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artnet AG Annual Report (ESEF) 2023

Sep 5, 2024

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artnet AG Jahresabschluss 2023

Lagebericht

Inhaltsverzeichnis

  • Geschäftsmodell der artnet AG _________ 2
  • Ziele und Strategien ___________ 2
  • Steuerungssystem _____________ 3
  • Forschung und Entwicklung ___________ 4
  • Wirtschaftsbericht_____________ 5
    • Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen _________ 5
    • Entwicklung des Kunstmarktes _____________ 5
  • Ertrags- Finanz- und Vermögenslage der artnet AG _________ 7
  • Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem (IKS) _______ 10
  • Risiko- und Chancenbericht __________ 14
    • Chancenbericht_____________ 14
    • Risikobericht_______________ 18
  • Prognosebericht______________ 21
  • Nachtragsbericht _____________ 22
  • Rechtliche Angaben __________ 23
  • Quellenangaben______________ 25

1 Geschäftsmodell der artnet AG

Die artnet AG, Berlin, ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde und dort ihren Sitz hat. Die artnet AG („die Gesellschaft“), die Artnet Worldwide Corporation („Artnet Corp.“) und die Artnet UK Limited („Artnet UK“) (zusammen „Artnet“, „der Konzern“ oder „die Gruppe“) sind unter dem Markennamen „Artnet“ tätig. Die Artnet UK Limited., London, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Artnet Corp.

Die artnet AG fungiert als Management-Holding für den Artnet-Konzern. Sie erzielt Erlöse durch die Verrechnung von Management-Leistungen, Unterstützung in Rechtsfragen und Qualitätsmanagement für alle Tochterunternehmen. Darüber hinaus beschränkt sich das Geschäftsmodell auf die Verwaltung der Beteiligungen und die Erbringung von Leistungen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. mit Sitz in New York, USA, und der Artnet UK Limited mit Sitz in London.

Ziele und Strategien

Wir stellen uns eine Welt vor, in der das Kaufen, Verkaufen und Sammeln von Kunst einfach, effizient und äußerst lohnend für den modernen Sammler ist. Wir möchten es Kunstinteressierten und -sammlern ermöglichen, ihrer Leidenschaft nachzugehen, und reibungslose Transaktionen durchzuführen, die auf Vertrauen und Transparenz beruhen. Der Beitrag der artnet AG, vor dem Hintergrund dieses Ziels, ist die Unterstützung der operativen Gesellschaften. Die Unterstützung besteht neben den konkreten operativen Leistungen einer Holding, in der stetigen Weiterentwicklung der Strategie der Gruppe und damit insbesondere in der kontinuierlichen Verbesserung der Leistungen der Artnet Corp.

Artnet ist ein Tech-Unternehmen im Kunstmarkt und treibt dessen Digitalisierung voran mit dem Ziel, Ineffizienzen im Kunstmarkt durch digitale Lösungen zu überwinden. Die Dienstleistungen von Artnet bieten Markttransparenz, Einblicke, schnelle Transaktionen und Liquidität für Tausende von Kunden und Millionen von Nutzern weltweit. Diese Liquidität entsteht aufgrund verkürzter Prozesse im Vergleich zu traditionellen Auktionshäusern bei denen die Umschlagszeit (turnaround time) bis zu 3 Monaten dauern kann.

Der generelle technologische Fortschritt bedeutet, dass der Artnet Konzern und somit auch die AG laufend versuchen das Produktangebot zu verbessern, was ein wesentliches Ziel der Artnet Gruppe darstellt.

Artnet betreibt ein diversifiziertes B2B- und B2C-Geschäftsmodell und bietet einer vielfältigen Gruppe von Kunden ein synergetisches Angebot an Produkten und Dienstleistungen. Die Geschäftstätigkeit der Gruppe ist in die folgenden drei Segmenten gegliedert:

  1. Marktplatz
  2. Daten
  3. Medien

3 Steuerungssystem

Zentrales Ziel der artnet AG ist es, die finanzielle Stabilität der Gesellschaft zu bewahren. Dieses Ziel wird konzernweit mittels einer genauen und konsequenten ganzjährigen Überwachung detaillierter Finanzinformationen und Leistungsindikatoren sichergestellt. Die artnet AG hat, als reine Holdinggesellschaft, keine eigenen, auf die Tätigkeit der Gesellschaft selbst bezogenen, bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, nach denen der Vorstand das Unternehmen steuert. Der Vorstand nimmt für seine Geschäftsentscheidungen stets die Perspektive der Gruppe ein. Hierbei bewertet der Vorstand ein monatliches Reporting über die Gruppe, in dem die finanziellen Leistungsindikatoren aus Sicht des Konzerns (Umsatzerlöse, Umsatzkosten, Bruttoergebnis, Betriebsergebnis) sowohl aggregiert als auch auf Segmentebene, analysiert werden. Weitere relevante Kennzahlen, die aber nicht zu den bedeutsamsten gezählt werden, sind der Bestand an liquiden Mitteln, die erhaltenen sowie die geleisteten Zahlungen.

Mit Bezug auf die Leistung des Konzerns sind die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Sinne von DRS 20 die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis. In Bezug auf die Segmente sind die Umsatzerlöse der bedeutsamste finanzielle Leistungsindikator. Das Betriebsergebnis wird lediglich auf Konzernebene überwacht. Der Konzern hat keine bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Sinne des DRS 20.

Der Konzern berücksichtigt bei der Steuerung der einzelnen Segmente weitere relevante Leistungsindikatoren, die aber nicht zu den bedeutsamsten gezählt werden: Das Segment Marktplatz wird unterteilt in die Bereiche Artnet Auctions und Galerien. Im Bereich Artnet Auctions wird zudem nach dem finanziellen Leistungsindikator der Verkaufsrate (sell through rate) gesteuert, welche anhand des Volumens und dem Wert der Transaktionen ermittelt wird. Im Bereich Galerien wird zusätzlich nach dem nichtfinanziellen Leistungsindikator Mitgliedschaften gesteuert. Hierbei sind die Anzahl der gesamten Mitgliedschaften, neue Mitgliedschaften sowie deren Kündigungen relevant.

Im Segment Daten sind nichtfinanzielle Indikatoren die Anzahl der Kunden und die Anzahl der Suchen im Datenspeicher. Im Segment Medien sind die Besucherzahlen der Internetseite (traffic) ein nichtfinanzieller Leistungsindikator sowie die Anzahl der Artnet News Pro Abonnenten. Hinsichtlich der Besucherzahlen auf der Internetseite ist die laufende Analyse derer, wie auch die Nutzeraktivität auf allen Seiten ein Bestandteil der Steuerung. Die Besucherzahlen unterliegen saisonalen Schwankungen. Artnet wertet die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis aus. Diese Auswertung ist außerdem für die Abrechnung leistungsabhängiger Werbeverträge von Bedeutung. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren für die Internet-Werbung sind die Anzahl der tatsächlichen Aufrufe (impressions) und der unterschiedlichen Benutzer (unique users) je Werbeanzeige auf der Internetseite.

4 Forschung und Entwicklung

Die artnet AG agiert als reine Finanz-Holding und unternimmt entsprechend keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.

5 Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die artnet AG ist eine reine Finanz-Holding. Da die artnet AG von den unternehmerischen Erfolgen ihrer Tochtergesellschaften abhängig ist, wird in der folgenden Analyse auf die für die gesamte Gruppe relevanten Rahmenbedingungen eingegangen. Das Geschäftsjahr 2023 war durch zahlreiche gesamtwirtschaftliche Herausforderungen geprägt, die sich bis Anfang des Jahres 2024 fortsetzten. Aufgrund steigender Energiepreise und Unterbrechungen der Lieferketten in Verbindung mit einem angespannten Arbeitsmarkt fiel die Inflation höher und umfassender aus als erwartet. Die gesellschaftspolitische Instabilität angesichts der Konflikte zwischen Russland und der Ukraine sowie in Nahost trug deutlich zu volatilen Märkten bei (Quelle: IMF). Zunächst durch die Covid-19-Pandemie, dann durch den Krieg in der Ukraine und die daraus folgenden hohen Inflationswerte und Zinssätze weltweit gehören die ersten fünf Jahre der 2020er Jahre aus Sicht der Weltbank zu den schlechtesten der vergangenen drei Jahrzehnte werden (Quelle: Weltbank). Das globale BIP-Wachstum im laufenden Geschäftsjahr wird von der Weltbank in ihrem Bericht aus Januar 2024 zur globalen Wirtschaftsprognose mit 2,4% angegeben. Demgegenüber stehen 2,6% für 2023, 3,0% für 2022 und 6,2% für 2021, als es nach dem Ende der Pandemie zu einer Erholung kam (Quelle: Weltbank). Das wäre im Zeitraum von 2020 bis 2024 ein schwächeres Wachstum als in den Jahren der globalen Finanzkrise 2008/2009, der Finanzkrise in Asien Ende der 1990er Jahre und dem Abschwung Anfang der 2000er (Quelle: Reuters).

Entwicklung des Kunstmarktes

Der für die Geschäftstätigkeit der Artnet-Gruppe, und damit der artnet AG, relevante Kunstmarkt hat, wie viele andere Branchen auch, seit Anfang 2020 eine herausfordernde und transformative Phase durchlaufen (Quelle: UBS Art Market Report 2024). Das lag hauptsächlich daran, dass die Covid-19- Pandemie die Galerien und Händler vor neue und unerwartete Herausforderungen stellte (Quelle: UBS Art Market Report 2024). Neben diesen Schwierigkeiten bedeutete diese Krise aber auch eine große Chance für Umstrukturierungen und Innovationen auf dem Kunstsektor – wie die systemische Umstellung auf Online-Transaktionen (Quelle: UBS Art Market Report 2024), von denen Artnet als Online-Plattform bereits stark profitierte.

Ertrags- Finanz- und Vermögenslage der artnet AG

artnet AG: Gewinn- und Verlustrechnung für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr

Position 2023 (in EUR Tsd.) 2022 (in EUR Tsd.)
Umsatzerlöse 4.247 3.892
Sonstige betriebliche Erträge 35 65
Materialaufwand 0 0
Personalaufwand 1.986 1.950
Abschreibungen 1 1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.306 1.927
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -2.907 -1.921
Finanzielle Erträge 106 88
Finanzielle Aufwendungen 3 14
Ergebnis vor Ertragsteuern -2.804 -1.847
Ertragsteuern 12 1
Nettoergebnis -2.792 -1.848

artnet AG: Bilanz zum 31. Dezember 2023

Position 31.12.2023 (in EUR Tsd.) 31.12.2022 (in EUR Tsd.)
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögenswerte 2 2
Sachanlagen 4 5
Finanzanlagen 3.041 3.041
Umlaufvermögen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.549 1.213
Sonstige Vermögenswerte 17 10
Flüssige Mittel 1.298 1.963
Summe Aktiva 5.911 6.234
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 17.552 17.552
Kapitalrücklage 25.766 25.766
Gewinnrücklagen -34.365 -31.573
Summe Eigenkapital 8.953 11.745
Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 29 32
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 243 163
Sonstige Verbindlichkeiten 0 2
Summe Passiva 9.225 11.942
Summe Eigenkapital und Passiva 18.178 23.687

Anmerkung: Die Summe Aktiva und die Summe Eigenkapital und Passiva weisen eine Differenz auf. Dies ist auf die vollständige Übernahme der Finanzberichte der Artnet AG im Rahmen dieses Dokumentes zurückzuführen, bei der die internen Bilanzierungsrichtlinien der Gesellschaft zu einer solchen Abweichung führen können.

Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem (IKS)

Das Risikomanagementsystem des Artnet Konzerns ist ein integraler Bestandteil des internen Kontrollsystems und zielt darauf ab, die mit den Geschäftsaktivitäten verbundenen Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Ziel ist es, die Unternehmensziele zu erreichen und gleichzeitig die potenziellen negativen Auswirkungen von Risiken auf das Ergebnis, die Vermögenslage und die Reputation zu minimieren.

Der Vorstand trägt die Verantwortung für das Risikomanagement. Das System ist hierarchisch aufgebaut und bezieht alle Ebenen des Konzerns mit ein.

Hauptkomponenten des Risikomanagementsystems:

  1. Risikoidentifikation:

    • Regelmäßige Überprüfung aller Geschäftsbereiche und Prozesse, um potenzielle Risiken zu identifizieren.
    • Einbeziehung von Mitarbeitern auf allen Ebenen.
    • Analyse von externen Faktoren (Marktentwicklungen, regulatorische Änderungen).
  2. Risikobewertung:

    • Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des potenziellen Schadensausmaßes jedes identifizierten Risikos.
    • Priorisierung von Risiken basierend auf ihrer strategischen Bedeutung und ihrem potenziellen Einfluss.
  3. Risikosteuerung:

    • Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung, Übertragung oder Akzeptanz von Risiken.
    • Festlegung von Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Steuerungsmaßnahmen.
  4. Risikoüberwachung:

    • Kontinuierliche Überwachung der identifizierten Risiken und der Wirksamkeit der Steuerungsmaßnahmen.
    • Regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand über das Risikoprofil des Konzerns.
    • Anpassung des Risikomanagementsystems an sich ändernde Rahmenbedingungen.

Internes Kontrollsystem (IKS):

Das IKS umfasst alle Richtlinien, Verfahren und Kontrollen, die darauf abzielen, die Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Einhaltung von Gesetzen und internen Vorschriften sicherzustellen.

Elemente des IKS umfassen:

  • Kontrollumfeld: Schaffung einer Kultur der Integrität und des ethischen Verhaltens.
  • Risikobewertung: Identifikation und Bewertung von Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele beeinträchtigen könnten.
  • Kontrollaktivitäten: Implementierung von Richtlinien und Verfahren zur Steuerung von Risiken.
  • Information und Kommunikation: Sicherstellung eines effektiven Informationsflusses innerhalb des Konzerns.
  • Überwachung: Laufende Bewertung der Wirksamkeit des IKS.

Besondere Berücksichtigung finden folgende Risikobereiche:

  • Marktrisiken: Volatilität des Kunstmarktes, Wettbewerbsdruck, Änderungen der Kundenpräferenzen.
  • Operative Risiken: Ausfälle von IT-Systemen, Datenverlust, Fehler in Transaktionsprozessen, Abhängigkeit von Schlüsselpersonal.
  • Finanzielle Risiken: Liquiditätsrisiken, Kreditrisiken (bei Zahlungsunfähigkeit von Kunden), Währungsrisiken (für grenzüberschreitende Transaktionen).
  • Rechtliche und regulatorische Risiken: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften, Änderungen der Gesetzgebung, IP-Schutz.
  • Strategische Risiken: Fehlentscheidungen bei der strategischen Ausrichtung, Scheitern von Geschäftsentwicklungen.

Die Artnet AG setzt auf eine proaktive Risikosteuerung, um nachhaltigen Unternehmenserfolg zu sichern.

Risiko- und Chancenbericht

Chancenbericht

Der Artnet Konzern ist bestrebt, die sich bietenden Chancen im dynamischen Kunstmarkt aktiv zu nutzen. Die Digitalisierung des Kunstmarktes schreitet weiter voran und bietet erhebliche Potenziale für Wachstum und Effizienzsteigerung.

Wesentliche Chancen für den Artnet Konzern:

  1. Weiterer Ausbau der Digitalisierung im Kunstmarkt: Artnet ist als Pionier der Online-Kunstplattformen hervorragend positioniert, um von der fortschreitenden digitalen Transformation zu profitieren. Die Verlagerung von Transaktionen, Informationsbeschaffung und Ausstellungskonzepten ins Digitale bietet die Chance, neue Kundensegmente zu erschließen und bestehende Kundenbeziehungen zu vertiefen. Die Entwicklung von Tools zur Marktanalyse, zur Preisfindung und zur Abwicklung von Transaktionen wird auch zukünftig ein zentraler Treiber sein.

  2. Expansion in neue geografische Märkte und Kundensegmente: Neben den etablierten Märkten in Europa und Nordamerika gibt es Potenzial für die Erschließung von Wachstumsmärkten, insbesondere in Asien und Lateinamerika, wo das Interesse an Kunst und die Kaufkraft steigen. Zudem können durch gezielte Marketing- und Produktentwicklungsstrategien neue Kundengruppen angesprochen werden, wie z.B. jüngere Sammler oder institutionelle Investoren.

  3. Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen: Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktangebots ist entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören die Verbesserung bestehender Services (z.B. durch KI-gestützte Analysen oder personalisierte Empfehlungen) sowie die Entwicklung völlig neuer Angebote, die den sich wandelnden Bedürfnissen der Kunstwelt gerecht werden. Insbesondere im Bereich der Datenanalyse und der künstlichen Intelligenz liegen große Chancen, Mehrwert für Kunden zu schaffen.

  4. Stärkung der Markttransparenz und Liquidität: Artnet kann seine Rolle als Anbieter von Marktdaten und als Plattform für Transaktionen weiter ausbauen, um die Transparenz und Liquidität im Kunstmarkt zu erhöhen. Dies schafft Vertrauen bei Käufern und Verkäufern und kann zu einer schnelleren Marktdurchdringung und höheren Transaktionsvolumina führen.

  5. Synergien innerhalb des Portfolios (Daten, Marktplatz, Medien): Die Verknüpfung der drei Kerngeschäftsbereiche bietet die Möglichkeit, cross-mediale Kampagnen zu entwickeln, Daten für personalisierte Angebote zu nutzen und die Medienpräsenz zur Steigerung der Bekanntheit und Kundenbindung einzusetzen. Beispielsweise kann die Nutzung von Datenanalysen die Vermarktung von Kunstwerken auf dem Marktplatz optimieren und die Berichterstattung in den Medien mit aktuellen Marktinformationen anreichern.

  6. Partnerschaften und Kooperationen: Strategische Partnerschaften mit Galerien, Auktionshäusern, Museen, Sammlern oder Technologieanbietern können den Zugang zu neuen Märkten, Technologien und Kundengruppen eröffnen und somit das Wachstum beschleunigen.

  7. Nachhaltigkeit und Ethik im Kunstmarkt: Ein zunehmendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ethische Standards im Kunstmarkt bietet die Chance, sich als Vorreiter für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken zu positionieren. Dies kann die Reputation stärken und neue Kundensegmente anziehen.

Der Vorstand beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und wird die Chancen konsequent nutzen, um die Marktposition und die Profitabilität des Artnet Konzerns nachhaltig zu stärken.

Risikobericht

Der Artnet Konzern sieht sich einer Reihe von Risiken gegenüber, die seine operative Tätigkeit und seinen finanziellen Erfolg beeinträchtigen könnten. Das Risikomanagementsystem dient dazu, diese Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.

Wesentliche Risiken für den Artnet Konzern:

  1. Marktrisiken:
  2. Volatilität des globalen Kunstmarktes: Der Kunstmarkt ist zyklisch und kann stark auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, politische Ereignisse und Änderungen der Anlegerstimmung reagieren. Ein Abschwung im Kunstmarkt kann zu geringeren Transaktionsvolumina und Umsatzerlösen führen.
  3. Wettbewerb: Der Kunstmarkt ist fragmentiert mit zahlreichen Wettbewerbern, darunter etablierte Auktionshäuser, Galerien und andere Online-Plattformen. Intensiver Wettbewerb kann zu Preisdruck und Margenverlusten führen.
  4. Technologischer Wandel: Die schnelle Entwicklung neuer Technologien erfordert kontinuierliche Investitionen in die eigene Plattform und Dienstleistungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Versäumnis, mit dem technologischen Fortschritt Schritt zu halten, kann zu einem Verlust von Marktanteilen führen.

    • Änderung der Kundenpräferenzen: Sich ändernde Geschmäcker und Trends bei Sammlern und Kunstkäufern können die Nachfrage nach bestimmten Kunstwerken oder Dienstleistungen beeinflussen.
  5. Operative Risiken:

  6. IT-Systemausfälle und Cybersicherheit: Störungen oder Ausfälle der Online-Plattform, Datenverlust oder Cyberangriffe könnten den Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen, zu finanziellen Verlusten und Reputationsschäden führen.
  7. Abhängigkeit von Schlüsselpersonal: Die Expertise und das Engagement von Schlüsselpersonen im Management und in der Technologieentwicklung sind für den Erfolg des Konzerns essenziell. Ein Verlust dieser Personen könnte negative Auswirkungen haben.
  8. Qualität und Zuverlässigkeit der Daten: Die Qualität der im Kunstmarkt verbreiteten Daten ist entscheidend. Fehlerhafte oder unvollständige Daten können zu Fehlentscheidungen bei Käufern und Verkäufern führen und das Vertrauen in die Plattform untergraben.

    • Prozessrisiken: Fehlerhafte Abwicklung von Transaktionen, Probleme bei der Kundenbetreuung oder Inkasso können zu Unzufriedenheit bei Kunden und finanziellen Verlusten führen.
  9. Finanzielle Risiken:

  10. Liquiditätsrisiken: Unzureichende liquide Mittel könnten die Fähigkeit des Konzerns beeinträchtigen, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, in Wachstumschancen zu investieren oder unvorhergesehene Ausgaben zu decken.

    • Kreditrisiken: Das Risiko, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, kann zu Forderungsausfällen führen.
    • Währungsrisiken: Da Artnet global tätig ist, können Schwankungen der Wechselkurse die finanziellen Ergebnisse beeinflussen.
  11. Rechtliche und regulatorische Risiken:

  12. Compliance: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften (z.B. im Bereich Datenschutz, Geldwäschebekämpfung, Urheberrecht) kann zu Bußgeldern, Rechtsstreitigkeiten und Reputationsschäden führen.

    • Geistiges Eigentum: Die Verletzung von Urheberrechten oder anderen Rechten des geistigen Eigentums kann zu rechtlichen Auseinandersetzungen und finanziellen Belastungen führen.
    • Regulierungsänderungen: Neue oder geänderte Gesetze und Vorschriften im Kunstmarkt oder im E-Commerce könnten zusätzliche Compliance-Anforderungen mit sich bringen.
  13. Strategische Risiken:

    • Fehlende Anpassung an Marktveränderungen: Eine verpasste Anpassung an neue Trends oder Kundenbedürfnisse kann die Wettbewerbsposition schwächen.
    • M&A-Risiken: Bei Akquisitionen besteht das Risiko, dass Synergieeffekte nicht realisiert werden oder die Integration nicht erfolgreich verläuft.

Der Vorstand ist sich dieser Risiken bewusst und arbeitet kontinuierlich daran, das Risikomanagementsystem zu verbessern und geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung zu implementieren.

Prognosebericht

Der Artnet Konzern ist optimistisch hinsichtlich seiner zukünftigen Entwicklung. Die Digitalisierung des Kunstmarktes wird voraussichtlich weiter fortschreiten und somit die Nachfrage nach den Dienstleistungen von Artnet stärken.

Prognose für das Geschäftsjahr 2024:

  • Umsatzerlöse: Es wird ein moderates Umsatzwachstum erwartet, getragen durch die Weiterentwicklung der Kerngeschäftsfelder Marktplatz, Daten und Medien. Insbesondere die Stärkung der internationalen Präsenz und die Einführung neuer datengestützter Produkte sollen zum Umsatzwachstum beitragen.
  • Ergebnisentwicklung: Die Profitabilität soll sich weiter verbessern. Durch gezielte Kostenkontrolle und Effizienzsteigerungen in den operativen Prozessen strebt der Konzern an, das operative Ergebnis zu steigern. Investitionen in Technologie und strategische Wachstumsinitiativen werden weiterhin getätigt, um die langfristige Marktposition zu sichern.
  • Marktentwicklung: Der globale Kunstmarkt wird voraussichtlich von den anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten beeinflusst werden. Dennoch wird erwartet, dass der Trend zur Digitalisierung und die steigende Nachfrage nach Markttransparenz und Datenanalysen die Widerstandsfähigkeit des Artnet Konzerns stärken.
  • Technologische Entwicklung: Artnet wird weiterhin in innovative Technologien investieren, um sein Produktangebot zu verbessern und den sich wandelnden Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Dies beinhaltet die Weiterentwicklung von KI-gestützten Analysen und personalisierten Nutzererlebnissen.

Risiken und Chancen:

Die im Risiko- und Chancenbericht genannten Risiken und Chancen bleiben auch für die Prognoseperiode relevant. Der Vorstand ist bestrebt, die Chancen bestmöglich zu nutzen und die Risiken durch proaktive Steuerung zu minimieren.

Die Prognose basiert auf aktuellen Einschätzungen der gesamtwirtschaftlichen und marktspezifischen Entwicklungen. Ungewisse externe Faktoren können jedoch die tatsächliche Entwicklung beeinflussen.

Nachtragsbericht

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 sind dem Vorstand keine wesentlichen Ereignisse bekannt geworden, die nach dem Stichtag 31. Dezember 2023 eingetreten sind und die Berichterstattung im vorliegenden Jahresabschluss der artnet AG und des Konzerns beeinflusst hätten.

Rechtliche Angaben

Sitz der Gesellschaft:
artnet AG
Friedrichstraße 171
10117 Berlin
Deutschland

Handelsregister:
Amtsgericht Charlottenburg, Berlin
HRB 104911 B

Vorstand:
Roland Berger (Vorsitzender)
Dr. Jörg-Michael Müller

Aufsichtsrat:
Dr. Walter J. Stein
Dr. Stefan Möhring
Dr. Walter P. J. Hölzer

Wesentliche Beteiligungen:
* Artnet Worldwide Corporation (100%)
* Artnet UK Limited (100%)

Währung:
Alle Angaben in diesem Bericht erfolgen, sofern nicht anders angegeben, in Tausend Euro (EUR Tsd.).

Rechtsform:
artnet AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht.

Anwendbare Rechnungslegungsstandards:
Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt.

Erklärungen zur Corporate Governance:
Die artnet AG bekennt sich zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Der Vorstand und der Aufsichtsrat berichten jährlich über die Einhaltung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) gemäß § 289a HGB. Die aktuelle Entsprechenserklärung ist auf der Webseite des Unternehmens verfügbar.

Quellenangaben

  • IMF (Internationaler Währungsfonds)
  • Weltbank
  • Reuters
  • UBS Art Market Report 2024
  • DRS 20 (Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 20 - Lagebericht)Abgesehen davon führten die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen 2023 dazu, dass die Kunden ihr Geld konservativer investierten, was sich negativ auf den Kunstmarktumsatz und damit direkt auf die unternehmerische Entwicklung der Artnet-Gruppe, auswirkte. Nach einem beeindruckenden Comeback aus der Pandemie im Jahr 2021, als durch Zinssätze um null Prozent Geld in alles gespült wurde, von historischen Meisterwerken bis zu Tier-NFTs, entwickelte sich der globale Kunstmarkt 2023 um 12,7% rückläufig (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024). Die Verkäufe bei Auktionshäusern wie Sotheby‘s, Christie‘s und Philips gingen im Vorjahresvergleich 2023 um 23% zurück. Das obere Marktsegment (Werke mit Preisen von mehr als 10 Millionen EUR) schrumpfte 2023 um 40%. Das ultra-zeitgenössische 5 Segment, das bislang als Wachstumssegment betrachtet wurde, verringerte sich im Vergleich zu 2022 um 26% (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024).

Die Kunstauktionen in den USA erzielten 2023 einen Umsatz von 5,7 Milliarden USD, was einem Rückgang von 27,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Gesamtsumme des letzten Jahres liegt genau in der Mitte der jährlichen Ergebnisse des Landes in den letzten zehn Jahren. China blieb im vergangenen Jahr hinter den USA zurück, erholte sich aber etwas von 2022, als die Auktionsverkäufe wegen Covid ein Zehnjahrestief erreichten. Die Gesamtsumme von 3,1 Mrd. USD in China entspricht einer Steigerung von 13 % im Vergleich zum Vorjahr. Der britische Markt, der nach wie vor unter den Auswirkungen des Brexits leidet, verzeichnete im Jahresvergleich einen Rückgang von 15,6 % und einen Umsatz von 1,8 Mrd. USD. In Frankreich ging der Umsatz nach zwei Rekordjahren um 19 % auf knapp 900 Mio. USD zurück. Trotz der Investitionen der Auktionshäuser in der Region könnte das schwierige regulatorische Klima in Frankreich das Wachstum gebremst haben, sagen Experten (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024).

Im Geschäftsjahr 2023 wurden bei Sotheby's, Christie's, Phillips, Bonhams und Artnet Auctions Kunstwerke im Gesamtwert von 440,3 Mio. USD (ca. 405 Mio EUR) ausschließlich online versteigert (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024). Das Ergebnis stellt einen Rückgang von 12% gegenüber 2022 dar, was im Einklang mit dem allgemeinen Rückgang des Marktes steht, und einen Rückgang von fast 70% gegenüber 2021, als viele große Auktionen noch nicht wieder live abgehalten wurden (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024). Die gesamten Online-Verkäufe im Jahr 2023 waren fast dreimal so hoch wie vor der Pandemie und im vergangenen Jahr wurden mehr Werke online verkauft als jemals zuvor (auch während Covid). Dies deutet darauf hin, dass sich das Verhalten von Käufern und Verkäufern in Bezug auf virtuelle Transaktionen nachhaltig verändert hat (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024).

Ungeachtet der aktuellen sozioökonomischen Unsicherheiten und schwachen Auktionsumsätze vor allem in Q3 und Q4 2023 sind 77% der hochvermögenden Sammler optimistisch hinsichtlich der Marktentwicklung 2024 (Quelle: UBS Art Market Report 2023). Die Prognose für die deutschen Sammler war 2022 besonders positiv; angesichts der hohen Unsicherheit über die Zukunft sank der Wert 2023 jedoch auf ein Minimum (Quelle: UBS Art Market Report 2023, Survey of Collecting). In Bezug auf die Aktienmärkte waren die deutschen Sammler wenig optimistisch, was darauf hinweist, dass sich ihre Perspektive generell leicht verändert hat, nicht nur im Hinblick auf den Kunstmarkt (Quelle: UBS Art Market Report 2023). Deloitte schätzt, dass die Investitionen von UHNWI (Ultra High Net Worth Individuals) in Kunst und Sammlerstücke bis 2026 auf 2,8 Billionen USD (ca. 2,5 Billionen EUR) ansteigen könnte. Darüber hinaus berichtet Deloitte, dass 63 % der Vermögensverwalter weltweit Kunst und Sammlerstücke in die Portfolios ihrer Kunden aufgenommen haben (Quelle: Deloitte Art & Finance Report 2023). Mit einem Mittelwert von 73 TUSD (ca. 67 TEUR) gaben Frauen 2023 in den zwei Vorjahren mehr aus als Männer. (Quelle: Art Basel).

Dem Artnet-Index für Kunst zufolge übertraf der Kunstmarkt zwischen Januar 2022 und Juli 2023 die Leistung des S&P 500. Die Erträge aus Kunst wuchsen nominal um 4,2% gegenüber einem Verlust von 6,6% im S&P 500 im selben Zeitraum. Trotz gestiegener Inflation und höherer Zinsen waren die 6 Kunstpreise von der wirtschaftlichen Anspannung weniger betroffen als andere Anlageklassen. Das beweist die Eignung dieser Anlageklasse zur effektiven Absicherung, insbesondere in Bezug auf die erstklassige Kunst der obersten Kategorie (Quelle: Deloitte Art and Finance Report 2023).

Der Verkauf von Werken mit Preisen zwischen 1 Million und 10 Millionen USD (ca. 919 TEUR – 9.190 TEUR) sank um 5%. Diesem Teil des Marktes wurde angesichts des Mangels an sieben- oder achtstelligen Werken mehr Aufmerksamkeit zuteil. Die einstmals am schnellsten wachsende Kategorie der ultra-zeitgenössischen Kunst brach ein, nachdem sich die Aufregung um den Markt für junge Künstler wieder legte. Im Vorjahresvergleich ging sie um 26% zurück. Den stärksten Rückgang erfuhr der Sektor Impressionismus und Moderne, in dem der Umsatz um fast 30% gegenüber dem Vorjahr sank. Die vergleichsweise stabilste Kategorie ist die der alten Meister, in der die Umsätze um 14.1% zurückgingen. In USD bleibt diese Kategorie einer der kleinsten Märkte, hinter ihr liegt nur noch die ultra- zeitgenössische Kunst (die knapp 25 Jahre künstlerischer Produktion umfasst, im Gegensatz zu den alten Meistern, die eine Spanne von fast sechshundert Jahren abdecken) (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024).

Die Auktionsergebnisse einzelner bekannter und meistens begehrter Künstler und Auktionen wird oft als Maßstab für die Entwicklung des Kunstmarkts verwendet. Sotheby's hat Christie's im Rennen um den höchsten Umsatz überholt und hat 2023 fast 160 Mio. USD (ca. 147 Mio. EUR) mehr mit Kunstverkäufen erzielen. Die Gesamtsumme des siegreichen Hauses entspricht einem Rückgang von 4% im Vergleich zum Vorjahr. Wie üblich ging es darum, wer den lukrativsten Nachlass gewinnt. Sotheby's verkaufte im vergangenen Jahr die Sammlung der Philanthropin Emily Fisher Landau im Wert von 426,7 Mio. USD (ca. 392 Mio. EUR), Christie's verkaufte die Sammlung von Paul Allen im Jahr 2022. Die Gesamtsumme von Christie's ist im Vergleich zum Vorjahr um 35,7 % gesunken (Quelle: Artnet Intelligence Report 2024).

Ertrags- Finanz- und Vermögenslage der artnet AG

Der Tätigkeitsbereich der artnet AG beschränkte sich im Geschäftsjahr 2023, wie in den Vorjahren auch, weitgehend auf die Holdingfunktion. Strategische Ziele werden ausschließlich auf Gruppenebene definiert und verfolgt. Die artnet AG erbringt ihre Managementleistungen im Wesentlichen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. mit Sitz in New York, USA. Sämtliche Vertragsbeziehungen zu Kunden bestehen über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., sodass die artnet AG keine konzernexternen Umsatzerlöse erzielt. Die Ertragslage wird daher durch die Beziehungen zu der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corp. bestimmt, sowie von den mit der Verwaltung und Börsennotierung der artnet AG verbundenen Aufwendungen. Darüber hinaus ist die artnet AG insofern von der Geschäftsentwicklung insbesondere der Artnet Corp. abhängig, als dass sich ein veränderndes operatives Geschäftsumfeld auch positiv oder negativ auf ihre eigenen Unterstützungsleistungen in den Bereichen Vertrieb und Kundenbetreuung auswirken kann.

Ertragslage der artnet AG

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die durch den Vorstand gemachte Prognose bezüglich des Jahresergebnisses nicht erfüllt. Für 2023 wurde demnach ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, welches deutlich nicht erreicht wurde. Diese Abweichung wurde in einer Gewinnwarnung bereits im Q4 2023 kommuniziert. Das Ergebnis nach Steuern der artnet AG reduzierte sich von 40 TEUR im Geschäftsjahr 7 2022 auf -1.070 TEUR im Geschäftsjahr 2023. Der Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Erträge aus Beteiligungen gesunken sind. Hierfür wiederrum ursächlich ist insbesondere das deutlich schlechtere Ergebnis der Artnet Corp. Im Vorjahresvergleich sind die Erträge aus Beteiligungen von 1,2 Mio. Euro auf 0 TEUR gesunken. Die artnet AG war insofern direkt von der Geschäftsentwicklung der Artnet-Gruppe betroffen.

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres belaufen sich auf 812 TEUR (2022: 812 TEUR) und blieben somit unverändert zum Vorjahr aufgrund der im Umfang unveränderten Managementleistungen der artnet AG. Der Personalaufwand der artnet AG verringerte sich leicht von 831 TEUR auf 809 TEUR. Die artnet AG beschäftigt zum 31. Dezember 2023 zehn Mitarbeiter (2022: 11). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich von 1.118 TEUR in 2022 auf 1.031 TEUR in 2023. Hauptposten der sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren 129 TEUR für Rechts – und Beratungskosten (2022: 115 TEUR) und 345 TEUR für Abschluss- bzw. Prüfungskosten (2022: 220 TEUR).

Der Vorstand prüft regelmäßig mögliche Maßnahmen, die insgesamt zur Erholung von dem schwierigen Geschäftsjahr 2023 beitragen werden. Hierunter fallen unter anderem Kosteneinsparungen, die auf Ebene der artnet AG, aber auch der Gruppe insgesamt, geprüft werden. Diese betreffen vor allem den Bereich Personal und Verwaltung.

Vermögenslage- und Finanzlage der artnet AG

Die Vermögenslage der artnet AG wird geprägt durch den Anteilswert an der Tochtergesellschaft Artnet Corp., der unverändert in Höhe der Anschaffungskosten von 9.184 TEUR angesetzt wird. Der Buchwert macht rund 98,40% der Bilanzsumme aus (Vorjahr: 98,96%) Die sonstigen Aktiva der artnet AG haben sich kaum verändert. Das Eigenkapital verbleibt mit 6.758 TEUR nur leicht unter dem Vorjahr (7.158 TEUR). Die Entwicklung des Eigenkapitals wurde neben dem Jahresfehlbetrag von der Veräußerung der eigenen Anteile geprägt. Durch die vollständige Veräußerung der eigenen Anteile entfiel der offene Ausweis gem. § 272 Abs.# 1b HGB in Höhe des Nennbetrags von 78.081 EUR. Der den Nennbetrag übersteigende Verkaufspreis in Höhe von 591.854 EUR wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich von 220 TEUR auf 421 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber fremden Dritten reduzierten sich um 60 TEUR von 348 TEUR in 2022 auf 289 TEUR zum 31.Dezember 2023. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corp. sind im Vergleich zum Vorjahr auf 1.850 TEUR zum 31. Dezember 2023 gestiegen (2022: 1.543 TEUR). Der Ausschüttungsanspruch gegen die Artnet Worldwide Corp. beträgt 0 TEUR (2022: 1.200 TEUR). Die eigenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Artnet Corp. betragen zum 8 Bilanzstichtag insgesamt rund 350 TEUR (2022: 43 TEUR). Die Artnet Corp. hat der artnet AG ein langfristiges und verzinsliches Darlehen in Höhe von 1.500 TEUR zur Verfügung gestellt, welches unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen unverändert ausgewiesen wird. Die laufende Finanzierung der Geschäftstätigkeit der artnet AG ist durch monatliche Abschläge auf die Tätigkeitsvergütung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. gesichert. Der Finanzmittelbestand zum Ende des Geschäftsjahres betrug 48 TEUR (2022: 23 TEUR).

Gesamtaussage zur Lage der artnet AG

Da die artnet AG als reine Finanz-Holding von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gruppe abhängig ist, wird an dieser Stelle auf die Gesamtaussage der Lage der Gruppe rekurriert. Die von der artnet AG zu erbringenden Dienstleistungen und die daraus zu erzielenden Erlöse, hängen nahezu vollständig von der Leistung des Konzerns ab. Im Vergleich zum Budget Q1 2023 hat der Artnet Konzern bezogen auf das Geschäftsjahr 2023 deutlich unter den Erwartungen geliefert und musste im Q4 eine Gewinnwarnung veröffentlichen. Der prognostizierte Umsatz lag zwischen 28-30 Mio. USD (ca. 26-28 Mio. EUR), realisiert wurden lediglich 25,254 Mio. USD (ca. 23,350 Mio. EUR). Dadurch, dass die artnet AG maßgeblich von der Performance des Konzerns beeinflusst wird, lag der Geschäftsverlauf der artnet AG selbst, in 2023 unter den Erwartungen des Vorstands. Das Management ist trotz der Performance 2023 insgesamt vorsichtig optimistisch und erwartet für 2024 trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf Konzernebene ein moderates Umsatzwachstum im Vergleich zu 2023. Hieraus leitet der Vorstand ab, dass die artnet AG ein im Vergleich zu 2023 leicht verbessertes Jahresergebnis erzielen wird.

9 Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem (IKS)

Nach den Bestimmungen des § 91 Absatz 3 AktG hat der Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft ein im Hinblick auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und der Risikolage des Unternehmens angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem einzurichten. Die bei der artnet AG implementierten Systeme werden fortlaufend weiterentwickelt. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem bei der Artnet-Gruppe umfasst die Gesamtheit aller Überwachungsmaßnahmen zur Minimierung von Risiken in Unternehmensprozessen. Es ist darauf ausgerichtet, alle wesentlichen operativen und finanziellen Unternehmensrisiken zu adressieren sowie die Risiken und Chancen für das Erreichen der Geschäftsziele, die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung und die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften, sowie der internen Richtlinien zu managen. Das interne Kontrollsystem erstreckt sich über alle wesentlichen Geschäftsprozesse. Ein bedeutsamer Bestandteil ist unter Berücksichtigung der flachen Hierarchien, die umfassende Einbindung des Vorstands, der über detaillierte monatliche Reportings Abweichungen vom Soll-Zustand erkennen und daraufhin Maßnahmen ergreifen kann, Zahlungen frei gibt und in die Abgabe von wesentlichen Angeboten einbezogen wird. Dadurch übt er präventive und aufdeckende Kontrollen aus und stellt eine wesentliche Komponente der Qualitätssicherung dar. Der Vorstand der artnet AG trägt die Gesamtverantwortung für die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines effektiven und angemessenen Risikomanagementsystems, internen Kontrollsystems und Compliance Management Systems für den Artnet-Konzern.

Risikomanagementsystem

Zum Zweck des systematischen und organisatorischen Umgangs mit Chancen und Risiken nutzt der Vorstand ein umfassendes Risikomanagementsystem. Dafür sind geeignete Instrumente zur Erkennung, Analyse, Bewertung und Ableitung von Maßnahmen definiert und werden systematisch umgesetzt und fortwährend weiterentwickelt. Die artnet AG sowie die Artnet Gruppe insgesamt agieren in einem wenig komplexen Geschäftsumfeld. Ebenso sind die gesellschaftlichen, internen und externen Vertragsstrukturen überschaubar und wenig kompliziert. Das durch den Vorstand in der Vergangenheit implementierte Risikomanagementsystem richtete sich an dem Umfang der Geschäftstätigkeit und der Risikolage der Artnet-Gruppe aus und wurde dahingehend ausgestaltet und dimensioniert. Der Vorstand entwickelt das Risikomanagementsystem im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung der internen Prozesse, insbesondere hinsichtlich der formalen Anforderungen, stetig weiter. Ziel des Risikomanagementsystems ist, frühzeitig und proaktiv relevante Informationen über potenzielle und tatsächliche Risiken und deren direkte und indirekte finanzielle Auswirkung für Artnet zu sammeln, um diese zu steuern und den Unternehmenswert nachhaltig zu sichern. Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement liegt beim Vorstand. Schlanke Organisationsstrukturen, kurze und transparente 10 Entscheidungswege und -weisen stellen sicher, dass der Vorstand in alle wesentlichen risikorelevanten Vorgänge unmittelbar eingebunden ist. Das Risikomanagementsystem des Artnet-Konzerns stellt sicher, dass Risiken systematisch identifiziert, erfasst, gesteuert und bei Bedarf intern und extern kommuniziert werden. Die Bewertung der identifizierten Risiken erfolgt insbesondere anhand der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit. Das Management verfügt über jahrzehntelange und tiefe Kenntnisse über den Kunstmarkt und die sich in diesem Markt realisierenden Entwicklungen und Chancen und ist somit jederzeit in der Lage entsprechend der mit der Geschäftstätigkeit einhergehenden Risiken und Chancen zu agieren. Die direkte Verantwortung zur Früherkennung, Analyse, Steuerung und Kommunikation der Risiken obliegt dem operativen Management. Im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche sowie durch regelmäßige Berichterstattung informieren die Geschäftsbereiche über Veränderungen der geschäftsbereichsindividuellen Risikosituation. Dieser Prozess beinhaltet unter anderem die Berichterstattung über regelmäßig durchgeführte Markt- und Wettbewerbsanalysen, wie auch veränderte Kundenbeziehungen. Bestehende Risikopotentiale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. So kann Artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern. Das durch den Vorstand implementierte Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:
* der Abteilung Finanzen, die die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-, sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt;
* der für die IT-Infrastruktur zuständigen Mitarbeiter, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellen und überwachen;
* die für Compliance-Fragen zuständigen Mitarbeiter, die sowohl interne als auch externe rechtliche Risiken sowie Gesetzesänderungen überwachen;
* dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Projekte überwacht; und
* der für die laufende Besucherzahl-Überwachung (traffic) zuständigen Mitarbeiter, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswerten und analysieren.

Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an das Central Risk Management Team, Vorstand und/oder Aufsichtsrat weitergeleitet werden. Der interne Risikobericht wird vierteljährlich zusammengestellt und die Einschätzungen werden nach Wahrscheinlichkeit und möglichem Schaden kategorisiert.

11 Internes Kontrollsystem

Der Vorstand hat für die organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet, dessen wesentliche Bestandteile auch für die artnet AG selbst gelten. Das interne Kontrollsystem des Artnet-Konzerns definiert für den Konzern Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von internen Kontrollen innerhalb der für den Konzern und das Unternehmen zentralen Prozessen. Der Artnet-Konzern hat entsprechende Kontrollen implementiert. Mindestens einmal jährlich wird im Rahmen von Jahresberichten über das interne Kontrollsystem (IKS) berichtet. Das zentrale Risiko der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung besteht darin, dass die veröffentlichten Abschlüsse unrichtige Darstellungen enthalten könnten. Um Fehlerquellen zu vermeiden, hat Artnet als Teil des internen Kontrollsystems verschiedene interne Kontrollen für die Finanzberichterstattung und für den Rechnungslegungsprozess eingerichtet. Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z. B. Vertrieb), verbuchende (z. B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z. B. IT-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet, dass keine wichtigen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben. Der Konzernabschluss wird durch die Abteilung Rechnungswesen bei Artnet Corp. erstellt, die über langjährige Erfahrung und spezielle Expertise in Konsolidierungsfragen verfügt.# Die letztendlichen Bilanzierungsentscheidungen werden durch den Vorstand der artnet AG getroffen.

Compliance-Management-System

Artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Angestellten, Kunden und Geschäftspartnern. Die Mitarbeitenden des Artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, durch ein Hinweisgeberschutzsystem jederzeit anonym und geschützt Hinweise zu möglichen Rechtsverstößen und anderem Fehlverhalten zu geben, auf die das Management umgehend und entsprechend reagieren kann. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass Risiko- und Kontrollsysteme wie das IKS und das Risikomanagementsystem, unabhängig von ihrer Breite, Komplexität und konkreter Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefern können, dass sämtliche tatsächlich eintretenden Risiken vorab aufgedeckt oder alle Prozessverstöße verhindert werden können.

Nicht geprüfte Informationen zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems

Das durch den Vorstand in der Vergangenheit implementierte Risikomanagementsystem war und ist aus Sicht des Vorstands diesen Anforderungen entsprechend ausgestaltet und dem Umfang der Geschäftstätigkeit und der Risikolage der Artnet-Gruppe im Geschäftsjahr angemessen dimensioniert gewesen. Mit Blick auf die Größe und Komplexität der Gesellschaft liegen dem Vorstand auf Basis des beschriebenen IKS und Risikomanagementsystems keine Hinweise vor, dass das IKS und 12 Risikomanagementsystem zum 31. Dezember 2023 in ihrer jeweiligen Gesamtheit nicht angemessen oder nicht wirksam gewesen wären.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex enthält Empfehlungen zur Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems, die über die gesetzlichen Vorgaben für den Lagebericht hinausgehen. Dementsprechend sind die gemäß diesen Empfehlungen erfolgten Angaben nicht inhaltlich durch den Abschlussprüfer zu prüfen.

13 Risiko- und Chancenbericht

Die Chancen und Risiken der artnet AG ergeben und orientieren sich im Wesentlichen an den Chancen und Risiken der Artnet Gruppe. Vor diesem Hintergrund werden im hier dargestellten Chancen- und Risikobericht die Chancen und Risiken der Artnet-Gruppe analysiert. Der Erfolg oder Misserfolg der Gruppe ist relevant für die artnet AG, insofern ist diese Herangehensweise sachgerecht.

Chancenbericht

Die Chancen der artnet AG ergeben und orientieren sich im Wesentlichen an den Chancen der Artnet Gruppe. Der Online-Kunstmarkt wird immer dynamischer und ist in den letzten zwei Jahren sehr gewachsen (Quelle: UBS Art Basel Report 2024). Laut UBS ist er im vergangenen Geschäftsjahr 7% gewachsen im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: UBS Art Market Report 2024). Dies bedeutet neue Möglichkeiten und Chancen für die Online-Produkte und -Dienstleistungen der artnet AG. Die kurzen Entscheidungswege erlauben es dem Konzern, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung von Risiken zu reagieren. Chancen können sich aus dem Konzern heraus oder auch durch externe Umstände ergeben.

Kunst als Anlageklasse

Durch den Vermögensübergang von den Baby-Boomern auf die Millenials wird in den nächsten 25 Jahren eine neue Generation fast 72 Billionen USD (ca. 66 Billionen EUR) erben (Quelle: Fortune); Kunst und Sammlerstücke sind ein beträchtlicher Teil davon. Damit wird eine wachsende Zahl wohlhabender Personen weltweit den Kundenstamm von artnet erweitern. Sie werden Artnet wahrscheinlich besuchen, da sie entweder über Artnet Kunstwerke verkaufen wollen oder über Artnet anhand der Price Database den Wert der Kunstwerke ausfindig machen wollen. Diese Erben sammeln aus Leidenschaft – aber auch aus Investmentgründen. Das branchenweit bekannte Angebot an Daten und Analysen der artnet AG sowie die Transaktionsmöglichkeiten, die der Artnet Marktplatz bietet, ermöglichen es dem Konzern, ein wichtiger Bestandteil im Bewertungs-, Informations- und Handelsprozess zu sein. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Kunst als Anlageform immer mehr durchgesetzt, da ihr Wertzuwachs immer besser untersucht und verstanden wird. Deloitte schätzt, dass bis 2026 mehr als 2,86 Billionen USD (ca. 2,6 Billionen EUR) in Sammlerstücken angelegt sein werden, vor allem in Kunstobjekten. Obwohl die Kunst wegen ihres kulturellen und ästhetischen Wertes geschätzt und gesammelt wird, ist sie auch ein erheblicher finanzieller Vermögenswert, der in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Mehr als 85% der Vermögensverwalter empfahlen 2023 Kunst als Mittel zur Portfoliodiversifizierung. (Quelle: Deloitte Art & Finance Report 2024)

Nutzerverhalten

E-Commerce ist ein sehr wichtiger Wachstumsmarkt innerhalb der Luxus- und Kunstbranche, da über 20% der Kunstmarkt-Transaktionen mittlerweile online stattfinden (Quelle: UBS Art Basel Report 2024). Die Zahl lässt darauf schließen, dass Sammler reine Online-Auktionen als einfache, effiziente und kostengünstige Methode zum Kauf und Verkauf von Kunst im niedrigen und mittleren Preisbereich 14 angenommen haben. Der Artnet Marktplatz erzielt mit seinem klaren Fokus auf Savoir-faire, Qualität und Transparenz durchweg hohe Preise und Verkaufsraten. Diese Tatsache sowie der Anstieg der Online- Transaktionen weltweit weisen auf ein starkes Wachstumspotenzial innerhalb dieses dynamischen Segments hin (Quelle: UBS Art Basel Report 2024). Besonders erfolgreich ist Artnet Auctions in den Kategorien Prints & Multiples, Fotografie sowie bei Nachkriegs- und zeitgenössischer Kunst. Durch die Einführung des Segments Marktplatz im Jahr 2021, das zwei erfolgreiche Produkte zu einem globalen Handelsplatz verbindet, ist Artnet gut aufgestellt, sich einen größeren Marktanteil bei den Online-Transaktionen zu sichern. Die Einfachheit, Effizienz und Transparenz der Prozesse beim Browsen und nahtlosen Kauf ist für die Kunden besonders attraktiv.

Transaktionsgeschwindigkeiten und Liquidität

Das reine Online-Geschäftsmodell von Artnet Auctions befreit Käufer und Verkäufer von den Beschränkungen der traditionellen Kunstauktionssaisons im Frühjahr oder Herbst. Das gibt Artnet die Möglichkeit, Kunstwerke jederzeit auf den Markt zu bringen und so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen - vor allem im Vergleich zu traditionellen Auktionen bei denen sowohl die Provision viel höher ist und der Verkauf häufig Monate anstatt weniger Wochen andauert. Einfachheit, Geschwindigkeit, Vertrauen und Effizienz des Marktplatzes von Artnet machen Kunst als Anlageklasse so liquide und handelbar wie nie zuvor. Artnet kann durch die Einarbeitung der Daten und der Medien ein großes Vertrauen in den Transaktionsprozess sowie die Preise erwecken. Durch die Darstellung von vergleichbaren Kunstwerken und deren erzielten Preisen rechtfertigt Artnet Schätzpreis und erweckt Vertrauen durch die Transparenz. In unserem B2B-Segment können Galerien ihre Künstler und Werke über Artnet Galerien online präsentieren. Artnet bietet diesen Unternehmen damit die erforderlichen Alternativen, ihr Geschäft ganzjährig zu betreiben und ein weltweites Publikum zu erreichen. Auf diese Weise können sie neue Kunden gewinnen und diese von den Vorteilen des Kunsthandels im Internet überzeugen.

Werbung auf Artnet-Websites und Social-Media-Kanälen

Innerhalb des Mediensegments hat sich Artnet News als führende Online-Plattform für Nachrichten im Kunstmarkt etabliert. Im Jahr 2023 verzeichnete die Seite über 235 Millionen Seitenaufrufe (2022: 238 Millionen), mehr als alle direkten Wettbewerber zusammen (Quelle: Similarweb). Qualitätsjournalismus, Exklusivberichte und Originalbeiträge haben Artnet zu einer gefragten Werbeplattform für Luxusmarken, Finanzdienstleister und kunstnahe Unternehmen gemacht. Auch die große Reichweite von Artnet in den sozialen Medien wird für Werbekampagnen genutzt. Obgleich Artnet im Jahr 2023 einen kleinen Rückgang der Seitenaufrufe verzeichnet hat, ist der Vorstand sich sicher, dass dies eine Ausnahme des kontinuierlichen Anstiegs der vergangen 4 Jahre ist. Dieser Trend wird anhalten, da Werbebudgets zunehmend für Onlinekanäle und soziale Medien reserviert werden und sich von traditionellen Printmedien wegbewegen.

Asien

Die bereits große und weiter wachsende Präsenz des Unternehmens auf der in China führenden Social- Media-Plattform WeChat führte bereits zu neuen Anmeldungen bei Artnet Auctions. Diese Zahl könnte 15 noch weiter steigen. Auf dem chinesischen Markt steigt das Interesse an europäischer und amerikanischer Kunst (Quelle: Art Basel), wovon Artnet strategisch profitieren könnte. Diese Chancen möchte Artnet in Asien, insbesondere in China, nutzen.

Synergien innerhalb des Konzerns

Die verschiedenen Segmente des Unternehmens, wie der Marktplatz, Medien und Daten, bieten Möglichkeiten für Synergien innerhalb des Konzerns, die Artnet Wettbewerbsvorteile und Wachstumsmöglichkeiten im laufenden Geschäftsjahr und darüber hinaus verschaffen. Sammler können über die Preisdatenbank Künstler und Marktbewegungen gegenüber anderen Anlageklassen recherchieren und vergleichen, sich über Artnet News informieren und auf dem Marktplatz über Artnet Auctions oder die Plattform der Artnet Galerien handeln. Es gibt außerdem weitere Möglichkeiten, das breite Produktportfolio von Artnet für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen und hervorzuheben sowie zusätzliche Ertragsströme auszuloten. Artnet hat bereits 2021 und 2022 Schritte unternommen, um dieses Potenzial auszuschöpfen. So wurde bei Artnet News ein kostenpflichtiges Angebot eingeführt, Artnet Data wurde so ausgestattet, dass durch Kunst gesicherte Kreditleistungen sowie Datenservices für Unternehmen angeboten werden können.

Chancen durch die Marke Artnet

Ihr Fokus auf Kuration, Transparenz und Vertrauen stärkt die Marke Artnet international. Dies wird zu wachsenden Einnahmen aus Transaktionen, Abonnements, Mitgliedschaften und Werbung führen.# Die starke Marke stellt die Wettbewerbsfähigkeit bei der Suche und Bindung von Mitarbeitenden und Kunden auch weiterhin sicher. Artnet spielt eine Führungsrolle im Online-Kunstmarkt und steht seit fast drei Jahrzehnten für Qualität, Zuverlässigkeit und Wandel. Der Konzern ist daher für Marken und Institutionen innerhalb und außerhalb der Kunstbranche ein attraktiver Partner in Bezug auf die Bekanntheit der eigenen Marke sowie der Kundenbasis des eigenen Unternehmens. Luxusmarken wie z.ꢀB. Saint Laurent, Tiffany’s oder Cartier vertrauen in Bezug auf Werbung und Ansehen der Marke Artnet.

Flexible Arbeitsplatzwahl

Aufgrund seines Geschäftsmodells ist der Konzern in der Lage, Mitarbeitende dezentral und weltweit zu beschäftigen. Während der Covid-19-Pandemie blieb die Produktivität der Mitarbeitenden stabil, in vielen Fällen nahm sie sogar zu. Nach der erfolgreichen Telearbeit während der Covid-19-Pandemie haben Artnet-Mitarbeitende bekundet, dass sie nicht-traditionelle, flexible Arbeitsplätze bevorzugen. Artnet erwägt daher, die Arbeitsumgebung dieser globalen Veränderung der Arbeitsweise anzupassen. So konnte Artnet beispielsweise die benötigten Büroflächen verringern und das bestehende Büro in New York im zweiten Quartal 2023 zugunsten kleinerer, günstigerer Flächen schließen. Dadurch ergeben sich erhebliche Kosteneinsparungen bei den Mieten. Aus ähnlichen Gründen bezog Artnet in Berlin kleinere Büroräume.

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Der Wunsch der Mitarbeiter nach Flexibilität bleibt weiterhin bestehen. Hingegen anderer großer Unternehmen, die eine Rückkehr ins Büro fordern, entscheidet sich Artnet dafür die in 2023 durchgeführten Maßnahmen beizubehalten und sieht darin eine Chance die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern.

FALCON und weitere Technologie

Artnet hat seine Website verbessert und baut seine technologische Infrastruktur mit dem Projekt FALCON neu auf. Projekt FALCON stellt sicher, dass Artnet über eine sehr effektive und effiziente technologische Grundlage verfügt, um in einem sich schnell verändernden Geschäftsumfeld erfolgreich zu konkurrieren und zu wachsen. Das Projekt FALCON wurde im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen. Das erste Produkt, das mit FALCON eingeführt wurde, war die überarbeitete Preisdatenbank im ersten Quartal 2023. Im Jahr 2024 wird sich das Artnet Technology Team auf drei entscheidende Entwicklungsbereiche konzentrieren: Verbesserungen bei UI/UX, Nutzung Künstlicher Intelligenz und Umsetzung von Kosteneinsparungen.

  • UI/UX-Entwicklung: Oberstes Ziel von Artnet ist es, die Nutzererfahrung unserer Kunden signifikant zu verbessern. Das Team konzentriert sich auf die Weiterentwicklung wichtiger Aspekte unserer Plattform, u.a. die Seiten für Kunstwerke und Künstler sowie den Marktplatz. Dieses Bestreben ist an unserer Vision ausgerichtet, Kunden einen 360°-Blick auf den Kunstmarkt zu bieten, damit sie zu den optimal informierten Personen auf dem Markt zählen.
  • Integration Künstlicher Intelligenz: Künstliche Intelligenz bleibt für uns ein zentraler Schwerpunkt. Artnet plant, KI strategisch in die gesamte Technologie zu integrieren, insbesondere bei Content und Datenanalyse. Mit diesem gezielten Einsatz soll Content markensicher auf unsere Kunden abgestimmt und Erkenntnisse aus unserem großen Datensatz an Artikeln und Auktionslosen gewonnen werden.
  • Initiative zur Kostensenkung: Artnet überprüft zurzeit mehrjährige Strategien zur Kosteneinsparung. Wesentlicher Bestandteil dieser Initiative sind Überlegungen zur aktuellen Software-as-a-Service-Lösung. Das Management ist davon überzeugt, dass es für Artnet langfristig erhebliche Vorteile bringen wird, einige dieser Lösungen intern abzudecken. Die erste Phase dieser strategischen Verlagerung soll in diesem Jahr beginnen und der Auftakt für ein kosteneffizienteres Betriebsmodell sein.

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Risikobericht

Die Risiken der artnet AG ergeben und orientieren sich im Wesentlichen an den Risiken der Artnet Gruppe. Wie oben ausgeführt, wird das Risikomanagementsystem durch den Vorstand stetig weiter entwickelt. Das Risikomanagementsystem erhebt „Risk Level“ (niedrig, mittel, hoch) und „Risk Tolerance Level“, wobei sich die erste Variable auf die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos und die zweite Variable auf einen möglichen quantitativen Schaden bezieht. Artnet beobachtet und analysiert verschiedene Arten von Risiken, die im Folgenden in die folgenden Kategorien unterteilt werden in:

  • Liquiditätsrisiken
  • Rechtliche Risiken und solche im Zusammenhang mit der Compliance
  • Wettbewerbsrisiken
  • Technologische und die Produktentwicklung betreffende Risiken
  • Risiken, die die Mitarbeiter betreffen.

Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken (solche die von Artnet mit einem Risikoniveau von „mittel“ oder „hoch“ bewertet wurden) identifiziert:

Liquiditätsrisiken

Allgemein

Da der Artnet-Konzern mit seinen Produkten und Dienstleistungen eine Vielzahl von Kunden und Branchen anspricht, liegt im Konzern keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor. Dennoch könnte sich ein weltweiter Wirtschaftsabschwung negativ auf die Liquidität der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder zu Forderungsausfällen führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden nach Möglichkeit Vorauszahlungen vereinbart und Forderungen umgehend eintreibt. Ein Liquiditätsrisiko besteht ferner darin, dass Artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. Artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand und dem operativen Cashflow. Zum 31. Dezember 2023 verringerte sich der Liquiditätsbestand des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr auf 534 TEUR (2022: 1.053 TEUR). Der operative Cashflow der Artnet-Gruppe ist positiv. Gleichzeitig investiert Artnet als Technologieunternehmen weiterhin in hohem Maße in die eingesetzte Technologie und Software, die für das weitere Wachstum der Gruppe und ihre Entwicklung wesentlich sind. Solange die durch den Vorstand geplanten Umsatzerlöse und eingeleiteten kostensenkenden Maßnahmen nicht vollständig und/oder zeitlich später erwirtschaftet werden beziehungsweise wirken, werden für diese wichtigen Investitionen in die technologische und damit unternehmerische Entwicklung der Gruppe möglicherweise Liquiditätszuschüsse benötigt, die durch Eigen- oder Fremdkapitalmaßnahmen realisiert werden könnten.

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Vor diesem Hintergrund ist auch das im Nachtragsbericht beschriebene Darlehen in Höhe von 1.000 TUSD (rund 928 TEUR) zu interpretieren. Für das Liquiditätsrisiko wurde ein mittleres Risikoniveau vom Vorstand ermittelt.

Konjunkturtrends im Kunstmarkt und die globale Konjunktur

Der Konzern kann Schwankungen am Kunstmarkt ausgesetzt sein. Veränderte lokale und globale Rahmenbedingungen wirken sich auf den Kunstmarkt aus. Dabei ist es oft nicht vorhersehbar, inwieweit diese Entwicklungen den Markt in Zukunft prägen werden. Es bestehen weiterhin Abwärtsrisiken aufgrund geopolitischer Spannungen zwischen Russland und der EU, im Nahen Osten sowie durch anhaltenden Inflationsdruck. Der Kunstmarkt reagiert in der Regel auf große geopolitische und konjunkturelle Trends in den Industrieländern, die ihrerseits Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Eine wirtschaftliche Abkühlung oder eine Rezession könnten, begleitet von hohen Kursschwankungen an den Finanzmärkten, zu einer weiter sinkenden privaten Nachfrage führen – was auch das Interesse an Kunstwerken abschwächen dürfte. Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als hoch eingestuft.

Rechtliche Risiken und solche im Zusammenhang mit Compliance

Schutz der kundenbezogenen Daten

Artnet speichert Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Es gibt derzeit weltweit neue Gesetzesinitiativen, die diese Vorschriften verschärfen könnten. Würde es Dritten gelingen, die von Artnet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, könnte Artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden. Artnet arbeitet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, um auf Veränderungen beim Datenschutz zeitnah zu reagieren. Artnet verfügt sowohl über eine EU-US Privacy-Shield-Zertifizierung als auch über eine Swiss-US Privacy-Zertifizierung, die den personenbezogenen Datentransfer aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union bzw. der Schweiz in die USA regelt. Des Weiteren hat Artnet die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) umgesetzt, die am 25. Mai 2018 in Kraft trat. Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wird als mittel eingestuft.

Wettbewerbsrisiken

Die artnet Gruppe arbeitet in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt. Es kommen regelmäßig neue, gut- finanzierte Start-ups in den Markt, die für Gruppe ein potenzielles Risiko darstellen. Sotheby’s, Christie’s und Phillips, die Hauptkonkurrenten im Bereich Artnet Auctions, entwickeln ihre eigenen online Auktionen. Kleinere und neuere Auktionshäuser nutzen neueste Technologien, um Artnet Auctions Konkurrenz zu machen.

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Ebenso im Bereich Preisdatenbank besteht ein Wettbewerbsrisiko. Es könnten neue Konkurrenten mit neuen Technologien einen Datenspeicher aufbauen und mit niedrigeren Preisen versuchen, Artnet Kunden abzuwerben. Artnet News ist mit über 50% Marktanteil immer noch der größte Kunst-Internetnachrichtendienst. Trotzdem versuchen Konkurrenten durch M&A-Aktivitäten Artnet News Marktanteile streitig zu machen. Das durch den Vorstand ermittelte Risikoniveau wurde als mittel eingestuft.

Technologische und die Produktentwicklung betreffende Risiken

Infrastruktur der Technologiesysteme

Hauptrisiken im Bereich Technologie sind die eingesetzten Produkte von Microsoft Dynamics bzw. die genutzten ERP-Systeme und SQLServer. Diese werden mit aktuelleren Systemen ersetzt werden.# 20 Prognosebericht

Die Prognosen zur Entwicklung der artnet AG als reiner Finanz-Holding sind abhängig von der prognostizierten Entwicklung der Artnet-Gruppe orientieren sich deshalb im Wesentlichen an dieser. Dies geschieht insbesondere vor dem Hintergrund, dass die artnet AG nahezu ausschließlich Erlöse aus ihren Leistungen als Finanz-Holding erzielt.

Das globale BIP-Wachstum im laufenden Geschäftsjahr wird von der Weltbank in ihrem jüngsten Bericht zur globalen Wirtschaftsprognose mit 2,4% angegeben. Demgegenüber stehen 2,6% für 2023, 3,0% für 2022 und 6,2% für 2021, als es nach dem Ende der Pandemie zu einer Erholung kam (Quelle: Weltbank). Das wäre im Zeitraum von 2020 bis 2024 ein schwächeres Wachstum als in den Jahren der globalen Finanzkrise 2008/2009, der Finanzkrise in Asien Ende der 1990er Jahre und dem Abschwung Anfang der 2000er (Quelle: Reuters). Den Prognosen zufolge wird das globale Wachstum 2025 mit 2,7% etwas höher ausfallen. Dieser Wert wurde jedoch bereits angesichts der erwarteten Schwächen in entwickelten Volkswirtschaften von 3,0% im Juni nach unten korrigiert (Quelle: Weltbank).

Im Hinblick auf die für den Artnet-Konzern wesentlichen Regionen beträgt die Wachstumsprognose für Europa im Jahr 2024 2,4% und soll 2025 auf 2,7% steigen (Quelle: Weltbank).

Trotz des unsicheren Makroumfelds und der Herausforderungen am Kunstmarkt ist die Artnet-Gruppe durch die weitere Digitalisierung der Branche sowie der Umsatzaufteilung auf drei verschiedene Segmente in einer relativ stabilen Situation. Online-Transaktionen haben sich auf breiter Front als Form der Geschäftsabwicklung durchgesetzt und dieser Trend dürfte weiter anhalten. Während dieser Systemwandel den Wettbewerbsdruck durch größere etablierte Marktteilnehmer und finanzstarke Neueinsteiger erhöht hat, bleibt Artnet ein renommiertes Unternehmen und ist gut aufgestellt, um dem modernen Kunstmarkt eine ganzheitliche Online-Erfahrung zu bieten.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die durch den Vorstand gemachte Prognose bezüglich des Jahresergebnisses nicht erfüllt. Für 2023 wurde demnach ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, welches deutlich nicht erreicht wurde. Die Abweichung von der Prognose für die artnet AG begründet sich im Wesentlichen durch die auf Ebene der Gruppe prognostizierten, jedoch deutlich nicht erreichten Umsatzerlöse und dem deshalb geringeren Betriebsergebnisses im Konzern. Vor diesem Hintergrund erzielte die artnet AG deutlich geringere Erträge aus Beteiligungen als geplant.

Mit Hinblick auf den Konzern prognostiziert der Vorstand für das Jahr 2024 für die bedeutsamsten Leistungsindikatoren einen Anstieg der Umsatzerlöse auf einen Wert zwischen 25,0 Millionen EUR bis 27,0 Millionen EUR. Er erwartet auf Konzernebene ein Betriebsergebnis zwischen 750 TEUR und 1,5 Millionen EUR. Diese Prognose ist getrieben durch die Entscheidung des Managements, die eingeleiteten Kosteneinsparungen weiter konsequent umzusetzen und somit die Margen zu erhöhen. Basierend auf den Erwartungen für den Konzern prognostiziert der Vorstand ein im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr leicht verbessertes Jahresergebnis für die artnet AG.

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Unterstützt durch ein agiles internationales Team, ein engagiertes und erfahrenes Management und ein wettbewerbsfähiges Produktangebot, geht Artnet daher zuversichtlich in das Jahr 2024 und setzt sich erneut das Ziel, eine globale Führungsposition in der Kunstbranche auszubauen.

Nachtragsbericht

Zwischen dem 31. Dezember und der Veröffentlichung des Jahresabschlusses hat die Artnet Gruppe ein Darlehen in Höhe von 1 Mio. USD (928 TEUR) von einem fremden Dritten erhalten. Das Darlehen hat eine Laufzeit von einem Jahr und ist mit 11,5% verzinst. Es sind keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten.

22 Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f HGB/§ 315d HGB)

Die aktuellen Erklärungen der Unternehmensführung nach § 289f., § 315d HGB ist auf der Webseite der Gesellschaft unter artnet.de/investor-relations/ einsehbar. Diese Erklärung beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die artnet AG verfolgt dabei das Ziel, den Bericht über die Corporate Governance übersichtlich und prägnant darzustellen.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht erläutert das System zur Vergütung des Vorstands und erläutert die Zusammensetzung der Vorstandsvergütung der artnet AG. Darüber hinaus enthält der Vergütungsbericht Angaben zu den Grundsätzen und zur individuellen Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates. Der Vergütungsbericht ist auf der Webseite der Gesellschaft unter artnet.de/investor- relations/hauptversammlung einsehbar.

Übernahmerechtliche Angaben

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das voll eingezahlte Grundkapital der artnet AG betrug zum 31. Dezember 2023 5.706.067 EUR und ist in 5.706.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 hält die Gruppe keine eigenen Aktien mehr.

Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen

Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.

Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der artnet AG, die 10% der Stimmrechte überschreiten, werden per 31. Dezember 2023 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, Deutschland mit 26,65% und der Weng Fine Art AG, Krefeld, Deutschland mit 28,83% gehalten.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten

Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.

Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen

Soweit Arbeitnehmer an der artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.

23 Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.

Change-of-Control-Klausel

Jacob Pabst steht im Falle eines Change-of-Control-Ereignisses ein Sonderkündigungsrecht ohne Barabfindung zu.

Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Artnet verfügt derzeit über kein genehmigtes Kapital oder bedingtes Kapital.

Berlin, 30. August 2024

Jacob Pabst
Vorstand, artnet AG

24 Quellenangaben

  1. World Bank (09.01.2024): Global Economic Prospects January 2024, Global Economic Prospects Washington D.C., World Bank Group, https://documents.worldbank.org/en/publication/documents- reports/documentdetail/099128501082418241/idu151dbfaeb17ab6142ea1b0271ed6b8a344bdb (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  2. Naomi Rea (29.02.2024): Artnet Intelligence Report: The Year Ahead 2024, https://news.artnet.com/market/introducing-the-artnet-intelligence-report-year-ahead-2024- 2442336 (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  3. Art Economics, Dr. McAndrew, Clare: The Art Basel & UBS Art Market Report 2024, Art Basel & UBS https://www.ubs.com/global/en/our-firm/art/collecting/art-market-survey/download- survey-report-2024.html (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  4. Dr. McAndrew, Clare: The Art Market 2023, Art Basel & UBS, https://theartmarket.artbasel.com/download/The-Art-Basel-and-UBS-Art-Market-Report- 2023.pdf (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  5. Art Economics, Dr. Mc Andrew, Clare: The Survey of Global Collecting 2023, Art Basel & UBS, https://theartmarket.artbasel.com/download/The-Art-Basel-and-UBS-Survey-of-Global- Collecting-in-2023.pdf (letzter Zugriff: 02.07.2024)
    6.Deloitte Tax & Consulting, SARL.: Art & Finance Report 2023 8th edition, https://www.deloitte.com/content/dam/assets-zone2/lu/en/docs/services/financial- advisory/2023/art-finance-report-2023.pdf (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  6. Berger, Chloe (21.07.2023): Boomers’ $72 trillion Great Wealth Transfer to millennials will probably come with some strings attached, Fortune, https://fortune.com/2023/07/21/boomers-great-wealth-transfer-millennials-pros-cons/ (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  7. Lawder, David (09.01.2024): World Bank forecasts 2024 global growth to slow for third consecutive year, Reuters, https://www.reuters.com/markets/world-bank-forecasts-2024-global-growth-slow-third-consecutive-year-2024-01-09/ (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  8. Similarweb, https://www.similarweb.com/ (letzter Zugriff: 25.07.2024)
  9. Hanson, Sarah P. (07.03.2024): Women are spending more on art than men – we look at why, Art/Basel https://www.artbasel.com/stories/women-collectors-patronage-lisa-perry-komal-shah-survey-global-collecting-ubs?lang=en (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  10. International Monetary Fund (IMF) (Januar 2024): World Economic Outlook Update, https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 (letzter Zugriff: 02.07.2024)
  11. Sala, Ilaria M. (22.03.2024): Will Chinese demand continue to sustain the art market in 2024?, Art/Basel https://www.artbasel.com/stories/chinese-auction-art-market-2024 (letzter Zugriff: 24.07.2024)

artnet AG, Berlin

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.058,00 5.402,00
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.184.433,10 9.184.433,10
9.196.491,10 9.189.835,10
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Sonstige Vermögensgegenstände 80.653,31 60.157,08
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 48.030,77 23.341,20
128.684,08 83.498,28
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 8.730,11 7.322,27
9.333.905,29 9.280.655,65

PASSIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
A. EIGENKAPITAL
I. Ausgegebenes Kapital
1. Gezeichnetes Kapital 5.706.067,00 5.706.067,00
2. Nennbetrag der eigenen Anteile 0,00 -78.081,00
5.706.067,00 5.627.986,00
II. Kapitalrücklage 714.853,98 123.000,00
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 130.197,02 130.197,02
2. andere Gewinnrücklagen 2.818.861,48 2.818.861,48
2.949.058,50 2.949.058,50
II. Bilanzverlust -2.612.197,73 -1.542.358,34
6.757.781,75 7.157.686,16
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. sonstige Rückstellungen 420.516,86 220.141,02
420.516,86 220.141,02
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 288.552,34 348.336,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.850.392,39 1.542.762,23
3. sonstige Verbindlichkeiten 16.661,95 11.730,24
2.155.606,68 1.902.828,47
9.333.905,29 9.280.655,65

artnet AG, Berlin

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 811.770,10 811.602,37
2. sonstige betriebliche Erträge 420,04 18.827,63
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 683.861,34 713.011,08
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen 125.263,77 117.683,25
809.125,11 830.694,33
4. Abschreibungen auf Sachanlagen 2.028,27 926,00
5. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.030.826,15 1.118.155,15
6. Erträge aus Beteiligungen 0,00 1.200.000,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 40.050,00 41.078,00
8. Ergebnis nach Steuern -1.069.839,39 39.576,52
9. Jahresfehlbetrag-/überschuss -1.069.839,39 39.576,52
10. Verlustvortrag -1.542.358,34 -1.581.934,86
11. Bilanzgewinn -2.612.197,73 -1.542.358,34

artnet AG, Berlin

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Berlin und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Berlin unter der Registernummer HRB 98006B eingetragen. Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften sowie die ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes zugrunde. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Aktien der artnet AG sind zum Handel im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Daher gelten für die Aufstellung des Jahresabschlusses ungeachtet der Größenklassen des § 267 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da die Gesellschaft davon ausgeht, die im Prognosezeitraum des Vorstands fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen und basieren auf der geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Geleistete Anzahlungen sind mit ihrem Nennwert angesetzt. Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Die Posten des Eigenkapitals sind zum Nennwert bilanziert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der auf diese entfallenden Abschreibungen ergibt sich aus dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.

3.2. Finanzanlagen

Die Finanzanlagen betreffen die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, an der die artnet AG seit dem Geschäftsjahr 2002 sämtliche Anteile hält. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation verwendet die artnet AG zum einen ein vereinfachtes Discounted-Cashflow-Verfahren. Zum anderen wird die Werthaltigkeit anhand des Vergleichs mit der Entwicklung des Börsenkurses und der Marktkapitalisierung zum Stichtag plausibilisiert. Ein Bedarf für außerplanmäßige Abschreibungen ergab sich nicht. Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Worldwide Corporation basiert auf der internen Unternehmensplanung, die auch aus der Entwicklung der letzten Geschäftsjahre abgeleitet worden ist. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Planung in die ewige Rente überführt. Dabei wird ein nachhaltiges Wachstum von 3,0 % (Vj. 1,0 %) unterstellt. Ferner werden Kapitalkosten vor Steuern von 23,14 % (Vj. 17,37 % vor Steuern) zugrunde gelegt. Die Prämissen und die Planungsrechnung werden durch das Rechnungswesen zusammen mit den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche erstellt und vom Vorstand einer Plausibilitätskontrolle unterzogen.

3.3. Sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Davon ausgenommen ist die neu hinterlegte Mietkaution in Höhe von EUR 12.768,00.

3.4. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 5.706.067,00 und war eingeteilt in 5.706.067 Stück nennwertlose Namensaktien. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich keine Veränderung des Grundkapitals ergeben.

Eigene Anteile

Die artnet AG hielt im Vorjahr eigene Anteile mit einem Nennbetrag bzw. rechnerischen Wert von EUR 78.081,00 (1,4 % des Grundkapitals). Hierbei handelt es sich um 78.081 Stück eigene Aktien. Im Geschäftsjahr 2023 wurden die eigenen Anteile in voller Höhe verkauft. Der den Nennbetrag übersteigende Verkaufspreis in Höhe von EUR 591.853,98 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

3.5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten noch nicht abgerechnete Rechts- und Beratungskosten in Höhe von TEUR 68 (Vj. TEUR 6) sowie Bonuszahlungen in Höhe von TEUR 23 (Vj. TEUR 20) für das Jahr 2023. Darüber hinaus sind vor allem Rückstellungen im Zusammenhang mit der Aufstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses in Höhe von TEUR 262 (Vj. TEUR 151), Rückstellungen für Urlaubsansprüche in Höhe von TEUR 30 (Vj. TEUR 41) sowie Aufwendungen für noch ausstehende Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von TEUR 22 (Vj. TEUR 1) enthalten.

3.6. Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 16 (Vj. TEUR 9) sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 1 (Vj. TEUR 2). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Darlehensverbindlichkeiten über TEUR 1.500 (Vj. TEUR 1.500), welche eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren haben. Sämtliche übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von TEUR 812 (Vj. TEUR 812) betreffen die Weiterbelastung von Personal- und Sachaufwendungen für Dienstleistungen, die zugunsten der Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbracht wurden.# Personalaufwand
Der Personalaufwand des Geschäftsjahrs beträgt TEUR 809 und gliedert sich in Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 684 (Vj. TEUR 713) und soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung in Höhe von TEUR 125 (Vj. TEUR 118).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Raumkosten, Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten sowie die Kosten der Hauptversammlung enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 45 (Vj. TEUR 69) enthalten, für Prüfungskosten und Honorar des Abschlussprüfers.

Erträge aus Beteiligungen

Unter den Erträgen aus Beteiligungen werden die Vorabgewinnausschüttungen der Artnet Worldwide Corporation ausgewiesen. Diese betragen im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 0 (Vj. TEUR 1.200).

Zinsaufwendungen

Die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 40 (Vj. TEUR 41) betreffen mit TEUR 40 (Vj. TEUR 40) das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Im Berichtsjahr war als Vorstand Herr Jacob Pabst, New York, tätig. Der Vorstand ist alleinvertretungsberechtigt und von dem Verbot der Mehrvertretung (§ 181 BGB) befreit. Herr Jacob Pabst hat in 2023 von der artnet AG keine Vorstandsvergütung erhalten. Seine Vergütung wird von der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation getragen und im Konzernabschluss der artnet AG und im Vergütungsbericht angegeben.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:
* Herr Dr. Pascal Decker, Rechtsanwalt, Berlin (Aufsichtsratsvorsitzender)
* Frau Prof. Dr. Michaela Diener, Professorin für Kunst- und Designgeschichte, Berlin (Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende)
* Herr Hans Neuendorf, Kaufmann, Berlin (Aufsichtsratsmitglied)

Die Vergütung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2023 betrug EUR 112.500,00, davon EUR 50.000,00 für den Vorsitzenden, EUR 37.500,00 für die Stellvertreterin und EUR 25.000,00 für das dritte Mitglied des Aufsichtsrates.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen vor allem aus dem Mietvertrag für die Geschäftsräume in Höhe von TEUR 123. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Mai 2026. Jährliche Pachtaufwendungen fallen in Höhe von TEUR 51 an. Aus den Pacht- und Leasing-Verträgen bestehen keine Verbindlichkeiten von mehr als fünf Jahren.

Anteilsbesitz

Die Gesellschaft hält 100 % der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, die zum 31. Dezember 2023 ein Eigenkapital von TUSD 7.243 (ca. TEUR 6.561) und einen Jahresüberschuss von TUSD 2 (ca. TEUR 2) für das Geschäftsjahr 2023 ausweist. Die Artnet Worldwide Corporation hält 100 % der Anteile an der artnet UK, die zum 31. Dezember 2023 ein Eigenkapital von TEUR 198 und einen Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 von TEUR 68 ausweist.

Konzernabschluss
Die artnet AG erstellt und veröffentlicht einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, der in Anwendung von § 315e HGB eine befreiende Wirkung für die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Recht hat.

Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 11 (Vj. 11) Angestellte beschäftigt.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des Artnet Konzerns im Jahr 2023 auf TEUR 313.

Nachtragsbericht

Zwischen dem 31. Dezember und der Veröffentlichung des Jahresabschlusses hat die Artnet Gruppe ein Darlehen in Höhe von 1 Mio. USD (928 TEUR) von einem fremden Dritten erhalten. Das Darlehen hat eine Laufzeit von einem Jahr und ist mit 11,5% verzinst. Es sind keine weiteren wesentlichen Ereignisse eingetreten.

Mitteilungen nach § 33 WpHG

Nach § 33 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Im Jahr 2023 hat die artnet AG keine Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG erhalten.

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 08. August 2024 letztmals aktualisiert und auf unserer Homepage den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.

Berlin, 30. August 2024

Jacob Pabst
Vorstand, artnet AG

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand am 01.01.2023 Zugänge Abgänge
EUR EUR EUR
I. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 79.533,92 8.894,22
79.533,92 8.894,22
II. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.184.433,10 0,00
9.184.433,10 0,00
9.263.967,02 8.894,22