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Comarch S.A. — Annual Report 2010
May 2, 2011
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Annual Report
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Publication

Comarch Software und Beratung Aktiengesellschaft
(vormals: SoftM Software und Beratung Aktiengesellschaft)
München
Konzernabschluss 2010
GESCHÄFTSBERICHT
DAS UNTERNEHMEN COMARCH
Vorstand und Aufsichtsrat
DER VORSTAND
Prof. Janusz Filipiak
Vorstandsvorsitzender
(seit 11/2010)
Ludwig Ametsbichler
Vorstand Finanzen
Piotr Piatosa
Vorstand Vertrieb Nord
DER AUFSICHTSRAT
Konrad Taranski
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Katharina Bania
Stellvertretende Vorsitzende
(seit 11/2010)
Prof. Dr. Hans Zangl
(seit 6/2010)
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionäre,
das Geschäftsjahr 2010 war das zweite volle Geschäftsjahr mit dem polnischen Comarch-Konzern als Mehrheitsaktionär der Comarch Software und Beratung AG. Die Comarch S.A. mit Sitz in Krakau/Polen besitzt über ihre Tochtergesellschaft Comarch AG, Dresden, 80,89% der Anteile an der Comarch Software und Beratung AG.
Im Geschäftsjahr 2010 war wiederum eine intensive Kooperation unter Hebung von Synergien mit dem Comarch-Konzern, Krakau, gegeben. Die Comarch Software und Beratung AG hat Produkte der Muttergesellschaft in ihr Vertriebsprogramm aufgenommen. Verschiedene Geschäftsprozesse wurden vereinheitlicht und laufen nun optimiert ab.
Die Neuentwicklung des auf Comarch Semiramis abgestimmten Rechnungswesens wurde bereits Ende 2010 bei Pilotkunden eingesetzt. Sowohl für das ERP-Produkt Comarch Semiramis als auch für das neue Semiramis Rechnungswesen wurden starke personelle und kostengünstige Entwicklungskapazitäten von Comarch in Polen eingesetzt.
Die Umbenennung der Gesellschaft von SoftM Software und Beratung AG zu Comarch Software und Beratung AG soll die starke Zusammengehörigkeit zum Comarch-Konzern, Krakau, wiedergeben. Die Tochtergesellschaften der Comarch Software und Beratung AG als auch die Produkte der Comarch Software und Beratung AG und deren Tochtergesellschaften wurden bereits im Jahr 2009 zu Comarch umbenannt.
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2010 ausführlich mit der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung, der Strategie sowie der Planung des Unternehmens befasst. Er nahm im Berichtszeitraum die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Beratungs- und Kontrollaufgaben sorgfältig wahr. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2010 regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Der Aufsichtsrat war in sämtliche Entscheidungen eingebunden, die für das Unternehmen von maßgeblicher Bedeutung waren.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend unterrichtet. In vier von insgesamt sechs Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010 berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über Strategie und Planung sowie die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Unternehmens und insbesondere auch über wichtige Geschäftsereignisse. Zusätzlich haben sich die Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen von regelmäßigen Einzelgesprächen mit den Mitgliedern des Vorstands über die aktuelle Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle informieren lassen. Der Aufsichtsrat stimmte sämtlichen Angelegenheiten zu, die ihm entsprechend der Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands als zustimmungspflichtige Geschäfte vorgelegt wurden. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2010 aufgrund seiner geringen Größe keine Ausschüsse gebildet.
SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS, SCHWERPUNKTE DER BERATUNG UND KONTROLLE
Die schwierige Geschäftssituation erforderte eine besonders intensive Arbeit des Aufsichtsrates in 2010. Im Geschäftsjahr 2010 fanden insgesamt sieben Aufsichtsratssitzungen statt, von denen vier Sitzungen als Telefonkonferenz durchgeführt wurden. Im fernschriftlichen Umlaufverfahren wurde ein Beschluss gefasst. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen an sämtlichen Sitzungen im Geschäftsjahr 2010 teil.
Im Mittelpunkt der Sitzung im März 2010 standen der Jahresabschluss der Comarch Software und Beratung AG und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2009 sowie der gemeinsame Lagebericht 2009 für die Comarch Software und Beratung AG und den Konzern. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Darüber hinaus waren die Tagesordnung und die Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung 2010 Gegenstand dieser Sitzung. Im fernschriftlichen Umlaufverfahren hat der Aufsichtsrat dann Anfang Mai 2010 den konkreten Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung über Änderungen der Satzung der Gesellschaft zugestimmt. Diese Änderungen betrafen die Umbenennung der Gesellschaft von SoftM Software und Beratung AG zu Comarch Software und Beratung AG sowie Anpassungen der Satzung an das am 01.09.2009 in Kraft getretene Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie (ARUG). In der konstituierenden Sitzung im Juni 2010 des von der Hauptversammlung am 17.06.2010 neu gewählten Aufsichtsrats wurde Herr Prof. Janusz Filipiak zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Schwerpunkte der Sitzungen im August und November 2010 waren die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung, die Strategie und die Planung des Unternehmens sowie die Produkt- bzw. Geschäftsentwicklung der Produkte. Infolge des Wechsels von Herrn Prof. Janusz Filipiak vom Aufsichtsrat in den Vorstand der Gesellschaft hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Dezember 2010 Herrn Konrad Taranski zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
PERSONALIA
Mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 17.06.2010 endete turnusgemäß die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Dr. Hannes Merten, Prof. Janusz Filipiak und Konrad Taranski. Herr Dr. Hannes Merten hat nicht mehr für die Wiederwahl zum Aufsichtsrat kandidiert. Wir danken Herrn Dr. Merten für die von ihm seit Gründung der Gesellschaft im Jahr 1973 in verschiedenen Führungsfunktionen und zuletzt als Vorsitzender des Aufsichtsrats geleistete Arbeit zum Wohl des Unternehmens. Die Herren Prof. Filipiak und Taranski wurden in der Hauptversammlung vom 17.06.2010 als Mitglieder des Aufsichtsrats wiedergewählt. Neu gewählt wurde Herr Prof. Dr. Hans Zangl, Inhaber einer Professur für Betriebswirtschaftslehre. Er verfügt über die nach § 100 Abs. 5 AktG geforderte Unabhängigkeit und über die entsprechenden Fachkenntnisse. Herr Prof. Filipiak, der in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats im Juni 2010 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt wurde, hat am 24.11.2010 sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung niedergelegt, da er mit Wirkung ab dem 25.11.2010 zum Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft bestellt wurde. Für ihn wurde mit Wirkung zum 06.12.2010 Frau Katharina Bania gerichtlich in den Aufsichtsrat bestellt und Herr Taranski in der Sitzung des Aufsichtsrats im Dezember 2010 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Prof. Filipiak für seine engagierte Tätigkeit im Aufsichtsrat. Neben seinem Amt im Aufsichtsrat der Comarch Software und Beratung AG ist Herr Taranski auch Mitglied des Vorstands der Comarch S.A., Krakau/Polen und des Aufsichtsrats der Comarch AG, Dresden. Frau Bania ist zugleich auch Vorstandsvorsitzende der Comarch AG, Dresden.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat die Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vom Mai 2010 berücksichtigt. Aufsichtsrat und Vorstand haben im Dezember 2010 und Januar 2011 jeweils eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Comarch-Website dauerhaft zugänglich gemacht. Weitergehende Erläuterungen zur Corporate Governance sind dem Corporate-Governance- Bericht im Geschäftsbericht 2010 zu entnehmen.
JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNG
Die Akanthus GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat zum 31.12.2010 den Jahresabschluss der Comarch Software und Beratung AG nach HGB und den Konzernabschluss nach IFRS sowie den gemeinsamen Lagebericht für die Comarch Software und Beratung AG und den Konzern geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Abschlüsse der Comarch Software und Beratung AG und des Konzerns, der Lagebericht sowie die Prüfungsberichte der Abschlussprüfer lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor, wurden von diesen geprüft und in der Bilanzsitzung am 22. März 2011 eingehend mit dem Vorstand und den Wirtschaftsprüfern erörtert. Es gab keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse am 22. März 2011 gebilligt; sie sind damit festgestellt.
PRÜFUNG DES BERICHTS DES VORSTANDS ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Die Comarch S.A., Krakau, ist über ihre Tochtergesellschaft Comarch AG, Dresden, seit 18.11.2008 mehrheitlich am Grundkapital der Comarch Software und Beratung AG beteiligt und demnach nach § 312 AktG beherrschendes Unternehmen gegenüber der Comarch Software und Beratung AG. Der Vorstand der Comarch Software und Beratung AG hat demnach gemäss § 5 AktG einen Abhängigkeitsbericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen zu erstellen. Der Bericht für das Geschäftsjahr 2010 enthält die folgende Schlusserklärung des Vorstandes:"Die Gesellschaft erhielt bei allen im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften eine angemessene Gegenleistung. Weitere Maßnahmen im Sinne des § 312 Abs. 3 Satz 3 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zu Grunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."
Die Abschlussprüfer haben den Bericht geprüft und folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:
"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistungen der Gesellschaft nicht unangemessen hoch waren."
Der Bericht des Vorstandes und Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sind dem Aufsichtsrat zugeleitet worden. Der Aufsichtsrat hat bei seiner eigenen Überprüfung des Abhängigkeitsberichts keine Ansatzpunkte für Beanstandungen festgestellt und stimmte dem Bestätigungsvermerk der Abschlussprüfer ebenfalls zu.
Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand und allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit und den großen persönlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2010.
München, 22. März 2011
Der Aufsichtsratsvorsitzende
Konrad Taranski
Bericht des Vorstands
Lagebericht und Konzernlagebericht
für die Comarch Software und Beratung AG
GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN
Auch das Jahr 2010 stand für Comarch noch unter dem Aspekt der Restrukturierung und strategischer Neuausrichtung. Das bereits Mitte 2009 gestartete Programm DASD (Decentralization of organization, lean Administration, Sales driven organization, Development increase) zur Kostenreduktion, Verschlankung der Strukturen, marktnahen Ausrichtung und Erweiterung der Softwareentwicklung wurde konsequent weiter geführt. Zwar scheint die Wirtschaftskrise in Deutschland überwunden und das Bruttoinlandsprodukt ist stark gewachsen, dennoch bestehen im Mittelstand - dem Zielmarkt von Comarch - weiterhin Probleme. Vielen Kunden und Interessenten fällt es schwer, anspruchsvolle Softwareprojekte zu finanzieren, bereits begonnene Projekte wurden aufgrund fehlender Finanzierung unterbrochen.
Die Comarch Software und Beratung AG selbst hatte einerseits hohe Sonderbelastungen für Restrukturierung und andererseits nochmals gesteigerte Investitionen in die Produktentwicklung. So ist es gelungen mit Hilfe zusätzlicher Entwicklungskapazität der Muttergesellschaft in Polen in weniger als zwei Jahren ein komplettes und vollständig integriertes Rechnungswesen für die ERP-Software Comarch Semiramis zu entwickeln. Diese Entwicklung ist für den Konzern äußerst wichtig, um am Markt eine Komplettlösung anbieten zu können. Comarch ist nun ab 2011 in der Lage, den Interessenten eine moderne, durchgängig einheitliche ERP-Lösung zu liefern und zu implementieren. Daneben ist es nun aber auch möglich, an reine Rechnungsweseninteressenten diese moderne Software zu vermarkten.
Durch die Einbindung in die Comarch Group ist es gelungen, dieses schwierige Jahr auch finanziell zu bewältigen. Das EBITDA für das Geschäftsjahr 2010 war insgesamt negativ, im vierten Quartal konnte aber ein ausgeglichenes EBITDA erzielt werden.
Die Muttergesellschaft Comarch S.A., Krakau/Polen ist ein internationaler Anbieter von IT-Lösungen für Geschäftsprozessoptimierung und Kundenbeziehungsmanagement. Gegründet im Jahr 1993, hat sich die Gruppe weltweit etabliert und beschäftigt heute etwa 3.500 Mitarbeiter an über 30 Standorten in 16 Ländern. Im Jahr 2010 hat die Comarch Group einen Konzernumsatz von ca. 190 Mio. Euro und ein Konzernnettoergebnis von ca. 10,8 Mio. Euro erzielt. Das Unternehmen ist in den Zielmärkten Telekommunikation, Handel, Banken und Versicherungen, Öffentliche Verwaltung, IT-Infrastruktur und SME (Small and Medium-sized Enterprises bzw. Mittelstand) als Anbieter von Software sowie Consulting-, Integrations- und Programmierdiensten tätig. Die Comarch Software und Beratung AG fügt sich als Anbieter von IT-Lösungen für den Mittelstand in den Bereichen SME sowie IT-Infrastruktur in die Comarch Group ein.
Die drei Geschäftsfelder Standardsoftware, Beratung und Systemintegration haben sich im Geschäftsjahr unterschiedlich entwickelt.
Im Geschäftsfeld Standardsoftware (betriebswirtschaftliche Software für Enterprise Resource Planning und Financials) entwickelt und vertreibt die Comarch Software und Beratung AG moderne Business-Software für mittelständische Unternehmen.
Mit der ERPII-Software Comarch Semiramis inkl. dem neu entwickeltem Rechnungswesen verfügt Comarch über eine moderne Softwarelösung, die bereits mehrfach für ihre Technologie und Ergonomie ausgezeichnet wurde. Comarch Semiramis ist komplett objektorientiert in der Programmiersprache Java entwickelt und auf den gängigen Serverbetriebssystemen Microsoft Windows, Linux und IBM i sowie auf den Datenbanken Oracle, Microsoft SQL Server und IBM DB2/400 ablauffähig. Neben der bewährten ERP-Lösung Comarch SoftM Suite, die ausschließlich für die Serverplattform IBM System i zur Verfügung steht und insbesondere die Branchen Handel und Lebensmittelindustrie adressiert, verfügt Comarch damit über eine plattformneutrale ERPII-Software, die als Cross-Industry-Lösung grundsätzlich für die Anforderungen unterschiedlicher Branchen ausgelegt ist.
Comarch Semiramis wird sowohl im Direktgeschäft mit einem eigenen Vertriebsteam als auch indirekt über ein ausgeprägtes Netz von Vertriebspartnern am Markt angeboten. Diesen Vertriebspartnern bietet Comarch zudem die Möglichkeit, auf Basis von Comarch Semiramis eigene Branchenlösungen zu entwickeln und anzubieten. Die Positionierung von Comarch Semiramis als Plattform für Partnerprodukte wird durch moderne Softwaretechnologie in Form einer AddOn-Infrastruktur unterstützt. Dies versetzt Comarch in die Lage, zusätzliche Branchen für das Produkt Comarch Semiramis zu erschließen und damit das Einsatzspektrum kontinuierlich zu erweitern.
Neben den ERP-Lösungen mit den integrierten Finanz-Applikationen vermarktet Comarch die Finanz-Applikationen auch separat als Stand-alone-Rechnungswesenlösungen. Das Portfolio umfasst darüber hinaus die auf dem Serverbetriebssystem IBM i ablauffähigen Rechnungswesenlösungen Comarch DKS und Comarch Schilling. Als Ergänzung sowohl zu den ERP-Lösungen als auch zu den Finanz-Applikationen wird das Dokumentenmanagementsystem InfoStore angeboten.
Im Geschäftsfeld Beratung bietet die Comarch Software und Beratung AG in einer dezentralen Organisation Dienstleistungen (Beratung, Anpassprogrammierung, Datenübernahmen u. Ä.) an, um die Produkte bei den Kunden einzuführen. Die Consultants erstellen Einsatzstudien im Vorfeld der Softwareeinführung und unterstützen die Kunden bei der Implementierung und Anpassung der Software sowie bei Releasewechseln. Weitere Dienstleistungen sind Schulung und Support.
Im Geschäftsfeld Systemintegration vertreibt die Comarch Software und Beratung AG Produkte und Lösungen zum Betrieb und Ausbau der IT-Infrastruktur. Comarch versteht sich in diesem Geschäftsbereich als "Fullservice-Anbieter" und verfügt über umfassende Kompetenzen für Server- und Storage-Systeme, Netzwerktechnologien, Sicherheits- und Hochverfügbarkeitslösungen, Virtualisierungslösungen sowie systemnahe Software. Hauptlieferant in diesem Geschäftsbereich ist IBM, daneben vertreibt Comarch weitere Produkte von zahlreichen renommierten Herstellern.
UMSATZ- UND ERTRAGSENTWICKLUNG
Im Geschäftsfeld Standardsoftware verzeichnete Comarch infolge des Verkaufs des Groupwaregeschäftes Ende 2009 einen Umsatzrückgang auf 16,7 Mio. € (Vj. 17,6). Mit dem Groupwaregeschäft wurde in 2009 ein Umsatz von ca. 0,9 Mio. € erzielt.
Im Geschäftsfeld Beratung ging der Umsatz um 1,2 Mio. € auf 12,5 Mio. € zurück (Vj. 13,7). Der Rückgang ist in wesentlichen Teilen einerseits auf den verkauften Bereich Groupware sowie auf in 2009 veräußerte Konzerngesellschaften zurückzuführen. In diesem Geschäftsfeld wurde von Mitte des Jahres 2009 bis Ende 2010 von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch gemacht.
Im dritten Geschäftsfeld Systemintegration konnte eine leichte Umsatzsteigerung um ca. 3% auf 7,7 Mio. € (Vj. 7,5) erzielt werden.
Insgesamt hatte der Comarch-Konzern im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatzrückgang um 2,0 Mio. € auf 36,9 Mio. € zu verzeichnen.
Das operative Ergebnis des Konzerns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, EBITDA nach IFRS, war noch deutlich negativ, verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Mio. € auf -1,7 Mio. € (Vj. -2,4). Beim Konzern-EBT ergab sich ein Verlust von -7,1 Mio. € (Vj. -7,2). In diesen Zahlen sind einmalige - nicht ausgabenwirksame -Buchverluste durch eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 2,9 Mio. € (Vj. 2,1) enthalten. Das Ergebnis wurde auch durch Sonderfaktoren wie Restrukturierungsmaßnahmen, verbunden mit einem Personalabbau, in Höhe von ca. 0,5 Mio. € belastet.
Die in den beiden vergangenen Jahren aufgesetzten Programme zu Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen haben positive Wirkung gezeigt, konnten aber die operative Verlustsituation noch nicht beseitigen.
Das Konzernergebnis nach Steuern beträgt -7,0 Mio. € (Vj. -5,8). Im Vorjahr wurden latente Steuern für den Verlustvortrag von 1,4 Mio. € in Höhe der bestehenden passiven latenten Steuern nachaktiviert. Im Jahr 2010 wurden aktive latente Steuern weiterhin auf den Bestand der passiven Steuerlatenzen beschränkt, so dass sich hieraus keine Ergebniseffekte ergaben. Tatsächliche Ertragsteuern wurden in Höhe von T€ 14 bezahlt. Dabei hat das Segment Systemintegration mit einem positiven EBT von 0,3 Mio. € abgeschlossen, beim Segment Software und Beratung betrug das EBT -7,4 Mio. €.
Das Ergebnis je Aktie beträgt -1,09 € (Vj. -0,89) bei 6.480.000 Stück (Vj. 6.480.000) durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien.
Im Einzelabschluss der Comarch Software und Beratung AG nach HGB beträgt der Jahresfehlbetrag 6,2 Mio. € (Vj. -12,0). Aufgrund des negativen steuerlichen Einkommens waren für das Geschäftsjahr 2010 keine periodischen Ertragsteueraufwendungen auszuweisen. Zum Ausgleich des Jahresfehlbetrages nach HGB wurden die bestehenden Kapital- und Gewinnrücklagen vollständig aufgelöst. Dennoch ist noch ein Bilanzverlust von 2,0 Mio. € (Vj. 0,0) auszuweisen. Das gesamte buchmäßige Eigenkapital der Comarch Software und Beratung AG hat sich von 10,7 Mio. € auf 4,5 Mio. € reduziert.
FINANZLAGE
Trotz des negativen Konzernergebnisses konnte der Comarch-Konzern im Geschäftsjahr 2010 einen positiven operativen Cashflow in Höhe von 0,7 Mio. € (Vj. 2,4) erzielen. Dazu beigetragen hat einerseits ein erheblicher Abbau des working capital sowie andererseits die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen, die aufgrund der eingeflossenen außerplanmäßigen Abschreibungen mit 5,4 Mio. € auf hohem Niveau lagen (Vj. 4,8 Mio.).
Der Investitionssektor weist insgesamt einen negativen Saldo in Höhe von 2,0 Mio. € (Vj. 1,8) aus. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen waren 0,2 Mio. € (Vj. 0,2) an Zahlungsabgängen zu verzeichnen, für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen (aktivierte Entwicklungsaufwendungen und erworbene Rechte) waren 1,9 Mio. € (Vj. 1,6) zu finanzieren.
Im Finanzierungssektor kam es zu gegenläufigen Entwicklungen. Einerseits flossen dem Konzern 3,7 Mio. € aus der Aufnahme neuer Finanzkredite zu. Andererseits betrug die Auszahlung für die Tilgung von Finanzkrediten 2,3 Mio. € (Vj. 5,6), darin ist die Rückführung der kurzfristigen Absatzfinanzierung des Hardwaregeschäfts (0,3 Mio. €) enthalten. Die Darlehen sind mit variablen Zinssätzen ausgestattet und betragen ca. 3%.
Die zum Jahresende bestehenden Kontokorrentkredite im Volumen von 1,7 Mio. € wurden mit 1,5 Mio. € in Anspruch genommen. Der Finanzmittelbestand lag am Bilanzstichtag bei 0,5 Mio. € gegenüber 0,4 Mio. € im Vorjahr. Die Finanzmittel sind in Höhe von 0,4 Mio. € zur Besicherung von Aval-Krediten verpfändet.
Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Darlehen in Höhe von 1,6 Mio. € (Vj. 1,5) beinhalten die kurzfristigen Kredite. Darin enthalten sind ein kurzfristiger Bankkredit und der Kredit für die Absatzfinanzierung (0,1 Mio. €) im Bereich Systemintegration. Des Weiteren hat die Muttergesellschaft Comarch AG, Dresden, kurzfristige Darlehen in Höhe von 2,1 Mio. € gewährt; diese sind in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten. Damit beträgt der Kreditbestand zum 31.12.2010 3,7 Mio. €.
Für die Finanzierung der Firmenfahrzeuge sowie für größere IT-Anlagen wird Leasing als Finanzierungsinstrument eingesetzt.
VERMÖGENSLAGE
Das Geschäftsjahr 2010 hat zu Veränderungen der Bilanzkennziffern geführt. Die Bilanzsumme ist infolge des niedrigeren Geschäftsvolumens und aufgrund des durch außerplanmäßige Abschreibungen reduzierten Buchwertes von Firmenwerten auf 20,4 Mio. € gefallen (Vj. 24,3). Aufgrund des Jahresverlustes reduzierte sich der Eigenkapitalbestand auf nur noch 4,7 Mio. € (Vj. 11,7), die Eigenkapitalquote hat sich auf Basis der Bilanzsumme von 48,2% auf 23,0% vermindert. Neben dem Eigenkapital steht dem Konzern langfristiges Fremdkapital im Umfang von 1,9 Mio. € (Vj. 1,8) zur Verfügung (davon 1,5 Mio. € latente Steuerschulden). Das langfristige Kapital beträgt damit 6,6 Mio. € gegenüber 13,5 Mio. € im Vorjahr.
Die langfristigen Vermögenswerte betrugen 13,7 Mio. € (Vj. 17,0); ihr Anteil am Gesamtvermögen fiel von 70,1% auf 67,1 %. Das langfristige Vermögen war damit nur noch zu 48% durch langfristiges Kapital gedeckt (Vj. 79%).
AKTIE UND KURSENTWICKLUNG
Der Kurs der Comarch Software und Beratung AG Aktie verzeichnete in 2010 insgesamt eine Seitwärtsbewegung; der Xetra-Kurs lag zum Jahresende 2009 bei 1,80 €, stieg zur Jahresmitte am 30.06.2010 auf 2,50 € und betrug zum Ende 2010 1,75 €. Am 11. März 2011 lag der Kurs der Aktie im XETRA-Handel bei 2,00 Euro.
KONSOLIDIERUNGSKREIS, AKQUISITIONEN
Der Konsolidierungskreis hat sich in 2010 durch zwei konzerninterne Verschmelzungen verändert. Die Comarch Solutions GmbH und die Comarch Systemintegration GmbH wurden in 2010 auf die Comarch Software und Beratung AG verschmolzen. Die 30%-Beteiligung an der KEK Anwendungssysteme GmbH wurde Anfang 2010 verkauft.
Im Geschäftsjahr 2010 hat die Comarch Software und Beratung AG keine Akquisitionen von Unternehmen durchgeführt. Es gibt derzeit keine Planungen zur Übernahme anderer Unternehmen oder Produkte.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Auch im Geschäftsjahr 2010 wurden die Aufwendungen für Entwicklungsleistungen nochmals gesteigert. Das in 2009 begonnene Nearshoring-Konzept, bei dem zusammen mit der Konzernmutter Comarch S.A. ein zusätzliches Entwicklerteam in Polen aufgebaut wurde, um zusätzliche Funktionen und Module für das Produkt Comarch Semiramis inkl. dem Rechnungswesen zu entwickeln, wurde in 2010 weitergeführt.
Die Schwerpunkte der Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung waren die Weiterentwicklung bzw. Neuentwicklung der Java-Produktlinien.
Das im ersten Quartal 2009 begonnene große Entwicklungsprojekt ISAR (Integrated Semiramis Accounting & Reporting) zur Bereitstellung einer vollständig in Semiramis integrierten Rechnungswesenlösung wurde in 2010 unter dem Einsatz von erheblichen Ressourcen fortgesetzt. Planmäßig konnte die Neuentwicklung, die Applikationen für Finanz- und Anlagenbuchhaltung sowie Kostenrechnung und Controlling umfasst, im Herbst 2010 in die Phase der Betatests gehen und im vierten Quartal 2010 bei verschiedenen Pilotkunden installiert werden. Diese Piloteinsätze der Software erfüllten in vollem Umfang die Erwartungen, so dass im Februar 2011 - zur Branchenmesse CeBIT -die Vertriebsfreigabe für das neue Comarch Semiramis Rechnungswesen erfolgte.
Beim ERP-System Comarch Semiramis wurde Ende März 2010 das neue Release 5 zum Vertrieb freigegeben. Dieses beinhaltete insbesondere technologische und ergonomische Verbesserungen. So wurde eine neue AddOn-Infrastruktur zur einfachen Einbindung von Zusatzapplikationen geschaffen und die Benutzeroberfläche aktualisiert. Auf Basis der neuen AddOn-Infrastruktur wurde auch das neue Rechnungswesen realisiert. Dadurch kann die Rechnungswesenentwicklung unabhängig von der Entwicklung des ERP-Kernsystems erfolgen; neue Releases des Rechnungswesens lassen sich unabhängig vom Releasezyklus des ERP-Systems entwickeln und ausliefern (z.B. die im Rechnungswesen häufigen Aktualisierungen aufgrund gesetzlicher Änderungen). Die AddOn-Infrastruktur bildet auch die technische Basis für das neue Comarch Semiramis"App-Center". Kunden können sich auf diesem Internet-Portal über neue Funktionen, Erweiterungen und Frameworks informieren sowie die weiteren Schritte initiieren, die zur Implementierung der Lösungen erforderlich sind. Neue Apps wurden unter anderem für das Verwalten von Kunden- und Lieferantenverträgen sowie für den Bereich Service und Instandhaltung zur Verfügung gestellt. Weiterhin wurde ein Business-Intelligence-Tool der Konzernmutter Comarch S.A. in das Produkt Comarch Semiramis integriert. Im Rahmen der Entwicklungen für das kommende Release 5.1 wurden im Bereich CRM sogenannte Dashboards bereitgestellt, mit denen sich individuelle Übersichten für Kunden und Lieferanten zusammenstellen lassen. Hierbei können Informationen aus den ERP- und Business-Intelligence-Anwendungen sowie dem Internet in komprimierter Form dargestellt werden.
Bei den auf der IBM-Plattform System i basierenden Produktlinien sind folgende Weiterentwicklungen hervorzuheben:
Beim ERP-Produkt Comarch SoftM Suite wurden unter anderem neue Business-Intelligence-Cockpits für die Bereiche Vertrieb und Beschaffung realisiert sowie neue Multisite-Funktionen für die Zusammenarbeit zwischen Firmen eines Konzernverbunds geschaffen. Unter der Bezeichnung"Comarch SoftM Suite Office Plus" wurden neue Zusatzkomponenten wie etwa für das Buchen in Excel und die Finanzplanung zur Verfügung gestellt. Das Modul für Instandhaltung wurde komplett überarbeitet.
Bei der Rechnungswesenlösung Comarch Schilling wurden neue Bl-Cockpits sowie neue Funktionen für Sepa-Lastschriften entwickelt und die Funktionalität im Bereich der automatischen Abgrenzbuchungen erweitert.
Die Buchhaltungslösung Comarch DKS hat eine neue grafische Oberfläche sowie zusätzliche Optionen bei der Datenausgabe in MS Excel erhalten. Neu ist weiterhin eine Funktion zur Vorsteuer-Rückerstattung in Österreich. Auch für Comarch DKS wurden neue Bl-Cockpits entwickelt.
Bei der Personalsoftware TOPAS bildete die Umsetzung neuer elektronischer Verfahren den Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten. Dazu zählen aktuelle Änderungen im ELENA-Verfahren, das maschinelle Rückmeldeverfahren für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung sowie das maschinelle Erstattungsverfahren nach dem Gesetz über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für Entgeltfortzahlung.
Beim Dokumentenmanagementsystem InfoStore ECM der Konzerngesellschaft Comarch Swiss AG, Buchs/Schweiz wurde nach der im April 2010 erfolgten Freigabe komplett neuer Client-Applikationen die plattformunabhängige Bereitstellung des Systems gemeinsam mit der Konzernmutter Comarch S.A. realisiert. InfoStore ECM ist heute neben IBM System i auch auf den Serverplattformen MS Windows und Linux verfügbar. Weiterhin wurde ein neues Workflow-Modul zur komfortablen Prozessgestaltung und -steuerung integriert; die Browserfunktionen wurden erweitert; für Smartphones wie z.B. das Apple iPhone sind neue Apps entwickelt worden.
Der Umfang der F&E-Tätigkeiten ist im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um ca. 10% weiter angestiegen, der Aufwand für F&E beträgt insgesamt ca. 10,7 Mio. € (Vj. 9,7). Nach dem Regelwerk von IFRS wurde ein Teilbetrag für Neuentwicklungen in Höhe von 1,9 Mio. € (Vj. 1,45) für Comarch Semiramis aktiviert. Im Einzelabschluss wurde auf die Aktivierung von Entwicklungskosten verzichtet. Der Buchwert der aktivierten Eigenentwicklung für Standardsoftware beträgt zum Bilanzstichtag 4,9 Mio. € (Vj. 4,0) und entfällt ausschließlich auf das Produkt Comarch Semiramis.
MITARBEITER
Zum Stichtag 31.12.2010 beschäftigte der Comarch-Konzern inkl. Freiberuflichen 318 Mitarbeiter (Vj. 339), im Jahresdurchschnitt waren es 331 (Vj. 387) Beschäftigte. Die Belegschaftszahl hat sich aufgrund des Personalabbaus deutlich verringert.
Comarch verfügt über ein differenziertes Entlohnungssystem für seine Mitarbeiter. Im Bereich Beratung werden neben dem Fixgehalt variable Prämien in Abhängigkeit von quantitativen Bezugsgrößen gewährt. Beschäftigte im Vertriebsaußendienst erhalten neben einem Fixum eine variable Provision in Abhängigkeit vom Lizenzverkauf bzw. vom erreichten Deckungsbeitrag. Softwareentwickler erhalten ebenfalls neben einem Festgehalt einen variablen Vergütungsbestandteil, der von Entwicklungszielen abhängig ist. Im Verwaltungsbereich erfolgt die Vergütung überwiegend in Form von Fixgehältern.
Daneben erhält ein Teil der Mitarbeiter inklusive Vorstand Zusatzleistungen in Form von betrieblicher Altersvorsorge als Direktversicherung bzw. über Unterstützungskassen sowie weitere Sozialleistungen.
Der Vorstand - mit Ausnahme eines Mitglieds - erhält neben einem fixen Gehalt eine variable Vergütung. Die variable Vergütung ist teils vom Konzernergebnis und teils von individuellen Zielerreichungen abhängig. Es bestehen keine Pensionszusagen.
RISIKOBERICHT - CHANCEN UND RISIKEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Durch den Zusammenschluss mit der Comarch S.A., Polen, werden für die Berichtsgesellschaft neue Wachstumsmöglichkeiten geschaffen.
Im Bereich der Standardsoftware wurde durch die Integration in die Comarch Gruppe, Polen, die Weiterentwicklung und Vermarktung der Produktlinie Comarch Semiramis beschleunigt. So erschließt sich für Comarch durch die Muttergesellschaft mit einer Vielzahl von Niederlassungen und Vertriebspartnern insbesondere in Osteuropa dieser wichtige Zielmarkt für die innovativen Produkte. Bereits seit 2009 greift die Comarch Software und Beratung AG, zusätzlich zu den eigenen Mitarbeitern, auf hochqualifizierte Softwareentwickler der Muttergesellschaft in Polen zu und erhöht damit die Entwicklungsgeschwindigkeit für die eigenen Produkte deutlich. Seit Ende 2009 hat Comarch Produkte der Muttergesellschaft im Angebot und kann so die Kunden noch umfassender bedienen. Die im Comarch-Konzern relevanten Risikoklassen lassen sich wie folgt gliedern:
Ökonomische Risiken und Marktrisiken
| ― | Wesentliche Verschlechterungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen. Bei einer längerfristig gesamtwirtschaftlich angespannten Situation kann sich sowohl die generelle Investitionsbereitschaft beim Kauf und bei der Implementierung von Produkten des Comarch-Konzerns verringern als auch die zeitliche Planung solcher Investitionsvorhaben verzögern. Eine zögerliche oder schwache Entwicklung der Wirtschaft kann deshalb negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis des Konzerns Comarch Software und Beratung AG haben. |
| ― | Die Softwarebranche durchlebt immer noch eine Phase der Konsolidierung, der Wettbewerb hat und wird sich infolge dieser Konsolidierungen weiter verstärken. Möglicherweise kann es Wettbewerbern gelingen, Marktanteile zu Lasten von Comarch zu gewinnen. |
| ― | Einen erheblichen Anteil der Umsatzerlöse generiert Comarch aus Pflegeverträgen mit Bestandskunden. Wenn diese Kunden sich entscheiden sollten, Pflegeverträge zu kündigen und gleichzeitig keine neuen Lizenz- oder Dienstleistungsverträge abzuschließen, kann dies das Ergebnis des Comarch-Konzerns negativ beeinträchtigen. |
| ― | Der Umsatz im Geschäftsfeld Systemintegration wird durch die Konditionsgestaltung der Hardwarehersteller erheblich beeinflusst. Bei signifikanten Änderungen in der Konditionsgestaltung können sich dadurch negative Auswirkungen auf den Umsatz und die Rohmarge in diesem Segment ergeben. |
Produktrisiken
| ― | Neue Softwareprodukte und neue Releases können trotz umfangreicher Planung und Tests nicht erkannte Fehler enthalten. Deshalb unternimmt der Konzern nach der Auslieferung an Kunden besondere Anstrengungen, die aufgetretenen Mängel in enger Kooperation mit den Kunden zu beheben. Es besteht dennoch keine Gewähr, dass Mängel stets zur Zufriedenheit des Kunden behoben werden können. Aus diesem Grund können Kunden Ansprüche auf Rückerstattung geleisteter Beträge, Schadenersatz, Austausch des Softwareprodukts oder sonstige Zugeständnisse erheben. Kauf- oder Dienstleistungsverträge können bei Rechtsstreitigkeiten vom Gericht als Werkverträge ausgelegt werden. Solche Vorfälle können sich negativ auf die Ertragslage sowie auf das Ansehen von Comarch auswirken. |
| ― | Die Planung von neuen Softwareprodukten basiert auf langjährigen Erfahrungen bei Entwicklung und Projekten mit ähnlichen Produkten im Comarch-Konzern (Comarch SoftM Suite, Comarch Schilling, Comarch DKS). Dennoch ist bei einer Produktplanung und -entwicklung nicht vollständig auszuschließen, dass während der Entwicklungsphase technische Probleme auftreten können, die Fertigstellung des Produkts nicht zum geplanten Zeitpunkt abgeschlossen wird oder das Produkt erst mit zeitlicher Verzögerung marktfähig ist. Aufgrund der teilweisen Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung mit ausländischen Entwicklern besteht ein gewisses Risiko, das die Umsetzung der Entwicklungsziele negativ beeinträchtigen könnte. Die Produktrisiken konnten durch die erfolgreiche Fertigstellung des Finance-Produktes Comarch Semiramis Rechnungswesen vermindert werden. |
Projektrisiken
| ― | Die Tätigkeit zur Implementierung der Software ist mit einer Vielzahl von Risiken behaftet, auf die Comarch teilweise keinen Einfluss hat. So sind die Projekte häufig mit der Bereitstellung von Ressourcen seitens des Kunden verbunden. Die Projektrisiken können zu Verzögerungen bei Systemeinführungen und/oder zu höheren Projektkosten führen. Damit verbundene Kundenregressforderungen und Imageschäden für Comarch können nicht ausgeschlossen werden. |
Personalrisiken
| ― | Wenn qualifizierte und wichtige Mitarbeiter den Konzern Comarch Software und Beratung AG verlassen und kein entsprechender Ersatz für diese Personen gefunden wird, können die Geschäfte des Comarch-Konzerns beeinträchtigt werden. Comarch ist bei der Gewinnung hochqualifizierter Arbeitskräfte im IT-Sektor einem starken Wettbewerb ausgesetzt, so dass es keine Garantie dafür geben kann, dass der Comarch-Konzern langfristig in der Lage sein wird, seine entscheidenden Leistungsträger an sich zu binden. Comarch wird deshalb in naher Zukunft mit Hochschulen kooperieren, um daraus auch Personal zu gewinnen. |
Rechtliche Risiken und Compliance-Risiken
| ― | Rechtliche Risiken können bei der Softwareentwicklung hinsichtlich der Urheberrechte entstehen. Daher haben wir uns bei den Arbeits- oder Entwicklungsverträgen mit externen Partnern vertraglich abgesichert, dass alle Rechte beim Konzern verbleiben. |
Finanzielle Risiken
| ― | Die Erlöse aus Dienstleistungen und Softwarelizenzen und insbesondere die Umsatzentwicklung im Geschäftsfeld Systemintegration lassen sich aus verschiedenen Gründen nur schwer prognostizieren. Gründe hierfür sind beispielsweise die relativ langen Vertriebszyklen, zeitliche Verzögerungen bei Installationen von Softwareprodukten oder Servern sowie Budgetänderungen beim Kunden. Da andererseits die Ausgaben des Comarch-Konzerns kurzfristig relativ stabil bleiben, kann das Ausbleiben oder eine Verzögerung erwarteter Umsätze zu beträchtlichen periodischen Schwankungen beim Betriebsergebnis und daraus folgend zu Liquiditätsengpässen führen. |
| ― | Schwankungen und Rückgänge im Lizenzgeschäft wirken sich auf zukünftige Dienstleistungs- und Pflegeerlöse aus, die in der Regel der Entwicklung der Lizenzumsätze in zeitlichem Abstand folgen. Jedes Absinken der Umsätze von Softwarelizenzen gegenüber Vorjahr und Kündigungen von Softwarepflegeverträgen können sich daher negativ auf den Gesamtumsatz und Ertrag des Comarch-Konzerns auswirken. |
| ― | Die Entwicklungskapazität ist derzeit sehr hoch, damit verbunden sind vorübergehend höhere kurzfristig fixe Personalaufwendungen. Dagegen ist das Umsatzwachstum mit den Softwareprodukten schwer prognostizierbar und mit Marktrisiken behaftet. |
| ― | Comarch arbeitet ohne Warenkreditversicherung, dies kann speziell im Geschäftsfeld Systemintegration trotz vieler Abwicklungen über Leasinggesellschaften und Lieferung unter Zahlungsvorbehalt ggf. zu Forderungsausfällen führen. |
| ― | Durch die Präsenz einer Tochtergesellschaft in der Schweiz hat das Volumen der Abwicklung von Geschäften und Kosten in Schweizer Franken einen nennenswerten Umfang. Bei relativ starken Kursschwankungen können nennenswerte Währungsverluste resultieren. Die damit verbundenen Währungsrisiken sind jedoch nach Einschätzung von Comarch weiterhin als überschaubar anzusehen. Comarch verzichtet daher auf den Einsatz derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken. Aufgrund der Währungskursveränderungen im Zusammenhang mit der Eurokrise ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nennenswerte Aufwendungen aus Kursdifferenzen. |
| ― | Der hohe Jahresverlust 2010 und Planunterschreitungen sowie das negative operative Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen haben insgesamt zu einem weiteren Verbrauch finanzieller Mittel geführt, so dass der Kreditbedarf zum Jahresende im Vorjahresvergleich angestiegen ist. Hieraus ergeben sich erhöhte Liquiditätsrisiken für die Zukunft. Aufgrund der Einbindung in das Finanzsystem der Comarch Group, Polen, kann die Comarch Software und Beratung AG bis auf weiteres davon ausgehen, dass sich hieraus in den nächsten 18 Monaten - ausgehend vom Bilanzstichtag - keine bestandsgefährdenden Risiken ergeben. Konkrete Finanzierungszusagen bestehen derzeit für einen Zeitraum von 15 Monaten. Zu Beginn eines Jahres fließen jeweils Wartungserlöse in Höhe von mehreren Millionen Euro zu, so dass sich der Konzern regelmäßig im 1. Halbjahr eines Geschäftsjahres aus Eigenmitteln finanzieren kann. Derzeit gehen wir davon aus, dass der Konzern Comarch Software und Beratung AG auch über den Zeitraum der bestehenden Finanzierungszusagen hinaus auf die Finanzierungsbereitschaft des Mutterkonzerns angewiesen ist, um den Fortbestand des Konzerns zu sichern. |
| ― | Aufgrund des Jahresverlustes 2010 reichten die Kapital- und Ergebnisrücklagen nicht mehr aus, um den Verlust vollständig abzudecken. Deshalb ist ein Teil des Grundkapitals durch Verluste aufgezehrt. Weitere Verluste könnten dazu führen, dass die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt wird mit der Folge, dass nach dem Aktiengesetz eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen wäre. |
| ― | Weitere Ausführungen zum Management von Finanzrisiken sowie zu Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken in Bezug auf Finanzinstrumente enthält der Konzernanhang (Text-Ziffer 24); zur Vermeidung von Wiederholungen wird hierauf verwiesen. |
Die vorstehend aufgeführten Risiken stellen hohe Anforderungen an das Risikomanagement des Konzens und erfordern die Bereithaltung entsprechender finanzieller Ressourcen. Die Bewältigung dieser Prozesse steht im Mittelpunkt des Risikomanagements des Konzerns. Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, wurde das Controlling verfeinert. Es wird mit einem neuen Planungs- und Berichtswesens mit monatlichen Forecasts gearbeitet.
INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM NACH § 289 ABS. 5 UND § 315 ABS. 2 NR. 5 HGB
Der Ausbau des internen Kontrollsystems stellt eine lfd. wichtige interne Aufgabe dar. Diese beinhaltet neben einer systematischen Risikoanalyse die Implementierung von Frühindikatoren, die es ermöglichen, Risiken frühzeitig zu erkennen, um ggf. mit entsprechenden Maßnahmen reagieren zu können.
Das interne Kontrollsystem im Konzern Comarch Software und Beratung AG umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherheit, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Das System umfasst alle internen Steuerungs- und Überwachungssysteme. Der Vorstand hat insbesondere die Bereiche Controlling, Buchhaltung/Finanzen sowie Personal als Verantwortliche beauftragt. Prozessintegrierte und -unabhängige Maßnahmen bilden die Elemente des Überwachungssystems. IT-gestützte Kontrollen werden ebenso eingesetzt wie manuelle Kontrollen wie z. B."Vier-Augen-Prinzip". Der Aufsichtsrat beauftragt die Abschlussprüfer mit jährlich wechselnden Vorgaben zur Prüfung des Kontrollsystems. Das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems umfasst neben dem operativen Risikomanagement, inkl. Vermögens- und Schadensabsicherung durch Versicherungen, auch die Früherkennung von Risiken und der Früherkennung existenzgefährdender Risiken (gemäß § 91 Abs. 2 AktG).
Sämtliche buchhalterischen Vorgänge werden mit konzerneigener Software erfasst. Für den Konzernabschluss werden die Daten aus den internen Systemen in ein externes Standard-Konsolidierungstool eingelesen und daraus der Konzernabschluss mit Kapital-, Vermögens- und Schuldenkonsolidierung sowie der Aufwands- und Ertragskonsolidierung erstellt und dokumentiert. Durch die Konzernabschlussprüfer wird regelmäßig die Überleitung der Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss geprüft.
Spezifische konzernrechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. durch ungewöhnliche oder komplexe Geschäfte, besonders bei zeitkritischen Vorgängen zum Jahresende, auftreten. Auch nicht routinemäßige Geschäftsvorgänge sind mit einem latenten Risiko behaftet. Bei der Bewertung von Vermögensgegenständen, welche durch verschiedene Mitarbeiter durchgeführt werden, können durch individuelle Einschätzungen Risiken entstehen.
Durch regelmäßige Prüfungen und Überwachungen wird sichergestellt, dass die Geschäftsvorfälle zeitnah gemeldet und erfasst werden sowie die Bearbeitung den Vorschriften des internen Kontrollsystems entspricht. Das Regelwerk Rechnungslegung regelt die Buchungsvorgänge inkl. Bilanzierung nach IFRS.
Das interne Kontrollsystem ermöglicht die vollständige Erfassung und Würdigung der Sachverhalte. Fehlerhafte Kontrollen, persönliche Entscheidungsspielräume, vorsätzliches Fehlverhalten oder andere Umstände können dennoch nicht ausgeschlossen werden.
ANGABEN NACH § 289 ABS. 4 UND § 315 ABS. 4 HGB
Das gezeichnete Kapital der Comarch Software und Beratung AG beträgt 6.480.000 €. Das Grundkapital setzt sich aus 6.480.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien zusammen. Vorzugsaktien bestehen nicht. Eine Stückaktie gewährt einen rechnerischen Anteil von 1,00 € am Grundkapital. Die Ausstattung der Stückaktien mit Rechten und Pflichten richtet sich nach den entsprechenden Regelungen des Aktiengesetzes. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen - abgesehen von den entsprechenden Bestimmungen des Aktiengesetzes - nicht. Die neuen Aktien aus der am 18.11.2008 im Handelsregister eingetragenen Durchführung der Kapitalerhöhung sind nicht zum Handel an einer Börse zugelassen, eine Börsenzulassung ist bisher auch nicht beantragt. Es gelten ausschließlich die gesetzlichen Stimmverbote. Keinem Aktionär und keiner Aktionärsgruppe stehen Sonderrechte zu. Die Arbeitnehmer der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften sind nicht in einer Weise am Kapital beteiligt, dass eine indirekte Ausübung von Kontrollrechten durch die Arbeitnehmer stattfindet. Da die Aktien der Gesellschaft Inhaberaktien sind, liegen der Gesellschaft keine detaillierten Angaben über ihre Streubesitzaktionäre und damit einen eventuellen privaten Aktienbesitz von Arbeitnehmern vor.
Die Bestimmungen zur Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie über die Änderung der Satzung ergeben sich aus den entsprechenden Regelungen des Aktiengesetzes (§ 84 AktG und § 179 AktG). Gemäß § 7 der Satzung wird die Zahl der Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat bestimmt. Gemäß § 13 der Satzung ist der Aufsichtsrat zu Satzungsänderungen ermächtigt, die nur deren Fassung betreffen.
Aus der Ermächtigung des Vorstandes aus der Hauptversammlung vom 19.06.2008, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter grundsätzlicher Gewährung des Bezugsrechts bis zum 18.06.2013 einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 2.400.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2008) beträgt das restliche Genehmigte Kapital 2008 noch 990.000 €. Eine weitere Ermächtigung des Vorstands zur Ausnutzung von genehmigtem Kapital besteht nicht. Die Hauptversammlung hat den Vorstand dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht unter bestimmten Voraussetzungen auszuschließen.
Die Hauptversammlung vom 19.06.2008 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 18.06.2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen die "Schuldverschreibungen") mit oder ohne Laufzeitbeschränkung im Gesamtnennbetrag von bis zu 10.000.000,00 € zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf insgesamt 2.490.000,00 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Comarch Software und Beratung AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 2.490.000,00 € nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen zu gewähren. Bei der Ausgabe der Schuldverschreibungen steht den Aktionären grundsätzlich das gesetzliche Bezugsrecht zu. Die Hauptversammlung hat den Vorstand dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht unter bestimmten Voraussetzungen auszuschließen. Das Grundkapital ist zu diesem Zweck um bis zu 2.490.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 2.490.000,00 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2008). Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bisher keinen Gebrauch gemacht.
Weitere Einzelheiten der vorgenannten Ermächtigungen ergeben sich aus den Ermächtigungsbeschlüssen der Hauptversammlung vom 19.06.2008 und aus § 5 Abs. 1 (Genehmigtes Kapital 2008) sowie § 5 Abs. 2 (Bedingtes Kapital 2008) der Satzung der Gesellschaft.
Eine Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien besteht nicht.
Die Comarch S.A., Krakau, Polen, hielt zum Bilanzstichtag (31.12.2010) mittelbar 80,89% der Stimmrechte der Comarch Software und Beratung AG. Diese Stimmrechte waren der Comarch S.A. in vollem Umfang nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Comarch AG, Dresden, Deutschland, zuzurechnen. Die Comarch AG, Dresden, Deutschland, hielt zum Bilanzstichtag (31.12.2010) 80,89% der Stimmrechte der Comarch Software und Beratung AG. Weitere Beteiligungen am Grundkapital der Comarch Software und Beratung AG, die 10% der Stimmrechte überschreiten, bestanden per 31.12.2010 nicht.
CORPORATE GOVERNANCE BERICHT, ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG
Die Comarch Software und Beratung AG unterstützt das Ziel, mit einem Corporate Governance Kodex für deutsche börsennotierte Unternehmen das Vertrauen der Aktionäre, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung von Aktiengesellschaften zu fördern. Corporate Governance hatte bei Comarch auch im vergangenen Jahr den gewohnt hohen Stellenwert. Für Comarch ist Corporate Governance ein Anspruch, der alle Bereiche des Unternehmens erfasst. Transparente Berichterstattung und eine an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Unternehmensführung sind Gegenstand der Unternehmenspolitik. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2010 folgende Entsprechenserklärung abgegeben:
Vorstand und Aufsichtsrat der Comarch Software und Beratung AG erklären gemäß § 161 AktG, dass den vom Bundesministerium der Justiz am 04.07.2003 im amtlichen Teil des elektronischen Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 18.06.2009 bis zum 01.07.2010 und ab dem 02.07.2010 den vom Bundesministerium der Justiz am 02.07.2010 im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemachten Empfehlungen der"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 26.05.2010 seit der Entsprechenserklärung vom 22.12.2009 entsprochen wurde und wird bzw. welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden.
Diese Erklärung - nebst Erläuterungen - ist den Aktionären dauerhaft auf der Homepage unter der Internetadresse www.comarch.de zugänglich und wird jährlich erneuert.
Aktionäre und Hauptversammlung
Durch die Ausübung ihres Stimmrechts entscheiden die Aktionäre über grundlegende Angelegenheiten der Comarch Software und Beratung AG. Ihre Stimmrechte können die Aktionäre in der Hauptversammlung selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Die anstehenden Tagesordnungspunkte und eine Erklärung der Anmelde- und Teilnahmebedingungen sowie der Rechte der Aktionäre werden in der jeweiligen Einladung zu jeder Hauptversammlung bekannt gemacht. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auch auf der Comarch-Homepage unter www.comarch.de zur Verfügung. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere der Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, der Wahl des Abschlussprüfers, Satzungsänderungen und kapitalverändernden Maßnahmen. Nach der Hauptversammlung veröffentlicht die Comarch Software und Beratung AG die Präsenz und die Abstimmergebnisse im Internet. Die Comarch Software und Beratung AG erstattet ihren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten und die Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals-, Halbjahres- und Jahresergebnisse.
Arbeitsweise des Vorstands
Der Vorstand nimmt eigenverantwortlich die geschäftsleitenden und operativen Aufgaben wahr. Der Vorstand ist insbesondere verantwortlich für die strategische Ausrichtung sowie für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem des Comarch-Konzerns. Dieses System wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Einzelheiten sind im"Risikobericht" zu finden. Hierin ist auch der gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMog) geforderte Bericht zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Unbeschadet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder handelt jedes einzelne Mitglied innerhalb des ihm zugewiesenen Ressorts eigenverantwortlich. Der Vorstand in seiner Gesamtheit entscheidet in allen Angelegenheiten von wesentlicher Bedeutung. Die Zusammenarbeit der Mitglieder des Vorstands und die Geschäftsverteilung werden durch eine Geschäftsordnung und einen Geschäftsverteilungsplan geregelt. Der Geschäftsverteilungsplan ordnet den Vorstandsmitgliedern ihre verschiedenen Ressorts zu. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegt die Führung und Koordination des Vorstands. Vorstandssitzungen finden regelmäßig statt. Der Vorstand beschließt mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen, sofern nicht gesetzlich etwas anderes vorgeschrieben ist. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag.
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern. Wegen der geringen Zahl der Aufsichtsratsmitglieder wurden keine Ausschüsse gebildet. In dieser Größenordnung ist ein effektives Arbeiten im Gesamtgremium ohne weiteres möglich. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, überprüft und beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Er wird in alle Entscheidungen eingebunden, die für Comarch von grundsätzlicher Bedeutung sind. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschäftsordnung gegeben. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrats nach außen war. Der Aufsichtsrat hält mindestens zwei Sitzungen im Kalenderhalbjahr ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle drei Mitglieder an der Beschlussfassung teilnehmen und beschließt mit der Mehrheit seiner Mitglieder, soweit nicht eine andere Mehrheit gesetzlich vorgeschrieben ist. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im Berichtsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats dargestellt.
Bei der Neuwahl des Aufsichtsrates bei der Hauptversammlung 2010 wurde berücksichtigt, dass gemäß § 100 Abs. 5 AktG ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung verfügen muss.
ZUSAMMENWIRKEN VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Gemeinsames Ziel ist die Sicherung und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und ausführlich über alle für das Gesamtunternehmen relevanten Fragen der Unternehmensstrategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Finanz- und Ertragslage sowie über besondere unternehmerische Risiken und Chancen. Die Geschäftsordnung des Vorstands enthält einen Katalog von Geschäften, für die der Vorstand der Zustimmung des Aufsichtsrates bedarf. Interessenskonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber offen zu legen sind, traten nicht auf.
Directors' Dealings und Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat
Gem. § 15 a des Wertpapierhandelsgesetzes müssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates der Comarch Software und Beratung AG sowie bestimmte Mitarbeiter mit Führungsaufgaben und die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen eigene Geschäfte mit Aktien der Comarch Software und Beratung AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten der Comarch AG mitteilen. Eine Mitteilungspflicht besteht jedoch nicht, solange die Gesamtsumme der Geschäfte einer der vorgenannten Personen insgesamt einen Betrag von 5.000 € bis zum Ende des Kalenderjahres nicht erreicht. Im Einklang mit den Unternehmensgrundsätzen und deutschem Recht wurden in der Zeit vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 folgende Transaktionen mitgeteilt:
| Handelstag | Name/Funktion | Finanzinstrument / WKN/ISIN | Ort | Geschäftsart | Stückzahl | Währung/ Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 11.03.2010 | Dr. Hannes Merten/Aufsichtsrat | Aktie/ DE0007249104 | außerbörslich | Verkauf | 216.626 | € 1,60 |
| 11.03.2010 | Monika Merten/ Ehefrau von Dr. Hannes Merten, Aufsichtsrat | Aktie/ DE0007249104 | außerbörslich | Verkauf | 38.000 | € 1,60 |
| Handelstag | Name/Funktion | Geschäftsvolumen |
|---|---|---|
| 11.03.2010 | Dr. Hannes Merten/Aufsichtsrat | € 346.601,60 |
| 11.03.2010 | Monika Merten/ Ehefrau von Dr. Hannes Merten, Aufsichtsrat | € 60.800,00 |
Gem. Ziffer 6.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll der Besitz von Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Übersteigt der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien, soll der Aktienbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat angegeben werden.
Es wurde zum Bilanzstichtag folgender Aktienbesitz mit einem Anteil von über 1% indirekt an den ausgegebenen Aktien von einzelnen Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats gehalten:
Vorstandsvorsitzender Prof. Janusz Filipiak (500.158 Stück)
Unter zusätzlicher Berücksichtigung des Aktienbesitzes aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, welche im Einzelnen weniger als einen Aktienbesitz von 1% an den ausgegebenen Aktien halten, wurden zum Bilanzstichtag vom Gesamtvorstand 8,58% der ausgegebenen Aktien gehalten.
AKTIENOPTIONSPROGRAMME UND ÄHNLICHE WERTPAPIERORIENTIERTE ANREIZSYSTEME
Es bestehen derzeit keine entsprechenden Programme und Systeme.
RECHNUNGSLEGUNG
Die Akanthus GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde von der Hauptversammlung der Comarch Software und Beratung AG am 17. Juni 2010 zum Abschlussprüfer und Prüfer für eine ggf. vorzunehmende prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten gemäß §§ 37 w, 37 y WpHG gewählt. Die Rechnungslegung der Comarch Software und Beratung AG erfolgt nach HGB (Jahreseinzelabschluss der Comarch Software und Beratung AG) und nach den IFRS (Konzernabschluss) wie sie in der EU anzuwenden sind. Die Aufstellung des Jahreseinzelabschlusses und des Konzernabschlusses liegt dabei in der Verantwortung des Vorstandes. Der Jahreseinzelabschluss und der Konzernabschluss werden vom Aufsichtsrat festgestellt bzw. gebilligt.
VERGÜTUNGSBERICHT
Vergütung des Vorstands
Für die Festlegung der Struktur des Vergütungssystems sowie der Vorstandsvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist der Aufsichtsrat zuständig. Der Aufsichtsrat überprüft und beschließt die Vergütungsstruktur regelmäßig. Das bestehende Vergütungssystem soll im Hinblick auf die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) in Bezug auf in Zukunft abzuschließende Neuverträge überarbeitet werden.
In der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 26. Juni 2006 wurde beschlossen, von der im Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG) enthaltenen Option Gebrauch zu machen, die Vorstandsbezüge nicht namentlich individualisiert anzugeben.
Die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Comarch Software und Beratung AG orientiert sich an der Größe des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen. Daneben werden Indikatoren wie Aufgabenfeld, Erfahrung und Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Unternehmenserfolg bei der Vergütung berücksichtigt.
Ein Vorstandsmitglied erhält von der Gesellschaft keine Vergütung für seine Tätigkeit als Vorstand der Comarch Software und Beratung AG, da diese Tätigkeit Teil seiner Tätigkeit als Mitglied des Vorstands der Comarch S.A., Krakau/Polen, der Konzern-Muttergesellschaft, ist (Vorstands-Doppelmandat).
Die mit den anderen Vorstandsmitgliedern vereinbarte Vorstandsvergütung unterliegt (mit Ausnahme für ein Vorstandsmitglied, dieses hat keine variable Vergütung) folgendem System: Sie ist zum Teil erfolgsabhängig und besteht aus zwei Komponenten, einer festen Vergütung in Form eines monatlichen Festgehalts zuzüglich von Sachbezügen u. Ä. sowie einer variablen Vergütung, welche ergebnisorientiert bzw. an individuellen Zielvorgaben je nach Aufgabengebiet der Vorstandsmitglieder, die jährlich mit dem Aufsichtsrat vereinbart werden, ausgerichtet ist. Der Gesamtvorstand (inklusive ausgeschiedener Vorstandsmitglieder) bezog im Geschäftsjahr 2010 an Fixvergütungen in Höhe von T€ 445 und variable Vergütungen in Höhe von T€ 65. Die Vorstandsmitglieder erhalten keine Pensionszusagen.
Zwei Mitglieder des Vorstands erhalten im Falle der Nichtverlängerung ihrer Anstellungsverträge, ohne dass hierfür ein wichtiger Grund vorliegt, ihr monatliches Grundgehalt für weitere 6 Monate (davon ist ein Vorstandsmitglied im 1. Quartal 2011 ausgeschieden).
Für zwei Mitglieder des Vorstands besteht bei einem"Change of Control", der im Sinne der anzugebenden Vereinbarungen vorliegt, wenn ein Aktionär gegenüber der Comarch Software und Beratung AG den Besitz einer Beteiligung von mehr als 50% mitteilt, ein Sonderkündigungsrecht mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Ende eines Monats für deren Anstellungsvertrag. Dieses Sonderkündigungsrecht besteht nicht bei einer Beteiligung der Comarch AG, Dresden, oder eines mit der Comarch AG, Dresden, verbundenen Unternehmen. Im Falle der Ausübung dieses Sonderkündigungsrechts durch ein Vorstandsmitglied ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied die Vorstandsvergütung für die Dauer von neun Monaten - maximal jedoch für den Rest der vereinbarten Laufzeit des Anstellungsvertrages - ab dem vorzeitigen Vertragsende als Abfindung zu bezahlen. Ein Vorstandsmitglied davon ist im 1. Quartal 2011 ausgeschieden.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde durch die Hauptversammlung festgelegt und ist in §12 der Satzung geregelt. Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an den Aufgaben und an der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der Größe und am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Die fixe Vergütung je Aufsichtsratsmitglied beläuft sich auf 5.000 € p.a.. Zusätzlich erhält jedes Mitglied eine variable Vergütung von 0,25% des EBT des Konzerns Comarch Software und Beratung AG. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält den doppelten Betrag. Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2010 betrug T€ 20; für das Geschäftsjahr 2010 wurde keine variable Vergütung an den Aufsichtsrat gezahlt.
NACHTRAGSBERICHT
Die Coporate Governance Erklärung wurde am 12.1.2011 in einer geänderten Fassung im Internet veröffentlicht.
Ende Januar 2011 ist Ralf Gärtner aus dem Vorstand ausgeschieden und hat das Unternehmen verlassen.
Im Februar 2011 wurde das neue Comarch Semiramis Rechnungswesen für den Vertrieb freigegeben.
PROGNOSEBERICHT
Für das Jahr 2011 wird lt. verschiedenen Marktprognosen in Deutschland ein Wachstum im IT Markt von über 4% erwartet (Branchenverband Bitkom März 2011, PAC Januar 2011). Aufgrund der nach wie vor im Mittelstand gegebenen schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten und der Geschäftsentwicklung der Jahre 2009/2010 wurde in der Planung für den Konzern Comarch Software und Beratung AG für 2011 und 2012 ein moderates Umsatzwachstum prognostiziert. Der Vorstand der Comarch Software und Beratung AG rechnet mit einem erheblichen Abbau des Konzernverlustes, aber noch nicht mit einem positiven Konzernergebnis. Für das Segment Hardware wird ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) erwartet, für das Segment Software und Beratung ein negatives EBT. Für das Geschäftsjahr 2012 werden in beiden Segmenten und für den Konzern positive Ergebnisse erwartet. Bzgl. der bestehenden Finanzierungsrisiken und der finanziellen Abhängigkeit vom Mutterkonzern Comarch S.A. verweisen wir auf die Ausführungen in der Risikoberichterstattung.
ABHÄNGIGKEITSBERICHT
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen: "Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Weitere Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."
München, den 11. März 2011
Comarch Software und Beratung AG
Der Vorstand
Prof. Janusz Filipiak
Ludwig Ametsbichler
Piotr Piatosa
Konzern-Jahresabschluss
Konzernbilanz
AKTIVA
| 31. Dezember 2010 | 31. Dezember 2009 | ||
|---|---|---|---|
| € | € | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | (1) | 543.584,58 | 410.486,49 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (2) | 5.423.585,15 | 5.965.747,47 |
| Wertpapiere | (3) | 0,00 | 37.053,46 |
| Vorräte | (4) | 106.908,65 | 170.453,44 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | (5) | 212.320,98 | 136.960,65 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | (6) | 249.281,04 | 405.908,18 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | (7) | 126.929,55 | 122.524,23 |
| Sonstige Finanzanlagen | (10) | 43.200,00 | 0,00 |
| Kurzfristige Vermögenswerte gesamt | 6.705.809,95 | 7.249.133,92 | |
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte | (8) | 1.104.821,38 | 2.268.138,06 |
| Aktivierte Entwicklungskosten | (8) | 4.869.200,00 | 4.017.800,00 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | (8) | 5.600.000,00 | 8.480.687,08 |
| Sachanlagen | (9) | 340.160,06 | 449.023,38 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | (10) | 0,00 | 44.936,08 |
| Sonstige Finanzanlagen | (10) | 21.600,00 | 0,00 |
| Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | (6) | 153.761,60 | 202.184,73 |
| Latente Steuern | (11) | 1.570.936,00 | 1.566.396,00 |
| Langfristige Vermögenswerte gesamt | 13.660.479,04 | 17.029.165,33 | |
| Aktiva gesamt | 20.366.288,99 | 24.278.299,25 |
PASSIVA
| 31. Dezember 2010 | 31. Dezember 2009 | ||
|---|---|---|---|
| € | € | ||
| --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristige Schulden | |||
| Kurzfristige Darlehen und kurzfristiger Anteil an langfristigen Darlehen | (12) | 1.557.499,29 | 1.500.273,48 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (13) | 1.895.959,54 | 2.321.711,94 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | (14) | 3.441.000,81 | 1.530.232,88 |
| Erhaltene Anzahlungen | (15) | 97.000,00 | 45.356,00 |
| Rückstellungen für Ertragsteuern | (16) | 546,41 | 199,72 |
| Sonstige Rückstellungen | (17) | 6.030.593,66 | 4.725.667,53 |
| Kurzfristiger Anteil an sonstigen Verbindlichkeiten | (18) | 754.569,98 | 617.742,32 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | (19) | 20.913,06 | 8.959,56 |
| Kurzfristige Schulden gesamt | 13.798.082,75 | 10.750.143,43 | |
| Langfristige Schulden | |||
| Sonstige Rückstellungen | (17) | 312.024,96 | 270.235,65 |
| Rückstellungen für latente Steuern | (20) | 1.570.936,00 | 1.566.396,00 |
| Langfristige Schulden gesamt | 1.882.960,96 | 1.836.631,65 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital der Comarch Software und Beratung AG | (21) | 6.480.000,00 | 6.480.000,00 |
| Kapitalrücklage | (21) | 0,00 | 1.414.489,21 |
| Bilanzverlust (Vj. Bilanzgewinn) | (21) | -1.861.244,98 | 3.790.531,60 |
| Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung | (21) | 66.490,26 | 6.503,36 |
| Eigenkapital gesamt | 4.685.245,28 | 11.691.524,17 | |
| Passiva gesamt | 20.366.288,99 | 24.278.299,25 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| 31. Dezember 2010 | 31. Dezember 2009 | ||
|---|---|---|---|
| Anhang | € | € | |
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | (25) | 36.867.057,14 | 38.894.876,01 |
| Sonstige Erträge | (26) | 1.065.685,82 | 1.319.617,84 |
| Bestandsveränderungen an unfertigen Leistungen | (27) | -9.260,73 | 27.468,09 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen (Entwicklungskosten) | (28) | 1.890.000,00 | 1.450.000,00 |
| Aufwendungen für bezogene Waren | (29) | -6.352.817,49 | -6.865.997,48 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | (30) | -4.344.627,42 | -4.610.590,16 |
| Personalaufwand | (31) | -22.796.019,85 | -23.000.630,43 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | (32) | -5.366.183,62 | -4.754.373,20 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (33) | -8.051.246,06 | -9.577.246,31 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | -7.097.412,21 | -7.116.875,64 | |
| Zinsergebnis | (34) | 45.324,51 | -27.025,73 |
| Ergebnisauswirkungen aus Equity-Beteiligungen | (35) | 0,00 | -9.435,25 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | -7.052.087,70 | -7.153.336,62 | |
| Ertragsteuern | (36) | -14.178,09 | 1.410.005,36 |
| Konzernjahresergebnis | -7.066.265,79 | -5.743.331,26 | |
| Veränderung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen | 59.986,90 | -27.410,12 | |
| Konzerngesamtergebnis | -7.006.278,89 | -5.770.741,38 | |
| Ergebnis je Aktie (€) | -1,08 | -0,89 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
| 31. Dezember 2010 | 31. Dezember 2009 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| \= Periodenergebnis | -7.066.265,79 | -5.743.331,26 |
| +/- Abschreibungen / Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 5.366.182,63 | 4.754.373,20 |
| -/+ Gewinn / Verlust aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen | 0,00 | 12.235,09 |
| -/+ Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | -3.453,70 | 8.055,20 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen | 1.351.602,13 | -2.121.633,36 |
| -/+ Zunahme / Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 670.852,19 | 5.154.718,26 |
| +/- Zunahme / Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 380.183,01 | 345.603,79 |
| +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge | 40.765,15 | -15.453,10 |
| \= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) | 739.865,62 | 2.394.567,82 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 16.726,85 | 114.545,81 |
| + Einzahlungen aus Tilgungen ausgereichter Darlehen | 27.853,00 | 0,00 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -159.738,27 | -170.891,95 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | -1.916.485,02 | -1.595.174,12 |
| + Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen und Geschäftseinheiten | 0,00 | 73.717,77 |
| - abzüglich veräußerter Finanzmittelbestände | 0,00 | -136.442,01 |
| - Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen und Geschäftseinheiten | 0,00 | -100.000,00 |
| + Einzahlungen aus Abgängen von Equity Beteiligungen | 50.000,00 | 29.787,23 |
| \= Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -1.981.643,44 | -1.784.457,27 |
| + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhungen, Verkauf eigener Anteile) | 0,00 | 607.237,95 |
| - Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten | 3.664.985,13 | 2.035.637,58 |
| - Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten | -2.302.501,64 | -5.559.800,11 |
| \= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 1.362.483,49 | -2.916.924,58 |
| 120.705,67 | -2.306.814,03 | |
| +/- Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 12.392,42 | -5.013,79 |
| + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 410.486,49 | 2.722.314,31 |
| \= Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 543.584,58 | 410.486,49 |
Konzern-Segmentbericht zum 31. Dezember 2010
| (I. Kennzahlen nach Segmenten) | Software/ Beratung | Systemintegration | Konzern | Software/ Beratung | Systemintegration | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2010 | 2010 | 2009 | 2009 | 2009 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio.€ | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Umsätze gesamt | 29,2 | 7,7 | 31,4 | 7,5 | ||
| Umsätze (extern) | 29,2 | 7,7 | 36,9 | 31,4 | 7,5 | 38,9 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 1,9 | 0,0 | 1,9 | 1,5 | 0,0 | 1,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge (intersegmentär) | 0,0 | 0,0 | 0,3 | 0,3 | ||
| Sonstige betriebliche Erträge | 1,0 | 0,0 | 1,0 | 1,0 | 0,3 | 1,3 |
| Ertrag | 32,1 | 7,7 | 39,8 | 33,8 | 7,8 | 41,6 |
| Aufwand | 39,5 | 7,4 | 46,9 | 38,0 | 10,8 | 48,8 |
| EBIT | -7,4 | 0,3 | -7,1 | -4,2 | -3,0 | -7,2 |
| Finanzergebnis | 0,0 | |||||
| EBT | -7,1 | -7,2 | ||||
| Ertragsteuern und sonstige Steuern | 0,0 | 1,4 | ||||
| Konzern-Jahresergebnis (vor Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung) | -7,1 | -5,8 | ||||
| Segmentvermögen | 16,4 | 1,9 | 18,3 | 19,7 | 2,5 | 22,2 |
| Anteile an Beteiligungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Nicht zugeordnete Vermögenswerte | 2,1 | 2,0 | ||||
| Vermögenswerte (Summe) | 20,4 | 24,2 | ||||
| Segmentschulden | 14,5 | 1,2 | 15,7 | 10,8 | 1,7 | 17,8 |
| Schulden (Summe) | 15,7 | 18,2 | ||||
| Investitionen | 2,0 | 0,1 | 2,1 | 1,8 | 0 | 1,8 |
| Abschreibungen | 5,4 | 0 | 5,4 | 2,9 | 1,9 | 4,8 |
| - davon außerplanmäßig | 2,9 | 0 | 0,3 | 1,8 |
| (I. Kennzahlen nach Regionen) | Inland | Ausland | Konzern | Inland | Ausland | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | 2010 | 2010 | 2009 | 2009 | 2009 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | Mio. € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsätze nach Verbleib | 30,2 | 6,7 | 36,9 | 32,4 | 6,5 | 38,9 |
| immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 19,1 | 1,3 | 20,4 | 15,2 | 0,1 | 15,3 |
Konzern -Eigenkapitalveränderungsrechnung
| in € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Erwirtschaftetes Bilanzverlust Bilanzgewinn | Kumuliertes sonstiges Ergebnis Ausgleichsposten aus der Fremd- währungs- umrechnung | Eigenkapital gemäß Konzernbilanz | Eigene Anteile, die nicht zur Einziehung bestimmt sind |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 31.12.2008 | 6.480.000,00 | 13.567.019,88 | -2.618.667,81 | 33.913,48 | 17.462.265,55 | 0,00 |
| Gezahlte Dividenden | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Kapitaltransaktionen mit Eigentümern | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Konzern- Jahresergebnis | 0,00 | 0,00 | -5.743.331,26 | 0,00 | -5.743.331,26 | 0,00 |
| Erfolgsneutral erfasste Veränderungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | -27.410,12 | -27.410,12 | 0,00 |
| Konzerngesamtergebnis | 0,00 | 0,00 | -5.743.331,26 | -27.410,12 | -5.770.741,38 | 0,00 |
| Zuführung/ Entnahme Bilanzgewinn | 0,00 | -12.152.530,67 | 12.152.530,67 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Stand am 31.12.2009 | 6.480.000,00 | 1.414.489,21 | 3.790.531,60 | 6.503,36 | 11.691.524,17 | 0,00 |
| Gezahlte Dividenden | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Kapitaltransaktionen mit Eigentümern | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Konzern- Jahresergebnis | 0,00 | 0,00 | -7.066.265,79 | 0,00 | -7.066.265,79 | 0,00 |
| Erfolgsneutral erfasste Veränderungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 59.986,90 | 59.986,90 | 0,00 |
| Konzerngesamtergebnis | 0,00 | 0,00 | -7.066.265,79 | 59.986,90 | -7.006.278,89 | 0,00 |
| Zuführung/ Entnahme Bilanzergebnis | 0,00 | -1.414.489,21 | 1.414.489,21 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Stand am 31.12.2010 | 6.480.000,00 | 0,00 | -1.861.244,98 | 66.490,26 | 4.685.245,28 | 0,00 |
| in € | Konzerneigenkapital |
|---|---|
| Stand am 31.12.2008 | 17.462.265,55 |
| Gezahlte Dividenden | 0,00 |
| Kapitaltransaktionen mit Eigentümern | 0,00 |
| Konzern-Jahresergebnis | -5.743.331,26 |
| Erfolgsneutral erfasste Veränderungen | -27.410,12 |
| Konzerngesamtergebnis | -5.770.741,38 |
| Zuführung/Entnahme Bilanzgewinn | 0,00 |
| Stand am 31.12.2009 | 11.691.524,17 |
| Gezahlte Dividenden | 0,00 |
| Kapitaltransaktionen mit Eigentümern | 0,00 |
| Konzern-Jahresergebnis | -7.066.265,79 |
| Erfolgsneutral erfasste Veränderungen | 59.986,90 |
| Konzerngesamtergebnis | -7.006.278,89 |
| Zuführung/Entnahme Bilanzergebnis | 0,00 |
| Stand am 31.12.2010 | 4.685.245,28 |
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2010
A. GRUNDLAGEN
Der Konzernabschluss ist in Anwendung von § 315a HGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen international Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Neben den IFRS- Rechnungslegungsstandard des IASB waren die am Bilanzstichtag gültigen Interpretationen des international Financial Reporting Interpretations Commitee (IFRIC) zu beachten. Die Begriffe IFRS und IFRIC ersetzen die bis 2002 verwendeten Bezeichnungen IAS (international Accounting Standards) und SIC (Standing Interpretations Commitee). Für Standards, die bis zum Jahr 2002 herausgegeben wurden, finden die bisherigen Bezeichnungen weiterhin Anwendung.
Die Comarch Software und Beratung AG mit Sitz in der Messerschmittstraße 4, 80992 München, wird in den Konzernabschluss der Comarch S.A., Krakau/Polen einbezogen. Die Comarch Software und Beratung AG stellt für den Konzern aufgrund der Börsennotierung (verpflichtend) einen Teilkonzernabschluss auf.
Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären auf der Homepage der Comarch Software und Beratung AG (unter www.comarch.de Bereich Investor Relations) zugänglich gemacht worden.
Den Jahresabschlüssen der in dem Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Grunde. Wertansätze, die auf steuerlichen Vorschriften beruhen, werden nicht in den Konzernabschluss übernommen. Der Stichtag des Konzernabschlusses (31.12.2010) ist identisch mit dem Bilanzstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die ergänzenden Zahlenangaben im Anhang erfolgen weitgehend in T€.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt und den Erfordernissen des IAS 1 2007 angepasst worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird bis zum Jahreserfolg weiterhin als eigene Teilrechnung dargestellt. im Anschluss daran erfolgt in einer zweiten Teilrechnung eine Gesamtergebnisrechnung, beginnend mit dem Jahreserfolg unter Einbeziehung der Komponenten des sonstigen Ergebnisses.
Nach IAS 1.60 ff. wird beim Ausweis in der Bilanz zwischen langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte angesehen, wenn eine Realisation innerhalb eines Jahres erwartet werden kann. Verbindlichkeiten und Rückstellungen werden als kurzfristig angesehen, soweit sie innerhalb eines Jahres fällig sind. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte werden grundsätzlich unter den kurzfristigen Posten ausgewiesen. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden grundsätzlich als langfristig angesehen.
in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz sind einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit zusammengefasst; die Posten werden im Anhang durch Aufgliederungen erläutert.
Der Konzernabschluss wird am 22.03.2011 durch den Aufsichtsrat zur Veröffentlichung freigegeben.
Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie beim Ausweis werden im Anhang erläutert. Die Vorjahreswerte sind entsprechend angepasst.
im Konzernabschluss müssen in einem eng begrenzten Umfang Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen.
Folgende im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen Tochterunternehmen der Comarch Software und Beratung AG erfüllen die Voraussetzungen des § 264 Abs. 3 HGB und sind daher von den dort geregelten Rechnungslegungs-, Prüfungs- und Offenlegungspflichten befreit. Die Befreiung wurde jeweils nur hinsichtlich der Erstellung eines Anhangs sowie ggf. eines Lageberichts und der Offenlegungspflichten in Anspruch genommen:
| ― | Comarch Schilling GmbH, Bremen |
B. AUSWIRKUNGEN VON NEUEN RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS
Der Konzernabschluss für das Jahr 2010 wurde unter Beachtung der folgenden überarbeiteten Rechnungslegungsstandards erstellt. Wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie das Ergebnis je Aktie sind durch die im Geschäftsjahr erstmals anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und Interpretationen nicht gegeben.
im Januar 2008 hat das IASB die überarbeiteten Standards IFRS 3 (Business Combinations) und IAS 27 (Consolidated and Separate Financial Statements) veröffentlicht, die im Juni 2009 in EU-Recht umgesetzt wurden. Die wesentlichen Änderungen des IFRS 3 befassen sich mit der Bilanzierung von Minderheitenanteilen, der Bewertung der bisher gehaltenen Anteile bei einem sukzessiven Unternehmenserwerb im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung sowie der erfolgswirksamen Erfassung von Anschaffungsnebenkosten. Die Änderung des IAS 27 umfasst Regelungen zur Konsolidierung und zur Behandlung von Änderungen von Beteiligungsquoten.
Eine Änderung des IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement) wurde vom IASB im Juli 2008 herausgegeben. Diese dient der Klarstellung, welcher Teil eines Finanzinstruments als gesichertes Grundgeschäft zu qualifizieren ist. thematisiert wurde die einseitige Absicherung von Risiken durch Optionen sowie die Sicherung des Inflationsrisikos.
im Rahmen des jährlichen"Improvement"-Projekts veröffentlichte das IASB im April 2009 den zweiten Sammelstandard"Improvements to IFRSs". Die Änderungen sind im Wesentlichen als redaktionelle Anpassungen zu bisher bestehenden Standards zu sehen. Die Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Unternehmen, die Dienstleistungen und Güter im Rahmen von anteilsbasierten Vergütungen erhalten, müssen diese auf Grundlage der im Juni 2009 veröffentlichten Änderungen des IFRS 2 zwingend bilanzieren. Dies ist unabhängig davon, ob das Unternehmen selbst oder ein anderes Konzernunternehmen die zugehörige Verpflichtung erfüllt. Zusätzlich ist sie unabhängig davon, ob die Verpflichtung in Eigenkapitalinstrumenten oder in bar erfüllt wird. im Zuge der Überarbeitung wurden die Regelungen des IFRIC 8 (Scope of IFRS 2) und IFRIC 11 (IRFS 2 - Group und Treasury Share Transactions) in IFRS 2 übernommen.
im November wurde IFRIC 17 (Distributions of Non-cash Assets to Owners) veröffentlicht. Die Interpretation legt fest, wann eine Sachdividendenverpflichtung zu passivieren ist, dass eine Sachdividende zum beizulegenden Zeitwert der ausgegebenen Vermögenswerte zu bewerten ist und dass der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert der ausgekehrten Vermögenswerte und dem Buchwert der Dividendenverbindlichkeit erfolgswirksam zu erfassen ist.
Folgende IFRS und IFRIC wurden bereits veröffentlicht, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden:
Im Oktober 2009 wurde der IAS 32 dahin gehend geändert, dass Bezugsrechte, Optionsscheine und Optionen auf eine feste Anzahl eigener Anteile gegen einen festen Betrag in anderer Währung als der funktionalen Währung beim Emittenten als Eigenkapitalinstrumente auszuweisen sind, solange diese anteilig allen Anteilseignern derselben Gattung gewährt werden. Der geänderte Standard ist für Wirtschaftsjahre, die nach dem 1. Februar 2010 beginnen anzuwenden. Diese Regelung wird keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und den Gewinn pro Aktie haben.
Auf Grundlage der Überarbeitungen des IAS 24 vom November 2009 werden die Berichtspflichten von Unternehmen, an denen der Staat eine Beteiligung hält (State- Controlled Entities), vereinfacht. Darüber hinaus wurde die Definition der nahe stehenden Unternehmen und Personen grundlegend überarbeitet. Der geänderte Standard ist für Wirtschaftsjahre, die nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden. Die Comarch Software und Beratung AG geht davon aus, dass sich durch die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.
im November 2009 veröffentlichte der IASB den IFRS 9 (Financial Instruments), zur Kategorisierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte. Es handelt sich um den ersten eines dreiteiligen Projekts zur vollständigen Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Zukünftig sollen Finanzinstrumente nur noch in zwei, anstatt bisher vier Kategorien klassifiziert werden. Weitere Änderungen dienen hauptsächlich der Vereinfachung. Die Veröffentlichung stellt den Abschluss der Beendigung der ersten von drei Phasen des Projekts zur vollständigen Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IAS 39 dar. IFRS 9 soll für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2013 beginnen verpflichtend anzuwenden sein. Die Übernahme in europäisches Recht steht derzeit noch aus. Die Comarch Software und Beratung AG prüft derzeit, wie sich die Änderungen auf die künftige Darstellung der zukünftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
im Juli 2006 hatte der IASB das sog. Annual Improvements Process (AIP)-Projekt auf den Weg gebracht, dem zufolge redaktionelle Korrekturen und andere geringfügige aber notwendige Änderungen in den IFRS gesammelt und jährlich veröffentlicht. im Mai 2010 wurde der dritte Sammelstandard"Improvements to IFRS" veröffentlicht. Die Änderungen umfassen im Wesentlichen redaktionelle Anpassungen, die für Wirtschaftsjahre, die nach dem 1. Juli 2010 bzw. 1. Januar 2011 beginnen. Die Comarch Software und Beratung AG geht davon aus, dass sich durch die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.
Die Änderungen des IFRS 7 (Financial Instruments: Disclosures) wurden vom IASB im Oktober 2010 veröffentlicht. Die Änderungen sehen zusätzliche Abgabepflichten bei nicht oder nicht vollständig ausgebuchten finanziellen Vermögenswerten bzgl. der Beziehung zwischen diesen Vermögenswerten und zugehörigen Verbindlichkeiten. Des weiteren sind Angaben bei übertragenen und ausgebuchten finanziellen Vermögenswerten zu Art und Risiko aus dem anhaltenden Engagement zu machen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Juli 2011 anzuwenden. Die Übernahme in europäisches Recht ist noch nicht erfolgt. Die Comarch Software und Beratung AG geht davon aus, dass sich durch die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.
Der IASB hat im Dezember 2010 Änderungen zu IAS 12 (Income Taxes) veröffentlicht. Danach wird künftig für die Bewertung von latenten Steuern wiederlegbar vermutet, dass der Buchwert eines Vermögenswertes durch Veräußerung und nicht durch Nutzung realisiert wird. Des weiteren wurde SIC 21 in IAS 12 integriert und SIC 21 demzufolge zurückgezogen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2012 anzuwenden. Die Comarch Software und Beratung AG prüft derzeit, ob sich die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.
IFRIC 19 wurde im November 2009 veröffentlicht und bezieht sich auf die vollständige oder teilweise Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten. IFRIC 19 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zugelassen. Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Die Comarch Software und Beratung AG geht davon aus, dass sich durch die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.
im November 2009 wurde eine weitere Änderung des IFRIC 14 (IAS 19 - The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Transaction) veröffentlicht. Aufgrund der Änderung können Unternehmen, die im Zusammenhang mit Pensionsplänen Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen haben und auf diese Vorauszahlungen leisten, den Nutzen aus diesen Vorauszahlungen als Vermögenswert darstellen. Die Änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2011 beginnen, zwingend anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Übernahme in europäisches Recht ist noch nicht erfolgt. Die Comarch Software und Beratung AG geht davon aus, dass sich durch die Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.
C. KONSOLIDIERUNGSKREIS UND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
VOLLKONSOLIDIERTE GESELLSCHAFTEN
Gemäß den Grundsätzen der Vollkonsolidierung wurden folgende Unternehmen einbezogen:
| Gesellschaft | Sitzland | Beteiligungshöhe in % |
|---|---|---|
| Comarch Software und Beratung AG (Konzernspitze im Teilkonzernabschluss) | Deutschland | |
| Comarch Solutions GmbH, Wien | Österreich | 100,00 |
| Comarch Schilling GmbH | Deutschland | 100,00 |
| SoftM France s.a.r.l. | Frankreich | 100,00 |
| Comarch Swiss AG | Schweiz | 100,00 |
Der Rückgang der Anzahl der konsolidierten Gesellschaften in 2010 ist auf konzerninterne Umstrukturierungen zurückzuführen. Zum 01.01.2010 wurden folgende Zusammenlegungen vorgenommen:
| ― | Verschmelzung der Comarch Solutions GmbH, München, auf die Comarch Software und Beratung AG |
| ― | Verschmelzung der Comarch Systemintegration GmbH, München, auf die Comarch Software und Beratung AG |
ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Das bisher als assoziiertes Unternehmen nach den Grundsätzen der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen KEK Anwendungssysteme GmbH wurde im Geschäftsjahr 2010 veräußert. Die Beteiligung bestand bis dahin wie folgt:
| Gesellschaft | Anteilseigner | Beteiligungsquote |
|---|---|---|
| KEK Anwendungssysteme GmbH | Comarch Software und Beratung AG, München | 30,00 % |
AKQUISITIONEN UND KAPITALKONSOLIDIERUNG
Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß IFRS 3 nach der sog. Erwerbsmethode (Purchase Method). Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem (anteiligen) neu bewerteten Eigenkapital der Tochtergesellschaft zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Vermögenswerte und Schulden werden hierbei mit ihren Zeitwerten angesetzt. Bei sukzessivem Anteilserwerb wird die Erstkonsolidierung für jeden Anteilserwerb gesondert zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt vorgenommen.
Verbleibende aktive Aufrechnungsdifferenzen aus der Kapitalkonsolidierung werden als Firmenwerte in der Konzernbilanz ausgewiesen. Die Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.
DESINVESTITIONEN
Zum 01.07.2009 wurden sämtliche Anteile der Comarch Polska Sp.zo.o. veräußert. Des weiteren wurden zum 31.08.2009 die Anteile an der Comarch Czech Republic s.r.o. verkauft. Die Entkonsolidierung erfolgte zum jeweiligen Veräußerungszeitpunkt.
Die Desinvestitionen haben in 2009 zu Erlösen von insgesamt T€ 74 geführt und wirkten sich zum jeweiligen Desinvestitionszeitpunkt auf die Vermögens- und Ertragslage wie folgt aus:
| veräußerte Vermögensgegenstände ./. Schulden 2009 | T€ |
|---|---|
| Zahlungsmittelbestand | 136 |
| Anlagevermögen | 1 |
| Vorratsvermögen | 0 |
| Forderungen | 58 |
| Rückstellungen | -38 |
| Verbindlichkeiten | -72 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 1 |
| veräußerte Vermögenswerte ./. Schulden | 86 |
| vereinnahmter Kaufpreis | 74 |
| Veräußerungsverlust | 12 |
Die Veräußerungen haben keine wesentlichen steuerlichen Auswirkungen. im Jahr 2010 erfolgten keine Veräußerungen von voll konsolidierten Einheiten.
EQUITY-KONSOLIDIERUNG
Die Anteile an assoziierten Unternehmen wurden nach der Equity-Methode bilanziert. Als assoziierte Unternehmen werden Beteiligungsunternehmen angesehen, bei denen ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen direkt oder indirekt aufgrund eines Anteilsbesitzes zwischen 20 % und 50 % einen bedeutenden Einfluss auf die Unternehmenstätigkeit des Beteiligungsunternehmens ausübt. Bei der Bilanzierung nach der Equity-Methode werden die Anschaffungskosten der Beteiligung jährlich um die der Beteiligungsquote entsprechenden Eigenkapitalveränderungen beim Beteiligungsunternehmen erhöht bzw. vermindert. Die bei der erstmaligen Einbeziehung nach der Equity-Methode entstehenden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung behandelt. in den Folgejahren ergeben sich dadurch ergebniswirksame Folgekonsolidierungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten"Ergebnisauswirkungen aus Equity-Beteiligung" enthalten sind.
Gemäß den Grundsätzen des IAS 36 (Impairment of Asset) sind die Beteiligungsbuchwerte mindestens einmal jährlich einem sog. Impairmenttest zu unterziehen. Einzelheiten zu der Durchführung dieser Werthaltigkeitsprüfung können den Erläuterungen zum Geschäfts- oder Firmenwert entnommen werden. Sofern der Equity-Buchwert aufgrund eines Impairmenttest zu mindern ist, werden diese außerplanmäßigen Abschreibungen im Ergebnis aus Equity-Beteiligungen erfasst.
Die von den assoziierten Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen im wesentlichen den konzerneinheitlich angewandten Methoden.
Auf eine Zwischengewinnkonsolidierung mit assoziierten Unternehmen wurde wegen geringer Bedeutung verzichtet.
Sobald der maßgebliche Einfluss auf das assoziierte Unternehmen z. B. durch Veräußerung verloren geht, wird die Anwendung der Equity-Methode eingestellt. Der Erfolg aus der Entkonsolidierung ermittelt sich als Differenz zwischen dem erzielten Veräußerungserlös und dem Equity-Wert im Zeitpunkt der Veräußerung. Der Ausweis erfolgt unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen. im September 2009 wurde die 49 %-Beteiligung an der d.velop Schweiz AG veräußert. im Februar 2010 wurde die 30 %-Beteiligung an der KEK Anwendungssysteme GmbH, München, veräußert, so dass der Konzern zum Abschlussstichtag keine Equity-Beteiligungen mehr ausweist.
AUFWANDS- UND ERTRAGSKONSOLIDIERUNG
Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung führte zur Verrechnung von gegenseitig abgerechneten Vergütungen (z. B. Lizenzzahlungen, Beratungsumsätze), so dass die Umsatzerlöse mit dem Materialeinsatz und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu verrechnen waren. Aufgrund der Aufwands- und Ertragskonsolidierung mit verbundenen Unternehmen sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nur diejenigen Erlöse und Aufwendungen ausgewiesen, die aus Geschäftsvorfällen mit "Außenstehenden" resultieren. Als Außenstehende gelten insoweit auch assoziierte Unternehmen.
Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften an die Comarch Software und Beratung AG waren mit den korrespondierenden Dividendenforderungen zu konsolidieren. Konzerninterne Gewinnabführungen (Vj. auch Verlustübernahmen) wurden ebenfalls eliminiert.
SCHULDENKONSOLIDIERUNG
Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung wurden innerhalb des Konzerns bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten saldiert.
ZWISCHENGEWINNELIMINIERUNG
Sofern Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen konsolidierten Gesellschaften entstanden sind, wurden diese eliminiert.
D. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Ausgangspunkt für die Erstellung der Konzernbilanz bildeten die nach handelsrechtlichen Grundsätzen erstellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zum 31.12.2010, die nach konzerneinheitlichen Bilanzierungsrichtlinien erstellt wurden.
Die Einzelabschlüsse wurden - soweit erforderlich - für Zwecke der Konzernbilanzierung an die Rechnungslegungsgrundsätze nach IFRS angepasst.
Die Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss erfolgte unter Beachtung der wesentlichen Grundlagen der Rechnungslegung nach IFRS (Framework). insbesondere ist der Konzernabschluss unter Beachtung des Prinzips der Periodenabgrenzung und der Prämisse der Unternehmensfortführung (Going Concern Prinzip) aufgestellt, die durch befristete Finanzierungszusagen des Mutterkonzerns gesichert wurde. Auf die Ausführungen in der Risikoberichterstattung im Lagebericht wird verwiesen. Die Grundsätze der Verständlichkeit, Vollständigkeit, Wesentlichkeit, Vergleichbarkeit sowie der wirtschaftlichen und vorsichtigen Betrachtungsweise wurden beachtet. Vorhersehbare Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, wurden berücksichtigt, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und dem Tag der Bilanzaufstellung bekannt geworden sind. Gewinne wurden nur berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert bzw. als hinreichend realisierbar anzusehen sind.
Vermögenswerte wurden angesetzt, soweit sie einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen in Form von direkten oder indirekten Zahlungsmittelzuflüssen repräsentieren. Schulden und Rückstellungen wurden passiviert, soweit gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten vorhanden sind.
Bei Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden wurde das Stichtagsprinzip sowie der Grundsatz der Einzelbewertung zu Grunde gelegt.
UMSATZERLÖSE
Umsatzerlöse werden nach Abzug von Steuern und Erlösschmälerungen im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs bzw. bei Leistungserbringung realisiert. Voraussetzung für den Umsatzausweis ist, dass mit einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der aus der Markttransaktion entstehende ökonomische Nutzen zufließen wird. Vertraglich vereinbarte Anzahlungen auf noch nicht erbrachte Leistungen werden bis zum Zeitpunkt der Leistungserbringung als "erhaltene Anzahlungen" passiviert. Eine Erlösrealisation erfolgt in diesem Fall erst mit erfolgter Leistungserbringung. Kundenvorauszahlungen für zeitraumbezogene zukünftige Leistungen (insbesondere sog. Wartungserlöse) werden unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten periodengerecht abgegrenzt.
Die Erlösrealisierung von Projektverträgen zur Implementierung von Software, für die Werkvertragsrecht vereinbart wurde, erfolgt gemäß IAS 11 entsprechend ihrem Fertigstellungsgrad. Der Fertigstellungsgrad wird entsprechend der erbrachten Leistung ermittelt. Zum 31.12.2010 waren zwei Projekte nach dieser Methode zu bilanzieren.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich aus begebenen Krediten und Forderungen, erworbenen Schuldtiteln und Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten zusammen. Die im Vorjahr ausgewiesenen Wertpapiere wurden veräußert. Derivative Finanzinstrumente sind im Comarch-Konzern derzeit nicht im Einsatz.
Die Bilanzierung und Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nach IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement). Demnach werden finanzielle Vermögenswerte in der Konzernbilanz angesetzt, wenn dem Comarch-Konzern ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Der erstmalige Ansatz von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der Transaktionskosten. Unverzinsliche oder unterverzinsliche Forderungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den nachstehenden Kategorien:
| ― | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Der Comarch-Konzern hatte ein Wertpapier im Bestand, das dieser Kategorie zugeordnet wurde. Änderungen des beizulegenden Werts werden über eine Anpassung auf den Börsenkurs am Stichtag erfolgswirksam erfasst. Das Wertpapier wurde in 2010 veräußert. |
| ― | Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Kredite und Forderungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. in diese Bewertungskategorie werden die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, sonstige Finanzanlagen sowie die in den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten enthaltenen finanziellen Forderungen und Ausleihungen zugeordnet. |
| ― | Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und einer festen Laufzeit, über die sie gehalten werden. Diese werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unter den übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Comarch-Konzern hat derzeit keine entsprechenden Vermögenswerte im Bestand. |
| ― | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte umfassen diejenigen nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die nicht einer der zuvor genannten Kategorien zugeordnet werden. Dies war bis zum Jahr 2008 insbesondere ein Eigenkapitaltitel, der in den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesen waren. Der Comarch-Konzern hat derzeit keine entsprechenden Vermögenswerte im Bestand. |
Liegen bei den finanziellen Vermögenswerten der drei letztgenannten Kategorien Anzeichen für eine Wertminderung vor, erfolgt eine Prüfung, ob eine Abwertung des Buchwertes zu erfolgen hat. Sollte dies der Fall sein, wird eine Wertberichtigung in Höhe der Differenz vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für zuvor vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen. Lediglich auf zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitaltitel werden keine Zuschreibungen vorgenommen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken transferiert werden.
AKTIVIERUNG VON FREMDKAPITALKOSTEN
Eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten war im Geschäftsjahr 2010 nicht veranlasst.
VORRÄTE
Unter den Vorräten sind gemäß IAS 2 (Inventories) diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden. Die unter den Vorräten ausgewiesenen Handelswaren werden zum Einkaufspreis bzw. dem niedrigeren Zeitwert bewertet. Daneben sind auch unfertige Leistungen ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um kundenspezifische Aufträge zur Entwicklung und/oder Installation von Individual- oder Standardsoftware, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt und abgenommen sind. Die Bewertung erfolgt zu den angefallenen Herstellungskosten. Die Herstellungskosten beinhalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Kosten der Verwaltung werden einbezogen, soweit sie dem Herstellungsbereich zuzuordnen sind.
Garantieeinbehalte werden bei längerfristigen Aufträgen nicht vereinbart.
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN, RECHNUNGSABGRENZUNG
Abgrenzungen, Vorauszahlungen sowie nicht-finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Auflösung erfolgt entsprechend der Leistungserbringung oder linear. Bei Rechnungsabgrenzungsposten erfolgt die Auflösung zeitraumbezogen.
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Entgeltlich erworbene Software wird korrespondierend mit den handelsrechtlichen Grundsätzen mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Bei der linearen Abschreibung von Unterstützungssoftware und PC-Anwenderprogrammen wurde eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 Jahren, bei erworbenen Lizenzprogrammen, die unmittelbar der Umsatzerzielung dienen, eine Nutzungsdauer bis zu 5 Jahren zu Grunde gelegt.
Entwicklungskosten für selbsterstellte Software werden zu Herstellungskosten aktiviert, soweit die in IAS 38 kodifizierten Voraussetzungen (Identifizierbarkeit, Verfügungsmacht, künftiger ökonomischer Nutzen) erfüllt sind. Dies ist der Fall, soweit die Aufwendungen der Erstellung neuer Softwarefunktionalitäten dienen und ein ökonomischer Nutzen mit hinreichender Sicherheit erwartet werden kann. Dagegen werden Aufwendungen für Grundlagenforschung und Pflege bestehender Funktionalitäten als laufender Aufwand erfasst. Die Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten erfolgt über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren.
Immaterielle Vermögenswerte werden mindestens einmal jährlich gemäß den Grundsätzen des IAS 36 einem sog. Impairmenttest unterzogen (zur Vorgehensweise vgl. Geschäfts- oder Firmenwert).
GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT
Unter dem Posten"Geschäfts- oder Firmenwert" werden Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen ausgewiesen. Hierunter fallen auch Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung. Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden gemäß dem Rechnungslegungsstandard IFRS 3 (Business Combinations) ab dem Geschäftsjahr 2005 nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die bis zum 31.12.2004 aufgelaufenen Firmenwertabschreibungen wurden zum 01.01.2005 mit den historischen Anschaffungskosten verrechnet. Die ermittelten Firmenwerte wurden einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Konzerneinheiten ("Cash Generating Unit") zugeordnet. Die Bestimmung der strategischen Geschäftseinheiten sind der neuen Konzernorganisation angepasst und auf der Grundlage von Geschäftsprozessen definiert. Hierbei wird vor allem zwischen den Produktentwicklungsbereichen (Developcenter) und den regionalen Direktvertrieb- und Projektbereichen für die Softwareprodukte unterschieden. Daneben wird der Bereich Systemintegration als eigenständiges Geschäftsfeld geführt. Gemäß den Grundsätzen des IAS 36 (Impairment of Assets) sind die Firmenwerte mindestens einmal jährlich einem sog. Impairmenttest zu unterziehen. Hierzu werden die Buchwerte der "Cash Generating Units" mit dem aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielbaren Betrag (Nettoveräußerungserlös bzw. sog. Nutzungswert) verglichen. Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert, ist eine Abschreibung auf den Firmenwert durchzuführen. Ein eventuell verbleibender Restbetrag vermindert die anderen Vermögenswerte der jeweiligen strategischen Geschäftseinheit. Die Wertberichtigung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen auf Sachanlagen ausgewiesen.
Der erzielbare Betrag wird als Barwert der künftigen Zahlungsströme aus der laufenden Nutzung und zum Ende der Nutzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Die Prognose der Zahlungen stützt sich auf die aktuelle Konzernplanung und berücksichtigt einen Zeitraum von 3 Jahren, wobei Annahmen insbesondere über Verkaufsmengen und -preise sowie Kosten getroffen wurden. Die über den Planungszeitraum hinaus angesetzten Zahlungsströme erfolgten ohne Ansatz von Wachstumsraten.
Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnittsatz der Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt. Der Ermittlung der Eigenkapitalkosten wurde das sog. Capital Asset Pricing Model (CAPM-Ansatz) zugrunde gelegt. Die Fremdfinanzierungskosten ermitteln sich aus den langfristigen Finanzierungskonditionen des Unternehmens. Beide Faktoren werden aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet und beruhen auf Annahmen und Schätzungen über geschäftsspezifische Kapitalkosten. Der zur Diskontierung der Zahlungsreihen herangezogene Zinssatz beträgt 7,0 % (Vj. 8,3 %). Dies entspricht einem Vorsteuerzinssatz von rund 9,1 % (Vj. 10,9 %).
Im Geschäftsjahr 2010 waren außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte von T€ 2.881 vorzunehmen (Vj. T€ 2.055).
SACHANLAGEN
Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt mit den Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen waren im Geschäftsjahr nicht veranlasst. Die planmäßige Abschreibung erfolgt in der Regel nach der linearen Methode, wobei in den meisten Fällen eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren zu Grunde gelegt wird.
Wenn Sachanlagen verkauft, stillgelegt oder verschrottet werden, wird der Gewinn bzw. Verlust als Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen.
Von der nach IFRS bestehenden Möglichkeit einer Neubewertung der Sachanlagen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.
ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Anteile an assoziierten Unternehmen wurden nach der Equity-Methode bilanziert und bewertet (vgl. dazu die Ausführungen zu den Konsolidierungsgrundsätzen). in 2010 wurde die verbliebene Equity-Beteiligung veräußert.
STEUERN
Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden in Höhe der voraussichtlich zu zahlenden Steuer erfasst.
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 (Income Taxes). Latente Steuern werden auf zeitliche Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in Handels- und Steuerbilanz, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf realisierbare steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Der Berechnung liegen die individuellen Steuersätze der einzelnen Gesellschaften zu Grunde, soweit es sich um Auslandsgesellschaften handelt.
Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden insoweit aktiviert, als es wahrscheinlich ist, dass eine tatsächliche Nutzung der Verlustvorträge hinreichend sicher erscheint oder soweit passive Steuerlatenzen in ausreichender Höhe entgegenstehen. Den Berechnungen liegen die zum Realisierungszeitpunkt zu erwartenden Steuersätze zugrunde. Berücksichtigt werden dabei die am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten Regelungen. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden saldiert, sofern es sich um Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der gleichen Steuerbehörde handelt. Die Veränderung aktiver und passiver latenter Steuern aufgrund von Steuersatzänderungen wird erfolgswirksam erfasst. Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern wird auf der Basis unternehmensindividueller Prognosen über die zukünftige Ertragsposition beurteilt.
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen werden für Verpflichtungen aus Ereignissen der Vergangenheit angesetzt, bei denen Fälligkeit und/oder Höhe der Schuld ungewiss sind. Die Bewertung erfolgt mit dem Betrag, der nach der bestmöglichen Schätzung zum Bilanzstichtag für die Erfüllung der Verpflichtung erforderlich ist. Soweit Rückstellungen mit kurzfristigem Charakter (Fälligkeit innerhalb eines Jahres) gegeben waren, wurde keine Abzinsung vorgenommen.
Die Abgrenzung von sonstigen Rückstellungen und "abgegrenzten Schulden" i.S.d. IAS 37.11 b erfolgt entsprechend der Vorgehensweise in den Vorjahren im Zweifel zugunsten eines Ausweises unter den Rückstellungen, um eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahresabschlüssen zu gewährleisten.
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten setzen sich aus originären Verbindlichkeiten und den negativen beizulegenden Zeitwerten derivativer Finanzinstrumente zusammen. Comarch hat derzeit keine derivativen Finanzinstrumente im Einsatz.
Originäre Verbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn der Konzern eine vertragliche Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Der erstmalige Ansatz einer originären Verbindlichkeit erfolgt zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bzw. zum Wert der erhaltenen Zahlungsmittel abzüglich eventuell anfallender Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt bei den Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
E. WÄHRUNGSUMRECHNUNG
In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten in einer Währung, die nicht die funktionale Währung darstellt, mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet. Aus der Bewertung von Fremdwährungsposten resultierende Kursdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.
Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften außerhalb der Eurozone werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. In den Konzernabschluss waren zum einen das Schweizer Tochterunternehmen Comarch Swiss AG einzubeziehen. Als funktionale Währung wurde dabei die Landeswährung (CHF) angesehen, weil die Gesellschaft ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreibt.
Vermögenswerte und Schulden der Auslandsgesellschaften (mit Fremdwährung) wurden deshalb zum Kurs am Bilanzstichtag, Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Eigenkapitalbestände werden zu historischen Kursen zu den Zeitpunkten ihrer jeweiligen aus Konzernsicht erfolgten Zugänge umgerechnet.
Die sich gegenüber der Umrechung zu Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital gesondert als "Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung" ausgewiesen. im Eigenkapital während der Konzernzugehörigkeit erfasste Währungsumrechnungsdifferenzen werden bei Ausscheiden von Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis erfolgswirksam aufgelöst. im Jahr 2009 wurden die Konzerngesellschaften Comarch Tschechien und Comarch Polen veräußert. Die Währungsdifferenzen wurden erfolgswirksam aufgelöst. im Jahr 2010 wurden per Saldo Aufwendungen aus Umrechnungsdifferenzen in Höhe von T€ 326 (Vj. Erträge T€ 57) erzielt.
Die Kurse des Schweizer Franken zum Euro lauteten wie folgt:
| Stichtagskurs: | 1 € = 1,2811 CHF (Vj. 1,5021) |
| Durchschnittskurs: | 1 € = 1,3823 CHF (Vj. 1,5099) |
F. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(1) ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Kassenbestände | 3 | 5 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 541 | 405 |
| 544 | 410 | |
| - davon nicht verfügbare flüssige Mittel auf Sperrkonten | 385 | 259 |
Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten beliefen sich zum Abschlussstichtag auf T€ 544 (Vj. T€ 410).
(2) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 31.12.2010 T€ 5.424 (Vj. T€ 5.966).
Erforderliche Wertberichtigungen sind nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko bemessen und mit T€ 378 (Vj. T€ 1.518) berücksichtigt. Die Verringerung der Wertberichtigungen um insgesamt T€ 1.140 setzt sich zusammen aus aufwandswirksamen Zuführungen (T€ 219) abzgl. Auflösungen und Inanspruchnahmen (T€ 1.413) sowie Währungsveränderungen (T€ 54). Die Forderungen sind bis auf einen geringen Anteil in Höhe von T€ 29 innerhalb eines Jahres fällig.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Fertigungsaufträgen in Höhe von T€ 0 (Vj. T€ 156) enthalten.
Die Forderung weist folgende Altersstruktur auf:
| Forderungen zum 31.12.2010 Fälligkeit Angaben in T€ | bis 3 Monate | bis 6 Monate | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | Stand 31.12.2010 |
|---|---|---|---|---|---|
| Forderungen | 5.090 | 344 | 179 | 29 | 5.642 |
| zzgl. kreditorische Debitoren | 160 | ||||
| abzgl. Wertberichtigungen | -378 | ||||
| Bilanzausweis | 5.424 |
| Forderungen zum 31.12.2009 Fälligkeit Angaben in T€ | bis 3 Monate | bis 6 Monate | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | Stand 31.12.2009 |
|---|---|---|---|---|---|
| Forderungen | 6.040 | 114 | 375 | 887 | 7.416 |
| zzgl. kreditorische Debitoren | 68 | ||||
| abzgl. Wertberichtigungen | -1.518 | ||||
| Bilanzausweis | 5.966 |
(3) WERTPAPIERE
Unter diesem Posten wurden im Vorjahr notierte Wertpapiere ausgewiesen, die zu Handelszwecken gehalten werden und mit dem beizulegenden Wert von T€ 37 bewertet waren. Die Wertpapiere wurden im Jahr 2010 mit einem Gewinn von T€ 1 veräußert.
(4) VORRÄTE
Der Bestand an Vorräten setzt sich wie folgt zusammen:
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Handelswaren | 79 | 133 |
| Unfertige Leistungen | 28 | 37 |
| geleistete Anzahlungen | 0 | 0 |
| 107 | 170 |
Bei der Bewertung der Vorratsbestände (Handelsware) ergab sich kein Wertberichtigungsbedarf. Der im Vorjahr voll wertberichtigte Lagerbestand im Segment Systemintegration (T€ 22) wurde im Jahr 2010 nicht mehr erfasst bzw. bewertet.
(5) FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 212 (Vj. T€ 137)
betreffen vollumfänglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
(6) ÜBRIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Der Ausweis setzt sich wie folgt zusammen (rechte Spalte oben):
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Steuererstattungen | 208 | 398 |
| Rückvergütungen | 0 | 0 |
| Darlehen | 7 | 15 |
| Forderungen an assozierte Unternehmen | 0 | 94 |
| Debitorische Kreditoren | 20 | 4 |
| übrige | 168 | 97 |
| 403 | 608 |
Die Steuererstattungsansprüche betreffen vorwiegend Körperschaftsteuerguthaben und Umsatzsteuer.
In den Forderungen gegen assoziierte Unternehmen war im Vorjahr ein Darlehen in Höhe von 94 T€ ausgewiesen. Im Jahr 2010 wurde dieses Darlehen teilweise getilgt und in sonstige Finanzanlagen umgegliedert.
Unter den übrigen sonstigen Vermögenswerten sind Ansprüche aus Bonusvereinbarungen in Höhe von T€ 119 (Vj. T€ 0) enthalten. Außerdem sind Vorsteueransprüche für Folgejahre in Höhe von T€ 1 (Vj. T€ 8) enthalten, die rechtlich erst nach dem Bilanzstichtag entstehen.
(7) AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Die Rechnungsabgrenzungsposten werden voraussichtlich im Jahr 2011 in Höhe von T€ 127 (Vj. T€ 122) in Anspruch genommen. Sie betreffen Aufwandsabgrenzungen.
(8) IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
| in T€ | Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte | Aktivierte Entwicklungskosten | Geschäfts- oder Firmenwert | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2010 | 14.560 | 10.399 | 11.226 | 36.185 |
| Währungsänderungen | 5 | 0 | 0 | 5 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Investitionen | 27 | 1.890 | 0 | 1.917 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Bruttowerte 31.12.2010 | 14.592 | 12.289 | 11.226 | 38.107 |
| Abschreibungen 01.01.2010 | 12.292 | 6.382 | 2.745 | 21.419 |
| Währungsänderungen | 5 | 0 | 0 | 5 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen 2010 | 1.190 | 1.039 | 2.881 | 5.110 |
| Abgänge Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abschreibungen 31.12.2010 | 13.487 | 7.421 | 5.626 | 26.534 |
| Buchwerte 31.12.2010 | 1.105 | 4.868 | 5.600 | 11.574 |
| Buchwerte 31.12.2009 | 2.268 | 4.017 | 8.481 | 14.767 |
Unter den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerten wird vor allem entgeltlich erworbene Anwendungssoftware ausgewiesen, die zur Erzielung von Lizenz- und Beratungsumsätzen eingesetzt wird. Hierbei wird von einer begrenzten Nutzungsdauer ausgegangen. Die Abschreibung erfolgt planmäßig und linear unter Zugrundelegung von Nutzungsdauern zwischen 3 und 5 Jahren.
In den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen sind Buchwerte in Höhe von T€ 1.032 (Vj. T€ 2.157) für die erworbenen Softwarerechte am Produkt "Semiramis" enthalten. Die Restnutzungsdauer beträgt 11 Monate.
Der Comarch-Konzern hat im Geschäftsjahr 2010 Aufwendungen für Softwareentwicklung in Höhe von 10,7 Mio. € (Vj. 9,7 Mio. €) getätigt. Hiervon wurde ein Anteil von T€ 1.890 (Vj. T€ 1.450) aktiviert. Die Bewertung der aktivierten Entwicklungskosten erfolgt auf der Grundlage kostenrechnerisch ermittelter Stundensätze für beschäftigte Entwicklungsingenieure. Im Geschäftsjahr 2010 wurden rd. 45.000 (Vj. 27.200) Entwicklungsstunden mit einem durchschnittlichen Kostensatz von rund € 42,00/Std. (Vj. € 53,30/Std.) aktiviert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Kostensatz für konzernintern erbrachte Stunden von € 56,75 und einen Stundensatz für eingekaufte Entwicklungsleistungen beim Mutterkonzern von € 23,00. Die im jeweiligen Jahr aktivierten Beträge für selbsterstellte Standardsoftware-Produkte werden beginnend ab dem Zeitpunkt der Verwendung des Vermögenswertes am Markt linear über eine Laufzeit von 3 (Altprodukte) bzw. 5 Jahren (Neuprodukte) abgeschrieben und nach vollständiger Abschreibung als Abgang ausgewiesen.
Dem im Geschäftsjahr 2010 aktivierten Betrag an Entwicklungskosten von T€ 1.890 (Vj. T€ 1.450) standen Abschreibungen auf in Vorjahren aktivierte Entwicklungskosten von T€ 1.039 (Vj. T€ 784) gegenüber.
Da die Aktivierung von Entwicklungskosten zu einer Ergebnisabweichung zwischen dem zu versteuernden Einkommen und dem Ergebnis nach IFRS führt und die Ergebnisdifferenz aufgrund der Abschreibungspflicht der aktivierten Software temporärer Natur ist, war die Differenz bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steuern zu berücksichtigen.
Der Posten "Geschäfts- oder Firmenwert" resultiert aus Unternehmenszusammenschlüssen, wobei sowohl Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung als auch solche aus Unternehmensakquisitionen in Form von sog. Asset Deals erfasst sind.
Folgenden zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten sind Firmenwerte in folgendem Umfang zugeordnet:
| Zahlungsmittelgenerierende Geschäftseinheit | Firmenwert in T€ |
|---|---|
| Softwareentwicklung | 1.400 |
| Solutions (regionaler Vertrieb und Beratung) | 4.200 |
| Systemintegration | 0 |
| 5.600 |
Aufgrund der nach IAS 36 durchzuführenden Werthaltigkeitstests (Impairmenttest) waren im Geschäftsjahr 2010 außerplanmäßigen Firmenwertabschreibungen in Höhe von T€ 2.881 (Vj. T€ 2.055) vorzunehmen, im Bereich Softwareentwicklung in Höhe von T€ 2.473 und im Bereich Solutions in Höhe von T€ 408. Im Vorjahr entfielen die außerplanmäßigen Abschreibungen vorwiegend auf den Bereich Systemintegration.
(9) SACHANLAGEN
Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:
| in T€ | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Summe |
|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2010 | 3.154 | 1.487 | 4.641 |
| Währungsänderungen | 30 | 17 | 47 |
| Investitionen | 132 | 27 | 159 |
| Abgänge | -35 | -83 | -118 |
| Bruttowerte 31.12.2010 | 3.281 | 1.448 | 4.729 |
| Abschreibungen 01.01.2010 | 2.937 | 1.255 | 4.192 |
| Währungsänderungen | 26 | 15 | 41 |
| Abschreibungen 2009 | 169 | 88 | 257 |
| Abgänge | -35 | -66 | -101 |
| Abschreibungen 31.12.2010 | 3.097 | 1.292 | 4.389 |
| Nettowerte 31.12.2010 | 184 | 156 | 340 |
| Nettowerte 31.12.2009 | 217 | 232 | 449 |
Hinsichtlich des Sachanlagevermögens bestanden keine Verfügungsbeschränkungen aufgrund von Rechten Dritter.
(10) ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND SONSTIGE FINANZANLAGEN
Die Finanzanlagen haben sich wie folgt entwickelt:
| in T€ | Assoziierte Unternehmen | sonstige Finanzanlagen | Summe |
|---|---|---|---|
| Nettowerte 01.01.2010 | 45 | 0 | 45 |
| Umbuchungen | 0 | 65 | 65 |
| Abschreibungen | 0 | 0 | 0 |
| Abgang | -45 | 0 | -45 |
| Nettowerte 31.12.2010 | 0 | 65 | 65 |
| Nettowerte 31.12.2009 | 45 | 0 | 45 |
Der im Vorjahr unter den "at equity" bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen (30 %-Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft) wurde im Geschäftsjahr 2010 mit einem Gewinn von T€ 5 veräußert. Der im Vorjahr bestehende Unterschiedsbetrag zwischen dem Anteil am Nettoreinvermögen des assoziierten Unternehmens und dem Equity-Buchwert betrug insgesamt T€ 90 und resultierte aus einem erworbenen Geschäfts- und Firmenwert.
Folgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung von aggregierten Größen aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung des assoziierten Unternehmens. im Geschäftsjahr 2010 war kein Ausweis mehr veranlasst. Die Vorjahresangabe umfasste ein assoziiertes Unternehmen, das im Berichtszeitraum veräußert wurde:
| in T€ | 31.12.2009 |
|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 3 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 198 |
| Langfristige Schulden | 65 |
| Kurzfristige Schulden | 287 |
| Eigenkapital | -150 |
| SoftM-Anteil am Eigenkapital | -45 |
| Umsatzerlöse | 986 |
| Jahresergebnis | -31 |
Unter den sonstigen Finanzanlagen wurden 64.800 € als Darlehen ausgewiesen. Das Darlehen wird mit 5 % p. a. verzinst, die Tilgung erfolgt monatlich mit einer Rate in Höhe von T€ 4.
(11) LATENTE STEUERN
Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wurden latente Steueransprüche aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen im Umfang von T€ 1.299 aktiviert. Diese entfallen in Höhe von T€ 14 (Vj. T€ 14) auf ausländische Konzerngesellschaften und in Höhe von T€ 1.285 (Vj. T€ 1.506) auf den Organkreis der Comarch Software und Beratung AG. Diese werden - unabhängig von der Wahrscheinlichkeit der Verlustnutzung in Folgejahren - aktiviert, soweit entsprechend passive Steuerlatenzen entgegenstehen. Die Aktivierung der Verlustvorträge erfolgte aufgrund der unsicheren Ertragserwartungen nur in Höhe der bestehenden passiven Steuerlatenzen. in diesem Zusammenhang wurden die aktivierten Verlustvorträge im Organkreis der Comarch Software und Beratung AG im Wege einer Abwertung um T€ 221 vermindert.
Darüber hinaus waren aktive latente Steuern für zeitliche Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanzen in Höhe von T€ 37 (Vj. T€ 46) sowie für zeitliche Differenzen aus steuerlich abzugsfähigen Firmenwertabschreibungen in Einzelbilanzen (T€ 235, Vj. latente Steuerschuld -T€ 192) zu bilden. Der Gesamtbetrag der aktiven latenten Steueransprüche lag bei T€ 1.571 (Vj. T€ 1.566).
(12) DARLEHEN
Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| davon fällig | ||||
|---|---|---|---|---|
| in T€ | Summe | bis 1 Jahr | 2-5 Jahre | über 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Darlehen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| kurzfristige Finanzkredite | 1.557 | 1.557 | 0 | 0 |
| 1.557 | 1.557 | 0 | 0 |
Die Kredite wurden wie folgt besichert:
| in T€ | Globalzession | Sicherungsübereign. | Verpfändungen | gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Darlehen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| kurzfristige Finanzkredite | 0 | 0 | 385 | 385 |
| Wert 31.12.2010 | 0 | 0 | 385 | 385 |
| Wert 31.12.2010 | 2.426 | 108 | 295 | 2.793 |
Die zum Erwerb von Semiramis aufgenommenen Darlehen konnten bereits in 2009 in Höhe von T€ 2.500 und damit vollumfänglich getilgt werden. Der gewichtete durchschnittliche Zins lag im Jahr 2009 bei 6,3 %.
Die kurzfristigen Finanzkredite betreffen in Höhe von T€ 1.502 (Vj. T€ 1.233) Kontokorrentkredite und in Höhe von T€ 55 (Vj. T€ 267) Kredite für die Vorfinanzierung von Kundenforderungen im Segment Systemintegration bei der IBM-Kreditbank. Der Zinssatz für den Kontokorrentkredit betrug 2,57 % (Vj. 2,5 %). Die Besicherung erfolgte durch eine Bankbürgschaft auf Veranlassung der Comarch S.A., Krakau. Die Kreditierung durch die IBM-Kreditbank erfolgt mit einer Laufzeit von 45 Tagen zinslos, ab dem 46. Tag bis 75 Tage mit einer Verzinsung 5,0 %-Punkten über dem Basiszinssatz. Des weiteren hat der Mutterkonzern Comarch S.A., Krakau/Polen die IBM-Kredite mit einer Bürgschaft besichert, wodurch der Konzern in 2010 keine Globalzession mehr stellen musste.
Die Sicherheiten beziehen sich auf die kurzfristigen Finanzkredite, nachdem die Darlehen vollumfänglich getilgt wurden.
(13) VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestanden gegenüber Dritten (T€ 1.886, Vj. T€ 2.312) und waren in Höhe von T€ 550 durch Forderungsabtretungen besichert. Gegenüber assoziierten Unternehmen bestanden keine Verbindlichkeiten mehr (Vj. T€ 26).
(14) VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen T€ 3.441 (Vj. T€ 1.530) sind in Höhe von T€ 1.333 (Vj. T€ 728) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten, die vorwiegend auf die Comarch S. A. entfallen. Des weiteren wurde von der Comarch AG, Dresden, kurzfristige Darlehen in Höhe von T€ 2.107 (inkl. Zinsverbindlichkeiten, Vj. T€ 802) gewährt. Der Zinssatz der Darlehen ist variabel und betrug für das Jahr 2010 durchschnittlich 3,18 %. Die Darlehen wurden Anfang 2011
vollumfänglich getilgt. Für den Zeitraum bis Ende März 2012 besteht eine neue Finanzierungszusage seitens Comarch S.A., Krakau.
(15) ERHALTENE ANZAHLUNGEN
Die erhaltenen Anzahlungen in Höhe von T€ 97 (Vj. T€ 45) betreffen noch nicht realisierte Umsätze.
(16) RÜCKSTELLUNGEN FÜR STEUERN
Die Rückstellungen für (tatsächliche) Steuern werden aus den handelsrechtlichen Einzelabschlüssen im Konzern übernommen. im Jahr 2010 waren aufgrund der Verlustsituation keine Rückstellungen für tatsächliche Ertragsteuern zu bilden.
Im Inland bestehen zu den Tochtergesellschaften steuerliche Organschaften, so dass die Ertragsteuer vom Organträger Comarch Software und Beratung AG zu leisten ist. Im Organkreis wurde ein negatives steuerliches Ergebnis erzielt. Rückstellungsbildungen waren nicht veranlasst.
Für die Auslandsgesellschaften waren für 2010 Rückstellungen für ausländische Ertragsteuern in Höhe von T€ 1 (Vj. T€ 0) zu bilden.
Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
| in T€ | Stand 01.01.2010 | Währungsänderung | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Konzernkreisveränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Steuer | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| in T€ | Stand 31.12.2010 |
|---|---|
| Steuer | 350 |
(17) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
im Einzelnen ergab sich folgende Entwicklung:
| in T€ | Stand 01.01.2010 | Konzernkreisänderung | Währungsänderung | Verbrauch | Auflösung | Zuführung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Personal | 3.092 | 0 | 28 | -2.649 | -217 | 3.997 |
| Beiträge | 99 | 0 | 0 | -85 | -2 | 64 |
| ausstehende Rechnungen | 551 | 0 | -1 | -501 | -45 | 412 |
| langfristige Fertigungsaufträge | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 415 |
| Abschluss | 233 | 0 | -2 | -196 | -14 | 152 |
| Raumkosten | 204 | 0 | -2 | -5 | -15 | 174 |
| Prozesskosten | 140 | 0 | 0 | -69 | -32 | 99 |
| Gewährleistung | 586 | 0 | 5 | -374 | -40 | 127 |
| sonstige | 90 | 0 | 0 | -76 | -14 | 214 |
| 4.995 | 0 | 28 | -3.955 | -379 | 5.654 |
| in T€ | Stand 31.12.2010 |
|---|---|
| Personal | 4.251 |
| Beiträge | 76 |
| ausstehende Rechnungen | 416 |
| langfristige Fertigungsaufträge | 415 |
| Abschluss | 173 |
| Raumkosten | 356 |
| Prozesskosten | 138 |
| Gewährleistung | 304 |
| sonstige | 214 |
| 6.343 |
Die Rückstellungen für Personal (T€ 4.251) betreffen u.a. Urlaubs- und Überstundenrückstellungen, Abfindungsverpflichtungen sowie Prämien und Tantiemen.
Die Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen (T€ 416) betreffen noch nicht eingegangene Lieferantenrechnungen und Provisionsabrechnungen, denen bereits realisierte Umsätze im Geschäftsjahr gegenüber stehen. Aus langfristigen Fertigungsaufträgen ergab sich ein Rückstellungsbedarf von T€ 415. Für Kosten im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss (interne und externe Jahresabschluss- und Prüfungskosten, Kosten für Steuererklärungen, Kosten der Hauptversammlung) waren T€ 173 zurückzustellen. Die Rückstellungen für Raumkosten (T€ 356) betreffen Aufwendungen für Rückbau- und Renovierungsverpflichtungen. Prozesskostenrückstellungen (T€ 138) waren für interne Kosten sowie Rechtsanwalts- und Gerichtskosten von laufenden Verfahren zu bilden.
Die Rückstellung für Gewährleistungen (T€ 304) wurde für kostenlose Nachbesserungsarbeiten aus abgerechneten Projekten und sonstige Gewährleistungsverpflichtungen für das Jahr 2010 gebildet. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage von Erfahrungswerten der Vergangenheit durch einen prozentualen Ansatz bezogen auf die gewährleistungsbehafteten Umsatzerlöse des abgelaufenen Wirtschaftsjahres. Die Sätze betrugen 1 % bzw. teilweise mit 0,5 % bei Lizenz- und Beratungsumsätzen sowie 0,25 % bei Hardwareumsätzen. Zudem wurden Rückstellungen für Einzelgewährleistungsfälle gebildet.
Rechtliche Risiken:
Die Comarch Software und Beratung AG und ihre Tochtergesellschaften sind rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus Schadensersatzklagen von Kunden sowie Widerklagen von Kunden aus Aktivprozessen im Zusammenhang mit der Geltendmachung von Forderungsansprüchen durch die Comarch Software und Beratung AG und ihre Tochterunternehmen gegen Kunden gehören.
In drei Rechtsverfahren wurde von Kunden gegen die Comarch Software und Beratung AG Klage bzw. Widerklage auf Schadensersatz und/oder Rückzahlung von kundenseitig bereits gezahlten Vergütungen im Zusammenhang mit Beratungsprojekten erhoben. In einem weiteren Projekt wurden von einem Kunden außergerichtlich Schadensersatzansprüche gegenüber der Comarch Software und Beratung AG geltend gemacht. Die Comarch Software und Beratung AG ist davon überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben. Für zu erwartende Verteidigungskosten wurde bilanzielle Vorsorge getroffen. Für eines der vorgenannten Rechtsverfahren wurden neben den zu erwartenden Verteidigungskosten auch bilanzielle Risikovorsorgemaßnahmen für den Fall eines ungünstigen Verfahrensausgangs getroffen.
(18) SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 56 | 29 |
| Verbindlichkeiten aus Steuern | 445 | 397 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 62 | 50 |
| übrige sonstige | 192 | 142 |
| 755 | 618 |
Die Verbindlichkeiten aus Steuern umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter (z.B. Lohnsteuer) abgeführt werden.
In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind kreditorische Debitoren von T€ 160 (Vj. T€ 74) enthalten.
(19) PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten T€ 21 (Vj. T€ 9) werden in 2011 ertragswirksam aufgelöst.
(20) RÜCKSTELLUNGEN FÜR LATENTE STEUERN
Für Ergebnisabweichungen zwischen dem zu versteuernden Einkommen der Konzerngesellschaften und dem Konzernergebnis nach IFRS waren Rückstellungen für latente Steuern zu bilden. Die Rückstellung erhöhte sich im Berichtszeitraum um T€ 5 auf T€ 1.571.
Da sich die entstandenen Ergebnisdifferenzen im Zeitablauf ausgleichen, handelt es sich um so genannte Timing differences, für die eine Steuerrückstellung zu bilden ist, um eine periodengerechte Abgrenzung des Steueraufwandes zu gewährleisten.
Die Ergebnisabweichungen beruhen zum einen auf der Aktivierung der Entwicklungskosten für unternehmenseigene Standardsoftware. Im Berichtszeitraum errechnete sich eine Buchwerterhöhung von T€ 874 und ein latenter Steueraufwand von T€ 272. Der Bestand an passiven Steuerlatenzen aus Entwicklungskosten betrug T€ 1.553 (Vj. T€ 1.282).
Darüber hinaus waren für zeitliche Aufrechnungsdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung T€ 10 (Vj. T€ 8) und aus Teilgewinnrealisierungseffekten T€ 7 (Vj. T€ 84) an latenten Steuern zu passivieren. Die im Vorjahr bestehenden zeitlichen Differenzen aus steuerlich abzugsfähigen Firmenwertabschreibungen in Einzelbilanzen (T€ 193) haben sich aufgelöst bzw. umgekehrt und waren als aktive latente Steuern auszuweisen.
Darüber hinaus bestanden temporäre Differenzen nach IAS 12.39 in Höhe von T€ 1 (Vj. T€ 7), für die aus Vereinfachungsgründen keine latente Steuerschuld angesetzt wurde.
Erfolgneutrale latente Steuern aus Währungsdifferenzen ergaben sich in Höhe von T€ 0,5 (Vj. T€ 0,1). Die Veränderung von T€ 0,4 wurde ergebniserhöhend im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.
(21) EIGENKAPITAL
Das Eigenkapital bzw. der Konzerneigenkapitalspiegel umfasst die Posten "Gezeichnetes Kapital", "Kapitalrücklage", "Bilanzverlust (Vj. -gewinn)" und "Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung". Die im Geschäftsjahr 2009 erstmals gewählte Bezeichnung "Bilanzgewinn/Bilanzverlust" entspricht dem "erwirtschafteten Konzerneigenkapital" entsprechend den Vorschlägen des Deutschen Rechnungslegungsstandards DRS 7. Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug zum 31.12.2010 noch 4,7 Mio. € (Vj. 11,7 Mio. €).
Die wichtigsten Ziele des Finanzmanagements umfassen eine Sicherung und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts sowie die Sicherung der Liquidität und der Kreditwürdigkeit des Konzerns. Dazu ist eine deutliche Steigerung der Ertragskraft und des Cashflows erforderlich. Das Kapitalmanagement umfasst das Eigenkapital und das gewährte Fremdkapital und basiert auf den Bonitätseinstufungen der kreditgewährenden Banken. Die vom Mutterkonzern gewährten Darlehen wurden ebenfalls berücksichtigt. Zur Kapitalstärkung und langfristigen Finanzierung von Investitionen wurde im Jahr 2008 eine Eigenkapitalerhöhung durchgeführt. Dadurch sind dem Konzern (nach Abzug der Transaktionskosten) Mittel in Höhe von 4,9 Mio. € zugeflossen. Durch die ungünstige Geschäftsentwicklung in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 wurden die Finanzmittelreserven vollumfänglich verbraucht und der Eigenkapitalbestand in erheblichem Maße geschmälert. Der Konzern der Comarch Software und Beratung AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.
Das gezeichnete Kapital setzt sich aus 6.480.000 Stückaktien zusammen. Im November 2008 wurde das gezeichnete Kapital der Gesellschaft von € 4.980.000,00 um € 1.500.000,00 auf € 6.480.000,00 durch die Ausgabe von 1.500.000 Stück neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien, erhöht. Auf eine Stückaktie entfällt ein rechnerischer Wert von € 1,00. Es umfasst ausschließlich Stammaktien. Für die neuen Aktien wurde keine Börsenzulassung beantragt. In 2010 ergaben sich keine Veränderungen beim gezeichneten Kapital.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19.06.2008 wurde befristet bis zum 18.06.2013 die Erhöhung des Grundkapitals einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt höchstens T€ 2.490 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen beschlossen (Genehmigtes Kapital 2008). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2008, insbesondere den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Der Vorstand machte von dieser Ermächtigung am 13.11.2008 Gebrauch und beschloss eine Kapitalerhöhung in Höhe von T€ 1.500. Dies wurde vom Aufsichtsrat am 13.11.2008 genehmigt und durchgeführt (vgl. dazu Ausführung zum gezeichneten Kapital). Das Genehmigte Kapital 2008 betrug nach der teilweisen Verwendung für die vorgenommene Kapitalerhöhung zum 31.12.2008 und unverändert zum 31.12.2010 noch T€ 990.
Des weiteren ist der Vorstand ermächtigt, bis zum 18.06.2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrats Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen mit oder ohne Laufzeitbeschränkung in Höhe von maximal T€ 10.000 zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf insgesamt bis zu T€ 2.490 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Comarch Software und Beratung AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu T€ 2.490 nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen zu gewähren. Dazu wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von T€ 2.490 geschaffen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber und Gläubiger von ausgegebenen Wandlungs- und Optionsrechten Gebrauch machen oder aufgrund einer Verpflichtung zur Wandlung nachkommen. Bis zum 31.12.2010 waren keine Wandlungs- oder Optionsschuldverschreibungen ausgegeben.
Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 14.06.2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats Genussrechte nach Maßgabe des Hauptversammlungsbeschlusses sowie der vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegenden Genussrechtsbedingungen zu begeben. Die Laufzeit der Genussrechte kann bis zu 15 Jahren betragen. Der Gesamtnominalbetrag der gezeichneten Genussrechte darf T€ 12.000 nicht überschreiten. Die aufgrund dieser Ermächtigung ausgegebenen Genussrechte dürfen keine Wandlungs- und Optionsrechte auf Aktien der Comarch Software und Beratung AG vorsehen. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Genussrechte ist ausgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2010 wurde von dieser Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.
Die Kapitalrücklage betrug zum 31.12.2009 T€ 1.414. Im ablaufenden Geschäftsjahr wurde der Konzernfehlbetrag mit Kapitalrücklagen in voller Höhe (Vj. Verrechnung in Höhe von T€ 12.152) verrechnet, so dass zum 31.12.2010 keine Kapitalrücklage mehr bestand.
Der Konzernbilanzverlust (Vj. Gewinn) zum 31.12.2010 in Höhe von - T€ 1.861 (Vj. Bilanzgewinn T€ 3.790) umfasst die angesammelten Jahresergebnisse der in den Konzern einbezogenen Unternehmen ("Bilanzgewinn/-verlust", "Gewinnvorträge/Verlustvorträge"), soweit die Ergebnisse nicht ausgeschüttet wurden. Der Bilanzverlust wurde durch Entnahmen aus der Kapitalrücklage vermindert. Die Entnahmen aus der Kapitalrücklage erfolgten im Jahresabschluss der Comarch Software und Beratung AG zur Abdeckung des Bilanzverlustes analog.
Im Jahresabschluss der Comarch Software und Beratung AG ergab sich ebenfalls ein Bilanzverlust (T€ 2.007), so dass zum 31.12.2010 keine ausschüttungsfähigen Beträge vorhanden waren.
Zur weiteren Zusammensetzung und Entwicklung der einzelnen Posten des Eigenkapitals wird auf die Anlage "Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung" verwiesen.
(22) NAHE STEHENDE PERSONEN
Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der Comarch-Konzern Handelswaren und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern.
Unter diesen befinden sich assoziierte Unternehmen und die Comarch S.A. Krakau bzw. deren Tochtergesellschaften außerhalb des Konsolidierungskreises des Comarch-Konzerns.
Nachfolgende Aufstellung gibt eine Übersicht über den Umfang von Transaktionen mit den genannten Gesellschaften und Personen:
| in T€ | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse und sonstige Erträge: | ||
| Verbundene Unternehmen | 112 | 104 |
| - davon Veräußerungserlöse aus Verkauf eines konsolidierten Unternehmens T€ 0 (Vj. T€ 69) | ||
| Assoziierte Unternehmen | ||
| - davon Veräußerungserlöse aus Verkauf eines assoziierten Unternehmens T€ 50 (Vj. T€ 32) | 50 | 57 |
| Bezug von Waren und Dienstleistungen: | ||
| Verbundene Unternehmen | 1.615 | 722 |
| - davon Entwicklungsdienstleistungen T€ 1.118 (Vj. T€ 680) | ||
| Assoziierte Unternehmen | 0 | 293 |
| Nicht einbezogene Unternehmen | 0 | 0 |
| Mitglieder des Aufsichtsrates | 0 | 0 |
Zu den Bilanzstichtagen bestanden folgende wesentliche Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen bzw. Personen:
| in T€ | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen nahe stehende Personen | ||
| Verbundene Unternehmen | 212 | 137 |
| Assoziierte Unternehmen | 0 | 94 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Personen | ||
| Verbundene Unternehmen | 3.441 | 1.530 |
| - davon Darlehen unbesichert: T€ 2.107 (Vj. T€ 802) | ||
| - davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 1.334 (Vj. T€ 728) | ||
| Assoziierte Unternehmen | 0 | 26 |
| Mitglieder des Aufsichtsrats | 0 | 0 |
(23) SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN UND HAFTUNGSVERHALTNISSE
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverhältnissen belaufen sich auf jährlich T€ 1.018 (Vj. T€ 1.310). Leasingverhältnisse bestanden vor allem für Kraftfahrzeuge und EDV-Anlagen. Die jährlichen Verpflichtungen hieraus belaufen sich auf T€ 434 (Vj. T€ 786). Die Leasingverträge sind zumeist mit einer Mindestlaufzeit von 2 bis 4 Jahren ausgestattet, sehen im Regelfall keine verbindliche Kaufoption zugunsten des Leasingnehmers vor und sind grundsätzlich als Operating Leasing zu qualifizieren.
Die finanziellen Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen stellen sich differenziert nach Perioden wie folgt dar:
| in T€ | bis zu 1 Jahr | länger als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren | länger als 5 Jahre |
|---|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Operating Leasing | 435 | 258 | 0 |
Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht.
(24) BERICHTERSTATTUNG ZU FINANZINSTRUMENTEN
Management von Finanzrisiken
Der Comarch-Konzern tätigt seine operativen Geschäfte zum überwiegenden Teil in Deutschland bzw. in der Eurozone. Daneben bestehen geschäftliche Aktivitäten in der Schweiz sowie aus den geschäftlichen Beziehungen zum Mutterkonzern Comarch S.A., Krakau. Hieraus resultieren in gewissem Umfang Währungsrisiken. Auf den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten zur Begrenzung der Finanzrisiken wurde verzichtet.
Im Folgenden werden die Risiken bzw. das Risikomanagement näher beschrieben:
Kreditrisiko
Für den Comarch-Konzern besteht ein Kreditrisiko dahingehend, dass der Wertansatz der Forderungen beeinträchtigt werden könnte, wenn die Geschäftspartner ihren Verpflichtungen nicht bzw. nicht in voller Höhe nachkommen. Das maximale Ausfallrisiko umfasst daher den Gesamtbetrag der Forderungen.
Zur Minimierung der Kreditrisiken werden im Segment Systemintegration Aufträge unter Einschaltung von Leasinggesellschaften abgewickelt, wodurch das Kreditrisiko bzw. die Bonitätsprüfung auf die Leasinggesellschaft verlagert wird. Daneben erfolgt in beiden Segmenten ein stringentes Forderungs- und Überwachungsmanagement der offenen Forderungen zur effektiven Steuerung der Kreditrisiken. Grundsätzlich werden für alle Kunden Kreditlimite festgelegt. Im Jahr 2010 haben sich die Kreditrisiken insgesamt vermindert. Der Bedarf an Wertberichtigungen wurde entsprechend angepasst.
Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen Risikokonzentrationen bei Vertriebspartnern im indirekten Vertrieb und bei Großkunden. Dem Risiko wird durch ratierliche Zahlungen während der Projektphase begegnet.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko, aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, wird im Konzern der Comarch Software und Beratung AG zentral gesteuert. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit werden liquide Mittel bereitgehalten, um sämtliche Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllen zu können. Der Finanz- und Liquiditätsbedarf wird aus einer Finanzplanung abgeleitet, wobei aufgrund der zum Jahresanfang vereinnahmten Wartungserlöse der Finanzbedarf zum Ende des Jahres strukturell höher ist. Darüber hinaus werden für ungeplante Mehrausgaben und Mindereinnahmen Reserven vorgehalten. Die Liquidität wird hauptsächlich in Form von Tages- und Termingeldanlagen vorgehalten. Durch die Eigenkapitalzuführung zum Ende des Geschäftsjahres 2008 konnte die Finanzkraft vorübergehend gestärkt werden. Durch die ungünstige Geschäftsentwicklung in den Jahren 2009 und 2010 sowie durch die Tilgungsleistungen für Investitionskredite im Jahr 2009 hat sich der Finanzmittelbestand reduziert, so dass zum Ende des Geschäftsjahres 2009 wieder kurzfristige Finanzkredite in Anspruch genommen wurden. Der Fremdmittelbedarf hat sich zum 31.12.2010 von 2,3 Mio. € auf 3,7 Mio. € erhöht. Für den Zeitraum bis Ende März 2012 wurde von der Comarch S.A., Krakau, eine Finanzierungszusage gegeben.
Marktrisiko
Das Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen das Preisrisiko, das Währungsrisiko und das Zinsrisiko.
Preisrisiko
Im Konzern der Comarch Software und Beratung AG bestehen kaum Preisrisiken bei den Finanzinstrumenten. Preisrisiken bestehen vorwiegend bei den sonstigen Ausleihungen bzw. im Vorjahr bei Wertpapieren, die betragsmäßig jeweils als nicht wesentlich einzustufen sind.
Währungsrisiko
Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten, flüssige Mittel und geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen bzw. entstehen werden.
Dies ist im Konzern der Comarch Software und Beratung AG vorwiegend der Fall, soweit die Schweizer Konzerngesellschaft ihre Geschäfte in Landeswährung abwickelt und es im Zeitablauf zu größeren Währungsschwankungen kommt. Des weiteren gab es im Geschäftsjahr 2010 auch vermehrt Transaktionen mit dem Mutterkonzern in der Währungseinheit Szloty, so dass sich auch diesbezüglich Kursgewinne bzw. -verluste ergaben.
Zinsrisiko
Ein Zinsrisiko, d. h. eine Wertveränderung des Finanzinstruments (Fair Value Risiko) bzw. der künftigen Zahlungen aus einem Finanzinstrument (Cashflow-Risiko) aufgrund von Marktzinssatzänderungen liegt vorwiegend bei Vermögenswerten und Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Da im Geschäftsjahr 2010 in relativ geringem Umfang langfristige finanzielle Vermögenswerte vorhanden waren, sind beim Comarch-Konzern derzeit kaum Zinsrisiken bei den Vermögenswerten zu identifizieren.
Der Konzern hält seine liquiden Mittel und die Liquiditätsreserven fast ausschließlich im Bereich variabel verzinslicher kurzfristiger Geldanlagen vor, die keinen nennenswerten Kursschwankungen unterliegen.
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte betrafen im wesentlichen einen ausgereichten Kredit in Höhe von T€ 65 (Vj. T€ 93) gegen ein ehemals assoziiertes Unternehmen, der über Pfandrechte und persönliche Sicherheiten des Hauptgesellschafters besichert ist. Die Zinsrisiken wurden für das Risikomanagement als unbedeutend eingestuft.
Im Fremdfinanzierungsbereich hatte der Konzern die Investitionsdarlehen bereits im Geschäftsjahr 2009 vollumfänglich getilgt (vgl. Tz. 10). Zum Abschlussstichtag wurden kurzfristige Finanzkredite zu günstigen Konditionen aufgenommen. Diese wurden von nahe stehenden Personen außerhalb des Konsolidierungskreises ausgereicht bzw. besichert. Die Darlehen aus der kurzfristigen Absatzfinanzierung sind innerhalb der ersten 45 Tage zinslos und tragen daher de facto keinerlei Zinsrisiken.
Bilanzierung von Finanzinstrumenten
Der Bestand der originären Finanzinstrumente ist aus der Bilanz und den erläuternden Anhangsangaben ersichtlich. Finanzinstrumente werden - gemäß IAS 39 - in die Kategorien "zu Handelszwecken gehalten", "bis zur Endfälligkeit zu halten", "Kredite und Forderungen" sowie "zur Veräußerung verfügbar" eingeordnet. Zu näheren Informationen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten verweisen wir auf Punkt D.
Da derzeit keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt werden, sind hierzu keine Angaben erforderlich.
Die untenstehende Tabelle stellt die Buchwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie den übrigen Forderungen / Verbindlichkeiten und sonstigen Vermögenswerten / Verbindlichkeiten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag kaum von den beizulegenden Zeitwerten ab. Auf die Darstellung der Zeitwerte konnte daher verzichtet wird.
Die Zinserträge (T€ 72, Vj. T€ 70) wurden fast ausschließlich für Ausleihungen und Forderungen erlöst. Die Zinsaufwendungen (T€ 27, Vj. T€ 97) waren für aufgenommene Finanzkredite zu leisten. Die Aufwendungen für Wertminderungen von Forderungen sind in Tz. 2 dargestellt.
Die Wertpapiere wurden im Vorjahr zum beizulegenden Wert angesetzt. In 2009 wurde ein Kursgewinn von T€ 6 erzielt. Im Geschäftsjahr 2010 wurden die Wertpapiere mit einem Veräußerungsgewinn von T€ 1 veräußert.
| zu fortgeführten AK bewertet | nicht finanz. Vermögenswerte/ Verbindlichk. | zu fortgeführten AK bewertet | nicht finanz. Vermögenswerte/ Verbindlichk. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in T€ | Buchwert 31.12. 2010 | Buchwert | Buchwert in Bilanz | Buchwert 31.12. 2009 | Buchwert | Buchwert in Bilanz |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Flüssige Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquival. | ||||||
| Ausleihungen und Forderungen | 544 | 544 | 410 | 410 | ||
| Forderungen aus Lief. und Leistungen | ||||||
| Ausleihungen und Forderungen | 5.424 | 5.424 | 5.966 | 5.966 | ||
| Wertpapiere | ||||||
| zum beizulegenden Wert bewertet*) | 0 | 0 | 37 | *) | 37 | |
| Forderungen gg. verbundene Unternehmen | ||||||
| Ausleihungen und Forderungen | 212 | 212 | 137 | 137 | ||
| übrige Ford. und sonstige Vermögenswerte | 403 | 608 | ||||
| Ausleihungen und Forderungen | 154 | 154 | 202 | 202 | ||
| Nicht finanzielle Vermögenswerte | 249 | 249 | 406 | 406 | ||
| Sonstige Finanzanlagen | ||||||
| Ausleihungen und Forderungen | 65 | 65 | 0 | 0 | ||
| Finanzielle Vermögenswerte | 6.399 | 6.752 | ||||
| davon: Ausleihungen und Forderungen | 6.399 | 6.399 | 6.715 | 6.715 | ||
| Darlehen | ||||||
| Zu fortgeführten AK bewertet | 1.557 | 1.557 | 1.500 | 1.500 | ||
| Verbind. aus Lieferungen und Leistungen | ||||||
| Zu fortgeführten AK bewertet | 1.896 | 1.896 | 2.321 | 2.321 | ||
| Verbind. gg.verbundene Unternehmen | ||||||
| Zu fortgeführten AK bewertet | 3.441 | 3.441 | 1.530 | 1.530 | ||
| erhaltene Anzahlungen | ||||||
| Zu fortgeführten AK bewertet | 97 | 45 | 45 | 45 | ||
| Sonstige Verbindlichkeiten | 755 | 617 | ||||
| Zu fortgeführten AK bewertet | 250 | 250 | 171 | 171 | ||
| Nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 505 | 505 | 446 | 446 | ||
| finanzielle Verbindlichkeiten gesamt | 7.241 | 5.567 | ||||
| davon: Zu fortgeführten AK bewertet | 7.241 | 7.189 | 5.567 | 5.567 |
*) alle Vermögenswerte mit Ausnahme der hier aufgeführten Wertapiere wurden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
G. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(25) UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse haben sich von T€ 38.895 auf T€ 36.867 reduziert. Nach Umsatzkategorien ergab sich folgende Entwicklung der Umsatzerlöse:
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Lizenzen und Wartung | 16.711 | 17.638 |
| Dienstleistungen | 13.020 | 14.776 |
| Hardwarehandel | 6.953 | 6.228 |
| sonstige | 183 | 253 |
| 36.867 | 38.895 |
In den Umsätzen sind Erlöse aus langfristiger Auftragsfertigung in Höhe von T€ 790 (Vj. T€ 1.343) enthalten. Den Auftragserlösen stehen Auftragskosten in Höhe von T€ 1.179 (Vj. T€ 1.156) gegenüber. Insgesamt wurden Verluste in Höhe von - T€ 389 (Vj. Gewinne T€ 187) im Geschäftsjahr realisiert. Im Zusammenhang mit langfristigen Fertigungsaufträgen wurden erhaltene Anzahlungen in Höhe von T€ 499 (Vj. T€ 1.993) erzielt.
(26) SONSTIGE ERTRÄGE
Unter den sonstigen Erträgen (T€ 1.066; Vj. T€ 1.319) werden Erlöse erfasst, die nicht aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit resultieren wie z.B. Mieterträge, Versicherungsentschädigungen, Gewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus Kursdifferenzen usw.... Des Weiteren werden unter den sonstigen Erträgen Boni von Lieferanten erfasst, die nicht direkt Wareneinkäufen zugeordnet werden können und deshalb nicht von den Materialkosten abgesetzt werden. Ebenfalls ausgewiesen sind Erträge aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen T€ 5 (Vj. T€ 629) enthalten.
(27) BESTANDSVERÄNDERUNGEN AN UNFERTIGEN LEISTUNGEN
Der im Bilanzposten "Vorräte" enthaltenen Bestand an unfertigen Leistungen hat sich gegenüber dem Vorjahr von T€ 37 aufT€ 28 vermindert, so dass eine Bestandsveränderung von -T€ 9 auszuweisen war.
(28) ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN
Die anderen aktivierten Eigenleistungen betreffen ausschließlich aktivierte Entwicklungskosten. Der Aktivierungsbetrag von T€ 1.890 lag um T€ 440 über dem Vorjahresbetrag von T€ 1.450. Dem aktivierten Betrag von T€ 1.890 stehen Abschreibungen auf in Vorjahren aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von T€ 1.039 (Vj. T€ 784) gegenüber, die unter den "Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände" enthalten sind.
(29) AUFWENDUNGEN FÜR BEZOGENE WAREN
Die Aufwendungen für bezogene Waren betreffen überwiegend den Hardwareeinkauf. Daneben werden die Kosten für den Bezug von gehandelten Softwareprodukten ausgewiesen. Mengenabhängige Boni und Rabatte für bezogene Waren werden direkt von den Kosten abgesetzt, soweit sie periodengerecht zuordenbar sind.
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Hardware | 5.365 | 5.058 |
| Entwicklung (inkl. Entwicklung für Kunden) | 948 | 1.733 |
| sonstige | 40 | 75 |
| 6.353 | 6.866 |
(30) AUFWENDUNGEN FÜR BEZOGENE LEISTUNGEN
Die vom Konzern bezogenen Fremdleistungen betreffen den Bereich Softwareentwicklung sowie Kundenberatung.
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Beratung/Kunden | 2.564 | 3.300 |
| Entwicklung (inkl. Entwicklung für Kunden) | 1.781 | 1.310 |
| 4.345 | 4.610 |
(31) PERSONALAUFWAND
Der Personalaufwand verringerte sich im Geschäftsjahr auf T€ 22.796 (Vj. T€ 23.000). Im Personalaufwand enthalten sind Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von T€ 19.551 (Vj. T€ 19.596) sowie soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung mit T€ 3.245 (Vj. T€ 3.404), wovon 190 T€ (Vj. T€ 192) auf Aufwendungen für beitragsorientierte Altersversorgungssysteme entfallen. Für Abfindungen (inkl. Organe) wurden Aufwendungen in Höhe von T€ 694 (Vj. T€ 834) getätigt.
Die nach § 314 HGB maßgebliche Beschäftigtenzahl belief sich auf 304 Mitarbeiter (Vj. 348).
(32) ABSCHREIBUNGEN AUF SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE WERTE
Die Abschreibungen haben sich im Berichtszeitraum um T€ 612 auf T€ 5.366 erhöht. Darin enthalten sind außerordentliche Abschreibungen in Höhe von T€ 2.881 auf die Geschäfts- oder Firmenwerte.
Die Zusammensetzung der Abschreibungsbeträge ergibt sich im Einzelnen aus den in den Tz. 8 und 9 wiedergegebenen Anlagespiegeln.
(33) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Raumkosten | 1.628 | 1.761 |
| Betriebskosten | 1.870 | 2.045 |
| Verwaltungskosten | 1.216 | 1.810 |
| Vertriebskosten | 2.664 | 2.707 |
| übrige | 673 | 1.254 |
| 8.051 | 9.577 |
Unter dem Posten "übrige" sind Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von T€ 132 (Vj. T€ 955) enthalten. Der Nettowertberichtigungsaufwand errechnet sich nach Saldierung mit Auflösung von Wertberichtigungen (Ausweis unter sonstige Erträge) mit T€ 54 (Vj. T€ 843).
(34) ZINSERGEBNIS
Die Zinsaufwendungen betreffen überwiegend kurzfristige Finanzkredite. In den Zinsaufwendungen des Vorjahres sind Entgelte für Darlehen inklusive Gebühren in Höhe von T€ 81 enthalten.
| in T€ | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Zinserträge | 72 | 70 |
| Zinsaufwendungen | -27 | -97 |
| 45 | -27 |
(35) ERGEBNISAUSWIRKUNGEN AUS EQUITY-BETEILIGUNGEN
Die bestehende Equity-Beteiligung wurde im Jahr 2010 zu einem Preis von T€ 50 und einem Gewinn von T€ 5 veräußert. Im Vorjahreszeitraum betrug der auf den Konzern entfallende Jahresverlust aus Equity-Beteiligungen - T€ 9.
(36) ERTRAGSTEUERN
Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.
In Deutschland wurde der für das Jahr 2010 geltende Körperschaftsteuersatz (inkl. Solidaritätszuschlag) in Höhe von 15,8 % (Vj. 15,8 %) berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer ergab sich ein durchschnittlicher gewichteter inländischer Steuersatz für den Konzern der Comarch Software und Beratung AG von 31,9 % (Vj. 31,9 %).
Der tatsächliche Ertragsteueraufwand belief sich auf T€ 14 (Vj. T€ 5). Zudem war ein latenter Steuerertrag in Höhe von T€ 0,4 (Vj. Steuerertrag T€ 1.415) zu erfassen. Der Gesamtsteuerertrag des Geschäftsjahres betrug damit T€ 14 (Vj. Steuerertrag T€ 1.410). Darin enthalten waren tatsächliche Aufwendungen für Ertragsteuern der Vorjahre in Höhe von T€ 13 (Vj. Erstattungen T€ 4).
Aufwendungen bzw. Erträge aufgrund veränderter Steuersätze haben sich nicht ergeben.
Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus Abweichungen bei folgenden Posten:
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |
|---|---|---|---|---|
| in T€ | 2010 | 2010 | 2009 | 2009 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlagevermögen | 235 | 1.553 | 0 | 1.474 |
| Aktivierte Verlustvorträge | 1.299 | 0 | 1.520 | 0 |
| Forderungen | 0 | 7 | 0 | 84 |
| Eigenkapital | 0 | 1 | 0 | 0 |
| Rückstellungen | 37 | 0 | 46 | 0 |
| Verbindlichkeiten | 0 | 10 | 0 | 8 |
| 1.571 | 1.571 | 1.566 | 1.566 |
Die Realisierung nicht bilanzierter steuerlicher Verlustvorträge aus Vorjahren führte im Jahr 2010 zu einer Minderung der gezahlten bzw. geschuldeten Ertragsteuern in Höhe von T€ 9 (Vj. T€ 53).
Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuererträge nur angesetzt, wenn ihre Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Dies betraf die Konzerngesellschaft Comarch Swiss in der Schweiz (T€ 14). Darüber hinaus wurden zum 31.12.2010 für die Verlustvorträge im Organkreis der Comarch Software und Beratung AG in Höhe bestehender passiver Steuerlatenzen (T€ 1.285) angesetzt (Vj. T€ 1.505). Daneben bestanden weitere Verlustvorträge (ohne zeitliche Begrenzung) zur Körperschaftsteuer in Höhe von T€ 10.504 (Vj. T€ 8.035) sowie für Gewerbesteuer von T€ 10.140 (Vj. T€ 7.319), für die keine latenten Steuern aktiviert wurden.
Der Steueraufwand (T€ 14) des Geschäftsjahres 2010 war um T€ 2.264 höher als der erwartete Steuerertrag von T€ 2.250, der sich bei Anwendung eines gewichteten erwarteten Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Konzerns ergeben würde.
Dieser Durchschnittssteuersatz wird aus den erwarteten Steuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften ermittelt und lag im Jahr 2010 bei 31,9 % (Vj. 31,9 %). Die Ursachen für den Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Steueraufwand zeigt die nachfolgende Überleitungsrechnung:
| in T€ | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -7.052 | -7.153 |
| Erwarteter Steuerertrag: 31,9 % (Vj. 31,9 %) | -2.250 | -2.282 |
| Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen | -10 | 0 |
| Steuersatzänderungen und -unterschiede im Inland und Währung | -3 | 0 |
| steuerfreie Veräußerungsgewinne | -2 | -41 |
| permanente Differenzen | 20 | 98 |
| Steuereffekte auf: Abschreibung von Geschäfts- oder Firmenwerten | 343 | 267 |
| Equity-Bilanzierung von assoziierten Unternehmen | 0 | 3 |
| Nichtaktivierung von Verlustvorträgen | 1.691 | 602 |
| Nutzung nicht bilanzierter Verlustvorträge und periodenfreie Steuern | 3 | -57 |
| Abschreibung von Verlustvorträgen | 222 | 0 |
| Effektiver Steueraufwand (Vj. -ertrag) | 14 | -1.410 |
| Effektiver Steuersatz in % | -0,2 | 19,7 |
Aufgrund des deutschen Körperschaftsteueranrechnungssystems bis zum Jahr 2000 bestehen noch Körperschaftsteuerguthaben in Höhe von T€ 151, die seit dem Jahr 2008 mit jährlich 1/10 des Gesamtbetrags - unabhängig von der Vornahme von Gewinnausschüttungen - ausgezahlt werden. Die Forderung wurde mit dem Barwert der Forderung unter Verwendung eines Abzinsungssatzes von 4 % mit T€ 135 (Vj. T€ 151) ermittelt und unter den sonstigen Forderungen aktiviert.
(37) ERGEBNIS JE AKTIE
Bezogen auf den Jahresfehlbetrag von T€ 7.066 ergab sich ein Ergebnis je Aktie in Höhe von gerundet € -1,09 (Vj. € -0,89). Zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie ergab sich im Geschäftsjahr 2010 eine Anzahl von 6.480.000 Aktien.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis je Aktie, da keine Verwässerungseffekte gegeben sind. Durch das genehmigte Kapital von T€ 990 und das bedingte Kapital von T€ 2.490 können sich in Zukunft Verwässerungseffekte ergeben.
(38) ANGABEN ZU VORSTANDSBEZÜGEN UND AKTIENBESITZ
Die Gesamtbezüge des Vorstands der Comarch Software und Beratung AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf T€ 511 (Vj. T€ 1.017), die Bezüge des Aufsichtsrats auf T€ 20 (Vj. T€ 12). in den Gesamtbezügen des Vorstands sind in Höhe von T€ 65 (Vj. T€ 134) erfolgsbezogene Vergütungen, in denen des Aufsichtsrats T€ 0 (Vj. T€ 0) enthalten. An ausgeschiedene Vorstände wurden Abfindungen in Höhe von T€ 440 gezahlt. Des weiteren wurden Rückstellungen für Abfindungen für ausgeschiedene Vorstände in Höhe von T€ 45 gebildet. Auf eine individualisierte Angabe der Vorstandsbezüge wird verzichtet, da die Hauptversammlung einen entsprechenden Beschluss gefasst hat. Der Vorstand der Comarch Software und Beratung AG bestand im Jahr 2010 aus vier Mitgliedern. Herr Jens Göbel ist mit Wirkung zum 30. September 2010 aus dem Vorstand der Comarch Software und Beratung AG ausgeschieden. Herr Prof. Janusz Filipiak übernahm per 25.11.2010 den Vorstandsvorsitz der Comarch Software und Beratung AG von Herr Piotr Piatosa. Weitere Angaben zu den Vorstandsbezügen enthält der Konzernlagebericht.
Ein aktuelles Mitglied des Vorstands hielt am Bilanzstichtag indirekt jeweils mehr als 1 % des Grundkapitals.
| Vorstandsmitglied | Aktienbesitz in Stück | Aktienbesitz in Stück |
|---|---|---|
| 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
| --- | --- | --- |
| Prof. Janusz Filipiak | 500.158 | k.A. |
(39) HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Für die erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses, der Akanthus GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, sind folgende Honorare im Geschäftsjahr 2010 erfasst worden:
| in T€ | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 77 | 120 |
| sonstige Bestätigungsleistungen | 3 | 11 |
| Steuerberatungsleistungen | 19 | 34 |
| sonstige Leistungen | 16 | 15 |
| 115 | 180 |
Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassen vor allem Honorare für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung der Jahresabschlüsse der Comarch Software und Beratung AG und deren inländischen Tochtergesellschaften.
(40) MITTEILUNGEN NACH § 21 WERTPAPIERHANDELSGESETZ
In den Geschäftsjahren 2009 und 2010 kam es zu folgenden nach § 21 WpHG meldepflichtigen über- bzw. Unterschreitungen von Stimmrechten am Grundkapital der Comarch Software und Beratung AG:
| Datum Stimmrechtsveränderung | Stimmrechte nach Über-/ Unterschreiten der Grenze | ||
|---|---|---|---|
| Aktionär | Anzahl | % | |
| --- | --- | --- | --- |
| Comarch Software und Beratung AG, München | 18.11.2008 | 176.011 | 2,72 |
| Universal-Investment-GmbH, Frankfurt am Main | 27.01.2009 | 210.200 | 3,24 |
| Universal-Investment-GmbH, Frankfurt am Main | 28.01.2009 | 200 | 0,003 |
| Don Bosco Stiftung, München | 09.02.2009 | 0 | 0,00 |
| Comarch S.A., Polen / Comarch AG, Dresden | 09.02.2009 | 5.241.777 | 80,89 |
| Dr. Hannes Merten, München | 16.04.2010 | 0 | 0 |
| Vintage Investment / Prof. Filipiak / Kancelaria Radcow | |||
| Prawnych Oles & Rodzynkiewicz Spolka Komandytowa | 19.04.2010 | 500.158 | 7,72 |
Folgende Mitteilungen wurden der Gesellschaft gemacht:
13. Januar 2009
Die Comarch Software und Beratung AG, München, teilt mit, dass ihre Anteile an eigenen Aktien an der Comarch Software und Beratung AG am 18.11.2008 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Tag 2,72 % (176.011 Aktien) beträgt.
02.Februar 2009
Die Universal-Investment-GmbH, Frankfurt am Main, teilt mit, dass am 27.01.2009 ihr Stimmrechtsanteil die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und nunmehr 3,24 % (210.200 Stimmrechte) beträgt.
Die Universal-Investment-GmbH, Frankfurt am Main, teilt mit, dass am 28.01.2009 ihr Stimmrechtsanteil die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und nunmehr 0,003 % (200 Stimmrechte) beträgt.
11.Februar 2009
Die Comarch S.A., Krakau/Polen, teilt mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG am 09.02.2009 die Schwelle von 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 80,89 % (5.241.777 Stimmrechte) beträgt. 80,89 % der Stimmrechte sind der Comarch S.A., Krakau/Polen, über die Comarch AG, Dresden, zuzurechnen.
Die Comarch AG, Dresden, teilt mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG am 09.02.2009 die Schwelle von 75 % überschritten hat und zu diesem Tag 80,89 % (5.241.777 Stimmrechte) beträgt.
Die Don Bosco Stiftung, München, hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG am 09.02.2009 die Schwelle von 3 % unterschritten hat und zu diesem tag 0,00 % (0 Stimmrechte) beträgt.
20. April 2010
Herr Dr. Hannes Merten, Deutschland hat gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG am 16.04.2010 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Tag 0,00 % (0 Stimmrechte) beträgt.
18. Mai 2010
Die Vintage Investment Holdings S.A. Luxemburg, Großherzogtum Luxemburg, teilt mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG am 19.04.2010 die Schwellen von 3 % und 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 7,72 % der Stimmrechte (500.158 Stimmrechte) beträgt.
Herr Prof. Janusz Filipiak, Polen, hat mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG, München am 19.04.2010 die Schwellen von 3 % und 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 7,72 % der Stimmrechte (500.158 Stimmrechte) beträgt.
Diese 7,72 % der Stimmrechte (500.158 Stimmrechte) sind Herrn Prof. Janusz Filipiak zuzurechnen.
Von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, werden Herrn Prof. Janusz Filipiak dabei Stimmrechte zugerechnet: Vintage Investment Holdings S.A.
Kancelaria Radcow Prawnych Oles & Rodzynkiewicz Spolka Komandytowa, Krakau, Polen hat mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG, München, Deutschland am 19.04.2010 die Schwellen von 3 % und 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 7,72 % der Stimmrechte (500.158 Stimmrechte) beträgt.
Diese 7,72 % der Stimmrechte (500.158 Stimmrechte) sind Kancelaria Prawnych Oles & Rodzyniewicz Spolka Komandytowa zuzurechnen.
Von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der Comarch Software und Beratung AG jeweils 3 % oder mehr beträgt, werden Kancelaria Prawnych Oles & Rodzyniewicz Spolka Komandytowa dabei Stimmrechte zugerechnet: Vintage Investment Holdings S.A.
H. ANGABEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG
Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde in Übereinstimmung mit IAS 7 nach der indirekten Methode aufgestellt, d.h. die Mittelzu- und -abflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurden ausgehend vom Konzernergebnis ermittelt, indem dieses um nicht zahlungswirksame Aufwendungen erhöht und um nicht zahlungswirksame Erträge vermindert wurde.
Die Kapitalflussrechnung wurde nach dem sog. "Top-down-Konzept" erstellt. Die Basis für die Darstellung der Zahlungsströme bildete also der Konzernabschluss bestehend aus Konzernbilanz sowie Konzern-GuV und nicht die Kapitalflussrechnungen der einzelnen Konzerngesellschaften.
In den Finanzmittelfonds wurden folgende Bilanzposten einbezogen:
1) Kassenbestände
2) kurzfristige Guthaben bei Kreditinstituten
(Girokontoguthaben, Sichteinlagen, Festgelder)
Im Berichtszeitraum wurden Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten im Finanzmittelfonds berücksichtigt. Die kurzfristig veräußerbaren Wertpapiere wurden nicht mehr in den Finanzmittelfonds einbezogen, diese wurden in 2010 veräußert. hinsichtlich der Finanzmittelbestände bestanden am Bilanzstichtag Verfügungsbeschränkungen aus der Verpfändung eines Kontos zur Absicherung von gewährten Krediten in Höhe von T€ 385 (Vj. T€ 259).
Da ein Teil der Finanzmittelbestände auf Nicht-Eurowährungen lautet, wurde derjenige Teil der Mittelzuflüsse, der durch die Änderung des Wechselkurses entstanden ist, getrennt ausgewiesen, da insoweit mangels Realisierung des währungsbedingten Zuwachses kein Zahlungsmittelzufluss vorliegt.
Im operativen Cashflow des Jahres 2010 sind vereinnahmte Zinsen in Höhe von rd. T€ 72 (Vj. T€ 71) sowie gezahlte Zinsen in Höhe von rd. T€ 22 (Vj. T€ 147) enthalten.
Die in 2010 vereinnahmten Ertragsteuern beliefen sich auf T€ 51 (im Vorjahr verausgabten Ertragsteuern: T€ 305)
Aufgrund des Verkaufs des assoziierten Unternehmens in 2010 war in den sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen kein Equity-Ergebnis mehr auszuweisen (Vj. T€ -9). Die an das veräußerte assoziierte Unternehmen ausgereichten Kredite in Höhe von T€ 93 wurden im Geschäftsjahr 2010 aufT € 65 getilgt. im Vorjahr wurden für Lieferungen und Leistungen T€ 92 vereinnahmt sowie Zahlungen für eingekaufte Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 369 verausgabt.
I. ERLÄUTERUNGEN ZUR SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die Segmentberichterstattung des Konzerns Comarch Software und Beratung AG entspricht den Vorgaben des IFRS 8. Entsprechend dem sog."Management Approach"-Ansatz erfolgt die Einteilung der Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen unter Berücksichtigung der internen Steuerungs- und Berichtssysteme.
Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der beiden Segmente erfolgt im Comarch-Konzern auf Vorstandsebene. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen ("Management Approach"). Die Finanzplanung erfolgt auf Konzernebene.
Der Comarch-Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten (sog. Businesscenter) gesteuert, die entsprechend der Art der Produkte und Dienstleistungen sowie Regionen und der wirtschaftlichen Merkmale des Geschäfts in berichtspflichtige Segmente eingeteilt werden.
Zum 31.12.2010 besteht der Comarch-Konzern aus zwei Segmenten. Die Segmente umfassen folgende Aktivitäten:
| Segment | Aktivität |
|---|---|
| Software und Beratung | Entwicklung und Vertrieb von betriebswirtschaftliche Standardsoftware (ERP) sowie Betreuung der Kunden während der Dauer der Softwarenutzung |
| Systemintegration | Vertrieb von Produkten (Server- und Storage-Systeme, Netzwerktechnologien) und Lösungen (systemnahe Software, Virtualisierungslösungen, Sicherheits- und Hochverfügbarkeitslösungen) zum Betrieb und Ausbau von kompletten IT-Infrastrukturen als "Full-Service" |
Die Segmentdaten werden auf folgende Weise ermittelt:
| ― | Sofern intersegmentäre Erlöse getätigt werden, erfolgt die Bewertung auf der Basis der entstandenen Kosten. |
| ― | Die aufgrund der Sanierungsmaßnahmen im Konzern entstandenen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 0,7 Mio. € sind in vollem Umfang auf das Segment Software und Beratung entfallen. |
| ― | Das EBIT dient intern als Steuerungsgröße für das einzelne Segment. Es entspricht dem operativen Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung. |
Im Geschäftsjahr 2010 und im Vorjahr wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Comarch-Konzerns getätigt.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Comarch-Konzerns sowie der Comarch Software und Beratung AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Comarch-Konzerns bzw. der Comarch Software und Beratung AG beschrieben sind.
München, den 22 . März 2011
Comarch Software und Beratung AG
Der Vorstand
Prof. Janusz Filipiak
Ludwig Ametsbichler
Piotr Piatosa
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der Comarch Software und Beratung AG, München, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung und Anhang, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung -sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.
Wir haben die Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss und vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.
Pflichtgemäß weisen wir darauf hin, dass der Fortbestand des Konzerns mittelfristig von der Aufrechterhaltung der Finanzierung durch den Mutterkonzern Comarch S.A., Krakau, abhängig ist. Bis Mitte des Jahres 2012 ist die Zahlungsfähigkeit des Konzerns wie im Konzernlagebericht dargestellt durch Finanzierungszusagen des Mutterkonzerns gesichert.
München, den 15.03.2011
**Akanthus GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Susanne Renn, Wirtschaftsprüferin
Klaus Loibl, Wirtschaftsprüfer
Comarch Software und Beratung AG
Messerschmittstr. 4 • D-80992 München
Telefon +49 (89)-14329-0 • Telefax +49 (89)-14329-1114
[email protected] • www.comarch.de