933 1.238 30.9.2009 V
RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft, ("RBG")
Maria Enzersdorf
EVN/Utilitas 50,03 EUR 117.128 66.497 31.3.2009 V
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft, ("RAG"), Wien RBG 100,00 EUR 143.125 108.657 31.12.2008 E
Spieth Kathodischer Korrosionsschutz GmbH
Denkendorf, Deutschland V&C 100,00 EUR –43 31.12.2008 NV
Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft
m.b.H, ("Utilitas"), Maria Enzersdorf EVN 100,00 EUR 185.910 16.955 30.9.2009 V
VCK Betonschutz + Monitoring GmbH, Mainz, Deutschland V&C 50,00 EUR 74 13 31.12.2008 NE
V2 FM, Wien first facility 100,00 EUR 83 –117 31.12.2008 NV
V&C Kathodischer Korrosionsschutz Gesellschaft m.b.H.
("V&C"), Pressbaum
Utilitas 100,00 EUR 637 309 31.3.2009 V
Wiener Stadtwerke Management Beta Beteiligungs GmbH, Wien Utilitas 47,37 EUR 921 –2 30.11.2008 NE

1) Die Gesellschaft wurde im laufenden Geschäftsjahr neu gegründet.

2) Trotz einer Beteiligungshöhe ≤ 20,0% wird die Beteiligung aufgrund ihrer Wesentlichkeit angeführt.

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

EVN AG, Maria Enzersdorf,

für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 30. September 2009, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 30. September 2009 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS s), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sowie der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2009 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS s), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 19. November 2009

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa. MMag. Angelika Vogler Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Glossar

American Depositary Receipts

(ADR) In den USA handelbare Aktienzertifikate über nichtamerikanische Aktien; sie erleichtern nichtamerikanischen Unternehmen den Zugang zu US-Investoren.

Anreizregulierung Regulierungsmodell, das einen Anreiz zur Verbesserung bestimmter Parameter beinhaltet – im Bereich der Netznutzungstarife etwa zur Steigerung der Produktivität der Netzbetreiber. Der Regulator definiert dazu eine Obergrenze für Netzentgelte für eine gewisse Regulierungsperiode. Um Produktivitätssteigerungen zu erzielen, wird diese Obergrenze für die einzelnen Betreiber individuell um entsprechende Abschläge reduziert.

ARA-Raum Die Region um Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ist der wichtigste Umschlagplatz für Mineralöl in Europa. Der Handel erfolgt durch kurzfristige Verträge. Die Preise schwanken erheblich, je nach Angebot und Nachfrage (siehe auch Spotmarkt/Spothandel). Die Rotterdamer Preisnotierungen sind maßgebend für das Ölpreisniveau in Europa.

Ausschüttungsquote Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Ergebnis je Aktie.

Barrel Weltweite Handelseinheit für Rohöl; für Rohöl und petrochemische Produkte gilt: 1 Barrel = 158,987 Liter.

Beta-Faktor (ß) Risikomaß, das in die Berechnung des Eigenkapitalkostensatzes einfließt. Er drückt die Kurssensivität einer Aktie auf Veränderungen des Gesamtmarkts aus: ß > 1 = Aktie schwankt stärker als der Gesamtmarkt = höheres Risiko, ß < 1 = Aktie schwankt geringer als der Gesamtmarkt = niedrigeres Risiko.

Bonitätsrating Beurteilung von Emittenten bzw. Schuldnern entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen; international bekannte Rating-Agenturen sind z. B. Standard & Poor's und Moody's.

BOOT-Modell (Build, Own,

Operate, Transfer) Im Rahmen von BOOT-Projekten werden Anlagen für Kunden gebaut, finanziert und nach

Ablauf einer zuvor vereinbarten, fixen Laufzeit ins Eigentum der Kunden übertragen.

Brent Die aus der Nordsee stammende, für Europa maßgebliche Rohölsorte.

Buchwert je Aktie Buchwert des Eigenkapitals dividiert durch die Anzahl der Aktien jeweils zum Bilanzstichtag.

Capital Employed Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital bzw. Vermögen abzüglich nicht verzinslicher Verbindlichkeiten.

Cash Flow Saldo der Zahlungsströme (Zufluss und Abfluss) von liquiden Mitteln; dient als Indikator zur Beurteilung der Finanzkraft sowie der Fähigkeit eines Unternehmens, die Mittel für Dividendenzahlungen, Schuldentilgungen und Investitionsfinanzierungen aus eigener Kraft aufzubringen. Der Cash Flow wird in den Cash Flow aus dem operativen Bereich, den Cash Flow aus dem Investitionsbereich und den Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich gegliedert.

Cash Generating Unit (CGU)

Kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die eigenständige Mittelzuflüsse generiert, die von Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten weitestgehend unabhängig sind. Der Barwert künftiger Cash Flows kann zur Bewertung der jeweiligen CGU herangezogen werden (siehe auch Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test)).

CO2 Chemische Bezeichnung für Kohlendioxid.

CO2 -Emissionshandel Im Rahmen des EU-weiten Emissionshandelssystems teilen die Mitgliedsstaaten CO2 -Emissionsrechte an Unternehmen zu. Unternehmen, deren tatsächliche CO2 -Emissionen das Volumen der zugeteilten Zertifikate übersteigen, müssen zusätzliche Emissionsrechte zukaufen.

Corporate Governance Kodex

"Verhaltensregel-Kodex" für Kapitalgesellschaften, der die Grundsätze für die Führung und Überwachung eines Unternehmens festschreibt. Er stellt

kein gesatztes Recht dar, sondern ein Regelwerk, dem sich Unternehmen freiwillig unterwerfen.

Corporate Social Responsibility

(CSR) Nachhaltig orientierte Unternehmensführung. Auf freiwilliger Basis wird über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus im Sinne nachhaltiger Entwicklung agiert.

Deckungsgrad Verhältnis zwischen der Stromerzeugung in eigenen Kraftwerken und dem gesamten Stromverkaufsvolumen.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, die Rechte und Pflichten erzeugen, die sich von Marktentwicklungen ableiten, z. B. Optionen, Swaps, Futures. Durch den Einsatz derartiger Instrumente können Finanzrisiken minimiert werden.

Dividendenrendite Verhältnis zwischen der ausgeschütteten Dividende und dem Aktienkurs.

Earnings before Interest and Taxes

(EBIT) Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auch Betriebs- oder Operatives Ergebnis genannt; Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen oder Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Dient auch als einfache Kenngröße für den Cash Flow.

Economic Value Added (EVA)

Differenz aus Rendite-Spread (ROCE abzüglich Kapitalkostensatz) multipliziert mit dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz (Capital Employed); Maß für die Wertschaffung eines Unternehmens

E-Control GmbH (ECG) Vom Gesetzgeber auf Grundlage des Energieliberalisierungsgesetzes eingerichtete Stelle zur Überwachung der Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und Gasmarkts. Bei Bedarf ist regulierend einzugreifen.

Eigenkapitalquote Verhältnis zwischen Eigen- und Gesamtkapital.

Einwohnergleichwert (EGW) Dient als Referenzwert der Schmutzfracht in der Wasserwirtschaft. Er gibt das Äquivalent der Tagesmenge an Schmutzfracht im Abwasser eines Einwohners an und stellt somit eine bedeutende Komponente bei der Festsetzung der zu erwartenden biologischen Belastung von Kläranlagen dar.

Einwohnerwert (EW) Bestimmt die zu erwartende biologische Belastung von Kläranlagen. Er baut auf dem Einwohnergleichwert (EGW) auf und berechnet sich aus der Summe der Einwohner (EZ) und Einwohnergleichwerten: EW = EZ + EGW.

Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) Setzt die EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie, die das Ziel der Liberalisierung des gemeinschaftlichen Energiemarkts verfolgt, in österreichisches Recht um.

Emissionszertifikate Die mit 1. Jänner 2005 im Rahmen der Umsetzung der Kyoto-Ziele in der EU eingeführten Emissionszertifikate gestatten die Emission bestimmter Mengen klimarelevanter Gase. Die Zertifikate werden im Rahmen des "Nationalen Allokationsplan" in Abhängigkeit von den bisherigen Emissionen an die Emittenten vergeben.

Ergebnis je Aktie Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien.

Erneuerbare Energien Aus regenerativen Quellen gewonnene Energie (Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Windenergie).

Equity-Konsolidierung Bilanzierungsmethode zur Berücksichtigung von Unternehmensanteilen, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden. Sie werden bei Erwerb zu Anschaffungskosten angesetzt und jährlich entsprechend dem anteiligen Eigenkapital fortgeschrieben. Der Anteil am jährlichen Erfolg des

Beteiligungsunternehmens wird in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

European Energy Exchange (EEX)

Die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa mit Sitz in Leipzig.

Ex-Dividendentag Tag, ab dem Aktien ohne Recht auf Dividende gehandelt werden. An diesem Tag wird die Höhe der Dividende vom Preis des Wertpapiers abgezogen.

Fair Value Auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelter Preis, zu dem ein Geschäft zwischen voneinander unabhängigen Geschäftspartnern zustande kommen würde.

Fossile Brennstoffe In mehreren Millionen Jahren aus Biomasse entstandene Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle.

Free Cash Flow (FCF) Operativer Cash Flow minus Cash Flow aus dem Investitionsbereich; steht für Zahlungen aus der Finanzierungstätigkeit (Dividende und Kredittilgung) zur Verfügung.

Funds from Operations (FFO)

Operativer Cash Flow, bereinigt um das Zinsergebnis.

Gearing Verhältnis zwischen Nettoverschuldung und Eigenkapital.

Global Reporting Initiative (GRI)

Initiative mit der Aufgabe, weltweit anwendbare Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entwickeln und so eine standardisierte Darstellung von Unternehmen in ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu erreichen.

Grundlast/Spitzenlast Als Grundlast bezeichnet man den über den gesamten Tagesverlauf im Wesentlichen konstanten Strombedarf; Spitzenlast hingegen ist eine kurzzeitig auftretende hohe Energienachfrage im Stromnetz.

Hedge-Geschäft Hedging ist ein Instrument des finanziellen Risikomanagements, das negative Marktwertveränderungen im Zins-, Währungsoder Kurswertbereich limitieren bzw. vermeiden soll. Das Unternehmen, das ein Geschäft "hedgen" möchte, geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit dem Grundgeschäft gekoppelt ist.

Heizgradsumme Messgröße für den temperaturbedingten Energiebedarf für Heizzwecke.

Horizontale Integration Im wirtschaftlichen Sinn meint horizontale Integration das Zusammenfassen von Betrieben gleicher Produktionsstufe unter einem einheitlichen Management. Beispiel Energiewirtschaft: Ein Unternehmen vertreibt bzw. offeriert verschiedene Versorgungsformen bzw. Dienstleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abwasser, thermische Abfallverwertung; siehe Vertikale Integration bzw. Multi-Service-Utility).

Interest Cover Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zum Zinsaufwand.

International Financial Reporting Interpretation Committee/Standard Interpretation Committee (IFRIC, vormals SIC) Seine Aufgabe ist es, die vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten IFRS zu interpretieren und

zu konkretisieren.

International Financial Reporting Standards/International Accounting Standards (IFRS, vormals IAS) Die Bezeichnung IAS wurde 2001 auf IFRS geändert, bis dahin veröffentlichte IAS werden jedoch weiter unter

der früheren Bezeichnung geführt. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben.

International Securities Identification Number (ISIN) Individuelle Wertpapier-Kennnummer, die der EDV-mäßigen Erfassung von Wertpapieren auf internationaler Ebene dient.

Komponentenansatz Gemäß IAS 16 sind Vermögenswerte in ihre wesentlichen Komponenten zu zerlegen und in weiterer Folge individuell zu bewerten und abzuschreiben. "Wesentlichkeit" ist nicht hinlänglich definiert, vielmehr ergibt sie sich aus dem Gesamtzusammenhang (Relation

der Kosten der Komponente zu den Gesamtkosten des Vermögenswerts).

Konsolidierungskreis Zum Konsolidierungskreis zählen alle Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen werden. Voraussetzung dafür ist ein beherrschender Einfluss der Muttergesellschaft. Dieser liegt dann vor, wenn die Muttergesellschaft direkt oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens zu bestimmen. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Erlangen des beherrschenden Einflusses durch die Muttergesellschaft und endet bei dessen Wegfall.

Kraft-Wärme-Kopplung (Cogene-

ration) Gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in einer Energieerzeugungsanlage. Durch die kombinierte Produktion kann der Wirkungsgrad erhöht und damit die eingesetzte Primärenergie optimal genutzt werden.

Kyoto-Protokoll Internationales Abkommen zum Klimaschutz der UNO. Es definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von CO2, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten.1997 verabschiedet, trat das Kyoto-Protokoll offiziell am 16. Februar 2005 in Kraft.

Management Approach Darstellung der steuerungsrelevanten Komponenten eines Konzerns.

Mark-to-Market Bewertung von Finanztransaktionen zu aktuellen Marktpreisen.

Markt-Risikoprämie (MRP) Differenz zwischen der Rendite einer risikolosen und einer risikobehafteten Anlage. Diese Differenz ist die Entschädigung des Investors für zusätzlich eingegan gene, nicht diversifizierbare Markt risiken.

Messzahlen Energie

Energie (Wh) = Leistung x Zeit kWh Kilowattstunde: 1 Wattstunde (Wh) x 103 MWh Megawattstunde: 1 Wh x 106 GWh Gigawattstunde: 1 Wh x 109 Erdgas-Energieinhalt: 1 Nm3 Erdgas entspricht 11,07 kWh

Multi-Service-Utility Unternehmen, das verschiedene Versorgungs- bzw. Infrastrukturleistungen (Strom, Gas, Wärme, Wasser, Abfallwirtschaft u.ä.) aus einer Hand anbietet (siehe Horizontale Integration).

Nachhaltigkeitsindex In einem Wirtschaftsumfeld, das vermehrt durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geprägt wird, bieten Nachhaltigkeitsindizes nachhaltig orientierten Investoren die Möglichkeit, gezielt in jene Unternehmen zu investieren, die hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Leistungen führend sind und sich durch entsprechendes Verhalten gegenüber ihrer Umwelt und ihren Stakeholdern auszeichnen.

Net Debt Coverage Verhältnis der FFO (Funds from Operations) zur verzinslichen Nettoverschuldung.

Net Operating Profit after Tax (NOPAT) Ergibt sich aus dem versteuerten Ergebnis vor Finanzierungskosten.

Nettoverschuldung Saldo aus zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (begebene Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten minus Ausleihungen, Wertpapiere und liquide Mittel).

Netzverlust Differenz zwischen der in ein Netzsystem eingespeisten und der entnommenen elektrischen Energie im Netzsystem. Netzverluste entstehen grundsätzlich aufgrund physikalischer Eigenschaften der Leitungen.

Over the Counter (OTC) Außerbörselicher Aktienhandel.

Primärenergie Energie, die aus natürlich vorkommenden Energieträgern zur Verfügung steht. Neben den fossilen Energieformen wie Erdgas, Mineralöl, Stein- und Braunkohle zählen auch Kernbrennstoffe wie Uran und erneuerbare Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind dazu.

Quotenkonsolidierung Bei der

Quotenkonsolidierung werden die Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aufwendungen und Erträge des Tochterunternehmens nur entsprechend der Höhe der Beteiligung des Mutterunternehmens im Konzernabschluss berücksichtigt.

Regulator Behörde zur Überwachung der nicht-liberalisierten Monopolbereiche (z. B. Energienetze), um Wettbewerb und faire Preisfindung sicherzustellen (siehe E-Control GmbH (ECG)).

Return on Capital Employed

(ROCE) Gibt die Rendite auf das in einem Unternehmen insgesamt eingesetzte Kapital an. Zur Berechnung dieser Messgröße wird das versteuerte Ergebnis zuzüglich der um Steuereffekte verminderten Zinsaufwendungen in Bezug zum buchmäßigen Kapitaleinsatz gesetzt. Beim operativen ROCE (OpROCE) werden Impairments, Einmaleffekte und die Marktbewertung der Verbund-Beteiligung nicht berücksichtigt, um die Entwicklung des Wertbeitrags konsistent zu zeigen.

Return on Equity (ROE) Zur Bestimmung der Eigenkapitalrendite (Return on Equity) – einer Messgröße für die Wertschaffung eines Unternehmens auf Basis des Eigenkapitals – wird das versteuerte Ergebnis in Bezug zum buchmäßigen Eigenkapital gesetzt.

Risikomanagement Potenzielle Risiken (Geschäfts-, Betriebs-, Finanz- und Ereignisrisiken) sollen durch geeignete Maßnahmen möglichst identifiziert, bewertet, abgefedert bzw. vermieden werden.

Single-Buyer-Modell Im Alleinabnehmer- (Single-Buyer-)Modell wird ein Alleinabnehmer als Monopolist bestimmt, der für den Betrieb des Übertragungsnetzes und den Kauf sowie Weiterverkauf von Strom zuständig ist. Der Single Buyer muss berechtigten Konsumenten Zugang zum Netz gewähren. Der mazedonische Strommarkt ist nach dem Single-Buyer-Modell organisiert.

Spitzenlast siehe Grundlast/ Spitzenlast.

Spotmarkt/Spothandel Allgemeine Bezeichnung für Märkte, auf denen Lieferung, Abnahme und Bezahlung (Clearing) unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss erfolgen (siehe auch ARA-Raum).

Syndizierte Kreditlinie Von einem Bankenkonsortium verbindlich zuge sagte Kreditlinie, die dem Unternehmen eine Kreditziehung in unterschiedlichen Beträgen, Laufzeiten und Währungen erlaubt.

Terminmarkt Im Gegensatz zum Spotmarkt fallen auf dem Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Bei Vertragsabschluss muss weder der Käufer die nötigen liquiden Mittel noch der Verkäufer den Handelsgegenstand besitzen. Der Preis der gehandelten Ware wird bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgesetzt.

Thermische Abfallverwertung

Kontrollierte großtechnische Verbrennung von Abfall bei Temperaturen von mehr als 1.000 °C, die zu einer Zerstörung bzw. Entfrachtung von Schadstoffen führt. Gleichzeitig wird die im Abfall enthaltene Energie freigesetzt und – z. B. für Zwecke der Stromerzeugung oder der Fernwärmeversorgung – nutzbar gemacht.

Total Shareholder Return Maßzahl für die Wertentwicklung eines Aktienengagements über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der angefallenen Dividenden und der eingetretenen Kurssteigerung.

Unbundling Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte vorgeschriebene gesellschaftsrechtliche Entflechtung des Netzbereichs von den übrigen Funktionen eines Energieversorgungsunternehmens. Verschiedene Modelle kommen dafür in Betracht: Vollfunktionsmodell (Übertragung des Eigentums an eine Tochtergesellschaft), Pachtmodell (Verpachtung an eine Tochtergesellschaft), Betriebsführungsmodell (Betriebsführung durch eine solche; siehe Vollfunktionsmodell).

UN Global Compact Von der UNO ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel der Unterstützung ökologischer und ökonomischer Interessen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruption.

Value at Risk (VaR) Verfahren zur Berechnung des Verlustpotenzials aus der Preisänderung einer Handelsposition unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit.

Vertikale Integration Im wirtschaftlichen Sinn meint vertikale Integration das Zusammenfassen von Betrieben unterschiedlicher Produktionsstufen unter einer einheitlichen Unternehmensführung. Beispiel Energiewirtschaft: Aufbringung/Erzeugung, Übertragung/Netz und Vertrieb werden von einem Unternehmen angeboten (siehe Horizontale Integration).

Verwässerung Eine Verwässerung tritt dann ein, wenn im Zuge einer Kapitalerhöhung der Unternehmenswert nicht im gleichen Verhältnis dem erhöhten Grundkapital angepasst wird. Kapitalverwässerung ist somit immer gegeben, wenn Gratisaktien ausgegeben werden oder die Emission junger Aktien unter dem Börsenkurs der alten Aktien erfolgt. Der Kurs der alten Aktien sinkt, die Werteinbuße wird als Verwässerung bezeichnet.

Vollfunktionsmodell Der im Zuge der Öffnung der europäischen Stromund Gasmärkte geforderten Entflechtung des Netzbereichs von den übrigen Funktionen der Energieversorgung (Unbundling) wird im höchstmöglichen Ausmaß nachgegangen, indem nicht nur der Betrieb der Anlagen ausgegliedert wird, sondern auch das Eigentum an den Anlagen an den Betreiber übertragen wird. EVN hat sich für das Vollfunktionsmodell entschieden (siehe Unbundling).

Weighted Average Cost of Capital (WACC) Die gewichteten durch-

schnittlichen Kapitalkosten eines Unternehmens setzen sich aus Fremdund Eigenkapitalkosten, gewichtet nach ihren Anteilen am Gesamtkapital, zusammen. Als Fremdkapitalkosten werden die tatsächlichen durchschnittlichen Kreditzinsen – vermindert um den Steuervorteil – angesetzt, die Eigenkapitalkosten entsprechen der Rendite einer risikofreien Veranlagung zuzüglich eines für jedes Unternehmen individuell errechneten Risikoaufschlags.

Werthaltigkeitsprüfung (Impair-

ment Test) Der Buchwert eines Vermögensgegenstands wird mit seinem Fair Value verglichen. Unterschreitet der Fair Value eines Vermögensgegenstands seinen Buchwert, ist eine außerplanmäßige Wertminderung vorzunehmen. Von besonderer Bedeutung ist dieses Instrument für Firmenwerte, da diese seit dem Geschäftsjahr 2004/05 nicht mehr planmäßig abgeschrieben werden, sondern zumindest einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen sind. Im Zuge von Werthaltigkeitsprüfungen werden Cash Generating Units gebildet (siehe Cash Generating Unit (CGU)).

Wertorientierte Unternehmenssteuerung Der Fokus einer wertorientierten Unternehmenssteuerung liegt weniger auf den traditionellen Zielen wie Umsatz oder Gewinn als auf der Steigerung von Unternehmenswerten. Im Zentrum steht die Steigerung des Stakeholder Values, der neben den Interessen der Aktionäre sämtliche andere Anspruchsgruppen des Unternehmens berücksichtigt. Sämtliche Investitionsentscheidungen werden in diesem Sinne an ihrer Auswirkung auf den nachhaltigen Wertbeitrag gemessen. Als zentrale Kennzahlen zur Beurteilung der Wertentwicklung des operativen Geschäfts der EVN werden der Wertbeitrag (EVA – Economic Value Added, siehe Economic Value Added (EVA)) und die Kapitalrendite (ROCE – Return on Capital Employed, siehe Return on Capital Employed (ROCE)) herangezogen.

Wertschöpfungsstufen Der

Stromsektor wird gemeinhin in die Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Verteilung, Verkauf und Verbrauch aufgeteilt.

Wirkungsgrad Effizienz einer Anlage; Verhältnis zwischen Input und Output (z. B. Menge an erzeugter elektrischer Energie im Verhältnis zur eingesetzten Primärenergie).

Die EVN Gruppe

Wesentliche Beteiligungen der EVN AG 1)

Segment Energie
Business Unit Erzeugung 100 % EVN Kraftwerks- und Beteiligungsgesellschaft mbH
49 %
Evonik-EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbH Errichtung eines Kohlekraftwerks in
Duisburg-Walsum
100 % evn naturkraft Erzeugungs- und Verteilungs GmbH Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen
70 %
Wasserkraftwerke Trieb und Krieglach GmbH Stromerzeugung aus Wasserkraft
70 %
EVN Enertrag Kavarna OOD Stromerzeugung aus Windkraft in Bulgarien
100 % EVN Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H. Verwertung von Kraftwerkskomponenten
50 % Devoll Hydropower SHA Stromerzeugung aus Wasserkraft in Albanien
Business Unit Netze 100 % EVN Netz GmbH Betrieb von Strom- und Gasnetzen
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs GmbH 2)
100 %
Kabelsignal AG Kabel-TV- und Internetdienste
100 %
B.net Burgenland Telekom GmbH Kabel-TV- und Telekommunikationsdienste
100 %
EVN Geoinfo GmbH Digitale Kartografie
50 % NÖKOM NÖ Telekom Service GmbH Telekommunikationsnetz der Landesverwaltung
Business Unit Vertrieb 100 % EVN Energievertrieb GmbH & Co KG Strom- und Gasverkauf an Endkunden im Rahmen der EnergieAllianz
100 % EVN Wärme GmbH Verkauf von Wärme, Gas, KWK- und Biogas-Wärme sowie solarer Energie
49 % Fernwärme St. Pölten GmbH Gemeinsame Fernwärmevertriebstochter mit den St. Pöltener Stadtwerken
45 % EnergieAllianz Austria GmbH Gemeinsame Vertriebstochter der EnergieAllianz Partner
100 %
Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H. Stromvertrieb aus erneuerbaren Energiequellen
100 %
Switch Energievertriebsgesellschaft m.b.H.
100 %
EAA Erdgas Mobil GmbH Errichtung von Erdgastankstellen
45 % e&t Energie Handelsgesellschaft mbH Gemeinsame Tochter der EnergieAllianz Partner für Energiehandel und -aufbringung
16,5 % EconGas GmbH Gemeinsame Handels- und Großkundengesellschaft der EnergieAllianz Gaspartner mit OMV, EGBV
Business Unit Südosteuropa 67 % EVN Bulgaria EP AD Betrieb von Stromnetzen in Bulgarien
67 % EVN Bulgaria EC AD Stromversorgung von Kleinkunden in Bulgarien
100 %
Energy Trading AD Stromversorgung von Großkunden in Bulgarien
100 % EVN Trading South East Europe EAD Stromhandel
100 % EVN Bulgaria Toplofikatsia EAD Fernwärmegesellschaft in Bulgarien
100 % EVN Bulgaria EAD Managementgesellschaft
90 % EVN Macedonia AD Stromversorgung in Mazedonien
100 % EVN Macedonia Holding DOOEL Managementgesellschaft
Segment Umwelt
100 % EVN Wasser GmbH Trinkwasserversorgung in Niederösterreich
100 % EVN Umweltholding und Betriebs-GmbH Holding für Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie Abfallverwertung
100 %
WTE Wassertechnik GmbH, Essen Deutschland Wasserver- und Abwasserentsorgung 3)
100 %
EVN Abfallverwertung Niederösterreich GmbH Thermische Abfallverwertung
100 %
EVN Projektgesellschaft MVA3 mbH Thermische Abfallverwertung Moskau

Strategische Beteiligungen und Sonstiges

13,0 % Österreichische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (Verbund) Stromproduktion, -handel und -transport
73,6 % Burgenland Holding Aktiengesellschaft Regionale Strom- und Gasversorgung
49 %
Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (BEWAG) Stromversorgung
49 %
Burgenländische Erdgasversorgungs-Aktiengesellschaft (BEGAS) Gasversorgung
50,03 % RAG-Beteiligungs-Aktiengesellschaft
100 %
Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft Öl- und Gasförderung sowie Gasspeicherung
100 % Utilitas Dienstleistungs- und Beteiligungs-Gesellschaft
50 %
Allplan Gesellschaft m.b.H. Haus-, Energie- und Umwelttechnik
100 %
EVN Business Service GmbH Interne Konzerndienstleistungen
100 %
first facility GmbH Facility Management
100 %
V&C GmbH Kathodischer Korrosionsschutz
100 % EVN Finanzmanagement und Vermietungs GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finanzservice GmbH Konzernfinanzierung
100 %
EVN Finance Service B.V. Konzernfinanzierung

Stand: 30.9.2009. Dargestellt sind die wesentlichen Gesellschaften der Gruppe. Beteiligungsausmaße in %.

1) Die EVN AG beinhaltet im Wesentlichen die Kraftwerke.

2) Utilitas Dienstleistung ist im Segment "Strategische Beteiligungen und Sonstiges" eingegliedert.

3) Die Beteiligungen der WTE Wassertechnik GmbH sind Projekt- und Betriebsgesellschaften in Zentral-, Ost- und Südosteuropa.

EVN AG

EVN Platz A-2344 Maria Enzersdorf Telefon +43 2236 200-0 Telefax +43 2236 200-2030

Investor Relations Dr. Klára Székffy Telefon +43 2236 200-12745 [email protected]

Service-Telefon für Kunden/innen 0800 800 100

Service-Telefon für Anleger/innen 0800 800 200

Informationen im Internet

www.evn.at www.investor.evn.at www.verantwortung.evn.at

EVN Online-Geschäftsbericht 2008/09 www.investor.evn.at/gb/gb2009

Finanzkalender 2009/101)

81. ordentliche Hauptversammlung 21.1.2010 Ergebnis 1. Halbjahr 2009/10 27.5.2010
Ex-Dividendentag 26.1.2010 Ergebnis 1.–3. Quartal 2009/10 26.8.2010
Dividendenzahltag 29.1.2010 Jahresergebnis 2009/10 16.12.2010
Ergebnis 1. Quartal 2008/09 25.2.2010 1) vorläufig

Basisinformationen

Grundkapital 300.000.000,00 EUR
Stückelung 163.525.820 nennwertlose Stückaktien
ISIN Wertpapierkennnummer AT0000741053
Ticker Symbole EVNV.VI (Reuters); EVN AV (Bloomberg); AT; EVN (Dow Jones); EVNVY (ADR)
Börsenotierung Wien
ADR Programm; Depositary Sponsored Level I ADR program (5 ADR = 1 Aktie); The Bank of New York Mellon
Ratings A2, negative (Moody's); A–, negative (Standard & Poor's)

Unser Service für Aktionäre umfasst die persönliche Zusendung aller schriftlichen Unternehmensinformationen. Falls Sie Interesse an derartigen Zusendungen haben, retournieren Sie bitte die nebenstehende Antwortkarte. Im Rahmen unseres Service für Aktionäre stehen wir Ihnen darüber hinaus unter der kostenfreien Nummer 0800 800 200 jederzeit gern für Investor-Relations-Auskünfte zur Verfügung. Weiters möchten wir Sie herzlich einladen, unsere Homepage für Anleger zu besuchen. Unter www.investor.evn.at finden Sie alle relevanten Informationen.

Impressum

Herausgeber EVN AG EVN Platz A-2344 Maria Enzersdorf

Konzept und Beratung: Mensalia Unternehmensberatung Kreativkonzept und Design: Büro X Wien Fotos: Manfred Klimek und EVN Satz und Druck: gugler GmbH, www.gugler.at

Wir haben diesen Geschäftsbericht mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Satz- oder Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dieser Geschäftsbericht enthält auch zukunftsbezogene Einschätzungen und Aussagen, die wir auf Basis aller uns bis zum Redaktionsschluss zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Diese zukunftsbezogenen Aussagen werden üblicherweise mit Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "planen", "rechnen" etc. umschrieben. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gegebenheiten – und damit auch die tatsächlichen Ergebnisse – aufgrund verschiedenster Faktoren von den in diesem Bericht dargestellten Erwartungen abweichen können. Dieser Geschäftsbericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutschsprachige Version. Redaktionsschluss: 27. November 2009

Dieses Druckprodukt wurde auf umweltfreundlichem Papier gedruckt. Es enthält mind. 50 % FSC-zertifizierten Zellstoff. Die Produktion erfolgte mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern unter Berücksichtigung der strengen Öko-Richtlinien von greenprint*. Die bei der Papier- und Druckproduktion entstandenen CO2 -Emissionen wurden durch Erwerb von Gold-Standard-Zertifikaten neutralisiert. Der Beitrag fließt in ein vom WWF ausgewähltes Klimaschutzprojekt in Indien. Gedruckt und gebunden in Österreich durch gugler cross media.