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Coreo AG Audit Report / Information 2010

Jul 6, 2011

5376_10-k_2011-07-06_31ef713b-051d-49d9-82c3-462350d23a41.pdf

Audit Report / Information

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Nanostart AG Frankfurt am Main

Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2010

F. Bestätigungsvermerk

Zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"An die Nanostart AG

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Nanostart AG, Frankfurt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

IL ERNST & YOUNG

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Mannheim, 5. Mai 2011

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Matner Wirtschaftsprüfer

Kerber Wirtschaftsprüfer

6273/11

Nanostart AG, Frankfurt am Main

Bilanz zum 31. Dezember 2010

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3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen
4. Personalaufwand
172.400,25 60
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
551.626,53 1.011
Altersversorgung und für Unterstützung
5. Abschreibungen auf immaterielle
84.579,75 99
Vermögensgegenstände des Anlage
vermögens und Sachanlagen
24.838,87 28
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.501.572,34 998
2.335.017,74 2.196
7. Erträge aus Beteiligungen 968.399,87 0
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen
EUR 1.072.383,46 (Vj. TEUR 831)
1.157.295,09 861
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen 714.845,19 1.430
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundene Unternehmen
EUR 202.935,70 (Vj. TEUR 293)
349.146,55 574
1.061.703,22 -1.143
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.404.464,29 1.352
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 82.364,00 -163
13. Jahresüberschuss
14. Gewinnvortrag
15. Einstellung in Gewinnrücklagen
2.486.828,29
1.189.114,54
-1.189.114,54
1.189
2.074
-2.074
16. Bilanzgewinn 2.486.828,29 1.189

Anlage 3

Nanostart AG, Frankfurt am Main

Anhang für das Geschäftsjahr 2010

Allgemeine Angaben

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 HGB. Die größenabhängigen Erleichterungen für eine kleine Kapitalgesellschaft wurden teilweise in Anspruch genommen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Aufgrund der erstmaligen Anwendung des BilMoG und den sich daraus ergebenden Änderungen finden gemäß Art. 67 Abs. 8 EGHGB die §§ 252 Abs. 1 Nr. 6, 265 Abs. 1 und 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB keine Anwendung. Anpassungen im Rahmen des BilMoG waren nicht notwendig.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen über eine Nutzungsdauer von 3 bis 13 Jahren, vermindert.

Geringwertige Anlagegüter werden bis zu einem Wert von EUR 150,00 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Zugänge mit Anschaffungskosten zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000.00 werden zu einem Sammelposten zusammengefasst. Dieser wird gleichmäßig über 5 Jahre aufgelöst.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt. Guthaben in ausländischer Währung sind zum Einstandskurs oder dem niedrigeren Stichtagskurs angesetzt.

Die Rückstellungen berücksichtigen die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risiken. Soweit notwendig werden künftige Kostensteigerungen berücksichtigt. Bei Rückstellung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt eine Abzinsung entsprechend § 253 Abs. 2 HGB.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert.

Angaben und Erläuterungen zu den Posten der Bilanz

$(1)$ Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt.

Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 715 vorgenommen.

Angaben zum Anteilsbesitz

Kapital-
anteil
$\frac{1}{2}$
Eigen-
kapital
Ergebnis Jahr
MagForce Nanotechnologies AG,
Berlin
66,3 * TEUR - 9.538 TEUR $-4.073$ 2009
ItN Nanovation AG,
Saarbrücken
24,7
$**$
TEUR 3.024 TEUR $-6.124$ 2009
VentureTech Equity-Partners
GmbH, Franfurt am Main
100,0 TEUR 865 TEUR $-117$ 2009
HOLMENKOL AG,
Ditzingen
***
50,0
TEUR 2.863 TEUR $-2.089$ 2009/2010
Nanostart Asia Pte.Ltd.,
Singapore
100,0 **** TSGD $-38$ TSGD $-35$ 2009
NAMOS GmbH,
Dresden
26,0 TEUR $-225$ TEUR $-580$ 2009
BioMers Pte Ltd,
Singapore
24,7 TSGD 1.345 TSGD $-146,0$ 2009
Nanostart Sing apore Fund,
Singapore
50,9 TSGD $-1.158$ TSGD $-512.0$ *
2010

* davon werden 0,2% mittelbar über die VentureTech Equity-Partners GmbH gehalten ** davon werden 5,7% mittelbar über die VentureTech Equity-Partners GmbH gehalten *** minus 1 Aktie

**** Die Gründung der Gesellschaft erfolgte im April 2008 mit einem EK von 1 SGD. ***** vorläufiger Jahresabschluss zum 31.12.2010

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen beinhalten Ausleihungen an VentureTech Equity-Partners GmbH, Frankfurt am Main mit TEUR 2.779 und Ausleihungen an MagForce Nanotechnologies AG mit TEUR 13.156.

Für von der Nanostart AG gewährte Ausleihungen in Höhe von insgesamt TEUR 10.868 wurde der MagForce Nanotechnologies AG, Berlin, ein Rangrücktritt eingeräumt.

Entwicklung des Anlagevermögens

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Anlage 3

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände $(2)$

Die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

$(3)$ Eigenkapital

Das in das Handelsregister eingetragene Grundkapital der Gesellschaft zum Bilanzstichtag beträgt EUR 5.940.000,00.

Das Grundkapital der Nanostart AG ist somit eingeteilt in 5.940.000 Stückaktien, die allesamt auf den Inhaber lauten.

Durch Beschluss des Vorstandes vom 25. März 2010 und des Aufsichtsrates vom 26. März 2010 wurde das Grundkapital der Nanostart AG von EUR 5.610.000,00 um EUR 330.000,00 durch Ausgabe von 330.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien im rechnerischen Nennwert von EUR 330.000,00 durch Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals 2007/I erhöht. Die Eintragung der Kapitalerhöhung ins Handelsregister erfolgte am 30. März 2010.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 05. Juli 2010 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 04. Juli 2015 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 2.970.000,00 zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2010/l). Zum 31. Dezember 2010 besteht ein noch nicht ausgenutztes genehmigtes Kapital in Höhe von EUR 2.970.000.00.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist in 2009 um bis zu EUR 2.244.000,00 durch Ausgabe von 2.244.000 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital 2009/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Wandlungs- oder Optionsrechten an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die auf Grund der von der Hauptversammlung vom 19. August 2009 beschlossenen Ermächtigung des Vorstands bis zum 31. Juli 2014 von der Gesellschaft begeben werden.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist in 2009 um bis zu EUR 561.000.00 durch Ausgabe von bis zu 561.000 Stück auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht worden (Bedingtes Kapital 2009/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die auf Grund der durch die Hauptversammlung vom 19. August 2009 beschlossenen Ermächtigung im Rahmen des Aktienoptionsplans 2009 ausgegeben werden.

Auf Grund der Kapitalerhöhung erhöhte sich die Kapitalrücklage um EUR 7.434.280,86 auf EUR 19.001.080,86.

Durch Beschluss der Hauptversammlung wurde der gesamte Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von EUR 1.189.114,54 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Die Gewinnrücklagen haben sich somit wie folgt entwickelt:

EUR
Stand 31, 12, 2009 6.688.637,30
Einstellung durch Hauptversammlung aus dem Bilanzgewinn
zum 31.12.2009 1.189.114,54
Stand 31, 12, 2010 7.877.751,84

$(4)$ Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen rückständigen Urlaub, Prüfungskosten, Aufsichtsratvergütungen sowie ausstehende Eingangsrechnungen.

Verbindlichkeiten $(5)$

31.12.2010 31.12.2009
Rest-
laufzeit
Rest-
laufzeit
Gesamt
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
Gesamt
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
1.355 1.355 4.414 4.414
Verbindlichkeiten aus Liefe-
rungen und Leistungen
62 62 44 44
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
999 999 5.303 5.303
Sonstige Verbindlichkeiten 28 28 87 87
2.444 2.444 9.848 9.848

Anlage 3

$(6)$ Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR Fälligkeit
Verpflichtungen aus Mietverträgen 82 2011
Verpflichtungen aus eingeräumten Darlehen 453 2011

Daneben bestehen Verpflichtungen aus unbefristeten Mietverträgen in Höhe von TEUR 9 p.a.

Angaben und Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge $(7)$

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Gewinne aus dem Abgang von Finanzanlagen.

$(8)$ Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Werbe- und Reisekosten, Raumkosten sowie Rechts- und Beratungskosten.

Sonstige Angaben

$(9)$ Organe der Gesellschaft

Vorstand im Geschäftsjahr war:

Herr Marco Beckmann

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2010 an:

Herr Dr. Alfred Krammer, Geschäftsführer der Krammer Jahn Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Bayreuth (Vorsitzender)

Anlage 3

Herr Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Professor der Experimentalphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, München (stellvertretender Vorsitzender)

Herr Diplom-Betriebswirt Achim Lindner, Vorstand der Börsenmedien Aktiengesellschaft, Kulmbach

Ergebnisverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den gesamten Bilanzgewinn in Höhe von EUR 2.486.828,29 in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

Frankfurt, den 3. März 2011

Der Vorstand edemond Marco Beckmann

$-8-$

Nanostart AG, Frankfurt am Main

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010

1. ALLGEMEINES

Als Wagnis- und Wachstumskapitalgeber investiert die Nanostart AG weltweit in junge, aussichtsreiche Unternehmen mit herausragenden nanotechnologischen Produkten oder Verfahren, die im Idealfall kurz vor der Kommerzialisierung stehen. Ziel der Investitionstätigkeit ist es, den Nettovermögenswert (Net Asset Value) der Investments je Aktie nachhaltig zu steigern. Die Strategie ist davon geleitet, Unternehmen mit einem attraktiven Wertsteigerungspotenzial unter Berücksichtigung eines kalkulierbaren Risikos zu erwerben. Die Zielunternehmen sind Gesellschaften aus unterschiedlichen Branchen, die im Geschäftsfeld Nanotechnologie tätig sind. Einen Schwerpunkt setzt Nanostart auf die am stärksten innovationsgetriebenen Branchen: Cleantech, Life Sciences und IT/Elektronik. Die Investments unterliegen keiner regionalen Beschränkung, sondern sind weltweit ausgerichtet. Ferner erfolgen Beteiligungen in unterschiedlichsten Phasen der Unternehmensentwicklung - die Bandbreite reicht von Unternehmen in der Gründung bis hin zu Unternehmen, die sich auf globalem Expansionskurs befinden.

2. DARSTELLUNG VON GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE

2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Das Jahr 2010 war geprägt durch eine konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft von der schwersten Krise der Nachkriegszeit. Rund um den Globus belebte sich die wirtschaftliche Aktivitätoft gestützt durch massive fiskal- und geldpolitische Maßnahmen-, aber auch getrieben durch das rasante Wachstum der aufstrebenden Volkswirtschaften. In den entwickelten Industrieländern lockerten die Banken ihre Zügel bei der Kreditvergabe wieder, so dass eine als Folge der Finanzkrise befürchtete Kreditverknappung ausblieb. Der Welthandel legte laut Internationalem Währungsfonds (IWF) um 12 Prozent zu, nachdem er 2009 noch um 10,7 Prozent eingebrochen war.

Insgesamt wuchs die Weltwirtschaft 2010 laut IWF um 5 Prozent, wobei die entwickelten Volkswirtschaften (3 Prozent) in der Gesamtbetrachtung erneut von den Entwicklungsländern (7,1 Prozent) überholt wurden. Sowohl zwischen den entwickelten Volkswirtschaften als auch im Vergleich der einzelnen Schwellenländer untereinander fiel das Wachstum sehr heterogen aus. In Europa überflügelte Deutschland (3,6 Prozent) die anderen Euro-Länder wie Italien (1,0 Prozent) oder Spanien (-0,2 Prozent). Deutschland profitierte wie kaum ein anderes Land vom Boom in den Wachstumsländern. Die Exporte dorthin sorgten bei deutschen Konzernen für volle Auftragsbücher und anziehende Gewinne.

Bei den Schwellenländern war Singapur mit einem Rekord-Wirtschaftswachstum von 14,5 Prozent 2010 das am stärksten wachsende Land in ganz Asien (ohne Vorderasien). Global weist nur Katar (Vorderasien) mit 16,3 Prozent höhere Zahlen auf. China bildete mit 10,3 Prozent Wachstum auf Jahressicht die Speerspitze der sogenannten BRIC-Länder. Überhaupt entwickelte sich der gesamte asiatische Wirtschaftraum im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern mit einem BIP-Wachstum

von 9.3 Prozent überdurchschnittlich. In den USA setzte sich die seit Mitte 2009 andauernde Erholung mit einem Wachstum von 2,8 Prozent fort - trotz der nach wie vor hohen Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent im Jahresdurchschnitt.

Das internationale Portfolio der Nanostart AG setzt sich aus US-amerikanischen, europäischen und asiatischen Nanotechnologie-Unternehmen zusammen, die in verschiedenen Branchen tätig sind. Die Entwicklungen der einzelnen Unternehmen wurden daher 2010 nicht nur von unterschiedlichen Konjunkturentwicklungen in den jeweiligen Heimatländern, sondern auch von divergierenden Entwicklungen der einzelnen Branchen stark beeinflusst.

2.2 Kapitalmarktumfeld

Das hohe Wachstum der Weltwirtschaft und das niedrige Zinsniveau am Rentenmarkt und im Einlagengeschäft ließen die Risikoneigung von Anlegern 2010 wieder allmählich steigen. An den Kapitalmärkten brachte das turbulente Jahr für alle risikobehafteten Anlageklassen auf Sicht von zwölf Monaten eine positive Performance. Im Jahresverlauf waren Wertpapiere jedoch starken Schwankungen unterworfen. Sorgen um die Nachhaltigkeit des Aufschwungs der Weltkonjunktur und die Schuldenkrise im Euroraum zerrten an den Kursen, während auf der anderen Seite überzeugende Unternehmenszahlen, günstige Leitzinsen der europäischen Zentralbank (EZB) und der USamerikanischen Notenbank FED sowie massive Unterstützungs- und Konjunkturpakete den Nährboden für steigende Notierungen bildeten.

Insbesondere in den letzten vier Monaten des Jahres erhielten die Aktienmärkte Auftrieb. Auf Jahressicht legte der Welt-Aktien-Index MSCI World um 9,55 Prozent zu.. Damit übertrumpfte der Weltindex seinen langjährigen Durchschnitt von etwa 8 Prozent deutlich. In Deutschland kletterte der DAX auf Jahressicht um 16 Prozent, nachdem er bereits 2009 ein Plus von 24 Prozent vorweisen konnte. Besonders gefragt waren die Aktien der Automobilhersteller, während etwa die Papiere von Energieversorgern gegen den Trend nachgaben. Begehrt bei Anlegern waren in der zweiten Jahreshälfte 2010 auch deutsche Unternehmen aus der zweiten Reihe: Die Börsensegmente MDAX und SDAX entwickelten sich auf Jahressicht ebenfalls sehr gut. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 schloss dagegen als Folge der Schuldenkrise einiger EU-Mitglieder mit mehr als 5 Prozent im Minus. In den USA fuhr der Dow Jones im Gesamtjahr ein Plus von rund 11 Prozent ein. Die Schwellenländer konnten 2010 mit teilweise zweistelligen Indexgewinnen überzeugen, der MSCI Emerging Markets stieg um 16,4 Prozent.

2.3 Markt für Venture-Capital-Beteiligungen

Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt hat 2010 angesichts der deutlich verbesserten Wirtschaftslage an Stabilität gewonnen. Laut der Jahresstatisik des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) stiegen die Investitionen in deutsche Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um 59 Prozent auf 4,44 Mrd. Euro. Das Plus bei den Investitionen entfällt jedoch fast ausschließlich auf Buy-Outs. Im Venture Capital-Segment blieb die Investitionstätigkeit insgesamt noch sehr zurückhaltend und verharrte mit 654 Mio. Euro (Vorjahr: 645 Mio. Euro) nahezu auf Vorjahresniveau. Allerdings wurden mit 929 geringfügig mehr deutsche Unternehmen finanziert als im Vorjahr (904).

Innerhalb des Venture Capital-Marktes sanken die Frühphasen-Investitionen (Seed, Start-up) um 11 Prozent auf 367 Mio. Euro. Die Later-Stage-Investitionen stiegen dagegen um fast ein Viertel auf 288 Mio. Euro. Das heißt, dass Beteiligungsgesellschaften vermehrt Wagniskapital in Unternehmen investiert haben, die bereits ihr Marktdebüt gegeben haben oder mit einem Produkt kurz vor der Marktreife stehen - ein Trend, der auch für Beteiligungen an Unternehmen aus der Branche der Nanotechnologie gilt.

Während die Investitionstätigkeit im Venture-Capital-Segment 2010 noch nicht vom gestiegenen Risikoappetit institutioneller und privater Anleger profitiert hat, zeigen die Zuflüsse durch unabhängiges Fundraising eine leichte Belebung des Marktes für Wagniskapital. Insgesamt erreichte das Fundraising der deutschen Beteiligungsgesellschaften 2010 ein Volumen von 927 Mio. Euro. Für spätere Venture-Capital-Investitionen wurden 352 Mio. Euro (Vorjahr: 261 Mio. Euro) eingeworben.

In den USA, dem Heimatmarkt für Venture Capital, legten die Investitionen in diesem Bereich 2010 erstmals seit drei Jahren wieder kräftig zu und signalisieren damit eine Erholung der Branche. Im Vergleich zu 2009 stieg laut National Venture Capital Association das investierte Risikokapital um 19 Prozent auf 21,8 Mrd. US-Dollar. Die Zahl der Unternehmen, die zum ersten Mal Risikokapital erhielten, erhöhte sich um 30 Prozent.

Auch in Singapur, wo die Nanostart-Tochter Nanostart Asia Pte Ltd den Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I Pte Ltd verwaltet, verbesserte sich das Klima für Venture Capital-Investitionen in den vergangenen Jahren deutlich. Seit der Jahrtausendwende ist der Private Equity Sektor in Asien stark gewachsen. So betrug der Anteil Asiens am weltweiten Private Equity-Fundraising im Jahr 2008 14 Prozent im Vergleich zu nur 5 Prozent in 2003. Dieser Anteil ging zwar als Folge der Finanzkrise auf 10 Prozent im Jahr 2010 zurück. Nichtsdestotrotz erwartet Asien für die kommenden Jahre wieder einen signifikanten Kapitalzufluss für den Private Equity-Sektor und einen deutlichen Anstieg der Investitionstätigkeit.

2.4 Entwicklung der Nanostart AG im Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr 2010 hat die Nanostart AG eine neue Beteiligung in ihr Portfolio aufgenommen. Über den Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I Pte Ltd, der von der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Nanostart Asia Pte Ltd verwaltet wird, erfolgte ein Investment in das singapurische Unternehmen Microlight Sensors Pte Ltd. Das 2006 gegründete Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt optische High-Tech-Überwachungssysteme mit hoch sensiblen Sensoren auf Basis von Nanomaterialien und zielt damit in erster Linie auf den Markt für Innere Sicherheit im Asien-Pazifik-Raum ab. Die Nanostart AG hält über den Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I Pte Ltd rund 19 Prozent an Microlight Sensors.

Die Entwicklung der MagForce Nanotechnologies AG, Berlin, an der die Nanostart AG mit 66,3 Prozent beteiligt ist, verläuft weiterhin planmäßig und erfolgreich. Größter Meilenstein war 2010 die EU-Zulassung der NanoTherm® Therapie für die Behandlung von Hirntumoren. Nach einer langen und intensiven Forschungsphase ist damit die weltweit erste auf Nanopartikeln basierende

Krebstherapie am Markt. 2011 soll sie nach Angaben von MagForce Nanotechnologies AG in den führenden Krebs-Behandlungszentren Deutschlands zur Verfügung stehen. Ende 2010 hat die MagForce Nanotechnologies AG für die Vermarktung ihr Management-Team erweitert und die Abteilungen Vertrieb sowie Marketing ausgebaut. Bereits im Frühjahr hatte das Unternehmen mit dem US-Investmentfonds YA Global Master SPV Ltd (YA Global) eine Vereinbarung über eine Eigenkapitalzusage auf Abruf im Gesamtwert von bis zu 20 Mio. Euro geschlossen, um die anstehende Kommerzialisierungsphase zu finanzieren.

Auch die Entwicklung der ItN Nanovation AG, Saarbrücken, an der die Nanostart AG mit rund 24,7 Prozent beteiligt ist, verlief im vergangenen Jahr erfolgreich. Mit mehreren Joint Ventures sowie Kooperationsvereinbarungen stärkte das Unternehmen den Vertrieb seiner keramischen Flachfilter für die Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung. Vor allem Saudi-Arabien entwickelte sich 2010 zum wichtigsten Absatzmarkt für die Filtrationseinheiten CFM Systems®. Um die enormen Marktchancen dort und in den angrenzenden arabischen Ländern weiter zu nutzen, hat die ItN Nanovation AG im Oktober 2010 mit einem saudi-arabischen Investor sowie einem Konsortium deutscher Industrieinvestoren die Bedingungen für die Gründung eines Joint Ventures in Saudi-Arabien vereinbart. Das Gemeinschaftsunternehmen trägt den Namen SaudiWater Nanovation. Auch die ItN Nanovation AG hatte im Dezember 2010 eine Vereinbarung über eine Eigenkapitalzusage auf Abruf im Gesamtwert von bis zu 15 Mio. Euro mit YA Global geschlossen und sich dadurch ein hohes Maß an Flexibilität in der Finanzplanung gesichert.

Vielversprechend entwickelt sich auch die 2009 eingegangene Beteiligung an der BioMers Pte Ltd. Die Nanostart-Tochtergesellschaft Nanostart Asia Pte Ltd hält über den Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I Pte Ltd rund 25 Prozent an dem singapurischen Unternehmen, das mittels Nanomaterialien neuartige Kunststoffe für medizintechnische Anwendungen herstellt. Im Geschäftsjahr 2010 hat BioMers sein patentiertes Spitzenprodukt SimpliClear™ Full, das weltweit bislang einzige durchsichtige Zahnspangensystem, in Singapur auf den Markt gebracht. Gleichzeitig lief die Markteinführung in anderen Regionen Asiens, den USA und in Europa an.

Die Nanostart-Beteiligung Nanosys, Inc. konnte 2010 einige wichtige strategische Weichen für den weiteren Geschäftsverlauf stellen. Dazu zählen eine Vertriebsvereinbarung mit dem amerikanischen Konzern Sigma-Aldrich und eine strategische Allianz mit Samsung, durch die Nanosys Mittel in Höhe von 15 Mio. US-Dollar zufließen. Darüber hinaus hat Nanosys, Inc. in Korea eine Tochtergesellschaft gegründet, um die Entwicklung spezieller Materialien für Elektronikhersteller voranzutreiben und damit den wachsenden Kundenstamm in Korea und Asien zu versorgen.

Die Nanostart-Beteiligung Lumiphore, Inc. hat Ende letzten Jahres den Sprung auf den Therapie- und Diagnose-Markt geschafft und schloss im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit Algeta ASA. Gemeinsam mit dem norwegischen Krebsspezialisten will Lumiphore, Inc. die sogenannte gezielte Bestrahlungstherapie weiterentwickeln. Durch diese und weitere bereits in den vorangegangenen Jahren geschlossene Kooperationsvereinbarungen konnte Lumiphore, Inc. seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr deutlich steigern und erreichte erstmals Umsatzzahlen im siebenstelligen US-Dollar Bereich.

Die Nanostart AG konnte im Geschäftsjahr 2010 drei Exits realisieren.

Im März 2010 hat die amerikanische Nanostart-Beteiligung BioMicro Systems, Inc. ihr Hauptprodukt, die gesamte MAUI-Systemlinie, im Rahmen eines Asset Deals an den Schweizer Konzern Roche

Diagnostics veräußert. Die restlichen Vermögenswerte der BioMicro Systems, Inc. wurden im Rahmen eines weiteren Asset Deals im November 2010 an das US-amerikanische Diagnostik-Unternehmen IRIS International veräußert.

Im August 2010 wurde die US-Beteiligung NanoGram Corporation vom japanischen Chemiekonzern Teijin Ltd übernommen.

Zudem konnte im Geschäftsjahr 2010 durch den Verkauf der Anteile des Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I an der Curiox Biosystems Pte Ltd durch die Nanostart Asia Pte Ltd auch der erste erfolgreiche Exit einer asiatischen Beteiligung realisiert werden. Im Dezember 2010 wurden die Anteile des Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I an der Beteiligung Curiox Biosystems Pte Ltd an die singapurische Zicom Gruppe veräußert. Die Erlöse aus dieser Transaktion sind in den Fonds zurück geflossen und werden in neue Beteiligungen in Singapur investiert.

3. ENTWICKLUNG DER VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat im Berichtsjahr um rund 2,8 Mio. Euro auf rund 38 Mio. Euro zugenommen. Auf der Aktivseite liegt dies überwiegend an Zugängen bei den Finanzanlagen, die insbesondere aus weiteren Finanzierungsmaßnahmen und Anteilserhöhungen an bestehenden Beteiligungen resultieren. Die Bilanzsumme besteht fast ausschließlich aus Finanzanlagevermögen, welches im Wesentlichen aus Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen sowie aus Beteiligungen besteht.

Durch Beschluss des Vorstandes vom 25. März 2010 und des Aufsichtsrates vom 26. März 2010 wurde das Grundkapital der Nanostart AG von EUR 5.610.000,00 um EUR 330.000,00 durch Ausgabe von 330.000 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien im rechnerischen Nennwert von EUR 330.000,00 durch Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals 2007/I erhöht. Aufgrund der Kapitalerhöhung wuchs die Kapitalrücklage um rund 7,4 Mio. Euro auf 19 Mio. Euro an.

Verbindlichkeiten der Nanostart, die größtenteils in Form kurzfristiger Brückendarlehen an Beteiligungsunternehmen weitergereicht wurden, konnten 2010 um rund 7,4 Mio. Euro gesenkt werden.

3.2 Finanzlage

Die Finanzlage wurde 2010 insbesondere durch Veräußerungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie durch die durchgeführte Kapitalerhöhung positiv beeinflusst. Die Kapitalerhöhung führte zu Zahlungsmittelzuflüssen in Höhe von rund 7,7 Mio. Euro. Die Mittelabflüsse betreffen insbesondere den Erwerb neuer Beteiligungen über den Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I, die Aufstockung bestehender Beteiligungen und die Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit. Im Ergebnis wuchs der Zahlungsmittelbestand in 2010 um TEUR 190 an.

3.3 Ertragslage

Im Geschäftsjahr hat die Nanostart AG Erträge in Höhe von rund 5,8 Mio. Euro erzielt. Diese resultieren im Wesentlichen aus Verkäufen von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen und Zinserträgen aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen. Hierin enthalten sind auch die Ausschüttungen, die aus den Verkäufen der beiden Produktlinien der BioMicro Systems, Inc. an Roche Diagnostics und Iris International resultierten. Des Weiteren wurden Erlöse durch strategische Umplatzierungsmaßnahmen von Unternehmensanteilen der MagForce Nanotechnologies AG erzielt.

Die Aufwendungen betreffen im Wesentlichen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Personalaufwendungen. Durch effektives Personalmanagement konnten die Personalaufwendungen von rund 1. Mio. Euro in 2010 auf rund 0,6 Mio. Euro gesenkt werden. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von rund 1,5 Mio. Euro sind Abschreibungen in Höhe von rund 0,7 Mio. Euro enthalten. Diese entfallen zum einen auf die Beteiligungsbuchwerte der US-Beteiligung NanoGram Corporation (rund 137 Tsd. Euro) und zum anderen derBioMicro Systems, Inc. (rund 578 Tsd. Euro). Die Abschreibung auf die Beteiligung BioMicro erklärt sich dadurch, dass im Rahmen der Transaktionen mit Roche Diagnostics und Iris International nicht das Unternehmen als Ganzes, sondern nur die Vermögensgegenstände der BioMicro, Inc. veräußert wurden. Zurück blieb lediglich eine Forderung gegenüber den Käufern, von der rund 0,2 Mio. Euro der Nanostart AG zustehen. Daher wurde die Beteiligung auf diesen Wert abgeschrieben. Dem gegenüber stehen jedoch die Erlöse, die durch den Verkauf der Vermögensgegenstände der BioMicro Systems, Inc. erzielt wurden. Diese wurden ausgeschüttet und finden sich in den sonstigen betrieblichen Erträgen wider.

Insgesamt weist die Nanostart AG im Geschäftsjahr 2010 einen Jahresüberschuss von rund 2,5 Mio. Euro (Vorjahr: rund 1,2 Mio. Euro) aus und erreicht damit den bisher höchsten Jahresüberschuss der Unternehmensgeschichte.

4. RISIKEN UND CHANCEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

4.1 Risiken

Der Erfolg der Nanostart AG hängt besonders von der Entwicklung des Marktes für Venture Capital im Bereich Nanotechnologie ab. Es besteht die Gefahr, dass durch den sich verschärfenden Wettbewerb um die Finanzierung interessanter Projekte die Preise für Beteiligungen steigen und somit die Renditechancen sinken. Ferner verfügen einige der etablierten Venture Capital-Geber über eine umfangreichere Kapitalbasis sowie größere personelle, technische und andere Ressourcen als die Nanostart AG. Hierdurch könnten die Wettbewerber in der Lage sein, schneller auf sich verändernde Marktverhältnisse zu reagieren. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass neue Wettbewerber entstehen oder sich Allianzen bilden, die für Kapitalnehmer attraktiv sind. Somit besteht die Gefahr, dass der Zugang der Nanostart AG zu attraktiven Projekten erschwert wird, was sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Nanostart AG auswirken könnte.

Trotz sorgfältiger Auswahl kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass die bestehenden Beteiligungen der Nanostart AG ein überdurchschnittliches Risiko beinhalten oder ihre Entwicklungen nicht den Erwartungen entsprechen werden. Enttäuschende Entwicklungen könnten erheblichen Einfluss auf die Ertragskraft und Rendite dieser Beteiligungen und somit auf die Nanostart AG haben.

Gemessen an den Beteiligungsbuchwerten nehmen die Beteiligungen der Nanostart AG an der ItN Nanovation AG und der MagForce Nanotechnologies AG derzeit einen bedeutenden Anteil am Anlagevermögen der Nanostart AG ein. Negative Entwicklungen bei diesen beiden Gesellschaften können daher von besonderer Bedeutung für die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sein.

Bedingt durch das Kerngeschäft, der Bereitstellung von Venture Capital, fallen Erträge nicht kontinuierlich an. Vielmehr werden die Erträge der Gesellschaft erst realisiert, wenn eine Beteiligung veräußert wird. Der Exit einer Beteiligung und die damit korrespondierende Realisierung eines Gewinnes oder Verlustes hängen von einer Vielzahl externer Faktoren ab, welche die Gesellschaft nicht beeinflussen kann. Die Nanostart AG ist bestrebt, den für den Geschäftsabschluss günstigsten Zeitpunkt in Bezug auf den zu erzielenden Preis zu nutzen, wodurch eine Diskontinuität bei den Geschäftsabschlüssen in Kauf genommen wird. Ferner kann bei der Gesellschaft Finanzierungsbedarf entstehen, falls Beteiligungen nicht erfolgreich veräußert werden können.

Zur Minimierung der angesprochenen Risiken führt die Nanostart AG eine Reihe von Maßnahmen durch. Dazu zählen zum Beispiel eine kontinuierliche Analyse des Marktes für Nanotechnologie, eine fortlaufende Beobachtung der Wettbewerber, ein permanentes Beteiligungscontrolling sowie eine stetige Diskussion mit den Management-Teams der Beteiligungsunternehmen. Diese Maßnahmen tragen in ihrer Kombination dazu bei, das für die Nanostart AG jeweils spezifische Risiko zu minimieren.

4.2 Chancen

Nanostart-Portfolio im Transformationsprozess

Chancen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung der Nanostart AG liegen insbesondere in der großen Anwendungsbreite der Nanotechnologie in allen Bereichen der Industrie und dem daraus resultierenden enormen wirtschaftlichen Potenzial. Der grundlegende Umbruch von der Nanowissenschaft im Labor hin zu nanotechnologischen Produkten in der Anwendung hat bereits begonnen und wird sich auch im Jahr 2011 fortsetzen. Experten schätzen, dass das weltweite Marktvolumen nanotechnologischer Produkte bis 2015 bei rund 2,5 Billionen US-Dollar liegen wird.

Auch die Unternehmen im Nanostart-Portfolio befinden sich nach teilweise jahrzehntelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit heute unmittelbar vor Kommerzialisierungsstart oder erwirtschaften bereits erste Umsätze. Das Nanostart-Portfolio umfasst Unternehmen, die dank einer einzigartigen Technologie über das Potenzial verfügen, mit ihren Produkten und Verfahren ganze Märkte zu verändern. Die herausragenden Technologien sowie die zunehmende Reife der Portfolio-Unternehmen führen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit seitens der Industrie und des Kapitalmarktes. Daraus ergeben sich für die Unternehmen und auch für die Nanostart AG interessante Optionen, die kontinuierlich geprüft und gegeneinander abgewogen werden.

Regierungen setzen auf Nanotechnologie

Die wirtschaftliche Bedeutung der Nanotechnologie wächst rasant. Dies erkennen auch immer mehr Regierungen und unterstützen nicht nur die Forschung und Entwicklung in der Nanotechnologie, sondern beispielsweise auch gezielt die Ansiedlung von Unternehmen mit nanotechnologischem Hintergrund.

So hat etwa die deutsche Bundesregierung Anfang 2011 den "Aktionsplan Nanotechnologie 2015" vorgelegt, der zum Ausbau der Spitzenposition Deutschlands in Europa bei der Erforschung und Umsetzung zukunftsweisender Technologien auf nanotechnologischer Basis beitragen soll. Damit erweitert die Bundesregierung ihre Förderung der Nanotechnologie, die bereits seit den 1990er Jahren läuft, maßgeblich.

Obwohl Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor führend ist, verfügen auch andere EU-Staaten wie beispielsweise Frankreich (Foundation Nanosciences), Finnland (FinNano), Norwegen (NANOMAT) oder die Niederlande (NanoNed) bereits über umfangreiche Förderinitiativen im Bereich Nanotechnologie und weiten diese kontinuierlich aus.

Die nach wie vor führende Nation, wenn es um die staatliche Förderung von Nanotechnologie geht, sind die USA. Seit 2001 hat die US-Regierung im Rahmen ihrer National Nanotechnology Initiative (NNI) öffentliche Mittel in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung von Nanotechnologien bereitgestellt. Die Mittel hierfür wurden jüngst ausgeweitet und das Budget für 2011 auf rund 1,8 Milliarden US-Dollar festgelegt.

Immer wichtiger für die Nanotechnologie wird Asien. Hier bauen vor allem Länder wie Chinaund Singapur ihre Aktivitäten in diesem Bereich kontinuierlich aus. So haben sich beispielsweise die öffentlichen Fördergelder für Nanotechnologie in China in den letzten fünf Jahren gegenüber denen von 2001 bis 2005 mehr als verdreifacht. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2010 investierte die chinesische Regierung 760 Mio. US-Dollar in Forschung und Entwicklung im Bereich Nanotechnologie. Auch in Singapur verfolgt die Regierung ambitionierte Ziele. Der Stadtstaat hat zum Staatsziel erklärt, Singapur zum Nanotechnologie-Drehkreuz der Asien-Pazifik-Region zu entwickeln und fördert im Rahmen zahlreicher Investitionsprogramme massiv die Kommerzialisierung bereits marktreifer Technologien. Schon heute ist Singapur mit seinen renommierten Universitäten und Forschungszentren ein weltweit angesehener Standort für Hochtechnologien. Die Nanostart AG findet in Singapur die optimalen Voraussetzungen, um von dort aus ihr Asiengeschäft weiter auszubauen.

Ein ähnliches Konzept wie in Singapur verfolgt die 2007 gegründete russische Gesellschaft RUSNANO, die von der russischen Regierung mit zehn Milliarden US-Dollar ausgestattet wurde, um diese in Nanotechnologie zu investieren. RUSNANO investiert weltweit in Nanotechnologie-Projekte mit einem hohen kommerziellen Potenzial und fördert massiv den Ausbau der Infrastruktur für Forschung und Entwicklung im Bereich Nanotechnologie in Russland.

Die allgemein verbesserten Rahmenbedingungen für die nanotechnologische Forschung, Entwicklung und die Vermarktung von nanobasierten Produkten haben die Entstehung zahlreicher neuer Forschungsprojekte und damit potenzieller Beteiligungsmöglichkeiten für die Nanostart AG zur Folge. Der positive Rückenwind von Regierungsseite führt außerdem dazu, dass die Nanotechnologie auch innerhalb der Bevölkerung eine immer größere Bedeutung und Akzeptanz erfährt.

Einzigartige Marktposition

Die Nanostart AG hat sich bereits sehr früh auf Investitionen in Nanotechnologie fokussiert und sich mittlerweile eine einzigartige Marktposition in Deutschland in diesem Bereich aufgebaut. Durch ihr aktives Auftreten und die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre ist die Visibilität der Nanostart AG im Markt sehr hoch. So werden sowohl immer mehr kapitalsuchende Unternehmen als auch große Industriekonzerne und Regierungen zunehmend auf die Nanostart AG aufmerksam. Dies eröffnet der Nanostart AG nicht nur Zugang zu weiteren Beteiligungsmöglichkeiten, sondern kann darüber hinaus auch zu weiteren Kooperationen mit Regierungspartnern führen.

Durch die Fülle der Anwendungen von Nanotechnologie sieht die Nanostart AG sich auch weiterhin in der Lage vielversprechende Unternehmen zu akquirieren und Beteiligungen mit einem deutlichen Wertsteigerungspotenzial einzugehen. Die Chancen für die Nanostart AG liegen insbesondere darin, auf Basis der erlangten Marktposition das Beteiligungsportfolio gezielt weiter auszubauen und so die Position als international führende Nanotechnologie-Beteiligungsgesellschaft weiter zu festigen.

5. BERICHTERSTATTUNG ÜBER FINANZINSTRUMENTE NACH § 289 ABS. 2 HGB

Die Gesellschaft ist bezüglich ihrer Finanzinstrumente, die im Geschäftsjahr 2010 im Wesentlichen die liquiden Mittel, die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die Verbindlichkeiten betreffen, insbesondere den folgenden Risiken ausgesetzt:

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in Höhe der positiven Zeitwerte der Forderungen gegen den jeweiligen Kontrahenten. Wertberichtigungen waren zum Bilanzstichtag nicht erforderlich.

6. ABSCHLIEßENDE ERKLÄRUNG ZUM ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Gemäß § 312 AktG hat der Vorstand für den berichtspflichtigen Zeitraum einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der vom Abschlussprüfer, der Ernst & Young GmbH, geprüft wurde. Der Abhängigkeitsbericht schließt mit folgender Erklärung ab:

Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.

7. AUSBLICK FÜR DAS JAHR 2011

Das Nanostart-Portfolio befindet sich aktuell in einer Phase der Transformation. Die Phase, in der die Unternehmen ihre Produkte oder Verfahren entwickeln, ist bei den meisten der derzeitigen

Beteiligungen weitgehend abgeschlossen. Fast alle Unternehmen erzielen bereits erste Umsätze oder stehen unmittelbar davor. Das Jahr 2011 ist für die Nanostart AG ein bedeutendes Jahr, da die Gesellschaft nun in eine Phase eintritt, in der sich die intensive Arbeit an und mit den Beteiligungen auszuzahlen beginnt. So erwartet die Nanostart AG für das Geschäftsjahr 2011 eine Reihe erfolgversprechender Entwicklungen sowohl bei der Nanostart selbst als auch auf der Portfolio-Ebene.

Von herausragender Bedeutung ist für die Nanostart AG insbesondere die Entwicklung ihrer Tochter MagForce Nanotechnologies AG. Das Unternehmen plant für 2011 die Markteinführung seiner NanoTherm Therapie, einem neuartigen Verfahren zur lokalen Behandlung von Tumoren. MagForce Nanotechnologies AG sieht vor, die NanoTherm Therapie 2011 zunächst in Deutschland als Referenzland einzuführen, bevor in 2012 der Markteintritt in weiteren europäischen Ländern folgen soll. Für die Nanostart AG, die das Unternehmen bereits seit 2004 aktiv begleitet, ist der erfolgreiche Kommerzialisierungsstart der NanoTherm Therapie ein Ereignis von übergeordneter Bedeutung, der auch einen potenziellen (Teil-) Exit nach sich ziehen kann.

Auch im Hinblick auf ihre zweite börsennotierte Beteiligung, die ItN Nanovation AG, erwartet die Nanostart AG das Erreichen wichtiger Meilensteine, die u. a. mit weiteren Kommerzialisierungserfolgen einhergehen. Das Cleantech-Unternehmen konnte seine Produkte bereits im letzten Jahr erfolgreich an wichtige Industriepartner vertreiben und plant für 2011 den weiteren Ausbau des internationalen Vertriebs und den Eintritt in komplett neue Märkte.

Unabhängig von den Entwicklungen im aktuellen Portfolio sieht die Nanostart AG 2011 gute Chancen, die weitere internationale Expansion der Gesellschaft sehr forciert voranzutreiben. Hierzu gehört zum einen der weitere Ausbau des Portfolios. Neben Anteilserhöhungen an bestehenden Beteiligungen beabsichtigt die Nanostart AG eine Reihe neuer Investitionen und geht dabei davon aus, dass insbesondere die asiatischen Märkte zahlreiche attraktive Investitionsmöglichkeiten bereit halten. Zum anderen sieht die Nanostart AG ihre Expansionschancen vor allem durch das Eingehen von Partnerschaften mit weiteren Regierungspartnern. In diesem Zusammenhang zeichnen sich eine Reihe vielversprechender Kooperationsmöglichkeiten ab, von denen die ersten in 2011 zum Abschluss kommen sollen.

Die Nanostart AG hat in den vergangenen Geschäftsjahren an Bedeutung als wichtiger Finanzinvestor im Bereich Nanotechnologie gewonnen und hält aktuell ein sehr vielversprechendes Beteiligungsportfolio. Vor diesem Hintergrund sieht sich das Unternehmen gut gerüstet, um vom Wachstumstrend Nanotechnologie weiterhin optimal zu profitieren und auch die folgenden Geschäftsjahre erfolgreich abschließen zu können.

8. VORGÄNGE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH GESCHÄFTSJAHRESENDE

Im Januar 2011 beteiligte sich die Nanostart Asia Pte Ltd über den Nanostart Singapore Early-Stage Venture Fund I an dem singapurischen Cleantech-Unternehmen Mint (Membrane Instruments and Technology Pte Ltd). Mint ist die vierte Beteiligung der Nanostart Asia Pte Ltd in Singapur.

Das 2009 gegründete Unternehmen entwickelt hoch sensible auf Nanotechnologie basierte Sensoren zur Überwachung der Funktion und Effizienz von Filtermembranen in Wasseraufbereitungsanlagen.

Frankfurt am Main, 5. Mai 2011

Unalic $\bigwedge$ Marco/Beckmann Vorstand