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artnet AG Audit Report / Information 2024

Aug 20, 2025

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Audit Report / Information

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Publication

artnet AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Bilanz zum 31. Dezember 2024

Aktiva

31.12.2024

EUR
31.12.2023

EUR
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.483,00 12.058,00
II. Finanzanlagen
Beteiligungen 9.184.433,10 9.184.433,10
9.201.916,10 9.196.491,10
B. Umlaufvermögen
1. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sonstige Vermögensgegenstände 60.811,60 80.653,31
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 55.806,22 48.030,77
116.617,82 128.684,08
C. Rechnungsabgrenzungsposten 10.929,94 8.730,11
9.329.463,86 9.333.905,29
Passiva
31.12.2024

EUR
31.12.2023

EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.706.067,00 5.706.067,00
II. Kapitalrücklage 714.853,98 714.853,98
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 130.197,02 130.197,02
2. Andere Gewinnrücklagen 2.818.861,48 2.818.861,48
IV. Verlustvortrag -2.612.197,73 -1.542.358,34
V. Jahresfehlbetrag -1.125.302,47 -1.069.839,39
5.632.479,28 6.757.781,75
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 475.589,04 420.516,86
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 259.739,34 288.552,34
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 259.739,34 (Vorjahr: EUR 288.552,34)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.936.579,44 1.850.392,39
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.436.579,44 (Vorjahr: EUR 350.392,39)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.500.000,00 (Vorjahr: EUR 1.500.000,00)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 25.076,76 16.661,95
- davon aus Steuern EUR 22.093,31 (Vorjahr: EUR 15.580,15)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 1.115,15 (Vorjahr: EUR 987,53)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 25.076,76 (Vorjahr: EUR 16.661,95)
3.221.395,54 2.155.606,68
9.329.463,86 9.333.905,29

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024

2024

EUR
2023

EUR
1. Umsatzerlöse 784.760,51 811.770,10
2. Sonstige betriebliche Erträge 781,66 420,04
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 781,66 (Vorjahr: ./. EUR 380,56)
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -729.951,93 -683.861,34
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -143.952,45 -125.263,77
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -4.667,70 -2.028,27
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -986.943,76 -1.030.826,15
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 26,65 0,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -43.269,65 -40.050,00
- davon an verbundene Unternehmen EUR 40.050,00 (Vorjahr: 40.050,00)
8. Ergebnis nach Steuern -1.123.216,67 -1.069.839,39
9. Sonstige Steuern -2.085,80 0,00
10. Jahresfehlbetrag -1.125.302,47 -1.069.839,39

Anhang für das Geschäftsjahr 2024

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Berlin und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Berlin unter der Registernummer HRB 98006B eingetragen.

Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften sowie die ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes zugrunde.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Aktien der artnet AG sind zum Handel im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Daher gelten für die Aufstellung des Jahresabschlusses ungeachtet der Größenklassen des § 267 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da die Gesellschaft davon ausgeht, die im Prognosezeitraum des Vorstands fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen und basieren auf der geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die Posten des Eigenkapitals sind zum Nennwert bilanziert.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der auf diese entfallenden Abschreibungen ergibt sich aus dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.

3.2. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen betreffen die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, an der die artnet AG seit dem Geschäftsjahr 2002 sämtliche Anteile hält. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.

Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation verwendet die artnet AG zum einen ein vereinfachtes Discounted-Cashflow-Verfahren. Zum anderen wird die Werthaltigkeit anhand des Vergleichs mit der Entwicklung des Börsenkurses und der Marktkapitalisierung zum Stichtag plausibilisiert. Ein Bedarf für außerplanmäßige Abschreibungen ergab sich nicht.

Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z. B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Worldwide Corporation basiert auf der internen Unternehmensplanung, die auch aus der Entwicklung der letzten Geschäftsjahre abgeleitet worden ist. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Planung in die ewige Rente überführt. Dabei wird ein nachhaltiges Wachstum von 3,0 % (Vj. 3,0 %) unterstellt. Ferner werden Kapitalkosten vor Steuern von 23,14 % (Vj. 23,14 % vor Steuern) zugrunde gelegt. Die Prämissen und die Planungsrechnung werden durch das Rechnungswesen zusammen mit den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche erstellt und vom Vorstand einer Plausibilitätskontrolle unterzogen.

3.3. Sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Davon ausgenommen ist die hinterlegte Mietkaution in Höhe von EUR 12.768,00.

3.4. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 5.706.067,00 und war eingeteilt in 5.706.067 Stück nennwertlose Namensaktien. Im Geschäftsjahr 2024 hat sich keine Veränderung des Grundkapitals ergeben.

3.5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten noch nicht abgerechnete Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 10 (Vj. TEUR 68), Kosten der Hauptversammlung in Höhe von TEUR 189 (Vj. TEUR 0) sowie Bonuszahlungen in Höhe von TEUR 25 (Vj. TEUR 23) für das Jahr 2024. Darüber hinaus sind vor allem Rückstellungen im Zusammenhang mit der Aufstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses in Höhe von TEUR 189 (Vj. TEUR 262), Rückstellungen für Urlaubsansprüche in Höhe von TEUR 31 (Vj. TEUR 30) sowie Aufwendungen für noch ausstehende Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von TEUR 22 (Vj. TEUR 22) enthalten.

3.6. Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 22 (Vj. TEUR 16) sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 1 (Vj. TEUR 1).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Darlehensverbindlichkeiten über TEUR 1.500 (Vj. TEUR 1.500), welche eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren haben. Sämtliche übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von TEUR 785 (Vj. TEUR 812) betreffen die Weiterbelastung von Personal- und Sachaufwendungen für Dienstleistungen, die zugunsten der Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbracht wurden.

4.2. Personalaufwand

Der Personalaufwand des Geschäftsjahrs beträgt TEUR 874 (Vj. TEUR 809) und gliedert sich in Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 730 (Vj. TEUR 684) und soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung in Höhe von TEUR 144 (Vj. TEUR 125).

4.3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Raumkosten, Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten sowie die Kosten der Hauptversammlung enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 71 (Vj. TEUR 45) enthalten, für Prüfungskosten und Honorar des Abschlussprüfers.

4.4. Erträge aus Beteiligungen

Unter den Erträgen aus Beteiligungen werden die Vorabgewinnausschüttungen der Artnet Worldwide Corporation ausgewiesen. Diese betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 0 (Vj. TEUR 0).

4.5. Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 43 (Vj. TEUR 40) betreffen mit TEUR 40 (Vj. TEUR 40) das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.

5. Organe der Gesellschaft

5.1. Vorstand

Im Berichtsjahr war als Vorstand Herr Jacob Pabst, New York, tätig. Der Vorstand ist alleinvertretungsberechtigt und von dem Verbot der Mehrvertretung (§ 181 BGB) befreit.

Herr Jacob Pabst hat in 2024 von der artnet AG keine Vorstandsvergütung erhalten. Seine Vergütung wird von der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation getragen und im Konzernabschluss der artnet AG und im Vergütungsbericht angegeben.

5.2. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:

Herr Dr. Pascal Decker, Rechtsanwalt, Berlin (Aufsichtsratsvorsitzender)
Frau Prof. Dr. Michaela Diener, Professorin für Kunst- und Designgeschichte, Berlin (Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende)
Herr Hans Neuendorf, Kaufmann, Berlin (Aufsichtsratsmitglied)

Die Vergütung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2024 betrug EUR 112.500,00, davon EUR 50.000,00 für den Vorsitzenden, EUR 37.500,00 für die Stellvertreterin und EUR 25.000,00 für das dritte Mitglied des Aufsichtsrates.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen vor allem aus dem Mietvertrag für die Geschäftsräume in Höhe von TEUR 72. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Mai 2026. Jährliche Pachtaufwendungen fallen in Höhe von TEUR 51 an. Aus den Pacht- und Leasing-Verträgen bestehen keine Verbindlichkeiten von mehr als fünf Jahren.

7. Anteilsbesitz

Die Gesellschaft hält 100 % der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, die zum 31. Dezember 2024 ein Eigenkapital von TUSD 6.745 (ca. TEUR 6.492) und einen Jahresfehlbetrag von TUSD 497 (ca. TEUR 479) für das Geschäftsjahr 2024 ausweist.

Die Artnet Corporation hält 100 % der Anteile an der artnet UK, die zum 31. Dezember 2024 ein Eigenkapital von TEUR 301 und einen Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2024 von TEUR 94 ausweist.

Konzernabschluss

Die artnet AG erstellt und veröffentlicht einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, der in Anwendung von § 315e HGB eine befreiende Wirkung für die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Recht hat.

8. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 14 (Vj. 11) Angestellte beschäftigt.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des Artnet Konzerns im Jahr 2024 auf TEUR 150.

Nachtragsbericht

Leonardo Art Holdings GmbH hat am 08. Juli 2025 die Angebotsunterlage für ihr freiwilliges öffentliches Übernahme- und Delistingangebot an die Aktionäre der artnet AG, zum Erwerb sämtlicher von der Bieterin nicht unmittelbar gehaltenen nennwertlose auf den Namen lautenden Stückaktien (ISIN DE000A1K0375) der Gesellschaft mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von EUR 1,00 je Aktie ("artnet Aktie"), gegen Zahlung einer Geldleistung in Höhe von EUR 11,25 je artnet Aktie ("Angebotspreis") veröffentlicht ("Angebot").

Laut der Pressemitteilung vom Mai 2025 folgt das Angebot für artnet auf den kürzlich erfolgten Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von Beowolff Capital an Artsy, eines der größten Online-Marktplätze für die Suche und den Kauf von Kunst. Diese beiden Transaktionen sind grundlegende Schritte auf dem Weg zum Aufbau eines Portfolios marktführender Unternehmen mit dem Ziel, diese zu vergrößern, ihre Zusammenarbeit zu fördern und die Rentabilität zu steigern.

Am 16 Juli 2025 hat artnet zur Liquiditätsstärkung ein Darlehen in Höhe von 2 Mio USD erhalten.

Mitteilungen nach § 33 WpHG

Nach § 33 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %.

Im Jahr 2024 hat die artnet AG keine Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG erhalten.

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 08. August 2024 letztmals aktualisiert und auf unserer Homepage den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.

Berlin, den 17. Juli 2025

Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2024

Anschaffungskosten
Stand 1.1.2024

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Stand 31.12.2024

EUR
--- --- --- --- ---
I. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 65.728,83 10.092,70 38.891,34 36.930,19
II. Finanzanlagen
Beteiligungen 9.184.433,10 0,00 0,00 9.184.433,10
9.250.161,93 10.092,70 38.891,34 9.221.363,29
Abschreibungen Buchwerte
Stand 1.1.2024

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Stand 31.12.2024

EUR
Stand 31.12.2024

EUR
Stand 31.12.2023

EUR
--- --- --- --- --- --- ---
I. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 53.670,88 4.667,70 38.891,39 19.447,19 17.483,00 12.057,95
II. Finanzanlagen
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 9.184.433,10 9.184.433,10
53.670,88 4.667,70 38.891,39 19.447,19 9.201.916,10 9.196.491,05

Lagebericht zum 31. Dezember 2024

Geschäftsmodell der artnet AG

Die artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Die wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die artnet AG ("das Unternehmen"), Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.") und Artnet UK Ltd. ("Artnet UK") (zusammen "Artnet" oder "der Konzern") firmieren unter dem Markennamen "Artnet". Artnet UK Ltd., mit Sitz in London, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Artnet Corp.

Die artnet AG funktioniert als Management-Holding für den Artnet-Konzern. Sie erzielt Erlöse durch die Verrechnung von Management-Leistungen, Unterstützung in Rechtsfragen und Qualitätsmanagement für alle Tochterunternehmen. Darüber hinaus beschränkt sich das Geschäftsmodell auf die Verwaltung der Beteiligungen und die Erbringung von Leistungen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft artnet Worldwide Corp mit Sitz in New York, ISA und artnet UK Ltd mit Sitz in London, UK.

Ziele und Strategien

Wir stellen uns eine Welt vor, in der das Kaufen, Verkaufen und Sammeln von Kunst einfach, effizient und äußerst lohnend für den modernen Sammler ist. Wir möchten es Kunstinteressierten und -sammlern ermöglichen, ihrer Leidenschaft nachzugehen, und reibungslose Transaktionen durchzuführen, die auf Vertrauen und Transparenz beruhen. Der Beitrag der artnet AG, vor dem Hintergrund dieses Ziels, ist die Unterstützung der operativen Gesellschaften. Die Unterstützung besteht neben den konkreten operativen Leistungen einer Holding, in der stetigen Weiterentwicklung der Strategie der Gruppe und damit insbesondere in der kontinuierlichen Verbesserung der Leistungen der Artnet Worldwide Corp.

Artnet ist ein Tech-Unternehmen im Kunstmarkt und treibt dessen Digitalisierung voran mit dem Ziel, Ineffizienzen im Kunstmarkt durch digitale Lösungen zu überwinden. Die Dienstleistungen von Artnet bieten Markttransparenz, Einblicke, schnelle Transaktionen und Liquidität für Tausende von Kunden und Millionen von Nutzern weltweit. Diese Liquidität entsteht aufgrund verkürzter Prozesse im Vergleich zu traditionellen Auktionshäusern bei denen die Umschlagszeit (turn around time) bis zu 3 Monaten dauern kann. Der generelle technologische Fortschritt bedeutet, dass der Artnet-Konzern und somit auch die AG laufend versuchen das Produktangebot zu verbessern, was ein wesentliches Ziel der Artnet Gruppe darstellt. Artnet betreibt ein diversifiziertes B2B- und B2C-Geschäftsmodell und bietet einer vielfältigen Gruppe von Kunden ein synergetisches Angebot an Produkten und Dienstleistungen. Die Geschäftstätigkeit der Gruppe ist in die folgenden drei Segmenten gegliedert:

1. Marktplatz

2. Daten

3. Medien

Steuerungssystem

Zentrales Ziel der artnet AG ist es, die finanzielle Stabilität der Gesellschaft zu bewahren. Dieses Ziel wird konzernweit mittels einer genauen und konsequenten ganzjährigen Überwachung detaillierter Finanzinformationen und Leistungsindikatoren sichergestellt. Die artnet AG hat, als reine Holdinggesellschaft, keine eigenen, auf die Tätigkeit der Gesellschaft selbst bezogenen, bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, nach denen der Vorstand das Unternehmen steuert.

Der Vorstand nimmt für seine Geschäftsentscheidungen stets die Perspektive der Gruppe ein. Hierbei bewertet der Vorstand ein monatliches Reporting über die Gruppe, in dem die finanziellen Leistungsindikatoren aus Sicht des Konzerns (Umsatzerlöse, Umsatzkosten, Bruttoergebnis, Betriebsergebnis) sowohl aggregiert als auch auf Segmentebene, analysiert werden. Weitere relevante Kennzahlen, die aber nicht zu den bedeutsamsten gezählt werden, sind der Bestand an liquiden Mitteln, die erhaltenen sowie die geleisteten Zahlungen.

Mit Bezug auf die Leistung des Konzerns sind die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Sinne von DRS 20 die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis. In Bezug auf die Segmente sind die Umsatzerlöse der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator. Das Betriebsergebnis wird lediglich auf Konzernebene überwacht. Der Konzern hat keine bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Sinne des DRS 20.

Der Konzern berücksichtigt bei der Steuerung der einzelnen Segmente weitere relevante Leistungsindikatoren, die aber nicht zu den bedeutsamsten gezählt werden:

Das Segment Marktplatz wird unterteilt in die Bereiche Artnet Auctions und Galerien. Im Bereich Artnet Auctions wird zudem nach dem finanziellen Leistungsindikator der Verkaufsrate (sell through rate) gesteuert, welche anhand des Volumens und dem Wert der Transaktionen ermittelt wird. Im Bereich Galerien wird zusätzlich nach dem nichtfinanziellen Leistungsindikator Mitgliedschaften gesteuert. Hierbei sind die Anzahl der gesamten Mitgliedschaften, neue Mitgliedschaften sowie deren Kündigungen relevant.

Im Segment Daten sind nichtfinanzielle Indikatoren die Anzahl der Kunden und die Anzahl der Suchen im Datenspeicher.

Im Segment Medien sind die Besucherzahlen der Internetseite (traffic) ein nichtfinanzieller Leistungsindikator sowie die Anzahl der Artnet News Pro Abonnenten.

Hinsichtlich der Besucherzahlen auf der Internetseite ist die laufende Analyse derer, wie auch die Nutzeraktivität auf allen Seiten ein Bestandteil der Steuerung. Die Besucherzahlen unterliegen saisonalen Schwankungen. Artnet wertet die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis aus. Diese Auswertung ist außerdem für die Abrechnung leistungsabhängiger Werbeverträge von Bedeutung. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren für die Internet-Werbung sind die Anzahl der tatsächlichen Aufrufe (impressions) und der unterschiedlichen Benutzer (unique users) je Werbeanzeige auf der Internetseite.

Forschung und Entwicklung

Die artnet AG agiert als reine Finanz-Holding und unternimmt entsprechend keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die artnet AG ist eine reine Finanz-Holding. Da die artnet AG von den unternehmerischen Erfolgen ihrer Tochtergesellschaften abhängig ist, wird in der folgenden Analyse auf die für die gesamte Gruppe relevanten Rahmenbedingungen eingegangen.

Das Geschäftsjahr 2024 verzeichnete ein moderates Wachstum trotz zahlreicher makroökonomischer Herausforderungen, die sich bis Anfang 2025 fortgesetzt haben. Das weltweite BIP-Wachstum wird voraussichtlich von 3,2 % im Jahr 2024 auf 2,9 % in den Jahren 2025 und 2026 zurückgehen. Höhere Handelsbarrieren in mehreren G20-Volkswirtschaften sowie zunehmende politische Unsicherheit belasten Investitionen und den privaten Konsum. Für die Vereinigten Staaten wird erwartet, dass das reale jährliche BIP-Wachstum von 2,8 % im Jahr 2024 auf 1,6 % in den Jahren 2025 und 2026 sinkt. Im Euroraum soll das reale BIP-Wachstum von 0,8 % im Jahr 2024 auf 1,0 % im Jahr 2025 und 1,2 % im Jahr 2026 steigen, wobei anhaltende Unsicherheit das Wachstum weiterhin dämpft. In China wird ein Rückgang des Wachstums von 4,8 % im laufenden Jahr auf 4,4 % im Jahr 2026 prognostiziert. (Quelle: OECD, Juni 2025). Diese gedämpfte Entwicklung ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter anhaltender Inflationsdruck und geopolitische Spannungen. (Quelle: McKinsey &Company + IWF).

Die Handelsdynamik spielt bei der Gestaltung des wirtschaftlichen Umfelds eine entscheidende Rolle. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betonte, dass eine Eskalation des Handelskonflikts, insbesondere durch höhere US-Zölle auf Importe, das globale Wachstum hemmen und Inflationsraten erhöhen würden. Diese protektionistischen Maßnahmen führten zu niedrigeren Investitionen und Verbraucherausgaben, was sich insbesondere auf Länder wie Mexiko und Kanada auswirken würde (Quelle: The Guardian).

Ungeachtet dieser Herausforderungen erwiesen sich einige Regionen als resilient. Aufstrebende asiatische Wirtschaftsräume, vor allem China, der Nahe Osten und Indien, profitierten von erhöhter Nachfrage in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, was ihre Wachstumsaussichten steigert. Insgesamt blieb das globale wirtschaftliche Umfeld jedoch fragil.

Vor diesem Hintergrund rechnet der Artnet-Konzern mit einem weiteren Jahr, in dem das Wachstum in der Kunstbrache verhalten ausfällt, da diese durch das Vertrauen und die Kaufkraft der Konsumenten beeinflusst wird.

Entwicklung des Kunstmarktes

Der für die Geschäftstätigkeit der Artnet-Gruppe, und damit der artnet AG, relevante Kunstmarkt wurde im Jahr 2024 durch erhebliche Herausforderungen geprägt, die größere wirtschaftliche und geopolitische Unwägbarkeiten widerspiegeln. Der Verkauf von Kunstwerken belief sich 2024 auf 10,2 Milliarden USD, ein Minus von 27,3 % im Vergleich zum Vorjahr, was ungefähr dem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2020 entspricht, als der Umsatz um 22,3 % auf 10,2 Milliarden USD fiel. Mit dem Rückgang setzt sich der Abwärtstrend fort, der vor zwei Jahren vor dem Hintergrund steigender Zinssätze und wachsender geopolitischer Unsicherheit eingesetzt hat. In der Luxus-, Mode- und ähnlichen Branchen setzten viele Verbraucher eher auf die Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis statt auf hochpreisige oder extravagante, nicht lebensnotwendige Güter, wodurch ihre Ausgaben vorsichtiger und geringer ausfielen. Auch der Kunstmarkt bildete mit einer soliden Aktivität auf einem niedrigeren Niveau, aber zurückhaltenderen Ausgaben bei höheren Preispunkten hier keine Ausnahme (Quelle: UBS Art Basel Art Market Report 2025).

Diese Unbeständigkeit setzte sich 2024 fort und nahm weiter zu, da in einer sehr hohen Anzahl von Ländern, einschließlich der USA und Großbritannien (zwei der drei größten Kunstmärkte weltweit) Wahlen stattfanden. Auch der Wirtschaftsabschwung in China dämpfte den Gesamtumsatz (Quelle: Artnet Intelligence Report Year Ahead 2025).

Infolgedessen verzeichneten die großen Auktionshäuser starke Umsatzrückgänge. Der Verkauf von Kunstwerken bei Christie's belief sich auf 3,2 Milliarden USD, ein Minus von 18 % im Vergleich zu 2023 und 47,3 % weniger als im Jahr 2022. Sotheby's erwirtschaftete 2,5 Milliarden USD, was einem Rückgang von 38,1 % gegenüber 2023 entspricht; dies trotz neuer Auktionsräume in Paris und Hongkong (Quelle: Artnet Intelligence Report Year Ahead 2025). Darüber hinaus sah sich Sotheby's mit erheblichen Schulden und Restrukturierungsmaßnahmen konfrontiert, was zu Zahlungsverzug und Bedenken hinsichtlich des Cashflow führte. Beide Häuser erweiterten zudem ihre Präsenz im Nahen Osten: Sotheby's plant seine erste Live-Auktion in Saudi-Arabien und Christie's eröffnet ein Büro in Riad (Quelle: Artnet News).

Vermögende Privatpersonen passten ihre Sammlergewohnheiten an die Marktbedingungen an. Impulskäufe gingen von 10 % im Jahr 2023 auf 1 % im Jahr 2024 zurück, da Sammler vor einem Kauf zunächst gründlich recherchierten. Werke von Künstlerinnen legten bei den Sammlungen deutlich zu und erreichten mit einem Anteil von 44 % gegenüber Künstlern ein Siebenjahreshoch (Quelle: UBS Global Survey of Collecting 2024).

Mit Kunstauktionen in Höhe von 4,3 Milliarden USD im Jahr 2024, was einem Rückgang von 25,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht, blieben die USA der größte Kunstmarkt weltweit. Die Inflationsrate war über weite Teile des Jahres hoch, was die Kosten erhöhte und die Verkäufe verringerte, während einige wenige hochwertige Privatverkäufe - welche die Gesamtzahlen der Vorjahre stützten - unter den Hammer kamen. Zwar ist dies der drittniedrigste Gesamtumsatz in den USA in den letzten zehn Jahren, er liegt aber immer noch rund 1 Milliarde USD über dem Pandemiejahr 2020.

Der Gesamtumsatz von 1,9 Milliarden USD in China entspricht einem deutlichen Rückgang von 46,1 % gegenüber 2023. China verzeichnete 2024 eine Verlangsamung des BIP-Wachstums, die auf eine angeschlagene Immobilienbranche und eine geschwächte Verbrauchernachfrage zurückzuführen ist (Quelle: Internationaler Währungsfonds). Selbst als Christie's und Sotheby's im vergangenen Jahr neue Zentralen in Hongkong eröffneten, lehnten es einige chinesische Auktionshäuser wie Beijing Hanhai ab, Verkäufe zu melden, vermutlich aufgrund der schlechten Leistung. Das Auktionshaus Beijing Cheng Xuan schloss im Oktober.

Mit einem Umsatz von nur 1,4 Milliarden USD, dem niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre, war der britische Markt im Vergleich zum Vorjahr um 20,5 % rückläufig (Quelle: Artnet Intelligence Report Year Ahead 2025). Wie in den USA, verzeichnete auch der britische Markt eine Abschwächung in den hochpreisigen Segmenten und lag damit 15 % unter dem Niveau vor der Pandemie im Jahr 2019, aber noch 5 % über dem Wert für 2020 (Quelle: UBS Art Basel Art Market Report 2025).

Im Jahr 2024 wurden bei Sotheby's, Christie's, Phillips, Bonhams und Artnet Auctions Kunstwerke im Gesamtwert von 392,7 Millionen USD online versteigert. Das entspricht einem Rückgang von 10,8 % gegenüber 2023 und liegt im Rahmen des Gesamtrückgangs im Markt. Nach Volumen war der Online-Umsatz 189,2 % höher als vor der Pandemie und die Anzahl der verkauften Werke steigt von Jahr zu Jahr. 2024 wurden mehr als 29.000 Werke online verkauft, ein Zuwachs von 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr und 27 % mehr als im Jahr 2020, als sich viele Verkäufe ins Internet verlagerten (Quelle: Artnet Intelligence Report Year Ahead 2025).

Die Integration von Technik, vor allem von Künstlicher Intelligenz (KI), verändert den Kunstmarkt. Ein mit KI erzeugtes Kunstwerk wurde bei Sotheby's für 1,1 Millionen USD verkauft, eine bedeutende Entwicklung in der digitalen Kunst. Für die Zukunft rechnet der Markt mit einer Verlagerung, da jüngere, technikaffine Sammler in Erscheinung treten, die Zukunftstrends und Vorlieben beeinflussen könnten (Quelle: Artnet News).

Auch in Zukunft wird der technologische Fortschritt den Kunstmarkt beeinflussen, wobei digitale Kunst bei wichtigen Messen an Bedeutung gewinnt. Ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen herrscht Optimismus für eine Erholung des Kunstmarktes, dank seines lebhaften kulturellen Ökosystems und seiner Offenheit für neue Technologien (Quelle: Financial Times).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der internationale Kunstmarkt im Jahr 2024 sowohl von Herausforderungen als auch von Resilienz geprägt war. Während die Auktionsverkäufe am oberen Ende des Marktes rückläufig waren, betonten die Anpassungsfähigkeit der Händler, das Wachstum der Online-Plattformen und andere Verhaltensweisen von Sammlern die Fähigkeit des Marktes, auf Veränderungen der globalen Dynamik zu reagieren.

Ertrags- Finanz- und Vermögenslage der artnet AG

Der Tätigkeitsbereich der artnet AG beschränkte sich im Geschäftsjahr 2024, wie in den Vorjahren auch, weitgehend auf die Holdingfunktion. Strategische Ziele werden ausschließlich auf Gruppenebene definiert und verfolgt. Die artnet AG erbringt ihre Managementleistungen im Wesentlichen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. mit Sitz in New York, USA. Sämtliche Vertragsbeziehungen zu Kunden bestehen über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., sodass die artnet AG keine konzernexternen Umsatzerlöse erzielt. Die Ertragslage wird daher durch die Beziehungen zu der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corp. bestimmt, sowie von den mit der Verwaltung und Börsennotierung der artnet AG verbundenen Aufwendungen. Darüber hinaus ist die artnet AG insofern von der Geschäftsentwicklung insbesondere der Artnet Corp. abhängig, als dass sich ein veränderndes operatives Geschäftsumfeld auch positiv oder negativ auf ihre eigenen Unterstützungsleistungen in den Bereichen Vertrieb und Kundenbetreuung auswirken kann.

Ertragslage der artnet AG

Im Geschäftsjahr 2024 wurde die durch den Vorstand gemachte Prognose bezüglich des Jahresergebnisses nicht erfüllt. Für 2024 wurde demnach ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, welches nicht erreicht wurde. Das Ergebnis nach Steuern der artnet AG reduzierte sich von - 1.070 TEUR im Geschäftsjahr 2023 auf - 1.125 TEUR im Geschäftsjahr 2024. Der Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Erträge aus Beteiligungen gesunken sind. Hierfür wiederum ursächlich ist insbesondere das Ergebnis der Artnet Worldwide Corp. Die artnet AG war insofern direkt von der Geschäftsentwicklung der Artnet-Gruppe betroffen.

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres belaufen sich auf 785 TEUR (2023: 812 TEUR) und blieben somit fast unverändert zum Vorjahr.

Der Personalaufwand der artnet AG erhöhte sich leicht von 809 TEUR auf 873 TEUR. Die artnet AG beschäftigt zum 31. Dezember 2024 14 Mitarbeiter (2023: 10).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich von 1.030 TEUR in 2023 auf 986 TEUR in 2024. Hauptposten der sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren 111 TEUR für Rechts- und Beratungskosten (2023: 128 TEUR) und 221 TEUR für Abschluss- bzw. Prüfungskosten (2023: 345 TEUR).

Der Vorstand prüft regelmäßig mögliche Maßnahmen, die insgesamt zur Erholung von dem schwierigen Geschäftsjahr 2024 beitragen werden. Hierunter fallen unter anderem Kosteneinsparungen, die auf Ebene der artnet AG, aber auch der Gruppe insgesamt, geprüft werden. Diese betreffen vor allem den Bereich Personal und Verwaltung.

Vermögenslage- und Finanzlage der artnet AG

Die Vermögenslage der artnet AG wird geprägt durch den Anteilswert an der Tochtergesellschaft artnet Worldwide Corp., der unverändert in Höhe der Anschaffungskosten von 9.184 TEUR angesetzt wird. Der Buchwert macht rund 98,40 % der Bilanzsumme aus.

Die sonstigen Aktiva der artnet AG haben sich kaum verändert.

Das Eigenkapital verbleibt mit 5.632 TEUR unter dem Vorjahr (2023: 6.757 TEUR). Die Entwicklung des Eigenkapitals resultiert aus dem Jahresfehlbetrag.

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich von 421 TEUR auf 475 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber fremden Dritten reduzierten sich von 288 TEUR in 2023 auf 259 TEUR in 2024.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corp sind im Vergleich zum Vorjahr von 1.850 TEUR auf 2.936 TEUR finanzierungsbedingt gestiegen. Die artnet Worldwide Corp hat der artnet AG ein langfristiges und verzinsliches Darlehen in Höhe von 1.500 TEUR zur Verfügung gestellt, welches unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen wird. Zum Stichtag beliefen sich die liquiden Mittel auf 56 TEUR.

Gesamtaussage zur Lage der artnet AG

Da die artnet AG als reine Finanz-Holding von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gruppe abhängig ist, wird an dieser Stelle auf die Gesamtaussage der Lage der Gruppe rekurriert. Die von der artnet AG zu erbringende Dienstleistung und die daraus zu erzielenden Erlöse, hängen nahezu vollständig von der Leistung des Konzerns ab.

Das Management ist trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage sowie der davon anhängigen Lage im Kunstmarkt vorsichtig optimistisch für das Geschäftsjahr 2025. Das Management erwartet auf Konzernebene ein ausgeglichenes Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr. Hieraus leitet der Vorstand ab, dass die artnet AG ein im Vergleich zu 2024 leicht verbessertes Jahresergebnis erzielen wird.

Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem (IKS)

Gemäß den Vorschriften von § 91, Abs. 3 AktG hat der Vorstand eines börsennotierten Unternehmens im Hinblick auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und die Risikolage des Unternehmens ein angemessenes und wirksames internes Kontroll- und Risikomanagementsystem einzuführen. Die bei der artnet AG implementierten Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem des Artnet-Konzerns umfasst die Gesamtheit aller Überwachungsmaßnahmen zur Risikominimierung der Unternehmensprozesse. Es soll alle wesentlichen betrieblichen und finanziellen Unternehmensrisiken berücksichtigen sowie die Risiken und Chancen für ein Erreichen der Geschäftsziele, die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften und internen Richtlinien des Unternehmens steuern. Das interne Kontrollsystem umfasst alle wichtigen Geschäftsprozesse. Aufgrund der flachen Hierarchien ist die vollständige Einbindung des Vorstands eine wichtige Komponente. Dieser kann über detaillierte monatliche Berichte Abweichungen vom Zielzustand ermitteln und entsprechend reagieren, Zahlungen freigeben und in die Abgabe wichtiger Angebote eingebunden werden. Damit gibt es sowohl Vorbeugung als auch Kontrolle, eine wesentliche Komponente der Qualitätssicherung.

Die Gesamtverantwortung für die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines effektiven und angemessenen Risikomanagementsystems, eines internen Kontrollsystems sowie eines Compliance-Management-Systems für den Artnet-Konzern liegt beim Vorstand der artnet AG.

Risikomanagementsystem

Für einen systematischen Umgang mit Chancen und Risiken hat der Vorstand ein umfassendes Risikomanagementsystem weiterentwickelt und optimiert. Dazu hat er geeignete Instrumente zur Erkennung, Analyse, Bewertung und Ableitung von Maßnahmen definiert und systematisch umgesetzt, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Die artnet AG sowie der gesamte Artnet-Konzern agieren in einem wenig komplexen Geschäftsumfeld. Auch die gesellschaftlichen, internen und externen Vertragsstrukturen sind überschaubar und wenig kompliziert. Das durch den Vorstand in der Vergangenheit implementierte Risikomanagementsystem war auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und die Risikolage des Artnet-Konzerns ausgerichtet und dimensioniert. Der Vorstand entwickelt das Risikomanagementsystem im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung der internen Prozesse, insbesondere hinsichtlich der formalen Anforderungen, stetig weiter.

Im Risikomanagementsystems sollen frühzeitig und proaktiv relevante Informationen über potenzielle und tatsächliche Risiken und deren direkte und indirekte finanzielle Auswirkung für Artnet gesammelt werden, um diese zu steuern und den Unternehmenswert nachhaltig zu sichern. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Durch schlanke Organisationsstrukturen und transparente Entscheidungsprozesse ist der Vorstand in alle wesentlichen risikorelevanten Vorgänge unmittelbar eingebunden.

Das Risikomanagementsystem des Artnet-Konzerns stellt sicher, dass Risiken systematisch identifiziert, erfasst, gesteuert und bei Bedarf intern und extern kommuniziert werden. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt insbesondere anhand der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Jahr 2024 dokumentierte das Risikomanagementsystem Risiken und Chancen. Gleichzeitig verfügt das Management über jahrzehntelange und tiefgreifende Kenntnisse über den Kunstmarkt und dessen Entwicklung, sodass es jederzeit in der Lage war und ist, auf diese Risken und Chancen zu reagieren.

Das operative Management ist direkt für die Früherkennung, Analyse, Steuerung und Kommunikation von Risiken verantwortlich. Im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche sowie durch regelmäßige Berichte informieren die Geschäftsbereiche über Veränderungen ihrer individuellen Risikosituation. Dieser Prozess beinhaltet unter anderem die Berichterstattung über regelmäßig durchgeführte Markt- und Wettbewerbsanalysen, aber auch über veränderte Kundenbeziehungen.

Bestehende Risikopotenziale werden laufend beobachtet und bei Bedarf angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. So kann Artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern.

Das durch den Vorstand implementierte Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:

der Abteilung Finanzen, die die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahresvergleiche darstellt;
der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht;
Compliance, wo ein Beauftragter von Artnet sowohl interne als auch externe rechtliche Risiken sowie Gesetzesänderungen überwacht;
dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Projekte überwacht; und - der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert.

Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an das Central Risk Management Team, den Vorstand und/oder Aufsichtsrat weitergeleitet werden. Der interne Risikobericht wird vierteljährlich erstellt und die Einschätzungen werden nach Wahrscheinlichkeit und möglichem Schaden kategorisiert.

Internes Kontrollsystem

Der Vorstand hat für die organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet, dessen wesentliche Bestandteile auch für die artnet AG selbst gelten.

Das interne Kontrollsystem des Artnet-Konzerns definiert Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von internen Kontrollen innerhalb der für den Konzern und das Unternehmen zentralen Prozesse. Der Artnet-Konzern hat entsprechende Kontrollen implementiert. Mindestens einmal jährlich wird im Rahmen des Geschäftsberichts über das interne Kontrollsystem (IKS) berichtet.

Das zentrale Risiko der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung besteht darin, dass die Jahres- und Halbjahresabschlüsse unrichtige Darstellungen enthalten könnten. Um Fehlerquellen zu vermeiden, hat Artnet als Teil des internen Kontrollsystems verschiedene interne Kontrollen für die Finanzberichterstattung und die Rechnungslegung eingerichtet.

Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z. B. Vertrieb), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. IT-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet die Kontrolle aller wichtigen Vorgänge.

Der Konzernabschluss wird durch die Abteilung Rechnungswesen bei Artnet Corp. erstellt, die über langjährige Erfahrung und spezielle Expertise in Konsolidierungsfragen verfügt. Die finalen Bilanzierungsentscheidungen trifft der Vorstand der artnet AG.

Compliance-Management-System

Artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Die Mitarbeiter des Artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, über ein Hinweisgeberschutzsystem jederzeit anonym und geschützt mögliche Rechtsverstöße und anderes Fehlverhalten zu melden, worauf das Management umgehend und entsprechend reagieren kann.

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass Risiko- und Kontrollsysteme wie das IKS und das Risikomanagementsystem, unabhängig von ihrer Breite, Komplexität und konkreten Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefern können, dass sämtliche tatsächlich eintretenden Risiken vorab aufgedeckt oder alle Prozessverstöße verhindert werden können.

Nicht geprüfte Informationen zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagementsystems

Das durch den Vorstand in der Vergangenheit implementierte Risikomanagementsystem erfüllt aus Sicht des Vorstands die Anforderungen und ist dem Umfang der Geschäftstätigkeit und die Risikolage der Artnet-Gruppe im Geschäftsjahr angemessen. Mit Blick auf die Größe und Komplexität des Unternehmens liegen dem Vorstand auf Basis des beschriebenen IKS und Risikomanagementsystems keine Hinweise vor, dass das IKS und Risikomanagementsystem zum 31. Dezember 2024 in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex enthält Empfehlungen zur Offenlegung des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems, die über die gesetzlichen Vorgaben für den Lagebericht hinausgehen. Dementsprechend sind die gemäß diesen Empfehlungen erfolgten Angaben nicht Gegenstand der durch einen Wirtschaftsprüfer durchgeführten jährlichen Abschlussprüfung.

Risiko- und Chancenbericht

Die Chancen und Risiken der artnet AG ergeben sich und orientieren sich im Wesentlichen an den Chancen und Risiken der artnet Gruppe. Vor diesem Hintergrund werden im hier dargestellten Chancen- und Risikobericht die Chancen und Risiken der artnet Gruppe analysiert. Der Erfolg oder Misserfolg der Gruppe ist relevant für die artnet AG, insofern ist diese Herangehensweise sachgerecht.

Chancenbericht

Die Chancen der artnet AG ergeben und orientieren sich im Wesentlichen an den Chancen der artnet Gruppe.

Der Online-Kunstmarkt wird immer dynamischer und ist in den letzten fünf Jahren deutlich gewachsen. Nach Volumen war der Online-Umsatz im Jahr 2024 um 189,2 % höher als vor der Pandemie und die Anzahl der verkauften Werke steigt von Jahr zu Jahr. 2024 wurden mehr als 29.000 Werke online verkauft, ein Zuwachs von 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr und 27 % mehr als im Jahr 2020, als sich viele Verkäufe ins Internet verlagerten. Diese Entwicklung führt zu neuen Möglichkeiten und Chancen für die Onlineprodukte und -dienstleistungen der artnet AG. Dank der kurzen Entscheidungswege kann der Konzern schnell auf aktuelle Gegebenheiten und Trendwenden unter Abwägung von Risiken reagieren. Chancen können sich aus dem Konzern heraus oder auch durch externe Umstände ergeben.

Kunst als Anlageklasse

Durch den Vermögensübergang von den Baby-Boomern auf die Millenials wird in den nächsten 25 Jahren eine neue Generation fast 84 Billionen USD (66 Billionen EUR) erben (Quelle: Forbes). Kunst und Sammlerstücke sind ein beträchtlicher Teil davon. Damit wird auch der Kundenstamm des Artnet-Konzerns höchstwahrscheinlich wachsen. Diese Kunden kommen vermutlich zu Artnet, weil sie entweder Kunstwerke verkaufen oder dort vor allem anhand der Preisdatenbank den Wert der Kunstwerke erfahren wollen. Diese Personen sammeln aus Leidenschaft, aber auch aus Investmentgründen. Durch das etablierte Angebot an Daten, Analysen und Marktplatz kann Artnet ein wichtiger Bestandteil im Bewertungs-, Informations- und Handelsprozess werden.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Kunst als Anlageform immer mehr durchgesetzt, da ihr Wertzuwachs immer besser untersucht und verstanden wird. Deloitte, eines der vier großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen, schätzt, dass bis 2026 mehr als 2,86 Billionen USD (2,6 Billionen EUR) in Sammlerstücken angelegt sein werden, vor allem in Kunstobjekten. Obwohl die Kunst wegen ihres kulturellen und ästhetischen Wertes geschätzt und gesammelt wird, ist sie auch ein erheblicher finanzieller Vermögenswert, der in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Mehr als 85% der Vermögensverwalter haben 2023 Kunst für eine Portfoliodiversifizierung empfohlen (Quelle: Deloitte Art &Finance Report 2024).

Nutzerverhalten

E-Commerce ist ein sehr wichtiger Wachstumsmarkt innerhalb der Luxus- und Kunstindustrie, da über 35 % der Kunstmarkt-Transaktionen mittlerweile online stattfinden (Quelle: UBS Art Market Report 2024). Die Zahl lässt darauf schließen, dass Sammler reine Online-Auktionen als einfache, effiziente und kostengünstige Methode zum Kauf und Verkauf von Kunst im niedrigen und mittleren Preisbereich angenommen haben. Der Artnet Marktplatz erzielt mit seinem klaren Fokus auf Savoir-faire, Qualität und Transparenz durchweg hohe Preise und Verkaufsraten. Diese Tatsache sowie der Anstieg der Onlinetransaktionen weltweit weist auf ein starkes Wachstumspotenzial innerhalb dieses dynamischen Segments hin (Quelle: UBS Art Market Report 2024).

Besonders erfolgreich ist Artnet Auctions in den Kategorien Prints &Multiples, Fotografie sowie bei Nachkriegs- und zeitgenössischer Kunst. Durch die Einführung des Segments Marktplatz im Jahr 2021, das zwei erfolgreiche Produkte zu einem globalen Handelsplatz verbindet, ist Artnet gut aufgestellt, sich einen größeren Marktanteil bei den Onlinetransaktionen zu sichern. Einfaches, effizientes und transparentes Browsen und der nahtlose Kauf sind für die Kunden besonders attraktiv.

Transaktionsgeschwindigkeiten und Liquidität

Das reine Online-Geschäftsmodell von Artnet Auctions befreit Käufer und Verkäufer von den Beschränkungen der traditionellen Kunstauktionssaisons im Frühjahr oder Herbst. Das gibt Artnet die Möglichkeit, Kunstwerke jederzeit auf den Markt zu bringen und so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Der Marktplatz von Artnet besticht durch Einfachheit, Geschwindigkeit, Vertrauen und Effizienz und macht Kunst als Anlageklasse so liquide und handelbar wie nie zuvor. Im Vergleich zu anderen Online-Anbietern kann Artnet durch die Einbindung von Daten und Medien größeres Vertrauen in den Transaktionsprozess sowie der Preise wecken. Durch die Präsentation von vergleichbaren Kunstwerken und den für diese erzielten Preisen rechtfertigt Artnet Schätzpreise und schafft Vertrauen durch Transparenz.

In unserem B2B-Segment können Galerien ihre Künstler und Werke über Artnet Galerien online präsentieren. Artnet bietet diesen Unternehmen damit die erforderlichen Alternativen, ihr Geschäft ganzjährig zu betreiben und ein weltweites Publikum zu erreichen. Das Unternehmen kann auf diese Weise neue Kunden gewinnen und sie von den Vorteilen des Kunsthandels im Internet überzeugen.

Werbung auf Artnet-Websites und Social-Media-Kanälen

Innerhalb des Mediensegments hat sich Artnet News als führende Onlineplattform für Nachrichten im Kunstmarkt etabliert. Im Jahr 2024 verzeichnete Artnet mit über 176 Millionen Seitenaufrufen über Besucher als alle direkten Wettbewerber zusammen (Quelle: Similarweb). Durch Qualitätsjournalismus, Exklusivberichte und Originalbeiträge ist Artnet zu einer gefragten Werbeplattform für Luxusmarken, Finanzdienstleister und kunstnahe Unternehmen geworden. Auch die große Reichweite von Artnet in den sozialen Medien wird für Werbekampagnen genutzt. Obgleich Artnet im Jahr 2024 einen kleinen Rückgang bei den Seitenaufrufen verzeichnet hat, geht der Vorstand davon aus, dass dies nur eine Ausnahme vom kontinuierlichen Anstieg der vergangenen vier Jahre ist. Dieser Trend wird anhalten, da Werbebudgets zunehmend für Onlinekanäle und soziale Medien reserviert werden und sich von traditionellen Printmedien wegbewegen.

Asien

Die große und wachsende Präsenz des Unternehmens auf der Social-Media-Plattform WeChat führte bereits zu neuen Anmeldungen bei Artnet Auctions. Diese Zahl könnte noch weiter steigen. Das Interesse an moderner und zeitgenössischer Kunst in China nimmt zu (Quelle: UBS Art Market Report 2024) und Artnet könnte davon strategisch profitieren. Diese Chancen möchte Artnet in Asien, insbesondere in China, nutzen.

Synergien innerhalb des Konzerns

Die verschiedenen Segmente des Unternehmens, wie Marktplatz, Medien und Daten, bieten Möglichkeiten für Synergien innerhalb des Konzerns, die Artnet Wettbewerbsvorteile und Wachstumsmöglichkeiten im laufenden Geschäftsjahr und darüber hinaus verschaffen. Sammler können über die Preisdatenbank Künstler und Marktbewegungen gegenüber anderen Anlageklassen recherchieren und vergleichen, sich über Artnet News informieren und auf dem Marktplatz über Artnet Auctions oder die Plattform der Artnet Galerien handeln.

Es gibt außerdem weitere Möglichkeiten, das breite Produktportfolio von Artnet für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen und hervorzuheben sowie zusätzliche Ertragsströme auszuloten. Artnet hat bereits 2021 und 2022 Schritte unternommen, um dieses Potenzial auszuschöpfen. So wurde bei Artnet News ein kostenpflichtiges Angebot eingeführt, über Artnet Data wurden Art Secured Lending und Data Enterprise Services angeboten.

Chancen durch die Marke Artnet

Ihr Fokus auf Kuration, Transparenz und Vertrauen stärkt die Marke Artnet international. Dies wird zu wachsenden Einnahmen aus Transaktionen, Abonnements, Mitgliedschaften und Werbung führen. Die starke Marke stellt die Wettbewerbsfähigkeit bei der Suche und Bindung von Mitarbeitern und Kunden auch weiterhin sicher.

Artnet spielt eine Führungsrolle im Online-Kunstmarkt und steht seit fast drei Jahrzehnten für Qualität, Zuverlässigkeit und Wandel. Der Konzern ist daher für Marken und Institutionen innerhalb und außerhalb der Kunstbranche ein attraktiver Partner in Bezug auf die Bekanntheit der eigenen Marke sowie der Kundenbasis des eigenen Unternehmens. Luxusmarken wie z. B. Saint Laurent, Tiffany's oder Cartier vertrauen in Bezug auf Werbung und Ansehen der Marke Artnet.

Flexible Arbeitsplatzwahl

Aufgrund seines Geschäftsmodells kann der Konzern Mitarbeiter dezentral und weltweit beschäftigen.

Während der Covid-19-Pandemie blieb die Produktivität der Mitarbeiter stabil, in vielen Fällen nahm sie sogar zu. Nach der erfolgreichen Telearbeit während der Covid-19-Pandemie haben Artnet-Mitarbeiter bekundet, dass sie nicht-traditionelle, flexible Arbeitsplätze bevorzugen. So konnte Artnet beispielsweise die benötigten Büroflächen verringern und das bestehende Büro in New York im zweiten Quartal 2023 zugunsten kleinerer, günstigerer Flächen schließen. Dadurch ergeben sich erhebliche Kosteneinsparungen bei den Mieten. Aus ähnlichen Gründen bezog Artnet in Berlin kleinere Büroräume.

Der Wunsch der Mitarbeiter nach Flexibilität bleibt weiterhin bestehen. Im Gegensatz zu anderen großen Unternehmen, die eine Rückkehr ins Büro fordern, behält Artnet die durchgeführten Maßnahmen bei und sieht darin eine Chance für zufriedenere Mitarbeiter.

FALCON und weitere Technologien

Artnet hat seine Website verbessert und baut seine technologische Infrastruktur mit dem Projekt FALCON neu auf. Projekt FALCON schafft eine sehr effektive und effiziente technologische Grundlage für Artnet, um in einem sich schnell verändernden Geschäftsumfeld erfolgreich zu konkurrieren und zu wachsen. Artnet ist dadurch technisch bereits schneller, agiler und effizienter geworden. Die Betriebs- und Personalkosten sind gesunken, die Produktivität hat sich erhöht, neue Produkte werden schneller entwickelt und auf den Markt gebracht. Das Projekt FALCON wurde im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen. Das erste Produkt, das mit FALCON eingeführt wurde, war die überarbeitete Preisdatenbank im ersten Quartal 2023.

Im Jahr 2024 konzentriert sich das Artnet Technology Team auf drei entscheidende Entwicklungsbereiche: Verbesserungen bei UI/UX, Nutzung Künstlicher Intelligenz und Umsetzung von Kosteneinsparungen.

UI/UX-Entwicklung: Oberstes Ziel von Artnet ist es, die Nutzererfahrung unserer Kunden signifikant zu verbessern. Das Team konzentriert sich auf die Weiterentwicklung wichtiger Aspekte unserer Plattform, u. a. die Seiten für Kunstwerke und Künstler sowie den Marktplatz. Dieses Bestreben ist an unserer Vision ausgerichtet, Kunden einen kompletten Überblick über den Kunstmarkt zu bieten, damit sie auf dem Markt möglichst gut informiert sind.
Integration Künstlicher Intelligenz: Künstliche Intelligenz bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Artnet plant, KI strategisch in die gesamte Technologie zu integrieren, insbesondere bei Content- und Datenanalyse. Durch diesen gezielten Einsatz soll Content markensicher auf unsere Kunden abgestimmt und Erkenntnisse aus unserem großen Datensatz an Artikeln und Auktionslosen gewonnen werden.
Kostensenkungsinitiative: Artnet überprüft zurzeit mehrjährige Strategien zur Kosteneinsparung. Wesentlicher Bestandteil dieser Initiative sind Überlegungen zur aktuellen Software-as-a-Service-Lösung. Das Management ist davon überzeugt, dass es für Artnet langfristig erhebliche Vorteile bringen wird, einige dieser Lösungen intern abzudecken. Die erste Phase dieser strategischen Verlagerung soll in diesem Jahr beginnen und der Auftakt für ein kosteneffizienteres Betriebsmodell sein.

Risikobericht

Die Risiken der artnet AG ergeben und orientieren sich im Wesentlichen an den Risiken der artnet Gruppe.

Wie oben erwähnt, wird das Risikomanagementsystem durch den Vorstand stetig weiter entwickelt.

Das Risikomanagementsystem ermittelt das "Risk Level" (niedrig, mittel, hoch), sowie das "Risk Tolerance Level", wobei sich die erste Variable auf die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos und die zweite Variable auf einen möglichen quantitativen Schaden bezieht.

Der Konzern überwacht und analysiert folgende verschiedene Risikoarten:

Liquiditätsrisiken
Rechtliche und Compliance-Risiken
Wettbewerbsrisiken
Technologische und Produktentwicklungsrisiken
Risiken im Zusammenhang mit Mitarbeitern

Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken (von Artnet mit einem Risikoniveau von "mittel" oder "hoch" bewertet) identifiziert:

Liquiditätsrisiken

Allgemein

Da der Artnet-Konzern mit seinen Produkten und Dienstleistungen eine Vielzahl von Kunden und Branchen anspricht, liegt im Konzern keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor. Dennoch könnte sich ein weltweiter Wirtschaftsabschwung, wie etwa als Folge der globalen Coronakrise, negativ auf die Liquidität der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder zu Forderungsausfällen führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden nach Möglichkeit Vorauszahlungen vereinbart und Forderungen umgehend eintreibt.

Als Liquiditätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass Artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. Artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand, externen Darlehen und dem operativen Cashflow. Die Finanzierung der artnet AG erfolgt dabei durch deren Tochtergesellschaft die Artnet Worldwide Corp. Zum 31. Dezember 2024 betrug der Liquiditätsbestand der artnet AG 56 TEUR (2023: 48 TEUR).

Der operative Cashflow des Artnet-Konzerns ist positiv. Gleichzeitig investiert Artnet als Technologieunternehmen weiterhin in hohem Maße in die eingesetzte Technologie und Software, die für das Konzernwachstum und die Konzernentwicklung wesentlich sind. Solange die durch den Vorstand geplanten Umsatzerlöse und eingeleiteten kostensenkenden Maßnahmen nicht vollständig und/oder zeitlich verspätet erwirtschaftet werden bzw. wirken, sind für diese wichtigen Investitionen in die technologische und damit unternehmerische Entwicklung des Konzerns möglicherweise Liquiditätszuschüsse nötig, die durch Eigen- oder Fremdkapitalmaßnahmen realisiert werden müssten. Darüber hinaus hat sich die aktuelle gesamtwirtschaftliche und kunstmarktspezifische Lage auch auf die Umsatzerlöse aller drei Segmente ausgewirkt, was negative Auswirkungen auf die Liquidität des Konzerns hat.

Die Liquidität des Konzerns wird vom Vorstand kontinuierlich überwacht. In diesem herausfordernden Wirtschaftsumfeld werden Schritte unternommen, um Kosten zu senken und Darlehen zu sichern.

Darlehen

Der Artnet-Konzern verfügt über mehrere Darlehen von nahestehenden Personen mit einer Laufzeit bis Ende Juli 2026. Im Juli 2025 wurden zur Sicherstellung der Liquidität durch externe Kreditgeber weitere zwei Millionen USD Darlehen mit einer Laufzeit bis Ende Juni 2026 gewährt.

Für das Liquiditätsrisiko hat der Vorstand unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Maßnahmen ein mittleres Risikoniveau ermittelt.

Konjunkturtrends im Kunstmarkt und die globale Konjunktur

Der Konzern kann Schwankungen am Kunstmarkt ausgesetzt sein. Veränderungen der lokalen und globalen Rahmenbedingungen wirken sich auf den Kunstmarkt aus. Dabei ist es oft nur schwer vorhersehbar, inwieweit diese Entwicklungen den Markt in Zukunft prägen werden. Es bestehen weiterhin Abwärtsrisiken aufgrund der geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der EU sowie im Nahen Osten, durch die angespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern sowie durch anhaltenden Inflationsdruck.

Der Kunstmarkt reagiert in der Regel auf große geopolitische und konjunkturelle Trends in den Industrieländern, die ihrerseits Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Eine wirtschaftliche Abkühlung oder Rezession, verbunden mit hohen Kursschwankungen an den Finanzmärkten, könnte zu einer weiter sinkenden privaten Nachfrage führen - was auch das Interesse an Kunstwerken abschwächen dürfte.

Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als mittel eingestuft.

Rechtliche und Compliance-Risiken

Rechtliche Risiken

Eine aktuelle Klage gegen den Konzern hat geringe Erfolgsaussichten. Im Falle einer außergerichtlichen Einigung stuft der Konzern das Risikoniveau jedoch als mittel ein.

In Bezug auf potenzielle Rechtsangelegenheiten agiert das Unternehmen wachsam und verweist an Rechtsberater, um mögliche Risiken zu vermindern.

Das mit der Durchsetzung von Vorschriften verbundene Risiko hat der Vorstand als mittel eingestuft.

Schutz der Kundendaten

Artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Es gibt aktuell weltweit neue Bestrebungen in der Gesetzgebung, diese Vorschriften zu verschärfen. Wenn Dritte die Sicherheitsmaßnahmen von Artnet umgehen könnten und Zugriff auf Kundeninformationen erhielten, könnte Artnet für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden.

Artnet arbeitet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, um schnell auf Änderungen beim Datenschutz reagieren zu können. Artnet verfügt über eine Zertifizierung nach dem EU-US Privacy Shield und dem Swiss-US Data Privacy Framework, welche die Übertragung personenbezogener Daten aus den Mitgliedsländern der EU bzw. der Schweiz in die USA regeln. Darüber hinaus hat Artnet die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umgesetzt, die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist.

Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als sehr niedrig eingestuft.

Wettbewerbsrisiken

Der Artnet-Konzern agiert in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt. Es kommen regelmäßig neue, gut-finanzierte Start-ups auf den Markt, die für den Konzern ein potenzielles Risiko darstellen.

Sotheby's, Christie's und Phillips, die Hauptkonkurrenten im Bereich Marktplatz, entwickeln ihre eigenen Online-Auktionen. Kleinere und neuere Auktionshäuser nutzen neueste Technologien, um Artnet Auctions Konkurrenz zu machen.

Auch das Segment Daten ist Wettbewerbsrisiken ausgesetzt. Neue Konkurrenten mit neuen Technologien könnten einen Datenspeicher aufbauen und mit niedrigeren Preisen versuchen, Artnet Kunden abzuwerben.

Mit einem Anteil von über 51 % der Internetseitenaufrufe bleibt Artnet News einer der größten Internetdienste für Kunstnachrichten im Vergleich zu direkten Wettbewerbern. Trotzdem versuchen Konkurrenten, Marktanteile von Artnet News mithilfe von M&A-Aktivitäten zu übernehmen.

Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als mittel eingestuft.

Technologische und Produktentwicklungsrisiken

Infrastruktur des Technologiesystems

Hauptrisiken im Bereich Technologie sind Microsoft Dynamics bzw. ERP-Systeme und SQL-Server. Diese werden durch aktuellere Systeme ersetzt.

Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als mittel eingestuft.

Die vorstehende Auflistung kann nicht alle Risiken aufführen, denen Artnet zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesetzt sein könnte. Es können Risiken eintreten, die bisher nicht erkannt oder gemeldet wurden und die sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen. Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.

Sicherheit

Was die allgemeine Sicherheit betrifft, liegt der UpGuard Security Score von Artnet bei über 900 (wobei 970 der höchste Wert ist). Artnet bleibt äußerst sicher und ist sich der jüngsten Schwierigkeiten bewusst, die bei unserem Wettbewerber Christie's aufgetreten sind. Anlässlich des Hacker-Angriffs auf Christie's hat Artnet mögliche Lücken geprüft, die bei Christie's bestanden, und eine solide Sicherheit festgestellt.

Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als sehr niedrig eingestuft.

Risiken im Zusammenhang mit Mitarbeitern

Das Unternehmen möchte aktiv ein Arbeitsumfeld schaffen, das für alle aktuellen sowie alle künftigen Mitarbeiter optimal ist. Dazu werden halbjährliche Umfragen und regelmäßige Gespräche zwischen der Personalabteilung und den Mitarbeitern durchgeführt, um mögliche Bedenken ausräumen zu können. Um hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, streben wir ein attraktives Arbeitsumfeld an.

Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als sehr niedrig eingestuft.

Gesamtaussage des Vorstands zu Risiken und Chancen der artnet AG

Das Managementteam überwacht und bewertet alle Risiken und Chancen mit größter Sorgfalt. Das Ausmaß der jüngsten und anhaltenden Wirtschaftskrise hat bisher das Risikoniveau nur bei einigen der identifizierten Risiken erhöht. Es wurden bereits kostensenkende Maßnahmen, sowohl auf Ebene der artnet AG als auch auf Konzernebene, eingeleitet, z. B. bei Büroflächen und Mitarbeitern. Der Vorstand hat zur Sicherung der Liquidität Darlehen verhandelt.

Das Management erachtet das etablierte Geschäftsmodell und seine Strategie als solide. Die zentrale Rolle von Internet und E-Commerce in der aktuellen Krise hat zu grundlegenden Veränderungen im Verbraucherverhalten geführt. Als eines der ersten Unternehmen, die im Kunstmarkt Onlinetransaktionen eingeführt haben, konnte und wird Artnet von den Chancen im Online-Kunstmarkt sowie in den Segmenten Daten und Medien profitieren.

Nachdem Artnet sich die zunehmende Digitalisierung der Branche zunutze gemacht hat, ergreift das Unternehmen die Chance, die Synergien zwischen seinen Produkten und Dienstleistungen zu verbessern, um ein sehr gutes Nutzererlebnis zu bieten. Dank des globalen Interesses an Kunst, des Aufstiegs von Kunst zum rentablen, alternativen Vermögenswert und einer wachsenden Zahl an äußerst wohlhabenden Personen wird Artnet eine zunehmend wichtige Rolle im globalen Kunstmarkt spielen können.

Das Management schließt daraus, dass die Chancen die Risiken überwiegen, und ist mit Blick auf die Zukunft von Artnet optimistisch.

Prognosebericht

Die Prognose zur Entwicklung der artnet AG als reine Finanz-Holding ist abhängig von der prognostizierten Entwicklung der artnet Gruppe und orientiert sich deshalb im Wesentlichen an dieser. Dies geschieht insbesondere vor dem Hintergrund, dass die artnet AG nahezu ausschließlich Erlöse aus ihren Leistungen als Finanzholding erzielt.

Das globale BIP soll 2025 um 2,7 % wachsen, eine moderate Steigerung gegenüber den geschätzten 2,4 % im Jahr 2024, die aber noch hinter der historischen Entwicklung in den Jahren vor der Pandemie zurückbleibt (Quelle: Weltbank). Demgegenüber stehen 2,6 % für 2023, 3,0 % für 2022 und 6,2 % für 2021, als es nach dem Ende der Pandemie zu einer Erholung kam. Das wäre im Zeitraum von 2020 bis 2024 insgesamt ein schwächeres Wachstum als in den Jahren vorheriger Krisen, wie der globalen Finanzkrise 2008/2009 oder des Abschwungs Anfang der 2000er (Quelle: Reuters).

Die Prognose für 2025 wurde vor dem Hintergrund des anhaltenden Gegenwinds in hoch entwickelten Volkswirtschaften kürzlich von 3,0 % im Juni nach unten korrigiert. Das Wachstum in Europa, einer Schlüsselregion für den Artnet-Konzerns, soll von 2,4 % im Jahr 2024 auf 2,7 % im Jahr 2025 leicht steigen (Quelle: Weltbank). Zu den Haupttreibern dieses Wachstums zählen der sich sukzessiv verbessernde private Konsum, der durch die sinkende Inflation unterstützt wird, sowie stärkere Exporte durch eine weitere Erholung der Eurozone. Die geopolitische Unsicherheit - insbesondere rund um die andauernde russische Invasion der Ukraine - trübt jedoch weiterhin den regionalen Ausblick. Die meisten EU-Länder dürften ihre geldpolitischen Maßnahmen aufgrund der sinkenden Inflation lockern (Quelle: World Economic Outlook), obgleich Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung die Wachstumsaussichten dämpfen könnten.

Die Risikoaussichten bleiben sowohl global als auch regional schwierig. Eine Eskalation des Nahost-Konflikts könnte steigende Energiepreise zur Folge haben, die finanziellen Rahmenbedingungen verschlechtern und das Vertrauen schädigen (Quelle: Internationaler Währungsfonds). Ein aggressiverer oder längerer Konflikt in der Ukraine könnte schwerwiegendere wirtschaftlichen Auswirkungen für Europa haben. Zu den weiteren Risiken zählen eine anhaltend hohe Inflation, die zu einer restriktiveren Geldpolitik führen würde, sowie ein deutlicher als erwarteter Abschwung in China, der den Welthandel und Investitionen unter Druck setzen würden (Quelle: Internationaler Währungsfonds).

Positiv anzumerken ist, dass die USA 2025 stärker als erwartet wachsen könnten, wenn die Inflation weiter rückläufig ist und sich der Arbeitsmarkt entspannt, was eine Lockerung der Geldpolitik ermöglichen würde. Für 2025 wird ein Anstieg des BIP in der USA um 1,7 % erwartet, die sich damit ihrer Trendwachstumsrate annähern, da die Auswirkungen der geldpolitischen Lockerung auf die Wirtschaft durchschlagen (Quelle: World Economic Outlook). Ungeachtet dessen betrachtet der Konzern die Entwicklung in den Vereinigten Staaten angesichts der aktuellen Handelskonflikte und einem daraus möglicherweise entstehenden Rezessionsdruck mit Vorsicht.

Trotz der anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und eines immer noch fragilen Kunstmarkts befindet sich Artnet zum Jahresbeginn 2025 in einer guten, aber herausfordernden strategischen Position. Das diversifizierte Geschäftsmodell des Unternehmens, das in drei synergetischen Segmenten verankert ist, sowie der ,Digital-First'-Ansatz wirken sich weiterhin unterstützend auf die Resilienz aus. Artnets tiefgreifende Integration von Onlinetransaktionen in das Ökosystem des Kunstmarktes bleibt ein struktureller Vorteil, durch den das Unternehmen gut gegenüber etablierten Akteuren sowie neuen digitalen Marktteilnehmern aufgestellt ist. Mit knapp 180 Millionen Seitenaufrufen und 67 Mio. Nutzern im Jahr 2024 verfügt Artnet unverändert über eine einzigartige Reichweite und Aktivität innerhalb der weltweiten Kunstindustrie. Die Stärke der Marke Artnet, die auf Jahrzehnte an Datentransparenz, vertrauenswürdigem Journalismus und Innovation zurückgeht, bleibt dabei ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal.

Nach der im vierten Quartal 2023 ausgegebenen Gewinnwarnung aufgrund nicht realisierter Transaktionen, insbesondere im Segment Medien, schloss Artnet das Jahr mit einem Umsatz ab, der unter der Zielvorgabe liegt. Die Umsatzprognose von 25 bis 27 Millionen EUR wurde verfehlt und das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit -1.136 TEUR deutlich unter den prognostizierten 0,75 bis 1,5 Millionen EUR. Grund für diese Abweichung sind ein anspruchsvolles gesamtwirtschaftliches Umfeld sowie geringere Umsatzerlöse im Segment Marktplatz, insbesondere im Schlussquartal 2024.

Der Vorstand blickt vorsichtig auf 2025, sieht aber Chancen. Während das wirtschaftliche Umfeld unsicher bleibt, gibt es Verbesserungspotenzial für die zweite Jahreshälfte. Dementsprechend verfolgt Artnet eine konservative Wachstumsstrategie, die auf einer Verbesserung der Betriebseinnahmen durch Effizienzgewinne basiert. Auch wenn das Unternehmen weiterhin organisch wachsen möchte, könnten weitere Finanzierungsmöglichkeiten verfolgt werden. Obwohl es deutliche Chancen für eine schnellere Expansion gibt, ist ein umsichtiges, schrittweises Vorgehen bei gleichzeitiger Positionierung für eine langfristige Wertschöpfung entscheidend, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu wahren.

Gegenüber dem Budget für das Geschäftsjahr 2024 blieb Artnet hinter den Erwartungen zurück. Für 2024 wurde ein Umsatz von 25 bis 27 Millionen EUR prognostiziert. Die Abweichung ist im Wesentlichen auf Transaktionen zurückzuführen, die im vierten Quartal 2024 nicht wie erwartet realisiert werden konnten. Diese Transaktionen betrafen insbesondere das Segment Daten. Mit - 988 Millionen EUR lag das Betriebsergebnis (EBIT) unter der Prognose von 0,75 bis 1,5 Millionen EUR. Grund für diese Abweichung ist die aktuelle gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Lage sowie der damit eingehende Umsatzrückgang im Segment Marktplatz, insbesondere im vierten Quartal 2024.

Das Management geht davon aus, dass die gedämpfte wirtschaftliche Stimmung in diesem Jahr zunächst anhalten wird und im zweiten Halbjahr 2025 eine Verbesserung eintreten könnte. Vor diesem Hintergrund hat das Management ein konservatives Wachstumsziel festgelegt und strebt 2025 eine Erhöhung des Betriebsergebnisses durch die Umsetzung von Effizienzsteigerungen an. Artnet hat einige zusätzliche Fremdmittel zur Finanzierung aufgenommen. Das Management erkennt zwar verschiedene eindeutige Chancen für eine Wachstumsbeschleunigung, hält jedoch ein vorsichtiges, schrittweises Vorgehen zur Sicherung der finanziellen Gesundheit des Unternehmens für notwendig.

In einem nach wie vor unsicheren geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld ist das Führungsteam vorsichtig optimistisch, 2025 ein leichtes Wachstum erzielen zu können. Dank seiner für den Kunstmarkt unverzichtbaren und geschätzten Dienstleistungen, der Innovation und der Professionalität des Managements kann der Konzern Marktanteile hinzugewinnen.

Der Vorstand geht für den Konzern von einem Umsatzanstieg zwischen 24,0 Millionen EUR und 26,0 Millionen EUR aus, dem wichtigsten Leistungsindikator für das Geschäftsjahr. Es wird ein Betriebsergebnis von 600 TEUR bis 1 Million EUR erwartet. Hintergrund dieser Prognose ist die Entscheidung des Führungsteams, die eingeleiteten Kostensenkungen weiterhin konsequent umzusetzen und damit die Margen zu steigern. Mit einem weiteren Fokus auf Margen wird durch das Kernteam der Mitarbeiter in Schlüsselpositionen in allen Segmenten Wachstum erzielt, um Umsatz und Konversionsrate zu steigern.

Durch das Engagement unseres internationalen Teams und ein äußerst wettbewerbsfähiges Produktangebot startet Artnet mit Zuversicht in das Jahr 2025 und setzt sich erneut das Ziel, seine weltweite Führungsposition in der Kunstwelt zu verteidigen.

Nachtragsbericht

Leonardo Art Holdings GmbH hat am 08. Juli 2025 die Angebotsunterlage für ihr freiwilliges öffentliches Übernahme- und Delistingangebot an die Aktionäre der artnet AG, zum Erwerb sämtlicher von der Bieterin nicht unmittelbar gehaltenen nennwertlose auf den Namen lautenden Stückaktien (ISIN DE000A1K0375) der Gesellschaft mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft von EUR 1,00 je Aktie ("artnet Aktie"), gegen Zahlung einer Geldleistung in Höhe von EUR 11,25 je artnet Aktie ("Angebotspreis") veröffentlicht ("Angebot").

Laut der Pressemitteilung vom Mai 2025 folgt das Angebot für artnet auf den kürzlich erfolgten Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von Beowolff Capital an Artsy, eines der größten Online-Marktplätze für die Suche und den Kauf von Kunst. Diese beiden Transaktionen sind grundlegende Schritte auf dem Weg zum Aufbau eines Portfolios marktführender Unternehmen mit dem Ziel, diese zu vergrößern, ihre Zusammenarbeit zu fördern und die Rentabilität zu steigern.

Am 16 Juli 2025 hat artnet zur Liquiditätsstärkung ein Darlehen in Höhe von 2 Mio USD erhalten.

Mit einem Darlehensgeber besteht eine Meinungsverschiedenheit bezüglich der Rückzahlung des Darlehens. Es wurde ein Stillhalteabkommen unterschrieben.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung

(§ 289f HGB / § 315d HGB)

Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB ist auf der Website der Gesellschaft unter https://www.artnet.de/investor-relations einsehbar.

Diese Erklärung beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die artnet AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und kompakt zu halten.

Übernahmerechtliche Angaben

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das voll eingezahlte Grundkapital der artnet AG betrug zum 31. Dezember 2024 5.706.067 EUR und ist in 5.706.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt. Alle Aktien sind Namensaktien.

Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen

Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.

Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligung, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der artnet AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, werden per 31. Dezember 2024 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 26,65 % und der Wenig Fine Art AG, Krefeld, mit 28,83 % gehalten.

Inhaber von Aktien von Sonderrechten

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Soweit Arbeitnehmer an der artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.

Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Mitglieder des Aufsichtsrats werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.

Change of Control Klausel

Jacob Pabst steht im Falle eines Change-of-Control-Ereignisses ein Sonderkündigungsrecht ohne Barabfindung zu.

Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Genehmigtes Kapital

Derzeit verfügt Artnet über kein genehmigtes Kapital.

Bedingtes Kapital

Derzeit gibt es kein bedingtes Kapital mehr.

Berlin, den 17. Juli 2025

Jacob Pabst, Vorstand, artnet AG