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Comarch S.A. Audit Report / Information 2023

Aug 26, 2024

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Audit Report / Information

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Publication

Comarch Aktiengesellschaft (vormals: Comarch Software und Beratung Aktiengesellschaft)

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Im Geschäftjahr 2022 hat die Comarch AG, Dresden ihr Vermögen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Auflösung ohne Abwicklung auf die Comarch Software und Beratung AG, München (nachfolgend: „Comarch Software und Beratung AG“) übertragen und ist mit dieser verschmolzen. Die Verschmelzung wurde rechtswirksam mit Eintragung im Handelsregister der Comarch Software und Beratung AG am 13.09.2022 unter HRB 111531.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Comarch Software und Beratung AG mit Eintragung im Handelsregister B des Amtsgerichts München, HRB 111531 am 11.10.2023 zur Comarch AG umfirmiert.

Die verschmolzene und auf Comarch AG umfirmierte Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 2 HGB ab dem Jahr 2023 ein große Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft hat Ihren Sitz in 80992 München, Riesstraße 16.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung erfolgte unter der Prämisse der Unternehmensfortführung. Auf die Ausführungen in der Risikoberichtserstattung im Lagebericht wird verwiesen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 3 bis zu 10 Jahren bewertet.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um degressive bzw. lineare Abschreibungen (Nutzungsdauer zwischen zwei und vierzehn Jahren) angesetzt. Alle Zugänge zum beweglichen Anlagevermögen werden pro rata temporis abgeschrieben.

Die tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten des Büro- und Verwaltungsgebäudes in Dresden werden seit Bezugsfertigkeit im April 2013 aktiviert und abgeschrieben. Der Bemessung der planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

Datacenter und Betriebsgebäude 33 Jahre
Außenanlagen 15 Jahre
Betriebsvorrichtungen 7 bis 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 20 Jahre

Für Geringwertige Wirtschaftsgüter wird von der Wahlmöglichkeit der Vollabschreibung bis zu der gesetzlich festgesetzten Grenze Gebrauch gemacht.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren am Bilanzstichtag beizulegenden Wert bilanziert.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungsbzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % auf die Netto-Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Dabei werden die Forderungen verbundener Unternehmen sowie Forderungen zu Großkundenprojekten, deren Zahlungseingänge hinreichend gewährleistet sind, nicht in die Berechnung der Pauschalwertberichtigung einbezogen. Die Gewinnrealisierung bei langfristigen Aufträgen erfolgt für separat abnehmbare Teilleistungen (Meilensteine, Release) nach Abnahme der Teilleistungen. Bei über einen mehrjährigen Zeitraum befristet vergebenen Lizenzen erfolgt die Ertragsrealisierung periodengerecht (zeitraumbezogene Umsatzrealisierung).

Alle anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Für temporäre Differenzen wurden aktive latente Steuern gebildet.

Der für öffentliche Investitionszuschüsse und Zulagen in den Vorjahren gebildete Passivposten wird, korrespondierend zu den Abschreibungen, entsprechend der Nutzungsdauern der bezuschussten Anlagengegenstände, kontinuierlich aufgelöst.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 | 2 HGB). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (253 II 1 HGB). Es wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte Abzinsungszinssatz verwendet.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt bei Forderungen und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.

III. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagengegenstände, ausgehend von den historischen Anschaffungskosten, unter Berücksichtigung von Zugängen, Abgängen, Umbuchungen und Zuschreibungen der Zielperiode sowie der kumulierten Abschreibungen auf den Buchwert der einzelnen Positionen, sind in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 18.066 (Vj. € 22.565) sind insgesamt kurzfristig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 466 (Vj. T€ 3.086) bestehen, nach Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten für gleichartige Leistungen, in voller Höhe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbundforderungen vor Aufrechnung enthalten mit T€ 2.538 einen Regressanspruch der Comarch AG gegenüber der Comarch S.A. aufgrund von Zahlungsunfähigkeit der Comarch Argentina S.A. gemäß der bestehenden Patronatserklärung der Muttergesellschaft, Comarch S.A. vom 30.01.2019.

Per 31.12.2023 gibt es Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 15.144 (Vj. T€ 10.681). Die Darlehensforderungen sind als langfristige Ausleihungen unter den Finanzanlagen ausgewiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 5.870,8 (Vj. T€ 44) betreffen in Höhe von EUR 5.682 die Forderung aus dem konzerninternen Verkauf der Beteiligung an der Comarch Healthcare S.A. an die Muttergesellschaft der Comarch AG (Comarch S.A.). Ferner sind neben Steuerforderungen von T€ 99 (Vj. T€ 14,8) und Kautionen T€ 7,6 (Vj. T€ 6,8) vor allem debitorische Kreditoren in Höhe von T€ 44,6 (Vj. T€ 20,2) und Zinsforderungen für Termingeldanlagen von T€ 37,9 der Gesellschaft enthalten. Von den Steuerforderungen entfallen T€ 98,3 (Vj. T€ 3,4) auf im Folgejahr abziehbare Vorsteuern. Ausländische Vorsteuern, die im Rahmen von Voresteuererstattungsverfahren im Folgejahr geltend gemacht werden können, betreffen T€ 0,7 (Vj. T€ 2,2).

Die Ansprüche aus aktiven latenten Steuern (T€ 62, Vj. T€ 71) betreffen temporäre Differenzen aufgrund der steuerfreien Investitionszulagen 2012 und 2013 in Höhe von T€ 194 (Vj T€ 224). Die Bewertung erfolgte zum Steuersatz von 32 % (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 562,1 (Vj. T€ 580) enthält unter anderem abgegrenzte befristete Lizenzen aus dem Wareneinsatz.

Das gezeichnete Kapital setzt sich aus 6.213.072 Stückaktien zusammen. Auf eine Stückaktie entfällt ein rechnerischer Wert von € 1,00. Es umfasst ausschließlich Stammaktien. Seit dem Geschäftsjahr 2012 hat die Gesellschaft keine Börsenzulassung zum Handel am Regulierten Markt.

Im Jahr 2023 wurde kein genehmigtes Kapital verwendet.

Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:

T€
Gewinnvortrag zum 01.01.2023 25.536
Jahresüberschuss 2023 2.506
Bilanzgewinn zum 31.12.2023 28.042

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

T€
Gewährleistung 260
Personalkosten 2.477
Raumkosten 154
ausstehende Rechnungen und ausstehende Leistungen 550
Archivierungskosten 67
Prozesskosten 0
Stand 31.12.2023 3.508

Die Investitionszuschüsse und -zulagen wurden in Vorjahren als Sonderposten passiviert. Die Auflösung des Passivpostens erfolgt parallel zur Abschreibung, entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände.

Seit dem Geschäftsjahr 2012 werden bei der Comarch AG unter dem Sonderposten von T€ 935 (Vj. T€ 1.057) neben dem Investitionszuschuss der Sächsischen Aufbaubank auch die Investitionszulagen ausgewiesen. Per 31.12.2023 ergeben sich nach ratierlicher Auflösung, Bestände in Höhe von T€ 740 (Vj. T€ 833) für den Investitionszuschuss der Sächsischen Aufbaubank sowie in Höhe von T€ 194 (Vj. T€ 224) zur festgesetzten Investitionszulage 2012 und 2013 insgesamt.

Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die Fristigkeitsangaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst:

Zusammensetzung Stand 31.12.2023 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 2 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre
und Entwicklung: TE T€ T€ T€
--- --- --- --- ---
Erhalten Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
Vorjahr 479 97 382 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.899 1.899 0 0
Vorjahr 1.638 1.638 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.758 24.758 0 0
Vorjahr 15.072 15.072 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 1.260 1.260 0 0
Vorjahr 2.156 2.156 0 0
31.12.2023 27.918 27.918 0 0
Vorjahr 19.345 18.963 382 0

Wegen Teilabnahme eines Werkvertragsprojekts konnten die erhaltenen Anzahlungen vollständig als Umsätze realisiert werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 24.758 (Vj. T€ 15.072) bestehen in voller Höhe aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Davon betreffen 99,2 % (T€ 24.556) Verbindlichkeiten die Alleinanteilseignerin, welche vollständig aus dem Liefer- und Leistungsverkehr resultieren.

Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB

Als Sicherheit ist ein Kontokorrentkonto in Höhe von T€ 437 und ein Termingeldkonto in Höhe von T€ 16 als Avalkonto für Mietkautionen verpfändet. Die Inanspruchnahme aus dem Haftungsverhältnis wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse als nicht wahrscheinlich beurteilt.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und finanzielle Verpflichtungen

(Jahresbeträge ohne Umsatzsteuer)

T€
Leasing für Fahrzeuge 126
Mieten für Geschäftsräume und Stellplätze 1.121
1.247

Sonstige finanzielle Verpflichtungen betreffen die Anmietung für Geschäftsräume sowie das Leasing der Firmenfahrzeugflotte. Die Leasingverträge sind in der Regel mit einer Mindestlaufzeit von 2 bis 4 Jahren ausgestattet. Nach Ablauf der Grundmietzeit gewähren die Verträge meist die Option zur Verlängerung des Vertrags. Die Mietverhältnisse haben meist eine Laufzeit zwischen 3 und 5 Jahren. Einige Verträge enthalten eine Klausel, nach der die Miete auf der Grundlage der jewiligen Marktkonditionen nach oben angepasst werden kann.

Die Leasingvereinbarungen dienen der Finanzierung der Gesellschaft. Die Comarch AG trägt bei den Verträgen die Gefahr des zufälligen Untergangs (Risiko aus nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften).

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Die Geschäfte mit nahestehenden Personen betreffen die Tochtergesellschaften der berichtenden Gesellschaft sowie Geschäfte mit verbundenen Unternehmen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende Unternehmen bzw. Personen:

Erträge: T€
Umsatzerlöse und sonstige Erträge 3.447
Aufwendungen:
Bezogene Waren und Leistungen 27.895
Forderungen:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 466
Ausleihungen 15.144
Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24.758

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die von der Gesellschaft erzielten Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von T€ 64.303 (Vj. T€ 64.634) entfallen mit T€ 2.983 (Vj. T€ 3.690) auf den Verkauf von Software, T€ 28.062 (Vj. T€ 29.515) auf Dienst- und Beratungsleistungen, mit T€ 33.238 (Vj. T€ 31.415) auf Wartungsleistungen sowie mit T€ 20 (Vj. T€ 13) auf sonstige Bereiche.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 4.385 (Vj. T€ 2.397) enthalten die Auflösung des Sonderposten für Investitionzuschüsse in Höhe von T€ 92 und für Investitionszulagen von T€ 30, sowie Kurserträge von T€ 565. Weiterhin beeinhaltet diese Position Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 944, Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von T€ 2.607, staatliche Zuschüsse von T€ 113, Versicherungsentschädigungen von T€ 1 im Berichtsjahr und Erträge aus sonstigen und abgeschriebenen Forderungen von T€ 32.

Die Erträge aus Beteiligungen enthalten eine im Berichtsjahr von der der brasilianischen Tochtergesellschaft Comarch Sistemas erhaltene Dividende in Höhe von Mio. € 1,2.

V. Nachtragsbericht

Es sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung mit erheblichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Bilanzstichtag 31.12.2023 aufgetreten.

VI. Sonstige Angaben

Im Jahresdurchschnitt 2023 wurden 267 (Vj. 264) Mitarbeiter (ohne Vorstand) beschäftigt.

Dem Vorstand gehören folgende Personen an:

(1) Herr Michal Pruski, Vorstandsvorsitzender COO, Walchwil/Schweiz
(2) Herr Dariusz Biernacki, Vorstand Vertrieb, Dresden
(3) Herr Frank Siewert, Vorstand GBC, Hamburg
(4) Herr Marcus Sümnick, Vorstand Beratung, Hamburg
(5) Herr Michael Steinberger, Vorstand Entwicklung, München
(6) Herr Zbigniew Rymarczyk, Vorstand ERP Business Unit, Krakau/Polen

Der ehemalige Vorstandsvorsitz Herr Prof. Janusz Filipiak ist am 17.12.2023 verstorben, sodass sein Vorstandsamt im abgelaufenen Geschäftsjahr endete.

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

(1) Konrad Taranski, Vorstandsmitglied der Comarch S.A. (Vorsitzender), Krakau/Polen
(2) Michal Bajcar, Prokurist der Comarch S.A., Krakau/Polen
(3) Prof. Dr. Hans Zangl, Fachhochschulprofessor, Aufsichtsratsmitglied mit Kenntnissen gem. § 100 Abs. 5 AktG, München

Herr Zbigniew Rymarczyk, Krakau/Polen ist aufgrund des Wechsels in den Vorstand aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen T€ 25 (Vj. T€ 34). Die Gesamtvergütung für Mitglieder des Vorstands einschließlich der Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Tochterunternehmen betrug T€ 1.156 (Vj. T€ 1.482). Darin enthalten sind variable Vergütungsbestandteile (Tantieme) in Höhe von T€ 79 (Vj. T€ 203). Auf eine individualisierte Angabe der Vorstandsbezüge wurde verzichtet, da die Hauptversammlung einen entsprechenden Beschluss gefasst hat.

Im Folgenden werden die Angaben zu Unternehmen zusammengefasst, an denen die Berichtsgesellschaft Anteile von mindestens 20 % besitzt:

Anteil am Kapital Eigenkapital Ergebnis 2023
Gesellschaft/Sitz % TEUR TEUR
--- --- --- ---
Comarch Solutions GmbH, Innsbruck, Österreich 100 4.385 294
Comarch Sistemas LTDA, Sao Paolo, Brasilien 100 2.397 2.210

Die Comarch Aktiengesellschaft wird in den Konzernabschluss der Comarch S.A., Krakau/Polen einbezogen, der im elektronischen Bundesanzeiger in Polen (Monitor Polski B) und auf der Homepage von Comarch (unter www.comarch.com) veröffentlicht wird. Die Comarch AG selbst ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts nach § 291 HGB befreit.

Honorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer berechnete Honorar für das Geschäftsjahr beträgt T€ 25 für die Abschlussprüfungsleistungen sowie T€ 2 für andere Bestätigungsleistungen und T€ 8 für Steuerberatungsleistungen.

Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn zum 31.12.2023 in Höhe von € 28.041.551,95 einen Betrag von € 25.051.988,47 betreffend der Geschäftsjahre 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021 und 2022 zur Ausschüttung einer Dividende zu verwenden und den verbleibenden Betrag von € 2.989.563,48 auf neue Rechnung vorzutragen. Der Beschluss der Hauptversammlung erfolgt nach der Aufstellung am 30. April 2024.

Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen

Ausschüttungsgesperrte Beträge von insgesamt 62 T€ resultieren in vollem Umfang aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern.

München, 27. Februar 2024

Comarch AG, München

Vorstand

Michał Pruski

Dariusz Biernacki

Zbigniew Rymarczyk

Frank Siewert

Marcus Sümnick

Michael Steinberger

Entwicklung des Anlagevermögens der Comarch AG, München, für das Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023 Zugang 2023 Abgang 2023 Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.085.064,31 29.119,53 0,00 22.114.183,84
2. Geschäfts- oder Firmenwert 13.924.788,07 0,00 0,00 13.924.788,07
36.009.852,38 29.119,53 0,00 36.038.971,91
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.127.467,85 0,00 0,00 8.127.467,85
2. technische Anlagen und Maschinen 9.356.423,46 149.347,86 0,00 9.505.771,32
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.033.275,52 262.072,94 0,00 3.295.348,46
20.517.166,83 411.420,80 0,00 20.928.587,63
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 11.573.592,44 0,00 5.668.569,08 5.905.023,36
2. Ausleihungen 10.681.218,43 5.352.837,29 890.288,49 15.143.767,23
22.254.810,87 5.352.837,29 6.558.857,57 21.048.790,59
78.781.830,08 5.793.377,62 6.558.857,57 78.016.350,13
kumulierte Abschreibungen 01.01.2023 Abschreibungen 2023 Abgang Abschreibungen kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.003.692,31 54.842,53 0,00 22.058.534,84
2. Geschäfts- oder Firmenwert 13.924.788,07 0,00 0,00 13.924.788,07
35.928.480,38 54.842,53 0,00 35.983.322,91
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.326.625,61 238.255,00 0,00 2.564.880,61
2. technische Anlagen und Maschinen 7.386.876,46 554.946,86 0,00 7.941.823,32
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.740.042,52 135.076,94 0,00 2.875.119,46
12.453.544,59 928.278,80 0,00 13.381.823,39
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.209.065,44 0,00 0,00 4.209.065,44
2. Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.209.065,44 0,00 0,00 4.209.065,44
52.591.090,41 983.121,33 0,00 53.574.211,74
Buchwert 31.12.2023 Buchwert 31.12.2022
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 55.649,00 81.372,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
55.649,00 81.372,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.562.587,24 5.800.842,24
2. technische Anlagen und Maschinen 1.563.948,00 1.969.547,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 420.229,00 293.233,00
7.546.764,24 8.063.622,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.695.957,92 7.364.527,00
2. Ausleihungen 15.143.767,23 10.681.218,43
16.839.725,15 18.045.745,43
24.442.138,39 26.190.739,67

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Comarch AG, München

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Comarch AG - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Comarch AG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

München, 22.04.2024

**Akanthus GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Bianca Baumgärtner-Baedeker, Wirtschaftsprüferin

Dr. Andreas Koller, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31.12.2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
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A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 55.649,00 81.372,00
55.649,00 81.372,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.562.587,24 5.800.842,24
2. technische Anlagen und Maschinen 1.563.948,00 1.969.547,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 420.229,00 293.233,00
7.546.764,24 8.063.622,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.695.957,92 7.364.527,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 15.143.767,23 10.681.218,43
16.839.725,15 18.045.745,43
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 51.580,00 945.008,44
2. fertige Erzeugnisse und Waren 13.876,10 20.953,10
3. geleistete Anzahlungen 6.775,00 2.489,39
72.231,10 968.450,93
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18.065.734,33 22.594.784,99
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 465.942,22 3.085.645,70
3. sonstige Vermögensgegenstände 5.870.921,70 43.909,42
24.402.598,25 25.724.340,11
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 21.345.418,15 9.241.887,52
45.820.247,50 35.934.678,56
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 562.152,41 580.009,72
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 62.000,00 71.000,00
70.886.538,30 62.776.427,95

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
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A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 6.213.072,00 6.213.072,00
II. Kapitalrücklage 1.558.129,57 1.558.129,57
III. Bilanzgewinn 28.041.551,95 25.536.037,35
35.812.753,52 33.307.238,92
B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE 934.649,23 1.057.049,23
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 1.432.269,37 4.051.842,02
2. sonstige Rückstellungen 3.508.140,79 3.445.604,36
4.940.410,16 7.497.446,38
D. VERBINDLICHKEITEN
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 478.784,81
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.899.190,88 1.637.635,93
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.758.396,23 15.072.399,47
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.260.366,82 2.155.869,11
- davon aus Steuern: € 935.539,94 (Vj. € 1.708.590,39)
27.917.953,93 19.344.689,32
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.280.771,46 1.570.004,10
70.886.538,30 62.776.427,95

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
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1. Umsatzerlöse 64.303.191,87 64.633.546,02
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen -893.428,44 259.730,83
Gesamtleistung 63.409.763,43 64.893.276,85
3. sonstige betriebliche Erträge 4.384.927,56 2.397.270,10
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung: € 564.511,63 (Vj. € 1.285.232,59)
67.794.690,99 67.290.546,95
4. Materialaufwand:
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 4.720.267,07 5.057.486,94
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 30.605.374,85 35.325.641,92 29.999.677,21 35.057.164,15
Rohergebnis 32.469.049,07 32.233.382,80
5. Personalaufwand:
a) Löhne und Gehälter 17.231.848,42 16.442.561,72
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.131.110,19 2.862.666,35
- davon für Altersversorgung: € 29.092,80 (Vj. € 34.012,85)
6. Abschreibungen:
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 983.121,33 1.260.007,45
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 9.576.984,99 30.923.064,93 10.159.082,47 30.724.317,99
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: € 826.436,27 (Vj. € 809.365,41)
1.545.984,14 1.509.064,81
8. Erträge aus Beteiligungen 1.185.109,62 0,00
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.383.608,89 312.463,31
- davon an verbundenen Unternehmen: € 605.014,54 (Vj. € 290.068,94)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 193.294,14 23.720,28
- davon an verbundenen Unternehmen: € 0,00 (Vj. € 9.184,31) 1.190.314,75 288.743,03
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.401.399,53 1.046.565,83
- davon Auflösung latente Steuern € 9.000,00 (Vj. € 10.000,00 )
12. Ergebnis nach Steuern 2.520.008,98 751.242,01
13. sonstige Steuern 14.494,38 8.702,90
13. Jahresüberschuss 2.505.514,60 742.539,11
14. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 25.536.037,35 24.793.498,24
15. Bilanzgewinn 28.041.551,95 25.536.037,35

NIEDERSCHRIFT über die ordentliche Hauptversammlung der Comarch AG mit Sitz in München eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 111531 (nachfolgend „Gesellschaft“) stattgefunden am 10.06.2024 in München

Am 10. Juni 2024 fand die ordentliche Hauptversammlung der Comarch AG in München statt.

An der ordentlichen Hauptversammlung nahmen Herr Konrad Tarański (Aufsichtsratsvorsitzender), Herr Prof. Hans Zangl (Aufsichtsratsmitglied), Herr Michał Bajcar (Aufsichtsratsmitglied - per Onlineschaltung), Herr Michał Pruski (Vorstandsvorsitzender), Herr Frank Siewert (Vorstandsmitglied), Herr Zbigniew Rymarczyk (Vorstandsmitglied), Herr Marcus Sümnick (Vorstandsmitglied) und Herr Michał Ryndak teil.

Michał Ryndak erklärte, er handle bei diesem Rechtsgeschäft aufgrund der ihm erteilten Vollmacht im Namen und zu Gunsten der Comarch S.A., einer Gesellschaft polnischen Rechts mit dem Sitz in Krakau, Polen, eingetragen im Unternehmensregister des Polnischen Gerichtsregisters am Amtsgericht für Krakau-Śródmieście in Krakau, XI. Wirtschaftsabteilung des Landesgerichtsregisters unter der Nummer KRS 0000057567, die am Grundkapital der Gesellschaft alle Aktien im Gesamtnennwert von 6.213.072 Euro hält (nachfolgend: die „Alleinaktionärin“). Eine Kopie der Vollmacht liegt dieser Niederschrift als Anlage bei.

I. Die Hauptversammlung wurde von Herrn Konrad Tarański eröffnet.

II. Danach hat sich Herr Konrad Tarański zum Vorsitzenden der Hauptversammlung ernannt.

III. Der Versammlungsvorsitzende hat die Anfertigung des Verzeichnisses der erschienenen oder vertretenen Aktionäre und dessen Anlage zu dieser Niederschrift verordnet.

IV. Nach der Anfertigung des Teilnehmerverzeichnisses i.S.d. § 129 Abs. 1 S. 2 AktG hat der Versammlungsvorsitzende festgestellt, dass in der Hauptversammlung das gesamte Grundkapital vertreten sei, also ist sie gem. § 121 Abs. 6 AktG auch ohne Erfüllung der Voraussetzungen des § 121 Abs. 2-4 AktG, d.h. unter Verzicht auf alle gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Formen und Fristen, beschlussfähig.

V. Der Versammlungsvorsitzende erklärte, dass auf der Tagesordnung folgende Angelegenheiten stehen:

1. Eröffnung der Hauptversammlung;
2. Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023, des Lageberichts für die Gesellschaft sowie des Berichts des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2023;
3. Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2023;
4. Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023;
5. Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023;
6. Schließung der Hauptversammlung.

VI. Keiner der Anwesenden hat der Abhaltung der Hauptversammlung, bzw. der Tagesordnung widersprochen.

Angesichts des Obigen hat der Versammlungsvorsitzende mit der Realisierung der angenommenen Tagesordnung begonnen.

Zu V.2

Entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen ist zum Tagesordnungspunkt 2 keine Beschlussfassung vorgesehen, da der Aufsichtsrat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 bereits gebilligt hat.

Zu V.3

Der festgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2023 den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 28.041.551,95 T€ aus. Der Versammlungsvorsitzende stellte den Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Abstimmung.

Beschluss Nr. 1/10.06.2024

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von EUR 28.041.551,95 € ist wie folgt zu verwenden:

Dividende an Aktionäre 25.051.988,47 EUR
Vortrag auf neue Rechnung 2.989.563,48 EUR

Die Dividende kann in Teilen ausgezahlt werden. Die Gesamtsumme ist zum 31.12.24 fällig.

Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden.

Zu V.4

Anschließend hat der Versammlungsvorsitzende vorgeschlagen, einen Beschluss folgenden Inhalts zu fassen:

Beschluss Nr. 2/10.06.2024

Den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2023 wird für diesen Zeitraum die Entlastung erteilt.

Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden.

Zu V.5

Anschließend hat der Versammlungsvorsitzende vorgeschlagen, einen Beschluss folgenden Inhalts zu fassen:

Beschluss Nr. 3/10.06.2024

Den Mitgliedern des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2023 wird für diesen Zeitraum die Entlastung erteilt.

Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden.

Zu V.6

Nach der Fassung der obigen Beschlüsse hat der Versammlungsvorsitzende festgestellt, dass die Tagesordnung erschöpft sei und hat die Hauptversammlung geschlossen.

Damit wurde das Protokoll der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft abgeschlossen. Diesem Protokoll wurde das Teilnehmerverzeichnis beigelegt.

Konrad Tarański, Versammlungsvorsitzender

TEILNEHMERVERZEICHNIS der ordentlichen Hauptversammlung der Comarch AG mit dem Sitz in München vom 10. Juni 2024

Die Alleinaktionärin - die Gesellschaft polnischen Rechts Comarch S.A. mit dem Sitz in Krakau, Polen, eingetragen im Unternehmensregister des Polnischen Gerichtsregisters am Amtsgericht für Krakau-Śródmieście in Krakau, XI. Wirtschaftsabteilung des Landesgerichtsregisters unter der Nummer KRS 0000057567, die am Grundkapital der Gesellschaft alle Aktien im Gesamtnennwert von 6.213.072 Euro hält, vertreten durch den Bevollmächtigten, Herrn Michał Ryndak.

Konrad Tarański, Versammlungsvorsitzender

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen des Unternehmens

Die Comarch-Gruppe ist ein internationaler Anbieter innovativer IT-Systeme für Schlüsselsektoren der Wirtschaft. Der Software-Spezialist unterstützt Kunden in den Bereichen Handel und Dienstleistungen, Industrie, IT-Infrastruktur, Gesundheitswesen, Finanzen, Banken und Versicherungen oder Telekommunikation. Die selbst entwickelten Produkte wie ERP, IOT und Business Intelligence werden von KMUs im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus eingesetzt. Produkte und Lösungen wie Comarch Loyalty Marketing, EDI & E-Invoicing oder ICT werden von vielen international agierenden Großunternehmen in mehr als 100 Ländern genutzt. Mobile Lösungen wie Comarch ERP XT richten sich an Kleinunternehmen. Das IT-Portfolio umfasst zahlreiche innovative Software-Produkte, Serviceleistungen und flexible On-Premises- oder Cloud-Modelle. Comarch investiert jedes Jahr hohe Beträge in Forschung & Entwicklung. Die Comarch Gruppe beschäftigt derzeit rund 6.500 Mitarbeiter in über 90 Niederlassungen in mehr als 30 Ländern.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügt Comarch über 11 (Vj. 12) lokale Standorte, die kompetente Ansprechpartner vor Ort sichern. Die Standorte in Düsseldorf und Wien wurden 2023, aufgrund vermehrter HomeOffice-Tätigkeiten, geschlossen. In der Schweiz wurde eine neue Niederlassung eröffnet. Die sogenannten DACH-Gesellschaften sowie eine unselbstständige Betriebsstätte in Brüssel fügen sich als Anbieter von IT-Lösungen sowie IT-Infrastruktur in die Comarch Group ein.

Seit dem Jahr 2015 baut Comarch in Deutschland zusammen mit der Comarch SA, Krakau, neue Geschäftsbereiche mit Produkten aus dem Umfeld von CRM (Customer Relationship Management), ICT (Information and Communication Technologies), EDI (Electronic Data Interchange) und Telko (Operations Support Systems, Business Support Systems und Next Generation Network Planning and Assurance Systems) auf. Es geht um viele innovative Lösungen, die in Zukunft noch effektiver mit Comarch ERP vernetzt werden sollen: Comarch BI, Comarch ECM, Mobile- und E-Commerce-Lösungen.

Um die gesellschaftsrechtliche Struktur zu vereinfachen und zum Zwecke der Effizienzsteigerung bzw. der Kostenersparnis, wurden die beiden deutschen Aktiengesellschaften fusioniert. Die Verschmelzung erfolgte im Wege eines sog. downstream mergers. Die ehemalige Comarch AG wurde zum Verschmelzungsstichtag 01.01.2022 auf ihre Tochtergesellschaft Comarch Software und Beratung AG verschmolzen. Der Übertragungsbeschluss ist am 13. September 2022 in das Handelsregister der Comarch Software und Beratung AG eingetragen worden.

Im Oktober 2023 wurde die Comarch Software und Beratung AG auf Comarch AG (folgend: Comarch AG) rechtswirksam umfirmiert.

Das durch die Verschmelzung erweiterte Portfolio der neuen Comarch AG umfasst IoT, CRM & Marketing, E-Invoicing, Data Center Services, Cloud Services, Datenaustausch & Dokumentenmanagement u.v.m. Die zwei deutschen Hauptstandorte der Comarch AG befinden sich in München und Dresden. In Dresden wurde im Jahr 2013 ein eigener Gebäudekomplex fertiggestellt. Der Komplex besteht aus einem Bürogebäude sowie einem hochsicheren, modernen und Cloudfähigen Rechenzentrum (Investition im Wert von ca. 12,9 Mio. €). Das Rechenzentrum entspricht strengsten Qualitätskriterien und ist eines der sichersten in Mitteldeutschland. Bereit gestellt werden Cloud-Produkte sowie IT-Services. Die Datenverarbeitung erfolgt gemäß strengsten europäischen Datenschutzrichtlinien.

Um Datenverluste auszuschließen, wird eine regelmäßige Datensicherung unter Berücksichtigung aller rechtlichen Vorgaben und Best Practices sowie strengsten Vorgaben von Kunden durchgeführt. Modernste technologische Standards, innovative IT, fortschrittliche Architektur (Tier III und Tier IV) sowie verschiedene Geschäftsmodelle (SaaS, PaaS, laaS) für das riesige Datenarchiv zeichnet das Comarch-Rechenzentrum in Dresden aus. Unterschiedliche Data Recovery Services garantieren einen höchstmöglichen Schutz gegen Datenverluste im Fall kritischer IT-Ausfälle, beispielsweise bei Naturkatastrophen wie Bränden oder Überflutungen.

Im Geschäftsfeld Software entwickelt und vertreibt die Comarch AG moderne Business- Software für große und mittelständische Unternehmen und bietet zudem andere Produkte aus dem Comarch Konzern an. Die Systeme werden bei den Kunden entweder im Lizenz- oder Cloud-Modell betrieben.

Mit der Comarch ERP Enterprise inkl. des Rechnungswesens Comarch Financials Enterprise verfügt die Comarch AG über eine innovative moderne Softwarelösung, die bereits mehrfach für ihre Technologie und Ergonomie ausgezeichnet wurde. Die Software ist modular, hochfunktional und vielseitig anpassbar.

Es handelt sich um eine Warenwirtschaftslösung für Unternehmen, die Prozesse revolutioniert, neue Geschäftsbereiche eröffnet, in neue Länder vordringt oder sich auf tiefgreifende Veränderungen am Markt vorbereitet und auf diese reagiert.

Comarch ERP Enterprise bietet einen hohen Funktionsumfang sowie eine ausgezeichneten Bedienerfreundlichkeit. Das Buchhaltungsprogramm ist auf die Warenwirtschaft abgestimmt, so dass Produktabläufe und Planungssicherheit optimiert werden können.

Comarch ERP Enterprise wird sowohl im Direktgeschäft mit einem eigenen Vertriebsteam als auch indirekt über ein ausgeprägtes Netz von Vertriebspartnern am Markt angeboten. Diesen Vertriebspartnern bietet die Comarch AG zudem die Möglichkeit, auf Basis von Comarch ERP Enterprise eigene Branchenlösungen zu entwickeln und anzubieten. Die Positionierung von Comarch ERP Enterprise als Plattform für Partnerprodukte wird durch moderne Softwaretechnologie in Form einer AddOn-Infrastruktur unterstützt. So können jederzeit zusätzliche Branchen für das Produkt Comarch ERP Enterprise erschlossen und das Einsatzspektrum kontinuierlich erweitert werden.

Neben den ERP-Lösungen mit den integrierten Finanz-Applikationen vermarktet die Comarch AG, München, die Finanz-Applikationen auch separat als Stand-alone-Rechnungswesenlösungen. Das Portfolio umfasst darüber hinaus die auf dem Serverbetriebssystem IBM i ablauffähigen Rechnungswesenlösungen Comarch Financial DKS und Comarch Financial Schilling und eine Anwendung zur elektronischen Übermittlung von Daten an die Finanzverwaltung - Comarch eBilanz. Als Ergänzung sowohl zu den ERP-Lösungen als auch zu den Finanz-Applikationen wird das Dokumentenmanagementsystem Comarch ECM angeboten.

Als Erweiterung der eigenen Produktpalette bietet die Comarch AG, auch CLM (Comarch Loyalty Management), EDI (Electronic Data Interchange), BI (Business Intelligence), Comarch POS (Point of Sales), Comarch XT, Comarch ESEF und Systeme für Telekomunikationsprovider an.

Je nach Produkt werden Lizenzen unbefristet oder für befristete Zeiträume vergeben und die Erlöse dementsprechend periodengerecht abgegrenzt.

Im Geschäftsfeld Wartung betreut die Comarch AG eigene Produkte, die Kunden im Einsatz haben. Innerhalb der Wartungsverträge leistet die Comarch AG für ihre Kunden Support- und Korrekturleistungen und stellt Systeme, neueste Releases, Updates und Patches zur Verfügung. Die Mitarbeiter der IT-Abteilung des Kunden können sich mit Fragen zur Handhabung von Fehlerfunktionen und zur Fehlervermeidung der Software an die Comarch AG wenden. In dieses Geschäftsfeld fallen auch Umsätze aus Leistungen der Rechenzentren und Cloud-Verträge sowie Leistungen aus sogenannten SLA Verträgen (Service Level Agreement) und IT-Outsourcing Dienstleistungen, weil sie ähnlicher Natur, wie klassische Wartungsverträge sind. Die Wartungsverträge mit Comarch Kunden stellen die Geschäftskontinuität sicher. Die Cloud ermöglicht dabei die digitale Nutzung unabhängig von eigenen Maschinen oder IT-Mitarbeitern. Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise und niedriger Verfügbarkeit qualifizierter IT-Fachkräfte wird der Trend zur Cloud weiter anhalten.

Im Geschäftsfeld Dienstleistungen / Beratung bietet die Comarch AG in einer dezentralen Organisation Dienstleistungen (Beratung, Anpassungsprogrammierung, Datenübernahmen u. Ä.) an, um die Produkte bei den Kunden einzuführen. Die Consultants erstellen Einsatzstudien im Vorfeld der Softwareeinführung und unterstützen die Kunden bei der Implementierung und Anpassung der Software sowie bei Releasewechseln. Weitere Dienstleistungen sind Schulungen und IT-Infrastruktur-Dienstleistungen.

Im Geschäftsfeld Sonstige bietet die Comarch AG vor allem Hardware an und 3rd Party Software, die zur Umsetzung eigener Projekte notwendig ist. Daneben fallen unter diese Rubrik Umsätze, die die Comarch AG, München, außerhalb ihres Hauptgeschäfts generiert (z.B. Weiterverrechnung von Prämien, die innerhalb von Kundenbindungsprogrammen bei Kunden erfolgen).

B. Wirtschaftsbericht

I. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche

Die wirtschaftliche Tätigkeit der Comarch AG, München, und der Verkaufserfolg der Softwarelösungen hängen von der Entwicklung auf den sensiblen IT-Märkten in Westeuropa, besonders in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und der Schweiz) ab. Als Erfolg der Digitalisierung ist die Steigerung der Effizienz, die Sicherung der eigenen Marktposition und die Verbesserung der Einkaufs- und Servicebindung der Kunden zu nennen. Diese Entwicklung wird durch die verstärkte Vernetzung von Daten sowie durch den Ausbau von Cloud-Kapazitäten und natürlich durch die Expertise durch Fachpersonal aktiviert. Die allgemeine Situation auf dem IT-Markt in der DACH-Region gewinnt aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung und Vernetzung weiter an Bedeutung. Flexible IT-Landschaften ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Veränderung sowie die Integration neuer technologischer Fortschritte, z.B. in den Bereichen von Künstlicher Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) und Big Data. Diesbezüglich haben sich offene ERP-Systeme als zentrale Prozessplattform bewährt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Trotz der wachsenden Zahl an IT- Spezialisten herrscht jedoch ein Fachkräftemangel in der Branche, was wiederum das Wachstum eindämmt, denn diesbezüglich müssen folglich für Implementierung und Supporte externe IT-Subunternehmen akquiriert werden.

Die Inflation schmälert die Kaufkraft, während die IT-Ausgaben von Unternehmen stabil bleiben werden, sodass letztlich mit einem einheitlichen Wachstum für Comarch Produkte zu rechnen ist.

II. Darstellung des Geschäftsverlaufs

Forschung und Entwicklung

Die Comarch AG investiert stetig einen großen Teil ihres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung von bestehenden und neuen Produkten. Bei diesen Aktivitäten werden die Nearshoring-Ressourcen der polnischen Muttergesellschaft eingesetzt. Das Entwicklerteam in Polen leistet Unterstützung vor allem bei der Entwicklung von Funktionen und Modulen für die Produkte Comarch ERP Enterprise und Comarch Financials Enterprise.

Ende Dezember 2023 erschien das Release Comarch ERP Enterprise CEE 6.4. Neben vielen kleinen und größeren Verbesserungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Robustheit sowie Ergonomie wurden diverse neue Funktionen und Anwendungen entwickelt. Die meisten neuen betriebswirtschaftlichen Funktionen betreffen die Lagerlogistik und die Produktion. Weiterentwicklung in den Frameworks Vertrieb und Beschaffung waren in 2023 eher gering, aufgrund beachtlicher Entwicklungen zum Thema internationaler Steuern, bezüglich dessen 2023 noch nicht alle Funktionen ausgeliefert wurden. Neuerungen betrafen zudem die Rücksendung aus Verteilaufträgen, flexiblere Datumsfestlegung in der Eingangsrechnung, Rücklagerungen vom Kommissionierpunkt, durchgängige Verwendung von Ladeeinheiten auf einfachen und auf lagerplatzgeführten Lagerorten, die optimierte Verteilung vorläufiger Reservierungen, Reservierungen von Bedarfen entsprechend des Erfassungszeitpunktes (first come, first serve), die Reservierung von alternativem Bestand beim Buchen auf einer nicht freigegebenen Wareneingangszone sowie die Hintergrund-Anwendung zur Prüfung und Korrektur von Bestandsreservierungen. Zudem gab es Optimierungen der Materialbedarfsplanung und Vorschlagsberechnungen für Beschaffung und Verteilung, Optimierung der Verwendung von Betriebsmitteln in der Produktion, die Einführung eines Produktions-Servers sowie die Freigabe und Sperrung von Ressourcenversionen.

Zu den Release-News für Technische Lösungen zählen CDS-Design und die automatische Aktualisierung in anpassbaren Cockpits, die Server-seitige Erzeugung von Serienbriefen und die Inbetriebnahme mit Einrichtungsassistent (Wizard). Entwickelt wurde zudem ein neues individuelles Terminologie-Management, der Datenaustausch per Apache Kafka, Single-Sign-on-Verfahren über Keycloak, Neuerungen zum 64-Bit ODBC-Treiber sowie die Umstellung auf 64-Bit-Engine von „Crystal Reports“.

Ergänzend sind die in Polen konzipierten und implementierten Funktionen zum Produkt CEE mit allen seinen Apps zu nennen, wie z. B. die polnische Landesversion oder die Anbindung an Comarch Warehouseman. Zudem gibt es Applikationen, die in Polen konzipiert und verantwortet, aber dennoch von der Comarch AG in Deutschland entwickelt werden. Hierzu zählen z. B. die Anbindungen an POS und MCS.

Insgesamt wurden für F&E-Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2023 T€ 6,5 Mio. € (Vj. 7,8 Mio. €) investiert, das entspricht einem Rückgang von 16,4%. Gründe für die geringeren Investitionen sind die Unsicherheiten infolge des Kriegs in der Ukraine.

Auch in Dresden und Brüssel hat die Comarch AG ihr Vertriebs- und Presales-Teams weiter ausgebaut. Dabei wurde in Belgien u.a. der Vertrieb von Comarch Digital Insurance und Modulen der Comarch CRM & Marketing Plattform unterstützt, die der Optimierung von Kundenbindungen und der Komposition ihrer Kundenkommunikation und damit der zielgerichteten Kundenentwicklung dient.

Mitarbeiter

Zum Stichtag 31.12.2023 beschäftigte die Comarch AG inklusive der Betriebsstätte Brüssel und Vorstandsmitgliedern (inkl. freiberuflich tätiger Personen) 285 (Vj. 277) Mitarbeiter.

Die Comarch AG verfügt über ein differenziertes Entlohnungssystem für seine Mitarbeiter. Im Bereich Beratung werden neben dem Fixgehalt variable Prämien in Abhängigkeit von quantitativen Bezugsgrößen gewährt. Beschäftigte im Vertriebsaußendienst erhalten neben einem Fixum eine variable Provision in Abhängigkeit vom erreichten Deckungsbeitrag. Softwareentwickler erhalten ebenfalls neben einem Festgehalt einen variablen Vergütungsbestandteil, der von Entwicklungszielen abhängig ist. Im Verwaltungsbereich erfolgt die Vergütung überwiegend in Form von Fixgehältern.

Die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Comarch AG orientiert sich an der Größe des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen. Daneben werden Indikatoren wie Aufgabenfeld, Erfahrung und Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Unternehmenserfolg bei der Vergütung berücksichtigt.

Zweigniederlassungen / Tochterunternehmen

Neben dem Hauptsitz in München hat die Gesellschaft aktuell Betriebsstätten in Dresden, Hannover, Hamburg, Bremen, Münster, Berlin und Brüssel. Tochterunternehmen ist die Comarch Solutions GmbH mit dem Sitz in Innsbruck, Österreich (Beteiligung 100 %).

Die Comarch AG hält 100% Anteile im Nominalwert von 1.000.000 R$ an der brasilianischen Gesellschaft Comarch Sistemas LTDA mit Sitz in Sao Paolo, Brasilien.

Ende des ersten Halbjahres 2023 verkaufte die berichtende Gesellschaft die 33%ige Beteiligung (4.000.000 Aktien im Nominalwert von 40.000.000 PLN) an der polnischen Gesellschaft Comarch Healthcare S.A. mit Sitz in Krakau, Polen an ihre Muttergesellschaft, die Comarch S.A..

Die Comarch AG hält eine 5%ige Beteiligung an der südamerikanischen Gesellschaft Comarch Argentina S.A. mit Sitz in Buenos Aires, Argentina. Die restlichen 95% der Aktien an dieser Gesellschaft gehören der Muttergesellschaft Comarch S.A. mit Sitz in Krakau, Polen. Aufgrund der schlechten Geschäftsentwicklung wurde zum 31.12.2021 eine außerplanmäßige Abwertung auf 1 € Erinnerungswert unternommen, die bis heute zu Buche steht. Die argentinische Gesellschaft befindet sich in Liquidation. Zum 31.12.2022 hatte die Comarch AG Forderungen gegenüber der Comarch Argentinien in Höhe von 2.538 T€. Da von der Comarch S.A. eine unbefristete Patronatserklärung vom 30.01.2019 bestand, wurden diese Forderungen im Jahresabschluss 2022 nicht wertberichtigt, obwohl der drohende Zahlungsausfall bereits bekannt war. Im dritten Quartal 2023 hat die Comarch AG auf diese Forderungen verzichtet, um eine Abwicklung der Comarch Argentinien S.A. zu ermöglichen. Der Vorstand der Comarch AG hat die Comarch S.A. aus der Patronatserklärung in Regress genommen, sodass zum 31.12.2023 die Comarch AG den Betrag von 2.538 T€ als Regressforderung gegenüber der Muttergesellschaft Comarch S.A. eingebucht hatte. Die Comarch S.A. bezahlte den Schaden der Comarch AG im ersten Quartal 2024.

Die in 2022 auf 1 € Erinnerungswert abgeschriebene 95%ige Beteiligung an der peruanischen Gesellschaft Comarch Peru S.A.C. mit Sitz in Lima, Peru, wurde in 2023 ausgebucht, da die Gesellschaft geschlossen und im Berichtsjahr abgemeldet wurde.

III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Ertragslage

Im Jahr 2023 bewegte sich der Umsatz mit 64,3 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres (Vj. 64,6 Mio. €). Ein Umsatzrückgang war im Geschäftsbereich Softwarelizenzen auf 3,0 Mio. € (Vj. 3,7 Mio. €) zu verzeichnen. Im Bereich Wartung stieg der Umsatz um 1,8 Mio. € auf 33,2 Mio. € (Vj. 31,4 Mio. €). Im Geschäftsfeld Dienstleistungen sank der Umsatz um 1,4 Mio. € auf 28,1 Mio. € (Vorjahr 29,5 Mio. €).

Das Rohergebnis ist auf 32,5 Mio. € gestiegen (Vj. 32,2 Mio. €). Dies ist hohen sonstigen Erträgen durch Auflösungen von Wertberichtigungen, Rückstellungen und staatlichen Zuschüssen geschuldet. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen sowie Abschreibungen (EBITDA) verminderte sich um 0,3 Mio. € auf 2,5 Mio. € (Vj. 2,8 Mio. €). Die Ursache, dass das Rohergebnis gestiegen und das EBITDA gesunken ist, resultiert insbesondere aus Forderungsberichtigungen, die aufgrund einer, der weltweiten Krisen herrührenden, Zahlungsunfähigkeit vorzunehmen waren. Die Unternehmensposition von Comarch auf dem IT-Markt bleibt davon unberührt.

Beim EBT wurde eine Ergebnissteigerung auf 3,9 Mio. € (Vj. 1,8 Mio. €) erwirtschaftet. In diesen Zahlen sind nicht zahlungswirksame, planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,0 Mio. € (Vj. 1,3 Mio. €) enthalten. Im Jahr 2023 erfolgte eine Ausschüttung der brasilianischen Tochtergesellschaft Comarch Sistemas in Höhe von 1,2 Mio. €. Zudem wurde die Beteiligung der Comarch AG an der Comarch Healthcare zum 30.06.2023 an die Muttergesellschaft verkauft. Dabei wurde ein Veräußerungsgewinn von 13 T€ erzielt. Die Tilgung des Kaufpreises erfolgte von der Comarch S.A. im ersten Halbjahr 2024.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme ist auf 70,1 Mio. € gestiegen (Vj. 62,8 Mio. €). Der Anteil des langfristigen Vermögens beträgt 24,4 Mio. € bzw. 34,5 % der Bilanzsumme (Vj. 26,2 Mio. € bzw. 41,7%). Der Rückgang des langfristigen Vermögens ist vor allem bedingt durch den Verkauf der Beteiligung an der Comarch Healthcare S.A., Polen, an die polnische Muttergesellschaft. Dadurch hat sich der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen von 7,4 Mio. € auf 1,7 Mio. € vermindert. Gegenläufig entwickelte sich der Wert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen der Comarch-Gruppe, der von 10,7 Mio. € auf 15,1 Mio. € angestiegen ist. Durch Patronatserklärungen der Muttergesellschaft Comarch S.A. werden die wirtschaftlichen Risiken aus solchen Ausleihungen weitgehend abgedeckt.

Infolge einer auf 70,9 Mio. € (Vj. 62,8 Mio. €) deutlich gestiegenen Bilanzsumme reduzierte sich die Eigenkapitalquote, trotz eines Jahresüberschusses von 2,5 Mio. € von 53% auf 51 %.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrugen 24,8 Mio. € (Vj. 15,1 Mio. €). Davon betreffen 24,6 Mio. € (99,2%) die polnische Muttergesellschaft. Die Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber der Comarch S.A. werden im notwendigen Umfang gestundet. Bankkredite oder Konzerndarlehen wurden auch im Jahr 2023 nicht benötigt. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft stiegen per Saldo um 8,6 Mio. € auf 27,9 Mio. € (Vj. 19,3 Mio. €). Der Finanzmittelbestand stieg am Bilanzstichtag auf 21,3 Mio. € gegenüber 9,2 Mio. € im Vorjahr. Der hohe Finanzmittelbestand ist primär durch Stundungen der Muttergesellschaft verursacht.

Finanzmittel sind in Höhe von 0,4 Mio. € zur Besicherung von Aval-Krediten verpfändet. Für die Finanzierung der Firmenfahrzeuge wird Leasing als Finanzierungsinstrument eingesetzt.

Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die Unternehmenssteuerung der Comarch AG erfolgt primär auf Basis der Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, Rohergebnisse sowie operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (E- BIT); wichtige Planungsinstrumente sind außerdem Kennzahlen zum Auftragseingang und Auftragsbestand im Lizenzgeschäft.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren betreffen die Beziehungen der Comarch AG zu Kunden und Mitarbeitern sowie die Forschung- und Entwicklung und das Umweltbewusstsein.

IV. Gesamtaussage

Die Umsatzentwicklung und das Rohergebnis entsprachen den der wirtschaftlichen Lage zuzurechnenden, Erwartungen des Vorstandes, übertrafen diese sogar positiv. Das prognostizierte niedrigere operative Ergebnis resultiert aus den Auswirkungen der globalen Krisen, insbesondere aus uneinbringlich einzustufenden Forderungen und diesbezüglich zu bildenden Wertberichtigungen. Die Unternehmensposition von Comarch auf dem IT-Markt bleibt aber stabil. U.a. wurde dies durch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wie der Kundenzufriedenheit und der Anzahl der Kundenkontakte erreicht, bezüglich derer wieder eine Verbesserung der Vertriebsaktivität zu beobachten war.

C. Prognosebericht

Die Comarch AG zeigt, u.a. aufgrund struktureller Maßnahmen im Vorjahr, als Antwort auf die globalen Krisen, Stabilität und ein gesundes Wachstum des Unternehmens. Die Ergebnisse belegen die erfolgreiche Umsetzung von Planungen. Der Vorstand rechnet mit einem leicht steigenden Umsatz und Rohergebnis, sowie trotz gestiegener betrieblicher Aufwendungen, mit einem leicht höheren Betriebsergebnis (EBIT), im Vergleich zum Vorjahr. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024 prognostiziert eine Ergebnisverbesserung, wobei vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung eine verlässliche Prognose nur bedingt möglich ist. Daneben wird die größte Herausforderung der Fachkräftemangel sein.

Aber auch die Entwicklungen von IoT und KI sind eine wichtige Antriebskraft, die Erfolg und Wachstum prognostiziert.

Die künftige Entwicklung der Comarch AG hängt von der Lage auf dem deutschen IT-Markt und den Erfolgen eigener Aktivitäten, insbesondere der Marketing- und Entwicklungsaktivitäten, ab. Hier schaffen Alternativmärkte wie Asien Spielraum für Expansion. Für die erfolgreiche Entwicklung und zukunftsweisende Positionierung im Wettbewerb der Comarch AG spielen die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren eine wichtige Rolle. Sie werden erreicht, wenn die Comarch AG weiterhin als attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber an allen Standorten dauerhaft kompetente und engagierte Mitarbeiter an sich bindet und weiterhin Produkte und Softwarelösungen entwickelt, die in besonderem Maße Kunden- und Umweltanforderungen gerecht werden, den Kundennutzen durch das Produkt- und Serviceangebot nachhaltig steigert und Produktionsprozesse so gestaltet, dass Ressourcen geschont und Emissionen, so weit wie möglich vermieden werden. Durch das Bestreben ständiger Verbesserungen auch dieser Elemente ist eine positive Entwicklung der Gesellschaft zu erwarten.

D. Chancen- und Risikobericht

Der Chancen- und Risikobericht erläutert wesentliche Einzelrisiken im Hinblick auf die Bedeutung der Comarch AG. Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken bestehen möglicherweise weitere strategische, operative, finanzielle, soziale, arbeitssicherheitstechnische, gesundheits- und umweltbezogene sowie sonstige externe Risiken, die der Comarch AG aktuell noch nicht bekannt oder bewusst sind. Bei Eintritt eines oder mehrerer bekannter oder unbekannter Risiken besteht die Möglichkeit nachteiliger Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Comarch AG.

Marktchancen

Im Bereich der Standardsoftware wurde durch die Integration in die Comarch Gruppe, Polen, die Weiterentwicklung und Vermarktung der Produktlinie Comarch ERP und Comarch Financials beschleunigt. Die Comarch ERP Enterprise ist die Lösung, die ganzheitliche Digitalisierung ermöglicht und mit Anbindungen u.a. an Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI) für die Umsetzung von Industrie 4.0 und Omnichannel-Commerce im Einsatz ist. So erschließt sich für die Comarch AG, München, durch die Einbindung in die polnische Muttergesellschaft mit einer Vielzahl von Niederlassungen und Vertriebspartnern, insbesondere in Osteuropa, dieser wichtige Zielmarkt für die innovativen Produkte. Bereits seit 2009 greift die Comarch AG, zusätzlich zu den eigenen Mitarbeitern, auf hochqualifizierte Softwareentwickler der Muttergesellschaft in Polen zu und erhöht damit die Entwicklungsgeschwindigkeit für die eigenen Produkte deutlich. Seit Ende 2009 hat Comarch Produkte der Muttergesellschaft im Angebot und kann so die Kunden noch umfassender bedienen. In Polen hat Comarch bereits eine führende Marktposition erlangt. Ziel der Comarch AG ist es, die Wettbewerbsposition auf den Märkten, auf denen diese aktuell tätig ist, zu stärken. Dabei fließen wertvolle Erfahrungen aus Projekten in Westeuropa in die Entwicklung neuer Produktversionen ein, die wiederum auf die Bedürfnisse der internationalen Märkte zugeschnitten werden.

Die bei der Comarch AG relevanten Risikoklassen, die vor jeder unternehmerischen Entscheidung zu berücksichtigen sind, lassen sich wie folgt gliedern:

Ökonomische Risiken und Marktrisiken

• Die Comarch AG ist eingebunden in eine komplexe, globale Geschäftswelt und dementsprechend einer Vielzahl von externen und internen Einflüssen ausgesetzt. Wesentliche Verschlechterungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen bei einer längerfristig gesamtwirtschaftlich angespannten Situation kann sich sowohl auf die generelle Investitionsbereitschaft beim Kauf und bei der Implementierung von Produkten der Comarch AG verringern als auch die zeitliche Planung solcher Investitionsvorhaben verzögern. Lieferengpässe und Ausfallrisiken durch Krisen können eine zögerliche oder schwache Entwicklung der Wirtschaft verursachen und negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis haben. Wesentliche Risiken treffen die Realwirtschaft, insbesondere hinsichtlich des kostenintensiveren Energiebedarfs für das Datacenter oder Folgen der Beendigung von Partnerbeziehungen des russischen Marktes. Diese Risiken können sich unmittelbar auf den gesamten Finanzsektor auswirken (Werthaltigkeit von Investitionen, Inflation usw.).

• Die Softwarebranche durchlebt immer noch eine Phase der Konsolidierung, der Wettbewerb hat und wird sich infolge dieser Konsolidierungen weiter verstärken. Möglicherweise kann es Wettbewerbern gelingen, Marktanteile zu Lasten von Comarch zu gewinnen.

• Einen erheblichen Anteil der Umsatzerlöse generiert die Comarch AG aus Pflegeverträgen mit Bestandskunden. Wenn diese Kunden sich entscheiden sollten, Pflegeverträge zu kündigen und gleichzeitig keine neuen Lizenz- oder Dienstleistungsverträge abzuschließen, kann dies das Ergebnis der Comarch AG nachhaltig negativ beeinträchtigen.

Produktrisiken

• Neue Softwareprodukte und neue Releases können trotz umfangreicher Planung und Tests nicht erkannte Fehler enthalten. Deshalb unternimmt die Comarch AG nach der Auslieferung an Kunden besondere Anstrengungen, die aufgetretenen Mängel in enger Kooperation mit den Kunden zu beheben. Es besteht dennoch keine Gewähr, dass Mängel stets zur Zufriedenheit des Kunden behoben werden können.

Aus diesem Grund können Kunden Ansprüche auf Rückerstattung geleisteter Beträge erheben oder Schadensersatz, Austausch des Softwareprodukts oder sonstige Zugeständnisse verlangen. Kauf- oder Dienstleistungsverträge können bei Rechtsstreitigkeiten vom Gericht als Werkverträge ausgelegt werden. Solche Vorfälle können sich negativ auf die Ertragslage sowie auf das Ansehen der Comarch AG auswirken.

• Die Planung von neuen Softwareprodukten basiert auf langjährigen Erfahrungen bei der Entwicklung und Projekten mit ähnlichen Produkten der Comarch AG (Comarch ERP Suite, Comarch Financial Schilling, Comarch Financial DKS). Dennoch ist bei einer Produktplanung und -entwicklung nicht vollständig auszuschließen, dass während der Entwicklungsphase technische Probleme auftreten können, die Fertigstellung des Produkts nicht zum geplanten Zeitpunkt abgeschlossen wird oder das Produkt erst mit zeitlicher Verzögerung marktfähig ist. Aufgrund der teilweisen Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung mit ausländischen Entwicklern besteht ein gewisses Risiko, das die Umsetzung der Entwicklungsziele negativ beeinträchtigen könnte.

Projektrisiken

Die Tätigkeit zur Implementierung der Software ist mit einer Vielzahl von Risiken behaftet, auf die die Comarch AG teilweise keinen Einfluss hat. So sind die Projekte häufig mit der Bereitstellung von Ressourcen seitens des Kunden verbunden. Die Projektrisiken können zu Verzögerungen bei Systemeinführungen und/oder zu höheren Projektkosten führen. Damit verbundene Kundenregressforderungen und Imageschäden für die Comarch AG können nicht ausgeschlossen werden. Bei der Durchführung von Projekten für andere Produkte aus dem Comarch-Konzern, welche vor allem bei Großkunden realisiert werden, trägt die Comarch AG Risiken, welche höhere Werte haben als bei ERP-Projekten. Diese Risiken sind in allen Verträgen mit Subunternehmen entsprechend berücksichtigt und an diese übertragen.

Kl-basierte Tools können mehr bei Angriffen zum Einsatz kommen. Risiken, wie den Diebstahl von Daten mit dem Ziel der späteren Entschlüsselung, können zunehmen. Ein vorausschauender proaktiver Ansatz zur Risikoerkennung, -management und -minderung ist unabdingbar, um auf dynamische Cyberrisiken zu reagieren.

Personalrisiken

Wenn qualifizierte und wichtige Mitarbeiter die Comarch AG verlassen und kein entsprechender Ersatz für diese Personen gefunden wird, können die Geschäfte beeinträchtigt werden. Die Comarch AG ist bei der Gewinnung hochqualifizierter Arbeitskräfte im IT-Sektor einem starken Wettbewerb ausgesetzt, so dass es keine Garantie dafür geben kann, die entscheidenden Leistungsträger langfristig an sich zu binden. Der Comarch-Konzern kooperiert deshalb mit Hochschulen, um daraus Personal zu gewinnen. Weiterhin sollen qualifizierte Fach- und Führungskräfte rekrutiert, integriert, weiterentwickelt und dauerhaft gehalten werden. Etwaige Abgänge von Schlüsselpersonen sollen durch rechtzeitig ausgebildete interne Nachfolger aufgefangen werden. Sollte dies nicht gelingen, ist das Risiko einer Verschlechterung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gegeben. Dem Risiko eines Personalengpasses werden mit Maßnahmen der Personalentwicklung, Stellvertreterregelungen, Arbeitszeitflexibilisierungen und Home-Office-Möglichkeiten begegnet. Der Krieg in der Ukraine kann zu Personal- sowie Kundeninvestitionsausfällen oder -verschiebungen führen. Die Comarch-Gruppe unternimmt seit Kriegsbeginn große Anstrengungen zur Weiterbeschäftigung ihrer ukrainischen Mitarbeiter, insbesondere am Standort Lemberg.

Der Geschäftsbetrieb wird seither weiterhin relativ störungsfrei fortgesetzt und Comarch bleibt ein sicherer Arbeitgeber.

Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken

Rechtliche Risiken können bei der Softwareentwicklung hinsichtlich der Urheberrechte entstehen. Daher hat sich die Comarch AG bei Arbeits- oder Entwicklungsverträgen mit externen Partnern derart vertraglich abgesichert, dass alle Rechte bei der Comarch AG verbleiben.

Finanzielle Risiken

Die Comarch AG gehört zum international tätigen Comarch-Konzern und ist daher durch die Präsenz am Kapitalmarkt verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Dies sind vor allem Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken, Finanzmarktrisiken und Risiken aus Schwankungen von Marktwerten operativer materieller und immaterieller Vermögenswerte.

Die Erlöse aus Dienstleistungen und Softwarelizenzen lassen sich aus verschiedenen Gründen nur schwer prognostizieren. Gründe hierfür sind beispielsweise die relativ langen Vertriebszyklen, zeitliche Verzögerungen bei Installationen von Softwareprodukten sowie Budgetänderungen beim Kunden. Da andererseits die Ausgaben der Comarch AG grundsätzlich kurzfristig relativ stabil bleiben, kann das Ausbleiben oder eine Verzögerung erwarteter Umsätze zu beträchtlichen periodischen Schwankungen beim Betriebsergebnis und daraus folgend zu Liquiditätsengpässen führen.
Der Ausbruch sowie die Langwierigkeit und Schwere des Krieges in der Ukraine hat erhebliche Konsequenzen, sodass ein Ausbleiben von Umsätzen zu Liquiditätsengpässen führen kann.
Schwankungen und Rückgänge im Lizenzgeschäft wirken sich auf zukünftige Dienstleistungs- und Pflegeerlöse aus, die in der Regel der Entwicklung der Lizenzumsätze in zeitlichem Abstand folgen. Jedes Absinken der Umsätze von Softwarelizenzen gegenüber dem Vorjahr und Kündigungen von Softwarepflegeverträgen können sich daher negativ auf den Gesamtumsatz und Ertrag der Comarch auswirken.
Die Entwicklungskapazität ist weiterhin relativ hoch, damit verbunden sind hohe fixe Personalaufwendungen. Dagegen ist das Umsatzwachstum mit den Softwareprodukten schwer prognostizierbar und mit Marktrisiken behaftet.
Liquiditätsrisiken bestehen zudem, wenn durch eine Regierung eingeführte Beschränkungen oder Kontrollmaßnahmen Zahlungspläne behindern.

Risikoberichterstattung zu Finanzinstrumenten

Die Comarch AG tätigt ihre operativen Geschäfte zum überwiegenden Teil in Deutschland bzw. in der Eurozone. Daneben werden geschäftliche Aktivitäten im Drittland akquiriert, wie beispielsweise in der Schweiz, Brasilien, Lateinamerika sowie die geschäftlichen Beziehungen zum Mutterkonzern Comarch S.A., Krakau. Zusätzlich unterhält die Comarch AG im Jahr 2023 Geschäfte mit Kunden aus Südafrika und Asien. Hieraus resultieren in gewissem Umfang Währungsrisiken, die durch Comarch AG und Konzernmuttergesellschaft überwacht und bei Bedarf gesteuert werden. Der Ukraine-Krieg forderte die Beendigung von Partnerbeziehungen mit Russland. Dies wird zwar mittelfristig zu einer Einschränkung des Angebots an Software und IT-Services für etwaige Nutzer führen, jedoch ist diese Folge überbrückbar, da nur ein relativ geringer Teil der Umsätze diesbezüglich erzielt wurde. Auf den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Begrenzung der Finanzrisiken wurde verzichtet.

Im Folgenden werden die Risiken bzw. das Risikomanagement näher beschrieben:

Kredit- und Ausfallrisiko

Für die Comarch AG besteht ein Kreditrisiko dahingehend, dass der Wertansatz der Forderungen beeinträchtigt werden könnte, wenn die Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen. Das maximale Ausfallrisiko umfasst daher den Gesamtbetrag der Forderungen. Zur Minimierung der Kreditrisiken erfolgt im Konzern ein stringentes Forderungs- und Überwachungsmanagement der offenen Forderungen zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken. Grundsätzlich werden für alle Kunden Kreditlimits festgelegt. In den letzten Jahren haben sich die Kreditrisiken insgesamt etwas erhöht. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen Risikokonzentrationen bei Vertriebspartnern im indirekten Vertrieb und bei Großkunden. Dem Risiko wird durch ratierliche Zahlungen während der Projektphase begegnet. Zudem werden Geschäfte nur mit Kunden guter Bonität bzw. unter Einhaltung von vorgegebenen Risikolimits eingegangen.

Das Kreditausfallrisiko für die ausgereichten Verbunddarlehen ist gering. Sämtliche Verbunddarlehen sind kurzfristig und werden sukzessive getilgt. Das Kreditrisiko für solche Ausleihungen soll durch Patronatserklärungen der Muttergesellschaft Comarch S.A zu einem großen Teil abgedeckt werden. Es besteht auch ein Bewertungsrisiko von Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Gesellschaften, die zukünftige Ergebnisse negativ beeinflussen kann.

Das Risiko ausfallender Forderungen bezüglich der Comarch Argentina wurde relativiert, indem die Muttergesellschaft Comarch S.A. aufgrund einer erteilten Patronatserklärung den Schaden für den Forderungsausfall der argentinischen Verbundgesellschaft übernommen hatte.

Weiterhin bestehen Forderungen gegen argentinische Drittkunden. Ein Großteil dieser Kundenforderungen wurde im zweiten Halbjahr 2023 bezahlt. Für die restlichen argentinischen Kundenforderungen wurden angemessene Einzelwertberichtigungen in Höhe von 544 T€ gebildet. 117 T€ Kundenforderungen wurden wegen Uneinbringlichkeit ausgebucht.

Liquiditätsrisiken

Durch die unter dem Abschnitt Vermögens- und Finanzlage dargestellten Maßnahmen der Muttergesellschaft Comarch S.A. ist die Finanzierung der Gesellschaft mittelfristig gesichert. Die Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber der Comarch S.A. werden im notwendigen Umfang gestundet. Der Finanz- und Liquiditätsbedarf wird aus einer Finanzplanung abgeleitet, wobei aufgrund der zum Jahresanfang vereinnahmten Wartungserlöse der Finanzbedarf zum Ende des Jahres strukturell höher ist. Darüber hinaus werden für ungeplante Mehrausgaben und Mindereinnahmen Reserven vorgehalten. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit werden liquide Mittel, insbesondere auch durch zeitgesteuerte Termingeldanlagen, bereitgehalten, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllen zu können. Liquiditätsrisiken bestehen, wenn durch eine ausländische Regierung eingeführte Kontrollmaßnahmen Zahlungspläne behindern. Im Jahr 2023 wurden keine Bankkredite oder Konzerndarlehen benötigt. Die Gesellschaft erwartet auch für das kommende Geschäftsjahr eine Finanzierung ohne Inanspruchnahme von Krediten.

Marktrisiko

Das Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen das Preisrisiko, das Währungsrisiko und das Zinsrisiko.

Preisrisiko

Im Konzern der Comarch AG bestehen kaum Preisrisiken bei den Finanzinstrumenten.

Währungsrisiko

Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssige Mittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden. Im Geschäftsjahr 2023 gab es auch Transaktionen mit dem Mutterkonzern in der Währungseinheit Zloty und mit Kunden in der Währungseinheit ZAR, CHF, USD und PLN, so dass sich auch diesbezüglich Kursgewinne bzw. -verluste ergaben. Insgesamt überstiegen die Währungsverluste die Erträge.

Zinsrisiko

Ein Zinsrisiko, d.h. eine Wertveränderung des Finanzinstruments (Fair Value Risiko) bzw. der künftigen Zahlungen aus einem Finanzinstrument (Cashflow-Risiko) aufgrund von Marktzinssatzänderungen liegt vorwiegend bei Vermögenswerten und Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Die Gesellschaft hält seine liquiden Mittel und die Liquiditätsreserven fast ausschließlich im Bereich variabel verzinslicher kurzfristiger Geldanlagen vor, die keinen nennenswerten Kursschwankungen unterliegen.

Der Basiszinssatz für die Verzinsungen von Verbunddarlehen beträgt drei Monate und ist währungsabhängig. Für Darlehen in EUR basiert die Verzinsung auf dem 3-Monats-EURI- BOR, für Darlehen in USD ist Grundlage für die Verzinsung der 3-Monats-Libor. Ist der Basiszinssatz kleiner Null, wird ein Zins von Null angenommen. Die Marge beträgt 2%, sodass der Zinssatz sich aus der Marge zuzüglich des Basiszinssatzes ergibt. Diese Risiken aus Zinserhöhungen stehen aufgrund der Einbeziehung in das Finanzsystem der polnischen Muttergesellschaft in einem vernünftigen Verhältnis zu den günstigen Zinskonditionen.

Die vorstehend aufgeführten Risiken stellen hohe Anforderungen an das Risikomanagement von Comarch und erfordern die Bereithaltung entsprechender finanzieller Ressourcen. Die Bewältigung dieser Prozesse steht im Mittelpunkt des Risikomanagements von Comarch. Das Gesamtrisiko führt zu der Einschätzung, dass die Comarch AG keinen bestandsgefährdeten Risiken ausgesetzt ist, in denen die Deckung und Finanzierung in Frage gestellt wird. Mit der erfolgreichen Fokussierung und anhaltenden Intensivierung der Entwicklungsaktivitäten der Comarch AG soll erreicht werden, dass die Kunden auch in Zukunft innovative Produkte erhalten und weitere Märkte erschlossen werden können.

E. Abhängigkeitsbericht

Schlusserklärung zum Bericht des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen: „Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Weitere Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“

München, 27. Februar 2024

Comarch AG, München

Vorstand

Michał Pruski

Dariusz Biernacki

Zbigniew Rymarczyk

Frank Siewert

Marcus Sümnick

Michael Steinberger

Sonstiger Berichtsteil

Sonstige Angaben

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 10. Juni 2024 festgestellt.

Ergebnisverwendung

Der Bilanzgewinn zum 31.12.2023 in Höhe von 28.041.551,95 € wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung wie folgt verwendet:

Dividende an Aktionäre 25.051.988,47 EUR
Vortrag auf neue Rechnung 2.989.563,48 EUR