AI assistant
ElringKlinger AG — Management Reports 2012
May 9, 2012
138_rns_2012-05-09_dbac69c1-a688-4d0d-a6cd-047958e37bad.html
Management Reports
Open in viewerOpens in your device viewer
ElringKlinger AG
Dettingen/Erms
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 und Konzernlagebericht 2011
Lagebericht
ElringKlinger im Überblick – Tätigkeitsbereiche und Organisation
Profil
ElringKlinger ist ein global tätiger, unabhängiger Automobilzulieferer, der mittlerweile auf eine über 130-jährige Historie zurück blickt. Das Unternehmen erwirtschaftet rund 90 % der Konzernerlöse mit der Fahrzeugindustrie und im freien Ersatzteilgeschäft. Als Entwicklungspartner und Erstausrüster beliefert ElringKlinger nahezu alle Fahrzeug- und Motorenhersteller weltweit mit Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodulen, Abschirmteilen für Motor, Getriebe und Abgasanlage, Abgasreinigungstechnologie sowie Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten. Die ElringKlinger Kunststofftechnik ergänzt das Portfolio um Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE für Branchen auch außerhalb der Fahrzeugindustrie. In den letzten Jahren kamen auch zahlreiche Automobilzulieferer zum Kundenkreis der ElringKlinger-Gruppe hinzu, vor allem aus den Bereichen Abgastechnologie und Getriebebau. Zudem wird der freie Ersatzteilmarkt hauptsächlich mit metallischen Flachdichtungen und kompletten Dichtungssätzen beliefert. Weltweit arbeiten fast 6.200 Menschen für ElringKlinger (Mitarbeiter Seite 32).
Geschäftsmodell und Kernkompetenzen
ElringKlinger ist Weltmarktführer bei Zylinderkopfdichtungen. In den Geschäftsbereichen Spezialdichtungen, Abschirmtechnik und Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik zählt das Unternehmen jeweils zu den drei größten Anbietern weltweit.
Mit seinen Produkten legt ElringKlinger den Schwerpunkt auf die Kernthemen der Automobilindustrie: Kraftstoffverbrauchsreduzierung, Emissionsverringerung und die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien. Der Konzern ist als einer von nur wenigen Zulieferern weltweit bereits heute dafür aufgestellt, technologisch anspruchsvolle Komponenten für alle zukünftig relevanten Antriebsarten zu liefern – vom Verbrennungsmotor bis zum elektrischen Antrieb.
ElringKlinger verbindet Technologieführerschaft im Markt mit Kostenführerschaft in der Fertigung. Im Vordergrund steht dabei, hohe Stückzahlen in der Serie, mit gleichbleibend hoher Qualität, aus vollautomatisierter Produktion zu liefern.
Die Kernkompetenzen von ElringKlinger liegen in der Kombination feinster Metallbearbeitung mit Beschichtungstechnologien und in der Kunststofftechnik. Die Unternehmensgruppe verfügt über einen erheblichen Vorsprung durch das mit jahrzehntelanger Erfahrung aufgebaute spezifische Material-Know-how. Sie hat sich mit den für die jeweiligen Anwendungsgebiete entwickelten Produktionsprozessen wesentliche Wettbewerbsvorteile erarbeitet. Zu den Stärken von ElringKlinger zählt außerdem die Werkzeugtechnologie für Metallumformung, Stanz- und Prägeprozesse sowie für anspruchsvolle Kunststoffspritzgießverfahren. Das Unternehmen entwirft und fertigt den größten Teil der in der Produktion eingesetzten Werkzeuge im unternehmenseigenen Werkzeugbau.
Um die Wettbewerbsposition zu sichern, investiert ElringKlinger über dem Branchendurchschnitt in Forschung und Entwicklung (FuE). Die ausgeprägte Innovationskultur des Unternehmens ist sowohl auf neue Anwendungsmöglichkeiten für bestehende Technologien als auch auf die Entwicklung völlig neuer Produkte ausgerichtet. Dabei wird gezielt darauf geachtet, neue Produkte für technologisch anspruchsvolle Nischenmärkte zu entwickeln, zum Beispiel im Turboladerbereich.
Standorte und Märkte: Weltweit präsent
Der ElringKlinger-Konzern ist global präsent. Die Gruppe verfügte Ende 2011 über 40 Standorte in 19 Ländern. Davon entfallen 27 auf Produktionsstätten, acht auf Vertriebsgesellschaften und drei auf Gesellschaften, die ausschließlich im Ersatzteilgeschäft tätig sind. Die übrigen Standorte gehören zu den Segmenten Dienstleistungen und Gewerbeparks.
ElringKlinger bearbeitet die traditionellen Automobilmärkte Europa, Nordamerika und Japan. Aber auch in den aufstrebenden Schwellenmärkten Asiens und Südamerikas ist der Konzern mit eigenen Produktionsstandorten stark aufgestellt (Konzerngesellschaften, Seite 29).
Das weltweite Produktionsnetzwerk des Konzerns ermöglicht es, kundennah bei den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften zu fertigen. Dabei stehen die Konzerngesellschaften untereinander im Wettbewerb um die Projekte. Gefertigt wird an dem mit Bezug auf die Produktionsfaktoren günstigsten Standort. Wesentliche Kriterien für die Entscheidung, wo produziert wird, sind Kundennähe, Kostenstruktur und interne Wertschöpfungsketten, aber auch die Reduzierung von Währungs- und sonstigen Risikoeinflüssen.
Zu den – gemessen an Umsatz und Mitarbeiterzahl – größten Standorten der Gruppe zählen in Deutschland die Werke der AG in Dettingen/Erms, Runkel und Langenzenn; außerdem die Betriebsstätte der ElringKlinger Kunststofftechnik in Bietigheim-Bissingen. Im übrigen Europa sind die Werke in Reus (Spanien) und Nantiat (Frankreich) zu nennen, ebenso die zwei Schweizer Standorte in Sevelen und Elsau, die zur ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG bzw. Hug Engineering AG gehören. Außerhalb von Europa befinden sich die größten Niederlassungen in Leamington (Kanada), Piracicaba (Brasilien), Toluca (Mexiko), Buford (USA) sowie in Changchun und Suzhou (jeweils China).
Rund 70 % der Konzernerlöse wurden 2011 auf den internationalen Märkten erzielt. Die detaillierte Aufteilung der 2011 erwirtschafteten Umsätze nach Regionen findet sich im Kapitel „Umsatz und Ertragsentwicklung“ (Seite 13).
Konzernstruktur und Organisation
Die ElringKlinger AG als Muttergesellschaft mit Hauptsitz in Dettingen/Erms (Deutschland) übernimmt alle wesentlichen Managementaufgaben sowie konzernübergreifende Funktionen in den Bereichen Einkauf, IT, Kommunikation, Recht und Personalwesen. Zum 31. Dezember 2011 umfasste der ElringKlinger-Konzern neben der Muttergesellschaft 32 aktive und voll konsolidierte Tochtergesellschaften, zwei Joint Ventures mit insgesamt vier Gesellschaften sowie eine Beteiligungsgesellschaft (Anteilsbesitzliste, Anhang Seite 17).
Zum 31. Dezember 2011 waren insgesamt 38 Gesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen. Davon sind 33 voll konsolidiert. Vier Gesellschaften sind quotal einbezogen.
Von den insgesamt 38 Konzerngesellschaften sind 24 Produktionsgesellschaften, sechs Vertriebsgesellschaften und drei ausschließlich im Aftermarket aktive Gesellschaften.
Folgende Gesellschaften haben ihren Sitz in Deutschland:
| • | ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, Bietigheim-Bissingen |
| • | Elring Klinger Motortechnik GmbH, Idstein |
| • | ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg/Neckar |
| • | Gedächtnisstiftung KARL MÜLLER BELEGSCHAFTSHILFE GmbH, Dettingen/Erms |
| • | Hug Engineering GmbH, Magdeburg |
| • | Hummel-Formen GmbH, Lenningen |
| • | Hummel-Formen Kunststofftechnik GmbH, Lenningen |
Von den internationalen Konzerngesellschaften der ElringKlinger-Gruppe sind 13 Gesellschaften in Europa angesiedelt, sieben im NAFTA-Raum, acht in Asien sowie jeweils eine Gesellschaft in Südafrika und Südamerika.
Die Joint Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd., Changwon, Südkorea, und ElringKlinger Marusan Corporation, Tokio, Japan, sind quotal – also mit der jeweils von der ElringKlinger AG gehaltenen Anteilsquote – in den Konzernabschluss 2011 einbezogen.
Segmente und Geschäftsbereiche
Das operative Geschäft des Konzerns ist in fünf Segmente unterteilt: Erstausrüstung, Ersatzteile, Kunststofftechnik, Dienstleistungen und Gewerbeparks. Diese bilden auch die berichtspflichtigen Segmente nach IFRS.
Segmente des ElringKlinger-Konzerns
scroll
| Segment | Umsatzanteil* | Kundengruppen |
|---|---|---|
| Erstausrüstung | 79,7 % | Pkw-, Lkw- und Motorenhersteller, Autozulieferer |
| Ersatzteile | 10,9 % | Freier Ersatzteilehandel |
| Kunststofftechnik | 8,2 % | Fahrzeugindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik, Telekommunikation etc. |
| Dienstleistungen | 0,5 % | Fahrzeughersteller und -zulieferer |
| Gewerbeparks | 0,7 % | Ohne Branchenbezug |
*Bereinigt um Konsolidierungseffekte
Das Segment Erstausrüstung entwickelt, produziert und vertreibt Teile und Baugruppen für Motoren, Getriebe und Abgassysteme von Kraftfahrzeugen sowie Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten. Die Übernahme der Schweizer Hug-Gruppe ergänzt das Portfolio um die Abgasreinigungstechnologie. Sie soll nun verstärkt in der Erstausrüstung im Nutzfahrzeugbereich zum Einsatz kommen (Wesentliche Ereignisse, Seite 12). Die Hummel-Formen-Gruppe ist ebenfalls im Segment Erstausrüstung enthalten.
Im Ersatzteilgeschäft vertreibt ElringKlinger unter der Marke „Elring – Das Original“ sein Ersatzteilsortiment aus Zylinderkopf- und Spezialdichtungen sowie vollständige Dichtungssätze und Serviceteile. Die Ersatzteile in Erstausrüstungsqualität kommen u.a. zur Instandsetzung von Motoren, Getrieben oder Abgassystemen zum Einsatz.
Das Segment Kunststofftechnik umfasst die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH und deren Vertriebsgesellschaft in Qingdao, China. Diese Gesellschaften entwickeln, fertigen und vertreiben Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE. Rund zwei Drittel des Umsatzes des Segments werden außerhalb der Fahrzeugindustrie erwirtschaftet. Während die ElringKlinger Kunststofftechnik in Europa bereits zu den drei größten Anbietern für PTFE-Applikationen zählt, wird der Markt in Asien derzeit aufgebaut.
Die Elring Klinger Motortechnik GmbH und die ElringKlinger Logistic Service GmbH bilden das Segment Dienstleistungen. Hier bietet ElringKlinger Entwicklungsdienstleistungen an modernen Motorprüfständen rund um Motor, Getriebe und Abgassystem. Neben den Fahrzeugherstellern nutzen vor allem Autozulieferer dieses Angebot. ElringKlinger ist hierdurch stark vernetzt mit den Entwicklungsabteilungen der Kunden. In enger Zusammenarbeit werden Lösungen für den gesamten Antriebsstrang erarbeitet. Die ElringKlinger Logistic Service GmbH erbringt Logistikdienstleistungen, sowohl konzernintern als auch -extern.
Im Segment Gewerbeparks sind die Industrieparks in Idstein bei Frankfurt und in Kecskemét, Ungarn, zusammengefasst. Der Geschäftszweck besteht in der Vermietung und Verpachtung von Grundeigentum und Gebäuden. Ein dritter Gewerbepark in Ludwigsburg wurde 2011 verkauft (Wesentliche Ereignisse, Seite 12), da dieses Segment nicht mehr zum klassischen Kerngeschäft der ElringKlinger-Gruppe zählt.
Der Konzern ist darüber hinaus in folgende zehn Geschäftsbereiche gegliedert:
Zylinderkopfdichtungen, Spezialdichtungen, Abschirmtechnik, Kunststoffgehäusemodule/ Elastomertechnik, E-Mobility, Kunststofftechnik, Ersatzteile, Dienstleistungen, Gewerbeparks sowie Werkzeugtechnologie.
Im Bereich Zylinderkopfdichtungen, der rund 15 % zum Konzernumsatz beiträgt, ist ElringKlinger Weltmarktführer. Hauptwettbewerber in dem weitgehend oligopolistischen Marktumfeld sind die Dichtungsbereiche zweier US-amerikanischer Großkonzerne. In einigen lokalen Märkten gibt es noch kleinere, regionale Wettbewerber.
Der Geschäftsbereich Spezialdichtungen steht für rund 16 % der Konzernumsatzerlöse. Hier bietet ElringKlinger vor allem Dichtungslösungen im Hochtemperaturumfeld für Anwendungen in Motor, Turbolader, Getriebe und Abgasstrang sowie Getriebesteuerplatten. Das Marktumfeld und die Wettbewerbssituation sind vergleichbar zum Bereich Zylinderkopfdichtungen. ElringKlinger zählt bei metallischen Spezialdichtungen zu den drei größten Anbietern weltweit. Der Geschäftsbereich profitiert von den steigenden Anforderungen an die Dichtungstechnologie und einer zunehmenden Anzahl von Anwendungsmöglichkeiten.
Mit einem Anteil am Konzernumsatz von rund 26 % ist der Geschäftsbereich Abschirmtechnik mittlerweile der umsatzstärkste. ElringKlinger gehört zu den wenigen Anbietern weltweit, der kombinierte thermische und akustische Abschirmlösungen für Motor und Unterboden fertigt. Die Anzahl der im Fahrzeug benötigten Abschirmteile wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Dies ermöglicht dem Geschäftsbereich strukturelles Wachstum. Die Wettbewerbssituation auf diesem Feld stellt sich differenzierter dar als im Dichtungsbereich. ElringKlinger zählt auch in der Abschirmtechnik international zu den drei größten Anbietern.
Ebenfalls zu den drei führenden Anbietern wird ElringKlinger im Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/ Elastomertechnik zugeordnet. Dieser steuert 19 % zum Konzernumsatz bei. Das Marktumfeld ist derzeit noch etwas stärker fragmentiert als bei den anderen Geschäftsbereichen. ElringKlinger entwickelt und produziert in diesem Bereich gewichtsreduzierte Module aus Polyamid-Kunststoffen, z.B. Ventilhauben, Ölwannen oder Ölsaugrohrmodule. Da die Anzahl der möglichen Kunststoffanwendungen im Fahrzeug steigt und sich der Trend zum Ersatz schwerer Metallteile auch im Lkw-Bereich zunehmend durchsetzt, profitiert auch dieser Geschäftsbereich von strukturellen Wachstumsimpulsen. Weitere wichtige Produkte für diesen Geschäftsbereich sind Metallelastomerdichtungen für das Nutzfahrzeugsegment.
Der Geschäftsbereich E-Mobility wurde 2010 gegründet und 2011 stark ausgebaut. Die seit der zweiten Jahreshälfte 2011 in Serie produzierten Zellkontaktiersysteme für Lithium-Ionen-Batterien werden von diesem Bereich entwickelt und hergestellt. (Forschung und Entwicklung, Seite 40).
Der hohen Bedeutung der Werkzeugtechnik wurde 2011 Rechnung getragen und der eigenständige Geschäftsbereich Werkzeugtechnologie gegründet. Dieser umfasst den konzerninternen Werkzeugbau sowie die übernommene Hummel-Formen GmbH (Wesentliche Ereignisse, Seite 12).
Die Geschäftsbereiche Kunststofftechnik, Ersatzteile, Dienstleistungen und Gewerbeparks entsprechen den jeweiligen Segmenten.
Generell werden neue Aktivitäten in eigene Geschäftsbereiche überführt, sobald sie erste Umsatzbeiträge im Seriengeschäft erzielen. Solange dies nicht gegeben ist, werden sie im Bereich „Neue Geschäftsfelder“ gebündelt. Aktuell umfassen die „Neuen Geschäftsfelder“ in erster Linie die laufenden Projekte in der Brennstoffzellentechnik (Forschung und Entwicklung, Seite 40).
Rechtliche Struktur
Die ElringKlinger AG als Mutterunternehmen des Konzerns ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 361242 eingetragen. Die Anschrift lautet ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms, Deutschland. Die Gesellschaft firmiert als ElringKlinger AG. Der im Handelsregister eingetragene Unternehmensgegen-stand der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften ist die Entwicklung, die Herstellung sowie der Vertrieb von technischen und chemischen Produkten, insbesondere von Dichtungen, Dichtungsmaterialen, Kunststofferzeugnissen und Baugruppen für die Fahrzeug- und allgemeine Industrie. Die Gesellschaft bietet darüber hinaus mit der Technologie ihrer Erzeugnisse in Beziehung stehende Dienstleistungen an. Zum Unternehmensgegenstand gehören darüber hinaus die Verwaltung und Verwertung von Grundeigentum. Die Satzung besteht in der Fassung vom 6. Oktober 2010. Sie ist auf der Internetseite www.elringklinger.de zugänglich.
Steuerungsgrößen
Der Vorstand der ElringKlinger AG nutzt vor allem finanzielle Steuerungsgrößen als wesentliche Grundlage für die Führung des Gesamtkonzerns. Diese Kennzahlen fließen als elementare Bestandteile in die Datenbasis zur Gesamteinschätzung aller zu bewertenden Sachverhalte und Entwicklungen in der ElringKlinger-Gruppe ein. Darüber hinaus zieht der Vorstand als Entscheidungsgrundlage auch nicht-finanzielle Kennzahlen und Leistungsindikatoren heran.
Die finanziellen Steuerungsgrößen basieren vor allem auf der Umsatz- und Ergebnisentwicklung der AG sowie der Konzerngesellschaften. Von den Ergebnisgrößen werden als Steuerungskennzahlen besonders das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) herangezogen.
Alle Steuerungsgrößen werden sowohl für die Segmente Erstausrüstung, Ersatzteile, Kunststofftechnik, Dienstleistungen und Gewerbeparks als auch für die Geschäftsbereiche der jeweiligen Segmente geplant, ermittelt und überwacht.
Der Erfolg der Geschäftsbereiche der AG sowie der einzelnen Konzerngesellschaften und des Gesamtkonzerns wird zudem an der Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) gemessen und bewertet. Zur Ermittlung des ROCE wird das EBIT zu dem durchschnittlich eingesetzten Kapital ins Verhältnis gesetzt. Zum eingesetzten Kapital zählt ElringKlinger das Eigenkapital, die Finanzverbindlichkeiten, die Rückstellungen für Pensionen und langfristige Rückstellungen wie Jubiläums- oder Altersteilzeitrückstellungen. Klare Zielvorgabe für alle organisatorischen Einheiten des Konzerns ist es, mittel- und langfristig eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von mindestens 20,0 % zu erreichen. Die variable Vergütung der ersten Führungsebene unter dem Vorstand ist in der Regel an die erreichte Verzinsung des eingesetzten Kapitals gekoppelt.
Bei Investitionsentscheidungen kommt der Kapitalbindung eine wesentliche Bedeutung zu. Um dennoch ein langfristig ausgewogenes Investitionsverhalten auf Ebene der Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften sicher zu stellen, wird bei der internen Kennzahlenberechnung und Bewertung des Zielerreichungsgrades unabhängig vom Alter der Maschinen und Anlagen immer der Anschaffungswert mit 50 % in Ansatz gebracht. Durch diese Methodik wird ein maßvolles, angemessenes und sinnvolles Investitionsverhalten erreicht.
Das Managementinformations- und Steuerungssystem des ElringKlinger-Konzerns umfasst auch alle wesentlichen Kennzahlen des Finanzmanagements.
Geplant und gesteuert werden insbesondere:
| • | Liquidität |
| • | Kapitalstruktur: Zielgröße für den Konzern ist eine Eigenkapitalquote von 40 % |
| • | potenzielle Marktpreisrisiken aus Währungskursentwicklungen, Zinsveränderungen und Materialkostensteigerungen |
| • | Kreditrisiken |
Detaillierte Ausführungen zu den verschiedenen Komponenten und Risiken des Finanzmanagements sind im „Chancen- und Risikobericht“ dieses Lageberichts enthalten (Chancen- und Risikobericht“, Seite 51).
Der Vorstand legt großen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung der Firmengruppe. Von den nicht-finanziellen Kennzahlen und Leistungsindikatoren zieht der Vorstand
für die Unternehmensführung in erster Linie die folgenden regelmäßig erhobenen mitarbeiterbasierten Größen bzw. Nachhaltigkeitskennzahlen heran:
| ― | Anzahl der Beschäftigten und Mitarbeiterentwicklung |
| ― | Durchschnittlicher Krankenstand |
| ― | Fluktuationsrate |
| ― | Erhebungen zur Arbeitssicherheit und Anzahl der Arbeitsunfälle |
| ― | Energieverbrauchswerte |
| ― | CO2-Emissionen |
| ― | Qualitätskennzahlen, -bewertungen und Ausschussquoten |
Nähere Einzelheiten zu nicht-finanziellen Leistungsindikatoren finden sich in den Kapiteln „Beschaffung“, „Nachhaltigkeit“, "Forschung und Entwicklung“, „Mitarbeiter“ sowie im „Chancen- und Risikobericht“ des Konzernlageberichts.
Sämtliche erfassten Kennzahlen werden regelmäßig durch Benchmark-Analysen mit anderen, vor allem kapitalmarktorientierten Unternehmen der Branche verglichen und ausgewertet.
Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente werden in der ElringKlinger-Gruppe nur in geschäftsüblichem Umfang in Form von Leasing genutzt.
Finanzinstrumente werden ebenfalls nur in geschäftsüblichem Umfang eingesetzt. Sie werden sowohl in den jeweiligen Fachbereichen als auch zentral überwacht. Die Grundsätze zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente sind im Risikobericht im Abschnitt „Einsatz derivativer Instrumente“ beschrieben. Art und Umfang der am 31. Dezember 2011 bestehenden Derivativpositionen ergeben sich aus der Darstellung „Sicherungspolitik und Finanzinstrumente“ im Konzernanhang.
Zusammengefasst sind die Kernziele des Steuerungs- und Planungssystems der ElringKlinger-Gruppe:
Erstens ein langfristig profitables organisches Wachstum des Konzerns und zweitens eine – gemessen an der EBIT-Marge – im Vergleich zum Durchschnitt der Zulieferbranche überdurchschnittliche Profitabilität und Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
Wesentliche finanzielle Steuerungsgrößen des ElringKlinger-Konzerns
scroll
| 2011 | 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| EBIT | (in Mio. EUR) | 126,0* | 106,7 | 63,3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | (in Mio. EUR) | 113,9* | 94,0 | 49,4 |
| Return on Capital Employed (ROCE) | 14,2 %* | 15,2 % | 8,8 % | |
| Cashflow aus betriebl. Tätigkeit | (in Mio. EUR) | 74,5 | 126,2 | 148,8 |
| Eigenkapitalquote | 50,1 % | 52,7 % | 41,2 % |
scroll
| 2008 | 2007 | ||
|---|---|---|---|
| EBIT | (in Mio. EUR) | 71,5 | 121,0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | (in Mio. EUR) | 60,0 | 114,9 |
| Return on Capital Employed (ROCE) | 13,6 % | 30,3 % | |
| Cashflow aus betriebl. Tätigkeit | (in Mio. EUR) | 98,2 | 99,3 |
| Eigenkapitalquote | 37,7 % | 49,1 % |
*Bereinigt um Einmalertrag aus dem Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg in Höhe von 22,7 Mio. Euro
Konjunkturelle Entwicklung und Branchenumfeld
Wirtschaftswachstum schwächt sich im Jahresverlauf weltweit ab
In den ersten Monaten 2011 hatte sich die dynamische konjunkturelle Entwicklung des Vorjahres in den meisten Wirtschaftsregionen der Welt zunächst fortgesetzt. Trotz der hohen Ölpreise und der Folgen der schweren Naturkatastrophe in Japan im März 2011 stellte sich die wirtschaftliche Entwicklung in der ersten Jahreshälfte auf globaler Ebene noch robust dar.
Im weiteren Jahresverlauf belasteten die Verunsicherung der Kapitalmärkte hinsichtlich der Finanzstabilität in Europa sowie die schwächelnde US-Konjunktur die Weltwirtschaft zunehmend. Insbesondere die südeuropäischen Peripherieländer konnten sich immer schwieriger über die Kapitalmärkte refinanzieren. Auch einige Kernländer der Eurozone waren verstärkt von der Schuldenkrise betroffen. Die Frühindikatoren kühlten sich merklich ab, und die Konjunkturaussichten begannen sich weltweit einzutrüben.
Dennoch stieg die globale Wirtschaftsleistung 2011 um insgesamt 3,8 %. Damit fiel das Wachstum merklich geringer aus als im Vorjahr (5,2 %). Vor allem die positive Entwicklung der weniger schuldenbelasteten Schwellenmärkte in Asien, aber auch in Südamerika, trug zu diesem Anstieg bei.
Starke Konjunktur in Deutschland stützt Eurozone
Deutschland zeigte sich 2011 weitgehend unberührt von den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise. Unter anderem aufgrund der dynamischen Nachfrage aus Asien stieg das deutsche Ausfuhrplus um 12,0 %. Der Arbeitsmarkt präsentierte sich solide, und die gute private Nachfrage trug zu der starken wirtschaftlichen Entwicklung bei. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2011 um 3,0 % zu.
In der Eurozone insgesamt machten sich die angespannte Haushaltslage und Schuldenkrise einiger Mitgliedstaaten immer stärker bemerkbar. Die Refinanzierungssätze für südeuropäische Länder erhöhten sich im Jahresverlauf 2011 rapide. Aufgrund der politischen Unwägbarkeiten sowie der beschlossenen Sparprogramme zeigten sich das Konsumentenverhalten und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Europa zunehmend angespannt.
Während die Wirtschaftsleistung in Griechenland und Portugal schrumpfte, konnten Spanien und Italien ein marginales Wachstum aufweisen. In Summe wuchs die Wirtschaft in der Eurozone um 1,6 %. Die robuste Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft verhinderte eine noch schwächere Tendenz im Euroraum.
Die Volkswirtschaften in Osteuropa wiesen dagegen durchweg positive Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt auf. In Russland stieg das BIP – gestützt von einer starken Inlandsnachfrage und hohen Investitionen – gegenüber dem Vorjahr um 4,1 %.
US-Wirtschaft erholt sich nur langsam – Lateinamerika bleibt dynamisch
Der private Konsum als tragende Säule der US-Wirtschaft zeigte sich zu Jahresbeginn 2011 beeinträchtigt. Die Ursache dafür waren die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt, sinkende Einkommen und die stark gestiegenen Benzinpreise. Der Konflikt um die notwendige Anhebung der Schuldenobergrenze des Staates und die folgende Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch eine Ratingagentur lasteten ebenso auf dem Verbrauchervertrauen wie der schwache Immobilienmarkt.
Die faktische Nullzinspolitik der US-Notenbank und unkonventionelle Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik sorgten in der zweiten Jahreshälfte dafür, dass die Konjunktur wieder etwas an Fahrt gewann. In den letzten beiden Quartalen zog das BIP-Wachstum wieder spürbar an und der Arbeitsmarkt sendete erste positive Signale. Insgesamt verzeichneten die USA einen Anstieg der Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr 2011 um moderate 1,8 %.
In Südamerika, das bereits auf mehrere Jahre einer äußerst dynamischen Entwicklung, vor allem beim privaten Konsum, zurückblickt, legte die Wirtschaftsleistung weiter zu. Obwohl die weltweite konjunkturelle Flaute auch in der größten Volkswirtschaft Südamerikas Spuren hinterließ, konnte Brasilien das Bruttoinlandsprodukt erneut steigern. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich um 2,9 %.
Asien treibt die Weltwirtschaft an
Die asiatischen Schwellenländer waren erneut der Wachstumstreiber der Weltwirtschaft. Zwar zeigten sich auch hier leichte Abschwächungstendenzen, trotzdem hielt die dynamische Konjunkturentwicklung an. Während die chinesische Volkswirtschaft um 9,2 % wuchs, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt in Indien immerhin noch um 7,4 %. Auch die ASEAN-Staaten Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand und Vietnam zeigten eine erfreuliche Entwicklung. In diesem Raum stieg die Wirtschaftsleistung um 4,8 %.
Die japanische Wirtschaft musste 2011 die Auswirkungen des schweren Erdbebens und Tsunamis vom März 2011 verkraften. Die schweren Flutschäden an japanischen Produktionsstätten in Thailand im vierten Quartal 2011 taten ein Übriges. Zudem belastete der im Zuge der Schuldenkrise in Europa und den USA stark aufgewertete Yen die japanische Exportindustrie. Daher überraschte es kaum, dass die japanische Wirtschaft zum Jahresende 2011 auf eine um 0,9 % geschrumpfte Wirtschaftsleistung zurückblicken musste.
Fortgesetzter Boom bei der Pkw-Nachfrage
Trotz teilweise ungünstiger konjunktureller Rahmenbedingungen hat sich die internationale Nachfrage nach Pkw im Jahr 2011 insgesamt positiv entwickelt. Der weltweite Pkw-Absatz erhöhte sich um 6,0 %. Auch die Fahrzeugproduktion zog gegenüber dem bereits starken Vorjahr um 3,6 % auf 75,0 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge an. Gegen Jahresende war eine etwas nachlassende Dynamik zu beobachten.
Maßgeblich für diesen robusten Zuwachs war in erster Linie die anhaltend hohe Nachfrage in Asien, aber auch der überraschend starke Automarkt in den USA. Die Entwicklung der internationalen Fahrzeugmärkte war – analog zur konjunkturellen Entwicklung – regional sehr unterschiedlich. Auf vielen Märkten in Westeuropa gingen die Pkw-Verkäufe zurück. Dazu zählten Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien und damit vier der fünf großen Autonationen Europas. Auch der japanische Fahrzeugmarkt präsentierte sich aus den bereits genannten Gründen schwach. Demgegenüber wiesen die wichtigen Automobilmärkte der Schwellenländer ausnahmslos positive Wachstumsraten auf.
Deutschland mit neuen Rekordwerten in der Automobilproduktion
Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 8,8 % mehr Pkw zugelassen als im Vorjahr. Die Neuzulassungen stiegen auf 3,2 (2,9) Mio. Pkw. Die inländische Produktion stieg exportgetrieben auf einen neuen Rekordwert von 5,9 (5,6) Mio. Fahrzeugen und übertraf das starke Vorjahr nochmals um 5,7 %. Drei von vier in Deutschland gebauten Autos gingen dabei ins Ausland, vor allem nach Asien und Nordamerika. Die Exporte erreichten 4,6 (4,2) Mio. Pkw. Dies entspricht ebenfalls einem Zuwachs von 6,5 %.
Automobilmarkt in Westeuropa rückläufig – Russland mit starken Wachstumsraten
Der starke deutsche Automobilmarkt konnte die rückläufigen Entwicklungen in anderen Teilen Westeuropas nicht vollständig kompensieren. Die Neuzulassungen im zweitgrößten europäischen Automobilmarkt Frankreich gingen um 2,1 % zurück. Gleichzeitig mussten Italien und Spanien Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen. Insgesamt wurden in Westeuropa 12,8 (13,0) Mio. Pkw neu zugelassen. Dies entspricht einem Minus von 1,3 % gegenüber 2010.
Die Pkw-Nachfrage in Osteuropa schwächte sich ab. Mit 0,8 (0,8) Mio. Pkw wurden 2,9 % weniger Fahrzeuge neu zugelassen als im Vorjahr. Dagegen verzeichnete Russland ungebrochen hohe Zuwachsraten: Hier stiegen die Neuzulassungen um 38,7 % auf 2,7 (1,9) Mio. Fahrzeuge.
Aufschwung am US-Automobilmarkt verstärkt sich zum Jahresende
Stärker als Europa präsentierte sich der US-Automobilmarkt. Trotz des überwiegend schwachen wirtschaftlichen Umfelds zeigte sich der Pkw-Absatz 2011 sehr robust. Im Gesamtjahr wurden 12,8 Mio. Pkw und Light Trucks verkauft, das sind 10,3 % mehr als im Vorjahr (11,6 Mio.). Die Naturkatastrophe in Japan wirkte sich negativ auf die Produktionszahlen der japanischen Hersteller in Nordamerika aus. In deren Folge war die internationale Lieferkette zeitweise beeinträchtigt gewesen. Trotzdem nahm die Produktion von Pkw und Light Trucks in den USA gegenüber dem Vorjahr noch um 10,9 % auf 8,7 (7,8) Mio. Fahrzeuge zu. Der Zuwachs war umso beachtlicher, da auch die Bestände zum Jahresende auf eher niedrigem Niveau lagen. Inklusive Kanada und Mexiko wurden 2011 in Nordamerika 13,5 (12,2) Mio. Pkw und Light Trucks produziert.
In Brasilien blieb die Nachfrage nach Neufahrzeugen auch 2011 ungebrochen hoch. Die Pkw-Verkäufe stiegen trotz des erreichten hohen Absatzniveaus erneut um 2,9 % auf 3,4 (3,3) Mio. Fahrzeuge.
China größter Automobilmarkt der Welt
Die asiatischen Märkte haben ihre Bedeutung für die internationale Automobilindustrie erneut unterstrichen. Allein in China wurden im Jahr 2011 14,5 Mio. Pkw verkauft, 5,2 % mehr als 2010. Bezieht man die leichten Nutzfahrzeuge in China mit ein, stieg der Absatz sogar auf 18,5 Mio. Fahrzeuge und übertraf sowohl die USA als auch Westeuropa. In Indien lag der Pkw-Absatz 6,0 % über dem Vorjahreswert und kam auf 2,5 (2,4) Mio. Fahrzeuge. Auch wenn sich das in den letzten Jahren extrem dynamische Wachstum auf hoher Basis abschwächt, bleibt die Nachfrage nach individueller Mobilität in diesen Ländern hoch. So nennen beispielsweise in China immer noch weniger als 5 % der Bevölkerung ein Fahrzeug ihr Eigen.
In Japan war die Pkw-Nachfrage in Folge der schweren Naturkatastrophe stark eingebrochen. Obgleich die Pkw-Verkäufe im Jahresverlauf wieder merklich anzogen, lagen die Neuzulassungen für das Gesamtjahr 2011 um 16,3 % unter dem Vorjahreswert. Sie gingen auf 3,5 (4,2) Mio. Fahrzeuge zurück.
Nutzfahrzeugnachfrage bleibt robust
Das globale Nutzfahrzeuggeschäft konnte 2011 an den im Vorjahr begonnenen Aufwärtstrend anknüpfen. Der weltweite Absatz schwerer Lkw über 6 Tonnen stieg um 7 % auf 3,1 (2,9) Mio. Fahrzeuge.
Die gute Konjunktur in Deutschland bewirkte einen starken Anstieg bei den Lkw-Neuzulassungen, die bei mittelschweren und schweren Lkw um 21,2 % auf 156.571 (129.222) Fahrzeuge zulegten. Auch der westeuropäische Markt bot bei Lkw im Gegensatz zu den Pkw-Verkäufen ein positives Bild: Mit 487.828 (383.772) Einheiten schlug ein sattes Plus von 27,1 % zu Buche. Bis auf Griechenland und Portugal verzeichneten alle europäischen Länder Zuwächse bei den Lkw-Neuzulassungen. Noch besser fiel die Entwicklung im Nutzfahrzeugsegment in Osteuropa aus: Hier wurden 80.144 (47.227) Lkw neu zugelassen und damit 69,7 % mehr als im Vorjahr.
Auch in den USA zeigten die Verkaufszahlen schwerer Lkw (Class 8) deutlich nach oben. 2011 wurden mit 171.425 (107.152) Fahrzeugen 60,0 % mehr abgesetzt als noch 2010. Zu diesem Aufwärtstrend haben – aufgrund verschärfter Emissionsgesetzgebung – vorgezogene Käufe der Flottenbetreiber wesentlich beigetragen.
Auch die Märkte in Brasilien und Russland konnten mit zweistelligen Lkw-Zuwachsraten aufwarten. In China hingegen, wo überwiegend kleinere Nutzfahrzeuge gekauft werden, lief das staatliche Fördermodell für Kleinbusse aus. Dadurch war der Absatz von Nutzfahrzeugen in Summe um 9 % rückläufig.
Gesamtaussage zu den wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen
Das weltweit insgesamt solide Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 kam letztlich auch der Geschäftsentwicklung der ElringKlinger-Gruppe zugute. Dies resultierte aus der weiter steigenden Fahrzeugnachfrage – insbesondere in Schwellenländern wie China oder Brasilien, in denen ElringKlinger gut vertreten ist.
Das starke Wachstum in Asien in den nächsten Jahren hat ElringKlinger produktionsseitig abgedeckt. Im ersten Quartal 2011 wurde dafür am chinesischen Standort Changchun ein flächenmäßig auf rund 15.000 m² verdoppelter Werksneubau eröffnet. Am zweiten Standort der ElringKlinger-Gruppe in China, in Suzhou, wurde begonnen, die Produktionsfläche um zusätzliche 5.000 m² zu erweitern.
Die starke Entwicklung der deutschen Pkw-Produktion wirkte sich ebenfalls positiv auf die Nachfrage bei ElringKlinger aus. 2011 erwirtschaftete ElringKlinger rund 24 % des Umsatzes in der Erstausrüstung mit den inländischen Pkw-Herstellern.
Dagegen hielten sich die Auswirkungen der schweren Naturkatastrophe in Japan auf die ElringKlinger-Gruppe in Grenzen. Dies begründet sich aus den unterdurchschnittlichen Lieferanteilen bei japanischen Herstellern.
ElringKlinger konnte auch am Aufwärtstrend der Lkw-Märkte partizipieren. Das Geschäft mit Komponenten für Nutzfahrzeugmotoren und -getriebe kam im ElringKlinger-Konzern 2011 auf rund 9 % der Umsatzerlöse in der Erstausrüstung. Mit dem Bau eines neuen, voll automatisierten Werks für Kunststoffgehäusemodule am Sitz der ElringKlinger AG in Dettingen/Erms, das im ersten Quartal 2012 in Betrieb genommen wird, erweitert ElringKlinger sowohl die Kapazitäten als auch das Produktprogramm für den Lkw-Bereich.
Die detaillierte Aufteilung der 2011 erzielten Umsätze nach Regionen findet sich im Kapitel „Umsatz und Ertragsentwicklung“ (Seite 13).
Wesentliche Ereignisse
ElringKlinger hat 2011 drei Akquisitionen vollzogen und damit seine Wettbewerbsposition durch Konsolidierung eines maßgeblichen Wettbewerbers gestärkt, das Geschäftsmodell um den zukunftsträchtigen Bereich Abgasreinigungstechnologie erweitert und wesentliches Know-how im Bereich Kunststoffleichtbau und Werkzeugtechnologie für Spritzgusswerkzeuge gesichert.
Vollzug der Übernahme des Bereichs Metallische Flachdichtungen von Freudenberg
Der bereits im Vorjahr berichtete Erwerb des Geschäftsbereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe, der mit ElringKlinger bei Zylinderkopfdichtungen und metallischen Spezialdichtungen im Wettbewerb stand, wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2011 vollzogen.
Mehrheitliche Übernahme der Schweizer Hug-Gruppe
Am 5. April 2011 unterzeichnete die ElringKlinger AG den Kaufvertrag zur Übernahme von 66,7 % der Anteile an dem Schweizer Abgastechnologiespezialisten Hug. Neben der Mehrheit an der Hug Engineering AG (vormals: Hug Holding AG), Elsau, Schweiz, erwarb ElringKlinger anteilig auch die Hug Filtersystems AG, Schweiz, sowie mehrere international tätige Vertriebsgesellschaften. Der Übergang erfolgte am 11. Mai 2011. Die Hug-Gruppe wurde rückwirkend zum 1. Mai 2011 in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns einbezogen.
Mit dieser Übernahme ergänzt ElringKlinger sein bisheriges Produktportfolio um die Abgasreinigungstechnologie. Das Kerngeschäft der Hug-Gruppe besteht aus der Entwicklung und Produktion von Dieselpartikelfiltern und Abgasreinigungsanlagen für stationäre sowie mobile Anwendungen. Im Verbund des ElringKlinger-Konzerns konzentriert sich die Hug Engineering AG verstärkt auf Erstausrüstungs-Kunden im Nutzfahrzeugbereich. Die Dieselpartikelfiltersysteme von Hug werden mit dem von ElringKlinger entwickelten Beschichtungsmaterial zur Rußreduzierung kombiniert und sowohl für Nutzfahrzeuge als auch im Off-Road-Bereich und für stationäre Motoren angeboten. Ein erster wesentlicher Serienauftrag zur Ausrüstung von Baumaschinenmotoren mit Abgasnachbehandlungstechnologie konnte bereits gewonnen werden. Der Auftrag hat ein Volumen im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Hug wird Systeme zur Abgasnachbehandlung liefern, die sowohl einen Dieselpartikelfilter als auch die Stickoxidreduzierung (SCR) umfassen.
Zur Reduzierung des Währungsrisikos bei Hug hat die ElringKlinger AG nach Ende des Berichtszeitraums die ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten, Thale, und die AGD Group Entwicklungs- und Vertriebs GmbH, Gütersloh, erworben (Nachtragsbericht, Seite 71).
Konzentration auf das Kerngeschäft – Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg
Am 30. August 2011 unterzeichnete ElringKlinger eine Vereinbarung über den Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg (ehemals Ziegelwerke Ludwigsburg) an den bisherigen Mieter Andreas Stihl AG & Co. KG, Waiblingen. Der Gewerbepark stammte aus dem Immobilienbesitz der früheren Muttergesellschaft ZWL Grundbesitz- und Beteiligungs-AG und wurde strategisch nicht mehr dem Kerngeschäft der ElringKlinger-Gruppe zugeordnet. Da der Buchwert des Gewerbeparks unter dem Veräußerungserlös lag, erzielte ElringKlinger im Segment Gewerbeparks einen einmaligen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von 22,7 Mio. Euro, der sich erhöhend auf das operative Ergebnis des Geschäftsjahres auswirkte. Durch den Verkauf flossen dem Unternehmen 34,0 Mio. Euro an Barmitteln zu. Der Gewerbepark Ludwigsburg ist seit dem 30. September 2011 nicht mehr in der Bilanz der ElringKlinger AG enthalten.
Nach der Veräußerung des Ludwigsburger Gewerbeparks verfügt ElringKlinger im Segment Gewerbeparks noch über zwei Immobilien an den Standorten Kecskemét-Kádafalva in Ungarn sowie in Idstein/Taunus.
Verstärkung im Leichtbau: Akquisition des Formen- und Werkzeugbauers Hummel-Formen GmbH
Die ElringKlinger AG hat am 10. September 2011 einen Kaufvertrag über den Erwerb von 90 % der Anteile an dem Hersteller von Kunststoffspritzgießwerkzeugen Hummel-Formen GmbH, Lenningen, Deutschland, abgeschlossen. Die Hummel-Formen GmbH wurde zum 1. Oktober 2011 in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns einbezogen. Die Firmengruppe umfasst neben der Hummel-Formen GmbH die Hummel-Formen Kunststofftechnik GmbH und zwei Tochtergesellschaften der Hummel-Formen GmbH in Rumänien.
Hummel-Formen ist spezialisiert auf den Großformenbau von Spritzwerkzeugen für Kunststoffteile und verfügt über klare Alleinstellungsmerkmale in der Kombination aus Werkzeugbau, Prozessentwicklung und zugleich Teilefertigung. Mit dem Zukauf verstärkt ElringKlinger die Kompetenzen in der Werkzeugtechnologie und baut das Know-how im Bereich Leichtbau mit Kunststoffen aus, insbesondere auch bei der Verarbeitung von Faserverbundwerkstoffen. Der Ersatz schwerer Metallteile durch gewichtsreduzierte Kunststoffteile zählt aktuell zu den wichtigsten Trends in der Fahrzeugindustrie, um den Kraftstoffverbrauch und damit den CO2-Ausstoß zu senken. Zudem sichert sich ElringKlinger wichtige Verfahrenspatente, deren Anmeldung aktuell läuft. Mit dem Know-how in diesen Bereichen verschafft sich ElringKlinger sowohl technologisch als auch auf der Kostenseite wesentliche Wettbewerbsvorteile.
Umsatz- und Ertragsentwicklung
Jahresziele für 2011 erreicht
Das ursprüngliche Jahresziel für 2011, den Konzernumsatz organisch um 5 bis 7 % zu erhöhen, konnte deutlich übertroffen werden. Die Umsatzerlöse (ohne Akquisitionen) stiegen letztlich um 19,3 %.
Beim EBIT hatte der Konzern einen Anstieg um 15 bis 25 % avisiert. Hier konnte die ursprünglich geplante Bandbreite erreicht werden. Das mittelfristige Ziel, gemessen am EBIT in die Margenbandbreite von 16 bis 18 % zurückzukehren, wurde in erster Linie aufgrund der in Summe noch negativen Ergebnisbeiträge der Akquisitionen sowie der hohen Vorleistungen für den Bereich E-Mobility nicht erreicht.
Umsatz steigt aufgrund robuster Pkw-Nachfrage und Produktneuanläufen
Die in den meisten Regionen der Welt anhaltend starke Pkw-Nachfrage kombiniert mit zahlreichen Produktneuanläufen im Segment Erstausrüstung haben den Umsatz des ElringKlinger-Konzerns 2011 deutlich steigen lassen.
Zudem haben die 2011 vollzogenen Akquisitionen erstmals zu den Umsatzerlösen der Gruppe beigetragen. Erstmals in der Geschichte des Konzerns konnte damit die Umsatzschwelle von 1 Milliarde Euro überschritten werden. Mit 1.032,8 (795,7) Mio. Euro übertrafen die Umsatzerlöse das Vorjahr um 29,8 %.
Drei Akquisitionen tragen 2011 zum Konzernumsatz bei
Die Einbeziehung des zugekauften Flachdichtungsbereichs der Freudenberg Gruppe, des Schweizer Abgasspezialisten Hug-Gruppe sowie der Hummel-Formen-Gruppe in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns hat 2011 insgesamt 83,7 Mio. Euro zu den Konzernumsätzen beigesteuert.
Bereinigt um die Zukäufe stiegen die Umsatzerlöse um 19,3 %. Damit fiel der organische Zuwachs bei der ElringKlinger-Gruppe deutlich höher aus als das Wachstum der weltweiten Fahrzeugproduktion.
Im vierten Quartal setzte sich die dynamische Nachfrageentwicklung, trotz einer geringeren Zahl von Produktionstagen als im Vorjahr, nahezu ungebremst fort. Gegenüber dem bereits starken Vorjahresvergleichsquartal legten die Umsatzerlöse organisch um 16,9 % auf 244,9 (209,5) Mio. Euro zu.
Integration des Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe
Die ElringKlinger AG hat den Erwerb des Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe mit Wirkung zum 1. Januar 2011 vollzogen. Ab diesem Zeitpunkt waren die erworbenen Gesellschaften in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns einbezogen. In Summe steuerten die ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften im Jahr 2011 53,0 Mio. Euro zum Konzernumsatz der ElringKlinger-Gruppe bei, davon 11,5 Mio. Euro im vierten Quartal.
Der Beitrag zum Ergebnis vor Ertragsteuern war 2011 mit minus 2,5 Mio. Euro noch im negativen Bereich. Dies beinhaltete einen negativen Ergebniseffekt aus der Kaufpreisallokation in Höhe von 0,4 Mio. Euro. Die durchgeführten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen führten zu einmaligen Personalaufwendungen in Höhe von 1,1 Mio. Euro.
Um die Effizienz und die Kostenstruktur zu verbessern, wurden in der Produktion – vor allem am französischen Standort Nantiat – Fertigungsprozesse automatisiert und auf moderne Folgeverbundtechnologien umgestellt. Weitere Kosteneinsparungen und Synergien werden sukzessive in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Musterbau und bei den zentralen Verwaltungsfunktionen realisiert. Der Standort Gelting, Deutschland, wurde als Betriebsstätte in die ElringKlinger AG integriert. Er konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung spezieller Glimmer- und Graphitdichtungen für das Abgassystem. Sowohl am Standort Gelting (vor Restrukturierungskosten) als auch bei der ehemaligen Freudenberg-Gesellschaft in Italien, Oigra Meillor s.r.l., Turin, konnten deutlich positive operative Margen erzielt werden.
(Zu den gesellschaftsrechtlichen Vorgängen vgl. Kapitel „Konzerngesellschaften“, S. 29)
Akquirierte Hug-Gruppe von starkem Schweizer Franken belastet
Zum 1. Mai 2011 wurde die mehrheitliche Übernahme des Schweizer Abgasspezialisten Hug vollzogen und die Gruppe erstmals voll in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns einbezogen. Im Jahr 2011 hat die Hug-Gruppe 29,1 Mio. Euro zum Konzernumsatz beigesteuert. Der Beitrag zum Ergebnis vor Ertragsteuern belief sich auf minus 2,4 Mio. Euro. Dieser war maßgeblich auf den negativen Ergebniseffekt aus der Kaufpreisallokation in Höhe von 1,3 Mio. Euro zurückzuführen.
Die Ergebnissituation des operativen Geschäfts wurde 2011 von der fortgesetzten Aufwertung des Schweizer Franken belastet. Die Hug-Gruppe erzielt den Großteil der Umsatzerlöse im Euroraum, während die Kosten überwiegend in Schweizer Franken anfallen.
Um die operative Ertragskraft zu verbessern, werden nicht nur die Fertigungsprozesse so weit wie möglich automatisiert. Mit dem ergänzenden Zukauf des Hug-Zulieferers ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten, Thale, wird die Kostenstruktur vor allem unter dem Gesichtspunkt des Währungsrisikos optimiert (Nachtragsbericht, Seite 71).
Mit seinem Produktportfolio aus Dieselpartikelfiltern und kompletten Abgasreinigungssystemen nutzte Hug bereits 2011 das beträchtliche Cross-Selling-Potenzial des ElringKlinger-Konzerns. Die ElringKlinger-Tochtergesellschaft erhielt von einem großen internationalen Nutzfahrzeughersteller einen ersten Großauftrag. Sie wird eine Serie von Baumaschinenmotoren mit Abgasnachbehandlungstechnologie ausrüsten. Hug wird dabei vollständige Systeme liefern, die sowohl einen katalytisch regenerierten Dieselpartikelfilter als auch die katalytische Stickoxidreduzierung (SCR) umfassen. Dabei kommt auch die neue edelmetallfreie ElringKlinger-CleanCoat-Beschichtung zur Rußreduzierung im Dieselpartikelfilter zum Einsatz.
Verstärkung der Leichtbau-Kompetenz durch Zukauf der Hummel-Formen-Gruppe
Der Formen- und Werkzeugbauer Hummel-Formen GmbH, Lenningen, wurde ab 1. Oktober 2011 in den Konsolidierungskreis einbezogen. Vor dem Erwerb entfielen mehr als ein Drittel der Umsatzerlöse der Hummel-Gruppe auf den Kunden ElringKlinger AG. Im Geschäftsjahr 2011 hat die Hummel-Gruppe 1,6 Mio. Euro zu den Umsätzen sowie minus 0,1 Mio. Euro zum Ergebnis vor Ertragsteuern des ElringKlinger-Konzerns beigetragen. Darin enthalten ist ein auf das vierte Quartal 2011 entfallender, einmaliger negativer Effekt von 0,5 Mio. Euro aus der Kaufpreisallokation.
Auslandsanteil konstant bei 69,1 %
Der Anteil der Umsätze, den der ElringKlinger-Konzern im Inland erwirtschaftete, ist 2011 gleich geblieben, obwohl die drei Akquisitionen in erster Linie die Auslandsumsätze erhöhten. Dies resultierte aus der besonders starken Geschäftsentwicklung mit den inländischen Kunden. Damit blieb der Inlandsanteil im Konzern unverändert bei 30,9 %. Insgesamt steigerte die ElringKlinger-Gruppe die Umsatzerlöse in Deutschland um 30,0 % auf 319,3 (245,6) Mio. Euro.
Weiterhin erzielte der ElringKlinger-Konzern mehr als zwei Drittel der Umsatzerlöse im Ausland. Der Auslandsanteil am Konzernumsatz belief sich 2011 auf 69,1 % (69,1 %). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Großteil der von den Fahrzeugherstellern in Deutschland produzierten Pkw und Motoren, für die ElringKlinger Teile liefert, letztendlich für die Exportmärkte bestimmt ist.
Die Erlöse im restlichen Europa – ohne Deutschland – erhöhten sich um 44,7 % auf 345,4 (238,7) Mio. Euro. Damit blieb die Region Übriges Europa auch 2011 die umsatzstärkste Region für den ElringKlinger-Konzern.
Für die überproportionalen Zuwächse in Gesamteuropa war auch die Konsolidierung der akquirierten Gesellschaften der Freudenberg Gruppe, der Hug-Gruppe sowie der Hummel-Formen-Gruppe verantwortlich. Die Umsatzbeiträge der Akquisitionen entfielen überwiegend auf die Märkte Deutschland, Frankreich und Italien.
In Nordamerika fielen die Zuwächse weniger hoch aus. In dieser Region erwirtschaftete die ElringKlinger-Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 165,0 (142,0) Mio. Euro. Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich infolge der Naturkatastrophe in Japan im zweiten Quartal 2011 Produktionsausfälle bei Zulieferern und Herstellern einstellten. Diese haben sich auch negativ auf die Fahrzeugproduktionszahlen der japanischen Hersteller in Nordamerika niedergeschlagen. Trotzdem konnte ElringKlinger im Gesamtjahr den Umsatz in dieser Region um 16,2 % steigern. Das Wachstum des Unternehmens war damit prozentual deutlich höher als der Anstieg der Fahrzeugproduktion in den USA.
Die weiterhin robuste Marktentwicklung in Brasilien sorgte auch in Südamerika für einen Anstieg der Nachfrage nach ElringKlinger-Komponenten. Zudem entwickelten sich zunehmend auch andere südamerikanische Staaten wie Argentinien zu interessanten Absatzmärkten für die Automobilindustrie. Bei ElringKlinger erhöhten sich die Umsätze in der Region Südamerika und Übrige im Jahr 2011 um 17,0 % auf 59,9 (51,2) Mio. Euro.
In Asien erzielte der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 143,2 (118,1) Mio. Euro. Dies vor dem Hintergrund, dass vor allem die Produktion japanischer Hersteller infolge der Tsunami-Schäden in der ersten Jahreshälfte stark beeinträchtigt wurde. Die Auswirkungen auf die japanische Beteiligungsgesellschaft ElringKlinger Marusan Corporation waren aber vergleichsweise begrenzt.
Ein Großteil der Umsatzzuwächse auf den asiatischen Wachstumsmärkten entfiel auf die chinesischen Tochtergesellschaften ElringKlinger China, Ltd. sowie Changchun ElringKlinger Ltd. Hier spiegelte sich auch das wachsende Auftragsvolumen mit den lokalen chinesischen Kunden wider.
Insgesamt ging der Umsatzanteil, den der Konzern in Asien erwirtschaftet – aufgrund der 2011 in Europa erfolgten Akquisitionen – auf 13,9 % (14,8 %) zurück. Ein wesentlicher Anteil der in Westeuropa an die Kunden ausgelieferten ElringKlinger-Teile wird allerdings in Motoren und Fahrzeugen verbaut, die letztlich nach Asien exportiert werden. Berücksichtigt man diesen Effekt, hätte der Umsatzanteil, den der ElringKlinger-Konzern 2011 in den asiatischen Märkten generierte, in der Größenordnung von 21 % gelegen.
ElringKlinger hat im Zuge eines Werksneubaus in Changchun die dort vorhandene Produktionsfläche verdoppelt. Aufgrund des anhaltend starken Auftragseingangs wurde am Standort Suzhou im Südosten Chinas damit begonnen, ein weiteres Fertigungsgebäude zu errichten.
Dynamisches Wachstum in der Erstausrüstung
Die solide Pkw-Nachfrage weltweit, zahlreiche Produktneuanläufe sowie die erstmaligen Umsatzbeiträge der 2011 getätigten Akquisitionen ließen die Erlöse im Segment Erstausrüstung um 36,3 % steigen. In Summe erhöhten sich die Umsatzerlöse in der Erstausrüstung auf 827,2 (606,9) Mio. Euro. Der Anteil der Erstausrüstung am Konzernumsatz (vor Konsolidierung) stieg auf 80,1 % (76,3 %).
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Erlöse der erstmalig konsolidierten Akquisitionen nahezu vollständig auf das Segment Erstausrüstung entfielen. Bereinigt um diesen Beitrag aus Zukäufen belief sich der Segmentumsatz auf 743,5 Mio. Euro.
Mit einem organischen Wachstum von 22,5 % konnte das Erstausrüstungsgeschäft der ElringKlinger-Gruppe erneut stärker zulegen als die internationalen Fahrzeugmärkte.
Dazu hat neben vielen Produktneuanläufen vor allem die starke Aufstellung des ElringKlinger-Kerngeschäfts in strukturellen Wachstumsnischen beigetragen. Im Jahr 2011 konnten alle Geschäftsbereiche des Segments Erstausrüstung die Umsätze steigern.
Der bei nahezu allen Fahrzeugherstellern feststellbare Trend zum Einsatz von Downsizing-Konzepten in der Motorenentwicklung kam dem Unternehmen entgegen. Er hat maßgeblich zu der dynamischen Nachfrage nach ElringKlinger-Komponenten beigetragen. Das Unternehmen entwickelt und fertigt metallische Flachdichtungen und thermisch-akustische Abschirmteile, die speziell auf diese hohen Druck- und Temperaturanforderungen ausgelegt sind.
Der Geschäftsbereich Zylinderkopfdichtungen verzeichnete besonders bei Projekten für die neue Motorengeneration von hubraumreduzierten, direkt einspritzenden Benzinmotoren Marktanteilsgewinne.
Die höchste Zuwachsrate zeigte der Bereich Spezialdichtungen. Der Geschäftsbereich profitierte vom zunehmenden Bedarf der Kunden an hochtemperaturfesten Dichtungen im Turboladerbereich und Abgassystem. Auch bei V-Ringen für Turbolader sowie Steuerplatten für die neueste Generation von Automatikgetrieben konnten die Stückzahlen deutlich gesteigert werden. Zudem wurde das Portfolio an Glimmer- und Graphitabgasdichtungen, die am ehemaligen Freudenberg-Standort in Gelting gefertigt werden, in den Geschäftsbereich Spezialdichtungen einbezogen. Beide Geschäftsbereiche - Zylinderkopfdichtungen und Spezialdichtungen - verzeichneten zusätzliche Umsatzzuwächse durch die Integration der übernommenen ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften, deren Produktportfolio sich aus metallischen Flachdichtungen zusammensetzte.
Auch der Bereich Abschirmtechnik erzielte 2011 zweistellige Zuwachsraten. Downsizing und Turboaufladung bewirkten einen fortgesetzten Anstieg der Kundennachfrage nach thermischen Abschirmteilen und thermisch-akustischen Gesamtlösungen. ElringKlinger zählt auf diesem Gebiet zu den technologisch führenden Anbietern und liefert komplette abschirmtechnische Pakete für den Motor, Abgasstrang und Unterboden.
Die bisher noch am Standort Dettingen/Erms der ElringKlinger AG verbliebenen Aktivitäten in der Abschirmtechnik wurden 2011 am Schweizer Standort Sevelen der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG zusammengeführt. Hohes Wachstum mit abschirmtechnischen Produkten erzielte die türkische Gesellschaft ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş., Bursa. Bei einigen westeuropäischen Fahrzeugherstellern entwickelten sich die Abrufe in diesem Produktbereich dagegen rückläufig.
Ebenfalls einen starken Umsatzzuwachs im Jahr 2011 erreichte der Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik. Dafür war in erster Linie das stark gestiegene Interesse der Kunden an Leichtbau-Kunststoffmodulen im Motor und Getriebe maßgebend. Diese tragen durch die erzielte Gewichtseinsparung signifikant zur CO2-Reduzierung bei. ElringKlinger brachte 2011 weitere Anwendungen auf den Markt. Neuanläufe mit Ventilhauben aus dem besonders leichten MuCellTM-Material sowie mit Gehäusemodulen für das Getriebe führten zu zusätzlichen Umsatzbeiträgen.
Der Bereich E-Mobility hat 2011 erstmals zum Umsatz beigetragen. Mit den in Serie angelaufenen Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien und Werkzeugumsätzen für laufende Entwicklungs- und Prototypenaufträge erlöste der Bereich 4,5 Mio. Euro.
Die Ergebnissituation im Erstausrüstungsgeschäft war von den im Vorjahresvergleich gestiegenen Rohstoffpreisen sowie dem weiterhin angespannten Preisumfeld in der Autoindustrie beeinträchtigt. Die Rohstoffpreise hatten im Verlauf des dritten Quartals allerdings begonnen nachzugeben. Dies wirkt sich üblicherweise – hauptsächlich bei den Legierungszuschlägen für Edelstahl – erst zeitlich versetzt positiv auf ElringKlinger aus. Vor allem im zweiten und dritten Quartal 2011 erforderte die an den deutschen Standorten nahe der Kapazitätsgrenze liegende Auslastung teure Sonderschichten in der Fertigung und führte zu höheren Logistikkosten für Sonderfahrten.
Die derzeit noch negativen Ergebnisbeiträge der zugekauften Freudenberg- und Hug-Gesellschaften, die im Segment Erstausrüstung gebucht wurden, belasteten die Ergebnissituation. Insgesamt erhöhte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern im Konzernsegment Erstausrüstung weniger stark als der Umsatz um 28,2 % und erreichte 73,7 (57,5) Mio. Euro.
Ersatzteilgeschäft wächst vor allem auf Auslandsmärkten
Das Segment Ersatzteile verzeichnete besonders auf den Exportmärkten anhaltend robuste Zuwachsraten.
2011 erhöhte sich der Umsatz im Segment Ersatzteile insgesamt um 5,4 % auf 112,9 (107,1) Mio. Euro. Trotz der instabilen politischen Lage konnten die Umsätze in der Region Nordafrika/Naher Osten weiter ausgebaut werden. Auch auf den osteuropäischen Märkten zog die Nachfrage spürbar an. Demgegenüber wirkte sich im Inland, aber auch in vielen westeuropäischen Märkten, der deutlich verringerte Bestand an Fahrzeugen mit hohem Alter aus. Die staatlichen Abwrackprämien der Jahre 2008/09 haben hier zu einem deutlichen Rückgang des durchschnittlichen Fahrzeugalters geführt. Dies wirkte sich dementsprechend auf den Ersatzteilbedarf aus. So blieben die Umsätze in Deutschland trotz weiterer Marktanteilsgewinne hinter dem Vorjahr zurück.
Die im Jahresverlauf oft kurzfristig erhöhten Abrufe der Kunden aus der Erstausrüstung führten an den deutschen Produktionsstandorten der ElringKlinger-Gruppe zu einer extrem hohen Kapazitätsauslastung. Dies bedingte phasenweise, dass das Ersatzteilgeschäft sowohl aus eigener Produktion als auch mit externen Zulieferteilen nicht immer zeitnah und vollumfänglich beliefert werden konnte.
Die ElringKlinger AG hat zum Jahresanfang 2011 den Erwerb der Metallic Gaskets Nantiat SAS, Nantiat, Frankreich, sowie der italienischen Produktionsgesellschaft Oigra Meillor s.r.l., Turin, vollzogen. Beide Gesellschaften gehörten bisher der Freudenberg Gruppe an. Damit bot sich für das Ersatzteilgeschäft der ElringKlinger AG die Möglichkeit, das Produktprogramm verstärkt auf französische und italienische Fahrzeuge auszuweiten. Die Wettbewerbsfähigkeit und das zukünftige Wachstumspotenzial auf dem französischen und italienischen Markt haben sich dadurch erheblich verbessert. Für zusätzliche Nachfrage sorgten die neu angebotenen Turbolader-Einbau- und -Dichtungssätze. Sie werden in den kommenden Jahren verstärkt zum Umsatz beitragen.
Der Anteil des Ersatzteilgeschäfts am Gesamtumsatz des ElringKlinger-Konzerns (vor Konsolidierung) ging 2011 auf 10,9 % (13,5 %) zurück. Der rückläufige Umsatzanteil war allerdings maßgeblich auf die außergewöhnlich hohen Zuwächse in der Erstausrüstung und die zusätzlichen Umsatzbeiträge aus den Übernahmen zurückzuführen. Diese entfielen nahezu ausschließlich auf das Segment Erstausrüstung.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern im Segment Ersatzteile zeigte sich leicht rückläufig. Hier spielten negative Effekte aus der Bestandsbewertung eine Rolle. Das Vorsteuerergebnis ging um 0,9 % auf 21,3 (21,5) Mio. Euro zurück. Damit erwirtschaftete das Ersatzteilgeschäft 15,6 % der Erträge des Konzerns.
Ungebremstes Wachstum in der Kunststofftechnik
Im Segment Kunststofftechnik erhöhte sich nicht nur die Nachfrage aus der Automobilindustrie. Auch die gestiegenen Stückzahlen für die Kunden aus anderen Branchen, wie dem Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Medizintechnik, ließen den Segmentumsatz in Summe um 18,6 % auf 84,8 (71,5) Mio. Euro steigen.
2011 haben auch zahlreiche neue Produktdesigns aus dem schmelzverarbeitbaren PTFE-Werkstoff MoldflonTM einen wichtigen Beitrag geleistet. MoldflonTM ermöglicht eine Vielfalt von Geometrien bei PTFE-Komponenten und verbreitert damit die Einsatzmöglichkeiten für diesen Hochleistungskunststoff.
Die gestiegenen Rohstoffpreise für PTFE mussten teilweise an die Kunden weitergereicht werden. Belastend wirkten sich die Vorlaufkosten für die weitere Erschließung des chinesischen und indischen Marktes aus. Diese Märkte versprechen in den kommenden Jahren interessante Wachstumsgelegenheiten. Für die chinesische Tochtergesellschaft ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co., Ltd. wurde eine erste Produktionsanlage für PTFE-Komponenten im ElringKlinger-Werk Suzhou aufgebaut. Damit können zukünftig auch chinesische Kunden aus lokaler Produktion versorgt werden.
Dagegen wirkten sich Verbesserungen bei den Herstellprozessen, Skaleneffekte sowie die weitere Verringerung von Ausschussquoten positiv auf die Ertragslage aus.
In Summe konnte das Ergebnis vor Ertragsteuern 2011 um 45,0 % auf 16,1 (11,1) Mio. Euro gesteigert werden.
Segment Gewerbepark profitiert von einmaligem Veräußerungsgewinn
Die Entwicklung des Segments war 2011 wesentlich geprägt vom Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg. Die Einzelheiten zum Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg sind im Kapitel „Wesentliche Ereignisse“ auf Seite 12 beschrieben. Die Mieteinnahmen des Gewerbeparks Ludwigsburg waren bis einschließlich Juli 2011 in den Umsatzerlösen des Segments enthalten. Aufgrund der Desinvestition gingen die Mieteinnahmen im Segment Gewerbeparks auf 6,9 (8,1) Mio. Euro zurück.
Damit verbleiben die Gewerbeparks Idstein, Deutschland, sowie der Technik-Park Heliport Kft., Kecskemét-Kádafalva, Ungarn, im Portfolio des Segments Gewerbeparks.
Aufgrund des erzielten Gewinns, der sich aus der Veräußerung ergab, belief sich das Ergebnis vor Ertragsteuern des Segments Gewerbeparks im Berichtszeitraum auf 23,8 (2,8) Mio. Euro. Bereinigt um den Einmalertrag aus der Desinvestition in Höhe von 22,7 Mio. Euro lag das Segmentergebnis vor Ertragsteuern bei 1,1 Mio. Euro.
Engineering-Dienstleistungen bleiben gefragt
Im Segment Dienstleistungen bietet ElringKlinger an den Standorten Idstein sowie Bietigheim-Bissingen sowohl den Fahrzeug- und Motorenherstellern als auch anderen Zulieferern umfassende Entwicklungs- und Prüfstanddienstleistungen an.
Im Jahresverlauf 2011 hat sich die Anzahl der Projektanfragen seitens der Hersteller spürbar erhöht. Einen starken Anstieg der Nachfrage verzeichnete das Segment Dienstleistungen in speziellen Anwendungsbereichen der Abgasreinigungstechnologie wie zum Beispiel der SCR-(Selective Catalytic Reduction) Technologie zur Stickoxidreduzierung.
Insgesamt wuchsen die Erlöse im Segment Dienstleistungen im Jahr 2011 um 17,9 % auf 9,9 (8,4) Mio. Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich im selben Zeitraum vor allem wegen der guten Auslastung überproportional zum Umsatz auf 1,7 (1,0) Mio. Euro.
Solide Ertragslage trotz gestiegener Materialkosten und Vorleistungen für E-Mobility – Akquisitionen verwässern
Die Ertragslage des ElringKlinger-Konzerns stellte sich trotz gestiegener Materialkosten und hoher Vorleistungen für den Bereich E-Mobility auch 2011 solide dar. Dem starken Umsatzanstieg und den laufenden Effizienzverbesserungen standen allerdings überproportionale Kostensteigerungen im Personalbereich gegenüber. Zudem wirkten sich die vor allem in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum gestiegenen Materialpreise kostenerhöhend aus. Die noch deutlich niedrigeren Bruttomargen der Akquisitionen belasteten die Konzernmarge.
Die von ElringKlinger von April auf Februar 2011 vorgezogene tarifliche Lohnerhöhung von 2,7 % für die deutschen Standorte wirkte erhöhend auf den Personalaufwand. Zum Kostenanstieg in der AG haben auch die Vorleistungen für den Aufbau des Bereichs E-Mobility wesentlich beigetragen, da den nicht unerheblichen Personalaufwendungen in diesem Bereich noch keine entsprechenden Umsätze gegenüberstanden.
Auch die für das Geschäftsjahr 2010 beschlossene Mitarbeiterbeteiligung für die Beschäftigten der ElringKlinger AG, der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH und der Elring Klinger Motortechnik GmbH in Höhe von 1.000 Euro pro Person – insgesamt 2,5 Mio. Euro – schlug sich 2011 in den Aufwendungen nieder.
Gestiegene Materialpreise
Die Kosten für praktisch alle eingesetzten Rohstoffe haben 2011 im Vergleich zu 2010 erheblich angezogen. Sie befanden sich bei fast allen von ElringKlinger benötigten Rohstoffen auf hohem Niveau. Zur Eingrenzung der Materialkosten und Absicherung der benötigten Volumen hat ElringKlinger weitestgehend langfristige Lieferantenverträge abgeschlossen und wirkt den Kostensteigerungen mit optimierten Produktdesigns, dem Einsatz neuer, kostengünstigerer Materialien und Rationalisierungsmaßnahmen in der Fertigung entgegen. Materialpreisbeihilfen von Seiten der Kunden konnten nur sehr eingegrenzt realisiert werden.
Im Umfeld der Finanz- und Schuldenkrise und der teilweise wirtschaftlichen Abkühlung begannen die Materialpreise, insbesondere von Nickel, ab Jahresmitte nachzugeben. Dies wirkt sich üblicherweise erst mit einem zeitlichen Verzug auf die für ElringKlinger maßgeblichen Legierungszuschläge aus.
Vor allem im zweiten und dritten Quartal 2011 haben zahlreiche Kunden ihre Abrufmengen kurzfristig erhöht. Die Werksferien entfielen oder fielen deutlich kürzer aus als ursprünglich geplant. Dies führte an den deutschen ElringKlinger-Standorten zu Überzeiten und Sonderschichten in der Fertigung und erforderte Sonderfahrten, die überproportionale Kostensteigerungen in der Fertigung und in der Logistik bedingten.
Akquisitionen verwässern Bruttomarge auf 28 %
In Summe erhöhten sich die Umsatzkosten in 2011 um 33,6 % und damit stärker als die Umsatzerlöse. Die Bruttomarge lag bei 27,9 % nach 30,0 % im Vorjahr. Aus der Einbeziehung der zugekauften Gesellschaften der Freudenberg Gruppe, der Hug-Gruppe und der Hummel-Formen-Gruppe resultierte ein Verwässerungseffekt von knapp 1,5 Prozentpunkten auf die Konzern-Bruttomarge. Im vierten Quartal 2011 erreichte der Konzern wieder eine Bruttomarge von 29,0 %.
Die aufgrund der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom Dezember 2010 zur Auslegung der Bestimmungen des Entgeltrahmentarifabkommens (ERA) einmalig gebildete Rückstellung in Höhe von 1,7 Mio. Euro konnte 2011 aufgelöst werden.
Die Umsatzkosten verringerten sich dadurch um 1,0 Mio. Euro.
In den Umsatzkosten waren 1,1 Mio. Euro an einmaligen Personalaufwendungen enthalten, die im Zusammenhang mit der Integration der früheren Burgmann Automotive GmbH in die ElringKlinger AG entstanden.
Forschungs- und Entwicklungsaufwand für neue Applikationen und E-Mobility deutlich erhöht
Für Forschung und Entwicklung (FuE) wendete die ElringKlinger-Gruppe 2011 9,3 Mio. Euro mehr auf als im Vorjahr. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen damit um 22,9 % auf 49,9 (40,6) Mio. Euro. Trotz der deutlichen Anhebung des FuE-Budgets ging der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen am Konzernumsatz aufgrund der stark gestiegenen Umsatzerlöse auf 4,8 % (5,1 %) zurück.
Zusätzlich zur Entwicklung zahlreicher neuer Anwendungen für die vorhandenen Technologien und Fertigungsverfahren im Kerngeschäft hat ElringKlinger 2011 die Aktivitäten im neuen Bereich E-Mobility stark ausgebaut. Hier arbeiten mittlerweile rund 60 Ingenieure und Techniker an den Kundenprojekten. Den hohen Kosten und sonstigen Vorleistungen auf diesem Gebiet standen bisher noch keine signifikanten Umsatzbeiträge gegenüber. In der zweiten Jahreshälfte 2011 erfolgte der Anlauf einer ersten industriellen Großserienanlage zur Herstellung von Zellkontaktierungssystemen für Lithium-Ionen-Batterien, die in reinen Elektrofahrzeugen und vor allem in Hybriden zum Einsatz kommen werden (Forschung und Entwicklung, Seite 40).
Im Jahr 2011 erhielt das Unternehmen für die laufenden Entwicklungsprojekte im Bereich E-Mobility 4,1 (3,3) Mio. Euro an Fördermitteln der öffentlichen Hand. Diesen Zuschüssen stand allerdings ein deutlich höherer Aufwand in der Entwicklung und im Musterbau gegenüber.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 2011 insgesamt 49,9 (40,6) Mio. Euro. Davon wurde ein Betrag in Höhe von 6,7 (6,1) Mio. Euro aktiviert. Demgegenüber lagen die Regelabschreibungen bei 4,9 (4,0) Mio. Euro, so dass kein wesentlicher Ergebniseffekt entstand.
Während die Vertriebsaufwendungen um 24,1 % stiegen, nahmen die allgemeinen Verwaltungskosten etwas stärker, um 28,8 %, zu. Damit erhöhten sich beide Kostenpositionen weniger stark als der Umsatz. Aufgrund der Verlängerung der Vorstandsverträge und der veränderten Ausgestaltung der neuen Verträge wurden die Pensionsrückstellungen im vierten Quartal höher dotiert. Dies hatte einen einmaligen Effekt in Höhe von 0,8 Mio. Euro auf die Verwaltungskosten.
Einmaliger Ertrag aus der Veräußerung des Gewerbeparks Ludwigsburg erhöht sonstige betriebliche Erträge
Aus der bereits beschriebenen Veräußerung des Gewerbeparks Ludwigsburg erzielte der ElringKlinger-Konzern im dritten Quartal 2011 einen einmaligen Gewinn von 22,7 Mio. Euro. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 23,1 Mio. Euro war maßgeblich auf diesen Effekt zurückzuführen. Insgesamt erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Erträge auf 34,7 (11,6) Mio. Euro.
Sonstige betriebliche Aufwendungen mit starkem Anstieg im vierten Quartal
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich 2011 um 6,0 Mio. Euro auf 11,6 (5,6) Mio. Euro erhöht. Sie nahmen prozentual stärker zu als die Umsatzerlöse.
Ein überproportional hoher Betrag von 9,1 Mio. Euro an sonstigen betrieblichen Aufwendungen fiel im vierten Quartal 2011 an.
EBITDA steigt um 30,0 %
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) überstieg den Wert des Vorjahres um 56,6 Mio. Euro und erreichte 245,5 (188,9) Mio. Euro. Bereinigt um den Einmalertrag aus dem Verkauf des Gewerbeparks erhöhte sich das EBITDA 2011 noch um 33,9 Mio. Euro auf 222,8 Mio. Euro.
Einmalige Abschreibung auf Mehrwerte im vierten Quartal
Die Abschreibungen erhöhten sich um 14,6 Mio. Euro auf 96,8 (82,2) Mio. Euro. Die Zunahme ging vor allem auf die hohen Investitionen der Vorjahre und des Jahres 2011 in neue Produktionsgebäude und Sachanlagen zurück.
In den Abschreibungen auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens ist zudem eine im vierten Quartal getätigte einmalige außerplanmäßige Abschreibung auf Mehrwerte in Höhe von 1,5 Mio. Euro enthalten, die aus der im Jahr 2000 vollzogenen Verschmelzung der Elring Klinger GmbH auf die Muttergesellschaft ZWL Grundbesitz- und Beteiligungs-AG zurückgeht.
Im vierten Quartal wurden zudem Verluste aus Abgängen aus Anlagevermögen und Forderungsabschreibungen in Höhe von 4,1 Mio. Euro verzeichnet, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind.
Operatives Ergebnis bereinigt bei 128,4 Mio. Euro
Das operative Ergebnis konnte 2011 um 30,3 % auf 151,1 (116,0) Mio. Euro gesteigert werden. Neben den Umsatzsteigerungen war für diese hohe Zuwachsrate vor allem der Einmalertrag aus der Desinvestition des Gewerbeparks verantwortlich. Bereinigt um diesen einmaligen Gewinn übertraf das operative Ergebnis das Vorjahr um 10,7 % und erreichte 128,4 Mio. Euro. Darin enthalten war ein negativer Effekt aus der Kaufpreisallokation für die 2011 übernommenen Gesellschaften der Freudenberg Gruppe, der Hug-Gruppe und der Hummel-Formen-Gruppe in Höhe von insgesamt 2,2 Mio. Euro.
Die um Einmaleffekte bereinigte operative Marge erreichte 12,4 % (14,6 %). Zu berücksichtigen ist der noch negative Beitrag der Akquisitionen. Ohne den ergebnisverwässernden Effekt der übernommenen Gesellschaften lag die bereinigte Marge des ElringKlinger-Kerngeschäfts trotz gestiegener Materialpreise und hoher Vorleistungen für den neuen Bereich E-Mobility bei 13,9 %.
Bereinigtes EBIT steigt um 19,3 Mio. Euro
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), in dem im Unterschied zum operativen Ergebnis Währungskursgewinne und -verluste berücksichtigt sind, war 2011 von saldierten negativen Währungskurseffekten in Höhe von 2,4 Mio. Euro belastet. Das EBIT stieg damit um 39,4 % auf 148,7 (106,7) Mio. Euro. Bereinigt um den beschriebenen Einmalgewinn legte das EBIT des Konzerns um 18,1 % zu und erreichte 126,0 Mio. Euro. Dieser Wert beinhaltet einen negativen Effekt von 2,2 Mio. Euro aus der Kaufpreisallokation für die Akquisitionen. Das bereinigte EBIT vor Kaufpreisallokation lag bei 128,2 Mio. Euro.
Finanzaufwendungen verringert
Aufgrund geringer ausgefallener negativer Währungskurseffekte sowie gegenüber dem Vorjahr verringerten Zinsaufwendungen konnte der ElringKlinger-Konzern das Finanzergebnis spürbar verbessern. In Summe lag es 2011 bei minus 14,5 (-22,1) Mio. Euro.
Die Finanzaufwendungen gingen gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Mio. Euro zurück. Die Zinsaufwendungen fielen vor allem infolge rückläufiger variabler Zinssätze um 0,6 Mio. Euro geringer aus. Die Aufwendungen aus Währungsdifferenzen konnten in Summe um 6,0 Mio. Euro reduziert werden. Der Kursanstieg des Schweizer Franken zum Euro machte auch 2011 eine Höherbewertung der Verbindlichkeiten aus dem laufenden Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs der Schweizer SEVEX-Gruppe im Jahr 2008 erforderlich. Diesen hatte die ElringKlinger AG in Schweizer Franken finanziert. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 ergaben sich daraus Aufwendungen in Höhe von 1,4 (8,9) Mio. Euro.
Die Finanzerträge erhöhten sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio. Euro auf 15,8 (14,7) Mio. Euro. Der Anstieg ging vor allem auf die um 0,9 Mio. Euro verbesserten Erträge aus Kursdifferenzen zurück. Die Zinserträge nahmen um 0,1 Mio. Euro zu.
Ergebnis vor Ertragsteuern steigt stärker als operatives Ergebnis
Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern lag damit 2011 bei 136,6 (94,0) Mio. Euro. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 45,3 %. Unter Abzug des Einmalertrags aus der Desinvestition des Gewerbeparks verblieb ein Zuwachs von 21,2 %.
Periodenergebnis na ch Anteilen Dritter steigt um 44,7 %
Die Steueraufwendungen lagen 2011 bei 39,0 (25,4) Mio. Euro. Aus der Verschmelzung der Hug Infra AG, der Hug Filtersystems AG und der Hug Engineering AG auf die Hug Holding AG resultierte ein steuerlicher Gewinn, der einen Teil der vorhandenen Verlustvorträge aufgebraucht hat. Daraus resultierte eine Reduzierung der latenten Steuerforderungen, die als Steueraufwand in Höhe von 0,9 Mio. Euro gebucht wurde. Die Steuerquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 28,6 % (27,0 %). Damit erzielte die ElringKlinger-Gruppe ein Periodenergebnis in Höhe von 97,6 (68,6) Mio. Euro, 42,3 % über dem Vorjahreswert.
Infolge der auch im Jahr 2011 fortgesetzten Strategie, die Minderheitenanteile durch Zukäufe weiter zu verringern (Konzerngesellschaften, Seite 29), nahm der Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG stärker zu als das Periodenergebnis. Beim Periodenergebnis nach Anteilen Dritter (Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG) erzielte der Konzern im Jahr 2011 einen Anstieg um 44,7 % auf 94,9 (65,6) Mio. Euro.
Zum 31. Dezember 2011 lag die Anzahl der ausgegebenen Aktien der ElringKlinger AG unverändert zum Vorjahresvergleichszeitpunkt bei 63.359.990 Stück. In die Berechnung des Ergebnisses je Aktie ging 2010 aufgrund der Kapitalerhöhung vom Oktober 2010 die durchschnittliche Anzahl der Aktien ein (58.945.053 Stück). Dies wirkte sich entsprechend verwässernd auf das Ergebnis je Aktie im Jahr 2011 aus. Somit ergab sich für 2011 ein unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie von 1,50 (1,11) Euro.
Dividende mit Sonderbonus
Die ElringKlinger AG verfolgt eine nachhaltige Dividendenpolitik, die die Anteilseigner angemessen am Unternehmenserfolg beteiligt. Durch den Einmalertrag aus der Veräußerung des Gewerbeparks Ludwigsburg erhöhte sich das Periodenergebnis unter Berücksichtigung von latenten Steuern um zusätzliche 15,1 Mio. Euro. Die Aktionäre sollen – über die für das Geschäftsjahr 2011 vorgeschlagene Regeldividende von 0,40 (0,35) Euro je Aktie hinaus – an dem einmalig erhöhten Periodenergebnis und Bilanzgewinn beteiligt werden. Dies soll in Form eines zusätzlichen Sonderbonus von 0,18 Euro je Aktie erfolgen. Demnach schlägt der Vorstand der für das Geschäftsjahr 2011 beschließenden Hauptversammlung eine Dividende von insgesamt 0,58 Euro je Aktie vor. Die am 6. Oktober 2010 im Rahmen einer Kapitalerhöhung platzierten neuen Aktien waren bereits ab dem 1. Januar 2010 voll gewinnberechtigt. Daher blieb die Anzahl der für das Geschäftsjahr 2011 gewinnberechtigten Aktien konstant.
Vermögenslage
Die Vermögens- und Finanzlage des ElringKlinger-Konzerns präsentierte sich zum 31. Dezember 2011 mit einer Eigenkapitalquote von 50,1 % und einem positiven operativen Cashflow weiterhin solide.
Bilanzsumme wächst um 22,8 %
Zum 31. Dezember 2011 betrug die Bilanzsumme der ElringKlinger-Gruppe 1.217,6 (991,3) Mio. Euro. Sie überstieg 2011 erstmals die Schwelle von 1 Milliarde Euro. Hierin spiegelte sich das starke Wachstum des Konzerns wider. Neben den hohen Investitionen in Sachanlagen wirkten sich zudem die drei im Jahr 2011 vollzogenen Zukäufe aus (Wesentliche Ereignisse, Seite 12). Die Auswirkungen der Akquisitionen auf die Vermögenswerte und Schulden des ElringKlinger-Konzerns zum Erwerbszeitpunkt sind im Anhang auf Seite 18ff. detailliert dargestellt.
Das Sachanlagevermögen stieg im Geschäftsjahr 2011 um 88,0 Mio. Euro von 449,5 Mio. Euro auf 537,5 Mio. Euro. Ursächlich dafür waren vor allem die hohen Investitionen in neue Werksbauten, Produktionsanlagen und Maschinen. Die erstmaligen Konsolidierungen der ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften, der Hug- sowie der Hummel-Formen-Gruppe trugen 67,7 Mio. Euro zum Sachanlagevermögen bei.
Aufgrund der veränderten Auslegung der Lieferverträge hat sich die Behandlung von Werkzeugen geändert. Diese werden nun bis zum Übergang des wirtschaftlichen Eigentums als Vorräte in den kurzfristigen Vermögenswerten bilanziert und nicht mehr in den langfristigen Vermögenswerten (Anhang, Seite 23). Dementsprechend fiel der Anstieg des Sachanlagevermögens geringer aus als im Vorjahr.
Maßgeblich durch den Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg reduzierten sich die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien um 13,0 Mio. Euro auf 13,1 (26,1) Mio. Euro.
Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich zum 31. Dezember 2011 auf 134,1 (101,4) Mio. Euro. Dies lag in erster Linie an den Zukäufen.
In Summe nahmen die langfristigen Vermögenswerte gegenüber dem Vorjahr um 110,9 Mio. Euro auf 713,4 (602,5) Mio. Euro zu.
Umsatzwachstum und Akquisitionen lassen Working Capital steigen
Infolge der höheren Produktionsmengen stiegen die Vorräte des ElringKlinger-Konzerns. Daneben nutzte ElringKlinger die seit Jahresmitte 2011 tendenziell rückläufigen Rohstoffpreise verstärkt für eine kostengünstige Bevorratung. Zum 31. Dezember 2011 betrugen die Vorräte 216,5 (138,6) Mio. Euro. Bei dem Zuwachs ist zu berücksichtigen, dass sich – wie bereits beschrieben – die veränderte Auslegung der Lieferverträge für Werkzeuge erhöhend auf die Vorräte auswirkten. Ohne diesen Effekt wären die Vorräte lediglich um 52,9 Mio. Euro bzw. 38,2 % gewachsen. Aus der Einbeziehung der Akquisitionen ergab sich ein Anstieg der Vorräte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt um 28,0 Mio. Euro, davon allein 16,0 Mio. Euro von Hug.
Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme erreichte somit 17,8 % (14,0 %).
Die Kapitalbindung in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahm aufgrund der Umsatzausweitung, aber auch akquisitionsbedingt, zu. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen auf 187,3 (138,2) Mio. Euro. Davon entfielen bei der jeweiligen Erstkonsolidierung 20,3 Mio. Euro auf die im Jahr 2011 übernommenen Aktivitäten.
Gegenüber 2010 sind die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte signifikant um 24,5 Mio. Euro gestiegen. Zum 31. Dezember 2011 beliefen sie sich auf 33,7 (9,2) Mio. Euro. Hauptgrund hierfür war die Forderung gegen eine Versicherung in Höhe von 14,4 Mio. Euro (Anhang, Seite 51).
Die Zahlungsmittel des ElringKlinger-Konzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 65,2 (101,2) Mio. Euro. Das Vorjahr war maßgeblich geprägt durch die Zuflüsse aus der im Oktober 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung.
Insgesamt stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte auf 504,1 (388,9) Mio. Euro.
Solide Eigenkapitalquote von 50 %
Das Eigenkapital des ElringKlinger-Konzerns stieg um 16,8 % auf 610,1 (522,3) Mio. Euro und damit weniger stark als die Bilanzsumme. Die Eigenkapitalquote sank demzufolge leicht auf 50,1 % (52,7 %). Sie liegt nach wie vor deutlich über der definierten Zielgröße von 40 %.
Die Gewinnrücklagen konnten aus dem Jahresergebnis – trotz der im Jahr 2011 auf 22,2 (11,5) Mio. Euro nahezu verdoppelten Dividendenausschüttung – höher dotiert werden. Zum 31. Dezember 2011 lagen die Gewinnrücklagen bei 376,8 (304,1) Mio. Euro.
Höhere Pensionsrückstellung aufgrund Akquisitionen
Die Pensionsrückstellungen stiegen von 66,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 79,1 Mio. Euro. Hauptgrund für den Zuwachs waren vor allem die gestiegenen Anwartschaften der Pensionsberechtigten im Konzern, bedingt durch die Akquisitionen. Hierdurch entstand eine Erhöhung um 5,8 Mio. Euro durch die jeweiligen Erstkonsolidierungen. Weitere 2,6 Mio. Euro resultierten aus der beschlossenen neuen Vergütungsstruktur für den Vorstand (Vergütungsbericht, Seite 49), die sich erhöhend auf die Pensionsrückstellungen auswirkte.
In den lang- und kurzfristigen Rückstellungen ergab sich aufgrund der geänderten Schätzgrößen eine Reduzierung bei den Rückstellungen für Drohverluste in den Auftragsbeständen. Die 2010 gebildete ERA-Rückstellung konnte 2011 aufgelöst werden und wirkte ebenfalls reduzierend auf die Rückstellungen. Diese Entwicklungen wurden durch die akquisitionsbedingten höheren Rückstellungen weitgehend ausgeglichen. In Summe lagen die lang- und kurzfristigen Rückstellungen nahezu auf Vorjahresniveau bei 22,9 (21,1) Mio. Euro.
Nettoverschuldung akquisitionsbedingt gestiegen
Vor allem aufgrund der notwendigen Finanzierung der 2011 getätigten Akquisitionen sowie der Investitionsprojekte erhöhten sich die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Summe um 44,2 % auf 287,4 (199,3) Mio. Euro. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten nahmen signifikant um 38,9 Mio. Euro auf 161,3 (122,4) Mio. Euro zu. Gleichzeitig wurden die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten deutlich auf 126,1 (76,9) Mio. Euro ausgeweitet. Darüber hinaus war diese Entwicklung durch die vollzogenen Übernahmen geprägt. Bei der jeweiligen Erstkonsolidierung hatten sie 16,4 Mio. Euro an langfristigen bzw. 21,3 Mio. Euro an kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beigetragen.
Die Nettofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel) erhöhte sich somit zum 31. Dezember 2011 auf 222,2 (98,1) Mio. Euro. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert auch aus den niedrigeren Zahlungsmitteln.
Aufgrund der größeren Produktionsmengen und damit des gestiegenen Einkaufsvolumens erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sie nahmen zum 31. Dezember 2011 auf 65,0 (46,4) Mio. Euro zu und damit deutlich stärker als der Umsatz. Die Akquisitionen trugen beim jeweiligen Erwerbszeitpunkt 15,1 Mio. Euro zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bei.
In den sonstigen lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten ist eine Kundenforderung gegen die ElringKlinger AG aus einem Garantiefall (Anhang, Seite 51) in Höhe von 7,0 Mio. Euro enthalten. Da die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten jedoch saldiert um 13,2 Mio. Euro abnahmen, blieben die kurz- und langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten in Summe nahezu unverändert bei 89,5 (90,5) Mio. Euro.
Die latenten Steuerschulden beliefen sich zum Jahresende 2011 auf 44,9 (34,7) Mio. Euro. Bei dieser Erhöhung resultierten 7,6 Mio. Euro aus der Anwendung des § 6b EStG (Einkommensteuergesetz) bei der Veräußerung des Gewerbeparks Ludwigsburg.
Insgesamt betrugen die Verbindlichkeiten 607,5 (469,1) Mio. Euro. Ihr Anteil an der Bilanzsumme stieg damit auf 49,9 % (47,3 %).
Finanzlage
Die in der Kapitalflussrechnung enthaltenen, unrealisierten Währungskurseffekte, die bisher im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erfasst waren, wurden gemäß IAS 7.20(b) nun im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit erfasst bzw. bereinigt. Unrealisierte Währungsgewinne bzw. -verluste wurden in der Position „Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen“ ausgewiesen.
Operativer Cashflow geprägt durch starkes Wachstum
Der ElringKlinger-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen positiven operativen Cashflow in Höhe von 74,5 (126,2) Mio. Euro.
Cashflow-erhöhend war das um 42,6 Mio. Euro höhere Ergebnis vor Ertragsteuern. Ebenfalls einen positiven Effekt hatten die gestiegenen Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte (abzüglich Zuschreibungen) auf 96,8 (82,2) Mio. Euro. Gegenläufig dazu wirkte das gewachsene Working Capital. Die dynamische Steigerung der Ausbringungsmengen hatte 2011 zu höheren Vorräten und Forderungen geführt.
Zum einen hatte der ElringKlinger-Konzern die seit Mitte des Jahres 2011 rückläufigen Rohstoffpreise für eine kostengünstige Bevorratung genutzt. Zum anderen trug die geänderte Auslegung der Lieferverträge bei Werkzeugen zu einer Erhöhung der Vorräte bei (Anhang Seite 23). Dieser Effekt schlug sich mit 22,4 Mio. Euro nieder. Aufgrund des starken Umsatzwachstums fielen auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen höher aus. Weiterhin sorgte die bereits beschriebene Forderung gegen eine Versicherung (Anhang, Seite 51) für einen Anstieg der anderen Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, um 14,4 Mio. Euro. In Summe erhöhten sich die Vorräte, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, um 95,9 (71,6) Mio. Euro.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, wurden 2011 um 17,3 Mio. Euro reduziert. Separat betrachtet stiegen zwar die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Vorjahr, außerdem trug die noch ausstehende Verbindlichkeit aus dem beschriebenen Garantiefall in Höhe von 7,0 Mio. Euro zu einer Ausweitung der Verbindlichkeiten bei. Allerdings führte die bereits erläuterte veränderte Auslegung der Lieferverträge für Werkzeuge zu einem gegenläufigen Effekt, der diese Entwicklung deutlich überkompensierte. Im Geschäftsjahr 2010 waren die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, noch um 26,2 Mio. Euro ausgeweitet worden.
Bei den Gewinnen und Verlusten aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten entfielen 22,7 Mio. Euro auf den Veräußerungsgewinn des Gewerbeparks Ludwigsburg. Dagegen entstanden vor allem im vierten Quartal 2011 wie bereits erläutert Verluste aus dem Abgang von Maschinen sowie aus den abgeschriebenen Mehrwerten aus der Verschmelzung der Elring Klinger GmbH auf die ZWL Grundbesitz- und Beteiligungs-AG. Insgesamt beliefen sich die saldierten Gewinne und Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 2011 auf 17,5 Mio. Euro nach Verlusten im Vorjahr in Höhe von 1,6 Mio. Euro.
Während 2010 die Rückstellungen um 2,1 Mio. Euro erhöht worden waren, erfolgte 2011 ein Rückstellungsverbrauch bzw. -auflösung von 8,1 Mio. Euro.
Verkauf eines Gewerbeparks beeinflusst Cashflow aus Investitionstätigkeit positiv
Durch den Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg erzielte der ElringKlinger-Konzern einen Mittelzufluss von 34,0 Mio. Euro. Somit stiegen die Einzahlungen aus den Abgängen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien im Jahr 2011 auf 36,5 (6,1) Mio. Euro.
Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie immaterielle Vermögenswerte beliefen sich 2011 auf 121,6 (134,3) Mio. Euro. Die Investitionsquote (Investitionen im Verhältnis zum Umsatz) des ElringKlinger-Konzerns betrug 11,8 % (16,9 %). Sie lag damit wieder auf einem dem langjährigen Durchschnitt entsprechenden Niveau. Zu beachten ist, dass – aufgrund der geänderten Auslegung der Lieferverträge – die Werkzeuge nicht mehr im Cashflow aus Investitionstätigkeit sondern in den Vorräten und damit im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit erfasst werden.
Ein wesentlicher Teil der Investitionen floss in die Fertigstellung des neuen Logistikzentrums sowie in den Bau eines neuen vollautomatisierten Werks für Kunststoffgehäusemodule am Standort Dettingen/Erms. Der Werksneubau mit einer Produktionsfläche von 20.000 m² verfügt über modernste Fertigungsanlagen und Werkzeugtechnologie. Dort werden gewichtsreduzierte Ventilhauben, Ölwannen und Ölsaugrohrmodule aus besonders leichten Polyamid-Kunststoffen hergestellt. Der Schwerpunkt der Neuanläufe liegt dabei auf Teilen für den Lkw-Bereich.
Für den Bereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik wurden zahlreiche neue Maschinen und Anlagen beschafft. Zudem hat ElringKlinger den Bereich E-Mobility 2011 weiter ausgebaut. Zur Vorbereitung der Mitte des Jahres angelaufenen Serienfertigung von Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien wurde in zahlreiche neue Automaten für eine völlig neu konzipierte Anlage investiert.
Aktuell wird aufgrund des starken Auftragseingangs in China die Produktionsfläche am Standort Suzhou um weitere 5.000 m² ausgebaut.
An den Standorten der übernommenen ehemaligen Freudenberg-Gesellschaft wurde zur Kostenoptimierung in die Automatisierung der Produktionsprozesse investiert. Der Fokus lag hierbei auf den französischen Standorten Nantiat und Chamborêt.
Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen (abzüglich Zahlungsmittel) beliefen sich 2011 auf 62,4 (0) Mio. Euro.
In Summe lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit bei minus 147,4 (-128,1) Mio. Euro, der den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit überstieg. Demzufolge erzielte die ElringKlinger-Gruppe 2011 einen operativen freien Cashflow (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit bereinigt um Auszahlungen für Akquisitionen) von minus 10,5 (-1,9) Mio. Euro.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit rückläufig
Während im Vorjahr – wesentlich bedingt durch den Emissionserlös der Kapitalerhöhung –ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 74,0 Mio. Euro erzielt worden war, wurde im Jahr 2011 ein Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 35,4 Mio. Euro erwirtschaftet.
Die Dividendenausschüttung an die Aktionäre der ElringKlinger AG erhöhte sich von 11,5 Mio. Euro auf 22,2 Mio. Euro. In Summe stiegen die Ausschüttungen an Aktionäre und Minderheitsgesellschafter von 12,2 Mio. Euro auf 23,0 Mio. Euro.
Gleichzeitig wurden langfristige Finanzverbindlichkeiten um 39,4 (24,0) Mio. Euro getilgt. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wurden um 51,7 Mio. Euro aufgebaut (Vorjahr: Zurückführung um 11,7 Mio. Euro), während langfristige Darlehen in Höhe von 41,1 (2,2) Mio. Euro aufgenommen wurden.
Saldiert wurden die Finanzverbindlichkeiten um 53,4 Mio. Euro ausgeweitet. Im Vorjahr waren sie um 33,5 Mio. Euro abgebaut worden.
Die Zahlungsmittel des ElringKlinger-Konzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 65,2 (101,2) Mio. Euro.
Konzerngesellschaften
Konsolidierungskreis durch drei Übernahmen erweitert
Das Geschäftsjahr 2011 war wesentlich von drei Akquisitionen geprägt (Wesentliche Ereignisse Seite 12). Bei der Integration der neuen Tochterunternehmen stand zunächst die Vereinfachung der rechtlichen Strukturen im Vordergrund. Zudem wurden auf operativer Ebene Optimierungen vorgenommen, um die Ertragskraft mittelfristig auf Konzernniveau zu heben.
Detaillierte Informationen zur grundsätzlichen ElringKlinger-Konzernstruktur und
-Organisation sind im Kapitel „Tätigkeitsbereiche und Organisation“ ab Seite 1 enthalten.
Geschäftsbereich Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe integriert
Die Sparte Metallische Flachdichtungen umfasste drei Gesellschaften: die Metallic Gaskets Nantiat SAS mit Sitz in Nantiat, Frankreich, die Oigra Meillor s.r.l. mit Sitz in Turin, Italien, und die Burgmann Automotive GmbH mit Sitz in Eurasburg, Deutschland.
Die Gesellschaft in Frankreich wurde in ElringKlinger Meillor SAS umbenannt. Im Jahr 2011 hat ElringKlinger wesentliche Weichenstellungen getroffen, um die Gesellschaft für die Zukunft zu stärken und die Produktion neu aufzustellen. In diesem Zusammenhang wurden eine Fertigungslinie für Zylinderkopfdichtungen des ehemaligen Burgmann Automotive GmbH Werks in Gelting nach Frankreich verlagert und dort weitere neue Anlagen installiert.
Die Gesellschaft in Italien wurde zum 1. September 2011 mit der ElringKlinger S.p.A. verschmolzen. Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, wurde der Standort in Mailand aufgegeben und nach Turin an den Sitz der Oigra Meillor s.r.l. verlagert.
Nach eingehender Analyse wurde die ElringKlinger Spezialdichtungen GmbH aufgrund des Know-hows im Bereich Glimmer- und Graphitdichtungen als Werk der ElringKlinger AG fortgeführt. Die Gesellschaft wurde entsprechend rückwirkend zum 1. Januar 2011 auf die ElringKlinger AG verschmolzen.
Währungsrisiko bei Hug eingegrenzt
Bei der mehrheitlich übernommen Hug-Gruppe wurden die rechtlichen Strukturen vereinfacht. Die Hug-Gruppe bestand zum Erwerbszeitpunkt aus folgenden Gesellschaften: Hug Holding AG mit den Töchtern Hug Infra AG, Hug Filtersystems AG und Hug Engineering AG, sowie den Töchtern der Hug Infra AG (Hug Engineering GmbH, Magdeburg, Deutschland, Hug Engineering S.p.A., Mailand, Italien, Hug Engineering Inc., Austin, Texas, USA). Weiterhin existiert eine Beteiligung in Höhe von 10 % an der Codinox Beheer B.V., Enschede, Niederlande.
Rückwirkend zum 1. Mai 2011 wurden die Hug Infra AG, die Hug Filtersystems AG und die Hug Engineering AG auf die Hug Holding AG verschmolzen. Die Gesellschaft firmiert seitdem als Hug Engineering AG mit den drei Vertriebstöchtern Hug Engineering GmbH, Magdeburg, Deutschland, Hug Engineering S.p.A., Mailand, Italien, und der Hug Engineering Inc., Austin, Texas, USA sowie der Beteiligung an der Codinox Beheer B.V., Enschede, Niederlande.
Um die operative Ertragskraft der Schweizer Hug-Gruppe zu verbessern, wurden Maßnahmen eingeleitet um das Währungsrisiko zu reduzieren. Hug erwirtschaftet den Großteil seiner Umsätze in Euro, die Kosten fallen aber überwiegend in Schweizer Franken an. Um die hierdurch entstehenden Wechselkursverluste zu vermindern, wurde die ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten in Sachsen-Anhalt zum 3.Januar 2012 übernommen. Diese dient künftig als verlängerte Werkbank für Hug. Somit können wesentliche Kostenumfänge in den Euroraum verlagert werden (Nachtragsbericht Seite 71).
Wettbewerbsvorsprung in der Werkzeugtechnologie: Akquisition der Hummel-Formen-Gruppe
Zum 1. Oktober 2011 hat die ElringKlinger AG die Hummel-Formen-Gruppe übernommen. Dazu zählen die Hummel-Formen GmbH und die Hummel-Formen Kunststofftechnik GmbH in Lenningen, Deutschland, sowie die HuRo Supermold S.R.L. und HuRo Invest S.R.L. in Timisoara, Rumänien. Auch bei der Hummel-Formen-Gruppe ist vorgesehen, die Struktur zu vereinfachen. Jeweils die zwei deutschen und rumänischen Gesellschaften sollen miteinander verschmolzen werden.
Konzerngesellschaften wachsen stärker als die AG
Im Geschäftsjahr 2011 erholten sich die Fahrzeugmärkte weltweit. Nahezu alle Tochterunternehmen der ElringKlinger-Gruppe profitierten von dieser Entwicklung. Fast alle Konzerngesellschaften erreichten Umsatzzuwächse im zweistelligen Prozentbereich. Dabei verzeichneten insbesondere die Tochterunternehmen in China, Japan, Brasilien und im NAFTA-Raum bedeutende Wachstumsraten.
Der Umsatzanstieg bei den Beteiligungsgesellschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber 2010 betrug 40,5 %. Dieses Plus fiel im Vergleich zum Wachstum der ElringKlinger AG in Höhe von 16,0 % – wie auch im Vorjahr – wesentlich stärker aus. Bei Herausrechnung der 2011 erworbenen Gesellschaften wäre das Umsatzplus der Beteiligungsgesellschaften mit 22,0 % noch immer deutlich höher gewesen als das Wachstum der Muttergesellschaft.
Insgesamt erwirtschafteten die Tochterunternehmen 636,7 (453,2) Mio. Euro im Jahr 2011. Erneut haben die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften damit mehr Umsatz erwirtschaftet als die Muttergesellschaft.
Der Umsatzanteil der ausländischen Konzerngesellschaften belief sich auf 86,0 % (84,4 %), während die inländischen Töchter 14,0 % (15,6 %) beisteuerten.
Ein Teil des starken Wachstums entfiel auf die 2011 akquirierten Gesellschaften. Im Inland entfielen 10,7 Mio. Euro Umsatz auf die zugekauften Aktivitäten. Die Akquisitionen im Ausland haben insgesamt 72,4 Mio. Euro zu den Konzernerlösen beigesteuert.
Auch die Ergebnisbeiträge der Konzerngesellschaften haben sich positiv entwickelt. Die Tochter- und Beteiligungsunternehmen erwirtschafteten 2011 ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 69,5 (63,7) Mio. Euro. Die noch negativen Ergebnisbeiträge der Akquisitionen verwässerten das Ergebnis. Auf hoher Vorjahresbasis beträgt der Zuwachs 9,1 %.
Investitionsschwerpunkt liegt auf Wachstumsmarkt China
Im Jahr 2011 entfielen 42,5 % (55,4 %) der Auszahlungen für Investitionen auf die Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Damit wurde die Investitionsquote mit 8,1 % (16,4 %) bei den Konzerngesellschaften auf solidem Niveau weitergeführt.
Zu den wesentlichen Investitionen bei den Konzerngesellschaften zählten die Anschaffung neuer Produktionsanlagen bei der Elring Klinger do Brasil Ltda., der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG sowie bei der ElringKlinger USA, Inc. Hier wurde schwerpunktmäßig in Maschinen und Anlagen für neue Projekte für Unterbodenabschirmteile investiert.
Aufgrund der starken Beauftragung wurde bei der ElringKlinger China, Ltd. in Suzhou in der Region Shanghai begonnen, die Produktionshalle um 5.000 m² zu erweitern. Der Standort war bereits 2010 ausgebaut worden. Die Wachstumsrate von rund 50 % im Jahr 2011 stellt eine der höchsten im Konzern dar und zeigt die positive Entwicklung der asiatischen Gesellschaft.
Erwerb der Restanteile in der Türkei
Der ElringKlinger-Konzern verfolgt konsequent das Ziel, die Anteile Dritter am Konzern so weit wie möglich zurückzuführen.
Zum 17. Oktober 2011 hat die ElringKlinger AG die ausstehenden 10 % der Anteile von dem Minderheitsgesellschafter der ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş., Türkei, übernommen. Damit hält die ElringKlinger AG nunmehr 100 % an diesem Tochterunternehmen und hat sich in der Region gut positioniert. Der türkische Automobilmarkt hat in den letzten Jahren ein dynamisches Wachstum gezeigt. So wurde 2011 mit 864.439 verkauften Fahrzeugen ein neuer Rekordwert erreicht.
Durch die vollständige Übernahme der Anteile entstand 2011 kein wesentlicher Ergebniseffekt.
Zur Vereinfachung der Konzernstrukturen wurde die türkische Gesellschaft Kitek Kalip ve Ileri Teknoloji Makine Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi (Kitek Ltd.) zum 2. Dezember 2011 liquidiert.
Mitarbeiter
Dynamische Nachfrage und Akquisitionen lassen Mitarbeiterzahl um rund ein Drittel steigen
Im Jahr 2011 haben die weltweit starke Nachfrage der Kunden sowie zahlreiche Produktneuanläufe zu einer sehr hohen Auslastung der meisten Produktionsstandorte der ElringKlinger-Gruppe geführt. Um die gestiegenen Ausbringungsmengen in der Fertigung abzubilden, erhöhte der Konzern die Anzahl der Beschäftigten in den produktionsnahen Bereichen. Am Hauptsitz in Dettingen/Erms wurde auch der Bereich E-Mobility personell stark ausgebaut. Zudem trugen die 2011 getätigten Akquisitionen zum Anstieg der Mitarbeiterzahlen im Konzern bei.
Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte der ElringKlinger-Konzern weltweit 6.193 (4.676) Mitarbeiter. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 32,4 % bzw. 1.517 Personen. Damit erhöhte sich die Mitarbeiterzahl 2011 etwas stärker als der Umsatz. Im Jahresdurchschnitt waren weltweit 5.779 (4.453) Menschen in der Unternehmensgruppe tätig.
Durch die Akquisitionen kamen insgesamt 807 Mitarbeiter zum ElringKlinger-Konzern hinzu. Der zugekaufte Bereich Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe sowie die mehrheitlich übernommene Schweizer Hug-Gruppe zählten zum Jahresende 353 bzw. 225 Beschäftigte. Durch den Erwerb der Hummel-Formen-Gruppe erhöhte sich die Mitarbeiterzahl im Konzern um weitere 229 Personen. Ohne diese übernommenen Aktivitäten wäre die Mitarbeiteranzahl lediglich um 15,2 % gestiegen und damit unterproportional zum Umsatzwachstum des ElringKlinger-Kerngeschäfts (19,3 %).
Hohe Auslastung der deutschen Standorte
An den deutschen Standorten der ElringKlinger-Gruppe wurden 2011 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um die steigende Nachfrage sowie neue Produktanläufe in der Fertigung abdecken zu können. Mit verkürzten Werksferien und Sonderschichten gelang es, die bei vielen Kunden häufig sehr kurzfristig erhöhten Teileabrufmengen jederzeit fristgerecht zu liefern. Auch die hohe Flexibilität der Mitarbeiter hat hierzu beigetragen. Die starke Ausweitung der Geschäftsvolumina erforderte auch in den Zentralfunktionen und in der Verwaltung am Standort Dettingen/Erms Neueinstellungen.
Zum 31. Dezember 2011 waren an den Standorten der ElringKlinger AG in Dettingen/Erms, Runkel, Langenzenn und Gelting 1.972 (1.757) Mitarbeiter beschäftigt. Bei der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH stieg die Anzahl der Beschäftigten von 533 auf 577. Insgesamt beschäftigte der Konzern zum 31. Dezember 2011 inklusive der übernommenen Hummel-Formen-Gruppe im Inland 2.902 (2.401) Menschen, 20,9 % mehr als im Vorjahr.
Auslandsanteil bei den Mitarbeitern erstmals über 50 %
Das starke Wachstum auf den internationalen Märkten führte zu einem überproportionalen Aufbau der Mitarbeiteranzahl außerhalb Deutschlands. Zudem entfiel der größte Teil der durch die Zukäufe hinzugekommenen Beschäftigten auf das Ausland. 2011 waren erstmals mehr als die Hälfte der Mitarbeiter im Konzern bei den ausländischen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften angestellt. 53,1 % (3.291 Personen) der Beschäftigten arbeiteten zum Jahresende bei den ElringKlinger-Auslandsgesellschaften gegenüber 48,7 % (2.275 Personen) im Jahr 2010.
Aufbau in Asien
Maßgeblich für den gestiegenen Anteil der im Ausland Beschäftigten war das hohe organische Umsatzwachstum der ElringKlinger-Gruppe in Asien. Vor allem die zunehmende Bedeutung Chinas für die ElringKlinger-Gruppe spiegelte sich wider in der wachsenden Mitarbeiteranzahl an den lokalen Produktionsstandorten. Im Zuge des Kapazitätsausbaus an den Standorten in Changchun und Suzhou stieg die dortige Beschäftigtenanzahl auf 592 (352). Dies entsprach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 68,2 % und damit der höchsten Zuwachsrate im ElringKlinger-Konzern. Auch im indischen Werk in Pune stellte ElringKlinger zusätzliche Mitarbeiter ein und stockte auf 103 (74) Beschäftigte auf.
Weitere Informationen zur Mitarbeiterentwicklung und Personalpolitik im ElringKlinger-Konzern inklusive der entsprechenden Kennzahlen werden im Kapitel „Nachhaltigkeit“ (Seite 35) beschrieben.
Beschaffung
Kernaufgabe des Einkaufs der ElringKlinger-Gruppe ist die Beschaffung der für die Produktion benötigten Rohstoffe und Materialen. Die im ElringKlinger-Konzern hauptsächlich eingesetzten Rohstoffe umfassen C-Stahl, legierte Edelstähle (v.a. Nickellegierungen), Aluminium, Kunststoffgranulate, Gummi und Polytetrafluorethylen (PTFE). Der Materialeinkauf für die in- und ausländischen Konzerngesellschaften wurde auch 2011 in erster Linie vom zentralen Einkauf der ElringKlinger AG am Hauptsitz in Dettingen/Erms gesteuert.
Eine wesentliche Herausforderung für das Beschaffungsmanagement lag im Jahr 2011 darin, die in der Fertigung benötigten Materialien und Vorprodukte rechtzeitig in ausreichenden Volumina bereitzustellen. Angesichts der dynamischen Nachfrageentwicklung hatten die Kunden ihre Abfragemengen teilweise sehr kurzfristig erhöht. Die Bedarfe des Konzerns fielen 2011 letztlich erheblich höher aus als die ursprünglich geplanten Bezugsmengen.
Die Naturkatastrophe in Japan im März 2011 stellte den Einkauf ebenfalls vor große Herausforderungen. Es ergaben sich Lieferengpässe bei der Materialverfügbarkeit besonders bei Polymeren, die für die Gummiherstellung benötigt werden. Dank unserer langfristigen und partnerschaftlichen Lieferantenbeziehungen gelang es ElringKlinger jedoch, die Versorgung der Produktion mit den benötigten Mengen jederzeit sicher zu stellen. Teilweise mussten hier erhöhte Materialpreise akzeptiert werden.
Einkaufsvolumen steigt um 32 %
Das hohe Umsatzwachstum der ElringKlinger-Gruppe spiegelte sich 2011 auch in einem deutlich gestiegenen Einkaufsvolumen wider. Dieses nahm gegenüber dem Vorjahr um 32,1 % auf 654,6 (495,7) Mio. Euro zu. Davon entfallen 53,8 Mio. Euro auf die 2011 zugekauften Gesellschaften. Im Einkaufsvolumen enthalten sind sowohl die bezogenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe als auch Handelswaren für das freie Ersatzteilgeschäft und die Investitionen in Grundstücke, Sachanlagen und Immobilien. Der Materialaufwand belief sich auf 423,7 (308,0) Mio. Euro. Zu diesem Anstieg haben sowohl die größeren eingekauften Mengen als auch die höheren Materialpreise beigetragen. So kletterten beispielsweise die Preise für den in Edelstahllegierungen enthaltenen Nickel in der ersten Jahreshälfte 2011 um rund 30 % auf knapp 30.000 US-Dollar je Tonne.
Hohe Nachfrage lässt Rohstoffpreise weiter steigen
Die starke allgemeine Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie führte zu Engpässen bei der Materialverfügbarkeit von Stählen, Kunststoffgranulaten, Gummi und PTFE. Aufgrund der kurzfristig erhöhten Abfragemengen der Kunden mussten Materialien zu höheren Preisen nachdisponiert werden. Dies ließ die Materialkosten des ElringKlinger-Konzerns im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr weiter steigen.
Infolge einer befürchteten wirtschaftlichen Abkühlung begannen sich die Preise für einige der von ElringKlinger benötigten Materialien in der zweiten Jahreshälfte 2011 etwas abzuschwächen. Diese Rückgänge schlagen sich allerdings bei ElringKlinger üblicherweise erst mit einem zeitlichen Verzug von drei bis vier Monaten auf die Einkaufspreise nieder. Im Gegensatz dazu fallen die vom Unternehmen erzielten Schrotterlöse zeitnah zur Preisentwicklung an der Londoner Rohstoffbörse niedriger aus. Nachdem der Nickelpreis im dritten Quartal 2011 spürbar nachgegeben hatte, nutzte ElringKlinger das niedrigere Preisniveau, um über derivative Instrumente die nickelbasierten Legierungszuschläge für die benötigten Edelstahlmengen teilweise abzusichern.
Üblicherweise schließt ElringKlinger Lieferantenverträge mit einer Laufzeit von einem Jahr und länger ab, um das Risiko steigender Materialkosten einzugrenzen und die in der Produktion disponierten Volumina sicher zu stellen. Durch diese langfristigen Bezugsverträge erhält der Konzern eine feste, kalkulierbare Basis. Zudem wirkt der Konzern Kostensteigerungen mit der Qualifizierung kostengünstiger Lieferanten, der Verbreiterung der internationalen Lieferantenbasis und dem Einsatz neuer Materialien entgegen.
Anstieg der Energiepreise durch langfristige Kontrakte eingegrenzt
Durch die stark gewachsenen Ausbringungsmengen in der Fertigung stieg auch der Energieverbrauch des Konzerns. Er erhöhte sich um 13,7 % auf 191,1 (168,1) MWh (absoluter Energieverbrauch: Strom, Gas und weitere Energieträger). Trotz höherer Marktpreise für Strom und Gas konnte der Anstieg der Energiekosten aber auf 27,2 % begrenzt werden. Sie beliefen sich 2011 auf 15,9 (12,5) Mio. Euro.
Bereits 2008 hatte ElringKlinger langfristige Liefervereinbarungen für große Mengen der Bedarfe an Strom und Gas abgeschlossen, die die Energiepreise zum Teil bis ins Jahr 2013 absichern. ElringKlinger verhandelte 2011 bereits neue Bezugskontrakte für 2014. Darüber hinaus hat ein im Jahr 2011 am Standort Dettingen/Erms in Betrieb genommenes firmeneigenes Blockheizkraftwerk ebenfalls zu langfristig planbaren und insgesamt niedrigeren Energiekosten beigetragen (Nachhaltigkeit Seite 35).
Internationale Lieferantenstruktur weiter ausgebaut
ElringKlinger arbeitet im Rahmen des Lieferantenmanagements kontinuierlich an der Weiterentwicklung der eigenen Zulieferer bzw. am Aufbau neuer Zulieferer. Dabei wurden 2011 verstärkt internationale Lieferanten geprüft und qualifiziert. Durch das zunehmende Einkaufsvolumen in den jeweiligen lokalen Märkten werden Logistikkosten gespart und Währungsrisiken begrenzt. Gleichzeitig erschließt ElringKlinger so häufig günstigere Bezugsquellen für andere Gesellschaften der Gruppe. Zu diesem Zweck werden regelmäßig konzernweite Qualitäts- und Kostenanalysen durchgeführt.
Im Zuge der auch 2011 fortgesetzten Kapazitätserweiterung an den asiatischen Standorten, insbesondere in China, baute ElringKlinger standortnah neue Lieferanten auf. Sie wurden gemäß internationalen ISO-Standards zertifiziert und entsprechen den anspruchsvollen Qualitäts- und Umweltrichtlinien des ElringKlinger-Konzerns. Generell ist ElringKlinger bestrebt, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten gering zu halten. 2011 lag der Anteil der 30 größten Lieferanten am Einkaufsvolumen bei rund 50 %.
Im Jahr 2011 hat ElringKlinger sein Lieferantenmanagement weiterentwickelt und den Fokus noch stärker auf die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Einkauf und Qualitätswesen gelegt. Das Qualitätsmanagement ist jetzt bei der Auswahl neuer Lieferanten noch früher in den Entscheidungsprozess eingebunden. 2012 wird das neue Konzept konzernweit implementiert.
Um die nachhaltige partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu fördern und gute Leistungen anzuerkennen, vergibt ElringKlinger einmal jährlich einen Lieferantenpreis. Bewertet werden dabei Produktqualität, Liefertreue, Qualitätsmanagementsysteme sowie Kundenorientierung bei Service und Kommunikation. 2011 ging die Auszeichnung an das ThyssenKrupp Stahl-Service-Center (SSC) Mannheim.
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist eine wesentliche Grundlage für den langfristigen Geschäftserfolg des ElringKlinger-Konzerns. Das Unternehmen strebt eine möglichst hohe ökologische Effizienz aller Konzernaktivitäten an. Dieser Aspekt steht sowohl bei der Produktenwicklung als auch bei den Produktionsprozessen im Mittelpunkt. Darüber hinaus nimmt ElringKlinger seine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der Gesellschaft wahr.
Um die Bedeutung des nachhaltigen Wirtschaftens für das Unternehmen zu unterstreichen, wird ElringKlinger 2012 erstmals einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.
Am Kapitalmarkt rücken die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und nicht-finanzielle Kennzahlen immer stärker in das Blickfeld der Anleger. 2011 wurde ElringKlinger von Sustainalytics, einer renommierten unabhängigen Agentur für Nachhaltigkeitsratings, bewertet. ElringKlinger belegte dabei im Segment „Automobilkomponenten" den sechsten Platz von 33. Daneben nimmt ElringKlinger als einer von wenigen Automobilzulieferern bereits seit 2007 am Carbon Disclosure Project (CDP) teil (www.cdproject.net). Von der Ratingagentur Oekom Research ist ElringKlinger mit dem Investmentstatus „Prime“ ausgezeichnet.
Grünes Produktportfolio und umweltschonende Produktionsprozesse: relativer CO 2 -Ausstoß um 14 % gesenkt
Die Kernthemen in der Automobilindustrie sind Verbrauchs- und Emissionsreduzierung, egal ob über Motoren-Downsizing, Leichtbau, Abgasreinigung oder neue, umweltfreundliche Antriebstechnologien. Als Automobilzulieferer sieht es ElringKlinger als Hauptaufgabe an, mit innovativen Lösungen zur Emissionsreduzierung und damit direkt zum Umweltschutz beizutragen. Nahezu das gesamte ElringKlinger-Produktspektrum rund um Motor, Getriebe und Abgasstrang sowie im Bereich Elektromobilität ist auf dieses Ziel ausgelegt. Mehr zu den ElringKlinger-Produkten und wie diese zu einer umweltfreundlicheren Mobilität beitragen, erfahren Sie im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ (Forschung und Entwicklung Seite 40) sowie auf der Internetseite www.elringklinger.de unter der Rubrik Produkte.
Für eine möglichst umweltschonende Produktion arbeitet die ElringKlinger-Gruppe daran, den Ressourceneinsatz kontinuierlich zu optimieren. Ein zentrales Umweltmanagement erhebt, prüft und bewertet monatlich an allen Produktionsstandorten weltweit Kennzahlen zu Materialeinsatz, Energieverbrauch, Emissionen und Abfallaufkommen. Wenn nötig, werden Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet. Häufig wirken sich diese Maßnahmen auch kostensenkend aus. Bei der Neuanschaffung von Maschinen und Anlagen ist die Energieeffizienz ein wichtiges Kriterium für die Investitionsentscheidung.
Voraussetzung für ein möglichst nachhaltiges und umweltfreundliches Wirtschaften ist höchste Qualität. Neben einer langen Lebensdauer stellt sie einen möglichst geringen Ausschuss im Produktionsprozess sicher. Alle ElringKlinger-Produktionsstätten sind gemäß dem Automobilindustrie-Standard TS 16949 bzw. ISO 9001 zertifiziert. Daneben verfügen sie über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001.
Eine zentrale Zielvorgabe des ElringKlinger-Konzerns lautet, den relativen CO2-Ausstoß jährlich um 3 % zu senken. Mit 62,5 Tonnen bezogen auf 1 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2011 konnte dieses Ziel erneut erreicht und sogar übertroffen werden. Die Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr (72,3 Tonnen) betrug 13,6 %. Die absoluten CO2-Emissionen lagen bei insgesamt 64.600 (57.500) Tonnen. Darin enthalten sind die Emissionen, die durch den Bezug bzw. Verbrauch von Strom, Gas und Heizöl verursacht werden. Bei Herausrechnung der 2011 neu hinzugekommenen Freudenberg-Standorte sowie der Hug-Gruppe betrug der CO2-Ausstoß 62.400 Tonnen. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß des ElringKlinger-Fuhrparks lag bei 159 g/km (159 g/km).
Ein wesentlicher Faktor, der zur Senkung der CO2-Emissionen führte, war die Zusammensetzung des Strommixes im Berichtsjahr. ElringKlinger bezog 2011 einen relativ hohen Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen. Bei der Berechnung der CO2-Emissionen aus dem Stromverbrauch wird ein spezifischer Emissionsfaktor zugrunde gelegt. Dieser ist für grünen Strom niedriger. Entsprechend wirkte sich dies positiv auf den CO2-Ausstoß aus.
Darüber hinaus hat die Inbetriebnahme eines Blockheizkraftwerks (BHKW) in Dettingen/Erms im Sommer 2011 zur Reduzierung der unternehmenseigenen CO2-Emissionen beigetragen. Mit dem BHKW wird Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird gleichzeitig für Heizzwecke genutzt. Durch diese Doppelverwertung der Energie ist das BHKW besonders effizient, der Gesamtwirkungsgrad liegt bei 90 %.
Die Installation einer neuen Heizzentrale am Stammwerk in Dettingen/Erms wirkte sich ebenfalls positiv auf die Energiebilanz aus: Eine moderne gasbefeuerte Anlage ersetzte einen ölbefeuerten Dampfkessel aus dem Jahr 1972. Auch beim Bau des neuen Werks für Kunststoffgehäusemodule in Dettingen/Erms, das 2012 fertiggestellt wird, lag ein besonderes Augenmerk auf der Energieeinsparung. Der Werksneubau verfügt über insgesamt knapp 20.000 m² Produktionsfläche. Auf ca. 3.000 m² Dachfläche ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 450 KW installiert. Darüber hinaus wird die Abwärme der Maschinen und Anlagen für die Beheizung der Hallen und Büros genutzt. Damit werden etwa 1.300 MWh Primärenergie pro Jahr eingespart.
ElringKlinger konnte 2011 neben dem Energieverbrauch auch die Abfallmengen in Relation zu den Ausbringungsmengen senken. Der Einsatz von Lösemitteln je gefertigter Dichtung wurde ebenfalls reduziert. Hier wirkte sich die Umstellung von ganzflächiger auf partielle Beschichtung positiv aus.
Umweltkennzahlen des ElringKlinger-Konzerns
scroll
| 2011 inkl. Akquisitionen* | 2011 ohne Akquisitionen | 2010 | |
|---|---|---|---|
| CO2-Emissionen in t CO2-Emissionen in t je 1 Mio. Euro Umsatz | 64.600 62,5 | 62.400 65,7 | 57.500 72,3 |
| Absoluter Energieverbrauch (Strom, Gas und weitere Energieträger) in MWh | 196.000 | 181.800 | 168.100 |
| Absoluter Energieverbrauch in MWh je 1 Mio. Euro Umsatz | 189,8 | 191,5 | 211,3 |
| davon Stromverbrauch in MWh Stromverbrauch in MWh je 1 Mio. Euro Umsatz | 119.500 115,7 | 110.600 116,5 | 98.700 124,0 |
| Wasserverbrauch in m³ | 162.200 | 156.900 | 129.200 |
| Lösemittel in t | 930 | 850 | 850 |
| Gesamtabfallmenge in t | 42.600 | 39.900 | 34.500 |
| davon Metallabfallmenge in t | 35.700 | 33.700 | 28.500 |
*Inkl. der 2011 hinzugekommenen ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften sowie der mehrheitlich übernommenen Hug-Gruppe; Die ebenfalls 2011 akquirierte Hummel-Formen-Gruppe ist noch nicht enthalten.
Investition in die Zukunft: Nachhaltige Personalpolitik
Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung bietet ElringKlinger seinen Mitarbeitern ein motivierendes und sozial ausgewogenes Arbeitsumfeld. Bereits 2007 wurde ein konzernweiter Unternehmenskodex eingeführt. Er legt verbindliche Grundsätze fest hinsichtlich diskriminierungsfreien Arbeitsplätzen, Mitarbeiterentwicklung, Entlohnung und Arbeitszeit sowie Gesundheit und Sicherheit. Der ElringKlinger-Unternehmenskodex ist auf der Internetseite www.elringklinger.de veröffentlicht.
Unser Ziel sind zufriedene Mitarbeiter, um eine langfristige Bindung an das Unternehmen zu erreichen. Dies spiegelt sich in einer niedrigen Krankheits- und Fluktuationsquote wider. Die durchschnittliche Anzahl der Krankheitstage je Mitarbeiter blieb 2011 im Wesentlichen stabil im Vergleich zum Vorjahr. Die Fluktuationsrate lag 2011 mit 5,7 % (3,3 %) nach wie vor unter dem Branchendurchschnitt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus dem starken Aufbau der Beschäftigtenzahlen in Ländern wie China, in denen eine im Vergleich zu Deutschland höhere Fluktuation üblich ist. Innerhalb der AG konnte die Quote der Mitarbeiterkündigungen mit 1,1 % (0,8 %) nahezu auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.
Ein wesentliches Anliegen der Personalarbeit der ElringKlinger-Gruppe ist die Nachwuchssicherung und Mitarbeiterqualifizierung. ElringKlinger bildet seit Jahrzehnten sowohl kaufmännische als auch technische Berufe aus. Darüber hinaus werden Studiengänge an Dualen Hochschulen angeboten. Zudem betreute das Unternehmen 2011 knapp 120 Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeiten sowie Schüler- und Studentenpraktika.
Mitarbeiter werden bei ElringKlinger individuell gefördert. Neben fachlichen Qualifizierungsmaßnahmen werden hierzu auch fachübergreifende Fortbildungen wie Projektmanagement, Teamseminare, Software-Schulungen oder Fremdsprachenkurse angeboten. Im Jahr 2008 wurde zudem ein spezielles Projekt zur Nachwuchsförderung ins Leben gerufen, mit dem junge Potenzialträger innerhalb von zwei Jahren auf zukünftige Führungsaufgaben vorbereitet werden. Aktuell durchlaufen 17 Nachwuchskräfte dieses Programm.
Die externen Ausgaben für Fort- und Weiterbildung beliefen sich 2011 auf insgesamt 0,8 (0,5) Mio. Euro.
ElringKlinger beteiligt die Mitarbeiter angemessen am Unternehmenserfolg. Die Beschäftigten der ElringKlinger AG, der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH sowie der Elring Klinger Motortechnik GmbH erhielten im Jahr 2011 einen Bonus für das vorangegangene Geschäftsjahr in Höhe von jeweils 1.000 Euro.
ElringKlinger legt Wert auf eine ausgewogene Mitarbeiterstruktur. Neben einer gesunden Mischung verschiedener Altersgruppen und Nationalitäten ist es ein klares Ziel von ElringKlinger, den Anforderungen des Corporate Governance Kodex zum Thema Diversity insgesamt Rechnung zu tragen. Mit der Wahl von Frau Dr. Margarete Haase in den Aufsichtsrat konnte 2011 der Frauenanteil in diesem Gremium erhöht werden. Dem Organ gehören damit zwei Frauen an.
Die folgenden Kennzahlen spiegeln die nachhaltige Personalpolitik bei ElringKlinger wider. Um eine noch höhere Transparenz zu bieten, weist ElringKlinger für das Geschäftsjahr 2011 einige Personalkennzahlen erstmalig aus.
Personalkennzahlen des ElringKlinger-Konzerns
scroll
| 31.12.2011 | 31.12.2010 | |
|---|---|---|
| Absolute Mitarbeiteranzahl | 6.193 | 4.676 |
| davon Männer | 69,5 % | 68,7 % |
| davon Frauen | 30,5 % | 31,3 % |
| Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl | 5.779 | 4.453 |
| Zusammensetzung nach Altersgruppen | ||
| jünger als 30 Jahre | 26,8 % | 26,6 % |
| 30 bis 50 Jahre | 54,8 % | 55,0 % |
| älter als 50 Jahre | 18,4 % | 18,4 % |
| Ausbildungsquote | 2,3 % | 2,7 % |
| Praktikanten und Diplomanden | 117 | 84 |
| Fluktuationsquote | 5,7 % | 3,3 % |
| Durchschnittliche Krankheitstage je Mitarbeiter | 8,5 | 8,2 |
| Mitarbeiter, die unter Kollektivvereinbarungen fallen | 3.927 | 3.521 |
| Anzahl der geführten Qualifizierungsgespräche | 5.091 | 2.259 |
| Anzahl der Teilzeitarbeitnehmer | 4,5 % | 4,7 % |
| Beschäftigte mit unbefristetem Vertrag | 5.530 | 3.940 |
| Anzahl der Mitarbeiter mit schweren Behinderungen | 178 | 122 |
| Beschäftigte in Managementpositionen* | 260 | - |
| davon Frauen | 32 | 32 |
| davon Einheimische* | 178 | - |
| Betriebsunfälle mit anschließendem Arbeitsausfall von mehr als drei Tagen | 178** | 196 |
| Arbeitsbedingte Todesfälle* | 0 | - |
| Absolute Beschäftigtenanzahl in | ||
| Altersteilzeit* | 78 | - |
| Mutterschutz* | 25 | - |
| Elternzeit* | 45 | - |
| Eingereichte Verbesserungsvorschläge | 1.150 | 823 |
| davon erfolgreich umgesetzt | 490 | 308 |
| davon abgelehnt* | 166 | - |
*Erstmaliger Ausweis für 2011, daher keine Angabe von Vorjahreswerten
** Aufgrund geänderter Bewertungsmethodik gemäß internationaler Standards nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar
Der Gesellschaft verpflichtet : Soziales Engagement wird groß geschrieben
ElringKlinger arbeitet seit mittlerweile einem Jahrzehnt mit der Stiftung Bruderhaus-Diakonie bzw. den angeschlossenen Behinderten-Werkstätten in Dettingen/Erms zusammen. Die Werkstätten übernehmen für das Ersatzteilgeschäft von ElringKlinger komplette Arbeitsabläufe wie beispielsweise das Sortieren, Konfektionieren oder Verpacken von Dichtungssätzen. Im Jahr 2011 wurde in den Werkstätten die so genannte Regelfertigung eingeführt, um Bedarfsspitzen abzufangen. Das bedeutet, dass bestimmte Arbeitsabläufe immer zu denselben festgelegten Zeiten erfolgen. Somit ist eine optimale Auslastung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten, unabhängig von den benötigten Bedarfen, garantiert. Auch für die behinderten Menschen ist die Harmonisierung von Vorteil, da sie einen regelmäßigen Tagesablauf unterstützt.
Darüber hinaus spendet ElringKlinger regelmäßig für soziale Projekte. 2011 flossen mehr als 45.000 (42.000) Euro für gemeinnützige Zwecke. So trägt ElringKlinger als Mitglied im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft maßgeblich dazu bei, die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft sowie die Exzellenz in der Lehre zu verbessern.
Nachhaltige Entwicklung bleibt im Mittelpunkt
ElringKlinger wird auch weiterhin an einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens arbeiten. Eines der Kernziele des Konzerns für 2012 ist es, erneut den relativen CO2-Ausstoß um weitere 3 % zu senken.
Forschung und Entwicklung
Innovationen in drei Dimensionen: Optimierung des Verbrennungsmotors, Abgastechnologie und E-Mobility
Die Forschung und Entwicklung (FuE) bei ElringKlinger stand 2011 im Zeichen zweier Antriebswelten: der Optimierung des Verbrennungsmotors, u.a. durch Downsizing und Leichtbau sowie der Elektromobilität.
Mit zahlreichen neuen Entwicklungen und Anwendungen bei den traditionellen Produktgruppen im Stammgeschäft haben die Entwickler auch 2011 die Grundlage für das Wachstum der nächsten Jahre geschaffen. Gleichzeitig befanden sich völlig neue Produktkonzepte im Bereich Neue Geschäftsfelder und Batterietechnologie in der Entwicklung und konnten zum Teil bereits am Markt eingeführt werden.
ElringKlinger ist damit eines der wenigen Zulieferunternehmen weltweit, das heute sowohl Produkte für die Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors als auch Komponenten für die Elektromobilität entwickelt und in Serie liefert.
Das Unternehmen verfolgt die Philosophie, neue Entwicklungen schon im Stadium der Markteinführung beim Kunden als etablierte Produkte anzusehen und umgehend an Konzepten der nächsten Generation zu arbeiten. Damit gelang es der ElringKlinger-Gruppe auch 2011, die Wettbewerbsposition im Innovationswettlauf mit der Konkurrenz auszubauen.
Anforderungen an die Innovationskraft steigen
Die Automobilindustrie steht in Bezug auf die Antriebstechnologie vor einem neuen Zeitalter. Den Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bilden nachhaltige, dabei bezahlbare Mobilitätskonzepte. Diese reichen von der weiteren Effizienzsteigerung durch Hybridisierung – also der Kombination eines Verbrennungsmotors mit einem elektrischen Antrieb – bis hin zum rein batterieelektrischen Antrieb und zur Brennstoffzelle.
Für Technologiezulieferer der Fahrzeughersteller wie ElringKlinger bedeutet dies weiter steigende Anforderungen an die Innovationskraft und die dafür notwendige Finanzierung.
Die Zulieferer gestalten den Wandel aktiv mit. Der Wertschöpfungsanteil der Zulieferer am Gesamtfahrzeug, der mittlerweile fast 75 % erreicht hat, wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen.
Von Seiten der Erstausrüster besteht zunehmend Bedarf an langfristiger Zusammenarbeit mit den Technologiezulieferern, die über Entwicklungs- und Fertigungskompetenzen in allen Antriebstechnologien verfügen und die Autohersteller insbesondere im Bereich der elektrischen Antriebssysteme mit spezialisierten Lösungen und Komponenten unterstützen können. ElringKlinger hat sich rechtzeitig für diese Entwicklung positioniert und 2011 die Kapazitäten vor allem in der Batterietechnologie stark ausgebaut. Gleichzeitig wurden auch die Entwicklungsaktivitäten im Bereich Brennstoffzellentechnik weiter vorangetrieben.
Bei den meisten Kunden ist in der Antriebsstrangentwicklung die Ausrichtung hin zum Hybrid feststellbar. Zahlreiche neue Fahrzeugtypen werden in den kommenden Jahren als Hybridmodelle auf den Markt kommen.
Dieser Trend kommt ElringKlinger sehr entgegen, denn zusätzlich zu den rund um den Verbrennungsmotor gelieferten Komponenten können dann die neuen Produkte für die Batterietechnologie geliefert werden.
Höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Zeichen von E-Mobility
2011 hat ElringKlinger die Investitionen und Aufwendungen im Forschungs- und Entwicklungs-Bereich weiter erhöht. Diese entfielen sowohl auf die FuE-Aktivitäten in den etablierten Produktbereichen als auch in gestiegenem Maße auf den neuen Bereich E-Mobility.
Allein in dem in den letzten beiden Jahren aufgebauten Bereich Batterietechnologie beschäftigt ElringKlinger inzwischen 56 Mitarbeiter. Der wesentliche Anteil der Investitionen und des Personalaufbaus in den FuE-bezogenen Aufgabengebieten entfiel dabei auf den Standort Dettingen/Erms, Deutschland.
Die Anzahl der zum 31. Dezember 2011 in den forschungs- und entwicklungsrelevanten Abteilungen tätigen Beschäftigten des Konzerns erhöhte sich auf 416 (316) Personen.
Seine Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen hat der ElringKlinger-Konzern im Geschäftsjahr 2011 um weitere 9,3 Mio. Euro auf 49,9 (40,6) Mio. Euro angehoben.
Der Anteil der FuE-Aufwendungen am Konzernumsatz fiel gemäß IFRS 2011 mit 4,8 % (5,1 %) geringer aus als im Vorjahr. Unberücksichtigt geblieben sind dabei die Aufwendungen für die Applikation neuer Produkte. Ansonsten wäre der FuE-Aufwand in Relation zum Konzernumsatz merklich höher ausgefallen. Der Rückgang der FuE-Quote im Jahr 2011 ist im Wesentlichen auf den starken Anstieg der Umsatzerlöse zurückzuführen, wodurch sich die Bezugsbasis erheblich erhöht hat.
Zahlreiche Patentanmeldungen schützen Technologie-Know-how
Den Schutz des erarbeiteten technologischen Know-hows und der geistigen Eigentumsrechte stellt ElringKlinger durch die interne, auf diese Anforderungen spezialisierte Patentabteilung sicher. Alleine im Jahresverlauf 2011 wurden 45 Patente und gewerbliche Schutzrechte angemeldet.
Um das Entwicklungs-Know-how und wesentliche Verfahrensvorteile zu schützen, hat ElringKlinger die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns an den Standorten der ElringKlinger AG in Deutschland, der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG sowie bei der Hug Engineering AG (Schweiz) konzentriert. Die an diesen Standorten gebildeten Kompetenzzentren erbrachten 2011 den größten Teil der Entwicklungsleistungen für das gesamte Unternehmen. Darüber hinaus hat der Konzern damit begonnen, für die Applikationstechnik verstärkt marktnah Vorort-Kapazitäten in Nordamerika, China und in Japan aufzubauen.
Verbrauchsoptimierung im Fokus: Downsizing und Hybridisierung
Trotz zunehmender Elektrifizierung wird der Verbrennungsmotor in den kommenden 15 bis 20 Jahren das mit Abstand wichtigste Antriebsaggregat bleiben. Immer mehr verbrauchsoptimierte Downsizing-Motoren werden allerdings kombiniert mit einem Elektromotor in hybriden Antriebssträngen zum Einsatz kommen. Rein batteriebetriebene Elektrofahrzeuge werden vor allem in Ballungsräumen immer häufiger auf den Straßen anzutreffen sein. Nach Einschätzung der meisten Marktanalysten wird der Anteil von reinen Elektrofahrzeugen bis 2025 die 5-Prozent-Schwelle noch nicht überschreiten.
Angesichts weiter steigender Energiepreise und verschärfter Abgasgrenzwerte liegen die Hauptziele der Pkw-Hersteller entwicklungstechnisch darin, den Kraftstoffverbrauch zu senken und die Emissionen von gesundheitsschädlichen Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und Rußpartikeln weiter zu verringern. Die zunehmend schärferen CO2-Grenzwerte sowie die 2014 in Kraft tretende Euro-VI-Norm führen zu deutlich höheren Anforderungen an die gesamte Motortechnik. Dies betrifft vor allem auch die Motor- und Abgaskomponenten, wie ElringKlinger sie liefert.
Das Unternehmen profitiert vor allem von der hohen Nachfrage nach Fahrzeugen mit Downsizing-Motoren, mit denen sich im Vergleich zu den Vorgängeraggregaten häufig Verbrauchseinsparungen von mehr als 20 % erzielen lassen.
ElringKlinger hat sich mit seinem Produktportfolio und in der Entwicklung auf die starke Nachfrage nach hocheffizienten, hubraumreduzierten, aber dafür turboaufgeladenen Motoren ausgerichtet. Das Unternehmen konnte sich 2011 zahlreiche neue Entwicklungsprojekte sichern. Die Effizienz der kompakten Downsizing-Motoren ist zum einen mit deutlich höheren Einspritz- und Zünddrücken im Brennraum verbunden, zum anderen steigen die Spitzentemperaturen. Dies wiederum stellt hohe Leistungsanforderungen an die Entwicklung neuer Zylinderkopf- und Spezialdichtungen und erhöht den Bedarf an thermischen Abschirmteilen zum Schutz der umliegenden Komponenten.
Neue Designs und Anwendungen bei Metalldichtungen
Im Geschäftsbereich Zylinderkopfdichtungen lag der Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit auf noch leistungsfähigeren Dichtungssystemen für Downsizing-Konzepte. Die Anzahl der laufenden Entwicklungsprojekte für Zylinderkopfdichtungsapplikationen stieg auf 221 (166). Dabei verzeichnete die Nachfrage seitens asiatischer Kunden die höchste Zuwachsrate.
ElringKlinger nimmt bei Zylinderkopfdichtungen für Dieselmotoren eine führende Marktposition ein. Darüber hinaus konnten 2011 auch zahlreiche Entwicklungsprojekte für die neuen hoch effizienten, aufgeladenen Benzinmotoren mit Direkteinspritzung gewonnen werden. Diese stellen mit hohen Spitzendrücken und Temperaturen ebenfalls extreme Ansprüche an die Leistungsfähigkeit der Dichtungssysteme. Dies erfordert technisch aufwendigere mehrlagige Dichtungskonzepte. ElringKlinger hat dazu neue Designs mit zusätzlichen Abstützelementen und geprägten topographischen Stoppern entwickelt. Zudem wurde ein neues, besonders standfestes Elastomer-Beschichtungsmaterial auf den Markt gebracht, das bei den Kunden bereits stark nachgefragt wird.
Für den Geschäftsbereich Spezialdichtungen stellen der Trend zu Turboladern und die zunehmende Komplexität der Abgassysteme die wichtigsten Treiber dar.
Der Bedarf an Spezialdichtungskonzepten rund um den Turbolader ist sowohl in Europa als auch in Nordamerika stark gestiegen. ElringKlinger ist dabei, sich technologisch als führender Anbieter von kompletten Dichtungslösungen für Turbolader zu etablieren. Für diese Anwendung entwickelte ElringKlinger 2011 hochwertige V-Ringdichtungen, eine der Schlüsselkomponenten für den Turbolader. Wesentliche Fortschritte konnten auch in der Fertigungs- und Werkzeugtechnologie zur Herstellung dieser Produkte erzielt werden. Zudem hat ElringKlinger die Entwicklung neuer, besonders temperaturbeständiger Legierungsmaterialien vorangebracht, die bei der Produktion von Dichtungssystemen für Turbolader zum Einsatz kommen.
Die steigende Komplexität des Abgasstrangs, der – vom Katalysator bis hin zum SCR-System – immer mehr gegeneinander abzudichtende Komponenten umfasst, führte auf Kundenseite zu einem spürbar gestiegenen Bedarf an hochwertigen Abgasdichtungssystemen. Für die vielfältigen Anforderungen im Hochtemperaturumfeld des Abgassystems entwarf der Geschäftsbereich Spezialdichtungen zahlreiche neue Dichtungsapplikationen und -geometrien. Auf dem Gebiet Abgastechnologie ist dieser Bereich eng mit der Elring Klinger Motortechnik GmbH verzahnt. Die Elring Klinger Motortechnik GmbH verfügt auf diesem Gebiet über umfangreiches Know-how sowie modernste Test- und Prüfstandtechnologie und bietet Engineering-Dienstleitungen auch für externe Kunden an.
Für die neueste Generation von Automatik- und Doppelkupplungsgetrieben hat ElringKlinger 2011 weitere Designs von Getriebesteuerungsplatten zur Serienreife gebracht. Eine patentierte Dichtkonzeption reduziert dabei die internen Leckströme des Getriebes und leistet damit einen Beitrag zur Effizienzsteigerung.
Thermomanagement wird immer wichtiger
Rund um die neuen kompakten Motoren und aufwendigen Abgasnachbehandlungssysteme wird ein immer anspruchsvolleres Temperaturmanagement notwendig. Turbolader, Abgasrückführung und beengte Platzverhältnisse führen zu höheren Umgebungstemperaturen und erfordern integrierte Thermomanagement-Konzepte. Damit steigt der Bedarf an Abschirmteilen im Fahrzeug.
2011 konzipierte der Bereich Abschirmtechnik zahlreiche thermische und akustische Abschirmkomponenten, die hitzeempfindliche Teile wie Schläuche, Sensoren oder elektronische Steuergeräte vor den hohen Umgebungstemperaturen rund um den Motor und den Abgasstrang schützen. Dabei entwickelt ElringKlinger vollständige Gesamtabschirmpakete für den Motorraum, den Fahrzeugunterboden und den Abgasstrang.
Bei vielen Entwicklungsprojekten stand die Anforderung der Kunden im Mittelpunkt, die thermische Abschirmung mit der Schallisolierung zu verbinden. Mit vielfältigen Applikationen für kombinierte Akustikhitzeschilder in Mehrlagenverbund-Technologie entwickelte ElringKlinger dafür zahlreiche spezifische Teile.
Mit der Entwicklung besonders leichter Materialien mit geringerem Wärmeleitkoeffizienten und neuartigen mehrlagigen Verbundwerkstoffen, die thermische und akustische Abschirmeigenschaften vereinen, konnte die Abschirmtechnik zur Gewichtsreduzierung im Fahrzeug wesentliche Beiträge leisten. In der Vorentwicklung befinden sich innovative Abschirmkonzepte auf der Basis von Aerogelen mit hohen Schmelzpunkten über 1.000 Grad Celsius.
So tragen die von ElringKlinger entwickelten Abschirmlösungen maßgeblich dazu bei, Wärmeverluste zu verringern und die Kaltstartphase zu verkürzen. Durch Abschirmung und Einhausung können thermische Verluste im Motorraum und der Abgasnachbehandlungsanlage verringert und die Umgebungstemperatur näher am Optimum gehalten werden. Damit sinkt der Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen fallen geringer aus.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes unter dem Motto „Energy Harvesting“ arbeitete die ElringKlinger Abschirmtechnik 2011 an Abschirmkonzepten, die die entstandene Hitze nicht nur ableiten, sondern durch den Einsatz thermoelektrischer Generatoren zur Stromgewinnung nutzen.
Mit der 2011 übernommenen Schweizer Abgastechnologietochter Hug Engineering AG hat die Abschirmtechnik erste gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht. Hier entwickelte die ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG mehrere Abschirmteile, die zur thermischen Einhausung der Hug-Abgasreinigungssysteme in Baumaschinen eingesetzt werden.
Auch im Bereich Elektromobilität konnten erste Produkte auf den Markt gebracht werden. Für einen Hybridelektro-Sportwagen konzipierte der Bereich Abschirmtechnik ein Komplettpaket für die thermisch-akustische Abschirmung des Antriebsstrangs. Weitere speziell auf Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge zugeschnittene Teile befinden sich in der Entwicklungsphase.
Mit Leichtbau CO 2 reduzieren
Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des Geschäftsbereichs Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik stand der Ersatz schwerer Metallteile durch leichte, kostengünstigere Kunststoffgehäusemodule. Damit wird Gewicht eingespart und es werden spürbare Fortschritte bei der CO2-Reduzierung erzielt.
2011 entwickelte der Geschäftsbereich zahlreiche Kunststoffgehäusemodule aus Thermoplast-Kunststoffen für Anwendungen am Motor und Getriebe. Dazu zählten u.a. Ventilhauben, Ölwannen für Motor und Getriebe sowie Schaltkolben und Lagerschildgehäuse im Getriebe. Zudem wurden Ölsaug- und Ladeluftrohre aus Kunststoff zur Serienreife entwickelt, die die bisher im Markt gängigen Aluminiumapplikationen ablösen.
Auf Basis des MuCellTMKunststoffspritzgießverfahrens gelang es, eine gegenüber herkömmlichen Polyamid-Teilen noch leichtere Materialstruktur zu schaffen und das Bauteilgewicht nochmals spürbar zu verringern. Erste Module aus diesem Material sind in der Serie angelaufen.
Eine wesentliche Anforderung an das Design neuer Produkte stellt die Integration von Zusatzfunktionen dar. Bei den neuen Kunststoff-Ventilhauben-Designs integrierten die ElringKlinger-Entwickler bereits Funktionselemente wie Unterdruckspeicher, Hitzeabschirmung und Vlies-Ölabscheidesysteme sowie das Abdichtungssystem und die Entkopplungselemente.
Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeit lag 2011 auf einer ganzen Reihe von Kunststoff-Gehäusemodulen für Lkw. ElringKlinger ist es hier gelungen, besonders widerstandsfähige Ventilhauben und Ölwannen-Module zu entwerfen, die den hohen mechanischen Beanspruchungen im Nutzfahrzeugsegment entsprechen. Vor allem die Werkzeugtechnologie unterliegt hier besonderen Anforderungen. Mehrere große Produktionsanläufe für einen führenden deutschen Lkw-Hersteller erfolgen in der ersten Jahreshälfte 2012.
Dass den Anwendungen aus Kunststoff noch lange keine Grenzen gesetzt sind, zeigt die
Entwicklung des 2011 mehrheitlich von ElringKlinger übernommenen Herstellers von Kunststoffspritzgießwerkzeugen, Hummel-Formen GmbH. Die ElringKlinger-Tochter entwickelte für eine erste Felge aus Kunststoff die dafür notwendige Werkzeugtechnologie und das erforderliche Produktionsverfahren. Im Vergleich zu Aluminiumfelgen werden Gewichtseinsparungen von insgesamt mehr als 10 kg pro Auto möglich. Besonders bei kleinen Elektro- und Hybridfahrzeugkonzepten bietet sich hier breites Einsatzpotenzial. Erste Prototypen konnten auf der IAA 2011 bereits vorgestellt werden.
Hummel-Formen hat mit dem so genannten JoinMelt-Verfahren ein hocheffizientes und besonders präzises Fertigungsverfahren zum Patent angemeldet, mit dem mittels Heißgasschweißen Kunststoffbauteile bereits direkt in der Spritzgießform zusammengefügt werden. Damit wird ein Arbeitsschritt eingespart, das Verfahren ist kostengünstiger und führt gegenüber den herkömmlichen Verfahren zu einer verbesserten Bauteilequalität.
Hug – Wir reinigen Abgase
Mit dem Erwerb der Schweizer Hug-Gruppe ergänzt ElringKlinger sein Produktportfolio um Komponenten und vollständige Systeme zur Abgasreinigung. Die Gesellschaft zählt aufgrund ihres langjährigen Know-hows zu den weltweit führenden Anbietern auf den Gebieten Dieselpartikelfilter und katalytische Abgasnachbehandlung für unterschiedliche Motorentypen und -größen. Entwicklungen und Anwendungen, die bisher vor allem in Nischenmärkten wie Schiffsmotoren, Diesellokomotiven, Baumaschinen und Spezialfahrzeugen sowie bei stationären Aggregaten und Kraftwerken zum Einsatz kamen, werden im Entwicklungsverbund der ElringKlinger-Gruppe verstärkt für größere Serienanwendungen für Nutzfahrzeuge ausgerichtet.
Die Rußpartikelfilterapplikationen von Hug basieren auf einer keramischen Wabenstruktur aus Siliziumkarbid (SiC), die das Abgas durch die porösen Wabenwände strömen lassen. Dabei werden Partikel aller Größen, auch so genannte Feinstpartikel (PM10), zu mehr als 99 % herausgefiltert. Um den abgelagerten Ruß im Filter wieder abzubrennen, werden die Filter bereits in der Standardausführung katalytisch beschichtet.
Katalysatoren zur selektiven katalytischen Reduktion von Stickoxiden mittels Einspritzung von Harnstofflösung sowie für die katalytische Oxidation von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid ergänzen das Hug-Portfolio. So können – spezifisch für die jeweilige Anwendung – komplette Abgasreinigungssysteme entwickelt werden.
2011 wurde ein wartungsfreier Dieselpartikelfilter für Lkw entwickelt und erfolgreich erprobt. Dessen Aschebeladung konnte gegenüber handelsüblichen Filterdesigns signifikant reduziert werden. Die Notwendigkeit, den Filter nach rund 200.000 km Betriebszeit aufwendig zu reinigen, entfällt und stellt vor allem für Flottenbetreiber ein nicht unwesentliches Einsparpotenzial dar.
Ebenfalls hohes Potenzial verspricht die Kombination des leistungsfähigen Filtersubstrats von Hug mit dem umweltfreundlichen, edel- und schwermetallfreien CleanCoat-Beschichtungsmaterial von ElringKlinger. Dieses unterstützt den Abbrand von Rußpartikeln katalytisch und ermöglicht die Filterregeneration bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen. Die bisher notwendige Kraftstoffnacheinspritzung wird deutlich reduziert und die CO2-Emissionen fallen niedriger aus. Die auf internen Prüfständen durchgeführten Testläufe und Erprobungen von Rundsystemen in Lkw- und Busmotoren zeigten das hohe Leistungspotenzial des beschichteten Filtermaterials. Eine erste kombinierte Anwendung konnte 2011 für einen internationalen Baumaschinenhersteller zur Serienreife entwickelt werden und wird 2012 in Produktion gehen. Die Einführung der neuen Euro-6-Gesetzgebung für Lkw im Jahr 2014 wird insbesondere in diesem Bereich interessante Einsatzmöglichkeiten bieten.
ElringKlinger hat das neuartige Beschichtungsmaterial auf Alkalisilikatbasis von einem auf Beschichtungstechnik spezialisierten Partnerunternehmen lizenziert und es dann für Anwendungen in Dieselpartikelfiltern in automobilen Applikationen weiterentwickelt.
2011 konnte die Standfestigkeit und Dauerhaltbarkeit weiter verbessert werden. Im Vergleich zu den gängigen edelmetallhaltigen Systemen bietet sich damit die Möglichkeit, die Kosten für die Beschichtung spürbar zu senken. Prototypen befinden sich derzeit bei einem europäischen Pkw-Hersteller im Test.
Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich Abgastechnologie der ElringKlinger-Gruppe lag auf der Identifikation und Entwicklung neuer, leistungsfähigerer und kostengünstigerer Substratmaterialien für Oxidations- und SCR-Katalysatoren sowie für Dieselpartikelfilter.
Die zunehmend verschärften Grenzwerte für den Ausstoß von Rußpartikeln betreffen in zunehmendem Maße auch Bestandsfahrzeuge. Dementsprechend besteht hohes Potenzial für Nachrüstlösungen mit Filtern zur Reduzierung der Partikelemissionen. Mehrere Applikationsprojekte im Nachrüstbereich, zum Beispiel für Busse, rundeten die Entwicklungsarbeit und Applikationstätigkeit bei Hug im Jahr 2011 ab.
Im Januar 2012 hat das Hug-Filtersystem „mobiclean R“ die begehrte CARB-Zulassung für On-Road Dieselfahrzeuge in Kalifornien, USA, erhalten. Damit eröffnet sich ein weiterer interessanter Markt für Hug-Filter mit CleanCoat-Beschichtung.
Bereich E-Mobility stark ausgebaut
Den 2010 gegründeten Geschäftsbereich E-Mobility hat ElringKlinger 2011 stark ausgebaut, um sich rechtzeitig für den technologischen Wandel in der Fahrzeugindustrie hin zur Elektromobilität aufzustellen. Auf Grundlage der bei ElringKlinger vorhandenen Material- und Prozesskompetenzen wie feinste Metallbearbeitung, Beschichtungstechnologie und Kunststoff-Know-how hat das Unternehmen neue Produktkonzepte rund um das Thema Batteriespeichertechnologie entwickelt. Mit den Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien hat ElringKlinger in kurzer Zeit die ersten Serienprodukte auf den Markt gebracht. Da es sich um ein völlig neues Produkt handelt, kam der Konzeption der Anlagentechnik und Fertigungsprozesse für größere Stückzahlen eine hohe Bedeutung zu. So konnte ElringKlinger im Sommer 2011 den Betrieb der ersten automatischen Serienfertigungsanlage für Zellkontaktiersysteme erfolgreich aufnehmen.
ElringKlinger hat sich mit der Batterietechnik zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten in den Fahrzeugsegmenten Full- und Plug-in-Hybrid sowie reine Elektrofahrzeuge erschlossen. 2011 konzentrierte sich ElringKlinger bei der Forschung und Produktentwicklung auf Schlüsselkomponenten für Lithium-Ionen-Batterien. Dazu zählen leistungsfähige Zell- und Modulverbinder ebenso wie Batteriegehäusedichtungen und Druckausgleichsysteme, die auf dem Membran-Know-how der Tochtergesellschaft ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH aufbauen.
Im Bereich E-Mobility beschäftigte der Konzern zum 31. Dezember 2011 mehr als 50 Personen, den Großteil davon im Bereich Forschung und Entwicklung bzw. im Musterbau. Die Kosten für die erheblichen Vorleistungen auf dem Gebiet E-Mobility werden teilweise durch gewonnene Förderprojekte der öffentlichen Hand abgedeckt.
Weitere Entwicklungsprojekte für Zellverbindungen in Lithium-Ionen-Batterien gewonnen
Von besonderer Bedeutung für den Geschäftsbereich E-Mobility war der erfolgreiche Abschluss der Entwicklung einer besonders leistungsfähigen und stabilen Lösung zur Verbindung von Lithium-Ionen-Zellen und -Modulen für Hochenergiespeicher. Neuartige, geprägte Zellverbindungselemente gleichen die Temperaturschwankungen in der Batterie aus. Sie zeichnen sich durch hohe thermische und mechanische Belastbarkeit aus.
Die ElringKlinger-Batterietechnik konnte bei der Neuentwicklung auf der vorhandenen Kompetenz im Musterbau und in der Verfahrenstechnik für hochwertige Metall- und Kunststoffkomponenten aufbauen.
2011 haben die Entwickler zahlreiche Applikationen nicht nur für die klassischen zylindrischen Batteriezellen, sondern auch für prismatische und sogenannte „Coffee Bag“-Zellstrukturen hergestellt. Zusätzlich zur verlustarmen Verbindung der Lithium-Ionen-Zellen wurde die erforderliche Sensorik zur Überwachung von Spannungen und Temperaturen in einem Kontrollinterface integriert.
Die hohe Anzahl von Kundenanfragen und Entwicklungsaufträgen lasteten die Kapazitäten 2011 vollständig aus. ElringKlinger hat mittlerweile vier Serienaufträge von zwei deutschen Pkw-Herstellern erhalten. Zudem arbeitete die Batterietechnik an Entwicklungsprojekten für verschiedene europäische Fahrzeughersteller sowie einen Batterieproduzenten. Von einem weiteren in Deutschland ansässigen Automobilhersteller hat ElringKlinger einen ersten Prototypenauftrag zur Entwicklung eines Zellkontaktiersystems für Lithium-Ionen-Energiespeicher erhalten, das im Erfolgsfall in großen Stückzahlen in einer Hybrid-Plattform zum Einsatz kommen soll.
Aufgrund der hohen Kundennachfrage hat der ElringKlinger-Konzern bereits 2010 am Standort Dettingen/Erms ein spezialisiertes Test- und Prüfzentrum eingerichtet.
Mit den beschriebenen Referenzprojekten und dem erfolgreichen Anlauf der ersten Serienfertigungsanlage hat sich die ElringKlinger-Batterietechnik 2011 eine solide Position geschaffen. Damit ist man in den kommenden Jahren mit weiteren technologisch anspruchsvollen Anwendungen in Lithium-Ionen-Batterien, aber auch anderen Hochenergiespeicherkonzepten, marktfähig und kann zunehmend zum Konzernumsatz und -ergebnis beisteuern.
Die Entwicklerteams arbeiten derzeit mit dem Ziel der weiteren Leistungsverbesserung und Kostenoptimierung bereits an Verbindungstechnologien der zweiten Generation. Neben neuen Materialien und Geometrien für Zellverbinder werden auch gänzlich neue Konzepte für die Signalführung im Kontaktierungssystem erprobt.
Kommerzialisierung der Brennstoffzellen-Technologie
In der Brennstoffzellen-Technologie hat ElringKlinger die laufenden Projekte weiter vorangetrieben und wichtige Schritte auf dem Weg von der Laborlösung hin zu kommerzialisierbaren Produkten unternommen. ElringKlinger hat mittlerweile die erste Pilotfertigungsanlage für SOFC-Stacks (Solid Oxid Fuel Cell Festoxid-Brennstoffzelle) in Betrieb genommen.
Zusammen mit zwei Kooperationspartnern hat ElringKlinger bei der Weiterentwicklung einer SOFC-Hochtemperatur-Brennstoffzellen-Einheit große Fortschritte erzielt. Kombiniert mit Wärmetauscher und Reformer wandelt die Brennstoffzelle Energieträger (z.B. Diesel oder Erdgas) mit hohem Wirkungsgrad in elektrische Energie um. Die Leistung des SOFC-Systems konnte mittlerweile auf bis zu 5 kW gesteigert werden. Die thermische Abschirmung erfolgt mit Hilfe einer von ElringKlinger entwickelten Thermo-Einhausung. Zum Einsatz kommen soll es zur Bordstromversorgung und Standklimatisierung in schweren Lkw im nordamerikanischen Raum. Denn ab 2012 ist es in den meisten US-Bundesstaaten untersagt, den Lkw-Motor im Standbetrieb laufen zu lassen (Non-Idling Law). Die derzeit als Alternative oftmals eingesetzten Dieselnachrüstaggregate zur Bordstromversorgung stellen aus umweltpolitischen Gesichtspunkten, aber auch aufgrund der nächtlichen Geräuschemissionen, keine optimale Lösung dar. Das umweltfreundliche Brennstoffzellenkonzept stieß bei den nordamerikanischen Lkw-Herstellern auf hohes Interesse. Ziel des Entwicklungsprojekts ist es, den Kunden bis spätestens 2015 eine serienreife Anwendung anbieten zu können. 2011 wurden zahlreiche Prototypen gefertigt und umfangreichen Test- und Prüfverfahren unterzogen.
ElringKlinger arbeitet parallel an einem SOFC-Leichtbau-Stack, das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung in der dezentralen Strom- und Wärmeversorgung genutzt werden soll und für die Versorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern ausgelegt wird.
Für PEM-Niedertemperatur-Brennstoffzellen (Proton Exchange Membran) entwickelt und fertigt ElringKlinger metallische Bipolarplatten. Bipolarplatten sind Schlüsselkomponenten in der Brennstoffzelle und werden im Brennstoffzellenstapel in großen Stückzahlen benötigt. ElringKlinger arbeitet bei diesem Produkt langfristig mit mehreren großen internationalen Pkw-Herstellern zusammen. Das Brennstoffzellen-Stack soll kombiniert mit einem Elektromotor den Verbrennungsmotor als Antriebsaggregat ersetzen. Hier werden bereits Komponenten für Demoflotten geliefert. Ab 2013 sollen erste Kleinserien beliefert werden. Im Mittelpunkt dieses Entwicklungsprojekts stand 2011 die weitere Optimierung der Designs und Kosten durch den Einsatz neuer Materialien bzw. verringerte Bedarfe an teuren Edelmetallbeschichtungen.
Prozesstechnisch ist ElringKlinger 2011 bei der Umsetzung großserientauglicher Fertigungsverfahren bei der Montage und Abdichtung der Brennstoffzellenstapel deutlich vorangekommen. Dabei setzt das Unternehmen hoch präzise Stanzprägeverfahren und Laserschweißprozesse in Folgeverbundwerkzeugtechnologie ein.
Zudem entwickelt ElringKlinger für ein Flottenprojekt – in Kooperation mit einem großen internationalen Versorger, einem Gas- und Engineering-Unternehmen sowie einem weltweit operierenden Logistikkonzern – komplette PEM-Niedrigtemperatur-Brennstoffzellenstapel mit einer Leistung von rund 5 kW. In Kombination mit einer Lithium-Ionen-Batterie werden sie zu einer leistungsfähigen Energiezelle verbunden, die in Flurförderfahrzeugen zum Einsatz kommen wird. Die umfangreichen Testprozesse konnten erfolgreich abgeschlossen werden und die ersten Prototypen wurden an die Kooperationspartner übergeben. Bei diesem Projekt befindet sich ElringKlinger in der frühen Phase der Kommerzialisierung. Die ersten zehn Systeme sollen 2012 an den Kunden ausgeliefert werden.
FuE-Pipeline gut gefüllt
Insgesamt ist die ElringKlinger-Gruppe aufgrund der hohen Vorleistungen und Investitionen für gänzlich neue Produktkonzepte im Bereich Batterietechnik sowie Brennstoffzelle und der gleichzeitigen Entwicklung weiterer Anwendungsgebiete für die bestehenden Produktkonzepte gut positioniert, um in den kommenden Jahren stärker als der Markt zu wachsen. Der Zukauf von Hug verstärkt und ergänzt die vorhandenen Entwicklungskompetenzen und bietet im Bereich Abgasreinigungstechnologie beträchtliches Zukunftspotenzial.
Vergütungsbericht
Vergütungsstruktur der Vorstände
Vorstandsverträge werden durch den Personalausschuss des Aufsichtsrats vorbereitet, mit den jeweiligen Vorstandsmitgliedern verhandelt und nach Zustimmung des gesamten Aufsichtsrats abgeschlossen. Der Personalausschuss überprüft in den vereinbarten Abständen die Vergütung und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung vor, über die das Gesamtgremium entscheidet.
Die Vergütung enthält fixe und variable Bestandteile. Die variablen Bestandteile sind untergliedert in eine kurzfristige Komponente, bezogen auf das Konzernergebnis vor Steuern, und in eine langfristige Komponente, die sich an der Aktienkursentwicklung orientiert.
Die kurzfristige variable Vergütung errechnet sich als Prozentsatz des durchschnittlichen Ergebnisses vor Ertragsteuern der letzten drei Jahre im Konzern. Sie wird jährlich bezahlt. Die kurzfristige variable Vergütung ist auf zwei Jahresfixgehälter begrenzt.
Im Rahmen der langfristigen variablen Vergütung werden den Mitgliedern des Vorstands Partizipationsrechte (sog. Stock Appreciation Rights) zugeteilt. Die Partizipationsrechte gewähren einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der ElringKlinger AG. Die Zuteilung erfolgt für zwei Vorstände in fünf Tranchen, beginnend zum 1. Februar 2008 bis 1. Februar 2012. Für ein Vorstandsmitglied erfolgt die Zuteilung ebenfalls in fünf Tranchen, aber beginnend zum 1. Januar 2009 bis 1. Januar 2013. Der Zuteilungspreis ist der durchschnittliche Aktienkurs der letzten 60 Börsentage vor dem Tag der Zuteilung. Die Anzahl der Partizipationsrechte richtet sich nach der fixen Vergütung des jeweiligen Vorstands und dem Zuteilungspreis (Fixvergütung in Relation zum Zuteilungspreis = Anzahl der zugeteilten Aktien). Die zu gewährende Vergütung ergibt sich aus der Differenz des Rücknahmepreises, der ebenfalls aus dem Durchschnitt der letzten 60 Börsentage gebildet wird, und dem Zuteilungspreis. Zu einer Auszahlung kommt es nur dann, wenn der Aktienkurs der ElringKlinger AG stärker gestiegen ist als der Index, in dem ElringKlinger gelistet ist, mindestens aber um 25 %. Den erwarteten zukünftigen Ansprüchen wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen. Die Vergütung ist pro Tranche auf den Betrag des Jahresfixgehaltes begrenzt. Die Haltefrist für die am 1. Februar 2008 und 1. Februar 2009 bzw. am 1. Januar 2009 zugeteilten Tranchen beträgt drei Jahre, für alle übrigen Tranchen vier Jahre.
Den Vorstandsmitgliedern steht ein Dienstfahrzeug, auch zur privaten Nutzung, zur Verfügung.
Die Vorstände haben einen Anspruch auf Ruhegeld, sofern entweder der Dienstvertrag beendet ist, das 65. Lebensjahr erreicht wurde und die gesetzliche Rente bezogen wird oder Erwerbsunfähigkeit eintritt. Dieser Anspruch beläuft sich auf 2 % des letzten monatlichen Festgehalts vor Ausscheiden für jedes vollendete Dienstjahr, insgesamt maximal 45 %.
Für die Tätigkeit als Mitglied der Aufsichtsgremien bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften erhalten die Vorstände keine Vergütung.
Die Vorstandsverträge wurden zwischenzeitlich um eine weitere Amtsperiode verlängert und angepasst. Daraus ergeben sich mit Wirkung ab dem 1. Februar 2013 folgende Änderungen der Vergütungsstruktur. Die kurzfristige variable Vergütung wird auf maximal drei Jahresfixgehälter begrenzt sein. Die aktienkursbasierte Zusatzvergütung als langfristige variable Vergütung sieht zukünftig die Zuteilung von jeweils 30.000 Partizipationsrechten zum 1. Februar eines Jahres vor. Der Zuteilungspreis ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel des Börsenkurses der ElringKlinger Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Zuteilungsdatum. Voraussetzung für die Zuteilung der Partizipationsrechte ist eine Eigeninvestition der Vorstandsmitglieder von einem Zehntel der Anzahl der zugeteilten Partizipationsrechte in Aktien der ElringKlinger AG. Die Haltedauer der Partizipationsrechte beträgt vier Jahre. Nach Ablauf der Haltedauer kann das Vorstandsmitglied innerhalb von zwei weiteren Jahren die Rücknahme der Partizipationsrechte verlangen. Der Rücknahmepreis errechnet sich aus dem durchschnittlichen Börsenkurs der ElringKlinger Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Rücknahmeverlangen. Eine Rücknahme der Partizipationsrechte kann nur verlangt werden, wenn der Rücknahmepreis 25 % über dem Zuteilungspreis liegt. Der Rücknahmepreis ist insgesamt pro Tranche auf zwei Jahresfixgehälter beschränkt. Der Ruhegeldanspruch wird auf 3,0 % bzw. 3,2 % des letzten monatlichen Festgehalts vor Ausscheiden für jedes vollendete Dienstjahr angehoben. Die Deckelung bleibt insoweit unverändert bei 45 %.
Vergütungsstruktur der Aufsichtsräte
Die Vergütungsstruktur der Aufsichtsräte hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.
Über die Vergütungshöhe beschließt die Hauptversammlung. Dies ist zuletzt am 1. Juni 2006 erfolgt.
Gemäß den Forderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 ist die Vergütung aufgeteilt in einen fixen Bestandteil und in einen variablen Bestandteil, der sich nach dem Ergebnis vor Steuern des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr richtet.
Die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden und die seines Stellvertreters werden bei der Berechnung der Vergütung berücksichtigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält das 2-fache, sein Stellvertreter das 1,5-fache der Vergütung der übrigen Aufsichtsratsmitglieder. Auslagen der Aufsichtsratsmitglieder werden in angemessenem Umfang ersetzt.
Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB, insbesondere zum gezeichneten Kapital und Offenlegung von möglichen Übernahmehemmnissen
Das Grundkapital der ElringKlinger AG lag zum 31. Dezember 2011 bei 63.359.990 Euro und ist unterteilt in 63.359.990 Stück Namensaktien, die je eine Stimme gewähren. Es ergibt sich ein rechnerischer Anteil von 1,00 Euro des Grundkapitals je Namensaktie. Die Gewinnverteilung erfolgt nach § 60 AktG in Verbindung mit § 23 Nr. 1 der Satzung.
Dem Vorstand sind keine Beschränkungen oder Vereinbarungen zwischen Aktionären bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.
Die direkt am Kapital Beteiligten, die zum 31. Dezember 2011 gemäß den Angaben des Aktienregisters 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
scroll
| Walter H. Lechler, Stuttgart | Insgesamt 21,836 % (davon werden ihm 9,74 % über § 22 WpHG zugerechnet) |
Aktieninhaber haben keine Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Arbeitnehmerbeteiligungsprogramme gibt es bei ElringKlinger nicht.
Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat bestimmt (§ 7 der Satzung). Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern richten sich nach §§ 84, 85 AktG. Die Satzung enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen zur Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern.
Satzungsänderungen bedürfen gemäß § 179 AktG in Verbindung mit § 20 der Satzung eines Hauptversammlungsbeschlusses, der mit einer Dreiviertelmehrheit gefasst werden muss.
Es besteht eine Ermächtigung des Vorstands zum Rückkauf eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung (21. Mai 2010) bestehenden Grundkapitals. Die Ermächtigung gilt bis zum 21. Mai 2015.
Angaben zum genehmigten Kapital und zur Ausnutzung dieses genehmigten Kapitals sind im Anhang auf Seite 51 enthalten.
Es existieren derzeit keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.
Mit Mitgliedern des Vorstands bzw. mit den Arbeitnehmern bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen im Falle von Übernahmeangeboten.
Chancen- und Risikobericht
Risikomanagementsystem
ElringKlinger verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem zur Risikofrüherkennung. Eine kontinuierliche Beobachtung der Märkte, Kunden und Lieferanten sowie ein detailliertes internes Berichtswesen und Controlling sorgen dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Chancen am Markt genutzt werden können. Das Risikomanagementsystem selbst wird hinsichtlich seiner Effizienz und Angemessenheit laufend an sich ergebende neue Anforderungen angepasst und optimiert.
Das Risikomanagementsystem setzt sich aus unterschiedlichen Instrumenten und Kontrollsystemen zusammen. Wichtige Bestandteile sind die strategische Unternehmensplanung und das interne Berichtswesen. Im Rahmen dieser Planung sollen mögliche Risiken für weitreichende, wesentliche Entscheidungen erkannt und berücksichtigt werden. In die strategische Konzernplanung sind alle maßgeblichen Unternehmensbereiche involviert. Informationen werden in einem einheitlichen Prozess abgefragt, gesammelt und ausgewertet. Die Gesamtverantwortung liegt beim Vorstand. Das interne Berichtswesen dient der Überwachung und Steuerung des Geschäftsverlaufs. Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems ist die regelmäßige Berichterstattung des jeweiligen Managements der in- und ausländischen Konzerngesellschaften sowie der Geschäftsbereiche, die quartalsweise erfolgt. Sie umfasst die Entwicklungen auf allen für das Unternehmen relevanten Gebieten, die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und insbesondere den Bestand des ElringKlinger Konzerns haben können. Berichtet wird vor allem über Änderungen der wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen, neue regulatorische Anforderungen, technologische Entwicklungen, die Rohstoffmärkte und innerbetriebliche Risiken. Im Rahmen dieser Berichterstattung werden Risiken identifiziert und bewertet sowie Maßnahmen zur Risikovorsorge oder -abwehr vorgeschlagen. Die Koordinationsfunktion ist beim Leiter der Konzernrechtsabteilung angesiedelt.
Der Vorstand bewertet die Gesamtrisikolage und berichtet hierzu regelmäßig und umfassend an den Aufsichtsrat. Die Kontrolle der Umsetzung der definierten Maßnahmen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt des zentralen Risiko- und Qualitätsmanagements des ElringKlinger-Konzerns. Risikomanagement wird im Unternehmen als ganzheitliche Aufgabe verstanden, die neben der geschilderten Identifikation und Bewertung von Risiken auch ein bewährtes System entsprechender Vorsorgemaßnahmen und Notfallplanungen umfasst.
Neben den regelmäßigen Berichtspflichten ist die interne Revision ein wichtiger Kontrollmechanismus und damit bedeutender Bestandteil des Risikomanagementsystems. Revisionen finden in den Geschäfts- und Servicebereichen der AG sowie bei den Konzerngesellschaften statt. Sie werden von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bzw. entsprechend qualifizierten Unternehmen im Auftrag der ElringKlinger AG durchgeführt. Der Einsatz externer Spezialisten gewährleistet, dass Risiken erkannt, die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sowie interner Prozessabläufe überprüft und Optimierungspotenziale aufgezeigt werden. Über die Ergebnisse der Revisionen werden Berichte erstellt, die insbesondere an den Vorstand und den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats gerichtet sind. Die Berichte werden ausgewertet und notwendige Maßnahmen veranlasst. Die Umsetzung kontrolliert der ressortverantwortliche Vorstand. Relevante Feststellungen werden mit den betroffenen Bereichen erörtert, um Verbesserungen umzusetzen bzw. Schwachstellen zu beseitigen. Im Geschäftsjahr 2011 fanden Revisionen unter anderem bei der ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. in Indien sowie bei den 2011 erworbenen ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften ElringKlinger Meillor SAS in Frankreich und Oigra Meillor s.r.l. in Italien statt. Sämtliche durchgeführte Prüfungen ergaben, dass die gesetzlichen Bestimmungen und die internen Vorgaben regelmäßig beachtet wurden. Die aufgezeigten Optimierungsmöglichkeiten sind bzw. werden umgesetzt.
Um Haftungsrisiken aus potenziellen Schadensfällen zu vermindern und mögliche Verluste hieraus zu vermeiden, hat das Unternehmen entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Die Angemessenheit dieser Versicherungen, in deren Schutz auch die Konzerngesellschaften einbezogen sind, wird regelmäßig hinsichtlich der abgedeckten Risiken und Deckungssummen überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Rechnungslegung
Im Hinblick auf die Rechnungslegung bzw. die externe Finanzberichterstattung im Konzern lässt sich das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem anhand der folgenden wesentlichen Merkmale beschreiben: Das System ist auf Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung von Risiken und die Überwachung dieser Aktivitäten ausgerichtet. Die Ausgestaltung dieses Systems nach den spezifischen Anforderungen des Unternehmens fällt in den Verantwortungsbereich von Vorstand und Aufsichtsrat. Gemäß der Aufgabenverteilung gehören die für die Rechnungslegung zuständigen Bereiche Finanzen und Beteiligungsmanagement zum Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Diese Bereiche steuern die Rechnungslegung innerhalb des Konzerns und führen die Informationen zur Aufstellung des Konzernabschlusses zusammen. Das Beteiligungsmanagement hat insbesondere die Aufgabe den Rechnungslegungsprozess der Konzerngesellschaften zu überwachen und zu unterstützen. Die Konzerngesellschaften berichten an den Leiter Beteiligungsmanagement und dieser an den Vorstandsvorsitzenden.
Wesentliche Risiken für den Rechnungslegungsprozess ergeben sich aus der Anforderung, richtige und vollständige Informationen in der vorgegebenen Zeit zu übermitteln. Dies setzt voraus, dass die Anforderungen klar kommuniziert und die verantwortlichen Bereiche in die Lage versetzt werden, diese zu erfüllen.
ElringKlinger hat basierend auf den IFRS-Rechnungslegungsstandards ein Bilanzierungshandbuch erstellt. Alle Konzerngesellschaften müssen die im Handbuch beschriebenen Standards beim Rechnungslegungsprozess zugrunde legen. Wesentliche Bewertungsmaßstäbe, wie zum Beispiel für die Vorratsbewertung, die Bewertung von Werkzeugen und die Forderungsbewertung nach IFRS, sind in dem Handbuch verbindlich definiert. Darüber hinaus bestehen im Konzern verbindliche Kontierungsrichtlinien, damit die einheitliche Behandlung gleicher Sachverhalte konzernweit gewährleistet ist.
Für die Aufstellung des Konzernabschlusses gilt ein für alle Gesellschaften verbindlicher Terminplan. Die Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden von diesen gemäß den maßgeblichen lokalen Rechnungslegungsvorschriften und nach IFRS aufgestellt. Ausnahmen gelten für die deutschen Konzerngesellschaften, deren Abschlüsse durch das Rechnungswesen der ElringKlinger AG vorbereitet werden. Konzerninterne Verrechnungskonten werden über Saldenbestätigungen abgeglichen. Die Berichterstattung der Konzerngesellschaften erfolgt über eine separate Datenbank, die neben den Finanzdaten auch Angaben enthält, die insbesondere für den Konzernanhang und Konzernlagebericht bedeutsam sind. Die Daten und Angaben werden vor Abgabe und Konsolidierung in den jeweiligen Zentralbereichen überprüft.
Die deutschen und einige ausländische Gesellschaften des ElringKlinger-Konzerns nutzen SAP. Bei den übrigen Gesellschaften sind unterschiedliche EDV-Systeme im Einsatz. Zukünftig wird SAP bei weiteren wesentlichen Konzerngesellschaften eingeführt. Alle eingesetzten Systeme sehen hierarchisch gegliederte Zugriffsysteme vor. Freigaben werden im System dokumentiert. Zugriffsberechtigungen werden bei Gesellschaften, die SAP nutzen, zentral entsprechend den Vergaberegelungen eingeräumt. Die Freigabeentscheidung obliegt bei den deutschen Gesellschaften dem Leiter Finanzen und bei den ausländischen Gesellschaften dem Leiter Beteiligungsmanagement. Bei den Gesellschaften, die andere Systeme nutzen, entscheidet die lokale Geschäftsführung über die Zugriffsberechtigungen.
Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses werden grundsätzlich keine externen Dienstleister eingesetzt. Dieser wird – wie beschrieben – durch die Mitarbeiter der jeweiligen Fachbereiche durchgeführt.
Risiken, die sich auf die Rechnungslegung auswirken können, ergeben sich zum Beispiel aus der zu späten oder fehlerhaften Erfassung von Geschäftsvorfällen oder der Nichtbeachtung des Bilanzierungshandbuchs und der Kontierungsregeln. Um Fehler zu vermeiden, basiert der Rechnungslegungsprozess auf der Trennung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sowie auf der Automatisierung von Abläufen und Plausibilitätsprüfungen im Rahmen der Berichterstattung. Kalkulationen werden kontinuierlich überwacht. Vor den Abschlussterminen sind umfangreiche und detaillierte Checklisten abzuarbeiten. Der Rechnungslegungsprozess ist in das Risikomanagementsystem des ElringKlinger-Konzerns einbezogen, um rechnungslegungsrelevante Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zur Risikovorsorge und -abwehr einleiten zu können.
Der Rechnungslegungsprozess ist wie die anderen Unternehmensbereiche und -funktionen Gegenstand von Untersuchungen der internen Revision. Diese wird von zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt. Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Revisionen werden die Prozesse und Abläufe der Rechnungslegung bei der ElringKlinger AG und ihren Konzerngesellschaften überprüft und auf Basis der Prüfungsfeststellungen weiterentwickelt und optimiert. Weitere Einzelheiten sind in der Beschreibung des Risikomanagementsystems dargestellt.
Risiken
Allgemeine konjunkturelle Risiken
Die Prognosen der Banken und Wirtschaftsforschungsinstitute für 2012 liegen ungewöhnlich weit auseinander. Die Stimmungsindikatoren entwickeln sich regional stark unterschiedlich. Die Plausibilität der Grundannahmen für die Planung wird dadurch erschwert.
Die anhaltend hohe Staatsverschuldung sowie Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Euroraums bergen ein nicht unerhebliches Risikopotenzial. Der Zwang zur Konsolidierung der Staatshaushalte könnte in der Eurozone zu einer Rezession führen. Vor allem in den stärker betroffenen Peripheriestaaten könnte dies einen möglicherweise signifikanten Rückgang der Pkw-Verkäufe auslösen. Die Folge wären negative Auswirkungen auf die Nachfrage der Kunden nach ElringKlinger-Komponenten.
Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Schwellenmärkte die Schwäche der Industriestaaten überkompensieren und die Weltwirtschaft insgesamt um 3,3 % wachsen wird. Sollte sich die konjunkturelle Dynamik gerade auf diesen wachsenden Märkten abkühlen, wären unmittelbare Auswirkungen auf die weltweite Fahrzeugnachfrage nicht auszuschließen. Eine solche Entwicklung könnte sich auch auf die Umsatz- und Ergebnissituation des ElringKlinger-Konzerns abträglich auswirken.
Andererseits würde ElringKlinger von einer Weltwirtschaft, die dynamischer wächst als bisher erwartet, profitieren. Eine stärkere Entwicklung insbesondere auch der Binnenkonjunktur bedingt erfahrungsgemäß eine anziehende Pkw-Nachfrage. Dies hieße im Gegenzug, dass ElringKlinger-Produkte stärker nachgefragt würden.
ElringKlinger versucht, konjunkturelle Risiken bereits bei der Planung angemessen zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck wird grundsätzlich ein vorsichtiges makroökonomisches Szenario zugrunde gelegt (Vgl. Kapitel Prognosebericht, S. 63).
Im Falle eines konjunkturellen Einbruchs in einer einzelnen Region kann die Gruppe durch ihre breite internationale Aufstellung diesen auf Konzernebene zumindest teilweise kompensieren.
Sollte es zu größeren volkswirtschaftlichen Verwerfungen kommen, die auch auf die Automobilbranche rückkoppeln, ist ElringKlinger mit Hilfe seiner flexiblen Organisation in der Lage, schnell zu reagieren und die Kostenstrukturen entsprechend anzupassen.
Branchenrisiken
Ein tiefgreifender Einbruch der Fahrzeug- und Motorenproduktion in einer oder mehrerer der wesentlichen Absatzregionen des Konzerns könnte einen deutlichen Rückgang der von den Kunden abgerufenen Teilemengen auslösen. Daraus würde unter Umständen eine substantiell niedrigere Auslastung der Produktion resultieren. Dies wiederum könnte geringere Deckungsbeiträge und eine Belastung der operativen Marge nach sich ziehen.
Risiken für 2012 gehen nach derzeitiger Einschätzung in erster Linie von der Entwicklung der Pkw-Verkäufe in den westeuropäischen Staaten aus. Sollte sich die Staatsschuldenkrise nochmals verschärfen, würde dies auch das Konsumentenverhalten beeinträchtigen. Es bestünde die Gefahr, dass vor allem in den europäischen Peripheriestaaten die Pkw-Verkäufe in einem kurzen Zeitraum signifikant zurückgehen. Ein nicht auszuschließender prozentual hoher einstelliger Rückgang der Fahrzeugnachfrage in Westeuropa sollte jedoch auf globaler Ebene durch Zuwächse in Nordamerika und Asien ausgeglichen werden können.
Insgesamt ist allerdings festzustellen, dass ein starker Einbruch der Weltfahrzeugproduktion derzeit nicht absehbar ist. Ein Szenario vergleichbar der Situation in den Jahren 2008/09 kann als unwahrscheinlich eingestuft werden.
Kundenrisiken
Der dynamische Aufschwung der Weltfahrzeugproduktion in den Jahren 2010 und 2011 hat bei fast allen Kunden der ElringKlinger-Gruppe zu einer deutlichen Verbesserung der Ertragssituation geführt. Insofern ist das Risiko von Zahlungsausfällen auf Seiten der Kunden weiter zurückgegangen. Im unwahrscheinlichen Falle der Insolvenz eines der zehn größten Kunden läge das Ausfallrisiko bei den offenen Forderungen für ElringKlinger bei rund 20 Mio. Euro.
Das Risiko einer zu starken Abhängigkeit von Einzelkunden wurde in den letzten Jahren durch die sukzessive Verbreiterung des Kundenstamms minimiert. Vor allem asiatische Hersteller und andere Zulieferer kamen als Kunden hinzu. Im Vergleich zu anderen internationalen Automobilzulieferern verfügt ElringKlinger über eine außergewöhnlich breite und regional diversifizierte Kundenstruktur. Der Anteil der drei größten Kunden am Konzernumsatz belief sich 2011 auf rund 31 %.
Preisrisiken
Risiken unterliegt der ElringKlinger-Konzern auch bei der Materialpreisentwicklung.
Der Materialaufwand stellt den größten Kostenblock im Konzern dar.
Der Materialbedarf besteht überwiegend aus legierten Edelstählen, C-Stahl, Aluminium und Kunststoffgranulaten. Die für ElringKlinger bedeutsamen Legierungszuschläge hatten ab 2009 bis zur Jahresmitte 2011 kontinuierlich angezogen. Seit Mitte des Jahres gingen sie um rund 25 % zurück. Diese Preisrückgänge wirken sich allerdings üblicherweise erst mit mehrmonatigem zeitlichem Verzug auf die Einkaufspreise im ElringKlinger-Konzern aus.
Die Abschlüsse für den Bezug von Aluminium und C-Stahl fanden für 2012 leicht unter den hohen Preisniveaus des Jahres 2011 statt. Damit bleibt das Risiko übermäßiger Preissteigerungen bei den Input-Kosten überschaubar. Allerdings sind die Rohstoffpreise bereits vor dem Jahresende 2011 wieder spürbar angesprungen. Der ElringKlinger-Konzern steuert an dieser Stelle mit kontinuierlichen Verbesserungen bei den Fertigungsprozessen, optimierten Produktdesigns und der Qualifikation zusätzlicher Lieferanten gegen.
Zum Teil werden mit den Kunden Preisgleitklauseln vereinbart. Ansonsten müssen Preissteigerungen bei den Rohstoffen bei Überschreiten der Kalkulationspreise an die Kunden weitergegeben werden. An dieser Stelle besteht das Risiko, dass Kostensteigerungen nicht vollumfänglich und erst mit zeitlicher Verzögerung weitergegeben werden können.
Durch den eigenen Schrotthandel mit Materialresten aus den Stanzprozessen ist ElringKlinger in der Lage, Kostenerhöhungen zumindest teilweise zu kompensieren.
In Summe kann das Risiko wieder stärker anziehender Rohstoffpreise nicht ausgeschlossen werden. Die starke Dynamik der Materialpreisentwicklung, die zum Jahresanfang 2011 feststellbar war, ist derzeit allerdings nicht zu beobachten.
Nicht nur die Entwicklung der Preise, sondern auch die Verfügbarkeit von benötigten Materialgruppen wird von ElringKlinger im Zusammenhang mit der Risikobewertung erfasst und bewertet.
ElringKlinger disponiert frühzeitig und grenzt diesbezügliche Risiken auch durch seine zumeist langjährigen Beziehungen zu den Lieferanten ein. Dabei wird grundsätzlich eine Mehrlieferantenstrategie verfolgt. Für Materialgruppen, deren Verfügbarkeit begrenzt ist, oder die absehbar starken Preisanstiegen unterliegen, werden Alternativmaterialien entwickelt.
Einsatz derivativer Instrumente
Derivative Finanzinstrumente werden im ElringKlinger-Konzern nur in Einzelfällen genutzt. Sie dienen zur Absicherung von Preisschwankungen bei Edelstahllegierungen, zum Beispiel bei Nickel. Zudem werden sie zur Eingrenzung von Zinsrisiken und Währungskursschwankungen eingesetzt. Beim Einsatz von Hedging-Kontrakten als Risikomanagement-Instrument für Materialpreisvolatilitäten liegen stets die benötigten physischen Materialbezugsmengen zugrunde.
Im vierten Quartal 2011 wurden die um 25 % gefallenen Nickel-Preise genutzt, um Teilbedarfe der benötigten Edelstahllegierungen abzusichern. Zum 31. Dezember 2011 lag das Absicherungsvolumen bei rund 18 % der kalkulierten Bedarfe. Die Absicherung erfolgte über Nickelsicherungsgeschäfte. Die Laufzeit der Absicherungskontrakte liegt bei 12 Monaten.
Um das Risiko aus Veränderungen der Zinssätze zu beschränken, hat die ElringKlinger AG Termingeschäfte zur Sicherung der Konditionen abgeschlossen. Damit werden variable Zinssätze in kalkulierbare feste Zinssätze überführt.
Währungsrisiken
Die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise und die fortgesetzte Diskussion über die Stabilität der Euro-Zone haben zu steigenden Volatilitäten bei den Wechselkursen geführt. Dies gilt vor allem für die Euro-denominierten Wechselkursrelationen.
Transaktorischen Wechselkursrisiken unterliegt der ElringKlinger-Konzern kaum. Kosten und Umsatzerlöse in nahezu allen Absatzregionen fallen größtenteils in der gleichen Währung an.
Von besonderer Relevanz für das Finanzergebnis des Konzerns ist die Entwicklung des Wechselkurses des Schweizer Franken zum Euro. Die ElringKlinger AG hat die Akquisition der Schweizer SEVEX-Gruppe mit Darlehen in Schweizer Franken finanziert.
Zum 31. Dezember 2011 standen noch 47,7 Mio. Euro an Finanzverbindlichkeiten in Schweizer Franken in der Bilanz. Ein Kursanstieg des Schweizer Franken zum Euro führt damit zu einer höheren Verbindlichkeit in Euro und wirkt sich damit negativ auf das Finanzergebnis des Konzerns aus. Mit der Festlegung einer Wechselkursuntergrenze von 1,20 Euro/CHF durch die Schweizer Nationalbank wird dieses Risiko zukünftig allerdings deutlich reduziert.
Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf das ElringKlinger-Konzernergebnis
scroll
| Schweizer Franken | Euro | US-Dollar | Sonstige | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Lokale Währung +10 % | 3.090 | 1.792 | -1.360 | -192 | 3.330 |
| Lokale Währung -10% | -3.090 | -1.792 | 1.360 | 192 | -3.330 |
Finanzierungsrisiken
Die nach Überwindung der Krise seit 2010 weltweit mit hoher Dynamik anziehende Pkw-Produktion ließ die Anforderungen an die Vorfinanzierung des Materials spürbar anziehen. Gleichzeitig befanden sich die Bestände bei Herstellern und Zulieferern gleichermaßen auf vergleichsweise niedrigen Niveaus. Der Kapitalbedarf hat sich angesichts der im Jahr 2011 ausgeweiteten Produktionsvolumen deutlich erhöht. Risiken ergeben sich für die Branche aus der vielfach restriktiveren Kreditvergabepraxis der Banken.
Grundsätzlich besteht das Risiko, dass die Ratingagenturen Veränderungen bei der Bewertung des Risikoprofils der Branche vornehmen. Dies könnte die Risikozuschläge für die Kreditvergabe erhöhen und verschlechterte Kreditkonditionen mit sich bringen.
Ein schnelles Anziehen der derzeit niedrigen Marktzinsen würde sich entsprechend auf die zu variablen Sätzen verzinsten Darlehen auswirken. Infolgedessen würde dies zu einer steigenden Zinsbelastung führen und das Finanzergebnis der ElringKlinger-Gruppe negativ beeinflussen.
In Summe ist das Finanzierungsrisiko für die Automobilzulieferindustrie angesichts der aktuellen Finanzmarktsituation weiterhin beträchtlich und lässt das Risiko von Insolvenzen steigen.
Für den ElringKlinger-Konzern stellt sich die Finanzierungslage angesichts des niedrigen Verschuldungsgrades sehr solide dar. Der Grund dafür liegt in dem hohen erwirtschafteten Cashflow aus betrieblicher Leistung. So lag der Verschuldungsgrad gemessen am Verhältnis Nettoverschuldung des Konzerns zum erwirtschafteten Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) am 31. Dezember 2011 bei einem moderaten Wert von 0,9. An freien, noch nicht gezogenen Kreditlinien stehen dem Konzern rund 90 Mio. Euro zu Verfügung. Die Finanzierung ist im Wesentlichen mittel- bis langfristig strukturiert. Risiken, die die Finanzierung von Projekten gefährden könnten oder dazu führen könnten, dass Fälligkeiten nicht bedient werden können, sind derzeit nicht erkennbar. Bestandsgefährdende Finanzierungsrisiken sind nicht ersichtlich.
Damit ist der Finanzierungsspielraum für das geplante Wachstum der Gruppe gegeben. Die finanziellen Mittel, um in neue Technologien zu investieren stehen in ausreichendem Maße zur Verfügung.
Lohnkostenrisiken
Zusammen mit dem Materialaufwand bilden die Lohnkosten den wesentlichen Kostenblock für die ElringKlinger-Gruppe. Nahezu die Hälfte der Mitarbeiter des Konzerns ist an den deutschen Standorten beschäftigt. Daher würde sich vor allem eine im Inland stärker steigende Lohndynamik belastend auf die Ertragssituation auswirken. Zudem könnte sich die relative Position zu den internationalen Wettbewerbern verschlechtern.
Grundsätzlich besteht das Risiko, dass plötzlich einsetzende Einbrüche der Kundennachfrage und Produktionsmengen die Personalaufwandsquote sprunghaft ansteigen lassen. Dies würde die Ertragslage und auch die Finanzsituation des Konzerns belasten.
Die ElringKlinger AG hatte in der Krise 2008/09 die Stammbelegschaft vollständig in Beschäftigung gehalten. In Folge des sprunghaften Anziehens der Umsätze hat der Konzern an den deutschen Standorten die Anzahl der befristet Beschäftigten 2011 wieder auf rund 12 % der Belegschaft erhöht. Sollte sich die Nachfrage unerwartet stark abkühlen, kann durch die vorhandenen Arbeitsflexibilisierungsinstrumente schnell reagiert werden. Dazu gehören Zeitkonten, Schichtmodelle und Anpassungen bei den befristeten Kapazitäten.
Die IG Metall fordert 6,5 % mehr Lohn für die tariflich Beschäftigten der Metallindustrie. Angesichts dessen besteht das Risiko, dass sich die Lohnkostensteigerungen in Deutschland 2012 spürbar über dem Niveau des Jahres 2011 (+2,7 %) bewegen. Dies würde sich dementsprechend belastend auf die Ertragslage der ElringKlinger-Gruppe auswirken. Teilweise entlastend wirkt sich aus, dass Märkte und Mitarbeiterzahlen in Staaten wie zum Beispiel China, Brasilien und Indien überproportional wachsen. Dort liegt das Lohnkostenniveau unter dem Gruppendurchschnitt.
Alles in allem stellt die Lohnkostenentwicklung ein wesentliches Risiko für die Ertrags- und Finanzlage dar. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müssen Steigerungen auf diesem Gebiet durch höhere Effizienz und Rationalisierung in der Produktion kompensiert werden.
Technologierisiken
Das Geschäftsmodell der ElringKlinger-Gruppe fußt vor allem auf ihrer Fähigkeit, technologisch führende Produkte zu entwickeln und mit hoher Innovationskraft und Produktivität langfristig überdurchschnittlich hohes Wachstum zu erzielen.
Dieser innovative Ansatz birgt das Risiko, wesentliche technologische Entwicklungen nicht rechtzeitig zu erkennen und aufzugreifen.
Dies würde spätestens mittelfristig die Rolle des Unternehmens als gefragter Entwicklungspartner der Fahrzeug- und Motorenhersteller gefährden. Das Umsatz- und Ertragspotenzial ginge mittel- bis langfristig zurück. Der Preisdruck auf ein technologisch nicht mehr führendes Produktportfolio würde spürbar zunehmen.
Das derzeitige Entwicklungsumfeld ist von einem massiven Ausbau der alternativen Antriebstechnologien geprägt. ElringKlinger ist daher mit Nachdruck dabei, sich nicht nur mit seinen Lösungen für den optimierten Verbrennungsmotor, sondern auch mit neuen Produkten für die Elektromobilität und Abgasreinigungstechnologie zukunftsfest aufzustellen. Stellvertretend dafür steht die über dem Branchendurchschnitt liegende Forschungs- und Entwicklungsquote. Zudem hat der Konzern in den Jahren 2005 bis 2011 jährlich zwischen 11,0 bis 16,0 % vom Konzernumsatz für Investitionen ausgegeben.
Dabei konzentriert sich ElringKlinger auf die Anwendung des bereits vorhandenen Material- und Prozess-Know-hows. Damit wird die Gefahr reduziert, die Kernkompetenzen zu verlassen und sich auf technologisch nicht zielführenden Gebieten zu betätigen. Die jeweiligen Geschäftsbereiche beobachten die Markttrends kontinuierlich. Sie analysieren die technologischen Entwicklungen und arbeiten frühzeitig an interessanten Vorschlägen für die Kunden.
In der Gesamtschau überwiegen bei ElringKlinger die Chancen, die sich aus neuen Technologietrends insbesondere in den Antriebstechnologien ergeben, die Risiken eindeutig.
Externes Wachstum/ Akquisitionen
Im Falle von Akquisitionen besteht trotz gründlicher Vorbereitung und Analyse grundsätzlich das Risiko, dass die zugekauften Unternehmen die geplanten Ziele nicht oder nicht im geplanten Zeitraum erreichen. Zudem können äußere Umstände Verzögerungen bei der Integration verursachen: Es können Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich werden, die sich zunächst ergebnismindernd auf den Konzern auswirken würden. Es ist nicht auszuschließen, dass dadurch die Konzernmarge zumindest temporär belastet würde. Zudem könnten höhere Investitionen als ursprünglich vorgesehen notwendig werden.
Im Rahmen der jeweils zum Jahresende durchzuführenden Werthaltigkeitsüberprüfungen (Impairment Test) besteht das Risiko, dass Abschreibungen auf den Firmenwert vorgenommen werden müssen.
Bei erworbenen Technologien ist nicht gänzlich auszuschließen, dass die erwartete Leistung nicht oder nicht im gewünschten Umfang erreicht werden kann. Risiken können auch in der mangelnden Akzeptanz beim Kunden liegen.
Um die beschriebenen Risiken einzugrenzen, prüft ElringKlinger vor dem Kauf eines Unternehmens oder einer Technologie die Projekte grundsätzlich durch interne Expertenteams und führte eine Due Diligence durch. Die Plausibilität sämtlicher finanzieller und technologischer Angaben und Planungen wird hinterfragt und in allen Details analysiert. Zukäufe werden nur dann getätigt, wenn die Perspektive besteht, bei den akquirierten Einheiten mittelfristig die ElringKlinger-Konzernmarge erreichen zu können. Das sich potenziell ergebende Gesamtrisiko darf – auch im negativsten Fall – keinesfalls die Ausschüttungsfähigkeit der ElringKlinger AG beeinträchtigen.
IT-Risiken
Der Ausfall von IT-Systemen und eingesetzten Softwarelösungen kann zu Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung und in der Lieferkette führen. Dies könnte sich sowohl auf der Kosten- als auch auf der Umsatzseite negativ auf das Unternehmen auswirken.
Durch die Verlagerung eines der beiden Rechenzentren des Konzerns an den neuen Standort Vogelsang, Dettingen/Erms, wurde der Schutz vor Hardwareausfällen, Softwareproblemen und Leitungsausfällen weiter verbessert. Das Risiko von Systemausfällen und Datenverlusten ist damit so weit wie möglich eingegrenzt.
Bei den IT-Systemen und Datenleitungen, die in den produktiven Bereichen zum Einsatz kommen, erfolgt grundsätzlich eine redundante Datenhaltung bzw. der Einsatz doppelter Systeme. Potenziellen Risiken wird durch frühzeitige Planung sowie die Schaffung von Überbrückungslösungen und zusätzlichen Backup-Systemen Rechnung getragen, zum Beispiel bei der Einführung neuer Systeme in den Tochtergesellschaften.
Mit der projektierten zentralen Sicherung aller Datenbestände der internationalen Standorte wurde 2011 ein weiteres Sicherungsinstrument auf den Weg gebracht.
Der Zugang von Mitarbeitern zu sensiblen Daten wird mit Hilfe von skalierten Zugriffsmöglichkeiten eingegrenzt. Durch den Einsatz aktueller Sicherheitssoftware-Lösungen wird der Schutz vor unberechtigten Zugriffen von außen auf bestmöglichem Standard gehalten.
Rechtliche Risiken/ Gewährleistungsrisiken
Als produzierendes Unternehmen und Zulieferer der Automobilindustrie ist ElringKlinger unter Umständen Gewährleistungs- und Haftungsrisiken ausgesetzt. Diese stehen im Verhältnis zur Umsatzentwicklung. Fehlerhaft gelieferte Teile können zu Austausch- und Rückrufaktionen mit hohen Kosten und Schadensersatzforderungen führen. Zur Vermeidung und Verringerung dieser Risiken bestehen entsprechende Qualitätssicherungssysteme. Weiter sind die Risiken als ein Element des Risikomanagementsystems durch Versicherungen weitgehend abgedeckt. Schließlich wird den rechtlichen Risiken, denen ElringKlinger ausgesetzt ist, durch Rückstellungen im Konzernabschluss ausreichend Rechnung getragen. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich keine weiteren, größeren Risiken.
Chancen
Marktchancen: Hohes Zuwachspotenzial in den Schwellenländern
Auf die schwierigen Jahre 2008/09 folgten 2010 und 2011 unmittelbar und in fast allen Märkten weltweit kräftige Zuwächse bei den Pkw-Produktionszahlen. Die Zuwachsraten lagen deutlich über dem langfristigen Trendwachstum. Für 2012 und 2013 ist mit der Rückkehr zu einer normalen Entwicklung des Marktes zu rechnen.
Die weltweite Fahrzeugproduktion dürfte nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen. Gleichzeitig wird sich die Nachfrage nach Automobilen und Nutzfahrzeugen immer stärker von den klassischen Triade-Märkten in Richtung der BRIC-Staaten verlagern.
Unter dem Vorzeichen der anhaltenden Euro-Krise steht für viele Unternehmen die Erschließung neuer Wachstumsperspektiven außerhalb der angestammten Kernmärkte auf der Agenda. Vor dem Hintergrund eher mittelmäßiger Perspektiven der westeuropäischen Märkte stehen neben Osteuropa und Südamerika vor allem die Schwellenmärkte Asiens im Fokus. Dabei spielen in den kommenden Jahren neben China die ASEAN-Staaten eine immer wichtigere Rolle. Der Drang zur Mobilität und damit die Pkw-Nachfrage werden spürbar zunehmen.
In Asien hat sich ElringKlinger mit zwei großen Produktionsstätten in China sowie einem hochmodernen Werk in Indien frühzeitig positioniert. Im ASEAN-Raum ist in naher Zukunft der Aufbau eines Produktionsstandorts geplant. 2011 erzielte der Konzern inklusive der Exporte bereits knapp ein Viertel der Umsatzerlöse auf den asiatischen Märkten.
ElringKlinger kommt in besonderem Maße zugute, dass in nahezu allen BRIC-Staaten sowie in der ASEAN-Region die anspruchsvollen Anforderungen der Euro 4- bzw. Euro 5-Abgasnormen übernommen werden. Damit steigt auf diesen Märkten der Bedarf an technologisch hochwertigen Motor- und Abgaskomponenten, die diesen Leistungsansprüchen gerecht werden.
Vor diesem Hintergrund ist ElringKlinger mit Blick auf das Produktportfolio und die vor Ort notwendigen Produktionskapazitäten gut positioniert. Dies ist die Voraussetzung, um von den zu erwartenden hohen Zuwachsraten der Pkw-Nachfrage auf den Schwellenmärkten profitieren zu können. Der Konzern hat sich damit eine solide Grundlage geschaffen, die sich dort bietenden Umsatz- und Ertragschancen wahrnehmen zu können.
Klimawandel und Emissionsvorschriften bringen Umsatzchancen
Vor dem Hintergrund der immer stärker geführten Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels zählt die CO2-Einsparung zu den Hauptzielen der Fahrzeugindustrie. ElringKlinger hat sich mit seinem Produktprogramm und der Ausrichtung der Entwicklungsarbeit strategisch auf die Themen Kraftstoffverbrauchsreduzierung, Emissionsverringerung und alternative Antriebstechnologien fokussiert.
Die zulässigen Grenzwerte für den Ausstoß des Treibhausgases werden in den nächsten Jahren drastisch sinken. In der EU muss der CO2- Ausstoß bei Neufahrzeugen bis 2020 nochmals um mehr als 20 % auf 95 g/km gesenkt werden. Auch in den USA lautet die Vorgabe an die Hersteller, den Ausstoß bis 2016 auf 162 g/km zu reduzieren. Bis 2025 steht dort eine weitere signifikante Verringerung um fast 50 % an.
Gleichzeitig werden auch die Normen zur Reduzierung der Emissionen von Kohlenmonoxiden, Kohlenwasserstoffen, Stickoxiden und Rußpartikeln deutlich verschärft. Stellvertretend hierfür stehen die anspruchsvollen Euro-Normen, die auch von vielen Schwellenländern in ähnlicher Form übernommen werden.
Durch den Trend zum Downsizing des Verbrennungsmotors (Kapitel Forschung und Entwicklung, Seite 40) ergeben sich für ElringKlinger zusätzliche Anwendungsgebiete für hochtemperaturfähige Spezialdichtungen und Abschirmteile, zum Beispiel rund um den Turbolader. Gleichzeitig steigen die Komplexität des Abgasstrangs und damit auch in diesem Bereich der Bedarf an hochwertigen Spezialdichtungen und thermischen Abschirmsystemen für die Katalysatoren- und Partikelfilter des Abgassystems.
Immer mehr Automobilhersteller setzen beim Thema CO2-Reduzierung auf die Hybridisierung des Antriebsstrangs. Zahlreiche Fahrzeugplattformen werden zukünftig wahlweise mit einem optimierten Verbrennungsmotor oder kombiniert mit einem Elektromotor angeboten. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Hersteller anspruchsvolle CO2- Zielvorgaben für ihre gebauten Fahrzeugflotten erreichen müssen. Branchenanalysten gehen davon aus, dass bis 2025 mehr als die Hälfte der Neufahrzeuge als Hybride ausgeliefert werden.
Für ElringKlinger bietet sich insbesondere bei Plug-in-Hybriden die Gelegenheit, über die bisher in den Verbrennungsmotor gelieferten Komponenten hinaus - die neu entwickelten Produkte für Batterien zu liefern. Mit den zusätzlich verkauften Zellkontaktiersystemen und Druckausgleichsmodulen für Lithium-Ionen-Batterien wird der durchschnittliche erzielbare Umsatz je Fahrzeug spürbar steigen.
Mit der neuen Produktpalette der Hug Engineering AG – vom Dieselpartikelfilter bis zum kompletten Abgasreinigungssystem – bieten sich mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels interessante Absatzmöglichkeiten. Die in den meisten Industriestaaten und Schwellenländern verabschiedete Emissionsgesetzgebung führt dazu, dass in den nächsten Jahren Abgasreinigungssysteme für weitgehend alle Motoren notwendig werden. Dies gilt für den mobilen Bereich ebenso wie für stationäre Aggregate oder Anwendungen im Agrarbereich, in Bussen, Diesellokomotiven und Schiffen.
Branchenkonsolidierung aktiv nutzen
Die Spätfolgen der Branchenkrise 2008/09, gefolgt von hohen Anforderungen an die Vorfinanzierung für das wieder anziehende Geschäft, haben viele Unternehmen der Zulieferbranche belastet. Hinzu kommen oftmals geringe Eigenkapitalquoten sowie der fehlende Zugang zum Kapitalmarkt. Infolge steigender Eigenkapitalanforderungen an die Banken besteht das Risiko, dass die Finanzierungsmöglichkeiten über Fremdmittel restriktiver werden und die Kapitalkosten spürbar steigen. Die Anzahl der Insolvenzen ging 2011 gegenüber 2010 zwar zurück, blieb aber auf hohem Niveau.
Dem gegenüber sind, bedingt durch den notwendigen Aufbau neuer Produktionsstandorte in den wachstumsträchtigen Schwellenmärkten, finanzielle Anstrengungen gefordert. Auch in die Entwicklung neuer Produkte muss erheblich investiert werden.
Das Wettbewerbsumfeld und die Preissituation bleiben angespannt. Das Center of Automotive der Fachhochschule Bergisch-Gladbach geht daher in den kommenden Jahren von einer verstärkten Branchenkonsolidierung aus. Hier werden überwiegend mittelständische Zulieferer betroffen sein, die noch nicht über eine globale Aufstellung verfügen. Denn die Fahrzeughersteller entwerfen zunehmend so genannte Weltmotoren, die in unterschiedlichen Fahrzeugplattformen weltweit zum Einsatz kommen. Dies setzt bei den Zulieferern einen international aufgestellten Produktionsverbund sowie globale Lieferfähigkeit voraus.
Für ElringKlinger als finanzstarkes Unternehmen ergeben sich aus dieser Situation heraus gute Möglichkeiten. Durch gezielte Zukäufe kann das eigene Technologieportfolio ergänzt werden. Im Fokus stehen hier insbesondere alternative Antriebstechnologien. Bei ElringKlinger findet dazu eine kontinuierliche Marktbeobachtung statt.
Bewertung der Gesamtrisikolage und Chancen
Das Chancenidentifikationssystem und das Risikomanagementsystem des ElringKlinger-Konzerns haben sich in den vergangenen Jahren in der Praxis bewährt. Dies zeigen der erfolgreiche Einstieg in neue zukunftsträchtige Geschäftsfelder wie Elektromobilität bzw. Hybridtechnologie - ebenso wie die erfolgreiche Bewältigung der Krise 2008/09.
Die starke Eigenkapitalausstattung - mit einer Eigenkapitalquote von 50,1 %, sowie die Finanzstärke des Konzerns - versetzen ElringKlinger in die Lage, auch länger andauernde Krisen zu überwinden. Diese Stabilität kommt der Unternehmensgruppe bei der Auftragsvergabe der Kunden zugute. Nach den Erfahrungen der Jahre 2008/09 ziehen sie bei langfristigen Lieferverträgen und für die Auswahl von Entwicklungspartnern verstärkt die Finanzstärke des Zulieferers als Kriterium heran.
Insgesamt ist festzustellen, dass die gesamtwirtschaftlichen Risiken und Unwägbarkeiten gegenüber dem Jahresanfang 2011 zugenommen haben. Die das Unternehmen betreffenden Risikofaktoren sind überwiegend exogener Art. Mit den beschriebenen Frühwarnsystemen und einer äußerst flexiblen Unternehmensstruktur ist die ElringKlinger-Gruppe darauf vorbereitet, im Bedarfsfall schnell und durchgreifend zu reagieren.
Risikokonstellationen, die für sich genommen oder im Zusammenwirken mit anderen Risikofaktoren bestandsgefährdend auf den Konzern wirken könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Die ElringKlinger-Gruppe hat in den letzten Jahren hohe Investitionen in den Ausbau der Technologiepipeline und in die Produktentwicklung getätigt. Sie hat sich strategisch aufgestellt, um die Wachstumschancen in den neuen Feldern der alternativen Antriebstechnologien und Abgasreinigungstechnologie ebenso zu nutzen wie in den klassischen Produktbereichen. Ergänzend können Gelegenheiten, die sich aus der zunehmenden Branchenkonsolidierung ergeben, aktiv ergriffen werden. In der Gesamtschau hat sich die ElringKlinger-Gruppe gut positioniert, um mit überschaubarem Risikoprofil auch in den kommenden Jahren stärker wachsen zu können als die Automobilmärkte.
Prognosebericht
Ausblick Markt und Branche
Weltwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs – aber in unruhigem Fahrwasser
Für 2012 besteht hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft ein hohes Maß an Unsicherheit. Politische Unwägbarkeiten und die Folgerisiken aus der übermäßigen Verschuldung vieler Staaten erschweren die Planbarkeit. Die weltweite Schuldenkrise hatte sich im Jahresverlauf 2011 merklich zugespitzt. Zahlreiche Stimmungs- und Frühindikatoren haben sich vor allem in Europa deutlich abgeschwächt. Die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaftsleistung 2012 wurden daher sukzessive nach unten korrigiert. Zur Jahreswende stimmten vor allem verbesserte Konjunkturindikatoren für Nordamerika etwas zuversichtlicher.
Mittlerweile wird man von einer Verlangsamung des globalen Wachstums ausgehen müssen. Trotz der Abschwächungstendenzen wird die Weltwirtschaft weiter wachsen und 2012 um 3,3 % zulegen. Die Wachstumsimpulse werden überwiegend von den asiatischen Schwellenländern gesetzt. 2013 soll das Weltwirtschaftswachstum wieder stärker anziehen als 2012.
Rezession in Europa
Die Folgen der europäischen Schuldenkrise und die unumgänglichen drastischen Einsparungen bei den staatlichen Ausgaben in vielen Ländern werden sich voraussichtlich negativ auf die konjunkturelle Entwicklung in weiten Teilen der Eurozone auswirken. Die Prognosen für den Euroraum gehen für das Jahr 2012 daher größtenteils von einer Rezession aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Eurozone um 0,5 %. Bereits 2013 sollen aber wieder deutliche Zuwächse erzielt werden.
Die deutsche Volkswirtschaft wird 2012 weiterhin von Exporten nach Asien und auch Nordamerika profitieren. Der Gegenwind wird angesichts des tendenziell rückläufigen Auftragsvolumens aus den schuldengeschwächten Euroländern aber stärker. Das wirtschaftliche Wachstum kam im letzten Quartal 2011 fast zum Stillstand. Das Bruttoinlandsprodukt soll in Deutschland 2012 moderat um 0,3 % ansteigen.
Anzeichen für konjunkturelle Belebung in den USA
In den USA gab es zum Jahresende 2011 verstärkt Anzeichen für einen weiteren konjunkturellen Aufschwung. Zuletzt hatte es positive Signale vom Arbeitsmarkt gegeben und auch die Einkaufsmanagerindizes zeigten trotz Schuldenproblematik leicht nach oben.
Im Wahljahr 2012 bestehen durchaus Chancen, dass sich die konjunkturelle Belebung stabilisiert – auch begünstigt durch die Null-Zins-Politik der US-Notenbank.
2012 wird für die Vereinigten Staaten ein moderates BIP-Wachstum von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Auch hier wird erwartet, dass die Zuwachsrate im Jahr 2013 wieder höher ausfallen wird.
In den lateinamerikanischen Staaten wird die Konjunkturentwicklung auch 2012 nach oben zeigen. Das Wachstumstempo dürfte zwar etwas geringer ausfallen als in den Vorjahren, Brasilien wird aber immer noch einen BIP-Anstieg von voraussichtlich 3,0 % verzeichnen können. 2013 lässt die größte südamerikanische Volkswirtschaft sogar noch einen stärkeren Zuwachs erwarten.
Asien bleibt weltweite Konjunkturlokomotive
Die Wachstumsdynamik auf dem für die Weltwirtschaft derzeit bedeutendsten Markt, Asien, wird sich 2012 auf hohem Niveau abschwächen. Für China wird mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 8,2 % gerechnet. In Indien soll die Wirtschaftsleistung um 7,0 % anziehen. Auch im Jahr 2013 wird sich das Wirtschaftswachstum in Asien im hohen einstelligen Bereich abspielen.
Die japanische Wirtschaft, die 2011 aufgrund der schweren Naturkatastrophe im März geschrumpft war, wird sich 2012 erholen und ebenfalls ein Wachstum zeigen. Die aktuellen Schätzungen gehen von einem Plus von 1,7 % für 2012 und einem Anstieg in gleicher Größenordnung für 2013 aus.
Regional stark unterschiedliche Entwicklung der Automärkte 2012
Die Automobilnachfrage wird sich 2012 regional sehr unterschiedlich entwickeln.
Nach dem dynamischen Anstieg der Fahrzeugproduktion in Reaktion auf den Einbruch in den Jahren 2008/09 wird sich die Entwicklung der Märkte weiter normalisieren.
Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Risiken sowie des finanzpolitischen Umfelds wird die Entwicklung der Pkw-Nachfrage für 2012 als insgesamt verhalten eingeschätzt. Dabei ist die Bandbreite der Prognosen von Seiten der Unternehmen und der Marktforschungsinstitute ungewöhnlich breit. Sie reichen von Stagnation bis hin zu einem Anstieg der globalen Fahrzeugnachfrage auf 77,7 Mio. Einheiten. Dies würde ein Plus von über 6 % gegenüber dem Vorjahr darstellen. Für die Pkw-Produktion wird mit einem Zuwachs in vergleichbarer Größenordnung gerechnet. ElringKlinger als Automobilzulieferer orientiert sich bei seiner Planung an den vorgesehenen Produktionszahlen. Dem Budget der ElringKlinger-Gruppe für 2012 liegt ein Wachstum der Automobilproduktion zwischen 1 und 2 % zugrunde.
Die Nachfrage nach Fahrzeugen wird 2012 und auch 2013 vor allem von den asiatischen Märkten getrieben. Neben China und Indien gewinnen auch die bevölkerungsreichen und dynamisch wachsenden ASEAN-Staaten wie Indonesien, Malaysia, Thailand, die Philippinen oder Vietnam als Automobilmärkte zunehmend an Bedeutung.
Deutsche Autoindustrie profitiert weiterhin von starker Exportnachfrage
Die Pkw-Produktion in Deutschland wird nach bisheriger Einschätzung 2012 mindestens wieder das Niveau des Jahres 2011 erreichen, indem die Rekordzahl von 5,9 Mio. Automobilen gefertigt wurde.
Die inländischen Pkw-Hersteller profitieren weiterhin von der anhaltend hohen Auslandsnachfrage. Vor allem Premiumfahrzeuge deutscher Marken erfreuen sich auf den asiatischen Märkten, aber auch in Nordamerika, eines steigenden Interesses der Käufer. Der Export wird 2012 an 2011 anknüpfen können und bei rund 4,6 Mio. Fahrzeugen liegen. Gemessen an den Neuzulassungen wird der heimische Automobilmarkt auf hohem Level stagnieren. Im Inland werden rund 3,1 Mio. Neuwagen einen Käufer finden. 2011 waren es 3,2 Mio Fahrzeuge gewesen.
In Westeuropa überwiegen die Risiken
Obwohl der westeuropäische Automarkt zwischen 2007 und 2011 bereits um insgesamt 13,4 % geschrumpft ist, wird die Bilanz für 2012 aller Voraussicht nach nicht besser ausfallen. Die angeschlagene wirtschaftliche Situation vor allem der südlichen Peripherieländer wird sich auch negativ auf die Fahrzeugnachfrage auswirken. Nach dem schon erlebten Abschwung dürfte das Risiko nach unten zwar begrenzt sein, dennoch wird für Westeuropa insgesamt ein Verkaufsminus bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen von 5 % auf 13,6 Mio. Einheiten erwartet. Damit läge der europäische Automobilmarkt unterhalb des Ersatzbedarfs von 14 bis 15 Mio. Fahrzeugen.
US-Automarkt mit Perspektive
Der US-amerikanische Markt blieb auch 2011 deutlich hinter dem im Jahr 2005 erreichten Spitzenwert von rund 17 Mio. verkauften Pkw und Light Trucks zurück. Nicht zuletzt das hohe durchschnittliche Fahrzeugalter und der aufgestaute Ersatzbedarf sprechen 2012 aber für ein steigendes Käuferinteresse. Gegen Jahresende 2011 war bereits ein deutliches Anziehen der Nachfrage spürbar. Für den US-Markt wird daher 2012 mit einem Plus bei den Neuzulassungen um 5,0 bis 6,0 % auf über 13 Mio. Einheiten gerechnet (2011: 12,8 Mio. Fahrzeuge). Abhängig von der weiteren Konjunkturentwicklung könnte der US-Automarkt durchaus mit noch höheren Zuwachsraten positiv überraschen.
ElringKlinger hat für seine Planung 2012 ein Wachstum der US-Automobilproduktion im mittleren einstelligen Prozentbereich unterstellt.
Auch der brasilianische Automarkt wird wachsen. Die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen werden 2012 das Vorjahr um rund 3 % übertreffen. Steigende Nachfrage wird auch auf dem zunehmend interessanten argentinischen Fahrzeugmarkt gesehen.
Asien bleibt wichtigster Wachstumsbringer
Für den chinesischen Markt stimmen die Rahmenbedingungen für 2012 und darüber hinaus zuversichtlich. Der nicht unwesentliche Anstieg der Durchschnittseinkommen und der zunehmende Drang zum Automobil, auch außerhalb der großen Ballungszentren, lassen für 2012 ansehnliche Zuwächse erwarten.
Die Prognosen für 2012 liegen bei einem Anstieg bei den Pkw-Verkäufen zwischen 8 und 10 %. Damit könnte der Absatz 2012 erstmals die 15-Millionen-Schwelle überschreiten. Die Zuwachsrate liegt zwar niedriger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre, sie spiegelt aber das ungebrochen robuste Wachstum der asiatischen Schwellenmärkte wider. Die Entwicklung der Verkaufszahlen für Premiumfahrzeuge westlicher Marken dürfte sich weiterhin positiv vom Branchentrend abheben. In Indien wird ebenfalls ein deutlicher Anstieg der Pkw-Verkäufe im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet.
Der japanische Automobilmarkt wird sich 2012 von den Folgen der Naturkatastrophe aus dem vergangenen Frühjahr weiter erholen. Aufgrund des Nachholbedarfs werden sowohl der Absatz als auch die Produktionszahlen spürbar zulegen. Die Pkw-Zulassungen dürften um 10,0 % steigen.
Strukturelle Veränderung der Pkw-Märkte
Strukturell profitiert ElringKlinger vom Trend zur Hybridisierung, da bei Plug-in-Hybriden ein deutlich höherer Umsatz je Fahrzeug erreicht werden kann. Nach aktuellen Schätzungen soll die Anzahl der weltweit ausgelieferten Hybride 2012 von 0,8 Mio. auf 1,4 Mio. Fahrzeuge steigen. In den Folgejahren werden weitere deutliche Zuwächse erwartet. Dazu trägt das zunehmende Umweltbewusstsein in vielen Bevölkerungen bei.
Nutzfahrzeugmärkte entwickeln sich verhalten
Die Nachfrage auf den Nutzfahrzeugmärkten ist in besonders hohem Maße an die allgemeine konjunkturelle Entwicklung gekoppelt. Aufgrund der vorhandenen Risiken gestaltet sich der Ausblick auf die Entwicklung im Jahr 2012 als schwierig.
Auch im Lkw-Segment wird der Absatz regional stark unterschiedlich ausfallen.
In Summe wird die weltweite Nachfrage voraussichtlich stagnieren oder nur leicht wachsen.
Die Konjunkturflaute in weiten Teilen Europas und die vorherrschende Unsicherheit über die weitere Entwicklung bergen Risiken hinsichtlich des Kaufverhaltens der Spediteure und Flottenbetreiber. Angesichts abflauender Bestellungen für Westeuropa lässt sich ein Rückgang der Lkw-Verkaufszahlen um rund 10 % gegenüber 2011 nicht ausschließen. Als Stütze sollte sich Deutschland erweisen. Es wird damit gerechnet, dass sich die Lkw-Neuzulassungen (über 6 Tonnen) in Deutschland 2012 um 2 % erhöhen.
Deutlich positiver stellen sich die Aussichten für den US-Truck-Markt dar. Die meisten Hersteller erwarten, dass die Verkäufe schwerer Lkw (Class 8) 2012 zwischen 15 und 20 % zulegen können.
Nach dem Rückgang der chinesischen Nutzfahrzeugverkäufe wird – angesichts der stabilen konjunkturellen Verfassung – für das Jahr 2012 mit einer Steigerung im einstelligen Prozentbereich gerechnet. Auch in Japan werden Zuwächse erwartet.
Aufgrund des Produktionsstarts in dem neu gebauten Werk für Kunststoffgehäusemodule am Standort Dettingen/Erms zu Jahresbeginn 2012 geht ElringKlinger davon aus, die Umsätze mit Komponenten im Lkw-Bereich 2012 weiter steigern zu können. In der neuen Fertigungshalle läuft ab dem ersten Quartal 2012 sukzessive die Fertigung von Ventilhauben-Modulen und Ölwannen für Lkw-Kunden hoch. Hohes Potenzial in diesem Segment bietet auch die Produktpalette der Hug Engineering AG. Dazu gehört insbesondere die Abgasreinigungstechnologie für Nutzfahrzeuge.
Ausblick Unternehmen
Wettbewerbsumfeld bleibt anspruchsvoll
Das Marktumfeld wird auch 2012 bei den meisten Produktgruppen wettbewerbsintensiv und von Preisforderungen der Kunden geprägt bleiben. Mit Markteintritten neuer Wettbewerber wird aufgrund der hohen technologischen Hürden, des notwendigen spezifischen Know-hows und der kapitalintensiven Produktion nicht gerechnet. Die Zulieferer übernehmen einen immer größeren Anteil der Wertschöpfung. Dies erfordert hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und entsprechende Finanzierungskraft. In diesem Spannungsfeld wird sich die Konsolidierung der Branche fortsetzen.
Die Visibilität der Geschäftsentwicklung hat sich gegenüber dem Krisenjahr 2009 wieder deutlich verbessert. Aus den schwelenden Risiken der internationalen Schuldenkrise ergeben sich aber weiter signifikante Unwägbarkeiten für die Entwicklung der Fahrzeugkonjunktur und damit der von den Kunden abgerufenen Liefermengen. Dieses Umfeld erfordert auch 2012 eine hoch flexible Aufstellung des Unternehmens und seiner Kostenstrukturen.
Auftragseingang robust
Die Auftragslage im ElringKlinger-Konzern stellte sich zum 31. Dezember 2011 weiterhin robust dar. Trotz der dynamischen Zuwächse des Jahres 2011 zeigten die Auftragseingänge weiterhin nach oben. Sie erhöhten sich 2011 um 22,8 % auf 1.089,0 (886,6) Mio. Euro.
Mit 272,6 (227,3) Mio. Euro übertrafen die Auftragseingänge auch im vierten Quartal 2011 den Wert des bereits starken Vorjahresvergleichsquartals deutlich.
Der Auftragsbestand der ElringKlinger-Gruppe belief sich zum 31. Dezember 2011 auf 448,4 (333,1) Mio. Euro. Damit lag er um 34,6 % über dem Niveau des Vorjahres.
Durch die vorliegende Beauftragung sind die geplanten Umsatz- und Ertragsziele des Konzerns entsprechend untermauert.
Entwicklung der Akquisitionen
Die Verwässerung der operativen Marge durch die Einbeziehung der 2011 zugekauften Gesellschaften, die in Summe negativ zum Ergebnis vor Ertragsteuern beigetragen hatten, wird sich 2012 verringern.
Mit den in Umsetzung befindlichen Effizienzsteigerungsmaßnahmen – umfassender Automatisierung sowie Angleichung der Fertigungsprozesse und Produktdesigns – werden Kosten eingespart und die Ertragssituation bei den zugekauften ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften sowie der Hug Engineering AG sukzessive weiter in Richtung der Gruppenmarge entwickelt.
Durch den Ausbau des kostengünstigen Standorts Thale als verlängerte Werkbank der Hug Engineering AG werden im Jahresverlauf 2012 die negativen Auswirkungen des starken Schweizer Franken auf die operative Marge bei Hug verringert und der Personalaufwand reduziert.
Kostensituation
ElringKlinger wird auch 2012 die Fertigungsprozesse in der Produktion optimieren und Kosteneinsparungen, vor allem durch weiter verstärkte Automatisierung, realisieren. Ziel ist es, die Effizienz um mindestens 3 % zu verbessern. Der Schwerpunkt der Rationalisierungsprogramme liegt dabei auf den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften.
In der zweiten Jahreshälfte 2011 waren bei einigen wichtigen Materialien, insbesondere den Legierungszuschlägen, Preisrückgänge von den zur Jahresmitte gesehenen Preisspitzen zu verzeichnen. Diese wirken sich bei ElringKlinger mit mehrmonatigem zeitlichem Verzug auf die Einkaufspreise aus. Die Rohstoffpreise lagen im langfristigen Vergleich aber noch immer auf hohem Niveau. Zum Jahresende 2011 hin begannen die Materialpreise allerdings tendenziell wieder anzuziehen. Die hohe Dynamik der Rohstoffpreisentwicklung, die in den Jahren 2010 und 2011 feststellbar war, ist derzeit für 2012 nicht zu beobachten. Die ElringKlinger AG hat die phasenweise niedrigeren Preisniveaus genutzt und für Teilumfänge der benötigten Edelstahlmengen die enthaltenen Legierungszuschläge (Nickel) abgesichert. Insgesamt erwartet ElringKlinger daher für 2012 eine weitgehend stabile Preissituation.
Bei den Personalkosten ist aufgrund der geplanten, moderaten Zuwächse bei den Mitarbeiterzahlen und absehbaren Lohnsteigerungen mit einer Erhöhung zu rechnen. ElringKlinger geht derzeit allerdings davon aus, dass die Steigerungsrate bei den Personalkosten in Summe niedriger ausfällt als der Anstieg der Umsatzerlöse. Vor dem Hintergrund, dass ElringKlinger 46,9 % der Mitarbeiter im Inland beschäftigt, bestehen vor allem aufgrund der für 1. April 2012 zu erwartenden Tariferhöhung Risiken für die Entwicklung der Lohnkosten bei den tariflich Beschäftigten. Die Tariferhöhung wird derzeit zwischen der IG Metall und den Arbeitgeberverbänden verhandelt.
Die Verwaltungskosten sollen sich im Vergleich zu 2011 nur unwesentlich erhöhen und weniger stark steigen als der geplante Umsatzzuwachs. Dazu wird die weitere Zentralisierung der administrativen Funktionen bei der Muttergesellschaft beitragen.
Weitere Umsatz- und um Einmalertrag bereinigte Ergebniszuwächse geplant
Auf der Grundlage der beschriebenen konjunkturellen Erwartungen und einer insgesamt weiterhin leicht wachsenden Fahrzeugproduktion geht der ElringKlinger-Konzern davon aus, den Umsatz 2012 organisch um 5 bis 7 % steigern zu können. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die im Geschäftsjahr 2011 erreichte Umsatzsteigerung deutlich höher ausfiel als ursprünglich geplant.
Hinzu kommt ein zusätzlicher Umsatzbeitrag aus der Konsolidierung der akquirierten Gesellschaften Hug Engineering AG sowie der Hummel-Formen-Gruppe, die 2012 erstmals für das gesamte Jahr 2012 einbezogen werden in Höhe von rund 20 Mio. Euro. 2011 waren die beiden Akquisitionen zeitanteilig in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns einbezogen: die Hug-Gruppe ab dem 1. Mai 2011, die Hummel-Gruppe ab dem 1. Oktober 2011.
Die EBIT-Marge des Stammgeschäfts wird 2012 durch die noch schwächeren Margen der Akquisitionen und die darauf entfallenden Kaufpreisallokationen sowie die hohen Vorleistungen für den Bereich E-Mobility verwässert.
Trotz dieser Effekte geht ElringKlinger davon aus, dass sich das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern überproportional zur Umsatzentwicklung erhöht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Konzerns (126,0 Mio. Euro im Jahr 2011) wird in einer Bandbreite von 145 bis 150 Mio. Euro gesehen.
Ausblick für die Segmente
Die geplanten Neuanläufe und das leichte Wachstum der Weltfahrzeugproduktion werden im Segment Erstausrüstung 2012 für weitere Umsatz- und Ergebniszuwächse sorgen.
Aufgrund des hohen Umsatzanteils des Segments von 80,1 % wird der wesentliche Teil der geplanten Umsatz- und Ertragszuwächse im Konzern auf die Erstausrüstung entfallen.
Das Segment Kunststofftechnik geht angesichts des steigenden Bedarfs an PTFE-Komponenten zahlreicher Branchen und der weiterhin soliden Auftragslage ebenfalls von weiteren Umsatz und Ertragssteigerungen aus. Neuanläufe u.a. mit Dicht- und Führungsringen sowie Kompressorkolben aus dem neuen spritzfähigen Material Moldflon spielen dabei eine wichtige Rolle. Zudem werden der chinesische und der indische Markt weiter erschlossen und zukünftig verstärkt zu den Umsatzerlösen beitragen.
Das Segment Ersatzteile wird das Produktsortiment im Jahr 2012 weiter ausbauen.
Andererseits wirkt das durch die Abwrackprämien zahlreicher europäischer Staaten verringerte Fahrzeugalter abträglich auf das Absatzpotenzial in Deutschland und Westeuropa. Dieser Effekt wird aber voraussichtlich durch Steigerungen auf den internationalen Märkten – vor allem in Osteuropa, dem Mittleren Osten und Afrika – sowie Marktanteilsgewinnen überkompensiert. Insgesamt wird daher 2012 auch für das Ersatzteilgeschäft mit Umsatz- und entsprechendem Ertragswachstum gerechnet.
Auch für 2013 und mittelfristig sieht sich die ElringKlinger-Gruppe mit zahlreichen neuen Produktentwürfen, der gezielten Positionierung in strukturell wachsenden Technologienischen und der starken Aufstellung in den Schwellenmärkten aussichtsreich positioniert. Der Konzern geht davon aus, bei einer moderat wachsenden globalen Automobilproduktion den Umsatz um jährlich 5 bis 7 % steigern zu können. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich dabei überproportional entwickeln. Mittelfristig strebt die ElringKlinger-Gruppe an, hinsichtlich der Profitabilität wieder eine EBIT-Marge von 16 bis 18 % zu erreichen. Dies ist vor allem abhängig von der Entwicklung der Akquisitionen und dem Hochlaufen der neuen Produkte im Bereich E-Mobility.
Investitionsquote geht zurück
Nach den hohen Investitionen in Sachanlagen der letzten Jahre, die stark von Großprojekten geprägt waren, werden sich die Investitionsanforderungen 2012 und 2013 normalisieren. Die Investitionsquote – also der Anteil der Investitionen am Konzernumsatz – wird niedriger ausfallen. Nach 112,7 Mio. Euro im Jahr 2011, plant die ElringKlinger AG 2012 Auszahlungen für Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in Höhe von 95,0 bis 100,0 Mio. Euro. Diese Investitionen sind überwiegend für Maschinen und Anlagen für geplante Produktneuanläufe sowie für Rationalisierungsprojekte vorgesehen.
Teile der Auszahlungen für Investitionen werden noch auf das Anfang 2012 fertiggestellte neue Werk für Kunststoffgehäusemodule am Standort Dettingen/Erms entfallen. Für dieses Werk werden 2012 zusätzliche Fertigungsanlagen beschafft.
Am Standort Dettingen/Erms baut die ElringKlinger AG zudem die Produktion von Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien aus. Der Automatisierungsgrad der vorhandenen Produktionslinien wird weiter erhöht.
Berücksichtigt sind dabei auch Investitionen in Anlagen zum Präzisionsschweißen und Canning von Partikelfiltern und Abgasreinigungssystemen bei der ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten, Thale, die als verlängerte Werkbank für die Hug Engineering AG ausgebaut wird.
Finanzierungsspielraum vorhanden
2011 wurden die Kaufpreise für die getätigten Zukäufe sowie Teile der Finanzierung der Großprojekte und Investitionen in den E-Mobility-Bereich aus dem Erlös der Kapitalerhöhung 2010 bestritten.
Der zurzeit vorgesehene Finanzierungsbedarf des Konzerns für die Jahre 2012 und 2013 kann mit den vorhandenen Mittelzuflüssen aus der Innenfinanzierung abgedeckt werden. Der für 2012 und 2013 jeweils zu erwartende Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird die derzeit geplanten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen aller Voraussicht nach übersteigen. Der Ausbau zukunftsträchtiger Bereiche wie der Elektromobilität und der Abgasreinigungstechnologie sowie die Finanzierung des weiteren organischen Wachstums der Gruppe sind damit gewährleistet.
Der ElringKlinger-Konzern verfügt zudem über einen Finanzierungsspielraum in Höhe von rund 90 Mio. Euro im Rahmen der bei verschiedenen Banken zur Verfügung gestellten Kreditlinien. Sollten sich günstige Gelegenheiten für externes Wachstum oder Technologiezukäufe ergeben, können diese genutzt werden.
Abbau Nettoverschuldung
Die vor allem durch die Akquisitionen im Jahr 2011 auf 222,2 Mio. Euro angewachsene Nettoverschuldung wird sich ab der zweiten Jahreshälfte 2012 nach erfolgter Dividendenausschüttung sukzessive verringern. Die Nettofinanzverschuldung des Konzerns wird sich zum 31. Dezember 2012 voraussichtlich niedriger darstellen als zum Jahresende 2011. 2013 sollten die Nettofinanzverbindlichkeiten weiter abgebaut werden können.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des ElringKlinger-Konzerns als solide bewertet werden kann. Auf dieser Grundlage sieht sich das Unternehmen aussichtsreich positioniert, die beschriebenen Unternehmensziele erreichen zu können.
Nachtragsbericht
Nach Ende der Berichtsperiode hat ElringKlinger den Metallgehäusehersteller ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten mit Sitz in Thale, Sachsen-Anhalt, sowie die AGD Group Entwicklungs- und Vertriebs GmbH, Gütersloh, erworben. Der vorläufige Kaufpreis betrug 3,0 Mio. Euro. Der Verkauf an die ElringKlinger AG wurde am 3. Januar 2012 vollzogen. Mit dieser Akquisition verstärkt das Unternehmen seine Aktivitäten in der Abgasreinigungstechnologie. ThaWa ist überwiegend als Zulieferer und Fertigungspartner für den von der ElringKlinger AG im Mai 2011 zugekauften Schweizer Abgasspezialisten Hug Engineering AG tätig. Es ist geplant, die ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten sowie die AGD Group Entwicklungs- und Vertriebs GmbH auf die ElringKlinger AG zu verschmelzen und den Standort Thale als Werk der ElringKlinger AG fortzuführen.
Die Hug Engineering AG mit Sitz in Elsau, Schweiz, wird als Kompetenzzentrum für Abgastechnologie und Filtersubstrate innerhalb der ElringKlinger-Gruppe weiter entwickelt. Insbesondere die Gehäusefertigung und Einhausung von Dieselpartikelfiltern sowie Katalysatoren – das sogenannte Canning – wird am Standort Thale erfolgen. Auch andere Produktionsprozesse sollen bei Neuaufträgen zukünftig bei ThaWa abgebildet werden. Die bisher auf diesem Gebiet von Schweizer Zulieferunternehmen bezogenen Leistungen werden konzernintern am kostengünstigeren Standort Thale erbracht. ThaWa dient dabei als verlängerte Werkbank für die Hug Engineering AG und wird für die automatisierte Fertigung größerer Stückzahlen im Seriengeschäft ausgebaut. Im Zuge der Integrationsmaßnahmen des Abgastechnologiegeschäfts der Hug Engineering AG in den ElringKlinger-Konzern werden damit wesentliche Kostenumfänge in den Euroraum verlagert. Währungsverluste durch den Wechselkurs Euro/Schweizer Franken werden damit reduziert, da die Hug Engineering AG ihre Umsatzerlösen überwiegend in Euro erzielt. Somit wird die Belastung der operativen Marge durch Währungskurseffekte verringert.
Die ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten sowie die AGD Group Entwicklungs- und Vertriebs GmbH beschäftigen insgesamt 53 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Umsatz von 4,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Einbeziehung in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns erfolgt ab dem 1. Januar 2012.
Dettingen/Erms, den 15. März 2012
Der Vorstand
Dr. Stefan Wolf
Theo Becker
Karl Schmauder
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
scroll
| in TEUR | Anhang | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (1) | 1.032.820 | 795.657 | |
| Umsatzkosten | (2) | -744.166 | -557.016 | (*) |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 288.654 | 238.641 | (*) | |
| Vertriebskosten | (3) | -67.440 | -54.292 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | (4) | -43.365 | -33.660 | (*) |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | (5) | -49.916 | -40.598 | (*) |
| Sonstige betriebliche Erträge | (6) | 34.737 | 11.578 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (7) | -11.550 | -5.635 | |
| Operatives Ergebnis | 151.120 | 116.034 | ||
| Finanzerträge | 15.834 | 14.716 | ||
| Finanzaufwendungen | -30.322 | -36.780 | ||
| Finanzergebnis | (8) | -14.488 | -22.064 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 136.632 | 93.970 | ||
| Ertragsteueraufwendungen | (9) | -39.040 | -25.359 | |
| Periodenergebnis | 97.592 | 68.611 | ||
| davon: Gewinne, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen | (20) | 2.717 | 2.994 | |
| davon: Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG | (20) | 94.875 | 65.617 | |
| unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | (10) | 1,50 | 1,11 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
scroll
| 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|
| Periodenergebnis | 97.592 | 68.611 | |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | 6.538 | 30.845 | (*) |
| Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionszusagen, | |||
| netto nach Steuern | -4.208 | -2.902 | |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen | 2.330 | 27.943 | |
| Gesamtergebnis | 99.922 | 96.554 | |
| davon: Nicht beherrschende Anteile am Gesamtergebnis | 3.505 | 3.533 | |
| davon: Anteil der Aktionäre der ElringKlinger AG am Gesamtergebnis | 96.417 | 93.021 |
(*)Vorjahreszahlen angepasst, siehe Erläuterungen im Konzernanhang
Konzernbilanz
Aktiva
scroll
| in TEUR | Anhang | 31.12.2011 | 31.12.2010 | 1.1.2010 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Immaterielle Vermögenswerte | (11) | 134.133 | 101.417 | (*) | 91.419 | (*) |
| Sachanlagen | (12) | 537.545 | 449.494 | 386.178 | ||
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | (13) | 13.071 | 26.094 | 27.400 | ||
| Finanzielle Vermögenswerte | (14) | 2.621 | 1.547 | 1.610 | ||
| Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche | (15) | 3.355 | 3.409 | 4.323 | ||
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | (15) | 1.730 | 1.758 | 782 | ||
| Latente Steueransprüche | (9) | 20.991 | 18.749 | 15.164 | ||
| 713.446 | 602.468 | (*) | 526.876 | (*) | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Vorräte | (16) | 216.467 | 138.649 | 101.468 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und | ||||||
| Leistungen | (17) | 187.279 | 138.195 | 106.761 | ||
| Kurzfristige Ertragsteuererstattungsansprüche | (17) | 1.539 | 1.658 | 2.387 | ||
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | (17) | 33.706 | 9.175 | 9.264 | ||
| Zahlungsmittel | (18) | 65.153 | 101.190 | 25.580 | ||
| 504.144 | 388.867 | 245.460 | ||||
| 1.217.590 | 991.335 | (*) | 772.336 | (*) | ||
| Passiva | ||||||
| Anhang | 31.12.2011 | 31.12.2010 | 1.1.2010 | |||
| Eigenkapital | ||||||
| Gezeichnetes Kapital | 63.360 | 63.360 | 57.600 | |||
| Kapitalrücklage | 118.238 | 118.238 | 2.747 | |||
| Gewinnrücklagen | 376.847 | 304.148 | 250.051 | |||
| Übrige Rücklagen | 22.208 | 21.204 | (*) | -5.254 | (*) | |
| Den Aktionären der ElringKlinger AG | ||||||
| zustehendes Eigenkapital | (19) | 580.653 | 506.950 | (*) | 305.144 | (*) |
| Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | (20) | 29.458 | 15.340 | 13.166 | ||
| 610.111 | 522.290 | (*) | 318.310 | (*) | ||
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Rückstellungen für Pensionen | (21) | 79.132 | 66.645 | 61.837 | ||
| Langfristige Rückstellungen | (22) | 7.402 | 10.378 | 6.015 | ||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | (23) | 161.348 | 122.359 | 164.269 | ||
| Latente Steuerschulden | (9) | 44.900 | 34.686 | 31.633 | ||
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | (24) | 21.069 | 34.313 | 37.356 | ||
| 313.851 | 268.381 | 301.110 | ||||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Kurzfristige Rückstellungen | (22) | 15.499 | 10.721 | 10.651 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (24) | 65.019 | 46.405 | 35.712 | ||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | (23) | 126.145 | 76.876 | 56.234 | ||
| Steuerschulden | (9) | 18.546 | 10.440 | 9.051 | ||
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | (24) | 68.419 | 56.222 | 41.268 | ||
| 293.628 | 200.664 | 152.916 | ||||
| 1.217.590 | 991.335 | (*) | 772.336 | (*) |
(*) Vorjahreszahlen angepasst, siehe Erläuterungen im Konzernanhang
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
scroll
| Gezeichnetes Kapital TEUR |
Kapitalrücklage TEUR |
Gewinnrücklagen TEUR |
|
|---|---|---|---|
| Anhang | (19) | (30) | (30) |
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 31.12.2009 / Stand am 01.01.2010 | 57.600 | 2.747 | 250.051 |
| Kapitalerhöhung | 5.760 | 115.491 | |
| Dividendenausschüttung | -11.520 | ||
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | |||
| Gesamtergebnis | 65.617 | ||
| Periodenergebnis | 65.617 | ||
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | |||
| Stand am 31.12.2010 / Stand am 01.01.2011 | 63.360 | 118.238 | 304.148 |
| Kapitalerhöhung | |||
| Dividendenausschüttung | -22.176 | ||
| Änderung des Konsolidierungskreises | |||
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | |||
| Gesamtergebnis | 94.875 | ||
| Periodenergebnis | 94.875 | ||
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | |||
| Stand am 31.12.2011 | 63.360 | 118.238 | 376.847 |
scroll
| Übrige Rücklagen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Gewinnrücklage aus SoRIE / OCI TEUR |
EK-Effekte aus beherrschenden Anteilen TEUR |
Unterschiedsbeträge aus der Währungsum- rechnung TEUR |
IAS 8 Anpassung TEUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anhang | (19) | |||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand am 31.12.2009 / Stand am 01.01.2010 | -1.410 | 0 | -6.079 | 2.235 |
| Kapitalerhöhung | ||||
| Dividendenausschüttung | ||||
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | -946 | |||
| Gesamtergebnis | -2.845 | 22.527 | 7.722 | |
| Periodenergebnis | ||||
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | -2.845 | 22.527 | 7.722 | |
| Stand am 31.12.2010 / Stand am 01.01.2011 | -4.255 | -946 | 16.448 | 9.957 |
| Kapitalerhöhung | ||||
| Dividendenausschüttung | ||||
| Änderung des Konsolidierungskreises | ||||
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | -538 | |||
| Gesamtergebnis | -4.032 | 15.531 | -9.957 | |
| Periodenergebnis | ||||
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | -4.032 | 15.531 | -9.957 | |
| Stand am 31.12.2011 | -8.287 | -1.484 | 31.979 | 0 |
scroll
| Den Aktionären der ElringKlinger AG zustehendes Eigenkapital TEUR |
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital TEUR |
Konzerneigenkapital TEUR |
|
|---|---|---|---|
| Anhang | (20) | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Stand am 31.12.2009 / Stand am 01.01.2010 | 305.144 | 13.166 | 318.310 |
| Kapitalerhöhung | 121.251 | 27 | 121.278 |
| Dividendenausschüttung | -11.520 | -719 | -12.239 |
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | -946 | -667 | -1.613 |
| Gesamtergebnis | 93.021 | 3.533 | 96.554 |
| Periodenergebnis | 65.617 | 2.994 | 68.611 |
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | 27.404 | 539 | 27.943 |
| Stand am 31.12.2010 / Stand am 01.01.2011 | 506.950 | 15.340 | 522.290 |
| Kapitalerhöhung | 0 | 5.548 | 5.548 |
| Dividendenausschüttung | -22.176 | -834 | -23.010 |
| Änderung des Konsolidierungskreises | 0 | 5.915 | 5.915 |
| Kauf von Anteilen berherrschter Gesellsch. | -538 | -16 | -554 |
| Gesamtergebnis | 96.417 | 3.505 | 99.922 |
| Periodenergebnis | 94.875 | 2.717 | 97.592 |
| Direkt im EK erfasste Veränderungen | 1.542 | 788 | 2.330 |
| Stand am 31.12.2011 | 580.653 | 29.458 | 610.111 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
scroll
| Anhang | 2011 TEUR |
2010 TEUR |
||
|---|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 136.632 | 93.970 | ||
| Abschreibungen (abzüglich Zuschreibungen) auf langfristige Vermögenswerte | (11) - (14) | 96.790 | 82.213 | |
| Zinsaufwendungen abzüglich Zinserträge | (8) | 12.069 | 12.746 | |
| Veränderung der Rückstellungen | -8.145 | 2.059 | ||
| Gewinne/Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | -17.519 | 1.576 | ||
| Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -95.888 | -71.627 | (*) | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -17.281 | 26.183 | (*) | |
| Gezahlte Ertragsteuern | (9) | -28.041 | -22.751 | |
| Gezahlte Zinsen | -8.306 | -9.482 | ||
| Erhaltene Zinsen | 67 | 259 | ||
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 4.090 | 11.020 | (*) | |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 74.468 | 126.166 | ||
| Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien | 36.501 | 6.088 | ||
| Einzahlungen aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten | 788 | 565 | ||
| Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | (11) | -8.956 | -6.987 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | (12), (13) | -112.653 | -127.339 | |
| Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte | (14) | -728 | -470 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich Zahlungsmitteln | -62.385 | 0 | ||
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -147.433 | -128.143 | ||
| Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen | 0 | 121.278 | ||
| Einzahlungen aufgrund Kapitalerhöhung durch Minderheitsgesellschafter | 5.548 | 0 | ||
| Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter zum Erwerb von Anteilen | -554 | -1.613 | ||
| Ausschüttungen an Aktionäre und Minderheitsgesellschafter | -23.010 | -12.239 | ||
| Veränderung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten | (23) | 51.684 | -11.693 | (*) |
| Aufnahme langfristiger Finanzverbindlichkeiten | (23) | 41.128 | 2.188 | |
| Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten | (23) | -39.386 | -23.950 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 35.410 | 73.971 | ||
| Zahlungswirksame Veränderung | -37.555 | 71.994 | ||
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel | 1.518 | 3.616 | ||
| Zahlungsmittel am Anfang der Periode | (18) | 101.190 | 25.580 | |
| Zahlungsmittel am Ende der Periode | (18) | 65.153 | 101.190 |
(*) Vorjahreszahlen angepasst, siehe Erläuterungen im Konzernanhang
Konzernanhang
Allgemeine Angaben
Die ElringKlinger AG als Mutterunternehmen des Konzerns ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nr. HRB 361242 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Dettingen/Erms (Deutschland). Die Anschrift lautet ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms. Die Satzung besteht in der Fassung vom 06. Oktober 2010. Die Firma der Gesellschaft lautet ElringKlinger AG.
Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
Der Unternehmensgegenstand der ElringKlinger AG und ihrer Tochtergesellschaften („ElringKlinger-Konzern“) ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von technischen und chemischen Produkten, insbesondere von Dichtungen, Dichtungsmaterialien, Kunststofferzeugnissen und Baugruppen für die Fahrzeug- und allgemeine Industrien. Die Gesellschaft bietet darüber hinaus mit der Technologie ihrer Erzeugnisse in Beziehung stehende Dienstleistungen an. Des Weiteren gehören zum Unternehmensgegenstand die Verwaltung und Verwertung von Grundeigentum.
Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der ElringKlinger AG zum 31. Dezember 2011 wird in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Es wurden alle für das Geschäftsjahr 2011 zwingend anzuwendenden IFRS und IFRICs berücksichtigt.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren angewendet. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst.
Folgende Rechnungslegungsvorschriften beziehungsweise Ergänzungen bestehender Vorschriften waren erstmals verpflichtend für das Geschäftsjahr 2011 anzuwenden, haben jedoch keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in 2011:
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung Einstufung von Bezugsrechten
Der überarbeitete IAS 32 stellt klar, dass Bezugsrechte, Optionen oder Optionsscheine auf eine feste Anzahl eigener Anteile in einer anderen Währung als seiner funktionalen Währung, als Eigenkapital auszuweisen sind, solange diese anteilig allen bestehenden Anteilseigern derselben Klassen gewährt werden. Die Änderung ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen.
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS
Mit den Änderungen des IFRS 1 werden nun Erstanwendern die gleichen Übergangsvorschriften gewährt, die durch die Änderungen des IFRS 7 auch den Erstellern gewährt wurden, die bereits IFRS anwenden. Die Änderungen treten für Geschäftsjahre die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen in Kraft.
IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Mit der Überarbeitung des IAS 24 wurden die Definitionen eines nahestehenden Unternehmens und einer nahe stehenden Person grundlegend überarbeitet sowie der Umfang der anzugebenden Transaktion mit nahestehenden Personen in Bezug auf schwebende Geschäfte erweitert. Weiterhin wurde eine Erleichterungsvorschrift für Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen, eingeführt. Der überarbeitete Standard tritt für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen.
IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen
Die Änderung des IFRIC 14 ist in den seltenen Fällen relevant, in denen ein Unternehmen Mindestdotierungsvorschriften unterliegt und Beitragsvorauszahlungen leistet, um diese Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Änderung erlaubt, den Unternehmen in diesen Fällen den Vorteil aus einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert zu erfassen. Die Änderung Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestfinanzierungsvorschriften tritt verpflichtend zum 1. Januar 2011 in Kraft.
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente
Durch IFRIC 19 werden Leitlinien bereitgestellt, für die Bilanzierung von Eigenkapitalinstrumenten, die ein Schuldner nach der Neuaushandlung der Konditionen einer finanziellen Verbindlichkeit zu deren vollständiger oder teilweiser Tilgung ausgibt. Die Interpretation tritt für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen.
Folgende bereits veröffentlichte Standards, die aber für das Geschäftsjahr 2011 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind, werden von der ElringKlinger noch nicht angewendet:
IFRS 9 Finanzinstrumente
Mit dem IFRS 9 soll die Komplexität des bisherigen IAS 39 reduziert werden um so die Bilanzierung von Finanzinstrumenten zu vereinfachen und transparenter zu gestalten. So sieht der IFRS 9 zum Beispiel künftig nur noch zwei Bewertungskategorien für die Bilanzierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte vor: die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
(fair value). Der IFRS 9 ist erstmals in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen.
IAS 27 Separate Abschlüsse
IAS 27 wurde in Separate Abschlüsse geändert und betrifft nun lediglich Einzelabschlüsse. Die zuvor in IAS 27 enthaltenen Vorschriften bezüglich der Definition von control sind nun in IFRS 10 Konzernabschlüsse enthalten. Laut IASB ist der überarbeitete IAS 27 auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
Der IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures ersetzt die Vorgängerversion Anteile an assoziierten Unternehmen. Mit der Verabschiedung von IFRS 11 und IFRS 12 wurde der Regelungsbereich des IAS 28 – neben den assoziierten Unternehmen – auch auf die Anwender der Equity-Methode auf Gemeinschaftsunternehmen ausgeweitet. Laut IASB ist der IAS 28 auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen.
IFRS 10 Konzernabschlüsse
Mit den IFRS 10, 11 und 12 werden neue Standards für Konzernabschlüsse bereitgestellt. Die neuen Standards sind nach IASB auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, für frühere Berichtsjahre ist der IAS 27 Konzern- und separate Abschlüsse anzuwenden. Ziel des IFRS 10 ist es, für alle Unternehmen einen einheitlichen Begriff für Beherrschung zu definieren. Der Standard stellt hierfür Anwendungsleitlinien zur Verfügung.
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen
Der Standard ersetzt den IAS 31 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen. Mit IFRS 11 wird das bisherige Wahlrecht zur Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen aufgehoben.
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen
IFRS 12 ist eine Zusammenfassung aller Anhangangaben für konsolidierte Unternehmen und Beteiligungen, gemeinsame Vereinbarungen, assoziierte Unternehmen und Joint Ventures und nicht-konsolidierte Zweckgesellschaften. Vor allem für nicht-konsolidierte Zweckgesellschaften sieht der neue Standard umfangreiche Angabepflichten vor.
IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts
IFRS 13 regelt einheitlich die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für alle IFRS-Standards. IFRS 13 findet dann Anwendung, wenn ein anderer IFRS eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorschreibt oder gestattet oder Angaben über die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verlangt werden. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen anzuwenden.
IAS19 Leistungen an Arbeitnehmer
Mit den Änderungen des IAS 19 werden neue Vorschriften zur Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer eingeführt. Die vorgenommenen Anpassungen reichen von grundlegenden Änderungen, beispielsweise bezüglich der Abschaffung der Korridormethode, welche der Glättung der aus den Pensionsverpflichtungen resultierenden Volatilitäten im Zeitablauf diente, der Definition und Erfassung von „termination benefits“ sowie der Ermittlung des erwarteten Ertrags aus Planvermögen bis hin zu bloßen Klarstellungen und Umformulierungen. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen anzuwenden.
Folgende bereits veröffentlichte Standards, die für das Geschäftsjahr 2011 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind, werden für ElringKlinger voraussichtlich keine Auswirkungen haben:
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben
Die Änderung von IFRS 7 bringt Erweiterungen der Angabepflichten beim Transfer finanzieller Vermögenswerte. Betroffen sind zum Beispiel der Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder so genannte Asset-Backed-Securities-Transaktionen. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen anzuwenden.
IFRS 1 Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fester Anwendungszeitpunkte für erstmalige Anwender
Durch die Änderung des IFRS wird zum einen der Verweis auf den festen Umstellungszeitpunkt „1. Januar 2004“ durch „Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS“ ersetzt. Zum anderen werden nun Anwendungsleitlinien vorgegeben, wie bei der Darstellung von IFRS-konformen Abschlüssen vorzugehen ist, sollte ein Unternehmen für einige Zeit die IFRS-Vorschriften nicht einhalten können, weil seine funktionale Währung starker Hochinflation unterlag. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen anzuwenden.
IAS 12 Latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte
Mit der Änderung des IAS 12 wird eine Vereinfachungsregelung bei der Behandlung temporärer steuerlicher Differenzen in Zusammenhang mit der Anwendung des Zeitwertmodells von IAS 40 eingeführt. Demnach wird widerlegbar vermutet, dass für die Bemessung der latenten Steuern bei Immobilien, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, grundsätzlich eine Realisierung des Buchwerts durch Veräußerung ausschlaggebend ist. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen anzuwenden.
IAS 1 Darstellung des Abschlusses
Durch den IAS 1 kommt es zu einer Änderung der Gruppierung der Posten im sonstigen Ergebnis. So sind nun die Positionen, die später in das Periodenergebnis umgegliedert werden könnten, getrennt darzustellen von den Positionen, die nicht umgegliedert werden. Dadurch wird den Abschlussadressaten ein besseres Verständnis über die Auswirkungen der Einzelpositionen des sonstigen Ergebnisses auf das künftige Periodenergebnis ermöglicht. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen anzuwenden.
IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebs im Tagebau
IFRIC 20 regelt die Behandlung der Kosten, die bei der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebes im Tagebau anfallen.
IAS 32 Finanzinstrumente: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten und IFRS 7 Angaben
Die Änderungen von IAS 32 und IFRS 7 wurden im Dezember 2011 veröffentlicht und sind erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2013 bzw. 1. Januar 2014 beginnt. Mit den Änderungen sollen bestehende Inkonsistenzen über eine Ergänzung der Anwendungsrichtlinien beseitigt werden. Die bestehenden grundlegenden Bestimmungen zur Saldierung von Finanzinstrumenten werden jedoch beibehalten. Mit deren Änderungen werden darüber hinaus ergänzende Angaben definiert.
Die Änderungen werden keine Auswirkungen auf die vom Konzern angewandten Rechnungslegungsmethoden haben, jedoch weitere Angaben nach sich ziehen.
IFRS 7 und IFRS 9 Verpflichtender Anwendungszeitpunkt und Angaben zum Übergang
Der IASB hat die Änderung "Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung und Angaben zum Übergang" herausgegeben, mit denen der Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 9 auf Geschäftsjahre geändert wird, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen. Ferner wurden die Erleichterungsvorschriften hinsichtlich Vergleichszahlen und damit zusammenhängende Angaben in IFRS 7 geändert. Die Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Januar 2015 beginnen – EU-Endorsement vorausgesetzt.
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss der ElringKlinger AG zum 31. Dezember 2011 sind neben der ElringKlinger AG die Jahresabschlüsse von sieben (2010: 4) inländischen und 26 (2010: 20) ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, an denen die ElringKlinger AG unmittelbar oder mittelbar mehr als 50% der Anteile hält oder aus anderen Gründen die Möglichkeit hat, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beherrschen (Control-Verhältnis). Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem das Control-Verhältnis besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.
Die zwei Joint-Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd., Changwon, Südkorea, und die ElringKlinger Marusan Corporation, Tokio, Japan, mit ihren beiden Tochtergesellschaften, sind in den Konzernabschluss gemäß IAS 31 durch Quotenkonsolidierung einbezogen. Bei der Quotenkonsolidierung werden sämtliche Aktiva und Passiva, Aufwendungen und Erträge der Joint Ventures in Höhe des Beteiligungsanteils (50 %) in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Geschäftstätigkeit der ElringKlinger Korea Co. Ltd. betrifft die Herstellung und den Vertrieb von Zylinderkopfdichtungen und Spezialdichtungen sowie Kunststoffhauben. Der Geschäftszweck der ElringKlinger Marusan Corporation ist die Herstellung und der Vertrieb von Kunststoffhauben und Zylinderkopfdichtungen.
Aufgrund der Anteilsquote an Gemeinschaftsunternehmen sind dem Konzern folgende Werte zuzurechnen:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 12.299 | 12.412 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 27.466 | 23.954 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 1.457 | 1.681 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 8.954 | 8.599 |
| Erträge | 33.157 | 30.765 |
| Aufwendungen | 31.670 | 29.257 |
Eine Übersicht über die 33 einbezogenen Unternehmen und die vier Joint Ventures ist auf der Folgeseite dargestellt.
Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2011 und Konsolidierungskreis
scroll
| Name der Gesellschaft | Sitz | Kapitalanteil in % |
|---|---|---|
| Mutterunternehmen | ||
| ElringKlinger AG1) | Dettingen/Erms | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen (im Konzernabschluss vollkonsolidiert) | ||
| Inland | ||
| Gedächtnisstiftung KARL MÜLLER BELEGSCHAFTSHILFE GmbH | Dettingen/Erms | 100,00 |
| Elring Klinger Motortechnik GmbH | Idstein | 92,86 |
| ElringKlinger Logistic Service GmbH | Rottenburg /Neckar | 96,00 |
| ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH | Bietigheim-Bissingen | 74,50 |
| Hug Engineering GmbH2) | Magdeburg | 66,67 |
| Hummel-Formen GmbH | Lenningen | 90,00 |
| Hummel-Formen Kunststofftechnik GmbH3) | Lenningen | 90,00 |
| Ausland | ||
| ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG | Sevelen (Schweiz) | 100,00 |
| Hug Engineering AG | Elsau (Schweiz) | 66,67 |
| Elring Klinger (Great Britain) Ltd. | Redcar (Großbritannien) | 100,00 |
| Oigra Meillor s.r.l. | Settimo Torinese (Italien) | 100,00 |
| Hug Engineering S.p.A.2) | Mailand (Italien) | 33,42 |
| Technik-Park Heliport Kft. | Kecskemét-Kádafalva (Ungarn) | 100,00 |
| Elring Parts Ltd. | Gateshead (Großbritannien) | 90,00 |
| Elring Klinger, S.A.U. | Reus (Spanien) | 100,00 |
| ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş. | Bursa (Türkei) | 100,00 |
| ElringKlinger Meillor SAS | Nantiat (Frankreich) | 100,00 |
| Codinox Beheer B.V.2) | Enschede (Niederlande) | 6,67 |
| HURO Supermold S.R.L.3) | Timisoara (Rumänien) | 76,50 |
| HURO Invest S.R.L.3) | Timisoara (Rumänien) | 90,00 |
| ElringKlinger Canada, Inc. | Leamington (Kanada) | 100,00 |
| ElringKlinger North America, Inc. | Plymouth/Michigan (USA) | 100,00 |
| Elring of North America, Inc. | Branchburg/New Jersey (USA) | 100,00 |
| ElringKlinger USA, Inc. | Buford (USA) | 100,00 |
| Hug Engineering Inc.2) | Austin (USA) | 66,67 |
| Elring Klinger México, S.A. de C.V. | Toluca (Mexiko) | 100,00 |
| EKASER, S.A. de C.V. | Toluca (Mexiko) | 100,00 |
| Elring Klinger do Brasil Ltda. | Piracicaba (Brasilien) | 100,00 |
| Elring Gaskets (Pty) Ltd. | Johannesburg (Südafrika) | 51,00 |
| ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. | Ranjangaon (Indien) | 100,00 |
| Changchun ElringKlinger Ltd. | Changchun (China) | 88,00 |
| ElringKlinger China, Ltd. | Suzhou (China) | 100,00 |
| ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co., Ltd.4) | Qingdao (China) | 74,50 |
| Anteile an Joint Ventures (in den Konzernabschluss mittels Quotenkonsolidierung einbezogen) | ||
| Ausland | ||
| ElringKlinger Korea Co., Ltd. | Changwon (Südkorea) | 50,00 |
| ElringKlinger Marusan Corporation | Tokio (Japan) | 50,00 |
| Taiyo Jushi Kakoh Co., Ltd.5) | Tokio (Japan) | 50,00 |
| Marusan Kogyo Co., Ltd.5) | Tokio (Japan) | 23,45 |
1) Die ElringKlinger AG erstellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis an einzubeziehenden Tochterunternehmen
2) Tochtergesellschaft der HUG Engineering AG
3) Tochtergesellschaft der Hummel-Formen GmbH
4) Tochtergesellschaft der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH
5) Tochtergesellschaft der ElringKlinger Marusan Corporation
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
Die ElringKlinger AG erwarb am 17. Oktober 2011 10 % der bisher von Minderheiten gehaltenen Anteile der Tochtergesellschaft ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.S und hält seither 100 % der Anteile. Der Erwerbspreis betrug TEUR 400. Die Nebenkosten beliefen sich auf TEUR 38 und sind in den Verwaltungskosten enthalten. Nach Auflösung der ausstehenden Einlagen wurde der verbleibende Betrag von TEUR 319 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Unternehmenszukäufe
Freudenberg
Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 hat die ElringKlinger AG den Erwerb des Geschäftes mit statischen Flachdichtungen der Freudenberg & Co. KG, Weinheim, vollzogen. Zur Übernahme gehören 100 % der Anteile der Burgmann Automotive GmbH, Eurasburg, Deutschland und der Oigra Meillor s.r.l., Turin, Italien, sowie der Bereich der statischen Flachdichtungen der Freudenberg-Meillor SAS, Nantiat, Frankreich, der in die neu gegründete Metallic Gaskets Nantiat SAS, Nantiat, Frankreich, eingebracht wurde. In 2011 wurde diese Gesellschaft in ElringKlinger Meillor SAS umfirmiert. Im Zuge der Übernahme wurde die Burgmann Automotive GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2011 auf die ElringKlinger AG verschmolzen. Neben den drei Gesellschaften wurden ein Grundstück und mehrere Patente erworben.
Für den Unternehmenserwerb wurde ein Kaufpreis in Höhe von TEUR 34.488 vereinbart. Die Nebenkosten des Unternehmenserwerbs beliefen sich bis zum Berichtszeitpunkt auf TEUR 435 und wurden in den Verwaltungskosten erfasst.
Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von TEUR 5.152 wurde vor allem für die positiven Ertragsaussichten sowie die erwarteten Synergien aus der Integration in den ElringKlinger-Konzern bezahlt.
Die Akquisition der drei Gesellschaften hat in 2011 zum Umsatz des ElringKlinger-Konzerns mit TEUR 52.967 beigetragen und das Ergebnis vor Steuern mit TEUR -2.468 belastet.
Es wird nicht erwartet, dass ein Teil des erfassten Geschäfts- oder Firmenwertes für ertragsteuerliche Zwecke abzugsfähig ist.
Der Erwerb hatte zum Erwerbszeitpunkt die folgenden Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns:
scroll
| TEUR | beizulegender Zeitwert |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 2.227 |
| Sachanlagen | 26.505 |
| Latente Steueransprüche | 2.329 |
| Vorräte | 8.022 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 10.936 |
| Sonstige Vermögenswerte | 1.515 |
| Zahlungsmittel | 51 |
| Rückstellungen | -7.291 |
| Latente Steuerschulden | -817 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -14.141 |
| Netto-Vermögenswert | 29.336 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 5.152 |
| Kaufpreis | 34.488 |
Im Rahmen des Erwerbsvorgangs wurden keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 6 vorgenommen.
Hug Gruppe
Mit Wirkung zum 1. Mai 2011 hat die ElringKlinger AG 66,67% der Anteile an der Hug Holding AG, Elsau, Schweiz, übernommen. In 2011 wurde diese Gesellschaft in Hug Engineering AG umfirmiert. Das Kerngeschäft der Hug besteht aus der Entwicklung, dem Engineering und der Produktion von Abgasreinigungsanlagen zur katalytischen Abgasnachbehandlung sowie Dieselpartikelfilter für stationäre und mobile Anwendungen.
Für den Unternehmenserwerb wurde ein Kaufpreis in Höhe von TCHF 21.667 (TEUR 16.835) vereinbart. Die Nebenkosten des Unternehmenserwerbs beliefen sich auf TEUR 154 und wurden in den Verwaltungskosten erfasst. Des Weiteren wurde im Rahmen des Kaufvertrages eine Kapitalerhöhung in Höhe von TCHF 20.000 (TEUR 15.540) vereinbart, von der die ElringKlinger AG TCHF 13.333 (TEUR 10.360) übernommen hat. Zum 31. Dezember 2011 bestand eine Verbindlichkeit aus dem Kaufpreis von TEUR 1.817.
Der aus dem Erwerb resultierende Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von TEUR 5.398 wurde vor allem für die positiven Ertragsaussichten bezahlt.
Die Akquisition hat zum Umsatz des ElringKlinger-Konzerns mit TEUR 29.053 beigetragen und das Ergebnis vor Steuern mit TEUR -2.404 belastet.
Wäre die Akquisition schon zum 1. Januar 2011 vollzogen worden, schätzt das Management den konsolidierten Umsatz auf TEUR 40.000 und das konsolidierte Ergebnis vor Steuer auf TEUR -3.500.
Es wird nicht erwartet, dass ein Teil des erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts für ertragsteuerliche Zwecke abzugsfähig ist.
Der Erwerb hatte zum Erwerbszeitpunkt die folgenden Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns:
scroll
| TEUR | beizulegender Zeitwert |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 7.578 |
| Sachanlagen | 25.788 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 214 |
| Latente Steueransprüche | 1.933 |
| Vorräte | 16.041 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 7.347 |
| Sonstige Vermögenswerte | 2.742 |
| Zahlungsmittel | 2.116 |
| Rückstellungen | -3.571 |
| Latente Steuerschulden | -3.690 |
| Verbindlichkeiten | -39.074 |
| Netto-Vermögenswert | 17.424 |
| Nicht beherrschende Anteile am Kapital | -5.987 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 5.398 |
| Kaufpreis | 16.835 |
Im Rahmen des Erwerbsvorgangs wurden keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert.
Der beizulegende Zeitwert von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich auf TEUR 7.347. Der Bruttobetrag der fälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich auf TEUR 7.759, von denen erwartet wird, dass TEUR 412 uneinbringlich sind.
Hummel
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 hat die ElringKlinger AG rechtlich 90 % der Anteile an der Hummel Gruppe mit Sitz in Lenningen übernommen. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung werden der ElringKlinger AG bereits 100% der Anteile zugerechnet. Für den Erwerb der verbleibenden 10% wurde zum 1. Oktober 2011 eine Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 1.576 gebildet. Die Verbindlichkeit wird zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektiv-Zins-Methode bewertet und beträgt zum 31. Dezember 2011 TEUR 1.580. Zur Hummel-Gruppe gehören neben der Hummel-Formen GmbH und der Hummel-Formen Kunststofftechnik GmbH auch zwei Tochtergesellschaften in Rumänien. Mit dem Zukauf verstärkt ElringKlinger die Kompetenzen in der Werkzeugtechnologie und baut das Know-how im Bereich Leichtbau aus, insbesondere bei der Verarbeitung von Faserverbundwerkstoffen.
Für den Unternehmenserwerb (100 %) wurde ein Kaufpreis in Höhe von TEUR 17.720 vereinbart. Die Nebenkosten des Unternehmenserwerbs beliefen sich auf TEUR 143 und wurden in den Verwaltungskosten erfasst.
Die Akquisition hat zum Umsatz des ElringKlinger-Konzerns mit TEUR 1.582 beigetragen und das Ergebnis vor Steuern mit TEUR -122 belastet.
Wäre die Akquisition schon zum 1. Januar 2011 vollzogen worden, schätzt das Management den konsolidierten Umsatz auf TEUR 13.500 und das konsolidierte Ergebnis vor Steuer auf TEUR 550.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 23 vorgenommen.
Es wird nicht erwartet, dass ein Teil des erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts für ertragsteuerliche Zwecke abzugsfähig ist.
Im Rahmen des Erwerbsvorgangs wurden keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert.
Der Erwerb hatte zum Erwerbszeitpunkt die folgenden Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns:
scroll
| TEUR | beizulegender Zeitwert |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.503 |
| Sachanlagen | 15.455 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 928 |
| Latente Steueransprüche | 106 |
| Vorräte | 3.907 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.010 |
| Sonstige Vermögenswerte | 1.947 |
| Zahlungsmittel | 140 |
| Rückstellungen | -1.778 |
| Latente Steuerschulden | -2.066 |
| Verbindlichkeiten | -12.771 |
| Netto-Vermögenswert | 9.381 |
| Nicht beherrschende Anteile am Kapital | 71 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 8.268 |
| Kaufpreis | 17.720 |
Abgänge
Die ElringKlinger AG veräußerte mit Wirkung zum 30. September 2011 Grundstücke und Gebäude des Gewerbeparks Ludwigsburg zu einem Verkaufspreis von 34,0 Mio. Euro. Der Buchwert zum Veräußerungszeitpunkt betrug 11,3 Mio. Euro. Der realisierte Ertrag vor Steuern in Höhe von 22,7 Mio. Euro ist in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten und dem Segment Gewerbeparks zugeordnet. Mit dem Verkauf des Gewerbeparks setzt die ElringKlinger AG ihren Schwerpunkt verstärkt auf das Kerngeschäft.
Anpassung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Schätzungsänd e rungen
Nach Überprüfung der Zuordnung von Aufwendungen auf die Funktionskosten, hat ElringKlinger in der Gewinn- und Verlustrechnung die Vorjahres-Vergleichswerte für Umsatzkosten, Entwicklungskosten und Verwaltungskosten angepasst. Die korrekte Zuordnung der Aufwendungen führt zu einer Erhöhung der Umsatzkosten um TEUR 890 und der Verwaltungskosten um TEUR 2.218 und einer korrespondierenden Reduktion der Entwicklungskosten. Weitere Auswirkungen, insbesondere auf das Periodenergebnis, haben sich hierdurch nicht ergeben.
Die Geschäfts- und Firmenwerte bei drei ausländischen Tochtergesellschaften wurden bei der Fremdwährungsumrechnung in den Vorjahren fälschlicherweise nicht zum Stichtagskurs entsprechend IAS 21.47 umgerechnet. Zum 31. Dezember 2011 wurde die Fremdwährungsumrechnung gemäß IAS 8.41 zum Stichtagskurs durchgeführt und rückwirkend angepasst. Dies führte zu einer Erhöhung der Geschäfts- und Firmenwerte, des Eigenkapitals bzw. der Gesamtergebnisrechnung. Die Korrektur wird zum 1. Januar 2010 als separate Zeile im Eigenkapitalspiegel dargestellt. In der Bilanz führt dies zur Anpassung folgender Posten:
scroll
| TEUR | 31.12.2010 | 1.1.2010 |
|---|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwert | 9.957 | 2.235 |
| Übrige Rücklagen | 9.957 | 2.235 |
| Den Aktionären der ErlingKlinger AG zustehendes Eigenkapital | 9.957 | 2.235 |
Die übrigen Angaben sind von der Bilanzänderung nicht betroffen.
Die Anpassung der Bewertung hat keine Auswirkungen auf das Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert).
Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung enthaltenen unrealisierten Währungseffekte, die fälschlicherweise im Cashflow der Finanzierungstätigkeit erfasst waren, wurden nun gemäß IAS 7.20 (b) im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit erfasst bzw. bereinigt. Dadurch erhöhte sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in 2010 um TEUR 10.011. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde das Vorjahr angepasst.
Die Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften wurden im Vorjahr auf Basis der Dreijahresplanung ermittelt. Für das Geschäftsjahr 2011 und zukünftig wird als Basis zur Ermittlung der Drohverlustrückstellungen wieder der zum Jahresende vorliegende Auftragsbestand herangezogen und der Rückstellungsbedarf entsprechend ermittelt. Bei Zugrundelegung der Ermittlung gemäß Dreijahresplanung wäre ein zusätzlicher fiktiver Verpflichtungsumfang von TEUR 6.048 entstanden.
Aufgrund der veränderten Auslegung von Lieferverträgen erwerben die Kunden in der Mehrzahl der Fälle das wirtschaftliche Eigentum an den Werkzeugen. Damit ist für die betroffenen Werkzeuge die Voraussetzung für die Aktivierung in den langfristigen Vermögenswerten nicht mehr gegeben. Die Werkzeuge werden bis zum Übergang des wirtschaftlichen Eigentums als Vorräte bilanziert.
Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Konzernabschluss wurde nach dem Prinzip der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt mit Ausnahme der nach IFRS zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden.
Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewendet wurden, dargestellt:
Konsolidierungsmethoden
Die Vermögenswerte und Schulden der in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen werden nach den für den ElringKlinger-Konzern geltenden einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt und bewertet.
Beim Unternehmenserwerb sind die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Tochterunternehmen mit ihrem beizulegenden Wert zum Erwerbszeitpunkt zu bewerten. Soweit der Kaufpreis der Anteile die identifizierten, zum Zeitwert zu bewertenden Vermögenswerte und Schulden übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Im Falle eines negativen Unterschiedsbetrags erfolgt eine erneute Bewertung der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie eine erneute Bemessung der Anschaffungskosten. Ein danach verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam erfasst.
Aufgedeckte stille Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern es wird jährlich eine Wertminderungsprüfung durchgeführt.
Werden zusätzliche Anteile an einer bereits voll konsolidierten Tochtergesellschaft erworben, so wird die Differenz aus Kaufpreis und nicht beherrschenden Anteilen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die auf konzernfremde Gesellschafter entfallenden Anteile am Eigenkapital von Tochterunternehmen sind innerhalb des Eigenkapitals des Konzerns als gesonderter Posten ausgewiesen.
Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden vom effektiven Erwerbszeitpunkt an oder bis zum effektiven Abgangszeitpunkt in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen.
Das Geschäftsjahr der einbezogenen Unternehmen, mit Ausnahme der indischen Tochtergesellschaft, entspricht dem Geschäftsjahr des Mutterunternehmens. Bei abweichenden Geschäftsjahren werden Zwischenabschlüsse auf den Bilanzstichtag des Mutterunternehmens erstellt.
Alle Forderungen, Verbindlichkeiten, Umsätze, sonstigen Erträge und Aufwendungen innerhalb des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Aufgelaufene Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen sind bei den Vorräten bzw. bei langfristigen Vermögenswerten abgesetzt.
Währungsumrechnung
Die Berichtswährung des ElringKlinger-Konzerns ist der Euro.
Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der ElringKlinger AG und der einbezogenen Unternehmen mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung mit dem Stichtagskurs bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.
Die Abschlüsse der ausländischen Unternehmen werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Da sowohl die Tochterunternehmen als auch die Joint Ventures ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist die funktionale Währung identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden die Aufwendungen und Erträge aus Abschlüssen von einbezogenen Gesellschaften, die in Fremdwährung aufgestellt sind, vereinfachend zum Jahresdurchschnittskurs, der aus Tageskursen ermittelt wird, umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Währungsdifferenzen werden erfolgsneutral behandelt und als gesonderte Posten im Eigenkapital ausgewiesen. Bei Abgang eines einbezogenen Unternehmens werden kumulierte Währungsdifferenzen als Teil des Veräußerungsgewinns bzw. -verlusts erfasst.
Die folgende Tabelle stellt die bei der Umrechnung verwendeten Kurse dar:
scroll
| Währung | Kürzel | Stichtagskurs 31.12.2011 | Stichtagskurs 31.12.2010 | Durchschnitts-Kurs 2011 | Durchschnittskurs 2010 |
|---|---|---|---|---|---|
| US-Dollar (USA) | USD | 1,29320 | 1,33800 | 1,39887 | 1,32091 |
| Pfund (Großbritannien) | GBP | 0,83670 | 0,86250 | 0,87124 | 0,85601 |
| Franken (Schweiz) | CHF | 1,21650 | 1,25250 | 1,23198 | 1,36998 |
| Kanadischer Dollar (Kanada) | CAD | 1,31920 | 1,33700 | 1,38082 | 1,36522 |
| Real (Brasilien) | BRL | 2,41370 | 2,22110 | 2,33703 | 2,32703 |
| Peso (Mexiko) | MXN | 18,07250 | 16,59260 | 17,43407 | 16,69878 |
| RMB (China) | CNY | 8,14350 | 8,82050 | 9,02397 | 8,92888 |
| WON (Südkorea) | KRW | 1.499,59000 | 1.500,89000 | 1.542,59167 | 1.528,50083 |
| Rand (Südafrika) | ZAR | 10,47630 | 8,88490 | 10,15627 | 9,65535 |
| Yen (Japan) | JPY | 100,07000 | 108,80000 | 111,32833 | 115,29333 |
| Forint (Ungarn) | HUF | 312,82000 | 277,84000 | 280,84250 | 276,38500 |
| Türkische Lira | TRY | 2,44600 | 2,06610 | 2,35696 | 1,99815 |
| Leu (Rumänien) | RON | 4,33090 | 4,28370 | 4,23938 | 4,21751 |
| Indische Rupie | INR | 68,58550 | 59,82760 | 65,47647 | 60,23459 |
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Geschäfts- oder Firmenwert
Geschäfts- oder Firmenwerte bestehen in folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (= Segmenten):
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Erstausrüstung | 98.841 | 78.511 | (*) |
| Kunststofftechnik | 4.816 | 4.816 | |
| Ersatzteile | 1.658 | 1.604 | |
| Gesamt | 105.315 | 84.931 |
(*) Vorjahreszahlen angepasst
Geschäfts- oder Firmenwerte werden aktiviert und einem jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstest unterzogen. Ist die Werthaltigkeit nicht mehr gegeben, wird eine Wertminderung vorgenommen. Anderenfalls wird der Wertansatz gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten werden nicht rückgängig gemacht, auch wenn eine Wertminderung nicht mehr vorliegt.
ElringKlinger führt mindestens jährlich eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Die regelmäßige jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt zum Stichtag 31. Dezember. Dabei wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren Buchwert gegenübergestellt. Als erzielbarer Betrag wird der Nutzungswert herangezogen.
Die Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit werden durch Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme bestimmt. Der Ermittlung liegen die folgenden wesentlichen Annahmen zugrunde:
Über einen Prognosezeitraum von fünf Jahren erfolgt eine detaillierte Planung der Cashflows für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Nachfolgende Perioden werden durch den Ansatz einer ewigen Rente, die auf Basis des Durchschnitts der Planjahre 2012 bis 2016 bestimmt wird, berücksichtigt.
Die Planung basiert auf Erwartungen bezüglich der zukünftigen Marktentwicklung unter Berücksichtigung der bisherigen Geschäftsentwicklung. Wesentliche Annahmen betreffen die Umsatzentwicklung und das Ergebnis nach Steuern.
Als Abzinsungssatz wurde zum 31. Dezember 2011 ein Kapitalkostensatz (WACC) vor Steuern von 10,58 % (2010: 11,06) verwendet. Der Kapitalkostensatz ergibt sich aus dem Basiszins für risikolose Anleihen (20-jährige Industrieanleihen), der Marktrisikoprämie und dem Beta-Faktor. Der Betafaktor stellt das individuelle Risiko einer Aktie im Vergleich zu einem Marktindex dar. Er wird als Durchschnittswert der Vergleichsunternehmen (Peer Group) ermittelt. Der Renditezuschlag für die Fremdkapitalkosten ("Credit Spread") als Aufschlag auf den risikolosen Basiszins wurde aus dem Rating einer Vergleichs-Gruppe ("Peer Group") abgeleitet.
Für die Ermittlung des Endwerts ("Terminal Value") wurde, wie im Vorjahr, der Abzinsungssatz ohne Ansatz eines Wachstumsabschlags verwendet.
Aus der zum 31. Dezember 2011 durchgeführten Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte ergab sich kein Abwertungsbedarf. Wenn ein um 1% höherer bzw. niedriger Kapitalkostensatz angenommen wird, ergibt sich hieraus auch kein Abwertungsbedarf.
Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenskäufen vor dem 1. April 2004 sind im Wesentlichen aktiviert und im Übrigen mit Rücklagen verrechnet worden. Beim Abgang eines einbezogenen Unternehmens wird ein diesbezüglich aktivierter Geschäfts- oder Firmenwert in die Ermittlung des Entkonsolidierungserfolgs einbezogen. Dagegen bleibt der mit Rücklagen verrechnete Geschäfts- oder Firmenwert bei der Bestimmung des Veräußerungsgewinns oder -verlusts außer Betracht.
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, im Wesentlichen Patente, Lizenzen und Software, werden zu Anschaffungskosten aktiviert.
Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, werden aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden sein wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können, sowie eine technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit als auch die Fähigkeit und Absicht der Vermarktung sichergestellt ist. Die Herstellungskosten selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger direkt zurechenbarer Gemeinkosten ermittelt.
Sämtliche immaterielle Vermögenswerte im Konzern haben – mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte – bestimmbare Nutzungsdauern und werden entsprechend dieser Nutzungsdauern planmäßig linear abgeschrieben. Patente, Lizenzen sowie Software haben in der Regel Nutzungsdauern von 10 Jahren. Die aktivierten Entwicklungskosten sowie einfache Standardsoftware haben Nutzungsdauern von 5 Jahren. Sofern die tatsächliche Nutzungsdauer wesentlich länger oder kürzer als 10 bzw. 5 Jahre ist, ist die tatsächliche Nutzungsdauer angesetzt.
Sachanlagen
Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden als Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibungen sowie gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen, bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger Gemeinkosten ermittelt. Die alternativ zulässige Neubewertungsmethode wird nicht angewendet.
Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde:
scroll
| Klasse der Sachanlagen | Jahre |
|---|---|
| Bauten | 15 bis 40 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 12 bis 15 |
| Erzeugnisbezogene Werkzeuge | 3 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5 bis 15 |
Die Nutzungsdauern sowie die Abschreibungsmethoden und Restbuchwerte werden periodisch überprüft, um zu gewährleisten, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern im Einklang stehen.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibungen bewertet. Sie sind unter den langfristigen Vermögenswerten gesondert ausgewiesen.
Die Nutzungsdauern der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen bei Gebäuden 40 Jahre und bei Außenanlagen 20 Jahre.
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten außer G e schäfts- oder Firmenwert
An jedem Bilanzstichtag werden Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beim Vorliegen der auf eine Wertminderung hinweisenden Anhaltspunkte einem Wertminderungstest nach IAS 36 unterzogen. Wenn der Buchwert eines Vermögenswertes über seinem erzielbaren Betrag liegt, wird eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden folgenden Werte: der Nettoveräußerungswert abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten oder der Nutzungswert. Wenn der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht ermittelt werden kann, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags auf Ebene der nächsthöheren zahlungsmittelgenerierenden Einheit.
Wertaufholungen werden höchstens bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen, falls der erzielbare Betrag den Buchwert in folgenden Perioden übersteigt.
Wertminderungen und Wertaufholungen werden erfolgswirksam erfasst.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument gemäß IAS 39 ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.
Originäre Finanzinstrumente
Die im Konzern gehaltenen Finanzinstrumente werden in die folgenden Kategorien eingeteilt:
| ― | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
| ― | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
| ― | Kredite und Forderungen |
| ― | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
| ― | Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen |
| ― | Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, die mittels der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. |
Die Kategorisierung der Finanzinstrumente erfolgt zum Zeitpunkt des Erwerbs auf Basis des beabsichtigten Verwendungszwecks.
Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen und zu Handelszwecken gehaltene derivative finanzielle Vermögenswerte.
Unter die finanziellen Verbindlichkeiten fallen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.
Finanzielle Vermögenswerte
Derivate werden am Handelstag, alle anderen marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten am Erfüllungstag, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst.
Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei werden bei allen Finanzinvestitionen, die nicht als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ kategorisiert sind, dem Erwerb direkt zurechenbare Transaktionskosten berücksichtigt.
Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet wurden, werden zu jedem Bilanzstichtag auf Werthaltigkeit überprüft. Ist der beizulegende Zeitwert eines finanziellen Vermögenswertes niedriger als sein Buchwert, wird der Buchwert auf seinen beizulegenden Zeitwert verringert. Diese Verringerung stellt einen Wertminderungsaufwand dar, welcher aufwandswirksam erfasst wird. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird erfolgswirksam rückgängig gemacht, soweit Ereignisse, die nach der ursprünglichen Erfassung der Wertminderung aufgetreten sind, dies erfordern.
Änderungen des Zeitwerts von als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Vermögenswerten werden nach Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Entstehende Fremdwährungsgewinne- oder verluste werden erfolgswirksam behandelt.
Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments sowie die Analyse von diskontierten Cashflows.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Bezug von Cashflows aus diesem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder übertragen wurden. Im Rahmen der Übertragung müssen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, oder die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen werden.
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte werden finanzielle Vermögenswerte kategorisiert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden („zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente“). Hierbei handelt es sich bei ElringKlinger um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht erfüllt sind.
Als Kredite und Forderungen werden finanzielle Vermögenswerte kategorisiert, die aus dem Geldverkehr, der Erbringung bzw. dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen mit Dritten resultieren. Die in diese Kategorie eingestuften kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden werden mit den Anschaffungskosten, die langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten gemäß der Effektivzinsmethode bewertet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten und werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Die Wertminderungen zweifelhafter Forderungen umfassen in erheblichem Maß Einschätzungen und Beurteilungen der einzelnen Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden beruhen. Im ElringKlinger-Konzern werden Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken auf Forderungen gebildet. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zunächst auf einem Wertberichtigungskonto erfasst. Sofern die Forderung als uneinbringlich eingestuft wird, wird die wertgeminderte Forderung ausgebucht.
In der Bilanz unter der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“ angesetzte Finanzinstrumente, bei denen die Absicht sowie die rechtliche Fähigkeit seitens des Konzerns gegeben sind, diese bis zum Fälligkeitstermin zu halten, werden erfasst.
Bei den als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Vermögenswerten handelt es sich um Wertpapiere. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten enthalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten.
Die finanziellen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls abzüglich der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten, bewertet.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen bei ElringKlinger die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die verzinslichen Darlehen. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht oder getilgt werden.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten, hier Derivate, ggf. einschließlich eingebetteter Derivate, die vom Basisvertrag getrennt wurden, die nicht als Sicherungsinstrumente in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam erfasst.
Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
Nach IAS 39 sind alle derivativen Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Währungs-, Preis- und Zinsswaps sowie Devisentermingeschäfte, zum Marktwert zu bilanzieren, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Da im ElringKlinger-Konzern kein Hedge Accounting zur Anwendung kommt, werden die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten stets im Ergebnis der Periode erfasst.
Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich im ElringKlinger-Konzern um Devisentermin-, Zins- sowie Preissicherungsgeschäfte. Die derivativen Finanzinstrumente sind zur Reduzierung der negativen Auswirkungen aus Währungs-, Zins- und Preisrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag bestanden zwei Zinsswaps sowie zwei Nickel-Sicherungskontrakte.
Vorräte
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind mit ihren fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die Herstellungskosten der unfertigen und der fertigen Erzeugnisse werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger produktionsbezogener Gemeinkosten ermittelt. Die Gemeinkostenanteile sind auf Basis der Normalbeschäftigung ermittelt. In die Herstellungskosten sind Vertriebskosten sowie Finanzierungskosten nicht einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden in die Herstellungskosten einbezogen, soweit sie durch die Produktion verursacht sind. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis abzüglich aller geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung sowie der Kosten für Marketing, Verkauf und Vertrieb dar. Für erkennbare Wertminderungen wegen mangelnder Gängigkeit und Beschaffenheit sowie zur Berücksichtigung gesunkener Veräußerungspreise werden Wertabschläge vorgenommen.
In der Mehrzahl der Fälle erwerben die Kunden das wirtschaftliche Eigentum an Werkzeugen. Bis zum Übergang des wirtschaftlichen Eigentums werden die Werkzeuge unter den Vorräten bilanziert.
Zahlungsmittel
Flüssige Mittel sind Kassenbestände, Schecks und sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten. Zahlungsmitteläquivalente werden nicht gehalten. Zahlungsmittel sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Rückstellungen für Pensionen
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) gemäß IAS 19 ermittelt. Bei der Bewertung werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen sowie biometrische Annahmen berücksichtigt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die sich aus Abweichungen zwischen den rechnungsmäßig erwarteten und den tatsächlich eingetretenen Änderungen der Personenbestände sowie der Rechnungsannahmen ergeben können, werden vollständig in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung in der Aufstellung der im Konzerneigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen.
Bei der Bestimmung der Diskontierungszinssätze orientiert sich die Gesellschaft an am Kapitalmarkt beobachtbaren Zinssätzen für währungskongruente Industrieanleihen erstklassiger Bonität (Rating AA oder besser) mit vergleichbarer Laufzeit.
Rückstellungen
Rückstellungen werden insoweit berücksichtigt, als sich aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung gegenüber Dritten ergibt, die Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrages zuverlässig geschätzt werden kann.
Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt zur gegenwärtig besten Schätzung der Aufwendungen, die zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlich sind. Gegebenenfalls entspricht der Rückstellungsbetrag dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtungen voraussichtlich notwendigen Ausgaben. Erstattungsansprüche werden ggf. gesondert aktiviert.
Leasingverhältnisse
Bei Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, wird das wirtschaftliche Eigentum an den Leasinggegenständen gemäß IAS 17 dem Leasingnehmer zugerechnet, wenn dieser im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken aus dem Leasinggegenstand trägt (Finanzierungsleasing). Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern entsprechen denen vergleichbarer erworbener Vermögenswerte. Die Aktivierung des Leasinggegenstandes erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen. Anfängliche direkte Kosten werden als Teil des Vermögenswertes aufgenommen. Die Leasingverpflichtungen, die in ihrer Höhe dem Buchwert des Leasinggegenstandes entsprechen, werden unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.
Soweit bei Leasingverträgen das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber liegt (Operating-Leasing), erfolgt die Bilanzierung der Leasinggegenstände beim Leasinggeber. Die dafür anfallenden Leasingaufwendungen werden grundsätzlich als Aufwand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.
Ertrags- und Aufwandsrealisierung
Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und stellen die Beträge dar, die für Güter und Dienstleistungen im normalen Geschäftsablauf zu erhalten sind. Die Umsatzerlöse werden vermindert um Erlösschmälerungen, Skonti sowie Umsatzsteuern ausgewiesen.
Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht worden sind und die mit dem Eigentum verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind sowie der Zahlungseingang verlässlich erwartet werden kann.
Zinserträge werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Der anzuwendende Zinssatz ist im Darlehensvertrag festgelegt und zinst die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert ab.
Erträge aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistungen erbracht wurden.
Dividendenerträge aus Finanzinvestitionen werden zum Zeitpunkt der Entstehung des Zahlungsanspruchs erfasst.
Sonstige Erträge werden periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des zu Grunde liegenden Vertrags erfasst.
Betriebliche Aufwendungen werden auf der Grundlage eines direkten Zusammenhangs zwischen den angefallenen Kosten und den entsprechenden Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Leistung in Anspruch genommen wird bzw. zum Zeitpunkt der Verursachung.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden, sofern nachfolgende Kriterien erfüllt werden, aktiviert.
| • | Die Entwicklungskosten müssen verlässlich ermittelt werden können. |
| • | Die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit als auch die Fähigkeit und Absicht der Vermarktung sind sichergestellt. |
| • | Die Entwicklungstätigkeit muss mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dem Unternehmen einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erbringen. |
Die aktivierten Kosten sind in den immateriellen Vermögenswerten enthalten. Sonstige Entwicklungskosten werden bei der Entstehung aufwandswirksam erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Öffentliche Zuwendungen fallen im Konzern im Wesentlichen für Entwicklungsprojekte an. Diese werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie fließen und als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen, da die Aufwendungen bereits angefallen sind.
Fremdkapitalkosten
In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierenden Vermögenswerten stehende Fremdkapitalkosten werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Nicht nach IAS 23 aktivierte Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag erfasst. Soweit einer bestimmten Investition eine Finanzierung konkret zugerechnet werden kann, werden die tatsächlichen Fremdfinanzierungskosten aktiviert. Sofern kein direkter Bezug hergeleitet werden kann, wird der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns der laufenden Periode berücksichtigt. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns für das Geschäftsjahr 2011 betrug 4,25% (2010: 4,98%).
Ertragsteuern und latente Steuern
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe aus laufendem und latentem Steueraufwand dar.
Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das jeweilige Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss laut Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in früheren oder späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden bzw. bis zum Bilanzstichtag gesetzlich fixierten Steuersätze berechnet.
Latente Steuern sind die erwarteten Steuerbe- und -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften, verglichen mit den Wertansätzen im Konzernabschluss nach IFRS. Dabei kommt die bilanzorientierte Verbindlichkeitsmethode zur Anwendung. Solche Vermögenswerte und Schulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporäre Differenz (i) aus einem Geschäfts- oder Firmenwert aus einem Anteilserwerb („Share deal“) oder (ii) aus der erstmaligen Erfassung von anderen Vermögenswerten und Schulden ergibt, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren. Latente Steuern werden für alle steuerbaren temporären Differenzen insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, die beim Ausgleich der abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Daneben werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet, sofern damit zu rechnen ist, dass diese künftig genutzt werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Bilanzstichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit den künftigen, im Zeitpunkt der Realisierung voraussichtlich gültigen Steuersätzen.
Die Veränderungen der latenten Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital dargestellt.
Eventualschulden und Eventualforderungen
Eventualschulden werden nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, es sei denn, die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist sehr unwahrscheinlich. Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.
Gebrauch von Schätzungen
Für die Erstellung von Abschlüssen unter Beachtung der Verlautbarungen des IASB sind Schätzungen erforderlich, welche sowohl die Wertansätze in der Bilanz, die Art und den Umfang von Eventualschulden und Eventualforderungen am Bilanzstichtag als auch die Höhe der Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum beeinflussen. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich bei ElringKlinger im Wesentlichen auf die Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Einbringlichkeit von Forderungen, die Werthaltigkeit von Vorräten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Bewertung des Geschäfts- und Firmenwertes sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis ergebniswirksam berücksichtigt.
Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen können durch Gesetz, Vertrag oder Kulanz begründet werden. Rückstellungen werden für die erwartete Inanspruchnahme aus Garantie- oder Gewährleistungsverpflichtungen gebildet. Eine Inanspruchnahme ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen ist, wenn in der Vergangenheit Gewährleistungsaufwendungen angefallen sind oder wenn sich Gewährleistungsfälle konkret abzeichnen. Das Gewährleistungsrisiko ist je nach Sachverhalt entweder aus Einzeleinschätzungen oder aus Erfahrungswerten der Vergangenheit abgeleitet und entsprechend zurückgestellt.
Der Gebrauch von Schätzungen bei anderen Positionen der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung wird in den Rechnungslegungsgrundsätzen für die jeweiligen Positionen dargestellt. Davon sind insbesondere die folgenden Sachverhalte betroffen: Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Wertminderungen auf Forderungen sowie der Wertansatz der Rückstellungen für Pensionen.
Risiken und Unsicherheiten
Risiken für 2012 gehen nach derzeitiger Einschätzung in erster Linie von der Entwicklung der Pkw-Verkäufe in den westeuropäischen Staaten aus. Sollte sich die Staatsschuldenkrise nochmals verschärfen, würde dies auch das Konsumentenverhalten beeinträchtigen. Es bestünde die Gefahr, dass vor allem in den europäischen Peripheriestaaten die Pkw-Verkäufe in einem kurzen Zeitraum signifikant zurückgehen. Ein nicht auszuschließender prozentual hoher einstelliger Rückgang der Fahrzeugnachfrage in Westeuropa sollte jedoch auf globaler Ebene durch Zuwächse in Nordamerika und Asien ausgeglichen werden können.
Insgesamt ist allerdings festzustellen, dass ein starker Einbruch der Weltfahrzeugproduktion derzeit nicht absehbar ist. Ein Szenario vergleichbar der Situation in den Jahren 2008/09 kann als unwahrscheinlich eingestuft werden.
Der dynamische Aufschwung der Weltfahrzeugproduktion in den Jahren 2010 und 2011 hat bei fast allen Kunden der ElringKlinger-Gruppe zu einer deutlichen Verbesserung der Ertragssituation geführt. Insofern ist das Risiko von Zahlungsausfällen auf Seiten der Kunden weiter zurückgegangen.
Die Materialpreisentwicklung sowie die Materialverfügbarkeit könnte sich 2012 belastend auf die Ertragslage auswirken. Dieses generelle Risiko kann im Konzernabschluss nicht berücksichtigt werden, da es derzeit weder quantifizierbar noch bewertbar ist.
Für Risiken aus Prozessen werden Rückstellungen gebildet, wenn ein Unternehmen des ElringKlinger-Konzerns Beklagte ist und mehr für als gegen einen negativen Verfahrensausgang spricht. Zurückgestellt wird der Betrag, der das Unternehmen bei negativem Verfahrensausgang wahrscheinlich belasten wird. Dieser Betrag umfasst die durch das Unternehmen zu leistenden Zahlungen wie insbesondere Schadensersatz und Abfindungen sowie die erwarteten Verfahrenskosten. Bei Prozessen, bei denen das Unternehmen Klägerin ist, sind lediglich die Verfahrenskosten zurückgestellt.
Einzelangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
(1 ) Umsatz erlöse
Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber 2010 um TEUR 237.163 auf TEUR 1.032.820 erhöht.
Die Umsatzerlöse des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Verkauf von Gütern | 1.020.613 | 783.527 |
| Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen | 5.586 | 4.324 |
| Erträge aus Vermietung und Verpachtung | 6.621 | 7.806 |
| Gesamt | 1.032.820 | 795.657 |
Aufteilung nach geographischen Märkten:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Inland | 319.298 | 245.620 |
| Ausland | 713.522 | 550.037 |
| Gesamt | 1.032.820 | 795.657 |
(2) Umsatzkosten
In den Umsatzkosten sind die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Kosten ausgewiesen.
Sie enthalten:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 | |
|---|---|---|---|
| Materialaufwendungen | 423.655 | 307.968 | (*) |
| Personalaufwendungen | 173.011 | 132.767 | |
| Abschreibungen | 74.422 | 63.401 | |
| Sonstige Aufwendungen | 73.078 | 52.880 | |
| Gesamt | 744.166 | 557.016 |
(*) Vorjahreszahlen angepasst
(3) Vertriebskosten
Die Vertriebskosten haben sich gegenüber 2010 um TEUR 13.148 auf TEUR 67.440 erhöht. Die Vertriebskosten umfassen im Wesentlichen Personal-, Sach- und Marketingkosten sowie die auf den Vertriebsbereich entfallenden Abschreibungen.
(4) Allgemeine Verwaltungskosten
In den allgemeinen Verwaltungskosten sind Personal- und Sachkosten sowie die auf den Verwaltungsbereich entfallenden Abschreibungen enthalten. Die allgemeinen Verwaltungskosten haben sich gegenüber 2010 um TEUR 9.705 auf TEUR 43.365 erhöht.
(5) Forschungs- und Entwicklungskosten
Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die diesen Aktivitäten zurechenbaren Personalkosten, Abschreibungen sowie die Kosten der Versuchsmaterialien und -werkzeuge, soweit es sich nicht um Entwicklungskosten handelt, die entsprechend IAS 38.57 zu aktivieren waren. Im Geschäftsjahr 2011 wurden insgesamt Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 6.725 aktiviert. Die in dieser GuV-Position erfassten planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten haben im Geschäftsjahr 2011 TEUR 4.906 betragen.
(6) Sonstige betriebliche Erträge
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Erträge aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 23.811 | 700 |
| Zuschüsse der öffentlichen Hand | 4.069 | 3.288 |
| Auflösung von Rückstellungen/abgegrenzten Verbindlichkeiten | 2.149 | 1.786 |
| Kostenerstattung Dritter | 2.018 | 2.423 |
| Versicherungsentschädigungen | 238 | 1.921 |
| Veränderung der Zeitwerte derivativer Absicherungsgeschäfte | 0 | 669 |
| Sonstige | 2.452 | 791 |
| Gesamt | 34.737 | 11.578 |
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Verbindlichkeiten (TEUR 2.149,
2010: TEUR 1.786) enthalten. Aus dem Verkauf von Grundstücken und Gebäuden des Gewerbeparks Ludwigsburg ergab sich ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von TEUR 22.673.
(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 3.384 | 2.272 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | 779 | 582 |
| Sonstige | 7.387 | 2.781 |
| Gesamt | 11.550 | 5.635 |
In den sonstigen Aufwendungen sind in 2011 Wertminderungen auf Sachanlagen (TEUR 1.755) aufgrund einer Anlageninventur sowie Aufwendungen zur Bildung von Rückstellungen und abgegrenzte Verbindlichkeiten (TEUR 1.381) enthalten.
(8) Finanzergebnis
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Finanzerträge | ||
| Erträge aus Kursdifferenzen | 14.824 | 13.874 |
| Zinserträge | 984 | 842 |
| Sonstiges | 26 | 0 |
| Finanzerträge gesamt | 15.834 | 14.716 |
| Finanzaufwendungen | ||
| Aufwendungen aus Kursdifferenzen | -17.234 | -23.190 |
| Zinsaufwendungen | -13.053 | -13.588 |
| - davon aus derivativen Finanzinstrumenten | -193 | -285 |
| Sonstiges | -35 | -2 |
| Finanzaufwendungen gesamt | -30.322 | -36.780 |
| Finanzergebnis | -14.488 | -22.064 |
Die Zinsaufwendungen setzen sich in Höhe von TEUR 3.778 (2010: TEUR 3.353) aus Zinsanteilen der Altersversorgungspläne und im Übrigen aus Bankzinsen und Zinsaufwand aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellung zusammen.
Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten für sog. Qualifying Assets in Höhe von TEUR 813 aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Ergebnis entsprechend.
(9) Ertragsteueraufwendungen
Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand | 32.046 | 25.074 |
| Latente Steuern | 6.994 | 285 |
| Ausgewiesener Steueraufwand | 39.040 | 25.359 |
Als Ertragsteuern werden die Körperschaft- und Gewerbesteuer inklusive Solidaritätszuschlag der inländischen Konzerngesellschaften sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesen.
Für die Gesellschaften in Deutschland ermittelt sich ein Ertragsteuersatz von 27,5% (2010: 27,5 %). Die Besteuerung im Ausland wird zu den in diesen Ländern geltenden Steuersätzen berechnet und liegt zwischen 16,0% und 42,0% (2010: zwischen 16,9 % und 42,0 %). Der durchschnittliche Steuersatz im Ausland liegt bei 26,7% (2010: 23,9 %).
Die latenten Steuern werden durch Anwendung der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. gelten werden.
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten Ertragsteueraufwand, der sich theoretisch bei Anwendung des aktuellen inländischen Ertragsteuersatzes von 27,5% (2010: 27,5 %) im Konzern ergeben würde, zum tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwand.
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 136.632 | 93.970 |
| Erwarteter Steuersatz | 27,5% | 27,5 % |
| Erwarteter Steueraufwand | 37.606 | 25.842 |
| Veränderung des erwarteten Steueraufwands aufgrund von: | ||
| - Pauschalbesteuerung Ausschüttung | 317 | 346 |
| - permanenten Differenzen | 1.881 | 366 |
| - Differenz Bemessungsgrundlage lokale Steuern | 420 | 0 |
| - Nutzung bzw. Verfall nicht akt.steuerlicher Verlustvorträge | 1.148 | 10 |
| - Zugang aktivierte steuerliche Verlustvorträge | -4.027 | 0 |
| - periodenfremden Steuern | -118 | 122 |
| - Steuersatzbedingte Abweichungen | 1.111 | -1.685 |
| - sonstigen Effekten | 701 | 358 |
| Tatsächlicher Steueraufwand | 39.040 | 25.359 |
| Tatsächlicher Steuersatz | 28,6% | 27,0% |
Bei in- und ausländischen Tochtergesellschaften einbehaltene Gewinne von TEUR 24.885 sollen in den nächsten Jahren an die ElringKlinger AG ausgeschüttet werden. Der bei Ausschüttung in Deutschland anfallende Steueraufwand von
TEUR 342 (2010: TEUR 295) wurde im Rahmen der latenten Steuern passiviert. Bei in- und ausländischen Tochtergesellschaften darüber hinaus thesaurierte Gewinne sollen auf Basis der momentanen Planung permanent investiert bleiben.
Im Geschäftsjahr 2011 beliefen sich die latenten Steueransprüche aus versicherungsmathematischen Verlusten auf TEUR 1.473 (2010: TEUR 970).
Latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge sind in Höhe von TEUR 3.613 gebildet worden. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 2.745 wurde keine aktive latente Steuer angesetzt, da von einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Die steuerlichen Verlustvorträge betragen TEUR 20.630, davon sind innerhalb der nächsten fünf Jahre TEUR 19.153 nutzbar. Ergänzende Wertberichtigungen auf latente Steuern sind nicht erforderlich.
Die Steuerabgrenzungen sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:
scroll
| Bilanzpositionen TEUR |
Latente Steueransprüche 31.12.2011 | Latente Steueransprüche 31.12.2010 | Latente Steuerschulden 31.12.2011 | Latente Steuerschulden 31.12.2010 |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 63 | 88 | 6.353 | 3.568 |
| Sachanlagen | 932 | 61 | 27.228 | 26.869 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 0 | 0 | 438 | 1.772 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 8 | 6 | 28 | 132 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 182 | 62 | 0 | 0 |
| Vorräte | 2.163 | 1.732 | 1.466 | 890 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 272 | 322 | 346 | 193 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 64 | 0 | 829 | 118 |
| Zahlungsmittel und -äquivalente | 0 | 0 | 0 | 692 |
| Rückstellungen für Pensionen | 8.522 | 6.414 | 0 | 0 |
| Langfristige Rückstellungen | 1.165 | 1.658 | 37 | 0 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 62 | 67 | 15 | 8 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 728 | 2.631 | 0 | 0 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 1.606 | 1.644 | 35 | 18 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 33 | 0 | 11 | 33 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 94 | 700 | 7 | 93 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.484 | 3.135 | 7.765 | 5 |
| Latenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen | 0 | 0 | 342 | 295 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 3.613 | 229 | 0 | 0 |
| Bilanzansatz | 20.991 | 18.749 | 44.900 | 34.686 |
(10) Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie
Um das unverwässerte Ergebnis je Aktie zu erhalten, wird der den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehende Periodengewinn durch die durchschnittliche Anzahl der Stückaktien geteilt.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis je Aktie und berechnet sich wie folgt:
scroll
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Ergebnisanteile der Aktionäre der ElringKlinger AG in TEUR | 94.875 | 65.617 |
| Durchschnittliche Anzahl der Aktien | 63.359.990 | 58.945.053 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 1,50 | 1,11 |
Einzelangaben zur Bilanz
(11) Immaterielle Vermögenswerte
scroll
| TEUR | Entwicklungskosten (selbstgeschaffen) | Geschäfts- oder Firmenwert (erworben) | Patente, Lizenzen, Software (erworben) | In Herstellung befindliche immaterielle Vermögenswerte (erworben) | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2011 | 23.083 | 98.141 | 24.638 | 205 | 146.067 |
| Währungsänderungen | 150 | 1.797 | 621 | 0 | 2.568 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 17 | 18.818 | 11.599 | 0 | 30.434 |
| Zugänge | 6.725 | 0 | 2.038 | 134 | 8.897 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 261 | -202 | 59 |
| Abgänge | 1.863 | 226 | 595 | 0 | 2.684 |
| Stand am 31.12.2011 | 28.112 | 118.530 | 38.562 | 137 | 185.341 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2011 | 12.429 | 13.210 | 19.011 | 0 | 44.650 |
| Währungsänderungen | 109 | 5 | 160 | 0 | 274 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 3 | 0 | 297 | 0 | 300 |
| Zugänge | 4.906 | 0 | 3.482 | 0 | 8.388 |
| Abgänge | 1.863 | 0 | 541 | 0 | 2.404 |
| Stand am 31.12.2011 | 15.584 | 13.215 | 22.409 | 0 | 51.208 |
| Nettobuchwert | |||||
| am 31.12.2011 | 12.528 | 105.315 | 16.153 | 137 | 134.133 |
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 17.298 | 90.052 (*) | 29.749 | 34 | 137.133 |
| Währungsänderungen | 686 | 8.314 (*) | 291 | 0 | 9.291 |
| Zugänge | 6.098 | 0 | 684 | 205 | 6.987 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 29 | -34 | -5 |
| Abgänge | 999 | 225 | 6.115 | 0 | 7.339 |
| Stand am 31.12.2010 | 23.083 | 98.141(*) | 24.638 | 205 | 146.067 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 8.996 | 13.168 | 23.550 | 0 | 45.714 |
| Währungsänderungen | 475 | 42 | 202 | 0 | 719 |
| Zugänge | 3.957 | 0 | 1.345 | 0 | 5.302 |
| Abgänge | 999 | 0 | 6.086 | 0 | 7.085 |
| Stand am 31.12.2010 | 12.429 | 13.210 | 19.011 | 0 | 44.650 |
| Nettobuchwert | |||||
| Am 31.12.2010 | 10.654 | 84.931 | 5.627 | 205 | 101.417 |
Die gesamten planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in den folgenden GuV-Positionen enthalten:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 878 | 503 |
| Vertriebskosten | 950 | 98 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 986 | 589 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 5.540 | 4.054 |
| Gesamt | 8.354 | 5.244 |
(12) Sachanlagen
scroll
| TEUR | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, BGA | In Herstellung befindliche Sachanlagen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2011 | 196.381 | 576.118 | 113.492 | 62.511 | 948.502 |
| Währungsänderungen | 3.077 | 2.123 | -13 | -112 | 5.075 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 34.877 | 44.846 | 5.371 | 1.100 | 86.194 |
| Zugänge | 9.824 | 24.530 | 12.682 | 65.268 | 112.304 |
| Umbuchungen | 11.226 | 39.160 | 1.238 | -51.683 | -59 |
| Abgänge | 6.083 | 13.683 | 8.576 | 2.456 | 30.798 |
| Stand am 31.12.2011 | 249.302 | 673.094 | 124.194 | 74.628 | 1.121.218 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2011 | 52.300 | 354.518 | 92.190 | 0 | 499.008 |
| Währungsänderungen | 655 | 1.501 | 46 | 0 | 2.202 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 174 | 15.599 | 2.403 | 0 | 18.176 |
| Zugänge | 5.590 | 74.859 | 5.241 | 0 | 85.690 |
| Wertminderungen | 1.610 | 335 | 0 | 0 | 1.945 |
| Umbuchungen | 61 | -61 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 4.468 | 10.760 | 8.120 | 0 | 23.348 |
| Stand am 31.12.2011 | 55.922 | 435.991 | 91.760 | 0 | 583.673 |
| Nettobuchwert | |||||
| am 31.12.2011 | 193.380 | 237.103 | 32.434 | 74.628 | 537.545 |
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 160.010 | 507.274 | 118.358 | 35.139 | 820.781 |
| Währungsänderungen | 8.192 | 23.779 | 1.254 | 1.597 | 34.822 |
| Zugänge | 17.173 | 44.989 | 5.336 | 59.658 | 127.156 |
| Umbuchungen | 11.039 | 19.233 | 1 | -30.268 | 5 |
| Abgänge | 33 | 19.157 | 11.457 | 3.615 | 34.262 |
| Stand am 31.12.2010 | 196.381 | 576.118 | 113.492 | 62.511 | 948.502 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand am 01.01.2010 | 45.144 | 290.674 | 98.785 | 0 | 434.603 |
| Währungsänderungen | 2.658 | 12.128 | 750 | 0 | 15.536 |
| Zugänge | 4.355 | 67.389 | 3.985 | 0 | 75.729 |
| Umbuchungen | 0 | 161 | -161 | 0 | 0 |
| Abgänge | -143 | 15.834 | 11.169 | 0 | 26.860 |
| Stand am 31.12.2010 | 52.300 | 354.518 | 92.190 | 0 | 499.008 |
| Nettobuchwert | |||||
| am 31.12.2010 | 144.081 | 221.600 | 21.302 | 62.511 | 449.494 |
Die Sachanlagen enthalten auch gemietete Technische Anlagen mit einem Buchwert von insgesamt TEUR 813 (2010: TEUR 434), die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasing-Verträge („Finanzierungsleasing“) dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zugerechnet werden. Die auf die gemieteten Anlagen entfallenden Abschreibungen des Geschäftsjahres betrugen TEUR 276 (2010: TEUR 52).
In 2011 fielen Aufwendungen für Wertminderungen auf Grundstücke und Bauten und auf technische Anlagen in Höhe von TEUR 1.945 an. Im Vorjahr wurden keine Wertminderungen erfasst.
Das Bestellobligo zum Erwerb von Sachanlagen beträgt zum 31.12.2011 TEUR 38.077 (31.12.2010 TEUR 32.319).
(13) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
scroll
| TEUR | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||
| Stand am 01.01.2011 | 51.958 | 93 | 52.051 |
| Währungsänderungen | -1.560 | -11 | -1.571 |
| Zugänge | 188 | 220 | 408 |
| Abgänge | 27.923 | 206 | 28.129 |
| Stand am 31.12.2011 | 22.663 | 96 | 22.759 |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 01.01.2011 | 25.957 | 0 | 25.957 |
| Währungsänderungen | -415 | 0 | -415 |
| Zugänge | 742 | 0 | 742 |
| Abgänge | 16.596 | 0 | 16.596 |
| Stand am 31.12.2011 | 9.688 | 0 | 9.688 |
| Nettobuchwert | |||
| am 31.12.2011 | 12.975 | 96 | 13.071 |
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | |||
| Stand am 01.01.20 10 | 52.325 | 89 | 52.414 |
| Währungsänderungen | -395 | -2 | -397 |
| Zugänge | 169 | 14 | 183 |
| Abgänge | 141 | 8 | 149 |
| Stand am 31.12.2010 | 51.958 | 93 | 52.051 |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 01.01.2010 | 25.014 | 0 | 25.014 |
| Währungsänderungen | -96 | 0 | -96 |
| Zugänge | 1.180 | 0 | 1.180 |
| Abgänge | 141 | 0 | 141 |
| Stand am 31.12.2010 | 25.957 | 0 | 25.957 |
| Nettobuchwert | |||
| am 31.12.2010 | 26.001 | 93 | 26.094 |
Unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien sind die Gewerbeparks Idstein und Kecskemét-Kádafalva (Ungarn) ausgewiesen. Der Gewerbepark Ludwigsburg wurde mit Wirkung zum 30. September 2011 veräußert. Die auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode ermittelten beizulegenden Zeitwerte belaufen sich auf TEUR 15.427
(2010: TEUR 33.785). Hierzu wird der Überschuss der zukünftig erwarteten Mieteinzahlungen (Mietverträge) über die erwarteten zahlungswirksamen Aufwendungen auf den Bewertungsstichtag abgezinst. Als Kapitalisierungsfaktor wurde ein Zinssatz von
10,13 % (2010: 10,00 %) genutzt. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgte nicht durch einen Gutachter.
Sämtliche als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermietet. Die daraus resultierenden Mieteinnahmen beliefen sich auf TEUR 6.621 (2010: TEUR 7.806). Die direkt mit dieser Finanzinvestition im Zusammenhang stehenden Aufwendungen betrugen TEUR 5.718 (2010: TEUR 5.216). Wesentliche vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb oder zur Instandhaltung von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien lagen zum Bilanzstichtag nicht vor.
(14) Finanzielle Vermögenswerte
scroll
| TEUR | Langfristige Wertpapiere | Übrige Finanzinvestitionen | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||
| Stand am 01.01.2011 | 1.511 | 38 | 1.549 |
| Währungsänderungen | 2 | 13 | 15 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 1.141 | 1.141 |
| Zugänge | 642 | 86 | 728 |
| Abgänge | 631 | 156 | 787 |
| Stand am 31.12.2011 | 1.524 | 1.122 | 2.646 |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 01.01.2011 | 2 | 0 | 2 |
| Wertminderungen | 25 | 0 | 25 |
| Abgänge | 2 | 0 | 2 |
| Stand am 31.12.2011 | 25 | 0 | 25 |
| Nettobuchwert | |||
| am 31.12.2011 | 1.499 | 1.122 | 2.621 |
| Zeitwert 31.12.2011 | 1.540 | 1.122 | |
| Anschaffungskosten | |||
| Stand am 01.01.2010 | 1.569 | 41 | 1.610 |
| Währungsänderungen | 34 | 0 | 34 |
| Zugänge | 470 | 0 | 470 |
| Abgänge | 562 | 3 | 565 |
| Stand am 31.12.2010 | 1.511 | 38 | 1.549 |
| Abschreibungen | |||
| Stand am 01.01.2010 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 2 | 0 | 2 |
| Zuschreibungen | 0 | 0 | 0 |
| Stand am 31.12.2010 | 2 | 0 | 2 |
| Nettobuchwert | |||
| am 31.12.2010 | 1.509 | 38 | 1.547 |
| Zeitwert 31.12.2010 | 1.547 | 38 |
Die langfristigen Wertpapiere sind in Höhe von TEUR 1.384 (2010: TEUR 1.376) zur Absicherung von Pensionsansprüchen verpfändet.
(15) Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche und sonstige langfristige Vermögenswerte
Die langfristigen Ertragsteuererstattungsansprüche enthalten das zum Barwert aktivierte Körperschaftsteuerguthaben der ElringKlinger AG in Höhe von TEUR 3.355 (2010: TEUR 3.409). Das Körperschaftsteuerguthaben wird in zehn gleichen Jahresraten von 2008 bis 2017 an die ElringKlinger AG ausgezahlt werden.
Unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ist eine Vorauszahlung auf zukünftigen Lizenzaufwand in Höhe von TEUR 581 (2010: TEUR 632) ausgewiesen.
(16) Vorräte
scroll
| TEUR | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 64.438 | 48.642 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 32.988 | 15.589 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 113.642 | 71.978 |
| Geleistete Anzahlungen | 5.399 | 2.440 |
| Gesamt | 216.467 | 138.649 |
Bei den Vorräten wurden Wertminderungen aufgrund von Markt- und Gängigkeitsrisiken in Höhe von TEUR 13.890 (2010: TEUR 9.961) vorgenommen.
(17) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen , kurzfristige Ertrag-steuererstattungsansprüche sowie sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte sind Wertminderungen in Höhe von TEUR 3.790 (2010: TEUR 2.858) für erkennbare Einzelrisiken sowie die voraussichtliche Skontoinanspruchnahme gebildet.
Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 120 Tagen.
Das Wertberichtigungskonto für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich wie folgt entwickelt:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Stand 01.01. | 2.858 | 3.749 |
| Zuführung | 1.941 | 1.107 |
| Auflösung / Inanspruchnahme | -739 | -2.206 |
| Wechselkurseffekte | -270 | 208 |
| Stand 31.12 . | 3.790 | 2.858 |
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen.
Die Fälligkeitsanalyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:
scroll
| TEUR | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| weder überfällig noch wertgemindert: | 147.196 | 102.746 |
| überfällig nicht wertgemindert: | ||
| - bis zu 30 Tage | 23.619 | 22.319 |
| - von 31 bis zu 60 Tage | 5.349 | 5.127 |
| - von 61 bis zu 90 Tage | 3.105 | 3.061 |
| - von 91 bis zu 180 Tage | 251 | 434 |
| - mehr als 180 Tage | 346 | 131 |
| Gesamt: | 32.670 | 31.072 |
| Wertgemindert | 7.414 | 4.377 |
| Buchwert | 187.279 | 138.195 |
Im Geschäftsjahr 2011 wurden Forderungen mit einer Überfälligkeit von 91 bis zu 180 Tage um TEUR 3.992 und Forderungen mit einer Überfälligkeit von mehr als 180 Tage um TEUR 3.284 wertgemindert. Sonstige Wertminderungen auf Forderungen wurden in Höhe von TEUR 138 gebildet.
Für den Bestand der weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen wurden zum Abschlussstichtag keine Anzeichen dafür identifiziert, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten Steuerforderungen aus Umsatzsteuer und sonstige Steuern in Höhe von TEUR 8.828 (2010: TEUR 4.994).
Im Zusammenhang mit einem Gewährleistungsfall haben sich die ElringKlinger AG und die betroffenen Kunden im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung auf Zahlung eines Betrages in Höhe von insgesamt 24,4 Mio. Euro abschließend verständigt. Der Gewährleistungsfall geht auf zu Beginn des Jahres 2008 gelieferte Dichtungen zurück. Ein Teilbetrag von 17,4 Mio. Euro wurde bereits in 2011 bezahlt. Der Restbetrag verteilt sich auf die Jahre 2012 bis 2013. Dem gegenüber stehen Forderungen an unsere Versicherer in gleicher Höhe, von denen bereits 10,0 Mio. Euro im Juli 2011 beglichen wurden. Der Ausgleich der Restschuld ist noch nicht erfolgt. ElringKlinger hat deshalb Klage erhoben. ElringKlinger geht davon aus, dass die Forderung in voller Höhe beglichen wird.
(18) Zahlungsmittel
Die Position Zahlungsmittel umfasst Bargeld und Kontokorrentguthaben, die vom Konzern gehalten werden. Zahlungsmitteläquivalente gab es wie im Vorjahr nicht.
Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
(19) Eigenkapital
Die Veränderungen der einzelnen Posten des Eigenkapitals im Konzern sind gesondert in der „Eigenkapitalveränderungsrechnung“ dargestellt.
Das Grundkapital der ElringKlinger AG lag zum 31. Dezember 2011 bei 63.359.990 Euro und ist unterteilt in 63.359.990 Stück Namensaktien, die je eine Stimme gewähren. Es ergibt sich ein rechnerischer Anteil von 1,00 Euro des Grundkapitals je Namensaktie. Die Gewinnverteilung erfolgt nach § 60 AktG in Verbindung mit § 23 Nr. 1 der Satzung.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 25. Mai 2015 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 23.040.010,00 Euro, zu erhöhen. Die Bedingungen der Kapitalerhöhung setzt der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats fest (§ 4 Nr. 3 der Satzung). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann ausgeschlossen werden, um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen oder wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch der Ausübung des Bezugsrechtsausschlusses. Von dieser letztgenannten Möglichkeit der Erhöhung des Grundkapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bereits in 2010 im vollen Umfang Gebrauch gemacht.
Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, der in dem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der ElringKlinger AG ausgewiesen wird. Im Geschäftsjahr 2011 hat die ElringKlinger AG eine Dividende von TEUR 22.176 (EUR 0,35 je Aktie) aus dem Bilanzgewinn 2010 an die Aktionäre ausgeschüttet. Im Geschäftsjahr 2010 betrug die Ausschüttung TEUR 11.520 (EUR 0,20 je Aktie) aus dem Bilanzgewinn 2009.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2011 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 37.146 wie folgt zu verwenden:
| a) | Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,40 zuzüglich eines außerordentlichen Zuschlags in Höhe von EUR 0,18 als angemessene Beteiligung der Aktionäre am Sonderertrag aus der Veräußerung des Gewerbeparks Ludwigsburg in 2011 je dividendenberechtigter Stückaktie |
| b) | Einstellung von TEUR 397 in andere Gewinnrücklagen |
(20) Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital und Periodenergebnis
In den Konzernabschluss wurden Gesellschaften einbezogen, an denen die ElringKlinger AG zu weniger als 100 % beteiligt ist. Gemäß IAS 27 werden die entsprechenden Minderheitsanteile in der Konzernbilanz innerhalb des Eigenkapitals getrennt vom auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital ausgewiesen. Ebenso werden in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung und der Überleitung zum Gesamtergebnis Minderheitsanteile am Periodenergebnis bzw. Gesamtergebnis gesondert angegeben.
(21) Rückstellungen für Pensionen
Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern bei den Auslandsgesellschaften vorwiegend auf Basis beitragsorientierter Zusagen und bei den Inlandsgesellschaften auf Basis leistungsorientierter und beitragsorientierter Versorgungspläne.
Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Verpflichtungen, wie z.B. Nachschusszahlungen. Die laufenden Beitragszahlungen zu den beitragsorientierten Versorgungsplänen sind als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich im Konzern auf insgesamt TEUR 14.602 (2010: TEUR 11.983) und sind den jeweiligen Funktionskosten zugeordnet.
Die leistungsorientierten Pläne (Defined Benefit Plans) werden im Konzern durch die Bildung von Rückstellungen für Pensionen berücksichtigt, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) gemäß IAS 19 ermittelt werden. Neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften werden auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt.
Im Rahmen der leistungsorientierten Pläne werden den Arbeitnehmern lebenslange Rentenzahlungen ab Erreichen der Altersgrenze oder ab Eintritt der Invalidität zugesagt. Zusätzlich werden Hinterbliebenenrenten im Todesfall gewährt. Die Höhe der Leistung richtet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem Entgehalt. Für die tariflichen Mitarbeiter ist die anrechnungsfähige Dienstzeit auf 30 Jahre beschränkt. Bei den leitenden Angestellten ist die Leistungshöhe auf 35% bzw. 45% des Entgehalts beschränkt, wobei teilweise die Leistungen aus vorherigen Zusagen nicht angerechnet werden.
In 2011 wurde das betriebliche Altersversorgungssystem in Deutschland teilweise umgestellt. Zur Absicherung der Rentenzahlungen in der Zukunft wurden die Verpflichtungen gegenüber einigen leitenden Angestellten in Deutschland auf einen Pensionsfonds und eine rückgedeckte Unterstützungskasse übertragen. Der Leistungsumfang bleibt unverändert. Das vom Pensionsfonds gehaltene Vermögen stellt Planvermögen i.S.d. IAS 19.7 dar und wird daher mit der Verpflichtung gegenüber den Begünstigten saldiert. Das Vermögen der Unterstützungskasse erfüllt nicht die Planvermögenseigenschaften und wird als Erstattungsanspruch (Reimbursement Right) behandelt.
Die Bewertung zum 31. Dezember 2011 erfolgte für Deutschland unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, für das Ausland auf Basis landesüblicher Sterbetafeln und den folgenden Rechnungsannahmen:
scroll
| Bewertung zum | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| Diskontierungszins | 1,80 - 6,10 % | 1,60 – 7,00 % |
| Erwarteter Ertrag des Planvermögens | 3,50 % | 3,50 % |
| Erwarteter Ertrag der Reimbursement Rights | 4,10 % | - |
| Erwartete prozentuale Gehaltssteigerungen | 2,00 % | 2,00 % |
| Zukünftige Rentensteigerungen | 2,00 % | 2,00 % |
Der erwartete Ertrag aus Planvermögen und Reimbursement Rights wurde auf Basis der langfristigen Renditeerwartung des Pensionsfonds in Deutschland und des Versicherers, der für die Rückdeckung der Ansprüche aus der Unterstützungskasse verantwortlich ist, abgeleitet. Für das Ausland wurde auf die Erwartung des Pensionsfonds abgestellt.
Die Veränderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Barwert der Versorgungsansprüche zum 01.01. | 77.935 | 72.534 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 17.068 | 0 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.887 | 1.741 |
| Zinsaufwand | 3.778 | 3.398 |
| Auszahlungen/Inanspruchnahme | -5.216 | -4.608 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 5.681 | 3.815 |
| Nachzuberechnender Dienstzeitaufwand | 1.227 | 0 |
| Währungsdifferenzen | 542 | 3.908 |
| Sonstige Veränderungen | 1.436 | -2.853 |
| Barwert der Versorgungsansprüche zum 31.12. | 105.338 | 77.935 |
Die Änderung des Konsolidierungskreises enthält Zugänge der Pensionsverpflichtung für die Hug Engineering AG in Höhe von TEUR 16.400 TEUR und Oigra Meillor s.r.l. Höhe von TEUR 668.
Die sonstigen Veränderungen bestehen im Wesentlichen aus der Übernahme von Versorgungsansprüchen der Burgmann Automotive GmbH.
Die Entwicklung des Planvermögens im Laufe des Geschäftsjahres ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Marktwert zum 01.01. | 11.290 | 10.697 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 12.795 | 0 |
| Erwarteter Vermögensertrag | 708 | 434 |
| Arbeitgeberbeiträge | 1.749 | 1.054 |
| Eigenbeträge der Begünstigten des Plans | 1.960 | 1.685 |
| Leistungszahlungen | -3.562 | -3.226 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | -277 | -185 |
| Sonstiges | 1.211 | -1.138 |
| Währungseffekte | 332 | 1.969 |
| Marktwert zum 31.12. | 26.206 | 11.290 |
Der Anstieg des Planvermögens ist auf die Übertragung der bereits erdienten Leistungen einiger Begünstigter auf den Pensionsfonds sowie auf die Änderungen des Konsolidierungskreises zurückzuführen. Die Änderung des Konsolidierungskreises enthält Zugänge des Pensionsvermögens der Hug Engineering AG in Höhe von TEUR 12.795.
Das Vermögen der rückgedeckten Unterstützungskasse entfällt auf das Leben der Begünstigten abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen. Der tatsächliche Ertrag aus Planvermögen beträgt TEUR 401 (2010: TEUR 248) und für die Erstattungsansprüche TEUR 4 (2010: TEUR 0).
In 2012 wird die Liquiditätsbelastung durch Beiträge zum Planvermögen und den Erstattungsansprüchen sowie direkt vom Konzern getragene Leistungszahlungen voraussichtlich TEUR 2.084 (Vorjahr: T€ 3.674) betragen.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind hinsichtlich der leistungsorientierten Pläne folgende Beträge erfasst:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | 2.887 | 1.741 |
| Zinsaufwand | 3.778 | 3.398 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 1.227 | 0 |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | -699 | -397 |
| Gesamtaufwand | 7.193 | 4.742 |
Der Dienstzeitaufwand und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand werden in den Personalkosten der Funktionsbereiche erfasst.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im laufenden Jahr werden in voller Höhe erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfasst. Die Entwicklung ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Neu erfasste versicherungsmahematische Gewinne und Verluste | 5.681 | 3.815 |
| Kumulierter Wert der insgesamt erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste | 11.563 | 5.882 |
Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag aus der Verpflichtung des Konzerns ergibt sich wie folgt:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Barwert der Pensionsverpflichtung | 105.338 | 77.935 |
| Zeitwert des Planvermögens | 26.206 | 11.290 |
| Ausgewiesene Pensionsrückstellung | 79.132 | 66.645 |
| Zeitwert der Reimbursement Rights | 118 | 0 |
Eine Übersicht über den Verpflichtungsumfang, den Zeitwert des Planvermögens sowie die erfahrungsbedingten Anpassungen, die sich durch Abweichungen der tatsächlichen von den unterstellten Entwicklungen ergeben, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
scroll
| TEUR | 31.12.2011 | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2008 | 31.12.2007 |
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert der Pensionsverpflichtungen | 105.3 38 | 77.935 | 72.534 | 65.764 | 52.239 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -26.206 | -11.290 | -10.697 | -10.750 | -175 |
| Über-/Unterdeckung | 79.132 | 66.645 | 61.837 | 55.014 | 52.064 |
(22) Lang- und kurzfristige Rückstellungen
Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
scroll
| TEUR | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Rückstellungen | 15.499 | 10.721 |
| Langfristige Rückstellungen | 7.402 | 10.378 |
| Gesamt | 22.901 | 21.099 |
Die Rückstellungen entfallen auf:
scroll
| TEUR | Verpflichtungen Personalbereich | Gewährleistungsverpflichtungen | Drohende Verluste aus Kun. aufträgen | Prozesskosten | Übrige Risiken | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01.01.2011 | 11.014 | 1.683 | 6.534 | 885 | 983 | 21.099 |
| Wechselkursdifferenz | 60 | 0 | 42 | 17 | -2 | 117 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 799 | 1.232 | 3.363 | 0 | 138 | 5.532 |
| Inanspruchnahme | 3.318 | 68 | 5.965 | 392 | 426 | 10.169 |
| Auflösung | 2.866 | 867 | 4.096 | 137 | 116 | 8.082 |
| Aufzinsung | 427 | -4 | 121 | 0 | 11 | 555 |
| Zuführung | 2.454 | 3.634 | 4.667 | 400 | 2.694 | 13.849 |
| Stand zum 31.12.2011 | 8.570 | 5.610 | 4.66 6 | 773 | 3.282 | 22.901 |
Rückstellungen im Personalbereich werden unter anderem für Altersteilzeit, Jubiläumszuwendungen und ähnliche Verpflichtungen gebildet.
Die Rückstellung für Gewährleistungen ist die beste Einschätzung der Geschäftsleitung und wurde auf der Grundlage von Vergangenheitserfahrungen und des Industriedurchschnitts für fehlerhafte Produkte hinsichtlich der Haftung des Konzerns für eine Gewährleistung von zwölf Monaten geschätzt.
Die übrigen Risiken betreffen eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden.
(23) Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
scroll
| TEUR | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2011 | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kontokorrentkredite | 60.649 | 7.750 | 68.399 | 231 | 13.200 | 13.431 |
| Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 24.515 | 33.231 | 57.746 | 42.503 | 20.943 | 63.446 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 85.164 | 40.981 | 126.145 | 42.734 | 34.143 | 76.877 |
| Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 119.003 | 42.345 | 161.348 | 120.027 | 2.331 | 122.358 |
| Gesamt | 204.167 | 83.326 | 287.493 | 162.761 | 36.474 | 199.235 |
Darin enthalten sind Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von TEUR 530 (2010: TEUR 224) mit einem Nominalvolumen von TEUR 593 (2010: TEUR 236).
Die Finanzverbindlichkeiten (ohne Kontokorrentkredite) haben folgende Laufzeiten:
scroll
| TEUR | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2011 | Inland | Ausland | Gesamt 31.12.2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Jederzeit fällig oder bis zu einem Jahr | 24.515 | 33.231 | 57.746 | 42.503 | 20.943 | 63.446 |
| Mehr als ein und bis zu fünf Jahren | 107.299 | 42.345 | 149.644 | 100.019 | 2.331 | 102.350 |
| Mehr als fünf Jahre | 11.704 | 0 | 11.704 | 20.008 | 0 | 20.008 |
| Gesamt | 143.518 | 75.576 | 219.094 | 162.530 | 23.274 | 185.804 |
Die durchschnittlichen Zinssätze beliefen sich auf:
scroll
| % | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| Kontokorrentkredite: | ||
| Inland | 2,07 | 2,50 |
| Ausland | 6,57 | 9,76 |
| Finanzverbindlichkeiten: | ||
| Inland: bis zu einem Jahr | 4,11 | 4,24 |
| Inland: mehr als ein und bis zu fünf Jahren | 4,13 | 4,06 |
| Inland: mehr als fünf Jahre | 3,68 | 4,45 |
| Ausland: bis zu einem Jahr | 2,98 | 2,09 |
| Ausland: mehr als ein und bis zu fünf Jahren | 3,59 | 4,23 |
| Ausland: mehr als fünf Jahre | - | - |
Für Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 252.922 (2010: TEUR 154.530) wurden feste Zinssätze vereinbart. Außerdem bestehen Zinsswaps über Darlehen mit Nennbeträgen von TEUR 7.800, bei denen Zinsverpflichtungen, die auf variabler Basis bestehen, gegen Festbeträge getauscht werden.
Als Sicherheiten sind Grundschulden auf Betriebsgrundstücke mit einem Buchwert in Höhe von TEUR 78.618 (2010: TEUR 85.601), Sicherheiten an Vorräten mit Buchwerten von TEUR 2.425 (2010: TEUR 3.454), Sicherheiten an Forderungen mit Buchwerten von TEUR 6.684 (2010: TEUR 6.716) und Sicherheiten an verpfändeten Gebäuden von TEUR 400 (2010: TEUR 0) eingeräumt. Die besicherten Verbindlichkeiten valutieren am 31. Dezember 2011 mit TEUR 39.070 (2010: TEUR 32.324).
Zum 31. Dezember 2011 standen dem Konzern nicht in Anspruch genommene zugesagte Kreditlinien in Höhe von TEUR 88.321 (2010: TEUR 155.230) zur Verfügung.
(24) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten umfassen offene Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie laufende Kosten.
Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten sind - mit Ausnahme handelsüblicher Eigentumsvorbehalte bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - nicht gesichert.
In den sonstigen lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten sind unter anderem abgegrenzte Verbindlichkeiten aus Werkzeugerlösen enthalten.
(25) Sicherungspolitik und Finanzinstrumente
Risiken und Sicherungspolitik
Durch die internationalen Aktivitäten des ElringKlinger-Konzerns wirken sich Änderungen der Währungskurse, Zinsen sowie Rohstoffpreise auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens aus. Die Risiken resultieren aus Währungskurs- und Zinsschwankungen im Rahmen des operativen Geschäfts sowie aus der Finanzierung. Weitere Risiken resultieren aus Marktpreisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt. Ferner bestehen Liquiditätsrisiken, die im Zusammenhang mit den Kredit- und Marktpreisrisiken stehen oder mit einer Verschlechterung des operativen Geschäfts beziehungsweise mit Störungen an den Finanzmärkten einhergehen.
Der Vorstand der ElringKlinger AG hat durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften das Ziel, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ wirkenden Risikofaktoren zu steuern und damit zu minimieren. Derivative Finanzinstrumente dürfen im ElringKlinger-Konzern nur mit der Zustimmung des Vorstands abgeschlossen werden. ElringKlinger verarbeitet umfangreich hochwertige Edelstähle. Darin enthalten sind Legierungszuschläge, vor allem für Nickel, die als börsennotiertes Metall Preisschwankungen unterliegen. Um die im Rahmen der Teilepreiskalkulation in Ansatz gebrachten Kosten für Legierungszuschläge teilweise abzusichern, setzt ElringKlinger derivative Finanzinstrument ein. Abgesichert wird ein Preiskorridor, in dem der durchschnittliche Kalkulationsansatz liegt. Entwickelt sich die Börsennotiz des Nickels über das obere Ende des Korridors, erhält ElringKlinger eine Ausgleichszahlung, fällt der Börsenpreis des Nickels unter das untere Ende des Korridors, hat ElringKlinger eine Aufzahlung zu leisten. Die bestehenden Nickelsicherungsgeschäfte haben eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2012 bzw. bis 31. Dezember 2012.
Hedge Accounting im Sinne des IAS 39 kam nicht zur Anwendung.
Währungsrisiko
Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist der ElringKlinger-Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt.
Das Wechselkursrisiko des Konzerns entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn die Umsatzerlöse in einer anderen Währung als die zugehörigen Kosten anfallen. Umsatzerlöse werden im Regelfall in der jeweiligen funktionalen Währung (dies ist die jeweilige Landeswährung) des entsprechenden Konzernunternehmens generiert. Um Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft zu reduzieren, werden daher Zukäufe von Gütern, Rohstoffen und Dienstleistungen sowie Investitions- und Finanzierungsaktivitäten hauptsächlich in der jeweiligen funktionalen Währung des Konzernunternehmens abgerechnet. Darüber hinaus versucht der Konzern, das Fremdwährungsrisiko durch eigene Produktion in den entsprechenden lokalen Absatzmärkten zu minimieren.
Zur weiteren Begrenzung des Währungsrisikos werden laufende Forderungen, Verbindlichkeiten und Schulden in Fremdwährung mit Devisentermingeschäften gesichert.
Den Tochtergesellschaften ist es nicht erlaubt, aus spekulativen Gründen Finanzmittel in Fremdwährung aufzunehmen oder anzulegen. Konzerninterne Finanzierungen oder Investitionen werden vorwiegend in der jeweiligen funktionalen Währung getätigt.
Mehrere Tochterunternehmen der ElringKlinger AG haben ihren Sitz außerhalb des Euroraumes. Da die Berichtswährung der ElringKlinger-Gruppe der Euro ist, werden Erträge und Aufwendungen dieser Beteiligungsgesellschaften im Rahmen der Konsolidierung in Euro umgerechnet. Veränderungen der durchschnittlichen Wechselkurse im Vergleich zur Vorperiode können daher Umrechnungseffekte verursachen, die sich im Eigenkapital des Konzerns niederschlagen.
Aufgrund der Einbeziehung von Tochtergesellschaften weist der Konzern zudem Vermögenswerte und Verbindlichkeiten außerhalb der Eurozone aus, die auf lokale Währung lauten. Bei der Umrechnung dieser Vermögenswerte in Euro können Wechselkursschwankungen zu Wertänderungen führen. Die Änderungen dieser Netto-Vermögenswerte spiegeln sich im Eigenkapital des Konzerns wider.
Zum 31. Dezember 2011 hält ElringKlinger wesentliche Finanzverbindlichkeiten in Form von CHF-Darlehen (TCHF 58.000). Schwankungen des Wechselkurses können abhängig von den in CHF generierten Mittelzuflüssen wesentliche Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben.
Um die möglichen Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital quantifizieren zu können, wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Diese stellt die Veränderung des Konzernergebnisses und des Konzerneigenkapitals für den Fall dar, dass die jeweilige funktionale Währung der Konzerngesellschaften gegenüber der Fremdwährung um 10 % auf- bzw. abwerten würde:
scroll
| 31.12.2011 Lokale Währung +10% TEUR |
CHF | EUR | USD | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 3.090 | 1.792 | -1.360 | -192 | 3.330 |
| Konzerneigenkapital | 3.090 | 1.792 | -1.360 | -192 | 3.330 |
scroll
| 31.12.2011 Lokale Währung -10% TEUR |
CHF | EUR | USD | Sonstige | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | -3.090 | -1.792 | 1.360 | 192 | -3.330 |
| Konzerneigenkapital | -3.090 | -1.792 | 1.360 | 192 | -3.330 |
Zinsrisiko
Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus finanziellen Verbindlichkeiten. Der Konzern steuert das Zinsrisiko mit dem Ziel, den Zinsertrag und den Zinsaufwand zu optimieren.
Für Finanzierungsverbindlichkeiten des ElringKlinger-Konzerns sind im Wesentlichen feste Zinssätze vereinbart. In Einzelfällen sind ergänzend Swap-Geschäfte zur Transformation variabler Zinsen in Festzinsen abgeschlossen worden. Somit bestehen nur sehr geringe Risiken durch Zinsschwankungen.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2011 um 1% höher gewesen wäre, hätte sich das Ergebnis um TEUR 475 erhöht. Eine Absenkung des Marktzinsniveaus um 1% hätte eine Ergebnisverringerung von TEUR 479 zur Folge gehabt.
Rohstoffpreisrisiko
ElringKlinger ist Risiken aus der Änderung der Preise für in die Produktion eingehende Rohstoffe ausgesetzt. Um Schwankungen in den Einkaufspreisen der Rohstoffe abzumildern, hat ElringKlinger zwei Sicherungsgeschäfte für Nickel abgeschlossen.
Eine Absicherung vertretbarer Einkaufspreise kann im Bedarfsfall durch zusätzliche derivative Absicherungsgeschäfte erfolgen.
ElringKlinger verarbeitet umfangreich hochwertige Edelstähle. Darin enthalten sind Legierungszuschläge, vor allem für Nickel, der als börsennotiertes Metall Preisschwankungen unterliegt. Um die im Rahmen der Teilepreiskalkulation in Ansatz gebrachten Kosten für Legierungszuschläge teilweise abzusichern, setzt ElringKlinger derivative Finanzinstrumente ein. Abgesichert wird ein Preiskorridor, in dem der durchschnittliche Kalkulationsansatz liegt. Entwickelt sich die Börsennotiz von Nickel über das obere Ende des Korridors erhält ElringKlinger eine Ausgleichszahlung, fällt der Börsenpreis für Nickel unter das untere Ende des Korridors hat ElringKlinger eine Aufzahlung zu leisten. Die bestehenden Nickelsicherungsgeschäfte haben ein Laufzeit bis zum 31. Oktober 2012 bzw. bis zum 31. Dezember 2012.
Der Konzern steuert das Kreditrisiko der Derivate, indem derivative Finanzgeschäfte ausschließlich mit großen Banken von bestmöglicher Bonität nach einheitlichen Richtlinien getätigt werden.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr eines wirtschaftlichen Verlustes, der dadurch entsteht, dass ein Vertragspartner seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung sowie Konzentrationsrisiken. Die maximalen Risikopositionen aus finanziellen Vermögenswerten, welche grundsätzlich einem Kreditrisiko unterliegen können, entsprechen deren Buchwerten und stellen sich wie folgt dar:
Liquide Mittel
Liquide Mittel umfassen im Wesentlichen sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist die ElringKlinger-Gruppe Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen (sog. Kontrahentenrisiko). Zur Minimierung dieses Risikos werden die Finanzinstitute, bei denen Anlagen getätigt werden, sorgfältig ausgewählt. Die maximale Risikoexposition entspricht dem Buchwert der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen resultieren hauptsächlich aus den globalen Verkaufsaktivitäten von Dichtungen, Dichtungsmaterialien, Kunststofferzeugnissen und Baugruppen für die Fahrzeug- und allgemeine Industrie. Das Kreditrisiko besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners, das durch die Kundenstruktur mit verschiedenen Großkunden geprägt ist.
Im Inlandsgeschäft wird der überwiegende Teil der Forderungen über einen Eigentumsvorbehalt abgesichert. Um dem Kreditrisiko vorzubeugen, werden ferner Bonitätsprüfungen in Form von Anfragen bei Kreditauskunftsdateien bei ausgewählten Kontrahenten durchgeführt. Zudem existieren interne Prozesse zur laufenden Überwachung von Forderungen, bei denen mit einem teilweisen oder vollständigen Ausfall gerechnet werden muss.
Im Exportgeschäft beurteilt ElringKlinger die Bonität der Kontrahenten ebenfalls durch Anfragen bei Kreditauskunftsdateien sowie unter Einbeziehung des spezifischen Länderrisikos. Darüber hinaus werden in bestimmten Fällen Kreditversicherungen abgeschlossen oder Akkreditive als Kreditsicherheiten angefordert.
Zudem wird dem Ausfallrisiko durch Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken sowie voraussichtliche Skontoinanspruchnahme Rechnung getragen. Die maximale Risikoexposition aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen zum Bilanzstichtag. Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit gesonderter Darstellung der überfälligen und wertberichtigten Forderungen, können der Anmerkung 17 entnommen werden.
Mit den zwei größten Kunden wurde in 2011 ein Umsatzanteil von 12,0% und 10,6% erzielt. Der starke Aufschwung im internationalen Fahrzeuggeschäft hat dazu geführt, dass sich die Ertragssituation bei nahezu allen Kunden der ElringKlinger-Gruppe erheblich verbessert hat. Das Risiko eines Ausfalls von Forderungen hat sich somit weiter verringert.
Die nachfolgende Tabelle zeigt alle vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten, einschließlich der derivaten Finanzinstrumente mit einem negativen Marktwert.
scroll
| TEUR | Verb. aus Lieferungen und Leistungen | Finanzverbindlichkeiten | Finanzierungsleasing | Derivate | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| per 31.12.2011 | |||||
| Buchwert | 65.019 | 286.963 | 530 | 393 | 352.905 |
| Zahlungsabflüsse | |||||
| erwartete Zahlungsabflüsse: | 65.019 | 310.777 | 593 | 414 | 376.803 |
| - bis zu einem Monat | 42.345 | 22.916 | 23 | 30 | 65.314 |
| - von einem bis zu drei Monaten | 22.089 | 30.233 | 45 | 40 | 52.407 |
| - von drei Monaten bis zu einem Jahr | 578 | 80.038 | 270 | 176 | 81.062 |
| - von einem bis zu fünf Jahren | 7 | 168.928 | 252 | 168 | 169.355 |
| - mehr als fünf Jahre | 0 | 8.662 | 3 | 0 | 8.665 |
scroll
| TEUR | Verb. aus Lieferungen und Leistungen | Finanzverbindlichkeiten | Finanzierungsleasing | Derivate | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| per 31.12.2010 | |||||
| Buchwert | 46.405 | 199.011 | 224 | 370 | 246.010 |
| Zahlungsabflüsse | |||||
| erwartete Zahlungsabflüsse: | 46.405 | 217.308 | 236 | 403 | 264.352 |
| - bis zu einem Monat | 27.791 | 689 | 5 | 23 | 28.508 |
| - von einem bis zu drei Monaten | 17.573 | 20.972 | 13 | 36 | 38.594 |
| - von drei Monaten bis zu einem Jahr | 1.038 | 61.973 | 59 | 130 | 63.200 |
| - von einem bis zu fünf Jahren | 3 | 117.248 | 159 | 214 | 117.624 |
| - mehr als fünf Jahre | 0 | 16.426 | 0 | 0 | 16.426 |
Weitere Erläuterungen zu Finanzverbindlichkeiten finden sich im Anhang unter der Ziffer 23.
(26) Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente
Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Vermögenswerte:
scroll
| Foerderungen aus Lieferungen und Leistungen/Zahlungsmittel | Derivate | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | mittel BW | ZW | BW | ZW |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| per 31.12.2011 | ||||
| Zahlungsmittel | 65.137 | 65.137 | 0 | 0 |
| Kredite und Forderungen | 187.279 | 187.279 | 0 | 0 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 64 | 64 |
| zur Veräußerung verfügbar | 0 | 0 | ||
| Gesamt | 252.416 | 252.416 | 64 | 64 |
| per 31.12.2010 | ||||
| Zahlungsmittel | 101.176 | 101.176 | 0 | 0 |
| Kredite und Forderungen | 138.195 | 138.195 | 0 | 0 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zur Veräußerung verfügbar | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamt | 239.371 | 239.371 | 0 | 0 |
scroll
| Andere Finanzinstrumente | Gesamt | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | BW | ZW | BW |
| --- | --- | --- | --- |
| per 31.12.2011 | |||
| Zahlungsmittel | 0 | 0 | 65.137 |
| Kredite und Forderungen | 182 | 182 | 187.461 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 1.384 | 1.424 | 1.384 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 64 |
| zur Veräußerung verfügbar | 1.170 | 1.170 | 1.170 |
| Gesamt | 2.736 | 2.776 | 255.216 |
| per 31.12.2010 | |||
| Zahlungsmittel | 0 | 0 | 101.176 |
| Kredite und Forderungen | 30 | 30 | 138.225 |
| bis zur Endfälligkeit gehalten | 1.376 | 1.421 | 1.376 |
| zu Handelszwecken gehalten | 0 | 0 | 0 |
| zur Veräußerung verfügbar | 175 | 175 | 175 |
| Gesamt | 1.581 | 1.626 | 240.952 |
Der Zeitwert von Zahlungsmitteln sowie von Krediten und Forderungen entspricht dem Buchwert. Der Grund dafür ist vor allem die kurze Laufzeit solcher Instrumente. Bei den bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinstrumenten setzt ElringKlinger als Zeitwert den Kurswert in einem aktiven Markt an. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden mit dem Marktpreis bewertet.
In den finanziellen Vermögenswerten sind Festgeldanlagen in Höhe von TEUR 16 enthalten.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Verbindlichkeiten:
scroll
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | BW | ZW | BW | ZW |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| per 31.12.2011 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 65.019 | 65.019 | 0 | 0 |
| Finanzverbindlichkeiten | 530 | 530 | ||
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle | ||||
| Verbindlichkeiten | 65.019 | 65.019 | 530 | 530 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfolgswirksam zum Zei t wert bewertete finanzielle | ||||
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
| per 31.12.2010 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 46.405 | 46.405 | 0 | 0 |
| Finanzverbindlichkeiten | 224 | 224 | ||
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle | ||||
| Verbindlichkeiten | 46.405 | 46.405 | 224 | 224 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erfolgswirksam zum Zei t wert bewertete finanzielle | ||||
| Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 |
scroll
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | Gesamt | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | BW | ZW | BW |
| --- | --- | --- | --- |
| per 31.12.2011 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 | 65.019 |
| Finanzverbindlichkeiten | 286.963 | 299.077 | 287.493 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 286.963 | 299.077 | 352.512 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 393 | 393 | 393 |
| Erfolgswirksam zum Zei t wert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 393 | 393 | 393 |
| per 31.12.2010 | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 | 46.405 |
| Finanzverbindlichkeiten | 199.011 | 201.814 | 199.235 |
| Zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 199.011 | 201.814 | 245.640 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 370 | 370 | 370 |
| Erfolgswirksam zum Zei t wert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 370 | 370 | 370 |
*) Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.
Der Zeitwert von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie von sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht dem Buchwert. Bei langfristigen festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie Derivaten bestimmt ElringKlinger den Marktwert durch die Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme mit den für ähnliche Finanzschulden mit vergleichbarer Restlaufzeit aktuell geltenden Zinsen sowie dem unternehmensspezifischem Risikozins.
Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den 3 Stufen der Fair-Value- Hierarchie:
scroll
| TEUR | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | |||
| zur Veräußerung verfügbar | 1.170 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 64 | 0 |
| Gesamt | 1.170 | 64 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| zur Veräußerung verfügbar | 0 | 0 | 0 |
| zu Handelszwecken gehalten*) | 0 | 393 | 0 |
| Gesamt | 0 | 393 | 0 |
*) Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:
Stufe 1: Bewertung anhand von Marktpreisen;
Stufe 2: Bewertung anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente oder anhand von Bewertungsmodellen, die auf am Markt beobachtbaren Inputparametern basieren;
Stufe 3: Bewertung anhand von Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing beruhen auf Sachanlagen, die infolge der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasing-Verträge dem Konzern als wirtschaftlichem Eigentümer zuzuordnen sind. Zum 31. Dezember 2011 betrugen die zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Finanzierungsleasingverträgen TEUR 593 (2010: TEUR 236). Die Überleitung der Mindestleasingzahlungen aus Finanzierungsleasingverträgen zu den entsprechenden Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2011 stellt sich wie folgt dar:
scroll
| TEUR | Mindestleasingzahlungen 31.12.2011 | In den Mindestleasingzahlungen enthaltene Zinsen 31.12.2011 | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 31.12.2011 |
|---|---|---|---|
| Fälligkeit | |||
| Innerhalb eines Jahres | 338 | 32 | 306 |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 252 | 31 | 221 |
| Nach mehr als fünf Jahren | 3 | 0 | 3 |
| Gesamt | 593 | 63 | 530 |
Nettogewinne bzw. -verluste von Finanzinstrumenten:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente *) | 44 | 523 |
| zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte | 44 | 0 |
| bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 0 | -2 |
| Kredite und Forderungen | 66 | 1.497 |
| zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -3.825 | -9.068 |
*) Es handelt sich um Derivate, für die die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting nicht vorliegen.
Nettogewinne bzw. -verluste aus Derivaten beinhalten die Effekte aus Marktwertänderungen, die in voller Höhe im Ergebnis der Periode erfasst werden.
Die Nettogewinne der zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte enthalten Erträge aus Beteiligungen.
Nettogewinne bzw. -verluste der bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinstrumente enthalten Wertminderungen sowie Zuschreibungen.
Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen enthalten im Wesentlichen Wertminderungen sowie Zuschreibungen.
Nettoverluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Währungsverluste.
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgwirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 764 | 805 |
| Gesamtzinsaufwendungen | -9.398 | -10.439 |
Von den Gesamtzinserträgen resultieren, wie im Vorjahr, keine Zinserträge aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten.
Derivative Finanzinstrumente
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 bestanden folgende Finanzderivate:
scroll
| TEUR | Beizulegender Zeitwert | Buchwert | Bilanzposition |
|---|---|---|---|
| Rohwarenbezogene Derivate | |||
| Nickelsicherungsgeschäft | 64 | 64 | Sonstige kurzfristige Vermögenswerte |
| Nickelsicherungsgeschäft | -92 | -92 | Kurzfristige Rückstellungen |
| Zinsbezogene Derivate | |||
| Zinsswap | -301 | -301 | Kurzfristige Rückstellungen |
| Gesamt | -329 | -329 |
Die Ermittlung der Marktwerte der Finanzderivate erfolgt unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren und auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten (Mark-to-Market-Methode).
(27) Kapitalmanagement
ElringKlinger sieht ein starkes Finanzprofil der Unternehmensgruppe als Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum. Durch die gute Kapitalausstattung sind Zukunftsinvestitionen für organisches Wachstum, aber auch für externes Wachstum möglich.
Der Vorstand des Mutterunternehmens strebt eine Mindesteigenkapitalquote im Konzern von 40 % an. In der Satzung der ElringKlinger AG sind keine Kapitalerfordernisse definiert.
Es besteht eine Ermächtigung des Vorstandes zum Rückkauf eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung (21. Mai 2010) bestehenden Grundkapitals. Die Ermächtigung gilt bis zum 21. Mai 2015. Aktienoptionsprogramme mit Einfluss auf die Kapitalstruktur existieren nicht.
Zu zwei Darlehen bestehen vertraglich vereinbarte Ereignisse bzw. Grenzwerte (Financial Covenants) bei deren Verletzung die Darlehen fällig werden. Diese stellen sich wie folgt dar:
scroll
| Covenant | Höchst-/ Untergrenze | Wert per 31.12.2011 |
|---|---|---|
| Eigenmittelquote im Konzern | 25% | 40,8 % |
| Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA | 3,0 | 0,90 |
| Verhältnis Finanzverbindlichkeiten zu EBITDA | 2,8:1 | 1,28 |
| Verhältnis EBIT zu Zinsaufwand | 3,5:1 | 13,90 |
Die Angaben erfolgten gemäß der Berechnung der Darlehensgeber.
Die folgende Darstellung zeigt Eigenkapital und Bilanzsumme zum 31. Dezember 2011 im Vergleich zum 31. Dezember 2010.
scroll
| Mio. EUR | 2011 | 2010 (*) |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 610,1 | 522,2 |
| als % vom Gesamtkapital | 50,1 % | 52,7 % |
| langfristige Verbindlichkeiten | 313,9 | 268,4 |
| kurzfristige Verbindlichkeiten | 293,6 | 200,7 |
| Fremdkapital | 607,5 | 469,1 |
| als % vom Gesamtkapital | 49,9 % | 47,3 % |
| Gesamtkapital | 1.217,6 | 991,3 |
(*) Vorjahreszahlen angepasst
Der Anstieg des Eigenkapitals vom 31. Dezember 2010 zum 31. Dezember 2011 resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Gewinnrücklagen sowie der nicht beherrschenden Anteilen am Eigenkapital. Das Fremdkapital erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 29,5 %.
Mit einer Eigenkapitalquote von 54,2% in der AG und von 50,1% im Konzern wurde die von Aufsichtsrat und Vorstand definierte Eigenkapitalquote von 40 % übertroffen.
Sämtliche externen Mindestkapitalanforderungen sind in der Berichtsperiode erfüllt worden.
(28) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel des ElringKlinger-Konzerns durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres verändert haben. Entsprechend IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung enthaltenen unrealisierten Währungseffekte, die fälschlicherweise im Cashflow der Finanzierungstätigkeit erfasst waren, wurden nun gemäß IAS 7.20 (b) im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit erfasst bzw. bereinigt. Dadurch erhöhte sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in 2010 um TEUR 10.011. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde das Vorjahr angepasst.
Die in der Kapitalflussrechnung betrachteten Zahlungsmittel umfassen die in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel, d.h. Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten.
Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern indirekt abgeleitet. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus Änderungen des Konsolidierungskreises bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzpositionen können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanz abgestimmt werden.
Die Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter zum Erwerb von Anteilen enthalten den vollständig durch Zahlungsmittel ausgeglichenen Kaufpreis für den Erwerb von 10 % der Anteile an der EKTR.
(29) Segmentberichterstattung
Die Organisationsstruktur und die interne Berichterstattung des ElringKlinger-Konzerns sind durch die Ausrichtung auf fünf Geschäftsfelder gekennzeichnet. Dementsprechend erfolgt die Segmentierung in die Tätigkeitsbereiche „Erstausrüstung“, „Ersatzteile“, „Kunststofftechnik“, „Dienstleistungen“ und „Gewerbeparks“.
Die Aktivitäten in den Berichtssegmenten „Erstausrüstung“ und „Ersatzteile“ erstrecken sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Teilen und Baugruppen für den Motor-, Getriebe- und Abgasbereich von Kraftfahrzeugen (Powertrain) sowie Batterie- und Brennstoffzellenkomponenten. Die Übernahme der Schweizer Hug-Gruppe ergänzt das Portfolio um die Abgasreinigungstechnologie, die der Hummel-Gruppe um die Werkzeugtechnologie. Ferner werden im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit stehende Dienstleistungen erbracht.
Im Segment „Kunststofftechnik“ werden technische Erzeugnisse für die Fahrzeug- und allgemeine Industrie aus hochbeanspruchbaren PTFE-Kunststoffen hergestellt und vertrieben.
Das Berichtssegment „Dienstleistungen“ betrifft im Wesentlichen den Betrieb von Motorenprüfständen sowie Beiträge für die Motorenentwicklung.
Das Segment „Gewerbeparks“ umfasst die Verwaltung und Vermietung von Grundeigentum und Gebäuden.
In der folgenden Übersicht „Segmentberichterstattung“ werden in der Spalte „Konsolidierung“ die Konsolidierung zwischen den Segmenten sowie den Segmenten nicht direkt zuordenbare Beträge ausgewiesen. In der Spalte „Sonstiges“ werden lediglich die den Segmenten nicht direkt zuordenbaren Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die interne Steuerung und Berichterstattung basiert auf den Grundsätzen der Rechnungslegung nach IFRS. Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand des Ergebnisses vor Steuern nach IFRS. Mit Ausnahme der Lieferungen des Erstausrüstungsbereichs an den Ersatzteilbereich bestehen zwischen den einzelnen Segmenten nur in nicht wesentlichem Umfang Liefer- und Leistungsbeziehungen. Der Leistungsaustausch zwischen den Segmenten wird zu Preisen angesetzt, wie sie auch mit Konzernfremden vereinbart werden.
Im Ergebnis des Segments „Erstausrüstung“ ist ein Wertminderungsaufwand in Höhe von TEUR 1.161 und im Ergebnis des Segments „Ersatzteile“ ist ein Wertminderungsaufwand in Höhe von TEUR 800 enthalten.
Mit zwei Kunden wurden im Segment Erstausrüstung mehr als 10 % der Konzernumsatzerlöse erzielt (TEUR 109.049 und TEUR 123.851).
Segmentberichterstattung
scroll
| Segment | Erstausrüstung | Ersatzteile | ||
|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
2011 | 2010 | 2011 | 2010 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | 849.260 | 625.658 | 112.929 | 107.057 |
| - Intersegmenterlöse | -22.038 | -18.774 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 827.222 | 606.884 | 112.929 | 107.057 |
| EBIT² | 84.082 | 68.256 | 22.150 | 22.181 |
| + Zinserträge | 660 | 616 | 193 | 176 |
| - Zinsaufwendungen | -11.026 | -11.355 | -1.042 | -896 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 73.716 | 57.517 | 21.301 | 21.461 |
| Abschreibungen 4 | 90.748 | 76.511 | 1.310 | 795 |
| Investitionen³ | 105.896 | 123.488 | 10.906 | 4.123 |
| Segmentvermögen | 1.043.758 | 826.061 | 68.385 | 58.191 |
| Segmentschulden | 350.923 | 244.078 | 24.365 | 20.974 |
scroll
| Segment | Kunststofftechnik | Gewerbeparks | ||
|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
2011 | 2010 | 2011 | 2010 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | 84.821 | 71.476 | 6.875 | 8.060 |
| - Intersegmenterlöse | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 84.821 | 71.476 | 6.875 | 8.060 |
| EBIT² | 16.498 | 11.533 | 24.261 | 3.660 |
| + Zinserträge | 364 | 320 | 109 | 57 |
| - Zinsaufwendungen | -749 | -751 | -540 | -873 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 16.113 | 11.102 | 23.830 | 2.844 |
| Abschreibungen 4 | 2.991 | 2.673 | 655 | 1.097 |
| Investitionen³ | 3.649 | 5.951 | 426 | 327 |
| Segmentvermögen | 83.038 | 72.177 | 15.459 | 28.689 |
| Segmentschulden | 17.463 | 25.834 | 4.786 | 5.121 |
scroll
| Segment | Dienstleistungen | Sonstiges | ||
|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
2011 | 2010 | 2011 | 2010 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | 9.872 | 8.446 | 0 | 0 |
| - Intersegmenterlöse | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Umsatzerlöse | 9.872 | 8.446 | 0 | 0 |
| EBIT² | 1.710 | 1.086 | 0 | 0 |
| + Zinserträge | 12 | 16 | 0 | 0 |
| - Zinsaufwendungen | -50 | -56 | 0 | 0 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.672 | 1.046 | 0 | 0 |
| Abschreibungen 4 | 1.086 | 1.137 | 0 | 0 |
| Investitionen³ | 732 | 437 | 0 | 0 |
| Segmentvermögen | 9.060 | 10.131 | 0 | 0 |
| Segmentschulden | 2.764 | 3.957 | 209.288 | 168.475 |
scroll
| Segment | Konsolidierung | Konzern | ||
|---|---|---|---|---|
| Angaben in T€ |
2011 | 2010 | 2011 | 2010 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Segmenterlöse | -8.899 | -6.266 | 1.054.858 | 814.431 |
| - Intersegmenterlöse | 0 | 0 | -22.038 | -18.774 |
| Umsatzerlöse | -8.899 | -6.266 | 1.032.820 | 795.657 |
| EBIT² | 148.701 | 106.716 | ||
| + Zinserträge | -354 | -343 | 984 | 842 |
| - Zinsaufwendungen | 354 | 343 | -13.053 | -13.588 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 136.632 | 93.970 | ||
| Abschreibungen 4 | 96.790 | 82.213 | ||
| Investitionen³ | 121.609 | 134.326 | ||
| Segmentvermögen | -2.110 | -3.914 | 1.217.590 | 991.335 |
| Segmentschulden | -2.110 | -3.914 | 607.479 | 464.525 |
1 Vergleiche Erläuterungen Seite 60
² Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen
³ Investitionen in immatrielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
4 Planmäßige Abschreibungen incl. Wertminderungen
Segmentberichterstattung nach Regionen
scroll
| Region Angaben in T€ |
Umsatzerlöse | Langfristige Vermögenswerte | Investitionen | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 2011 | 319.298 | 356.966 | 74.230 |
| 2010 | 245.620 | 309.098 | 66.224 | |
| Übriges Europa | 2011 | 345.397 | 202.365 | 17.517 |
| 2010 | 238.739 | 137.258 | 31.149 | |
| NAFTA | 2011 | 165.028 | 41.487 | 4.483 |
| 2010 | 141.977 | 51.253 | 12.749 | |
| Asien und Australien | 2011 | 143.179 | 60.537 | 16.679 |
| 2010 | 118.106 | 49.501 | 16.848 | |
| Südamerika und übrige | 2011 | 59.918 | 26.015 | 8.700 |
| 2010 | 51.215 | 21.500 | 7.356 | |
| Konzern | 2011 | 1.032.820 | 687.370 | 121.609 |
| 2010 | 795.657 | 568.610 | 134.326 |
(30) Entwicklung des Konzerneigenkapitals
In der Entwicklung des Konzerneigenkapitals sind neben den in den Anmerkungen (19) und (20) erläuterten Bestandteilen die Kapitalrücklage, die Gewinnrücklage aus Erstanwendung IFRS und das erwirtschaftete Konzerneigenkapital enthalten. Die Kapitalrücklage entspricht den beim Mutterunternehmen ElringKlinger AG als Kapitalrücklage ausgewiesenen Beträgen.
Die Gewinnrücklage aus der Erstanwendung IFRS stammt aus der IFRS-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2004 bzw. aus späteren Anteilserwerben.
Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital enthält erzielte Ergebnisbestandteile, soweit sie noch nicht ausgeschüttet worden sind.
Sonstige Angaben
Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten
Aus gewährten Bürgschaften und Vertragserfüllungsgarantien sowie der Begebung von Wechsel bestehen, wie im Vorjahr, beim ElringKlinger-Konzern keine Haftungsverhältnisse.
Operating-Leases
Im Aufwand sind Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von TEUR 5.058 (2010:TEUR 4.703) enthalten.
Zum Bilanzstichtag hatte der Konzern offene Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen, die wie folgt fällig sind:
scroll
| TEUR | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| von bis zu einem Jahr | 3.114 | 2.569 |
| von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren | 5.592 | 4.920 |
| von mehr als fünf Jahren | 412 | 1.075 |
| Gesamt | 9.118 | 8.564 |
Davon entfielen TEUR 4.626 auf offene Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnisse für Geschäftsräume, TEUR 2.341 für Geschäftsausstattung sowie TEUR 2.151 auf sonstige Leasingverhältnisse.
Des Weiteren bestanden finanzielle Verpflichtungen aus Energieabnahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 15.213 (Fälligkeiten: TEUR 5.388 bis zu einem Jahr; TEUR 9.825 von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren) sowie Zahlungsverpflichtungen zum Erwerb eines lizensierten PTFE-Verarbeitungsverfahrens in Höhe von TEUR 800.
Aus dem Kauf der beiden Unternehmen ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten, Thale, und der AGD Group Entwicklungs- und Vertriebs GmbH, Gütersloh, besteht zum Bilanzstichtag die Verpflichtung zur Zahlung des vorläufigen Kaufpreises - unter Berücksichtigung der Übernahme von Verbindlichkeiten (TEUR 1.800) - in Höhe von TEUR 1.200.
Einzahlungen aus Leasingverträgen
Die zukünftigen an ElringKlinger zu leistenden Leasingzahlungen aus nicht kündbaren Operating Lease-Verträgen sind wie folgt fällig:
scroll
| TEUR | 31.12.2011 | 31.12.2010 |
|---|---|---|
| von bis zu einem Jahr | 1.540 | 5.507 |
| von mehr als einem Jahr und bis zu fünf Jahren | 1.313 | 1.829 |
| von mehr als fünf Jahren | 0 | 31 |
| Gesamt | 2.853 | 7.367 |
Anzahl der Beschäftigten
Im Jahresdurchschnitt war im ElringKlinger-Konzern die folgende Anzahl von Mitarbeitern (ohne Vorstände) beschäftigt:
scroll
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Mitarbeiter | 5.643 | 4.331 |
| Auszubildende | 136 | 122 |
| Gesamt | 5.779 | 4.453 |
In 2011 waren in anteilsmäßig einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen durchschnittlich 234 Mitarbeiter beschäftigt.
Personalaufwand
Die Personalaufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 226.094 (2010: TEUR 198.870). In den Personalaufwendungen sind die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit einem Anteil von 7,2% (2010: 7,2 %) enthalten.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach Ende der Berichtsperiode hat die ElringKlinger AG den Metallgehäusehersteller ThaWa GmbH Thaler Warenautomaten, Thale, sowie die AGD Group Entwicklungs- und Vetriebs GmbH, Gütersloh, erworben. Der Kauf wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2012 vollzogen. Der vorläufige Kaufpreis beträgt TEUR 3.000. Der endgültige Kaufpreis wird auf Basis der entsprechenden Stichtagsbilanzen zum 31. Dezember 2011 berechnet und wird sich um die zu übernehmenden Verbindlichkeiten (voraussichtlich TEUR 1.800) reduzieren. Die Ermittlung ist noch nicht abgeschlossen. Im Anschluss wird eine Kaufpreisallokation durchgeführt. Daher können noch keine weiteren Angaben gemacht werden.
Mit dieser Akquisition verstärkt das Unternehmen seine Aktivitäten in der Abgasreinigungstechnologie. ThaWa ist überwiegend als Zulieferer und Fertigungspartner für den von der ElringKlinger AG im Mai 2011 zugekauften Schweizer Abgasspezialisten Hug Engineering AG tätig.
Der Vorstand der ElringKlinger AG hat den Konzernabschluss am 15. März 2012 zur Genehmigung an den Aufsichtsrat, der am 23. März 2012 tagen wird, freigegeben.
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Geschäftsvorfälle zwischen dem Mutterunternehmen und seinen Tochter- und Beteiligungs-unternehmen werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und daher in dieser Anhangsangabe nicht erläutert. Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen des ElringKlinger Konzerns und nahestehenden Personen bzw. Unternehmen, die von nahestehenden Personen beherrscht werden, wie folgt:
| 1. | Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Lehrlingsausbildung zwischen der ElringKlinger AG und der Lechler GmbH, Metzingen. Herr Walter Herwarth Lechler ist Aktionär der ElringKlinger AG und maßgeblich an der Lechler GmbH beteiligt. Die Einnahmen der ElringKlinger AG betrugen im Berichtsjahr TEUR 117 (2010: TEUR 164). Zum Bilanzstichtag betrug der offene Saldo TEUR 0 (2010: TEUR 0). |
| 2. | Mietvertrag zwischen Technik-Park Heliport Kft., Kecskemét-Kádafalva, Ungarn (TPH), und dem Tochterunternehmen der Lechler GmbH, Lechler Kft., Kecskemét-Kádafalva, Ungarn. Die Mieteinnahmen der TPH aus diesem Vertrag betrugen im Berichtsjahr TEUR 197 (2010: TEUR 197). Zum Bilanzstichtag waren, wie im Vorjahr, keine Forderungen offen. |
| 3. | Vertrag zwischen ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg-Ergenzingen, und Lechler GmbH, Metzingen, betreffend Montagetätigkeiten und Lagerung von Komponenten. Hieraus resultierten im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 477 (2010: TEUR 354). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 besteht noch eine Forderung in Höhe von TEUR 31 (2010: TEUR 38). |
| 4. | Rahmenliefervertrag betreffend den Bezug von Material zwischen Gesellschaften des ElringKlinger Konzerns und Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co. KG, Gumpoldskirchen, Österreich. Herr Klinger-Lohr ist Aktionär der ElringKlinger AG und maßgeblich an der Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co. KG beteiligt. Im Rahmen dieses Vertrages hat die ElringKlinger AG in 2011 Material für TEUR 2.410. (2010: TEUR 2.088) bezogen. Der offene Saldo zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 218 (2010: TEUR 191). |
| 5. | Rahmenliefervertrag betreffend den Bezug von Material zwischen ElringKlinger AG und Klinger AG Egliswil, Schweiz. Herr Klinger-Lohr ist Aktionär der ElringKlinger AG und Mitglied des Verwaltungsrats der Klinger AG, Egliswil. Im Rahmen dieses Vertrages hat die ElringKlinger AG in 2011 Material zum Preis von TEUR 77 (2010: TEUR 106) erworben. Zum Bilanzstichtag bestehen hieraus keine Verbindlichkeiten (2010: TEUR 15). |
| 6. | Das durch Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen ElringKlinger Korea Co., Ltd. (EKKO) hat im Berichtsjahr von ElringKlingers Joint-Venture-Partner Jeil E&S Co., Ltd. Rohmaterialien und Waren zum Preis von TEUR 374 (2010: TEUR 491) bezogen. Aus diesen Lieferungen bestanden zum Bilanzstichtag noch Verbindlichkeiten bei EKKO in Höhe von TEUR 13 (2010: TEUR 28). Außerdem besteht ein Mietvertrag zwischen EKKO und Jeil E&S Co., Ltd. Die Mietausgaben der EKKO betrugen im Berichtsjahr TEUR 101. Zum Bilanzstichtag waren keine Verbindlichkeiten offen. |
| 7. | Geschäftsbeziehungen zwischen der ElringKlinger-Tochter Changchun ElringKlinger Ltd. (CEK) und der von Frau Liu, Mitgesellschafterin der CEK, kontrollierten Firma CHYAP. Im Rahmen dieser hat CEK in 2011 Dienstleistungen im Wert von TEUR 128 bezogen. Zum 31. Dezember 2011 bestehen keine Verbindlichkeiten mehr. Außerdem hat CEK an CHYAP Waren und Rohstoffe im Wert von TEUR 49 veräußert. Der offene Saldo zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 16. |
scroll
| Organe der Gesellschaft Aufsichtsrat | |
|---|---|
| Dr. Helmut Lerchner Aichtal, Vorsitzender | Unternehmensberater Mandate: a) DEUTZ AG, Köln |
| Markus Siegers* Altbach, Stellvertretender Vorsitzender | Betriebsratsvorsitzender der ElringKlinger AG |
| Gert Bauer* Reutlingen | Erster Bevollmächtigter und Kassierer der IG Metall Reutlingen/Tübingen Mandate: a) Hugo Boss AG, Metzingen b) BIKOM GmbH, Reutlingen |
| Armin Diez* Lenningen | Leiter der Geschäftsbereiche Zylinderkopfdichtungen und Batterietechnologie/Elektromobilität der ElringKlinger AG |
| Pasquale Formisano* Vaihingen an der Enz | Einsteller Betriebsratsvorsitzender der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH |
| Dr. Margarete Haase Köln (seit 31. Mai 2011) | Mitglied des Vorstandes der DEUTZ AG, Köln Mandate: a) Fraport AG, Frankfurt am Main ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen (seit 1. Januar 2012) b) DEUTZ (Dalian) Engine Co. Ltd., Dalian/China |
| Dr. Rainer Hahn Stuttgart (bis 31. Mai 2011) | Ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung Robert Bosch GmbH, Stuttgart Mandate: a) Robert Bosch GmbH, Stuttgart Bosch Rexroth AG, Stuttgart b) TÜV SÜD Gesellschafterausschuss GbR, München TÜV SÜD e. V., Mannheim |
| Karl Uwe van Husen Waiblingen | Geschäftsführer Mandate: a) Schaltbau Holding AG, München (bis 9. Juni 2011) |
| Dr. Thomas Klinger-Lohr Egliswil/Schweiz | Vorstandsvorsitzender der Betal Netherland Holding B. V., Rotterdam/Niederlande Mandate: b) Klinger Ltd., Perth/Australien (bis 17. Januar 2012) Klinger S.p.A., Mazzo di Rho (MI)/Italien (bis 17. Januar 2012) Saidi S.A., Madrid/Spanien (bis 17. Januar 2012) Klinger AG Egliswil, Egliswil/Schweiz Uni Klinger Ltd., Mumbai/Indien |
| Walter Herwarth Lechler Stuttgart | Geschäftsführender Gesellschafter der Lechler GmbH, Metzingen Mandate: b) Lechler Inc., St. Charles/USA Lechler Ltd., Sheffield/Großbritannien Lechler India Pvt. Ltd., Thane/Indien Lechler Kft, Kecskemét/Ungarn (bis 10. Mai 2011) Lechler France S.A., Montreuil/Frankreich (bis 29. April 2011) Lechler AB, Hagfors/Schweden (bis 25. Februar 2011) Lechler SA, Wavre/Belgien (bis 11. März 2011) Lechler S.A., Madrid/Spanien (bis 5. Mai 2011) ELEX India Pvt. Ltd., Thane/Indien |
| Paula Monteiro-Munz* Grabenstetten | Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der ElringKlinger AG |
| Manfred Strauß Stuttgart | Geschäftsführender Gesellschafter der M&S messebau und service GmbH, Neuhausen a.d.F. Mandate: b) Pro Stuttgart Verwaltungs GmbH, Stuttgart, Pro Stuttgart Verkehrsverein, Stuttgart |
| Gerhard Wick* Geislingen a. d. Steige | Gewerkschaftssekretär IG Metall, Bezirksleitung, Bezirk Baden-Württemberg |
*Vertreter der Arbeitnehmer
a) Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i. S. d. § 125 AktG
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien i. S. d. § 125 AktG
Bezüge des Aufsichtsrats
Im Berichtsjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG TEUR 619 (2010: TEUR 501). Des Weiteren wurden Reisekosten in Höhe von T€ 1 (i. Vj. TEUR 0) erstattet.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats verteilen sich auf die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder wie folgt:
scroll
| EUR | fixe Bezüge | Variable Bezüge | Gesamtbezüge | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Helmut Lerchner | 48.000 | 50.000 | 54.000 | 39.003 | 102.000 | 89.003 |
| Markus Siegers | 25.000 | 25.500 | 42.105 | 23.196 | 67.105 | 48.696 |
| Walter Herwarth Lechler | 28.000 | 30.000 | 27.000 | 25.558 | 55.000 | 55.558 |
| Gert Bauer | 18.000 | 19.000 | 27.000 | 19.502 | 45.000 | 38.502 |
| Armin Diez | 18.000 | 16.333 | 27.000 | 11.874 | 45.000 | 28.207 |
| Pasquale Formisano | 14.000 | 12.333 | 27.000 | 11.874 | 41.000 | 24.207 |
| Dr. Margarete Haase | 8.833 | 0 | 15.750 | 0 | 24.583 | 0 |
| Dr. Rainer Hahn | 4.167 | 15.000 | 11.250 | 19.502 | 15.417 | 34.502 |
| Karl Uwe van Husen | 26.000 | 27.000 | 27.000 | 19.502 | 53.000 | 46.502 |
| Dr. Thomas Klinger-Lohr | 18.000 | 18.000 | 27.000 | 19.502 | 45.000 | 37.502 |
| Paula Monteiro-Munz | 18.000 | 16.333 | 27.000 | 11.874 | 45.000 | 28.207 |
| Manfred Rupp | 0 | 3.500 | 0 | 7.628 | 0 | 11.128 |
| Manfred Strauß | 14.000 | 15.000 | 27.000 | 19.502 | 41.000 | 34.502 |
| Gerhard Wick | 13.000 | 12.333 | 27.000 | 11.874 | 40.000 | 24.207 |
| Gesamtbetrag | 253.000 | 260.332 | 366.105 | 240.391 | 619.105 | 500.723 |
Die dargestellte variable Vergütung spiegelt den zurückgestellten Aufwand, basierend auf den vorläufigen Zahlen des Konzernergebnisses vor Steuern nach IFRS für 2011, wider. Die Vergütung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat betrug 2011 TEUR 417 (2010: TEUR 282).
Zwischen der Rückstellung für die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2010 und den tatsächlich ausbezahlten Beträgen ergab sich eine Differenz in Höhe von
EUR 5.932. Dieser Betrag wurde anteilig an die Aufsichtsratmitglieder ausbezahlt und ist in den variablen Bezügen enthalten.
scroll
| Vorstand | |
|---|---|
| Dr. Stefan Wolf, Leinfelden-Echterdingen, Vorsitzender | verantwortlich für die Konzerngesellschaften, die Zentralbereiche Finanzen, Controlling, Recht, Personal, IT, Investor Relations und Unternehmenskommunikation sowie die Geschäftsbereiche Ersatzteile und Gewerbeparks |
| Theo Becker, Metzingen | verantwortlich für die Geschäftsbereiche Zylinderkopfdichtungen, Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik, Abschirmtechnik, E-Mobility, Werkzeugtechnologie sowie die Zentralbereiche Qualität und Umwelt, Materialwirtschaft und die Werke der ElringKlinger AG |
| Karl Schmauder, Hülben | verantwortlich für den Vertrieb Erstausrüstung und den Bereich Neue Geschäftsfelder |
| Mandate in Aufsichtsräten und sonstigen Kontrollgremien | Dr. Stefan Wolf ist Mitglied des Verwaltungsrats der Micronas Semiconductor Holding AG, Zürich, Mitglied im Aufsichtsrat der Fielmann AG, Hamburg, und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Norma Group AG, Maintal Karl Schmauder ist Vorsitzender des Beirats der e-mobil BW GmbH, Stuttgart und Mitglied im Beirat der Steiff Beteiligungs-GmbH, Giengen |
Bezüge des Vorstands
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2011 insgesamt TEUR 2.263 (2010: TEUR 1.921). Sie beinhalten fixe TEUR 865 (2010: TEUR 823) und variable TEUR 1.398 (2010: TEUR 1.098) Bestandteile. Die variablen Bestandteile setzen sich aus kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen von TEUR 1.289 (2010: TEUR 966) und erfolgsabhängigen Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung von TEUR 109 (2010: TEUR 132) zusammen. Die langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen betreffen aktienkursbasierte Partizipationsrechte (sog. Stock Appreciation Rights).
Die Gesamtbezüge des Vorstands verteilen sich auf die einzelnen Vorstandsmitglieder wie folgt
scroll
| Euro | fixe Vergütung | kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung | langfristige erfolgsabhängige Vergütung | Gesamtbetrag | |
|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Stefan Wolf | 2011 | 355.744 | 552.070 | 39.658 | 947.472 |
| 2010 | 330.106 | 413.806 | 52.812 | 796.724 | |
| Theo Becker | 2011 | 251.535 | 368.046 | 39.483 | 659.064 |
| 2010 | 251.341 | 275.871 | 39.369 | 566.581 | |
| Karl Schmauder | 2011 | 257.816 | 368.047 | 30.110 | 655.973 |
| 2010 | 241.975 | 275.871 | 40.054 | 557.900 | |
| Gesamt | 2011 | 865.095 | 1.288.163 | 109.251 | 2.262.509 |
| Gesamt | 2010 | 823.422 | 965.548 | 132.235 | 1.921.205 |
Die variable Vergütung spiegelt für die kurzfristigen Bestandteile den zurückgestellten Aufwand, errechnet als Prozentsatz des durchschnittlichen Konzernergebnisses vor Ertragsteuern der letzten drei Jahre, wider. Des Weiteren sind die Differenzbeträge aus den Rückstellungen per 31. Dezember 2010 zu den tatsächlich gezahlten Beträgen 2011 enthalten. Für die Partizipationsrechte wird der Zeitwert im Zeitpunkt der Gewährung angesetzt.
Die Partizipationsrechte gewähren einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der ElringKlinger AG. Die derzeit begebenen Partizipationsrechte werden fünfmal in jährlichen Tranchen beginnend am 1. Februar 2008 bzw. 1. Januar 2009 zugeteilt. Die Laufzeit der Tranchen verlängert sich von 3 auf 4 Jahre ab dem Jahr 2010. Der Zuteilungspreis ist der durchschnittliche Aktienkurs der letzten 60 Börsentage vor dem Tag der Zuteilung. Die Anzahl der Partizipationsrechte richtet sich nach der fixen Vergütung des jeweiligen Vorstands und dem Zuteilungspreis. Die zu gewährende Vergütung ergibt sich aus der Differenz des Rücknahmepreises, der ebenfalls als Durchschnitt der letzten 60 Börsentage gebildet wird, und dem Zuteilungspreis. Zu einer Auszahlung kommt es nur dann, wenn der Aktienkurs der ElringKlinger AG stärker steigt als der geglättete Börsenindex, in dem die Aktie gelistet ist, mindestens aber um 25%. Die Vergütung ist pro Tranche auf den Betrag des Jahresfixgehaltes begrenzt.
Den erwarteten zukünftigen Ansprüchen wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen wird auf Basis des Cox-Ross-Rubinstein-Modells unter Verwendung aktueller Marktparameter ermittelt. Als risikoloser Zinssatz wurden 1,9% angesetzt. Die Volatilität der Aktie in Höhe von 47,5%, die Volatilität des Börsenindex MDAX von 27,8% sowie die Korrelation von 60,2% wurden über einen 3 Jahreszeitraum ermittelt. Die erwartete Dividende lag bei EUR 0,35 pro Aktie.
Die Rückstellung wird ratierlich über den Erdienungszeitraum gebildet und zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Die Änderung des beizulegenden Zeitwertes wird erfolgswirksam erfasst.
Für das Geschäftsjahr 2011 ergeben sich folgende Werte:
scroll
| Tranche 2008 | Tranche 2009 | Tranche 2010 | Tranche 2011 | |
|---|---|---|---|---|
| Ausgabezeitpunkt | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
| Anzahl der Partizipationsrechte (noch nicht ausübbar) | 0 | 108.754 | 49.090 | 32.501 |
| Anzahl verfallener Partizipationsrechte | 20.341 | 0 | 0 | 0 |
| Durchschnittlicher Zuteilungspreis (EUR) | 24,63 | 6,95 | 15,68 | 24,83 |
| Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren | 0 | 0,06 | 2,04 | 3,04 |
| Wert der vom Vorstand gehaltenen Partizipationsrechte | ||||
| 31. Dezember 2011 (TEUR) | 0 | 771 | 103 | 21 |
| 31. Dezember 2010 (TEUR) | 32 | 412 | 75 | 0 |
| 31. Dezember 2009 (TEUR) | 28 | 74 | 0 | 0 |
| 31. Dezember 2008 (TEUR) | 1 | 0 | 0 | 0 |
Die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen der Vorstandsmitglieder betragen TEUR 2.577 (2010: TEUR 317) und betreffen Dr. Stefan Wolf mit TEUR 768 (2010: TEUR 111), Theo Becker mit TEUR 719 (2010: TEUR 112) und Karl Schmauder mit TEUR 1.090 (2010: TEUR 94).
Pensionsrückstellungen und Vergütungen für ehemalige Vorstandsmitglieder
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsführung verschmolzener Unternehmen sowie deren Hinterbliebenen sind TEUR 11.952 (2010: TEUR 11.638) zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Vorstandsmitglieder - einschließlich der Bezüge ehemaliger Organmitglieder verschmolzener Unternehmen - betrugen im Geschäftsjahr 2011 TEUR 868 (2010: TEUR 868).
Die Honorare des Abschlussprüfers betragen:
scroll
| TEUR | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfung | 686 | 380 |
| Sonstige Bestätigungsleistungen | 0 | 0 |
| Steuerberatungsleistungen | 0 | 0 |
| Sonstige Leistungen | 0 | 55 |
| Gesamt | 686 | 435 |
Angaben gemäß § 160 Abs. 1, Nr. 8 AktG
Zum Bilanzstichtag 2011 bestehen folgende Beteiligungen an der Gesellschaft, die nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt worden sind:
| 1. | Stimmrechtsmitteilung |
BlackRock, Inc., New York, U.S.A., hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 07. September 2011 die Schwelle von 3% unterschritten hat und zu diesem Tag 2,97% (1.881.443 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind ihr 2,97% (1.881.443 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG i.V.m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
BlackRock Financial Management, Inc., New York, U.S.A., hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 07. September 2011 die Schwelle von 3% unterschritten hat und zu diesem Tag 2,97% (1.881.443 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind ihr 2,97% (1.881.443 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG i.V.m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, Delaware, U.S.A., hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unserer Gesellschaft am 07. September 2011 die Schwelle von 3% unterschritten hat und zu diesem Tag 2,97% (1.881.443 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind ihr 2,97% (1.881.443 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG i.V.m. § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen.
| 2. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 02.11.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Investments International, Hildenborough, Kent, England, UK, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Investments International fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Investments International held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Investments International pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 WpHG.
| 3. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 02.11.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Limited, Hamilton HMCX, Bermuda we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Limited fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Limited held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Limited pursuant to sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG.
| 4. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 02.11.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Investment Management Limited, Hildenborough, Kent, England, UK, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Investment Management Limited fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Investment Management Limited held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Investment Management Limited pursuant to section 22 (1) sent. 1 no. 6 in connection with sent. 2 WpHG.
| 5. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 28.10.2010 die folgende Mitteilung:
In the name of and on behalf of FIL Holdings Limited, Hildenborough, Kent, England, UK, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 25 October 2010 FIL Holdings Limited fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FIL Holdings Limited held 2.98% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,887,166 voting rights.
All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FIL Holdings Limited pursuant to sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with sent. 2 WpHG.
| 6. | Stimmrechtsmitteilung |
Korrektur unserer Veröffentlichung vom 12. Oktober 2010
ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Lechler GmbH die folgende Mitteilung:
Mitteilung nach § 21 WpHG - Korrektur
Hiermit teilen wir Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass unser Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG, Dettingen/Erms am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten hat und zu diesem Tag 9,449% (5.987.000 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind uns 0,358% (227.000 Stimmrechte) nach § 22, Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
| 7. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH die folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG
Mitteilungspflichtige:
| 1. | Eroca AG, Basel, Schweiz |
| 2. | Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland |
| 3. | KWL Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland |
| 4. | PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH, Ludwigsburg, Deutschland |
| 5. | Elrena GmbH, Basel, Schweiz |
| 6. | Stiftung Klaus Lechler, Basel, Schweiz |
Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der nachfolgend Genannten folgendes mit:
| 1. | Eroca AG |
Der Stimmrechtsanteil der Eroca AG an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,20% (5.832.136 Stimmrechte).
| 2. | Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH |
Der Stimmrechtsanteil der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,22% (5.838.736 Stimmrechte).
Davon sind der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH 9,20% (5.832.136 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Eroca AG. |
| 3. | KWL Beteiligungs-GmbH |
Der Stimmrechtsanteil der KWL Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).
Davon sind der KWL Beteiligungs-GmbH 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der KWL Beteiligungs-GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Eroca AG, |
| ― | Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der KWL Beteiligungs-GmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Elrena GmbH. |
| 4. | PAUL LECHLER STIFTUNG GmbH |
| a) | Der Stimmrechtsanteil der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und betrug zu diesem Tag 19,58% (12.406.060 Stimmrechte). |
Davon waren der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH 9,22 % (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Eroca AG, |
| ― | Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, |
| ― | KWL Beteilungs-GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, wurden dabei der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Elrena GmbH. |
| b) | Der Stimmrechtsanteil der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH an der ElringKlinger AG hat am 11. Oktober 2010 die Schwelle von 20% überschritten und beträgt zu diesem Tag 20,72% (13.126.990 Stimmrechte). |
Davon sind der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH 9,77% (6.187.573 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,77% (6.188.037 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Eroca AG, |
| ― | Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, |
| ― | KWL Beteiligungs-GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Elrena GmbH. |
| 5. | Elrena GmbH |
Der Stimmrechtsanteil der Elrena GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).
Davon sind der Elrena GmbH 0,02% (14.000 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der Elrena GmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Eroca AG. |
| 6. | Stiftung Klaus Lechler |
Der Stimmrechtsanteil der Stiftung Klaus Lechler an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).
Davon sind der Stiftung Klaus Lechler 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.
Die der Stiftung Klaus Lechler zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:
| ― | Elrena GmbH. |
Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der Elrena GmbH Stimmrechte zugerechnet:
| ― | Eroca AG. |
| 8. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Lechler Beteiligungs-GmbH folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG
Mitteilungspflichtige:
| 1. | Lechler Beteiligungs-GmbH, Stuttgart, Deutschland |
| 2. | INLOVO GmbH, Ludwigsburg, Deutschland |
Hiermit teilen wir, die Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der INLOVO GmbH folgendes mit:
| 1. | Lechler Beteiligungs-GmbH |
Der Stimmrechtsanteil der Lechler Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,23% (5.848.644 Stimmrechte).
| 2. | INLOVO GmbH |
Der Stimmrechtsanteil der INLOVO GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,23% (5.848.644 Stimmrechte).
Davon sind der INLOVO GmbH 9,23% (5.848.644 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die der INLOVO GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:
- Lechler Beteiligungs-GmbH.
| 9. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt am 12. Oktober 2010 von Deutsche Bank AG die folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit teilen wir Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass unser Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms, Deutschland am 07. Oktober 2010 die Schwellen von 3 %, 5 % und 10 % überschritten hat und an diesem Tag 11,11 % betrug. Dies entsprach 7.037.037 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).
Die Mitteilungspflicht nach § 21 Abs. 1 WpHG ist auf unsere Mit-Konsortialführung im Rahmen einer am 07. Oktober 2010 ins Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung der ElringKlinger AG zurückzuführen.
Gleichzeitig teilen wir Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass wir am 11. Oktober 2010 die Schwellen von 10 %, 5 % und 3 % der Stimmrechte an der ElringKlinger AG unterschritten haben und nunmehr einen Stimmrechtsanteil von 0,12 % halten. Dies entspricht 74.118 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).
| 10. | Stimmrechtsmitteilung |
Stimmrechtsmitteilung nach § 21, Abs. 1 WpHG
ElringKlinger erhielt am 14. Mai 2010 von Walter Herwarth Lechler die folgende Mitteilung:
„Hiermit teile ich Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass mein Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG am 11. Mai 2010 die Schwelle von 25% unterschritten hat und zu diesem Tag 23,697% (13.649.420 Stimmrechte) beträgt.
Davon sind mir 10,394% (5.987.000 Stimmrechte) nach § 22, Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Mir zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von mir kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% und mehr beträgt, gehalten: Lechler GmbH, Metzingen.
| 11. | Stimmrechtsmitteilung |
In the name of and on behalf of Fidelity Funds SICAV, Luxembourg, we hereby notify you pursuant to section 21 (1) WpHG of the following:
On 06 November 2009, Fidelity Funds SICAV fell below the threshold of 3% of voting rights in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, Fidelity Funds SICAV held 2.96% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,704,729 voting rights.
| 12. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger AG erhielt am 16.12.2008 die folgende Mitteilung:
"Notification of voting rights pursuant to sec. 21 para 1 WpHG
Pursuant to section 21 (1), 24 WpHG ("German Securities Trading Act) in conjunction with section 32 (2) InvG ("German Invetsment Act"), we hereby notify that the percentage of voting rights of our subsidiary DWS Investment GmbH, Frankfurt, Germany, in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany, fell below the threshold of 3% on 12 December 2008 and amounts to 2.63% (1,516,262 voting rights) as per this date."
| 13. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger AG has received the following notification:
"Notification of Voting Rights pursuant to sec. 21, 22 WpHG
1 October 2008
On behalf of Columbia Wanger Asset Management, L.P., 227 W. Monroe Street, Suite 3000, Chicago, IL, USA, we hereby give notice, pursuant to sec. 21 para. 1 WpHG, that on 29 September 2008 the voting interest of Columbia Wanger Asset Management, L.P., in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/ Erms, Germany, fell below the threshold of 3% and amounted to 2,99% of the voting rights [i.e., 1,727,000 shares with voting rights, out of 57,600,000 shares with voting rights outstanding (based on Bloomberg)] on this day.
2,99% (all) of the voting rights (1,727,000 voting rights) are attributed to us in accordance with sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6."
| 14. | Stimmrechtsmitteilung |
Am 27. März 2008 erhielten wir die folgende Mitteilung:
Stimmrechtsmitteilung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG
Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG namens und im Auftrag von Frau Lieselotte Lechler folgendes mit:
Der Stimmrechtsanteil von Frau Lieselotte Lechler an der ElringKlinger AG hat am 20. März 2008 die Schwelle von 10%, 5% und 3% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 0% (0 Stimmrechte).
| 15. | Stimmrechtsmitteilung |
Wir erhielten am 19. Februar 2008 von New Star Asset Management, Großbritannien, folgende Mitteilung:
Notification pursuant to se. 21 para. 1 WpHG
We hereby give notice, pursuant to sec. 21 para 1 of the WpHG, that on 18th February 2008 our voting interest in ElringKlinger AG fell below the threshold of 3% and amounts to 2.97% (569,624 voting rights) on this day.
2.97% of the voting rights (569,624 voting rights) are attributable to us in accordance with sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 of the WpHG.
| 16. | Stimmrechtsmitteilung |
Herr Gottfried Wunsch teilte als Testamentsvollstrecker über den Nachlass von Herrn Klaus Lechler namens und im Auftrag von Frau Lieselotte Lechler gemäß § 21 Abs.1 WpHG folgendes mit:
Herr Klaus Lechler ist am 1. April 2007 verstorben. Der Stimmrechtsanteil von Herrn Klaus Lechler an der ElringKlinger AG hat daher am 1. April 2007 die Schwellen von 20%, 15%, 10%, 5% und 3% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 0% (0 Stimmrechte).
| 17. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger has received the following notification:
“Notification pursuant to § 21 para. 1 WpHG
The following notification is made in the names of Threadneedle Asset Management Limited and Threadneedle Asset Management Holdings Limited, both with registered seat in London, United Kingdom and in the name of Amiprise Financial, Inc., USA.
Ameriprise Financial Inc. is the parent company of Threadneedle Asset Management Holdings Limited, which is the parent company of Threadneedle Asset Management Limited.
Please be advised that on 08 October 2007 the share of voting stocks of the above mentioned companies in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany, went below the threshold of 3% of the total voting stocks of the company.
The percentage of voting rights of Threadneedle Asset Management Limited in ElringKlinger AG at 08 October 2007 amounted to 2,603% (499,795 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Threadneedle Asset Management Limited pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6 WpHG.
The percentage of voting rights of Threadneedle Asset Management Holdings Limited in ElringKlinger AG at 08 October 2007 amounted to 2,603% (499,795 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Threadneedle Asset Management Holdings Limited pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6, sent. 2 and sent. 3 WpHG.
The percentage of voting rights of Ameriprise Financial, Inc. in ElringKlinger AG at 08 October 2007 amounted to 2,718% (521,799 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Ameripirse Financial, Inc. pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6, sent. 2 and sent. 3 WpHG.
| 18. | Stimmrechtsmitteilung |
“Notification pursuant to § 21 para. 1 WpHG
The following notification is made in the name of Threadneedle Investment Services Limited, registered in London, United Kingdom.
Please be advised that on 02 October 2007 the share of voting stocks of the Threadneedle Investment Services Limited in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany, went below the threshold of 3% of the total voting stocks of the company.
The percentage of voting rights of Threadneedle Investment Services Limited in ElringKlinger AG at 02 October 2007 amounted to 2,992% (574,392 shares). These voting rights are in their entirety attributable to Threadneedle Investment Services Limited pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 No. 6 WpHG.
The following notification is made in the name of Threadneedle Investment Funds ICVC, registered in London, United Kingdom.
Please be advised that on 02 October 2007 the share of the voting stocks of the Threadneedle Investment Funds ICVC in ElringKlinger AG went below the threshold of 3% of the total voting stocks of the company.
The percentage of voting rights of Threadneedle Investment Funds ICVC in ElringKlinger AG at 02 October 2007 amounted to 2,992% (574,392 shares). These voting rights are held by subfunds of Threadneedle Investment Funds ICVC.
| 19. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger erhielt die folgende Stimmrechtsmitteilung:
Notification of voting rights (Stimmrechtsmitteilungen) pursuant to §§ 21, 22 WpHG
We, Prudential plc., London, United Kingdom, would like to make the following notification regarding the holding of voting rights held in ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Germany according to § 21, 22 WpHG.
Notification of voting rights in our own name
Prudential plc. has fallen below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG on 04 September 2007 and now holds 2,94 % (564,824 shares held with voting rights) of the voting rights in ElringKlinger AG. It was attributed these 2,94% (564,824 shares held with voting rights) of the voting rights in ElringKlinger AG pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 in connection with § 22 para. 1 sent. 2 WpHG.
| 20. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Deutschland, erhielt von Elrena GmbH, Basel, Schweiz, die folgende Mitteilung nach § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG:
Hiermit teilen wir, die Elrena GmbH, Basel, Schweiz, Ihnen gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG (in der jeweils geltenden Fassung) im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag von Herrn Karl Uwe van Husen zur Korrektur bzw. Ergänzung der in der Vergangenheit von den Mitteilungspflichtigen gemachten Mitteilungen folgendes mit:
Karl Uwe van Husen, Deutschland:
| a) | Der Stimmrechtsanteil von Herrn Karl Uwe van Husen an der ElringKlinger AG (damals noch firmierend unter ZWL Grundbesitz- und Beteiligungs-AG) hat am 4. September 1997 die Schwelle von 10% und 5% unterschritten und betrug zu diesem Tag 0,025% (900 Stimmrechte). |
| b) | Am heutigen Tag, dem 3. Mai 2007, beträgt der Stimmrechtsanteil von Herrn van Husen an der ElringKlinger AG 0,016% (3.000 Stimmrechte). |
| 21. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, WKN 785602
Verkauf von Aktien
Erreichen des Schwellenwertes von 5%
Sehr geehrte Damen und Herren
Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass in der Zeit vom 11.02.2004 bis 14.01.2005 insgesamt 224.410 Stück ElringKlinger Aktien verkauft und damit den Schwellenwert von 5% unterschritten haben. Die Betal Netherland Holding B.V. hält nunmehr noch 479.990 ElringKlinger Aktien.
Diese Meldung erfolgt entsprechend § 21 WpHG.
| 22. | Stimmrechtsmitteilung |
ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Deutschland, erhielt die folgende Mitteilung gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG von Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland:
„Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland, Ihnen gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG (in der jeweils geltenden Fassung) im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der nachfolgende aufgeführten Gesellschaften und von Frau Lieselotte Lechler zur Korrektur bzw. zur Ergänzung der in der Vergangenheit von den Mitteilungspflichtigen gemacht Mitteilungen folgendes mit:
Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Ludwigsburg, Deutschland:
| a) | Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG hat am 30. November 2001 die Schwelle von 5% und 10% überschritten und betrug zu diesem Tag 12,13% (582.012 Stimmrechte). Davon waren der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts 12,13% (582.012 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG (entspricht im Wesentlichen § 22 Abs. 1 Nr. 2 WpHG in der am 30. November 2001 geltenden Fassung) zuzurechnen. |
Die der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr betrug, gehalten:
| ― | Lechler Beteiligungs-GmbH. |
| b) | Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG betrug am 1. April 2002 12,13% (582.012 Stimmrechte). Davon waren der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts 12,13% (582.012 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. |
Die der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr betrug gehalten:
| ― | Lechler Beteiligungs-GmbH. |
| c) | Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG hat am 4. Dezember 2003 die Schwellen von 10% und 5% unterschritten und beträgt seither 0,00% (0 Stimmrechte). |
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat haben am 4. Dezember 2011 eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und am 4. Dezember 2011 auf der Internetseite der ElringKlinger AG veröffentlicht. Diese Entsprechenserklärung wird auf der Internetseite der ElringKlinger AG den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. Sie wird im Rahmen des Corporate Governance Berichts im Geschäftsbericht veröffentlicht.
Dettingen/Erms, den 15. März 2012
Der Vorstand
Dr. Stefan Wolf
Theo Becker
Karl Schmauder
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstandsder Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Stuttgart, den 15. März 2012
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Marcus Nickel, Wirtschaftsprüfer
ppa. Renate Berghoff, Wirtschaftsprüferin
Der Konzernabschluss ist noch nicht gebilligt.
Bericht des Aufsichtsrats 2011
Der Aufsichtsrat der ElringKlinger AG hat im Geschäftsjahr 2011 die Tätigkeit des Vorstands gemäß den Regelungen des Aktiengesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex wie im Folgenden berichtet überwacht und beratend begleitet.
Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand mit der monatlichen schriftlichen Berichterstattung über den Konjunkturverlauf, die Geschäftsentwicklung, den Auftragseingang, Auftragsbestand, Umsatz und Ertrag (jeweils im Vergleich zum Vorjahr und zum Plan), über wichtige Neuaufträge, die Beschäftigungslage im Konzern, bei der AG, deren Geschäftsbereiche und bei den Tochtergesellschaften sowie über den Finanzierungsstatus unterrichtet.
Der Aufsichtsrat trat 2011 zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen.
Auf diesen Sitzungen informierte der Vorstand jeweils ausführlich über den Geschäftsverlauf im abgelaufenen Teil des Jahres mit allen wesentlichen Kennzahlen sowie deren Vorjahres- und Planvergleich für den Konzern, die AG, deren Geschäftsbereiche und die Tochtergesellschaften im In- und Ausland, über die aktuelle Vorschau der Gesamtjahreswerte und eine Einschätzung der Konjunktur-, Markt- und Wettbewerbslage. Weiterhin informierte er über die aktuelle Risikosituation und über den Stand laufender Rechtsstreitigkeiten.
Über diese grundlegende Berichterstattung und deren Diskussion hinaus befasste sich der Aufsichtsrat auf seinen ordentlichen Zusammenkünften mit folgenden speziellen Themen:
Ordentliche Sitzung vom 25. März 2011
| • | Jahresabschluss 2010, Diskussion des Abschlusses mit den verantwortlichen Abschlussprüfern der PricewaterhouseCoopers AG (PWC) und Genehmigung des Abschlusses. Genehmigung des Vorschlags des Vorstands über die Verwendung des 2010 erwirtschafteten Gewinns |
| • | Integration der von der Firma Freudenberg erworbenen, im Flachdichtungsgeschäft tätigen Gesellschaften |
| • | Absicht des Vorstands zum Erwerb der Mehrheitsanteile der Firma Hug Engineering AG, Schweiz, die sich mit der Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Abgasnachbehandlungssystemen für schwere Dieselmotoren befasst |
| • | Gestaltung der Hauptversammlung 2011 |
| • | Strategie der ElringKlinger-Gruppe in den Regionen Indien, Südostasien und China |
Ordentliche Sitzung vom 31. Mai 2011
| • | Nach der Hauptversammlung erforderliche Neuwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden und des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden. Gewählt wurden Herr Dr. Helmut Lerchner als Vorsitzender und Herr Markus Siegers (Arbeitnehmervertreter) als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| • | Verlauf und Bewertung der stattgefundenen Hauptversammlung 2011 |
| • | Stand der Integration der inzwischen mehrheitlich erworbenen Firma Hug Engineering AG in die ElringKlinger-Organisation |
Ordentliche Sitzung vom 9. September 2011
Die Sitzung fand nahe dem Standort der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG, Sevelen, Schweiz, in Liechtenstein statt. Anschließend erfolgte eine Betriebsbesichtigung der Schweizer Fertigungsstätte.
| • | Weiterer Verlauf und Ergebnisse der Integration der Hug Engineering AG in die ElringKlinger-Organisation |
| • | Absicht des Vorstands, die Mehrheit der Geschäftsanteile an dem für ElringKlinger in bedeutendem Umfang tätigen Werkzeug- und Formenhersteller Hummel-Formen GmbH, Lenningen, zu erwerben |
| • | Führungsprobleme von leitenden Mitarbeitern in zwei US-amerikanischen Tochtergesellschaften |
Ordentliche Sitzung vom 9. Dezember 2011
| • | Budget 2012 und Fortschreibung der Mittelfristplanung auf den Zeitraum 2012 bis 2016 |
| • | Prozess der Integration der neu erworbenen Tochter bzw. Beteiligungsgesellschaften |
| • | Ergebnisse der internen Revisionen 2011 und Planung der für 2012 vorgesehenen internen Revisionen, insbesondere die Erhöhung von deren Anzahl in Anbetracht der gewachsenen Organisation |
| • | Hauptversammlung 2012 |
| • | Vorzeitige Verlängerung der Anstellungsverträge der drei Vorstände auf den Zeitraum 1. Februar 2013 bis 31. Januar 2018 und Neufestsetzung der Vergütung der Vorstandsmitglieder für den Zeitraum der Vertragsverlängerungen. |
Abgesehen von zwei Aufsichtsratssitzungen, bei denen je ein Mitglied entschuldigt gefehlt hat, waren bei den übrigen Sitzungen des Aufsichtsrats 2011 alle Mitglieder des Organs anwesend.
Getrennte vorbereitende Sitzungen der Arbeitnehmervertreter und Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat für die ordentlichen Sitzungen fanden nicht statt. Sie waren aufgrund der ausführlichen, verständlichen und selbsterklärenden vorbereitenden Unterlagen des Vorstands entbehrlich.
Interessenskonflikte zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft haben sich im Geschäftsjahr 2011 nicht ergeben.
Die Entsprechenserklärung des Aufsichtsrats und des Vorstands nach § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 wurde im schriftlichen Umlaufverfahren beschlossen. Die Erklärung ist seit dem 4. Dezember 2011 auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht.
Zusätzlich zur monatlichen schriftlichen Berichterstattung und den vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen hielt der Aufsichtsratsvorsitzende laufend in kurzen zeitlichen Abständen persönlichen, telefonischen und E-Mail-Kontakt zum Vorsitzenden des Vorstands und tauschte sich über die Lagebeurteilung, wichtige Geschäftsvorfälle und besondere Vorkommnisse aus. Über berichtenswerte Vorgänge hat der Aufsichtsratsvorsitzende die übrigen Mitglieder per E-Mail oder telefonisch informiert.
Der Vorstand schaltete den Aufsichtsrat bei zustimmungsbedürftigen Geschäftsvorfällen rechtzeitig mit gut begründeten Unterlagen ein und erhielt in jedem Fall die Zustimmung des Aufsichtsrats. Erwähnenswert ist die Veräußerung des Gewerbeparks Ludwigsburg an den langjährigen Hauptmieter zum 1. Oktober 2011, der der Aufsichtsrat per Umlaufbeschluss zustimmte.
Anlässlich der Hauptversammlung 2011 fand auf der Anteilseignerseite der Aufsichtsratsmitglieder eine Veränderung statt. Herr Dr. Rainer Hahn legte nach 23-jähriger verdienter Mitarbeit in den Gesellschafterausschüssen der früheren Elring Dichtungswerke GmbH, der Elring GmbH, später Elring Klinger GmbH und der jetzigen ElringKlinger AG aus Altersgründen sein Aufsichtsratsmandat nieder. An seine Stelle wählte die Hauptversammlung Frau Dr. Margarete Haase, Mitglied des Vorstands der Deutz AG, Köln, als Anteilseignervertreterin in den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ist Herrn Dr. Hahn für seine immer anregende und kritische Mitarbeit über viele Jahre zu großem Dank verpflichtet. Der Aufsichtsrat wünscht Frau Dr. Haase eine erfolgreiche Mitarbeit in seinem Kreis.
Bei den übrigen Mitgliedern des Aufsichtsrats gab es im Geschäftsjahr 2011 keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Dies gilt auch für die Ausschüsse und deren Besetzung.
Der Prüfungsausschuss des Unternehmens trat im abgelaufenen Geschäftsjahr gemeinsam mit den Wirtschaftsprüfern zu zwei Sitzungen, am 24. März und 5. Dezember 2011, zusammen.
Im Mittelpunkt der März-Sitzung stand der Bericht des Wirtschaftsprüfers PWC über die Prüfung des Jahresabschlusses von 2010 sowie dessen gründliche Diskussion und Hinterfragung.
Als Ergebnis konnte der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat die Genehmigung des Jahresabschlusses in der vorgelegten Form empfehlen.
In der Dezember-Sitzung erfolgte die Vorbesprechung der Prüfung des Jahresabschlusses 2011, insbesondere die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte. Besondere Berücksichtigung fanden hierbei die von der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) veröffentlichten allgemeinen Prüfungsschwerpunkte. Darüber hinaus wurden folgende unternehmensspezifische Prüfungsschwerpunkte festgelegt:
| • | Beurteilung der vorliegenden Dokumentationen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems der ElringKlinger AG |
| • | Prozess der Aktivierung von Sachanlagevermögen und Werkzeugen |
| • | Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögensgegenstände |
Außerhalb der Sitzungen wurde der Prüfungsausschuss regelmäßig über die Ergebnisse der Internen Revision informiert. Ebenso hat der Vorstand über die Ergebnisse der aufgrund der Revisionsberichte ergriffenen Maßnahmen Rechenschaft gegeben. Es ergaben sich keine wesentlichen Kritikpunkte, die zu Änderungen des Risikomanagements und der Kontrollsysteme Anlass gegeben hätten. Die Anregungen der Wirtschaftsprüfer, der Internen Revision und des Prüfungsausschusses wurden vom Vorstand aufgegriffen und umgesetzt.
Der Personalausschuss trat 2011 einmal am 9. September zusammen, um über Vorschläge zur vorzeitigen Verlängerung der Anstellungsverträge des Vorstands per 1. Februar 2013 und zur Anpassung der Vorstandsvergütung für die neue Vertragslaufzeit zu befinden. Die Vorschläge wurden einmütig gebilligt, anschließend vom Vorsitzenden des Personalausschusses mit den Vorständen verhandelt und nach deren Zustimmung dem Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 9. Dezember 2011 zur Beschlussfassung (s. o.) vorgelegt.
Der Vermittlungsausschuss trat 2011 nicht zusammen, da sich kein Anlass dafür ergab.
Ende 2011 hat der Aufsichtsrat routinemäßig, wie vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen, die Effektivität seiner Arbeit, u. a. die Offenheit der Kommunikation bei den Aufsichtsratssitzungen und die Einbeziehung aller Mitglieder in die Diskussionen, beurteilt. Er ist dabei zu einem durchgehend positiven Urteil gekommen.
Der vom Vorstand vorgestellte Jahresabschluss 2011 der ElringKlinger AG mit Lagebericht sowie der entsprechende Konzernabschluss mit dem Konzernlagebericht wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG geprüft. Den Prüfungsauftrag erteilte der Aufsichtsrat entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 31. Mai 2011.
Der Konzernabschluss der ElringKlinger AG wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Abschlussprüfer erteilte für den Jahresabschluss 2011 der ElringKlinger AG mit Lagebericht und den Konzernabschluss mit Konzernlagebericht uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die Abschlussunterlagen und der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die beiden Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit haben die Berichte eingehend geprüft und in Anwesenheit sowie unter Einbeziehung der Prüfer ausführlich diskutiert und hinterfragt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer angeschlossen. Einwendungen ergaben sich nicht.
Daraufhin hat der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 23. März 2012 den Jahresabschluss 2011 der ElringKlinger AG und den Konzernabschluss 2011 mit den dazugehörigen Lageberichten gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss 2011 der ElringKlinger AG nach § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte auf der gleichen Sitzung dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AG und der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland sehr herzlich für ihren erfolgreichen Arbeitseinsatz im Jahr 2011.
Aichtal, 23. März 2012
Der Aufsichtsrat
Dr. Helmut Lerchner, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Entsprechenserklärung des Aufsichtsrats und des Vorstands nach § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Aufsichtsrat und Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft sind nach § 161 Aktiengesetz verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde bzw. wird und welche Empfehlungen gegebenenfalls nicht angewendet wurden oder werden. Die Abweichungen von den Empfehlungen sind zu begründen.
Vorstand und Aufsichtsrat der ElringKlinger AG erklären gemäß § 161 AktG, dass das Unternehmen den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit folgenden Ausnahmen entsprochen hat bzw. entspricht und in Zukunft entsprechen wird.
• Ziffer 2.3.2: Die Einladung zur Hauptversammlung erfolgte bislang per Post und wird auch in 2012 auf dem Postweg erfolgen.
Der Empfehlung des Kodex, die Einladung zur Hauptversammlung auch elektronisch zur Verfügung zu stellen, wird derzeit aus organisatorischen Gründen nicht entsprochen. Da der Gesellschaft in der Regel die E-Mail Adressen Ihrer Aktionäre nicht bekannt sind, wäre ein zusätzlicher Versand aus Sicht der Gesellschaft mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden ohne wirklichen Nutzen für die Aktionäre. Im Übrigen wurde und wird die Einladung zur Hauptversammlung auch auf der Internetseite der Gesellschaft zum Download zur Verfügung gestellt.
• Ziffer 2.3.3: Die Abstimmung der Aktionäre mittels Briefwahl ist bei der Gesellschaft nicht vorgesehen.
Die Satzung einer Aktiengesellschaft kann vorsehen, dass die Aktionäre ihre Stimmen mittels Briefwahl abgeben können. Die Satzung der Gesellschaft sieht eine solche Möglichkeit nicht vor.
• Ziffer 3.8: Für den Aufsichtsrat gelten im Rahmen der D&O-Versicherung die gleichen Selbstbehalte wie für den Vorstand, die entsprechend den derzeit laufenden Anstellungsverträgen andere Selbstbehalte vorsehen als in Ziffer 3.8 beschrieben.
Die Gesellschaft hat für die D&O-Versicherung des Vorstands von der gesetzlichen Regelung Gebrauch gemacht, wonach bestehende Vereinbarungen mit dem Vorstand zum Selbstbehalt im Rahmen der bestehenden Übergangsfrist nicht an die gesetzlichen Vorgaben angepasst werden müssen. Dementsprechend wird die Gesellschaft auch den Selbstbehalt bei den D&O-Versicherungen des Aufsichtsrats zunächst nicht anpassen. Eine Ungleichbehandlung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist aus Sicht der Gesellschaft nicht gerechtfertigt.
• Ziffer 4.1.5: Der Vorstand vergibt Führungsfunktionen im Unternehmen in erster Linie nach der Eignung und Qualifikation der Kandidaten.
Bei der Besetzung von Führungsfunktionen orientiert sich der Vorstand an den Anforderungen der entsprechenden Funktion und sucht nach der bestmöglichen Person, die diese Anforderungen erfüllt. Stehen mehrere gleich qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten zur Verfügung, achtet der Vorstand bei der Besetzung auf die Vielfalt und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Unternehmen, ohne diese Kriterien zu einem vorrangigen Prinzip zu machen. Aus Sicht der Gesellschaft wäre eine solche Festlegung insbesondere angesichts der vergleichsweise geringen Anzahl der zu besetzenden Führungsfunktionen kontraproduktiv.
• Ziffer 4.2.5: Der Vergütungsbericht beschreibt im Rahmen des Lageberichts die Grundzüge des Vergütungssystems. Die Offenlegung der Vorstandsvergütung erfolgt nicht im Vergütungsbericht, sondern im Anhang des Jahresabschlusses.
Die Gesellschaft veröffentlicht die Vergütung des Vorstands individualisiert. Entgegen der Empfehlung erfolgt die Offenlegung der Vergütungsbestandteile im Anhang des Jahresabschlusses. Eine nochmalige Offenlegung und damit Wiederholung der Angaben im Vergütungsbericht ist aus Sicht der Gesellschaft nicht geboten.
• Ziffer 5.1.2: Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands nach der Eignung und Qualifikation. Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder besteht nicht.
Die Auswahl der Mitglieder soll vorrangig nach Eignung und Qualifikation erfolgen. Nach Auffassung der Gesellschaft würde die vom Kodex vorgegebene besondere Gewichtung weiterer Kriterien die Auswahl möglicher Kandidatinnen oder Kandidaten für den Vorstand einschränken. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Vorstand derzeit nur aus drei Mitgliedern besteht.
Eine generelle Altersgrenze für Vorstandsmitglieder besteht nicht. Für ElringKlinger sind maßgeblich die Qualifikation und auch die Erfahrung, die für die Besetzung einer solchen Position erforderlich ist. Auch im Hinblick auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das zwar keine direkte Anwendung findet, dessen analoge Anwendung zumindest diskutiert werden kann, hält die Gesellschaft die Festsetzung einer Altersgrenze für nicht sachgerecht.
• Ziffer 5.3.3: Ein Nominierungsausschuss für die Erstellung von Wahlvorschlägen von Vertretern von Anteilseignern im Aufsichtsrat besteht nicht.
Aufgrund der derzeitigen Größe des Aufsichtsrats der Gesellschaft halten Vorstand und Aufsichtsrat die Einrichtung eines Nominierungsausschusses für nicht erforderlich.
• Ziffer 5.4.1: Konkrete Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden nicht vorgegeben und dementsprechend nicht im Corporate Governance Bericht veröffentlicht. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder besteht nicht.
Auch bei der Besetzung des Aufsichtsrats gilt, dass Eignung, Erfahrung und Qualifikation die maßgeblichen Auswahlkriterien sind. Eine Bindung an Vorgaben hinsichtlich der zukünftigen Besetzung schränkt die Flexibilität ein, ohne dass damit anderweitige Vorteile für das Unternehmen verbunden wären. Dies gilt umso mehr, als derzeit nur sechs Mitglieder des mitbestimmten Aufsichtsrats von den Anteilseignervertretern zur Wahl aufgestellt werden können. Im Übrigen sind die in der Kodexempfehlung genannten Vorgaben per se wichtige weitere Kriterien bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats, ohne dass es aus den genannten Gründen einer Festlegung auf konkrete Ziele bedürfte.
Eine generelle Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder besteht nicht, da in erster Linie die Kompetenz entscheiden soll. Dabei spielt insbesondere auch die Erfahrung eine wichtige Rolle. Auch im Hinblick auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das zwar keine direkte Anwendung findet, dessen analoge Anwendung zumindest diskutiert werden kann, hält die Gesellschaft die Festsetzung einer Altersgrenze für nicht sachgerecht.
• Ziffer 5.4.3: Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz werden den Aktionären nicht bekannt gegeben.
Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden obliegt dem Aufsichtsrat in eigener Verantwortung, da er die Eignung der Kandidaten am Besten einschätzen kann. Eine vorherige Bekanntgabe der Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz ist nach Ansicht der Gesellschaft insbesondere vor diesem Hintergrund nicht sachgerecht.
• Ziffer 5.4.6: Der Vergütungsbericht beschreibt im Rahmen des Lageberichts die Grundzüge des Vergütungssystems. Die Offenlegung der Aufsichtsratsvergütung erfolgt nicht im Vergütungsbericht, sondern im Anhang des Jahresabschlusses.
Die Gesellschaft veröffentlicht die Vergütung des Aufsichtsrats individualisiert. Entgegen der Empfehlung erfolgt die Offenlegung der Vergütungsbestandteile im Anhang des Jahresabschlusses. Eine nochmalige Offenlegung und damit Wiederholung der Angaben im Vergütungsbericht ist aus Sicht der Gesellschaft nicht geboten.
• Ziffer 6.6: Angaben nach Ziffer 6.6 des Kodex über die gesetzlichen Pflichten hinaus erfolgen nicht.
Die Gesellschaft hält eine transparente Unternehmenskommunikation für essenziell, um insbesondere das Vertrauen der Anleger zu schützen. Die relevanten Informationen werden gemäß den in den letzten Jahren umfassend erweiterten gesetzlichen Vorgaben von der Gesellschaft offengelegt. Die Angaben sind auch auf der Internetseite der Gesellschaft abrufbar. Die in Ziffer 6.6 des Kodex zur Veröffentlichung empfohlenen weiteren Angaben bieten aus Sicht der Gesellschaft keinen Mehrwert für die Anleger. Nach dem Verständnis der Gesellschaft hat Transparenz nichts mit der Fülle der Informationen zu tun, sondern in erster Linie mit deren Qualität und Relevanz. Vor diesem Hintergrund folgt die Gesellschaft nicht der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Empfehlung des Kodex.
• Ziffer 7.1.3: Angaben zu Aktienoptionsprogrammen und wertpapierorientierten Anreizsystemen als Bestandteil der Vorstandsvergütung erfolgen nicht im Corporate Governance Bericht, sondern im Anhang des Jahresabschlusses.
Die Vergütung des Vorstands muss im Anhang des Jahresabschlusses offengelegt werden. Die Beschreibung des Vergütungssystems, soweit es Bestandteile im Sinne der Empfehlung gemäß Ziffer 7.1.3 des Kodex enthält, erfolgt im Vergütungsbericht als Teil des Lageberichts. Die Wiederholung dieser Angaben im Corporate Governance Bericht ist aus Sicht der Gesellschaft nicht zweckmäßig.
Dettingen/Erms, 4. Dezember 2011
Für den Aufsichtsrat
Dr. Lerchner
Vorstand
Dr. Wolf
Becker
Schmauder
Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2 Satz 4 und 315 Abs. 1 Satz 6 HGB
„Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“
Dettingen/Erms, den 15. März 2012
Der Vorstand
Dr. Stefan Wolf
Theo Becker
Karl Schmauder