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artnet AG Management Reports 2019

Aug 17, 2020

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Management Reports

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Publication

artnet AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019

1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Geschäftsmodell des Artnet-Konzerns und Konzernorganisation

Die Artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die Artnet AG ("die Gesellschaft") und Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen "Artnet" oder "der Konzern") sind unter dem Markennamen "Artnet" tätig.

Die Artnet Corp. hat eine hundertprozentige Tochtergesellschaften, die Artnet UK Ltd., mit Sitz in London. Die ehemalige Tochtergesellschaft Jay Art GmbH wurde liquidiert und per 14. Mai 2020 aus dem Handelsregister gelöscht. Die Unternehmenswebseiten artnet.com, artnet.de, artnet.fr, artnet.com/auctions und news.artnet.com bieten einen Überblick über den Kunstmarkt und zogen im Jahr 2019 durchschnittlich 3,6 Mio. Besucher im Monat an (Vorjahr: 3,0 Mio. Besucher im Monat). Dank der immer aktuell bereitgestellten Informationen zum Wert von Kunstwerken sowie zu Künstlern, Galerien, Preisentwicklungen, Ausstellungen, Nachrichten und Rezensionen ist Artnet für Kunstliebhaber, Sammler und Kunstexperten eine elementare Quelle, um sich umfassend über den Kunstmarkt zu informieren.

Der Konzern betreibt sein Geschäft in vier operativen Segmenten: Artnet Price Database, Artnet Galerien, Artnet Auctions und Artnet News.

Die Artnet Price Database ist eine Online-Datenbank mit mehr als 13,7 Millionen (Vorjahr: 12,5 Millionen) illustrierten Auktionsergebnissen von mehr als 1.850 (Vorjahr: 1.800) führenden internationalen Auktionshäusern. Dieses Angebot, das die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art umfasst, sorgt für Preistransparenz im komplexen Kunst- und Antiquitätenmarkt. Abonnenten der Price Database Fine Art and Design und der Price Database Decorative Art haben Zugriff auf Informationen über bis in das Jahr 1985 zurückreichende Auktionsergebnisse, aktuelle Verkaufspreise sowie bevorstehende Auktionen. Damit erhalten Abonnenten objektive Daten zu Kunstwerken, die sie kaufen, verkaufen oder bewerten möchten. Die Price Database wird von Gutachtern, Händlern, Auktionshäusern, Investoren sowie von privaten und staatlichen Institutionen (einschließlich der US-Steuerbehörde IRS und der US-Bundespolizei FBI) verwendet.

Darüber hinaus dient sie privaten Sammlern als illustriertes Nachschlagewerk, das sie verwenden können, um den Wert ihrer Kunstwerke zu ermitteln und deren Potenzial bei einer Auktion oder im Sekundärmarkt abzuschätzen. Händler und Auktionshäuser nutzen für die Bewertung und den Verkauf wichtiger Kunstwerke auch die sogenannten Comps - vergleichbare Auktionsergebnisse aus der Price Database.

Eine Ergänzung der Artnet Price Database ist das Produkt Artnet Market Alerts, das Abonnenten per E-Mail benachrichtigt, wenn Kunstwerke ihrer Lieblingskünstler bei einer Auktion, im Artnet Galerie-Netzwerk oder auf Artnet Auctions zum Verkauf angeboten werden.

Das Produkt Artnet Analytics gehört ebenfalls zum Segment Price Database. Von Artnet Analytics erstellte Berichte analysieren die Marktentwicklung von Künstlern, Kunstrichtungen, Kunstgattungen oder einer individuellen Auswahl von Kunstwerken, die auch mit Indizes verglichen werden kann.

Das Galerie-Netzwerk umfasste zum 31. Dezember 2019 ca. 1.100 (Vorjahr: 1.100) der weltweit renommiertesten Kunstgalerien aus 71 Ländern. Die Mitgliedsgalerien sind in einem Verzeichnis nach Fachgebieten und Standorten gegliedert und präsentieren etwa 217.000 Werke von ca. 21.000 Künstlern (Vorjahr: 210.000 Werke von 22.000 Künstlern). Über das Galerie-Netzwerk werden neben sämtlichen Formen der modernen und zeitgenössischen bildenden Kunst auch Designobjekte sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten aus Epochen vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis heute angeboten. Mit einer Auktionshaus-Partnerschaft besitzen Auktionshäuser die Flexibilität, Auktionen ganz oder teilweise auf der Artnet-Website zu veröffentlichen. Darüber hinaus besteht die Option, jedes Los auf Artnet mit dem gleichen Los im Online-Katalog des Auktionshauses zu verlinken. Alle Lose sind mit der Artnet Events-Seite verlinkt, die eine Übersicht über bevorstehende Auktionstermine bietet, und erzielen ein hohes Ranking bei den Suchergebnissen von Artnet oder Google. Die Auktionshaus-Partnerschaften sind das ideale Instrument für Auktionshäuser, um die internationale Präsenz ihrer Auktionen auszubauen und eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf die eigene Webseite zu leiten.

Mit Artnet Auctions hat sich Artnet zu einer Transaktionsplattform mit integriertem Informationsangebot entwickelt. Die wesentlichen Vorteile für Käufer und Verkäufer bei Artnet Auctions sind die attraktiven Preise und die kurzen Umschlagszeiten. Die Transaktionen werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen und nicht wie bei konventionellen Auktionshäusern in einem halben bis zu einem Jahr. Über Artnet Auctions werden Kunstwerke gefragter moderner und zeitgenössischer Künstler regelmäßig für fünf- bis sechsstellige Dollar-Summen verkauft.

Artnet News ist weltweit der erste 24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst. Die Online-Plattform news.artnet.com informiert mit aktuellen Berichten und Kommentaren über Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts. Angesichts des exklusiven Charakters von Kunst ist Artnet News ein attraktives Umfeld für Werbekampagnen von Luxusgüterherstellern.

Ziele und Strategien

Das Ziel von Artnet war es immer, Ineffizienzen im Kunstmarkt durch Technologie und die beispiellose Reichweite zu überwinden, die das Internet bietet. Die Produkte von Artnet bieten Transparenz, Marktdaten, schnelle Transaktionszeiten und Liquidität für tausende von Kunden und Millionen von Nutzern auf der ganzen Welt. Artnet wird durch den Einsatz modernster Technologie, künstlicher Intelligenz und eines engagierten Teams von Fachleuten den Kunstmarkt auch in Zukunft weiter verändern. Artnet hat das Produktangebot und die Umsatzquellen insbesondere mit der Einführung von Artnet Auctions und Artnet News diversifiziert, die aus dem Cashflow des Konzerns finanziert werden.

Finanzielle Stabilität ist ein zentrales Ziel der Gruppe. Dies wird das ganze Jahr über durch ein detailliertes Budget und eine Überwachung aller wesentlichen Finanz- und Leistungskennzahlen sichergestellt. Die Erzielung von Gewinnen hat Priorität, um in die Entwicklung oder Verfeinerung von Produkten zu investieren. In einem äußerst kompetitiven Umfeld und hinsichtlich der Herausforderungen der Coronakrise ist eine Dividendenzahlung weiterhin von einem in allen Geschäftsbereichen profitablen Resultat abhängig.

Steuerungssystem

Zur wertorientierten Steuerung des Konzerns sowie der einzelnen Segmente wurde ein standardisiertes Steuerungs- und Berichtssystem eingerichtet. Für die einzelnen Segmente werden dabei die Umsätze und die Deckungsbeiträge im Vergleich zu den Budget- und Vorjahresgrößen als primäre finanzielle Kennzahlen ermittelt und beurteilt. Für die Ertragslage des Konzerns ist das operative Ergebnis (EBIT) von hoher Bedeutung. Bezüglich der Finanzlage steht die Höhe der verfügbaren liquiden Mittel im Blickpunkt. Finanzielle Leistungsindikatoren im Sinne von DRS 20 sind daher Umsätze und das operative Ergebnis.

Darüber hinaus werden nicht-finanzielle Frühindikatoren, die einen Einfluss auf das Geschäft haben können, beobachtet und bewertet. Dies sind im Bereich Galerie-Netzwerk insbesondere die Anzahl der Mitgliedschafts-Vertragskündigungen, der Vertragsverlängerungen und der Neuverträge. Für die Price Database sind folgende Frühindikatoren wichtig: die Zahl der Abonnenten; die Zahl der Auktionshäuser, deren Auktionsergebnisse hinzugefügt werden; die Zeitdauer für die Ergänzung von Daten vor und nach einer Auktion; und die Gesamtzahl der hinzugefügten Auktionsergebnisse.

Für Artnet Auctions sind u.a. die Verkaufsrate (sowohl gemessen an der Menge als auch am Wert der Kunstwerke) und der Durchschnittspreis der verkauften Lose relevant. Von wesentlicher Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist außerdem die laufende Kontrolle und Analyse des Web-Traffic auf allen Seiten. Artnet bewertet die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis und erhält so jederzeit Kenntnis über die Entwicklung der einzelnen Segmente und Produkte. Zusätzlich gewinnt die Auswertung des Web-Traffic für die Abrechnung performanceabhängiger Werbeverträge weiter an Bedeutung. Wichtige Indikatoren für Internet-Werbung, die bei Artnet analysiert werden, sind: der Tausend-Kontakt-Preis oder CPM (Cost per Mille), der Preis für tausend Aufrufe einer Werbeanzeige; die Zahl der tatsächlichen Aufrufe (Impressions) der Werbung; und die Sichtbarkeit (Visibility) der Anzeige auf der Seite.

Zudem zählt die Anzahl der Mitarbeiter zu den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren. Da die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren kaum prognostizierbar sind, werden sie nicht in der Prognoseberichterstattung berücksichtigt.

Forschung und Entwicklung

Die Artnet-Website bildet die Grundlage für die Produkte des Konzerns. Es ist von größter Bedeutung, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und neue Produkte zu entwickeln, die den Nutzen für die Kunden steigern. Die Entwickler und Programmierer des Konzerns nutzen auf Microsoft-Technologie beruhende Software, die es ihnen ermöglicht, die laufenden Anwendungen flexibel an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen.

FALCON

Im Jahr 2018 startete Artnet das Projekt FALCON, um die IT-Infrastruktur vollständig zu erneuern. FALCON ist die bedeutendste Initiative seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1989. Das Ziel: Artnet will den Produktionsprozess vollständig automatisieren - was zu sinkenden Wartungskosten für bestehende Produkte und höherer Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams führen wird.

FALCON soll sicherstellen, dass Artnet das richtige Technologiefundament besitzt, um angesichts des sich rasch wandelnden geschäftlichen Umfelds im Wettbewerb zu bestehen und zu wachsen. Es wird Artnet schneller, flexibler und effizienter machen. Die Betriebskosten werden niedriger sein. Die Produktivität wird steigen. Neue Produkte werden schneller entwickelt und auf den Markt kommen.

Artnet hat, wie viele andere ältere Technologieunternehmen auch, die firmeneigenen Softwaresysteme selbst entwickelt. Im Zuge des üblichen technologischen Reifeprozesses ist diese Software veraltet und muss daher ersetzt werden.

Mit FALCON wechselt Artnet insbesondere zu einem modernen Herstellungsprozess und wird zu einer Art Software-Fabrik. Artnet investiert in ein neues System, das sich zukünftigen Veränderungen anpassen kann.

Da Softwareprogramme größtenteils individuell und einzigartig sind, ähnelt der Produktionsprozess der meisten Unternehmen der Arbeitsweise einer Schmiede im 17. Jahrhundert - im Gegensatz zu einer modernen, hocheffizienten Fabrik mit Montagebändern, Just-in-Time-Lieferung und einem hohen Automatisierungsgrad. Dies ist nicht überraschend, da Software eine relativ neue Branche ist und erst jetzt in ihre eigene industrielle Revolution einzutreten scheint.

FALCON wird es Artnet erlauben, Produkte auf ähnliche Art und Weise herzustellen, wie Autos in einer Fabrik gebaut werden. Artnet produziert natürlich keine Autos, sondern Komponenten einer Website, etwa Funktionen, die das Bieten bei Online-Auktionen, das Hochladen von Bildern aus dem Inventar einer Galerie oder das Suchen nach Auktionsergebnissen in einer Datenbank ermöglichen.

Ein Fabrik-Ansatz bietet viele Vorteile. Verstärkte Einheitlichkeit und Konsistenz wird die Kosten für Schulung und Wartung senken. Wiederverwendbare Komponenten des Software-Codes verringern das Risiko von Konstruktionsfehlern und gewährleisten so Qualität. Die Straffung und Automatisierung der Produktentwicklung erhöht die Produktivität und verringert die Personalkosten. In einer stärker automatisierten Welt kann die Leistung kleinerer Teams die großer Mitarbeitergruppen übertreffen. Außerdem kann Artnet spezialisierte Software von externen Anbietern deutlich günstiger einkaufen als sie selbst entwickeln.

Das Grundgerüst des "Software-Montagebandes" ist bereits fertiggestellt. Dies gilt auch für die Entwicklung bestimmter wiederverwendbarer Komponenten, interner Tools und Schaltflächen, die sich auf das sichtbare Front-End der Website auswirken. Zuletzt konzentrierten sich die Softwareentwickler auf die mittlere Ebene des Projekts, um sicherzustellen, dass die Systeme komplexere Sachverhalte wie Authentifizierung (Anmeldevorgang), Abo-Management oder Fakturierung bewältigen können. Der letzte Teil des Projekts wird sich auf das Back-End konzentrieren, Datenspeicherung für die Preisdatenbank oder Online-Auktionen. Bis zum Jahr 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein. Angesichts der Coronakrise müssen Softwareentwickler allerdings zum Teil an neuen Projekten arbeiten, um Kunden direkt zu unterstützen. Daher könnte sich der Zeitplan verzögern.

FALCON hat sich bereits positiv ausgewirkt. Die Qualitätskontrolle ist schon stärker automatisiert, wodurch die Zeit für die nötigen Tests vor Veröffentlichung der jüngsten Artnet Intelligence-Reports verkürzt wurde.

Durch die Umstellung von Artnet auf ein modernes Herstellungsverfahren sichert FALCON den Wettbewerbsvorteil des Konzerns über viele Jahre hinweg. FALCON ist eine langfristige Investition in die Zukunft von Artnet.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Lage

Die weltweite wirtschaftliche Expansion hat sich 2019 vor dem Hintergrund anhaltender Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie zunehmender geopolitischer Spannungen abgeschwächt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) belief sich das Weltwirtschaftswachstum im vergangenen Jahr auf 2,9% -nach 3,6% im Jahr 2018.

Noch Anfang des Jahres 2020 zeichnete sich eine vorläufige Stabilisierung ab. Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020 sorgte jedoch für eine weltweite Gesundheitsnotlage, die nach Einschätzung des IWF zur schwersten Rezession der Weltwirtschaft seit der Großen Depression der 1930er Jahre führen könnte.

Im vergangenen Jahr wurde das Wirtschaftswachstum sowohl der Vereinigten Staaten als auch Chinas vornehmlich vom Handelsstreit beeinträchtigt. In den Vereinigten Staaten, der größte Markt für Kunstauktionen, schwächte sich das Wachstum 2019 auf geschätzte 2,3% ab, nachdem es 2018 noch um 2,9% gestiegen war.

In China, der zweitgrößte Kunstauktionsmarkt der Welt, hat sich das Wachstum nach Angaben des IWF von 6,7% im Jahr 2018 auf 6,1% im Jahr 2019 verlangsamt. Neben dem Handelskonflikt belasteten auch regulatorische Verschärfungen im Finanzsektor die konjunkturelle Entwicklung des Landes.

In Großbritannien, der drittgrößte Kunstmarkt der Welt, stieg die Expansionsrate leicht von 1,3% im Jahr 2018 auf 1,4% im Jahr 2019 - trotz anhaltender Unwägbarkeiten in Zusammenhang mit dem Austritt aus der EU (Brexit). Großbritannien hat die EU am 31. Januar 2020 verlassen und befindet sich in einer Übergangsphase von elf Monaten, die Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen einschließt.

In der Eurozone ging das Wachstum nach Angaben des IWF aufgrund schwächerer Auslandsnachfrage von 1,9% im Jahr 2018 auf 1,2% im Jahr 2019 zurück.

Entwicklung des Kunstmarktes

Der generell schwankungsanfällige Weltmarkt für Kunstauktionen schrumpfte 2019 nach einer überwiegend guten Entwicklung im Vorjahr. Der Markt wird von weltweiten Konjunkturtrends, insbesondere in den Industrieländern, beeinflusst. Die angesichts der Coronakrise erwartete globale Rezession und die Absage vieler Auktionen dürfte sich 2020 entsprechend negativ auf den Kunstmarkt auswirken. Im Jahr 2019 gingen die weltweiten Verkaufserlöse für bildende Kunst nach Angaben der Artnet Price Database im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 13,1 Mrd. USD zurück. Das resultierte vor allem aus sinkenden Preisen in den oberen Preisklassen. Die Gesamtentwicklung wurde nach robusten Ergebnissen im vergangenen Jahr durch einen deutlichen Umsatzrückgang sowohl in den USA als auch in Großbritannien negativ beeinflusst. Die Steuerreform in den USA beseitigte ein Schlupfloch, das sogenannte 1031-Exchange, was es für Sammler weniger attraktiv machte, hochpreisige Werke zu kaufen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die lange andauernde Unsicherheit in Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU resultierten in einer allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung, die sich auch auf den Kunstmarkt auswirkte.

Die Vereinigten Staaten, der Kernmarkt von Artnet, blieben mit einem Marktanteil von 38% auch im vergangenen Jahr der weltweit größte Auktionsmarkt für bildende Kunst. Die Verkaufserlöse gingen dort im Jahresvergleich aber um 19% auf 5,0 Mrd. USD zurück. In China und Großbritannien fielen die Umsätze ebenfalls. Der chinesische Markt schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 3,4 Mrd. USD. Die Verkaufserlöse in Großbritannien sanken um 19% auf 2,2 Mrd. USD. Ein Teil des Geschäfts scheint sich nach Frankreich verlagert zu haben. Vor dem Hintergrund eines insgesamt rückläufigen Marktes stiegen die Warenumsätze bei französischen Kunstauktionen um deutliche 49% auf 911 Mio. USD, was möglicherweise eine Reaktion auf die vom Brexit ausgelöste Verunsicherung war. Frankreich erhöhte seinen Anteil am Weltmarkt dadurch um drei Prozentpunkte auf 7%.

Die Vereinigten Staaten, China und Großbritannien machen zusammen immer noch 80% des weltweiten Marktanteils für Kunstauktionen aus, obwohl ihr Anteil gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte zurückging. Angeführt von Frankreich stiegen die Verkaufserlöse im Rest der Welt im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 18% auf 2,6 Mrd. USD, der höchste Wert seit 2013.

Die Anzahl der versteigerten Werke für bildende Kunst und dekorative Kunst stieg im Jahresvergleich um 29%, gestützt von einer um 30% gestiegenen Zahl angebotener Lose. Die Verkaufsrate für bildende und dekorative Kunst blieb stabil bei 65%. Im Bereich bildender Kunst sank der Durchschnittspreis verkaufter Lose trotz höheren Angebots und höherer Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um 29% von 59.000 USD im Jahr 2018 auf 42.000 USD im Jahr 2019.

Der Rückgang des Durchschnittspreises resultierte aus einem Rückgang des Verkaufswertes im höherpreisigen Marktsegment. 2019 kamen keine größeren Nachlässe oder Sammlungen auf den Markt.

Trotzdem wurde Claude Monets Meules (1891) im Mai bei Sotheby's für 110,7 Mio. USD verkauft und brach damit den bisherigen Auktionsrekord des französischen Impressionisten von 84,6 Mio. USD. Der Gesamtverkaufswert impressionistischer und moderner Werke ging 2019 jedoch um 19% zurück.

Ebenfalls im Mai brachen Robert Rauschenberg und Jeff Koons ihre jeweiligen Rekorde bei einer Auktion von Christie's. Rauschenbergs Siebdruck Buffalo II (1964) wurde für 88,8 Mio. USD verkauft und übertraf seinen oberen Schätzwert um fast 19 Mio. USD. Koons' Skulptur Rabbit (1986) wurde für 91 Mio. USD verkauft. Insgesamt gingen die Umsätze mit Nachkriegskunst und zeitgenössischen Werken, die auch der Fokus von Artnet sind, im Jahr 2019 aber leicht um 5% zurück.

2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Artnet AG

Ertragslage der Artnet AG

Der Tätigkeitsbereich der Artnet AG beschränkte sich auch im Geschäftsjahr 2019 weitgehend auf die Holdingfunktion, wobei die Artnet AG auch Leistungen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbringt. Nach wie vor bestehen aber sämtliche Vertragsbeziehungen zu Kunden über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., so dass die Artnet AG keine konzernexternen Umsatzerlöse erzielt. Die Ertragslage wird daher bestimmt durch die Beziehungen zu der Tochtergesellschaft Artnet Corp. und die mit der Verwaltung und Börsennotierung der Artnet AG verbundenen Aufwendungen.

Artnet hat im Konzern den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1% von 21.615 TUSD auf 21.845 TUSD steigern können. Die Umsatzentwicklung blieb damit hinter der gestellten Prognose von 23.000 TUSD bis 24.000 TUSD zurück. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere rückläufige Umsätze in den Segmenten Galerien und Auctions. Das Betriebsergebnis fiel vor allem aufgrund von verstärkten Investitionen in das Marketing um 78% auf 197 TUSD (2018: 905 TUSD) und lag ebenfalls unter den Prognosen von 1.000 TUSD bis 1.500 TUSD.

Das Ergebnis nach Steuern der Artnet AG reduzierte sich von 357 TEUR im Geschäftsjahr 2018 auf -86 TEUR. Dies resultierte im Wesentlichen aus um 378 TEUR niedrigeren Erträgen aus Beteiligungen, was in diesem Fall der Dividende der Tochtergesellschaft Artnet Corp. in Höhe von 713 TEUR (2018: 1.091 TEUR) entspricht. Diese war im Zuge des geringeren Jahresüberschusses der Artnet Corp. im Jahr 2019 niedriger ausgefallen. Weiter belastet wurde der Jahresüberschuss auch durch gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen, die um 82 TEUR auf 784 TEUR anstiegen, sowie höhere Personalkosten, die im Vorjahresvergleich um 20 TEUR höher ausfielen.

Die Umsatzerlöse aus der Weiterbelastung der Kosten für die erbrachten kundenbezogenen Dienstleistungen an die Tochtergesellschaft Artnet Corp. stiegen von 553 TEUR im Vorjahr um 58 TEUR auf 611 TEUR an.

Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen 2019 von 18 TEUR auf 3 TEUR. Sie beinhalten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Der Personalaufwand der Artnet AG stieg 2019 um 20 TEUR auf 580 TEUR an. Der Anstieg resultierte aus höheren Kommissionszahlungen für das Vertriebsteam sowie höheren Ausgaben für Artnet News. Im Vorjahrsvergleich beschäftigte die Artnet AG jedoch einen Mitarbeiter weniger womit sich die Anzahl der Beschäftigten von neun auf acht reduzierte.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen 2019 im Vorjahresvergleich von 702 TEUR um 82 TEUR auf 784 TEUR. Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) führte für den Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2017 sowie den Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2017 eine Prüfung gemäß § 342b Abs. 2 Satz 3 Nr. 3 HGB (Stichprobenprüfung) durch. Die zuständige Kammer der Prüfstelle stellte dabei keine fehlerhafte Rechnungslegung für das Geschäftsjahr 2017 fest. Im Zuge der Beantwortung der Fragen der DPR fielen 2019 jedoch höhere Kosten an, die zu einem Anstieg der betrieblichen Aufwendungen beitrugen. Daneben stiegen verschiedene Posten im Zusammenhang mit der Börsennotierung an, die im Vorjahresvergleich um rund 26 TEUR höher ausfielen. Eine Reduzierung konnte jedoch bei den Rechtskosten erzielt werden, die im Vorjahresvergleich um 35 TEUR niedriger ausfielen.

Im Geschäftsjahr 2019 bezog die Artnet AG neue, größere Büroflächen im gleichen Bürogebäude in Berlin. Dies verschafft Artnet eine größere Flexibilität, das Team zukünftig zu vergrößern und erlaubt eine bessere Kundenbetreuung vor Ort. Die vertragsbedingte Instandsetzung der alten Räumlichkeiten und eine höhere monatliche Miete führten zu einem Anstieg der Raumkosten um 36 TEUR auf 92 TEUR, welche ebenfalls zu dem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen führte.

Vermögenslage, Liquidität und Kapitalausstattung der artnet AG

Die Vermögenslage der Artnet AG wird geprägt durch den Anteilswert an der Tochtergesellschaft Artnet Corp., der unverändert in Höhe der Anschaffungskosten von 9.184 TEUR angesetzt wird. 2019 hat die Artnet Corp. einen Jahresüberschuss von 865 TUSD erzielt, was 1.146 TUSD oder 57% unter dem Vorjahr lag.

Die Reduzierung resultierte aus den im Vorjahresvergleich gestiegenen Betriebsaufwendungen, die insbesondere durch gestiegene Ausgaben im Bereich Marketing höher ausfielen.

Basierend auf den Ergebnissen der Vorjahre und den Planerwartungen für die Tochtergesellschaft wurde eine vereinfachte DCF-Bewertung zur Überprüfung des Beteiligungswertes durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine Plausibilisierung anhand des Börsenkurses. Beide Verfahren bestätigten die Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes.

Die sonstigen Vermögengegenstände stiegen von 29 TEUR auf 67 TEUR, da durch den Umzug in die neuen Räumlichkeiten eine Mietkaution in Höhe von 30 TEUR hinterlegt werden musste.

Das Eigenkapital hat sich infolge des Jahresfehlbetrages von 6.466 TEUR um 86 TEUR auf 6.380 TEUR reduziert. In Folge blieb die Eigenkapitalquote zwar hoch, reduzierte sich aber von 70 % zum Vorjahresstichtag auf 69 %.

Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich um 54 TEUR auf 1.154 TEUR. Der Posten beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für einen Rechtsstreit enthalten, der zwischenzeitlich beigelegt werden wurde. Darüber hinaus beinhaltet der Posten analog zum Vorjahr Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten, ausstehende Rechnungen und Urlaubsansprüche.

Gegenüber der Tochtergesellschaft Artnet Corp. stiegen die Verbindlichkeiten von 1.540 TEUR im Vorjahr um 126 TEUR auf 1.667 TEUR zum 31. Dezember 2019. Der Anstieg resultiert aus der im Vorjahresvergleich geringeren Ausschüttung der Artnet Corp. sowie den Leistungsverrechnungen.

Von den Verbindlichkeiten wurde ein Teilbetrag von 1.500 TEUR der Artnet AG als langfristiges verzinsliches Darlehen zur Verfügung gestellt.

Die Geschäftstätigkeit der Artnet AG wird weiterhin aus dem laufenden Cashflow der Tochtergesellschaft Artnet Corp. finanziert. Dabei wird die kurzfristig von der Artnet AG benötigte Liquidität über monatliche Mittelabrufe von der Tochtergesellschaft bereitgestellt.

3. Übernahmerechtliche Angaben

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das voll eingezahlte Grundkapital der Artnet AG betrug zum 31. Dezember 2019 unverändert 5.631.067 EUR und ist in 5.631.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt.

Zum 31. Dezember 2019 hält die Artnet AG unverändert 78.081 eigene Aktien. Es wird dazu auf unsere Angaben im Anhang verwiesen.

Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen

Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.

Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte der Artnet AG überschreiten, wurden zum 31. Dezember 2019 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 27,06 %, und von Rüdiger K. Weng mit 10,21 % gehalten.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Soweit Arbeitnehmer an der Artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung der Artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014). Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben. Das genehmigte Kapital ist 2019 ausgelaufen.

Bedingtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der Artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. ausgegeben, die bisher nicht ausgeübt wurden bzw. werden konnten.

Im Jahr 2019 liefen 193.907 im Jahr 2009 ausgegebene Aktienoptionen aus. 205.000 Aktienoptionen verbleiben.

4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB

Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f / § 315d HGB) ist auf der Webseite der Gesellschaft unter www.artnet.de/investor-relations/ einsehbar und beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Artnet AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten.

5. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Artnet AG Anwendung finden, und erläutert die Höhe sowie Struktur der Vorstandsvergütung. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates beschrieben. Der Vergütungsbericht beinhaltet des Weiteren Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsrechts auch Bestandteil des Konzernanhangs nach § 314 HGB bzw. des Konzernlageberichts nach § 315 HGB sind.

5.1 Vergütung des Vorstands

Gewährte Zuwendungen Vorstand Jacob Pabst
2018 2019
--- --- --- --- ---
EUR gewährt gewährt (min.) (max.)
--- --- --- --- ---
Festvergütung 317.863 368.471 368.471 368.471
Nebenleistungen 10.824 5.400 5.400 5.400
Summe 328.687 373.871 373.871 373.871
Einjährige variable Vergütung 31.786 36.847 - 368.471
Versorgungsaufwand - - - -
Gesamtvergütung 360.473 410.718 373.871 736.942
Zufluss Vorstand Jacob Pabst
2018 2019
--- --- ---
Festvergütung 317.863 368.471
Nebenleistungen 10.824 5.400
Summe 328.687 373.871
Einjährige variable Vergütung 33.270 31.786
Versorgungsaufwand - -
Gesamtvergütung 361.957 405.657

Die Vorstandsvergütung wird in US-Dollar gewährt, weshalb die o.g. Beträge durch Wechselkursänderungen beeinflusst sind.

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Artnet AG orientiert sich an der Größe und der Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland.

Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreiz für erfolgreiche Arbeit gibt.

Herr Jacob Pabst erhält von der Artnet AG keine Vergütung. Das Entgelt für die Ausübung seiner Tätigkeit als Vorstand der Artnet AG ist mit dem Gehalt, welches Herr Jacob Pabst in seiner Funktion als CEO der Artnet Corp. bezieht, abgegolten.

Sowohl der Vorstandsvertrag mit der Artnet AG als auch der Anstellungsvertrag mit der Artnet Corp. wurden am 18. März 2019 für zwei Jahre vom 1. Juli 2019 bis 1. Juli 2021 mit Ausnahme der Festvergütung zu unveränderten Konditionen verlängert.

Die Vergütung von Herrn Jacob Pabst als Vorstand setzt sich aus einer fixen Grundvergütung und einer jährlichen variablen Vergütungskomponente [Short-Term Incentive (STI)] zusammen, die im Folgenden beschrieben wird:

Fixe Grundvergütung: Die fixe Grundvergütung von Vorstand Jacob Pabst betrug im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 368,5 TEUR (412,5 TUSD). Bis zum 30. Juni 2019 betrug die fixe Grundvergütung 335 TEUR (375 TUSD). Seit dem 1. Juli 2019 beläuft sich die Festvergütung auf 450 TUSD.

Variable Vergütungskomponente (STI): Zusätzlich zu der fixen Grundvergütung erhält der Vorstand eine variable Vergütungskomponente, deren Festlegung im Ermessen des Aufsichtsrats steht. Die Basis für die Kalkulation der variablen Komponente bildet der Konzernabschluss für das Jahr, für den die STI gezahlt werden soll. Die variable Vergütungskomponente darf die fixe Grundvergütung nicht überschreiten.

Die variable Vergütungskomponente ist je zu einem Drittel abhängig von der Erreichung folgender Ziele:

1/3 von der Erreichung des budgetierten Jahresergebnisses und des Cashflows
1/3 von der Entwicklung des Aktienkurses der Artnet AG
1/3 im Ermessen des Aufsichtsrats, insbesondere ausgerichtet an längerfristigen Zielen, wie die Einführung neuer Produkte/neuer Geschäftsfelder, die erwartete zukünftige Profitabilität und bedeutende Transaktionen.

Die variable Vergütungskomponente wird, soweit gewährt, in zehn gleichen monatlichen Raten beginnend in dem Monat nach Gewährung ausgezahlt.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde durch den Aufsichtsrat eine variable Vergütung von 37 TEUR (41 TUSD) festgelegt. Herr Pabst hat entschieden auf die Auszahlung der variablen Vergütung bis auf Weiteres zu verzichten und die wirtschaftliche Entwicklung im Zuge der Coronakrise abzuwarten.

Die Artnet Corp. übernimmt als Nebenleistungen weiterhin zusätzlich zu den Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von monatlich 450 EUR die Prämie für die Teilnahme an der Betriebs-Gruppenkrankenversicherung (company group medical plan).

5.2 Vergütung des Aufsichtsrates

Die Vergütung des Aufsichtsrates wird auf Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates durch die Hauptversammlung festgelegt. Sie ist in der Satzung geregelt.

Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten jährlich eine feste Vergütung. Im Einzelnen erhalten unverändert zum Vorjahr der Vorsitzende des Aufsichtsrates 50 TEUR, der stellvertretende Vorsitzende 37,5 TEUR und das dritte Mitglied des Aufsichtsrates 25 TEUR.

6. Risiko- und Chancenbericht

Artnet operiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt. Um alle sich ständig verändernden Gegebenheiten zu überwachen, beobachtet artnet fortlaufend interne und externe Risiken, die bei Wesentlichkeit im folgenden Risiko- und Chancenbericht erläutert werden.

6.1 Risikobericht

Risikomanagement

Der Artnet-Konzern hat ein Risikomanagementsystem zur Identifizierung und laufenden Überwachung der Betriebs- und Finanzrisiken des Konzerns eingerichtet, das die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse mildern soll. Das Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden fünf Komponenten:

dem Finanzwesen, das die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt;
der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht;
der Compliance, die interne als auch externe rechtliche Risiken sowie Gesetzesänderungen überwacht;
dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Technologieprojekte überwacht und
der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert.

Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an den Vorstand weitergeleitet werden.

Frühwarnsystem zur Identifizierung potenzieller Risiken

Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Geschäftsentwicklung und Risiken nutzt Artnet ein Steuerungs- und Kontrollsystem, das im Wesentlichen auf den Daten der Finanzbuchhaltung und den wichtigsten Leistungsparametern aller Produkte aufsetzt. In einer Risikoinventur sind die wesentlichen vorhandenen Risiken dokumentiert und den Verantwortungsebenen innerhalb des Konzerns zugeordnet. Bestehende Risikopotentiale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen.

Zum Risikomanagementsystem gehört neben einer regelmäßigen internen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf sowie die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbeziehungen auch ein konzernweiter Budgetierungsprozess, der unter anderem operative Risiken und Veränderungen des geschäftlichen Umfeldes berücksichtigt. Dieser Prozess beinhaltet regelmäßige Markt- und Wettbewerbsanalysen.

Umgang mit bedeutenden potenziellen Risiken

Das operative Management ist für die Früherkennung, Kontrolle und Kommunikation von Risiken direkt verantwortlich. So kann Artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern, gleichzeitig aber nicht kalkulierbare Risiken zu vermeiden.

Compliance-Management-System (Hinweisgebersystem)

Artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Angestellten, Kunden und Geschäftspartnern. Die Mitarbeiter des Artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, durch ein Hinweisgebersystem jederzeit anonym und geschützt Hinweise zu möglichen Rechtsverstößen und anderem Fehlverhalten zu geben, auf die das Management umgehend und entsprechend reagieren kann.

Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet.

Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z.B. Vertrieb), verbuchende (z.B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z.B. Informationstechnologie-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet, dass keine wichtigen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben.

Die Erwartungen des Vorstands werden durch regelmäßige Zielvereinbarungen definiert und dokumentiert.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Finanzdirektorin der Artnet Corp. mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen.

Risiken

Risikobewertung

Artnet beobachtet und analysiert verschiedene Arten von Risiken, die im Folgenden unterteilt werden in betriebliche, rechtliche, Compliance-bezogene, finanzielle und sonstige Risiken. Das interne Risikoüberwachungssystem ist so aufgebaut, dass sowohl segmentbezogene als auch unternehmensübergreifende Risiken definiert und bewertet werden. Bei der Bewertung der Risiken werden zwei Faktoren betrachtet: Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potentielle, maximale Schadenshöhe. Die potentielle Schadenshöhe kann dabei durch potentielle Umsatzeinbußen oder auch Kosten definiert werden, beispielsweise bei rechtlichen Risiken. Soweit möglich, wird für jedes Risiko ein Schadenswert berechnet. Für operationelle Risiken wurde der maximale Schadenswert mit der potenziellen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie deren Eintrittshäufigkeit gewichtet.

Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken identifiziert:

Externe Risiken

Konjunkturtrends im Kunstmarkt

Artnet unterliegt den Schwankungen des Kunstmarktes. Der Kunstmarkt wird von den weltweiten Wirtschaftsbedingungen beeinflusst. Inwieweit sich diese Entwicklungen auch in Zukunft auf den Kunstmarkt auswirken werden, ist unklar. Die 2017 begonnene und auch noch 2018 anhaltende Erholung des Kunstmarktes setzte sich 2019 nicht fort.

Weltweit belief sich der Gesamtverkaufswert für bildende Kunst und dekorative Kunst im Jahr 2019 auf 17,8 Mrd. USD, ein Rückgang um 8% gegenüber 2018.

Im Bereich bildender Kunst besonders ausgeprägt war der Rückgang in den USA, dem größten Kunstmarkt, und in Großbritannien, dem drittgrößten Markt. Die Umsätze gingen in beiden Ländern um jeweils 19% zurück. In China und Deutschland fielen die Umsätze im Vergleich zu 2018 jeweils um 5%.

Gut finanzierte Konkurrenten haben in den vergangenen Jahren den Wettbewerb verschärft und den Marktanteil des Artnet-Konzerns unter Druck gesetzt.

Es bestehen weiterhin Abwärtsrisiken, einschließlich geopolitischer Spannungen, belasteter Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern sowie ungewisser langfristiger Folgen der globalen Coronavirus-Pandemie. Es ist deutlich geworden, dass der Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 bedeutende und negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den Kunstmarkt haben wird. Reisebeschränkungen und Risiken für die öffentliche Gesundheit haben im Frühjahr 2020 zur Absage wichtiger Kunstveranstaltungen, Auktionen und Vernissagen geführt.

Großbritannien hat die Europäische Union am 31. Januar 2020 verlassen und ist in eine elfmonatige Übergangsfrist eingetreten, die Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen umfasst. Das bringt zusätzliche Unwägbarkeiten mit sich. Großbritannien ist der drittgrößte Kunstmarkt der Welt. Potentiell negative Folgen des Brexit, etwa höhere Kosten für grenzüberschreitende Transaktionen oder Währungsschwankungen, könnten sich auch auf den Kunstmarkt und Artnet auswirken.

Der Kunstmarkt reagiert in der Regel auf große geopolitische und konjunkturelle Trends in den Industrieländern, die ihrerseits Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Eine wirtschaftliche Abkühlung oder eine Rezession könnten begleitet von hohen Kursschwankungen an den Finanzmärkten in nachlassender privater Nachfrage resultierten - was auch das Interesse an Kunstwerken schwächen dürfte. Für Artnet besteht das Risiko, dass im Fall zurückgehender Umsätze mit Kunst auch weniger Abonnements der Preisdatenbank nachgefragt werden. Mitglieder des Galerie-Netzwerks, die bereits jetzt unter hohen Betriebskosten leiden, könnten in diesem Fall in noch größere wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die durch die Coronakrise bedingten Versammlungsverbote und Geschäftsschließungen könnten sich zusätzlich negativ auswirken. Sollten die Preise für Kunstwerke fallen, könnte das auch zu niedrigeren Provisionen für Artnet Auctions führen. Schließlich könnten globale Luxusmarken und auch Kunstmarktunternehmen in einer Rezession ihre Werbebudgets kürzen. Das würde geringere Einnahmen für Artnet News bedeuten.

Betriebliche Risiken

Infrastruktur des IT-Systems

Funktionsstörungen der Website könnten die Umsätze und Gewinne von Artnet kurzfristig mindern und möglicherweise auch die künftigen Umsätze und Ergebnisse beeinträchtigen. Häufige oder anhaltende Unterbrechungen des Service könnten Nutzern Anlass zu der Annahme geben, dass die Systeme des Konzerns nicht zuverlässig sind. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf den Ruf und die Umsätze des Konzerns haben. Jegliche Unterbrechung erhöht die Arbeitsbelastung der Technologie-Abteilung, was wiederum die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen verzögert.

Das aktuelle Projekt FALCON, eine Erneuerung der technologischen Infrastruktur des Konzerns, wird die Nutzung von Drittanbietersystemen erhöhen und damit eine größere Flexibilität ermöglichen, wodurch interne Entwicklungs- und Wartungsrisiken verringert werden.

Die eigenen Systeme des Konzerns sind so konzipiert, dass die Ausfallzeiten bei Stromausfällen oder im Katastrophenfall gering sind. Die Möglichkeit von Beschädigungen oder Störungen durch Überschwemmungen, Feuer, oder Unterbrechungen von Dienstleistungen aufgrund von Terroranschlägen, Computerviren und andere seltene und schwer vorhersagbare Ereignisse können nie völlig ausgeschlossen werden. Die Webserver von Artnet befinden sich zu ihrem Schutz in einer extrem sicheren externen Einrichtung. Zudem werden zunehmend Cloud-basierte Datendienste in Anspruch genommen und als Teil des Projekts FALCON eingeführt, wodurch das Risiko physischer Speicherung weiter verringert wird.

Produktentwicklung

Der künftige Erfolg von Artnet hängt teilweise von der Zeit ab, in der sich der Konzern an technologische Veränderungen und neu entstehende Branchenstandards anpassen kann. Der Konzern beobachtet und analysiert daher Markttrends.

Auf Basis dieser Analysen hat der Vorstand entschieden, die Funktionen und Zuverlässigkeit der Website weiter zu verbessern und neue Produkte einzuführen, die sowohl für bestehende als auch für potenzielle Kunden von Nutzen sind und die Chancen auf zusätzliche Ertragströme eröffnen. Dies soll das Risiko verringern, dass Artnet gegenüber den Marktstandards für Elemente wie Sicherheit oder Nutzererlebnis ins Hintertreffen gerät. Der wichtigste Schritt auf diesem Weg ist das Projekt FALCON, das sowohl eine schnellere Entwicklung und eine raschere Anpassung an die Trends des Marktes als auch den Bau modernster Technologie noch vor der Konkurrenz ermöglicht.

Das Ziel von FALCON ist die vollständige Automatisierung des Produktionsprozesses von Artnet. Sollte die Fertigstellung des Projekts länger dauern als erwartet, könnte dies die Einführung neuer Produkte verlangsamen und die Kapazitäten des Entwicklungsteams binden. Dies könnte auch zu erhöhten Kosten und zu einem Verlust potenzieller Einnahmen führen.

Es besteht auch immer das Risiko, dass Produktinnovationen und -weiterentwicklungen von Marktteilnehmern nicht sofort angenommen werden und die damit verbundenen Ziele verfehlt werden. Die Ertragslage von Artnet würde in diesem Fall bei noch fehlenden Umsatzerlösen durch die steigenden Kosten der Produktentwicklung und höhere laufende Kosten belastet.

Es bestehen auch Risiken im Bereich Produktentwicklung aufgrund von im Markt konkurrierenden Start-ups, von denen einige mit neuer Technologie in einem oder mehreren Produktsegmenten mit Artnet konkurrieren.

Website-Besuche

Die Besucherzahlen auf den Artnet-Webseiten (Traffic) sind für den Konzern von großer Bedeutung. Rückläufige Besucherzahlen könnten die Umsätze aller Produktlinien verringern. Artnet überwacht die Website-Besuche auf täglicher Basis sowohl automatisch als auch manuell, um sicherzustellen, dass diese den Erwartungen entsprechen. Zur weiteren Steigerung der Website-Besuche investiert der Konzern außerdem in Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie in Werbung und Marketing. Artnet überwacht die Besucherzahlen und die über die Website erzielten Umsätze und stellt diese den entsprechenden Aufwendungen für Werbung und Marketing gegenüber, um den Erfolg von Suchmaschinenoptimierung, Werbe- und Marketingkampagnen zu bewerten.

Rechtliche Risiken

Markenrechte

Artnet schützt sich durch die markenrechtliche Sicherung des Namens "Artnet" in den größten Märkten des Konzerns, insbesondere in den USA und der Europäischen Union. Klagen gegen Markenverletzungen sind kostspielig und unterliegen der Prüfung durch nationale Behörden, die für den Konzern negativ ausfallen könnten. Darüber hinaus schützt und verteidigt sich der Konzern gegen Urheber- und sonstige Rechtsansprüche, wobei negative Folgen für den Konzern nicht völlig ausgeschlossen werden können.

Urheberrechte

Artnet verwendet in seiner Datenbank eine Vielzahl an Fotografien von dekorativer Kunst. Als international tätiger Konzern mit einer internationalen Kundenbasis ist Artnet unterschiedlichen Rechtsordnungen bezüglich des Urheberrechts ausgesetzt. Dem Rechnung tragend, hat Artnet mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Deutschland, die mehrere internationale Schwesterorganisationen hat, und der Artist Rights Society in den USA Lizenzverträge abgeschlossen. Angesichts der großen Zahl von Abbildungen in der Price Database decken diese Verträge jedoch nicht die Rechte für sämtliche in der Datenbank verfügbaren Abbildungen ab. Um Artnet vor etwaigen rechtlichen Ansprüchen zu schützen, stellen Verträge des Konzerns mit Auktionshäusern die Nutzungsrechte der Bilder der Auktionshäuser sicher. Als Reaktion auf frühere Klagen, unternimmt Artnet alle rechtlich und vertraglich notwendigen Schritte, um zukünftige Klagen zu vermeiden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Klagen angestrebt werden. Dies könnte Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Schutz der Kundendaten

Artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Es gibt derzeit weltweit neue rechtliche Initiativen, die die Vorschriften verschärfen könnten. Würde es Dritten gelingen, die von Artnet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, könnte Artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.

Sollte Artnet gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen, könnte dies Ermittlungen, datenschutzrechtliche Verfügungen und Schadenersatzforderungen von Kunden auslösen und strafrechtliche oder regulatorische Verfahren gegen Artnet zur Folge haben. Neben direkten finanziellen Belastungen durch mögliche Klagen und Schadenersatzforderungen könnte auch die Reputation des Konzerns leiden. Dadurch könnte Artnet Bestandskunden und registrierte Nutzer verlieren. Gleichzeitig könnte die Akquisition neuer Kunden und Nutzer erschwert werden.

Um sich rechtlich bestmöglich zu schützen, arbeitet Artnet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, mit denen Artnet fortlaufend auf Veränderungen beim Datenschutz reagiert. Artnet verfügt sowohl über eine EU-US Privacy-Shield-Zertifizierung also auch über eine Swiss-US Privacy-Zertifizierung, die den personenbezogenen Datentransfer aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union bzw. der Schweiz in die USA regelt. Des Weiteren hat Artnet der Umsetzung die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) umgesetzt, die am 25. Mai 2018 in Kraft trat.

Steuerliche Risiken

Durch die internationale Aufstellung operiert Artnet in vielen Steuerjurisdiktionen (insbesondere USA, Großbritannien und Deutschland), die jeweils unterschiedliche Anforderungen stellen. Ein Verstoß gegen diese Steuergesetze (sowohl Ertrags- als auch Verkehrssteuern) könnte erhebliche negative Folgen für Artnet haben.

Darüber hinaus ist Artnet möglichen Risiken durch die Veränderung in der Steuergesetzgebung für E-Commerce ausgesetzt.

So entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Jahr 2018 im Fall South Dakota v. Wayfair, dass amerikanische Bundesstaaten Umsatzsteuer auf Produkte oder Dienstleistungen erheben können, selbst wenn der Verkäufer - etwa im Fall einer Bestellung über das Internet -keine physische Präsenz in dem entsprechenden Bundesstaat hat. Diese Regulierung entwickelt sich kontinuierlich weiter, da sich weitere Bundesstaaten anschließen und neue Voraussetzungen für die Erhebung der Umsatzsteuer festgelegt werden.

Finanzielle Risiken

Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko

Artnet führt einen Teil seiner Geschäfte außerhalb der USA und unterliegt dadurch dem Risiko nachteiliger Wechselkursschwankungen insbesondere des Euros und des Pfund Sterling. Da Wechselkurse Schwankungen unterworfen sind, können die Umsatzerlöse sowie die betrieblichen Aufwendungen in seltenen Fällen erheblich von den Erwartungen abweichen. Artnet sichert sich in der Regel nicht gegen solche Währungsrisiken ab, da die Konzerngesellschaften Zahlungen von Kunden in Euro und Pfund Sterling akzeptieren und ihre Lieferanten in Europa in diesen Währungen bezahlen. Der Konzern hält sein Wechselkursrisiko daher für begrenzt.

Fremdwährungsrisiken für den Artnet-Konzern ergeben sich zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der in Deutschland ansässigen Muttergesellschaft Artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren, sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Bankbeständen in Euro und Pfund Sterling.

Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Bewertung von konzerninternen langfristigen Darlehensforderungen, die als Bestandteil eines Nettoinvestments qualifiziert werden, werden erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten ausgewiesen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sieht der Vorstand des Konzerns weiterhin von einer Absicherung dieses Fremdwährungsrisikos ab.

Da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden im Markt für bildende Kunst verteilt, liegt im Konzern keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor. Dennoch könnte sich ein weltweiter Wirtschaftsabschwung, etwa als Folge der globalen Coronakrise, negativ auf die Kaufkraft und selbst die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder zu Forderungsausfällen führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart und auf eine sorgfältige Eintreibung der Forderungen achtet.

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass Artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. Artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand und dem operativen Cashflow und verfügt über keine Kreditlinien. Der Liquiditätsbestand ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 im Vorjahresvergleich auf USD-Basis um 44% auf 539 TUSD und auf Euro-Basis um 42 % auf 480 TEUR gesunken.

Zinsänderungsrisiken sind als unbedeutend anzusehen, da der Konzern verzinsliche Schulden nahezu ausschließlich in Form von Leasingverhältnissen aufweist, die jeweils eine fixe Verzinsung haben.

Sonstige Risiken

Mitarbeiter in Schlüsselpositionen

Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und motivierte Manager in der Kunstwelt ist sehr wettbewerbsintensiv. Angesichts der relativ geringen Größe von Artnet könnte sich der Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen zeitweilig auf das Tagesgeschäft auswirken. Da der Konzern über ein hochqualifiziertes mittleres Management verfügt, werden in einem solchen Fall nur geringfügige Unterbrechungen erwartet.

Die vorstehende Auflistung kann nicht alle Risiken aufführen, denen Artnet irgendwann ausgesetzt sein könnte. Risiken, die nicht erkannt sind oder über die nicht berichtet wurde, könnten zutage treten und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen.

Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.

6.2 Chancenbericht

Der Online-Kunsthandel ist ein dynamischer Markt, in dem sich auch 30 Jahre nach der Gründung des Unternehmens neue Chancen für Artnet eröffnen. Die kurzen Entscheidungswege erlauben es dem Konzern, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung des Risikopotenzials zu reagieren. Chancen können sich aus Änderungen des internen oder des externen Umfelds ergeben.

Kunst als Anlageklasse

Eine weltweit wachsende Zahl von vermögenden Privatkunden vergrößert die Kundenbasis des Konzerns. Kunst wird von diesen Personen als Luxusobjekt, aber auch als Anlageklasse oder Sammlerobjekt für die Geldanlage wahrgenommen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten Kunstmarkt und Zahl der potenziellen Kunden des Unternehmens weiterwachsen. Außerdem löst sich die technologieaffine Generation der Millennials von der traditionellen Art und Weise, Informationen aufzunehmen und zu konsumieren. Mit wachsendem Wohlstand tendiert diese Generation dazu, Kunst zu kaufen und dafür Online-Tools zu verwenden.

Reine Online-Auktionen

Internethandel ist auch im Luxussegment ein Wachstumsmarkt. Dazu gehört der Kunstmarkt, in dem Marktteilnehmer reine Online-Auktionen als schnelles und kostengünstiges Mittel zum Kauf und Verkauf hochpreisiger bildender Kunst angenommen haben. Artnet Auctions erzielt beständig hohe Preise, was anhaltende Geschäftschancen in diesem dynamischen Segment nahelegt. Viele klassische Auktionen wurden im Zuge der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Dies könnte mehr Verkäufer als auch Käufer zu Artnet Auctions führen, da Online-Auktionen weiterhin durchgeführt werden können.

Transaktionsgeschwindigkeit und Liquidität

Das reine Online-Geschäftsmodell, das Artnet Auctions bietet, befreit Käufer und Verkäufer von Kunst von den Beschränkungen der traditionellen Auktionssaisons im Frühjahr oder Herbst. Das gibt Artnet die Möglichkeit, Kunstwerke in kurzer Zeit auf den Markt zu bringen und so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Kunst wird so als Anlageklasse liquider und handelbarer als je zuvor. Die Zugangsbarrieren fallen und das Vertrauen in die Anlage wächst. Artnet Auctions kann trotz der Coronakrise Online-Auktionen durchzuführen. Galerien können im Artnet Galerie-Netzwerk ihre Künstler und Werke online präsentieren. Artnet bietet Kunstmarktteilnehmern somit essentielle Alternativen, ihr Geschäft auch während der Coronakrise aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen könnte auf diese Weise neue Kunden gewinnen und von den Vorteilen des Kunsthandels im Internet überzeugen.

Konjunkturentwicklung

Die Entwicklung des internationalen Kunstmarktes ist eng mit der Konjunktur der Industriestaaten verknüpft. Wirtschaftswachstum in den Industrieländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten, dem größten Kunstmarkt der Welt und Kernmarkt von Artnet, könnte sich positiv auf das Geschäft des Unternehmens auswirken.

Chancen in China

Artnet sieht Chancen in China. Die wachsende Präsenz des Unternehmens auf der Social-Media-Plattform WeChat führte bereits zu neuen Anmeldungen bei Artnet Auctions, deren Zahl noch weiter steigen könnte. Angesichts einer wachsenden chinesischen Mittelschicht und einer zunehmenden Anzahl vermögender Privatkunden wächst das Interesse an europäischer und amerikanischer Kunst im chinesischen Markt, wovon Artnet strategisch profitieren könnte.

Synergien innerhalb des Konzerns

Die verschiedenen Artnet-Segmente bieten neue Chancen für Synergien innerhalb des Konzerns. Journalisten von Artnet News haben Porträts über Mitglieder des Galerie-Netzwerks verfasst oder zusammen mit Kunsthistorikern der Price Database umfassende Studien über aktuelle Trends auf dem Kunstmarkt erstellt. Die von Artnet-News-Redakteuren und Price-Database-Analysten verfassten Intelligence Reports sind ein Beispiel für die einzigartige Rolle, die Artnet im Kunstmarkt mit der Produktion qualitativ hochwertiger Inhalte und einflussreicher Analysen spielt.

Es gibt weitere Möglichkeiten, das breite Produktportfolio von Artnet für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen und hervorzuheben sowie zusätzliche Ertragsströme auszuloten.

Chance für die Marke

Der segmentübergreifende Fokus auf hohe Qualität stärkt die Marke von Artnet. Dies könnte zu wachsenden Einnahmen aus Abonnements, Mitgliedschaften, Auktionsprovisionen oder Werbung führen. Eine starke Marke macht Artnet auch wettbewerbsfähiger bei der Suche und Bindung von Mitarbeitern und Kunden.

Artnet spielt eine Führungsrolle im Online-Kunstmarkt und steht seit fast drei Jahrzehnten für Qualität, Zuverlässigkeit und Wandel. Der Konzern ist daher ein attraktiver Partner für Marken und Institutionen innerhalb und außerhalb der Kunstbranche, was den Bekanntheitsgrad der Marke und die Kundenbasis des Unternehmens weiter erhöht. Luxusmarken führen beispielsweise Werbekampagnen auf der Website und in den Newslettern von Artnet durch.

Die Coronakrise macht vielen Marktteilnehmern die Vorteile der Artnet-Produkte deutlich und könnte zu einer wachsenden Zahl neuer Kunden führen.

Werbung auf den Artnet-Webseiten und sozialen Medien

Artnet News hat sich als führende Online-Plattform für Nachrichten im Kunstmarkt etabliert. Mit einem Schwerpunkt auf Qualitätsjournalismus und selbstrecherchierten Berichten ist News zu einer gefragten Werbeplattform für Luxusmarken und kunstbezogene Unternehmen geworden. Die Popularität der gut recherchierten Geschichten resultierte in insgesamt steigenden Besucherzahlen und gewachsenen Werbeeinnahmen. Auch die sozialen Medien von Artnet werden für Werbekampagnen genutzt. Dieser Trend wird anhalten, da Werbebudgets zunehmend für Online-Kanäle und soziale Medien reserviert werden und sich von traditionellen Print-Medien wegbewegen.

FALCON

Artnet verbessert mit dem Projekt FALCON seine Website und erneuert die Technologieinfrastruktur. FALCON ist die bedeutendste Initiative seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1989. Das Ziel ist die vollständige Automatisierung des Produktions- bzw. Entwicklungsprozesses - was zu sinkenden Wartungskosten für bestehende Produkte und höherer Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams führen wird. FALCON wird sicherstellen, dass Artnet das richtige Technologiefundament besitzt, um angesichts des sich rasch wandelnden geschäftlichen Umfelds im Wettbewerb zu bestehen und zu wachsen. Es wird Artnet schneller, flexibler und effizienter machen. Die Betriebskosten werden niedriger sein, die Produktivität wird steigen und schneller entwickelte Produkte werden rascher auf den Markt kommen.

Artnet muss, wie viele andere ältere Technologieunternehmen auch, die firmeneigenen Softwaresysteme ersetzen. Mit FALCON geht Artnet aber auch zu einem modernen Herstellungsprozess über und wird damit zu einer Art Software-Fabrik. FALCON wird es Artnet erlauben, die Komponenten seiner Website auf ähnliche Art und Weise herzustellen, wie Autos in einer hochmodernen Fabrik gebaut werden. Verstärkte Einheitlichkeit und Konsistenz wird die Kosten für Schulung und Wartung senken. Wiederverwendbare Komponenten des Software-Codes verringern das Risiko von Konstruktionsfehlern und gewährleisten so Qualität. Die Straffung und Automatisierung der Produktentwicklung erhöht die Produktivität und verringert zudem die Personalkosten. Außerdem kann Artnet spezialisierte Software von externen Anbietern viel günstiger einkaufen als sie selbst zu entwickeln.

Der Erfolg des Unternehmens hängt in großem Maße von seiner Fähigkeit ab, den Kunden innovative Lösungen und verbesserte Produkte zur Verfügung zu stellen. Daher arbeitet das Unternehmen auch weiterhin daran, die Effektivität seiner Produkt- und Website-Entwicklungen stetig zu erhöhen. Sollte Artnet in diesem Bereich schnellere Fortschritte machen, könnten Produktverbesserungen zügiger umgesetzt werden. Dies könnte sich positiv auf Umsätze und die Ertragslage auswirken.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns

Insgesamt haben sich hinsichtlich der Risiko- und Chancensituation des Konzerns im Berichtsjahr 2019 wesentliche Veränderungen im Vergleich zu 2018 ergeben. Artnet hat sich in einem insgesamt schwierigen, im Wandel befindlichen Marktumfeld und intensiven Wettbewerb behauptet.

Die Coronavirus-Pandemie sorgte für eine Wirtschaftskrise und erhebliche Einschränkungen des Kunstmarktes, was auch negative Folgen für Artnet haben wird. Dennoch könnte die wichtige Rolle, die Internet und E-Commerce während des aktuellen Stillstands spielen, zu grundlegenden Veränderungen des Verbraucherverhaltens führen und Artnet seine Stärken als Marktführer im Online-Kunstmarkt ausspielen. Der Online-Nachrichtendienst Artnet News spielt gerade in Krisenzeiten eine wichtige Rolle als Informationszentrum für die Kunstbranche. Artnet Auctions ermöglicht als einziger Anbieter reiner Online-Auktionen die Aufrechterhaltung des Kunsthandels, da herkömmliche Auktionen abgesagt wurden.

Nach einem Ende der Krise und einer wirtschaftlichen Erholung könnten sich angesichts eines wachsenden Interesses an Kunst, einer wachsenden Anzahl von vermögenden Privatkunden, wachsender Vermögen der Millennial-Generation und wachsender Akzeptanz von Online-Transaktionen zusätzliche Chancen ergeben. Das Projekt FALCON wird dazu beitragen, das Entwicklungstempo so stark wie nie zuvor zu beschleunigen, und somit Möglichkeiten für schnelleres Wachstum und geringere Kosten zu bieten.

7. Nachtragsbericht

Der Konzern hat im Mai 2020 ein Darlehen der U.S. Small Business Administration im Rahmen des Paycheck Protection Program in Höhe von 1.667 TUSD erhalten. Das Darlehen muss bei Einhaltung bestimmter Bedingungen nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden.

Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bis zum 24. Juni 2020 wirkte sich die globale Ausbreitung des neuen Coronavirus und der darauf folgende Wirtschaftsabschwung wesentlich auf die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus, ohne dass sich bestandsgefährdende Tatsachen ergeben haben. Ergänzende Erläuterungen finden sich im Wirtschaftsbericht, im Risiko- und Chancenbericht und im Prognosebericht sowie im Konzernanhang.

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses konnten Prozessrisiken erfolgreich durch Beilegung eines Rechtsstreits minimiert werden. Aus der Beilegung des Rechtsstreits resultieren im Geschäftsjahr 2020 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von rd. 200 TEUR. Mit Streitbeilegung ist es Artnet möglich die Fokussierung auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftssegment weiter voranzutreiben.

8. Prognosebericht

Der folgende Bericht gibt die Prognosen des Managements hinsichtlich der künftigen Entwicklung der einzelnen Artnet-Segmente sowie des Geschäftsverlaufes insgesamt wieder. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann aufgrund der im Risiko- und Chancenbericht beschriebenen möglichen Entwicklungen negativ oder positiv von diesen Prognosen abweichen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet angesichts der globalen Ausbreitung des Coronavirus und der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen für 2020 einen Rückgang des Weltwirtschaftswachstums um 3 %. Fabriken und Geschäfte wurden angesichts gesundheitlicher Gefahren geschlossen. Das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen in das wirtschaftliche Wachstum schwindet, die Arbeitslosigkeit steigt und die Kurse an den Aktienmärkten sind angesichts des drohenden Abschwungs unter starken Schwankungen eingebrochen.

Ausgangsperren und Kontaktbeschränkungen haben auch den Kunstmarkt weltweit erheblich eingeschränkt. Große Kunstmessen und Auktionen wurden wegen der Gefahr für die öffentliche Gesundheit abgesagt.

Artnet dürfte zwar auch 2020 seine führende Position in einem wettbewerbsintensiven Markt behaupten. Insgesamt rechnet das Management angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds aber mit einem Umsatzrückgang.

Die bestehenden Wettbewerbsvorteile bei Daten, Kunden und Internet-Traffic werden Artnet weiter stützen. Das Datenangebot der Price Database ist auch in Krisenzeiten zur Bewertung von Kunstwerken gefragt. Die Provisionsumsätze von Artnet Auctions könnten steigen, da die Bedeutung von Online-Auktionen im Kunstmarkt als Alternative zu den abgesagten herkömmlichen Versteigerungen zunimmt. Der Wirtschaftsabschwung dürfte jedoch zu insgesamt rückläufigen Werbeeinnahmen und fallenden Umsätzen im Galerie-Netzwerk führen.

Artnet erneuert die IT-Infrastruktur mit dem Projekt FALCON. Ziel des Projekts ist die vollständige Automatisierung des Produktionsprozesses, was die Kosten für die Wartung bestehender Produkte senken und die Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams verbessern wird. Besucher der Website werden im Jahr 2020 Veränderungen und Verbesserungen sehen.

Der Provisionsumsatz von Artnet Auctions ging 2019 nach der stabilen Entwicklung des Vorjahres angesichts einer allgemeinen Schwäche des Kunstmarktes leicht zurück. Auctions ist aber weiterhin eine der wichtigsten Umsatzquellen von Artnet und steuerte fast ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Der Kunstmarkt hat - nach anfänglichem Zögern - reine Online-Auktionen als einen schnellen und kostengünstigen Weg zum Kauf und Verkauf bildender Kunst angenommen. In der Krise könnte diese Akzeptanz weiter zunehmen, weil Online-Auktionen zu einer wichtigen Lösung für den Markt werden dürften. Spitzenlose bei Artnet Auctions werden regelmäßig für sechsstellige Dollar-Beträge versteigert. Auctions wird eine noch bedeutendere Rolle in der Kunstwelt spielen, wenn sich die Versteigerung höherpreisiger Kunstwerke über das Internet stärker als bisher durchsetzt. Vor diesem Hintergrund hat Artnet Auctions den strategischen Schwerpunkt auf qualitativ hochwertige Kunstwerke zu attraktiven Preisen gelegt, um den durchschnittlichen Lospreis, die Verkaufsrate und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Für das Jahr 2020 antizipiert das Management im Zuge der Krise trotz der durchgängig angebotenen Online-Auktionen im Vorjahresvergleich einen leicht steigenden Umsatz.

Artnet News hat sich als führende Online-Plattform für Nachrichten und Kommentare über den Kunstmarkt etabliert. Die redaktionelle Strategie, die Qualität und selbstrecherchierte Berichte in den Vordergrund stellt, führte zu steigenden Besucherzahlen und Werbeeinnahmen. Neue Produkte wie die zweimal jährlich erscheinenden Intelligence Reports nutzen die Stärke der Daten und der analytischen Ressourcen von Artnet. Der Erfolg von Artnet News und der hohe Wiedererkennungswert der Marke wirkt sich positiv auf alle anderen Produkte von Artnet aus. Das Management rechnet mit einem Anhalten dieses positiven Trends, prognostiziert für das Jahr 2020 dennoch einen deutlichen Umsatzrückgang bei Artnet News, da die Werbebudgets der Anzeigenkunden angesichts der Wirtschaftskrise schrumpfen dürften.

Der Umsatz der Price Database blieb 2019 konstant, nachdem der Geschäftsbereich im Vorjahr den höchsten Abonnentenzuwachs seit 2015 verbucht hatte. Das Management rechnet für 2020 mit einem unveränderten Umsatz für die Price Database. Auch wenn weniger Auktionen stattfinden, sind die Daten der Price Database für die Bewertung von Kunstwerken unerlässlich.

Der Umsatz des Galerie-Netzwerks gab im Jahr 2019 in einem schwierigen Markt aufgrund fallender Mitgliederzahlen nach. Im Jahr 2018 hatte das Segment eine geschäftliche Wende vollzogen. Kleine und mittelgroße Galerien, eine wichtige Kundenbasis für Artnet, kämpfen mit anhaltend hohen Betriebskosten. Die geschäftlichen Schwierigkeiten der Galerien werden durch die Krise und die erzwungenen Geschäftsschließungen verschärft.

Andererseits bietet die Mitgliedschaft im Artnet Galerie-Netzwerk zusätzliche Chancen, Künstler und Kunstwerke der Galerie im Internet zu präsentieren. Das Management rechnet für 2020 aber zunächst mit weiter nachlassenden Mitgliederzahlen und einem moderaten Umsatzrückgang für das Segment Galerien.

Aufgrund der Erwartungen für die einzelnen Segmente prognostiziert das Management für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang auf eine Bandbreite von 20,0 Mio. USD bis 21,0 Mio. USD (18,2 Mio. EUR bis 19,1 Mio. EUR bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,10 EUR/USD). Für das operative Ergebnis rechnet das Management mit einem Rückgang auf -0,5 Mio. USD bis -1,0 Mio. USD (-0,5 Mio. EUR bis -0,9 Mio. EUR). Wegen der weiterhin undurchsichtigen wirtschaftlichen Entwicklung und der auch regional stark unterschiedlich wirkenden Corona-Pandemie, hält das Management zu diesem Zeitpunkt diese konservative Prognose für angemessen, hält jedoch auch eine deutlich positivere Unternehmensentwicklung für möglich. Diese Möglichkeit wurde durch deutlich besser als erwartete Ergebnisse im zweiten Quartal 2020 bestätigt, in dem Artnet Auctions im Mai den bislang höchsten Umsatz seit Gründung des Segments verzeichnen konnte, das Interesse an Mitgliedschaften im Galerie-Netzwerk stieg und Artnet starkes Wachstum bei den Besucherzahlen verzeichnen konnte.

Für die artnet AG wird für das Geschäftsjahr 2020 mit einer Dividendenausschüttung der Tochtergesellschaft Artnet Corp. gerechnet, weshalb ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet wird.

Der Zahlungsmittelbestand dürfte sich infolge der in 2020 erfolgten Darlehensgewährungen trotz der Beilegung des Rechtsstreit deutlich gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2019 erhöhen.

Berlin, den 24. Juni 2020

Jacob Pabst, Vorstand artnet AG

Bilanz der zum 31. Dezember 2019

artnet AG, Berlin

Aktiva

31/12/2019

EUR
31/12/2018

EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 5,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 1,00
0,00 6,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.623,00 20.935,43
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 9.184.433,10 9.184.433,10
9.203.056,10 9.205.374,53
B. Umlaufvermögen
I. Sonstige Vermögensgegenstände 66.564,47 29.205,20
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 19.614,87 19.348,31
86.179,34 48.553,51
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.465,70 7.120,31
9.294.701,14 9.261.048,35
Passiva
31/12/2019

EUR
31/12/2018

EUR
A. Eigenkapital
I. Ausgegebenes Kapital
1. Gezeichnetes Kapital 5.631.067,00 5.631.067,00
- bedingtes Kapital EUR 205.000,00 (Vj. EUR 398.907,00)
2. Nennbetrag eigener Anteile -78.081,00 -78.081,00
5.552.986,00 5.552.986,00
II. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 130.197,02 130.197,02
2. Andere Gewinnrücklagen 2.818.861,48 2.818.861,48
2.949.058,50 2.949.058,50
III. Bilanzverlust -2.122.013,35 -2.036.483,74
6.380.031,15 6.465.560,76
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.154.097,03 1.207.890,73
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 78.543,91 36.135,91
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.666.910,21 1.540.448,91
3. Sonstige Verbindlichkeiten 15.118,84 11.012,04
1.760.572,96 1.587.596,86
9.294.701,14 9.261.048,35

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

der artnet AG, Berlin

2019

EUR
2018

EUR
1. Umsatzerlöse 611.011,82 553.316,15
2. Sonstige betriebliche Erträge 2.952,70 18.000,00
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 483.067,28 464.110,83
b) Soziale Abgaben 96.944,34 95.810,99
580.011,62 559.921,82
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 8.153,13 3.870,51
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 783.722,38 702.094,90
-757.922,61 -694.571,08
6. Erträge aus Beteiligungen 712.560,00 1.091.125,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 40.167,00 40.050,00
8. Ergebnis nach Steuern -85.529,61 356.503,92
9. Verlustvortrag -2.036.483,74 -2.392.987,66
10. Bilanzverlust -2.122.013,35 -2.036.483,74

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Berlin unter der Registernummer HRB 98006B eingetragen.

Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften sowie die ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes zugrunde.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Aktien der artnet AG sind zum Handel im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Daher gelten für die Aufstellung des Jahresabschlusses ungeachtet der Größenklassen des § 267 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da die Gesellschaft davon ausgeht, die im Folgejahr 2020 fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Der Konzern geht davon aus, dass die Corona-Krise keine bestandsgefährdenden Risiken für Artnet begründet.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen und basieren auf der geschätzten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs unter Inanspruchnahme des Wahlrechts gemäß § 6 Abs. 2 EStG voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

3. Erläuterungen zu den einzelnen Posten des Jahresabschlusses

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der auf diese entfallenden Abschreibungen ergibt sich aus dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen betreffen die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, an der die artnet AG seit dem Geschäftsjahr 2002 sämtliche Anteile hält. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.

Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation verwendet die artnet AG zum einen ein vereinfachtes Discounted-Cashflow-Verfahren. Zum anderen wird die Werthaltigkeit anhand des Vergleichs mit der Entwicklung des Börsenkurses und der Marktkapitalisierung zum Stichtag plausibilisiert.

Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Worldwide Corporation basiert auf der internen Unternehmensplanung, die auch aus der Entwicklung der letzten Geschäftsjahre abgeleitet worden ist. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Planung in die ewige Rente überführt. Dabei wird ein nachhaltiges Wachstum von 1,0 % (Vj. 1,0 %) unterstellt. Ferner werden Kapitalkosten vor Steuern von 15,69 % (Vj. 15,92 % vor Steuern) zugrunde gelegt. Die Prämissen und die Planungsrechnung werden durch das Rechnungswesen zusammen mit den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche erstellt und vom Vorstand einer Plausibilitätskontrolle unterzogen.

3.2. Sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Davon ausgenommen sind die hinterlegten Mietkautionen.

3.3. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 5.631.067,00 und ist eingeteilt in 5.631.067 Stück nennwertlose Namensaktien.

Bedingtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um EUR 560.000,00 bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation ausgegeben. Bis auf die 2014 ausgegebenen 75.000 Aktienoptionen sind die Ausübungspreise der gewährten Aktienoptionen bisher noch nicht erreicht worden, so dass bisher noch keine der gewährten Aktienoptionen ausgeübt wurden. In Höhe von 205.000 ausgegebenen Aktienoptionen kann noch eine bedingte Kapitalerhöhung aus dem bedingten Kapital 2009/I bei deren Ausübung erfolgen.

Genehmigtes Kapital

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 war der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats berechtigt, das Grundkapital bis zum 15. Juli 2019 um bis zu EUR 2.800.000,00 durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014).

Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben. Das genehmigte Kapital ist in 2019 ausgelaufen.

Eigene Anteile

Die artnet AG hält unverändert zum Vorjahr eigene Anteile mit einem Nennbetrag bzw. rechnerischen Wert von EUR 78.081 (1,4 % des Grundkapitals). Hierbei handelt es sich um 78.081 Stück eigene Aktien. Der Erwerb der eigenen Aktien im Geschäftsjahr 1999 diente insbesondere der Zuteilung von Aktien zur Umsetzung des Aktienoptionsplans der Artnet Corp., New York, USA. Im Geschäftsjahr 2019 sind keine Zukäufe und Verkäufe von eigenen Aktien erfolgt.

3.4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prozessrisiken in Höhe von TEUR 995. Darüber hinaus sind vor allem Rückstellungen im Zusammenhang mit der Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses (TEUR 88) sowie Aufwendungen für noch ausstehende Aufsichtsratsvergütungen (TEUR 30) enthalten.

3.5. Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 12 (Vj. TEUR 8) sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 1 (Vj. TEUR 1).

3.6. Verbindlichkeiten

Mit Ausnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben alle Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Darlehensverbindlichkeiten über TEUR 1.500 (Vj. TEUR 1.500) ausgewiesen, die voraussichtlich eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben.

3.7. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von TEUR 611 betreffen die Weiterbelastung von Personal- und Sachaufwendungen für Dienstleistungen, die zugunsten der Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbracht wurden.

3.8. Periodenfremde Erträge

Periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 3 (Vj. TEUR 18) enthalten.

3.9. Erträge aus verbundenen Unternehmen

Die Erträge aus Beteiligungen betreffen ausschließlich das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.

3.10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Raumkosten, Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten, die Kosten der Hauptversammlung sowie Reisekosten enthalten.

3.11. Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen betreffen mit TEUR 40 (Vj. TEUR 40) das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.

4. Organe der Gesellschaft

4.1. Vorstand

Im Berichtsjahr war als Vorstand Herr Jacob Pabst, New York, tätig. Der Vorstand ist alleinvertretungsberechtigt und von dem Verbot der Mehrvertretung (§ 181 BGB) befreit.

Herr Jacob Pabst hat in 2019 von der artnet AG keine Vorstandsvergütung erhalten. Seine Vergütung wird von der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation getragen und im Konzernabschluss der artnet AG und im Lagebericht angegeben.

4.2. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:

Herr Hans Neuendorf, Kaufmann, Berlin Vorsitzender ab 10. Mai 2017
Herr Dr. Pascal Decker, Rechtsanwalt, Berlin Stellvertretener Vorsitzender ab 08. August 2018
Frau Bettina Böhm, Kunsthistorikerin, Berlin ab 08. Mai 2018

Die Vergütung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2019 betrug EUR 112.500,00, davon EUR 50.000,00 für den Vorsitzenden, EUR 37.500,00 für den Stellvertreter und EUR 25.000,00 für das dritte Mitglied des Aufsichtsrates.

5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen vor allem aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 339.

6. Anteilsbesitz

Die Gesellschaft hält 100 % der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, die zum 31. Dezember 2019 ein Eigenkapital von TUSD 6.491 und einen Jahresüberschuss von TUSD 865 für das Geschäftsjahr 2019 ausweist.

Die Artnet Corp. hält 100 % der Anteile an der artnet UK, die zum 31. Dezember 2019 ein Eigenkapital von TGBP 17 und einen Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2019 von TGBP 25 ausweist.

7. Sonstige Angaben

Konzernabschluss

Die artnet AG erstellt und veröffentlicht einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, der in Anwendung von § 315 e HGB eine befreiende Wirkung für die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Recht hat.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 8 (Vj. 9) Angestellte beschäftigt.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers inklusive Reisekosten belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des artnet-Konzerns im Geschäftsjahr 2019 auf TEUR 106, wovon TEUR 3 auf das Vorjahr entfiel, und im Vorjahr auf TEUR 81. Außerdem wurden in den Geschäftsjahren 2019 und 2018 für sonstige Leistungen TEUR 9 bzw. TEUR 12 in Rechnung gestellt. Alle Honorare wurden in den Geschäftsjahren 2019 bzw. 2018 als Aufwand erfasst.

Nachtragsbericht

Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bis zum 24. Juni 2020 wirkte sich die globale Ausbreitung des neuen Coronavirus und der darauf folgende Wirtschaftsabschwung mittelbar wesentlich auf die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft aus, ohne dass sich bestandsgefährdende Tatsachen ergeben haben. Ergänzende Erläuterungen finden sich im Wirtschaftsbericht, im Risiko- und Chancenbericht und im Prognosebericht des Lageberichts.

Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses konnten Prozessrisiken erfolgreich durch Beilegung eines Rechtsstreits minimiert werden. Aus der Beilegung des Rechtsstreits resultieren im Geschäftsjahr 2020 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von rd. 200 TEUR. Mit Streitbeilegung ist es Artnet möglich die Fokussierung auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftssegment weiter voranzutreiben.

Mitteilungen nach § 33 WpHG

Nach § 33 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %.

Die artnet AG hat folgende Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG erhalten:

Mitteilung vom: Mitteilungs-Pflichtige (Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen): + = Überschreitung - = Unterschreitung Meldeschwelle (n)

in %
Datum der Schwellenberührung Stimmrechte

in %
Stimmrechte direkt (§ 33 WpHG)
06.10.2015 Brewster Fine + 3 01.10.2015 3,24 182198
12.10.2016 Andreas Langenscheidt + 3 06.10.2016 3,3 185850
30.01.2019 Andrea Sybill Schaeffer + 3, 5 11.04.2018 5,41
SSP Immobilien GmbH & Co. KG + 3, 5 5,41 304922
20.12.2019 Rüdiger K. Weng + 3, 5, 10 20.12.2019 10,21
Rüdiger K. Weng A+A GmbH
Weng Fine Art AG 10,03 565000
30.12.2019 Dr. Kyra Heiss - 10 23.12.2019 5,24 294889
Mitteilung vom: Mitteilungs-Pflichtige (Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen): Stimmrechte zugerechnet (§ 34 WpHG) Anmerkung
06.10.2015 Brewster Fine
12.10.2016 Andreas Langenscheidt
30.01.2019 Andrea Sybill Schaeffer 304922 Der am 11.04.2018 verstorbene Herr Klaus Jochen Schaeffer meldete zusammen mit der damaligen Aktionärin Schaeffer Immobilien GmbH einen Stimmrechtsanteil in Höhe von 8,52% zum 27.05.2010.
SSP Immobilien GmbH & Co. KG Die SSP Immobilien GmbH & Co. KG ist die hundertprozentige Mutter der Schaeffer Immobilien GmbH, welche wiederum Komplementärin der SSP Immobilien GmbH & Co. KG ist (sog. Einheits-KG). Zu diesem Zeitpunkt waren Herr Klaus Jochen Schaeffer mit 60% und Frau Andrea Sybill Schaeffer mit 40% an der SSP Immobilien GmbH & Co. KG beteiligt.
Zum 06.10.2017 wurden die von der Schaeffer Immobilien GmbH am Emittenten direkt gehaltenen Aktien auf ihr Mutterunternehmen SSP Immobilien GmbH & Co. KG übertragen.
Seit dem Tod des Gesellschafters Klaus Jochen Schaeffer am 11.04.2018 ist Andrea Schaeffer alleinige Kommanditistin der Aktionärin SSP Immobilien GmbH & Co. KG.
20.12.2019 Rüdiger K. Weng 575100
Rüdiger K. Weng A+A GmbH
Weng Fine Art AG
30.12.2019 Dr. Kyra Heiss

Die Gesellschaft hat diese Mitteilungen auf ihrer Investor-Relations-Website veröffentlicht.

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 24. Januar 2020 letztmals aktualisiert und auf unserer Homepage den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.

Berlin, den 24. Juni 2020

artnet AG

Der Vorstand

Jacob Pabst

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019

der Artnet AG, Berlin

Anschaffungs-/Herstellungskosten
1/1/2019

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31/12/2019

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.613,10 0,00 5.613,10 0,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 77.890,64 0,00 77.890,64 0,00
83.503,74 0,00 83.503,74 0,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 73.237,45 5.840,70 0,00 79.078,15
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 9.184.433,10 0,00 0,00 9.184.433,10
9.341.174,29 5.840,70 83.503,74 9.263.511,25
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
1/1/2019

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
31/12/2019

EUR
31/12/2019

EUR
31/12/2018

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.608,10 0,00 5.608,10 0,00 0,00 5,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 77.889,64 0,00 77.889,64 0,00 0,00 1,00
83.497,74 0,00 83.497,74 0,00 0,00 6,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52.302,02 8.153,13 0,00 60.455,15 18.623,00 20.935,43
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 9.184.433,10 9.184.433,10
135.799,76 8.153,13 83.497,74 60.455,15 9.203.056,10 9.205.374,53

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die artnet AG, Berlin

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der artnet AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der artnet AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Lagebericht im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB/§ 315 HGB" verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Lagebericht im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB/§ 315 HGB" verwiesen wird.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Beteiligungsbewertung

a) Das Risiko für den Abschluss

Zum 31. Dezember 2019 bilanziert die artnet AG unverändert zum Vorjahr in den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 9.184 (entspricht 98,8 % der Bilanzsumme), die ausschließlich die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation (Artnet Corp.) betreffen. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.

Die Angaben der Gesellschaft zur Beteiligungsbewertung sind in der Textziffer 3.1 im Anhang sowie im Kapitel "Vermögenslage, Liquidität und Kapitalausstattung der artnet AG" im Wirtschaftsbericht des Lageberichts enthalten.

Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Corp. nutzt die artnet AG ein vereinfachtes Discounted-Cashflow-Verfahren. Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Corp. basiert auf der internen Unternehmensplanung, die die Entwicklung der Artnet Corp. in den letzten Geschäftsjahren berücksichtigt. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Unternehmensplanung in die ewige Rente überführt. Die Planungsrechnung wird durch das Rechnungswesen zusammen mit den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche erstellt und vom Vorstand einer Plausibilitätskontrolle unterzogen. Zur Plausibilisierung des Bewertungsmodells erfolgt außerdem ein Vergleich mit der Entwicklung des Börsenkurses.

Das Risiko für den Abschluss besteht in einer nicht sachgerechten Bewertung der Anteile an der Artnet Corp., insbesondere in einer Überbewertung. Es besteht das Risiko wesentlicher Fehler, da die Beteiligung an der Artnet Corp. betragsmäßig wesentlich ist und in die Bewertung zahlreiche relevante Parameter einfließen, die mit erheblichen Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung verbunden sind.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Wir haben beurteilt, ob das für die Ermittlung des Unternehmenswerts herangezogene Bewertungsmodell die konzeptionellen Anforderungen der relevanten Bewertungsstandards zutreffend abbildet und die Berechnungen in dem Modell korrekt erfolgen. Der Schwerpunkt unserer Prüfung lag auf der kritischen Auseinandersetzung mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten zentralen Annahmen. Von der Angemessenheit der bei der Beteiligungsbewertung verwendeten künftigen Zahlungsströme haben wir uns durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie durch Abgleich mit der von dem Vorstand erstellten Unternehmensplanung überzeugt. Die Plausibilisierung des Beteiligungswertes anhand der Entwicklung des Börsenkurses haben wir nachvollzogen. Die von dem Vorstand angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht zur Bewertung der Anteile an der Artnet Corp. geeignet. Abschließend haben wir betrachtet, ob Anzeichen dafür vorlagen, dass das Management sein Ermessen einseitig ausgeübt hat.

Wir haben keine Hinweise oder Erkenntnisse erlangt, dass die Bewertung nicht sachgerecht erfolgt ist und dass das Ermessen der Gesellschaft nicht ausgewogen und angemessen ausgeübt wurde.

Sonstige Informationen

Der gesetzliche Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Lageberichts verwiesen wird, und
die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Lagebericht.

Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der auf der Internetseite des Konzern veröffentlichen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, auf die in Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Konzernlageberichts verwiesen wird, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt.

Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 20. November 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Abschlussprüfer der artnet AG, Berlin, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Till Kohlschmitt.

Hamburg, 24. Juni 2020

**Ebner Stolz GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft**

Florian Riedl, Wirtschaftsprüfer

Till Kohlschmitt, Wirtschaftsprüfer

Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des Lageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird verwiesen.

Jahresfinanzbericht 2019

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die nach Gesetz und Satzung bestehenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand überwacht. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 sowie bis zur Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2019 fünf Sitzungen abgehalten, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder vollzählig teilgenommen haben. Die Sitzungen fanden am 19. März 2019 (Telefonkonferenz), am 15. Mai 2019 (konstituierende Sitzung), am 18. August 2019 (Präsenzsitzung in Berlin), am 8. November 2019 (Präsenzsitzung in Berlin, der Vorstand war telefonisch zugeschaltet), am 28. Januar 2020 (Präsenzsitzung in Berlin) und am 30. April 2020 (Telefonkonferenz gemeinsam mit dem Vorstand) statt. Am 25. Juni 2020 erfolgte die bilanzfeststellende Sitzung mit Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, per Telefonkonferenz. Neben dem Aufsichtsrat und den Wirtschaftsprüfern nahm Herr Jacob Pabst, Vorstand an dieser Sitzung teil.

Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine Veränderungen im Aufsichtsrat. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrates wurden auf der ordentlichen Hauptversammlung am 15. Mai 2019 bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder für das Geschäftsjahr 2019 beschließt, gewählt. In der konstituierenden Sitzung am 15. Mai 2019 wurde Herr Neuendorf zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Herr Dr. Decker zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.

Herr Pabst war im Geschäftsjahr 2019 durchgängig Alleinvorstand der Artnet AG. Sein Vertrag wurde im März 2019 bis zum 1. Juli 2021 verlängert.

Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand in mündlichen und schriftlichen Berichten ausführliche Informationen über die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensstrategie und alle wichtigen Maßnahmen. Wesentlicher Bestandteil der Berichterstattung waren die Management-Berichte, die der Vorstand monatlich an alle Mitglieder des Aufsichtsrates verschickte. Diese enthalten alle wesentlichen Informationen und Kennzahlen zum Unternehmen. Die Monats- und Quartalsberichte sowie der Halbjahresbericht 2019 zur allgemeinen Geschäftsentwicklung und zur Entwicklung der einzelnen Segmente, wurden mit dem Vorstand erörtert. Zu Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Geschäftspolitik und für die Unternehmensstrategie hat sich der Vorstand laufend mit dem Aufsichtsrat ausgetauscht.

Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Entwicklung aller Segmente und Projekte. Besonderer Fokus wurde dabei auf das Segment Auctions sowie das FALCON-Projekt gelegt, das für die Entwicklung des Unternehmens von besonderer Bedeutung ist. Daneben wurden die Liquiditätslage hinsichtlich eines Schadenersatzanspruches, das Budget für das Geschäftsjahr 2020 und Finanzierungen besprochen. In Abstimmung mit dem Vorstand hatten Herr Dr. Decker und Herr Neuendorf auf Initiative von Herrn Dr. Decker in der zweiten Jahreshälfte 2019 damit begonnen, mit Banken über eine Kreditlinie zu verhandeln. Die Gespräche und Verhandlungen werden im laufenden Geschäftsjahr 2020 fortgesetzt.

Mithilfe einer möglichen Finanzierung sollen Entwicklungen wie das Projekt FALCON eher abgeschlossen werden, um das Wachstum von Artnet zu beschleunigen. Die Ausgaben für das Projekt FALCON wurden auch mit dem Vorstand diskutiert. Ferner wurden Fragen der Corporate Governance und der Compliance besprochen sowie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.

Der Aufsichtsrat wurde bereits im Herbst 2018 vom Vorstand darüber unterrichtet, dass die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) den Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2017 sowie den Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2017 einer Prüfung gemäß § 342b Abs. 2 Satz 3 Nr. 3 HGB (Stichprobenprüfung) unterzieht. Am 17. September 2019 wurde der Vorstand von der zuständigen Kammer der Prüfstelle darüber unterrichtet, dass keine fehlerhafte Rechnungslegung für das Geschäftsjahr 2017 festgestellt wurde.

Der vom Vorstand der Artnet AG für das Geschäftsjahr 2019 erstellte Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach den IFRS, wie diese in der EU anzuwenden sind, wurden zusammen mit dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft.

Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer überzeugt. Die Abschlussprüfer kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Jahresabschluss nach HGB als auch der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Vorschriften der IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres vermittelt und erteilen jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Abschluss der Prüfung nahmen die Abschlussprüfer an einer Aufsichtsratssitzung teil, um den Jahres- und Konzernabschluss zu besprechen und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu erläutern.

Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Artnet AG sowie die dazugehörigen Lageberichte geprüft. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen eingehenden Prüfung keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Artnet AG in der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüften Fassung durch Beschluss vom 25. Juni 2020 gebilligt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist damit festgestellt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde vom Aufsichtsrat durch den Beschluss vom 25. Juni 2020 ebenfalls gebilligt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.

Berlin, den 25. Juni 2020

Für den Aufsichtsrat

Hans Neuendorf, Vorsitzender