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Blue Cap AG — Annual Report 2024
Mar 12, 2026
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Annual Report
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Publication

Blue Cap AG
München
Jahres- und Konzernabschluss zum 31.12.2024
Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024
1. Das Unternehmen
1.1 Geschäftstätigkeit und Ausrichtung
Mehrheitliche Beteiligung an mittelständischen Unternehmen
Die Blue Cap AG ist eine im Jahr 2006 gegründete, kapitalmarktnotierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München. Die Gesellschaft erwirbt mittelständische Unternehmen aus dem B2B-Bereich in Sondersituationen und begleitet sie in ihrer unternehmerischen Entwicklung, mit dem Ziel sie später gewinnbringend zu verkaufen. Die akquirierten Unternehmen haben ihren Hauptsitz in der DACHRegion, erwirtschaften einen Umsatz zwischen EUR 20 und 200 Mio. und haben ein nachhaltig stabiles Kerngeschäft.
Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft mehrheitliche Anteile an fünf Unternehmen (Vorjahr: sieben) und besitzt eine Minderheitsbeteiligung. 2024 verkaufte die Blue Cap zwei Portfoliounternehmen. Die Gruppe beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 829 Mitarbeitende und operiert in Deutschland, Europa und den USA.
Die Blue Cap AG notiert an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment "Scale" sowie im "m:access" der Börse München (ISIN: DE000A0JM2M1). Die Kapitalmarktnotiz verpflichtet das Unternehmen zu einer entsprechenden Transparenz, der es über eine aktive Kapitalmarktkommunikation und Investor-Relations-Arbeit nachkommt.
Die Blue Cap erwirbt Unternehmen aus dem B2B-Bereich in Sondersituationen, die an einem Wendepunkt in ihrer Unternehmensgeschichte stehen. Dies kann Umbruchsituationen mit umfangreichem Restrukturierungsbedarf oder ungelöste Nachfolgesituationen und Konzernabspaltungen umfassen.
Die systematische Identifizierung und Auswahl der Zielunternehmen erfolgt anhand fester Investitionskriterien.
Im Mittelpunkt der Investitionsentscheidung steht ein klares operatives Verbesserungspotenzial sowie Wertsteigerungsperspektiven auf Basis eines nachhaltig stabilen Geschäftsmodells. Die Portfoliogesellschaften werden während der Halteperiode aktiv bei der strategischen und operativen Entwicklung durch die Blue Cap begleitet. Die optimale Haltedauer beträgt in der Regel zwischen drei und sieben Jahren. Grundsätzlich gilt: Die Blue Cap ist Eigentümerin auf Zeit und veräußert ihre Beteiligungen, sobald eine erfolgreiche Wertentwicklung in einer anderen Eigentümerstruktur sinnvoller erscheint und sie große Teile ihres geplanten Transformationsprogramms erfolgreich umsetzen konnte.
1.2 Ziele und Strategie
Entwicklung des Portfoliowerts
Das Ziel der Blue Cap AG ist es, den Unternehmenswert der Gesellschaft durch Transformation des Portfolios und jeder einzelnen Beteiligung zu steigern. Die Wertentwicklung wird vom Wachstum und der Profitabilität der Portfoliounternehmen bestimmt. Bei der Zusammensetzung des Portfolios achtet die Blue Cap auf eine ausgewogene Diversifizierung hinsichtlich Geschäftsmodelle und Absatzmärkte innerhalb ihres Fokus auf Sondersituationen im Bereich Industrials.
Fokus auf Turnaroundfälle mit erhöhtem Restrukturierungsbedarf
Bis Ende 2023 lag der Investitionsschwerpunkt auf Unternehmen mit gesunden Geschäftsmodellen und EBITDA-Margen (adjusted) von 7-10 %. Seitdem richten wir unseren Blick verstärkt auf Unternehmen in Sondersituationen, deren Übernahme mit einem erhöhten Restrukturierungsaufwand einhergeht. Diese erwirtschaften in der Regel EBITDA-Margen (adjusted) zwischen 0-5% bei einem Umsatz zwischen EUR 20 und 200 Mio. Investitionsschwerpunkt der Blue Cap ist der B2B-Sektor im Bereich industrieller Güter und Services, innerhalb dessen sie sich nicht auf bestimmte Branchen festlegt. Mit dem strategisch angepassten Ansatz verfolgen wir das Ziel, den Wert eines Unternehmens während der Haltedauer signifikant zu steigern und einen attraktiven 'Return on Investment' zu erreichen.
Aktive Begleitung während der Haltedauer
Bei der Investitionsentscheidung steht das Wertsteigerungspotenzial eines Unternehmens auf Basis eines nachhaltig stabilen Geschäftsmodells im Mittelpunkt. Dieses während der Halteperiode mit Hilfe geeigneter operativer und strategischer Maßnahmen auszuschöpfen ist das vorrangige Ziel der Blue Cap. Dafür verfolgt sie die Strategie eines aktiven Beteiligungsansatzes. Als Basis dieses Ansatzes dient die umfangreiche M&A-, Industrie- und Turnarounderfahrung des Vorstands und des Teams der Blue Cap. Mit den Geschäftsführungen werden die zentralen strategischen Weichenstellungen determiniert und Verbesserungs- und Wachstumsprogramme abgestimmt. Bei der Umsetzung von geeigneten Maßnahmen unterstützt das Team die Beteiligungen mit seiner tiefgehenden Expertise eng und aktiv. Die Blue Cap versorgt die Beteiligungen bei Bedarf mit zusätzlicher Liquidität. Falls eine anorganische Weiterentwicklung sinnvoll ist, verstärkt sie die Portfoliounternehmen außerdem durch Add-on-Zukäufe.
Verkaufsziel ist ein hoher Return on Investment
Die optimale Haltedauer einer Beteiligung beträgt zwischen 3 und 7 Jahre, da die Blue Cap davon ausgeht, nach dieser Zeit einen Großteil des bei der Akquisition vorgenommenen Transformationsprogramms umsetzen zu können. Die Zielsetzung bei der Veräußerung einer Beteiligung ist eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Investment).
1.3 Portfolio
Portfoliostruktur: fünf Mehrheitsbeteiligungen in drei Segmenten
Das Portfolio der Blue Cap umfasste zum Bilanzstichtag fünf Mehrheitsbeteiligungen. Diese werden drei Segmenten zugeordnet: Plastics, Adhesives & Coatings und Business Services.
Zum Segment Plastics gehört die con-pearl Gruppe mit der con-pearl Verwaltungs GmbH und der con-pearl GmbH aus Geismar in Thüringen sowie den US-Ablegern Con-pearl North America Inc. und Con-pearl Automotive Inc. mit Sitz in Greenville in den USA. Die H+E-Gruppe bildet die zweite Unternehmensgruppe dieses Segmentes und besteht aus der H+E Molding Solutions GmbH aus Ittingen in Baden-Württemberg sowie der H+E Kinematics GmbH und der H+E Automotive GmbH, beide aus Sinsheim in Baden-Württemberg.
Die con-pearl-Gruppe ist Hersteller von Leichtbau-Kunststoffprodukten mit den Vertriebsschwerpunkten Logistik und Automobil. Die unter dem Markennamen con-pearl bekannten Hohlkammerplatten sind leicht, stabil und bestehen nahezu vollständig aus hochwertigem Recyclingmaterial.
Hierzu betreibt con-pearl eine unternehmenseigene Recyclinganlage zur Wiederverwertung von Polypropylen-Kunststoffen sowie zur Aufarbeitung anderer Polyolefin-Kunststoffe.
Die H+E-Gruppe entwickelt und fertigt hochwertige Kunststoffteile und Baugruppen für die PKW-Innenausstattung sowie die Hausgeräteindustrie. Als Spezialist im Bereich hochwertiger Oberflächen und komplexer Bewegungssysteme begleiten die Unternehmen der H+E-Gruppe ihre Kunden als Systemlieferant von der Produktidee bis zur Serienfertigung. Die Produktkompetenz reicht von einfachen Kunststoffteilen bis hin zu komplexen Baugruppen mit hochwertigen Oberflächen auf Basis der Gasspritzguss- und Spritzgusstechnologie. Das Produktspektrum umfasst Türinnenbetätigungen, Dachhaltegriffe, Zierleisten, Kleiderhaken sowie diverse Griffe und Öffnungsmechanismen.
Die Unternehmen der Planatol-Gruppe bilden das Segment Adhesives & Coatings.
Die Planatol-Gruppe umfasst die Gesellschaften Planatol GmbH, ansässig in Rohrdorf bei Rosenheim/Bayern, sowie die Klebstoff-Vertriebsgesellschaften PLANATOL France S.à.r.l., Sucy-en-Brie/Frankreich, und PLANATOL-Società Italiana Forniture Arti Grafiche S.I.F.A.G. S.r.l. (nachfolgend auch Planatol Sifag), Mailand/Italien. Die Planatol GmbH stellt insbesondere Klebstoffe für Anwendungen in der Druck- und grafischen Industrie sowie für die Branchen Verpackung und Holzverarbeitung her und vertreibt diese selbst sowie über die eigenen Vertriebsgesellschaften PLANATOL France S.à.r.l. und Planatol Sifag. Zudem fertigt sie Klebstoffauftragssysteme für die Falzverklebung im Rotationsdruck sowie weitere modulare Auftragssysteme für Anwendungen außerhalb der Druckindustrie.
Die Unternehmen der HY-LINE-Gruppe sowie die Transline-Gruppe bilden das Segment Business Services.
Bei der HY-LINE-Gruppe handelt es sich um einen Applikationsspezialisten für elektronische Bauelemente und Systeme, der sich während der letzten Jahre von einem Value-Added-Distributor hin zu einem Produkt- und Systemanbieter mit Fokus auf technische Beratungs- und Anwendungskompetenz entwickelt hat. Ihre Kunden kommen vorrangig aus der Elektronikindustrie, Medizintechnik, dem Energiesektor und der Medien- sowie Kommunikationsbranche. Der Hauptabsatzmarkt der Gruppe ist die DACH-Region.
Die HY-LINE-Gruppe setzt sich aus der HY-LINE Management GmbH, HY-LINE Holding GmbH, HY-LINE Technology GmbH (vormals: HY-LINE Computer Components Vertriebs GmbH), alle Unterhaching/Bayern, sowie der HY-LINE AG, Schaffhausen/Schweiz, zusammen. Die HY-LINE Management GmbH sowie die HY-LINE Holding GmbH erbringen als Obergesellschaft gruppeninterne Dienstleistungen in den Bereichen Strategische Steuerung, Finanzen und Rechnungswesen, Marketing, Storage und IT, während die verbleibenden Gesellschaften über jeweils spezialisierte Produktbereiche verfügen. Die Expertise der HY-LINE Technology GmbH liegt in den Produktbereichen Visualisierung (Display- und Touch-Technologie), Embedded Computing, Signalmanagement, Leistungselektronik, Stromversorgung und Energiespeicher. Darüber hinaus ist sie hochspezialisierter Vertriebspartner und Herstellerrepräsentant und verfügt über ein umfassendes anwendungsspezifisches Know-how bei Wireless-Modulen sowie M2M- und IoT-Systemlösungen. Der Fokus der HY-LINE AG liegt in den Bereichen kundenspezifische Lithium-Ionen-Batterien, Batteriesysteme, Energiespeicher sowie Stromversorgungen.
Zur Transline-Gruppe gehören die Unternehmen Transline Gruppe GmbH und Transline Deutschland GmbH in Reutlingen/Baden-Württemberg sowie die Transline Europe s.a.r.l. (Frankreich) und Interlanguage S.R.L. (Italien). Als großer deutscher Sprachdienstleister bewegt sich Transline in einem attraktiven Marktumfeld, dessen strukturelles Wachstum durch die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung getrieben wird. Außerdem ist der Markt für Sprachdienstleistungen sehr fragmentiert und daher von einem starken Konsolidierungsdruck geprägt. Transline investierte in den vergangenen Jahren stark in die Digitalisierung des Geschäftsmodells und etablierte eine Workflow-Software, die Prozessschritte automatisiert, eine bessere und schnellere Abarbeitung von Kundenanfragen ermöglicht und zu Effizienzsteigerungen im gesamten Dienstleistungsprozess führt. Zudem legte Transline über Add-on-Akquisitionen einen Fokus auf wachsende Marktsegmente, vor allem in den Bereichen Medtech, Pharma, eCommerce und Software.
Darüber hinaus hält die Blue Cap AG eine Minderheitsbeteiligung an der INHECO Industrial Heating and Cooling GmbH in Planegg bei München, die als assoziiertes Unternehmen nach der At-Equity-Methode in den Konzern einbezogen wird. INHECO ist ein Hersteller von Produkten für das Thermalmanagement im Markt für Laborautomation.
Portfolio- und Strukturveränderungen
Im September 2024 hat die Blue Cap AG ihre Beteiligung an der Nokra Optische Prüftechnik GmbH, sowie im Oktober 2024 die Beteiligung an der Neschen Coating GmbH veräußert. Die Entkonsolidierung der Nokra Optische Prüftechnik GmbH erfolgte zum 30. September 2024, die der Neschen Coating GmbH zum 01. Oktober 2024
Um die Gesellschaftsstruktur des Blue Cap Konzerns zu verschlanken, wurden durch notariellen Vertrag vom 24. Juni 2024 außerdem die Blue Cap 13 GmbH und die Blue Cap Asset Management GmbH auf die Blue Cap AG verschmolzen. Die Verschmelzungen erfolgten rückwirkend auf den 01. Januar 2024.
1.4 Unternehmensführung
Vorstand
Die Leitung der Blue Cap AG als Mutterunternehmen des Konzerns erfolgt durch den Vorstand. Er führt eigenverantwortlich die Geschäfte und bestimmt die strategische Ausrichtung des Unternehmens und damit auch des Konzerns. Die Umsetzung der Strategie erfolgt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat.
Dieser wird vom Vorstand regelmäßig über den Geschäftsverlauf, die Strategie sowie über potenzielle Chancen und Risiken informiert.
Im Geschäftsjahr 2024 bestand der Vorstand aus zwei Mitgliedern. Dieser setzte sich aus den folgenden Personen zusammen: Dr. Henning von Kottwitz (Vorstandsvorsitzender/Chief Executive Officer) und Henning Eschweiler (Chief Operating Officer).
Aufsichtsrat
Die Überwachung des Vorstands erfolgt durch den Aufsichtsrat. Dieser bestand im Geschäftsjahr aus vier bzw. fünf Mitgliedern und stand bis zur ordentlichen Hauptversammlung am 24. Juni 2024 unter dem Vorsitz von Kirsten Lange.
Die Aufsichtsratsvorsitzende, Kirsten Lange, hat mit Wirkung zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung am 24. Juni 2024 ihr Aufsichtsratsmandat niedergelegt.
Im Rahmen der Hauptversammlung wurden Nikolaus Wiegand und Dr. Christian Diekmann als neue Mitglieder des Aufsichtsrates ernannt. Im Anschluss an die Hauptversammlung wurde Dr. Christian Diekmann zum Vorsitzenden gewählt. Nikolaus Wiegand übernahm den Sitz von Dr. Henning von Kottwitz, der mit seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden der Blue Cap zum 30. September 2023 aus dem Aufsichtsgremium ausgeschieden war. Durch sein Ausscheiden verkleinerte sich das Gremium für die Übergangszeit bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 24. Juni 2024 von fünf auf vier Mitglieder.
Weitere Mitglieder sind der stellvertretende Vorsitzende Dr. Michael Schieble sowie Michel Galeazzi und Freya Oehle. Im Berichtsjahr stand der Aufsichtsrat auch unabhängig von den Sitzungen in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch mit dem Vorstand. Der Aufsichtsrat hat drei Ausschüsse gebildet. Der Prüfungsausschuss setzt sich aus den Mitgliedern Dr. Michael Schieble (Vorsitzender), Kirsten Lange (bis 24. Juni 2024), Dr. Christian Diekmann (seit 24. Juni 2024) und Nikolaus Wiegand (seit 24. Juni 2024) zusammen, zum M&A-Ausschuss gehören die Mitglieder Michel Galeazzi (Vorsitzender), Kirsten Lange (bis 24. Juni 2024), Freya Oehle und Dr. Christian Diekmann (seit 24. Juni 2024). Der Nominierungsausschuss besteht aus den Mitgliedern, Dr. Michael Schieble (Vorsitzender, bis 24. Juni 2024), Nikolaus Wiegand (Vorsitzender seit 24. Juni 2024) und Michel Galeazzi.
Bekenntnis zu den Prinzipien der Corporate Governance und Compliance
[Unterabschnitt wird vom Abschlussprüfer nicht geprüft]
Vorstand und Aufsichtsrat bekennen sich zu einer verantwortungsvollen Leitung und Überwachung des Unternehmens im Sinne der Prinzipien einer guten Corporate Governance. Die Grundsätze sind eine Voraussetzung für nachhaltigen Unternehmenserfolg und zentrale Richtschnur für das Verhalten im Geschäftsalltag der Blue Cap AG und ihrer Tochtergesellschaften. Vorstand und Aufsichtsrat sind davon überzeugt, dass eine gute Corporate Governance das Vertrauen der Geschäftspartner und Mitarbeitenden sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen stärkt. Sie erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und sichert auch das Vertrauen der Finanzpartner in das Unternehmen. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand einen gruppenweiten Verhaltenskodex (Code of Conduct) sowie eine Anti-Korruptions-Richtlinie implementiert. Diese enthalten Verhaltensgrundsätze, die sicherstellen sollen, dass die Geschäftsaktivitäten gruppenweit in Übereinstimmung mit Vorschriften, Richtlinien, Gesetzen und weiteren Prinzipien der Gruppe erfolgen.
1.5 Steuerung
Steuerungsfokus: Nachhaltige Wertschaffung sowie Steigerung von Umsatz und Ertrag
Auf der strategischen Ebene wird der Net Asset Value (NAV) zur Darstellung des Nettovermögenswerts der Blue Cap-Gruppe berechnet.
Die zentralen wirtschaftlichen Steuerungsgrößen leiten sich aus den strategischen Zielen der Gesellschaft ab. Diese sind konzernweit der Umsatz, die EBITDA-Marge bereinigt um nichtoperative Einflüsse (adjusted EBITDA-Marge) sowie der Nettoverschuldungsgrad. Auf Beteiligungsebene gehören zusätzlich der Cashflow, Investitionen sowie die Entwicklung des Auftragseingangs und des Working Capital zu den relevanten Steuerungskennzahlen.

Der Net Asset Value (NAV) entspricht dem, je nach Beteiligungsverhältnis, anteiligen Fair Value des Eigenkapitals der in den Segmenten enthaltenen Portfoliounternehmen abzüglich der Nettoverschuldung der Holding sowie dem Wert der Minderheitsbeteiligungen. Nähere Informationen zur Ermittlung des NAVs für das Geschäftsjahr finden sich im Wirtschaftsbericht im Abschnitt 2.2 unter "Net Asset Value der Segmente und des Konzerns".
Die auf Konzernebene relevanten wirtschaftlichen Kennzahlen Umsatz, adjusted EBITDA-Marge und Nettoverschuldungsgrad werden nach IFRS ermittelt. Die adjusted EBITDA-Marge errechnet sich aus dem Verhältnis des adjusted EBITDA zu der adjustierten Gesamtleistung. Dabei werden das EBITDA und die Gesamtleistung um außergewöhnliche, periodenfremde sowie sonstige Effekte aus Reorganisationsmaßnahmen und Einmaleffekte (Adjustments) bereinigt. Um die Übereinstimmung mit den für die Beteiligungsgesellschaften verwendeten Steuerungsgrößen zu gewährleisten, werden zudem die aus den Kaufpreisallokationen entstehenden Effekte (insbesondere Erträge aus "Bargain Purchase" und Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven) korrigiert. Der Cashflow wird unterteilt in den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit.
Die Nettoverschuldung entspricht dabei dem Saldo aus lang- und kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Der Nettoverschuldungsgrad (in Jahren) stellt die Nettoverschuldung im Verhältnis zum adjusted EBITDA dar.
Steuerungsprozesse: eng verzahnt
Die Blue Cap nimmt über die strategische und operative Begleitung der Unternehmen Einfluss auf deren Erfolg und damit auf die Wertentwicklung der Gruppe. Dazu ist das Steuerungssystem der Blue Cap eng verzahnt mit den detaillierten, auf das Tagesgeschäft bezogenen operativen Steuerungssystemen der Portfoliounternehmen.
Die Geschäftsplanungen der Portfoliounternehmen entstehen in einem iterativen Prozess zwischen den Beteiligungen und der Blue Cap. Der Planungsprozess wird durch einen Informationsaustausch zwischen den Geschäftsführungen der Portfoliounternehmen und dem Vorstand über die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung und Strategie eingeleitet. Die Gesellschaften entwickeln dann auf Basis der strategischen Grundlagen die detaillierten Unternehmensplanungen für einen Zeitraum von jeweils drei Jahren. Auf Basis dieses Austauschs mit den Geschäftsführungen und der Planungen der Portfoliounternehmen macht sich der Vorstand ein Gesamtbild der zu erwartenden Geschäftsentwicklung der Gruppe und erstellt eine konsolidierte Planung.
Die Beteiligungen informieren die Holding laufend über die wirtschaftliche Entwicklung in den Unternehmen und übermitteln monatliche Berichte bestehend aus Umsatz-, Ertrags-, Bilanz- und anderen Finanzkennzahlen, der Auftragsentwicklung, Risiken sowie weiteren spezifischen Themenbereichen. Das Beteiligungscontrolling der Blue Cap analysiert die Kennzahlen der Portfoliogesellschaften monatlich, gleicht diese mit den vorgegebenen Budgets ab und legt die Ergebnisse dem Vorstand vor. Parallel hierzu tauscht sich der Vorstand mit den Geschäftsführungen und dem Beteiligungsmanagement über die Entwicklung in den Portfoliogesellschaften sowie wichtige laufende Projekte aus. Auf dieser Basis erhält der Vorstand der Blue Cap einen regelmäßigen Überblick über die Geschäftsentwicklung der Beteiligungen sowie der Gruppe.
Der Vorstand steht im engen Dialog mit den Beteiligungen
Ein weiteres Steuerungsinstrument sind regelmäßige Sitzungen zwischen Vorstand, Beteiligungsmanagern sowie den Geschäftsführungen der jeweiligen Portfoliogesellschaften. In diesen Sitzungen werden wesentliche Entwicklungen wie wichtige Auftragsvergaben, strategische Investitionen oder Finanzierungen besprochen und Handlungsalternativen erörtert. Die Geschäftsführungen beobachten und analysieren zudem regelmäßig das jeweilige Markt- und Wettbewerbsumfeld und teilen ihre Erkenntnisse mit dem Vorstand.
Der Vorstand der Blue Cap ist auch in die Festlegung von Verbesserungs- und Wachstumsprogrammen eingebunden und wird regelmäßig über deren Umsetzungsstand und Ergebnisse informiert.
Im Rahmen des Beteiligungsgeschäfts ist der Vorstand in alle wesentlichen Kernprozesse bei der Auswahl und Prüfung von neuen Beteiligungsvorschlägen sowie der Verhandlung von Beteiligungskäufen und -verkäufen maßgeblich involviert.
1.6 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Bei den in den folgenden Abschnitten genannten Faktoren handelt es sich um Aspekte, die für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Gruppe von grundsätzlicher Bedeutung sind. Eine unmittelbare Einbindung dieser Faktoren mittels nichtfinanzieller Leistungsindikatoren in den Unternehmenssteuerungsprozess erfolgt nicht.
MITARBEITENDE
In der Gruppe: Zahl der Mitarbeitenden ist um rund 33 % gegenüber dem Vorjahr gesunken
Im Geschäftsjahr 2024 waren im Konzern durchschnittlich 829 (Vorjahr: 1.241) Mitarbeitende und 29 (Vorjahr: 38) Auszubildende beschäftigt. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Entkonsolidierung der Nokra Optische Prüftechnik GmbH und der Neschen Coating GmbH
Die Führung und Weiterentwicklung der Mitarbeitenden der Beteiligungsunternehmen obliegt den jeweiligen Geschäftsführungen. Die Holding unterstützt die Geschäftsführungen beim Recruiting und bei der Auswahl von Führungskräften und gibt zudem Impulse im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen und der Gestaltung tariflicher Vereinbarungen.
Die Unternehmen der Blue Cap-Gruppe legen großen Wert auf eine qualifizierte Ausbildung, um den langfristigen Bedarf an qualifiziertem Personal decken zu können und der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken.
In der Holding: ein erfahrenes Spezialisten-Team für eine wertschaffende Begleitung
Im Berichtsjahr beschäftigte die Blue Cap AG ohne Einbeziehung des Vorstands durchschnittlich 12 Mitarbeitende (Vorjahr: 13).
Der Vorstand ist überzeugt, dass zufriedene und gut qualifizierte Mitarbeitende ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Unternehmensgruppe sind. Die Blue Cap bietet ihren Beschäftigten daher ein flexibles und modernes Arbeitsumfeld, respektvollen Umgang sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Daneben gehören individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten, flache Hierarchien und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, zu weiteren Erfolgsmerkmalen der Blue Cap als attraktivem Arbeitgeber.
INNOVATION
Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit erfolgt in den Portfoliounternehmen und ist an den jeweiligen Marktanforderungen sowie dem individuellen Produktprogramm ausgerichtet. Innerhalb des Konzerns wird in jedem Unternehmen darauf geachtet, dass wachstumsunterstützende Entwicklungsziele formuliert und umgesetzt sowie Marktentwicklungen frühzeitig erkannt und im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Der Vorstand der Blue Cap ist davon überzeugt, dass nachhaltige Prozess- und Produktinnovationen den Erfolg der Beteiligungsunternehmen langfristig sichern. Daher werden Innovationsprojekte im Rahmen des jährlichen Planungsprozesses berücksichtigt, regelmäßig im Austausch mit den Geschäftsführungen besprochen sowie begleitet.
Im Bereich Plastics gehören zu den F&E-Tätigkeiten die Neu- und Weiterentwicklung von Kunststoffprodukten für die Bereiche Automotive und Packaging, die Nutzung neuer Systemtechnologien und Materialien sowie die Weiterentwicklung der Recyclingprozesse und -produkte. In diesem Rahmen werden bestehende Rezepturen in Bezug auf den Materialeinsatz und die Kosten optimiert, aber auch neue Rezepturen entwickelt.
Zu den Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Segment Adhesives & Coatings gehören insbesondere die Überarbeitung von Klebstoffrezepturen in Bezug auf Umweltverträglichkeit sowie Applikationsanforderungen, die Nutzung neuer Rohstoffe und die Entwicklung neuer Anwendungen sowie kundenindividueller Lösungen. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten bei der Planatol-Gruppe im Teilbereich Systemlösungen umfassen insbesondere die Modularisierung und Überarbeitung des Produktprogramms und den Einsatz neuer Techniken.
Im Segment Business Services arbeitet die HY-LINE-Gruppe in enger Abstimmung mit den jeweiligen Kunden am weiteren Ausbau des Produktportfolios im Bereich Systemlösungen und Services. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf den Bereichen Visualisierung (Display- und Touch-Technologie), kundenspezifische Lithium-Ionen-Batterien sowie Batteriesysteme. Um den hohen Anforderungen komplexer elektronischer Systeme gerecht zu werden, wurde z. B. für den Bereich Display-/Touch-Technologien ein spezialisiertes Team von Technikexperten und Projektmanagern aufgebaut. Dieses begleitet die Kunden von der Konzepterstellung bis zur Serienlieferung des finalen Produkts inklusive des Qualitätsmanagements.
Die Gesamtaufwendungen der fortgeführten Geschäftsbereiche für Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr im Konzern TEUR 1.429 (Vorjahr: TEUR 2.101). Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten, wie im Vorjahr, nur in unwesentlichem Umfang aktiviert.
Die planmäßigen Abschreibungen der fortgeführten Geschäftsbereiche auf selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich im Jahr 2024 insgesamt auf TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 0).
NACHHALTIGKEIT
[Unterabschnitt wird vom Abschlussprüfer nicht geprüft]
Die Blue Cap ist der Überzeugung, dass wirtschaftlicher Erfolg langfristig nur gelingt, wenn Nachhaltigkeitskriterien beim unternehmerischen Handeln berücksichtigt werden. Die Blue Cap-Gruppe bekennt sich daher ausdrücklich zu ihrer ökologischen, sozialen und ethischen Verantwortung. Seit 2020 ist daher Nachhaltigkeit als wesentlicher Bestandteil in der Unternehmensstrategie integriert. ESG-Kriterien sollen in allen Bereichen der Wertschöpfungskette der Blue Cap AG als auch der Portfoliounternehmen geprüft und berücksichtigt werden. Zu den wesentlichen Eckpfeilern der Nachhaltigkeitsstrategie der Gruppe gehören unter anderem:
| ― | Beteiligungserwerb: Einbeziehung von sozialen, ethischen, ökologischen sowie Governance-Aspekten im Rahmen der Beteiligungsprüfung und Identifikation von Verbesserungspotenzialen bei den Zielunternehmen |
| ― | Ausschlusskriterien: beim Portfolio keine Berücksichtigung von Branchen und Unternehmen, die gegen internationale Standards oder die Wertvorstellungen der Blue Cap verstoßen |
| ― | Austausch: regelmäßiger Dialog mit den Geschäftsführungen zu ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten in den Beteiligungen |
| ― | Optimierungsansatz: Identifikation und Implementierung von individuellen Verbesserungsmaßnahmen bei den Unternehmen |
Im Nachhaltigkeitsbericht 2023 gemäß dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) informiert die Blue Cap über die Strategie und die Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.
2.1 Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds
Weltwirtschaft mit stabiler Entwicklung im vergangenen Jahr, Deutschland weiterhin schwach1
Die Weltwirtschaft zeigte sich im vergangenen Jahr stabil und wuchs mit einer ähnlichen Dynamik wie 2023. Insbesondere die USA trugen mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum dazu bei, die schwächere Entwicklung in einigen europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich auszugleichen. So profitierte die US-Wirtschaft von einem starken privaten Konsum. In China hingegen blieb die Binnenkonjunktur trotz wirtschaftspolitischer Stützungsmaßnahmen schwach. Das von der chinesischen Regierung gesetzte Wachstumsziel von 5 % wurde vor allem dank eines starken Außenhandels gegen Jahresende erreicht. Im Euroraum setzte sich die Erholung dank Kaufkraftgewinnen und einer Belebung des privaten Konsums fort.
Im vierten Quartal 2024 belasteten wachsende Unsicherheiten über mögliche politische Kursänderungen in bedeutenden Volkswirtschaften, darunter die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und das Zerbrechen der Ampelkoalition in Deutschland, die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern. In den USA verlangsamte sich das Wachstum im vierten Quartal auf 0,6 %, nach 0,8 % im Vorquartal. Auch im Euroraum schwächte sich die Konjunktur weiter ab: Das Wirtschaftswachstum fiel im vierten Quartal auf 0,2 %, verglichen mit 0,4 % im dritten Quartal. Vor allem die schwache Entwicklung in Deutschland und Frankreich belastete die Gesamtwirtschaft.
Laut ifo Institut ergibt sich für das Jahr 2024 ein schwacher Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung um 2,8 % (Vorjahr: 2,9 %). Der BIP-Anstieg betrug in den Schwellenländern 4,7 % (Vorjahr: 5,0 %) und in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften 1,8 % (Vorjahr: 1,8 %). In den Vereinigten Staaten betrug der Anstieg der Wirtschaftsleistung im Jahr 2024 2,8 % (Vorjahr: 2,9 %), im Euroraum 0,8 % (Vorjahr: 0,5 %), im Vereinigten Königreich 0,9 % (Vorjahr: 0,4 %), in Japan 0,1 % (Vorjahr: 1,5 %) und in China von 5,0 % (Vorjahr: 5,2 %).
Das Bruttoinlandsprodukt sank in Deutschland im Jahr 2024 um 0,2 % (Vorjahr: -0,3 %). Die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftsbereiche verlief jedoch sehr unterschiedlich. Während das Baugewerbe und die Industrie weiterhin von einer tiefen Rezession geprägt waren, verzeichneten die öffentlichen Dienstleister ein deutliches Wachstum. In nahezu allen Branchen herrschte eine rückläufige Auftragslage. Weder die gestiegene Kaufkraft noch sinkende Zinsen konnten die inländische Nachfrage ankurbeln. Dies ist insbesondere auf die im vergangenen Jahr bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der geopolitischen Rahmenbedingungen und im weiteren Verlauf in Bezug auf die wirtschaftspolitische Ausrichtung in Deutschland zurückzuführen.
In Deutschland lag die Inflationsrate im Jahresmittel bei 2,2 %, was einer deutlichen Reduktion gegenüber 2023 entspricht (Vorjahr: 5,9 %). Trotz dieses Rückgangs und eines kräftigen Anstiegs des verfügbaren Haushaltseinkommen blieb eine umfassende wirtschaftliche Erholung in Deutschland aus.
1 Vgl. DIW Wochenbericht 11/2025, veröffentlicht am 14. März 2025, erreichbar unter https://www.diw.de/de/diw_01.c.941047.de/publikationen/wochenberichte/2025_11_2/diw-konjunkturprognose__politische_richtungswechsel_werden_spuren_hinterlassen.html und ifo DigitalKonjunkturprognose Frühjahr 2025, veröffentlicht am 17. März 2025, erreichbar unter: https://www.ifo.de/fakten/2025-03-17/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2025-deutsche-wirtschaft-steckt-fest.
Branchenumfeld: Private-Equity-Geschäftsklima trübt sich zum Jahresende stark ein2
Die Entwicklung in der deutschen Beteiligungsbranche lag in Bezug auf die Investitionen im abgelaufenen Jahr nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Kapitalbeteiligungsgesellschaften3 unter dem Vorjahr und deutlich unter den Rekordjahren 2019 bis 2021. So lag das Investitionsvolumen in Deutschland im Jahr 2024 bei rund EUR 11,3 Mrd. und sank damit um 13 % gegenüber dem Vorjahr (EUR 13,0 Mrd.). Insgesamt haben Beteiligungsgesellschaften im letzten Jahr 850 Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert (Vorjahr: 848).
Das Fundraising erhöhte sich im Vorjahresvergleich leicht auf EUR 6,3 Mrd. (Vorjahr: EUR 6,0 Mrd.). Von den neu eingeworbenen Mitteln entfiel mit 37 % (Vorjahr: 30 %) wieder ein größerer Anteil auf Venture-Capital-Fonds. 61 % (Vorjahr: 67 %) sind Buy-out-Fonds zuzurechnen. PE-Firmen mit dem Fokus Growth, Mezzanine und Generalisten hatten zusammen einen Anteil von 2 % (Vorjahr: 2 %) am Fundraising.
Buy-outs machten 49 % der Gesamtinvestitionen aus, nach 62 % im Vorjahr. Das Volumen sank deutlich auf EUR 5,5 Mrd. (Vorjahr: EUR 8,1 Mrd.). Die Venture-Capital-Investitionen beliefen sich auf rund 30 % der Gesamtinvestitionen (Vorjahr: 20 %) und lagen mit EUR 3,4 Mrd. absolut gesehen unter dem Vorjahr (EUR 2,6 Mrd.). Der Anteil der Wachstumsfinanzierungen (Growth) sowie Minderheitsbeteiligungen (Replacement, Turnaround) belief sich auf 21 % des Gesamtvolumens bzw. EUR 2,4 Mrd. und lag auf dem Niveau des Vorjahres (EUR 2,3 Mrd.).
Das Volumen der Beteiligungsverkäufe sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich, und zwar von EUR 4,5 Mrd. auf EUR 3,3 Mrd. Abgesehen von den sonstigen Beteiligungsverkäufen, die 2024 einen hohen Anteil von 30 % (Vorjahr: 4 %) ausmachten, waren Trade Sales mit einem Anteil von 30 % der wichtigste Exit-Kanal (Vorjahr: 38 %). Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften sind mit einem Anteil von 23 % deutlich zurückgegangen (Vorjahr: 38 %). Dahinter folgen Totalverluste mit 7 % (Vorjahr: 11 %) und Rückzahlungen von Vorzugsaktien sowie Darlehen und Mezzanine mit 5 % (Vorjahr: 4 %).
2 Vgl. kfw German Private Equity Barometer 4. Quartal 2024, veröffentlicht am 11. Februar 2025, erreichbar unter: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/KfW-Research/Economic-Research/Wirtschaftsindikatoren/German-Private-Equity-Barometer/PDF-Dateien/GPEB_Q4-2024.pdf.
3 Vgl. Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt 2024 (vorläufige Statistik), veröffentlicht am 12. März 2025, erreichbar unter: https://www.bvkap.de/files/content/statistik-deutschland/pdfs/20250312_BVK-Statistik_2024_Charts.pdf
Branchenumfeld: Deutsche Industrieproduktion im Jahr 2024 rückläufig4
Da die Blue Cap AG ihren Fokus auf industrienahe Unternehmen legt, beobachtet sie regelmäßig die Branchenentwicklung der Industrieproduktion. Die globale Industrieproduktion ist 2024 nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. moderat um 1,7 % gestiegen und blieb damit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (2,6 %). Während sich die weltweite Industriekonjunktur im Jahresverlauf verbesserte, war die Entwicklung in Europa und insbesondere in Deutschland rückläufig. In der EU sank die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 %. In Deutschland setzte sich die Schwäche der Industrie mit einem Produktionsrückgang von 4,6 % weiter fort. Besonders betroffen waren zentrale Industriebranchen: Die Elektroindustrie verzeichnete mit -9,5 % die stärksten Einbußen, der Fahrzeugbau schrumpfte um 7,2 %, der Maschinenbau um 7,9 %. Auf der anderen Seite konnte die chemische Industrie nach zwei schwachen Jahren leicht zulegen (+3,3 %), liegt aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019.
4 Vgl Industriebericht 01/2025 des BDI, veröffentlicht am 31.03.2025, erreichbar unter: https://issuu.com/bdi-berlin/docs/industriebericht_m_rz_2025
2.2 Entwicklung der Blue Cap-Gruppe
Net Asset Value der Segmente und des Konzerns
Die Blue Cap AG ermittelt halbjährlich den Net Asset Value (NAV) der Segmente und des Konzerns zur Darstellung der Entwicklung der Gruppe. Die Ermittlung des NAV orientiert sich an den Richtlinien der International Private Equity and Venture Capital Guidelines (IPEV-Guidelines).
Das Ziel besteht darin, die Portfoliounternehmen zum Bewertungsstichtag mit dem im Rahmen einer Transaktion erzielbaren Marktpreis ("Fair Value") zu bewerten. Um einen möglichst repräsentativen Fair Value zu ermitteln, wird in den IPEV-Guidelines empfohlen, mehrere Bewertungstechniken anzuwenden und die Ergebnisse gegenüberzustellen. Die Ermittlung des NAV erfolgt für die Beteiligungsunternehmen auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode und der relativen Bewertung mittels Bewertungsmultiples (Unternehmenswert/EBITDA). Aus der resultierenden Wertbandbreite wird im Anschluss der Wert bestimmt, der, als repräsentativ für den derzeit am Markt erzielbaren Preis beurteilt wird. Dabei wird berücksichtigt, dass Käufer in unserem Marktsegment relative Bewertungsmethoden präferieren. Zum Stichtag wie auch zum Vorjahresstichtag wurde basierend auf dieser Methodik für die Unternehmen im Portfolio der auf Basis des Multiple-Verfahrens ermittelte Unternehmenswert angesetzt.
Grundlage für das Discounted-Cashflow-Verfahren sind die verabschiedeten bzw. aktuellen Budgetplanungen der jeweiligen Portfoliounternehmen für die Jahre 2025 bis 2027 und deren Fortschreibung für die Jahre 2028 und 2029. Die Wachstumsraten nach dem Fünf-Jahres-Zeitraum zur Berechnung des Terminal Values wurden grundsätzlich mit 1,5 % (Vorjahr: 1,5 %) angenommen. Der Kapitalkostensatz WACC (Weighted Average Cost of Capital) wurde für jedes Portfoliounternehmen auf Basis individueller Peer Groups ermittelt und liegt in einer Bandbreite von 4,8-9,1 %.
Für die relative Bewertung auf Basis von Multiplikatoren wurden, basierend auf den erwarteten Finanzkennzahlen 2024 und den prognostizierten Finanzkennzahlen 2025 der Peer Group-Unternehmen, Bewertungsmultiples (Unternehmenswert/EBITDA) ermittelt. Diese wurden anschließend wegen der in der Regel kleineren Größe unserer Portfoliounternehmen mit einem Größen- und Profitabilitätsabschlag in Höhe von 0-25 % auf den jeweiligen Multiplen als Basis verwendet. Für die Ermittlung des maßgeblichen Unternehmenswerts wurde aus den Multiplewerten für die zurückliegenden zwölf Monate und für das folgende Planungsjahr (2025) ein Mittelwert gebildet. Dabei kamen bezogen auf das Entity-Multiples zwischen 3,4 und 15,8x für die Portfoliounternehmen zur Anwendung.
Unternehmen, für die ein Marktpreis aus einer kürzlich (bis zwölf Monate) abgeschlossenen Blue Capakquisition vorhanden ist, werden gemäß den IPEV-Guidelines mit diesem Kaufpreis berücksichtigt, sofern keine Anhaltspunkte für eine signifikante Wertänderung vorliegen. Das war im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht relevant.
Zum 31. Dezember 2024 beträgt der NAV der Geschäftsbereiche (inklusive Minderheitsbeteiligung) EUR 90,5 Mio. und liegt damit EUR 22,8 Mio. unter dem Wert vom 31. Dezember 2023 (EUR 113,3 Mio.). Die Reduzierung gegenüber dem Halbjahreswert (30. Juni 2024: EUR 117,4 Mio.) ist insbesondere auf die Verkäufe von nokra und Neschen im September bzw. Oktober 2024 zurückzuführen. Dadurch reduzierte sich der NAV des Segments Adhesives & Coatings deutlich. Das Segment Others, in dem die nokra enthalten war, entfällt entsprechend. Zum anderen kam es zu einem sinkenden NAV im Geschäftsbereich Business Services, der sich insbesondere aus dem Rückgang der Ergebnisse bei HY-LINE und Transline ergibt. Im Geschäftsbereich Plastics erhöhte sich der NAV aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung von con-pearl und H+E spürbar. Die Verkaufserlöse aus den beiden Exits führten zu einem signifikanten Anstieg des Net Cashs auf EUR 26,8 Mio. In Summe ergibt sich ein NAV der Gruppe von EUR 120,25 Mio. leicht über dem Wert zum 30. Juni 2024 (EUR 115,3 Mio.) sowie zum 31. Dezember 2023 (EUR 112,3 Mio.).
Indikativer Net Asset Value der Gruppe (zum 31. Dezember 2024)
EUR Mio.
| 31.12.2024 | 30.06.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|---|
| NAV der Segmente | 79,9 | 108,4 | 101,2 |
| Plastics | 58,1 | 47,8 | 35,6 |
| Adhesives & Coatings | 2,1 | 34,5 | 33,3 |
| Business Services | 19,7 | 25,3 | 31,5 |
| Others | 0 | 0,8 | 0,8 |
| NAV der Minderheitsbeteiligungen | 10,6 | 9,0 | 12,1 |
| Netto-Verschuldung (-) / Kassenbestand Blue Cap AG (+) | 26,79 | -2,1 | -0,9 |
| Indikativer NAV der Gruppe | 120,2 | 115,3 | 112,3 |
Im NAV zum 31. Dezember 2023 und zum 30. Juni 2024 sind jeweils die zwischenzeitlich veräußerten Unternehmen nokra und Neschen enthalten. Der NAV zum 30. Juni 2024 und der zum 31. Dezember 2024 ist zudem um die im Juni 2024 ausgezahlte Dividende in Höhe von EUR 2,9 Mio. werterhöhend adjustiert, wohingegen der NAV zum 31. Dezember 2023 ohne Dividende berechnet war.
ZUSAMMENFASSENDE ERLÄUTERUNG DER UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR
| Ist 2023* | Prognose 2024 (Basis Lagebericht 2023) | Prognose Anpassung (Verkauf nokra u. Neschen**) | Ist 2024* | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz (EUR Mio.) | 218,7 | 270-290 | 200-220 | 205,9 |
| Adjusted EBITDA-Marge in % der Gesamtleistung adjusted | 8,2 | 8,5-9,5 | 9,5-10,5 | 9,9 |
| Nettoverschuldungsgrad | 2,5 | ≤3,5 | ≤3,5 | 0,9 |
* auf Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche
** Prognoseanpassung wurde durch den Verkauf von Neschen ausgelöst
Die ursprüngliche Budgetplanung 2024 für die Blue Cap-Gruppe wurde im Dezember 2023 auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Konzernzusammensetzung (inklusive der zwischenzeitlich veräußerten Unternehmen nokra und Neschen) verabschiedet und sah einen Konzernumsatz leicht über dem Vorjahr (EUR 270-290 Mio.) bei einer operativen Ergebnismarge (adjusted EBITDA-Marge) über der des Vorjahres (8,5-9,5 %) vor.
Die Prognose wurde am 07. Oktober 2024 im Zuge der Bekanntgabe des Verkaufs von Neschen aktualisiert und auf die fortgeführten Geschäftsbereiche angepasst. Die adjusted EBITDA-Marge wurde von 8,5-9,5 % auf 9,5-10,5 % angehoben, während die Umsatzprognose auf EUR 200-220 Mio. angepasst wurde (zuvor: EUR 270-290 Mio.).
Die finalen Konzernzahlen liegen im Bereich der letzten Prognose. So sank der Konzernumsatz in einem herausfordernden Umfeld gegenüber dem Vorjahreswert um 5,9 % auf EUR 205,9 Mio. (Vorjahr: EUR 218,7 Mio.) und liegt damit im unteren mittleren Bereich der erwarteten (angepassten) Umsatzspanne. Das adjusted EBITDA erhöhte sich auf EUR 20,7 Mio. (+15,6 % gegenüber Vorjahr, Vorjahr: EUR 17,9 Mio.). Dies entspricht einer Marge von 9,9 % (Vorjahr: 8,2 %), die im mittleren Bereich der zuletzt erwarteten Bandbreite von 9,5-10,5 % liegt.
Im September2024 wurde das Unternehmen nokra entkonsolidiert, Neschen folgte im Oktober 2024. Der Beitrag zum Konzernergebnis vor Steuern von nokra bis zur Entkonsolidierung betrug im Jahr 2024 TEUR -583 (Vorjahr: TEUR -12). Der Beitrag zum Konzernergebnis vor Steuern von Neschen bis zur Entkonsolidierung belief sich 2024 auf TEUR 2.135 (Vorjahr: TEUR -16). Die nicht mehr unter den fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesenen Umsatzerlöse betrugen 2024 anteilig TEUR 39.517 (Vorjahr: TEUR 81.355).
Im Geschäftsjahr konnte die Blue Cap-Gruppe insbesondere von der positiven Entwicklung im Segment Plastics profitieren. Vor allem con-pearl konnte dank eines hohen Auftragsbestands in den USA Umsatz und Ergebnis im Vorjahresvergleich stark ausweiten. Auch H+E entwickelte sich vor dem Hintergrund der schwierigen Situation in der Automobilbranche sehr stabil und besser als erwartet. Gegenläufig hingegen wirkten bei einigen Beteiligungen reduzierte Abrufe, verschobene Projekte und die allgemeine Zurückhaltung auf der Kundenseite in einem wirtschaftlich eher schwachen Umfeld. Besonders deutlich wirkten sich diese Effekte in den Segmenten Business Services und Adhesives & Coatings aus.
Der Nettoverschuldungsgrad befand sich mit 0,9 Jahren (31.12.2023: 2,7 unter Beschränkung der Nettofinanzverschuldung auf die fortgeführten Geschäftsbereiche) weiterhin deutlich innerhalb des angestrebten Bereichs von weniger als 3,5 Jahren. Außerdem konnte die Nettofinanzverschuldung bezogen auf den Vergleichsstichtag 31. Dezember 2023 von EUR 58,9 Mio. auf EUR 18,9 Mio. verringert werden, was maßgeblich auf den Zahlungsmittelzufluss aus den beiden Verkäufen während des Geschäftsjahres und geringere langfristige Finanzschulden zurückzuführen ist.
Insgesamt ist der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung 2024 zufrieden. In einem herausfordernden Umfeld entwickelte sich die Blue Cap AG robust, was sich auch in der leichten Steigerung des NAV zeigt. Die Entwicklung von Umsatz und adjusted EBITDA-Marge kann vor diesem Hintergrund als gut bezeichnet werden und zeigt die Stabilität des diversifizierten Portfolios.
Ertragsentwicklung
Leichter Rückgang bei Umsatz und Ergebnis
Der Konzernumsatz der Blue Cap-Gruppe verringert sich 2024 gegenüber dem Vorjahr um 5,9% bzw. TEUR 12.817 auf TEUR 205.897. Der Rückgang ist insbesondere auf das allgemein wirtschaftlich schwache Umfeld zurückzuführen. Insbesondere HY-LINE und Transline verzeichneten, im Vergleich zum Vorjahr, einen Rückgang bei Umsatz und Marge, der auch durch die positive Entwicklung seitens con-pearl nicht kompensiert werden konnte.
| * | 2024 | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|
| Umsatz nach Jahren | 205.897 | 218.714 | 230.783 |
| Umsatz nach Regionen | |||
| Deutschland | 111.426 | 138.105 | 136.307 |
| übriges Europa | 58.187 | 58.270 | 51.085 |
| Drittland | 36.284 | 22.339 | 43.391 |
* fortgeführte Geschäftsbereiche
In der Verteilung des Konzernumsatzes entfallen auf den deutschen Markt 54,1 % bzw. TEUR 111.426 (Vorjahr: 63,1 % bzw. TEUR 138.105), auf das übrige Europa 28,3 % bzw. TEUR 58.187 (Vorjahr: 26,6 % bzw. TEUR 58.270) und auf Drittländer 17,6 % bzw. TEUR 36.284 (Vorjahr: 10,2 % bzw. TEUR 22.339).
Die sonstigen Erträge betragen TEUR 4.109 (Vorjahr: TEUR 5.122) und enthalten im Wesentlichen Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 274 (Vorjahr: TEUR 814), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 752 (Vorjahr: TEUR 1.587), Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von TEUR 1.022 (Vorjahr: TEUR 1.045) sowie Erlöse aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von TEUR 335 (Vorjahr: TEUR 220).
Die Gesamtleistung des Konzerns beträgt im Jahr 2024 TEUR 209.821 und liegt damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (TEUR 222.318).
Die Materialeinsatzquote bewegt sich mit 48,9% der Gesamtleistung unter dem Vorjahr (53,5 %). Gründe hierfür waren bessere Einkaufskonditionen, welche nicht an den Kunden weitergegeben wurden, sowie ein höherer Anteil der eigenen Wertschöpfung. Die Rohergebnisquote liegt für das Berichtsjahr bei 51,1 % (Vorjahr: 46,5 %) und das Rohergebnis, das die Differenz zwischen der Gesamtleistung und dem Materialeinsatz darstellt, bei TEUR 107.158 (Vorjahr: TEUR 103.365).
Die Personalaufwendungen lagen im Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr bei TEUR 54.086 (Vorjahr: TEUR 52.686) und betragen im Verhältnis 25,8 % (Vorjahr: 23,7 %) der Gesamtleistung. Die Abschreibungen belaufen sich auf TEUR 15.776 (Vorjahr: TEUR 17.066) bzw. 7,5 % (Vorjahr: 7,7 %) der Gesamtleistung. Die sonstigen Aufwendungen haben um TEUR 1.506 auf TEUR 35.125 zugenommen und waren mit 16,7 % der Gesamtleistung leicht über dem Vorjahr (15,1 %). Hintergrund der gestiegenen Personalkosten im Geschäftsjahr 2024 sind sowohl die Restrukturierungs- und Abfindungskosten sowie erfolgte Gehaltsanpassungen. Die Erhöhung der sonstigen Aufwendungen beruht im Wesentlich auf erhöhten Energieaufwendungen sowie Aufwendung für Zeitarbeit.
Das EBIT liegt im Geschäftsjahr 2024 bei TEUR 975 (Vorjahr: TEUR -7.820) und entspricht 0,5% (Vorjahr: -3,5 %) der Gesamtleistung. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr resultiert neben dem bereits um TEUR 886 höheren EBITDA aus um TEUR 1.290 geringeren planmäßigen und TEUR 3.956 geringeren außerplanmäßigen Abschreibungen, insbesondere auch des Geschäfts- oder Firmenwerts von Transline, sowie einem um TEUR 2.662 höheren Ergebnisbeitrag der Minderheitsbeteiligung INHECO. Das Finanzergebnis in Höhe von TEUR -3.545 (Vorjahr: TEUR -3.692) ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies liegt hauptsächlich an den Zinserträgen aus Festgeldanlage.
Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern (EBT) beträgt TEUR -2.608 (Vorjahr: TEUR -11.647). Während im Vorjahr ein Ertragsteueraufwand in Höhe von TEUR -2.269 erfasst wurde, fiel im Berichtszeitraum ein Ertrag aus Ertragsteuern in Höhe von TEUR 2.008 an, der überwiegend aus der positiven Veränderung latenter Steuern resultiert. Das Konzernergebnis nach Steuern (EAT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen beträgt demnach TEUR -600 (Vorjahr: TEUR -13.915). Das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche hat sich insbesondere aufgrund des Entkonsolidierungserfolgs von Nokra und Neschen in Höhe von TEUR 10.543 (Vorjahr für Uniplast-Knauer: TEUR -6.354) von TEUR -6.369 auf TEUR 12.827 erhöht. In Summe steht damit ein deutlich verbessertes Konzernjahresergebnis von TEUR 12.227 (Vorjahr TEUR - 20.284).*
* Der Verlust aus Entkonsolidierung wurde im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 wie im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 als sonstiger Aufwand berichtet. Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses und Lagerberichts für das Geschäftsjahr 2024 wurde dies nach den Vorschriften des IAS 8 behoben und der Ausweis im Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche richtiggestellt.
Adjusted EBITDA
Die Steuerung der Beteiligungsgesellschaften und damit auch des Konzerns erfolgt unter anderem durch die Ertragskennzahl adjusted EBITDA-Marge. Dabei wird die nach IFRS ermittelte Kennzahl EBITDA um außergewöhnliche, periodenfremde sowie sonstige Effekte aus Reorganisationsmaßnahmen und Einmaleffekte (Adjustments) bereinigt. Um die Übereinstimmung mit den für die Beteiligungsgesellschaften verwendeten Steuerungsgrößen zu gewährleisten, werden außerdem die aus den Kaufpreisallokationen entstehenden Effekte (insbesondere Erträge aus Bargain Purchases und Abschreibungen auf aufgedeckte stille Reserven) korrigiert.
Die Überleitung von dem in der IFRS-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten EBITDA auf das adjusted EBITDA wird nachfolgend dargestellt:
Überleitung vom berichteten EBITDA auf das adjusted EBITDA und adjusted EBIT des Konzerns
| in TEUR | FY 2024 | FY 2023 |
|---|---|---|
| EBITDA (IFRS) | 17.946 | 17.060 |
| Adjustments: | ||
| Erträge aus Anlagenabgängen | -274 | -814 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | -752 | -1.587 |
| sonstige nicht operative Erträge | -806 | -882 |
| Abgangsverluste Anlagevermögen | 1.008 | 33 |
| Aufwendungen aus Restrukturierung und Sanierung | 46 | 42 |
| Personalkosten im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen | 1.674 | 889 |
| Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit Akquisitionen und Personalmaßnahmen | 513 | 1.887 |
| sonstige nicht operative Aufwendungen | 1.321 | 1.278 |
| Adjusted EBITDA | 20.676 | 17.905 |
| Adjusted EBITDA-Marge in % in Gesamtleistung adjusted | 9,9% | 8,2% |
Die adjusted EBITDA-Marge beträgt im Berichtsjahr 9,9 % (Vorjahr: 8,2 %) der adjusted Gesamtleistung.
Die Gesamtleistung adjusted des Blue Cap-Konzerns leitet sich dabei wie folgt über:
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Gesamtleistung der fortgeführten Geschäftsbereiche | 209.821 | 222.318 |
| Adjustments | -1.831 | -3.282 |
| Davon Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen | -274 | -814 |
| Davon Erträge aus Auflösung von Rückstellungen | -752 | -1.587 |
| Davon sonstige Erträge | -806 | -882 |
| Gesamtleistung adjusted der fortgeführten Geschäftsbereiche | 207.990 | 219.035 |
Ergebnisentwicklung der Gruppe
| TEUR | 2024 | 2023 | 2022 |
|---|---|---|---|
| Adjusted EBITDA | 20.676 | 17.905 | 24.229 |
Umsatzentwicklung nach Segmenten (vor Konsolidierung und Umsätzen innerhalb des Blue Cap Konzerns)
| TEUR | 2024 | Anteil in % |
2023 | Anteil in % |
|---|---|---|---|---|
| Plastics | 111.797 | 53,5% | 95.523 | 43,0% |
| Adhesives & Coatings | 30.975 | 14,8% | 32.685 | 14,7% |
| Business Services | 63.143 | 30,2% | 90.359 | 40,7% |
| Others | 3.026 | 1,4% | 3.499 | 1,6% |
Ergebnisentwicklung nach Segmenten (vor Konsolidierung)
| TEUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| Adjusted EBITDA | 2024 | Anteil in % |
2023 | Anteil in % |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Plastics | 19.455 | 94,2 % | 11.581 | 62,3 % |
| Adhesives & Coatings | 1.150 | 5,6% | 1.112 | 6,0% |
| Business Services | 1.332 | 6,4% | 6.553 | 35,3% |
| Others | -1,276 | -6,2 % | 671 | 13,6% |
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der einzelnen Segmente hat sich in ihren Relationen und absolut insbesondere aufgrund der Auswirkungen des militärischen Konflikts in der Ukraine auf die Energiepreise sowie der Veränderungen in der Portfoliostruktur im Vergleich zum Vorjahr verändert. Weitere Informationen, unter anderem auch hinsichtlich der Investitionen auf Segmentebene, finden sich im Konzernanhang im Kapitel F, Segmentberichterstattung.
Das Segment Plastics stellt weiterhin wie auch im Vorjahr das umsatzstärkste Segment dar. Der Umsatzbeitrag des Segments Plastics ist von 43,0 % auf 53,5 % (bzw. von TEUR 95.523 auf TEUR 111.797) am Gesamtumsatz deutlich angestiegen. Zum einen konnte die con-pearl einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnen während die H+E zugleich das Umsatzniveau des Vorjahres, trotz einer weiterhin angespannten Marktsituation, halten konnte. Zum anderen erhöhte der Verkauf der Neschen-Gruppe den relativen Umsatzbeitrag des Segments Plastics. Im Vergleich zum Umsatz ist das adjusted EBITDA des Segments Plastics noch deutlicher angestiegen und stellte im Berichtsjahr mit 94,2 % (Vorjahr: 62,3 %) bzw. TEUR 19.455 (Vorjahr: TEUR 11.581) den Großteil des bereinigten EBITDA der Segmente dar. Dies ist insbesondere auf die sehr positive Umsatzentwicklung und deutlich erkennbare Margen-Verbesserung bei con-pearl zurückzuführen. Gleichzeitig konnte H+E, bei zum Vorjahr vergleichbarem Umsatzniveau, die Marge leicht steigern, was sich insgesamt positiv auf das adjusted EBITDA auswirkte.
Kennzahlen des Segments Plastics
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz (mit externen Dritten) | 111.797 | 95.523 | 17,0% |
| Adjusted EBITDA | 19.455 | 11.581 | 68,0% |
| Adjusted EBITDA-Marge in % der Gesamtleistung adjusted | 17,2% | 12,3% | 40,1% |
Das Segment Adhesives & Coatings war bei 14,8 % (Vorjahr: 14,7 %) bzw. TEUR 30.975 (Vorjahr: TEUR 32.685) des Gesamtumsatzes der Segmente. Das Segment trägt diesmal nicht mehr den zweithöchsten Anteil bei, was daran liegt, dass Neschen-Gruppe aus diesem Segment ausgeschieden ist. Planatol verzeichnete aufgrund der schwierigen Marktsituation und damit einhergehenden geringeren Auftragseingängen einen leichten Rückgang im Umsatz. Durch Kosteneinsparungen konnte dennoch das adjusted EBITDA und die EBITDA-Marge auf Vorjahres-Niveau gehalten werden. Bedingt durch die Verschiebungen zwischen den Segmenten, aufgrund des Wegfalls der Beiträge von Neschen sank der adjusted EBITDA-Anteil des Segments von 3,7 % auf 3,4%, obwohl es sich absolut von TEUR 1.114 auf TEUR 1.150 im Berichtsjahr erhöhte.
Kennzahlen des Segments Adhesives & Coatings
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz (mit externen Dritten) | 30.975 | 32.685 | -5,2% |
| Adjusted EBITDA | 1.150 | 1.114 | 3,4% |
| Adjusted EBITDA-Marge in % der Gesamtleistung adjusted | 3,7% | 3,4% | 11,2% |
Das Segments Business Services stellte im Geschäftsjahr mit 30,1 % (Vorjahr: 40,5 %) bzw. TEUR 63.143 (Vorjahr: TEUR 90.359) den zweithöchsten Anteil am Gesamtumsatz der Segmente der. Die Umsätze der HY-LINE-Gruppe waren im Geschäftsjahr 2024 marktbedingt signifikant rückläufig, was sich ebenso in einem deutlich geringeren adjusted EBITDA niederschlägt. Auch bei der Transline-Gruppe kam es zu wesentlich geringeren Umsätzen und einem starken Rückgang des adjusted EBITDA. Hier liegt der Grund in den zurückgegangenen Kundenaufträgen. Insgesamt trug der Bereich Business Services mit einem adjusted EBITDA in Höhe von TEUR 1.332 (Vorjahr TEUR 6.553) zum adjusted EBITDA der Segmente bei.
Kennzahlen des Segments Business Services
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz (mit externen Dritten) | 63.143 | 90.359 | -30,1% |
| Adjusted EBITDA | 1.332 | 6.553 | -79,7% |
| Adjusted EBITDA-Marge in % der Gesamtleistung adjusted | 2,1% | 7,2% | -71,0% |
Das Segment Others hatte einen Anteil von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 3.499) am Gesamtumsatz, da es nun nahezu ausschließlich aus der Blue Cap AG besteht, die keine Umsätze mit externen Dritten generiert. Das adjusted EBITDA des Segments belief sich im Berichtsjahr auf TEUR -1.276 (Vorjahr: TEUR -671). Die negative Entwicklung des Segments beruht auf dem Wegfall von nokra.
Kennzahlen des Segments Others
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz (mit externen Dritten) | 0 | 3.499 | <-100% |
| Adjusted EBITDA | -1.276 | -671 | <-100% |
| Adjusted EBITDA-Marge in % der Gesamtleistung adjusted | -41,8% | 18,8% | <-100% |
Finanz- und Vermögenslage
Grundzüge des Finanzmanagements
Das Finanzmanagement der Blue Cap AG fokussiert sich auf die Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital, die Steuerung von Finanzierungsrisiken sowie die laufende Prüfung der Finanzierungskonditionen. Ferner unterstützt die Blue Cap ihre Tochtergesellschaften bei der Verhandlung und der Aufnahme von neuen sowie der Verlängerung bestehender Finanzierungen.
Die Finanzierung der Portfoliogesellschaften wird auf Ebene der jeweiligen Firmen gesteuert und durch die Blue Cap AG beratend unterstützt. Ferner besteht auch kein zentrales Cash-Pooling in der Gruppe.
Die Blue Cap AG verfügt über langjährige und vertrauensvolle Verbindungen zu deutschen und ausländischen Finanzinstituten, um Neu- und Umfinanzierungen bedarfsgerecht umsetzen zu können. Daraus ergeben sich auch Synergieeffekte, von denen die Beteiligungen durch ihre Zugehörigkeit zum Blue Cap-Konzern profitieren können.
Auf alternative Finanzierungsinstrumente wie Leasing und Factoring wird in den Beteiligungen dann zurückgegriffen, falls diese Finanzierungsformen sinnvoller als eine Kreditfinanzierung erscheinen.
Finanzierungsanalyse
Im Geschäftsjahr 2024 hat die Blue Cap-Gruppe den Kapitalbedarf aus den zum Beginn des Geschäftsjahres bestehenden liquiden Mitteln, aufgenommenen Krediten sowie dem operativen Cashflow gedeckt. Die zwei Unternehmensverkäufe des Geschäftsjahrs resultieren in einem entsprechenden Liquiditätspolster. Wesentliche Finanzmittel bestanden dabei in Form von langfristigen und revolvierenden Krediten sowie Leasing- und Factoring-Finanzierungen. Im Einzelfall hat die Blue Cap AG ihre Tochtergesellschaften zudem mit konzerninternen Finanzierungen unterstützt.
Die Leasingfinanzierung schlägt sich wie folgt in der Konzernbilanz nieder: Die Nutzungsrechte aus Leasing/Miete betrugen zum 31. Dezember 2024 TEUR 15.146 (Vorjahr: TEUR 21.436). Dem stehen Finanzschulden aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 15.479 (Vorjahr: TEUR 22.522) gegenüber.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren zum Bilanzstichtag bei TEUR 59.402 (Vorjahr: TEUR 75.083), die überwiegend in Euro abgeschlossen sind. Fremdwährungskredite bestanden in geringem Umfang in US-Dollar in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 12) und in Schweizer Franken in Höhe von TEUR 266 (Vorjahr: TEUR 83). Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen aus Annuitäten-, Tilgungs- und endfälligen Darlehen mit einer Zinsbandbreite von 1,2 % bis 6,8 % (Vorjahr: 1,2 % bis 6,8 %). Der über das Kreditvolumen gewichtete Durchschnittszinssatz beläuft sich auf 5,8 % (Vorjahr: 3,5 %). Die über das Kreditvolumen gewichtete Restlaufzeit der wesentlichen Darlehen beläuft sich auf vier Jahre. Die nicht ausgenutzten Kreditlinien lagen bei TEUR 11. 275 (Vorjahr: TEUR 15.290).
Die Fremdmittelfinanzierungen bei Banken unterliegen marktüblichen Kreditbedingungen (Covenants), welche insbesondere die Einhaltung vorgegebener Finanzkennzahlen vorsehen. Die Nichteinhaltung solcher Covenants kann unter anderem das Recht zur Kündigung durch die Kreditgeber oder zur vorzeitigen Fälligstellung eines Kredits nach sich ziehen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Covenant der Beteiligungsholding der Transline Gruppe, Blue Cap 14 GmbH, aufgrund eines geringeren Geschäftsvolumens nicht eingehalten werden. Nach Verhandlungen mit der finanzierenden Bank und dem Minderheitsgesellschafter der Blue Cap 14 GmbH erwarb die Blue Cap AG im 1. Quartal 2025 sowohl die Darlehensforderungen der Bank gegen die Blue Cap 14 GmbH mit einem signifikanten Abschlag auf die bestehende Restvaluta als auch sämtliche Anteile des bisherigen Minderheitsgesellschafters. Somit konnte die Fremdverschuldung des Konzerns signifikant verringert werden, zudem hält die Blue Cap AG nun unmittelbar und mittelbar 100 % der Anteile an der Blue Cap 14 GmbH. Aufgrund der breit aufgestellten Finanzierungsstruktur wird von einer Einhaltung aller Covenants des Konzerns im neuen Geschäftsjahr ausgegangen.
Finanzlage
Kapitalflussrechnung (Kurz)
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 12.997 | 14.730 | > -11,8 % |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | 27.920 | 9.915 | > 100,0 % |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -20.065 | -24.817 | > -19,1 % |
| Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 482 | -75 | > 100,0 % |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 29.573 | 29.819 | -0,8 % |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 50.907 | 29.573 | 72,1 % |
Herleitung des Cashflows
Im Geschäftsjahr 2024 betrug der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit TEUR 12.997 (Vorjahr: TEUR 14.730), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit TEUR 27.920 (Vorjahr: TEUR 9.915) und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit TEUR -20.065 (Vorjahr: TEUR -24.817).
Der Rückgang des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen in hohen Ertragssteuerzahlungen in Höhe von insgesamt TEUR -6.220 (Vorjahr: TEUR -2.499) sowie der Veränderung des Net Working Capital begründet. Das deutlich über dem Vorjahr liegende Periodenergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche von TEUR -600 (Vorjahr TEUR -13.915) konnte dies aufgrund hoher zahlungsunwirksamer Ergebnisbelastungen im Vorjahr, insbesondere Wertminderungen, sowie hoher zahlungsunwirksamer Ergebnisentlastungen im Geschäftsjahr, insbesondere im Ertragsteueraufwand, nicht kompensieren.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist von TEUR 9.915 auf TEUR 27.920 gestiegen. Der Mittelzufluss resultiert im Wesentlichen aus den Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis (Verkauf Neschen und Nokra) in Höhe von 32.278 (Vorjahr für Knauer-Uniplast: TEUR 11.804). Gegenläufig wirken vor allem Auszahlungen aus Investitionen in Sachanlagen in Höhe von TEUR -5.094 (Vorjahr: TEUR -4.666) und in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR -1.818 (Vorjahr: TEUR -402). Des Weiteren fielen die Einzahlungen aus Anlageabgängen niedriger aus.
Die Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit betrugen im Geschäftsjahr 2024 TEUR -20.065 (Vorjahr: TEUR -24.817) und resultierten im Wesentlichen aus Auszahlungen für die Tilgung von Krediten in Höhe von -6.122 (Vorjahr: -13.016), der Dividende für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR -2.916 (Vorjahr: TEUR -1.987), der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -6.194 (Vorjahr: TEUR -6.375) sowie den gezahlten Zinsen in Höhe von TEUR -4.705 (Vorjahr: TEUR -4.690).
Insgesamt führte dies zu einer zahlungswirksamen Zunahme des Finanzmittelfonds von TEUR 20.852 (Vorjahr: TEUR -171). Unter Berücksichtigung der wechselkursbedingten Änderungen des Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 482 (Vorjahr: TEUR -75) errechnet sich zum Konzerngeschäftsjahresende ein positiver Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 50.907 (Vorjahr: TEUR 29.573), der Zahlungsmittel unter Abzug von Kontokorrentverbindlichkeiten umfasst.
Zum 31. Dezember 2024 bestehen freie Kreditlinien in Höhe von TEUR 11.275 (Vorjahr: TEUR 15.290). Zusammen mit dem Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 58.581 (Vorjahr: TEUR 38.614) ergibt sich somit zum Jahresende 2024 ein Finanzmittelbestand inklusive freier Kreditlinien in Höhe von TEUR 74.931 (Vorjahr: TEUR 53.905). Der Konzern war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Vermögenslage
| Eckdaten Konzernbilanz TEUR |
31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Aktiva | 215.997 | 243.904 | -11,4% |
| Langfristige Vermögenswerte | 109.525 | 134.172 | -18,4% |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 106.471 | 109.732 | -3,0% |
| Passiva | 215.997 | 243.904 | -11,4% |
| Eigenkapital | 97.210 | 87.254 | 11,4% |
| Langfristiges Fremdkapital | 54.379 | 92.740 | -41,4% |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 64.408 | 63.911 | 0,8% |
WORKING CAPITAL
Net Working Capital (inkl. Vertragsvermögenswerte/-verbindlichkeiten)
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Vorratsvermögen | 18.695 | 28.784 | -35,1% |
| + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 15.633 | 26.954 | -42,0% |
| + Vertragsvermögenswerte | 9.561 | 7.899 | 21,0% |
| - Vertragsverbindlichkeiten | -58 | -627 | -90,8% |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -12.299 | -15.748 | -21,9% |
| \= Net Working Capital | 31.532 | 47.263 | -33,3% |
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Langfristige Finanzschulden | 25.562 | 53.345 | -52,5% |
| + Kurzfristige Finanzschulden | 33.840 | 21.738 | 55,5% |
| - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -55.981 | -38.614 | 53,4% |
| \= Nettofinanzverschuldung (ohne Leasing) | 3.421 | 36.469 | -97,7% |
| + Leasingverbindlichkeiten | 15.479 | 22.522 | -31,3% |
| \= Nettofinanzverschuldung (inkl. Leasing) | 18.899 | 58.991 | -68,0% |
INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Investitionen | -7.312 | -16.485 | -55,6% |
| davon in immaterielle Vermögenswerte | 0 | -1.681 | -89,6% |
| davon in Sachanlagen | -7.137 | -14.803 | -51,8% |
| Abschreibungen | -15.776 | -17.066 | -7,6% |
| davon immaterielle Vermögenswerte | -5.154 | -6.145 | -16,1% |
| davon Sachanlagen (ohne Leasing) | -4.594 | -5.104 | -10,0% |
| davon Leasingnutzungsrechte | -6.029 | -5.817 | 3,6% |
Die Bilanzsumme des Konzerns beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 215.997 und lag um TEUR 27.935 bzw. 11,4% unter der des Vorjahres (TEUR 243.904).
Die langfristigen Vermögenswerte erreichten TEUR 109.525 (Vorjahr: TEUR 134.172) bzw. 50,7 % (Vorjahr: 55,0 %) der Bilanzsumme und werden weiterhin durch das Sachanlagevermögen dominiert, das im Vorjahresvergleich um TEUR 17.002 auf TEUR 44.885 bzw. 20,8 % (Vorjahr: 25,4 %) der Bilanzsumme abgenommen hat. Der Rückgang geht im Wesentlichen auf reguläre Abschreibungen und den Abgang zweier Beteiligungen zurück. Der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte um TEUR 5.504 auf TEUR 28.032 bzw. 13,0 % (Vorjahr: 13,2 %) der Bilanzsumme beruht im Wesentlichen auf laufenden Abschreibungen.
Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken nur leicht von TEUR 109.732 bzw. 45,0 % auf TEUR 106.471bzw. 49,3 % der Bilanzsumme, verursacht im Wesentlichen durch die Entkonsolidierung der Neschen Gruppe und der nokra GmbH. Gegenläufig wirkte die verkaufsbedingte Erhöhung der Finanzmittel. Der Anteil der Vorräte (TEUR 18.695, Vorjahr: TEUR 28.784) beläuft sich auf 8,7 % (Vorjahr: 11,8 %), der der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 15.633, Vorjahr: TEUR 26.954) auf 7,2 % (Vorjahr: 11,1 %), der der Vertragsvermögenswerte (TEUR 9.561, Vorjahr: TEUR 7.899) auf 4,4 % (Vorjahr: 3,2 %) und der der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (TEUR 55.981, Vorjahr: TEUR 38.614) auf 25,9 % (Vorjahr: 15,8 %) der Bilanzsumme.
Der Anteil des Eigenkapitals mit TEUR 97.210 (Vorjahr: TEUR 87.254) am Gesamtkapital betrug zum Bilanzstichtag 45,0 % (Vorjahr: 35,8 %). Die Erhöhung ist durch das positive Jahresergebnis verursacht. Gegenläufig wirkte die Zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR 2.916 (Vorjahr: TEUR 3.957). Die nicht beherrschenden Anteile betragen TEUR 2.108 (Vorjahr: TEUR 4.970) des Eigenkapitals.
Die langfristigen Schulden sind um TEUR 38.361 auf TEUR 54.379 bzw. 25,2 % (Vorjahr: 38,0 %) des Gesamtkapitals insbesondere einerseits aufgrund der Entkonsolidierung der Neschen-Gruppe sowie der nokra GmbH und andererseits einer Umgliederung eines Bankdarlehens in die kurzfristigen Verbindlichkeiten zurückgegangen. Diese bestehen aus langfristigen Finanzschulden gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 25 (Vorjahr: TEUR 53.345) bzw. 15,8 % (Vorjahr: 21,9 %), Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 5.402 (Vorjahr: TEUR 5.374) bzw. 2,5 % (Vorjahr: 2,2 %), langfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 8.733 (Vorjahr: TEUR 14.770) bzw. 4,0 % (Vorjahr: 6,1 %), latenten Steuerschulden in Höhe von TEUR 7.887 (Vorjahr: TEUR 12.867) bzw. 3,7 % (Vorjahr: 5,3 %) sowie aus sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen in Höhe von TEUR 6.794 (Vorjahr: TEUR 6.384) bzw. 3,2 % (Vorjahr: 2,6 %) der Bilanzsumme.
Die kurzfristigen Schulden sind um TEUR 497 auf TEUR 64.408 bzw. 29,8 % (Vorjahr: 26,2 %) des Gesamtkapitals gestiegen. Bei den kurzfristigen Schulden gehören insbesondere die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit TEUR 33.840 (Vorjahr: TEUR 21.738) bzw. 15,7 % (Vorjahr: 8,9 %), die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 12.299 (Vorjahr: TEUR 15.748) bzw. 5,7 % (Vorjahr: 6,5 %), sonstige kurzfristige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten mit TEUR 5.137 (Vorjahr: TEUR 7.927) bzw. 2,4 % (Vorjahr: 3,3 %), kurzfristige Leasingverbindlichkeiten mit TEUR 6.746 (Vorjahr: TEUR 7.752) sowie sonstige kurzfristige Rückstellungen mit TEUR 1.903 (Vorjahr: TEUR 1.819) bzw. 0,9 % (Vorjahr: 0,8 %) am Gesamtkapital zu den wesentlichen Positionen.
2.3 Wirtschaftliche Entwicklung der Blue Cap AG
Die Blue Cap AG als Einzelgesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2024, bezogen auf die Vergleichsperiode, ihren Umsatz (aus konzerninternen Kostenumlagen) nicht steigern. Das adjusted EBITDA verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von TEUR -739 auf TEUR -1.273, darüber hinaus konnten zudem die Planwerte für den Umsatz (TEUR 4.002) und das adjusted EBITDA (TEUR -271) im Geschäftsjahr 2024 nicht ganz erreicht werden.
Ertragslage der Blue Cap AG (HGB)
| 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.758 | 4.283 | 12,3% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 23.507 | 420 | > 100,0 |
| Gesamtleistung | 27.265 | 4.703 | > 100,0 |
| Rohertrag | 27.265 | 4.703 | > 100,0 |
| Personalaufwand | -2.906 | -2.620 | 10,9% |
| Abschreibungen | -111 | -95 | 16,8% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -3.805 | -9.970 | 61,9% |
| Betriebsergebnis | 20.443 | -7.982 | 356,4% |
| Gewinne aus Gewinnabführungsverträgen | 0 | 50 | 100,0% |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 1.645 | 1.405 | 17,1% |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 632 | 37 | > 100,0 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen | 0 | -1.238 | 100,0% |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | -6.619 | -1.800 | > 100,0 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -713 | -772 | 5,7% |
| Finanzergebnis | -5.055 | -2.318 | > 100,0 |
| Ergebnis vor Steuern | 15.388 | -10.300 | 249,4% |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -558 | 153 | 464,3% |
| Ergebnis nach Steuern | 14.830 | -10.147 | -246,2% |
| Sonstige Steuern | -1 | -1 | 12,8% |
| Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) | 14.829 | -10.148 | -246,2% |
| Gewinnvortrag | 30.652 | 43.716 | 29,9% |
| Bilanzgewinn | 45.481 | 33.568 | 35,5% |
Die Blue Cap AG hat im Wesentlichen aufgrund der als Beteiligungsgesellschaft erbrachten Dienstleistungen Umsatzerlöse im Inland in Höhe von insgesamt TEUR 3.758 (Vorjahr: TEUR 4.283) erzielt. Der Rückgang basiert auf dem Wegfall der Dienstleistungen für nokra und die Neschen-Gruppe.
Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 23.507 (Vorjahr: TEUR 420) waren Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen aufgrund des Verkaufs von nokra und der Neschen-Gruppe in Höhe von TEUR 23.358 (Vorjahr: TEUR 0), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 86 (Vorjahr: TEUR 227), Erträge aus Sachbezügen in Höhe von TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 40) und übrige Erträge in Höhe von TEUR 48 (Vorjahr: TEUR 152) erfasst.
Die Gesamtleistung der Blue Cap AG lag im Jahr 2024 bei TEUR 27.265 (Vorjahr: TEUR 4.703). Wie auch im Vorjahr sind im Berichtsjahr keine Aufwendungen für bezogene Leistungen angefallen, sodass das Rohergebnis TEUR 27.265 (Vorjahr: TEUR 4.703) betrug.
Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um TEUR 285 gestiegen und beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 2.906. Die Abschreibungen sind um TEUR 16 auf TEUR 111 gestiegen. Die Veränderung resultiert aus höheren Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter sowie Gebäude. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf TEUR 3.805 (Vorjahr: TEUR 9.970). Das Vorjahr wurde hierbei durch außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.484 belastet, wohingegen im Geschäftsjahr 2024 nur TEUR 705 angefallen sind. In den außerordentlichen Aufwendungen des Vorjahres ist dabei im Wesentlichen der Veräußerungsverlust aus dem Verkauf der Knauer Uniplast - Gruppe in Höhe von TEUR -7.351 enthalten gewesen.
Das Betriebsergebnis war im Geschäftsjahr 2024 bei TEUR 20.443 (Vorjahr: TEUR -7.982). Dabei wurde das Ergebnis des Geschäftsjahres insbesondere durch die höheren sonstigen betrieblichen Erträge, insbesondere aus dem Verkauf der Anteile an der Neschen Coating GmbH sowie der nokra GmbH, positiv beeinflusst.
Das Finanzergebnis betrug im Jahr 2024 TEUR -5.055 und war damit um TEUR 2.737 geringer als im Vorjahr (TEUR -2.318). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert primär aus einer Wertberichtigung auf ein Beteiligungsunternehmen. Dem gegenüber verzeichnete die Gesellschaft im Geschäftsjahr aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus sowie eines effizienten Liquiditätsmanagements deutlich höhere Zinserträge als in den Vorjahren.
In der Folge wurde im Geschäftsjahr 2024 ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 14.829 erzielt (Vorjahr: Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 10.148).
Finanz- und Vermögenslage der Blue Cap AG (HGB)
Eckdaten zur Bilanz
Aktiva
| TEUR | 2024 | 2023 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 47.248 | 61.682 | 23,4% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 4 | 45 | -91,7% |
| Sachanlagen | 197 | 233 | -15,2% |
| Finanzanlagen | 47.047 | 61.404 | 23,4% |
| Umlaufvermögen | 44.518 | 25.868 | 72,1% |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 1.386 | 17.796 | -92,2% |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 43.132 | 8.072 | > 100,0 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 103 | 63 | 64,6% |
| Bilanzsumme | 91.869 | 87.613 | 4,9% |
| Passiva | |||
| Eigenkapital | 68.040 | 56.122 | 21,2% |
| Gezeichnetes Kapital | 4.486 | 4.486 | 0,0% |
| Kapitalrücklage | 18.067 | 18.067 | 0,0% |
| Bilanzgewinn | 45.481 | 33.568 | 35,5% |
| Rückstellungen | 1.712 | 5.442 | -68,5% |
| Verbindlichkeiten | 22.122 | 26.049 | -15,1% |
| Bilanzsumme | 91.869 | 87.613 | 4,9% |
Die Bilanzsumme der Gesellschaft ist zum 31. Dezember 2024 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.256 auf TEUR 91.869 gestiegen. Das Anlagevermögen ist dabei deutlich um TEUR -14.434 gesunken und betrug TEUR 47.248 (Vorjahr: TEUR 61.682) bzw. 51,4 % (Vorjahr: 70,4 %) der Bilanzsumme. Das lag insbesondere am Verkauf der Anteile an der Neschen Coating GmbH sowie der nokra GmbH sowie an einer Wertberichtigung auf ein Beteiligungsunternehmen.
Das Umlaufvermögen lag zum Berichtsjahresende mit TEUR 44.518 über dem Vorjahr (TEUR 25.868) und betrug 48,5 % (Vorjahr: 29,5 %) der Bilanzsumme. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten haben sich von TEUR 8.072 auf TEUR 43.132 erhöht. Das lag im Wesentlichen an Einzahlungen im Zusammenhang mit der Veräußerung der Neschen Coating GmbH sowie der nokra GmbH. Zudem sind die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 16.410 auf TEUR 1.386 gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aufgrund der Verschmelzung der Blue Cap Asset Management auf die Blue Cap AG.
Das Eigenkapital lag zum 31. Dezember 2024 bei TEUR 68.035 (Vorjahr: TEUR 56.122). Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital beträgt somit 74,1 % (Vorjahr: 64,1 %).
Die langfristigen Schuldposten setzen sich aus den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr (TEUR 11.411, Vorjahr: TEUR 23.281) sowie den Rückstellungen für Pensionen (TEUR 455, Vorjahr: TEUR 492) zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese um TEUR 4.540 auf TEUR 10.952 gesunken und betragen somit 11,9 % (Vorjahr: 17,7 %) des Gesamtkapitals. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Umgliederung eines Bankdarlehens in Höhe von TEUR 8.000 von den langfristigen Verbindlichkeiten in die kurzfristigen Verbindlichkeiten zurückzuführen - als gegenläufiger Effekt haben sich die langfristigen Verbindlichkeiten im Zuge der Verschmelzung mit der Blue Cap Asset Management GmbH um TEUR 4.411 erhöht.
Die kurzfristigen Schuldposten sind insbesondere aufgrund des Anstiegs der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 2.767 auf TEUR 10.711bzw. von 3,2 % auf 11,7 % des Gesamtkapitals gestiegen. Gegenläufig wirkte sich für das Geschäftsjahr die Umgliederung eines Bankdarlehens aus, welches im Jahr 2024 von den langfristigen Verbindlichkeiten in die kurzfristigen Verbindlichkeiten umgegliedert wurde. Analog zu den langfristigen Schuldposten, haben sich auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten durch die Verschmelzung erhöht.
Das Working Capital entspricht dem kurzfristigen Umlaufvermögen (TEUR 44.518; Vorjahr: TEUR 25.868) zuzüglich den Rechnungsabgrenzungsposten (TEUR 103; Vorjahr: TEUR 63) abzüglich der kurzfristigen Schuldposten (TEUR 10.711, Vorjahr: TEUR 2.767). Insbesondere der Anstieg des kurzfristigen Umlaufvermögens führte dazu, dass das Working Capital von TEUR 23.164 auf TEUR 33.910 gestiegen ist.
Aufgrund des hohen Zahlungsmittelbestandes war die Blue Cap AG im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, Ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
3. Chancen und Risiken
Die Geschäftstätigkeit der Blue Cap AG und ihrer Portfoliounternehmen ist wie jede unternehmerische Aktivität mit Chancen sowie Risiken verbunden, deren Eintritt sich auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe auswirken kann. Das Risikomanagement der Blue Cap bildet dabei die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und mit diesen adäquat umzugehen. Aber auch Chancen werden in der Holding und den Beteiligungen analysiert und verfolgt. Damit soll der Vorstand der Blue Cap sowie die Geschäftsführer der Beteiligungen unterstützt werden, die gesetzten Unternehmensziele zu erreichen.
3.1 Chancenmanagement
Aktive Begleitung der Beteiligungen
Eine Chance für die Blue Cap Holding ergibt sich, durch die aktive Begleitung der Portfoliounternehmen in die nächste Wachstums- und Entwicklungsstufe. Vor diesem Hintergrund führt der Vorstand regelmäßig Managementkonferenzen mit den Geschäftsführungen und Schlüsselmitarbeitenden der Beteiligungen durch. Bei diesen werden wichtige beteiligungsübergreifende Themenstellungen diskutiert. Auch berichten die Geschäftsführungen von Markt- oder F&E-Trends in den jeweiligen Branchen.
Darüber hinaus finden in den Beteiligungen regelmäßig Veranstaltungen statt, an denen der Vorstand fallweise teilnimmt. Hierzu gehören u. a. Strategieworkshops und wichtige Vertriebsevents sowie Veranstaltungen im Zusammenhang mit laufenden Verbesserungs- und Wachstumsprojekten. Der Vorstand beschäftigt sich zudem mit globalen Trends und Wachstumstreibern, da diese ebenfalls Chancen für die strategische Weiterentwicklung der Gruppe darstellen. Hierzu zählen u. a. Trends aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, technischer Fortschritt sowie Weiterbildung und Gesundheit.
Die Blue Cap AG unterstützt ihre Beteiligungen auch bei der Analyse und Nutzung von Wachstumschancen durch Add-on-Akquisitionen. Dabei werden gemeinsam mit den Geschäftsführungen Zukaufoptionen analysiert und bewertet sowie Akquisitionsprozesse aus der Holding unterstützt.
Die beschriebenen Maßnahmen der aktiven Begleitung der Beteiligungsunternehmen zielen darauf ab, die Profitabilität der einzelnen Beteiligungen wiederherzustellen oder zu verbessern. Hierbei können die Maßnahmen auf Umsatzsteigerungen oder auf die Optimierung der Kostenstruktur abzielen, wodurch die Vermögens-. Finanz- und Ertragslage auf Ebene der Beteiligung verbessert wird und sich damit positiv auf das Konzernergebnis auswirkt.
Nutzung von Chancen durch die Portfoliounternehmen
Auf operativer Ebene werden Chancen von den Geschäftsführern und Führungskräften der Beteiligungsunternehmen vor Ort analysiert, bewertet und wahrgenommen. So werden auf Basis von Markt- und Wettbewerbsanalysen Vertriebschancen sowie Produktinnovationen und neue Anwendungsfelder von Produkten analysiert und bewertet. Auch im Rahmen der Prüfung des Einsatzes neuer Produktionstechnologien und -verfahren ergeben sich mögliche Chancen für die Beteiligungsunternehmen.
Weitere Chancen ergeben sich durch den Ausbau der Vertriebsstruktur und des Exportgeschäfts. Der Absatz und die Bekanntheit der Produkte im Segment Adhesives & Coatings können gesteigert werden, indem verstärkt neue Märkte in den Fokus genommen werden. Bestehende Märkte bieten ebenfalls Chancen, durch den verstärkten Einsatz von Marketingmaßnahmen sowie der Erweiterung von Anwendungsmöglichkeiten. Durch die Erweiterung des Produktportfolios im Segment Minderheit sowie die kundenspezifische Entwicklung von Produkten im Segment Business Services kann die Kundenbindung verbessert und der Absatz langfristig gesichert werden.
Ebenso bestehen Chancen durch die Digitalisierung. Technische Unterstützung von Prozessen kann Kosten und Risiken, wie beispielsweise bei der Personalbeschaffung, mindern.
Trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Herausforderungen bestehen auch Chancen durch Add-on-Akquisitionen, die den Marktanteil vergrößern und die Geschäftstätigkeit ausweiten.
Die genannten Chancen bieten dem Blue Cap-Konzern Möglichkeiten die sich positiv auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage auswirken können, indem der Absatz gesteigert oder gesichert wird, die fix Kostenstruktur optimiert wird und aufgrund der hieraus resultierenden Effekte das Adjusted EBITDA positiv beeinflusst wird.
3.2 Risikomanagement und IKS
Struktur des Internen Kontrollsystems
Das interne Kontrollsystem (IKS) der Blue Cap AG bzw. des Konzerns ist auf die Vermeidung oder Reduzierung von Risiken aller relevanten Geschäftsprozesse, einschließlich des Rechnungslegungsprozesses, durch den Einsatz von Kontrollinstrumenten ausgerichtet. Die Ausgestaltung und Sicherstellung der Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS liegt im Ermessen sowie in der Verantwortung des Vorstands und wird vom Aufsichtsrat bzw. vom Prüfungsausschuss überwacht. Ferner sind die Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften für den ordnungsgemäßen und fristgerechten Ablauf ihrer Rechnungslegung und aller relevanten Geschäftsprozesse verantwortlich.
Ziel des internen Kontrollsystems ist es zu gewährleisten, dass relevante Geschäftsprozesse im Einklang mit gesetzlichen Regelungen und internen Vorgaben sowie zudem die Rechnungslegung im Einklang mit den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung erfolgen. Der Konzernabschluss der Blue Cap AG wird dabei nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie diese in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Aufstellung des Jahresabschlusses der Blue Cap AG erfolgt nach den Vorschriften des HGB und AktG.
Innerhalb des Konzerns bestehen verschiedene Analyse- und Reporting-Tools sowie Überwachungs-und Kontrollsysteme. Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und einheitlichen Konzernrechnungslegung gelten insbesondere die Grundprinzipien der Funktionstrennung, das Vier-Augen-Prinzip sowie IT-Zugriffskonzepte zur Vermeidung von nicht berechtigten Zugriffen auf rechnungslegungsbezogene Daten. Mitarbeitende des Konzernrechnungswesens und Beteiligungscontrollings der Blue Cap führen regelmäßig Soll-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen durch, steuern die Abläufe zur Konzernrechnungslegung und Lageberichterstattung und unterstützen die Konzerngesellschaften im Rahmen der Erstellung ihrer Jahresabschlüsse und der Konzernreporting-Packages.
Die Erstellung des Konzernabschlusses und dem vorausgehend der Reporting Packages sowie die Durchführung der Konsolidierungen erfolgt für alle Beteiligungen in einem einheitlichen IT-System, welches zentral von der Blue Cap AG bereitgestellt wird. Neben IT-gestützten Abstimmungen erfolgen auch manuelle Abstimmungen, um Risiken zu begrenzen oder auszuschließen. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegungsprozesse.
Allgemeine Verhaltensvorschriften für Mitarbeitende im Hinblick auf Compliance bezogene oder finanztechnische Sachverhalte sind ferner im Code of Conduct und der Anti-Korruptions-Richtlinie der Blue Cap-Gruppe enthalten.
Struktur des Risikomanagementsystems
Das Risikomanagementsystem der Blue Cap bzw. der Gruppe ist ein integraler Bestandteil der Informations- und Kommunikationsabläufe innerhalb der Unternehmensgruppe mit dem Ziel, mögliche Risiken zu erkennen, zu analysieren und auf eintretende Risiken frühzeitig reagieren zu können. Dabei geht es insgesamt darum, drohende Einzelfallrisiken zu definieren und entsprechend zu überwachen, da solche Risiken nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.
Im Rahmen festgelegter Abläufe werden tatsächliche und potenzielle Risiken bei der AG, der Holding und den Beteiligungen aufgenommen, analysiert und überwacht. Die so ermittelten Risiken sind dann anhand ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten. Die Risikolage wird halbjährlich im Rahmen des Risikoreportings an die Holding berichtet und anhand folgender Risikomatrix dargestellt:

Zusätzlich erfolgt ein monatliches Reporting von operativen Risiken der Beteiligungen an das Beteiligungscontrolling der Blue Cap. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagements liegt dabei beim Vorstand.
Neben der Erfassung und Bewertung von Störfällen wird eine monatliche Analyse von Kennziffern und Planabweichungen über sämtliche Beteiligungen hinweg durchgeführt. Dadurch sollen mögliche Risiken frühzeitig erkannt und kommuniziert werden. Auf Basis dieser Informationen wird auch der Aufsichtsrat im Rahmen eines regelmäßigen Reportings über wesentliche Risiken des Konzerns unterrichtet.
Der Vorstand überprüft den Prozess des Risikomanagements in regelmäßigen Abständen. Die Ergebnisse dieser Prüfung sowie Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Konzernabschluss- und Jahresabschlussprüfungen werden im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Risikomanagements berücksichtigt.
Beurteilung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems 5
[Unterabschnitt wird vom Abschlussprüfer nicht geprüft]
Vor diesem Hintergrund liegen dem Vorstand keine Hinweise vor, dass das IKS sowie das Risikomanagementsystem im Berichtszeitraum nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären.
3.3 Erläuterung wesentlicher Risiken
Die Tabelle zeigt die im weiteren Verlauf erörterten Risiken und nimmt eine Einstufung in die oben definierten Risikoklassen (gering/mittel/hoch) anhand zweier maßgeblicher Dimensionen (Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit) vor.
Die Risiken gelten, soweit nicht anders angegeben, für alle Segmente sowie die Blue Cap AG gleichermaßen.
| Abschnitt | Einzelrisiko | Risikoklasse 2023 | Risikoklasse 2024 |
|---|---|---|---|
| Konjunkturelle und geopolitische Risiken | |||
| Konjunktur | Hoch | Hoch | |
| Geopolitik | Hoch | Hoch | |
| Branchenrisiken | Branche | Hoch | Hoch |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | Finanzwirtschaft | Hoch | Mittel |
| Operative Risiken | |||
| Absatz | Hoch | Hoch | |
| Beschaffung | Mittel | Mittel | |
| Produktion/Qualität | Mittel | Mittel | |
| Transformation | Mittel | Mittel | |
| Personalrisiken | Personalrisiken | Hoch | Mittel |
| IT-Risiken | IT-Risiken | Mittel | Mittel |
| Rechtliche Risiken | |||
| Steuer/Recht | Mittel | Mittel | |
| Compliance | Mittel | Mittel | |
| Umweltrisiken | Umwelt | Gering | Gering |
| Abschnitt | Einzelrisiko | Risikoklasse JA 2023 | Risikoklasse JA 2024 |
|---|---|---|---|
| Konjunkturelle und geopolitische Risiken | |||
| Konjunktur | Hoch | Hoch | |
| Geopolitik | Hoch | Hoch | |
| Branchenrisiken | Branche | Hoch | Hoch |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | Finanzwirtschaft | Hoch | Mittel |
| Operative Risiken | |||
| Absatz | Hoch | Hoch | |
| Beschaffung | Mittel | Mittel | |
| Produktion/Qualität | Mittel | Mittel | |
| Transformation | Mittel | Mittel | |
| Personalrisiken | Personalrisiken | Hoch | Mittel |
| IT-Risiken | IT-Risiken | Mittel | Mittel |
| Rechtliche Risiken | |||
| Steuer/Recht | Mittel | Mittel | |
| Compliance | Mittel | Mittel | |
| Umweltrisiken | Umwelt | Gering | Gering |
Konjunkturelle und geopolitische Risiken
Die deutsche Wirtschaft stagniert seit fünf Jahren. Herausforderungen wie Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und Deglobalisierung treiben einen Strukturwandel voran, den die Wirtschaftskrise zusätzlich beschleunigt. Die aktuell schwache Konjunktur verschärft die Lage. Der Export bleibt trotz einer zuletzt leichten Erholung der Weltwirtschaft auf niedrigem Niveau. Globale Risiken, wie die US-Handels- und Wirtschaftspolitik, zunehmende Verschärfung im Gaza-Konflikt sowie der Ukraine-Krieg belasten die Entwicklung der deutschen und globalen Wirtschaft zudem.6
Die restriktive sowie unbeständige US-Handelspolitik führt zu einer deutlichen Verunsicherung in der Wirtschaft und kann sich insbesondere auf die Absatzfähigkeit und die Lieferketten der Portfoliogesellschaften des Blue Cap-Konzerns auswirken. Daneben kann eine Blockade auf wichtiger Handelsrouten, aufgrund von weiteren Verschärfungen im Gaza-Konflikt, zu Störungen in der Lieferkette führen und die Lieferfähigkeit beeinflussen. Aufgrund dieser Auswirkungen kann sich insbesondere die Umsatzentwicklung verschlechtern, wodurch das EBITDA Adjusted beeinflusst wird. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine haben sich im Laufe des Geschäftsjahres weiter entspannt, sodass diese weiterhin beobachtet werden, jedoch keinen direkten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit ausüben. Aufgrund der deutlichen Auswirkungen auf den Blue Cap-Konzern, werden die konjunkturellen und geopolitischen Risiken nach wie vor als hohes Risiko (VJ: hohes Risiko) bewertet, da die Auswirkungen wie Exportrisiken und Lieferrisken die Vermögens-. Finanz-, und Ertragslage signifikant beeinflussen können.
Der Vorstand und die Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaften beobachten diese Entwicklungen und berücksichtigen sie in ihrer Risikoabwägung.
6 Vgl. Ifo Schnelldienst Sonderausgabe Sonderausgabe Dezember 2024. Zu finden unter: https://www.ifo.de/publikationen/2024/zeitschrift-einzelheft/ifo-schnelldienst-sonderausgabe-dezember-2024
Branchenrisiken
Die Geschäftstätigkeit der Blue Cap besteht in dem Erwerb, der strategischen und operativen Weiterentwicklung sowie dem Verkauf von Unternehmen. In der Folge hängt der Erfolg der Blue Cap in hohem Maße davon ab, interessante Akquisitionsoptionen zu finden und diese durch aktives Beteiligungsmanagement gemeinsam mit den Geschäftsführungen zu entwickeln. Zudem ist insbesondere auch die richtige Personalauswahl für die Hebung von Verbesserungs- und Wachstumspotenzialen in den Portfoliounternehmen von Bedeutung.
Im Rahmen der Akquisition eines Unternehmens werden umfangreiche Analysen durchgeführt, um Chancen und Risiken im Unternehmen sowie im jeweiligen Markt zu erkennen. Dabei kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass nicht alle steuerlichen, rechtlichen, wirtschaftlichen oder kommerziellen Risiken trotz einer umfangreichen Due Diligence zum Erwerbszeitpunkt bekannt oder identifiziert werden. Auch können Ertragspotenziale, die Profitabilität sowie Wachstumschancen und andere Erfolgsfaktoren falsch eingeschätzt werden. Es ist daher möglich, dass sich diese Umstände gegebenenfalls im erheblichen Maße nachteilig auf die Blue Cap-Gruppe auswirken.
Um solche Risiken möglichst zu begrenzen, werden in der Regel keine Cash Pooling- oder Ergebnisabführungsverträge zwischen den Portfoliounternehmen und der Blue Cap AG abgeschlossen. Unter bestimmten Umständen und zur Ausnutzung von Wachstums- und Entwicklungschancen können bei Finanzierungen jedoch Bürgschaften oder Garantien gewährt werden. Die Inanspruchnahme solcher Sicherheiten kann sich dabei nachteilig auf den Blue Cap AG auswirken.
Die Blue Cap AG legt mit ihren Beteiligungen großen Wert auf ein branchenseitig diversifiziertes Portfolio. Damit sollen Risiken einzelner Beteiligungen in ihren jeweiligen Branchen und Regionen reduziert bzw. ausgeglichen werden. Durch die Konzentration auf den Erwerb von mittelständischen Unternehmen in der DACH-Region ist die Entwicklung des Konzerns im hohen Maße von der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Diesem Risiko wird durch die teilweise regionale Diversifikation (im Wesentlichen im Euroraum und den USA) auf Ebene der Enkelgesellschaften begegnet.
Daneben bestehen auch individuelle Risiken auf Ebene der Beteiligungen. Dabei sind diese vor allem durch die Digitalisierung getrieben, insbesondere auch durch künstliche Intelligenz (KI). Hierbei besteht das Risiko, dass für einfache Tätigkeiten der Kundenstamm abschmilzt, jedoch aufwendigere Dienstleistungen nicht dem Trend unterliegen. Dabei besteht auch die Chance, dass hier der Kundenstamm ausgebaut wird, da nicht jede Tätigkeit durch die KI substituiert werden kann.
Die Branchenrisiken werden aufgrund des Konjunkturellen Umfelds als hohes Risiko (VJ: hohes Risiko) gewertet und würde bei Eintreten das EBITDA adjusted, aufgrund von Umsatzwegfall oder Erhöhung der Aufwendungen beeinflussen. Hierdurch würde die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns negativ beeinflusst werden. Der Vorstand und die Geschäftsführung der Beteiligungsgesellschaften beobachten die Entwicklungen in der Branche und berücksichtigen die Entwicklung in der Risikoabwägung.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Finanzierung der Unternehmensaktivitäten der Gruppe erfolgt in der Regel aus der Kombination von Eigen- und Fremdkapital, wobei das Rating und die Risikomargen der Kapitalgeber eine wesentliche Rolle im Rahmen der Finanzierung spielen. Laufzeiten der Finanzierungen, das Sicherheitsbedürfnis der Kapitalgeber und die Synchronisation der Cashflow-Ströme sind weitere wichtige Parameter im Rahmen der Finanzierungsprozesse.
Zu möglichen finanzwirtschaftlichen Risiken gehören insbesondere Liquiditäts-, Ausfall-, Zins- und Währungsrisiken. Die einzelnen Beteiligungen finanzieren sich grundsätzlich selbst und werden je nach Bedarf durch die Blue Cap AG in Form der Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital oder der Gewährung von Sicherheiten unterstützt. Um auf Ebene der Holding handlungsfähig zu bleiben und die Finanzierung der Gruppe sicherstellen zu können, verfügt die Blue Cap AG zudem über eine entsprechende Liquiditätsreserve. Um Liquiditätsrisiken zu reduzieren, erstellen sowohl die Portfoliounternehmen als auch die Holding Liquiditäts- bzw. Cashflow-Planungen und überwachen laufend die einzelnen Einnahmen- und Ausgabenströme sowie die kurzfristige Liquidität.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Sommer 2024 die Zinswende eingeleitet und bereits drei Senkungen des Leitzinses durchgeführt. Dadurch sank dieser auf 3,00 % (Stichtag 31.12.2024). Trotz dieser Leitzinssenkung verbleiben die Refinanzierungszins über dem Leitzins, wodurch die Finanzierungskosten weiterhin hoch bleiben, jedoch unter dem Niveau von 2023. Es wird erwartet, dass der Leitzins im Laufe des Jahres 2025 weiter gesenkt wird, sodass sich die Finanzierungskosten bei der Neuaufnahme von Fremdkapital im Jahresverlauf verringern.7
Die Finanzierungsstruktur der Blue Cap-Gruppe ist diversifiziert und verteilt sich auf vier Kernbanken und mehrere kleinere Institute. Dadurch soll einer Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern entgegengewirkt und die Ausfallrisiken bei Einlagen sollen begrenzt werden. Das größte Einzelobligo liegt dabei bei 29 % (Vorjahr: 20 %) des Gesamtobligos. Die Fremdfinanzierung der Beteiligungen erfolgt bedarfsgerecht aus einem Mix aus festverzinslichen sowie variablen Darlehen. Zwei Tochterunternehmen verwendeten dabei im Berichtsjahr zur Absicherung von variablen Darlehen Zinsswaps, um sich gegen das Zinsänderungsrisiko abzusichern. Aufgrund der Wirksamkeit der Sicherungsgeschäfte sind Risiken aus diesen Geschäften minimiert.
Die Fremdmittelfinanzierungen bei Banken unterliegen marktüblichen Kreditbedingungen (Covenants) wie z. B. Verschuldungsgrad, welche insbesondere die Einhaltung vorgegebener Finanzkennzahlen vorsehen. Die Nichteinhaltung solcher Covenants kann u. a. das Recht zur Kündigung durch die Kreditgeber oder zur vorzeitigen Fälligstellung eines Kredits nach sich ziehen und unterliegt einem regelmäßigen Reporting.
Es zeigt sich, dass die anhaltende Konjunktur- und Wirtschaftsschwäche Auswirkungen auf die Unternehmen hat. Insbesondere die weiterhin hohen Finanzierungskosten sowie die bevorstehenden Herausforderungen durch die US-Handelspolitik können sich negativ auf die Unternehmensbilanz und die GuV auswirken. Aufgrund dieser negativen Auswirkungen können Ausfallrisiken bei Kundenforderungen und Liquiditätsrisiken sowie das Risiko der Nichteinhaltung der Covenants zunehmen.
Die Blue Cap begrenzt Ausfallrisiken bei Kundenforderungen durch ein diversifiziertes Beteiligungsportfolio sowie die eigenständigen Geschäftsmodelle der Beteiligungen mit ihren Aktivitäten in verschiedenen Märkten und Regionen. Zur Reduzierung von Forderungsausfallrisiken verfügen die Konzernunternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement, schließen, sofern sinnvoll, Warenkreditversicherungen ab und berichten der Holding regelmäßig über mögliche substanzielle Ausfallrisiken. Daneben betrieben zwei Gesellschaften Factoring um die Ausfallrisiken der Kundenforderungen weiter zu minimieren und die Liquidität zu sichern.
Die Blue Cap-Gruppe unterliegt mit ihren international tätigen Unternehmen Währungsrisiken aufgrund von Währungsschwankungen im Zusammenhang mit geschäftlichen Transaktionen in Fremdwährungen, denen im Einzelfall durch den Einsatz von Währungsabsicherungsinstrumenten begegnet wird. Die operativ tätigen Unternehmen der Blue Cap fakturieren die überwiegende Anzahl ihrer Umsätze in Euro, sodass entsprechende Währungsrisiken limitiert sind.
Aufgrund der positiven Entwicklung der Finanzwirtschaft, insbesondere die Senkung des EZB-Leitzinses, sowie weitreichender Sicherungsmechanismen wird das Risiko als Mittel (VJ: Hoch) eingeschätzt, sodass eine Auswirkung auf Vermögens-. Finanz- und Ertragslage zwar denkbar aber nicht von hoher Wahrscheinlichkeit ist.
7 Vgl. Ifo Schnelldienst Sonderausgabe Sonderausgabe Dezember 2024. Zu finden unter: https://www.ifo.de/publikationen/2024/zeitschrift-einzelheft/ifo-schnelldienst-sonderausgabe-dezember-2024
Operative Risiken
Die Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Unternehmensbereiche bestimmt im Konzernverbund das Chancen- und Risikoprofil der Unternehmensgruppe in einem hohen Maße mit. In der Folge ergeben sich insbesondere Risiken auf der Absatz-, Beschaffungs- und Produktionsseite sowie im Rahmen der Transformation und Weiterentwicklung von Beteiligungen.
Die Geschäfte in den verschiedenen Segmenten entwickeln sich unterschiedlich, u. a. abhängig vom jeweiligen Entwicklungsstand in den Unternehmen, außerordentlichen Belastungen oder positiven Sondereinflüssen und der jeweiligen Kundennachfrage. Zu möglichen Absatzrisiken gehören dabei insbesondere der Verlust wichtiger Kunden oder Verzögerungen bei Auftragseingängen. Auch Deckungsbeitrags- und Margenverluste sind potenzielle Risiken im Absatzbereich.
In sämtlichen operativen Einheiten der Blue Cap-Gruppe spielen dabei ein aktives Kundenbeziehungsmanagement sowie Verbesserungen in der Vertriebsorganisation sowie den -Abläufen eine wichtige Rolle. Mit größeren Einzelkunden wird dabei nach Möglichkeit versucht, längerfristige Vereinbarungen zu treffen, um die Planbarkeit auf der Absatzseite zu erhöhen.
Preisschwankungen auf den Beschaffungsmärkten können Herstellungskosten negativ beeinflussen und gehören zu möglichen Beschaffungsrisiken. Die mangelnde Verfügbarkeit einzelner Vorprodukte, plötzliche Lieferantenausfälle, die verzögerte Lieferung von Komponenten und die Lieferung von Vorprodukten minderer Qualität sind weitere Risiken, denen mit Lieferantenmonitoring und regelmäßigen Lieferantengesprächen sowie Qualitätskontrollen entgegengesteuert wird. Mit Lieferanten wichtiger Komponenten werden dabei strategische Partnerschaften eingegangen. Gleichzeitig ist man auf die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten bedacht.
Die Beschaffungsrisiken sind im Laufe des Jahres 2024 weiter zurückgegangen und haben sich weitestgehend normalisiert. Dennoch wird die Situation aufgrund geopolitischer Risiken im Jahr 2025 vom Vorstand und der Geschäftsleitung der Beteiligungen weiter beobachtet und geeignete Gegenmaßnahmen werden ergriffen, um etwaigen Lieferengpässen entgegenzuwirken.
Angesichts der gestiegenen Energiekosten in den Jahren 2022 und 2023 wurde, wo dieses sinnvoll und möglich ist, die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien weiter vorangetrieben. Die Versorgungslage wird vom Vorstand sowie den Geschäftsleitungen beobachtet und gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen, um die Sicherung des Geschäftsbetriebs jederzeit bestmöglich zu gewährleisten.
In den Unternehmensbereichen mit Prozessfertigung bestehen Produktionsrisiken grundsätzlich in einer zu niedrigen Kapazitätsauslastung aufgrund etwaiger Volumenrückgänge. In Unternehmensbereichen mit besonders hoher Anlagenintensität ergeben sich weitere Produktionsrisiken aus möglichen Maschinenausfällen. In den Unternehmen mit kundenspezifischen Produkten bestehen Konstruktions-, Kalkulations- und Projektmanagementrisiken. Bei verspäteter oder mangelhafter Fertigstellung oder Lieferung können Nacharbeitskosten und gegebenenfalls Vertragsstrafen anfallen. Eine flexible Produktionssteuerung, ein effektiv organisiertes Projektmanagement sowie die Steuerung und Begrenzung vertraglicher Risiken dienen als Instrumente des Risikomanagements. Qualitätskontrollen, Zertifizierungen und die Qualifikation der Mitarbeitenden sowie die regelmäßige Wartung der Anlagen tragen zur Minimierung der Produktionsrisiken bei.
Die Unternehmen innerhalb der Gruppe befinden sich in einem unterschiedlichen Entwicklungsstadium. Risiken, die im Zusammenhang mit einer möglichen Restrukturierung und Weiterentwicklung entstehen können, sind in der Regel branchenunabhängig und bedürfen einer gesonderten Betrachtung. Zu unterscheiden sind kurzfristig erforderliche, meist auf Unternehmensabläufe, Kosten und Liquidität ausgerichtete Maßnahmen sowie längerfristige Maßnahmen zur strategischen und vertrieblichen Weiterentwicklung des jeweiligen Unternehmens. Letztere sind meist mit nachhaltigen Entwicklungsaufgaben und Investitionsprogrammen verbunden. Risiken bestehen insoweit, als solche Maßnahmen nicht rechtzeitig veranlasst werden oder ihre Wirkung verfehlen können.
Operative Risiken variieren je nach Reifegrad der Beteiligungsgesellschaften und können deren Geschäftstätigkeit unterschiedlich stark beeinträchtigen - von Einschränkungen bis hin zu Gefährdungen. Im diversifizierten Portfolio des Blue Cap-Konzerns lassen sich diese isolierten Risiken jedoch im Verbund ausgleichen und abschwächen. Aufgrund dieser Einschätzung wird von einem hohen Risiko (VJ: hoch) ausgegangen. Der Vorstand und die Geschäftsführer der Beteiligungsunternehmen beobachten die operativen Risikoentwicklungen und berücksichtigen diese in der Risikoabwägung.
Personalrisiken
Das Geschäftsmodell der Blue Cap AG hängt im hohen Maße von der fachlichen Kompetenz, Erfahrung und Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeitenden ab. Mögliche Personalrisiken bestehen durch den Verlust von Beschäftigten in Schlüsselfunktionen, fehlerhafte Besetzung von Positionen sowie unzureichende Weiterqualifizierung von Mitarbeitenden. Der Vorstand reduziert diese Risiken durch eine leistungsgerechte Vergütung, ein flexibles und modernes Arbeitsumfeld, flache Hierarchien sowie individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Personalführung und -entwicklung in den Beteiligungen obliegt den dortigen Geschäftsführungen und stellt ebenfalls einen wichtigen Faktor für den Erfolg der jeweiligen Unternehmen dar.
Weitere mögliche Personalrisiken ergeben sich durch die Nichteinhaltung von Arbeitnehmerrechten sowie Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz. Diesen begegnen wir durch einen engen Kontakt zu Mitarbeitenden und Arbeitnehmervertretern, die regelmäßige Weiterqualifizierung von Fachkräften im Bereich Arbeitsrecht und -schutz sowie die Einführung eines gruppenweiten, anonymen Hinweisgebersystems, um Fehlverhalten zu melden.
Aufgrund des demografischen Wandels und der insgesamt robusten Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt stellen zudem die Personalsuche und -auswahl im Bereich der qualifizierten Fachkräfte eine besondere Herausforderung in allen Bereichen der Gruppe dar. Daher wurde ein einheitliches Karriereportal implementiert sowie die Personalsuche in der Regel über mehrere Kanäle durchgeführt. Zudem legt die Blue Cap-Gruppe großen Wert auf eine qualifizierte Ausbildung, um den langfristigen Bedarf an Fachpersonal decken zu können. So war es der Blue Cap-Gruppe möglich, den Mitarbeiterbestand im Vergleich zum Vorjahr zielgerichtet anzupassen. Aufgrund der beschriebenen Maßnahmen gehen wir nur noch von einem mittleren Risiko (VJ: hohes Risiko) aus.
IT-Risiken
Die Blue Cap AG und der Blue Cap-Konzern sind im Hinblick auf die Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Kommunikation stark von informationstechnischen Systemen und Netzwerken abhängig. Diese Systeme und Netzwerke sind dem Risiko von Cyber-Kriminalität sowie wirtschaftlichen Schäden und verschiedenen anderen Störungen ausgesetzt. So können Dritte durch Hacker-Angriffe versuchen, unberechtigte Zugriffe auf vertrauliche Informationen und Daten oder die Systeme selbst zu erlangen und diese möglicherweise auch über einen längeren Zeitraum stilllegen. Darüber hinaus können solche Systeme sowie Daten durch Viren und Malware gesperrt, beschädigt oder zerstört werden. Weitere Risiken bestehen in möglichen Ausfällen bei Rechenzentren oder Telekommunikationsnetzwerken, die dazu führen, dass Systeme und Netzwerke über eine längere Zeit hinweg nicht einsatzbereit sind.
Um solche Risiken zu reduzieren, werden technische und organisatorische Vorkehrungen getroffen. Hierzu gehören u. a. Maßnahmen wie die regelmäßige, räumlich ausgelagerte Datensicherung sowie die Sicherung von Daten in externen Rechenzentren unter hohen Sicherheitsanforderungen. Auch regelmäßige Schulungsmaßnahmen zur Steigerung des Bewusstseins für die zunehmende Bedrohung durch Cyber-Kriminalität und die Einrichtung von Notfallplänen in den IT-Abteilungen gehören zu solchen Maßnahmen.
Die getroffenen Maßnahmen tragen dazu bei, die vorhandenen Risiken deutlich zu verringern. Aufgrund dessen gehen wir nach wie vor von einem Mittleren Risiko (VJ: Mittel) aus.
Rechtliche Risiken
Die Blue Cap AG und ihre Beteiligungen sehen sich im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unterschiedlichen rechtlichen Risiken gegenüber. Hierzu gehören u. a. mögliche Gewährleistungs- und Produkthaftungsrisiken, Garantierisiken im Zusammenhang mit Unternehmenskaufverträgen sowie Risiken aus den Bereichen Patent- und Markenrecht, Datenschutzrecht, Umweltschutz und Steuerrecht. Grundsätzlich ist die Blue Cap mit ihren Beteiligungen bestrebt, rechtliche Risiken möglichst gering zu halten und zu kontrollieren. Dennoch können solche Risiken trotz gebotener Sorgfalt nicht ganz ausgeschlossen werden. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden bei Bedarf von externen Anwälten unterstützt. Darüber hinaus werden Rückstellungen gebildet, sofern mögliche Inanspruchnahmen wahrscheinlich sind und der Höhe nach verlässlich geschätzt werden können.
Im Rahmen regelmäßiger Abstimmungen zwischen Vorstand der Blue Cap AG und der Beteiligungsunternehmen werden rechtliche Risiken besprochen und Strategien zur Minimierung bzw. Mitigierung dieser festgelegt.
Die Blue Cap arbeitet aufgrund der steigenden Komplexität und zunehmenden regulatorischen Anforderungen mit externen Spezialisten zusammen, um für die Blue Cap AG und den Konzern die Erfüllung aller notwendigen Anforderungen sicherzustellen. Hierdurch gehen wir von einem mittleren Risiko (VJ: mittleres Risiko) aus.
Umweltrisiken
Die Portfoliogesellschaften der Blue Cap sind in unterschiedlichen Märkten und Regionen tätig und in der Folge aufgrund ihrer meist produzierenden Tätigkeiten Umweltrisiken ausgesetzt.
Im Segment Plastics ist insbesondere von Relevanz, dass gerade Kunststoffe im Fokus der politischen Diskussion stehen. Auch werden Kunststoffe im Allgemeinen aufgrund eines gestiegenen Umweltbewusstseins in der Bevölkerung kritisch diskutiert. Die con-pearl-Gruppe ist im Bereich Plastics tätig und stellt in ihrem Kerngeschäft gewichtssparende Kunststoffprodukte auf Polypropylenbasis, vornehmlich für die Automobil- und Logistikbranche, her. Diese werden nahezu vollständig aus Recyclingmaterial gewonnen und sind selbst größtenteils recycelbar. Zur Wiederverwertung der Polypropylen-Kunststoffe betreibt die con-pearl GmbH an dem Standort Leinefelde unternehmenseigene Recyclinganlagen.
Die Beteiligungen der Blue Cap sind neben den genannten konkreten Umweltrisiken auch noch allgemeinen ökologischen Risiken (z. B. Auswirkungen des Klimawandels) ausgesetzt. Diese Auswirkungen können sein, dass aufgrund von Starkwetterereignissen Produktionsstätten beschädigt werden und es hierdurch zu Beeinträchtigungen im Geschäftsbetrieb kommt. Daneben ist denkbar, dass aufgrund von Dürren ausgelöster Wassermangel auf wichtigen Schifffahrtsrouten, die globalen Transportwege beeinträchtigt. Durch diese Auswirkungen würde es zu Verzögerungen in der Lieferkette kommen, sodass die Lieferfähigkeit beeinträchtig wäre. Diesem Umstand wird mit der Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie Rechnung getragen.
Auch gehört die Einhaltung von rechtlichen Vorgaben im Rahmen des Umweltschutzes zu den Aufgaben der Geschäftsführungen der Portfoliounternehmen. Umweltrisiken haben für die Blue Cap einen hohen Stellenwert. Die genannten Risiken sind konkrete Beispiele für mögliche Umweltrisiken, die die Geschäftstätigkeit behindern können und somit sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Trotz der Auswirkung sowie des Umfangs der Risiken gehen wir derzeit von einem geringen Risiko (VJ: gering) aus.
3.4 Gesamteinschätzung zur Risikosituation
Keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar
Der Vorstand hat die Gesamtrisikolage beurteilt und im Rahmen der Erläuterungen zu den Einzelrisiken dargestellt. Auf Basis der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen sind keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination den Fortbestand der Blue Cap AG und des Blue Cap-Konzerns sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich gefährden könnten.
Jedoch ist es grundsätzlich möglich, dass die zukünftige Entwicklung von der heutigen Erwartung des Vorstands abweicht. Die Blue Cap Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2024 trotz anhaltender Konjunkturschwäche gut entwickelt. Dennoch bestehen wirtschaftliche und globalpolitische Herausforderungen (US-Handelspolitik, Ukrainekrieg), deren Auswirkungen nicht vollständig abzuschätzen sind.
Der Vorstand ist zuversichtlich, dass die sich bietenden Chancen und Herausforderungen auch in Zukunft genutzt werden können, ohne dabei unverhältnismäßig hohe Risiken eingehen zu müssen.
4. Prognosebericht
Erwartete Entwicklung des Umfelds
Wirtschaftliches Gesamtumfeld: Strukturwandel und Unsicherheit belasten deutsche Konjunkturaussichten für 20258
Das weltweite Wirtschaftswachstum hat sich im Jahr 2024 weiter erholt (+2,8 %). In seiner Konjunkturprognose vom März 2025 geht das ifo Institut von einem Wachstum der globalen Wirtschaft von 2,3 % im Jahr 2025 und 2,2 % im Jahr 2026 aus. Der Welthandel soll in den Jahren 2025 und 2026 moderat zunehmen (2,3 % bzw. 2,1 %).
Anstehende wirtschaftspolitische Entscheidungen prägen die globale Entwicklung. Insbesondere die US-amerikanische Politik und der sich abzeichnende Handelskrieg führen zu einer Eintrübung der Konjunkturdaten. Für die USA rechnet das ifo Institut mit einem Wachstum von 1,9 % im Jahr 2025. Da die USA mit einem Exportanteil von zuletzt 10 % der wichtigste Handelspartner Deutschlands sind, dürften sich weitere Zollerhöhungen auf Importe aus der EU negativ auf die deutsche Industrie auswirken.
Zudem sind in Deutschland die Unsicherheiten über den wirtschaftspolitischen Kurs der im Februar neu gewählten Regierung hoch. Dies führt trotz wieder erstarkter Kaufkraft und gesunkener Zinsen zu einer gedämpften Nachfrage, die sich negativ auf die Auftragslage der deutschen Unternehmen auswirkt. Gleichzeitig wirkt der Strukturwandel im Verarbeitenden Gewerbe tiefgreifend. Wertschöpfende Tätigkeiten außerhalb der klassischen Industrieproduktion gewinnen an Bedeutung, sodass ein größerer Teil der Umsätze auf produktbegleitende Dienstleistungen oder auf Einnahmen von ausgelagerten Produktionsstätten, zum Beispiel in den jeweiligen Absatzmärkten und in kostengünstigeren Regionen, zurückgeht.
Insgesamt bleiben die Konjunkturaussichten für Deutschland in diesem Jahr verhalten. Zwar deuten Frühindikatoren, wie die Auftragslage in der Industrie und der ifo Geschäftsklimaindex, darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn stabil bleibt. Doch das Konsumklima hat sich zuletzt eingetrübt, und sowohl Verbraucher als auch Unternehmen zeigen in Umfragen wenig Zuversicht. Demzufolge rechnet das ifo Institut in seiner Frühjahrsprognose für die für die Gruppe wesentliche deutsche Wirtschaft mit einer verhaltenen Entwicklung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts für das Jahr 2025 (0,2 %). Die Inflationsrate dürfte in Deutschland in diesem Jahr mit durchschnittlich 2,3 % leicht über dem Vorjahr (2,2 %) und damit nahe am Mandat der EZB liegen. Die Arbeitslosenquote soll von 6,0 % im Jahr 2024 auf 6,2 % leicht ansteigen.
Fiskalimpulse können aus der Ausweitung der Staatsverschuldung und einer Lockerung der Schuldenbremse, insbesondere für Rüstungs- und Infrastrukturausgaben, kommen und sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands auswirken. Dem gegenüber steht jedoch die Finanzierung dieser Maßnahmen, die bisher nicht geregelt ist. Sie kann zu steigenden Zinsen und einer Aufwertung des Euro führen, wodurch die Konjunktur belastet werden kann.
8 Vgl. ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2025 des ifo Instituts, veröffentlicht im März 2025, erreichbar unter: https://www.ifo.de/fakten/2025-03-17/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2025-deutsche-wirtschaft-steckt-fest.
Branchenumfeld: Für 2025 zeichnet sich eine Belebung der Marktaktivität in der Private-Equity-Branche ab9
Für das Jahr 2025 wird mit einer Belebung der globalen M&A-Aktivitäten im Private-Equity-Umfeld gerechnet. Treiber dieser Entwicklung sind unter anderem sinkende Kapitalkosten, ein wachsendes Angebot an investierbarem Kapital, die Erholung der IPO-Märkte sowie ein hoher Bestand an Portfoliounternehmen mit Exit-Potenzial. Zusätzlich sorgen technologische Innovationen wie Künstliche Intelligenz und fortschrittliche Datenanalytik für Effizienzgewinne und tiefere Einblicke in Chancen und Risiken. ESG-Kriterien sind zunehmend integraler Bestandteil der Investmentstrategien und gewinnen als Treiber nachhaltiger Wertschöpfung weiter an Bedeutung.
9 Vgl. PWC Private Equity Trend Report 2025, veröffentlicht im März 2025, erreichbar unter: https://www.pwc.de/de/private-equity/private-equity-trend-report.html
Branchenumfeld: Rückgang der Industrieproduktion für 2025 erwartet
Der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. rechnet im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Industrieproduktion in Deutschland um 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr.10 Die Deutsche Industrie- und Handelskammer gibt als belastende Faktoren für die Branche eine anhaltend schwache Auftragslage, hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Arbeitskosten sowie unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Auch vom Auslandsgeschäft werden trotz einer insgesamt stabilen Weltkonjunktur kaum positive Impulse erwartet. Vor diesem Hintergrund bleiben die Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe für 2025 verhalten.11
10 Vgl. Industriebericht 01/2025 des BDI, veröffentlicht am 31.03.2025, erreichbar unter: https://issuu.com/bdi-berlin/docs/industriebericht_m_rz_2025
11 Vgl. DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2025, veröffentlicht im Februar 2025, erreichbar unter: https://www.dihk.de/resource/blob/128504/cd5229c878969de4dd4a2f74aa6c5efa/konjunktur-dihk-konjunkturumfrage-jahresbeginn-2025-data.pdf
Erwartete Entwicklung des Konzerns und der AG
Der nachfolgende Prognosebericht basiert auf dem zum Berichtsjahresende aufgestellten Budget 2025. Zudem wurden weitere bis zur Aufstellung dieses zusammengefassten Lageberichts vorliegenden Erkenntnisse, die sich auf die Geschäftsentwicklung der Blue Cap und der Portfoliounternehmen auswirken können, berücksichtigt.
Die vom ifo Institut erwartete12 schwache bis verhaltene wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist in die Prognoseüberlegungen eingeflossen. Die Prognose basiert grundsätzlich auf der Annahme, dass es zu keiner weiteren Verschärfung von geopolitischen Unsicherheiten kommt. Darüber hinaus wurde unterstellt, dass es zu keinen Veränderungen hinsichtlich des zum Zeitpunkt der Budgeterstellung geltenden Leitzinses der EZB kommt. Ebenso wurde eine gleichbleibende Inflationsentwicklung im berücksichtigen Zeithorizont angenommen. Sollte die deutsche Wirtschaft über den bereits getroffenen Annahmen hinaus stagnieren, sich die Stimmung weiter verschlechtern und dazu die Inflation wieder ansteigen, kann das weitreichende Auswirkungen auf die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben.
Hinsichtlich potenzieller Folgen aus dem Krieg in der Ukraine und dem Konflikt im Gaza-Streifen für das Geschäftsjahr 2025 ist zu beachten, dass die Blue Cap AG keine Tochtergesellschaften oder Betriebstätten in Russland, der Ukraine oder im Nahen Osten besitzt. Es bestehen indirekt Liefer- und Leistungsbeziehungen, die in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Blue Cap-Gruppe aber derzeit von unwesentlicher Bedeutung sind.
Hinsichtlich des Geschäftsjahres 2025 sind die weiteren indirekten Folgen aus Russland-Ukraine-Krieg und Nahostkonflikt, insbesondere im Hinblick auf die Rohstoff- und Energiepreisentwicklung sowie Lieferketten, nicht sicher einschätzbar und können daher in der aktuellen Prognose nur bedingt berücksichtigt werden.
Eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und eine Ausweitung des Kriegs mit in der Folge möglichen weiteren Auswirkungen auf die Rohstoff- und Energiepreise sowie Lieferketten sind somit nicht im Ausblick enthalten. Potenzielle Auswirkungen des Kriegs in Osteuropa und des Konflikts im Nahen Osten (Gaza) auf den Geschäftsverlauf des Konzerns werden laufend und aufmerksam beobachtet und überwacht.
12 Vgl. ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2025 des ifo Instituts, veröffentlicht im März 2025, erreichbar unter: https://www.ifo.de/fakten/2025-03-17/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2025-deutsche-wirtschaft-steckt-fest.
ENTWICKLUNG DES KONZERNS UND DER AG
Die Blue Cap AG geht aktuell unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen sowie der Entwicklungen in den Portfoliogesellschaften im Jahr 2025 von einem Umsatz sowie einem Adjusted EBITDA bzw. einer Adjusted EBITDA-Marge auf Vorjahresniveau aus.
PROGNOSE BLUE CAP-GRUPPE
| Prognose für 2025 | Ist 2024 | |
|---|---|---|
| Umsatz (EUR Mio.) | 200-220 | 205,9 |
| Adjusted EBITDA-Marge in % Gesamtleistung adjusted | 10,0-11,0 | 9,9 |
| Nettoverschuldungsgrad (inkl. Leasingverbindlichkeiten) in Jahren | < 3,5 | 0,9 |
Auf Basis der aktuellen Prognose geht der Vorstand für das Gesamtjahr 2025 von einem Konzernumsatz in der Größenordnung zwischen EUR 200 und 220 Mio. (2024: EUR 205,9 Mio.) bei einer verbesserten Adjusted EBITDA-Marge zwischen 10,0 und 11,0 % (2024: 9,9 %) aus. Die erwartete Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau resultiert insbesondere aus einer verbesserten Nachfragesituation im Segment Plastics und Adhesives & Coatings. Der prognostizierte Margenanstieg gegenüber dem Vorjahr beruht im Wesentlichen auf einem erwarteten Ergebnisanstieg im Segment Plastics, das hauptsächlich von con-pearl getragen werden wird. Der Vorstand geht demzufolge davon aus, dass die initiierten und teilweise bereits umgesetzten Turnaround-Maßnahmen zu reduzierten Sach- auch Personalkosten führen. Externe geopolitische Risikofaktoren, welche zu steigenden Kosten entlang der Lieferkette führen können, werden für das Jahr 2025 in keinem übermäßigen Umfang erwartet.
Sowohl für finanzierende Banken als auch für Investoren spielt die Finanzkraft der Blue Cap eine wichtige Rolle. Daher gehört die Entschuldungsdauer zu einer wichtigen Steuerungsgröße im Konzern. Der Vorstand bekräftigt für das Prognosejahr weiterhin sein Ziel, den Nettoverschuldungsgrad der Blue Cap-Gruppe bei deutlich unter 3,5 Jahren zu halten.
Neben einer auf Substanzmehrung ausgerichteten Weiterentwicklung der bestehenden Geschäftsbereiche prüft die Blue Cap laufend Expansionsmöglichkeiten. Bei den genannten Zielgrößen sind dabei Effekte aus angestrebten Akquisitionen oder Veräußerungen von Portfoliounternehmen unberücksichtigt. Ferner können mögliche Unternehmenskäufe und -verkäufe zu einer Änderung des Konsolidierungskreises des Blue Cap-Konzerns zwischen den Bilanzstichtagen mit entsprechender Auswirkung auf die Steuerungsgrößen führen.
Im Rahmen ihres Geschäftsmodells "Buy, Transform & Sell" prüft die Blue Cap regelmäßig Investment- und Divestment-Opportunitäten. Die Entwicklung des Bestandsportfolios erfolgt entlang der individuell definierten Ertragssteigerungskonzepte.
Prognose der AG
Im Jahresabschluss der Blue Cap AG erwartet der Vorstand im Vergleich zum Berichtsjahr für das Jahr 2025 aufgrund angepasster Dienstleistungsumfängen einen leichten Rückgang beim Umsatz. Dies führt trotz reduzierter Kostenannahmen zu einem leicht rückläufigen Adjusted EBITDA ggü. dem Vorjahr.
ENTWICKLUNG DER SEGMENTE
Im Segment Plastics erwartet der Vorstand im Jahr 2025 Umsätze- sowie Adjusted EBITDA-Margen circa auf Vorjahresniveau. Bei con-pearl führen erneut positive Vertriebsaktivitäten in den USA zu stabil hohen Umsätzen. Aktuelle Forecast zeigen bereits jetzt schon über den ersten Prognosen liegende Bestellvolumina. Für die H+E-Gruppe sieht die Planung für 2025 einen leicht rückläufigen Umsatz sowie einem unter dem Vorjahr liegenden adjusted EBIDTA vor. Vor dem Hintergrund der Erwartung eines leichten absoluten Rückgangs des adjusted EBITDA im Vergleich zum Jahr 2024 wird ein leichter Anstieg des Verschuldungsgrads für das Segment Plastics erwartet.
Für das Segment Adhesives & Coatings wird für das Jahr 2025 sowohl ein leichter Anstieg des Umsatzes sowie der adjusted EBITDA-Marge erwartet. Ausschlaggebend hierzu ist der fortlaufende Ausbau von internationalen Vertriebsaktivitäten bei der Planatol. Vor diesem Hintergrund wird mit einem moderaten Rückgang der Nettofinanzverschuldung und somit des Verschuldungsgrades für das Segment Adhesives & Coatings gerechnet.
Für das Segment Business Services wird ein leicht rückläufiger Umsatz bei deutlich erhöhter adjusted EBITDA-Marge erwartet. Für die HY-Line wird im Jahr 2025 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau angenommen. Interne Transformationsprojekte führen jedoch zu deutlichen Kostenoptimierungen, wodurch es zu einer Verbesserung der adjusted EBITDA-Marge kommt. Für die Transline Gruppe wird mit einem leichten Umsatzanstieg, insbesondere durch Neukundengewinnung in bestehenden und neuen Geschäftsfeldern sowie durch Ausbau des Geschäftes bei Bestandskunden, geplant. Dies soll in Verbindung mit stetig optimierten Personal- und Sachkosten zu einer deutlich höheren adjusted EBITDA-Marge gegenüber dem Vorjahr sorgen. Unter diesen Annahmen wird auch für das Segment Business Services im Geschäftsjahr 2025 mit einer deutlichen Reduzierung des Verschuldungsgrades gerechnet.
ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
Aufgrund der ungewissen weiteren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs und des Konflikts im Nahen Osten sowie der damit bestehenden Lieferkettenproblematik ist es möglich, dass zukünftige Ergebnisse erheblich von den heutigen Erwartungen des Vorstands abweichen. Das Ergebnis der Gruppe und der einzelnen Segmente ist dabei auch von weiteren nicht planbaren Effekten beeinflusst. Hierzu gehören unter anderem Ergebniseffekte aus dem Erwerb oder der Restrukturierung von Beteiligungen sowie der Veräußerung und Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften.
Die Blue Cap sieht sich aufgrund der bisherigen positiven Unternehmensentwicklung und des bewährten Geschäftsmodells in ihrer Strategie bestätigt und ist mit der bestehenden Organisationsstruktur sowohl kurz- als auch langfristig gut positioniert. Daher geht die Gesellschaft für die folgenden Geschäftsjahre von einem Wachstum und der Stärkung der operativen Ertragskraft der Gruppe aus.
München, den 13. Mai 2025
Der Vorstand
Konzernbilanz
AKTIVA
| TEUR | Verweis | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwert | E.1 | 22.411 | 23.553 |
| Immaterielle Vermögenswerte | E.2 | 28.032 | 33.536 |
| Sachanlagen | E.3 | 44.885 | 61.887 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen | E.4 | 4.309 | 4.111 |
| Beteiligungen | 93 | 93 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | E. 5 | 5.468 | 5.013 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | E.6 | 1.657 | 2.523 |
| Latente Steueransprüche | E.7 | 2.671 | 3.457 |
| Langfristige Vermögenswerte | 109.525 | 134.172 | |
| Vorräte | E.8 | 18.695 | 28.784 |
| Kurzfristige Vertragsvermögenswerte | E.9 | 9.561 | 7.899 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | E.10 | 15.633 | 26.954 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | E.11 | 1.016 | 2.023 |
| Ertragsteuerforderungen | E.12 | 1.075 | 785 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | E.13 | 4.510 | 4.672 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | E.14 | 55.981 | 38.614 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 106.471 | 109.732 | |
| Bilanzsumme | 215.997 | 243.904 | |
| PASSIVA | |||
| TEUR | Verweis | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
| Gezeichnetes Kapital | E.16 | 4.486 | 4.486 |
| Kapitalrücklage | 17.545 | 17.545 | |
| Sonstige Eigenkapitalbestandteile | E.18 | 3.398 | 2.374 |
| Gewinnrücklagen | E.19 | 69.673 | 59.371 |
| Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist | 95.102 | 83.776 | |
| Nicht beherrschende Anteile | E.21 | 2.108 | 3.478 |
| Summe Eigenkapital | 97.210 | 87.254 | |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | E.22 | 5.402 | 5.374 |
| Sonstige Rückstellungen | E.23 | 1.090 | 1.242 |
| Latente Steuerschulden | E.24 | 7.887 | 12.867 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | E.25 | 40.000 | 73.257 |
| Summe der langfristigen Schulden | 54.379 | 92.740 | |
| Sonstige Rückstellungen | E.23 | 1.903 | 1.819 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | E.24 | 2.804 | 6.360 |
| Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten | E.9 | 58 | 627 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | E.25 | 12.299 | 15.748 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | E.26 | 42.208 | 31.429 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Schulden | E.27 | 5.137 | 7.927 |
| Summe der kurzfristigen Schulden | 64.408 | 63.911 | |
| Bilanzsumme | 215.997 | 243.904 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| TEUR | Verweis | 2024 | 2023* |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | D.1 | 205.897 | 218.714 |
| Bestandsveränderung | -360 | -1.910 | |
| Sonstige vom Unternehmen erbrachte und aktivierte Leistungen | 175 | 391 | |
| Sonstige Erträge | D.2 | 4.109 | 5.122 |
| Gesamtleistung | 209.821 | 222.318 | |
| Materialaufwand | D.3 | -102.663 | -118.952 |
| Personalaufwand | D.4 | -54.086 | -52.686 |
| Sonstige Aufwendungen | D.5 | -35.125 | -33.619 |
| Ergebnis vor Abschreibungen, Ertragsteuern und Zinsen (EBITDA) | 17.946 | 17.060 | |
| Abschreibungen | D.6 | -15.776 | -17.066 |
| Wertminderungsaufwand und Wertaufholungen | D.7 | -1.392 | -5.349 |
| Ergebnisanteil an assoziierten Unternehmen | E.4 | 197 | -2.465 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) | 975 | -7.820 | |
| Wertminderungsaufwendungen gem. IFRS 9 | -37 | -135 | |
| Finanzierungserträge | D. 7 | 1.648 | 1.367 |
| Finanzierungsaufwendungen | D. 7 | -5.193 | -5.059 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | -2.608 | -11.647 | |
| Ertragsteuern | D. 8 | 2.008 | -2.269 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -600 | -13.915 | |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | B.2.1 | 12.827 | -6.369 |
| Konzernjahresergebnis | 12.227 | -20.284 | |
| davon entfallen auf | |||
| Eigentümer des Mutterunternehmens | 13.260 | -17.824 | |
| nicht beherrschende Anteile | -1.033 | -2.460 | |
| Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) | D. 10 | 2,96 | -4,02 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | D. 10 | 2,96 | -4,02 |
* Angepasst gem. IAS 8, s. Erläuterungen in "A.3 Anpassungen der Vergleichsperiode".
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Konzernjahresergebnis | 12.227 | -20.284 |
| Neubewertungen leistungsorientierter Pläne, vor Steuern | 332 | 174 |
| Neubewertung von erfolgsneutral bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Gewinne (Verluste) aus der Veräußerung dieser, vor Steuern | 0 | 0 |
| Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | 332 | 174 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen, vor Steuern | 491 | -94 |
| Posten, die unter bestimmten Bedingungen nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | 491 | -94 |
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | 823 | 80 |
| Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Neubewertungen leistungsorientierter Pläne | 201 | -59 |
| Summe der Ertragsteuern des sonstigen Ergebnisses, die nicht aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert werden | 201 | -59 |
| Sonstiges Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 0 | -9 |
| Sonstiges Ergebnis | 1.024 | 12 |
| davon entfallen auf | ||
| Eigentümer des Mutterunternehmens | 1.038 | 5 |
| nicht beherrschende Anteile | -14 | 6 |
| Gesamtergebnis | 13.251 | -20.272 |
| davon entfallen auf | ||
| Eigentümer des Mutterunternehmens | 14.298 | -17.818 |
| nicht beherrschende Anteile | -1.047 | -2.454 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | ||||
|---|---|---|---|---|
| sonstige Eigenkapitalbestandteile | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Rücklage für Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen | Rücklage für Währungsumrechnung |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand zum 01.01.2023 | 4.396 | 15.665 | 2.490 | 744 |
| Kapitalerhöhung/-herabsetzung | 90 | 1.880 | 0 | 0 |
| Gewinnausschüttungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erwerb/Veräußerung eigener Anteile | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung anteilsbasierter Vergütungen | ||||
| Summe Gesamtergebnis der Periode | 0 | 0 | 105 | -94 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | 105 | -94 |
| Stand zum 31.12.2023 | 4.486 | 17.545 | 2.596 | 651 |
| Stand zum 01.01.2024 | 4.486 | 17.545 | 2.596 | 651 |
| Kapitalerhöhung/-herabsetzung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gewinnausschüttungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Erwerb/Veräußerung eigener Anteile | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung anteilsbasierter Vergütungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Gesamtergebnis der Periode | 0 | 0 | 533 | 491 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 | 533 | 491 |
| Stand zum 31.12.2024 | 4.486 | 17.545 | 3.129 | 1.141 |
| Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | ||
|---|---|---|
| sonstige Eigenkapitalbestandteile | ||
| --- | --- | --- |
| in TEUR | Rücklage für Marktwert- änderungen von finanziellen Vermögenswerten | Rücklage aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode |
| --- | --- | --- |
| Stand zum 01.01.2023 | -872 | -409 |
| Kapitalerhöhung/-herabsetzung | 0 | 0 |
| Gewinnausschüttungen | 0 | 0 |
| Erwerb/Veräußerung eigener Anteile | 0 | 0 |
| Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen | 0 | 409 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 |
| Veränderung anteilsbasierter Vergütungen | ||
| Summe Gesamtergebnis der Periode | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 |
| Stand zum 31.12.2023 | -872 | 0 |
| Stand zum 01.01.2024 | -872 | 0 |
| Kapitalerhöhung/-herabsetzung | 0 | 0 |
| Gewinnausschüttungen | 0 | 0 |
| Erwerb/Veräußerung eigener Anteile | 0 | 0 |
| Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen | 0 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 |
| Veränderung anteilsbasierter Vergütungen | 0 | 0 |
| Summe Gesamtergebnis der Periode | 0 | 0 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 0 | 0 |
| Stand zum 31.12.2024 | -872 | 0 |
| Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | ||||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Gewinnrücklagen | Summe Anteilseigner des Mutterunternehmens | Nicht beherrschende Anteile | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand zum 01.01.2023 | 81.665 | 103.679 | 5.682 | 109.362 |
| Kapitalerhöhung/-herabsetzung | 0 | 1.970 | 0 | 1.970 |
| Gewinnausschüttungen | -3.957 | -3.957 | 0 | -3.957 |
| Erwerb/Veräußerung eigener Anteile | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen | -452 | -42 | 51 | 9 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | -50 | -50 | 198 | 149 |
| Veränderung anteilsbasierter Vergütungen | 0 | 0 | 0 | |
| Summe Gesamtergebnis der Periode | -17.830 | -17.818 | -2.454 | -20.272 |
| Konzernergebnis | -17.824 | -17.824 | -2.460 | -20.284 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -6 | 5 | 6 | 12 |
| Stand zum 31.12.2023 | 59.371 | 83.776 | 3.478 | 87.254 |
| Stand zum 01.01.2024 | 59.371 | 83.776 | 3.478 | 87.254 |
| Kapitalerhöhung/-herabsetzung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gewinnausschüttungen | -2.916 | -2.916 | 0 | -2.916 |
| Erwerb/Veräußerung eigener Anteile | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen | -56 | -56 | -323 | -379 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung anteilsbasierter Vergütungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Gesamtergebnis der Periode | 13.274 | 14.298 | -1.047 | 13.251 |
| Konzernergebnis | 13.260 | 13.260 | -1.033 | 12.227 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 14 | 1.038 | -14 | 1.024 |
| Stand zum 31.12.2024 | 69.673 | 95.102 | 2.108 | 97.210 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
| Fortgeführte Geschäftsbereiche TEUR |
2024 | 2023* |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -600 | -13.915 |
| Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte | 2.593 | 2.490 |
| Zunahme (-)/Abnahme (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 52 | 267 |
| Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vertragsvermögenswerte | -1.935 | 61 |
| Zunahme (-)/Abnahme (+) der übrigen Forderungen und Vermögenswerte | -1.111 | 676 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen | 1.481 | 1.199 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 317 | 1.009 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Vertragsverbindlichkeiten | 58 | -202 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der übrigen Verbindlichkeiten | -673 | -1.391 |
| Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Geschäfts- oder Firmenwerte | 17.069 | 22.159 |
| Gewinn (-)/Verlust (+) aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 734 | -781 |
| Auszahlungen Earn-out-Vereinbarungen | 0 | -1.438 |
| Sonstige Beteiligungserträge | -438 | 2.300 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (-) | -230 | -1.702 |
| Zinsaufwendungen (+)/Zinserträge (-) | 3.906 | 4.228 |
| Ertragsteueraufwand (+)/Ertragsteuerertrag (-) | -2.008 | 2.269 |
| Ertragsteuerzahlungen (-) / Ertragsteuererstattungen (+) | -6.220 | -2.499 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 12.997 | 14.730 |
| Einzahlungen (+) aus Abgängen von Sachanlagen | 1.232 | 23 |
| Auszahlungen (-) für Investitionen in Sachanlagen | -5.094 | -4.666 |
| Einzahlungen (+) aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten | 133 | 89 |
| Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | -1.818 | -402 |
| Einzahlungen (+) aus Abgängen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | 0 | 2.607 |
| Auszahlungen (-) für Zugänge zum Konsolidierungskreis | 0 | -562 |
| Einzahlungen (+) aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis | 32.278 | 11.804 |
| Erhaltene Dividenden (+) | 242 | 165 |
| Erhaltene Zinsen (+) | 947 | 857 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | 27.920 | 9.915 |
| Auszahlungen (-) für den Erwerb von Anteilen eines konsolidierten Unternehmens | -418 | -801 |
| Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-) Krediten | 0 | 3.030 |
| Auszahlungen (-) für die Tilgung von (Finanz-) Krediten | -6.122 | -13.016 |
| Auszahlungen (-) für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -6.194 | -6.375 |
| Einzahlungen (+) / Auszahlungen (-) aus Factoring | 117 | -805 |
| Auszahlungen (-) sonstige Darlehen | 173 | -173 |
| Gezahlte Zinsen (-) | -4.705 | -4.690 |
| Gezahlte Dividenden (-) | -2.916 | -1.987 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -20.065 | -24.817 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 20.852 | -171 |
| Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 482 | -75 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 29.573 | 29.819 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 50.907 | 29.573 |
* Angepasst gem. IAS 8, s. Erläuterungen in "A.3 Anpassungen der Vergleichsperiode".
IFRS-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1.1 bis zum 31.12.2024
A. Allgemeine Angaben und Grundsätze der Rechnungslegung
A.1 Allgemeine Angaben zum Mutterunternehmen
Die Blue Cap AG, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRB 162137, ist eine im Jahr 2006 gegründete, kapitalmarktnotierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München. Die Gesellschaft erwirbt mittelständische Unternehmen aus dem B2B-Bereich in Sondersituationen und begleitet sie in ihrer unternehmerischen Entwicklung, mit dem Ziel sie später gewinnbringend zu verkaufen. Die akquirierten Unternehmen haben ihren Hauptsitz in der DACH-Region, erwirtschaften einen Umsatz zwischen EUR 20 und 200 Mio. und haben ein nachhaltig stabiles Kerngeschäft.
Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft mehrheitliche Anteile an fünf Unternehmensgruppen (Vorjahr: sieben) und besitzt eine Minderheitsbeteiligung. 2024 verkaufte die Blue Cap zwei Portfoliounternehmen. Die Gruppe beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 829 Mitarbeitende und operiert in Deutschland, Europa und den USA.
Die Blue Cap AG notiert an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment "Scale" sowie im "m:access" der Börse München (ISIN: DE000A0JM2M1). Die Kapitalmarktnotiz verpflichtet das Unternehmen zu einer entsprechenden Transparenz, der es über eine aktive Kapitalmarktkommunikation und InvestorRelations-Arbeit nachkommt.
Geschäftsmodell: "Buy, Transform & Sell"
Die Blue Cap erwirbt Unternehmen aus dem B2B-Bereich in Sondersituationen, die an einem Wendepunkt in ihrer Unternehmensgeschichte stehen. Dieses können Umbruchsituationen mit umfangreichem Restrukturierungsbedarf oder ungelöste Nachfolgesituationen und Konzernabspaltungen umfassen. Die systematische Identifizierung und Auswahl der Zielunternehmen erfolgt anhand fester Investitionskriterien. Im Mittelpunkt der Investitionsentscheidung steht ein klares operatives Verbesserungspotenzial sowie Wertsteigerungsperspektiven auf Basis eines nachhaltig stabilen Geschäftsmodells. Die Portfoliogesellschaften werden während der Halteperiode aktiv bei der strategischen und operativen Entwicklung durch die Blue Cap begleitet. Die optimale Haltedauer beträgt in der Regel zwischen drei und sieben Jahren. Grundsätzlich gilt: Die Blue Cap ist Eigentümerin auf Zeit und veräußert ihre Beteiligungen, sobald eine erfolgreiche Wertentwicklung in einer anderen Eigentümerstruktur sinnvoller erscheint und sie große Teile ihres geplanten Transformationsprogramms erfolgreich umsetzen konnte.
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns der Blue Cap AG und seiner Tochterunternehmen (nachfolgend auch "Blue Cap-Gruppe" oder "Blue Cap" genannt) wird im Wirtschaftsbericht des zusammengefassten Lageberichts im Einzelnen dargestellt.
A.2 Grundlagen der Abschlusserstellung
Der Konzernabschluss der Blue Cap AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 wird gemäß § 315e Abs. 3 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäische Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt. Darüber hinaus wurden alle in § 315e Abs. 1 HGB genannten, ergänzend anzuwendenden Vorschriften des HGB beachtet.
Der Konzernabschluss, bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang, wurde nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Der Begriff IFRS umfasst dabei auch alle noch gültigen International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).
In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen zum 31. Dezember aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Blue Cap erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro (EUR), der funktionalen Währung des Konzerns. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Bei Abweichungen von bis zu einer Einheit (TEUR, %) handelt es sich um rechentechnisch begründete Rundungsdifferenzen.
Neue Standards und Interpretationen des aktuellen Geschäftsjahres
Folgende Änderungen von Standards wurden erstmalig zum 1. Januar 2024 angewendet. Sie hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:
| Standard | Titel | Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem genannten Datum beginnen |
|---|---|---|
| IAS 1 | Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz-bzw. langfristig | 01.01.2024 |
| IAS 1 | Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen | 01.01.2024 |
| IFRS 16 | Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-Leaseback-Transaktion | 01.01.2024 |
| IAS7/IFRS7 | Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen | 01.01.2024 |
Neue Standards und Interpretationen, die nicht frühzeitig angewendet werden
Das IASB hat nachfolgende Änderungen von Standards sowie neue Standards herausgegeben, deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2024 jedoch nicht verpflichtend und deren Übernahme durch die Europäische Union teilweise noch nicht abgeschlossen ist. Daher wurden die folgenden Rechnungslegungsvorschriften noch nicht angewendet:
| Standard | Titel | Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder ab dem genannten Datum beginnen |
|---|---|---|
| IAS 21 | Fehlende Umtauschbarkeit einer Währung | 01.01.2025 |
| IFRS 9 und IFRS 7 | Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten | 01.01.2026 |
| IAS 7, IFRS 1, IFRS 7, IFRS 9 und IFRS 10 | Jährliche Verbesserungen an den IFRS | 01.01.2026 |
| IFRS 18 | Darstellung und Angaben im Abschluss | 01.01.2027 |
| IFRS 19 | Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben | 01.01.2027 |
Die Auswirkungen der noch nicht in EU-Recht übernommenen Änderungen bzw. Neuerungen auf den Konzernabschluss der Blue Cap werden derzeit noch geprüft. Es werden grundsätzlich keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. IFRS 18 wird sich allerdings voraussichtlich auf die Darstellung und Gliederung des Abschlusses auswirken.
A.3 Anpassungen der Vergleichsperiode
Im Konzernabschluss 2023 wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023 der Entkonsolidierungsverlust aus dem Verkauf der Knauer-Uniplast-Gruppe in Höhe von TEUR 6.354 fälschlicherweise im Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen (dort sonstige Aufwendungen) statt im Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Der Fehler wurde gem. IAS 8 retrospektiv korrigiert, was zu einer Anpassung der Vergleichswerte der genannten Positionen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung führte. Die aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommenen Werte der Konzernkapitalflussrechnung (betrifft das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen und den Verlust aus Entkonsolidierungen) sind für die Vergleichsperiode entsprechend angepasst. Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie blieb von dieser Korrektur in Summe unberührt. Es gab eine Verschiebung des unverwässerten und verwässerten Ergebnisses je Aktie für 2023 von EUR -1,43 auf die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche.
B. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden
B.1 Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis der Blue Cap AG ergibt sich aus der Anwendung von IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) und IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen).
Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31. Dezember 2024 neben dem Mutterunternehmen 22 (31. Dezember 2023: 34) Gesellschaften, die vollkonsolidiert werden. Davon haben 15 (31. Dezember 2023: 20) Gesellschaften ihren Sitz in Deutschland und 7 (31. Dezember 2023: 14) im Ausland.
Im Konzernabschluss der Blue Cap AG sind zum 31. Dezember 2024 bzw. zum 31. Dezember 2023 die folgenden Tochterunternehmen vollkonsolidiert sowie die folgenden assoziierten Unternehmen einbezogen (Beteiligungsquote entspricht jeweils dem Kapital- und Stimmrechtsanteil):
| Nr. | Gesellschaft | Sitz | Beteiligungsquot e (%) |
Beteiligt über Nr. |
|---|---|---|---|---|
| Mutterunternehmen | ||||
| 1. | Blue Cap AG | München | - | - |
| Direkte Beteiligungen | ||||
| 2. | Planatol GmbH | Rohrdorf | 100,0 | 1. |
| 3. | Blue Cap Asset Management GmbH (nunmehr verschmolzen auf die Blue Cap AG) | München | 100,0 | 1. |
| 4. | noKra Optische Prüftechnik und Automation GmbH | Baesweiler | 90,0 | 1. |
| 5. | Neschen Coating GmbH | Bückeburg | 100,0 | 1. |
| 6. | Blue Cap 09 GmbH | München | 100,0 | 1. |
| 7. | con-pearl Verwaltungs GmbH | Geismar | 100,0 | 1. |
| 8. | Blue Cap 11 GmbH | München | 100,0 | 1. |
| 9. | HY-LINE Management GmbH | Unterhaching | 97,7 | 1. |
| 10. | Blue Cap 13 GmbH (nunmehr verschmolzen auf die Blue Cap AG) | München | 100,0 | 1. |
| 11. | Blue Cap 14 GmbH | München | 70,2 | 1. |
| 12. | Blue Cap 15 GmbH | München | 100,0 | 1. |
| Indirekte Beteiligungen | ||||
| 13. | PLANATOL France S.à r.l. | Sucy-en-Brie/Frankreich | 100,0 | 2. |
| 14. | PLANATOL-Società Italiana Forniture Arti Grafiche S.I.F.A.G. S.r.l. | Mailand/Italien | 67,3 | 2. |
| 15. | Filmolux Austria GmbH | Baden/Österreich | 100,0 | 5. |
| 16. | Filmolux Benelux B.V. | Deventer/Niederlande | 100,0 | 5. |
| 17. | Filmolux Deutschland GmbH | Minden | 100,0 | 5. |
| 18. | Filmolux Italia S.r.l. | Bagnolo Cremasco/Italien | 100,0 | 5. |
| 19. | Filmolux S.à r.l. | Sucy-en-Brie/Frankreich | 100,0 | 5. |
| 20. | Filmolux Swiss AG | Emmenbrücke/Schweiz | 100,0 | 5. |
| 21. | Filmolux Scandinavia AB | Nacka/Schweden | 100,0 | 5. |
| 22. | Neschen Inc. | Richmond/USA | 100,0 | 5. |
| 23. | Neschen s.r.o. | Hradec Králové/Tschechische Republik | 100,0 | 5. |
| 24. | con-pearl GmbH | Geismar | 100,0 | 8. |
| 25. | con-pearl Automotive Inc. | Greenville/USA | 100,0 | 28. |
| 26. | con-pearl North America Inc. | Greenville/USA | 100,0 | 28. |
| 27. | H+E Molding Solutions GmbH | Ittlingen | 71,0 | 10. |
| 28. | H+E Kinematics GmbH | Sinsheim | 100,0 | 31. |
| 29. | H+E Automotive GmbH | Sinsheim | 100,0 | 31. |
| 30. | HY-LINE Holding GmbH | Unterhaching | 100,0 | 10. |
| 31. | HY-LINE Technology GmbH | Unterhaching | 100,0 | 34. |
| 32. | HY-LINE AG | Schaffhausen/Schweiz | 100,0 | 34. |
| 33. | Transline Gruppe GmbH | Reutlingen | 100,0 | 12. |
| 34. | Transline Deutschland GmbH | Reutlingen | 100,0 | 39. |
| 35. | Transline Europe S.à r.l. | Schiltigheim/Frankreich | 100,0 | 39. |
| 36. | INTERLANGUAGE S.R.L. | Modena/Italien | 100,0 | 39. |
| 37. | Assoziierte Unternehmen inheco Industrial Heating and Cooling GmbH | Martinsried | 42,0 | 1. |
| Nr. | Gesellschaft | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|---|---|
| Mutterunternehmen | ||||
| 1. | Blue Cap AG | ✓ | ✓ | |
| Direkte Beteiligungen | ||||
| 2. | Planatol GmbH | ✓ | ✓ | |
| 3. | Blue Cap Asset Management GmbH (nunmehr verschmolzen auf die Blue Cap AG) | ✓ | * | |
| 4. | noKra Optische Prüftechnik und Automation GmbH | ✓ | ||
| 5. | Neschen Coating GmbH | ✓ | * | |
| 6. | Blue Cap 09 GmbH | ✓ | ✓ | |
| 7. | con-pearl Verwaltungs GmbH | ✓ | ✓ | |
| 8. | Blue Cap 11 GmbH | ✓ | ✓ | |
| 9. | HY-LINE Management GmbH | ✓ | ✓ | |
| 10. | Blue Cap 13 GmbH (nunmehr verschmolzen auf die Blue Cap AG) | ✓ | ||
| 11. | Blue Cap 14 GmbH | ✓ | ✓ | |
| 12. | Blue Cap 15 GmbH | ✓ | ✓ | |
| Indirekte Beteiligungen | ||||
| 13. | PLANATOL France S.à r.l. | ✓ | ✓ | |
| 14. | PLANATOL-Società Italiana Forniture Arti Grafiche S.I.F.A.G. S.r.l. | ✓ | ✓ | |
| 15. | Filmolux Austria GmbH | ✓ | ||
| 16. | Filmolux Benelux B.V. | ✓ | ||
| 17. | Filmolux Deutschland GmbH | ✓ | * | |
| 18. | Filmolux Italia S.r.l. | ✓ | ||
| 19. | Filmolux S.à r.l. | ✓ | ||
| 20. | Filmolux Swiss AG | ✓ | ||
| 21. | Filmolux Scandinavia AB | ✓ | ||
| 22. | Neschen Inc. | ✓ | ||
| 23. | Neschen s.r.o. | ✓ | ||
| 24. | con-pearl GmbH | ✓ | ✓ | |
| 25. | con-pearl Automotive Inc. | ✓ | ✓ | |
| 26. | con-pearl North America Inc. | ✓ | ✓ | |
| 27. | H+E Molding Solutions GmbH | ✓ | ✓ | |
| 28. | H+E Kinematics GmbH | ✓ | ✓ | |
| 29. | H+E Automotive GmbH | ✓ | ✓ | |
| 30. | HY-LINE Holding GmbH | ✓ | ✓ | |
| 31. | HY-LINE Technology GmbH | ✓ | ✓ | |
| 32. | HY-LINE AG | ✓ | ✓ | |
| 33. | Transline Gruppe GmbH | ✓ | ✓ | |
| 34. | Transline Deutschland GmbH | ✓ | ✓ | |
| 35. | Transline Europe S.à r.l. | ✓ | ✓ | |
| 36. | INTERLANGUAGE S.R.L. | ✓ | ✓ | |
| 37. | Assoziierte Unternehmen inheco Industrial Heating and Cooling GmbH | ✓ | ✓ |
Die mit "* " gekennzeichneten Gesellschaften machen von den Erleichterungen des § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB Gebrauch.
In der folgenden Aufstellung sind alle Konzerngesellschaften, die zum Stichtag nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, aufgeführt. Auf die Einbeziehung dieser Tochtergesellschaften wurde wegen der in ihrer Gesamtheit untergeordneten Bedeutung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns verzichtet. Der Umsatz dieser Gesellschaften liegt insgesamt unter 1 % des Konzernumsatzes.
| Gesellschaft | Sitz | Beteiligungsquote (%) |
31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|---|---|
| Flow 2021 Verwaltungs GmbH i.L. | München | 100,0 | ✓ | ✓ |
| Grundstücksgesellschaft Knauer UG (haftungsbeschränkt) | Dettingen an der Erms | 100,0 | ✓ | ✓ |
| Sauter & Schulte Bauherren GmbH & Co.KG | Dettingen an der Erms | 100,0 | ✓ | ✓ |
| Sauter & Schulte Verwaltungs GmbH | Dettingen an der Erms | 100,0 | ✓ | ✓ |
| SMB-David GmbH i. L. | Herrsching | 70,0 | ✓ | ✓ |
| SMB-David finishing Lines GmbH i. L. | Geretsried-Gelting | 100,0 | ✓ | ✓ |
| MEP Transline GmbH & Co. KG | München | 100,0 | ✓ | ✓ |
| Blue Cap Komplementär GmbH | München | 100,0 | ✓ | ✓ |
B.2 Veränderungen des Konsolidierungskreises
B.2.1 Änderungen am Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2024
Neben den unten dargestellten Erwerben und Veräußerungen ergaben sich im Jahr 2024 die folgenden Veränderungen des Konsolidierungskreises:
Um die Gesellschaftsstruktur der Blue Cap-Gruppe zu verschlanken, wurde durch notariellen Vertrag vom 18. Juni 2024 beschlossen, die Blue Cap Asset Management GmbH und die Blue Cap 13 GmbH auf die Blue Cap AG zu verschmelzen.
Die HY-LINE Management GmbH hielt zum 31. Dezember 2023 2,6 % ihrer eigenen Anteile. Die Beteiligungsquote der Blue Cap AG betrug zum Vorjahresstichtag also 95,4 %.
Die HY-LINE Management GmbH hat im März 2024 und im Dezember 2024 insgesamt von drei ausscheidenden Gesellschaftern Anteile erworben und hält daher zum Stichtag 4,9 % ihrer eigenen Anteile. Dadurch verändert sich die anteilige Beteiligungsquote der Blue Cap AG an der HY-LINE Management GmbH, welche sich zum Stichtag auf 97,7 % beläuft.
Erwerbe von Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2024
Im Jahr 2024 wurden keine Unternehmenserwerbe vollzogen.
Veräußerung von Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2024
Die Vergleichsperiode wurde entsprechend den Vorgaben des IFRS 5 bezüglich der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche angepasst.
noKra
Mit Vertrag vom 30. September 2024 hat die Blue Cap AG die Mehrheitsbeteiligung noKra Optische Prüftechnik und Automation GmbH an einen strategischen Käufer veräußert. Der Verkauf wurde im September 2024 vollzogen. Die Entkonsolidierung der nokra erfolgte zum 30. September 2024.
Das abgegangene Nettovermögen der nokra setzt sich wie folgt zusammen:
| in TEUR | Buchwert |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 84 |
| Sachanlagen | 581 |
| Andere langfristige Vermögenswerte | 10 |
| Latente Steueransprüche | 354 |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.029 |
| Vorräte | 1.161 |
| Vertragsvermögensgegenstände | 899 |
| Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 174 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0 |
| Andere kurzfristige Vermögenswerte | 2 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 2.237 |
| Rückstellungen für Pensionen | |
| Sonstige Rückstellungen | 35 |
| Latente Steuerschulden | 25 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 741 |
| Langfristige Schulden | 801 |
| Sonstige Rückstellungen | 4 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 814 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 166 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.515 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 96 |
| Kurzfristige Schulden | 2.595 |
| Nettovermögen | -131 |
| in TEUR | |
|---|---|
| Erhaltene Gegenleistung für Anteile in Zahlungsmitteln | 2.186 |
| Veräußertes Nettovermögen | 131 |
| Abgehende Fremdanteile | 25 |
| Transaktionskosten | -82 |
| Gewinn aus der Veräußerung vor Steuer | 2.260 |
| Ertragsteuern auf Veräußerungsgewinn | -23 |
| Gewinn aus der Veräußerung nach Steuer | 2.237 |
| in TEUR | |
|---|---|
| Zahlungsmittelzufluss durch Käufer | 2.186 |
| Transaktionsnebenkosten | -82 |
| Zahlungsmittelabfluss (-) / Zufluss (+) durch Veräußerung der Zahlungsmittel und ausgenutzten Kontokorrentlinien | 0 |
| Nettozahlungsmittelzufluss aus der Transaktion | 2.104 |
Im Rahmen der Transaktion sind Transaktionsnebenkosten in Höhe von TEUR 82 angefallen.
Der Ertrag aus der Veräußerung der nokra wurde im Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen berücksichtigt. Die auf den Veräußerungsgewinn entfallenden Ertragsteuern sind aufgrund der Zugehörigkeit zur Konzernmuttergesellschaft im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen enthalten.
Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs, das in das Konzernergebnis einbezogen wurde und vollständig auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfällt, stellt sich wie folgt dar:
Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Gesamtleistung | 1.990 | 3.760 |
| davon Umsatzerlöse außerhalb des Blue CapKonzerns | 1.939 | 3.465 |
| Aufwendungen | -2.836 | -3.699 |
| Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit | -846 | 61 |
| Ertragsteuern | 215 | 15 |
| Veräußerungsgewinn vor Steuern | 2.260 | 0 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 1.629 | 76 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) | 0,36 | 0,02 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | 0,36 | 0,02 |
Die Cashflows der nokra werden den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet und gliedern sich wie folgt:
Cashflows des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 1.167 | 210 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | 2.097 | -10 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -236 | -255 |
| Summe der Cashflows | 3.028 | -55 |
Aus dem Cashflow des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs ist ein Betrag von EUR 2,1 Mio. dem Mutterunternehmen zugeflossen und folglich in der Konzernkapitalflussrechnung als Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.
Neschen-Gruppe
Die Blue Cap AG hat am 7. Oktober 2024 mit einem strategischen Käufer einen Vertrag über den Verkauf der 100 %-Beteiligung Neschen Coating GmbH geschlossen. Der Vollzug des Kaufvertrags erfolgte am 7. Oktober 2024. Die Entkonsolidierung der Neschen-Gruppe erfolgte aus Wesentlichkeitsgründen zum 1. Oktober 2024.
Das abgegangene Nettovermögen der Neschen-Gruppe setzt sich wie folgt zusammen:
| in TEUR | Buchwert |
|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 603 |
| Sachanlagen | 11.826 |
| Andere langfristige Vermögenswerte | 34 |
| Latente Steueransprüche | 223 |
| Andere langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte | 623 |
| Langfristige Vermögenswerte | 13.311 |
| Vorräte | 8.469 |
| Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 8.909 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.432 |
| Andere kurzfristige Vermögenswerte | 1.184 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 19.995 |
| Rückstellungen für Pensionen | |
| Sonstige Rückstellungen | 323 |
| Latente Steuerschulden | 71 |
| Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.069 |
| Langfristige Schulden | 4.462 |
| Sonstige Rückstellungen | 288 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.879 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 2.497 |
| Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 1.350 |
| Kurzfristige Schulden | 7.014 |
| Nettovermögen | 21.830 |
| in TEUR | |
|---|---|
| Erhaltene Gegenleistung für Anteile in Zahlungsmitteln | 31.466 |
| -21.830 | |
| Veräußertes Nettovermögen | |
| Transaktionskosten | -1.243 |
| Gewinn aus der Veräußerung vor Steuer | 8.394 |
| Ertragsteuern auf Veräußerungsgewinn | -338 |
| Gewinn aus der Veräußerung nach Steuer | 8.056 |
| in TEUR | |
|---|---|
| Zahlungsmittelzufluss durch Käufer | 31.466 |
| Transaktionsnebenkosten | -1.243 |
| Zahlungsmittelabfluss (-) / Zufluss (+) durch Veräußerung der Zahlungsmittel und ausgenutzten Kontokorrentlinien | -1.272 |
| Nettozahlungsmittelzufluss aus der Transaktion | 28.951 |
Im Rahmen der Transaktion sind Transaktionsnebenkosten in Höhe von TEUR 1.243 angefallen.
Der Ertrag aus der Veräußerung der Neschen-Gruppe wurde im Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen berücksichtigt. Die auf den Veräußerungsgewinn entfallenden Ertragsteuern sind aufgrund der Zugehörigkeit zur Konzernmuttergesellschaft im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen enthalten.
Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs, das in das Konzernergebnis einbezogen wurde und vollständig auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfällt, stellt sich wie folgt dar:
Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Gesamtleistung | 38.814 | 50.125 |
| davon Umsatzerlöse außerhalb des Blue CapKonzerns | 37.578 | 51.105 |
| Aufwendungen | -35.115 | -50.287 |
| Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit | 3.699 | -162 |
| Ertragsteuern | -895 | -111 |
| Veräußerungsgewinn vor Steuern | 8.394 | 0 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 11.198 | -273 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (unverwässert) | 2,50 | -0,06 |
| Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert) | 2,50 | -0,06 |
Die Cashflows der Neschen-Gruppe werden den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet und gliedern sich wie folgt:
Cashflows des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 7.236 | 4.749 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | 27.070 | -630 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -5.787 | -2.853 |
| Summe der Cashflows | 28.519 | 1.266 |
Aus dem Cashflow des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs ist ein Betrag von EUR 31,2 Mio. dem Mutterunternehmen zugeflossen und folglich in der Konzernkapitalflussrechnung als Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.
Im Jahr 2024 wurden keine weiteren Tochterunternehmen veräußert.
B.2.2 Änderungen am Konsolidierungskreis im Vorjahr
Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Knauer-Uniplast-Gruppe verkauft. Hieraus ergab sich ein Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR -6.172 welches vollständig auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfällt. Das Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) betrug 2023 diesbezüglich EUR -1,39.
Die Cashflows der Knauer-Uniplast-Gruppe wurden in 2023 den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet und gliederten sich wie folgt:
Cashflows des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
| TEUR | 2023 |
|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 1.901 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -7.457 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | -939 |
| Summe der Cashflows | -6.495 |
Aus dem Cashflow des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs ist ein Betrag von EUR 11,8 Mio. dem Mutterunternehmen zugeflossen und folglich in der Konzernkapitalflussrechnung in der Vergleichsperiode als Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.
B.3 Konsolidierungsgrundsätze
Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Blue Cap AG beherrscht werden. Der Konzern erlangt Beherrschung, wenn er die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird.
Auch in Fällen, in denen die Blue Cap keine Mehrheit der Stimmrechte besitzt, kann es zu einer Beherrschung kommen, wenn der Konzern die Möglichkeit hat, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung der Beherrschung werden alle Tatsachen und Umstände berücksichtigt. Dazu gehören insbesondere der Zweck und die Gestaltung des Beteiligungsunternehmens, die Identifizierung der maßgeblichen Tätigkeiten und Entscheidungen darüber, das Verhältnis der eigenen Stimmrechte im Vergleich zum Umfang und zur Verteilung anderer Stimmrechte sowie potenzielle Stimmrechte und Rechte aus anderen vertraglichen Vereinbarungen. Die Beurteilung der Beherrschung erfordert eine Berücksichtigung aller Tatsachen und Umstände unter Ermessensausübung des Managements.
Die Beurteilung der Beherrschung wird von der Blue Cap überprüft, wenn es Anzeichen gibt, dass sich eines oder mehrere der genannten Beherrschungskriterien verändert haben.
Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden mit Wirkung des tatsächlichen Erwerbszeitpunkts bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzernergebnis erfasst.
Die Bilanzierung des Erwerbs eines Unternehmens erfolgt nach der Erwerbsmethode (Akquisitionsmethode). Die übertragene Gegenleistung im Rahmen eines Unternehmenserwerbs entspricht dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte aller angesetzten Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.
Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.
Als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wird der Wert angesetzt und mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft, der sich aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum über dem Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach einer erneuten Überprüfung direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen erfasst.
Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem die Blue Cap über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist dabei definiert als die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, ohne zu beherrschen oder gemeinschaftlich zu führen. Wenn die Blue Cap direkt oder indirekt zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen hält, besteht die Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Bei einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20 % wird maßgeblicher Einfluss vermutet, wenn er eindeutig nachgewiesen werden kann.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert und somit bei erstmaligem Ansatz mit den Anschaffungskosten bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den Beteiligungsbuchwerten der assoziierten Unternehmen enthalten. Der Buchwert der Anteile erhöht oder verringert sich nach dem erstmaligen Ansatz entsprechend dem Anteil des Anteilseigners am Periodenergebnis bzw. an den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens - vom Zeitpunkt der erstmaligen maßgeblichen Einflussnahme bis zum Wegfall dieses Einflusses. Wenn der Anteil der Blue Cap an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens dem Wert des Beteiligungsanteils entspricht bzw. diesen übersteigt, wird der Anteil auf null reduziert.
Salden und Transaktionen mit konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene Erträge und Aufwendungen werden für die Erstellung des Konzernabschlusses in voller Höhe eliminiert. Unrealisierte Gewinne auf der Basis von Transaktionen mit assoziierten Unternehmen werden nach Maßgabe des Anteils der Blue Cap gegen den Beteiligungsbuchwert eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise eliminiert, jedoch nur in dem Maße, in dem kein Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegt.
Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung wurden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
B.4 Währungsumrechnung
Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften werden mit deren funktionaler Währung aufgestellt. Dies ist die Währung desjenigen Landes, in dem die jeweilige Gesellschaft primär tätig ist. Der Konzernabschluss wird in Euro, der Darstellungswährung des Konzerns, aufgestellt.
Transaktionen in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den "Sonstigen Erträgen" bzw. den "Sonstigen Aufwendungen" erfasst.
Mit Ausnahme des Eigenkapitals werden Bilanzposten von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, zum Stichtagskurs in die Darstellungswährung, die Posten der Konzerngewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs der jeweiligen Periode und Eigenkapitalpositionen zu historischen Fremdwährungskursen umgerechnet. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden in der Rücklage für Währungsumrechnung in den sonstigen Eigenkapitalbestandteilen ausgewiesen.
| Stichtagskurs | |||
|---|---|---|---|
| Währungen | 1 EUR in |
31.12.2024 | 31.12.2023 |
| --- | --- | --- | --- |
| USD | USA | 1,04 | 1,11 |
| CHF | Schweiz | 0,94 | 0,93 |
| Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|
| Währungen | 1 EUR in |
2024 | 2023 |
| --- | --- | --- | --- |
| USD | USA | 1,05 | 1,09 |
| CHF | Schweiz | 0,93 | 0,94 |
C. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Dem Konzernabschluss liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen werden nachfolgend erläutert.
C.1 Ertrags- und Aufwandsrealisierung
Die Umsätze werden als Umsatzerlöse ausgewiesen und zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung, abzüglich Retouren sowie gewährter Preisnachlässe und Mengenrabatte, erfasst.
C.1.1 Verkauf von Gütern
Die Blue Cap-Gruppe realisiert Umsatzerlöse, wenn die Verfügungsgewalt über abgrenzbare Güter oder Leistungen auf den Kunden übergeht. Der Kunde muss somit die Fähigkeit haben, über die Nutzung zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen daraus zu ziehen. Grundlage hierfür ist ein Vertrag zwischen der Blue Cap-Gruppe und dem Kunden. Dem Vertrag und den darin enthaltenen Vereinbarungen müssen die Parteien zugestimmt haben, die einzelnen Verpflichtungen der Parteien und die Zahlungsbedingungen müssen feststellbar sein, der Vertrag muss wirtschaftliche Substanz haben und die Gruppe muss die Gegenleistung für die erbrachte Leistung wahrscheinlich erhalten. Es müssen somit durchsetzbare Rechte und Pflichten bestehen. Der Transaktionspreis entspricht dem Umsatzerlös. Wenn der Vertrag mehr als eine abgrenzbare Leistungsverpflichtung beinhaltet, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Sollten die Einzelveräußerungspreise nicht beobachtbar sein, schätzt die Blue Cap-Gruppe diese. Die einzelnen identifizierten Leistungsverpflichtungen werden entweder über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt realisiert.
Die Zahlungen werden in der Regel spätestens 90 Tage nach der Abnahme durch den Kunden fällig. Wesentliche Finanzierungskomponenten existieren nicht. Gewährleistungsverpflichtungen existieren nur im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtung und werden als Rückstellung im Sinne des IAS 37 bilanziert.
C.1.2 Verkauf von Dienstleistungen
Erträge aus Dienstleistungsverträgen werden zeitraumbezogen in derjenigen Periode erfasst, in der die Dienstleistung erbracht wird. Die Umsatzrealisierung erfolgt nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads und unter der Voraussetzung, dass das Ergebnis des Dienstleistungsgeschäfts verlässlich geschätzt werden kann.
C.1.3 Kundenspezifische Serienproduktion
Serienprodukte, die aufgrund ihrer Spezifikationen keinen alternativen Nutzen haben und bei denen die Blue Cap-Gruppe gegenüber dem Kunden einen durchsetzbaren Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge hat, werden zeitraumbezogen realisiert. Die Messung des Leistungsfortschritts erfolgt auf Basis der gefertigten Produkte (Output-Methode). Die Zahlungen werden in der Regel spätestens 90 Tage nach der Abnahme durch den Kunden fällig.
C.1.4 Kundenspezifische Fertigungsaufträge
Kundenspezifische Produkte werden einer zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung unterzogen, wenn die Produkte aufgrund ihrer Spezifikationen keinen alternativen Nutzen haben und die Blue CapGruppe gegenüber dem Kunden einen durchsetzbaren Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge hat.
Bei kundenspezifischer Fertigung werden Umsatzerlöse nach der inputbasierten Cost-to-Cost-Methode (Over-time-Accounting-Method) und somit nach dem Leistungsfortschritt erfasst, sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrags zum Bilanzstichtag verlässlich geschätzt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag der Blue Cap-Gruppe zufließen wird. Der Leistungsfortschritt zum Bilanzstichtag ergibt sich hierbei entweder aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (cost-to-cost) oder des Anteils der angefallenen Bemühungen an den insgesamt erwarteten Bemühungen (efforts expended). Die Auftragskosten umfassen dabei dem Auftrag direkt zurechenbare Kosten sowie produktionsbezogene Gemeinkosten.
Wenn das Ergebnis aus einem Fertigungsauftrag nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in dem Maße erfasst, in dem die angefallenen Auftragskosten wahrscheinlich erstattungsfähig sind (Zero-Profit-Margin-Methode). Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand erfasst.
Die Zahlungen werden in der Regel spätestens 90 Tage nach der Abnahme durch den Kunden fällig.
C.1.5 Sonstige Erträge und Aufwendungen
Zinsen werden periodengerecht unter Verwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag ausgewiesen. Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem das Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht.
Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung bilanziell erfasst.
Aufwendungen für Forschung werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie angefallen sind. Aufwendungen für Entwicklung werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst, soweit es sich nicht um Entwicklungskosten handelt, die bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzung gemäß IAS 38 als immaterieller Vermögenswert aktiviert werden müssen.
Im Geschäftsjahr 2024 haben die fortgeführten Geschäftsbereiche der Blue Cap-Gruppe TEUR 1.429 (Vorjahr: TEUR 2.101) an Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten wurden, analog Vorjahr, in nicht wesentlichem Umfang aktiviert.
C.2 Ertragsteuern
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar.
C.2.1 Laufende Steuern
Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Ergebnis vor Ertragsteuern in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeiten des Konzerns für die laufenden Steuern werden auf Grundlage der geltenden bzw. aus Sicht des Abschlussstichtages in Kürze geltenden Steuersätze berechnet.
Das Mindeststeuergesetz findet im Geschäftsjahr keine Anwendung auf den Konzern. . Auch für den Planungszeitraum werden keine Auswirkungen des Mindeststeuergesetztes erwartet.
C.2.2 Latente Steuern
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt gemäß IAS 12 auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode (Liability-Methode). Danach werden Steuerabgrenzungsposten für sämtliche temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet.
Latente Steuern auf diese ermittelten Differenzen werden grundsätzlich immer berücksichtigt, wenn sie zu passivischen latenten Steuerverbindlichkeiten führen. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Aktive und passive latente Steuern werden auch auf temporäre Differenzen, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, sofern diese steuerlich unberücksichtigt bleiben.
Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehr der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.
Latente Steueransprüche, die sich aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen ergeben, werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren werden.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.
Zur Berechnung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit Sachverhalte, die eine Veränderung der latenten Steuern nach sich ziehen, direkt gegen das Eigenkapital gebucht werden, wird auch die Veränderung der latenten Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt.
C.3 Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Anteils am Ergebnis nach Steuern der Gesellschafter des Mutterunternehmens durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere und aktienbasierten Vergütungspläne umgewandelt bzw. ausgeübt werden.
C.4 Geschäfts- oder Firmenwert
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden die Gegenleistung für den Erwerb und das neubewertete Nettovermögen der erworbenen Gesellschaft gegenübergestellt und ein hierbei entstehender Aktivüberhang als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.
Der bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IAS 36 jährlich sowie zusätzlich, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert sein könnte, einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zwecke der Wertminderungsprüfung den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.
C.5 Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte, einschließlich Software und Lizenzen, werden zu Anschaffungskosten, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu Herstellungskosten aktiviert.
Zur Bestimmung der Aktivierbarkeit selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte sind Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zu trennen. Aufwendungen für Forschungsaktivitäten mit der Aussicht, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.
Der Ansatz selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte setzt die kumulative Erfüllung der Aktivierungskriterien des IAS 38 voraus: Die technische Realisierbarkeit des Entwicklungsprojekts sowie ein künftiger ökonomischer Vorteil aus dem Entwicklungsprojekt müssen nachgewiesen werden können und die Blue Cap muss beabsichtigen und fähig sein, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen. Ferner müssen der Blue Cap adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen zur Verfügung stehen und die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben müssen verlässlich ermittelt werden können.
Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Berichtszeitraum sowie in der Vergleichsperiode wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt, für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.
Wenn eine Nutzungsdauer bestimmt werden kann, werden diese immateriellen Vermögenswerte linear über ihre jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Am Bilanzstichtag aktivierte Entwicklungskosten, deren Entwicklungsprojekt noch nicht vollständig abgeschlossen ist, werden mittels der Methode der Lizenzpreisanalogie einem Werthaltigkeitstest unterzogen.
Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Vermögenswert | Nutzungsdauer in Jahren |
|---|---|
| Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | 4 bis 10 |
| Patente, Konzessionen, sonstige Rechte und Software | 3 bis 15 |
Ein immaterieller Vermögenswert wird bei Abgang oder dann, wenn kein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der Nutzung erwartet wird, ausgebucht. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswerts, gemessen als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn der Vermögenswert ausgebucht wird.
C.6 Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen, sofern es sich um abnutzbare Vermögenswerte handelt, und Wertminderungen bewertet.
Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zurechenbaren Kosten. Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig mit den direkt zurechenbaren Herstellungskosten sowie produktionsbezogenen Gemeinkosten bewertet.
Planmäßige Abschreibungen werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer des Vermögenswerts in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Dabei werden grundsätzlich folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
| Vermögenswert | Nutzungsdauer in Jahren |
|---|---|
| Gebäude | 3 bis 50 |
| Technische Anlagen | 1 bis 25 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1 bis 33 |
Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.
Soweit wesentliche Teile von Sachanlagen Komponenten mit deutlich abweichender Lebensdauer enthalten, beispielsweise Generalüberholungen, werden diese gesondert erfasst und über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.
Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Berichtszeitraum sowie in den Vergleichsperioden wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt, für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.
Die Restwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern basieren auf Einschätzungen und beruhen zu einem großen Teil auf Erfahrungen bezüglich der historischen Nutzung und technischen Entwicklung.
Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam im Ergebnis erfasst.
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und übersteigt der Buchwert von Sachanlagen den erzielbaren Betrag, werden Wertminderungsaufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag ist hierbei der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Wenn der Grund für eine bereits erfolgte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Ein Gegenstand des Sachanlagevermögens wird bei Abgang oder dann, wenn kein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen mehr besteht, ausgebucht. Der Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung oder Stilllegung eines Vermögenswerts wird als Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts bestimmt und ist in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
D. Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden so lange nicht erfasst, bis eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass der Konzern die dazugehörigen Bedingungen, die mit den Zuwendungen in Verbindung stehen, erfüllen wird und die Zuwendungen auch gewährt werden.
Zuwendungen der öffentlichen Hand sind planmäßig in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung zu erfassen, und zwar im Verlauf der Perioden, in denen der Konzern die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, als Aufwendungen ansetzt.
Konkret werden Zuwendungen der öffentlichen Hand, deren wichtigste Bedingungen der Kauf, der Bau oder die sonstige Anschaffung langfristiger Vermögenswerte (einschließlich Sachanlagen) ist, als Absetzung der Anschaffungskosten der betreffenden Vermögenswerte in der Bilanz erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung ohne künftig damit verbundenen Aufwand gezahlt werden, werden in der Periode in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht.
C.7 Leasingbilanzierung
Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
Für alle Verträge prüft die Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis ist oder enthält. Die Regelungen des IFRS 16 werden auch auf Nutzungsrechte an immateriellen Vermögenswerten angewandt.
Ein Leasingverhältnis ist definiert als ein Vertrag oder Teil eines Vertrags, der das Recht einräumt, einen Vermögenswert (den zugrunde liegenden Vermögenswert) für einen bestimmten Zeitraum gegen Entgelt zu nutzen. Zur Anwendung dieser Definition beurteilt der Konzern, ob der Vertrag die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt:
| ― | Der Vertrag bezieht sich auf einen identifizierten Vermögenswert, der entweder im Vertrag ausdrücklich gekennzeichnet oder implizit spezifiziert wird und so als identifiziert gelten kann. |
| ― | Die Gruppe hat das Recht, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Nutzung des identifizierten Vermögenswerts während der gesamten Nutzungsdauer unter Berücksichtigung seiner Rechte im Rahmen des definierten Vertragsumfangs zu ziehen. |
| ― | Die Gruppe hat das Recht, die Nutzung des identifizierten Vermögenswerts während des gesamten Nutzungszeitraums zu bestimmen. |
Bei Mehrkomponentenverträgen wird jede separate Leasingkomponente getrennt bilanziert. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird - abgesehen von Immobilien-Leasingverträgen - von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf die Trennung dieser Komponenten zu verzichten.
Zum Bereitstellungsdatum des Leasinggegenstands erfasst die Gruppe ein Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit in der Bilanz. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts entsprechen im Zugangszeitpunkt der Höhe der Leasingverbindlichkeit berichtigt um die anfänglichen direkten Kosten der Gruppe, einer Schätzung der Kosten für die Demontage und den Ausbau des Vermögenswerts am Ende des Leasingverhältnisses sowie die vor Beginn des Leasingverhältnisses geleisteten Leasingzahlungen abzüglich etwaiger Leasinganreize. In den Folgeperioden wird das Nutzungsrecht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Die Leasingverbindlichkeit bemisst sich als der Barwert der Leasingzahlungen, die während der Laufzeit des Leasingverhältnisses gezahlt werden, unter Anwendung des dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatzes oder, wenn dieser nicht verfügbar ist, des Grenzfremdkapitalzinssatzes. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit unter Anwendung des zur Abzinsung verwendeten Zinssatzes aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert.
Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen setzen sich zusammen aus festen Zahlungen (einschließlich de facto festen Zahlungen), variablen Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, voraussichtlich erwarteten Zahlungen im Rahmen von Restwertgarantien sowie Zahlungen, die im Rahmen von Kaufoptionen mit hinreichender Sicherheit anfallen werden. Zudem werden auch Strafzahlungen für eine Kündigung berücksichtigt, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird und entsprechende Strafzahlungen vereinbart wurden.
Änderungen der Leasingverhältnisse und Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten werden grundsätzlich erfolgsneutral gegen das Nutzungsrecht erfasst. Eine erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, wenn der Buchwert des Nutzungsrechts bereits auf null reduziert ist oder diese aus einer teilweisen Beendigung des Leasingverhältnisses resultiert.
Die Gruppe schreibt die Nutzungsrechte in der Regel vom Beginn des Leasingverhältnisses bis zu dem früheren Zeitpunkt aus dem Ende der Nutzungsdauer des Leasinggegenstands oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit linear ab. Eine etwaige längere Nutzungsdauer des Leasinggegenstands wird als Grundlage für die Abschreibungsdauer dann herangezogen, wenn ein Übergang des Eigentums (z. B. durch Ausübung einer Kaufoption) am Ende der Leasinglaufzeit unterstellt wird. Die Gruppe führt bei Vorliegen entsprechender Indikatoren zudem Werthaltigkeitsprüfungen nach IAS 36 durch.
Die Gruppe hat sich für die Nutzung der praktischen Erleichterungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (short-term leases) und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert (geringer als TEUR 5) (low-value leases) entschieden. Statt der Erfassung eines Nutzungsrechts und einer entsprechenden Leasingverbindlichkeit werden die mit derartigen Leasingverhältnissen verbundenen Zahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
In der Bilanz werden die Nutzungsrechte in den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeiten sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten.
Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Als Leasinggeber klassifiziert die Gruppe ihre Leasingverträge entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn es im Wesentlichen alle mit dem Eigentum am zugrunde liegenden Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen überträgt. Andernfalls folgt die Klassifizierung als Operating-Leasingverhältnis.
Die Gruppe weist das Leasingobjekt im Falle eines Operating-Leasings, sofern es nicht in den Anwendungsbereich von IAS 40 fällt, als Vermögenswert im Sachanlagevermögen aus. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Mieterträge werden linear über die Leasinglaufzeit erfolgswirksam erfasst und in den Umsatzerlösen ausgewiesen.
Tritt der Konzern als Leasinggeber im Rahmen eines Finanzierungsleasings auf, wird eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis erfasst.
In den dargestellten Perioden tritt die Blue Cap-Gruppe nur als Leasinggeber im Rahmen von Operating-Leasing-Vereinbarungen auf.
C.8 Wertminderungen
Für Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer wird gemäß IAS 36 an jedem Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen vorliegen, z. B. besondere Ereignisse oder Marktentwicklungen, die einen möglichen Wertverfall anzeigen.
Geschäfts- oder Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie selbst erstellte Vermögenswerte im Bau werden jährlich auf Wertminderungsbedarf untersucht.
Bei Vorliegen von Anzeichen oder bei dem verpflichtend durchzuführenden jährlichen Wertminderungstest für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts bestimmt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder ZGE abzüglich Veräußerungskosten und dem jeweiligen Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind. Im letzteren Fall ist der erzielbare Betrag auf Basis einer ZGE zu ermitteln, welcher Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten zugeordnet werden, bis diese zusammen weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse generieren. Dies ist u. a. für den Geschäfts- oder Firmenwert der Fall. Dieser wird, sofern er aus einem Unternehmenszusammenschluss resultiert, vom Übernahmetag an der ZGE oder Gruppe von ZGEs zugeordnet, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen kann und auf deren Ebene der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.
Innerhalb der Blue Cap-Gruppe stellt in der Regel die Ebene der erworbenen Gesellschaft bzw. Gruppe die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten dar.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden grundsätzlich die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Bei der Ermittlung des Nutzungswerts werden das aktuelle und künftig erwartete Ertragsniveau sowie technologische, wirtschaftliche und allgemeine Entwicklungstendenzen auf Basis genehmigter Finanzpläne berücksichtigt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt.
Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts oder der ZGE, wird ein Wertminderungsverlust in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfolgswirksam erfasst.
Ist bei einem Geschäfts- oder Firmenwert der Wertberichtigungsbedarf höher als der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwert tragenden ZGE, wird der Geschäfts- oder Firmenwert zunächst vollständig abgeschrieben und der verbleibende Wertberichtigungsbedarf auf die übrigen Vermögenswerte der ZGE verteilt. Dabei werden notwendige Wertminderungen auf einzelne Vermögenswerte dieser ZGE im Vorfeld des Wertminderungstests für den Geschäfts- oder Firmenwert berücksichtigt.
Zuschreibungen auf den neuen erzielbaren Betrag erfolgen, außer bei Geschäfts- oder Firmenwerten, wenn die Gründe für Wertminderungen aus den Vorjahren entfallen. Die Wertobergrenze für Zuschreibungen sind die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die sich ergäben, wenn in den Vorjahren keine Wertminderungen erfasst worden wären. Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte oder Sachanlagen wurden im Berichtszeitraum und in der Vergleichsperiode nicht erfasst.
C.9 Beteiligungen und finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere:
| ― | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, |
| ― | Sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie |
| ― | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. |
Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte erfolgt im Sinne des IFRS 9 in Abhängigkeit des zugrunde liegenden Geschäftsmodells (Halten, Halten und Verkaufen (sog. Recycling) oder Handelszwecke) und des Zahlungsstromkriteriums, wonach die vertraglichen Zahlungsströme eines finanziellen Vermögenswerts ausschließlich aus Zinsen und Tilgung auf den ausstehenden Kapitalbetrag des Finanzinstruments bestehen dürfen. Die Prüfung des Zahlungsstromkriteriums erfolgt dabei immer auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments. Die Beurteilung des Geschäftsmodells bezieht sich auf die Frage, wie finanzielle Vermögenswerte zur Generierung von Zahlungsströmen gesteuert werden. In Abhängigkeit der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value bilanziert.
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten, Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15, Leasingforderungen, Kreditzusagen sowie finanzielle Garantien unterliegen dem Wertminderungsmodell im Sinne des IFRS 9.5.5. Danach erfasst der Konzern für diese Vermögenswerte eine Wertminderung auf Basis der erwarteten Kreditverluste.
Die für den Konzern relevante Klasse von Vermögenswerten für die Anwendung des Wertminderungsmodells sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte sowie Bankguthaben. Für diese wendet die Blue Cap den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9.5.5.15 an. Danach wird die Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bemessen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden hierfür anhand ihrer Altersstruktur analysiert und anhand historischer Ausfallquoten wertberichtigt. Bankguthaben werden bei bonitätsstarken Banken angelegt und unterliegen damit keinem wesentlichen Ausfallrisiko.
Die Gruppe hält ausschließlich Instrumente, für die ein niedriges Ausfallrisiko besteht.
Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt.
Die Blue Cap-Gruppe bucht einen finanziellen Vermögenswert nur dann aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Cashflows aus dem Vermögenswert auslaufen oder wenn sie den finanziellen Vermögenswert und im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, auf einen Dritten überträgt. Wenn die Blue Cap-Gruppe weder alle wesentlichen Risiken und Chancen des Eigentums überträgt noch zurückbehält und weiterhin die Kontrolle über den übertragenen Vermögenswert hat, erfasst die Gruppe ihren zurückbehaltenen Anteil an dem Vermögenswert und eine Verbindlichkeit für eventuell zu zahlende Beträge.
Bei der Ausbuchung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerts wird die Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und der Summe der erhaltenen Gegenleistungen und Forderungen erfolgswirksam erfasst.
C.10 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten
Vertragsvermögenswerte entstehen aus der Anwendung der Umsatzrealisierung über einen Zeitraum. Dies ist im Konzern vor allem der Fall, wenn die Produkte aufgrund ihrer Spezifikationen keinen alternativen Nutzen haben und gegenüber dem Kunden ein durchsetzbarer Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge besteht. In diesen Fällen realisiert der Konzern auf Basis der inputorientierten Methode cost-to-cost (Anlagenbau) oder einer outputbasierten Methode (Serienproduktion) Umsatzerlöse. Da die Umsatzrealisierung vor dem Zeitpunkt liegt, an dem die Blue-Cap einen unbedingten Anspruch auf Erhalt der Gegenleistung hat, wird ein Vertragsvermögenswert aktiviert.
Wenn der Konzern nicht in der Lage ist, die Höhe der Marge hinreichend sicher zu bestimmen, erfolgt die Umsatzrealisierung nach der Zero-Profit-Margin-Methode. Die Marge wird dann erst am Ende des Projekts erfasst.
Vertragsverbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus erhaltenen Anzahlungen von Kunden, wenn diese im Zusammenhang mit einem Kundenauftrag stehen und die Produkte noch nicht ausgeliefert bzw. die Leistung noch nicht erbracht ist.
Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten werden auf Vertragsebene saldiert. In Abhängigkeit von der Restlaufzeit erfolgt ein Ausweis als kurz- oder langfristig. Auf Vertragsvermögenswerte werden die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 angewendet.
C.11 Vorräte
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit dem gleitenden Durchschnitt ermittelt. Hierbei werden zusätzlich Anschaffungsnebenkosten pauschal anhand der im Geschäftsjahr durchschnittlich angefallenen Anschaffungsnebenkosten berücksichtigt. Unfertige sowie selbst erstellte fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten neben den Material-, Fertigungs- und Sondereinzelkosten der Fertigung auch angemessene Teile der der Produktion zurechenbaren Gemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen.
Der Nettoveräußerungswert ist definiert als der geschätzte, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.
C.12 Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Kassenbeständen, grundsätzlich sofort verfügbaren Bankguthaben sowie kurzfristigen Einlagen bei Kreditinstituten, die allesamt eine Laufzeit von unter drei Monaten aufweisen. Ausgenutzte Kontokorrentkredite werden unter den kurzfristigen Finanzschulden ausgewiesen.
C.13 Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zu Veräußerungszwecken gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgeführte Nutzung realisiert wird. Die betreffenden Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt ihrer Klassifizierung nicht mehr fortlaufend abgeschrieben, sondern mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.
Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist ein Bestandteil des Konzerngeschäfts, dessen Geschäftsbereich und Cashflows vom restlichen Konzern klar abgegrenzt werden können und der
| ― | einen gesonderten, wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt, |
| ― | Teil eines einzelnen, abgestimmten Plans zur Veräußerung eines gesonderten, wesentlichen Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs ist oder |
| ― | ein Tochterunternehmen darstellt, das ausschließlich mit der Absicht einer Weiterveräußerung erworben wurde. |
Die Einstufung als aufgegebener Geschäftsbereich geschieht bei Veräußerung oder, sobald der Geschäftsbereich die Kriterien für eine Einstufung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, wenn dies früher der Fall ist. Wenn ein Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft wird, wird die Gesamtergebnisrechnung des Vergleichsjahres so angepasst, als ob der Geschäftsbereich von Beginn des Vergleichsjahres an aufgegeben worden wäre.
Aufgrund des Geschäftsmodells der Blue Cap-Gruppe ist der Kauf und Verkauf von Unternehmen Teil der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Dabei verfolgt die Blue Cap-Gruppe in der Regel keine langfristigen Veräußerungspläne, sondern reagiert kurzfristig auf Marktveränderungen (bzgl. Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr s. B.2.1).
C.14 Leistungen an Arbeitnehmer
In der Blue Cap-Gruppe bestehen Versorgungsverpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten. Dabei werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartenden Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen wird das Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert abgezogen. Resultiert aus dem Abzug des Planvermögens eine Überdotierung, beschränkt sich der Ansatz des Nettovermögenswerts auf den Barwert der mit dem Planvermögensüberschuss verbundenen wirtschaftlichen Vorteile (sog. "asset ceiling").
Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird durch Multiplikation der Nettoverpflichtung mit dem zugrunde gelegten Diskontierungszins ermittelt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung der leistungsorientierten Bruttoverpflichtung werden ebenso wie der Unterschiedsbetrag zwischen am Periodenbeginn ermittelter und am Periodenende tatsächlich realisierter Planvermögensrendite erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Aufwendungen aus der Aufzinsung der Leistungsverpflichtungen sowie Zinserträge aus dem Planvermögen (Nettozinsaufwand) werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand berücksichtigt, wobei nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen sofort erfolgswirksam erfasst wird.
Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen.
C.15 Sonstige Rückstellungen
Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn die Blue Cap eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
Die Rückstellungen werden mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze auf den Bilanzstichtag abgezinst.
C.16 Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen eine Rückgabeverpflichtung in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen im Wesentlichen:
| ― | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie |
| ― | Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum Nominalwert, welcher dem beizulegenden Zeitwert entspricht, bewertet. Da lediglich kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen existieren, kommt die Effektivzinsmethode im Rahmen der Folgebewertung nicht zur Anwendung.
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und gegebenenfalls nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. Finanzielle Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, sofern der Konzern nicht das unbedingte Recht hat, die Tilgung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben.
C.17 Derivate Finanzinstrumente
Innerhalb der Blue Cap-Gruppe werden derivative Finanzinstrumente zur Steuerung von Risiken aus Zinsschwankungen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz als Vermögenswerte oder Schulden zu ihrem beizulegenden Zeitwert in der Kategorie der finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bewertet. Zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen.
Derivate werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht dem Marktwert, der durch die beteiligten Kontrahenten auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle ermittelt und mitgeteilt wird. Der Ausweis erfolgt in der Konzernbilanz unter den Positionen "sonstige finanzielle Vermögenswerte" bzw. "sonstige finanzielle Verbindlichkeiten". In den dargestellten Perioden wurde kein Hedge Accounting in der Blue Cap-Gruppe angewendet.
C.18 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
Zur Beurteilung von Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender oder nicht wiederkehrender Grundlage in der Bilanz nach dem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in der folgenden Tabelle nach Klassen unterschieden die Hierarchiestufen und Bewertungstechniken dargestellt.
| Art | Hierarchie | Bewertungsverfahren und wesentliche Inputfaktoren |
|---|---|---|
| Finanzanlagen in Eigenkapitalinstrumente | Stufe 1 | Aktienkurs zum Stichtag an einem aktiven Markt |
| Zinsswaps und andere Finanzinstrumente | Stufe 2 | Abgezinste Cashflows auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven und den vertraglich vereinbarten Zinssätzen |
| festverzinsliche Darlehensverbindlichkeit | Stufe 2 | Abgezinste Cashflows auf Basis von am Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinsstrukturkurven |
Der Konzern ermittelt zum Ende des jeweiligen Berichtszeitraums, ob Transfers zwischen den Hierarchiestufen aufgetreten sind, indem die Klassifizierung (basierend auf dem Eingangsparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft wird.
Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderungen eingetreten sind.
In den vorliegenden Berichtsperioden gab es keine Umgliederung zwischen den einzelnen Hierarchiestufen.
C.19 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Konzernleitung Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Konzernabschluss wesentlich beeinflussen, getroffen. Danach sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden der Berichtsperiode auswirken.
Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb der nächsten Geschäftsjahre eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein könnte, werden im Folgenden erläutert.
Schätzungen im Rahmen von Kaufpreisallokationen
Im Rahmen von Unternehmenserwerben werden im Allgemeinen Schätzungen hinsichtlich der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vorgenommen. Grund und Boden, Gebäude sowie technische Anlagen und Maschinen werden in der Regel von einem unabhängigen Sachverständigen bewertet, während marktgängige Wertpapiere mit ihrem Marktwert angesetzt werden. Gutachten über die Marktwerte von Sachanlagevermögen unterliegen durch die Verwendung notwendiger Annahmen gewissen Unsicherheiten. Wenn immaterielle Vermögenswerte vorliegen, wird der Fair Value anhand geeigneter Bewertungsmethoden, die im Allgemeinen auf einer Prognose sämtlicher künftiger Zahlungsmittelflüsse beruhen, bestimmt. Abhängig von der Art des Vermögenswerts sowie der Verfügbarkeit der Informationen werden dabei unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen, die sich nach kosten-, marktpreis- und kapitalwertorientierten Verfahren unterscheiden lassen. Das kapitalwertorientierte Verfahren ist aufgrund der besonderen Bedeutung bei der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten hervorzuheben. Zur Ermittlung der Werte für immaterielle Vermögenswerte sind insbesondere Einschätzungen der wirtschaftlichen Nutzungsdauern notwendig, welche durch die Verwendung von Annahmen gewissen Unsicherheiten unterliegen. Ebenfalls sind bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Eventualschulden Annahmen über deren wahrscheinliches Eintreten zu treffen. Auch diese Annahmen unterliegen aufgrund ihrer Wesensart gewissen Unsicherheiten.
Festlegung von Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens sowie der immateriellen Vermögenswerte
Bei der Schätzung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten orientiert sich die Blue Cap an den Erfahrungen der Vergangenheit. Aufgrund des beschleunigten technischen Fortschritts besteht aber die Möglichkeit, dass beispielsweise eine schnellere Abschreibung erforderlich werden kann.
Erwartete Kreditverluste
Bei den Schätzungen in Bezug auf die Höhe der Risikovorsorge auf Forderungen orientiert sich das Management an den historischen Ausfallquoten und überführt diese in erwartete Ausfallquoten. Die Schätzungen im Hinblick auf die künftige Entwicklung sind zum Teil subjektive Einschätzungen im Hinblick auf die Bonität der Kunden. Diese unterliegen daher einer inhärenten Beurteilungsunsicherheit.
Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten
Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen kommt es zu Annahmen hinsichtlich der verwendeten Diskontierungszinssätze, zukünftigen Cashflows und Wachstumsraten, welche auf Managementeinschätzungen beruhen.
Leasingverhältnisse
Sofern der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz der Gruppe nicht bekannt ist, wird je Leasingverhältnis ein laufzeitäquivalenter, länder- sowie währungsspezifischer risikoäquivalenter Grenzfremdkapitalzinssatz ermittelt.
Nach Einschätzung des Managements sind für einzelne Tochterunternehmen, Teilbereiche oder Segmente der Gruppe keine differenzierten Kreditrisikoprämien zu berücksichtigen, da sich keine wesentlichen Unterschiede in Bezug auf das Kreditrisiko ergeben. Die Ableitung der Kreditrisikoprämie erfolgt auf Basis des konzernindividuellen Credit Ratings.
Einige Leasingverträge in der Gruppe beinhalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen bezieht die Gruppe alle maßgeblichen Fakten und Umstände ein, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung oder Nichtausübung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen geben.
Latente Steueransprüche für steuerliche Verlustvorträge
Die latenten Steueransprüche werden für steuerliche Verlustvorträge erfasst, sofern die Realisierung des damit verbundenen steuerlichen Vorteils durch künftige zu versteuernde Gewinne aufgrund der Gewinnprognosen der Geschäftsführung für die Konzernunternehmen für wahrscheinlich gehalten wird.
Rückstellungen
Rückstellungen unterscheiden sich von Verbindlichkeiten in Bezug auf Unsicherheiten hinsichtlich des Zeitpunkts oder der Höhe der künftig erforderlichen Ausgaben. Eine Rückstellung ist dann anzusetzen, wenn dem Unternehmen aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) erwächst, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist (vgl. IAS 37.14).
Aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher und rechtlicher Beurteilungen und der Schwierigkeiten der Festlegung einer Eintrittswahrscheinlichkeit bestehen erhebliche Ansatz- und Bewertungsunsicherheiten.
Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen müssen versicherungsmathematische Annahmen getroffen werden. Diese Annahmen sind von den individuellen Einschätzungen des Managements abhängig.
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfordert Schätzungen und Ermessensausübungen des Managements, die mit Unsicherheit behaftet sind.
Umsatzrealisierung
Die Bestimmung der Höhe und des Zeitpunkts der Erlöse aus Verträgen mit Kunden unterliegt nach IFRS 15 der Ermessensentscheidung des Unternehmens.
Für Verträge über Anlagen, die über einen Zeitraum erfüllt werden, kommt dabei in der Regel die Inputmethode cost-to-cost zum Einsatz, da der Anfall der Kosten im Rahmen des Projekts nach Auffassung der Gesellschaft ein getreues Bild der Leistungserbringung vermittelt. Soweit aus Aufträgen ein Verlust erwartet wird, ist dieser sofort in voller Höhe erfolgswirksam zu berücksichtigen. Hinsichtlich der Höhe und des Zeithorizonts der erwarteten Aufwendungen bestehen naturgemäß Bewertungsunsicherheiten, die das Ergebnis wesentlich beeinflussen können. Verträge über Serienprodukte, die die Kriterien der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung erfüllen, werden hingegen in der Regel nach der Outputmethode bemessen, da in diesen Fällen die erstellten oder gelieferten Einheiten ein getreues Bild der Leistungserbringung vermitteln. Für die zeitraumbezogenen Leistungen erfolgt die Leistungserfüllung mit der Erbringung der Leistung. Bei Verträgen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden, wird auf den Übergang der Verfügungsgewalt über das Gut abgestellt. In der Regel erfolgt zur Beurteilung des Kontrollübergangs die Orientierung an den vereinbarten Incoterms.
E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
D.1 Umsatzerlöse
Die Umsätze der Blue Cap-Gruppe bestehen aus Erlösen aus Verträgen mit Kunden. Diese setzen sich primär aus Verkäufen von Waren, erbrachten Dienstleistungen sowie Umsatzerlösen aus Auftragsfertigung und kundenspezifischen Produkten zusammen. Daneben erzielt die Blue CapGruppe in geringem Umfang andere Erlöse (vor allem aus der Vermietung von Immobilien).
Die Umsatzerlöse werden gemäß IFRS 15 nach Zeitraum- bzw. Zeitpunktbezug realisiert und setzen sich für das Berichtsjahr und die Vergleichsperiode wie folgt zusammen:
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| zeitraumbezogene Umsatzerlöse | 111.285 | 98.922 |
| zeitpunktbezogene Umsatzerlöse | 94.612 | 119.792 |
| Umsatzerlöse | 205.897 | 218.714 |
Die Umsatzerlöse gliedern sich geografisch nach Märkten orientiert am Sitz des Kunden wie folgt:
Umsatzerlöse geografische Aufteilung
| TEUR | 2024 | % | 2023 | % |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 111.426 | 54,1 | 138.105 | 63,1 |
| übriges Europa | 58.187 | 28,3 | 58.270 | 26,6 |
| Drittland | 36.284 | 17,6 | 22.339 | 10,2 |
| Umsatzerlöse | 205.897 | 218.714 |
D.2 Sonstige Erträge
Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Erträge aus Fremdwährungsumrechnung | 1.022 | 1.045 |
| Periodenfremde Erträge | 488 | 548 |
| Erträge aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | 274 | 814 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 752 | 1.587 |
| Übrige sonstige Erträge | 1.573 | 1.129 |
| sonstige Erträge | 4.109 | 5.122 |
Die in der Konzerngesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis enthaltenen Erträge und Aufwendungen aus Umrechnung in die Darstellungswährung des Konzernabschlusses können der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden.
D.3 Materialaufwand
Der Materialaufwand enthält die im Zusammenhang mit der Umsatzerbringung angefallenen direkten Kosten für Material und fremde Leistungen und setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren | -87.402 | -103.250 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | -15.262 | -15.702 |
| Materialaufwand | -102.663 | -118.952 |
D.4 Personalaufwand
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | -45.041 | -43.732 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | -9.045 | -8.953 |
| Personalaufwand | -54.086 | -52.686 |
Der Aufwand für Altersversorgung betrug TEUR 246 (Vorjahr: TEUR 211).
Für beitragsorientierte und sonstige Pensionspläne belief sich der Aufwand in der aktuellen Periode auf TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 57).
Der Blue Cap-Konzern hat aus Erstattungen für Kurzarbeitergeld und vergleichbaren Zahlungen im Jahr 2024 TEUR 80 (Vorjahr: TEUR 154) vereinnahmt.
D.5 Sonstige Aufwendungen
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ausgangsfrachten, Provisionen und Vertriebskosten | -4.788 | -4.886 |
| Werbekosten | -1.322 | -1.397 |
| Kfz- und Reisekosten | -1.529 | -1.469 |
| Rechts- und Beratungskosten | -4.364 | -5.511 |
| Fortbildungs- und Zeitarbeitskosten | -1.930 | -1.269 |
| sonstige Miete, Leasing und Lagerkosten | -672 | -362 |
| Betriebskosten und Instandhaltungskosten der Betriebsmittel | -13.581 | -11.727 |
| Beiträge, Gebühren und Versicherungskosten | -2.017 | -1.904 |
| Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten | -1.008 | -33 |
| außergewöhnliche und periodenfremde Aufwendungen | -1.064 | -922 |
| Aufwand aus Währungsumrechnung | -566 | -1.385 |
| Übrige sonstige Aufwendungen | -2.284 | -2.755 |
| sonstige Aufwendungen | -35.125 | -33.619 |
Die außergewöhnlichen und periodenfremden Aufwendungen enthalten u.a. Rechts- und Beratungskosten, Abschlussprüfungskosten sowie Ausbuchungen von uneinbringlichen Forderungen.
Die übrigen sonstigen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für IT, Kommunikation, Bürobedarf und sonstige Steuern.
Im Konzernabschluss der Blue Cap AG sind für das Geschäftsjahr 2024 Honorare des Konzernabschlussprüfers Rödl & Partner GmbH von TEUR 442 (Vorjahr: Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, TEUR 552) als betrieblicher Aufwand erfasst. Die Honorare gliedern sich auf in Kosten für Abschlussprüfungsleistungen (TEUR 434, Vorjahr: TEUR 450) und andere Bestätigungsleistungen (im Wesentlichen für EEG-Bescheinigungen und Covenantbestätigungen TEUR 8, Vorjahr: TEUR 102).
Die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, prüft den Jahres- und Konzernabschluss der Blue Cap AG seit dem Geschäftsjahr 2024. Verantwortlicher Prüfungspartner ist Herr Andreas Appelt. Weiterer Unterzeichner ist Herr Ronald Hager.
D.6 Abschreibungen sowie Wertminderungsaufwand und Wertaufholungen
Die Abschreibungen betreffen im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie dazugehörige Nutzungsrechte aus Leasingvereinbarungen.
Im Geschäftsjahr entfielen TEUR 1.250 (Vorjahr:_TEUR 5.000) auf den Wertminderungsaufwand für den Geschäfts- oder Firmenwert der Transline-Gruppe.
In der Vergleichsperiode wurden Wertminderungen in geringem Umfang auf nicht genutzte Sachanlagen sowie auf ein im Konzernabschlusserstellungszeitraum an fremde Dritte veräußertes Grundstück vorgenommen.
Im Berichtsjahr wurden keine Wertaufholungen vorgenommen.
D.7 Wertminderungsaufwendungen gemäß IFRS 9
Die Verringerung der Wertminderungsaufwendungen gemäß IFRS 9 im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 resultiert im Wesentlichen aus verringerten Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie einer angepassten Risikovorsorge.
D.8 Finanzierungserträge und -aufwendungen
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen und assoziierten Unternehmen | 249 | 165 |
| Übrige sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.300 | 971 |
| Erträge aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts (FVTPL Instrumente) | 99 | 231 |
| Finanzierungserträge | 1.648 | 1.367 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere | 0 | 25 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus verbundenen und assoziierten Unternehmen | -8 | 0 |
| Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten | -489 | -395 |
| Zinsaufwand für Aufzinsung | -180 | -200 |
| Übrige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -3.872 | -3.878 |
| Aufwendungen aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts (FVTPL-Instrumente) | -644 | -612 |
| Finanzierungsaufwendungen | -5.193 | -5.059 |
Die übrigen Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten, wie in den Vorjahren, im Wesentlichen Zinsen aus langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Diese belaufen sich im aktuellen Geschäftsjahr auf TEUR 3.390 (Vorjahr: TEUR 3.500).
Daneben enthalten die übrigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen Zinsen für kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Factoring.
Die Zinsen und ähnlichen Erträge aus verbundenen und assoziierten Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber Unternehmen, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen werden, enthalten.
Die übrigen sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten im Wesentlichen Zinsen aus Festgeldanlage.
Der Zinsertrag sowie Zinsaufwand der Finanzinstrumente verteilt sich dabei auf die folgenden Bewertungskategorien:
| 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|
| Gesamtzinsertrag | |||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | AC | 1.308 | 971 |
| Fair Value OCI | FVOCI | 0 | 0 |
| Fair Value PL | FVTPL | 99 | 231 |
| Gesamtzinsaufwand | |||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | AC | -4.369 | -4.273 |
| Fair Value OCI | FVOCI | 0 | 0 |
| Fair Value PL | FVTPL | -644 | -612 |
Die Zinsaufwendungen und Zinserträge resultieren im Wesentlichen aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet werden.
D.9 Ertragsteuern
Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| laufende Ertragsteuern | -2.348 | -2.149 |
| latente Ertragsteuern | 4.356 | -120 |
| Ertragsteuern (Aufwand (-) / Ertrag (+)) | 2.008 | -2.269 |
Steuerliche Überleitungsrechnung
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom im jeweiligen Geschäftsjahr erwarteten zum jeweils ausgewiesenen Steueraufwand. Der erwartete Ertragsteuersatz von 33,0 % (Vorjahr: 33,0 %,) setzt sich aus einem Körperschaftsteuersatz von 15,0 % (Vorjahr: 15,0 %), zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % (Vorjahr: 5,5 %) und Gewerbeertragsteuersatz von 17,2 % (Vorjahr: 17,2 %) zusammen.
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Gewinn vor Steuern | -2.608 | -18.152 |
| gesetzlicher Steuersatz (in %) | 33,0 | 33,0 |
| erwarteter Aufwand (-)/Ertrag (+) für Ertragsteuern | 860 | 5.986 |
| Ursachen für Mehr-/Minderbeträge: | ||
| Nicht aktivierte latente Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge | -421 | -2.867 |
| Steuerlich nicht ansetzbare Abschreibung eines Geschäfts- oder Firmenwerts | -412 | -1.675 |
| Übrige steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen inkl. Quellensteuer | -113 | -196 |
| Steuerbefreite Erträge und Aufwendungen | -1.475 | -3.581 |
| Steuerzahlungen und - erstattungen aus Vorjahren sowie andere aperiodische Steuereffekte | -94 | -154 |
| Nachträglicher Ansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge | 3.734 | 1 |
| Steuersatzunterschiede | -75 | 131 |
| Übrige Effekte | 5 | 88 |
| Ausgewiesener Aufwand (-)/Ertrag (+) für Ertragsteuern | 2.008 | -2.269 |
Gemäß IAS 12.47 sind latente Steueransprüche und -schulden anhand der Steuersätze zu bewerten, deren Gültigkeit für die Periode, in der sich die temporäre Differenz umkehren wird, erwartet wird. Dabei sind die Steuersätze zu verwenden, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.
D.10 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:
| 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|
| Konzernjahresergebnis nach Steuern, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zugerechnet werden kann | TEUR | 13.260 | -17.824 |
| Gewogener Durchschnitt Anzahl Aktien, um das Ergebnis je Aktie zu berechnen | |||
| Unverwässert | Stück | 4.486.283 | 4.429.082 |
| Verwässert | Stück | 4.486.283 | 4.429.082 |
| Earnings per share | |||
| Unverwässert | EUR | 2,96 | -4,02 |
| Verwässert | EUR | 2,96 | -4,02 |
F. Erläuterungen zur Konzernbilanz
E.1 Geschäfts- oder Firmenwert
Die Anschaffungskosten des Geschäfts- oder Firmenwerts im Blue Cap-Konzern haben sich im Jahr 2024 wie folgt entwickelt:
| TEUR | |
|---|---|
| Stand zum 01.01.2024 | 32.855 |
| Umgliederung aufgrund Veräußerung eines Tochterunternehmens | 108 |
| Stand zum 31.12.2024 | 32.963 |
| TEUR | |
|---|---|
| Stand zum 01.01.2023 | 32.855 |
| Zugang aus Unternehmenszusammenschlüssen | 0 |
| Stand zum 31.12.2023 | 32.855 |
Für das Jahr 2024 wurden Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 1.250 (Vorjahr: TEUR 5.000) vorgenommen.
Die vorgenommene Wertminderung entfiel vollständig auf den der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Transline-Gruppe zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert.
Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Wertminderungsaufwand und Wertaufholungen dargestellt.
Die Wertminderungsverluste bezogen auf den Geschäfts- oder Firmenwert haben sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | |
|---|---|
| Stand zum 01.01.2024 | -9.302 |
| Im Geschäftsjahr erfasste Wertminderungsverluste | -1.250 |
| Stand zum 31.12.2024 | -10.552 |
| TEUR | |
|---|---|
| Stand zum 01.01.2023 | -4.302 |
| Im Geschäftsjahr erfasste Wertminderungsverluste | -5.000 |
| Stand zum 31.12.2023 | -9.302 |
Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte stellt sich wie folgt dar:
| TEUR | |
|---|---|
| Buchwert zum 31.12.2023 | 23.553 |
| Buchwert zum 31.12.2024 | 22.411 |
Der Geschäfts- oder Firmenwert der HY-LINE-Gruppe wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit HY-LINE-Gruppe, die Teil des Segments Business Services ist, zugeordnet.
Die zahlungsmittelgenerierende Einheit HY-LINE-Gruppe besteht dabei im Geschäftsjahr aus der HY-LINE Management GmbH, der HY-LINE Holding GmbH, der HY-LINE Technology GmbH sowie der HY-LINE AG.
Der Geschäfts- oder Firmenwert der Transline-Gruppe wurde zum Zwecke der Wertminderungsprüfung der Transline-Gruppe, die Teil des Segments Business Services ist, als zahlungsmittelgenerierende Einheit zugeordnet.
Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Transline-Gruppe besteht dabei im Geschäftsjahr aus der Blue Cap 14 GmbH, der Transline Gruppe GmbH, der Transline Deutschland GmbH, der Transline Europe S.à r.l. sowie der Interlanguage S.R.L.
Der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ist der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung. Der beizulegende Zeitwert wird durch die diskontierten künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten geschätzt. Die Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert wurden, basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik, als beizulegende Zeitwerte der Stufe 3 eingeordnet. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird grundsätzlich auf den Nutzungswert abgestellt.
Die Cashflow-Prognosen enthielten für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit spezifische Schätzungen für drei Jahre, einen daran anschließenden Grobplanungszeitraum von zwei Jahren, sowie eine nachhaltige Wachstumsrate (ewige Rente) für den Zeitraum danach.
Als Abzinsungssatz kam der auf Basis einer Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) historisch ermittelte durchschnittliche gewichtete Kapitalkostensatz (WACC) nach Unternehmenssteuern zur Anwendung. Dieser beträgt im Berichtsjahr 9,1 % für die HY-LINE-Gruppe sowie 6,8 % für die Transline-Gruppe.
Die angesetzte nachhaltige Wachstumsrate für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beträgt 1,5 %.
Die in der Detailplanungsphase prognostizierten Umsatzwachstumsraten beruhen auf den detaillierten Bottom-up-Planungen der in zahlungsmittelgenerierenden Einheiten einbezogenen wesentlichen rechtlichen Einheiten und berücksichtigen Auftragsdaten aus der Vergangenheit sowie branchenspezifische Marktinformationen aus externen Quellen. Im Grobplanungszeitraum werden die Umsatzwachstumsraten mit Blick auf die aus externen Quellen gewonnenen längerfristigen Wachstumsraten festgelegt.
Die in der Detailplanungsphase prognostizierten EBIT-Margen berücksichtigen vergangene Erfahrungen und aktuelle Daten aus den jeweils vorliegenden Auftragsbeständen. Im Grobplanungszeitraum werden durchschnittliche aus der Vergangenheit extrapolierte EBIT-Margen angesetzt.
Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Einschätzung der langfristigen Inflationserwartungen ermittelt und ist an den Annahmen, die ein Marktteilnehmer treffen würde, orientiert.
E.2 Immaterielle Vermögenswerte
| TEUR | Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | Nutzungsrechte an immateriellen Vermögenswerten | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||
| Bestand zum 01.01.2023 | 1.092 | 62.222 | 149 | 63.462 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 0 | -1.118 | 0 | -1.118 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 0 | 1.089 | 143 | 1.233 |
| Abgänge | 0 | -577 | -143 | -720 |
| Wechselkurseffekte | 0 | -3 | 0 | -3 |
| Bestand zum 31.12.2023 | 1.092 | 61.612 | 149 | 62.853 |
| Bestand zum 01.01.2024 | 1.092 | 61.612 | 149 | 62.853 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | -921 | -2.746 | 0 | -3.668 |
| Umbuchung/Umgliederung | 177 | -108 | 0 | 68 |
| Zugänge | 0 | 674 | 189 | 863 |
| Abgänge | 0 | -138 | 0 | -138 |
| Wechselkurseffekte | 0 | 7 | 0 | 7 |
| Bestand zum 31.12.2024 | 347 | 59.293 | 345 | 59.985 |
| TEUR | Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | Nutzungsrechte an immateriellen Vermögenswerten | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Abschreibung und Wertberichtigung kumuliert | ||||
| Bestand zum 01.01.2023 | -589 | -23.208 | -128 | -23.925 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 0 | 1.045 | 0 | 1.045 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 0 | 1 | 132 | 133 |
| Abschreibung | -78 | -6.407 | -54 | -6.539 |
| Wertminderung/-aufholung | 0 | -32 | 0 | -32 |
| Wechselkurseffekte | 0 | 1 | 0 | 1 |
| Bestand zum 31.12.2023 | -667 | -28.600 | -50 | -29.317 |
| Bestand zum 01.01.2024 | -667 | -28.600 | -50 | -29.317 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 555 | 2.421 | 0 | 2.976 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 0 | 5 | 18 | 23 |
| Abschreibung | -71 | -5.441 | -120 | -5.632 |
| Wertminderung/-aufholung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Wechselkurseffekte | 0 | -3 | 0 | -3 |
| Bestand zum 31.12.2024 | -183 | -31.618 | -152 | -31.954 |
| Buchwerte | ||||
| 31.12.2023 | 425 | 33.012 | 99 | 33.536 |
| 31.12.2024 | 164 | 27.675 | 193 | 28.032 |
Die Abgänge aus Veränderung des Konsolidierungskreises resultieren im Wesentlichen aus den Entkonsolidierungen der Neschen-Gruppe und von Nokra (Vorjahr: Knauer-Uniplast-Gruppe).
Die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 5.632 (Vorjahr: TEUR 6.539) werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Abschreibungen" ausgewiesen. Der auf die Neschen und Nokra entfallende Teil in Höhe von TEUR 210 (Vorjahr: TEUR 306) wird nicht in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sondern den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet.
Es waren im laufenden Geschäftsjahr keine Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte vorzunehmen (Vorjahr: TEUR 32). Wertaufholungen waren in den dargestellten Perioden nicht zu erfassen.
Ein Bestellobligo für immaterielle Vermögenswerte bestand weder zum Bilanzstichtag noch zum Vorjahresstichtag.
Im Geschäftsjahr und im Vorjahr sind keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegeben worden.
Die Nutzungsrechte an immateriellen Vermögenswerten betreffen im Wesentlichen betriebsnotwendige Software der Konzerngesellschaften.
E.3 Sachanlagen
| TEUR | Grundstücke und Gebäude | Technische Anlagen und Maschinen | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anzahlungen und Anlagen im Bau | Nutzungsrechte an Grundstücken und Gebäuden | Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||||
| Bestand zum 01.01.2023 | 64.936 | 140.090 | 37.424 | 0 | 24.218 | 12.407 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | -14.610 | -59.075 | -12.907 | 0 | -34 | -1.058 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 740 | 74 | 0 | 0 | 0 |
| Zugänge | 358 | 1.466 | 2.102 | 47 | 3.212 | 1.995 |
| Abgänge | 1.543 | -691 | -172 | 0 | -61 | -2.248 |
| Wechselkurseffekte | -6 | -82 | 5 | 0 | -14 | -17 |
| Bestand zum 31.12.2023 | 52.221 | 82.449 | 26.425 | 47 | 27.320 | 11.079 |
| Bestand zum 01.01.2024 | 52.221 | 82.449 | 26.425 | 47 | 27.320 | 11.079 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | -11.012 | -3.194 | -2.513 | 0 | -2.490 | -1.284 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 41 | -75 | 0 | 0 |
| Zugänge | 3.111 | 760 | 2.044 | 344 | -72 | 138 |
| Abgänge | 0 | -985 | -369 | -156 | -3.607 | -282 |
| Wechselkurseffekte | 10 | 156 | 27 | 0 | 88 | 48 |
| Bestand zum 31.12.2024 | 44.331 | 79.186 | 25.756 | 160 | 21.239 | 9.699 |
| TEUR | Nutzungsrechte an Betriebs- und Geschäftsausstattung | Summe |
|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||
| Bestand zum 01.01.2023 | 5.600 | 284.676 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | -262 | -87.947 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 814 |
| Zugänge | 2.506 | 11.685 |
| Abgänge | -2.895 | -4.524 |
| Wechselkurseffekte | 6 | -108 |
| Bestand zum 31.12.2023 | 4.955 | 204.596 |
| Bestand zum 01.01.2024 | 4.955 | 204.596 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | -1.243 | -21.735 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | -34 |
| Zugänge | 2.641 | 8.966 |
| Abgänge | -1.380 | -6.780 |
| Wechselkurseffekte | -2 | 327 |
| Bestand zum 31.12.2024 | 4.970 | 185.340 |
| TEUR | Grundstücke und Gebäude | Technische Anlagen und Maschinen | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anzahlungen und Anlagen im Bau | Nutzungsrechte an Grundstücken und Gebäuden |
|---|---|---|---|---|---|
| Abschreibung und Wertberichtigung kumuliert | |||||
| Bestand zum 01.01.2023 | -34.995 | -114.869 | -31.665 | 0 | -10.661 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 8.550 | 48.804 | 11.541 | 0 | 22 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | -1.550 | 748 | 71 | 0 | 186 |
| Abschreibung | -1.353 | -4.541 | -1.480 | 0 | -3.559 |
| Wertminderung/-aufholung | 0 | -13 | -3 | 0 | -900 |
| Wechselkurseffekte | 5 | 63 | -8 | 0 | -1 |
| Bestand zum 31.12.2023 | -29.343 | -69.806 | -21.544 | 0 | -14.913 |
| Bestand zum 01.01.2024 | -29.343 | -69.806 | -21.544 | 0 | -14.913 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 2.496 | 1.990 | 1.884 | 0 | 1.615 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 0 | 9 | 127 | 0 | 2.037 |
| Abschreibung | -1.023 | -2.841 | -1.308 | 0 | -3.217 |
| Wertminderung/-aufholung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Wechselkurseffekte | -9 | -118 | -15 | 0 | -70 |
| Bestand zum 31.12.2024 | -27.879 | -70.766 | -20.857 | 0 | -14.549 |
| Buchwerte | |||||
| 31.12.2023 | 22.878 | 12.643 | 4.981 | 47 | 12.407 |
| 31.12.2024 | 16.452 | 8.421 | 4.899 | 160 | 6.690 |
| TEUR | Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen | Nutzungsrechte an Betriebs- und Geschäftsausstattung | Summe |
|---|---|---|---|
| Abschreibung und Wertberichtigung kumuliert | |||
| Bestand zum 01.01.2023 | -6.667 | -3.256 | -202.113 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 362 | 36 | 69.314 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 3.553 | 2.721 | 5.728 |
| Abschreibung | -2.233 | -1.620 | -14.786 |
| Wertminderung/-aufholung | 0 | 0 | -916 |
| Wechselkurseffekte | 5 | -2 | 62 |
| Bestand zum 31.12.2023 | -4.981 | -2.122 | -142.709 |
| Bestand zum 01.01.2024 | -4.981 | -2.122 | -142.709 |
| Veränderungen des Konsolidierungskreises | 875 | 467 | 9.327 |
| Umbuchung/Umgliederung | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 1.616 | 1.262 | 5.051 |
| Abschreibung | -1.967 | -1.538 | -11.895 |
| Wertminderung/-aufholung | 0 | 0 | 0 |
| Wechselkurseffekte | -18 | 0 | -230 |
| Bestand zum 31.12.2024 | -4.476 | -1.931 | -140.456 |
| Buchwerte | |||
| 6.098 | 2.833 | 61.887 | |
| 5.223 | 3.039 | 44.885 |
Die Abgänge aus Veränderung des Konsolidierungskreises resultieren im Wesentlichen aus der Entkonsolidierung der Neschen-Gruppe und der Nokra (Vorjahr: Knauer-Uniplast-Gruppe).
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und Nutzungsrechte für Sachanlagen in Höhe von TEUR 11.895 (Vorjahr: TEUR 14.786) sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Abschreibungen" ausgewiesen. Der auf Neschen und Nokra entfallende Teil in Höhe von TEUR 1.399 (Vorjahr: TEUR 2.584) wird nicht in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sondern den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet.
Wertminderungen auf Sachanlagen wurden keine (Vorjahr: TEUR 916) vorgenommen.
Die Blue Cap-Gruppe hat mehrere Immobilienleasingverträge abgeschlossen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Verträge über inländische Produktionsimmobilien sowie um die Mietverträge der ausländischen Vertriebsbüros sowie der dortigen Vertriebslager.
Im Bereich der technischen Anlagen und Maschinen bestehen in der Gruppe vor allem Leasingverhältnisse für Produktionsmaschinen und betriebsnotwendige technische Anlagen.
Die Nutzungsrechte im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung umfassen insbesondere das Fahrzeugleasing sowie verschiedene notwendige Büroausstattungen.
E.4 Nach der Equity-Methode bewertete Finanzanlagen
Zum 31. Dezember 2024 wird, wie im Vorjahr, ein assoziiertes Unternehmen, auf das die Blue CapGruppe durch Mitwirkung an der Finanz- und Geschäftspolitik maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung, ausüben kann, nach der Equity-Methode im Konzernabschluss bewertet.
| Firma | Sitz | Beteiligungsquote in % |
|
|---|---|---|---|
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | ||
| --- | --- | --- | --- |
| inheco Industrial Heating and Cooling GmbH | Martinsried | 42,0 | 42,0 |
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Anteil des Gewinns, der auf die Gesellschafter der Blue Cap AG entfällt | 197 | -2.465 |
Auf weitergehende Angaben wird aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.
Detailliertere Informationen können dem im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Abschluss der inheco Industrial Heating and Cooling GmbH entnommen werden.
Das Investment in die dargestellte Gesellschaft dient der strategischen Ausrichtung des Konzerns.
E.5 Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Im Rahmen der Akquisitionsfinanzierung zum Erwerb der Transline-Gruppe wurden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Darüber hinaus bestehen Zinssicherungsgeschäfte aus dem Erwerb der HY-LINE-Gruppe. Diese langfristigen Derivate werden zum Stichtag mit insgesamt TEUR 395 (Vorjahr: TEUR 708) in den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten dargestellt.
Die weiteren sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen gezahlte Kautionen für im In- und Ausland angemietete Immobilien (Büro-, Lager- und Produktionsimmobilien).
Darüber hinaus hält der Konzern eine verzinsliche Darlehensforderung gegenüber der KnauerUniplast-Gruppe. Die Knauer-Uniplast-Gruppe wurde im Jahr 2023 veräußert. Die Darlehensforderung valutiert zum 31. Dezember 2024 mit TEUR 3.500.
E.6 Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
Die sonstigen langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 1.657 (Vorjahr: TEUR 2.523). Zum Stichtag besteht die Position im Wesentlichen aus geleisteten Anzahlungen auf verschiedene Sachanlagen.
E.7 Latente Steueransprüche und Steuerschulden
Die Gesamtbeträge der aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus den folgenden Positionen:
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | aktive latente Steuern | passive latente Steuern | aktive latente Steuern | passive latente Steuern |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 16 | -8.316 | 630 | -8.967 |
| Sachanlagen | 1.381 | -6.645 | 1.894 | -8.721 |
| Vorräte | 2.117 | -41 | 2.692 | -44 |
| Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten | 0 | -1.928 | 257 | -2.605 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 25 | -804 | 2.088 | -3.660 |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 0 | 0 | 16 | -1.049 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 709 | 0 | 792 | -140 |
| Sonstige Rückstellungen | 211 | -48 | 1.371 | 0 |
| finanzielle Verbindlichkeiten | 4.278 | -246 | 6.291 | -785 |
| Sonstige nicht finanzielle Schulden | 15 | -372 | 0 | 0 |
| Verlustvorträge | 4.432 | 0 | 529 | 0 |
| Latente Steuern vor Saldierung | 13.184 | -18.401 | 16.560 | -25.970 |
| Saldierung | -10.513 | 10.513 | -13.103 | 13.103 |
| Latente Steuern nach Saldierung | 2.671 | -7.887 | 3.457 | -12.867 |
Auf Verlustvorträge des Mutterunternehmens und von Tochterunternehmen wurden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge gebildet, soweit die steuerliche Planung deren Nutzung in Folgejahren vorsieht.
Für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 3.457 (Vorjahr: TEUR 17.118) sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 2.626 (Vorjahr: TEUR 13.745) sind aufgrund der mangelnden Vorhersehbarkeit der Nutzung keine aktiven latenten Steuern gebildet worden.
E.8 Vorräte
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 7.398 | 9.319 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 2.300 | 4.326 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 8.997 | 15.140 |
| Vorräte | 18.695 | 28.784 |
Die auf Vorräte erfassten Wertberichtigungen belaufen sich im aktuellen Geschäftsjahr auf TEUR 2.934 (Vorjahr: TEUR 2.510). Bei der Wertberichtigung werden Marktfähigkeit, Alter sowie sämtliche ersichtlichen Lagerungs- und Vorratsrisiken berücksichtigt.
Die Veränderung des Vorratsbestands bezogen auf den Vergleichsstichtag resultiert in Höhe von TEUR 8.062 aus der Veräußerung der Neschen-Gruppe sowie der nokra Optische Prüftechnik und Automation GmbH. Darüber hinaus wirkte sich das intensivierte Working-Capital-Management der Gruppe reduzierend auf die Höhe der Vorratsbestände aus.
Vorräte mit einem Buchwert von TEUR 378 (Vorjahr: TEUR 3.602) sind als Sicherheit für bestimmte Kontokorrentkredite des Konzerns verpfändet worden.
Die Blue Cap-Gruppe hält im aktuellen Berichtsjahr keine langfristigen Vorräte.
E.9 Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten
Die folgende Tabelle enthält die Eröffnungs- und Schlusssalden von Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Langfristige Vertragsvermögenswerte | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vertragsvermögenswerte | 9.561 | 7.899 |
| Langfristige Vertragsverbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Kurzfristige Vertragsverbindlichkeiten | 58 | 627 |
Im Jahr 2024 und in der Vergleichsperiode wurden keine Wertminderungen nach IFRS 9 auf Vertragsvermögenswerte vorgenommen.
Den zum Ende der Berichtsperiode ganz oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen ist insgesamt ein Transaktionspreis von TEUR 8.398 zugeordnet (Vorjahr: TEUR 10.047). Die Realisierung dieser Leistungsverpflichtungen wird von der Blue Cap-Gruppe in Höhe von TEUR 3.144 (Vorjahr: TEUR 3.500) in der Folgeperiode und in Höhe von TEUR 5.253 (Vorjahr: TEUR 6.548) in den darauffolgenden Perioden erwartet.
E.10 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 16.089 | 27.316 |
| abzgl. erwarteter Kreditverluste | -456 | -362 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 15.633 | 26.954 |
Zum Abschlussstichtag besteht ein maximales Ausfallrisiko in Höhe des Buchwerts. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und bestehen aus Verträgen mit Dritten.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in den dargestellten Perioden keine Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr enthalten.
Die Blue Cap-Gruppe wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bemessen.
Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis historischer Erfahrungen analysiert. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den historischen Zahlungsprofilen vor dem 31. Dezember 2024 bzw. Vorjahresstichtagen und den entsprechenden historischen Ausfällen dieser Perioden. Die Blue Cap-Gruppe passt diese Verlustquoten an, wenn sich aktuelle Informationen ergeben, die einen signifikanten Einfluss auf die Zahlungsprofile der Kunden haben oder zukünftige wirtschaftliche Verhältnisse und Ereignisse dies erforderlich machen.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Risikovorsorge auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach IFRS 9 im Jahr 2024 und der Vergleichsperiode:
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Risikovorsorge zum 1. Januar | 362 | 93 |
| Zuführungen | 47 | 354 |
| sonstige Veränderungen | 31 | 0 |
| Inanspruchnahme | 0 | -2 |
| Auflösung | -58 | -79 |
| Änderung Konsolidierungskreis | 74 | -5 |
| Risikovorsorge zum 31. Dezember | 456 | 362 |
Factoringvereinbarungen
Die Blue Cap-Gruppe hat Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert von TEUR 3.879 (Vorjahr: TEUR 4.419) an Dritte auf Basis von Factoring-Vereinbarungen veräußert, durch die keine wesentlichen Chancen und Risiken für die Gruppe verbleiben. Entsprechend wurden diese Forderungen gemäß IFRS 9.3.2.6 (a) ausgebucht.
E.11 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich u. a. aus Sicherheitseinbehalten, debitorischen Kreditoren und sonstigen Ausleihungen zusammen.
E.12 Ertragsteuerforderungen
Die Ertragsteuerforderungen umfassen im Wesentlichen Ansprüche auf inländische Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererstattungen.
E.13 Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Geleistete Anzahlungen auf Vorräte | 299 | 1.062 |
| Forderungen aus Umsatzsteuer und sonstigen Steuern | 1.071 | 852 |
| Forderungen aus Sozialleistungen, Abgaben und sonstigen gesetzlichen Ansprüchen | 40 | 38 |
| Sonstige Forderungen gegenüber Mitarbeitenden (Vorschüsse) | 46 | 54 |
| Übrige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 3.054 | 2.666 |
| sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 4.510 | 4.672 |
Die übrigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen sich im Wesentlichen aus sonstigen Vermögensgegenständen sowie aus Abgrenzungsposten zusammen.
E.14 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Guthaben bei Kreditinstituten werden im Wesentlichen mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben und festen Zinsen für Termingeldanlagen verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Diese werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst. Die Zeitwerte der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entsprechen den Buchwerten.
Zum Stichtag 31. Dezember 2024 ist in den dargestellten Zahlungsmitteln ein bei einem Kreditinstitut für ein Darlehen als Sicherheit hinterlegtes Festgeldkonto in Höhe von TEUR 2.600 (Vorjahr: TEUR 2.800) enthalten. Das Guthaben wird laufend marktüblich verzinst. Über diese Zahlungsmittel kann bis zur Rückführung des Darlehens nur eingeschränkt verfügt werden.
E.15 Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte
Zum 31. Dezember 2024 werden wie im Vorjahr keine Vermögensgegenstände zur Veräußerung gehalten.
E.16 Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 4.486 (Vorjahr: TEUR 4.486). Es ist eingeteilt in 4.486.283 (Vorjahr: 4.486.283) auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Der auf die einzelne Stückaktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals beträgt EUR 1,00.
Die Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2020/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 30. Juni 2025 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu TEUR 700 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/I).
Die Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 hat die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2021/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2026 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu TEUR 500 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/I).
Die Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 hat die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2022/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen um bis zu TEUR 440 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/I). Darüber hinaus wurde die Änderung des §4 (Genehmigtes Kapital) der Satzung beschlossen.
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt, eigene Aktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung oder falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben.
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Aktienoptionsprogramm zur Ausgabe von Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der Blue Cap AG für Mitglieder des Vorstands sowie für ausgewählte Führungskräfte und sonstige Leistungsträger der Blue Cap AG aufzulegen.
Ebenfalls durch Beschluss der Hauptversammlung am 29. Juni 2022 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 439.629 durch Ausgabe von bis zu 439.629 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022/I). Das Bedingte Kapital 2022 dient der Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung der Blue Cap AG vom 29. Juni 2022 von der Blue Cap AG in der Zeit vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ausgegeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Aktienoptionen ausgegeben werden und die Inhaber dieser Aktienoptionen von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte wahlweise eigene Aktien gewährt.
Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2023 hat beschlossen, je dividendenberechtigter Stückaktie einen Betrag von EUR 0,90 auszuschütten. Die auszuschüttende Dividende wurde nach Wahl der Aktionäre entweder ausschließlich in bar oder teilweise in bar und teilweise in Form von Aktien der Blue Cap AG geleistet. Aktionäre mit einem Anteil von insgesamt 70 % am Grundkapital haben die Aktiendividende gewählt. Damit wurden Dividendenansprüche in Höhe von insgesamt EUR 1.969.766,78 gegen neue Aktien der Blue Cap AG umgetauscht (Sacheinlage von anteiligen Dividendenansprüchen für das Geschäftsjahr 2022). Mit der Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister erhöht sich das Grundkapital der Gesellschaft auf TEUR 4.486.
E.17 Anteilsbasierte Vergütung
Der Konzern hat, beginnend mit dem 1. Januar 2023, an führende Mitarbeiter der Konzernholding Blue Cap AG virtuelle anteilsbezogene Wertsteigerungsrechte (Share Appreciation Rights) ausgegeben. Diese verpflichten den Konzern nach Ablauf der vereinbarten Haltedauer, eine positive Differenz aus dem Kurs der unterliegenden Aktie der Blue Cap AG zuzüglich während der Haltedauer ausgeschütteter Dividenden zum vereinbarten Ausübungszeitpunkt einerseits und vorab vereinbartem Basispreis der Aktien andererseits in bar zu vergüten.
Diese Share Appreciation Rights bzw. "Phantom Stocks" als virtuelle Anteile begründen dabei keine gesellschaftsrechtliche Beteiligung. Sie begründen auch keine Ansprüche auf Informations- oder Teilhaberechte oder Stimmrechte oder eine gesellschaftsrechtliche Teilhabe am Jahresergebnis.
Diese Ausgabe der virtuellen anteilsbezogenen Wertsteigerungsrechte dient der langfristigen Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen.
Der beizulegende Zeitwert der Share Appreciation Rights wird zum Stichtag unter Verwendung eines Black-Scholes-Modells anhand der nachfolgenden Parameter ermittelt:
| 31.12.2024 | |
|---|---|
| Gewichteter durchschnittlicher Aktienkurs (EUR) |
18,02 |
| --- | --- |
| Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) | 24,91 |
| Erwartete Volatilität (%) | 8,4 |
| Erwartete Laufzeit (Jahre) | 2 |
| Risikofreier Zinssatz (%) | 2,5 |
Die erwartete Volatilität wurde durch Berechnung der historischen Volatilität des Aktienkurses der Blue Cap AG in den letzten vier Jahren ermittelt. Die im Modell verwendete erwartete Laufzeit wurde auf der Grundlage der bestmöglichen Schätzung des Managements an die Auswirkungen von Nichtübertragbarkeit, Ausübungsbeschränkungen und Verhaltensüberlegungen angepasst.
Die Entwicklung der den Mitarbeitern zugeteilten Phantom Shares stellt sich für das Geschäftsjahr wie folgt dar:
| Anzahl SARs (in Tausend) | 2024 |
|---|---|
| Stand zum 31.12.2023 | 8,5 |
| Während der Berichtsperiode gewährt | 0,0 |
| Während der Berichtsperiode verwirkt | 0,0 |
| Während der Berichtsperiode ausgeübt | 0,0 |
| Während der Berichtsperiode verfallen | 0,0 |
| Stand zum 31.12.2024 | 8,5 |
Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der zum 31. Dezember 2023 erfassten SARs beträgt EUR 24,91 je SAR. Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine weiteren Appreciation Rights an führende Mitarbeiter ausgegeben.
Der Konzern erfasste in der Position Löhne und Gehälter im Berichtszeitraum Aufwendungen zur Bildung von Verbindlichkeiten für Share Appreciation Rights für Mitarbeiter in Höhe von TEUR 0 (2023: TEUR 1)
Zum 31. Dezember 2024 weist der Konzern Verbindlichkeiten für Anteilsbasierte Vergütungen aus dem oben vorstehend beschriebenen Vergütungsprogramm in Höhe von TEUR 1 aus (31. Dezember 2023: TEUR 1).
Dem Vorstand der Blue Cap AG wurden ebenfalls beginnend mit dem 1. Januar 2023 virtuelle anteilsbezogene Wertsteigerungsrechte zugeteilt. Der beizulegende Zeitwert dieser im Geschäftsjahr 2023 zugeteilten Phantom Shares wird analog den Phantom Shares der Mitarbeiter der Blue Cap AG ermittelt. Für weitere Ausführungen wird auf das Kapitel Organvergütung verwiesen.
E.18 Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beträgt zum Stichtag TEUR 17.545 (Vorjahr: TEUR 17.545).
E.19 Sonstige Eigenkapitalbestandteile
Die sonstigen Eigenkapitalbestandteile bestehen aus den Rücklagen für Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen, der Währungsumrechnungsrücklage und der Rücklage für Marktwertänderungen von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten. Die Veränderung der sonstigen Eigenkapitalbestandteile kann der Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden.
E.20 Gewinnrücklagen
Die Veränderung der Gewinnrücklagen kann der Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde eine Dividende in Höhe von EUR 0,65 (Vorjahr: EUR 0,90) pro Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet.
E.21 Nicht beherrschende Anteile
Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile kann der Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden.
Die HY-LINE Management GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 von insgesamt drei ausscheidenden Gesellschaftern Anteile erworben und hält daher zum Stichtag 2,3 % ihrer eigenen Anteile. Dadurch verändert sich die anteilige Beteiligungsquote der Blue Cap AG an der HY-LINE Management GmbH, welche sich zum Stichtag auf 97,7 % beläuft. Der Anteil der nicht beherrschenden Anteile verändert sich entsprechend.
Darüber hinaus wurde die Beteiligung an der nokra Optische Prüftechnik und Automation GmbH, an welcher die Blue Cap AG mit 90 % beteiligt war, im Geschäftsjahr 2024 veräußert. Durch den Verkauf ändert sich entsprechend der Anteil der nicht beherrschenden Anteile im Konzern.
E.22 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Zusagen basieren sowohl auf Betriebsvereinbarungen als auch auf Einzelzusagen. Die Leistungen variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab. Die inländischen Pensionsverpflichtungen enthalten sowohl Zusagen lebenslanger monatlicher Rentenzahlungen als auch Auszahlungen als Einmalbetrag. Die ausländischen Pensionsverpflichtungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Standorte Italien, die Schweiz und Frankreich und beruhen auf gesetzlicher Verpflichtung. Bei Ausscheiden von Mitarbeitern sind aufgrund dieser Verpflichtung entsprechende Zahlungen zur Altersversorgung zu leisten.
Die Pensionsverpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ("defined benefit plans") werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentensteigerungen sowie anderer Leistungs- bzw. Bestandsanpassungen bewertet. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert des erdienten Anteils der Versorgungsleistung der Begünstigten, abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Besteht auf Ebene eines einzelnen Pensionsplans ein Aktivüberhang, wird der Ansatz des Nettovermögenswerts auf den Barwert der mit dem Planvermögensüberschuss verbundenen wirtschaftlichen Vorteile beschränkt (sog. "asset ceiling").
Die Entwicklung der Pensionsverpflichtungen sowie des Planvermögens aus leistungsorientierten Plänen stellt sich wie folgt dar:
Leistungsorientierte Verpflichtungen (DBO)
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen | 7.184 | 7.765 |
| Anpassung aufgrund von Asset Ceiling | 378 | 792 |
| beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -2.160 | -3.183 |
| Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen | 5.402 | 5.374 |
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Bestand zum 01.01. | 3.183 | 2.774 |
| Erträge des Planvermögens abzgl. typisierter Verzinsung | -1.023 | 409 |
| Bestand zum 31.12. | 2.160 | 3.183 |
Das Planvermögen, das zur Finanzierung der Verpflichtungen dient, beinhaltet ausschließlich Rückdeckungsversicherungen.
Zusammensetzung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Bestand zum 01.01. | 7.765 | 8.892 |
| Dienstzeitaufwand | 124 | 193 |
| Zinsaufwand | 290 | 278 |
| versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | 535 | -954 |
| gezahlte Leistungen/Rückzahlungen | -1.654 | 429 |
| Änderungen im Konsolidierungskreis | -422 | |
| Sonstiges | 125 | -650 |
| Bestand zum 31.12. | 7.184 | 7.765 |
Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Blue Cap allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken und dem Zinssatzänderungsrisiko ausgesetzt. Den Berechnungen der Leistungsverpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:
| Rechnungszins (in %) |
Gehaltstrends (in %) |
Rententrends (in %) |
Fluktuation | Sterbetafeln | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 3,27 - 3,56 | 0 - 2,5 | 1,0 - 2,5 | Mercer-spezifische Tafeln | RT Heubeck 2018 G |
| 2023 | 3,43 - 4,5 | 0 - 2,5 | 1,0 - 2,5 | Mercer-spezifische Tafeln | RT Heubeck 2018 G |
Die Annahme zur langfristigen Verzinsung des Planvermögens basiert auf der Mitteilung der Versicherungsgesellschaft und den zugrunde liegenden Investments in festverzinsliche Wertpapiere (darunter Bundesanleihen und Pfandbriefe). Bei der Auswahl der Emittenten werden u. a. das individuelle Rating durch internationale Agenturen sowie die Eigenkapitalausstattung der Emittenten berücksichtigt.
Die künftige Höhe des Finanzierungszinssatzes und damit der Pensionsverpflichtungen ist insbesondere abhängig von der Entwicklung des Abzinsungsfaktors. Hinsichtlich des Abzinsungssatzes wurde daher eine Sensitivitätsbetrachtung vorgenommen. Diese beruht auf der Annahme, dass alle übrigen wertbestimmenden Faktoren unverändert bleiben. Eine Reduzierung des Abzinsungssatzes um 25 Basispunkte würde zu einer Erhöhung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung in Höhe von TEUR 1.544 (Vorjahr: TEUR 337) führen. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um 25 Basispunkte würde demgegenüber den Barwert um TEUR 1.670 (Vorjahr: TEUR 309) mindern. Für die Blue Cap-Gruppe besteht damit insgesamt ein untergeordnetes Risiko aus den Pensionszusagen und den Rückdeckungsguthaben.
Die erwarteten Pensionszahlungen innerhalb der nächsten zwölf Monate betragen TEUR 395 (Vorjahr: TEUR 403). Die durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen beträgt 11,8 Jahre (Vorjahr: 11,8 Jahre).
Die erwarteten Beiträge zum Planvermögen innerhalb der nächsten zwölf Monate belaufen sich auf TEUR 239 (Vorjahr: TEUR 242).
E.23 Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | Sonstige personalbezogene Rückstellungen | Drohverluste und belastende Verträge | Übrige sonstige Rückstellungen | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Bestand zum 01.01.2024 | 121 | 642 | 2.298 | 3.061 |
| davon kurzfristig | 0 | 642 | 1.177 | 1.819 |
| davon langfristig | 121 | 0 | 1.121 | 1.242 |
| Veränderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 | -650 | -650 |
| Zuführung | 295 | 0 | 1.826 | 2.121 |
| Inanspruchnahme | -84 | -71 | -631 | -785 |
| Auflösung | 0 | -218 | -534 | -752 |
| Sonstige Veränderung | 0 | 0 | -2 | -2 |
| Bestand zum 31.12.2024 | 333 | 353 | 2.307 | 2.993 |
| davon kurzfristig | 0 | 353 | 1.550 | 1.903 |
| davon langfristig | 333 | 0 | 757 | 1.090 |
E.24 Ertragsteuerverbindlichkeiten
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten beziehen sich im Wesentlichen auf inländische Verbindlichkeiten aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.
E.25 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Geschäftsjahres bestehen wie in den Vorjahren ausschließlich gegenüber Dritten und sind im branchenüblichen Umfang durch Eigentumsvorbehalte der Lieferanten besichert.
Zum Stichtag und den Vorperioden bestehen keine Lieferantenverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten.
E.26 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich nach Fristigkeiten wie folgt zusammen:
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | kurzfristig | langfristig | Gesamt | kurzfristig | langfristig | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 33.840 | 25.562 | 59.402 | 21.738 | 53.345 | 75.083 |
| davon aus Darlehensvereinbarungen | 28.764 | 25.562 | 54.327 | 12.216 | 53.345 | 65.561 |
| davon aus Kontokorrentvereinbarungen | 5.075 | 0 | 5.075 | 9.522 | 0 | 9.522 |
| Leasingverbindlichkeiten | 6.746 | 8.733 | 15.479 | 7.752 | 14.770 | 22.522 |
| Sonstige Darlehensverbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 92 | 0 | 92 |
| Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten ohne Finanzschulden | 1.623 | 5.705 | 7.327 | 1.846 | 5.142 | 6.988 |
| sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 42.208 | 40.000 | 82.208 | 31.429 | 73.257 | 104.686 |
Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen aus Annuitäten-, Tilgungs- und endfälligen Darlehen mit einer Zinsbandbreite von 1,2 % bis 6,8 % (Vorjahr: 1,2 % bis 6,8 %). Der über das Kreditvolumen gewichtete Durchschnittszinssatz beläuft sich auf 5,8 % (Vorjahr: 3,5 %). Die über das Kreditvolumen gewichtete Restlaufzeit der wesentlichen Darlehen beläuft sich auf vier Jahre.
Für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum Teil Covenants vereinbart. Sofern diese zum Bilanzstichtag nicht eingehalten werden, werden die entsprechenden Verbindlichkeiten so lange als kurzfristig ausgewiesen, bis mit dem betroffenen Kreditinstitut eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde.
Zum Bilanzstichtag wurden für besicherte Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 10.444 die vereinbarten Covenants nicht eingehalten, die daraus resultierend als kurzfristig ausgewiesen wurden. Darüber hinaus bestand zum Bilanzstichtag ein Zahlungsverzug in Höhe fälliger Zinsen sowie einer Tilgungsrate über TEUR 600. Nach Verhandlungen mit der finanzierenden Bank hat die Blue Cap AG die entsprechenden Darlehensforderungen der Bank mit einem signifikanten Abschlag auf die Restvaluta im 1. Quartal 2025 erworben und so die Fremdfinanzierung deutlich verringert. Es wird davon ausgegangen, dass im neuen Geschäftsjahr sämtliche Covenants eingehalten werden können.
Für das Geschäftsjahr 2025 sind vertragliche Tilgungszahlungen aus Darlehensvereinbarungen in Höhe von TEUR 28.764 zu leisten. Neben Bürgschaften durch die Blue Cap AG wurden folgende Sicherheiten bestellt:
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Grundpfandrechte | 15.896 | 22.646 |
| Andere Pfandrechte | 2.600 | 2.800 |
| Sicherungsübereignung | 378 | 3.604 |
| Globalzession | 9.494 | 14.067 |
Nach den vorliegenden Erkenntnissen können die Verpflichtungen durch den Konzern in allen Fällen erfüllt werden.
Zum Stichtag verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von TEUR 11.275 (Vorjahr: TEUR 15.290), für deren Inanspruchnahme alle notwendigen Bedingungen erfüllt sind.
Leasingverbindlichkeiten
Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Low-value Leases, die nicht als Leasingverbindlichkeit zu berücksichtigen sind, setzt sich wie folgt zusammen.
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| kurzfristige Leasingverhältnisse (Short-term Leases) | 3 | 13 |
| Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert (Low- value Leases) | 113 | 129 |
| Summe | 116 | 142 |
Die Gesamtverpflichtung aus diesen Leasingverhältnissen beträgt TEUR 358 (Vorjahr: TEUR 224).
Der gesamte Zahlungsmittelabfluss aus Leasingverhältnissen setzt sich im Geschäftsjahr und den Vorjahren aus Zahlungen für Tilgungen, Zinsen, Auszahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Auszahlungen für Leasingverhältnisse, denen ein geringer Wert zugrunde liegt, zusammen. Diese teilen sich wie folgt auf:
| TEUR | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Gesamter Zahlungsmittelabfluss aus Leasingverhältnissen | 6.844 | 6.862 |
| davon Tilgungszahlungen | 6.194 | 6.375 |
| davon Zinszahlungen | 420 | 260 |
| davon Auszahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 60 | 23 |
| davon Auszahlungen für Leasingverhältnisse, denen ein geringer Wert zugrunde liegt | 170 | 205 |
Die nachfolgende Tabelle enthält die Fälligkeitsanalyse der den Leasingverbindlichkeiten zugrunde liegenden künftigen Leasingraten (undiskontiert):
| Mindestleasingzahlungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | ≤ 1 Jahr | 1 - 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| künftige Leasingzahlungen zum 31.12.2024 | 5.863 | 8.924 | 179 | 14.965 |
Die Leasingverbindlichkeiten sind in der Regel durch die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Leasinggegenstände besichert.
E.27 Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Schulden
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Umsatzsteuerverbindlichkeiten | 928 | 1.968 |
| sonstige Steuerverbindlichkeiten | 346 | 546 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 745 | 746 |
| Personalbezogene Verbindlichkeiten | 2.968 | 3.586 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 151 | 1.081 |
| sonstige nicht finanzielle Schulden | 5.137 | 7.927 |
Sämtliche kurzfristigen nicht finanziellen Schulden haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die personalbezogenen Verbindlichkeiten setzten sich dabei aus Verpflichtungen für Lohn und Gehalt, Mitarbeiterprämien sowie Urlaubsansprüchen zusammen.
G. Segmentberichterstattung
Die Informationen, die dem Vorstand der Blue Cap-Gruppe als "Chief Operating Decision Maker" für die Zwecke der Ressourcenallokation und der Beurteilung der Segmentleistung übermittelt werden, konzentrieren sich auf die Geschäftsfelder der jeweiligen Unternehmensbeteiligungen. Die Darstellung der Segmentberichterstattung folgt dem "Management Approach" und orientiert sich daher an den internen Organisations- und Berichtsstrukturen.
Die einzelnen Segmente stellen unterschiedliche Geschäftsbereiche mit unterschiedlichen Produkten und Dienstleistungen dar und werden getrennt voneinander gesteuert. Die rechtlichen Einheiten können jeweils eindeutig einem Segment zugeordnet werden.
Dem Segment Plastics werden die Unternehmen der con-pearl-Gruppe und der H+E-Gruppe zugeordnet. Die Unternehmen der Planatol-Gruppe bilden das Segment Adhesives & Coatings. Die HY-LINE-Gruppe sowie die Transline-Gruppe bilden das Segment Business Services. Die Blue Cap AG sowie weitere Holding- und Vorratsgesellschaften sind dem Segment Others zugeordnet. Weitere Ausführungen zu den Segmenten und den dazugehörigen Gesellschaften können dem zusammengefassten Lagebericht entnommen werden.
Die Umsatzerlöse des Segments Others resultieren dabei im Wesentlichen aus Umlagen, die innerhalb des Blue Cap Konzerns verrechnet und konsolidiert werden.
Die Umsätze zwischen den Segmenten werden zu marktüblichen Preisen verrechnet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen den im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" dargestellten Grundsätzen und Methoden.
Die berichtspflichtigen Segmente des Konzerns gemäß IFRS 8 stellen sich für die Berichts- und Vergleichsperiode wie folgt dar:
| 2024 TEUR |
Plastics | Adhesives & Coatings | Business Services | Others | Summe Segmente | Konsolidierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 111.797 | 30.975 | 63.125 | 0 | 205.897 | 0 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 0 | 0 | 18 | 3.026 | 3.045 | -3.045 |
| Umsatzerlöse gesamt | 111.797 | 30.975 | 63.143 | 3.026 | 208.941 | -3.045 |
| Gesamtleistung | 114.080 | 31.029 | 64.554 | 26.534 | 236.196 | -26.375 |
| EBITDA | 18.577 | 1.176 | -486 | 20.032 | 39.299 | -21.353 |
| Abschreibungen, Amortisationen und Wertminderungen | -9.768 | -926 | -6.327 | -6.928 | -23.948 | 6.780 |
| davon Wertminderungen/Wertaufholungen | 0 | 0 | -1.392 | 0 | -1.392 | 0 |
| Ergebnis aus At-Equity-Bewertung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 197 |
| EBIT | 8.808 | 251 | -6.812 | 13.104 | 15.351 | -14.376 |
| Adjusted Gesamtleistung | 112.969 | 30.846 | 64.168 | 3.051 | 211.033 | -3.045 |
| Adjusted EBITDA | 19.455 | 1.150 | 1.332 | -1.276 | 20.662 | 14 |
| Adjusted EBITDA-Marge | 17,2% | 3,7% | 2,1% | -41,8% | 9,8% | -0,5% |
| Nettoverschuldungsgrad (in Jahren)* | 0,8 | 5,6 | 15,4 | 18,2 | 0,9 | 0,0 |
| Investitionen/Desinvestitionen** | -3.369 | 26.707 | -29 | 2.142 | 25.451 | 0 |
| davon Unternehmenserwerbe/-verkäufe | 0 | 28.951 | 0 | 2.104 | 31.055 | 0 |
| 2024 TEUR |
Konzern |
|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 205.897 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 205.897 |
| Gesamtleistung | 209.821 |
| EBITDA | 17.946 |
| Abschreibungen, Amortisationen und Wertminderungen | -17.169 |
| davon Wertminderungen/Wertaufholungen | -1.392 |
| Ergebnis aus At-Equity-Bewertung | 197 |
| EBIT | 975 |
| Adjusted Gesamtleistung | 207.989 |
| Adjusted EBITDA | 20.676 |
| Adjusted EBITDA-Marge | 9,9% |
| Nettoverschuldungsgrad (in Jahren)* | 0,9 |
| Investitionen/Desinvestitionen** | 25.451 |
| davon Unternehmenserwerbe/-verkäufe | 31.055 |
| 31.12.2024 | Plastics | Adhesives & Coatings | Business Services | Others | Summe Segmente | Konsolidierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Working Capital (Netto)*** | 18.404 | 6.126 | 7.180 | -178 | 31.532 | 0 |
| Segmentvermögen | 82.672 | 19.200 | 67.744 | 98.758 | 268.374 | -52.378 |
| Segmentschulden | 51.288 | 11.638 | 65.425 | 26.159 | 154.510 | -35.723 |
| 31.12.2024 | Konzern |
|---|---|
| Working Capital (Netto)*** | 31.532 |
| Segmentvermögen | 215.997 |
| Segmentschulden | 118.787 |
* Der angegebene Nettoverschuldungsgrad (in Jahren) stellt die Verschuldung des fortgeführten Segments (inkl. Leasingverbindlichkeiten) abzüglich liquider Mittel im Verhältnis zum adjusted EBITDA der letzten zwölf Monate dar
** Die angegebenen Investitionen/Desinvestitionen beziehen sich auf Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) für Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, als Finanzinvestition gehaltene Vermögenswerte sowie Unternehmenserwerbe und Erwerbe von Beteiligungen
*** Das angegebene Working Capital (netto) entspricht dem Vorratsvermögen der fortgeführten Segmente zuzüglich Forderungen auf Lieferungen und Leistungen soVertragsvermögenswerten, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten
| 2023 TEUR |
Plastics | Adhesives & Coatings | Business Services | Others | Summe Segmente | Konsolidierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 95.523 | 32.685 | 90.346 | 161 | 218.714 | 0 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 0 | 0 | 14 | 3.339 | 3.352 | -3.352 |
| Umsatzerlöse gesamt | 95.523 | 32.685 | 90.359 | 3.499 | 222.066 | -3.352 |
| Gesamtleistung | 95.595 | 33.286 | 92.230 | 4.183 | 225.295 | -2.977 |
| EBITDA | 12.155 | 744 | 5.421 | -8.427 | 9.893 | 7.168 |
| Abschreibungen, Amortisationen und Wertminderungen | -10.418 | -940 | -10.585 | -2.673 | -24.616 | 2.201 |
| davon Wertminderungen/Wertaufholungen | 0 | 0 | -5.031 | -535 | -5.566 | 217 |
| Ergebnis aus At-Equity-Bewertung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -2.465 |
| EBIT | 1.736 | -196 | -5.164 | -11.099 | -14.724 | 6.904 |
| Adjusted Gesamtleistung | 94.189 | 33.187 | 91.535 | 3.577 | 222.488 | -3.453 |
| Adjusted EBITDA | 11.581 | 1.114 | 6.553 | -671 | 18.577 | -671 |
| Adjusted EBITDA-Marge | 12,3% | 3,4% | 7,2% | -18,8% | 8,4% | 19,5% |
| Nettoverschuldungsgrad (in Jahren)* | 1,9 | 6,8 | 2,9 | 0,4 | 2,6 | 0,0 |
| Investitionen/Desinvestitionen** | 8.146 | -1.469 | -1.289 | 2.604 | 7.992 | 0 |
| davon Unternehmenserwerbe/-verkäufe | 11.775 | 28 | -562 | 0 | 11.242 | 0 |
| 2023 TEUR |
Konzern |
|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 218.714 |
| Umsatzerlöse mit Konzerngesellschaften | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 218.714 |
| Gesamtleistung | 222.318 |
| EBITDA | 17.060 |
| Abschreibungen, Amortisationen und Wertminderungen | -22.415 |
| davon Wertminderungen/Wertaufholungen | -5.349 |
| Ergebnis aus At-Equity-Bewertung | -2.465 |
| EBIT | -7.820 |
| Adjusted Gesamtleistung | 219.035 |
| Adjusted EBITDA | 17.905 |
| Adjusted EBITDA-Marge | 8,2% |
| Nettoverschuldungsgrad (in Jahren)* | 2,7 |
| Investitionen/Desinvestitionen** | 7.992 |
| davon Unternehmenserwerbe/-verkäufe | 11.242 |
| 31.12.2023 | Plastics | Adhesives & Coatings | Business Services | Others | Summe Segmente | Konsolidierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Working Capital (Netto)*** | 17.558 | 21.047 | 6.854 | 1.810 | 47.269 | -6 |
| Segmentvermögen | 81.172 | 56.087 | 74.883 | 117.057 | 329.198 | -85.294 |
| Segmentschulden | 57.427 | 31.690 | 65.448 | 54.154 | 208.719 | -52.068 |
| 31.12.2023 | Konzern**** |
|---|---|
| Working Capital (Netto)*** | 47.263 |
| Segmentvermögen | 243.904 |
| Segmentschulden | 156.650 |
* Der angegebene Nettoverschuldungsgrad (in Jahren) stellt die Verschuldung des fortgeführten Segments (inkl. Leasingverbindlichkeiten) abzüglich liquider Mittel im Verhältnis zum adjusted EBITDA der letzten zwölf Monate dar
** Die angegebenen Investitionen/Desinvestitionen beziehen sich auf Einzahlungen (+)/Auszahlungen (-) für Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, als Finanzinvestition gehaltene Vermögenswerte sowie Unternehmenserwerbe und Erwerbe von Beteiligungen (inkl. nicht fortgeführter Geschäftsbereiche).
*** Das angegebene Working Capital (netto) entspricht dem Vorratsvermögen der Segmente (inkl. nicht fortgeführter Geschäftsbereiche) zuzüglich Forderungen auf Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten
**** In der Angabe für den Gesamtkonzern sind die zum 31.12.2023 nicht fortgeführte Geschäftsbereiche enthalten
In den Bilanzangaben zum Vergleichsstichtag ist für den nicht fortgeführten Geschäftsbereich Working Capital (Netto) in Höhe von TEUR 16.016, Segmentvermögen in Höhe von TEUR 39.766 und Segmentschulden in Höhe von TEUR 22.810 enthalten.
Die Segmentergebnisse der berichteten Segmente leiten sich wie folgt auf das Ergebnis nach Ertragsteuern über:
| Überleitung auf Ergebnis nach Steuern | Konzern | |
|---|---|---|
| TEUR | 2024 | 2023 |
| --- | --- | --- |
| EBIT der berichtspflichtigen Segmente | 2.247 | -3.624 |
| Others | 13.104 | -11.099 |
| Konsolidierung | -14.376 | 6.904 |
| Wertminderungsaufwendungen gem. IFRS 9 | -37 | -135 |
| Finanzierungserträge | 1.648 | 1.367 |
| Finanzierungsaufwendungen | -5.193 | -5.059 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | -2.608 | -11.647 |
| Ertragsteuern | 2.008 | -2.269 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern (EAT) für fortgeführte Geschäftsbereiche | -600 | -13.915 |
H. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich Zahlungsmittel in der Gruppe im Laufe des Berichtsjahres sowie den Vergleichsperioden durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 werden Zahlungsströme auslaufender Geschäftstätigkeit sowie solche aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt.
Die Summe der Mittelzu- und -abflüsse über alle drei Cashflows sowie die Währungsänderungen stellen die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente für den Gesamtkonzern dar.
Finanzmittelfonds
Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Kassenbestand, Bankguthaben, Termingelder und zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente mit einer Laufzeit von nicht mehr als drei Monaten) abzüglich jederzeit kündbarer Kontokorrentkredite.
Der Finanzmittelfonds hat sich wie folgt entwickelt:
Zusammensetzung Finanzmittelfonds
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 55.981 | 38.614 |
| Davon verpfändete Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2.690 | 2.800 |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten aus Kontokorrentvereinbarungen | -5.074 | -9.041 |
| Finanzmittelfonds der fortgeführten Geschäftsbereiche | 50.907 | 29.573 |
Die verpfändeten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 2.690 (Vorjahr: TEUR 2.800) wurden bei einem Kreditinstitut als Sicherheit für ein Darlehen hinterlegt.
Zu-/Abfluss aus Operativer Tätigkeit
Der Rückgang des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen in hohen Ertragssteuerzahlungen in Höhe von insgesamt TEUR -6.220 (Vorjahr: TEUR -2.499) sowie der Veränderung des Net Working Capital begründet. Das deutlich über dem Vorjahr liegende Periodenergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche von TEUR -600 (Vorjahr TEUR -13.915) konnte dies aufgrund hoher zahlungsunwirksamer Ergebnisbelastungen im Vorjahr, insbesondere Wertminderungen, sowie hoher zahlungsunwirksamer Ergebnisentlastungen im Geschäftsjahr, insbesondere im Ertragsteueraufwand, nicht kompensieren.
Zu-/Abfluss aus Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist von TEUR 9.915 auf TEUR 27.920 gestiegen. Der Mittelzufluss resultiert im Wesentlichen aus den Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis (Verkauf Neschen und Nokra) in Höhe von 32.278 (Vorjahr für Knauer-Uniplast: TEUR 11.804). Gegenläufig wirkten vor allem Auszahlungen aus Investitionen in Sachanlagen in Höhe von TEUR -5.094 (Vorjahr: TEUR -4.666) und in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR -1.818 (Vorjahr: TEUR -402). Des Weiteren fielen die Einzahlungen aus Anlageabgängen niedriger aus.
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit
Die Mittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit betrugen im Geschäftsjahr 2024 TEUR -20.065 (Vorjahr: TEUR -24.817) und resultierten im Wesentlichen aus Auszahlungen für die Tilgung von Krediten in Höhe von -6.122 (Vorjahr: -13.016), der Dividende für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von TEUR -2.916 (Vorjahr: TEUR -1.987), der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -6.194 (Vorjahr: TEUR -6.375) sowie den gezahlten Zinsen in Höhe von TEUR -4.705 (Vorjahr: TEUR -4.690).
Entwicklung Finanzmittelfonds
Im Berichtsjahr ergab sich für die fortgeführten Geschäftsbereiche der Blue Cap-Gruppe insgesamt eine zahlungswirksame Änderung des Finanzmittelfonds - ohne Berücksichtigung wechselkursbedingter Änderungen - in Höhe von TEUR 20.852 (Vorjahr: TEUR -171).
I. Sonstige Angaben
E.28 Finanzinstrumente
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value-Hierarchie. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert, insbesondere aufgrund von Kurzfristigkeit oder marktnaher Verzinsung, darstellt.
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
| TEUR | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte nach Kategorie | Buchwert 31.12.2024 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert, erfolgsneutral | Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam | Zeitwert 31.12.2024 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Beteiligungen | FVOCI | 93 | 93 | 93 | ||
| übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 5.447 | |||||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 395 | 395 | 395 | ||
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | AC | 5.052 | 5.052 | 5.052 | ||
| kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 15.633 | |||||
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert | AC | 15.633 | 15.633 | 15.633 | ||
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert | 15.633 | |||||
| davon erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet | FVOCI | 0 | 0 | |||
| sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.016 | |||||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 0 | 0 | 0 | ||
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | AC | 1.016 | 1.016 | 1.016 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC | 55.981 | 55.981 | 55.981 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten nach Kategorie | ||||||
| langfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 40.000 | |||||
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | AC | 25.562 | 25.562 | 25.562 | ||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 0 | 0 | 0 | ||
| davon Leasingverbindlichkeiten | n/a | 8.733 | ||||
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 5.705 | 5.705 | 5.705 | ||
| kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 12.299 | 12.299 | 12.299 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 42.208 | |||||
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | AC | 33.840 | 33.840 | 33.840 | ||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 0 | 0 | 0 | ||
| davon Leasingverbindlichkeiten | n/a | 6.746 | ||||
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 1.622 | 1.622 | 1.622 | ||
| Zusammenfassung pro Kategorie | ||||||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FVPL | 395 | ||||
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FVOCI | 93 | ||||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | AC | 77.682 | ||||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FVPL | 0 | ||||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 79.028 |
| TEUR | |
|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte nach Kategorie | Hierarchie |
| --- | --- |
| langfristige Vermögenswerte | |
| Beteiligungen | Level 1 |
| übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| kurzfristige Vermögenswerte | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert | |
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert | |
| davon erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Level 2 |
| sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten nach Kategorie | |
| langfristige Verbindlichkeiten | |
| langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Level 2 |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon Leasingverbindlichkeiten | |
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| kurzfristige Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Level 2 |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon Leasingverbindlichkeiten | |
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Zusammenfassung pro Kategorie | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
| TEUR | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte nach Kategorie | Kategorie gem. IFRS 9 | Buchwert 31.12.2023 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert, erfolgsneutral | Beizulegender Zeitwert, erfolgswirksam | Zeitwert 31.12.2023 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| langfristige Vermögenswerte | ||||||
| Beteiligungen | FVOCI | 93 | 93 | 93 | ||
| übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 5.013 | |||||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 708 | 708 | 708 | ||
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | AC | 4.305 | 4.305 | 4.305 | ||
| kurzfristige Vermögenswerte | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 26.954 | |||||
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert | AC | 26.954 | 26.954 | 26.954 | ||
| sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2.023 | |||||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 271 | 271 | 271 | ||
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | AC | 1.752 | 1.752 | 1.752 | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC | 38.614 | 38.614 | 38.614 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten nach Kategorie | ||||||
| langfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 73.257 | |||||
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | AC | 53.345 | 53.345 | |||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 34 | 34 | 34 | ||
| davon Leasingverbindlichkeiten | n/a | 14.770 | ||||
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 5.108 | 5.108 | 5.108 | ||
| kurzfristige Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 15.748 | 15.748 | 15.748 | ||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 31.429 | |||||
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | AC | 21.738 | 21.738 | 21.738 | ||
| davon freistehende Derivate | FVPL | 0 | 0 | 0 | ||
| davon Leasingverbindlichkeiten | n/a | 7.752 | ||||
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 1.939 | 1.939 | 1.939 | ||
| Zusammenfassung pro Kategorie | ||||||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FVPL | 978 | ||||
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FVOCI | 93 | ||||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | AC | 71.626 | ||||
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FVPL | 34 | ||||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 97.878 |
| TEUR | |
|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte nach Kategorie | Hierarchie |
| --- | --- |
| langfristige Vermögenswerte | |
| Beteiligungen | Level 1 |
| übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| kurzfristige Vermögenswerte | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | |
| davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert | |
| sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten nach Kategorie | |
| langfristige Verbindlichkeiten | |
| langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Level 2 |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon Leasingverbindlichkeiten | |
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| kurzfristige Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Level 2 |
| davon freistehende Derivate | Level 2 |
| davon Leasingverbindlichkeiten | |
| davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Zusammenfassung pro Kategorie | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
Die Nettogewinne oder -verluste der einzelnen Kategorien nach IFRS 9 für das Geschäftsjahr 2024 und die Vergleichsperiode ergeben sich wie folgt:
| 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FVPL | -644 | -612 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FVOCI | 0 | 0 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte | AC | 2.534 | 2.046 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FVPL | 99 | 231 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | AC | -4.627 | -6.789 |
| Summe | -2.638 | -5.123 |
Wesentliche Ausfallrisiken bestehen am Abschlussstichtag nicht.
E.29 Finanzrisikomanagement
Das Management der Blue Cap-Gruppe überwacht und steuert die mit den Segmenten des Konzerns verbundenen Finanzrisiken durch die interne Risikoberichterstattung, die Risiken nach Grad und Ausmaß des Risikos analysiert. Diese Risiken beinhalten das Marktrisiko (einschließlich Wechselkursrisiken, zinsinduzierte Zeitwertrisiken und Preisrisiken), das Ausfallrisiko, das Liquiditätsrisiko und zinsinduzierte Zahlungsstromrisiken.
Wechselkursrisiken
Die Geschäftstätigkeit der Blue Cap-Gruppe erfolgt überwiegend im Euroraum. Das verbleibende Wechselkursrisiko der Gruppe ist absatzgetrieben und besteht wesentlich zwischen dem US-Dollar und dem Euro. Bedeutung kommt dabei dem Transaktionsrisiko zu, da die Umsatzerlöse in Fremdwährung und die dazugehörigen Kosten in Euro anfallen. Die Risikopositionen werden von der Blue Cap-Gruppe fortlaufend überwacht und wenn notwendig abgesichert.
Zinsrisiken
Die Blue Cap-Gruppe ist sowohl einem Zinsänderungsrisiko aus variabel verzinslichen Darlehen als auch einem Zinsänderungsrisiko für festverzinsliche Darlehen im Zeitpunkt der Refinanzierung ausgesetzt. Da der überwiegende Teil der Darlehen festverzinslich ausgestaltet ist, besteht nur ein unwesentliches Zinsrisiko für die laufende Finanzierung der Blue Cap-Gruppe. Im Hinblick auf die Refinanzierung von Darlehensausläufern und im Zusammenhang mit den variabel verzinsten Darlehen wird das Zinsniveau des Marktes durch das Management fortwährend überwacht, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ergreifen zu können. In einzelnen Fällen werden Derivate zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos aus variabel verzinsten Darlehen eingesetzt.
Sonstige Preisrisiken
Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr waren Finanzinstrumente im Bestand, aus denen wesentliche Preisrisiken entstehen könnten.
Kreditrisiko und Ausfallrisiko
Kreditrisiken bestehen insbesondere hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Forderungen einschließlich der Geldanlagen und Vertragsvermögenswerte. Sie werden durch eine Limitierung auf einzelne Bonitätsadressen und deren laufende Überwachung begrenzt. Aus der unterschiedlichen Bonitätseinschätzung der Kunden heraus werden im Regelfall Kreditsicherungen (Exportversicherung, Vorauskasse, Garantien etc.) vorgenommen.
Besondere Bonitätsrisiken bestehen bei den Kunden nach derzeitiger Kenntnislage nicht. Größere Forderungsausfälle waren in der Vergangenheit nicht festzustellen. Besondere Bedeutung kommt der Abschätzung der Risiken aus dem Projektgeschäft, beispielsweise bei der Vorfinanzierung von Aufträgen, zu. Die Ausfallrisiken des Konzerns beschränken sich auf ein übliches Geschäftsrisiko, welchem falls notwendig, durch Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Es ist keine Kreditrisikokonzentration ersichtlich.
Freie Liquidität wird in der Regel auf Kontokorrent- und Festgeldkonten bei inländischen und europäischen Geschäftsbanken angelegt. Das maximale Ausfallrisiko der bilanzierten Vermögenswerte entspricht ihrem Buchwert.
Liquiditätsrisiko
Das Management der Blue Cap-Gruppe überwacht die Liquidität der operativen Gesellschaften im Rahmen von Cashflow-Prognosen und einer aktiven Liquiditätsplanung für jedes Portfoliounternehmen. Die wesentlichen Einnahmen- und Ausgabenströme aus operativer Geschäftstätigkeit, aber auch aus nennenswerten Einzelprojekten sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden in dieser Planung erfasst.
Im Rahmen der Liquiditätssteuerung wird eine ausreichende Reserve an Bankguthaben vorgehalten. Ferner verfügt die Gruppe über zugesagte, nicht in Anspruch genommene Kreditlinien bei unterschiedlichen Finanzinstituten.
Im Folgenden wird das Risiko aus vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen für finanzielle Verbindlichkeiten dargestellt:
TEUR
| 31.12.2024 | Vertraglich vereinbarte Zahlungsströme | Bis zu einem Jahr | 1 - 5 Jahre | Mehr als 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 59.402 | 34.616 | 19.366 | 5.420 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 12.448 | 12.448 | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 7.178 | 1.473 | 0 | 5.705 |
Bei den Zahlungsströmen aus sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit über einem Jahr handelt es sich im Wesentlichen um Zahlungen zur Tilgung eines Darlehens eines nicht beherrschenden Gesellschafters.
Kapitalsteuerung
| TEUR | 31.12.2024 | 31.12.2023 |
|---|---|---|
| Bilanzsumme | 215.997 | 243.904 |
| Eigenkapital (exkl. Anteile nicht-kontrollierender Gesellschafter) | 95.102 | 83.776 |
| Eigenkapitalquote | 44,03% | 34,35% |
E.30 Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Eventualverbindlichkeiten
Es bestehen zum Abschlussstichtag keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag hat die Gruppe Verpflichtungen aus offenen Bestellungen in Höhe von TEUR 2.336 (Vorjahr: TEUR 3.629), davon kurzfristig TEUR 2.336 (Vorjahr: TEUR 3.399).
E.31 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Nahestehende Personen im Sinne des IAS 24 sind die Mitglieder des Vorstands sowie des Aufsichtsrats, jeweils deren nahe Familienangehörige und Gesellschaften, die von diesen beherrscht werden, sowie assoziierte Unternehmen. Die PartnerFonds AG i.L., Planegg, die PartnerFonds >>Kapital für den Mittelstand<< Anlage GmbH & Co. KG, München, sowie die CoFonds GmbH i.L., München, haben am
14. Juni 2018 jeweils eine Mitteilung gemäß § 20 Abs. 5 AktG abgegeben, dass sie gemeinsam mittelbar oder unmittelbar mehr als den vierten Teil der Aktien an der Blue Cap AG halten, und sind daher ebenfalls als nahestehende Personen zu qualifizieren.
Zum Bilanzstichtag bestehen offene Verbindlichkeiten gegenüber Aufsichtsräten in Höhe von TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 116).
Für die Blue Cap AG und ihre Organe besteht eine D&O-Versicherung. Für Aufsichtsratsmitglieder besteht kein Selbstbehalt. Für Vorstandsmitglieder ist gemäß § 93 Abs. 2 AktG ein Selbstbehalt von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds vorhanden.
Mit weiteren nahestehenden Personen und Unternehmen bestanden im Geschäftsjahr und der Vergleichsperiode folgende Beziehungen:
Zum Stichtag bestehen Ausleihungen an assoziierte Unternehmen in Höhe von TEUR 201 (Vorjahr: TEUR 0).
Mit nichtkonsolidierten Tochterunternehmen, die ebenfalls als nahestehende Personen zu qualifizieren sind, sowie mit der PartnerFonds AG i.L. und ihren verbundenen Unternehmen bestanden im Berichtsjahr und der Vergleichsperiode nur unwesentliche Geschäftsbeziehungen.
Bzgl. der Organvergütung wird auf die nachstehenden Ausführungen im entsprechenden Kapitel verwiesen.
E.32 Mitarbeiter
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter entwickelte sich wie folgt:
| Anzahl | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 370 | 611 |
| Angestellte | 459 | 630 |
| Summe | 829 | 1.241 |
Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus 29 (Vorjahr: 38) Auszubildende beschäftigt.
E.33 Organe des Mutterunternehmens und Organvergütung
Vorstand
| ― | Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr die folgenden Personen an: |
| ― | Dr. Henning von Kottwitz (Chief Executive Officer), Hamburg |
| ― | Henning Eschweiler (Chief Operating Officer), München |
Die Zuständigkeit für den Bereich Nachhaltigkeit (ESG) liegt bei Henning Eschweiler.
Die Mitglieder des Vorstands sind jeweils für eine Dauer von drei Jahren bestellt. Die Altersgrenze für Vorstandsmitglieder liegt bei vollendeten 65 Lebensjahren.
Die Vorstandsmitglieder vertreten die Gesellschaft gemeinschaftlich.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat besteht laut Satzung aus fünf Mitgliedern und setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
| ― | Kirsten Lange (Aufsichtsrätin und Adjunct Professor INSEAD), Ulm (Vorsitzende und Mitglied des Aufsichtsrats bis 24.06.2024) |
| ― | Dr. Christian Diekmann (Unternehmensberater), Hamburg (Vorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats seit 24.06.2024) |
| ― | Dr. Michael Schieble (Sparkassenvorstand), Biberach an der Riß (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) |
| ― | Freya Oehle (Digitalunternehmerin), Hamburg |
| ― | Michel Galeazzi (Volkswirt), Zürich / Schweiz |
| ― | Nikolaus Wiegand (Geschäftsführer), Steinbach am Wald, seit 24.06.2024 |
Die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat soll in der Regel 15 Jahre nicht überschreiten. Die Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder liegt bei vollendeten 75 Lebensjahren.
Der Aufsichtsrat ist in den folgenden Ausschüssen organisiert:
| Ausschüsse des Aufsichtsrats | |
|---|---|
| Prüfungsausschuss | Dr. Michael Schieble (Vorsitz) |
| Kirsten Lange (bis 24. Juni 2024) | |
| Dr. Christian Diekmann (seit 24. Juni 2024) | |
| Nikolaus Wiegand (seit 24. Juni 2024) | |
| M&A-Ausschuss | Michel Galeazzi (Vorsitz) |
| Kirsten Lange (bis 24. Juni 2024) | |
| Dr. Christian Diekmann (seit 24. Juni 2024) | |
| Freya Oehle | |
| Nominierungsausschuss | Nikolaus Wiegand (Vorsitz seit 24. Juni 2024) |
| Dr. Michael Schieble (Vorsitz bis 24. Juni 2024) | |
| Michel Galeazzi |
Organvergütung
Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten mit kurz- und langfristiger Anreizwirkung zusammen. Erfolgsunabhängige Bestandteile sind die feste Grundvergütung, die als monatliches Gehalt ausgezahlt wird, sowie Sachbezüge, deren Wert nach steuerlichen Richtlinien für die Dienstwagennutzung ermittelt ist. Die erfolgsabhängige Vergütung unterteilt sich in kurzfristige, ein Geschäftsjahr betreffende, qualitative und quantitative Ziele sowie langfristige, zwei bis vier Geschäftsjahre umfassende Ziele. Die langfristigen Ziele werden über die absolute Aktienperformance abgebildet ("Share Appreciation Rights", siehe unten).
Die Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024 teilt sich auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands wie folgt auf:
| TEUR | Vergütung des Vorstands im aktuellen Geschäftsjahr erdient | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | davon kurzfristig Gesamt | davon Festvergütung | davon Nebenleistungen | davon kurzfristig erfolgsabhängig | davon langfristig erfolgsabhängig | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ulrich Blessing | 33 | 0 | 0 | 0 | 0 | 33 |
| Henning Eschweiler | 379 | 315 | 250 | 15 | 50 | 64 |
| Tobias Hoffmann-Becking | 33 | 0 | 0 | 0 | 0 | 33 |
| Matthias Kosch | 13 | 0 | 0 | 0 | 0 | 13 |
| Dr. Henning von Kottwitz | 677 | 506 | 350 | 6 | 150 | 171 |
| TEUR | Vergütung des Vorstands im aktuellen Geschäftsjahr bezahlt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | davon kurzfristig Gesamt | davon Festvergütung | davon Nebenleistungen | davon kurzfristig erfolgsabhängig | davon langfristig erfolgsabhängig | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ulrich Blessing | 78 | 0 | 0 | 0 | 0 | 78 |
| Henning Eschweiler | 315 | 315 | 250 | 15 | 50 | 0 |
| Tobias Hoffmann-Becking | 182 | 103 | 0 | 0 | 103 | 79 |
| Matthias Kosch | 82 | 67 | 0 | 0 | 67 | 15 |
| Dr. Henning von Kottwitz | 356 | 356 | 350 | 6 | 0 | 0 |
Der Konzern hat, beginnend mit dem 1. Januar 2023, an den Vorstand der Konzernholding Blue Cap AG virtuelle anteilsbezogene Wertsteigerungsrechte (Share Appreciation Rights) ausgegeben. Diese verpflichten den Konzern nach Ablauf der vereinbarten Haltedauer, eine positive Differenz aus dem Kurs der unterliegenden Aktie der Blue Cap AG zuzüglich während der Haltedauer ausgeschütteter Dividenden zum vereinbarten Ausübungszeitpunkt einerseits und vorab vereinbartem Basispreis der Aktien andererseits in bar zu vergüten. Hierfür wird der Durchschnitt der Kurse der letzten 60 Börsenhandelstage vor dem Bilanzstichtag herangezogen.
| Für das Jahr 2024 zugeteilte Share-Appreciation Rights / Phantom-Stocks in Tausend Stück | Zugrundeliegender Aktienkurs im Zuteilungszeitpunkt in EUR |
|
|---|---|---|
| Dr. Henning von Kottwitz | 46,8 | 16,48 |
| Henning Eschweiler | 17,6 | 16,48 |
Der Konzern erfasste in der Position Löhne und Gehälter im Berichtszeitraum Aufwendungen zur Bildung von Verbindlichkeiten für Share Appreciation Rights für Vorstände in Höhe von TEUR 232 (2023: TEUR 2)
Zum 31. Dezember weist der Konzern Rückstellungen für Anteilsbasierte Vergütungen für Vorstände in Höhe von TEUR 226 aus (31. Dezember 2023: TEUR 2).
Die Grundlagen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser Share Appreciation Rights wird im Kapitel Anteilsbasierte Vergütung weiter ausgeführt.
Die Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr teilt sich wie folgt auf die einzelnen Mitglieder auf:
| TEUR | Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr gewährt |
|---|---|
| Dr. Christian Diekmann | 16 |
| Michel Galeazzi | 15 |
| Kirsten Lange (im Geschäftsjahr aus AR ausgeschieden) | 15 |
| Freya Oehle | 7 |
| Dr. Michael Schieble | 26 |
| Nikolaus Wiegand | 7 |
Die Vergütung des Aufsichtsrats besteht aus einer Festvergütung sowie Sitzungsgeldern und ist eine kurzfristig fällige Leistung.
E.34 Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns des Mutterunternehmens
Der Vorstand schlägt vor, aus dem im Jahresabschluss nach HGB ermittelten Bilanzgewinn der Blue Cap AG zum 31. Dezember 2024 in Höhe von TEUR 45.481 einen Betrag in Höhe von TEUR 4.935 an die Aktionäre auszuschütten. Das entspricht einer Dividende von EUR 1,10 je gewinnbezugsberechtigter Aktie, basierend auf der Anzahl der Stückaktien zum 31. Dezember 2024. Der verbleibende Bilanzgewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die vorgeschlagene Dividende bedarf der Zustimmung der Aktionäre auf der Hauptversammlung und wurde in diesem Abschluss nicht als Verbindlichkeit erfasst.
E.35 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach Ende des Geschäftsjahres 2024 ist nachstehender Vorgang von besonderer Bedeutung mit Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz-, oder Ertragslage des Konzerns eingetreten.
Die Blue Cap 14 GmbH als Beteiligungsholding der Transline Gruppe konnte zum Geschäftsjahresende 2024 die im Rahmen einer Bankenfremdfinanzierung vereinbarten Kreditbedingungen (Covenants) nicht einhalten. Nach Verhandlungen mit der finanzierenden Bank und dem Minderheitsgesellschafter der Blue Cap 14 GmbH erwarb die Blue Cap AG im 1. Quartal 2025 sowohl die Darlehensforderungen der Bank gegen die Blue Cap 14 GmbH mit einem signifikanten Abschlag auf die bestehende Restvaluta und darüber hinaus sämtliche Anteile des bisherigen Minderheitsgesellschafters.
Somit konnte die Fremdverschuldung des Konzerns signifikant verringert werden, zudem hält die Blue Cap AG nun unmittelbar und mittelbar 100 % der Anteile an der Blue Cap 14 GmbH.
E.36 Genehmigung des Konzernabschlusses gemäß IAS 10.17
Der Vorstand hat zum Zeitpunkt der Genehmigung des Abschlusses die gerechtfertigte Erwartung, dass der Konzern über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss weiterhin unter Zugrundelegung der Fortführungsannahme aufgestellt.
Der vorliegende Konzernabschluss der Blue Cap AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 wurde am 13. Mai 2025 durch den Vorstand an den Aufsichtsrat zur Prüfung und Billigung freigegeben.
München, 13. Mai 2025
Blue Cap AG
Der Vorstand
Henning von Kottwitz
Henning Eschweiler
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Blue Cap AG, München
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Blue Cap AG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Informationen zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Blue Cap AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die in den Unterabschnitten "Bekenntnis zu den Prinzipien der Corporate Governance und Compliance", "Nachhaltigkeit" und "Beurteilung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den vom International Accounting Standards Board herausgegebenen IFRS Accounting Standards (im Folgenden "IFRS Accounting Standards"), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben im zusammengefassten Lagebericht. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt
Der Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht der Blue Cap AG für das vorherige, am 31.Dezember 2023 endende Geschäftsjahr wurden von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der mit Datum vom 18. April 2024 nicht modifizierte Prüfungsurteile zu diesem Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht abgegeben hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen
| ― | den Bericht des Aufsichtsrats, |
| ― | die in den Unterabschnitten "Bekenntnis zu den Prinzipien der Corporate Governance und Compliance", "Nachhaltigkeit" und "Beurteilung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben, |
| ― | die Angaben im Kapitel "Weitere Informationen", und |
| ― | die übrigen Teile des Geschäftsberichts, |
| ― | aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. |
Für den Bericht des Aufsichtsrates ist der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 13. Mai 2025
**Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Hager, Wirtschaftsprüfer
Appelt, Wirtschaftsprüfer
Bilanz zum 31. Dezember 2024
Aktiva
| EUR | EUR | 31.12.2024 EUR |
31.12.2023 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 45.199,98 | |||
| 3.731,92 | 45.199,98 | |||
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Bauten | 120.417,92 | 134.113,96 | ||
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 77.013,21 | 98.687,64 | ||
| 197.431,13 | 232.801,60 | |||
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 23.735.302,14 | 34.181.813,35 | ||
| 2 Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 21.711.052,59 | 25.823.112,36 | ||
| 3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 1.398.774,55 | 1.398.774,55 | ||
| 4. Sonstige Ausleihungen | 201.454,44 | 0,00 | ||
| 47.046.583,72 | 61.403.700,26 | |||
| 47.247.746,77 | 61.681.701,84 | |||
| B. Umlaufvermögen | ||||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 24.705,87 | 55.013,24 | ||
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 917.625,03 | 17.575.780,80 | ||
| 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 1,00 | 1,00 | ||
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 443.941,81 | 165.656,94 | ||
| 1.386.273,71 | 17.796.451,98 | |||
| II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 43.131.738,30 | 8.071.835,57 | ||
| 44.518.012,01 | 25.868.287,55 | |||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 103.096,94 | 62.644,05 | ||
| 91.868.855,72 | 87.612.633,44 | |||
| Passiva | ||||
| EUR | 31.12.2024 EUR |
31.12.2023 EUR |
||
| A. Eigenkapital | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | 4.486.283,00 | 4.486.283,00 | ||
| II. Kapitalrücklage | 18.067.352,37 | 18.067.352,37 | ||
| V. Bilanzergebnis | 45.481.027,46 | 33.568.088,30 | ||
| 68.034.662,83 | 56.121.723,67 | |||
| B. Rückstellungen | ||||
| 1. Rückstellungen für Pensionen | 454.957,00 | 492.147,00 | ||
| 2. Steuerrückstellungen | 375.847,13 | 4.150.123,64 | ||
| 3. Sonstige Rückstellungen | 881.125,81 | 799.446,01 | ||
| 1.711.929,94 | 5.441.716,65 | |||
| C. Verbindlichkeiten | ||||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 19.605.167,40 | 15.185.334,20 | ||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 104.211,92 | 213.263,33 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.235.860,44 | 10.287.486,94 | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 177.023,19 | 363.108,65 | ||
| davon aus Steuern: EUR 100.928,06 (Vorjahr: TEUR 229.338) | ||||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 6.718) | ||||
| 22.122.262,95 | 26.049.193,12 | |||
| 91.868.855,72 | 87.612.633,44 |
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024
| EUR | EUR | 31.12.2024 EUR |
31.12.2023 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 3.758.199,96 | 4.283.356,05 | ||
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 23.507.043,09 | 419.875,69 | ||
| 27.265.243,05 | 4.703.231,74 | |||
| 3. Personalaufwand | ||||
| a) Löhne und Gehälter | -2.630.718,02 | -2.349.250,70 | ||
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | -274.822,93 | -271.101,79 | ||
| davon für Altersversorgung: EUR -31.378,76 (Vorjahr: TEUR -14) | ||||
| -2.905.540,95 | -2.620.352,49 | |||
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -111.109,14 | -95.154,56 | ||
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -3.804.833,09 | -9.969.544,26 | ||
| -6.821.483,18 | -12.685.051,31 | |||
| 20.443.760 | -7.981.819,57 | |||
| 6. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 0,00 | 50.042,04 | ||
| 7. Erträge aus anderen Wertpapieren Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 1.644.956,47 | 1.404.562,30 | ||
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 631.726,49 | 37.073,97 | ||
| 2.276.682,96 | 1.491.678,31 | |||
| 10. Aufwendungen aus Verlustübernahmen | 0,00 | -1.238.007,90 | ||
| 11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlauvermögens | -6.618.863,35 | -1.800.000,00 | ||
| 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -713.453,77 | -771.920,87 | ||
| davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: EUR 6.166,00 (Vorjahr: TEUR 14) | ||||
| -7.332.317,12 | -3.809.928,77 | |||
| -5.055.634,16 | -2.318.250,46 | |||
| 15.388.125,71 | -10.300.070,03 | |||
| 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -558.152,72 | 153.214,50 | ||
| 14. Ergebnis nach Steuern | 14.829.972,99 | -10.146.855,53 | ||
| 15. Sonstige Steuern | -949,88 | -1.089,01 | ||
| 16. Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) | 14.829.023,11 | -10.147.944,54 | ||
| 17. Gewinnvortrag | 30.652.004,35 | 43.716.032,84 | ||
| 18. Bilanzgewinn | 45.481.027,46 | 33.568.088,30 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2024
der Blue Cap AG, München
A. Allgemeine Angaben
I. Vorbemerkungen
Die Blue Cap AG hat ihren Sitz in München und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 162137 eingetragen.
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft finden die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) Anwendung.
Die Gesellschaft ist gemäß § 267 Abs. 1 HGB eine kleine Kapitalgesellschaft und macht von den Erleichterungsvorschriften des § 288 Abs. 1 HGB teilweise Gebrauch. Hinsichtlich der Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB macht die Gesellschaft von § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB Gebrauch, soweit die Beteiligungen für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einzeln und insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, welche bei drei bis zehn Jahren liegt, vorgenommen. Das gemilderte Niederstwertprinzip wurde eingehalten.
Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, welche bei drei bis 23 Jahren liegt, und werden nach der linearen Methode vorgenommen. Für geringwertige abnutzbare bewegliche Gegenstände des Sachanlagevermögens kommen unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit Vereinfachungsregelungen (Sofortabschreibung bis EUR 800) zur Anwendung. Im Anlagegitter werden diese unter der Position Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen. Die Zugänge und Abschreibungen für geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Anlagegitter erfasst. Die Erleichterung der sofortigen Aufwandserfassung bei Anschaffungskosten bis EUR 250 wird wahrgenommen. Das gemilderte Niederstwertprinzip wurde eingehalten.
Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzanlagen werden diese einzeln im Rahmen eines DCF-Modells bewertet und der auf die Blue Cap AG entfallende (ggf. anteilige) Unternehmenswert mit dem Buchwert verglichen. Unterschreitet der beizulegende Zeitwert signifikant den Buchwert der jeweiligen Finanzanlage erfolgt eine Wertberichtigung zum Bilanzstichtag.
Die Forderungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der niedrigere beizulegende Wert bei Forderungen im Verbundbereich wird aus der Bewertung der Finanzanlagen abgeleitet.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten beinhalten Bar- und Bankguthaben und werden zu Nenn- bzw. Nominalwerten angesetzt.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten entspricht den zeitanteiligen Vorleistungen.
Das Eigenkapital ist zu Nominalwerten angesetzt.
Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach der sog. "Projected-Unit-Credit-Methode" unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2018 G" von Professor Dr. Klaus Heubeck. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der verwendete Rechnungszinssatz beträgt 1,9 % (Vorjahr: 1,83 %). Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 2,5 % (Vorjahr: 2,5 %) p.a. berücksichtigt. Gehaltssteigerungen und Fluktuation blieben unberücksichtigt, da es sich ausschließlich um Versorgungsempfänger handelt.
Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,97 %; Vorjahr: 1,76 %) ein Unterschiedsbetrag von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 4). Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt einer Ausschüttungssperre.
Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB unmittelbar mit diesen Verpflichtungen verrechnet. Die Verrechnung umfasst auch Aufwendungen und Erträge aus der Auf- und Abzinsung und aus dem zu verrechnenden Vermögen.
Das Deckungsvermögen ist zum Zeitwert bewertet. Dieser Wert des Deckungsvermögens entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten und besteht aus dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital der Versicherungsunternehmen zuzüglich eines gegebenenfalls vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sogenannte unwiderrufliche Überschussbeteiligung). Die Werte werden uns von den Versicherungsunternehmen jeweils mitgeteilt.
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei der Bewertung des Erfüllungsbetrages werden zu erwartende Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB). Vom Abzinsungswahlrecht für Rückstellungen bis zu einem Jahr wird nicht Gebrauch gemacht.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt worden.
Im Jahresabschluss enthaltene Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung wurden zum jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet, da diese - ebenso wie bereits im Vorjahr - ausschließlich kurzfristiger Natur sind.
B. Erläuterung des Jahresabschlusses
I. Bilanz
1. Anlagevermögen
Auf die Aufstellung eines Anlagenspiegels und einer Anteilsbesitzliste wurde unter Anwendung von § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB verzichtet.
2. Umlaufvermögen
In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 918 (Vorjahr: TEUR 1.231), Forderungen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 16.344) enthalten.
Die unter den sonstigen Vermögensgegenständen erfassten Beträge haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu maximal einem Jahr.
3. Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2024 TEUR 4.486 (Vorjahr: TEUR 4.486). Es ist eingeteilt in 4.486.283 (Vorjahr: 4.486.283) auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien. Der auf die einzelne Stückaktie entfallende anteilige Betrag am Grundkapital beträgt EUR 1,00.
Die Hauptversammlung vom 3. Juli 2020 hat die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2020/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 30. Juni 2025 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen, um bis zu TEUR 700 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020/I).
Die Hauptversammlung vom 25. Juni 2021 hat die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2021/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 31. Mai 2026 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen, um bis zu TEUR 500 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/I).
Die Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 hat die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals (Genehmigtes Kapital 2022/I) beschlossen. Demnach wurde der Vorstand bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien (Stammaktien) gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen, um bis zu TEUR 440 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/I). Darüber hinaus wurde die Änderung des §4 (Genehmigtes Kapital) der Satzung beschlossen.
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt, eigene Aktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung - oder falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben.
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, ein Aktienoptionsprogramm zur Ausgabe von Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der Blue Cap AG für Mitglieder des Vorstands sowie für ausgewählte Führungskräfte und sonstige Leistungsträger der Blue Cap AG aufzulegen.
Ebenfalls durch Beschluss der Hauptversammlung am 29. Juni 2022 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 439.629 durch Ausgabe von bis zu 439.629 auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022/I). Das Bedingte Kapital 2022 dient der Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung der Blue Cap AG vom 29.Juni 2022 von der Blue Cap AG in der Zeit vom 29. Juni 2022 bis zum 28. Juni 2027 ausgegeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Aktienoptionen ausgegeben werden und die Inhaber dieser Aktienoptionen von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte wahlweise eigene Aktien gewährt.
Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2023 hat beschlossen, je dividendenberechtigter Stückaktie einen Betrag von EUR 0,90 auszuschütten. Die auszuschüttende Dividende wurde nach Wahl der Aktionäre entweder ausschließlich in bar oder teilweise in bar und teilweise in Form von Aktien der Blue Cap AG geleistet. Aktionäre mit einem Anteil von insgesamt 70 % am Grundkapital haben die Aktiendividende gewählt. Damit wurden Dividendenansprüche in Höhe von insgesamt EUR 1.969.766,78 gegen neue Aktien der Blue Cap AG umgetauscht (Sacheinlage von anteiligen Dividendenansprüchen für das Geschäftsjahr 2022). Mit der Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister erhöht sich das Grundkapital der Gesellschaft auf TEUR 4.486.
Die Hauptversammlung vom 24. Juni 2024 hat beschlossen, je dividendenberechtigter Stückaktie einen Betrag von EUR 0,65 auszuschütten. Die auszuschüttende Dividende wurde ausschließlich in bar geleistet. Insgesamt waren dabei 69 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Blue Cap vertreten. Damit wurden Dividendenzahlungen in Höhe von insgesamt EUR 2.916.083,95 geleistet.
4. Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 18.067 und weist keine Veränderungen auf (Vorjahr: TEUR 18.067).
5. Bilanzgewinn
Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:
| TEUR | |
|---|---|
| Stand 31. Dezember 2023 | 33.568 |
| Ausschüttung laut Hauptversammlungsbeschluss vom 24. Juni 2024 | -2.916 |
| Jahresüberschuss 2024 | 14.829 |
| Stand 31. Dezember 2024 | 45.481 |
Vom ausgewiesenen Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2024 sind TEUR -16 (Vorjahr: TEUR 4) ausschüttungsgesperrt, welche aus den gewährten Pensionen stammt
6. Pensionsrückstellungen
Bei den Pensionsverpflichtungen wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB folgende Verrechnungen vorgenommen:
| TEUR | |
|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Gesamtverpflichtungen | 704 |
| Erfüllungsbetrag der verrechneten Verpflichtungen | 374 |
| Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände | 249 |
| Beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände | 249 |
| Verrechnete Zinsaufwendungen | 13 |
| Verrechnete Zinserträge | 19 |
Aus der Verrechnung ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung per Saldo ein Zinsertrag von TEUR 6. Die regulären Veränderungen der Pensionsrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen.
7. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von TEUR 563 (Vorjahr: TEUR 498), für die Erstellung, Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses und Erstellung der Steuererklärungen (TEUR 145; Vorjahr: TEUR 141) sowie für ausstehende Rechnungen (TEUR 98; Vorjahr: TEUR 86).
8. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Darlehensvereinbarungen (TEUR 2.200; Vorjahr: TEUR 8.281).
Der Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Blue Cap AG und der Neschen Coating GmbH wurde zum 29. Juni 2023 gekündigt. Der Ergebnisabführungsvertrag endet mit Ablauf des 31. Dezember 2023. Die Darlehen gegenüber Blue Cap 13 GmbH und Blue Cap Asset Management GmbH sind durch die Verschmelzung erloschen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 101 (Vorjahr: TEUR 229), Verbindlichkeiten gegenüber dem Aufsichtsrat in Höhe von TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 116) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 7).
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
| Restlaufzeit bis 1 Jahr TEUR |
Restlaufzeit > 1 bis 5 Jahre TEUR |
Restlaufzeit über 5 Jahre TEUR |
Summe TEUR |
|
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 8.194 | 7.000 | 4.411 | 19.605 |
| (Vorjahr) | (185) | (15.000) | (0) | (15.185) |
| aus Lieferungen und Leistungen | 104 | 0 | 0 | 104 |
| (Vorjahr) | (213) | (0) | (0) | (213) |
| gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.236 | 0 | 0 | 2.236 |
| (Vorjahr) | (2.006) | (8.281) | (0) | (10.287) |
| sonstige Verbindlichkeiten | 177 | 0 | 0 | 177 |
| (Vorjahr) | (363) | (0) | (0) | (363) |
| Gesamt | 10.711 | 7.000 | 4.411 | 22.122 |
| (Vorjahr) | (2.767) | (23.281) | (0) | (26.049) |
9. Haftungsverhältnisse
Die Gesellschaft hat Verbindlichkeiten aus Bürgschaften als Sicherheit für Investitionskredite, Kontokorrent- und Avalkredite von verbundenen Unternehmen, die zum 31. Dezember 2024 in Höhe von insgesamt TEUR 3.400 (Vorjahr: TEUR 3.625) valutieren.
Das Risiko der Inanspruchnahme aller Haftungsverhältnisse wird aufgrund der gegenwärtigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als gering eingeschätzt. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen dem Vorstand nicht vor.
10. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Derartige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 695 (Vorjahr: TEUR 997). Die Restlaufzeiten gliedern sich wie folgt:
| Fällig in 2024 TEUR |
Fällig in 2025-2028 TEUR |
Fällig in 2029 ff. TEUR |
Gesamt TEUR |
|
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen | 294 | 401 | 0 | 695 |
Miet- und Leasingverträge führen zu einer Verbesserung der Liquiditätssituation und der Eigenkapitalquote sowie einem unkomplizierten Tausch nach Ablauf der Leasingzeit. Als Nachteile sind die unkündbare Grundmietzeit sowie die höheren Refinanzierungskosten anzuführen.
II. Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gegliedert.
Die Umsatzerlöse beinhalten ausschließlich Erlöse aus Dienstleistungen und Weiterverrechnungen im Inland.
Unter soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1) erfasst.
Die ausgewiesenen Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe verbundene Unternehmen.
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Zinserträge aus Tagesgeldeinlagen in Höhe von TEUR 623 (Vorjahr: TEUR 35), aus Gewerbesteuerguthaben in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: TEUR 2) und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 8 TEUR (Vorjahr: TEUR 0) enthalten.
In den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Verschmelzungsverlust in Höhe von TEUR 640 enthalten. Diese betreffen die im Geschäftsjahr 2024 verschmolzenen Gesellschaften Blue Cap 13 GmbH und Blue Cap Asset Management GmbH.
Die ausgewiesenen Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen in der Vergleichsperiode die außerplanmäßige Abschreibung aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 819 (Vorjahr: TEUR 1.800). Im aktuellen Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 5.800 (Vorjahr: TEUR 0) vorgenommen.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 6 (Vorjahr: TEUR 199).
In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus der ergebniswirksamen Veränderung der Abgrenzung latenter Steuern in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: Erträge in Höhe von TEUR 64) enthalten. Außerdem werden in dieser Position periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 10 (Vorjahr: Erträge in Höhe von TEUR 262) ausgewiesen.
Als außergewöhnliche, periodenfremde sowie sonstige neutrale Erträge und Aufwendungen (Adjustments) wurden definiert (Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung in Klammern):
| 2024 TEUR |
Vorjahr TEUR |
|
|---|---|---|
| Außergewöhnliche Erträge | ||
| Verschmelzungsgewinn (sonstige betriebliche Erträge) | 0 | 0 |
| Abgangsgewinne Neschen & Nokra (sonstige betriebliche Erträge) | 23.358 | 0 |
| 23.358 | 0 | |
| Periodenfremde Erträge | ||
| Auflösung von Rückstellungen (sonstige betriebliche Erträge) | 86 | 227 |
| Erstattungen für Ertragsteuern (Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) | 0 | 545 |
| Übrige einmalige und periodenfremde Posten (sonstige betriebliche Erträge) | 38 | 140 |
| 124 | 912 | |
| 23.483 | 912 | |
| Außergewöhnliche Aufwendungen | ||
| Abschreibungen auf Finanzanlagen (Abschreibungen auf Finanzanlagen) | -6.619 | 0 |
| Abgangsverluste Finanzanlagevermögen | 0 | -7.351 |
| -6.619 | -7.351 | |
| Periodenfremde Aufwendungen | ||
| Sonstige periodenfremde Aufwendungen (sonstige betriebliche Aufwendungen) | -66 | -101 |
| Periodenfremde Steueraufwendungen (Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) | 0 | -283 |
| -66 | -384 | |
| Sonstige nicht operative Aufwendungen | ||
| Sonstige (Rechts-)Beratungskosten (sonstige betriebliche Aufwendungen) | -1.466 | -766 |
| Forderungsverluste (sonstige betriebliche Aufwendungen) | 0 | -31 |
| Verschmelzungsverlust (Sonstige einmalige/neutrale Aufwendungen) | -640 | 0 |
| Übrige sonstige und einmalige Adjustments (sonstige betriebliche Aufwendungen) | -1 | -21 |
| -2.107 | -818 | |
| -8.791 | -8.554 |
C. Sonstige Angaben
1. Anzahl der Mitarbeiter
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt:
| 2024 Anzahl |
Vorjahr Anzahl |
|
|---|---|---|
| Angestellte Arbeitnehmer | 12 | 13 |
Darüber hinaus wurden im Jahr 2024 im Durchschnitt zwei (Vorjahr: drei) Vorstände beschäftigt.
2. Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat besteht lt. Satzung aus fünf Mitgliedern und setzt sich wie folgt zusammen:
| ― | Kirsten Lange (Aufsichtsrätin und Adjunct Professor an der INSEAD Business School), Ulm (Vorsitzende des Aufsichtsrats) - bis 06/2024 |
| ― | Nikolaus Wiegand (Geschäftsführer der Wiegand-Glas Unternehmensgruppe und der JotWe GmbH), Steinbach am Wald - ab 06/2024 |
| ― | Dr. Christian Diekmann (freiberuflicher Berater von Family Offices, Unternehmen und Unternehmensgruppen), Hamburg (Vorsitzender des Aufsichtsrats) - ab 06/2024 |
| ― | Dr. Michael Schieble (Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Biberach), Biberach an der Riß (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats) |
| ― | Michel Galeazzi (Partner und Mitgründer der Evoco AG), Zürich/Schweiz |
| ― | Freya Oehle (Gründerin und CEO der Dreitausendsassa GmbH), Hamburg |
Vorstand
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte die Geschäftsführung durch den Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzt:
| ― | Dr. Henning von Kottwitz (Chief Executive Officer), München |
| ― | Henning Eschweiler (Chief Operating Officer), München |
Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands sowie des Aufsichtsrates wird die Erleichterungsvorschrift des § 288 Abs. 1 Nr. 1 HGB in Anspruch genommen.
Um die Gesellschaftsstruktur der Blue Cap-Gruppe zu verschlanken, wurde jeweils durch den notariellen Vertrag vom 18. Juni 2024 beschlossen, die Blue Cap Asset Management GmbH und die Blue Cap 13 GmbH auf die Blue Cap AG zu verschmelzen. Aus den Verschmelzungen wurden Schulden übernommen, welche zum Stichtag TEUR 4.411 betragen haben.
München, den 13. Mai 2025
Blue Cap AG
Der Vorstand
Dr. Henning von Kottwitz
Henning Eschweiler
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Blue Cap AG, München
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Blue Cap AG, München- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Blue Cap AG, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die in den Unterabschnitten "Bekenntnis zu den Prinzipien der Corporate Governance und Compliance", "Nachhaltigkeit" und "Beurteilung des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben im zusammengefassten Lagebericht. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt
Der Jahresabschluss und zusammengefasste Lagebericht der Blue Cap AG für das vorherige, am 31.Dezember 2023 endende Geschäftsjahr wurden von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der mit Datum vom 18. April 2024 nicht modifizierte Prüfungsurteile zu diesem Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht abgegeben hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Abschnitt "Prüfungsurteile" genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Jahresabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 13. Mai 2025
**Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Hager, Wirtschaftsprüfer
Appelt, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren,
nach meiner Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden im Juni 2024 freue ich mich, Ihnen nun zum ersten Mal unsere Arbeit als Aufsichtsrat der Blue Cap AG vorstellen zu dürfen. Dazu möchte ich zunächst die Gelegenheit nutzen, einen Blick auf das vergangene Geschäftsjahr zu werfen und auf die Themen zurückzublicken, die uns in 2024 besonders beschäftigt haben.
Die angekündigte konjunkturelle Erholung blieb aus, sodass auch 2024 von wirtschaftlichen Unsicherheiten, anhaltender Inflation und Rezession geprägt war. Im vierten Quartal kamen politische Einflussfaktoren, wie der Bruch der Ampelkoalition und die Präsidentschaftswahlen in den USA, hinzu.
Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen kamen die Erfahrung mit Turnaround-Maßnahmen und die daraus resultierende Resilienz in den Beteiligungsunternehmen zum Tragen. Die Blue Cap war in der Lage, das operative Ergebnis insgesamt sogar zu steigern und in einem sehr schwierigen M&A-Umfeld durch zwei gute Exits wichtige strategische Ziele zu erreichen. Als Aufsichtsrat haben wir die strategischen Herausforderungen und die Umsetzung entsprechender Initiativen intensiv begleitet und die Fortschritte regelmäßig in den Sitzungen unseres Gremiums erörtert. Besonderer Fokus unserer Arbeit lag in 2024 auf den M&A-Aktivitäten sowie der Portfolioarbeit.
Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestand 2024 aus vier bzw. ab dem 24. Juni 2024 aus fünf Mitgliedern. Er hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend überwacht und beraten. Der Vorstand informierte uns kontinuierlich, umfassend und zeitnah mündlich wie auch schriftlich über aktuelle Entwicklungen, die Unternehmensstrategie, den Status von Transaktionen und wesentliche Portfolioprojekte sowie die Unternehmens- und Finanzplanung des Konzerns und der Beteiligungen.
Seinen Informationspflichten kam der Vorstand stets und in angemessener Detailtiefe nach. Des Weiteren stand er uns für Nachfragen und Erläuterungen jederzeit und zu voller Zufriedenheit - auch außerhalb der Sitzungen - zur Verfügung. Somit konnte sich der Aufsichtsrat zu jeder Zeit von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsleitung überzeugen.
Im Plenum und in unseren Ausschüssen hatten wir immer die Möglichkeit, uns mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und Anregungen einzubringen. Basis für Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war dabei auch die dem Aufsichtsrat übermittelte monatliche Finanzberichterstattung mit Ertrags-, Finanz-, Vermögens- und Personalkennzahlen für den Konzern insgesamt sowie einzelne Beteiligungen. Alle vorgelegten Berichte und Unterlagen hat unser Gremium sorgfältig und in angemessenem Umfang geprüft. Rückfragen konnten geklärt werden und die Unterlagen gaben in ihren Gesamtaussagen keinen Anlass zur Beanstandung. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung haben wir mit dem Vorstand intensiv erörtert. Soweit für einzelne Geschäftsvorgänge aufgrund Gesetzes, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, haben wir diese nach detaillierter Prüfung erteilt.
Mit allen Vorstandsmitgliedern, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, stand ich darüber hinaus als Aufsichtsratsvorsitzender auch außerhalb der Sitzungen in engem Austausch. Gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern nahm ich zudem Termine vor Ort mit den Geschäftsführern der Tochterunternehmen wahr. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder habe ich über relevante Erkenntnisse zügig, spätestens in der nächsten Gremiensitzung, informiert. Mir lagen zu keinem Zeitpunkt Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern vor, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind.
Die Gesellschaft führt in regelmäßigen Abständen Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen zu spezifischen Themen der Aufsichtsratsarbeit durch. So haben wir 2024 u.a. neueste Corporate-Governance-Entwicklungen und Transaktionstätigkeiten beleuchtet.
Sitzungen
Im Geschäftsjahr 2024 fanden insgesamt acht Sitzungen des Aufsichtsrats statt: sechsmal in Form einer Präsenzsitzung und zweimal in Form einer Video- bzw. Telefonkonferenz. An den Sitzungen vom 24. Juni 2024 und 9. September 2024 haben nur Mitglieder des Aufsichtsrats und an den Sitzungen vom 22. Februar 2024, 18. April 2024, 4. September 2024, 25. September 2024, 17. Oktober 2024 und 12. Dezember 2024 zusätzlich auch Mitglieder des Vorstands teilgenommen.
Die durchschnittliche Teilnahmequote der Aufsichtsratsmitglieder bei den Sitzungen betrug 100 %. Dasselbe gilt für die Ausschüsse, die ebenfalls regelmäßig in Präsenz und per VC konferierten. Zur Vorbereitung der Zusammenkünfte übermittelte uns der Vorstand rechtzeitig umfassend aussagekräftige schriftliche Berichte und Beschlussvorschläge.
Aufgabenschwerpunkte und Themen im Aufsichtsratsplenum
Gemäß den uns nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben setzten wir uns im Geschäftsjahr 2024 ausführlich mit der operativen und wirtschaftlichen Entwicklung der Blue Cap AG und ihrer Portfoliounternehmen sowie mit ihrer strategischen Weiterentwicklung auseinander. Dazu gehörten auch die wirtschaftlichen und finanziellen Kennzahlen der Gruppe, wozu u.a. die Entwicklung des Net Asset Value (NAV) zählte, sowie die Budgetplanungen.
Schwerpunktthemen waren bedeutende Geschäftsereignisse und der Status von potenziellen Beteiligungskäufen und -verkäufen. Wir beschäftigten uns intensiv mit den eingangs erwähnten anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen und den Implikationen sowie Risiken für die Portfoliounternehmen der Blue Cap. Die Konjunkturlage stellte einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor für den Geschäftsverlauf des Jahres 2024 dar. Wir standen dem Vorstand auch in diesem Zusammenhang jederzeit beratend zur Seite.
Weitere Themenbereiche in unseren Sitzungen waren die Bereich "People & Culture", die Aufsichtsratsvergütung sowie kapitalmarktrelevante Themen.
Am 18. April 2024 trat der Aufsichtsrat zur Bilanz feststellenden Sitzung zusammen. Das Gremium billigte den Jahresabschluss und Lagebericht der Blue Cap AG sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht je zum 31. Dezember 2023. Ferner verabschiedete das Plenum den Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2023. Die Tagesordnung für die Hauptversammlung wurde ebenfalls beraten und beschlossen. Der Aufsichtsrat stimmte dem Vorschlag zur Zahlung einer Dividende an die Hauptversammlung zu.
Unser Gremium trat im letzten Jahr zu insgesamt 8 Sitzungen zusammen.
Aufsichtsratsplenum
| Mitglied | Teilnahme abs. | Teilnahme in % |
|---|---|---|
| Kirsten Lange (Vorsitzende bis 24.06.2024) | 2/2 | 100 % |
| Dr. Christian Diekmann (Vorsitzender seit 24.06.2024) | 6/6 | 100 % |
| Dr. Michael Schieble (stellv. Vorsitzender) | 8/8 | 100 % |
| Freya Oehle | 8/8 | 100 % |
| Michel Galeazzi | 8/8 | 100 % |
| Nikolaus Wiegand | 6/6 | 100 % |
Prüfungsausschuss
| Mitglied | Teilnahme abs. | Teilnahme in % |
|---|---|---|
| Dr. Michael Schieble (Vorsitzender) | 5/5 | 100 % |
| Kirsten Lange (bis 24.06.2024) | 2/2 | 100 % |
| Dr. Christian Diekmann (seit 24.06.2024) | 3/3 | 100 % |
| Nikolaus Wiegand (seit 24.06.2024) | 3/3 | 100 % |
Nominierungsausschuss
| Mitglied | Teilnahme abs. | Teilnahme in % |
|---|---|---|
| Dr. Michael Schieble (Vorsitzender bis 24.06.2024) | 1/1 | 100 % |
| Nikolaus Wiegand (Vorsitzender seit 24.06.2024) | 1/1 | 100 % |
| Michel Galeazzi | 1/1 | 100 % |
M&A-Ausschuss
| Mitglied | Teilnahme abs. | Teilnahme in % |
|---|---|---|
| Michel Galeazzi (Vorsitzender) | 0/0 | k. A. |
| Kirsten Lange (bis 24.06.2024) | 0/0 | k. A. |
| Dr. Christian Diekmann (seit 24.06.2024) | 0/0 | k. A. |
| Freya Oehle | 0/0 | k. A. |
Zustimmungspflichtige Angelegenheiten wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand stets rechtzeitig zur Beschlussfassung vorgelegt. Nach umfassender Beratung und gründlicher Abwägung haben wir diesen in allen Fällen zugestimmt.
Aufgrund von Neuwahlen zweier Aufsichtsratsmitglieder, Dr. Christian Diekmann und Nikolaus Wiegand, sowie dem Ausscheiden von Kirsten Lange zur Hauptversammlung 2024 am 24. Juni 2024 wurde noch am selben Tag eine konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats abgehalten. Darin wurde ich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Dr. Michael Schieble. In diesem Zuge führte der Aufsichtsrat auch die Wahl zur Ausschussbesetzung durch.
Aufgaben der Ausschüsse
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben bediente sich der Aufsichtsrat der bestehenden Ausschüsse (Prüfungsausschuss, M&A-Ausschuss, Nominierungsausschuss). Die Ausschüsse haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen vorzubereiten, die im Plenum zu beraten oder zu beschließen sind. Auch können Entscheidungsbefugnisse an die Ausschüsse übertragen werden, sofern dies gesetzlich zulässig ist. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat zu dem regelmäßig und ausführlich über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschüsse.
Bis zum 24. Juni bestand der Prüfungsausschuss aus Dr. Michael Schieble (Vorsitzender) und Kirsten Lange. Ab dem 24. Juni 2024 setzte sich der Prüfungsausschuss aufgrund des Ausscheidens von Kirsten Lange aus dem Aufsichtsrat und der Wahl von Dr. Christian Diekmann und Nikolaus Wiegand als neue Aufsichtsratsmitglieder aus Dr. Michael Schieble (Vorsitzender), Dr. Christian Diekmann und Nikolaus Wiegand zusammen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Dr. Schieble, verfügt aufgrund seiner Tätigkeit als für die Marktfolge zuständiger Sparkassenvorstand über besonderen Sachverstand auf den Gebieten der Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Herr Dr. Schieble ist im Sinne der Empfehlung D.3 DCGK 2022 qualifiziert. Er hat zudem aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit Expertise in der Nachhaltigkeitsberichtserstattung aufgebaut.
Der Prüfungsausschuss kam im Berichtsjahr zu fünf Sitzungen am 26. März 2024, 17. April 2024, 18. September 2024, 12. November und 5. Dezember 2024 zusammen. Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Henning von Kottwitz, nahm an allen fünf Sitzungen teil. Henning Eschweiler nahm an der Sitzung vom 5. Dezember 2024 teil. Der Leiter der Finanzabteilung, Fabian Bracher, nahm an den Sitzungen vom 26. März 2024 und 17. April 2024 teil. Ein Vertreter des bis zum Geschäftsjahr 2023 mandatierten Abschlussprüfers Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, war bei den Sitzungen vom 26. März 2024 und 17. April 2024 ebenfalls zugegen. An der Sitzung vom 12. November 2024 nahmen neben dem neuen, ab dem Geschäftsjahr 2024 bestellten Wirtschaftsprüfer, Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, auch zwei Mitglieder der Finanzabteilung der Blue Cap AG teil.
Schwerpunkte der Ausschussarbeit waren die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2023 samt zusammengefasstem Lagebericht und die Vorbereitung der Beschlussfassung im Aufsichtsrat. Dabei tauschte sich der Prüfungsausschuss im Prüfungsverlauf mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und bezog ferner die Berichte der Gesellschaft sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ein. Weiterhin legte er gemeinsam mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2024 fest. Hierzu gehörten u.a. die Prüfung der Net-Asset-Value-Berechnung, die Beteiligungsbewertung und Impairmenttests. Zudem beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Budgetplanung 2025 und der Mittelfristplanung des Blue Cap-Konzerns sowie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, der EU-Taxonomie und der CSRD.
Der M&A-Ausschuss setzte sich bis zum 24. Juni 2024 aus den Mitgliedern Michel Galeazzi (Vorsitzender), Kirsten Lange und Freya Oehle zusammen. Seit dem 24. Juni 2024 bestand der Prüfungsausschuss aus Michel Galeazzi (Vorsitzender), Freya Oehle und Dr. Christian Diekmann. Der M&A-Ausschuss ist im letzten Jahr nicht zusammengetreten, da der Verkauf der Neschen Coating GmbH und der nokra Optische Prüftechnik GmbH direkt im Plenum besprochen wurde. Der Vorsitzende des M&A-Ausschusses war mit den anderen Ausschussmitgliedern abgestimmt regelmäßig mit dem Vorstand zu möglichen Targets im Austausch.
Grundsätzlich befasst sich der M&A-Ausschuss mit einzelnen Zu- und Verkäufen von Unternehmen im Vorfeld der Abstimmung im Aufsichtsrat und ist insoweit Sparringspartner des Vorstands in der Frühphase sich bereits konkretisierender Transaktionen.
Der Nominierungsausschuss bestand aus Dr. Michael Schieble (Vorsitzender bis 24. Juni 2024) und Michel Galeazzi. Seit dem 24. Juni 2024 bestand der Nominierungsausschuss aufgrund der Wahl von Nikolaus Wiegand in den Aufsichtsrat aus Dr. Michael Schieble, Nikolaus Wiegand (Vorsitzender seit 24. Juni 2024) und Michel Galeazzi. Der Nominierungsausschuss kam 2024 zu einer Sitzung am 24. Juni 2024 zusammen. Der Ausschuss beschäftigte sich dabei mit der Komplettierung des Aufsichtsrats infolge des Ausscheidens von Kirsten Lange aus dem Gremium und der Wahl von Nikolaus Wiegand zum Ausschussvorsitzenden. Dabei berücksichtigte er insbesondere, dass der Aufsichtsrat bezüglich Diversität, finanzieller Expertise und Erfüllung des Kompetenzprofils angemessen besetzt sein soll.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Für unser Gremium hat eine gute Corporate Governance einen hohen Stellenwert und wir haben daher neueste Entwicklungen in diesem Bereich stetig im Blick.
Obwohl die Blue Cap aufgrund der Notierung im Freiverkehr nicht zur Abgabe einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet ist, gibt die Blue Cap AG auch in diesem Jahr im Interesse der Information der Aktionäre und des Kapitalmarktes wieder auf freiwilliger Basis eine Entsprechenserklärung ab.
Abschlussprüfung
Die Hauptversammlung vom 24. Juni 2024 hat die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2024 gewählt. Die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie den mit dem Lagebericht der Blue Cap AG zusammengefassten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfung erfolgte in Übereinstimmung mit § 317 HGB und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer genannten deutschen Grundsätze einer ordnungsgemäßen Abschlussprüfung.
Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht wurden nach den deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie den ergänzend anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Der vorliegende Konzernabschluss befreit von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss nach deutschem Recht aufzustellen.
Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden der Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 neben den jeweiligen Prüfungsberichten und Vermerken des Abschlussprüfers zur Einsichtnahme rechtzeitig vorab übermittelt. Die Unterlagen wurden in der Bilanzsitzung am 23. April 2025 im Beisein der Abschlussprüfer, die über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen berichteten, mit dem Vorstand umfassend und detailliert erörtert. Abschlussprüfer und Vorstand standen für die detaillierte Erläuterung der Abschlüsse zur Verfügung und beantworteten alle Fragen des Aufsichtsrats zu dessen voller Zufriedenheit.
Der Abschlussprüfer bestätigte gegenüber dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses seine Unabhängigkeit und erklärte, dass keine Umstände vorlagen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen.
Nach eingehender Prüfung der vorgelegten Unterlagen und der Empfehlung des Prüfungsausschusses ergaben sich für uns keine Einwendungen. Dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers stimmten wir deshalb zu. Am 13. Mai 2025 stellten wir entsprechend dem Vorschlag des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss 2024 der Blue Cap AG nebst zusammengefasstem Lagebericht fest und billigten den Konzernabschluss 2024 nebst zusammengefasstem Lagebericht im schriftlichen Umlaufverfahren.
Der Aufsichtsrat hat in seiner Präsenzsitzung am 23. April 2025 außerdem die Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung diskutiert.
Dividende
Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft. Hierbei wurden insbesondere die Liquidität der gesamten Gruppe sowie die Finanz- und Investitionsplanung berücksichtigt. Nach ausführlicher Beratung schließen wir uns dem Vorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung an, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2024 eine Dividende in Höhe von insgesamt EUR 1,10 je Aktie bestehend aus einer Basisdividende in Höhe von EUR 0,65/Aktie und einer Sonderdividende in Höhe von EUR 0,45/Aktie bzw. insgesamt EUR 4.934.911,30 Mio., basierend auf der Anzahl der Stückaktien zum 23. April 2025, an die Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Berichtsjahr hat es im Aufsichtsrat der Blue Cap AG die folgenden personellen Veränderungen gegeben:
Die Aufsichtsratsvorsitzende, Kirsten Lange, hat mit Wirkung zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung am 24. Juni 2024 ihr Aufsichtsratsmandat niedergelegt.
Vor diesem Hintergrund hat der Aufsichtsrat der Hauptversammlung nach interner Erörterung vorgeschlagen, Nikolaus Wiegand und Dr. Christian Diekmann als neue Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen. Diesem Vorschlag ist die Hauptversammlung nachgekommen und hat Nikolaus Wiegand und meine Person als neue Mitglieder des Aufsichtsrats zum 24. Juni 2024 gewählt. Ich wurde dann in einer konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung zum Vorsitzenden des Kontrollorgans gewählt. Nikolaus Wiegand übernimmt den Sitz von Dr. Henning von Kottwitz, der mit seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden der Blue Cap zum 30. September 2023 aus dem Aufsichtsgremium ausgeschieden war. Durch sein Ausscheiden verkleinerte sich unser Gremium für die Übergangszeit bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 24. Juni 2024 von fünf auf vier Mitglieder.
Vorstand und Aufsichtsrat der Blue Cap danken Kirsten Lange an dieser Stelle nochmals für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles erdenklich Gute.
Keines der Aufsichtsratsmitglieder übt Organ- oder Beratungsfunktionen bei nach Einschätzung der Gesellschaft wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens aus. Anhaltspunkte für Interessen-konflikte eines Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglieds hat es nicht gegeben.
Im Namen unseres Gremiums danke ich den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Blue Cap AG und ihrer Tochtergesellschaften für ihr außerordentliches Engagement und die hervorragende Leistung im Geschäftsjahr 2024.
München, 13. Mai 2025
Dr. Christian Diekmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats