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artnet AG Annual Report 2019

Jun 30, 2020

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Annual Report

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Geschäftsbericht 2019

Finanzkennzahlen Artnet-Konzern

31.12.2019 31.12.2018 Abweichung
Umsatzerlöse (TUSD) 21.878 21.615 263
Betriebsergebnis (TUSD) 197 905 -708
Ergebnis vor Ertragsteuern (TUSD) 5 819 -814
Ergebnis je Aktie (USD) 0,00 0,22 -0,22
Gewichtete Aktienanzahl (Tsd. Stück) 5.553 5.553
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (TUSD) 1.816 1.255 561
Mitarbeiter (Jahresende) 122 131 -9
Liquide Mittel (TUSD) 539 957 -418
Eigenkapital (TUSD) 3.586 3.371 215
Bilanzsumme (TUSD) 13.259 8.700 4.559

Entwicklung der Artnet-AG-Aktie 01.01.2019 – 31.12.2019

Brief an die Aktionäre1
Core Statement 4
Unternehmensentwicklung4
Firmenhintergrund5
Bericht des Aufsichtsrats6
Corporate-Governance-Bericht 10
Versicherung des gesetzlichen Vertreters 14
Konzernlagebericht 2019 15
Konzernabschluss zum 31. Dezember 201938
Artnet AG Konzern-Bilanz 39
Artnet AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung40
Artnet AG Konzern-Eigenkapitalentwicklung (USD und EUR) 41
Artnet AG Konzern-Kapitalflussrechnung42
Anhang zum Konzernabschluss 2019 43
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 67
Gremien, Geschäftsstellen, Investor Relations, Informationen zur Aktie73

Jacob Pabst Vorstand, Artnet AG

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

die Welt steht vor den größten Herausforderungen für öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft seit Jahrzehnten.

Angesichts des nahezu völligen Stillstands ganzer Länder nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus und seiner globalen Verbreitung seit Ende 2019 droht möglicherweise die schwerste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression. Die Ausgangssperren und Kontaktverbote treffen auch den Kunstmarkt hart. Auktionen, Kunstmessen und Vernissagen wurden abgesagt, Museen und Galerien geschlossen. Luxusartikelhersteller, treue Werbekunden von Artnet News, schließen ihre Läden und fahren ihre Werbebudgets herunter. Vor diesem Hintergrund musste auch die Veröffentlichung des Geschäftsberichtes verschoben werden, um eine vollständige Bewertung der Geschehnisse in den Bericht einfließen zu lassen.

Diese drastischen Entwicklungen folgen auf ein Jahr voller Ereignisse, die die globale Wirtschaft belasteten. Die Spannungen zwischen den USA und Iran flammten wieder auf und Hongkong, ein Dreh- und Angelpunkt für den Kunstmarkt, stand im Zeichen von Massenprotesten gegen die Regierung. Schließlich sorgte der Handelsstreit zwischen den USA und China, den beiden größten Kunstmärkten, für eine konjunkturelle Abkühlung, noch bevor die Coronakrise dort zu starken Verwerfungen führte.

Wir stellen uns der aktuellen Krise jedoch aus einer Position der Stärke und sehen große Chancen. Die entscheidende Rolle, die Internet und E-Commerce während des aktuellen Stillstands spielen, wird zu grundlegenden Veränderungen im Verbraucherverhalten führen und die Stärken von Artnet als Marktführer im Online-Kunstmarkt ausspielen.

Artnet Auctions ist der einzige Anbieter reiner Online-Auktionen und bietet Sammlern und Händlern eine der wenigen Optionen, den Kunsthandel noch aufrechtzuerhalten. Unser Online-Nachrichtendienst Artnet News ist für die krisengeschüttelte Kunstszene zur wichtigsten Anlaufstelle für Informationen geworden. Wir haben jetzt mehr Seitenbesuche (Traffic) als alle anderen Kunstpublikationen zusammen. Gerade in dieser unsicheren Phase braucht der Markt Orientierung und verlässliche Angaben. Deswegen ist die Price Database, auf deren Datenschatz sich auch die Berichterstattung von Artnet News stützt, für den Kunstmarkt unverzichtbarer geworden denn je. Galerien sind jetzt nahezu komplett auf das Internet angewiesen und erreichen über unser Galerie-Netzwerk online trotz Krise ein Millionenpublikum.

Artnet wurde im vergangenen Jahr 30 Jahre alt, und wir beginnen unser viertes Jahrzehnt als unangefochtener Marktführer. Unsere globale Reichweite ist unübertroffen. Alle großen Auktionshäuser, Galerien, Sammler sowie Finanzinstitute,

Medien und Behörden verlassen sich auf die Qualität unserer Daten und Dienstleistungen. Seit der Einführung der Price Database im Jahr 1989 haben wir den technologischen Wandel des Kunstmarktes vorangetrieben. Unser Online-Archiv für Auktionsergebnisse brachte zum ersten Mal Preistransparenz in einen bis dahin völlig intransparenten Kunstmarkt und löste dessen enorme Expansion aus. Bis zum heutigen Tag setzt die Datenbank die höchsten Standards für Qualität und Umfang von Auktionsergebnissen. Sie ist das Herz von Artnet. Dazu ermöglicht das Galerie-Netzwerk seinen Mitgliedern, Künstler weltweit einem riesigen Online-Publikum im Internet vorzustellen. Artnet Auctions erlaubt den Kauf und Verkauf von Kunst im Internet auf viel einfachere, schnellere und kostengünstigere Weise als bisher üblich, und Artnet News ist längst zur führenden digitalen Nachrichtenplattform der Kunstwelt geworden.

Der Weltmarkt für Kunstauktionen, der häufig den Konjunkturtrends der Industrieländer folgt, war 2019 schwach. Nach Angaben der Price Database gingen die weltweiten Verkaufserlöse für bildende Kunst im Jahresvergleich von 14,8 Milliarden USD auf 13,1 Milliarden USD zurück, was einer Reduzierung von 11% entspricht. Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis von einem deutlichen Umsatzrückgang in den Vereinigten Staaten. Die Verkaufserlöse im größten Kunstmarkt der Welt, dem wichtigsten Markt von Artnet, lagen 2019 um 19% unter dem Niveau des Vorjahres.

Vor diesem schwierigen Hintergrund steigerte Artnet 2019 den Gesamtumsatz im Vergleich zu 2018 um 1% auf 21,9 Millionen USD. Das Wachstum resultierte aus einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach Werbeflächen auf Artnet News. Im Jahr 2019 wurde Werbung (Advertising) zur zweitgrößten Einnahmequelle für Artnet hinter der Price Database. Sinkende Einnahmen in den Segmenten Galerie-Netzwerk und Auctions bremsten das erwartete Wachstum jedoch. Das Betriebsergebnis fiel mit 197 TUSD entsprechend niedriger aus als erwartet.

Die Werbeeinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 20% auf 5,4 Millionen USD. Zum ersten Mal trug Artnet News mehr als drei Viertel zu den Werbeeinnahmen und fast ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Die Besucherzahlen stiegen im Jahresvergleich um 23%, da Artnet News seinen Ruf als führende Quelle für exklusive Informationen und fundierte Kommentare in der Kunstwelt gefestigt hat. Meldungen von Artnet News werden oft von anderen einflußreichen Medien zitiert, was die Besucherzahlen erhöht. Dies stärkt unsere Marke und macht Artnet zu einem begehrten Ziel für Werbekampagnen von Luxusmarken wie Cartier und Tiffany & Co.

Der Umsatz der Price Database blieb 2019 mit 7,6 Millionen USD nach einem Rekord im Vorjahr stabil. Die Zahl der Auktionsergebnisse überstieg erstmals 13 Millionen. Die konstante Nachfrage nach unseren Daten unterstrich sowohl das Vertrauen des Kunstmarktes in unsere Marke als auch den ungebrochenen Wunsch nach Preistransparenz.

Im Galerie-Netzwerk ging der Umsatz um 7% auf 5,0 Millionen USD zurück. Schwierige Marktbedingungen für kleinere und mittelgroße Galerien und ein hart umkämpftes Geschäftsumfeld führten zu einem Rückgang der Mitgliederzahlen. Kleinere Galerien, ein wichtiger Kundenstamm von Artnet, kämpfen weiterhin mit hohen Betriebskosten, darunter die oft teure Teilnahme an Kunstmessen, die zwar beliebt sind, aber viele Galerien finanziell extrem belasten. Die geschäftlichen Schwierigkeiten der Galerien werden durch die Coronakrise verstärkt. Weltweit drohen Insolvenzen. Aber wir spüren gerade jetzt gestiegenes Interesse von Galerien, die in den Krisenzeiten verstärkt die Vorteile des Online-Geschäfts nutzen müssen.

Die Provisionsumsätze von Auctions gingen um 5% auf 3,9 Millionen USD zurück. Wir haben die Auktionsabteilung 2019 umstrukturiert, um die Effizienz zu steigern und haben daher die Zahl der Auktionsspezialisten um rund ein Drittel reduziert. Wir sind zuversichtlich, dass diese Massnahmen zusammen mit einem noch stärkeren Fokus auf die Qualität der Einlieferungen zu einem weiteren Anstieg der durchschnittlichen Lospreise, höheren Verkaufsraten, höherer Kundenzufriedenheit für Käufer und Verkäufer sowie zu steigenden Umsätzen führen wird.

Der Durchschnittspreis der bei Artnet Auctions verkauften Lose stieg 2019 um 5% auf 14,8 TUSD. Die durchschnittliche Verkaufsrate stieg um zwei Prozentpunkte. Top-Lose wurden erneut im sechsstelligen Dollar-Bereich verkauft, darunter eine Wandskulptur des britisch-indischen Künstlers Anish Kapoor, die im März für 300 TUSD versteigert wurde. Mehrere Künstler erzielten auf unserer Plattform Rekordpreise. Druckgrafiken & Editionen stießen im vergangenen Jahr auf besonders hohe Nachfrage, die Verkäufe zeitgenössischer Gemälde liefen in der zweiten Jahreshälfte jedoch schleppend.

Unsere Stellung in der Branche ist stärker als je zuvor. Wir erneuern unsere technologische Infrastruktur, haben unsere Marke im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums aufgefrischt, gestalten die Website neu und verbessern unsere Produkte immer weiter. Die Coronakrise stellt uns natürlich vor besondere Herausforderungen. Aber die Krise beschleunigt auch die digitale Transformation des Kunstmarktes, die wir seit unserer Gründung federführend vorangetrieben haben. Als führender Online-Anbieter von Informationen, Analysen und Auktionen für bildende Kunst ist Artnet in einer idealen Lage, von der wachsenden Bedeutung des E-Commerce im Kunstmarkt zu profitieren.

Berlin, den 24. Juni 2020

Jacob Pabst Vorstand, Artnet AG

Core Statement

Artnet ist die führende Online-Informationsquelle für den internationalen Kunstmarkt. Seit 1989 liefert Artnet Kunstsammlern zuverlässige Informationen und Markttransparenz. Durch die umfassende Produktpalette, mit der Artnet Price Database, mit objektiven Preisinformationen und mit dem Artnet Galerie-Netzwerk bietet Artnet allen Nutzern einen globalen Marktüberblick.

Für Kunstsammler ist Artnet Auctions mit internationalen Ausschreibungen rund um die Uhr ein wichtiger Anbieter. Die Online-Auktionsplattform bietet, durch die enge Zusammenarbeit zwischen Verkäufern, Auktionsspezialisten und Sammlern, ein besonderes Erlebnis für jeden Beteiligten. Artnet News ist eine Online-Nachrichtenplattform, die täglich über Trends, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des internationalen Kunstmarktes berichtet.

Unternehmensentwicklung

Die Artnet AG wurde 1998 als Informationsdienstleister für den Kunstmarkt gegründet. Sie übernahm die 1989 in New York gegründete Artnet Worldwide Corporation, welche Mitte der 1990er Jahre die Artnet Price Database und das Artnet Galerie-Netzwerk in das Internet überführt hatte.

Artnet hat das Geschäft mit der Kunst wie kein anderes Unternehmen modernisiert. Die Artnet-Produkte liefern verlässliche Informationen und transparente Handelsbedingungen für Sammler, Galeristen, Museen und Investoren und sind damit zu einem unverzichtbaren Werkzeug für unabhängige Marktakteure geworden. Mit Artnet Auctions hat sich Artnet von einem reinen Informationsdienstleister zu einer Transaktionsplattform entwickelt und seine Vorrangstellung auf dem Kunstmarkt weiter ausgebaut.

Artnet hat seine Informationsdienstleistungen und die Transaktionsplattform Schritt für Schritt um das erste Produkt, die Artnet Price Database Fine Art and Design, herum entwickelt. Diese Datenbank war Ende der 1980er Jahre eine Antwort auf die Dezentralität des Kunstmarktes. Zu der Zeit stellte die mangelnde Transparenz des Kunstmarktes insbesondere für Käufer ein Hindernis dar. Das Kunstgeschäft war zwar schon immer international ausgerichtet, wurde aber von zehntausenden geografisch verteilten Kunsthändlern, Galerien, Auktionshäusern, Buchverlagen, Museen und Sammlern auf einem relativ ineffizienten Markt lokal geführt.

Die Artnet Price Database schafft für diese lokalen Märkte einen globalen Vergleichsmaßstab. In der Artnet Price Database Fine Art and Design sind die Auktionsergebnisse von mehr als 367.000 Künstlern und Designern gelistet. Seit 2009 wird diese Datenbank durch die Artnet Price Database Decorative Art ergänzt, welche die Resultate internationaler Antiquitäten-Auktionen beinhaltet. Insgesamt verzeichnet die Artnet Price Database mehr als 13,5 Millionen Auktionsergebnisse, die in 1.850 internationalen Auktionshäusern erzielt wurden und bis in das Jahr 1985 zurückreichen.

Eine weitere Säule des Artnet-Geschäfts ist das 1995 eingeführte Galerie-Netzwerk mit rund 1.100 Galerien, mehr als 217.000 präsentierten Kunstwerken und fast 21.000 Künstlern. Artnet Galerien dient Händlern und Kunstkäufern gleichermaßen: Es gibt ihnen einen Überblick über den globalen Markt, die Preise und Preistrends und bietet die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit der Galerie zu treten.

Mit Artnet Auctions hat Artnet 2008 eine moderne und effiziente Plattform für den Kunsthandel geschaffen, die das Auktionsgeschäft durch eine schnellere Abwicklung und geringere Kosten modernisiert hat. Diese Plattform ist rund um die Uhr auf artnet.com/auctions verfügbar. Alle Aspekte des Verkaufs, einschließlich Anmeldung eines Werkes und der Auktion, folgen zeitnah aufeinander, im Gegensatz zu herkömmlichen Auktionshäusern.

Im Februar 2014 führte Artnet den internationalen 24-Stunden-Kunst-Nachrichtendienst Artnet News ein. Artnet News ist eine Plattform für Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des internationalen Kunstmarktes, die aktuelle Analysen, Kommentare und Artikel auf hohem kulturjournalistischem Niveau zur Verfügung stellt.

Firmenhintergrund

Die Artnet.com AG wurde 1998 nach deutschem Recht gegründet. 1999 erfolgte der Börsengang am Neuen Markt der Frankfurter Börse. Im Jahr 2002 änderte die artnet.com AG ihre Firmierung in Artnet AG. Am 4. Oktober 2002 verließ die Artnet AG den Neuen Markt und war danach im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, einem Segment des Geregelten Marktes, notiert. Seit dem 1. Februar 2007 ist die Artnet AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet, dem Segment mit dem höchsten Transparenzstandard. Der wichtigste Vermögenswert der Artnet AG ist ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die ihren Geschäftssitz in New York hat und 1989 gegründet wurde. Der Konzernabschluss wird nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie diese in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die nach Gesetz und Satzung bestehenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand überwacht. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 sowie bis zur Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2019 fünf Sitzungen abgehalten, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder vollzählig teilgenommen haben. Die Sitzungen fanden am 19. März 2019 (Telefonkonferenz), am 15. Mai 2019 (konstituierende Sitzung), am 18. August 2019 (Präsenzsitzung in Berlin), am 8. November 2019 (Präsenzsitzung in Berlin, der Vorstand war telefonisch zugeschaltet), am 28. Januar 2020 (Präsenzsitzung in Berlin) und am 30. April 2020 (Telefonkonferenz gemeinsam mit dem Vorstand) statt. Am 25. Juni 2020 erfolgte die bilanzfeststellende Sitzung mit Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, per Telefonkonferenz. Neben dem Aufsichtsrat und den Wirtschaftsprüfern nahm Herr Jacob Pabst, Vorstand, an dieser Sitzung teil.

Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine Veränderungen im Aufsichtsrat. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrates wurden auf der ordentlichen Hauptversammlung am 15. Mai 2019 bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder für das Geschäftsjahr 2019 beschließt, gewählt. In der konstituierenden Sitzung am 15. Mai 2019 wurde Herr Neuendorf zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Herr Dr. Decker zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.

Herr Pabst war im Geschäftsjahr 2019 durchgängig Alleinvorstand der Artnet AG. Sein Vertrag wurde im März 2019 bis zum 1. Juli 2021 verlängert.

Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand in mündlichen und schriftlichen Berichten ausführliche Informationen über die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensstrategie und alle wichtigen Maßnahmen. Wesentlicher Bestandteil der Berichterstattung waren die Management-Berichte, die der Vorstand monatlich an alle Mitglieder des Aufsichtsrates verschickte. Diese enthalten alle wesentlichen Informationen und Kennzahlen zum Unternehmen. Die Monats- und Quartalsberichte sowie der Halbjahresbericht 2019 zur allgemeinen Geschäftsentwicklung und zur Entwicklung der einzelnen Segmente, wurden mit dem Vorstand erörtert. Zu Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Geschäftspolitik und für die Unternehmensstrategie hat sich der Vorstand laufend mit dem Aufsichtsrat ausgetauscht.

Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Entwicklung aller Segmente und Projekte. Besonderer Fokus wurde dabei auf das Segment Auctions sowie das FALCON-Projekt gelegt, das für die Entwicklung des Unternehmens von besonderer Bedeutung ist. Daneben wurden die Liquiditätslage hinsichtlich eines Schadenersatzanspruches, das Budget für das Geschäftsjahr 2020 und Finanzierungen besprochen. In Abstimmung mit dem Vorstand hatten Herr Dr. Decker und Herr Neuendorf auf Initiative von Herrn Dr. Decker in der zweiten Jahreshälfte 2019 damit begonnen, mit Banken über eine Kreditlinie zu verhandeln. Die Gespräche und Verhandlungen werden im laufenden Geschäftsjahr 2020 fortgesetzt. Mithilfe einer möglichen Finanzierung sollen Entwicklungen wie das Projekt FALCON eher abgeschlossen werden, um das Wachstum von Artnet zu beschleunigen. Die Ausgaben für das Projekt FALCON wurden auch mit dem Vorstand diskutiert. Ferner wurden Fragen der Corporate Governance und der Compliance besprochen sowie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.

Der Aufsichtsrat wurde bereits im Herbst 2018 vom Vorstand darüber unterrichtet, dass die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) den Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2017 sowie den Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2017 einer Prüfung gemäß § 342b Abs. 2 Satz 3 Nr. 3 HGB (Stichprobenprüfung) unterzieht. Am 17. September 2019 wurde der Vorstand von der zuständigen Kammer der Prüfstelle darüber unterrichtet, dass keine fehlerhafte Rechnungslegung für das Geschäftsjahr 2017 festgestellt wurde.

Der vom Vorstand der Artnet AG für das Geschäftsjahr 2019 erstellte Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach den IFRS, wie diese in der EU anzuwenden sind, wurden zusammen mit dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft.

6

Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer überzeugt. Die Abschlussprüfer kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Jahresabschluss nach HGB als auch der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Vorschriften der IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres vermittelt und erteilen jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Abschluss der Prüfung nahmen die Abschlussprüfer an einer Aufsichtsratssitzung teil, um den Jahres- und Konzernabschluss zu besprechen und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu erläutern.

Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Artnet AG sowie die dazugehörigen Lageberichte geprüft. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen eingehenden Prüfung keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Artnet AG in der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüften Fassung durch Beschluss vom 25. Juni 2020 gebilligt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist damit festgestellt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde vom Aufsichtsrat durch den Beschluss vom 25. Juni 2020 ebenfalls gebilligt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.

Berlin, den 25. Juni 2020

Für den Aufsichtsrat Hans Neuendorf, Vorsitzender

Andy Warhol, Orangutan (from Endangered Species) (1983) Verkauft am 30. Januar 2019 für 156.000 USD (inkl. Aufgeld)

Josef Albers, Study for Homage to the Square: Yellow Climate (1961) Verkauft am 25. September 2019 für 264.000 USD (inkl. Aufgeld)

Corporate-Governance-Bericht

Corporate Governance hat bei Artnet einen hohen Stellenwert. Die Artnet AG entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (»Kodex«) in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit Ausnahme der Empfehlungen aus den Ziffern 3.8 Absatz 3, 4.1.3 Satz 2, 4.2.1 Satz 1, 5.1.2 Absatz 2 Satz 3, 5.3.1, 5.3.2, 5.3.3, 5.4.1 Absatz 2 Satz 2 sowie Ziffer 7.1.2 Satz 3 bzw. der inhaltsgleichen Empfehlung F.2 der neuen Fassung des Kodex vom 16. Dezember 2019, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 20. März 2020. Vorstand und Aufsichtsrat der Artnet AG haben die am Ende dieses Berichts aufgeführte Entsprechenserklärung zum Kodex verabschiedet. Sie ist auf der Internetseite unter artnet.de/ investor-relations/ veröffentlicht.

1. Aufsichtsrat

Gemäß dem deutschen Aktienrecht hat die Artnet AG eine zweigeteilte Führungs- und Kontrollstruktur, die einen Alleinvorstand und einen dreiköpfigen Aufsichtsrat umfasst. Im dualen Führungssystem sind Geschäftsleitung und Geschäftskontrolle streng getrennt. Eine gleichzeitige Tätigkeit in Aufsichtsrat und Vorstand ist rechtlich nicht zulässig. Aufgaben und Verantwortlichkeiten dieser beiden Organe sind gesetzlich jeweils klar festgelegt.

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung und Geschäftsplanung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Außerdem verabschiedet der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und bestellt die Mitglieder des Vorstands. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Hierzu gehören Entscheidungen oder Maßnahmen, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind in ihren Entscheidungen unabhängig und nicht an Vorgaben oder Weisungen Dritter gebunden. Außerdem müssen Beratungs- und Dienstleistungsverträge sowie bestimmte andere Verträge zwischen Artnet und seinen Aufsichtsratsmitgliedern durch den Aufsichtsrat gebilligt werden. Nach Ziffer 5.4.1 des Kodex soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate-Governance-Bericht veröffentlicht werden. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Er ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zuständig. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen.

Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen.

2. Vorstand

Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Er ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zuständig. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen.

Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen.

3. Aktiengeschäfte und Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gesellschaft oder sonstige Personen mit Führungsaufgaben, die regelmäßig

Zugang zu Insiderinformationen der Gesellschaft haben und zu wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen ermächtigt sind, sowie durch bestimmte mit ihnen in einer engen Beziehung stehende Personen keine Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte getätigt.

Vorstand und Aufsichtsrat sind am 24. Juni 2020 nicht im Besitz von Aktien der Gesellschaft oder der sich darauf beziehenden Finanzinstrumente.

4. Beziehungen zu den Aktionären

Die Artnet AG berichtet ihren Aktionären viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Konzerngesellschaften. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet innerhalb der ersten acht Monate eines jeden Geschäftsjahres statt. Die Hauptversammlung beschließt u.a. die Gewinnverwendung, die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen werden ausschließlich von der Hauptversammlung beschlossen.

5. Entsprechenserklärung zum

Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der Artnet AG erklären hiermit gemäß § 161 Aktiengesetz, dass die Artnet AG seit der letzten Entsprechenserklärung vom 30. Januar 2019 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 7. Februar 2017, bekanntgemacht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, bis zum heutigen Tage mit folgenden Ausnahmen entsprochen hat: Ziffer 3.8 Abs. 3: "In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein entsprechender Selbstbehalt vereinbart werden."

1. Ziffer 3.8 Abs. 3: "In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein entsprechender Selbstbehalt vereinbart werden."

Die Artnet AG ist nicht der Ansicht, dass die Sorgfalt und das Verantwortungsbewusstsein, das die Mitglieder des Aufsichtsrates bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben ausüben, durch die Vereinbarung eines Selbstbehaltes noch verstärkt werden könnten. Die Artnet AG beabsichtigt daher keine Änderung der bestehenden D&O-Versicherungsverträge, die einen solchen Selbstbehalt nicht vorsehen.

  1. Ziffer 4.1.3 Satz 2: Der Kodex empfiehlt, ein Compliance-Management-System einzurichten und offenzulegen.

Der Vorstand hat bereits im Geschäftsjahr 2016 ein Compliance-Management-System für Mitarbeiter der Gesellschaft eingerichtet. Die Grundzüge dieses Compliance-Management-Systems wurden erstmalig für das Geschäftsjahr 2017 offengelegt. Die Offenlegung erfolgte im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017.

  1. Ziffer 4.2.1 Satz 1: "Der Vorstand soll aus mehreren Personen bestehen und einen Vorsitzenden oder Sprecher haben."

Der Vorstand der Artnet AG besteht seit der Gründung aus einer Person. Das Management der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation in New York, die innerhalb des Konzerns weitgehend für das operative Geschäft verantwortlich ist, besteht hingegen aus mehreren Personen. Aus Kostengründen hat die Gesellschaft bisher von einer Erweiterung des Vorstands abgesehen.

  1. Ziffer 5.1.2 Abs. 2 Satz 3: "Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder soll festgelegt werden."

Die Artnet AG hält eine derartige Regelung für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen den Aufsichtsrat in seiner Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Vorstandsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden.

  1. Ziffern 5.3.1, 5.3.2 und 5.3.3: Der Kodex empfiehlt dem Aufsichtsrat in diesen Ziffern die Bildung von Ausschüssen, insbesondere eines Prüfungsausschusses sowie eines Nominierungsausschusses.

Da der Aufsichtsrat der Artnet AG lediglich aus drei Mitgliedern besteht, ist eine Bildung von Ausschüssen nicht sinnvoll. Die für den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss vorgesehenen Aufgaben werden vom gesamten Aufsichtsrat gemeinschaftlich wahrgenommen.

  1. Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2: Der Kodex empfiehlt, eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine Regel-

grenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festzulegen.

Die Artnet AG hält eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder für nicht sachgemäß, da pauschale Altersgrenzen die Aktionäre in ihrer Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in unangemessener Weise einschränken würden. Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat hält die Artnet AG ebenfalls für nicht sachgemäß, damit der Aufsichtsrat von der Erfahrung einzelner Mitglieder profitieren kann.

Berlin, 24. Januar 2020

Jacob Pabst Vorstand, Artnet AG

Hans Neuendorf Für den Aufsichtsrat

Aktualisierungserklärung zur Entsprechenserklärung vom 24. Januar 2020:

"Vorstand und Aufsichtsrat der Artnet AG haben die letzte Entsprechenserklärung zum DCGK gemäß § 161 AktG am 24. Januar 2020 abgegeben. In Ergänzung zu den in dieser Entsprechenserklärung aufgeführten Abweichungen erklären Vorstand und Aufsichtsrat die folgende zusätzliche Abweichung von Ziffer 7.1.2 Satz 3 der damals maßgeblichen Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, die inhaltsgleich in Empfehlung F.2 der neuen Fassung des DCGK vom 16. Dezember 2019, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 20. März 2020, enthalten ist:

Der Konzernabschluss wird im Jahr 2020 nicht innerhalb der im Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen 90-Tages-Frist, jedoch innerhalb der gesetzlichen Frist veröffentlicht. Im Zuge der COVID-19-Pandemie muss die Gesellschaft deren Auswirkungen auf die Artnet AG und Konzernabschluss intensiv evaluieren, was eine Verschiebung der Veröffentlichung des Konzernabschlusses

bedingt. Für die Zukunft beabsichtigt die Artnet AG, ihren Konzernabschluss innerhalb der empfohlenen Fristen zu veröffentlichen."

Berlin, den 10. April 2020

Jacob Pabst Der Vorstand

Hans Neuendorf Für den Aufsichtsrat

Nachtrag zur Entsprechenserklärung vom 24. Januar 2020 und der Aktualisierung vom 10. April 2020:

"Ergänzend zur Aktualisierungserklärung vom 10. April 2020 erklären Vorstand und Aufsichtsrat, dass es entgegen der darin gemachten Ankündigung aufgrund der aktuell herrschenden COVID-19-Pandemie auch nicht mehr möglich sein wird, den Konzernabschluss innerhalb der gesetzlichen Fristen des § 325 Abs. 4 HGB zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses erfolgt so bald wie möglich."

Berlin, den 27. April 2020

Jacob Pabst Der Vorstand

Hans Neuendorf Für den Aufsichtsrat

Aktualisierungserklärung zur Entsprechenserklärung vom 24. Januar 2020, 10. April 2020 und 27. April 2020:

In Ergänzung zu den aufgeführten Abweichungen erklären Vorstand und Aufsichtsrat die folgende zusätzliche Abweichung von Ziffer 7.1.2 Satz 3 der damals maßgeblichen Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, die inhaltsgleich in Empfehlung F.2 der neuen Fassung des DCGK vom 16. Dezember 2019, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 20. März 2020, enthalten ist:

"Die unterjährige Finanzinformation zum ersten Quartal 2020 wird nicht innerhalb der im Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen 45-Tages-Frist veröffentlicht. Im Zuge der COVID-19-Pandemie überprüft die Gesellschaft deren Auswirkungen auf die Artnet AG intensiv, was eine Verschiebung bedingt."

Berlin, den 13. Mai 2020

Jacob Pabst Der Vorstand

Hans Neuendorf Für den Aufsichtsrat

Versicherung des gesetzlichen Vertreters

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Berichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Artnet-Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Artnet-Konzerns beschrieben sind.

Berlin, den 24. Juni 2020

Jacob Pabst Vorstand, Artnet AG

Konzernlagebericht 2019

1. Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Artnet-Konzerns

und Konzernorganisation

Die Artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die Artnet AG ("die Gesellschaft") und Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen "Artnet" oder "der Konzern") sind unter dem Markennamen "Artnet" tätig.

Die Artnet Corp. hat eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Artnet UK Ltd., mit Sitz in London. Die ehemalige Tochtergesellschaft Jay Art GmbH wurde liquidiert und per 14. Mai 2020 aus dem Handelsregister gelöscht.

Die Unternehmenswebseiten artnet.com, artnet.de, artnet.fr, artnet.com/auctions und news.artnet.com bieten einen Überblick über den Kunstmarkt und zogen im Jahr 2019 durchschnittlich 3,6 Mio. Besucher im Monat an (Vorjahr: 3,0 Mio. Besucher im Monat). Dank der immer aktuell bereitgestellten Informationen zum Wert von Kunstwerken sowie zu Künstlern, Galerien, Preisentwicklungen, Ausstellungen, Nachrichten und Rezensionen ist Artnet für Kunstliebhaber, Sammler und Kunstexperten eine elementare Quelle, um sich umfassend über den Kunstmarkt zu informieren.

Der Konzern betreibt sein Geschäft in vier operativen Segmenten: Artnet Price Database, Artnet Galerien, Artnet Auctions und Artnet News.

Die Artnet Price Database ist eine Online-Datenbank mit mehr als 13,7 Millionen (Vorjahr: 12,5 Millionen) illustrierten Auktionsergebnissen von mehr als 1.850 (Vorjahr: 1.800) führenden internationalen Auktionshäusern. Dieses Angebot, das die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art umfasst, sorgt für Preistransparenz im komplexen Kunst- und Antiquitätenmarkt. Abonnenten der Price Database Fine Art and Design und der Price Database Decorative Art haben Zugriff auf Informationen über bis in das Jahr 1985 zurückreichende Auktionsergebnisse, aktuelle Verkaufspreise sowie bevorstehende Auktionen. Damit erhalten Abonnenten objektive Daten zu Kunstwerken, die sie kaufen, verkaufen oder bewerten möchten. Die Price Database wird von Gutachtern, Händlern, Auktionshäusern, Investoren sowie von privaten und staatlichen Institutionen (einschließlich der US-Steuerbehörde IRS und der US-Bundespolizei FBI) verwendet.

Darüber hinaus dient sie privaten Sammlern als illustriertes Nachschlagewerk, das sie verwenden können, um den Wert ihrer Kunstwerke zu ermitteln und deren Potenzial bei einer Auktion oder im Sekundärmarkt abzuschätzen. Händler und Auktionshäuser nutzen für die Bewertung und den Verkauf wichtiger Kunstwerke auch die sogenannten Comps – vergleichbare Auktionsergebnisse aus der Price Database.

Eine Ergänzung der Artnet Price Database ist das Produkt Artnet Market Alerts, das Abonnenten per E-Mail benachrichtigt, wenn Kunstwerke ihrer Lieblingskünstler bei einer Auktion, im Artnet Galerie-Netzwerk oder auf Artnet Auctions zum Verkauf angeboten werden.

Das Produkt Artnet Analytics gehört ebenfalls zum Segment Price Database. Von Artnet Analytics erstellte Berichte analysieren die Marktentwicklung von Künstlern, Kunstrichtungen, Kunstgattungen oder einer individuellen Auswahl von Kunstwerken, die auch mit Indizes verglichen werden kann.

Das Galerie-Netzwerk umfasste zum 31. Dezember 2019 ca. 1.100 (Vorjahr: 1.100) der weltweit renommiertesten Kunstgalerien aus 71 Ländern. Die Mitgliedsgalerien sind in einem Verzeichnis nach Fachgebieten und Standorten gegliedert und präsentieren etwa 217.000 Werke von ca. 21.000 Künstlern (Vorjahr: 210.000 Werke von 22.000 Künstlern). Über das Galerie-Netzwerk werden neben sämtlichen Formen der modernen und zeitgenössischen bildenden Kunst auch Designobjekte sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten aus Epochen vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis heute angeboten. Mit einer Auktionshaus-Partnerschaft besitzen Auktionshäuser die Flexibilität, Auktionen ganz oder teilweise auf der Artnet-Website zu veröffentlichen. Darüber hinaus besteht die Option, jedes Los auf Artnet mit dem gleichen Los im Online-Katalog des Auktionshauses zu verlinken. Alle Lose

sind mit der Artnet Events-Seite verlinkt, die eine Übersicht über bevorstehende Auktionstermine bietet, und erzielen ein hohes Ranking bei den Suchergebnissen von Artnet oder Google. Die Auktionshaus-Partnerschaften sind das ideale Instrument für Auktionshäuser, um die internationale Präsenz ihrer Auktionen auszubauen und eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf die eigene Webseite zu leiten.

Mit Artnet Auctions hat sich Artnet zu einer Transaktionsplattform mit integriertem Informationsangebot entwickelt. Die wesentlichen Vorteile für Käufer und Verkäufer bei Artnet Auctions sind die attraktiven Preise und die kurzen Umschlagszeiten. Die Transaktionen werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen und nicht wie bei konventionellen Auktionshäusern in einem halben bis zu einem Jahr. Über Artnet Auctions werden Kunstwerke gefragter moderner und zeitgenössischer Künstler regelmäßig für fünfbis sechsstellige Dollar-Summen verkauft.

Artnet News ist weltweit der erste 24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst. Die Online-Plattform news.artnet.com informiert mit aktuellen Berichten und Kommentaren über Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts. Angesichts des exklusiven Charakters von Kunst ist Artnet News ein attraktives Umfeld für Werbekampagnen von Luxusgüterherstellern.

Ziele und Strategien

Das Ziel von Artnet war es immer, Ineffizienzen im Kunstmarkt durch Technologie und die beispiellose Reichweite zu überwinden, die das Internet bietet. Die Produkte von Artnet bieten Transparenz, Marktdaten, schnelle Transaktionszeiten und Liquidität für tausende von Kunden und Millionen von Nutzern auf der ganzen Welt. Artnet wird durch den Einsatz modernster Technologie, künstlicher Intelligenz und eines engagierten Teams von Fachleuten den Kunstmarkt auch in Zukunft weiter verändern. Artnet hat das Produktangebot und die Umsatzquellen insbesondere mit der Einführung von Artnet Auctions und Artnet News diversifiziert, die aus dem Cashflow des Konzerns finanziert werden.

Finanzielle Stabilität ist ein zentrales Ziel der Gruppe. Dies wird das ganze Jahr über durch ein detailliertes Budget und eine Überwachung aller wesentlichen Finanz- und Leistungskennzahlen sichergestellt. Die Erzielung von Gewinnen hat Priorität, um in die Entwicklung oder Verfeinerung von Produkten zu investieren. In einem äußerst kompetitiven Umfeld und hinsichtlich der Herausforderungen der Coronakrise ist eine Dividendenzahlung weiterhin von einem in allen Geschäftsbereichen profitablen Resultat abhängig.

Steuerungssystem

Zur wertorientierten Steuerung des Konzerns sowie der einzelnen Segmente wurde ein standardisiertes Steuerungs- und Berichtssystem eingerichtet. Für die einzelnen Segmente werden dabei die Umsätze und die Deckungsbeiträge im Vergleich zu den Budget- und Vorjahresgrößen als primäre finanzielle Kennzahlen ermittelt und beurteilt. Für die Ertragslage des Konzerns ist das operative Ergebnis (EBIT) von hoher Bedeutung. Bezüglich der Finanzlage steht die Höhe der verfügbaren liquiden Mittel im Blickpunkt. Finanzielle Leistungsindikatoren im Sinne von DRS 20 sind daher Umsätze und das operative Ergebnis.

Darüber hinaus werden nicht-finanzielle Frühindikatoren, die einen Einfluss auf das Geschäft haben können, beobachtet und bewertet. Dies sind im Bereich Galerie-Netzwerk insbesondere die Anzahl der Mitgliedschafts-Vertragskündigungen, der Vertragsverlängerungen und der Neuverträge. Für die Price Database sind folgende Frühindikatoren wichtig: die Zahl der Abonnenten; die Zahl der Auktionshäuser, deren Auktionsergebnisse hinzugefügt werden; die Zeitdauer für die Ergänzung von Daten vor und nach einer Auktion; und die Gesamtzahl der hinzugefügten Auktionsergebnisse. Für Artnet Auctions sind u.a. die Verkaufsrate (sowohl gemessen an der Menge als auch am Wert der Kunstwerke) und der Durchschnittspreis der verkauften Lose relevant. Von wesentlicher Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist außerdem die laufende Kontrolle und Analyse des Web-Traffic auf allen Seiten. Artnet bewertet die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis und erhält so jederzeit Kenntnis über die Entwicklung der einzelnen Segmente und Produkte. Zusätzlich gewinnt die Auswertung des Web-Traffic für die Abrechnung performanceabhängiger Werbeverträge weiter an Bedeutung. Wichtige Indikatoren für Internet-Werbung, die bei Artnet analysiert werden, sind: der Tausend-Kontakt-Preis oder CPM (Cost per Mille), der Preis für tausend Aufrufe einer Werbeanzeige; die

Zahl der tatsächlichen Aufrufe (Impressions) der Werbung; und die Sichtbarkeit (Visibility) der Anzeige auf der Seite.

Zudem zählt die Anzahl der Mitarbeiter zu den nicht-finanziellen Leistungsindikatoren. Da die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren kaum prognostizierbar sind, werden sie nicht in der Prognoseberichterstattung berücksichtigt.

Forschung und Entwicklung

Die Artnet-Website bildet die Grundlage für die Produkte des Konzerns. Es ist von größter Bedeutung, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und neue Produkte zu entwickeln, die den Nutzen für die Kunden steigern. Die Entwickler und Programmierer des Konzerns nutzen auf Microsoft-Technologie beruhende Software, die es ihnen ermöglicht, die laufenden Anwendungen flexibel an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen.

FALCON

Im Jahr 2018 startete Artnet das Projekt FALCON, um die IT-Infrastruktur vollständig zu erneuern. FALCON ist die bedeutendste Initiative seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1989. Das Ziel: Artnet will den Produktionsprozess vollständig automatisieren – was zu sinkenden Wartungskosten für bestehende Produkte und höherer Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams führen wird.

FALCON soll sicherstellen, dass Artnet das richtige Technologiefundament besitzt, um angesichts des sich rasch wandelnden geschäftlichen Umfelds im Wettbewerb zu bestehen und zu wachsen. Es wird Artnet schneller, flexibler und effizienter machen. Die Betriebskosten werden niedriger sein. Die Produktivität wird steigen. Neue Produkte werden schneller entwickelt und auf den Markt kommen.

Artnet hat, wie viele andere ältere Technologieunternehmen auch, die firmeneigenen Softwaresysteme selbst entwickelt. Im Zuge des üblichen technologischen Reifeprozesses ist diese Software veraltet und muss daher ersetzt werden. Mit FALCON wechselt Artnet insbesondere zu einem modernen Herstellungsprozess und wird zu einer Art Software-Fabrik. Artnet investiert in ein neues System, das sich zukünftigen Veränderungen anpassen kann.

Da Softwareprogramme größtenteils individuell und einzigartig sind, ähnelt der Produktionsprozess der meisten Unternehmen der Arbeitsweise einer Schmiede im 17. Jahrhundert – im Gegensatz zu einer modernen, hocheffizienten Fabrik mit Montagebändern, Just-in-Time-Lieferung und einem hohen Automatisierungsgrad. Dies ist nicht überraschend, da Software eine relativ neue Branche ist und erst jetzt in ihre eigene industrielle Revolution einzutreten scheint.

FALCON wird es Artnet erlauben, Produkte auf ähnliche Art und Weise herzustellen, wie Autos in einer Fabrik gebaut werden. Artnet produziert natürlich keine Autos, sondern Komponenten einer Website, etwa Funktionen, die das Bieten bei Online-Auktionen, das Hochladen von Bildern aus dem Inventar einer Galerie oder das Suchen nach Auktionsergebnissen in einer Datenbank ermöglichen.

Ein Fabrik-Ansatz bietet viele Vorteile. Verstärkte Einheitlichkeit und Konsistenz wird die Kosten für Schulung und Wartung senken. Wiederverwendbare Komponenten des Software-Codes verringern das Risiko von Konstruktionsfehlern und gewährleisten so Qualität. Die Straffung und Automatisierung der Produktentwicklung erhöht die Produktivität und verringert die Personalkosten. In einer stärker automatisierten Welt kann die Leistung kleinerer Teams die großer Mitarbeitergruppen übertreffen. Außerdem kann Artnet spezialisierte Software von externen Anbietern deutlich günstiger einkaufen als sie selbst entwickeln.

Das Grundgerüst des "Software-Montagebandes" ist bereits fertiggestellt. Dies gilt auch für die Entwicklung bestimmter wiederverwendbarer Komponenten, interner Tools und Schaltflächen, die sich auf das sichtbare Front-End der Website auswirken. Zuletzt konzentrierten sich die Softwareentwickler auf die mittlere Ebene des Projekts, um sicherzustellen, dass die Systeme komplexere Sachverhalte wie Authentifizierung (Anmeldevorgang), Abo-Management oder Fakturierung bewältigen können. Der letzte Teil des Projekts wird sich auf das Back-End konzentrieren, Datenspeicherung für die Preisdatenbank oder Online-Auktionen. Bis zum Jahr 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein. Angesichts der Coronakrise müssen Softwareentwickler allerdings zum Teil an neuen Projekten arbeiten, um Kunden direkt zu unterstützen. Daher könnte sich der Zeitplan verzögern.

FALCON hat sich bereits positiv ausgewirkt. Die Qualitätskontrolle ist schon stärker automatisiert, wodurch die Zeit für die nötigen Tests vor Veröffentlichung der jüngsten Artnet Intelligence-Reports verkürzt wurde.

Durch die Umstellung von Artnet auf ein modernes Herstellungsverfahren sichert FALCON den Wettbewerbsvorteil des Konzerns über viele Jahre hinweg. FALCON ist eine langfristige Investition in die Zukunft von Artnet.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Lage

Die weltweite wirtschaftliche Expansion hat sich 2019 vor dem Hintergrund anhaltender Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie zunehmender geopolitischer Spannungen abgeschwächt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) belief sich das Weltwirtschaftswachstum im vergangenen Jahr auf 2,9% nach 3,6% im Jahr 2018.

Noch Anfang des Jahres 2020 zeichnete sich eine vorläufige Stabilisierung ab. Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020 sorgte jedoch für eine weltweite Gesundheitsnotlage, die nach Einschätzung des IWF zur schwersten Rezession der Weltwirtschaft seit der Großen Depression der 1930er Jahre führen könnte.

Im vergangenen Jahr wurde das Wirtschaftswachstum sowohl der Vereinigten Staaten als auch Chinas vornehmlich vom Handelsstreit beeinträchtigt. In den Vereinigten Staaten, der größte Markt für Kunstauktionen, schwächte sich das Wachstum 2019 auf geschätzte 2,3% ab, nachdem es 2018 noch um 2,9% gestiegen war.

In China, der zweitgrößte Kunstauktionsmarkt der Welt, hat sich das Wachstum nach Angaben des IWF von 6,7% im Jahr 2018 auf 6,1% im Jahr 2019 verlangsamt. Neben dem Handelskonflikt belasteten auch regulatorische Verschärfungen im Finanzsektor die konjunkturelle Entwicklung des Landes.

In Großbritannien, der drittgrößte Kunstmarkt der Welt, stieg die Expansionsrate leicht von 1,3% im Jahr 2018 auf 1,4% im Jahr 2019 – trotz anhaltender Unwägbarkeiten in Zusammenhang mit dem Austritt aus der EU (Brexit). Großbritannien hat die EU am 31. Januar 2020 verlassen und befindet sich in einer Übergangsphase von elf Monaten, die Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen einschließt.

In der Eurozone ging das Wachstum nach Angaben des IWF aufgrund schwächerer Auslandsnachfrage von 1,9% im Jahr 2018 auf 1,2% im Jahr 2019 zurück.

Entwicklung des Kunstmarktes

Der generell schwankungsanfällige Weltmarkt für Kunstauktionen schrumpfte 2019 nach einer überwiegend guten Entwicklung im Vorjahr. Der Markt wird von weltweiten Konjunkturtrends, insbesondere in den Industrieländern, beeinflusst. Die angesichts der Coronakrise erwartete globale Rezession und die Absage vieler Auktionen dürfte sich 2020 entsprechend negativ auf den Kunstmarkt auswirken. Im Jahr 2019 gingen die weltweiten Verkaufserlöse für bildende Kunst nach Angaben der Artnet Price Database im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 13,1 Mrd. USD zurück. Das resultierte vor allem aus sinkenden Preisen in den oberen Preisklassen. Die Gesamtentwicklung wurde nach robusten Ergebnissen im vergangenen Jahr durch einen deutlichen Umsatzrückgang sowohl in den USA als auch in Großbritannien negativ beeinflusst. Die Steuerreform in den USA beseitigte ein Schlupfloch, das sogenannte 1031-Exchange, was es für Sammler weniger attraktiv machte, hochpreisige Werke zu kaufen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die lange andauernde Unsicherheit in Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU resultierten in einer allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung, die sich auch auf den Kunstmarkt auswirkte.

Die Vereinigten Staaten, der Kernmarkt von Artnet, blieben mit einem Marktanteil von 38% auch im vergangenen Jahr der weltweit größte Auktionsmarkt für bildende Kunst. Die Verkaufserlöse gingen dort im Jahresvergleich aber um 19% auf 5,0 Mrd. USD zurück. In China und Großbritannien fielen die Umsätze ebenfalls. Der chinesische Markt schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 3,4 Mrd. USD. Die Verkaufserlöse in Großbritannien sanken um 19% auf 2,2 Mrd. USD. Ein Teil des Geschäfts scheint sich nach Frankreich

verlagert zu haben. Vor dem Hintergrund eines insgesamt rückläufigen Marktes stiegen die Warenumsätze bei französischen Kunstauktionen um deutliche 49% auf 911 Mio. USD, was möglicherweise eine Reaktion auf die vom Brexit ausgelöste Verunsicherung war. Frankreich erhöhte seinen Anteil am Weltmarkt dadurch um drei Prozentpunkte auf 7%.

Die Vereinigten Staaten, China und Großbritannien machen zusammen immer noch 80% des weltweiten Marktanteils für Kunstauktionen aus, obwohl ihr Anteil gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte zurückging. Angeführt von Frankreich stiegen die Verkaufserlöse im Rest der Welt im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 18% auf 2,6 Mrd. USD, der höchste Wert seit 2013.

Die Anzahl der versteigerten Werke für bildende Kunst und dekorative Kunst stieg im Jahresvergleich um 29%, gestützt von einer um 30% gestiegenen Zahl angebotener Lose. Die Verkaufsrate für bildende und dekorative Kunst blieb stabil bei 65%. Im Bereich bildender Kunst sank der Durchschnittspreis verkaufter Lose trotz höheren Angebots und höherer Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um 29% von 59.000 USD im Jahr 2018 auf 42.000 USD im Jahr 2019. Der Rückgang des Durchschnittspreises resultierte aus einem Rückgang des Verkaufswertes im höherpreisigen Marktsegment. 2019 kamen keine größeren Nachlässe oder Sammlungen auf den Markt.

Trotzdem wurde Claude Monets Meules (1891) im Mai bei Sotheby's für 110,7 Mio. USD verkauft und brach damit den bisherigen Auktionsrekord des französischen Impressionisten von 84,6 Mio. USD. Der Gesamtverkaufswert impressionistischer und moderner Werke ging 2019 jedoch um 19% zurück.

Ebenfalls im Mai brachen Robert Rauschenberg und Jeff Koons ihre jeweiligen Rekorde bei einer Auktion von Christie's. Rauschenbergs Siebdruck Buffalo II (1964) wurde für 88,8 Mio. USD verkauft und übertraf seinen oberen Schätzwert um fast 19 Mio. USD. Koons' Skulptur Rabbit (1986) wurde für 91 Mio. USD verkauft. Insgesamt gingen die Umsätze mit Nachkriegskunst und zeitgenössischen Werken, die auch der Fokus von Artnet sind, im Jahr 2019 aber leicht um 5% zurück.

2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Artnet erzielt seine Umsatzerlöse überwiegend im US-Dollar-Währungsraum über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., die in New York als weltweitem Zentrum des Kunstmarktes ihren Sitz hat und deren Aufwendungen auch überwiegend in US-Dollar anfallen. Daher weist Artnet die Geschäftszahlen auf US-Dollar-Basis aus.

Die Entwicklung in der Berichtswährung Euro und die Wechselkurseffekte werden in einem separaten Abschnitt beschrieben.

Ertragslage

Artnet erzielte im Jahr 2019 aufgrund des Erfolgs von Artnet News den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte und konnte so den Rekord des Vorjahres noch übertreffen.

Der Gesamtumsatz des Konzerns im Geschäftsjahr 2019 belief sich auf 21.878 TUSD. Dies entspricht einem leichten Anstieg von 1% im Vergleich zu 2018. Die Umsatzprognosen des Managements von 23.000 TUSD bis 24.000 TUSD wurden wegen der rückläufigen Umsätze in den Segmenten Galerien und Auctions verfehlt. Das Betriebsergebnis fiel vor allem aufgrund von verstärkten Investitionen in das Marketing um 78% auf 197 TUSD (2018: 905 TUSD) und lag ebenfalls unter den Prognosen von 1.000 TUSD bis 1.500 TUSD.

Umsatzentwicklung

Artnet steigerte seinen Gesamtumsatz im Jahr 2019 um 1% oder 262 TUSD auf 21.878 TUSD (2018: 21.615 TUSD) und erzielte damit einen weiteren Rekord. Getrieben wurde das Wachstum von einer hohen Nachfrage nach Werbeflächen bei Artnet News, insbesondere von Luxusmarken. Werbung (Advertising) ist hinter der Price Database zur zweitgrößten Umsatzquelle von Artnet geworden. Während der Umsatz der Price Database stabil blieb, gingen die Umsätze in den Segmenten Galerien und Auctions zurück. Das Segment Galerien litt unter anhaltend schwierigen Marktbedingungen, denen der wichtige Kundenstamm ausgesetzt war. Der Umsatzrückgang im Segment Auctions resultierte vor allem aus einem insgesamt schwachen Markt für Kunstauktionen. Darüber hinaus wurde die Zahl der Auktionsspezialisten im Laufe des Jahres von 14 auf 9 reduziert.

Price Database

Die Price Database, das Kernsegment von Artnet, ist für Kunstmarktteilnehmer ein unverzichtbares und begehrtes Rechercheinstrument. Der Umsatz der Preisdatenbank blieb 2019 stabil bei 7.633 TUSD nach einem Rekorderlös von 7.664 TUSD im Vorjahr. Angesichts des allgemein schwierigen Marktumfelds verfehlte das Segment den erwartet moderaten Umsatzzuwachs allerdings. Die Neugestaltung und die verbesserte Positionierung der Produktseite auf der Homepage im Juli 2018, einschließlich der modifizierten Erläuterung ihrer Nutzungsmöglichkeiten und eines erweiterten Frage-und-Antwort-Bereichs, hatten zu höheren Umwandlungsraten (Anzahl Neukunden pro Website-Besucher) von Besuchern der Website und einem kontinuierlichen Wachstum von Privatkunden-Abonnements geführt. Das institutionelle Geschäft war aufgrund verstärkter Vertriebsanstrengungen sowohl für Neuabschlüsse als auch für die Verlängerungen von Abonnements gewachsen.

Die einzigartige Qualität der Preisdatenbank, die im Jahr 2019 erstmals die Marke von 13 Millionen Auktionsergebnissen übertraf, wurde mit den zweimal im Jahr anlässlich der Frühlingsund Herbst-Auktionssaisons erscheinenden Artnet Intelligence Reports weiter unterstrichen. Die umfassenden Studien aktueller Kunstmarkttrends werden gemeinsam von Kunsthistorikern der Price Database und Journalisten von Artnet News erstellt, ein klarer Beleg für die Synergieeffekte, die das breite Produktportfolio und die Expertise von Artnet möglich macht.

Die Fehlerquote von Daten der Price Database ist dank der sorgfältigen Prüfung durch Kunsthistoriker sowie einer automatisierten Qualitätskontrolle auf das niedrigste Niveau seit Bestehen von Artnet zurückgegangen. Die Fehlerquote misst inkorrekte Dateneingaben, etwa falsche Angaben zum Entstehungsjahr eines Kunstwerks. Die beständige Nachfrage nach den Daten unterstreicht sowohl das Vertrauen, das der Kunstmarkt in die Marke Artnet setzt, als auch einen unverminderten Bedarf an Preistransparenz.

Galerie-Netzwerk

Das Galerie-Netzwerk, das gemessen am Umsatz drittgrößte Segment von Artnet, geriet nach einer signifikanten geschäftlichen Erholung im Vorjahr wieder unter Druck. Im Jahr 2019 fiel der Umsatz des Galerie-Netzwerks gegenüber dem Vorjahr um 7 % oder 378 TUSD auf 4.998 TUSD (2018: 5.376 TUSD). Das im Vorjahr antizipierte leichte Umsatzwachstum wurde angesichts eines weiterhin schwierigen Marktumfelds für kleine und mittelgroße Galerien sowie nachlassender Mitgliedszahlen nicht erreicht. Auch der Umsatz mit Auktionshaus-Partnerschaften ging um 7% oder 49 TUSD auf 623 TUSD zurück. Aufbauend auf dem Erfolg des Content-Management-Systems Galerie-Portal, das es Galerien erlaubt, ihren Bestand an Kunstwerken auf ihrer Artnet-Seite zu verwalten und vorzustellen, hatte Artnet die Galerie-Seiten 2018 neugestaltet, damit Mitglieder ihre Kunstwerke und Ausstellungen noch übersichtlicher und informativer präsentieren können. In das Design der Benutzeroberfläche und der Funktionen der neuen Galerieseiten flossen Wünsche und Anforderungen ein, die Artnet gezielt von Galeriemitgliedern eingeholt hatte.

Vor dem Hintergrund einer konjunkturellen Abschwächung kämpfen aber gerade kleinere und mittelgroße Galerien, ein bedeutender Kundenstamm von Artnet, weiterhin mit anspruchsvollen Terminplänen von Kunstmessen und hohen Betriebskosten. Die Zahl der Mitgliedsgalerien im Galerie-Netzwerk ging daher um 36 zurück. Die starke Konkurrenz in diesem Markt macht es schwierig, existierende Mitglieder zu binden und neue Galerien ins Netzwerk zu holen. Dennoch befinden sich die Kündigungen dank der Anstrengungen des Kundenservice-Teams und verbesserter geschäftlicher Abläufe auf einem historisch niedrigen Niveau.

Werbung

Die Werbeeinnahmen stiegen 2019 wie erwartet um deutliche 20% oder 878 TUSD auf 5.377 TUSD (2018: 4.499 TUSD), hauptsächlich aufgrund steigender Nachfrage von Luxusmarken nach Werbeflächen bei Artnet News. Die Werbeeinnahmen sind nach der Price Database zur zweitgrößten Umsatzquelle von Artnet geworden. Der Anzeigenumsatz im Luxusgüterbereich wuchs im Jahresvergleich um 42%. News trug 77 %, also mehr als drei Viertel, zu den gesamten Werbeerlösen bei. Auf die Segmente Artnet Galerien und Price Database entfielen 17% bzw. 5% der Werbeerlöse.

Artnet News ist zur führenden Online-Quelle für exklusive Berichte und Kommentare über Veranstaltungen und Personen geworden, die den Kunstmarkt prägen. Ihr Erfolg und die Popularität in der Branche stärkt die gesamte Marke von Artnet. Der redaktionelle Schwerpunkt auf Qualitäts-

journalismus und auf selbstrecherchierte Berichte resultiert in anhaltend steigenden Besucherzahlen. News wurde damit zu einer gefragten Werbeplattform nicht nur für Luxusmarken, sondern auch für kunstbezogene Unternehmen wie Auktionshäuser, Galerien oder Versicherer.

Zu den journalistischen Höhepunkten im Jahr 2019 gehörte eine exklusive Geschichte von Artnet-News-Kolumnist Kenny Schachter über Leonardo da Vincis Gemälde Salvator Mundi. Das Gemälde war im Jahr 2017 für den Rekordpreis von 450 Millionen Dollar versteigert worden. Der Verbleib des Werkes blieb danach jedoch im Dunkeln bis Schachter im Juni enthüllte, dass sich das Gemälde auf der Luxusjacht des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman befindet. Große amerikanische und internationale Medien griffen das Thema auf und zitierten Artnet News. Später im Jahr wurde dann Artnets Berichterstattung zum Werk Comedian des italienischen Konzeptkünstlers Maurizio Catellan, auf der Kunstmesse Art Basel Miami Beach häufig zitiert. Zu dem Werk, das für 120 TUSD verkauft wurde, gehörte eine mit Klebeband an einer Wand befestigte Banane.

Im Oktober startete Artnet News den wöchentlichen Podcast Art Angle. Moderiert von Artnet-News-Chefredakteur Andrew Goldstein befasst sich das Programm mit den wichtigsten Geschichten und Trends aus der Welt der Kunst.

Auctions

Der Provisionsumsatz von Artnet Auctions ging 2019 gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 3.869 TUSD (2018: 4.075 TUSD) zurück und verfehlte damit die Umsatzerwartungen. Das Management hatte ein deutliches Umsatzwachstum prognostiziert. Auctions setzt den strategischen Schwerpunkt auf qualitativ hochwertige Kunstwerke zu attraktiven Preisen, um den durchschnittlichen Lospreis, die Verkaufsrate gemessen an Anzahl und Wert sowie die Kundenzufriedenheit zu erhöhen selbst wenn manche Werke abgelehnt werden müssen. Diese Strategie kann zeitweilig zu sinkendem Transaktionsvolumen und Umsatzrückgang führen. Die Qualitätsinitiative hat bereits zu steigenden Verkaufsraten geführt, da die Konzentration auf gefragte und qualitativ hochwertige Lose die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Kunstwerk auf einer Auktion verkauft wird.

Artnet hat die Auktionsabteilung im Jahr 2019 umstruktu-

riert, um die Effizienz zu steigern. Artnet konzentriert sich jetzt stärker auf die populären Auktionen von Druckgrafiken und Editionen sowie auf Fotografie. Gleichzeitig reduzierte Artnet die Anstrengungen für den Verkauf impressionistischer Werke, die mit deutlich höheren Anforderungen vor dem Verkauf verbunden sind und daher kein praktikables Produkt für die Auctions-Plattform darstellen. Insgesamt haben wir die Anzahl der Spezialisten von 14 auf dem Höhepunkt des Jahres 2018 bis auf 9 zum Ende des Jahres 2019 reduziert. Artnet wird das Team erweitern, sobald die richtigen Mitarbeiter in den gefragtesten Sammlerkategorien verfügbar sind.

Die Anzahl der im Jahr 2019 verkauften Lose reduzierte sich von 1.344 im Vorjahr um 18% auf 1.096 im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Durchschnittspreis der verkauften Lose stieg indes um 5% auf 14.750 USD (2018: 14.100 USD), da bei der Auswahl der angebotenen Werke strikt auf die Hochwertigkeit der Lose geachtet wurde.

Trotz der insgesamt schwachen Entwicklung des Auktionsmarktes für bildende Kunst, führte das geschärfte Qualitätsprofil von Artnet wiederholt zu Auktionsrekorden für bestimmte Künstler, was den Ruf von Artnet als einzigem Anbieter echter Online-Auktionen im Kunstmarkt stärkte. So stieß im Januar 2019 die dem Pop-Art-Künstler Andy Warhol gewidmete Auktion WARHOL auf starkes Interesse. Ein seltener Probedruck des 1983 entstandenen Siebdrucks Orangutan aus der Serie Endangered Species wurde für die Rekordsumme von 156 TUSD verkauft. Im März wurde die Auktion Contemporary Art zur umsatzstärksten Auktion für zeitgenössische Kunst seit dem Debüt von Artnet Auctions und brach mehrere Auktionsrekorde. Spitzenlose erzielten sechsstellige Dollar-Beträge, darunter eine Wandskulptur (Untitled) des britischen Künstlers Anish Kapoor aus dem Jahr 2013, die für 300 TUSD verkauft wurde.

Insbesondere Druckgrafiken und Editionen waren das ganze Jahr über gefragt. Ein nummerierter Druck des britischen Street-Art-Künstlers Banksy, Girl with Balloon (2004), wurde im April im Rahmen der Auktion Prints & Multiples: Premier Sale für einen neuen Rekordpreis von 96 TUSD verkauft. Im Oktober wurde Andy Warhols Siebdruck Apple (from Ads), 1985, für 110 TUSD versteigert und im November folgte Superman (from Myths), 1981, für 150 TUSD. Auktionen

zeitgenössischer Gemälde stießen in der zweiten Jahreshälfte allerdings nur auf verhaltende Nachfrage.

Kosten- und Ergebnisentwicklung

Das Bruttoergebnis stieg 2019 leicht um 6% oder 822 TUSD auf 14.084 TUSD (2018: 13.262 TUSD) aufgrund des leichten Umsatzanstieges und um 7% gefallener Umsatzkosten. Der Rückgang der Umsatzkosten resultierte vor allem aus niedrigeren Personalkosten bei Auctions und niedrigeren Kosten für das Netzwerk von Artnet wie die Wartung, die Konfiguration und der Betrieb von Computer- oder Kommunikationssystemen.

Die Aufwendungen für Vertrieb und Marketing stiegen um 24% oder 1.382 TUSD auf 7.084 TUSD (2018: 5.702 TUSD). Die Marketingabteilung steht unter neuer Führung und nutzte das 30-jährige Unternehmensjubiläum, um mit hochklassigen Veranstaltungen die Rolle von Artnet und Gründer Hans Neuendorf bei der digitalen Transformation des Kunstmarktes hervorzuheben. Dazu kamen Aufwendungen für einen geplanten, neuen Markenauftritt. Diese Initiativen vermarkteten Artnet an potentielle Kunden in der Kunstwelt und an Luxusmarken, die ein exklusives und anspruchsvolles Umfeld für ihre Werbekampagnen suchen.

Die Aufwendungen für Produktentwicklung gingen 2019 um 4% oder 87 TUSD auf 1.921 TUSD zurück. (2018: 2.008 TUSD). Artnet hat sich 2019 auf die Entwicklungsarbeiten des Projekts FALCON fokussiert.

Aktiviert wurden Entwicklungskosten für die grundlegende Verbesserung der Technologie-Infrastruktur sowie für interne Software-Tools, mit denen Artnet-Teams neue Anwendungen auf mehreren Plattformen erstellen, testen und zum Einsatz bringen können. Durch die Fokussierung auf FALCON wurden Investitionen in andere Produktentwicklungen kurzfristig verschoben oder reduziert. Die Entwicklungskosten für das Projekt, die gleichzeitig als immaterieller Vermögenswert aktiviert worden sind, betrugen im Geschäftsjahr 2019 1.289 TUSD (1.148 TEUR).

Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5% auf 4.881 TUSD (2018: 4.647 TUSD). Die Kosten enthalten vor allem die Gehälter der Mitarbeiter im Verwaltungsbereich und die Managementvergütung in Höhe von 1.830 TUSD (2018: 1.905 TUSD), die Mieten und Mietnebenkosten von 1.520 TUSD (2018: 1.258 TUSD), die infolge der Erstanwendung von IFRS 16 im Wesentlichen als Abschreibungen erfasst wurden, Rechts- und Beratungskosten sowie Reisekosten.

Insgesamt stiegen die übrigen betrieblichen Aufwendungen um 12 % auf 13.887 TUSD (2018: 12.357 TUSD), vor allem aufgrund der Investitionen in Marketing.

Das Betriebsergebnis fiel 2019 infolgedessen gegenüber dem Vorjahr um 78% auf 197 TUSD (2018: 905 TUSD). Die Vorjahresprognose, im Jahr 2019 ein Betriebsergebnis von 1,0 Mio. USD bis 1,5 Mio. USD zu erreichen, wurde somit verfehlt.

Segmententwicklung

Der Konzern berichtet über seine Geschäftsbereiche in derselben Form, in der intern Vorstand und Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung informiert werden. Es wird auf die detaillierte Darstellung im Abschnitt 23 des Konzernanhangs verwiesen.

Der Deckungsbeitrag II (DB II) der Segmente Artnet Price Database und Artnet Galerie-Netzwerk ging im Geschäftsjahr 2019 zurück. Im Segment Price Database fiel der DB II um 12 % auf 4.378 TUSD aufgrund eines leicht gefallenen Umsatzes und gestiegener Aufwendungen für Personal und Marketing. Im Segment Galerie-Netzwerk fiel der DB II um 18 % auf 3.038 TUSD, was ebenfalls aus rückläufigen Umsätzen und höheren Aufwendungen für Marketing resultierte.

Im Segment News ging der DB II auf -549 TUSD zurück. Der Rückgang ist ist trotz steigernder Umsätze des Segments auf die erhöhten Aufwendungen für Vertrieb und Marketing zurückzuführen.

Das Segment Auctions wies einen im Vergleich zum Vorjahr um 204% höheren DB II von 271 TUSD aus (2018: 36 TUSD) und ist damit weiter profitabel.

Konzernergebnis

Das Betriebsergebnis in Höhe von 197 TUSD (2018: 905 TUSD) wird um Zinsaufwendungen von 122 TUSD (2018: 1 TUSD) gemindert, die nahezu ausschließlich auf die Verzinsung der 2019 erstmalig erfassten Leasingverbindlichkeiten zurückzuführen sind. Diese Aufwendungen

wurden 2018 weitgehend als Mietaufwendungen innerhalb der übrigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Innerhalb der sonstigen Erträge/Aufwendungen sind insbesondere Fremdwährungsaufwendungen in Höhe von 55 TUSD (2018: 41 TUSD) sowie gegenläufig die Auflösung einer Verbindlichkeit von 42 TUSD enthalten.

Da im Gegensatz zum Vorjahr keine Anpassung der aktiven latenten Steuern notwendig war (2018: 216 TUSD) und sich auch keine weiteren Erstattungsansprüche aus in Vorjahren gezahlter Mindestbesteuerung ergaben (2018: 233 TUSD), sind 2019 lediglich unwesentliche Steueraufwendungen angefallen.

Aufgrund des deutlich geringeren Betriebsergebnisses sank auch das Konzernergebnis im Vorjahresvergleich deutlich um 1.233 TUSD auf -719 USD.

Das Gesamtergebnis wurde zudem positiv durch Fremdwährungsgewinne von 23 TUSD (2018: 104 TUSD) beeinflusst.

Währungsumrechnung und Entwicklung der Ertragslage in Euro

Für die Währungsumrechnung der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wird der Jahresdurchschnittskurs für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 verwendet. Für das Geschäftsjahr 2019 lag der Durchschnittskurs bei 0,893 US-Dollar/Euro gegenüber 0,848 US-Dollar/Euro für das Geschäftsjahr 2018. Der für die Bilanzumrechnung verwendete Fremdwährungskurs ist der Kurs am Ende des Geschäftsjahres. Der Stichtagskurs zum 31. Dezember 2019 betrug 0,891 US-Dollar/Euro gegenüber 0,873 US-Dollar/Euro am 31. Dezember 2018.

Artnet unterliegt diesen Wechselkursschwankungen, da Dienstleistungen in Euro, US-Dollar und Pfund Sterling fakturiert werden, die Geschäftstätigkeit aber größtenteils in den Vereinigten Staaten ausgeübt wird. Der Konzern erzielte 2019 wie 2018 ca. 14% seiner Umsatzerlöse in Euro und ca. 9% in Pfund Sterling.

Im Jahr 2019 wurde die Ertragslage des Konzerns in der Berichtswährung Euro aufgrund der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich von Wechselkurseffekten beeinflusst. Auf Euro-Basis kam es zu einem Umsatzanstieg von 7% auf 19.542 TEUR (2018: 18.322 TEUR). Das Bruttoergebnis stieg auf Euro-Basis um 12% oder 1.339 TEUR auf 12.581 TEUR. In US-Dollar stieg es dagegen um 6% oder 822 TUSD auf 14.084 TUSD.

Die Währungsentwicklung des US-Dollars wirkt sich in den allgemeinen Verwaltungskosten auf Euro-Basis nur sehr moderat aus, da ein wesentlicher Teil der Aufwendungen (z.B. sämtliche Holdingkosten der Artnet AG) bereits auf Euro-Basis abgerechnet wird. Der Konzern erwirtschaftete 2019 daher ein positives Betriebsergebnis von 176 TEUR nach 767 TEUR im Vorjahr. Der Konzernjahresfehlbetrag betrug im Jahr 2019 auf Euro-Basis -641 EUR nach einem Konzernjahresüberschuss von 1.044 TEUR im Vorjahr.

Finanzlage

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr trotz des deutlich niedrigeren Jahresüberschusses um 45 % auf 1.816 TUSD (2018: 1.254 TUSD). Der Anstieg ist insbesondere auf die erstmalige Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 zurückzuführen, wonach die Mietzahlungen für das New Yorker Büro sowie für das Berliner Büro (ab September 2019) nun im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit als Tilgung von Leasingverbindlichkeiten und Zinszahlungen auszuweisen sind.

Der zahlungswirksame Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2019 betrug 1.365 TUSD und lag damit um 14 % unterhalb des Vorjahresniveaus (2018: 1.580 TUSD). Die Zahlungen für immaterielle Vermögenswerte stehen nahezu ausschließlich in Zusammenhang mit FALCON.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2019 auf 891 TUSD nach 26 TUSD im Vorjahr. Dieser Anstieg ist auf die Änderungen der Leasingbilanzierung nach IFRS 16 zurückzuführen. Im Dezember 2019 wurde ein Kredit in Höhe von 200 TUSD aufgenommen, um infolge ungewöhnlich später Zahlungen von Kunden, möglichen weiteren Verzögerungen vorzubeugen, und die finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

Der Zahlungsmittelbestand verringerte sich zum 31. Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahresstichtag auf US-Dollar-Basis um ca. 44 % oder 417 TUSD auf 539 TUSD (31. Dezember 2018: 957 TUSD) vor allem aufgrund verspäteter Zahlungen von Werbekunden aus dem Luxusgüterbereich.

Auf Euro-Basis unterscheiden sich die Veränderungen der Cashflows (Barmittelzuflüsse oder -abflüsse) aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit von den Zahlen auf US-Dollar-Basis. Aufgrund der Abwertung sowohl des Euro als auch des Pfund Sterling gegenüber dem US-Dollar im Stichtagsvergleich, haben sich die in diesen Währungen gehaltenen Zahlungsmittelbestände auf US-Dollar-Basis um 20 TUSD erhöht. Auf Euro-Basis beträgt der positive Währungskurseffekt 82 TEUR aufgrund der Abwertung der Bestände in USD. Der Liquiditätsbestand des Konzerns auf Euro-Basis verringerte sich deswegen insgesamt um 42 % auf 480 TEUR zum 31. Dezember 2019 (31. Dezember 2018: 835 TEUR).

Die Anlagepolitik des Konzerns ist konservativ und dient ausschließlich der kurzfristigen Mittelanlage, so dass alle Barmittel liquide sind und jederzeit verfügbar bleiben. Zum 31. Dezember 2019 belief sich die Liquidität je Aktie auf Grundlage von durchschnittlich 5.552.986 im Umlauf befindlichen Aktien auf 0,10 USD (0,09 EUR). Zum 31. Dezember 2018 hatte die Liquidität je Aktie 0,17 USD (0,15 EUR) betragen.

Vermögenslage

Die Konzernbilanzsumme betrug am 31. Dezember 2019 13.259 TUSD gegenüber 8.700 TUSD am 31. Dezember 2018. Das entspricht einem Anstieg um 52 %. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus den Änderungen der Leasingbilanzierung nach IFRS 16 und dem Anstieg der immateriellen Vermögenswerte infolge der weiteren Aktivierung von Entwicklungskosten für das Projekt FALCON.

Darüber hinaus stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 323 TUSD auf 2.506 TUSD aufgrund deutlich höherer Forderungen und Vertragsvermögenswerte aus Werbeaufträgen.

Das Konzernanlagevermögen wird vornehmlich bei der Artnet Corp. auf US-Dollar-Basis bilanziert. Das aus den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen bestehende Anlagevermögen stieg um 4.423 TUSD auf 7.403 TUSD. Ursächlich für den Anstieg waren im Wesentlichen die Änderung der Leasingbilanzierung nach IFRS 16 und die aktivierten Entwicklungskosten von 1.289 TUSD (2018: 1.363 TUSD) für die Erneuerung der technologischen Infrastruktur mit dem Projekt FALCON.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind insgesamt um 1.880 TUSD auf 6.937 TUSD gestiegen (2018: 5.057 TUSD). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den Veränderungen der Leasingbilanzierung nach IFRS 16 und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Infolge gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen die Vertragsverbindlichkeiten (Umsatzabgrenzung) von 2.021 TUSD am 31. Dezember 2018 auf 2.151 TUSD zum 31. Dezember 2019.

Die langfristigen Verbindlichkeiten stiegen unterdessen auf 2.736 TUSD zum 31. Dezember 2019, was vor allem durch die Veränderungen der Leasingbilanzierung nach IFRS 16 und den Kredit bedingt ist.

Das Eigenkapital des Artnet-Konzerns hat sich zum 31. Dezember 2019 auf 3.586 TUSD erhöht (2018: 3.371 TUSD). Hintergrund ist die erfolgsneutrale Verrechnung der im Vorjahr ausgewiesenen "Abgrenzung Mietincentive" von 192 TUSD.

Die Artnet Price Database ist ein immaterieller Vermögenswert, der in mehr als 30 Jahren durch die Erfassung von Auktionsdaten entwickelt wurde. Wenngleich er aufgrund der Bilanzierungsregeln nicht als Vermögenswert in der Bilanz angesetzt wurde, stellt er für den Konzern doch eine wesentliche Geschäftsgrundlage und stille Reserve dar. Wenn eine Bilanzierung zum Zeitwert erfolgen könnte, würden sich die Aktiva und damit auch das Eigenkapital deutlich erhöhen.

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Artnet war im abgelaufenen Geschäftsjahr zwei gegenläufigen Tendenzen im Kunstmarkt ausgesetzt. Das Marktumfeld wurde angesichts sinkender Umsätze auf Kunstauktionen in wichtigen Märkten von Artnet schwieriger. Gleichzeitig nahm das öffentliche Interesse an Kunst aber zu.

Die Umsätze auf Auktionen gingen weltweit um 11% zurück.

In den USA, dem größten und auch für Artnet wichtigsten Kunstmarkt, lagen die Umsätze um rund ein Fünftel unter dem Vorjahresniveau. Das wirkte sich negativ auf die Umsatzentwicklung von Artnet aus, da sich Artnet dem allgemeinen Marktumfeld nicht gänzlich entziehen kann. Der weltweit schwächere Markt belastete die Umsatzentwicklung von Artnet Auctions und führte zu stagnierenden, gleichwohl unverändert hohen, Umsätzen der Price Database. Das Segment Galerien wurde zusätzlich von der anhaltend schwierigen Geschäftslage kleinerer und mittelgroßer Galerien belastet, darunter die teure Teilnahme an Kunstmessen, eine verschärfte Konkurrenzsituation und allgemein hohe Betriebskosten. Mit Blick auf das schwieriger gewordene Marktumfeld ist das Management trotz der nicht erreichten Umsatzziele für die drei Segmente dennoch zufrieden, insbesondere da Artnet Auctions aufgrund einer Reorganisation deutlich effizienter geworden ist.

Die zweite, positive Tendenz war das sichtbar gestiegene öffentliche Interesse an Kunst. Kunst wird regelmäßig in der Tagespresse besprochen und Kunstmessen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In der Öffentlichkeit war Kunst präsent wie nie zuvor. Artnet profitierte von diesem Interesse, da es die Leserschaft von Artnet News vergrößert. Artnet befriedigt das gewachsene Interesse durch exklusive Berichterstattung und bekommt auf diese Weise hohe Aufmerksamkeit. Dadurch generierte Artnet mehr Umsätze mit dem Verkauf von Anzeigenflächen als je zuvor. Die strategische Entscheidung, 2014 eine Nachrichtenseite für den Kunstmarkt zu starten, ist aus Sicht des Managements ein großer Erfolg. Artnet News sorgte für steigende Umsätze und eine deutliche Verbreiterung der Kundenbasis sowie der Umsatzquellen des Unternehmens.

Das Eigenkapital verbesserte sich aufgrund der erfolgsneutralen Verrechnung der im Vorjahr ausgewiesenen "Abgrenzung Mietincentive".

Da die Umsatzziele insgesamt nicht erreicht wurden und die dringende Neuausrichtung des Marketings sowie das elementar wichtige Projekt FALCON keinen Aufschub erlaubten, blieben Ertrag und Liquidität ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Beim Projekt FALCON wurde 2019 das Fundament für die künftige Automatisierung der Produktion geschaffen. Eine schnellere Fertigstellung ist nicht möglich, da das Projekt aus dem eigenen Cashflow finanziert wird. Das Management ist

daher mit den bisherigen Fortschritten zufrieden. Trotz Einsparungen und eines konservativ ausgerichteten Finanzplans wird das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr von den Folgen der Coronavirus-Pandemie belastet werden.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2019 beschäftigte Artnet 122 Vollzeitmitarbeiter (31. Dezember 2018: 131). Darüber hinaus waren 2019 zwei Mitarbeiter in Teilzeit (2018: drei) für den Artnet-Konzern tätig. Im Vertrieb und in anderen Bereichen beschäftigte der Konzern vier freie Mitarbeiter, im Vergleich zu drei im Vorjahr.

Die Personalkosten (ohne Sozialversicherungsbeiträge) beliefen sich auf 13.337 TUSD nach 13.395 TUSD im Vorjahr. Während die Personalkosten in den Bereichen allgemeine Verwaltung sowie Vertrieb und Marketing stiegen, gingen sie in den Umsatzkosten und in der Produktentwicklung zurück.

Sonstige nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die Qualität unserer Dienstleistungen und die damit verbundene Zufriedenheit aller Kunden und Besucher der Artnet-Website sind für unser Geschäft von größter Bedeutung. Zur Qualitätssicherung werden von unseren Galerie-Kontaktpersonen sowie Kundendienst- und Vertriebsmitarbeitern Befragungen durchgeführt, um Rückmeldungen und Gründe für die Kündigung von Galeriemitgliedschaften, Price-Database-Abonnements und Auktionshaus-Partnerschaften auszuwerten. Das erlaubt es uns, auf Anfragen, Vorschläge und Vertragskündigungen zeitnah zu reagieren, die Wiederholungsgefahr zu verringern und unsere Produkte und Dienstleistungen stetig zu verbessern.

Für die Kontrolle und Steuerung des Galerie-Netzwerks werden u.a. die Anzahl der Anfragen und der Seitenaufrufe pro Galeriemitglied ausgewertet, die aber aus Wettbewerbsgründen nicht veröffentlicht werden. Die Zahl der Kündigungen und der neuen Mitgliedschaften wird monatlich überwacht und erfasst. 2019 gab es rund 27 % weniger Kündigungen als im Vorjahr – insgesamt 66 weniger als 2018. Verbesserungen im Kundendienst und bei den geschäftlichen Abläufen führten zu besseren Kundenbindungsquoten.

Gleichzeitig wurden 149 neue Mitgliedschaften abgeschlossen – die gleiche Zahl wie im Vorjahr (2018: 149). Insgesamt

sank die Gesamtzahl der Galeriemitgliedschaften daher bis Ende des Jahres um 36 auf 1082. Im Vorjahr war die Zahl der Galeriemitgliedschaften um 98 zurückgegangen.

Für das Segment Artnet Price Database wiesen die meisten Kennzahlen im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr positive Ergebnisse aus. Die Anzahl der Abonnenten, Suchanfragen und neu in die Datenbank eingepflegten Auktionsergebnisse werden monatlich überwacht. Die Anzahl der Abonnenten stieg 2019 im Durchschnitt um 3% pro Monat, während die Anzahl der Suchanfragen im Vergleich zum Vorjahr um 2% abnahm. Die Zahl der Auktionshäuser, deren Lose neu in die Datenbank aufgenommen wurden, stieg 2019 um 9%, was die Abdeckung und Genauigkeit der Price Database verbesserte.

Die Zahl der neuen Auktionsergebnisse stieg um 22%, was teilweise aus einer effizienteren Bearbeitung resultierte. Im Durchschnitt wurden Lose vor Auktionen zwei Tage früher in die Preisdatenbank aufgenommen als bisher. Die Dauer bis zur Ergänzung der Datenbank mit neuen Auktionsergebnissen nach einer Versteigerung ging 2019 auf 3 Tage zurück. Damit hat sich die Dateneingabe in diesen Fällen um jeweils 14% verbessert. Im Jahr 2019 beinhaltete die Price Database erstmals mehr als 13,5 Millionen Auktionsergebnisse.

Artnet traf im Jahr 2018 die strategische Entscheidung, die Qualität der bei Artnet Auctions angebotenen Lose weiter zu steigern. Dieser Ansatz wurde im Jahr 2019 weiterverfolgt, was im Vergleich zum Vorjahr in einem durchschnittlichen Preisanstieg verkaufter Lose um 5% auf 14,8 TUSD resultierte. Im gleichen Vergleichszeitraum gab es auch 13% mehr Transaktionen im Wert von mehr als 50 TUSD. Dazu lagen 7% mehr Transaktionen über einem Niveau von 75 TUSD. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass Käufer und Verkäufer zunehmend bereit sind, hochwertige Kunstwerke online zu handeln. Das Vertrauen in den Online-Markt wächst trotz eines allgemein schwächeren Trends im Kunstmarkt. Der Durchschnittspreis der weltweit bei Auktionen verkauften Lose ging 2019 gegenüber dem Vorjahr nämlich um 29% auf 29 TUSD zurück (2018: 41 TUSD).

Aufgrund der strikten Qualitätskriterien bei der Auswahl der offerierten Lose, wurden insgesamt weniger Werke angeboten und die Anzahl der verkauften Lose reduzierte sich um 18 % auf 1.096 (2018: 1.344). Die Verkaufsrate stieg

gemessen an der Anzahl und dem Wert der Werke im vergangenen Jahr um jeweils 2 Prozentpunkte, was die Qualität der angebotenen Lose sowie die gestiegene Effizienz bestätigt.

Um den Erfolg von Werbekampagnen zu messen, werden Indikatoren wie CPM (Tausend-Kontakt-Preis), Seitenaufrufe und Sichtbarkeit einer Anzeige bewertet. Die Kennzahlen werden aus Wettbewerbsgründen nicht veröffentlicht.

Als reines Online-Unternehmen ist der Web-Traffic für Artnet besonders wichtig und wird daher täglich überwacht, aufgezeichnet und ausgewertet. Nach Veränderungen an den Webseiten und ihren Inhalten stieg die Zahl der Seitenbesucher im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 20%. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Seitenbesucher um 18% gestiegen. Die Besucherzahl erhöhte sich von durchschnittlich 3 Millionen pro Monat im Jahr 2018 auf 3,6 Millionen im Jahr 2019.

3. Übernahmerechtliche Angaben

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das voll eingezahlte Grundkapital der Artnet AG betrug zum 31. Dezember 2019 unverändert 5.631.067 EUR und ist in 5.631.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt.

Zum 31. Dezember 2019 hält die Artnet AG unverändert 78.081 eigene Aktien. Es wird dazu auf unsere Angaben im Anhang verwiesen.

Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen

Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.

Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die

10 % der Stimmrechte überschreiten

Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte der Artnet AG überschreiten, wurden zum 31. Dezember 2019 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 27,06 %, und von Rüdiger K. Weng mit 10,21 % gehalten.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Soweit Arbeitnehmer an der Artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.

Ernennung und Abberufung von

Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen

Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung der Artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014). Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben. Das genehmigte Kapital ist 2019 ausgelaufen.

Bedingtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der Artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. ausgegeben, die bisher nicht ausgeübt wurden bzw. werden konnten.

Im Jahr 2019 liefen 193.907 im Jahr 2009 ausgegebene Aktienoptionen aus. 205.000 Aktienoptionen verbleiben.

4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB

Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f / § 315d HGB) ist auf der Webseite der Gesellschaft unter www.artnet.de/investor-relations/ einsehbar und beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Artnet AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten.

5. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Artnet AG Anwendung finden, und erläutert die Höhe sowie Struktur der Vorstandsvergütung. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates beschrieben. Der Vergütungsbericht beinhaltet des Weiteren Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsrechts auch Bestandteil des Konzernanhangs nach § 314 HGB bzw. des Konzernlageberichts nach § 315 HGB sind.

5.1 Vergütung des Vorstands

Gewährte Zuwendungen
Vorstand
Jacob Pabst
2018 2019
EUR gewährt gewährt (min.) (max.)
Festvergütung 317.863 368.471 368.471 368.471
Nebenleistungen 10.824 5.400 5.400 5.400
Summe 328.687 373.871 373.871 373.871
Einjährige variable
Vergütung
31.786 36.847 368.471
Versorgungsaufwand
Gesamtvergütung 360.473 410.718 373.871 736.942
Zufluss Vorstand Jacob Pabst
2018 2019
Festvergütung 317.863 368.471
Nebenleistungen 10.824 5.400
Summe 328.687 373.871
Einjährige variable
Vergütung
33.270 31.786
Versorgungsaufwand
Gesamtvergütung 361.957 405.657

Die Vorstandsvergütung wird in US-Dollar gewährt, weshalb die o.g. Beträge durch Wechselkursänderungen beeinflusst sind.

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Artnet AG orientiert sich an der Größe und der Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland.

Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreiz für erfolgreiche Arbeit gibt.

Herr Jacob Pabst erhält von der Artnet AG keine Vergütung. Das Entgelt für die Ausübung seiner Tätigkeit als Vorstand der Artnet AG ist mit dem Gehalt, welches Herr Jacob Pabst in seiner Funktion als CEO der Artnet Corp. bezieht, abgegolten.

Sowohl der Vorstandsvertrag mit der Artnet AG als auch der Anstellungsvertrag mit der Artnet Corp. wurden am 18. März 2019 für zwei Jahre vom 1. Juli 2019 bis 1. Juli 2021 mit Ausnahme der Festvergütung zu unveränderten Konditionen verlängert.

Die Vergütung von Herrn Jacob Pabst als Vorstand setzt sich aus einer fixen Grundvergütung und einer jährlichen variablen Vergütungskomponente [Short-Term Incentive (STI)] zusammen, die im Folgenden beschrieben wird:

Fixe Grundvergütung: Die fixe Grundvergütung von Vorstand Jacob Pabst betrug im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 368,5 TEUR (412,5 TUSD). Bis zum 30. Juni 2019 betrug die fixe Grundvergütung 335 TEUR (375 TUSD). Seit dem 1. Juli 2019 beläuft sich die Festvergütung auf 450 TUSD.

Variable Vergütungskomponente (STI): Zusätzlich zu der fixen Grundvergütung erhält der Vorstand eine variable Vergütungskomponente, deren Festlegung im Ermessen des Aufsichtsrats steht. Die Basis für die Kalkulation der variablen Komponente bildet der Konzernabschluss für das Jahr, für den die STI gezahlt werden soll. Die variable Vergütungskomponente darf die fixe Grundvergütung nicht überschreiten.

Die variable Vergütungskomponente ist je zu einem Drittel abhängig von der Erreichung folgender Ziele:

  • z 1/3 von der Erreichung des budgetierten Jahresergebnisses und des Cashflows
  • z 1/3 von der Entwicklung des Aktienkurses der Artnet AG
  • z 1/3 im Ermessen des Aufsichtsrats, insbesondere ausgerichtet an längerfristigen Zielen, wie die Einführung neuer Produkte/neuer Geschäftsfelder, die erwartete zukünftige Profitabilität und bedeutende Transaktionen.

Die variable Vergütungskomponente wird, soweit gewährt, in zehn gleichen monatlichen Raten beginnend in dem Monat nach Gewährung ausgezahlt.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde durch den Aufsichtsrat eine variable Vergütung von 37 TEUR (41 TUSD) festgelegt. Herr Pabst hat entschieden, auf die Auszahlung der variablen Vergütung bis auf Weiteres zu verzichten und die wirtschaftliche Entwicklung im Zuge der Coronakrise abzuwarten.

Die Artnet Corp. übernimmt als Nebenleistungen weiterhin zusätzlich zu den Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von monatlich 450 EUR die Prämie für die Teilnahme an der Betriebs-Gruppenkrankenversicherung (company group medical plan).

5.2 Vergütung des Aufsichtsrates

Die Vergütung des Aufsichtsrates wird auf Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates durch die Hauptversammlung festgelegt. Sie ist in der Satzung geregelt.

Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten jährlich eine feste Vergütung. Im Einzelnen erhalten unverändert zum Vorjahr der Vorsitzende des Aufsichtsrates 50 TEUR, der stellvertretende Vorsitzende 37,5 TEUR und das dritte Mitglied des Aufsichtsrates 25 TEUR.

6. Risiko- und Chancenbericht

Artnet operiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt. Um alle sich ständig verändernden Gegebenheiten zu überwachen und sich daran anzupassen, beobachtet Artnet

fortlaufend interne und externe Risiken und Chancen, die bei Wesentlichkeit im folgenden Risiko- und Chancenbericht erläutert werden.

6.1 Risikobericht

Risikomanagement

Der Artnet-Konzern hat ein Risikomanagementsystem zur Identifizierung und laufenden Überwachung der Betriebs- und Finanzrisiken des Konzerns eingerichtet, das die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse mildern soll. Das Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden fünf Komponenten:

  • z dem Finanzwesen, das die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt;
  • z der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht;
  • z der Compliance, die interne als auch externe rechtliche Risiken sowie Gesetzesänderungen überwacht;
  • z dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Technologieprojekte überwacht und
  • z der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert.

Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an den Vorstand weitergeleitet werden.

Frühwarnsystem zur Identifizierung potenzieller Risiken

Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Geschäftsentwicklung und Risiken nutzt Artnet ein Steuerungs- und Kontrollsystem, das im Wesentlichen auf den Daten der Finanzbuchhaltung und den wichtigsten Leistungsparametern aller Produkte aufsetzt. In einer Risikoinventur sind die wesentlichen vorhandenen Risiken dokumentiert und den Verantwortungsebenen innerhalb des Konzerns zugeordnet. Bestehende Risikopotentiale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Zum Risikomanagementsystem gehört neben einer regelmäßigen internen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf sowie die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbeziehungen auch ein konzernweiter Budgetierungsprozess, der unter anderem operative Risiken und Veränderungen des geschäftlichen Umfeldes berücksichtigt. Dieser Prozess beinhaltet regelmäßige Markt- und Wettbewerbsanalysen.

Umgang mit bedeutenden potenziellen Risiken

Das operative Management ist für die Früherkennung, Kontrolle und Kommunikation von Risiken direkt verantwortlich. So kann Artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern, gleichzeitig aber nicht kalkulierbare Risiken zu vermeiden.

Compliance-Management-System (Hinweisgebersystem)

Artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Angestellten, Kunden und Geschäftspartnern. Die Mitarbeiter des Artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, durch ein Hinweisgebersystem jederzeit anonym und geschützt Hinweise zu möglichen Rechtsverstößen und anderem Fehlverhalten zu geben, auf die das Management umgehend und entsprechend reagieren kann.

Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet.

Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z.B. Vertrieb), verbuchende (z.B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z.B. Informationstechnologie-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet, dass keine wichtigen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben.

Die Erwartungen des Vorstands werden durch regelmäßige Zielvereinbarungen definiert und dokumentiert.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Finanzdirektorin der Artnet Corp. mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen.

Risiken

Risikobewertung

Artnet beobachtet und analysiert verschiedene Arten von Risiken, die im Folgenden unterteilt werden in betriebliche, rechtliche, Compliance-bezogene, finanzielle und sonstige Risiken. Das interne Risikoüberwachungssystem ist so aufgebaut, dass sowohl segmentbezogene als auch unternehmensübergreifende Risiken definiert und bewertet werden. Bei der Bewertung der Risiken werden zwei Faktoren betrachtet: Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potentielle, maximale Schadenshöhe. Die potentielle Schadenshöhe kann dabei durch potentielle Umsatzeinbußen oder auch Kosten definiert werden, beispielsweise bei rechtlichen Risiken. Soweit möglich, wird für jedes Risiko ein Schadenswert berechnet. Für operationelle Risiken wurde der maximale Schadenswert mit der potenziellen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie deren Eintrittshäufigkeit gewichtet.

Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken identifiziert:

Externe Risiken

Konjunkturtrends im Kunstmarkt

Artnet unterliegt den Schwankungen des Kunstmarktes. Der Kunstmarkt wird von den weltweiten Wirtschaftsbedingungen beeinflusst. Inwieweit sich diese Entwicklungen auch in Zukunft auf den Kunstmarkt auswirken werden, ist unklar. Die 2017 begonnene und auch noch 2018 anhaltende Erholung des Kunstmarktes setzte sich 2019 nicht fort.

Weltweit belief sich der Gesamtverkaufswert für bildende Kunst und dekorative Kunst im Jahr 2019 auf 17,8 Mrd. USD, ein Rückgang um 8% gegenüber 2018.

Im Bereich bildender Kunst besonders ausgeprägt war der Rückgang in den USA, dem größten Kunstmarkt, und in Großbritannien, dem drittgrößten Markt. Die Umsätze gingen in beiden Ländern um jeweils 19% zurück. In China und Deutschland fielen die Umsätze im Vergleich zu 2018 jeweils um 5%.

Gut finanzierte Konkurrenten haben in den vergangenen Jahren den Wettbewerb verschärft und den Marktanteil des Artnet-Konzerns unter Druck gesetzt.

Es bestehen weiterhin Abwärtsrisiken, einschließlich geopolitischer Spannungen, belasteter Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Handelspartnern sowie ungewisser langfristiger Folgen der globalen Coronavirus-Pandemie. Es ist deutlich geworden, dass der Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 bedeutende und negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den Kunstmarkt haben wird. Reisebeschränkungen und Risiken für die öffentliche Gesundheit haben im Frühjahr 2020 zur Absage wichtiger Kunstveranstaltungen, Auktionen und Vernissagen geführt.

Großbritannien hat die Europäische Union am 31. Januar 2020 verlassen und ist in eine elfmonatige Übergangsfrist eingetreten, die Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen umfasst. Das bringt zusätzliche Unwägbarkeiten mit sich. Großbritannien ist der drittgrößte Kunstmarkt der Welt. Potentiell negative Folgen des Brexit, etwa höhere Kosten für grenzüberschreitende Transaktionen oder Währungsschwankungen, könnten sich auch auf den Kunstmarkt und Artnet auswirken.

Der Kunstmarkt reagiert in der Regel auf große geopolitische und konjunkturelle Trends in den Industrieländern, die ihrerseits Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Eine wirtschaftliche Abkühlung oder eine Rezession könnten begleitet von hohen Kursschwankungen an den Finanzmärkten in nachlassender privater Nachfrage resultierten – was auch das Interesse an Kunstwerken schwächen dürfte. Für Artnet besteht das Risiko, dass im Fall zurückgehender Umsätze mit Kunst auch weniger Abonnements der Preisdatenbank nachgefragt werden. Mitglieder des Galerie-Netzwerks, die bereits jetzt unter hohen Betriebskosten leiden, könnten in diesem Fall in noch größere wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die durch die Coronakrise bedingten Versammlungsverbote und Geschäftsschließungen könnten sich zusätzlich negativ auswirken. Sollten die Preise für Kunstwerke fallen, könnte das auch zu niedrigeren Provisionen für Artnet Auctions führen. Schließlich könnten globale Luxusmarken und auch Kunstmarktunternehmen in einer Rezession ihre Werbebudgets kürzen. Das würde geringere Einnahmen für Artnet News bedeuten.

Betriebliche Risiken

Infrastruktur des IT-Systems

Funktionsstörungen der Website könnten die Umsätze und Gewinne von Artnet kurzfristig mindern und möglicherweise

auch die künftigen Umsätze und Ergebnisse beeinträchtigen. Häufige oder anhaltende Unterbrechungen des Service könnten Nutzern Anlass zu der Annahme geben, dass die Systeme des Konzerns nicht zuverlässig sind. Dies könnte nachteilige Auswirkungen auf den Ruf und die Umsätze des Konzerns haben. Jegliche Unterbrechung erhöht die Arbeitsbelastung der Technologie-Abteilung, was wiederum die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen verzögert.

Das aktuelle Projekt FALCON, eine Erneuerung der technologischen Infrastruktur des Konzerns, wird die Nutzung von Drittanbietersystemen erhöhen und damit eine größere Flexibilität ermöglichen, wodurch interne Entwicklungs- und Wartungsrisiken verringert werden.

Die eigenen Systeme des Konzerns sind so konzipiert, dass die Ausfallzeiten bei Stromausfällen oder im Katastrophenfall gering sind. Die Möglichkeit von Beschädigungen oder Störungen durch Überschwemmungen, Feuer, oder Unterbrechungen von Dienstleistungen aufgrund von Terroranschlägen, Computerviren und andere seltene und schwer vorhersagbare Ereignisse können nie völlig ausgeschlossen werden. Die Webserver von Artnet befinden sich zu ihrem Schutz in einer extrem sicheren externen Einrichtung. Zudem werden zunehmend Cloud-basierte Datendienste in Anspruch genommen und als Teil des Projekts FALCON eingeführt, wodurch das Risiko physischer Speicherung weiter verringert wird.

Produktentwicklung

Der künftige Erfolg von Artnet hängt teilweise von der Zeit ab, in der sich der Konzern an technologische Veränderungen und neu entstehende Branchenstandards anpassen kann. Der Konzern beobachtet und analysiert daher Markttrends.

Auf Basis dieser Analysen hat der Vorstand entschieden, die Funktionen und Zuverlässigkeit der Website weiter zu verbessern und neue Produkte einzuführen, die sowohl für bestehende als auch für potenzielle Kunden von Nutzen sind und die Chancen auf zusätzliche Ertragströme eröffnen. Dies soll das Risiko verringern, dass Artnet gegenüber den Marktstandards für Elemente wie Sicherheit oder Nutzererlebnis ins Hintertreffen gerät. Der wichtigste Schritt auf diesem Weg ist das Projekt FALCON, das sowohl eine schnellere Entwicklung und eine raschere Anpassung an die Trends

des Marktes als auch den Bau modernster Technologie noch vor der Konkurrenz ermöglicht.

Das Ziel von FALCON ist die vollständige Automatisierung des Produktionsprozesses von Artnet. Sollte die Fertigstellung des Projekts länger dauern als erwartet, könnte dies die Einführung neuer Produkte verlangsamen und die Kapazitäten des Entwicklungsteams binden. Dies könnte auch zu erhöhten Kosten und zu einem Verlust potenzieller Einnahmen führen.

Es besteht auch immer das Risiko, dass Produktinnovationen und -weiterentwicklungen von Marktteilnehmern nicht sofort angenommen werden und die damit verbundenen Ziele verfehlt werden. Die Ertragslage von Artnet würde in diesem Fall bei noch fehlenden Umsatzerlösen durch die steigenden Kosten der Produktentwicklung und höhere laufende Kosten belastet.

Es bestehen auch Risiken im Bereich Produktentwicklung aufgrund von im Markt konkurrierenden Start-ups, von denen einige mit neuer Technologie in einem oder mehreren Produktsegmenten mit Artnet konkurrieren.

Website-Besuche

Die Besucherzahlen auf den Artnet-Webseiten (Traffic) sind für den Konzern von großer Bedeutung. Rückläufige Besucherzahlen könnten die Umsätze aller Produktlinien verringern. Artnet überwacht die Website-Besuche auf täglicher Basis sowohl automatisch als auch manuell, um sicherzustellen, dass diese den Erwartungen entsprechen. Zur weiteren Steigerung der Website-Besuche investiert der Konzern außerdem in Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie in Werbung und Marketing. Artnet überwacht die Besucherzahlen und die über die Website erzielten Umsätze und stellt diese den entsprechenden Aufwendungen für Werbung und Marketing gegenüber, um den Erfolg von Suchmaschinenoptimierung, Werbe- und Marketingkampagnen zu bewerten.

Rechtliche Risiken

Markenrechte

Artnet schützt sich durch die markenrechtliche Sicherung des Namens "Artnet" in den größten Märkten des Konzerns, insbesondere in den USA und der Europäischen Union. Klagen gegen Markenverletzungen sind kostspielig und unterliegen der Prüfung durch nationale Behörden, die für den Konzern negativ ausfallen könnten. Darüber hinaus schützt und verteidigt sich der Konzern gegen Urheber- und sonstige Rechtsansprüche, wobei negative Folgen für den Konzern nicht völlig ausgeschlossen werden können.

Urheberrechte

Artnet verwendet in seiner Datenbank eine Vielzahl an Fotografien von dekorativer Kunst. Als international tätiger Konzern mit einer internationalen Kundenbasis ist Artnet unterschiedlichen Rechtsordnungen bezüglich des Urheberrechts ausgesetzt. Dem Rechnung tragend, hat Artnet mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Deutschland, die mehrere internationale Schwesterorganisationen hat, und der Artist Rights Society in den USA Lizenzverträge abgeschlossen. Angesichts der großen Zahl von Abbildungen in der Price Database decken diese Verträge jedoch nicht die Rechte für sämtliche in der Datenbank verfügbaren Abbildungen ab. Um Artnet vor etwaigen rechtlichen Ansprüchen zu schützen, stellen Verträge des Konzerns mit Auktionshäusern die Nutzungsrechte der Bilder der Auktionshäuser sicher. Als Reaktion auf frühere Klagen unternimmt Artnet alle rechtlich und vertraglich notwendigen Schritte, um zukünftige Klagen zu vermeiden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Klagen angestrebt werden. Dies könnte Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Schutz der Kundendaten

Artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Es gibt derzeit weltweit neue rechtliche Initiativen, die die Vorschriften verschärfen könnten. Würde es Dritten gelingen, die von Artnet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, könnte Artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.

Sollte Artnet gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen, könnte dies Ermittlungen, datenschutzrechtliche Verfügungen und Schadenersatzforderungen von Kunden auslösen und strafrechtliche oder regulatorische Verfahren gegen Artnet zur Folge haben. Neben direkten finanziellen Belastungen durch mögliche Klagen und Schadenersatzforderungen könnte auch die Reputation des Konzerns leiden. Dadurch könnte Artnet Bestandskunden und registrierte Nutzer verlieren. Gleichzeitig könnte die Akquisition neuer Kunden und Nutzer erschwert werden.

Um sich rechtlich bestmöglich zu schützen, arbeitet Artnet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, mit denen Artnet fortlaufend auf Veränderungen beim Datenschutz reagiert. Artnet verfügt sowohl über eine EU-US Privacy-Shield-Zertifizierung also auch über eine Swiss-US Privacy-Zertifizierung, die den personenbezogenen Datentransfer aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union bzw. der Schweiz in die USA regelt. Des Weiteren hat Artnet die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) umgesetzt, die am 25. Mai 2018 in Kraft trat.

Steuerliche Risiken

Durch die internationale Aufstellung operiert Artnet in vielen Steuerjurisdiktionen (insbesondere USA, Großbritannien und Deutschland), die jeweils unterschiedliche Anforderungen stellen. Ein Verstoß gegen diese Steuergesetze (sowohl Ertrags- als auch Verkehrssteuern) könnte erhebliche negative Folgen für Artnet haben.

Darüber hinaus ist Artnet möglichen Risiken durch die Veränderung in der Steuergesetzgebung für E-Commerce ausgesetzt. So entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Jahr 2018 im Fall South Dakota v. Wayfair, dass amerikanische Bundesstaaten Umsatzsteuer auf Produkte oder Dienstleistungen erheben können, selbst wenn der Verkäufer – etwa im Fall einer Bestellung über das Internet – keine physische Präsenz in dem entsprechenden Bundesstaat hat. Diese Regulierung entwickelt sich kontinuierlich weiter, da sich weitere Bundesstaaten anschließen und neue Voraussetzungen für die Erhebung der Umsatzsteuer festgelegt werden.

Finanzielle Risiken

Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko

Artnet führt einen Teil seiner Geschäfte außerhalb der USA und unterliegt dadurch dem Risiko nachteiliger Wechselkursschwankungen insbesondere des Euros und des Pfund Sterling. Da Wechselkurse Schwankungen unterworfen sind,

können die Umsatzerlöse sowie die betrieblichen Aufwendungen in seltenen Fällen erheblich von den Erwartungen abweichen. Artnet sichert sich in der Regel nicht gegen solche Währungsrisiken ab, da die Konzerngesellschaften Zahlungen von Kunden in Euro und Pfund Sterling akzeptieren und ihre Lieferanten in Europa in diesen Währungen bezahlen. Der Konzern hält sein Wechselkursrisiko daher für begrenzt.

Fremdwährungsrisiken für den Artnet-Konzern ergeben sich zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der in Deutschland ansässigen Muttergesellschaft Artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren, sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Bankbeständen in Euro und Pfund Sterling.

Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Bewertung von konzerninternen langfristigen Darlehensforderungen, die als Bestandteil eines Nettoinvestments qualifiziert werden, werden erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten ausgewiesen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sieht der Vorstand des Konzerns weiterhin von einer Absicherung dieses Fremdwährungsrisikos ab.

Da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden im Markt für bildende Kunst verteilt, liegt im Konzern keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor. Dennoch könnte sich ein weltweiter Wirtschaftsabschwung, etwa als Folge der globalen Coronakrise, negativ auf die Kaufkraft und selbst die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder zu Forderungsausfällen führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart und auf eine sorgfältige Eintreibung der Forderungen achtet.

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass Artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. Artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditätsbestand und dem operativen Cashflow und verfügt über keine Kreditlinien. Der Liquiditätsbestand ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 im Vorjahresvergleich auf USD-Basis um 44% auf 539 TUSD und auf Euro-Basis um 42 % auf 480 TEUR gesunken.

Zinsänderungsrisiken sind als unbedeutend anzusehen, da der Konzern verzinsliche Schulden nahezu ausschließlich in Form von Leasingverhältnissen aufweist, die jeweils eine fixe Verzinsung haben.

Sonstige Risiken

Mitarbeiter in Schlüsselpositionen

Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und motivierte Manager in der Kunstwelt ist sehr wettbewerbsintensiv. Angesichts der relativ geringen Größe von Artnet könnte sich der Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen zeitweilig auf das Tagesgeschäft auswirken. Da der Konzern über ein hochqualifiziertes mittleres Management verfügt, werden in einem solchen Fall nur geringfügige Unterbrechungen erwartet.

Die vorstehende Auflistung kann nicht alle Risiken aufführen, denen Artnet irgendwann ausgesetzt sein könnte. Risiken, die nicht erkannt sind oder über die nicht berichtet wurde, könnten zutage treten und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen. Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.

6.2 Chancenbericht

Der Online-Kunsthandel ist ein dynamischer Markt, in dem sich auch 30 Jahre nach der Gründung des Unternehmens neue Chancen für Artnet eröffnen. Die kurzen Entscheidungswege erlauben es dem Konzern, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung des Risikopotenzials zu reagieren. Chancen können sich aus Änderungen des internen oder des externen Umfelds ergeben.

Kunst als Anlageklasse

Eine weltweit wachsende Zahl von vermögenden Privatkunden vergrößert die Kundenbasis des Konzerns. Kunst wird von diesen Personen als Luxusobjekt, aber auch als Anlageklasse oder Sammlerobjekt für die Geldanlage

wahrgenommen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten Kunstmarkt und Zahl der potenziellen Kunden des Unternehmens weiter wachsen. Außerdem löst sich die technologieaffine Generation der Millennials von der traditionellen Art und Weise, Informationen aufzunehmen und zu konsumieren. Mit wachsendem Wohlstand tendiert diese Generation dazu, Kunst zu kaufen und dafür Online-Tools zu verwenden.

Reine Online-Auktionen

Internethandel ist auch im Luxussegment ein Wachstumsmarkt. Dazu gehört der Kunstmarkt, in dem Marktteilnehmer reine Online-Auktionen als schnelles und kostengünstiges Mittel zum Kauf und Verkauf hochpreisiger bildender Kunst angenommen haben. Artnet Auctions erzielt beständig hohe Preise, was anhaltende Geschäftschancen in diesem dynamischen Segment nahelegt. Viele klassische Auktionen wurden im Zuge der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Dies könnte mehr Verkäufer als auch Käufer zu Artnet Auctions führen, da Online-Auktionen weiterhin durchgeführt werden können.

Transaktionsgeschwindigkeit und Liquidität

Das reine Online-Geschäftsmodell, das Artnet Auctions bietet, befreit Käufer und Verkäufer von Kunst von den Beschränkungen der traditionellen Auktionssaisons im Frühjahr oder Herbst. Das gibt Artnet die Möglichkeit, Kunstwerke in kurzer Zeit auf den Markt zu bringen und so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Kunst wird so als Anlageklasse liquider und handelbarer als je zuvor. Die Zugangsbarrieren fallen und das Vertrauen in die Anlage wächst. Artnet Auctions kann trotz der Coronakrise Online-Auktionen durchzuführen. Galerien können im Artnet Galerie-Netzwerk ihre Künstler und Werke online präsentieren. Artnet bietet Kunstmarktteilnehmern somit essentielle Alternativen, ihr Geschäft auch während der Coronakrise aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen könnte auf diese Weise neue Kunden gewinnen und von den Vorteilen des Kunsthandels im Internet überzeugen.

Konjunkturentwicklung

Die Entwicklung des internationalen Kunstmarktes ist eng mit der Konjunktur der Industriestaaten verknüpft. Wirtschaftswachstum in den Industrieländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten, dem größten Kunstmarkt der Welt und Kernmarkt von Artnet, könnte sich positiv auf das Geschäft des Unternehmens auswirken.

Chancen in China

Artnet sieht Chancen in China. Die wachsende Präsenz des Unternehmens auf der Social-Media-Plattform WeChat führte bereits zu neuen Anmeldungen bei Artnet Auctions, deren Zahl noch weiter steigen könnte. Angesichts einer wachsenden chinesischen Mittelschicht und einer zunehmenden Anzahl vermögender Privatkunden wächst das Interesse an europäischer und amerikanischer Kunst im chinesischen Markt, wovon Artnet strategisch profitieren könnte.

Synergien innerhalb des Konzerns

Die verschiedenen Artnet-Segmente bieten neue Chancen für Synergien innerhalb des Konzerns. Journalisten von Artnet News haben Porträts über Mitglieder des Galerie-Netzwerks verfasst oder zusammen mit Kunsthistorikern der Price Database umfassende Studien über aktuelle Trends auf dem Kunstmarkt erstellt. Die von Artnet-News-Redakteuren und Price-Database-Analysten verfassten Intelligence Reports sind ein Beispiel für die einzigartige Rolle, die Artnet im Kunstmarkt mit der Produktion qualitativ hochwertiger Inhalte und einflussreicher Analysen spielt.

Es gibt weitere Möglichkeiten, das breite Produktportfolio von Artnet für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen und hervorzuheben sowie zusätzliche Ertragsströme auszuloten.

Chance für die Marke

Der segmentübergreifende Fokus auf hohe Qualität stärkt die Marke von Artnet. Dies könnte zu wachsenden Einnahmen aus Abonnements, Mitgliedschaften, Auktionsprovisionen oder Werbung führen. Eine starke Marke macht Artnet auch wettbewerbsfähiger bei der Suche und Bindung von Mitarbeitern und Kunden.

Artnet spielt eine Führungsrolle im Online-Kunstmarkt und steht seit fast drei Jahrzehnten für Qualität, Zuverlässigkeit und Wandel. Der Konzern ist daher ein attraktiver Partner für Marken und Institutionen innerhalb und außerhalb der Kunstbranche, was den Bekanntheitsgrad der Marke und die Kundenbasis des Unternehmens weiter erhöht. Luxusmarken führen beispielsweise Werbekampagnen auf der Website und in den Newslettern von Artnet durch.

Die Coronakrise macht vielen Marktteilnehmern die Vorteile der Artnet-Produkte deutlich und könnte zu einer wachsenden Zahl neuer Kunden führen.

Werbung auf den Artnet-Webseiten und sozialen Medien

Artnet News hat sich als führende Online-Plattform für Nachrichten im Kunstmarkt etabliert. Mit einem Schwerpunkt auf Qualitätsjournalismus und selbstrecherchierten Berichten ist News zu einer gefragten Werbeplattform für Luxusmarken und kunstbezogene Unternehmen geworden. Die Popularität der gut recherchierten Geschichten resultierte in insgesamt steigenden Besucherzahlen und gewachsenen Werbeeinnahmen. Auch die sozialen Medien von Artnet werden für Werbekampagnen genutzt. Dieser Trend wird anhalten, da Werbebudgets zunehmend für Online-Kanäle und soziale Medien reserviert werden und sich von traditionellen Print-Medien wegbewegen.

FALCON

Artnet verbessert mit dem Projekt FALCON seine Website und erneuert die Technologieinfrastruktur. FALCON ist die bedeutendste Initiative seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1989. Das Ziel ist die vollständige Automatisierung des Produktions- bzw. Entwicklungsprozesses – was zu sinkenden Wartungskosten für bestehende Produkte und höherer Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams führen wird. FALCON wird sicherstellen, dass Artnet das richtige Technologiefundament besitzt, um angesichts des sich rasch wandelnden geschäftlichen Umfelds im Wettbewerb zu bestehen und zu wachsen. Es wird Artnet schneller, flexibler und effizienter machen. Die Betriebskosten werden niedriger sein, die Produktivität wird steigen und schneller entwickelte Produkte werden rascher auf den Markt kommen.

Artnet muss, wie viele andere ältere Technologieunternehmen auch, die firmeneigenen Softwaresysteme ersetzen. Mit FALCON geht Artnet aber auch zu einem modernen Herstellungsprozess über und wird damit zu einer Art Software-Fabrik. FALCON wird es Artnet erlauben, die Komponenten seiner Website auf ähnliche Art und Weise herzustellen, wie Autos in einer hochmodernen Fabrik gebaut werden. Verstärkte Einheitlichkeit und Konsistenz wird die Kosten für Schulung und Wartung senken. Wiederverwendbare Komponenten des Software-Codes verringern das Risiko von Konstruktionsfehlern und gewährleisten so Qualität. Die Straffung und Automatisierung der Produktentwicklung erhöht die Produktivität und verringert zudem die Personalkosten. Außerdem kann Artnet spezialisierte Software von externen Anbietern viel günstiger einkaufen als sie selbst zu entwickeln.

Der Erfolg des Unternehmens hängt in großem Maße von seiner Fähigkeit ab, den Kunden innovative Lösungen und verbesserte Produkte zur Verfügung zu stellen. Daher arbeitet das Unternehmen auch weiterhin daran, die Effektivität seiner Produktund Website-Entwicklungen stetig zu erhöhen. Sollte Artnet in diesem Bereich schnellere Fortschritte machen, könnten Produktverbesserungen zügiger umgesetzt werden. Dies könnte sich positiv auf Umsätze und die Ertragslage auswirken.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risikound Chancensituation des Konzerns

Insgesamt haben sich hinsichtlich der Risiko- und Chancensituation des Konzerns im Berichtsjahr 2019 wesentliche Veränderungen im Vergleich zu 2018 ergeben. Artnet hat sich in einem insgesamt schwierigen, im Wandel befindlichen Marktumfeld und intensiven Wettbewerb behauptet.

Die Coronavirus-Pandemie sorgte für eine Wirtschaftskrise und erhebliche Einschränkungen des Kunstmarktes, was auch negative Folgen für Artnet haben wird. Dennoch könnte die wichtige Rolle, die Internet und E-Commerce während des aktuellen Stillstands spielen, zu grundlegenden Veränderungen des Verbraucherverhaltens führen. Artnet könnte seine Stärken als Marktführer im Online-Kunstmarkt ausspielen. Der Online-Nachrichtendienst Artnet News spielt gerade in Krisenzeiten eine wichtige Rolle als Informationszentrum für die Kunstbranche. Artnet Auctions ermöglicht als einziger Anbieter reiner Online-Auktionen die Aufrechterhaltung des Kunsthandels, da herkömmliche Auktionen abgesagt wurden.

Nach einem Ende der Krise und einer wirtschaftlichen Erholung könnten sich angesichts eines wachsenden Interesses an Kunst, einer wachsenden Anzahl von vermögenden Privatkunden, wachsender Vermögen der Millennial-Generation und wachsender Akzeptanz von Online-Transaktionen zusätzliche Chancen ergeben. Das Projekt FALCON wird dazu beitragen, das Entwicklungstempo so stark wie nie zuvor zu beschleunigen, und somit Möglichkeiten für schnelleres Wachstum und geringere Kosten zu bieten.

7. Nachtragsbericht

Der Konzern hat im Mai 2020 ein Darlehen der U.S. Small Business Administration im Rahmen des Paycheck Protection

Program in Höhe von 1.667 TUSD erhalten. Das Darlehen muss bei Einhaltung bestimmter Bedingungen nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden.

Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bis zum 24. Juni 2020 wirkte sich die globale Ausbreitung des neuen Coronavirus und der darauf folgende Wirtschaftsabschwung wesentlich auf die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus, ohne dass sich bestandsgefährdende Tatsachen ergeben haben. Ergänzende Erläuterungen finden sich im Wirtschaftsbericht, im Risiko- und Chancenbericht, im Prognosebericht sowie im Konzernanhang.

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses konnten Prozessrisiken erfolgreich durch Beilegung eines Rechtsstreits minimiert werden. Aus der Beilegung der Rechtsstreits resultieren im Geschäftsjahr 2020 Erträge aus des Auflösung von Rückstellungen von rund 200 TEUR. Mit Streitbeilegung ist es Artnet möglich die Fokussierung auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftssegment weiter voranzutreiben.

8. Prognosebericht

Der folgende Bericht gibt die Prognosen des Managements hinsichtlich der künftigen Entwicklung der einzelnen Artnet-Segmente sowie des Geschäftsverlaufes insgesamt wieder. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann aufgrund der im Risiko- und Chancenbericht beschriebenen möglichen Entwicklungen negativ oder positiv von diesen Prognosen abweichen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet angesichts der globalen Ausbreitung des Coronavirus und der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen für 2020 einen Rückgang des Weltwirtschaftswachstums um 3 %. Fabriken und Geschäfte wurden angesichts gesundheitlicher Gefahren geschlossen. Das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen in das wirtschaftliche Wachstum schwindet, die Arbeitslosigkeit steigt und die Kurse an den Aktienmärkten waren angesichts des drohenden Abschwungs zeitweilig unter starken Schwankungen eingebrochen.

Ausgangsperren und Kontaktbeschränkungen haben auch den Kunstmarkt weltweit erheblich eingeschränkt. Große Kunstmessen und Auktionen wurden wegen der Gefahr für die öffentliche Gesundheit abgesagt.

Artnet dürfte zwar auch 2020 seine führende Position in einem wettbewerbsintensiven Markt behaupten. Insgesamt rechnet das Management angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds aber mit einem Umsatzrückgang.

Die bestehenden Wettbewerbsvorteile bei Daten, Kunden und Internet-Traffic werden Artnet weiter stützen. Das Datenangebot der Price Database ist auch in Krisenzeiten zur Bewertung von Kunstwerken gefragt. Die Provisionsumsätze von Artnet Auctions könnten steigen, da die Bedeutung von Online-Auktionen im Kunstmarkt als Alternative zu den abgesagten herkömmlichen Versteigerungen zunimmt. Der Wirtschaftsabschwung dürfte jedoch zu insgesamt rückläufigen Werbeeinnahmen und fallenden Umsätzen im Galerie-Netzwerk führen.

Artnet erneuert die IT-Infrastruktur mit dem Projekt FALCON. Ziel des Projekts ist die vollständige Automatisierung des Produktionsprozesses, was die Kosten für die Wartung bestehender Produkte senken und die Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams verbessern wird. Besucher der Website werden im Jahr 2020 Veränderungen und Verbesserungen sehen.

Der Provisionsumsatz von Artnet Auctions ging 2019 nach der stabilen Entwicklung des Vorjahres angesichts einer allgemeinen Schwäche des Kunstmarktes leicht zurück. Auctions ist aber weiterhin eine der wichtigsten Umsatzquellen von Artnet und steuerte fast ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Der Kunstmarkt hat – nach anfänglichem Zögern – reine Online-Auktionen als einen schnellen und kostengünstigen Weg zum Kauf und Verkauf bildender Kunst angenommen. In der Krise könnte diese Akzeptanz weiter zunehmen, weil Online-Auktionen zu einer wichtigen Lösung für den Markt werden dürften. Spitzenlose bei Artnet Auctions werden regelmäßig für sechsstellige Dollar-Beträge versteigert. Auctions wird eine noch bedeutendere Rolle in der Kunstwelt spielen, wenn sich die Versteigerung höherpreisiger Kunstwerke über das Internet stärker als bisher durchsetzt. Vor diesem Hintergrund hat Artnet Auctions den strategischen Schwerpunkt auf qualitativ hochwertige Kunstwerke zu attraktiven Preisen gelegt, um den durchschnittlichen Lospreis, die Verkaufsrate und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Für das Jahr 2020 antizipiert das Management im Zuge der Krise trotz der durchgängig angebotenen Online-Auktionen im Vorjahresvergleich einen leicht steigenden Umsatz.

Artnet News hat sich als führende Online-Plattform für Nachrichten und Kommentare über den Kunstmarkt etabliert. Die redaktionelle Strategie, die Qualität und selbstrecherchierte Berichte in den Vordergrund stellt, führte zu steigenden Besucherzahlen und Werbeeinnahmen. Neue Produkte wie die zweimal jährlich erscheinenden Intelligence Reports nutzen die Stärke der Daten und der analytischen Ressourcen von Artnet. Der Erfolg von Artnet News und der hohe Wiedererkennungswert der Marke wirkt sich positiv auf alle anderen Produkte von Artnet aus. Das Management rechnet mit einem Anhalten dieses positiven Trends, prognostiziert für das Jahr 2020 aber dennoch einen deutlichen Umsatzrückgang bei Artnet News, da die Werbebudgets der Anzeigenkunden angesichts der Wirtschaftskrise schrumpfen dürften.

Der Umsatz der Price Database blieb 2019 konstant, nachdem der Geschäftsbereich im Vorjahr den höchsten Abonnentenzuwachs seit 2015 verbucht hatte. Das Management rechnet für 2020 mit einem unveränderten Umsatz für die Price Database. Auch wenn weniger Auktionen stattfinden, sind die Daten der Price Database für die Bewertung von Kunstwerken unerlässlich.

Der Umsatz des Galerie-Netzwerks gab im Jahr 2019 in einem schwierigen Markt aufgrund fallender Mitgliederzahlen nach. Im Jahr 2018 hatte das Segment eine geschäftliche Wende vollzogen. Kleine und mittelgroße Galerien, eine wichtige Kundenbasis für Artnet, kämpfen mit anhaltend hohen Betriebskosten. Die geschäftlichen Schwierigkeiten der Galerien werden durch die Krise und die erzwungenen Geschäftsschließungen verschärft. Andererseits bietet die Mitgliedschaft im Artnet Galerie-Netzwerk zusätzliche Chancen, Künstler und Kunstwerke der Galerie im Internet zu präsentieren. Das Management rechnet für 2020 aber zunächst mit weiter nachlassenden Mitgliederzahlen und einem moderaten Umsatzrückgang für das Segment Galerien.

Aufgrund der Erwartungen für die einzelnen Segmente prognostiziert das Management für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang auf eine Bandbreite von 20,0 Mio. USD bis 21,0 Mio. USD (18,2 Mio. EUR bis 19,1 Mio. EUR bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,10 EUR/USD). Für das operative Ergebnis rechnet das Management mit einem Rückgang auf -0,5 Mio. USD bis -1,0 Mio. USD (-0,5 Mio. EUR bis -0,9 Mio. EUR). Wegen der weiterhin undurchsichtigen wirtschaftlichen Entwicklung und der auch regional stark unterschiedlich wirkenden Corona-Pandemie, hält das Management zu diesem Zeitpunkt diese konservative Prognose für angemessen, hält jedoch auch eine deutlich positivere Unternehmensentwicklung für möglich. Diese Möglichkeit wurde durch deutlich besser als erwartete Ergebnisse im zweiten Quartal 2020 bestätigt, indem Artnet Auctions im Mai den bislang höchsten Umsatz seit Gründung des Segments verzeichnen konnte, das Interesse an Mitgliedschaften im Galerie-Netzwerk stieg und Artnet starkes Wachstum bei den Besucherzahlen verzeichnen konnte.

Der Zahlungsmittelbestand dürfte sich infolge der in 2020 erfolgten Darlehensgewährungen trotz der Beilegung des Rechtsstreit deutlich gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2019 erhöhen.

Berlin, den 24. Juni 2020

Jacob Pabst Vorstand, Artnet AG

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019

AG Konzern-Bilanz

zum 31. Dezember 2019

Anhang Nr. 31.12.2019
USD
31.12.2018
USD
31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
Aktiva
Kurzfristige Vermögenswerte
Liquide Mittel 3 539.319 956.669 480.371 835.076
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4 2.506.307 2.182.844 2.232.368 1.905.405
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 5 970.604 634.251 864.517 553.638
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 4.016.230 3.773.764 3.577.256 3.294.119
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 6 3.887.758 427.300 3.462.826 372.990
Immaterielle Vermögenswerte 7 3.514.797 2.552.196 3.130.630 2.227.812
Sonstige langfristige Vermögenswerte 5 423.116 529.281 376.869 462.010
Aktive latente Steuern 8 1.417.544 1.417.544 1.262.606 1.237.374
Langfristige Vermögenswerte gesamt 9.243.215 4.926.321 8.232.931 4.300.186
Vermögenswerte gesamt 13.259.445 8.700.085 11.810.187 7.594.305
Passiva
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9 1.034.505 481.654 921.434 420.436
Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten 10 1.454.317 1.425.334 1.295.360 1.244.174
Rückstellungen 11 1.117.054 1.082.673 994.960 945.065
Leasingverbindlichkeiten 12 1.180.467 46.352 1.051.442 40.461
Vertragsverbindlichkeiten 14 2.150.531 2.021.175 1.915.478 1.764.284
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 6.936.874 5.057.188 6.178.674 4.414.420
Langfristige Verbindlichkeiten
Abgrenzung Mietincentive 13 192.772 168.271
Leasingverbindlichkeiten 12 2.536.257 79.115 2.259.044 69.059
Darlehensverbindlichkeiten 13 200.000 178.140
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 2.736.257 271.887 2.437.184 237.330
Verbindlichkeiten gesamt 9.673.131 5.329.075 8.615.858 4.651.750
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 15 5.941.512 5.941.512 5.631.067 5.631.067
Eigene Aktien 15 -269.241 -269.241 -264.425 -264.425
Kapitalrücklage 52.423.972 52.423.972 51.015.723 51.015.723
Verlustvortrag -55.144.569 -56.569.321 -53.736.321 -54.948.860
Konzernjahresergebnis -719 1.231.980 -641 1.044.268
Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung 15 635.359 612.108 548.926 464.782
Eigenkapital gesamt 3.586.314 3.371.010 3.194.329 2.942.555
Verbindlichkeiten und Eigenkapital gesamt 13.259.445 8.700.085 11.810.187 7.594.305

AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Anhang Nr. 2019
USD
2018
USD
2019
EUR
2018
EUR
Umsatzerlöse
Galerie-Netzwerk 4.998.033 5.376.475 4.464.559 4.557.285
Price Database 7.633.065 7.664.201 6.818.337 6.496.441
Advertising 5.377.404 4.499.255 4.803.438 3.813.723
Auctions 3.869.127 4.075.399 3.456.149 3.454.448
Umsatzerlöse gesamt 24 21.877.629 21.615.330 19.542.483 18.321.897
Umsatzkosten 7.793.995 8.353.714 6.962.090 7.080.896
Bruttoergebnis 14.083.634 13.261.616 12.580.393 11.241.001
Betriebliche Aufwendungen
Vertrieb und Marketing 7.084.317 5.702.188 6.328.160 4.833.371
Allgemeine Verwaltungskosten 4.880.895 4.646.858 4.359.924 3.938.836
Produktentwicklung 1.921.371 2.008.003 1.716.290 1.702.052
Betriebliche Aufwendungen gesamt 13.886.583 12.357.049 12.404.374 10.474.259
Betriebsergebnis 197.051 904.567 176.019 766.742
Zinsaufwand 22 121.703 1.406 108.713 1.192
Sonstige Erträge/Aufwendungen 22 -70.731 -84.285 -63.181 -71.443
Ergebnis vor Steuern 4.617 818.876 4.125 694.107
Laufende Ertragsteuern 8 -5.336 196.982 -4.766 166.969
Latente Steuern 8 216.122 183.192
Ertragsteuern -5.336 413.104 -4.766 350.161
Konzernergebnis -719 1.231.980 -641 1.044.268
Übriges Ergebnis
Reklassifizierbare Gewinne/Verluste:
Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung
23.251 104.427 84.144 202.650
Gesamtergebnis der Periode 22.532 1.336.407 83.503 1.246.918
Ergebnis je Aktie
Unverwässert 21 0,00 0,22 0,00 0,19
Verwässert 21 0,00 0,22 0,00 0,19

AG Konzern-Eigenkapitalentwicklung (USD)

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Ausgegebene Aktien Betrag Eigene Aktien Kapitalrücklage Verlustvortrag Fremdwährungs
umrechnung
Summe
Stand 31.12.2017 5.631.067 5.941.512 -269.241 52.423.972 -56.569.321 507.681 2.034.603
Gesamtergebnis der Periode 1.231.980 104.427 1.336.407
Stand 31.12.2018 5.631.067 5.941.512 -269.241 52.423.972 -55.337.341 612.108 3.371.010
Gesamtergebnis der Periode -719 23.251 22.532
Erstanwendung IFRS 16 192.772 192.772
Stand 31.12.2019 5.631.067 5.941.512 -269.241 52.423.972 -55.145.288 635.359 3.586.314

Gezeichnetes Kapital

AG Konzern-Eigenkapitalentwicklung (EUR)

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Gezeichnetes Kapital
Ausgegebene Aktien Betrag Eigene Aktien Kapitalrücklage Verlustvortrag Fremdwährungs
umrechnung
Summe
Stand 31.12.2017 5.631.067 5.631.067 -264.425 51.015.723 -54.948.860 262.132 1.695.637
Gesamtergebnis der Periode 1.044.268 202.650 1.246.918
Stand 31.12.2018 5.631.067 5.631.067 -264.425 51.015.723 -53.904.592 464.782 2.942.555
Gesamtergebnis der Periode -641 84.144 83.503
Erstanwendung IFRS 16 168.271 168.271
Stand 31.12.2019 5.631.067 5.631.067 -264.425 51.015.723 -53.736.962 548.926 3.194.329

AG Konzern-Kapitalflussrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

Anhang Nr. 2019
USD
2018
USD angepasst
2019
EUR
2018
EUR angepasst
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis -719 1.231.980 -641 1.044.268
Überleitung des Konzernergebnisses zum Mittelzufluss/-abfluss
aus laufender Geschäftstätigkeit:
Abschreibungen 6,7,22 1.501.445 582.147 1.341.186 493.448
Wertberichtigung auf/Ausbuchungen von Forderungen 4 561.678 405.301 500.287 343.547
Latente Steueraufwendungen/-erträge 8 -216.122 -25.232 -183.192
Sonstige nicht zahlungswirksame Transaktionen 35.537 218.270 50.928 228.469
Veränderungen bei betrieblichen Aktiva und Passiva
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4 -885.141 -1.129.952 -827.250 -957.785
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 5 -336.353 -108.841 -310.879 -92.257
Sonstige langfristige Vermögenswerte 5 106.165 -90.953 85.141 -77.095
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9 552.852 55.307 500.998 46.881
Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten 10 28.983 111.363 51.186 94.395
Vertragsverbindlichkeiten 14 129.356 195.074 151.194 165.351
Zinsaufwand 121.703 1.406 108.713 1.192
Anpassungen gesamt 1.816.225 22.999 1.626.272 62.954
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.815.506 1.254.979 1.625.631 1.107.222
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen 6,12 -42.031 -141.181 -37.062 -123.237
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 7,12 -1.323.378 -1.438.991 -1.225.087 -1.256.095
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -1.365.408 -1.580.173 -1.262.148 -1.379.332
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Tilgung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 12 -968.999 -26.418 -871.759 -22.393
Einzahlung aus Darlehen 13 200.000 178.140
Zinszahlungen 22 -121.703 -1.406 -108.713 -1.192
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -890.702 -27.824 -802.332 -23.585
Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel 23.251 -17.828 84.144 24.421
Veränderung der liquiden Mittel -417.353 -370.845 -354.705 -271.274
Liquide Mittel — zu Beginn der Periode 3 956.670 1.327.514 835.076 1.106.350
Liquide Mittel — am Ende der Periode 3 539.318 956.670 480.371 835.076
Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhaltene Zahlungen
Ertragsteuereinzahlungen/-auszahlungen 8 -8.188 -8.995 -7.314 -7.624
Zinsauszahlungen 22 -121.703 -1.406 -108.713 -1.192
Zinseinzahlungen 22
1. Unternehmensinformationen und Grundlagen der Berichterstattung44
2. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze44
3. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung47
4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen48
5. Sonstige Vermögenswerte 49
6. Sachanlagen49
7. Immaterielle Vermögenswerte50
8. Ertragsteuern und latente Steuern52
9. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 53
10. Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten53
11. Rückstellungen54
12. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing54
13. Abgrenzung Mietincentive54
14. Umsatzabgrenzung und Umsatzrealisierung 54
15. Eigenkapital 55
16. Kapitalmanagement56
17. Finanzinstrumente und Risiken aus Finanzinstrumenten 56
18. Anteilsbasierte Vergütungen59
19. Personalaufwendungen 60
20. Beitragsorientierte Altersvorsorgepläne 60
21. Ergebnis je Aktie 60
22. Sonstige Angaben zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung 61
23. Segmentberichterstattung 61
24. Aufteilung nach geografischen Regionen62
25. Honorar des Abschlussprüfers 63
26. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen63
27. Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung64
28. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag64
29. Mitteilungen nach WpHG 65

1. Unternehmensinformationen und Grundlagen der Berichterstattung

Die Artnet AG ("Artnet AG" oder "die Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz in Berlin, Deutschland. Der eingetragene Sitz der Artnet AG ist Oranienstraße 164, 10969 Berlin, Deutschland. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 980060 B im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg eingetragen.

Die Artnet AG hält 100 % der Geschäftsanteile an der Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp."), die ihren Geschäftssitz in New York, NY, USA, hat und ihrerseits 100 % der Geschäftsanteile an der Artnet UK Ltd. mit Sitz in London hält. Die ehemalige Tochtergesellschaft Jay Art GmbH wurde liquidiert und per 14.05.2020 aus dem Handelsregister gelöscht. Die Artnet AG, die Artnet Corp. und die Artnet UK Ltd. werden gemeinsam als "Konzern", "Artnet-Konzern" oder "Artnet" bezeichnet.

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit stellt der Konzern Kunstsammlern, Galerien, Verlagen, Auktionshäusern und Kunstliebhabern eine Website zur Verfügung, auf der Nutzer Künstler und Kunstpreise recherchieren und Kunstwerke finden können, die von Galerien auf der ganzen Welt aktuell angeboten werden, sowie Kunstwerke über Artnet Auctions, einer Online-Transaktionsplattform, kaufen und verkaufen können. Mit Artnet News unterhält der Konzern einen eigenen 24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst, der über Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts berichtet.

Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 für die Mutter- und Tochtergesellschaften wurde unter Anwendung von § 315e HGB in Einklang mit den Richtlinien der International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, die in der EU verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzernabschluss der Artnet AG wurde am 24. Juni 2020 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

2. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze

Grundlagen der Rechnungslegung und Berichtswährung Die im Konzernabschluss und im Anhang zum Konzernabschluss enthaltenen Beträge werden, falls nicht anderweitig ausgewiesen, gemäß deutschem Recht in Euro (EUR) angegeben.

Die Berichtswährung ist Euro. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen werden, soweit nichts anderes angegeben, auf den nächsten Tausender (TEUR) gerundet. Durch die Angabe in TEUR können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Die Hauptgeschäftstätigkeit von Artnet erfolgt im US-Dollar-Währungsraum. Zur besseren Vergleichbarkeit, insbesondere für unsere US-amerikanischen Investoren, werden die Konzernbilanz, Konzern- Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung auch in US-Dollar (USD) dargestellt.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten.

Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2019. Die wesentlichen angewandten Bilanzierungsgrundsätze sind nachfolgend aufgeführt.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da Artnet davon ausgeht, die im Folgejahr 2020 fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Der Konzern geht davon aus, dass die Coronakrise keine bestandsgefährdenden Risiken für Artnet begründet.

Konsolidierungskreis und konsolidierte Unternehmen

In den Konzernabschluss sind die rechtliche Muttergesellschaft Artnet AG und ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Corp. sowie deren Tochtergesellschaften einbezogen. Eine zur Einbeziehung in den Konzernabschluss führende Beherrschung über ein Unternehmen liegt vor, wenn Artnet variablen Rückflüssen aus dem Engagement mit diesem Unternehmen ausgesetzt ist oder Anrechte auf diese

besitzt und die Fähigkeit hat, diese Rückflüsse mittels der Entscheidungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Artnet AG besitzt Entscheidungsgewalt über ein Unternehmen, wenn sie über Rechte verfügt, die ihr direkt oder über Dritte die gegenwärtige Möglichkeit zur Steuerung der relevanten Aktivitäten des Unternehmens verleihen. Bei den relevanten Aktivitäten handelt es sich um diejenigen, welche je nach Art und Zweck des Unternehmens dessen Rückflüsse wesentlich beeinflussen. Als variable Rückflüsse gelten sämtliche Rückflüsse, die in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens variieren können. Demzufolge können Rückflüsse aus dem Engagement mit einem anderen Unternehmen sowohl positiv als auch negativ sein. Variable Rückflüsse beinhalten Dividenden, feste und variable Zinsen, Vergütungen und Gebühren, Wertschwankungen des Investments sowie sonstige wirtschaftliche Vorteile.

Die am 23. Februar 1999 erfolgte Einbringung der Anteile an der Artnet Corp. behandelte die Artnet AG im Konzernabschluss in Übereinstimmung mit IFRS 3.B1 ff. als umgekehrten Unternehmenserwerb durch die Artnet Corp. (Reverse Acquisition). Die Erstkonsolidierung wurde daher so durchgeführt, dass die Artnet AG als rechtlicher Erwerber auf die Tochtergesellschaft Artnet Corp. konsolidiert wurde, da diese als wirtschaftlicher Erwerber anzusehen war.

Am 1. November 2007 gründete die Artnet Corp. die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet UK Ltd., die den Vertrieb und die Kundenbetreuung für die Artnet Corp. in Großbritannien sicherstellt.

Im Rahmen der Konsolidierung wurden alle wesentlichen konzerninternen Geschäftsvorfälle, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen vollständig eliminiert. Die Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Vermögensübertragungen wurden ebenfalls eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei den Tochtergesellschaften basieren auf einheitlichen konzernweiten Standards.

Berichtsperiode

Der vorliegende Konzernabschluss wurde für die Berichtsperiode vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 erstellt. Das Geschäftsjahr aller Konzerngesellschaften entspricht dem

Kalenderjahr.

Bilanzierungsgrundsätze mit allgemeiner Bedeutung für Artnet

Die für die Bilanzierungsgrundsätze relevanten Erläuterungen werden in den entsprechenden Anhangangaben zu den jeweiligen Abschlussposten angegeben. Im folgenden Berichtsabschnitt werden nur die Bilanzierungsgrundsätze dargestellt, die allgemeine Bedeutung für mehrere Bilanzposten haben.

Wertminderung

Der Konzern prüft die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte auf Wertminderung, sobald bestimmte Ereignisse oder ein verändertes Umfeld darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes möglicherweise nicht erzielbar ist. Darüber hinaus unterliegen immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie solche, die noch nicht in einem betriebsbereiten Zustand sind, einem jährlichen Werthaltigkeitstest. Die Werthaltigkeit von Vermögenswerten wird durch Vergleich des Buchwertes des Vermögenswertes mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag ist dabei der höhere Betrag aus dem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten. Werden mit einem Vermögenswert keine Zahlungsmittel generiert, die von anderen Vermögenswerten unabhängig sind, wird der Werthaltigkeitstest nicht auf der Ebene des einzelnen Vermögenswertes durchgeführt, sondern auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Vermögenswert angehört.

Unterschreitet der geschätzte erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert, wird der Buchwert des Vermögenswertes auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Nutzungswert eines Vermögenswertes wird entweder unabhängig oder auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit durch Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsströme des Vermögenswertes erfasst. Alternativ wird der Nutzungswert auch auf Basis erwarteter niedrigerer Mittelabflüsse ermittelt, die wiederum diskontiert werden.

Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Gründe für den Wertminderungsaufwand nicht mehr vorliegen, wird der Konzern prüfen,

ob die Wertminderung ganz oder teilweise aufzulösen ist, wobei eine Zuschreibung bis maximal zum ursprünglichen Buchwert zulässig ist. In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 sind keine Wertminderungen oder Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte oder Sachanlagen erfasst worden.

Fremdwährungsumrechnung und

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung

Die Hauptgeschäftstätigkeit des Artnet-Konzerns erfolgt im US-Dollar-Währungsraum. Der US-Dollar ist die funktionale Währung der operativen Konzerngesellschaft Artnet Corp. Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als US-Dollar erfolgen, werden mit dem am Tag der Transaktion gültigen Wechselkurs umgerechnet. An jedem Bilanzstichtag werden die monetären Posten in Fremdwährungen mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden erfolgswirksam als sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen ausgewiesen.

Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt mit dem Jahresdurchschnittskurs. Die sich daraus ergebenden kumulierten Umrechnungsdifferenzen werden innerhalb des Konzern-Eigenkapitals als separater Posten erfasst.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen des IAS 21.15 werden konzerninterne Darlehensforderungen als Teil eines Nettoinvestments (Net Investments) qualifiziert. Entsprechend wird die aus den Wechselkursänderungen resultierende Umrechnungsdifferenz aus dem auf Euro lautenden Darlehensbetrag zum jeweiligen Abschlussstichtag (inklusive der Zwischenabschlüsse) erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichsposten im Eigenkapital ausgewiesen. Der im Fremdwährungsausgleichsposten erfasste Betrag wird erst dann erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlust-Rechnung umgegliedert, wenn und soweit die Beteiligungsquote vollständig oder teilweise verringert wird.

Für die Währungsumrechnung des Artnet-Konzerns sind die Wechselkursrelationen des US-Dollars (USD) zum Euro (EUR) und zum Pfund Sterling (GBP) wesentlich. Der Umrechnung lagen in den angegebenen Jahren jeweils die folgenden Wechselkurse zugrunde:

USD in GBP
0,8907 0,8729 0,7537 0,7837
0,8933 0,8476 0,7837 0,7502
USD in EUR 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018

Für das Geschäftsjahr relevante neue und geänderte Standards und Interpretationen Die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die im Geschäftsjahr 2019 erstmals verpflichtend anzuwenden waren, hatten mit Ausnahme von IFRS 16 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss:

Neuerungen und Änderungen in der Rechnungslegung

Neue Standards Inkrafttreten Datum des EU
Endorsements
IFRS 16:
Leasing 01.01.2019 31.10.2017
IFRIC 23:
Unsicherheiten bezüglich der
ertragsteuerlichen Behandlung 01.01.2019 23.10.2018
Änderungen von Standards
Änderung IFRS 9:
Vorfälligkeitsentschädigung mit
negativer Ausgleichsleistung
01.01.2019 22.03.2018
Änderung an IAS 28:
Langfristige Beteiligungen an
assoziierten Unternehmen und Joint
Ventures
Änderung an IAS 19:
Leistungen an Arbeitnehmer:
Planänderung, -kürzung oder
01.01.2019 08.02.2019
-abgeltung 01.01.2019 01.01.2019
Jährlicher Verbesserungsprozess
(Zyklus 2015–2017)
01.01.2019 14.03.2019

IFRS 16 "Leasing"

Der bisherige Standard zu Leasingverhältnissen IAS 17 und die dazugehörigen Interpretationen werden durch IFRS 16 "Leasing" ersetzt. Ziel des Standard IFRS 16 ist es, die Grundsätze festzulegen, die den Nutzern von Konzernabschlüssen nützliche Informationen über die Höhe, den Zeitpunkt und die Unsicherheit von Zahlungsströmen aus einem Leasingverhältnis geben. Artnet entschied sich, IFRS 16 ab dem 1. Januar 2019 durch die Erfassung einer Leasingverbindlichkeit und die Aktivierung eines korrespondierenden Nutzungsrechts nach der modifiziert retrospektiven Methode anzuwenden. Die Vergleichsinformationen werden folglich nicht angepasst. Der Konzern nimmt folgende Erleichterungen in Anspruch:

z Die bisherige Einstufung als Leasingverhältnis nach IAS

17 und IFRIC 4 wird unverändert fortgeführt.

  • z Bei der Bewertung des Nutzungsrechts bleiben die anfänglichen direkten Kosten unberücksichtigt.
  • z Bei kurzfristigen Leasingverhältnissen, deren Laufzeit weniger als 12 Monate beträgt, werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit erfasst.
  • z Bei Leasingverhältnissen über Vermögenswerte, deren Anschaffungskosten (Neuwert) weniger als 5.000 USD betragen, werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit erfasst.

Weitere Einzelheiten sind in Abschnitt 12 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten.

Die folgende Überleitung zum Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 beinhaltet ausschließlich das Leasingverhältnis für die Artnet Corp. und basiert auf den Finanzierungsleasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018.

TUSD TEUR
Operating Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 4.592 4.008
Mindestleasingzahlungen (Nominalwert) der
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum
31. Dezember 2018 129 113
Anwendungserleichterung von Leasingverhältnisse mit
kurzer Laufzeit -45 -39
Brutto-Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019 4.677 4.082
Abzinsung -298 -260
Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019 4.379 3.822
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
zum 31. Dezember 2018 -125 -109
Zusätzliche Leasingverbindlichkeit durch Erstanwendung
von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 4.254 3.713

Artnet hat ein Nutzungsrecht für das New Yorker Büro in Höhe der Leasingverbindlichkeit von 3.713 TEUR aktiviert. Darüber hinaus wurde die "Abgrenzung Mietincentive" mit einem Buchwert von 168 TEUR zum 1. Januar 2019 gegen den Verlustvortrag ausgebucht.

Im Zuge der Erstanwendung von IFRS 16 hat Artnet entschieden, die Zinszahlungen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auszuweisen, um relevantere Informationen zu vermitteln. Folglich wurden die im Vorjahr gezahlten Zinsen von 1.192 EUR (1.406 USD) rückwirkend umgegliedert. Weiteren wesentlichen Einfluss hat die Erstanwendung

von IFRS 16 nicht, insbesondere da die Abschreibungen der Nutzungsrechte im gleichen Posten wie vormals der Mietaufwand ausgewiesen wird.

Noch nicht angewendete neue oder geänderte

Standards und Interpretationen

Neue Standards bzw. Interpretationen Inkrafttreten (erwartetes)
Datum des EU
Endorsements
IFRS 17:
Versicherungsverträge 01.01.2021 offen
Änderungen von Standards
Änderung IFRS 3:
Definition eines Geschäftsbetriebs
01.01.2020 Q1 2020
Änderung IAS 1 und IAS 8:
Definition von Wesentlichkeit
01.01.2020 29.11.2019
Änderung Rahmenkonzept:
Aktualisierung der Verweise auf das
Rahmenkonzept
01.01.2020 29.11.2019
Änderung IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7:
IBOR-Reform
01.01.2020 15.01.2020
Änderung IAS 1:
Klassifizierung von Schulden als lang
oder kurzfristig
offen offen

Für die zukünftig anzuwendenden neuen und geänderten Standards wird von keiner oder nur geringer Relevanz für die Bilanzierung und Berichterstattung im Artnet-Konzern ausgegangen.

3. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus den Barmitteln und Bankguthaben zusammen. Der Buchwert der Barmittel und Bankguthaben entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Der Konzern sieht alle hochliquiden Anlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten ab dem Erwerbsdatum als Zahlungsmitteläquivalente an.

Die Kapitalflussrechnung des Artnet-Konzerns zeigt anhand zahlungswirksamer Vorgänge die Veränderung der flüssigen Mittel im Laufe der Berichtsperiode. Gemäß IAS 7 werden die Zahlungsströme getrennt nach Herkunft und Verwendung aus dem operativen Bereich sowie aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die Mittelzuflüsse und -abflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit werden, ausgehend vom Jahresüberschuss des Konzerns, indirekt abgeleitet. Die Zahlungsströme aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden demgegenüber direkt aus Ein- und Auszahlungen ermittelt.

Der Erwerb von Sachanlagen sowie immateriellen Vermögenswerten oder Nutzungsrechten durch Leasingverhältnisse wird aus der Kapitalflussrechnung eliminiert, da diese Investitionen nicht zahlungswirksam sind. Nachfolgende Tilgungs- und Zinszahlungen werden im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Aus der Entwicklung der einzelnen Cashflows ergibt sich nach Berücksichtigung der wechselkursbedingten Effekte die Veränderung des Finanzmittelfonds im Konzern. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen und kurzer Laufzeit, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter Berücksichtigung möglicher Preisnachlässe zu dem jeweils in Rechnung gestellten Betrag erfasst und sind unverzinslich. Sie umfassen Kreditkartengeschäfte, die bereits abgewickelt sind, für die aber noch keine Zahlung eingegangen ist. Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig. Der Gesamtbetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird abzüglich Wertberichtigungen auf überfällige Forderungen ausgewiesen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Bruttoforderungen 2.189 1.765
Bruttowert der
Vertragsvermögenswerte
760 595
Zwischensumme 2.949 2.360
Abzüglich Wertberichtigungen auf
Forderungen
-717 -455
Forderungen nach Wertberichtigungen 2.232 1.905

Wertberichtigungen wurden zum 31. Dezember 2019 und 2018 ausschließlich für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte erfasst. Dement-

sprechend wird im Folgenden nur der vereinfachte Ansatz für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt. Ein Zahlungsausfall im Sinne des IFRS 9 tritt ein, wenn eine Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist. Für sonstige finanzielle Vermögenswerte, insbesondere für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, war die Bildung von Wertberichtigungen nicht notwendig.

Das Kreditrisiko wird auf Portfolioebene gesteuert. Artnet versucht, das Kreditrisiko zu reduzieren, indem es im Zusammenhang mit der Erbringung von Dienstleistungen Vorauszahlungen anfordert und erhält. Bei bedeutenden Neukunden wird zunächst die Kreditwürdigkeit individuell geprüft, bevor Geschäftsbeziehungen eingegangen werden. Darüber hinaus soll der Forderungsausfall durch kontinuierlichen Kontakt zwischen der Kundendienstabteilung und dem Kunden minimiert werden.

In Bezug auf die Forderungen besteht keine Konzentration des Kreditrisikos, da der Konzern über eine diversifizierte und weltweite Kundenbasis verfügt. Der Forderungsbestand besteht aus verschiedenen Forderungen gegen Kunden mit weltweiten Standorten. Der Buchwert der Forderungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

Forderungen untergliedert nach Fälligkeit:

Ausfall
rate
Nominal
wert
TEUR
Wert
berich
tigung
TEUR
31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Fällige, aber nicht wertberichtigte Forderungen
Fällig zwischen
0 und 60 Tagen
0% 1.795 0 1.795 1.608
Restbuchwert wertberichtigter Forderungen
Fällig zwischen
61 und 90 Tagen
10% 114 30 84 56
Fällig zwischen
91 und 180
Tagen
25% 261 38 224 200
Fällig über 180
Tagen
90% 779 650 129 42
Summe fällige und
wertberichtigte
Forderungen
1.154 717 437 298
Forderungen nach
Wertberichtigungen
2.949 717 2.232 1.905

Diese Wertberichtigungen sind in erheblichem Umfang mit einer Ermessensausübung des Vorstands und Überprüfung der einzelnen Forderungen auf der Grundlage der entsprechenden

Bonität der Kunden, der aktuellen Konjunkturtrends sowie der Analyse historischer Daten zu uneinbringlichen Forderungen auf Portfolio-Basis verbunden. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Artnet verwendet zum einen eine Wertminderungsmatrix, um die erwarteten Kreditausfälle zu bestimmen. Die Verlustquoten wurden aus Migrationswahrscheinlichkeiten abgeleitet, für die historische Daten verwendet wurden. Die Migrationswahrscheinlichkeiten geben die Wahrscheinlichkeiten an, mit denen eine Forderung ihren Fortgang durch aufeinander folgende Phasen des Zahlungsverzugs nimmt. Aufgrund dieser Analyse war es nicht erforderlich, die bisherige Wertberichtigungsmatrix anzupassen. Zukunftsbezogene Daten werden insbesondere in Form allgemeiner wirtschaftlicher Aussichten in den Ländern berücksichtigt, aus denen die meisten Kunden stammen. Zum anderen werden zusätzliche Wertberichtigungen auf Forderungen im Segment Auctions gebildet, die aus historischen Daten abgeleitet worden sind.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen basieren auf bestmöglichen Schätzungen potenzieller Forderungsausfälle des Konzerns. Auf Vertragsvermögenswerte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weniger als 60 Tage überfällig sind, werden keine Wertberichtigungen vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mehr als 60 Tage überfällig sind, werden auf Basis ihres Alters in Gruppen zusammengefasst und mit 10 % bis 90 % vom Nennbetrag wertberichtigt. Der Konzern hält keine Sicherheiten für ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen entwickelten sich wie folgt:

31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 455 337
Wertberichtigungen auf Forderungen
im Geschäftsjahr
627 425
Ausbuchung uneinbringlicher
Forderungen
-373 -335
Währungsunterschiede 7 28
Stand am Ende des Geschäftsjahres 717 455

5. Sonstige Vermögenswerte

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte umfassen sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Vermögenswerte und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Anzahlungen 342 202
US-Einkommensteuerforderungen 259 128
Verfügungsbeschränkte Bankguthaben 225 189
Vorsteuererstattungsansprüche in
Deutschland und Großbritannien
24 19
Andere 15 15
Summe 865 554

Die verfügungsbeschränkten Bankguthaben stehen in erster Linie in Zusammenhang mit beitragsorientierten Altersvorsorgeplänen und Krankenversicherungsplänen. Die Ertragsteuerforderungen in den USA enthalten insbesondere einen Anspruch auf Rückerstattung von in Vorjahren gezahlter Mindestbesteuerung ("Alternative Minimum Tax") in Höhe von 252 TEUR. Auf eine separate Darstellung in der Bilanz wurde aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte enthalten insbesondere Kautionsforderungen im Zusammenhang mit Kreditkartenabrechnungen und Mietverträgen von 377 TEUR (2018: 339 TEUR). Darüber hinaus war zum 31. Dezember 2018 ein Teil des Anspruchs auf Rückerstattung der "Alternative Minimum Tax" in Höhe von 123 TEUR erfasst.

6. Sachanlagen

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen des Artnet-Konzerns werden nach der linearen Methode vorgenommen. Computeranlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Büromöbel werden über eine erwartete Nutzungsdauer von drei bis sieben Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen von Einbauten in gemieteten Räumen erfolgen entweder über die Laufzeit des Mietvertrages oder, falls diese kürzer ist, über die erwartete Nutzungsdauer von höchstens zehn Jahren.

Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden anfänglich zu Anschaffungskosten bewertet, die der anfänglichen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um Zahlungen, die am oder vor dem Beginn des Leasingverhältnisses geleistet wurden sowie um etwaige anfängliche direkte Kosten. Das Nutzungsrecht wird dann von Beginn bis Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses linear abgeschrieben – es sei denn, der Besitz des zugrunde liegenden Vermögenswerts geht am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf Artnet über, oder die Kosten der Nutzungsrechte spiegeln die Tatsache wider, dass Artnet eine Kaufoption ausüben wird. In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte als Sachanlagen aus.

Erhaltungsaufwendungen, die weder den Wert eines Anlagegutes erhöhen, noch die Nutzungsdauer verlängern, werden sofort aufwandswirksam erfasst.

Das Sachanlagevermögen entwickelte sich in den Geschäftsjahren 2019 und 2018 wie folgt:

Büro
flächen
TEUR
Computer
und
Hardware
TEUR
Betriebs
und
Geschäfts
ausstattung
TEUR
Mieter
einbauten
TEUR
Summe
TEUR
Anschaffungskosten
Stand 31.12.2017 310 470 359 1.139
Währungsunter
schiede
13 22 17 52
Abgänge -10 -10
Zugänge 199 7 199
Stand 31.12.2018 512 499 376 1.387
Währungsunter
schiede
76 10 10 8 103
Erstanwendung
IFRS 16
3.713 3.713
Abgänge
Zugänge 249 56 5 310
Stand 31.12.2019 4.038 578 513 383 5.513
Abschreibungen
Stand 31.12.2017 238 378 204 820
Währungsunter
schiede
12 19 11 42
Abgänge -8 -8
Zugänge 59 65 36 160
Stand 31.12.2018 301 463 251 1.015
Währungsunter
schiede
-2 5 9 5 17
Abgänge
Abschreibungen
des Geschäfts
jahres
Stand 31.12.2019
865
863
86
393
29
501
38
294
1.019
2.050
Büro
flächen
TEUR
Computer
und
Hardware
TEUR
Betriebs
und
Geschäfts
ausstattung
TEUR
Mieter
einbauten
TEUR
Summe
TEUR
Buchwerte
Stand 31.12.2018 212 36 125 373
Davon aus Leasing 110 21 131
Stand 31.12.2019 3.176 185 13 89 3.463
Davon aus Leasing 3.176 85 3.261

Der Abschreibungsaufwand der Sachanlagen ist in den Umsatzkosten berücksichtigt. Die Abschreibung der Nutzungsrechte für Büroräume ist Teil der Allgemeinen Verwaltungskosten.

Zum 31. Dezember 2019 hatte der Konzern keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen für die Anschaffung von immateriellen Vermögenswerten.

7. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte umfassen erworbene und selbstgeschaffene Software sowie Website-Entwicklungskosten. Sie werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und über ihre erwartete Nutzungsdauer von drei Jahren bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer.

Aufwendungen, die in der Analyse-, Planungs- und Nachbearbeitungsphase der Website-Entwicklung sowie für deren laufende Pflege anfallen, werden sofort aufwandswirksam erfasst. Ausgaben, die in der Entwicklungsphase anfallen, werden aktiviert, wenn

  • z das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist,
  • z das Ergebnis der Entwicklung vermarktet werden kann,
  • z die zurechenbaren Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und
  • z der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojekts verfügt.

Das Kriterium der Vermarktbarkeit für die Website-Entwicklungskosten wird konkretisiert, indem nur Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte sowie für wesentliche Erweiterungen und Verbesserungen der Website aktiviert werden, von denen erwartet wird, dass sie direkt zu künftigen

Umsatzerlösen führen werden. Aktivierte Software-Entwicklungskosten generieren zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen auch in Form von Kosteneinsparungen.

Im Berichtsjahr 2019 wurden Entwicklungskosten in Höhe von insgesamt 1.148 TEUR (2018: 1.240 TEUR) aktiviert. Zu den Hauptentwicklungsprojekten gehörte die anhaltende Verbesserung der technologischen Infrastruktur und interner Software-Tools. Die Verbesserung der technologischen Infrastruktur, das Projekt FALCON, wird die Qualitätssicherung und die Effizienz des gesamten Unternehmens erhöhen. Als Teilprojekt von FALCON konnte in 2019 die Qualitätskontrolle stärker automatisiert werden, sodass Kosten eingespart und die Qualität neuer Produkte erhöht werden konnten.

Das Projekt wird voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen werden.

Artnet startete das Projekt FALCON im Jahr 2018, um die IT-Infrastruktur zu erneuern. Artnet will den Produktionsprozess vollständig automatisieren – was zu sinkenden Wartungskosten für bestehende Produkte und höherer Leistungsfähigkeit der Softwareentwicklung führen wird.

Mit FALCON will Artnet zudem sicherstellen, dass das Unternehmen das richtige Technologiefundament besitzt, um angesichts des sich rasch wandelnden geschäftlichen Umfelds im Wettbewerb zu bestehen und zu wachsen. Artnet hat, wie viele andere ältere Technologieunternehmen auch, die firmeneigenen Softwaresysteme selbst entwickelt. Im Verlauf des normalen technologischen Reifeprozesses veraltet diese Software und muss ersetzt werden.

Mit FALCON wechselt Artnet auch zu einem modernen Herstellungsprozess. Artnet wird zu einer Art Software-Fabrik. FALCON wird es Artnet erlauben, Produkte auf ähnliche Art und Weise herzustellen, wie Autos in einer Fabrik gebaut werden. Ein Fabrik-Ansatz bietet Vorteile wie Einheitlichkeit, was die Kosten für Schulung und Wartung senken wird. Wiederverwendbare Komponenten des Software-Codes verringern zudem das Risiko von Konstruktionsfehlern und gewährleisten so Qualität. Straffung und Automatisierung der Produktentwicklung erhöht die Produktivität und verringert die Personalkosten. Außerdem kann Artnet zukünftig spezialisierte Software von externen Anbietern viel günstiger

einkaufen als sie selbst zu entwickeln.

Der erzielbare Betrag der Entwicklungskosten wird mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen, sofern der Vermögenswert noch nicht genutzt wurde oder falls Anzeichen für eine Wertminderung im Laufe des Jahres vorliegen. Im Hinblick auf das FALCON-Projekt war das erste Kriterium relevant. Daher wurde ein jährlicher, gleichwohl nicht obligatorischer Werthaltigkeitstest auf den gesamten Buchwert von FALCON durchgeführt.

Der Nutzwert des Vermögenswerts wird durch Abzinsung der erwarteten Kosteneinsparungen in Anlehnung an die Mehrgewinnmethode berechnet. Da der so ermittelte erzielbare Betrag den Buchwert deutlich übersteigt, wurden keine Wertminderungen auf die immateriellen Vermögenswerte erfasst.

Der planmäßige Abschreibungsaufwand für immaterielle Vermögenswerte ist in den Umsatzkosten enthalten. Forschungskosten inklusive Kosten für die laufende Wartung in Höhe von 1.716 TEUR (2018: 1.702 TEUR) wurden in der Periode, in der sie entstanden sind, aufwandswirksam als Aufwendungen für die Produktentwicklung erfasst.

Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich in den Geschäftsjahren 2019 und 2018 wie folgt:

Entwicklungskosten TEUR Software
TEUR
Summe
TEUR
Anschaffungskosten
Stand 31. Dezember 2017 3.251 232 3.484
Währungsunterschiede 154 8 162
Abgänge -57 -57
Zugänge 1.240 16 1.256
Stand 31. Dezember 2018 4.645 200 4.845
Währungsunterschiede 95 4 98
Abgänge
Zugänge 1.148 31 1.179
Stand 31. Dezember 2019 5.888 235 6.123
Abschreibungen
Stand 31. Dezember 2017 2.023 154 2.177
Währungsunterschiede 105 8 113
Abgänge - - -
Abschreibungen des Geschäftsjahres 317 10 327
Stand 31. Dezember 2018 2.445 172 2.617
Währungsunterschiede 49 3 52
Abgänge - - -
Abschreibungen des Geschäftsjahres 305 17 322
Stand 31. Dezember 2019 2.800 193 2.993
Entwicklungskosten
TEUR
Software
TEUR
Summe
TEUR
Buchwerte
Stand 31. Dezember 2018 2.200 28 2.228
Davon aus Leasing 1 1
Stand 31. Dezember 2019 3.088 43 3.131
Davon aus Leasing 23 23

Zum 31. Dezember 2019 hatte der Konzern keine wesentlichen vertraglichen Verpflichtungen für die Anschaffung von immateriellen Vermögenswerten.

8. Ertragsteuern und latente Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des jeweils zu versteuernden Einkommens der einzelnen Konzerngesellschaften für das Geschäftsjahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen wird dabei um die Posten bereinigt, die steuerfrei oder steuerlich abzugsfähig sind. Der laufende Steueraufwand wird auf Grundlage der am Bilanzstichtag geltenden Steuersätze berechnet.

Der Ertragsteueraufwand/-ertrag setzt sich wie folgt zusammen:

2019
TEUR
2018
TEUR
Laufende Ertragsteuern
Ertragsteuerzahlungen in Frankreich und
Großbritannien
-2
US-Körperschaftsteuer (Bund, Bundesstaat) und
Ertragsteuern übriger einbezogener Unternehmen
-5 -1
Steuererstattungen aus Vorjahren 170
Summe laufende Ertragsteuern -5 167
Latente Steuern
Anpassung der aktiven latenten Steuern auf
Verlustvorträge
-368 -238
Aus temporären Differenzen 393 474
Wechselkursunterschiede -25 -53
Summe latente Steuern 183
Gesamtsumme Ertragsteuern -5 350

Bei den im Vorjahr erfassten Steuererstattungen aus Vorjahren handelt es sich im Wesentlichen um den Anspruch auf Erstattung der in früheren Jahren gezahlten Alternative Minimum Tax. Für weitere Ausführungen wird auf Abschnitt "5. Sonstige Vermögenswerte" verwiesen.

Latente Steueransprüche

Latente Steuern werden auf die temporären Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode (Asset and Liability Method) gebildet, sofern diese in Zukunft genutzt werden können. Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden auf Basis der erwarteten Steuersätze bewertet, die zum Zeitpunkt des Ausgleichs der temporären Differenzen voraussichtlich Geltung haben werden.

Latente Ertragsteueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Verrechnung tatsächlicher Steueransprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und wenn sich die latenten Ertragsteueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde entweder für das gleiche steuerpflichtige Unternehmen oder für ein anderes steuerpflichtiges Unternehmen erhoben werden, und zwar dann, wenn die Absicht besteht, die Salden auf Nettobasis auszugleichen.

Zum Bilanzstichtag 2019 bestehen bei der Artnet Corp. steuerliche Verlustvorträge für Federal Tax in Höhe von insgesamt 12,7 Mio. EUR (14,3 Mio. USD) und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 25,4 Mio. EUR (28,6 Mio. USD) für State Tax des Bundesstaates New York, die zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen zur Verfügung stehen. Zum 31. Dezember 2018 betrugen diese steuerlichen Verlustvorträge 15,3 Mio. EUR (17,5 Mio. USD) bzw. 25,6 Mio. EUR (29,3 Mio. USD). Im Geschäftsjahr 2019 wurden die Verlustvorträge der Artnet Corp. durch die Erzielung eines steuerlichen Gewinns in Höhe von 3,1 Mio. USD bzw. 0,8 Mio. USD (2018: 3,9 Mio. USD bzw. 1,0 Mio. USD) genutzt. Für die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge und abzugsfähigen temporären Differenzen der Artnet Corp. wurden in der Konzernbilanz nach Abzug passiver latenter Steuern latente Steueransprüche in Höhe von 1.263 TEUR (2018: 1.237 TEUR) erfasst. Auf USD-Basis wurde 2019 keine Anpassung der latenten Steuern vorgenommen, da die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge durch den Aufbau abzugsfähiger temporärer Differenzen kompensiert worden ist und sich die steuerliche Situation der Artnet Corp. nicht maßgeblich verändert hat. 2018 war der Anstieg der latenten Steueransprüche um 236 TEUR insbesondere auf die Stabilisierung der steuerlichen Ergebnisse in den vergangenen

Jahren sowie einen verbesserten Ausblick auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse zurückzuführen. Darüber hinaus wurde 2017 die steuerliche Bilanzierung angepasst, um die bestehenden Verlustvorträge soweit wie möglich vor deren Verfall nutzen zu können. Diese Bilanzierungsänderung hat zu neuen abzugsfähigen temporären Differenzen geführt.

Infolge der Anpassung des Umlegungsfaktors ("Apportionment Factor") wurde der zur Bewertung der latenten Steuern verwendete Steuersatz von 24,2 % auf 23,0 % gesenkt, dem gültigen durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz der Artnet Corp. Die Berechnung der latenten Steueransprüche auf Verlustvorträge beruht auf einem dreijährigen Planungszeitraum. Die die Federal Tax betreffenden steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corp. können über einen Zeitraum von 20 Jahren genutzt werden und verfallen im Jahr 2020 in Höhe von 9,4 Mio. EUR (10,6 Mio. USD) und im Jahr 2021 in Höhe von 2,3 Mio. EUR (2,6 Mio. USD). Die die State Tax des Bundesstaates New York betreffenden steuerlichen Verlustvorträge verfallen erst ab dem Jahr 2035.

Die Artnet AG verfügt zur Verrechnung mit der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer über zusätzliche steuerliche Verlustvorträge in einer Gesamthöhe von 37,6 Mio. EUR (2018: 36,9 Mio. EUR). In der derzeitigen Organisationsstruktur des Artnet-Konzerns können diese steuerlichen Verlustvorträge nach deutschem Steuerrecht nicht genutzt werden.

Insgesamt betreffen die aktiven und passiven latenten Steuern temporäre Differenzen aus folgenden Bilanzposten bzw. die steuerlichen Verlustvorträge der Artnet Corp.:

Latente Steuern
31.12.2019
TEUR
Latente Steuern
31.12.2018
TEUR
Steuerliche Verlustvorträge 496 864
Anlagevermögen 495 200
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
271 173
Summe 1.263 1.237

Steuerüberleitungsrechnung

In der nachfolgenden Darstellung wird der erwartete Ertragsteueraufwand/-ertrag auf den im Konzernabschluss ausgewiesenen Ertragsteueraufwand/-ertrag übergeleitet.

Bei dem verwendeten Steuersatz von 23 % (2018: 24 %)

handelt es sich um den 2019 gültigen durchschnittlichen Ertragsteuersatz der operativen Konzerngesellschaft Artnet Corp., da diese das steuerpflichtige Einkommen der Konzerngesellschaften erwirtschaftet.

2019
TEUR
2018
TEUR
Konzernergebnis vor Steuern 4 694
Erwarteter Ertragsteueraufwand/-ertrag – Steuersatz
23 %
1 -168
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und sonstige
Effekte
-90 -83
Steuererstattung aus Vorjahren 169
Ansatz aktiver latenter Steuern auf in Vorjahren
entstandene Verlustvorträge und Abzugsfähige
temporäre Differenzen
490
Effekt aus der Steuersatzanpassung in den USA -74 -245
Verringerung des laufenden Steueraufwands aufgrund
der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge in den USA
333 332
Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf temporäre
Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in
Deutschland
-172 -145
Ertragsteueraufwand/-ertrag laut Konzern
Gesamtergebnisrechnung
-5 490

9. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen in der Regel offene Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie laufende Kosten. Das durchschnittliche Zahlungsziel für Verbindlichkeiten beträgt 30 Tage. Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.

10. Abgegrenzte Schulden und sonstige Verbindlichkeiten

Die abgegrenzten Schulden und sonstigen Verbindlichkeiten entwickelten sich in den angegebenen Geschäftsjahren wie folgt:

31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Ausstehende Rechnungen 478 546
Bonuszahlungen 449 400
401(k)-Zahlungen (Altersvorsorge in
den USA)
135 127
Resturlaub 24 87
Steuern und Sozialabgaben 122 19
Sonstiges 87 65
Summe 1.295 1.244

Die Bonuszahlungen sind in den nächsten 12 Monaten in Raten zu leisten.

11. Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung dieser Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages möglich ist.

12. Leasingverbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Leasing umfassen alle Verpflichtungen aus Leasingverträgen gemäß IFRS 16. Neben Leasingverträgen für Betriebs- und Büroausstattung werden insbesondere Mietverträge für Büroflächen ausgewiesen.

Erstmalig werden Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der Leasingzahlungen bewertet, die zum Anfang der Leasingzeitraums noch nicht geleistet wurden, abgezinst mit dem Fremdkapitalzinssatz des Konzerns (geschätzt auf derzeit 3%). Die in der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten enthaltenen Leasingzahlungen umfassen die festen Zahlungen. Die Laufzeit der Mietverträge entspricht den nicht kündbaren Mindestlaufzeiten.

Der Konzern nutzte die Erleichterung von kurzfristigen Leasingverhältnissen (Laufzeit von weniger als 12 Monaten) und geringwertigen Vermögenswerten und erfasste die Leasingzahlungen als Aufwand über die Laufzeit des jeweiligen Leasingvertrags.

Leasingverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Es war nicht erforderlich, die Leasingverbindlichkeiten aufgrund von Index- oder Zinsänderungen oder Änderungen der Schätzungen neu zu bewerten. Die Verträge enthalten keine Kauf- oder Verlängerungsoptionen.

Die Leasinverbindlichkeiten entwickelten sich 2019 wie folgt:

2019
TEUR
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 110
Auswirkung der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 3.714
Zugänge 272
Zahlungen -872
Zinsaufwand 109
Wechselkursunterschiede -22
Stand am Ende des Geschäftsjahres 3.310

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Aufwendungen in Höhe von 80 TEUR für kurzfristige Leasingverhältnisse direkt als allgemeine Verwaltungskosten erfasst.

Die Überleitung von Mindestleasingzahlungen zum Barwert lautet wie folgt.

31.12.2019 Gesamt
TEUR
< 1 Jahr
TEUR
> 1–3
Jahre
TEUR
Barwert der Mindestleasingzahlungen 3.310 1.051 2.259
Zinsanteil 170 86 84
Mindestleasingzahlungen 3.480 1.137 2.343
31.12.2018 Gesamt
TEUR
< 1 Jahr
TEUR
> 1–3
Jahre
TEUR
Barwert der Mindestleasingzahlungen 109 40 69
Zinsanteil 4 2 1
Mindestleasingzahlungen 113 42 70

13. Andere Verbindlichkeiten – Langfristig

Am 16. Dezember 2019 wurde der Gesellschaft ein Darlehen in Höhe von 200 TUSD gewährt. Das unbesicherte Darlehen hat eine Fälligkeit zum 31. Dezember 2022 und einen festen Zinssatz von 6% p.a.

14. Umsatzabgrenzung und Umsatzrealisierung

Gemäß IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn Artnet die Kontrolle über eine Ware oder eine Dienstleistung überträgt.

Mit Ausnahme des Segments Galerien enthalten die Verträge im Wesentlichen nur eine Leistungsverpflichtung. Die Aufteilung des Transaktionspreises basiert auf diesen Leistungsverpflichtungen.

Für Galeriemitgliedschaften und Auktionshaus-Partnerschaften gelten die Umsätze für den Zeitraum als realisiert, in dem Artnet seiner vertraglichen Leistungsverpflichtung nachgekommen ist und die entsprechenden Mitglieder- bzw. Partnerseiten erstellt und über die Artnet-Website zugänglich gemacht hat. Einnahmen werden zu Beginn eines jeden Leistungs- oder Rechnungszeitraums erfasst und monatlich abgegrenzt. Umsatzerlöse aus Price-Database-Abonnements werden nach derselben Methode erfasst. Einnahmen werden in der Periode realisiert, in der das Kundenkonto eingerichtet wird. Die Umsatzrealisierung von Werbeverträgen basiert auf den im Vertrag genannten Abrechnungsbedingungen, wobei zwischen einem Festpreis und einem erfolgsabhängigen Modell unterschieden wird. Einnahmen aus Werbeverträgen mit Festpreis werden ähnlich wie die Einnahmen aus Galeriemitgliedschaften und Abonnements der Price Database erfasst: für den Zeitraum, in dem Banner auf der Website oder in Newslettern erscheinen. Die Umsatzrealisierung für erfolgsabhängige Werbeverträge wird erfasst, nachdem die vereinbarten Leistungsindikatoren bewertet und mit dem jeweiligen Kunden abgestimmt wurden. Bei Artnet Auctions werden Käufer- und Verkäuferprovisionen in dem Moment realisiert, in dem der Konzern das entsprechende Geschäft erfolgreich arrangiert hat.

Daher werden Erträge aus Galerie-Mitgliedschaften, Price-Database-Abonnements, sowie Werbeverträgen und Auktionshaus-Partnerschaften hauptsächlich zeitraumbezogen erfasst, während Erträge aus Online-Auktionen zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst werden. Artnet tritt bei Online-Auktionen als Agent auf und erfasst daher ausschließlich den Provisionsertrag. Dagegen wird der bei der Auktion erzielte Verkaufspreis eines Kunstwerks nicht realisiert.

Die Umsatzerlöse werden zum Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung abzüglich etwaiger Preisnachlässe, Umsatzsteuer und anderer verkaufsbezogener Steuern bewertet. Der Transaktionspreis wird den ermittelten Leistungsverpflichtungen zugeordnet, bei denen die Laufzeit der zugrunde liegenden Verträge im Wesentlichen unter einem Jahr liegt. Da der Transaktionspreis basierend auf dem zugrunde liegenden Vertrag zugeteilt wird, sind keine weiteren wesentlichen Ermessensentscheidungen erforderlich.

Da alle Verträge eine Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben, wurden in den Vorperioden keine in den Abschluss 2019 aufgenommenen Leistungsverpflichtungen erfüllt.

Die ausstehenden Leistungsverpflichtungen belaufen sich für die Price Database auf 1.443 TEUR (2018: 1.324 TEUR), für Galerien auf 370 TEUR (2018: 355 TEUR) und für Werbung auf 102 TEUR (2018: 85 TEUR).

Kunden leisten Vorauszahlungen für bestimmte Serviceverträge mit dem Konzern. Diese Vorauszahlungen werden erst dann als Umsatz realisiert, wenn der Konzern die vereinbarte Leistung erbringt. Der Konzern erfasst diese Beträge zum 31. Dezember 2019 als Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 1.915 TEUR nach 1.764 TEUR im Vorjahr. Die vertraglichen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2018 wurden im Jahr 2019 vollständig als Umsatzerlöse erfasst. Die erfassten vertraglichen Verbindlichkeiten unterliegen keinen Ermessensentscheidungen, da sie auf der ausstehenden Leistungsverpflichtung basieren.

Die in den Forderungen enthaltenen Vertragsvermögenswerte betragen 760 TEUR (2018: 595 TEUR).

15. Eigenkapital

2019 2018
Genehmigte nennwertlose
Stammaktien (rechnerischer Wert EUR
1,00 pro Aktie)
5.631.067 5.631.067
Ausgegebene und voll eingezahlte
nennwertlose Stammaktien
(rechnerischer Wert EUR 1,00 pro Aktie)
5.552.986 5.552.986
Eigene nennwertlose Stammaktien 78.081 78.081

Sämtliche Aktien der Artnet AG sind Namensaktien.

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung der Artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014).

Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben. Die Frist für die Erhöhung genehmigten Kapitals ist im Jahr 2019 abgelaufen.

Bedingtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der Artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Die Frist für die Ausnutzung des bedingten Kapitals 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation ausgegeben. Bis auf die 2014 ausgegebenen 75.000 Aktienoptionen sind die Ausübungspreise der gewährten Aktienoptionen bisher noch nicht erreicht worden, so dass bisher noch keine der gewährten Aktienoptionen ausgeübt wurden. Im Jahr 2019 liefen 193.907 der im Jahr 2009 ausgegebenen Aktienoptionen aus und verfielen. Für die verbleibenden 205.000 ausgegebenen Aktienoptionen kann noch eine bedingte Kapitalerhöhung aus dem bedingten Kapital 2009/I bei deren Ausübung erfolgen.

Eigene Aktien

Am 31. Dezember 2019 hielt die Artnet AG unverändert zum Vorjahr 78.081 eigene Aktien, was 1,4 % des Grundkapitals entsprach. Das Konzerneigenkapital wird offen um die Anschaffungskosten der von Artnet gehaltenen eigenen Aktien gekürzt.

Fremdwährungsausgleichsposten

Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Jahresdurchschnittskurs. Die Währungsunterschiede, die sich seit der Erstkonsolidierung aus der Umrechnung der Vermögens- und Schuldposten zum Stichtagskurs sowie aus der Umrechnung der Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs mit sich verändernden Devisenmittelkursen ergaben, werden erfolgsneutral innerhalb des Konzern-Eigenkapitals als separater Posten "Unterschiede aus Fremdwährungsumrechnung" erfasst.

Der Fremdwährungsausgleichsposten enthält auch die aus den Wechselkursänderungen resultierende Umrechnungsdifferenz auf konzerninterne Darlehensforderungen, die als Teil eines Nettoinvestments (Net Investments) qualifiziert werden. Bezüglich der Erläuterung dieser Währungskursunterschiede verweisen wir auf Abschnitt 17 des Konzernanhangs unter Fremdwährungsrisiko.

16. Kapitalmanagement

Die Kapitalstruktur des Artnet-Konzerns setzt sich im

Wesentlichen aus den kurzfristigen Schulden aus dem laufenden Geschäftsverkehr, den Leasingverbindlichkeiten und dem Eigenkapital zusammen. Das Eigenkapital ist den Aktionären der Muttergesellschaft zuzuordnen und besteht vornehmlich aus ausgegebenen Aktien, der Kapitalrücklage und dem erwirtschafteten kumulierten Konzernergebnis. Die Leasingverbindlichkeiten ergeben sich insbesondere aus den Büromietverträgen in New York und Berlin mit Laufzeiten bis 2023 bzw. 2022. Darüber hinaus erhielt Artnet Corp. 2019 ein Darlehen in Höhe von 200 TUSD, um infolge ungewöhnlich später Zahlungen von Kunden, möglichen weiteren Verzögerungen vorzubeugen, und finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Nahezu die gesamte Geschäftstätigkeit wird derzeit aus den bestehenden Bankguthaben und dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.

17. Finanzinstrumente und Risiken aus Finanzinstrumenten

Finanzielles Risikomanagement

Das Finanzrisikomanagementsystem umfasst alle organisatorischen Regelungen und Aktivitäten zur systematischen, regelmäßigen und konzernweiten Umsetzung der für das Risikomanagement erforderlichen Prozesse. Für jedes Risiko wird eine verantwortliche Person ernannt. Der Vorstand wird regelmäßig über die Gesamtrisikosituation des Konzerns informiert und berichtet wiederum an den Aufsichtsrat. Das Finanzrisikomanagementsystem ist Teil des Risikomanagementsystems, das in einem Risikohandbuch dokumentiert ist.

Zu den wesentlichen Risiken, die vom Finanzrisikomanagementsystem des Konzerns überwacht und kontrolliert werden, gehören das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko, das Währungsrisiko und das Zinsänderungsrisiko.

Kategorien von Finanzinstrumenten

Bei den finanziellen Vermögenswerten des Artnet-Konzerns handelt es sich um liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie um hinterlegte Mietsicherheiten. Diese finanziellen Vermögenswerte werden der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Leasingverbindlichkeiten, Darlehensverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet.

Sowohl die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte als auch die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten stellen eine angemessene Annäherung an den beizulegenden Zeitwert dar. Keine finanziellen Vermögenswerte oder finanziellen Verbindlichkeiten wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 hat der Artnet-Konzern keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Nettoergebnisse aus finanziellen

Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

In der nachfolgenden Tabelle sind die Netto-Ergebnisse der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt:

Netto-Ergebnis 2019
TEUR
Netto-Ergebnis 2018
TEUR
Kredite und Forderungen -666 -464
Finanzielle Verbindlichkeiten -115
Summe -781 -499

Die Netto-Ergebnisse enthalten Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung sowie die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen und Forderungsausbuchungen. Im Netto-Ergebnis der finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinsaufwendungen von 109 TEUR (2018: 1 TEUR) enthalten.

Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko, dass eine Gegenpartei ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann und dem Konzern daraus ein finanzieller Verlust entsteht. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte repräsentieren das maximale Ausfallrisiko des Artnet-Konzerns.

Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert in erster Linie aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Weitere Informationen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen finden sich im Abschnitt 4 des Konzernanhangs.

Im Artnet-Konzern liegt keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor, da sich das Engagement auf eine große Anzahl von am Kunstmarkt teilnehmenden Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, verteilt. Dennoch könnte sich der weltweite Wirtschaftsabschwung negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung des durchschnittlichen Zahlungsziels oder zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Artnet versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem es mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart.

Liquiditäts- und Zinsrisiko

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Artnet-Konzern seine finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen kann. Ziel ist es daher ausreichend Liquidität zu schaffen, um fällige Verbindlichkeiten fristgerecht begleichen zu können. Dazu ist der Artnet-Konzern auf die Generierung eines positiven Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit angewiesen. Das Liquiditätsrisiko wird täglich durch Anwendung einer Abweichungsanalyse vom Ist- zum monatlichen Cash-Bestand laut Liquiditätsplanung neu bewertet. Dadurch kann frühzeitig auf Änderungen des Risikopotenzials reagiert werden. Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet das Management mit einem positiven operativen Cashflow.

Im Artnet-Konzern sind keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken vorhanden. Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten und abgegrenzten Schulden haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die folgende Tabelle zeigt die Brutto-Zahlungsströme aus finanziellen Verbindlichkeiten inklusive der zu erwartenden Zinszahlungen:

31.12.2019 Buchwert
TEUR
Brutto
Cashflow
TEUR
Brutto
Cashflow
TEUR
Brutto
Cashflow
TEUR
Summe < 1 Jahr > 1 Jahr
Verbindlichkeiten
zu fortgeführten
Anschaffungskosten 1.408 1.408 1.408
Darlehens
verbindlichkeit 178 199 11 188
Verbindlichkeiten
aus Leasing 3.310 3.480 1.137 2.343
31.12.2018 Buchwert
TEUR
Brutto
Cashflow
TEUR
Brutto
Cashflow
TEUR
Brutto
Cashflow
TEUR
Summe < 1 Jahr > 1 Jahr
Verbindlichkeiten
zu fortgeführten
Anschaffungskosten 967 967 967
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing
110 113 43 70

Rückstellungen und abgegrenzte Schulden sind keine Finanzinstrumente und werden daher in der obigen Berechnung des Liquiditätsrisikos nach IFRS 7 nicht betrachtet. Für die kurzfristigen Rückstellungen und abgegrenzten Schulden wird grundsätzlich von einem Abfluss im Geschäftsjahr 2020 ausgegangen.

Marktrisiken – Fremdwährungsrisiko

Marktrisiken bestehen für die Konzerngesellschaften hauptsächlich in Form von Wechselkursrisiken, da die Umsätze zum großen Teil in US-Dollar erwirtschaftet werden, aber ein Teil der Kosten in Euro anfällt.

Der Artnet-Konzern steuert die Wechselkursrisiken, indem er die Dienstleistungen für seine europäischen Kunden – soweit möglich – in Euro fakturiert und diese Zahlungseingänge zur Erfüllung seiner auf Euro lautenden Verbindlichkeiten verwendet. Dies trägt zur Reduzierung des Wechselkursrisikos bei. Neben dem US-Dollar/Euro-Wechselkursrisiko unterliegt der Artnet-Konzern in geringerem Umfang auch dem US-Dollar/ Pfund-Sterling-Wechselkursrisiko. Fremdwährungsrisiken bestehen für den Artnet-Konzern zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der im Euro-Währungsraum ansässigen Muttergesellschaft Artnet AG durch die im US-Dollar-Währungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Euro-Bankbeständen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns, die in anderen Währungen als US-Dollar denominiert waren, lauteten am Bilanzstichtag wie folgt:

Fremdwährung Finanzielle
Vermögenswerte
Finanzielle
Verbindlichkeiten
31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
EUR 385 413 106 75
GBP 294 313 35 2

Zusätzlich bestehen konzerninterne Forderungen auf Euro-Basis bei der Artnet Corp. gegen die Artnet AG in Höhe von 1.666 TEUR zum 31. Dezember 2019 (31.12.2018: 1.540 TEUR), aus denen die US-Tochtergesellschaft einem theoretischen Währungskursrisiko ausgesetzt ist, das aber nicht realisiert wird. Um dieses Währungskursrisiko zu minimieren, wandelte die Artnet Corp. im Geschäftsjahr 2015 bestehende konzerninterne Forderungen gegen die Artnet AG in Höhe von 1.500 TEUR in ein langfristiges konzerninternes Darlehen um. Eine Tilgung dieser Darlehensforderung ist in absehbarer Zukunft weder geplant noch wahrscheinlich. Die konzerninterne Darlehensforderung wird daher entsprechend IAS 21.15 als Teil eines Nettoinvestments (Net Investments) qualifiziert. Entsprechend wird die aus den Wechselkursänderungen resultierende Umrechnungsdifferenz aus dem auf Euro lautenden Darlehensbetrag zum jeweiligen Abschlussstichtag (inklusive der Zwischenabschlüsse) erfolgsneutral im Fremdwährungsausgleichposten im Eigenkapital ausgewiesen. Der im Fremdwährungsausgleichsposten erfasste Betrag wird erst dann in die Gewinn- und Verlust-Rechnung umgegliedert, wenn und soweit die Beteiligungsquote vollständig oder teilweise verringert wird.

Im Berichtsjahr 2019 wurde ein Betrag von 31 TEUR aus dem Nettoinvestment eigenkapitalmindernd (2018: 69 TEUR) in den Fremdwährungsausgleichsposten eingestellt. Insgesamt belaufen sich die erfolgsneutral erfassten Beträge zum 31. Dezember 2019 auf -180 TEUR (31. Dezember 2018: -146 TEUR).

Die folgende Tabelle beschreibt die Sensitivität des Konzerns im Fall einer Auf- oder Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro und dem Pfund Sterling um jeweils 10 %. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Bilanzstichtag entsprechend einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. In die Darstellung einbezogen ist auch das oben dargestellte Währungskursrisiko aus der konzerninternen Forderung.

Eine positive Zahl zeigt einen Anstieg des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals an.

USD
gegenüber
EUR
31.12.2019
TEUR
EUR
31.12.2018
TEUR
GBP
31.12.2019
TEUR
GBP
31.12.2018
TEUR
+10 %
Ergebnis -41 -32 -12 -19
Eigenkapital 36 27 0 -2
-10 %
Ergebnis 50 39 15 23
Eigenkapital -44 -33 0 3

Im Vergleich zum Vorjahresstichtag 31. Dezember 2018 (0,8729 USD/EUR) hat der US-Dollar zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 (0,8907 USD/EUR) gegenüber dem Euro um 2 % aufgewertet.

Zinsänderungrisiko

Variabel verzinsliche Verbindlichkeiten bestehen zum 31. Dezember 2019 bzw. 2018 nicht. Der Artnet-Konzern ist somit derzeit keinen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt.

18. Anteilsbasierte Vergütungen

Aktienoptionsprogramm

Die Artnet AG hat in den Jahren 2009, 2010 und 2014 an Führungskräfte und bestimmte Mitarbeiter der Artnet Corp. Optionen auf die Aktien der Artnet AG ausgegeben. Diese Aktienoptionen wurden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung bewertet. Der zum Gewährungszeitpunkt ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich des Zeitwerts der zum Gewährungszeitpunkt erhaltenen Gegenleistungen wurde über die Sperrfrist (Vesting Period) als Aufwand verteilt. Zugrunde gelegt wurde die geschätzte Anzahl der Aktienoptionen, die ausübbar wurden. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wurde anhand des Binomial-Modells ermittelt.

Das am 14. Juli 2014 ausgelaufene bedingte Kapital 2009/I diente als Grundlage für das ebenfalls von der Hauptversammlung am 15. Juli 2009 beschlossene Aktienoptionsprogramm (Aktienoptionsprogramm 2009) und umfasste 560.000 Stammaktien mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00.

In den Jahren 2009 und 2010 sowie 2014 wurden an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. Optionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2009 gewährt. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 belief sich die Zahl ausstehender Optionen auf 205.000. 193.907 im Jahr 2009 ausgegebene Aktienoptionen verfielen, da sie nicht bis zum Verfalldatum im Jahr 2019 ausgeübt werden konnten:

Optionen
2014 2010
Anzahl gewährter Optionen 75.000 130.000
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt (EUR) 2,70 5,03
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (EUR) 2,64 5,13
Gewichtetes durchschnittliches Erfolgsziel (EUR) 2,90 5,64
Durchschnittliche Laufzeit (Jahre) 10 10
Risikofreier Zinssatz (%) 0,59 1,27
Erwartete durchschnittliche Volatilität (%) 65 70
Erwartete Dividendenrendite
Zeitwert der Optionen zum Gewährungszeitpunkt (EUR) 1,90 3,18
Zeitwert der Optionen zum Gewährungszeitpunkt
insgesamt (EUR)
142.500 413.400

Die 130.000 im Jahr 2010 ausgegebenen Optionen waren nicht ausübbar, da der Börsenkurs der Artnet-Aktien unterhalb der jeweiligen Ausübungspreise lag. Die im Berichtsjahr 2014 ausgegebenen Aktienoptionen sind seit dem 31. März 2016 ausübbar. Im Berichtsjahr 2019 wurde keine dieser Optionen ausgeübt. Die am 31. Dezember 2019 ausstehenden Optionen hatten eine gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit von 1,87 Jahren (31. Dezember 2018: 1,91 Jahre).

Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wurde in den Jahren 2010 und 2014 für den Tag der Optionsgewährung auf Basis des Binomial-Modells unter Zugrundelegung der in der obigen Tabelle angegebenen Annahmen berechnet. Der Aufwand für die gewährten Aktienoptionen wurde in den Geschäftsjahren bis 2016 vollständig erfasst.

Die Optionen können erstmals nach Ablauf von zwei Jahren, beginnend mit dem Ablauf des Zuteilungstages und dann bis zum Ende ihrer Laufzeit, ausgeübt werden; sie verfallen zehn Jahre nach ihrer Gewährung. Bezugsrechte dürfen nicht ausgeübt werden in dem Zeitraum von zwei Wochen vor Quartalsende bis zum Ablauf des ersten Börsenhandelstages nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse und nicht in dem Zeitraum von zwei Wochen vor Geschäftsjahresende bis zum Ablauf des ersten Börsenhandelstages nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Der Plan sieht des Weiteren vor, dass ein Bezugsrecht nur ausgeübt werden kann, wenn der Börsenschlusskurs, der vor dem Tag der beabsichtigten Ausübung der Option festgestellt

wurde, den Ausübungspreis um mindestens 10 % übersteigt. Ist das Erfolgsziel einmal erreicht, können die Optionen unabhängig von der weiteren Kursentwicklung der Artnet-Aktie während ihrer Laufzeit in den Ausübungszeiträumen ausgeübt werden.

19. Personalaufwendungen

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind die Personalaufwendungen der fortgeführten Geschäftsbereiche für die angegebenen Geschäftsjahre in den folgenden Aufwandskategorien erfasst:

Personalaufwendungen nach
Aufwandskategorie
2019
TEUR
2018
TEUR
Umsatzkosten 4.300 4.489
Vertrieb und Marketing 4.977 4.171
Allgemeine Verwaltungskosten 1.635 1.615
Produktentwicklung 1.001 1.080
Summe Personalaufwendungen 11.913 11.354

Die Personalaufwendungen blieben in der operativen Währung des Konzerns, dem US-Dollar, mit 13.337 TUSD konstant (2018: 13.395 TUSD). In der Berichtswährung Euro stiegen sie wechselkursbedingt um 5%.

Die Personalkosten umfassten in den Geschäftsjahren 2019 bzw. 2018 Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 1.432 TEUR bzw. 1.357 TEUR sowie 401(k)-Aufwendungen (Altersvorsorge) in Höhe von 133 TEUR bzw. 116 TEUR.

Durchschnittlich beschäftigte der Konzern im Geschäftsjahr 2019 125 Vollzeitmitarbeiter, verglichen mit 128 Mitarbeitern im Vorjahr. Darüber hinaus waren 2019 zwei Mitarbeiter in Teilzeit für den Artnet-Konzern tätig (2018: 5). Im Vertrieb und in sonstigen Bereichen beschäftigte der Konzern wie im Vorjahr drei freie Mitarbeiter.

Unter Berücksichtigung der Teilzeitkräfte und der freien Mitarbeiter beschäftigte Artnet 2019 und 2018 im Monatsdurchschnitt 130 bzw. 136 Mitarbeiter. Diese Mitarbeiter sind folgenden Aufwandskategorien zuzuordnen:

2019 2018
Umsatzkosten 60 68
Vertrieb und Marketing 44 42
Allgemeine Verwaltungskosten 12 13
Produktentwicklung 14 13
Summe 130 136

20. Beitragsorientierte Altersvorsorgepläne

Die Tochtergesellschaft Artnet Corp. bietet allen berechtigten Mitarbeitern einen beitragsorientierten Altersvorsorgeplan an, der die Voraussetzungen der Section 401(k) des Internal Revenue Code der USA erfüllt. Zuschüsse der Artnet Corp. für diesen Plan werden als Aufwand erfasst. Das Vermögen des Plans wird getrennt vom Vermögen der Artnet Corp. in einem Fonds unter Treuhänderkontrolle gehalten. Teilnehmende Mitarbeiter können innerhalb des gesetzlichen Rahmens bis zu 100 % ihres Jahreseinkommens einbringen. Die Artnet Corp. leistet jedes Jahr einen entsprechenden Zuschuss. In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 betrug der Zuschuss der Gesellschaft 133 TEUR bzw. 116 TEUR.

21. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich mittels Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtsjahr in Umlauf befindlichen Stammaktien.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich in derselben Weise wie das unverwässerte Ergebnis je Aktie, mit dem Unterschied, dass sich die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Stammaktien um die Anzahl der Aktien aus potenziellen Optionsausübungen erhöht.

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie beruht auf den folgenden Daten:

2019
EUR
2018
EUR
Zähler (Ergebnis):
Konzernergebnis des Geschäftsjahres -641 1.044.268
Nenner (Anzahl der Aktien):
Gewichtete durchschnittliche Anzahl
der Stammaktien zur Berechnung des
unverwässerten Ergebnisses je Aktie
(ausgegeben und voll eingezahlt) 5.552.986 5.552.986
Auswirkungen der potenziell verwässernden
Aktien aus Aktienoptionen
20.753 17.775
Gewichtete durchschnittliche Anzahl
der Stammaktien zur Berechnung des
verwässerten Ergebnisses je Aktie 5.573.739 5.570.761

Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der im Jahr 2010 gewährten Aktienoptionen (5,13 EUR) übersteigt den durchschnittlichen Aktienkurs im Jahr 2019 (3,65 EUR). Die im Jahr 2014 gewährten Aktienoptionen haben einen durchschnittlichen Ausübungspreis von 2,64 EUR. Sie wurden nicht ausgeübt. Für die 2014 ausgegebenen

Aktienoptionen wurde daher ein Verwässerungseffekt von 20.753 Aktien (2018: 17.775) nach der "treasury-stock"-Methode berechnet. Das Ergebnis je Aktie auf unverwässerter bzw. verwässerter Basis beträgt jeweils 0,00 EUR.

22. Sonstige Angaben zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Betriebsergebnis

Das ausgewiesene Betriebsergebnis ergibt sich nach Abzug der folgenden betrieblichen Aufwendungen:

2019
TEUR
2018
TEUR
Planmäßige Abschreibungen 1.341 488
Personalkosten 11.913 11.354

Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung als Teil der Umsatzkosten und bezogen auf die Büros als Teil der Allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ist in den Abschnitten 6 und 7 des Konzernanhangs dargestellt.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis enthält vor allem den Zinsaufwand für Leasing-Verbindlichkeiten in Höhe von 109 TEUR (2018: 1 TEUR).

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Im Geschäftsjahr 2019 beliefen sich die in diesem Posten der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesenen realisierten und unrealisierten Währungskursgewinne auf 50 TEUR (2018: Währungskursgewinne von 35 TEUR). Außerdem wurde die Auflösung einer Verbindlichkeit für Commercial Rent Tax von 38 TEUR hier ausgewiesen.

23. Segmentberichterstattung

Der Konzern berichtet über die Geschäftssegmente in gleicher Form, wie er diese Informationen entsprechend dem internen Berichtswesen an die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat weiterleitet.

Die Berichterstattung des Konzerns bezieht sich jetzt auf die folgenden vier Segmente:

z Das Segment Artnet Galerien präsentiert die zum

Verkauf stehenden Kunstwerke der Mitgliedsgalerien und der Auktionshaus-Partner im Internet.

  • z Das Segment Artnet Price Database umfasst alle datenbankbezogenen Produkte. Hierzu gehören die Artnet Price Database Fine Art and Design und die Artnet Price Database Decorative Art sowie die darauf aufbauenden Produkte Artnet Market Alerts und Artnet Analytics.
  • z Das Segment Artnet Auctions stellt eine Internetplattform zum Kauf und Verkauf von Kunstwerken zur Verfügung.
  • z Das Segment Artnet News umfasst den 24-Stunden-Nachrichtenservice für Kunst. Auf der Onlineplattform news.artnet.com wird über Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts berichtet.

Die Segmentberichterstattung erfolgt in Form einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. In der ersten Stufe wird die Differenz aus den erzielten Erlösen und den einem Segment direkt zuzurechnenden variablen Kosten ermittelt (DB I). In einem zweiten Schritt werden variable indirekte Kosten, die nicht direkt einem Segment zuzuordnen sind, mittels eines Allokationsschlüssels den einzelnen Segmenten zugeordnet und vom DB I abgezogen. Bei dem auf dieser Ebene ermittelten Deckungsbeitrag (DB II) handelt es sich um den Betrag, der pro Segment zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht.

Die Steuerung der einzelnen Segmente durch das Management erfolgt auf Basis des Deckungsbeitrages II (Umsatzerlöse abzüglich direkter und indirekter variabler Kosten), der daher im Folgenden als Segmentergebnis dargestellt wird. Nicht direkt zurechenbare Aufwendungen werden den berichtspflichtigen Segmenten im Wesentlichen auf der Grundlage von Mitarbeiterzahl und Umsatzerlösen je berichtspflichtiges Segment zugerechnet. Die Darstellung der Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend der internen Kommunikation ausschließlich auf US-Dollar-Basis.

Anfang 2018 entschied das Management, die Zuteilung der direkten Vertriebskosten zu ändern.

Eine Bewertung der Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten je berichtspflichtiges Segment wird dem Management nicht zur Verfügung gestellt und daher nicht berichtet.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Umsatzerlöse und Deckungsbeiträge II der Segmente im Vorjahresvergleich:

2019 Umsatzerlöse
TUSD
Deckungsbeitrag II
TUSD
Artnet Galerien 5.926 3.038
Artnet Price Database 7.891 4.378
Artnet Auctions 3.916 271
Artnet News 4.145 -549
Summe 21.878 7.138
2018 Umsatzerlöse
TUSD
Deckungsbeitrag II
TUSD
Artnet Galerien 6.408 3.659
Artnet Price Database 8.004 4.932
Artnet Auctions 4.081 36
Artnet News 3.122 -508
Summe 21.615 8.119

Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung des Deckungsbeitrags II zum Betriebsergebnis in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung dar:

Überleitung vom Deckungsbeitrag II der Segmente
zum operativen Ergebnis
2019
TUSD
2018
TUSD
Deckungsbeitrag II der Segmente 7.138 8.119
Fixkosten aus Umsatzkosten
Davon aus Abschreibungen 533 TUSD
(2018: 576 TUSD)
2.474 2.671
Fixkosten aus den allgemeinen Verwaltungskosten
Davon aus Abschreibungen 968 TUSD
(2018: 0 TUSD)
3.909 3.999
Fixkosten aus Produktentwicklung 558 544
Betriebsergebnis 197 905

Die Werbeeinnahmen werden in der Segmentergebnisrechnung den Segmenten zugeordnet, auf deren Seiten die Werbebanner geschaltet wurden. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung der Umsatzerlöse lt. Gesamtergebnisrechnung zu den in der ausgewiesenen Segmentergebnisrechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen dar:

2019 Umsatzerlöse
lt. Gesamt
ergebnisrechnung
TUSD
Verteilung
Werbeeinnahmen
auf die Segmente
TUSD
Umsatzerlöse
Segmente
TUSD
Segmente
Artnet Galerien 4.998 928 5.926
Artnet Price Database 7.633 258 7.891
Artnet Auctions 3.869 47 3.916
Artnet News 4.145 4.145
Verteilte
Werbeeinahmen
5.378 -5.378
Summe 21.878 21.878
2018 Umsatzerlöse
lt. Gesamt
ergebnisrechnung
TUSD
Verteilung
Werbeeinnahmen
auf die Segmente
TUSD
Umsatzerlöse
Segmente
TUSD
Segmente
Artnet Galerien 5.377 1.031 6.408
Artnet Price Database 7.664 340 8.004
Artnet Auctions 4.075 6 4.081
Artnet News 3.122 3.122
Verteilte
Werbeeinahmen
4.499 -4.499
Summe 21.615 21.615

Während die nachfolgend dargestellten Wertberichtigungen auf Forderungen als nicht zahlungswirksame Aufwendungen die einzelnen Segmentergebnisse beeinflussen, wird die Zuordnung der planmäßigen Abschreibungen auf die einzelnen Segmente lediglich regelmäßig an den Vorstand berichtet:

2019
TUSD
Planmäßige
Abschreibungen
Wertberichtigungen
auf Forderungen
Artnet Galerien 366 267
Artnet Price Database 396 235
Artnet Auctions 390 182
Artnet News 349 17
Summe 1.501 701
2018
TUSD
Planmäßige
Abschreibungen
Wertberichtigungen
auf Forderungen
Artnet Galerien 146 123
Artnet Price Database 161 153
Artnet Auctions 176 220
Artnet News 93 4
Summe 576 500

24. Aufteilung nach geografischen Regionen

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns wird hauptsächlich in den USA ausgeübt und dort von der Tochtergesellschaft Artnet Corp. repräsentiert.

Die folgende Tabelle gliedert die Umsatzerlöse des Konzerns nach geografischen Märkten:

Umsatzerlöse 2019
TEUR
2018
TEUR
USA 11.465 10.213
Europa (ohne Deutschland) 4.804 4.394
Deutschland 1.355 1.196
Sonstige 1.918 2.519
Summe 19.542 18.322

Nahezu alle Vermögenswerte des Konzerns einschließlich

der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte befinden sich in den USA. Eine Ausnahme ist das Nutzungsrecht für das Büro in Berlin.

Die planmäßigen Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 1.341 TEUR entfallen wie im Vorjahr ebenfalls nahezu ausschließlich auf Vermögenswerte in den USA (2018: 488 TEUR).

25. Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers inklusive Reisekosten belief sich für die Abschlussprüfung der Artnet AG und des Artnet-Konzerns im Geschäftsjahr 2019 auf 106 TEUR, wovon 3 TEUR auf das Vorjahr entfiel, und im Vorjahr auf 81 TEUR. Außerdem wurden in den Geschäftsjahren 2019 und 2018 für sonstige Leistungen 9 TEUR bzw. 12 TEUR in Rechnung gestellt. Alle Honorare wurden in den Geschäftsjahren 2019 bzw. 2018 als Aufwand erfasst.

26. Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Geschäftsvorfälle zwischen der Artnet AG und ihren Tochtergesellschaften, bei denen es sich um nahestehende Unternehmen handelt, wurden bei der Konsolidierung eliminiert und werden in diesem Anhang nicht näher erläutert.

Vorstand

Herr Jacob Pabst ist Alleinvorstand der Artnet AG und der Artnet Corp.

In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 erhielt Herr Jacob Pabst von der Artnet Corp. eine Vorstandsvergütung in folgender Höhe:

2019
TEUR
2018
TEUR
Fixum 368 318
Wert zusätzlicher Leistungen
(Krankenversicherung)
6 11
Fixe Vergütungskomponenten 374 329
Bonus (variable Vergütung) 37 32
Summe 411 360

Aufsichtsrat

Aufsichtsratsmitglieder waren im Geschäftsjahr 2019 die folgenden Personen:

  • z Hans Neuendorf, Berlin, Deutschland, Vorsitzender
  • z Dr. Pascal Decker, Berlin, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender, als Aufsichtsratsmitglied gewählt auf der Hauptversammlung von 15. Mai 2019

Aufsichtsratsvorsitzender der Aktiengesellschaft TOKUGAWA i.L.

z Bettina Böhm, Berlin, Deutschland, als Aufsichtsratsmitglied gewählt auf der Hauptversammlung am 15. Mai 2019

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden in den Geschäftsjahren 2019 und 2018 Vergütungen in folgender Höhe gezahlt:

2019
TEUR
2018
TEUR
Hans Neuendorf 50,0 50,0
Dr. Pascal Decker 37,5 15,1
15,4
17,0
8,3
Bettina Böhm 25,0
Dr. Bernhard Heiss
Dr. Kilian Jay von Seldeneck
Summe 112,5 105,8

Der Vergütungsbericht im Konzernlagebericht fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrates der Artnet AG Anwendung finden. Darüber hinaus erläutert der Vergütungsbericht die Höhe sowie Struktur der an die Vorstandsund Aufsichtsratsmitglieder gezahlten Vergütungen.

Sonstige Transaktionen mit nahe stehenden Personen

Im Geschäftsjahr 2019 veräußerte Herr Hans Neuendorf ein Kunstwerk über die Auktionsplattform Artnet Auctions. Für diesen Verkauf ist gemäß der zum Verkaufszeitpunkt gültigen Geschäftsbedingungen keine Verkäuferprovision angefallen, da der Wert des Werkes mehr als 15 TUSD betrug. Im Laufe des Geschäftsjahres 2018 veräußerte Herr Hans Neuendorf zwei Kunstwerke über die Auktionsplattform Artnet Auctions. Für diesen Verkauf sind gemäß der zum Verkaufszeitpunkt gültigen Geschäftsbedingungen keine Verkäuferprovisionen angefallen, da der Wert der Werke jeweils mehr als 10 TUSD betrug.

Für in Beziehung zu Herrn Hans Neuendorf (Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Herrn Jacob Pabst (Vorstand) nahestehende Personen wurden im Jahr 2019 321 TEUR und 2018 369 TEUR im Rahmen von Dienstverhältnissen erbrachte Arbeits- und Beratungsleistungen zu marktüblichen Konditionen als Aufwand erfasst.

Im Jahr 2018 wurde ein Beratervertrag mit der Galerie Neuendorf AG bis zum 31. August 2019 verlängert. Im August 2019 wurde dieser Beratervertrag um zwei Jahre bis 31. August 2021 verlängert. Hans Neuendorf ist Vorstand der Galerie Neuendorf AG und erbringt auf Grundlage dieses Vertrages laufende strategische Beratungsleistungen für die weitere Entwicklung und das Wachstum des Konzerns. In den Berichtsjahren 2019 und 2018 betrug die Vergütung jeweils 336 TEUR.

27. Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Zur Erstellung des Konzernabschlusses muss das Management Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen, die die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Anhangangaben beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen erfolgen nach bestem Wissen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen.

Insbesondere die folgenden Bilanzierungsmethoden sind von Schätzungen und Ermessensausübungen der Geschäftsführung wesentlich betroffen:

Aktive latente Steuern

Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für die Erfassung latenter Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Die ausgewiesenen latenten Steueransprüche könnten sich verringern, falls die Einschätzung der voraussichtlichen steuerlichen Gewinne gesenkt werden müsste oder die steuerlichen Verlustvorträge vor der geplanten Nutzung verfallen würden geplanten Nutzung verfallen würden.

Aktivierung der Website-Entwicklungskosten

Die Aktivierung der Website-Entwicklungskosten betrifft neue Produkte und wesentliche Erweiterungen oder Verbesserungen der Website, von denen der Konzern annimmt, dass sie künftig zu zusätzlichen Umsatzerlösen oder Kosteneinsparungen führen werden. Die Prognosen für die Umsatz- und Kostenauswirkungen der neuen Produkte und Entwicklungsprojekte beruhen auf den besten Schätzungen zum Bewertungszeitpunkt. Die tatsächlichen Beträge können jedoch von den Prognosen abweichen.

Rückstellungen

Basierend auf vernünftigen Schätzungen werden Rückstellungen für mögliche Auswirkungen rechtlicher Sachverhalte gebildet. Bei der Beurteilung wird auch auf die Einschätzung lokaler externer Sachverständiger wie Anwälte oder Steuerberater zurückgegriffen. Etwaige Unterschiede zwischen der ursprünglichen Einschätzung und dem tatsächlichen Ausgang können in der jeweiligen Periode Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Für die kurzfristigen Rückstellungen wird grundsätzlich von einem Abfluss im Geschäftsjahr 2020 ausgegangen.

28. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Konzern hat im Mai 2020 ein Darlehen der U.S. Small Business Administration im Rahmen des Paycheck Protection Program in Höhe von 1.667 TUSD erhalten. Das Darlehen muss bei Einhaltung bestimmter Bedingungen nicht oder nur teilweise zurückgezahlt werden.

Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 bis zum 24. Juni 2020 wirkte sich die globale Ausbreitung des neuen Coronavirus und der darauf folgende Wirtschaftsabschwung wesentlich auf die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus, ohne dass sich bestandsgefährdende Tatsachen ergeben haben. Ergänzende Erläuterungen finden sich im Wirtschaftsbericht, im Risiko- und Chancenbericht, im Prognosebericht sowie im Konzernanhang.

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses konnten Prozessrisiken erfolgreich durch Beilegung eines Rechtsstreits minimiert werden. Aus der Beilegung der Rechtsstreits resultieren im Geschäftsjahr 2020 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von rund 200 TEUR. Mit Streitbeilegung ist es Artnet möglich die Fokussierung auf die Entwicklung der einzelnen Geschäftssegmente weiter voranzutreiben.

29. Mitteilungen nach WpHG

Nach § 33 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Die Gesellschaft hat diese Mitteilungen auf ihrer Investor-Relations-Website unter http://www.artnet.de/investor-relations/stimmrechtsmitteilungen veröffentlicht.

Mitteilung
vom:
Mitteilungspflichtiger
(Vollständige Kette
der Tochterunterneh
men beginnend mit
der obersten be
herrschenden Person
oder dem oberstem
beherrschenden
Unternehmen):
+ =
Über
schreit
ung
– =
Unter
schreit
ung
Melde
schwelle(n)
%
Datum der
Schwellen
berührung
Stimm
rechte
%
Stimm
rechte
direkt
(§21
WpHG)
Stimmrechte
zugerechnet
(§22 WpHG)
Anmerkung
06.10.2015 Brewster Fine + 3 01.10.2015 3,24 182.198
12.10.2016 Andreas
Langenscheidt
+ 3 06.10.2016 3,3 185.850
30.01.2019 Andrea Sybill
Schaeffer
+ 3, 5 11.04.2018 5,41 304.922 Der am 11.04.2018 verstorbene
Herr Klaus Jochen Schaeffer
SSP Immobilien
GmbH & Co. KG
+ 3, 5 5,41 304.922 meldete zusammen mit der
damaligen Aktionärin Schaeffer
Immobilien GmbH einen
Stimmrechtsanteil in Höhe von
8,52% zum 27.05.2010
Die SSP Immobilien GmbH & Co.
KG ist die hundertprozentige
Mutter der Schaeffer Immobilien
GmbH, welche wiederum
Komplementärin der SSP
Immobilien GmbH & Co. KG ist
(sog. Einheits-KG). Zu diesem
Zeitpunkt waren Herr Klaus
Jochen Schaeffer mit 60% und
Frau Andrea Sybill Schaeffer mit
40% an der SSP Immobilien
GmbH & Co. KG beteiligt.
Zum 06.10.2017 wurden die von
der Schaeffer Immobilien GmbH
am Emittenten direkt gehaltenen
Aktien auf ihr Mutterunternehmen
SSP Immobilien GmbH & Co. KG
übertragen.
Seit dem Tod des Gesellschafters
Klaus Jochen Schaeffer am
11.04.2018 ist Andrea Schaeffer
alleinige Kommanditistin der
Aktionärin SSP Immobilien GmbH
& Co. KG.
20.12.2019 Rüdiger K. Weng + 3, 5, 10 20.12.2019 10,21 575.100
Rüdiger K. Weng
A+A GmbH
Weng Fine Art AG 10,03 565.000
30.12.2019 Dr. Kyra Heiss - 10 23.12.2019 5,24 294.889

Berlin, den 24. Juni 2020

Jacob Pabst Vorstand, Artnet AG

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Artnet AG, Berlin

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Artnet AG, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der artnet AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die auf der Internetseite des Konzerns veröffentlichte Konzernerklärung zur Unternehmensführung, auf die im Konzernlagebericht im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB/§ 315d HGB" verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • z entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
  • z vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang

mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der auf der Internetseite des Konzerns veröffentlichten Konzernerklärung zur Unternehmensführung, auf die im Konzernlagebericht im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB" verwiesen wird.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. F) EU-AprVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-AprVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  • 1) Umsatzerlösrealisierung und Periodenabgrenzung
  • 2) Aktivierung von Entwicklungskosten

Zu 1) Umsatzerlösrealisierung und Periodenabgrenzung

a) Das Risiko für den Abschluss

Für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 weist der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von TUSD 21.878 (TEUR 19.542) aus. Zudem werden zum 31. Dezember 2019 erhaltene Zahlungen in Höhe von TUSD 2.151 (TEUR 1.915) als Vertragsverbindlichkeiten passiviert. Artnet bietet insbesondere Verträge für kunstmarktbezogene IT-Dienstleistungen mit unterschiedlichen Laufzeiten an, für die Kunden regelmäßig Vorauszahlungen leisten (Vertragsverbindlichkeiten). Zudem erzielt der Konzern Umsatzerlöse aus der Vermittlung von Verträgen über den Kauf von Kunstwerken sowie durch das Veröffentlichen von Werbung auf den Internetseiten des Konzerns.

Die Angaben der Gesellschaft zur Umsatzrealisierung und Periodenabgrenzung sind in der Textziffer "14. Umsatzabgrenzung und Umsatzrealisierung" im Konzernanhang sowie in den Abschnitten "Ertragslage" und "Umsatzentwicklung" im Wirtschaftsbericht des Konzernlageberichts enthalten.

Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfasst. Bei den Dienstleistungsverträgen realisiert der Konzern die Umsatzerlöse linear über die Laufzeit der jeweiligen Verträge, indem die Vertragsverbindlichkeiten korrespondierend aufgelöst werden. Für die Berechnung der Auflösungsbeträge werden sowohl marktübliche ERP-Systeme als auch eigenentwickelte Applikationen verwendet.

Das Risiko für den Abschluss besteht in einer nicht sachgerechten Darstellung der Umsatzrealisierung und damit einhergehend insbesondere in einem zu geringen Ausweis der Vertragsverbindlichkeiten. Aus unserer Sicht war die Umsatzrealisierung aufgrund der erforderlichen Abgrenzung, der hohen Anzahl von Transaktionen sowie der zentralen Bedeutung im Rahmen der Kapitalmarktkommunikation von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Ausgehend von einer Systemaufnahme haben wir die Angemessenheit des Rechnungslegungsprozesses zur Umsatzrealisierung und die hierbei implementierten Kontrollen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem die Angemessenheit der eingerichteten Prozesse und Kontrollen vom Abschluss des Vertrages, der Fakturierung bis zur Erfassung und Abgrenzung der Umsatzerlöse beurteilt. Darauf aufbauend haben wir im Rahmen unserer Prüfung die aus unserer Sicht wesentlichen Kontrollen stichprobenhaft hinsichtlich ihrer kontinuierlichen Wirksamkeit geprüft und die relevanten IT-Systeme zur Unterstützung der Erfassung und Abgrenzung der Umsatzerlöse unter Einbeziehung von Spezialisten beurteilt. Zudem haben wir anhand von Datenanalysen die vollständige und richtige Übertragung der rechnungslegungsrelevanten Daten zwischen den verschiedenen IT-Systemen und der Abbildung in der Rechnungslegung geprüft. Außerdem haben wir Einzeltransaktionen in Stichproben nachvollzogen und beurteilt.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die zur Umsatzrealisierung und Periodenabgrenzung eingerichteten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen angemessen sind, um den sachgerechten Ausweis der Umsatzerlöse zu gewährleisten. Im Rahmen unserer Prüfung der Wirksamkeit der Kontrollen ergaben sich keine Einwendungen bezüglich der Durchführung der Kontrollen.

Zu 2) Latente Steuern auf Verlustvorträge

a) Das Risiko für den Abschluss

In dem Konzernabschluss der artnet AG zum 31. Dezember 2019 werden selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von TUSD 3.467 (TEUR 3.088) ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Entwicklungskosten in Höhe

von TUSD 1.289 (TEUR 1.148) aktiviert. Diese entfallen ausschließlich auf das Projekt FALCON.

Die Angaben der Gesellschaft zu den aktivierten Entwicklungskosten sind in den Textziffern "2. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsgrundsätze" und "7. Immaterielle Vermögenswerte" im Konzernanhang sowie in den Abschnitten "Kosten- und Ergebnisentwicklung", "Vermögenslage" im Wirtschaftsbericht, im Abschnitt "Forschung und Entwicklung" und in den Abschnitten "Risikobericht" und "Chancenbericht" des Konzernlageberichts enthalten.

Zunächst identifiziert die artnet AG Entwicklungsprojekte, die die Voraussetzungen für eine Aktivierung nach IAS 38 in Verbindung mit SIC 32 grundsätzlich erfüllen. Diese Projekte werden anhand bestimmter Meilensteine in die Forschungsphase und die Entwicklungsphase (die Entwicklungsstadien einer Internetseite) aufgeteilt. Im Anschluss werden insbesondere die Personalaufwendungen für eigene Programmierer und die Aufwendungen für externe Berater, die in der Entwicklungsphase angefallen sind, auf die identifizierten Projekte allokiert, um den zu aktivierenden Betrag zu ermitteln.

Aus unserer Sicht waren die aktivierten Entwicklungskosten von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem hohen Maße auf Einschätzungen und Annahmen des gesetzlichen Vertreters beruht..

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Für alle vom Vorstand als aktivierbar betrachteten Entwicklungsprojekte haben wir diese Entscheidung durch Einzelfallprüfungshandlungen bezüglich der Erfüllung der Ansatzkriterien nachvollzogen. Unsere Einzelprüfungshandlungen stützten sich dabei insbesondere auf Gespräche mit dem Leiter und Mitarbeitern der Abteilung für Entwicklung ("Engineering"). Zudem haben wir die Aktivierbarkeit mit Hilfe von internen Präsentationen über die jeweiligen Projekte, aus denen Ziel und Zweck der Entwicklungsprojekte sowie der Nutzen für den Konzern hervorgehen, gewürdigt.

Den Rechnungslegungsprozess zur Ermittlung der aktivierten Kosten haben wir anhand einer Systemaufnahme und der Würdigung der implementierten Kontrollen beurteilt. Die aktivierten Personalaufwendungen haben wir einzelfallbezogen zur Personalbuchhaltung und die externen Kosten zu den Eingangsrechnungen abgestimmt.

Wir konnten uns davon überzeugen, dass die getroffenen Annahmen und Einschätzungen des gesetzlichen Vertreters zur Erfüllung der Ansatzkriterien für die aktivierten Entwicklungsprojekte hinreichend dokumentiert und begründet sind. Die Bewertung der aktivierten Entwicklungsprojekte ist auf nachvollziehbarer Basis erfolgt.

Sonstige Informationen

Der gesetzliche Vertreter bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

  • z die auf der Internetseite des Konzerns veröffentlichte Konzernerklärung zur Unternehmensführung, auf die in Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Konzernlageberichts verwiesen wird,
  • z den Bericht des Aufsichtsrats,
  • z den Corporate-Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex,
  • z die übrigen Teile des Geschäftsberichts, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogene Konzernlageberichtsangaben und unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk und
  • z die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der auf der Internetseite des Konzern veröffentlichen Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist, auf die in Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Konzernlageberichts verwiesen wird, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen

Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die oben genannten sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • z wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • z anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die als notwendig bestimmt wurden, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben.

Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der

unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • z identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • z gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • z beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsme-

thoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

  • z ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • z beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt.
  • z holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen

die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

  • z beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
  • z führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 15. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 20. November 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt.

Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Konzernabschlussprüfer der artnet AG, Berlin, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Till Kohlschmitt.

Hamburg, 24. Juni 2020

Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Florian Riedl Wirtschaftsprüfer Till Kohlschmitt Wirtschaftsprüfer

Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Konzernabschlusses und/oder des Konzern-Lageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird verwiesen.

Gremien

Artnet AG

Aufsichtsrat Hans Neuendorf, Vorsitzender Dr. Pascal Decker, Stellvertretender Vorsitzender Bettina Böhm Vorstand Jacob Pabst, Vorstand

Artnet Worldwide Corporation

Jacob Pabst, CEO

Artnet UK Ltd.

Jacob Pabst, CEO

Geschäftsstellen

Artnet AG

Oranienstraße 164 10969 Berlin [email protected] T: +49 (0)30 209 178-0 F: +49 (0)30 209 178-29

Artnet Worldwide Corporation

233 Broadway, 26th Floor New York, NY 10279 USA [email protected] T: +1-212-497-9700 F: +1-212-497-9707

Artnet UK Ltd.

Morrell House 98 Curtain Road London EC2A 3AF Großbritannien [email protected] T: +44 (0)20 7729 0824 F: +44 (0)20 7033 9077

Investor Relations

Informationen für Investoren und den Jahresabschluss finden Sie unter artnet.de/investor-relations.

Weitere Anfragen können per E-Mail an [email protected] oder per Post an eine unserer Geschäftsstellen gerichtet werden.

Informationen zur Aktie

Die Stammaktien der Artnet AG werden am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Börsenkürzel «ART» gehandelt. Meldungen zu relevanten Unternehmensentwicklungen finden Sie unter artnet.de/investor-relations.

Wertpapierkennnummer

WKN A1K037

ISIN DE000A1K0375 LEI 391200SHGPEDTRIC0X31

Konzept und Realisation: Artnet Worldwide Corporation

©2020 Artnet AG, Berlin