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artnet AG — Annual Report 2018
May 3, 2019
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Annual Report
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artnet AG
Berlin
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis 31.12.2018
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018
1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit
Geschäftsmodell des artnet-Konzerns und Konzernorganisation
Die artnet AG ist eine Holding-Gesellschaft, deren Aktien am Geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Ihre wesentliche Beteiligung ist die hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die artnet AG ("die Gesellschaft") und Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen "artnet" oder "der Konzern") sind unter dem Markennamen "artnet" tätig.
Die Artnet Corp. hat zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften, die artnet UK Ltd., die in Großbritannien die Dienstleistungen von artnet in den Bereichen Vertrieb und Kundenbetreuung vermarktet, und die Jay Art GmbH. Die Artnet Corp. hat den Online-Marktplatz Jay Art GmbH und seine Plattform Artusiast am 6. Juni 2017 übernommen. Die Jay Art GmbH befindet sich seit 30. Januar 2018 in Liquidation.
Die Unternehmenswebseiten artnet.com, artnet.de, artnet.fr, artnet.com/auctions und news.artnet.com bieten einen Überblick über den Kunstmarkt und zogen im Jahr 2018 durchschnittlich 3,0 Mio. Besucher im Monat an (Vorjahr: 2,6 Mio. Besucher im Monat). Dank der immer aktuell bereitgestellten Informationen zum Wert von Kunstwerken sowie zu Künstlern, Galerien, Preisentwicklungen, Ausstellungen, Nachrichten und Rezensionen ist artnet für Kunstliebhaber, Sammler und Kunstexperten eine elementare Quelle, um sich umfassend über den Kunstmarkt zu informieren.
Der artnet-Konzern betreibt sein Geschäft in vier Segmenten: artnet Price Database, artnet Galerien, artnet Auctions und artnet News.
Die artnet Price Database ist eine Online-Datenbank mit mehr als 12,5 Millionen (Vorjahr: 11 Millionen) illustrierten Auktionsergebnissen von mehr als 1.800 (Vorjahr: 1.700) weltweit führenden Auktionshäusern. Dieses Angebot, das die Price Database Fine Art and Design und die Price Database Decorative Art umfasst, sorgt für Preistransparenz im komplexen Kunst- und Antiquitätenmarkt. Abonnenten der Price Database Fine Art and Design und der Price Database Decorative Art haben Zugriff auf Informationen über bis in das Jahr 1985 zurückreichende Auktionsergebnisse, aktuelle Verkaufspreise sowie bevorstehende Auktionen. Damit erhalten Abonnenten objektive Daten zu Kunstwerken, die sie kaufen, verkaufen oder bewerten möchten. Die Price Database wird von Gutachtern, Händlern, Auktionshäusern, Investoren sowie von privaten und staatlichen Institutionen (einschließlich der US-Steuerbehörde IRS und der US-Bundespolizei FBI) verwendet.
Darüber hinaus dient sie privaten Sammlern als illustriertes Nachschlagewerk, das sie verwenden können, um den Wert ihrer Kunstwerke zu ermitteln und deren Potenzial bei einer Auktion oder im Sekundärmarkt abzuschätzen. Händler und Auktionshäuser nutzen für die Bewertung und den Verkauf wichtiger Kunstwerke auch die sogenannten Comps - vergleichbare Auktionsergebnisse aus der Price Database.
Eine Ergänzung der artnet Price Database ist das Produkt artnet Market Alerts, das Abonnenten per E-Mail benachrichtigt, wenn Kunstwerke ihrer Lieblingskünstler bei einer Auktion, im artnet Galerie-Netzwerk oder auf artnet Auctions zum Verkauf angeboten werden.
Das Produkt artnet Analytics bietet und veranschaulicht Informationen zum Kunstmarkt. Es ermöglicht den Kunden, die Marktentwicklung von Künstlern, Kunstrichtungen, Kunstgattungen oder einer individuellen Auswahl von Kunstwerken auch im Vergleich zu Indizes nachzuverfolgen.
Das Galerie-Netzwerk umfasste zum 31. Dezember 2018 ca. 1.100 (Vorjahr: 1.200) der weltweit renommiertesten Kunstgalerien aus 60 Ländern. Die Mitgliedsgalerien sind in einem Verzeichnis nach Fachgebieten und Standorten gegliedert und präsentieren etwa 210.000 Werke von insgesamt 22.000 Künstlern (Vorjahr: 190.000 Werke von 21.000 Künstlern). Über das Galerie-Netzwerk werden neben sämtlichen Formen der modernen und zeitgenössischen bildenden Kunst auch Designobjekte sowie Kunsthandwerk und Antiquitäten aus Epochen vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis heute angeboten. Mit einer Auktionshaus-Partnerschaft besitzen Auktionshauser die Flexibilität, Auktionen ganz oder teilweise auf der artnet-Website zu veröffentlichen. Darüber hinaus besteht die Option, jedes Los auf artnet mit dem gleichen Los im Online-Katalog des Auktionshauses zu verlinken. Alle Lose sind mit der artnet Events-Seite verlinkt, die eine Übersicht über bevorstehende Auktionstermine bietet, und erzielen ein hohes Ranking bei den Suchergebnissen von artnet oder Google. Die Auktionshaus-Partnerschaften sind das ideale Instrument für Auktionshauser, um die internationale Präsenz ihrer Auktionen auszubauen und eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf die eigene Webseite zu leiten.
Mit artnet Auctions hat sich artnet zu einer Transaktionsplattform mit integriertem Informationsangebot entwickelt. Die wesentlichen Vorteile für Käufer und Verkäufer bei artnet Auctions sind die attraktiven Preise und die kurzen Umschlagszeiten. Die Transaktionen werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen und nicht wie bei konventionellen Auktionshäusern in einem halben bis zu einem Jahr. Über artnet Auctions werden Kunstwerke erstklassiger moderner und zeitgenössischer Künstler regelmäßig für fünf- bis sechsstellige Dollar-Summen verkauft.
artnet News ist weltweit der erste 24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst. Die Online-Plattform news.artnet.com informiert aktuell über Trends, Entwicklungen, Veranstaltungen und Persönlichkeiten des Kunstmarkts. Angesichts des exklusiven Charakters von Kunst ist artnet News ein attraktives Umfeld für Werbekampagnen von Luxusgüterherstellern.
Ziele und Strategien
Das Ziel von artnet war immer, Ineffizienzen im Kunstmarkt durch Technologie und die beispiellose Reichweite, die das Internet bietet, zu überwinden. Die Produkte von artnet bieten Transparenz, Marktdaten, schnelle Transaktionszeiten und Liquidität. artnet wird auch in Zukunft durch den Einsatz modernster Technologie, künstlicher Intelligenz und einem engagierten Team den Kunstmarkt weiter verändern.
Steuerungssystem
Zur wertorientierten Steuerung des Konzerns sowie der einzelnen Segmente wurde ein standardisiertes Steuerungs- und Reportingsystem eingerichtet. Für die einzelnen Segmente werden dabei die Umsätze und die Deckungsbeiträge im Vergleich zu den Budget- und Vorjahresgrößen als primäre finanzielle Kennzahlen ermittelt und beurteilt. Für die Ertragslage des Konzerns ist das operative Ergebnis (EBIT) von hoher Bedeutung. Bezüglich der Finanzlage steht die Höhe der verfügbaren liquiden Mittel im Blickpunkt. Finanzielle Leistungsindikatoren im Sinne von DRS 20 sind daher Umsätze und das operative Ergebnis.
Darüber hinaus werden nicht-finanzielle Frühindikatoren, die einen Einfluss auf das Geschäft haben können, beobachtet und ausgewertet. Dies sind in den Bereichen Galerie-Netzwerk und Price Database insbesondere die Anzahl der Vertragskündigungen, der Vertragsverlängerungen und der Neuverträge. Für artnet Auctions sind u.a. die Anzahl der online gestellten und der verkauften Lose sowie deren Durchschnittspreise relevant. Von wesentlicher Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist außerdem die laufende Kontrolle und Analyse des Web-Traffic auf allen Seiten. artnet verfolgt die Webseiten-Besuche auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis und hat so jederzeit Kenntnis über die Entwicklung der einzelnen Segmente und Produkte.
Zusätzlich gewinnt die Auswertung d es Web-Traffic für die Abrechnung performanceabhängiger Werbeverträge weiter an Bedeutung. Zudem zählt die Anzahl der Mitarbeiter zu den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Da die nicht-finanzielle Leistungsindikatoren kaum prognostizierbar sind, werden sich nicht in der Prognoseberichterstattung berücksichtigt.
Forschung und Entwicklung
Die artnet-Websites bilden die Grundlage für die Produkte des Konzerns. Es ist von größter Bedeutung, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und neue Produkte zu entwickeln, die den Nutzen für die Kunden steigern. Unsere Entwickler nutzen auf Microsoft-Technologie beruhende Software, die es ihnen ermöglicht, die laufenden Anwendungen flexibel an die sich ändernden Kundenbedürfnisse anzupassen.
Im Jahr 2018 verfolgte artnet das Ziel, mittels des Projekts FALCON die IT-Infrastruktur zu verbessern. Das Projekt beinhaltet eine Reihe von Entwicklungsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Kosten für die Wartung bestehender Produkte zu senken und die Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams zu verbessern. FALCON wird artnet schneller, flexibler und effizienter machen. Diese Entwicklung wird zu sinkenden Betriebskosten, steigender Produktivität und verbesserter Effizienz führen.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Konjunkturelle Lage
Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich abgeschwächt und die Risiken für eine weitere Abkühlung nehmen zu. Der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China, die Unwägbarkeiten in Bezug auf den drohenden Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit), gestiegene Kurschwankungen an den Finanzmärkten und wachsende Sorgen wegen der wirtschaftlichen Aussichten Chinas trüben die Stimmung. Das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 wird nach jüngsten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) nur 3,7 % betragen - 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im April 2018 erwartet worden war. Für 2019 prognostiziert der IWF dann eine weitere Abschwächung des globalen Wachstums auf 3,5 %. Die Wachstumsprognose für 2020 beträgt 3,6 %. Eine Verschärfung der globalen Handelsspannungen und die damit verbundene Unsicherheit könnten nach Einschätzung des IWF die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten beeinträchtigen, für weitere Volatilität an den Märkten sorgen sowie Investitionen und Handel schwächen.
Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten, der größte Markt für Kunstauktionen, expandierte 2018 weiter. Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt wuchs mit einer geschätzten Jahresrate von 2,9 %, nachdem die Wirtschaft im Vorjahr nur um 2,2 % gewachsen war. Für 2019 erwartet der IWF wegen der jüngsten Handelskonflikte jedoch einen Rückgang auf eine Wachstumsrate von 2,5 %. Im Jahr 2020 dürfte angesichts des erwarteten Auslaufens fiskalpolitischer Stimulierungsmaßnahmen eine weitere Abschwächung auf 1,8 % folgen. Die Finanzierungsbedingungen haben sich verschlechtert, aber die amerikanische Notenbank Federal Reserve hatte ein behutsames Vorgehen und ein langsameres Tempo der Zinserhöhungen in den Jahren 2019 und 2020 signalisiert.
Das Wirtschaftswachstum in China, der zweitgrößte Kunstauktionsmarkt der Welt, verlangsamte sich 2018 gegenüber dem Vorjahr von 6,8 % auf 6,6 % - das schwächste Tempo seit fast drei Jahrzehnten. Für die Jahre 2019 und 2020 rechnet der IWF mit einer fortgesetzten Abschwächung auf 6,2 % aufgrund verschärfter Regulierung des heimischen Finanzsektors und nachlassender Auslandsnachfrage. Die geringeren Wachstumserwartungen führte der IWF auf negative Auswirkungen von Strafzöllen im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten zurück, die jedoch teilweise von Konjunkturmaßnahmen kompensiert werden.
In Großbritannien, der drittgrößte Kunstmarkt der Welt, verlangsamte sich das wirtschaftliche Wachstum von 1,8 % im Jahr 2017 auf 1,4 % im Jahr 2018. Das ist die niedrigste Wachstumsrate seit 2012. Brexit und globale Unwägbarkeiten belasten die Wirtschaft. Der IWF kalkuliert für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 % und für 2020 mit einer Expansion von 1,6 %. Diese Prognose geht aber von einem geregelten EU-Austritt Großbritanniens und einem allmählichen Übergang hin zu einer neuen Zusammenarbeit aus. Bis zur Veröffentlichung dieses Geschäftsberichtes war im britischen Parlament aber noch keine Einigung über das Austrittsabkommen erzielt worden, was zu anhaltender Verunsicherung geführt hat.
Das Wachstum in der Eurozone wird sich voraussichtlich von 1,8 % im Jahr 2018 auf 1,6 % im Jahr 2019 und auf 1,7 % im Jahr 2020 abschwächen. Der IWF senkte seine ursprünglichen Wachstumsprognosen für viele europäische Länder, insbesondere für Deutschland. Die schwächeren Erwartungen für die deutsche Wirtschaft resultieren aus schwachem privaten Konsum, gedämpfter Auslandsnachfrage und schwacher Industrieproduktion.
Entwicklung des Kunstmarktes
Der generell schwankungsanfällige Weltmarkt für Kunstauktionen entwickelte sich im Jahr 2018 insgesamt gut - mit Ausnahme Chinas. Nach Angaben der artnet Price Database stiegen die weltweiten Verkaufserlöse im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % auf 14,7 Mrd. USD, eine Konsequenz knappen Angebots und steigender Preise.
Die Vereinigten Staaten, der Kernmarkt von artnet, waren 2018 mit Abstand der robusteste Auktionsmarkt für Kunst. Die Verkaufserlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fast 21 % auf 6,2 Mrd. USD. In China dagegen gingen die Verkaufserlöse um 17 % auf umgerechnet 3,6 Mrd. Dollar zurück. In Großbritannien stiegen die Erlöse um 11 % auf 2,8 Mrd. Dollar - bereits das zweite Jahr in Folge mit starkem Wachstum.
Auf die Vereinigten Staaten, China und Großbritannien entfallen nach wie vor rund 85 % der gesamten Verkaufserlöse auf dem Weltmarkt. Die Erlöse im Rest der Welt gingen um 3 % auf 2,2 Mrd. Dollar zurück.
Die anhaltenden Handelsstreitigkeiten scheinen den Kunstmarkt nicht direkt zu beeinträchtigen. Eine Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit könnte jedoch negative Auswirkungen haben und die Verkaufserlöse zukünftig belasten. Steigende Zinsen könnten sich negativ auf die Preise von Vermögenswerten auswirken, einschließlich der Preise von Kunst.
Die Anzahl der weltweit angebotenen Lose sank 2018 um 3 %, während die Verkaufsrate weiterhin bei robusten 67 % lag. Das beschränkte Angebot und die hohe Qualität der angebotenen Arbeiten trieben die Preise nach oben. Kunstwerke wurden zu einem Durchschnittspreis von 59 TUSD verkauft, 7 % mehr als im Vorjahr. Der Anstieg des Durchschnittspreises wurde von einer Reihe von Rekordverkäufen für verschiede Künstler beeinflusst. Im November wurde David Hockneys Gemälde Portrait of an Artist (Pool with Two Figures) (1972) für 90,3 Mio. USD verkauft und brach damit den bis dahin geltenden Rekord für ein Werk des britischen Malers von 11,7 Mio. USD. Edward Hoppers Chop Suey (1929) wurde im November für 91,9 Mio. USD verkauft, ebenfalls ein neuer Rekord für den amerikanischen Künstler. Im September wurde Zao Wou-Kis Juin-Octobre 1985 für 65,2 Mio. USD verkauft, was einen neuen Weltauktionsrekord für den chinesisch-französischen Künstler markierte.
Im Mai wurde Amedeo Modiglianis Nu couché (sur la coté gauche) (1917) für 157 Mio. USD zum viertteuersten jemals auf einer Auktion versteigerten Kunstwerk. Im gleichen Monat wurde Pablo Picassos Junges Mädchen mit Blumenkorb (1905) für 115 Mio. USD verkauft, die sechsthöchste Summe, die je für ein Kunstwerk bei einer Auktion bezahlt wurde.
2.2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der artnet AG
Ertragslage der artnet AG
Der Tätigkeitsbereich der artnet AG beschränkte sich auch im Geschäftsjahr 2018 weitgehend auf die Holdingfunktion, wobei die artnet AG auch Leistungen im Rahmen des Vertriebs und der Kundenbetreuung für die Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbringt. Nach wie vor bestehen aber sämtliche Vertragsbeziehungen zu Kunden über die Tochtergesellschaft Artnet Corp., so dass die artnet AG keine konzernexternen Umsatzerlöse erzielt. Die Ertragslage wird daher bestimmt durch die Beziehungen zu der Tochtergesellschaft Artnet Corp. und die mit der Verwaltung und Börsennotierung der artnet AG verbundenen Aufwendungen.
artnet hat im Konzern den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 21.615 TUSD gesteigert und damit erneut einen Rekord aufgestellt. Die Umsatzentwicklung blieb jedoch leicht unter der im Vorjahr vom Management gestellten Prognose von 22.000 TUSD bis 23.000 TUSD, da das Transaktionsvolumen bei Auctions in den ersten neun Monaten des Jahres niedriger ausfiel als erwartet. Das Betriebsergebnis stieg um 122 % auf 905 TUSD (2017: 407 TUSD) und lag ebenfalls leicht unter den Prognosen von 1.000 TUSD bis 1.500 TUSD. Die Segmente Price Database und Galerien leisteten insgesamt einen deutlich positiven Beitrag zu Betriebsergebnis. artnet News ist noch nicht profitabel.
Der Entwicklung im Konzern folgend erzielte auch die artnet AG im Berichtsjahr 2018 einen Jahresüberschuss von 357 TEUR, der das Vorjahresergebnis von 231 TEUR um 143 TEUR oder 67 % übertraf. Der Ergebnisanstieg beruht entsprechend der Vorjahresprognose auf einer um 91 TEUR höheren Dividende von der Tochtergesellschaft Artnet Corp. in Höhe von 1.091 TEUR (2017: 1.000 TEUR). Weiter verbessert wurde der Jahresüberschuss auch durch geringere sonstige betriebliche Aufwendungen, die um 35 TEUR auf 702 TEUR fielen, sowie um 66 TEUR geringere Personalkosten.
Die Umsatzerlöse aus der Weiterbelastung der Kosten für die erbrachten kundenbezogenen Dienstleistungen an die Tochtergesellschaft Artnet Corp. gingen entsprechend der Kostenreduzierung von 615 TEUR im Vorjahr auf 553 TEUR in 2018 weiter zurück.
Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen Auflösungen von Rückstellungen stiegen in 2018 von 4 TEUR im Vorjahr auf 18 TEUR.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierte sich der Personalaufwand um 66 TEUR auf 560 TEUR an. Hauptursächlich war eine Reduzierung der Gehaltskosen in der Kundenbetreuung, was insgesamt zu einer Reduzierung der Löhne und Gehälter um 52 TSD resultierte. Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2018 unverändert zum Vorjahr neun Mitarbeiter.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich im Geschäftsjahr 2018 um 35 TEUR und lagen bei 702 TEUR (2017: 737 TEUR). Die Reduzierung resultiert aus niedrigeren Kosten für die Durchführung der jährlichen Hauptversammlung in Berlin. Die Reisekosten reduzierten sich zudem um 39 TEUR, da die Aufsichtsratsmitglieder aufgrund der räumlichen Nähe zueinander weniger reisen mussten und die üblicherweise einmal jährlich stattfindende Aufsichtsratssitzung in den Geschäftsräumen der amerikanischen Tochtergesellschaft Artnet Corp. 2018 entfallen musste.
Vermögenslage, Liquidität und Kapitalausstattung der artnet AG
Die Vermögenslage der artnet AG wird geprägt durch den Anteilswert an der Tochtergesellschaft Artnet Corp., der unverändert in Höhe der Anschaffungskosten von 9.184 TEUR angesetzt wird. 2018 hat die Artnet Corp. einen Jahresüberschuss von 2.011 TUSD erzielt, der damit dem Vorjahresniveau von 2.020 TUSD entspricht. Einerseits stiegen die Aufgaben für Vertrieb und Marketing, da ein neues Führungsteams für die Marketingabteilung aufgebaut wurde. Andererseits realisierte die Artnet Corp. Einkommensteuererträge, die auf die Möglichkeit der Rückforderung von in Vorjahren gezahlter Mindestbesteuerung zurückzuführen ist.
Basierend auf den Ergebnissen der Vorjahre und den Planerwartungen für die Tochtergesellschaft wurde eine vereinfachte DCF-Bewertung zur Überprüfung des Beteiligungswertes durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine Plausibilisierung anhand des Börsenkurses. Beide Verfahren bestätigten die Werthaltigkeit des Beteiligungsansatzes.
Die sonstigen Vermögengegenstände sind von 44 TEUR am Vorjahresstichtag auf 29 TEUR gesunken, da die Vorsteuerforderungen um rund die Hälfte niedriger ausfielen.
Das Eigenkapital hat sich infolge des Jahresüberschusses von 6.109 TEUR um 357 TEUR auf 6.466 TEUR erhöht. Die Eigenkapitalquote ist dabei leicht von 66 % zum Vorjahresstichtag auf 70 % angestiegen.
Die sonstigen Rückstellungen haben sich von 1.073 TEUR im Vorjahr auf 1.208 TEUR deutlich erhöht. Eine Rückstellung in Höhe von 945 TEUR (2017: 895 TEUR) wurde für mögliche Schadenersatzzahlungen inklusive Verzinsung aus der Verletzung von Urheberrechten in Frankreich gebildet, die das Pariser Berufungsgericht im März 2015 in zweiter Instanz einem französischen Fotografen zugesprochen hatte. Die Erhöhung der Rückstellung um 50 TEUR resultiert aus der Verzinsung. Bezüglich dieser Rückstellung weisen wir auf die Darstellung zum Liquiditätsrisiko im Risikobericht hin. Darüber hinaus beinhaltet der Posten analog zum Vorjahr Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten, ausstehende Rechnungen und Urlaubsansprüche.
Die Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft Artnet Corp. fielen im zweiten Jahr in Folge und reduzierten sich von 1.978 TEUR im Vorjahr auf 1.540 TEUR zum 31. Dezember 2018. Der Rückgang beruht zum einen auf die leicht um 91 TEUR erhöhte Dividende der Artnet Corp. und zum anderen auf geringere Aufwendungen der artnet AG. Von den Verbindlichkeiten wurde ein Teilbetrag von 1.500 TEUR der artnet AG als langfristiges verzinsliches Darlehen zur Verfügung gestellt.
Die Geschäftstätigkeit der artnet AG wird weiterhin aus dem laufenden Cashflow der Tochtergesellschaft Artnet Corp. finanziert. Dabei wird die kurzfristig von der artnet AG benötigte Liquidität über monatliche Mittelabrufe von der Tochtergesellschaft bereitgestellt.
3. Übernahmerechtliche Angaben
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das voll eingezahlte Grundkapital der artnet AG betrug zum 31. Dezember 2018 unverändert 5.631.067 EUR und ist in 5.631.067 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 1,00 EUR aufgeteilt, bei denen es sich um Namensaktien handelt.
Zum 31. Dezember 2018 hält die artnet AG unverändert 78.081 eigene Aktien. Es wird dazu auf unsere Angaben im Anhang verwiesen.
Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen
Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen oder Übertragungsbeschränkungen für die ausgegebenen Aktien.
Direkte oder indirekte Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Beteiligungen, die 10 % der Stimmrechte der artnet AG überschreiten, wurden zum 31. Dezember 2018 von der Galerie Neuendorf AG, Berlin, mit 27,06 %, und von Dr. Kyra Heiss, München, mit 12,25 % gehalten.
Inhaber von Aktien mit Sonderrechten
Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten.
Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen
Soweit Arbeitnehmer an der artnet AG beteiligt sind, üben diese ihre Kontrollrechte unmittelbar aus.
Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern, Satzungsänderungen
Mitglieder des Vorstandes werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG.
Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien
Genehmigtes Kapital
Durch Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates ermächtigt, bis zum 15. Juli 2019 das gezeichnete Kapital durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Inhaber-Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 2.800 TEUR zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2014). Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.
Bedingtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um 560 TEUR bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.
Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Corp. ausgegeben, die bisher nicht ausgeübt wurden bzw. werden konnten.
4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315d HGB
Die aktuelle Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f / § 315d HGB) ist auf der Webseite der Gesellschaft unter www.artnet.de/investor-relations/ einsehbar und beinhaltet neben der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Angaben zu Unternehmensführungspraktiken und die Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat. Die artnet AG verfolgt dabei das Ziel, die Darstellung der Unternehmensführung übersichtlich und prägnant zu halten.
5. Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG Anwendung finden, und erläutert die Höhe sowie Struktur der Vorstandsvergütung. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrates beschrieben. Der Vergütungsbericht beinhaltet des Weiteren Angaben, die nach den Erfordernissen des deutschen Handelsrechts auch Bestandteil des Konzernanhangs nach § 314 HGB bzw. des Konzernlageberichts nach § 315 HGB sind.
5.1 Vergütung des Vorstands
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| Gewährte Zuwendungen Vorstand | Jacob Pabst | |||
|---|---|---|---|---|
| EUR | 2017 gewährt | gewährt | (min.) | 2018 (max.) |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 321.609 | 317.863 | 317.863 | 317.863 |
| Nebenleistungen | 12.330 | 10.824 | 10.824 | 10.824 |
| Summe | 333.939 | 328.687 | 328.687 | 328.687 |
| Einjährige variable Vergütung | 33.270 | 31.786 | - | 317.863 |
| Versorgungsaufwand | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung | 367.209 | 360.473 | 328.687 | 646.550 |
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| Zufluss Vorstand | Jacob Pabst | |
|---|---|---|
| EUR | 2017 | 2018 |
| --- | --- | --- |
| Festvergütung | 321.609 | 317.863 |
| Nebenleistungen | 12.330 | 10.824 |
| Summe | 333.939 | 328.687 |
| Einjährige variable Vergütung | - | 33.270 |
| Versorgungsaufwand | - | - |
| Gesamtvergütung | 333.939 | 361.957 |
Die Vorstandsvergütung wird in US-Dollar gewährt, weshalb die o.g. Beträge durch Wechselkursänderungen beeinflusst sind.
Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Festlegung der Vergütung des Vorstands der artnet AG orientiert sich an der Größe und der Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland.
Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Arbeitsmarkt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreiz für erfolgreiche Arbeit gibt.
Herr Jacob Pabst erhält von der artnet AG keine Vergütung. Das Entgelt für die Ausübung seiner Tätigkeit als Vorstand der artnet AG ist mit dem Gehalt, welches Herr Jacob Pabst in seiner Funktion als CEO der Artnet Corp. bezieht, abgegolten.
Sowohl der Vorstandsvertrag mit der artnet AG als auch der Anstellungsvertrag mit der Artnet Corp. wurden am 24. Juni 2017 angepasst und für zwei Jahre vom 1. Juli 2017 bis 1. Juli 2019 mit Ausnahme der Festvergütung zu unveränderten Konditionen verlängert. Am 18. März 2019 wurden die Verträge um weitere zwei Jahre verlängert.
Die Vergütung von Herrn Jacob Pabst als Vorstand setzt sich aus einer fixen Grundvergütung und einer jährlichen variablen Vergütungskomponente [Short-Term Incentive (STI)] zusammen, die im Folgenden beschrieben wird:
Fixe Grundvergütung: Die fixe Grundvergütung von Vorstand Jacob Pabst betrug im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 318 TEUR (375 TUSD). Bis zum 30. Juni 2017 betrug die fixe Grundvergütung 316 TEUR (350 TUSD). Seit dem 1. Juli 2017 beläuft sich die Festvergütung auf 375 TUSD. Am 18. März 2019 wurden die Verträge um weitere zwei Jahre verlängert.
Variable Vergütungskomponente (STI): Zusätzlich zu der fixen Grundvergütung erhält der Vorstand eine variable Vergütungskomponente, deren Festlegung im Ermessen des Aufsichtsrats steht. Die Basis für die Kalkulation der variablen Komponente bildet der Konzernabschluss für das Jahr, für den die STI gezahlt werden soll. Die variable Vergütungskomponente darf die fixe Grundvergütung nicht überschreiten.
Die variable Vergütungskomponente ist je zu einem Drittel abhängig von der Erreichung folgender Ziele:
| ― | 1/3 von der Erreichung des budgetierten Jahresergebnisses und des Cashflows |
| ― | 1/3 von der Entwicklung des Aktienkurses der artnet AG |
| ― | 1/3 im Ermessen des Aufsichtsrats, insbesondere ausgerichtet an längerfristigen Zielen, wie die Einführung neuer Produkte/neuer Geschäftsfelder, die erwartete zukünftige Profitabilität und bedeutende Transaktionen. |
Die variable Vergütungskomponente wird, soweit gewährt, in zehn gleichen monatlichen Raten beginnend in dem Monat nach Gewährung ausgezahlt.
Für das Geschäftsjahr 2018 wurde durch den Aufsichtsrat eine variable Vergütung von 32 TEUR (37,5 TUSD) festgelegt.
Die Artnet Corp. übernimmt als Nebenleistungen weiterhin zusätzlich zu den Kosten für die private Krankenversicherung in Höhe von monatlich 450 EUR die Prämie für die Teilnahme an der Betriebs-Gruppenkrankenversicherung (company group medical plan).
5.2 Vergütung des Aufsichtsrates
Die Vergütung des Aufsichtsrates wird auf Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrates durch die Hauptversammlung festgelegt. Sie ist in der Satzung geregelt.
Die Aufsichtsratsvergütung orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Gesellschaft.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten jährlich eine feste Vergütung. Im Einzelnen erhalten unverändert zum Vorjahr der Vorsitzende des Aufsichtsrates 50 TEUR, der stellvertretende Vorsitzende 37,5 TEUR und das dritte Mitglied des Aufsichtsrates 25 TEUR.
artnet operiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt. Um alle sich ständig verändernden Gegebenheiten zu überwachen, beobachtet artnet fortlaufend interne und externe Risiken, die bei Wesentlichkeit im folgenden Risiko- und Chancenbericht erläutert werden.
6. Risiko- und Chancenbericht
artnet operiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt. Um alle sich ständig verändernden Gegebenheiten zu überwachen, beobachtet artnet fortlaufend interne und externe Risiken, die bei Wesentlichkeit im folgenden Risiko- und Chancenbericht erläutert werden.
6.1 Risikobericht
Risikomanagement
Der artnet-Konzern hat ein Risikomanagementsystem zur Identifizierung und laufenden Überwachung der Betriebs- und Finanzrisiken des Konzerns eingerichtet, dass die Auswirkungen unerwarteter Ereignisse mildern soll. Das Risikomanagementsystem besteht im Wesentlichen aus folgenden fünf Komponenten:
| ― | dem Finanzwesen, das die tatsächlichen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit überwacht und im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung Plan-Ist-Vergleiche sowie Vorjahres-Vergleiche darstellt der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht; |
| ― | der Compliance, die interne als auch externe rechtliche Risiken sowie Gesetzesänderungen überwacht; |
| ― | der IT-Infrastruktur, die die jederzeitige Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit der Website sicherstellt und überwacht; |
| ― | dem Projektmanagement, das die Entwicklung und den Fortschritt der einzelnen Technologieprojekte überwacht und |
| ― | der laufenden Traffic-Überwachung, die wichtige Bereiche des Web-Traffics auswertet und analysiert. |
Das Risikomanagementsystem stellt sicher, dass kritische Informationen direkt und zeitnah an den Vorstand weitergeleitet werden.
Frühwarnsystem zur Identifizierung potenzieller Risiken
Zur Messung, Überwachung und Steuerung von Geschäftsentwicklung und Risiken nutzt artnet ein Steuerungs- und Kontrollsystem, das im Wesentlichen auf den Daten der Finanzbuchhaltung aufsetzt. In einer Risikoinventur sind die wesentlichen vorhandenen Risiken dokumentiert und den Verantwortungsebenen innerhalb des Konzerns zugeordnet. Bestehende Risikopotentiale werden laufend beobachtet und bei Bedarf werden angemessene Maßnahmen zur Risikobegrenzung ergriffen. Zum Risikomanagementsystem gehört neben einer regelmäßigen internen Berichterstattung über den Geschäftsverlauf sowie die aktuellen Marktentwicklungen und Kundenbeziehungen auch ein konzernweiter Budgetierungsprozess, der unter anderem operative Risiken und Veränderungen des geschäftlichen Umfeldes berücksichtigt. Unterstützt wird dieser Prozess durch regelmäßige Markt- und Wettbewerbsanalysen.
Umgang mit bedeutenden potenziellen Risiken
Das operative Management ist für die Früherkennung, Kontrolle und Kommunikation von Risiken direkt verantwortlich. So kann artnet umfassend und gezielt auf potenzielle Risiken reagieren. Die Risikopolitik orientiert sich dabei an den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu erreichen und den Unternehmenswert langfristig zu sichern, gleichzeitig aber nicht kalkulierbare Risiken zu vermeiden.
Compliance-Management-System (Hinweisgebersystem)
artnet fördert und fordert eine offene Kommunikation und einen vertrauensvollen Umgang unter und mit allen Angestellten, Kunden und Geschäftspartnern. Die Mitarbeiter des artnet-Konzerns haben neben dem direkten Austausch mit den Vorgesetzten die Möglichkeit, durch ein Hinweisgebersystem jederzeit anonym und geschützt Hinweise zu möglichen Rechtsverstößen und anderem Fehlverhalten zu geben, auf die das Management umgehend und entsprechend reagieren kann.
Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess
Der Vorstand hat für die vielfältigen organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Abläufe im Konzern ein internes Kontrollsystem eingerichtet.
Wesentlicher Bestandteil ist das Prinzip der Aufgabentrennung, das gewährleisten soll, dass ausführende (z.B. Vertrieb), verbuchende (z.B. Finanzbuchhaltung) und verwaltende (z.B. IT-Administration) Abteilungen getrennt sind. Das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet, dass keine wichtigen Vorgänge ohne Kontrolle bleiben.
Die Erwartungen des Vorstands werden durch regelmäßige Zielvereinbarungen definiert und dokumentiert.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch die Finanzdirektorin der Artnet Corp. mit langjähriger Erfahrung und spezieller Expertise für Konsolidierungsfragen.
Risiken
Risikobewertung
artnet beobachtet und analysiert verschiedene Arten von Risiken, die im Folgenden unterteilt werden in externe, betriebliche, rechtliche, finanzielle und sonstige Risiken. Das interne Risikoüberwachungssystem ist so aufgebaut, dass sowohl segmentbezogene als auch unternehmensübergreifende Risiken definiert und bewertet werden. Bei der Bewertung der Risiken werden zwei Faktoren betrachtet: Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potentielle, maximale Schadenshöhe. Die potentielle Schadenshöhe kann dabei durch potentielle Umsatzeinbußen oder auch Kosten definiert werden, beispielsweise bei rechtlichen Risiken. Soweit möglich, wird für jedes Risiko ein Schadenswert berechnet, der zum Zeitpunkt der Risikobewertung als maximaler Schaden ermittelt wurde. Für operationelle Risiken wurde der maximale Schadenswert mit der potenziellen Eintrittswahrscheinlichkeit, sowie deren Eintrittshäufigkeit gewichtet. Wettbewerbsrisiken werden hingegen auf einer Skala von eins bis fünf bewertet, wobei eins von geringer Bedeutung ist und fünf ein konkretes Risiko bedeutet, das umgehendes Handeln erfordert.
Der Konzern hat die folgenden wesentlichen Risiken identifiziert:
Externe Risiken
Konjunkturtrends im Kunstmarkt
artnet unterliegt den Schwankungen des Kunstmarktes. Der Kunstmarkt wird von den weltweiten Wirtschaftsbedingungen beeinflusst. Inwieweit sich diese Entwicklungen auch in Zukunft auf den Kunstmarkt auswirken werden, ist unklar. Die in 2017 begonnene Erholung des Kunstmarktes setzte sich in 2018 fort. Der für 2019 erwartete, graduelle Anstieg des Zinsniveaus in den Vereinigten Staaten tragt ebenfalls zur Unsicherheit bei, da die Auswirkungen hoherer Zinsen auf die Preise und Nachfrage im Kunstmarkt nicht klar sind.
Konkurrenten haben zudem Kapital aufgenommen, was die Intensität des Wettbewerbs weiter erhohen und die Marktanteile von artnet starker unter Druck setzen konnte.
Zu den potentiellen Risiken für einen konjunkturellen Abschwung zahlen Finanzmarktturbulenzen, Protektionismus und geopolitische Spannungen.
Die Kursschwankungen an den Finanzmarkten haben im Jahr 2018 zugenommen und die Vermögenspreise sind im vierten Quartal gefallen, was anhaltende Marktturbulenzen nahelegen konnte.
Betriebliche Risiken
Infrastruktur des IT-Systems
Funktionsstörungen der Website konnten die laufenden Umsatze und Gewinne von artnet mindern und möglicherweise auch die künftigen Umsatze und Ergebnisse beeinträchtigen. Häufige oder anhaltende Unterbrechungen des Service konnten bestehenden oder interessierten Nutzern Anlass zu der Annahme geben, dass die Systeme des Konzerns nicht zuverlässig sind. Dies konnte nachteilige Auswirkungen auf den Ruf, die Umsätze und die Kosten des Konzerns haben. Derartige Unterbrechungen erhohen die Arbeitsbelastung der Technologie-Abteilung, was wiederum die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen verzögert.
Das aktuelle Projekt FALCON, eine Erneuerung der Technologieinfrastruktur des Konzerns, wird die Nutzung von Drittanbietersystemen erhöhen und damit eine größere Flexibilität ermöglichen, wodurch interne Entwicklungsrisiken verringert werden.
Die eigenen Systeme des Konzerns sind so konzipiert, dass die Ausfallzeiten bei Stromausfällen oder im Katastrophenfall gering sind. Die Möglichkeit von Beschädigungen oder Störungen durch Überschwemmungen, Feuer, oder Unterbrechungen von Dienstleistungen aufgrund von Terroranschlägen, Computerviren und andere unvorhersehbare Ereignisse können nie völlig ausgeschlossen werden. Um den bestmögliche Schutz zu gewährleisten, befinden sich die Webserver von artnet in einer sicheren externen Einrichtung. Zudem werden zunehmend Cloud-basierte Datendienste in Anspruch genommen, wodurch das Risiko physischer Speicherung weiter verringert wird.
Produktentwicklung
Der künftige Erfolg von artnet hängt teilweise von der Zeit ab, in der sich der Konzern an technologische Veränderungen und neu entstehende Branchenstandards anpassen kann. Der Konzern beobachtet und analysiert daher Markttrends.
Auf Basis dieser Analysen hat der Vorstand entschieden, die Leistung, Funktionen und Zuverlässigkeit der Website weiter zu verbessern und neue Produkte einzuführen, die sowohl für bestehende als auch potenzielle Kunden von Nutzen sind. Dies soll das Risiko verringern, dass artnet gegenüber den Marktstandards ins Hintertreffen gerät. Der wichtigste Schritt auf diesem Weg ist das bereits erwähnte Projekt FALCON, das sowohl eine schnellere Entwicklung als auch eine raschere Anpassung an die Trends des Marktes ermöglicht.
Es besteht allerdings das Risiko, dass Produktinnovationen und -weiterentwicklungen vom Markt und den Kunden nicht bzw. nicht so schnell angenommen werden wie geplant und die damit verbundenen Ziele verfehlt werden. Die Ertragslage von artnet würde in diesem Fall bei noch fehlenden Umsatzerlösen durch die steigenden Kosten der Produktentwicklung und höhere laufende Kosten belastet.
Die Risiken im Bereich Produktentwicklung wurden in den letzten Jahren durch den zunehmenden Wettbewerb und durch den Markteintritt von mehreren Start-up-Internetdienstleistern erhöht, die in einem oder mehreren Produktsegmenten mit artnet konkurrieren.
Website-Besuche
Die Besucherzahlen auf den artnet-Webseiten (Traffic) sind für den Konzern von großer Bedeutung. Rückläufige Besucherzahlen konnten die Umsatze aller Produktlinien verringern. artnet überwacht die Website-Besuche auf täglicher Basis, um sicherzustellen, dass diese den Erwartungen entsprechen. Zur weiteren Steigerung der Website-Besuche investiert der Konzern außerdem in Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie in Werbung und Marketing. artnet überwacht die Besucherzahlen und die über die Website erzielten Umsatze und stellt diese den entsprechenden Aufwendungen für Werbung und Marketing gegenüber, um den Erfolg von Suchmaschinenoptimierung, Werbe- und Marketingmaßnahmen zu bewerten.
Rechtliche Risiken
Markenrechte
artnet schützt sich durch die markenrechtliche Sicherung des Namens "artnet" in den größten Märkten des Konzerns, insbesondere in den USA und der Europäischen Union. Klagen gegen Markenverletzungen sind kostspielig und unterliegen der Prüfung durch nationale Behörden, die für den Konzern negativ ausfallen konnten. Darüber hinaus schützt und verteidigt sich der Konzern gegen Urheber- und sonstige Rechtsansprüche, wobei negative Folgen für den Konzern nicht völlig ausgeschlossen werden können.
Urheberrechte
artnet verwendet in seiner Datenbank eine Vielzahl an Fotografien von dekorativer Kunst. Als international tätiger Konzern mit einer internationalen Kundenbasis ist artnet unterschiedlichen Rechtsordnungen bezüglich des Urheberrechts ausgesetzt. Dem Rechnung tragend, hat artnet mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Deutschland, die mehrere internationale Schwesterorganisationen hat, und der Artist Rights Society in den USA Lizenzverträge abgeschlossen. Angesichts der großen Zahl von Abbildungen in der Price Database decken di ese Verträge jedoch nicht die Rechte für sämtliche in der Datenbank verfügbaren Abbildungen ab. Als Reaktion auf die Klagen eines französischen Fotografen vor französischen und deutschen Gerichten, der sich in seinen Rechten als Urheber für in der Datenbank verwendete Fotografien dekorativer Kunst für Auktionskataloge verletzt sah, unternimmt artnet alle rechtlich und vertraglich notwendigen Schritte, um zukünftige Klagen zu vermeiden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass andere Fotografen möglicherweise ähnliche Klagen anstreben. Dies konnte erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Schutz der Kundendaten
artnet speichert die Kundendaten gemäß den derzeit geltenden Gesetzen und Vorschriften. Würde es Dritten jedoch gelingen, die von artnet getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und an die Kundeninformationen zu gelangen, konnte artnet für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.
Sollte artnet gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen, konnte dies Ermittlungen, datenschutzrechtliche Verfügungen und Schadenersatzforderungen von Kunden auslösen und strafrechtlichen oder regulatorische Verfahren gegen artnet zur Folge haben. Neben direkten finanziellen Belastungen durch mögliche Klagen und Schadenersatzforderungen, konnte auch die Reputation des Konzerns leiden. Dadurch konnte artnet Bestandskunden und registrierte Nutzer verlieren. Gleichzeitig könnte die Akquisition von neuer Kunden und Nutzer erschwert werden.
Um sich rechtlich bestmöglich zu schützen, arbeitet artnet im In- und Ausland mit Datenschutzexperten zusammen, mit denen artnet fortlaufend auf Veränderungen beim Datenschutz reagiert. artnet verfügt sowohl über eine EU-US Privacy-Shield-Zertifizierung also auch über ein Swiss-US Privacy-Zertifizierung, die den personenbezogenen Datentransfer aus Mitgliedstaaten der europäischen Union bzw. der Schweiz in die USA regelt. Des Weiteren hat sich artnet der Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) verpflichtet, die am 25. Mai 2018 in Kraft trat.
Finanzielle Risiken
Fremdwährungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko
artnet führt einen Teil seiner Geschäfte außerhalb der USA und unterliegt dadurch dem Risiko nachteiliger Wechselkursschwankungen. Da Wechselkurse Schwankungen unterworfen sind, können die Umsatzerlöse sowie die betrieblichen Aufwendungen erheblich von den Erwartungen abweichen. artnet sichert sich in der Regel nicht gegen solche Wahrungsrisiken ab. Das ist insbesondere der Fall, da die Konzerngesellschaften Zahlungen von Kunden in Euro und Pfund Sterling akzeptieren und ihre Lieferanten in Europa in diesen Währungen bezahlen. Der Konzern hält das Wechselkursrisiko daher für begrenzt.
Fremdwahrungsrisiken für den artnet-Konzern ergeben sich zudem aus konzerninternen Euro-Forderungen, die im Wesentlichen aus der Finanzierung der in Deutschland ansässigen Muttergesellschaft artnet AG durch die im US-Dollar-Wahrungsraum ansässige operative Tochtergesellschaft Artnet Corp. resultieren, sowie aus den in der Artnet Corp. gehaltenen Bankbestanden in Euro und Pfund Sterling.
Wahrungsumrechnungsdifferenzen aus der Bewertung von konzerninternen langfristigen Darlehensforderungen, die als Bestandteil eines Nettoinvestments qualifiziert werden, werden erfolgsneutral im Fremdwahrungsausgleichsposten ausgewiesen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sieht der Vorstand des Konzerns weiterhin von einer Absicherung dieses Fremdwahrungsrisikos ab.
Da sich das Engagement auf eine große Anzahl von Kunden, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, im Markt für bildende Kunst verteilt, liegt im Konzern keine signifikante Konzentration des Ausfallrisikos von finanziellen Vermögenswerten vor. Dennoch würde sich ein weltweiter Wirtschaftsabschwung sehr wahrscheinlich negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Kunden des Konzerns auswirken und zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Zahlungsfrist oder im schlimmsten Fall zu einem Anstieg der Forderungsausfälle führen. Dies würde die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns belasten. Der Konzern versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken, indem er mit seinen Kunden, wann immer dies möglich ist, Vorauszahlungen vereinbart und auf eine sorgfältige Eintreibung der Forderungen achtet.
Das Liquiditatsrisiko ist das Risiko, dass artnet seinen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht fristgerecht nachkommen kann. artnet bestreitet seine laufenden Kosten und Investitionen aus dem vorhandenen Liquiditatsbestand und dem operativen Cashflow und verfügt über keine Kreditlinien. Der Liquiditatsbestand ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 im Vorjahresvergleich auf USD-Basis um 28 % und auf Euro-Basis um 25 % gesunken.
Die im Marz 2015 erfolgte Verurteilung zu hohen Schadenersatzzahlungen von 800 TEUR durch ein Berufungsgericht in Frankreich im Zusammenhang mit einer geltend gemachten Verletzung von Urheberrechten eines französischen Fotografen konnte zu einer angespannten Liquiditätssituation für artnet führen, wenn dieser in den Rückstellungen erfasste Betrag kurzfristig zu leisten wäre. Das Urteil ist Ende Marz 2018 unanfechtbar geworden. Die gebildete Rückstellung deckt das dem Verfahren innewohnende maximale Risiko inklusive der Verzinsung ab. artnet prüft weiter sämtliche Handlungsoptionen, um die etwaige Vollstreckung des französischen Urteils in Deutschland und den USA zu unterbinden. Neben der Ausnutzung sämtlicher zur Verfügung stehender Rechtsmittel versucht artnet eine außergerichtliche Einigung mit dem französischen Fotografen zu erzielen.
Unter Berücksichtigung aller Handlungsoptionen geht artnet nicht von einer vollständigen Schadensersatzzahlung im Geschäftsjahr 2019 aus.
Zinsänderungsrisiken sind als unbedeutend anzusehen, da der Konzern verzinsliche Schulden lediglich in Form von festverzinslichen Finanzierungsleasingverhältnissen aufweist.
Sonstige Risiken
Mitarbeiter in Schlüsselpositionen
Der Arbeitsmarkt für qualifizierte und motivierte Manager ist sehr wettbewerbsintensiv. Aufgrund der relativ geringen Große von artnet konnte sich der Verlust von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen zeitweilig zwar negativ auswirken, würde aber durch das qualifizierte mittlere Management abgemildert.
Die vorstehende Auflistung kann nicht alle Risiken aufführen, denen artnet irgendwann ausgesetzt sein könnte. Risiken, die nicht erkannt sind oder über die nicht berichtet wurde, konnten zutage treten und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Der Konzern wird sein Umfeld auch weiterhin überwachen und die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems überprüfen. Trotz kontinuierlicher Anpassungen des Risikomanagementsystems ist es nicht möglich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens bestimmter Risiken oder deren finanzielle Auswirkungen vollständig zu quantifizieren.
6.2 Chancenbericht
Der Online-Kunsthandel ist ein dynamischer Markt, in dem sich ständig neue Chancen für artnet eröffnen. Die relativ geringe Große des Unternehmens und kurze Entscheidungswege erlauben es artnet, schnell auf aktuelle Gegebenheiten und auf Trendwenden unter Abwägung des Risikopotenzials zu reagieren. Chancen können sich aus dem internen oder externen Umfeld ergeben.
Kunst als Anlageklasse
Eine weltweit wachsende Zahl von vermögenden Privatkunden vergrößert die potentielle Kundenbasis des Konzerns. Kunst wird von diesen Personen als Luxusobjekt, aber auch als Anlageklasse oder Sammlerobjekt für die Geldanlage wahrgenommen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten Kunstmarkt und Zahl der potenziellen Kunden des Unternehmens weiter wachsen.
Reine Online-Auktionen
Internethandel ist auch im Luxussegment ein Wachstumsmarkt. Dazu gehört der Kunstmarkt, in dem Marktteilnehmer reine Online-Auktionen als schnelles und kostengünstiges Mittel zum Kauf und Verkauf hochpreisiger bildender Kunst angenommen haben. artnet Auctions erzielt beständig hohe Preise, was anhaltende Geschäftschancen in diesem dynamischen Segment nahelegt. Das reine Online-Geschäftsmodell befreit Marktteilnehmer von den Beschränkungen der traditionellen Auktionssaisons im Frühjahr oder Herbst. Das gibt artnet die Möglichkeit, Kunstwerke flexibel und in kurzer Zeit auf den Markt zu bringen und so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
Konjunkturentwicklung
Die Entwicklung des internationalen Kunstmarktes ist eng mit der Konjunktur der Industriestaaten verknüpft. Ein stärker als bislang erwartetes Wirtschaftswachstum in den Industrieländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten, konnte sich positiv auf das Geschäft des Unternehmens auswirken.
Chancen in China
artnet sieht Chancen in China. Die wachsende Präsenz des Unternehmens auf der Social-Media-Plattform WeChat führte bereits zu neuen Anmeldungen bei artnet Auctions, deren Zahl noch weiter steigen könnte. Angesichts einer wachsenden chinesischen Mittelschicht und einer zunehmenden Anzahl vermögender Privatkunden wächst das Interesse an europäischer und amerikanischer Kunst im chinesischen Markt, wovon artnet strategisch profitierten könnte.
Synergien innerhalb des Konzerns
Die verschiedenen artnet-Segmente bieten auch Chancen durch noch ausnutzbare Synergien innerhalb des Konzerns. Journalisten von artnet News haben Porträts über Mitglieder des GalerieNetzwerks geschrieben oder zusammen mit Kunsthistorikern der Price Database eine umfassende Studie über aktuelle Trends auf dem Kunstmarkt erstellt. Es gibt weitere Möglichkeiten, das breite Produktportfolio und Know-how von artnet für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen oder sie hervorzuheben.
Chance für die Marke
Der segmentübergreifende Fokus auf hohe Qualität stärkt die Marke von artnet. Dies könnte zu wachsenden Einnahmen aus Abonnements, Mitgliedschaften, Auktionsprovisionen oder Werbung führen. Eine starke Marke macht artnet auch wettbewerbsfähiger bei der Suche und Bindung talentierter Mitarbeiter.
artnet spielt eine Führungsrolle im Online-Kunstmarkt und steht seit fast drei Jahrzehnten für Qualität und Zuverlässigkeit. Die Gruppe ist daher ein attraktiver Partner für Markenhersteller und Institutionen innerhalb und außerhalb des Kunstmarktes, was den Bekanntheitsgrad der Marke und die Kundenbasis des Unternehmens weiter erhöhen könnte.
artnet News als Werbeplattform
artnet News hat sich als führende Online-Plattform für Nachrichten und Kritik im Kunstmarkt etabliert. Mit einem Schwerpunkt auf Qualitätsjournalismus und selbstrecherchierten Berichten ist News zu einer gefragten Werbeplattform für Luxusmarken und kunstbezogene Unternehmen geworden. Exklusive, gut recherchierte Geschichten und anhaltend wachsende Besucherzahlen könnten in steigenden Werbeeinnahmen resultieren.
FALCON
artnet verbessert mit dem Projekt FALCON seine Website- und Technologieinfrastruktur. Nach Beendigung des Projekts wird artnet agiler und effizienter sein, neue Produkte schneller auf den Markt bringen und gleichzeitig Kosten senken. Durch die schnellere Markteinführung kann das Unternehmen rascher auf Markttrends reagieren und den Umsatz bei niedrigeren Kosten steigern.
Der Erfolg unseres Unternehmens hängt in großem Maße von unserer Fähigkeit ab, unseren Kunden innovative Lösungen und verbesserte Produkte zur Verfügung zu stellen. Daher arbeitet das Unternehmen auch weiterhin daran, die Effektivität unserer Produkt- und Website-Entwicklungen stetig zu erhöhen. Sollten wir in diesem Bereich schnellere Fortschritte machen, konnten Produktverbesserungen zügiger umgesetzt werden. Dies konnte sich positiv auf Umsatze und die Ertragslage auswirken.
Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns
Insgesamt haben sich hinsichtlich der Risiko- und Chancensituation des Konzerns im Berichtsjahr 2018 keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu 2017 ergeben. artnet hat sich in einem teilweise schwierigen Marktumfeld und intensiven Wettbewerb behauptet. Die über eine Rückstellung vollständig abgedeckte Schadenersatzverpflichtung aus dem Urheberrechtsstreit in Frankreich konnte zu einer angespannten Liquiditätssituation führen, wenn der Schadensersatz kurzfristig und vollständig zu leisten wäre. Der Vorstand geht aber weiter davon aus, dass ein kurzfristiger oder vollständiger Mittelabfluss aus diesem Urteil vermieden werden kann. Angesichts eines wachsenden Interesses an Kunst, einer wachsenden Anzahl von vermögenden Privatkunden und wachsender Akzeptanz von Online-Transaktionen ergeben sich zusätzliche Chancen. Das laufende Projekt FALCON wird dazu beitragen, die Entwicklungszeit zu verkürzen, und bietet Möglichkeiten für schnelleres Wachstum und geringere Kosten.
7. Nachtragsbericht
Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 bis zum 18. März 2019 kam es zu keinen berichtspflichtigen Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
8. Prognosebericht
Der folgende Bericht gibt die Prognosen des Managements hinsichtlich der künftigen Entwicklung der einzelnen artnet-Segmente sowie des Geschäftsverlaufes insgesamt wieder. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann aufgrund der im Risiko- und Chancenbericht beschriebenen möglichen Entwicklungen negativ oder positiv von diesen Prognosen abweichen.
artnet ist im Begriff, auch 2019 seine führende Position in einem wettbewerbsintensiven Markt weiter erfolgreich auszubauen und dabei die wachsende Popularität von Auctions und News zu nutzen. Aufgrund der Wettbewerbsvorteile bei Daten, Kunden und Internet-Traffic befindet sich artnet in aussichtsreicher Lage, weiter zu wachsen.
artnet verbessert die IT-Infrastruktur mittels des Projects FALCON. Das Projekt beinhaltet eine Reihe von Entwicklungsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Kosten für die Wartung bestehender Produkte zu senken und die Leistungsfähigkeit des Entwicklungsteams zu verbessern. Besucher der Website werden im Jahr 2019 die ersten Veränderungen und Verbesserungen sehen.
FALCON wird artnet schneller, flexibler, und effizienter machen. Das Management rechnet daher mit Wachstum in allen Geschäftsbereichen bei gleichzeitig geringeren Investitionskosten.
Auctions blieb nach dem gesunden Wachstum des Vorjahres stabil und ist weiterhin einer der wichtigsten Umsatztreiber von artnet. Der Kunstmarkt hat - nach anfänglichem Zögern - reine Online-Auktionen als einen schnellen und kostengünstigen Weg zum Kauf und Verkauf bildender Kunst angenommen. artnet Auctions wird eine noch bedeutendere Rolle in der Kunstwelt spielen, wenn sich die Versteigerung höherpreisiger Kunstwerke über das Internet stärker als bisher durchsetzt. Vor diesem Hintergrund hat artnet Auctions den strategischen Schwerpunkt auf qualitativ hochwertige Kunstwerke zu attraktiven Preisen gelegt, um den durchschnittlichen Lospreis, die Verkaufsrate und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen - selbst wenn manche Werke abgelehnt werden mussten, um die hohe Qualität zu gewährleisten. artnet wird das Team weiter ausbauen und an dieser Strategie festhalten, um die durchschnittlichen Lospreise weiter zu steigern.
Auctions wird sich zudem stärker auf reine Online-Auktionen konzentrieren und weniger auf arbeitsaufwändigere Privatverkäufe. Nach dem Rekordumsatz im vierten Quartal 2018 und zahlreichen einzelnen Rekordauktionen im Laufe des vergangenen Jahres, prognostiziert das Management ein deutliches Umsatzwachstum für das Jahr 2019 und darüber hinaus.
artnet News hat sich als führende Online-Plattform für Nachrichten und Kommentare über den Kunstmarkt etabliert. Die redaktionelle Strategie, die Qualität und selbstrecherierte Berichte in den Vordergrund stellt, führte zu steigenden Besucherzahlen und Werbeeinnahmen. Der Erfolg von artnet News und der hohe Wiedererkennungswert der Marke wirkt sich positiv auf alle anderen Produkte von artnet aus. Das Management rechnet mit einem Anhalten dieses Trends und prognostiziert ein starkes Umsatzwachstum für artnet News im Jahr 2019.
Die Price Database steigerte den Umsatz 2018 aufgrund des höchsten Abonnentenzuwachses seit 2015. Die Neugestaltung und die verbesserte Positionierung der Produktseite auf der Homepage führten zu höheren Umwandlungsraten von Besuchern der Website und zu einem kontinuierlichen Wachstum von Privatkunden-Abonnements. Das institutionelle Geschäft wuchs aufgrund größerer Vertriebsanstrengungen sowohl für Neuabschlüsse als auch für die Verlängerungen von Abonnements. In Anbetracht einer Fortsetzung dieses Trends rechnet das Management für 2019 mit einem moderaten Umsatzwachstum für die Price Database.
Das Galerie-Netzwerk hat 2018 nach der Einführung des Galerie-Portals im Jahr zuvor die geschäftliche Wende vollzogen. Das positiv aufgenommene Content-Management-System ermöglicht es Mitgliedern des Galerie-Netzwerks, ihr eigenes Angebot auf ihrer artnet-Seite zu verwalten. Aufbauend auf dem Erfolg des Galerie-Portals hat artnet die Galerie-Seiten 2018 neugestaltet, damit Mitglieder ihre Kunstwerke noch übersichtlicher und informativer präsentieren können. Das Galerie-Netzwerk profitierte von einer erheblichen Verschiebung der Nachfrage zu erstklassigen und höherpreisigen Mitgliedschaften und steigender Nachfrage nach Auktionshaus-Partnerschaften. artnet wird das Vertriebsteam erweitern und den Kontakt zu potentiellen Kunden stärken. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten kleinerer und mittelgroßer Galerien rechnet das Management für 2019 mit einer Stabilisierung der Mitgliederzahlen und einem leichten Umsatzwachstum für das Segment Galerien.
Aufgrund der Erwartungen für die einzelnen Segmente prognostiziert das Management für das Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzwachstum in einer Bandbreite von 23,0 Mio. USD bis 24,0 Mio. USD (20,2 Mio. EUR bis 20,9 Mio. EUR bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,15 EUR/USD). Für das operative Ergebnis rechnet das Management mit einem Anstieg auf 1,0 Mio. USD bis 1,5 Mio. USD (0,9 Mio. EUR bis 1,3 Mio. EUR) aufgrund von Investitionen in Auctions, Personal, Vertrieb und Marketing sowie in Produktentwicklung.
Das Management nimmt an, dass die erheblichen Investitionen im Geschäftsjahr 2019 noch nicht in vollem Umfang zu Ertragssteigerungen führen werden, jedoch mittelfristig ein stärkeres Wachstum ermöglichen. Der Zahlungsmittelbestand dürfte sich ohne Berücksichtigung des nicht erwarteten Zahlungsabflusses für den oben beschriebenen Rechtsstreit gegenüber dem Stand am 31. Dezember 2018 infolge leicht erhöhen.
Berlin, den 18. März 2019
Jacob Pabst, Vorstand artnet AG
Bilanz zum 31. Dezember 2018
der artnet AG, Berlin
Aktiva
scroll
| 31/12/2018 EUR |
31/12/2017 EUR |
|
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5,00 | 5,00 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 1,00 | 1,00 |
| 6,00 | 6,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 20.935,43 | 9.092,54 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.184.433,10 | 9.184.433,10 |
| 9.205.374,53 | 9.193.531,64 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Sonstige Vermögensgegenstände | 29.205,20 | 43.811,27 |
| II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 19.348,31 | 13.089,85 |
| 48.553,51 | 56.901,12 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 7.120,31 | 11.823,74 |
| 9.261.048,35 | 9.262.256,50 | |
| Passiva | ||
| 31/12/2018 EUR |
31/12/2017 EUR |
|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Ausgegebenes Kapital | ||
| 1. Gezeichnetes Kapital | 5.631.067,00 | 5.631.067,00 |
| - bedingtes Kapital EUR 398.907,00 (Vj. EUR 398.907,00) | ||
| 2. Nennbetrag eigener Anteile | -78.081,00 | -78.081,00 |
| 5.552.986,00 | 5.552.986,00 | |
| II. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 130.197,02 | 130.197,02 |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 2.818.861,48 | 2.818.861,48 |
| 2.949.058,50 | 2.949.058,50 | |
| - | - | |
| III. Bilanzverlust | 2.036.483,74 | 2.392.987,66 |
| 6.465.560,76 | 6.109.056,84 | |
| B. Rückstellungen | ||
| Sonstige Rückstellungen | 1.207.890,73 | 1.072.582,46 |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 36.135,91 | 90.179,91 |
| 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.540.448,91 | 1.977.730,96 |
| 3. Sonstige Verbindlichkeiten | 11.012,04 | 12.706,33 |
| (Vorjahr: EUR | 1.587.596,86 | 2.080.617,20 |
| 9.261.048,35 | 9.262.256,50 |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018
der artnet AG, Berlin
scroll
| 2018 EUR |
2017 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 553.316,15 | 615.267,00 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 18.000,00 | 3.800,00 |
| 3. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter Soziale | 464.110,83 | 516.177,13 |
| b) Abgaben | 95.810,99 | 109.336,22 |
| 559.921,82 | 625.513,35 | |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 3.870,51 | 3.248,97 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 652.029,90 | 737.213,98 |
| -644.506,08 | -746.909,30 | |
| 6. Erträge aus Beteiligungen | 1.091.125,00 | 1.000.000,00 |
| 7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 90.115,00 | 40.050,00 |
| 8. Ergebnis nach Steuern | 356.503,92 | 213.040,70 |
| - | - | |
| 9. Verlustvortrag | 2.392.987,66 | 2.606.028,36 |
| - | - | |
| 10. Bilanzverlust | 2.036.483,74 | 2.392.987,66 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2018
1. Allgemeine Angaben
Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Berlin unter der Registernummer HRB 98006B eingetragen.
Dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 liegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften sowie die ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes zugrunde.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.
Die Aktien der artnet AG sind zum Handel im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Daher gelten für die Aufstellung des Jahresabschlusses ungeachtet der Größenklassen des § 267 HGB die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt, da die artnet AG davon ausgeht, die im Folgejahr 2019 fälligen Zahlungsverpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bedienen zu können. Dabei erwartet die artnet AG, dass aus dem in Frankreich erlassenen rechtskräftigen Urteil aufgrund der umgesetzten und geplanten Maßnahmen gegen die Durchsetzung der Vollstreckung kein vollständiger Zahlungsabfluss erfolgt. Hinsichtlich der möglicherweise angespannten Liquiditätssituation aufgrund des Urheberrechtsprozessurteils in Frankreich wird auf die detaillierte Berichterstattung im Risikobericht des Lageberichts hingewiesen.
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.
Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen und basieren auf der geschätzten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs unter Inanspruchnahme des Wahlrechts gemäß § 6 Abs. 2 EStG voll abgeschrieben.
Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.
Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.
3. Erläuterungen zu den einzelnen Posten des Jahresabschlusses
3.1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und der auf diese entfallenden Abschreibungen ergibt sich aus dem diesem Anhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen betreffen die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, an der die artnet AG seit dem Geschäftsjahr 2002 sämtliche Anteile hält. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation verwendet die artnet AG zum einen ein vereinfachtes Discounted-Cashflow-Verfahren. Zum anderen wird die Werthaltigkeit anhand des Vergleichs mit der Entwicklung des Börsenkurses und der Marktkapitalisierung zum Stichtag plausibilisiert.
Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Worldwide Corporation basiert auf der internen Unternehmensplanung, die auch aus der Entwicklung der letzten Geschäftsjahre abgeleitet worden ist. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Planung in die ewige Rente überführt. Dabei wird ein nachhaltiges Wachstum von 1,0 % (Vj. 1,5 %) unterstellt. Ferner werden Eigenkapitalkosten vor Steuern von 15,92 % (Vj. 10,35 % nach Steuern) zugrunde gelegt. Die Prämissen und die Planungsrechnung werden durch das Rechnungswesen zusammen mit den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche erstellt und vom Vorstand einer Plausibilitätskontrolle unterzogen.
3.2.Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.
3.3. Eigenkapital
Grundkapital
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 5.631.067,00 und ist eingeteilt in 5.631.067 Stück nennwertlose Namensaktien.
Bedingtes Kapital
In der Hauptversammlung vom 15. Juli 2009 wurde das Grundkapital um EUR 560.000,00 bedingt erhöht durch Ausgabe von bis zu 560.000 neuen Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und Mitglieder der Geschäftsführung verbundener Unternehmen sowie an Arbeitnehmer der artnet AG oder ihrer Tochtergesellschaften (Bedingtes Kapital 2009/I). Das bedingte Kapital 2009/1 ist 2014 ausgelaufen. Es wurden daraus keine Stammaktien ausgegeben.
Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2009 wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2014 insgesamt 398.907 Aktienoptionen an die Geschäftsführung und Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation ausgegeben. Bis auf die 2014 ausgegebenen 75.000 Aktienoptionen sind die Ausübungspreise der gewährten Aktienoptionen bisher noch nicht erreicht worden, so dass bisher noch keine der gewährten Aktienoptionen ausgeübt wurden. In Höhe der 398.907 ausgegebenen Aktienoptionen kann noch eine bedingte Kapitalerhöhung aus dem bedingten Kapital 2009/I bei deren Ausübung erfolgen.
Genehmigtes Kapital
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der artnet AG vom 16. Juli 2014 ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats berechtigt, das Grundkapital bis zum 15. Juli 2019 um bis zu EUR 2.800.000,00 durch Ausgabe von 2.800.000 neuen Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014).
Aus dem genehmigten Kapital 2014 wurden bisher keine Aktien ausgegeben.
Eigene Anteile
Die artnet AG hält unverändert zum Vorjahr eigene Anteile mit einem Nennbetrag bzw. rechnerischen Wert von EUR 78.081 (1,4 % des Grundkapitals). Hierbei handelt es sich um 78.081 Stück eigene Aktien. Der Erwerb der eigenen Aktien im Geschäftsjahr 1999 diente insbesondere der Zuteilung von Aktien zur Umsetzung des Aktienoptionsplans der Artnet Corp., New York, USA. Im Geschäftsjahr 2018 sind keine Zukäufe und Verkäufe von eigenen Aktien erfolgt.
3.4. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Prozessrisiken in Höhe von TEUR 945. Darüber hinaus sind vor allem Rückstellungen im Zusammenhang mit der Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses (TEUR 104) sowie Aufwendungen für noch ausstehende Aufsichtsratsvergütungen (TEUR 64) enthalten.
3.5. Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 8 (Vj. TEUR 9) sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit von TEUR 1 (Vj. TEUR 2).
3.6. Verbindlichkeiten
Mit Ausnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben alle Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden Darlehensverbindlichkeiten über TEUR 1.500 (Vj. TEUR 1.500) ausgewiesen, die voraussichtlich eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahr haben.
3.7. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse von TEUR 553 betreffen die Weiterbelastung von Personal- und Sachaufwendungen für Dienstleistungen, die zugunsten der Tochtergesellschaft Artnet Corp. erbracht wurden.
3.8. Periodenfremde Erträge
Periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von TEUR 18 (Vj. TEUR 4) enthalten.
3.9. Erträge aus verbundenen Unternehmen
Die Erträge aus Beteiligungen betreffen ausschließlich das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.
3.10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen Raumkosten, Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten, die Kosten der Hauptversammlung sowie Reisekosten enthalten.
3.11. Zinsaufwendungen
Die Zinsaufwendungen betreffen mit TEUR 40 (Vj. TEUR 40) das verbundene Unternehmen Artnet Worldwide Corporation.
4. Organe der Gesellschaft
4.1. Vorstand
Im Berichtsjahr war als Vorstand Herr Jacob Pabst, New York, tätig. Der Vorstand ist alleinvertretungsberechtigt und von dem Verbot der Mehrvertretung (§ 181 BGB) befreit.
Herr Jacob Pabst hat in 2018 von der artnet AG keine Vorstandsvergütung erhalten. Seine Vergütung wird von der Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation getragen und im Konzernabschluss der artnet AG und im Lagebericht angegeben.
4.2. Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:
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| Herr Hans Neuendorf, Kaufmann, Berlin Vorsitzender | ab 10. Mai 2017 |
| Herr Dr. Bernhard Heiss, Rechtsanwalt, München Stellvertretener Vorsitzender | bis 13. Juni 2018 |
| Herr Dr. Pascal Decker, Rechtsanwalt, Berlin Stellvertretener Vorsitzender | ab 08. August 2018 |
| Herr Killian Jay von Seldeneck, Auktionator, Berlin | bis 30. April 2018 |
| Frau Bettina Böhm, Kunsthistorikerin, Berlin | ab 08. Mai 2018 |
Die Vergütung des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2018 betrug EUR 106.484,00, davon EUR 50.000,00 für den Vorsitzenden, EUR 31.849,00 für die Stellvertreter und EUR 24.635,00 für die dritten Mitglieder des Aufsichtsrates.
5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen vor allem aus Mietverträgen in Höhe von TEUR 38.
6. Anteilsbesitz
Die Gesellschaft hält 100 % der Anteile an der Artnet Worldwide Corporation, New York, USA, die zum 31. Dezember 2018 ein Eigenkapital von TUSD 6.426 und einen Jahresüberschuss von TUSD 2.011 für das Geschäftsjahr 2018 ausweist.
Die Artnet Corp. hält 100 % der Anteile an der artnet UK, die zum 31. Dezember 2018 ein Eigenkapital von TGBP 42 und einen Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2018 von TGBP 4 ausweist, sowie 100 % der Anteile an der Jay Art GmbH. Die Jay Art GmbH wies zum 31. Dezember 2017 ein Eigenkapital von TEUR 68 und ein Jahresergebnis von TEUR 0 aus. Die Jay Art GmbH befindet sich seit 30. Januar 2018 in Liquidation.
7. Sonstige Angaben
Konzernabschluss
Die artnet AG erstellt und veröffentlicht einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, der in Anwendung von § 315 e HGB eine befreiende Wirkung für die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach deutschem Recht hat.
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 9 (Vj. 9) Angestellte beschäftigt.
Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers inklusive Reisekosten belief sich für die Abschlussprüfung der artnet AG und des artnet-Konzerns im Geschäftsjahr 2018 auf TEUR 81, wovon TEUR 6 auf das Vorjahr entfiel, und im Vorjahr auf TEUR 71. Außerdem wurden in den Geschäftsjahren 2018 und 2017 für sonstige Leistungen TEUR 12 bzw. TEUR 18 in Rechnung gestellt. Alle Honorare wurden in den Geschäftsjahren 2018 bzw. 2017 als Aufwand erfasst.
Nachtragsbericht
Im Zeitraum vom Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 bis zum 18. März 2019 kam es zu keinen berichtspflichtigen Ereignissen von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und der artnet AG.
Mitteilungen nach § 33 WpHG
Nach § 33 WpHG sind Aktionäre verpflichtet, bei Über- oder Unterschreiten bestimmter Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 %, 50 % und 75 %. Die artnet AG hat folgende Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 26 WpHG erhalten:
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| Mitteilung vom: | Mitteilungspflichtiger | + = Überschreitung | Meldeschwelle (n) | Datum der Schwellenberührung | Stimmrechte | Stimmrechte direkt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| (Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen): | - = Unterschreitung | % | % | (§ 21 WpHG) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 06.10.2015 | Brewster Fine | + | 3 | 01.10.2015 | 3,24 | 182.198 |
| 12.10.2016 | Andreas Langenscheidt | + | 3 | 06.10.2016 | 3,3 | 185.850 |
| 03.05.2017 | Rüdiger K. Weng | + | 3 | 02.05.2017 | 3.02 | |
| Rüdiger K. Weng A+A GmbH | ||||||
| Weng Fine Art AG | 3,02 | 170100 | ||||
| 20.12.2018 | Dr. Kyra Heiss | + | 10 | 31.08.2018 | 12,25 | 689.889 |
| 30.01.2019 | Andrea Sybill Schaeffer | + | 3,5 | 11.04.2018 | 5,41 | |
| SSP Immobilien GmbH & Co. KG | + | 3,5 | 5,41 | 304.922 |
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| Mitteilung vom: | Stimmrechte zugerechnet | Anmerkung |
|---|---|---|
| (§ 22 WpHG) | ||
| --- | --- | --- |
| 06.10.2015 | ||
| 12.10.2016 | ||
| 03.05.2017 | 170.100 | |
| 20.12.2018 | - | |
| 30.01.2019 | 304.922 | Der am 11.04.2018 verstorbene Herr Klaus Jochen Schaeffer meldete zusammen mit der damaligen Aktionärin Schaeffer Immobilien GmbH einen Stimmrechtsanteil in Höhe von 8,52% zum 27.05.2010. Die SSP Immobilien GmbH & Co. KG ist die hundertprozentige Mutter der Schaeffer Immobilien GmbH, welche wiederum Komplementärin der SSP Immobilien GmbH & Co. KG ist (sog. Einheits-KG). Zu diesem Zeitpunkt waren Herr Klaus Jochen Schaeffer mit 60% und Frau Andrea Sybill Schaeffer mit 40% an der SSP Immobilien GmbH & Co. KG beteiligt. Zum 06.10.2017 wurden die von der Schaeffer Immobilien GmbH am Emittenten direkt gehaltenen Aktien auf ihr Mutterunternehmen SSP Immobilien GmbH & Co. KG übertragen. Seit dem Tod des Gesellschafters Klaus Jochen Schaeffer am 11.04.2018 ist Andrea Schaeffer alleinige Kommanditistin der Aktionärin SSP Immobilien GmbH & Co. KG. |
Die Gesellschaft hat diese Mitteilungen auf ihrer Investor-Relations-Website veröffentlicht.
Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Die nach § 161 AktG erforderliche Entsprechenserklärung zur Einhaltung der Verhaltensempfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 30. Januar 2019 letztmals aktualisiert und auf unserer Homepage den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht.
Berlin, den 18. März 2019
artnet AG
Der Vorstand
Jacob Pabst
Entwicklung des Anlagevermögens der artnet AG, Berlin, im Geschäftsjahr 2018
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| Anschaffungs-/Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1/1/2018 EUR |
Zugänge EUR |
31/12/2018 EUR |
1/1/2018 EUR |
Zugänge EUR |
31/12/2018 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5.613,10 | 0,00 | 5.613,10 | 5.608,10 | 0,00 | 5.608,10 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 77.890,64 | 0,00 | 77.890,64 | 77.889,64 | 0,00 | 77.889,64 |
| 83.503,74 | 0,00 | 83.503,74 | 83.497,74 | 0,00 | 83.497,74 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 57.524,05 | 15.713,40 | 73.237,45 | 48.431,51 | 3.870,51 | 52.302,02 |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.184.433,10 | 0,00 | 9.184.433,10 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 9.325.460,89 | 15.713,40 | 9.341.174,29 | 131.929,25 | 3.870,51 | 135.799,76 |
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| Buchwerte | ||
|---|---|---|
| 31/12/2018 EUR |
31/12/2017 EUR |
|
| --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte | 5,00 | 5,00 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 1,00 | 1,00 |
| 6,00 | 6,00 | |
| II. Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 20.935,43 | 9.092,54 |
| III. Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 9.184.433,10 | 9.184.433,10 |
| 9.205.374,53 | 9.193.531,64 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der artnet AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der artnet AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Lagebericht im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315 HGB" verwiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Lagebericht im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB / § 315 HGB" verwiesen wird. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
Beteiligungsbewertung
a) Das Risiko für den Abschluss
Zum 31. Dezember 2018 bilanziert die artnet AG unverändert zum Vorjahr in den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 9.184 (entspricht 99,3 % der Bilanzsumme), die ausschließlich die Beteiligung an der Artnet Worldwide Corporation (Artnet Corp.) betreffen. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten.
Die Angaben der Gesellschaft zur Beteiligungsbewertung sind in der Textziffer 3.1 im Anhang sowie im Kapitel "Vermögenslage, Liquidität und Kapitalausstattung der artnet AG" im Wirtschaftsbericht des Lageberichts enthalten.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der Artnet Corp. nutzt die artnet AG ein vereinfachtes Discounted-Cashflow-Verfahren. Die in diesem Bewertungsmodell verwendeten Prämissen werden, soweit möglich und notwendig, aus öffentlich verfügbaren Quellen (z.B. Kapitalmarktdaten, Zinssätze) abgeleitet. Die erwartete Entwicklung der Artnet Corp. basiert auf der internen Unternehmensplanung, die die Entwicklung der Artnet Corp. in den letzten Geschäftsjahren berücksichtigt. Im Anschluss an den Detailplanungszeitraum wird die Unternehmensplanung in die ewige Rente überführt. Die Planungsrechnung wird durch das Rechnungswesen zusammen mit den Verantwortlichen der jeweiligen Geschäftsbereiche erstellt und vom Vorstand einer Plausibilitätskontrolle unterzogen. Zur Plausibilisierung des Bewertungsmodells erfolgt außerdem ein Vergleich mit der Entwicklung des Börsenkurses.
Das Risiko für den Abschluss besteht in einer nicht sachgerechten Bewertung der Anteile an der Artnet Corp., insbesondere in einer Überbewertung. Es besteht das Risiko wesentlicher Fehler, da die Beteiligung an der Artnet Corp. betragsmäßig wesentlich ist und in die Bewertung zahlreiche relevante Parameter einfließen, die mit erheblichen Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung verbunden sind.
b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen
Wir haben beurteilt, ob das für die Ermittlung des Unternehmenswerts herangezogene Bewertungsmodell die konzeptionellen Anforderungen der relevanten Bewertungsstandards zutreffend abbildet und die Berechnungen in dem Modell korrekt erfolgen. Der Schwerpunkt unserer Prüfung lag auf der kritischen Auseinandersetzung mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten zentralen Annahmen. Von der Angemessenheit der bei der Beteiligungsbewertung verwendeten künftigen Zahlungsströme haben wir uns durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie durch Abgleich mit der von dem Vorstand erstellten Unternehmensplanung überzeugt. Die Plausibilisierung des Beteiligungswertes anhand der Entwicklung des Börsenkurses haben wir nachvollzogen. Die von dem Vorstand angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht zur Bewertung der Anteile an der Artnet Corp. geeignet. Abschließend haben wir betrachtet, ob Anzeichen dafür vorlagen, dass das Management sein Ermessen einseitig ausgeübt hat.
Wir haben keine Hinweise oder Erkenntnisse erlangt, dass die Bewertung nicht sachgerecht erfolgt ist und dass das Ermessen der Gesellschaft nicht ausgewogen und angemessen ausgeübt wurde.
Sonstige Informationen
Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im Abschnitt "4. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f / § 315d HGB" des Lageberichts verwiesen wird, und |
| ― | die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Lagebericht. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. Januar 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Abschlussprüfer der artnet AG, Berlin, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Till Kohlschmitt.
Hamburg, 18. März 2019
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Florian Riedl, Wirtschaftsprüfer
Till Kohlschmitt, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
artnet AG - Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018-31.12.2018
Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die nach Gesetz und Satzung bestehenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung überwacht. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 und bis zur Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2018 fünf Sitzungen abgehalten, an denen alle Aufsichtsratsmitglieder vollzählig teilgenommen haben. Die Sitzungen fanden am 5. März 2018 (Telefonkonferenz), 20. März 2018 (Telefonkonferenz), 9. Mai 2018 (konstituierende Sitzung), 13. August 2018 (Präsenzsitzung in Berlin) und am 28. November 2018 (Präsenzsitzung in Berlin gemeinsam mit dem Vorstand) statt. Am 19. März 2019 erfolgte die bilanzfeststellende Sitzung mit Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, per Telefonkonferenz.
Im Geschäftsjahr 2018 gab es Veränderungen im Aufsichtsrat, da Herr Dr. Kilian Jay von Seldeneck zum 30. April 2018 und Herr Dr. Bernhard Heiss zum 13. Juni 2018 aus persönlichen Gründen ihre Ämter niedergelegt haben. Herr Dr. Jay von Seldeneck wurde durch Frau Bettina Böhm, Berlin, als Aufsichtsratsmitglied ersetzt. Frau Böhm wurde am 8. Mai 2018 gerichtlich bis zur nächsten Hauptversammlung zum Aufsichtsratsmitglied der Gesellschaft bestellt und anschließend auf der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Mai 2018 in den Aufsichtsrat gewählt. Herr Dr. Heiss wurde durch Herrn Dr. Pascal Decker, Berlin, als Aufsichtsratsmitglied ersetzt. Herr Dr. Decker wurde am 8. August 2018 gerichtlich bis zur nächsten Hauptversammlung zum Aufsichtsratsmitglied der Gesellschaft bestellt. Herr Jacob Pabst war im Geschäftsjahr 2018 durchgängig Alleinvorstand der artnet AG.
Der Aufsichtsrat erhielt vom Vorstand während des ganzen Jahres in regelmäßigen mündlichen und schriftlichen Berichten ausführliche Informationen über den Geschäftsverlauf, die Unternehmensstrategie und wichtige Maßnahmen. Wesentlicher Bestandteil dessen waren die Management-Berichte, die der Vorstand monatlich an alle Mitglieder des Aufsichtsrates verschickte. Monats- und Quartalsberichte sowie der Halbjahresbericht zur allgemeinen Geschäftsentwicklung sowie zur Entwicklung der einzelnen Segmente wurden mit dem Vorstand erörtert. Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Geschäftspolitik und für die Unternehmensstrategie hat der Vorstand laufend mit dem Aufsichtsrat beraten.
Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Entwicklung aller Segmente, insbesondere der der jüngeren Geschäftsbereiche artnet Auctions und artnet News. Daneben wurden die Liquiditätslage hinsichtlich des erheblichen Schadenersatzanspruches eines französischen Fotografen, mögliche Finanzierungen und das Budget für das Geschäftsjahr 2019 besprochen. Die Ausgaben für das Großprojekt FALCON, die dadurch erwarteten Effizienzsteigerungen und wichtige Neuanstellungen wurden mit dem Vorstand diskutiert. Ferner wurden Fragen der Corporate Governance und der Compliance besprochen sowie die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.
Der vom Vorstand der artnet AG für das Geschäftsjahr 2018 erstellte Jahresabschluss nach HGB und der Konzernabschluss nach den IFRS wurden zusammen mit dem Lagebericht und dem Konzernlagebericht von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Hamburg, geprüft.
Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer überzeugt. Die Abschlussprüfer kommen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Jahresabschluss nach HGB als auch der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Vorschriften der IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Geschäftsjahres vermittelt und erteilen jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Nach Abschluss der Prüfung nahmen die Abschlussprüfer an einer Aufsichtsratssitzung teil, um den Jahresabschluss zu besprechen und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu erläutern.
Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der artnet AG sowie die dazugehörigen Lageberichte geprüft. Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen eingehenden Prüfung keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der artnet AG in der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüften Fassung durch Beschluss vom 21. März 2019 gebilligt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 ist damit festgestellt. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 wurde vom Aufsichtsrat durch den Beschluss vom 21. März 2019 ebenfalls gebilligt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit.
Berlin, den 21. März 2019
Für den Aufsichtsrat
Hans Neuendorf, Vorsitzender