AI assistant
Comarch S.A. — Annual Report 2022
Aug 4, 2023
5569_rns_2023-08-04_dde3ac03-ab1d-4e2b-ac38-fbf9203c81b0.html
Annual Report
Open in viewerOpens in your device viewer
Publication

Comarch Software und Beratung Aktiengesellschaft
München
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Die Comarch Software und Beratung AG ist gemäß § 267 Abs. 2 HGB eine große Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft hat Ihren Sitz in 80992 München, Riesstraße 16 und ist eingetragen im Handelsregister B des Amtsgerichts München, HRB 111531.
Im Geschäftsjahr 2022 hat die Comarch AG, Dresden (nachfolgend: „Comarch AG“) ihr Vermögen als Ganzes mit allen Rechten und Pflichten unter Auflösung ohne Abwicklung auf die Comarch Software und Beratung AG, München (nachfolgend: „Comarch Software und Beratung AG“) mit Wirkung zum 01.01.2022 übertragen und ist mit dieser verschmolzen. Die Verschmelzung wurde rechtswirksam mit Eintragung im Handelsregister der Comarch Software und Beratung AG am 13.09.2022 unter HRB 111531.
Zur besseren Vergleichbarkeit wurde sowohl die Bilanz als auch die Gewinn- und Verlustrechnung um eine dritte Spalte mit angepassten Vorjahreszahlen erweitert. Die angepassten Vorjahreszahlen bilden die Verhältnisse so ab, als sei die Verschmelzung bereits im Jahr 2021 durchgeführt worden. Im Anhang wurden, soweit erforderlich bzw. sinnvoll, zusätzlich die angepassten Vorjahreswerte dargestellt.
II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Bewertung erfolgte unter der Prämisse der Unternehmensfortführung. Auf die Ausführungen in der Risikoberichtserstattung im Lagebericht wird verwiesen.
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 3 bis zu 5 Jahren bewertet.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um degressive bzw. lineare Abschreibungen (Nutzungsdauer zwischen zwei und vierzehn Jahren) angesetzt. Alle Zugänge zum beweglichen Anlagevermögen werden pro rata temporis abgeschrieben.
Mit der Verschmelzung ist das Betriebs- und Verwaltungsgebäudes der Comarch AG auf die Comarch Software und Beratung AG übergegangen. Die tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten werden seit Bezugsfertigkeit im April 2013 aktiviert und abgeschrieben. Der Bemessung der planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
| Datacenter und Betriebsgebäude | 33 Jahre |
| Außenanlagen | 15 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 7 bis 15 Jahre |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 20 Jahre |
Für Geringwertige Wirtschaftsgüter wird von der Wahlmöglichkeit der Vollabschreibung bis zu der gesetzlich festgesetzten Grenze Gebrauch gemacht.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren am Bilanzstichtag beizulegenden Wert bilanziert.
Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % auf die Netto-Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Dabei werden die Forderungen verbundener Unternehmen sowie Forderungen zu Großkundenprojekten, deren Zahlungseingänge hinreichend gewährleistet sind, nicht in die Berechnung der Pauschalwertberichtigung einbezogen. Die Gewinnrealisierung bei langfristigen Aufträgen erfolgt für separat abnehmbare Teilleistungen (Meilensteine, Release) nach Abnahme der Teilleistungen. Bei über einen mehrjährigen Zeitraum befristet vergebenen Lizenzen erfolgt die Ertragsrealisierung periodengerecht (zeitraumbezogene Umsatzrealisierung).
Alle anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Für temporäre Differenzen wurden aktive latente Steuern gebildet.
Der für öffentliche Investitionszuschüsse und Zulagen in den Vorjahren gebildete Passivposten, wird korrespondierend zu den Abschreibungen, entsprechend der Nutzungsdauern der bezuschussten Anlagengegenstände, kontinuierlich aufgelöst.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist (§ 253 I 2 HGB). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (253 II 1 HGB). Es wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte Abzinsungszinssatz verwendet.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.
Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt bei Forderungen und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.
III. Angaben zur Bilanz
Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagengegenstände, ausgehend von den historischen Anschaffungskosten, unter Berücksichtigung von Zugängen, Abgängen, Umbuchungen und Zuschreibungen des Geschäftsjahres sowie der kumulierten Abschreibungen auf den Buchwert der einzelnen Positionen, sind in der Anlage zum Anhang dargestellt.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 22.595 (Vj. € 17.963) sind insgesamt kurzfristig.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 3.086 (Vj. T€ 6.561) bestehen in voller Höhe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Per 31.12.2022 gibt es Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 10.681 (Vj. T€ 15.878). Die Darlehensforderungen sind als langfristige Ausleihungen unter den Finanzanlagen ausgewiesen.
In den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von T€ 44 (Vj. T€ 48) sind neben Steuerforderungen von T€ 14,8 (Vj. T€ 23,6) und Kautionen T€ 6,8 (Vj. T€ 5,1) vor allem debitorische Kreditoren und geringfügigen Forderungen gegen Mitarbeitern in Höhe von T€ 20,2 (Vj. T€ 17,6) der Gesellschaft enthalten. Von den Steuerforderungen entfallen T€ 3,4 (Vj. T€ 12,2) auf im Folgejahr abziehbare Vorsteuern. Ausländische Vorsteuern, die im Rahmen von Vorsteuererstattungsverfahren im Folgejahr geltend gemacht werden können, betreffen T€ 2,2 (Vj. T€ 1,4).
Die Ansprüche aus aktiven latenten Steuern (T€ 71, Vj. T€ 81) betreffen temporäre Differenzen aufgrund der steuerfreien Investitionszulagen 2012 und 2013 in Höhe von T€ 224. Die Bewertung erfolgte zum Steuersatz von 32 % (Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer).
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 580 (Vj. T€ 503,9) enthält unter anderem abgegrenzte befristete Lizenzen aus dem Wareneinsatz.
Das gezeichnete Kapital setzt sich aus 6.213.072 Stückaktien zusammen. Auf eine Stückaktie entfällt ein rechnerischer Wert von € 1,00. Es umfasst ausschließlich Stammaktien. Seit dem Geschäftsjahr 2012 hat die Gesellschaft keine Börsenzulassung zum Handel am Regulierten Markt.
Die Hauptversammlung der Comarch AG hatte am 03.06.2022 beschlossen, den ausschüttbaren Bilanzgewinn der Comarch AG des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von T€ 12.718 an ihre Alleinanteilseignerin und Muttergesellschaft Comarch S.A. auszuschütten.
Das bei der Verschmelzung der Comarch AG auf die Comarch Software und Beratung AG entstandene Verschmelzungsergebnis in Höhe von T€ 14.276 wurde steuerneutral in die Kapitalrücklage eingestellt. Nach Abzug der Gewinnausschüttung verbleibt eine Kapitalrücklage von T€ 1.558.
Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:
| T€ | |
|---|---|
| Gewinnvortrag zum 01.01.2022 | 24.793 |
| Jahresüberschuss 2022 | 743 |
| Bilanzgewinn zum 31.12.2022 | 25.536 |
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| T€ | |
|---|---|
| Gewährleistung | 270 |
| Personalkosten | 2.507 |
| Raumkosten | 185 |
| ausstehende Rechnungen und ausstehende Leistungen | 328 |
| Archivierungskosten | 60 |
| Prozesskosten | 95 |
| Stand 31.12.2022 | 3.445 |
Die Investitionszuschüsse und -zulagen wurden in Vorjahren als Sonderposten passiviert. Die Auflösung des Passivpostens erfolgt parallel zur Abschreibung, entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände.
Zum 31.12.2022 bestehen insgesamt Investitionszuschüsse in Höhe von T€ 833 (Vj. T€ 925) für den Zuschuss der Sächsischen Aufbaubank sowie in Höhe von T€ 224 (Vj. T€ 254) für die festgesetzte Investitionszulage 2012 und 2013. Die Zuschüsse führt die Comarch Software und Beratung AG als Rechtsnachfolgerin der Comarch AG fort.
Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die Fristigkeitsangaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst:
| Zusammensetzung und Entwicklung: | Stand 31.12.2022 | Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit 2 bis 5 Jahre | Restlaufzeit über 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erhalten Anzahlungen auf Bestellungen | 479 | 97 | 382 | 0 |
| Vorjahr | 443 | 61 | 382 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.638 | 1.638 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 1.191 | 1.191 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 15.072 | 15.072 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 14.300 | 14.300 | 0 | 0 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 2.156 | 2.156 | 0 | 0 |
| Vorjahr | 1.389 | 1.389 | 0 | 0 |
| 31.12.2022 | 19.345 | 18.963 | 382 | 0 |
| Vorjahr | 17.323 | 16.941 | 382 | 0 |
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 15.072 (Vj. T€ 14.300) bestehen in voller Höhe aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Davon betreffen 90,6 % (T€ 13.657) Verbindlichkeiten die Alleinanteilseignerin, welche vollständig aus dem Liefer- und Leistungsverkehr resultieren.
Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB
Als Sicherheit ist ein Kontokorrentkonto in Höhe von T€ 402 als Avalkonto für Mietkautionen verpfändet. Die Inanspruchnahme aus dem Haftungsverhältnis wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse als nicht wahrscheinlich beurteilt.
Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und finanzielle Verpflichtungen
(Jahresbeträge ohne Umsatzsteuer)
| T€ | |
|---|---|
| Leasing für Fahrzeuge | 135 |
| Mieten für Geschäftsräume und Stellplätze | 1.014 |
| 1.149 |
Sonstige finanzielle Verpflichtungen betreffen die Anmietung für Geschäftsräume sowie das Leasing der Firmenfahrzeugflotte. Die Leasingverträge sind in der Regel mit einer Mindestlaufzeit von 2 bis 4 Jahren ausgestattet. Nach Ablauf der Grundmietzeit gewähren die Verträge meist die Option zur Verlängerung des Vertrags. Die Mietverhältnisse haben meist eine Laufzeit zwischen 3 und 5 Jahren. Einige Verträge enthalten eine Klausel, nach der die Miete auf der Grundlage der jeweiligen Marktkonditionen nach oben angepasst werden kann.
Die Leasingvereinbarungen dienen der Finanzierung der Gesellschaft. Die Comarch Software und Beratung AG trägt bei den Verträgen die Gefahr des zufälligen Untergangs (Risiko aus nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften).
Geschäfte mit nahestehenden Personen
Die Geschäfte mit nahestehenden Personen betreffen die Tochtergesellschaften der berichtenden Gesellschaft sowie Geschäfte mit verbundenen Unternehmen. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende wesentliche Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehende Unternehmen bzw. Personen:
| Erträge: | T€ |
|---|---|
| Umsatzerlöse und sonstige Erträge | 3.900 |
| Aufwendungen: | |
| Bezogene Waren und Leistungen | 28.127 |
| Mieten | 14 |
| Zinsaufwendungen | 9 |
| Forderungen: | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.086 |
| Ausleihungen | 10.681 |
| Verbindlichkeiten: | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 15.072 |
IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die von der Gesellschaft erzielten Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von T€ 64.634 (Vj. T€ 62.430) entfallen mit T€ 3.690 (Vj. T€ 2.447) auf den Verkauf von Software, T€ 29.515 (Vj. T€ 29.848) auf Dienst- und Beratungsleistungen, mit T€ 31.415 (Vj. T€ 30.122) auf Wartungsleistungen sowie mit T€ 13 (Vj. T€ 12) auf sonstige Bereiche. Eine geographische Aufteilung der Umsätze erfolgt nicht, da diese nahezu ausschließlich im DACH-Bereich erzielt werden.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 2.397 (Vj. T€ 1.679) enthalten die Auflösung des Sonderposten für Investitionzuschüsse in Höhe von T€ 92 und für Investitionszulagen in Höhe von T€ 30, sowie Kurserträge in Höhe von T€ 1.285. Weiterhin beeinhaltet diese Position Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 502 sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen in Höhe von T€ 481, periodenfremde Erträge von T€ 6 und Versicherungsentschädigungen von T€ 1 im Berichtsjahr.
V. Nachtragsbericht
Ein wesentlicher Vorgang von besonderer Bedeutung, nach dem Schluss des Geschäftsjahres, ist der Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022. Die Folgen zeigen sich bereits in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Berichtsjahres. In den Folgejahren wird dies zu weiteren deutlichen Einschnitten im Wirtschaftsleben und der Gesellschaft führen. Die konkrenten Auswirkungen können im Berichtsjahr noch nicht verlässlich abgeschätzt werden. In Betracht zu ziehen sind Handelsbeschränkungen, Fremdwährungsverluste, Beschränkungen des Kapitalmarktes und Zahlungsverkehrs, Forderungsausfälle sowie weitere Preissteigerungen, die sich auf das Rohergebnis, den Umsatz und das EBT auswirken können.
VI. Sonstige Angaben
Im Jahresdurchschnitt 2022 wurden 264 (Vj. 256) Mitarbeiter (ohne Vorstand) beschäftigt.
Dem Vorstand gehören folgende Personen an:
| (1) | Herr Prof. Janusz Filipiak, Vorstandvorsitzender, Marketing und Personal, Zug/Schweiz |
| (2) | Herr Michal Pruski, Vorstand Country Manager, Walchwil/Schweiz |
| (3) | Herr Dariusz Biernacki, Vorstand Vertrieb, Dresden |
| (4) | Herr Frank Siewert, Vorstand Sales und Presales, Hamburg |
| (5) | Herr Marcus Sümnick, Vorstand Beratung, Hamburg |
| (6) | Herr Michael Steinberger, Vorstand Entwicklung, München |
Die ehemaligen Vorstandsmitglieder Lukas Wasek (Vorstand Business Development, Austritt per 28.02.2022) und Zbigniew Rymarczyk (Vorstandsvorsitzender, Austritt per 31.10.2022) schieden im abgelaufenen Geschäftsjahr aus dem Vorstand aus.
Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
| (1) | Konrad Taranski, Vorstandsmitglied der Comarch S.A., Krakau/Polen, Vorsitzender |
| (2) | Michal Bajcar, Prokurist der Comarch S.A., Krakau/Polen |
| (3) | Prof. Dr. Hans Zangl, Fachhochschulprofessor, Aufsichtsratsmitglied mit Kenntnissen gem. § 100 Abs. 5 AktG |
| (4) | Zbigniew Rymarczyk, Krakau/Polen |
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen T€ 34 (Vj. T€ 40). Die Gesamtvergütung für Mitglieder des Vorstands einschließlich der Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Tochterunternehmen betrug T€ 1.482 (Vj. T€ 1.345). Darin enthalten sind variable Vergütungsbestandteile (Tantieme) in Höhe von T€ 203 (Vj. T€ 236). Auf eine individualisierte Angabe der Vorstandsbezüge wurde verzichtet, da die Hauptversammlung einen entsprechenden Beschluss gefasst hat.
Im Folgenden werden die Angaben zu Unternehmen zusammengefasst, an denen die Berichtsgesellschaft Anteile mindestens 20 % besitzt:
| Gesellschaft/Sitz | Anteil am Kapital | Eigen-Kapital | Ergebnis 2022 |
|---|---|---|---|
| % | TEUR | TEUR | |
| --- | --- | --- | --- |
| Comarch Solutions GmbH, Innsbruck, Österreich | 100 | 4.091 | 378 |
| Comarch Sistemas LTDA, Sao Paolo, Brasilien | 100 | 1.309 | 1.669 |
| Comarch Healthcare S.A., Krakow, Polen | 33 | -4.737 | 6.939 |
| Comarch Peru S.A.C., Lima, Peru | 95 | 59 | -89 |
Die Comarch Aktiengesellschaft wird in den Konzernabschluss der Comarch S.A., Krakau/Polen einbezogen, der im elektronischen Bundesanzeiger in Polen (Monitor Polski B) und auf der Homepage von Comarch (unter www.comarch.com) veröffentlicht wird. Die Comarch Software und Beratung AG selbst ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts nach § 291 HGB befreit.
Honorar des Abschlussprüfers
Das vom Abschlussprüfer berechnete Honorar für das Geschäftsjahr beträgt T€ 25 für die Abschlussprüfungsleistungen sowie T€ 3 für andere Bestätigungsleistungen und T€ 8 für Steuerberatungsleistungen.
Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses
Für den Bilanzgewinn zum 31.12.2022 in Höhe von T€ 25.536 wird der Vortrag auf neue Rechnung vorgeschlagen. Der Beschluss der Hauptversammlung erfolgt nach der Aufstellung am 19. April 2023.
München, 19. April 2023
Comarch Software und Beratung AG, München
Vorstand)
Prof. Janusz Filipiak
Michał Pruski
Zbigniew Rymarczyk
Frank Siewert
Marcus Sümnick
Michael Steinberger
Dariusz Biernacki
Entwicklung des Anlagevermögens der Comarch Software und Beratung AG, München, für das Geschäftsjahr 2022
| Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022 | Zugang aus Verschmelzung 01.01.2022 | Zugang 2022 | Abgang 2022 | Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022 | |
|---|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 14.196.586,06 | 7.882.873,53 | 5.604,72 | 0,00 | 22.085.064,31 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 13.924.788,07 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 13.924.788,07 |
| 28.121.374,13 | 7.882.873,53 | 5.604,72 | 0,00 | 36.009.852,38 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0,00 | 8.127.467,85 | 0,00 | 0,00 | 8.127.467,85 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 2.205.785,39 | 6.767.382,00 | 383.256,07 | 0,00 | 9.356.423,46 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 888.694,67 | 2.017.164,19 | 184.702,60 | 57.285,94 | 3.033.275,52 |
| 3.094.480,06 | 16.912.014,04 | 567.958,67 | 57.285,94 | 20.517.166,83 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 10.925.196,70 | 648.395,74 | 0,00 | 0,00 | 11.573.592,44 |
| 2. Ausleihungen | 14.182.559,76 | 1.695.226,18 | 4.509.962,05 | 9.706.529,56 | 10.681.218,43 |
| 25.107.756,46 | 2.343.621,92 | 4.509.962,05 | 9.706.529,56 | 22.254.810,87 | |
| 56.323.610,65 | 27.138.509,49 | 5.083.525,44 | 9.763.815,50 | 78.781.830,08 |
| kumulierte Abschreibungen 01.01.2022 | Zugang aus Verschmelzung 01.01.2022 | Abschreibungen 2022 | Abgang Abschreibungen | kumulierte Abschreibungen 31.12.2022 | |
|---|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 14.193.762,06 | 7.635.673,53 | 174.256,72 | 0,00 | 22.003.692,31 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 13.924.788,07 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 13.924.788,07 |
| 28.118.550,13 | 7.635.673,53 | 174.256,72 | 0,00 | 35.928.480,38 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 0,00 | 2.088.371,62 | 238.254,00 | 0,00 | 2.326.625,62 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 2.132.490,39 | 4.557.068,00 | 697.318,07 | 0,00 | 7.386.876,46 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 857.446,67 | 1.732.417,19 | 150.178,66 | 0,00 | 2.740.042,52 |
| 2.989.937,06 | 8.377.856,81 | 1.085.750,73 | 0,00 | 12.453.544,60 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.779.045,40 | 430.020,04 | 0,00 | 0,00 | 4.209.065,44 |
| 2. Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3.779.045,40 | 430.020,04 | 0,00 | 0,00 | 4.209.065,44 | |
| 34.887.532,59 | 16.443.550,38 | 1.260.007,45 | 0,00 | 52.591.090,42 |
| Buchwert 31.12.2022 | Buchwert 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 81.372,00 | 2.824,00 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0,00 | 0,00 |
| 81.372,00 | 2.824,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 5.800.842,23 | 0,00 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 1.969.547,00 | 73.295,00 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 293.233,00 | 31.248,00 |
| 8.063.622,23 | 104.543,00 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.364.527,00 | 7.146.151,30 |
| 2. Ausleihungen | 10.681.218,43 | 14.182.559,76 |
| 18.045.745,43 | 21.328.711,06 | |
| 26.190.739,66 | 21.436.078,06 |
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Comarch Software und Beratung AG
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Comarch Software und Beratung AG - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Comarch AG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 und |
| • | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| • | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| • | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. |
| • | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 27. April 2023
**Akanthus GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Susanne Wiegräfe, Wirtschaftsprüferin
Dr. Andreas Koller, Wirtschaftsprüfer
Bilanz zum 31.12.2022
AKTIVA
| 31.12.2022 | 31.12.2021 Vorjahr angepasst* | 31.12.2021 | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. ANLAGEVERMÖGEN | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte | |||
| und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und W | 81.372,00 | 250.024,00 | 2.824,00 |
| 81.372,00 | 250.024,00 | 2.824,00 | |
| II. Sachanlagen | |||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 5.800.842,24 | 6.039.096,23 | 0,00 |
| 2. technische Anlagen und Maschinen | 1.969.547,00 | 2.283.601,00 | 73.295,00 |
| 3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 293.233,00 | 319.364,00 | 31.248,00 |
| 8.063.622,24 | 8.642.061,23 | 104.543,00 | |
| III. Finanzanlagen | |||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.364.527,00 | 7.364.527,00 | 7.146.151,30 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 10.681.218,43 | 15.877.785,94 | 14.182.559,76 |
| 18.045.745,43 | 23.242.312,94 | 21.328.711,06 | |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | |||
| I. Vorräte | |||
| 1. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 945.008,44 | 685.277,61 | 685.277,61 |
| 2. fertige Erzeugnisse und Waren | 20.953,10 | 5.189,60 | 5.189,60 |
| 3. geleistete Anzahlungen | 2.489,39 | 34.024,46 | 0,00 |
| 968.450,93 | 724.491,67 | 690.467,21 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | |||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 22.594.784,99 | 17.962.715,66 | 7.568.176,18 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 3.085.645,70 | 6.560.607,10 | 4.765.485,23 |
| 3. sonstige Vermögensgegenstände | 43.909,42 | 47.767,83 | 20.856,17 |
| 25.724.340,11 | 24.571.090,59 | 12.354.517,58 | |
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks | 9.241.887,52 | 14.814.610,88 | 8.960.361,35 |
| 35.934.678,56 | 40.110.193,14 | 22.005.346,14 | |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 580.009,72 | 503.892,25 | 66.416,25 |
| D. AKTIVE LATENTE STEUERN | 71.000,00 | 81.000,00 | 0,00 |
| 62.776.427,95 | 72.829.483,56 | 43.507.840,45 |
PASSIVA
| 31.12.2022 | 31.12.2021 Vorjahr angepasst* | 31.12.2021 Vorjahr | |
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- |
| A. EIGENKAPITAL | |||
| I. Gezeichnetes Kapital | 6.213.072,00 | 6.213.072,00 | 6.213.072,00 |
| II. Kapitalrücklage | 1.558.129,57 | 14.276.019,93 | 0,00 |
| II. Bilanzgewinn | 25.536.037,35 | 24.793.498,24 | 24.793.498,24 |
| 33.307.238,92 | 45.282.590,17 | 31.006.570,24 | |
| B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE | 1.057.049,23 | 1.179.449,23 | 0,00 |
| C. RÜCKSTELLUNGEN | |||
| 1. Steuerrückstellungen | 4.051.842,02 | 3.791.722,45 | 3.052.859,87 |
| 2. sonstige Rückstellungen | 3.445.604,36 | 3.805.387,74 | 2.107.896,93 |
| 7.497.446,38 | 7.597.110,19 | 5.160.756,80 | |
| D. VERBINDLICHKEITEN | |||
| 1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 478.784,81 | 442.565,21 | 442.565,21 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.637.635,93 | 1.191.380,65 | 911.324,61 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 15.072.399,47 | 14.299.812,01 | 5.105.950,48 |
| 4. sonstige Verbindlichkeiten | 2.155.869,11 | 1.389.571,68 | 382.101,70 |
| - davon aus Steuern: € 1.708.590,39 (Vj. € 758.889,34) | |||
| 19.344.689,32 | 17.323.329,55 | 6.841.942,00 | |
| E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 1.570.004,10 | 1.447.004,42 | 498.571,41 |
| 62.776.427,95 | 72.829.483,56 | 43.507.840,45 |
* Vorjahreszahlen angepasst wegen Verschmelzung zum 01.01.2022
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022
| 01.01. - 31.12.2022 | 01.01. - 31.12.2021 Vorjahr angepasst* | ||
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 64.633.546,02 | ||
| 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen | 259.730,83 | ||
| Gesamtleistung | 64.893.276,85 | ||
| sonstige betriebliche Erträge | 2.397.270,10 | ||
| - davon Erträge aus der Währungsumrechnung: € 1.285.232,59 (Vj. € 141.093,79) | |||
| 67.290.546,95 | |||
| 3. Materialaufwand: | |||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 5.057.486,94 | 5.049.034,51 | |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 29.999.677,21 | 35.057.164,15 | 27.916.797,97 |
| Rohergebnis | 32.233.382,80 | ||
| 4. Personalaufwand: | |||
| a) Löhne und Gehälter | 16.442.561,72 | 15.545.581,94 | |
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 2.862.666,35 | 2.694.092,22 | |
| - davon für Altersversorgung: € 34.012,85 (Vj. € 33.364,28) | |||
| 5. Abschreibungen: | |||
| auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 1.260.007,45 | 1.691.261,74 | |
| 6. sonstige betriebliche Aufwendungen | 10.159.082,47 | 30.724.317,99 | 6.974.115,63 |
| - davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: € 809.365,41 (Vj. € 97.913,50) | |||
| 1.509.064,81 | |||
| 7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 312.463,31 | 329.722,35 | |
| - davon an verbundenen Unternehmen: € 290.068,94 (Vj. € 292.254,46) | |||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 23.720,28 | 108.269,00 | |
| - davon an verbundenen Unternehmen: € 9.184,31 (Vj. € 9.587,02) | 288.743,03 | ||
| 9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 1.046.565,83 | ||
| - davon Auflösung latente Steuern 10.000,00 € (Vj. 9.000,00 €) | |||
| 10. Ergebnis nach Steuern | 751.242,01 | ||
| 11. sonstige Steuern | 8.702,90 | ||
| 12. Jahresüberschuss | 742.539,11 | ||
| 13. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr | 24.793.498,24 | ||
| 14. Bilanzgewinn | 25.536.037,35 |
| 01.01. - 31.12.2021 Vorjahr angepasst* | 01.01. - 31.12.2021 | ||
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | 62.429.896,25 | 31.512.319,44 | |
| 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen | 67.339,70 | 67.339,70 | |
| Gesamtleistung | 62.497.235,95 | 31.579.659,14 | |
| sonstige betriebliche Erträge | 1.679.557,33 | 501.245,19 | |
| - davon Erträge aus der Währungsumrechnung: € 1.285.232,59 (Vj. € 141.093,79) | |||
| 64.176.793,28 | 32.080.904,33 | ||
| 3. Materialaufwand: | |||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 2.590.923,64 | ||
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 32.965.832,48 | 12.768.647,68 | 15.359.571,32 |
| Rohergebnis | 31.210.960,80 | 16.721.333,01 | |
| 4. Personalaufwand: | |||
| a) Löhne und Gehälter | 8.232.417,02 | ||
| b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 1.398.247,19 | ||
| - davon für Altersversorgung: € 34.012,85 (Vj. € 33.364,28) | |||
| 5. Abschreibungen: | |||
| auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 61.657,06 | ||
| 6. sonstige betriebliche Aufwendungen | 26.905.051,53 | 3.405.525,84 | 13.097.847,11 |
| - davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung: € 809.365,41 (Vj. € 97.913,50) | |||
| 4.305.909,27 | 3.623.485,90 | ||
| 7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 295.876,12 | ||
| - davon an verbundenen Unternehmen: € 290.068,94 (Vj. € 292.254,46) | |||
| 8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 13.676,10 | ||
| - davon an verbundenen Unternehmen: € 9.184,31 (Vj. € 9.587,02) | 221.453,35 | 282.200,02 | |
| 9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 1.832.695,09 | 1.298.576,05 | |
| - davon Auflösung latente Steuern 10.000,00 € (Vj. 9.000,00 €) | |||
| 10. Ergebnis nach Steuern | 2.694.667,53 | 2.607.109,87 | |
| 11. sonstige Steuern | 9.000,00 | 4.739,00 | |
| 12. Jahresüberschuss | 2.685.667,53 | 2.602.370,87 | |
| 13. Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr | 22.107.830,71 | 22.191.127,37 | |
| 14. Bilanzgewinn | 24.793.498,24 | 24.793.498,24 |
* Vorjahreszahlen angepasst wegen Verschmelzung zum 01.01.2022
NIEDERSCHRIFT über die ordentliche Hauptversammlung der Comarch Software und Beratung AG mit Sitz in München eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 111531 (nachfolgend „Gesellschaft“) stattgefunden am 25.05.2023 in München
Am 25. Mai 2023 fand die ordentliche Hauptversammlung der Comarch Software und Beratung AG in München statt.
An der ordentlichen Hauptversammlung nahmen Herr Konrad Tarański (Aufsichtsratsvorsitzender), Herr Zbigniew Rymarczyk (Aufsichtsratsmitglied - per Onlineschaltung), Herr Prof. Hans Zangl (Aufsichtsratsmitglied), Herr Michał Bajcar (Aufsichtsratsmitglied - per Onlineschaltung), Herr Michal Pruski (Vorstandsvorsitzender), Herr Michael Steinberger (Vorstandsmitglied),, Herr Dariusz Biernacki (Vorstandsmitglied), Herr Dr. Andreas Koller (Wirtschaftsprüfer), Frau Anja Herklotz (Hauptbuchhalterin - per Onlineschaltung) und Jan Fedorowicz teil.
Jan Fedorowicz erklärte, er handle bei diesem Rechtsgeschäft aufgrund der ihm erteilten Vollmacht im Namen und zu Gunsten der Comarch S.A., einer Gesellschaft polnischen Rechts mit dem Sitz in Krakau, Polen, eingetragen im Unternehmensregister des Polnischen Gerichtsregisters am Amtsgericht für Krakau-Śródmiescie in Krakau, XI. Wirtschaftsabteilung des Landesgerichtsregisters unter der Nummer KRS 0000057567, die am Grundkapital der Gesellschaft alle Aktien im Gesamtnennwert von 6.213.072 Euro hält (nachfolgend: die „Alleinaktionärin“). Eine Kopie der Vollmacht liegt dieser Niederschrift als Anlage bei.
I.
Die Hauptversammlung wurde von Herrn Konrad Tarański eröffnet.
II.
Danach hat sich Herr Konrad Tarański zum Vorsitzenden der Hauptversammlung ernannt.
III.
Der Versammlungsvorsitzende hat die Anfertigung des Verzeichnisses der erschienenen oder vertretenen Aktionäre und dessen Anlage zu dieser Niederschrift verordnet.
IV.
Nach der Anfertigung des Teilnehmerverzeichnisses i.S.d. § 129 Abs. 1 S. 2 AktG hat der Versammlungsvorsitzende festgestellt, dass in der Hauptversammlung das gesamte Grundkapital vertreten sei, also ist sie gem. § 121 Abs. 6 AktG auch ohne Erfüllung der Voraussetzungen des § 121 Abs. 2-4 AktG, d.h. unter Verzicht auf alle gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Formen und Fristen, beschlussfähig.
V.
Der Versammlungsvorsitzende erklärte, dass auf der Tagesordnung folgende Angelegenheiten stehen:
| 1. | Eröffnung der Hauptversammlung; |
| 2. | Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022, des Lageberichts für die Gesellschaft sowie des Berichts des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2022; |
| 3. | Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2022; |
| 4. | Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022; |
| 5. | Beschlussfassung über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022; |
| 6. | Schließung der Hauptversammlung. |
VI.
Keiner der Anwesenden hat der Abhaltung der Hauptversammlung, bzw. der Tagesordnung widersprochen.
Angesichts des Obigen hat der Versammlungsvorsitzende mit der Realisierung der angenommenen Tagesordnung begonnen.
Zu V.2
Entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen ist zum Tagesordnungspunkt 2 keine Beschlussfassung vorgesehen, da der Aufsichtsrat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 bereits gebilligt hat.
Zu V.3
Der festgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2022 den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 25,536 T€ aus. Der Versammlungsvorsitzende stellte den Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Verwendung des Bilanzgewinns zur Abstimmung.
Beschluss Nr. 1/25.05.2023
Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von EUR 25.536.037,35 € ist wie folgt zu verwenden:
| Dividende an Aktionäre | 0,00 EUR |
| Vortrag auf neue Rechnung | 25.536.037,35 EUR |
Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden.
Zu V.4
Anschließend hat der Versammlungsvorsitzende vorgeschlagen, einen Beschluss folgenden Inhalts zu fassen:
Beschluss Nr. 2/25.05.2023
Den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2022 wird für diesen Zeitraum die Entlastung erteilt.
Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden.
Zu V.5
Anschließend hat der Versammlungsvorsitzende vorgeschlagen, einen Beschluss folgenden Inhalts zu fassen:
Beschluss Nr. 3/25.05.2023
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 wird für diesen Zeitraum die Entlastung erteilt.
Der Beschluss ist einstimmig gefasst worden.
Zu V.6
Nach der Fassung der obigen Beschlüsse hat der Versammlungsvorsitzende festgestellt, dass die Tagesordnung erschöpft sei und hat die Hauptversammlung geschlossen.
Damit wurde das Protokoll der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft abgeschlossen. Diesem Protokoll wurde das Teilnehmerverzeichnis beigelegt.
Konrad Tarański, Versammlungsvorsitzender
ANLAGE ZUM PROTOKOLL DER ORDENTLICHEN HAUPTVERSAMMLUNG DER COMARCH SOFTWARE UND BERATUNG AG MIT DEM SITZ IN MÜNCHEN VOM 25. MAI 2023
TEILNEHMERVERZEICHNIS der ordentlichen Hauptversammlung der Comarch Software und Beratung AG mit dem Sitz in München vom 25. Mai 2023
Die Alleinaktionärin - die Gesellschaft polnischen Rechts Comarch S.A. mit dem Sitz in Krakau, Polen, eingetragen im Unternehmensregister des Polnischen Gerichtsregisters am Amtsgericht für Krakau-Śródmieście in Krakau, XI. Wirtschaftsabteilung des Landesgerichtsregisters unter der Nummer KRS 0000057567, die am Grundkapital der Gesellschaft alle Aktien im Gesamtnennwert von 6.213.072 Euro hält, vertreten durch den Bevollmächtigten, Herrn Jan Fedorowicz.
Konrad Tarański, Versammlungsvorsitzender
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022
A. Grundlagen des Unternehmens
Die Comarch-Gruppe ist ein internationaler Anbieter innovativer IT-Systeme für Schlüsselsektoren der Wirtschaft. Der Software-Spezialist unterstützt Kunden in den Bereichen Handel und Dienstleistungen, Industrie, IT-Infrastruktur, Gesundheitswesen, Finanzen, Banken und Versicherungen oder Telekommunikation. Die selbst entwickelten Produkte wie ERP, IOT und Business Intelligence werden von KMUs im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus eingesetzt. Produkte und Lösungen wie Comarch Loyalty Marketing, EDI & E-Invoicing oder ICT werden von vielen international agierenden Großunternehmen in mehr als 100 Ländern genutzt. Mobile Lösungen wie Comarch ERP XT richten sich an Kleinunternehmen. Das IT-Portfolio umfasst zahlreiche innovative Software-Produkte, Serviceleistungen und flexible On-Premises- oder Cloud-Modelle. Comarch investiert jedes Jahr hohe Beträge in Forschung & Entwicklung. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 7.000 Mitarbeiter in über 90 Niederlassungen in mehr als 30 Ländern.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügt Comarch über 12 lokale Standorte, die kompetente Ansprechpartner vor Ort sichern. Die sogenannten DACH-Gesellschaften fügen sich als Anbieter von IT-Lösungen sowie IT-Infrastruktur in die Comarch Group ein.
Seit dem Jahr 2015 baut Comarch in Deutschland zusammen mit der Comarch SA, Krakau, neue Geschäftsbereiche mit Produkten aus dem Umfeld von CRM (Customer Relationship Management), ICT (Information and Communication Technologies), EDI (Electronic Data Interchange) und Telko (Operations Support Systems, Business Support Systems und Next Generation Network Planning and Assurance Systems) auf. Es geht um viele innovative Lösungen, die in Zukunft noch effektiver mit Comarch ERP vernetzt werden sollen: Comarch BI, Comarch ECM, Mobile- und E-Commerce-Lösungen.
Um die gesellschaftsrechtliche Struktur zu vereinfachen und zum Zwecke der Effizienzsteigerung bzw. der Kostenersparnis, wurden die beiden deutschen Aktiengesellschaften fusioniert. Die Verschmelzung erfolgte im Wege eines sog. downstream mergers. Die Comarch AG wurde zum Verschmelzungsstichtag 01.01.2022 auf ihre Tochtergesellschaft Comarch Software und Beratung AG verschmolzen. Der Übertragungsbeschluss ist am 13. September 2022 in das Handelsregister der Comarch Software und Beratung AG eingetragen worden.
Das durch die Verschmelzung erweiterte Portfolio der neuen Comarch Software und Beratung AG umfasst IoT, CRM & Marketing, E-Invoicing, Data Center Services, Cloud Services, Datenaustausch & Dokumentenmanagement u.v.m.
Mit der Verschmelzung ging auch der im Jahr 2013 fertiggestellte Gebäudekomplex in Dresden, auf die Comarch Software und Beratung AG über. Der Komplex besteht aus einem Bürogebäude sowie einem hochsicheren, modernen und Cloud-fähigen Rechenzentrum (Investition im Wert von ca. 12,9 Mio. €). Das Rechenzentrum entspricht strengsten Qualitätskriterien und ist eines der sichersten in Mitteldeutschland. Bereit gestellt werden Cloud-Produkte sowie IT-Services. Die Datenverarbeitung erfolgt gemäß strengsten europäischen Datenschutzrichtlinien.
Um Datenverluste auszuschließen, wird eine regelmäßige Datensicherung unter Berücksichtigung aller rechtlichen Vorgaben und Best Practices sowie strengsten Vorgaben von Kunden durchgeführt. Modernste technologische Standards, innovative IT, fortschrittliche Architektur (Tier III und Tier IV) sowie verschiedene Geschäftsmodelle (SaaS, PaaS, laaS) für das riesige Datenarchiv zeichnet das Comarch-Rechenzentrum in Dresden aus.
Im Geschäftsfeld Software entwickelt und vertreibt die Comarch Software und Beratung AG moderne Business-Software für große und mittelständische Unternehmen und bietet zudem andere Produkte aus dem Comarch Konzern an. Die Systeme werden bei den Kunden entweder im Lizenz- oder Cloud-Modell betrieben.
Mit der Comarch ERP Enterprise inkl. des Rechnungswesens Comarch Financials Enterprise verfügt die Comarch Software und Beratung AG über eine innovative moderne Softwarelösung, die bereits mehrfach für ihre Technologie und Ergonomie ausgezeichnet wurde. Die Software ist modular, hochfunktional und vielseitig anpassbar.
Es handelt sich um eine Warenwirtschaftslösung für Unternehmen, die mit einer ERP-Einführung neu durchstarten möchten, sei es, indem sie Prozesse revolutioniert, neue Geschäftsbereiche eröffnet, in neue Länder vordringt oder sich auf tiefgreifende Veränderungen am Markt vorbereitet und auf diese reagiert.
Ob in Handel oder Produktion, Comarch ERP Enterprise bietet neue Potentiale für Unternehmen und überzeugt mit einem hohen Funktionsumfang sowie einer ausgezeichneten Bedienerfreundlichkeit. Das Buchhaltungsprogramm ist auf die Warenwirtschaft abgestimmt, so dass Produktabläufe und Planungssicherheit optimiert werden können.
Comarch ERP Enterprise wird sowohl im Direktgeschäft mit einem eigenen Vertriebsteam als auch indirekt über ein ausgeprägtes Netz von Vertriebspartnern am Markt angeboten. Diesen Vertriebspartnern bietet die Comarch Software und Beratung AG zudem die Möglichkeit, auf Basis von Comarch ERP Enterprise eigene Branchenlösungen zu entwickeln und anzubieten. Die Positionierung von Comarch ERP Enterprise als Plattform für Partnerprodukte wird durch moderne Softwaretechnologie in Form einer AddOn-Infrastruktur unterstützt. So können jederzeit zusätzliche Branchen für das Produkt Comarch ERP Enterprise erschlossen und das Einsatzspektrum kontinuierlich erweitert werden.
Neben den ERP-Lösungen mit den integrierten Finanz-Applikationen vermarktet die Comarch Software und Beratung AG, München, die Finanz-Applikationen auch separat als Stand-alone-Rechnungswesenlösungen. Das Portfolio umfasst darüber hinaus die auf dem Serverbetriebssystem IBM i ablauffähigen Rechnungswesenlösungen Comarch Financial DKS und Comarch Financial Schilling und eine Anwendung zur elektronischen Übermittlung von Daten an die Finanzverwaltung - Comarch eBilanz. Als Ergänzung sowohl zu den ERP-Lösungen als auch zu den Finanz-Applikationen wird das Dokumentenmanagementsystem Comarch ECM angeboten.
Als Erweiterung der eigenen Produktpalette bietet die Comarch Software und Beratung AG, auch CLM (Comarch Loyalty Management), EDI (Electronic Data Interchange), BI (Business Intelligence), Comarch POS (Point of Sales), Comarch XT, Comarch ESEF und Systeme für Telekomunikationsprovider an.
Je nach Produkt werden Lizenzen unbefristet oder für befristete Zeiträume vergeben und die Erlöse dementsprechend periodengerecht abgegrenzt.
Im Geschäftsfeld Wartung betreut die Comarch Software und Beratung AG eigene Produkte, die Kunden im Einsatz haben. Innerhalb der Wartungsverträge leistet die Comarch Software und Beratung AG für ihre Kunden Support- und Korrekturleistungen und stellt Systeme, neueste Releases, Updates und Patches zur Verfügung. Die Mitarbeiter der IT-Abteilung des Kunden können sich mit Fragen zur Handhabung von Fehlerfunktionen und zur Fehlervermeidung der Software an die Comarch Software und Beratung AG wenden. In dieses Geschäftsfeld fallen auch Umsätze aus Leistungen der Rechenzentren und Cloud-Verträge sowie Leistungen aus sogenannten SLA Verträgen (Service Level Agreement) und IT-Outsourcing Dienstleistungen, weil sie ähnlicher Natur, wie klassische Wartungsverträge sind. Die Wartungsverträge mit Comarch Kunden stellen die Geschäftskontinuität sicher.
Im Geschäftsfeld Dienstleistungen / Beratung bietet die Comarch Software und Beratung AG in einer dezentralen Organisation Dienstleistungen (Beratung, Anpassungsprogrammierung, Datenübernahmen u. Ä.) an, um die Produkte bei den Kunden einzuführen. Die Consultants erstellen Einsatzstudien im Vorfeld der Softwareeinführung und unterstützen die Kunden bei der Implementierung und Anpassung der Software sowie bei Releasewechseln. Weitere Dienstleistungen sind Schulungen und IT-Infrastruktur Dienstleistungen.
Im Geschäftsfeld Sonstige bietet die Comarch Software und Beratung AG vor allem Hardware an und 3rd Party Software, die zur Umsetzung eigener Projekte notwendig ist. Daneben fallen unter diese Rubrik Umsätze, die die Comarch Software und Beratung AG, München, außerhalb ihres Hauptgeschäfts generiert (z.B. Weiterverrechnung von Prämien, die innerhalb von Kundenbindungsprogrammen bei Kunden erfolgen).
B. Wirtschaftsbericht
I. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche
Die wirtschaftliche Tätigkeit der Comarch Software und Beratung AG, München, und der Verkaufserfolg der Softwarelösungen hängen von der Entwicklung auf den sensiblen IT-Märkten in Westeuropa, besonders in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und der Schweiz) ab. Als Erfolg der Digitalisierung ist die Steigerung der Effizienz, die Sicherung der eigenen Marktposition und die Verbesserung der Einkaufs- und Servicebindung der Kunden zu nennen. Diese Entwicklung wird durch die verstärkte Vernetzung von Daten sowie durch den Ausbau von Cloud-Kapazitäten und natürlich durch die Expertise durch Fachpersonal aktiviert. Die Verknüpfung moderner Methoden der Datenanalyse wie Big Data ermöglicht es, große Mengen von Daten für IoT-Anwendungen, wie datengeschützte Entscheidungsfindung zu verarbeiten. Neue datenbasierte Smart Services können erfolgreiche etablierte Geschäftsmodelle der analogen Wirtschaft zumindest teilweise ersetzen.
Die allgemeine Situation auf dem IT-Markt in der DACH-Region gewinnt aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung weiter an Bedeutung. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Nach der Corona-Pandemie, die einen Rückgang des Import-/Exportgeschäftes bedeutete, erholte sich die Branche wieder und ist auf Wachstumskurs. Ein wachsender Bereich von IT-Services dürfte auch im Cloud-Computing liegen. Trotz der wachsenden Zahl an IT-Spezialisten herrscht jedoch ein Fachkräftemangel in der Branche, was wiederum das Wachstum eindämmt, denn diesbezüglich müssen folglich für Implementierung und Supporte externe IT-Subunternehmen akquiriert werden.
Die Inflation schmälert die Kaufkraft, während die IT-Ausgaben von Unternehmen stabil bleiben werden, so dass letztlich ein einheitliches Wachstum für Comarch ERP zu prognostizieren ist.
Die wichtigsten Trends für digitales Management in 2023 sind Flexibilität, IoT, Omnichannel, Cloud und Compliance. Die Technologie bietet zukunftssichere Systeme voller Funktionalitäten, die die Zeitoptimierung bei der Auftragsabwicklung unterstützen und die ständige Verbesserung des Kundenerlebnisses vorantreiben. Prozesse werden rationalisiert, fehlerreduziert und die Effizienz verbessert.
II. Darstellung des Geschäftsverlaufs
Forschung und Entwicklung
Die Comarch Software und Beratung AG investiert stetig einen großen Teil ihres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung von bestehenden und neuen Produkten. Bei diesen Aktivitäten werden die Nearshoring-Ressourcen der polnischen Muttergesellschaft eingesetzt. Das Entwicklerteam in Polen leistet Unterstützung vor allem bei der Entwicklung von Funktionen und Modulen für die Produkte Comarch ERP Enterprise und Comarch Financials Enterprise.
Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung konzentrieren sich vor allem darauf, die innovativen Produktgruppen ERP, Financials und Dokumentenmanagement zu optimieren.
Für die Ende Juli 2022 ausgegebene neue Comarch ERP-Enterprise-Version 6.3 wurden neben vielen zusätzlichen Optimierungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Robustheit sowie Ergonomie, diverse neue Funktionen und Anwendungen entwickelt. Ein Schwerpunkt der CFE-Neuentwicklungen 2022 wurde auf Performance-Verbesserungen gelegt, sodass auch umfangreiche Datenbereiche schnell und effizient verarbeitet werden können. Dazu wurden technische Anpassungen in Finanzbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung und Controlling vorgenommen. Innerhalb der Finanzbuchhaltung wurden zahlreiche Neuerungen, Ergänzungen und komplexe Optimierungen eingeführt, um den Buchungsprozess zu vervollkommnen. Die starke internationale Einsatzfähigkeit von Comarch ERP Enterprise wurde auch durch Anpassungen bei der Festlegung der Anzahl an Nachkommastellen für Preise und für Beträge gestärkt, sodass diese von Usern separat bestimmt werden können.
Auch in Zukunft wird Comarch ERP Enterprise stetig im Einklang mit modernen Anforderungen weiterentwickelt, um dieses noch stärker in Sachen Usability und der Fähigkeit, sich flexibel an die Anforderungen von Unternehmen anzupassen. Das browserbasierte System, welches mit Multi-Site auch komplexe Firmenstrukturen abbilden kann, soll durch Offenheit und Anbindungsfähigkeit in jede IT-Infrastruktur integrierbar sein. Dabei kann Comarch ERP Enterprise auch als flexibler Prozess- und Datenhub für große Infrastrukturen fungieren und diverse Anwendungen zu einem großen Frontend vereinen.
Insgesamt wurden für F&E-Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2022 T€ 7,8 Mio. € (Vj. 7,7 Mio. €) investiert.
Auch in Dresden und Brüssel hat die Comarch AG ihr Vertriebs- und Presales-Teams weiter ausgebaut. Dabei wurde in Belgien u.a. der Vertrieb von Comarch Digital Insurance und Modulen der Comarch CRM & Marketing Plattform unterstützt, die der Optimierung von Kundenbindungen und der Komposition ihrer Kundenkommunikation und damit der zielgerichteten Kundenentwicklung dient.
Mitarbeiter
Zum Stichtag 31.12.2022 beschäftigte die Comarch Software und Beratung AG inklusive der Betriebsstätte Brüssel und Vorstandsmitgliedern, inkl. freiberuflich tätiger Personen 277 (Vj. 270).
Die Comarch Software und Beratung AG, verfügt über ein differenziertes Entlohnungssystem für seine Mitarbeiter. Im Bereich Beratung werden neben dem Fixgehalt variable Prämien in Abhängigkeit von quantitativen Bezugsgrößen gewährt. Beschäftigte im Vertriebsaußendienst erhalten neben einem Fixum eine variable Provision in Abhängigkeit vom erreichten Deckungsbeitrag. Softwareentwickler erhalten ebenfalls neben einem Festgehalt einen variablen Vergütungsbestandteil, der von Entwicklungszielen abhängig ist. Im Verwaltungsbereich erfolgt die Vergütung überwiegend in Form von Fixgehältern.
Die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Comarch Software und Beratung AG orientiert sich an der Größe des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen. Daneben werden Indikatoren wie Aufgabenfeld, Erfahrung und Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Unternehmenserfolg bei der Vergütung berücksichtigt.
Zweigniederlassungen / Tochterunternehmen
Die Comarch AG wurde per September 2022 rückwirkend auf den 01.01.2022 auf die Comarch Comarch Software und Beratung AG verschmolzen.
Die Comarch Software und Beratung AG, München, hat seither neben dem Hauptsitz in München Betriebsstätten in Dresden, Hannover, Hamburg, Bremen, Münster, Düsseldorf und Berlin und Brüssel. Tochterunternehmen ist die Comarch Solutions GmbH mit dem Sitz in Innsbruck, Österreich (Beteiligung 100 %).
Nach Verschmelzung der Comarch AG auf die die Comarch Software und Beratung AG hält diese zudem 100% Anteile im Nominalwert von 1000.000 R$ an der brasilianischen Gesellschaft Comarch Sistemas LTDA mit Sitz in Sao Paolo, Brasilien.
Des Weiteren hält die Comarch Software und Beratung AG 4.000.000 Aktien (dies entspricht 33% Anteile) im Nominalwert von 40.000.000 PLN an der polnischen Gesellschaft Comarch Healthcare S.A. mit Sitz in Krakau, Polen. Diese Gesellschaft entwickelt moderne webbasierte IT-Lösungen, die dazu beitragen, die medizinische Versorgung zu verbessern. Die Nutzung telemedizinischer Leistungen bedeutet eine einfachere Kontrolle der Umsetzung ärztlicher Empfehlungen, weniger Untersuchungen und Besuche und komfortablere Serviceleistungen. Aufgrund der aktuellen sowie zukunftsstarken Relevanz dieses Bereichs hatte die Comarch Software und Beratung AG dieses Projekt mit hohen Investitionen (Beteiligung und Darlehen) unterstützt. Im Berichtsjahr hat die Comarch Healthcare sämtliche Darlehnsausleihungen planmäßig an die Comarch Software und Beratung AG zurückgezahlt. Aufgrund, insbesondere diesbezüglicher maßgeblicher Transaktionen sowie aufgrund zeitlicher Verzögerungen wegen des Ukraine-Krieges wurde der geplante konzerninterne Verkauf der Beteiligung an der Comarch Healthcare Ende des Jahres 2022 auf das erste Halbjahr 2023 verschoben.
Mit Verschmelzung hat die Comarch Software und Beratung AG die 5%ige Beteiligung an der südamerikanischen Gesellschaft Comarch Argentina S.A. mit Sitz in Buenos Aires, Argentina, übernommen. Die restlichen 95% der Aktien an dieser Gesellschaft gehören der Muttergesellschaft Comarch S.A. mit Sitz in Krakau, Polen. Aufgrund der schlechten Geschäftsentwicklung wurde zum 31.12.2021 eine außerplanmäßige Abwertung auf 1 € Erinnerungswert unternommen.
Gleichzeitig hat die Comarch Software und Beratung AG 95% an der peruanischen Gesellschaft Comarch Peru S.A.C. mit Sitz in Lima, Peru, aus der Verschmelzung resultierend, übernommen. Die restlichen 5% an dieser Gesellschaft gehören der Muttergesellschaft Comarch S.A. mit Sitz in Krakau, Polen. Aufgrund der schlechten Geschäftsentwicklung dieser Gesellschaft musste man davon ausgehen, dass Comarch Peru in 2022 keinen wirklichen Geschäftswert hatte, sodass die Anteile auf 1 € Erinnerungswert abgeschrieben wurden. Die peruanische Gesellschaft befindet sich derzeit in Liquidation.
III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Zur besseren Vergleichbarkeit der Zahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde sowohl die Bilanz als auch die Gewinn- und Verlustrechnung neben der regulären Vorjahresspalte um eine dritte Spalte mit angepassten Vorjahreswerten erweitert. Diese bilden die kumulierten Vorjahreswerte der im Wege der Verschmelzung zusammengeführten Gesellschaften so ab, als ob die Verschmelzung bereits im Jahr 2021 durchgeführt worden wäre. Ein wirtschaftlich sinnvoller Vorjahresvergleich ist nur mit den angepassten Vorjahreswerten sinnvoll. Dementsprechend erfolgt der Vorjahresvergleich im Lagebericht auf Basis der angepassten Vorjahreswerte.
Ertragslage
Im Jahr 2022 ist der Umsatz (unter Einbeziehung der Umsätze der früheren Comarch AG in die Vorjahresvergleichswerte) auf 64,6 Mio. € (Vj. 62,4 Mio. €) gestiegen. Der Anstieg betrifft vor allem den Geschäftsbereich Softwarelizenzen, der mit einer Umsatzerhöhung auf 3,7 Mio. € (Vj. 2,4 Mio. €) erheblich zum Wachstum beitrug. Im Bereich Wartung stieg der Umsatz um 1,3 Mio. € auf 31,4 Mio. € (Vj. 30,1 Mio. €). Im Geschäftsfeld Dienstleistungen blieb der Umsatz mit 29,5 Mio. € weitgehend konstant (Vj. 29,8 Mio. €).
Das Rohergebnis ist auf 32,2 Mio. € gestiegen (31,2 Mio. €). Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Beteiligungserträgen sowie Abschreibungen (EBITDA) verminderte sich um 3,2 Mio. € auf 2,8 Mio. € (Vj. 6,0 Mio. €). Die Ursache, dass das Rohergebnis stieg und das EBIT stark gesunken ist, betrifft insbesondere eine wertberichtigte Forderung eines Großkunden, die aufgrund einer, der weltweiten Krisen herrührenden, Zahlungsunfähigkeit vorzunehmen war. Die Unternehmensposition von Comarch auf dem IT-Markt bleibt aber stabil.
Beim EBT wurde ein Ergebnis von 1,8 Mio. € (Vj. 4,5 Mio. €) erwirtschaftet. In diesen Zahlen sind nicht zahlungswirksame, planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,3 Mio. € (Vj. 1,7 Mio. €) enthalten. Im Jahr 2022 gab es keine Ausschüttungen von Tochtergesellschaften und keine Wertberichtigungen von Beteiligungen.
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme ist auf 62,8 Mio. € gesunken (Vj. 72,8 Mio. €). Der Anteil des langfristigen Vermögens beträgt 26,2 Mio. € bzw. 41,7 % der Bilanzsumme (Vj. 32,1 Mio. € bzw. 44,1%). Der Rückgang des langfristigen Vermögens ist bedingt durch Tilgungen von ausgegebenen Darlehen an verbundene Unternehmen in Höhe von 5,2 Mio. €. Die Rückzahlungen betreffen vorwiegend die Comarch Healthcare S.A., die auf den Bereich Telemedizin spezialisiert ist und aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen neue Behandlungsansätze und die Patientenversorgung unterstützt. Die Comarch Healthcare hat damit in 2022 sämtliche Darlehen an die Comarch Software und Beratung AG vollständig zurückbezahlt (Vj vergebene Darlehen 5,5 Mio. €, Beteiligung 5,7 Mio. €). Durch die Verschmelzung wurde das Darlehen von 4 Mio. € an die Comarch AG konsolidiert. 0,9 Mio. € an die R&D S.a.r.l bleiben zum Vorjahr unverändert. An die Gesellschaft Cabinet Conseil en Strategie Informatique S.A.S. wurden langfristige Darlehen in Höhe von 0,7 Mio. € (Vj. 0,4 Mio. €) ausgereicht. An MKS Cracovia wurden Darlehen von insgesamt 6,1 Mio. € ausgereicht (Vj. 3,4 Mio. €). Das in 2021 neu ausgereichte Darlehen an die Comarch S.A.S. in Höhe von 1 Mio. € wurde im Januar 2022 vollständig getilgt. Patronatserklärungen der Muttergesellschaft Comarch S.A. sollen zu einem großen Teil das wirtschaftliche Risiko abdecken.
Aufgrund der sehr guten Eigenkapitalsituation erfolgte laut Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 03. Juni 2022 im Jahr 2022 eine Gewinnausschüttung des festgestellten Jahresabschlusses der vormaligen Comarch AG in Höhe des ausschüttbaren Bilanzgewinns von 12,7 Mio. € an die Muttergesellschaft Comarch S.A.. Die Eigenkapitalquote sank dadurch von 62 % auf 53 %.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrugen 15,1 Mio. € (Vj. 14,3 Mio. €). Davon betreffen 13,7 Mio. € (90,6%) die polnische Muttergesellschaft. Die Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber der Comarch S.A. werden im notwendigen Umfang gestundet. Bankkredite oder Konzerndarlehen wurden auch im Jahr 2022 nicht benötigt. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft stiegen per Saldo um 2,0 Mio. € auf 19,3 Mio. € (Vj. 17,3 Mio. €). Der Finanzmittelbestand sank am Bilanzstichtag auf 9,2 Mio. € gegenüber 14,8 Mio. € im Vorjahr. Hierzu beigetragen hat insbesondere die Rückzahlung des Cash-Pooling-Saldos in Höhe von 3,0 Mio. € an die Tochtergesellschaft Comarch Solutions GmbH, Österreich. Finanzmittel sind in Höhe von 0,4 Mio. € zur Besicherung von Aval-Krediten verpfändet. Für die Finanzierung der Firmenfahrzeuge wird Leasing als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Die Kundenforderungen der Gesellschaft stiegen um 4,6 Mio. € auf 22,6 Mio. € (Vj. 18,0 Mio. €).
Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Die Unternehmenssteuerung der Comarch Software und Beratung AG erfolgt primär auf Basis der Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, Rohergebnisse sowie operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT); wichtige Planungsinstrumente sind außerdem Kennzahlen zum Auftragseingang und Auftragsbestand im Lizenzgeschäft.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren betreffen die Beziehungen der Comarch Software und Beratung AG zu Kunden und Mitarbeitern sowie die Forschung- und Entwicklung und das Umweltbewusstsein.
IV. Gesamtaussage
Die Umsatzentwicklung und das Rohergebnis entsprachen den der wirtschaftlichen Lage zuzurechnenden, eher zurückhaltenden Erwartungen des Vorstandes, übertrafen diese sogar leicht positiv. Das prognostizierte niedrigere operative Ergebnis resultiert aus den Auswirkungen der globalen Krisen, insbesondere aus uneinbringlich einzustufenden Forderungen und diesbezüglich zu bildenden Wertberichtigungen eines Großkunden. Die Unternehmensposition von Comarch auf dem IT-Markt bleibt aber stabil. U.a. wurde dies durch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wie der Kundenzufriedenheit und der Anzahl der Kundenkontakte erreicht, bezüglich derer wieder eine Verbesserung der Vertriebsaktivität zu beobachten war.
C. Prognosebericht
Die künftige Entwicklung der Comarch Software und Beratung AG hängt von der Lage auf dem deutschen IT-Markt und den Erfolgen eigener Aktivitäten, insbesondere der Marketing- und Entwicklungsaktivitäten, ab. Reaktion des Konzerns auf die Folgen der globalen Krisen sind strukturelle Maßnahmen, sodass im Folgejahr von einer Stabilisierung des Ergebnisses der Gesellschaft ausgegangen werden kann. Ferner stehen Alternativmärkte wie Asien, Thailand, Neuseeland, Dubai oder Saudi-Arabien im Fokus, sodass im Folgejahr zumindest keine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft zu erwarten ist. Für die erfolgreiche Entwicklung und zukunftsweisende Positionierung im Wettbewerb der Comarch Software und Beratung AG spielen die nicht finanziellen Leistungsindikatoren eine wichtige Rolle. Sie werden erreicht, wenn die Comarch Software und Beratung AG weiterhin als attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber an allen Standorten dauerhaft kompetente und engagierte Mitarbeiter an sich bindet und weiterhin Produkte und Softwarelösungen entwickelt, die in besonderem Maße Kunden- und Umweltanforderungen gerecht werden, den Kundennutzen durch das Produkt- und Serviceangebot nachhaltig steigert und Produktionsprozesse so gestaltet, dass Ressourcen geschont und Emissionen, so weit wie möglich vermieden werden. Durch das Bestreben ständiger Verbesserungen auch dieser Elemente ist eine positive Entwicklung der Gesellschaft zu erwarten.
D. Chancen- und Risikobericht
Der Chancen- und Risikobericht erläutert wesentliche Einzelrisiken im Hinblick auf die Bedeutung der Comarch Software und Beratung AG. Zusätzlich zu den hier angeführten Risiken bestehen möglicherweise weitere strategische, operative, finanzielle, soziale, arbeitssicherheitstechnische, gesundheits- und umweltbezogene sowie sonstige externe Risiken, die der Comarch Software und Beratung AG aktuell noch nicht bekannt oder bewusst sind. Bei Eintritt eines oder mehrerer bekannter oder unbekannter Risiken besteht die Möglichkeit nachteiliger Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Comarch Software und Beratung AG.
Marktchancen
Im Bereich der Standardsoftware wurde durch die Integration in die Comarch Gruppe, Polen, die Weiterentwicklung und Vermarktung der Produktlinie Comarch ERP und Comarch Financials beschleunigt. Die Comarch ERP Enterprise ist die Lösung, die ganzheitliche Digitalisierung ermöglicht und mit Anbindungen u.a. an Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (Kl) für die Umsetzung von Industrie 4.0 und Omnichannel-Commerce im Einsatz ist. So erschließt sich für die Comarch Software und Beratung AG, München, durch die Einbindung in die polnische Muttergesellschaft mit einer Vielzahl von Niederlassungen und Vertriebspartnern, insbesondere in Osteuropa, dieser wichtige Zielmarkt für die innovativen Produkte. Bereits seit 2009 greift die Comarch Software und Beratung AG, zusätzlich zu den eigenen Mitarbeitern, auf hochqualifizierte Softwareentwickler der Muttergesellschaft in Polen zu und erhöht damit die Entwicklungsgeschwindigkeit für die eigenen Produkte deutlich. Seit Ende 2009 hat Comarch Produkte der Muttergesellschaft im Angebot und kann so die Kunden noch umfassender bedienen. In Osteuropa, insbesondere in Polen, Ukraine, Bulgarien und Ungarn, hat Comarch bereits eine führende Marktposition erlangt. Um die Marktposition und das Geschäft auch in asiatischen Ländern auszuweiten, zu stärken und Kontakte zu lokalen Unternehmen herzustellen, investiert die Comarch Software und Beratung AG weiterhin in Comarch-Gesellschaften aus dieser Region. Die Entwicklung der IT-Industrie in dieser Region ist seit vielen Jahren sehr dynamisch, was eine sehr gute Gelegenheit für die weitere Entwicklung darstellt.
Die bei der Comarch Software und Beratung AG relevanten Risikoklassen, die vor jeder unternehmerischen Entscheidung zu berücksichtigen sind, lassen sich wie folgt gliedern:
Ökonomische Risiken und Marktrisiken
| • | Die Comarch Software und Beratung AG ist eingebunden in eine komplexe, globale Geschäftswelt und dementsprechend einer Vielzahl von externen und internen Einflüssen ausgesetzt. Wesentliche Verschlechterungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen, bei einer längerfristig gesamtwirtschaftlich angespannten Situation kann sich sowohl auf die generelle Investitionsbereitschaft beim Kauf und bei der Implementierung von Produkten der Comarch Software und Beratung AG verringern als auch die zeitliche Planung solcher Investitionsvorhaben verzögern. Lieferengpässe und Ausfallrisiken durch Krisen können eine zögerliche oder schwache Entwicklung der Wirtschaft verursachen und negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis haben. Wesentliche Risiken treffen die Realwirtschaft, insbesondere hinsichtlich des kostenintensiveren Energiebedarfs für das Datacenter oder Folgen der Beendigung von Partnerbeziehungen des russischen Marktes. Diese Risiken können sich unmittelbar auf den gesamten Finanzsektor auswirken (Werthaltigkeit von Investitionen, Inflation usw.). |
| • | Die Softwarebranche durchlebt immer noch eine Phase der Konsolidierung, der Wettbewerb hat und wird sich infolge dieser Konsolidierungen weiter verstärken. Möglicherweise kann es Wettbewerbern gelingen, Marktanteile zu Lasten von Comarch zu gewinnen. |
| • | Einen erheblichen Anteil der Umsatzerlöse generiert die Comarch Software und Beratung AG aus Pflegeverträgen mit Bestandskunden. Wenn diese Kunden sich entscheiden sollten, Pflegeverträge zu kündigen und gleichzeitig keine neuen Lizenz- oder Dienstleistungsverträge abzuschließen, kann dies das Ergebnis der Comarch Software und Beratung AG nachhaltig negativ beeinträchtigen. |
Produktrisiken
| • | Neue Softwareprodukte und neue Releases können trotz umfangreicher Planung und Tests nicht erkannte Fehler enthalten. Deshalb unternimmt die Comarch Software und Beratung AG nach der Auslieferung an Kunden besondere Anstrengungen, die aufgetretenen Mängel in enger Kooperation mit den Kunden zu beheben. Es besteht dennoch keine Gewähr, dass Mängel stets zur Zufriedenheit des Kunden behoben werden können. Aus diesem Grund können Kunden Ansprüche auf Rückerstattung geleisteter Beträge erheben oder Schadensersatz, Austausch des Softwareprodukts oder sonstige Zugeständnisse verlangen. Kauf- oder Dienstleistungsverträge können bei Rechtsstreitigkeiten vom Gericht als Werkverträge ausgelegt werden. Solche Vorfälle können sich negativ auf die Ertragslage sowie auf das Ansehen der Comarch Software und Beratung AG auswirken. |
| • | Die Planung von neuen Softwareprodukten basiert auf langjährigen Erfahrungen bei der Entwicklung und Projekten mit ähnlichen Produkten der Comarch Software und Beratung AG (Comarch ERP Suite, Comarch Financial Schilling, Comarch Financial DKS). Dennoch ist bei einer Produktplanung und -entwicklung nicht vollständig auszuschließen, dass während der Entwicklungsphase technische Probleme auftreten können, die Fertigstellung des Produkts nicht zum geplanten Zeitpunkt abgeschlossen wird oder das Produkt erst mit zeitlicher Verzögerung marktfähig ist. Aufgrund der teilweisen Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung mit ausländischen Entwicklern besteht ein gewisses Risiko, das die Umsetzung der Entwicklungsziele negativ beeinträchtigen könnte. |
Projektrisiken
Die Tätigkeit zur Implementierung der Software ist mit einer Vielzahl von Risiken behaftet, auf die die Comarch Software und Beratung AG teilweise keinen Einfluss hat. So sind die Projekte häufig mit der Bereitstellung von Ressourcen seitens des Kunden verbunden. Die Projektrisiken können zu Verzögerungen bei Systemeinführungen und/oder zu höheren Projektkosten führen. Damit verbundene Kundenregressforderungen und Imageschäden für die Comarch Software und Beratung AG können nicht ausgeschlossen werden. Bei der Durchführung von Projekten für andere Produkte aus dem Comarch-Konzern, welche vor allem bei Großkunden realisiert werden, trägt die Comarch Software und Beratung AG Risiken, welche höhere Werte haben als bei ERP-Projekten. Diese Risiken sind in allen Verträgen mit Subunternehmen entsprechend berücksichtigt und an diese übertragen.
Personalrisiken
Wenn qualifizierte und wichtige Mitarbeiter die Comarch Software und Beratung AG verlassen und kein entsprechender Ersatz für diese Personen gefunden wird, können die Geschäfte beeinträchtigt werden. Die Comarch Software und Beratung AG ist bei der Gewinnung hochqualifizierter Arbeitskräfte im IT-Sektor einem starken Wettbewerb ausgesetzt, so dass es keine Garantie dafür geben kann, die entscheidenden Leistungsträger langfristig an sich zu binden. Der Comarch-Konzern kooperiert deshalb mit Hochschulen, um daraus Personal zu gewinnen. Weiterhin sollen qualifizierte Fach- und Führungskräfte rekrutiert, integriert, weiterentwickelt und dauerhaft gehalten werden. Etwaige Abgänge von Schlüsselpersonen sollen durch rechtzeitig ausgebildete interne Nachfolger aufgefangen werden. Sollte dies nicht gelingen, ist das Risiko einer Verschlechterung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gegeben. Dem Risiko eines Personalengpasses werden mit Maßnahmen der Personalentwicklung, Stellvertreterregelungen, Arbeitszeitflexibilisierungen und Home-Office-Möglichkeiten begegnet. Der Krieg in der Ukraine kann zu Personal- sowie Kundeninvestitionsausfällen oder -verschiebungen führen. Die Comarch-Gruppe unternimmt seit Kriegsbeginn große Anstrengungen zur Weiterbeschäftigung ihrer ukrainischen Mitarbeiter, insbesondere am Standort Lemberg. Der Geschäftsbetrieb wird seither weiterhin relativ störungsfrei fortgesetzt und Comarch bleibt ein sicherer Arbeitgeber.
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
Rechtliche Risiken können bei der Softwareentwicklung hinsichtlich der Urheberrechte entstehen. Daher hat sich die Comarch Software und Beratung AG bei Arbeits- oder Entwicklungsverträgen mit externen Partnern derart vertraglich abgesichert, dass alle Rechte bei der Comarch Software und Beratung AG verbleiben.
Finanzielle Risiken
Die Comarch Software und Beratung AG gehört zum international tätigen Comarch-Konzern und ist daher durch die Präsenz am Kapitalmarkt verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Dies sind vor allem Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken, Finanzmarktrisiken und Risiken aus Schwankungen von Marktwerten operativer materieller und immaterieller Vermögenswerte.
| • | Die Erlöse aus Dienstleistungen und Softwarelizenzen lassen sich aus verschiedenen Gründen nur schwer prognostizieren. Gründe hierfür sind beispielsweise die relativ langen Vertriebszyklen, zeitliche Verzögerungen bei Installationen von Softwareprodukten sowie Budgetänderungen beim Kunden. Da andererseits die Ausgaben der Comarch Software und Beratung AG grundsätzlich kurzfristig relativ stabil bleiben, kann das Ausbleiben oder eine Verzögerung erwarteter Umsätze zu beträchtlichen periodischen Schwankungen beim Betriebsergebnis und daraus folgend zu Liquiditätsengpässen führen. |
| • | Der Ausbruch sowie die Langwierigkeit und Schwere des Krieges in der Ukraine hat erhebliche Konsequenzen, sodass ein Ausbleiben von Umsätzen zu Liquiditätsengpässen führen kann. |
| • | Schwankungen und Rückgänge im Lizenzgeschäft wirken sich auf zukünftige Dienstlei tungs- und Pflegeerlöse aus, die in der Regel der Entwicklung der Lizenzumsätze in zeitlichem Abstand folgen. Jedes Absinken der Umsätze von Softwarelizenzen gegenüber dem Vorjahr und Kündigungen von Softwarepflegeverträgen können sich daher negativ auf den Gesamtumsatz und Ertrag der Comarch auswirken. |
| • | Die Entwicklungskapazität ist weiterhin relativ hoch, damit verbunden sind hohe fixe Personalaufwendungen. Dagegen ist das Umsatzwachstum mit den Softwareprodukten schwer prognostizierbar und mit Marktrisiken behaftet. |
| • | Liquiditätsrisiken bestehen zudem, wenn durch eine Regierung eingeführte Beschränkungen oder Kontrollmaßnahmen Zahlungspläne behindern. |
Risikoberichterstattung zu Finanzinstrumenten
Die Comarch Software und Beratung AG tätigt ihre operativen Geschäfte zum überwiegenden Teil in Deutschland bzw. in der Eurozone. Daneben werden geschäftliche Aktivitäten im Drittland akquiriert, wie beispielsweise in der Schweiz, Brasilien, Lateinamerika sowie die geschäftlichen Beziehungen zum Mutterkonzern Comarch S.A., Krakau. Zusätzlich unterhält die Comarch Software und Beratung AG im Jahr 2022 Geschäfte mit Kunden aus Südafrika und Asien. Hieraus resultieren in gewissem Umfang Währungsrisiken, die durch Comarch Software und Beratung AG und Konzernmuttergesellschaft überwacht und bei Bedarf gesteuert werden. Der Ukraine-Krieg forderte die Beendigung von Partnerbeziehungen mit Russland. Dies wird zwar mittelfristig zu einer Einschränkung des Angebots an Software und IT-Services für etwaige Nutzer führen, jedoch ist diese Folge überbrückbar, da nur ein relativ geringer Teil der Umsätze diesbezüglich erzielt wurde. Auf den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Begrenzung der Finanzrisiken wurde verzichtet.
Im Folgenden werden die Risiken bzw. das Risikomanagement näher beschrieben:
Kredit- und Ausfallrisiko
Für die Comarch Software und Beratung AG besteht ein Kreditrisiko dahingehend, dass der Wertansatz der Forderungen beeinträchtigt werden könnte, wenn die Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen. Das maximale Ausfallrisiko umfasst daher den Gesamtbetrag der Forderungen. Zur Minimierung der Kreditrisiken erfolgt im Konzern ein stringentes Forderungs- und Überwachungsmanagement der offenen Forderungen zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken. Grundsätzlich werden für alle Kunden Kreditlimits festgelegt. In den letzten Jahren haben sich die Kreditrisiken insgesamt etwas erhöht. Der Bedarf an Wertberichtigungen wurde entsprechend angepasst. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen Risikokonzentrationen bei Vertriebspartnern im indirekten Vertrieb und bei Großkunden. Dem Risiko wird durch ratierliche Zahlungen während der Projektphase begegnet. Zudem werden Geschäfte nur mit Kunden guter Bonität bzw. unter Einhaltung von vorgegebenen Risikolimits eingegangen.
Das Kreditausfallrisiko für die ausgereichten Verbunddarlehen ist gering. Sämtliche Verbunddarlehen sind kurzfristig und werden sukzessive getilgt. Das Kreditrisiko für solche Ausleihungen soll durch Patronatserklärungen der Muttergesellschaft Comarch S.A zu einem großen Teil abgedeckt werden. Es besteht auch ein Bewertungsrisiko von Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Gesellschaften, die zukünftige Ergebnisse negativ beeinflussen kann.
Von den zum Bilanzstichtag offenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 3.085 betreffen 87,7% (2.521 T€) die Comarch Argentina. Aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage Argentiniens und der Inflation mit einer der höchsten Preissteigerungen, verstärkt durch die globale Lage, wie dem Krieg in der Ukraine und den Störungen in den Lieferketten, wurden weitere Geschäfte mit Comarch Argentina vorerst eingestellt.
Weiterhin bestehen Forderungen gegen argentinische Drittkunden. Ein Großteil dieser Kundenforderungen wurde im zweiten Halbjahr 2022 bezahlt. Für die restlichen argentinischen Kundenforderungen wurden angemessene Einzelwertberichtigungen in Höhe von 160 T€ gebildet.
Liquiditätsrisiken
Durch die unter dem Abschnitt Vermögens- und Finanzlage dargestellten Maßnahmen der Muttergesellschaft Comarch S.A. ist die Finanzierung der Gesellschaft mittelfristig gesichert. Die Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber der Comarch S.A. werden im notwendigen Umfang gestundet. Der Finanz- und Liquiditätsbedarf wird aus einer Finanzplanung abgeleitet, wobei aufgrund der zum Jahresanfang vereinnahmten Wartungserlöse der Finanzbedarf zum Ende des Jahres strukturell höher ist. Darüber hinaus werden für ungeplante Mehrausgaben und Mindereinnahmen Reserven vorgehalten. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit werden liquide Mittel, insbesondere auch durch zeitgesteuerte Termingeldanlagen, bereitgehalten, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllen zu können. Liquiditätsrisiken bestehen, wenn durch eine ausländische Regierung eingeführte Kontrollmaßnahmen Zahlungspläne behindern. Im Jahr 2022 wurden keine Bankkredite oder Konzerndarlehen benötigt. Die Gesellschaft erwartet auch für das kommende Geschäftsjahr eine Finanzierung ohne Inanspruchnahme von Krediten.
Marktrisiko
Das Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen das Preisrisiko, das Währungsrisiko und das Zinsrisiko.
Preisrisiko
Im Konzern der Comarch Software und Beratung AG bestehen kaum Preisrisiken bei den Finanzinstrumenten.
Währungsrisiko
Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssige Mittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden. Im Geschäftsjahr 2022 gab es auch Transaktionen mit dem Mutterkonzern in der Währungseinheit Zloty und mit Kunden in der Währungseinheit ZAR, CHF, USD und PLN, so dass sich auch diesbezüglich Kursgewinne bzw. -verluste ergaben. Insgesamt überstiegen die Währungserträge die Verluste.
Zinsrisiko
Ein Zinsrisiko, d.h. eine Wertveränderung des Finanzinstruments (Fair Value Risiko) bzw. der künftigen Zahlungen aus einem Finanzinstrument (Cashflow-Risiko) aufgrund von Marktzinssatzänderungen liegt vorwiegend bei Vermögenswerten und Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Die Gesellschaft hält seine liquiden Mittel und die Liquiditätsreserven fast ausschließlich im Bereich variabel verzinslicher kurzfristiger Geldanlagen vor, die keinen nennenswerten Kursschwankungen unterliegen.
Der Basiszinssatz für die Verzinsungen von Verbunddarlehen beträgt drei Monate und ist währungsabhängig. Für Darlehen in EUR basiert die Verzinsung auf dem 3-Monats-EURI-BOR, für Darlehen in USD ist Grundlage für die Verzinsung der 3-Monats-Libor. Ist der Basiszinssatz kleiner Null, wird ein Zins von Null angenommen. Die Marge beträgt 2%, sodass der Zinssatz sich aus der Marge zuzüglich des Basiszinssatzes ergibt. Diese Risiken aus Zinserhöhungen stehen aufgrund der Einbeziehung in das Finanzsystem der polnischen Muttergesellschaft in einem vernünftigen Verhältnis zu den günstigen Zinskonditionen.
Die vorstehend aufgeführten Risiken stellen hohe Anforderungen an das Risikomanagement von Comarch und erfordern die Bereithaltung entsprechender finanzieller Ressourcen. Die Bewältigung dieser Prozesse steht im Mittelpunkt des Risikomanagements von Comarch. Das Gesamtrisiko führt zu der Einschätzung, dass die Comarch Software und Beratung AG keinen bestandsgefährdeten Risiken ausgesetzt ist, in denen die Deckung und Finanzierung in Frage gestellt wird. Mit der erfolgreichen Fokussierung und anhaltenden Intensivierung der Entwicklungsaktivitäten der Comarch Software und Beratung AG soll erreicht werden, dass die Kunden auch in Zukunft innovative Produkte erhalten und weitere Märkte erschlossen werden können.
E. Abhängigkeitsbericht
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen: „Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Weitere Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden.
Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“
München, 19. April 2023
Comarch Software und Beratung AG, München
Vorstand
Prof. Janusz Filipiak
Michał Pruski
Zbigniew Rymarczyk
Frank Siewert
Marcus Sümnick
Michael Steinberger
Dariusz Biernacki
Sonstiger Berichtsteil
Sonstige Angaben
Feststellung des Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde am 25. Mai 2023 festgestellt.
Ergebnisverwendung
Der Bilanzgewinn zum 31.12.2022 in Höhe von 25.536.037,35 € wurde gemäß Beschluss der Hauptversammlung wie folgt verwendet:
| Dividende an Aktionäre | 0,00 EUR |
| Vortrag auf neue Rechnung | 25.536.037,35 EUR |