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ElringKlinger AG Audit Report / Information 2013

Jun 26, 2014

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Audit Report / Information

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Publication

ElringKlinger AG

Dettingen/Erms

Jahresabschluss zum 31.12.2013

Testatsexemplar Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2013

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Building a better working world

Hinweis:

Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.

Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, der ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Stuttgart, 20. März 2014

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Marbler, Wirtschaftsprüfer

Göhner, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2013 in TEUR

Aktiva

31.12.2013 31.12.2012
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen 4.992 3.899
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.055 0
3. Geleistete Anzahlungen 73 0
6.120 3.899
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 125.125 113.721
2. Technische Anlagen und Maschinen 99.749 86.972
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.299 21.306
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.511 20.458
260.684 242.457
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 335.519 299.139
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 37.786 51.886
3. Beteiligungen 8 11.466
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 660 625
5. Sonstige Ausleihungen 0 25
373.973 363.141
640.777 609.497
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 20.007 14.796
2. Unfertige Erzeugnisse 29.174 21.289
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 61.300 53.268
4. Geleistete Anzahlungen 2.089 3.903
112.570 93.256
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 71.180 61.801
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 61.769 41.785
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 3.316
4. Sonstige Vermögensgegenstände 25.380 24.896
158.329 131.798
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 241 808
271.140 225.862
C. Rechnungsabgrenzungsposten 529 513
912.446 835.872
Passiva
31.12.2013 31.12.2012
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 63.360 63.360
II. Kapitalrücklage 120.827 120.827
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 3.013 3.013
2. Andere Gewinnrücklagen 266.084 237.539
269.097 240.552
IV. Bilanzgewinn 31.680 28.512
484.964 453.251
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 58.147 56.638
2. Steuerrückstellungen 1.467 1.941
3. Sonstige Rückstellungen 34.132 29.273
93.746 87.852
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 250.842 221.041
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.326 329
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.790 16.203
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27.748 11.611
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 7.009
6. Sonstige Verbindlichkeiten 23.123 29.381
- davon aus Steuern TEUR 1.698 (TEUR 1.524)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 179 (TEUR 208)
323.829 285.574
D. Rechnungsabgrenzungsposten 183 567
E. Passive latente Steuern 9.724 8.628
912.446 835.872

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013

in TEUR 2013 2012
1. Umsatzerlöse 508.384 471.092
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 15.071 9.190
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 626 3.249
4. Sonstige betriebliche Erträge 37.764 25.929
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -220.014 -202.848
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -24.506 -21.362
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -116.457 -103.419
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -22.770 -19.783
davon für Altersversorgung TEUR -2.419 (TEUR -1.595)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -31.603 -34.001
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -76.599 -63.610
9. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 16.895 (TEUR 21.530) 16.942 21.582
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.683 (TEUR 2.050) 1.716 2.066
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 644 (TEUR 469) 787 694
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -1.203 -8.044
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundene Unternehmen TEUR -423 (TEUR -396) -9.234 -9.921
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 78.904 70.814
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -18.350 -13.989
16. Sonstige Steuern -329 -295
17. Jahresüberschuss 60.225 56.530
18. Einstellung in andere Gewinnrücklagen -28.545 -28.018
19. Bilanzgewinn 31.680 28.512

Anhang für das Geschäftsjahr 2013

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, ist nach den Vorschriften des Aktiengesetzes und des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften erstellt.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Zur Klarheit und Übersichtlichkeit der Darstellung wurde der Abschluss in TEUR erstellt. Des Weiteren sind einige Vermerke und die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu andern Posten in den Anhang mit ergänzenden Ausführungen aufgenommen.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 wurde die Hummel-Formen GmbH mit Sitz in Lenningen, Deutschland, als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten durch Aufnahme auf die ElringKlinger AG verschmolzen. Vom 1. Januar 2013 an gelten alle Handlungen und Geschäfte der Hummel-Formen GmbH als für Rechnung der ElringKlinger AG vorgenommen. Die Verschmelzung erfolgte erfolgsneutral gemäß § 24 UmwG zu Anschaffungskosten in Höhe des Buchwertes der abgehenden Beteiligung. Dadurch erhöhte sich das Vermögen um TEUR 18.290 und die Schulden stiegen um TEUR 11.571.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie die Sach- und Finanzanlagen werden bei Zugang mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungskosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie in angemessenem Umfang Abschreibungen einbezogen.

Für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird das Aktivierungswahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden daher sofort in voller Höhe als Aufwand erfasst.

Gegenstände, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauern planmäßig unter Ansatz der linearen Abschreibungsmethode abgeschrieben.

Bewegliche Vermögensgegenstände, die bis zum 31. Dezember 2009 angeschafft oder hergestellt wurden, werden teilweise degressiv mit späterem Übergang zur linearen Abschreibung abgeschrieben. Zugänge ab dem 1. Januar 2010 werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauern linear abgeschrieben.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird seit dem 1. Januar 2008 handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die zu einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 150 nicht übersteigen. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als EUR 150 und bis zu EUR 1.000 betragen, wird ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der jährliche Sammelposten wird über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Scheidet ein Wirtschaftsgut vorzeitig aus dem Betriebsvermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert.

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Ausleihungen werden zum Nennwert bilanziert. Soweit erforderlich bzw. zulässig, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen beruht die Ermittlung der erforderlichen Abschreibungen auf jährlichen Werthaltigkeitsüberprüfungen. Diesen liegen Ertragswertberechnungen zugrunde, die auf der Mittelfristplanung der jeweiligen Gesellschaft aufbauen und nach der letzten Planungsperiode ein nachhaltig erzielbares Ergebnis ("ewige Rente") unterstellen. Abschreibungen erfolgen, wenn der sich hieraus ergebende Ertragswert unterhalb des Buchwerts liegt.

Soweit die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr vorliegen, werden Zuschreibungen maximal bis zu den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Umlaufvermögen

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei Anwendung von Bewertungsvereinfachungen unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Teilweise sind Festwerte gebildet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Bei gesunkenen Verkaufspreisen kommen diese zum Ansatz. Für erkennbare Wertminderungen wegen mangelnder Gängigkeit und Beschaffenheit sowie zur Berücksichtigung der verlustfreien Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen.

In den vergangenen Jahren wurden Zwischenerzeugnisse unter der Bilanzposition "Fertige Erzeugnisse und Waren" ausgewiesen. Ab dem Geschäftsjahr 2013 werden diese als unfertige Erzeugnisse in der Bilanz dargestellt. Durch die Umgliederung der Zwischenerzeugnisse erhöhten sich die Bestände an unfertigen Erzeugnissen bzw. verminderten sich die Bestände an fertigen Erzeugnissen und Waren in 2012 um TEUR 6.507.

In der Mehrzahl der Fälle erwerben die Kunden das wirtschaftliche Eigentum von Werkzeugen. Bis zum Übergang des wirtschaftlichen Eigentums werden die Werkzeuge unter den Vorräten bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind für erkennbare Einzelrisiken Wertberichtigungen gebildet. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch pauschale Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Stichtag darstellen.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die Pensionsverpflichtungen sind zum 31. Dezember 2013 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahren ('Projected-Unit-Credit-Methode') bewertet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Heubeck Richttafeln 2005 G verwendet. Als Rechnungszinssatz wird der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren zugrundegelegt. Darüber hinaus werden Gehalts- bzw. Rententrends sowie alters- und geschlechtsspezifische Fluktuationswahrscheinlichkeiten verwendet.

Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit und Jubiläumsverpflichtungen werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 3,37 % (i. Vj. 3,71 %), für Jubiläumsverpflichtungen von 4,89 % (i. Vj. 5,05 %) und auf der Grundlage der Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene und zukünftige potenzielle Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Sie enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft.

Die Bewertung der Rückstellungen für Jubiläumsleistungen erfolgt unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 4,89%.

In den Rückstellungen sind die erkennbaren Risiken für drohende Verluste und ungewisse Verpflichtungen erfasst und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung, unter Berücksichtigung von Preis- und Kostensteigerungen, bewertet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Soweit Vermögensgegenstände vorhanden sind, die dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind und ausschließlich zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (sog. Deckungsvermögen), werden diese mit den zugehörigen Verpflichtungen verrechnet. Dementsprechend werden zugehörige Aufwendungen und Erträge verrechnet. Vorhandenes Deckungsvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Stichtag darstellen.

Fremdwährungsposten und Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Fremdwährungsbewertung unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- bzw. Imparitätsprinzips.

Latente Steuern

Auf temporäre und quasipermanente Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden sowie Rechnungsabgrenzungsposten werden latente Steuern auf Basis eines Steuersatzes von 27,7 % (i. Vj. 27,6 %) angesetzt. Dabei werden gegebenenfalls auch steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Soweit sich insgesamt ein Überhang aktiver latenter Steuern ergibt, wird dieser in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 S.2 HGB nicht angesetzt.

Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 27,7 % (i. Vj. 27,6%) zugrunde (15,8 % (i. Vj. 15,8 %) für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 11,9 % (i. Vj. 11,8 %) für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 340 % (i. Vj. 336 %).

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens der ElringKlinger AG sowie die Aufstellung des Anteilsbesitzes sind auf den nachfolgenden Seiten dargestellt.

Unter Finanzanlagen sind - neben den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen - Ausleihungen und Wertpapiere ausgewiesen.

Die Veränderungen der Anteile an verbundenen Unternehmen sind hauptsächlich durch Kapitalerhöhungen und den Erwerb von Minderheitsanteilen an verbundenen Unternehmen sowie der Verschmelzung der Hummel Formen GmbH auf die ElringKlinger AG begründet. Außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen wurden bei den Wertansätzen für verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.200 vorgenommen. Zuschreibungen ergaben sich bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von TEUR 8.993.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2013

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2013

TEUR
Zugang aus Verschmelzung Hummel-Formen

TEUR
Zugänge

TEUR
Umbuchungen

TEUR
Abgänge

TEUR
31.12.2013

TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen 23.538 737 2.008 0 69 26.214
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 1.798 0 0 0 1.798
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 73 0 0 73
23.538 2.535 2.081 0 69 28.085
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 158.787 10.505 7.166 2.847 417 178.888
2. Technische Anlagen und Maschinen 336.400 15.452 15.537 15.103 7.037 375.455
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.349 2.301 5.763 1.644 4.962 105.095
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.458 389 9.258 -19.594 0 10.511
615.994 28.647 37.724 0 12.416 669.949
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 323.685 -6.662 19.979 11.458 0 348.460
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 51.886 -6.720 4.564 0 11.944 37.786
3. Beteiligungen 11.466 0 0 -11.458 0 8
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 625 0 663 0 625 663
5. Sonstige Ausleihungen 25 3 0 0 28 0
387.687 -13.379 25.206 0 12.597 386.917
1.027.219 17.803 65.011 0 25.082 1.084.951
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2013

TEUR
Zugang aus Verschmelzung Hummel-Formen

TEUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres

TEUR
Zuschreibungen

TEUR
Umbuchungen

TEUR
Abgänge

TEUR
31.12.2013

TEUR
--- --- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen 19.639 698 954 0 0 69 21.222
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 360 383 0 0 0 743
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0 0 0
19.639 1.058 1.337 0 0 69 21.965
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 45.066 4.559 4.463 0 0 325 53.763
2. Technische Anlagen und Maschinen 249.428 10.218 21.930 0 0 5.870 275.706
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 79.043 1.814 3.873 0 0 4.934 79.796
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0 0
373.537 16.591 30.266 0 0 11.129 409.265
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 24.546 -3.812 1.200 8.993 0 0 12.941
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 0 0 0 0 0
3. Beteiligungen 0 0 0 0 0 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 3 0 0 0 3
5. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0 0 0
24.546 -3.812 1.203 8.993 0 0 12.944
417.722 13.837 32.806 8.993 0 11.198 444.174
Buchwerte
31.12.2013

TEUR
31.12.2012

TEUR
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen 4.992 3.899
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.055 0
3. Geleistete Anzahlungen 73 0
6.120 3.899
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 125.125 113.721
2. Technische Anlagen und Maschinen 99.749 86.972
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.299 21.306
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.511 20.458
260.684 242.457
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 335.519 299.139
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 37.786 51.886
3. Beteiligungen 8 11.466
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 660 625
5. Sonstige Ausleihungen 0 25
373.973 363.141
640.777 609.497

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2013 und Konsolidierungskreis

Name der Gesellschaft Sitz Kapitalanteil

in %
HB I Eigenkapital in TLW HB I Ergebnis in TLW Landeswährung Stichtagskurs1)
Mutterunternehmen
ElringKlinger AG Dettingen/Erms
Anteile an verbundenen Unternehmen (im Konzernabschluss vollkonsolidiert)
Inland
Gedächtnisstiftung KARL MÜLLER BELEGSCHAFTSHILFE GmbH Dettingen/Erms 100,00 38 5 EUR 1,0000
Elring Klinger Motortechnik GmbH Idstein 92,86 5.002 1.106 EUR 1,0000
ElringKlinger Logistic Service GmbH Rottenburg /Neckar 96,00 2.160 582 EUR 1,0000
ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH Bietigheim-Bissingen 74,50 57.638 11.674 EUR 1,0000
Hug Engineering GmbH2) Magdeburg 93,67 1.098 206 EUR 1,0000
KOCHWERK Catering GmbH Dettingen/Erms 100,00 31 6 EUR 1,0000
Ausland
ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG Sevelen (Schweiz) 100,00 52.877 18.355 CHF 81,4598
Hug Engineering AG Elsau (Schweiz) 93,67 32.464 7.720 CHF 81,4598
Elring Klinger (Great Britain) Ltd. Redcar (Großbritannien) 100,00 8.385 1.761 GBP 119,9472
ElringKlinger Italia Srl Settimo Torinese (Italien) 100,00 8.523 1.066 EUR 1,0000
Hug Engineering S.p.A.2) Mailand (Italien) 93,67 476 61 EUR 1,0000
Technik-Park Heliport Kft. Kecskemét-Kádafalva(Ungarn) 100,00 2.219.237 157.523 HUF 0,3367
Elring Parts Ltd. Gateshead (Großbritannien) 100,00 3.045 820 GBP 119,9472
Elring Klinger, S.A.U. Reus (Spanien) 100,00 11.283 1.556 EUR 1,0000
ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş. Bursa (Türkei) 100,00 10.690 4.940 TRY 33,7781
ElringKlinger Meillor SAS Nantiat (Frankreich) 100,00 31.918 -3.379 EUR 1,0000
Codinox Beheer B.V.2) Enschede (Niederlande) 9,36 1.605 525 EUR 1,0000
HURO Supermold S.R.L. Timisoara (Rumänien) 100,00 1.269 1.347 RON 22,3664
ElringKlinger Canada, Inc. Leamington (Kanada) 100,00 29.354 742 CAD 68,1617
ElringKlinger North America, Inc. Plymouth/Michigan (USA) 100,00 2.081 1.506 USD 72,5111
ElringKlinger USA, Inc. Buford (USA) 100,00 1.823 -5.967 USD 72,5111
Hug Engineering Inc.2) Austin (USA) 93,67 2.298 2.495 USD 72,5111
Elring Klinger Mèxico, S.A. de C.V. Toluca (Mexiko) 100,00 398.359 32.964 MXN 5,5331
EKASER, S.A. de C.V. Toluca (Mexiko) 100,00 47.028 4.594 MXN 5,5331
Elring Klinger do Brasil Ltda. Piracicaba (Brasilien) 100,00 96.239 11.198 BRL 30,6974
ElringKlinger South Africa (Pty) Ltd. Johannesburg (Südafrika) 100,00 2.919 -3.860 ZAR 6,8653
ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. Ranjangaon (Indien) 100,00 750.000 -83.384 INR 1,1714
Changchun ElringKlinger Ltd. Changchun (China) 88,00 468.706 71.270 CNY 11,9773
ElringKlinger Korea Co., Ltd. Changwon (Südkorea) 100,00 14.813.613 -1.790.627 KRW 0,0689
ElringKlinger China, Ltd. Suzhou (China) 100,00 201.108 29.425 CNY 11,9773
ElringKlinger Engineered Plastics North America, Inc.3) Buford (USA) 74,50 5.000 -381 USD 72,5111
ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co., Ltd.3) Qingdao (China) 74,50 17.444 2.438 CNY 11,9773
ElringKlinger Marusan Corporation Tokio (Japan) 50,00 5.122.877 249.067 JPY 0,6910
Taiyo Jushi Kakoh Co., Ltd.4) Tokio (Japan) 50,00 373.316 3.911 JPY 0,6910
Marusan Kogyo Co., Ltd.4) Tokio (Japan) 23,45 679.247 35.941 JPY 0,6910
PT. ElringKlinger Indonesia4) Karawang (Indonesien) 50,00 -497.246 -11.320.301 IDR 0,0060
ElringKlinger (Thailand) Co., Ltd4) Bangkok (Thailand) 50,00 5.699 -4.301 THB 2,2135
Name der Gesellschaft HB I Eigenkapital

in TEUR
HB I Ergebnis

in TEUR
letzter Abschluss
Mutterunternehmen
ElringKlinger AG
Anteile an verbundenen Unternehmen (im Konzernabschluss vollkonsolidiert)
Inland
Gedächtnisstiftung KARL MÜLLER BELEGSCHAFTSHILFE GmbH 38 5 31.12.2013
Elring Klinger Motortechnik GmbH 5.002 1.106 31.12.2013
ElringKlinger Logistic Service GmbH 2.160 582 31.12.2013
ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH 57.638 11.674 31.12.2013
Hug Engineering GmbH2) 1.098 206 31.12.2013
KOCHWERK Catering GmbH 31 6 31.12.2013
Ausland
ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG 43.073 14.952 31.12.2013
Hug Engineering AG 26.445 6.288 31.12.2013
Elring Klinger (Great Britain) Ltd. 10.058 2.112 31.12.2013
ElringKlinger Italia Srl 8.523 1.066 31.12.2013
Hug Engineering S.p.A.2) 476 61 31.12.2013
Technik-Park Heliport Kft. 7.472 530 31.12.2013
Elring Parts Ltd. 3.652 984 31.12.2013
Elring Klinger, S.A.U. 11.283 1.556 31.12.2013
ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş. 3.611 1.669 31.12.2013
ElringKlinger Meillor SAS 31.918 -3.379 31.12.2013
Codinox Beheer B.V.2) 1.605 525 30.06.2013
HURO Supermold S.R.L. 284 301 31.12.2013
ElringKlinger Canada, Inc. 20.008 505 31.12.2013
ElringKlinger North America, Inc. 1.509 1.092 31.12.2013
ElringKlinger USA, Inc. 1.322 -4.327 31.12.2013
Hug Engineering Inc.2) 1.666 1.809 31.12.2013
Elring Klinger Mèxico, S.A. de C.V. 22.042 1.824 31.12.2013
EKASER, S.A. de C.V. 2.602 254 31.12.2013
Elring Klinger do Brasil Ltda. 29.543 3.438 31.12.2013
ElringKlinger South Africa (Pty) Ltd. 200 -265 31.12.2013
ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. 8.785 -977 31.03.2013
Changchun ElringKlinger Ltd. 56.138 8.536 31.12.2013
ElringKlinger Korea Co., Ltd. 10.210 -1.234 31.12.2013
ElringKlinger China, Ltd. 24.087 3.524 31.12.2013
ElringKlinger Engineered Plastics North America, Inc.3) 3.626 -276 31.12.2013
ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co., Ltd.3) 2.089 292 31.12.2013
ElringKlinger Marusan Corporation 35.399 1.721 31.12.2013
Taiyo Jushi Kakoh Co., Ltd.4) 2.580 27 31.12.2013
Marusan Kogyo Co., Ltd.4) 4.694 248 31.12.2013
PT. ElringKlinger Indonesia4) -30 -679 31.12.2013
ElringKlinger (Thailand) Co., Ltd4) 126 -95 31.12.2013

1) 100 Einheiten Landeswährung am Bilanzstichtag

2) Tochtergesellschaft der HUG Engineering AG

3) Tochtergesellschaft der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH

4) Tochtergesellschaft der ElringKlinger Marusan Corporation

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 18.840 (i. Vj. TEUR 19.032) den Finanzverkehr, im Übrigen Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betrafen im Vorjahr in voller Höhe den Liefer- und Leistungsverkehr. Zum 31.12.2013 bestanden keine Forderungen gegenüber Beteiligungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben in Höhe von TEUR 1.858 (i. Vj. TEUR 2.714) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Alle anderen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten von unter einem Jahr.

Im Zusammenhang mit einem Gewährleistungsfall haben sich die ElringKlinger AG und die betroffenen Kunden im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung im Jahr 2011 auf Zahlung eines Betrages in Höhe von insgesamt 24,4 Mio. Euro abschließend verständigt. Der Gewährleistungsfall geht auf zu Beginn des Jahres 2008 gelieferte Dichtungen zurück. Ein Teilbetrag von 17,4 Mio. Euro wurde bereits 2011 bezahlt. Weitere Teilzahlungen von 5,0 Mio. Euro wurden im ersten und von 1,0 Mio. Euro im zweiten Quartal 2012 geleistet. Der Restbetrag von 1,0 Mio. Euro wurde im zweiten Quartal 2013 bezahlt. Dem gegenüber stehen Forderungen an unseren Erst- bzw. Excedentenversicherer in gleicher Höhe, von denen bereits 10,0 Mio. Euro 2011 beglichen wurden. Der Ausgleich der Restschuld ist noch nicht erfolgt. ElringKlinger hat deshalb Klage erhoben. Das Verfahren dauert noch an. ElringKlinger geht weiter davon aus, dass die Forderung in voller Höhe beglichen wird.

Eigenkapital

Das Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2013 wie folgt entwickelt:

TEUR 31.12.2012 Dividende Gewinnrücklagen Jahresüberschuss 31.12.2013
Gezeichnetes Kapital 63.360 0 0 0 63.360
Kapitalrücklagen 120.827 0 0 0 120.827
Gewinnrücklagen 240.552 0 0 28.545 269.097
Bilanzgewinn 28.512 -28.512 0 31.680 31.680
453.251 -28.512 60.225 484.964

Das Grundkapital der ElringKlinger AG lag zum 31. Dezember 2013 bei 63.359.990 Euro und ist unterteilt in 63.359.990 Stück Namensaktien, die je eine Stimme gewähren. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt. Es ergibt sich ein rechnerischer Anteil von 1,00 Euro des Grundkapitals je Namensaktie. Die Gewinnverteilung erfolgt nach § 60 AktG in Verbindung mit § 23 Nr. 1 der Satzung.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 17. Mai 2017 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 31.679.995 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die Aktien können dabei auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,

um Spitzenbeträge auszugleichen;
wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage, insbesondere zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden Vermögensgegenständen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt;
wenn die neuen Aktien gegen Bareinlage ausgegeben werden und der Ausgabebetrag je neue Aktie den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf die Obergrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.

Der Vorstand hat von der Ermächtigung bisher keinen Gebrauch gemacht.

Die Gewinnrücklagen enthalten per 31. Dezember 2013 die gesetzliche Rücklage mit TEUR 3.013 (i.Vj. TEUR 3.013) und andere Gewinnrücklagen mit TEUR 266.084 (i.Vj. TEUR 237.539).

Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:

TEUR
Bilanzgewinn am 31. Dezember 2012 28.512
Gewinnausschüttung für 2012 - 28.512
Gewinnvortrag 0
Jahresüberschuss 2013 60.225
Einstellung in andere Gewinnrücklagen -28.545
Bilanzgewinn am 31. Dezember 2013 31.680

Die Bewertung des Deckungsvermögens im Zusammenhang mit der Altersteilzeit ergibt gem. § 268 Abs. 8 HGB eine theoretische Ausschüttungssperre (vor Abzug passiver latenter Steuer) in Höhe von TEUR 41 (i. Vj. TEUR 40) (beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens in Höhe von TEUR 1.099 (i. Vj. TEUR 818) abzgl. Anschaffungskosten des Deckungsvermögens in Höhe von TEUR 1.058 (i. Vj. TEUR 777)). Es sind ausreichend frei verfügbare Rücklagen vorhanden.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen

Rückstellungspflichtige Pensionsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 58.147 (i. Vj. TEUR 56.638). Die Bewertung der Pensionsrückstellung erfolgte auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 4,89 % (i. Vj. 5,05 %) und unter Anwendung der Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck. Der Berechnung liegt darüber hinaus ein Hinkommenstrend von 2,75 % (i. Vj. 2,61 %), ein Karrieretrend von 0,5 % (i. Vj. 0,5 %), ein Rententrend von 1,75 % (i. Vj. 1,75 %) für Anwartschaften und 1,75 % (i. Vj. 1,75 %) für laufende Renten eine durchschnittliche Fluktuation von 1,0 % (i. Vj. 1,19 %) sowie eine Steigerung der Beitragsbemessungsgrenze in die gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen von 1,5 % (i. Vj. 1,5 %) zugrunde.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen:

TEUR 31.12.2013 31.12.2012
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 16.277 14.417
Ausstehende Leistungen für Werkzeuge 5.266 1.783
Ausstehende Lieferantenrechnungen 2.514 5.429
Nicht abgerechnete Bonusgutschriften 2.220 1.075
Gewährleistungsverpflichtungen 2.034 1.725
Drohende Verluste aus Kundengeschäften 2.008 1.783
Derivatrisiken 220 227
Prozesskosten 104 574
Übrige Risiken 3.489 2.260
Gesamt 34.132 29.273

In den Verpflichtungen aus dem Personalbereich sind rückstellungspflichtige Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.962 (i. Vj. TEUR 3.042) enthalten. Der Erfüllungsrückstand für die Altersteilzeitverpflichtung in Höhe von TEUR 1.456 (i. Vj. TEUR 1.285) wurde in Höhe von TEUR 1.099 (i. Vj. TEUR 818) mit Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Als Deckungsvermögen wurde der zweckexklusiv, verpfändete und insolvenzgeschützte Treuhandvertrag über Vermögensübertragung, Erstattung und Geschäftsbesorgung vom 3. März 2005 zwischen der ElringKlinger AG und dem ElringKlinger Treuhänder e.V. sowie ElringKlinger Mitarbeitertreuhänder e.V. identifiziert. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen TEUR 1.058 (i. Vj. TEUR 777). Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens ergibt sich aus der Bewertung der Geldanlage zum am Stichtag gültigen Kurs. Für 2013 ergeben sich keine Erträge aus dem Deckungsvermögen.

Verbindlichkeiten

TEUR Gesamtbetrag zum 31.12.2013 davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag zum 31.12.2012
TEUR bis zu einem Jahr

TEUR
von einem bis zu fünf Jahren

TEUR
über fünf Jahre

TEUR
davon besichert

TEUR
TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 250.842 78.032 154.357 18.453 16.333 221.041
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.326 1.326 0 0 0 329
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.790 20.790 0 0 0 16.203
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 27.748 18.461 9.287 0 0 11.611
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen 0 0 0 0 0 7.009
Sonstige Verbindlichkeiten 23.123 10.848 12.275 29.381
323.829 129.457 175.919 18.453 16.333 285.574
TEUR Gesamtbetrag zum 31.12.2012 davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag zum 31.12.2011
TEUR bis zu einem Jahr

TEUR
von einem bis zu fünf Jahren

TEUR
über fünf Jahre

TEUR
davon besichert

TEUR
TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 221.041 138.178 66.776 16.087 14.581 188.775
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 329 329 0 0 0 270
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.203 16.203 0 0 0 22.599
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.611 11.578 33 0 0 10.842
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungen 7.009 0 7.009 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 29.381 20.526 8.855 46.626
285.574 186.814 82.673 16.087 14.581 269.112

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 16.333 (i. Vj. TEUR 14.581) durch Grundschulden auf Betriebsgrundstücke besichert. Die übrigen Verbindlichkeiten sind - mit Ausnahme handelsüblicher Eigentumsvorbehalte bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - nicht besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 27.397 (i. Vj. TEUR 8.577) den Finanzverkehr und mit TEUR 351 (i. Vj. TEUR 3.034) den laufenden Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Passive latente Steuern

Aus der Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern verbleibt ein Passivüberhang. Die Differenzen, die zu aktiven latenten Steuern führten, resultieren im Wesentlichen aus den Pensionsrückstellungen und den sonstigen Rückstellungen.

Die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 9.724 (i. Vj. TEUR 8.628) resultieren aus einer Gesamtbetrachtung der Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen des Anlage- und Umlaufvermögens sowie der Rechnungsabgrenzungsposten. Bei der Bewertung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 27,7 % (i. Vj. 27,6 %) zugrunde gelegt. Die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, welche zu passiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus Sachanlagen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Aufteilung nach geographischen Märkten

TEUR 2013 2012
Deutschland 198.225 179.609
Europa 211.131 189.270
Asien 43.864 44.653
Nafta 37.128 36.151
Rest der Welt 18.036 21.409
Gesamtumsatz 508.384 471.092

Nach Tätigkeitsbereichen entfallen die Umsatzerlöse auf die Erstausrüstung mit TEUR 398.282 (i.Vj. TEUR 362.348), auf Ersatzteile mit TEUR 109.585 (i.Vj. TEUR 108.287) sowie auf "Gewerbeparks" mit TEUR 517 (i. Vj. TEUR 457).

Sonstige betriebliche Erträge

Aufgrund der geänderten Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zuschreibungen auf Finanzanlagen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Zuschreibungen auf Finanzanlagen enthalten. Diese betreffen in Höhe von TEUR 8.993 (i. Vj. TEUR 5.504) verbundene Unternehmen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 2.111 (i. Vj. TEUR 1.541). Diese enthalten Erträge aus Anlageabgängen von TEUR 903 (i. Vj. TEUR 918) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 1.208 (i. Vj. TEUR 623).

Des Weiteren sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen Lizenzerlöse in Höhe von TEUR 8.082 (i. Vj. TEUR 7.273), Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von TEUR 7.021 (i. Vj. TEUR 3.727), Erträge aus Versicherungsentschädigungen in Höhe von TEUR 4.496 (i. Vj. TEUR 674), sowie Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 1.149 (i. Vj. TEUR 1.302) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Posten in Höhe von TEUR 349 (i. Vj. TEUR 1.085), aus Anlagenabgängen TEUR 145 (i. Vj. TEUR 775) und aus Forderungsausfällen TEUR 204 (i. Vj. TEUR 310), enthalten. Die Aufwendungen aus Währungsumrechnungen belaufen sich auf TEUR 2.316 (i. Vj. TEUR 1.320).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind TEUR 1.077 periodenfremde Aufwendungen (nach Verrechnung periodenfremder Erträge) enthalten. Im Vorjahr sind periodenfremde Aufwendungen (nach Verrechnung periodenfremder Erträge) in Höhe von TEUR 329 enthalten. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Aufwendungen für latente Steuern in Höhe von TEUR 1.095 (i. Vj. TEUR 543) enthalten.

Sonstige Steuern

In den sonstigen Steuern sind periodenfremde Steuererträge in Höhe von TEUR 8 (i. Vj. TEUR 57 Steueraufwendungen) verrechnet.

Haftungsverhältnisse

Aus der Begebung und Übertragung von Wechseln bestehen wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse, aus gewährten Bürgschaften und Vertragserfüllungsgarantien in Höhe von TEUR 39.252 (i. Vj. TEUR 40.754), davon für verbundene Unternehmen TEUR 39.228 (i. Vj. TEUR 40.731). Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung der begünstigten Unternehmen wird derzeit nicht von einer Inanspruchnahme ausgegangen.

ElringKlinger AG hat sich verpflichtet, ein verbundenes Unternehmen finanziell so auszustatten, dass dieses jederzeit zur Erfüllung seiner Zahlungsverpflichtungen aus einem Werkvertrag in der Lage ist. Auch gegenüber Lieferanten von Tochterunternehmen bestehen Verpflichtungen, für künftige Forderungen des Lieferanten gegenüber den Tochterunternehmen einzustehen, falls die Tochterunternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht innerhalb einer bestimmten Frist nachkommen. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung der Tochterunternehmen ist eine Inanspruchnahme derzeit unwahrscheinlich.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

2013

TEUR
Gesamt Restlaufzeit <1 Jahr Restlaufzeit 1 - 5 Jahre Restlaufzeit>5 Jahre
Strom- und Gaslieferverträge 26.717 8.996 17.721 0
Miet-, Pacht- und Leasingverträge 2.021 1.136 885 0
28.738 10.132 18.606 0
2012

TEUR
Gesamt Restlaufzeit <1 Jahr Restlaufzeit 1 - 5 Jahre Restlaufzeit>5 Jahre
Strom- und Gaslieferverträge 22.110 7.371 14.739 0
Miet-, Pacht- und Leasingverträge 1.873 1.001 872 0
23.983 8.372 15.611 0

Darüber hinaus bestehen aus Darlehensvereinbarungen finanzielle Verpflichtungen gegenüber Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 11.214 (i. Vj. TEUR 7.173). Darüber hinaus bestehen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Aus dem Kauf eines Grundstückes besteht zum Bilanzstichtag die Verpflichtung zur Zahlung des Kaufpreises in Höhe von TEUR 1.500.

Darüber hinaus bestehen vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 15.188 (i. Vj TEUR 16.281).

Ein Mitgesellschafter hat ein Andienungsrecht über sämtliche Restanteile der Joint Venture Gesellschaften.

Sonstige Angaben

Beschäftigtenzahl

Im Jahresdurchschnitt waren folgende Mitarbeiter (ohne Vorstände) beschäftigt:

2013 2012
Arbeiter 1.357 1.261
Angestellte 792 700
2.149 1.961
Auszubildende 91 74
2.240 2.035

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nach § 285 Nr. 21 HGB sind Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Anhang zu nennen, soweit es sich nicht um Geschäfte mit und zwischen mittelbar oder unmittelbar in 100%-igem Anteilsbesitz stehenden und in einen Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen handelt.

Mit nicht in 100%-igem Anteilsbesitz stehenden Unternehmen der ElringKlinger-Gruppe ergaben sich im Geschäftsjahr 2013 folgende Geschäftsvorfälle:

TEUR 2013 2012
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen und sonstige Umsatzerlöse 17.405 8.741
Lizenzerlöse 2.838 2.414
Erbrachte Dienstleistungen 2.024 3.184
Werkzeugverkäufe 3.463 3.770
Bezogene Dienstleistungen und sonstiger Aufwand 7.065 4.513
Zinserträge 55 114
Zinsaufwendungen 412 389
Gewährte Darlehen am Bilanzstichtag 3.486 3.362
Andere Forderungen am Bilanzstichtag 12.605 10.876
Erhaltene Darlehen am Bilanzstichtag 26.381 17.341
Andere Verbindlichkeiten am Bilanzstichtag 58 72

Zudem bestehen

Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Lehrlingsausbildung zwischen der ElringKlinger AG und der Lechler GmbH, Metzingen. Herr Walter Herwarth Lechler ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG und maßgeblich an der Lechler GmbH beteiligt. Die Einnahmen der ElringKlinger AG betrugen im Berichtsjahr TEUR 80 (i. Vj. TEUR 94). Zum Bilanzstichtag besteht noch eine Forderung in Höhe von TEUR 19 (i. Vj. TEUR 0).
Rahmenliefervertrag betreffend den Bezug von Material zwischen Gesellschaften des ElringKlinger Konzerns und Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co. KG, Gumpoldskirchen, Österreich. Herr Klinger-Lohr ist Aktionär der ElringKlinger AG und maßgeblich an der Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co. KG beteiligt. Im Rahmen dieses Vertrages hat die ElringKlinger AG in 2013 Material für TEUR 2.370 (i. Vj. TEUR 1.803) bezogen. Der offene Saldo zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 190 (i. Vj. TEUR 107).
Rahmenliefervertrag betreffend den Bezug von Material zwischen ElringKlinger AG und Klinger AG Egliswil, Schweiz. Herr Klinger-Lohr ist Aktionär der ElringKlinger AG und Mitglied des Verwaltungsrats der Klinger AG Egliswil. Im Rahmen dieses Vertrages hat die ElringKlinger AG in 2013 Material zum Preis von TEUR 69 (i. Vj. TEUR 63) erworben. Zum Bilanzstichtag bestehen hieraus, wie im Vorjahr, keine Verbindlichkeiten.
Darlehensvertrag zwischen der Lechler GmbH und der ElringKlinger AG. Die Lechler GmbH gewährt der ElringKlinger AG ein Darlehen in Höhe von TEUR 7.000. Das Darlehen wird zu einem Zinssatz von 1,6 % p.a. verzinst und hat eine Laufzeit bis zum 17. August 2015.

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 bestand ein Finanzderivat (Zinsswap), das der Absicherung von Zinsrisiken dient.

Die negativen beizulegenden Zeitwerte in Höhe von TEUR 63 (i. Vj. TEUR 224) sind unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen.

Der Zinsswap dient dem Tausch von variablen Zinszahlungen aus den aufgenommenen Darlehen in feste Zinssätze. Das Nominalvolumen der Vereinbarung beträgt TEUR 5.000 und hat eine Laufzeit bis zum 1. April 2014.

Alle Termingeschäfte sind mit inländischen Kreditinstituten, die mindestens mit "A" (nach Standard & Poors-Klassifizierung) bewertet sind, geschlossen.

Die Ermittlung der bankbestätigten Marktwerte der Derivate erfolgt unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren und auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten (Mark-to-Market-Methode).

Außerdem setzt ElringKlinger derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Commodityrisiken ein. Für die Termingeschäfte auf die Commodities Strom und Gas ergeben sich zum Abschlussstichtag die folgenden Nominalwerte, beizulegenden Zeitwerte und Buchwerte:

2013

TEUR
Nominalwert 31.12.2013 Beizulegender Zeitwert 31.12.2013 Buchwert 31.12.2013 Bilanzposition
Stromtermingeschäfte (Lieferjahre 2014 - 2016) 19.397 -2.302 0 -
Gastermingeschäfte (Lieferjahr 2014 - 2016) 7.321 54 0 -
26.718 -2.248 0
2012

TEUR
Nominalwert 31.12.2012 Beizulegender Zeitwert 31.12.2012 Buchwert 31.12.2012 Bilanzposition
Stromtermingeschäfte (Lieferjahre 2013 - 2015) 17.591 -3.578 0 -
Gastermingeschäfte (Lieferjahr 2013 - 2015) 4.519 -116 116 Sonst.Rückstellungen
22.110 -3.694 116

Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen den Marktwerten zum Stichtag, welche sich aus der Differenz zwischen vertraglich fixiertem Preis und Terminpreis zum Bilanzstichtag für die vertraglich fixierten Mengen zum Stichtag pro Lieferjahr ergeben.

Bei den Stromtermingeschäften handelt es sich um schwebende Beschaffungsgeschäfte über nicht bilanzierungsfähige Leistungen. Hierfür ist eine Drohverlustrückstellung nur bei vollständiger oder weitestgehend fehlender Nutzungs- oder Verwertungsmöglichkeit der bestellten Leistung zu passivieren. Da die ElringKlinger AG die bestellten Strommengen in voller Höhe verwenden wird, wurde keine Drohverlustrückstellung gebildet.

Zur Reduzierung des Nickelpreis-Risikos werden Finanzderivate eingesetzt. Zum Abschlussstichtag bestanden fünf Nickel-Sicherungskontrakte über insgesamt 340 mt Nickel für den Zeitraum März 2013 bis Dezember 2014. Zum Abschlussstichtag ergab sich aus der Bewertung der Kontrakte ein positiver Marktwerte in Höhe von TEUR 87 (i. Vj. TEUR 25) sowie ein negativer Marktwert in Höhe von TEUR 156 (i. Vj. TEUR 3). In Höhe des negativen Marktwerts wurde eine Drohverlustrückstellung gebildet. Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte mit anerkannten mathematischen Verfahren und auf Basis der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten (Markt-to-Market-Methode).

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Walter Herwarth Lechler Stuttgart, Vorsitzender Geschäftsführender Gesellschafter der Lechler GmbH, Metzingen Mandate: a) n.a. b) Lechler Inc., St. Charles/USA Lechler Ltd., Sheffield/Großbritannien Lechler India Pvt. Ltd., Thane/Indien ELEX India Pvt. Ltd., Thane/Indien
Markus Siegers* Altbach, Stellvertretender Vorsitzender Betriebsratsvorsitzender der ElringKlinger AG
Gert Bauer* Reutlingen Erster Bevollmächtigter und Kassierer der IG Metall Reutlingen/Tübingen Mandate: a) Hugo Boss AG, Metzingen b) BIKOM GmbH, Reutlingen
Armin Diez* Lenningen Leiter der Geschäftsbereiche Zylinderkopfdichtungen und Batterietechnologie/Elektromobilität der ElringKlinger AG
Klaus Eberhardt Lindau (seit 16. Mai 2013) Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, Düsseldorf Mandate: a) KSPG AG, Neckarsulm MTU Aero Engines AG, München Dürr AG, Stuttgart b) n. a.
Pasquale Formisano* Vaihingen an der Enz Einsteller Betriebsratsvorsitzender der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH
Dr. Margarete Haase Köln Mitglied des Vorstandes der DEUTZ AG, Köln Mandate: a) Fraport AG, Frankfurt am Main ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen b) DEUTZ (Dalian) Engine Co. Ltd., Dalian/China Deutz Engines (Shandong) Co. Ltd., Changlin/China Deutz Engine (China) Ltd. Co, Linyi/China (seit 21. November 2013)
Karl Uwe van Husen Waiblingen (bis 16. Mai 2013) Geschäftsführer
Dr. Thomas Klinger-Lohr Egliswil/Schweiz (bis 31. Dezember 2013) Vorstandsvorsitzender der Betal Netherland Holding BV, Rotterdam/Niederlande Mandate: a) n.a. b) Klinger AG Egliswil, Egliswil/Schweiz
Paula Monteiro-Munz* Grabenstetten Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der ElringKlinger AG
Prof. Hans-Ulrich Sachs Bremen Geschäftsführender Gesellschafter der betec Umformtechnik GmbH, Adelmannsfelden
Manfred Strauß Stuttgart Geschäftsführender Gesellschafter der M&S messebau und service GmbH, Neuhausen a.d.F. Mandate: a) n.a. b) Pro Stuttgart Verwaltungs GmbH, Stuttgart Pro Stuttgart Verkehrsverein, Stuttgart
Gerhard Wick* Geislingen a. d. Steige (seit 23. April 2013) Gewerkschaftssekretär IG Metall, Bezirksleitung, Bezirk Baden-Württemberg Mandate: a) Stihl AG, Waiblingen WMF AG, Geislingen an der Steige (seit 23. April 2013) b) n.a.

* Vertreter der Arbeitnehmer

a) Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten i. S. d. § 125 AktG
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien i.S. d. § 125 AktG

Bezüge des Aufsichtsrats

Im Berichtsjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG TEUR 619 (i. Vj. TEUR 579). Des Weiteren wurden Reisekosten in Höhe von TEUR 2 (i. Vj. TEUR 1) erstattet.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats verteilen sich auf die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder wie folgt:

EUR fixe Bezüge Variable Bezüge Gesamtbezüge
2013 2012 2013 2012 2013 2012
--- --- --- --- --- --- ---
Walter Herwarth Lechler 48.000 37.250 55.480 40.624 103.480 77.874
Dr. Helmut Lerchner 0 17.000 408 19.242 408 36.242
Markus Siegers 25.000 25.000 41.812 37.633 66.812 62.633
Gert Bauer 18.000 17.000 27.875 25.088 45.875 42.088
Armin Diez 18.000 18.000 27.875 25.088 45.875 43.088
Klaus Eberhardt 14.250 0 17.210 0 31.460 0
Pasquale Formisano 14.000 14.000 27.875 25.088 41.875 39.088
Dr. Margarete Haase 14.000 14.000 27.875 25.034 41.875 39.034
Dr. Rainer Hahn 0 0 0 55 0 55
Karl Uwe van Husen 9.250 26.000 10.815 25.088 20.065 51.088
Dr. Thomas Klinger-Lohr 22.000 17.000 27.875 25.088 49.875 42.088
Paula Monteiro-Munz 18.000 18.000 27.875 25.088 45.875 43.088
Prof. Hans-Ulrich Sachs 14.000 9.250 27.606 15.536 41.606 24.786
Manfred Strauß 14.000 14.000 27.875 25.088 41.875 39.088
Gerhard Wick 14.000 14.000 27.875 25.088 41.875 39.088
Gesamtbetrag 242.500 240.500 376.331 338.828 618.831 579.328

Die dargestellte variable Vergütung spiegelt den zurückgestellten Aufwand, basierend auf den vorläufigen Zahlen der durchschnittlichen IFRS-Konzernergebnisse vor Steuern der letzten drei Geschäftsjahre, wider (im Vorjahr IFRS-Konzernergebnis vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr). Die Vergütung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat betrug 2013 TEUR 442 (i. Vj. TEUR 440).

Zwischen der Rückstellung für die variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2012 und den tatsächlich ausbezahlten Beträgen ergab sich eine Differenz in Höhe von EUR 7.485. Dieser Betrag wurde anteilig an die Aufsichtsratsmitglieder ausbezahlt und ist in den variablen Bezügen enthalten.

Vorstand

Dr. Stefan Wolf, Sindelfingen, Vorsitzender verantwortlich für die Konzerngesellschaften, die Zentralbereiche Finanzen, Controlling, Recht, Personal, IT, Investor Relations und Unternehmenskommunikation sowie die Geschäftsbereiche Ersatzteile und Gewerbeparks
Theo Becker, Metzingen verantwortlich für die Geschäftsbereiche Zylinderkopfdichtungen, Spezialdichtungen, Kunst-stoffgehäusemodule/Elastomertechnik, Abschirmtechnik, Abgasnachbehandlung, E-Mobility, Werkzeugtechnologie sowie die Zentralbereiche Qualität und Umwelt, Materialwirtschaft und die Werke der ElringKlinger AG
Karl Schmauder, Hülben verantwortlich für den Vertrieb Erstausrüstung und den Bereich Neue Geschäftsfelder
Mandate in Aufsichtsräten und sonstigen Kontrollgremien Dr. Stefan Wolf ist Mitglied des Verwaltungsrats der Micronas Semiconductor Holding AG, Zürich, Mitglied im Aufsichtsrat der Fielmann AG, Hamburg, und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Norma Group AG, Maintal Karl Schmauder ist Vorsitzender des Beirats der e-mobil BW GmbH, Stuttgart, und Mitglied im Beirat der Steiff Beteiligungs-GmbH, Giengen

Bezüge des Vorstands

Die Bezüge des Vorstands haben fixe und variable Bestandteile. Die variablen Bestandteile setzen sich aus kurzfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen und erfolgsabhängigen Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung zusammen. Die langfristigen erfolgsabhängigen Vergütungen betreffen aktienkursbasierte Partizipationsrechte (sog. Stock Appreciation Rights).

Die Gesamtbezüge des Vorstands verteilen sich auf die einzelnen Vorstandsmitglieder wie folgt:

Euro kurzfristige fixe Vergütung kurzfristige variable erfolgsabhängige Vergütung langfristige variable aktienbasierte Vergütung Gesamtbetrag
Dr. Stefan Wolf 2013 503.389 1.025.012 158.318 1.686.719
2012 354.009 651.266 62.066 1.067.341
Theo Becker 2013 381.950 642.79o 142.929 1.167.669
2012 273.096 474.728 39.388 787.212
Karl Schmauder 2013 з79.429 642.79o 142.929 1.165.148
2012 261.963 474.728 47.125 783.816
Gesamt 2013 1.264.768 2.310.592 444.176 4.019.536
Gesamt 2012 889.068 1.600.722 148.579 2.638.369

Die kurzfristige variable erfolgsabhängige Vergütung spiegelt den zurückgestellten Aufwand, errechnet als Prozentsatz des durchschnittlichen IFRS-Konzernergebnisses vor Zinsen und Steuern (im Vorjahr IFRS-Konzernergebnis vor Steuern des Geschäftsjahres) der letzten drei Jahre, wider. Des Weiteren sind die Differenzbeträge enthalten, die sich aus den Rückstellungen per 31. Dezember 2012 zu den tatsächlich gezahlten Beträgen 2013 ergeben. Für die Partizipationsrechte wird der Zeitwert im Zeitpunkt der Gewährung angesetzt.

Die Partizipationsrechte gewähren einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der ElringKlinger AG. Die derzeit begebenen Partizipationsrechte wurden fünfmal bzw. viermal in jährlichen Tranchen beginnend am 1. Februar 2008 bzw. 1. Januar 2009 zugeteilt. Die Laufzeit der Tranchen beträgt 4 Jahre. Der Zuteilungspreis ist der durchschnittliche Aktienkurs der letzten 60 Börsentage vor dem Tag der Zuteilung. Die Anzahl der Partizipationsrechte richtet sich nach der fixen Vergütung des jeweiligen Vorstands und dem Zuteilungspreis. Die zu gewährende Vergütung ergibt sich aus der Differenz des Rücknahmepreises, der ebenfalls als Durchschnitt der letzten 60 Börsentage gebildet wird, und dem Zuteilungspreis. Zu einer Auszahlung kommt es nur dann, wenn der Aktienkurs der ElringKlinger AG stärker steigt als der geglättete Börsenindex, in dem die Aktie gelistet ist, mindestens aber um 25 %. Die Vergütung ist pro Tranche auf den Betrag des Jahresfixgehaltes begrenzt.

Ab dem Jahr 2013 werden fünfmal zum 1. Februar eines Jahres jeweils 30.000 Partizipationsrechte zugeteilt. Der Zuteilungspreis ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel des Börsenkurses der ElringKlinger Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Zuteilungsdatum. Voraussetzung für die Zuteilung ist eine Eigeninvestition der Vorstandsmitglieder von einem Zehntel der Anzahl der zugeteilten Partizipationsrechte in Aktien der ElringKlinger AG. Die Haltedauer der Partizipationsrechte beträgt vier Jahre. Nach Ablauf der Haltedauer kann das Vorstandsmitglied innerhalb von zwei weiteren Jahren die Rücknahme der Partizipationsrechte verlangen. Der Rücknahmepreis errechnet sich aus dem durchschnittlichen Börsenkurs der ElringKlinger Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Rücknahmeverlangen. Eine Rücknahme der Partizipationsrechte kann nur verlangt werden, wenn der Rücknahmepreis 25 % über dem Zuteilungspreis liegt. Der Rücknahmepreis ist insgesamt pro Tranche auf die Höhe von zwei Jahresfixgehältern im Zeitpunkt der Rücknahme beschränkt.

Den erwarteten zukünftigen Ansprüchen wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen wird auf Basis des Cox-Ross-Rubinstein-Modells bzw. Black-Scholes-Modell unter Verwendung aktueller Marktparameter ermittelt. Als risikoloser Zinssatz wurde in Abhängigkeit von der Laufzeit Zinssätze zwischen 0,13 % und 0,64 % angesetzt. Die Volatilität der Aktie in Höhe von 34,40 %, die Volatilität des Börsenindex MDAX von 19,03 % sowie die Korrelation von 60,37 % wurden über einen 4 Jahreszeitraum ermittelt. Die erwartete Dividende lag bei EUR 0,50 pro Aktie.

Die Rückstellung wird ratierlich über den Erdienungszeitraum gebildet und zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Die Änderung des beizulegenden Zeitwertes wird erfolgswirksam erfasst.

Für das Geschäftsjahr 2013 ergeben sich folgende Werte:

Ausgabezeitpunkt der Tranche 2010 2011 2012 2013
Anzahl ausgeübter Partizipationsrechte
Wert ausgeübter Partizipationsrechte (TEUR)
Anzahl der Partizipationsrechte (noch nicht ausübbar) 49.090 32.501 42.406 90.000
Durchschnittlicher Zuteilungspreis (EUR) 15,68 24,83 19,43 24,54
Durchschnittliche Restlaufzeit in Jahren 0,04 1,04 2,04 3,08
Wert der vom Vorstand gehaltenen Partizipationsrechte
31. Dezember 2013 (TEUR) 0 24 69 129
31. Dezember 2012 (TEUR) 194 42 44 0
31. Dezember 2011 (TEUR) 103 21 0 0
31. Dezember 2010 (TEUR) 75 0 0 0

Entwicklung Pensionsrückstellungen für Mitglieder des Vorstandes

2013

TEUR
31.12.2012 Zuführung 31.12.2013
Dr. Stefan Wolf 1.479 260 1.739
Theo Becker 1.292 212 1.504
Karl Schmauder 1.871 250 2.121
Gesamt 4.642 722 5.364
2012

TEUR
31.12.2011 Zuführung 31.12.2012
Dr. Stefan Wolf 1.264 215 1.479
Theo Becker 1.126 166 1.292
Karl Schmauder 1.678 193 1.871
Gesamt 4.068 574 4.642

Pensionsrückstellungen und Vergütungen für ehemalige Vorstandsmitglieder

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsführung verschmolzener Unternehmen sowie deren Hinterbliebenen sind TEUR 10.061 (i. Vj. TEUR 10.696) zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Vorstandsmitglieder - einschließlich der Bezüge ehemaliger Organmitglieder verschmolzener Unternehmen - betrugen im Geschäftsjahr 2013 TEUR 823 (i. Vj. TEUR 894).

Auf die Angabe der Honorare der Abschlussprüfer wird verzichtet, da diese Angaben in einem das Unternehmen einbeziehenden Konzernabschluss enthalten sind.

Angaben gemäß § 160 Abs. 1, Nr. 8 AktG

Zum Bilanzstichtag 2013 bestehen folgende Beteiligungen an der Gesellschaft, die nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt worden sind:

1. Stimmrechtsmitteilung

On November 28, 2013, Ameriprise Financial, Inc., Minneapolis, USA has informed us according to Article 21, Section 1 of the WpHG that via shares its Voting Rights on ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, Deutschland, have fallen below the 3% threshold of the Voting Rights on November 26, 2013 and on that day amounted to 2.998% (this corresponds to 1899678 Voting Rights).

According to Article 22, Section 1, Sentence 1, No. 6 in connection with sentence 2 of the WpHG, 2.998% of the Voting Rights (this corresponds to 1899678 Voting Rights) is to be attributed to the company.

2. Stimmrechtsmitteilung

On September 17, 2013, Alken Fund SICAV, Luxembourg, Luxembourg has informed us according to Article 21, Section 1 of the WpHG that via shares its Voting Rights on ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, Deutschland, have exceeded the 3% threshold of the Voting Rights on September 13, 2013 and on that day amounted to 3.06% (this corresponds to 1936862 Voting Rights).

3. Stimmrechtsmitteilung

On September 17, 2013, Alken Luxembourg S.A., Luxembourg, Luxembourg has informed us according to Article 21, Section 1 of the WpHG that via shares its Voting Rights on ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, Deutschland, have exceeded the 3% threshold of the Voting Rights on September 13, 2013 and on that day amounted to 3.06% (this corresponds to 1936862 Voting Rights.

According to Article 22, Section 1, Sentence 1, No. 6 of the WpHG, 3.06% of the Voting Rights (this corresponds to 1936862 Voting Rights) is to be attributed to the company from Alken Fund SICAV.

4. Stimmrechtsmitteilung

On September 11, 2013, Ameriprise Financial, Inc. , Minneapolis, USA has informed us according to Article 21, Section 1 of the WpHG that via shares its Voting Rights on ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, Deutschland, have exceeded the 3% threshold of the Voting Rights on September 10, 2013 and on that day amounted to 3.02% (this corresponds to 1913679 Voting Rights).

According to Article 22, Section 1, Sentence 1, No. 6 in connection with sentence 2 of the WpHG, 3.02% of the Voting Rights (this corresponds to 1913679 Voting Rights) is to be attributed to the company.

5. Stimmrechtsmitteilung

On 10 May 2013 the voting rights held by FMR LLC fell below the threshold of 3% of the voting rights in ElringKlinger AG, Max Eyth Strasse 2, 72581 Dettingen/Erms, Germany. On that date, FMR LLC held 2.69% of the voting rights in ElringKlinger AG arising from 1,704,993 voting rights.

All voting rights in ElringKlinger AG were attributed to FMR LLC pursuant to sec. 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with sent. 2 WpHG.

6. Stimmrechtsmitteilung

Veröffentlichung gem. § 26 Abs. 1 WpHG

Lechler GmbH, Metzingen, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an unsere Gesellschaft am 28.12.2012 die Schwelle von 10% überschritten hat und zu diesem Tag 10,0127% (6.344.046 Stimmrechte) beträgt.

7. Stimmrechtsmitteilung

ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH die folgende Mitteilung:

Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG Mitteilungspflichtige:

1. Eroca AG, Basel, Schweiz

2. Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland

3. KWL Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland

4. PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH, Ludwigsburg, Deutschland

5. Elrena GmbH, Basel, Schweiz

6. Stiftung Klaus Lechler, Basel, Schweiz

Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der nachfolgend Genannten folgendes mit:

1. Eroca AG

Der Stimmrechtsanteil der Eroca AG an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,20% (5.832.136 Stimmrechte).

2. Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH

Der Stimmrechtsanteil der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,22% (5.838.736 Stimmrechte).

Davon sind der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH 9,20% (5.832.136 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Die der Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Eroca AG.

3. KWL Beteiligungs-GmbH

Der Stimmrechtsanteil der KWL Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).

Davon sind der KWL Beteiligungs-GmbH 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.

Die der KWL Beteiligungs-GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Eroca AG,
Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH.

Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der KWL Beteiligungs-GmbH Stimmrechte zugerechnet:

Elrena GmbH.

4. PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH

a) Der Stimmrechtsanteil der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und betrug zu diesem Tag 19,58% (12.406.060 Stimmrechte).

Davon waren der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH 9,22 % (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.

Die der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Eroca AG,
Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH,
KWL Beteilungs-GmbH.

Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, wurden dabei der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH Stimmrechte zugerechnet:

Elrena GmbH.

b) Der Stimmrechtsanteil der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH an der ElringKlinger AG hat am 11. Oktober 2010 die Schwelle von 20% überschritten und beträgt zu diesem Tag 20,72% (13.126.990 Stimmrechte).

Davon sind der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH 9,77% (6.187.573 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,77% (6.188.037 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.

Die der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Eroca AG,
Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH,
KWL Beteiligungs-GmbH.

Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der PAUL LECHLER STIFTUNG gGmbH Stimmrechte zugerechnet:

Elrena GmbH.

5. Elrena GmbH

Der Stimmrechtsanteil der Elrena GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).

Davon sind der Elrena GmbH 0,02% (14.000 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.

Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der Elrena GmbH Stimmrechte zugerechnet:

Eroca AG.

6. Stiftung Klaus Lechler

Der Stimmrechtsanteil der Stiftung Klaus Lechler an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 20% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 18,39% (11.654.680 Stimmrechte).

Davon sind der Stiftung Klaus Lechler 9,18% (5.815.944 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG und weitere 9,22% (5.838.736 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen.

Die der Stiftung Klaus Lechler zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Elrena GmbH.

Von folgendem Aktionär, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, werden dabei der Elrena GmbH Stimmrechte zugerechnet:

Eroca AG.

8. Stimmrechtsmitteilung

ElringKlinger erhielt am 13. Oktober 2010 von Lechler Beteiligungs-GmbH folgende Mitteilung:

Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG

Mitteilungspflichtige:

1. Lechler Beteiligungs-GmbH, Stuttgart, Deutschland

2. INLOVO GmbH, Ludwigsburg, Deutschland

Hiermit teilen wir, die Lechler Beteiligungs-GmbH, Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der INLOVO GmbH folgendes mit:

1. Lechler Beteiligungs-GmbH

Der Stimmrechtsanteil der Lechler Beteiligungs-GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,23% (5.848.644 Stimmrechte).

2. INLOVO GmbH

Der Stimmrechtsanteil der INLOVO GmbH an der ElringKlinger AG hat am 7. Oktober 2010 die Schwelle von 10% unterschritten und beträgt zu diesem Tag 9,23% (5.848.644 Stimmrechte). Davon sind der INLOVO GmbH 9,23% (5.848.644 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Die der INLOVO GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Lechler Beteiligungs-GmbH.

9. Stimmrechtsmitteilung

ElringKlinger erhielt am 12. Oktober 2010 von Deutsche Bank AG die folgende Mitteilung:

Stimmrechtsmitteilung nach § 21 Abs. 1 WpHG

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit teilen wir Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass unser Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG, Max-Eyth-Str. 2, 72581 Dettingen/Erms, Deutschland am 07. Oktober 2010 die Schwellen von 3 %, 5 % und 10 % überschritten hat und an diesem Tag 11,11 % betrug. Dies entsprach 7.037.037 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).

Die Mitteilungspflicht nach § 21 Abs. 1 WpHG ist auf unsere Mit-Konsortialführung im Rahmen einer am 07. Oktober 2010 ins Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung der ElringKlinger AG zurückzuführen.

Gleichzeitig teilen wir Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass wir am 11. Oktober 2010 die Schwellen von 10 %, 5 % und 3 % der Stimmrechte an der ElringKlinger AG unterschritten haben und nunmehr einen Stimmrechtsanteil von 0,12 % halten. Dies entspricht 74.118 auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).

10. Stimmrechtsmitteilung

Stimmrechtsmitteilung nach § 21, Abs. 1 WpHG

ElringKlinger erhielt am 14. Mai 2010 von Walter Herwarth Lechler die folgende Mitteilung:

"Hiermit teile ich Ihnen gemäß § 21, Abs. 1 WpHG mit, dass mein Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG am 11. Mai 2010 die Schwelle von 25% unterschritten hat und zu diesem Tag 23,697% (13.649.420 Stimmrechte) beträgt.

Davon sind mir 10,394% (5.987.000 Stimmrechte) nach § 22, Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Mir zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von mir kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG jeweils 3% und mehr beträgt, gehalten: Lechler GmbH, Metzingen.

11. Stimmrechtsmitteilung

ElringKlinger AG, Dettingen/Erms, WKN 785602

Verkauf von Aktien

Erreichen des Schwellenwertes von 5%

Sehr geehrte Damen und Herren

Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass in der Zeit vom 11.02.2004 bis 14.01.2005 insgesamt 224.410 Stück ElringKlinger Aktien verkauft und damit den Schwellenwert von 5% unterschritten haben. Die Betal Netherland Holding B.V. hält nunmehr noch 479.990 ElringKlinger Aktien.

Diese Meldung erfolgt entsprechend § 21 WpHG.

12. Stimmrechtsmitteilung

ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen / Erms, Deutschland, erhielt die folgende Mitteilung gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG von Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland:

"Hiermit teilen wir, die Klaus Lechler Beteiligungs-GmbH, Ludwigsburg, Deutschland, Ihnen gemäß § 41 Abs. 2 und § 21 Abs. 1 WpHG (in der jeweils geltenden Fassung) im eigenen Namen sowie namens und im Auftrag der nachfolgend aufgeführten Gesellschaften und von Frau Lieselotte Lechler zur Korrektur bzw. zur Ergänzung der in der Vergangenheit von den Mitteilungspflichtigen gemachten Mitteilungen folgendes mit:

Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Ludwigsburg, Deutschland:

a) Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG hat am 30. November 2001 die Schwelle von 5% und 10% überschritten und betrug zu diesem Tag 12,13% (582.012 Stimmrechte). Davon waren der Paul Lechler Gesellschaftbürgerlichen Rechts 12,13% (582.012 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG (entspricht im Wesentlichen § 22 Abs. 1 Nr. 2 WpHG in der am 30. November 2001 geltenden Fassung) zuzurechnen.

Die der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG 3% oder mehr betrug, gehalten:

Lechler Beteiligungs-GmbH.

b) Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG betrug am 1. April 2002 12,1З% (582.012 Stimmrechte). Davon waren der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts 12,1З% (582.012 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Die der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts zugerechneten Stimmrechte wurden dabei über das folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der ElringKlinger AG З% oder mehr betrug gehalten:

Lechler Beteiligungs-GmbH.

c) Der Stimmrechtsanteil der Paul Lechler Gesellschaft bürgerlichen Rechts an der ElringKlinger AG hat am 4. Dezember 200З die Schwellen von10% und 5% unterschritten und beträgt seither 0,00% (0 Stimmrechte).

Konsolidierungskreis

Die ElringKlinger AG erstellt den Konzernabschluss als oberstes Mutterunternehmen für den größten und kleinsten Kreis von einzubeziehenden Unternehmen.

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat haben am 4. Dezember 2013 eine Entsprechenserklärung gemäß § l6l AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und am 4. Dezember 2013 auf der Internetseite der ElringKlinger AG veröffentlicht. Diese Entsprechenserklärung wird auf der Internetseite der ElringKlinger AG den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.

Vorschlag für die Gewinnverwendung

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum З1. Dezember 2013 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR З1.680 zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,50 je Aktie zu verwenden.

Dettingen/Erms, 20. März 2014

Der Vorstand

Dr. Stefan Wolf

Theo Becker

Karl Schmauder

Zusammengefasster Lagebericht der ElringKlinger AG und des ElringKlinger Konzerns

ElringKlinger im Überblick - Tätigkeitsbereiche und Organisation

Profil

ElringKlinger ist ein international aufgestellter Automobilzulieferer und blickt auf eine über 130-jährige erfolgreiche Firmengeschichte zurück. Das Unternehmen erwirtschaftet rund 90 % des Umsatzes mit der Fahrzeugindustrie und im freien Ersatzteilgeschäft. Als unabhängiger Entwicklungspartner und Erstausrüster entwickelt und produziert ElringKlinger Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodule, thermische und akustische Abschirmteile für Motor, Getriebe und Abgasstrang, komplette Abgasreinigungssysteme sowie Komponenten für Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzellen. Die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH ergänzt das Portfolio um Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE auch für Branchen außerhalb der Automobilindustrie. Zum Kundenkreis der ElringKlinger-Gruppe zählen nahezu alle Fahrzeug- und Motorenhersteller weltweit und mittlerweile auch zahlreiche Automobilzulieferer, insbesondere aus den Bereichen Turbolader, Abgastechnologie sowie Getriebebau. Der freie Ersatzteilmarkt wird vor allem mit metallischen Flachdichtungen und kompletten Dichtungssätzen beliefert. Rund um den Globus arbeiten rund 6.700 Menschen an 42 Standorten für ElringKlinger (Mitarbeiter).

Geschäftsmodell, Kernkompetenzen und Marktposition

ElringKlinger hat sein Portfolio konsequent auf die Kernthemen der Automobilindustrie ausgerichtet. Nahezu das gesamte Produktspektrum konzentriert sich auf die Themen Kraftstoffverbrauchsreduzierung, Emissionsverringerung (CO2 oder Emissionen wie Rußpartikel, Kohlenwasserstoffe oder Stickoxide) sowie die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien. ElringKlinger ist heute einer von nur wenigen Zulieferern weltweit, der technologisch anspruchsvolle Komponenten für alle Antriebsarten liefert - egal, ob für den traditionellen Verbrennungsmotor oder den elektrischen Antrieb.

Die Kernkompetenzen der ElringKlinger-Gruppe liegen in der Kombination von hoch präziser Metallverarbeitung (Stanz-, Präge- und Umformprozesse) mit Beschichtungstechnologie und Kunststofftechnik. Wichtiges Know-how stellt dabei die Werkzeugtechnologie sowohl für die Metallverarbeitung als auch für komplexe Kunststoffspritzgießverfahren dar. ElringKlinger konstruiert und fertigt fast alle für die Produktion benötigten Werkzeuge im Haus. Darüber hinaus verfügt ElringKlinger aufgrund seiner langjährigen spezifischen Erfahrung über ganz entscheidende technologische Wettbewerbsvorteile durch Materialkompetenz und Produktions-Know-how. Die Eintrittshürden für neue Wettbewerber sind vor diesem Hintergrund als hoch einzustufen.

ElringKlinger verbindet Technologieführerschaft mit der Kostenführerschaft in der Fertigung. Ziel ist es, die Fahrzeug- und Motorenhersteller im Seriengeschäft mit großen Stückzahlen bei gleichbleibend hoher Qualität just-in-time zu beliefern. Im Ersatzteilgeschäft ist oftmals die sofortige Lieferfähigkeit innerhalb von 24 Stunden gefordert. Dies bedingt eine höhere Vorratshaltung als in der Erstausrüstung.

Generell strebt ElringKlinger bei all seinen Aktivitäten eine Marktposition unter den drei größten Anbietern im jeweiligen Segment an. Bei Zylinderkopfdichtungen ist ElringKlinger Weltmarktführer. In den Geschäftsbereichen Spezialdichtungen, Abschirmtechnik und Kunststoffgehäusemodule zählt der Konzern ebenfalls zu den jeweils drei international führenden Anbietern. Um diese Wettbewerbsposition zu sichern, investiert ElringKlinger im Branchenvergleich überdurchschnittlich stark in Forschung und Entwicklung. Im Unternehmen ist eine intensive Innovationskultur verankert, neue Ideen werden systematisch gefördert und unterstützt. Das zukunftsweisende Portfolio umfasst sowohl neue Anwendungen für bestehende Technologien als auch völlig neu entwickelte Produkte. ElringKlinger entwickelt dabei gezielt Produkte für technologisch anspruchsvolle Nischenmärkte, wie zum Beispiel den Turboladerbereich, Hochleistungsautomatikgetriebe oder das Thermomanagement.

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

Die Nachfrage nach ElringKlinger-Komponenten wird auf der einen Seite durch die Entwicklung der internationalen Fahrzeugmärkte bestimmt. Hierbei ist die weltweite Fahrzeugproduktion der wesentliche Parameter. Diese ist erfahrungsgemäß eng an die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage und die Beschäftigungssituation gekoppelt. Details zur konjunkturellen Entwicklung und zum Branchenumfeld im abgelaufenen Geschäftsjahr werden in entsprechendem Abschnitt, der Ausblick auf 2014 im Prognosebericht erörtert.

Als global agierender Konzern mit sehr breiter Kundenstruktur ist die Abhängigkeit von einzelnen Märkten oder einzelnen Herstellern vergleichsweise gering. Temporäre Einbrüche der Nachfrage in einzelnen Regionen, wie in den letzten Jahren in Europa, können damit durch die bessere Performance anderer Weltmärkte zumindest teilweise kompensiert werden.

Auf der anderen Seite kann sich ElringKlinger dank seines Produktportfolios zu einem gewissen Grad von der Marktentwicklung abkoppeln. Ein großer Teil der Geschäftsbereiche - vor allem Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodule und Abschirmtechnik - profitiert von strukturellem Wachstum. Das bedeutet, dass ElringKlinger den Wertanteil je Fahrzeug steigern und somit auch in einem stagnierenden Marktumfeld wachsen kann.

Auf der Kostenseite sind in erster Linie die Material- sowie Personalaufwendungen, auf die 61,6 % bzw. 24,0 % der Umsatzkosten des Konzerns entfallen, für die wirtschaftliche Entwicklung relevant. Entsprechende Steigerungen bei diesen Kostenblöcken können sich wesentlich auf den Geschäftsverlauf der ElringKlinger-Gruppe auswirken. Nähere Informationen zu den Materialpreis- und Lohnkostenrisiken sind im Chancen- und Risikobericht enthalten.

Von den rechtlichen Einflussfaktoren sind vor allem die umweltrechtlichen Regularien zur Emissionsreduzierung für ElringKlinger von Bedeutung. Weltweit treten, ergänzend zu den strengen Grenzwerten für den CO2 -Ausstoß, immer anspruchsvollere Normen zur Reduzierung von Schadstoffen wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide oder Rußpartikel in Kraft. Stellvertretend dafür stehen die Euro-6-Normen für Pkw bzw. Euro-Vl-Vorschriften für Lkw. Für ElringKlinger stellt diese Entwicklung eine große Chance dar, denn mit seinem Produktportfolio hat sich das Unternehmen strategisch exakt auf diese Themen ausgerichtet (Chancen- und Risikobericht).

Konzernstruktur und -organisation sowie rechtliche Struktur

Die Muttergesellschaft ElringKlinger AG mit Hauptsitz in Dettingen/Erms, Deutschland, übernimmt innerhalb des Konzerns alle wesentlichen Managementaufgaben sowie zentrale Funktionen wie zum Beispiel Einkauf, IT, Kommunikation, Recht und Personalwesen. Zum 31. Dezember 2013 umfasste die ElringKlinger-Gruppe neben dem Mutterunternehmen 36 vollkonsolidierte Tochterunternehmen, darunter ein seit 31. Dezember 2013 ebenfalls vollkonsolidiertes Joint Venture mit insgesamt fünf Gesellschaften (Anhang) sowie eine Beteiligung.

Die ElringKlinger AG hält überwiegend 100 % an ihren Tochtergesellschaften (Anteilsbesitzliste). Im Rahmen der Beteiligungsstrategie ist das Unternehmen grundsätzlich bestrebt, die Anteile Dritter am Konzern zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund hat ElringKlinger 2013 weitere Anteile an verschiedenen Tochtergesellschaften zugekauft (Wesentliche Ereignisse).

Die ElringKlinger AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 361242 eingetragen. Die Anschrift lautet ElringKlinger AG, Max-Eyth-Straße 2, 72581 Dettingen/Erms, Deutschland. Die Satzung besteht in der Fassung vom 13. Juni 2012. Sie ist auf der Internetseite www.elringklinger.de zugänglich.

Standorte und Märkte

ElringKlinger ist global aktiv und war zum Ende des Jahres 2013 mit 42 Standorten in 21 Ländern vertreten. Dazu zählen 29 Fertigungsstätten, 9 Vertriebsbüros sowie eine Gesellschaft, die ausschließlich im Ersatzeilvertrieb tätig ist. Die übrigen Standorte gehören zu den Segmenten Dienstleistungen und Gewerbeparks.

In der folgenden Tabelle sind alle operativen Konzerngesellschaften mit ihren jeweiligen Standorten weltweit aufgeführt. Die zehn größten Werke - gemessen am Umsatz - sind fett hervorgehoben.

ElringKlinger-Standorte weltweit

Gesellschaft Standort farbliche Kennzeichnungen
Deutschland
ElringKlinger AG Dettingen/Erms Produktion (Blau)
Geretsried-Gelting Produktion (Blau)
Langenzenn Produktion (Blau)
Lenningen Produktion (Blau)
Runkel Produktion (Blau)
Thale Produktion (Blau)
Idstein Dienstleistungen/Gewerbepark (hellgrau)
ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH Bietigheim-Bissingen Produktion (Blau)
Heidenheim Produktion (Blau)
Eiring Klinger Motortechnik GmbH Idstein Dienstleistungen/Gewerbepark (hellgrau)
Bietigheim-Bissingen Dienstleistungen/Gewerbepark (hellgrau)
ElringKlinger Logistic Service GmbH Rottenburg/Neckar Dienstleistungen/Gewerbepark (hellgrau)
Hug Engineering GmbH Magdeburg Vertrieb (dunkelgrau)
Übriges Europa
ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG Sevelen (Schweiz) Produktion (Blau)
Hug Engineering AG Elsau (Schweiz) Produktion (Blau)
Eiring Klinger, S.A.U. Reus (Spanien) Produktion (Blau)
ElringKlinger Meillor SAS Nantiat (Frankreich) Produktion (Blau)
Chamborêt (Frankreich) Produktion (Blau)
Poissy (Frankreich) Vertrieb (dunkelgrau)
Eiring Klinger (Great Britain) Ltd. Redcar (Großbritannien) Produktion (Blau)
Eiring Parts Ltd.1 Gateshead (Großbritannien) Vertrieb (dunkelgrau)
Technik-Park Heliport Kft. Kecskemét-Kádafalva (Ungarn) Dienstleistungen/Gewerbepark (hellgrau)
Hug Engineering S.p.A. Mailand (Italien) Vertrieb (dunkelgrau)
ElringKlinger Italia Srl Settimo Torinese (Italien) Produktion (Blau)
Codinox Beheer B.V. Enschede (Niederlande) Vertrieb (dunkelgrau)
HURO Supermold S.R.L. Timisoara (Rumänien) Produktion (Blau)
ElringKlinger TR Otomotiv Sanayi ve Ticaret A.Ş. Bursa (Türkei) Produktion (Blau)
Südamerika
Eiring Klinger do Brasil Ltda. Piracicaba (Brasilien) Produktion (Blau)
Nordamerika
ElringKlinger Canada, Inc. Leamington (Kanada) Produktion (Blau)
Eiring Klinger México, S.A. de C.V. Toluca (Mexiko) Produktion (Blau)
ElringKlinger North America, Inc. Plymouth/Michigan (USA) Vertrieb (dunkelgrau)
ElringKlinger USA, Inc. Buford/Georgia (USA) Produktion (Blau)
Hug Engineering Inc. Austin/Texas (USA) Vertrieb (dunkelgrau)
ElringKlinger Engineered Plastics North America Buford/Georgia (USA) Vertrieb (dunkelgrau)
Asien
Changchun ElringKlinger Ltd. Changchun (China) Produktion (Blau)
ElringKlinger China, Ltd. Suzhou (China) Produktion (Blau)
ElringKlinger Engineered Plastics (Qingdao) Commercial Co., Ltd. Qingdao (China) Vertrieb (dunkelgrau)
ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. Ranjangaon (Indien) Produktion (Blau)
ElringKlinger Marusan Corporation Tokio (Japan) Produktion (Blau)
Saitama (Japan) Produktion (Blau)
ElringKlinger Korea Co., Ltd. Gumi2 (Südkorea) Produktion (Blau)
Gwangmyeong (Südkorea) Vertrieb (dunkelgrau)
PT. ElringKlinger Indonesia Karawang (Indonesien) Produktion (Blau)
ElringKlinger (Thailand) Co. Bangkok (Thailand) Vertrieb (dunkelgrau)
Afrika
ElringKlinger South Africa (Pty) Ltd. Johannesburg (Südafrika) Produktion (Blau)

1 Vertrieb Ersatzteile

2 Gumi: seit Februar 2014 neuer Produktionsstandort der ElringKlinger Korea Co., Ltd.

Die Standorte der zehn umsatzstärksten Werke sind hervorgehoben.

ElringKlinger bedient neben den klassischen Triademärkten Europa, Nordamerika und Japan auch die langfristig stark wachsenden Schwellenmärkte Asiens und Südamerikas. Hier ist das Unternehmen ebenfalls mit eigenen Fertigungsstätten vertreten. Anfang 2013 wurde in Indonesien der erste Produktionsstandort für die ASEAN-Region in Betrieb genommen. Dort werden Abschirmteile und Spezialdichtungen hergestellt. Zudem gründete ElringKlinger 2013 eine Vertriebsgesellschaft in Thailand und errichtete in Südkorea - nach der vollständigen Übernahme des dortigen Joint Ventures - ein neues, modernes Werk.

2013 erzielte ElringKlinger rund 70 % der Konzernerlöse außerhalb Deutschlands. Eine detaillierte Umsatzaufteilung nach Regionen ist im Kapitel "Umsatz- und Ertragsentwicklung" dargestellt.

Das globale Produktionsnetzwerk des ElringKlinger-Konzerns bildet die Basis für eine kundennahe Fertigung. Die Konzerngesellschaften stehen dabei untereinander im Wettbewerb um die einzelnen Projekte. Die Entscheidung, wo letztlich produziert wird, ist vor allem von den Aspekten Kundenähe, Kostenstruktur, interne Wertschöpfungskette sowie der Reduzierung von Währungs- und sonstigen Risiken abhängig.

Segmente und Geschäftsbereiche

Das operative Geschäft der ElringKlinger-Gruppe ist in die folgenden fünf Segmente unterteilt. Diese bilden auch die berichtspflichtigen Segmente nach IFRS.

Segmente des ElringKlinger-Konzerns

Segment Umsatzanteil* Wesentliche Kundengruppen
Erstausrüstung 80,9 % Pkw-, Lkw- und Motorenhersteller, Fahrzeugzulieferer
Ersatzteile 10,2 % Freier Ersatzteilhandel
Kunststofftechnik 7,8 % Fahrzeugindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik
Dienstleistungen 0,7 % Fahrzeughersteller und -zulieferer
Gewerbeparks 0,4 % Ohne Branchenbezug

* Bereinigt um Konsolidierungseffekte

Das Segment Erstausrüstung entwickelt, produziert und vertreibt Teile und Baugruppen für Motoren, Getriebe und Abgassysteme von Fahrzeugen sowie Komponenten für Lithium-lonen-Batterien und Brennstoffzellen. Zur Kundenbasis gehören fast alle Fahrzeug- und Motorenhersteller weltweit, der Konzern ist dabei weltweit in allen wesentlichen Fahrzeugmärkten aktiv. Die Schweizer Tochtergesellschaft Hug Engineering AG, die ebenfalls dem Segment Erstausrüstung zugeordnet ist, entwickelt und fertigt komplette Abgasreinigungssysteme, die vor allem in Lkw und Bussen, Schiffen, Bau- und Landmaschinen oder Kraftwerken zum Einsatz kommen. Ebenfalls zu diesem Segment zählt die frühere Hummel-Formen GmbH, die 2013 auf die ElringKlinger AG verschmolzen wurde und auf den Formen- und Werkzeugbau spezialisiert ist.

Im Segment Ersatzteile vertreibt ElringKlinger unter der Marke "Elring - Das Original" sein Ersatzteilsortiment, das vor allem Zylinderkopfdichtungen sowie vollständige Dichtungssätze umfasst. Diese Teile in Erstausrüstungsqualität kommen unter anderem zur Instandsetzung von Motoren, Getrieben oder Abgassystemen zum Einsatz. Die wichtigsten Märkte im Ersatzteilgeschäft sind West- und Osteuropa, der Mittlere Osten sowie Nordafrika. Derzeit baut ElringKlinger seine Aktivitäten in Nordamerika aus und erweitert auch das Produktportfolio insbesondere für den französischen und italienischen Ersatzteilmarkt. Zum Kundenstamm gehören neben den unabhängigen Großhändlern auch die großen Einkaufskooperationen.

Das Segment Kunststofftechnik beinhaltet die Tochtergesellschaft ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH. Diese entwickelt, produziert und vertreibt Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE. Rund zwei Drittel des Umsatzes werden außerhalb der Automobilbranche erzielt. In Europa zählt die ElringKlinger Kunststofftechnik zu den drei führenden Anbietern für PTFE-Applikationen. Die Internationalisierung des bisher stark europafokussierten Geschäfts wird aktuell vorangetrieben. In China wurde für den asiatischen Markt bereits eine erste Fertigungslinie am bestehenden ElringKlinger-Standort in Suzhou erfolgreich aufgebaut. Der US-Markt wird über eine 2013 gegründete Vertriebsgesellschaft erschlossen.

Das Segment Dienstleistungen umfasst die Elring Klinger Motortechnik GmbH sowie die ElringKlinger Logistic Service GmbH. Die Elring Klinger Motortechnik GmbH bietet Entwicklungsdienstleistungen an modernen Motorprüfständen und Messeinrichtungen rund um Motor, Getriebe und Abgasstrang an. Zu den Kunden gehören sowohl Fahrzeughersteller als auch -zulieferer. Dadurch ist ElringKlinger eng mit den Entwicklungsabteilungen verzahnt. Die ElringKlinger Logistic Service GmbH erbringt externe und interne Logistikdienstleistungen.

Zum Segment Gewerbeparks zählen die Industrieparks in Idstein bei Frankfurt, Deutschland, und Kecskemét, Ungarn. Der Geschäftszweck besteht in der Vermietung und Verwaltung von Grund und Gebäuden.

Die Segmente sind darüber hinaus in insgesamt elf Geschäftsbereiche unterteilt. Dabei ist das Segment Erstausrüstung, das mit rund 80 % den Großteil zu den Konzernerlösen beisteuert, in sieben Geschäftsbereiche untergliedert. Die Segmente Ersatzteile, Kunststofftechnik, Dienstleistungen und Gewerbeparks bilden die restlichen vier namensgleichen Geschäftsbereiche.

Abschirmtechnik: 25 % (25 %)
Kunststoffgehäusemodule: 19% (20%)
Spezialdichtungen: 16% (16 %)
Zylinderkopfdichtungen 15% (15%)
Ersatzteile: 10 (10%)
Kunststofftechnik: 8 % (8 %)
Abgasnachbehandlung: 5% (4%)
E-Mobility: 1 % (1 %)
Dienstleistungen: <1 % (<1 %)
Gewerbeparks: <1 % (<1 %)

ElringKlinger ist Weltmarktführer im Bereich Zylinderkopfdichtungen. Das Marktumfeld ist oligopolistisch geprägt, die Hauptwettbewerber sind zwei US-amerikanische Mischkonzerne, die allerdings nicht auf Dichtungslösungen spezialisiert sind. In einigen lokalen Märkten gibt es noch kleinere, regionale Konkurrenten.

Der Geschäftsbereich Spezialdichtungen beinhaltet vor allem metallische Flachdichtungen im Hochtemperaturbereich für Anwendungen in Motor, Turbolader, Getriebe oder Abgasstrang. Die Wettbewerbssituation ist im Wesentlichen identisch zum Bereich Zylinderkopfdichtungen. ElringKlinger nimmt bei metallischen Spezialdichtungen ebenfalls eine führende Position ein und gehört zu den drei größten Anbietern weltweit. Dem Bereich Spezialdichtungen kommen die immer höheren Anforderungen an die Dichtungstechnologie sowie die steigende Anzahl der Anwendungsmöglichkeiten zugute.

Der Bereich Abschirmtechnik umfasst kombinierte thermische und akustische Abschirmlösungen. ElringKlinger ist dabei einer von nur wenigen Zulieferern weltweit, der komplette Abschirmpakete sowohl für Motor als auch Unterboden anbietet. Dieser Geschäftsbereich ist der umsatzstärkste Bereich des Konzerns. Auch hier gehört ElringKlinger zu den drei international führenden Anbietern. Der Geschäftsbereich Abschirmtechnik profitiert ebenfalls von strukturellem Wachstum, da die Anzahl der benötigten Abschirmteile im Fahrzeug in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Das Marktumfeld stellt sich differenzierter dar als im Dichtungsbereich. Hauptwettbewerber ist ein US-amerikanisches Unternehmen.

Der Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik entwickelt und produziert leichte Bauteile aus Polyamid-Kunststoffen und faserverstärkten Organoblechen, zum Beispiel Ventilhauben oder Ölsaugrohrmodule. Die Anzahl möglicher Kunststoffanwendungen im Fahrzeug nimmt stetig zu. Daneben setzt sich der Trend zum Ersatz schwerer Metallteile durch leichte Kunststoffteile auch im Lkw-Bereich immer mehr durch. Weitere wichtige Produkte in diesem Bereich sind hochleistungsfähige Metallelastomerdichtungen für Nutzfahrzeuge. Das Marktumfeld ist im Gegensatz zu den anderen Geschäftsbereichen stärker fragmentiert.

Der Geschäftsbereich E-Mobility wurde 2010 gegründet und seither stark ausgebaut. Das Kernprodukt sind Zellkontaktiersysteme für Lithium-Ionen-Batterien, die sowohl in reinen Elektrofahrzeugen als auch in Hybriden zum Einsatz kommen. ElringKlinger produziert die Zellkontaktiersysteme seit 2011 in Serie. Ende 2013 startete die Serienproduktion für das erste Elektroauto eines deutschen Premiumherstellers, mit deren Hochlaufen ElringKlinger einen deutlichen Umsatzanstieg in diesem Bereich erwartet. Da es sich bei den Zellkontaktiersystemen um ein völlig neues Produkt handelt, existieren wenige Anbieter.

2013 wurde aus der 2011 mehrheitlich übernommenen Schweizer Hug-Gruppe der Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung geschaffen. Neben dem Schweizer Hug-Standort gehört produktionsseitig das Werk in Thale dazu. Dieser neue Standort in Sachsen-Anhalt übernimmt dabei vor allem Fertigungsaufgaben im Bereich Metallgehäusebau und Canning von Abgasfiltern.

Die Werkzeugtechnologie stellt eine maßgebliche Kernkompetenz des ElringKlinger-Konzerns dar und ist als eigenständiger Geschäftsbereich aktiv. Sie umfasst den internen Werkzeugbau am Standort Dettingen/Erms sowie die 2011 übernommene ehemalige Hummel-Formen GmbH, Lenningen.

Neue Aktivitäten werden grundsätzlich in eigene Geschäftsbereiche überführt, sobald sie erste Umsatzbeiträge im Seriengeschäft erwirtschaften. Solange dies nicht gegeben ist, werden sie im Bereich "Neue Geschäftsfelder" gebündelt. Derzeit beinhalten die "Neuen Geschäftsfelder" insbesondere die laufenden Projekte in der Brennstoffzellentechnologie (Forschung und Entwicklung).

Steuerungsgrößen

Der Vorstand der ElringKlinger-Gruppe nutzt zur Steuerung des Konzerns in erster Linie Finanzkennzahlen als wesentliche Entscheidungsgrundlage. Diese Steuerungsgrößen bilden die Basis für die Gesamteinschätzung aller zu bewertenden Sachverhalte und Entwicklungen im Unternehmen. Daneben verfolgt der Vorstand auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren und beobachtet unternehmensspezifische Frühindikatoren.

Finanzielle Steuerungsgrößen

Die finanziellen Steuerungsgrößen sind hauptsächlich auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der ElringKlinger AG und ihrer Tochterunternehmen ausgerichtet. Als grundlegende Konzern-Kennzahlen dienen der Umsatz, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT). Alle Steuerungsgrößen werden für die nach IFRS berichtspflichtigen fünf Segmente sowie auch für die einzelnen Geschäftsbereiche geplant, ermittelt und fortlaufend überwacht.

Besondere Bedeutung kommt dem "Return on Capital Employed" (ROCE) zu. Der ROCE gibt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals an. Anhand dieser Kenngröße wird der Erfolg des gesamten ElringKlinger-Konzerns- und der einzelnen Konzerngesellschaften gemessen und bewertet. Bei ElringKlinger umfasst das eingesetzte Kapital das Eigenkapital, die Finanzverbindlichkeiten, die Rückstellungen für Pensionen sowie die langfristigen Rückstellungen, wie zum Beispiel Jubiläums- oder Altersteilzeitrückstellungen.

Für alle operativen Bereiche innerhalb des Konzerns gilt die Vorgabe, eine mittel- und langfristige Verzinsung des eingesetzten Kapitals von mindestens 20 % zu erzielen. Üblicherweise fließt der Zielerreichungsgrad bei der ersten Führungsebene unter dem Vorstand in die variable Vergütung mit ein.

Das Managementinformations- und -steuerungssystem bei ElringKlinger beinhaltet auch alle bedeutenden Kennzahlen des Finanzmanagements. Dazu zählen insbesondere:

Liquidität
Kapitalstruktur (Zielgröße für die Konzern-Eigenkapitalquote sind mindestens 40 %)
Potenzielle Marktpreisrisiken aus Währungskursentwicklungen, Zinsveränderungen und Materialkostensteigerungen
Kreditrisiken
Auftragsbestand/Auftragseingang

Der "Chancen- und Risikobericht" beinhaltet detaillierte Ausführungen zu den unterschiedlichen Komponenten und Risiken des Finanzmanagements.

Wesentliche finanzielle Steuerungsgrößen des ElringKlinger-Konzerns

Plan 2013 Ist 2013 20124 2011 2010 2009
Umsatz (in Mio. €) 1.183 bis 1.206 1.175,2 (1.195,0)1 1.127,2 1.032,8 795,7 579,3
EBIT (in Mio. €) 150 bis 155 144,72 135,8 126,05 106,7 63,3
Ergebnis vor Ertragsteuern (in Mio. €) - 131,63 123,6 113,95 94,0 49,4
Return on Capital Employed (ROCE) 20 % 14,4 %2 13,3 % 14,2 %5 15,2 % 8,8 %
Cashflow aus betriebl. Tätigkeit (in Mio. €) positiv 120,0 112,3 74,5 126,2 148,8
Eigenkapitalquote >40 % 50,5 % 50,6% 50,1 % 52,7 % 41,2 %
2008 2007
Umsatz (in Mio. €) 657,8 607,8
EBIT (in Mio. €) 71,5 121,0
Ergebnis vor Ertragsteuern (in Mio. €) 60,0 114,9
Return on Capital Employed (ROCE) 13,6 % 30,3 %
Cashflow aus betriebl. Tätigkeit (in Mio. €) 98,2 99,3
Eigenkapitalquote 37,7 % 49,1 %

1 Bereinigt um Währungseffekte und einmalige Effekte aus der Veränderung des Konsolidierungskreises

2 Um Einmaleffekte bereinigt

3 Bereinigt um den Einmalertrag aus der Vollkonsolidierung der ElringKlinger Marusan Corporation, Japan, zum 31. Dezember 2013

4 Angaben für 2012 sind angepasst um die Effekte aus der Anwendung von IAS19R

5 Bereinigt um den Einmalertrag aus dem Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg in Höhe von 22,7 Mio. Euro

Nicht-finanzielle Steuerungsgrößen

Ein besonderes Augenmerk legt ElringKlinger auf die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens. Folgende Personal-, Umwelt- und Qualitätskennzahlen werden regelmäßig erhoben und dienen dem Vorstand als Entscheidungshilfe:

Beschäftigtenanzahl und Mitarbeiterentwicklung
Durchschnittlicher Krankenstand
Fluktuationsquote
Betriebsunfälle
Energieverbrauchswerte und Emissionen, vor allem CO2 -Ausstoß
Qualitätskennzahlen, -bewertungen und Ausschussquoten

Um eine größtmögliche Transparenz über seine Nachhaltigkeitsaktivitäten zu bieten, veröffentlicht ElringKlinger darüber hinaus eine Reihe nicht-finanzieller Leistungsindikatoren. Mehr Informationen hierzu finden sich in den Kapiteln "Nachhaltigkeit', "Forschung und Entwicklung" sowie "Mitarbeiter".

Unternehmensspezifische Frühindikatoren

Daten zu Auftragseingang und -bestand werden kontinuierlich berichtet und bieten eine verlässliche Indikation für die zu erwartende Auslastung sowie die voraussichtliche Umsatzentwicklung der kommenden Monate. Als unternehmensspezifischen Frühindikatoren kommt diesen Kenngrößen daher eine wesentliche Rolle zu.

Das Budget des Konzerns basiert auf den geplanten Abrufmengen der Kunden und den jeweiligen vereinbarten Produktpreisen abzüglich eines Sicherheitsabschlags. Dennoch verfolgt der Vorstand kontinuierlich Statistiken und Prognosen zur globalen Fahrzeugnachfrage und -produktion sowie zur generellen konjunkturellen Lage. Diese Frühindikatoren können wichtige Hinweise hinsichtlich der Plausibilität der Planung geben. Etwaige nötige Anpassungen können so frühzeitig identifiziert und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.

Strategie: Nachhaltiges ertragsorientiertes Wachstum angestrebt

ElringKlinger führt regelmäßig so genannte Benchmark-Analysen durch, um die eigene Geschäftsentwicklung im Branchenvergleich beurteilen zu können. Dabei werden alle wesentlichen Kennzahlen mit anderen, vor allem börsennotierten Automobil- und Automobilzuliefererunternehmen verglichen und bewertet.

ElringKlinger nutzt außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente nur in vernachlässigbarem Umfang in Form von Leasing (zum Beispiel bei Firmenwagen oder Büroausstattung).

Ebenfalls nur in geschäftsüblichem Umfang werden Finanzinstrumente genutzt. Diese werden sowohl zentral als auch in den jeweiligen Fachbereichen überwacht. Die Grundsätze zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente sind im Chancen- und Risikobericht im Abschnitt "Einsatz derivativer Instrumente" erläutert. Art und Umfang der am 31. Dezember 2013 bestehenden Derivatpositionen sind im Anhang im Abschnitt "Sicherungspolitik und Finanzinstrumente" dargestellt.

ElringKlinger verfolgt eine Strategie des nachhaltigen Wachstums, wobei langfristig profitables organisches Wachstum im Mittelpunkt steht. Dabei strebt das Unternehmen eine - gemessen an der EBIT-Marge - im Branchenvergleich überdurchschnittliche Profitabilität an.

Forschung und Entwicklung

Bei ElringKlinger gehen Tradition und Innovation Hand in Hand

Die nachhaltigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) und die gelebte Innovationskultur bilden die wichtigsten Bausteine für den langfristigen Erfolg der ElringKlinger-Gruppe. Ziel des Unternehmens dabei ist die Technologieführerschaft. Gegenüber dem Wettbewerb soll stets ein Entwicklungsvorsprung von mehreren Jahren bestehen und dieser nicht nur gehalten, sondern gezielt ausgebaut werden.

Grundsätzlich werden neue Entwicklungen, sobald sie am Markt eingeführt werden, intern als etablierte Produkte eingestuft. Schon ab diesem Zeitpunkt wird an Konzepten der nächsten Generation gearbeitet. Mit dieser Philosophie gelang es der ElringKlinger-Gruppe auch 2013, die Wettbewerbsposition im Innovationswettlauf mit der Konkurrenz auszubauen.

Prozess- und Materialkompetenzen als Säulen der Innovation

Bei Neuentwicklungen stützt sich das Unternehmen in erster Linie auf seine Kernkompetenzen auf den drei Feldern

Feinste Metallstanz-, Präge- und Umformtechniken,
Beschichtungsverfahren für Metalle und Keramik sowie
Kunststofftechnik.

Mit dieser Kombination aus Verfahrens- und Prozesstechnik verfügt der ElringKlinger-Konzern über ein Repertoire, das weltweit in diesem Zusammenspiel nur bei sehr wenigen Automobilzulieferern vorhanden ist.

Schlüsselkompetenz Werkzeugtechnologie

Die entsprechende Werkzeugtechnologie sowie spezielles Material-Know-how bei Metallen und Legierungen, die im Hochtemperaturbereich zum Einsatz kommen, ergänzen die verfahrenstechnischen Alleinstellungsmerkmale. Der unternehmenseigene Bereich Werkzeugtechnologie entwickelt und konstruiert die benötigten Werkzeuge weitgehend in Eigenregie. Im Mittelpunkt stehen dabei hoch präzise Stanz- und Prägewerkzeuge. Mit dem Erwerb der Hummel-Formen-Gruppe im Jahr 2011 hat ElringKlinger außerdem wertvolles Know-how in der Werkzeugtechnik für Kunststoffspritzgussverfahren aufgebaut und setzt damit zunehmend auf den Leichtbautrend. Mit dieser spezialisierten Werkzeugtechnologie verfügt ElringKlinger über einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Sie bildete 2013 die Grundlage für viele Entwicklungen und ermöglichte erst deren Umsetzung in der Serienproduktion. Die Werkzeugtechnologie ist für die stark wachsende Anzahl von Teilen wesentlich, die, um Gewicht zu sparen, im Leichtbauverfahren aus Kunststoffen gefertigt werden und schwere, teure Metallkomponenten ersetzen.

Anforderungen an die Entwicklungsleistungen steigen

Vor allem in der Antriebstechnologie, auf die der Großteil des ElringKlinger-Produktportfolios ausgerichtet ist, steht die Automobilindustrie mitten im Umbruch. Es herrscht hoher Innovationsdruck. Die Kernanforderung liegt darin, die Fahrzeuge verbrauchsärmer zu machen und damit die anspruchsvollen Vorgaben zur CO2 -Gesetzgebung in Europa, den USA und vielen Schwellenländern Asiens zu erfüllen. Ansonsten drohen beträchtliche Bußgelder und eine sinkende Akzeptanz bei den Fahrzeugkäufern. Zunehmend richten sich die Fahrzeugsteuern an den Emissionswerten bzw. am Verbrauch aus.

Der kontinuierliche Anstieg der FuE-Quote bei den Zulieferern reflektiert den Trend, dass diese immer umfangreichere Entwicklungsaufgaben für die Fahrzeughersteller übernehmen. Für Technologiezulieferer wie ElringKlinger heißt das, in steigendem Maße Forschungs- und Entwicklungsaufgaben zu übernehmen. Dies kann nur von Unternehmen geleistet werden, die über die notwendigen Entwicklungs- und Fertigungskompetenzen verfügen und mit hoher Finanzierungskraft ausgestattet sind. Von Seiten der Erstausrüster besteht hohes Interesse an Zulieferunternehmen, die Know-how in allen Antriebstechnologien besitzen und die Automobilhersteller mit spezialisierten Lösungen unterstützen können. In diesem Kontext verwundert es nicht, dass die Wertschöpfung der Zulieferer am Fahrzeug mittlerweile auf über 70 % gestiegen ist.

Ganz oben auf der Agenda steht bei den Automobilkunden neben der Optimierung des Verbrennungsmotors mittels Downsizing das Thema Hybridisierung, das heißt die Kombination eines verbrauchsoptimierten Verbrennungsmotors mit einem elektrischen Antrieb. Parallel dazu wird die Weiterentwicklung des rein batterieelektrischen Antriebs vorangetrieben. Auch die Brennstoffzellentechnologie befindet sich nach wie vor im Rennen um die Antriebstechnologie der Zukunft. Sie hat 2013 wieder Auftrieb erfahren und mehrere Fahrzeughersteller haben konkrete Serienprojekte angekündigt.

ElringKlinger legt Schwerpunkte auf Downsizing und Abgasreduzierung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hat der ElringKlinger-Konzern vollständig auf die Optimierung des Verbrennungsmotors, die Abgasreduzierungstechnologie und neue Produkte im Bereich E-Mobility konzentriert.

ElringKlinger trieb 2013 die Entwicklung neuer Applikationen bei allen klassischen Produktgruppen (Metalldichtungen, Abschirmteile und Kunststoffgehäusemodule) weiter voran. Vorhandene Anwendungen wurden weiter verbessert und gleichzeitig zahlreiche neue Produkte entwickelt. Viele dieser Lösungen leisten unmittelbar oder mittelbar einen Beitrag zur Verbrauchsreduzierung bzw. zur Verringerung des CO2 -Ausstoßes oder zur Reduzierung anderer Schadstoffgruppen.

In den Geschäftsbereichen Abgasnachbehandlung und E-Mobility wurden völlig neue Konzepte und Prozesse entwickelt, die zum Teil schon zu marktfähigen neuen Produkten führten.

Viele Kunden konzentrieren sich derzeit auf Hybride als Brückentechnologie. Die Anzahl der auf den Markt kommenden Hybridmodelle wird 2014 weiter steigen. ElringKlinger profitiert von diesem Trend. Zusätzlich zu den bisher gelieferten Komponenten rund um den Verbrennungsmotor kann das Unternehmen jetzt die neuen Produkte aus dem Bereich Batterietechnologie anbieten. Damit steigt das Umsatzpotenzial je Fahrzeug bei ElringKlinger spürbar an.

2013 hat das Unternehmen erneut hohe Entwicklungsvorleistungen in den Bereichen Neue Geschäftsfelder und E-Mobility erbracht. Dies schmälert zwar zunächst die operative Marge um 0,8 bis 1,0 Prozentpunkte, dafür ist ElringKlinger schon heute für die Antriebstechnologie von morgen aufgestellt.

ElringKlinger hat 2013 die Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten in der Batterietechnologie ausgebaut. Parallel dazu wurden die zumeist langfristig ausgelegten Projekte in der Brennstoffzellentechnik weiter in Richtung Marktreife vorangebracht.

Hohe FuE-Quote sichert Wettbewerbsvorsprung und langfristiges Wachstum

Um den beschriebenen Anforderungen nachzukommen, erhöhte ElringKlinger 2013 den Faktoreinsatz für Forschung und Entwicklung und wendete 6,1 Mio. Euro mehr auf als im Vorjahr. Insgesamt flossen 63,4 (57,3) Mio. Euro in die Entwicklung neuer Produkte. Da ab dem Geschäftsjahr 2013 die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Forschungs- und Entwicklungskosten in den Herstellkosten erfasst wurden, reduzierte sich die FuE-Aufwandsposition der Gewinn- und Verlustrechnung geringfügig auf 57,1 (57,3) Mio. Euro. Dementsprechend stockte der Konzern auch die personellen Kapazitäten in den forschungs- und entwicklungsrelevanten Abteilungen auf. Die Anzahl der Beschäftigten in den FuE-Bereichen stieg um 17,2 % auf 498 (425). Das spiegelt sich im Produktportfolio wider: Mehr als 30 % der ElringKlinger-Produkte sind weniger als drei Jahre alt.

2013* 2012 2011 2010 2009
FuE-Aufwendungen (in Mio. €) 57,1 57,3 49,9 40,6 35,7
FuE-Quote 4,9 % 5,1 % 4,8 % 5,1 % 6,2 %
Aktivierungsquote 15,8 % 14,7 % 13,4 % 14,1 % 12,9 %

* Abschreibungen auf aktivierte FuE-Aufwendungen (2013: 6,3 Mio. Euro) werden seit dem 1. Januar 2013 in den Umsatzkosten erfasst

ElringKlinger ist ein auch im Branchenvergleich forschungsintensives Unternehmen. Mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,9 % (5,1 %) als Prozentsatz vom Umsatz gab ElringKlinger 2013 erneut mehr aus als die meisten Wettbewerber. Nicht zugerechnet wurden dabei die Aufwendungen für Applikationstechnik und die Entwicklung von Varianten bereits bestehender Produkte. Ansonsten wäre der prozentuale Anteil des Forschungs- und Entwicklungsaufwands am Konzernumsatz noch höher ausgefallen.

Die FuE-Aufwendungen entfielen 2013 vor allem auf die klassischen Geschäftsbereiche sowie die Abgasnachbehandlung. Der Bereich E-Mobility bildete einen weiteren Schwerpunkt. Bezogen auf die noch niedrigen Umsätze in dieser Geschäftseinheit fiel die FuE-Quote im Bereich E-Mobility am höchsten aus.

Den Großteil der Investitionen in neue Produkte und Technologien tätigte der Konzern am Standort der Muttergesellschaft in Dettingen/Erms, Deutschland.

Kompetenzzentren und Patent-Pool schützen Technologie-Know-how

Um den Vorsprung in der Entwicklung sowie in der Verfahrenstechnik zu halten, sichert die interne Patentabteilung das technologische Know-how und die geistigen Eigentumsrechte. 2013 wurden weitere 80 (78) Patente und gewerbliche Schutzrechte angemeldet.

Die deutschen Fahrzeughersteller gehen dazu über, neue Kapazitäten für die Fahrzeugproduktion und teilweise auch für die Motorenfertigung verstärkt in den stark wachsenden Schwellenmärkten vor Ort aufzubauen. Gleichzeitig gewann ElringKlinger in diesen Regionen neue Kunden, was sich in einer wachsenden Anzahl von Entwicklungsprojekten mit lokalen Herstellern ausdrückt. Als Konsequenz daraus baute der Konzern 2013 Entwicklungskapazitäten auch bei den internationalen Tochtergesellschaften auf, zum Beispiel in China.

Dennoch blieb der Großteil der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten des Konzerns an den inländischen Standorten der ElringKlinger AG sowie den Technologiezentren der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG und bei der Hug Engineering AG in der Schweiz konzentriert. Mit dieser Struktur grenzt ElringKlinger das Risiko von Know-how-Abflüssen so weit wie möglich ein.

Lösungen für weniger C02-Ausstoß und Schadstoffreduzierung als Kernkompetenz

Im laufenden und vermutlich auch kommenden Jahrzehnt wird der klassische Verbrennungsmotor das beherrschende Antriebsaggregat bleiben. Steigende Kraftstoffpreise und weltweit verschärfte Abgasrichtlinien stellen die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Motortechnik dar. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung alternativer Antriebstechnologien zu. Von einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach rein batteriebetriebenen oder Brennstoffzellen-Fahrzeugen kann allerdings noch keine Rede sein.

Mit der Übernahme des Schweizer Abgasspezialisten Hug und der Gründung des eigenständigen Geschäftsbereichs Abgasnachbehandlung hat ElringKlinger die Aktivitäten im Kerngeschäft ergänzt. Hug konzentriert sich auf die Reinigung des Abgasstroms aus Verbrennungsmotoren.

Fast alle Automobilhersteller arbeiten mit Hochdruck daran, durch Downsizing-Konzepte die Verbrauchswerte und damit auch die Treibhausgasemissionen zu senken. Mit der neuen Generation kompakter hubraumreduzierter Motoren mit Turboaufladung lassen sich beim Kraftstoffverbrauch immer noch Einsparungen von 20 bis 25 % realisieren. Die verbesserte Effizienz dieser Motorentechnologie ist mit höheren Einspritzdrücken verbunden. Die Spitzentemperaturen im Brennraum und letztlich im gesamten Motorraum steigen. Damit nehmen auch die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der für diese Anwendungen neu entwickelten Zylinderkopf- und Spezialdichtungen spürbar zu. Gleichzeitig gehen die Ausstattungsraten mit Turboladern und thermischen Abschirmteilen weiter nach oben.

Parallel zur CO2 -Reduzierung wird mit einer immer anspruchsvolleren Abgasreinigungstechnologie daran gearbeitet, dass die Fahrzeugmotoren weniger schädliche Rußpartikel, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide ausstoßen. Die 2014 in Kraft tretende Euro-6-Norm für Pkw bzw. Euro-VI-Vorschrift für Lkw legt die Messlatte noch höher. Dass Partikelfilter, die bisher nahezu ausschließlich bei Dieselmotoren zum Einsatz kommen, zukünftig auch für Benziner zum Thema werden, ist durchaus wahrscheinlich.

In diesem Zusammenhang überrascht es nicht, dass 2013 der mit Abstand größte Teil der Entwicklungsaufträge auf Aufgabenstellungen rund um die Optimierung des Verbrennungsmotors entfiel.

Steigende Leistungsansprüche an Zylinderkopf- und Abgasdichtungen

Der bereits beschriebene Trend zum Motoren-Downsizing stellt technisch immer größere Anforderungen an die Zylinderkopfdichtungsdesigns. Steigende Zünddrücke und höhere thermische Beanspruchungen an die Dichtungssysteme prägten 2013 die Entwicklungsarbeit im Geschäftsbereich Zylinderkopfdichtungen.

Bei den Neuentwicklungen standen verstärkt Projekte für kompakte, dafür hoch aufgeladene Benzinmotoren mit Direkteinspritzung auf der Tagesordnung.

Durch die Weiterentwicklung der Zylinderkopfdichtungen erzielten die Entwicklerteams weitere Verbesserungen hinsichtlich Belastungsfähigkeit und Lebensdauer. Auch bei den Beschichtungsmaterialien konnte die Standfestigkeit unter Extrembedingungen nochmals optimiert werden.

2013 stieg die Anzahl der Serienentwicklungsprojekte im Geschäftsbereich Zylinderkopfdichtungen auf den Rekordstand von 294 (274).

Die in vielen asiatischen Staaten greifenden schärferen Abgasvorschriften und die damit einhergehenden höheren technischen Anforderungen an Motorkomponenten bedingten einen besonders starken Anstieg der Entwicklungsprojekte mit den Fahrzeug- und Motorenherstellern in dieser Region. Dies wirkte sich bei chinesischen Kunden positiv auf die Nachfrage aus. Daran änderte auch die zeitliche Verschiebung der Einführung von Euro 5 in China nichts. Auch bei japanischen Herstellern konnte ElringKlinger 2013 verstärkt Fuß fassen.

Für den Geschäftsbereich Spezialdichtungen, der ebenfalls hochtemperaturfeste Metalldichtungen entwickelt und produziert, standen 2013 Entwicklungsthemen rund um die steigende Komplexität des Abgasstrangs, die Turboaufladung und mehrstufige Automatikgetriebe im Mittelpunkt. Rund zwei Drittel der laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekte beziehen sich auf Heißgasanwendungen. Die breite Anwendung von Turboaufladung bzw. Abgasrückführung bei den neuen Motorkonzepten stellt höhere Ansprüche an die Dichtungstechnik im gesamten Abgasstrang.

ElringKlinger hat sich in den letzten Jahren mit seiner Materialkompetenz bei besonders temperaturfesten Legierungsmaterialien, den sogenannten Super Alloys, als Experte für Heißgasanwendungen eine starke Marktstellung aufgebaut. Im Turbolader und in seiner unmittelbaren Umgebung werden extrem hohe Temperaturwerte von bis zu 1.000 °C erreicht.

Das Unternehmen entwirft und liefert heute komplette Dichtungssysteme für Turbolader -von der Einlassdichtung über die Ladedruckventilklappe und V-Ringdichtung bis hin zur Auslassdichtung. Die thermische Abschirmung wird vom Geschäftsbereich Abschirmtechnik ergänzend angeboten. Mittlerweile zählen alle großen Turbolader-Hersteller zum Kundenkreis. 2013 entwickelte der Bereich Spezialdichtungen neue Applikationen anspruchsvoller V-Ringdichtungen, die in der Mitte des Turboladers zum Einsatz kommen.

Projekte für Tellerfedern sowie Ölrücklaufdichtungen im Turbolader ergänzten die Aufgabenstellungen.

Die Ausstattungsraten sowie die Anzahl der eingesetzten Turbolader je Fahrzeug haben 2013 vor allem in den europäischen Märkten weiter zugenommen. Nach weltweit etwas mehr als 20 Mio. Turboladern 2011 dürften 2020 bereits mehr als 50 Mio. Turbolader verbaut werden. Insbesondere in den USA und China werden hohe Wachstumsraten erwartet.

Die Komplexität der Abgasanlage nimmt dabei weiter zu. Zusätzliche Dichtstellen müssen unter Hochtemperaturbedingungen abgedichtet werden. Zum Beispiel führt der Start von Euro 6 für Pkw bzw. Euro VI für Lkw (vgl. "Euronormen") zu zusätzlichem Bedarf an Heißgasdichtungen an den Trennstellen im Abgassystem. 2013 entwickelte der Geschäftsbereich Spezialdichtungen eine Vielzahl neuer Abgasdichtungen für diese Anwendungsbereiche.

Darüber hinaus arbeitete die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Geschäftsbereichs an neuen, leistungsfähigeren Konzepten für elastomerbeschichtete Getriebesteuerplatten in Automatik- und Doppelkupplungsgetrieben. Mit dem patentierten ElringKlinger-Dichtungsdesign wurden die Leckströme im Getriebe deutlich verringert.

Die in der neuen Generation von Automatikgetrieben signifikant steigenden Drücke erforderten die Neuentwicklung besonders haltbarer Beschichtungsmaterialien. In Zusammenarbeit mit dem Bereich Zylinderkopfdichtungen konnten auch bei dieser Problematik wegweisende Fortschritte erzielt werden. Die neuen verstärkten Siebdruckmedien befinden sich bereits im Serieneinsatz.

Die Einrichtung des Entwicklungs- und Applikationszentrums am chinesischen Standort Changchun begann bereits erste Früchte zu tragen. Der Anteil der im asiatischen Raum, aber auch in Nordamerika akquirierten Entwicklungsaufträge hat bei dem bisher stark auf Europa fokussierten Geschäftsbereich merklich zugenommen.

Vollständig abgeschirmt: Thermomanagement kombiniert mit Schalldämpfung

Für den Geschäftsbereich Abschirmtechnik blieben 2013 Downsizing und die immer aufwendigere Abgasnachbehandlung wichtige Treiber und bestimmten die Entwicklungsarbeit. Diese Herausforderungen stellen sich zunehmend auch bei stationären Motoren und im Off-Road-Bereich. Gleichzeitig gewinnt die akustische Abschirmung an Bedeutung. In einigen europäischen Märkten ging der Gesetzgeber bereits dazu über, Vorschriften für den Insassenlärmschutz zu erlassen. Aktuell diskutieren EU-Gremien deutlich verringerte Grenzwerte für Neuwagen, die ab 2019 verbindlich werden.

ElringKlinger arbeitet schon seit Jahren an geeigneten Abschirmsystemen zur Dämpfung der Geräuschentwicklung im Fahrzeuginneren. Die Entwicklung von Schall- und Schwingungsdämpfungssystemen wird von den Kunden immer stärker nachgefragt.

Die beengten Einbauverhältnisse in den neuen kompakten Motoren, Turboaufladung und Katalysatoren verursachen hohe Umgebungstemperaturen. Elektronik, Sensoren und Kunststoffleitungen müssen mit thermischen Abschirmteilen vor zu starker Hitze geschützt werden: Die Anzahl der erforderlichen Hitzeschilde im Fahrzeug steigt.

Die ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG verfügt über die Gesamtkompetenz, komplette Abschirmpakete vom Motor über den Unterboden bis hin zur Abgasanlage zu entwickeln und hebt sich damit von den meisten Wettbewerbern ab.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit lag auf Systemen zur Vermeidung von Wärmeverlusten. Durch die Direktabschirmung am Bauteil mit Hilfe thermischer Isolationssysteme werden Abstrahlverluste deutlich reduziert. Durch die damit erreichten schnelleren Aufheizzeiten und höheren Betriebstemperaturen verbessert sich beispielsweise die Funktionsweise von Katalysatoren.

Viele Entwicklungsprojekte entfielen 2013 auf Hitzeschildapplikationen für Turbolader und Abgassysteme. Zu den Auftraggebern zählten hier Tier-1-Zulieferer, zum Beispiel Hersteller von Abgaskomponenten und Komplettsystemen.

Vor allem für den Unterbodenschutz und für die Motorraumkapselung wurden 2013 neue Konzepte erarbeitet. Mit thermogeformten Bauteilen aus Plastomer-Verbundmaterialien brachte ElringKlinger hoch beanspruchbare Lösungen auf den Markt, die die Vorteile Dauerbelastbarkeit, reduziertes Gewicht und Geräuschreduzierung vereinen. Das Spektrum der eingesetzten Werkstoffe geht hier von Schäumen über Vliesstoffe bis hin zu speziellen Verbundwerkstoffen.

Bei vielen Entwicklungsaufträgen war 2013 die Kombination von Hitze- mit Schallschutz gefordert. ElringKlinger entwarf für diese Anwendungsbereiche neue kombinierte thermisch-akustische Mehrlagenverbundwerkstoffe. Eine prinzipielle Zielsetzung bei thermischen und akustischen Abschirmteilen ist die Gewichtseinsparung. Zu diesem Zweck entwickelte ElringKlinger spezielle Organowerkstoffe, bei denen hitzeresistente Fasern eingebracht werden. Auch die dafür notwendigen Werkzeuge und Produktionsprozesse wurden konzernintern aufgesetzt.

2013 nahm die Anzahl der Projekte für Lkw-Anwendungen spürbar zu. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Die Entwickler des Geschäftsbereichs arbeiteten unter anderem an kompletten Rohreinhausungen sowie Komponenten, die thermische und akustische Abschirmung verbinden.

Erfreuliche Resultate zeigte auch der Ansatz, bereichsübergreifend neue Marktpotenziale zu erschließen. In enger Kooperation mit der Hug Engineering AG entwarf die ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG Komponenten und Einhausungen, die zur thermischen Abschirmung bei den Abgasreinigungssystemen von Hug benötigt werden.

Neues Marktsegment: Ummantelung von Schiffsdieselmotoren

Hitzeabschirmung ist über das Fahrzeug hinaus gefragt. In Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung entwickelte die Abschirmtechnik eine besonders robuste mehrschichtige Komplettummantelung zur Hitzeabschirmung von Schiffsdieselmotoren. Auch dieser Entwicklung lagen gesetzliche Vorgaben zu Grunde: Die SOLAS-Vorgaben (Safety of Life at Sea) erfordern, dass die Temperaturen an der Motoraußenseite aus Brandschutzgründen höchstens 200 °C betragen dürfen. Erste Tests unter Realbedingungen fanden bereits erfolgreich statt.

Kunststoffgehäusemodule: Leichtbaukompetenz zur C02-Reduzierung

Im Mittelpunkt der Entwicklungsaktivitäten des Geschäftsbereichs Kunststoffgehäusemodule standen 2013 in erster Linie Leichtbaukonzepte. Schwere Metallteile werden unter Einsatz modernster Kunststoffspritzgussverfahren durch deutlich leichtere, kostengünstigere Kunststoffmodule aus Polyamiden und neue faserverstärkte Organobleche ersetzt.

Mit der Integration der Hummel-Formen-Gruppe verfügt die ElringKlinger AG im Konzernverbund über die notwendige Werkzeugkompetenz zur Herstellung komplexer Bauteilgeometrien aus besonders belastbaren, polyamidbasierten Werkstoffkombinationen.

Leichtbau zieht im Lkw ein: Neue Konzepte für Ölkreislauf und Antriebsstrang

Weit oben auf der Agenda des Geschäftsbereichs Kunststoffgehäusemodule stand 2013 die Entwicklung weiterer Teile für den Lkw-Bereich. Im Zuge der Euro-VI-Umstellung stellen viele Hersteller um auf gewichtsreduzierte Ventilhauben und Ölwannen aus Polyamid. Neben der Konzeption neuer Ölwannenmodule und Ventilhauben entwarfen die Entwickler Ladeluftrohre für den Hochtemperaturbereich des Lkw-Ansaugtrakts, Ölsaugrohre, Abgaskrümmer-Module sowie komplette Öltankmodule aus Kunststoff und überführten sie zum Teil bereits in die Serie.

Zu den neu entwickelten Teilen zählten 2013 Komponenten für den Antriebsstrang wie Steuerketten- und Nockenwellenantriebsabdeckungen, die im Pkw-Bereich, aber auch in schweren Lkw für Gewichtseinsparung sorgen werden.

Auch im Pkw-Bereich wurden neue Ventilhaubenmodule mit vollständig integrierten Funktionen wie Ölabscheidesystem, Druckregelventil, Unterdruckspeicher, thermischer Abschirmung, Dichtung und Entkopplungselementen konzipiert.

Hohes Marktpotenzial verspricht ein neues, hoch effizientes Kunststoffmodul zur Ölabscheidung in Lkw-Motoren. Die Ölabscheidungsraten sind deutlich höher als in konventionellen Systemen. Aufgrund seines Effizienzbeitrags qualifizierte sich das Entwicklungsprojekt für die Förderung aus dem Energieeffizienzprogramm des Bundesministeriums für Umweltschutz.

Mit Kunststoffresonatoren, die die Geräuschentwicklung im Turbolader dämpfen, hat der Bereich Kunststoffgehäusemodule ein weiteres Produkt entworfen, das in den nächsten Jahren hohe Wachstumschancen verspricht.

Einstieg in den Karosserie- und Fahrwerkleichtbau: Wegweisende Polymer-Metall-Hybridtechnologie

ElringKlinger kooperiert mit einem Premiumhersteller bei neuartigen Polymer-Metall-Hybridbauteilen (PMH) und entwickelte insbesondere die dafür benötigte Werkzeugtechnologie. Ein neuartiges Kombiwerkzeug vereint die Metallinnenhochdruck-Umformung (IHU) mit Kunststoffspritzguss in nur einem Prozessschritt. Damit werden künftig Leichtbauteile wie Cockpitquerträger, Frontendträger und Frontendadapter hergestellt. Dieses neue Verfahren verbindet hohe Steifigkeit mit rund 25 % Gewichtseinsparung. Es bietet erhebliches Potenzial für Strukturbauteile unterschiedlichster Geometrien. Die ersten Bauteile werden bereits Anfang 2015 in Serie gehen und in den Folgejahren erfreuliche Umsatzbeiträge leisten.

Applikationstechnikzentrum vor Ort in China

Auch auf den asiatischen Märkten wird im Zuge verschärfter CO2 -Vorschriften der Einsatz von Kunststoffleichtbauteilen mehr und mehr zum Thema. Um die gestiegene Anzahl an Entwicklungsprojekten von asiatischen Fahrzeugherstellern abzubilden, hat der Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule am Standort Suzhou ein Entwicklungszentrum mit Schwerpunkt auf der Applikationstechnik aufgebaut. Dort werden seit 2013 lokale Projekte weitgehend vor Ort betreut.

Abgastechnologie: Neue Systeme für US-Lkw, Schiffsdiesel und Erdgasmotoren

Die Hug-Gruppe erweitert das ElringKlinger-Produktportfolio um Komponenten und Komplettsysteme für die Abgasreinigung. Das Schweizer Unternehmen zählt technologisch zu den führenden Anbietern von Abgasnachbehandlungssystemen für stationäre Motoren und Off-Road-Applikationen wie Baumaschinen, Lokomotiven oder Schiffe. Hug entwickelt und produziert alle wesentlichen Komponenten wie Keramiksubstrate, katalytische Beschichtungen und Gehäuse in Eigenregie. Im Verbund der ElringKlinger-Gruppe wird Hug auch auf die Entwicklung und Fertigung von Großserienteilen für Nutzfahrzeuge hin ausgerichtet.

Die Hug-Dieselpartikelfilter basieren auf einer keramischen Wabenstruktur, deren poröse Wände vom Abgas durchströmt werden. Die Keramik filtert alle Partikelgrößen - auch die sogenannten Feinstpartikel (PM10) - zu mehr als 99 % aus dem Abgasstrom heraus. Dies ist umso wichtiger, als Feinstpartikel in den Fokus der Emissionsgesetzgebung rücken. Zur Unterstützung des Rußabbrands werden die Filtersubstrate je nach Anwendungsbereich mit dem edel- und schwermetallfreien Beschichtungsmaterial CleanCoat™ von ElringKlinger überzogen. Mit diesem umweltfreundlichen Beschichtungsmaterial auf Silikatbasis erfolgt die katalytische Regeneration des Filters bereits bei niedrigen Temperaturniveaus. Durch die verkürzten Regenerationszyklen werden die Kraftstoffnacheinspritzung und damit die CO2 -Emissionen deutlich verringert. Die in Lastkraftwagen und Bussen bereits durchgeführten Feldtests und Langzeiterprobungen von CleanCoat™ ergaben durchweg überzeugende Ergebnisse. Mittlerweile sind mit CleanCoat™ beschichtete Systeme, zum Beispiel in Baumaschinen- und Lkw-Motoren, bereits in größeren Stückzahlen angelaufen.

Zudem entwickelt Hug keramische Katalysatoren für die katalytische Oxidation von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid sowie SCR-Katalysatoren, die zur Oxidation von Stickoxiden eingesetzt werden.

Das steigende öffentliche Umweltbewusstsein sowie die zunehmend verschärften internationalen Emissionsvorschriften, wie EU Level III B, werden in den kommenden Jahren auch außerhalb der Automobilindustrie Abgasnachbehandlungssysteme in unterschiedlicher Konfiguration zwingend erforderlich machen. Bei der Entwicklung neuer Anwendungen hat sich der Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung 2013 unter anderem auf Anwendungen für Nutzfahrzeuge, Gasmotoren und Schiffsdieselmotoren konzentriert.

2013 arbeitete Hug an der weiteren Optimierung leistungsstarker Komplettsysteme für stationäre Motoren, die die Reduzierung von Stickoxiden durch SCR-DeNOx-Verfahren mit der Reduktion von Rußpartikeln verbinden.

Rekuperationskatalysator für Erdgasmotoren

Der Einsatz von Erdgasmotoren zur Energieerzeugung findet im Zeitalter von Fracking vor allem in Nordamerika mehr und mehr Verbreitung. Speziell für große Erdgasmotoren, die als Magermotoren in Großkraftwerken zur Stromerzeugung verwendet werden, entwickelten die Hug-Techniker den Rekuperationskatalysator, der das entstehende Methan aufoxidiert, das als Treibhausgas wesentlich aggressiver wirkt als CO2.

Anwendungen für Nutzfahrzeuge

ElringKlinger hat die Entwicklungen der Hug-Abgastechnologie 2013 bei Erstausrüstungskunden im Nutzfahrzeugbereich präsentiert. Das Inkrafttreten der Euro-VI-Abgasgesetzgebung für Lkw im Jahr 2014 hat hier vor allem mit Blick auf die Stickoxidreduzierung neue Themenstellungen aufgeworfen. Demzufolge hat der Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung auch Lösungen für die Erstausrüstung konstruiert und entsprechende Musterteile an interessierte Kunden aus der Fahrzeugindustrie ausgeliefert.

Mit Nachdruck wurde 2013 auch an der Entwicklung noch leistungsfähigerer und kostengünstigerer Substratmaterialien sowohl für Dieselpartikelfilter als auch für Oxidations- und SCR-Katalysatoren gearbeitet.

Marktführer bei CARB-Systemen in den USA

Die weltweit zunehmend strengeren Grenzwerte für Rußpartikelemissionen werden zumeist auch auf Bestandsfahrzeuge angewandt. Dementsprechend besteht in vielen Märkten interessantes Potenzial für Nachrüstlösungen.

So eröffnete die Zulassung des neu entwickelten Hug-Filtersystem "mobiclean™ R" durch die kalifornische Umweltbehörde CARB der ElringKlinger-Abgastechnologie den Zugang zum bedeutenden US-Nachrüstmarkt. Mit der CARB-Freigabe qualifizierte sich die Hug-Technologie gleichzeitig für das landesweite National Diesel Retrofit Program der EPA (Environmental Protection Agency). In Kalifornien müssen Busse und Lkw mit über 6,34 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, die auf kalifornischem Staatsgebiet unterwegs sind, mit Dieselpartikelfiltern nachgerüstet sein. Das Hug-Nachrüstsystem für die CARB-Bedarfe besteht aus Oxidationskatalysator und Dieselpartikelfilter mit edelmetallfreier CleanCoatTM -Beschichtung. Allein im Jahr 2013 wurden mehr als 1.500 Nachrüstsysteme von US-Kunden geordert. Diese werden vor allem über das Händlernetz eines führenden US-Lkw-Herstellers vertrieben. Systeme für die Nachrüstung von stationären Dieselmotoren in den USA befanden sich 2013 bereits in der Entwicklung.

Rußfrei auch auf hoher See: Partikelfilter für Schwerölmotoren

Auch in der Schifffahrt wird die Abgasreinigung immer mehr zum Thema. Während Binnenschiffe oftmals schon hohen Anforderungen an die Emissionswerte unterliegen, ist auf hoher See bisher erst der Einsatz von Entschwefelungstechnik gefordert.

Bei Systemen für Hochseeschiffe wird allerdings in den kommenden Jahren - vor dem Hintergrund einer verstärkten Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und bei den Umweltverbänden sowie sich abzeichnender gesetzlicher Maßnahmen - ein hohes Nachfragepotenzial gesehen. Sowohl bei den Stickoxiden als auch beim Ausstoß von Rußpartikeln und Kohlenwasserstoffen besteht hier angesichts der beträchtlichen Ausstoßmengen ein großer Hebel zur Emissionsverringerung. Insbesondere die oftmals mit Schweröl betriebenen Schiffsdieselmotoren tragen nicht unwesentlich zum weltweiten Emissionsaufkommen von Rußpartikeln und Stickoxiden bei. Die EU-Kommission kündigte beispielsweise Ende 2012 die Einrichtung eines Systems zur Beobachtung und Überprüfung der Emissionen aus der Schifffahrt an.

Aufbauend auf der jahrelangen Erfahrung in der Nachrüstung von Hochseeyachten oder Binnenpassagierschiffen konzipierte Hug 2013 auch spezielle Abgasreinigungsanlagen, die modular in die engen Motorräume von Hochseeschiffen eingebaut werden können.

Eines der Entwicklungsprojekte beschäftigte sich mit dem Problem, die Rußpartikel auch bei schwerölbetriebenen Schiffsdieseln herauszufiltern. Deren hohe Aschebeladung hatte die Rußreduzierung durch Keramikfilter immer wieder vor technische Grenzen gestellt. Hug gelangen 2013 auf diesem Gebiet entscheidende Fortschritte. Ein neuartiges Filterverfahren, das auch bei Verwendung von Schweröl Abscheideraten von über 95 % ermöglicht, bewährte sich in Labortests und wurde zum Patent angemeldet.

E-Mobility: Batterie-Zellkontaktiersysteme in Serie

Der erst 2010 gegründete Geschäftsbereich E-Mobility wurde 2013 weiter ausgebaut. Hier arbeiten knapp 100 (90) Mitarbeiter in der Entwicklung, im Musterbau und in der Produktion. Die Batterietechnik war 2013 noch geprägt von erheblichen Vorleistungen für Forschung und Entwicklung.

Mit dem Aufbau der Batterietechnik hat sich das Unternehmen zusätzliches Umsatzpotenzial im wachsenden Marktsegment der Hybride und rein elektrischen Fahrzeuge erschlossen, das mittelfristig zum Tragen kommen wird. In Westeuropa haben sich die Verkäufe rein elektrischer Automobile 2013 von noch niedrigem Niveau auf knapp 40.000 Stück verdoppelt.

Kontaktiersysteme für prismatische Zellstrukturen

ElringKlinger hat besonders leistungsfähige und stabile Verbinder für Lithium-Ionen-Zellen und -Module in Hochenergiespeichern entwickelt. Die darauf basierenden Zellkontaktiersysteme kommen sowohl in Full- und Plug-in-Hybriden als auch in reinen Elektromobilen (BEV, Battery Electric Vehicle) zum Einsatz. Die geprägten Zellverbindungselemente zeichnen sich durch hohe thermische und mechanische Belastbarkeit aus. Sie gleichen mit Hilfe eines patentierten Designs die durch Temperaturschwankungen verursachten Relativbewegungen zwischen den Lithium-Ionen-Zellen in der Batterie aus. Die ElringKlinger-Batterietechnik konnte bei der Entwicklung dieser völlig neuen Produktlinie auf das vorhandene Material-Know-how und die Prozesstechnik bei der Herstellung hochwertiger Metall- und Kunststoffkomponenten zurückgreifen.

Über Lösungen für zylindrische Zellstrukturen hinaus wurden Zellverbinder für platzsparende prismatische Zellstrukturen in Hochvoltenergiespeichern entwickelt, erprobt und zur Serienreife geführt. Die Sensorik zur Erfassung und Überwachung von Spannung und Temperatur ist dabei an eine Steuereinheit angebunden.

2013 arbeiteten die Entwickler bereits an Zellkontaktiersystemen der zweiten Generation mit dem Ziel, die Leistung der Verbindungstechnologie zu steigern und die Kosten zu senken. Mit neuen Materialien und Zellverbindergeometrien wurden wesentliche Fortschritte erzielt.

Eine zentrale Aufgabenstellung für den Bereich Batterietechnik bildete 2013 die Überführung von drei neu entwickelten Zellkontaktiersystemen in die Serienproduktion. Wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung dieser Serienanläufe waren neben der Produktentwicklung auch die Konzeption der speziellen Anlagentechnik und die Planung der Fertigungsprozesse. Die Produktionslinie wurde hoch flexibel gestaltet, um neben den Systemen für zylindrische Zellen auch die neue Generation für platzsparende prismatische Strukturen herstellen zu können. Im Jahresverlauf 2013 wurden die Produktionsprozesse weiter verkettet und automatisiert.

Das Jahresende 2013 stand ganz im Zeichen des Serienstarts für ein in größeren Stückzahlen anlaufendes, rein elektrisch betriebenes Fahrzeug eines deutschen Premiumherstellers. ElringKlinger liefert hier das Zellkontaktiersystem für die prismatischen Lithium-Ionen-Batterien.

Mit zwei weiteren europäischen Fahrzeugherstellern befindet sich ElringKlinger derzeit in Gesprächen bzgl. der Entwicklung der Zellkontaktierung für Hochvoltspeicher.

Zweite Produktlinie "Zellgehäuse" konzipiert

ElringKlinger ist Entwicklungspartner im Industrieverbund Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien e.V. (KLiB), in dem Unternehmen verschiedener Branchen die Herstellung von standardisierten großen Lithium-Ionen-Batterien vorbereiten. Zudem ist das Unternehmen Mitglied im Nutzerkreis der Forschungsproduktionsanlage für Lithium-Ionen-Zellen am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). In diesem Zusammenhang hat ElringKlinger das Produktprogramm für die Elektromobilität 2013 ausgeweitet und wird zur Herstellung der Lithium-Ionen-Zellen zukünftig auch mit neuartigen Zellgehäusen beitragen. Diese umfassen Zellfunktionsdeckel mit elektrischer Kontaktierung sowie die PTFE-Abdichtung und zeichnen sich durch eine besonders verlustarme Stromübertragung sowie integrierte Sicherheitsfunktionalitäten aus.

Neben Zellverbindern und Zellgehäusemodulen wurde weiter an Druckausgleichsystemen für die Notentgasung und Entlüftung von Hochvoltspeichern gearbeitet. Die Technologie dafür basiert auf PTFE-Membranen der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH.

Die Entwickler-Teams in der Batterietechnik forschten aber auch außerhalb des Automobilbereichs an neuen Konzepten. Dabei konzentrierte man sich auf skalierbare Speicherlösungen für Nischenanwendungen, zum Beispiel in Flurförderzeugen. Hier wird in den kommenden Jahren ein interessantes Einsatzgebiet für Hochvoltspeicher gesehen.

Mit den erfolgreichen Entwicklungsprojekten und dem Anlauf der Serienfertigung des ersten Großprojekts hat sich die ElringKlinger-Batterietechnik 2013 eine starke Position im Markt für Komponenten für Lithium-Ionen-Batterien und andere Hochenergiespeicherkonzepte aufgebaut.

In den kommenden Jahren sieht sich das Unternehmen somit aussichtsreich positioniert, um von der Elektrifizierung und vor allem der zunehmenden Anzahl an Hybrid-Konzepten zu profitieren.

Brennstoffzellen-Technologie: Erste Systeme im Praxiseinsatz

Bereits seit fast 15 Jahren arbeitet ElringKlinger im Bereich Neue Geschäftsfelder auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnik. Die zumeist langfristigen Projekte wurden 2013 auf dem Weg zur Markteinführung weiter vorangebracht.

ElringKlinger ging in diesem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld auch 2013 in finanzielle Vorleistung. Die Umsatzbeiträge fielen dagegen erwartungsgemäß noch niedrig aus.

Mehrere Entwicklungsprojekte qualifizierten sich für Förderprogramme der öffentlichen Hand für alternative Antriebstechnologien und verbesserte Energieeffizienz. Diese Mittel trugen dazu bei, die Aufwendungen für den entwicklungsintensiven Bereich teilweise zu decken.

Das Unternehmen konnte 2013 mehrere interessante Patente und Schutzrechte anmelden, die eine vereinfachte Herstellung von metallischen Bipolarplatten für Brennstoffzellenstacks ermöglichen. Dies stellt eine ganz wesentliche Voraussetzung für niedrigere Fertigungskosten dar, die heute noch einer breiten Markteinführung der Brennstoffzellentechnik im Wege stehen. Klare Zielsetzung der Entwicklungsarbeit und Applikationstechnik der Sparte war es 2013, das in mehr als einem Jahrzehnt aufgebaute Material- und Prozess-Know-how einzusetzen, um vorhandene Laborlösungen und Prototypen zu kommerzialisierbaren Produktkonzepten weiterzuentwickeln.

Bipolarplatten und komplette Brennstoffzellenstacks für PEM und S0FC

ElringKlinger entwickelt und fertigt Bipolarplatten sowohl für PEM-Brennstoffzellen (Proton Exchange Membran) als auch für die sogenannte Hochtemperaturbrennstoffzelle SOFC (Solid Oxide Fuel Cell). Diese Schlüsselkomponenten werden im Brennstoffzellenstapel in großen Stückzahlen benötigt. Das Unternehmen produziert Bipolarplatten bereits in Serie, komplette Stacks werden auf seriennahen Produktionsanlagen hergestellt. Dazu setzt ElringKlinger hoch präzise Stanzprägeverfahren in Folgeverbund-Werkzeugtechnologie und Laserschweißprozesse ein. Im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit standen 2013 die Optimierung des Plattendesigns, neue Abdichtungsverfahren und der Einsatz neuer Materialien mit dem Ziel, die Leistung zu verbessern und gleichzeitig Kosteneinsparungen zu realisieren.

SOFC-Stacks für die Stromversorgung im Lkw

Zusammen mit zwei Kooperationspartnern arbeitete ElringKlinger 2013 weiter an einer SOFC-Brennstoffzelleneinheit, die für Anwendungen in Nutzfahrzeugen konzipiert wurde.

Der amerikanische Gesetzgeber hat mit dem sogenannten "Non-Idling Law" einen interessanten Markt für Hilfsaggregate im Lkw geschaffen. Die Verordnung untersagt in den meisten US-Bundesstaaten, den Lkw-Motor im Standbetrieb laufen zu lassen, um die Stromversorgung bzw. Klimatisierung zu betreiben. In der Folge entstand ein hoher Bedarf an Zusatzsystemen, die diese Aufgaben übernehmen, ohne dass der Fahrzeugmotor läuft.

Die ElringKlinger-Lösung wandelt Energieträger wie Diesel oder auch Erdgas mit hohem Wirkungsgrad in elektrische Energie um. Die umweltfreundlichen Brennstoffzellen sollen die derzeit im Lkw verwendeten Nachrüstaggregate auf Basis von Verbrennungsmotoren ersetzen. Sie zeichnen sich durch einen überlegenen Wirkungsgrad aus, sind deutlich leiser im Betrieb und erzeugen wesentlich weniger schädliche Emissionen.

Mit Hilfe eines optimierten Stack-Designs konnten 2013 die geforderten Leistungswerte von bis zu 3,5 kW realisiert werden. Erste Demonstrationssysteme wurden bereits gefertigt. In umfangreichen Testläufen wird derzeit die geforderte Lebensdauer nachgewiesen.

Brennstoffzellen für die dezentrale Energieversorgung

Die Entwickler der Brennstoffzellentechnik verfolgten 2013 auch das Konzept eines SOFC-Leichtbau-Brennstoffzellenstacks, das in der dezentralen Strom- und Wärmeversorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern verwendet werden soll. Als Energieträger können unterschiedliche Brennstoffe, vorzugsweise Erdgas, genutzt werden. Die stark gestiegenen Strompreise tragen dazu bei, dass diese Technologie im Vergleich zur klassischen Versorgungstechnik immer wettbewerbsfähiger wird. 2013 konnte die Lebensdauer dieser Applikation signifikant verbessert werden. Derzeit wird an feldtesttauglichen Demonstratoren mit einer Leistung von 1 bis 1,5 kW gearbeitet. Mit dem Feldtest soll in ein bis zwei Jahren begonnen werden.

PEM-Brennstoffzellensystem für Flotteneinsatz

Bereits in der Praxis angekommen ist ein von ElringKlinger seit 2012 entwickeltes, rein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellenstack, das in der Energiezelle bei Flurförderzeugen Verwendung findet und dort die bisher eingesetzte Batterie ersetzt.

ElringKlinger arbeitet hier mit einem Kooperationspartner aus dem Bereich Leistungselektronik, einem führenden Hersteller von Flurförderzeugen sowie einem großen internationalen Logistikkonzern zusammen.

Das Stack wird in Kombination mit einer Lithium-Ionen-Batterie, die als Leistungspuffer dient, zu einer leistungsstarken Energiezelle zusammengeschlossen, die komplett emissionsfrei arbeitet. Je nach benötigter Antriebsleistung können wenige Watt bis hin zu 11 kW über die gesamte Betriebszeit abgerufen werden. Die Energiezelle lässt sich in nur drei Minuten nachtanken, was im Vergleich zu reinen Batteriesystemen insbesondere im Mehrschichtbetrieb in einem Logistikzentrum einen entscheidenden Vorteil darstellt. Der Aufbau der erforderlichen Wasserstoffinfrastruktur ist bei großen Fahrzeugflotten in diesen Zentren bereits heute betriebswirtschaftlich sinnvoll.

Die umfangreichen Test- und Prüfprozesse schloss ElringKlinger 2013 erfolgreich ab; die ersten Systeme wurden bereits in Kleinserie produziert.

Gut gefüllte Produkt-Pipeline trägt überproportionales Umsatzwachstum

Die ElringKlinger-Gruppe sieht sich aufgrund der kontinuierlichen Entwicklung weiterer Anwendungen für bestehende Konzepte und Verfahren sowie der umfangreichen Vorleistungen für neue Produkte im Bereich der alternativen Antriebstechnologien gut dafür positioniert, auch in den kommenden Jahren stärker als der Fahrzeugmarkt zu wachsen. Die Neuentwicklungen von Hug im Bereich Abgasreinigungstechnologie bieten - auch außerhalb der Automobilindustrie - zusätzliche Wachstumschancen.

Konjunkturelle Entwicklung und Branchenumfeld

Weltwirtschaft gewinnt im Jahresverlauf 2013 an Kraft - weiterhin große regionale Unterschiede

Trotz der immer noch schwelenden internationalen Schuldenkrise hat die Weltwirtschaft 2013 an Fahrt gewonnen. Allerdings war die Entwicklung von regional stark unterschiedlichen Tendenzen im Euroraum einerseits und in Asien sowie Nordamerika andererseits geprägt. In Summe legte die Wirtschaftsleistung rund um den Globus um 3,0 % (3,1 %) zu.

Die Eurozone arbeitete sich 2013 schrittweise aus der Rezession heraus. Im vierten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP), unterstützt von den geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, erstmals wieder leicht an. Zum Jahresende kehrte der Euroraum wieder zu leichtem Wachstum zurück. Dennoch verblieb im Gesamtjahr 2013 ein deutlicher Rückgang beim BIP. Auch Deutschland konnte sich der schwachen europäischen Konjunktur nicht ganz entziehen. Gestützt auf die anziehende Binnennachfrage und die Exporte nach Asien und Nordamerika behielt die deutsche Wirtschaft dennoch ihren Wachstumskurs bei.

Die USA haben 2013 konjunkturell an Fahrt gewonnen. Trotz der Abgabenerhöhungen zu Jahresbeginn, der Reduzierung staatlicher Ausgaben und des immer wieder aufflammenden Budgetkonflikts erholte sich der Arbeitsmarkt spürbar. Zusammen mit der Niedrigzinspolitik der Fed unterstützte diese Entwicklung den Wirtschaftsaufschwung. In Brasilien präsentierte sich das BIP-Wachstum im Jahresverlauf volatil und schwächte sich zum Jahresende hin ab.

Insgesamt verblieb für die größte Volkswirtschaft Südamerikas 2013 ein vergleichsweise solider Zuwachs.

Die aufstrebenden Schwellenländer Asiens blieben die Konjunkturlokomotive. So wartete China mit einem ungebrochen dynamischen Anstieg des BIP auf. Die ASEAN-Staaten legten ebenfalls ein hohes Wachstumstempo vor, während das Wirtschaftswachstum in Indien trotz weiterer Zuwächse insgesamt enttäuschend ausfiel. Die japanische Volkswirtschaft entwickelte sich, getragen von einer sehr lockeren Geldpolitik und anhaltenden Yen-Schwäche, besser als im Vorjahr.

Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt Veränderung zum Vorjahr

2012 2013
Welt 3,1 % 3,0 %
Deutschland 0,9 % 0,5 %
Eurozone -0,7 % -0.4 %
USA 2,8 % 1,9 %
Brasilien 1,0 % 2,3 %
China 7,7 % 7,7 %
Indien 3,2 % 4,4 %
Japan 1,4 % 1,7 %

Quelle: Internationaler Währungsfonds (Januar 2014)

Zweite Jahreshälfte bringt Stabilisierung auf Europas Automärkten - China und USA bleiben die Wachstumsmotoren

Die Pkw-Nachfrage und letztlich auch die Pkw-Produktionszahlen folgen üblicherweise der konjunkturellen Entwicklung. Dementsprechend präsentierten sich die weltweiten Automobilmärkte 2013 in sehr unterschiedlicher Verfassung.

Im krisengeprägten Westeuropa fielen die Pkw-Neuzulassungen bis Mitte 2013 so tief wie seit 1995 nicht mehr. Im zweiten Halbjahr zeichnete sich auf diesem extrem niedrigen Niveau eine Bodenbildung ab, so dass das Minus bei den Pkw-Neuzulassungen im Gesamtjahr geringer ausfiel als ursprünglich erwartet. Insbesondere der Dezember überraschte mit vergleichsweise starken Zuwächsen. In diesem Zeitraum stieg der Pkw-Absatz in Westeuropa erstmals nach vier Jahren wieder zweistellig (12,7 %). Von einer substanziellen Erholung waren die europäischen Fahrzeugmärkte aber noch weit entfernt. Selbst im wirtschaftlich besser dastehenden Deutschland ging das Kaufinteresse zurück und die Pkw-Neuzulassungen fielen hinter das Vorjahresniveau zurück. Die Exporte der deutschen Fahrzeughersteller, vor allem nach Asien und Nordamerika, konnten dagegen weiter zulegen (1,7 %). Davon profitierte die inländische Pkw-Produktion, die auf einen neuen Rekordwert von 5,4 Mio. Fahrzeugen kletterte.

Auch in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland und Indien, in die man zum Jahresanfang noch hohe Hoffnungen gesetzt hatte, wurden deutlich weniger Autos verkauft als im Vorjahr.

Im Gegensatz dazu setzten die Fahrzeugmärkte in China und USA ihren Erfolgskurs 2013 unverändert fort. In China, das sich mittlerweile als größter Einzelmarkt der Welt etabliert hat, lief die Autokonjunktur auf Hochtouren. Darüber hinaus überraschten auch die USA positiv. Dank günstiger Finanzierungsbedingungen und Ersatzkäufen aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Fahrzeuge erreichte der Pkw-Absatz mit gut 15,6 Mio. verkauften Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wieder das Vorkrisenniveau von 2007.

In Summe konnte die starke Entwicklung in Asien und den USA die extrem schwache Nachfrage in Europa und einigen Schwellenländern ausgleichen. Der globale Automobilabsatz stieg demnach 2013 um 3,5 %. Im gleichen Zeitraum produzierten die Fahrzeughersteller weltweit 3,1 % mehr Pkw als im Vorjahr.

PKW-Neuzulassungen 2013 Veränderung zum Vorjahr (in %)

Quellen: VDA, ACEA, Automotive News Data Center (Januar 2014)

ElringKlinger konnte sich in diesem Marktumfeld gut behaupten. Neben der hohen Anzahl neuer Produkte ermöglichte das strukturelle Wachstum vieler Geschäftsbereiche, wie zum Beispiel Spezialdichtungen oder Kunststoffgehäusemodule, es der ElringKlinger-Gruppe, erneut stärker zu wachsen als der Markt.

Das Unternehmen war in der Lage, die massive Absatzschwäche der Pkw-Märkte in Europa aufzufangen. Zum einen ist ElringKlinger in den dynamisch wachsenden Schwellenländern stark vertreten (Abschnitt "Standorte und Märkte", ElringKlinger im Überblick). Der direkte Umsatzanteil in Asien beispielsweise legte 2013 auf 16,1 % (15,9 %) zu. Inklusive der Exporte erwirtschaftet ElringKlinger über 50 % seiner Erstausrüstungsumsätze im NAFTA-Raum und in Asien. Eine detaillierte Aufteilung der Konzernerlöse nach Regionen findet sich im Kapitel "Umsatz- und Ertragsentwicklung". Zum anderen erzielt der Konzern rund 25 % seiner Erstausrüstungsumsätze mit deutschen Premiumherstellern und Tier-1-Zulieferern, die besonders von der starken Nachfrage aus China und den USA profitieren. Damit partizipiert ElringKlinger auch mittelbar von den positiven Entwicklungen in diesen Regionen.

Euro-Vl-Einführung sorgt für Vorzieheffekte bei Lkw in Europa - Nutzfahrzeugmarkt in den USA schrumpft

Im Nutzfahrzeuggeschäft spiegelte sich das konjunkturelle Klima noch stärker wider als im Pkw-Segment: Die wirtschaftliche Lage und letztlich das Frachtaufkommen sind für Speditionen ein wesentliches Kriterium, wenn über die Anschaffung neuer Lkw nachgedacht wird.

Dementsprechend fragil stellte sich das Nutzfahrzeuggeschäft in Westeuropa in den ersten sechs Monaten 2013 dar. Erst in der zweiten Jahreshälfte kam es zu einem deutlichen Nachfrageschub. Im Dezember nahm der Markt ordentlich Fahrt auf. Hauptgrund dafür waren vorgezogene Lkw-Käufe aufgrund der Euro-VI-Abgasnorm, die zum 1. Januar 2014 in Kraft trat. Die Flottenbetreiber kauften oftmals noch die deutlich günstigeren Euro-V-Fahrzeuge. Dank dieser Jahresendrallye schloss das Jahr 2013 sogar mit einem überraschenden Plus bei den Neuzulassungen schwerer und mittelschwerer Lkw in der Eurozone. In Osteuropa wurden 2013 in Summe mehr mittelschwere und schwere Lkw abgesetzt als im Vorjahr. In Russland lagen die Verkäufe in diesem Segment um mehr als ein Viertel unter den Vergleichszahlen von 2012. In Deutschland dagegen verharrten die Lkw-Neuzulassungen auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres.

In den USA machte sich nach einem insgesamt schwachen Lkw-Jahr Ende 2013 ein Anziehen der Nutzfahrzeugmärkte bemerkbar. So wurden im Dezember 2013 knapp 9 % mehr schwere Lkw (Class 8) abgesetzt. Dennoch verblieb im Gesamtjahr 2013 noch ein deutliches Minus bei den Lkw-Verkäufen. Demgegenüber zeigt sich der Truck-Markt in Brasilien robust. 2013 fanden dort fast 20 % mehr schwere Lastkraftwagen einen Käufer als im Jahr zuvor.

Neuzulassungen mittelschwerer und schwerer Lkw 2013 Veränderung zum Vorjahr (in %)

Quellen: ACEA, Automotive News Data Center (Januar 2014)

Das Lkw-Segment gewinnt für ElringKlinger an Bedeutung: 2013 stieg der Anteil der Erstausrüstungsumsätze mit Lkw-Teilen auf rund 15 % (13 %). Gestützt auf zahlreiche neue Produkte im Bereich Kunststoffgehäusemodule, wie zum Beispiel Ventilhauben, Ölwannen oder Ladeluftrohre, erzielt ElringKlinger in den neuen Euro-VI-Lkw einen deutlich höheren Umsatz je Fahrzeug.

Wesentliche Ereignisse

Erklärtes Ziel der ElringKlinger AG ist es, die Minderheitsanteile im Konzern so weit wie möglich zurückzuführen. So erwarb die ElringKlinger AG 2013 von Mitgliedern der früheren Eigentümerfamilie sowie einem weiteren Gesellschafter zusätzliche 24,99 % der Anteile an dem Abgasreinigungsspezialisten Hug Engineering AG. Der Erwerb erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2013. ElringKlinger hält damit 93,67 % an der Schweizer Tochtergesellschaft, die bereits im Mai 2011 mehrheitlich übernommen wurde. Hug bildet im Konzern den neu gegründeten Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung (ElringKlinger im Überblick).

Die Ertragssituation der Hug-Gruppe wurde 2013 signifikant verbessert: Die Umsätze stiegen auf 57,6 (36,6) Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis belief sich dabei auf 12,9 (-3,5) Mio. Euro. Der Kaufpreis für die zusätzlichen Anteile betrug rund 4,6 Mio. Euro.

Mit dem Zukauf festigte ElringKlinger seine Position in dem stark wachsenden Bereich der Abgasreinigungstechnologie, um technische Innovationen am Markt noch schneller durchzusetzen und neue Anwendungsgebiete und Regionen zu erschließen.

Im Rahmen der strategischen Unternehmensentwicklung übernahm ElringKlinger 2013 das südkoreanische Joint Venture ElringKlinger Korea Co., Ltd. vollständig. Die koreanische Gesellschaft erzielte 2013 Erlöse in Höhe von 10,3 Mio. Euro. ElringKlinger zahlte für die restlichen 50 % der Anteile einen Kaufpreis von rund 4,3 Mio. Euro an die Miteigentümerfamilie. Seit dem 1. Februar 2013 wird die Tochtergesellschaft, die zuvor quotal in den Konzernabschluss einbezogen worden war, voll konsolidiert.

In Südkorea werden Zylinderkopf- und Spezialdichtungen sowie Hitzeschilde und Kunststoffgehäusemodule produziert. Nach der vollständigen Übernahme errichtete ElringKlinger in Südkorea ein neues Werk am Standort Gumi, um seine Position auf dem asiatischen Markt sowie die Beziehungen zu den koreanischen Fahrzeugherstellern weiter auszubauen.

Ebenfalls im Zuge seiner Asien-Expansion hat die ElringKlinger AG mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 mit seinem japanischen Joint-Venture-Partner eine vertragliche Vereinbarung über die Kontrollausübung am 50:50 Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation, Japan, getroffen. Der Kontrollerwerb macht gemäß IFRS eine vollständige Einbeziehung der Gesellschaft in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns erforderlich. Daraus resultiert für 2013 ein Einmalertrag von 17,6 Mio. Euro. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 wird das bisher quotal mit 50 % in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogene Joint Venture voll konsolidiert.

Das japanische Joint Venture ist für die Asien-Strategie der ElringKlinger-Gruppe von wesentlicher Bedeutung, und hier vor allem im stark wachsenden ASEAN-Raum. ElringKlinger erwirtschaftet inklusive der Exporte bereits rund 25 % der Umsatzerlöse in der Erstausrüstung im asiatischen Raum mit steigender Tendenz.

Vor dem Hintergrund, die nicht beherrschenden Anteile kontinuierlich zu reduzieren, übernahm die ElringKlinger AG im Geschäftsjahr 2013 für rund 0,7 Mio. Euro die noch ausstehenden 10 % der Anteile an der Elring Parts Ltd., Großbritannien. Außerdem erwarb die ElringKlinger AG für ca. 0,6 Mio. Euro die restlichen 49 % an der ElringKlinger South Africa (Pty) Ltd., Südafrika. Damit ist ElringKlinger jeweils der alleinige Eigentümer dieser Tochterunternehmen.

Zur Optimierung der Konzernstrukturen wurde der Werkzeugspezialist Hummel-Formen GmbH, Lenningen, im Jahr 2013 auf die ElringKlinger AG verschmolzen. Der Standort Lenningen wird seitdem als Werk der ElringKlinger AG geführt und ergänzt als Kompetenzzentrum für Kunststoffspritzgießwerkzeuge den bestehenden Werkzeugbau der ElringKlinger-Gruppe.

Umsatz- und Ertragsentwicklung

Rekordumsatz trotz extremer Marktschwäche in Europa und Währungskursbelastungen

Trotz der schwierigen Marktsituation in Europa gelang es der ElringKlinger-Gruppe 2013, stärker als die globalen Fahrzeugmärkte zu wachsen.

Produktneuanläufe sowie die hohe Exportnachfrage aus Nordamerika und Asien haben dazu beigetragen, dass ElringKlinger die extrem schwachen Pkw-Verkaufszahlen auf den westeuropäischen Fahrzeugmärkten überkompensieren konnte.

Der Konzernumsatz stieg um 4,3 % auf 1.175,2 (1.127,2) Mio. Euro.

Die Wechselkursentwicklung des US-Dollars sowie des brasilianischen Reals, der indischen Rupie und der übrigen asiatischen Währungen beeinträchtigte vor allem in der zweiten Jahreshälfte spürbar die Entwicklung des Konzernumsatzes. ElringKlinger erzielte rund 40 % der Umsatzerlöse außerhalb des Euroraums. Aus der Umrechnung der Erlöse in die Konzernwährung Euro ergab sich 2013 beim Umsatz ein senkender Effekt in Höhe von 24,7 Mio. Euro. Bei unveränderten Wechselkursen hätte das Umsatzwachstum des Konzerns 6,4 % betragen.

Der vollständige Erwerb des Joint Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd., Gumi, Südkorea, zum 1. Februar 2013 hat im laufenden Jahr zusätzliche 4,7 Mio. Euro zum Konzernumsatz beigetragen. Aus dem Übergang zur Vollkonsolidierung ergab sich im Konzern ein nicht zahlungswirksamer Einmalertrag von 1,4 Mio. Euro. Bedingt durch Zusatzkosten für den Umzug in das neu errichtete Werk in Gumi fiel der Beitrag zum Konzernergebnis leicht negativ aus.

Im vierten Quartal 2013 zog die Wachstumsdynamik trotz ungünstiger Währungskurseffekte etwas an. Die ElringKlinger-Gruppe steigerte die Umsatzerlöse in diesem Zeitraum um 4,9 % auf 291,1 (277,6) Mio. Euro. Zu unveränderten Wechselkursen hätte das Wachstum bei 7,9 % gelegen.

Umsatzziel für 2013 erreicht, EBIT von Wechselkursen und Anlaufkosten für E-Mobility belastet

Das Jahresziel für 2013, den Konzernumsatz um 5 bis 7 % organisch (d.h. wechselkursbereinigt und unter Herausrechnung der Akquisitionseffekte) zu steigern, konnte erreicht werden. Die Umsatzerlöse des Konzerns wuchsen auf bereinigter Basis um 6,0 %.

Für das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hatte der Konzern ursprünglich mit einem Anstieg in den Bereich von 150 bis 155 Mio. Euro - und damit mit einer im Vergleich zur Umsatzausweitung überproportionalen Entwicklung -geplant. Vor allem aufgrund unerwartet hoher negativer Wechselkurseffekte sowie weiterer Anlaufverluste im Bereich E-Mobility wurde die vorgesehene Bandbreite mit dem erreichten Wert von 144,7 Mio. Euro knapp verfehlt.

Dennoch konnte das Mittelfristziel, das bereinigte EBIT überproportional zur Umsatzausweitung zu steigern, erneut realisiert werden. Die um Einmaleffekte bereinigte EBIT-Marge stieg dementsprechend von 12,0 % auf 12,3 %.

Entwicklung der Akquisitionen: Deutlicher Umsatzanstieg und Turnaround beim Abgasspezialisten Hug

Vor allem die hohe Nachfrage im US-Nachrüstgeschäft für Lkw, neue Projekte bei Binnenschiffen sowie das Geschäft mit Abgasreinigungssystemen für erdgasbetriebene Kraftwerksanlagen ließen den Umsatz der Hug-Gruppe 2013 auf 57,6 (36,6) Mio. Euro steigen. Einen maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der Erfolg des Dieselpartikelfiltersystems "mobiclean™ R". Die Vorschriften der kalifornischen Umweltbehörde CARB (California Air Resources Board) erfordern die Nachrüstung von On-Road-Fahrzeugen über 6,34 t mit Dieselpartikelfiltern. In Kombination mit dem hochwirksamen, edelmetallfreien katalytischen Beschichtungsmaterial CleanCoat™ verfügt ElringKlinger hierfür über ein besonders leistungsfähiges System. 2013 akquirierte Hug Engineering Inc., Austin, USA, mehrere Flottenaufträge unter anderem von der amerikanischen Post. Im CARB-Nachrüstgeschäft erreichte die Hug-Tochtergesellschaft einen beachtlichen Marktanteil von über 30 %.

Während 2012 beim Ergebnis vor Ertragsteuern noch ein Verlust von 3,5 Mio. Euro anfiel, wurde 2013 ein Vorsteuerergebnis von 12,9 Mio. Euro erwirtschaftet. Darin enthalten war ein negativer Effekt aus der ursprünglichen Kaufpreisallokation in Höhe von 1,3 (-1,9) Mio. Euro. Damit konnte die Hug-Gruppe das Ziel, die Konzernmarge zu erreichen, realisieren und sogar übertreffen.

Die Restrukturierungsmaßnahmen und der Einsatz modernster Fertigungstechnologien haben maßgeblich zum Turnaround und der schrittweisen Verbesserung der Ertragslage bei der Hug-Gruppe beigetragen. Darüber hinaus startete die Produktion neuer Produkte und es verbesserte sich die Auslastung.

Der 2012 zugekaufte und auf die ElringKlinger AG verschmolzene Hug-Zulieferer ThaWa GmbH, Thale, Deutschland, wurde als Produktionsstandort in die ElringKlinger AG integriert. Im ersten Halbjahr 2013 wurde dort ein neues Fertigungsgebäude für das Präzisionsschweißen, Canning von Dieselpartikelfiltern und die Herstellung von Gehäusen für komplette Abgasreinigungssysteme in Betrieb genommen. Der Umzug von Teilen der Fertigung sowie der Logistik von den Schweizer Hug-Standorten wurde abgeschlossen. Die Produktion ist angelaufen und trägt zu Kostenreduzierung und verringertem Währungskursrisiko im Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung bei.

Restrukturierung bei ElringKlinger Meillor SAS zeigt Erfolge

Die anhaltende Schwäche des französischen Fahrzeugmarkts, in dem die Pkw-Neuzulassungen 2013 nochmals um 5,7 % zurückgingen, führte auch zu rückläufigen Umsätzen am Standort der ehemaligen Freudenberg-Gesellschaft ElringKlinger Meillor SAS, Nantiat, Frankreich. In Summe zogen die Umsatzerlöse aller ehemaligen Freudenberg-Standorte allerdings moderat auf 50,4 (49,8) Mio. Euro an. Der Standort Gelting, Deutschland, der 2011 auf die ElringKlinger AG verschmolzen wurde, entwickelte sich aufgrund der starken Nachfrage nach Abgas- und Turboladerdichtungen überaus positiv.

Während mit Gelting, Deutschland, sowie Settimo Torinese, Italien, zwei der ehemaligen Freudenberg-Standorte deutlich positive Ergebnisbeiträge erzielten, lag das Ergebnis vor Ertragsteuern 2013 bei der französischen Tochtergesellschaft ElringKlinger Meillor SAS noch im negativen Bereich.

Um die Kapazitäten an die schwache Nachfragesituation anzupassen, führte ElringKlinger am Standort Nantiat in Frankreich im ersten Quartal 2013 Restrukturierungsmaßnahmen durch und reduzierte die Personalstärke. Dafür wurden einmalige Aufwendungen in Höhe von 1,8 Mio. Euro gebucht. Diese waren der maßgebliche Grund für das negative Ergebnis vor Ertragsteuern bei ElringKlinger Meillor SAS in Höhe von minus 2,5 Mio. Euro im Gesamtjahr. Im vierten Quartal 2013 wurde dagegen ein deutlich positives Ergebnis erzielt.

In Summe stieg der Ergebnisbeitrag der ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften von 0,1 Mio. Euro 2012 auf 2,1 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2013, wobei sich die Ertragssituation im Jahresverlauf sukzessive verbesserte.

Einmalertrag aufgrund Kontrollerwerb am Japan-Joint-Venture von rund 18 Mio. Euro

Das japanische Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation ist für die Asien-Strategie des ElringKlinger-Konzerns von wesentlicher Bedeutung - insbesondere auch mit Blick auf den stark wachsenden ASEAN-Raum.

Die ElringKlinger AG hat mit dem Joint-Venture-Partner eine vertragliche Vereinbarung über die Kontrollausübung am 50:50 Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation getroffen. Damit übt die ElringKlinger AG mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 die wirtschaftliche Kontrolle über die Marusan-Gruppe mit insgesamt 5 Einheiten aus. Der Kontrollerwerb macht gemäß IFRS eine vollständige Einbeziehung der Gesellschaft in den Konsolidierungskreis des ElringKlinger-Konzerns erforderlich. Aus diesem Umstand und dem Ergebnis der Entkonsolidierung resultierte ein saldierter einmaliger Ertrag in Höhe von 17,6 Mio. Euro. Auf die Umsatzerlöse des Konzerns ergab sich 2013 kein Effekt (Anhang).

Das bisher quotal mit 50 % in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogene Joint Venture wurde zum 31. Dezember 2013 voll konsolidiert. Dadurch werden sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um rund 25 Mio. Euro und das Vorsteuerergebnis um ca. 1,5 Mio. Euro erhöhen. Gegenläufig wirken sich 2014 allerdings die aus der Kaufpreisallokation resultierenden Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von rund 2,2 Mio. Euro aus.

Solides Wachstum in Asien - Europageschäft entwickelt sich besser als der Markt

In Deutschland stieg die Pkw-Produktion 2013 nur leicht um 1 % an. Dagegen konnte der ElringKlinger-Konzern die Erlöse im Inland um 6,5 % auf 360,8 (338,9) Mio. Euro steigern. Maßgebliche Faktoren für die deutlich über dem Marktwachstum liegende Zuwachsrate waren die Markteinführung neuer Produkte sowie der hohe Umsatzanteil im Geschäft mit den deutschen Premiumherstellern und Zulieferern. Deren Produktion in Deutschland profitierte von der anhaltend starken Nachfrage aus Asien und Nordamerika. Etwas mehr als drei Viertel der inländischen Pkw-Produktion gingen in den Export. Letztlich führte die stark anziehende Pkw-Nachfrage auf den Endmärkten Asiens und Nordamerikas zu einem nicht unwesentlichen Teil auch zu Produktionszuwächsen bei den inländischen Gesellschaften des ElringKlinger-Konzerns.

Infolgedessen nahm der Inlandsanteil am Konzernumsatz 2013 auf 30,7 % (30,1 %) zu. Deutschland blieb damit der wichtigste Einzelmarkt für die ElringKlinger-Gruppe.

Obwohl 2013 die Pkw-Neuzulassungen in den westeuropäischen Märkten auf ein 25-Jahrestief zurückgingen, steigerte der ElringKlinger-Konzern die Umsätze in der Region "Übriges Europa" um 4,7 % auf 358,8 (342,7) Mio. Euro. Auch in dieser Region muss berücksichtigt werden, dass ein großer Teil der dort gefertigten Motoren, Getriebe und Fahrzeuge, für die ElringKlinger Teile zuliefert, nach Asien und Nordamerika exportiert wurden.

Die Konzernerlöse im nordamerikanischen Raum stiegen auf 200,6 (197,8) Mio. Euro. Während der Konzern im ersten Halbjahr 2013 aufgrund produktmixbedingter Rückgänge in Kanada noch leichte Umsatzeinbußen verzeichnete, sorgte die vor allem in der zweiten Jahreshälfte starke Nachfrage bei den US-Tochtergesellschaften in Summe für ein Umsatzplus in der Region von 1,4 %.

In Südamerika beeinträchtigte die Abwertung des brasilianischen Reals gegenüber dem Euro die Umsatzentwicklung. So verzeichnete die Tochtergesellschaft Elring Klinger do Brasil Ltda. in Landeswährung ein hohes einstelliges Umsatzwachstum. Der negative Effekt aus der Währungskursumrechnung betrug 6,4 Mio. Euro. In Summe gingen die Umsatzerlöse in der Region "Südamerika und übrige" um 4,6 % auf 65,7 (68,9) Mio. Euro zurück.

Auf den asiatischen Märkten konnte das Unternehmen die Umsätze erneut ausweiten. Der Großteil der Umsatzzuwächse entfiel auf die chinesischen Tochtergesellschaften. Um den anhaltend starken Auftragseingang in der Fertigung abbilden zu können, baute ElringKlinger die Produktionskapazitäten vor allem am Standort Suzhou, China, weiter aus.

Trotz des schwachen indischen Fahrzeugmarktes legte auch die ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd. bei den Umsatzerlösen deutlich zu.

Die boomende ASEAN-Region beliefert ElringKlinger durch das neue Werk der 2012 gegründeten PT. ElringKlinger Indonesia, Karawang, Indonesien - ein Tochterunternehmen des Japan-Joint-Ventures ElringKlinger Marusan Corporation. Allerdings bremste der schwache Yen die Umsatzentwicklung bei der ElringKlinger Marusan Corporation spürbar aus.

Darüber hinaus verstärkte der Konzern mit der vollständigen Übernahme des koreanischen Joint Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd. zum 1. Februar 2013 auch die Aufstellung in Korea (Wesentliche Ereignisse) und intensivierte die Beziehungen zu den koreanischen Herstellern.

In Summe steigerte der ElringKlinger-Konzern den Umsatz in der Region Asien auf 189,5 (178,9) Mio. Euro. Damit wurde das Vorjahresniveau um 5,9 % übertroffen. Die Bedeutung der Absatzregion Asien für die ElringKlinger-Gruppe hat im Verlauf des Jahres 2013 weiter zugenommen. Der Anteil der Region "Asien-Pazifik" am Konzernumsatz stieg auf 16,1 % (15,9 %). Bezieht man den bereits beschriebenen positiven Exporteffekt für die ElringKlinger AG mit ein, lag der auf Asien entfallende Anteil der Erstausrüstungsumsätze am Konzernumsatz bei rund 25 %.

Insgesamt ging der reine Auslandsanteil am Konzernumsatz zwar auf 69,3 % (69,9 %) zurück. Dies war allerdings maßgeblich auf den hohen Produktionsanteil der ElringKlinger AG, Deutschland, für die ausländischen Absatzmärkte zurückzuführen.

Konzernumsatz nach Regionen 2013 (Vorjahr) in %

Deutschland 30,7 (30,1)
Übriges Europa 30,5 (30,4)
NAFTA 17,1 (17,5)
Asien-Pazifik 16,1 (15,9)
Südamerika und übrige 5,6 (6,1)

Bedeutung der internationalen Konzerngesellschaften steigt

In den Vorjahren erzielten die internationalen Tochterunternehmen ein prozentual deutlich höheres Umsatzwachstum als die Muttergesellschaft. 2013 war die Wachstumsrate der ElringKlinger AG weitgehend mit der der internationalen Tochtergesellschaften vergleichbar. In Summe stiegen die Erlöse der ausländischen Konzerngesellschaften 2013 um 5,1 % auf 630,3 (599,7) Mio. Euro, während der Umsatzbeitrag der Muttergesellschaft ElringKlinger AG zum Konzernumsatz um 5,5 % auf 449,9 (426,4) Mio. Euro zunahm.

Zu berücksichtigen ist hierbei, dass die ElringKlinger AG wie bereits erwähnt maßgeblich vom starken Export der deutschen bzw. europäischen Kunden nach Asien und Nordamerika profitierte. Außerdem wirkte sich die 2013 vollzogene Verschmelzung der Hummel-Formen GmbH umsatzerhöhend bei der ElringKlinger AG aus. Im Gegensatz zu der ganz überwiegend in Euro fakturierenden ElringKlinger AG wurden die Umsatzerlöse der meisten Tochtergesellschaften 2013 umrechnungsbedingt beeinträchtigt.

Absolut betrachtet erwirtschafteten die internationalen Konzerngesellschaften allerdings deutlich höhere Umsatzerlöse als die ElringKlinger AG. Dies spiegelt sich in dem auf 53,6 % (53,2 %) gestiegenen Anteil der ausländischen Konzerngesellschaften am Konzernumsatz wider.

Die Ergebnisentwicklung der ausländischen Tochtergesellschaften fiel gleichermaßen positiv aus. Diese erwirtschafteten 2013 in Summe ein Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 60,8 (57,3) Mio. Euro, was einer Zunahme von 6,1 % entspricht.

Erstausrüstung bleibt wichtigster Wachstumstreiber

Der Umsatzanstieg der ElringKlinger-Gruppe wurde auch 2013 in erster Linie von den Zuwächsen im größten Segment, der Erstausrüstung, getrieben.

Trotz gegenläufiger Effekte aus der Währungskursumrechnung konnte ElringKlinger die ausgeprägte Schwäche der westeuropäischen Fahrzeugmärkte und der BRIC-Märkte überkompensieren. Der Konzern steigerte die Umsatzerlöse im Segment Erstausrüstung 2013 um 4,9 % auf 951,0 (906,6) Mio. Euro. Ermöglicht wurde dies durch zahlreiche Produktneuanläufe sowie die weiterhin hohe Nachfrage aus Asien und Nordamerika. Dies führte nicht nur zu Erlössteigerungen bei den jeweiligen Landesgesellschaften, sondern schlug sich exportbedingt auch positiv bei der Umsatzentwicklung der Muttergesellschaft nieder.

Strukturell profitierte die Erstausrüstung von der wachsenden Nachfrage der Kunden nach Turboladerdichtungen, Komponenten für Automatikgetriebe, Abschirmteilen und Leichtbaumodulen aus Kunststoff. Bei diesen Produktgruppen steigt die Ausstattung bzw. die Anzahl der im Fahrzeug verbauten Teile weiterhin merklich an. Hohe Zuwächse resultierten auch aus den Neuanläufen bzw. der Umsatzausweitung im Bereich Abgasnachbehandlung.

2013 konnten fast alle Geschäftsbereiche des Segments Erstausrüstung Umsatzsteigerungen ausweisen. Prozentual die stärksten Zuwachsraten verbuchten die Geschäftsbereiche Spezialdichtungen, Abgasnachbehandlung sowie auf noch niedriger Basis E-Mobility.

Um Kraftstoff zu sparen, setzen fast alle Kunden auf Downsizing und Turboaufladung als technologische Kernelemente für die Reduzierung des Verbrauchs. Insbesondere der Bereich Spezialdichtungen konnte mit zahlreichen neuen Produktdesigns aufwarten und -parallel dazu - von höheren Ausstattungsraten mit Turboladern und immer komplexeren Abgassystemen profitieren.

Während im Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik die Nachfrage nach gewichtsreduzierten Kunststoffleichtbaumodulen bei Pkw spürbar anzog, litt der Lkw-Bereich unter der verschobenen Euro-VI-Einführung. Der Umsatz mit neuen Ventilhauben-, Ölwannen und Ölsaugrohrmodulen für Lkw, die eine signifikante Gewichtseinsparung ermöglichen, blieb daher noch spürbar hinter den Erwartungen zurück.

Der Geschäftsbereich Abschirmtechnik konnte die Umsatzerlöse trotz der Nachfrageschwäche der im Kundenstamm stark vertretenen westeuropäischen Pkw-Hersteller ebenfalls ausweiten. In Anbetracht der zunehmenden Bedeutung des Thermomanagements rund um den Motor und den Abgasstrang sowie der gleichzeitig steigenden Relevanz von Lösungen für den Schallschutz, sieht sich die Abschirmtechnik als Anbieter von kombinierten Gesamtlösungen gut positioniert.

Der neue Bereich E-Mobility befand sich 2013 mit mehreren Projekten in der Anlaufphase. Die Erlöse in der Batterietechnik stiegen um 27,3 % auf 8,4 (6,6) Mio. Euro. Die hohen Vorleistungen für Neuentwicklungen und der Aufbau der Serienproduktion belasteten das Ergebnis, das angesichts der noch niedrigen Umsätze negativ war. Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Geschäftsbereichs E-Mobility lag 2013 bei minus 7,3 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern im Segment Erstausrüstung wurde 2013 spürbar von negativen Wechselkurseffekten sowie den beschriebenen Anlaufkosten im Bereich E-Mobility geschmälert. Im Gegenzug dazu wirkte sich das hohe Ertragswachstum bei der Hug-Gruppe positiv auf das Segmentergebnis der Erstausrüstung aus.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass der gesamte Einmalertrag aus der Kontrollübernahme am Japan-Joint-Venture vollständig in diesem Segment zum tragen kam. In Summe stieg das Vorsteuerergebnis im Segment Erstausrüstung auf 109,7 (82,6) Mio. Euro. Um den bereits erwähnten Einmaleffekt bereinigt, legte das Ergebnis vor Ertragsteuern in der Erstausrüstung um 11,5 % auf 92,1 Mio. Euro zu.

Konzernumsatz nach Segmenten 2013 (Vorjahr) in Mio. €

Ersatzteilgeschäft von einmaligem Sonderaufwand belastet

Im Segment Ersatzteile zogen die Erlöse nach einem schwächeren ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas stärker an. In Summe stieg der Umsatz im Ersatzteilgeschäft 2013 um 1,3 % auf 119,3 (117,8) Mio. Euro.

Die konjunkturelle Schwäche und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den meisten süd- und westeuropäischen Staaten wirkten sich belastend aus. Fahrzeughalter schoben Reparaturen aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation häufig so weit wie möglich auf. Hinzu kam, dass aufgrund der 2009 in zahlreichen europäischen Staaten aufgelegten Abwrackprämien das durchschnittliche Fahrzeugalter im Kleinwagensegment noch vergleichsweise jung war. Dies hatte ebenfalls weniger Reparaturbedarf zur Folge. Dadurch stagnierten die Umsätze in der Region Westeuropa. Mit der Übernahme des Bereichs "Metallische Flachdichtungen" der Freudenberg Gruppe im Jahr 2011 hat ElringKlinger das Angebot an Zylinderkopf- und Spezialdichtungen für den französischen und italienischen Markt erweitert. Mit dem breiteren Produktprogramm wird ElringKlinger mittelfristig in die Lage versetzt, interessantes zusätzliches Absatzpotenzial auf diesen wichtigen Ersatzteilmärkten zu generieren.

Gute Zuwachsraten erzielte das Ersatzteilsegment dagegen auf den Exportmärkten Osteuropa sowie in Afrika, während der Mittlere Osten auf hohem Niveau leichte Umsatzeinbußen hinnehmen musste.

Im Zusammenhang mit der Markterschließung verbuchte das Segment Ersatzteile im dritten Quartal 2013 einmalige Sonderaufwendungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro. Dies war neben produktmixbedingten Verschiebungen die wesentliche Ursache für den Rückgang beim Ergebnis vor Ertragsteuern im Segment. Insgesamt ging das Ergebnis vor Ertragsteuern 2013 auf 21,2 (23,2) Mio. Euro zurück.

Umsatzerlöse im Segment Kunststofftechnik leicht gestiegen

Die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, entwickelt und produziert Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE (Polytetrafluorethylen) und beliefert auch Branchen außerhalb der Fahrzeugindustrie. Maschinenbau, Medizintechnik sowie Elektronik stellen zunehmend wichtigere Kundengruppen für dieses Segment dar.

Vor allem die Nachfrage der Kunden aus der Maschinenbauindustrie in Westeuropa blieb hinter den Erwartungen zurück und zeigte sich schwach. Mit Produkten für die Fahrzeugindustrie und Medizintechnik wurden dagegen Umsatzzuwächse realisiert. Neuanläufe unter anderem mit Führungen und Dichtungen für Dieseleinspritzsysteme und Turbolader ließen den Umsatzanteil der Automotive-Anwendungen im Geschäftsbereich Kunststofftechnik steigen.

Das Segment arbeitete mit Nachdruck an der Internationalisierung des bisher stark auf Mitteleuropa fokussierten Geschäfts. Am Standort Suzhou, China, wurden erste Produktionsanlagen in Betrieb genommen. Mehrere Projekte sind erfolgreich angelaufen und haben 2013 bereits zum Segmentumsatz beigetragen.

Im vierten Quartal 2013 belebte sich das Geschäft im Vergleich zum Vorjahresquartal spürbar. Die Umsatzerlöse stiegen im Gesamtjahr 2013 trotz der schwierigen Marktbedingungen in Westeuropa um 1,4 % auf 92,6 (91,3) Mio. Euro.

Der Aufbau der Vertriebsstrukturen in den USA sowie die anlaufende Erschließung des weltweit wichtigsten Marktes für PTFE-Anwendungen erforderten Vorleistungen, die sich 2013 in entsprechenden Kostensteigerungen im Segment niederschlugen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Segments Kunststofftechnik konnte dank konsequentem Kostenmanagement dennoch das Vorjahresniveau leicht übertreffen. Es erhöhte sich um 3,2 % auf 15,9 (15,4) Mio. Euro.

Gewerbeparks auf Vorjahresniveau

Die Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung der Gewerbeparks in Idstein, Deutschland, und in Kecskemét-Kádafalva, Ungarn, gingen 2013 leicht nach oben und betrugen insgesamt 4,3 (4,2) Mio. Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag bei 0,1 (0,2) Mio. Euro.

Nachfrage nach Engineering-Dienstleistungen bleibt hoch

Im Segment Dienstleistungen bietet die Elring Klinger Motortechnik GmbH, Idstein, Deutschland, Fahrzeugherstellern und anderen Zulieferern Entwicklungsdienstleistungen an. Dazu zählen vor allem Aufgabenstellungen rund um die Abgasrückführung und SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) zur Stickoxidreduzierung sowie die Partikelzählung beim Filtern von Rußpartikeln aus dem Abgas in Dieselmotoren.

Die immer strengeren Abgasvorschriften wie Euro 6 für Pkw bzw. Euro VI für Lkw führten dazu, dass die Prüfstandsdienstleistungen rund um Motor, Getriebe und Abgasstrang von den Kunden aus der Fahrzeugindustrie, aber auch von Seiten anderer Zulieferer noch stärker nachgefragt waren. Die ebenfalls im Segment Dienstleistungen erfasste ElringKlinger Logistic Service GmbH, Rottenburg/Neckar, Deutschland, erbringt interne und externe Logistikdienstleistungen wie Sortieren und Verpacken. Die Umsatzerlöse aus diesem Bereich gingen 2013 leicht zurück. In Summe erhöhte sich der Umsatz im Segment Dienstleistungen 2013 um 11,0 % auf 8,1 (7,3) Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern blieb nahezu konstant bei 2,3 (2,2) Mio. Euro.

Bruttomarge leicht verbessert

Trotz der weiterhin schwachen Marktverfassung in Westeuropa, belastender Wechselkurseffekte und der hohen Vorleistungen für den Bereich E-Mobility stellte sich die Ertragslage des ElringKlinger-Konzerns im Geschäftsjahr 2013 insgesamt solide dar.

Die Umsatzkosten des Konzerns stiegen leicht unterproportional zur Umsatzausweitung um 3,8 % auf 846,2 (815,0) Mio. Euro. Entsprechend verbesserte sich die Bruttomarge auf 28,0 % (27,7 %). Dabei verwässerte die im Vergleich zum Konzerndurchschnitt noch niedrigere Rentabilität der akquirierten ehemaligen Freudenberg-Gesellschaften weiterhin die Konzernbruttomarge.

Außerdem wurden 2013 erstmals auch die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in den Umsatzkosten erfasst (zuvor in den FuE-Kosten verbucht). Dies senkte 2013 das Bruttoergebnis um 6,3 Mio. Euro. Ohne diesen Effekt hätte die Bruttomarge 2013 bei 28,5 % - gegenüber 27,7 % im Vorjahr - gelegen.

Auch die seit Juli 2013 wirksame Lohnerhöhung um 3,4 % für die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter bedingte einen deutlichen Anstieg der Personalaufwendungen, der größtenteils auf die Umsatzkosten entfiel. Aus der Erfolgsbeteiligung für das vorangegangene Geschäftsjahr für die Beschäftigten der ElringKlinger AG, der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH sowie der Elring Klinger Motortechnik GmbH in Höhe von 1.300 (1.150) Euro je Mitarbeiter resultierten Aufwendungen von 3,7 (3,3) Mio. Euro.

Gleichzeitig nahm die Anzahl der Mitarbeiter in der ElringKlinger-Gruppe zum 31. Dezember 2013 um 7,2 % auf 6.716 (6.263) zu. Aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb der ElringKlinger Korea Co., Ltd. Anfang 2013 und dem Kontrollerwerb am japanischen Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 resultierte ein Anstieg der Mitarbeiterzahl im Konzern um 134. Ohne diese Konsolidierungseffekte erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten in der ElringKlinger-Gruppe um 5,1 % bzw. 319 Personen. Damit fiel der Personalaufbau etwas niedriger aus als der organische Umsatzanstieg.

Die Einkaufspreise für die von ElringKlinger überwiegend eingesetzten Rohstoffe, wie C-Stahl und Aluminium sowie die Legierungszuschläge für Edelstahl blieben 2013 stabil oder tendierten teilweise leicht rückläufig. Auf relativ hohem Niveau verharrten die Materialpreise für die zunehmend benötigten Kunststoffgranulate. Demgegenüber gingen die von ElringKlinger für Stanzreste erzielten Schrotterlöse deutlich zurück. In Summe wirkte sich die unterjährige Entwicklung bei den Rohstoffpreisen nicht wesentlich auf die Umsatzkosten aus.

Forschungs- und Entwicklungsquote weiter auf hohem Niveau

Absolut betrachtet blieben die Forschungs- und Entwicklungskosten 2013 annähernd unverändert bei 57,1 (57,3) Mio. Euro. Die FuE-Quote ging leicht auf 4,9 % (5,1 %) zurück.

Allerdings werden die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten wie bereits ausgeführt seit dem Geschäftsjahr 2013 nicht mehr in den Forschungs- und Entwicklungskosten, sondern in den Umsatzkosten erfasst. Bereinigt um diesen Effekt hätten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten 2013 um 10,6 % auf 63,4 (57,3) Mio. Euro erhöht (Forschung und Entwicklung).

Den in Höhe von 9,0 (8,4) Mio. Euro aktivierten Entwicklungskosten standen planmäßige Abschreibungen von 6,3 (5,6) Mio. Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein positiver Ergebniseffekt von 2,7 (2,8) Mio. Euro.

Aus Fördermitteln der öffentlichen Hand erhielt der ElringKlinger-Konzern 2013 insgesamt 7,3 (4,0) Mio. Euro. Die Zuschüsse entfielen hauptsächlich auf Projekte in der Brennstoffzellentechnologie, Batterietechnik und im Leichtbau. Den erhaltenen Fördermitteln standen Aufwendungen in entsprechender Höhe in der Entwicklung sowie im Musterbau gegenüber.

Bei den Vertriebskosten ergab sich ein Anstieg von 5,5 %. Im Geschäftsjahr 2013 hat der ElringKlinger-Konzern stark in den Ausbau der Vertriebsstrukturen im asiatischen Raum investiert, um die Kundenbeziehungen zu den asiatischen Herstellern und den internationalen Herstellern, die vor Ort fertigen, zu vertiefen. Gerade in dieser Region wird in den nächsten Jahren mit besonders hohen Zuwächsen bei der Anzahl der zu vergebenden Projekte gerechnet. Der Anstieg ging vor allem auf gestiegene Personalkosten zurück. In Thailand wurde die Vertriebsgesellschaft ElringKlinger (Thailand) Co., Ltd. mit Sitz in Bangkok aufgebaut und damit der wachsenden Bedeutung des ASEAN-Raums Rechnung getragen. Auch in China, Indien und Korea verstärkte der Konzern die Vertriebsmannschaften in den lokalen Märkten. Die allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich mit einem Zuwachs von 3,9 % nur unterproportional zum Umsatz. Die Zunahme lag im Wesentlichen ebenfalls an höheren Personalaufwendungen.

Der deutliche Anstieg bei den sonstigen betrieblichen Erträgen ergab sich hauptsächlich aus den bereits beschriebenen Einmaleffekten aus der Vollkonsolidierung der ElringKlinger Marusan Corporation sowie dem sukzessiven Unternehmenserwerb des bisherigen Joint Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd. Aus diesen Vorgängen resultierten saldierte einmalige Erträge in Höhe von insgesamt 19,0 Mio. Euro, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen verbucht wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen in Summe auf 10,3 (7,8) Mio. Euro. Darin enthalten ist ein Sonderaufwand für die Markterschließung im Ersatzteilgeschäft in Höhe von 1,5 Mio. Euro.

Bereinigtes operatives Ergebnis plus 8 % - Währungskurseffekte belasten EBIT

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), in dem die vor allem aus der Finanzierung resultierenden Währungskurseffekte enthalten sind, stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,8 %. Es beinhaltet einerseits negative Währungseffekte in Höhe von 4,6 Mio. Euro und andererseits die folgenden Sondereffekte: Einmalig belasteten Restrukturierungsaufwendungen für den französischen Standort in Nantiat (1,8 Mio. Euro) sowie Sonderaufwendungen für die Markterschließung im Ersatzteilgeschäft (1,5 Mio. Euro).

Positiv wirkten sich demgegenüber der Einmalertrag aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb des koreanischen Joint Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd. (1,4 Mio. Euro) sowie der bereits genannte Effekt aus dem Kontrollerwerb an der ElringKlinger Marusan Corporation (17,6 Mio. Euro) aus. Bereinigt erreichte das EBITDA 220,6 (215,2) Mio. Euro.

Die Abschreibungen waren 2013 in Summe leicht rückläufig. Sie beliefen sich auf 76,0 (79,4) Mio. Euro. Dieser Rückgang erklärt sich im Wesentlichen aus geringeren Abschreibungen auf Werkzeuge. Zudem entfiel ein nicht unwesentlicher Teil der Auszahlungen für Investitionen auf den Erwerb von Gebäuden und Grundstücken, die nicht bzw. über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden.

Das operative Ergebnis des ElringKlinger-Konzerns legte 2013 um 19,0 % auf 164,9 (138,6) Mio. Euro zu. Bereinigt um die beschriebenen einmaligen Sondereffekte wuchs das operative Ergebnis um 7,6 % auf 149,2 (138,6) Mio. Euro. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich auf 12,7 % (12,3 %). Dabei verwässerten der im Gesamtjahr negative Beitrag der französischen Tochtergesellschaft ElringKlinger Meillor SAS und die hohen Vorleistungen im Bereich E-Mobility die Marge. Die infolge der Verschiebung von Euro VI noch schwache Auslastung des vor allem für Lkw-Kunststoffgehäusemodule errichteten neuen Werks am Standort Dettingen, Deutschland, belastete ebenfalls. Trotzdem konnte der ElringKlinger-Konzern seine bereinigte operative Marge 2013 wieder steigern.

Im Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kamen im Gegensatz zum operativen Ergebnis unerwartet hohe negative Wechselkurseffekte von insgesamt minus 4,6 (-2,9) Mio. Euro zum Tragen. Diese waren vor allem auf die Aufwertung des Euros gegenüber dem brasilianischen Real, der indischen Rupie und den übrigen asiatischen Währungen zurückzuführen. Infolgedessen blieb das EBIT hinter dem operativen Ergebnis zurück und erreichte 160,4 (135,8) Mio. Euro. Das bereinigte EBIT vor einmaligen Sondereffekten lag bei 144,7 (135,8) Mio. Euro und erhöhte sich damit prozentual etwas stärker als der Umsatz. Die um Einmaleffekte adjustierte EBIT-Marge erreichte 12,3 % nach 12,0 % im Vorjahr.

Die um saldiert 1,7 Mio. Euro gestiegenen Wechselkursverluste konnten nur zum Teil durch das verbesserte Zinsergebnis kompensiert werden. Daher ging das Finanzergebnis gegenüber 2013 auf minus 15,7 (-15,0) Mio. Euro zurück.

Beim Ergebnis vor Ertragsteuern des ElringKlinger-Konzerns ergab sich demnach ein Anstieg um 20,7 % auf 149,2 (123,6) Mio. Euro. Ohne den Effekt aus dem Kontrollerwerb an der ElringKlinger Marusan Corporation erreichte der Konzern immer noch einen Anstieg von 6,5 % auf 131,6 Mio. Euro.

Die Ertragsteueraufwendungen erhöhten sich unterproportional zum Ergebnis vor Ertragsteuern um 10,5 % auf 38,0 (34,4) Mio. Euro. Die Steuerquote des ElringKlinger-Konzerns ging 2013 entsprechend auf 25,5 % (27,8 %) zurück, was vor allem auf einem positiven Effekt aus der erlangten Beherrschung und dem damit einhergehenden Übergang zur Vollkonsolidierung der ElringKlinger Marusan Corporation beruht. Dieser steuerunwirksame Effekt wurde zum Teil durch Wertberichtigungen auf aktivierte steuerliche Verlustvorträge kompensiert.

Periodenergebnis mit neuem Höchststand

Damit ergab sich für die ElringKlinger-Gruppe beim Periodenergebnis ein Anstieg auf 111,2 (89,2) Mio. Euro. Adjustiert um den einmaligen Ergebnisbeitrag aus dem Kontrollerwerb an der ElringKlinger Marusan Corporation erhöhte sich das Periodenergebnis um 10,4 % auf 98,5 (89,2) Mio. Euro.

Das Periodenergebnis nach Anteilen Dritter lag bei 105,4 (85,7) Mio. Euro. Bereinigt um den einmaligen Sondereffekt aus dem Kontrollerwerb an der japanischen Tochtergesellschaft konnte der Konzern das Periodenergebnis nach Anteilen Dritter um 8,2 % auf 92,7 (85,7) Mio. Euro steigern.

Das Ergebnis je Aktie erreichte damit im Jahr 2013 1,66 (1,35) Euro bzw. auf um den Einmaleffekt aus Kontrollerwerb bereinigter Basis 1,46 (1,35) Euro. Die Anzahl der ausgegebenen, gewinnberechtigten Aktien lag zum 31. Dezember 2013 unverändert bei 63.359.990 Stück.

Dividende soll um 11 % steigen

Die ElringKlinger AG verfolgt eine nachhaltige, an der Ergebnisentwicklung orientierte Dividendenpolitik, die die Anteilseigner angemessen am Unternehmenserfolg beteiligt. Dementsprechend schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 16. Mai 2014 eine Dividende von 0,50 (0,45) Euro je Aktie vor.

Im Vergleich zur Dividende des Vorjahres entspricht die vorgeschlagene Ausschüttung einer Steigerung von 11,2 %. Die Ausschüttungssumme für das Geschäftsjahr 2013 steigt von 28,5 Mio. Euro auf 31,7 Mio. Euro. Die Ausschüttungsquote bezogen auf den adjustierten Ergebnisanteil der Aktionäre der ElringKlinger AG beträgt damit 34,2 % nach 33,3 % für das Geschäftsjahr 2012.

Vermögenslage

Die Vermögenslage des ElringKlinger-Konzerns präsentierte sich zum 31. Dezember 2013 mit einer Eigenkapitalquote von 50,5 % (50,6 %) unverändert solide.

Bilanzsumme wächst auf 1.З95 Mio. Euro

Die Bilanzsumme der ElringKlinger-Gruppe stieg zum 31. Dezember 2013 um 10,0 % auf 1.395,3 (1.268,6) Mio. Euro. Die erhöhte Bilanzsumme spiegelt zum einen das Wachstum des Konzerns wider und zum anderen die Einmaleffekte aus der Vollkonsolidierung der bisher quotal in den Konsolidierungskreis einbezogenen ElringKlinger Marusan Corporation, Japan, sowie des kompletten Unternehmenserwerbs des vorherigen Joint Ventures ElringKlinger Korea Co., Ltd.

Aus diesen Konsolidierungseffekten ergab sich eine Zunahme der Bilanzsumme um rund 70 Mio. Euro. Der Großteil davon entfiel auf die ElringKlinger Marusan Corporation. Ohne diese Effekte hätte sich ein Anstieg der Bilanzsumme um 4,5 % ergeben. Dies vergleicht sich mit einem akquisitionsbereinigten Wachstum des ElringKlinger-Konzerns von 3,8 %.

Der wachstumsbedingte Zuwachs der Bilanzsumme resultierte hauptsächlich aus dem Anstieg des Working Capitals (Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie dem Zuwachs bei den Sachanlagen infolge der erhöhten Investitionen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, die vor allem im vierten Quartal stark nach oben gefahren wurden, beliefen sich auf insgesamt 127,2 (114,4) Mio. Euro und übertrafen damit die Abschreibungen in Höhe von 76,0 (79,4) Mio. Euro deutlich. Der Anteil der Sachanlagen an der Bilanzsumme ging leicht von 44,5 % auf 43,9 % zurück, während sich die immateriellen Vermögensgegenstände hauptsächlich aufgrund der einmaligen Effekte aus der Veränderung des Konsolidierungskreises auf 12,7 % (10,7 %) der Bilanzsumme erhöhten.

Höheres Working Capital

Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Vorräte zum 31. Dezember 2013 um 27,8 Mio. Euro auf 257,4 (229,6) Mio. zu. Dieser Anstieg ging im Wesentlichen auf höhere Werkzeugbestände zurück, die um 21,9 Mio. Euro anstiegen und maßgeblich durch anstehende neue Produktionsanläufe bedingt waren. Ohne diesen Effekt wäre die Kapitalbindung in den Vorräten lediglich um 2,6 % und damit unterproportional zum Umsatzanstieg gewachsen.

Dagegen erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr überproportional zum Umsatz um 11,6 % auf 207,5 (185,9) Mio. Euro. Allerdings konnte der Forderungsaufbau im Jahresverlauf deutlich gedrosselt werden. Allein im vierten Quartal 2013 reduzierte sich der Forderungsbestand - wie im Zwischenbericht zum 30. September 2013 angekündigt - trotz des Effekts aus der Vollkonsolidierung der ElringKlinger Marusan Corporation um 12,5 Mio. Euro.

Eigenkapitalquote bleibt über 50 %

Das Eigenkapital des ElringKlinger-Konzerns stieg in Summe zum 31. Dezember 2013 auf 704,6 (642,2) Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote erreichte damit 50,5 % (50,6 %) und blieb auf einem hohen und annähernd unveränderten Niveau. Der Zuwachs resultiert vor allem aus den um 76,9 Mio. Euro gestiegenen Gewinnrücklagen, die aus dem Periodenergebnis höher dotiert wurden. Gegenläufig wirkte die Entwicklung der übrigen Rücklagen, die vor allem aufgrund der in dieser Position verrechneten Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung auf minus 5,9 (4,9) Mio. Euro sanken.

Niedrigere Pensionsrückstellungen

Aus der Erhöhung des Rechnungszinses bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen ergaben sich versicherungsmathematische Gewinne, die zu einer Absenkung des notwendigen Rückstellungsbetrags führten. Dementsprechend gingen die Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2013 auf 92,3 (99,6) Mio. Euro zurück. Diese Anpassung hatte keine Auswirkung auf die Ertragslage, sondern wurde ergebnisneutral direkt im Eigenkapital verbucht.

Nettoverschuldung bei 295 Mio. Euro

Der Finanzierungsbedarf des Konzerns wurde zum Teil aus dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und darüber hinaus über die Aufnahme von Bankkrediten und sonstigen Darlehen gedeckt. Um einem möglichen Anstieg der Verzinsung am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve vorzubeugen, wurden kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in langfristige Finanzverbindlichkeiten umgeschichtet. Innerhalb der Finanzverbindlichkeiten kam es daher im Jahresverlauf zu einer signifikanten Verschiebung hin zu längeren Fristigkeiten (1-5 Jahre): Während die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 237,3 (131,0) Mio. Euro ausgeweitet wurden, reduzierten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 183,7 Mio. Euro auf 120,9 Mio. Euro.

Demzufolge stieg die Nettoverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel) des Konzerns auf 295,3 (260,4) Mio. Euro.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich zum 31. Dezember 2013 um 18,1 % auf 68,6 (58,1) Mio. Euro. Dies geht vor allem auf die starke Umsatzausweitung in Asien sowie die Abrechnung von Bautätigkeiten zum Beispiel für das neue Werk in Thale, Deutschland, zurück.

Die sonstigen lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen zum Jahresende 2013 bei insgesamt 94,6 (66,2) Mio. Euro. Der deutliche Anstieg war maßgeblich die Folge der vertraglichen Vereinbarung über den Kontrollerwerb an der ElringKlinger Marusan Corporation. In diesem Zusammenhang hat sich der Konzern die Möglichkeit gesichert, die verbleibenden Anteile an der ElringKlinger Marusan Corporation zu einem späteren Zeitpunkt vollständig zu erwerben. Die künftige Kaufpreisverpflichtung für 50 % der Anteile in Höhe von 37,1 Mio. Euro wurde entsprechend mit ihrem Fair Value als Verbindlichkeit erfasst.

Finanzlage

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit um 7 % über Vorjahr

Die ElringKlinger-Gruppe erwirtschaftete 2013 einen operativen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 120,0 (112,3) Mio. Euro. Dies entspricht - gemessen am Umsatz - einer Quote von 10,2 % (10,0 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die einmaligen Sondereffekte des Geschäftsjahres aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb der ElringKlinger Korea Co., Ltd. und dem Kontrollerwerb am japanischen Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation nicht zahlungswirksam waren und daher keine Auswirkungen auf den Cashflow hatten.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern, das die beschriebenen Sondereffekte enthält, stieg auf 149,2 Mio. Euro nach 123,6 Mio. Euro im Vorjahr. Diese Einmalerträge wurden in der Konzern-Kapitalflussrechnung in den sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen eliminiert, die sich dementsprechend auf saldiert minus 14,1 (1,7) Mio. Euro beliefen.

Die Abschreibungen von 76,0 (79,4) Mio. Euro fielen im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer aus. Der Rückgang ist unter anderem eine Folge der rückläufigen Abschreibungen auf Werkzeuge. Dagegen ergab sich bei den übrigen Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Werkzeuge) ein Anstieg. Zu berücksichtigen ist auch, dass ein wesentlicher Teil der Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien für Grundstücke und Bauten erfolgte. Nachdem der Konzern 2012 die Rückstellungen in Summe um 4,7 Mio. Euro erhöht hatte, wurden 2013 1,3 Mio. Euro an Rückstellungsauflösungen bzw. -verbrauch bei der Ermittlung des Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zum Abzug gebracht. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die verringerten sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

Die Veränderung des Working Capitals* hatte in Summe einen senkenden Effekt auf den operativen Cashflow in Höhe von 54,5 Mio. Euro. Er fiel damit geringer aus als im Vorjahr (-57,4 Mio. Euro).

* Veränderung Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind zuzüglich Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind)

Der deutliche Anstieg der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, um insgesamt 51,6 (22,4) Mio. Euro resultierte hauptsächlich aus der zahlungswirksamen Erhöhung des Bestands an Werkzeugen um 21,9 Mio. Euro und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 21,8 Mio. Euro. Dagegen fiel aufgrund des aktiven Bestandsmanagements der Zuwachs bei den Vorräten (ohne Werkzeuge) prozentual geringer aus als das Umsatzwachstum.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderen Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, wurden in Summe trotz gestiegener Produktionsvolumen um 2,9 Mio. Euro reduziert, nach einem Rückgang von 35,0 Mio. Euro im Vorjahr. Hier wirkten sich die auslaufende Abgrenzung bzw. der Abbau von Verbindlichkeiten aus Werkzeugerlösen aus während die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen leicht ausgeweitet wurden.

Auszahlungen für Investitionen in der zweiten Jahreshälfte deutlich erhöht

Mit 115,6 Mio. Euro übertrafen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien den Vorjahreswert von 103,1 Mio. Euro. Sie lagen auch über dem ursprünglich avisierten Ziel von rund 100 Mio. Euro. Hinzu kamen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 11,6 (11,3) Mio. Euro. Im vierten Quartal 2013 summierten sich die Investitionen auf 45,2 Mio. Euro im Vergleich zu einem Wert von durchschnittlich 27,3 Mio. Euro in den ersten drei Quartalen des Jahres. Die Investitionsquote (Investitionen im Verhältnis zum Umsatz) der ElringKlinger-Gruppe stieg dementsprechend auf 10,8 % (10,1 %).

Der Großteil der Investitionen im Jahr 2013 entfiel auf den Aufbau bzw. die Ausweitung von Produktionskapazitäten in Vorbereitung auf den Anlauf neuer Serienanläufe. Der Schwerpunkt lag auf den internationalen Tochtergesellschaften. Da mehrere Investitionsvorhaben erst im vierten Quartal angestoßen wurden, sind diese in der Bilanz unter den in Herstellung befindlichen Sachanlagen verbucht.

Zu den größten Einzelinvestitionen im Konzern zählten der Grundstückserwerb und die Errichtung einer weiteren Fertigungshalle am Standort Sevelen, Schweiz, bei der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG. Für größere Neuprojekte mit thermischen und akustischen Abschirmteilen wurden Produktionsanlagen beschafft.

Die in den nächsten Jahren im ElringKlinger-Konzern deutlich steigende Bedeutung des Asiengeschäfts spiegelt das Investitionsvolumen bei den asiatischen Tochtergesellschaften wider: An den chinesischen Standorten in Suzhou und Changchun erfolgten sowohl der Kauf weiterer Grundstücksflächen als auch ein wesentlicher Ausbau der Fertigung, für die neue Maschinen und Anlagen beschafft wurden. Ein hoher Anteil der Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen floss in Ausrüstungsinvestitionen für die Geschäftsbereiche Abschirmtechnik und Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik.

Nennenswerte Erweiterungsinvestitionen wurden auch mit dem Bau eines neuen Werks bei der ElringKlinger Korea Co., Ltd. vorgenommen. Allein im vierten Quartal 2013 wurden dort Zahlungen in Höhe von mehr als 6,0 Mio. Euro getätigt.

Auf dem nordamerikanischen Kontinent sieht ElringKlinger für die nächsten Jahre ebenfalls erhebliche Zuwächse in fast allen Geschäftsbereichen. Bei der US-Tochtergesellschaft ElringKlinger USA, Inc. in Buford wurden Grundstückserweiterungsflächen gekauft und ein weiteres Fertigungs- und Lagergebäude errichtet. Um die Profitabilität zu verbessern, führt der Konzern an diesem Standort ein weitreichendes Automatisierungsprogramm durch, das ebenfalls mit Schwerpunkt im vierten Quartal 2013 zahlungswirksam wurde. Neue, hocheffiziente Stanzautomaten ergänzten den Maschinenpark. Bei der Elring Klinger Mexico, S.A. de C.V. erfolgte unter anderem der Aufbau einer Fertigungsstraße für Kunststoffgehäusemodule für knapp 7,0 Mio. Euro. Am Standort Toluca wird 2014 unter anderem die Produktion für eine neue gewichtsreduzierte Ventilhaube für einen US-amerikanischen Pkw-Hersteller anlaufen.

Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen (abzüglich Zahlungsmitteln) lagen bei 3,2 (4,1) Mio. Euro und betrafen den Erwerb der restlichen 50 % der Anteile am bisherigen südkoreanischen Joint Venture ElringKlinger Korea Co., Ltd. Im Vorjahr war hier im Wesentlichen die Übernahme der ehemaligen ThaWa GmbH, Deutschland, und der zugehörigen AGD Group Entwicklungs- und Vertriebs GmbH, Deutschland, erfasst worden.

Infolge des vor allem im vierten Quartal 2013 spürbar erhöhten Investitionsvolumens lag der Cashflow aus Investitionstätigkeit 2013 bei minus 128,0 (-108,2) Mio. Euro. Dies führte im ElringKlinger-Konzern zu einem leicht negativen freien Cashflow (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit bereinigt um Auszahlungen für Akquisitionen) von 4,8 Mio. Euro nach einem positiven freien Cashflow von 8,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Höherer Finanzierungsbedarf prägt den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Ausschüttungen an die Aktionäre und Minderheitsgesellschafter der ElringKlinger AG sanken 2013 auf 29,7 (37,9) Mio. Euro. Dies war im Wesentlichen Folge der geringeren Ausschüttung der ElringKlinger AG, da die Dividendenzahlung des Vorjahres einen Sonderbonus für den Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg im Jahr 2011 enthalten hatte.

Aus der Übernahme weiterer 25 % der Anteile am Schweizer Abgasspezialisten Hug im dritten Quartal 2013 sowie dem vollständigen Erwerb der ElringKlinger South Africa (Pty) Ltd. Johannesburg und der Elring Parts Ltd., Gateshead, Großbritannien, ergab sich in Summe ein Mittelabfluss in Höhe von 5,9 (0,7) Mio. Euro für Auszahlungen an Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss.

Aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten flossen dem ElringKlinger-Konzern 152,0 (68,7) Mio. Euro zu. Parallel wurden Kredite in Höhe von 101,8 (43,7) Mio. Euro getilgt. Saldiert erhöhten sich die Finanzverbindlichkeiten um 50,2 (25,0) Mio. Euro.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich in Summe auf 14,6 (-13,3) Mio. Euro.

Die Zahlungsmittel des ElringKlinger-Konzerns betrugen zum Jahresende 2013 62,9 (54,3) Mio. Euro.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der ElringKlinger AG

Der Konzernlagebericht und der Lagebericht der ElringKlinger AG wurden 2013 zusammengefasst. Die im Folgenden aufgezeigte Entwicklung der ElringKlinger AG basiert auf deren Jahresabschluss, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt wurde.

Umsatz- und Ertragsentwicklung der ElringKlinger AG

Starkes Umsatzwachstum trotz 25-Jahrestief bei Pkw-Verkäufen in Westeuropa

Die anziehende weltweite Fahrzeugproduktion sowie zahlreiche Produktneuanläufe ließen den Umsatz der ElringKlinger AG auch 2013 weiter steigen. Wie im Vorjahr gelang es dem Unternehmen, den schwachen westeuropäischen Pkw-Markt dank seiner breiten Kundenbasis und des hohen Umsatzanteils mit den exportstarken deutschen Premiumherstellern zu kompensieren. Die Umsatzerlöse wuchsen um 7,9 % auf 508,4 (471,1) Mio. Euro.

Aus der Verschmelzung der ehemaligen Hummel-Formen GmbH, Lenningen, Deutschland, auf die ElringKlinger AG zum 1. Januar 2013 resultierte ein Umsatzbeitrag von 7,5 Mio. Euro. Das Umsatzwachstum unter Ausklammerung der Akquisitionseffekte belief sich auf 6,3 %.

Im Vergleich dazu war die Automobilproduktion in Westeuropa - der mit Abstand wichtigsten Absatzregion der ElringKlinger AG - um 0,1 % rückläufig.

Inlandsgeschäft profitiert von starker Exportnachfrage

Wie bereits in den Vorjahren war der Anstieg der weltweiten Automobilproduktion auch 2013 getragen von der starken Kundennachfrage in Nordamerika und in Asien. In diesen Märkten ist die ElringKlinger AG selbst nur in geringem Umfang vertreten; der Großteil des Geschäfts in diesen Regionen wird vielmehr von den Tochtergesellschaften der ElringKlinger AG abgewickelt. Da viele Fahrzeuge und Motoren, die im Inland hergestellt werden, nach Asien bzw. Nordamerika exportiert werden, profitierte indirekt auch die ElringKlinger AG - wie die gesamte inländische Automobilindustrie - von dem dynamischen Wachstum dieser Märkte.

Die im Inland erzielten Umsatzerlöse der ElringKlinger AG erhöhten sich 2013 um 10,4 % auf 198,2 (179,6) Mio. Euro. Der Inlandsanteil am Umsatz stieg damit auf 39,0 % (38,1 %). Aufgrund des anhaltend schwachen Marktumfelds in einigen Exportmärkten fielen die Umsatzzuwächse der ElringKlinger AG im Ausland schwächer aus. In Summe stiegen die im Ausland getätigten Umsatzerlöse um 6,4 % auf 310,2 (291,5) Mio. Euro. Entsprechend gab der Auslandsanteil am Gesamtumsatz der ElringKlinger AG auf 61,0 % (61,9 %) nach.

Erstausrüstung als Wachstumstreiber

Der größte Teil des Umsatzanstiegs der ElringKlinger AG entfiel 2013 auf die Erstausrüstung. In diesem Segment stieg der Umsatz um 9,9 % auf 398,3 (362,3) Mio. Euro. Der Anteil des Segments am Gesamtumsatz erhöhte sich entsprechend auf 78,3 % (76,9 %). Der Zuwachs basierte vor allem auf Produktneuanläufen und der positiven Entwicklung im Bereich Abgasnachbehandlung. Der Standort Thale der ElringKlinger AG konnte die konzerninterne Belieferung der Hug Engineering AG, Schweiz, sowie der Hug Engineering Inc., USA, deutlich steigern.

Mit Ausnahme der Abschirmtechnik erwirtschafteten 2013 alle Geschäftsbereiche der ElringKlinger AG Umsatzzuwächse. Jeweils zweistellige Wachstumsraten verzeichneten die Geschäftsbereiche Spezialdichtungen, Kunststoffgehäusemodule, Abgasnachbehandlung und auf niedriger Basis der neue Bereich E-Mobility.

Moderater Zuwachs im Ersatzteilgeschäft wegen Konjunkturschwäche in Europa

Im Vergleich zur Erstausrüstung verzeichnete das Segment Ersatzteile einen deutlich geringeren Umsatzanstieg um 1,2 % auf 109,6 (108,3) Mio. Euro. In der Folge ging der Anteil des Segments am Gesamtumsatz der ElringKlinger AG auf 21,6 % (23,0 %) zurück.

Bedingt durch die angespannte wirtschaftliche Situation und hohe Arbeitslosigkeit in den Ländern Süd- und Westeuropas schoben viele Fahrzeughalter nötige Reparaturen so weit wie möglich auf. Hinzu kommt, dass aufgrund der 2009 in zahlreichen europäischen Staaten aufgelegten Abwrackprämien das durchschnittliche Fahrzeugalter im Kleinwagensegment noch relativ gering ist. Dies hat ebenfalls weniger Reparaturbedarf zur Folge. Dadurch stagnierten die Umsätze in der Region Westeuropa. Gute Zuwachsraten erzielte das Ersatzteilsegment dagegen auf den wichtigen Exportmärkten Osteuropa und Afrika.

Bestandsaufbau durch Werkzeuge bedingt

Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15,1 (9,2) Mio. Euro. Der Anstieg ist hauptsächlich auf ein erhöhtes Werkzeugvolumen zurückzuführen.

Tariferhöhung führt zu überproportionalem Anstieg beim Personalaufwand

Im Jahresverlauf 2013 erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten der ElringKlinger AG um 242 oder 11,8 % auf 2.301. Durch die Verschmelzung der Hummel-Formen GmbH zum 1. Januar 2013 ergab sich ein Zuwachs von 121 Mitarbeitern. Der darüber hinausgehende Teil resultierte aus der Geschäftsausweitung und dem weiteren Aufbau des Bereichs E-Mobility.

Die Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter stieg um 10,1 % auf2.240 (2.035).

Die Personalaufwendungen erhöhten sich im Berichtsjahr um insgesamt 13,0 % auf 139,2 (123,2) Mio. Euro. Hier wirkte sich neben dem Personalaufbau vor allem die ab Juli 2013 vereinbarte Lohnerhöhung um 3,4 % bei den tariflich Beschäftigten aus, was zu signifikanten Kostensteigerungen an den Standorten der ElringKlinger AG führte.

Darüber hinaus resultierte die für das Geschäftsjahr 2012 beschlossene Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg von 1.300 (1.150) Euro je Mitarbeiter in zusätzlichen Aufwendungen in Höhe von 2,9 (2,5) Mio. Euro.

Leicht überproportionaler Anstieg des Materialaufwands

Der Materialaufwand stieg 2013 leicht überproportional zum Umsatz auf 244,5 (224,2) Mio. Euro. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Bestandserhöhung der im Vorratsvermögen ausgewiesenen Werkzeuge zurückzuführen. Die weitgehend stabilen Rohstoffpreise hatten dagegen keinen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Materialaufwands.

Abschreibungen erneut rückläufig

Nach den hohen Investitionen der Vorjahre normalisierte sich das Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 2013 weiter und belief sich auf 39,8 (50,6) Mio. Euro.

In Summe reduzierten sich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen um 7,1 % auf 31,6 (34,0) Mio. Euro. Ohne den Effekt aus den auslaufenden Abschreibungen auf Werkzeuge hätte sich bei den übrigen Abschreibungen dagegen ein Anstieg von 24,9 % auf 21,1 (16,9) Mio. Euro ergeben.

Zuschreibungen wirken sich positiv auf die sonstigen betrieblichen Erträge aus

In der Summe stiegen die sonstigen betrieblichen Erträge 2013 deutlich auf 37,8 (25,9) Mio. Euro an. Darin enthalten sind Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 9,0 (5,5) Mio. Euro. Diese betreffen die Tochtergesellschaft Elring Klinger (Great Britain) Ltd., Redcar, Großbritannien und sind Folge der spürbar verbesserten Umsatz- und Ergebnissituation dieser Gesellschaft. Im Vorjahr waren Zuschreibungen auf Finanzanlagen noch im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

Zudem beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von 7,0 (3,7) Mio. Euro, die im Wesentlichen Förderprogramme für laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich E-Mobility betreffen. Diesen Erträgen standen entsprechende Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen gegenüber.

Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr war auch bei den Erträgen aus Versicherungsentschädigungen zu verzeichnen, die sich auf 4,5 (0,7) Mio. Euro beliefen. Dem standen allerdings höhere Aufwendungen aus Gewährleistung gegenüber, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht sind.

Überproportional erhöhte sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf 76,6 (63,6) Mio. Euro. Ein wesentlicher Grund für den Zuwachs waren Aufwendungen aus Gewährleistung in Höhe von 5,3 (1,7) Mio. Euro, denen Erträge aus Versicherungsentschädigungen in ähnlicher Größe entgegenstehen.

Betriebsergebnis vor Einmaleffekten steigt um 8 %

Das Betriebsergebnis der ElringKlinger AG (unter Ausklammerung der in den sonstigen betrieblichen Erträgen verbuchten Zuschreibungen auf Finanzanlagen) stieg 2013 um 3,4 % auf 60,9 (58,9) Mio. Euro.

Die einmaligen Sondereffekte im Geschäftsjahr 2013 beliefen sich auf minus 2,7 (0,0) Mio. Euro und beinhalten negative Währungseffekte in Höhe von saldiert 1,2 Mio. Euro sowie Aufwendungen für die Markterschließung im Ersatzteilgeschäft von 1,5 Mio. Euro. Bereinigt um diese Einmaleffekte ergab sich ein Anstieg des Betriebsergebnisses der ElringKlinger AG um 8,0 % auf 63,6 (58,9) Mio. Euro. Dies entspricht einer stabilen Marge von 12,5 % (12,5 %).

Beteiligungsergebnis durch geringere Abschreibungen entlastet

Die laufenden Erträge aus den Tochtergesellschaften reduzierten sich auf 16,9 (21,6) Mio. Euro. Demgegenüber ergab sich eine deutlich geringere Belastung aus Abschreibungen auf Finanzanlagen. 2013 wurde eine Korrektur auf den Beteiligungsbuchwert der HURO Supermold S.R.L., Rumänien, in Höhe von 1,2 Mio. Euro vorgenommen, während sich die Abschreibungen im Vorjahr auf 8,0 Mio. Euro summierten.

Dem standen Zuschreibungen auf Finanzanlagen (in den sonstigen betrieblichen Erträgen verbucht) in Höhe von 9,0 (5,5) Mio. Euro gegenüber, die die britische Tochtergesellschaft betreffen. Per Saldo ergab sich aus den Abschreibungen und Zuschreibungen auf Finanzanlagen ein positiver (im Vorjahr negativer) Ergebniseffekt von 7,8 (-2,5) Mio. Euro.

In Summe verbesserte sich das Beteiligungsergebnis somit um 29,3 % gegenüber dem Vorjahr und erreichte 24,7 (19,1) Mio. Euro.

Zinsergebnis weiter verbessert

Trotz der auf 250,6 (220,2) Mio. Euro erhöhten Nettoverschuldung führte das gesunkene Zinsniveau zu rückläufigen Zinsaufwendungen in Höhe von 9,2 (9,9) Mio. Euro. Insgesamt verbesserte sich das Zinsergebnis auf minus 6,7 (-7,2) Mio. Euro.

Bereinigtes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit steigt um 15 %

Aufgrund des verbesserten Beteiligungs- und Zinsergebnisses fiel der Anstieg beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit höher aus als beim Betriebsergebnis. Es verbesserte sich um 11,4 % auf 78,9 (70,8) Mio. Euro.

Bereinigt um die beschriebenen Einmaleffekte ergab sich beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2013 ein Plus von 15,3 % auf 81,6 (70,8) Mio. Euro.

Jahresüberschuss legt um 6,5 % zu

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich 2013 deutlich von 14,0 Mio. Euro auf 18,4 Mio. Euro. Die Steuerquote (Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Verhältnis zum Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) belief sich 2013 auf 23,3 % (19,8 %).

Aufgrund der erhöhten Steuerquote fällt der Anstieg beim Jahresüberschuss der ElringKlinger AG geringer aus als beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 6,5 % auf 60,2 (56,5) Mio. Euro.

Dividende steigt um 11 %

Nach Einstellung von 28,5 (28,0) Mio. Euro in die anderen Gewinnrücklagen belief sich der für die Dividendenzahlung ausschlaggebende Bilanzgewinn der ElringKlinger AG auf 31,7 (28,5) Mio. Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 16. Mai 2014 eine um 11,1 % erhöhte Dividende von 0,50 (0,45) Euro je Aktie vor. Die Ausschüttungssumme für das Geschäftsjahr 2013 steigt von 28,5 Mio. Euro auf 31,7 Mio. Euro. Die Ausschüttungsquote bezogen auf den Jahresüberschuss der ElringKlinger AG liegt bei 52,7 % (50,4 %).

Vermögenslage der ElringKlinger AG

Die Vermögens- und Finanzlage der ElringKlinger AG stellte sich mit einer Eigenkapitalquote von über 50 % und einem positiven operativen Cashflow zum 31. Dezember 2013 weiterhin solide dar.

Bilanzsumme nimmt um 9 % zu

Der Anstieg der Bilanzsumme um 9,2 % bzw. 76,5 Mio. Euro auf 912,4 (835,9) Mio. Euro spiegelt das Wachstum der ElringKlinger AG wider. Maßgeblich für den Zuwachs der Bilanzsumme waren sowohl der Anstieg des Working Capitals als auch die gestiegenen Finanz- und Sachanlagen. Aufgrund der Verschmelzung der ehemaligen Hummel-Formen GmbH zum 1. Januar 2013 auf die ElringKlinger AG ergab sich eine Zunahme der Bilanzsumme um 18,3 Mio. Euro.

Investitionen bedingen Anstieg des Anlagevermögens

Das Sachanlagevermögen nahm 2013 um 18,2 Mio. Euro auf 260,7 (242,5) Mio. Euro zu. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen durch die Effekte der Verschmelzung der ehemaligen Hummel-Formen GmbH auf die ElringKlinger AG begründet (12,1 Mio. Euro). Hinzu kommt, dass die Investitionen in Sachanlagen von 37,7 (49,0) Mio. Euro die entsprechenden Abschreibungen von 30,3 (33,3) Mio. Euro deutlich übertrafen. Der Großteil der Investitionen in Sachanlagen entfällt auf technische Anlagen und Maschinen sowie auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.

Die Finanzanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2013 in Summe um 10,9 Mio. Euro auf 374,0 (363,1) Mio. Euro. Dieser Anstieg resultiert zum einen aus der Zuschreibung auf die Tochtergesellschaft Elring Klinger (Great Britain) Ltd., Redcar, Großbritannien, und zum anderen aus der Anteilsaufstockung an der Hug Engineering AG, Schweiz, und der ElringKlinger Korea Co., Ltd., Gumi, Korea. Demgegenüber reduzierten sich die Ausleihungen an verbundene Unternehmen um 14,0 Mio. Euro aufgrund der erfolgten Rückzahlung einer Ausleihung an die ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG und der Verrechnung der Ausleihung an die ehemalige Hummel-Formen GmbH.

Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um 2,2 Mio. Euro ist ebenfalls hauptsächlich auf die Effekte der Verschmelzung der ehemaligen Hummel-Formen GmbH auf die ElringKlinger AG begründet und betrifft vorwiegend den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1,4 Mio. Euro.

In Summe stieg das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2013 um 5,1 % auf 640,8 (609,5) Mio. Euro.

Wachstumsbedingte Zunahme des Working Capitals

Die Vorräte der ElringKlinger AG stiegen zum Jahresende 2013 auf 112,6 (93,3) Mio. Euro. Der Zuwachs resultiert überwiegend aus der seit 2011 geänderten Bilanzierung der Werkzeuge. Der Werkzeugbestand in den Vorräten erhöhte sich um weitere 15,0 Mio. Euro. Ohne diesen Effekt wären die Vorräte deutlich unterproportional zum Umsatz gewachsen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände nahmen insgesamt um 26,5 Mio. Euro zu und lagen zum 31. Dezember 2013 bei 158,3 (131,8) Mio. Euro. Neben der wachstumsbedingten Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich insbesondere die Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Das Umlaufvermögen belief sich zum 31. Dezember 2013 auf insgesamt 271,1 (225,9) Mio. Euro bzw. auf 29,7 % (27,0 %) der Bilanzsumme.

Solide Eigenkapitalquote von 53 %

Die Gewinnrücklagen erhöhten sich 2013 durch Einstellung von 28,5 Mio. Euro aus dem Jahresüberschuss auf 269,1 (240,6) Mio. Euro. Der Bilanzgewinn der ElringKlinger AG belief sich 2013 auf 31,7 Mio. Euro nach 28,5 Mio. Euro im Vorjahr. Das Eigenkapital der ElringKlinger AG stieg somit auf 485,0 (453,3) Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote sank entsprechend leicht auf 53,2 % (54,2 %), blieb aber unverändert auf einem hohen Niveau.

Rückstellungen leicht erhöht

Die sonstigen Rückstellungen stiegen im Wesentlichen aufgrund höherer Rückstellungen für ausstehende Leistungen für Werkzeuge an. Zusammen mit den leicht erhöhten Rückstellungen für Pensionen ergab sich bei den Rückstellungen insgesamt ein Zuwachs auf 93,7 (87,9) Mio. Euro.

Verbindlichkeiten gestiegen

Zum 31. Dezember 2013 stiegen die Verbindlichkeiten auf 323,8 (285,6) Mio. Euro. Das entspricht 35,5 % (34,2 %) der Bilanzsumme.

Die Zunahme resultiert vor allem aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 250,8 (221,0) Mio. Euro. Dies erklärt sich im Wesentlichen mit dem wachstumsbedingten Aufbau des Working Capitals und den erhöhten Investitionen in Finanzanlagen.

Finanzlage der ElringKlinger AG

Die Ausführungen zur Finanzlage beruhen auf einer nach DRS 2 erstellten Kapitalflussrechnung.

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit unter Vorjahr

Trotz des verbesserten Jahresüberschusses sank der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 39,4 (61,1) Mio. Euro, da der wesentliche Teil des Gewinnanstiegs auf nicht zahlungswirksame geringere Abschreibungen bzw. höhere Zuschreibungen auf Finanzanlagen zurückzuführen ist.

Der Rückgang des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit gegenüber dem Vorjahr resultiert hauptsächlich aus höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, erhöhten Werkzeugvorräten und geringeren Abschreibungen auf Werkzeuge. Dies konnte durch höhere Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne Werkzeuge) und einen Anstieg der Rückstellungen nur zum Teil ausgeglichen werden.

Geringerer Abfluss aus Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verbesserte sich auf minus 50,4 (-56,8) Mio. Euro. Positiv wirkten zum einen deutlich erhöhte Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen, im Wesentlichen aufgrund der Rückzahlung einer Ausleihung an die ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG. Zum anderen ergab sich ein positiver Effekt aus geringeren Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (ohne Werkzeuge), die auf 33,4 (46,0) Mio. Euro zurückgingen.

Zu den größeren Investitionen im Jahr 2013 zählten Auszahlungen für den Neubau des Werks in Thale. Zudem investierte die ElringKlinger AG in den Kauf eines Gebäudes und eines Grundstücks zur Vorbereitung eines neuen Zentrums für die Konfektion von Ersatzteilsätzen bei der Tochtergesellschaft ElringKlinger Logistic Service GmbH am Standort Rottenburg/Neckar. Daneben flossen Investitionen in eine Fräsmaschine im Werkzeugbau am Standort Lenningen und in eine neue Presse am Standort Runkel.

Cashflow belastend wirkten dagegen die Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen, die 2013 auf 25,2 (7,6) Mio. Euro anstiegen. Die Auszahlungen betreffen im Wesentlichen die Anteilsaufstockung an der Hug Engineering AG und der ElringKlinger Korea Co., Ltd.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbessert

Die Dividendenausschüttung an die Aktionäre der ElringKlinger AG sank 2013 auf 28,5 (36,7) Mio. Euro. Die ausgeschüttete Dividende des Vorjahres von 0,58 Euro je Aktie hatte einen Sonderbonus von 0,18 Euro für den Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg im Jahr 2011 enthalten.

Bei den kurzfristigen Bankdarlehen kam es 2013 zu einem Abfluss von 38,6 Mio. Euro nach einem Zufluss von 28,3 Mio. Euro im Vorjahr. Dem stand eine Aufnahme von langfristigen Krediten in Höhe von per Saldo 62,1 (2,9) Mio. Euro gegenüber.

Gleichzeitig nahm die ElringKlinger AG 11,8 (5,3) Mio. Euro Darlehen und Termingelder von verbundenen Unternehmen auf. Aus der Vergabe und Rückzahlung von Darlehen und Termingeldern an verbundene Unternehmen ergab sich saldiert ein Zufluss von 0,8 (-3,6) Mio. Euro.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich somit von minus 3,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 7,7 Mio. Euro.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss der Berichtsperiode haben sich keine wesentlichen, berichtspflichtigen Ereignisse ergeben.

Mitarbeiter

Umsatzwachstum und Expansion in Asien lassen Mitarbeiterzahlen steigen

2013 haben sich die Produktionsvolumen im Konzern weiter erhöht. Trotz der verbesserten Produktivität erforderte das Umsatzwachstum eine Ausweitung der Kapazitäten. Gleichzeitig lief im Bereich E-Mobility die Fertigung gänzlich neuer Teile an.

Insgesamt stieg die Zahl der Mitarbeiter in der ElringKlinger-Gruppe um 7,2 % auf 6.716 (6.263). Zum 31. Dezember 2013 waren damit weltweit 453 mehr Mitarbeiter für den Konzern tätig als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt waren 6.543 (6.314) Personen bei der Unternehmensgruppe beschäftigt.

Bei dem vergleichsweise starken Anstieg der Mitarbeiterzahlen spielte die vollständige Einbeziehung von Tochtergesellschaften eine wesentliche Rolle: Durch die Übernahme aller Anteile an der ElringKlinger Korea Co., Ltd. Anfang 2013 und den Kontrollerwerb am japanischen Joint Venture ElringKlinger Marusan Corporation mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 erhöhte sich die Mitarbeiterzahl im Konzern um 134. Ohne diese Effekte wuchs die Zahl der Beschäftigten um 319 Personen bzw. 5,1 % und fiel damit leicht höher aus als der Anstieg der Umsatzerlöse.

Anteil der Arbeitsplätze im Inland geht marktbedingt zurück

Während die Pkw-Neuzulassungen weltweit solide zulegten, mussten sowohl Westeuropa als auch der deutsche Markt deutliche Einbußen verkraften. Dennoch stieg die Beschäftigtenzahl an den deutschen Standorten des ElringKlinger-Konzerns zum 31. Dezember 2013 auf 3.055 (2.918) Personen.

An den Standorten der Muttergesellschaft ElringKlinger AG in Dettingen/Erms, Gelting, Runkel, Langenzenn, Lenningen und Thale waren zum Bilanzstichtag 2.301 (2.059) Mitarbeiter tätig. Der Anstieg um 11,8 % geht maßgeblich auf die Verschmelzung der Tochtergesellschaft Hummel-Formen GmbH auf die ElringKlinger AG zurück, durch die 115 Mitarbeiter zur ElringKlinger AG hinzu kamen. Bei der größten inländischen Tochtergesellschaft, der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, arbeiteten zum Jahresende 602 (592) Personen.

Das markbedingt stärkere Umsatzwachstum auf den meisten internationalen Märkten führte dazu, dass der Anteil der im Inland tätigen Mitarbeiter 2013 auf 45,5 % (46,6 %) zurückging. Damit beschäftigte der Konzern 2013 weiterhin fast die Hälfte seiner Mitarbeiter im Inland, wohingegen der deutsche Absatzmarkt nur noch 30,7 % zu den Umsatzerlösen des Konzerns beisteuerte.

Zunehmend globale Aufstellung

Die Nachfrageschwerpunkte verschoben sich 2013 weiter in Richtung der Schwellenmärkte. Um die dortige Nachfrage bedienen zu können, hat ElringKlinger vor allem die Fertigungsstandorte in Asien weiter ausgebaut. Neben der Kapazitätserweiterung in den chinesischen Werken in Changchun und Suzhou hat ElringKlinger 2013 ein erstes Werk in Karawang, Indonesien, in Betrieb genommen. So erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl besonders an den chinesischen Produktionsstandorten auf 575 (518) bzw. um 11,0 %. Auch in Indonesien stockte ElringKlinger die Personalkapazitäten im Jahresverlauf auf. Das hohe Umsatzwachstum bei der nordamerikanischen Tochter ElringKlinger USA, Inc. in Buford spiegelte sich ebenfalls in einem Anstieg der dortigen Beschäftigtenzahlen wider.

Demzufolge erhöhten sich die Mitarbeiterzahlen im Ausland zum 31. Dezember 2013 auf 3.661 (3.345). Dies entspricht einem Anteil von 54,5 % (53,4 %) an den Konzernbeschäftigten.

Mitarbeiter ElringKlinger-Konzern weltweit zum 31.12.2013 (Vorjahr)

Während die Mitarbeiteranzahl in fast allen Konzerngesellschaften anstieg, führten die Integrationsmaßnahmen und die schwache Nachfragesituation in Westeuropa am französischen Standort Nantiat der ElringKlinger Meillor SAS zu einer Reduzierung der Arbeitsplätze. Produktmixbedingt kam es bei dem kanadischen Tochterunternehmen ElringKlinger Canada, Inc. ebenfalls zu einer Anpassung der Beschäftigtenzahl.

Zusätzliche Informationen zur Mitarbeiterentwicklung und zur Personalpolitik des ElringKlinger-Konzerns inklusive der entsprechenden Kennzahlen sind im nachfolgenden Kapitel "Nachhaltigkeit" enthalten.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bildet die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg der ElringKlinger AG. Für das Unternehmen bedeutet das eine enge Verzahnung von wirtschaftlichem Denken und nachhaltigem Handeln. Dabei stehen sowohl die ökologische Effizienz aller Konzernaktivitäten als auch die soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und der Gesellschaft im Mittelpunkt.

ElringKlinger legt sein Engagement in diesen Bereichen in einem separaten Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dar. 2013 wurde der mittlerweile zweite Bericht unter dem Titel "Die Mobilität von morgen gestalten" veröffentlicht und ist auf der Internetseite unter www.elringklinger.de/csr-bericht-2012 abrufbar oder alternativ als gedruckter Bericht erhältlich. Daneben bietet die Internetseite des Unternehmens umfangreiche Informationen rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Grüne Investments im Fokus des Kapitalmarkts

Für eine zunehmende Anzahl von Investoren spielen Investments in Unternehmen mit einem "grünen" Produktportfolio eine immer wichtigere Rolle. Dabei rücken nachhaltige Geschäftsmodelle und nicht-finanzielle Kennzahlen stärker in den Vordergrund. ElringKlinger wird unter diesen Gesichtspunkten von verschiedenen Ratingagenturen regelmäßig bewertet.

Bereits 2007 nahm das Unternehmen als einer der ersten Automobilzulieferer am "Carbon Disclosure Project" teil, das derzeit von über 700 Investoren mit einem Anlagevermögen von rund 87 Billionen US-Dollar getragen wird. 2013 wurde ElringKlinger hier mit "78 C" bewertet. Oekom Research, eine der führenden Nachhaltigkeits-Ratingagenturen, erteilte ElringKlinger 2013 erneut den Investment-Status "Prime" (C+). Damit liegt das Unternehmen über dem Branchendurchschnitt und unter den ersten 25 %. Bei der renommierten Ratingagentur Sustainalytics erzielte der Konzern 2013 im Segment "Automobilkomponenten" Platz 4 von 58. Daneben ist das Unternehmen von der DZ Bank mit dem "Gütesiegel für Nachhaltigkeit" ausgezeichnet und seit mehreren Jahren im "DAXglobal Sarasin Sustainability Germany Index" gelistet.

Die Mobilität von morgen mit ElringKlinger-Produkten gestalten

Als Automobilzulieferer sieht ElringKlinger seine Hauptaufgabe darin, mit Produktlösungen rund um Motor, Getriebe und Abgassystem sowie im Bereich Elektromobilität zur Emissionsreduzierung und damit zu einer "grünen Mobilität" beizutragen. Nahezu das gesamte Produktspektrum ist auf dieses Ziel ausgerichtet.

Ausführliche Informationen, in welchem Umfang die ElringKlinger-Produkte direkt und indirekt zum Umweltschutz und einer nachhaltigen Mobilität beitragen, finden sich im Kapitel "Forschung und Entwicklung" sowie auf der Internetseite www.elringklinger.de unter der Rubrik "Produkte".

Für nachhaltige Produkte sind nachhaltige Produktionsprozesse erforderlich. Mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung dieser Prozesse erhebt das zentrale Umweltmanagement der ElringKlinger AG regelmäßig konzernweit Kennzahlen zu Materialeinsatz, Energieverbrauch, Emissionen und Abfallaufkommen. Die Erhebungen werden analysiert und Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet, die sich langfristig oftmals auch kostensenkend auswirken.

Eine wichtige Grundlage für möglichst ressourcenschonende Produktionsprozesse sind hohe Qualitätsstandards. Vor diesem Hintergrund sind - mit Ausnahme des neuen Werks in Indonesien - alle Produktionsstandorte der ElringKlinger-Gruppe nach dem Automobilindustrie-Standard TS 16949 bzw. ISO 9001 zertifiziert. Das Werk in Indonesien soll 2014 zertifiziert werden. Darüber hinaus verfügen alle Produktionsstandorte über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001.

Relative CO2-Emissionen steigen unterproportional zum währungsbereinigten Umsatzwachstum

ElringKlinger hatte sich für 2013 zum Ziel gesetzt, den relativen (im Verhältnis zum Umsatz) direkten und indirekten CO2-Ausstoß um 3 % zu senken. Die direkten CO2-Emissionen umfassen dabei den Ausstoß, der im Wesentlichen durch den Bezug bzw. den Verbrauch von Gas, Heizöl, die Motorenprüfstände sowie durch den firmeneigenen Fuhrpark der ElringKlinger AG verursacht wird. Die indirekten CO2-Emissionen beinhalten die Emissionen, die durch den Stromverbrauch sowie durch Flugreisen entstehen.

Während der direkte CO2-Ausstoß des ElringKlinger-Konzerns 2013 um 2,6 % auf insgesamt 23.300 (22.700) Tonnen anstieg, nahm der indirekte CO2-Ausstoß um 11,7 % auf 65.000 (58.200) Tonnen zu. In Summe kamen die direkten und indirekten CO2-Emissionen auf 88.300 (80.900) Tonnen. Der relative CO2-Ausstoß lag somit bei 75,1 (71,8) Tonnen je 1 Mio. Euro Umsatz und damit um 4,6 % über dem Vorjahreswert. Berücksichtigt man den umrechnungsbedingten negativen Wechselkurseffekt auf die Konzernumsätze, betrug der relative CO2-Ausstoß 73,6 Tonnen je 1 Mio. Euro Umsatz 2013. Dies entspricht einer Zunahme um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr. 2013 ist es dem Unternehmen daher nicht gelungen den relativen CO2-Ausstoß zu verringern.

Wesentliche Ursachen waren die um rund 8 % höheren Strom- sowie 7 % gestiegenen Gasverbräuche der ElringKlinger-Gruppe. Der höhere Stromverbrauch resultierte unter anderem aus der Inbetriebnahme neuer Produktionsanlagen, wie zum Beispiel im Werk in Buford/USA und für Kunststoffgehäusemodule in Dettingen/Erms. Auch die Produktanläufe gänzlich neuer Teile sowie die Verschiebung des Produktportfolios hin zur Herstellung energieintensiver Teile trugen zu einer schlechteren CO2-Bilanz bei. Der gestiegene Gasverbrauch 2013 ist vor allem auf das lange und kalte Frühjahr in Europa zurückzuführen.

Um in Zukunft die nachhaltige Unternehmensentwicklung weiter voranzutreiben, beginnt ElringKlinger 2014 mit der Einführung eines Energiemanagements nach ISO 50001. Die abschließende Zertifizierung ist für 2015 geplant. Gleichzeitig soll die Energieverbrauchserfassung entsprechend verfeinert werden, um den Energiebedarf effizienter steuern zu können.

Langfristig positiv auf die Energiebilanz dürfte sich außerdem der Bau einer Windkraftanlage für das britische ElringKlinger-Werk in Redcar auswirken. Diese wandelt die mittels Rotor aufgenommene Windenergie in elektrische Energie um und speist sie in das Stromnetz ein. Der Wirkungsgrad solcher Anlagen liegt mit rund 50 % außerordentlich hoch. Der Standort Redcar eignet sich aufgrund seiner Küstennähe ideal zur Nutzung der Windenergie. Die Anlage mit einer Leistung von 500 kW wird voraussichtlich ab Mitte 2014 jährlich knapp 1.500 MWh grünen Strom erzeugen. Sie deckt damit rund 30 % des Strombedarfs des Werkes. Dies entspricht einer Einsparung von ca. 600 Tonnen CO2 pro Jahr.

Weitere Energieeinsparpotenziale bieten zwei neue Blockheizkraftwerke (BHKW), die 2013 am Standort Dettingen/Erms gebaut wurden. Während eine dieser Anlagen den Betrieb 2013 aufgenommen hat, wird das zweite Kraftwerk im Jahr 2014 ans Netz angeschlossen. Das BHKW erzeugt Strom und die dabei entstehende Abwärme kann zum Beispiel für Produktionsprozesse oder im Winter zur Heizung der Büroräume genutzt werden. Ergänzt wird das BHKW mit einer Absorptionskälteanlage, mit der die Abwärme im Sommer zu Kühlzwecken eingesetzt werden kann. 2013 betrieb ElringKlinger in Dettingen/Erms bereits drei firmeneigene BHKW, die schon spürbar zur Verringerung des extern bezogenen Energiebedarfs beigetragen haben.

Auch beim Kauf neuer Maschinen und Anlagen achtet ElringKlinger auf bestmögliche Energieeffizienz. Zwei neue Großpressen, die 2013 für die Werke in China und Mexiko beschafft wurden, zeichnen sich durch deutlich niedrigere Energieverbräuche aus als die Vorgängermodelle.

Bei Dienstwagen achtet ElringKlinger grundsätzlich auf möglichst niedrige CO2-Werte. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß des Fuhrparks sank 2013 signifikant auf 145 (157) g/km. Dazu beigetragen haben unter anderem die ständige Erneuerung der Fahrzeugflotte sowie die Anschaffung eines zweiten Plug-in-Hybrids für den ElringKlinger-Fuhrpark. Der umweltfreundliche Diesel-Hybrid fährt mit einem CO2-Ausstoß von lediglich 99 g/km. Zwei weitere reine Elektrofahrzeuge eines deutschen Premiumherstellers sind bereits bestellt und werden den firmeneigenen Fuhrpark ab Mitte 2014 ergänzen. Die nötige Infrastruktur mit Stromladesäulen hat ElringKlinger vor Ort installiert. Geplant ist auch, dass diese von Besuchern, die mit einem Elektrofahrzeug anreisen, kostenfrei genutzt werden können.

Der Lösungsmittelverbrauch erhöhte sich 2013 stärker als das Umsatzwachstum. Wesentliche Ursachen waren neue Produktanläufe der ElringKlinger-Gruppe. Während sich die Gesamtabfallmengen im Gleichlauf zum Produktionsvolumen entwickelten, fiel der Anstieg des Wasserverbrauchs deutlich unterproportional aus. Der Anteil der Metallreste am Gesamtabfall betrug im Berichtsjahr 83 % (83 %). Diese fallen vor allem bei Stanzprozessen in der Fertigung an. Das Unternehmen sammelt und veräußert diese Stanzabfälle. Ein zertifiziertes Entsorgungsunternehmen übernimmt die Wiederverwertung bzw. Entsorgung der Gesamtabfallmengen.

Umweltkennzahlen des ElringKlinger-Konzerns

20131 20122
Gesamte direkte und indirekte CO2 -Emissionen in t 88.300 80.900
CO2 -Emissionen je 1 Mio. EUR Umsatz in t 75,1 71,8
Gesamte direkte CO2 -Emissionen in t 23.300 22.700
davon direkte CO2 -Emissionen u.a. aus Gas, Öl, Motorenprüfständen in t 22.600 22.100
davon direkte CO2 -Emissionen des Fuhrparks3 in t 660 580
Gesamte indirekte CO2 -Emissionen in t 65.000 58.200
davon indirekte CO2 -Emissionen aus Strom in t 62.000 55.700
davon indirekte CO2 -Emissionen aus Flugreisen4 in t 3.000 2.500
Absoluter Energieverbrauch (Strom, Gas und weitere Energieträger) in MWh 240.000 223.500
Absoluter Energieverbrauch je 1 Mio. EUR Umsatz in MWh 204,2 198,3
davon Stromverbrauch in MWh5 144.200 133.400
Stromverbrauch je 1 Mio. EUR Umsatz in MWh 122,7 118,3
Wasserverbrauch in m3 163.400 163.700
Lösungsmittel in t 1.060 940
Gesamtabfallmengen in t 43.700 42.100
davon Metallabfallmenge in t 36.200 35.100

1 Werk der ElringKlinger Korea Co., Ltd. im Jahr 2013 erstmals zu 100 % erfasst (Vorjahr: 50 %); das neue Werk in Indonesien wird ab 2014 erfasst.

2 Vorjahreswerte bereinigt um quotenkonsolidierte Gesellschaften

3 Fuhrpark der ElringKlinger AG-Standorte (Dettingen/Erms, Gelting, Langenzenn, Runkel, Thale und seit 2013 auch Lenningen)

4 Flugreisen der Standorte in Deutschland, Schweiz und Frankreich sowie zentral erfasste Flüge der Standorte in England und USA

5 Ohne die Leistung eigener Blockheizkraftwerke

Mitarbeiterförderung sichert Unternehmenserfolg - ElringKlinger zählt zu den "besten Arbeitgebern"

Motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter sind ein wichtiger Grundstein für den langfristigen Unternehmenserfolg. ElringKlinger bietet seinen Mitarbeitern deshalb ein attraktives Arbeitsumfeld. Dazu gehört zum Beispiel ein unternehmensweit gültiger Kodex, der für alle Mitarbeiter und Führungskräfte verbindliche Grundsätze festlegt hinsichtlich Mitarbeiterentwicklung, Entlohnung, Arbeitszeit, diskriminierungsfreier Arbeitsplätze sowie Gesundheit und Sicherheit. Der Unternehmenskodex ist auf der Internetseite www.elringklinger.de/unternehmenskodex öffentlich zugänglich.

Darüber hinaus wurde 2013 ein Verhaltenskodex verabschiedet, der Orientierung und Maßstab für den Umgang aller Mitarbeiter bietet zu Themen wie zum Beispiel Korruption, Interessenkonflikte, fairer Wettbewerb, Datenschutz und Diskriminierung. Mit den Richtlinien sollen einheitliche Werte und Ziele innerhalb der ElringKlinger-Gruppe vermittelt werden. Der Verhaltenskodex ist ebenfalls online unter www.elringklinger.de/verhaltenskodex verfügbar.

ElringKlinger ist bestrebt, seine Mitarbeiter angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsjahres 2012 erhielten die Beschäftigten der ElringKlinger AG, der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH sowie der Elring Klinger Motortechnik GmbH einen Bonus in Höhe von 1.300 (1.150) Euro.

Um seine Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, fördert ElringKlinger gezielt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 2013 wurde in den Sommerferien erstmals eine Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder im schulpflichtigen Alter angeboten, die auf regen Zuspruch stieß. Das Ferienprogramm wird 2014 erneut durchgeführt.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter spiegelt sich nicht zuletzt in der Kranken- oder Fluktuationsquote wider. 2013 war die Krankheitsquote gegenüber dem Vorjahr weiterhin auf niedrigem Niveau. Die globale Fluktuationsquote konnte trotz der steigenden Mitarbeiterzahlen in Ländern wie China und Brasilien, in denen generell eine stärkere Fluktuation üblich ist, auf 5,2 % (6,7 %) gesenkt werden.

Dass ElringKlinger attraktive Rahmenbedingungen als Arbeitgeber bietet, unterstreicht nicht zuletzt die erstmalige Auszeichnung des Wirtschaftsmagazins FOCUS als einer der "Besten Arbeitgeber". ElringKlinger belegte in der Kategorie "Automobil und Zulieferung" Platz 18 und hat es damit im Wettbewerb mit den Großen der Branche in die TOP 20 geschafft. Die FOCUS-Umfrage konzentrierte sich vor allem auf Kriterien wie Führungskultur, Firmenimage, Karrieremöglichkeiten und Gehalt. Für das Ranking wurden über 12.000 Arbeitnehmer aus rund 2.000 Unternehmen befragt. Auch das Urteil von Mitgliedern des Karrierenetzwerks Xing sowie Bewertungen über die Plattform Kununu flossen in das Ergebnis ein.

Zentrale Schwerpunkte der Personalarbeit bei ElringKlinger bilden die Nachwuchssicherung sowie die Mitarbeiterqualifizierung. Die ElringKlinger-Mitarbeiter werden individuell gefördert. Dazu gehören neben fachlichen Qualifizierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Sprachkurse oder Software-Schulungen, auch persönliche Weiterentwicklungsprogramme. Die externen Ausgaben für Fort- und Weiterbildung betrugen 2013 in Summe 1,0 (1,0) Mio. Euro.

Potenzielle Fach- und Führungskräfte werden intern über ein spezielles Nachwuchsförderungsprogramm auf künftige Führungsaufgaben vorbereitet. 2013 starteten neun junge Talente das Programm, das bis zum Frühjahr 2014 läuft. Erst 2012 wurde das Konzept inhaltlich überarbeitet und weiterentwickelt.

Zur Nachwuchssicherung bildet ElringKlinger bereits seit Jahrzehnten sowohl in technischen als auch kaufmännischen Berufen aus. Daneben werden Studiengänge in Zusammenarbeit mit Dualen Hochschulen angeboten. Studenten haben außerdem die Möglichkeit, Praktika sowie Bachelor- oder Masterarbeiten bei ElringKlinger zu absolvieren. 2013 betreute das Unternehmen an den deutschen Standorten 51 (42) Studenten und Praktikanten.

Personalkennzahlen des ElringKlinger-Konzerns

Zum 31.12.2013 Zum 31.12.2012
Absolute Mitarbeiterzahl 6.716 6.263
davon Männer 70,1 % 69,7 %
davon Frauen 29,9 % 30,3 %
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 6.543 6.314
Zusammensetzung nach Altersgruppen
jünger als 30 Jahre 24,9 % 24,3 %
30 bis 50 Jahre 56,0 % 56,8 %
älter als 50 Jahre 19,2 % 18,9 %
Ausbildungsquote1 3,9 % 3,1 %
Praktikanten und Diplomanden1 51 42
Fluktuationsquote 5,2 % 6,7 %
Durchschnittliche Krankheitstage je Mitarbeiter 9,1 9,4
Mitarbeiter, die unter Kollektivvereinbarungen fallen 4.728 4.554
Anzahl der geführten Qualifizierungsgespräche 5.379 4.844
Anteil der Teilzeitarbeitnehmer 4,7 % 4,6 %
Beschäftigte mit unbefristetem Vertrag 5.577 5.433
Anzahl der Mitarbeiter mit Behinderungen 189 189
Beschäftigte in Managementpositionen 525 449
davon Frauen 64 55
davon Einheimische 476 420
Betriebsunfälle mit anschließendem Arbeitsausfall von mehr als drei Tagen 292 236
Arbeitsbedingte Todesfälle 0 0
Absolute Beschäftigtenanzahl in
Altersteilzeit1 76 72
Mutterschutz1 8 3
Elternzeit1 24 28
Eingereichte Verbesserungsvorschläge1 289 264
Erfolgreich umgesetzte Verbesserungsvorschläg1 98 75
Abgelehnte Verbesserungsvorschläge1 148 119

1 Diese Kennzahlen beziehen sich nur auf die deutschen Standorte, die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

ElringKlinger: Weltweit erfolgreich - vor Ort sozial engagiert

Die ElringKlinger AG spendet regelmäßig für gemeinnützige Zwecke und bezuschusste im Jahr 2013 mit insgesamt rund 116.000 (70.000) Euro diverse soziale Einrichtungen und Projekte.

Soziales Engagement übt ElringKlinger indirekt auch über die Paul-Lechler-Stiftung aus. Träger der Stiftung sind die Familien Lechler, die zugleich Hauptaktionäre der ElringKlinger AG sind. So fließt Jahr für Jahr ein Teil des Unternehmensgewinns in die Paul-Lechler-Stiftung. Diese unterstützt eine Vielzahl von sozialen Projekten.

Neben diesem sozialen Engagement pflegt ElringKlinger seit vielen Jahren mit der Stiftung Bruderhaus-Diakonie bzw. den angeschlossenen Behinderten-Werkstätten in Dettingen/Erms eine enge Zusammenarbeit. Die Menschen mit Behinderung übernehmen für das ElringKlinger-Ersatzteilgeschäft komplette Arbeitsabläufe, wie zum Beispiel das Konfektionieren oder Verpacken von Dichtungssätzen. Ein 2012 gestartetes Projekt zur elektronischen Archivierung von Dokumenten wurde 2013 sehr erfolgreich weitergeführt und auf weitere Bereiche ausgedehnt.

Relativer C02-Ausstoß soll 2014 wieder sinken

ElringKlinger wird auch in Zukunft mit seinem innovativen Produktportfolio zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen. Im Jahr 2014 hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, den relativen CO2 -Ausstoß im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu verbessern. Hierbei sollten sich Projekte wie die umweltfreundliche Stromerzeugung positiv auswirken.

Beschaffung

Der zentrale Einkauf des ElringKlinger-Konzerns spielt eine wichtige Rolle für die Ertragslage der Gesellschaft. Mit einem Anteil von 61,6 % an den Umsatzkosten stellt der Materialaufwand für den Konzern die größte Kostenposition dar.

Der Einkauf ist für die frist- und kostengerechte Beschaffung der im Unternehmen benötigten Materialien zuständig. Dazu gehören in erster Linie Rohstoffe für die Produktion wie legierte Edelstähle (insbesondere Nickellegierungen), Aluminium, C-Stahl, Kunststoffgranulate, Gummi und Polytetrafluorethylen (PTFE). Die Materialbeschaffung für die in- und ausländischen Konzerngesellschaften wurde auch 2013 zum größten Teil vom zentralen Einkauf der ElringKlinger AG am Hauptsitz in Dettingen/Erms gesteuert.

Rohstoffeinsatz im ElringKlinger-Konzern 2013 (Vorjahr) in %

Weitere Globalisierung des Einkaufsnetzwerks - Synergien bei Übernahmen

2013 stand die Ausweitung der internationalen Einkaufsstrukturen auf der Tagesordnung. Besonders in Asien kam es zu einem konsequenten Ausbau des Lieferantenportfolios. Dank der weltweit leistungsfähigen Einkaufsorganisation konnte der Konzern die Verfügbarkeit von Material, Qualität und Zulieferern im Berichtsjahr stets sicherstellen.

Im Geschäftsjahr 2013 wurde die Hummel-Formen GmbH auf die ElringKlinger AG verschmolzen und deren Einkauf vollständig in den Zentraleinkauf des Konzerns überführt. Das jetzige Werk der ElringKlinger AG in Lenningen profitiert nun zum Beispiel beim Bezug von Kunststoffgranulaten von den günstigeren Einkaufspreisen innerhalb des Unternehmensverbunds.

Einkaufsvolumen steigt auf 724 Mio. Euro

Die stark gestiegenen Produktionsmengen des ElringKlinger-Konzerns erforderten 2013 ein höheres Einkaufsvolumen. Gegenüber dem Vorjahr nahm es um 2,4 % auf 724,0 (707,0) Mio. Euro zu. Darin enthalten sind sowohl Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe als auch Handelswaren für das freie Ersatzteilgeschäft sowie Investitionen in Grundstücke, Sachanlagen und Immobilien. Der reine Materialaufwand erhöhte sich um 2,9 % und belief sich 2013 auf 520,9 (506,1) Mio. Euro.

Rohstoffpreise 2013 weitgehend stabil

Die Preise der für ElringKlinger wesentlichen Rohstoffe bewegten sich 2013, auch vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage, auf Vorjahresniveau.

Während die Einkaufspreise für Edelstahl weitgehend stabil blieben bzw. sogar leicht rückläufig waren, verharrten die Kunststoffgranulate auf anhaltend hohem Niveau. Das in den Edelstahllegierungen enthaltene Nickel stieg zu Beginn 2013 zwar nochmals kurzzeitig auf über 18.000 US-Dollar/Tonne, ging dann aber im zweiten Halbjahr auf Werte deutlich unter 15.000 US-Dollar/Tonne zurück. Auch bei Aluminium waren keine signifikanten Preiserhöhungen zu sehen.

ElringKlinger schließt mit seinen Materiallieferanten möglichst Verträge mit Laufzeiten von einem Jahr oder länger ab. Damit wird das Risiko unterjährig steigender Einkaufspreise begrenzt und die Materialverfügbarkeit gewährleistet. Bei Kunststoffgranulaten und mittlerweile auch bei C-Stahl haben sich kürzere Vertragslaufzeiten durchgesetzt. Die niedrigen Niveaus Ende 2013 bildeten eine gute Ausgangsbasis für die für 2014 abzuschließenden Verträge (Prognose).

Die Legierungszuschläge können nicht vertraglich abgesichert werden. Rückgänge an den Rohstoffbörsen schlagen sich erst mit einem zeitlichen Verzug von einem bis drei Monaten auf die Einkaufspreise bei ElringKlinger nieder. ElringKlinger sichert einen Teil der benötigten Volumen an legierten Edelstählen in einem rollierenden System über derivative Instrumente ab.

Die rückläufigen Rohstoffpreise 2013 implizieren direkte Auswirkungen auf die Schrotterlöse des Unternehmens. ElringKlinger veräußert die bei den Stanzprozessen in der Fertigung anfallenden Metallabfälle. Aufgrund der relativ niedrigen Edelstahlpreise gingen die entsprechenden Schrotterlöse im Berichtsjahr spürbar zurück.

Energiekosten legen um 14 % zu - eigene Blockheizkraftwerke decken Teilbedarf

Aufgrund der größeren Ausbringungsmengen erhöhte sich auch der Energiebedarf der ElringKlinger-Gruppe. Im Jahr 2013 belief sich der absolute Energieverbrauch (Strom, Gas und weitere Energieträger) auf 240.000 (223.500*) MWh (Nachhaltigkeit). Dies entspricht einem Anstieg von 7,4 %.

Die gestiegenen Strom- und Gaspreise sowie der Mehrverbrauch führten zu entsprechend höheren Energiekosten. 2013 stiegen diese auf 20,5 (17,9* ) Mio. Euro. Der Anteil der Energiekosten an den Umsatzkosten ging somit leicht nach oben und kam auf 2,4 % (2,2 %).

* Vorjahreszahlen wurden angepasst

Um die Planungs- und Versorgungssicherheit herzustellen, hat ElringKlinger für einen Großteil des Strom- und Gasbedarfs langfristige Lieferverträge abgeschlossen. 2013 wurden mit den bestehenden Lieferanten bereits neue Kontrakte mit einer Laufzeit bis einschließlich 2016 vereinbart. Ziel des Konzerns ist es, einen variablen und kostenoptimierten Strom- und Gaseinkauf zu gewährleisten.

Darüber hinaus ging Mitte 2013 ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) in Dettingen/Erms ans Netz. Insgesamt gibt es am Hauptstandort bereits drei dieser Kraftwerke, die im Berichtsjahr eine Strommenge von 3.328 MWh erzeugten.

Lieferantenstruktur in Asien ausgebaut

Da ElringKlinger außerhalb Europas stark wächst, prüft und qualifiziert der Konzern stets neue Zulieferer weltweit. 2013 hat das Einkaufsvolumen in Asien, vor allem in China, erneut zugenommen. Deswegen wurden neue lokale Lieferanten zertifiziert, um die steigenden Produktionsmengen der asiatischen Tochtergesellschaften abzusichern. Neben einer Reduzierung der Logistikkosten werden somit gleichzeitig die Währungsrisiken begrenzt.

Mittlerweile gehört ein chinesischer Lieferant zu den zwei größten Aluminiumlieferanten von ElringKlinger. Auch PTFE wird vorwiegend für den lokalen Bedarf zunehmend aus China und Indien bezogen.

Neue Zulieferer werden grundsätzlich gemäß den internationalen ISO-Standards geprüft und zertifiziert. Sie müssen außerdem den strengen Qualitäts- und Umweltrichtlinien des Konzerns entsprechen und dem anspruchsvollen ElringKlinger-Unternehmenskodex folgen (www.elringklinger.de/unternehmenskodex). Durch den Ausbau der Produktionskapazitäten im asiatischen Raum, insbesondere in China, wurden auch 2013 verstärkt internationale Lieferanten auf diese Standards hin kontrolliert.

ElringKlinger nutzt zur Optimierung der Kosten in der Beschaffung verschiedene Instrumente. Neben der Qualifizierung neuer Zulieferer gehört die ständige Weiterentwicklung bestehender Zulieferer zum Lieferantenmanagement des Konzerns. Der zentrale Einkauf führt regelmäßige Qualitäts- und Kostenanalysen durch (zum Beispiel Cost-Break-Down-Analysen) und erschließt somit die optimalen Bezugsquellen für alle Tochtergesellschaften. Dadurch erkennt das Unternehmen frühzeitig Preiserhöhungen in den jeweiligen Materialgruppen und kann diese entsprechend abwehren. Generell ist das Unternehmen bestrebt, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten so gering wie möglich zu halten. Der Anteil der 30 größten Zulieferer am gesamten Einkaufsvolumen im Unternehmensverbund 2013 lag bei rund 20 % (20 %).

Mit dem Ziel, die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern zu fördern, zeichnet ElringKlinger jedes Jahr einen Lieferanten für gute Leistungen aus. 2013 ging der Lieferantenpreis an die H.D. Lenzen Bandverzinkung GmbH &Co. KG. Der Zulieferer aus Hagen in Nordrhein-Westfalen stellt elektrolytisch verzinkte Stahlbänder her, die bei ElringKlinger für die Fertigung von Spezialdichtungen zum Einsatz kommen. In die Bewertung gehen Aspekte wie Produktqualität, Liefertreue oder Kundenorientierung ein.

Für das Jahr 2014 konzentriert sich der zentrale Konzerneinkauf auf die weitere Globalisierung seiner Lieferantenstruktur insbesondere in den asiatischen Ländern Indien sowie China. Dadurch sollen nicht nur die Einkaufskosten im Unternehmensverbund weiter optimiert, sondern auch die Belieferungssicherheit in diesen Gebieten sichergestellt werden. Darüber hinaus ist der Bau eines Leergutzentrums in Dettingen/Erms geplant, mit dessen Hilfe sich die Versandlogistik optimieren lässt.

Chancen- und Risikobericht

Risikomanagementsystem

ElringKlinger verfügt über ein umfassendes weltweites Risikomanagementsystem zur Risikofrüherkennung. Eine kontinuierliche Beobachtung der Märkte, Kunden und Lieferanten sowie ein detailliertes internes Berichtswesen und Controlling sorgen dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Chancen am Markt genutzt werden können. Das Risikomanagementsystem selbst wird hinsichtlich seiner Effizienz und Angemessenheit laufend an sich ergebende neue Anforderungen angepasst und optimiert.

Das Risikomanagementsystem setzt sich aus unterschiedlichen Instrumenten und Kontrollsystemen zusammen. Wichtige Bestandteile sind die strategische Unternehmensplanung und das interne Berichtswesen. Im Rahmen dieser Planung sollen mögliche Risiken für weitreichende, wesentliche Entscheidungen erkannt und berücksichtigt werden. In die strategische Konzernplanung sind alle maßgeblichen Unternehmensbereiche involviert. Informationen werden in einem einheitlichen Prozess abgefragt, gesammelt und ausgewertet. Die Gesamtverantwortung liegt beim Vorstand. Das interne Berichtswesen dient der Überwachung und Steuerung des Geschäftsverlaufs. Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems ist die regelmäßige Berichterstattung des jeweiligen Managements der in- und ausländischen Konzerngesellschaften sowie der Geschäftsbereiche, die quartalsweise erfolgt. Sie umfasst die Entwicklungen auf allen für das Unternehmen relevanten Gebieten, die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und insbesondere den Bestand des ElringKlinger-Konzerns haben können. Berichtet wird vor allem über Änderungen der wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen, neue regulatorische Anforderungen, technologische Entwicklungen, Rohstoffmärkte und innerbetriebliche Risiken. Im Rahmen dieser Berichterstattung werden Risiken identifiziert und bewertet sowie Maßnahmen zur Risikovorsorge oder -abwehr vorgeschlagen. Die Umsetzung der definierten Maßnahmen erfolgt zeitnah in den betroffenen Bereichen. Die Koordinationsfunktion ist beim Leiter der Konzernrechtsabteilung angesiedelt.

Der Vorstand bewertet die Gesamtrisikolage und berichtet hierzu regelmäßig und umfassend an den Aufsichtsrat. Die Kontrolle der Umsetzung der definierten Maßnahmen ist ein weiterer wesentlicher Aspekt des zentralen Risiko- und Qualitätsmanagements des ElringKlinger-Konzerns. Risikomanagement wird im Konzern als ganzheitliche Aufgabe verstanden, die neben der geschilderten Identifikation und Bewertung von Risiken auch ein bewährtes System entsprechender Vorsorgemaßnahmen und Notfallplanungen umfasst.

Neben den regelmäßigen Berichtspflichten ist die interne Revision ein wichtiger Kontrollmechanismus und damit bedeutender Bestandteil des Risikomanagementsystems. Revisionen finden in den Geschäfts- und Servicebereichen der ElringKlinger AG sowie bei den Konzerngesellschaften statt. Sie werden von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Auftrag der ElringKlinger AG durchgeführt. Der Einsatz externer Spezialisten gewährleistet, dass Risiken erkannt, die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sowie interner Prozessabläufe überprüft und Optimierungspotenziale aufgezeigt werden. Über die Ergebnisse der Revisionen werden Berichte erstellt, die insbesondere an den Vorstand und den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats gerichtet sind. Die Berichte werden ausgewertet. Notwendige Maßnahmen werden veranlasst. Die Umsetzung kontrolliert der ressortverantwortliche Vorstand. Relevante Feststellungen werden mit den betroffenen Bereichen erörtert, um Verbesserungen umzusetzen bzw. Schwachstellen zu beseitigen. Im Geschäftsjahr 2013 fanden Revisionen bei der Elring Klinger (Great Britain) Ltd., der Elring Parts Ltd., Großbritannien, der Elring Klinger Mexico S.A. de C.V. sowie bei Geschäfts- bzw. Servicebereichen der ElringKlinger AG statt. Sämtliche durchgeführten Prüfungen ergaben keine wesentlichen Beanstandungen. Die gesetzlichen Bestimmungen und internen Vorgaben wurden regelmäßig beachtet. Die aufgezeigten Optimierungsmöglichkeiten wurden bzw. werden umgesetzt.

Bereits im Geschäftsjahr 2012 erstellte ein entsprechend spezialisiertes Prüfungs- und Beratungsunternehmen im Auftrag des Vorstands ein Compliance-Risikoprofil für ElringKlinger, um daraus geeignete Maßnahmen für das Compliance-System abzuleiten. Die Analyse hat insbesondere ergeben, dass ElringKlinger kein besonderes Risikopotenzial aufweist. Auf Basis der Analyse und der sonstigen durchgeführten Prüfungen mit dem Schwerpunkt Compliance sowie der bisherigen Erfahrungen wurde 2013 ein Compliance-System mit einem Chief Compliance Officer eingerichtet, der direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Wichtiger Teil des Compliance-Systems ist der Verhaltenskodex, in dem Erwartungen an und Regelungen für sämtliche Mitarbeiter des ElringKlinger-Konzerns verbindlich festgelegt sind. Der Kodex befasst sich unter anderem mit den Themen fairer Wettbewerb, Korruption, Diskriminierung und Schutz vertraulicher Daten. Der Kodex wird an alle Mitarbeiter in den jeweiligen Landessprachen verteilt. Mitarbeiter, insbesondere Führungskräfte, werden entsprechend geschult. Weitere Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Compliance-Systems sind für 2014 geplant.

Um Haftungsrisiken aus potenziellen Schadensfällen zu vermindern und mögliche Verluste hieraus zu vermeiden, hat das Unternehmen entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Die Angemessenheit dieser Versicherungen, in deren Schutz auch die Konzerngesellschaften einbezogen sind, wird regelmäßig hinsichtlich der abgedeckten Risiken und Deckungssummen überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Konzernrechnungslegung

Im Hinblick auf die Rechnungslegung bzw. die externe Finanzberichterstattung im Konzern lässt sich das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem anhand der folgenden wesentlichen Merkmale beschreiben: Das System ist auf Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung von Risiken und die Überwachung dieser Aktivitäten ausgerichtet. Die Ausgestaltung dieses Systems nach den spezifischen Anforderungen des Konzerns fällt in den Verantwortungsbereich von Vorstand und Aufsichtsrat. Gemäß der Aufgabenverteilung gehört der für die Rechnungslegung zuständige Bereich Finanzen zum Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Dieser Bereich, zu dem auch das Beteiligungsmanagement gehört, steuert die Rechnungslegung innerhalb des Konzerns und der ElringKlinger AG und führt die Informationen zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der ElringKlinger AG zusammen. Das Beteiligungsmanagement hat insbesondere die Aufgabe, den Rechnungslegungsprozess der Konzerngesellschaften zu überwachen und zu unterstützen. Die Konzerngesellschaften berichten an den Leiter Finanzen und dieser an den Vorstandsvorsitzenden.

Wesentliche Risiken für den Rechnungslegungsprozess ergeben sich aus der Anforderung, richtige und vollständige Informationen in der vorgegebenen Zeit zu übermitteln. Dies setzt voraus, dass die Anforderungen klar kommuniziert und die verantwortlichen Bereiche in die Lage versetzt werden, diese zu erfüllen. Für sämtliche Transaktionen kommt das Vier-Augen-Prinzip zur Anwendung.

ElringKlinger hat, basierend auf den IFRS-Rechnungslegungsstandards, ein Bilanzierungshandbuch erstellt. Alle Konzerngesellschaften müssen die im Handbuch beschriebenen Standards beim Rechnungslegungsprozess zugrunde legen. Wesentliche Bewertungsmaßstäbe, wie zum Beispiel für die Vorratsbewertung, die Bewertung von Werkzeugen und die Forderungsbewertung nach IFRS, sind in dem Handbuch verbindlich definiert. Darüber hinaus bestehen im Konzern verbindliche Kontierungsrichtlinien, damit die einheitliche Behandlung gleicher Sachverhalte konzernweit gewährleistet ist.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses gilt ein für alle Gesellschaften verbindlicher Terminplan. Entsprechendes gilt für den Jahresabschluss der ElringKlinger AG. Die Jahresabschlüsse der Konzerngesellschaften werden von diesen nach den maßgeblichen lokalen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt. Ausnahmen gelten für die deutschen Konzerngesellschaften, deren Abschlüsse durch das Rechnungswesen der ElringKlinger AG vorbereitet werden. Konzerninterne Verrechnungskonten werden über Saldenbestätigungen abgeglichen. Die Berichterstattung der Konzerngesellschaften erfolgt über eine separate Datenbank, die neben den Finanzdaten auch Angaben enthält, die insbesondere für den Konzernanhang und den zusammengefassten Lagebericht des ElringKlinger-Konzerns und der ElringKlinger AG bedeutsam sind. Die Daten und Angaben werden vor Abgabe und Konsolidierung in den jeweiligen Zentralbereichen überprüft.

Ein Teil der deutschen und ausländischen Gesellschaften des ElringKlinger-Konzerns nutzen SAP. Bei den übrigen Gesellschaften sind unterschiedliche EDV-Systeme im Einsatz. Zukünftig wird SAP bei weiteren wesentlichen Konzerngesellschaften eingeführt. Alle eingesetzten Systeme sehen hierarchisch gegliederte Zugriffsysteme vor. Freigaben werden im System dokumentiert. Zugriffsberechtigungen werden bei Gesellschaften, die SAP nutzen, zentral entsprechend den Vergaberegelungen eingeräumt. Die Freigabeentscheidung obliegt dem Leiter Finanzen. Bei den Gesellschaften, die andere Systeme nutzen, entscheidet die lokale Geschäftsführung über die Zugriffsberechtigungen.

Im Rahmen des Konzernrechnungslegungsprozesses werden grundsätzlich keine externen Dienstleister eingesetzt, sondern dieser wird - wie beschrieben - durch die Mitarbeiter der jeweiligen Fachbereiche durchgeführt.

Risiken, die sich auf den Konzernrechnungslegungsprozess auswirken können, ergeben sich zum Beispiel aus der zu späten oder fehlerhaften Erfassung von Geschäftsvorfällen oder der Nichtbeachtung des Bilanzierungshandbuchs und der Kontierungsregeln. Um Fehler zu vermeiden, basiert der Rechnungslegungsprozess auf der Trennung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sowie auf der Automatisierung von Abläufen und Plausibilitätsprüfungen im Rahmen der Berichterstattung. Kalkulationen werden kontinuierlich überwacht. Vor den Abschlussterminen sind umfangreiche und detaillierte Checklisten abzuarbeiten. Der Konzernrechnungslegungsprozess ist im Übrigen in das Risikomanagementsystem des ElringKlinger-Konzerns einbezogen, um rechnungslegungsrelevante Risiken frühzeitig zu erkennen und damit rechtzeitig Maßnahmen zur Risikovorsorge und -abwehr einleiten zu können.

Der Rechnungslegungsprozess ist wie die anderen Unternehmensbereiche und -funktionen Gegenstand von Untersuchungen der internen Revision, die von zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durchgeführt werden. Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Revisionen werden die Prozesse und Abläufe der Rechnungslegung bei der ElringKlinger AG und ihren Konzerngesellschaften überprüft und auf Basis der Prüfungsfeststellungen weiterentwickelt und optimiert. Weitere Einzelheiten sind in der Beschreibung des Risikomanagementsystems dargestellt.

Risiken

In der folgenden Tabelle sind die für den ElringKlinger-Konzern wesentlichen Risiken im Überblick dargestellt. Die Risiken wurden dabei nach der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie nach den möglichen finanziellen Auswirkungen bewertet. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von weniger als 30 % wird als "niedrig" eingestuft, von mehr als 60 % als "hoch". Die möglichen finanziellen Auswirkungen werden nach qualitativen Kriterien von "unwesentlich" bis "wesentlich" eingeordnet. Sie sind als Bruttorisiken erfasst, das heißt vor möglichen Maßnahmen zur Risikobegrenzung. "Unwesentlich" steht dabei für eine voraussichtliche Auswirkung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern von weniger als 3 Mio. Euro, "moderat" zwischen 3 und 10 Mio. Euro und "wesentlich" von über 10 Mio. Euro. Aus dem Zusammenwirken von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher finanzieller Auswirkung ergibt sich das Gesamtrisiko bezogen auf die jeweilige Risikokategorie.

Wesentliche Unternehmenschancen und -risiken

Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen
niedrig mittel hoch unwesentlich moderat wesentlich
--- --- --- --- --- --- ---
Konjunkturelle Risiken
Konjunkturelle und Branchenrisiken x x
Operative Risiken
Preisdruck/Wettbewerb x x
Materialrisiken/Lieferantenrisiken x x
Kundenrisiken x x
Lohnkostenrisiken x x
Personalrisiken x x
Qualitäts-/Gewährleistungsrisiken x x
IT-Risiken x x
Rechtliche Risiken/Compliance Risiken x x
Strategische Risiken
Technologierisiken x x
Externes Wachstum/Akquisitionen x x
Finanzielle Risiken
Forderungsausfall x x
Liquiditätsrisiken/Finanzierungsrisiken x x
Währungsrisiken x x
Zinsrisiken x x
Einsatz derivativer Finanzinstrumente x x
Chancen
Klimawandel/ Neue Emissionsvorschriften x x
Technologietrend/ Neue Antriebstechnologien x x
Erweiterung der Leistungspalette x x
Neue Absatzmärkte x x
Branchenkonsolidierung x x

Konjunkturelle Risiken

Konjunkturelle und Marktrisiken

Die Entwicklung der globalen Fahrzeugmärkte geht üblicherweise mit der konjunkturellen Lage einher. Dies gilt für das Lkw-Segment noch stärker als für das Pkw-Geschäft. Vor diesem Hintergrund stellt ein Einbruch der wirtschaftlichen Entwicklung immer auch das Risiko dar, dass sich die Nachfrage nach Fahrzeugen und damit kurz- bis mittelfristig auch die Fahrzeugproduktion abschwächt. In der Folge ergäbe sich daraus eine geringere Nachfrage nach ElringKlinger-Komponenten (ElringKlinger im Überblick: Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren).

Risiken hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung bestehen nach derzeitiger Einschätzung weiterhin in den süd- und westeuropäischen Märkten, die von der angespannten Wirtschaftslage und hoher Arbeitslosigkeit betroffen sind. Hier war 2013 zwar eine wirtschaftliche Stabilisierung zu verzeichnen, eine schnelle und durchgreifende Erholung ist allerdings nicht zu erwarten. Insgesamt sollte sich die wirtschaftliche Lage in Europa ab 2014 schrittweise bessern. Die Schwäche in Europa kann jedoch weltweit durch das Wachstum in Asien und Nordamerika kompensiert werden. Der Internationale Währungsfonds geht für das Jahr 2014 von einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft als 2013 aus und prognostiziert einen Anstieg von 3,7 %.

Auf globaler Ebene ist somit ein tiefgreifender Einbruch der Fahrzeugproduktion - ähnlich der Krise in den Jahren 2008/09 - weitgehend auszuschließen. ElringKlinger erwartet, dass die weltweite Fahrzeugproduktion 2014 um rund 2 bis 3 % zulegt (Prognosebericht).

ElringKlinger ist weltweit vertreten und mit seiner breiten Kundenstruktur grundsätzlich weder von einzelnen Märkten noch von einzelnen Herstellern abhängig. Ein konjunktureller Dämpfer in einer Region kann somit zumindest teilweise aufgefangen werden. Dank der flexiblen Aufstellung wäre ElringKlinger bei größeren konjunkturellen Verwerfungen in der Lage, unverzüglich auf die Marktgegebenheiten zu reagieren und die Kostenstrukturen in angemessener Zeit anzupassen. Als Instrumente stehen Gleitzeitkonten und flexible Schichtmodelle zur Verfügung sowie die Option, Kurzarbeit zu beantragen. Weiterhin kann durch Anpassung der Personalstärke an die Nachfragesituation sowie durch die Zusammenlegung von Produktionsmengen an einzelnen Fertigungsstandorten des internationalen Produktionsverbunds auf veränderte Marktlagen reagiert werden. Zudem werden in enger Zusammenarbeit des Zentraleinkaufs mit den Lieferanten zeitnah und zentral die Beschaffungsmengen überprüft und angepasst.

ElringKlinger berücksichtigt konjunkturelle Risiken bereits bei der Planung in angemessenem Umfang. Dem Budget wird prinzipiell ein eher vorsichtiges makroökonomisches Szenario zugrunde gelegt.

Operative Risiken

Preisdruck/Wettbewerb

Als Automobilzulieferer bewegt sich ElringKlinger generell in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Die Kunden fordern regelmäßig Preisnachlässe. Dies stellt eines der größten Einzelrisiken für das Unternehmen dar. ElringKlinger sieht sich aufgrund seiner starken technologischen Stellung zwar vergleichsweise gut positioniert, um den Preisforderungen seiner Kunden zu begegnen, kann sich diesen aber nicht vollständig entziehen. Um dem Preisdruck zu entgehen, ist ElringKlinger bestrebt, Nischenmärkte zu bedienen und anspruchsvolle Produkte mit technologischen Alleinstellungsmerkmalen zu entwickeln. Der Preisdruck muss durch entsprechende Effizienzsteigerungen in der Fertigung kompensiert werden.

Die Eintrittshürden für neue Wettbewerber sind vergleichsweise hoch, da dem Geschäftsmodell der ElringKlinger-Gruppe spezielle Kernkompetenzen hinsichtlich Material-, Werkzeug- und Prozess-Know-how zugrunde liegen (ElringKlinger im Überblick). Darüber hinaus sind relativ hohe Investitionen zum Aufbau der entsprechenden Produktionsanlagen notwendig. Für eine wirtschaftliche Fertigung sind daher hohe Stückzahlen unverzichtbar. Erfahrungsgemäß erhalten neue Lieferanten bei einem Erstauftrag zunächst kleinere Lieferumfänge. Zudem werden die Produktionsanlagen oftmals nach spezifischen ElringKlinger-Vorgaben konzipiert und sind nicht als Standardanlagen frei am Markt erhältlich.

Materialrisiken/Lieferantenrisiken

Der Materialaufwand stellt mit 61,6 % der Umsatzkosten den größten Kostenblock für die ElringKlinger-Gruppe dar. Der Entwicklung der Materialpreise kommt daher eine maßgebliche Rolle zu.

Die im ElringKlinger-Konzern vorwiegend eingesetzten Rohstoffe umfassen legierte Edelstähle, C-Stahl, Aluminium und Kunststoffgranulate (Beschaffung). Die Legierungszuschläge (Nickel, Chrom, Molybdän) unterliegen hoher Volatilität. Sie fließen als Zuschlagssätze in den Edelstahlpreis ein und können nicht im Voraus vertraglich abgesichert werden.

Generell ist ElringKlinger bestrebt, möglichst langfristige Abschlüsse mit seinen Rohstofflieferanten auszuhandeln. Für 2014 schwanken die Einkaufspreise für den Bezug von Edelstählen, C-Stahl sowie Aluminium um die Preislevels von 2013. Kunststoffgranulate, die vom Ölpreis abhängig sind, bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. In Summe ist das Risiko übermäßiger Materialpreiserhöhungen auch angesichts der bei vielen Rohstofflieferanten ausgeweiteten Produktionskapazitäten 2014 als überschaubar einzustufen.

Um potenziellen Materialpreissteigerungen entgegenzusteuern, arbeitet ElringKlinger fortlaufend an optimierten Produktdesigns, Verbesserungen der Fertigungsprozesse sowie an der Qualifikation neuer Lieferanten.

Teilweise vereinbart ElringKlinger mit den Kunden Preisgleitklauseln. Ist dies nicht der Fall, müssen Preissteigerungen, die den Kalkulationspreis überschreiten, an die Kunden weitergegeben werden. Hierbei besteht das Risiko, dass die höheren Kosten nicht vollständig und/oder erst mit zeitlicher Verzögerung weitergereicht werden können.

Darüber hinaus kann ElringKlinger über den eigenen Schrotthandel die Metallreste, die bei den Stanzprozessen anfallen, veräußern und damit Kostenerhöhungen zumindest teilweise auffangen. Allerdings liegt auch in der Entwicklung der Schrottpreise ein prinzipielles Risiko.

Im Rahmen der Risikobewertung verfolgt ElringKlinger neben der Entwicklung der Materialpreise auch die Materialverfügbarkeit. Um diesbezügliche Risiken soweit wie möglich einzugrenzen, setzt ElringKlinger auf langjährige und partnerschaftliche Kooperationen mit seinen Lieferanten. Der Konzern disponiert Material grundsätzlich frühzeitig und verfolgt eine Mehrlieferantenstrategie. Für wesentliche Materialien und Zukaufteile sind mindestens zwei Lieferanten freigegeben. Mittlere und kleinere Lieferanten werden hinsichtlich Finanzstärke, Liquidität und Versicherungsschutz besonders intensiv überprüft und überwacht sowie umfassenden Lieferantenaudits unterzogen. 2013 hatten die 30 größten Lieferanten einen Anteil von rund 20 % (20 %) am Einkaufsvolumen. Für Rohstoffe und Materialien, die nur begrenzt verfügbar sind oder starken Preisschwankungen unterliegen, entwickelt ElringKlinger soweit wie möglich Alternativen.

Kundenrisiken

Ein plötzlicher einschneidender Nachfragerückgang bei einzelnen bedeutenden Kunden birgt das Risiko, dass die Abrufe für die in deren Fahrzeugmodellen bzw. Motoren eingebauten ElringKlinger-Teile deutlich zurückgehen. Um die Abhängigkeit von einzelnen Kunden auf der Nachfrageseite aber auch mit Blick auf möglichen Preisdruck einzugrenzen, hat die ElringKlinger-Gruppe die Kundenbasis in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbreitert. Dazu zählen neue asiatische Kunden ebenso wie Hersteller von Motoren, Getrieben und Abgasanlagen. 2013 lag der Anteil der drei größten Kunden am Konzernumsatz bei rund 30 % (33 %). Der größte Einzelkunde trug 12 % (12 %) zu den Umsatzerlösen bei.

Lohnkostenrisiken

Die Lohnkosten sind neben den Materialkosten der größte Aufwandsposten für die ElringKlinger-Gruppe. Sie betragen 24,0 % der Umsatzkosten.

Mit knapp 46 % ist noch fast die Hälfte aller Mitarbeiter des Konzerns an den deutschen Standorten tätig. Zukünftige Lohnsteigerungen im Inland würden sich entsprechend negativ auf die Ertragssituation auswirken, insbesondere da in den letzten beiden Jahren die Gewerkschaft IG Metall vergleichsweise hohe Lohnabschlüsse durchsetzte. Die Wettbewerbsposition der ElringKlinger AG im Vergleich zur internationalen Konkurrenz könnte sich damit nachhaltig verschlechtern.

Nach einer Lohnerhöhung von 3,4 % im Juli 2013 mit einer Laufzeit von zehn Monaten haben Arbeitgeber und Gewerkschaft für 2014 bereits eine weitere Stufe von 2,2 % für die tariflich Beschäftigten vereinbart. Diese Lohnerhöhung tritt im Mai 2014 in Kraft und läuft bis zum Jahresende 2014. Damit besteht Planungssicherheit für das Geschäftsjahr 2014.

Das Lohnkostenniveau in Schwellenländern wie China, Südkorea, Indien und Brasilien, wo insgesamt 1.243 Mitarbeiter bzw. knapp 20 % der ElringKlinger-Belegschaft tätig sind, liegt unter dem Gruppendurchschnitt. Hier legen Umsatzerlöse und Mitarbeiteranzahl klar überproportional zu. Allerdings sind auch an diesen Standorten zum Teil über dem Konzerndurchschnitt liegende Steigerungsraten bei den Löhnen zu verzeichnen.

Sollte sich die Nachfrage unerwartet stark abschwächen, hätte dies einen sprunghaften Anstieg der Personalaufwandsquote zur Folge. ElringKlinger verfügt über eine Reihe von Flexibilisierungsinstrumenten, die im Ernstfall eine zeitnahe Reaktion ermöglichen. Dazu gehören Zeitkonten, Schichtmodelle und befristete Verträge. Der Anteil der befristet Beschäftigten lag im ElringKlinger-Konzern zum 31. Dezember 2013 bei 17 % (13 %) und ermöglicht die notwendige Flexibilität.

Grundsätzlich stellt die Lohnkostenentwicklung eines der wesentlichen Risiken für die ElringKlinger-Gruppe dar. Zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und des Beschäftigungsniveaus im Inland müssen Lohnkostensteigerungen mit hohen Kapitalinvestitionen durch höhere Effizienz und kontinuierliche Rationalisierungsmaßnahmen in der Produktion kompensiert werden.

Personalrisiken

Die ElringKlinger-Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Konzern und wichtige Know-how-Träger. Dem Risiko von Wissensverlust durch Personalabwanderung begegnet das Unternehmen, indem es seinen Mitarbeitern ein sozial ausgewogenes und motivierendes Arbeitsumfeld bietet und damit die Fluktuationsquote möglichst gering hält (Nachhaltigkeit). Aufgrund der ausgewogenen Altersstruktur - mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ist zwischen 30 und 50 Jahre alt, rund ein Viertel ist jünger als 30 Jahre - ist das Überalterungsrisiko begrenzt. Spezialkenntnisse werden nicht bei einzelnen Mitarbeitern gebündelt, sondern breit verteilt.

An einigen Standorten des Konzerns wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Zur Personalrekrutierung betreibt der Konzern systematisches Hochschulmarketing und spricht Hochschüler und Fachschüler durch Vergabe von Praktika sowie Diplomarbeiten an. Dem Fachkräftemangel wirkt ElringKlinger außerdem mit umfangreichen internen Schulungsmaßnahmen und Programmen zur Entwicklung eigener Fach- und Führungskräfte entgegen (Nachhaltigkeit).

Qualitäts- und Gewährleistungsrisiken

Als produzierendes Unternehmen und Zulieferer der Automobilindustrie ist ElringKlinger Gewährleistungs- und Haftungsrisiken ausgesetzt. Fehlerhaft gelieferte Teile können zu Austausch- und Rückrufaktionen mit entsprechenden Kosten und Schadensersatzforderungen führen. Insbesondere die Entwicklung gänzlich neuer Produkte für Anwendungen außerhalb der Automobilindustrie, zum Beispiel in der Medizintechnik, oder im Bereich der alternativen Antriebstechnologien birgt zusätzliche Haftungsrisiken. Zur Vermeidung und Verringerung dieser Risiken bestehen entsprechende Qualitätssicherungssysteme. Weiter sind die Risiken als ein Element des Risikomanagementsystems durch Versicherungen, zum Beispiel Produkthaftpflichtversicherungen, größtenteils abgedeckt. Der Versicherungsschutz wird mindestens jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zudem werden nach Möglichkeit Haftungsbegrenzungen vereinbart.

IT-Risiken

IT-Risiken wie Datenverlust, Hacking oder Virenangriffe haben im digitalen Zeitalter spürbar zugenommen.

Der Ausfall von IT-Systemen und Softwarelösungen kann zu Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung und in der Lieferkette führen. Dies würde sich belastend sowohl auf den Umsatz als auch auf die Kosten auswirken.

ElringKlinger grenzt diese Risiken weitgehend ein. So werden insbesondere Daten, die für die produktiven Abläufe wesentlich sind, stets doppelt gespeichert bzw. es werden redundante Systeme genutzt. Bestehen bei konkreten Projekten oder Prozessen potenzielle Risiken, wird dem durch die Schaffung von zusätzlichen Backup-Systemen oder Überbrückungslösungen Rechnung getragen.

Zudem sind am Hauptsitz in Dettingen/Erms zwei Rechenzentren installiert, die in verschiedenen Gebäuden untergebracht und somit räumlich getrennt sind, so dass Schutz vor Systemausfällen und Datenverlusten bestmöglichst gegeben ist. Darüber hinaus werden alle Daten der internationalen Standorte zentral gesichert.

Der Zugriff von Mitarbeitern auf vertrauliche Daten wird mit Hilfe von skalierbaren Zugangsrechten gesteuert. Zum Schutz vor unberechtigten externen Zugriffen kommen aktuelle Sicherheitssoftware-Lösungen zum Einsatz.

Rechtliche Risiken/Compliance Risiken

Über die unter Gewährleistungsrisiken bereits erläuterten Risiken hinaus unterliegt der ElringKlinger-Konzern weiteren, dem Geschäftsmodell und der Unternehmensgröße entsprechenden, rechtlichen Risiken. Den rechtlichen Risiken, denen ElringKlinger ausgesetzt ist, wird durch Rückstellungen im Jahresabschluss ausreichend Rechnung getragen.

Bei der Gründung und beim Aufbau der indischen Tochtergesellschaft ElringKlinger Automotive Components (India) Pvt. Ltd., Ranjangaon, wurden verschiedene notwendige Meldungen gegenüber der indischen Zentralbank versäumt. Hieraus ergibt sich das Risiko einer möglichen Strafzahlung. Die entsprechenden Meldungen wurden und werden nachgeholt. Die Bandbreite einer möglichen Strafzahlung liegt zwischen mehreren Tausend Euro bis zu einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. ElringKlinger arbeitet an einer Lösung dieser sich aus der extrem starren Bürokratie in Indien ergebenden Problematik. ElringKlinger geht von einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit aus.

Die Struktur des Compliance Systems wurde bereits eingangs in der Beschreibung des Risikomanagementsystems erläutert. Risiken können sich sowohl bei der Muttergesellschaft als auch bei den Tochtergesellschaften aus ungesetzlichen Handlungen ergeben. ElringKlinger hat diesbezüglich 2013 für die gesamte Gruppe einen umfassenden Verhaltenskodex formuliert. Die Führungskräfte wurden entsprechend geschult. Zudem werden zehn bis zwölf Revisionen pro Jahr durchgeführt. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der gelebten ElringKlinger-Firmenkultur kann die Eintrittswahrscheinlichkeit zwar als niedrig eingestuft werden, ist allerdings nicht vollständig auszuschließen. Die Auswirkungen finanzieller Art auf das Konzernergebnis können nur schwer bewertet werden und fallbedingt unter Umständen eine nicht unwesentliche Bandbreite annehmen. Nach derzeitiger Einschätzung geht ElringKlinger von einem eher moderaten Risiko aus.

Strategische Risiken

Technologierisiken

Das Geschäftsmodell des ElringKlinger-Konzerns basiert auf seiner starken Innovationskultur und Technologieführerschaft. Das Unternehmen ist darauf ausgerichtet, technologisch anspruchsvolle Produkte zu entwickeln und diese mit hoher Produktivität zu fertigen, um langfristig über dem Branchendurchschnitt liegende Wachstumsraten zu erzielen (ElringKlinger im Überblick).

Sollte ElringKlinger wesentliche technologische Entwicklungen nicht rechtzeitig erkennen und verfolgen, könnte der Konzern seine Vorreiterrolle verlieren und mittelfristig seine Position als Entwicklungspartner der Fahrzeugindustrie gefährden. Dies hätte mittel- bis langfristig starke negative Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag. ElringKlinger investiert üblicherweise jährlich über 5 % vom Umsatz in Forschung und Entwicklung. Dieser Wert liegt über dem Branchendurchschnitt. Außerdem hat der Konzern in den letzten fünf Jahren zwischen 10 und 16 % vom Umsatz für Investitionen ausgegeben, die überwiegend zum Ausbau des Technologieportfolios beigetragen haben. Um Nachahmerprodukte oder Imitate zu vermeiden, lässt ElringKlinger wesentliche Technologien und Prozesse durch Schutzrechte und Patente schützen.

Das Unternehmen fokussiert seine Entwicklungsaktivitäten konsequent auf die Kernthemen der Automobilbranche, das heißt auf die Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors sowie die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien. ElringKlinger hat sich als einer von nur wenigen Zulieferern weltweit schon frühzeitig mit neuen Produkten für die Elektromobilität, sei es in der Batterietechnik, sei es in der Brennstoffzellentechnologie oder auch in der Abgasreinigung aufgestellt. Da der Umsatzbeitrag dieser neuen Geschäftsbereiche aber noch verhältnismäßig gering ist, hätte ein durchgreifender schneller Technologiewandel unter Umständen schmerzhafte Umsatzeinbußen und verstärkten Preisdruck zur Folge.

In Summe ist die Eintrittswahrscheinlichkeit zwar als gering einzustufen. Die möglichen finanziellen Auswirkungen wären jedoch wesentlich.

Externes Wachstum/Akquisitionen

Die Konsolidierung in der Automobilzulieferindustrie schreitet weiter voran. Dies bietet ElringKlinger mittelfristig die Chance für weitere Technologiezukäufe oder gezielte Übernahmen, um den Geschäftsbereichen einen schnelleren regionalen Markteintritt zu ermöglichen (Abschnitt Branchenkonsolidierung).

Bei Akquisitionen besteht das prinzipielle Risiko, dass die zugekauften Unternehmen die geplanten Ziele nicht bzw. nicht im vorgesehenen Zeitraum erreichen. Dies kann unvorhergesehene Restrukturierungsaufwendungen nach sich ziehen, die die Konzernmarge zumindest temporär belasten können. Zudem könnten höhere Investitionen als ursprünglich geplant notwendig werden, was einen größeren Finanzierungsbedarf nach sich zöge. Technologiezukäufe bergen zudem das Risiko, dass die erwartete Leistung nicht in gewünschtem Umfang realisierbar ist oder die Produkte letztlich auf mangelnde Akzeptanz beim Kunden stoßen.

ElringKlinger führt im Vorfeld von Akquisitionen stets eine umfangreiche Due Diligence durch und prüft die Projekte grundsätzlich mit Hilfe interner Expertenteams. Finanzielle Planungen und technische Angaben werden eingehend auf ihre Plausibilität geprüft, bewertet und im Detail analysiert.

Generell wird eine Akquisition nur dann getätigt, wenn mittelfristig das Potenzial erkennbar ist, die Ziel-EBIT-Marge des Konzerns zu erreichen. Gleichzeitig darf das finanzielle Gesamtrisiko die Ausschüttungsfähigkeit der ElringKlinger AG, auch unter Berücksichtigung des negativsten Szenarios, nicht beeinträchtigen.

Im Rahmen der jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstests, die nach IFRS jeweils zum Jahresende durchzuführen sind, könnte es erforderlich werden, Abschreibungen auf Firmenwerte bzw. Beteiligungen vorzunehmen, die das Konzernjahresergebnis belasten.

Finanzielle Risiken

Forderungsausfall

Das Risiko von Zahlungsausfällen bei den Kunden ist, trotz der jahrelangen Absatzflaute in Westeuropa, für ElringKlinger insgesamt als relativ gering einzuschätzen. Durch den breit diversifizierten Kundenstamm ist das Risiko aus Forderungsausfällen eingegrenzt. Im unwahrscheinlichen Falle einer Kundeninsolvenz, hätte das Ausfallrisiko aus offenen Forderungen, wenn einer der fünf größten Kunden betroffen gewesen wäre, am 31. Dezember 2013 zwischen 9,3 und 19,6 Mio. Euro gelegen.

Liquiditätsrisiken/Finanzierungsrisiken

Die Kreditvergabepraxis der Banken gestaltet sich seit der Finanzkrise restriktiver. Gleichzeitig erfordern das Unternehmenswachstum und die Entwicklung neuer Technologien, zum Beispiel für alternative Antriebe, hohe Investitionen, so dass der Finanzierungsbedarf generell steigt. Sollten die Ratingagenturen das Risikoprofil der Automobilindustrie schlechter einstufen, könnte sich dies tendenziell negativ auf die Kreditkonditionen für die Branche und letztlich auch für ElringKlinger auswirken.

Das Finanzierungsrisiko ist angesichts dieser Rahmenbedingungen trotz der verbesserten Ertragssituation in der Branche und niedriger Marktzinsen latent vorhanden. Das Risiko von Insolvenzen, insbesondere von kleineren, nicht international aufgestellten Unternehmen in der Zulieferbranche ist weiterhin nicht auszuschließen.

Für ElringKlinger im Speziellen stellt sich die Finanzierungslage mit einer starken Eigenkapitalquote von 50,5 % (50,6 %) und einem vergleichsweise niedrigen Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA) von 1,2 (1,2) solide dar. Das Unternehmen erzielt mit 120,0 (112,3) Mio. Euro einen Cashflow aus betrieblicher Leistung, der den Finanzierungsbedarf für das gestiegene Working Capital sowie für Investitionen weitgehend abdeckt. An freien, noch nicht gezogenen Kreditlinien stehen dem Konzern 117 (115) Mio. Euro zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2013 wurden alle bestehenden Financial Covenants eingehalten. Auch für das Jahr 2014 kann, nach allen derzeit vorliegenden Informationen, davon ausgegangen werden, dass sämtliche bestehenden Financial Covenants erfüllt werden.

Derzeit sind keine Risiken erkennbar, die die Finanzierung von Großprojekten gefährden oder dazu führen könnten, dass Fälligkeiten nicht bedient werden können. Bestandsgefährdende Finanzierungsrisiken sind nicht ersichtlich. Insgesamt ist der Finanzierungsspielraum für das geplante Wachstum des ElringKlinger-Konzerns sowie für notwendige Investitionen in neue Technologien gegeben.

Währungsrisiken

Die Geldpolitik der großen Notenbanken vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise sowie vereinzelte politische Unwägbarkeiten haben zu einer zum Teil deutlich erhöhten Volatilität der Wechselkurse geführt. Dies gilt insbesondere für die Euro-denominierten Wechselkursrelationen zu den meisten Währungen der Schwellenmärkte.

Für die ElringKlinger-Gruppe sind die Währungsrisiken aus Transaktionen begrenzt. Kosten und Umsatzerlöse fallen in nahezu allen Absatzregionen zum Großteil in der gleichen Währung an (Natural Hedging). Bei der Schweizer Tochter Hug Engineering AG konnten die Währungskursverluste aus dem starken Schweizer Franken 2013 mit der Verlagerung wesentlicher Produktionsumfänge in das neue Werk in Thale, Deutschland, und damit in den Euroraum spürbar reduziert werden. Hug erzielt einen wesentlichen Teil der Erlöse in Euro.

Währungsrisiken bestehen zudem bei der Umrechnung der Umsätze, Erträge und Aufwendungen der internationalen Tochtergesellschaften in die Konzernwährung Euro. Veränderungen der durchschnittlichen Wechselkurse können sich daher entsprechend senkend auf Umsatz und Ergebnis des Konzerns niederschlagen. So ergab sich 2013 beim Umsatz ein negativer translatorischer Effekt aus der Währungskursumrechnung von insgesamt 24,7 Mio. Euro.

Wechselkursveränderungen schlagen sich auch im Finanzergebnis nieder, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der Konzerngesellschaften durch die Muttergesellschaft sowie teilweise aus der Bewertung von ausstehenden Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren. Aufgrund der starken Euro-Aufwertung gegenüber den meisten Währungen der Schwellenmärkte in der zweiten Jahreshälfte mussten diesbezüglich 2013 negative Währungseffekte in Höhe von 4,6 Mio. Euro verbucht werden. Hierbei waren unter anderem die Entwicklung der asiatischen Währungen, des brasilianischen Reals, der indischen Rupie, aber auch der türkischen Lira relevant.

Die quantitativen Auswirkungen einer Auf- bzw. Abwertung des Euro gegenüber den wichtigsten Konzernwährungen auf das ElringKlinger-Konzernergebnis sind im Konzernanhang dargestellt.

Bis zum zweiten Quartal 2013 kam darüber hinaus dem Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken eine tragende Rolle zu. ElringKlinger hatte 2008 den Kauf der Schweizer SEVEX-Gruppe in Schweizer Franken finanziert, und die wechselkursbedingte Veränderung dieser Verbindlichkeit wurde im Finanzergebnis abgebildet. Das Darlehen wurde 2013 vollständig getilgt, so dass hieraus kein Risiko mehr besteht.

Zinsrisiken

Die Finanzierung des ElringKlinger-Konzerns erfolgt aus dem erwirtschafteten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und durch Bankkredite. Nachdem sich zu Jahresbeginn leicht steigende Zinsen abzeichneten, hat der ElringKlinger-Konzern seine Finanzierungsstruktur im Jahresverlauf 2013 wieder stärker langfristig ausgerichtet. Eine detaillierte Darstellung der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2013 nach Laufzeiten ist im Anhang dargestellt.

Sollten die derzeit im Langfristvergleich sehr niedrigen Marktzinsen spürbar anziehen, würde sich das entsprechend auf die zu variablen Sätzen verzinsten Darlehen und in Folge auch auf das Finanzergebnis des ElringKlinger-Konzerns auswirken. Zur Absicherung von Zinsschwankungen hat ElringKlinger Termingeschäfte abgeschlossen. Damit werden variable Zinssätze in planbare feste Sätze überführt (Anhang: Derivative Finanzinstrumente).

Eine Sensitivitätsanalyse, wie sich die Änderung des Marktzinsniveaus auf das Ergebnis des ElringKlinger-Konzerns auswirken würde, ist im Konzernanhang dargestellt.

Einsatz derivativer Finanzinstrumente

ElringKlinger nutzt derivative Finanzinstrumente nur in Einzelfällen, wie zum Beispiel zur Absicherung von Preisschwankungen von Edelstahllegierungen (insbesondere Nickel) oder zur Eingrenzung von Zinsrisiken. Sofern Hedging-Kontrakte als Sicherungsinstrument für Materialpreisvolatilitäten eingesetzt werden, liegen in jedem Fall die benötigten physischen Bezugsmengen zugrunde.

Auf Basis eines rollierenden Systems sicherte ElringKlinger auch 2013 Teilbedarfe der benötigten Edelstahllegierungen ab. Zum 31. Dezember 2013 lag das Absicherungsvolumen bei 25 % der kalkulierten Abnahmemengen. Die Absicherung erfolgte über Nickeltermingeschäfte.

Chancen

Klimawandel/Neue Emissionsvorschriften

Das Hauptziel der Fahrzeugindustrie ist derzeit die Emissionsreduzierung, seien es CO2 oder andere schädliche Abgasbestandteile wie Rußpartikel, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe. Für Europa gelten heute mit die schärfsten Emissionsvorschriften weltweit. Nach Beschluss der EU-Kommission muss der CO2 -Ausstoß von Neufahrzeugen bis 2021 von derzeit noch 120 g/km auf 95 g/km verringert werden. Für 90 % der Fahrzeugflotte der Hersteller sind diese Vorgaben bereits 2020 verbindlich. Für die Jahre ab 2025 werden in Brüssel schon 78 bis 68 Gramm diskutiert. Auch in den USA und Schwellenländern wie China müssen die Emissionen in den kommenden Jahren um bis zu 30 % gesenkt werden. Die wachsenden Schwellenländer orientieren sich bei der Formulierung der Abgasgesetzgebung häufig an den anspruchsvollen Euro-Normen.

Für den ElringKlinger-Konzern bietet dieses gesetzgeberische Umfeld ein erhebliches Entwicklungs- bzw. Umsatzsteigerungspotenzial. Durch den Trend zu verbrauchsärmeren Motoren ergeben sich zusätzliche Absatzmöglichkeiten und neue Absatzmärkte für hochtemperaturfeste Spezialdichtungen und Abschirmteile, zum Beispiel rund um den Turbolader, im Abgassystem und zunehmend im Leichtbau (Forschung und Entwicklung).

Außerdem setzen sich Hybridfahrzeuge, das heißt die Kombination aus einem Verbrennungs- und einem Elektromotor, immer mehr durch. Viele Fahrzeughersteller erweitern ihre Modellpalette um Hybridvarianten, um für ihre Flotte die scharfen CO2 -Vorschriften zu erfüllen. Bis 2025 werden laut Branchenexperten die Hälfte aller Neufahrzeuge als Hybridmodelle ausgeliefert.

ElringKlinger kann bei Hybridfahrzeugen den Umsatz je Fahrzeug signifikant ausweiten. Insbesondere bei Plug-in-Hybriden bietet das Unternehmen zusätzlich zu den im klassischen Verbrennungsmotor verbauten Komponenten neue Produkte wie Zellkontaktiersysteme oder Druckausgleichsmodule an. Damit steigt das durchschnittliche Umsatzpotenzial je Fahrzeug deutlich an.

Darüber hinaus werden verschärfte Emissionsvorschriften auch außerhalb der Automobilindustrie, zum Beispiel in der Schifffahrt, bei Nutzfahrzeugen oder bei stationären Motoren in Kraftwerken, zunehmend zum Thema. Hier öffnen sich interessante neue Nischenmärkte für die Produkte des Geschäftsbereichs Abgasnachbehandlung.

Die mit dem Thema Treibhausgasreduzierung verbundenen Umsatzpotenziale können von den möglichen finanziellen Perspektiven für die Gruppe als wesentlich eingestuft werden.

Die Chance, dass ElringKlinger diese Perspektiven mit seinem vorhandenen Produktportfolio und der umfassenden Entwicklungspipeline nutzen kann, wird als sehr wahrscheinlich eingestuft.

Technologietrends/Neue Absatztechnologien

Die weltweit schärferen Emissionsvorschriften bedingen die bereits beschriebenen Technologietrends. Nur mit der Hilfe von Downsizing, Leichtbau bzw. dem Einsatz alternativer Antriebstechniken wird es möglich sein, die hoch gesteckten CO2 -Ziele in die Realität umzusetzen. Sofern es ElringKlinger weiterhin gelingt, mit dem vorhandenen Knowhow, Entwicklungs- und Fertigungsprozessen neue Lösungen für diese Thematik zu entwerfen und in den Markt einzuführen, können die sich daraus ergebenden Perspektiven für das Umsatzwachstum und das Ergebnis des Konzerns durchaus als wesentlich eingestuft werden (Forschung und Entwicklung).

Erweiterung der Leistungspalette

Daraus ergeben sich für die meisten Geschäftsbereiche des Konzerns gute Möglichkeiten, vorhandenes Verfahrens- und Material-Know-how zu nutzen, um die Leistungspalette zu ergänzen bzw. gezielt zu erweitern. Da dies bereits umfänglich im FuE-Bericht des Konzerns beschrieben ist, sollen als Beispiele an dieser Stelle die Bereiche Leichtbau aus den neuen Organo-Materialien bzw. die Abgastechnologie genügen, bei der Filtersysteme für Anwendungen im Schiffs- und Baumaschinenbereich ebenso interessant werden wie für stationäre Motoren. Für den Bereich Kunststofftechnik des Konzerns ergeben sich mit PTFE-Komponenten in der Medizintechnik interessante Perspektiven. Sämtliche Geschäftsbereiche des Konzerns arbeiten aktiv daran, durch die Erweiterung ihres Produkt- bzw. Leistungsprogramms Wachstum zu generieren.

Neue Absatzmärkte

Chancen auf wesentliche Umsatz- und Ertragszuwächse bieten sich in den kommenden Jahren auch durch die Erschließung zusätzlicher regionaler Absatzmärkte für die bereits vorhandenen Produkte. Als beispielhaft hierfür kann die ASEAN-Region betrachtet werden. In den BRIC-Staaten bietet sich für den Konzern zumeist noch die Gelegenheit den Umsatz und das Ergebnis auszuweiten, indem alle wichtigen Produktgruppen vor Ort gefertigt und im jeweiligen regionalen Markt angeboten werden.

Für das Ersatzteilgeschäft bestehen sowohl über die Sortimentsverbreiterung als auch durch die Erschließung neuer Absatzregionen in Afrika sowie mittelfristig auch in Asien und Nordamerika weitere Wachstumschancen.

Branchenkonsolidierung

Das Wachstum der Automobilbranche wird sich in absehbarer Zeit in erster Linie in Nord- und Südamerika sowie in Asien abspielen. Diese Entwicklung stellt viele mittelständische Unternehmen, die sich nicht oder nur unzureichend international aufgestellt haben, vor große Herausforderungen. Zudem schultern die Zulieferer einen immer höheren Anteil der Wertschöpfung im Fahrzeug. Sie müssen verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren und sind gleichzeitig mit Finanzierungsrisiken konfrontiert.

Es ist daher für die kommenden fünf Jahre von einer starken Konsolidierungswelle in der Zulieferbranche auszugehen. Auch Insolvenzen sind nicht auszuschließen. Die Unternehmensinsolvenzen gingen 2013 im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurück, bewegen sich aber nach wie vor auf hohem Niveau.

Für ElringKlinger als finanzstarkes Unternehmen bieten sich aus dieser Konstellation weitere Chancen, das Technologieportfolio durch Übernahmen zu ergänzen oder durch Konsolidierung einzelner Produktgruppen eine stärkere Wettbewerbsposition aufzubauen. Zum Teil scheiden Wettbewerber auch ohne Konsolidierungsmaßnahmen aus dem Markt aus. ElringKlinger beobachtet den Markt systematisch, um mögliche Akquisitionsgelegenheiten rechtzeitig zu identifizieren und, wo es Sinn macht, zu nutzen. Dass ElringKlinger in den nächsten Jahren Wachstumschancen durch Zukäufe nutzen wird oder dass Wettbewerber aus dem Markt austreten, ist nicht unwahrscheinlich. Die finanziellen Auswirkungen lassen sich hier nur schwer quantifizieren und können, gemessen am Ergebnisbeitrag für den Konzern, von unwesentlich bis durchaus wesentlich variieren.

Gesamtbewertung der Risikolage und Chancen

Das Risiko- und Chancenmanagementsystem der ElringKlinger AG hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Dies hat sich bei der erfolgreichen Bewältigung der schweren Wirtschaftskrise 2008/09 gezeigt. Der Einstieg in zukunftsweisende Geschäftsbereiche wie E-Mobility oder Abgasreinigung erfolgte rechtzeitig.

Bei der Gesamtbetrachtung aller Chancen und Risiken ist festzustellen, dass sich die Risikosituation des ElringKlinger-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr im Kern unverändert darstellt. Einige der den Konzern betreffenden Risiken sind geopolitischer bzw. externer Art und können nur sehr begrenzt von ElringKlinger aktiv gesteuert werden. Gewichtet man die Risikorelevanz mit Blick auf die mögliche Ergebnisauswirkung, stellen - abhängig von der betrachteten Zeitachse - die Risiken eines schlagartigen Markteinbruchs, eines rapiden technologischen Umbruchs in der Antriebstechnologie sowie eines massives Hochschnellens der Materialpreise die drei Hauptrisiken für den ElringKlinger-Konzern dar.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Jahresverlauf 2013 stabilisiert, die konjunkturellen Risiken und damit auch die Branchenrisiken sind insgesamt geringer geworden. Strategische Risiken sind dagegen unverändert vorhanden. Die finanziellen Risiken aus der Währungskursfluktuation haben sich tendenziell erhöht.

Der ElringKlinger-Konzern ist mit dem beschriebenen Risikomanagementsystem und seiner flexiblen Kostenstruktur in der Lage, bei Bedarf zeitnah und durchgreifend mit den entsprechenden Risikobewältigungsmaßnahmen auf sich ergebende Risiken zu reagieren. Risiken, die den Bestand der ElringKlinger AG oder auch nur deren Ausschüttungsfähigkeit gefährden, werden bewusst nicht eingegangen. Die solide bilanzielle Situation des Konzerns mit einer Eigenkapitalquote von 50,5 % (50,6 %), kombiniert mit stabiler Finanzkraft, sichert ElringKlinger und sein Geschäftsmodell auch im unwahrscheinlichen Fall einer länger andauernden Krise ab. Die drei größten Chancen ergeben sich aus dem Technologietrend hin zum verbrauchsärmeren Motor, der untrennbar mit der Klimawandelproblematik und der weltweit verschärften Emissionsgesetzgebung verbunden ist. Die an Tempo gewinnende Branchenkonsolidierung ist mittelfristig ein klarer Vorteil für die Positionierung des ElringKlinger-Konzerns.

Risiken, die für sich genommen oder im Zusammenwirken mit anderen Faktoren bestandsgefährdend wirken könnten, sind derzeit nicht ersichtlich. Der Konzern ist gut positioniert, sich bietende Chancen in Zukunft aktiv zu ergreifen und bei einem überschaubaren Risikoprofil auch in den kommenden Jahren prozentual stärker zu wachsen als die weltweite Automobilproduktion.

Vergütungsbericht

Vergütungsstruktur der Vorstände

Vorstandsverträge werden durch den Personalausschuss des Aufsichtsrats vorbereitet, mit den jeweiligen Vorstandsmitgliedern verhandelt und nach Zustimmung des gesamten Aufsichtsrats abgeschlossen. Der Personalausschuss überprüft in den vereinbarten Abständen die Vergütung und schlägt dem Aufsichtsrat gegebenenfalls eine Anpassung vor, über die das Gesamtgremium entscheidet.

Die Vergütung enthält fixe und variable Bestandteile. Die variablen Bestandteile sind untergliedert in eine kurzfristige Komponente, bezogen auf das IFRS-Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (im Vorjahr IFRS-Konzernergebnis vor Steuern), und in eine langfristige Komponente, die sich an der Aktienkursentwicklung orientiert.

Die kurzfristige variable Vergütung errechnet sich als Prozentsatz des durchschnittlichen Ergebnisses vor Zinsen und Ertragsteuern (im Vorjahr Konzernergebnis vor Steuern) der letzten drei Jahre im Konzern. Sie wird jährlich bezahlt. Die kurzfristige variable Vergütung ist auf drei (im Vorjahr zwei) Jahresfixgehälter begrenzt.

Im Rahmen der langfristigen variablen Vergütung werden den Mitgliedern des Vorstands Partizipationsrechte (sog. Stock Appreciation Rights) zugeteilt. Die Partizipationsrechte gewähren einen Anspruch auf Barausgleich, nicht jedoch auf Aktien der ElringKlinger AG.

Jeweils zum 1. Februar eines Jahres - beginnend 2013 - werden jedem Vorstandsmitglied 30.000 Partizipationsrechte zugeteilt. Der Zuteilungspreis ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel des Börsenkurses der ElringKlinger-Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Zuteilungsdatum. Voraussetzung für die Zuteilung der Partizipationsrechte ist ein Eigeninvest der Vorstandsmitglieder von einem Zehntel der Anzahl der zugeteilten Partizipationsrechte in Aktien der ElringKlinger AG. Die Haltedauer der Partizipationsrechte beträgt vier Jahre. Nach Ablauf der Haltedauer kann das Vorstandsmitglied innerhalb von zwei weiteren Jahren die Rücknahme der Partizipationsrechte verlangen. Der Rücknahmepreis errechnet sich aus dem durchschnittlichen Börsenkurs der ElringKlinger Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Rücknahmeverlangen. Eine Rücknahme der Partizipationsrechte kann nur verlangt werden, wenn der Rücknahmepreis 25 % über dem Zuteilungspreis liegt. Der Rücknahmepreis ist insgesamt pro Tranche auf die Höhe von zwei Jahresfixgehältern im Zeitpunkt der Rücknahme beschränkt. Den zu erwartenden künftigen Ansprüchen wird durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen.

Bis zum 1. Februar 2013 sah die aktienkursbasierte Zusatzvergütung die Zuteilung von Partizipationsrechten in fünf bzw. vier Tranchen vor. Für zwei Vorstandsmitglieder erfolgte die Zuteilung im Zeitraum 1. Februar 2008 bis 1. Februar 2012, für ein Vorstandsmitglied im Zeitraum 1. Januar 2009 bis 1. Januar 2012. Der Zuteilungspreis ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel des Börsenkurses der ElringKlinger-Aktien der letzten sechzig Börsentage vor dem Zuteilungsdatum. Die Anzahl der Partizipationsrechte richtete sich nach der fixen Vergütung des jeweiligen Vorstands und dem Zuteilungspreis (Fixvergütung in Relation zum Zuteilungspreis = Anzahl der zugeteilten Aktien). Die zu gewährende Vergütung ergibt sich aus der Differenz des Rücknahmepreises, der ebenfalls aus dem Durchschnitt der letzten 60 Börsentage gebildet wird, und dem Zuteilungspreis. Zu einer Auszahlung kommt es nur dann, wenn der Aktienkurs der ElringKlinger AG stärker gestiegen ist als der Index, in dem ElringKlinger gelistet ist, mindestens aber um 25 %. Die Vergütung ist pro Tranche auf den Betrag des Jahresfixgehaltes begrenzt. Die Haltefrist für die am 1. Februar 2008 und 1. Februar 2009 bzw. am 1. Januar 2009 zugeteilten Tranchen beträgt drei Jahre, für alle übrigen Tranchen beträgt diese vier Jahre.

Den Vorstandsmitgliedern steht ein Dienstfahrzeug, auch zur privaten Nutzung, zur Verfügung. Darüber hinaus hat die Gesellschaft für die Vorstandsmitglieder eine D&O- und eine Unfallversicherung für Todes- oder Invaliditätsfall mit angemessenen Deckungssummen abgeschlossen.

Die Vorstände haben einen Anspruch auf Ruhegeld, sofern entweder der Dienstvertrag beendet ist und das 65. Lebensjahr erreicht wurde sowie die gesetzliche Rente bezogen wird oder Erwerbsunfähigkeit eintritt. Dieser Anspruch beläuft sich auf 3 % bzw. 3,2 % des letzten monatlichen Festgehalts vor Ausscheiden für jedes vollendete Dienstjahr, insgesamt maximal 45 % des letzten monatlichen Fixgehalts. Die Ruhegeldzusagen beinhalten eine Witwen- und Waisenabsicherung. Die Witwenrente beläuft sich auf 50 % und die Waisenrente auf maximal 40 %, insgesamt jedoch nicht mehr als 70 % des Ruhegelds des verstorbenen Vorstandsmitglieds.

Für die Tätigkeit als Mitglied der Aufsichtsgremien bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften erhalten die Vorstände keine Vergütung.

Vergütungsstruktur der Aufsichtsräte

Die Vergütungsstruktur der Aufsichtsräte hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Über die Vergütungshöhe beschließt die Hauptversammlung. Dies ist zuletzt am 16. Mai 2013 erfolgt.

Gemäß den Forderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ist die Vergütung aufgeteilt in einen fixen Bestandteil und in einen variablen Bestandteil, der sich nach dem durchschnittlichen IFRS-Konzernergebnis vor Steuern der letzten drei Geschäftsjahre (im Vorjahr IFRS-Konzernergebnis vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr) richtet.

Die Positionen des Aufsichtsratsvorsitzenden und die seines Stellvertreters werden bei der Berechnung der Vergütung berücksichtigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erhält das 2fache, sein Stellvertreter das 1,5-fache der Vergütung der übrigen Aufsichtsratsmitglieder. Auslagen der Aufsichtsratsmitglieder werden in angemessenem Umfang ersetzt. Mitglieder der Aufsichtsratsausschüsse erhalten eine zusätzliche fixe Vergütung, die beim jeweiligen Ausschussvorsitzenden verdoppelt wird.

Aufsichtsratsmitglieder, die ihr Mandat nicht das ganze Geschäftsjahr innehatten, erhalten die fixe und variable Vergütung anteilig.

Angaben nach § 289 Abs. 4 und nach § 315 Abs. 4 HGB, insbesondere zum gezeichneten Kapital und Offenlegung von möglichen Übernahmehemmnissen

Das Grundkapital der ElringKlinger AG lag zum 31. Dezember 2013 bei 63.359.990 Euro und ist unterteilt in 63.359.990 Stück Namensaktien, die je eine Stimme gewähren. Es ergibt sich ein rechnerischer Anteil von 1,00 Euro des Grundkapitals je Namensaktie. Die Gewinnverteilung erfolgt nach § 60 AktG in Verbindung mit § 23 Nr. 1 der Satzung.

Dem Vorstand sind keine Beschränkungen oder Vereinbarungen zwischen Aktionären bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen.

Die direkt am Kapital Beteiligten, die zum 31. Dezember 2013 gemäß den Angaben des Aktienregisters 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Walter H. Lechler, Stuttgart Insgesamt 22,027 % (davon werden ihm 10,013 % über § 22 WpHG zugerechnet)

Aktieninhaber haben keine Sonderrechte, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Arbeitnehmerbeteiligungsprogramme gibt es bei ElringKlinger nicht.

Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat bestimmt (§ 7 der Satzung). Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern richten sich nach §§ 84, 85 AktG. Die Satzung enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen zur Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern.

Satzungsänderungen bedürfen gemäß § 179 AktG in Verbindung mit § 20 der Satzung eines Hauptversammlungsbeschlusses, der mit einer Dreiviertelmehrheit gefasst werden muss.

Es besteht eine Ermächtigung des Vorstands zum Rückkauf eigener Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung (21. Mai 2010) bestehenden Grundkapitals. Die Ermächtigung gilt bis zum 21. Mai 2015.

Angaben zum genehmigten Kapital und zur Ausnutzung dieses genehmigten Kapitals sind im Anhang enthalten.

Es existieren derzeit keine Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.

Mit Mitgliedern des Vorstands bzw. mit den Arbeitnehmern bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen im Falle von Übernahmeangeboten.

Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und ist auf der ElringKlinger-Internetseite unter www.elringklinger.de/de/unternehmen/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung veröffentlicht.

Prognosebericht

Ausblick Markt und Branche

Weltwirtschaft soll 2014 stärker zulegen - Abwärtsrisiken bleiben bestehen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die Weltwirtschaft 2014 zunehmend an Kraft gewinnt und mit 3,7 % stärker wachsen wird als im Jahr 2013 (3,0 %). Die Industriestaaten befreien sich allmählich aus der Krise, gleichzeitig dürften auch die Schwellenländer weiter zulegen. Trotzdem bleiben ernstzunehmende Abwärtsrisiken rund um den Globus bestehen. Eine strengere Geldpolitik der Notenbanken könnte sich dämpfend auf die weitere Entwicklung der Konjunktur auswirken. So hatte die Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed, die monatlichen Anleihekäufe um 10 Mrd. US-Dollar zu drosseln, einen spürbaren Kapitalabzug aus den Schwellenländern zur Folge. Dies könnte in der Folge die hohen Wachstumsraten der Emerging Markets relativieren und zugleich größere Schwankungen bei Währungskursrelationen auslösen. In Summe prognostiziert der IWF für 2015 dennoch einen soliden Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung um 3,9 %.

Die Eurozone, die Ende 2013 erste Wachstumsimpulse zeigte, dürfte sich 2014 laut IWF weitgehend aus der Rezession befreien. Nach Jahren der Stagnation wird für 2014 erstmals wieder mit einem leichten Wachstum von 1,0 % gerechnet. Der Aufschwung wird jedoch aufgrund der hohen Verschuldung sowohl auf staatlicher als auch privater Seite nur zaghaft ausfallen. Auch Deutschland als Exportnation profitiert 2014 und 2015 von der Erholung wichtiger Ausfuhrmärkte.

Asien wird auch 2014 den Löwenanteil zum weltweiten Wirtschaftswachstum beisteuern. Die von der chinesischen Regierung angekündigten Reformen, unter anderem zur Liberalisierung des Finanzwesens, führen zwar zu einem etwas schwächeren, aber dafür nachhaltigeren Wachstum. Die ASEAN-Staaten werden ihr hohes Wachstumstempo beibehalten. Die indische Wirtschaft arbeitet sich aus der Krise, das Wirtschaftswachstum zieht wieder leicht an, so dass für die indische Wirtschaftsleistung 2014 und 2015 wieder ein Plus von über 5,0 % erwartet werden kann. Für Japan wird trotz angekündigter Steuererhöhungen ebenfalls ein BIP-Anstieg vorausgesagt.

Der bisher moderate Aufschwung in den USA gewinnt an Fahrt. Die rückläufige Arbeitslosenquote stützt den privaten Verbrauch. Da gleichzeitig der Bremseffekt aus Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen nachlässt, dürfte die US-Wirtschaft 2014 und 2015 deutlich stärker wachsen. In Brasilien dagegen lassen die angespannte Haushaltslage und hohe Inflation in den kommenden Jahren nur ein bescheidenes Wirtschaftswachstum erwarten.

Wachstumsprognose Bruttoinlandsprodukt Veränderung zum Vorjahr

2013 Prognose 2014 Prognose 2015
Welt 3,0 % 3,7 % 3,9 %
Deutschland 0,5 % 1,6 % 1,4 %
Eurozone -0,4 % 1,0 % 1,4 %
USA 1,9 % 2,8 % 3,0 %
Brasilien 2,3 % 2,3 % 2,8 %
China 7,7 % 7,5 % 7,3 %
Indien 4,4 % 5,4 % 6,4 %
Japan 1,7 % 1,7 % 1,0 %

Quelle: Internationaler Währungsfonds (Januar 2014)

Positiver Ausblick für die weltweiten Automobilmärkte

Die weltweiten Pkw-Märkte werden ihren Wachstumskurs 2014 fortsetzen. Laut Expertenschätzungen soll der globale Absatz von Pkw 2014 um 3 bis 4 % steigen. Die Produktion dürfte in vergleichbarer Größenordnung zulegen. 2015 kann bei Absatz und Produktion sogar mit einem beschleunigten Wachstum von rund 5 % gerechnet werden.

Der ElringKlinger-Konzern selbst geht für 2014 davon aus, dass weltweit zwischen 2 und 3 % mehr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge gefertigt werden. Das Unternehmen prognostiziert ein noch mäßiges Plus für Europa, während Nordamerika und Asien weiterhin die globalen Wachstumstreiber bleiben - wenngleich im Vergleich zu 2013 mit gedrosseltem Tempo.

Wachstumsprognose Pkw-Absatz in den Weltmärkten 2014 in %

Quelle: Center of Automotive Management (Dezember 2013)

In Europa hat der Pkw-Markt 2013 die Talsohle erreicht. Nach den massiven Einbrüchen auf den meisten wichtigen Einzelmärkten sind die Vorzeichen für 2014 eher positiv. Mit einer schnellen, durchgreifenden Erholung wird jedoch nicht gerechnet. 2015 soll Europas Fahrzeugmarkt dann einen etwas größeren Sprung nach oben machen. Ob er langfristig überhaupt wieder zu den alten Höchstständen von 2007 zurückkehren kann, bleibt fraglich. In Deutschland werden die Pkw-Neuzulassungen 2014 wieder leicht zulegen. Davon profitiert die einheimische Produktion, die aber nach wie vor hauptsächlich von der Exportnachfrage aus Übersee angetrieben wird. In den kommenden Jahren verlagern die deutschen Fahrzeughersteller jedoch verstärkt Wertschöpfung in die lokalen Märkte nach Asien und Nordamerika, so dass die inländische Produktion nicht mehr signifikant wachsen dürfte.

Die Boom-Stimmung in der Fahrzeugindustrie in Asien hält an. Als mittlerweile größter Einzelmarkt der Welt verzeichnet China 2014 und 2015 erneut überdurchschnittliche Zuwachsraten. Die lokale Produktion wird ebenfalls deutlich wachsen - wobei die Wertschöpfung im Land weiter zunimmt. Die ASEAN-Region, zu der unter anderem die dynamisch wachsenden Volkswirtschaften Indonesien, Malaysia und Vietnam gehören, trägt in den kommenden Jahren immer stärker zu der hohen Nachfrage aus dem asiatischen Raum bei. Nach dem enttäuschenden Einbruch bei den Pkw-Verkäufen in Indien 2013 wird die Pkw-Nachfrage 2014 und vor allem 2015 auch in Indien wieder spürbar anziehen.

Die USA bleiben ein wichtiger Pfeiler für die weltweite Fahrzeugnachfrage. Das immer noch hohe durchschnittliche Fahrzeugalter schafft Nachholeffekte. 2014 und im Folgejahr sollten die Pkw-Verkaufszahlen in den USA weiter wachsen. Im Gegensatz dazu kann für Brasilien 2014 nur mit einer stagnierenden Nachfrage gerechnet werden. Erst 2015 dürfte sich der Pkw-Markt des wichtigsten südamerikanischen Einzelmarkts wieder bessern.

Die Automobilbranche bleibt langfristig eine Wachstumsbranche. Der Anteil der aufstrebenden Schwellenländer an den Neuzulassungen nimmt dabei kontinuierlich zu. Bis zum Jahr 2020 wird die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate bei den Pkw-Verkäufen in Asien voraussichtlich 5 % betragen, während sie in Westeuropa nur noch bei 2 % liegt. In China besitzen bislang nur 37 von 1.000 Einwohnern ein eigenes Auto - in Deutschland liegt die Pkw-Dichte bei 525 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner.

ElringKlinger ist für diese Entwicklung bestens positioniert. Der Konzern ist weltweit aufgestellt und erzielt - inklusive der Exporte - mehr als 24 % der Umsatzerlöse in Asien. Mit dem konsequenten Ausbau des Asiengeschäfts wird dieser Anteil in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen. (Abschnitt "Standorte und Märkte", ElringKlinger im Überblick)

Lkw-Nachfrage schwenkt auf Erholungskurs

Die auf den 1. Januar 2014 verschobene Einführung der Euro-VI-Norm hat in Europa im vierten Quartal 2013 zu umfangreichen vorgezogenen Lkw-Käufen geführt, da die mit komplexerer Abgasreinigungstechnologie ausgerüsteten Euro-VI-Lkw deutlich teurer sind als die Vorgängergeneration. Das erste Halbjahr 2014 ist daher mit nicht unerheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Lkw-Marktes behaftet. Voraussichtlich wird die Nachfrage zu Jahresbeginn 2014 eher zurückhaltend ausfallen. Die langsam einsetzende konjunkturelle Erholung in Westeuropa wird sich dagegen im weiteren Jahresverlauf positiv auf die Lkw-Nachfrage auswirken. Indirekt profitiert die Lkw-Motorenproduktion in Europa auch von der robusten Nachfragesituation in den USA, da ein Teil der in den USA verbauten Motoren in Europa gefertigt wird. Für 2014 wird zwar noch mit einem Rückgang der Lkw-Verkäufe um rund 5 % gerechnet. 2015 sollten die Auslieferungen dann aber um bis zu 10 % anziehen.

In Nordamerika wird der Markt für schwere Lkw 2014 weiter anziehen. Die starke wirtschaftliche Erholung treibt die Nachfrage nach Transportraum. Die Auftragseingänge für schwere Lkw (Class 8) zeigen dementsprechend ein positives Bild. Allein im Dezember 2013 stiegen sie um 42 %. Für das Gesamtjahr 2014 wird damit gerechnet, dass die Auslieferungen schwerer Class-8-Trucks um 8 % steigen werden.

Verhalten fällt der Ausblick auf die Entwicklung der Lkw-Nachfrage in Brasilien aus. Aufgrund der verhaltenen industriellen Dynamik im Lande ist es nicht auszuschließen, dass die Lkw-Verkäufe um 5 bis 10 % zurückgehen.

Auf den asiatischen Märkten werden 2014 in Summe rund 2 % mehr neue Lkw ausgeliefert werden. Während in Indien und Japan zunehmendes Kaufinteresse von Seiten der Flottenbetreiber spürbar ist, ist in China mit einer Stagnation bei den Lkw-Neuzulassungen auf dem hohen Niveau des Jahres 2013 zu rechnen.

Insgesamt wird ElringKlinger von einem Anstieg der Lkw-Produktionszahlen unmittelbar profitieren können. Das Unternehmen hat im Nutzfahrzeugbereich hohe Marktanteile und erzielt rund 15 % der Umsätze im Segment Erstausrüstung im Lkw-Bereich. Durch den höheren Wertschöpfungsanteil in den Euro-VI-Modellen mit zusätzlichen Leichtbau-Kunststoffgehäusemodulen erwartet ElringKlinger im Geschäft mit Lkw-Komponenten in den kommenden Jahren überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten.

Ausblick Unternehmen

Wettbewerbsumfeld bleibt trotz Branchenkonsolidierung anspruchsvoll

Die Ansprüche an die Zulieferer nehmen auch 2014 und 2015 weiter zu. Heute übernehmen die Zulieferunternehmen rund 70 % der Wertschöpfung am Fahrzeug. Gleichzeitig erfordert der technologische Umbruch in der Antriebstechnologie hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen.

Trotzdem sieht sich das Unternehmen von Kundenseite regelmäßigen Forderungen nach Preisreduzierungen gegenüber, die durch deutliche Effizienzsteigerungen in den Fertigungsprozessen bzw. weitere Automatisierung kompensiert werden müssen.

ElringKlinger wird in den kommenden Jahren weiterhin mit Nachdruck daran arbeiten, sich Alleinstellungsmerkmale sowohl durch über dem Branchenschnitt liegende Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen als auch durch Innovationen in der Werkzeugtechnologie und in den Fertigungsprozessen zu sichern. Daher ist für die kommenden Jahre unverändert eine FuE-Quote von rund 5 % vorgesehen. Mit neuen Markteintritten ist folglich selbst mittelfristig kaum zu rechnen. Viele der eingesetzten Materialien sowie die Auslegung der Anlagentechnologie und Prozesse basieren auf Eigenentwicklungen und geschützten Verfahren.

Die Entwicklungsintensität und der fortschreitende internationale Ausbau des Geschäfts zum Beispiel im ASEAN-Raum erfordern eine hohe Finanzierungskraft. In diesem Spannungsfeld ist davon auszugehen, dass sich die Konsolidierung der Zulieferbranche mit steigender Dynamik fortsetzen wird.

Zusätzlich zu den beschriebenen strukturellen Umsatztreibern aus Downsizing-Konzepten, Hybridisierung und verschärften Emissionsvorschriften ergeben sich für ElringKlinger daraus in den nächsten Jahren auch Gelegenheiten, das organische Wachstum durch Zukäufe zu ergänzen.

Die nach wie vor schwelenden Risiken der internationalen Schuldenkrise bedingen weiterhin Unwägbarkeiten für die allgemeine konjunkturelle Entwicklung und folglich für die von den Kunden abgerufenen Liefermengen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Nachfrageentwicklung auch in den kommenden Jahren höheren Schwankungen unterliegen wird als dies früher der Fall war. Diese Rahmenbedingungen verlangen für die Jahre 2014 und 2015 eine möglichst flexible Aufstellung des ganzen Konzerns in seinen Strukturen und allen seinen Kostenpositionen.

Neues Geschäftsjahr solide untermauert: Auftragseingang mit zweistelligem Plus

Der Konzern geht für 2014 und 2015 von weiterem Wachstum aus. So erhöhten sich die Auftragseingänge im Gesamtjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 15,4 % auf 1.309,8 (1.134,8) Mio. Euro.

Im vierten Quartal 2013 alleine legte der Auftragseingang auf 303,7 (260,8) Mio. Euro zu und lag damit um 16,4 % über dem Wert des Vorjahresquartals.

Mit Blick auf den für 2014 geplanten Umsatzanstieg kann sich die ElringKlinger-Gruppe bereits auf einen soliden Auftragsbestand stützen. Zum 31. Dezember 2013 lagen konzernweit Aufträge im Volumen von 595,4 (456,0) Mio. Euro vor. Dies entsprach einem Zuwachs von 30,6 %.

Stark verbesserte Ertragslage bei den Akquisitionen - Kapazitätserweiterungen bei Hug

Nach der erfolgreichen Ertragswende im Jahr 2013 geht der Konzern beim Abgasspezialisten Hug für 2014 von einer insgesamt weiterhin über dem Konzerndurchschnitt liegenden operativen Marge aus. Der Umsatz wird 2014 im einstelligen Prozentbereich zulegen und soll 2015 durch Neuanläufe an Dynamik gewinnen.

Umsatzseitig werden aus dem CARB-Nachrüstgeschäft mit mobicleanTM -Dieselpartikelfiltern in Nordamerika weiter steigende Beiträge erwartet. Hug baut in der ersten Jahreshälfte die Produktionskapazitäten für diese Nachrüstsysteme weiter aus. Da außer Kalifornien auch andere US-Bundesstaaten über vergleichbare Regelungen nachdenken, besteht hier die Chance auf zusätzliche Projekte.

Auch bei Abgasreinigungsanlagen für gasbetriebene Großmotoren, die in Nordamerika verstärkt in Kraftwerken zur Stromerzeugung zum Einsatz kommen, verfügt Hug bereits über eine gute Beauftragung.

Mittelfristig sieht ElringKlinger interessantes Potenzial mit kompletten nauticlean™-Abgasreinigungsanlagen in der Schifffahrtindustrie, um sowohl im Frachtschiff- als auch im Kreuzfahrtsegment Rußpartikel und Stickoxide aus Schiffsdieselmotoren zu reduzieren. Die Nachrüstung der zumeist mit Schweröl betriebenen Motoren mit Abgasreinigungsanlagen wird in Politik und Öffentlichkeit zunehmend zum Thema. Gesetzgeberische Maßnahmen, zum Beispiel der EU-Kommission, um den CO2 -Ausstoß und andere Schadstoffemissionen zu mindern, könnten hier in den nächsten Jahren für starke Nachfrage sorgen. Schon heute rüstet Hug zahlreiche Binnenschiffe mit kompletten Abgasreinigungssystemen aus.

ElringKlinger Meillor SAS setzt auf Erholung in Westeuropa

Bei der ehemaligen Freudenberg-Gesellschaft ElringKlinger Meillor SAS, Nantiat, Frankreich, wird nach erfolgter Restrukturierung und Automatisierung der Fertigungsprozesse mit einer Verbesserung der Ertragslage gerechnet. Die Gesellschaft soll 2014 nachhaltig profitabel arbeiten. Dazu wird auch der Anlauf der Kleinserienfertigung für das Ersatzteilgeschäft beitragen. Aufgrund der erst moderaten Erholungstendenzen am französischen Fahrzeugmarkt ist 2014 allerdings erst mit einer schrittweisen Verbesserung der Ertragssituation zu rechnen. Von einer durchgreifenden Erholung der westeuropäischen Automobilmärkte könnte der Standort Nantiat aufgrund seiner starken Ausrichtung auf die süd-/westeuropäischen Fahrzeughersteller besonders profitieren.

E-Mobility erfordert Vorleistungen

Der Bereich E-Mobility erfordert weiterhin Vorleistungen, nicht nur für die Ausweitung des Geschäfts mit Zellkontaktiersystemen, sondern auch für die Entwicklung neuer Batteriekomponenten wie Zellgehäuseabdeckungen. Die zum Jahresende 2013 hin angelaufenen Serienprojekte werden 2014 aber in höherem Maße zum Umsatz beitragen, so dass der hohe Fixkostenblock stärker abgedeckt werden wird. Sofern sich die Verkäufe bei den belieferten Serienmodellen planmäßig entwickeln, besteht in der Batterietechnik 2014 das Potenzial einer Ertragsverbesserung im mittleren einstelligen Millionenbereich. Der Breakeven ist - abhängig von der Nachfrageentwicklung bei den Endkunden - für 2015 vorgesehen.

Konzernweite Kostenoptimierung

Der ElringKlinger-Konzern wird auch 2014 die Fertigungsprozesse gezielt weiter automatisieren und durch neue intelligente Verfahrenstechnik optimieren, um Kosten einzusparen. Ziel ist es, die Effizienz um mindestens 3 % zu verbessern. Das Hauptgewicht der Rationalisierungsprogramme wird 2014 auf den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften liegen. Fast ein Drittel der geplanten Auszahlungen für Investitionen sollen auch in den kommenden Jahren in Rationalisierungsmaßnahmen fließen.

Bei den Materialpreisen geht ElringKlinger auf der Basis der für 2014 abgeschlossenen Lieferverträge von einer insgesamt weitgehend stabilen Preissituation aus. Abhängig von der Rohstoffkategorie entwickeln sich die Bezugspreise leicht rückläufig bis moderat steigend. Für die wachsenden Bedarfe an Kunststoffgranulaten, die im Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik verarbeitet werden, muss mit einem tendenziell höheren Preisniveau gerechnet werden. Obwohl dies derzeit nicht erkennbar ist, kann - abhängig von der weiteren Entwicklung der Weltkonjunktur und damit der Rohstoffnachfrage - ein Anziehen der Materialpreise bzw. Legierungszuschläge im Jahresverlauf 2014 nicht ausgeschlossen werden. Ein ähnlich dynamischer Anstieg der Rohstoffpreise wie in den Jahren 2010 und 2011 ist derzeit allerdings nicht zu erwarten. Bei den von ElringKlinger für Stanzreste erzielten Schrotterlösen muss aufgrund des niedrigen Preisniveaus mit rückläufigen Erlösen gerechnet werden.

Da die ElringKlinger-Gruppe noch fast die Hälfte der Mitarbeiter im Inland beschäftigt, ist die Entwicklung der Personalkosten des Konzerns maßgeblich von der Höhe des Tarifabschlusses in der deutschen Metallindustrie abhängig. Dieser wird bei den tariflich Beschäftigten an den deutschen Standorten des ElringKlinger-Konzerns ab 1. Mai 2014 zu einem weiteren Anstieg der Löhne und Gehälter um 2,2 % führen. Die hohen Lohnsteigerungen müssen auch angesichts des anhaltenden Preisdrucks von Seiten der Kunden durch entsprechende Rationalisierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen kompensiert werden.

Die für 2014 geplanten Umsatzzuwächse bedingen zwar einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen im Konzern, dieser soll allerdings unterproportional zur Umsatzerhöhung ausfallen. Die Verwaltungskosten sollen 2014 durch weitere Zentralisierung und Automatisierung administrativer Funktionen im Konzern eingegrenzt werden und weniger stark wachsen als das geplante Umsatzwachstum.

Weiterer Umsatz- und Ertragsanstieg für 2014 erwartet

Ausgehend von einer weltweit voraussichtlich um 2 bis 3 % anziehenden Automobilproduktion erwartet der ElringKlinger-Konzern für 2014 einen erneut über dem Marktwachstum liegenden organischen Anstieg der Umsätze um 5 bis 7 %. Die vollständige Konsolidierung der ElringKlinger Marusan Corporation, Japan, wird 2014 rund 25 Mio. Euro zusätzlich zum Umsatz beisteuern.

Die EBIT-Marge soll sich gegenüber 2013 leicht verbessern. Das um Einmaleffekte bereinigte EBIT soll das fünfte Jahr in Folge steigen und die Bandbreite von 160 bis 165 (2013: 144,7) Mio. Euro erreichen. Zum Zwecke der besseren Vergleichbarkeit wird die Finanzkennzahl EBIT zukünftig nicht mehr inklusive der vor allem der Finanzierungstätigkeit entstammenden Währungskurseffekte ausgewiesen (in der Gewinn- und Verlustrechnung wurden diese im Finanzergebnis gezeigt). Das EBIT entspricht damit standardgemäß dem in der Konzern-Gewinn-und-Verlustrechnung gezeigten operativen Ergebnis des Unternehmens.

Die volle Einbeziehung der margenschwächeren Tochtergesellschaft ElringKlinger Marusan Corporation in den Konsolidierungskreis des Konzerns wird sich 2014 senkend auf die EBIT-Marge der ElringKlinger-Gruppe (voraussichtlich ca. minus 0,3 Prozentpunkte) auswirken. Andererseits werden die durch die Euro-VI-Einführung im Jahresverlauf steigende Auslastung im Lkw-Bereich, die wachsenden Umsätze in der Batterietechnik und der erwartete Ergebnisbeitrag aus den geplanten Umsatzzuwächsen dazu führen, die Konzern-EBIT-Marge in Summe leicht zu verbessern.

Auch für 2015 und darüber hinaus ist ein organisches Umsatzwachstum von 5 bis 7 % geplant. Das um Einmaleffekte bereinigte EBIT soll sich demgegenüber überproportional entwickeln.

Starkes Wachstum bei der Muttergesellschaft ElringKlinger AG

Für die Muttergesellschaft, die ElringKlinger AG, die 2013 einen Anteil von 38,3 % zu den Konzernumsatzerlösen beigetragen hat, wird 2014 ein Umsatzwachstum von 5 bis 10 % erwartet.

Bei den geplanten Umsatzsteigerungen kann sich die ElringKlinger AG auf einen deutlich verbesserten Auftragsbestand stützen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Auftragsbestände zum 31. Dezember 2013 auf 281,4 (218,6) Mio. Euro. Die Auftragseingänge legten 2013 um 16,5 % zu und erreichten 564,4 (484,5) Mio. Euro. Neben dem strukturellen Wachstum der meisten Produktgruppen spiegelt sich in der deutlich besseren Beauftragung auch die Nachfrageerholung in Westeuropa sowie ein Anziehen der Abrufe im Lkw-Bereich und in der Batterietechnik wider. Der größte Teil der geplanten Umsatzsteigerung wird 2014 auf die Erstausrüstung entfallen.

Nach Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und Werkzeuge in Höhe von 37,7 Mio. Euro in 2013 soll an den Standorten der ElringKlinger AG 2014 ein Betrag in Höhe von mehr als 55,0 Mio. Euro investiert werden. Davon wird ein überdurchschnittlich hoher Anteil auf Maschinen und Montagelinien für die Geschäftsbereiche

Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik sowie Spezialdichtungen entfallen. Die Auszahlungen für Investitionen sollen größtenteils aus dem Cashflow der betrieblichen Tätigkeit gedeckt werden. Zudem steht im Bedarfsfalle zur weiteren Wachstumsfinanzierung eine offene Kreditlinie von knapp 100 Mio. Euro zur Verfügung.

Ertragsseitig geht die ElringKlinger AG beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit für 2014 von einem im Vergleich zum geplanten Umsatzanstieg leicht überproportionalen Zuwachs aus.

Ausblick für die Segmente: Strukturelles Wachstum in der Erstausrüstung bleibt wichtigster Umsatztreiber

Vor dem Hintergrund, dass 2013 80,9 % der Konzernerlöse und 70,8 % des um Einmaleffekte bereinigten EBIT auf die Erstausrüstung entfielen, wird 2014 der Großteil der geplanten Umsatz- und Ertragssteigerungen der Gruppe von diesem Segment beigesteuert. Die Erstausrüstung wird voraussichtlich auch das prozentual am stärksten wachsende Segment bleiben.

Bei einem voraussichtlichen Anstieg der Welt-Pkw-Produktion um 2 bis 3 % wird das strukturelle Wachstum bei Produktgruppen wie Turboladerdichtungen, thermisch-akustische Abschirmteile, Steuerplatten für Automatikgetriebe und Leichtbaumodule aus Kunststoff die wichtigste Säule für die geplanten Erlössteigerungen in der Erstausrüstung bleiben. Zudem werden der Anlauf neuer Produkte sowie die geplanten steigenden Umsatzerlöse in der Batterietechnik zum Wachstum des Segments beitragen.

Dementsprechend erwartet ElringKlinger, dass der Umsatz in der Erstausrüstung um 5 bis 10 % anzieht. Das EBIT soll überproportional wachsen.

Obwohl die Nachfrage von Seiten der Kunden aus dem Bereich Maschinenbau in Westeuropa noch nicht wesentlich anzieht, wird im Segment Kunststofftechnik 2014 mit einem prozentualen Anstieg der Umsatzerlöse gerechnet, der dem geplanten Konzernwachstum entspricht. Für Anwendungen im Automotive-Bereich sowie in der Medizintechnik ist dagegen ein spürbares Anziehen der Nachfrage zu verzeichnen. Neuanläufe mit PTFE-Dichtringen für Einspritzsysteme bei Benzinmotoren, Führungen und Dichtungen für Dieseleinspritzsysteme sowie Turboladerdichtungen liefern nennenswerte Beiträge zu den Umsatzerlösen.

Die anlaufende Produktion in China und Indien sowie der erfolgreiche Markteintritt in Nordamerika werden sich 2014 ebenfalls positiv bemerkbar machen. Am Standort der ElringKlinger USA, Inc. in Buford wird 2014 eine erste Fertigungsanlage für PTFE-Komponenten aufgebaut.

Im Segment Ersatzteile wird das Produktsortiment im Jahr 2014 weiter ausgebaut. Im westeuropäischen Raum, vor allem im zweitgrößten Ersatzteilmarkt Europas, Frankreich, wird ElringKlinger die Vertriebsaktivitäten verstärken. Dazu wird produktionsseitig auch die neue Kleinserienproduktion für Bedarfe im Ersatzteilgeschäft am Standort Chamborêt/ Nantiat der ElringKlinger Meillor SAS beitragen.

Infolge der 2009 in zahlreichen europäischen Staaten aufgelegten Abwrackprämien war das durchschnittliche Fahrzeugalter in Westeuropa - vor allem im Kleinwagensegment -merklich zurückgegangen. Gleichzeitig führt die wirtschaftlich schwierige Situation in Europa zum Aufschub von Wartungs- und Reparaturarbeiten am Fahrzeug. Dies wirkt sich in den letzten Jahren belastend auf die Absatzlage im Segment Ersatzteile aus. Bei anziehender Konjunktur und wieder verbesserter Beschäftigungslage in Westeuropa könnte sich 2014 eine spürbare Belebung der Nachfrage aus dieser Region ergeben. Nach den wiederholten Rekordumsätzen der letzten Jahre wird für Osteuropa 2014 mit moderateren Zuwächsen gerechnet. Risiken bestehen aus heutiger Sicht mit Blick auf die Abschwächung der lokalen Währungen zum Euro und US-Dollar sowie in der hohen Verschuldung der Staaten, die auf das Verbraucherverhalten rückkoppeln könnten. Die zunehmende Motorisierung und der wachsende Gebrauchtwagenpark bieten dagegen weiterhin gute Grundlagen für den Ausbau des Ersatzteilgeschäfts. Gleiches gilt für die Region Naher und Mittlerer Osten, in der ebenfalls leichte Zuwächse erreichbar sein sollten.

Alles in allem wird 2014 im Ersatzteilgeschäft mit weiteren Umsatzsteigerungen in Höhe von rund 5 % gerechnet. Das EBIT soll sich prozentual in vergleichbarem Maße erhöhen.

Auch für 2015 und darüber hinaus ist die ElringKlinger-Gruppe mit ihrer Positionierung in strukturell wachsenden Technologienischen, zahlreichen Produktneuanläufen und der starken Aufstellung in den wachsenden Automobilmärkten der Schwellenländer aussichtsreich aufgestellt. Der Konzern geht vor diesem Hintergrund davon aus, bei einer moderat wachsenden globalen Automobilproduktion den Umsatz um jährlich 5 bis 7 % steigern zu können. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich dabei überproportional entwickeln.

Investitionsquote zwischen 8 und 10 % geplant

In den letzten Jahren investierte der ElringKlinger-Konzern in hohem Maße in den Bau neuer Werke vor allem im asiatischen Raum sowie in Großprojekte wie das neue Logistikzentrum am Standort Dettingen/Erms, Deutschland. Infolgedessen erhöhte sich die Investitionsquote des Konzerns (Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien als Anteil am Konzernumsatz) auf im Langfristvergleich überdurchschnittliche Werte von in der Spitze über 15 %. Demgegenüber sollen sich die Auszahlungen für Investitionen in den Jahren 2014 und 2015 wieder dem Normalniveau annähern und zwischen 8 und 10 % vom Umsatz betragen. Die Investitionen fließen zu mehr als zwei Drittel in neue Produktionsgebäude, Anlagen für geplante Produktneuanläufe und in Rationalisierungsprojekte. Für die Jahre 2014 und 2015 sind derzeit Auszahlungen für Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien im Umfang von jeweils rund 100 bzw. 110 Mio. Euro vorgesehen.

ElringKlinger befindet sich derzeit in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit einem deutschen Fahrzeughersteller über die Beauftragung mit einem neuen kombinierten Metall-Kunststoff-Strukturbauteil. Dies bedeutet für ElringKlinger den Einstieg in den technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Markt für Karosserie- und Fahrwerkskomponentenleichtbau. Zur Realisierung sind zusätzliche Investitionen in Höhe von bis zu 20 Mio. Euro vorgesehen - auszahlungswirksam größtenteils 2014. Mit der mittlerweile in die ElringKlinger AG integrierten Hummel-Gruppe verfügt der Konzern über einen Werkzeugspezialisten für den Kunststoffleichtbau.

Der weit überwiegende Teil der geplanten Auszahlungen für Investitionen wird in das Segment Erstausrüstung fließen, das für die Jahre 2015 und 2016 vor allem in der Abschirmtechnik und im Bereich Kunststoffgehäusemodule/Elastomertechnik eine hohe Anzahl von neuen Produktanläufen vorbereitet.

Das Wachstum der Automobilindustrie wird sich in den kommenden Jahren vor allem in Asien abspielen. Der weitere Ausbau des Asiengeschäfts bleibt daher 2014 der regionale Investitionsschwerpunkt.

Für den letzten Bauabschnitt des neu errichteten Werksgebäudes und der Produktionsanlagen in Südkorea am Standort Gumi werden 2014 noch Auszahlungen in niedriger einstelliger Millionenhöhe fällig.

Aufgrund der guten Auftragslage und des Anlaufs neuer Produkte im Geschäftsbereich Kunststoffgehäusemodule ist bei ElringKlinger China Ltd. in Suzhou der Bau eines neuen Werks geplant. Für die Neuanläufe werden die entsprechenden Produktionsanlagen beschafft. Dafür sind rund 15 Mio. Euro budgetiert. Bei der zweiten chinesischen Tochtergesellschaft Changchun ElringKlinger Ltd. erfolgen zur Vorbereitung der geplanten Umsatzsteigerung ein Erweiterungsbau sowie Kapazitätsausweitungen bei den Produktionsanlagen. Dafür sind Investitionen im hohen einstelligen Millionenbereich vorgesehen.

Im Geschäftsbereich Abgasnachbehandlung werden bei der Schweizer Hug Engineering AG die Fertigungskapazitäten für Keramiksubstrate ausgebaut, um die steigenden Bedarfe aus dem CARB-Nachrüstungsgeschäft in den USA abdecken zu können.

Bei der ElringKlinger Abschirmtechnik (Schweiz) AG wird die Produktion von thermisch/ akustischen Abschirmteilen ausgebaut, zudem stehen Ersatzinvestitionen an. In Summe werden 2014 7 Mio. Euro investiert.

Am Standort Bietigheim-Bissingen der ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH, Deutschland, wird ein weiteres Werksgebäude errichtet, um den Anlauf neuer Projekte mit Schwerpunkten im Bereich Automotive und Medizintechnik vorzubereiten. Inklusive der neu beschafften Anlagen sind dafür Investitionen in einer Größenordnung von rund 18 Mio. Euro veranschlagt. Zudem baut die 2013 gegründete US-Tochter ElringKlinger Engineered Plastics North America, Inc., USA, 2014 am Standort Buford, Georgia, eine erste Fertigungsanlage für PTFE-Produkte auf.

Ausreichender Finanzierungsspielraum für organisches Wachstum und Akquisitionen

Der für 2014 erwartete Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit wird die derzeit geplanten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen voraussichtlich übersteigen. Die Finanzierung des organischen Wachstums des Konzerns mit Schwerpunkt in Asien und Nordamerika ist damit ebenso sichergestellt wie der Ausbau der zukunftsträchtigen neuen Bereiche Abgasreinigungstechnologie und Elektromobilität.

Der derzeit absehbare Gesamtfinanzierungsbedarf des Konzerns für die Jahre 2014 und 2015 kann größtenteils mit den vorhandenen Mittelzuflüssen aus der Innenfinanzierung abgedeckt werden.

Zudem stehen von mehreren Banken zugesagte Kreditlinien in Höhe von insgesamt rund 117 Mio. Euro zur Fremdkapitalfinanzierung zur Verfügung.

Sollten sich im Zuge der laufenden Branchenkonsolidierung günstige Gelegenheiten für überschaubare und technologisch interessante Zukäufe ergeben, steht der Finanzierungsspielraum zur Verfügung. ElringKlinger sondiert den Markt kontinuierlich.

Abbau der Verschuldung

Sofern kein Kapitaleinsatz für Zukäufe erforderlich wird, ist vorgesehen, die auf 358,2 (314,7) Mio. Euro angestiegene Verschuldung (langfristige und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten) im Jahresverlauf 2014 aus dem Cashflow der betrieblichen Tätigkeit zurückzuführen. In den Vorjahren hatten Akquisitionen, der Bau neuer Werke sowie die notwendige Finanzierung des starken organischen Wachstums einen signifikanten Anstieg verursacht.

Der Schwerpunkt wird auf der zweiten Jahreshälfte liegen, da in der ersten Jahreshälfte die Auszahlung der Dividendenausschüttung üblicherweise zu einem überproportional hohen Zahlungsmittelabfluss führt.

Die Nettofinanzverschuldung (Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel) des Konzerns soll zum Jahresende 2014 auf einem niedrigeren Niveau liegen als 2013.

Auch für das Jahr 2015 plant der ElringKlinger-Konzern mit einer Rückführung der Nettofinanzverschuldung.

Auf der Grundlage der derzeitigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sieht sich der ElringKlinger-Konzern aussichtsreich dafür aufgestellt, die geplanten Unternehmensziele erreichen zu können.

Dettingen/Erms, den 20. März 2014

Der Vorstand

Dr. Stefan Wolf

Theo Becker

Karl Schmauder

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Wir, die Ernst &Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden.

Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2002 zugrunde.

Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht.

Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.

Bilanzeid

Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 264 Abs. 2 Satz 3 und 289 Abs. 1 Satz 5 HGB

"Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ElringKlinger AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der ElringKlinger AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der ElringKlinger AG beschrieben sind."

Dettingen/Erms, 20. März 2014

Der Vorstand

Dr. Stefan Wolf

Theo Becker

Karl Schmauder

Entsprechenserklärung des Aufsichtsrats und des Vorstands nach § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Aufsichtsrat und Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft sind nach § 161 Aktiengesetz verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde bzw. wird und welche Empfehlungen gegebenenfalls nicht angewendet wurden oder werden. Die Abweichungen von den Empfehlungen sind zu begründen.

Vorstand und Aufsichtsrat der ElringKlinger AG erklären gemäß § 161 AktG, dass das Unternehmen den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 mit folgenden Ausnahmen entsprochen hat bzw. entspricht und in Zukunft entsprechen wird.

• Ziffer 3.8: Für den Aufsichtsrat gelten im Rahmen der D&O-Versicherung nicht die gleichen Selbstbehalte wie für den Vorstand.

Die D&O-Versicherungen des Aufsichtsrats sehen einen Selbstbehalt vor, der jedoch unter dem Selbstbehalt der Vorstandsmitglieder liegt. Eine Ungleichbehandlung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat im Hinblick auf die Höhe der Selbstbehalte ist aus Sicht der Gesellschaft aufgrund der unterschiedlichen Funktionen sachlich gerechtfertigt. Der Gesetzgeber hat eine solche Differenzierung akzeptiert, da er vergleichbare Regelungen wie zum Selbsthalt bei Vorstandsmitgliedern für Aufsichtsräte nicht vorgesehen hat.

• Ziffer 4.1.5: Der Vorstand vergibt Führungsfunktionen im Unternehmen in erster Linie nach der Eignung und Qualifikation der Kandidaten.

Bei der Besetzung von Führungsfunktionen orientiert sich der Vorstand an den Anforderungen der entsprechenden Funktion und sucht nach der bestmöglichen Person, die diese Anforderungen erfüllt. Stehen mehrere gleich qualifizierte Kandidatinnen oder Kandidaten zur Verfügung, achtet der Vorstand bei der Besetzung auf die Vielfalt und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Unternehmen, ohne diese Kriterien zu einem vorrangigen Prinzip zu machen. Aus Sicht der Gesellschaft wäre eine solche Festlegung insbesondere angesichts der vergleichsweise geringen Anzahl der zu besetzenden Führungsfunktionen kontraproduktiv.

• Ziffer 5.1.2: Der Aufsichtsrat orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands nach der Eignung und Qualifikation. Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder besteht nicht.

Die Auswahl der Mitglieder soll vorrangig nach Eignung und Qualifikation erfolgen. Nach Auffassung der Gesellschaft würde die vom Kodex vorgegebene besondere Gewichtung weiterer Kriterien die Auswahl möglicher Kandidatinnen oder Kandidaten für den Vorstand einschränken. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Vorstand derzeit nur aus drei Mitgliedern besteht.

Eine generelle Altersgrenze für Vorstandsmitglieder besteht nicht. Für ElringKlinger sind maßgeblich die Qualifikation und auch die Erfahrung, die für die Besetzung einer solchen Position erforderlich ist. Auch im Hinblick auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das zwar keine direkte Anwendung findet, dessen analoge Anwendung zumindest diskutiert werden kann, hält die Gesellschaft die Festsetzung einer Altersgrenze für nicht sachgerecht.

• Ziffer 5.3.3: Ein Nominierungsausschuss für die Erstellung von Wahlvorschlägen von Vertretern von Anteilseignern im Aufsichtsrat besteht nicht.

Aufgrund der derzeitigen Größe des Aufsichtsrats der Gesellschaft halten Vorstand und Aufsichtsrat die Einrichtung eines Nominierungsausschusses für nicht erforderlich.

• Ziffer 5.4.1: Konkrete Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats werden nicht vorgegeben und dementsprechend nicht im Corporate Governance Bericht veröffentlicht. Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder besteht nicht.

Auch bei der Besetzung des Aufsichtsrats gilt, dass Eignung, Erfahrung und Qualifikation die maßgeblichen Auswahlkriterien sind. Eine Bindung an Vorgaben hinsichtlich der zukünftigen Besetzung schränkt die Flexibilität ein, ohne dass damit anderweitige Vorteile für das Unternehmen verbunden wären. Dies gilt umso mehr, als derzeit nur sechs Mitglieder des mitbestimmten Aufsichtsrats von den Anteilseignervertretern zur Wahl aufgestellt werden können. Im Übrigen sind die in der Kodexempfehlung genannten Vorgaben per se wichtige weitere Kriterien bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats, ohne dass es aus den genannten Gründen einer Festlegung auf konkrete Ziele bedürfte.

Eine generelle Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder besteht nicht, da in erster Linie die Kompetenz entscheiden soll. Dabei spielt insbesondere auch die Erfahrung eine wichtige Rolle. Auch im Hinblick auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das zwar keine direkte Anwendung findet, dessen analoge Anwendung zumindest diskutiert werden kann, hält die Gesellschaft die Festsetzung einer Altersgrenze für nicht sachgerecht.

• Ziffer 5.4.3: Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz werden den Aktionären nicht bekannt gegeben.

Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden ist eine innere Angelegenheit des Aufsichtsrats und obliegt diesem in eigener Verantwortung. Der Aufsichtsrat kann die Eignung der Kandidaten am besten einschätzen. Eine vorherige Bekanntgabe der Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz ist nach Ansicht der Gesellschaft insbesondere vor diesem Hintergrund nicht sachgerecht.

• Ziffer 5.4.6: Die Vergütung der Aufsichtsräte beinhaltet einen variablen bzw. erfolgsabhängigen Bestandteil, der sich nach dem Ergebnis vor Steuern des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr richtet.

Die Gesellschaft ist der Auffassung, dass mit der derzeitigen Struktur der Aufsichtsratsvergütung die Verantwortung des Aufsichtsrats für die Unternehmensentwicklung angemessen zum Ausdruck kommt. Die Ertragskraft ist maßgeblich für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens. Dies soll sich bei der Bemessung der Vergütung widerspiegeln.

• Ziffer 6.3: Angaben nach Ziffer 6.3 des Kodex über die gesetzlichen Pflichten hinaus erfolgen nicht.

Die Gesellschaft hält eine transparente Unternehmenskommunikation für essenziell, um insbesondere das Vertrauen der Anleger zu schützen. Die relevanten Informationen werden gemäß den in den letzten Jahren umfassend erweiterten gesetzlichen Vorgaben von der Gesellschaft offengelegt. Die Angaben sind auch auf der Internetseite der Gesellschaft abrufbar. Die in Ziffer 6.3 des Kodex zur Veröffentlichung empfohlenen weiteren Angaben bieten aus Sicht der Gesellschaft keinen Mehrwert für die Anleger. Nach dem Verständnis der Gesellschaft hat Transparenz nichts mit der Fülle der Informationen zu tun, sondern in erster Linie mit deren Qualität und Relevanz. Vor diesem Hintergrund folgt die Gesellschaft nicht der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Empfehlung des Kodex

Dettingen/Erms, 4. Dezember 2013

Für den Aufsichtsrat

Walter Herwarth Lechler

Vorstand

Dr. Stefan Wolf

Theo Becker

Karl Schmauder

Bericht des Aufsichtsrats 2013

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2013 die ihm nach Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung und dem Deutschen Corporate Governance Kodex obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Tätigkeit des Vorstands überwacht und insbesondere hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Konzerns beratend begleitet. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung eingebunden. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand im Rahmen der monatlichen schriftlichen Berichterstattung über den Konjunkturverlauf, die Geschäftsentwicklung, den Auftragseingang, Auftragsbestand, Umsatz und Ertrag (jeweils im Vergleich zum Vorjahr und zum Plan), über bedeutsame Neuaufträge, die Beschäftigungslage im Konzern, bei der ElringKlinger AG, bei deren Geschäftsbereichen und bei den Tochtergesellschaften sowie über die Liquidität unterrichtet. Der Aufsichtsrat trat 2013 zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen. Auf diesen Sitzungen berichtete der Vorstand jeweils ausführlich über den Geschäftsverlauf im abgelaufenen Teil des Jahres mit allen wesentlichen Kennzahlen sowie deren Vorjahres- und Planvergleiche für den Konzern, die ElringKlinger AG, deren Geschäftsbereiche und die Tochtergesellschaften, über die aktuelle Vorschau der Gesamtjahreswerte und eine Einschätzung der Konjunktur-, Markt- und Wettbewerbslage. Darüber hinaus informierte er fortlaufend über die aktuelle Risikosituation, über den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten und sonstige Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung. Die Themen wurden im Aufsichtsratsplenum präsentiert und, soweit geboten, intensiv diskutiert.

Über vorgenannte, wiederkehrende Berichterstattung und Themen hinaus befasste sich der Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen insbesondere mit folgenden weiteren Themen:

Gegenstand der Sitzung am 22. März 2013 waren die Erläuterung der Jahresabschlüsse 2012 für die ElringKlinger AG und den Konzern durch den Vorstand sowie der Bericht des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Genehmigung bzw. Billigung des Abschlusses der ElringKlinger AG und des Konzernabschlusses sowie die Beschlussfassung über den Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung. Des Weiteren ließ sich der Aufsichtsrat über strategische Projekte, wie insbesondere Werksneubauten oder Erweiterungen, und mögliche Akquisitionen berichten.
In der Aufsichtsratssitzung im Anschluss an die Hauptversammlung am 16. Mai 2013 wurden entsprechend der Satzung der ElringKlinger AG der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter gewählt. Herr Walter H. Lechler wurde zum Vorsitzenden und Herr Markus Siegers zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Herr Klaus Eberhardt wurde als Vorsitzender in den Prüfungsausschuss gewählt, nachdem Herr Karl-Uwe van Husen mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden war. Weitere Tagesordnungspunkte der Aufsichtsratssitzung waren die unmittelbar zuvor durchgeführte Hauptversammlung, strategische Projekte sowie mögliche Akquisitionen.
Die Aufsichtsratssitzung am 27. September 2013 fand auf Wunsch des Aufsichtsrats in der Schweiz statt. Nach Behandlung der Tagesordnung besichtigte der Aufsichtsrat den Betrieb der Hug Engineering AG in Elsau und ließ sich von deren Geschäftsführung das Produktportfolio, die Geschäftslage und die strategische Ausrichtung des Tochterunternehmens der ElringKlinger AG präsentieren.
Auf der Tagesordnung der Sitzung des Aufsichtsrats am 4. Dezember 2013 standen das Budget 2014 und die Mittelfristplanung für den Zeitraum 2014 bis 2018. Darüber hinaus ließ sich der Aufsichtsrat wie üblich in der letzten ordentlichen Sitzung des Berichtsjahres über die Ergebnisse der internen Revisionen 2013, die Planung der für 2014 vorgesehenen internen Revisionen sowie eingehend über die aktuelle Risikoeinschätzung und die entsprechenden Vorkehrungen durch den Vorstand berichten. Bestandteil dieser Berichterstattung war auch die Compliance im Unternehmen. Wesentliches war in diesem Zusammenhang nicht zu berichten. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nahm ebenfalls zu den vorgenannten Themen Stellung und berichtete insoweit über die Ergebnisse der Beratungen im Prüfungsausschuss.

An den ordentlichen Sitzungen haben alle Mitglieder des Aufsichtsrats teilgenommen. Getrennte Sitzungen der Arbeitnehmervertreter und Anteilseignervertreter zur Vorbereitung der ordentlichen Sitzungen fanden nicht statt. Solche Sitzungen wurden nicht zuletzt aufgrund der ausführlichen, vorab zur Verfügung gestellten Unterlagen und Informationen für die jeweiligen ordentlichen Aufsichtsratssitzungen als nicht erforderlich angesehen. Außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats haben nicht stattgefunden. Dazu bestand kein Anlass. Der Prüfungsausschuss hat im Berichtsjahr zweimal getagt. Gegenstand der März-Sitzung war der Bericht des Abschlussprüfers über die Prüfung der Jahresabschlüsse mit ausführlicher Diskussion. In der November-Sitzung wurde die Prüfung der Jahresabschlüsse 2013, insbesondere die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte, mit dem Abschlussprüfer erörtert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses wurde vom Vorsitzenden des Vorstands regelmäßig über die Ergebnisse der internen Revisionen und die daraus abzuleitenden Maßnahmen unterrichtet. Sitzungen des Personalausschusses und des Vermittlungsausschusses waren nicht erforderlich.

Interessenskonflikte zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft haben sich im Geschäftsjahr 2013 nicht ergeben.

Die Entsprechenserklärung des Aufsichtsrats und des Vorstands nach § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 wurde in der Aufsichtsratssitzung am 4. Dezember 2013 einstimmig beschlossen und noch am selben Tag auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht.

Über die monatliche schriftliche Berichterstattung und die vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen hinaus hielt der Aufsichtsratsvorsitzende laufend in kurzen zeitlichen Abständen persönlichen, telefonischen und E-Mail-Kontakt zum Vorsitzenden des Vorstands und tauschte sich über die wirtschaftliche Lage, wichtige Geschäftsvorfälle und besondere Vorkommnisse aus. Über bedeutsame Vorgänge hat der Aufsichtsratsvorsitzende die übrigen Mitglieder per E-Mail oder telefonisch informiert.

Der Vorstand schaltete den Aufsichtsrat bei zustimmungsbedürftigen Geschäftsvorfällen rechtzeitig mit gut begründeten Unterlagen ein und erhielt in jedem Fall die Zustimmung des Aufsichtsrats.

In der Hauptversammlung am 16. Mai 2013 wurde Herr Klaus Eberhardt für die Anteilseigner in den Aufsichtsrat gewählt. Die Zuwahl war erforderlich, weil Herr Karl-Uwe van Husen sein Aufsichtsratsmandat zum Ablauf der Hauptversammlung altershalber niedergelegt hatte. Herr van Husen war insgesamt 42 Jahre zunächst für die Lechler-Firmengruppe, dann für die Elring GmbH und schließlich für die ElringKlinger-Gruppe tätig. Der Aufsichtsrat ist Herrn van Husen für seine geleistete Arbeit zu großem Dank verpflichtet. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 hat Herr Dr. Thomas Klinger-Lohr aus persönlichen Gründen sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Herr Dr. Klinger-Lohr hat mit seiner Zustimmung zur Fusion der Elring GmbH und dem Automotive-Teil der Klinger GmbH im Jahre 1994 wesentlich mit zum heutigen Erfolg der ElringKlinger-Gruppe beigetragen. Der Aufsichtsrat ist Herrn Dr. Klinger-Lohr ebenfalls zu großem Dank verpflichtet. Anstelle von Herrn Dr. Klinger-Lohr wurde Frau Gabriele Sons am 12. März 2014 gerichtlich als Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Die Bestellung ist bis zur nächsten Hauptversammlung befristet. Frau Sons ist Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp Elevator AG.

Auch zum Ende des Jahres 2013 hat der Aufsichtsrat, wie vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen, wiederum die Effektivität seiner Arbeit, unter anderem die Offenheit der Kommunikation bei den Aufsichtsratssitzungen und die Einbeziehung aller Mitglieder in die Diskussionen, anhand eines von allen Mitgliedern zu beantwortenden Fragenkatalogs für das vergangene Geschäftsjahr bewertet. Das Ergebnis der Befragung war positiv. Änderungsbedarf an der bisherigen Praxis im Aufsichtsrat hat sich daraus nicht ergeben.

Der vom Vorstand vorgestellte Jahresabschluss der ElringKlinger AG und Konzernabschluss mit zusammengefasstem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013 wurden von der Wirtschaftsprüungsgesellschaft Ernst &Young GmbH geprüft. Den Prüfungsauftrag erteilte der Aufsichtsrat entsprechend der Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung am 16. Mai 2013. Der Konzernabschluss der ElringKlinger AG wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Abschlussprüfer erteilte für den Jahresabschluss der ElringKlinger AG und den Konzernabschluss mit zusammengefasstem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013 uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die Abschlussunterlagen und der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die beiden Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit haben die Berichte eingehend geprüft und in Anwesenheit sowie unter Einbeziehung der verantwortlichen Prüfer ausführlich diskutiert und hinterfragt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer angeschlossen. Einwendungen ergaben sich nicht. Dementsprechend hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 24. März 2014 den Jahresabschluss der ElringKlinger AG und den Konzernabschluss mit dem zusammengefassten Lagebericht gebilligt. Der Jahresabschluss ist somit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte auf der gleichen Sitzung dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Elring-Klinger AG und der Tochtergesellschaften im In- und Ausland sehr herzlich für ihren erfolgreichen Einsatz im Jahr 2013.

Stuttgart, 24. März 2014

Für den Aufsichtsrat

Walter Herwarth Lechler, Vorsitzender des Aufsichtsrats