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Blue Cap AG Annual Report 2019

Jun 10, 2020

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Annual Report

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Publication

Blue Cap AG

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

31.12.2019 Vorjahr
EUR EUR EUR TEUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.029,28 7
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 81.658,73 80
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 29.550.993,23 20.116
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.600.000,00 4.600
3. Beteiligungen 1.785.568,88 2.283
35.936.562,11 26.999
36.077.250,12 27.086
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 309,40 0
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 20.741.782,65 21.974
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1,00 0
4. Sonstige Vermögensgegenstände 169.430,89 1.400
20.911.523,94 23.374
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 16.418.650,53 23.041
37.330.174,47 46.415
C. Rechnungsabgrenzungsposten 57.494,68 39
73.464.919,27 73.540
Passiva
31.12.2019 Vorjahr
EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Ausgegebenes Kapital
Gezeichnetes Kapital 3.980.000,00 3.980
Bedingtes Kapital: EUR 1.810.000,00
II. Kapitalrücklage 5.604.966,51 5.605
III. Bilanzgewinn 40.520.361,90 42.367
50.105.328,41 51.952
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 572.123,00 615
2. Steuerrückstellungen 0,00 425
3. Sonstige Rückstellungen 457.180,54 361
1.029.303,54 1.401
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19.259.833,26 15.523
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 37.319,78 34
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.343.450,36 4.050
4. Sonstige Verbindlichkeiten 524.053,92 319
22.164.657,32 19.926
D. Passive latente Steuern 165.630,00 261
73.464.919,27 73.540

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

2019 Vorjahr
EUR EUR EUR TEUR
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 3.208.693,46 2.232
2. Sonstige betriebliche Erträge 230.805,00 2.168
3.439.498,46 4.400
3. Aufwendungen für bezogene Leistungen 0,00 -10
3.439.498,46 4.390,00
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -1.592.553,24 -1.577
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -227.733,34 -194
-1.820.286,58 -1.771
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -33.637,74 -34
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.233.459,89 -1.339
-4.087.384,21 -3.144
-647.885,75 1.246
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3.676.830,42 4.794
8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 184.000,00 184
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 317.939,24 382
10. Aufwendungen aus Verlustübernahmen -399.823,16 -2.798
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen -497.305,71 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -511.804,56 -508
2.769.836,23 2.054
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -894.236,34 -669
14. Ergebnis nach Steuern 1.227.714,14 2.631
15. Sonstige Steuern -89.397,00 -3
16. Jahresüberschuss 1.138.317,14 2.628
17. Gewinnvortrag 39.382.044,76 39.739
18. Bilanzgewinn 40.520.361,90 42.367

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

der Blue Cap AG, München

A. Allgemeine Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

I. Vorbemerkungen

Die Blue Cap AG hat ihren Sitz in München und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 162137 eingetragen.

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft finden die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) Anwendung.

Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 1 HGB eine kleine Kapitalgesellschaft und macht von den Erleichterungsvorschriften des § 288 Abs. 1 HGB teilweise Gebrauch. Hinsichtlich der Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB macht die Gesellschaft von dem Wahlrecht gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB Gebrauch, soweit die Beteiligungen für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind.

Darstellung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Postenbezeichnungen der §§ 266 und 275 HGB wurden erforderlichenfalls an die tatsächlichen Posteninhalte angepasst.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden nach der linearen Methode vorgenommen. Für geringwertige abnutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens kommen unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit Vereinfachungsregelungen (Sofortabschreibung) zur Anwendung.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Bei voraussichtlich nicht dauernden Wertminderungen wird auf eine außerplanmäßige Abschreibung verzichtet.

Die Forderungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten beinhalten Bar- und Bankguthaben und werden zu Nominalwerten angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten entspricht den zeitanteiligen Vorleistungen.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach der sog. „Projected-Unit-Credit-Methode“ unter Zugrundelegung der „Richttafeln 2018 G“ von Professor Dr. Klaus Heubeck. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der zum Bilanzstichtag erwartete durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der verwendete Rechnungszinssatz beträgt 2,71 % (Vorjahr: 3,21 %). Erfolgswirksame Veränderungen aus der Änderung des Rechnungszinssatzes werden im Personalaufwand gezeigt. Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 2,0 % p.a. berücksichtigt. Gehaltssteigerungen und Fluktuation blieben unberücksichtigt.

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,97 %; Vorjahr: 2,32 %) ein Unterschiedsbetrag von TEUR 53 (Vorjahr: TEUR 66). Der Unterschiedsbetrag unterliegt einer Ausschüttungssperre.

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB unmittelbar mit diesen Verpflichtungen verrechnet. Die Verrechnung umfasst auch Aufwendungen und Erträge aus der Auf- und Abzinsung und aus dem zu verrechnenden Vermögen.

Das Deckungsvermögen ist zum Zeitwert bewertet. Dieser Wert des Deckungsvermögens entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten und besteht aus dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital der Versicherungsunternehmen zuzüglich eines gegebenenfalls vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sogenannte unwiderrufliche Überschussbeteiligung).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB).

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt worden.

Die latenten Steuern werden auf Basis der temporären Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen und der steuerlichen Verlustvorträge, sofern diese innerhalb des maßgeblichen fünfjährigen Prognosezeitraums mit ausreichender Sicherheit realisiert werden können, berechnet. Entsprechend der Steuerplanung der Gesellschaft wurde der Ermittlung der latenten Steuern ein kombinierter Ertragsteuersatz der Gesellschaft von aktuell 28,8 % (Vorjahr: 28,4 %) zugrunde gelegt. Dieser umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer.

Im Jahresabschluss enthaltene Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung wurden zum jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet, da diese ausschließlich kurzfristiger Natur sind.

B. Erläuterung des Jahresabschlusses

I. Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens (Anlagengitter) wird in einer Anlage zum Anhang dargestellt. Hinsichtlich der Aufstellung des Anteilsbesitzes wird auf Punkt C. Sonstige Angaben, Nr. 3 verwiesen.

2. Umlaufvermögen

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.087 (Vorjahr: TEUR 7.356) und Forderungen aufgrund von Gewinnabführungsverträgen in Höhe von TEUR 6.935 (Vorjahr: TEUR 5.148) sowie Darlehen in Höhe von TEUR 9.720 (Vorjahr: TEUR 9.470) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben in Höhe von EUR 5.595 (Vorjahr: TEUR 5.700) eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (EUR 1,00), betreffen wie im Vorjahr Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die unter den sonstigen Vermögensgegenständen erfassten Beträge hatten im Vorjahr in Höhe von TEUR 300 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Im aktuellen Jahr haben alle in dieser Bilanzposition enthaltenen Beträge eine Restlaufzeit unter einem Jahr.

3. Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31.12.2019 TEUR 3.980. Es ist eingeteilt in 3.980.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Der auf die einzelne Stückaktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals im Sinne von § 8 Abs. 3 AktG beträgt EUR 1,00. Mit Beschluss des Vorstands und des Aufsichtsrats vom 25.03.2020 wurde das Grundkapital um TEUR 17 (16.628 Aktien) erhöht. Die Kapitalerhöhung wurde von den Vorständen Ulrich Blessing und Tobias Hoffmann-Becking gezeichnet.

Die Hauptversammlung vom 07.08.2015 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2015/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 06.08.2020 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu EUR 930.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I).

Aufgrund der von der Hauptversammlung vom 07.08.2015 erteilten Ermächtigung hat der Vorstand mit Beschluss vom 16.11.2015 und der Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tag vom genehmigten Kapital (Genehmigtes Kapital 2015/I), teilweise Gebrauch gemacht. Das Grundkapital ist gegen Bareinlage um TEUR 360 durch die Ausgabe von 360.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je EUR 1,00 erhöht worden. Die Zeichnung der neuen Stammaktien erfolgte zum Ausgabebetrag von EUR 6,00 je Stückaktie. Die Kapitalerhöhung wurde am 02.12.2015 in das Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen.

Das Genehmigte Kapital vom 07.08.2015 (Genehmigtes Kapital 2015/I) beträgt nach teilweiser Ausschöpfung zum 31.12.2019 TEUR 570. Nach der Kapitalerhöhung zum 25.03.2020 beträgt es TEUR 553.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist mit Beschluss der Hauptversammlung vom 7. August 2015 um bis zu TEUR 1.810 durch die Ausgabe von bis zu 1.810.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015/I). Das Bedingte Kapital dient der Erfüllung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen.

Die Hauptversammlung vom 12. August 2016 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2016/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 31. Juli 2021 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu TEUR 500 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016/I).

Die Hauptversammlung vom 6. Juli 2018 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2018/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 30. Juni 2023 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu TEUR 790 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018/I).

4. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage bleibt zum Vorjahr unverändert bei TEUR 5.605.

5. Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:

TEUR
Gewinnvortrag Stand 01.01.2019 42.367
Ausschüttung laut Hauptversammlungsbeschluss vom 07.06.2019 -2.985
Jahresüberschuss 1.138
Bilanzgewinn Stand 31.12.2019 40.520

Vom ausgewiesenen Bilanzgewinn zum 31.12.2019 sind TEUR 53 ausschüttungsgesperrt.

6. Pensionsrückstellungen

Bei den Pensionsverpflichtungen wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB folgende Verrechnungen vorgenommen:

TEUR
Erfüllungsbetrag der Gesamtverpflichtungen 873
Erfüllungsbetrag der verrechneten Verpflichtungen 370
Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände 301
Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände 301
Verrechnete Zinsaufwendungen 28
Verrechnete Zinserträge 18

Aus der Verrechnung ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Zinsaufwand von TEUR 10. Darüber hinaus werden die regulären Veränderungen der Pensionsrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen.

7. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Personalkosten (TEUR 236; Vorjahr: TEUR 229), für die Erstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses, Erstellung der Steuererklärungen und Archivierung (TEUR 139; Vorjahr: TEUR 113) sowie für ausstehende Rechnungen (TEUR 82; Vorjahr: TEUR 19).

8. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Verauslagungen (TEUR 38; Vorjahr: TEUR 80), die Verpflichtung aus einem Ertragszuschuss (TEUR 0; Vorjahr: TEUR 125), Verbindlichkeiten aus Gewinnabführungsverträgen (TEUR 2.181; Vorjahr: TEUR 3.244) sowie im Vorjahr kurzfristige Ausleihungen (TEUR 600).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten in Höhe von TEUR 471 (Vorjahr: TEUR 142) Verbindlichkeiten aus Steuern sowie in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 5) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit über 5 Jahre Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 1.260 10.000 8.000 19.260
(Vorjahr) (1.323) (14.200) (0) (15.523)
aus Lieferungen und Leistungen 37 0 0 37
(Vorjahr) (34) (0) (0) (34)
gegenüber verbundenen Unternehmen 2.343 0 0 2.343
(Vorjahr) (4.050) (0) (0) (4.050)
sonstige Verbindlichkeiten 524 0 0 524
(Vorjahr) (289) (30) (0) (319)
Gesamt 4.164 10.000 8.000 22.164
(Vorjahr) (5.696) (14.230) (0) (19.926)

9. Latente Steuern

Für die Gesellschaft und die Organgesellschaften bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen des Anlagevermögens sowie der Rückstellungen für Pensionen, Jubiläen und Drohverluste und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, aus denen sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) ergeben. Insgesamt ergeben sich aktive latente Steuern von TEUR 254.

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen des Anlagevermögens und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen Differenzen, aus denen sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich Steuerbelastungen (passive latente Steuern) von insgesamt TEUR 420 ergeben.

Die steuerlichen Latenzen werden verrechnet als passive latente Steuern i.H.v. TEUR 166 ausgewiesen.

10. Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft hat selbstschuldnerische Bürgschaften als Sicherheit für Investitionskredite, Kontokorrent- und Avalkredite von verbundenen Unternehmen gestellt, die zum 31.12.2019 in Höhe von insgesamt TEUR 20.479 (Vorjahr: TEUR 14.037) valutieren.

Darüber hinaus haftet die Gesellschaft als Gesamtschuldnerin für Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen, die zum 31.12.2019 in Höhe von insgesamt TEUR 6.329 (Vorjahr: TEUR 3.402) valutieren.

Nach den vorliegenden Erkenntnissen können die zugrunde liegenden Verpflichtungen von den betreffenden Gesellschaften in allen Fällen erfüllt werden.

Die Inanspruchnahme aus Bürgschaften wird aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering eingeschätzt. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen dem Vorstand nicht vor.

11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 374. Die Restlaufzeiten gliedern sich wie folgt:

Fällig in 2020 Fällig in 2021−2024 Fällig in 2025 ff. Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
--- --- --- --- ---
Finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen 156 218 0 374

II. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gegliedert.

Die Umsatzerlöse beinhalten ausschließlich Erlöse aus Dienstleistungen und Weiterverrechnungen im Inland.

Unter soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 5) erfasst.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vorjahr Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 2 enthalten.

Bei den ausgewiesenen Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens handelte es sich um Zinsen für ein ausgereichtes Darlehen. Sie betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe verbundene Unternehmen.

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 317 (Vorjahr: TEUR 349) enthalten.

Die ausgewiesenen Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen Abschreibungen aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung einer Beteiligung in Höhe von TEUR 497.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen von TEUR 10 (Vorjahr: TEUR 15).

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Aufwendungen aus der ergebniswirksamen Veränderung der Abgrenzung latenter Steuern in Höhe von TEUR 95 (Vorjahr: TEUR 174) enthalten. Außerdem werden in dieser Position periodenfremde Aufwendungen von TEUR 9 (Vorjahr TEUR 99) ausgewiesen.

Als außergewöhnliche, periodenfremde sowie sonstige neutrale Erträge und Aufwendungen (Adjustments) wurden definiert (Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung in Klammern):

2019 Vorjahr
TEUR TEUR
--- --- ---
Außergewöhnliche Erträge
Abgangsgewinne Sachanlagevermögen (sonstige betriebliche Erträge) 0 8
Abgangsgewinne Finanzanlagevermögen (sonstige betriebliche Erträge) 135 2.066
135 2.074
Periodenfremde Erträge
Auflösung von Rückstellungen (sonstige betriebliche Erträge) 13 32
Übrige einmalige und periodenfremde Posten (sonstige betriebliche Erträge) 6 0
19 32
Sonstige nicht operative Erträge
Versicherungsentschädigungen (sonstige betriebliche Erträge) 4 11
Umlage nicht operativer Aufwendungen an Tochterunternehmen (Umsatzerlöse) 667 0
671 11
825 2.117
Außergewöhnliche Aufwendungen
Abschreibungen auf Finanzanlagen (Abschreibungen auf Finanzanlagen) -497 0
-497 0
Periodenfremde Aufwendungen
Verluste aus Abgängen von Anlagevermögen (sonstige betriebliche Aufwendungen) 0 -5
Sonstige periodenfremde Aufwendungen (sonstige betriebliche Aufwendungen) -4 0
-4 -5
Sonstige nicht operative Aufwendungen
Sonstige neutrale und einmalige Aufwendungen (Personalaufwand) 0 -121
Beratungsleistungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen (sonstige betriebliche Aufwendungen) -329 0
Rechtsberatungskosten i.Z.m. Aktionärin (sonstige betriebliche Aufwendungen) -88 0
Umstellung Konzernrechnungslegung auf IFRS (sonstige betriebliche Aufwendungen) -371 0
Übrige sonstige und einmalige Adjustments (sonstige betriebliche Aufwendungen) -237 -374
-1.025 -495
-1.526 -500

C. Sonstige Angaben

1. Anzahl der Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:

2019 Vorjahr
Anzahl Anzahl
--- --- ---
Angestellte Arbeitnehmer 14 12

Darüber hinaus wurde wie im Vorjahr ein Vorstand beschäftigt.

2. Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht lt. Satzung aus drei Mitgliedern und setzt sich wie folgt zusammen:

Prof. Dr. Peter Bräutigam (Rechtsanwalt), München (Vorsitzender)

Stephan Werhahn (Jurist), München (Stellvertretender Vorsitzender)

Dr. Ida Bagel (Volkswirtin), Düsseldorf (bis 7. Juni 2019)

Michel Galeazzi (Volkswirt), Zürich / Schweiz (seit 7. Juni 2019)

Ein Aktionär hat eine Anfechtungsklage und hilfsweise Nichtigkeitsklage gegen fünf Beschlüsse der ordentlichen Hauptversammlung der Blue Cap AG vom 7. Juni 2019 erhoben:

Änderung von § 7 Abs. 1 der Satzung bezüglich der Vergrößerung des Aufsichtsrats auf vier Mitglieder (Tagesordnungspunkt 6),
Änderung von § 9 Abs. 5 der Satzung bezüglich Stimmentscheid des Aufsichtsratsvorsitzenden (Tagesordnungspunkt 6),
Änderung von § 16 Abs. 4 der Satzung bezüglich der Mehrheitserfordernis zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern (Tagesordnungspunkt 8),
Wahl von Michel Galeazzi in den Aufsichtsrat (Tagesordnungspunkt 9.1) und
Wahl von Prof. Dr. Thorsten Grenz in den Aufsichtsrat (Tagesordnungspunkt 9.2)

Vorstand

Im Geschäftsjahr 2019 erfolgte die Geschäftsführung durch den Vorstand Dr. Hannspeter Schubert (Unternehmensberater), Valley.

Dr. Hannspeter Schubert ist zum 31. Dezember 2019 aus dem Vorstand der Blue Cap AG ausgeschieden.

Zum 1. Januar 2020 wurden zum Vorstand berufen:

Ulrich Blessing (Chief Operations Officer), München

Matthias Kosch (Chief Financial Officer), München

Zum 1. April 2020 wurde zum Vorstand berufen:

Tobias Hoffmann-Becking (Chief Investment Officer), Frankfurt

Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands sowie des Aufsichtsrates wird die Erleichterungsvorschrift des § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB in Anspruch genommen

3. Anteilsbesitzliste

Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag folgende Beteiligungen:

Nr. Name Sitz Beteiligungsquote % beteiligt über Nr. Eigenkapital

TEUR
Jahresergebnis

TEUR
1. Blue Cap 09 GmbH München 100,00 30 -13
2. Blue Cap Asset Management GmbH München 94,00 676 1
3. Carl Schaefer Gold- und Silberscheideanstalt GmbH Pforzheim 100,00 354 262
4. em-tec Flow GmbH Finning 100,00 6. 60 46
5. em-tec Flow Technology Inc. New York City/USA 100,00 4. 7 - 3
6. em-tec GmbH Finning 100,00 7. 1.909 1
7. em-tec Verwaltungsgesell- schaft mbH Finning 100,00 1.563 159
8. Filmolux Deutschland GmbH Bückeburg 100,00 25. 84 - 1
9. Filmolux Austria GmbH Wien/Österreich 100,00 25. -165 -9
10. Filmolux Benelux B.V. Raalte/Niederlande 100,00 25. 142 87
11. Filmolux Italia s.r.l. Bagnolo/Italien 100,00 25. 3.840 841
12. Filmolux S.à.r.l. Paris/Frankreich 100,00 25. 953 314
13. Filmolux Swiss AG Emmenbrücke/Schweiz 100,00 25. 439 -94
14. Filmolux Scandinavia AB Nacka/Schweden 60,00 25. 81 -143
15. Gämmerler GmbH Geretsried-Gelting 100,00 3.038 1
16. Gammerler Limited York/Vereinigtes Königreich 50,00 15. 299 34
17. Gämmerler S.à.r.l. Bonneuil sur Marne /Frankreich 100,00 15. -190 1
18. GammerlerTech Corporation Palmetto/USA 49,00 15. 596 -67 2
19. Greiffenberger AG Augsburg 8,58 8.055 -570 2
20. Grundstücksgesellschaft Knauer UG Dettingen an der Erms 100,00 24. -34 -6
21. inheco Industrial Heating and Cooling GmbH Planegg 41,96 5.152 857
22. Knauer Holding GmbH & Co. KG Dettingen an der Erms 100,00 24. -7.752 52
23. Knauer Holding Verwaltungs GmbH Dettingen an der Erms 100,00 23 -1
24. Knauer-Uniplast Management GmbH Dettingen an der Erms 100,00 10.270 -54
25. Neschen Coating GmbH Bückeburg 100,00 12.369 - 1
26. Nokra Inc St. Charles/USA 100,00 27. 5 -1
27. nokra Optische Prüftechnik und Automation GmbH Baesweiler 90,00 1.028 325
28. PLANATOL France S.à.r.l. Bonneuil sur Marne/Frankreich 100,00 29. 279 -120
29. Planatol GmbH Rohrdorf-Thansau 100,00 5.180 1
30. PLANATOL-Società Italiana Forniture Arti Grafiche S.I.F.A.G. S.r.l. Mailand/Italien 67,33 29. 187 16
31. PLANATOL System GmbH Rohrdorf-Thansau 100,00 29. 55 1
32. PLANAX GmbH Kolbermoor 100,00 28. 440 1
33. Sauter & Schulte Bauherren GmbH & Co. KG Dettingen an der Erms 100,00 34. -1.815 -34
34. Sauter & Schulte Verwaltungs GmbH Dettingen an der Erms 100,00 20. -6 -1
35. SMB-David finishing lines GmbH Geretsried-Gelting 100,00 -457 -355
36. Uniplast Knauer GmbH & Co. KG Dettingen an der Erms 100,00 24. 2.456 10.948
37. Uniplast Knauer Verwaltungs GmbH Dettingen an der Erms 100,00 24. 56 0
38. Blue Cap 10 GmbH München 100,00 4.555 -470
39. con-pearl GmbH Geismar 100,00 38. -7.055 4.375
40. con-pearl Automotive Inc. Greenville/USA 100,00 39. 92 -43
41. con-pearl North America Inc. Greenville/USA 100,00 39. 1.293 -126

1 Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Muttergesellschaft.

2 Jahresabschluss 2019 liegt noch nicht vor; angegebene Werte beziehen sich auf Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018.

3 Die Gesellschaft wurde zum 29. Juni 2019 liquidiert.

München, den 06.05.2020

Blue Cap AG

Der Vorstand

Ulrich Blessing

Tobias Hoffmann-Becking

Matthias Kosch

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Blue Cap AG, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Blue Cap AG, München, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der Blue Cap AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

München, den 6. Mai 2020

**Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Christof Stadter, Wirtschaftsprüfer

Martin Kolb, Wirtschaftsprüfer

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis zum 31.12.2019

der Blue Cap AG, München

A. Grundlagen

Geschäftsmodell

Die Blue Cap AG (kurz: Blue Cap, ISIN: DE000A0JM2M1, gelistet im Segment „Scale“ der Frankfurter Wertpapierbörse) ist eine im Jahr 2006 gegründete, kapitalmarktnotierte Industrieholding mit Sitz in München. Blue Cap investiert in mittelständische, produzierende Unternehmen mit klarem Verbesserungs- und Wachstumspotenzial. Künftig soll ein klarer Fokus auf Zielunternehmen in einer Größenordnung zwischen 30 und 80 Mio. Euro Umsatz gelegt werden, die über ein erkennbares und stabiles Kerngeschäft verfügen. Unternehmen in einer ungelösten Nachfolgesituation sowie Konzernabspaltungen gehören ebenfalls zu möglichen Beteiligungsoptionen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit unserer Zielunternehmen liegt dabei in der Regel in der DACH-Region. Neue Investments werden im Rahmen eines strukturierten M&A-Prozesses akquiriert. Blue Cap engagiert sich dabei langfristig in den Portfoliounternehmen vor Ort mit eigenem operativem Know-how und liquiden Mitteln. Im Rahmen einer geplanten Nachfolgeregelung wurde zu Beginn des Jahres 2020 ein neues Vorstandsteam bestellt. Das Management verfügt über langjährige M&A-, Industrie- und Restrukturierungserfahrung. Alle Tochtergesellschaften der Blue Cap werden von Anfang an selbstständig geführt und verfolgen unabhängige Strategien. Synergieeffekte innerhalb der Gruppe werden seitens der Blue Cap laufend geprüft. Derzeit sind im Portfolio der Blue Cap Unternehmen aus den Bereichen Klebstoff- und Beschichtungstechnik, Kunststofftechnik, Produktionstechnik, Metalltechnik sowie Medizintechnik.

Ziele und Strategien

Das Ziel der Geschäftstätigkeit der Blue Cap AG besteht darin, den Unternehmenswert der Gesellschaft langfristig und nachhaltig zu steigern. Dabei wird der Unternehmenswert der Blue Cap in erster Linie vom Wert der Portfoliounternehmen bestimmt. Vor diesem Hintergrund liegt der Beteiligungsfokus auf einer systematischen Identifizierung und Auswahl von Zielunternehmen mit einem klaren Ergebnisverbesserungspotenzial sowie Wachstumsperspektiven. Die Portfoliounternehmen werden nach dem Erwerb durch operative Verbesserungsprogramme und Liquidität unterstützt und auf ihrem Wachstumspfad bis hin zu einer möglichen Veräußerung der Beteiligung durch ein Team von Spezialisten begleitet. Neben dem organischen Wachstum der Portfoliounternehmen prüft Blue Cap auch laufend Add-on-Zukäufe.

Steuerung und Kontrolle

Die Implementierung und Anwendung eines umfassenden Steuerungskonzepts hat maßgeblich Einfluss auf die Wertentwicklung der Blue Cap und deren Portfoliounternehmen. Das Steuerungskonzept der Blue Cap dient dabei als Rahmen für die detaillierten, auf das Tagesgeschäft bezogenen, operativen Steuerungssysteme der Portfoliounternehmen sowie deren operative Aktivitäten. Dabei wird unter anderem die Geschäftsplanung und die Jahresabschlusserstellung durch die Blue Cap geplant und koordiniert. Die Geschäftsplanung der Geschäftsführungen der Portfoliounternehmen entsteht in einem iterativen Prozess durch Abgleich zwischen der Top-down-Planung der Blue Cap und der Absatz-, Kosten- und Investitionsplanung der Einzelgesellschaften. Die Planung der Jahresabschlusserstellung wird mit den kaufmännisch Verantwortlichen der Portfoliogesellschaften erarbeitet und die Zeitplaneinhaltung überwacht.

Darüber hinaus werden durch das Beteiligungscontrolling der Blue Cap die Ertrags- und Finanzkennzahlen sowie die Auftragsentwicklung und operative Risiken bei den Portfoliogesellschaften monatlich analysiert und dem Vorstand als Diskussionsgrundlage vorgelegt. Hierbei werden insbesondere die Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, operatives Ergebnis und Jahresüberschuss analysiert und bewertet. Der Unternehmenswert und das Eigenkapital des Mutterunternehmens und der einzelnen Beteiligungstöchter dienen zudem als weitere Kennzahlen bei der Bewertung der Entwicklung des Konzerns und des Portfolios.

Ein zentrales Steuerungsinstrument sind die regelmäßigen Sitzungen zwischen Vorstand, Beteiligungsmanagern sowie den Führungsteams der jeweiligen Portfoliogesellschaften. In diesen Sitzungen werden wesentliche Entwicklungen wie wichtige Auftragsvergaben, strategische Investitionen oder Finanzierungen in den Firmen erörtert und Handlungsalternativen festgelegt. Der Vorstand der Blue Cap ist auch in die Festlegung von Verbesserungsprogrammen eingebunden und wird laufend über deren Umsetzungsstand und Ergebnisse informiert. Im Rahmen des Beteiligungsgeschäfts ist der Vorstand in alle wesentlichen Kernprozesse bei der Auswahl und Prüfung von neuen Beteiligungsvorschlägen sowie der Verhandlung von Beteiligungskäufen und -verkäufen maßgeblich involviert.

Aufgrund der Unsicherheit künftiger Entwicklungen ist jede unternehmerische Tätigkeit mit Chancen und Risiken verbunden. Das Steuerungskonzept der Blue Cap dient dazu, Kennzahlen und Prozesse festzulegen, um Entwicklungen in der Unternehmensgruppe frühzeitig zu erkennen sowie Handlungsalternativen zu erarbeiten. Die strategische Steuerung des Gesamtkonzerns erfolgt durch den Vorstand, soweit es die Weiterentwicklung des Beteiligungsportfolios der Blue Cap und wesentliche Entwicklungen und die Ausrichtung der Portfoliogesellschaften sowie deren Finanzierung betrifft. Wichtige Entscheidungen werden in den regelmäßigen, aber auch in außerplanmäßigen, Aufsichtsratssitzungen erörtert und beschlossen.

Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung erfolgt in den einzelnen Portfoliounternehmen, ausgerichtet an den jeweiligen Marktanforderungen sowie dem individuellen Produktprogramm. Innerhalb des Konzerns wird in jedem Unternehmen darauf geachtet, dass wachstumsunterstützende Entwicklungsziele formuliert und umgesetzt sowie Marktentwicklungen frühzeitig erkannt und im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Zu den Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in den Bereichen Klebstoff- und Beschichtungstechnik gehören insbesondere die Überarbeitung von Rezepturen, Nutzung neuer Rohstoffe und die Entwicklung neuer Anwendungen und kundenindividueller Lösungen. Im Bereich Kunststofftechnik gehören zu den F&E-Tätigkeiten die Neu- und Weiterentwicklung von Kunststoffprodukten für die Bereiche Automotive und Packaging sowie Verpackungslösungen für den Molkereibereich, die Nutzung neuer Systemtechnologien und Materialien sowie die Weiterentwicklung der Recyclingprozesse und -produkte. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Teilbereich Klebstoffauftragesysteme innerhalb des Bereichs Klebstofftechnik sowie im Bereich Produktionstechnik umfassen insbesondere die Modularisierung und Überarbeitung des Produktprogramms und der Einsatz neuer Techniken, im Bereich Metalltechnik die Weiterentwicklung der Analyse- und Recyclingverfahren sowie des Produktportfolios der Halbzeuge und in der Medizintechnik sind es die technologische Weiterentwicklung der Produkte und Anpassung von Produkten an regionale und marktseitige Anforderungen.

Die Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 3.533 (Vorjahr: TEUR 2.763). Im Berichtsjahr wurden keine Entwicklungskosten aktiviert. Die Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich in 2019 insgesamt auf TEUR 88.

B. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen1

Nach dem Wachstumsrückgang im Jahresverlauf 2018 hat die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft auch im abgelaufenen Jahr weiter nachgelassen. Dazu trug insbesondere die Schwäche der Industrie bei. Gleichzeitig kam es zu einem nicht zuletzt durch Handelskonflikte ausgelösten Rückgang des Welthandelsvolumens. Insgesamt lag das globale Wirtschaftswachstum nach Berechnungen des Sachverständigenrats im Jahr 2019 bei 2,6 % (Vorjahr: 3,3 %).

Die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes hat sich im Berichtsjahr dabei sowohl in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften (1,7 %, Vorjahr: 2,3 %) als auch in den Schwellenländern (4,5 %, Vorjahr: 5,2 %) verlangsamt. In den Vereinigten Staaten hat das Wirtschaftswachstum von 2,9 % im Vorjahr auf 2,3 % im Berichtsjahr nachgelassen. Im Euro-Raum betrug die Zuwachsrate 1,2 % gegenüber 1,9 % im Vorjahreszeitraum. Vor dem Hintergrund der Brexit-Verhandlungen expandierte die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs ebenfalls schwach und auf Vorjahresniveau (1,4 %).

Das chinesische Bruttoinlandsprodukt ist im Vorjahresvergleich von 6,6 % auf 6,2 % zurückgegangen. Verantwortlich hierfür sind unter anderem Handelskonflikte mit den Vereinigten Staaten sowie strukturelle Gründe wie die demografische Entwicklung. Das Wirtschaftswachstum in Indien war mit 5,4 % (Vorjahr: 7,3 %) und in Lateinamerika mit nur noch 0,3 % (Vorjahr: 1,3 %) ebenfalls stark rückläufig.

Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich in einem Abschwung, der vor allem die Industrie voll erfasst hat. Für das Berichtsjahr ermittelt der Sachverständigenrat eine Zunahme des BIP von nur noch 0,5 % (Vorjahr: 1,5 %). Die Industrieproduktion ist rückläufig und die Auftragslage lässt keine schnelle Belebung erwarten. Dies führt auch zu einer Zurückhaltung der Unternehmen bei Investitionen und Beschäftigung. Gleichzeitig erweist sich die Binnenwirtschaft bislang als robust, die vor allem von Bauinvestitionen sowie dem privaten und Staatskonsum getragen wird. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,0 % nur leicht unter dem Vorjahr (5,2 %) und die Zahl gemeldeter Stellen sinkt.

Für die Weltwirtschaft bestehen zahlreiche Risiken, deren Eintreten zu einer weiteren Verschlechterung der Wachstumsaussichten führen kann. Hierzu zählen insbesondere eine Eskalation der Handelskonflikte, eine weitere Abschwächung der Investitionstätigkeit, ein Übergreifen der Industrieschwäche auf die Gesamtwirtschaft sowie die hohe öffentliche und private Verschuldung. In Europa bestehen zudem Risiken durch Störungen der Wertschöpfungsketten im Zusammenhang mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Weitere Risiken im Euro-Raum ergeben sich angesichts der konjunkturellen Abschwächung und der ungelösten strukturellen Probleme durch mögliche politische Konflikte und Unsicherheiten. Nicht zuletzt stellt die globale Ausbreitung des erstmals im Dezember 2019 in China beobachteten neuartigen Coronavirus die Weltwirtschaft im kommenden Jahr vor erhebliche Herausforderungen und kann diese stark beeinträchtigen.

1 Vgl. Jahresgutachten 2019/2020 sowie das Sondergutachten „Die gesamtwirtschaftliche Lage angesichts der Corona-Pandemie“ des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, veröffentlicht im Dezember 2019 bzw. März 2020.

Beteiligungsmarkt und Branchenumfeld2

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften lag das Investitionsvolumen in Deutschland im Jahr 2019 bei rund EUR 14,3 Mrd. und damit nahezu 20 % mehr als im Vorjahr (EUR 12,0 Mrd.). Insgesamt haben Beteiligungsgesellschaften im letzten Jahr rund 1.000 Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert. Wie in den Vorjahren lagen dabei kleine und mittelständische Unternehmen im Fokus der Finanzinvestoren.

Das Fundraising übertraf mit einem neuen Rekordwert von EUR 5,22 Mrd. das Vorjahr (EUR 4,21 Mrd.) um 24 %. Davon entfiel mehr als die Hälfte auf Venture Capital-Fonds, deren neue Mittel von EUR 1,19 Mrd. auf EUR 2,94 Mrd. angestiegen sind. Buy-Out-Fonds sammelten EUR 2,12 Mrd. ein, nach EUR 2,26 Mrd. im Vorjahr. Fonds mit dem Fokus auf Wachstums- und Minderheitsbeteiligungen und Mezzanine sowie Generalisten sammelten EUR 0,16 Mrd. ein, nachdem es im Vorjahr noch EUR 0,76 Mrd. waren.

Im Venture Capital-Segment investierten Beteiligungsgesellschaften mit EUR 1,74 Mrd. deutlich mehr als im Vorjahr (EUR 1,5 Mrd.) und finanzierten insgesamt 570 Unternehmen (Vorjahr: 728 Unternehmen) mit Venture Capital. Wachstumsfinanzierungen (Growth) und weitere Minderheitsbeteiligungen (Replacement, Turnaround) summierten sich auf EUR 1,94 Mrd. gegenüber EUR 2,22 Mrd. im Vorjahr. In diesen Bereichen wurden insgesamt 245 Unternehmen (Vorjahr: 427 Unternehmen) finanziert. Buy-Outs machten mit 74 % erneut den Großteil der Investitionen aus. Ihr Volumen stieg im Vergleich zum Vorjahr von EUR 8,31 Mrd. auf EUR 10,63 Mrd. Die Transaktionszahl blieb mit 146 auf weiterhin hohem Niveau jedoch unter dem Vorjahreswert (176).

Das Volumen der Beteiligungsverkäufe ging gegenüber dem Vorjahr um 45 % auf EUR 2,35 Mrd. (Vorjahr: EUR 4,3 Mrd.) zurück. Nachdem in 2018 noch Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften der wichtigste Exit-Kanal waren, standen 2019 Trade Sales mit 45 % des Exit-Volumens an der Spitze. Dahinter folgen Verkäufe an Beteiligungsgesellschaften mit 32 % und Verkäufe über die Börse (IPO oder Aktienverkäufe) mit 8 %.

Das Geschäftsklima im deutschen Beteiligungskapitalmarkt hat sich im Verlauf des Jahres 2019 geringfügig, jedoch stetig abgekühlt. Diese Entwicklung spiegelt nicht das insgesamt gute Fundraising-, Dealflow- und Exitklima des Jahres 2019 wider und hängt möglicherweise mit der eingetrübten Stimmung in den Portfoliounternehmen zusammen. Mit dem Fokus auf größere mittelständische Firmen hängen auch die Private Equity-Portfolien relativ stark an der weltwirtschaftlichen Entwicklung, die aufgrund der weltweiten Coronavirus-Pandemie, der Handelsstreitigkeiten und des Brexits Anlass zur Sorge gibt.

2 Vgl. Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt 2019 des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V., veröffentlicht im Februar 2020 sowie German Private Equity Barometer Q4/2019 der KfW veröffentlicht am 18.03.2020.

Geschäftsverlauf

Die Blue Cap AG war mit ihren Unternehmen im Jahr 2019 in den Geschäftsbereichen Beschichtungs- und Klebstofftechnik, Kunststofftechnik, Produktionstechnik, Metalltechnik und Medizintechnik mit Produktions- und Vertriebsstandorten in Deutschland sowie weiteren wichtigen Industrieländern tätig.

Im Bereich Beschichtungstechnik waren im Kalenderjahr 2019 die Gesellschaft Neschen Coating GmbH (nachfolgend auch Neschen Coating) in Bückeburg mit ihren Filmolux-Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, den Niederlanden sowie Schweden tätig. Neschen Coating ist ein Hersteller von Klebefilmen und Klebefolien für unterschiedliche industrielle Anwendungen in den Bereichen Graphics, Viscom, Automotive, Elektronik sowie für den medizinischen Bereich. Neschen Coating vertreibt die eigenen Produkte weltweit in über 70 Länder. Die zu Neschen Coating gehörenden Filmolux-Vertriebsgesellschaften sind regional spezialisiert und vertreiben sowohl die Produkte von Neschen als auch weitere dazugehörige Handelswaren.

Mit Kaufvertrag vom 23.05.2019 hat die Neschen Coating GmbH 100 % der Aktien der Netra AG mit Sitz in Emmen/Schweiz erworben und die Gesellschaft in Filmolux Swiss AG umbenannt. Darüber hinaus hat die Neschen Coating GmbH gemeinsam mit der schwedischen Firma KG Spennare AB im Juli 2019 die Filmolux Scandinavia AB, Nacka/Schweden als Joint Venture für den schwedischen und norwegischen Markt gegründet. Neschen hält an der neu gegründeten Gesellschaft 60 % der Geschäftsanteile. Mit den beiden neuen Filmolux-Gesellschaften setzt Neschen auf einem bereits in der Schweiz und Schweden bestehenden Kundenportfolio auf und baut sein Vertriebsnetzwerk weiter aus.

Die Umsatzerlöse lagen im Bereich Beschichtungstechnik im Jahr 2019 bei TEUR 62.236 und somit über dem Vorjahr mit TEUR 61.054. Die positive Entwicklung resultiert insbesondere aus dem Umsatzanstieg im Bereich der Industriebeschichtungen. Auch die Filmolux-Vertriebseinheiten in Italien, Österreich und den Niederlanden haben sich positiv entwickelt, während die Umsätze von Filmolux in Deutschland und Frankreich hinter den Erwartungen zurückblieben. Im abgelaufenen Jahr lag der Fokus bei Neschen auf der Einführung eines gruppenweiten CRM-Systems, dem Aufbau eines Produktinformationssystems zur Bündelung aller Produktdaten im Hinblick auf eine ganzheitliche Digitalstrategie. Des Weiteren wurde das Lager am neuen Filmolux Standort in Paris sowie das Labor am Hauptstandort in Bückeburg modernisiert. Nach Erwerb bzw. Gründung der Filmolux-Töchter in der Schweiz sowie Schweden laufen die Vorbereitungen zum Ausbau der Vertriebsaktivitäten in Nordamerika.

Der Geschäftsbereich Klebstofftechnik umfasst die Gesellschaften Planatol GmbH und PLANATOL System GmbH in Rohrdorf bei Rosenheim, PLANAX GmbH in Kolbermoor sowie die Klebstoff-Vertriebsgesellschaften Planatol France S.à.r.l., Bonneuil-sur-Marne/Frankreich und Planatol-Società Italiana Forniture Arti Grafiche S.I.F.A.G. S.r.l. (nachfolgend auch Planatol Sifag), Mailand/Italien. Die Planatol GmbH stellt insbesondere Klebstoffe für industrielle Anwendungen in der Druck- und grafischen Industrie sowie für die Branchen Verpackung, Möbel sowie Holzverarbeitung her und vertreibt diese selbst sowie über die eigenen Vertriebsgesellschaften Planatol France S.à.r.l. und Planatol Sifag. Darüber hinaus stellt die PLANATOL System GmbH auf diese Klebstoffe abgestimmte Auftragesysteme für die Falzverklebung im Rotationsdruck sowie weitere modulare Auftragesysteme für Anwendungen außerhalb der Druckindustrie her. Die PLANAX GmbH fertigt und vertreibt Klebebindegeräte und Verbrauchsmaterialien für die Anwendung in Buchbindereien, Copyshops oder Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien.

Die Umsatzerlöse im Bereich Klebstofftechnik lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit TEUR 35.663 unter dem Vorjahr (Vorjahr: TEUR 36.477). Dabei waren alle Gesellschaften leicht unter der Vorjahresentwicklung. Ursächlich hierfür waren insbesondere Umsatzrückgänge bei Verpackungsklebstoffen sowie Auftragesystemen. Gegenläufig wirkte sich die positive Umsatzentwicklung im Bereich der grafischen Klebstoffe sowie bei Tech- und Holzklebstoffen aus. Der Fokus der Aktivitäten lag auf einer Verstärkung der Vertriebsaktivitäten im Bereich der Verpackungsklebstoffe sowie mehreren Entwicklungsprojekten in diesem Bereich. Im Teilbereich Klebstoffauftragesysteme wurde die Neuentwicklung des Combijet 10net und Combijet 10PV als Nachfolgesysteme der bisherigen Produktgenerationen eingeleitet.

Im Geschäftsbereich Kunststofftechnik sind seit dem Geschäftsjahr 2018 die Gesellschaften Knauer-Uniplast Management GmbH, Knauer Holding GmbH & Co. KG und die Uniplast Knauer GmbH & Co. KG in Dettingen an der Erms mit ihren jeweiligen Komplementärgesellschaften zusammengefasst. Mit Wirkung zum 30.06.2019 wurden die Polylog GmbH & Co. KG auf die Uniplast Knauer GmbH & Co. KG sowie die Polylog Verwaltungs GmbH auf die Uniplast Knauer Verwaltungs GmbH verschmolzen. Die Knauer Uniplast-Gruppe ist ein Hersteller von kundenindividuellen und standardisierten Kunststoffverpackungen im Bereich der Fast Moving Consumer Goods (FMCG). Insbesondere bei Molkereiverpackungen hält die Firmengruppe einen Marktanteil von ca. 25 % im deutschsprachigen Raum. Als Spezialist in der Herstellung von Bechern und Deckeln im Spritzguss- und Thermoformverfahren bietet Knauer Uniplast ein breites Spektrum an Produkten sowie Dekorationsverfahren.

Mit Kaufvertrag vom 29.08.2019 hat die Blue Cap AG über ihre Tochtergesellschaft Blue Cap 10 GmbH 100 % der Geschäftsanteile an der con-pearl GmbH (ehemals: friedola TECH GmbH) sowie deren Tochtergesellschaften erworben und damit den Geschäftsbereich Kunststofftechnik weiter ausgebaut. Con-pearl ist ein Hersteller von Leichtbau-Kunststoffprodukten für die Packaging- und Automobilindustrie sowie weitere Branchen. Die unter dem Markennamen con-pearl bekannten Hohlkammerplatten sind leicht, stabil sowie flammhemmend und bestehen aus im Unternehmen gefertigten Polypropylen-Folienbahnen, die nahezu vollständig aus hochwertigem Recyclingmaterial gewonnen werden. Hierzu betreibt con-pearl am Standort Leinefelde (Thüringen) auch eine unternehmenseigene Recyclinganlage zur Wiederverwertung von hochwertigen Polypropylen-Kunststoffen.

Das Unternehmen mit Firmensitz in Geismar, Thüringen, beschäftigt ca. 300 Mitarbeiter und verfügt über weitere Betriebsstätten in Leinefelde, Thüringen, sowie Bremen. Darüber hinaus hat con-pearl mit der con-pearl North America Inc. sowie con-pearl Automotive Inc. zwei Tochtergesellschaften mit Sitz in Greenville/USA. Im Rahmen der Übernahme erfolgte ebenfalls ein teilweiser Forderungsverzicht der Altgesellschafter zur Verbesserung der Eigenkapitalstruktur der Tochtergesellschaft. Bestandteil der Transaktion war neben dem Erwerb der Geschäftsanteile und verbleibenden Gesellschafterdarlehen auch der Kauf der betriebseigenen Immobilien in Geismar sowie Leinefelde (Thüringen). Das Closing der Transaktion erfolgte am 02.09.2019. In der Folge wurde die con-pearl GmbH und ihre Tochtergesellschaften per September 2019 erstkonsolidiert. Für die con-pearl Gruppe sehen wir auch vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie trotz der noch bestehenden bilanziellen Überschuldung der con-pearl GmbH kein Risiko für die Unternehmensfortführung, da die Gruppe durchfinanziert ist sowie aus der Reorganisation von con-pearl erste positive Effekte auf Kosten und Ergebnis erwartet werden.

Der Geschäftsbereich erzielte im Jahr 2019 einen Umsatz von TEUR 72.789 (Vorjahr: 37.741). Aufgrund der Erstkonsolidierung von Knauer-Uniplast zum 01.05.2018 sowie der Erstkonsolidierung von con-pearl zum 01.09.2019 waren die Zahlen des Geschäftsjahres nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Die im Vorjahr erworbene Knauer-Uniplast Gruppe hat sich nach Abschluss der eingeleiteten Restrukturierung im Verlauf des Jahres 2019 positiv entwickelt. Nach der Bündelung der Produktionskapazitäten im Hauptwerk in Dettingen und Stilllegung des Nebenwerks Bad Laasphe, stand der organisatorische Ausbau der Bereiche Technik sowie F&E im Fokus der Verbesserungsmaßnahmen. Neben der Gewinnung mehrerer neuer Kundenprojekte wurden die F&E-Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Einsatz von Recyclaten und der Entwicklung von nachhaltigen Produkten wie einer Mono-Verpackung verstärkt. Im Anschluss an den Erwerb der con-pearl Firmengruppe wurde mit der Vorbereitung der Integration der Gesellschaften in den Blue Cap-Konzern sowie der Überarbeitung der Strukturen und Abläufe an den einzelnen Standorten begonnen.

Der Geschäftsbereich Produktionstechnik besteht aus der Firma Gämmerler GmbH (nachfolgend auch Gämmerler) in Geretsried-Gelting mit einer Vertriebsgesellschaft in Bonneuil-sur-Marne/Frankreich sowie den Firmen SMB-David finishing lines GmbH (nachfolgend auch SMB-David) in Geretsried-Gelting und nokra Optische Prüftechnik und Automation GmbH (nachfolgend auch nokra) in Baesweiler bei Aachen. Gämmerler entwickelt, produziert und vertreibt Komplettanlagen sowie Maschinen zum Fördern, Schneiden, Stapeln und Palettieren von Druckerzeugnissen sowie Automatisierungslösungen für die Industrie und bietet ein breites Spektrum an After-Sales-Services für das Anlagensortiment an. Der Kundenkreis umfasst insbesondere Großdruckereien, Druckmaschinenhersteller, Buchbindereien sowie Unternehmen aus der Verpackungsindustrie. SMB-David ist ein Hersteller von maschinellen Anlagen für die Bearbeitung von Dämmstoffen, Industrieschäumen und Verbundplatten insbesondere für die Baubranche sowie industrielle Anwendungen. Nokra stellt laser-optische in-line Messsysteme für geometrische Größen mit Anwendung in der Stahl-, Aluminium- und Automobilindustrie her. Dabei werden Lösungen zur Glas-, Dicken- und Ebenheitsmessung, kundenindividuelle Systeme und Serviceleistungen sowie Ersatzteile angeboten.

Im Bereich Produktionstechnik waren die Umsatzerlöse im Jahr 2019 mit TEUR 21.573 über dem Vorjahr (TEUR 17.833). Dabei lagen die bilanzierten Umsätze der Teilbereiche Gämmerler und SMB-David aufgrund noch nicht abgeschlossener Projekte auf Basis des Fertigstellungsgrads zum 31.12.2019 über dem Vorjahreszeitraum. Bei Gämmerler wurden im Berichtsjahr die Abläufe sowie die Organisationsstruktur weiter überarbeitet sowie die Fertigungstiefe durch Erhöhung des Zukaufs reduziert. Auch konnte das Gebrauchtmaschinengeschäft weiterentwickelt werden. In der Folge war die Produktivität als auch Kostenstruktur besser als im Vorjahr. Im F&E-Bereich stand die Entwicklung der Logistiksoftware G-Tour, die einen unterbrechungsfreien Auftragswechsel bei laufender Produktion ermöglicht, sowie die G-Connect Software als übergeordnetes Prozessleitsystem im Fokus der Aktivitäten.

Bei SMB-David lag der Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr auf der weiteren Bearbeitung und Fertigstellung des hohen Auftragsbestands. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte SMB-David neben dem angestammten Kernmarkt für XPS-Anlagen auch im Bereich der Bearbeitung von Industrieschäumen (PET) weitere Anlagenprojekte gewinnen. Die akquirierten Anlagen sollen zur Bearbeitung von Industrieschäumen für Rotorblätter von Windkraftanlagen eingesetzt werden. Mit dem Auftragsbestand zum Jahresende 2019 werden die Produktionskapazitäten bis ins Q3/2020 ausgelastet. In der Folge wird auch weiterhin der Fokus auf dem Projektcontrolling und der Bearbeitung der bestehenden Anlagenaufträge liegen.

Die nokra GmbH lag zum Ende des Berichtsjahres 2019 umsatzseitig unter dem Vorjahr. Das lag insbesondere an einer Verschiebung von zwei geplanten Großaufträgen im Bereich der Ebenheitsmessung ins kommende Jahr. Der Schwerpunkt der Aktivitäten lag im abgelaufenen Jahr auf der Verstärkung des Personalbestands, insbesondere in den Bereichen Softwareentwicklung, Produktmanagement sowie der Weiterentwicklung des Produktportfolios. Dabei wurde im abgelaufenen Jahr an Produktlösungen in den Bereichen Glasmessung, Dickenmessung, Ebenheitsmessung sowie OEM gearbeitet. Neben der Akquise weiterer Kunden im Wachstumsbereich Glasmessung wurde der Servicebereich ausgebaut und um eine technische 24/7-Hotline erweitert.

Die Carl Schaefer Gold- und Silberscheideanstalt GmbH (nachfolgend auch Carl Schaefer) in Pforzheim bildet innerhalb der Blue Cap-Gruppe den Geschäftsbereich Metalltechnik. Die Gesellschaft wurde 1861 von dem Namensgeber gegründet und ist als Goldscheideanstalt im Bereich der Rückgewinnung von Edelmetallen sowie dem Handel mit Edelmetall-Produkten tätig. Die Gesellschaft bietet ihren Kunden eine Vielzahl von Analyse- und Abwicklungsleistungen rund um die Rückgewinnung von Edelmetallen sowie ein umfangreiches Sortiment an Halbzeugen und Handelswaren. Zu den Kunden von Carl Schaefer gehören unter anderem Edelmetallhändler, Goldschmiede, Juweliere, Dentallabore sowie Zahnärzte und Privatpersonen.

Der Geschäftsbereich erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz von TEUR 23.165 und lag somit deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: TEUR 12.501). Dabei haben sich im abgelaufenen Jahr sowohl das Volumen des Edelmetallankaufs als auch der Goldkurs positiv entwickelt. So gewinnt Gold als Anlageinstrument aufgrund der Sorgen vor einer möglichen Wirtschaftskrise zunehmend an Bedeutung. Nach der erfolgreichen Entwicklung des Außendienstes liegt auch im kommenden Jahr der Fokus auf der Steigerung des Ankaufsvolumens durch Ausbau der Vertriebsaktivitäten und Neukundengewinnung.

In dem Bereich Medizintechnik ist die Firma em-tec GmbH (nachfolgend auch em-tec) in Finning tätig. em-tec entwickelt und produziert Systeme für die nicht-invasive Messung von flüssigen Medien mittels Ultraschalltechnik im Bereich Medizin sowie für weitere industrielle Anwendungen mit Schwerpunkt auf Bioprozesse. Daneben werden Sensoren und Komponenten zum Einbau in medizinische Geräte (u.a. in Herz-Lungen-Maschinen) sowie kundenindividuelle Lösungen entwickelt und produziert. Mit Kaufvertrag vom 17.03.2020 wurden die Geschäftsanteile an der em-tec GmbH veräußert, so dass das Unternehmen nach Erfüllung der für den Vollzug des Kaufvertrags erforderlichen Closing Bedingungen im April 2020 entkonsolidiert wurde.

Die Umsatzerlöse im Bereich Medizintechnik lagen im Jahr 2019 mit insgesamt TEUR 10.525 leicht unter dem Vorjahr (TEUR 10.628). Ursächlich für die Abweichung war insbesondere der Verkauf der WISAP Medical Technology GmbH und die Entkonsolidierung der Gesellschaft zum Ende des 3. Quartals 2018. In der Folge war WISAP im Geschäftsjahr 2019 nicht mehr enthalten. Ohne Berücksichtigung von WISAP lagen die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs ca. 20 % über dem Vorjahr. Das lag insbesondere an dem Ausbau des Händlernetzes sowie der guten Umsatzentwicklung bei der Produktplattform MCP. Im Fokus der Aktivitäten lagen auch die Zertifizierung von em-tec gemäß Medizinprodukteverordnung (MDR) sowie die personelle Verstärkung der Bereiche F&E sowie Produktion. Daneben erbaut die Blue Cap Asset Management GmbH auf einer Fläche von ca. 5.000 Quadratmetern ein neues Betriebsgebäude für die em-tec in Finning mit Fertigstellungsdatum im 2. Quartal 2020, das langfristig an die Gesellschaft vermietet wird.

Der Konzernumsatz lag im Jahr 2019 ohne Berücksichtigung von Umsätzen der im Berichtsjahr erstkonsolidierten con-pearl Gruppe in etwa auf Planniveau und deutlich über dem Vorjahreszeitraum. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert dabei insbesondere aus der erstmals ganzjährigen Einbeziehung von Knauer Uniplast in den Blue Cap-Konzern. Das operative Ergebnis (EBIT) war ohne Berücksichtigung der im Berichtsjahr erstkonsolidierten con-pearl leicht unter Plan und auf Vorjahresniveau. Die Konzernplanung 2019 wurde vor der IFRS-Umstellung auf Basis von HGB-Zahlen ermittelt und daher für diesen Vergleich überschlagsmäßig auf IFRS-Zahlen übergeleitet.

Die Umsatzerlöse im Jahresabschluss der Blue Cap AG lagen wie geplant über dem Vorjahr. Das Jahresergebnis lag insbesondere aufgrund der im Vorjahr erfolgten Veräußerung der WISAP unter dem Vorjahr und in etwa auf Planniveau.

Insgesamt ist der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung zum 31.12.2019 zufrieden, auch wenn das Ergebnis von Sondereffekten aus der Integration und Restrukturierung von Tochtergesellschaften belastet wurde.

Ertragslage des Konzerns

Der nach den Regelungen der IFRS ermittelte Konzernumsatz der Blue Cap-Unternehmensgruppe erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 49.705 auf TEUR 225.671. Der Konzernumsatz verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Sparten:

2019 2018
TEUR % TEUR %
--- --- --- --- ---
Kunststofftechnik 72.789 32,2 37.741 21,5
Beschichtungstechnik 62.236 27,6 61.054 34,7
Klebstofftechnik 35.663 15,8 36.477 20,7
Metalltechnik 23.165 10,3 12.501 7,1
Produktionstechnik 21.573 9,5 17.833 10,1
Medizintechnik 10.525 4,7 10.628 6,0
Übrige/Konsolidierung -280 -0,1 -269 -0,1
225.671 100,0 175.965 100,0

Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2019 insgesamt um ca. 28,3 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Das lag insbesondere an der Erstkonsolidierung der con-pearl Gruppe zum 01.09.2019 sowie der erstmals ganzjährigen Einbeziehung von Knauer Uniplast (jeweils Geschäftsbereich Kunststofftechnik) in den Blue Cap-Konzern. Darüber hinaus hat die positive Auftragsentwicklung in den Bereichen Metalltechnik sowie Produktionstechnik zum Anstieg der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr beigetragen.

In der Verteilung des Konzernumsatzes entfallen auf den deutschen Markt 51,77 % bzw. TEUR 116.830 (Vorjahr: 56,08 % bzw. TEUR 98.687) und auf das Ausland 48,23 % bzw. TEUR 108.841 (Vorjahr: 43,92 % bzw. TEUR 77.278). Die prozentuale Verschiebung der Umsatzerlöse ist insbesondere auf die Erstkonsolidierung der con-pearl Gruppe sowie erstmals ganzjährige Einbeziehung von Knauer-Uniplast zurückzuführen.

Unter den sonstigen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung des im Zusammenhang mit dem Unternehmenskauf con-pearl erfassten Unterschiedsbetrags (TEUR 2.688, Vorjahr: TEUR 11.390 aus der Auflösung des im Zusammenhang mit dem Unternehmenskauf Knauer Uniplast erfassten Unterschiedsbetrags), Erträge aus der Abfindung eines beendeten Mietvertrags (TEUR 1.200, Vorjahr: TEUR 0), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 681, Vorjahr: TEUR 249), periodenfremde Erträge (TEUR 535, Vorjahr: TEUR 57), Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens (TEUR 406, Vorjahr: TEUR 19), Erträge aus Sachbezügen (TEUR 332, Vorjahr: TEUR 321) sowie Erträge aus der Entkonsolidierung der veräußerten Beteiligung Biolink Grundstücksgesellschaft mbH (TEUR 258, Vorjahr: TEUR 1.766 aus der Entkonsolidierung der veräußerten Tochtergesellschaft WISAP Medical Technology GmbH) enthalten.

Die Gesamtleistung des Konzerns betrug im Jahr 2019 TEUR 230.446 und lag bedingt durch die Erstkonsolidierung der con-pearl Gruppe sowie die ganzjährige Einbeziehung von Knauer Uniplast über dem Vorjahr (TEUR 193.492). Die Materialeinsatzquote3 lag mit 53,8 % im Wesentlichen aufgrund eines veränderten Produktmix und der ganzjährigen Einbeziehung von Knauer Uniplast über dem Vorjahr (50,1 %). In der Folge lag die Rohertragsquote4 bei 46,2 % (Vorjahr 49,9 %) und der Rohertrag bei TEUR 106.552 (Vorjahr: TEUR 96.470).

Die Personalaufwendungen lagen im Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr bei TEUR 58.287 (Vorjahr: TEUR 48.435) und betragen im Verhältnis 25,3 % (Vorjahr 25,0 %) der Gesamtleistung. Die Abschreibungen5 belaufen sich auf TEUR 10.687 (Vorjahr: TEUR 7.335) und die Quote der Abschreibungen im Verhältnis zur Gesamtleistung lag bei 4,6 % (Vorjahr 3,8 %). Die sonstigen Aufwendungen haben um TEUR 6.336 auf TEUR 33.253 zugenommen und waren mit 14,4 % der Gesamtleistung über dem Vorjahr (13,9 %). Der Anstieg der Personalaufwendungen, Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Aufnahme der con-pearl Gruppe in den Blue Cap-Konzern im September 2019 sowie die erstmals ganzjährige Einbeziehung von Knauer Uniplast zurückzuführen.

Das EBIT6 lag im Geschäftsjahr 2019 bei TEUR 4.649 (Vorjahr: TEUR 13.998) und entspricht 2,0 % (Vorjahr 7,2 %) der Gesamtleistung. Das negative Zinsergebnis in Höhe von TEUR 1.861 (Vorjahr 1.866) ist insbesondere durch die im Rahmen der Wachstumsstrategie für die Finanzierung der durchgeführten Akquisitionen und Investitionen aufgenommenen Fremdmittel belastet. Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern beträgt TEUR 2.423 (Vorjahr: TEUR 12.066). Der Rückgang des EBIT und Konzernergebnisses vor Ertragsteuern ist insbesondere auf die im Vorjahreszeitraum enthaltenen Erträge aus der im Rahmen der IFRS-Umstellung vollständigen Auflösung des im Zusammenhang mit dem Unternehmenskauf Knauer Uniplast erfassten Unterschiedsbetrags in Höhe von TEUR 11.390 zurückzuführen.

Die Steuerung der Beteiligungsgesellschaften und damit auch des Konzerns erfolgt durch die Ertragskennzahlen EBITDA (adjusted) und EBIT (adjusted). Dabei werden die nach IFRS ermittelten Kennzahlen EBITDA und EBIT um außergewöhnliche, periodenfremde sowie sonstige Effekte aus Reorganisationsmaßnahmen und Einmaleffekte (Adjustments) bereinigt. Um die Übereinstimmung mit den für die Beteiligungsgesellschaften verwendeten Steuerungsgrößen zu gewährleisten, werden außerdem die aus den Kaufpreisallokationen entstehenden Effekte (insbesondere Erträge aus Bargain Purchase und Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven) ebenfalls korrigiert.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Erträge in Höhe von TEUR 6.495 (Vorjahr: TEUR 17.451) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 9.004 (Vorjahr: TEUR 6.763) als Adjustments identifiziert. Die Adjustments betragen somit TEUR 2.509 (Vorjahr: TEUR -10.688).

Die Überleitung vom in der IFRS-Gesamtergebnisrechnung dargestellten EBITDA auf die Steuerungsgrößen EBITDA (adjusted) und EBIT (adjusted) wird nachfolgend dargestellt:

2019 2018
TEUR TEUR
--- --- ---
EBITDA (IFRS) 15.011 21.119
Adjustments:
Erträge aus Bargain Purchase -2.688 -11.358
Erträge aus Entschädigung im Zusammenhang mit einem Mietverhältnis -1.200 0
Erträge aus Entkonsolidierungen -258 -1.767
Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen -681 -249
Sonstige nicht operative Erträge -1.550 -3.565
Personalkosten im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen 2.744 2.086
Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit Akquisitionen und Personalmaßnahmen 830 810
Sonstige nicht operative Aufwendungen 2.125 1.513
EBITDA (adj.) 14.333 8.590
Abschreibungen -10.687 -7.335
Wertminderungsaufwand und Wertaufholungen -29 -175
Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen 353 389
Adjustments:
Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven 2.797 1.612
Wertminderungsaufwand und Wertaufholungen 29 175
EBIT (adj.) 6.796 3.256

Die EBITDA-Quote (adj.) beträgt im Berichtsjahr 6,4 % (Vorjahr: 4,8 %) der Gesamtleistung. Die EBIT-Quote (adj.) beträgt im Berichtsjahr 3,0 % (Vorjahr: 1,8 %) der Gesamtleistung. Die Zunahme des EBIT (adj.), EBITDA (adj.) und der Quoten gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf Erfolge bei der Restrukturierung von Beteiligungsunternehmen und den damit einhergehenden verbesserten operativen Ertragskennzahlen dieser Gesellschaften zurückzuführen.

3 Materialeinsatzquote berechnet sich aus dem Quotient des Materialaufwands und der Gesamtleistung.

4 Rohertragsquote berechnet sich aus dem Quotient des Rohertrags und der Gesamtleistung.

5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf Leasing-Nutzungsrechte für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen.

6 EBIT entspricht dem Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern.

Finanz- und Vermögenslage des Konzerns

Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 1.843 und im Saldo die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR 18.945 (Abflüsse durch Investitionen von TEUR 8.462 in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Abflüsse von TEUR 13.366 für den Erwerb der con-pearl Gruppe und Zuflüsse im Wesentlichen durch den Verkauf von Sachanlagen mit TEUR 1.682, den Abgang von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten mit TEUR 1.103 und die Veräußerung der Biolink Grundstücksgesellschaft mbH mit insgesamt TEUR 1.062) haben zusammen mit den Mittelzuflüssen aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 8.972 (im Wesentlichen aus Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten (TEUR 22.120) vermindert um die Auszahlungen für Zinsen (TEUR 1.803), die Tilgung von Finanzkrediten (TEUR 6.043), die Auszahlungen der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 (TEUR 2.985) und die Auszahlung aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (TEUR 2.391)) zu einer zahlungswirksamen Abnahme des Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 8.130 geführt. Unter Berücksichtigung der wechselkursbedingten Änderung des Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 32 errechnet sich zum Konzerngeschäftsjahresende ein positiver Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 9.002. Zum 31.12.2019 bestehen freie Kreditlinien in Höhe von TEUR 16.584. Zusammen mit dem Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 25.074 ergibt sich somit zum Jahresende 2019 ein Finanzmittelbestand inkl. freier Kreditlinien in Höhe von TEUR 41.658.

Die Bilanzsumme des Konzerns beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 201.340 und lag um TEUR 41.203 bzw. 25,7 % über dem Wert des Vorjahres. Die Ausweitung der Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf die Erstkonsolidierung der con-pearl Gruppe zum 01.09.2019 zurückzuführen. Die langfristigen Vermögenswerte erreichten TEUR 114.957 (Vorjahr: TEUR 78.001) bzw. 57,1 % (Vorjahr: 48,7 %) der Bilanzsumme und werden durch das Sachanlagevermögen dominiert, das im Vorjahresvergleich um TEUR 31.086 auf TEUR 90.744 bzw. 45,1 % (Vorjahr: 37,3 %) der Bilanzsumme anstieg. Immaterielle Vermögenswerte erhöhten sich hingegen nur um TEUR 345 auf TEUR 6.900 bzw. 3,4 % (Vorjahr: 4,1 %) der Bilanzsumme.

Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen leicht um TEUR 4.247 auf TEUR 86.383 zu und machen 42,9 % (Vorjahr: 51,3 %) der Bilanzsumme aus. Der Anteil der Vorräte (TEUR 30.476, Vorjahr: TEUR 26.991) beläuft sich dabei auf 15,2 % (Vorjahr: 16,9 %), der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 21.778, Vorjahr: 18.481) auf 10,9 % (Vorjahr: 11,5 %) sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (TEUR 25.074, Vorjahr: TEUR 28.832) auf 12,5% (Vorjahr: 18,0 %) der Bilanzsumme.

Der Anteil des Eigenkapitals (TEUR 66.986, Vorjahr: TEUR 66.862) am Gesamtkapital betrug zum Bilanzstichtag 33,3 % (Vorjahr 41,8 %). Der prozentuale Rückgang liegt insbesondere in der Ausweitung der langfristigen Schulden um TEUR 26.555 auf TEUR 70.601 bzw. 35,1 % (Vorjahr: 27,5 %) des Gesamtkapitals begründet. Die langfristigen Schulden bestehen im Wesentlichen in Höhe von TEUR 43.000 (Vorjahr: 32.068) bzw. 21,4 % (Vorjahr: 20,0 %) aus langfristigen Finanzschulden gegenüber Kreditinstituten, TEUR 10.071 (Vorjahr: 2.608) bzw. 5,0 % (Vorjahr: 1,6 %) aus langfristigen Leasingverbindlichkeiten, TEUR 9.232 (Vorjahr: TEUR 2.863) bzw. 4,6 % (Vorjahr: 1,6 %) aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie TEUR 7.181 (Vorjahr: TEUR 5.030) bzw. 3,6 % (Vorjahr: 3,1 %) des Gesamtkapitals aus latenten Steuerschulden. Die langfristigen Finanzschulden sind dabei im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung des Erwerbs con-pearl, der Refinanzierung und Erhöhung eines Darlehens bei Blue Cap sowie der Finanzierung des Neubaus in Finning angestiegen.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um TEUR 14.525 auf TEUR 63.754 bzw. 31,7 % (Vorjahr: 30,7 %) des Gesamtkapitals. Bei den kurzfristigen Schulden gehören insbesondere die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit TEUR 30.978 (Vorjahr: TEUR 23.748) bzw. 15,4 % (Vorjahr: 14,8 %), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 11.703 (Vorjahr: TEUR 6.708) bzw. 5,8 % (Vorjahr: 4,2 %) sowie sonstige Rückstellungen mit TEUR 5.214 (Vorjahr: TEUR 3.033) bzw. 2,6 % (Vorjahr: 1,9 %) am Gesamtkapital zu den wesentlichen Positionen.

Ertragslage des Mutterunternehmens

Die Blue Cap AG hat im Wesentlichen aufgrund der als Industrieholding erbrachten Dienstleistungen und Weiterbelastungen Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt TEUR 3.209 (Vorjahr: TEUR 2.232) erzielt.

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 231 (Vorjahr: TEUR 2.168) sind insbesondere Erträge aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft Biolink Grundstücksgesellschaft mbH (TEUR 135, Vorjahr: TEUR 2.065 Erträge aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft WISAP Medial Technology GmbH), Erträge aus Sachbezügen (TEUR 35, Vorjahr: TEUR 18) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 13, Vorjahr: TEUR: 32) erfasst.

Die Gesamtleistung der Blue Cap AG lag im Jahr 2019 bei TEUR 3.439 (Vorjahr: TEUR 4.400). Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Berichtsjahr nicht angefallen (Vorjahr: TEUR 10). In der Folge lag der Rohertrag bei TEUR 3.439 (Vorjahr: TEUR 4.390).

Die Personalaufwendungen waren im abgelaufenen Geschäftsjahr bei TEUR 1.820 (Vorjahr: TEUR 1.771). Die Abschreibungen belaufen sich auf TEUR 34 und lagen damit auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf TEUR 2.233 (Vorjahr: TEUR 1.339) und sind insbesondere im Zusammenhang Beratungsaufwendungen aus dem Beteiligungserwerb con-pearl, der Umstellung der Konzernrechnungslegung auf IFRS, Personalmaßnahmen sowie Streitigkeiten mit einer Aktionärin angestiegen.

Das Betriebsergebnis war im Geschäftsjahr 2019 bei TEUR -648 (Vorjahr: TEUR 1.246). Dabei wurde das Ergebnis des Geschäftsjahres insbesondere durch höhere sonstige betriebliche Aufwendungen negativ belastet. Zudem waren im Vorjahr Erträge aus der Veräußerung der WISAP Medial Technology GmbH enthalten.

Das Finanzergebnis betrug TEUR 2.770 und war somit besser als im Vorjahr (TEUR 2.054). Dabei konnten im Vorjahresvergleich Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen die Aufwendungen aus diesen überkompensieren. Gegenläufig wirkte eine Abschreibung auf die Beteiligung Greiffenberger AG. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lagen bei TEUR -894 (Vorjahr: TEUR -669). Der Jahresüberschuss war mit TEUR 1.138 (Vorjahr: TEUR 2.628) insbesondere bedingt durch im Berichtsjahr höhere sonstige betriebliche Aufwendungen sowie die im Vorjahr enthaltenen Erträge aus der Veräußerung der WISAP Medical Technology GmbH unter dem Vorjahr. Gegenläufig wirkten sich die im Berichtsjahr höheren Umsatzerlöse sowie das höhere Ergebnis aus Ergebnisabführungsverträgen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Erträge in Höhe von TEUR 825 (Vorjahr: TEUR 2.117) und Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.526 (Vorjahr: TEUR 500) als Adjustments definiert. Die Adjustments betragen somit TEUR 701 (Vorjahr: TEUR -1.617). Wesentliche Adjustments waren im Geschäftsjahr eine Abschreibung auf die Beteiligung Greiffenberger AG, Beratungsaufwendungen aus dem Beteiligungserwerb con-pearl, die Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS und Personalmaßnahmen. Im Vorjahreszeitraum enthielten die Adjustments dabei insbesondere den Ertrag aus dem Verkauf der WISAP Medical Technology GmbH.

Das EBIT (adj.) 7 beträgt zum Berichtsjahresende TEUR -534 (Vorjahr: TEUR -374), das EBITDA (adj.) 8 beläuft sich auf TEUR -500 (Vorjahr: TEUR -340).

7 EBIT (adj.) entspricht dem Betriebsergebnis (inklusive sonstiger Steuern) unter Berücksichtigung von Adjustments.

8 EBITDA (adj.) entspricht dem Betriebsergebnis (inklusive sonstiger Steuern) unter Berücksichtigung von Adjustments sowie der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen.

Finanz- und Vermögenslage des Mutterunternehmens

Mittelzuflüsse in den Finanzmittelfonds erfolgten im Wesentlichen aus dem Verkauf der Biolink Grundstücksgesellschaft mbH (TEUR 1.250) sowie der Aufnahme eines Darlehens über TEUR 5.000. Gegenläufig wirkten sich insbesondere die Investitionen in das Finanzanlagevermögen (TEUR 6.525) unter anderem im Zusammenhang mit dem Erwerb der con-pearl Gruppe sowie die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 (TEUR 2.985). Zum Geschäftsjahresende 2019 errechnet sich ein Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 16.419 (Vorjahr: TEUR 23.041), der ausschließlich aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten besteht.

Die Bilanzsumme der Gesellschaft ist zum 31.12.2019 gegenüber dem Vorjahr leicht um TEUR 75 auf TEUR 73.465 gesunken. Das Anlagevermögen nahm dabei insbesondere durch den Erwerb der con-pearl Gruppe sowie die Umwandlung einer Darlehensforderung gegen die Knauer-Uniplast Management GmbH in die Kapitalrücklage zu und betrug TEUR 36.077 (Vorjahr: TEUR 27.086) bzw. 49,1 % (Vorjahr 36,8 %) der Bilanzsumme.

Das Umlaufvermögen lag zum Berichtsjahresende hingegen mit TEUR 37.330 unter dem Vorjahr (TEUR 46.415) und betrug 50,8 % (Vorjahr: 63,1 %) der Bilanzsumme. Dabei haben sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von TEUR 23.374 auf TEUR 20.912 sowie der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 23.041 auf TEUR 16.419 reduziert. Das lag im Wesentlichen an der Umwandlung einer Darlehensforderung gegen die Knauer-Uniplast Management in die Kapitalrücklage, der Ausstattung der Blue Cap 10 GmbH mit liquiden Mitteln im Rahmen des Erwerbs der con-pearl Gruppe sowie der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018. Gegenläufig wirkte sich insbesondere die Aufnahme eines Darlehens sowie die Ergebnisabführung der Neschen Coating aus.

Das Eigenkapital lag zum 31.12.2019 bei TEUR 50.105 (Vorjahr: TEUR 51.952). Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital beträgt somit 68,2 % (Vorjahr: 70,6 %). Die längerfristigen Schuldposten erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund der Aufnahme eines langfristigen Darlehens auf TEUR 18.738 (Vorjahr: TEUR 15.105) bzw. 25,5 % (Vorjahr: 20,5 %) des Gesamtkapitals. Die kurzfristigen Schuldposten haben sich hingegen insbesondere aufgrund rückläufiger Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Steuerzahlungen von TEUR 6.482 auf TEUR 4.622 bzw. von 8,8 % auf 6,3 % des Gesamtkapitals vermindert.

Die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 166 (Vorjahr: TEUR 261) sind im Wesentlichen durch die Ergebnisabführungsverträge mit den Tochterunternehmen verursacht und haben überwiegend langfristigen Charakter.

Das Working Capital9 hat sich im Geschäftsjahr 2019 insbesondere bedingt durch den Rückgang des Umlaufvermögens und der kurzfristigen Verbindlichkeiten von TEUR 39.176 auf TEUR 27.171 reduziert.

9 Working Capital entspricht dem kurzfristigen Umlaufvermögen zuzüglich Rechnungsabgrenzungsposten abzüglich kurzfristiger Schulden.

Personal

Im Geschäftsjahr 2019 waren im Konzern durchschnittlich 1.194 (Vorjahr: 810) Mitarbeiter und 40 (Vorjahr: 39) Auszubildende beschäftigt. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der Übernahme des Geschäftsbetriebs von con-pearl Gruppe zum 01.09.2019 sowie der erstmals ganzjährigen Einbeziehung der Knauer-Uniplast Gruppe in den Blue Cap-Konzern. Gegenläufig wirkt sich die Veräußerung der Firma WISAP Medical Technology im September 2018 aus.

Die Blue Cap-Gruppe legt großen Wert auf eine qualifizierte Ausbildung, um den langfristigen Bedarf an gut ausgebildetem Personal decken zu können und der demographischen Entwicklung entgegenzuwirken. Außerdem wird im Rahmen von Nachfolgeregelungen hochqualifiziertes Fachpersonal nachhaltig in den Mitarbeiterstamm integriert.

C. Risiken, Chancen und Prognosebericht

Allgemeine wirtschaftliche Risiken und Chancen

Die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln werden vielseitig bestimmt. Insbesondere konjunkturelle, weltpolitische oder nationale Einflüsse können von den Unternehmen nicht oder nur schwer beeinflusst werden. Ihre Veränderungen können sich jedoch auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens mittelbar oder unmittelbar auswirken.

Chancen und Risiken können sich auch aus den Finanz- und Kapitalmärkten und deren Rückwirkungen auf die Realwirtschaft ergeben. Insbesondere durch die internationalen Verflechtungen kann die Wettbewerbsfähigkeit eines Beteiligungsunternehmens auch sehr stark durch die Wirtschafts- und Währungspolitik anderer Länder beeinflusst sein. Zum mittel- und langfristigen Risiko muss man auch die stark steigenden Staatsverschuldungen und eine damit möglicherweise einhergehende Euro-Krise zählen. Ihre Wahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen lassen sich nur schwer vorhersehen.

Zudem wird das Risikoprofil auch durch die politische Ausrichtung Deutschlands und Europas in den nächsten Jahren bestimmt. Die Steuerpolitik – auch für die Unternehmen – wird durch die zukünftige gesellschaftliche Diskussion bestimmt. Außenpolitisch ergeben sich durch das Handeln der Bundesregierung und den Reaktionen hierauf erhebliche Rückwirkungen.

Nicht zuletzt stellt das Auftreten der Coronavirus-Pandemie in 2020 die Weltwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen und führt aufgrund einhergehender gesundheitspolitischer Maßnahmen zu einer Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivität. Sollten die Einschränkungen durch die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie über das zweite Quartal 2020 hinaus weiter andauern und bis Ende des dritten Quartals 2020 keine wirtschaftliche Erholung auf das Niveau vor der Corona-Krise eintreten, kann dies die wirtschaftliche Entwicklung der Blue Cap-Gruppe im Geschäftsjahr 2020 erheblicher belasten als dies aktuell erwartet wird.

Finanzierungsrisiken und -chancen

Die Finanzierung eines Unternehmens besteht in der Regel aus der Kombination von Eigen- und Fremdkapital, wobei das Rating und die Risikomargen der Kapitalgeber eine wesentliche Rolle spielen. Laufzeiten der Finanzierungen, das Sicherheitsbedürfnis der Kapitalgeber und die Synchronisation der Cashflowströme bestimmen die Stabilität dieses Geflechts. Aufgabe eines Risikomanagements ist es unter anderem, die Finanzierungsstruktur auf die operativen Belange des Unternehmens abzustimmen und im Fall von Abweichungen anzupassen. Risiken können sich aus unerwarteten Soll-Ist-Abweichungen ergeben.

Eine restriktive Kreditvergabe sowie ein steigendes Zinsniveau können zu einem Anstieg der Finanzierungskosten führen, ein steigendes Zinsniveau kann sich auch negativ auf etwaige Finanzanlagen der Blue Cap bzw. der Portfoliounternehmen auswirken. Die Fremdmittelfinanzierungen bei Banken unterliegen auch marktüblichen Kreditbedingungen (Covenants), welche insbesondere die Einhaltung vorgegebener Finanzkennzahlen vorsehen. Die Nichteinhaltung solcher Covenants kann unter anderem das Recht zur Kündigung durch die Kreditgeber oder zur vorzeitigen Fälligstellung eines Kredites nach sich ziehen. Der Vorstand geht aufgrund der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns davon aus, dass kreditgebende Banken hiervon nicht Gebrauch machen. Trotz der sich abzeichnenden negativen wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund der Coronavirus-Pandemie wird für das kommende Geschäftsjahr aufgrund der stabilen Finanzierungsstruktur von einer Einhaltung der Covenants ausgegangen.

Ein Tochterunternehmen verwendet zur Absicherung eines variabel verzinsten Darlehens einen Zinsswap, um sich gegen das Zinsänderungsrisiko abzusichern. Aufgrund der vollständigen Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts entstehen grundsätzlich keine Risiken aus diesem.

Zu den Instrumentarien der Finanzierung im Konzern zählen im Wesentlichen die Verwaltung und Steuerung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Lieferanten, der Bestände an Vorräten und Waren sowie der Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Konzernunternehmen verfügen über langfristige und stabile Geschäftsbeziehungen. Forderungen gehen in der Regel innerhalb der Zahlungsfristen ein. Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt. Im kurzfristigen Bereich finanzieren sich die Konzerngesellschaften überwiegend mittels Lieferantenkrediten und über Kreditlinien mehrerer Banken. Ausrüstungsgegenstände und Immobilien sind langfristig finanziert.

Zur Minimierung von Forderungsausfallrisiken verfügen die Konzernunternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement. Zudem werden Risiken nach Möglichkeit durch den Abschluss einer Warenkreditversicherung und insbesondere Einzelrisiken in Projektgeschäften durch entsprechende Garantien individuell abgesichert. Das Einzelrisiko wird durch entsprechende Limitierung oder Sicherheiten beschränkt. Nichtsdestotrotz kann es zukünftig aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu höheren Zahlungsausfällen durch Kunden kommen.

Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird für jedes Portfoliounternehmen ein Liquiditätsplan geführt und überwacht. Die wesentlichen Einnahmen- und Ausgabenströme aus operativer Geschäftstätigkeit, aber auch aus nennenswerten Einzelprojekten sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden darin zur Synchronisierung erfasst. Für das Projekt- bzw. Handelsgeschäft wird ein Liquiditätsplan erstellt, der einen Überblick über die Geldaus- und Geldeingänge vermittelt. Soweit Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen.

Unternehmensbezogene Risiken und Chancen

Die Geschäftstätigkeit und der Geschäftsverlauf der operativ tätigen Unternehmensbereiche bestimmen im Konzernverbund das Chancen- und Risiko-Profil der Unternehmensgruppe. Die Geschäfte in den verschiedenen Geschäftsbereichen entwickeln sich unterschiedlich, unter anderem abhängig vom jeweiligen Reorganisationsstand in den Unternehmen, außerordentlichen Belastungen oder positiven Sondereinflüssen und der jeweiligen Nachfrage, die wiederum im Konsumgüter- und Investitionsgütersegment unterschiedlich ausfällt. In sämtlichen operativen Einheiten sind Impulse und Maßnahmen gesetzt, um Produkte zu entwickeln, die Märkte intensiver zu bearbeiten, die Fertigung effizienter zu gestalten, die Materialkosten zu senken, das Personal zu qualifizieren und das Wachstum sowie die Produktivität zu fördern. Schwierigen Marktbedingungen in der Druckindustrie wird entsprechend begegnet. Dennoch ist die Veränderung des Marktes nicht abgeschlossen und muss deswegen antizipiert werden. Wachstumsmöglichkeiten, wie in der Klebstoffbranche allgemein oder im Bereich der Kunststofftechnik, werden bestmöglich genutzt.

Preisschwankungen auf den Beschaffungsmärkten können Chancen, aber auch Risiken mit sich bringen und unsere Herstellungskosten negativ beeinflussen. Die mangelnde Verfügbarkeit einzelner Vorprodukte, plötzliche Lieferantenausfälle, die verzögerte Lieferung von Komponenten und die Lieferung von Vorprodukten minderer Qualität sind insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie weitere Risiken auf den Beschaffungsmärkten. Diesen Risiken wird durch eine kontinuierliche Recherche nach neuen Bezugsquellen, ein kontinuierliches Lieferantenmonitoring und regelmäßige Lieferantengespräche sowie Qualitätskontrollen entgegengesteuert. Mit Lieferanten wichtiger Komponenten werden dabei strategische Partnerschaften eingegangen. Gleichzeitig ist man auf die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten bedacht.

Aufgrund des Stromverbrauchs sowie des hohen Verhältnisses der Stromkosten zur Bruttowertschöpfung spielt auf der Beschaffungsseite im Geschäftsbereich Kunststofftechnik die Begrenzung der EEG-Umlage für stromkostenintensive Betriebe (gem. Ausgleichsregelung nach § 64 Abs. 2 EEG i.V.m. § 64 Abs. 4 EEG und § 103 Abs. 3 EEG) eine wichtige Rolle. In der Vergangenheit hatte die Europäische Kommission u.a. die Besondere Ausgleichsregelung mit dem sog. Beihilfebeschluss als „Beihilfe“ im europarechtlichen Sinn eingestuft. Dies führte dazu, dass die durch die Besondere Ausgleichsregelung geschaffenen Befreiungen von der EEG-Umlage nur in einer bestimmten Höhe als zulässig erachtet und eine Vielzahl von Unternehmen zu entsprechenden Rückzahlungen verpflichtet wurden. Die hiergegen gerichtete Klage der Bundesrepublik Deutschland hatte nun Erfolg. Nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in seinem Urteil vom 28. März 2019 stellen die Förderungen nach dem EEG 2012 keine „Beihilfen“ dar. Die Nichtigerklärung des Beihilfebeschlusses durch den EuGH hat nunmehr zur Folge, dass die betroffenen Unternehmen, sofern diese Rückzahlungen geleistet haben, diese zurückerhalten. Beides trifft auf die Tochtergesellschaften im Geschäftsbereich Kunststofftechnik jedoch nicht zu. Nachdem keine weiteren Verfahren im Zusammenhang mit dem Privilegierungstatbestand der Besonderen Ausgleichsregelung bekannt sind, ist nunmehr davon auszugehen, dass weder die erstatteten EEG-Umlagebeträge rückzahlungspflichtig werden, noch die Begrenzung der EEG-Umlage für stromkostenintensive Betriebe infrage gestellt wird.

In den Unternehmensbereichen mit Prozessfertigung bestehen Produktionsrisiken grundsätzlich in einer zu niedrigen Kapazitätsauslastung aufgrund etwaiger Volumenrückgänge. In Unternehmensbereichen mit besonders hoher Anlagenintensität, wie dem Bereich Kunststofftechnik, ergeben sich weitere Produktionsrisiken aus möglichen Maschinenausfällen. In den Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau bestehen Konstruktions-, Kalkulations- und Projektmanagementrisiken. Bei verspäteter oder mangelhafter Fertigstellung oder Lieferung können Nacharbeitskosten und ggf. Vertragsstrafen anfallen. Eine flexible Produktionssteuerung, ein effektiv organisiertes Projektmanagement sowie die Steuerung und Begrenzung vertraglicher Risiken dienen als Instrumente des Risikomanagements. Qualitätskontrollen, Zertifizierungen und die Qualifikation der Mitarbeiter sowie die regelmäßige Wartung unserer Anlagen tragen zur Minimierung der Produktionsrisiken bei.

Im Geschäftsbereich Metalltechnik kommt speziellen Edelmetallrisiken eine besondere Bedeutung zu. Den finanziellen und kommerziellen Edelmetallrisiken, allen voran dem Preisrisiko durch volatile Edelmetallkurse, begegnen wir durch unmittelbaren Kauf und Verkauf der gehandelten Edelmetalle und stringente Richtlinien in der Finanzierung und kommerziellen Abwicklung. Zu den grundlegenden Richtlinien gehört vor allem die Vermeidung spekulativer Positionen in der Hoffnung auf steigende oder sinkende Kurse. Aber auch ein zielgerichtetes Geschäftspartner-Screening dient der Vermeidung von Zahlungsausfällen und von steuerlichen Risiken. Zu den Edelmetallrisiken gehören darüber hinaus die analytischen Prozessrisiken. Diese reduzieren wir durch Anwendung von DIN- und DIN-angelehnten Analysetechniken. Den physischen Edelmetallrisiken einschließlich Diebstahl tragen wir durch eine entsprechende inner- und außerbetriebliche Wertlogistik, Infrastrukturabsicherung, physische und buchhalterische Überwachungsmaßnahmen, Inventuren und schließlich auch entsprechende Versicherungen Rechnung.

Die Unternehmen innerhalb der Gruppe befinden sich in einem unterschiedlichen Entwicklungsstadium. Risiken, die im Zusammenhang mit einer Restrukturierung entstehen, sind in der Regel branchenunabhängig und bedürfen einer gesonderten Betrachtung. Zu unterscheiden sind kurzfristig erforderliche, meist auf Unternehmensabläufe, Kosten und Liquidität ausgerichtete Maßnahmen sowie langfristige Maßnahmen zur strategischen Ausrichtung. Letztere sind meist mit nachhaltigen Entwicklungsaufgaben und Investitionsprogrammen verbunden. Risiken bestehen insoweit, als solche Maßnahmen nicht rechtzeitig veranlasst werden oder ihre Wirkung verfehlen.

Derzeit stehen Kunststoffverpackungen im Fokus der politischen Diskussion. Auch werden Kunststoffe im Allgemeinen aufgrund eines gestiegenen Umweltbewusstseins in der Bevölkerung kritisch diskutiert. Im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen erwarten wir jedoch für den Bereich von Molkereiverpackungen sowohl aufgrund lebensmittelrechtlicher als auch wirtschaftlicher Gegebenheiten keine wesentlichen Auswirkungen oder gravierende gesetzliche Änderungen. Der im Geschäftsbereich Kunststofftechnik tätige Verpackungsspezialist Uniplast Knauer verfolgt die Entwicklungen im Zusammenhang mit Kunststoffen sowie die Erforschung von alternativen Rohstoffen dennoch sehr genau und prüft in seinem F&E-Bereich deren möglichen Einsatz im Molkerei- und Lebensmittelbereich. Die con-pearl Gruppe ist ebenfalls im Bereich Kunststofftechnik tätig und stellt in ihrem Kerngeschäft gewichtssparende Kunststoffprodukte auf Polypropylen-Basis, vornehmlich für die Verpackungs- und Logistikbranche her. Diese werden nahezu vollständig aus Recyclingmaterial gewonnen und sind selbst zu 100 % recyclebar. Zur Wiederverwertung der Polypropylen-Kunststoffe betreibt die con-pearl GmbH am Standort Leinefelde eine unternehmenseigene Recyclinganlage.

Die Blue Cap-Gruppe unterliegt mit ihren international tätigen Unternehmen Währungsrisiken aufgrund von Währungsschwankungen im Zusammenhang mit geschäftlichen Transaktionen in Fremdwährungen, denen im Einzelfall durch den Einsatz von Währungsabsicherungsinstrumenten begegnet wird. Die operativ tätigen Unternehmen der Blue Cap fakturieren die überwiegende Anzahl ihrer Umsätze in Euro, so dass entsprechende Währungsrisiken limitiert sind.

Grundsätzliche Risiken im Bereich der IT-Infrastruktur bestehen in einem möglichen unautorisierten Zugriff oder Datenverlust. Um solche Gefahren abzuwehren, sind adäquate Zugriffsprofile und aktuelle Sicherheitstechnologien im Einsatz. Für die systemkritischen Datenbestände werden bereichsbezogen sowohl täglich Datensicherungen erstellt und räumlich ausgelagert als auch Daten in externen Rechenzentren unter hohen Sicherheitsanforderungen gesichert. Daneben wurden interne IT-Richtlinien definiert, zu deren Einhaltung auch externe Dienstleister verpflichtet sind. Zudem werden innerhalb der Blue Cap-Unternehmensgruppe insbesondere die ERP-Systeme möglichst standardisiert. Die getroffenen Maßnahmen tragen dazu bei, die vorhandenen Risiken deutlich zu verringern.

Risikomanagement

Risikomanagement ist ein kontinuierlicher Prozess innerhalb der Unternehmensgruppe mit dem Ziel, die entstehenden Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und steuern zu können. Dabei geht es insgesamt darum, drohende Einzelfallrisiken zu definieren und entsprechend abzusichern. Ferner geht es darum, permanente, sich aus dem Geschäftsprozess ergebende Risiken im Hinblick auf den Verlust von Liquidität, Eigenkapital oder Unternehmenssubstanz zu erfassen.

Auf Basis eines konzerninternen Controlling-Systems, wie z.B. eines wöchentlichen und monatlichen Reportings werden die Risiken aus den Tochterunternehmen kontinuierlich und systematisch erfasst und in den Planungs- und Entscheidungsprozess einbezogen.

Erfasst werden durch das interne Reportingsystem das Forderungsmanagement, Garantiefälle und Qualitätsprobleme, Schadensfälle und Versicherungsleistungen, Rechtsstreitigkeiten, Kredit- und Liquiditätsrisiken, IT-Risiken, Steuerrisiken, die Einhaltung der Arbeits- und Produktionssicherheit, Risiken im Bereich Human Resources, Risiken im Geschäftsvolumen sowie weitere bereichsindividuelle Geschäftsrisiken (Zertifizierungen u.a.).

Neben der Erfassung und Bewertung von Störfällen wird ein zeitnahes und zielgerichtetes Controlling über sämtliche Portfoliounternehmen durchgeführt. Insbesondere durch Kennziffern, Abweichungsanalysen und eine Vorausschau sollen Risiken frühzeitig erkannt und kommuniziert werden, um so eine rechtzeitige Anpassung des jeweiligen Portfoliounternehmens sowie des Gesamtkonzerns zu gewährleisten.

Prognosebericht10 11

Für das Kalenderjahr 2020 erwartet der Sachverständigenrat im Basisszenario ein Wachstum der Weltwirtschaft von nur noch 0,3 % gegenüber dem Vorjahr von 2,6 %. Ursächlich für diese Einschätzung ist die weltweite Coronavirus-Pandemie und damit einhergehender Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivität aufgrund gesundheitspolitischer Maßnahmen.

Im Basisszenario, dem aus Sicht des Sachverständigenrats wahrscheinlichsten Szenario, wird eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer 2020 erwartet. Dabei soll es in den von der Coronavirus-Pandemie stärker betroffenen fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung (-1,0 %, Vorjahr: 1,7 %) kommen. In den Schwellenländern wird mit einer Expansionsdynamik von insgesamt 2,9 % (Vorjahr: 4,5 %) gerechnet.

In den Vereinigten Staaten soll das Wirtschaftswachstum von 2,3 % auf -0,4 %, im Euro-Raum von 1,2 % auf -2,1 % und im Vereinigten Königreich von 1,4 % auf -1,1 % fallen. Für Deutschland wird mit einem deutlichen Rückgang auf -3,1 % (Vorjahr: 0,6 %) gerechnet. Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich nach Jahren vergleichsweise hoher Wachstumsraten in einer Abschwungphase, die durch die Coronavirus-Pandemie zusätzlich verstärkt wird.

In China soll das BIP-Wachstum von 6,1 % auf 3,8 % abnehmen. Das liegt unter anderem an einem Rückgang der Industrieproduktion als Folge der Quarantänemaßnahmen, den im Verlauf der Handelskonflikte mit den Vereinigten Staaten eingeführten zusätzlichen Zöllen sowie strukturellen Problemen. Für die indische Wirtschaft wird mit einer Zuwachsrate von 4,2 % (Vorjahr: 5,1 %) gerechnet.

Die von der Beratungsgesellschaft Roland Berger veröffentlichte Studie „European Private Equity Outlook 2020“ sieht die Private Equity-Branche trotz der gesamtwirtschaftlichen Aussichten vorsichtig optimistisch, wobei die Studie vor Auftreten der Coronavirus-Pandemie veröffentlicht wurde. Als wichtige Schlüsselfaktoren werden insbesondere Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit eingeschätzt.

Die stärkere Beachtung der Nachhaltigkeit spiegelt die steigende Sensibilität der Öffentlichkeit für Umweltfragen sowie die zunehmende Bedeutung der Klimaverträglichkeit bei der Einschätzung von Vermögenswerten wider. Während Nachhaltigkeit im Portfoliomanagement mit einem Anstieg von fünf Prozentpunkten gegenüber 2019 am stärksten wächst, wird die Zyklusfestigkeit des Portfolios als wichtigste Wertschöpfungsmaßnahme für 2020 angesehen. So führt eine schwächere Wirtschaft zu Investitionen in konjunkturresistente Unternehmen, da diese sichere und langfristige Lösungen versprechen.

Die Branchen mit den größten Umsatzerwartungen haben sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht grundlegend verändert. An der Spitze stehen für das Jahr 2020 Technologie, Software & Medien (90 %) gefolgt von Pharma & Healthcare (81 %) sowie Business Services & Logistics (59 %). Mit Abstand am Ende der Skala finden sich Automotive (7 %) und die Bauindustrie (11 %).

Die Blue Cap-Konzernplanung sah vor Auftreten der Coronavirus-Pandemie für das kommende Geschäftsjahr eine insgesamt positive Entwicklung in allen Geschäftsbereichen des Konzerns vor. Aufgrund im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingeleiteten gesundheitspolitischen Maßnahmen und damit einhergehenden Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität ist im kommenden Jahr mit einem gegenüber der Konzernplanung deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis zu rechnen. Der erwartete Ergebnisrückgang kann dabei wahrscheinlich nur zum Teil durch Kosteneinsparungen ausgeglichen werden.

Vor diesem Hintergrund basiert die Prognose für die Entwicklung des Blue Cap-Konzerns im kommenden Jahr daher auf den wesentlichen Annahmen, dass sich die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie im Verlauf des zweiten Quartals 2020 verlangsamt und bestehende Ausgangsbeschränkungen in Europa dann schrittweise aufgehoben, Ladengeschäfte geöffnet und Regierungen sowie Notenbanken ihre angekündigten Maßnahmen zur Stützung und Stimulierung der Wirtschaft umsetzen werden. Zudem wird davon ausgegangen, dass produzierende Unternehmen ab dem zweiten Quartal 2020 ihre Tätigkeit wieder vollständig aufnehmen und schrittweise bis Ende des dritten Quartals 2020 wieder auf das Niveau vor der Corona-Krise zurückkehren können.

In den Bereichen Beschichtungstechnik, Klebstofftechnik, Produktionstechnik und Metalltechnik erwartet der Vorstand Umsatzerlöse und Ergebnis (EBIT) deutlich unter dem Vorjahr und unter der bisherigen Konzernplanung. Für den Bereich Kunststofftechnik wird mit einem Umsatz und Ergebnis (EBIT) deutlich über dem Vorjahr und leicht unter dem bisherigen Plan gerechnet. Das liegt insbesondere an der im kommenden Jahr erstmals ganzjährigen Einbeziehung von con-pearl in den Blue Cap-Konzern sowie einer trotz der Corona-Krise positiven Entwicklung des Verpackungsspezialisten im Molkereibereich Knauer-Uniplast. Der Bereich Medizintechnik wird bei Umsatz und Ergebnis (EBIT) aufgrund des Verkaufs und der Entkonsolidierung der em-tec im April 2020 deutlich unter Vorjahr und unter der Planung liegen. Positive Effekte auf das Ergebnis (EBIT) aller Geschäftsbereiche erwarten wir insbesondere aus Kurzarbeitseffekten, Einsparungen bei fixen Betriebskosten, dem Rückgang variabler Kosten sowie positiven Restrukturierungseffekten bei Knauer-Uniplast sowie ersten positiven Effekten aus der eingeleiteten Reorganisation bei con-pearl.

Für das Geschäftsjahr 2020 prognostiziert der Vorstand der Blue Cap AG in der Konzernstruktur zum 31.12.2019 insgesamt einen Umsatz leicht unter dem Vorjahr und deutlich unter dem bisherigen Konzernplan bei einem operativen Ergebnis (EBIT (adj.)) deutlich unter Konzernplanung und Vorjahr. Die erwartete nur leichte Unterschreitung des Vorjahresumsatzes resultiert insbesondere aus der im Prognosejahr erstmals ganzjährigen Einbeziehung von con-pearl in den Blue Cap-Konzern. Im operativen Konzernergebnis (EBIT (adj.)) ist dabei der Ertrag aus der mit Kaufvertrag vom 17.03.2020 und nach Erfüllung aller Closing-Bedingungen im April 2020 entkonsolidierten em-tec nicht enthalten. Die Veräußerung und Entkonsolidierung der em-tec wird dabei zu einem deutlichen positiven Effekt auf das Ergebnis aus Adjustments, das Konzernjahresergebnis und die Liquidität des Konzerns im Geschäftsjahr 2020 führen.

Im Jahresabschluss der Blue Cap AG erwartet der Vorstand für das Jahr 2020 aus den konzerninternen Kostenumlagen eine leicht positive Entwicklung beim Umsatz sowie ein operatives Ergebnis (EBIT) und Eigenkapital in etwa auf Vorjahresniveau. Aus den Ergebnisabführungen der Tochterunternehmen wird von einem positiven Ergebnisbeitrag unter dem Niveau des Berichtsjahres ausgegangen.

Neben einer auf Substanzmehrung ausgerichteten Weiterentwicklung der bestehenden Geschäftsbereiche prüft Blue Cap laufend Expansionsmöglichkeiten. Obwohl Blue Cap als operative Industrieholding nicht exitgetrieben ist, sondern auf ein langfristiges Wachstum der Beteiligungen ausgelegt ist, werden Kaufanfragen und Verkäufe systematisch geprüft. Im kommenden Geschäftsjahr wird somit organisch als auch anorganisch unter Beibehaltung des bisherigen Geschäftsmodells also ein weiterer Wachstumskurs verfolgt. So rechnet der Vorstand mit einer weiterhin positiven Entwicklung des Deal Flows und der Akquisitionstätigkeit.

Jedoch ist es insbesondere aufgrund der aus der Coronavirus-Pandemie erwachsenden Unsicherheit bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung möglich, dass zukünftige Ergebnisse erheblich von den heutigen Erwartungen des Vorstands abweichen. Das Ergebnis der Blue Cap ist auch von weiteren nicht planbaren Effekten beeinflusst. Hierzu gehören unter anderem Ergebniseffekte aus dem Erwerb oder der Restrukturierung von Beteiligungen sowie der Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften. Aufgrund des Geschäftsmodells der Blue Cap können unterjährig Unternehmen gekauft und verkauft werden, so dass sich der Konsolidierungskreis des Blue Cap-Konzerns zwischen den Bilanzstichtagen ändern kann.

Die Blue Cap AG sieht sich aufgrund der bisherigen positiven Entwicklung und des bewährten Geschäftsmodells in ihrer Strategie bestätigt und ist mit der bestehenden Organisationsstruktur sowohl kurz- als auch langfristig gut positioniert. Daher geht die Gesellschaft für die folgenden Geschäftsjahre von einem weiteren Wachstum und der Stärkung der operativen Ertragskraft aus.

10 Vgl. Jahresgutachten 2019/2020 sowie das Sondergutachten „Die gesamtwirtschaftliche Lage angesichts der Corona-Pandemie“ des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, veröffentlicht im Dezember 2019 bzw. März 2020.

11 Vgl. European Private Equity Outlook 2020 der Beratungsgesellschaft Roland Berger, veröffentlicht im Februar 2020.

München, den 06.05.2020

Blue Cap AG

Der Vorstand

Ulrich Blessing

Tobias Hoffmann-Becking

Matthias Kosch

Anlage zum Anhang

Blue Cap AG,München

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS im Geschäftsjahr 2019

Anschaffungskosten
1.1.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019
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EUR EUR EUR EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.375,64 56.708,83 0,00 70.084,47
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 142.448,68 30.386,30 493,68 172.341,30
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 22.627.889,39 10.550.000,00 1.115.001,00 32.062.888,39
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.600.000,00 0,00 0,00 4.600.000,00
3. Beteiligungen 2.691.518,75 0,00 0,00 2.691.518,75
29.919.408,14 10.550.000,00 1.115.001,00 39.354.407,14
30.075.232,46 10.637.095,13 1.115.494,68 39.596.832,91
Abschreibungen
1.1.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019
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EUR EUR EUR EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.657,43 4.397,76 0,00 11.055,19
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 61.677,15 29.239,98 234,56 90.682,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.511.895,16 0,00 0,00 2.511.895,16
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 408.644,16 497.305,71 0,00 905.949,87
2.920.539,32 497.305,71 0,00 3.417.845,03
2.988.873,90 530.943,45 234,56 3.519.582,79
Restbuchwerte
31.12.2018 31.12.2019
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EUR EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.718,21 59.029,28
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 80.771,53 81.658,73
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 20.115.994,23 29.550.993,23
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.600.000,00 4.600.000,00
3. Beteiligungen 2.282.874,59 1.785.568,88
26.998.868,82 35.936.562,11
27.086.358,56 36.077.250,12