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Comarch S.A. — Annual Report 2024
Jul 30, 2025
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Annual Report
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Publication

Comarch Aktiengesellschaft
München
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024
Anhang für das Geschäftsjahr 2024
I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Im Geschäftsjahr 2022 hat die Comarch AG, Dresden ihr Vermögen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Auflösung ohne Abwicklung auf die Comarch Software und Beratung AG, München (nachfolgend: „Comarch Software und Beratung AG“) übertragen und ist mit dieser verschmolzen. Die Verschmelzung wurde rechtswirksam mit Eintragung im Handelsregister der Comarch Software und Beratung AG am 13.09.2022 unter HRB 111531.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Comarch Software und Beratung AG mit Eintragung im Handelsregister B des Amtsgerichts München, HRB 111531 am 11.10.2023 zur Comarch AG umfirmiert.
Die verschmolzene und auf Comarch AG umfirmierte Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 2 HGB ab dem Jahr 2023 ein große Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft hat Ihren Sitz in 80992 München, Riesstraße 16.
II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Bewertung erfolgte unter der Prämisse der Unternehmensfortführung. Auf die Ausführungen in der Risikoberichtserstattung im Lagebericht wird verwiesen.
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 3 bis zu 10 Jahren bewertet.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um degressive bzw. lineare Abschreibungen (Nutzungsdauer zwischen zwei und vierzehn Jahren) angesetzt. Alle Zugänge zum beweglichen Anlagevermögen werden pro rata temporis abgeschrieben.
Die tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten des Büro- und Verwaltungsgebäudes in Dresden werden seit Bezugsfertigkeit im April 2013 aktiviert und abgeschrieben. Der Bemessung der planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
| Datacenter und Betriebsgebäude | 33 Jahre |
| Außenanlagen | 15 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 7 bis 15 Jahre |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 20 Jahre |
Für Geringwertige Wirtschaftsgüter wird von der Wahlmöglichkeit der Vollabschreibung bis zu der gesetzlich festgesetzten Grenze Gebrauch gemacht.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren am Bilanzstichtag beizulegenden Wert bilanziert.
Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % auf die Netto-Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Dabei werden die Forderungen verbundener Unternehmen sowie Forderungen zu Großkundenprojekten, deren Zahlungseingänge hinreichend gewährleistet sind, nicht in die Berechnung der Pauschalwertberichtigung einbezogen. Die Gewinnrealisierung bei langfristigen Aufträgen erfolgt für separat abnehmbare Teilleistungen (Meilensteine, Release) nach Abnahme der Teilleistungen. Bei über einen mehrjährigen Zeitraum befristet vergebenen Lizenzen erfolgt die Ertragsrealisierung periodengerecht (zeitraumbezogene Umsatzrealisierung).
Alle anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Für temporäre Differenzen wurden aktive latente Steuern gebildet.
Der für öffentliche Investitionszuschüsse und Zulagen in den Vorjahren gebildete Passivposten wird, korrespondierend zu den Abschreibungen, entsprechend der Nutzungsdauern der bezuschussten Anlagengegenstände, kontinuierlich aufgelöst.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 I 2 HGB). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (253 II 1 HGB). Es wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte Abzinsungszinssatz verwendet.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.
Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt bei Forderungen und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.
III. Angaben zur Bilanz
Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagengegenstände, ausgehend von den historischen Anschaffungskosten, unter Berücksichtigung von Zugängen, Abgängen, Umbuchungen und Zuschreibungen der Zielperiode sowie der kumulierten Abschreibungen auf den Buchwert der einzelnen Positionen, sind in der Anlage zum Anhang dargestellt.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 18.073 (Vj. T€ 18.066) sind insgesamt kurzfristig.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 746 (Vj. T€ 466) bestehen, nach Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten für gleichartige Leistungen, in voller Höhe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Per 31.12.2024 gibt es Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 2.844 (Vj. T€ 15.144). Die Darlehensforderungen sind als langfristige Ausleihungen unter den Finanzanlagen ausgewiesen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 285 (Vj. T€ 5.871) betreffen in Höhe von T€ 143,2 Rückforderungen von Quellensteuern gegenüber Lieferanten sowie in Höhe von T€ 33,2 Kundenforderungen, bezüglich derer die Rechnungstellung im Januar 2025 erfolgte. Ferner sind neben Steuerforderungen von T€ 6,5 (Vj. T€ 99), Kautionen T€ 20,3 (Vj. T€ 7,6) und Forderungen gegenüber Mitarbeitern von T€ 1,3 sowie debitorische Kreditoren in Höhe von T€ 63,6 (Vj. T€ 44,6) und Zinsforderungen für Termingeldanlagen von T€ 17 (Vj. T€ 37,9) der Gesellschaft enthalten. Von den Steuerforderungen entfallen T€ 6,1 (Vj. T€ 98,3) auf im Folgejahr abziehbare Vorsteuern. Ausländische Vorsteuern, die im Rahmen von Vorsteuererstattungsverfahren im Folgejahr geltend gemacht werden können, betreffen T€ 0,4 (Vj. T€ 0,7).
Die Ansprüche aus aktiven latenten Steuern (T€ 52, Vj. T€ 62) betreffen temporäre Differenzen aufgrund der steuerfreien Investitionszulagen 2012 und 2013 in Höhe von T€ 164 (Vj T€ 194). Die Bewertung erfolgte zum Steuersatz von 32 % (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer).
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 1.343 (Vj. T€ 562,1) enthält unter anderem abgegrenzte befristete Lizenzen aus dem Wareneinsatz.
Das gezeichnete Kapital setzt sich aus 6.213.072 Stückaktien zusammen. Auf eine Stückaktie entfällt ein rechnerischer Wert von € 1,00. Es umfasst ausschließlich Stammaktien. Seit dem Geschäftsjahr 2012 hat die Gesellschaft keine Börsenzulassung zum Handel am Regulierten Markt.
Im Jahr 2024 wurde kein genehmigtes Kapital verwendet.
Die am 10.06.2024 beschlossene Gewinnausschüttung in Höhe von € 25.051.988,47 wurde nachweislich vollumfänglich am 14.06.2024 an die Muttergesellschaft ausgezahlt.
Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:
| T€ | |
|---|---|
| Gewinnvortrag zum 01.01.2024 | 28.042 |
| Gewinnausschüttung | -25.052 |
| Jahresüberschuss 2024 | 4.843 |
| Bilanzgewinn zum 31.12.2024 | 7.833 |
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| T€ | |
|---|---|
| Gewährleistung | 280 |
| Personalkosten | 4.322 |
| Raumkosten | 160 |
| ausstehende Rechnungen und ausstehende Leistungen | 564 |
| Archivierungskosten | 62 |
| Prozesskosten | 48 |
| Stand 31.12.2024 | 5.436 |
Die Investitionszuschüsse und -zulagen wurden in Vorjahren als Sonderposten passiviert. Die Auflösung des Passivpostens erfolgt parallel zur Abschreibung, entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände.
Seit dem Geschäftsjahr 2012 werden bei der Comarch AG unter dem Sonderposten von T€ 812 (Vj. T€ 935) neben dem Investitionszuschuss der Sächsischen Aufbaubank auch die Investitionszulagen ausgewiesen. Per 31.12.2024 ergeben sich nach ratierlicher Auflösung, Bestände in Höhe von T€ 648 (Vj. T€ 740) für den Investitionszuschuss der Sächsischen Aufbaubank sowie in Höhe von T€ 164 (Vj. T€ 194) zur festgesetzten Investitionszulage 2012 und 2013 insgesamt.
Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die Fristigkeitsangaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst:
| Zusammensetzung und Entwicklung: | Stand 31.12.2024 | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit 2 bis 5 Jahre | Restlaufzeit über 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erhalten Anzahlungen auf Bestellungen | 40 | 40 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.492 | 1.492 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 1.899 | 1.899 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 15.709 | 15.709 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 24.758 | 24.758 | 0 | 0 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 1.595 | 1.595 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 1.260 | 1.260 | 0 | 0 |
| 31.12.2024 | 18.837 | 18.837 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 27.917 | 27.917 | 0 | 0 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 15.709 (Vj. T€ 24.758) betreffen in Höhe von T€ 12.695 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Davon betreffen 96,3 % (T€ 12.227) Verbindlichkeiten der Alleinanteilseignerin, welche vollständig aus dem Liefer- und Leistungsverkehr resultieren. T€ 3.014 sind ein von der 100%igen Tochtergesellschaft Comarch Solutions GmbH vergebenes Darlehen.
Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB
Als Sicherheit ist ein Kontokorrentkonto in Höhe von T€ 390 bei der HypoVereinsbank hinterlegt. Die Inanspruchnahme aus dem Haftungsverhältnis wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse als nicht wahrscheinlich beurteilt.
Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und finanzielle Verpflichtungen
(Jahresbeträge ohne Umsatzsteuer)
| T€ | |
|---|---|
| Leasing für Fahrzeuge | 121 |
| Mieten für Geschäftsräume und Stellplätze | 927 |
| 1.048 |
Sonstige finanzielle Verpflichtungen betreffen die Anmietung für Geschäftsräume sowie das Leasing der Firmenfahrzeugflotte. Die Leasingverträge sind in der Regel mit einer Mindestlaufzeit von 2 bis 4 Jahren ausgestattet. Nach Ablauf der Grundmietzeit gewähren die Verträge meist die Option zur Verlängerung des Vertrags. Die Mietverhältnisse haben meist eine Laufzeit zwischen 3 und 5 Jahren. Einige Verträge enthalten eine Klausel, nach der die Miete auf der Grundlage der jewiligen Marktkonditionen nach oben angepasst werden kann.
Die Leasingvereinbarungen dienen der Finanzierung der Gesellschaft. Die Comarch AG trägt bei den Verträgen die Gefahr des zufälligen Untergangs (Risiko aus nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften).
Geschäfte mit nahestehenden Personen
Die Geschäfte mit nahestehenden Personen betreffen die Tochtergesellschaft der berichtenden Gesellschaft sowie Geschäfte mit verbundenen Unternehmen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende Unternehmen bzw. Personen:
| Erträge: | T€ |
|---|---|
| Umsatzerlöse und sonstige Erträge | 6.099 |
| Aufwendungen: | |
| Bezogene Waren und Leistungen | 30.077 |
| Forderungen: | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 746 |
| Ausleihungen | 2.844 |
| Verbindlichkeiten: | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 12.695 |
| Darlehen | 3.014 |
IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die von der Gesellschaft erzielten Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2024 in Höhe von T€ 71.341 (Vj. T€ 64.303) entfallen mit T€ 3.934 (Vj. T€ 2.983) auf den Verkauf von Software, T€ 29.795 (Vj. T€ 28.062) auf Dienst- und Beratungsleistungen, mit T€ 37.598 (Vj. T€ 33.238) auf Wartungsleistungen sowie mit T€ 14 (Vj. T€ 20) auf sonstige Bereiche.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 1.534 (Vj. T€ 4.385) enthalten die Auflösung des Sonderposten für Investitionzuschüsse in Höhe von T€ 92 und für Investitionszulagen von T€ 30, sowie Kurserträge von T€ 960. Weiterhin beeinhaltet diese Position Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 277, Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von T€ 154, staatliche Zuschüsse von T€ 12, Versicherungsentschädigungen von T€ 7 im Berichtsjahr.
Die Erträge aus Beteiligungen enthalten eine im Berichtsjahr von der brasilianischen Tochtergesellschaft Comarch Sistemas Ldta erhaltene Dividende in Höhe von Mio. € 2,1.
V. Nachtragsbericht
Es sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung mit erheblichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Bilanzstichtag 31.12.2024 aufgetreten.
VI. Sonstige Angaben
Im Jahresdurchschnitt 2024 wurden 242 (Vj. 267) Mitarbeiter (ohne Vorstand) beschäftigt, davon 202 in Vollzeit und 40 in Teilzeit.
Dem Vorstand gehören folgende Personen an:
| (1) | Herr Frank Siewert , Vorstandsvorsitzender, Hamburg |
| (2) | Herr Dariusz Biernacki, Vorstand Vertrieb, Dresden |
| (3) | Herr Zbigniew Rymarczyk, Vorstand ERP Business Unit, Krakau/Polen |
| (4) | Herr Michael Steinberger, Vorstand Entwicklung, München |
| (5) | Herr Marcus Sümnick, Vorstand Beratung, Hamburg |
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Herr Michal Pruski ist im abgelaufenen Geschäftsjahr aus dem Vorstand ausgeschieden.
Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
| (1) | Konrad Taranski, Vorstandsmitglied der Comarch S.A. (Vorsitzender), Krakau/Polen |
| (2) | Michal Bajcar, Prokurist der Comarch S.A., Krakau/Polen |
| (3) | Prof. Dr. Hans Zangl, Fachhochschulprofessor, Aufsichtsratsmitglied mit Kenntnissen gem. § 100 Abs. 5 AktG, München |
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen T€ 20 (Vj. T€ 25). Die Gesamtvergütung für Mitglieder des Vorstands einschließlich der Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Tochterunternehmen betrug T€ 1.138 (Vj. T€ 1.156). Darin enthalten sind variable Vergütungsbestandteile (Tantieme) in Höhe von T€ 251 (Vj. T€ 79). Auf eine individualisierte Angabe der Vorstandsbezüge wurde verzichtet, da die Hauptversammlung einen entsprechenden Beschluss gefasst hat.
Im Folgenden werden die Angaben zu Unternehmen zusammengefasst, an denen die Berichtsgesellschaft Anteile von mindestens 20 % besitzt:
| Gesellschaft/Sitz | Anteil am Kapital | Eigen-Kapital | Ergebnis 2024 |
|---|---|---|---|
| % | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| Comarch Solutions GmbH, Innsbruck, Österreich | 100 | 4.759 | 375 |
| Comarch Sistemas LTDA, Sao Paolo, Brasilien | 100 | -1.017 | -1.173 |
Die Comarch Aktiengesellschaft wird in den Konzernabschluss der Comarch S.A., Krakau/Polen einbezogen, der im elektronischen Bundesanzeiger in Polen (Monitor Polski B) und auf der Homepage von Comarch (unter www.comarch.com) veröffentlicht wird. Die Comarch AG selbst ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts nach § 291 HGB befreit.
Honorar des Abschlussprüfers
Das vom Abschlussprüfer berechnete Honorar für das Geschäftsjahr beträgt T€ 25 für die Abschlussprüfungsleistungen sowie T€ 2 für andere Bestätigungsleistungen und T€ 2 für Steuerberatungsleistungen.
Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses
Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn zum 31.12.2024 in Höhe von € 7.832.517,13 einen Betrag von € 7.348.468,25 betreffend der Geschäftsjahre 2023 und 2024 zur Ausschüttung einer Dividende zu verwenden und den verbleibenden Betrag von € 484.048,88 auf neue Rechnung vorzutragen. Der Beschluss der Hauptversammlung erfolgt nach der Aufstellung am 30. April 2025.
Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen
Ausschüttungsgesperrte Beträge von insgesamt 52 T€ resultieren in vollem Umfang aus dem Ansatz aktiver latenter Steuern.
München, 28. Februar 2025
Comarch AG, München
(Vorstand)
Frank Siewert
Dariusz Biernacki
Zbigniew Rymarczyk
Marcus Sümnick
Michael Steinberger
Entwicklung des Anlagevermögens der Comarch AG, München, für das Geschäftsjahr 2024
| Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2024 | Zugang 2024 | Abgang 2024 | Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2024 | |
|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 22.114.183,84 | 19.232,54 | 1.436,58 | 22.131.979,80 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 13.924.788,07 | 0,00 | 0,00 | 13.924.788,07 |
| 36.038.971,91 | 19.232,54 | 1.436,58 | 36.056.767,87 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 8.127.467,85 | 0,00 | 0,00 | 8.127.467,85 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 9.505.771,32 | 237.095,12 | 0,00 | 9.742.866,44 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.295.348,46 | 293.198,93 | 315.353,84 | 3.273.193,55 |
| 20.928.587,63 | 530.294,05 | 315.353,84 | 21.143.527,84 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 5.905.023,36 | 0,00 | 12.915,35 | 5.892.108,01 |
| 2. Ausleihungen | 15.143.767,23 | 0,00 | 12.299.701,67 | 2.844.065,56 |
| 21.048.790,59 | 0,00 | 12.312.617,02 | 8.736.173,57 | |
| 78.016.350,13 | 549.526,59 | 12.629.407,44 | 65.936.469,28 |
| kumulierte Abschreibungen 01.01.2024 | Abschreibungen 2024 | Abgang Abschreibungen | kumulierte Abschreibungen 31.12.2024 | |
|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 22.058.534,84 | 27.992,54 | 1.436,58 | 22.085.090,80 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 13.924.788,07 | 0,00 | 0,00 | 13.924.788,07 |
| 35.983.322,91 | 27.992,54 | 1.436,58 | 36.009.878,87 | |
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 2.564.880,61 | 238.255,00 | 0,00 | 2.803.135,61 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 7.941.823,32 | 451.737,12 | 0,00 | 8.393.560,44 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.875.119,46 | 179.626,93 | 314.367,84 | 2.740.378,55 |
| 13.381.823,39 | 869.619,05 | 314.367,84 | 13.937.074,60 | |
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.209.065,44 | 0,00 | 12.914,35 | 4.196.151,09 |
| 2. Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 4.209.065,44 | 0,00 | 12.914,35 | 4.196.151,09 | |
| 53.574.211,74 | 897.611,59 | 328.718,77 | 54.143.104,56 |
| Buchwert 31.12.2024 | Buchwert 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 46.889,00 | 55.649,00 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0,00 | 0,00 |
| 46.889,00 | 55.649,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 5.324.332,24 | 5.562.587,24 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 1.349.306,00 | 1.563.948,00 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 532.815,00 | 420.229,00 |
| 7.206.453,24 | 7.546.764,24 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.695.956,92 | 1.695.957,92 |
| 2. Ausleihungen | 2.844.065,56 | 15.143.767,23 |
| 4.540.022,48 | 16.839.725,15 | |
| 11.793.364,72 | 24.442.138,39 |
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Comarch AG, München
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Comarch AG - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Comarch AG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 07.04.2025
**Akanthus GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Bianca Baumgärtner-Baedeker, Wirtschaftsprüferin
Dr. Andreas Koller, Wirtschaftsprüfer
Bilanz zum 31.12.2024
AKTIVA
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und We | 46.889,00 | 55.649,00 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 5.324.332,24 | 5.562.587,24 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 1.349.306,00 | 1.563.948,00 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 532.815,00 | 420.229,00 |
| 7.206.453,24 | 7.546.764,24 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.695.956,92 | 1.695.957,92 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 2.844.065,56 | 15.143.767,23 |
| 4.540.022,48 | 16.839.725,15 | |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 79.640,00 | 51.580,00 |
| 2. fertige Erzeugnisse und Waren | 78.276,23 | 13.876,10 |
| 3. geleistete Anzahlungen | 692,27 | 6.775,00 |
| 158.608,50 | 72.231,10 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18.072.752,15 | 18.065.734,33 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 746.078,18 | 465.942,22 |
| 3. sonstige Vermögensgegenstände | 285.549,11 | 5.870.921,70 |
| 19.104.379,44 | 24.402.598,25 | |
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 14.587.308,04 | 21.345.418,15 |
| 33.850.295,98 | 45.820.247,50 | |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 1.343.278,59 | 562.152,41 |
| D. AKTIVE LATENTE STEUERN | 52.000,00 | 62.000,00 |
| 47.038.939,29 | 70.886.538,30 |
PASSIVA
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| A. EIGENKAPITAL | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 6.213.072,00 | 6.213.072,00 |
| II. Kapitalrücklage | 1.558.129,57 | 1.558.129,57 |
| III. Bilanzgewinn | 7.832.517,13 | 28.041.551,95 |
| 15.603.718,70 | 35.812.753,52 | |
| B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE | 812.249,23 | 934.649,23 |
| C. RÜCKSTELLUNGEN | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 3.273.481,20 | 1.432.269,37 |
| 2. sonstige Rückstellungen | 5.436.318,60 | 3.508.140,79 |
| 8.709.799,80 | 4.940.410,16 | |
| D. VERBINDLICHKEITEN | ||
| 1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 39.640,00 | 0,00 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.492.368,88 | 1.899.190,88 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 15.709.150,47 | 24.758.396,23 |
| 4. sonstige Verbindlichkeiten | 1.595.496,00 | 1.260.366,82 |
| - davon aus Steuern: € 1.257.481,89 (Vj. € 935.539,94) | ||
| 18.836.655,35 | 27.917.953,93 | |
| E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 3.076.516,21 | 1.280.771,46 |
| 47.038.939,29 | 70.886.538,30 |
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024
| 01.01. - 31.12.2024 | 01.01. - 31.12.2023 | |||
|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 71.341.411,42 | 64.303.191,87 | ||
| 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen | 99.290,78 | -893.428,44 | ||
| Gesamtleistung | 71.440.702,20 | 63.409.763,43 | ||
| 3. sonstige betriebliche Erträge | 1.533.842,93 | 4.384.927,56 | ||
| - davon Erträge aus der Währungsumrechnung: € 959.951,04 (Vj. € 564.511,63) | ||||
| 72.974.545,13 | 67.794.690,99 | |||
| 4. Materialaufwand: | ||||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 4.747.698,02 | 4.720.267,07 | ||
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 32.699.912,49 | 37.447.610,51 | 30.605.374,85 | 35.325.641,92 |
| Rohergebnis | 35.526.934,62 | 32.469.049,07 | ||
| 5. Personalaufwand: | ||||
| a) Löhne und Gehälter | 19.808.283,65 | 17.231.848,42 | ||
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 3.671.049,30 | 3.131.110,19 | ||
| - davon für Altersversorgung: € 28.226,30 (Vj. € 29.092,80) | ||||
| 6. Abschreibungen: | ||||
| auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 897.611,59 | 983.121,33 | ||
| 7. sonstige betriebliche Aufwendungen | 7.210.616,46 | 31.587.561,00 | 9.576.984,99 | 30.923.064,93 |
| - davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: € 553.173,06 (Vj. € € 826.436,27) | ||||
| 3.939.373,62 | 1.545.984,14 | |||
| 8. Erträge aus Beteiligungen | 2.111.662,95 | 1.185.109,62 | ||
| 9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.425.409,75 | 1.383.608,89 | ||
| - davon an verbundenen Unternehmen: € 559.254,71 (Vj. € € 605.014,54) | ||||
| 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 77.002,11 | 193.294,14 | ||
| - davon an verbundenen Unternehmen: € 13.759,21 (Vj. € 0,00) | 1.348.407,64 | 1.190.314,75 | ||
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 2.531.572,57 | 1.401.399,53 | ||
| - davon Auflösung latente Steuern € 10.000,00 (Vj. € 9.000,00 ) | ||||
| 12. Ergebnis nach Steuern | 4.867.871,64 | 2.520.008,98 | ||
| 13. sonstige Steuern | 24.917,99 | 14.494,38 | ||
| 13. Jahresüberschuss | 4.842.953,65 | 2.505.514,60 | ||
| 14. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr | 2.989.563,48 | 25.536.037,35 | ||
| 15. Bilanzgewinn | 7.832.517,13 | 28.041.551,95 |
Bericht des Aufsichtsrats der Comarch AG mit Sitz in München über das Geschäftsjahr 2024
Das Geschäftsjahr 2024 endete mit dem Jahresüberschuss von € 4.842.953,65 (Vj. € 2.505.514,60) und dem Bilanzgewinn von € 7.832.517,13 (Vj. € 28.041.551,95). Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen sowie Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 2,3 Mio. € auf 4,8 Mio. € (Vj. 2,5 Mio. €). Beim EBT wurde eine Ergebnissteigerung auf 7,4 Mio. € (Vj. 3,9 Mio. €) erwirtschaftet.
In diesen Zahlen sind nicht zahlungswirksame, planmäßige Abschreibungen in Höhe von 0,9 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €) enthalten. Im Jahr 2024 erfolgte eine Ausschüttung der brasilianischen Tochtergesellschaft Comarch Sistemas in Höhe von 2,1 Mio. € (Vj. 1,2 Mio. €).
Die Umsatzerlöse konnten um 11% von 64,3 Mio. € auf 71,3 Mio. € gesteigert werden. Das Rohergebnis ist auf 35,5 Mio. € gestiegen, (Vj: 32,5 Mio. €).
Im Geschäftsjahr wurde die Zusammenarbeit mit der Alleinaktionärin, der Comarch S.A. und der anderen Gesellschaften aus Comarch Verbund fortgeführt und weiter verstärkt. Alleinaktionärin der Gesellschaft ist die Comarch S.A. als Muttergesellschaft mit Sitz in Krakau, Polen. Das Leistungsangebot der Comarch Gruppe umfasst u.a. hochwertige Lösungen für Abrechnungssysteme sowie Kundenmanagement (CRM), Netzwerkmanagement, Unternehmensverwaltung, Kundenbindung, Business Intelligence (BI), B2B-Kommunikation und Finanzdienstleistungsmanagement sowie Infrastrukturlösungen, Data Center Services und IT-Outsorcing. Zu den Kernprodukten der Comarch AG gehört die Comarch ERP Enterprise als anerkannte ERP-Lösung mit zahlreichen ausgezeichneten Branchenlösungen. Diese klassischen ERP-Lösungen werden durch die beschriebenen Produkte der Comarch-Gruppe ergänzt und integriert. Die Gesellschaft tritt damit als IT-Komplettanbieter am Markt auf.
Zum 1. Januar 2024 bestand der Vorstand aus folgenden Mitgliedern: Michal Pruski (Vorsitzender), Frank Siewert, Zbigniew Rymarczyk, Michael Steinberger, Marcus Sümnick und Dariusz Biernacki. Am 31.10.2024 legte Michal Pruski sein Amt als Vorstandsmitglied und -vorsitzender nieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde Frank Siewert ernannt.
Zum 1. Januar 2024 bestand der Aufsichtsrat aus folgenden Mitgliedern: Konrad Tarański (Vorsitzender), Prof. Dr. Hans Zangl und Michal Bajcar.
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2024 ausführlich mit der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung, der Strategie sowie der Planung des Unternehmens befasst. Er nahm im Berichtszeitraum die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben sorgfältig wahr. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2024 regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Der Aufsichtsrat war in sämtliche Entscheidungen eingebunden, die für das Unternehmen von maßgeblicher Bedeutung waren.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend unterrichtet. In Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2024 berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über Strategie und Planung sowie die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Unternehmens und insbesondere auch über wichtige Geschäftsereignisse. Zusätzlich haben sich die Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen von regelmäßigen Einzelgesprächen mit den Mitgliedern des Vorstands über die aktuelle Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle informieren lassen. Der Aufsichtsrat stimmte sämtlichen Angelegenheiten zu, die ihm entsprechend der Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands als zustimmungspflichtige Geschäfte vorgelegt wurden. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2024 aufgrund seiner geringen Größe keine Ausschüsse gebildet.
Der bereits durch den Vorstand aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 ist unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichtes durch die Wirtschaftsprüfer Herrn Dr. Andreas Koller und Frau Bianca Baumgärtner-Baedeker (Akanthus GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) geprüft worden. Der Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) wurde ebenfalls durch die Akanthus GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Diese haben einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht des Vorstandes, den Abhängigkeitsbericht und den Bericht des Abschlussprüfers sowie den Vorschlag des Vorstandes, einen Teil des ausschüttbaren Bilanzgewinns in Höhe von € 7.348.468,25 als Dividende an die Muttergesellschaft auszuzahlen und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von € 484.048,88 auf neue Rechnung vorzutragen, für das Geschäftsjahr 2024 überprüft. An diesen Beratungen waren u.a. Herr Dr. Andreas Koller und Frau Bianca Baumgärtner-Baedeker in ihrer Eigenschaft als Abschlussprüfer beteiligt.
Der Aufsichtsrat hat den geprüften Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 gebilligt. Dabei flossen die Ergebnisse der Prüfung der Berichte des Abschlussprüfers und insbesondere der persönliche Kenntnisstand der Aufsichtsratsmitglieder in die Bewertung ein.
Es hat sich im Rahmen der Nachprüfungen und Erörterungen des Aufsichtsrates kein Ansatzpunkt für die Vermutung ergeben, dass die in den Berichten des Vorstandes dargestellte Lage, die dargestellten Risiken und die dargestellte Ausgewogenheit von Leistung und Gegenleistung in Beziehung zur beherrschenden Comarch S.A. und deren verbundenen Unternehmen von der tatsächlichen Lage abweicht, also unvollständig oder unsachgerecht wäre.
Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfungen hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und gegen die vom Vorstand erstellten Berichte für das Geschäftsjahr 2024 zu erheben.
Daher billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024. Dieser wurde damit verbindlich festgestellt.
Dem Vorschlag des Vorstandes einen Teil des ausschüttbaren Bilanzgewinns in Höhe von € 7.348.468,25 als Dividende an die Muttergesellschaft auszuzahlen und den restlichen Teil des Bilanzgewinns in Höhe von € 484.048,88 auf neue Rechnung vorzutragen, hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen.
Ein Konzernabschluss und ein Konzernlagebericht waren nach den Feststellungen des Vorstandes im Lagebericht nicht zu erstellen, sofern ein befreiender EU-Konzernabschluss der Muttergesellschaft nach § 291 HGB erstellt und in deutscher Sprache offengelegt wird.
München, den 28. April 2025
Konrad Tarański, Aufsichtsratsvorsitzender
Prof. Dr. Hans Zangl, Aufsichtsratsmitglied
Michal Bajcar, Aufsichtsratsmitglied
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024
A. Grundlagen des Unternehmens
Die Comarch-Gruppe ist ein internationaler Anbieter innovativer IT-Systeme für Schlüsselsektoren der Wirtschaft. Das Produktportfolio von Comarch umfasst eigene Softwareprodukte sowie Beratungs- und Integrationsdienste.
Zum Geschäftsfeld Software zählen Lösungen für Invoicing, Kundenmanagement, Netzwerkmanagement, Unternehmensverwaltung, Kundenbindung, Business Intelligence, B2B- Kommunikation und Finanzdienstleistungsmanagement sowie Infrastrukturlösungen, Data Center Services und IT-Outsourcing.
Bezeichnend ist die Software Comarch ERP Enterprise, als anerkannte, flexible und performante ERP-Lösung mit zahlreichen ausgezeichneten Branchenlösungen und kurzen Implementierungszeiten, ob als Cloud- oder On-premise-Lösung.
Comarch Financials ist eine moderne, internetbasierte Rechnungswesen-Lösung. Als Stand-Alone Lösung für Finanzbuchhaltung, Controlling und Anlagenbuchhaltung bildet Comarch Financials eine integrierte Plattform für eine unternehmensweit maßgeschneiderte Anwendung. Als integrativer Bestandteil von Comarch ERP ermöglicht Comarch Financials volle Transparenz in allen Unternehmensbereichen.
Comarch Business Intelligence stellt zahlreiche Werkzeuge wie Analysen, Berichte und Balanced Scorecards zur Verfügung, mit denen Sie die Geschäftstätigkeit optimieren, höhere Umsätze erzielen sowie Engpässe rechtzeitig erkennen und eliminieren können.
Durch entwickelte IoT-Technologien und Anwendungen für die Planung von Unternehmensressourcen, bietet Comarch flexible End-to-End Lösungen.
Comarch Loyalty Marketing bietet Software für die Bereiche Kundenbindung, Marketing Automation, Big-Data- und Kundendatenanalyse, Customer Engagement und Gamification. Comarch E-Invoicing ermöglicht die Abwicklung von kompletten rechnungsbezogenen Abläufen.
Das Datenaustausch- und Dokumentenmanagement bietet Softwarelösungen, die die Lieferketten und Rechnungslegungsprozesse automatisieren, die Kosten in der Dokumentenabwicklung senken, die Kommunikation mit allen Geschäftspartnern effizienter macht, eine hohe Datenqualität sichert und dabei eine weltweite Abdeckung und sichere Datenübertragung bietet.
Als IT-Komplettdienstleister bietet Comarch ICT (Information and Communications Technologies) IT-Infrastrukturlösungen, Cloud Services, Hosting- und Outsourcing-Services sowie umfassende Dienstleistungen zur Einführung und Integration der Softwarelösungen.
Im Geschäftsfeld Wartung betreut die Comarch AG eigene Produkte, die Kunden im Einsatz haben. Innerhalb der Wartungsverträge leistet die Comarch AG für ihre Kunden Support- und Korrekturleistungen und stellt Systeme, neueste Releases, Updates und Patches zur Verfügung. In dieses Geschäftsfeld fallen auch Umsätze aus Leistungen der Rechenzentren und Cloud-Verträge sowie Leistungen aus sogenannten SLA-Verträgen (Service Level Agreement) und IT-Outsourcing Dienstleistungen, weil sie ähnlicher Natur wie klassische Wartungsverträge sind. Die Wartungsverträge mit Comarch Kunden stellen die Geschäftskontinuität sicher. Die Cloud ermöglicht dabei die digitale Nutzung unabhängig von eigenen Maschinen oder IT-Mitarbeitern. Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise und niedriger Verfügbarkeit qualifizierter IT-Fachkräfte wird der Trend zur Cloud weiter anhalten.
Im Geschäftsfeld Dienstleistungen / Beratung bietet die Comarch AG in einer dezentralen Organisation Dienstleistungen (Beratung, Anpassungsprogrammierung, Datenübernahmen u.ä.) an, um die Produkte bei den Kunden einzuführen. Die Consultants erstellen Einsatzstudien im Vorfeld der Softwareeinführung und unterstützen die Kunden bei der Implementierung und Anpassung der Software sowie bei Releasewechseln. Weitere Dienstleistungen sind Schulungen und IT-Infrastruktur Dienstleistungen.
Im Geschäftsfeld Sonstige bietet die Comarch AG vor allem Hardware an und 3rd Party Software, die zur Umsetzung eigener Projekte notwendig ist. Daneben fallen unter diese Rubrik Umsätze, die die Comarch AG außerhalb ihres Hauptgeschäfts generiert (z.B. Weiterverrechnung von Prämien, die innerhalb von Kundenbindungsprogrammen bei Kunden erfolgen).
Die Comarch Gruppe beschäftigt derzeit rund 6.400 Mitarbeiter in über 90 Niederlassungen in mehr als 30 Ländern, davon entfallen auf die deutsche Comarch AG ca. 255 Mitarbeiter
In Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügt Comarch über 10 (Vj. 11) lokale Standorte, die kompetente Ansprechpartner vor Ort sichern. Die sogenannten DACH-Gesellschaften sowie eine unselbstständige Betriebsstätte in Belgien, Brüssel, fügen sich als Anbieter von IT-Lösungen sowie IT-Infrastruktur in die Comarch Group ein.
Die zwei deutschen Hauptstandorte der Comarch AG befinden sich in München und Dresden. In Dresden wurde im Jahr 2013 ein eigener Gebäudekomplex fertiggestellt. Der Komplex besteht aus einem Bürogebäude sowie einem hochsicheren, modernen und Cloud-fähigen Rechenzentrum (Investition im Wert von ca. 12,9 Mio. €). Das Rechenzentrum entspricht strengsten Qualitätskriterien und ist eines der sichersten in Mitteldeutschland. Bereitgestellt werden Cloud-Produkte sowie IT-Services. Die Datenverarbeitung erfolgt gemäß strengsten europäischen Datenschutzrichtlinien.
Um Datenverluste auszuschließen, wird eine regelmäßige Datensicherung unter Berücksichtigung aller rechtlichen Vorgaben und Best Practices sowie strengsten Vorgaben von Kunden durchgeführt. Modernste technologische Standards, innovative IT, fortschrittliche Architektur (Tier III und Tier IV) sowie verschiedene Geschäftsmodelle (SaaS, PaaS, IaaS) für das riesige Datenarchiv zeichnet das Comarch-Rechenzentrum in Dresden aus. Unterschiedliche Data Recovery Services garantieren einen höchstmöglichen Schutz gegen Datenverluste im Fall kritischer IT-Ausfälle, beispielsweise bei Naturkatastrophen wie Bränden oder Überflutungen.
B. Wirtschaftsbericht
I. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche
Die IT-Branche in Deutschland gewinnt aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung wieter an Bedeutung. Trotz weltweiter Krisen zeigt sich die Branche robust. Die wirtschaftliche Tätigkeit der Comarch AG, München, und der Verkaufserfolg der Softwarelösungen hängen von der Entwicklung auf den sensiblen IT-Märkten in Westeuropa, besonders in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und der Schweiz) ab. Als Erfolg der Digitalisierung ist die Steigerung der Effizienz, die Sicherung der eigenen Marktposition und die Verbesserung der Einkaufs- und Servicebindung der Kunden zu nennen. Diese Entwicklung wird durch die verstärkte Vernetzung von Daten sowie durch den Ausbau von Cloud-Kapazitäten und durch die Expertise durch Fachpersonal aktiviert. Die allgemeine Situation auf dem IT-Markt in der DACH-Region, mit Themen wie Cybersicherheit, IoT, Cloud Strategien und E-Commerce-Trends gewinnen große Bedeutung für die zukünftige Entwicklung und Digitalisierung der ERP-Branche. Trotz der wachsenden Zahl an IT-Spezialisten herrscht weiterhin ein Fachkräftemangel in der Branche.
II. Darstellung des Geschäftsverlaufs
Forschung und Entwicklung
Die Comarch AG investiert stetig einen großen Teil ihres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung von bestehenden und neuen Produkten. Bei diesen Aktivitäten werden die Nearshoring-Ressourcen der polnischen Muttergesellschaft eingesetzt. Das Entwicklerteam in Polen leistet Unterstützung vor allem bei der Entwicklung von Funktionen und Modulen für die Produkte Comarch ERP Enterprise und Comarch Financials Enterprise (CFE).
Neben vielen kleinen und größeren Verbesserungen von ERP-Enterprise 6.4 hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Robustheit sowie Ergonomie wurden diverse neue Funktionen und Anwendungen entwickelt. Ein Schwerpunkt der CFE-Neuentwicklungen wurde auf Performance-Verbesserungen gelegt, so dass auch umfangreiche Datenbereiche schnell und effizient verarbeitet werden. Dazu wurden technische Anpassungen in Finanzbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung und Controlling vorgenommen, z.B. beim Speichern von Stammdaten, bei der Periodeneröffnung, u.a.m. Solche Optimierungen wurden auch in einigen im Folgenden nicht erwähnten Anwendungen, Anzeigen und Verarbeitungsschritten realisiert, um eine schnelle Handhabung und Funktionsweise der Programme zu gewährleisten.
Darüber hinaus stehen in der Finanzbuchhaltung, der Anlagenbuchhaltung und im Controlling neue Hintergrund-Anwendungen zur Datenreorganisation zur Verfügung.
In der Finanzbuchhaltung wurden zahlreiche Neuerungen, Ergänzungen und komplexe Optimierungen eingeführt, um den Buchungsprozess zu vervollkommnen.
Das Modul für internationale Steuern und Abgaben ist jetzt vollständig verfügbar und nahtlos in alle Geschäftsprozesse integriert. Mit dieser Erweiterung können beliebig viele Steuern und Abgaben angelegt und verwaltet werden. Dabei werden nicht nur die Höhe der Steuer oder Abgabe berücksichtigt, sondern auch der Basispreis, die Menge sowie weitere relevante Einflussfaktoren, die für eine exakte Berechnung notwendig sind. Darüber hinaus können flexibel mehrere Steuern und Abgaben in verschiedenen Szenarien angewendet werden, um den Anforderungen internationaler Märkte und unterschiedlicher gesetzlicher Vorgaben gerecht zu werden.
Daneben ist die Einbindung künstlicher Intelligenz in die Benutzerführung des ERP- Systems, durch ChatERP zu nennen. Dabei wird den Anwendern die Möglichkeit geboten, in natürlicher Sprache mit dem System zu kommunizieren. Der KI-Assistent unterstützt bei der Einarbeitung sowie bei der Beantwortung individueller Fragen im Rahmen der Bedienung des ERP-Systems. Dabei merkt sich ChatERP den Verlauf eines Gesprächs mit dem Anwender und kann dieses so zu einem späteren Zeitpunkt effizient fortsetzen und an bereits beantwortete Fragen anknüpfen. Das System ist dabei nahtlos in die grafische Benutzeroberfläche (GUI) des Comarch ERP-Systems integriert. So gelingt eine komfortable Benutzerführung, bei der das System zum Beispiel direkt in die für eine Anfrage relevante Ansicht springen kann, anstatt den Weg hierhin durch vielschichtige Menüs nur zu erklären.
Kl hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Effizienz. Künstliche Intelligenz kann Unternehmer im Tagesgeschäft erheblich unterstützen, beispielsweise bei der Kundeninteraktion, der Prozessautomatisierung und der Optimierung von Geschäftsabläufen.
Auch das E-Rechnungssystem hat große Bedeutung für die Wirtschaft und die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt.
Wachsende Bedeutung hat die Cybersicherheit im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung und der Implementierung neuer Technologien. Für Comarch bedeutet IT-Sicherheit, die Sicherheit personenbezogener Daten, aber auch die Sicherheit, die vor Manipulation, Falschmeldungen und schädlichen Nachrichten schützt.
Insgesamt wurden für F&E-Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2024 T€ 6,9 Mio. € (Vj. 6,5 Mio. €) investiert, das entspricht einer Zunahme von 6,2%. Gründe für Erhöhung von Investitionen sind eine langfristige Nachfrage durch den digitalen Wandel und Anwendungsphasen generierter Kl sowie ein stabileres Inflations- und Zinsumfeld.
Mitarbeiter
Zum Stichtag 31.12.2024 beschäftigte die Comarch AG inklusive der Betriebsstätte Brüssel und Vorstandsmitgliedern 255 (Vj. 285) Mitarbeiter.
Die Comarch AG verfügt über ein differenziertes Entlohnungssystem für seine Mitarbeiter. Im Bereich Beratung werden neben dem Fixgehalt variable Prämien in Abhängigkeit von quantitativen Bezugsgrößen gewährt. Beschäftigte im Vertriebsaußendienst erhalten neben einem Fixum eine variable Provision in Abhängigkeit vom erreichten Deckungsbeitrag. Softwareentwickler erhalten ebenfalls neben einem Festgehalt einen variablen Vergütungsbestandteil, der von Entwicklungszielen abhängig ist. Im Verwaltungsbereich erfolgt die Vergütung überwiegend in Form von Fixgehältern.
Die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Comarch AG orientiert sich an der Größe des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen. Daneben werden Indikatoren wie Aufgabenfeld, Erfahrung und Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Unternehmenserfolg bei der Vergütung berücksichtigt.
Zweigniederlassungen / Tochterunternehmen
Die Comarch S.A. hält einhundert Prozent der Anteile an der Comarch AG.
Neben dem Hauptsitz in München hat die Gesellschaft aktuell Betriebsstätten in Dresden, Hannover, Hamburg, Bremen, Münster, Berlin und Brüssel. Tochterunternehmen ist die Comarch Solutions GmbH mit dem Sitz in Innsbruck, Österreich (Beteiligung 100 %).
Die Comarch AG hält 100% der Anteile im Nominalwert von 1000.000 R$ an der brasilianischen Gesellschaft Comarch Sistemas LTDA mit Sitz in Sao Paolo, Brasilien.
Die argentinische Gesellschaft Comarch Argentina S.A., die in Buenos Aires ansässig war und an der die Comarch AG eine 5%ige Beteiligung hielt, wurde am 19. April 2024 wegen Liquidation endgültig aus dem argentinischen Handelsregister gelöscht.
III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Ertragslage
Im Jahr 2024 konnte ein Umsatzwachstum von 64,3 Mio. € um 10,9% auf 71,3 Mio. € erreicht werden. Insbesondere begünstigten die Geschäftsbereiche Softwarelizenzen 3,8 Mio. € (Vj. 2,7 Mio. €), Wartung 37,6 Mio. € (Vj. 33,2 Mio. €) und Dienstleistungen 27,4 Mio. € (Vorjahr 25,3 Mio. €) diesen Anstieg.
Das Rohergebnis ist auf 35,5 Mio. € angestiegen (Vj. 32,5 Mio. €), besonders aufgrund der Umsatzerhöhung. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen sowie Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 2,3 Mio. € auf 4,8 Mio. € (Vj. 2,5 Mio. €). Die Entwicklung der Gesellschaft auf dem IT-Markt ist positiv zu werten und die Marktposition zeigt sich stabil.
Beim EBT wurde eine Ergebnissteigerung auf 7,4 Mio. € (Vj. 3,9 Mio. €) erwirtschaftet. In diesen Zahlen sind nicht zahlungswirksame, planmäßige Abschreibungen in Höhe von 0,9 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €) enthalten. Im Jahr 2024 führte eine Ausschüttung der brasilianischen Tochtergesellschaft Comarch Sistemas zu Beteiligungserträgen in Höhe von 2,1 Mio. € (Vj. 1,2 Mio. €).
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme von 47 Mio. € (Vj. 70,1 Mio. €) ist um 23,8 Mio. € niedriger als im Vorjahr. Der Anteil des langfristigen Vermögens beträgt 11,8 Mio. € bzw. 25,1 % der Bilanzsumme (Vj. 24,4 Mio. € bzw. 34,5%). Der Rückgang des langfristigen Vermögens ist bedingt durch Tilgungen von ausgegebenen Darlehen an verbundene Unternehmen in Höhe von 13,6 Mio. €.
Patronatserklärungen der Muttergesellschaft Comarch S.A. decken zu einem großen Teil das wirtschaftliche Risiko der Ausleihungen im Comarch-Verbund ab.
Zum starken Rückgang der Bilanzsumme trugen neben den zurückgezahlten Ausleihungen im Verbund vor allem der Eingang der offenen Kaufpreisforderung aus dem vorjährigen Verkauf einer Beteiligung (5,6 Mio. €) sowie ein um 6,7 Mio. € niedrigerer Finanzmittelbestand bei, der sich aufgrund der Rückführung von Verbundverbindlichkeiten ergab.
Die Bilanzsumme minderte sich auf 47 Mio. € (Vj. 70,9 Mio. €), insbesondere aufgrund einer hohen Gewinnausschüttung im Jahr 2024 an die Muttergesellschaft Comarch S.A. in Höhe von 25 Mio. €, die ursächlich für den Rückgang des Eigenkapitals und der Eigenkapitalquote von 51% auf 33% ist, trotz eines Jahresüberschusses von 4,8 Mio. €.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrugen 15,7 Mio. € (Vj. 24,8 Mio. €). Davon betreffen 3 Mio. € ein von der 100%igen Tochtergesellschaft Comarch Solutions GmbH aufgenommenes Darlehen. Von den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Verbund von 12,7 betreffen 12,2 Mio. € (96%) die polnische Muttergesellschaft. Die Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber der Comarch S.A. werden im notwendigen Umfang gestundet. Bankkredite oder Konzerndarlehen wurden auch im Jahr 2024 nicht benötigt. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft verringerten sich per Saldo um 9,1 Mio. € auf 18,8 Mio. € (Vj. 27,9 Mio. €). Der Finanzmittelbestand reduzierte sich dadurch am Bilanzstichtag auf 14,6 Mio. € gegenüber 21,3 Mio. € im Vorjahr.
Die Abnahme des Finanzmittelbestands betrifft außerdem die Gewinnausschüttung im Berichtsjahr an die Muttergesellschaft. Der dennoch als hoch einzustufende Finanzmittelbestand wird durch Stundungen der Muttergesellschaft unterstützt.
Finanzmittel sind in Höhe von 0,4 Mio. € zur Besicherung von Aval-Krediten verpfändet. Für die Finanzierung der Firmenfahrzeuge wird Leasing als Finanzierungsinstrument eingesetzt.
Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Die Unternehmenssteuerung der Comarch AG erfolgt primär auf Basis der Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, Rohergebnisse sowie operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT); wichtige Planungsinstrumente sind außerdem bei langfristigen Aufträgen Projektabgrenzungen von Aufwand und Umsatz. Projektabgrenzungen sind u.a. bedeutsam um Projektrisiken frühzeitig zu erkennen.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren betreffen die Beziehungen der Comarch AG zu Kunden und Mitarbeitern sowie die Forschung- und Entwicklung und das Umweltbewusstsein. Risiken bezüglich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung bei der Comarch AG werden als geringfügig eingestuft.
Die Förderung erneuerbarer Energien für die Rechenzentren erfolgt diesbezüglich beispielsweise durch den Einsatz der Comarch eigenen Loyalty-Lösung, die auf nachhaltigen Praktiken basieren und eine nachhaltige Entwicklung fördern.
Smart Metering-Lösungen dienen der Überwachung des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz. Als Maßnahme zur Energieeffizienz leistet Comarch einen Beitrag für mehr Klimaschutz mithilfe eines „Free Cooling“-Ansatzes, welcher eine Kühlung des Rechenzentrums gewährleistet, indem die Außenluft in die zu kühlende Räume und Server transportiert wird. Zudem fördert diese eine Abwärmenutzung aus dem Rechenzentrum. Comarch überwacht konstant den Verbrauch von Strom, Wärme und Brennstoffen in allen Tätigkeitsbereichen und konzentriert sich dabei vor allem auf den Verbrauch von Strom und Gas, Erdgas, Heizöl und Flüssiggas. Mit der Comarch Smart Lighting Lösung werden zwischen 20% und 40% des Stroms für die Beleuchtung eingespart. Zusätzlich wurden im Bereich Beleuchtung konventionelle Leuchtmittel mit LED Technologie eingesetzt. Daneben leisten moderne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung einen Beitrag für einen geringeren Energieverbrauch. Gleichzeitig wird von ausgewählten Zulieferern Ökostrom eingesetzt. Im Bereich der Comarch IT-Infrastruktur werden virtuelle Maschinen eingesetzt, die die Anzahl der physischen Server reduzieren und dadurch den Energieverbrauch senken. Comarch verfügt über das BREEM Very Good-Zertifikat, welches bestätigt, dass Gebäude und Anlagen ökologisch entworfen wurden sowie ein freundliches Arbeitsumfeld bieten.
IV. Gesamtaussage
Der Vorstand rechnete mit leicht steigendem Umsatz und Rohergebnis. Trotz gestiegener betrieblicher Aufwendungen wurde ein leicht höheres Betriebsergebnis (EBIT), im Vergleich zum Vorjahr, geplant. Die tatsächliche Entwicklung entsprach bzw. übertraf damit die ursprünglichen Einschätzungen für das Geschäftsjahr 2024.
C. Prognosebericht
Der Vorstand rechnet mit ansteigenden Umsatzerlösen und mit einem höheren Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Dies soll durch strategische Maßnahmen und Verbesserungen wichtiger Projekte und Lösungen erreicht werden. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.
D. Chancen- und Risikobericht
Der Chancen- und Risikobericht erläutert wesentliche Einzelrisiken im Hinblick auf die Bedeutung der Comarch AG. Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken bestehen möglicherweise weitere strategische, operative, finanzielle, soziale, arbeitssicherheitstechnische, gesundheits- und umweltbezogene sowie sonstige externe Risiken, die der Comarch AG aktuell noch nicht bekannt oder bewusst sind. Bei Eintritt eines oder mehrerer bekannter oder unbekannter Risiken besteht die Möglichkeit nachteiliger Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Comarch AG.
Marktchancen
Im Bereich der Standardsoftware wurde durch die Integration in die Comarch Gruppe, Polen, die Weiterentwicklung und Vermarktung der Produktlinie Comarch ERP und Comarch Financials beschleunigt. Die Comarch ERP Enterprise ist die Lösung, die ganzheitliche Digitalisierung ermöglicht und mit Anbindungen u.a. an Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (Kl) für die Umsetzung von Industrie 4.0 und Omnichannel-Commerce im Einsatz ist. So erschließt sich für die Comarch AG, München, durch die Einbindung in die polnische Muttergesellschaft mit einer Vielzahl von Niederlassungen und Vertriebspartnern, insbesondere in Osteuropa, dieser wichtige Zielmarkt für die innovativen Produkte. Die Comarch AG greift zusätzlich zu den eigenen Mitarbeitern auf hochqualifizierte Softwareentwickler der Muttergesellschaft in Polen zu und erhöht damit die Entwicklungsgeschwindigkeit für die eigenen Produkte deutlich. Durch die Produkte der Muttergesellschaft im Angebot kann die Comarch AG die Kunden noch umfassender bedienen. In Polen hat Comarch bereits eine führende Marktposition (insbesondere im ERP-Bereich). Ziel der Comarch AG ist es, die Wettbewerbsposition auf den Märkten, auf denen diese aktuell tätig ist, zu stärken. Dabei fließen wertvolle Erfahrungen aus Projekten in Westeuropa in die Entwicklung neuer Produktversionen ein, die wiederum auf die Bedürfnisse der internationalen Märkte zugeschnitten werden.
Die bei der Comarch AG relevanten Risikoklassen, die vor jeder unternehmerischen Entscheidung zu berücksichtigen sind, lassen sich wie folgt gliedern:
Ökonomische Risiken und Marktrisiken
| • | Die Comarch AG ist eingebunden in eine komplexe, globale Geschäftswelt und dementsprechend einer Vielzahl von externen und internen Einflüssen ausgesetzt. Gesamtwirtschaftliche Risiken können sich durch langfristige Wandlungsprozesse in der Bevölkerung mit möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft sowie zunehmend aufgrund der strengeren Klimapolitik und der hohen Verschuldung vieler Volkswirtschaften oder der aktuellen geopolitischen Spannungen ergeben. Der Krieg in der Ukraine gefährdet den Frieden in Europa und der Welt. Die Tragweite ist nicht absehbar. Diesbezüglich könnten länderbedingte oder globale Beschränkungen den Absatz von Waren und Dienstleistungen erschweren, verteuern oder zur Unterbrechung von Lieferketten führen. |
| • | Die Softwarebranche durchlebt immer noch eine Phase der Konsolidierung, der Wettbewerb hat und wird sich infolge dieser Konsolidierungen weiter verstärken. Möglicherweise kann es Wettbewerbern gelingen, Marktanteile zu Lasten von Comarch zu gewinnen. |
| • | Einen erheblichen Anteil der Umsatzerlöse generiert die Comarch AG aus Pflegeverträgen mit Bestandskunden. Wenn diese Kunden sich entscheiden sollten, Pflegeverträge zu kündigen und gleichzeitig keine neuen Lizenz- oder Dienstleistungsverträge abzuschließen, kann dies das Ergebnis der Comarch AG nachhaltig negativ beeinträchtigen. |
Produktrisiken
| • | Neue Softwareprodukte und neue Releases können trotz umfangreicher Planung und Tests nicht erkannte Fehler bzw. Schwachstellen enthalten. Deshalb unternimmt die Comarch AG nach der Auslieferung an Kunden besondere Anstrengungen, die aufgetretenen Mängel in enger Kooperation mit den Kunden zu beheben. Es besteht dennoch keine Gewähr, dass Mängel stets zur Zufriedenheit des Kunden behoben werden können. Aus diesem Grund können Kunden Ansprüche auf Rückerstattung geleisteter Beträge erheben oder Schadensersatz, Austausch des Softwareprodukts oder sonstige Zugeständnisse verlangen. Kauf- oder Dienstleistungsverträge können bei Rechtsstreitigkeiten vom Gericht als Werkverträge ausgelegt werden. Solche Vorfälle können sich negativ auf die Ertragslage sowie auf das Ansehen der Comarch AG auswirken. |
| • | Die Planung von neuen Softwareprodukten basiert auf langjährigen Erfahrungen bei der Entwicklung und bei Projekten mit ähnlichen Produkten der Comarch AG (Comarch ERP Suite, Comarch Financial Schilling, Comarch Financial DKS). Dennoch ist bei einer Produktplanung und -entwicklung nicht vollständig auszuschließen, dass während der Entwicklungsphase technische Probleme auftreten können, die Fertigstellung des Produkts nicht zum geplanten Zeitpunkt abgeschlossen wird oder das Produkt erst mit zeitlicher Verzögerung marktfähig ist. Aufgrund der teilweisen Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung mit ausländischen Entwicklern besteht ein gewisses Risiko, das die Umsetzung der Entwicklungsziele negativ beeinträchtigen könnte. |
| • | Comarch bietet Kunden maßgeschneiderte Lösungen. Es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, technische Entwicklungen und kundenseitige Anforderungen zu erkennen und das Produktportfolio, Serviceleistungen und Vertriebsstrukturen rechtzeitig darauf anzupassen. Es besteht das moderate Risiko entgangener Umsätze, wenn veränderte Kundenbedürfnisse nicht zeitnah erkannt oder in den konzernweiten Prozessen nicht abgebildet werden. |
Projektrisiken
Die Tätigkeit zur Implementierung der Software ist mit einer Vielzahl von Risiken behaftet, auf die die Comarch AG teilweise keinen Einfluss hat. So sind die Projekte häufig mit der Bereitstellung von Ressourcen seitens des Kunden verbunden. Die Projektrisiken können zu Verzögerungen bei Systemeinführungen und/oder zu höheren Projektkosten führen. Damit verbundene Kundenregressforderungen und Imageschäden für die Comarch AG können nicht ausgeschlossen werden. Bei der Durchführung von Projekten für andere Produkte aus dem Comarch-Konzern, welche vor allem bei Großkunden realisiert werden, trägt die Comarch AG Risiken, welche höhere Werte haben als bei ERP-Projekten. Diese Risiken sind in allen Verträgen mit Subunternehmen entsprechend berücksichtigt und an diese übertragen.
IT-Sicherheitsrisiken
Die wachsende Digitalisierung bedarf erhöhter IT-Sicherheit und Abwehr von Cyberrisiken. Kl-basierte Tools können vermehrt bei Angriffen zum Einsatz kommen. Risiken, wie den Diebstahl von Daten mit dem Ziel der späteren Entschlüsselung, entwickeln sich rasant.
Comarch begegnet der Minimierung solcher Risiken durch IT-Sicherheitsverfahren und einen Chief Information Security Officer (CISO), sowie einem vorausschauenden proaktiven Ansatz zur Risikoerkennung, -management und -minderung, um auf dynamische Cyberrisiken zu reagieren. Zugriffe auf Unternehmensanwendungen, Workstations und VPNs werden von Comarch kontrolliert. Methoden zur Authentifizierung, Autorisierung (einschließlich Smartcards, kryptografischer Zertifikate oder Hardware und Software-Tokens), Identitätslebenszyklus und Rechenschaftspflicht werden angewendet. Der Standort der Comarch AG in Dresden, mit dem eigenem Rechenzentrum ist nach der Norm ISO 27001 für professionelles Informationssicherheitsmanagement zertifiziert. Das Zertifikat bestätigt die Übereinstimmung des seit Jahren bei Comarch etablierten ISMS mit der Norm von unabhängiger Stelle.
Personalrisiken
Der Erfolg hängt wesentlich von motivierten, hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften ab. Wenn qualifizierte und wichtige Mitarbeiter die Comarch AG verlassen und kein entsprechender Ersatz für diese Personen gefunden wird, können die Geschäfte beeinträchtigt werden. Die Comarch AG ist bei der Gewinnung hochqualifizierter Arbeitskräfte im IT-Sektor einem starken Wettbewerb ausgesetzt, so dass es keine Garantie dafür geben kann, die entscheidenden Leistungsträger langfristig an sich zu binden. Der Comarch- Konzern kooperiert deshalb mit Hochschulen, um daraus Personal zu gewinnen. Weiterhin sollen qualifizierte Fach- und Führungskräfte rekrutiert, integriert, weiterentwickelt und dauerhaft gehalten werden. Etwaige Abgänge von Schlüsselpersonen sollen durch rechtzeitig ausgebildete interne Nachfolger aufgefangen werden. Es besteht aber ein steigender Bedarf an Nachwuchskräften im digitalen Wandel. Sollte dieser nicht gedeckt werden, ist das Risiko einer Verschlechterung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gegeben. Dem Risiko eines Personalengpasses wird mit Maßnahmen der Personalentwicklung, Stellvertreterregelungen, Arbeitszeitflexibilisierungen und Home-Office-Möglichkeiten begegnet.
Zudem kann es auch aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine zu Personalausfällen oder Verschiebungen kommen. In der Ukraine ist Comarch aktiv an der Entwicklung und Verbesserung des e-TTN-Projekts (Electronic Consignment Note) beteiligt.
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Rechtliche Risiken können bei der Softwareentwicklung hinsichtlich der Urheberrechte entstehen. Daher hat sich die Comarch AG bei Arbeits- oder Entwicklungsverträgen mit externen Partnern derart vertraglich abgesichert, dass alle Rechte bei der Comarch AG verbleiben.
Finanzielle Risiken
Die Comarch AG gehört zum international tätigen Comarch-Konzern und ist daher durch die Präsenz am Kapitalmarkt verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Dies sind vor allem Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken, Finanzmarktrisiken und Risiken aus Schwankungen von Marktwerten operativer materieller und immaterieller Vermögenswerte.
| • | Die Erlöse aus Dienstleistungen und Softwarelizenzen lassen sich aus verschiedenen Gründen nur schwer prognostizieren. Gründe hierfür sind beispielsweise die relativ langen Vertriebszyklen, zeitliche Verzögerungen bei Installationen von Softwareprodukten sowie Budgetänderungen beim Kunden. Da andererseits die Ausgaben der Comarch AG grundsätzlich kurzfristig relativ stabil bleiben, kann das Ausbleiben oder eine Verzögerung erwarteter Umsätze zu beträchtlichen periodischen Schwankungen beim Betriebsergebnis und daraus folgend zu Liquiditätsengpässen führen. |
| • | Die Langwierigkeit und Schwere des Krieges in der Ukraine kann zum Ausbleiben von Umsätzen und zu Liquiditätsengpässen führen kann. |
| • | Schwankungen und Rückgänge im Lizenzgeschäft wirken sich auf zukünftige Dienstleistungs- und Pflegeerlöse aus, die in der Regel der Entwicklung der Lizenzumsätze in zeitlichem Abstand folgen. Jedes Absinken der Umsätze von Softwarelizenzen gegenüber dem Vorjahr und Kündigungen von Softwarepflegeverträgen können sich daher negativ auf den Gesamtumsatz und Ertrag der Comarch auswirken. |
| • | Die Entwicklungskapazität ist weiterhin relativ hoch, damit verbunden sind hohe fixe Personalaufwendungen. Dagegen ist das Umsatzwachstum mit den Softwareprodukten schwer prognostizierbar und mit Marktrisiken behaftet. |
| • | Liquiditätsrisiken bestehen zudem, wenn durch eine Regierung eingeführte Beschränkungen oder Kontrollmaßnahmen Zahlungspläne behindern. |
Risikoberichterstattung zu Finanzinstrumenten
Die Comarch AG tätigt ihre operativen Geschäfte zum überwiegenden Teil in Deutschland bzw. in der Eurozone. Daneben werden geschäftliche Aktivitäten im Drittland akquiriert, wie beispielsweise in der Schweiz, Brasilien, Lateinamerika sowie die geschäftlichen Beziehungen zum Mutterkonzern Comarch S.A., Krakau. Zusätzlich unterhält die Comarch AG im Jahr 2024 Geschäfte mit Kunden aus Südamerika, Südafrika und Asien. Hieraus resultieren in gewissem Umfang Währungsrisiken, die durch Comarch AG und die Konzernmuttergesellschaft überwacht und bei Bedarf gesteuert werden. Auf den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Begrenzung der Finanzrisiken wurde verzichtet.
Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken bzw. das Risikomanagement näher beschrieben:
Kredit- und Ausfallrisiko
Für die Comarch AG besteht ein Kreditrisiko dahingehend, dass der Wertansatz der Forderungen beeinträchtigt werden könnte, wenn die Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen. Das maximale Ausfallrisiko umfasst daher den Gesamtbetrag der Forderungen. Zur Minimierung der Kreditrisiken erfolgt im Konzern ein stringentes Forderungs- und Überwachungsmanagement der offenen Forderungen zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken. Grundsätzlich werden für alle Kunden Kreditlimits festgelegt. In den letzten Jahren haben sich die Kreditrisiken insgesamt etwas erhöht. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen Risikokonzentrationen bei Vertriebspartnern im indirekten Vertrieb und bei Großkunden. Dem Risiko wird durch ratierliche Zahlungen während der Projektphase begegnet. Zudem werden Geschäfte nur mit Kunden guter Lieferantenbewertung bzw. unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits eingegangen.
Das Kreditausfallrisiko für die ausgereichten Verbunddarlehen ist gering. Sämtliche Verbunddarlehen sind kurzfristig und werden sukzessive getilgt. Das Kreditrisiko für solche Ausleihungen ist durch Patronatserklärungen der Muttergesellschaft Comarch S.A. zu einem großen Teil abgedeckt. Es besteht auch ein Bewertungsrisiko von Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Gesellschaften, die zukünftige Ergebnisse negativ beeinflussen kann.
Liquiditätsrisiken
Durch die unter dem Abschnitt Vermögens- und Finanzlage dargestellten Maßnahmen der Muttergesellschaft Comarch S.A. ist die Finanzierung der Gesellschaft mittelfristig gesichert. Die Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber der Comarch S.A. werden im notwendigen Umfang gestundet. Der Finanz- und Liquiditätsbedarf wird aus einer Finanzplanung abgeleitet, wobei aufgrund der zum Jahresanfang vereinnahmten Wartungserlöse der Finanzbedarf zum Ende des Jahres strukturell höher ist. Darüber hinaus werden für ungeplante Mehrausgaben und Mindereinnahmen Reserven vorgehalten. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit werden liquide Mittel, insbesondere auch durch zeitgesteuerte Termingeldanlagen, bereitgehalten, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllen zu können. Liquiditätsrisiken bestehen, wenn durch eine ausländische Regierung eingeführte Kontrollmaßnahmen Zahlungspläne behindern. Im Jahr 2024 wurden keine Bankkredite oder Konzerndarlehen benötigt. Die Gesellschaft erwartet auch für das kommende Geschäftsjahr eine Finanzierung ohne Inanspruchnahme von Krediten.
Marktrisiko
Das Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen das Preisrisiko, das Währungsrisiko und das Zinsrisiko.
Preisrisiko
Im Konzern der Comarch AG bestehen kaum Preisrisiken bei den Finanzinstrumenten.
Währungsrisiko
Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssige Mittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden. Im Geschäftsjahr 2024 gab es auch Transaktionen mit dem Mutterkonzern in der Währungseinheit Zloty und mit Kunden in der Währungseinheit ZAR, CHF, USD und PLN, so dass sich auch diesbezüglich Kursgewinne bzw. - verluste ergaben. Insgesamt überstiegen die Währungserträge die Währungsaufwendungen.
Zinsrisiko
Ein Zinsrisiko, d.h. eine Wertveränderung des Finanzinstruments (Fair Value Risiko) bzw. der künftigen Zahlungen aus einem Finanzinstrument (Cashflow-Risiko) aufgrund von Marktzinssatzänderungen liegt vorwiegend bei Vermögenswerten und Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Die Gesellschaft hält seine liquiden Mittel und die Liquiditätsreserven fast ausschließlich im Bereich variabel verzinslicher kurzfristiger Geldanlagen vor, die keinen nennenswerten Kursschwankungen unterliegen.
Der Basiszinssatz für die Verzinsungen von Verbunddarlehen beträgt drei Monate und ist währungsabhängig. Für Darlehen in EUR basiert die Verzinsung auf dem 3-Monats- EURIBOR, für Darlehen in USD ist Grundlage für die Verzinsung der 3-Monats-Libor. Ist der Basiszinssatz kleiner Null, wird ein Zins von Null angenommen. Es wird eine risikoadäquate Marge auf den 3-Monats Libor erhoben. Diese Risiken aus Zinserhöhungen stehen aufgrund der Einbeziehung in das Finanzsystem der polnischen Muttergesellschaft in einem vernünftigen Verhältnis zu den günstigen Zinskonditionen.
Die vorstehend aufgeführten Risiken stellen hohe Anforderungen an das Risikomanagement von Comarch und erfordern die Bereithaltung entsprechender finanzieller Ressourcen. Die Bewältigung dieser Prozesse steht im Mittelpunkt des Risikomanagements von Comarch. Das Gesamtrisiko führt zu der Einschätzung, dass die Comarch AG keinen bestandsgefährdeten Risiken ausgesetzt ist, in denen die Deckung und Finanzierung in Frage gestellt wird. Mit der erfolgreichen Fokussierung und anhaltenden Intensivierung der Entwicklungsaktivitäten der Comarch AG soll erreicht werden, dass die Kunden auch in Zukunft innovative Produkte erhalten und weitere Märkte erschlossen werden können.
E. Abhängigkeitsbericht
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen: „Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Weitere Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“
München, 28. Februar 2025
Comarch AG, München
Vorstand
Frank Siewert
Dariusz Biernacki
Zbigniew Rymarczyk
Marcus Sümnick
Michael Steinberger
Sonstiger Berichtsteil
Sonstige Angaben
Feststellung des Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss zum 31.12.2024 wurde am 28. April 2025 festgestellt.
Ergebnisverwendung
Der Bilanzgewinn zum 31.12.2024 in Höhe von 7.832.517,13 € wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung wie folgt verwendet:
| Dividende an Aktionäre | 7.780.517,13 EUR |
| Vortrag auf neue Rechnung | 52.000,00 EUR |